<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf</genre><author><first-name>Hal</first-name><last-name>Clement</last-name></author><book-title>Unternehmen Schwerkraft</book-title><annotation><p>Der gigantische Planet Mesklin wirkte auf Menschen wie ein t�dlicher Alptraum. Seine Meere bestanden aus fl�ssigem Methan, der Schnee auf dem Festland war gefrorenes Ammoniak, und die Schwerkraft erreichte einen bis zu siebenhundertmal h�heren Wert als auf der Erde. Kein Mensch w�re imstande gewesen, sich auf dem Riesenplaneten zu bewegen.</p><p>Aber auf Mesklin war eine Forschungsrakete mit unendlich wichtigen Me�werten niedergegangen. Irgend jemand mu�te zu ihr vordringen. Dieser Jemand war der Mesklinit Barlennan � H�ndler und Forscher zugleich, vierzig Zentimeter lang, mit sechsunddrei�ig Beinen und Hunderte von Pfund schwer. Und der gerissenste Gesch�ftemacher, dem Menschen jemals begegnet waren.</p></annotation><date value="2010-09-15">2010-09-15</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Wulf</first-name><middle-name>H.</middle-name><last-name>Bergner</last-name></translator><sequence name="Schwere Welten" number="1"/></title-info><document-info><author><nickname>Haereticus</nickname></author><program-used>doc2fb, FictionBook Editor Release 2.5, ImageFB2, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2010-09-15">2010-09-15</date><id>95500AA6-A378-499B-A7D5-A4EAB27B721E</id><version>2</version></document-info><publish-info><book-name>Unternehmen Schwerkraft</book-name><publisher>WILHELM HEYNE VERLAG</publisher><city>M�nchen</city><year>1968</year></publish-info></description><body><section><title><p>Hal Clement</p><p>Unternehmen Schwerkraft</p></title><empty-line/><subtitle><emphasis>Utopischer Roman</emphasis></subtitle><p><image l:href="#1"/></p><empty-line/><p>WILHELM HEYNE VERLAG</p><p>M�NCHEN</p><p>HEYNE-BUCH Nr. 3121</p><p>im Wilhelm Heyne Verlag, M�nchen</p><p>Titel der amerikanischen Originalausgabe</p><p>MISSION OF GRAVITY</p><p>Deutsche �bersetzung von Wulf H. Bergner</p><p>Copyright � 1954 by Doubleday &amp; Company, Inc.</p><p>Copyright � 1953 by Street &amp; Smith Publication, Inc.</p><p>Printed in Germany 1968</p><p>Umschlag: Atelier Heinrichs &amp; Bachmann, M�nchen</p><p>Gesamtherstellung:</p><p>Verlagsdruckerei Freisinger Tagblatt,</p><p>Dr. Franz Paul Datterer OHG., Freising</p></section><section><title><p>1</p></title><p>Der Sturm fegte �ber die Bucht. Er w�hlte die Oberfl�che so heftig auf, da� kaum noch zu unterscheiden war, wo Fl�ssigkeit und Atmosph�re ineinander �bergingen. Er versuchte Wogen aufzut�rmen, unter denen die Bree zerbrochen w�re, und verwandelte sie in harmlose Spritzer, bevor sie zwanzig Zentimeter hoch waren.</p><p>Nur die Spritzer erreichten Barlennan, der auf dem Achterflo� der Bree kauerte. Er hatte das Schiff an Land ziehen lassen, sobald er wu�te, da� sie hier �berwintern w�rden; aber angesichts dieses Sturmes war ihm doch etwas unbehaglich zumute. Die Brecher �bertrafen alles, was er bisher auf See erlebt hatte, und er fand wenig Trost bei dem Gedanken, da� der Mangel an Gewicht, der ihr Entstehen �berhaupt erm�glichte, auch verhindern w�rde, da� sie gr��eren Schaden an richteten.</p><p>Barlennan war keineswegs abergl�ubisch, aber hier am Rand der Welt schien alles m�glich zu sein. Selbst die Mannschaft, die sonst nicht leicht zu beeindrucken war, f�hlte sich in dieser Umgebung sichtlich unwohl. Hier sei es nicht geheuer, murmelten sie untereinander � wer k�nne schon beurteilen, was jenseits des Randes auf sie lauere? Nach jedem Unfall wurde das Gemurmel lauter, und Unf�lle waren nicht gerade selten. Der Kommandant war sich dar�ber im klaren, da� schlie�lich jeder, der pl�tzlich statt f�nfhundertf�nfzig Pfund nur noch zweieinviertel wog, einen Fehltritt tun konnte; aber offenbar brauchte man ein gewisses Ma� an Bildung oder zumindest die F�higkeit zu logischem Denken, um diese Tatsache ber�cksichtigen zu k�nnen.</p><p>Selbst Dondragmer, der es eigentlich besser wissen mu�te� Barlennans langer K�rper straffte sich, und er h�tte fast einen Befehl gebr�llt, bevor er wirklich erfa�te, was auf dem �bern�chsten Flo� vorging. Der Maat wollte offenbar die Spanntaue eines Mastes �berpr�fen und n�tzte die extrem niedrige Schwerkraft aus, um sich fast zu voller L�nge aufzurichten. Es war noch immer ein phantastischer Anblick, ihn in dieser Stellung auf sechs Hinterbeinen balancieren zu sehen, obwohl die Mannschaft der Bree sich allm�hlich an derartige Tricks gew�hnt hatte; aber Barlennan lie� sich davon nicht beeindrucken. Wer nur zwei Pfund wog, hielt sich entweder fest oder wurde vom ersten Windsto� �ber Bord geweht; und niemand konnte sich mit sechs Beinen festhalten. Schon der n�chste Windsto� mu�te� aber das Brausen h�tte jeden Befehl �bert�nt. Der Kommandant wollte schon zu Dondragmer hin�berkriechen, als er endlich sah, da� der Maat sich mit einigen Leinen am Deck festgebunden hatte und ebenso wie der Mast gesichert war.</p><p>Barlennan sank wieder in sich zusammen. Er wu�te, weshalb Don dieses waghalsige Kunstst�ck vorf�hrte � er wollte der Mannschaft beweisen, wie harmlos der Sturm im Grunde genommen war. Barlennan wandte sich ab und sah wieder auf die Bucht hinaus.</p><p>Niemand h�tte genau angeben k�nnen, wo der Strand verlief, denn der Sturm wirbelte Sand und Schaum auf, so da� die Sicht kaum hundert Meter betrug. Sogar die Bree war jetzt nur undeutlich zu erkennen, als gro�e Methantropfen von der Bucht her landeinw�rts getrieben wurden und Barlennans Augen trafen. Zumindest schien das Deck unter seinen F��en weiterhin felsenfest zu sein; das Schiff befand sich hoffentlich nicht in Gefahr, fortgeblasen zu werden. Der Kommandant dachte an die zahlreichen Taue, die zu Ankern und den niedrigen B�umen am Strand f�hrten. Nein, die Bree lag hier fest � aber sie w�re nicht das erste Schiff gewesen, das am Rand der Welt verschwand�</p><p>Vielleicht hatte die Mannschaft doch recht, wenn sie dem Flieger gegen�ber mi�trauisch war. Schlie�lich hatte dieses seltsame Wesen ihn, Barlennan, dazu �berredet, hier zu �berwintern, ohne ihm zu versprechen, f�r die Sicherheit von Schiff und Mannschaft zu sorgen. Aber wenn der Flieger wirklich die Absicht haben sollte, sie alle zu vernichten, konnte er es auf andere Weise einfacher und gr�ndlicher tun. Falls das riesige Ding, in dem er flog, selbst hier, wo Gewicht nicht viel bedeutete, auf die Bree herabsank, war es mit Schiff und Besatzung zu Ende. Barlennan dachte rasch an etwas anderes; in dieser Beziehung unterschied er sich nicht von anderen Bewohnern des Planeten Mesklin, die es peinlich vermieden, irgendwelche festen Gegenst�nde �ber sich zu haben.</p><p>Die Besatzung hatte l�ngst unter den Decksplanen Schutz gesucht � selbst der Maat arbeitete nicht weiter, als der Sturm mit ungeahnter Heftigkeit losbrach. Alle waren an Bord; Barlennan hatte die Ausbuchtungen unter der Plane gez�hlt, solange das ganze Deck sichtbar war. Zur Zeit waren keine J�ger unterwegs, denn die Besatzung wu�te ohnehin, wann ein Sturm bevorstand, ohne da� der Flieger sie warnen mu�te. In den letzten Tagen war keiner von ihnen mehr als f�nf Kilometer vom Schiff entfernt gewesen, und in diesem fast schwerelosen Zustand waren f�nf Kilometer keine gro�e Entfernung.</p><p>Selbstverst�ndlich hatten sie reichliche Vorr�te an Bord Barlennan war kein Narr und gab sich gro�e M�he, m�glichst keinen anzuheuern. Trotzdem war frische Nahrung eine angenehme Abwechslung. Er fragte sich, wie lange dieser Sturm noch dauern w�rde. Vielleicht konnte der Flieger ihm dar�ber Auskunft geben. Jedenfalls war das Schiff vorl�ufig sicher, und Barlennan konnte sich die Zeit am besten dadurch vertreiben, da� er mit dem Fremden sprach. Er betrachtete das Ger�t, das ihm der Flieger gegeben hatte, noch immer verst�ndnislos erstaunt und wurde nie m�de, sich von seinen magischen Kr�ften zu �berzeugen.</p><p>Das Ger�t lag neben ihm unter der Schutzplane. Es war ein W�rfel mit etwa zehn Zentimeter Seitenl�nge, in dessen Stirnfl�che eine Art Auge eingelassen war. An der gegen�berliegenden Seite befand sich eine kleine �ffnung, in die Barlennan seine Zange steckte. Er wu�te aus Erfahrung, da� der Flieger dann irgendwie merkte, da� jemand mit ihm sprechen wollte, aber er wu�te auch, da� es zwecklos war, den Mechanismus des Ger�ts ergr�nden zu wollen. Das w�re dem Versuch gleichgekommen, ein zehnt�giges Kind in Navigation zu unterrichten. Die n�tige Intelligenz war vielleicht sogar vorhanden � Barlennan tr�stete sich mit diesem Gedanken �, aber die Grundlagen fehlten einfach.</p><p>�Barl?� Die Maschine sprach pl�tzlich und unterbrach seine Gedanken. �Hier ist Charles Lackland.�</p><p>�Hier ist Barlennan, Charles.� Der Kommandant sprach die Sprache des Fliegers, die er von Tag zu Tag besser beherrschte.</p><p>�Ich freue mich, da� du dich wieder einmal meldest. Haben wir den Sturm richtig vorausgesagt?�</p><p>�Er ist p�nktlich losgebrochen�, best�tigte der Mesklinit. �Aber ich sehe noch keinen Staub.�</p><p>�Der kommt noch. Der Vulkan mu� zehn Kubikkilometer Staub ausgespuckt haben, und die Wolke treibt seit Tagen in diese Richtung.�</p><p>Barlennan antwortete nicht darauf. Der Vulkan, von dem Charles sprach, lag in einem Gebiet von Mesklin, das seinen Informationen nach gar nicht existieren konnte.</p><p>�Ich wollte dich nur fragen, ob du wei�t, wie lange der Sturm noch dauert, Charles. K�nnen deine Leute von oben etwas erkennen?�</p><p>�Habt ihr schon Schwierigkeiten?� erkundigte der Flieger sich besorgt. �Der Winter f�ngt doch erst an � ihr m��t noch Tausende von Tagen warten, bis ihr aufbrechen k�nnt.�</p><p>�Das ist mir klar. Unsere Vorr�te reichen v�llig aus, aber wir m�chten gelegentlich auf die Jagd gehen und Frischfleisch an Bord holen. Deshalb w�re ich dir dankbar, wenn du uns helfen k�nntest.�</p><p>�Nat�rlich gern, aber ich f�rchte, da� wir sehr vorsichtig sein m�ssen. In diesem Gebiet scheinen fast st�ndig gewaltige St�rme zu herrschen. Bist du fr�her schon einmal hier am �quator gewesen?�</p><p>�Wo?�</p><p>�Am� nun, am Rand der Welt, wie du mir erkl�rt hast.�</p><p>�Nein, ich bin noch nie so nahe am Rand gewesen, und ich bezweifle, da� andere weiter vorgedrungen sind. Ich k�nnte mir vorstellen, da� man immer mehr Gewicht verliert, je weiter man sich auf See hinauswagt � bis man schlie�lich vom Wind mitgerissen wird.�</p><p>�Du irrst dich, falls dir das ein Trost ist�, antwortete der Flieger. �Du w�rdest allm�hlich wieder schwerer werden. Im Augenblick bist du genau am �quator, wo dein K�rper am wenigsten wiegt. Deshalb bin ich auch hier. Allm�hlich verstehe ich, weshalb du nicht glauben kannst, da� es n�rdlich von hier gr��ere Landmassen geben soll. Vielleicht erkl�rst du mir bei dieser Gelegenheit, wie Mesklin deiner Meinung nach aussieht � oder hast du Karten an Bord?�</p><p>�Wir haben selbstverst�ndlich eine Sch�ssel auf dem Achterflo� stehen. Aber du w�rdest jetzt nicht viel darin erkennen, denn die Sonne ist eben untergegangen, und Esstes leuchtet zu schwach, um die Wolkendecke zu durchdringen. Ich zeige dir die Sch�ssel nach Sonnenuntergang. Meine Karten helfen dir nicht weiter, weil sie nur kleine Ausschnitte darstellen.�</p><p>�Einverstanden. Aber in der Zeit bis Sonnenaufgang k�nntest du mir doch beschreiben, wie Mesklin aussieht, nicht wahr?�</p><p>�Hoffentlich kann ich mich in deiner Sprache gut genug ausdr�cken�, meinte Barlennan zweifelnd. �Ich habe in der Schule gelernt, da� Mesklin einer gro�en Sch�ssel gleicht, an deren Boden die meisten Leute leben, weil dort das K�rpergewicht stimmt. Unsere Philosophen sind der Meinung, das Gewicht sei von der Anziehungskraft einer riesigen Platte abh�ngig, auf der Mesklin ruht; je weiter man sich dem Rand n�hert, desto weniger wiegt man, weil man weiter von der Platte entfernt ist. Allerdings wei� niemand, worauf diese Platte ruht; einige der weniger zivilisierten Rassen haben recht komische Auffassungen davon.�</p><p>�W�re Mesklin tats�chlich sch�sself�rmig, m��te jede Reise vom Mittelpunkt aus bergauf f�hren � und die Meere w�rden am Boden der Sch�ssel zusammenlaufen�, wandte Lackland ein. �Was haben eure Philosophen dazu zu sagen?�</p><p>�Vor vielen Jahren habe ich eine Darstellung des Problems in der Schule gesehen�, antwortete der Kommandant. �Der Lehrer zeichnete Mesklin an die Tafel und zog dann einige Linien von der Platte aus nach oben, die der Seitenwand folgten und sich genau �ber dem Mittelpunkt trafen. Er erkl�rte uns, die Anziehungskraft wirke nicht senkrecht nach unten, sondern entlang dieser Linien. Ich habe diese Erkl�rung nie recht verstanden, aber die Sache schien zu funktionieren. Ein Beweis f�r diese Theorie ist die Tatsache, da� gemessene Entfernungen mit den Karten �bereinstimmen. Das verstehe ich und halte es f�r ein gutes Argument. W�re die Form anders als vorausgesetzt, w�rden die Entfernungen bald nicht mehr stimmen.�</p><p>�Ganz recht. Ich sehe, da� eure Philosophen die Grundlagen der Geometrie beherrschen. Aber ich sehe nicht ein, weshalb ihnen entgangen ist, da� es zwei K�rper gibt, die diese Voraussetzung erf�llen. Du mu�t doch selbst erkennen, da� die Oberfl�che deines Planeten nach unten gekr�mmt ist! W�re eure Theorie richtig, m��te der Horizont �ber dir liegen. Wie erkl�rst du dir das?�</p><p>�Der Horizont ist in Wirklichkeit �ber uns � deshalb wissen sogar die primitiven St�mme, da� unsere Welt sch�sself�rmig ist. Nur hier am Rand sieht alles anders aus. Wahrscheinlich ist daran das Licht schuld. Hier am Rand ver�ndert sich fast alles. Sogar der Horizont scheint im S�den und Norden n�her zu sein, denn man erkennt ein Schiff im Osten oder Westen schon aus gr��erer Entfernung. Daran ist wieder nur das Licht schuld.�</p><p>�Hmmm, dagegen ist nat�rlich schwer etwas einzuwenden.� Barlennan konnte nicht genug Englisch, um Lacklands am�sierten Tonfall zu registrieren. �Aber vielleicht f�llt mir sp�ter eine Erkl�rung ein.�</p><p>�Ich lasse mir nat�rlich gern erl�utern, weshalb unsere Philosophen unrecht haben�, antwortete Barlennan h�flich. �Vorl�ufig w�re mir allerdings schon damit gedient, wenn ich w��te, wann dieser Sturm voraussichtlich aufh�rt.�</p><p>�Es dauert noch einige Minuten, bis der Bericht von der Station auf Toorey eingeht. Am besten melde ich mich bei Sonnenaufgang wieder. Dann bekommst du den Wetterbericht und zeigst mir die Sch�ssel. Einverstanden?�</p><p>�Ausgezeichnet. Ich warte also auf deinen Anruf.� Barlennan streckte sich neben dem Funkger�t aus und achtete kaum auf den Sturm, der um ihn herum tobte. Die gro�en Methantropfen, die der Wind gegen seinen gepanzerten R�cken trieb, st�rten ihn nicht weiter; er bewegte sich nur gelegentlich, um den feinen Ammoniakstaub fortzuschieben, der sich im Windschatten seines K�rpers ansammelte. Aber das war nur eine kleine Unannehmlichkeit � zumindest noch vorl�ufig. In etwa sechstausend Tagen w�rde das Zeug in der Sonne schmelzen und wenig sp�ter wieder gefrieren. Inzwischen mu�te die Fl�ssigkeit vom Schiff oder das Schiff von der Fl�ssigkeit entfernt werden, denn sonst hatte die Besatzung die unangenehme Aufgabe vor sich, etliche hundert Fl��e loszuhacken. Die Bree war kein Flugboot, sondern ein gro�es seet�chtiges Schiff.</p><p>Der Flieger meldete sich wie vereinbart wenige Minuten sp�ter, als die Sonne �ber der Bucht aufging und die Wolkendecke erhellte.</p><p>�Leider habe ich recht gehabt, Barl. Der Sturm dauert vermutlich noch einige Zeit, denn praktisch die gesamte n�rdliche Halbkugel � aber davon willst du ja nichts wissen � ist jetzt Sturmgebiet. Im S�den gibt es nur deshalb einzelne St�rme, weil die Coriolisablenkung schon in �quatorn�he kleinere Zellen erzeugt.�</p><p>�Was erzeugt die Zellen?�</p><p>�Die gleiche Kraft, die unter anderem bewirkt, da� ein geworfener Gegenstand so deutlich nach links abweicht. Ich habe zwar noch nicht selbst versucht, etwas zu werfen, aber die Ablenkung ist bestimmt gut zu sehen.�</p><p>�Was ist �werfen�?�</p><p>�Haben wir das Wort noch nie ben�tzt? Sch�n, �werfen� bedeutet, da� man einen Gegenstand aufhebt und ihn so fest von sich wegst��t, da� er in einiger Entfernung wieder zu Boden f�llt.�</p><p>�Vern�nftige Leute t�ten das nie � jedenfalls nicht in meiner Heimat. Wollte ich zu Hause etwas �werfen�, k�nnte es jemand treffen� vielleicht sogar mich.�</p><p>�Das w�re allerdings kein Vergn�gen�, stimmte Lockland zu. �Drei g am �quator sind schlimm genug; an den Polen sind es fast siebenhundert. Aber du k�nntest doch einen kleinen Gegenstand rechtzeitig auffangen oder den Aufprall mildern, nicht wahr?�</p><p>�Das ist schwer vorstellbar und einfach nicht m�glich, denn die Zeit reicht unter keinen Umst�nden. Was geworfen wird oder selbst zu Boden f�llt, schl�gt auf, bevor man etwas dagegen tun kann. Nat�rlich tragen wir manche Dinge, aber wir w�rden nicht im Traum daran denken, etwas zu werfen.�</p><p>�Wieder eine Theorie zerst�rt�, murmelte Lackland vor sich hin. �Bisher dachten wir immer, eure Reaktionszeit sei entsprechend k�rzer. Aber das war offenbar ein Trugschlu�.�</p><p>�Wir sind eben verschieden�, f�gte Barlennan hinzu. �Trotzdem k�nnen wir miteinander sprechen und hoffentlich zu einer �bereinkunft gelangen, die sich f�r beide Teile als gewinnbringend erweist.�</p><p>�Das hoffe ich auch. Bevor wir die Verhandlungen fortsetzen, m�ssen wir allerdings wissen, wohin du fahren willst, und ich m�chte dir auf deinen Karten zeigen, an welcher Stelle unser Auftrag zu erf�llen ist. K�nnten wir jetzt einen kurzen Blick in die Sch�ssel werfen?�</p><p>�Selbstverst�ndlich. Aber die Sch�ssel l��t sich nicht bewegen, deshalb mu� ich deine Maschine in ihre N�he bringen. Augenblick, ich bin gleich fertig.�</p><p>Barlennan kroch �ber das Flo� auf die n�chste Plane zu, rollte sie auf und verstaute sie sorgf�ltig. Dann sicherte er das Funkger�t mit vier kr�ftigen Leinen, die er an Krampen festlegte, und zog es langsam �ber Deck. Das Ger�t wog trotz kleinerer Abmessungen betr�chtlich mehr als er, aber der Kommandant wollte kein Risiko eingehen. Als das Auge der Maschine den Rand der Sch�ssel fast ber�hrte, hob er den r�ckw�rtigen Teil an und setzte einen Keil darunter, so da� der Flieger ins Innere der Sch�ssel sehen konnte. Dann kroch er auf die gegen�berliegende Seite und begann seine Erkl�rungen.</p><p>Lackland mu�te zugeben, da� die Halbkugel die s�dliche H�lfte des Planeten einigerma�en genau wiedergab, obwohl die Eingeborenen bei ihrer Konstruktion von falschen Voraussetzungen ausgegangen waren. Die Sch�ssel war etwa f�nfzehn Zentimeter breit und kaum drei Zentimeter tief, �ber die �ffnung war eine durchsichtige Abdeckung gespannt, die nicht entfernt werden durfte, obwohl sie Barlennans Erkl�rungen behinderte, weil die Sch�ssel sonst innerhalb k�rzester Zeit mit Ammoniakkristallen gef�llt gewesen w�re.</p><p>�Ich habe mich bem�ht, die Karten auf den neuesten Stand zu bringen�, erkl�rte Barlennan Lacklands Stellvertreter, �aber vorl�ufig noch nichts an der Sch�ssel ver�ndert, weil die Gebiete, die wir bisher vermessen haben, so klein sind, da� sie das Bild kaum beeinflussen. Ich kann dir hier kaum Einzelheiten zeigen, aber du wolltest ohnehin nur wissen, in welche Richtung ich mich wenden kann, sobald es das Wetter gestattet.</p><p>Nun, im Grunde genommen ist mir die Richtung ziemlich gleichg�ltig. Ich kann �berall Handel treiben und m�chte noch einige Zeit in diesem Gebiet bleiben, um verschiedene Pflanzenprodukte an Bord zu nehmen. Das Zeug wird im S�den gut bezahlt, weil es den Geschmack der Nahrung ver�ndert.�</p><p>�Gew�rze?�</p><p>�Das ist vermutlich der richtige Ausdruck. Ich habe schon fr�her ganze Schiffsladungen nach Hause gebracht und jedesmal gut daran verdient.�</p><p>�Sobald du hier geladen hast, ist es dir also ziemlich gleichg�ltig, wohin du f�hrst?� erkundigte Lackland sich.</p><p>�Richtig. Wenn ich dich recht verstanden habe, f�hrt uns euer Auftrag fast bis zum Mittelpunkt, aber das kann uns nur recht sein � je s�dlicher, desto h�her die Preise. Die lange Fahrt braucht deshalb nicht gef�hrlicher zu sein, denn du hast uns versprochen, da� ihr uns helfen wollt.�</p><p>�Ganz recht. Ich w�nschte nur, wir k�nnten euch irgendwie bezahlen, damit ihr nicht das Bed�rfnis h�ttet, l�ngere Zeit auf Gew�rzsuche zu gehen, um die Fahrt lohnend zu machen.�</p><p>�Wir m�ssen vor allem essen�, antwortete der Mesklinit, �aber eure Nahrungsmittel bestehen aus fremdartigen Stoffen, die wir nicht vertragen w�rden. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, was ihr mir liefern solltet. Am liebsten w�ren mir Maschinen, aber du hast mir erz�hlt, da� sie alle unseren Verh�ltnissen entsprechend umgebaut werden m��ten. Unter diesen Umst�nden scheint unser Abkommen die beste L�sung zu sein.�</p><p>�Richtig�, stimmte Lackland zu. �Selbst das Funkger�t ist eine Sonderanfertigung, und du k�nntest es nicht reparieren, weil du nicht die erforderlichen Werkzeuge besitzt. Aber vielleicht findet sich sp�ter eine bessere M�glichkeit, wenn wir mehr voneinander wissen.�</p><p>�Davon bin ich �berzeugt�, erwiderte Barlennan h�flich.</p><p>Er sprach allerdings nicht von der M�glichkeit, da� seine eigenen Pl�ne Erfolg haben k�nnten. Lackland w�re kaum damit einverstanden gewesen.</p></section><section><title><p>2</p></title><p>Der Flieger hatte das Wetter richtig vorausgesagt: �ber vierhundert Tage verstrichen, bevor der Sturm merklich nachlie�. W�hrend dieser Zeit unterhielt sich der Flieger mehrmals �ber Funk mit Barlennan, gab zuerst einen kurzen Wetterbericht und sprach dann einige Tage und N�chte lang �ber allgemeine Themen. Barlennan war schon fr�her aufgefallen, da� Lackland einen bestimmten Rhythmus einhielt; der Kommandant wu�te ziemlich genau, wann der Flieger in seinem �H�gel� schlief oder a�. Sein Lebenszyklus schien etwa achtzig Tage zu umfassen, aber Barlennan war nicht imstande, aus dieser Tatsache auf die Existenz einer Welt zu schlie�en, die achtzigmal langsamer als seine eigene rotierte.</p><p>Lacklands f�nfter Anruf unterschied sich erheblich von den vorigen: Er brachte zum erstenmal einen g�nstigen Wetterbericht.</p><p>�Barl!� Der Flieger hielt sich nie mit langen Vorreden auf, denn er wu�te, da� der Mesklinit sich immer in H�rweite des Lautsprechers befand. �Die Station auf Toorey hat mir eben mitgeteilt, da� sich ein Hoch auf uns zubewegt. Du kannst deine J�ger ausschicken, sobald weitere drei�ig oder vierzig Tage vergangen sind. Die n�chsten hundert Tage sind ungef�hrlich, und ich erfahre rechtzeitig, wann deine Leute umkehren sollen.�</p><p>�Aber wie bekommen sie die Nachricht? Gebe ich ihnen dieses Ger�t mit, k�nnen wir nicht mehr miteinander sprechen, bleibt es jedoch hier, haben sie keine M�glichkeit��</p><p>�Daran habe ich auch schon gedacht�, unterbrach Lackland ihn. �Am besten besuchst du mich hier oben, nachdem sich der Wind gelegt hat. Ich gebe dir ein zweites Funkger�t mit � vielleicht w�re es sogar besser, wenn du mehrere h�ttest. Die Reise in unserem Auftrag ist nicht ungef�hrlich, und ich wei� selbst, da� sie verdammt lang ist. �ber drei�igtausend Kilometer Luftlinie � �wie die Kr�he fliegt�, sagte man bei uns dazu �, aber auf dem Meer und �ber Land ist sie wesentlich l�nger.�</p><p>Lacklands Bild bewirkte eine Verz�gerung; Barlennan lie� sich die W�rter �Kr�he� und �fliegen� erkl�ren. Der erste Begriff war nicht weiter schwierig, aber die Vorstellung, ein Tier k�nne mit eigener Kraft fliegen, schien ihn zu erschrecken.</p><p>�Ich wollte noch einen weiteren Punkt mit dir besprechen�, fuhr Lackland schlie�lich fort. �Sobald sich das Wetter gebessert hat, bringen sie mir einen Raupenschlepper herunter. Vielleicht siehst du zu, wie die Rakete landet, und gew�hnst dich dabei an die Idee des Fliegens.�</p><p>�Vielleicht�, antwortete Barlennan z�gernd. �Ich wei� nicht recht, ob ich eure Rakete landen sehen will. Ich habe schon eine Landung erlebt und� Nun, ich m�chte vermeiden, da� die Besatzung dabei in der N�he ist.�</p><p>�Warum? Hast du den Verdacht, da� sie vor lauter Angst davonlaufen w�rde?�</p><p>�Nein�, antwortete der Kommandant offen, �ich will nur nicht, da� sie sieht, wieviel Angst ihr Captain dabei hat.�</p><p>�Das h�tte ich von dir nicht erwartet, Barl�, sagte Lackland am�siert. �Ich habe jedoch Verst�ndnis f�r deine Bef�rchtungen und kann dir schon jetzt versprechen, da� die Rakete nicht �ber dich hinwegfliegt. Wenn du unmittelbar neben meiner Kuppel wartest, weise ich den Piloten an, sie nicht zu �berfliegen.�</p><p>�Aber wie nahe kommt die Rakete �berhaupt?�</p><p>�Der Landeplatz liegt ziemlich weit von meiner Kuppel entfernt, denn der Pilot mu� selbst hier am �quator die Triebwerke mit voller Kraft arbeiten lassen. Ich bin selbst daran interessiert, da� er dabei nicht meine Kuppel trifft, das kannst du mir glauben.�</p><p>�Gut, ich komme�, versprach Barlennan. �Zwei oder drei zus�tzliche Funkger�te w�ren eine gro�e Erleichterung. Was ist dieser �Raupenschlepper�, von dem du gesprochen hast?�</p><p>�Eine Maschine, die mich �ber Land bef�rdert, wie dein Schiff euch �ber See tr�gt. Du wirst sie in einigen Tagen selbst sehen � eigentlich sogar schon in wenigen Stunden.�</p><p>Barlennan fragte nicht nach der Bedeutung des neuen Wortes, da er auch so verstand, was Lackland meinte. �Ich komme, um zu sehen�, stimmte er zu.</p><p>Die Freunde des Fliegers, die auf dem inneren Mond des Planeten einen St�tzpunkt eingerichtet hatten, erwiesen sich als gute Wetterpropheten. Der Kommandant hatte erst zehn Sonnenaufg�nge gez�hlt, als die Wolkendecke aufri�, w�hrend gleichzeitig der Wind nachlie�. Aus eigener Erfahrung war er der gleichen Meinung wie der Flieger, der behauptet hatte, das bessere Wetter werde mindestens hundert Tage anhalten.</p><p>Barlennan richtete sich auf dem Achterflo� auf, stie� einen durchdringenden Pfiff aus, von dem Lacklands Trommelfell geplatzt w�re, wenn er derartig hohe Frequenzen h�tte aufnehmen k�nnen, und erteilte seine Befehle.</p><p>�Zwei Gruppen unter Dondragmers und Merkoos' F�hrung gehen auf die Jagd; jeder der beiden nimmt neun J�ger seiner Wahl mit. Ich bleibe vorl�ufig noch an Bord und suche dann den Flieger auf, der uns weitere Sprechmaschinen geben will. Die Maschinen und andere Dinge werden ihm von seinen Freunden von oben gebracht, deshalb bleibt die Besatzung bis zu meiner R�ckkehr in der N�he des Schiffes. Etwa drei�ig Tage sp�ter brechen wir auf.�</p><p>�H�ltst du es f�r richtig, das Schiff so fr�h zu verlassen? Der Wind ist weiterhin ziemlich heftig.� Der Maat war so gut mit Barlennan befreundet, da� dieser seine Frage nicht als unversch�mt ansah, obwohl andere Kommandanten in gleicher Lage jeden Zweifel an ihrer Urteilsf�higkeit schroff zur�ckgewiesen h�tten.</p><p>�Du hast recht, Don�, antwortete Barlennan. �Ich m�chte jedoch Zeit sparen, und der Fliegerh�gel ist kaum zwei Kilometer von hier entfernt.�</p><p>�Aber��</p><p>�Au�erdem weht der Wind in die gleiche Richtung. Wir haben gen�gend Leinen an Bord; ich befestige zwei an meinem Geschirr, und zwei Leute � Terblannen und Hars unter deiner Leitung, Don � spulen die Leinen allm�hlich ab. Wahrscheinlich verliere ich den Boden unter den F��en, aber wenn der Wind so stark w�re, da� die Leinen brechen, l�ge die Bree jetzt schon kilometerweit landeinw�rts.�</p><p>�Aber was passiert, wenn du in die Luft hochgehoben wirst und wieder�� Dondragmer schien ernstlich besorgt, und der Kommandant schrak im ersten Augenblick ebenfalls vor diesem Gedanken zur�ck.</p><p>�Richtig, ich k�nnte fallen� Aber wir befinden uns hier nahe am Rand � auf dem Rand, hat der Flieger gesagt �, wo ein Fall nicht viel bedeutet, wie einige von euch selbst gemerkt haben.�</p><p>�Aber du hast doch befohlen, wir sollten uns wie bei normaler Schwerkraft verhalten, damit keine Gewohnheiten entstehen, die nach unserer R�ckkehr in bewohnbare Zonen gef�hrlich werden k�nnten.�</p><p>�Ebenfalls richtig, aber in diesem Fall handelt es sich nicht um eine Gewohnheit. Mein Entschlu� steht fest. Du �berpr�fst die Leinen; Terblannen und Hars sind dir dabei behilflich, damit es nicht allzu lange dauert.�</p><p>Die Besatzung kehrte an ihre Arbeit zur�ck, und Barlennan fragte sich im stillen, von welchem seiner Vorfahren er die Begabung geerbt haben konnte, sich kopf�ber in Situationen zu st�rzen, aus denen es keinen vern�nftigen Ausweg zu geben schien. Die Idee mit den Leinen verdankte er einer pl�tzlichen Eingebung, aber er brauchte noch mehrere Tage, bevor er von seinen eigenen Argumenten �berzeugt war.</p><p>Zum Gl�ck stellte sich heraus, da� sein Plan einigerma�en leicht durchzuf�hren war. Barlennan band zwei Leinen an seinem Geschirr fest, kroch �ber Bord, sah sich noch einmal nach den beiden kr�ftigsten Besatzungsmitgliedern um und machte sich langsam auf den Weg. Sobald er die niedrigen B�ume erreichte, an denen die Ankertaue der Bree festgemacht waren, konnte ihm der Wind nichts mehr anhaben. Er kam rascher voran und bewegte sich unter ihrem Schutz wie eine gro�e Raupe auf sechsunddrei�ig Beinen. Die Leinen verhedderten sich mehrmals in den untersten Zweigen, aber Barlennan war trotzdem recht zufrieden, denn er kam schneller als erwartet voran.</p><p>Der Strand stieg nach etwa zweihundert Metern verh�ltnism��ig steil an, und Barlennan befand sich bald zwei Meter �ber dem Meeresspiegel. Von dieser Stelle aus war der Fliegerh�gel in einem Kilometer Entfernung zu erkennen � selbst mit den Augen eines Lebewesens, das sich kaum f�nf Zentimeter �ber dem Boden befand. Der Kommandant legte an dieser Stelle eine kurze Ruhepause ein, um Kr�fte f�r das letzte Wegst�ck zu sammeln.</p><p>Vor ihm lag eine weite Hochebene, die dichter als der Strand mit niedrigen B�umen bewachsen war. Inmitten dieser Landschaft aus gelben B�umen und wei�em Schnee erhob sich der Fliegerh�gel, den Barlennan zu Anfang nicht als Geb�ude angesehen hatte, weil er so riesig war. Die halbrunde Metallkugel mit sechs Meter H�he und etwa zw�lf Meter Durchmesser wies gro�e durchsichtige Fl�chen auf und hatte zwei schlauchf�rmige Ausw�chse mit Doppelt�ren. Der Flieger hatte Barlennan erkl�rt, diese T�ren seien so konstruiert, da� man die Kuppel verlassen k�nne, ohne Luft hinein- oder hinauszulassen. Zu einem der niedrigen Fenster f�hrte eine Rampe hinauf, die Barlennan ben�tzte, um ins Innere der Kuppel zu sehen.</p><p>Der Kommandant hatte anfangs viel Zeit auf dieser Rampe zugebracht, als er die Sprache des Fliegers verstehen und sprechen lernte; er hatte auch die vielen eigenartigen Maschinen im Innern der Kuppel gesehen und vergeblich zu erraten versucht, welchen Zweck sie erf�llten. Der Flieger selbst schien ein Amphibium zu sein � jedenfalls lag er meistens auf dem R�cken in einem gro�en Tank, der bis zum Rand gef�llt war. Angesichts seiner gigantischen Gr��e war dies nur logisch, denn Barlennan wu�te aus eigener Erfahrung, da� auf seinem Planeten alle gr��eren Tiere im Meer oder in den Seen lebten. H�tte er allerdings die hauchd�nne Membran gesehen, die Lacklands Kleidung trockenhielt, w�re ihm vermutlich klargeworden, da� die Menschen doch keine Amphibien waren.</p><p>Von seinem Platz aus sah er, da� die Rakete noch nicht gelandet war, und �berlegte, ob er nicht lieber hier warten sollte, bis sie aufsetzte. Aber an dieser Stelle lie� sich vielleicht nicht vermeiden, da� sie �ber ihn hinwegflog, und Lackland konnte nichts dagegen unternehmen, da er nicht wu�te, wo Barlennan sich befand. Nur wenige Menschen waren vermutlich imstande, ein vierzig Zentimeter langes und f�nf Zentimeter breites Lebewesen, das horizontal durch dichtes Unterholz kroch, aus achthundert Meter Entfernung zu sehen. Der Kommandant beschlo� deshalb, die Kuppel aufzusuchen und dort zu warten.</p><p>Er kam gut voran, obwohl es unterwegs mehrmals Nacht wurde, und erreichte den Fliegerh�gel bei einbrechender Dunkelheit. Bis er jedoch die Leinen an einem Baum festgemacht hatte und �ber die Rampe nach oben gekrochen war, ging bereits links hinter ihm wieder die Sonne auf. Lackland befand sich nicht in dem Teil der Kuppel, den er �berblicken konnte, so da� Barlennan auf den Klingelknopf neben dem Fenster dr�cken mu�te. Die Stimme des Fliegers drang kurze Zeit sp�ter aus dem Lautsprecher neben dem Knopf.</p><p>�Freut mich, da� du so schnell gekommen bist, Barl. Ich habe Mack oben warten lassen, aber jetzt kann er landen und m��te beim n�chsten Sonnenaufgang eintreffen.�</p><p>�Wo ist er? Auf Toorey?�</p><p>�Nein, er wartet in der Tausend-Kilometer-Kreisbahn. Inzwischen kann ich dir die Funkger�te hinausbringen, die ich dir versprochen habe.�</p><p>�Da ich allein bin, w�re es vielleicht besser, diesmal nur ein Ger�t zu bringen�, schlug Barlennan vor. �Die Dinger sind zwar nicht schwer, aber doch schlecht zu tragen.�</p><p>�Dann warten wir lieber auf den Schlepper�, erwiderte Lackland. �Ich lade das Zeug ein und bringe es an den Strand. Was h�ltst du davon?�</p><p>�Eine gute Idee. Willst du mir bis dahin wieder Englischunterricht geben oder kannst du mir weitere Bilder deines Planeten zeigen?�</p><p>�Ich habe noch einen Film. Bis ich ihn in den Projektor eingelegt habe, ist es drau�en wieder dunkel, so da� du gut sehen kannst. Augenblick � ich komme in den Vorraum.�</p><p>Der Lautsprecher verstummte, und Barlennan beobachtete die T�r, in der Lackland erscheinen w�rde. Kurze Zeit sp�ter trat der Flieger in den Vorraum hinaus und bewegte sich wie gew�hnlich mit Hilfe der k�nstlichen Gliedma�en, die er Kr�cken nannte. Er nickte Barlennan freundlich zu, legte den Film ein, lie� den Projektor anlaufen und streckte sich in seinem Tank aus. Die Filmspule mit f�nfzehn Minuten Laufzeit war noch nicht ganz zu Ende, als Lackland sich wieder erhob und Barlennan mitteilte, die Landung der Rakete stehe jetzt bevor.</p><p>�Willst du Mack beobachten oder lieber den Film zu Ende sehen?� fragte er.</p><p>Der Kommandant �berlegte kurz. �Der Film ist mir eigentlich lieber�, gab er offen zu, �aber vielleicht ist es doch besser, wenn ich mich an fliegende Dinge gew�hne. Aus welcher Richtung kommt er?�</p><p>�Aus Osten, nehme ich an. Mack kennt die genaue Position der Kuppel und wei� vor allem, da� er sie nicht �berfliegen soll.� Lackland machte sich an seinem Radarger�t zu schaffen. �Aha, da ist er bereits. H�he zehn Kilometer � Entfernung etwa gleich. Siehst du das Glitzern unterhalb der Sonne?�</p><p>Barlennan starrte in die angegebene Richtung und erkannte dort einen leuchtenden Punkt, der rasch zu Boden sank. Wenig sp�ter schwebte die Rakete in geringer H�he etwa zwei Kilometer �stlich der Kuppel. Der Wind hatte inzwischen nachgelassen, aber jetzt wehte ein feuchtwarmer Hauch von der Stelle her, wo die gl�henden Triebwerksstrahlen den verschneiten Boden trafen. Barlennan verfolgte ungl�ubig staunend, wie die gigantische Rakete langsam zu Boden sank. H�tte er wie Menschen geatmet, h�tte er in diesem Augenblick wahrscheinlich den Atem angehalten, so unglaublich war dieses Bild. Sein Verstand sagte ihm, das Ding k�nne nicht fallen, aber sein Instinkt, der auf der Tatsache beruhte, da� in dieser Umgebung ein Fall aus zwanzig Zentimeter H�he selbst f�r ihn t�dlich sein konnte, war nicht ohne weiteres zu unterdr�cken. Im Unterbewu�tsein erwartete er, da� die Rakete abst�rzen und zertr�mmert am Boden vor ihm liegen w�rde. Schlie�lich war sie noch immer mehrere hundert Meter hoch�</p><p>Der Boden unterhalb der Rakete, der jetzt nicht mehr mit Schnee bedeckt war, stand pl�tzlich in Flammen. Schwarze Asche wurde in alle Richtungen davongeblasen, bevor die Rakete langsam aufsetzte. Sekunden sp�ter verstummte das dumpfe R�hren der Triebwerke. Barlennan streckte sich aus und entspannte seine verkrampften Muskeln.</p><p>�Ich komme gleich mit den Funkger�ten zu dir hinaus�, sagte Lackland. Der Kommandant hatte nicht einmal gemerkt, da� der Flieger den Raum verlassen hatte. �Mack bringt den Schlepper hierher � du kannst ihn beobachten, w�hrend ich meinen Schutzanzug anlege.�</p><p>Barlennan sah allerdings nur den ersten Teil der Fahrt. Er beobachtete den Schlepper, als er aus der ge�ffneten Ladeluke rollte, und fragte sich dabei, wodurch die Raupen bewegt wurden. Das Ding war so gro�, da� es etlichen Fliegern Platz bieten mu�te, falls das Innere nicht voller Maschinen und Ger�te stand. Der Raupenschlepper hatte mehrere gro�e Fenster wie die Kuppel; hinter dem Fenster an der Vorderseite war ein Flieger im Schutzanzug zu sehen, der die fast ger�uschlose Fortbewegung zu kontrollieren schien.</p><p>Bei Einbruch der Dunkelheit war der Schlepper noch immer einen Kilometer von der Kuppel entfernt, und Barlennan sah keine weiteren Einzelheiten mehr. Esstes, die kleinere Sonne hatte Belne vom Himmel verdr�ngt und schien so hell wie der Mond der Erde, aber Barlennans Augen wurden von dem hellen Lichtstrahl geblendet, den der Schlepper aussandte. Der Kommandant wartete deshalb geduldig. Schlie�lich w�rde er die Maschine bei Tagesanbruch ausgiebig von allen Seiten betrachten k�nnen.</p><p>Aber vielleicht mu�te er damit noch etwas warten; die Flieger w�rden vermutlich nicht zulassen, da� er ihre Maschine auf seine Weise untersuchte.</p></section><section><title><p>3</p></title><p>Als Belne, die gr��ere Sonne von Mesklin, am Horizont erschien, trat Lackland aus der Luftschleuse seiner Kuppel und wartete dort, bis der Schlepper die letzten Meter zur�ckgelegt hatte. Barlennan verfolgte die Unterhaltung der beiden M�nner, die in seiner N�he standen, und fragte sich, weshalb sie nicht beide in die Kuppel gingen, da sie offensichtlich unter der hohen Schwerkraft litten. Der Pilot schlug jedoch Lacklands Einladung aus.</p><p>�Ich m�chte nicht ungesellig sein, Charlie�, sagte er, �aber w�rdest du an meiner Stelle l�nger als unbedingt n�tig hier unten bleiben?�</p><p>�Ich k�nnte selbstverst�ndlich auch von Toorey aus arbeiten�, stimmte Lackland zu, �aber der pers�nliche Kontakt ist in diesem Fall entscheidend. Mir geht es vor allem darum, an Ort und Stelle m�glichst viel zu lernen. Vielleicht bekomme ich sogar heraus, wie wir uns Barlennan gegen�ber erkenntlich zeigen k�nnen. Er nimmt ein gro�es Risiko auf sich, und meine Anwesenheit ist unter diesen Umst�nden bestimmt n�tzlich � f�r beide Teile.�</p><p>�Das verstehe ich nicht ganz.�</p><p>�Barlennan ist Forscher und H�ndler zugleich. Im Augenblick befindet er sich in einem Gebiet, das vor ihm noch kein Angeh�riger seiner Rasse betreten hat. Er �berwintert hier und setzt Schiff und Besatzung aufs Spiel. Du kannst dir vermutlich vorstellen, wie gro� die Aussichten w�ren, einen zweiten Captain dieser Art zu finden!</p><p>Du brauchst dir nur zu �berlegen, da� er normalerweise in Gebieten lebt, wo die Schwerkraft bis zu siebenhundert g erreicht. Wir k�nnen also nicht einfach Verbindung mit seinen Freunden aufnehmen! Au�erdem gibt es wahrscheinlich nicht mehr als hundert Forscher seiner Art, die den Mut bes��en, unseren Auftrag durchzuf�hren. Und wie sollten wir einen dieser hundert anheuern? Die Bucht dort dr�ben f�hrt zu einem Meeresarm mit �ber sechstausend Kilometer L�nge und sehr zerkl�fteter K�stenlinie; dann beginnt erst das eigentliche Meer. Und Barlennans Bree ist etwa zw�lf Meter lang und knapp vier Meter breit; sie geh�rt zu den gr��ten seet�chtigen Schiffen, obwohl sie kaum zehn Zentimeter hoch aus dem Wasser ragt. Wie sollen wir da ein zweites Schiff finden, dessen Captain vielleicht unseren Auftrag �bernimmt?</p><p>Nein, Mack, da� wir Barlennan getroffen haben, war reiner Zufall, und ich bezweifle, da� sich Zuf�lle dieser Art wiederholen. Deshalb halte ich es gern noch vier oder f�nf Monate hier unten aus, bis der Fr�hling kommt. Ich m�chte allerdings keinen Cent darauf wetten, da� wir unsere Apparate im Wert von �ber zwei Milliarden Dollar wiederfinden, indem wir einen tausend Kilometer breiten und zweihunderttausend Kilometer langen Streifen absuchen, der��</p><p>�Du hast nat�rlich recht, Charlie�, gab der andere zu, �aber ich bin trotzdem froh, da� ich nicht an deiner Stelle hier unten sitze. Zum Gl�ck kannst du dich wenigstens unterhalten, wenn es dir zu langweilig wird�� Die beiden M�nner drehten sich nach Barlennan um.</p><p>�Du entschuldigst hoffentlich, da� ich dir Wade McLellan nicht vorgestellt habe, Barl�, sagte Lackland. �Wade, das hier ist Barlennan, der k�hnste Seefahrer dieses Planeten � das hat er mir nicht selbst erz�hlt, aber seine Anwesenheit hier ist Beweis genug.�</p><p>�Ich freue mich, deine Bekanntschaft zu machen, Flieger McLellan�, antwortete der Kommandant. �Die Entschuldigung war �berfl�ssig, denn ich habe angenommen, da� euer Gespr�ch auch f�r meine Ohren bestimmt war.�</p><p>�Du sprichst gutes Englisch�, stellte McLellan fest. �Hast du es wirklich in weniger als sechs Wochen gelernt?�</p><p>�Ich wei� nicht, was �Wochen� sind, aber ich bin deinem Freund vor weniger als f�nfunddrei�ighundert Tagen begegnet�, erwiderte der Mesklinit. �Ich bin nat�rlich sprachbegabt � das mu� man in meinem Beruf sein �, und die Filme, die Charles mir gezeigt hat, waren recht n�tzlich.�</p><p>�Zum Gl�ck kannst du unsere Laute nachahmen, w�hrend unsere Stimmb�nder nicht f�r deine Sprache geeignet sind.�</p><p>�Richtig�, stimmte Barlennan zu und h�tete sich, dem Fremden zu verraten, da� er sich mit seiner Besatzung in einer Tonh�he unterhalten konnte, die menschliche Ohren nicht mehr aufnahmen. Vielleicht hatte Lackland diese Tatsache noch nicht entdeckt, und selbst ehrliche H�ndler waren vorsichtig genug, ihre kleinen Tricks nicht jedem zu verraten. �Ich kann mir allerdings vorstellen, da� Charles einige Grundbegriffe unserer Sprache beherrscht, nachdem er uns so lange zugeh�rt hat.�</p><p>�Tut mir leid, aber ich habe bisher nicht viel gelernt, Barl�, gab Lackland ehrlich zu. Er wandte sich wieder an seinen Kameraden. �Mack, du willst vermutlich so rasch wie m�glich zu deiner Rakete zur�ck. Am besten lade ich Barl und die Funkger�te auf den Schlepper, fahre dich zum Landeplatz und bringe Barl dann zu seinem Schiff.�</p><p>Bevor jemand darauf antworten konnte, setzte Lackland seinen Plan in die Tat um, denn die Idee war durchaus vern�nftig � jedenfalls f�r Menschen, w�hrend Barlennan in diesem Augenblick fast den Verstand verloren h�tte.</p><p>Der gepanzerte Handschuh des Raumfahrers sank rasch herab und hob Barlennan in die H�he. Der Kommandant schwebte einige entsetzliche Sekunden lang durch die Luft; dann wurde er auf das glatte Dach des Schleppers gesetzt, an dessen Metall seine Zangen keinen Halt fanden, obwohl wenigstens die vielen Saugn�pfe an seinen Beinen auf der glatten Oberfl�che hafteten. Aber er befand sich hoch �ber dem Boden! Wohin er auch blickte � an allen Seiten g�hnten schreckliche Abgr�nde nur wenige K�rperl�ngen von ihm entfernt.</p><p>Mehrere Sekunden vergingen, bevor er seine Stimme wiederfand, aber inzwischen war ihm eingefallen, da� das Mikrophon an der Rampe aus dieser Entfernung seine Stimme nicht mehr aufnehmen konnte � das wu�te er von fr�her her. Und er erinnerte sich selbst in dieser entsetzlichen Lage daran, da� der Angstschrei, den er am liebsten ausgesto�en h�tte, an Bord der Bree ebenso gut zu h�ren gewesen w�re, da dort ein Funkger�t stand.</p><p>Und nun h�tte die Besatzung einen neuen Captain gew�hlt. Nur sein unbestreitbarer pers�nlicher Mut hatte die Leute dazu gebracht, ihm bis an den Rand der Welt zu folgen. Sobald sie das Vertrauen zu ihm verloren, b��te er Schiff und Besatzung ein � und wahrscheinlich auch das Leben. An Bord des Schiffes wurde kein Feigling geduldet, und Barlennan wu�te recht gut, da� er nicht darauf hoffen konnte, einen Fu�marsch von �ber sechzigtausend Kilometer zu �berleben.</p><p>Gl�cklicherweise zog sein Unterbewu�tsein den einzig richtigen Schlu� aus diesen Tatsachen und lie� ihn schweigen, w�hrend Lackland die Funkger�te aufnahm und vor Mack in den Schlepper kletterte. Sekunden sp�ter zitterte das Metall unter Barlennans F��en, und das Fahrzeug setzte sich in Bewegung.</p><p>In diesem Augenblick ging eine seltsame Ver�nderung in dem unfreiwilligen Passagier vor. Eigentlich h�tte er jetzt den Verstand verlieren m�ssen, denn seine Lage entsprach etwa der eines Menschen, der mit einer Hand am Dachvorsprung eines vierzigst�ckigen Hochhauses h�ngt, aber zu seiner gro�en �berraschung gefiel es ihm hier oben sogar. Er sah sich um, geno� den weiten Ausblick, der ihm v�llig neue Perspektiven bot, und bedauerte es fast, als der Schlepper schon nach verbl�ffend kurzer Zeit vor der Rakete anhielt.</p><p>Barlennan geno� diesen Triumph so sehr, da� er McLellan fr�hlich zuwinkte, und war zutiefst befriedigt, als der Raumfahrer seinen Gru� erwiderte. Lackland schaltete jetzt die Scheinwerfer ein und fuhr rasch weiter; Mack dachte an Barlennan, der ungesch�tzt auf dem Dach des Schleppers hockte, und verschob den Start um einige Minuten. Als die Rakete langsam in den Nachthimmel aufstieg, sp�rte der Kommandant wieder seine alte Furcht in sich aufsteigen; er beherrschte sich jedoch und sah der Rakete nach, bis der winzige Lichtpunkt erloschen war.</p><p>Lackland hatte den Start offenbar ebenfalls beobachtet, aber als es jetzt wieder hell wurde, legte er die letzte Strecke mit h�chster Fahrt zur�ck. Er hielt hundert Meter von der Bree entfernt an, aber die Besatzung erkannte deutlich, da� ihr Kommandant hoch oben auf dem Schlepper hockte. H�tte Lackland Barlennans Kopf auf einer Stange vor sich hergetragen, w�re die Besatzung vermutlich weniger entsetzt gewesen.</p><p>Selbst Dondragmer, der intelligenteste und vern�nftigste Mesklinit an Bord � den Captain nicht ausgenommen �, war einige Zeit wie gel�hmt. Als er endlich wieder klar denken konnte, galt sein erster Blick den Flammstaubbeh�ltern auf den �u�eren Fl��en. Barlennan mu�te sich gl�cklich sch�tzen, da� der Wind nicht landeinw�rts stand, denn der Maat h�tte dem Schlepper sonst eine Flammenwolke entgegengeschickt, ohne daran zu denken, da� der Kommandant vielleicht noch lebte.</p><p>Aber auch Lackland hatte ausgesprochen Gl�ck, da� die Besatzung daran gew�hnt war, sich nur langsam kriechend fortzubewegen, anstatt die hundert Meter mit einem einzigen Sprung zu �berwinden, den der Schw�chste von ihnen unter diesen Verh�ltnissen leicht geschafft h�tte. Lackland sah sie herankriechen, bildete sich aber ein, sie wollten nur ihren Captain empfangen, und beeilte sich deshalb nicht sonderlich, Barlennan neben den Funkger�ten abzusetzen. Die Besatzung erkannte jetzt, da� ihr Kommandant noch lebte, und z�gerte unentschlossen, weil niemand wu�te, was er davon halten sollte, da� Barlennan dieses schreckliche Erlebnis heil �berstanden hatte. Lackland h�rte Dutzende von verschiedenen Stimmen, die in allen Tonlagen gleichzeitig sprachen. Er verstand kein Wort davon, aber das war vielleicht nur gut f�r seinen Seelenfrieden, denn er hatte schon vor einiger Zeit festgestellt, da� selbst das Material seines schweren Druckanzugs kein ernsthaftes Hindernis f�r die Zangen eines Meskliniten war.</p><p>Barlennan brachte seine Besatzung mit einem Br�llen zur Ruhe, das Lackland vermutlich selbst durch den Anzug hindurch geh�rt h�tte, wenn die Wiedergabe durch die Kopfh�rer ihn nicht bereits fast taub gemacht h�tte. Der Kommandant konnte sich nur allzu gut vorstellen, was in den K�pfen seiner Leute vorging, und hatte nicht den Wunsch, Lacklands Knochen am Strand verstreut liegen zu sehen.</p><p>�Ruhe!� br�llte er deshalb streng, obwohl er sich dar�ber freute, da� die Besatzung so entschlossen reagiert hatte, als er scheinbar in Gefahr schwebte. �Ihr wi�t alle, da� man hier fast nichts wiegt � deshalb war alles ganz harmlos!�</p><p>�Aber du hast befohlen, wir��</p><p>�Wir dachten schon, du��</p><p>�Du warst so hoch und��</p><p>Barlennan achtete kaum auf diese Einw�nde, sondern fuhr ruhiger fort: �Ich wei�, da� ich Kunstst�cke dieser Art streng verboten habe, und ihr kennt meine Gr�nde daf�r. Aber der Flieger ahnt nicht einmal, was richtiges Gewicht bewirken kann, denn sonst h�tte er mich nicht einfach aufgehoben und eben vor euren Augen wieder abgesetzt. In seiner Heimat herrscht praktisch Schwerelosigkeit, und er hat nie die Erfahrung machen k�nnen, wie gef�hrlich ein Fall aus gr��erer H�he ist. Das beweist schon die Tatsache, da� er fliegt � wer an unsere Verh�ltnisse gew�hnt ist, w�rde sich nicht einmal in die N�he seiner Maschine wagen.�</p><p>Die Besatzung hatte vermutlich kaum verstanden, was der Kommandant damit ausdr�cken wollte, aber immerhin befand Lackland sich jetzt nicht mehr in Lebensgefahr, weil die Zuh�rer abgelenkt worden waren. Als sie diese erstaunliche Neuigkeit untereinander diskutierten, schien ihr Zorn einer allgemeinen Verbl�ffung gewichen zu sein. Nur Dondragmer, der etwas von den anderen entfernt stand, schwieg weiterhin nachdenklich, und Barlennan war sich dar�ber im klaren, da� er seinem Maat eine ausf�hrlichere Erkl�rung schuldig war. Aber das hatte Zeit bis sp�ter; zun�chst mu�te die Besatzung n�tzlich besch�ftigt werden.</p><p>�Sind die J�ger bereit zum Aufbruch?� Barlennans Frage brachte die Leute wieder zum Schweigen.</p><p>�Wir haben noch nicht gegessen�, antwortete Merkoos bed�chtig, �aber die Waffen liegen bereit.�</p><p>�Ist das Essen fertig?�</p><p>�Es dauert nicht mehr lange.� Karondrasee, der Schiffskoch, machte sich ohne weitere Befehle auf den Weg zu seiner Komb�se.</p><p>�Don, Merkoos, ihr nehmt beide eine dieser Maschinen. Ihr habt gesehen, wie ich mein Funkger�t ben�tze � man braucht nur irgendwo in seiner N�he zu sprechen. Mit seiner Hilfe sich wirklich gro�e Zangenbewegungen m�glich, weil die F�hrer einander nicht zu sehen brauchen.�</p><p>Barlennan z�gerte und fuhr dann fort: �Don, ich bleibe wahrscheinlich nicht an Bord, wie ich es urspr�nglich vorhatte. Ich habe festgestellt, da� man von der Fahrmaschine des Fliegers aus einen guten Blick �ber weite Entfernungen hat; wenn er zustimmt, fahre ich mit ihm in euer Jagdgebiet.�</p><p>�Aber� aber�� Dondragmer war sichtlich ersch�ttert. �Vertreibt das Ding nicht alles Wild? Man h�rt es schon aus hundert Meter Entfernung, und ich wei� nicht, wie weit es sichtbar ist. Au�erdem�� Er schwieg, weil er nicht wu�te, wie er den wichtigsten Einwand vorbringen sollte. Barlennan sprach f�r ihn weiter.</p><p>�Au�erdem k�nnte sich niemand auf die Jagd konzentrieren, solange ich dort oben sitze � ist das der Grund?� Die Zangen des Maats bewegten sich zustimmend, und der gr��te Teil der Besatzung machte die gleiche Bewegung.</p><p>Der Kommandant wollte schon an ihre Vernunft appellieren, aber dann fiel ihm ein, wie zwecklos dieser Versuch w�re. Er wu�te nicht mehr bestimmt, wie er selbst auf einen Plan dieser Art reagiert h�tte, aber ihm war jedenfalls klar, da� er sich ebensowenig von �vern�nftigen� Argumenten h�tte �berzeugen lassen.</p><p>�Einverstanden, Don, ich bestehe nicht darauf � du hast vermutlich recht. Ich bleibe in Funkverbindung mit dir, aber immer au�er Sichtweite.�</p><p>�Willst du wirklich auf diesem Ding fahren? Was ist pl�tzlich mit dir los? Ich wei�, da� hier am Rand der Welt ein kleiner Fall harmlos ist, aber ich w�rde es nie �ber mich bringen, diesen Fall geradezu herauszufordern, und ich kann nicht einsehen, was andere dazu bewegen k�nnte. Ich mag mir nicht einmal vorstellen, wie man sich dort oben f�hlt.�</p><p>�Wenn ich mich recht erinnere, hast du dich erst neulich an einem Mast aufgerichtet�, antwortete Barlennan trocken. �Oder war das ein anderer, der die Rahen �berpr�fen wollte, ohne den Mast umzulegen?�</p><p>�Das war etwas anderes � ich hatte schlie�lich sechs F��e an Deck�, erwiderte Dondragmer kleinlaut.</p><p>�Dein Kopf w�re trotzdem tief gefallen. Ich habe �hnliche Kunstst�cke bei anderen beobachtet. Du erinnerst dich vielleicht noch an meinen Befehl, diese Scherze zu unterlassen.�</p><p>�Ist der Befehl noch in Kraft, seitdem du�� Der Maat z�gerte, aber Barlennan wu�te genau, was er hatte sagen wollen.</p><p>�Der Befehl wird hiermit aufgehoben�, sagte der Kommandant langsam. �Der Grund besteht nach wie vor, aber wenn einer von euch nach der R�ckkehr Schwierigkeiten hat, ist er selbst daf�r verantwortlich. In Zukunft mu� jeder selbst wissen, was er tut. Will jemand mitfahren?�</p><p>Entsetzte Ablehnung von allen Seiten.</p><p>�Macht euch f�r die Jagd fertig. Ich h�re euch zu.� Mit diesen Worten entlie� der Kommandant die Besatzung, die gehorsam zur Bree zur�ckstr�mte. Barlennan wandte sich an Ladeland und teilte ihm mit, was der Flieger seiner Meinung nach erfahren durfte. Der Kommandant war dabei etwas geistesabwesend, denn w�hrend der Unterhaltung war er auf einige brandneue Ideen gekommen. Aber damit konnte er sich noch besch�ftigen, wenn er wieder mehr Zeit hatte. Im Augenblick hatte er nur den Wunsch, nochmals auf dem Dach des Raupenschleppers mitfahren zu d�rfen.</p></section><section><title><p>4</p></title><p>Die Bucht, an deren S�dufer die Bree �berwinterte, war etwa zwanzig Kilometer lang und an der M�ndung kaum zwei Kilometer breit. Sie begann am S�dufer eines gr��eren Golfs mit etwa dreihundertf�nfzig Kilometer L�nge und �hnlicher Form, der seinerseits nur eine Fortsetzung des offenen Meeres war, das sich unbestimmbar weit �ber die n�rdliche Hemisph�re erstreckte, wo es allm�hlich ins Eis des Polargebiets �berging. Bucht, Golf und Meer verliefen ziemlich genau von Osten nach Westen, wobei zwischen Bucht und Golf, aber auch zwischen Golf und Meer schmale Halbinseln Schutz vor Wind und St�rmen boten. Die Position der Bree war besser gew�hlt, als Barlennan ahnte, denn die Halbinseln sch�tzten sie an ihrem Liegeplatz vor St�rmen aus dem Norden. Drei�ig Kilometer westlicher war dieser Schutz jedoch nicht mehr wirksam, und Barlennan und Lackland konnten sich vorstellen, was aus der Bree geworden w�re, wenn ihr Kommandant nicht instinktiv den besten Liegeplatz gew�hlt h�tte.</p><p>Hier war der Strand �berall mit bewegungslosen dunklen Massen bedeckt, die der letzte Sturm an Land geworfen hatte. Zum Teil handelte es sich dabei um gro�e Klumpen Seetang � Lackland f�hlte sich wenigstens daran erinnert �, aber sie sahen auch Meerestiere in verschiedenen Gr��en und Formen. Lackland wunderte sich nicht so sehr �ber die Ausma�e dieser Tiere, sondern vor allem �ber die Tatsache, da� ihre Kadaver so weit landeinw�rts lagen. Ein geradezu gigantisches Tier lag fast einen Kilometer vom Strand entfernt, und Lackland sah zum erstenmal mit eigenen Augen, was die St�rme von Mesklin anrichten konnten, wenn sie hundert Kilometer offenes Meer vor sich hatten, dessen Wogen sie aufpeitschen konnten.</p><p>�Was w�re aus deinem Schiff geworden, Barlennan, wenn es solchen Brechern ausgesetzt gewesen w�re?�</p><p>�Auf dein Meer h�tten wir nichts zu bef�rchten, denn die Bree w�rde dar�ber hinweggleiten; w�re sie jedoch wie jetzt am Strand vert�ut, h�tten die Wellen alles kurz und klein geschlagen. Ich h�tte nie gedacht, da� es hier am Rand so hohe Wellen gibt � aber wahrscheinlich sind selbst die gr��ten harmlos, weil sie nicht viel wiegen.�</p><p>�Das Gewicht spielt in diesem Fall kaum eine Rolle, f�rchte ich; dein erster Eindruck war vermutlich richtig.�</p><p>�Daran habe ich auch gedacht, als wir nach einem Liegeplatz suchten. Aber ich mu� zugeben, da� mich die Gr��e der Wellen �berrascht hat. Kein Wunder, da� hier am Rand der Welt �fters Schiffe spurlos verschwinden.�</p><p>�Dabei kann es hier nickt sehr schlimm gewesen sein. Wenn ich mich recht erinnere, liegt dort dr�ben noch eine zweite Landzunge, deren H�henz�ge auf unseren Bildern deutlich zu sehen waren. Dadurch wird der Wind etwas abgehalten.�</p><p>�Eine zweite Landzunge? Das habe ich nicht gewu�t. Soll das hei�en, da� jenseits der Halbinsel eine weitere Bucht liegt?�</p><p>�Richtig. Ich habe nur nicht daran gedacht, da� ihr meistens in K�stenn�he bleibt. Ihr seid von Westen gekommen, nicht wahr?�</p><p>�Ja. Diese K�ste verl�uft etwa f�nftausend Kilometer weit in westlicher Richtung und biegt dann allm�hlich nach S�den ab. Sie ist sehr unregelm��ig, denn an einer Stelle mu� man sogar achthundert Kilometer nach Osten, aber ich sch�tze, da� unser Heimathafen etwa sechsundzwanzigtausend Kilometer in gerader Linie von hier entfernt ist � die Fahrt an der K�ste entlang ist nat�rlich sehr viel l�nger.�</p><p>Der Raupenschlepper kroch inzwischen �ber den Sand auf das gestrandete Unget�m zu. Lackland wollte es selbstverst�ndlich genauer untersuchen, weil er bisher kaum Gelegenheit gehabt hatte, die Tierwelt von Mesklin zu studieren. Barlennan war einverstanden, denn er hatte auf allen seinen Reisen noch nie ein so merkw�rdiges Seeungeheuer zu Gesicht bekommen.</p><p>Seine Gestalt war weder f�r Lackland noch f�r Barlennan �berraschend: Der Mensch dachte dabei an einen ungew�hnlich stromlinienf�rmigen Wal, und der Mesklinit f�hlte sich an eine au�erordentlich dicke Seeschlange erinnert. Der Kadaver erstreckte sich zweihundert Meter weit �ber den Sand, schien im Leben rund gewesen zu sein und hatte einen Durchmesser von etwa f�nfundzwanzig Meter. Da er jetzt nicht mehr von einer Fl�ssigkeit gest�tzt und getragen wurde, sah er wie ein Wachsmodell aus, das zu lange in der Sonne gelegen hat. Lackland starrte das Unget�m verbl�fft an und versuchte auszurechnen, wieviel es wiegen mochte.</p><p>�Was w�rdet ihr tun, wenn euch auf See ein Ungeheuer dieser Art begegnet?� fragte er Barlennan.</p><p>�Keine Ahnung�, antwortete der Mesklinit wahrheitsgem��. �Aber das Tier geh�rt zu den Tiefseeungeheuern, die selten an die Oberfl�che kommen. Ich wei� nicht einmal, was sie fressen und habe noch nie von einem Schiff geh�rt, das sie angegriffen h�tten.�</p><p>�Das glaube ich�, sagte Lackland trocken, �denn in diesem Fall g�be es vermutlich keine �berlebenden. Wenn es sich auf gleiche Weise wie die Wale meines Heimatplaneten ern�hrt, w�rde es eines eurer Schiffe verschlucken, ohne es �berhaupt zu merken.� Er fuhr langsam weiter, bis er den Kopf des Ungeheuers vor sich hatte; dort hielt er an und betrachtete nachdenklich die meterlangen Z�hne, die in zwei Reihen hintereinander standen.</p><p>�Vor denen brauchst du keine Angst zu haben, Barl�, sagte er schlie�lich. �Wer solche Z�hne hat, gibt sich nicht mit Kleinigkeiten ab. Die Bree m��te schon hundertmal gr��er sein, um die Aufmerksamkeit dieses Unget�ms zu erregen.�</p><p>�In den st�ndigen Meeren mu� eine Menge Fleisch herumschwimmen�, stellte der Mesklinit nachdenklich fest. �Aber das hat ihm nichts gen�tzt, wie ich sehe.�</p><p>�Was bedeutet der Ausdruck �st�ndige Meere�, den du eben gebraucht hast?� wollte Lackland wissen. �Gibt es hier noch andere?�</p><p>�Darunter verstehen wir Meere, die auch vor Beginn der Winterst�rme befahrbar sind. Im Fr�hjahr erreichen alle Meere ihren h�chsten Stand, denn die St�rme f�llen ihr Bett wieder auf. In den folgenden Monaten des Jahres gehen sie allm�hlich zur�ck. Hier am Rand der Welt fallen die K�sten so steil ab, da� der Unterschied nicht auff�llig ist, aber in meiner Heimat weicht das Meer zwischen dreihundert und dreitausend Kilometer zur�ck.�</p><p>Ladeland pfiff leise vor sich hin. �In anderen Worten: Eure Ozeane verdunsten innerhalb von vier Erdjahren, lagern gefrorenes Methan an den Polarkappen ab und bekommen die Fl�ssigkeit in den f�nf oder sechs Monaten zur�ck, die zwischen Herbst und Fr�hjahr liegen. Kein Wunder, da� es dabei heftige St�rme gibt.�</p><p>Er sah wieder zu dem Kadaver hin�ber. �Barl, ich steige jetzt aus. Ich wollte schon immer Gewebeproben der hiesigen Tierwelt sammeln, konnte aber nicht gut ein St�ck von dir abschneiden. Glaubst du, da� das Fleisch sehr verdorben ist, weil das Tier bereits einige Tage am Strand liegt?�</p><p>�F�r uns w�re es wahrscheinlich ohne weiteres genie�bar�, erkl�rte ihm der Mesklinit. �Ich kann es ja versuchen, wenn dir damit geholfen ist.� Er wartete Lacklands Antwort nicht ab, sondern spannte seine Muskeln an und sprang zu Boden; dabei untersch�tzte er seine Kr�fte und machte einen weiten Satz. Einen Augenblick lang war er vor Schreck wie erstarrt, aber dann beherrschte er sich und landete weich im Sand. Er kroch auf den Schlepper zu und wartete dort, bis Lackland die T�r ge�ffnet hatte und m�hsam ins Freie kletterte. Das Fahrzeug besa� keine Luftschleuse, die auch �berfl�ssig war, denn Lackland brauchte nur den Helm seines Schutzanzugs zu schlie�en. Als der Flieger ausstieg, folgte ihm ein Schwarm wei�er Kristalle � Eis und Kohlenstoffdioxyd. Barlennan hatte keinen Geruchssinn, sp�rte aber ein Brennen in seinen Atemporen, als die sauerstoffhaltige Wolke ihn erreichte, und sprang hastig r�ckw�rts. Lackland entschuldigte sich bei ihm, weil er vergessen hatte, Barlennan rechtzeitig davor zu warnen.</p><p>�Du brauchst dich nicht zu entschuldigen�, wehrte der Kommandant ab. �Ich h�tte selbst daran denken m�ssen � an den Luftschleusen deines H�gels ist es �hnlich, und du hast mir oft genug erkl�rt, wie sehr sich der Sauerstoff, den du atmest, von dem Wasserstoff unserer Atmosph�re unterscheidet.�</p><p>�Aber es war trotzdem mein Fehler�, stellte Lackland fest. �Zum Gl�ck scheint es dir nicht geschadet zu haben; ich kenne die chemischen Vorg�nge in deinem K�rper so wenig, da� ich nicht einmal vermuten kann, wie sich Sauerstoff auf deinen Organismus auswirken k�nnte. Deshalb m�chte ich dem Kadaver Gewebeproben entnehmen.�</p><p>Lackland hatte verschiedene Werkzeuge in einem Netzbeutel vor der Brust h�ngen, und w�hrend er mit den schweren Handschuhen unbeholfen danach tastete, entnahm Barlennan die erste Probe. Vier Zangenpaare zertrennten die Haut, rissen einen Fleischfetzen los und f�hrten ihn zum Mund; er kaute einige Sekunden lang nachdenklich darauf herum.</p><p>�Gar nicht �bel�, meinte er schlie�lich. �Wenn du nicht das ganze Tier f�r deine Untersuchungen brauchst, rufe ich die J�ger hierher. Wir haben nicht mehr viel Zeit, bevor der n�chste Sturm losbricht, und hier liegt reichlich Fleisch, das nur noch getrocknet werden mu�.�</p><p>�Gute Idee�, murmelte Lackland geistesabwesend. Er achtete kaum auf seinen Begleiter, denn er bem�hte sich eben, die Spitze eines Skalpells durch die z�he Haut des Meeresunget�ms zu sto�en. Selbst die Vorstellung, er k�nne das ganze Tier f�r seine Untersuchungen brauchen � der Mesklinit hatte einen merkw�rdigen Sinn f�r Humor �, lenkte ihn nicht davon ab.</p><p>Lackland hatte selbstverst�ndlich damit gerechnet, einen z�hen Brocken vor sich zu haben; aber er hatte sich auch eingebildet, die gr��ten Schwierigkeiten seien vor�ber, sobald die Haut durchgetrennt sei. Aber das Fleisch war so unnachgiebig wie Teakholz, und er mu�te sich schlie�lich damit begn�gen, nur einige Fasern abzukratzen und sie in eine Flasche zu stecken.</p><p>�Hat das Tier auch weicheres Fleisch?� fragte er Barlennan. �Auf diese Weise bekomme ich nie gen�gend Proben zusammen, um meine Kameraden auf Toorey zufriedenzustellen.�</p><p>�Am besten versuchst du es mit dem Rachen und der Zunge�, schlug Barlennan vor. �Aber vielleicht kann ich einfach ein paar St�cke f�r dich abbei�en. Oder bestehen deine Kameraden darauf, da� die St�cke mit einem Metallinstrument abgetrennt werden?�</p><p>�Davon wei� ich nichts�, sagte Lackland, �und wenn es ihnen nicht pa�t, k�nnen sie selbst herunterkommen und sich ein St�ck abschneiden. Am besten versuchen wir es gleich mit der Zunge, wie du vorgeschlagen hast. Wahrscheinlich habe ich hier nicht einmal die Haut durchtrennt.� Er ging voraus und zeigte Barlennan, welche St�cke er brauchen konnte. �Ziemlich kleine Brocken, die leicht in diese Flaschen passen.�</p><p>Der Mesklinit machte sich bereitwillig an die Arbeit, und Lackland f�llte seine Beh�lter mit Gewebeproben. Dann richtete er sich auf und warf einen bedauernden Blick auf die gewaltigen Z�hne. �Wahrscheinlich braucht man eine ordentliche Ladung Nitroglyzerin, um einen davon herauszubekommen�, meinte er dabei.</p><p>�Was ist Nitroglyzerin?� wollte Barlennan wissen.</p><p>�Ein Sprengstoff � ein Stoff, der sehr rasch in den gasf�rmigen Zustand �bergeht und gleichzeitig hohen Druck erzeugt, der von einem Knall begleitet wird. Mit diesem Material kann man Felsen sprengen, Kan�le ausheben und alle m�glichen Hindernisse beseitigen.�</p><p>�War das eben der Knall eines Sprengstoffs?� erkundigte Barlennan sich.</p><p>Lackland war im ersten Augenblick sprachlos. Ein lauter Knall auf einem Planeten, dessen Bewohner nicht einmal wissen, was Sprengstoffe sind, und auf dem man der einzige Mensch ist, kann recht verbl�ffend sein, wenn er so passend kommt. Lackland war allerdings nicht nur verbl�fft, sondern vor Schreck geradezu gel�hmt. Er wu�te zun�chst nicht, aus welcher Richtung die Explosion gekommen war, da er sie gleichzeitig aus seinen Kopfh�rern und Barlennans Funkger�t geh�rt hatte, aber zwei oder drei Sekunden sp�ter fiel ihm eine unangenehme M�glichkeit ein.</p><p>�Vielleicht hast du recht�, beantwortete er Barlennans Frage ziemlich versp�tet, w�hrend er sich auf den R�ckweg machte. Als der Schlepper wieder in Sicht kam, seufzte Lackland erleichtert auf; aber diese Erleichterung verwandelte sich in Entsetzen, als er die T�r des Fahrzeugs �ffnete � s�mtliche Instrumente waren zerst�rt, die Abdeckung des Unterbodenantriebs war aufgerissen und gab den Blick auf hoffnungslos demolierte Maschinenteile frei.</p><p>�Du hast also Sprengstoff mitgebracht�, stellte Barlennan fest, der die Zerst�rung neugierig betrachtete. �Warum hast du ihn nicht ben�tzt, um den Zahn zu lockern? Und weshalb hat er sich selbst zerst�rt?�</p><p>�Du bist ein Genie, wenn es um schwierige Fragen geht�, antwortete Lackland. �Die Antwort auf deine erste Frage lautet: Ich habe keinen Sprengstoff mitgebracht. Und auf die zweite Frage kann ich nur antworten: Das ist mir ebenso r�tselhaft wie dir.�</p><p>�Aber du mu�t es irgendwie mitgebracht haben�, stellte Barlennan fest. �Sogar ich sehe, da� es dort unten gesteckt haben mu�, und auf Mesklin gibt es nichts, was auf diese Art reagiert.�</p><p>�Selbst wenn du recht h�ttest, kann ich mir nicht vorstellen, was dort unten explodiert sein soll�, antwortete Lackland. �Elektromotoren und Akkumulatoren explodieren nicht einfach! Aber das ist vorl�ufig meine geringste Sorge, Barl. Ich habe ein wesentlich schwierigeres Problem zu l�sen!�</p><p>�Welches?�</p><p>�Ich bin hier drei�ig Kilometer von meiner Kuppel entfernt, aber der Schlepper ist erledigt. Vielleicht gibt es Menschen, die bei drei g und acht Atmosph�ren Druck in einem geheizten Schutzanzug drei�ig Kilometer marschieren k�nnen � ich kann es jedenfalls nicht. Mein Luftvorrat ist praktisch unbegrenzt, weil er immer wieder regeneriert wird, aber ich w�rde verhungern, bevor ich den St�tzpunkt erreicht h�tte.�</p><p>�Kannst du nicht deine Freunde benachrichtigen und dich mit einer Rakete abholen lassen?�</p><p>�Das ist nat�rlich m�glich, aber wenn ich darauf angewiesen bin, l��t Doc Rosten mich nicht hier unten �berwintern. Es war schon schwierig genug, ihn dazu zu �berreden. Ich mu� ihm die Sache mit der Explosion klarmachen, aber das m�chte ich erst von der Station aus tun � nachdem ich sie ohne seine Hilfe erreicht habe. Und das ist eben das gro�e Problem!�</p><p>�Am besten rufe ich meine Leute hierher�, warf Barlennan ein. �Sie k�nnen sich hier sattessen und noch Fleisch mitnehmen. Ich habe au�erdem noch eine andere Idee.�</p><p>�Wir sind bereits unterwegs, Barl.� Dondragmers Stimme erschreckte Lackland, der vergessen hatte, da� die anderen Funkger�te st�ndig in Betrieb waren, und verbl�ffte Barlennan, der nicht geahnt hatte, da� sein Maat schon soviel Englisch verstand, da� er ihrer Unterhaltung folgen konnte. �Wir brauchen nur noch einige Tage�, erkl�rte Dondragmer, und der Kommandant gab diese Information an Lackland weiter.</p><p>�Zumindest braucht ihr keine Angst zu haben, da� ihr verhungert�, stellte der Flieger fest und sah zu dem Fleischberg neben sich auf. �Wie war das mit deiner anderen Idee? Betrifft sie mein Problem?�</p><p>�Vielleicht�, erwiderte der Mesklinit ausweichend. �Stellst du dich bitte auf meinen R�cken?�</p><p>Lackland starrte ihn verbl�fft an, denn schlie�lich glich Barlennan einer gro�en Raupe, und wenn ein Mensch auf eine Raupe tritt� Dann grinste er pl�tzlich.</p><p>�Sofort, Barl. Ich hatte nur vergessen, mit wem ich es zu tun habe.� Lackland hob den Fu� und setzte ihn auf Barlennans R�cken. Dabei ergab sich nur eine Schwierigkeit.</p><p>Lackland selbst wog etwa hundertsechzig Pfund. Sein Schutzanzug, der selbst ein Wunderwerk der Technik war, wog etwa gleichviel � auf der Erde. Hier am Mesklin�quator wogen Mensch und Anzug etwa neunhundertf�nfzig Pfund � Lackland h�tte ohne das Hydrauliksystem des Anzugs keinen Schritt machen k�nnen �, und dieses Gewicht war nur ein Viertel gr��er als Barlennans K�rpergewicht im Polargebiet seines Heimatplaneten. Der Mesklinit konnte diese Last m�helos tragen, aber der Versuch scheiterte an den nat�rlichen Gegebenheiten: Barlennans K�rper war ein langer Zylinder, und Lackland war nicht imstande, darauf zu balancieren.</p><p>Der Mesklinit war entt�uscht und verbl�fft, aber diesmal fand Lackland einen Ausweg. An der Au�enseite des Schleppers hatten sich einige Metallplatten durch den Druck der Explosion gelockert, und Barlennan gelang es schlie�lich unter Lacklands Anleitung, eine dieser Platten loszumachen. Sie war etwa zweif�nfzig lang und achtzig Zentimeter breit; der Mesklinit brauchte nur den vorderen Rand leicht nach oben zu biegen, um sie in einen ausgezeichneten Schlitten zu verwandeln. Aber Barlennan wog hier am �quator kaum drei Pfund und rutschte immer wieder aus, wenn er den leeren Schlitten zu ziehen versuchte. Ungl�cklicherweise stand auch der n�chste Baum, der als Anker h�tte dienen k�nnen, �ber dreihundert Meter weit von ihnen entfernt.</p><p>Lackland war entt�uscht �ber dieses Fiasko und begann den Mut zu verlieren, aber Barlennan gab nicht so rasch auf. Der Kommandant setzte sich mit Dondragmer und Merkoos in Verbindung, schilderte ihnen die Lage und wies sie an, so schnell wie m�glich zu kommen.</p></section><section><title><p>5</p></title><p>Als die Besatzung der Bree wenige Tage sp�ter eintraf, wurde Lacklands Problem in k�rzester Zeit gel�st.</p><p>Die gr��ere Anzahl allein spielte keine Rolle: Selbst einundzwanzig Meskliniten waren nicht imstande, den beladenen Schlitten zu ziehen. Barlennan kam schlie�lich auf die Idee, die Platte tragen zu lassen, und �berredete seine Leute dazu, den Versuch zu wagen. Aber auch das war keine L�sung, denn das d�nne Metall bog sich in der Mitte durch und ber�hrte dort wieder den Boden.</p><p>Dondragmer hatte diese vergeblichen Anstrengungen schweigend beobachtet und dabei die Leinen miteinander verkn�pft, die sonst zu den Netzen geh�rten, mit denen sie jagten. Dadurch entstand ein kr�ftiges Tau, das bis zu den n�chsten B�umen und sogar noch weiter reichte. Vier Tage sp�ter brach eine Schlittenkolonne in Richtung Bree auf; Lackland lag ausgestreckt auf dem ersten Schlitten, die �brigen waren mit Fleisch beladen.</p><p>Bei einer Geschwindigkeit von fast zwei Stundenkilometern erreichte die Kolonne das Schiff in einundsechzig Tagen. Ab dort half die gesamte Besatzung mit, so da� es nur zwei weitere Tage dauerte, bis Lackland vor der Luftschleuse seiner Station angelangt war. Gerade noch rechtzeitig, denn der n�chste Sturm k�ndigte sich bereits an, und die Helfer mu�ten sich auf dem R�ckweg anseilen, um nicht vom Wind fortgetragen zu werden.</p><p>Lackland a� ausgiebig, bevor er sich mit Toorey in Verbindung setzte und die Zerst�rung des Schleppers meldete. Er hatte ein schlechtes Gewissen dabei, weil er nicht imstande war, eine vern�nftige Erkl�rung f�r diesen Unfall zu geben. Schlie�lich konnte er nicht einfach behaupten, einer seiner Kameraden auf Toorey habe eine Sprengkapsel unter dem Sitz vergessen.</p><p>Nachdem er bereits auf den Rufknopf des Funkger�ts gedr�ckt hatte, fiel ihm pl�tzlich die Antwort ein; und als Dr. Rostens zerfurchtes Gesicht auf dem Bildschirm erschien, wu�te er genau, was er zu sagen hatte.</p><p>�Doc, mit dem Schlepper war irgend etwas nicht in Ordnung.�</p><p>�Das habe ich bereits geh�rt. Elektrisch oder mechanisch? Schlimm?�</p><p>�Vor allem mechanisch, obwohl das elektrische System daran beteiligt war. Wir m�ssen den Schlepper als Totalverlust abschreiben, f�rchte ich � das Wrack liegt drei�ig Kilometer von hier entfernt am Strand.�</p><p>�Ausgezeichnet. Dieser verdammte Planet wird allm�hlich recht teuer. Was ist passiert � und wie sind Sie zur�ckgekommen? Ich kann mir nicht vorstellen, da� Sie dort unten drei�ig Kilometer zu Fu� gegangen sind.�</p><p>�Barlennan und seine Leute haben mich hierhergeschleppt. Aber was das Fahrzeug betrifft: Ich vermute, da� die Abdichtung zwischen Kabine und Maschinenraum nicht v�llig luftdicht war, so da� Mesklins wasserstoffhaltige Atmosph�re sich mit der normalen Luft vermischen konnte, als ich ausstieg. Das ist nat�rlich auch in der Kabine geschehen, aber dort str�mte der Sauerstoff aus, bevor es zu einer Explosion kommen konnte. Aber im Maschinenraum � nun, dort ist ein Funken entstanden, bevor der Sauerstoff ausgestr�mt war.�</p><p>�Hmmm. Was hat den Funken verursacht? Haben Sie die Motoren weiterlaufen lassen?�</p><p>�Selbstverst�ndlich � der Antrieb war ausgeschaltet, aber die Aggregate blieben in Betrieb. Ich bin sogar froh dar�ber, denn sonst w�re die Explosion vielleicht erst passiert, wenn ich die Aggregate eingeschaltet h�tte.�</p><p>�Aha.� Dr. Rosten warf Lackland einen finsteren Blick zu. �Mu�ten Sie �berhaupt aussteigen?�</p><p>�Nat�rlich h�tte ich nicht unbedingt aussteigen m�ssen�, gab Lackland schuldbewu�t zu. �Ich wollte nur Gewebeproben von einem zweihundert Meter langen Wal entnehmen, der dort gestrandet war. Ich dachte, irgend jemand w�rde sich vielleicht daf�r��</p><p>�Haben Sie die Proben mitgebracht?� unterbrach Rosten ihn.</p><p>�Ja. Sie k�nnen das Zeug bei mir abholen. Haben wir einen weiteren Schlepper, den Sie mir �berlassen k�nnten?�</p><p>�Wir haben einen. Ich bin unter Umst�nden sogar bereit, Ihnen das Fahrzeug gegen Ende des Winters zu bringen, aber bis dahin sind Sie in Ihrer Kuppel besser aufgehoben.� Rosten sah auf die Uhr. �Warten Sie auf mich; ich bin bereits unterwegs.�</p><p>Lackland atmete erleichtert auf, als Rosten die Verbindung abbrach, ohne den zerst�rten Schlepper nochmals zu erw�hnen. Er streckte sich auf seiner Liege aus und schlief augenblicklich ein, da er vierundzwanzig Stunden lang kein Auge mehr zugetan hatte.</p><p>Als die Rakete landete, �ffnete er zwar die Augen, war aber trotzdem nicht ganz wach. Dr. Rosten kam selbst, um die kostbaren Proben abzuholen, die an der Luftschleuse f�r ihn bereitstanden. Er behielt seinen Schutzanzug an, warf Lackland einen pr�fenden Blick zu und schickte ihn sofort ins Bett zur�ck.</p><p>�Das Zeug hier ist wahrscheinlich einen Schlepper wert�, kl�rte er Lackland noch. �Schlafen Sie sich gr�ndlich aus, damit Sie wieder zu Kr�ften kommen. Sie haben noch einige Probleme zu l�sen � ich setze mich sp�ter mit Ihnen in Verbindung, wenn zumindest die M�glichkeit besteht, da� Sie begreifen, was ich sage.� Die T�r der Luftschleuse fiel hinter ihm ins Schlo�.</p><p>Lackland erinnerte sich tats�chlich nicht mehr an Rostens letzte Bemerkung, aber sie fiel ihm wieder ein, als der Bildschirm seines Funkger�ts aufleuchtete und Rostens Gesicht zeigte.</p><p>�Dieser Winter, in dem Barlennan an Ort und Stelle bleiben mu�, dauert nur noch dreieinhalb Monate�, begann der Direktor ohne weitere Vorreden. �Wir haben hier oben eine ganze Sammlung von Telefotos, die noch nicht zu einer Karte zusammengesetzt sind, obwohl ziemlich genau feststeht, was sie zeigen. Bisher ist noch keine richtige Karte daraus geworden, weil uns verschiedene Einzelheiten nicht klar sind. Deshalb ist es Ihre Aufgabe, die Fotos gemeinsam mit Barlennan zu sichten und zu einer brauchbaren Karte zusammenzustellen, auf der die k�rzeste Route zu seinem Ziel � oder unserer Rakete � sichtbar ist.�</p><p>�Aber Barlennan hat es durchaus nicht eilig. F�r ihn ist das ganze Unternehmen eine gew�hnliche Handelsreise, bei der er zuf�llig unseren Auftrag �bernehmen kann. Schlie�lich hat er als Gegenleistung nur unsere Wetterberichte zu erwarten, die ihm die Reise etwas erleichtern.�</p><p>�Das ist mir durchaus klar. Und deswegen sind Sie auch dort unten, falls Sie es vergessen haben sollten. Sie m�ssen diplomatisch vorgehen, Lackland! Ich erwarte keine Wunder � das w�re zuviel verlangt �, und wir wollen Barlennan bei guter Laune halten; aber in der Rakete, die nicht wieder starten konnte, stecken Me�instrumente f�r zwei Milliarden Dollar und geradezu unsch�tzbare Aufzeichnungen��</p><p>�Ich wei�, und ich gebe mir bestimmt M�he�, unterbrach Lackland ihn, �aber das alles ist den Eingeborenen nicht klarzumachen. Barlennan fehlt die n�tige Ausbildung, deshalb k�nnen wir nicht erwarten, da� er unsere Argumente versteht. Achten Sie weiter auf Sch�nwetterperioden, damit er zu mir kommen und die Bilder ansehen kann.�</p><p>�Haben Sie schon einmal daran gedacht, ihm eine Art Unterschlupf an der Rampe zu bauen? Dann w�re er vor schlechtem Wetter sicher und brauchte nicht immer wieder zu seinem Schiff zur�ck.�</p><p>�Das habe ich ihm bereits vorgeschlagen�, antwortete Lackland, �aber er will Schiff und Besatzung w�hrend dieser Zeit nicht im Stich lassen. Im Grunde genommen hat er sogar recht damit.�</p><p>�Hmmm.� Dr. Rosten runzelte die Stirn. �Sch�n, tun Sie, was Sie k�nnen � Sie wissen selbst, was auf dem Spiel steht. Diese Aufzeichnungen der Me�instrumente bedeuten vielleicht den gr��ten Fortschritt auf naturwissenschaftlichem Gebiet seit Einstein.� Rosten brach die Verbindung ab, und Lackland machte sich an die Arbeit.</p><p>Die Forschungsrakete, die am S�dpol gelandet war und dort nicht mehr hatte starten k�nnen, nachdem alle Messungen durchgef�hrt waren, hatte Telemetriesender an Bord gehabt, schwieriger war es jedoch, vom Winterliegeplatz der Bree aus eine Route �ber Land und Meer zu bestimmen, die zum S�dpol f�hrte. Die Seereise war nicht �berm��ig kompliziert: etwa f�nfundsechzigtausend Kilometer an der K�ste entlang, die den Eingeborenen zum gr��ten Teil von fr�her her vertraut war. Am Ende dieser Fahrt w�rde die Bergungsmannschaft so nahe an das Wrack herangekommen sein, wie es in dieser einen Meereskette �berhaupt m�glich war. Ungl�cklicherweise befand sie sich dort noch fast sechstausend Kilometer von der Rakete entfernt, und die K�ste wies hier keine gr��eren Fl�sse auf, deren Lauf die Bree h�tte folgen k�nnen, um die Reise �ber Land abzuk�rzen.</p><p>Es gab allerdings einen Flu�, der beide Voraussetzungen erf�llte: Er war gro� genug f�r die Bree und f�hrte bis auf achtzig Kilometer an das Wrack heran � aber er m�ndete in einen Ozean, der keine sichtbare Verbindung mit den Meeren hatte, auf denen die Schiffe der Meskliniten segelten. Diese Meereskette erstreckte sich von einem Punkt n�rdlich des �quators �ber den S�dpol hinweg bis zum �quator auf der gegen�berliegenden Seite des Planeten. Das andere Meer, in das der Flu� m�ndete, der fast an der Rakete vorbeif�hrte, begann etwa am s�dlichsten Punkt der Meereskette und erstreckte sich von dort aus bis in die N�he des Nordpols. Es lag im Osten der Meereskette und schien durch einen Landstreifen von ihr getrennt zu sein, der unter Ber�cksichtigung der hiesigen Verh�ltnisse ziemlich schmal war � Lackland stellte auf den Fotos fest, da� der Isthmus jedenfalls an keiner Stelle breiter als zehntausend Kilometer war.</p><p>�Was wir brauchen k�nnten, Barl, ist eine Passage von einem Meer zum anderen�, sagte Lackland eines Tages. Der Mesklinit, der vor dem Fenster der Kuppel ausgestreckt lag, machte eine zustimmende Bewegung. Der Winter ging allm�hlich zu Ende, und die gr��ere Sonne war merklich dunkler, als sie jetzt �ber den Himmel zog. �Wei�t du bestimmt, da� es keine gibt? Schlie�lich sind die meisten Fotos im Herbst aufgenommen worden, und du hast selbst gesagt, da� die Meere ihren h�chsten Stand im Fr�hjahr erreichen.�</p><p>�Wir kennen keinen Weg von unserem Meer zu diesem anderen�, versicherte der Kommandant ihm. �Wir wissen zwar, da� es diesen Ozean gibt, aber keines unserer Schiffe hat ihn je befahren. Sollte tats�chlich eine Passage existieren, m��te sie hier am Rand der Welt zu finden sein, wo das Land bisher kaum erforscht ist. Unsere Karte, die wir gemeinsam herstellen, zeigt einfach noch nicht genug. Vielleicht zieht sich diese K�ste bis zum anderen Meer hin�ber; wir sind ihr einige tausend Kilometer weit nach Osten gefolgt und wissen nicht, wie lang sie wirklich ist.�</p><p>�Soviel ich mich erinnere, biegt sie sp�ter wieder nach Norden ab, Barl � aber ich habe sie im Herbst gesehen und kann nicht beurteilen, wo sie im Fr�hjahr verl�uft. Die Sache mit der Karte ist vor allem deshalb so schwierig, weil sich der Verlauf der K�sten st�ndig �ndert. Ich h�tte gute Lust, bis zum n�chsten Herbst zu warten, damit wir wenigstens die Karte ben�tzen k�nnten, die wir bereits haben, aber dann m��te ich vier Erdjahre warten. So lange halte ich es hier unten nicht aus.�</p><p>�Du k�nntest in deine Heimat zur�ckkehren und dich dort erholen�, schlug Barlennan vor.</p><p>�Das w�re eine ziemlich lange Reise, f�rchte ich, Barl.�</p><p>�Wie lang?�</p><p>�Hmmm� unsere L�ngenma�e helfen nicht viel � aber ich wei� etwas anderes. Ein Lichtstrahl w�rde Mesklins �Rand� in � �h � acht Zentelsekunden umkreisen.� Er zeigte Barlennan eine Sekunde auf seiner Uhr, und der Kommandant starrte die Zeiger neugierig an. �Der gleiche Lichtstrahl w�rde etwa elf meiner Jahre oder fast zweieinviertel deiner Jahre brauchen, um von hier aus meinen Heimatplaneten zu erreichen.�</p><p>�Dann ist deine Welt also so weit entfernt, da� man sie nicht sehen kann? Das hast du mir noch nicht erkl�rt.�</p><p>�Ich war mir nicht dar�ber im klaren, ob wir das Sprachproblem ausreichend gel�st hatten. Nein, mein Planet ist von hier aus nicht zu sehen, aber ich zeige dir sp�ter meine Sonne, wenn der Winter vor�ber ist und wir uns auf der richtigen Seite von Mesklin befinden.� Der letzte Satz �berstieg Barlennans Vorstellungsverm�gen, aber er �u�erte sich nicht dazu. Er kannte nur zwei Sonnen: Belne, die Tag und Nacht verursachte, und Esstes, die in diesem Augenblick am Nachthimmel sichtbar war. In etwa einem halben Jahr w�rden beide gemeinsam am Himmel erscheinen, so da� die schw�cher leuchtende kaum zu sehen war; aber Barlennan hatte nie dar�ber nachgedacht, weshalb das so war.</p><p>Lackland nahm ein anderes Foto zur Hand und sah nachdenklich auf die f�nfzig oder sechzig Fotos hinab, die den Boden der Kuppel bedeckten. Der gr��te Teil der Region, die Barlennan kannte, lag bereits als Karte vor, aber Lackland wu�te, da� es noch lange dauern w�rde, bis auch dieser Punkt, an dem er sich jetzt befand, auf der Karte erschien. Die gr��te Schwierigkeit bestand darin, da� er die Fotos nicht einfach aneinanderreihen konnte, nachdem er die Projektion korrigiert hatte, denn Mesklin war nicht einmal ann�hernd kugelf�rmig wie die Erde oder der Mars.</p><p>Die Herstellung der Karte wurde auch dadurch erschwert, da� die Oberfl�che des Planeten verh�ltnism��ig gleichf�rmig war und kaum markante topographische Merkmale aufwies. Aber selbst Aufnahmen, die T�ler oder Berge zeigten, waren verwirrend, weil die Schatten auf jedem Foto in andere Richtungen zeigten. Da die hellere Sonne in knapp neun Minuten von einem Horizont zum anderen eilte, ver�nderten sich die Schatten ebenso schnell; aufeinanderfolgende Bilder der gleichen Serie wurden oft aus verschiedenen Richtungen beleuchtet.</p><p>�Auf diese Weise schaffen wir es nie, Barl�, stellte Lackland entmutigt fest. �Ich habe auf eine Abk�rzung gehofft, aber du sagst selbst, da� es keine gibt. Du bist Kommandant eines Schiffes, nicht Karawanenf�hrer, und diese sechstausend Kilometer �ber Land sind un�berwindlich.� Er sch�ttelte den Kopf. �Unter der dort herrschenden Schwerkraft w�rde der Marsch jahrelang dauern.�</p><p>�Ihr k�nnt also fliegen, obwohl ihr nicht wi�t, wie man die Schwerkraft aufhebt?� erkundigte Barlennan sich.</p><p>�Nein, wir k�nnen sie nicht aufheben.� Lackland zuckte mit den Schultern. �Aber die Instrumente an Bord der Rakete haben Messungen aufgezeichnet, die vielleicht der Schl�ssel des Geheimnisses sind. Deswegen haben wir die Rakete dort landen lassen, Barlennan, denn an den Polen eurer Welt herrscht die h�chste Schwerkraft aller uns bisher bekannten Planeten. Der Wert der Me�instrumente an Bord der Rakete l��t sich nicht in Zahlen ausdr�cken, die du von mir gelernt hast, und als die Rakete nicht wieder startete, wurde sofort ein Bergungsprogramm entworfen. Wir m�ssen diese Me�werte haben � und wenn wir einen Kanal graben, damit die Bree das andere Meer erreicht.�</p><p>�Welche Instrumente befinden sich an Bord der Rakete?� fragte Barlennan. Er bedauerte diese Frage im gleichen Augenblick, denn Lackland konnte mi�trauisch werden und erraten, was der Kommandant wirklich im Sinn hatte. Der Flieger l�chelte jedoch nur.</p><p>�Tut mir leid, aber das kann ich dir nicht erkl�ren, Barl. Dir fehlt einfach das technische Wissen, das in diesem Fall Voraussetzung w�re.� Obwohl der Flieger nicht mi�trauisch zu sein schien, gab Barlennan sich mit dieser Auskunft zufrieden.</p><p>�W�re es nicht besser�, sagte er nach einer kurzen Pause, �jetzt Bilder zu suchen, die das Gebiet �stlich von hier zeigen?�</p><p>Lackland nickte zustimmend, sortierte den Stapel vor sich und zog ein Foto heraus, das die Bucht zeigte, in der die Bree lag. Dann legte er weitere Aufnahmen daneben, und der Mesklinit sah gespannt zu, wie eine Karte des Landes entstand, das er noch nie gesehen hatte. Aber Lacklands Erwartungen wurden bald entt�uscht, denn die K�ste bog schon achthundert Kilometer weiter nord�stlich wieder nach Westen ab. An diesem Punkt m�ndete ein gewaltiger Strom ins Meer, und Lackland verfolgte seinen Lauf in der Hoffnung, hier eine Passage entdeckt zu haben. Dreihundert Kilometer flu�aufw�rts zeigten sich jedoch unz�hlige Stromschnellen � der Traum von einer Meeresstra�e war also ausgetr�umt, bevor er recht begonnen hatte.</p><p>Der gro�e Strom hatte �ber f�nfzig Nebenfl�sse und sein Einzugsgebiet erstreckte sich vor allem in s�d�stlicher Richtung. Lackland folgte ihm weiter und stellte fest, da� er am Fu� einer Gebirgskette entsprang. Er sch�ttelte tr�bselig den Kopf, denn nun schien festzustehen, da� auch hier kein �bergang in den anderen Ozean m�glich war. Barlennan war entschieden hartn�ckiger.</p><p>�Du darfst nicht einfach aufgeben!� dr�ngte er. �In meiner Heimat gibt es einen �hnlichen H�henzug, von dessen beiden Seiten Fl�sse ins Meer str�men.� Lackland hielt nicht viel von diesem Vorschlag, denn er erinnerte sich deutlich genug an S�damerika, legte aber weiter Fotos aneinander. Das Gebirge verlief entlang eines schmalen Streifens von ostnordost nach wests�dwest, und Lackland sah zu seiner �berraschung, da� die unz�hligen kleinen Fl�sse der anderen Seite bald zu einem beachtlichen Strom zusammenflossen. Der H�hepunkt war erreicht, als dieser Strom achthundert Kilometer weiter in den �stlichen Ozean m�ndete. Lackland arbeitete fieberhaft weiter und stellte eine neue Karte zusammen, die im Westen den Liegeplatz der Bree und im Osten das andere Meer zeigte. Dazwischen lag das Festland.</p><p>Die Landbarriere war nur schmal; an einem Punkt achthundert Kilometer n�rdlich des �quators betrug die Entfernung von K�ste zu K�ste kaum zw�lfhundert Kilometer, und diese Strecke verringerte sich erheblich, wenn man ber�cksichtigte, da� die gro�en Fl�sse teilweise weit �ber den Unterlauf hinaus schiffbar waren. Lackland stellte fest, da� nicht mehr als f�nfhundert Kilometer Land zwischen der Bree und einem verh�ltnism��ig leichten Weg zum Ziel lagen. F�nfhundert Kilometer � im Vergleich zu anderen Entfernungen auf Mesklin nur ein kleiner Schritt.</p><p>Ungl�cklicherweise war diese Strecke jedoch f�r die Besatzung der Bree wesentlich mehr als nur ein Schritt, denn ihr Schiff befand sich noch immer im falschen Ozean. Lackland studierte lange seine Karte und teilte Barlennan das Ergebnis seiner �berlegungen mit. Er hatte keine Antwort oder zumindest nur lauen Widerspruch erwartet, weil seine Feststellung nur die Wahrheit ausdr�ckte � aber der Eingeborene verbl�ffte ihn.</p><p>�Das spielt keine Rolle, wenn ihr noch mehr Metall der gleichen Art habt, auf dem wir dich und das Fleisch zur�ckgebracht haben!� antwortete Barlennan sofort.</p></section><section><title><p>6</p></title><p>Lackland starrte den Meskliniten sprachlos an und wollte zun�chst seinen Ohren nicht trauen. Dann fragte er z�gernd: �Soll das hei�en, da� ihr bereit w�rt, die Bree auf einem Schlitten �ber Land zu ziehen, wie ihr mich gezogen habt?�</p><p>�Nicht ganz. Das Schiff ist viel schwerer als wir, und wir br�chten es kaum von der Stelle. Ich dachte eher daran, da� du uns ziehen w�rdest � mit einem anderen Schlepper.�</p><p>�Hmm, das w�re m�glich, solange wir nicht auf Gel�nde sto�en, in dem der Schlepper nicht mehr vorankommt. Aber die Fahrt ist vielleicht gef�hrlich � wir m��ten Bergr�cken �berqueren und in ein unbekanntes Land vorsto�en, das keiner von uns kennt. Glaubst du nicht, da� die Besatzung davor zur�ckschrecken w�rde?�</p><p>�Wir leben schon immer gef�hrlich�, versicherte Barlennan ihm. �Ich habe mich gut an H�hen gew�hnt � selbst ans Dach deines Schleppers. Gefahren schrecken uns nicht, denn die Bree ist mit Feuer bewaffnet, und Landtiere sind notwendigerweise kleiner als Seeungeheuer.�</p><p>�Du hast nat�rlich recht, Barl�, stimmte Lackland zu. �Ich wollte dich nicht entmutigen, sondern mich nur vergewissern, da� du dir die Sache gr�ndlich �berlegt hast. Wenn wir einmal unterwegs sind, k�nnen wir schlecht umkehren.�</p><p>�Das wei� ich, Charles. Du brauchst dir deswegen keine Sorgen zu machen.� Der Kommandant sah zum Himmel auf. �Ich mu� zum Schiff zur�ck; �berall ziehen schwere Wolken auf. Ich werde meinen Leuten erkl�ren, was uns bevorsteht, und sie daran erinnern, da� jeder von ihnen am Gewinn dieser Reise seinem Rang entsprechend beteiligt wird. In meiner Besatzung gibt es keinen, der seine Angst nicht �berwinden k�nnte, wenn er dabei reich wird.�</p><p>�Und du, Barl?� fragte Lackland.</p><p>�Oh, ich habe keine Angst�, erwiderte der Mesklinit und verschwand in der Nacht.</p><p>Als Rosten von dem neuen Plan h�rte, machte er einige bissige Bemerkungen dar�ber, da� Lackland sich wieder einen Trick habe einfallen lassen, um zu einem Schlepper zu kommen.</p><p>�Vielleicht l��t sich die Sache wirklich so durchf�hren�, gab er dann widerwillig zu. �Wie soll der Schlitten f�r Barlennans Ozeandampfer aussehen? Wie gro� ist das Ding?�</p><p>�Die Bree ist etwa zw�lf Meter lang und knapp vier Meter breit; ihr Tiefgang betr�gt nicht mehr als f�nfzehn Zentimeter. Sie besteht aus einzelnen Fl��en, die sich unabh�ngig voneinander bewegen k�nnen � der Grund daf�r d�rfte klar sein.�</p><p>�Allerdings�, knurrte Rosten. �Jedes Schiff mit starrem Rumpf, das dort unten in die N�he eines Pols kommt, besteht bald aus einzelnen St�cken � ob es so abgefahren ist oder nicht. Wie wird es angetrieben?�</p><p>�Auf zwanzig oder f�nfundzwanzig Fl��en stehen Masten mit Segeln. Ich vermute, da� die Bree auch Kielschwerter hat, die eingeholt werden, wenn die Besatzung das Schiff an Land zieht. Ich kann nicht beurteilen, ob die Eingeborenen gute Seeleute sind, aber da der Kommandant mir von unglaublich langen Reisen erz�hlt hat, nehme ich an, da� sie gut mit Wind und Wetter zurechtkommen.�</p><p>�Das glaube ich auch. Gut, wir bauen eine Art Schlitten aus Leichtmetall.�</p><p>�Wann bekomme ich den Schlepper?� fragte Lackland.</p><p>�Sobald Sie ihn brauchen k�nnen, das hei�t im Fr�hjahr�, antwortete Rosten. �Und wenn Sie den zweiten auch in die Luft jagen, k�nnen Sie sich die M�he sparen, einen dritten anzufordern. Der dritte steht n�mlich auf der Erde��</p><p>Als Barlennan einige hundert Tage sp�ter h�rte, da� der Schlitten bereits gebaut wurde, zeigte er sich hochbefriedigt. Auch die Besatzung konnte es kaum noch erwarten, zu dieser Fahrt ins Ungewisse aufbrechen zu d�rfen, Lackland schlo� daraus, da� der Kommandant und seine Leute dort nicht nur reinen Gewinn, sondern auch Abenteuer zu finden hofften.</p><p>�Wir brechen auf, sobald die St�rme nachlassen�, sagte Barlennan. �Hast du dir schon die beste Route �berlegt?�</p><p>Lackland nickte und breitete seine Karte aus. �Die k�rzeste Route, die wir gemeinsam entdeckt haben, besitzt den Nachteil, da� ich euch �ber die Berge schleppen m��te. Das lie�e sich machen, aber ich wei� nicht, wie deine Besatzung auf gr��ere H�hen reagieren w�rde. Deshalb habe ich mich f�r diese Route entschieden, die hier rot eingezeichnet ist.</p><p>Die Route f�hrt etwa zweitausend Kilometer weit an dem gro�en Flu� entlang, der auf unserer Seite in den Ozean m�ndet. K�rzen wir jedoch kleinere Flu�schleifen ab, verringert sich die Strecke um mindestens zweihundert Kilometer. An dieser Stelle verlassen wir den Flu�, fahren geradeaus �bers Land und erreichen sechshundert Kilometer weiter den n�chsten Flu�. Dort k�nnt ihr wieder segeln � oder ich schleppe euch weiter, wenn das Zeit und M�he spart. Dumm ist nur, da� wir gegen Ende der Fahrt sechshundertf�nfzig Kilometer vom �quator entfernt sind, wo die Schwerkraft rasch anw�chst. Aber ich nehme an, da� ich auch dreieinhalb g aushalte.�</p><p>�Unter diesen Umst�nden ist deine Route wirklich die beste L�sung�, antwortete Barlennan mit einem nachdenklichen Blick auf die Karte.</p><p>Da jetzt feststand, welchen Weg sie nehmen w�rden, hatte Lackland nichts mehr zu tun und konnte nur noch auf das Ende des Winters warten. Er vertrieb sich die Zeit damit, seine Karte zu vervollst�ndigen und dar�ber nachzudenken, welche Hindernisse ihnen auf der Fahrt �ber die Landenge begegnen konnten. Diese �berlegungen f�hrten dazu, da� er sich mit Rosten in Verbindung setzte und ihn bat, den Schlepper mit einer 40-mm-Kanone ausr�sten zu lassen, die Brand- und Sprenggranaten verschie�en konnte. Doc Rosten erhob verschiedene Einw�nde, lie� sich aber doch �berzeugen und gab brummend seine Zustimmung.</p><p>Inzwischen waren auch die St�rme seltener und schw�cher geworden, w�hrend der Meeresspiegel zur gleichen Zeit fast zwanzig Meter gestiegen war und weiter zu steigen schien. Die Meteorologen auf Toorey waren vor Erstaunen sprachlos, als sie ihre letzten Aufnahmen mit anderen verglichen, die im Herbst des vergangenen Jahres gemacht worden waren, und dabei feststellen mu�ten, da� der Meeresspiegel in verschiedenen Breiten unterschiedlich rasch angestiegen war. Barlennan konnte keine Erkl�rung f�r dieses Ph�nomen geben, war aber durchaus bereit, in n�chster Zeit aufzubrechen, ohne sich von l�cherlichen Naturerscheinungen dieser Art aufhalten zu lassen.</p><p>Lackland benachrichtigte also Dr. Rosten, der seinerseits veranla�te, da� Schlitten und Schlepper verladen wurden.</p><p>Die Rakete mu�te zweimal fliegen und brachte zun�chst den Schlitten, weil vorgesehen war, da� die Besatzung der Bree das Schiff darauf verladen w�rde, w�hrend der Schlepper unterwegs war. Lackland riet jedoch davon ab, in der N�he des Schiffes zu landen, und der Pilot setzte den Schlitten neben der Kuppel ab, wo Lackland ihn zur Bree schleppen konnte.</p><p>Als der Schlitten endlich in der N�he der Bree lag, beobachtete Lackland verbl�fft, mit welcher Geschwindigkeit die Besatzung ihr Schiff �ber den lockeren Sand zog. Nach seiner Uhr waren kaum drei Stunden vergangen, als die Bree sicher vert�ut auf dem Schlitten lag. Die Taue schienen ziemlich schwach zu sein, aber die Eingeborenen hatten sie sogar dazu ben�tzt, das Schiff w�hrend der Winterst�rme vor Anker zu halten, in denen Lackland sich nicht einmal mit voller Ausr�stung ins Freie gewagt h�tte.</p><p>Er �berlegte eben, ob dieses Material die h�heren Temperaturen auf der Erde aushalten w�rde, als Barlennan zu ihm kam, um zu melden, da� Schiff und Schlitten fertig zum Aufbruch seien. Die Last hing an einem langen Kabel hinter dem Schlepper, der gen�gend Lebensmittel f�r mehrere Tage enthielt. Lackland sollte im Verlauf der Reise aus der Luft versorgt werden, wobei die Rakete weit vor ihm landen w�rde, um die Eingeborenen nicht unn�tig zu beunruhigen.</p><p>�Sch�n, dann k�nnen wir also gleich fahren, kleiner Freund�, stellte Lackland fest. �Alles an Bord!� Er kletterte in die Kabine, verschlo� die T�r und pumpte die Wasserstoffatmosph�re nach drau�en, um sie durch Luft zu ersetzen. Der kleine Algentank, in dem der verbrauchte Sauerstoff regeneriert wurde, leuchtete silbern auf, als die ersten Luftblasen in seinem Innern erschienen. Lackland warf einen Blick auf seine Instrumente, stellte fest, da� alles in Ordnung war, und fuhr in Richtung Osten los.</p><p>Das flache Land entlang der K�ste ver�nderte sich allm�hlich. Als Lackland nach etwa vierzig Tagen anhalten und schlafen mu�te, hatten sie ungef�hr achtzig Kilometer zur�ckgelegt und befanden sich in einer H�gellandschaft, deren h�chste Erhebungen dreihundert Meter erreichten. Bisher war die Fahrt ohne Schwierigkeiten verlaufen, und Barlennan berichtete, die Besatzung genie�e diese neue Fortbewegungsart sichtlich. Der Schleppzug legte etwa acht Kilometer in der Stunde zur�ck, w�hrend die Meskliniten auf ihren sechsunddrei�ig Beinen kaum mehr als drei Stundenkilometer erreichten. Aber unter dieser � f�r Eingeborene � l�cherlich geringen Schwerkraft konnten sie unbesorgt �ber Bord gehen und dem Schlepper in weiten Spr�ngen folgen. Bisher hatte nur Barlennan den Mut dazu besessen; er glaubte jedoch, da� seine Fortbewegungsart bald Nachahmer finden w�rde.</p><p>In den letzten Tagen waren keine Tiere mehr zu sehen gewesen, aber im Schnee zeichneten sich hier und dort kleine Spuren ab, die deutlich bewiesen, da� es selbst in h�heren Lagen noch jagbares Wild gab. Die Pflanzen unterschieden sich auff�llig von denen am Strand; an einigen Stellen wuchs eine Art Gras aus dem Schnee, und die Besatzung der Bree versammelte sich einmal am Rand des Schlitten, um ein Gew�chs zu bewundern, das Lackland f�r einen ziemlich verk�mmerten Baum hielt. Aber die Meskliniten hatten noch nie eine Pflanze gesehen, die sich so hoch �ber dem Boden erhob.</p><p>Nachdem Lackland geschlafen hatte, vergewisserte er sich, da� die Besatzung der Bree wieder an Bord war, bevor er die Fahrt nach Osten fortsetzte. In den folgenden Tagen wurden die H�gel merklich h�her, und der Schleppzug mu�te zweimal Methanb�che �berwinden, die zum Gl�ck so schmal waren, da� der Schlitten von einem Ufer zum anderen reichte. Die Eingeborenen schienen sich allm�hlich an die H�gel zu gew�hnen; Barlennan berichtete jedenfalls, die Stimmung sei wieder gl�nzend, nachdem sie zuvor etwas bedr�ckt gewesen war.</p><p>Aber am einundzwanzigsten Tag des zweiten Teils ihrer Fahrt tauchte eine seltsame Erscheinung vor ihnen auf, die ihre gesamte Aufmerksamkeit beanspruchte.</p></section><section><title><p>7</p></title><p>Bisher waren die meisten H�gel auff�llig glatt und von Wind und Wetter gleichm��ig abgerundet gewesen. Nirgendwo zeigten sich Spalten, Risse oder Einschnitte, vor denen Lackland sich anfangs gef�rchtet hatte. Als der Schlepper jedoch nun den h�chsten Punkt eines H�gels erreichte, von dem aus man einen weiten Blick �ber die umliegende Landschaft hatte, unterschied sich der n�chste H�gel geradezu verbl�ffend von allen anderen dieser Gegend.</p><p>Er war langgestreckter als die zahlreichen Erhebungen, die sie auf der Fahrt hierher �berwunden hatten; aber der gro�e Unterschied bestand vor allem darin, da� entlang seines Kammes in regelm��igen Abst�nden Felsbrocken aufgereiht waren. Die gr��ten Brocken waren etwa so gro� wie der Schlepper, die kleinsten mu�ten noch immer so gro� wie ein Basketball sein � und alle waren angen�hert kugelf�rmig. Lackland bremste ruckartig und griff nach seinem Fernglas; er hatte den Helm des Schutzanzugs abgenommen, da er ihn in der Kabine nicht brauchte. Barlennan �berwand die zwanzig Meter zwischen Schiff und Schlepper mit einem Satz und blieb auf dem Dach sitzen, wo Lackland ein Funkger�t f�r ihn montiert hatte.</p><p>�Was ist das, Charles?� fragte der Kommandant. �Eine Stadt wie auf deinem Planeten? Sie hat aber wenig �hnlichkeit mit den Bildern, die du mir gezeigt hast.�</p><p>�Ich dachte, du k�nntest mir eine Erkl�rung daf�r geben�, antwortete Lackland. �Jedenfalls ist es keine Stadt, denn die Steine sind zu weit voneinander entfernt, um einen Schutzwall zu bilden. Siehst du dort oben irgendwelche Bewegung? Ich erkenne nichts, aber vielleicht hast du bessere Augen.�</p><p>�Ich sehe nur Felsbrocken, aber keine Bewegung. Ein Lebewesen meiner Gr��e w�re aus dieser Entfernung nicht mehr sichtbar, nehme ich an.�</p><p>�Ich w�rde dich vermutlich auch ohne Fernglas sehen, k�nnte aber weder Augen noch Arme z�hlen�, erkl�rte Lackland ihm. �Soviel ich erkenne, stehen dort dr�ben nur Felsbrocken. Aber ich bin davon �berzeugt, da� die Steine nicht aus Zufall so regelm��ig aufgereiht sind; wir m�ssen die Augen offenhalten, bis wir wissen, wer sie aufgestellt hat. Am besten warnst du gleich deine Leute.�</p><p>Sie blieben noch zwei oder drei Minuten an der gleichen Stelle und beobachteten die Felsen, w�hrend die Sonne �ber den Himmel eilte und bisher dunkle Schatten aufhellte. Als sich weiter nichts bewegte, fuhr Lackland weiter, und die Sonne ging unter, bevor er den Fu� des n�chsten H�gels erreichte. Der Schlepper war nur mit einem Suchscheinwerfer ausger�stet, der nur den Weg beleuchtete, so da� Lackland nicht beurteilen konnte, was �ber ihm zwischen den Felsbrocken geschah � falls sich �berhaupt etwas ereignete. Bei Sonnenaufgang bewegte sich der Schlepper langsam hangaufw�rts, und die Spannung stieg wieder, als sie sich den Felsen n�herten.</p><p>Der Schlepper brauchte f�nf oder sechs Minuten, um den H�gel zu erklettern, so da� die Sonne bereits hinter ihnen stand, als sie am h�chsten Punkt angelangt waren. Lackland stellte fest, da� die �ffnungen zwischen den gr��ten Steinen breiter als der Schlepper waren, und steuerte auf eine zu. Dabei rumpelte das schwere Fahrzeug �ber einige kleinere Felsbrocken, und Dondragmer, der an Bord der Bree geblieben war, dachte schon, der Schlepper sei besch�digt, da er so pl�tzlich stehenblieb. Barlennan richtete sich auf dem Dach der Maschine auf und starrte angestrengt ins n�chste Tal hinab; der Flieger war in seiner Kabine nicht sichtbar, aber Dondragmer hatte allm�hlich den Eindruck, er sei zu �berrascht, um weiterfahren zu k�nnen.</p><p>�Captain! Was gibt es?� rief der Maat und gab der Besatzung gleichzeitig einen Wink, die Flammentanks klarzumachen. Die restlichen Besatzungsmitglieder griffen nach ihren Waffen und verteilten sich entlang der �u�eren Fl��e. Barlennan antwortete zun�chst nicht, und der Maat wollte schon eine Gruppe �ber Bord schicken, die den Schlepper decken sollte � er wu�te nicht, da� Lackland eine Schnellfeuerkanone zur Verf�gung hatte �, als der Kommandant sich nach ihm umdrehte und eine beruhigende Geste machte.</p><p>�Alles in Ordnung!� rief er Dondragmer zu. �Wir sehen keine Bewegung, aber dort unten scheint eine kleine Stadt zu liegen. Der Flieger zieht euch jetzt ein St�ck vor, damit ihr sie seht, ohne �ber Bord gehen zu m�ssen.�</p><p>Lackland starrte noch immer in die Senke hinab, die an allen Seiten von steilen H�geln umgeben war; seiner Meinung nach h�tte sich dort unten ein See befinden m�ssen, aber statt dessen erkannte er nur eine weite ebene Fl�che. In die umliegenden H�gel waren Kan�le gegraben worden, die wie die Speichen eines Rades zu einem gemeinsamen Mittelpunkt f�hrten � zu dieser ebenen Fl�che, die sie nicht ganz erreichten. Am Fu� der H�gel wurden die Kan�le zusehends tiefer, so da� die k�nstlichen Trennmauern, die im rechten Winkel zur Kanalsohle standen, betr�chtliche Ausma�e zeigten.</p><p>Lackland sch�tzte, da� Kan�le und Trennw�nde gegen Ende zu sechs oder sieben Meter breit sein mu�ten. Die W�lle konnten also ohne weiteres als Behausung dienen, und die zahlreichen �ffnungen in Bodenn�he schienen zu beweisen, da� diese Vermutung zutraf. Je l�nger Lackland das Tal betrachtete, desto mehr war er davon �berzeugt, eine Stadt vor sich zu haben, deren Bewohner dieses Kanalsystem offenbar zur Ableitung der Niederschl�ge angelegt hatten. Er kam allerdings nicht auf die Idee, sich die Frage vorzulegen, weshalb diese Stadt nicht einfach auf einem der H�gel errichtet worden war, wenn ihre Bewohner trockene F��e behalten wollten.</p><p>In diesem Augenblick wandte Barlennan sich an ihn mit der Bitte, die Bree �ber den h�chsten Punkt des H�gels zu ziehen, solange die Sicht vor Sonnenuntergang noch gut war. Als der Schlepper sich wieder in Bewegung setzte, tauchten zahlreiche dunkle Gestalten in den �ffnungen auf, die Lackland f�r T�ren gehalten hatte. Aus dieser Entfernung waren keine Einzelheiten zu erkennen, aber es handelte sich offenbar um lebende Wesen. Lackland beherrschte sich m�hsam und zog erst die Bree einige Meter weiter, bevor er nach seinem Fernglas griff und den Schlepper anhielt.</p><p>Er h�tte sich nicht zu beeilen brauchen. Die Bewohner der Stadt blieben in ihren H�hlen und beobachteten von dort aus die Fremden, so da� Lackland sie in aller Ruhe studieren konnte, bevor die Sonne unterging. Im Fernglas erkannte er, da� die Lebewesen ihre Behausungen nicht ganz verlassen hatten, aber soweit ihre K�rper sichtbar waren, erinnerten sie ihn an Barlennan und seine Leute � allerdings mit dem Unterschied, da� die raupenf�rmigen K�rper, die acht oder zehn Augen und die Zangen an den vier Vorderarmen wesentlich gr��er waren.</p><p>Barlennan war nicht imstande, diese Einzelheit zu erkennen, aber Lackland beschrieb ihm, was er gesehen hatte, w�hrend das Tal unter ihnen in der D�mmerung versank. Der Kommandant schilderte seiner Besatzung, was der Flieger beobachtet hatte, und Lackland fragte Barl anschlie�end:</p><p>�Hast du schon einmal von Leuten geh�rt, die hier am Rand leben? Glaubst du, da� du dich mit ihnen verst�ndigen kannst?�</p><p>�Ich bin ebenso �berrascht wie du, da� es hier Leute gibt�, versicherte Barlennan ihm. �Und ich bezweifle sehr, da� sie eine Sprache sprechen, die ich kenne.�</p><p>�Was sollen wir tun? Einen Bogen um die Stadt machen oder einfach geradeaus weiterfahren und darauf hoffen, da� die Leute friedlich sind? Ich w�rde die Kan�le gern aus der N�he sehen, m�chte aber nicht den Erfolg unserer Expedition aufs Spiel setzen. Du kannst die Reaktion der Leute dort unten wahrscheinlich eher beurteilen.�</p><p>�Daf�r gibt es keine bestimmten Regeln. Vielleicht f�rchten sie sich vor dem Schlepper oder vor mir, weil ich auf dem Dach sitze � obwohl sie hier am Rand vermutlich weniger Angst vor gro�en H�hen haben. Auf unseren Fahrten sind wir oft anderen Rassen begegnet, die unterschiedlich reagiert haben. Meiner Meinung nach w�re es am besten, Waffen versteckt und Handelswaren offen zur Schau zu tragen � dann werden sie zumindest so abgelenkt, da� sie nicht gleich an Gewaltt�tigkeiten denken. Ich w�rde die Stadt gern aus der N�he sehen. Glaubst du, da� der Schlitten durch die Kan�le kommt?�</p><p>�Daran habe ich noch gar nicht gedacht�, gab Lackland nach einer kurzen Pause zu. �Vielleicht w�re es am besten, wenn zun�chst nur der Schlepper hinunterf�hrt. Wer von deinen Leuten mitkommen will, k�nnte bei dir auf dem Dach fahren. Das w�rde auch friedlicher wirken � sie m�ssen die Waffen gesehen haben, und wenn wir sie jetzt zur�cklassen��</p><p>�Sie haben keine Waffen gesehen, es sei denn, ihre Augen w�ren sehr viel besser als unsere�, unterbrach Barlennan ihn. �Ich bin daf�r, da� wir den Schlitten zuerst auf die andere Seite des Tales ziehen und erst dann einen Abstecher in die Stadt machen.�</p><p>�Richtig, das ist die beste Idee�, stimmte Lackland erleichtert zu. �Willst du deine Leute gleich fragen, wer uns anschlie�end in die Stadt begleitet?�</p><p>Die Besatzung sah ein, da� es zwecklos war, die Bree durch die Stadt zu schleppen, aber dann ergab sich eine kleine Schwierigkeit. Jeder wollte die Stadt sehen, aber keiner war dazu zu bewegen, auf dem Dach des Schleppers mitzufahren, obwohl der Kommandant oft genug demonstriert hatte, da� diese Fortbewegungsart v�llig ungef�hrlich war. Dondragmer machte schlie�lich einen Vorschlag, der allseits erleichtert aufgenommen wurde: Die Besatzung w�rde dem Schlepper zu Fu� folgen, was unter der hier herrschenden Schwerkraft ohne weiteres m�glich war.</p><p>Inzwischen war die Sonne wieder aufgegangen. Als Barlennan ihm ein Zeichen gab, fuhr Lackland an und schleppte die Bree weiter �ber den Rand des Talkessels. In der Stadt war keine Bewegung zu sehen gewesen, aber als der Schleppzug anfuhr, erschienen zahlreiche K�pfe in den T�r�ffnungen � diesmal wesentlich mehr. Lackland achtete kaum darauf, sondern konzentrierte sich einige Tage lang darauf, den Schlitten auf die gegen�berliegenden H�hen zu bef�rdern; dann wurde das Zugseil gel�st, und der Schlepper fuhr ins Tal hinunter.</p><p>Lackland folgte einem der Kan�le, der auf dem weiten Platz endete, den er f�r eine Art Marktplatz hielt. Etwa die H�lfte der Besatzung hatte sich Lackland angeschlossen, w�hrend die andere H�lfte auf der Bree zur�ckgeblieben war, um sie unter F�hrung des zweiten Maats zu bewachen. Barlennan thronte wie �blich auf dem Dach des Schleppers und hatte ein Sortiment Handelswaren vor sich.</p><p>Als der Schlepper durch den Kanal rumpelte, kamen die Stadtbewohner neugierig aus ihren H�hlen; aber weder Lackland noch Barlennan fiel auf, da� die St�dter sich nur auf der gegen�berliegenden Seite des Platzes versammelten, w�hrend der Kanal v�llig freiblieb. Aus n�herer Entfernung war zu erkennen, da� diese Lebewesen im Vergleich zur Besatzung der Bree wahre Riesen waren � ihre K�rper erreichten �ber einen Meter L�nge und waren entsprechend dick.</p><p>Die Stadtbewohner warteten schweigend, bis der Schlepper den freien Platz erreicht hatte, dann richteten sie sich auf sechs Hinterbeinen auf und betrachteten die Fremden neugierig. Die Besatzungsmitglieder dr�ngten nach vorn an dem Schlepper vorbei und erwiderten die neugierigen Blicke auf gleiche Weise. Die massiven Geb�ude schienen es ihnen besonders angetan zu haben, was allerdings nicht weiter erstaunlich war, da sie selbst nur �Geb�ude� kannten, die bestenfalls zehn Zentimeter hoch waren, so da� ihnen die W�lle zwischen den Kan�len wahrhaft gigantisch erscheinen mu�ten.</p><p>Lackland blieb in der Kabine sitzen, betrachtete die Stadt und stellte Vermutungen �ber die Lebensweise ihrer Bewohner an, bis Barlennans T�tigkeit seine �berlegungen unterbrach. Der Kommandant hatte nicht die Absicht, hier etwa Zeit zu vergeuden; er wollte mit diesen Leuten Handel treiben, und wenn sie dazu keine Lust hatten, w�rde er sich nicht l�nger aufhalten lassen. Deshalb warf er jetzt seine B�ndel vom Dach des Schleppers und rief seinen Leuten zu, sie sollten die Waren ausbreiten. Lackland beobachtete interessiert, da� die St�dter keineswegs erstaunt zu sein schienen, als Barlennan sich zu Boden fallen lie�, nachdem er seine Waren abgeworfen hatte.</p><p>Sobald die Fremden ihre B�ndel �ffneten und die Handelswaren ausbreiteten � Tuch in verschiedenen Farben, getrocknete Wurzeln, kleine Tongef��e und gr��ere Steinbeh�lter �, dr�ngten die Eingeborenen n�her heran. Der Schlepper war nun auf drei Seiten dicht von langen K�rpern umgeben, so da� nur die vierte Seite, hinter der sich der Kanal �ffnete, noch frei war. Die Stadtbewohner schwiegen weiterhin und Lackland fand dieses Schweigen bedr�ckend, aber Barlennan schien sich nicht darum zu k�mmern, sondern n�herte sich einem der St�dter und begann ein Verkaufsgespr�ch.</p><p>Lackland beobachtete ihn verbl�fft. Der Kommandant wu�te, da� die Eingeborenen vermutlich nicht verstanden, was er sagte, aber er sprach trotzdem; seine Gesten waren vielleicht ebenso wirkungslos, aber er machte sie trotzdem. Lackland h�tte nie erwartet, da� Barlennan sich auf diese Weise verst�ndlich machen k�nnte, aber das Unwahrscheinliche geschah, denn kurze Zeit sp�ter verschwanden einige Riesen in ihren H�hlen und kamen mit Gegenst�nden zur�ck, die sie offenbar gegen Barlennans Waren eintauschen wollten.</p><p>Der Tauschhandel, an dem sich nun auch Barlennans Leute beteiligten, wurde auch nachts fortgesetzt, denn der Kommandant hatte Lackland gebeten, die Scheinwerfer einzuschalten. Das k�nstliche Licht schien die Riesen keineswegs zu �berraschen oder gar zu erschrecken; sie konzentrierten sich ganz auf den Handel und machten bereitwillig anderen Platz, sobald sie das Gew�nschte eingetauscht hatten. Unter diesen Umst�nden dauerte es nur wenige Tage und N�chte, bis Barlennan seine Waren abgesetzt hatte.</p><p>�Willst du jetzt schon aufh�ren?� fragte Lackland ihn, als die letzten Eingeborenen sich in ihre H�hlen zur�ckzogen.</p><p>�Wir sind ausverkauft�, antwortete Barlennan. �K�nnen wir abfahren oder hast du hier unten noch etwas vor?�</p><p>�Ich w��te gern, wie es im Innern der H�hlen aussieht�, meinte Lackland nachdenklich. �Glaubst du, da� einer deiner Leute bereit w�re, einen Blick hineinzuwerfen?�</p><p>Barlennan z�gerte. �Ich wei� nicht recht, ob das ratsam w�re. Diese Leute haben friedlich mit uns gehandelt, aber sie sind mir trotzdem irgendwie unheimlich � sie waren sofort mit unseren Preisen einverstanden.�</p><p>�Du meinst also, da� wir ihnen nicht trauen d�rfen � da� sie vielleicht ihre Waren zur�ckhaben wollen?�</p><p>�Das m�chte ich nicht behaupten, denn ich kann mein Gef�hl nicht begr�nden. Aber ich mache dir einen Vorschlag: Wenn wir die Bree erreicht haben, ohne aufgehalten oder bel�stigt worden zu sein, gehe ich in die Stadt zur�ck und sehe mich selbst in den H�hlen um. Einverstanden?�</p><p>Weder Barlennan noch Lackland hatten inzwischen auf die Eingeborenen geachtet, die nun wieder interessiert n�herkamen, um das seltsame Ding zu betrachten, aus dem eine Stimme kam. Als Lackland dem Vorschlag des Kommandanten zustimmte und dann nicht weitersprach, verschwanden einige Zuh�rer rasch in ihren Behausungen und kehrten mit verschiedenen Gegenst�nden zur�ck, die sie Barlennan anboten. Ihre Gesten zeigten, da� sie den seltsamen Kasten eintauschen und gut daf�r bezahlen wollten.</p><p>Barlennans Ablehnung schien sie zu verbl�ffen, und jeder bot mehr als sein Vorg�nger, bis der Kommandant schlie�lich demonstrierte, da� an einen Verkauf des Ger�ts nicht zu denken sei. Er warf es auf das Dach des Schleppers, sprang hinterher und befahl seinen Leuten, ihm die eingetauschten Waren zuzuwerfen. Die Riesen standen zun�chst wie erstarrt; dann wandten sie sich wie auf ein Zeichen hin ab und verschwanden in ihren H�hlen.</p><p>Barlennan f�hlte sich unbehaglicher als zuvor und beobachtete so viele T�r�ffnungen wie m�glich, w�hrend er die Waren aufstapelte. Aber die Gefahr kam nicht aus den H�hlen. Einer der Leute an der R�ckseite des Schleppers warf zuf�llig einen Blick in den Kanal hinter sich und stie� den unglaublich lauten Warnschrei aus, der Lackland aufschreckte. Barlennan sah in die angegebene Richtung und rief entsetzt:</p><p>�Charles! Sieh dich um! Weg von hier!�</p><p>Lackland warf einen Blick in den langen Kanal hinter sich und verstand in dieser Sekunde, welchen Zweck die merkw�rdige Architektur der Stadt erf�llte. Einer der riesigen Felsbrocken, der zuvor am Rand des Kanals gelegen hatte, rollte nun bergab, und die hohen W�lle f�hrten ihn genau zu der Stelle, an der nun der Schlepper stand. Der Felsbrocken war noch fast einen Kilometer weit von Lackland entfernt, aber seine Geschwindigkeit erh�hte sich st�ndig, w�hrend die gewaltige Anziehungskraft des Planeten an dem tonnenschweren Unget�m zerrte!</p></section><section><title><p>8</p></title><p>Der menschliche K�rper ben�tigt eine gewisse Reaktionszeit, aber Lackland handelte in dieser Lage fast augenblicklich. Er �berlegte nicht lange, wann der Felsbrocken den Schlepper erreichen und zertr�mmern w�rde, sondern schaltete den Antrieb ein, beschrieb eine enge Kurve, bei der die Ketten fast abgesprungen w�ren, und verlie� den Kanal, durch den der Felsbrocken bergab donnerte. Dadurch entging er einer Gefahr, aber die Eingeborenen hatten mit dieser Ausweichbewegung gerechnet und lie�en weitere Felsen in anderen Kan�len herabrollen. Lackland sah sich um, stellte fest, da� der freie Platz irgendwo Schutz vor den Projektilen bot, und fuhr kurz entschlossen in den n�chsten Kanal ein.</p><p>Auch hier rollte ein Felsbrocken auf ihn zu; Barlennan hatte sogar den Eindruck, er sei gr��er als alle anderen. Der Mesklinit spannte bereits die Muskeln zum Sprung an und fragte sich, ob der Flieger den Verstand verloren haben konnte, als unmittelbar vor ihm ein R�hren ert�nte, wie er es noch nie im Leben geh�rt hatte. Zum Gl�ck reagierte er nicht mit einem Sprung, der ihn mehrere hundert Meter weit getragen h�tte, sondern klammerte sich statt dessen mit aller Kraft auf dem Dach des Schleppers fest. Vierhundert Meter vor ihm, f�nfzig Meter vor dem herabrasenden Felsbrocken, verschwand ein Teil des Kanals in einer Staubwolke, als die ersten Granaten detonierten.</p><p>Dann erreichte der Felsen die Staubwolke, und Lacklands Schnellfeuerkanone r�hrte nochmals auf. Der Felsbrocken zersplitterte in unz�hlige Bruchst�cke, die nicht mehr rollten, sondern weit vor dem Schlepper liegenblieben. Am oberen Ende des Kanals lagen weitere Felsen bereit, aber die Riesen schienen erkannt zu haben, da� der Schlepper sich auf diese Weise nicht zerst�ren lie�; die Felsbrocken blieben auf dem H�gel. Lackland vermutete, da� nun ein Angriff auf das Dach des Fahrzeugs folgen w�rde, denn die Eingeborenen waren ohne Zweifel imstande, das Dach ebenso leicht wie Barlennan zu erreichen und alles herunterzuholen � auch das Funkger�t; die Besatzung der Bree w�rde sie kaum daran hindern k�nnen. Barlennan war jedoch anderer Meinung, als Lackland davon sprach.</p><p>�Vielleicht versuchen sie es wirklich�, stimmte er zu, �aber wenn sie heraufklettern, schlagen wir vom Dach aus zu, und wenn sie springen, haben wir unsere Keulen. Ich bezweifle, da� sie einem Schlag ausweichen k�nnen, w�hrend sie durch die Luft segeln.�</p><p>�Aber wie willst du Angriffe aus verschiedenen Richtungen abwehren?�</p><p>�Ich bin nicht allein hier oben�, erkl�rte ihm der Mesklinit.</p><p>Lackland konnte das Dach des Schleppers nur �berblicken, wenn er den Kopf in die winzige Plastikkuppel �ber sich steckte, was nur m�glich war, wenn er keinen Helm trug. Deshalb wu�te er nicht, wie sich die kurze �Schlacht� auf die Besatzungsmitglieder ausgewirkt hatte, die mit in die Stadt gekommen waren.</p><p>Diese Ungl�cklichen befanden sich in einer �hnlich erschreckenden Lage wie ihr Kommandant, als Lackland ihn damals auf den Schlepper gesetzt hatte. Sie sahen Felsbrocken � riesige Felsbrocken � auf sich zurollen, w�hrend sie selbst zwischen hohen W�llen eingeschlossen waren. An senkrechten W�nden hinaufzuklettern erschien ihnen unm�glich, obwohl die Saugn�pfe an ihren F��en ihnen ausreichenden Halt geboten h�tten; einfach einen Sprung zu machen, wie es ihr Kommandant schon oft demonstriert hatte, war ebenso schlimm � vielleicht sogar schlimmer. Es war jedoch k�rperlich unm�glich, und wo der Verstand zu keiner Reaktion f�hig war, taten die K�rper automatisch das Richtige.</p><p>Alle Besatzungsmitglieder bis auf zwei sprangen also auf den Schlepper; einer der beiden anderen kletterte rasch und gewandt an der Au�enmauer des n�chsten �Hauses� empor. Der zweite war Hars, der Barlennan vor der drohenden Gefahr gewarnt hatte. Da er sichtlich kr�ftiger und gr��er als seine Artgenossen war, erschrak er vielleicht weniger � oder seine Akrophobie war ausgepr�gter als die der anderen. Jedenfalls befand er sich noch immer auf der Kanalsohle, als ein Felsbrocken von der Gr��e eines Basketballs �ber die Stelle hinwegrollte, an der er sich aufhielt. Der Felsen h�tte ebensogut gegen einen Gummiklotz prallen k�nnen, denn der harte Schutzpanzer des Meskliniten war unglaublich z�h und trotzdem elastisch, so da� der Felsbrocken zehn Meter hoch �ber den Wall des n�chsten Kanals flog und dort von einer Wand zur anderen bergauf ratterte, bis seine Bewegungsenergie ersch�pft war. Als er endlich langsamer nach unten rollte und den freien Platz erreichte, befand sich Hars als einziger dort. Die �brigen Besatzungsmitglieder hatten entweder das Dach des Schleppers erreicht oder befanden sich auf dem Weg dorthin; selbst der Kletterer war im Begriff, sich dort in Sicherheit zu bringen.</p><p>Obwohl Hars nach irdischen Ma�st�ben unwahrscheinlich z�h und widerstandsf�hig war, hatte er den Aufprall nicht v�llig unverletzt �berstanden. Da er keine Lungen besa�, rang er jetzt nicht nach Atem, aber sein ganzer K�rper schmerzte, und er wu�te zun�chst gar nicht, wo er sich befand und was geschehen war. Mehrere Minuten vergingen, bevor er eine bewu�te Anstrengung unternehmen konnte, dem Schlepper zu folgen; weshalb er in dieser Zeit nicht angegriffen wurde, konnten weder Lackland noch Barlennan noch Hars selbst erkl�ren, als sie sp�ter dar�ber sprachen. Der Flieger vertrat die Auffassung, die Eingeborenen seien zu erschrocken gewesen, um Hars zu �berfallen, nachdem er sich nach diesem Aufprall noch bewegen konnte; Barlennan, der ihre Reaktionen vielleicht besser absch�tzen konnte, war der Meinung, sie seien mehr daran interessiert gewesen, Beute zu machen, als Hars zu t�ten. Jedenfalls erhielt Hars Gelegenheit, sich wieder zu erholen und zu den anderen aufzuschlie�en. Dann h�rte auch Lackland, was sich hinter seinem R�cken ereignet hatte, und bremste sofort. Als Hars schlie�lich herangekommen war, mu�ten zwei seiner Kameraden zu Boden springen und ihn wie einen Sack auf das Dach des Schleppers werfen, wo ihm die anderen Erste Hilfe leisteten.</p><p>Das Dach war nun so �berf�llt, da� einige Passagiere gef�hrlich dicht am Rand hockten, wo ihre neugewonnene Unempfindlichkeit H�hen gegen�ber auf eine harte Probe gestellt wurde. Aber Lackland k�mmerte sich nicht weiter darum, sondern fuhr durch den n�chsten Kanal bergauf. Er hatte Barlennan und seine Leute davor gewarnt, in die N�he der Kanonenm�ndung zu kommen und behielt den Finger am Abzug; aber auf dem H�gelr�cken vor ihnen blieb alles ruhig, und die Felsen bewegten sich nicht. Offenbar waren die Eingeborenen, die sie ins Rollen gebracht hatten, in die unterirdischen G�nge zur�ckgekehrt, die von den H�geln aus in die Stadt f�hren mu�ten.</p><p>Der Schlepper befand sich nicht im gleichen Kanal wie zuvor, so da� sie nicht direkt auf die Bree stie�en; aber der Schlitten mit dem Schiff wurde rechts von ihnen sichtbar, bevor sie den Kanal ganz verlassen hatten, da das Dach �ber die niedrigen Trennw�nde hinausragte. Die zur�ckgebliebenen Besatzungsmitglieder standen nebeneinander auf den �u�eren Fl��en und starrten besorgt in die Stadt hinunter.</p><p>Der Schlepper erreichte den Schlitten, wendete und wurde ohne weitere Zwischenf�lle durch das Zugseil mit ihm verbunden. Lackland steuerte den n�chsten H�gel an und �berlegte sich dabei, da� die Riesen die Wirksamkeit seiner Kanonen �bersch�tzt haben mu�ten; ein Angriff aus n�chster Entfernung w�re sicher erfolgreich gewesen, denn so nahe an der Bree und ihrer Besatzung h�tte er weder Brand- noch Sprenggranaten einsetzen d�rfen.</p><p>Lackland fa�te widerstrebend den Entschlu�, bis zum Ende der Fahrt keine weiteren Umwege oder Ausfl�ge mehr zu machen. Barlennan war ebenfalls damit einverstanden � allerdings mit gewissen Vorbehalten, die er Lackland gegen�ber nicht erw�hnte. W�hrend der Flieger schlief, w�rde er sich jedenfalls nicht davon abhalten lassen, seine Leute auf Erkundung auszuschicken.</p><p>Nachdem die greifbaren Ergebnisse dieses Abstechers an Bord der Bree geschafft worden waren, startete Lackland den Schlepper und fuhr einige Tage und N�chte lang durch, bevor er sich mit Toorey in Verbindung setzte. Er lie� Rostens Donnerwetter geduldig �ber sich ergehen, als der Direktor h�rte, was er in der Stadt der Riesen erlebt hatte, und brachte ihn wie zuvor mit dem Hinweis zum Schweigen, da� nun zehn Beh�lter mit verschiedenen Pflanzenarten abholbereit st�nden, die Barlennans Leute gef�llt hatten, w�hrend Lackland schlief.</p><p>Bis die Rakete weit vor dem Schlepper gelandet war, um die Nerven der Meskliniten zu schonen, vergingen einige Tage; dann dauerte es wieder einige Zeit, bis der Schlepper die Pflanzen �bergeben und sich weit genug entfernt hatte, um au�er Reichweite der Flammens�ule des Triebwerks zu sein. Hier und dort wurden H�gel sichtbar, auf denen gro�e Felsbrocken aufgereiht standen, aber der Schleppzug machte jeweils einen weiten Umweg, und die Riesen lie�en sich nicht au�erhalb ihrer St�dte blicken.</p><p>Diese Tatsache beunruhigte Lackland, der sich nicht vorstellen konnte, wie und woher sie sich Nahrungsmittel beschafften. W�hrend er den Schlepper durch die eint�nige Landschaft lenkte, hatte er gen�gend Zeit, mehrere Theorien dar�ber aufzustellen. Er legte sie Barlennan zur Begutachtung vor, aber der Mesklinit zeigte kein gro�es Interesse daf�r und schien nicht zu verstehen, weshalb Lackland sich wegen dieses belanglosen Problems den Kopf zerbrach.</p><p>Lackland gab sich jedoch nicht so rasch zufrieden und hatte schlie�lich eine Idee, die ihn mehr als alle anderen beunruhigte. Er hatte sich �berlegt, weshalb die Riesen ihre St�dte auf so merkw�rdige Weise errichteten. Sie konnten schlie�lich nicht gut auf das Erscheinen des Schleppers oder der Bree gewartet haben. Andererseits schienen die Bauwerke nicht zur Abwehr von �berf�llen geeignet zu sein, denn die Bewohner anderer St�dte waren mit diesem System offensichtlich ebenfalls vertraut und w�rden sich h�ten, in die Falle zu gehen.</p><p>Aber es gab vielleicht doch einen m�glichen Grund. Lackland war sich dar�ber im klaren, da� seine Hypothese auf sehr schwachen F��en stand � aber sie erkl�rte zumindest drei Tatsachen: die seltsame Architektur der St�dte, die zur�ckgezogene Lebensweise der Stadtbewohner und das Fehlen jeglicher landwirtschaftlich genutzter Fl�chen in der Umgebung der St�dte. Da Lackland seinen eigenen Argumenten nicht recht traute, erw�hnte er Barlennan gegen�ber nichts von dieser Theorie, die zum Beispiel keine Erkl�rung daf�r bot, da� sie bisher unbel�stigt geblieben waren � falls Lacklands Hypothese zutraf, h�tten sie bisher schon wesentlich �fter die Schnellfeuerkanone einsetzen m�ssen. Lackland schwieg also, hielt aber die Augen offen und war keineswegs �berrascht, als dreihundert Meter von der ersten Stadt entfernt pl�tzlich eintraf, was er l�ngst bef�rchtet hatte. Weit vor dem Schleppzug richtete sich ein kleiner H�gel auf zahlreichen st�mmigen Beinen auf, reckte einen f�nf Meter langen Hals in die H�he und starrte das fremde Ding aus einem halben Dutzend Augen an, bevor es sich langsam in Bewegung setzte und auf den Schlepper zutrottete.</p><p>Barlennan sa� ausnahmsweise nicht auf dem Dach �ber Lackland, nahm aber seinen Platz sofort ein, als der Flieger ihn rief. Lackland hatte angehalten, so da� sie voraussichtlich mehrere Minuten zur Verf�gung hatten, in denen sie �berlegen konnten, was zu tun war, bevor das Unget�m den Schlepper erreichen konnte.</p><p>�Barl, ich gehe jede Wette ein, da� du noch nie ein so gro�es Landtier gesehen hast�, sagte Lackland. �Mit diesem K�rpergewicht kann es nur in �quatorn�he leben.�</p><p>�Du hast recht, Charles�, best�tigte der Kommandant. �Ich wu�te nicht einmal, da� es irgendwo auf Mesklin solche Ungeheuer gibt; deshalb kann ich auch nicht beurteilen, ob es gef�hrlich oder harmlos ist. Allerdings habe ich keine rechte Lust, diese Frage gleich hier zu beantworten. Andererseits k�nnten wir das Fleisch brauchen � vielleicht��</p><p>�Falls du nicht wei�t, ob es Fleisch oder Pflanzen fri�t, tippe ich auf Fleischfresser�, unterbrach Lackland ihn. �Es m��te schon ein merkw�rdiger Pflanzenfresser sein, der sofort auf den Schlepper zutrabt, der doch immerhin gr��er als er selbst ist � es sei denn, er hielte die Maschine f�r ein Weibchen seiner Art, was ich aber sehr bezweifle. Au�erdem bin ich der Meinung, da� ein gro�er Fleischfresser die beste Erkl�rung f�r die Tatsache ist, da� die Riesen ihre St�dte nie verlassen und sie als wirksame Fallen angelegt haben. Vermutlich locken sie die Tiere an, die auf den H�geln auftauchen, indem sie sich ihnen zeigen, und lassen dann die Felsen herabrollen, mit denen sie fast den Schlepper zerst�rt h�tten. Auf diese Art und Weise bekommen sie ihr Fleisch frei Haus geliefert.�</p><p>�Das klingt alles recht logisch, aber im Augenblick haben wir andere Sorgen�, erwiderte Barlennan ungeduldig. �Was sollen wir mit diesem Unget�m anfangen? Deine Kanone, die den Felsen zertr�mmert hat, w�rde bestimmt auch f�r unseren Freund dort vorn gen�gen � aber dann bleibt vermutlich nicht viel Fleisch �brig; machen wir uns andererseits mit unseren Netzen auf die Jagd, stehen wir vor der M�ndung, so da� du uns nicht helfen kannst, wenn die Sache gef�hrlich wird.�</p><p>�Soll das hei�en, da� ihr diesen Brocken mit euren Netzen fangen wollt?� erkundigte Lackland sich verbl�fft.</p><p>�Selbstverst�ndlich. Die Netze w�rden auch halten, wenn wir das Tier irgendwie darin verwickeln k�nnten. Leider hat es so dicke Beine, da� die Maschen nicht weit genug sind, so da� wir unsere �bliche Methode, Tiere auf diese Weise zu Fall zu bringen, ab�ndern m��ten. Am besten w�re es vielleicht, die Netze �ber den ganzen K�rper zu werfen und dann festzuziehen.�</p><p>�Hast du dir schon �berlegt, wie sich das machen lie�e?� fragte Lackland.</p><p>�Nein � und wir h�tten auch gar keine Zeit dazu; das Tier ist in zwei oder drei Minuten hier.�</p><p>�Wenn du schnell zu Boden springst und den Schlitten abh�ngst, kann ich seitlich ausweichen und das Tier eine Weile ablenken. Falls ihr euch entschlie�t, es mit ihm aufzunehmen, warne ich euch rechtzeitig, bevor ich die Kanone ben�tze.�</p><p>Barlennan war sofort damit einverstanden, sprang vom Dach des Schleppers und klinkte das Zugseil aus. Dann gab er Ladeland das vereinbarte Zeichen, erreichte mit einem Satz das Deck der Bree und erl�uterte der Besatzung die neue Lage. Diese Erkl�rung war im Grunde genommen �berfl�ssig, denn der Flieger lenkte den Schlepper bereits nach rechts von dem Schlitten fort. Die Besatzung verfolgte interessiert, gespannt, neugierig, aber ohne Angst zu zeigen, wie Tier und Maschine sich einander langsam n�herten.</p><p>Das Tier blieb zun�chst stehen, als der Schlepper nach vorn rollte. Sein Kopf sank tiefer, bis er nur noch einen Meter weit vom Boden entfernt war, und der lange Hals bewegte sich von einer Seite zur anderen, w�hrend die sechs Augen das seltsame Ding aufmerksam betrachteten. Das Unget�m achtete nicht mehr auf die Bree; entweder erkannte es die kleinen Lebewesen auf Deck gar nicht oder hielt den Schlepper f�r wichtiger. Als Lackland einen weiten Bogen beschrieb, ver�nderte es seine Stellung ebenfalls und wandte ihm wieder die Vorderseite zu. Lackland �berlegte bereits, ob er es noch weiter in die entgegengesetzte Richtung locken sollte, so da� die Bree genau hinter ihm lag; dann fiel ihm jedoch ein, da� das Schiff sich nicht in der Schu�linie befinden durfte, falls er die Kanone einsetzen mu�te. Deshalb bremste er, als der Schlitten sich rechts des Unget�ms befand, denn von dieser Stelle aus konnte er beobachten, ob die Besatzung sich dem Tier n�herte.</p><p>Er bewegte sich auf das Tier zu. Es hatte sich zu Boden gekauert, als er bremste, aber nun richtete es sich wieder auf und zog den Kopf sch�tzend ein, bis er fast im Rumpf verschwand. Lackland hielt nochmals an, griff nach seiner Kamera und machte mehrere Aufnahmen; da das Tier offenbar nicht die Absicht hatte, ihn anzugreifen, blieb er stehen und betrachtete es eingehend.</p><p>Sein K�rper war etwas gr��er als der eines Elefanten; auf der Erde h�tte das Tier zwischen acht und zehn Tonnen gewogen. Dieses Gewicht war gleichm��ig auf zehn Beinpaare verteilt, die nicht sehr beweglich zu sein schienen. Lackland bezweifelte, da� das Tier sich schneller als bisher fortbewegen konnte.</p><p>Zwei oder drei Minuten sp�ter wurde das Ungeheuer unruhig; der Kopf ragte wieder etwas �ber den massiven Rumpf hinaus und schwankte von einer Seite zur anderen. Lackland wollte vermeiden, da� es auf die hilflos gestrandete Bree und ihre Besatzung aufmerksam wurde und fuhr deshalb einen Meter weiter; sein Gegen�ber nahm prompt wieder die Schutzhaltung ein. Dieses Spiel wiederholte sich noch einige Male in immer k�rzeren Zeitabst�nden. Dann ging die Sonne im Westen unter, und da Ladeland nicht beurteilen konnte, ob das Tier bereit und imstande war, auch nachts anzugreifen schaltete er alle Scheinwerfer des Fahrzeugs ein. Dadurch wollte er zumindest erreichen, da� das Ungeheuer geblendet und unsicher wurde.</p><p>Das Scheinwerferlicht war ihm offenbar unangenehm, denn es kniff die Augen zusammen, und Lackland sah, da� die gro�en Pupillen sich verengten. Dann stie� es ein lautes Zischen aus, wuchtete seinen schweren K�rper vorw�rts und schlug zu. Lackland war v�llig �berrascht, denn er hatte nicht damit gerechnet, da� sein Gegner so nahe war � oder da� der Hals des Unget�ms so weit reichte. Der aufgerissene Rachen mit den langen Fangz�hnen wurde pl�tzlich neben Lackland sichtbar; dann knallte etwas aufs Kabinendach, und der dort montierte Suchscheinwerfer erlosch. Lackland fuhr hastig r�ckw�rts und rief dabei in sein Mikrophon:</p><p>�Barl! Was ist mit euren Netzen? Wenn ihr nicht kommt, mu� ich schie�en!�</p><p>�Die Netze sind noch nicht klar, aber wenn du das Tier ein paar Meter weiter r�ckw�rts lockst, werden wir auf andere Weise mit ihm fertig�, antwortete Barlennan.</p><p>�Einverstanden.� Lackland konnte sich nicht vorstellen, woraus diese andere Methode bestehen sollte und glaubte nicht recht an ihren Erfolg; aber solange der Kommandant nur verlangte, er solle nach r�ckw�rts ausweichen, wollte er nicht ungef�llig sein. Er dachte nicht im Traum daran, da� Barlennans Waffe dem Schlepper gef�hrlich werden k�nnte, und der Kommandant sah ebenfalls keine Gefahr, als er jetzt den Befehl gab, die Flammentanks zu entleeren.</p><p>Der Wind stand g�nstig, und die gl�hende Wolke h�llte die beiden Gegner ein, bevor sie ausweichen konnten. Lackland gebrauchte einige Ausdr�cke, die er Barlennan bisher noch nicht gelehrt hatte, w�hrend er den R�ckw�rtsgang einlegte und darauf hoffte, da� die Quarzfenster des Schleppers diese Temperatur aushalten w�rden. Im Scheinwerferlicht sah er, da� das Tier langsam zu Boden sank, nachdem die Flamme erloschen war; da er sich nicht vorstellen konnte, da� die Hitze allein t�dlich gewesen war, vermutete er, da� bei der Verbrennung giftige D�mpfe entstanden, denen das Tier erlegen war. Die Besatzung der Bree sprang jetzt �ber Bord und machte sich sofort daran, das tote Unget�m zu zerlegen.</p><p>�Barl, womit erzeugt ihr diese Flammenwolken? Und ist dir nicht eingefallen, da� die Fenster des Schleppers in der Hitze springen k�nnten?� wollte Lackland wissen.</p><p>�Tut mir leid, Charles, aber ich h�tte nie gedacht, da� deine Maschine dadurch besch�digt werden k�nnte�, antwortete der Kommandant. �In Zukunft sind wir vorsichtiger. Unsere Flammentanks werden mit Staub aus dem Mark bestimmter Pflanzen gef�llt; die Masse besteht aus gro�en Kristallen, die wir vorsichtig bei v�lliger Dunkelheit pulverisieren.�</p><p>Lackland nickte langsam und kombinierte, was er geh�rt und gesehen hatte: lichtempfindlich� in Wasserstoff als wei�er Staub auftretend� schwarze Flecke im Schnee� alles wies in die gleiche Richtung. Chlor war bei den hier herrschenden Au�entemperaturen ein fester Stoff, der sich mit Wasserstoff zu Wasserstoffchlorid verbinden mu�te, und Wasserstoffchlorid trat als feiner Staub auf; Methanschnee gab ebenfalls Wasserstoff ab, so da� Kohlenstoff auf dem Boden zur�ckblieb. Eine interessante Reaktion! Lackland �berlegte bereits, ob er Rosten davon erz�hlen sollte � aber vielleicht hob er sich diese Mitteilung f�r sp�ter auf, wenn Rosten wieder einmal in schlechter Laune war.</p><p>�Tut mir wirklich leid, da� ich deinen Schlepper gef�hrdet habe.� Barlennan schien selbst erschrocken zu sein. �Vielleicht schie�t du in Zukunft doch lieber gleich mit deiner Kanone. Oder k�nnten wir lernen, wie sie bedient wird? Ist sie wie die Funkger�te f�r unsere Verh�ltnisse umgebaut worden?� Der Kommandant fragte sich, ob er diesmal zu weit gegangen sei, aber Lacklands Reaktion bestand nur aus einem leisen L�cheln, das Barlennan weder sehen noch deuten konnte.</p><p>�Nein, die Kanone ist nicht umgebaut worden, Barl. Sie funktioniert hier ganz gut, aber ich f�rchte, da� du zu Hause nicht viel mit ihr anfangen k�nntest.� Lackland ben�tzte seinen Rechenschieber und f�gte hinzu: �Dort w�rde die gr��te Reichweite etwa f�nfzig Meter betragen.�</p><p>Barlennan schwieg entt�uscht. Die Besatzung verbrachte die n�chsten Tage damit, das tote Ungeheuer zu zerlegen. Lackland behielt den m�chtigen Sch�del, um Rosten damit notfalls beruhigen zu k�nnen, und der Schleppzug setzte seine Fahrt fort.</p><p>Das Land wurde h�geliger, je weiter sie nach Osten vordrangen, und der Flu�, dessen Oberlauf sie jetzt folgten, spaltete sich in zahlreiche B�che auf. Zwei dieser kleineren Nebenfl�sse waren so breit, da� der Schlitten sie nicht �berbr�cken konnte; die Bree mu�te am Ufer zur�ckbleiben, w�hrend Lackland mit Schlepper und Schlitten das Flu�bett unter der Oberfl�che durchquerte, und wurde erst dann nachgezogen. In den letzten Tagen waren die B�che jedoch so schmal geworden, da� der Schleppzug nicht mehr aufgehalten wurde.</p><p>Als sie sich bereits neunzehnhundert Kilometer vom Liegeplatz der Bree und etwa f�nfhundert Kilometer s�dlich des �quators befanden, wo Lackland unter der erh�hten Schwerkraft litt, begannen die B�che und Fl�sse entschieden in die Richtung zu flie�en, in der ihr Ziel lag. Lackland und Barlennan warteten noch einige Tage, bevor sie davon sprachen, weil sie der Besatzung eine Entt�uschung ersparen wollten, aber dann war endlich kein Zweifel mehr m�glich � sie hatten den h�chsten Punkt des Gebirges �berschritten und mu�ten fr�her oder sp�ter auf das Meer im Osten sto�en. Die Stimmung der Besatzung, die nie ausgesprochen schlecht gewesen war, besserte sich sichtlich, und einige Meskliniten richteten sich auf dem Dach des Schleppers h�uslich ein, um nur ja die ersten zu sein, die das Meer entdeckten, wenn das Fahrzeug �ber den n�chsten H�gel rollte. Selbst Lackland, der in den letzten Tagen wortkarg und m�rrisch gewesen war, weil ihm die h�here Schwerkraft ernstlich zu schaffen machte, war wieder bester Laune; da seine Erleichterung jedoch am gr��ten gewesen war, bedeutete es logischerweise eine ebenso gro�e Entt�uschung f�r ihn, als sie am n�chsten Tag pl�tzlich einen Felsabsturz erreichten: eine zwanzig Meter hohe Felswand, die fast senkrecht abfallend im rechten Winkel zu ihrer Fahrtrichtung verlief, so weit das Auge reichte.</p></section><section><title><p>9</p></title><p>Bei diesem Anblick herrschte zun�chst langes Schweigen. Lackland und Barlennan, die aus Tausenden von Einzelbildern eine Karte zusammengestellt hatten, waren zu verbl�fft, um reden zu k�nnen. Die Besatzung lie� sich zwar durch dieses neue Hindernis keineswegs aus der Ruhe bringen, schien sich aber stillschweigend darauf geeinigt zu haben, dieses Problem dem Kommandanten und seinem Freund zu �berlassen.</p><p>�Wie kann diese Felswand �berhaupt hier sein?� fragte Barlennan, als er sich von seiner �berraschung erholt hatte. �Ich sehe ein, da� sie nicht besonders hoch ist, wenn man sie mit der H�he vergleicht, aus der die Aufnahmen gemacht wurden � aber in den Minuten vor Sonnenuntergang h�tte sie doch einen langen Schatten werfen m�ssen, nicht wahr?�</p><p>�Du hast recht, Barl�, stimmte Lackland zu, �der Schatten m��te gut zu sehen sein. Aber wir haben anscheinend Pech gehabt, denn die Aufnahme, die das Gebiet hier zeigt, mu� zwischen Sonnenaufgang und Mittag gemacht worden sein.�</p><p>�Soll das hei�en, da� der Felsabsturz nicht �ber die Grenzen dieser einen Aufnahme hinausreicht?�</p><p>�Kann sein, Barl�, antwortete Lackland, �aber wenn die Fotorakete von Osten nach Westen geflogen ist, besteht durchaus die M�glichkeit, da� sie den Absturz mehrmals kurz nach Sonnenaufgang fotografiert hat � dann ist er auf keinem Bild deutlich zu sehen. Aber das ist gar nicht das eigentliche Problem; da die Klippe uns den Weg versperrt, m�ssen wir sie irgendwie �berwinden.�</p><p>Das nun folgende betroffene Schweigen wurde zu ihrer �berraschung von Dondragmer gebrochen, der ruhig fragte: �K�nnten die Freunde des Fliegers nicht feststellen, wie weit sich der Felsabsturz nach beiden Seiten erstreckt? Vielleicht f�llt er irgendwo in der N�he weniger steil ab. Es m��te doch m�glich sein, diesmal Aufnahmen zu machen, auf denen die Klippe sichtbar ist.� Barlennan �bersetzte Lackland die Frage seines Maats, und der Flieger zog erstaunt die Augenbrauen hoch.</p><p>�Dondragmer kann gleich selbst englisch sprechen, Barl � er versteht es offenbar gut genug, um unserem Gespr�ch zu folgen. Oder kannst du dich mit ihm auf eine Weise verst�ndigen, die ich noch nicht kenne?�</p><p>Barlennan starrte seinen Maat verbl�fft an. Er hatte ihm die Unterhaltung mit Lackland nicht �bersetzt; der Flieger hatte also offenbar recht � Dondragmer hatte etwas englisch gelernt. Andererseits traf Lacklands Vermutung aber ebenfalls zu, denn Barlennan wu�te seit einiger Zeit, da� der Flieger ihn nicht h�ren konnte, wenn er sehr hoch sprach. Der Kommandant �berlegte kurz und beschlo� dann, m�glichst wenig zu verraten.</p><p>�Dondragmer ist anscheinend intelligenter, als ich dachte. Ist es wahr, da� du die Sprache des Fliegers beherrschst, Don?� fragte er auf englisch. Dann f�gte er in den h�chsten T�nen seiner eigenen Sprache, die Lackland nicht mehr h�ren konnte, rasch hinzu: �Sag die Wahrheit, Don � ich m�chte vermeiden, da� er merkt, da� wir uns unterhalten k�nnen, ohne da� er uns h�rt. Antworte in seiner Sprache, wenn du sie schon so gut beherrschst.�</p><p>Der Maat gehorchte, aber selbst sein Kommandant h�tte nicht angeben k�nnen, was in diesem Augenblick in seinem Kopf vorging. �Ich habe viel von deiner Sprache gelernt, Charles Lackland. Ich wu�te nicht, da� du etwas dagegen haben w�rdest.�</p><p>�Ich habe ganz und gar nichts dagegen einzuwenden, Don�, versicherte Lackland ihm. �Ich bin sehr zufrieden und � ehrlich gesagt � etwas verbl�fft. W�rst du mit Barl zu meiner Kuppel gekommen, h�tte ich dir gern ebenfalls Unterricht erteilt. Da du dir selbst gen�gend Kenntnisse angeeignet hast � vermutlich durch den Vergleich unserer Gespr�che mit den Reaktionen des Kommandanten �, nimmst du am besten an unseren Beratungen teil. Dein Vorschlag ist sehr vern�nftig; ich setze mich gleich mit der Station auf Toorey in Verbindung.�</p><p>Die Gegenstelle auf dem Mond des Planeten meldete sich sofort, und Lackland brachte seinen Wunsch vor. Er erhielt die Zusage, da� so rasch wie m�glich eine Fotorakete starten werde.</p><p>�So rasch wie m�glich� bedeutete allerdings einige Tage auf Mesklin, und das Trio vertrieb sich die Wartezeit damit, Pl�ne f�r den Fall zu schmieden, da� der Felsabsturz sich nicht irgendwo in der N�he �berwinden lie�.</p><p>Zu Barlennans Entsetzen waren mehrere seiner Leute bereit, �ber die Klippe zu springen, was den Kommandanten einigerma�en ersch�tterte, da er nicht damit gerechnet hatte, da� seine Leute ihre H�henangst so v�llig �berwinden w�rden. Lackland mu�te ihm zu Hilfe kommen und die Wagemutigen davon �berzeugen, da� dieser Sprung die gleiche Wirkung haben w�rde, als seien sie zu Hause zwanzig Zentimeter tief gefallen. Diese Tatsache rief gen�gend Kindheitserinnerungen wach, um das Vorhaben scheitern zu lassen.</p><p>Da zun�chst keine besseren Ideen auftauchten, nahm Lackland die Gelegenheit wahr, endlich wieder gr�ndlich auszuschlafen. Er hatte gut geschlafen und reichlich gefr�hst�ckt, als die Station auf Toorey berichtete, was die Auswertung der Aufnahmen ergeben hatte. Der Bericht war kurz und entmutigend.</p><p>Die Klippe erreichte etwa neunhundert Kilometer nord�stlich von ihnen fast genau am �quator das Meer. In der entgegengesetzten Richtung erstreckte sie sich fast zweitausend Kilometer weit, wurde allm�hlich niedriger und endete etwa an der F�nf-g-Linie. Sie verlief nicht v�llig gerade, sondern bog an einer Stelle weit landeinw�rts aus; der Schlepper befand sich genau an dieser Stelle. Innerhalb dieser Ausbuchtung ergossen sich zwei Fl�sse �ber die Klippe, und der Schlepper war zwischen ihnen gefangen, da Lackland die Bree unm�glich �ber die Fl�sse ziehen konnte, ohne zuvor kilometerweit flu�aufw�rts zu fahren, wo die Stromschnellen weniger gewaltig waren. Einer der Fl�sse lag genau s�dlich von ihnen in f�nfundvierzig Kilometer Entfernung; der zweite war hundertdrei�ig Kilometer nord�stlich von ihnen am Rand der Ausbuchtung festgestellt worden. Da die Aufnahmen aus gro�er H�he gemacht worden waren, zeigten sie kaum Details, aber der Auswerter bezweifelte sehr, da� der Schlepper den Fehlsturz an irgendeiner Stelle zwischen den beiden Fl�ssen �berwinden k�nne.</p><p>�Wie, zum Teufel, kann sich �berhaupt eine Klippe dieser Art bilden?� fragte Ladeland aufgebracht. �Zweitausendsechshundert Kilometer weit und �berall zwanzig Meter hoch � und wir m�ssen ausgerechnet darauf sto�en. Ich m�chte wetten, da� es auf dem ganzen Planeten keinen zweiten Felsabsturz dieser Art gibt.�</p><p>�Wetten Sie lieber nicht voreilig�, warnte ihn der Auswerter. �Unsere Physiographen haben nur zufrieden genickt, als sie davon h�rten. Einer behauptete, er sei �berrascht, da� Sie erst jetzt auf diese Formation gesto�en seien, und ein anderer wandte sofort ein, derartige Naturerscheinungen seien eigentlich in gr��erer Entfernung vom �quator zu erwarten, so da� sein Kollege keinen Grund zur �berraschung habe. Wahrscheinlich streiten sie jetzt noch dar�ber. Meiner Meinung nach haben Sie Gl�ck, da� Ihr kleiner Freund Ihnen den gr��ten Teil der Reise abnimmt.�</p><p>�Wie steht es mit anderen Klippen zwischen hier und dem Meer im Osten?� fragte Lackland. �Was k�nnen Sie mir dar�ber sagen � oder m�ssen Sie die Rakete erst zum zweitenmal losschicken?�</p><p>�Nein, wir haben vorsichtshalber die ganze Route aufgenommen. Sobald Sie diese Klippe hinter sich haben, ist alles in bester Ordnung � Sie k�nnten Barlennans Schiff am Fu� der Klippe in den Flu� einsetzen, und er w�rde von dort an allein zurechtkommen. Ihr einziges Problem besteht darin, sein Segelboot �ber die Klippe zu hieven.�</p><p>��ber die Klippe� hmmm. Ich wei�, da� Sie nur bildlich gesprochen haben, Hank, aber vielleicht ist das gar keine schlechte Idee. Vielen Dank; ich melde mich sp�ter wieder.� Lackland schaltete das Ger�t aus, sank in seine Koje zur�ck und dachte angestrengt nach.</p><p>Er hatte die Bree nie schwimmen gesehen, wu�te aber, da� sie nur geringen Tiefgang hatte und sehr leicht sein mu�te, da Methan nur halb so dicht wie Wasser war und deshalb entsprechend weniger tragen konnte. Und die Bree war nicht hohl, sondern bestand aus extrem leichten Fl��en, die auf Methan schwammen und sogar noch Besatzung und Ladung trugen. Folglich konnte jedes Flo� selbst unter dieser Schwerkraft bestenfalls einige Pfund wiegen; Lackland mu�te also imstande sein, zwei oder drei Fl��e gleichzeitig �ber die Klippe nach unten zu lassen, und zwei Besatzungsmitglieder waren vermutlich in der Lage, das ganze Schiff zu tragen, wenn sie ihre Abneigung �berwanden, ein gr��eres Gewicht �ber sich zu haben.</p><p>Lackland selbst hatte keine Leinen im Schlepper, wenn man von dem Zugseil absah, aber an Bord der Bree gab es mehr als genug. Die Besatzung w�rde eine Art Ladebaum errichten k�nnen. Die gr��te Schwierigkeit bestand darin, die Besatzung dazu zu bringen, da� sie sich von Lackland �ber den Rand der Klippe abseilen lie�. Im Grunde genommen betraf dieses Problem vor allem den Kommandanten, aber Lackland wu�te, da� er selbst einen brauchbaren Vorschlag zu seiner L�sung machen mu�te.</p><p>Jetzt kam es nur noch darauf an, Barlennans Meinung zu erfahren; Ladeland schaltete also den kleineren Sender ein und setzte sich mit seinem Freund in Verbindung.</p><p>�Mir ist eben etwas eingefallen, Barl. W�re es nicht m�glich, da� deine Leute die Bree Flo� f�r Flo� �ber die Klippe nach unten lassen und sie unten wieder zusammensetzen?�</p><p>�Und wie w�rdest du nach unten kommen?� fragte Barlennan.</p><p>�Gar nicht. Ungef�hr f�nfundvierzig Kilometer von hier beginnt ein gr��erer Flu�, der bis zum Meer befahrbar ist, wenn Hank Stearmans Bericht zutrifft. Ich m�chte dir deshalb einen Vorschlag machen: Ich schleppe euch bis zu einer Stelle oberhalb des Flusses, helfe euch, die Bree nach unten zu bringen, sehe zu, wie ihr flu�abw�rts segelt, und w�nsche euch viel Gl�ck � von dann ab k�nnen wir euch nur noch mit Wetterberichten helfen, aber das wei�t du ja selbst. Ihr habt doch Leinen an Bord, die das Gewicht eines Flo�es aushalten, nicht wahr?�</p><p>�Selbstverst�ndlich; hierzulande k�nnte jede normale Leine das ganze Schiff tragen. Wir m��ten allerdings einen Baum oder den Schlepper oder irgend etwas anderes als Anker ben�tzen, denn die Besatzung k�nnte das Schiff nicht halten, sobald es in Bewegung ger�t. Aber das ist nicht weiter schwierig. Deine Idee scheint die L�sung des Problems zu sein, Charles.�</p><p>�Wie steht es mit deinen Leuten? Glaubst du, da� sie sich mit der Vorstellung abfinden k�nnen, �ber den Rand der Klippe abgeseilt zu werden?�</p><p>Barlennan dachte kurz nach. �Dar�ber brauchst du dir keine Sorgen zu machen�, versicherte er Lackland dann. �Wir m�ssen sie nur gen�gend besch�ftigen, damit sie keine Zeit haben, w�hrend des Abseilens nach unten zu sehen. Ich rechne nicht mit gr��eren Schwierigkeiten. Sollen wir gleich aufbrechen? Wir sind fertig.�</p><p>�Einverstanden.� Lackland nahm seinen Platz am Steuer ein, fuhr an und hielt zweihundert Meter Abstand vom Rand der Klippe ein. Die Meskliniten �berwanden ihre H�henangst allm�hlich.</p><p>Zwanzig Tage sp�ter erreichten sie die Stelle, an der sich der Flu� �ber die Felswand ergo�. W�hrend Lackland wieder in seiner Koje lag und sich ausruhte, machte sich die Besatzung der Bree unter Dondragmers Anleitung daran, die Fl��e voneinander zu trennen. Barlennan stellte inzwischen fest, an welchem Punkt der Flu� der Klippe am n�chsten war, und lie� dort ein Ger�st aus Schiffsmasten errichten, �ber dessen Spitze die Leinen laufen sollten, damit sie nicht an den Felsen scheuerten.</p><p>Als Lackland aufwachte, hing bereits das erste Flo� an einer unglaublich d�nnen Leine; Barlennan und sein Maat �berpr�ften nochmals jeden Knoten, bevor Dondragmer auf dem Flo� Platz nahm. Die Leine war mehrmals um einen Baum in der N�he des Schleppers gewickelt und wurde von den kr�ftigsten Besatzungsmitgliedern gehalten. Dondragmer gab das Zeichen zum Ablassen, und Lackland sah auf seinem Bildschirm, wie das Flo� langsam nach unten sank.</p><p>Zu seiner Verbl�ffung stapelten Barlennans Leute jetzt mehrere Fl��e �bereinander, w�hrend die Leine wieder nach oben gezogen wurde. Der Kommandant hatte offenbar nicht die Absicht, sich hier l�nger als unbedingt n�tig aufzuhalten. Eine Ladung nach der anderen sank nach unten. Kurze Zeit sp�ter wurde die Leine verl�ngert, damit das Abseilen vom Fu� der Klippe aus geschehen konnte, wo bereits zwei Drittel der Besatzung versammelt waren. Lackland ahnte bereits, was von ihm erwartet wurde, als Barlennan aufs Dach des Schleppers sprang, wo ein Funkger�t montiert war, das nicht wie die anderen nach unten gelassen worden war.</p><p>�Wir haben nur noch zwei Ladungen, Charles�, begann der Kommandant, �aber die letzte ist vielleicht etwas schwieriger. Wir m�chten die Masten nicht zur�cklassen, k�nnen sie aber auch nicht einfach hinunterwerfen, weil der Boden unten sehr felsig ist. W�rdest du mir den Gefallen tun, diese letzte Ladung hinunterzulassen? Sie besteht aus einem Flo�, den Masten und mir.�</p><p>Lackland runzelte verbl�fft die Stirn. �Willst du dich wirklich darauf verlassen, da� ich alles richtig mache?�</p><p>�Selbstverst�ndlich. Ich sehe keine Schwierigkeiten dabei; im Verh�ltnis zu deinem K�rpergewicht ist die Last l�cherlich gering.�</p><p>�Aber was passiert, wenn mir die d�nne Leine aus den Greifzangen rutscht?�</p><p>Barlennan schien zu �berlegen. �Wie gro� mu� ein Gegenstand mindestens sein, damit du ihn fest genug fassen kannst?� fragte er dann.</p><p>�Oh� so gro� wie einer der Masten, nehme ich an.�</p><p>�Dann ist alles in Ordnung. Wir wickeln die Leine um den Mast, den du als Winde ben�tzen kannst. Anschlie�end wirfst du den Mast zu uns hinunter; wenn er zerbricht, ist der Schaden nicht allzu gro�.�</p><p>Lackland zuckte mit den Schultern. �Du mu�t wissen, was du tust, Barl. Ich komme gleich hinaus.�</p><p>Als Lackland wenige Minuten sp�ter den Schlepper verlie� und m�hsam auf den Rand der Klippe zustapfte, war nur noch ein Flo� zu sehen, auf dem Barlennan neben einem Funkger�t hockte. Zehn Meter davor lag der Mast mit der aufgewickelten Leine, den Lackland jetzt aufhob und mit beiden Greifzangen festhielt.</p><p>�Achtung, es geht los, Charles!� rief Barlennan, als er sah, da� der Flieger bereit war. Er schob das Flo� �ber den Rand hinaus, hielt sich an der Leine fest und trat an die Au�enkante der Plattform, die sofort abkippte und au�er Sicht rutschte.</p><p>Die Leine in Lacklands H�nden straffte sich, und einen Augenblick sp�ter meldete Barlennan, er habe den kurzen freien Fall gut �berstanden. �Nachlassen!� sagte er dann.</p><p>Lackland atmete auf und spulte langsam die Leine ab.</p><p>�Jetzt bin ich gleich unten�, sagte Barlennans Stimme einige Zeit sp�ter in seinen Kopfh�rern. �Halt, das gen�gt! Bitte noch nicht loslassen.�</p><p>Lackland blieb in gleicher Haltung stehen.</p><p>�Hier unten ist alles klar, Charles�, berichtete der Kommandant schlie�lich. �Du kannst die Leine loslassen und den Mast hinterherwerfen.� Lackland �ffnete die Greifer, und die d�nne Leine verschwand; dann folgte der f�nfundzwanzig Zentimeter lange Stock, der als Hauptmast der Bree diente. Lackland stellte fest, da� seine Nerven in letzter Zeit schlechter geworden sein mu�ten, denn er erschrak f�rmlich �ber die Geschwindigkeit, mit der Gegenst�nde unter der hier herrschenden Schwerkraft fielen. Vielleicht war es an den Polen doch besser � dort sah man sie �berhaupt nicht. Dort fielen Gegenst�nde mit dreieinhalb Sekundenkilometer Anfangsgeschwindigkeit zu Boden! Aber vermutlich war dieses pl�tzliche Verschwinden ebenso nervenaufreibend. Ladeland zuckte mit den Schultern und stapfte m�hsam zu seinem Fahrzeug zur�ck.</p><p>In den n�chsten Stunden beobachtete er auf dem Bildschirm wie die Bree am Flu�ufer zusammengebaut wurde. Barlennan und Dondragmer verabschiedeten sich schlie�lich von ihm, und die Besatzung schob das Schiff in den Flu� hinaus. Die rasche Str�mung trug es mit sich fort; Lackland starrte ihm lange nach, bis die Bree zu einem dunklen Punkt zusammenschrumpfte und am Horizont verschwand.</p><p>Ladeland blieb noch einige Minuten unbeweglich sitzen; dann schaltete er sein Funkger�t ein und rief die Station auf Toorey.</p><p>�Ihr k�nnt mich jetzt abholen. Ich habe getan, was ich hier unten tun konnte.�</p></section><section><title><p>10</p></title><p>Wenige Kilometer unterhalb des Wasserfalls wurde der Flu� zusehends breiter und str�mte langsamer meerw�rts. Barlennan hatte zun�chst Segel setzen lassen, aber der Wind lie� bald nach, so da� die Bree auf die Str�mung angewiesen war, die sie jedoch in die gew�nschte Richtung brachte, so da� niemand Grund zur Klage hatte.</p><p>Der Flu� schl�ngelte sich in weitem Bogen durch die flache Landschaft; an seinen Ufern standen gelegentlich B�ume, die achtzig oder neunzig Kilometer flu�abw�rts einen regelrechten Wald bildeten. Barlennan beobachtete diese seltsame Naturerscheinung mit zunehmendem Interesse und befahl schlie�lich dem Ruderg�nger, er solle das Schiff dichter ans Ufer steuern, weil er sich diesen Wald aus der N�he ansehen wollte.</p><p>Die Dunkelheit unter den B�umen in Ufern�he war jedoch so bedr�ckend, da� der Kommandant seinem Ruderg�nger schon bald einen Wink gab, er solle wieder in die Mitte des Flusses hinaussteuern. Dondragmer sprach f�r die �brigen Besatzungsmitglieder, als er halblaut vor sich hin murmelte: �Wer dort leben kann, ist bestimmt nicht ganz richtig im Kopf.� Vielleicht hatten die Zuh�rer am Ufer verstanden, was er sagte, oder vielleicht f�rchteten sie auch, die Fremden wollten ihnen ihren Wald wegnehmen � jedenfalls beschlossen sie, kein Risiko einzugehen, und die Schiffsbesatzung hatte wieder einmal Gelegenheit, Erfahrungen mit Wurfgeschossen zu machen.</p><p>Diesmal handelte es sich um Speere. Sechs zischten vom Ufer her �ber den Flu� und bohrten sich tief ins Deck der Bree; zwei weitere prallten von Schutzpanzern ab und fielen �ber Bord. Die beiden Getroffenen machten unwillk�rlich einen Satz, landeten im Flu�, schwammen hinter dem Schiff her und wurden an Bord gezogen. Der Ruderg�nger handelte selbst�ndig und steuerte noch weiter in den Flu� hinaus.</p><p>Der Kommandant wies ihn an, die Bree in der Flu�mitte zu halten, und ging selbst ans Funkger�t, um Lackland, der inzwischen nach Toorey zur�ckgekehrt war, von diesem Vorfall zu berichten.</p><p>Der Wald erstreckte sich noch �ber hundertf�nfzig Kilometer weit an beiden Ufern, w�hrend der Flu� allm�hlich breiter wurde. Nach dem ersten Zusammentreffen mit den Waldbewohnern hielt sich die Bree in der Flu�mitte, aber selbst diese Vorsichtsma�nahme gen�gte nicht, ihr eine unbehelligte Weiterfahrt zu sichern. Wenige Tage nach dem �berfall wurde am linken Ufer eine kleine Lichtung sichtbar. Barlennan befand sich nur wenige Zentimeter �ber der Oberfl�che und sah deshalb nicht besonders gut, aber er erkannte trotzdem, da� auf der Lichtung eigenartige Dinge standen, die n�her untersucht werden mu�ten. Er z�gerte zun�chst noch, gab aber dann den Befehl, das Ufer anzusteuern.</p><p>Die seltsamen Dinge erinnerten an Baumst�mme, waren jedoch niedriger und dicker. H�tte Barlennan einen der Schiffsmasten erklettert, h�tte er dicht �ber dem Boden kleine �ffnungen erkannt, die den Zweck dieser Dinge ahnen lie�en. Lackland, der das gleiche Bild vor sich auf seinem Schirm sah, dachte sofort an afrikanische Negerh�tten, �u�erte sich aber nicht dazu. Er interessierte sich vor allem f�r einige andere Dinge, die in der N�he des �Dorfes� am Flu�ufer lagen. Dabei h�tte es sich um Baumst�mme oder Krokodile handeln k�nnen � das war aus dieser Entfernung nicht zu unterscheiden �, aber Lackland vermutete, da� es Kanus waren. Er wartete gespannt darauf, wie Barlennan und seine Leute auf diese ihnen unbekannte Bootsform reagieren w�rden.</p><p>Es dauerte jedoch ziemlich lange, bevor jemand an Bord der Bree erkannte, da� die �Baumst�mme� in Wirklichkeit Boote und die anderen Dinge H�tten waren. Lackland f�rchtete schon, das Schiff werde in der Mitte des Flusses bleiben, ohne sich der Siedlung zu n�hern, denn Barlennan war in letzter Zeit sehr vorsichtig geworden. Es gab jedoch auch andere, die verhindern wollten, da� die Bree einfach vorbeifuhr, und als das Schiff auf H�he des Dorfes angelangt war, str�mten dessen Bewohner aus ihren H�tten zum Flu� und bewiesen, da� Lackland richtig vermutet hatte. Jeweils zehn oder zw�lf dieser Wesen, die offenbar zu Barlennans Rasse geh�rten, fanden in einem Kanu Platz, stie�en sich vom Ufer ab und paddelten auf die Bree zu.</p><p>Die Schiffsbesatzung machte bei ihrem Auftauchen die Flammenwerfer klar, obwohl der Kommandant selbst bezweifelte, da� sie unter diesen Umst�nden wirkungsvoll eingesetzt werden konnten. Krendoranic, der Waffenoffizier, arbeitete wie ein Verr�ckter an seinen Tanks, aber niemand wu�te, was er vorhatte; f�r ihn und seine Leute gab es bei der gegenw�rtigen Windstille nichts zu tun. Allein dieser Umstand, der auf See nie zu ber�cksichtigen war, brachte die Verteidigungsma�nahmen der Bree v�llig durcheinander.</p><p>Wenig sp�ter stellte sich jedoch heraus, da� die Flammenwerfer ohnehin nutzlos gewesen w�ren, denn die Kanus beschrieben einen weiten Bogen und kreisten die Bree von allen Seiten ein. Als sie nur noch zwei oder drei Meter von den �u�eren Fl��en entfernt waren, h�rte die Besatzung auf zu paddeln; Barlennans Leute und die Eingeborenen starrten sich einige Minuten lang schweigend an. Lackland fluchte leise vor sich hin, denn die Sonne ging ausgerechnet in diesem Augenblick unter, so da� sein Bildschirm dunkel wurde. In den n�chsten acht Minuten h�rte er zwar Stimmen, konnte aber nicht einmal unterscheiden, ob Besatzungsmitglieder der Bree oder Eingeborene sprachen; allerdings schien es sich nicht um eine gewaltt�tige Auseinandersetzung, sondern noch um den Versuch einer Gespr�chsankn�pfung zu handeln.</p><p>Bei Sonnenaufgang stellte Lackland fest, da� die Nacht eine �berraschende Ver�nderung mit sich gebracht hatte. Die Bree h�tte inzwischen weiter flu�abw�rts getrieben sein sollen; statt dessen befand sie sich jetzt nicht weit vom Dorf entfernt in Ufern�he. Lackland wollte sich schon bei Barlennan erkundigen, weshalb er dieses betr�chtliche Risiko auf sich genommen und wie er die Bree in Ufern�he man�vriert habe, als er merkte, da� der Kommandant ebenso verbl�fft war.</p><p>Lackland runzelte irritiert die Stirn. �Barl sitzt bereits in der Tinte�, erkl�rte er seinem Nachbarn. �Ich wei�, da� er ein kluger Kopf ist, aber wer f�nfzigtausend Kilometer vor sich hat, darf nicht schon nach f�nfhundert auf Grund laufen.�</p><p>�Wollen Sie ihm nicht irgendwie helfen? �berlegen Sie nur, was von seinem Erfolg oder Mi�erfolg abh�ngt � ein paar Milliarden Dollar und unser Ruf als Wissenschaftler.�</p><p>�Was soll ich tun? Ich kann ihm nur gute Ratschl�ge geben, und er kann die Lage dort unten selbst besser beurteilen. Immerhin hat er es mit Angeh�rigen seiner eigenen Rasse zu tun.�</p><p>�Soweit ich die Eingeborenen sehe, sind sie Barlennan etwa so �hnlich, wie die S�dseeinsulaner Captain Cook �hnlich waren. Ich gebe zu, da� sie offenbar der gleichen Rasse angeh�ren, aber falls sie� �h� Kannibalen sind, hat Barlennan nichts zu lachen.�</p><p>�Und wie soll ich ihm aus der Patsche helfen?� erkundigte Lackland sich. �Wie schwatzt man einem Kannibalen seine Beute ab, wenn man seine Sprache nicht beherrscht und ihm nicht einmal Auge in Auge gegen�bersteht? Glauben Sie im Ernst, die Eingeborenen w�rden auf einen kleinen Kasten achten, aus dem eine komische Stimme kommt?�</p><p>Der andere zog die Augenbrauen hoch. �Ich kann zwar nicht Gedanken lesen, aber ich wette, da� die Eingeborenen so erschrocken w�ren, da� sie alles t�ten, was der kleine Kasten verlangt. Als Ethnologe versichere ich Ihnen, da� Cooks S�dseeinsulaner Ihr Funkger�t als Gottheit verehrt und ihm Opfer gebracht h�tten.�</p><p>Lackland nickte langsam und beobachtete wieder den Bildschirm.</p><p>Die Schiffsbesatzung stemmte einige Masten in den Flu� und wollte die Bree dadurch vorw�rtsbewegen, aber auch dieser Versuch blieb erfolglos. Dondragmer kletterte �ber die �u�eren Fl��e und stellte fest, da� die Bree in einer Art K�fig lag, der aus Pf�hlen bestand, die ins Flu�bett eingerammt waren; nur stromaufw�rts waren keine Pf�hle zu sehen � aber dort warteten die Kanus der Eingeborenen. Barlennan h�rte sich den Bericht seines Maats an, lie� die Besatzung aufs Achterflo� zur�cktreten und n�herte sich selbst dem Bug. Ihm war l�ngst klar, da� die Eingeborenen nachts unter der Oberfl�che herangeschwommen sein mu�ten, um die Bree an den gew�nschten Platz zu schieben; das war keineswegs �berraschend, denn er konnte selbst einige Zeit unter der Oberfl�che bleiben, weil Meer und Fl�sse gen�gend Wasserstoff enthielten. Er fragte sich nur, was die Eingeborenen mit seinem Schiff wollten.</p><p>Auf dem Weg zum Bug nahm er ein gro�es St�ck Fleisch aus einer der Vorratskammern, trug es vor sich her und zeigte es den schweigend wartenden Eingeborenen. In den Kanus wurde Stimmengewirr laut, dann kam eines n�her heran, und der Eingeborene im Bug richtete sich auf, um das angebotene Fleisch entgegenzunehmen. Barlennan beobachtete, da� der H�uptling � jedenfalls hielt er den Eingeborenen an der Spitze des Bootes f�r den H�uptling � den gr��ten Teil des Fleisches f�r sich behielt und den Rest unter seine Leute verteilte. Das war ein gutes Zeichen, denn daraus ging hervor, da� die Eingeborenen eine gewisse soziale Entwicklungsstufe erreicht hatten.</p><p>Barlennan holte ein zweites St�ck Fleisch, lie� es aber nicht los, als der H�uptling danach griff; statt dessen deutete er abwechselnd auf das Fleisch und die Pf�hle, die das Schiff von drei Seiten umgaben. Der Kommandant war davon �berzeugt, da� der andere seine Zeichensprache verstehen m�sse; ihre Bedeutung war jedenfalls sogar den beiden M�nnern klar, die ihn auf Toorey beobachteten.</p><p>Der H�uptling schien jedoch keinen Spa� zu verstehen und reagierte sofort, als er begriff, da� Barlennan das Fleisch diesmal nicht ohne Gegenleistung hergeben w�rde. Auf seinen Befehl hin zogen die H�lfte der Krieger in jedem Boot ihre Paddel ein, duckten sich und sprangen an Bord des fremden Schiffes.</p><p>Die Besatzung der Bree war nicht auf einen Angriff aus der Luft gefa�t, und da ihre Aufmerksamkeit zu Beginn der Verhandlungen nachgelassen hatte, kam es nicht zu einem ernsthaften Kampf. Die Eingeborenen besetzten das Schiff in weniger als f�nf Sekunden. Eine Gruppe unter F�hrung des H�uptlings untersuchte die Vorratskammern und gab ihrer Zufriedenheit lautstark Ausdruck. Barlennan beobachtete verzweifelt, da� das sch�ne Fleisch an Deck gezerrt und zum Abtransport bereitgelegt wurde; erst in diesem Augenblick fiel ihm ein, da� er den Flieger um Rat bitten k�nnte.</p><p>�Charles!� rief er auf Englisch. �Hast du das gesehen?�</p><p>�Ja, Barl; ich habe alles gesehen�, antwortete Lackland und beobachtete dabei die Reaktion der Eingeborenen. Er wurde nicht entt�uscht. Der H�uptling, der dem Funkger�t den R�cken zugekehrt hatte, warf sich pl�tzlich herum und suchte verbl�fft nach der Ursache des Ger�uschs. Einer seiner Leute deutete auf das Funkger�t, aber der H�uptling schien anderer Meinung zu sein, nachdem er den seltsamen Kasten genauer betrachtet hatte. In diesem Augenblick sprach Lackland wieder.</p><p>�Glaubst du, da� wir sie dazu bringen k�nnen, vor den Funkger�ten Angst zu haben, Barl?�</p><p>Diesmal war der Kopf des H�uptlings nur Zentimeter vom Lautsprecher entfernt, und Lackland hatte die Lautst�rke absichtlich nicht verringert. Folglich war kein Zweifel mehr daran m�glich, da� das Ger�usch wirklich aus dem Kasten gekommen war. Der H�uptling zog sich langsam zur�ck; Lackland mu�te sich beherrschen, um nicht laut zu lachen, als er sah, da� der Eingeborene sich bem�hte, nur langsam zur�ckzuweichen, um sich vor seinen Leuten keine Bl��e zu geben.</p><p>Bevor der Kommandant Lacklands Frage beantworten konnte, n�herte Dondragmer sich dem Fleischberg, w�hlte das beste St�ck aus und legte es ehrf�rchtig vor das Funkger�t. Er riskierte dabei, da� die Eingeborenen ihn verwundeten oder sogar t�teten, aber die Wachen waren so verbl�fft, da� sie nicht daran dachten, ihn aufzuhalten. Lackland begriff sofort, was der Maat beabsichtigte, und verringerte die Lautst�rke in der Hoffnung, da� die Eingeborenen daraus schlie�en w�rden, die Gottheit sei durch das Opfer bes�nftigt.</p><p>�Gut gemacht, Don�, sagte er. �Auf diese Weise kann ich zustimmen oder ablehnen, solange ich sehe, was unsere neuen Bekannten vorhaben. Vielleicht gelingt es auch, die Eingeborenen davon zu �berzeugen, da� die Funkger�te in Wirklichkeit m�chtige Gottheiten sind, die Blitz und Donner verursachen, wenn man sie �rgert.�</p><p>�Ich verstehe; wir geben uns schon M�he�, antwortete Dondragmer. �Ich habe mir gleich gedacht, da� du etwas in dieser Art vorhattest.�</p><p>Der H�uptling hatte inzwischen seinen Mut wiedergefunden und holte jetzt mit dem Speer aus, als wolle er das n�chste Funkger�t durchbohren. Lackland schwieg diesmal, weil er wu�te, da� der Eingeborene ohnehin erschrecken w�rde, wenn sein Holzspeer zersplitterte. Die Schiffsbesatzung griff das neue Spiel eifrig auf und wandte sich jetzt mit allen Anzeichen h�chsten Entsetzens ab. Barlennan nahm schlie�lich ein zweites St�ck Fleisch auf und legte es mit einer Geste vor das Funkger�t, die deutlich besagte, er wolle f�r das Leben des unwissenden Fremden bitten.</p><p>Die Eingeborenen waren sichtlich beeindruckt, und der H�uptling zog sich wieder zur�ck, versammelte seine Ratgeber um sich und begann eine Lagebesprechung. Kurze Zeit sp�ter n�herte sich einer der Ratgeber z�gernd dem n�chsten Funkger�t und legte ein St�ck Fleisch davor nieder. Lackland wollte sich schon leise bedanken, als Dondragmer �ablehnen!� rief; er erh�hte also die Lautst�rke und br�llte mit aller Kraft ins Mikrophon. Der Eingeborene wich entsetzt zur�ck, wurde aber nochmals vorgeschickt und mu�te ein anderes St�ck Fleisch bringen.</p><p>�In Ordnung�, sagte Dondragmer, und Lackland verringerte die Lautst�rke.</p><p>�Was war vorher los?� fragte er ruhig.</p><p>�Er hat dir das schlechteste St�ck Fleisch angeboten, das er finden konnte�, erkl�rte der Maat.</p><p>�Erstaunlich menschen�hnlich�, murmelte Lackland vor sich hin. �Hoffentlich haben die Eingeborenen nachts nichts mehr vor�, f�gte er dann lauter hinzu. �Ich sehe schon fast nichts mehr und mu� mich darauf verlassen, da� du mich rechtzeitig warnst, wenn ich reagieren soll.� Inzwischen ging die Sonne wieder unter, aber Barlennan versicherte ihm, er werde prompt benachrichtigt, falls sein Eingreifen erforderlich sei.</p><p>Nachts war meistens nur die Stimme des H�uptlings zu h�ren, der mit seinen Ratgebern diskutierte, die allerdings kaum zu Wort kamen. Gegen Morgen schien er einen Entschlu� gefa�t zu haben; er legte seine Waffen ab, lie� die Ratgeber zur�cktreten, gab Barlennans Wachen ein Zeichen, sie sollten den Gefangenen freilassen, und �berquerte im Licht der Morgensonne das Deck. Der Kommandant erwartete ihn gelassen, da er sich bereits vorstellen konnte, was der andere wollte. Der H�uptling blieb dicht vor ihm stehen, legte eine bedeutungsvolle Pause ein und begann dann zu sprechen.</p><p>Seine Worte waren unverst�ndlich; aber selbst die beiden M�nner auf Toorey begriffen, da� der Eingeborene eines der Funkger�te wollte. Was er sich davon versprach, war nicht ganz klar, aber offensichtlich legte er gro�en Wert darauf. Barlennan h�rte sich seine Rede geduldig an und antwortete nur mit einer kurzen Geste, die unmi�verst�ndliche Ablehnung ausdr�ckte.</p><p>Zu Lacklands gro�er Erleichterung wurde der H�uptling daraufhin nicht etwa gewaltt�tig, sondern rief seinen Leuten statt dessen einen Befehl zu. Die Eingeborenen schafften einen Teil des geraubten Fleisches in die Vorratskammern der Bree zur�ck. Als die H�lfte der Beute zur�ckgegeben war, wiederholte der H�uptling seine Frage; Barlennan lehnte jedoch wieder ab, und der Eingeborene lie� auch den Rest zur�ckbringen. Lackland wurde allm�hlich unruhig.</p><p>�Was unternimmt er vermutlich, wenn du nochmals ablehnst, Barl?� fragte er leise. Der H�uptling warf dem Funkger�t einen hoffnungsvollen Blick zu, als erwarte er, die Gottheit werde sich zu seinen Gunsten einmischen.</p><p>�Keine Ahnung�, antwortete der Kommandant. �Wenn wir Gl�ck haben, bringt er noch andere Waren aus dem Dorf, aber ich zweifle fast daran. W�re das Ger�t weniger wichtig, w�rde ich es ihm jetzt geben.�</p><p>�Das ist doch unglaublich!� Der Ethnologe neben Lackland explodierte f�rmlich. �Soll das etwa hei�en, da� Barlennan sein Leben und das seiner Leute aufs Spiel setzt, um ein sch�biges Funkger�t zu retten?�</p><p>�Sch�big ist kaum der richtige Ausdruck�, murmelte Lackland. �Die Dinger kosten einen Haufen Geld.�</p><p>�Reden Sie keinen Unsinn!� knurrte der andere. �Denken Sie lieber daran, da� uns auch damit geholfen ist, wenn wir diese Eingeborenen beobachten k�nnen! Barlennan soll ihnen das Ger�t �berlassen!�</p><p>�Dann hat er nur noch drei, von denen eines unbedingt den S�dpol erreichen muߓ, wandte Lackland ein. Er runzelte nachdenklich die Stirn und sprach dann in sein Mikrophon: �Barl, du mu�t selbst entscheiden, was in diesem Fall zu tun ist. Vielleicht kommst du mit drei Ger�ten aus, und meine Freunde hier w�ren bestimmt nicht ungl�cklich, wenn die Wilden das vierte behielten.�</p><p>�Vielen Dank, Charles.� Barlennans Entschlu� war bereits gefa�t. Zum Gl�ck hatte der H�uptling die Unterhaltung gespannt verfolgt, ohne sich einzumischen; jetzt beobachtete er, wie Barlennan seinen Leuten rasch einige Befehle erteilte.</p><p>Das Funkger�t wurde vorsichtig aus �sicherer� Entfernung mit Stangen auf eine doppelte Seilschlinge geschoben. Barlennan erhielt ein Seilende und �bergab es seinerseits ehrf�rchtig dem H�uptling, der vier Ratgeber heranwinkte, die das Ger�t tragen sollten. Die Eingeborenen n�herten sich vorsichtig dem �u�ersten Flo�, und das Kanu des H�uptlings kam heran � ein langer Einbaum mit papierd�nnen Seitenw�nden.</p><p>Barlennan warf einen mi�trauischen Blick auf das seltsame Boot, weil er sich nicht vorstellen konnte, da� dieses verr�ckte Ding das schwere Funkger�t tragen w�rde. Zu seiner �berraschung sank das Kanu jedoch nur wenig tiefer, als die Last abgesetzt wurde. In diesem Augenblick wurde Barlennan klar, da� er sich das Boot unbedingt verschaffen mu�te, um herauszubekommen, weshalb Schiffe dieser Art im Verh�ltnis zu ihrer Gr��e verbl�ffend schwere Lasten tragen konnten.</p><p>Als der H�uptling und seine vier Ratgeber an Bord des Kanus gingen, folgte Barlennan ihnen unaufgefordert. Die Eingeborenen beobachteten ihn erstaunt, hielten ihn aber nicht zur�ck. Der Kommandant wu�te genau, was er wollte, war sich aber noch nicht dar�ber im klaren, wie er es anfangen sollte. Deshalb n�herte er sich zuerst dem Funkger�t.</p><p>�Charles, ich mu� dieses kleine Schiff haben, selbst wenn ich es den Kerlen nachts stehlen m��te. Antworte bitte irgend etwas, sobald ich nicht mehr spreche. Die Leute sollen den Eindruck haben, ihr Boot sei nicht mehr f�r den Alltagsgebrauch geeignet, sondern m�sse statt dessen den Platz des Funkger�ts auf Deck einnehmen. Willst du mir dabei helfen?�</p><p>�Es widerstrebt mir eigentlich, Erpressern � das Wort erkl�re ich dir sp�ter � behilflich zu sein, aber ich bewundere deine Unversch�mtheit. Viel Gl�ck, Barl, hoffentlich merkt unser Freund nicht, da� du ihn hereinlegen willst.� Ladeland schwieg und beobachtete gespannt, wie der Mesklinit sich an die Arbeit machte.</p><p>Barlennan verzichtete auch diesmal auf gro�e Worte, aber seine Gesten waren selbst f�r Menschen verst�ndlich, und die Eingeborenen begriffen sofort, was er im Sinn hatte. Er untersuchte zun�chst das Kanu und gab seine Zufriedenheit zu erkennen, dann verscheuchte er ein zweites Boot, das zu nahe gekommen war, und machte dem H�uptling klar, da� seine Leute unter allen Umst�nden gen�gend Abstand halten sollten.</p><p>Als n�chstes kehrte er an Bord zur�ck, lie� die restlichen Funkger�te zur Seite r�umen und bereitete demonstrativ einen Platz vor, der f�r das Kanu gen�gen mu�te. Vermutlich h�tte er seinen wortlosen �berredungsversuch weiter fortgesetzt, aber an dieser Stelle ging die Sonne unter. Die Eingeborenen lie�en sich davon nicht abhalten; bei Sonnenaufgang lag das Kanu bereits am Ufer.</p><p>Barlennan beobachtete aufmerksam, wie der H�uptling und seine Ratgeber die kostbare Last aus dem Boot hoben und stellte befriedigt fest, da� alle �brigen Eingeborenen sich in respektvoller Entfernung hielten. Dann verschwand der ganze Stamm jenseits der Uferb�schung; die Bree h�tte jetzt weiterfahren k�nnen, aber der Kommandant gab nicht so rasch auf, sondern wartete geduldig, bis wieder mehrere Eingeborene am Ufer auftauchten. Der H�uptling und zwei seiner Ratgeber bestiegen das Kanu, stie�en ab und n�herten sich der Bree, w�hrend ein zweites Boot in gr��erer Entfernung folgte.</p><p>Die drei Eingeborenen legten an der gleichen Stelle wie zuvor an und verlie�en sofort das Kanu. Barlennan hatte bereits vier seiner Leute eingeteilt, die jetzt das Boot aus dem Flu� hoben, es vorsichtig �ber Deck trugen und es dort absetzten, wo fr�her das Funkger�t gestanden hatte. Die Eingeborenen sahen nicht lange zu; der H�uptling und seine beiden Ratgeber bestiegen das zweite Kanu, lie�en sich ans Ufer zur�ckbringen und sahen nur von Zeit zu Zeit zur Bree hin�ber. Die Abendd�mmerung verschluckte sie, als sie die Uferb�schung hinaufstiegen.</p><p>�Du hast es geschafft, Barl�, sagte Lackland erleichtert. �Ich w�nschte nur, ich w�re so gerissen wie du; dann w�re ich wahrscheinlich steinreich, wenn meine Opfer mich nicht schon gelyncht h�tten. Willst du noch bis morgen warten, um mehr aus ihnen herauszulocken?�</p><p>�Wir fahren sofort ab!� versicherte der Kommandant ihm.</p><p>Lackland verlie� den dunklen Bildschirm und ging in seine Kabine zur�ck, um endlich wieder einmal zu schlafen.</p></section><section><title><p>11</p></title><p>Der �bergang vom Flu� zum Meer kam so allm�hlich, da� niemand genau angeben konnte, wann und wo sich die Ver�nderung bemerkbar gemacht hatte. Der Wind wurde von Tag zu Tag st�rker, bis die Bree endlich wieder segeln konnte; die Flu�ufer traten immer weiter zur�ck und waren schlie�lich von Deck aus nicht mehr sichtbar. Vorl�ufig fehlten noch die Myriaden kleiner und kleinster Lebewesen, die f�r Ozeane typisch waren, aber die Besatzung wu�te, da� das Meer bald von ihnen wimmeln w�rde.</p><p>Die Bree segelte weiter nach Osten, denn die Flieger hatten festgestellt, da� eine langgestreckte Halbinsel ihr vorl�ufig den Weg nach S�den versperrte. Das Wetter war gut, und die Besatzung konnte sich darauf verlassen, da� sie rechtzeitig gewarnt werden w�rde, falls sich ein Umschwung abzeichnete. Die Bree hatte reichlich Vorr�te an Bord, die jedenfalls gen�gten, bis die ausgeworfenen Netze eingeholt wurden. Die Besatzung hatte also allen Grund zur Zufriedenheit.</p><p>Auch ihr Kommandant war mit sich und der Welt zufrieden. Er hatte durch eigene Versuche und Lacklands beil�ufige Erkl�rungen herausbekommen, weshalb das ausgeh�hlte Kanu im Verh�ltnis zu seiner Gr��e wesentlich mehr als ein Flo� tragen konnte. Nun besch�ftigte er sich mit Pl�nen f�r ein riesiges Schiff � gr��er als die Bree �, das die zehnfache Ladung transportieren konnte. Dondragmers Pessimismus brachte ihn nicht von dieser Idee ab; der Maat hatte das Gef�hl, es m�sse einen bestimmten Grund daf�r geben, weshalb Schiffe dieser Art nicht ben�tzt wurden, obwohl er diesen Grund nicht erkl�ren konnte.</p><p>�Das ist zu einfach�, sagte er immer wieder. �Irgend jemand w�re bestimmt auf die gleiche Idee gekommen, wenn die Sache wirklich so einfach w�re.� Barlennan wies in solchen F�llen nur schweigend auf das Kanu, das an einer Leine im Schlepp der Bree folgte; er hatte solches Vertrauen zu diesem neuen Prinzip, da� er das Boot sogar mit der H�lfte ihrer Vorr�te beladen hatte.</p><p>Dondragmer konnte nicht ableugnen, was er mit eigenen Augen sah, aber als die Bree endlich nach S�den steuerte, fiel ihm etwas ein.</p><p>�Warte nur, wie es sinkt, sobald wir wieder schwerer werden!� rief er Barlennan zu. �Am Rand ist es vielleicht ein brauchbares Boot, aber unter normalen Verh�ltnissen braucht man ein anst�ndiges Flo�!�</p><p>�Der Flieger ist anderer Meinung�, erwiderte Barlennan unger�hrt. �Du wei�t selbst, da� die Bree hier am Rand nicht weniger Tiefgang hat, Don. Der Flieger behauptet, das k�me daher, weil auch das Methan weniger wiegt, und ich finde seine Erkl�rung ganz vern�nftig.�</p><p>Dondragmer war keineswegs �berzeugt und beobachtete das Kanu in den folgenden Tagen aufmerksam, ohne jedoch Anzeichen daf�r zu sehen, da� der Freibord sich verringerte. Die zehn Zentimeter Tiefgang erh�hten sich nicht weiter, und der Maat schien fast entt�uscht zu sein. Vielleicht hatten Barlennan und der Flieger also doch recht.</p><p>Das primitive Me�ger�t an Bord zeigte an, da� die Schwerkraft allm�hlich zunahm; sie betrug jetzt etwa sieben g � kaum genug, um ein Ger�t ausschlagen zu lassen, das f�r Werte bis zu siebenhundert g ausgelegt war. Toorey meldete sich nicht zur �blichen Zeit, und Barlennan und sein Maat fragten sich schon, ob alle Funkger�te pl�tzlich ausgefallen sein konnten, als doch eine Stimme aus den Lautsprechern drang. Diesmal war es nicht Lackland, sondern ein Meteorologe, der schon oft mit den Meskliniten gesprochen hatte.</p><p>�Barl�, sagte der Wettermann, �ich wei� nicht, wie schwer ein Sturm sein mu�, den ihr f�r gef�hrlich haltet � ich nehme an, da� ihr so leicht vor keinem zur�ckschreckt � aber in n�chster Zeit ist einer zu erwarten, dem ich nicht auf einem zw�lf Meter langen Flo� ausgesetzt sein m�chte. Ich verfolge die Bahn des Sturms jetzt schon �ber f�nfzehnhundert Kilometer weit. Er ist so gewaltig, da� er das Meer aufw�hlt und Material mit an die Oberfl�che rei�t, das seinen Weg durch verschiedene F�rbung bezeichnet.�</p><p>�Das gen�gt mir�, antwortete Barlennan. �Wie kann ich ihm ausweichen?�</p><p>�Das ist gerade das Problem. Der Sturm ist noch weit von euch entfernt, und ich kann noch nicht beurteilen, an welcher Stelle er voraussichtlich euren Kurs kreuzt. Ich wollte euch nur schon jetzt warnen, denn achthundert Kilometer s�d�stlich von euch liegt eine Gruppe gr��erer Inseln, und ich dachte, ihr w�rdet sie ansteuern. Der Sturm erreicht sie bestimmt, aber dort m��te ein guter Hafen zu finden sein, in dem die Bree Schutz finden w�rde.�</p><p>�Kann ich die Inseln rechtzeitig erreichen? Im Zweifelsfall bleibe ich lieber auf See, wo keine Gefahr besteht, da� ich an Land geworfen werde.�</p><p>�Macht ihr weiter so gute Fahrt wie bisher, m��tet ihr die Inseln rechtzeitig erreichen und dort nach einem Hafen suchen k�nnen.�</p><p>�Gut, einverstanden. Wie lautet die Mittagspeilung?�</p><p>Die Station auf Toorey stellte die jeweilige Position der Bree mit Hilfe der gemessenen Ausstrahlung der Funkger�te fest, denn das winzige Schiff war selbst mit dem st�rksten Teleskop nicht zu erkennen. Der Meteorologe gab den neuen Kurs an, die Segelstellung wurde entsprechend ver�ndert und die Bree steuerte die Inselgruppe an.</p><p>Das Wetter blieb vorl�ufig noch klar, aber der Wind frischte merklich auf. Einige Tage sp�ter schien ein leichter Nebelschleier vor der Sonne zu liegen, der allm�hlich dichter wurde und die goldene Scheibe verdeckte. Die Bree war noch �ber hundert Kilometer von der ersten Insel entfernt, als die Besatzung eine �berraschende Entdeckung machte. Die Farbe des Meers hatte sich wieder ver�ndert, aber das allein st�rte niemand, denn alle waren daran gew�hnt, es rot oder blau zu sehen. Keiner erwartete, da� sich die N�he des Landes irgendwie bemerkbar machen w�rde, denn auf Mesklin gab es keine V�gel, die Kolumbus in �hnliche Lage neuen Mut gemacht hatten. Barlennan mu�te sich bereits seit mehreren Tagen ganz auf seinen Instinkt verlassen, denn der Hochnebel nahm seinen Freunden auf Toorey die Sicht, so da� sie ihm kaum noch helfen konnten.</p><p>Trotzdem erschien die gro�e �berraschung am Himmel.</p><p>Weit vor der Bree wurde ein winziger dunkler Punkt sichtbar, der sich auf seltsame Weise bewegte, die den Meskliniten fremd war, obwohl jeder Mensch sie sofort richtig gedeutet h�tte. Zun�chst achtete niemand darauf, so da� der Punkt bereits zu hoch �ber dem Schiff stand, um noch auf den Bildschirmen sichtbar zu sein, als der erste Mesklinit ihn entdeckte und einen lauten Warnschrei ausstie�, der die Beobachter auf Toorey erschreckte, ohne ihnen zus�tzliche Informationen zu vermitteln. Auf den Bildschirmen war nur zu erkennen, da� die gesamte Besatzung angestrengt nach oben starrte.</p><p>�Was ist los, Barl?� rief Lackland.</p><p>�Ich wei� es selbst nicht�, antwortete der Kommandant. �Zuerst dachte ich, es sei eure Rakete, die nach den Inseln sucht, aber es ist kleiner und sieht anders aus.�</p><p>�Fliegt es also?�</p><p>�Ja, aber es macht keinen L�rm wie eure Raketen. W�rde es sich nicht so gleichm��ig in der falschen Richtung bewegen, k�nnte man glauben, der Wind treibe es vor sich her. Ich wei� nicht, wie ich es beschreiben soll; es ist breiter als lang und erinnert ein wenig an einen Mast mit kreuzweise aufgesetzter Rahe. Besser kann ich es nicht beschreiben.�</p><p>�Hebst du eines der Ger�te an, damit wir das Ding selbst sehen k�nnen?�</p><p>�Wir versuchen es gleich.�</p><p>Lackland setzte sich mit einem der Biologen der Station in Verbindung. �Lance, Barlennan scheint einer Art Vogel begegnet zu sein. Wir wollen ihn auf den Bildschirmen sichtbar machen. Kommen Sie in den Beobachtungsraum, damit wir wissen, was wir vor uns haben.�</p><p>�Schon unterwegs!� Der Biologe kam hereingest�rmt, bevor der Vogel auf den Bildschirmen sichtbar wurde, und lie� sich wortlos in einen Sessel fallen, denn Barlennan sprach eben.</p><p>�Das Ding fliegt �ber uns hinweg�, sagte der Kommandant, �manchmal in gerader Linie, manchmal in Kreisen. Wenn es einen Bogen beschreibt, kippt es etwas, aber sonst ver�ndert sich nichts. Es scheint einen kleinen K�rper zu haben, wo sich die beiden Stangen treffen�� Er beschrieb weiter, was er sah, aber das Ding war offenbar so neuartig f�r ihn, da� er es in einer fremden Sprache kaum beschreiben konnte.</p><p>�Kneifen Sie die Augen zusammen, sobald das Ding in Sicht kommt�, sagte einer der Techniker pl�tzlich aus dem Hintergrund. �Ich arbeite mit hochempfindlichem Film, mu� aber trotzdem die Bildhelligkeit steigern, damit die Aufnahme gen�gend Einzelheiten zeigt.�</p><p>�� quer zu der langen Stange sind viele kurze Stangen angebracht�, fuhr Barlennan fort, �zwischen denen eine Art Segel ausgespannt ist. Jetzt kommt es wieder sehr niedrig auf uns zu � diesmal m��te es auf den Bildschirmen erscheinen��</p><p>Die Beobachter richteten sich gespannt auf, und der Techniker fa�te den Zweifachschalter fester, der die Helligkeit steigern und den Kameraverschlu� ausl�sen w�rde. Obwohl er darauf vorbereitet war, erreichte das Ding die Mitte des Bildschirms, bevor er reagierte, und die Anwesenden hatten Gelegenheit, es ausgiebig zu betrachten, bis ihre Augen sich vor der zunehmenden Helligkeit unwillk�rlich schlossen.</p><p>Der Kameramann schaltete auf Entwicklung um, spulte den Film zur�ck und projizierte f�nfzehn Sekunden sp�ter ein vergr��ertes Bild auf die R�ckwand des Beobachtungsraums. Nun sahen alle, da� Barlennan tats�chlich nicht imstande gewesen war, das Ding auf Englisch zu beschreiben, denn ihm fehlten W�rter wie �Rumpf�, �Tragfl�che� oder �Bespannung�.</p><p>Das Ding war kein Vogel. Es hatte einen etwa zwei Meter langen Rumpf, aus dem eine zwei oder drei Meter lange Stange nach r�ckw�rts ragte, an deren Ende Steuerfl�chen angebracht waren. Die Tragfl�chen hatten fast zehn Meter Spannweite, und ihre zahlreichen Holme waren unter der durchsichtigen Bespannung deutlich zu erkennen. Barlennan hatte das Ding mit seinem beschr�nkten Wortschatz ausgezeichnet beschrieben.</p><p>�Ein Segelflugzeug�, murmelte der Meteorologe neben Lackland vor sich hin. �Bei dieser Gr��e mu� es drei oder vier Eingeborenen Platz bieten und kann praktisch unbegrenzt lange in der Luft bleiben, bis die Besatzung wieder Lebensmittel an Bord nehmen mu�.�</p><p>Der Kommandant und seine Leute wurden inzwischen allm�hlich nerv�s, als die seltsame Flugmaschine weiter ihre Kreise �ber dem Schiff zog; das war nicht erstaunlich, denn niemand l��t sich gern von jemand beobachten, den er selbst nicht sehen kann. Die Bree segelte weiter, bis endlich die Sonne unterging; am folgenden Morgen wu�te niemand, ob es ein gutes oder schlechtes Zeichen war, da� das Flugzeug sich wieder entfernt hatte.</p><p>Als es auch an den folgenden Tagen nicht am Himmel erschien, verga� die Besatzung den seltsamen Zwischenfall, und der Kommandant tr�stete sich mit der Auskunft seiner Freunde, da� starker Wind und eine niedrige Wolkendecke kein ideales Flugwetter erg�ben. Allerdings kamen selbst die Menschen nicht auf die Idee, sich zu fragen, wie das erste Flugzeug sich unter dieser Wolkendecke zurechtgefunden hatte, die alle Sterne verdeckte.</p><p>Die erste Insel, die wenige Tage sp�ter in Sicht kam, wuchs aus dem Meer bis zu den Wolken empor und schien �berall gute Liegepl�tze zu bieten. Der Kommandant entschlo� sich, nicht lange Zeit mit der Suche nach einem besonders guten Platz zu vergeuden, da der Meteorologe ihn gewarnt hatte, da� der Sturm bald die Inselgruppe erreichen mu�te. Die Bree lief also in die erste Bucht ein, die von hohen Felsw�nden ausreichend gesch�tzt wurde, und warf dort Anker. Die Besatzung traf die n�tigen Vorbereitungen und wartete dann in aller Ruhe auf das Herannahen des Sturmes.</p><p>Dondragmer war der einzige, der den allgemeinen Optimismus nicht teilte, und sein Kommandant hatte wenig sp�ter ebenfalls Grund zur Besorgnis, als der Maat ihm zeigte, was er entdeckt hatte: Zwischen dem niedrigen Pflanzenwuchs der Uferh�gel lagen Muscheln, Seetang und die Knochen gr��erer Meerestiere verstreut. Diese Schicht erstreckte sich bis etwa zehn Meter oberhalb der gegenw�rtigen Uferlinie; die �berreste waren teilweise bereits vermodert, oder teilweise noch recht frisch, so da� ein logischer Schlu� nahelag � unter bestimmten Voraussetzungen stieg der Meeresspiegel in dieser Bucht �ber den normalen Stand hinaus an, und die Bree lag hier vielleicht doch nicht so sicher, wie die Besatzung glaubte.</p><p>Dieser Verdacht best�tigte sich fr�her als erwartet, denn der Sturm brach unvermutet los, bevor der Kommandant den Befehl erteilen konnte, die Bree h�her an Land zu ziehen, was nicht weiter schwierig gewesen w�re, da das Schiff an der M�ndung eines kleinen Flusses lag, dem es nur zu folgen brauchte. Barlennan �berlegte noch, ob er diesen Entschlu� verwirklichen sollte, als der Sturm derartige �berlegungen gegenstandslos machte. Ein j�her Windsto� lie� die Bree erzittern und veranla�te die Besatzung, schleunigst unter ihren Abdeckungen Schutz zu suchen.</p><p>Dann geschah das Unerwartete � die Bucht leerte sich pl�tzlich, so da� die Bree auf Grund lag, und f�llte sich ebenso rasch wieder. Eine Flutwelle brandete vom Meer her �ber das Schiff hinweg und ri� es unwiderstehlich mit. Gleichzeitig sank die Abendd�mmerung herab, so da� Barlennan nur vermuten konnte, wohin die wilde Fahrt ging: den kleinen Flu� entlang Richtung landeinw�rts. In der Dunkelheit lief die Bree irgendwo auf Grund, als die Flutwelle sich ersch�pfte. Bei Tageslicht w�re es der Besatzung vielleicht gelungen, das Schiff trotz Wind und Wetter rechtzeitig wieder flottzumachen; sie durfte es jedoch nicht wagen, sich nachts der Gewalt des Sturmes auszusetzen, der bereits s�mtliche Masten geknickt hatte. Als die Sonne wieder aufging, beleuchtete sie eine j�mmerliche Ansammlung von Fl��en zwanzig Meter vom Flu� entfernt, der zu schmal und zu seicht war, um auch nur eines davon zu tragen.</p><p>Das st�rmische Meer lag irgendwo jenseits der H�gel; ein hilflos gestrandetes sechs Meter langes Seeungeheuer am gegen�berliegenden Ufer des kleinen Flusses demonstrierte die verzweifelte Lage der S�dpolexpedition.</p></section><section><title><p>12</p></title><p>Die Beobachter auf Toorey hatten diese Entwicklung auf den Bildschirmen verfolgen k�nnen, denn die Funkger�te geh�rten zu den wenigen Gegenst�nden an Deck der Bree, die den Sturm unbesch�digt �berstanden hatten. Auf dem H�hepunkt des Sturmes war nicht allzuviel zu erkennen gewesen, aber die gegenw�rtige Situation machte alle Erkl�rungen �berfl�ssig. Lackland und die �brigen M�nner im Beobachtungsraum suchten vergeblich nach aufmunternden Worten.</p><p>Auch die Meskliniten waren einigerma�en sprachlos. Sie waren daran gew�hnt, ihr Schiff an Land liegen zu sehen � aber nicht so unfreiwillig rasch und so weit vom Meer entfernt. Barlennan und sein Maat begannen mit einer Bestandsaufnahme und stellten dabei fest, da� sie wenig Anla� hatten, ihrem Schicksal dankbar zu sein.</p><p>Zum Gl�ck waren noch gen�gend Lebensmittel an Bord, obwohl das Kanu leer war. Dondragmer schlo� daraus, die Fl��e seien dem Boot doch �berlegen, verga� aber zu erw�hnen, da� die Vorr�te im Kanu nicht festgebunden gewesen waren, weil er selbst auf die hohen Bordw�nde vertraut hatte. Das kleine Boot und die Bree waren unbesch�digt geblieben; das Schiff lag sogar auf ebenem Kiel, was seiner Konstruktion zu verdanken war � Barlennan erw�hnte diese Tatsache selbst, bevor sein Maat davon sprechen konnte. Schiff, Besatzung und Ladung hatten den Sturm einigerma�en heil �berstanden � aber die Bree lag weit von ihrem eigentlichen Element entfernt.</p><p>�Am besten zerlegen wir sie und schleppen die Fl��e �ber die H�gel zum Meer. Das Gewicht d�rfte hier noch keine gro�e Rolle spielen�, meinte Barlennan schlie�lich.</p><p>�Richtig, aber w�re es nicht besser, die Verbindungen nur der L�nge nach zu trennen, so da� ganze Ketten von Fl��en entstehen?� warf Hars ein, der in der N�he stand. �Wir k�nnten sie zum Flu� ziehen, und ich bin �berzeugt davon, da� sie bald von selbst schwimmen w�rden.�</p><p>�Eine gute Idee�, stimmte Barlennan zu. �Hars, du machst dich gleich auf den Weg und stellst fest, von wo ab der Flu� tief genug ist. Die anderen beginnen inzwischen mit der Arbeit, wie Hars vorgeschlagen hat.�</p><p>�Ob das Wetter noch so schlecht ist, da� keine Flugmaschinen zu erwarten sind?� murmelte Dondragmer nachdenklich vor sich hin.</p><p>Der Kommandant sah nach oben. �Die Wolken sind zu tief, und der Wind ist zu stark�, sagte er dann. �Wenn die Flieger recht haben � und sie m��ten es eigentlich wissen, finde ich �, ist heute kein Flugwetter. Trotzdem ist es vielleicht besser, gelegentlich danach Ausschau zu halten. Ich hoffe, da� wir bald wieder eine Flugmaschine sehen.�</p><p>�Gegen eine h�tte ich nichts einzuwenden�, antwortete der Maat trocken. �Ich nehme an, da� du deine Sammlung bereichern willst, Barl, aber ich sage dir auch gleich, da� mich niemand in dieses Teufelsding bringt. Notfalls w�rde ich vielleicht das Kanu besteigen � aber die Flugmaschine kannst du f�r dich behalten.�</p><p>Barlennan antwortete nicht; er hatte bis jetzt noch nicht daran gedacht, sich eine dieser Maschinen zu verschaffen, aber der Maat hatte ihn auf eine gute Idee gebracht� Er zweifelte allerdings daran, da� er jemals den Mut aufbringen w�rde, selbst damit durch die Luft zu fliegen.</p><p>Der Wetterbericht lautete g�nstig, und in den n�chsten Tagen lie� der Sturm allm�hlich nach. Zum Gl�ck stellte sich heraus, da� der Flu� schon wenige hundert Meter meerw�rts breit und tief genug war, um einzelne Fl��e zu tragen. Barlennan hatte sich allerdings geirrt, als er annahm, das zus�tzliche Gewicht spiele selbst hier keine Rolle; die Fl��e hatten ihr Gewicht verdoppelt, seitdem Lackland das letzte �ber die Felswand herabgelassen hatte, und die Besatzung der Bree mu�te sie sogar entladen, um sie an den Flu� schleppen zu k�nnen.</p><p>Sobald die Fl��e jedoch den festen Boden verlassen hatten, war es nicht weiter schwierig, sie flu�abw�rts zu bugsieren. Ein Teil der Besatzung wurde vorausgeschickt, um etwa auftauchende Hindernisse aus dem Weg zu r�umen, w�hrend die �brigen Leute unter Barlennans F�hrung die Ladung verstauten und dann die Leinen loswarfen. Insgesamt waren nur einige hundert Tage vergangen, als die lange Reihe von Fl��en in Richtung Meer flu�abw�rts trieb.</p><p>Die Flugmaschinen tauchten wieder auf, als das vorderste Flo� nur noch f�nfhundert Meter von der Bucht entfernt war. Karondrasee, der zu diesem Zeitpunkt an Bord kochte, w�hrend die anderen zogen, sah sie zuerst; sein Warnschrei schreckte Menschen und Meskliniten auf, aber die M�nner im Beobachtungsraum wu�ten nicht, worum es sich handelte, da auf ihren Bildschirmen nur die Flu�ufer zu erkennen waren.</p><p>Barlennan sah jedoch alles nur zu deutlich. Die acht Segelflugzeuge n�herten sich in geschlossener Formation, wendeten unmittelbar �ber dem Schiff und flogen nacheinander in geringer H�he vor dem ersten Flo� �ber die Bucht hinaus. Etwa drei�ig Meter flu�abw�rts lie�en die Flugzeuge etwas fallen und beschrieben dann einen weiten Bogen, um wieder H�he zu gewinnen.</p><p>Die abgeworfenen Gegenst�nde waren deutlich genug zu erkennen; die Besatzung sah, da� es sich um Speere handelte, wie sie die Waldbewohner gebrauchten � aber diese Waffen waren l�nger und schwerer. Im ersten Augenblick drohte eine Panik unter der Besatzung auszubrechen, bis Barlennans Leute merkten, da� die Wurfgeschosse weit vor ihnen im Flu� landen w�rden. Minuten sp�ter stie�en die Flugzeuge wieder herab, und die Besatzung ging erschrocken in Deckung, weil sie f�rchtete, diesmal getroffen zu werden; aber die Speere fielen an die gleiche Stelle. Der dritte Angriff bewies, da� dieses Verfahren einen bestimmten Zweck verfolgen mu�te, der wenig sp�ter deutlich wurde. Die Speere steckten tief im Flu�bett, so da� der schmale Weg zum Meer von zwei Dutzend Pf�hlen versperrt war.</p><p>Als die Bree sich der Barrikade n�herte, wurde die Bombardierung eingestellt. Der Kommandant hatte schon erwartet, die Flieger w�rden wieder angreifen, um zu verhindern, da� seine Leute das Hindernis entfernten, aber diese Ma�nahme erwies sich als �berfl�ssig. Die Speere steckten fest und waren nicht zu beseitigen; sie waren aus drei�ig Meter H�he bei sieben g abgeworfen worden und w�rden im Flu�bett bleiben, bis das Hartholz verrottet war. Terblannen und Hars bem�hten sich f�nf Minuten lang, einen der Speere herauszuziehen, waren aber trotz aller Anstrengungen nicht dazu imstande.</p><p>�K�nnt ihr sie nicht irgendwie abschneiden?� erkundigte Lackland sich. �Eure Zangen sind ziemlich kr�ftig, das wei� ich aus eigener Erfahrung.�</p><p>�Hier handelt es sich um Holz, nicht um Metall�, erkl�rte Barlennan ihm. �Wir brauchten eine eurer S�gen, die angeblich sogar unser Holz bew�ltigen w�rden � es sei denn, dir f�llt eine Maschine ein, mit deren Hilfe wir die Speere herausziehen k�nnten.�</p><p>�Aber ihr m��t doch Werkzeuge haben, die Holz durchschneiden � wie wollt ihr sonst euer Schiff reparieren? Die Fl��e wachsen schlie�lich nicht in dieser Form auf B�umen!�</p><p>�Unsere Schneidwerkzeuge bestehen aus Tierz�hnen in kr�ftigen Rahmen und sind deshalb nicht sehr beweglich. Wir geben uns nat�rlich alle M�he, aber ich bezweifle, da� uns die Flugzeuge ungest�rt arbeiten lassen.�</p><p>�Das Zeug in euren Flammentanks m��te jeden Angreifer abwehren�, meinte Lackland.</p><p>�Selbstverst�ndlich � wenn sie gegen den Wind angreifen�, antwortete Barlennan. �Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, da� sie so dumm w�ren.�</p><p>Lackland schwieg nachdenklich, und die Besatzung machte sich an die Arbeit. Aber sie kam nicht weit damit.</p><p>Die Segelflugzeuge kreisten weiterhin �ber den umliegenden H�geln, und kurze Zeit sp�ter erschienen weitere Flugzeuge am Himmel, bildeten mit den bereits vorhandenen zwei Gruppen und landeten auf den H�geln �ber dem Flu�. Jeweils vier Lebewesen sprangen aus den Maschinen und vert�uten sie rasch im Unterholz; dabei zeigte sich erstmals, da� Barlennan und Lackland im stillen richtig vermutet hatten � die Flieger geh�rten zur gleichen Rasse wie die Besatzung der Bree.</p><p>Sobald die Flugzeuge festlagen, stellten die Flieger vor jeder Maschine ein zusammenklappbares Ger�st auf, von dem ein Seil zum Bug f�hrte, dessen L�nge genau ausgemessen wurde. Erst dann wandten sie sich der Bree zu und krochen auf ein Signal hin zum Flu� hinunter. Bei Sonnenuntergang waren sie noch drei�ig Meter vom ersten Flo� entfernt, kamen aber nach Einbruch der Dunkelheit nicht n�her, sondern schickten erst am n�chsten Morgen einen der Piloten vor. Barlennan trat ihm entgegen, nachdem er daf�r gesorgt hatte, da� eine Kamera die Szene �bertrug.</p><p>Der Pilot vergeudete keine Zeit, sondern begann sofort zu sprechen, als der Kommandant vor ihm stehenblieb. Barlennan verstand kein Wort. Der andere schien zu merken, da� sein Gegen�ber ihm nicht folgen konnte und versuchte es deshalb etwas langsamer mit einem anderen Dialekt. Barlennan erkl�rte ihm in seiner eigenen Sprache, er habe leider auch diesmal nichts verstanden. Zu seiner �berraschung ben�tzte der Fremde nun seinen Dialekt; die Aussprache war schlecht, aber der Sinn des Gesagten war durchaus klar.</p><p>�Ich habe deine Sprache schon lange nicht mehr geh�rt�, sagte der Pilot, �aber du verstehst mich hoffentlich trotzdem?�</p><p>�Ja�, antwortete Barlennan verbl�fft.</p><p>�Ausgezeichnet. Ich bin Reejaaren, Linguist f�r Marreni, der Kontrolleur der �u�eren H�fen ist. Ich habe den Auftrag, an Ort und Stelle zu erfragen, wer ihr seid, woher ihr kommt und was ihr hier wollt.�</p><p>�Wir sind als H�ndler ohne bestimmtes Ziel unterwegs�, antwortete Barlennan, der nicht die Absicht hatte, seine Verbindung mit den Menschen auf Toorey preiszugeben. �Wir wu�ten nicht, da� hier Inseln liegen, sondern sind nur zuf�llig darauf gesto�en. Wir sind gern bereit, mit euch Handel zu treiben; habt ihr jedoch keine Lust dazu, m�chten wir die Inseln so schnell wie m�glich verlassen.�</p><p>�Unser Schiffe und Flugzeuge beherrschen das Meer � wir haben bisher nie andere gesehen�, erwiderte Reejaaren. �Ich verstehe nicht, was ihr hier zu suchen habt. Der H�ndler, von dem ich deine Sprache gelernt habe, hat mir erz�hlt, seine Heimat liege jenseits des Meeres hinter dem westlichen Kontinent. Wir wissen, da� es keinen Seeweg zwischen seinem und unserem Meer gibt; aber ihr seid von Norden gekommen, als wir euch zuerst sahen. Daraus schlie�en wir, da� ihr in unserem Meer nach Land Ausschau gehalten habt. Wie pa�t das zu deiner Behauptung? Wir haben nichts f�r Spione �brig.�</p><p>�Wir sind von Norden her gekommen und haben das Land zwischen unserem und eurem Ozean �berquert�, antwortete Barlennan. Er hatte nicht gen�gend Zeit, sich eine plausible L�ge einfallen zu lassen, und ahnte bereits, da� der andere ihm ohnehin keinen Glauben schenken w�rde. Reejaaren war tats�chlich keineswegs �berzeugt.</p><p>�Dein Schiff ist nicht mit dem Werkzeug gebaut worden, das du an Bord hast. Dazu braucht man eine Werft, aber n�rdlich von hier gibt es keine. Soll ich etwa glauben, da� ihr das Schiff zerlegt und �ber Land geschleppt habt?�</p><p>�Ja.� Barlennan glaubte einen Ausweg zu sehen.</p><p>�Wie?�</p><p>�Wie fliegt ihr? Das ist mindestens ebenso unwahrscheinlich.� Der Kommandant bereute seine Frage, als er die Reaktion des Dolmetschers sah.</p><p>�Das erz�hle ich dir bestimmt nicht! Wer unser Land unbeabsichtigt betritt, hat keine Schwierigkeiten zu erwarten; aber Spione werden streng bestraft.�</p><p>Der Kommandant hatte sich inzwischen eine Ausrede zurechtgelegt. �Ich wollte damit nur andeuten, da� ich ebenfalls nicht daran denke, dir zu verraten, wie wir den Kontinent �berquert haben.�</p><p>�Ich will und mu� es aber wissen!� sagte Reejaaren scharf. �Du scheinst deine Lage zu verkennen, Fremder. Was du von mir h�ltst, ist unwichtig; was ich von euch halte, ist sehr wichtig. Sofern es euch nicht gelingt, mich von eurer Harmlosigkeit zu �berzeugen, bleibt ihr unsere Gefangenen.�</p><p>�Aber wie k�nnten wir euch schaden � die Besatzung eines einzigen Schiffes? Warum f�rchtet ihr uns so sehr?�</p><p>�Wir f�rchten euch nicht!� antwortete der Dolmetscher nachdr�cklich. �Wir wollen nur verhindern, da� ihr Informationen mitnehmt, die wir f�r uns behalten m�ssen. Selbstverst�ndlich ist uns klar, da� die Barbaren das Geheimnis unserer Flugzeuge nicht ohne unsere Hilfe l�sen k�nnen � aber man kann nie vorsichtig genug sein.�</p><p>Barlennan betrachtete ihn nachdenklich und versuchte zu erraten, wie er Reejaaren bes�nftigen k�nnte. Vielleicht mit einer Halbwahrheit, die den Eindruck erwecken mu�te, er sei zum Nachgeben bereit?</p><p>�Wir haben das Schiff nicht ganz ohne fremde Hilfe �ber Land gezogen�, erkl�rte er m�rrisch.</p><p>�Die Felsenroller und Waldbewohner haben euch geholfen? Du mu�t ein au�erordentlich gewandter Redner sein. Wir sind immer nur mit Wurfgeschossen empfangen worden.� Zu Barlennans Erleichterung wechselte Reejaaren anschlie�end das Thema. �Ihr wollt also mit uns Handel treiben? Was habt ihr anzubieten? Interessiert ihr euch auch f�r unsere St�dte?�</p><p>Barlennan wich der Falle geschickt aus. �Wir k�nnen unsere Gesch�fte ebensogut an Ort und Stelle abschlie�en. Allerdings haben wir nur Lebensmittel vom Festland anzubieten, die eure Flugzeuge vermutlich in beliebigen Mengen herbeischaffen.�</p><p>�Lebensmittel werden immer gekauft�, erwiderte der Dolmetscher. �Marreni entscheidet, wo der Handel stattfinden soll, aber ihr k�nnt euch gleich darauf einrichten, hier zu entladen. Selbstverst�ndlich ist das �bliche Hafengeld zu entrichten.�</p><p>�Hafengeld? Hier ist kein Hafen, und ich bin hier nicht gelandet, sondern angeschwemmt worden.�</p><p>�Fremde Schiffe entrichten Hafengeld. Marreni setzt den Betrag fest und l��t sich dabei von mir beraten. Ich erw�hne diese Tatsache nur, um anzudeuten, da� du etwas h�flicher sein k�nntest.�</p><p>Barlennan beherrschte sich m�hsam und machte dem Dolmetscher sogar noch einige Komplimente. Der andere schien damit zufrieden zu sein, denn er zog sich jedenfalls zur�ck, ohne weitere Drohungen ausgesto�en zu haben.</p><p>Zwei seiner Begleiter kletterten hinter ihm ins Flugzeug; der dritte blieb davor stehen. Die Besatzungen der anderen Maschinen zogen das Segelflugzeug am Schwanz zur�ck, wobei sich das Seil, mit dem es an dem Ger�st befestigt war, geradezu unglaublich dehnte. Dann wurde die Maschine losgelassen, das Seil zog sich zusammen und schnellte das leichte Flugzeug in die Luft.</p><p>Barlennan w�nschte sich in diesem Augenblick nichts sehnlicher als ein gutes St�ck dieses dehnbaren Seils. Er erz�hlte Dondragmer davon und fand verst�ndnisvolle Zustimmung.</p><p>�Wei�t du, Barl, ich glaube, wir k�nnten den unversch�mten L�mmel in seine Schranken weisen. Hast du Lust dazu?�</p><p>�Und wie! Aber ich glaube, da� wir uns seinen Zorn erst zuziehen d�rfen, wenn wir au�er Reichweite der Flugzeuge sind. Ich habe keine Lust, von einem Speer aus der Luft getroffen zu werden.�</p><p>�Er soll nicht w�tend werden, sondern Angst vor uns bekommen. �Barbaren� hat er gesagt! Das m�ssen wir ihm heimzahlen, Barl! Mein Plan h�ngt allerdings davon ab, ob die Flieger wissen, wie diese Segelflugzeuge funktionieren.�</p><p>�Sie m��ten es eigentlich wissen � es sei denn, sie haben es bereits wieder vergessen, weil ihre eigenen Flugzeuge besser sind��</p><p>�Das kann uns nur recht sein�, meinte Dondragmer geheimnisvoll.</p><p>�Was hast du �berhaupt vor?� erkundigte Barlennan sich.</p><p>Der Maat schilderte ihm seinen Plan. Der Kommandant war zun�chst mi�trauisch, konnte sich aber schlie�lich doch f�r Dondragmers Idee begeistern; die beiden gingen gemeinsam ans n�chste Funkger�t.</p></section><section><title><p>13</p></title><p>Gl�cklicherweise kehrte Reejaaren erst viele Tage sp�ter zur�ck. Die Bewacher blieben auf ihrem Posten; vier bis sechs Flugzeuge kreisten st�ndig �ber dem Flu�, die �brigen standen auf den H�geln vor ihren Katapulten. Barlennan und sein Maat hatten die Beobachter auf Toorey in ihren Plan eingeweiht und begeisterte Zustimmung gefunden. Einige Besatzungsmitglieder waren geistig zu unbeweglich und wurden deshalb nur teilweise eingeweiht, aber der Kommandant zweifelte nicht daran, da� sie ebenfalls zum Gelingen des Plans beitragen w�rden. In der Zwischenzeit waren sie v�llig damit ausgelastet, die geknickten Masten instand zu setzen und die Takelage zu entwirren.</p><p>Lange bevor der Dolmetscher zur�ckkehrte, machten Barlennan und Dondragmer sich eines Morgens auf den Weg, um die Probe aufs Exempel zu machen. Sie erstiegen den n�chsten H�gel, auf dem ein halbes Dutzend Segelflugzeuge standen, deren Tragfl�chen im leichten Wind ruckartige Bewegungen machten, so da� die Besatzungen sie festhalten mu�ten. Der Kommandant und sein Maat n�herten sich den Flugzeugen, bis sie angehalten wurden. Sie blieben in drei�ig oder vierzig Meter Entfernung stehen, betrachteten die Flugzeuge und k�mmerten sich nicht weiter um den feindseligen Blick des Postens, der sie aufgehalten hatte.</p><p>�Was gibt es da zu gaffen, Barbaren?� erkundigte der Flieger sich m�rrisch.</p><p>�Von euren Maschinen ist nicht viel zu lernen�, versicherte Barlennan ihm. �Ihr k�nntet euch zum Beispiel viel Arbeit sparen, indem ihr die Vorderkante der Fl�chen nach unten biegt � weshalb besch�ftigt ihr statt dessen so viele Leute damit?� Er hatte das englische Wort f�r �Fl�chen� gebraucht, weil er kein anderes kannte; der Posten lie� sich die Bedeutung erkl�ren und starrte ihn verbl�fft an.</p><p>�Du hast also schon fr�her Segelflugzeuge gesehen? Wo?�</p><p>�Ich habe noch nie Flugzeuge dieser Art zu Gesicht bekommen�, antwortete Barlennan wahrheitsgem��, aber mit irref�hrender Betonung. �Ich kann mir allerdings vorstellen, da� die leichten Konstruktionen unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen w�rden, wenn sie weiter nach S�den fliegen sollten.�</p><p>�Wie�� Der andere schwieg betroffen, als ihm einfiel, da� er es schlie�lich mit Barbaren zu tun hatte. Er �berlegte kurz und beschlo� dann, das Problem auf dem Dienstweg weiterzugeben. �Reejaaren h�rt sich eure Verbesserungsvorschl�ge bestimmt gern an. Vielleicht erm��igt er sogar euer Hafengeld, wenn sie wertvoll genug sind. Aber bis dahin verschwindet ihr gef�lligst wieder, sonst mu� ich euch als Spione festnehmen.�</p><p>Barlennan und sein Maat zogen sich wortlos zur�ck, waren jedoch mit dem Erfolg ihrer Bem�hungen sehr zufrieden und schilderten Lackland das Gespr�ch in allen Einzelheiten.</p><p>�Wie hat er darauf reagiert, als ihr angedeutet habt, es k�nnte Segelflugzeuge geben, die wesentlich gr��ere Belastungen aushalten?� fragte Lackland.</p><p>�Er hat uns fortgeschickt, bis Reejaaren zur�ckkommt�, berichtete Dondragmer. �Ich habe allerdings das Gef�hl, da� die Saat auf fruchtbaren Boden gefallen ist.�</p><p>Dieser Verdacht konnte zutreffen, aber der Dolmetscher lie� sich nichts anmerken, als er zur�ckkam, obwohl der Posten offensichtlich den Inhalt des Gespr�chs mit den Barbaren wiedergegeben hatte.</p><p>�Der Kontrolleur der �u�eren H�fen hat beschlossen, euch vorl�ufig als harmlos zu betrachten�, erkl�rte Reejaaren. �Er erkennt an, da� ihr nicht absichtlich gegen unsere Gesetze versto�en habt, und will deshalb Gnade vor Recht ergehen lassen. Er hat mich erm�chtigt, eure Ladung zu inspizieren, damit ich Bu�geld und Hafengeb�hren festsetzen kann.�</p><p>�W�rde der Kontrolleur uns nicht das Vergn�gen machen, die Fracht selbst zu inspizieren und eine kleine Aufmerksamkeit f�r seine R�cksichtnahme in Empfang zu nehmen?� fragte Barlennan h�flich.</p><p>Reejaaren schien ehrlich �berrascht zu sein. �Lobenswert, sehr lobenswert�, murmelte er vor sich hin. �Ich bin davon �berzeugt, da� wir sehr gut miteinander auskommen werden. Leider hat der Kontrolleur auf den entferntesten Inseln zu tun und wird erst in vielen Tagen zur�ckerwartet. Solltet ihr dann noch hier sein, wird er dein freundliches Angebot bestimmt gern annehmen. Aber inzwischen kommen wir lieber zur Sache.�</p><p>W�hrend der Inspektion von Schiff und Ladung verlor Reejaaren nichts von seiner arroganten �berlegenheit, gab Barlennan jedoch einige Informationen, die er vermutlich nie freiwillig und absichtlich preisgegeben h�tte. Er bem�hte sich selbstverst�ndlich, alles herunterzusetzen, was er sah, und sprach immer wieder von Marrenis �Gnade�, der die Besatzung ihr Leben zu verdanken schien. Andererseits beschlagnahmte er verschiedene Fr�chte, die Barlennans Leute w�hrend der Landreise gesammelt hatten, wodurch das Bu�geld abgegolten war. Diese Fr�chte mu�ten jedoch verh�ltnism��ig leicht zu beschaffen sein, denn die Flugzeuge konnten ohne weiteres zum Festland hin�berfliegen � aber die �Barbaren� schienen den kultivierten Inselbewohnern �berlegen zu sein, die ihrerseits keineswegs die Herren der Sch�pfung waren, die sie zu sein vorgaben.</p><p>Sobald die Inspektion beendet war, str�mten die Zuschauer von den H�geln auf die Bree zu, und der Kommandant stellte zu seiner �berraschung fest, da� sich unter ihnen auch H�ndler befanden, die zum Teil seltsame Waren anzubieten hatten. Dazu geh�rten die dehnbaren Seile und das fast durchsichtige Tuch der Flugzeuge, f�r die Barlennan sich am meisten interessierte. Der Kommandant untersuchte den unglaublich d�nnen und trotzdem unwahrscheinlich kr�ftigen Stoff eingehend, um sich davon zu �berzeugen, da� es sich wirklich um das Material der Tragfl�chen handelte. Reejaaren stand in seiner N�he, so da� er vorsichtig sein mu�te, aber Barlennan erfuhr trotzdem, da� mit diesem Tuch ganze Flugzeuge bespannt wurden.</p><p>�Es ist also winddicht?� fragte er den H�ndler. �Dann l��t es sich zu Hause bestimmt gut verkaufen. F�r praktische Zwecke ist es nicht fest genug, aber zur Ausschm�ckung scheint es recht gut geeignet zu sein � besonders die farbigen Ballen. Als kluger H�ndler d�rfte ich das nicht zugeben, aber dieses Material ist die beste Ware, die ich bisher hier gesehen habe.�</p><p>�Nicht fest genug?� warf Reejaaren anstelle des H�ndlers ein. �Dieses Tuch wird nur auf unseren Inseln hergestellt und ist das einzige Material, das gleichzeitig fest und leicht genug ist, um als Bespannung unserer Flugzeuge zu dienen. Wenn du es kaufen willst, bekommst du es nur in kleinen Ballen, die f�r diesen Zweck zu klein sind � nur ein Narr w�rde die Bespannung aus einzelnen St�cken zusammenn�hen.�</p><p>�Selbstverst�ndlich�, stimmte Barlennan zu. �Ich nehme an, da� dieses Material sich hier verwenden l��t, wo es fast nichts wiegt. Aber ich versichere dir, da� es in unseren Breiten wertlos w�re; Tragfl�chen der erforderlichen Gr��e w�rden beim ersten Windsto� zerbrechen.� Diese Erkl�rung stammte von Lackland, aber Barlennan brachte sie wie seine eigene �berzeugung vor.</p><p>�Unsere Flugzeuge werden nat�rlich nicht sehr belastet�, antwortete Reejaaren. �Wir bauen sie auch nicht st�rker als unbedingt notwendig, denn dadurch sparen wir wieder Gewicht.�</p><p>Der Kommandant sah seine �berzeugung best�tigt, da� der andere nicht �berm��ig intelligent sein konnte. �Das versteht sich von selbst�, antwortete er. �Ich nehme an, da� eure Schiffe st�rker sind, wenn sie diese St�rme aushalten m�ssen. Werden sie manchmal wie die Bree an Land geschwemmt? Ich habe noch nie eine Flutwelle dieser Art erlebt.�</p><p>�Wir sind immer darauf vorbereitet, wenn ein Sturm heraufzieht�, erkl�rte Reejaaren. �Unsere Schiffe sind deinem recht �hnlich, aber anders bewaffnet, wie ich sehe. Eure Waffen sind mir unbekannt � unsere Kriegsphilosophen haben vermutlich festgestellt, da� sie in unseren Breiten nicht verwendbar w�ren. Habt ihr sehr unter dem Sturm gelitten, der euch hierhergebracht hat?�</p><p>�Sehr�, log Barlennan. �Wie sind eure Schiffe bewaffnet?� Er erwartete nicht, da� Reejaaren diese Frage beantworten w�rde, aber der Dolmetscher rief zu seiner Verbl�ffung einen der Flieger heran, der eine seltsame Waffe mitbrachte.</p><p>Barlennan hatte noch nie eine Armbrust gesehen und war deshalb ehrlich beeindruckt, als Reejaaren nacheinander drei zwanzig Zentimeter lange Bolzen �ber vierzig Meter hinweg in den n�chsten Baumstamm scho�. Gleichzeitig wurde jedoch auch klar, weshalb Reejaaren diese Waffe so bereitwillig vorf�hrte � die Armbrust war nur hier zu gebrauchen und besa� weiter s�dlich bestenfalls Andenkenwert. Barlennan wollte Reejaaren auf die Probe stellen und erkundigte sich nach dem Preis der Waffe; der Dolmetscher �berreichte sie ihm als Geschenk und f�gte noch ein Dutzend Bolzen hinzu. Der Kommandant war mit dieser Entwicklung sehr zufrieden; als H�ndler freute er sich, f�r dumm gehalten zu werden, denn daraus lie� sich meistens Gewinn ziehen.</p><p>Er kaufte unglaubliche Mengen Bespannstoff � Reejaaren schien vergessen zu haben, da� nur kleine Ballen abgegeben werden sollten, oder hielt es nicht mehr f�r notwendig �, mehrere elastische Seile und verschiedene Werkzeuge. Schlie�lich hatte er alles verkauft und h�tte nur noch die Flammenwerfer anbieten k�nnen. Er �berlegte schon, ob er Reejaaren Flammstaub schenken sollte, aber dann fiel ihm ein, da� er in diesem Fall die Waffe vorf�hren mu�te. Das wollte er m�glichst vermeiden, denn diese Leute schienen nicht zu wissen, wie die Flammenwerfer funktionierten, und brauchten es auch nicht zu erfahren.</p><p>Als die Inselbewohner sahen, da� Barlennan ausverkauft war, zogen sie sich allm�hlich zur�ck, so da� nur Reejaaren und seine Leute in der N�he des Schiffes blieben. Der Kommandant beobachtete am�siert, da� der Dolmetscher sich alle M�he gab, die Besatzung unauff�llig auszuhorchen, die ihrerseits �zuf�llig� Bemerkungen machte, die auf betr�chtliche aerodynamische Kenntnisse schlie�en lie�en. Barlennan war davon �berzeugt, da� Reejaaren inzwischen der Meinung sein mu�te, seine Leute k�nnten ebenfalls fliegen.</p><p>�Ich habe nichts mehr zu verkaufen�, sagte der Kommandant, als Reejaaren wieder vor ihm stand, �und wir haben alle notwendigen Geb�hren entrichtet, glaube ich. K�nnen wir jetzt abfahren?�</p><p>�In welche Richtung?�</p><p>�Nach S�den�, antwortete Barlennan. �Wir kennen dieses Meer nur aus Berichten einzelner H�ndler, die vor langer Zeit hier gewesen sind. Ich m�chte mich noch etwas umsehen.�</p><p>�Ausgezeichnet. Ihr k�nnt jederzeit abfahren. Vielleicht begegnen wir uns sp�ter nochmals � ich reise selbst gelegentlich nach S�den. Nehmt euch vor den St�rmen in acht.� Reejaaren wandte sich ab, f�gte aber noch hinzu: �Wir treffen uns an der K�ste wieder. Ich mu� die Bucht inspizieren, in der ihr gelandet seid � vielleicht l��t sie sich als Hafen ausbauen.� Er ging auf die wartenden Flugzeuge zu.</p><p>Barlennan wollte schon den Befehl zur Weiterfahrt geben, als ihm auffiel, da� die Sperre nicht beseitigt waren. Er �berlegte schon, ob er den Dolmetscher zur�ckrufen und ihre Beseitigung verlangen sollte; dann fiel ihm jedoch ein, da� er kein Recht darauf hatte, und Reejaaren w�rde vermutlich nur hochm�tig ablehnen, wenn er darauf bestand. Die Besatzung w�rde auch dieses Hindernis �berwinden.</p><p>Der Kommandant befahl seinen Leuten, sie sollten sich erneut an die Arbeit machen und die Sperre durchs�gen, aber Dondragmer unterbrach ihn.</p><p>�Ich habe eine andere Idee�, sagte er.</p><p>�Was hast du vor?� fragte Barlennan. �In den letzten vierzig oder f�nfzig Tagen hast du irgend etwas ausgebr�tet, aber ich war zu besch�ftigt, um danach zu fragen.�</p><p>�Ich habe die Flieger gefragt, ob sie eine Maschine w��ten, die Pf�hle ausziehen k�nnte � und die nicht zu kompliziert f�r uns w�re. Ich zeige dir gleich, wie sie funktioniert.� Der Maat holte einige Rollen, durch die ein langes Tau lief, unter einer Decksklappe hervor.</p><p>�Was ist das?� fragte Barlennan erstaunt.</p><p>�Die Flieger nennen es �Flaschenzug� � ich kann mit dem Wort nichts anfangen, aber das Ding funktioniert, wie ich dir gleich beweisen werde.� Barlennan stellte zufrieden fest, da� st�ndig vier oder f�nf Segelflugzeuge �ber ihnen kreisten, und hoffte nur, da� die Eingeborenen sahen, mit welcher Maschine die Fremden das Hindernis beseitigten.</p><p>Sobald die Sperre �berwunden waren, dauerte es nur noch wenige Tage, bis die Bree die Flu�m�ndung erreichte, dort zusammengebaut wurde und wenig sp�ter in tiefem Wasser schwamm. Die Beobachter auf Toorey seufzten erleichtert auf; diese Erleichterung war jedoch verfr�ht.</p><p>Am Ufer der Bucht lag ein Dutzend Segelflugzeuge, mit denen Reejaarens Begleiter gekommen waren, und Barlennan konnte der Versuchung nicht widerstehen, dem Dolmetscher vorzuf�hren, da� seine Besatzung die Speere unbesch�digt herausgezogen hatte. Reejaaren begr��te sie, als das Schiff wenige Meter vom Strand entfernt ankerte.</p><p>�Das Schiff ist also wieder seet�chtig, was? An eurer Stelle w�rde ich in Zukunft nicht mehr an Land Schutz suchen, wenn ein Sturm droht.�</p><p>�Richtig�, stimmte Barlennan zu. �In einem unbekannten Meer wei� man nur nicht, wo man Land zu erwarten hat. K�nntest du uns vielleicht einige Hinweise geben oder uns eine Karte �berlassen? Ich h�tte schon fr�her danach fragen sollen.�</p><p>�Unsere Karten sind selbstverst�ndlich geheim�, antwortete Reejaaren. �Ich kann dir nur sagen, da� die n�chsten Inseln ziemlich weit von hier entfernt im S�den vor dem Festland liegen. Da ich nicht wei�, wie schnell dein Schiff ist, kann ich nicht beurteilen, wie lange ihr dorthin unterwegs sein werdet. Die Bewohner dieser Inseln sind nicht unbedingt feindselig � aber sie nehmen gern, was sie bekommen k�nnen, ohne gleich an Gegenleistungen zu denken.�</p><p>�Besten Dank f�r die ersch�pfende Auskunft�, erwiderte Barlennan. Er lie� die Anker lichten, aber in diesem Augenblick wurde Reejaaren auf das Kanu aufmerksam, das wieder beladen im Schlepptau der Bree hing.</p><p>�Das h�tte ich fr�her sehen sollen�, stellte der Dolmetscher fest. �Dann w�re mir sofort klar gewesen, da� ihr wirklich aus Norden kommt. Wie habt ihr es den Eingeborenen abgehandelt?�</p><p>Barlennan hatte bisher richtig taktiert, aber nun machte er den ersten gro�en Fehler.</p><p>�Oh, das Kanu haben wir von zu Hause mitgenommen�, behauptete er. �Wir ben�tzen Boote dieser Art, um zus�tzliche Vorr�te zu transportieren. Wie du siehst, ist es seiner Form wegen leicht zu schleppen.� Dieses Wissen verdankte er Lackland, der ihm die Vorteile der Stromlinienform erkl�rt hatte.</p><p>�Das Boot ist also eine eigene Erfindung?� fragte Reejaaren neugierig. �Darf ich es aus der N�he sehen, oder habt ihr keine Zeit mehr dazu? Wir haben uns nie mit Booten dieser Art abgegeben.�</p><p>Barlennan z�gerte und �berlegte sich dann, da� der andere auch aus der N�he nicht mehr als vom Ufer aus sehen konnte. Schlie�lich war die �u�ere Form des Kanus entscheidend, die deutlich genug zu erkennen war. Er lie� die Bree dichter ans Ufer treiben und gab dem Boot einen Sto�. Reejaaren schwamm ihm entgegen, betastete das Holz der Bordw�nde, stellte fest, da� es unter leichtem Druck nachgab und stie� einen lauten Schrei aus, der die Flugzeuge in der Luft und seine Begleiter am Strand alarmierte.</p><p>�Spione!� kreischte er. �Komm sofort ans Ufer, Barlennan � wenn du wirklich so hei�t. Du bist ein guter L�gner, aber diesmal hast du zuviel gelogen!�</p></section><section><title><p>14</p></title><p>Der Kommandant starrte ihn zun�chst sprachlos an, weil er sich nicht vorstellen konnte, wodurch er sich verraten hatte. Allerdings blieb ihm kaum Zeit, lange dar�ber nachzudenken; er mu�te irgend etwas unternehmen � je schneller, desto besser. Reejaaren hatte den Flugzeugen bereits zugerufen, sie sollten die Bree auf der Stelle festnageln, sobald sie zu fliehen versuchte, und die Katapulte am Ufer schleuderten weitere Maschinen in die Luft. Barlennan wu�te nur zu gut, da� die Flugzeuge hier in Landn�he unbegrenzt lange in der Luft bleiben konnten; �ber dem Meer h�tten sie vielleicht nicht gen�gend H�he gewonnen, um ihre Speere wirksam einsetzen zu k�nnen � das hatte der Kommandant von Lackland erfahren �, aber die Bree war noch weit vom offenen Meer entfernt. Barlennan kannte die Zielsicherheit der Flugzeugbesatzungen und wu�te, da� es zwecklos war, den Wurfgeschossen ausweichen zu wollen.</p><p>W�hrend er noch �berlegte, ergriff Dondragmer die Initiative und langte nach der Armbrust, die Reejaaren ihnen geschenkt hatte. Er legte einen Bolzen auf die Sehne und spannte die Waffe mit einer Geschwindigkeit, die deutlich zeigte, da� er sich nicht nur mit seinem Flaschenzug besch�ftigt hatte. Er legte die Waffe auf den verbl�fften Dolmetscher an.</p><p>�Halt, Reejaaren, du bewegst dich in der falschen Richtung!� Der Insulaner blieb z�gernd am Ufer stehen und schien zu �berlegen, wie ernst diese Bedrohung zu nehmen war.</p><p>�Falls du glaubst, ich w�rde dich nicht treffen, weil ich mit der Waffe nicht umzugehen verstehe, kannst du ruhig weitergehen. Ich bin selbst neugierig. Und wenn du nicht bald hierherkommst, mache ich gleich den ersten Versuch. Los, komm her!�</p><p>Reejaarens Unentschlossenheit war pl�tzlich verschwunden; er hatte offenbar beschlossen, Dondragmers Schie�k�nste nicht auf die Probe zu stellen, und schwamm jetzt gehorsam auf die Bree zu. Da er die Wirkung der Bolzen nur allzu gut kannte, machte er auch nicht den Versuch, im seichten Methan zu tauchen und unter der Oberfl�che fortzuschwimmen. Als er an Bord kletterte, zitterte er vor Angst und Wut.</p><p>�Bildet ihr euch etwa ein, das k�nnte euch retten?� fragte er. �Die Flugzeuge greifen auf jeden Fall an, wenn ihr euch bewegt.�</p><p>�Du gibst ihnen jetzt den Befehl, es nicht zu tun�, wies Dondragmer ihn an.</p><p>�Die Besatzungen w�rden ihn nicht befolgen, solange ich in eurer Gewalt bin�, antwortete Reejaaren. �Das m��tet ihr eigentlich wissen, wenn es bei euch zu Hause eine Art Streitmacht gibt.�</p><p>�Wir haben uns nie mit Soldaten abgegeben�, erwiderte Barlennan, der inzwischen wieder Herr der Lage war. �Aber ich glaube dir sogar. Du bleibst jedenfalls an Bord, bis gekl�rt ist, da� wir nicht die Absicht haben, nochmals an Land zu gehen � es sei denn, wir werden vorher mit den Flugzeugen fertig. Nur schade, da� wir keine modernen Waffen in diese r�ckst�ndige Gegend mitgenommen haben.�</p><p>�Diesen Unsinn kannst du dir sparen�, warf der Gefangene ein. �Ihr habt keine besseren Waffen als die �brigen Barbaren. Ich gebe zu, da� ich mich zun�chst habe t�uschen lassen, aber vorhin hast du dich verraten.�</p><p>�Weshalb glaubst du, da� ich l�ge?�</p><p>�Ich sehe keinen Grund, es dir zu erkl�ren�, antwortete Reejaaren trotzig.</p><p>�Ich kann mir vorstellen, worum es sich handelt, Barl�, warf Dondragmer ein. �Du erinnerst dich sicher an die Bedenken, die ich von Anfang an vorgebracht habe� Aber daran ist jetzt nichts mehr zu �ndern. Die Flugzeuge sind unser wichtigstes Problem; ich sehe keine Schiffe in der N�he, und die Leute am Ufer haben nur drei oder vier Armbr�ste, mit denen sie nicht viel ausrichten k�nnen. Ich nehme an, da� sie sich vorl�ufig auf die Flugzeuge verlassen werden.� Er sprach auf Englisch weiter. �Haben die Flieger zuf�llig erw�hnt, wie wir uns gegen diese verdammten Maschinen zur Wehr setzen k�nnten?�</p><p>Barlennan konnte sich nur an die g�nstigen Luftstr�mungen �ber dem Meer erinnern, die hier am Strand jedoch nicht sehr n�tzlich waren. �Vielleicht k�nnen wir mit der Armbrust nach ihnen schie�en�, meinte er schlie�lich in seiner Sprache. Reejaaren schnaubte ver�chtlich, aber Krendoranic, der Waffenoffizier der Bree, griff die Idee begierig auf.</p><p>�Ausgezeichnet, Barl!� rief er. �Dabei kann ich gleich etwas anderes versuchen, das mir seit unserem Erlebnis am Flu� vorschwebt.�</p><p>�Was?�</p><p>�Ich m�chte es lieber nicht erkl�ren, solange unser Freund zuh�rt. Zeigen wir es ihm doch gleich!�</p><p>Barlennan gab seine Zustimmung und wu�te nicht recht, was er sagen sollte, als Krendoranic daraufhin einen der Flammentanks �ffnete. Aber der Waffenoffizier wu�te, was er tat: Er nahm ein kleines B�ndel heraus, das in lichtundurchl�ssigem Stoff eingeschlagen war, und zeigte nun, was ihm seit dem �berfall am Flu� eingefallen war.</p><p>Das B�ndel war kugelrund und sollte offenbar geworfen werden, denn Krendoranic hatte die Vorteile dieser neuen Methode rasch erkannt; aber jetzt verbesserte er sie sogar noch und befestigte das B�ndel an einem Bolzen der Armbrust. Er hatte sich mit dieser Waffe bereits vertraut gemacht und war davon �berzeugt, ein ortsfestes Ziel aus gr��erer Entfernung treffen zu k�nnen. Bewegliche Ziele boten eher Schwierigkeiten, aber die Flugzeuge waren daf�r entsprechend gr��er.</p><p>Krendoranic gab einem seiner Leute ein Zeichen, er solle sich mit einer Lunte neben ihm bereithalten, hob die Armbrust und zielte auf das n�chste Flugzeug, das langsam heranschwebte. Als er seiner Sache sicher war, erteilte er dem Helfer einen kurzen Befehl und folgte dabei weiter der Bahn des Segelflugzeuges. Das B�ndel an der Spitze des Bolzens fing Feuer, Krendoranic bet�tigte den Abzug, und eine Rauchfahne bezeichnete den Weg des Geschosses.</p><p>Der Waffenoffizier und sein Helfer warfen sich sofort zur Seite, um dem Rauch zu entgehen, und die Besatzungsmitglieder in der N�he fl�chteten ebenfalls. Als sie sich endlich in Sicherheit gebracht hatten, trat der gew�nschte Erfolg bereits ein.</p><p>Der Bolzen h�tte das Ziel fast verfehlt, denn Krendoranic hatte die Geschwindigkeit des Flugzeugs untersch�tzt. Das Brandgescho� steckte im hintersten Teil des Rumpfes und brannte dort knisternd weiter; dabei erzeugte es eine lange Rauchspur, der die folgenden Maschinen keineswegs auszuweichen versuchten. Die Besatzung des getroffenen Flugzeugs brauchte den giftigen Rauch nicht zu f�rchten, aber die Maschine lie� sich schon Sekunden sp�ter nicht mehr steuern und st�rzte ab. Pilot und Besatzung sprangen aus dem Wrack, bevor es am Strand zerschellte. Die beiden folgenden Flugzeuge schwankten heftig, als der Rauch die Besatzungen bet�ubte, und gingen in der Bucht nieder. Krendoranic hatte sich als Meister der Luftabwehr erwiesen.</p><p>Barlennan wartete nicht ab, bis das letzte Flugzeug abgest�rzt war, sondern lie� alle Segel setzen. Der Wind war nicht g�nstig, aber durch geschicktes Kreuzen erreichte die Bree bald die Mitte der Fahrrinne. Vorn Ufer her drohte keine Gefahr, denn die Insulaner waren erschrocken geflohen, als Krendoranic ein zweites Brandgescho� in ihre Richtung schickte.</p><p>Reejaaren hockte schweigend an Deck, aber allein seine K�rperhaltung dr�ckte tiefste Verzweiflung aus. �ber der Bucht schwebten noch weitere Segelflugzeuge, die jetzt H�he zu gewinnen versuchten, als wollten sie von dort aus einen Angriff wagen; aber er wu�te, da� die Bree nur Zufallstreffer abbekommen w�rde, wenn der Angriff aus dieser H�he erfolgte. Eines der Flugzeuge setzte in hundert Meter H�he dazu an, aber Krendoranic erschreckte den Piloten mit einem Brandbolzen und unterband damit �hnliche Versuche. Die Maschinen zogen weite Kreise um die Bree, als das Schiff jetzt die Bucht verlie�.</p><p>�Was habt ihr eigentlich angestellt, Barl?� erkundigte Lackland sich, der die Ereignisse der letzten Tage nur teilweise auf seinen Bildschirmen gesehen hatte. �Ich wollte mich nicht einmischen, um deine Pl�ne nicht zu st�ren, aber jetzt k�nntest du mir erz�hlen, was geschehen ist.�</p><p>Barlennan schilderte ihm die j�ngste Entwicklung, nachdem er die Besatzung angewiesen hatte, das Schiff nachts in Ufern�he zu halten. Reejaaren verfolgte entsetzt das Gespr�ch, denn er nahm selbstverst�ndlich an, Barlennan melde jetzt weiter, was er ausspioniert hatte; er konnte sich allerdings nicht vorstellen, auf welche Weise die Verst�ndigung erfolgte. Bei Sonnenaufgang bat er dem�tig, hier in Land gelassen zu werden, solange die Bree noch in Ufern�he war; Barlennan hatte zum erstenmal fast Mitleid mit ihm und lie� ihn �ber Bord gehen. Lackland beobachtete diese Szene erleichtert; er kannte Barlennan recht gut, war aber nicht imstande gewesen, genau zu beurteilen, was der Kommandant unter diesen Umst�nden f�r richtig halten w�rde.</p><p>�Barl�, sagte er nach einer kurzen Pause, �k�nntest du einige Wochen lang nichts mehr anstellen, bis wir uns wieder einigerma�en erholt haben? Seit eurem letzten Abenteuer sind alle hier oben um zehn Jahre gealtert.�</p><p>�Und wer hat mich �berhaupt in diese Lage gebracht?� fragte der Mesklinit unger�hrt. �H�ttet ihr mir nicht geraten, hier Schutz vor dem Sturm zu suchen, den wir auf dem Meer besser �berstanden h�tten, w�re ich den Inselbewohnern nie begegnet. Aber ich bin ganz zufrieden damit; ich habe viel gelernt und wei�, da� einige deiner Freunde begeistert zugesehen haben. Unsere Fahrt war bisher fast langweilig; diese kleinen Auseinandersetzungen bringen Abwechslung in die Sache � und sogar Gewinn.�</p><p>�Was ist dir lieber: Abenteuer oder Gewinne?�</p><p>�Hmmm, das ist schwer zu sagen. Ich lasse mich manchmal auf Dinge ein, die interessant sein k�nnten; aber ich bin nat�rlich froh, wenn dabei ein Gewinn herauskommt.�</p><p>�Dann konzentrierst du dich bitte in Zukunft auf den Gewinn dieser Fahrt. Wenn du willst, sammeln wir hundert oder tausend Schiffsladungen Gew�rze f�r dich und bringen sie an den fr�heren Liegeplatz der Bree. Als Gegenleistung erwarten wir nur, da� du auf weitere Abenteuer verzichtest.�</p><p>�Vielen Dank, ich verdiene auch so genug. Das w�re zu langweilig.�</p><p>�Ich kann dir nichts befehlen�, antwortete Lackland, �aber ich hoffe, da� du daran denkst, wieviel vom Erfolg deiner Reise abh�ngt.�</p><p>Barlennan versicherte ihm, er denke st�ndig daran, was in gewisser Beziehung zutraf, und setzte die weitere Fahrt in Richtung S�den fort.</p><p>An der Vierzig-g-Linie steuerte die Bree nach S�dosten, um einem Festlandsvorsprung auszuweichen, der nach Osten ins Meer hinausragte. Tats�chlich segelte das Schiff jetzt durch eine verh�ltnism��ig schmale Meeresstra�e, deren K�sten aber von Bord aus nicht zu sehen waren.</p><p>Als die Bree das andere Meer erreicht hatte und sich der Sechzig-g-Linie n�herte, begann das Kanu, das noch immer im Schlepptau hing, allm�hlich tiefer zu sinken. Eine Untersuchung ergab, da� der Bootsboden unter Methan stand, obwohl der Rumpf kein sichtbares Leck aufwies. Barlennan lie� das Kanu aussch�pfen und bestimmte einen seiner Leute, der es regelm��ig kontrollieren sollte. Diese Ma�nahme gen�gte zun�chst; das Kanu schwamm nach jedem Aussch�pfen so hoch wie fr�her, aber das unsichtbare Leck schien immer gr��er zu werden. Lackland wu�te ebenfalls keine Erkl�rung f�r dieses Ph�nomen, meinte aber, das Holz sei vielleicht por�s; in diesem Fall h�tte das Boot jedoch von Anfang an leck sein m�ssen.</p><p>Die Entwicklung erreichte ihren H�hepunkt vor der Zweihundert-g-Linie, als die Bree ein Drittel ihrer Seereise hinter sich hatte. Der Besatzungsangeh�rige, den Barlennan f�r diese Aufgabe abgestellt hatte, kletterte eines Tages wie gew�hnlich in das Kanu, um es auszusch�pfen. Das Boot sank unter seinem Gewicht selbstverst�ndlich etwas tiefer, und die Bordw�nde gaben eine Kleinigkeit nach; als die Seiten nachgaben, sank es noch tiefer� Als es noch tiefer sank, gaben die Seiten weiter nach�</p><p>Der ganze Vorgang dauerte nur Bruchteile von Sekunden. Der �berraschte Matrose fand sich pl�tzlich im Meer wieder, stellte fest, da� das Boot dicht unter der Oberfl�che schwamm, weil die Ladung gen�gend Auftrieb besa�, und kletterte an Bord der Bree zur�ck. Dort wurde er von der gesamten wachfreien Besatzung erwartet, die auf das Verschwinden des Kanus aufmerksam geworden war. Der Kommandant lie� es an Bord holen und entleeren; da das elastische Holz jedoch wieder seine fr�here Form angenommen hatte, konnte niemand sich vorstellen, was geschehen war.</p><p>Lackland wurde um seine Meinung gebeten und lie� sich ausf�hrlich schildern, wie das Boot versunken war. Als er dann erkl�rte, da� die Bordw�nde unter dem Druck der umgebenden Fl�ssigkeit nachgegeben haben mu�ten, wich Barlennan Dondragmers Blick aus und f�hlte sich auch nicht getr�stet, als der Maat hinzuf�gte, Reejaaren sei bestimmt nur deshalb mi�trauisch geworden. Schwimmende Hohlk�rper! Die Inselbewohner mu�ten l�ngst erkannt haben, da� Boote dieser Art weiter im S�den nicht zu verwenden waren.</p><p>Das Kanu wurde am Deck vert�ut, obwohl es dort wertvollen Platz einnahm, und Barlennan lie� es mit Nahrungsmitteln vollpacken, die sonst nicht so hoch gestapelt werden konnten. Dondragmer brachte Bedenken vor, weil das Boot die Biegsamkeit des Schiffsk�rpers beeintr�chtigte, da es sich �ber drei Fl��e erstreckte, aber der Kommandant lie� sich nicht davon abbringen, es an Bord zu behalten.</p><p>Die Zeit verging; erst Hunderte, dann Tausende von Tagen. F�r die Meskliniten, die von Natur aus langlebig waren, bedeutete die Zeit wenig, aber die Beobachter auf Toorey hatten den Eindruck, sie stehe still, w�hrend die Bree unendlich langsam ihrem Ziel n�herkam. Lackland und seine Freunde unterhielten sich mit Barlennan, verfolgten den roten Strich auf dem Globus, bestimmten die Position des Schiffes, gaben den Kurs durch, lehrten die Besatzung Englisch und warteten ungeduldig, bis vier Erdmonate � �ber neuntausendvierhundert Tage auf Mesklin � vergangen waren.</p><p>Die Bree erreichte die Vierhundert-g-Linie, segelte weiter, lie� die Sechshundert-g-Linie hinter sich zur�ck und drang weiter nach S�den vor. Die Tage wurden l�nger, bis die Sonne schlie�lich nicht mehr unterging, und der Horizont schien an allen Seiten �ber dem Schiff aufzusteigen, wie Barlennan Lackland vor langer Zeit erkl�rt hatte. Der Kommandant h�rte auch jetzt geduldig zu, als die Beobachter ihm versicherten, dabei handle es sich nur um eine optische Illusion; aber als endlich Land vor ihnen aus dem Meer auftauchte, lag es offenbar ebenfalls �ber ihnen � wer konnte da noch von Illusionen sprechen?</p><p>Die Bree erreichte eine gewaltige Bucht, die dreitausend Kilometer weit nach S�den f�hrte � �ber die H�lfte der Entfernung zum Ziel, wo die gestrandete Rakete lag. Das Schiff kreuzte durch die Bucht, die sich allm�hlich verengte, und lief in eine Flu�m�ndung ein. Hier mu�te abwechselnd ein Teil der Besatzung an Land gehen und die Bree treideln, denn die Str�mung lie� sich nicht mehr mit Hilfe der Segel �berwinden. Wieder vergingen Tage und Wochen, aber die M�nner auf Toorey verfolgten jetzt mit zunehmender Spannung den Weg des Schiffes stromaufw�rts. Das Ziel war fast in Sicht, und die Beobachter zweifelten nicht daran, da� es bald erreicht sein w�rde.</p><p>Dann kam die Entt�uschung, die nur mit dem Zwischenfall vor einigen Monaten vergleichbar war, als Lacklands Schlepper ein un�berwindbares Hindernis erreicht hatte. Die Barriere war �hnlich, aber diesmal befanden sich Schiff und Besatzung am Fu� einer Klippe, anstatt am oberen Rand. Die Felswand war hundert Meter hoch, nicht nur zwanzig, und hier an der Siebenhundert-g-Linie waren die Meskliniten nicht mehr imstande, rasch und leicht zu klettern, wie sie es am �quator getan hatten.</p><p>Die Rakete war nur achtzig Kilometer vom Fu� der Felswand entfernt; der H�henunterschied betrug jedoch � auf menschliche Verh�ltnisse umgerechnet � etwa f�nfundf�nfzig entlang einer senkrechten Wand.</p></section><section><title><p>15</p></title><p>Die Erlebnisse der vergangenen Wochen und Monate waren nicht spurlos an der Schiffsbesatzung vor�bergegangen; Barlennans Leute hatten ihre angeborene H�henangst verloren. Das bedeutete jedoch nicht, da� sie vergessen hatten, wie sich selbst der kleinste Fall in diesen Breiten auf ihre K�rper auswirken mu�te. Deshalb war ihnen die steile Felswand unheimlich, die nur wenige Meter vom Liegeplatz der Bree entfernt zum Himmel aufragte.</p><p>Die Beobachter auf Toorey starrten das neue Hindernis schweigend an und suchten nach einem Ausweg. Die Expedition verf�gte �ber keine Rakete, die auf Mesklin in Poln�he h�tte starten k�nnen; die einzige, die f�r diesen Zweck konstruiert worden war, stand irgendwo dort unten. Au�erdem h�tte niemand damit fliegen k�nnen: Menschen w�rden die Schwerkraft nicht lebend �berstehen, und die Meskliniten waren nicht imstande, den komplizierten Mechanismus einer Rakete zu begreifen.</p><p>�Die Reise ist also noch l�ngst nicht zu Ende�, stellte Dr. Rosten fest und starrte nachdenklich die Bildschirme an, auf denen die Felswand zu sehen war. �Trotzdem mu� es irgendeinen Weg auf die Hochebene oder die andere Flanke des Bergr�ckens geben. Ich sehe ein, da� Barlennan und seine Leute wahrscheinlich nicht hinaufk�nnen, aber meiner Meinung nach m��ten sie das Hindernis umgehen k�nnen.� Lackland fragte Barlennan danach.</p><p>�Ihr habt recht�, antwortete der Kommandant, �aber auch dabei gibt es verschiedene Schwierigkeiten. Der Flu� liefert nicht mehr allzuviel Nahrung; wir sind weit vom Meer entfernt. Au�erdem wissen wir nicht, wie lang der Weg vor uns ist, so da� wir kaum vern�nftig planen k�nnen. Habt ihr schon daran gedacht, eine Karte dieses Gebiets anzufertigen, damit wir gemeinsam nach dem besten Weg suchen k�nnen?�</p><p>�Gute Idee. Ich k�mmere mich gleich darum.� Als Lackland sich nach den anderen umdrehte, sah er besorgte Gesichter. �Was ist los?� fragte er verbl�fft. �K�nnen wir keine fotografische Karte zusammenstellen, wie wir es schon am �quator getan haben?�</p><p>�Das ist selbstverst�ndlich m�glich, aber nicht ganz einfach�, erkl�rte Rosten. �Am �quator kann die Rakete in nur neunhundert Kilometer H�he scheinbar an der gleichen Stelle stehenbleiben. Hier am Pol ist die Rotationsgeschwindigkeit zu niedrig, selbst wenn wir sie f�r unsere Zwecke nutzbar machen k�nnten. Die Rakete mu� eine hyperbelf�rmige Flugbahn beschreiben, wenn wir Aufnahmen aus niedrigen H�hen machen wollen, ohne den Treibstoffverbrauch astronomisch ansteigen zu lassen � das bedeutet aber, da� die Geschwindigkeit relativ zum Boden mehrere hundert Sekundenkilometer erreicht. Darunter leidet nat�rlich die Bildqualit�t.�</p><p>Rosten machte eine nachdenkliche Pause und f�gte dann hinzu: �Am besten machen wir die Aufnahmen aus gr��erer Entfernung mit Teleobjektiven; wir k�nnen nur hoffen, da� sie gen�gend Details zeigen, nach denen Barlennan sich richten kann.�</p><p>�Daran hatte ich nicht gedacht�, gab Lackland zu. �Uns bleibt jedenfalls keine andere Wahl. Wir k�nnten Barlennan ohne Unterst�tzung losschicken, aber das w�re etwas zuviel verlangt.�</p><p>�Richtig. Sagen Sie ihm, da� wir uns gleich an die Arbeit machen.� Lackland setzte sich wieder mit Barlennan in Verbindung, der ihm erkl�rte, er werde an Ort und Stelle bleiben, bis er n�here Informationen erhalte.</p><p>�Wir k�nnen entweder flu�aufw�rts nach rechts vordringen oder Schiff und Flu� verlassen und der Klippe nach links folgen. Da wir nicht wissen, welcher Weg k�rzer ist, warten wir noch. Ich w�rde nat�rlich lieber flu�aufw�rts vordringen; dann brauchten wir weder Lebensmittel noch die Funkger�te zu schleppen.�</p><p>�Wie steht es �berhaupt mit Lebensmitteln?� erkundigte Lackland sich. �Du hast vorhin erw�hnt, sie seien hier schwerer zu beschaffen.�</p><p>�Sie sind knapper, aber die Gegend hier ist wenigstens noch keine W�ste, und wir kommen ganz gut zurecht. Falls wir �ber Land marschieren m�ssen, w�re deine Kanone recht n�tzlich. Die Armbrust ist bestenfalls ein Museumsst�ck.�</p><p>�Weshalb schleppst du sie dann mit dir herum?�</p><p>�Aus genau diesem Grund � sie ist ein gutes Museumsst�ck, und f�r St�cke dieser Art werden hohe Preise gezahlt. Soviel ich wei�, ahnt niemand bei uns zu Hause, da� es �berhaupt Waffen gibt, die Geschosse werfen. Ihr habt nicht zuf�llig eine Kanone f�r mich �brig, was? Meinetwegen braucht sie nicht einmal zu funktionieren.�</p><p>Lackland grinste. �Tut mir leid, Barl, aber wir haben selbst nur eine. Wahrscheinlich brauchen wir sie nicht mehr, aber wir k�nnten nicht erkl�ren, weshalb wir sie verschenkt haben.�</p><p>Barlennan gab sich mit dieser Auskunft zufrieden und wandte sich dringenderen Problemen zu. Die Nahrungsbeschaffung war vorl�ufig nicht weiter schwierig, wie er Lackland erkl�rt hatte, aber es konnte bestimmt nicht schaden, wenn die Besatzung auf Vorrat fischte. Das Land sah nicht gerade vielversprechend aus: Auf einem Ufer ragte die Felswand schon nach wenigen Metern empor, w�hrend am anderen niedrige H�gel begannen, die sich bis zum Horizont erstreckten. Hier und dort wuchsen niedrige Pflanzen, aber in den ersten f�nfzig Tagen sah die Besatzung kein einziges Tier, nachdem sie sich zu Anfang gelegentlich von Schatten hatte t�uschen lassen.</p><p>Die M�nner auf Toorey hatten erheblich mehr zu tun. Lackland und drei andere Mitglieder der Expedition starteten mit einer Rakete, um die versprochenen Aufnahmen zu machen. Die Rakete besa� eine relativ hohe Anfangsgeschwindigkeit, aber Rosten hatte richtig erkannt, da� selbst diese Geschwindigkeit nicht ausreichen w�rde. Der Pilot ben�tzte zus�tzlich die Triebwerke, und obwohl die Rakete Tausende von Kilometern hoch war, als sie �ber den S�dpol hinwegraste, mu�te der Fotograf so schnell wie m�glich arbeiten. Sie kamen noch zweimal zur�ck, so da� er schlie�lich drei Filmstreifen von jeweils zwei bis drei Minuten Dauer in seiner Kamera hatte. Da die Rakete einige Zeit brauchte, um Mesklin zu umrunden, stand einigerma�en sicher fest, da� die Felswand bei verschiedener Beleuchtung fotografiert worden war, denn nur so konnte ihre H�he durch Schattenmessungen bestimmt werden. Auf dem R�ckflug nach Toorey begann die Auswertung, die in der Station fortgesetzt werden sollte.</p><p>Die Ergebnisse waren interessant, aber � wie auf Mesklin nicht anders zu erwarten � auch �berraschend. Verbl�ffend war vor allem die Gr��e des Blocks, der sich aus der umliegenden Ebene erhob. Seine Umrisse erinnerten an Gr�nland, er war �ber f�nfeinhalbtausend Kilometer lang und ber�hrte mit seiner Spitze fast das Meer, das die Bree �berquert hatte. Der Flu�, dem Barlennan gefolgt war, f�hrte jedoch in einem weiten Bogen um das Massiv und schien fast genau am entgegengesetzten Ende zu entspringen. Die H�he der Felswand ver�nderte sich unglaublich wenig; erste Messungen ergaben, da� sie nur in Meeresn�he etwas h�her sein konnte, aber dieser Unterschied war keineswegs bedeutend.</p><p>Nur an einer Stelle schien er es zu sein. Auf einem einzigen Bild war ein Schatten zu erkennen, der vielleicht einen Abhang bezeichnete. Dieser Punkt lag �ber zw�lfhundert Kilometer vom Ankerplatz der Bree entfernt, aber zum Gl�ck flu�aufw�rts � und der Flu� bog nur an dieser Stelle weit von der Felswand ab, als habe er sich dort ein neues Bett graben m�ssen, weil das alte unter Ger�llmassen verschwunden war.</p><p>Die Lage schien durchaus nicht hoffnungslos zu sein. Barlennan und seine Leute hatten zwar nicht achtzig, sondern zweieinhalbtausend Kilometer zur�ckzulegen � davon die H�lfte �ber Land �, aber selbst diese Strecke mu�te zu �berwinden sein. Lackland tr�stete sich mit diesem Gedanken, bis ihm einfiel, da� er kaum etwas �ber die Oberfl�chenbeschaffenheit des Gebiets wu�te, in dem seine Freunde sich bewegen w�rden. Er mu�t die Analyse jedoch verschieben, bis sie wieder in die Station zur�ckgekehrt waren, denn nur dort standen die ben�tigten Instrumente zur Verf�gung.</p><p>Die Mikroskope und Densimeter der professionellen Kartografen zeigten, da� die Hochebene ziemlich unwegsam sein mu�te. Die Entstehungsursache der Ger�llhalde, die Lackland entdeckt hatte, war nicht zu erkennen; aber ihre Ausma�e wurden jetzt genauer festgestellt. Der Mittelpunkt des Plateaus schien tiefer als die R�nder zu liegen, so da� eine gigantische Senke entstand, deren Tiefe sich jedoch nicht feststellen lie�, da zur Mitte hin keine Schatten erkennbar waren, die genaue Messungen erm�glicht h�tten. Die Analytiker waren jedenfalls davon �berzeugt, der tiefste Punkt der Senke liege immer noch wesentlich h�her als das Land am Flu�.</p><p>Rosten las den abschlie�enden Bericht mit gerunzelter Stirn durch.</p><p>�Mehr k�nnen wir leider nicht f�r ihn tun�, sagte er dann. �Ich m�chte das Land dort unten allerdings nicht geschenkt haben, selbst wenn ich darin leben k�nnte. Charlie, Sie m�ssen Barlennan moralisch unterst�tzen; ich kann mir nicht vorstellen, wie wir ihm sonst helfen sollten.�</p><p>�Ich gebe mir schon alle M�he�, versicherte Lackland ihm. �Hoffentlich l��t er uns jetzt nicht im Stich, weil ihm pl�tzlich Zweifel an der ganzen Sache kommen; er glaubt noch immer nicht alles, was er von uns h�rt, wissen Sie. Ich wollte, irgend jemand k�nnte den scheinbar h�heren Horizont zu seiner � und meiner � Zufriedenheit erkl�ren, damit er sich endlich nicht mehr einbildet, im Innern einer Sch�ssel zu leben; das w�rde unsere Glaubw�rdigkeit in seinen Augen wesentlich erh�hen und��</p><p>�Soll das etwa hei�en, da� Sie nicht wissen, weshalb der Horizont h�her zu sein scheint?� fragte einer der Meteorologen v�llig entgeistert.</p><p>�Nicht genau, obwohl mir klar ist, da� die Luftdichte etwas damit zu tun hat.�</p><p>�Aber es ist doch ganz einfach��</p><p>�F�r mich nicht.�</p><p>�Es ist f�r jeden einfach�, stellte der andere fest. �Sie haben bestimmt schon oft gesehen, da� auf der Erde im Sommer �ber den Stra�en Luftspiegelungen entstehen, die man f�r Wasserpf�tzen halten k�nnte. In der W�ste gibt es wesentlich gr��ere, aber alle beruhen auf dem gleichen Prinzip: Eine �Linse� oder ein �Prisma� aus k�lterer oder hei�erer Luft bewirkt eine Refraktion des Lichts. Hier auf Mesklin tritt das gleiche Ph�nomen auf, aber diesmal ist die Schwerkraft daf�r verantwortlich; selbst die Dichte von Wasserstoff nimmt rasch ab, je weiter man sich von der Oberfl�che entfernt. Die niedrige Temperatur tr�gt nat�rlich ebenfalls dazu bei.�</p><p>�Meinetwegen, wenn Sie es sagen; ich bin kein�� Lackland konnte den Satz nicht beenden, denn Rosten unterbrach ihn.</p><p>�H�ren Sie, wie rasch nimmt die Dichte mit zunehmender H�he ab?� Der Meteorologe griff nach seinem Rechenschieber und stellte einige Zahlen ein.</p><p>�Ich kann Ihre Frage nur ungef�hr beantworten, Doc�, meinte er entschuldigend. �Bei einer angenommenen mittleren Temperatur von minus hundertsechzig Grad Celsius betr�gt die Dichte in etwa f�nfhundert Meter ein Prozent des an der Oberfl�che gemessenen Wertes.�</p><p>Betroffenes Schweigen.</p><p>�Und� wie gro� w�re die Abnahme in� sagen wir� hundert Meter?� brachte Rosten schlie�lich heraus.</p><p>Der Meteorologe rechnete wieder. �Grob gesch�tzt siebzig oder achtzig Prozent � wahrscheinlich etwas mehr.�</p><p>Rostens Finger trommelten einen Marsch auf der Tischplatte, und die Augen der M�nner verfolgten ihre Bewegungen; dann sah er langsam von einem zum anderen und stie� �berall nur auf ausdruckslose Mienen.</p><p>�Ich nehme an, da� keiner von Ihnen einen Ausweg vorschlagen kann�, stellte Rosten fest. �Oder hofft jemand tats�chlich, Barlennan und seine Leute seien imstande, unter einem Luftdruck zu leben und zu arbeiten, der auf der Erde dem Druck in f�nfzehntausend Meter entspr�che?�</p><p>�Hmmm, das ist gar nicht ausgeschlossen�, murmelte Lackland vor sich hin, und Rosten starrte ihn �berrascht an. �Ich erinnere mich jetzt, da� er in der Lage zu sein scheint, ziemlich lange unter Methan zu bleiben und betr�chtliche Entfernungen unter der Oberfl�che zur�ckzulegen. Denken Sie nur daran, da� die Flu�bewohner die Bree auf gleiche Weise ans Ufer gebracht haben m�ssen. Falls die Eingeborenen nur Luft speichern, wie es die Wale auf der Erde tun, n�tzt uns diese F�higkeit nichts; aber wenn sie tats�chlich einen Teil des ben�tigten Wasserstoffs aus Fl�ssen oder Meeren aufnehmen k�nnen, besteht vielleicht noch eine schwache Hoffnung.�</p><p>Rosten nickte heftig. �Charlie, Sie setzen sich sofort mit Barlennan in Verbindung und stellen fest, was er �ber seine F�higkeit wei�. Rick, Sie machen sich an die Arbeit und bringen irgendwie heraus, wieviel Wasserstoff in Methan bei acht Atmosph�ren und Temperaturen zwischen minus hundertf�nfundvierzig und minus hundertachtzig Grad Celsius l�sbar ist. Dave, stecken Sie Ihren Rechenschieber ein und verschwinden Sie im Computerraum; berechnen Sie die Wasserstoffdichte am h�chsten Punkt des Massivs so genau wie m�glich. Halt, mir f�llt noch etwas ein � hat nicht einer von Ihnen behauptet, der Luftdruck im Zentrum eines Sturmes auf Mesklin sinke bis um drei Atmosph�ren ab? Charlie, lassen Sie sich von Barlennan erz�hlen, ob und wie er und seine Leute diese Ver�nderung wahrgenommen haben. An die Arbeit, meine Herren!�</p><p>Die Wissenschaftler verlie�en den Raum, aber Rosten blieb zur�ck, um Lacklands Gespr�ch mit Barlennan zu verfolgen.</p><p>Der Mesklinit erkl�rte bereitwillig, er sei ohne weiteres imstande, l�ngere Zeit unter der Oberfl�che zu schwimmen; aber er konnte nicht angeben, was ihn dazu bef�higte. Jedenfalls atmete er nicht und hatte auch nicht das Gef�hl, ersticken zu m�ssen, das ein Mensch in gleicher Lage gehabt h�tte. Falls er zu lange unter der Oberfl�che blieb und sich dabei anstrengte, wurde er schl�frig; verlor er jedoch tats�chlich das Bewu�tsein, traten keine weiteren Sch�den auf; er konnte sp�ter jederzeit herausgezogen und wiederbelebt werden, sofern er nicht inzwischen verhungert war. Offenbar war die Wasserstoffkonzentration im Meer so hoch, da� er zwar nicht arbeiten, aber immerhin �berleben konnte. Rostens d�stere Miene hellte sich bei dieser Auskunft sichtbar auf.</p><p>�Der Luftdruckunterschied w�hrend eines Sturmes f�llt uns gar nicht auf�, fuhr der Kommandant fort. �Jedenfalls war keiner von uns so geschw�cht, da� er sich nicht h�tte festhalten k�nnen, als wir auf der Insel an Land geworfen wurden; allerdings befanden wir uns dort nur zwei oder drei Minuten im Zentrum des Sturmes. Worum handelt es sich �berhaupt? Ich verstehe nicht, was deine Fragen bezwecken.�</p><p>Lackland sah zu Doc Rosten hin�ber, der wortlos nickte.</p><p>�Wir haben festgestellt, da� die Luft in der Umgebung der Rakete wegen des gro�en H�henunterschieds wesentlich d�nner ist�, erkl�rte Lackland dem Meskliniten. �Deshalb bezweifeln wir, da� ihr dort oben leben und arbeiten k�nnt.�</p><p>�Aber die Rakete steht doch nur hundert Meter h�her; wie soll sich der Luftdruck bei diesem geringen Unterschied so stark ver�ndern?�</p><p>�Das h�ngt mit der Schwerkraft eures Planeten zusammen�, antwortete Lackland. �Ich kann es dir nicht ausf�hrlich erkl�ren, aber auf jedem Planeten wird die Luft in gr��eren H�hen d�nner, und je gr��er die Schwerkraft, desto rascher geht die Ver�nderung vor sich. Auf Mesklin ist sie naturgem�� besonders deutlich.�</p><p>�Aber wo m��te eurer Meinung nach normaler Luftdruck herrschen?�</p><p>�Wir vermuten in Meeresh�he; alle unsere Messungen werden jedenfalls normalerweise dort gemacht.�</p><p>Barlennan schwieg nachdenklich. �Das kommt mir nicht richtig vor, denn schlie�lich braucht man doch f�r Messungen eine H�he, die immer gleichbleibt. Unsere Meere ver�ndern sich im Lauf des Jahres � und mir ist nie aufgefallen, da� die Luft anders gewesen w�re.�</p><p>�Das kann verschiedene Gr�nde haben. Du mu�t vor allem ber�cksichtigen, da� du an Bord der Bree immer auf Meeresh�he und deshalb in der untersten Schicht der Atmosph�re bleibst.�</p><p>�So einfach ist die Sache nicht�, widersprach der Kommandant. �Unsere St�dte bleiben an der gleichen Stelle; im Fr�hjahr liegen sie am Meer, aber im Herbst sind sie dreihundert bis zweitausend Kilometer von der K�ste entfernt. Das Land f�llt nat�rlich nur allm�hlich ab, aber ich bin davon �berzeugt, da� sie im Herbst mindestens hundert Meter �ber dem Meeresspiegel liegen.�</p><p>Lackland und Rosten starrten sich wortlos an, dann sagte Rosten: �Zu Hause bist du allerdings wesentlich weiter vom Pol entfernt � aber das ist nur Haarspalterei. Selbst wenn die Schwerkraft dort erheblich geringer w�re, m��te der Luftdruckunterschied gewaltig sein. Vielleicht waren wir tats�chlich �bervorsichtig.� Er machte eine Pause, aber der Mesklinit antwortete nicht. �W�rt ihr also bereit, zumindest den Versuch zu machen, die Hochebene zu erreichen? Wir wollen euch selbstverst�ndlich nicht dazu �berreden, wenn du physische Schwierigkeiten erwartest, aber du wei�t, wie wichtig diese Expedition f�r uns ist.�</p><p>�Wir versuchen es nat�rlich�, versicherte Barlennan. �Bisher ist alles gut gegangen, und wir haben keinen Grund zu der Annahme, da� der letzte Teil der Reise schwieriger wird. Au�erdem m�chte ich�� Er schwieg und f�gte dann hinzu: �Habt ihr schon einen gangbaren Weg entdeckt, oder ist eure Frage noch immer hypothetisch?�</p><p>�Zw�lfhundert Meter flu�aufw�rts scheint es einen Weg auf die Hochebene zu geben�, antwortete Lackland. �Wir wissen nicht, ob ihr dort hinaufkommt; es scheint sich um eine leicht ansteigende Ger�llhalde zu handeln, aber wir k�nnen nicht beurteilen, wie gro� die Felsen sind. Das ist allerdings die einzige M�glichkeit, f�rchte ich, denn das Plateau f�llt �berall steil ab.�</p><p>�Gut, dann fahren wir flu�aufw�rts weiter. Ich m�chte es m�glichst vermeiden, selbst kleine Felsen zu erklettern, aber wir tun unser Bestes. Vielleicht kannst du uns einen guten Rat geben, wenn du die Halde auf dem Bildschirm siehst.�</p><p>�Wahrscheinlich dauert die Fahrt ziemlich lange.�</p><p>�Nicht allzu lange; an der Felswand entlang weht ein steter Wind in unserer Richtung, so da� wir segeln k�nnen, falls die Str�mung nicht st�rker wird.�</p><p>�Der Flu� bleibt bis zur Ger�llhalde unver�ndert breit�, versicherte Lackland ihm. �Allerdings kann die Str�mung rascher werden, falls er seichter wird. Wir k�nnen von hier aus nur sagen, da� es keine Stromschnellen zu geben scheint.�</p><p>�Ausgezeichnet, Charles. Wir brechen auf, sobald die J�ger zur�ck sind.�</p><p>Rosten lehnte sich mit einem erleichterten Seufzer in seinen Sessel zur�ck.</p></section><section><title><p>16</p></title><p>Barlennan hatte erwartet, die Flu�ufer w�rden kahler werden, je weiter die Bree stromaufw�rts vorankam, aber zu seiner Verbl�ffung war eher das Gegenteil der Fall. Gro�e Klumpen niedrigen Buschwerks wucherten an beiden Ufern mit Ausnahme der Stellen, an denen die steile Felswand in den Strom hineinragte. Auf den ersten hundertf�nfzig oder zweihundert Kilometern m�ndeten zahlreiche B�che in den Flu�, und einige Besatzungsmitglieder behaupteten steif und fest, an diesen Stellen kleine Tiere zwischen den Felsen am Ufer gesehen zu haben. Der Kommandant h�tte fast der Versuchung nachgegeben, seine Leute auf die Jagd zu schicken, entschied sich aber aus zwei Gr�nden dagegen. Er wollte den Wind ausnutzen, der stetig in die gew�nschte Richtung blies, und konnte es kaum noch erwarten, die wunderbare Maschine zu sehen, die er am Ende der Reise zu finden hoffte.</p><p>Je l�nger die Fahrt dauerte, desto mehr staunte Barlennan �ber den Wind, der seit mehreren hundert Tagen v�llig gleichm��ig wehte. Er ver�nderte sogar seine Richtung und blies stets an der Felswand entlang, so da� die Segel der Bree st�ndig gef�llt waren. Der Kommandant konnte sich schlie�lich kaum noch daran erinnern, wann es zum letztenmal erforderlich gewesen war, die Segelstellung zu ver�ndern.</p><p>Der Flu� wurde nur wenig schmaler, wie es die Flieger vorausgesagt hatten, w�hrend seine Tiefe im gleichen Verh�ltnis abnahm; seltsamerweise blies der Wind allm�hlich heftiger, und die Bree kam trotz st�rkerer Str�mung fast gleichschnell voran.</p><p>Endlich kam die Ger�llhalde in Sicht, von der Lackland gesprochen hatte. Der Flu� beschrieb an dieser Stelle einen weiten Bogen, so da� sie den Abhang zun�chst nur von der Seite sahen � eine gleichf�rmig ansteigende Fl�che, die im Winkel von etwa zwanzig Grad f�nfzehn Meter �ber dem Flu� begann. Als die Bree n�her herankam, stellte der Kommandant fest, da� die Ger�llhalde sich unterhalb eines Felseinschnitts f�cherf�rmig ausbreitete, der kaum f�nfzig Meter breit sein konnte. Der Boden des Einschnitts war st�rker geneigt, schien aber trotzdem besteigbar zu sein; das war erst zu entscheiden, wenn die Besatzung ihn erreichte. Der erste Anschein war ermutigend, denn die Steine im untersten Teil der Ger�llhalde waren im Verh�ltnis zur K�rpergr��e der Meskliniten winzig; falls das Ger�ll nicht allzu locker lag, konnte der Aufstieg nicht weiter schwierig sein.</p><p>Als die Bree nun einen Punkt genau unterhalb des Einschnitts erreichte, schlug der Wind pl�tzlich um und wehte �berraschend heftig von der Felswand her �ber den Strom. Das leise S�useln, das in den letzten Tagen h�rbar gewesen war, steigerte sich zu einem donnernden Tosen, und als die Bree unter dem Einschnitt segelte, wurde die Ursache dieses Ger�uschs deutlich.</p><p>Ein Windsto� traf das Schiff, drohte die Segel von den Masten zu rei�en und h�tte die Bree ans gegen�berliegende Ufer geworfen, wenn die Str�mung an dieser Stelle schw�cher gewesen w�re. Gleichzeitig wuchs das Tosen zu einem Orkan an, und das Schiff hatte innerhalb einer Minute mit einem Sturm zu k�mpfen, der alles �bertraf, was es seit Beginn der Fahrt vom Rand der Welt aus mitgemacht hatte. Zum Gl�ck dauerte dieser Ansturm nur kurze Zeit; die Segelstellung war bereits zuvor ver�ndert und der neuen Windrichtung angepa�t worden, so da� die Bree rasch aus der Gefahrenzone getrieben wurde, bevor sie auf Grund laufen konnte. Barlennan lie� sofort anlegen, setzte sich mit Lackland in Verbindung und fragte ihn nach einer Erkl�rung f�r dieses Ph�nomen, denn er hatte es sich in letzter Zeit angew�hnt, in schwierigen Fragen auf das �berlegene Wissen der Menschen zu vertrauen. Ladeland antwortete prompt und �bergab das Mikrophon einem der Meteorologen, der begeistert ausrief:</p><p>�Jetzt ist alles klar, Barl! Daran ist nur die sch�sself�rmige Vertiefung des Plateaus schuld! Wahrscheinlich stellt sich der Aufstieg doch als leichter heraus, als wir bisher angenommen haben Daran h�tten wir schon fr�her denken k�nnen!�</p><p>�Woran?� erkundigte der Mesklinit sich einigerma�en verbl�fft.</p><p>�Uns hatte einfallen m�ssen, wie sich diese Naturerscheinung unter Ber�cksichtigung von Schwerkraft, Klima und Atmosph�re auswirken kann und sogar mu�. H�r gut zu: Auf der s�dlichen Halbkugel des Planeten, die du kennst, f�llt der Winter mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem Mesklin seiner Sonne am n�chsten ist. Im Norden ist es dann Sommer, und das Polareis schmilzt � deshalb kommt es in dieser Jahreszeit st�ndig zu heftigen St�rmen. Das wu�ten wir bereits. Die verdampfende Fl�ssigkeit� Methan oder wie du es nennen willst� gibt W�rme ab und erw�rmt die Luft auf der s�dlichen Halbkugel, obwohl ihr dort die Sonne drei oder vier Monate lang nicht seht. Die Temperatur erreicht vermutlich fast den Siedepunkt von Methan � bei dem dort herrschenden Luftdruck ungef�hr minus einhundertf�nfundvierzig Grad. Habe ich recht? Wird es im Winter nicht sp�rbar w�rmer?�</p><p>�Ja�, antwortete Barlennan nur.</p><p>�Ausgezeichnet! Die h�here Temperatur bedeutet, da� die Luft mit zunehmender H�he doch nicht so schnell d�nner wird, wie wir bisher angenommen haben. Sie dehnt sich aus, die gesamte Atmosph�re dehnt sich aus und f�llt dabei die Vertiefung der Hochebene. Dann bewegt der Planet sich weiter, die Entfernung von der Sonne nimmt zu, und die St�rme h�ren allm�hlich auf. Es wird k�lter � richtig?�� und die Atmosph�re zieht sich zusammen; aber in dieser Vertiefung f�ngt sich eine Menge Luft, deren Druck h�her ist als der in unmittelbarer Umgebung au�erhalb des Massivs. Selbstverst�ndlich dringt ein Teil davon nach drau�en und str�mt von der Felswand weg, wobei er durch die Rotation des Planeten nach links abgelenkt wird � das ist der Wind, der euch so gut geholfen hat. Der Rest str�mt an der einzig m�glichen Stelle aus und erzeugt dabei unterhalb des Einschnitts ein teilweises Vakuum, so da� der Wind von beiden Seiten kommen mu�, um es auszuf�llen. So einfach ist das alles!�</p><p>�Ist es dir tats�chlich eingefallen, w�hrend wir die Sturmzone durchquert haben?� erkundigte der Kommandant sich trocken.</p><p>�Selbstverst�ndlich � ich habe eben einen Geistesblitz gehabt. Deswegen bin ich davon �berzeugt, da� die Luft dort oben wesentlich dichter als bisher angenommen ist. Siehst du das ein?�</p><p>�Nein�, antwortete Barlennan offen. �Aber wenn du es behauptest, glaube ich es sogar. Mich interessieren nur die praktischen Auswirkungen. Eine Kletterei bei diesem Sturm ist bestimmt kein reines Vergn�gen.�</p><p>�Ihr m��t es trotzdem versuchen, f�rchte ich. Wahrscheinlich nimmt der Wind allm�hlich ab, aber es dauert sch�tzungsweise mehrere Monate, bis die Vertiefung geleert ist. Wenn es sich irgendwie machen l��t, Barl, solltest du gleich aufbrechen.�</p><p>Der Kommandant �berlegte. Am Rand w�rde ein Sturm dieser Art einen Meskliniten innerhalb weniger Sekunden mit sich fortrei�en; aber am Rand h�tte der Sturm nie entstehen k�nnen, weil die Luft in der Vertiefung nur einen Bruchteil ihres jetzigen Gewichts besessen h�tte. Diesen Teil der Erkl�rung hatte Barlennan inzwischen verstanden.</p><p>�Wir beginnen jetzt den Aufstieg�, sagte er entschlossen und wandte sich ab, um die n�tigen Anweisungen zu geben.</p><p>Die Bree kreuzte den Strom und erreichte das untere Ende der Ger�llhalde; dort wurde sie an Land gezogen und sorgf�ltig an Pfl�cken festgemacht. F�nf Besatzungsmitglieder blieben an Bord zur�ck; die �brigen luden ihre Traglasten auf, �berpr�ften die Verschn�rungen und machten sich sofort an den Aufstieg.</p><p>Zun�chst sp�rten sie den Wind kaum, denn Barlennan f�hrte seine Gruppe am �u�ersten Rand der Sturmzone entlang. Wenige Tage sp�ter erreichten sie den Einschnitt. Der Wind frischte hier etwas auf, und als sie weitere f�nf Meter zur�ckgelegt hatten, begann wieder das donnernde Tosen, das jede Verst�ndigung unm�glich machte. Barlennan hielt einen Augenblick an, �berzeugte sich davon, da� seine Traglast nicht verrutscht war, und kroch dann in den Sturm hinaus. Die anderen folgten ihm ohne zu z�gern.</p><p>Ihre schlimmsten Bef�rchtungen bewahrheiteten sich zum Gl�ck nicht; sie brauchten nicht �ber gr��ere Felsbrocken hinwegzuklettern. Der Weg nach oben war zwar �fters versperrt, aber Barlennan und seine Leute konnten diese Hindernisse jedesmal umgehen. Auf diese Weise kamen sie langsam, aber einigerma�en sicher voran.</p><p>Der Sturm erwies sich allerdings als gef�hrlicher, als sie urspr�nglich gedacht hatten. Einer von Barlennans Leuten bekam Hunger, blieb im Windschatten eines Felsens stehen und wollte seine Traglast aufbinden. Ein Luftwirbel erfa�te in diesem Augenblick den ge�ffneten Beh�lter, der wie ein Fallschirm wirkte � der Mesklinit wurde bergab gerissen. Seine Kameraden sahen ihm entsetzt nach; sie wu�ten nur zu gut, da� ein Fall aus zwanzig Zentimeter H�he in diesen Breiten t�dlich war, und der Ungl�ckliche w�rde unz�hlige Male aus gr��erer H�he abst�rzen, bevor er irgendwo liegenblieb. Die �berlebenden klammerten sich noch st�rker fest und h�teten sich davor, dem Beispiel des Hungrigen zu folgen.</p><p>Die Sonne kreuzte immer wieder ihren Pfad und schien durch den Einschnitt, bis sie ihn zur H�lfte, zu drei Vierteln und schlie�lich ganz hinter sich gebracht hatten. Der Wind lie� allm�hlich nach, und als sie lange Zeit sp�ter die Stelle erreichten, an der die eigentliche Hochebene begann, war die gr��te Gefahr vor�ber. Barlennan f�hrte seine Gruppe jetzt nach links, bis der Wind so weit abgeflaut war, da� sie unbesorgt anhalten und essen konnten � zum erstenmal seit dreihundert Tagen.</p><p>Nach dieser Mahlzeit sah Barlennan sich auf dem Plateau um und stellte fest, da� der Weitermarsch kaum weniger schwierig als der Aufstieg sein w�rde, denn �berall lagen riesige Felsbrocken, die umgangen werden mu�ten. Unter diesen Umst�nden war es fast unm�glich, eine bestimmte Richtung einzuhalten, da auch die Sonne nicht als Wegweiser dienen konnte; Barlennan wu�te, da� sie sich an den Rand der Klippe w�rden halten m�ssen, aber allein der Gedanke an die H�he der Felswand erschreckte ihn. Er konnte sich nicht vorstellen, wie sie die Rakete finden sollten, sobald sie ungef�hr die richtige Stelle erreicht hatten, aber dieses Problem wollte er den Fliegern �berlassen � ihnen w�rde hoffentlich etwas einfallen.</p><p>Nahrung war das n�chste Problem. Die mitgebrachten Vorr�te w�rden lange reichen � vermutlich sogar zw�lfhundert Kilometer weit bis zu der Stelle oberhalb des urspr�nglichen Landeplatzes der Bree; aber sie mu�ten irgendwie erg�nzt werden, sonst w�rde die Gruppe verhungern, bevor sie den R�ckweg antreten konnte. Barlennan dachte lange dar�ber nach, fand schlie�lich eine brauchbare L�sung und rief Dondragmer zu sich, um ihm entsprechende Anweisungen zu erteilen.</p><p>Der Maat nahm seine Befehle ausdruckslos entgegen, obwohl er bestimmt entt�uscht war; dann sammelte er seine Wachen, lie� sie ihre Verpflegung an Barlennans Leute abgeben und marschierte mit ihnen bergab, ohne weitere Zeit zu verlieren. Der Kommandant wandte sich an die Zur�ckgebliebenen.</p><p>�Ab sofort werden unsere Vorr�te streng rationiert. Wir brauchen uns nicht zu beeilen, denn das w�re ohnehin zwecklos. Die Bree erreicht den alten Liegeplatz lange vor uns, aber Dondragmer und seine Leute haben einiges zu tun, bevor sie uns helfen k�nnen. Achtet sorgf�ltig auf die beiden Funkger�te: Wenn sie besch�digt werden, finden wir die Bree nicht wieder � es sei denn, ihr wollt st�ndig �ber den Rand der Klippe nach unten sehen.�</p><p>�Sollen wir gleich aufbrechen?� fragte einer der Leute.</p><p>�Nein, wir warten hier, bis wir wissen, da� Dondragmer das Schiff erreicht hat. Falls ihm etwas zust��t, m�ssen wir wahrscheinlich selbst wieder hinunter; deshalb w�re es zwecklos, die Entfernung zu vergr��ern, die wir dann zur�cklegen m��ten.�</p><p>Der Maat und seine Gruppe hatten inzwischen den Einschnitt erreicht, seilten sich dort an und begannen vorsichtig den gef�hrlichen Abstieg. Der Sturm konnte sie nicht mehr mitrei�en, da er an den glatten K�rpern ohne Traglasten keinen Widerstand fand, aber der Weg bergab war trotzdem m�hsam. Etliche Tage verstrichen, bis sie den Einschnitt hinter sich lassen und im Windschatten �ber die Ger�llhalde absteigen konnten; vier oder f�nf Tage sp�ter erreichten sie die Bree.</p><p>Dondragmer meldete Barlennan seine Ankunft. Dann wurde das Schiff in den Flu� gezogen � ein m�hsames St�ck Arbeit, da ein Viertel der Besatzung fehlte. Dondragmer erinnerte sich jedoch an den Flaschenzug, den er mit Lacklands Hilfe gebaut hatte, und setzte das Ger�t auch diesmal erfolgreich ein.</p><p>Als die Bree flu�abw�rts trieb, befa�te Dondragmer sich l�ngere Zeit mit dem Flaschenzug. Er h�tte selbst einen bauen k�nnen, denn die Konstruktion war klar; aber er konnte sich nicht vorstellen, weshalb das Ger�t auf diese Weise funktionierte. Die M�nner auf Toorey beobachteten ihn am�siert, aber keiner war so unh�flich, Dondragmer etwa auszulachen � und keiner w�re auf die Idee gekommen, ihm etwas zu erkl�ren, was er selbst zu l�sen versuchte. Auch Lackland, der Barlennan ins Herz geschlossen hatte, wu�te l�ngst, da� Dondragmer erheblich intelligenter als der Kommandant war, und erwartete fest, da� der Mesklinit das Prinzip des Flaschenzugs entr�tselt haben w�rde, bevor die Reise der Bree zu Ende war; diese Erwartung erf�llte sich jedoch nicht.</p><p>Die Position der Rakete lie� sich auf zehn Kilometer genau bestimmen, denn ihre Telemetriesender waren nach dem mi�gl�ckten Startversuch mehr als ein Jahr lang in Betrieb gewesen; in dieser Zeit war ihr Standort t�glich vermessen worden. Die Bree und Barlennans Gruppe konnten ebenfalls geortet werden, so da� die Beobachter auf Toorey imstande waren, von ihrer Station aus Anweisungen zu geben, nach denen Barlennan zuerst das Schiff und dann die Rakete finden mu�te. Dieses Problem war erheblich leichter zu l�sen, sobald Dondragmer den fr�heren Ankerplatz erreicht und dort ein Lager aufgeschlagen hatte. Nun befand sich ein ortsfester Sender auf Mesklin, und Lackland konnte Barlennan jederzeit Auskunft dar�ber geben, wie weit er und seine Leute noch zu marschieren hatten.</p><p>Der Marsch wurde wieder zu einem Routineunternehmen � von Toorey aus.</p></section><section><title><p>17</p></title><p>F�r Barlennans Gruppe war er jedoch keineswegs eine Routinesache. Das Hochplateau best�tigte den ersten Eindruck: es war unfruchtbar, steinig, unbelebt und verwirrend. Der Kommandant wu�te, da� er sich nicht allzu weit vom Rand entfernen durfte; geriet er zwischen die hohen Felsen, verlor er rasch jegliche Orientierungsm�glichkeit. Vom Boden aus wirkte die Landschaft eint�nig felsig, und Barlennan hatte bisher noch keine markanten Punkte entdeckt, nach denen er sich �ber gr��ere Entfernungen hinweg richten konnte; deshalb blieb er so dicht wie m�glich am Rand der Klippe.</p><p>Das Gel�nde selbst war nicht allzu schwierig, wenn man von den Felsbrocken absah, die umgangen werden mu�ten. Zw�lfhundert Kilometer sind f�r Menschen eine gewaltige Entfernung, sobald sie zu Fu� zur�ckgelegt werden sollen, aber f�r nur vierzig Zentimeter lange Lebewesen, die wie Raupen �marschierten�, war die Entfernung noch gr��er, und die endlosen Umwege verl�ngerten den Marsch weiter. Unter Ber�cksichtigung aller Umst�nde kamen Barlennan und seine Leute verbl�ffend rasch voran � aber hier gab es eben sehr viel zu ber�cksichtigen.</p><p>Der Kommandant machte sich allm�hlich Sorgen wegen ihrer schwindenden Vorr�te. Er hatte urspr�nglich mit einem gro�en Sicherheitsfaktor gerechnet, aber der Marsch dauerte wesentlich l�nger als erwartet, so da� er die Tagesrationen mehrmals herabsetzen mu�te, bis das Existenzminimum fast erreicht war. Barlennan fragte immer wieder bei Lackland an, wie weit sie noch zu marschieren h�tten, aber diese Ausk�nfte trugen keineswegs dazu bei, seine Stimmung zu heben.</p><p>Die Gruppe hatte ihre Eisernen Rationen bereits angebrochen, als sie endlich eine Stelle erreichte, an der die M�nner auf Toorey keinen Unterschied mehr zwischen den Positionen der beiden Sender feststellen konnten. Theoretisch h�tte Barlennan nun den zweiten Teil seines Plans in die Tat umsetzen k�nnen, durch den ihre Vorr�te erg�nzt werden sollten, aber praktisch war zuerst noch ein schwieriges Problem zu l�sen, das er bisher in Gedanken weit von sich geschoben hatte.</p><p>Lackland behauptete, sie bef�nden sich in unmittelbarer N�he der Bree. Folglich lagen nur hundert Meter von ihnen entfernt Vorr�te f�r sie bereit � aber bevor sie �berhaupt damit beginnen konnten, an diese Vorr�te zu gelangen, mu�te zumindest einer von ihnen �ber den Rand sehen. Sie mu�ten sehen, wo die Bree lag; sie mu�ten die Vorr�te zu sich heraufziehen; sie mu�ten hundert Meter weit in die Tiefe blicken � und sie konnten sich vorstellen, was ein Fall aus dieser H�he bedeutete.</p><p>Trotzdem gab es keine andere M�glichkeit, und Barlennan wagte es schlie�lich, um ein Beispiel zu geben, wie es seine Stellung als Kommandant erforderte. Er n�herte sich vorsichtig dem Rand, blieb mehrmals stehen und gew�hnte sich so allm�hlich an das Gef�hl, jenseits und unterhalb der Felskante Land zu sehen. Nun kam schon das Ufer in Sicht� dort hatte die Bree fr�her gelegen� ganz in der N�he lag sie jetzt; sie hatte sich nicht im geringsten ver�ndert, und Barlennan erkannte einige Besatzungsmitglieder auf Deck und zwischen den Felsen am Ufer. Einen Augenblick lang verga� der Kommandant, in welcher H�he er sich befand, und rutschte etwas weiter vor, um besser sehen zu k�nnen. Dadurch geriet sein Kopf �ber den Rand der Klippe.</p><p>Barlennan sah senkrecht nach unten.</p><p>Bisher hatte er geglaubt, die ersten Minuten auf dem Dach des Schleppers seien die schrecklichste Erfahrung seines Lebens gewesen. Seit diesem Blick die Felswand entlang konnte er nicht entscheiden, was tats�chlich schlimmer gewesen war. Barlennan wu�te nicht einmal, wie er sich wieder in Sicherheit gebracht hatte und war vorsichtig genug, seine Leute nicht zu fragen, ob er Hilfe gebraucht hatte. Als er seine Umgebung endlich wieder bewu�t wahrnahm, lag er zitternd und bebend zwei Meter vom Rand der Klippe entfernt. Er brauchte viele Tage, um sich von diesem Erlebnis zu erholen.</p><p>Dann �berlegte er, was m�glich � und notwendig � war. Die Schwierigkeiten hatten erst begonnen, als er senkrecht nach unten sah, anstatt schr�g in Richtung Schiff zu blicken. Folglich mu�te es m�glich sein, die notwendigen Arbeiten zu verrichten, solange er und seine Leute es vermieden, diesen Fehler zu wiederholen.</p><p>Dondragmer hatte Barlennans Kopf nicht gesehen, als er kurz am oberen Rand der Klippe auftauchte und wieder verschwand, aber er wu�te, da� die andere Gruppe sich irgendwo in der N�he befinden mu�te. Er und seine Leute suchten die Felsen mit den Augen ab, w�hrend die zweite Gruppe einen leeren Beh�lter an den Rand vorschob und mehrmals auff�llig bewegte. Dieser Lebensmittelbeh�lter wurde schlie�lich fast genau oberhalb der Bree gesichtet; Barlennan hatte zuvor festgestellt, da� er sich nicht ganz am richtigen Platz befand, und der Fehler wurde korrigiert, bevor einer seiner Leute das Zeichen gab.</p><p>�Das gen�gt, wir sehen euch!� rief Dondragmer kurze Zeit sp�ter.</p><p>Der Mesklinit am oberen Rand der Klippe setzte den Beh�lter ab, so da� er von unten aus weiterhin sichtbar blieb, und zog sich erleichtert einige Meter weit zur�ck. Die anderen hatten inzwischen das mitgebrachte Seil ausgelegt. Ein Ende wurde an einem geeigneten Felsbrocken befestigt, und Barlennan achtete sorgf�ltig darauf, da� die Knoten sich nicht wieder l�sen konnten; falls das Seil verlorenging, mu�te die Gruppe hier oben verhungern.</p><p>Nachdem der Kommandant sich nochmals davon �berzeugt hatte, da� alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen waren, lie� er den Rest des Seils an den Rand bringen, und zwei seiner Leute rollten es langsam aus. Dondragmer zog sich mit den �brigen Besatzungsmitgliedern vom Fu� der Klippe zur�ck, denn falls das Seil durch einen ungl�cklichen Zufall in voller L�nge �ber die Kante rutschte, war der Aufenthalt darunter lebensgef�hrlich. Der Maat wartete deshalb, bis Barlennan meldete, das Seil sei v�llig abgespult; erst dann machte er sich mit seinen Leuten auf den Weg, um es zu suchen.</p><p>Die �bersch�ssige Seill�nge lag eng zusammengerollt auf dem harten Boden. Dondragmer griff sofort danach, schnitt den �berfl�ssigen Teil ab und ma� ihn aus. Da er inzwischen ziemlich genau wu�te, wie hoch die Felswand an dieser Stelle war, erkannte er, da� dieses St�ck Seil nicht wieder bis zur oberen Kante reichen w�rde; er holte also eine andere Leine von Bord, machte sie sorgf�ltig fest und teilte Barlennan mit, er k�nne das Seil nach oben ziehen lassen.</p><p>Diese Arbeit war nicht leicht, aber die Meskliniten waren ihr gewachsen; nach verh�ltnism��ig kurzer Zeit lag das zweite Seil vor ihnen, und der Kommandant konnte erleichtert aufatmen. Nun hatten sie zumindest ein Reserveseil, wenn das erste brach oder sonstwie unbrauchbar wurde.</p><p>Die zweite Last war allerdings wesentlich schwieriger zu bew�ltigen. Diesmal handelte es sich um ein B�ndel Lebensmittel, das etwa soviel wie Dondragmer wog. In diesen Breiten w�re ein Mesklinit normalerweise nicht imstande gewesen, ein derartiges Gewicht zu heben, und Barlennans verh�ltnism��ig kleine Gruppe hatte ein hartes St�ck Arbeit vor sich. Der Kommandant und seine Leute lie�en das Seil um einen geeigneten Felsen laufen und legten mehrmals l�ngere Pausen ein, bis es ihnen endlich gelang, die Last nach oben und �ber den Rand zu ziehen; als das B�ndel vor ihnen lag, wies das Seil deutliche Abnutzungserscheinungen auf. Dagegen mu�te etwas getan werden, und w�hrend die Gruppe das Ende der Lebensmittelrationierung feierte, �berlegte Barlennan, was sich in dieser Beziehung machen lie�. Dann setzte er sich mit Dondragmer in Verbindung und gab ihm entsprechende Anweisungen.</p><p>Die n�chsten Lasten bestanden folglich aus Masten, Rahen, Seilen und Rollen, die schon dazu gedient hatten, die Bree �ber eine andere Felswand herabzulassen. Aus diesen Teilen wurde ein Dreibein konstruiert, an dessen ausladender Spitze eine der Rollen hing, w�hrend die �brigen Rollen dazu dienten, das Zugseil umzulenken. Der Bau nahm einige Zeit in Anspruch, da die einzelnen Teile hochgehoben werden mu�ten, um in der richtigen Stellung festgebunden zu werden. Da die Meskliniten wieder die fr�here Angst vor massiven Gegenst�nden �ber sich empfanden und sich ohnehin nicht hoch genug aufrichten konnten, wurden die meisten Teile auf dem Boden liegend zusammengebunden. Dann folgte der schwierige Teil der Arbeit, denn das Dreibein mu�te aufgerichtet und in die richtige Stellung gebracht werden, was unter Beachtung aller Sicherheitsvorkehrungen geschah. Eine gleichstarke Gruppe von M�nnern h�tte diese Arbeit auf der Erde in einer Stunde geschafft; die Meskliniten brauchten zehn Tage dazu � und die Beobachter auf Toorey hatten volles Verst�ndnis daf�r.</p><p>Das Dreibein wurde zwei Meter vom Rand entfernt errichtet und dann vorsichtig in Position geschoben; dort beschwerten Barlennan und seine Leute die Beine mit kleinen Felsbrocken, die in den Augen der Menschen winzige Kiesel waren. Die schwerste Rolle wurde an einen Mast gebunden, das Seil eingelegt und der Mast in die richtige Stellung gehoben, so da� ein Viertel seiner L�nge �ber das st�tzende Dreibein und den Rand der Klippe hinausragte. Das andere Ende des Mastes wurde ebenfalls mit Steinen belastet.</p><p>Diese Arbeit nahm einige Zeit in Anspruch, aber die M�he machte sich bezahlt. Zun�chst wurde nur eine Rolle ben�tzt, so da� die ganze Last zu bew�ltigen war; die Reibung war jedoch weitgehend ausgeschaltet, und eine Klemme am unteren Ende des Mastes hielt das Seil fest, w�hrend die Meskliniten sich ausruhten.</p><p>Eine Ladung nach der anderen wurde heraufgezogen, w�hrend Dondragmer und seine Leute unerm�dlich jagten und fischten, um die Versorgung nicht abrei�en zu lassen. Die Umgebung des Dreibeins wirkte allm�hlich bewohnbarer, und Barlennans Gruppe fand sogar Zeit, an verschiedenen Stellen f�nf Zentimeter hohe Einfriedungen aus kleinen Steinen zu errichten, so da� der Platz bald an ihre Heimatstadt erinnerte. Tuch f�r Dachabdeckungen stand leider nicht zur Verf�gung � der Kommandant war nicht bereit, kostbare Zeit dadurch zu vergeuden, da� seine Leute es von unten heraufzogen �, aber in jeder anderen Beziehung konnte man sich hier oben an die Heimat erinnert f�hlen.</p><p>Die angesammelten Vorr�te wogen bereits mehr, als die kleine Gruppe zu schleppen vermochte, denn Barlennan hatte die Absicht, entlang des Weges Vorratslager einzurichten. Der zweite Teil des Marsches w�rde k�rzer sein, aber zwangsl�ufig war noch nicht abzusehen, wie lange sie in der N�he der Rakete bleiben mu�ten, und der Kommandant wollte kein �berfl�ssiges Risiko eingehen. Barlennan w�nschte nur, er h�tte mehr Leute mitgenommen, um einige an dieser Stelle zur�cklassen zu k�nnen, die weitere Vorr�te auf das Plateau hinaufziehen w�rden, aber daran lie� sich nun nichts mehr �ndern. Es war ausgeschlossen, da� eine zweite Gruppe den Umweg �ber die Ger�llhalde machte, um zu ihnen zu sto�en, und niemand dachte gern an die einzige andere M�glichkeit. Der Kommandant befa�te sich selbstverst�ndlich damit, und je l�nger er sich damit besch�ftigte, desto reizvoller erschien sie ihm.</p><p>Barlennan war sich dar�ber im klaren, da� seine Gruppe f�r die bevorstehenden Aufgaben zu schwach war; folglich mu�te er diese M�glichkeit ausn�tzen, sie zu verst�rken, und der Kommandant geh�rte nicht zu den Leuten, die irgendwelche Projekte aufgaben, nur weil ihr Erfolg zu Anfang noch zweifelhaft war. Er machte also eines Tages den Vorschlag, einen Aufzug einzurichten, und begegnete dem erwarteten ablehnenden Schweigen; er lie� sich jedoch nicht beirren, sondern erw�hnte das Thema immer wieder.</p><p>Lackland war bereits seit einiger Zeit klar, da� der Kommandant ein regelrechter �berredungsk�nstler war; deshalb bedauerte er es jetzt, da� er die Eingeborenensprache nicht gen�gend beherrschte, um verfolgen zu k�nnen, wie Barlennan seine Leute allm�hlich umstimmte. Der Kommandant gab sich alle M�he, und seine Zuh�rer wurden langsam weich; zuerst hatten sie seine Idee strikt abgelehnt, dann befa�ten sie sich immerhin damit, diskutierten sie widerwillig und stimmten endlich zu. Ihre Begeisterung war nie �berm��ig gro�, aber Barlennan hatte von Anfang an keine Wunder erwartet.</p><p>Im Grunde genommen verdankte er diesen Erfolg jedoch nicht ausschlie�lich eigenen Bem�hungen. Dondragmer hatte sich sehnlich gew�nscht, zu der Gruppe zu geh�ren, die bis zu der Rakete vordrang; er war entt�uscht gewesen, als Barlennan ihm befahl, mit seinen Leuten an Bord der Bree zur�ckzukehren und die Versorgung zu �bernehmen. Als sich ihm nun die M�glichkeit bot, wieder in die aktive Gruppe aufgenommen zu werden, war er sogar bereit, sich an einem Seil �ber die Felswand hinaufziehen zu lassen. Deshalb ben�tzte er die Argumente des Kommandanten, um seine Leute davon zu �berzeugen, da� dieses Unternehmen im Grunde genommen harmlos sei; er h�tte vermutlich weniger Erfolg damit gehabt, wenn er nicht immer wieder betont h�tte, da� er selbstverst�ndlich als erster die Fahrt wagen werde.</p><p>Schlie�lich wurde eine kleine h�lzerne Plattform gebaut, deren niedrige massive Reling � Dondragmers Erfindung � verhindern sollte, da� der Fahrgast nach unten sehen konnte. Nachdem alle Knoten und Seilverbindungen doppelt und dreifach �berpr�ft worden waren, wurde das Ger�st an die Felswand geschleppt und dort in das Zugseil eingeh�ngt. Dondragmer z�gerte nicht l�nger, sondern bestieg die Plattform, setzte das letzte St�ck Reling ein und gab das Zeichen zum Anheben.</p><p>Die Plattform schwebte langsam in die H�he. Zum Gl�ck war selbst der kr�ftige Wind nicht imstande, das Pendel zu bewegen, an dessen tiefstem Punkt Dondragmer hing; das Seil war zu d�nn, um Widerstand zu bieten, und die Plattform lie� sich wegen ihres hohen Gewichts kaum bewegen. Auf diese Weise war die Auffahrt nicht nur bequemer, sondern auch sicherer; h�tte die Last aus irgendeinem Grund zu schwingen begonnen, w�ren die ersten Ausschl�ge von etwa einer halben Sekunde Dauer st�ndig k�rzer geworden und bald in hochfrequente Schwingungen �bergegangen, die bestimmt dazu gef�hrt h�tten, da� das Dreibein am Rand der Klippe ebenfalls in Bewegung geriet und sich losri�.</p><p>Dondragmer war vern�nftig genug, keinen Blick �ber die Reling nach unten zu werfen; statt dessen hielt er die Augen fest geschlossen und sch�mte sich deswegen nicht einmal, weil er wu�te, da� er vern�nftig handelte. Die Fahrt nach oben schien endlos lange zu dauern; tats�chlich nahm sie sechs Tage in Anspruch. Barlennan lie� die Arbeit gelegentlich einstellen und �berpr�fte sorgf�ltig das gesamte Hebezeug, ohne Fehler zu entdecken.</p><p>Schlie�lich erreichte der Aufzug den Rand der Klippe, wurde dort angehoben und langsam nach innen geschwenkt. Dondragmer hatte wieder die Augen ge�ffnet, sobald Stimmen in seiner N�he zu h�ren waren; jetzt verlie� er sichtlich erleichtert seinen schwankenden Untersatz und setzte sich sofort mit den Zur�ckgebliebenen in Verbindung, die seine Fahrt �ngstlich beobachtet hatten. Der Kommandant n�tzte die dadurch erzeugte g�nstige Stimmung aus, lie� die Plattform zu Boden bringen und forderte den n�chsten Passagier zum Einsteigen auf.</p><p>Das Unternehmen wurde ohne gr��ere Schwierigkeiten oder gar Unf�lle abgeschlossen; der Fahrstuhl machte die Reise insgesamt zehnmal, bis der Kommandant entschied, weitere Fahrten seien nicht zu verantworten, da sie die Aufgaben der Zur�ckbleibenden fast unl�sbar gemacht h�tten.</p><p>Nachdem dieses Problem bew�ltigt war, konnten die Meskliniten damit beginnen, den letzten Teil ihres Auftrages zu erf�llen.</p><p>�Wenn du noch ungef�hr zwei Minuten wartest, Barl�, sagte Lackland und warf einen Blick auf den Rechenstreifen des Computers, �steht die Sonne genau in der Richtung, die ihr einhalten m��t. Wir k�nnen den Standort der Rakete bis auf zehn Kilometer berechnen und euch in die Mitte des Gebiets f�hren, in dem sie stehen mu� � aber von dort ab m��t ihr euch selbst auf die Suche machen. Falls das Gel�nde dort nicht wesentlich g�nstiger aussieht, habt ihr eine schwierige Aufgabe vor euch, f�rchte ich.�</p><p>�Wahrscheinlich hast du recht, Charles; wir haben in dieser Beziehung keine Erfahrung. Trotzdem bin ich davon �berzeugt, da� wir es schaffen; wir haben auch alle anderen Probleme gel�st � meistens mit eurer Hilfe. Steht die Sonne schon richtig?�</p><p>�Augenblick � jetzt! Siehst du irgendwo einen Gel�ndepunkt, den ihr als Anhalt nehmen k�nnt, bis die Sonne wieder an der gleichen Stelle steht?�</p><p>�Leider nein, Charles. Aber wir kommen auch so zurecht, wenn du jeden Tag unsere Richtung korrigierst.�</p><p>�Das ist eine Art Koppelnavigation ohne Kenntnis der Wind- und Str�mungsrichtungen, aber uns bleibt schlie�lich keine andere Wahl. Ich melde mich regelm��ig wieder. Viel Gl�ck!�</p></section><section><title><p>18</p></title><p>Barlennan und seine Leute hatten tats�chlich eine schwierige Aufgabe zu l�sen, denn es stellte sich als unm�glich heraus, in gerader Richtung zu marschieren; der Boden war mit Felsbrocken �bers�t, die umgangen werden mu�ten und der Gruppe dabei die Sicht nahmen. Der K�rperbau der Meskliniten erh�hte diese Schwierigkeiten noch, da ihre Augen sich so dicht �ber dem Boden befanden. Der Kommandant bem�hte sich, Umwege in entgegengesetzten Richtungen zu machen, konnte die dabei zur�ckgelegte Strecke jedoch nicht genau beurteilen. Deshalb war es kein Wunder, da� die t�glichen �berpr�fungen regelm��ig zwanzig bis drei�ig Grad Abweichung von der urspr�nglichen Richtung ergaben.</p><p>Alle f�nfzig Tage wurde die Position des Funkger�ts neu bestimmt, das sich jetzt als einziges bewegte, da das zweite am Rand der Klippe zur�ckgeblieben war. Barlennan ben�tzte diese Pausen dazu, mit Lackland zu Sprechen, der ihm versicherte, die Gruppe bewege sich noch immer in halbwegs gerader Linie auf ihr Ziel zu. Der Kommandant hatte den Weg vorn ersten Tag an durch Steinmale bezeichnen lassen, so da� keine Schwierigkeiten zu erwarten waren, wenn sp�ter der Nachschub organisiert werden mu�te.</p><p>Die achtzig Kilometer schienen endlos zu sein, aber dann kam endlich der Tag, an dem Lackland berichtete, die Gruppe m�sse jetzt eigentlich die Rakete erreicht haben. Ein Blick auf den Bildschirm und Barlennans Schilderung der n�heren Umgebung bewiesen allerdings, da� dies nicht der Fall war, aber Lackland zeigte keine �berraschung.</p><p>�Mehr k�nnen wir von hier aus nicht tun, Barl. Ich m�chte wetten, da� ihr schlimmstenfalls zehn Kilometer von der Rakete entfernt seid � wahrscheinlich sehr viel weniger. Du teilst deine Leute am besten selbst f�r die Suche ein. Was hast du jetzt vor?�</p><p>Der Kommandant schwieg nachdenklich. Ein Kreis mit zehn Kilometer Durchmesser ist gigantisch, wenn die Sichtweite nur drei oder vier Meter betr�gt. Dieses Gebiet w�re nat�rlich rasch abgesucht, wenn er seine Leute ausschw�rmen lie�, aber dann mu�te er damit rechnen, da� sich einige von ihnen hoffnungslos verirrten. Er legte dieses Problem Lackland vor.</p><p>�Die Rakete selbst ist etwa sechs Meter hoch�, antwortete der Mann. �Eure Sichtweite ist deshalb wesentlich gr��er, als du angenommen hast. K�nntest du einen der Felsen besteigen, m��test du die Rakete von dort aus sehen k�nnen � das macht die Sache so bedauerlich.�</p><p>�Du hast recht, aber die Felsen sind f�r uns zu hoch�, erkl�rte Barlennan ihm. �Sie ragen etwa zwei Meter fast senkrecht auf, und selbst wenn wir dieses Hindernis �berwinden k�nnten, m�chte ich nicht riskieren, da� meine Leute von oben aus �ber den Rand nach unten sehen � mein Erlebnis am Rand der Klippe gen�gt mir.�</p><p>�Aber ihr seid doch durch den Einschnitt nach oben geklettert.�</p><p>�Das war ein anderer Fall. Dort mu�ten wir nie senkrecht nach unten sehen.�</p><p>�Du h�ttest also nichts dagegen, einen der Felsen zu besteigen, wenn eine �hnliche Rampe zu ihm hinauff�hrte?� wollte Lackland wissen.</p><p>�Nein, aber� hmmm, jetzt sehe ich, worauf du hinauswillst. Augenblick, bitte.� Der Kommandant sah sich nachdenklich um. In seiner N�he ragten einige Felsbrocken bis zu zwei Meter auf; zwischen ihnen und �berall lagen unz�hlige Kiesel. H�tte Barlennan jemals Geometrieunterricht gehabt, w�re er vielleicht zu einer anderen Entscheidung gekommen; da er aber nicht beurteilen konnte, wieviel Material f�r den vorgesehenen Zweck zu bewegen war, fand er Lacklands Idee durchf�hrbar.</p><p>�Gut, wir bauen eine Rampe, Charles. Hier liegen gen�gend Steine herum, die wir dazu gebrauchen k�nnen.� Barlennan wandte sich ab und erkl�rte seinen Leuten, was sie zu tun hatten. Dondragmer schien nicht ganz �berzeugt zu sein, behielt seine Zweifel jedoch f�r sich, und die Gruppe begann Steine zu rollen.</p><p>Die Rampe wuchs nur langsam in die H�he; der Boden in unmittelbarer N�he des Felsens war bald mit einer halbkreisf�rmigen Steinschicht bedeckt, aber dann mu�te das Baumaterial � abwechselnd Steine und eine Bodenschicht, die den n�tigen Halt gab � aus immer gr��erer Entfernung herangeschafft werden. Als die Rampe drei Viertel der gew�nschten H�he erreicht hatte, wurde ein Teil der Gruppe zur�ckgeschickt, um wieder Vorr�te zu holen, was w�hrend des langen Marsches �ber das Plateau nicht notwendig gewesen war.</p><p>Schlie�lich war die Rampe jedoch fertiggestellt, und vom h�chsten Punkt des Felsens bot sich tats�chlich der Ausblick, den Lackland erw�hnt hatte. Barlennan lie� sogar das Ger�t hinaufschaffen, damit die Menschen auf Toorey sich selbst davon �berzeugen konnten. Rostens Gesicht verlor bei diesem Anblick zum erstenmal seit �ber einem Jahr den sonst zur Schau getragenen grimmigen Ausdruck, und die anderen Mitglieder der Expedition teilten seine Erleichterung. Im Grunde genommen war allerdings nicht viel zu sehen: Die Rakete unterschied sich nur durch ihre Form von den Felsen in ihrer N�he, aber dieser Stumpfkegel war auff�llig genug.</p><p>Barlennan war zwar ebenfalls zufrieden, teilte aber die Begeisterung der Expeditionsmitglieder keineswegs, weil er sich l�ngst dar�ber im klaren war, da� die restlichen zwei oder drei Kilometer nicht einfacher sein w�rden. Sie waren bestimmt eher schwieriger, denn nun war keine Kontrolle der Marschrichtung von Toorey aus m�glich; die Beobachter wu�ten nicht, in welcher Richtung die Rakete stand, so da� ihre Methode nicht mehr anwendbar zu sein schien � oder vielleicht doch? Warum sollte er ihnen nicht sagen, wann die Sonne genau �ber dem Ziel stand? Dann brauchten sie sich nur wie bisher zu melden, sobald die Sonne den gleichen Punkt erreichte.</p><p>Der Kommandant einigte sich mit Lackland auf dieses Verfahren und brach mit seiner Gruppe wieder auf. Die Meskliniten waren noch nicht imstande, die zur�ckgelegte Entfernung einigerma�en genau zu sch�tzen � dazu fehlte ihnen die Erfahrung �, und hatten sich daran gew�hnt, jedes Ziel sp�ter als erwartet zu erreichen; deshalb waren Barlennan und seine Leute angenehm �berrascht, als sich die monotone Steinw�ste vor ihnen pl�tzlich ver�nderte. Es war nicht ganz die Ver�nderung, die sie erwartet hatten, aber immerhin eine interessante Abwechslung.</p><p>Beim ersten Anblick des Steinhaufens fragte sich allerdings sogar Barlennan, ob sie durch irgendeinen ungl�cklichen Zufall im Kreis marschiert seien. Vor ihnen erhob sich eine Art Rampe zwischen den Felsen, die ihrem Bauwerk glich und etwa die gleiche H�he erreichte; als sie jedoch n�her herankamen, sahen sie, da� der Wall sich nach beiden Seiten fortsetzte, so weit das Auge reichte. Er schlo� selbst gr��ere Felsen ein und erinnerte an eine Meereswoge, die pl�tzlich erstarrt war; obwohl die Meskliniten noch nie einen Meteorkrater gesehen hatten, erkannten sie, da� das Material jenseits des Walls aufgewirbelt worden sein mu�te. Barlennan, der mehr als einmal beobachtet hatte, wie die Rakete von Toorey landete, konnte sich vorstellen, was hinter dem Wall verborgen war; er behielt recht, obwohl ihn die Einzelheiten selbst �berraschten.</p><p>Die Rakete stand im Mittelpunkt der sch�sself�rmigen Vertiefung, die ihre Triebwerksstrahlen erzeugt hatten. Barlennan erinnerte sich daran, wie der Schnee nach allen Seiten auseinandergestiebt war, wenn die Versorgungsrakete bei Lacklands �H�gel� gelandet war. Er konnte sich vorstellen, da� wesentlich st�rkere Triebwerke erforderlich gewesen waren, um diese massive Konstruktion sicher zu Boden zu bringen, obwohl die anderen Raketen gr��er gewesen waren. Unterhalb der Triebwerke ragten keine Felsen mehr auf, aber an den R�ndern der Vertiefung lagen einige unter kleineren Steinen begraben. Der Boden der Senke war v�llig leergefegt und lag so viel tiefer, da� die Spitze der Rakete kaum eineinhalb Meter �ber das allgemeine Niveau der Ebene hinausragte.</p><p>Der Basisdurchmesser der Rakete entsprach etwa ihrer Gesamth�he und blieb im untersten Drittel fast gleich. Lackland hatte die Senke inzwischen auf seinem Bildschirm und erkl�rte Barlennan, da� der Antrieb sich in diesem Teil befinde. Von dort an lief der Rumpf spitz zu und endete in einer halbkugelf�rmigen Nase, in der sich die Ger�te befanden, deren Konstruktion soviel Zeit, Geld und Gedankenanstrengung gekostet hatte. Dieser Teil enthielt verschiedene �ffnungen, da es nicht n�tig gewesen war, die Instrumente luftdicht unterzubringen; einige Ger�te, die nur im Vakuum arbeiteten, waren in gesonderten Beh�ltern gelagert.</p><p>�Du hast einmal behauptet, da� sich hier eine Explosion der Art ereignet haben m�sse, die deinen Schlepper zerst�rt hat�, sagte Barlennan nach einem kurzen Blick auf die Rakete. �Ich sehe aber keine Anzeichen daf�r, und wenn die �ffnungen, die hier zu erkennen sind, vor der Landung nicht geschlossen waren, wie kann sich dann im Innern der Rakete gen�gend Sauerstoff befunden haben, um eine Explosion auszul�sen? Du hast selbst gesagt, zwischen den Welten gebe es keine Luft und der Sauerstoff entweiche durch alle �ffnungen.�</p><p>Dr. Rosten mischte sich ein, bevor Lackland antworten konnte.</p><p>�Du hast ganz recht, Barl, es handelt sich jedenfalls nicht um eine Sauerstoffexplosion. Von hier aus kann niemand beurteilen, was zum Versagen der Rakete gef�hrt hat. Wir k�nnen nur die Augen offenhalten und darauf hoffen, da� wir den Fehler sp�ter finden � allerdings interessiert er dann nur die M�nner, die weitere Raketen dieser Art konstruieren wollen. Am besten macht ihr euch gleich an die Arbeit, Barl; unsere Physiker k�nnen es schon nicht mehr erwarten, die ersten Ergebnisse zu sehen.�</p><p>�Eure Wissenschaftler werden sich noch etwas gedulden m�ssen�, wandte Barlennan ein. �Ihr habt n�mlich eine Kleinigkeit �bersehen.�</p><p>�Was?�</p><p>�Keines der Instrumente, die ich vor die Kamera halten soll, befindet sich weniger als zwei Meter �ber dem Boden, und alle sind hinter Metallw�nden verborgen, die nicht ohne weiteres mit roher Gewalt zu entfernen sind, obwohl eure Metalle ziemlich weich zu sein scheinen.�</p><p>�Richtig, der Teufel soll mich holen�, murmelte Rosten verbl�fft. �Der zweite Teil ist einfacher: Die Rumpfplatten lassen sich verh�ltnism��ig leicht l�sen, und wir k�nnen dir beschreiben, wie die Verschl�sse zu �ffnen sind. Aber das andere Problem� hmmm. Ihr habt keine Leitern und k�nntet sie nicht ben�tzen, wenn ihr welche h�ttet. Euer Fahrstuhl hat andererseits den Nachteil, da� er erst zu gebrauchen ist, nachdem ihn jemand an der Spitze der Rakete angebracht hat. Tut mir leid, Barl, aber im Augenblick f�llt mir keine M�glichkeit ein; du kannst dich darauf verlassen, da� wir irgendeinen Weg finden, denn jetzt lassen wir uns nicht mehr aufhalten!�</p><p>�Falls euch nichts einf�llt, k�nnen wir immer noch meine Methode anwenden�, schlug Barlennan vor.</p><p>�Was? Du hast eine Idee?�</p><p>�Selbstverst�ndlich. Wir haben einen Felsblock erstiegen, um die Rakete zu sehen; warum sollen wir hier nicht die gleiche Methode ben�tzen?� Rosten schwieg eine halbe Minute lang, und Lackland vermutete, da� er sich inzwischen heftige Vorw�rfe machte, weil er nicht auf diese einfachste L�sung gekommen war.</p><p>�Dabei gibt es aber wieder eine Schwierigkeit�, sagte Rosten schlie�lich. �Die Rampe m��te wesentlich h�her sein und die Rakete von allen Seiten umgeben.�</p><p>�Warum k�nnen wir nicht einfach eine Rampe bis zum untersten Abschnitt bauen, der Ger�te enth�lt, die euch interessieren?� fragte Barlennan. �Von dort aus m��ten wir im Innern der Rakete nach oben klettern k�nnen, wie ihr es in den anderen Raketen tut.�</p><p>�Das kommt aus zwei Gr�nden nicht in Frage�, wehrte Rosten ab. �Erstens ist die Rakete in Abschnitte unterteilt, die nicht miteinander in Verbindung stehen, und zweitens w�re es zu gef�hrlich, von unten zu beginnen. Ich bezweifle n�mlich, da� ihr imstande w�rt, die abgenommenen Platten wieder an der richtigen Stelle einzusetzen. Das w�rde bedeuten, da� die Struktur entscheidend geschw�cht wird und das Gewicht des oberen Teils vermutlich nicht mehr tragen k�nnte.</p><p>Nein, ihr m��tet die Rampe bis fast zur Spitze bauen und sp�ter wieder abtragen, um die Abschnitte nacheinander zu erreichen. Wahrscheinlich w�re es sogar besser, die Ger�te mit nach unten zu nehmen, um die Last auf ein Minimum zu verringern. Sobald ihr die Platten abgenommen habt, bleibt nur eine Art Skelett �brig, das nicht f�r die Aufnahme der Gesamtlast konstruiert ist.�</p><p>�Aha.� Der Kommandant schien zu �berlegen. �Wir haben also keine andere Wahl? Ich w�rde meinen Leuten nach M�glichkeit gern diese Arbeit ersparen.�</p><p>�Tut mir leid, aber mir f�llt nichts anderes ein�, antwortete Rosten nach einer kurzen Pause.</p><p>�Sch�n, dann fangen wir eben an�, meinte Barlennan und wandte sich resigniert ab, um die n�tigen Befehle zu erteilen. Keiner der M�nner auf Toorey h�tte in diesem Augenblick erraten, was ihr getreuer Helfer und Bundesgenosse dabei dachte�</p><p>Die Meskliniten stellten zu ihrer angenehmen �berraschung fest, da� die Arbeit weniger langwierig und anstrengend als erwartet war. Die Raketentriebwerke hatten den Boden und Steine aller Gr��en zu einem Wall aufgeworfen, dessen Material verh�ltnism��ig locker geschichtet war. Ein Mensch � nat�rlich innerhalb eines k�nstlich erzeugten Antigrav-Feldes, das die Wissenschaftler nach Auswertungen der Messungen an Bord der Rakete zu entwickeln hofften � h�tte keine Schaufel davon bewegen k�nnen, aber die Meskliniten wurden fast m�helos damit fertig.</p><p>Selbst die pessimistischsten Beobachter mu�ten einige Tage sp�ter zugeben, da� diesmal keine unvermutet auftretenden Hindernisse mehr zu erwarten waren; die Wissenschaftler der Station machten sich also daran, ihre Apparate auszupacken, die registrieren w�rden, was Barlennan und seine Leute im Innern der Rakete sahen. Dann verfolgten sie wieder mit wachsender Begeisterung, wie der Stumpfkegel allm�hlich unter Steinen versank, bis schlie�lich nur noch drei�ig Zentimeter der Spitze �ber die Rampe hinausragten.</p><p>Damit war die Arbeit der Meskliniten beendet, und der Kommandant schickte seine Leute wieder nach unten. Das Funkger�t war so aufgestellt worden, da� sein Auge die Raketenspitze erfa�te, an der sich eine d�nne Linie abzeichnete, die erkennen lie�, da� hier der obere Rand einer der abnehmbaren Platten begann. Barlennan wartete allein davor und hielt sich offenbar bereit, die Platte zu entfernen, sobald die M�nner ihm entsprechende Anweisungen gaben.</p><p>Doc Rosten erkl�rte Barlennan ausf�hrlich, was er zu tun habe. Die rechteckige Platte war mit vier Schnellverschl�ssen befestigt; die oberen beiden lagen etwa in Augenh�he des Kommandanten, die unteren befanden sich f�nfzehn Zentimeter tiefer und waren jetzt noch von der Rampe verdeckt. Normalerweise wurden die Verschl�sse mit einem Schraubenzieher gel�st, aber Rosten war davon �berzeugt, da� Barlennans Zangen das fehlende Werkzeug ersetzen konnten. Der Kommandant stellte fest, da� er die beiden n�chsten Verschl�sse ohne gro�e M�he l�sen konnte.</p><p>�Am besten macht ihr ein Seil an den Verschl�ssen fest, damit ihr die Platte daran nach au�en ziehen k�nnt, sobald die unteren gel�st sind�, schlug Rosten vor. �Wir m�chten vermeiden, da� einem von euch das St�ck auf den Kopf f�llt; es ist immerhin sechs Millimeter stark. Die unteren Platten sind wesentlich dicker, m�chte ich gleich hinzuf�gen.�</p><p>Die Meskliniten befestigten das Seil und trugen dann rasch die Rampe ab, bis das zweite Paar Verschl�sse sichtbar wurde. Barlennan l�ste sie, trat zur Seite und gab seinen Leuten ein Zeichen. Die Platte bewegte sich, wurde pl�tzlich unsichtbar und lag dann waagerecht; gleichzeitig drang ein scharfer Knall an die Ohren der Beobachter. In der nun entstandenen �ffnung war deutlich ein einzelnes Me�instrument zu sehen, und die M�nner auf Toorey gaben ihrer Begeisterung auf verschiedene Weise Ausdruck.</p><p>�Du hast es geschafft, Barl! Wir schulden dir mehr, als wir je wiedergutmachen k�nnen. Wenn du jetzt zur�cktrittst, damit wir das Instrument fotografieren k�nnen, erkl�ren wir dir anschlie�end, wie der Me�streifen herausgenommen wird, den du vor die Kamera halten mu�t.�</p><p>Barlennan antwortete nicht gleich, aber seine Reaktion sprach f�r sich selbst.</p><p>Er trat nicht zur�ck, sondern kroch statt dessen auf die Kamera zu und drehte sie zur Seite, bis das Instrument aus ihrem Aufnahmebereich verschwunden war.</p><p>�Zuerst m�ssen wir noch etwas anderes besprechen�, sagte er ruhig.</p></section><section><title><p>19</p></title><p>Im Beobachtungsraum herrschte betroffenes Schweigen. Auf dem Bildschirm erschien der Kopf des Meskliniten, aber keiner der Anwesenden konnte den Ausdruck dieses fremdartigen �Gesichts� deuten. Die M�nner wu�ten nicht, was sie sagen sollten; Barlennan zu fragen, was er beabsichtigte, w�re reine Zeitverschwendung gewesen, da er es offenbar selbst erkl�ren wollte. Der Kommandant machte eine lange Pause, und als er endlich zu sprechen begann, zeigte er bessere Englischkenntnisse, als selbst Lackland vermutet h�tte.</p><p>�Doktor Rosten, Sie haben vorhin gesagt, Sie schuldeten mir mehr, als Sie je wiedergutmachen k�nnten. Ich bin mir dar�ber im klaren, da� diese Worte in einer Beziehung v�llig ernst gemeint waren � ich zweifle keineswegs daran, da� Sie mir aufrichtig dankbar sind �, aber in anderer Beziehung waren sie blo� rhetorisch. Sie hatten nicht die Absicht, uns mehr zu geben, als sie bereits versprochen hatten � Wettermeldungen, Navigationshilfen und vielleicht eine Ladung Gew�rze, von der Charles damals gesprochen hat. Mir ist v�llig klar, da� ich Ihrer Auffassung nach nicht mehr zu beanspruchen habe; ich habe eine Vereinbarung getroffen und sollte mich daran halten, da Sie zudem bisher getan haben, was Sie mir zugesichert hatten.</p><p>Aber ich m�chte mehr, und da ich gro�en Wert darauf lege, nicht mi�verstanden zu werden, mu� ich den Versuch machen, mich in Ihren Augen zu rechtfertigen. Ich warne Sie jedoch gleich jetzt � ich lasse mich nicht von meiner urspr�nglichen Idee abbringen, selbst wenn es mir nicht gelingen sollte, Ihr Verst�ndnis f�r meine Lage zu erwecken.</p><p>Sie wissen, da� ich von Beruf H�ndler bin und nach Gewinn strebe. Sie haben diese Tatsache ber�cksichtigt und mir als Gegenleistung alle m�glichen Dinge angeboten; es war nicht Ihre Schuld, da� ich damit nichts anfangen konnte. Ihre Maschinen versagen auf meinem Planeten, das haben Sie selbst zugegeben, und Ihre Metalle sind f�r mich wertlos � die meisten w�ren auch auf Mesklin zu finden. Manche Leute ben�tzen sie als Ornamente, aber ich wei� von Charles, da� die regelrechte Bearbeitung gro�e Maschinen oder zumindest mehr W�rme erfordert, als wir ohne weiteres erzeugen k�nnen. Wir beherrschen das Feuer �brigens nicht nur in Form einer Flammstaubwolke; es tut mir leid, da� ich Charles in dieser Beziehung get�uscht habe, aber ich hatte den Eindruck, es sei besser so.</p><p>Kehren wir also zum urspr�nglichen Thema zur�ck, Doktor Rosten. Ich habe alle Ihre freundlichen Angebote abgelehnt und trotzdem die weiteste Fahrt in der Geschichte unseres Volkes unternommen, weil ich wu�te, wie wichtig diese Expedition f�r Sie war. Offenbar ist niemand von Ihnen auf die Idee gekommen, ich k�nnte ebenfalls dabei lernen wollen, obwohl ich immer wieder zu diesem Zweck Fragen gestellt habe. Da Sie jeweils Ausreden gebraucht haben, um meine Fragen nicht beantworten zu m�ssen, fa�te ich den Entschlu�, das mir vorenthaltene Wissen durch eigene Anstrengung zu erwerben.</p><p>Sie und Ihre Freunde haben zu verschiedenen Gelegenheiten den Wert Ihrer sogenannten �Wissenschaft� betont und dabei angedeutet, mein Volk besitze sie nicht. Ich bin jedoch der Meinung, da� eine Sache, die f�r Ihr Volk gut und wertvoll ist, auch f�r uns gut und wertvoll sein mu�. Deshalb habe ich diese lange Fahrt gewagt, um ebenfalls zu lernen; ich m�chte wissen, was Sie zu diesen Leistungen bef�higt, die uns unverst�ndlich sind.</p><p>Deshalb mache ich Ihnen jetzt ein neues Angebot. Ich bin mir dar�ber im klaren, da� Sie vielleicht keine Lust haben, einen zweiten Vertrag mit mir zu schlie�en, nachdem ich den ersten nur unvollst�ndig erf�llt habe. Aber das ist dann Ihr Pech; Sie wissen selbst, da� Ihnen keine andere M�glichkeit bleibt. Sie sind nicht hier; Sie k�nnen nicht hierherkommen; Sie k�nnten vielleicht im ersten Zorn eine Ladung Sprengstoffe abwerfen � aber dann w�re auch die Rakete zerst�rt. Mein Angebot lautet einfach: Wissen f�r Wissen. Sie unterrichten mich oder Dondragmer oder jeden anderen, der Ihre Sprache versteht und intelligent genug ist, w�hrend wir diese Maschine f�r Sie demontieren und das in ihr enthaltene Wissen �bermitteln.�</p><p>�Das ist eine��</p><p>�Augenblick, Chef.� Lackland unterbrach Rostens emp�rten Ausruf. �Ich kenne Barl besser als Sie. Lassen Sie mich mit ihm sprechen.�</p><p>Rosten starrte ihn an und nickte dann wortlos.</p><p>�Barl, du irrst dich, wenn du annimmst, wir h�tten dir absichtlich verschwiegen, wie unsere Maschinen funktionieren. Glaub mir, sie sind so kompliziert, da� unsere Wissenschaftler ihr halbes Leben damit verbracht haben, die Grundlagen ihrer Konstruktion zu erlernen � und eben diese Grundlagen fehlen dir.</p><p>Wenn ich dich richtig verstanden habe, wolltest du die einzelnen Teile der Rakete erkl�rt haben, w�hrend ihr sie demontiert. Barl, das ist unm�glich! Ich w�re selbst nicht imstande, dir irgend etwas davon zu erkl�ren, und du w�rdest nichts verstehen. Das ist keine Beleidigung f�r dich oder die Intelligenz deiner Leute, sondern nur die logische Folge fehlender Grundlagen.</p><p>Wir k�nnen dein Angebot nicht annehmen, Barl, weil wir nicht in der Lage w�ren, unsere Verpflichtungen zu erf�llen.�</p><p>Barlennan war nicht imstande, wie ein Mensch zu l�cheln, und er h�tete sich, die Geste zu machen, die ein L�cheln ersetzte. Statt dessen imitierte er Lacklands ernsten Tonfall, als er antwortete.</p><p>�Du kannst uns trotzdem helfen, Charles, obwohl du es noch nicht wei�t. Deine Vermutung war richtig, denn zu Beginn dieser Fahrt hatte ich tats�chlich �hnliche und noch schlimmere Absichten. Ich wollte die Rakete mit eurer Hilfe finden, die Kameras zur Seite drehen und die Maschine zerlegen, um auf diese Weise die Geheimnisse eurer Wissenschaft zu entr�tseln.</p><p>Aber allm�hlich erkannte ich, da� die Argumente, die du vorhin gebraucht hast, tats�chlich den Kern der Sache trafen. Als ihr uns so bereitwillig erkl�rtet, nach welchen Prinzipien die Segelflugzeuge der Inselbewohner funktionierten, ahnte ich, da� ihr uns nicht absichtlich Wissen vorenthalten wolltet. Diese Ahnung wurde zur Gewi�heit, als ihr Dondragmer behilflich wart, den Flaschenzug zu bauen. Ich hatte erwartet, da� du davon sprechen w�rdest; warum hast du es nicht getan?</p><p>Damals begann ich auch zu ahnen, was der Begriff �Wissenschaft� wirklich bedeutet. Mir wurde klar, da� zum Verst�ndnis der Funktionsweise einer so einfachen Maschine, die dein Volk schon nicht mehr ben�tzt, die Kenntnis zahlreicher Naturgesetze erforderlich ist, deren Existenz wir nicht einmal vermutet h�tten. Seitdem wei� ich, da� ich nicht hoffen kann alle eure Geheimnisse zu entr�tseln.</p><p>Aber ihr k�nnt trotzdem tun, was ich von euch verlange � der Flaschenzug ist ein Beispiel daf�r. Weder Dondragmer noch ich verstehen ihn, obwohl wir beide vermuten, da� er etwas mit den Hebeln zu tun hat, die wir ein Leben lang ben�tzt haben. Wir m�chten von Anfang an lernen und sind uns dar�ber im klaren, da� wir euer Wissen niemals ganz aufnehmen k�nnen, weil wir nicht lange genug leben.</p><p>Ich m�chte wissen, weshalb Mesklin eine Kugel ist, und wie ihr die gleiche Entdeckung auf eurer Erde gemacht habt, bevor ihr sie von au�en sehen konntet. Ich m�chte wissen, weshalb die Bree schwimmt, w�hrend das Kanu untergegangen ist. Ich m�chte wissen, warum es im Winter bei uns am w�rmsten ist, obwohl die Sonne dann so lange nicht am Himmel erscheint. Und falls ich jemals Kinder und Enkelkinder habe, sollen sie wissen, wie dieses Funkger�t, der Schlepper und sogar die Rakete funktionieren. Ich m�chte viel wissen und werde mich damit abfinden m�ssen, da� ich nicht alles lernen kann; aber wenn es mir gelingt, mein Volk auf den Weg zu bringen, an dessen Ende die �Wissenschaft� liegt� nun, dann w�re ich sogar bereit, dieses Wissen kostenlos abzugeben.�</p><p>Weder Lackland noch Rosten fiel eine Antwort ein, aber dann erkundigte Rosten sich: �Barlennan, wie w�rdest du deinem Volk die Herkunft dieses Wissens erkl�ren? Glaubst du, da� es richtig w�re, die Quelle preiszugeben?�</p><p>�Bestimmt nicht�, antwortete der Kommandant sofort, �denn das w�rde nur dazu f�hren, da� niemand sich bem�ht, selbst weitere Entdeckungen zu machen. Nein, die Leute sollen ruhig denken, ich sei das gro�e Genie. Oder lieber Don � er kann die Rolle glaubw�rdiger spielen.�</p><p>�Gut, einverstanden�, sagte Rosten nur.</p></section><section><title><p>20</p></title><p>Ein blitzendes Metallskelett erhob sich zwei Meter �ber der zu einem Drittel abgetragenen Rampe. F�nf oder sechs Meskliniten waren damit besch�ftigt, eine Reihe von Verschl�ssen zu l�sen, die eben freigelegt worden waren; andere schafften Steine beiseite, um die Rampe noch niedriger zu machen; wieder andere waren mit flachen vierr�drigen Karren auf der Stra�e zum Rand der Klippe unterwegs, um neue Vorr�te zu holen. �berall wurde gearbeitet; jeder schien genau zu wissen, was er zu tun hatte. Eines der Funkger�te stand unmittelbar neben der Rakete, damit die Wissenschaftler auf Toorey die Demontage �berwachen konnten; das zweite war in einiger Entfernung aufgebaut.</p><p>Dondragmer lag vor dem Objektiv des zweiten Ger�ts und unterhielt sich angeregt mit einem Mann, den er nicht sehen konnte. �ber ihm kreiste noch immer endlos die Sonne, die jetzt aber allm�hlich tiefer sank und dabei sehr, sehr langsam gr��er wurde.</p><p>�Ich f�rchte, da� es nicht leicht sein wird, die Flexion des Lichts zu �berpr�fen�, sagte der Maat eben. �Die Reflexion ist nicht weiter schwierig; die Metallspiegel aus den Platten eurer Rakete zeigen sie deutlich genug. Wirklich schade, da� das Ger�t, aus dem wir die Linse nehmen durften, zu Boden gefallen ist; wir selbst haben leider kein Glas.� Dondragmer schwieg nachdenklich und fuhr dann fort: �Aber vielleicht k�nntest du mir sagen, woraus euer Glas besteht und ob man zur Herstellung viel W�rme braucht? Unsere Feuer sind ziemlich hei�, wie du wei�t. Au�erdem haben wir noch den �berzug unserer Sch�ssel � Charles hat ihn �Eis� genannt, glaube ich. W�re das f�r unseren Zweck geeignet?�</p><p>�An deiner Stelle w�rde ich es lieber mit einem St�ck der Linse versuchen, Don�, antwortete die Stimme aus dem Lautsprecher. Es war nicht Lacklands Stimme; er hatte sich als ausgezeichneter Lehrer erwiesen, �berlie� das Mikrophon aber gelegentlich Spezialisten. �Jedes St�ck beugt das Licht und erzeugt sogar Bilder � aber das kommt sp�ter. Ein Teil der Linse w�re wirklich am besten, Don, falls eure Schwerkraft das Ger�t nicht pulverisiert hat, als es gelandet ist.</p><p>Ich wei� nat�rlich, da� ihr Feuer habt, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, wie ihr Pflanzen in einer Wasserstoffatmosph�re verbrennt, selbst wenn ihr ein St�ck Fleisch dazutut. Der Vorschlag mit dem Eis w�re nicht schlecht, aber ihr m��tet erst welches finden. Ich habe keine Ahnung, woraus euer Flu�sand besteht, deshalb schlage ich vor, da� ihr ihn einfach �ber dem hei�esten Feuer schmelzt. Ich kann nat�rlich nichts garantieren, aber auf der Erde und anderen Planeten, die ich kenne, kann man aus gew�hnlichem Sand bei hoher W�rmezufuhr eine Art Glas machen, das sich durch bestimmte Zus�tze wesentlich verbessern l��t. Ich wei� allerdings nicht, wie ich dir diese Zus�tze beschreiben soll und wo sie auf Mesklin zu finden w�ren.�</p><p>�Vielen Dank; wir versuchen es mit dem Feuer, und ich sehe mich inzwischen nach einem St�ck der Linse um. Ich f�rchte allerdings, da� nicht allzuviel davon �brig ist. Wir h�tten das Ger�t nicht am h�chsten Punkt der Rampe auseinandernehmen d�rfen; der Teil, den du �Tubus� nennst, ist einfach davongerollt.�</p><p>Der Maat verlie� seinen Platz am Funkger�t und sah Barlennan in der N�he.</p><p>�Deine Wache kann gleich meine Leute abl�sen�, stellte der Kommandant fest. �Ich bin zum Flu� unterwegs. Soll ich dir etwas von dort mitbringen?�</p><p>Dondragmer erw�hnte den Vorschlag, Sand zu schmelzen, um Glas zu gewinnen. �Du k�nntest die kleine Menge, die wir f�r diesen Zweck brauchen, ohne weiteres mitbringen, nehme ich an. Oder mu�t du schon zu viele andere Dinge bef�rdern?�</p><p>�Keineswegs�, versicherte Barlennan ihm. �Es handelt sich um eine reine Vergn�gungsfahrt. Da der Wind jetzt schw�cher ist und abwechselnd aus verschiedenen Richtungen kommt, wollte ich ein bi�chen Navigation �ben. Was n�tzt schlie�lich ein Kommandant, der sein Schiff nicht steuern kann?�</p><p>�Richtig�, stimmte Dondragmer zu. �Haben die Flieger dir erz�hlt, wof�r die Instrumente gut sind, die wir jetzt freilegen?�</p><p>�Sie haben es versucht, aber wenn ich wirklich von dieser angeblichen Raumkr�mmung �berzeugt w�re, h�tte ich es vielleicht eher geglaubt. Am Schlu� haben sie wieder damit angefangen, da� Worte eigentlich nicht ausreichten, um die ganze Sache zu beschreiben. Aber wie soll man es sonst beschreiben k�nnen?�</p><p>�Das habe ich mich auch schon gefragt�, erwiderte Dondragmer. �Ich glaube, es hat irgend etwas mit ihrer �Mathematik� zu tun. Die Mechanik ist mir allerdings lieber; damit kann man gleich etwas anfangen und sieht wenigstens, was man tut.� Er zeigte auf den Flaschenzug und die niedrigen Wagen.</p><p>�Das gleiche Gef�hl habe ich auch. Wir nehmen eine Menge mit nach Hause � aber einige Dinge behalten wir am besten vorl�ufig f�r uns.� Der Maat nickte zustimmend, als Barlennan auf das Ding zwischen den Felsen wies und dann fortfuhr: �Immerhin kann uns niemand davon abhalten, hier damit zu spielen.�</p><p>Der Kommandant ging seiner Wege, und Dondragmer sah ihm nachdenklich und am�siert nach. Er w�nschte sich, Reejaaren k�nnte sie jetzt beobachten; der Insulaner war ihm von Anfang an unsympathisch gewesen und w�rde unter diesen Umst�nden vielleicht zugeben m�ssen, da� die Besatzung der Bree doch nicht nur aus L�gnern bestand.</p><p>Dergleichen �berlegungen waren jedoch Zeitverschwendung. Er hatte gen�gend Arbeit. Die Rakete zu demontieren war nat�rlich weniger sch�n, als Experimente unter menschlicher Anleitung zu machen, aber was sie versprochen hatten, mu�ten sie auch halten. Dondragmer erkletterte die Rampe und rief seine Wache zu sich nach oben.</p><p>Der Kommandant hatte inzwischen die Bree II erreicht. Sie lag fahrbereit vor ihm; zwei seiner Leute waren an Bord, und das Feuer brannte. Beim Anblick der gro�en Fl�chen fast durchsichtigen Stoffs mu�te Barlennan wie Dondragmer an Reejaaren denken, obwohl er sich eher vorstellte, was der Dolmetscher sagen w�rde, wenn er sah, wozu der Bespannstoff in diesem Fall gebraucht wurde. Auf N�hte konnte man sich also nicht verlassen! Barlennans Leute verstanden ihr Handwerk, ohne da� ihnen die Flieger dabei geholfen h�tten. Der Kommandant hatte die Segel mit diesem Zeug flicken lassen, bevor sie zehntausend Kilometer von den Inseln entfernt waren, wo er den Stoff erworben hatte, und die N�hte hatten selbst den Sturm unterhalb des Einschnitts ausgehalten.</p><p>Barlennan kletterte durch die �ffnung in der Reling und schlo� sie sorgf�ltig hinter sich; dann warf er einen Blick in den Feuerbeh�lter, der mit Metall aus einem Kondensator ausgekleidet war, den die Flieger f�r diesen Zweck zur Verf�gung gestellt hatten. Alle Taue und Leinen summten im leichten Wind; er nickte seinen Leuten zu. Einer der beiden warf etwas Holz auf die Glut im Feuerbeh�lter; der andere warf die Leinen los.</p><p>Hei�e Luft f�llte den zw�lf Meter gro�en Ballon; die Bree II stieg lautlos zwischen den Felsen auf und trieb mit dem Wind in Richtung Flu�.</p></section></body><binary id="cover" 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