<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Joanne</first-name><middle-name>K.</middle-name><last-name>Rowling</last-name></author><book-title>Harry Potter und der Orden des Ph�nix</book-title><date/><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><sequence name="Harry Potter (de)" number="5"/></title-info><document-info><author><first-name/><last-name/></author><program-used>calibre 0.7.47, VIM, FictionBook Editor Release 2.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2011-03-11">10.3.2011</date><id>6e765813-bee8-4ece-9e5b-21c1b43f3dbe</id><version>1.0</version></document-info></description><body><section><p><image l:href="#1"/></p><p>Es sind Sommerferien und wieder einmal sitzt Harry bei den uns�glichen Dursleys im Ligusterweg fest. Doch diesmal treibt ihn gr��ere Unruhe denn je warum schreiben seine Freunde Ron und Hermine nur so r�tselhafte Briefe? Und vor allem: Warum erf�hrt er nichts �ber die dunklen M�chte, die inzwischen neu erstanden sind? Noch ahnt er nicht, was der geheimnisvolle Orden des Ph�nix gegen Voldemort ausrichten kann ... Als Harrys f�nftes Schuljahr in Hogwarts beginnt, werden seine Sorgen nur noch gr��er. Und dann schl�gt der Dunkle Lord wieder zu. Harry muss seine Freunde um sich scharen, sonst gibt es kein Entrinnen.</p><empty-line/><p>Joanne K. Rowling</p><p><strong>HARRY POTTER</strong></p><p>und der Orden des Ph�nix</p><p>Aus dem Englischen von Klaus Fritz</p><p><emphasis>Scanned by </emphasis></p><p><emphasis>hajufu </emphasis></p><p><emphasis>2003 </emphasis></p><p><strong>CARLSEN </strong></p><p>Das Papier dieser Ausgabe wurde nach strengen Umweltrichtlinien hergestellt und ist recyclebar; der Rohstoff stammt aus kontrolliertem schwedischem Waldanbau.</p><p>12 3 4 05 04 03</p><p>Alle deutschen Rechte bei Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2003</p><p>Original text copyright �Joanne K. Rowling 2003</p><p>Originalverlag: Bloomsbury Publishing Plc, London 2003</p><p>Originaltitel: Harry Potter and the Order ot thc Phoenix Harry Potter, names, characters and related indicia arc Copyright and trademark Warner Bros.</p><p>Harry Potter Publishing rights are Copyright JK Rowling.</p><p>Umschlaggestaltung: Doris K. K�nster</p><p>Umschlagillustration: Sabine Wilharm</p><p>Satz: D�rlemann Satz, Lemf�rdc</p><p>Druck und Bindung: Clausen &amp; Bosse, Leck</p><p>ISBN 3-551-55555-9</p><p>Printed in Germany</p><empty-line/><p>F�r Neil, Jessica und David,</p><p>die meine Welt verzaubern</p></section><section><title><p>Dudley umnachtet</p></title><p>Der bislang hei�este Tag des Sommers neigte sich dem Ende zu und eine schl�frige Stille lag �ber den gro�en wuchtigen H�usern des Ligusterwegs. Autos, die normalerweise gl�nzten, standen staubig in den Einfahrten, und Rasenfl�chen, die einst smaragdgr�n waren, lagen verdorrt und gelbstichig da - wegen der D�rre war es verboten worden, sie mit Gartenschl�uchen zu w�ssern. Die Bewohner des Ligusterwegs, die sich nun nicht mehr wie �blich mit Autowaschen und Rasenm�hen die Zeit vertreiben konnten, hatten sich in die Schatten ihrer k�hlen H�user zur�ckgezogen und die Fenster weit aufgesto�en in der Hoffnung, eine vermeintliche Brise hereinzulocken. Der einzige Mensch, der noch drau�en war, ein Teenager, lag in einem Blumenbeet vor Nummer vier flach auf dem R�cken.</p><p>Es war ein schlaksiger, schwarzhaariger Junge mit Brille, der ausgezehrt und leicht ungesund wirkte wie jemand, der in kurzer Zeit recht schnell gewachsen war. Seine Jeans war dreckig und zerrissen, sein T-Shirt ausgeleiert und verblichen, und die Sohlen seiner Turnschuhe sch�lten sich vom Oberleder. Harry Potters �u�eres machte ihn nicht lieb Kind bei den Nachbarn, jener Sorte von Menschen, die meinten, Schmuddeligkeit geh�re gesetzlich bestraft, doch da er sich an diesem Abend hinter einem gro�en Hortensienbusch versteckt hatte, war er f�r Passanten g�nzlich unsichtbar. Tats�chlich konnten ihn nur Onkel Vernon und Tante Petunia sehen, falls sie die K�pfe aus dem Wohnzimmerfenster streckten und senkrecht nach unten ins Blumenbeet schauten.</p><p>Alles in allem, dachte Harry, konnte man ihm zu seiner Idee, sich hier zu verstecken, nur gratulieren. Vielleicht war es nicht sonderlich bequem, wie er da auf der hei�en, harten Erde lag, doch immerhin stierte ihn niemand finster an und knirschte so laut mit den Z�hnen, dass er die Nachrichten nicht h�ren konnte, oder warf ihm geh�ssige Fragen an den Kopf, wie es noch jedes Mal geschehen war, wenn er versucht hatte, sich ins Wohnzimmer zu setzen und mit Tante und Onkel fernzusehen.</p><p>Als w�re Harrys Gedanke durchs offene Fenster geflattert, fing Vernon Dursley, sein Onkel, pl�tzlich an zu reden.</p><p>�Bin froh, dass der Bursche nicht mehr versucht, sich hier breit zu machen.</p><p>�brigens, wo steckt er eigentlich?�</p><p>�Ich wei� es nicht�, sagte Tante Petunia beil�ufig. �Nicht im Haus jedenfalls.�</p><p>Onkel Vernon grunzte.</p><p><emphasis>�Die Nachrichten gucken ...�, </emphasis>h�hnte er. �M�chte wissen, was er wirklich im Schilde f�hrt. Ein normaler Junge pfeift doch drauf, was in den Nachrichten kommt - Dudley hat keine Ahnung, was in der Welt passiert. Bin mir nicht mal sicher, ob er wei�, wer der Premierminister ist! Jedenfalls sieht's nicht so aus, als k�me irgendwas �ber <emphasis>seine Sippschaft </emphasis>in <emphasis>unseren </emphasis>Nachrichten -�</p><p>�Vernon, <emphasis>schhh!�, </emphasis>sagte Tante Petunia. �Das Fenster steht offen!�</p><p>�Oh - ja - Verzeihung, Liebling.�</p><p>Die Dursleys verstummten. Harry lauschte einem Werbesong f�r Obst-und-Kleie-Fr�hst�cksflocken, w�hrend er Mrs. Figg, eine schrullige alte Dame aus dem nahen Glyzinenweg, langsam vorbeitappen sah. Sie blickte finster drein und murmelte vor sich hin. Harry war sehr froh, dass er hinter dem Busch versteckt lag, weil Mrs. Figg ihn seit kurzem jedes Mal wenn sie ihn auf der Stra�e traf, zu sich nach Hause zum Tee einlud. Sie war um die Ecke gebogen und verschwunden, als Onkel Vernons Stimme erneut aus dem Fenster schwebte.</p><p>�Duddy ist zum Tee eingeladen?�</p><p>�Bei den Polkissens�, sagte Tante Petunia liebevoll. �Er hat so viele kleine Freunde, beliebt, wie er ist ...�</p><p>Mit M�he verkniff sich Harry ein Schnauben. Die Dursleys waren wirklich erstaunlich dumm, wenn es um ihren Sohn Dudley ging. All seine fadenscheinigen L�gen, er w�re jeden Abend der Sommerferien bei einem anderen Typen aus seiner Gang zum Tee, hatten sie geschluckt. Harry wusste genau, dass Dudley nirgends zum Tee war; er und seine Gang verbrachten jeden Abend damit, den Spielplatz im Park zu demolieren, an Stra�enecken zu rauchen und Steine auf vorbeikommende Autos und Kinder zu werfen. Harry hatte sie w�hrend seiner abendlichen Streifz�ge durch Little Whinging dabei beobachtet; er hatte den gr��ten Teil der Ferien damit verbracht, durch die Stra�en zu ziehen und unterwegs Zeitungen aus den M�lleimern zu klauben.</p><p>Als die ersten T�ne der Melodie f�r die Sieben-Uhr-Nachrichten an Harrys Ohr drangen, drehte sich ihm der Magen um. Vielleicht heute Abend - nachdem er einen Monat gewartet hatte -, vielleicht war es heute so weit.</p><p><emphasis>�W�hrend der Streik der spanischen Gep�ckabfertiger in die zweite Woche geht, sitzen so viele Urlauber wie noch nie auf den Flugh�fen fest -�</emphasis></p><p>�Denen w�rde ich eine lebenslange Siesta verpassen, wenn du mich fragst�, knurrte Onkel Vernon, kaum dass der Sprecher den Satz vollendet hatte, und doch: Drau�en im Blumenbeet schien sich Harrys Magen wieder zu entspannen.</p><p>Wenn irgendetwas passiert w�re, dann h�tten sie es sicher als Erstes in den Nachrichten gebracht; Tod und Zerst�rung waren wichtiger als gestrandete Urlauber.</p><p>Er atmete lange und ruhig aus und blickte in den strahlend blauen Himmel.</p><p>Diesen Sommer war es Tag f�r Tag das Gleiche gewesen: die Spannung, die Erwartung, die zeitweilige Erleichterung und dann erneut die wachsende Spannung ... und stets dr�ngender die Frage, <emphasis>warum </emphasis>noch nichts passiert war.</p><p>Er lauschte weiter, nur f�r den Fall, dass es einen kleinen Hinweis gab, dessen ganze Bedeutung den Muggeln entging - ein r�tselhaftes Verschwinden vielleicht, oder ein merkw�rdiger Unfall ... aber dem Streik der Gep�ckabfertiger folgte eine Meldung �ber die D�rre im S�dosten Englands (�Hoffentlich h�rt der nebenan zu!�, bellte Onkel Vernon. �Der mit seinen Sprinklern, die er um drei Uhr morgens anstellt!�), dann �ber einen Hubschrauber, der beinahe �ber einem Feld in Surrey abgest�rzt war, schlie�lich �ber die Scheidung einer prominenten Schauspielerin von ihrem prominenten Mann (�Als ob wir an deren schmutzigen Aff�ren interessiert w�ren�, naser�mpfte Tante Petunia, die diesen Fall in jeder Illustrierten, die ihr unter die knochigen Finger kam, gebannt verfolgte).</p><p>Harry schloss die Augen vor dem jetzt flammenden Abendhimmel, w�hrend der Sprecher sagte: <emphasis>�� und schlie�lich hat Wally der Wellensittich sich etwas Neues einfallen lassen, wie er sich diesen Sommer abk�hlen kann. Wally, der auf den Five Feathers in Barnsley lebt, hat Wasserski gelernt! Mary Dorkins hat sich</emphasis><emphasis>dort f�r Sie umgeschaut.�</emphasis></p><p>Harry �ffnete die Augen. Wenn sie schon bei Wasserski fahrenden Wellensittichen waren, w�rde nichts H�renswertes mehr kommen. Er drehte sich vorsichtig auf den Bauch und stemmte sich auf Knie und Ellbogen, um unter dem Fenster wegzukriechen.</p><p>Er hatte sich gerade mal f�nf Zentimeter bewegt, als mehrere Dinge in sehr rascher Folge passierten.</p><p>Ein lauter, widerhallender <emphasis>Knall </emphasis>zerriss die schl�frige Stille wie ein Pistolenschuss; eine Katze sauste unter einem geparkten Wagen hervor und stob davon; ein spitzer Schrei, ein gellender Fluch und das Ger�usch von zerbrechendem Porzellan drangen aus dem Wohnzimmer der Dursleys. Als sei dies das Signal, auf das Harry gewartet hatte, schnellte er hoch und zog einen d�nnen h�lzernen Zauberstab aus seinem Jeansbund wie ein Schwert aus der Scheide - doch bevor er sich ganz aufrichten konnte, krachte er mit der Sch�deldecke gegen das offene Fenster der Dursleys. Es <emphasis>rumste </emphasis>und Tante Petunia kreischte noch lauter.</p><p>Harry hatte das Gef�hl, als w�re sein Kopf entzweigespalten. Schwankend, mit tr�nenden Augen, versuchte er den Blick auf die Stra�e zu richten, um die Quelle des L�rms auszumachen, doch kaum hatte er sich stolpernd erhoben, langten zwei gro�e, purpurrote H�nde durchs offene Fenster und schlossen sich fest um seine Kehle.</p><p><emphasis>�Tu </emphasis>- <emphasis>das </emphasis>- <emphasis>Ding </emphasis>- <emphasis>weg!�, </emphasis>schnarrte Onkel Vernon in Harrys Ohr. <emphasis>�Sofort! Bevor </emphasis>- <emphasis>es - jemand </emphasis>- <emphasis>sieht!�</emphasis></p><empty-line/><p>�Lass - mich - los!�, keuchte Harry. Einige Sekunden lang rangen sie miteinander. Harry, der mit der rechten Hand den erhobenen Zauberstab fest umklammerte, zog mit der linken an den Wurstfingern seines Onkels; dann, in dem Moment, als der Schmerz an Harrys Sch�deldecke besonders fies pochte, japste Onkel Vernon pl�tzlich und lie� Harry los, als ob er einen elektrischen Schlag bekommen h�tte. Eine unsichtbare Kraft schien durch seinen Neffen pulsiert zu sein, so dass er ihn unm�glich weiter festhalten konnte.</p><p>Keuchend fiel Harry b�uchlings �ber den Hortensienbusch, richtete sich auf und sp�hte umher. Was den lauten Knall verursacht haben k�nnte, war nicht im Entferntesten zu erkennen, aber inzwischen lugten Gesichter aus einigen Fenstern in der Nachbarschaft. Harry steckte hastig seinen Zauberstab in die Jeans und versuchte, eine Unschuldsmiene aufzusetzen.</p><p>�Wunderbarer Abend!�, rief Onkel Vernon und winkte Mrs. Nummer sieben von gegen�ber zu, die durch ihre Netzvorh�nge b�se her�berfunkelte. �Haben Sie eben diesen Auspuffknall geh�rt? Hat Petunia und mir einen sch�nen Schreck eingejagt!�</p><p>Er grinste unentwegt auf schreckliche, besessene Art umher, bis all die neugierigen Nachbarn von ihren Fenstern verschwunden waren, dann winkte er Harry zu sich heran, und aus dem Grinsen wurde eine wutentbrannte Grimasse.</p><p>Harry trat ein paar Schritte n�her und achtete darauf, kurz vor dem Punkt Halt zu machen, an dem Onkel Vernons ausgestreckte H�nde ihn wieder w�rgen konnten.</p><p>�Was zum Teufel soll das, Bursche?�, fragte Onkel Vernon mit heiserer, vor Wut zitternder Stimme.</p><p>�Was soll was?�, sagte Harry k�hl. Er blickte unabl�ssig links und rechts die Stra�e entlang, immer noch in der Hoffnung herauszufinden, von wem der Knall stammte.</p><p>�Einen L�rm machen, als ginge eine Pistole los, und das direkt vor unserem -�</p><p>�Den L�rm hab ich nicht gemacht�, sagte Harry entschieden.</p><p>Neben Onkel Vernons breitem, puterrotem Gesicht tauchte jetzt Tante Petunias schmales Pferdegesicht auf. Sie war aschgrau.</p><p>�Warum hast du unter unserem Fenster herumgelungert?�</p><p>�Ja - ja, gute Frage, Petunia! <emphasis>Was hast du unter unserem Fenstergetrieben, Bursche?�</emphasis></p><p>�Die Nachrichten geh�rt�, sagte Harry mit resignierter Stimme.</p><p>Tante und Onkel tauschten emp�rte Blicke.</p><empty-line/><p>�Die Nachrichten geh�rt! <emphasis>Schon wieder?�</emphasis></p><p>�Na ja, es gibt doch jeden Tag neue, oder?�, sagte Harry.</p><p>�Spiel mir hier nicht den Neunmalklugen, Bursche! Ich will wissen, was du wirklich im Schilde f�hrst - und h�r mir blo� auf mit diesem Quatsch von wegen <emphasis>die Nachrichten h�ren! </emphasis>Du wei�t genau, dass <emphasis>deine Sippschaft -�</emphasis></p><p>�Vorsicht, Vernon!�, hauchte Tante Petunia, und Onkel Vernon senkte die Stimme, bis Harry ihn kaum noch h�ren konnte - �dass <emphasis>deine Sippschaft </emphasis>nicht in <emphasis>unsere </emphasis>Nachrichten kommt!�</p><p>�Das meinst du wohl�, sagte Harry.</p><p>Die Dursleys glotzten ihn ein paar Sekunden an, dann schimpfte Tante Petunia: �Du bist ein gemeiner kleiner L�gner. Was treiben denn all diese -�, auch sie senkte die Stimme, so dass Harry das n�chste Wort von ihren Lippen ablesen musste, �- <emphasis>Eulen </emphasis>hier, wenn sie dir keine Nachrichten bringen?�</p><p>�Aha!�, fl�sterte Onkel Vernon triumphierend. �Jetzt lass dir dazu mal eine Ausrede einfallen, Bursche! Als ob wir nicht w�ssten, dass du deine ganzen Nachrichten von diesen ekelhaften V�geln bekommst!�</p><p>Harry z�gerte einen Moment. Es kostete ihn einige �berwindung, diesmal die Wahrheit zu sagen, obwohl Onkel und Tante unm�glich wissen konnten, wie schlimm es f�r ihn war, sie einzugestehen.</p><p>�Die Eulen ... bringen mir keine Nachrichten�, antwortete er tonlos.</p><p>�Das glaub ich nicht�, sagte Tante Petunia sofort.</p><p>�Und ich auch nicht�, best�tigte Onkel Vernon.</p><p>�Wir wissen, dass du irgendein krummes Ding vorhast�, sagte Tante Petunia.</p><p>�Wir sind schlie�lich nicht bl�de, verstehst du�, sagte Onkel Vernon.</p><p>�Na, <emphasis>das </emphasis>ist ja mal 'ne Neuigkeit�, erwiderte Harry mit anschwellendem Zorn, und bevor die Dursleys ihn zur�ckrufen konnten, wirbelte er herum, lief �ber den Rasen, sprang �ber die niedrige Gartenmauer und ging mit gro�en Schritten die Stra�e entlang davon.</p><p>Das gab �rger, so viel war sicher. Er w�rde Onkel und Tante sp�ter Rede und Antwort stehen und f�r seine Frechheit bezahlen m�ssen, doch f�rs Erste war ihm das ziemlich schnuppe; er hatte viel dringendere Angelegenheiten im Kopf.</p><p>Harry war sich sicher, dass der Knall von jemandem herr�hrte, der appariert oder disappariert war. Es war genau das Ger�usch, das Dobby der Hauself machte, wenn er ins Blaue hinein verschwand. Konnte Dobby denn hier im Ligusterweg sein? Folgte ihm Dobby vielleicht genau in diesem Moment? Bei diesem Gedanken schnellte er herum und sp�hte zur�ck, doch der Ligusterweg schien vollkommen ausgestorben, und Harry war sicher, dass Dobby nicht wusste, wie man sich unsichtbar machte.</p><p>Er ging weiter und achtete dabei kaum auf den Weg, den er einschlug, denn er hatte diese Stra�en in letzter Zeit so oft durchstreift, dass ihn seine F��e wie von allein zu seinen Lieblingspl�tzen trugen. Alle paar Schritte warf er einen Blick �ber die Schulter. Ein magisches Wesen hatte sich in seiner N�he aufgehalten, als er zwischen Tante Petunias sterbenden Begonien gelegen hatte, das war sicher.</p><p>Warum hatte es ihn nicht angesprochen, warum hatte es keine Verbindung aufgenommen, warum versteckte es sich jetzt?</p><p>Und dann, als seine Entt�uschung ihren H�hepunkt erreicht hatte, schwand pl�tzlich diese Gewissheit.</p><p>Vielleicht war es doch kein magisches Ger�usch gewesen. Vielleicht wartete er nur so verzweifelt auf das kleinste Zeichen aus einer Welt, in die er geh�rte, dass er bei ganz gew�hnlichen Ger�uschen einfach �berreagierte. Konnte er sicher sein, dass der L�rm nicht daher r�hrte, dass in einem Nachbarhaus etwas zu Bruch gegangen war?</p><p>Harry hatte ein dumpfes, flaues Gef�hl im Magen, und unversehens �berfiel ihn wieder die Hoffnungslosigkeit, die ihn den ganzen Sommer �ber geplagt hatte.</p><p>Morgen fr�h um f�nf w�rde der Wecker ihn aus dem Schlaf rei�en, damit er die Eule bezahlen konnte, die ihm den <emphasis>Tagespropheten </emphasis>brachte - aber hatte es noch einen Zweck, ihn weiter zu beziehen? Harry schaute dieser Tage nur kurz auf die Titelseite und warf ihn dann beiseite; wenn diese Trottel von der Zeitung endlich erkannt hatten, dass Voldemort zur�ck war, w�rde das Schlagzeilen machen, und nur solche Nachrichten scherten Harry.</p><p>Zwar kamen, wenn er Gl�ck hatte, auch Eulen mit Briefen von seinen besten Freunden Ron und Hermine, aber all seine Erwartungen, dass ihre Briefe Neuigkeiten f�r ihn enthalten w�rden, waren schon lange zunichte.</p><p><emphasis>Wir k�nnen nicht viel �ber Du-wei�t-schon-was sagen, verstehst du ... Man hat uns gesagt, dass wir nichts Wichtiges schreiben d�rfen, falls unsere Briefe in die falschen H�nde gelangen ... Wir sind ziemlich besch�ftigt, aber ich kann dir</emphasis><emphasis>hier nichts Genaues schreiben ...Es geht einiges ab, wir erz�hlen dir alles, wenn</emphasis><emphasis>wir dich treffen ... </emphasis></p><p>Aber wann w�rden sie ihn treffen? Niemand schien sich gro� um einen festen Termin zu k�mmern. <emphasis>Ich denke, wir besuchen dich ziemlich bald, </emphasis>hatte Hermine auf seine Geburtstagskarte geschrieben, aber wie bald war bald? Soviel Harry aus den vagen Hinweisen in ihren Briefen schlie�en konnte, waren Hermine und Ron am selben Ort, vermutlich im Haus von Rons Eltern. Er konnte es kaum ertragen, daran zu denken, wie die beiden im Fuchsbau ihren Spa� hatten, w�hrend er im Ligusterweg festsa�. Tats�chlich war er so sauer auf sie, dass er die beiden Schachteln mit Schokolade aus dem <emphasis>Honigtopf, </emphasis>die sie ihm zum Geburtstag geschickt hatten, unge�ffnet weggeworfen hatte. Sp�ter hatte er es bereut, nach dem welken Salat, den Tante Petunia am selben Abend noch zum Essen aufgetischt hatte.</p><p>Womit waren Ron und Hermine eigentlich so besch�ftigt? Und warum war er, Harry, nicht besch�ftigt? Hatte er nicht bewiesen, dass er mit viel mehr fertig werden konnte als sie? Hatten sie alle vergessen, was er getan hatte? War es nicht er gewesen, der diesen Friedhof betreten und gesehen hatte, wie Cedric ermordet wurde, und der an diesen Grabstein gefesselt wurde und fast umgebracht worden w�re?</p><p>Denk nicht dr�ber nach, ermahnte sich Harry streng und zum hundertsten Mal in diesem Sommer. Schlimm genug, dass er den Friedhof in seinen Alptr�umen immer wieder besuchte, da brauchte er in seinen wachen Momenten nicht auch noch dar�ber nachzubr�ten.</p><p>Er bog um eine Ecke und war nun auf dem Magnolienring; auf halbem Weg die Stra�e entlang kam er an der schmalen Gasse vorbei, die an einer Garage entlangf�hrte und in der er zum ersten Mal seinen Paten gesehen hatte. Sirius zumindest schien zu verstehen, wie Harry sich f�hlte. Zugegeben, seine Briefe enthielten ebenso wenig handfeste Neuigkeiten wie die von Ron und Hermine, aber wenigstens schrieb er ihm zur Vorsicht mahnende und tr�stende Worte statt qu�lender Andeutungen: <emphasis>Ich wei�, das muss frustrierend f�r dich sein ... Halt die Ohren steif dann wird schon alles gut gehen ... Sei vorsichtig und tu nichts Unbesonnenes ... </emphasis></p><p>Immerhin, dachte Harry, w�hrend er den Magnolienring �berquerte, in die Magnolienstra�e einbog und auf den nun schon im Dunkeln liegenden Park mit dem Spielplatz zuging, immerhin hatte er (im Wesentlichen) befolgt, was Sirius ihm geraten hatte. Zumindest hatte er der Versuchung widerstanden, den Koffer an seinen Besen zu binden und sich auf eigene Faust auf die Reise zum Fuchsbau zu machen. Im Grunde hatte er sich sehr gut verhalten, wenn er �berlegte, wie entt�uscht und zornig er dar�ber war, so lange im Ligusterweg festzusitzen, wo er nichts weiter unternehmen konnte, als sich in Blumenbeeten zu verstecken, in der Hoffnung, einen Hinweis darauf zu erlauschen, was Lord Voldemort gerade machte. Dennoch wurmte es ihn, dass ihn ausgerechnet ein Mann vor Unbesonnenheiten warnte, der zw�lf Jahre im Zauberergef�ngnis von Askaban gesessen hatte, der entkommen war, daraufhin den Mord begehen wollte, f�r den man ihn urspr�nglich verurteilt hatte, und schlie�lich mit einem gestohlenen Hippogreif geflohen war.</p><empty-line/><p>Harry schwang sich �ber das geschlossene Parktor und �berquerte den verdorrten Rasen. Der Park war so menschenleer wie die Stra�en in der Nachbarschaft. Er erreichte die Schaukeln und lie� sich auf einer davon nieder, der letzten, die Dudley und seine Freunde noch nicht demoliert hatten, schlang einen Arm um die Kette und starrte tr�bsinnig auf die Erde. Im Blumenbeet der Dursleys w�rde er sich nicht mehr verstecken k�nnen. Morgen musste er sich etwas Neues einfallen lassen, wie er die Nachrichten h�ren konnte. Bis dahin hatte er nichts, auf das er sich freuen konnte, nur eine weitere unruhige, sorgenvoll durchw�lzte Nacht, denn selbst wenn er von Alptr�umen um Cedric verschont blieb, plagten ihn schreckliche Tr�ume von langen schwarzen Korridoren, die alle an Mauern und verschlossenen T�ren endeten, was, wie er vermutete, etwas zu tun hatte mit dem Gef�hl, in der Falle zu sitzen, das ihn am Tage qu�lte. Seine alte Stirnnarbe ziepte oft unangenehm, aber Ron oder Hermine oder Sirius, da machte er sich nichts vor, w�rden dies nicht mehr sonderlich spannend finden. Fr�her hatten ihn die Narbenschmerzen gewarnt, wenn Voldemort wieder st�rker wurde, doch nun, da Voldemort zur�ckgekehrt war, w�rden seine Freunde ihm wohl nur zu verstehen geben, dass es sie nicht �berraschte, wenn die Narbe st�ndig gereizt war ... kein Grund zur Sorge ...</p><p>Schnee von gestern ...</p><p>Das Gef�hl, wie ungerecht das alles war, staute sich in ihm auf, und er h�tte am liebsten vor Wut geschrien. Wenn er nicht gewesen w�re, h�tte �berhaupt niemand erfahren, dass Voldemort zur�ck war! Und zur Belohnung sa� er vier geschlagene Wochen lang in Little Whinging, v�llig abgeschnitten von der magischen Welt, dazu verurteilt, zwischen welken Begonien zu kauern, nur um Neuigkeiten �ber Wasserski fahrende Wellensittiche zu h�ren. Wie konnte Dumbledore ihn nur einfach so vergessen? Wieso hatten Ron und Hermine sich getroffen, ohne ihn einzuladen? Wie lange noch musste er sich von Sirius sagen lassen, er solle die Ohren steif halten und ein braver Junge sein; oder der Versuchung widerstehen, an den bl�den <emphasis>Tagespropheten </emphasis>zu schreiben und denen klar zu machen, dass Voldemort zur�ckgekehrt war? Solch wilde Gedanken wirbelten durch Harrys Kopf, und seine Eingeweide verknoteten sich vor Zorn, w�hrend eine schw�le, samtene Nacht sich �ber ihn senkte, in der die Luft schwer war vom Geruch warmen, trockenen Grases und einzig das leise Rauschen des Verkehrs auf der Stra�e hinter den Parkgittern zu h�ren war.</p><p>Er wusste nicht, wie lange er auf der Schaukel gesessen hatte, als das Ger�usch von Stimmen seine Gr�beleien unterbrach und er aufblickte. Die Laternen der angrenzenden Stra�en spendeten dunstiges Licht, stark genug, um die Umrisse einer Gruppe von Leuten hervortreten zu lassen, die auf dem Weg durch den Park waren. Einer von ihnen sang ein lautes und w�stes Lied. Die anderen lachten. Ein leises Ticken kam von mehreren teuren Rennr�dern, die sie mit sich schoben.</p><p>Harry wusste, wer diese Leute waren. Die Gestalt vorne war unverkennbar sein Cousin Dudley Dursle y auf dem Weg nach Hause, begleitet von seiner treuen Gang.</p><p>Dudley hatte so gewaltige Ma�e wie eh und je, doch ein Jahr strenger Di�t und die Entdeckung eines neuen Talents hatten seine Statur deutlich ver�ndert. Wie Onkel Vernon allen, die es h�ren wollten, entz�ckt erz�hlte, war Dudley vor kurzem bei den Schulmeisterschaften im S�dwesten der Boxchampion im Juniorenschwergewicht geworden. �Der edle Sport�, wie Onkel Vernon ihn nannte, hatte aus Dudley eine noch furchterregendere Gestalt gemacht, als er es zu Harrys Grundschulzeit gewesen war, wo er als Dudleys erster Punchingball hatte herhalten m�ssen. Harry hatte nicht die geringste Angst mehr vor seinem Cousin, doch wollte er trotzdem nicht glauben, dass ein Dudley, der lernte, noch h�rter und gezielter zuzuschlagen, ein Grund zum Feiern sein sollte. In der ganzen Nachbarschaft hatten die Kinder f�rchterliche Angst vor ihm - sogar mehr noch als vor �diesem Potter-Jungen�, der, wie man sie gewarnt hatte, ein abgebr�hter Hooligan war und ins St.-Brutus-Sicherheitszentrum f�r unheilbar kriminelle Jungen ging.</p><p>Harry beobachtete, wie die dunklen Gestalten den Rasen �berquerten, und fragte sich, wen sie heute Abend verpr�gelt hatten. <emphasis>Schaut euch um, </emphasis>fuhr es Harry unwillk�rlich durch den Kopf, w�hrend er ihnen mit den Augen folgte. <emphasis>Kommt schon ... schaut euch um ... ich sitze hier ganz allein ... kommt und zeigt's mir ... </emphasis></p><p>Wenn Dudleys Freunde ihn hier sitzen s�hen, w�rden sie sicher geradewegs auf ihn losgehen, und was w�rde Dudley dann tun? Vor seiner Gang wollte er gewiss nicht das Gesicht verlieren, aber er w�rde schreckliche Angst haben, Harry zu provozieren ... wie herrlich es w�re, Dudley so hin- und hergerissen zu sehen, ihn zu reizen, zu beobachten, wie er die Kraft nicht aufbrachte, ihm etwas entgegenzusetzen ... und falls einer der anderen versuchte, Harry zu schlagen, war er vorbereitet - er hatte seinen Zauberstab. Sollten sie doch kommen ... liebend gern w�rde er ein wenig von seinem Frust an den Jungen auslassen, die sein Leben einst zur H�lle gemacht hatten.</p><p>Aber sie drehten sich nicht um, sie sahen ihn nicht, hatten fast schon das Gitter erreicht. Harry bezwang den Impuls, ihnen nachzurufen ... eine Schl�gerei anzuzetteln, war nicht klug ... er durfte seine magischen Kr�fte nicht einsetzen ...</p><p>er w�rde wieder einmal den Rauswurf riskieren.</p><p>Die Stimmen von Dudleys Gang erstarben; die Jungen waren au�er Sicht, auf dem Weg die Magnolienstra�e entlang.</p><p>Da siehst du's mal, Sirius, dachte Harry dumpf. Nichts Unbesonnenes. Hab die Ohren steif gehalten. Genau das Gegenteil von dem, was du getan h�ttest.</p><p>Er h�pfte von der Schaukel und streckte sich. Tante Petunia und Onkel Vernon schienen der Meinung, wann auch immer Dudley auftauchte, sei die richtige Zeit, um nach Hause zu kommen, und alles danach sei viel zu sp�t. Onkel Vernon hatte gedroht, Harry im Schuppen einzusperren, wenn er je wieder nach Dudley heimkam, und so unterdr�ckte Harry ein G�hnen und machte sich mit immer noch finsterer Miene auf den Weg zum Parktor.</p><p>Die Magnolienstra�e war wie der Ligusterweg ges�umt von gro�en, wuchtigen H�usern mit tadellos manik�rten Rasenst�cken, alle von dicken, vierschr�tigen Eigenheimbesitzern gem�ht, die sehr saubere Autos �hnlich dem von Onkel Vernon fuhren. Harry war Little Whinging am Abend lieber, wenn die gardinenbewehrten Fenster juwelenhelle Farbflecke in die Dunkelheit tupften und er nicht Gefahr lief, missbilligendes Murmeln �ber seine �Str�flingserscheinung�</p><p>zu h�ren, wenn er an den Hausbesitzern vorbeikam. Er ging rasch, so dass auf halber Strecke durch die Magnolienstra�e Dudleys Gang wieder in Sicht kam; sie verabschiedeten sich an der Einm�ndung zum Magnolienring. Harry trat in den Schatten eines gro�en Fliederbusches und wartete.</p><p>�... hat gequiekt wie 'ne Sau, was?�, sagte Malcolm unter dem schallenden Gel�chter der anderen.</p><p>�H�bscher rechter Haken, Big D�, sagte Piers.</p><p>�Morgen selbe Zeit?�, sagte Dudley.</p><p>�Dann bei mir, meine Eltern gehen aus�, sagte Gordon.</p><p>�Also bis dann�, sagte Dudley.</p><p>�Tsch�ss, Dud!�</p><p>�Wir sehn uns, Big D!�</p><p>Harry blieb noch stehen, bis der Rest der Gang weitergelaufen war. Als ihre Stimmen wieder leiser geworden waren, bog er um die Ecke in den Magnolienring, und da er sehr rasch ging, kam er bald in Rufweite zu Dudley, der selbstzufrieden einherschlenderte und melodielos vor sich hin summte.</p><p>�Hey, Big D!�</p><p>Dudley drehte sich um.</p><p>�Oh�, grunzte er. �Du bist's.�</p><p>�Seit wann bist du eigentlich �Big D�?�, sagte Harry.</p><p>�Klappe�, raunzte Dudley und wandte sich ab.</p><p>�Cooler Name�, sagte Harry grinsend und holte seinen Cousin ein. �Aber f�r mich wirst du immer der �putzige Duddywutz� sein.�</p><p>�KLAPPE, hab ich gesagt!�, blaffte Dudley, die schinkengleichen H�nde zu F�usten geballt.</p><p>�Wissen die Jungs nicht, dass deine Mami dich so nennt?�</p><p>�Halt die Fresse.�</p><p>�Du sagst <emphasis>ihr </emphasis>doch auch nicht, dass sie die Fresse halten soll. Was ist mit �Mauseb�r� und �s��er Duddymatz�, darf ich dich auch so nennen?�</p><p>Dudley sagte nichts. Die Anstrengung, sich zu zwingen, Harry nicht zu schlagen, schien all seine Selbstbeherrschung zu erfordern.</p><p>�Und wen hast du heute Abend verpr�gelt?�, fragte Harry und sein Grinsen schwand. �Wieder einen Zehnj�hrigen? Vorgestern hast du's Mark Evans besorgt, das wei� ich -�</p><p>�Er hat's nicht anders gewollt�, schnarrte Dudley.</p><p>�Ach ja?�</p><p>�Ist frech geworden.�</p><p>�Jaah? Hat er gesagt, du siehst aus wie ein Schwein, dem man beigebracht hat, auf den Hinterbeinen zu laufen? Das ist aber nicht frech, das ist die Wahrheit.�</p><p>An Dudleys Kinnlade zuckte ein Muskel. Er war w�tend und Harry sah es mit enormer Genugtuung; ihm war, als w�rde er allen �rger an seinem Cousin auslassen, dem Einzigen, der daf�r herhalten konnte.</p><p>Sie bogen nach rechts in die Abk�rzung zwischen Magnolienring und Glyzinenweg ein, in die schmale Gasse, wo Harry Sirius zum ersten Mal gesehen hatte. Sie war menschenleer und dunkler als die Stra�en, die sie verband, denn es gab keine Laternen. Garagenw�nde auf der einen, ein hoher Zaun auf der anderen Seite d�mpften das Ger�usch ihrer Schritte.</p><p>�Kommst dir wohl m�chtig stark vor mit dem Ding, das du rumtr�gst, stimmt's?�, sagte Dudley nach einigen Sekunden.</p><p>�Welchem Ding?�</p><p>�Diesem - diesem Ding, das du versteckt h�ltst.�</p><p>Harry grinste erneut.</p><p>�Nicht so doof, wie du aussiehst, was, Dud? Aber wenn du's w�rst, glaub ich, k�nntest du nicht gleichzeitig gehen und reden.�</p><p>Harry zog seinen Zauberstab. Er sah, wie Dudley ihn scheel be�ugte.</p><p>�Das darfst du nicht�, sagte Dudley prompt. �Ich wei� es. Die werfen dich aus dieser Beklopptenschule, auf die du gehst.�</p><empty-line/><p>�Woher willst du wissen, dass sie die Vorschriften nicht ge�ndert haben, Big D?�</p><p>�Haben sie nicht�, sagte Dudley, obwohl er dabei nicht vollkommen �berzeugt klang.</p><p>Harry lachte leise.</p><p>�Du hast doch Schiss, es ohne dieses Ding mit mir aufzunehmen, oder?�, fauchte Dudley.</p><p>�Und du brauchst vier Kumpel hinter dir, bevor du einen Zehnj�hrigen verpr�geln kannst. Dieser Boxtitel �brigens, mit dem du dauernd angibst - wie alt war dein Gegner? Sieben? Acht?�</p><p>�Er war sechzehn, wenn du's genau wissen willst�, fauchte Dudley, �und als ich mit dem fertig war, lag er noch zwanzig Minuten halb tot rum, und der war doppelt so schwer wie du. Wart nur, bis ich Dad erz�hle, dass du dieses Ding rausgezogen hast -�</p><p>�Jetzt rennst du zu Daddy, was? Hat sein Putzi-Putzi-Boxchampion Angst vor Harrys b�sem Zauberstab?�</p><p>�Nachts bist du nicht so mutig, stimmt's?�, h�hnte Dudley.</p><p>�Es <emphasis>ist </emphasis>Nacht, Duddymatz. So nennt man es n�mlich, wenn es �berall dunkel wird wie jetzt.�</p><p>�Ich mein, wenn du im Bett bist!�, fauchte Dudley.</p><p>Er war stehen geblieben. Auch Harry blieb stehen und starrte seinen Cousin an.</p><p>Soweit er Dudleys breites Gesicht erkennen konnte, hatte er eine merkw�rdig triumphierende Miene aufgesetzt.</p><p>�Was soll das hei�en, ich bin nicht mutig, wenn ich im Bett bin?�, sagte Harry v�llig verdutzt. �Wovor soll ich Angst haben, vor Kissen vielleicht?�</p><p>�Ich hab dich gestern Nacht geh�rt�, sagte Dudley atemlos. �Hast im Schlaf geredet. Gejammert.�</p><p>�Was soll das hei�en?�, sagte Harry erneut, doch mit einem kalten, flauen Gef�hl im Magen. Gestern Nacht hatte er in seinen Tr�umen wieder den Friedhof besucht.</p><p>Dudley lachte harsch und belle nd auf und nahm eine spitze, wimmernde Stimme an.</p><p>��Lass Cedric leben! Lass Cedric leben!� Wer ist Cedric - dein Freund?�</p><empty-line/><p>�Ich - du l�gst�, sagte Harry unwillk�rlich. Doch sein Mund war trocken geworden. Dudley log nicht, das wusste er - wie sonst konnte er von Cedric erfahren haben?</p><p>��Dad! Hilf mir, Dad! Er wird mich umbringen, Dad! Uuh huu!��</p><p>�H�r auf�, sagte Harry leise. �H�r auf, Dudley, ich warne dich!�</p><p>��Komm und hilf mir, Dad! Mum, komm und hilf mir! Er hat Cedric get�tet! Dad, hilf mir! Er wird mich -� <emphasis>Nimm das Ding runter!�</emphasis></p><p>Dudley wich an die Mauer der Gasse zur�ck. Harry richtete den Zauberstab direkt auf Dudleys Herz. Er konnte vierzehn Jahre Hass auf Dudley in seinen Adern h�mmern sp�ren - was w�rde er nicht daf�r geben, jetzt zuzuschlagen, Dudley so gr�ndlich durchzuhexen, dass er wie ein Insekt nach Hause krabbeln musste, stumm und blind geschlagen, mit ausgestreckten F�hlerchen ...</p><p>�Fang nie wieder davon an�, fauchte Harry. �Hast du mich verstanden?�</p><p>�Halt das Ding woandershin!�</p><p>�Ich hab gesagt, <emphasis>hast du mich verstanden?�</emphasis></p><p><emphasis>�Halt es woandershin!�</emphasis></p><p>�HAST DU MICH VERSTANDEN?�</p><p>�TU DAS DING WEG -�</p><p>Dudley keuchte, eigenartig schaudernd, als w�re er in Eiswasser getaucht worden.</p><p>Etwas war mit der Nacht geschehen. Der stern�bers�te indigoblaue Nachthimmel war pl�tzlich pechschwarz und lichtlos - die Sterne, der Mond, die dunstigen Stra�enlichter zu beiden Enden der Gasse waren verschwunden. Das ferne Rauschen der Autos und das Fl�stern der B�ume waren verstummt. Der milde Abend war pl�tzlich stechend und be i�end kalt. Sie waren von v�lliger, undurchdringlicher, stiller Dunkelheit umgeben, als h�tte ein Riese einen dicken, eiskalten Mantel �ber die ganze Gasse geworfen, der ihnen jegliche Sicht nahm.</p><p>F�r den Bruchteil einer Sekunde dachte Harry, er h�tte versehentlich gezaubert, obwohl er das Verlangen mit aller Kraft unterdr�ckt hatte - dann zog sein Verstand mit seinen Sinnen gleich - er hatte nicht die Macht, die Sterne zum Erl�schen zu bringen. Er drehte den Kopf hin und her und versuchte, etwas zu erkennen, doch die Dunkelheit dr�ckte auf seine Augen wie ein schwereloser Schleier.</p><p>Dudleys angsterf�llte Stimme drang in Harrys Ohr.</p><p>�W-was machst du d-da? H�-h�r auf d-damit!�</p><empty-line/><p>�Ich mach gar nichts! Sei still und beweg dich nicht!�</p><p>�Ich k-kann nichts sehen! Ich b-bin blind! Ich -�</p><p>�Still, hab ich gesagt!�</p><p>Harry stand stocksteif da und wandte seine blinden Augen nach links und nach rechts. Die K�lte war so heftig, dass er am ganzen Leib zitterte; eine G�nsehaut kroch ihm �ber die Arme, und seine Nackenhaare str�ubten sich - er riss die Augen auf, so weit er konnte, und starrte leer und blind umher.</p><p>Es war unm�glich ... sie konnten nicht hier sein ... nicht in Little Whinging ...</p><p>er lauschte angestrengt... er w�rde sie h�ren, bevor er sie sah ...</p><p>�Ich s-sag's Dad!�, wimmerte Dudley. �W-wo bist du? Was machst d-du da -</p><p>?�</p><p>�H�ltst du endlich die Klappe?�, zischte Harry. �Ich versuch was zu h�-�</p><p>Doch er verstummte. Er hatte genau das geh�rt, wovor es ihn gegraust hatte.</p><p>Au�er ihnen war da noch etwas in dieser Gasse, etwas, das lange, heisere, rasselnde Atemz�ge tat. Harry, der zitternd in der eisigen Luft stand, sp�rte, wie ihn eine grauenhafte Angst durchfuhr.</p><p>�L-lass das sein! H-h�r auf damit! Ich h-hau dich, ich schw�r's!�</p><p>�Dudley, halt die -�</p><p>WUMM.</p><p>Eine Faust traf Harry seitlich am Kopf und riss ihn von den F��en. Kleine wei�e Lichter tauchten vor seinen Augen auf. Zum zweiten Mal in einer Stunde hatte Harry das Gef�hl, sein Kopf w�re mittendurch gespalten; im n�chsten Moment schlug er hart auf dem Boden auf und der Zauberstab flog ihm aus der Hand.</p><p>�Du Schwachkopf, Dudley!�, schrie Harry. Tr�nen schossen ihm in die Augen vor Schmerz, w�hrend er sich auf H�nde und Knie hochrappelte und hektisch in der schwarzen Dunkelheit umhertastete. Er h�rte Dudley davonstolpern, gegen den Zaun sto�en, taumeln.</p><p>�DUDLEY, KOMM ZUR�CK! DU L�UFST GENAU DRAUF ZU!�</p><p>Ein f�rchterlicher, quietschender Schrei war zu h�ren und Dudleys Schritte hielten inne. Im selben Moment sp�rte Harry eine kriechende K�lte hinter sich, die nur eines bedeuten konnte. Da war mehr als einer.</p><p>�DUDLEY, MACH NICHT DEN MUND AUF! WAS IMMER DU TUST, MACH NICHT DEN MUND AUF! Zauberstab!�, murmelte Harry hektisch, seine H�nde huschten �ber den Boden wie Spinnen. �Wo ist - Zauberstab -komm schon - <emphasis>lumos!�</emphasis></p><p>Er sprach das Za uberwort unwillk�rlich aus, so verzweifelt brauchte er Licht, das ihm bei der Suche half - und zu seiner ungl�ubigen Erleichterung flammte nicht weit von seiner rechten Hand entfernt Licht auf- die Spitze des Zauberstabs leuchtete. Harry klaubte ihn auf, rappelte sich hoch und blickte hinter sich.</p><p>Ihm drehte sich der Magen um.</p><p>Eine m�chtige Gestalt, in einen Kapuzenumhang geh�llt, unter dem weder F��e noch Gesicht zu erkennen waren, glitt sanft �ber den Boden schwebend auf ihn zu und sog die Nacht in sich ein.</p><p>Harry stolperte zur�ck und hob den Zauberstab.</p><p><emphasis>�Expecto patronum!�</emphasis></p><p>Ein silbriger Dunstfaden schoss aus der Spitze des Zauberstabs und der Dementor wurde langsamer, doch der Zauber hatte nicht richtig gewirkt. Der Dementor neigte sich zu Harry hinunter, und Harry wich, �ber seine eigenen F��e strauchelnd, weiter zur�ck, w�hrend Panik ihm das Gehirn vernebelte -</p><p><emphasis>konzentrier dich </emphasis>-</p><p>Ein graues, schleimiges, schorfiges Paar H�nde glitt aus dem Umhang des Dementors hervor und langte nach ihm. Ein Rauschen erf�llte Harrys Ohren.</p><p><emphasis>�Expecto patronum!�</emphasis></p><p>Seine Stimme klang matt und fern. Wieder schwebte ein Faden silbrigen Rauchs, schw�cher als der letzte, aus dem Zauberstab - er konnte es nicht mehr, der Zauber gelang ihm nicht.</p><p>In seinem Kopf erklang ein Lachen, ein schrilles, �berdrehtes Lachen ... er konnte den widerlichen, todeskalten Atem des Dementors riechen, der seine Lungen f�llte, ihn ertr�nkte - <emphasis>denken ...an etwas Gl�ckliches ... </emphasis></p><p>Doch es war kein Gl�ck in ihm ... die eisigen Finger des Dementors schlossen sich um seine Kehle - das schrille Lachen wurde immer lauter, eine Stimme sprach in seinem Kopf: <emphasis>�Verneige dich vor dem Tod, Harry ...er mag sogar schmerzlos sein ... ich kann es nicht wissen ... ich bin nie gestorben ...�</emphasis></p><p>Er w�rde Ron und Hermine nie mehr sehen -</p><p>Und w�hrend er nach Atem rang, traten ihre Gesichter j�h und klar in sein Bewusstsein.</p><p>�EXPECTO PATRONUM!�</p><p>Ein gewaltiger silberner Hirsch brach aus der Spitze von Harrys Zauberstab hervor; seine Geweihenden trafen den Dementor dort, wo das Herz h�tte sein sollen; er wurde zur�ckgesto�en, schwerelos wie die Dunkelheit, und als der Hirsch zum Angriff ansetzte, huschte der Dementor, fledermausgleich, geschlagen davon.</p><p>�DORTHIN!�, rief Harry dem Hirsch zu. Er wirbelte herum und rannte, den leuchtenden Stab erhoben, die Gasse entlang. �DUDLEY? DUDLEY!�</p><p>Er hatte kaum ein Dutzend Schritte getan, da war er schon bei ihm: Dudley lag zusammengerollt auf dem Boden, die Arme aufs Gesicht gedr�ckt. Ein zweiter Dementor kauerte dicht �ber ihm, umklammerte mit schleimigen H�nden Dudleys Handgelenke, zog sie langsam, fast liebevoll auseinander und senkte seine Kapuze auf Dudleys Gesicht, als wollte er ihn k�ssen.</p><p>�PACK IHN!�, br�llte Harry, und mit rauschendem, donnerndem L�rm kam der silberne Hirsch, den er heraufbeschworen hatte, an ihm vorbeigaloppiert. Das augenlose Gesicht des Dementors war nur noch Zentimeter von Dudleys Gesicht entfernt, als das silberne Geweih ihn erfasste; das Wesen wurde in die Luft geschleudert, und wie sein Gef�hrte huschte es davon und verschmolz mit der Dunkelheit; der Hirsch lief in kurzem Galopp zum Ende der Gasse und l�ste sich in silbrigen Dunst auf.</p><p>Mond, Sterne und Stra�enlaternen erwachten wieder zum Leben. Eine warme Brise strich durch die Gasse. B�ume raschelten in den benachbarten G�rten und das allt�gliche Ger�usch von Autos auf dem Magnolienring erf�llte wieder die Luft.</p><p>Harry stand vollkommen reglos da, mit vibrierenden Sinnen, und gew�hnte sich an die j�h zur�ckgekehrte Normalit�t. Nicht lange, dann wurde ihm bewusst, dass sein T-Shirt an ihm klebte; er war schwei�nass.</p><p>Er konnte nicht glauben, was eben geschehen war. Dementoren hier, in Little Whinging.</p><p>Dudley lag eingerollt auf dem Boden, wimmernd und zitternd. Harry beugte sich zu ihm hinunter, um zu sehen, ob er die Kraft hatte aufzustehen, doch dann h�rte er laute, rennende Schritte hinter sich. Instinktiv hob er erneut den Zauberstab und wirbelte auf den Fersen herum, bereit, wem auch immer entgegenzutreten.</p><p>Mrs. Figg, ihre schrullige alte Nachbarin, kam, schwer atmend, in Sicht. Ihr grau meliertes Haar l�ste sich aus dem Haarnetz, ein klackerndes Einkaufsnetz schwang an ihrem Handgelenk und ihre F��e steckten mehr schlecht als recht in ihren schottengemusterten Puschen. Harry wollte seinen Zauberstab rasch verschwinden lassen, aber -</p><p>�Nicht wegstecken, du dummer Junge!�, kreischte sie. �Was, wenn noch mehr von denen in der Gegend sind? Oh, dieser Mundungus Fletcher, den <emphasis>bring ich um!� </emphasis></p><empty-line/><empty-line/></section><section><title><p>Eulen �ber Eulen</p></title><p>�Was?�, sagte Harry verbl�fft.</p><p>�Er ist fort!�, sagte Mrs. Figg h�nderingend. �Er ist fort, weil er sich mit jemand treffen wollte wegen ein paar Kesseln, die von einem Besen hinten runtergefallen sind! Wenn du jetzt gehst, hab ich zu ihm gesagt, zieh ich dir bei lebendigem Leib die Haut ab, und jetzt haben wir's! Dementoren! Ein Gl�ck nur, dass ich Mr. Tibbles auf den Fall angesetzt habe! Aber was stehen wir hier noch rum! Beeilung, du musst zur�ck ins Haus! Oh, das wird �rger geben! Ich <emphasis>bring ihn um!�</emphasis></p><p>�Aber -� Die Tatsache, dass diese schrullige, katzenvernarrte alte Nachbarin wusste, was Dementoren waren, versetzte Harry einen kaum minder gro�en Schock als die zwei leibhaftigen Exemplare, denen er eben in der Gasse begegnet war. �Sie sind - Sie sind eine <emphasis>Hexe?�</emphasis></p><p>�Ich bin eine Squib, wie Mundungus sehr genau wei�, und wie um alles in der Welt sollte ich dir also helfen, die Dementoren zu vertreiben? Er hat dich vollkommen ohne Bewachung gelassen, obwohl ich ihn gewarnt hab -�</p><p>�Dieser Mundungus ist mir gefolgt? Ach so - der war das! Er ist vor meinem Haus disappariert!�</p><p>�Ja, ja, ja, aber gl�cklicherweise hab ich Mr. Tibbles unter einem Auto postiert, nur f�r alle F�lle, und Mr. Tibbles kam und hat mich gewarnt, aber bis ich dann bei euch war, warst du verschwunden - und jetzt - oh, was wird blo� Dumbledore dazu sagen? Du!�, kreischte sie Dudley an, der immer noch r�cklings in der Gasse lag. �Heb deinen fetten Hintern, aber schnell!�</p><p>�Sie kennen Dumbledore?�, sagte Harry und starrte sie an.</p><p>�Nat�rlich kenn ich Dumbledore, wer kennt Dumbledore nicht? Aber nun komm schon - ich bin dir keine Hilfe, wenn sie zur�ckkommen, ich hab in meinem ganzen Leben noch nicht mal einen Teebeutel verwandelt.�</p><p>Sie b�ckte sich, packte einen von Dudleys massigen Armen mit ihren schrumpligen H�nden und zerrte daran.</p><p>�Steh auf, du nutzloser Klo�, steh auf!�</p><p>Aber Dudley konnte oder wollte sich nicht r�hren. Er blieb am Boden liegen, zitternd und aschfahl, den Mund fest zugepresst.</p><p>�Ich mach das schon.� Harry nahm Dudleys Arm und zog an ihm. Unter gewaltiger M�he schaffte er es, ihn auf die Beine zu hieven. Dudley schien drauf und dran, ohnm�chtig zu werden. Seine kleinen Augen rollten in ihren H�hlen und Schwei� perlte ihm �bers Gesicht; sobald Harry ihn loslie�, fing er bedrohlich an zu wanken.</p><p>�Beeilt euch!�, dr�ngelte Mrs. Figg aufgeregt.</p><p>Harry legte sich einen von Dudleys massigen Armen �ber die Schulter und schleifte ihn, unter dem Gewicht leicht einknickend, zur Stra�e. Mrs. Figg wackelte vor ihnen her und sp�hte �ngstlich um die Ecke.</p><p>�Behalt den Zauberstab in der Hand�, ermahnte sie Harry, als sie den Glyzinenweg betraten. �Das Geheimhaltungsstatut kannst du vergessen, man wird uns sowieso die H�lle hei� machen, jetzt m�ssen wir in den bitteren K�rbis bei�en. Von wegen Vernunftgem��e Beschr�nkung der Zauberei Minderj�hriger ... das war genau das, was Dumbledore bef�rchtet hat - was ist das am Ende der Stra�e? Oh, es ist nur Mr. Prentice ... nicht den Zauberstab wegstecken, Junge, hab ich dir nicht gesagt, dass ich zu nichts n�tze bin?�</p><p>Es war nicht leicht, den Zauberstab gerade zu halten und zugleich Dudley mitzuschleppen. Harry versetzte seinem Cousin einen ungeduldigen Sto� in die Rippen, aber Dudley schien alle Lust verloren zu haben, sich eigenst�ndig zu bewegen. Er hing wie ein Sack �ber Harrys Schulter und seine gro�en F��e schleiften �ber den Boden.</p><p>�Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass Sie eine Squib sind, Mrs. Figg?�, fragte Harry und keuchte vor Anstrengung, Schritt um Schritt weiterzugehen.</p><p>�Ich hab Sie doch so oft zu Hause besucht - warum haben Sie nie was gesagt?�</p><p>�Anweisung von Dumbledore. Ich sollte ein Auge auf dich haben, aber nichts sagen, du warst noch zu jung. Tut mir Leid, dass ich dir das Leben so schwer gemacht hab, Harry, aber die Dursleys h�tten dich nie zu mir gehen lassen, wenn sie geglaubt h�tten, es w�rde dir Freude machen. Es war nicht leicht, musst du wissen ... aber du meine G�te�, sagte sie mit tragischer Miene und rang erneut die H�nde, �wenn Dumbledore davon erf�hrt - wie konnte Mundungus denn nur weggehen, er sollte doch bis Mitternacht im Dienst sein - <emphasis>wo steckt </emphasis>er? Wie soll ich Dumbledore mitteilen, was passiert ist? Ich kann nicht apparieren.�</p><p>�Ich hab eine Eule, die k�nnen Sie sich ausleihen.� Harry st�hnte und fragte sich, ob sein R�ckgrat unter Dudleys Last brechen w�rde.</p><p>�Harry, du verstehst nicht! Dumbledore wird so schnell wie m�glich handeln m�ssen, das Ministerium hat seine eigenen Methoden, um Minderj�hrigenzauberei festzustellen, die werden's jetzt schon wissen, das kannst du mir glauben.�</p><p>�Aber ich hab mir die Dementoren vom Hals geschafft, ohne Zauberei ging das nicht - die machen sich doch sicher mehr dar�ber Sorgen, was diese Dementoren �berhaupt im Glyzinenweg rumzuschweben hatten?�</p><empty-line/><p>�Oh, mein Lieber, ich w�nschte, das w�re so, aber ich f�rchte -</p><p>MUNDUNGUS FLETCHER, ICH BRING DICH UM!�</p><p>Es gab einen lauten <emphasis>Knall </emphasis>und ein starker Schnapsgestank, vermischt mit schalem Tabakgeruch, lag pl�tzlich in der Luft, als ein untersetzter, unrasierter Mann in zerschlissenem Mantel vor ihnen Gestalt annahm. Er hatte kurze S�belbeine, langes, widerspenstiges rotbraunes Haar und blutunterlaufene Augen mit schlaffen Tr�nens�cken, die ihm den traurigen Ausdruck eines Dackels verliehen. Er hielt ein silbriges B�ndel in der Hand, das Harry sofort als Tarnumhang erkannte.</p><p>�Wa'n los, Figgy?�, sagte er und starrte abwechselnd Mrs. Figg, Harry und Dudley an. �Nix mehr mit Undercover und so?�</p><p>�Ich steck dich gleich <emphasis>undercover!�, </emphasis>schrie Mrs. Figg. � <emphasis>Dementoren, </emphasis>du nichtsnutziger, dr�ckebergerischer Tagedieb!�</p><p>�Dementoren?�, wiederholte Mundungus verdattert. �Dementoren, hier?�</p><p>�Ja, hie r, du wertloser Haufen Fledermausmist!�, kreischte Mrs. Figg.</p><p>�Dementoren, die den Jungen angreifen, den du bewachen sollst!�</p><p>�Meine Fresse�, sagte Mundungus matt und blickte von Mrs. Figg zu Harry und wieder zur�ck. �Meine Fresse, ich -�</p><p>�Und du bist unterwegs, geklaute Kessel kaufen! Hab ich dir nicht gesagt, du sollst hier bleiben? <emphasis>Oder was?�</emphasis></p><p>�Ich - na ja, ich -� Mundungus schien es �u�erst unwohl in seiner Haut zu sein. �Es - es war <emphasis>die </emphasis>Gelegenheit f�r 'n richtiges Schn�ppchen, wei�t du -�</p><p>Mrs. Figg hob den Arm mit dem daran baumelnden Einkaufsnetz und pfefferte es Mundungus um Gesicht und Nacken; nach dem Klackern zu schlie�en, war es voller Katzenfutter.</p><p>�Autsch - lass mich - lass mich, du verr�ckte alte Fledermaus! Jemand muss es Dumbledore sagen!�</p><p>�Ja - allerdings!�, schrie Mrs. Figg und schleuderte das Netz mit dem Katzenfutter gegen alles, was sie von Mundungus erwischen konnte. �Und - das - machst - am -besten - du - und - du - kannst - ihm - auch - gleich - sagen - warum - du - nicht - da - warst - und - ihm - geholfen - hast!�</p><p>�Pass auf dein Haarnetz auf!�, rief Mundungus, duckte sich und hielt die Arme �ber den Kopf. �Ich geh ja schon, ich geh ja schon!�</p><p>Und mit einem zweiten lauten <emphasis>Knall </emphasis>verschwand er.</p><p>�Ich hoffe nur, Dumbledore <emphasis>bringt ihn um!�, </emphasis>sagte Mrs. Figg w�tend. �Nun komm schon, Harry, worauf wartest du?�</p><p>Harry beschloss, seine verbleibende Puste nicht damit zu verschwenden, ihr zu erkl�ren, dass er unter Dudleys Last kaum gehen konnte. Er hievte den halb ohnm�chtigen Dudley ein St�ck h�her und wankte weiter.</p><p>�Ich bring dich bis zur T�r�, sagte Mrs. Figg, als sie in den Ligusterweg einbogen. �Nur f�r den Fall, dass noch mehr von denen in der Gegend sind ... o meine G�te, was f�r eine Katastrophe ... und du hast sie ganz allein abwehren m�ssen ... und Dumbledore hat gesagt, wir sollen dich um jeden Preis am Zaubern hindern ... nun ja, zu sp�t zum Jammern, das Kind ist schon in den Kessel gefallen ... aber der Wichtel ist jetzt auf dem Dach.�</p><p>�Also�, keuchte Harry, �hat Dumbledore ... mich ... beschatten lassen?�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Mrs. Figg ungeduldig. �Hast du geglaubt, er l�sst dich alleine rumstromern, nach dem, was im Juni passiert ist? Mein Gott, Junge, die haben mir gesagt, du h�ttest Grips ... da sind wir ... geh rein und bleib drin�, sagte sie, als sie Nummer vier erreichten. �Ich denke, jemand wird sich recht bald bei dir melden.�</p><p>�Was machen Sie jetzt?�, fragte Harry rasch.</p><p>�Ich geh gleich heim�, sagte Mrs. Figg, sp�hte die dunkle Stra�e entlang und schauderte. �Ich muss auf weitere Anweisungen warten. Bleib ja im Haus. Gute Nacht.�</p><p>�Warten Sie, noch einen Moment! Ich will wissen -�</p><p>Aber Mrs. Figg war schon mit schlappenden Puschen und klackerndem Netz davongetrottet.</p><p>�Warten Sie!�, rief ihr Harry nach. Er hatte tausend Fragen an jeden, der in Verbindung mit Dumbledore stand, doch Sekunden sp�ter hatte die Dunkelheit Mrs. Figg verschluckt. Missmutig r�ckte Harry Dudley auf seiner Schulter zurecht und machte sich auf den langwierigen, schmerzhaften Weg durch den Vorgarten von Nummer vier.</p><p>Im Flur brannte Licht. Harry steckte den Zauberstab in den Hosenbund seiner Jeans, l�utete und sah, wie Tante Petunias Umriss gr��er und gr��er wurde, merkw�rdig verzerrt durch das geriffelte Glas der Haust�r.</p><p>�Diddy! Wird auch langsam Zeit, ich hab mir schon gro�e - gro�e - <emphasis>Diddy, was ist mit dir?�</emphasis></p><p>Harry beobachtete Dudley aus den Augenwinkeln und tauchte gerade noch rechtzeitig unter seinem Arm weg. Dudley schwankte einen Moment lang, das Gesicht blassgr�n ... dann �ffnete er den Mund und erbrach sich mitten �ber die T�rmatte.</p><p>�DIDDY! Diddy, was ist los mit dir? Vernon? VERNON!�</p><p>Harrys Onkel kam aus dem Wohnzimmer gestampft, und wie immer, wenn er aufgeregt war, flatterte sein Walross-Schnurrbart in alle Richtungen. Er st�rmte vor und half Tante Petunia, den knieweichen Dudley �ber die Schwelle zu bugsieren, ohne in die Pf�tze aus Erbrochenem zu treten.</p><p>�Er ist krank, Vernon!�</p><p>�Was ist los mit dir, mein Sohn? Was ist passiert? Hat Mrs. Polkiss dir was Ausl�ndisches zum Tee serviert?�</p><p>�Warum bist du v�llig verdreckt, Liebling? Hast du auf dem Boden gelegen?�</p><p>�H�r mal - du bist doch nicht �berfallen worden, oder, mein Sohn?�</p><p>Tante Petunia kreischte.</p><p>�Ruf die Polizei, Vernon! Ruf die Polizei! Diddy, Schatz, sag's Mami! Was haben sie dir angetan?�</p><p>In dem ganzen Tumult hatte offenbar niemand Notiz von Harry genommen und ihm war das gerade recht. Er schaffte es, ins Haus zu schl�pfen, kurz bevor Onkel Vernon die T�r zuschlug, und w�hrend die Dursleys ihre l�rmende Prozession durch den Flur zur K�che unternahmen, stahl sich Harry vorsichtig und leise zur Treppe.</p><p>�Wer war das, mein Sohn? Nenn uns die Namen. Keine Sorge, wir kriegen sie.�</p><p>�Schhh! Er will uns was sagen, Vernon! Was ist es, Diddy? Sag's Mami!�</p><p>Harry hatte den Fu� auf die unterste Stufe gesetzt, als Dudley seine Stimme wiederfand.</p><p><emphasis>�Der da.�</emphasis></p><p>Harry erstarrte - den Fu� auf der Treppe, das Gesicht verzerrt - und machte sich auf eine Explosion gefasst.</p><p>�BURSCHE! KOMM HER!�</p><p>Zornig und zugleich voller Angst nahm Harry langsam den Fu� von der Treppe, drehte sich um und folgte den Dursleys.</p><p>Die peinlich saubere K�che hatte nach der Dunkelheit drau�en einen seltsam unwirklichen Glanz. Tante Petunia setzte Dudley auf einen Stuhl; noch immer wirkte er sehr gr�n und klamm. Onkel Vernon stand am Abtropfbrett und funkelte Harry mit kleinen, zu Schlitzen verengten Augen an.</p><empty-line/><p>�Was hast du meinem Sohn getan?�, knurrte er drohend.</p><p>�Nichts�, sagte Harry und wusste genau, dass Onkel Vernon ihm nicht glauben w�rde.</p><p>�Was hat er dir getan, Diddy?�, sagte Tante Petunia mit zitternder Stimme, w�hrend sie Dudley Erbrochenes vorn von seiner Lederjacke wischte. �War es - war es Du-wei�t-schon-was, Liebling? Hat er - sein <emphasis>Ding </emphasis>benutzt?�</p><p>Dudley nickte langsam und schlotterte.</p><p>�Hab ich nicht!�, sagte Harry scharf, w�hrend Tante Petunia eine Wehklage anstimmte und Onkel Vernon die F�uste reckte. �Ich hab ihm nichts getan, ich war's nicht, es war -�</p><p>Doch just in diesem Moment segelte eine Kreischeule durch das K�chenfenster herein. Sie verfehlte Onkel Vernons Haarspitzen knapp, schwebte durch die K�che, lie� einen gro�en Pergamentumschlag, den sie im Schnabel trug, zu Harrys F��en fallen, legte eine elegante Kurve hin, wobei sie mit den Fl�gelspitzen sacht den K�hlschrank streifte, sauste wieder hinaus und entschwand �ber dem Garten.</p><p>�EULEN!�, bellte Onkel Vernon, und die schwer mitgenommene Ader an seiner Schl�fe pulsierte zornig, w�hrend er das K�chenfenster zuschlug.</p><p>�SCHON WIEDER EULEN! ICH DULDE KEINE EULEN MEHR IN MEINEM HAUS!�</p><p>Doch Harry, dem das Herz irgendwo in der Gegend des Adamsapfels pochte, riss bereits den Umschlag auf und zog den Brief heraus.</p><p>Sehr geehrter Mr. Potter,</p><p>wir haben Information erhalten, wonach Sie den Patronus-Zauber heute Abend um dreiundzwanzig Minuten nach neun in einem Muggelwohngebiet und in Gegenwart eines Muggels ausgef�hrt haben.</p><p>Die Schwere dieser Verletzung des Erlasses zur Vernunftgem��en Beschr�nkung der Zauberei Minderj�hriger hat zu Ihrem Verweis von der Hogwarts-Schule f�r Hexerei und Zauberei gef�hrt. Beauftragte des Ministeriums werden Sie unverz�glich an Ihrem Wohnort aufsuchen, um Ihren Zauberstab zu zerst�ren.</p><p>Da Sie bereits eine offizielle Verwarnung aufgrund eines fr�heren Vergehens gem�� Abschnitt 13 des Geheimhaltungsabkommens der Internationalen Zauberervereinigung erhalten haben, bedauern wir Ihnen mitteilen zu m�ssen, dass Ihre Anwesenheit bei einer disziplinarischen Anh�rung im</p><p>Zaubereiministerium am zw�lften August um neun Uhr verlangt ist.</p><empty-line/><p>In der Hoffnung, dass Sie wohlauf sind,</p><p>mit freundlichen Gr��en</p><p><emphasis>Mafalda Hopfkirch</emphasis></p><p>Abteilung f�r unbefugte Zauberei</p><p>Zaubereiministerium</p><p>Harry las den Brief zweimal durch. Nur verschwommen nahm er wahr, dass Onkel Vernon und Tante Petunia redeten. In seinem Kopf war alles eisig und taub. Eine Tatsache hatte sich in sein Bewusstsein gebohrt wie ein l�hmender Pfeil. Sie hatten ihn von Hogwarts verwiesen. Alles war zu Ende. Er w�rde nie zur�ckkehren.</p><p>Er blickte zu den Dursleys hoch. Onkel Vernon, purpurrot im Gesicht, die F�uste immer noch gereckt, schrie andauernd; Tante Petunia hatte die Arme um Dudley gelegt, der von neuem w�rgte.</p><p>Harrys zeitweilig bet�ubtes Gehirn schien wieder zu erwachen. <emphasis>Beauftragte des Ministeriums werden Sie unverz�glich an Ihrem Wohnort aufsuchen, um Ihren Zauberstab zu zerst�ren. </emphasis>Da gab es nur eines. Er musste fliehen - und zwar sofort. Wohin, wusste Harry nicht, doch so viel war sicher: Ob er in Hogwarts war oder nicht, seinen Zauberstab brauchte er. Fast traumwandlerisch zog er ihn heraus und wandte sich zum Gehen.</p><p>�Wo willst du hin?�, rief Onkel Vernon. Als Harry nicht antwortete, stampfte er durch die K�che und versperrte die T�r zum Flur. �Ich bin noch nicht fertig mit dir, Bursche!�</p><p>�Geh mir aus dem Weg�, sagte Harry leise.</p><p>�Du bleibst hier und erkl�rst, wie mein Sohn -�</p><p>�Wenn du nicht aus dem Weg gehst, verhex ich dich�, sagte Harry und hob den Zauberstab.</p><p>�Darauf fall ich nicht rein!�, schnarrte Onkel Vernon. �Ich wei�, dass du ihn nicht au�erhalb dieser Beklopptenanstalt benutzen darfst, die ihr Schule nennt!�</p><p>�Die Beklopptenanstalt hat mich rausgeschmissen�, sagte Harry. �Also kann ich tun, was ich will. Du hast drei Sekunden. Eins - zwei -�</p><p>Ein schallender KNALL erf�llte die K�che. Tante Petunia kreischte, Onkel Vernon schrie und duckte sich, und zum dritten Mal an diesem Abend suchte Harry nach dem Ursprung eines L�rms, den er nicht verursacht hatte. Er sah ihn sofort: Eine Schleiereule sa� drau�en auf dem K�chenfenstersims, benommen und zerzaust, da sie eben gegen das geschlossene Fenster gekracht war.</p><empty-line/><p>Harry st�rmte durch die K�che, ohne auf Onkel Vernons �ngstlichen</p><p>�EULEN!�-Schrei zu achten, und riss das Fenster auf. Die Eule streckte ihr Bein vor, an das eine kleine Pergamentrolle gebunden war, sch�ttelte die Federn und flog davon, kaum dass Harry den Brief geborgen hatte. Mit zitternden H�nden entrollte er die zweite Botschaft, die sehr hastig und verkleckst in schwarzer Tinte geschrieben war.</p><p>Harry -</p><p>Dumbledore ist eben im Ministerium eingetroffen und versucht, alles wieder ms Lot zu bringen. VERLASS DAS HAUS VON TANTE UND ONKEL</p><p>NICHT. GEBRAUCH KEINEN ZAUBER MEHR. GIB DEINEN</p><p>ZAUBERSTAB NICHT AB. Arthur Weasley</p><p>Dumbledore versuchte alles wieder ins Lot zu bringen ... was sollte das hei�en? Hatte Dumbledore Macht genug, das Zaubereiministerium zum R�ckzug zu zwingen? Gab es also eine Chance, dass er doch nach Hogwarts zur�ck durfte?</p><p>Ein kleiner Hoffnungsfunke flammte in Harrys Brust auf, gleich wieder erstickt von Panik - wie sollte er sich weigern, seinen Zauberstab abzugeben, ohne einen Zauber zu gebrauchen? Er w�rde sich mit den Ministeriumsleuten duellieren m�ssen, und wenn er das tat, konnte er von Gl�ck reden, wenn sie ihn nicht nach Askaban steckten, vom Rauswurf ganz zu schweigen.</p><p>Seine Gedanken rasten ... er konnte fliehen und dabei Gefahr laufen, vom Ministerium geschnappt zu werden, oder aber bleiben und warten, bis sie ihn hier kriegten. Dann lieber fliehen, aber er wusste, dass Mr. Weasley nur sein Bestes am Herzen lag ... und schlie�lich hatte Dumbledore schon viel Schlimmeres wieder eingerenkt.</p><p>�Na gut�, sagte Harry. �Ich hab's mir anders �berlegt. Ich bleibe.�</p><p>Schwungvoll setzte er sich auf einen Stuhl am K�chentisch und sah Dudley und Tante Petunia geradeheraus an. Den Dursleys schien es angesichts dieses pl�tzlichen Sinneswandels die Sprache verschlagen zu haben. Tante Petunia linste verzweifelt zu Onkel Vernon hin�ber. Die Ader an seiner roten Schl�fe pochte heftiger denn je.</p><p>�Wo kommen all die verdammten Eulen her?�, knurrte er.</p><p>�Die erste war aus dem Zaubereiministerium, die kam mit dem Rauswurf�, sagte Harry gelassen. Er spitzte die Ohren, um etwaige Ger�usche drau�en zu h�ren. Vielleicht waren ja die Ministeriumsleute im Anmarsch, und es war einfacher und weniger l�rmtr�chtig, Onkel Vernons Fragen zu beantworten, als ihn erneut in br�llende Rage zu versetzen. �Die zweite war vom Vater meines Freundes Ron, der im Ministerium arbeitet.�</p><p><emphasis>�Zaubereiministerium?�, </emphasis>br�llte Onkel Vernon. �Leute wie ihr in der <emphasis>Regierung? Oh, </emphasis>das erkl�rt alles, alles, kein Wunder, dass das Land vor die Hunde geht.�</p><p>Da Harry nicht antwortete, starrte ihn Onkel Vernon funkelnd vor Zorn an, bevor er wieder losspuckte: �Und wieso haben sie dich rausgeworfen?�</p><p>�Weil ich gezaubert hab.�</p><p>�AHA!�, r�hrte Onkel Vernon und schlug mit der Faust auf den K�hlschrank.</p><p>Die T�r sprang auf und einige von Dudleys fettreduzierten Snacks kullerten heraus und barsten auf dem Boden.</p><p>�Also gibst du es zu! <emphasis>Was hast du Dudle}' angetan?�</emphasis></p><p>�Nichts�, sagte Harry, nicht mehr ganz so gelassen. �Das war ich nicht -�</p><p>�Doch�, murmelte Dudley unerwartet. Onkel Vernon und Tante Petunia wedelten sofort aufgeregt mit den H�nden, um Harry zum Schweigen zu bringen, und beugten sich tief �ber Dudley.</p><p>�Weiter, mein Sohn�, sagte Onkel Vernon, �was hat er getan?�</p><p>�Sag's uns, Liebling�, fl�sterte Tante Petunia.</p><p>�Seinen Zauberstab auf mich gerichtet�, murmelte Dudley.</p><p>�Jaah, stimmt, aber ich hab ihn nicht benutzt -�, begann Harry zornig, doch -</p><p>�MAUL HALTEN!�, donnerten Onkel Vernon und Tante Petunia im Chor.</p><p>�Weiter, Sohn�, wiederholte Onkel Vernon mit wild flatterndem Schnurrbart.</p><p>�Alles ist dunkel geworden�, sagte Dudley heiser und erschauderte. �Alles dunkel. Und dann h-hab ich ... Dinge geh�rt. In m-meinem Kopf.�</p><p>Onkel Vernon und Tante Petunia tauschten von �u�erstem Entsetzen erf�llte Blicke. Wenn es etwas gab, das sie am meisten verabscheuten, dann war es die Magie - direkt gefolgt von den Nachbarn, die beim verbotenen Rasensprengen trickreicher waren als sie. Aber auch Leute, die Stimmen h�rten, waren eindeutig unter den Top Ten der Missliebigkeiten. Offensichtlich glaubten sie, Dudley w�rde den Verstand verlieren.</p><p>�Was f�r Dinge hast du geh�rt, Sch�tzchen?�, hauchte Tante Petunia, ganz wei� im Gesicht und mit Tr�nen in den Augen.</p><p>Doch Dudley schien es nicht sagen zu k�nnen. Wieder schauderte er und sch�ttelte seinen gro�en Blondkopf. Trotz des Gef�hls von dumpfem Grauen, das sich seit Ankunft der ersten Eule �ber Harry gelegt hatte, sp�rte er eine gewisse Neugier. Dementoren zwangen einen Menschen, die schlimmsten Momente seines Lebens noch einmal zu durchleben. Was hatte wohl ein verzogener und verh�tschelter Qu�lgeist wie Dudley h�ren m�ssen?</p><p>�Weshalb bist du hingefallen, Sohn?�, fragte Onkel Vernon mit unnat�rlich leiser Stimme, als ob er am Bett eines sehr kranken Menschen sprechen w�rde.</p><p>�Ge-gestolpert�, sagte Dudley zittrig. �Und dann ��</p><p>Er fuhr sich mit der Hand an die massige Brust. Harry begriff. Dudley erinnerte sich an die klamme K�lte, die einem die Lunge durchdrang, w�hrend die Dementoren Hoffnung und Gl�ck aus einem heraussogen.</p><p>�Schrecklich�, kr�chzte Dudley. �Kalt. Total kalt.�</p><p>�Okay�, sagte Onkel Vernon mit gezwungen ruhiger Stimme, w�hrend Tante Petunia �ngstlich die Hand auf Dudleys Stirn legte, um zu f�hlen, ob er Fieber hatte. �Was ist dann passiert, Duddy?�</p><p>�Mir war ... mir war ... als ob ... als ob ... als ob ...�</p><p>�Als ob du nie mehr gl�cklich sein w�rdest�, half Harry tonlos nach.</p><p>�Ja�, fl�sterte Dudley unentwegt zitternd.</p><p>�So!�, sagte Onkel Vernon, die Stimme zu voller und betr�chtlicher Lautst�rke erhoben, und richtete sich auf. �Du hast meinen Sohn mit irgendeinem verr�ckten Fluch belegt, damit er Stimmen h�rte und glaubte, er sei - zum Elend verdammt oder so was, stimmt's?�</p><p>�Wie oft muss ich es dir noch erkl�ren?�, sagte Harry und mit der Wut schwoll auch seine Stimme an. <emphasis>�Ich war es nicht! </emphasis>Es war ein Paar Dementoren!�</p><p>�Ein Paar - was f�r 'n Quatsch?�</p><p>�De - men - to - ren�, sagte Harry langsam und deutlich. �Zwei davon.�</p><p>�Und was zum Teufel noch mal sind Dementoren?�</p><p>�Die bewachen Askaban, das Zauberergef�ngnis�, sagte Tante Petunia.</p><p>Zwei Sekunden dr�hnender Stille traten auf diese Worte hin ein, dann schlug Tante Petunia die Hand vor den Mund, als ob ihr ein abscheuliches Schimpfwort entfahren w�re. Onkel Vernon glotzte sie an. Harry drehte sich alles im Kopf.</p><p>Mrs. Figg, na gut - aber <emphasis>Tante Petunia? </emphasis></p><p>�Woher wei�t du das?�, fragte er verbl�fft.</p><p>Tante Petunia schien �ber sich selbst haltlos entsetzt. Sie �ugte in �ngstlicher Abbitte zu Onkel Vernon hin�ber, dann lie� sie die Hand ein wenig sinken und entbl��te ihre Pferdez�hne.</p><p>�Ich hab - diesen schlimmen Jungen - vor Jahren geh�rt - wie er <emphasis>ihr - </emphasis>davon erz�hlt hat�, sagte sie sto�weise.</p><empty-line/><p>�Wenn du meine Mum und meinen Dad meinst, warum nennst du sie nicht beim Namen?�, sagte Harry laut, doch Tante Petunia achtete nicht auf ihn. Sie schien f�rchterlich durcheinander zu sein.</p><p>Harry war entgeistert. Vor Jahren hatte Tante Petunia einmal einen Gef�hlsausbruch gehabt und geschrien, dass Harrys Mutter eine Missgeburt gewesen sei, doch seither hatte er sie nie wieder ihre Schwester erw�hnen h�ren.</p><p>Dass sie diesen Wissensfetzen �ber die magische Welt so lange in Erinnerung behalten hatte, verbl�ffte ihn, wo sie doch sonst immer nach Kr�ften so tat, als existierte diese Welt �berhaupt nicht.</p><p>Onkel Vernon �ffnete den Mund, schloss ihn wieder, �ffnete ihn erneut, schloss ihn, und dann, indem er sich offenbar m�hselig daran erinnerte, wie man spricht, �ffnete er ihn ein drittes Mal und kr�chzte: �Also - die - �hm - gibt's - �hm - wirklich, ja, diese - �hm - Demen-wiewardas?�</p><p>Tante Petunia nickte.</p><p>Onkel Vernon sah abwechselnd Tante Petunia und Dudley und Harry an, als hoffte er, jemand w�rde �April, April!� rufen. Da es niemand tat, �ffnete er wieder den Mund, doch das Ringen um weitere Worte wurde ihm erspart durch die Ankunft der dritten Eule an diesem Abend. Sie schoss wie eine gefiederte Kanonenkugel durch das immer noch offene Fenster, landete klackernd auf dem K�chentisch und lie� alle Dursleys vor Schreck zusammenfahren. Harry zog einen zweiten amtlich wirkenden Umschlag aus dem Schnabel der Eule und riss ihn auf, w�hrend die Eule in die Nacht entschwebte.</p><p>�Mir reicht's mit diesen - ekligen - <emphasis>Eulen�, </emphasis>murmelte Onkel Vernon verst�rt, stampfte hin�ber zum Fenster und schlug es wieder zu.</p><p>Sehr geehrter Mr. Potter,</p><p>in Bezug auf unseren Brief vor ann�hernd zweiundzwanzig Minuten hat das Zaubereiministerium seine Entscheidung, Ihren Zauberstab unverz�glich zu zerst�ren, aufgehoben. Es ist Ihnen gestattet, den Zauberstab bis zu Ihrer disziplinarischen Anh�rung am zw�lften August zu behalten, bei der eine offizielle Entscheidung getroffen werden wird. Infolge der Konsultationen mit dem Leiter der Hogwarts-Schule f�r Hexerei und Zauberei hat das Ministerium sich einverstanden erkl�rt, �ber die Frage Ihres Schulverweises ebenfalls zu besagtem Termin zu entscheiden. Bis zum Abschluss des schwebenden Untersuchungsverfahrens sollten Sie sich daher als von der Schule suspendiert betrachten. Mit den besten W�nschen und freundlichen Gr��en <emphasis>Mafalda Hopfkirch</emphasis></p><p>Abteilung f�r unbefugte Zauberei Zaubereiministerium Harry las diesen Brief dreimal in rascher Folge durch. Dass er noch nicht endg�ltig von der Schule verwiesen war, erleichterte ihn, und der qu�lende Knoten in seiner Brust l�ste sich ein wenig, doch seine Bef�rchtungen waren keineswegs gebannt. Alles schien von dieser Anh�rung am zw�lften August abzuh�ngen.</p><p>�Nun?�, sagte Onkel Vernon und holte Harry wieder in seine Umgebung zur�ck. �Was jetzt? Haben sie dich zu irgendwas verurteilt? Gibt's bei eurer Sippschaft eigentlich die Todesstrafe?�, f�gte er hoffnungsvoll hinzu.</p><p>�Ich muss zu einer Anh�rung�, sagte Harry.</p><p>�Und da verurteilen sie dich?�</p><p>�Ich nehm an.�</p><p>�Dann w�rd ich nicht die Hoffnung aufgeben�, sagte Onkel Vernon geh�ssig.</p><p>�Tja, wenn das alles ist�, sagte Harry und stand auf. Er w�nschte sich verzweifelt, endlich alleine zu sein, nachzudenken, vielleicht einen Brief an Ron, Hermine und Sirius zu schicken.</p><p>�NEIN, DAS IST VERDAMMT NOCH MAL NICHT ALLES!�, bl�kte Onkel Vernon. �SETZ DICH WIEDER HIN!�</p><p>�Was noch?�, fragte Harry unwirsch.</p><p>�DUDLEY!�, dr�hnte Onkel Vernon. �Ich will genau wissen, was mit meinem Sohn passiert ist!�</p><p>�SCH�N!�, schrie Harry, und in seiner Wut schossen rote und goldene Funken aus der Spitze des Zauberstabs, den er immer noch umklammert hielt.</p><p>Alle drei Dursleys zuckten mit �ngstlichem Blick zur�ck.</p><p>�Dudley und ich waren in der Gasse zwischen Magnolienring und Glyzinenweg�, sagte Harry schnell, er konnte nur m�hsam seine Gereiztheit z�geln. �Dudley hat geglaubt, er kann frech werden, ich hab den Zauberstab gezogen, ihn aber nicht benutzt. Dann sind die zwei Dementoren aufgetaucht -�</p><p>�Aber was SIND denn Dement�re?�, fragte Onkel Vernon fuchsig. �Was MACHEN die?�</p><p>�Ich hab's dir doch gesagt - die saugen alles Gl�ck aus dir raus�, sagte Harry,</p><p>�und wenn sie es schaffen, dann k�ssen sie dich -�</p><p>�K�ssen mich?�, sagte Onkel Vernon mit leicht vorquellenden Augen.</p><p><emphasis>�K�ssen </emphasis>mich?�</p><p>�Das nennt man so, wenn sie dir die Seele aus dem Mund saugen.�</p><p>Tante Petunia stie� einen leisen Schrei aus.</p><p>�Seine <emphasis>Seele? </emphasis>Die haben doch nicht seine - er hat doch noch -�</p><empty-line/><p>Sie packte Dudley an den Schultern und sch�ttelte ihn, wie um zu pr�fen, ob sie seine Seele innen drin scheppern h�ren konnte.</p><p>�Nat�rlich haben sie seine Seele nicht gekriegt, das w�rdest du merken�, sagte Harry genervt.</p><p>�Du hast sie fortgejagt, ja, mein Sohn?�, sagte Onkel Vernon laut, mit der Miene eines Mannes, der versucht das Gespr�ch auf eine Ebene zur�ckzuholen, auf der er mitreden kann. �Hast denen h�bsch eingeschenkt, links, rechts, wie immer?�</p><p>�Einem Dementor kann man nicht <emphasis>links, rechts einschenken�, </emphasis>sagte Harry mit zusammengebissenen Z�hnen.</p><p>�Und warum ist er dann in Ordnung?�, brauste Onkel Vernon auf. �Warum ist er dann nicht v�llig leer?�</p><p>�Weil ich den Patronus -�</p><p>WUUSCH. Klackernd, mit Fl�gelgeflatter und einem kleinen Staubschauer kam eine vierte Eule aus dem K�chenkamin geschossen.</p><p>�UM GOTTES WILLEN!�, r�hrte Onkel Vernon und zog gro�e Haarb�schel aus seinem Schnurrbart, wozu er sich seit langem nicht mehr hatte hinrei�en lassen. �ICH WILL HIER KEINE EULEN HABEN, ICH WERDE DAS NICHT ZULASSEN, SAG ICH DIR!�</p><p>Aber Harry zog schon eine Pergamentrolle vom Bein der Eule. Er war so �berzeugt, dass dieser Brief von Dumbledore sein musste und alles erkl�rte - die Dementoren, Mrs. Figg, was das Ministerium vorhatte, wie er, Dumbledore, alles wieder ins Lot bringen wollte -, dass er zum ersten Mal im Leben entt�uscht war, Sirius' Handschrift zu sehen. Er h�rte nicht auf Onkel Vernons andauerndes Geschimpfe �ber Eulen, kniff stattdessen, weil die bislang letzte Eule gerade wieder den Schornstein hoch entfleuchte, die Augen vor einer weiteren Staubwolke zu schmalen Schlitzen zusammen und las Sirius' Nachricht: <emphasis>Arthur hat mir eben erz�hlt, was passiert ist. Was immer du tust, verlass auf keinen Fall mehr das Haus. </emphasis></p><p>Harry hielt das f�r eine so unpassende Antwort auf alles, was heute Abend geschehen war, dass er das Pergamentblatt umdrehte und nach dem Rest des Briefes suchte, doch da stand nichts weiter.</p><p>Und jetzt stieg erneut die Wut in ihm hoch. Konnte nicht irgendjemand �gut gemacht� sagen, wo er doch zwei Dementoren eigenh�ndig in die Flucht geschlagen hatte? Mr. Weasley und Sirius taten gerade so, als ob er sich danebenbenommen h�tte und sie nur noch abwarteten, bis sie kl�ren konnten, wie viel Schaden er angerichtet hatte, ehe sie ihn zurechtstutzten.</p><empty-line/><p>�... Dieser K�fig - ich meine - dieses Haus ist kein Eulenk�fig. Damit muss Schluss sein, Bursche, endg�ltig -�</p><p>�Ich kann die Eulen nicht aufhalten�, fauchte Harry und zerkn�llte Sirius'</p><p>Brief in der Faust.</p><p>�Ich will die Wahrheit wissen �ber das, was heute Abend passiert ist!�, bellte Onkel Vernon. �Wenn das Dement�re waren, die Dudley wehgetan haben, warum bist du dann rausgeschmissen worden? Du hast Du-wei�t-schon-was gemacht, du hast es selbst zugegeben!�</p><p>Harry tat einen tiefen, beruhigenden Atemzug. Sein Kopf begann wieder zu schmerzen. Er wollte nichts sehnlicher als aus der K�che verschwinden, weg von den Dursleys.</p><p>�Ich hab den Patronus-Zauber eingesetzt, um die Dementoren loszuwerden�, sagte er und zwang sich ruhig zu bleiben. �Das ist das Einzige, was gegen die wirkt.�</p><p>�Aber was hatten diese Demont�re �berhaupt in Little Whinging zu suchen?�, sagte Onkel Vernon emp�rt.</p><p>�Kann ich dir nicht sagen�, sagte Harry matt. �Keine Ahnung.�</p><p>Die glei�enden Lichtleisten lie�en seinen Kopf dr�hnen. Allm�hlich ebbte seine Wut ab. Er f�hlte sich ausgelaugt und ersch�pft. Die Dursleys starrten ihn an.</p><p>�Wegen dir�, sagte Onkel Vernon auftrumpfend. �Das hat was mit dir zu tun, Bursche, ich wei� es. Weshalb sollten die sonst hier auftauchen? Weshalb sollten die sonst in diese Gasse kommen? Du musst der einzige - der einzige -�</p><p>Offensichtlich brachte er es nicht �ber sich, �Zauberer� zu sagen. �Der einzige Du-wei�t-schon-was meilenweit sein.�</p><p>�Ich wei� nicht, warum die hier waren.�</p><p>Doch bei Onkel Vernons Worten begann Harrys ersch�pftes Gehirn wieder zu arbeiten. Weshalb <emphasis>waren </emphasis>die Dementoren nach Little Whinging gekommen?</p><p>Konnte es wirklich Zufall sein, dass sie in der Gasse aufgetaucht waren, in der Harry unterwegs war? Hatte jemand sie geschickt? Hatte das Zaubereiministerium die Kontrolle �ber die Dementoren verloren? Hatten sie Askaban verlassen und sich Voldemort angeschlossen, wie es Dumbledore vorausgesagt hatte?</p><p>�Diese Demont�re bewachen irgend so ein Spinnergef�ngnis?�, fragte Onkel Vernon nachdenklich, als d�mpele er in Harrys Gedankenstrom.</p><p>�Ja�, sagte Harry.</p><p>Wenn ihm nur der Kopf nicht mehr wehtun w�rde, wenn er doch nur aus der K�che und auf sein dunkles Zimmer gehen und nachdenken k�nnte ...</p><p>�Oho! Die sind gekommen, um dich zu verhaften!�, sagte Onkel Vernon mit der siegessicheren Miene eines Mannes, der zu einem unanfechtbaren Schluss gelangt ist. �Das ist es, stimmt's, Bursche? Du bist auf der Flucht vor dem Gesetz!�</p><p>�Nat�rlich nicht�, erwiderte Harry und sch�ttelte den Kopf, wie um eine Fliege zu verscheuchen, w�hrend sich seine Gedanken �berschlugen.</p><p>�Warum dann -?�</p><p>�Er muss sie geschickt haben�, sagte Harry leise, mehr zu sich selbst als zu Onkel Vernon.</p><p>�Was soll das hei�en? Wer muss sie geschickt haben?�</p><p>�Lord Voldemort�, sagte Harry.</p><p>Dumpf bemerkte er, wie seltsam es war, dass die Dursleys, die zuckten, zitterten und zeterten, wenn sie nur Worte wie �Zauberer�, �Magie� oder</p><p>�Zauberstab� h�rten, den Namen des b�sesten Zauberers aller Zeiten ohne das leiseste Schaudern ertragen konnten.</p><p>�Lord - wart mal�, sagte Onkel Vernon mit angespannter Miene und in seinen Schweins�uglein begann es zu d�mmern. �Den Namen hab ich schon mal geh�rt ... das war doch derjenige, der -�</p><p>�Meine Eltern umgebracht hat, ja�, sagte Harry.</p><p>�Aber der ist weg�, entgegnete Onkel Vernon ungeduldig und ohne das geringste Zeichen, dass der Mord an Harrys Eltern vielleicht ein schmerzliches Thema sein k�nnte. �Dieser riesenhafte Kerl hat es gesagt. Er ist weg.�</p><p>�Er ist zur�ck�, sagte Harry mit schwerer Stimme.</p><p>Es kam ihm unwirklich vor, wie er da in Tante Petunias klinisch sauberer K�che stand, neben dem Premium-K�hlschrank und dem Breitbildfernseher, und sich mit Onkel Vernon gelassen �ber Lord Voldemort unterhielt. Mit der Ankunft der Dementoren in Little Whinging schien die gro�e, unsichtbare Mauer durchbrochen worden zu sein, welche die gnadenlos nichtmagische Welt des Ligusterwegs und die Welt jenseits von ihr getrennt hatte. Harrys zwei Leben hatten sich gleichsam verschmolzen und alles war auf den Kopf gestellt; die Dursleys fragten nach Einzelheiten �ber die magische Welt und Mrs. Figg kannte Albus Dumbledore; Dementoren schwirrten in Little Whinging umher und er selbst w�rde vielleicht nie mehr nach Hogwarts zur�ckkehren. In Harrys Kopf pochte es noch schmerzhafter.</p><p>�Zur�ck?�, fl�sterte Tante Petunia.</p><empty-line/><p>Sie sah Harry an, wie sie ihn noch nie angesehen hatte. Und schlagartig, zum ersten Mal in seinem Leben, wurde Harry voll und ganz bewusst, dass Tante Petunia die Schwester seiner Mutter war. Er h�tte nicht sagen k�nnen, warum ihn das in diesem Augenblick traf wie ein heftiger Schlag. Er wusste nur, dass er nicht der einzige Mensch in der K�che war, der eine leise Ahnung davon hatte, was es bedeuten k�nnte, dass Lord Voldemort zur�ck war. Tante Petunia hatte ihn noch nie im Leben auf diese Weise angesehen. Ihre gro�en, blassen Augen (denen der Schwester so un�hnlich) waren nicht in Abneigung oder Zorn verengt, sie waren geweitet und angsterf�llt. Die Fassade, die Tante Petunia w�hrend all der Zeit mit Harry wild entschlossen aufrechterhalten hatte - wonach es keine Magie und keine andere Welt als die gab, die sie mit Onkel Vernon bewohnte -, diese Fassade war offenbar zusammengebrochen.</p><p>�Ja�, sagte Harryjetzt direkt an Tante Petunia gewandt. �Er ist vor einem Monat zur�ckgekehrt. Ich hab ihn gesehen.�</p><p>Ihre H�nde suchten Dudleys massige, lederbewehrte Schultern und klammerten sich daran fest.</p><p>�Wart mal�, sagte Onkel Vernon und blickte abwechselnd seine Frau und Harry an, durch das unerh�rte Verst�ndnis, das zwischen den beiden erwacht war, offenbar v�llig verdattert und konfus. �Wart mal. Dieser Lord Waldimord ist zur�ck, sagst du.�</p><p>�Ja.�</p><p>�Der deine Eltern umgebracht hat.�</p><p>�Ja.�</p><p>�Und jetzt jagt er dir Demontoren auf den Hals?�</p><p>�Sieht so aus�, sagte Harry.</p><p>�Verstehe�, sagte Onkel Vernon, blickte von seiner bleichen Frau zu Harry und zog sich die Hosen zurecht. Er schien anzuschwellen, sein gro�es, purpurrotes Gesicht schien vor Harrys Augen immer breiter zu werden. �Nun, damit ist der Fall klar�, sagte er, und sein Hemd spannte sich, w�hrend er sich aufplusterte. <emphasis>�Du kannst aus diesem Haus verschwinden, Bursche!�</emphasis></p><p>�Was?�, sagte Harry.</p><p>�Du hast mich geh�rt - RAUS!�, bellte Onkel Vernon und selbst Tante Petunia und Dudley schraken zusammen. �RAUS! RAUS! Das h�tt ich schon vor Jahren tun sollen! Eulen betrachten mein Haus als Erholungsheim, Nachspeisen explodieren, das halbe Wohnzimmer wird demoliert, Dudleys Schwanz, Magda h�pft an der Decke rum und dieser fliegende Ford Anglia - RAUS! RAUS! Das reicht jetzt! Du kannst verschwinden! Du wirst nicht hier bleiben, wenn irgendein Irrer hinter dir her ist, du wirst meine Frau und meinen Sohn nicht gef�hrden und du wirst uns keine Scherereien machen. Wenn du den gleichen Weg gehst wie deine nutzlosen Eltern, dann soll's mir recht sein! RAUS!�</p><p>Harry stand da wie angewurzelt. Die Briefe vom Ministerium, von Mr.</p><p>Weasley und Sirius steckten zerkn�llt in seiner linken Hand. <emphasis>Was immer du tust, verlass auf keinen Fall mehr das Haus. VERLASS DAS HAUS VON TANTE UND </emphasis></p><p><emphasis>ONKEL NICHT. </emphasis></p><p>�Du hast mich verstanden!�, sagte Onkel Vernon und beugte sich vor, bis sein feistes purpurrotes Gesicht dem von Harry so nahe kam, dass er tats�chlich Spucketr�pfchen auf der Haut sp�rte. �Auf geht's! Vor 'ner halben Stunde warst du noch ganz wild drauf, abzuhauen! Nur zu! Raus hier, und setz nie wieder einen Fu� auf unsere T�rschwelle! Keine Ahnung, warum wir dich �berhaupt aufgenommen haben, Magda hatte Recht, du h�ttest ins Waisenhaus geh�rt. Wir waren verflucht noch mal zu nachgiebig, haben nicht an uns gedacht, meinten, wir k�nnten's aus dir rausquetschen, meinten, wir k�nnten einen normalen Jungen aus dir machen, aber du warst von Anfang an verdorben, und ich hab die Schnauze voll - <emphasis>Eulen!�</emphasis></p><p>Die f�nfte Eule stie� den Kamin herab, so schnell, dass sie erst einmal auf den Boden krachte, bevor sie mit einem lauten Schrei wieder in die Luft flatterte.</p><p>Harry hob die Hand, um den Brief zu schnappen, der in einem scharlachroten Umschlag steckte, doch er schwebte direkt �ber seinen Kopf hinweg und auf Tante Petunia zu, die aufschrie, die Arme �bers Gesicht hielt und sich wegduckte.</p><p>Die Eule lie� den roten Umschlag auf ihren Kopf fallen, machte kehrt und flog geradewegs den Kamin wieder hoch.</p><p>Harry st�rzte vor, um den Brief aufzuheben, doch Tante Petunia war schneller.</p><p>�Du kannst ihn aufmachen, wenn du willst�, sagte Harry, �aber ich h�r trotzdem, was drinsteht. Das ist ein Heuler.�</p><p>�Lass ihn los, Petunia�, donnerte Onkel Vernon. �R�hr ihn nicht an, er k�nnte gef�hrlich sein!�</p><p>�Er ist an mich adressiert�, sagte Tante Petunia mit zitternder Stimme. �Er ist an <emphasis>mich </emphasis>adressiert, Vernon, sieh nur! <emphasis>Mrs. Petunia Dursley, Die K�che, Ligusterweg Nummer vier -�</emphasis></p><p>Sie hielt den Atem an, starr vor Entsetzen. Der rote Umschlag hatte zu kokeln begonnen.</p><p>�Mach ihn auf!�, dr�ngte Harry. �Bring's hinter dich. Es passiert sowieso.�</p><p>�Nein.�</p><p>Tante Petunias Hand zitterte. Sie blickte wild in der K�che umher, als ob sie nach einem Fluchtweg suchte, doch zu sp�t - der Umschlag ging in Flammen auf.</p><p>Tante Petunia kreischte und lie� ihn fallen.</p><p>Eine schreckliche Stimme, die aus dem brennenden Brief auf dem Tisch drang, erf�llte die K�che und hallte in dem engen Raum wider.</p><p><emphasis>�Denk an meinen letzten, Petunia.�</emphasis></p><p>Tante Petunia schien am Rande der Ohnmacht. Sie sank, das Gesicht in den H�nden, auf den Stuhl neben Dudley. In der Stille verschmorten die �berreste des Umschlags zu Asche.</p><p>�Was ist das?�, sagte Onkel Vernon heiser. �Was - was soll das - Petunia?�</p><p>Tante Petunia schwieg. Dudley starrte stumpfsinnig und mit offenem Mund seine Mutter an. Die Stille schraubte sich ins Unertr�gliche. V�llig entgeistert und mit zum Bersten h�mmerndem Kopf beobachtete Harry seine Tante.</p><p>�Petunia, Lie bling?�, sagte Onkel Vernon �ngstlich. �P-Petunia?�</p><p>Sie hob den Kopf. Sie zitterte noch immer. Sie schluckte.</p><p>�Der Junge - der Junge muss hier bleiben, Vernon�, sagte sie matt.</p><p>�W-was?�</p><p>�Er bleibt�, sagte sie. Sie sah Harry nicht an. Sie stand auf.</p><p>�Er ... aber Petunia ...�</p><p>�Wenn wir ihn rauswerfen, reden die Nachbarn�, sagte sie. Rasch gewann sie ihre �bliche forsche, bissige Art zur�ck, auch wenn sie immer noch sehr blass war. �Die werden peinliche Fragen stellen und wissen wollen, wo er hin ist. Wir m�ssen ihn behalten.�</p><p>Onkel Vernon entwich die Luft wie einem alten Reifen.</p><p>�Aber Petunia - Liebling -�</p><p>Tante Petunia achtete nicht auf ihn. Sie wandte sich an Harry.</p><p>�Du bleibst in deinem Zimmer�, sagte sie. �Du verl�sst das Haus nicht. Jetzt geh zu Bett.�</p><p>Harry r�hrte sich nicht.</p><p>�Von wem war dieser Heuler?�</p><p>�Stell keine Fragen�, schnappte Tante Petunia.</p><p>�Hast du Verbindung zu Zauberern?�</p><p>�Ich hab dir doch gesagt, du sollst zu Bett gehen!�</p><empty-line/><p>�Was sollte das hei�en? Denk an meinen letzten - was?�</p><p>�Geh zu Bett!�</p><p>�Wieso -?�</p><p>�DU HAST GEH�RT, WAS DEINE TANTE GESAGT HAT, JETZT GEH ZU BETT!�</p><empty-line/></section><section><title><p>Die Vorhut</p></title><p><emphasis>Ich bin gerade von Dementoren angegriffen worden und werde vielleicht von Hogwarts verwiesen. Ich will wissen, was vor sich geht und wann ich hier rauskomme. </emphasis></p><p>Harry schrieb diese Worte auf drei verschiedene Pergamentbl�tter, sobald er den Schreibtisch in seinem dunklen Zimmer erreicht hatte. Er adressierte das erste Blatt an Sirius, das zweite an Ron und das dritte an Hermine. Hedwig, seine Eule, war drau�en auf Jagd; ihr K�fig stand leer auf dem Tisch. Harry ging im Zimmer auf und ab und wartete auf ihre R�ckkehr, mit h�mmerndem Kopf, das Gehirn zu wach zum Schlafen, obwohl ihm die Augen tr�nten und brannten vor M�digkeit.</p><p>Sein R�cken tat weh von der Anstrengung, Dudley nach Haus zu schleppen, und die zwei Beulen am Kopf, wo das Fenster und Dudleys Faust ihn getroffen hatten, pochten schmerzhaft.</p><p>Immer wieder ging er im Zimmer auf und ab, zornig und entt�uscht, knirschte mit den Z�hnen, ballte die F�uste und warf jedes Mal, wenn er am Fenster vorbeikam, w�tende Blicke hinaus auf den leeren, stern�bers�ten Himmel.</p><p>Dementoren waren hinter ihm her, Mrs. Figg und Mundungus Fletcher beschatteten ihn heimlich, dann ein vorl�ufiges Schulverbot f�r Hogwarts und eine Anh�rung im Zaubereiministerium -und immer noch sagte ihm keiner, was eigentlich los war.</p><p>Und worum, <emphasis>worum </emphasis>war es bei diesem Heuler gegangen? Wessen Stimme war so grausig, so bedrohlich durch die K�che gehallt?</p><p>Warum sa� er immer noch ohne Neuigkeiten hier fest?</p><p>Warum behandelten ihn alle wie ein ungezogenes Kind? <emphasis>Gebrauch keinen Zauber mehr, bleib im Haus ... </emphasis></p><p>Im Vorbeigehen trat er gegen seinen Schulkoffer, was jedoch keineswegs seinen Zorn linderte, es ging ihm nur noch schlechter, weil ihm neben all den anderen Schmerzen in seinem K�rper jetzt auch noch ein heftiges Stechen im Zeh zu schaffen machte.</p><p>Gerade war er am Fenster vorbeigehumpelt, da schwebte Hedwig, leise mit den Fl�geln raschelnd, wie ein kleines Gespenst herein.</p><p>�Wird auch Zeit�, fauchte Harry, als sie sanft auf ihrem K�fig landete. �Leg den weg, ich hab Arbeit f�r dich!�</p><p>Hedwigs gro�e, runde Bernsteinaugen starrten ihn vorwurfsvoll �ber den toten Frosch in ihrem Schnabel hinweg an.</p><empty-line/><p>�Komm her�, sagte Harry, nahm die drei kleinen Pergamentrollen und einen Lederriemen und schn�rte die Rollen an ihrem schuppigen Bein fest. �Bring die sofort zu Sirius, Ron und Hermine, und komm nicht ohne gute, ausf�hrliche Antworten zur�ck. Hack auf ihnen rum, wenn n�tig, bis sie ordentlich lange Antworten geschrieben haben. Verstanden?�</p><p>Hedwig, immer noch den Frosch im Schnabel, stie� einen erstickten Schrei aus.</p><p>�Na dann los�, sagte Harry.</p><p>Sie flog auf der Stelle davon. Kaum war sie verschwunden, lie� sich Harry ohne sich auszuziehen aufs Bett fallen und starrte hoch an die dunkle Decke.</p><p>Elend, wie ihm ohnehin schon zumute war, f�hlte er sich jetzt auch noch schuldig, dass er gemein zu Hedwig gewesen war; sie war die einzige Freundin, die er im Ligusterweg Nummer vier hatte. Er wollte es wieder gutmachen, wenn sie mit den Antworten von Sirius, Ron und Hermine zur�ckkam.</p><p>Sie mussten unbedingt schnellstens antworten; einen Dementorenangriff konnten sie unm�glich ignorieren. Wahrscheinlich w�rde er morgen aufwachen und drei dicke Briefe voller Mitgef�hl und Pl�ne f�r einen sofortigen Umzug in den Fuchsbau vorfinden. Und bei dieser tr�stlichen Vorstellung wogte der Schlaf �ber ihn hin und ertr�nkte alle weiteren Gedanken.</p><p>Doch Hedwig kehrte am n�chsten Morgen nicht zur�ck. Harry verbrachte den Tag in seinem Zimmer und verlie� es nur, um ins Bad zu gehen. Dreimal schob Tante Petunia an diesem Tag Essen durch die Katzenklappe, die Onkel Vernon drei Sommer zuvor angebracht hatte. Jedes Mal wenn Harry sie kommen h�rte, machte er den Versuch, von ihr etwas �ber den Heuler zu erfahren, aber er h�tte genauso gut den T�rknauf befragen k�nnen, so viel Auskunft bekam er.</p><p>Ansonsten hielten sich die Dursleys v�llig seinem Zimmer fern. Harry wiederum hielt es f�r sinnlos, ihnen seine Gesellschaft aufzuzwingen. Noch ein Streit w�rde nichts bewirken und ihn wom�glich so in Rage versetzen, dass er schon wieder rechtswidrige Zauber gebrauchte.</p><p>So ging es ganze drei Tage lang. Mal war Harry von einer rastlosen Energie durchdrungen, die es ihm unm�glich machte, sich mit etwas zu besch�ftigen, die ihn durchs Zimmer trieb, voll Wut auf die ganze Bagage, die sich nicht um ihn scherte und ihn jetzt in seinem Elend schmoren lie�; dann wieder erfasste ihn eine so ausweglose Tr�gheit, dass er eine geschlagene Stunde auf dem Bett liegen konnte, benebelt ins Leere starrend und gepeinigt von Angst vor der Anh�rung im Ministerium.</p><p>Was, wenn sie ihn verurteilten? Was, wenn sie ihn tats�chlich rauswarfen und seinen Zauberstab entzweibrachen? Was sollte er dann machen, wohin sollte er gehen? Jetzt, da er die andere Welt kannte, die Welt, in die er wirklich geh�rte, konnte er nicht einfach so bei den Dursleys weiterleben. Konnte er vielleicht in Sirius' Haus ziehen, wie Sirius es ihm vor einem Jahr vorgeschlagen hatte, bevor ihn das Ministerium zur Flucht gezwungen hatte? W�rde man Harry gestatten, dort allein zu leben, obwohl er doch immer noch minderj�hrig war? Oder w�rde man bald f�r ihn entscheiden, wohin er zu gehen h�tte? War seine Verletzung des Internationalen Geheimhaltungsabkommens so schwer gewesen, dass er in einer Zelle in Askaban landen w�rde? Immer wenn er daran dachte, glitt Harry unwillk�rlich vom Bett und ging erneut im Zimmer auf und ab.</p><p>Es war die vierte Nacht, seit Hedwig fort war, Harry lag wieder einmal stumpf und teilnahmslos auf dem Bett und starrte ersch�pft und mit vollkommen leerem Kopf an die Decke, als sein Onkel ins Zimmer trat. Harry drehte sich langsam zu ihm um. Onkel Vernon trug seinen besten Anzug und eine m�chtig blasierte Miene.</p><p>�Wir gehen aus�, sagte er.</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Wir - das hei�t deine Tante, Dudley und ich - wir gehen aus.�</p><p>�Sch�n�, sagte Harry dumpf und sah wieder zur Decke.</p><p>�Du bleibst in deinem Zimmer, w�hrend wir weg sind.�</p><p>�Okay.�</p><p>�Du r�hrst den Fernseher, die Stereoanlage und auch keine anderen Sachen von uns an.�</p><p>�Gut.�</p><p>�Du stiehlst kein Essen aus dem K�hlschrank.�</p><p>�Okay.�</p><p>�Ich schlie�e deine T�r ab.�</p><p>�Tu das.�</p><p>Onkel Vernon, offenbar argw�hnisch, weil Harry sich nicht wehrte, warf ihm einen b�sen Blick zu, dann stampfte er aus dem Zimmer und schloss die T�r hinter sich. Harry h�rte, wie sich der Schl�ssel im Schloss drehte und Onkel Vernon schweren Schrittes die Treppe hinunterging. Ein paar Minuten sp�ter h�rte er Autot�ren knallen, einen Motor aufbrummen und das unverwechselbare Ger�usch eines Autos, das aus der Einfahrt brauste.</p><p>Dass die Dursleys wegfuhren, k�mmerte Harry nicht sonderlich. Ihm war es gleichg�ltig, ob sie zu Hause waren oder nicht. Er brachte nicht einmal die Kraft auf, vom Bett aufzustehen und das Licht anzumachen. Im Zimmer wurde es allm�hlich dunkel, und er kg da und lauschte den n�chtlichen Ger�uschen, die durchs Fenster wehten, das er immer offen lie� in der sehnlichen Hoffnung, Hedwig w�rde endlich zur�ckkehren.</p><p>Das leere Haus knarzte um ihn her. Die Rohre gurgelten. Harry lag wie bet�ubt da, in Tr�bsal versunken, und dachte an nichts.</p><p>Dann, ganz deutlich, h�rte er unten in der K�che ein Klirren.</p><p>Schlagartig sa� er kerzengerade im Bett und lauschte angestrengt. Die Dursleys konnten noch nicht zur�ck sein, es war viel zu fr�h und au�erdem hatte er ihren Wagen nicht geh�rt.</p><p>F�r einige Sekunden trat Stille ein, dann vernahm er Stimmen.</p><p>Einbrecher, dachte er und glitt vom Bett - doch eine Sekunde sp�ter schoss ihm durch den Kopf, dass Einbrecher leise reden w�rden, und wer immer sich in der K�che herumtrieb, machte sich offenbar dar�ber keine Gedanken.</p><p>Er griff nach seinem Zauberstab auf dem Nachttisch, fixierte reglos die Zimmert�r und lauschte, so gut er konnte. Im n�chsten Moment zuckte er zusammen, als das Schloss laut klickte und seine T�r aufschwang.</p><p>Harry blieb starr stehen, sp�hte durch die offene T�r auf den dunklen oberen Treppenabsatz und horchte angespannt nach weiteren Ger�uschen, doch er h�rte nichts. Nach kurzem Z�gern huschte er ger�uschlos aus dem Zimmer zur Treppe hinaus.</p><p>Das Herz sprang ihm bis an die Kehle. Unten, im d�steren Flur, standen Leute.</p><p>Die Stra�enbeleuchtung, die durch die Glast�r schimmerte, lie� nur ihre Umrisse erkennen; acht oder neun waren es, und soweit er sehen konnte, blickten alle zu ihm hoch.</p><p>�Den Zauberstab runter, Junge, bevor du jemandem das Auge ausstichst�, sagte eine dunkle, knurrende Stimme.</p><p>Harrys Herz fing wild an zu klopfen. Er kannte diese Stimme, aber den Zauberstab lie� er nicht sinken.</p><p>�Professor Moody?�, sagte er unsicher.</p><p>�Den �Professor� lass mal stecken�, knurrte die Stimme, �bin nie gro� zum Unterrichten gekommen, oder? Nun aber runter hier, wir wollen dich richtig sehen.�</p><p>Harry lie� den Zauberstab ein wenig sinken, hielt ihn aber weiter fest umklammert und r�hrte sich auch nicht. Er hatte allen Grund, misstrauisch zu sein. Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte er neun Monate in der vermeintlichen Gesellschaft von Mad-Eye Moody verbracht, um schlie�lich festzustellen, dass es �berhaupt nicht Moody gewesen war, sondern ein Doppelg�nger; ein Doppelg�nger �berdies, der Harry hatte t�ten wollen, bevor er enttarnt wurde.</p><p>Doch ehe Harry wusste, was er als N�chstes tun sollte, schwebte eine zweite, ein wenig heisere Stimme treppauf.</p><p>�Schon in Ordnung, Harry. Wir sind hier, um dich abzuholen.�</p><p>Harrys Herz machte einen Satz. Auch diese Stimme kannte er, obwohl er sie seit �ber einem Jahr nicht mehr geh�rt hatte.</p><p>�P-Professor Lupin?�, sagte er ungl�ubig. �Sind Sie das?�</p><p>�Warum stehen wir alle im Dunkeln rum?�, sagte eine dritte Stimme, diesmal eine g�nzlich unvertraute, die einer Frau. <emphasis>�Lumos.�</emphasis></p><p>Die Spitze eines Zauberstabs flammte auf und tauchte den Flur in magisches Licht. Harry blinzelte. Die Leute unten standen dicht beieinander am Fu� der Treppe und sp�hten gebannt zu ihm hoch, manche reckten den Kopf, um ihn besser zu sehen.</p><p>Remus Lupin stand ihm am n�chsten. Er sah immer noch recht jung aus, wirkte aber m�de und angeschlagen; seit Harry sich das letzte Mal von ihm verabschiedet hatte, hatte er noch mehr graue Haare bekommen, sein Umhang hatte einige zus�tzliche Flicken und war sch�biger denn je. Dennoch l�chelte er Harry breit an, und Harry versuchte, so erschrocken er auch war, das L�cheln zu erwidern.</p><p>�Oooh, er sieht genau so aus, wie ich ihn mir vorgestellt hab�, sagte die Hexe, die den leuchtenden Zauberstab emporhielt. Sie schien die J�ngste dort unten zu sein und hatte ein blasses, herzf�rmiges Gesicht, dunkle, funkelnde Augen und kurzes Stachelhaar in wildem Violett. �Sch�n, dich zu sehen, Harry!�</p><p>�Ja, jetzt versteh ich, was du meinst, Remus�, sagte ein kahlk�pfiger schwarzer Zauberer, der ganz hinten stand - er hatte eine tiefe, bed�chtige Stimme und trug einen goldenen Ring im Ohr - �er sieht genau wie James aus.�</p><p>�Nur die Augen nicht�, sagte ein silberhaariger Zauberer mit pfeifender Stimme. �Lilys Augen.�</p><p>Mad-Eye Moody hatte langes grau meliertes Haar und an seiner Nase fehlte ein gro�es St�ck; mit seinen ungleichen Augen schielte er Harry argw�hnisch an.</p><p>Das eine Auge war klein, dunkel und perlschimmernd, das andere gro�, rund und strahlend blau - es war das magische Auge, das durch W�nde, T�ren und in Moodys eigenen Kopf hineinsehen konnte.</p><p>�Bist du ganz sicher, dass er's ist, Lupin?�, knurrte er. �War doch 'ne sch�ne Bescherung, wenn wir 'nen Todesser mitbringen w�rden, der seine Gestalt angenommen hat. Wir sollten ihn was fragen, das nur der echte Potter wissen kann. Oder hat jemand zuf�llig Veritaserum dabei?�</p><p>�Harry, welche Gestalt nimmt dein Patronus an?�, fragte Lupin.</p><p>�Die von einem Hirsch�, sagte Harry nerv�s.</p><p>�Er ist es, Mad-Eye�, sagte Lupin.</p><p>W�hrend er deutlich sp�rte, dass er immer noch von allen angestarrt wurde, stieg Harry die Treppe hinunter und schob unterwegs den Zauberstab in die hintere Tasche seiner Jeans.</p><p>�Steck den Zauberstab nicht da rein, Junge�, donnerte Moody. �Was, wenn er losgeht? Gab schon bessere Zauberer als dich, die 'ne Pobacke verloren haben, sag ich dir!�</p><p>�Wen kennst du, der 'ne Pobacke verloren hat?�, fragte die Frau mit den violetten Haaren neugierig.</p><p>�Tut jetzt nichts zur Sache, der Zauberstab geh�rt jedenfalls nicht in die Hosentasche!�, knurrte Mad-Eye. �Die einfachsten Sicherheitsregeln, und keinen k�mmert's heutzutage mehr.� Er stampfte zur K�che hin�ber. �Und das hab ich auch gesehen�, setzte er s�uerlich hinzu, als die Frau die Augen verdrehte.</p><p>Lupin trat vor und sch�ttelte Harry die Hand.</p><p>�Wie geht's dir?�, fragte er und musterte ihn aufmerksam.</p><p>�G-gut...�</p><p>Harry konnte kaum glauben, dass dies wirklich geschah. Vier Wochen lang nichts, nicht die kleinste Andeutung eines Plans, ihn aus dem Ligusterweg zu holen, und pl� tzlich stand da eine ganze Horde Zauberer v�llig gelassen bei ihm im Haus, als w�re das alles schon lange so verabredet gewesen. Er musterte die Leute um Lupin fl�chtig; sie starrten ihn immer noch begierig an. Ihm wurde peinlich bewusst, dass er seit vier Tagen seine Haare nicht mehr gek�mmt hatte.</p><p>�Ich - ihr habt wirklich Gl�ck, dass die Dursleys nicht da sind ...�, murmelte er.</p><p>�Gl�ck, ha!�, sagte die Frau mit den violetten Haaren.</p><p>�Weggelockt hab ich sie. Hab ihnen per Muggelpost einen Brief geschickt, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass sie in der Endauswahl im Wettbewerb um den bestgepflegten Kleinstadtrasen Englands sind. Sie sind gerade auf dem Weg zur Preisverleihung ... oder glauben das wenigstens.�</p><p>Harry sah undeutlich Onkel Vernons Gesicht vor sich, in dem Moment, da diesem klar wurde, dass es keinen Wettbewerb um den bestgepflegten Kleinstadtrasen Englands gab.</p><empty-line/><p>�Wir gehen weg von hier, ja?�, fragte er. �Bald?�</p><p>�Jeden Moment�, sagte Lupin, �wir warten nur noch auf das Okay.�</p><p>�Wo gehen wir hin? Zum Fuchsbau?�, fragte Harry hoffnungsvoll.</p><p>�Nein, nicht zum Fuchsbau�, sagte Lupin und wies Harry in Richtung K�che; die kleine Schar Zauberer, die Harry noch immer neugierig be�ugte, folgte ihnen.</p><p>�Zu riskant. Wir haben das Hauptquartier an einem unaufsp�rbaren Ort aufgeschlagen. Das hat uns einige Zeit gekostet ...�</p><p>Mad-Eye Moody hockte inzwischen am K�chentisch und trank mit kr�ftigen Schlucken aus einem Flachmann, rollte sein Auge in alle Richtungen und begutachtete die vielen arbeitssparenden Ger�tschaften der Dursleys.</p><p>�Das ist Alastor Moody, Harry�, sagte Lupin und wies auf Moody.</p><p>�Ja, wei� ich�, sagte Harry unangenehm ber�hrt. Es mutete ihn seltsam an, jemandem vorgestellt zu werden, den er ein Jahr lang zu kennen geglaubt hatte.</p><p>�Und das ist Nymphadora -�</p><p>�Nenn mich nicht Nymphadora, Remus�, sagte die junge Hexe schaudernd,</p><p>�nur Tonks.�</p><p>�Nymphadora Tonks, die lieber nur bei ihrem Nachnamen genannt sein will�, schloss Lupin.</p><p>�Das war dir auch lieber, wenn deine N�rrin von Mutter dich <emphasis>Nymphadora</emphasis> getauft h�tte�, murmelte Tonks.</p><p>�Und das ist Kingsley Shacklebolt.� Er deutete auf den gro�en schwarzen Zauberer, der sich verbeugte. �Elphias Doge.� Der Zauberer mit der pfeifenden Stimme nickte. �D�dalus Diggel -�</p><p>�Wir kennen uns schon�, quiekte der quirlige Dig gel und der violette Zylinder fiel ihm vom Kopf.</p><p>�Emmeline Vance.� Eine st�mmig wirkende Hexe mit smaragdgr�nem Schal verneigte sich. �Sturgis Podmore.� Ein Zauberer mit kantigem Unterkiefer und dichtem strohblondem Haar zwinkerte. �Und Hestia Jones.� Eine schwarzhaarige Hexe mit rosa Wangen, die neben dem Toaster stand, winkte her�ber.</p><p>Harry nickte allen, wie sie der Reihe nach vorgestellt wurden, verlegen zu. Er w�nschte, sie w�rden jemand anderen ansehen - ihm war zumute, als w�re er pl�tzlich auf eine B�hne geschoben worden. Au�erdem fragte er sich, warum so viele von ihnen hier waren.</p><p>�Es haben sich �berraschend viele freiwillig gemeldet, um dich abzuholen�, sagte Lupin, als h�tte er Harrys Gedanken gelesen; seine Mundwinkel zuckten leicht.</p><p>�Tja, je mehr, desto besser�, sagte Moody finster. �Wir sind deine Leibgarde, Potter.�</p><p>�Wir warten nur noch auf das Signal, dass es sicher ist, aufzubrechen�, sagte Lupin und warf einen Blick aus dem K�chenfenster. �Wir haben noch etwa f�nfzehn Minuten.�</p><p>�Sehr reinlic h, nicht wahr, diese Muggel?�, sagte die Hexe namens Tonks, die sich mit gro�em Interesse in der K�che umsah. �Mein Dad ist ein Muggelst�mmiger und er ist 'ne richtige alte Pottsau. Ist wohl ganz unterschiedlich, genau wie bei Zauberern?�</p><p>��hm - ja�, sagte Harry. �H�ren Sie -�, er wandte sich wieder an Lupin, �was ist eigentlich los, mir hat keiner was gesagt, was macht Vol-?�</p><p>Ein paar Hexen und Zauberer stie�en merkw�rdige Zischger�usche aus; D�dalus Diggel fiel wieder der Zylinder herunter und Moody knurrte: �Sei still!�</p><p>�Was?�, sagte Harry.</p><p>�Hier wird nichts beredet, das ist zu riskant�, sagte Moody und drehte sein normales Auge Harry zu. Sein magisches Auge war auf die Decke gerichtet.</p><p>�Verfluchtes Ding�, f�gte er zornig hinzu und fuhr mit der Hand an das Auge,</p><p>�bleibt dauernd stecken - seit dieser Schweinehund es getragen hat.�</p><p>Und mit einem widerlichen Glucksger�usch, ganz �hnlich dem eines St�psels, der aus dem Waschbecken gezogen wird, quetschte er sein Auge heraus.</p><p>�Mad-Eye, du wei�t, dass das eklig ist, ja?�, sagte Tonks nachsichtig.</p><p>�Hol mir doch mal ein Glas Wasser, Harry�, verlangte Moody.</p><p>Harry ging hin�ber zum Geschirrsp�ler, nahm ein sauberes Glas heraus und f�llte es am K�chenbecken mit Wasser, immer noch neugierig beobachtet von der Zaubererschar. Ihr dauerndes Starren ging ihm allm�hlich auf die Nerven.</p><p>�Danke�, sagte Moody, als Harry ihm das Glas reichte. Er lie� den magischen Augapfel ins Wasser fallen und stupste ihn auf und ab; das Auge wirbelte umher und starrte sie alle der Reihe nach an. �Auf der R�ckreise will ich dreihundertsechzig Grad Sicht haben.�</p><p>�Wie kommen wir hin - wohin auch immer?�, fragte Harry.</p><p>�Besen�, sagte Lupin. �Geht nicht anders. Du bist zu jung zum Apparieren, die werden das Flohnetzwerk �berwachen, und wir w�ren lebensm�de, wenn wir einen nicht genehmigten Portschl�ssel aufbauen w�rden.�</p><p>�Remus meint, du kannst gut fliegen�, sagte Kingsley Shacklebolt mit seiner tiefen Stimme.</p><p>�Blendend�, warf Lupin ein und sah auf die Uhr. �Jedenfalls gehst du jetzt besser und packst deine Sachen, Harry, wir wollen startbereit sein, wenn das Signal kommt.�</p><p>�Ich komm mit und helf dir�, sagte Tonks und strahlte.</p><p>Sie folgte Harry hinaus auf den Flur und die Treppe hoch und sah sich neugierig und interessiert um.</p><p>�Komisches Haus�, sagte sie. �Ein bisschen zu sauber, wenn du mich fragst. Bisschen unnat�rlich. Oh, das ist besser�, f�gte sie hinzu, als sie Harrys Zimmer betraten und er das Licht anmachte.</p><p>Sein Zimmer war tats�chlich viel unordentlicher als das �brige Haus. Vier Tage war er schlecht gelaunt eingesperrt gewesen und hatte sich nicht die M�he gemacht aufzur�umen. Die meisten B�cher, die er besa�, lagen auf dem Boden verstreut, �berall dort, wo er versucht hatte, sich mit einem nach dem anderen abzulenken, und sie dann beiseite geworfen hatte; Hedwigs K�fig fing an zu muffeln und musste geputzt werden; sein Koffer lag offen da und um ihn herum ein Sammelsurium von Muggelklamotten und Zaubererumh�ngen, die er auf den Boden geschmissen hatte.</p><p>Harry fing an, seine B�cher aufzulesen und sie hastig in den Koffer zu werfen.</p><p>Tonks hielt am offenen Schrank inne und betrachtete sich kritisch im Spiegel an der Innenseite der T�r.</p><p>�Ehrlich gesagt, ich glaub nicht, dass Violett wirklich zu mir passt�, sagte sie nachdenklich und zupfte an einem B�schel Stachelhaar. �Findest du nicht, ich seh damit 'n bisschen ungesund aus?�</p><p>��hm -�, sagte Harry und blickte �ber den Rand von <emphasis>Quidditch-Mannschaften Britanniens und Irlands </emphasis>zu ihr hoch.</p><p>�Ja, eindeutig�, sagte Tonks bestimmt. Sie kniff die Augen mit angestrengter Miene zusammen, als versuchte sie sich m�hsam an etwas zu erinnern. Eine Sekunde sp�ter war ihr Haar bonbonrosa.</p><p>�Wie haben Sie das gemacht?�, fragte Harry und starrte sie mit offenem Mund an, w�hrend sie die Augen wieder �ffnete.</p><p>�Ich bin ein Metamorphmagus�, sagte sie, warf einen Blick zur�ck auf ihr Spiegelbild und drehte den Kopf so, dass sie ihr Haar von allen Seiten sehen konnte. �Das hei�t, ich kann meine Erscheinung allein mit meinem Willen ver�ndern�, f�gte sie hinzu, als sie Harrys verdutzte Miene im Spiegel hinter sich bemerkte. �Bin schon so geboren. Bei der Aurorenschulung habe ich Spitzennoten in Tarnung und Maskierung gekriegt, ohne dass ich �berhaupt daf�r gelernt hab, das war toll.�</p><p>�Sie sind ein Auror?�, fragte Harry beeindruckt. Ein J�ger schwarzer Magier zu werden war bisher das Einzige, was er sich f�r die Zeit nach Hogwarts vorgestellt hatte.</p><p>�Jaah�, sagte Tonks stolz. �Kingsley auch, er ist allerdings ein wenig rangh�her als ich. Ich hab erst vor einem Jahr den Abschluss gemacht. Bin in Verheimlichen und Aufsp�ren fast durchgerasselt. Ich bin so was von schusselig.</p><p>Hast du geh�rt, wie ich den Teller runtergeschmissen hab, als wir unten ankamen?�</p><p>�Metamorphmagus - kann man das lernen?�, fragte Harry und richtete sich auf, das Kofferpacken hatte er schon v�llig vergessen.</p><p>Tonks gluckste.</p><p>�Wette, du w�rdest diese Narbe gelegentlich gern mal verstecken, was?�</p><p>Ihr Blick fiel auf die blitzf�rmige Narbe auf Harrys Stirn.</p><p>�Nein, das w�rde ich nicht�, murmelte Harry und wandte sich ab. Er mochte es nicht, wenn die Leute seine Narbe anstarrten.</p><p>�Naja, du wirst es auf die harte Tour lernen m�ssen, f�rchte ich�, sagte Tonks.</p><p>�Metamorphmagi sind ziemlich selten, sie werden als solche geboren und nicht dazu ausgebildet. Die meisten von uns brauchen ihren Zauberstab oder Zaubertr�nke, um ihre Erscheinung zu �ndern. Aber wir m�ssen uns beeilen, Harry, wir sollten eigentlich packen�, f�gte sie mit schuldbewusster Miene hinzu und lie� den Blick �ber das Sammelsurium am Boden schweifen.</p><p>�Oh - ja�, sagte Harry und griff hastig nach ein paar B�chern.</p><p>�Bl�dsinn, es geht viel schneller, wenn ich - <emphasis>packe!�, </emphasis>rief Tonks und schwenkte ihren Zauberstab mit einer ausladenden, schwebenden Bewegung �ber den Boden.</p><p>B�cher, Kleider, Teleskop und Waage schossen in die Luft und flogen in den Koffer, durcheinander wie Kraut und R�ben.</p><p>�Das ist nicht besonders ordentlich�, sagte Tonks, ging hin�ber und blickte hinab auf das Durcheinander im Koffer. �Meine Mutter hat den Dreh raus, wie sich die Klamotten tipptopp von alleine ordnen - die bringt sogar die Socken dazu, sich selbst zu falten - aber ich hab nie rausgekriegt, wie sie's schafft - muss irgendwie locker aus dem Handgelenk kommen -� Hoffnungsvoll schnippte sie mit ihrem Zauberstab.</p><p>Einer von Harrys Socken schw�nzelte schw�chlich und flappte dann wieder auf den kunterbunten Haufen im Koffer zur�ck.</p><empty-line/><p>�Na gut�, sagte Tonks und schlug den Kofferdeckel zu, �wenigstens ist alles drin. Der da k�nnte auch ein wenig Reinemachen vertragen.� Sie richtete den Zauberstab auf Hedwigs K�fig. <emphasis>�Ratzeputz.� </emphasis>Ein paar Federn und ein wenig Mist verschwanden. �Na, immerhin ein bisschen besser - ich hab mich mit diesen Haushaltszaubern nie richtig anfreunden k�nnen. Sch�n - hast du alles? Kessel? Besen? Aber hallo - ein <emphasis>Feuerblitz?�</emphasis></p><p>Ihre Augen weiteten sich, als ihr Blick auf den Besen in Harrys rechter Hand fiel. Er war sein ganzer Stolz, ein Geschenk von Sirius, ein Besen von internationalem Standard.</p><p>�Und ich flieg immer noch einen Komet Zwei-Sechzig�, sagte Tonks neidisch. �Naja ... Zauberstab noch in der Jeans? Beide Pobacken noch dran?</p><p>Okay, gehen wir. <emphasis>Locomotor Koffer.�</emphasis></p><p>Harrys Koffer hob sich einige Zentimeter in die Luft. Tonks trug Hedwigs K�fig in der Linken, in der Rechten hielt sie den Zauberstab wie einen Taktstock und lie� den Koffer voraus durch das Zimmer und zur T�r hinaus schweben.</p><p>Harry trug seinen Besen und folgte ihr die Treppe hinunter.</p><p>In der K�che hatte Moody inzwischen sein Auge wieder eingesetzt, und nach der Reinigung rotierte es so schnell, dass Harry vom Zusehen schlecht wurde.</p><p>Kingsley Shacklebolt und Sturgis Podmore untersuchten die Mikrowelle, und Hestia Jones lachte �ber einen Kartoffelsch�ler, auf den sie beim St�bern in den Schubladen gesto�en war. Lupin versiegelte einen an die Dursleys adressierten Brief.</p><p>�Bestens�, sagte Lupin und blickte auf, als Tonks und Harry eintraten. �Wir haben noch ungef�hr eine Minute, denke ich. Vielleicht sollten wir raus in den Garten, damit wir bereit sind. Harry, ich lass einen Brief an Tante und Onkel hier, damit sie sich keine Sorgen -�</p><p>�Tun die sowieso nicht�, sagte Harry.</p><p>�- dass du in Sicherheit bist -�</p><p>�Das deprimiert sie nur.�</p><p>�- und dass du sie n�chsten Sommer wieder besuchst.�</p><p>�Muss das sein?�</p><p>Lupin l�chelte, antwortete aber nicht.</p><p>�Komm her, Junge�, sagte Moody ruppig und winkte Harry mit dem Zauberstab zu sich. �Ich muss dich desillusionieren.�</p><p>�Sie m�ssen was?�, sagte Harry nerv�s.</p><empty-line/><p>�Desillusionierungszauber�, sagte Moody und hob den Zauberstab. �Lupin meint, du hast einen Tarnumhang, aber der flattert weg, w�hrend wir fliegen; das hier verbirgt dich besser. Los geht's -�</p><p>Er klopfte ihm hart auf den Kopf, und Harry hatte das komische Gef�hl, als h�tte Moody gerade ein Ei darauf aufgeschlagen; von dort, wo der Zauberstab ihn getroffen hatte, schienen kalte Tropfen seinen K�rper hinunterzurinnen.</p><p>�Der kam gut, Mad-Eye�, sagte Tonks anerkennend und starrte auf Harrys Brustkorb.</p><p>Harry blickte an seinem K�rper hinab, oder vielmehr an seinem ehemaligen K�rper, denn er sah nicht mehr aus wie der seine. Er war nicht unsichtbar; er hatte schlicht und einfach die gleiche Farbe und Maserung wie der K�chenschrank hinter ihm angenommen. Er schien ein menschliches Cham�leon geworden zu sein.</p><p>�Komm�, sagte Moody und entriegelte die Hintert�r mit seinem Zauberstab.</p><p>Sie traten alle nach drau�en auf Onkel Vernons wundersch�n gepflegten Rasen.</p><p>�Klare Nacht�, brummte Moody und suchte den Himmel mit seinem magischen Auge ab. �Ein paar mehr Wolken als Deckung w�r'n nicht schlecht gewesen. Jetzt h�r mal�, blaffte er Harry an, �wir fliegen in enger Formation.</p><p>Tonks fliegt direkt vor dir, bleib dicht an ihrem Schweif. Lupin deckt dich von unten. Ich bin hinter dir. Die andern umkreisen uns. Wir bleiben um jeden Preis zusammen, verstanden? Wenn einer von uns get�tet wird -�</p><p>�Kann das passieren?�, fragte Harry besorgt, doch Moody �berh�rte ihn.</p><p>�- fliegen die andern weiter, stoppen nicht, bleiben in Formation. Wenn sie uns alle ausknipsen und du �berlebst, Harry, steht die Nachhut bereit und �bernimmt; flieg weiter Richtung Osten, dort werden sie dich in Empfang nehmen.�</p><p>�Nur nicht so gut gelaunt, Mad-Eye, er wird noch denken, wir nehmen das nicht ernst�, sagte Tonks, w�hrend sie Harrys Koffer und Hedwigs K�fig in einem Geschirr festzurrte, das an ihrem Besen hing.</p><p>�Ich erkl�r dem Jungen nur den Plan�, grollte Moody. �Unser Job ist es, ihn sicher im Hauptquartier abzuliefern, und wenn wir bei dem Unternehmen sterben -�</p><p>�Niemand wird sterben�, sagte Kingsley Shacklebolt mit seiner tiefen, beruhigenden Stimme.</p><p>�Rauf auf die Besen, das ist das erste Signal!�, sagte Lupin scharf und deutete auf den Himmel.</p><empty-line/><p>Hoch, hoch �ber ihnen war ein roter Funkenschauer zwischen den Sternen aufgeflackert. Harry erkannte sofort, dass es Zauberstabfunken waren. Er schwang das rechte Bein �ber den Feuerblitz, packte ihn entschlossen am Stiel und sp�rte ihn ganz leicht vibrieren, als w�re er ebenso wild darauf wie Harry, wieder in der Luft zu sein.</p><p>�Zweites Signal, los geht's!�, sagte Lupin laut, als erneut hoch �ber ihnen Funken explodierten, diesmal waren es gr�ne.</p><p>Harry stie� sich kr�ftig vom Boden ab. Die k�hle Nachtluft rauschte ihm durchs Haar, die ordentlichen quadratischen G�rten des Ligusterwegs sanken in die Tiefe und schrumpften rasch zu einem Flickenteppich aus dunklen Gr�n- und Schwarzt�nen, und jeder Gedanke an die Anh�rung im Ministerium war weggewischt, als ob der Fahrtwind ihn aus seinem Kopf geblasen h�tte. Ihm war, als w�rde sein Herz vor Freude explodieren; er flog wieder, flog weg vom Ligusterweg, wie er es sich den ganzen Sommer �ber ertr�umt hatte, er war auf dem Weg nach Hause ... f�r ein paar gl�ckselige Momente schienen all seine Probleme nichtig geworden, bedeutungslos in diesem weiten, stern�bers�ten Himmel.</p><p>�Scharf links, scharf links, da schaut ein Muggel hoch!�, rief Moody hinter ihm. Tonks riss den Besen herum, und Harry folgte ihr, seinen Koffer im Blick, der unter ihrem Besen heftig hin und her schaukelte. �Wir m�ssen h�her ... noch 'ne Viertelmeile!�</p><p>Harrys Augen wurden feucht vor K�lte, als sie nach oben schnellten; in der Tiefe konnte er nun nichts mehr erkennen au�er den winzigen Stecknadellichtern der Autoscheinwerfer und Stra�enlaternen. Zwei dieser winzigen Lichter geh�rten vielleicht zu Onkel Vernons Wagen ... die Dursleys waren jetzt wohl auf der R�ckfahrt zu ihrem leeren Haus, w�tend wegen des angeblichen Rasenwettbewerbs ... und Harry lachte laut bei diesem Gedanken, auch wenn seine Stimme erstickt wurde vom Flattern der Umh�nge, vom Knarren der Gurte, die seinen Koffer und den K�fig hielten, und vom Pfeifen des Windes in seinen Ohren, w�hrend sie durch die Luft schossen. Seit einem Monat hatte er sich nicht mehr so lebendig gef�hlt und auch nicht so gl�cklich.</p><p>�S�dlich halten!�, rief Mad-Eye. �Stadt voraus!�</p><p>Sie schwenkten nach rechts, um nicht direkt �ber das glitzernde Spinnennetz aus Lichtern in der Tiefe zu fliegen.</p><p>�Nach S�dosten und h�her steigen, da ist eine niedrige Wolke voraus, in der wir verschwinden k�nnen!�, rief Moody.</p><p>�Wir fliegen nicht durch Wolken!�, rief Tonks erbost. �Da werden wir pitschnass, Mad-Eye!�</p><empty-line/><p>Harry war erle ichtert, das zu h�ren; seine H�nde am Stiel des Feuerblitzes wurden allm�hlich taub. H�tte er nur daran gedacht, einen Mantel anzuziehen; er fing an zu zittern.</p><p>Immer wieder �nderten sie nach Mad-Eyes Anweisungen ihren Kurs. Harry kniff im eisigen Windzug, der ihm allm�hlich auch in den Ohren schmerzte, die Augen zu. Nur einmal, erinnerte er sich, war ihm auf dem Besen so kalt gewesen, w�hrend des Quidditch-Spiels gegen Hufflepuff in seinem dritten Jahr, als es gest�rmt hatte. Seine Bewacher um ihn her kreisten unabl�ssig wie riesige Raubv�gel. Harry verlor allm�hlich jegliches Zeitgef�hl. Er fragte sich, wie lange sie geflogen waren, es musste mindestens eine Stunde gewesen sein.</p><p>�Nach S�dwest drehen!�, rief Moody. �Wir wollen die Autobahn umgehen!�</p><p>Harry war jetzt so durchgefroren, dass er sehns�chtig an die behaglichen, trockenen Innenr�ume der Autos dachte, die unten dahinstr�mten, und dann, noch sehns�chtiger, an das Reisen mit Flohpulver; es war vielleicht unbequem, in Kaminen umherzuwirbeln, aber in den Flammen war es wenigstens warm ...</p><p>Kingsley Shacklebolt schwirrte um ihn herum, sein kahler Sch�del und der Ohrring schimmerten schwach im Mondlicht ... jetzt war Emmeline Vance zu seiner Rechten, sie hielt den Zauberstab erhoben und wandte den Kopf nach rechts und links ... dann flog auch sie �ber ihn hinweg und Sturgis Podmore nahm ihre Position ein.</p><p>�Wir sollten ein St�ck zur�ckfliegen, nur um sicherzugehen, dass wir nicht verfolgt werden!�, rief Moody.</p><p>�BIST DU VERR�CKT, MAD-EYE?�, schrie Tonks von der Spitze her.</p><p>�Wir sind allesamt an den Besen festgefroren! Wenn wir andauernd vom Kurs abweichen, brauchen wir noch 'ne Woche! Au�erdem sind wir jetzt fast da!�</p><p>�Zeit zum Landeanflug!�, ert�nte Lupins Stimme. �Halt dich an Tonks, Harry!�</p><p>Harry folgte Tonks in die Tiefe. Sie flogen auf die gr��te Ansammlung von Lichtern zu, die er je gesehen hatte, eine riesige, unter ihm ausgebreitete, kreuz und quer verlaufende Masse aus glitzernden Gittern und Linien, gesprenkelt mit Flecken aus tiefstem Schwarz. Tiefer und tiefer sanken sie, bis Harry einzelne Scheinwerfer und Stra�enlaternen, Kamine und Fernsehantennen sehen konnte.</p><p>Es verlangte ihn heftig, wieder auf dem Boden zu sein, doch war er sich sicher, dass jemand ihn vom Besen loseisen musste.</p><p>�Na endlich!�, rief Tonks und ein paar Sekunden sp�ter war sie gelandet.</p><p>Harry setzte gleich hinter ihr auf einem ungepflegten Flecken Gras in der Mitte eines kleinen Platzes auf. Tonks schnallte bereits seinen Koffer los. Zitternd blickte Harry sich um. Die schmutzigen Fassaden der H�user rundum wirkten nicht gerade einladend; manche hatten zerbrochene Fensterscheiben, die im Licht der Stra�enlaternen stumpf schimmerten, von vielen T�ren bl�tterte die Farbe und neben etlichen Vortreppen lagen Abfallhaufen.</p><p>�Wo sind wir?�, fragte Harry, doch Lupin sagte leise: �Moment noch.�</p><p>Moody st�berte in seinem Mantel, seine knorrigen H�nde waren klamm vor K�lte.</p><p>�Hab es�, murmelte er, hob etwas empor, das aussah wie ein silbernes Feuerzeug, und lie� es klicken.</p><p>Mit einem <emphasis>Plopp </emphasis>ging die n�chstgelegene Stra�enlaterne aus. Wieder klickte er mit dem Entleuchter; eine weitere Laterne erlosch; er klickte weiter, bis alle Lampen am Platz gel�scht waren und das einzig verbliebene Licht aus Fenstern mit zugezogenen Vorh�ngen und von der Mondsic hel am Himmel stammte.</p><p>�Hab ich mir von Dumbledore geborgt�, knurrte Moody und steckte den Ausschalter ein. �Damit wir keine Probleme mit Muggeln haben, die vielleicht aus dem Fenster gucken, kapiert? Jetzt kommt, rasch.�</p><p>Er nahm Harry am Arm und f�hrte ihn von dem Grasfleck weg, �ber die Stra�e und auf den Gehweg; Lupin und Tonks, die zwischen sich Harrys Koffer trugen, folgten ihnen, und der Rest der Leibgarde flankierte sie, die Zauberst�be im Anschlag.</p><p>Das dumpfe Wummern einer Musikanlage drang aus dem oberen Fenster des n�chsten Hauses. Bei�ender Gestank nach faulendem Abfall stieg aus den �berquellenden M�lleimern gleich hinter dem kaputten Tor.</p><p>�Hier�, murmelte Moody, hielt Harrys desillusionierter Hand ein Pergamentblatt entgegen und beleuchtete die Schrift mit der entflammten Spitze seines Zauberstabs. �Rasch lesen und einpr�gen.�</p><p>Harry blickte auf das Blatt. Die enge Handschrift kam ihm vage bekannt vor.</p><p>Die Worte lauteten:</p><p><emphasis>Das Hauptquartier des Ph�nixordens befindet sich am Grimmauldplatz Nummer zw�lf, London. </emphasis></p><empty-line/><empty-line/></section><section><title><p>Grimmauldplatz Nummer zw�lf</p></title><p>�Was ist der Ph�nixor-?�, fing Harry an.</p><p>�Nicht hier, Junge!�, knurrte Moody. �Warte, bis wir drin sind!�</p><p>Er riss Harry das Pergament aus der Hand und setzte es mit der Spitze seines Zauberstabs in Brand. W�hrend es in Flammen aufging, kringelte es sich ein und schwebte zu Boden. Harry drehte sich wieder zur H�userfront um. Sie standen vor Nummer elf; er blickte nach links und sah Nummer zehn; zur Rechten allerdings war Nummer dreizehn.</p><p>�Aber wo ist -?�</p><p>�Denk an das, was du dir gerade eingepr�gt hast�, sagte Lupin leise.</p><p>Harry lie� sich Wort f�r Wort durch den Kopf gehen, und kaum war er zu Grimmauldplatz Nummer zw�lf gelangt, erschien aus dem Nichts zwischen Nummer elf und Nummer dreizehn eine ramponierte T�r, rasch gefolgt von dreckigen Mauern und schmierigen Fenstern. Es war, als h�tte sich ein zus�tzliches Haus aufgeblasen und die beiden H�user an seinen Seiten weggeschoben. Harry starrte es mit offenem Mund an. Die Musik in Nummer elf wummerte weiter. Offenbar hatten die Muggel dort drin �berhaupt nichts mitbekommen.</p><p>�Los, beeil dich�, knurrte Moody und stupste Harry in den R�cken.</p><p>Harry stieg die abgenutzten Steinstufen hinauf und starrte auf die T�r, die eben Gestalt angenommen hatte. Ihr schwarzer Anstrich war verblichen und zerkratzt. Der silberne T�rklopfer hatte die Form einer gewundenen Schlange.</p><p>Ein Schl�sselloch oder einen Briefkasten gab es nicht.</p><p>Lupin z�ckte seinen Zauberstab und pochte einmal gegen die T�r. Harry h�rte viele laute, metallische Klickger�usche und etwas, das wie das Rasseln einer Kette klang. Knarrend �ffnete sich die T�r.</p><p>�Schnell da rein, Harry�, fl�sterte Lupin, �aber geh drinnen nicht weit und r�hr nichts an.�</p><p>Harry trat �ber die Schwelle in die fast vollkommene Dunkelheit der Eingangshalle. Er konnte Feuchtigkeit, Staub und einen s��lichen Modergeruch wahrnehmen; ihm war, als bef�nde er sich in einem zerfallenen Geb�ude. Harry blickte �ber die Schulter und sah seine Begleiter nacheinander hereinkommen, Lupin und Tonks trugen seinen Koffer und Hedwigs K�fig. Moody stand oben auf der Vortreppe und lie� die Lichtb�lle frei, die der Ausschalter den Stra�enlaternen gestohlen hatte; sie flogen zu ihren Gl�hbirnen zur�ck und schon lag wieder das orange Schimmern �ber dem Platz. Moody humpelte herein, schloss die T�r und die Dunkelheit in der Halle war nun vollkommen.</p><p>�Hier -�</p><p>Er klopfte Harry mit dem Zauberstab fest auf den Kopf; diesmal hatte Harry das Gef�hl, als w�rde etwas Hei�es seinen R�cken hinabtr�pfeln, und er wusste, dass der Desillusionierungszauber nun aufgehoben war.</p><p>�Niemand r�hrt sich, bis ich uns ein wenig Licht hier drin verschafft hab�, fl�sterte Moody.</p><p>Die verhaltenen Stimmen der anderen gaben Harry ein seltsames Gef�hl dunkler Vorahnung; es war, als h�tten sie eben das Haus eines Sterbenden betreten. Er h�rte ein leises Zischen, dann entflammten altmodische Gaslaternen unter spotzenden Ger�uschen entlang den W�nden. Sie warfen ein flackerndes, sp�rliches Licht �ber die sich absch�lenden Tapeten und den verschlissenen Teppich einer langen, d�steren Eingangshalle, an deren Decke ein von Spinnweben �berzogener Kronleuchter glomm und an deren W�nden schiefe, altersgeschw�rzte Portr�ts hingen. Harry h�rte hinter der Fu�leiste etwas davonrascheln. Der Kronleuchter und auch der Kandelaber auf einem wackligen Tisch in der N�he hatten die Gestalt von Schlangen.</p><p>Hastige Schritte waren zu h�ren, und Rons Mutter, Mrs. Weasley, erschien in einer T�r am anderen Ende der Halle. Sie eilte auf sie zu und hie� sie strahlend willkommen, und doch fiel Harry auf, dass sie merklich d�nner und blasser geworden war, seitdem er sie das letzte Mal gesehen hatte.</p><p>�Oh, Harry, wie sch�n dich zu sehen!�, fl�sterte sie und zog ihn in eine Umarmung, die ihm fast die Rippen brach, bevor sie ihn auf Armesl�nge von sich hielt und ihn kritisch musterte. �Du siehst schmal aus; wir m�ssen dich ein wenig aufp�ppeln, aber ich f�rchte, du musst ein bisschen warten, bis es Abendessen gibt.�</p><p>An die Zaubererschar hinter ihm gewandt, fl�sterte sie eindringlich: �Er ist gerade angekommen, die Versammlung hat begonnen.�</p><p>Die Zauberer in Harrys R�cken tuschelten neugierig und aufgeregt und eilten einer nach dem anderen an ihm vorbei auf die T�r zu, durch die Mrs. Weasley eben gekommen war. Harry wollte gerade Lupin folgen, als Mrs. Weasley ihn zur�ckhielt.</p><p>�Nein, Harry, die Versammlung ist nur f�r Mitglieder des Ordens. Ron und Hermine sind oben, du kannst mit ihnen gemeinsam warten, bis die Versammlung zu Ende ist, dann gibt es Abendessen. Und sei leise, wenn du in der Halle bist�, f�gte sie eindringlich hinzu.</p><empty-line/><p>�Warum?�</p><p>�Ich will nicht, dass jemand aufwacht.�</p><p>�Was haben Sie -?�</p><p>�Erkl�r ich dir sp�ter, ich muss mich beeilen, weil ich auch zur Versammlung muss - ich zeig dir nur rasch, wo du schl�fst.�</p><p>Sie legte einen Finger an die Lippen und f�hrte Harry auf Zehenspitzen an einem Paar langer, mottenzerfressener Vorh�nge vorbei, hinter denen Harry eine weitere T�r vermutete, und nachdem sie einen gro�en Schirmst�nder umrundet hatten, der aussah, als w�re er aus einem abgetrennten Trollbein gefertigt, stiegen sie die dunkle Treppe empor, vorbei an einer Reihe von Schrumpfk�pfen, die auf Tafeln an der Wand befestigt waren. Bei n�herem Hinsehen stellte Harry fest, dass es die K�pfe von Hauselfen waren. Alle hatten die gleiche, ziemlich schnauzen�hnliche Nase.</p><p>Mit jeder neuen Stufe wuchs Harrys Verwirrung. Was um alles in der Welt taten sie in einem Haus, das aussah, als w�rde es dem schw�rzesten aller Magier geh�ren?</p><p>�Mrs. Weasley, warum -?�</p><p>�Ron und Hermine werden dir alles erkl�ren, mein Lieber, ich muss mich wirklich sputen�, fl�sterte Mrs. Weasley zerstreut. �Hier -�, sie hatten den zweiten Treppenabsatz erreicht, �- die rechte T�r ist deine. Ich ruf dich, wenn wir fertig sind.�</p><p>Und sie eilte die Treppe wieder hinunter.</p><p>Harry �berquerte den sch�bigen Treppenabsatz, drehte den Knauf an der Schlafzimmert�r, der wie ein Schlangenkopf geformt war, und �ffnete die T�r.</p><p>Er erhaschte einen kurzen Blick auf ein hohes, d�steres Zimmer mit zwei Betten; dann h�rte er ein lautes Zwitschern, gefolgt von einem noch lauteren Schrei, und schlie�lich raubte ihm eine Riesenmenge sehr buschiger Haare vollkommen die Sicht. Hermine hatte sich auf ihn gest�rzt und ihn so heftig umarmt, dass es ihn fast zu Boden geworfen h�tte, w�hrend Rons kleine Eule, Pigwidgeon, fortw�hrend aufgeregt um ihre K�pfe flatterte.</p><p>�HARRY! Ron, er ist da, Harry ist da! Wir haben dich nicht kommen h�ren! Oh, wie geht es dir? Alles in Ordnung mit dir? Warst du sauer auf uns? Bestimmt, unsere Briefe waren nutzlos - aber wir konnten dir nichts erz�hlen. Dumbledore hat uns schw�ren lassen, dass wir schweigen, oh, wir haben dir so viel zu erz�hlen, und du musst uns auch einiges erz�hlen - die Dementoren! Als wir das erfahren haben -und von dieser Anh�rung im Ministerium - das ist einfach emp�rend, ich hab alles nachgeschlagen, die k�nnen dich nicht rauswerfen, das k�nnen sie einfach nicht, es gibt im Er-lass zur Vernunftgem��en Beschr�nkung der Zauberei Minderj�hriger n�mlich eine Ausnahmeregelung f�r den Fall lebensbedrohlicher Situationen -�</p><p>�Lass ihn doch mal zu Puste kommen, Hermine�, sagte Ron grinsend und schloss die T�r hinter Harry. Er schien in dem Monat, in dem sie getrennt gewesen waren, um einige Zentimeter gewachsen zu sein und wirkte noch gr��er und schlaksiger, aber die lange Nase, das leuchtend rote Haar und die Sommersprossen waren unver�ndert.</p><p>Hermine strahlte unentwegt und lie� von Harry ab, doch bevor sie noch ein weiteres Wort sagen konnte, war ein leises Rauschen zu h�ren, und etwas Wei�es schoss von einem dunklen Schrank herab und landete sanft auf Harrys Schulter.</p><p>�Hedwig!�</p><p>Die Schneeeule klackerte mit dem Schnabel und knabberte z�rtlich an seinem Ohr, w�hrend Harry ihr das Gefieder streichelte.</p><p>�Die war vielleicht seltsam drauf�, sagte Ron. �Hat uns bald totgepickt, als sie deine letzten Briefe gebracht hat, sieh dir das mal an -�</p><p>Er hielt Harry den Zeigefinger seiner rechten Hand hin, der einen halb verheilten, aber offenbar tiefen Schnitt aufwies.</p><p>�Oh�, sagte Harry. �Das tut mir Leid, aber ich wollte Antworten haben, versteht ihr -�</p><p>�Die wollten wir dir auch geben, Mann�, sagte Ron. �Hermine war fast ausgetickt, dauernd hat sie gesagt, du w�rdest 'ne Dummheit machen, wenn du dort ganz allein festsitzt ohne Neuigkeiten, aber Dumbledore hat uns -�</p><p>�- schw�ren lassen, dass ihr mir nichts erz�hlt�, erg�nzte Harry. �Ja, das hat Hermine schon gesagt.�</p><p>Die warme Glut, die in ihm aufgeflammt war beim Anblick seiner beiden besten Freunde, verlosch in etwas Eisigem, das ihm durch den Magen str�mte.</p><p>Mit einem Mal - nachdem er sich einen geschlagenen Monat lang danach gesehnt hatte, sie zu treffen - hatte er das Gef�hl, es w�re ihm lieber, Ron und Hermine w�rden ihn allein lassen.</p><p>Eine gespannte Stille trat ein, w�hrend deren Harry Hedwig geistesabwesend streichelte und die beiden anderen nicht ansah.</p><p>�Er glaubte wohl, das war das Beste�, sagte Hermine ziemlich atemlos.</p><p>�Dumbledore, meine ich.�</p><p>�Ach so�, sagte Harry. Ihm fiel auf, dass auch ihre H�nde Spuren von Hedwigs Schnabel trugen, und er merkte, dass es ihm �berhaupt nicht Leid tat.</p><empty-line/><p>�Ich glaub, er dachte, du w�rst bei den Muggeln am sichersten aufgehoben -�, fing Ron an.</p><p>�Jaah?�, sagte Harry und hob die Augenbrauen. �Ist einer von euch diesen Sommer vielleicht von Dementoren angegriffen worden?�</p><p>�Na ja, nein - aber darum hat er dich ja st�ndig durch Leute vom Orden des Ph�nix beschatten lassen -�</p><p>Harry sp�rte, wie seine Eingeweide einen m�chtigen Satz machten, als ob er gerade eine Stufe treppab verpasst h�tte. Also hatten alle gewusst, dass er beschattet wurde, nur er nicht.</p><p>�Hat aber nicht besonders gut geklappt, oder?�, erwiderte Harry und hatte �u�erste M�he, seiner Stimme einen ruhigen Klang zu geben. �Hab mir dann doch selbst helfen m�ssen, was?�</p><p>�Er war so w�tend�, sagte Hermine mit beinah ehrf�rchtiger Stimme.</p><p>�Dumbledore. Wir haben ihn gesehen. Als er rausfand, dass Mundungus vor dem Ende seiner Schicht verschwunden war. Er hat einem Angst eingejagt.�</p><p>�Was soll's, ich bin froh, dass er abgehauen ist�, sagte Harry k�hl. �Wenn nicht, h�tte ich nicht gezaubert und Dumbledore h�tte mich vermutlich den ganzen Sommer �ber im Ligusterweg gelassen.�</p><p>�Machst du ... machst du dir keine Sorgen wegen der Anh�rung im Zaubereiministerium?�, sagte Hermine leise.</p><p>�Nein�, log Harry trotzig. Er entfernte sich ein paar Schritte von ihnen und sah sich um, w�hrend sich Hedwig zufrieden an seine Schulter schmiegte, aber dieses Zimmer konnte ihn schwerlich aufheitern. Es war feucht und dunkel. Ein leeres St�ck Leinwand, in einen verschn�rkelten Rahmen gespannt, war alles, was die Tristesse der W�nde, von denen die Tapeten herabhingen, ein wenig auflockerte, und als Harry daran vorbeiging, glaubte er jemanden zu h�ren, der sich kichernd davonstahl.</p><p>�Also, warum will Dumbledore mich eigentlich unbedingt im Unklaren lassen?�, fragte Harry, immer noch bem�ht, betont l�ssig zu sprechen. �Habt ihr - �hm - ihn zuf�llig mal gefragt?�</p><p>Er sah gerade noch rechtzeitig auf, um die beiden einen Blick tauschen zu sehen, der ihm sagte, dass er sich genau so auff�hrte, wie sie bef�rchtet hatten.</p><p>Das besserte seine Laune keineswegs.</p><p>�Wir haben Dumbledore gesagt, wir wollten dir erz�hlen, was abgeht�, sagte Ron. �Ehrlich, Mann. Aber er ist im Moment total besch�ftigt, wir haben ihn nur zweimal gesehen, seit wir hier sind, und er hat nicht viel Zeit gehabt, er hat uns nur schw�ren lassen, dir nichts Wichtiges mitzuteilen, wenn wir dir schreiben, er meinte, die Eulen w�rden vielleicht abgefangen.�</p><p>�Er h�tte mich trotzdem auf dem Laufenden halten k�nnen, wenn er gewollt h�tte�, sagte Harry knapp. �Ihr wollt mir doch nic ht weismachen, dass er keine Ahnung hat, wie man Botschaften ohne Eulen verschickt.�</p><p>Hermine warf Ron einen Blick zu und sagte: �Das hab ich mir auch gedacht. Aber er wollte nicht, dass du <emphasis>irgendwas </emphasis>erf�hrst.�</p><p>�Vielleicht denkt er, ich sei nicht vertrauensw�rdig�, meinte Harry und lie� sie nicht aus den Augen.</p><p>�Red keinen Stuss�, sagte Ron. Er wirkte tief beunruhigt.</p><p>�Oder dass ich nicht auf mich selbst aufpassen kann.�</p><p>�Nat�rlich denkt er so was nicht!�, entgegnete Hermine besorgt.</p><p>�Wie kommt's dann, dass ich bei den Dursleys bleiben muss, w�hrend ihr zwei bei allem mitmachen d�rft, was hier passiert?�, sagte Harry, und mit jedem Wort, das hastig aus seinem Mund stolperte, wurde seine Stimme lauter. �Wie kommt's, dass ihr beide alles erfahren d�rft, was los ist?�</p><p>�D�rfen wir nicht!�, unterbrach ihn Ron. �Mum will uns nicht mal in die N�he der Versammlungen lassen, sie sagt, wir w�ren zu jung -�</p><p>Weiter kam er nicht, denn Harry fing an zu schreien.</p><p>�ALSO WART IHR NICHT BEI DEN VERSAMMLUNGEN, NA UND! ABER IHR WART HIER, STIMMT'S? IHR WART ZUSAMMEN! UND ICH, ICH STECKE EINEN MONAT LANG BEI DEN DURSLEYS FEST! UND ICH HAB MEHR GESCHAFFT, ALS IHR BEIDE JE GESCHAFFT HABT, UND DUMBLEDORE WEISS DAS - WER HAT DEN STEIN DER WEISEN GERETTET? WER HAT RIDDLE ERLEDIGT? WER HAT EUCH BEIDE VOR DEN DEMENTOREN GERETTET?�</p><p>Alle bitteren und tr�ben Gedanken, die Harry im letzten Monat durch den Kopf gegangen waren, sprudelten jetzt hervor: seine Entt�uschung dar�ber, dass man ihm keine Nachrichten geschickt hatte, die Verletzung, dass sie alle zusammen gewesen waren ohne ihn, seine Wut dar�ber, ohne sein Wissen beschattet worden zu sein - all die Gef�hle, f�r die er sich halb sch�mte, brachen endlich aus ihm heraus. Der L�rm erschreckte Hedwig und sie flatterte wieder nach oben auf den Schrank; Pigwidgeon zwitscherte aufgebracht und kreiste noch schneller um ihre K�pfe.</p><p>�WER MUSSTE LETZTES JAHR AN DRACHEN UND SPHINXEN UND ALL DEM ANDERN EKELGETIER VORBEI? WER HAT IHN ZUR�CKKOMMEN SEHEN? WER MUSSTE VOR IHM FLIEHEN? ICH!�</p><empty-line/><p>Ron stand mit halb offenem Mund da, sichtlich best�rzt und vollkommen sprachlos, w�hrend Hermine den Tr�nen nahe schien.</p><p>�ABER WARUM SOLLTE ICH ERFAHREN, WAS VOR SICH GEHT? WARUM SOLLTE SICH IRGENDJEMAND DIE M�HE MACHEN, MIR ZU SAGEN, WAS LOS IST?�</p><p>�Harry, wir wollten es dir sagen, wirklich -�, fing Hermine an.</p><p>�SO EILIG HATTET IHR ES WOHL NICHT, ODER IHR H�TTET MIR EINE EULE GESCHICKT, ABER <emphasis>DUMBLE-DORE HAT EUCH JA SCHW�REN LASSEN -�</emphasis></p><p>�Allerdings, hat er -�</p><p>�VIER WOCHEN LANG SITZE ICH IM LIGUSTERWEG FEST UND KLAUBE ZEITUNGEN AUS DEN M�LLEIMERN, DAMIT ICH RAUSKRIEG, WAS LOS IST -�</p><p>�Wir wollten -�</p><p>�HABT EUCH WOHL GL�NZEND AM�SIERT, WAS, ALLE HIER ZUSAMMEN -�</p><p>�Nein, ehrlich -�</p><p>�Harry, es tut uns wirklich Leid�, sagte Hermine verzweifelt und in ihren Augen glitzerten jetzt Tr�nen. �Du hast vollkommen Recht, Harry - ich war auch w�tend, wenn mir das passiert war!�</p><p>Harry funkelte sie an, immer noch heftig atmend, dann wandte er sich wieder von ihnen ab und schritt im Zimmer umher. Hedwig schrie beklommen vom Schrank herunter. Eine lange Pause trat ein, in der einzig das traurige Knarren der Dielen unter Harrys F��en zu vernehmen war.</p><p>�Was ist das eigentlich f�r ein Haus?�, blaffte er Ron und Hermine an.</p><p>�Das Hauptquartier des Ph�nixordens�, sagte Ron sofort.</p><p>�W�rde mir vielleicht mal jemand erkl�ren, was der Ph�nixorden -�</p><p>�Das ist eine Geheimgesellschaft�, sagte Hermine eilig. �Dumbledore leitet sie, er hat sie gegr�ndet. Es sind dieselben Leute, die das letzte Mal gegen Du-wei�t-schon-wen gek�mpft haben.�</p><p>�Wer geh�rt dazu?�, fragte Harry und blieb, die H�nde in den Taschen, stehen.</p><p>�'ne ganze Menge Leute -�</p><p>�Wir haben vielleicht zwanzig von ihnen kennen gelernt�, sagte Ron, �aber wir glauben, dass es noch mehr sind.�</p><p>Harry sah sie w�tend an.</p><p>�Und?�, fragte er und wandte sich beiden abwechselnd zu.</p><p>��hm�, sagte Ron. �Und was?�</p><p><emphasis>�Voldemort!�, </emphasis>sagte Harry zornig und Ron und Hermine zuckten zusammen.</p><p>�Was ist los? Was hat er vor? Wo ist er? Was tun wir, um ihn aufzuhalten?�</p><p>�Wir haben's dir doch <emphasis>gesagt, </emphasis>der Orden l�sst uns nicht zu seinen Versammlungen�, sagte Hermine nerv�s. �Also wissen wir nichts Genaues - aber wir haben eine ungef�hre Vorstellung�, erg�nzte sie hastig, als sie Harrys Miene sah.</p><p>�Fred und George haben Langziehohren erfunden, wei�t du�, sagte Ron.</p><p>�Sind echt n�tzlich.�</p><p>�Langzieh-�</p><p>�-ohren, ja. Wir haben sie nur in letzter Zeit nicht mehr benutzen k�nnen, weil Mum es rausgefunden hat und einen Tobsuchtsanfall kriegte. Fred und George mussten sie verstecken, bevor Mum sie alle in den M�ll werfen konnte. Aber sie waren ganz sch�n n�tzlich f�r uns, bis Mum merkte, was los war. Wir wissen, dass manche Leute vom Orden bekannte Todesser verfolgen und sie beobachten -�</p><p>�Andere werben noch mehr Leute f�r den Orden -�, sagte Hermine.</p><p>�Und manche bewachen nur irgendetwas�, sagte Ron. �Sie reden st�ndig �ber Wachdienste.�</p><p>�Nicht zuf�llig bei mir, oder?�, meinte Harry sarkastisch.</p><p>�Ja, doch�, sagte Ron und sah aus, als ginge ihm langsam ein Licht auf.</p><p>Harry schnaubte. Er ging wieder im Zimmer auf und ab und vermied es, Ron und Hermine anzusehen. �Und was habt ihr so getrieben, wo ihr doch nicht zu den Versammlungen durftet?�, fragte er. �Ihr habt gesagt, ihr wart besch�ftigt.�</p><p>�Stimmt auch�, sagte Hermine rasch. �Wir haben dieses Haus entgiftet, es stand ewig leer und irgendwelches Getier hat hier gebr�tet. Wir haben die K�che und die meisten Schlafzimmer sauber gekriegt, und ich glaub, morgen nehmen wir uns den Sal- AARGH!�</p><p>Mit zwei lauten Knalls hatten Fred und George, Rons �ltere Zwillingsbr�der, aus dem Nichts heraus mitten im Zimmer Gestalt angenommen. Pigwidgeon zwitscherte noch aufgeregter und flatterte hoch zu Hedwig auf den Schrank.</p><empty-line/><p>�H�rt auf damit!�, sagte Hermine mit matter Stimme zu den Zwillingen, die ebenso leuchtend rotes Haar hatten wie Ron, allerdings st�mmiger und ein wenig kleiner waren.</p><p>�Hallo, Harry�, sagte George und strahlte ihn an. �Das k�nnen nur deine wohlklingenden Laute sein, dachten wir uns.�</p><p>�Du brauchst deine Wut nicht zur�ckzuhalten, Harry, nur raus damit�, sagte Fred, ebenfalls strahlend. �Vielleicht gibt's in f�nfzig Meilen Umkreis noch ein paar Leute, die dich nicht geh�rt haben.�</p><p>�Ihr beide habt also die Pr�fung im Apparieren bestanden?�, fragte Harry m�rrisch.</p><p>�Mit Auszeichnung�, sagte Fred, der etwas in der Hand hielt, das wie eine sehr lange, fleischfarbene Schnur aussah.</p><p>�Ihr h�ttet gerade mal 'ne halbe Minute l�nger gebraucht, wenn ihr die Treppe runtergegangen w�rt�, sagte Ron.</p><p>�Zeit ist Galleonen wert, Br�derchen�, sagte Fred. �Jedenfalls st�rst du den Empfang, Harry. Langziehohren�, f�gte er mit Blick auf Harrys gehobene Augenbrauen hinzu und hielt die Schnur hoch, die, wie Harry jetzt sah, bis hinaus vor die T�r reichte. �Wir versuchen zu h�ren, was unten los ist.�</p><p>�Seid blo� vorsichtig�, sagte Ron und starrte das Ohr an, �wenn Mum noch eins von denen sieht ...�</p><p>�Das ist das Risiko wert, die haben gerade ein wichtiges Treffen�, sagte Fred.</p><p>Die T�r �ffnete sich und eine lange rote Haarm�hne erschien.</p><p>�Oh, hallo, Harry!�, sagte Rons j�ngere Schwester Ginny fr�hlich. �Mir war, als h�tte ich deine Stimme geh�rt.�</p><p>An Fred und George gewandt, sagte sie: �Die Langziehohren k�nnt ihr vergessen, sie hat doch die K�chent�r tats�chlich mit einem Imperturbatio-Zauber belegt.�</p><p>�Woher wei�t du das?�, fragte George und sah geknickt aus.</p><p>�Tonks hat mir gesagt, wie ich's rausfinde�, erwiderte Ginny. �Du wirfst einfach was gegen die T�r, und wenn es sie nicht ber�hrt, ist die T�r imperturbiert. Ich hab oben vom Treppenabsatz ans Stinkbomben dagegen geworfen, und die fliegen einfach von der T�r weg, also k�nnen die Langziehohren unm�glich durch den T�rschlitz.�</p><p>Fred seufzte schwer.</p><p>�Schande. Ich war wirklich mal gespannt, was der alte Snape so vorhat.�</p><empty-line/><p>�Snape!�, sagte Harry rasch. �Ist er da?�</p><p>�Jaah�. sagte George, schloss vorsichtig die T�r und setzte sich auf eines der Betten; Fred und Ginny taten es ihm nach. �Tr�gt einen Bericht vor. Top secret.�</p><p>�Mistkerl�, sagte Fred lahm.</p><p>�Er ist jetzt auf unserer Seite�, sagte Hermine vorwurfsvoll.</p><p>Ron schnaubte. �Deshalb ist er trotzdem 'n Mistkerl. Wie der uns ansieht, wenn wir ihm �ber den Weg laufen.�</p><p>�Bill mag ihn auch nicht�, sagte Ginny, als ob damit das letzte Wort gesprochen w�re.</p><p>Harry war sich nicht sicher, ob seine Wut schon abgeflaut war; doch sein Durst nach Neuigkeiten war st�rker als sein Verlangen, wieder loszuschreien. Er lie� sich aufs Bett gegen�ber sinken.</p><p>�Ist Bill hier?�, fragte er. �Ich dachte, er arbeitet in �gypten?�</p><p>�Er hat sich auf einen Schreibtischjob beworben, damit er nach Hause kommen und f�r den Orden arbeiten konnte�, sagte Fred. �Er sagt, er vermisst die Gr�ber, aber -�. er grinste, �- man kann sich ja mit was anderem tr�sten.�</p><p>�Was soll das hei�en?�</p><p>�Erinnerst du dich noch an die gute Fleur Delacour?�, sagte George. �Sie hat jetzt einen Job bei Gringotts, <emphasis>uum i'r englisch su verbessern -�</emphasis></p><p>�Und Bill gibt ihr 'ne Menge Privatstunden�, kicherte Fred.</p><p>�Charlie ist auch im Orden�, sagte George, �aber er ist immer noch in Rum�nien. Dumbledore will, dass m�glichst viele ausl�ndische Zauberer dazugeholt werden, also versucht Charlie an seinen freien Tagen Kontakte zu kn�pfen.�</p><p>�K�nnte nicht Percy das tun?�, fragte Harry. Das Letzte, was er geh�rt hatte, war, dass der dritt�lteste Weasley-Bruder in der Abteilung f�r Internationale Magische Zusammenarbeit im Zaubereiministerium arbeitete.</p><p>Bei Harrys Worten tauschten alle Weasleys und Hermine d�ster bedeutungsvolle Blicke.</p><p>�Merk dir eins: Erw�hne nie Percy, wenn Mum und Dad dabei sind�, erkl�rte ihm Ron und seine Stimme klang angespannt.</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Weil, immer wenn Percys Name f�llt, Dad zerbricht, was er gerade in der Hand h�lt, und Mum anf�ngt zu weinen�, sagte Fred.</p><empty-line/><p>�Es ist schrecklich�, sagte Ginny traurig.</p><p>�Ich glaub, wir haben alle die Nase voll von ihm�, sagte George mit einem ungew�hnlich h�sslichen Gesichtsausdruck.</p><p>�Was ist passiert?�, fragte Harry.</p><p>�Percy und Dad hatten einen Streit�, antwortete Fred. �Ich hab Dad noch nie derart mit jemandem streiten sehen. Normalerweise ist es Mum, die schreit.�</p><p>�Es war in der ersten Woche nach Ende des Schuljahrs�, erkl�rte Ron. �Wir waren kurz davor, hierher zu kommen und uns dem Orden anzuschlie�en. Da kommt Percy heim und erkl�rt uns, er sei bef�rdert worden.�</p><p>�Soll das ein Witz sein?�, sagte Harry.</p><p>Obwohl er sehr wohl wusste, dass Percy h�chst ehrgeizig war, hatte Harry den Eindruck, dass er auf seinem ersten Posten im Zaubereiministerium nicht sonderlich erfolgreich gewesen war. Percy war es doch tats�chlich gelungen, nicht zu bemerken, dass sein Chef von Lord Voldemort beherrscht wurde (was das Ministerium allerdings auch nicht geglaubt hatte - sie hatten alle gedacht, Mr.</p><p>Crouch sei verr�ckt geworden).</p><p>�Ja, wir waren alle �berrascht�, sagte George, �weil Percy wegen Crouch eine Menge Scherereien hatte, es gab eine Untersuchung und so weiter. Es hie�, Percy h�tte erkennen m�ssen, dass Crouch durchgeknallt war, und einen Vorgesetzten informieren m�ssen. Aber du kennst Percy, Crouch hatte ihm die Verantwortung �bertragen, da wollte Percy sich nicht beschweren.�</p><p>�Aber warum haben sie ihn dann bef�rdert?�</p><p>�Genau das haben wir uns auch gefragt�, sagte Ron, offenbar ganz erpicht darauf, diese normale Unterhaltung am Laufen zu halten, jetzt, da Harry mit dem Schreien aufgeh�rt hatte. �Er kam nach Hause, furchtbar stolz auf sich - noch stolzer als sonst, wenn du dir das �berhaupt vorstellen kannst -, und hat Dad erz�hlt, man h�tte ihm eine Position in Fudges pers�nlichem B�ro angeboten.</p><p>Kein schlechter Aufstieg f�r jemanden, der gerade mal ein Jahr aus Hogwarts raus ist: Juniorassistent des Ministers. Er dachte wohl, Dad w�re total beeindruckt.�</p><p>�War er aber nicht�, sagte Fred grimmig.</p><p>�Warum nicht?�, fragte Harry.</p><p>�Offenbar st�rmt Fudge andauernd durchs Ministerium und sorgt daf�r, dass niemand den Kontakt zu Dumbledore aufrechterh�lt�, erkl�rte George.</p><p>�Der Name Dumbledore ist inzwischen ein Schimpfwort im Ministerium, musst du wissen�, sagte Fred. �Die glauben alle, er will nur �rger machen, indem er behauptet, Du-wei�t-schon-wer sei zur�ck.�</p><p>�Dad meinte, Fudge habe klargestellt, dass jeder, der auf Dumbledores Seite ist, seinen Schreibtisch r�umen kann�, sagte George.</p><p>�Das Problem ist, Fudge verd�chtigt Dad; er wei�, dass er mit Dumbledore befreundet ist, und er hat Dad immer f�r eine Art Spinner gehalten, weil er so muggelvernarrt ist.�</p><p>�Aber was hat das mit Percy zu tun?�, fragte Harry verwirrt.</p><p>�Warte, gleich. Dad vermutet, dass Fudge Percy nur deshalb bei sich im B�ro haben will, damit er ihn dazu benutzen kann, unsere Familie auszuspionieren - und Dumbledore.�</p><p>Harry stie� einen leisen Pfiff aus.</p><p>�Ich wette, Percy war begeistert.�</p><p>Ron lachte merkw�rdig hohl.</p><p>�Er ist vollkommen ausgerastet. Er sagte - na ja, er hat eine Menge f�rchterliches Zeug dahergeredet. Er m�sse gegen Dads miserablen Ruf ank�mpfen, seit er im Ministerium sei, und dass Dad keinen Ehrgeiz h�tte, und das sei der Grund, warum wir immer - du wei�t schon - nie viel Geld hatten und so -�</p><p>�Wie bitte?�, sagte Harry ungl�ubig. Ginny machte ein Ger�usch wie eine w�tende Katze.</p><p>�Ich wei߫, sagte Ron mit leiser Stimme. �Und es kam noch schlimmer. Er sagte, es sei idiotisch von Dad, sich mit Dumbledore abzugeben, dass Dumbledore Riesen�rger kriegen w�rde und Dad mit ihm untergehen w�rde und dass er - Percy - wisse, wem er die Treue zu halten habe, und zwar dem Ministerium. Und wenn Mum und Dad Verr�ter des Ministeriums werden wollten, w�rde er daf�r sorgen, dass jeder erf�hrt, dass er nicht mehr zur Familie geh�rt. Dann hat er noch in derselben Nacht seine Sachen gepackt und ist verschwunden. Er lebt jetzt hier in London.�</p><p>Harry fluchte halblaut. Er hatte Percy immer am wenigsten von allen Br�dern Rons gemocht, aber er h�tte sich nie tr�umen lassen, dass Percy solche Dinge zu Mr. Weasley sagen w�rde.</p><p>�Mum war v�llig durch den Wind�, sagte Ron. �Kannst dir ja vorstellen - sie hat geheult und so. Sie ist nach London gekommen und hat versucht mit Percy zu reden, aber der hat ihr die T�r vor der Nase zugeschlagen. Keine Ahnung, was er tut, wenn er Dad bei der Arbeit trifft - behandelt ihn vermutlich wie Luft.�</p><p>�Aber Percy <emphasis>muss </emphasis>doch wissen, dass Voldemort zur�ck ist�, sagte Harry langsam. �Er ist doch nicht dumm, er muss wissen, dass eure Eltern ohne Beweise nicht alles aufs Spiel setzen w�rden.�</p><p>�Jaah, nun, dann ist dein Name in dem Streit gefallen�, sagte Ron und warf Harry einen fl�chtigen Blick zu. �Percy meinte, der einzige Beweis sei dein Wort und ... jedenfalls ... er glaube nicht, dass das ausreichend sei.�</p><p>�Percy nimmt den <emphasis>Tagespropheten </emphasis>ernst�, sagte Hermine s�uerlich und alle anderen nickten.</p><p>�Was hei�t das jetzt wieder?�, fragte Harry und sah sie der Reihe nach an.</p><p>Alle blickten argw�hnisch zur�ck.</p><p>�Hast du - hast du den <emphasis>Tagespropheten </emphasis>nicht gekriegt?�, fragte Hermine nerv�s.</p><p>�Doch, hab ich!�, sagte Harry.</p><p>�Hast du - �hm - hast du ihn gr�ndlich gelesen?�, fragte Hermine noch beklommener.</p><p>�Nicht jedes Wort�, sagte Harry trotzig. �Wenn sie irgendwas �ber Voldemort berichtet h�tten, dann h�tte das doch Schlagzeilen gemacht, oder?�</p><p>Beim Klang des Namens zuckten die anderen zusammen. Hermine fuhr hastig fort: �Naja, du musst schon alles lesen, um es mitzukriegen, sie - �hm - sie erw�hnen dich jede Woche ein paar Mal.�</p><p>�Aber das h�tte ich doch gesehen -�</p><p>�Nicht, wenn du nur die Schlagzeilen gelesen hast, nein�, sagte Hermine und sch�ttelte den Kopf. �Ich rede ja gar nicht von gro�en Artikeln. Die lassen deinen Namen nur so nebenbei einflie�en, als Dauergag sozusagen.�</p><p>�Was soll -?�</p><p>�Es ist im Grunde ziemlich fies�, sagte Hermine mit gezwungen ruhiger Stimme. �Die schlachten nur Ritas Sachen weiter aus.�</p><p>�Aber die arbeitet doch nicht mehr f�r die, oder?�</p><p>�O nein, sie hat ihr Versprechen gehalten - blieb ihr auch gar nichts anderes �brig�, f�gte Hermine zufrieden hinzu. �Aber sie hat die Grundlage f�r das geschaffen, was sie jetzt versuchen.�</p><p>�Und was ist das?�, fragte Harry ungeduldig.</p><p>�Okay, du wei�t, dass sie geschrieben hat, du seist v�llig zusammengebrochen und h�ttest gesagt, deine Narbe schmerze, und so weiter?�</p><p>�Ja�, sagte Harry, der Rita Kimmkorns Storys �ber ihn nicht so schnell vergessen w�rde.</p><p>�Naja, jetzt schreiben sie �ber dich, als ob du so ein Spinner w�rst, der st�ndig Aufmerksamkeit sucht und glaubt, er sei ein gro�er tragischer Held oder so was�, sagte Hermine sehr schnell, als w�re es weniger unangenehm f�r Harry, diese Tatsachen rasch zu h�ren. �Dauernd lassen sie h�mische Kommentare �ber dich einflie�en. Wenn sie irgendeine aus der Luft gegriffene Story bringen, schreiben sie beispielsweise, das sei �Harry Potter, wie wir ihn kennen und lieben�, und wenn jemandem irgendwas Komisches zust��t, hei�t es: �Hoffen wir, dass er keine Narbe auf der Stirn kriegt, sonst verlangt man demn�chst noch von uns, dass wir ihn anbeten� -�</p><p>�Ich will nicht, dass irgendjemand mich anbetet -�, fuhr Harry hitzig auf.</p><p>�Das wei� ich doch�, erwiderte Hermine rasch und sichtlich besorgt. �Ich wei�, Harry. Aber verstehst du, was die treiben? Die wollen dich als jemanden hinstellen, dem keiner glauben kann. Fudge steckt dahinter, jede Wette. Die wollen, dass die Zauberer von der Stra�e denken, du w�rst nichts weiter als ein dummer Junge, eine Art Witzfigur, der l�cherliche, �bertriebene Geschichten erz�hlt, weil es ihm so gef�llt, ber�hmt zu sein, und er die Sache am Laufen halten will.�</p><p>�Ich hab nicht verlangt - ich hab nicht gewollt - <emphasis>Voldemort hat meine Eltern umgebracht!�, </emphasis>stammelte Harry. �Ich bin ber�hmt geworden, weil er meine Familie ermordet hat, aber mich nicht t�ten konnte! Wer will daf�r ber�hmt sein? K�nnen die sich nicht denken, dass es mir lieber w�re, wenn das nie -�</p><p>�Das wissen wir, Harry�, sagte Ginny ernst.</p><p>�Und nat�rlich haben sie kein Wort dar�ber gebracht, dass dich die Dementoren angegriffen haben�, sagte Hermine. �Jemand hat ihnen befohlen, dar�ber Stillschweigen zu bewahren. Ansonsten war das eine richtig gro�e Story geworden - Dementoren au�er Kontrolle. Die haben nicht mal berichtet, dass du das Internationale Geheimhaltungsabkommen verletzt hast. Wir dachten, das w�rden sie in jedem Fall bringen, es w�rde ja so gut zu deinem Image als dummer Angeber passen. Wir vermuten, dass sie erst mal abwarten, bis sie dich von der Schule geworfen haben, dann kommen sie ganz gro� damit raus - ich <emphasis>meine, falls </emphasis>du rausgeworfen wirst, nat�rlich�, erg�nzte sie hastig. �Das d�rfen die eigentlich nicht, nicht wenn sie sich an ihre eigenen Gesetze halten, die haben nichts gegen dich in der Hand.�</p><p>Damit waren sie wieder bei der Anh�rung und Harry wollte nicht dar�ber nachdenken. Er wollte das Thema wechseln und �berlegte, wie, doch das Nachdenken wurde ihm erspart durch das Ger�usch von Schritten, die treppauf kamen.</p><empty-line/><p>�Oh - oh.�</p><p>Fred zog kr�ftig am Langziehohr; wieder knallte es laut und er und George verschwanden. Sekunden sp�ter erschien Mrs. Weasley an der T�r.</p><p>�Die Versammlung ist zu Ende, ihr k�nnt jetzt runterkommen und zu Abend essen. Harry, die k�nnen's alle nicht erwarten, dich zu sehen. Und wer hat all die Stinkbomben vor der K�chent�r liegen lassen?�</p><p>�Krummbein�, sagte Ginny ohne rot zu werden. �Der spielt gern mit denen.�</p><p>�Oh�, sagte Mrs. Weasley. �Ich dachte, es war vielleicht Kreacher, der stellt ja dauernd dummes Zeug an. Und vergesst nicht, in der Halle leise zu sein. Ginny, du hast schmutzige H�nde, was hast du getrie ben? Geh und wasch sie vor dem Abendessen, bitte.�</p><p>Ginny schnitt den anderen zugewandt eine Grimasse und folgte ihrer Mutter aus dem Zimmer, so dass Harry jetzt mit Ron und Hermine allein war. Beide beobachteten ihn besorgt, als f�rchteten sie, nun, da die anderen alle fort waren, w�rde er wieder anfangen zu schreien. Wie er sie so nerv�s dastehen sah, sch�mte er sich fast ein bisschen.</p><p>�Seht mal ...�, murmelte er, aber Ron sch�ttelte den Kopf, und Hermine sagte leise: �Wir wussten, dass du w�tend sein w�rdest, Harry, wir machen dir wirklich keinen Vorwurf, aber du musst verstehen - wir <emphasis>haben </emphasis>versucht Dumbledore zu �berzeugen -�</p><p>�Ja, wei� ich�, sagte Harry knapp.</p><p>Er suchte nach einem Thema, das nichts mit seinem Schulleiter zu tun hatte, denn allein schon be i dem Gedanken an Dumbledore sp�rte Harry erneut eine brennende Wut im Magen.</p><p>�Wer ist Kreacher?�, fragte er.</p><p>�Der Hauself, der hier lebt�, sagte Ron. �Knallkopf. So was wie den hab ich noch nie erlebt.�</p><p>Hermine blickte Ron finster an.</p><p>�Er ist kein <emphasis>Knallkopf, </emphasis>Ron.�</p><p>�Sein gr��ter Wunsch ist, dass man ihm den Kopf abhackt und ihn auf eine Tafel setzt, genau wie den seiner Mutter�, sagte Ron gereizt. �Ist das normal, Hermine?�</p><p>�Nun ja - wenn er ein bisschen merkw�rdig ist, dann ist das nicht seine Schuld.�</p><p>Ron wandte sich Harry zu und verdrehte die Augen.</p><empty-line/><p>�Hermine hat diese Belfer-Sache immer noch nicht aufgegeben.�</p><p>�Das hei�t nicht Belfer!�, brauste Hermine auf. �Sondern Bund f�r Elfenrechte. Und nicht nur ich, auch Dumbledore sagt, wir sollten nett zu Kreacher sein.�</p><p>�Ja, ja�, sagte Ron. �Kommt, ich verhungere noch.�</p><p>Er ging voran zur T�r hinaus und bis zum Treppenabsatz, doch bevor sie hinuntersteigen konnten -</p><p>�Wartet!�, hauchte Ron und streckte einen Arm aus, damit Harry und Hermine stehen blieben. �Sie sin d immer noch in der Halle, vielleicht k�nnen wir was h�ren.�</p><p>Alle drei lugten vorsichtig �ber das Gel�nder. Die d�stere Halle unten war voller Hexen und Zauberer, darunter Harrys gesamte Leibgarde. Sie tuschelten aufgeregt miteinander. Genau in der Mitte der Schar erkannte Harry den dunklen, fetthaarigen Kopf und die markante Nase seines verhasstesten Lehrers in Hogwarts, Professor Snape. Harry beugte sich noch weiter �ber das Gel�nder.</p><p>Was Snape f�r den Orden des Ph�nix unternahm, interessierte ihn sehr ...</p><p>Eine d�nne, fleischfarbene Schnur senkte sich vor Harrys Augen herab. Er blickte auf und sah Fred und George eine Treppe h�her, die vorsichtig das Langziehohr auf den dunklen Menschenkn�uel unten sinken lie�en. Doch schon im n�chsten Moment gingen alle in Richtung T�r und waren au�er Sicht.</p><p>�Verdammt�, h�rte Harry Fred fl�stern, w�hrend er das Langziehohr wieder einholte.</p><p>Sie h�rten, wie sich die Haust�r �ffnete und wieder schloss.</p><p>�Snape bleibt nie zum Essen hier�, kl�rte Ron Harry mit leiser Stimme auf.</p><p>�Gott sei Dank. Komm.�</p><p>�Und denk dran, in der Halle leise zu sein, Harry�, fl�sterte Hermine.</p><p>Als sie an der Reihe von Hauselfenk�pfen an der Wand vorbeikamen, sahen sie, wie Lupin, Mrs. Weasley und Tonks die vielen Schl�sser und Riegel der Haust�r hinter den gerade Hinausgegangenen magisch versiegelten.</p><p>�Wir essen unten in der K�che�, fl�sterte Mrs. Weasley und nahm sie am Fu� der Treppe in Empfang. �Harry, mein Lieber, w�rdest du bitte auf Zehenspitzen durch die Halle gehen, es ist diese T�r dort -�</p><p>KNALL.</p><p><emphasis>�Tonks!�, </emphasis>rief Mrs. Weasley entsetzt und wandte sich um.</p><p>Tonks lag der L�nge nach auf dem Boden. �Tut mir Leid!�, jammerte sie.</p><empty-line/><p>�Dieser bescheuerte Schirmst�nder, jetzt stolpere ich schon das zweite Mal �ber den -�</p><p>Doch ihre Worte gingen in einem f�rchterlichen, ohrenbet�ubenden Schrei unter, der einem das Blut in den Adern gefrieren lie�.</p><p>Die mottenzerfressenen Samtvorh�nge, an denen Harry kurz zuvor vorbeigegangen war, waren auseinander geflogen, aber hinter ihnen befand sich keine T�r. F�r den Bruchteil einer Sekunde glaubte Harry, er w�rde durch ein Fenster blicken, ein Fenster, hinter dem eine alte Frau mit schwarzer Haube schrie und schrie, als ob sie gefoltert w�rde - dann erkannte er, dass es nichts weiter war als ein lebensgro�es Portr�t, allerdings das wirklichkeitsgetreuste und absto�endste, das er je gesehen hatte.</p><p>Die Alte sabberte und verdrehte die Augen, beim Schreien spannte sich ihre gelbliche Haut straff �bers Gesicht; und nun erwachten hinter ihnen, �berall in der Halle, die anderen Portr�ts und fingen ebenfalls zu schreien an, so dass Harry wegen des L�rms tats�chlich die Augen zukniff und sich die H�nde auf die Ohren dr�ckte.</p><p>Lupin und Mrs. Weasley st�rzten herbei und versuchten, die Vorh�nge wieder �ber die Alte zu ziehen, doch sie wollten sich nicht schlie�en lassen, und die Frau kreischte nur noch lauter und fuchtelte mit ihren Klauenh�nden, als wollte sie ihre Gesichter erwischen.</p><p><emphasis>�Dreck! Abschaum! Ausgeburten von Schmutz und Niedertracht! Halbbl�ter, Mutanten, Missgeburten, hinfort von hier! Wie k�nnt ihr es wagen, das Haus meiner V�ter zu besudeln -�</emphasis></p><p>Tonks entschuldigte sich immer wieder, w�hrend sie das klobige, schwere Trollbein �ber den Fu�boden schleifte; Mrs. Weasley gab den Versuch auf, die Vorh�nge zu schlie�en, eilte durch die Halle und versah alle anderen Portr�ts per Zauberstab mit einem Schockzauber; aus einer gegen�berliegenden T�r st�rzte ein Mann mit langen schwarzen Haaren herein.</p><p>�Sei still, du elende alte Sabberhexe, sei STILL!�, donnerte er und packte den Vorhang, den Mrs. Weasley losgelassen hatte.</p><p>Das Gesicht der Alten erbleichte.</p><p><emphasis>�Duuuuu!�, </emphasis>heulte sie und beim Anblick des Mannes quollen ihre Augen hervor. <emphasis>�Verr�ter deines Blutes, Scheusal, Schande meines Fleisches!�</emphasis></p><p>�Ich hab - gesagt - sei STILL!�, donnerte der Mann, und unter gr��ter Anstrengung gelang es ihm gemeinsam mit Lupin, die Vorh�nge wieder zuzuziehen.</p><p>Die Schreie der Alten erstarben und eine dr�hnende Stille legte sich �ber die Halle.</p><p>Leicht keuchend drehte sich Harrys Pate Sirius um, wischte sich die la ngen schwarzen Haare aus den Augen und blickte ihn an.</p><p>�Hallo, Harry�, sagte er grimmig. �Wie ich sehe, hast du meine Mutter kennen gelernt.�</p><empty-line/></section><section><title><p>Der Orden des Ph�nix</p></title><p>�Deine -�</p><p>�Tja, meine liebe alte Mum�, sagte Sirius. �Seit einem Monat versuchen wir sie nun schon abzuh�ngen, aber ich f�rchte, sie hat den Bildr�cken mit einem Dauerklebefluch an die Wand gehext. Lass uns schnell nach unten gehen, bevor sie alle wieder aufwachen.�</p><p>�Aber was hat das Portr�t deiner Mutter hier zu suchen?�, fragte Harry verdutzt, w�hrend sie durch die T�r der Eingangshalle gingen und dicht gefolgt von den anderen eine schmale Steintreppe hinabstiegen.</p><p>�Hat dir das keiner erz�hlt? Das war das Haus meiner Eltern�, sagte Sirius.</p><p>�Aber ich bin der letzte noch lebende Black, deshalb geh�rt es jetzt mir. Ich hab es Dumbledore als Hauptquartier angeboten - so ziemlich das einzig N�tzliche, was ich beitragen konnte.�</p><p>Harry, der sich seinen Empfang anders vorgestellt hatte, fiel auf, wie hart und bitter Sirius' Stimme klang. Er folgte seinem Paten die Treppe hinab ins Untergeschoss und durch eine T�r, die in die K�che f�hrte.</p><p>Sie war ein Gew�lbe mit rauen Steinw�nden, kaum weniger d�ster als die Eingangshalle. Das meiste Licht stammte von einem gro�en Feuer am anderen Ende des Raumes. Pfeifenrauch hing in der Luft wie Pulverdampf nach einer Schlacht, und durch den Rauchschleier ragten die bedrohlichen Umrisse schwerer eiserner T�pfe und Pfannen, die von der dunklen Decke hingen. F�r die Versammlung hatte man den Raum mit St�hlen voll gestellt , und mittendrin stand ein langer Holztisch, der �bers�t war mit Pergamentrollen, Kelchen, leeren Weinflaschen und, wie es den Anschein hatte, einem Haufen Lumpen. Am Ende des Tisches hatten Mr. Weasley und sein �ltester Sohn Bill die K�pfe zusammengesteckt und redeten leise miteinander.</p><p>Mrs. Weasley r�usperte sich. Ihr Gatte, ein d�nner, zur Glatze neigender rothaariger Mann mit Hornbrille, wandte den Kopf und sprang auf.</p><p>�Harry!�, rief Mr. Weasley, eilte herbei, um ihn zu begr��en, und sch�ttelte ihm lebhaft die Hand. �Sch�n, dich wieder zu sehen!�</p><p>�ber seine Schulter hinweg sah Harry, wie Bill, der sein langes Haar immer noch als Pferdeschwanz trug, hastig die Pergamentbahnen zusammenrollte, die offen auf dem Tisch lagen.</p><p>�Gute Reise gehabt, Harry?�, rief Bill und versuchte zw�lf Rollen auf einmal aufzusammeln. �Mad-Eye hat dich also nicht �ber Gr�nland umgeleitet?�</p><empty-line/><p>�Er hat's versucht�, sagte Tonks und ging auf Bill zu, um ihm zu helfen, wobei sie sogleich eine Kerze auf das letzte Pergamentblatt kippte. �O nein - Verzeihung -�</p><p>�Macht doch nichts�, sagte Mrs. Weasley mit leicht �rgerlichem Unterton und brachte das Pergament mit einem Schwung ihres Zauberstabs wieder in Ordnung.</p><p>Im Lichtblitz, den ihr Zauber verursachte, erhaschte Harry einen fl�chtigen Blic k auf etwas, das aussah wie der Plan eines Geb�udes.</p><p>Mrs. Weasley hatte seinen Blick gesehen. Sie schnappte den Plan vom Tisch und stopfte ihn in Bills ohnehin �berladene Arme.</p><p>�Solche Dinge sollten nach der Versammlung schleunigst wegger�umt werden�, fauchte sie, dann rauschte sie hin�ber zu einer alten Anrichte und fing an, Teller f�r das Abendessen herauszuholen.</p><p>Bill z�ckte seinen Zauberstab, murmelte �Evanesco!�, und die Rollen verschwanden.</p><p>�Setz dich, Harry�, sagte Sirius. �Mundungus kennst du schon, oder?�</p><p>Was Harry f�r einen Lumpenhaufen gehalten hatte, lie� einen langen grunzenden Schnarcher h�ren und schreckte dann aus dem Schlaf.</p><p>�Jeman' mein' Namen genannt?�, murmelte Mundungus benommen. �Bin mit Sirius v�llig einer Meinung ...� Er schielte mit blutunterlaufenen, triefenden Augen ins Leere und hob eine sehr schmutzige Hand, als wollte er abstimmen.</p><p>Ginny kicherte.</p><p>�Die Versammlung ist zu Ende, Dung�, sagte Sirius, w�hrend sich alle um den Tisch setzten. �Harry ist hier.�</p><p>�H�?�, sagte Mundungus und sp�hte durch sein verfilztes rotbraunes Haar niedergeschlagen zu Harry hin�ber. �Meine G�te, is' er. Jaah ... alles in Or'nung mit dir, 'Arry?�</p><p>�Ja�, sagte Harry.</p><p>Mundungus, der Harry unentwegt anstarrte, st�berte fahrig in seinen Taschen und zog eine schmierige schwarze Pfeife hervor. Er steckte sie in den Mund, entz�ndete sie mit seinem Zauberstab und nahm einen tiefen Zug. Augenblicke sp�ter verh�llten ihn gro�e wabernde Wolken gr�nlichen Rauchs.</p><p>�Schuld dir 'ne Enschulligung�, grunzte eine Stimme inmitten der stinkenden Wolke.</p><p>�Zum letzten Mal, Mundungus�, rief Mrs. Weasley, �rauch bitte dieses Kraut nicht in der K�che, schon gar nicht kurz vor dem Essen!�</p><empty-line/><p>�Ah�, machte Mundungus. �Gut. Sorry, Molly.�</p><p>Die Rauchwolke verschwand, als Mundungus seine Pfeife wieder in die Tasche steckte, doch zur�ck blieb ein bei�ender Geruch nach brennenden Socken.</p><p>�Und wenn ihr noch vor Mitternacht essen wollt, k�nnte ich ein wenig Hilfe gebrauchen�, sagte Mrs. Weasley in die Runde. �Nein, du bleibst sitzen, Harry, du hast eine lange Reise hinter dir.�</p><p>�Du musst mir nur sagen, was ich tun soll, Molly�, sagte Tonks begeistert und st�rmte herbei.</p><p>Mrs. Weasley z�gerte. Sie sah besorgt aus.</p><p>��hm - nein, schon gut, Tonks, du ruhst dich auch aus, du hast heute genug getan.�</p><p>�Aber nein, ich m�chte helfen!�, sagte Tonks eifrig und warf einen Stuhl um, als sie zur Anrichte st�rzte, aus der Ginny gerade Besteck nahm.</p><p>Bald schnitten eine Reihe schwerer Messer ganz von alleine Fleisch und Gem�se, �berwacht von Mr. Weasley, w�hrend Mrs. Weasley in einem Kessel r�hrte, der �ber dem Feuer hing, und die Helfer Teller, Kelche und Speisen aus der Vorratskammer holten. Harry war am Tisch sitzen geblieben wie Sirius und Mundungus, der ihn immer noch traurig anblinzelte.</p><p>�Haste seither die alte Figgy wieder gesehn?�, fragte er.</p><p>�Nein�, sagte Harry, �ich habe niemanden getroffen.�</p><p>�H�r mal, ich war ja nich weggegangen�, sagte Mundungus, beugte sich vor und schlug einen flehenden Ton an, �aber da war dieses einmalige Gesch�ft -�</p><p>Harry sp�rte etwas an seinen Knien entlangstreichen und zuckte zusammen, doch es war nur Krummbein, Hermines s�belbeiniger orangeroter Kater, der sich schnurrend einmal um Harrys Beine schl�ngelte, dann auf Sirius' Scho� h�pfte und sich dort zusammenrollte. Sirius kraulte ihn abwesend hinter den Ohren und wandte sich mit immer noch grimmiger Miene an Harry.</p><p>�Sch�nen Sommer gehabt bisher?�</p><p>�Nein, er war miserabel�, sagte Harry.</p><p>Zum ersten Mal huschte der Anflug eines Grinsens �ber Sirius' Gesicht.</p><p>�Ehrlich gesagt, ich wei� nicht, wor�ber du dich beschwerst.�</p><p>�Was?�, sagte Harry verdutzt.</p><p>�Mir pers�nlich war ein Dementorenangriff ganz lieb gewesen. Ein t�dlicher Kampf um meine Seele war eine h�bsche Unterbrechung der Langeweile gewesen. Du glaubst, dir w�r's schlecht ergangen, aber wenigstens bist du aus dem Haus gekommen und hast dir ein wenig die Beine vertreten, dir ein paar K�mpfe eingehandelt ... Ich sitze seit einem Monat hier fest.�</p><p>�Wieso das?�, fragte Harry stirnrunzelnd.</p><p>�Weil das Zaubereiministerium immer noch hinter mir her ist, und Voldemort wei� inzwischen bestimmt genau Bescheid, dass ich ein Animagus bin, Wurmschwanz wird es ihm gesagt haben, also ist meine Maskierung nutzlos. Ich kann nicht viel f�r den Orden des Ph�nix tun ... jedenfalls meint das Dumbledore.�</p><p>Etwas an dem leicht bedr�ckten Tonfall, mit dem Sirius Dumbledores Namen aussprach, sagte Harry, dass auch Sirius nicht besonders gut auf den Schulleiter zu sprechen war. Harry sp�rte ein j�hes Gef�hl der Zuneigung f�r seinen Paten.</p><p>�Wenigstens wei�t du, was passiert ist�, sagte er aufmunternd.</p><p>�Oh, ja�, entgegnete Sirius sarkastisch. �Ich h�r mir Snapes Berichte an, lass all die h�mischen Andeutungen �ber mich ergehen, dass er dort drau�en sein Leben riskiert, w�hrend ich hier auf dem Hintern sitze und es mir h�bsch gem�tlich mache ... fragt er mich doch, wie es mit dem Putzen vorangeht -�</p><p>�Putzen?�, fragte Harry.</p><p>�Wir versuchen, dieses Haus f�r menschliche Bewohner herzurichten�, sagte Sirius und wies mit ausladender Geste auf die sch�bige K�che. �Seit zehn Jahren hat keiner mehr hier gelebt, seit meine liebe Mutter gestorben ist, au�er du z�hlst ihren alten Hauselfen dazu, und der ist durchgedreht - er hat hier schon eine Ewigkeit nicht mehr geputzt.�</p><p>�Sirius�, sagte Mundungus, der offenbar �berhaupt nicht auf das Gespr�ch geachtet, sondern einen leeren Kelch sehr genau in Augenschein genommen hatte.</p><p>�Is' das echt Silber, Mann?�</p><p>�Ja�, sagte Sirius und betrachtete angewidert den Kelch. �Feinstes koboldgearbeitetes Silber, f�nfzehntes Jahrhundert, gepr�gt mit dem Familienwappen der Blacks.�</p><p>�Das kommt dann aber weg�, murmelte Mundungus und polierte es mit dem �rmelaufschlag.</p><p>�Fred - George - NEIN, IHR SOLLT ES TRAGEN!�, kreischte Mrs. Weasley.</p><p>Harry, Sirius und Mundungus drehten sich um und tauchten blitzschnell vorn Tisch weg. Ein gro�er Kessel voller Eintopf, ein Eisenkrug mit Butterbier und ein schweres h�lzernes Brotschneidebrett mitsamt Messer, flogen von Fred und George verzaubert, durch die Luft auf sie zu. Der Eintopf schlitterte �ber den Tisch, kam kurz vor der Kante zum Stehen und hinterlie� eine lange schwarze Brandspur auf dem Holz; der Butterbierkrug krachte auf die Platte und verspritzte seinen Inhalt; das Brotmesser rutschte vom Brett und landete, die Spitze unheilvoll im Holz zitternd, genau an der Stelle, wo Sekunden zuvor noch Sirius'</p><p>Hand gelegen hatte.</p><p>�UM HIMMELS WILLEN!�, schrie Mrs. Weasley. �DAS WAR NICHT N�TIG - JETZT REICHT'S MIR - NUR WEIL IHR JETZT MAGIE GEBRAUCHEN D�RFT, M�SST IHR EURE ZAUBERST�BE NICHT WEGEN JEDER KLEINIGKEIT RAUSHOLEN!�</p><p>�Wir wollten doch nur ein wenig Zeit sparen!�, sagte Fred und trat eilends hinzu, um das Brotmesser aus dem Tisch zu ziehen. �Sorry, Sirius, altes Haus - war keine Absicht -�</p><p>Harry und Sirius lachten; Mundungus, der r�cklings vom Stuhl gefallen war, rappelte sich fluchend auf; Krummbein hatte zornig gefaucht und war unter die Anrichte geflohen, wo seine gro�en gelben Augen nun in der Dunkelheit glommen.</p><p>�Jungs�, sagte Mr. Weasley und hievte den Eintopf in die Mitte des Tisches,</p><p>�eure Mutter hat Recht, ihr solltet jetzt, da ihr vollj�hrig seid, ein gewisses Verantwortungsgef�hl an den Tag legen -�</p><p>�Keiner eurer Br�der hat solchen �rger gemacht!�, schimpfte Mrs. Weasley mit den Zwillingen und knallte einen frischen Krug Butterbier auf den Tisch, wobei nicht viel weniger versch�ttet wurde als kurz zuvor. �Bill hatte nicht das Gef�hl, er m�sse wegen ein paar Metern gleich apparieren! Charlie hat nicht alles verhext, was ihm vor die Nase kam! Percy -�</p><p>Sie verstummte schlagartig, hielt den Atem an und blickte �ngstlich zu ihrem Mann hin�ber, dessen Miene pl�tzlich h�lzern geworden war.</p><p>�Lasst uns essen�, sagte Bill rasch.</p><p>�Sieht lecker aus. Molly�, sagte Lupin, sch�pfte ihr Eintopf auf einen Teller und reichte ihn �ber den Tisch.</p><p>Einige Minuten lang, w�hrend alle sich �ber das Essen hermachten, herrschte Stille, nur unterbrochen vom Klirren der Teller und Bestecke und vom Scharren der St�hle. Dann wandte sich Mrs. Weasley an Sirius.</p><p>�Was ich dir noch sagen wollte, Sirius, da steckt was in diesem Schreibpult im Salon, andauernd klappert und ruckelt das. K�nnte nat�rlich nur ein Irrwicht sein, aber ich dachte, wir sollten Alastor fragen, damit er einen Blick drauf wirft, bevor wir ihn rauslassen.�</p><p>�Wie du meinst�, antwortete Sirius gleichm�tig.</p><empty-line/><p>�Und au�erdem sind die Vorh�nge dort drin voller Doxys�, fuhr Mrs. Weasley fort. �Ich dachte, wir k�nnten die vielleicht morgen in Angriff nehmen.�</p><p>�Ich freu mich schon drauf�, sagte Sirius. Harry h�rte den sarkastischen Unterton in seiner Stimme, war sich aber nicht sicher, ob dies sonst noch jemandem auffiel.</p><p>Harry gegen�ber sa� Tonks, die Hermine und Ginny unterhielt, indem sie zwischen zwei Bissen ihre Nase ver�nderte. Wie schon in Harrys Zimmer kniff sie mit angestrengter Miene die Augen zu und ihre Nase schwoll zu einem schnabelartigen H�cker an, �hnlich dem von Snape und schrumpfte dann wieder auf die Gr��e eines Champignons, wobei b�schelweise Haare aus den Nasenl�chern sprossen. Offenbar handelte es sich um eine ganz normale Unterhaltungseinlage zum Abendessen, denn bald verlangten Hermine und Ginny ihre Lieblingsnasen.</p><p>�Machen Sie die Schweineschnauze, Tonks.�</p><p>Tonks tat wie gehei�en, und Harry hatte, als er aufschaute, den fl�chtigen Eindruck, ein weiblicher Dudley w�rde ihm von der anderen Tischseite her zugrinsen.</p><p>Mr. Weasley, Bill und Lupin waren in ein Gespr�ch �ber Kobolde vertieft.</p><p>�Die verraten jetzt noch nichts�, sagte Bill. �Ich wei� nach wie vor nicht, ob sie glauben, dass er zur�ck ist, oder nicht. Nat�rlich ist es ihnen m�glicherweise lieber, nicht Partei zu ergreifen. Sich aus der Sache rauszuhalten.�</p><p>�Ich bin sicher, die w�rden nie zu Du-wei�t-schon-wem �berlaufen�, sagte Mr. Weasley kopfsch�ttelnd. �Auch sie hatten Verluste; erinnert ihr euch noch an diese Koboldfamilie, die er das letzte Mal ermordet hat, in der N�he von Nottingham?�</p><p>�Ich glaube, es h�ngt davon ab, was man ihnen anbietet�, sagte Lupin. �Und ich rede nicht von Gold. Wenn man ihnen die Freiheiten bietet, die wir ihnen seit Jahrhunderten verwehren, kommen sie in Versuchung. Hast du noch immer kein Gl�ck mit Ragnok gehabt, Bill?�</p><p>�Im Moment hat er von Zauberern die Nase voll�, sagte Bill, �er ist immer noch w�tend wegen dieser Bagman-Geschichte und glaubt, das Ministerium h�tte die Sache vertuscht, diese Kobolde haben n�mlich nie ihr Gold von ihm gekriegt -�</p><p>Eine Lachsalve von der Mitte der Tafel �bert�nte den Rest von Bills Worten.</p><p>Fred, George, Ron und Mundungus kugelten sich auf ihren St�hlen.</p><p>�... und dann�, japste Mundungus und Tr�nen liefen ihm �bers Gesicht, �und dann, ihr glaubt's mir nich, sacht er doch zu mir, sacht er: �H�' mal, Dung, wo hast'en all die Kr�ten her? Weil irgend so 'n Klatscherbalg hat mir doch tats�chlich alle geklaut!� Und ich sach: �Dir hamse alle Kr�ten geklaut, Will, was nu? Da brauchst du wieder 'n paar?� Und ihr glaubt's mir nich, Leute, dieser grunzdumme Gnom - kauft seine ganzen Kr�ten von mir zur�ck, f�r viel mehr, als er damals gezahlt hat -�</p><p>�Ich glaube nicht, dass wir noch mehr �ber deine Gesch�ftst�tigkeiten erfahren m�chten, vielen Dank, Mundungus�, sagte Mrs. Weasley scharf, w�hrend sich Ron, br�llend vor Lachen, b�uchlings �ber den Tisch warf.</p><p>�Versseihung, Molly�, sagte Mundungus rasch, wischte sich die Augen und zwinkerte Harry zu. �Aber wei�' du, Will hatte sie ja schon von Warzen-Harris geklaut, also hab ich eigentlich gar nix Falsches gemacht.�</p><p>�Ich wei� nicht, wo du Richtig und Falsch zu unterscheiden gelernt hast, Mundungus, aber offensichtlich hast du ein paar entscheidende Lektionen verpasst�, sagte Mrs. Weasley k�hl.</p><p>Fred und George senkten die Gesic hter in ihre Butterbierkelche; George hickste. Aus irgendeinem Grund warf Mrs. Weasley Sirius einen sehr b�sen Blick zu, dann stand sie auf, um zum Nachtisch einen gro�en Rhabarberauflauf zu holen. Harry drehte sich zu seinem Paten um.</p><p>�Molly h�lt nichts von Mundungus�, sagte Sirius ged�mpft.</p><p>�Und wie kommt's, dass er im Orden ist?�, sagte Harry sehr leise.</p><p>�Er ist n�tzlich�, murmelte Sirius. �Kennt alle Gauner -klar, er ist ja selber einer. Aber er steht auch sehr treu zu Dumbledore, weil der ihm mal aus der Patsche geholfen hat. Es lohnt sich, jemanden wie Dung dabeizuhaben, er h�rt Dinge, von denen wir nichts erfahren. Aber Molly glaubt, es geht zu weit, wenn man ihn einl�dt, zum Essen zu bleiben. Dass er seine Pflicht hat sausen lassen, als er dich beschatten sollte, hat sie ihm nicht verziehen.�</p><p>Drei Schl�ge Rhabarberauflauf mit Vanilleso�e sp�ter f�hlte sich der Bund von Harrys Jeans unbequem eng an (was etwas hei�en wollte, denn die Jeans hatte einst Dudley geh�rt). Als er seinen L�ffel weglegte, war das Gespr�ch rundum ruhiger geworden: Mr. Weasley lehnte sich im Stuhl zur�ck, er wirkte satt und entspannt; Tonks, wieder mit ihrer normalen Nase, g�hnte herzhaft; und Ginny, die Krummbein unter der Anrichte hervorgelockt hatte, sa� im Schneidersitz am Boden und warf ihm Butterbierkorken zum Fangen hin.</p><p>�Bald Zeit f�rs Bett�, sagte Mrs. Weasley g�hnend.</p><p>�Noch nicht ganz, Molly�, erwiderte Sirius, schob seinen leeren Teller weg und wandte sich Harry zu. �Ehrlich gesagt, du �berraschst mich. Ich h�tte gedacht, sobald du hier ankommst, stellst du Fragen �ber Voldemort.�</p><empty-line/><p>Die Atmosph�re im Raum schlug derart schnell um, dass sich Harry an das Auftauchen von Dementoren erinnert f�hlte. Noch vor Sekunden schl�frig und gelassen, war die Stimmung jetzt wachsam, ja gespannt. Bei der Erw�hnung Voldemorts war ein kalter Schauder um den Tisch gegangen. Lupin, der gerade an seinem Wein nippen wollte, lie� den Kelch langsam und mit argw�hnischer Miene sinken.</p><p>�Hab ich doch!�, sagte Harry entr�stet. �Ich hab Ron und Hermine gefragt, aber die sagten, wir seien im Orden nicht zugelassen, also -�</p><p>�Und sie haben vollkommen Recht�, sagte Mrs. Weasley. �Ihr seid zu jung.�</p><p>Sie sa� stocksteif auf ihrem Stuhl, die F�uste auf den Armlehnen geballt, und jede Spur von Schl�frigkeit war aus ihrem Gesicht verschwunden.</p><p>�Seit wann muss jemand im Orden des Ph�nix sein, um Fragen zu stellen?�, sagte Sirius. �Harry sa� einen Monat lang in diesem Muggelhaus fest. Er hat das Recht zu erfahren, was pass-�</p><p>�Wart mal!�, warf George laut ein.</p><p>�Wieso kriegt eigentlich Harry Antworten auf seine Fragen?�, sagte Fred w�tend.</p><p>�Wir versuchen seit einem Monat, dir was aus der Nase zu ziehen, und du hast uns kein einziges stinkendes Wort gesagt!�, rief George.</p><p>�Ihr seid zu jung, ihr seid nicht im Orden�, sagte Fred mit schriller Stimme, die unverkennbar nach der seiner Mutter klang. �Harry ist noch nicht mal vollj�hrig!�</p><p>�Es ist nicht meine Schuld, dass man euch nicht gesagt hat, was der Orden unternimmt�, erkl�rte Sirius ruhig, �das war die Entscheidung eurer Eltern. Harry jedoch -�</p><p>�Es ist nicht deine Sache, zu entscheiden, was f�r Harry gut ist�, sagte Mrs.</p><p>Weasley scharf. Der Ausdruck ihres sonst so freundlichen Gesichts wirkte gef�hrlich. �Du hast nicht vergessen, was Dumbledore gesagt hat, nehm ich an?�</p><p>�Was meinst du jetzt speziell?�, fragte Sirius h�flich, doch mit der Miene eines Mannes, der sich bereit zum Kampf macht.</p><p>�Dass Harry nicht mehr erfahren darf, als er wissen muss�, sagte Mrs.</p><p>Weasley und betonte die letzten beiden W�rter nachdr�cklich.</p><p>Die K�pfe von Ron, Hermine, Fred und George wandten sich abwechselnd Sirius und Mrs. Weasley zu, als w�rden sie einem Ballwechsel beim Tennis folgen. Ginny kniete inmitten eines Haufens herumliegender Butterbierkorken und verfolgte die Unterhaltung mit leicht ge�ffnetem Mund. Lupins Blick war auf Sirius geheftet.</p><p>�Ich habe nicht die Absicht, ihm mehr zu sagen, als er wissen muss, Molly�, erwiderte Sirius. �Aber als derjenige, der Voldemort zur�ckkommen sah� (erneut ging ein Schauder reihum), �hat er eher ein Recht als die meisten -�</p><p>�Er ist kein Mitglied des Ph�nixordens!�, sagte Mrs. Weasley. �Er ist erst f�nfzehn und -�</p><p>�Und er ist mit ebenso viel fertig geworden wie die meisten im Orden�, sagte Sirius, �und mit mehr, als manche von sich behaupten k�nnen.�</p><p>�Keiner bestreitet, was er getan hat!�, sagte Mrs. Weasley mit erhobener Stimme und ihre F�uste auf den Armlehnen bebten. �Aber er ist immer noch -�</p><p>�Er ist kein Kind mehr!�, sagte Sirius unwirsch.</p><p>�Ein Erwachsener ist er auch nicht!�, erwiderte Mrs. Weasley und ihre Wangen f�rbten sich. �Er ist nicht James, Sirius!�</p><p>�Mir ist vollkommen klar, wer er ist, danke, Molly�, sagte Sirius k�hl.</p><p>�Da bin ich mir nicht so sicher!�, sagte Mrs. Weasley. �Manchmal redest du �ber ihn, als w�rdest du glauben, du h�ttest deinen besten Freund wieder!�</p><p>�Was soll daran falsch sein?�, fragte Harry.</p><p>�Falsch daran ist, Harry, dass du nicht dein Vater bist, wie �hnlich du ihm auch sein magst!�, sagte Mrs. Weasley und sah Sirius mit bohrendem Blick an.</p><p>�Du gehst noch immer zur Schule, und Erwachsene, die f�r dich verantwortlich sind, sollten das nicht vergessen!�</p><p>�Soll das hei�en, ich bin ein verantwortungsloser Pate?�, fragte Sirius und fuhr auf.</p><p>�Das soll hei�en, dass du bekannt daf�r bist, un�berlegt zu handeln, Sirius, weshalb Dumbledore dich dauernd ermahnt, zu Hause zu bleiben und -�</p><p>�Dumbledores Anweisungen f�r mich tun hier nichts zur Sache, wenn ich bitten darf!�, sagte Sirius laut.</p><p>�Arthur!�, sagte Mrs. Weasley und wandte sich ihrem Mann zu. �Arthur, sag doch was!�</p><p>Mr. Weasley schwieg zun�chst. Er nahm die Brille ab und putzte sie langsam an seinem Umhang, ohne seine Frau anzusehen. Erst als er sie behutsam wieder auf die Nase gesetzt hatte, antwortete er.</p><p>�Dumbledore wei�, dass die Lage sich ge�ndert hat, Molly. Er ist daf�r, dass Harry jetzt, da er sich im Hauptquartier aufh�lt, bis zu einem gewissen Punkt unterrichtet wird.�</p><p>�Ja, aber das hei�t noch lange nicht, dass man ihn auffordert zu fragen, was immer er wissen will!�</p><p>�Ich pers�nlich�, sagte Lupin leise und wandte endlic h den Blick von Sirius ab, w�hrend Mrs. Weasley sich rasch zu ihm umdrehte, in der Hoffnung, nun endlich einen Verb�ndeten zu bekommen, �ich pers�nlich halte es f�r besser, wenn Harry die Tatsachen erf�hrt - nicht alle Tatsachen, Molly, aber er sollte einen groben �berblick bekommen - von uns, und nicht eine entstellte Variante ... von anderen.�</p><p>Sein Gesichtsausdruck war freundlich, aber Harry war sich sicher, dass Lupin wusste, dass einige Langziehohren Mrs. Weasleys S�uberungsaktion �berlebt hatten.</p><p>�Nun�, sagte Mrs. Weasley schwer atmend und sah vergeblich Hilfe suchend in die Runde, �nun ... ich seh schon, ich werde �berstimmt. Ich will nur eines sagen: Wenn Dumbledore nicht wollte, dass Harry zu viel erf�hrt, dann muss er seine Gr�nde daf�r gehabt haben, und als jemand, dem Harrys ureigenes Wohl am Herzen liegt -�</p><p>�Er ist nicht dein Sohn�, sagte Sirius leise.</p><p>�Aber so gut wie�, sagte Mrs. Weasley heftig. �Wen hat er denn sonst noch?�</p><p>�Er hat mich!�</p><p>�Ja�, sagte Mrs. Weasley und ihre Lippen kr�uselten sich, �die Sache ist nur die, dass es f�r dich recht schwierig war, sich um ihn zu k�mmern, w�hrend du in Askaban eingesperrt warst, oder?�</p><p>Sirius machte Anstalten, sich zu erheben.</p><p>�Molly, du bist nicht der einzige Mensch hier am Tisch, der sich um Harry sorgt�, sagte Lupin scharf. �Sirius, setz dich hin.�</p><p>Mrs. Weasleys Unterlippe bebte. Sirius sank langsam auf seinen Stuhl zur�ck.</p><p>Er war wei� im Gesicht.</p><p>�Ich denke, Harry sollte dabei ein Wort mitreden d�rfen�, fuhr Lupin fort, �er ist alt genug, um selbst zu entscheiden.�</p><p>�Ich will wissen, was inzwischen alles passiert ist�, sagte Harry sofort.</p><p>Er sah Mrs. Weasley nicht an. Dass er wie ein Sohn f�r sie war, wie sie gesagt hatte, r�hrte ihn, aber von ihr bemuttert zu werden machte ihn auch ungeduldig.</p><p>Sirius hatte Recht, er war kein Kind mehr.</p><p>�Also gut�, sagte Mrs. Weasley mit br�chiger Stimme. �Ginny - Ron -Hermine - Fred - George - ich will, dass ihr aus der K�che verschwindet, und zwar sofort.�</p><p>Augenblicklich kam es zum Tumult.</p><p>�Wir sind vollj�hrig!�, br�llten Fred und George im Chor.</p><p>�Wenn Harry darf, warum dann nicht ich?�, rief Ron.</p><p>�Mum, ich will das h�ren!�, klagte Ginny.</p><p>�NEIN!�, rief Mrs. Weasley und erhob sich. Ihre Augen gl�nzten. �Ich verbiete euch abso-�</p><p>�Molly, Fred und George kannst du es nicht verbieten�, sagte Mr. Weasley matt. �Sie sind vollj�hrig.�</p><p>�Sie gehen immer noch zur Schule.�</p><p>�Aber dem Gesetz nach sind sie jetzt Erwachsene�, sagte Mr. Weasley mit unver�ndert m�der Stimme.</p><p>Mrs. Weasley war nun scharlachrot im Gesicht.</p><p>�Ich - oh, von mir aus, Fred und George k�nnen bleiben, aber Ron -�</p><p>�Harry erz�hlt mir und Hermine sowieso alles, was ihr sagt!�, rief Ron aufgebracht. �Oder - oder nicht?�, f�gte er unsicher hinzu und suchte Harrys Blick.</p><p>Einen kurzen Moment lang schoss Harry durch den Kopf, er k�nnte Ron sagen, dass er kein einziges Wort von ihm zu h�ren kriegen w�rde, damit er mal sp�rte, wie es war, nichts zu erfahren, und sehen konnte, wie ihm das schmeckte.</p><p>Aber der gemeine Impuls verschwand, als sie sich anblickten.</p><p>�Klar werd ich das�, sagte Harry.</p><p>Ron und Hermine strahlten.</p><p>�Sch�n!�, rief Mrs. Weasley. �Sch�n! Ginny - INS BETT!�</p><p>Ginny ging nicht leise. Sie konnten sie die ganze Treppe hinauf gegen ihre Mutter w�ten und toben h�ren, und als sie die Halle erreicht hatte, verst�rkten Mrs. Blacks markersch�tternde Schreie noch das Get�se. Lupin eilte zum Portr�t hoch, um f�r Ruhe zu sorgen. Erst als er zur�ck war, die K�chent�r hinter sich geschlossen und seinen Platz am Tisch wieder eingenommen hatte, begann Sirius zu sprechen.</p><p>�Gut, Harry ... was willst du wissen?�</p><p>Harry holte tief Luft und stellte die Frage, die ihn seit einem Monat nicht mehr loslie�.</p><empty-line/><p>�Wo ist Voldemort?�, sagte er, ohne darauf zu achten, dass bei dem Namen wieder alle schauderten und zusammenzuckten. �Was hat er unternommen? Ich hab versucht die Muggelnachrichten zu sehen, und es gab noch nichts, was nach ihm aussah, keine merkw�rdigen Todesf�lle und dergleichen.�</p><p>�Weil es bislang noch keine merkw�rdigen Todesf�lle gegeben hat�, sagte Sirius, �jedenfalls soweit wir wissen ... und wir wissen eine ganze Menge.�</p><p>�Auf jeden Fall mehr, als er glaubt�, sagte Lupin.</p><p>�Wie kommt es, dass er aufgeh�rt hat, Menschen zu t�ten?�, fragte Harry. Er wusste, dass Voldemort allein im vergangenen Jahr mehr als einmal gemordet hatte.</p><p>�Weil er keine Aufmerksamkeit auf sich lenken will�, sagte Sirius. �Das w�re gef�hrlich f�r ihn. Seine R�ckkehr ist ihm nicht ganz so gelungen, wie er sich das vorgestellt hat, verstehst du. Er hat sie vermasselt.�</p><p>�Besser gesagt, du hast sie ihm vermasselt�, sagte Lupin und l�chelte zufrieden.</p><p>�Wie?�, fragte Harry perplex.</p><p>�Du solltest eigentlich nicht �berleben!�, sagte Sirius. �Niemand au�er seinen Todessern sollte wissen, dass er zur�ck ist. Aber du hast �berlebt und kannst es bezeugen.�</p><p>�Und der Letzte, der wegen seiner R�ckkehr alarmiert werden sollte, war Dumbledore�, sagte Lupin. �Und du hast daf�r gesorgt, dass es Dumbledore sofort erfahren hat.�</p><p>�Und was hat das gebracht?�, fragte Harry.</p><p>�Machst du Witze?�, entgegnete Bill ungl�ubig. �Dumbledore war der Einzige, vor dem Du-wei�t-schon-wer jemals Angst hatte!�</p><p>�Dank dir konnte Dumbledore schon eine knappe Stunde nach Voldemorts R�ckkehr den Orden des Ph�nix wieder einberufen�, sagte Sirius.</p><p>�Und - was hat der Orden unternommen?�, sagte Harry und blickte in die Runde.</p><p>�Wir tun alles, was wir k�nnen, um daf�r zu sorgen, dass Voldemort seine Pl�ne nicht verwirklichen kann�, erwiderte Sirius.</p><p>�Woher wisst ihr, was er plant?�, fragte Harry rasch.</p><p>�Dumbledore hat eine ungef�hre Vorstellung�, sagte Lupin, �und Dumbledores ungef�hre Vorstellungen erweisen sich normalerweise als zutreffend.�</p><empty-line/><p>�Und was vermutet Dumbledore, dass er plant?�</p><p>�Nun, zun�chst will er seine Armee wieder aufbauen�, sagte Sirius. �In alten Zeiten standen gewaltige Scharen unter seinem Befehl: Hexen und Zauberer, die er erpresst oder verhext hatte, ihm zu folgen, seine getreuen Todesser, viele verschiedene dunkle Kreaturen. Du hast geh�rt, dass er vorhat, die Riesen f�r sich zu gewinnen; nun, das wird nur eine der Gruppen sein, die er f�r sich einnehmen will. Mit Sicherheit wird er nicht versuchen, es nur mit einem Dutzend Todessern gegen das Zaubereiministerium aufzunehmen.�</p><p>�Also versucht ihr, ihn aufzuhalten, bevor er noch mehr Anh�nger bekommt?�</p><p>�Wir tun unser Bestes�, erwiderte Lupin.</p><p>�Wie?�</p><p>�Nun, das Wichtigste ist, dass wir versuchen, m�glichst viele davon zu �berzeugen, dass Du-wei�t-schon-wer zur�ckgekehrt ist, damit sie sich wappnen�, sagte Bill. �Das ist allerdings gar nicht so einfach.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Wegen der Haltung des Ministeriums�, sagte Tonks. �Du hast Cornelius Fudge gesehen, nachdem Du-wei�t-schon-wer zur�ckgekommen war, Harry. Nun, er hat seine Position �berhaupt nicht ver�ndert. Er weigert sich steif und fest zu glauben, dass es so ist.�</p><p>�Aber weshalb?�, fragte Harry aufgebracht. �Weshalb ist er so dumm? Wenn Dumbledore -�</p><p>�Tja, da hast du den Finger auf die Wunde gelegt�, sagte Mr. Weasley mit einem gequ�lten L�cheln. �Dumbledore.�</p><p>�Fudge hat Angst vor ihm, verstehst du�, sagte Tonks traurig-</p><p>�Angst vor Dumbledore?�, fragte Harry ungl�ubig.</p><p>�Angst vor dem, was er vorhat�, erwiderte Mr. Weasley. �Fudge glaubt, Dumbledore heckt eine Verschw�rung aus, um ihn zu st�rzen. Er glaubt, Dumbledore will Zaubereiminister werden.�</p><p>�Aber Dumbledore will doch nicht -�</p><p>�Nat�rlich will er nicht�, sagte Mr. Weasley. �Er wollte nie das Amt des Ministers, obwohl eine Menge Leute ihn dazu gedr�ngt haben, als Millicent Bagnold in den Ruhestand ging. Stattdessen kam Fudge an die Macht, aber er hat nie vergessen, welch breite Unterst�tzung Dumbledore genoss, obwohl er sich nie um den Posten beworben hatte.�</p><p>�Tief in seinem Innern wei� Fudge, dass Dumbledore weit kl�ger ist als er, ein viel m�chtigerer Zauberer, und in seiner fr�hen Amtszeit als Minister hat er Dumbledore st�ndig um Hilfe und Rat gebeten�, sagte Lupin. �Aber wie es scheint, hat er sich mit der Macht angefreundet und ist viel selbstsicherer geworden. Er genie�t es, Zaubereiminister zu sein, und hat es geschafft, sich einzureden, dass er der Kl�gste ist und dass Dumbledore nur Scherereien um ihrer selbst willen heraufbeschw�rt.�</p><p>�Wie kann er so etwas glauben?�, sagte Harry zornig. �Wie kann er glauben, dass Dumbledore alles nur erfindet - dass ich alles erfinde?�</p><p>�Wenn das Ministerium sich eingestehen w�rde, dass Voldemort zur�ck ist, hie�e das, sie h�tten es mit den gr��ten Schwierigkeiten seit fast vierzehn Jahren zu tun�, sagte Sirius bitter. �Fudge bringt es einfach nicht fertig, sich dem zu stellen. Es ist ja so viel bequemer, wenn er sich einredet, Dumbledore l�ge, um seine Stellung zu untergraben.�</p><p>�Da liegt das Problem�, sagte Lupin. �Wenn das Ministerium darauf beharrt, dass es von Voldemort nichts zu bef�rchten gibt, ist es schwierig, die Leute davon zu �berzeugen, dass er zur�ck ist, besonders da sie es zun�chst im Grunde gar nicht gla uben wollen. Zudem �bt das Ministerium starken Druck auf den Tagespropheten aus, nichts von dem zu berichten, was sie Dumbledores Ger�chtek�che nennen, also hat der gr��te Teil der Zauberergemeinschaft �berhaupt keine Ahnung, dass irgendetwas geschehen ist, und das macht sie zu leichter Beute f�r die Todesser, wenn die den Imperius-Fluch einsetzen.�</p><p>�Aber ihr erz�hlt es doch den Leuten, oder nicht?�, sagte Harry und blickte reihum zu Mr. Weasley, Sirius, Bill, Mundungus, Lupin und Tonks. �Ihr lasst die Leute doch wissen, dass er zur�ck ist?�</p><p>Sie l�chelten gezwungen.</p><p>�Nun ja, alle glauben, ich sei ein verr�ckter Massenm�rder, und das Ministerium hat einen Preis von zehntausend Galleonen auf meinen Kopf ausgesetzt. Ich kann wohl kaum durch die Stra�en ziehen und Flugbl�tter verteilen, oder?�, sagte Sirius unruhig.</p><p>�Und ich bin bei den meisten in der Gemeinschaft kein sonderlich beliebter Dinnergast�, sagte Lupin. �Das geh�rt zum Berufsrisiko eines Werwolfs.�</p><p>�Tonks und Arthur w�rden ihre Stellen im Ministerium verlieren, wenn sie anfingen, den Mund aufzumachen�, sagte Sirius, �und es ist sehr wichtig f�r uns, Spione im Ministerium zu haben, weil du davon ausgehen kannst, dass Voldemort auch welche hat.�</p><p>�Immerhin haben wir es geschafft, ein paar Leute zu �berzeugen�, sagte Mr.</p><p>Weasley. �Tonks hier, zum Beispiel - das letzte Mal war sie noch zu jung f�r den Orden des Ph�nix, und Auroren auf unserer Seite zu haben ist ein gewaltiger Vorteil - auch Kingsley Shacklebolt ist ein echter Trumpf; er ist verantwortlich f�r die Jagd nach Sirius, also hat er das Ministerium mit der Information gef�ttert, dass Sirius in Tibet sei.�</p><p>�Aber wenn keiner von euch die Nachricht verbreitet, dass Voldemort zur�ck ist -�, fing Harry an.</p><p>�Wer sagt, dass keiner von uns die Nachricht verbreitet?�, sagte Sirius.</p><p>�Warum, glaubst du, hat Dumbledore so viel �rger?�</p><p>�Was soll das hei�en?�, fragte Harry.</p><p>�Sie versuchen ihn unglaubw�rdig zu machen�, sagte Lupin. �Hast du letzte Woche nicht den Tagespropheten gelesen? Sie haben berichtet, dass er aus dem Vorstand der Internationalen Zauberervereinigung rausgew�hlt wurde, weil er alt werde und nicht mehr alle Tassen im Schrank habe, aber das stimmt nicht; er wurde von Ministeriumszauberern rausgew�hlt, nachdem er in einer Rede Voldemorts R�ckkehr verk�ndet hatte. Sie haben ihm das Amt des Gro�meisters beim Zaubergamot entzogen - das ist das Oberste Gericht der Zauberer - und sie reden davon, ihm auch den Merlinorden erster Klasse abzuerkennen.�</p><p>�Aber Dumbledore sagt, ihm ist egal, was sie tun, solange sie ihn nicht aus den Schokofroschkarten rausnehmen�, sagte Bill grinsend.</p><p>�Das ist nicht zum Lachen�, sagte Mr. Weasley scharf. �Wenn er dem Ministerium weiterhin auf diese Weise die Stirn bietet, k�nnte er in Askaban landen, und das Letzte, was wir wollen, ist ein eingesperrter Dumbledore. Solange Du-wei�t-schon-wer wei�, dass Dumbledore irgendwo da drau�en ist und seine Absichten kennt, wird er mit Bedacht vorgehen. Wenn Dumbledore aus dem Weg ist - dann hat Du-wei�t-schon-wer freie Bahn.�</p><p>�Aber wenn Voldemort versucht noch mehr Todesser zu gewinnen, muss doch rauskommen, dass er zur�ck ist, oder?�, fragte Harry verzweifelt.</p><p>�Voldemort marschiert nicht zu den Leuten hin und klopft an ihre T�ren, Harry�, sagte Sirius. �Er �berlistet, er verhext und erpresst sie. Er handelt im Geheimen, darin hat er viel �bung. Er ist sowieso nicht nur daran interessiert, Gefolgsleute zu sammeln. Er hat noch andere Pl�ne, Pl�ne, die er tats�chlich ganz ohne Aufsehen verwirklichen kann, und im Moment konzentriert er sich auf die.�</p><p>�Was sucht er denn, abgesehen von Gefolgsleuten?�, fragte Harry rasch. Er hatte den Eindruck, Sirius und Lupin einen sehr fl�chtigen Blick austauschen zu sehen, bevor Sirius antwortete.</p><p>�Dinge, die er nur absolut heimlich bekommen kann.�</p><p>Da Harry weiterhin ratlos dreinsah, sagte Sirius: �Zum Beispiel eine Waffe. Etwas, das er das letzte Mal nicht hatte.�</p><p>�Als er schon einmal Macht hatte?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Was f�r eine Waffe?�, sagte Harry. �Etwas Schlimmeres als den Avada Kedavra -?�</p><p>�Das reicht jetzt!�</p><p>Mrs. Weasley stand im Schatten neben der T�r. Harry hatte nicht bemerkt, dass sie zur�ckgekehrt war, nachdem sie Ginny hochgebracht hatte. Sie hatte die Arme verschr�nkt und sah w�tend aus.</p><p>�Ich m�chte, dass ihr zu Bett geht, sofort. Und zwar alle�, f�gte sie hinzu und lie� den Blick �ber Fred, George, Ron und Hermine wandern.</p><p>�Du kannst uns hier nicht rumkommandieren -�, begann Fred.</p><p>�Pass auf�, fauchte Mrs. Weasley. Sie zitterte leicht, als sie Sirius ansah. �Ihr habt Harry eine Menge Informationen gegeben. Noch ein wenig mehr, und ihr k�nnt ihn auch gleich in den Orden aufnehmen.�</p><p>�Warum nicht?�, warf Harry rasch ein. �Ich werde beitreten, ich will beitreten, ich will k�mpfen.�</p><p>�Nein.�</p><p>Jetzt hatte nicht Mrs. Weasley, sondern Lupin gesprochen.</p><p>�Der Orden besteht nur aus vollj�hrigen Zauberern�, sagte er. �Zauberern, die mit der Schule fertig sind�, f�gte er hinzu, da Fred und George die M�nder aufsperrten. �Es sind Gefahren damit verbunden, von denen ihr nichts ahnen k�nnt, keiner von euch ... Ich glaube, Molly hat Recht, Sirius. Wir haben genug gesagt.�</p><p>Sirius hob leicht die Achseln, entgegnete aber nichts. Mrs. Weasley winkte ihren S�hnen und Hermine gebieterisch zu. Einer nach dem anderen erhob sich, und Harry, der einsah, dass er verloren hatte, folgte ihnen.</p><empty-line/></section><section><title><p>Das f�rnehme und gar alte Haus der Blacks</p></title><p>Mrs. Weasley ging mit grimmiger Miene hinter ihnen die Treppe hinauf. �Ihr geht sofort zu Bett, und es wird nicht mehr geredet�, befahl sie, als sie den ersten Stock erreicht hatten. �Wir haben morgen viel zu tun. Ich denke, Ginny schl�ft schon�, f�gte sie an Hermine gewandt hinzu, �also versuch sie bitte nicht aufzuwecken.�</p><p>�Schl�ft schon, ja, sicher�, sagte Fred halblaut, als Hermine ihnen gute Nacht gew�nscht hatte und sie einen Stock h�her stiegen. �Wenn Ginny nicht noch wach ist und auf Hermine wartet, damit sie ihr alles erz�hlt, was sie unten gesagt haben, dann bin ich ein Flubberwurm ...�</p><p>�Also, Ron, Harry�, sagte Mrs. Weasley auf dem zweiten Treppenabsatz und deutete auf ihr Schlafzimmer. �Ab ins Bett mit euch.�</p><p>�Nacht�, sagten Harry und Ron zu den Zwillingen.</p><p>�Schlaft gut�, sagte Fred augenzwinkernd.</p><p>Mrs. Weasley lie� die T�r hinter Harry laut ins Schloss fallen. Das Schlafzimmer wirkte noch feuchter und d�sterer als beim ersten Anblick. Das leere Bild an der Wand atmete jetzt ganz langsam und tief, als w�rde sein unsichtbarer Bewohner schlafen. Harry zog seinen Schlafanzug an, nahm die Brille ab und stieg in sein klammes Bett, w�hrend Ron Eulenkekse auf den Schrank warf, um Hedwig und Pigwidgeon ruhig zu stimmen, die herumklackerten und nerv�s mit den Fl�geln raschelten.</p><p>�Wir k�nnen sie nicht jede Nacht zum Jagen rauslassen�, erkl�rte Ron, w�hrend er seinen kastanienbraunen Pyjama anzog. �Dumbledore will nicht, dass zu viele Eulen �ber den Platz schwirren, das w�rde verd�chtig aussehen, meint er. Ach ja ... hab ich vergessen ...�</p><p>Er ging hin�ber zur T�r und verriegelte sie.</p><p>�Warum machst du das?�</p><p>�Kreacher�, sagte Ron und l�schte das Licht. �In meiner ersten Nacht hier kam er um drei Uhr morgens reinspazie rt. Nicht gerade angenehm, wenn du aufwachst und siehst, dass er in deinem Zimmer herumschleicht, glaub mir.</p><p>Jedenfalls ...�, er stieg ins Bett, legte sich unter die Decke und blickte Harry in der Dunkelheit an; Harry sah seinen Umriss im Mondlicht, das durch die schmutzige Fensterscheibe sickerte, �was h�ltst du davon?�</p><p>Harry brauchte Ron nicht zu fragen, was er meinte.</p><p>�Nun, das bisschen, was sie uns erz�hlt haben, h�tten wir uns auch selber zusammenreimen k�nnen, oder?�, antwortete er und lie� sich noch einmal durch den Kopf gehen, was in der K�che gesagt worden war. �Ich meine, im Grunde haben sie nur gesagt, dass der Orden versucht, die Leute davon abzuhalten, sich Vol-�</p><p>Ron atmete zischend ein.</p><p>�-demort anzuschlie�en�, sagte Harry bestimmt. �Wann f�ngst du endlich an, seinen Namen zu benutzen? Sirius und Lupin tun's auch.�</p><p>Ron �berh�rte seine letzte Bemerkung.</p><p>�Ja, du hast Recht�, sagte er, �wir haben schon fast alles gewusst, was sie uns gesagt haben, weil wir die Langziehohren benutzt haben. Das einzig Neue war -�</p><p>Knall.</p><p>�AUTSCH!�</p><p>�Sei leise, Ron, oder Mum steht gleich wieder auf der Matte.�</p><p>�Ihr zwei seid auf meinen Knien appariert!�</p><p>�Tja, im Dunkeln ist es eben schwieriger.�</p><p>Harry sah die schemenhaften Umrisse von Fred und George von Rons Bett h�pfen. Sprungfedern �chzten, und Harrys Matratze senkte sich eine Handbreit, als George sich neben seine F��e setzte.</p><p>�Ihr seid also schon beim Thema?�, fragte George neugierig.</p><p>�Bei der Waffe, von der Sirius gesprochen hat?�, sagte Harry.</p><p>�Die ihm wohl eher rausgerutscht ist�, sagte Fred, der jetzt neben Ron sa�, gen�sslich. �Von der haben wir mit den ollen Langziehern nichts geh�rt, oder?�</p><p>�Was wird das sein?�, meinte Harry.</p><p>�Kann alles M�gliche sein�, erwiderte Fred.</p><p>�Aber es kann doch nichts Schlimmeres geben als den Avada-Kedavra-Fluch, oder?�, sagte Ron. �Was ist schlimmer als der Tod?�</p><p>�Vielleicht ist es etwas, das viele Menschen auf einmal t�ten kann�, �berlegte George.</p><p>�Vielleicht ist es eine besonders schmerzhafte Art, Leute umzubringen�, sagte Ron beklommen.</p><p>�Wenn er Schmerzen verursachen will, hat er den Cruciatus-Fluch�, entgegnete Harry, �er braucht nichts Wirksameres als den.�</p><p>Eine Pause trat ein, und Harry wusste, dass die anderen sich genau wie er fragten, welches Grauen diese Waffe verbreiten mochte.</p><p>�Und wer, glaubt ihr, besitzt sie im Augenblick?�, fragte George.</p><p>�Ich hoffe, unsere Seite�, sagte Ron und klang leicht nerv�s.</p><p>�Wenn ja, dann bewahrt vermutlich Dumbledore sie auf�, sagte Fred.</p><p>�Wo?�, fragte Ron rasch. �In Hogwarts?�</p><p>�Mit Sicherheit!�, sagte George. �Da hat er auch den Stein der Weisen versteckt.�</p><p>�Eine Waffe ist aber wahrscheinlich viel gr��er als der Stein!�, erwiderte Ron.</p><p>�Nicht unbedingt�, sagte Fred.</p><p>�Ja, Gr��e ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit Kraft�, sagte George.</p><p>�Schau dir nur Ginny an.�</p><p>�Was meinst du?�, sagte Harry.</p><p>�Du bist nie in den Genuss einer ihrer Flederwichtfl�che gekommen, was?�</p><p>�Schhh!�, machte Fred und erhob sich halb vom Bett. �H�rt mal!�</p><p>Sie verstummten. Schritte kamen die Treppe herauf.</p><p>�Mum�, sagte George, und mir nichts, dir nichts ert�nte ein lauter Knall, und Harry sp�rte, wie das Gewicht vom Fu�ende seines Bettes verschwand. Ein paar Sekunden sp�ter h�rten sie drau�en vor der T�r den Boden knarren; offenbar lauschte Mrs. Weasley, ob sie noch miteinander redeten.</p><p>Hedwig und Pigwidgeon schrien klagend. Der Fu�boden knarrte erneut, und sie h�rten, wie Mrs. Weasley einen Stock h�her ging, um bei Fred und George zu horchen.</p><p>�Sie traut uns kein bisschen, wei�t du�, sagte Ron bedauernd.</p><p>Harry war sich sicher, dass er keinen Schlaf finden w�rde; an diesem Abend war zu viel geschehen, woran er denken musste, und er erwartete geradezu, dass er noch stundenlang daliegen und immer wieder �ber alles nachgr�beln w�rde. Er wollte sich weiter mit Ron unterhalten, aber Mrs. Weasley knarrte nun wieder treppab, und als sie fort war, h�rte er deutlich andere Schritte treppauf kommen ...</p><p>tats�chlich taperten vielbeinige Kreaturen drau�en vor der Zimmert�r leise auf und ab, und Hagrid, der Lehrer f�r die Pflege magischer Gesch�pfe, sagte:</p><p>�Sch�nheiten, nicht wahr, Harry? Dieses Schuljahr studieren wir Waffen ...�, und Harry sah, dass die Gesch�pfe Kanonen als K�pfe hatten und auf ihn zugerollt kamen ... er duckte sich ...</p><p>Das N�chste, was er wahrnahm, war, dass er zu einer warmen Kugel zusammengerollt unter seiner Bettdecke lag und Georges Stimme laut durch den Raum drang.</p><p>�Mum sagt, dass ihr aufstehen sollt, euer Fr�hst�ck ist in der K�che, und dann braucht sie euch im Salon, da sind viel mehr Doxys, als sie dachte, und sie hat ein Nest mit toten Knuddelmuffs unter dem Sofa gefunden.�</p><p>Eine halbe Stunde sp�ter traten Harry und Ron, die sich rasch angezogen und gefr�hst�ckt hatten, in den Salon, einen langen Raum im ersten Stock mit hoher Decke und olivgr�nen W�nden, an denen schmutzige Tapeten hingen. Der Teppich atmete jedes Mal, wenn man mit dem Fu� auftrat, kleine Staubwolken aus, und die langen moosgr�nen Samtvorh�nge summten, als w�ren sie voll unsichtbarer Bienenschw�rme. Um diese Vorh�nge herum standen Mrs. Weasley, Hermine, Ginny, Fred und George. Mit dem Tuch, das sie alle �ber Nase und Mund gebunden hatten, sahen sie recht eigent�mlich aus. Au�erdem hielt jeder eine gro�e Flasche mit schwarzer Fl�ssigkeit in der Hand, die oben eine D�se hatte.</p><p>�Bedeckt die Gesichter und nehmt euch ein Spray�, sagte Mrs. Weasley zu Harry und Ron, kaum dass sie die beiden gesehen hatte. Sie deutete auf zwei weitere Flaschen mit schwarzer Fl�ssigkeit, die auf einem storchbeinigen Tisch standen. �Das ist Doxyzid. Eine so schlimme Verseuchung hab ich noch nie erlebt - was hat dieser Hauself in den letzten zehn Jahren nur gemacht -�</p><p>Hermines Gesicht war halb von einem Geschirrtuch verh�llt, doch Harry sah deutlich, wie sie Mrs. Weasley einen vorwurfsvollen Blick zuwarf.</p><p>�Kreacher ist steinalt, er hat es wahrscheinlich nicht geschafft -�</p><p>�Du w�rst �berrascht, was Kreacher alles so schafft, wenn er wirklich will, Hermine�, sagte Sirius, der gerade hereinkam. Er trug einen blutverschmierten Sack, der offenbar tote Ratten enthielt. �Ich hab eben Seidenschnabel gef�ttert�, erkl�rte er auf Harrys fragenden Blick hin. �Ich halte ihn oben im Schlafzimmer meiner Mutter. Also ... dieses Schreibpult ...�</p><p>Er lie� den Sack mit Ratten auf einen Sessel fallen, dann beugte er sich vor, um das verschlossene Schreibpult zu inspizieren, das, wie Harry jetzt erst auffiel, leicht ruckelte.</p><p>�Nun, Molly, ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein Irrwicht ist�, sagte Sirius und sp�hte durchs Schl�sselloch, �aber vielleicht sollte Mad-Eye mal einen kurzen Blick drauf werfen, bevor wir ihn rauslassen - wie ich meine Mutter kenne, k�nnte das noch was viel Schlimmeres sein.�</p><p>�Ganz recht, Sirius�, sagte Mrs. Weasley.</p><p>Sie sprachen beide in einem bedacht unbek�mmerten, h�flichen Ton miteinander, an dem Harry deutlich erkannte, dass sie ihren Streit vom Vorabend noch nicht vergessen hatten.</p><p>Im Erdgeschoss ert�nte eine laute, klirrende Glocke, und sofort hob ein vielstimmiges Schreien und Wehklagen an, wie schon am Vorabend, als Tonks den Schirmst�nder umgesto�en hatte.</p><p>�Andauernd sag ich ihnen, sie sollen nicht an der Haust�r l�uten!�, rief Sirius ver�rgert und hastete hinaus. Sie h�rten ihn die Treppe hinunterpoltern, w�hrend Mrs. Blacks Gekeife erneut durch das Haus hallte:</p><p>�Schandflecke, schmutzige Halbbl�ter, Blutsverr�ter, Gossenkinder ...�</p><p>�Schlie� bitte die T�r, Harry�, sagte Mrs. Weasley.</p><p>Harry nahm sich gewagt lange Zeit, um die Salont�r zu schlie�en; er wollte h�ren, was unten vor sich ging. Sirius hatte es offenbar geschafft, die Vorh�nge vor dem Portr�t seiner Mutter zu schlie�en, denn das Geschrei war verstummt. Er h�rte Sirius durch die Halle laufen, dann das Rasseln der Kette an der Haust�r, und schlie�lich sagte eine tiefe Stimme, die er als die von Kingsley Shacklebolt erkannte: �Hestia hat mich gerade abgel�st, sie hat also jetzt Moodys Mantel, ich dachte, ich k�nnte einen Bericht f�r Dumbledore abgeben ...�</p><p>Harry sp�rte Mrs. Weasleys Blick im Nacken, machte bedauernd die Salont�r zu und schloss sich wieder der Doxytruppe an.</p><p>Mrs. Weasley stand �ber Gilderoy Lockharts Ratgeber f�r Sch�dlinge in Haus und Hof gebeugt, der aufgeschlagen auf dem Sofa lag, und studierte die Seite �ber Doxys.</p><p>�Also, h�rt alle mal zu, ihr m�sst aufpassen, weil Doxys bei�en und ihre Z�hne giftig sind. Ich habe hier eine Flasche mit Gegengift, aber mir w�r's lieber, wenn es niemand brauchte.�</p><p>Sie richtete sich auf, stellte sich breitbeinig vor die Vorh�nge und winkte sie alle nach vorne.</p><p>�Auf mein Kommando fangt ihr gleich an zu spr�hen�, sagte sie. �Die werden auf uns zufliegen, denke ich, aber auf den Sprays steht, ein t�chtiger Spritzer wird sie l�hmen. Wenn sie sich nicht mehr r�hren, werft sie einfach in diesen Eimer.�</p><p>Umsichtig trat sie den anderen aus der Schusslinie und hob ihr Spray.</p><p>�Alles klar - spr�ht!�</p><p>Harry hatte gerade mal ein paar Sekunden lang gespr�ht, als eine ausgewachsene Doxy aus einer Falte im Stoff hervorgeschossen kam, mit surrenden, gl�nzenden, k�ferartigen Fl�geln, die kleinen nadelscharfen Z�hne gebleckt, den feenartigen K�rper mit dichtem schwarzem Haar bedeckt und die vier winzigen F�ustchen erz�rnt geballt. Harry erwischte sie mit einer Ladung Doxyzid voll im Gesicht. Sie erstarrte in der Luft und fiel mit einem �berraschend lauten Donk auf den abgetretenen Teppich. Harry hob sie auf und warf sie in den Eimer.</p><p>�Fred, was machst du da?�, sagte Mrs. Weasley scharf. �Spr�h die sofort ein und wirf sie weg!�</p><p>Harry wandte sich um. Fred hielt eine zappelnde Doxy zwischen Zeigefinger und Daumen.</p><p>�Hab ich dich�, sagte er grinsend und spr�hte der Doxy rasch ins Gesicht, so dass sie in Ohnmacht fiel, doch kaum hatte ihm Mrs. Weasley den R�cken zugekehrt, steckte er sie augenzwinkernd in die Tasche.</p><p>�Wir wollen das Doxygift f�r unsere Nasch-und-Schw�nz-Leckereien testen�, tuschelte George Harry zu.</p><p>Harry sprayte geschickt zwei Doxys auf einmal an, die geradewegs auf seine Nase zuflirrten, trat dann n�her zu George und murmelte, ohne die Lippen zu bewegen: �Was sind Nasch-und-Schw�nz-Leckereien?�</p><p>�Eine Auswahl von S��igkeiten, die dich krank machen�, fl�sterte George und behielt wachsam Mrs. Weasleys R�cken im Blick. �Nicht ernstlich krank nat�rlich, nur krank genug, damit man dich aus dem Unterricht schickt, wenn dir danach ist. Fred und ich haben sie diesen Sommer entwickelt. Das sind zweigeteilte, farblich gekennzeichnete S��igkeiten zum Kauen. Wenn du von den Kotzpastillen die orange H�lfte isst, wird dir schlecht. Sobald sie dich aus dem Unterricht in den Krankenfl�gel gescheucht haben, schluckst du die lila H�lfte -�</p><p>��- die dich wieder vollkommen fit macht und es dir erm�glicht, der Freizeitbesch�ftigung deiner Wahl nachzugehen, und das in einer Stunde, die andernfalls nutzloser Langeweile gewidmet w�re.� Das schreiben wir jedenfalls in den Anzeigen�, fl�sterte Fred, der sich aus Mrs. Weasleys Sichtfeld gestohlen hatte und jetzt ein paar verstreute Doxys vom Boden kehrte und sie zu den anderen in seine Tasche steckte. �Aber sie sind noch nicht ganz ausgereift. Im Moment haben unsere Testpersonen weiterhin gewisse Schwierigkeiten damit, lang genug mit dem Kotzen aufzuh�ren, um das lila Ende schlucken zu k�nnen.�</p><p>�Testpersonen?�</p><p>�Wir�, sagte Fred. �Wir nehmen sie abwechselnd. George hat die Kollapskekse gegessen - das Nasblutnugat haben wir alle beide ausprobiert -�</p><p>�Mum dachte, wir h�tten uns duelliert�, sagte George.</p><p>�Ihr habt also immer noch vor, diesen Scherzartikelladen aufzumachen?�, murmelte Harry, wobei er so tat, als w�rde er die D�se an seinem Spray neu einrichten.</p><p>�Nun, wir haben bisher noch nicht die Gelegenheit gehabt, uns um R�umlichkeiten zu k�mmern�, sagte Fred und wurde noch leiser, als Mrs.</p><p>Weasley sich die Stirn mit ihrem Halstuch abwischte, bevor sie wieder zum Angriff schritt, �also betreiben wir ihn im Moment noch als Versandhandel. Letzte Woche haben wir Anzeigen in den Tagespropheten gesetzt.�</p><p>�Alles dank dir, Alter�, sagte George. �Aber mach dir keine Sorgen ... Mum hat keine Ahnung. Sie will den Tagespropheten nicht mehr lesen, weil er L�gen �ber dich und Dumbledore verbreitet.�</p><p>Harry grinste. Er hatte den Weasley-Zwillingen das Preisgeld von tausend Galleonen aufgen�tigt, das er im Trimagischen Turnier gewonnen hatte, damit sie ihren Traum verwirklichen konnten, einen Laden f�r Zauberscherze zu er�ffnen, und doch war er froh zu h�ren, dass Mrs. Weasley nichts von seinem Beitrag zur F�rderung ihres Vorhabens wusste. Einen Scherzartikelladen zu betreiben war in ihren Augen keine geeignete Berufslaufbahn f�r zwei ihrer S�hne.</p><p>Das Dedoxieren der Vorh�nge beanspruchte fast den ganzen Vormittag. Es war nach zw�lf, als Mrs. Weasley endlich ihr Schutztuch abnahm, sich in einen durchh�ngenden Sessel sinken lie� und mit einem angewiderten Schrei wieder aufsprang, weil sie sich auf den Sack mit den toten Ratten gesetzt hatte. Die Vorh�nge summten nicht mehr; schlaff und feucht vom heftigen Bespr�hen hingen sie da. Vor ihnen auf dem Boden stand der mit bet�ubten Doxys gef�llte Eimer neben einer Sch�ssel mit ihren schwarzen Eiern, an denen Krummbein jetzt schn�ffelte und auf die Fred und George begehrliche Blicke warfen.</p><p>�Ich denke, die nehmen wir uns nach dem Mittagessen vor.� Mrs. Weasley deutete auf die verstaubten Vitrinen zu beiden Seiten des Kaminsimses. Sie waren voll gestopft mit einem merkw�rdigen Sammelsurium von Dingen: einer Auswahl rostiger Dolche, Klauen, einer eingerollten Schlangenhaut, einer Reihe angelaufener Silberk�sten mit Inschriften in Sprachen, die Harry nicht verstand, und, am unangenehmsten von allem, einem reich verzierten Kristallflakon mit einem gro�en, in den St�psel eingelassenen Opal, der, da war sich Harry ziemlich sicher, mit Blut gef�llt war.</p><p>Die klirrende T�rglocke ging erneut. Alle sahen Mrs. Weasley an.</p><p>�Bleibt hier�, sagte sie entschieden und schnappte sich den Sack mit den Ratten, w�hrend Mrs. Blacks Schreie erneut von unten heraufdrangen. �Ich bring euch ein paar Sandwiches hoch.�</p><p>Sie ging hinaus und schloss sorgf�ltig die T�r hinter sich. Sofort st�rzten alle zum Fenster und lugten hinunter zur Vortreppe. Sie konnten einen zerzausten rotbraunen Haarschopf sehen und einen bedrohlich windschiefen Stapel Kessel.</p><empty-line/><p>�Mundungus!�, sagte Hermine. �Wozu bringt er all die Kessel mit?�</p><p>�Sucht wahrscheinlich nach einem sicheren Platz zum Aufbewahren�, sagte Harry. �Hat er das nicht an dem Abend gemacht, als er mich beschatten sollte? Kessel auf dem Schwarzmarkt besorgt?�</p><p>�Ja, stimmt!�, sagte Fred. Die Haust�r ging auf; Mundungus balancierte seine Kessel durch die T�r und verschwand im Haus. �Verflucht, Mum wird das gar nicht gern sehen ...�</p><p>Er und George gingen zur T�r und lauschten mit gespitzten Ohren. Mrs.</p><p>Blacks Geschrei hatte aufgeh�rt.</p><p>�Mundungus unterh�lt sich mit Sirius und Kingsley�, murmelte Fred und ranzelte angestrengt die Stirn. �Kann's nicht richtig h�ren ... meinst du, wir k�nnen es mit den Langziehohren riskieren?�</p><p>�D�rfte die Sache wert sein�, sagte George. �Ich kann nach oben schleichen und ein Paar holen -�</p><p>Doch genau in diesem Moment brach unten ein Radau los, der Langziehohren v�llig �berfl�ssig machte. Sie alle konnten klar vernehmen, was Mrs. Weasley aus vollem Halse schrie.</p><p>�WIR SIND HIER KEIN VERSTECK F�R DIEBESGUT!�</p><p>�Ich genie�e es, wenn Mum jemand anderen anschreit�, sagte Fred mit zufriedenem L�cheln und �ffnete die T�r einen Spaltbreit, damit Mrs. Weasleys Stimme besser in den Raum dringen konnte. �Ist doch mal 'ne nette Abwechslung.�</p><p>�- V�LLIG UNVERANTWORTLICH, ALS H�TTEN WIR NICHT GENUG SORGEN, DA BRAUCHST DU NICHT AUCH NOCH GESTOHLENE KESSEL INS HAUS ZU SCHLEPPEN -�</p><p>�Diese Idioten lassen sie so richtig in Fahrt kommen�, sagte George kopfsch�ttelnd. �Du musst sie m�glichst fr�h abw�rgen, sonst l�uft sie hei� wie eine Dampfwalze und dann geht das stundenlang so weiter. Und seit Mundungus abgehauen ist statt dir zu folgen, Harry, ist sie ganz scharf drauf, ihn mal zur Schnecke zu machen - und Sirius' Mama legt jetzt auch wieder los.�</p><p>Mrs. Weasleys Stimme ging im erneuten Keifen und Schreien der Portr�ts in der Halle unter.</p><p>George wollte gerade die T�r schlie�en, um den L�rm zu d�mpfen, als sich im letzten Moment ein Hauself hereindr�ngte.</p><p>Abgesehen von dem schmutzigen Lumpen, den er wie einen Lendenschurz um seinen Leib gebunden hatte, war er v�llig nackt. Er sah sehr alt aus. Seine Haut schien ein paar Nummern zu gro� f�r ihn, und obwohl er kahl war wie alle Hauselfen, sprossen B�schel wei�en Haares aus seinen gro�en, fledermausartigen Ohren. Seine Augen waren blutunterlaufen und w�ssrig grau und seine gro�e, fleischige Nase hatte deutliche �hnlichkeit mit einer Schnauze.</p><p>Der Elf nahm �berhaupt keine Notiz von Harry und den anderen. Er tat so, als k�nne er sie nicht sehen, und schlurfte mit buckligem R�cken langsam und verbissen quer durch den Salon, wobei er mit einer tiefen, heiseren Stimme wie der eines Ochsenfroschs unabl�ssig vor sich hin murmelte.</p><p>�... riecht wie eine Kloake und ist ein Verbrecher noch dazu, aber sie ist auch nicht besser, gemeine alte Blutsverr�terin, deren B�lger das Haus meiner Herrin beschmutzen, o meine arme Herrin, wenn sie w�sste, wenn sie w�sste, welchen Abschaum sie in ihr Haus gelassen haben, was w�rde sie zum alten Kreacher sagen, o welche Schande, Schlammbl�ter und Werw�lfe und Verr�ter und Diebe, der arme alte Kreacher, was kann er nur tun ...�</p><p>�Hallo, Kreacher�, sagte Fred mit sehr lauter Stimme und lie� die T�r zuschnappen.</p><p>Der Hauself blieb wie angewurzelt stehen, h�rte auf zu murmeln und gab einen nachdr�cklichen und kaum �berzeugenden �berraschungslaut von sich.</p><p>�Kreacher hat den jungen Herrn nicht gesehen�, sagte er, drehte sich um und verbeugte sich vor Fred. Das Gesicht noch zum Teppich gewandt, f�gte er deutlich vernehmbar hinzu: �Niedertr�chtiger kleiner Balg von einem Blutsverr�ter, der er ist.�</p><p>�Wie bitte?�, sagte George. �Den letzten Teil hab ich nicht mitgekriegt.�</p><p>�Kreacher hat nichts gesagt�, erwiderte der Elf mit einer zweiten Verbeugung vor George und f�gte halblaut, aber deutlich hinzu: �... und da ist sein Zwillingsbruder, widernat�rliche kleine Biester allesamt.�</p><p>Harry wusste nicht, ob er lachen sollte. Der Elf richtete sich auf, be�ugte sie alle feindselig und murmelte weiter, offenbar �berzeugt, dass sie ihn nicht h�ren konnten.</p><p>�... und da ist die Schlammbl�terin, rotzfrech steht sie da, oh, wenn meine Herrin w�sste, oh, wie sie weinen w�rde, und da ist ein neuer Bursche, Kreacher kennt seinen Namen nicht. Was tut er hier? Kreacher wei� es nicht ...�</p><p>�Das ist Harry. Kreacher�, sagte Hermine behutsam. �Harry Potter.�</p><p>Kreachers blasse Augen weiteten sich und sein Murmeln wurde noch schneller und aufgeregter.</p><p>�Das Schlammblut spricht zu Kreacher, als ob sie mit mir befreundet w�re; wenn Kreachers Herrin ihn in solcher Gesellschaft s�he, oh, was w�rde sie sagen -�</p><p>�Nenn sie nicht Schla mmblut!�, sagten Ron und Ginny gleichzeitig und sehr zornig.</p><p>�Ist ja schon gut�, fl�sterte Hermine, �er ist nicht bei Verstand, er wei� nicht, was er -�</p><p>�L�g dir nicht in die Tasche, Hermine, er wei� genau, was er redet�, entgegnete Fred und musterte Kreacher mit gro�er Abneigung.</p><p>Die Augen auf Harry geheftet, murmelte Kreacher weiter.</p><p>�Ist das wahr? Ist es Harry Potter? Kreacher kann die Narbe sehen, es muss wahr sein, das ist der Junge, der den Dunklen Lord aufhielt, Kreacher fragt sich, wie er das geschafft hat -�</p><p>�Das fragen wir uns alle. Kreacher�, bemerkte Fred.</p><p>�Was willst du eigentlich?�, fragte George.</p><p>Kreachers riesige Augen zuckten zu George hin�ber.</p><p>�Kreacher putzt gerade�, sagte er ausweichend.</p><p>�Wer's glaubt�, ert�nte eine Stimme hinter Harry.</p><p>Sirius war zur�ck; von der T�r her funkelte er den Elfen an. Der L�rm in der Halle war abgeflaut; vielleicht hatten Mrs. Weasley und Mundungus ihren Streit hinunter in die K�che verlegt. Beim Anblick von Sirius machte Kreacher eine l�cherlich tiefe Verbeugung und dr�ckte seine Schnauzennase auf dem Boden platt.</p><p>�Steh aufrecht�, fuhr ihn Sirius unwirsch an. �Nun, was f�hrst du im Schilde?�</p><p>�Kreacher putzt gerade�, wiederholte der Elf. �Kreacher lebt einzig, um dem f�rnehmen Haus der Blacks zu dienen -�</p><p>�Und das wird jeden Tag schw�rzer, es ist dreckig�, sagte Sirius.</p><p>�Der Herr beliebte immer schon gern zu scherzen�, sagte Kreacher, verbeugte sich erneut und fuhr halblaut fort: �Der Herr war ein gemeines, undankbares Schwein, das Herz seiner Mutter hat er gebrochen -�</p><p>�Meine Mutter hatte kein Herz, Kreacher�, fauchte Sirius. �Sie hat sich aus purer Bosheit am Leben erhalten.�</p><p>Kreacher verbeugte sich erneut, w�hrend er sprach.</p><p>�Was immer der Herr sagt�, murmelte er aufgeregt. �Der Herr ist nicht w�rdig, den Schla mm von den Stiefeln seiner Mutter zu wischen, o meine arme Herrin, was w�rde sie sagen, wenn sie s�he, dass Kreacher ihm dient, wie sie ihn hasste, welche Entt�uschung er war -�</p><p>�Ich hab dich gefragt, was du im Schilde f�hrst�, sagte Sirius k�hl. �Jedes Mal wenn du auftauchst und so tust, als w�rdest du putzen, schmuggelst du irgendwas in dein Zimmer, damit wir es nicht wegwerfen k�nnen.�</p><p>�Kreacher w�rde niemals etwas von seinem angestammten Platz im Hause seines Herrn entfernen�, sagte der Elf und f�gte hastig murmelnd hinzu: �Die Herrin w�rde Kreacher nie vergeben, wenn der Wandteppich rausgeworfen w�rde, seit sieben Jahrhunderten ist er im Besitz der Familie, Kreacher muss ihn retten, Kreacher wird nicht zulassen, dass der Herr und die Blutsverr�ter und die B�lger ihn zerst�ren -�</p><p>�Hab ich's mir doch gedacht�, sagte Sirius und warf einen ver�chtlichen Blick auf die Wand gegen�ber. �Dem wird sie auch einen Dauerklebefluch auf den R�cken gehext haben, da hab ich keinen Zweifel, aber wenn ich den loswerden kann, wird mich nichts davon abhalten. Und nun geh, Kreacher.�</p><p>Kreacher wagte es anscheinend nicht, einen direkten Befehl zu verweigern; doch der Blick, mit dem er Sirius bedachte, als er an ihm vorbei hinausschlurfte, war voll tiefster Verachtung, und den ganzen Weg hinaus murmelte er vor sich hin.</p><p>�- kommt aus Askaban zur�ck und kommandiert Kreacher herum, o meine arme Herrin, was w�rde sie sagen, wenn sie das Haus jetzt s�he, Abschaum lebt nun hier, ihre Sch�tze sind hinausgeworfen, sie hat geschworen, dass er kein Sohn von ihr war, und er ist zur�ck, es hei�t, er sei auch ein M�rder -�</p><p>�Nur weiter so, dann werd ich tats�chlich noch zum M�rder!�, sagte Sirius gereizt und schlug die T�r hinter dem Elfen zu.</p><p>�Sirius, er ist nicht bei Verstand�, flehte Hermine, �ich glaube nicht, dass ihm klar ist, dass wir ihn h�ren k�nnen.�</p><p>�Er war zu lange allein�, sagte Sirius, �hat verr�ckte Befehle vom Portr�t meiner Mutter bekommen und mit sich selbst geredet, aber er war immer schon ein mieser kleiner -�</p><p>�Du k�nntest ihm doch einfach die Freiheit geben�, sagte Hermine hoffnungsvoll, �vielleicht -�</p><p>�Wir k�nnen ihn nicht in die Freiheit entlassen, er wei� zu viel �ber den Orden�, sagte Sirius kurz angebunden. �Und au�erdem w�rde ihn der Schock umbringen. Schlag ihm doch ma l vor, dieses Haus zu verlassen, und sieh dir an, wie er das aufnimmt.�</p><empty-line/><p>Sirius ging auf die andere Seite des Salons, wo der kostbare Teppich, den Kreacher hatte retten wollen, die ganze Wand bedeckte. Harry und die anderen folgten ihm.</p><p>Der Wandteppich machte einen uralten Eindruck; er war verblichen und es schien, als h�tten ihn an manchen Stellen Doxys angenagt. Dennoch schimmerte das goldene Garn, mit dem er bestickt war, immer noch hell genug, dass man einen stark verzweigten Familienstammbaum erkennen konnte, der (soweit Harry sagen konnte) bis ins Mittelalter zur�ckreichte. Gro�e Buchstaben ganz oben auf dem Teppich ergaben die Worte:</p><p>Das f�rnehme und gar alte Haus der Blacks</p><p>�Toujours pur�</p><p>�Du bist hier gar nicht drauf!�, sagte Harry, nachdem er sich die letzten Verzweigungen des Baums genau angesehen hatte.</p><p>�Ich war mal drauf�, sagte Sirius und deutete auf ein kleines rundes, verkohltes Loch im Wandbehang, das aussah wie das Brandloch einer Zigarette.</p><p>�Meine liebe alte Mutter hat mich weggesprengt, nachdem ich von zu Hause fortgelaufen war - Kreacher brabbelt die Geschichte immer gern vor sich hin.�</p><p>�Du bist von zu Hause weggelaufen?�</p><p>�Da war ich ungef�hr sechzehn�, sagte Sirius. �Ich hatte genug.�</p><p>�Wo bist du hin?�, fragte Harry und starrte ihn an.</p><p>�Zu deinem Dad�, sagte Sirius. �Deine Gro�eltern haben sich wirklich gut verhalten; sie haben mich gleichsam als zweiten Sohn adoptiert. Ja, ich kam in den Schulferien bei deinem Dad unter, und als ich siebzehn war, besorgte ich mir was Eigenes. Mein Onkel Alphard hatte mir ein t�chtiges S�mmchen Gold hinterlassen - der wurde hier auch ausradiert, vermutlich aus diesem Grund -, von da an jedenfalls konnte ich f�r mich selber sorgen. Doch bei Mr. und Mrs. Potter war ich zum Sonntagsessen immer willkommen.�</p><p>�Aber ... warum bist du ...�</p><p>�Gegangen?� Sirius l�chelte bitter und fuhr sich mit den Fingern durch die langen, zerzausten Haare. �Weil ich diese ganze Bagage gehasst hab: meine Eltern mit ihrem Wahn vom reinen Blut, sie waren �berzeugt, ein Black zu sein hie�e praktisch, k�niglich zu sein .. meinen idiotischen Bruder, unbedarft genug, ihnen zu glauben ... das ist er.�</p><p>Sirius stupste mit dem Finger ganz unten auf den Stammbaum, auf den Namen</p><p>�Regulus Black�. Ein Todesdatum (etwa f�nfzehn Jahre zur�ckliegend) folgte dem Geburtsdatum.</p><empty-line/><p>�Er war j�nger als ich�, sagte Sirius, �und ein viel besserer Sohn, woran ich st�ndig erinnert wurde.�</p><p>�Aber er ist tot�, sagte Harry.</p><p>�Ja�, sagte Sirius. �Bl�der Idiot ... er hat sich den Todessern angeschlossen.�</p><p>�Das meinst du nic ht im Ernst!�</p><p>�Ach, Harry, hast du noch nicht genug von diesem Haus gesehen, um zu wissen, zu welcher Art von Zauberern meine Familie geh�rte?�, sagte Sirius gereizt.</p><p>�Waren - waren deine Eltern auch Todesser?�</p><p>�Nein, nein, aber glaub mir, sie dachten, Voldemort h�tte die richtigen Vorstellungen, sie waren alle f�r die S�uberung der Zaubererrasse, die Muggelst�mmigen sollte man loswerden und die Reinbl�tigen sollten das Sagen haben. Damit standen sie nicht allein; bevor Voldemort sein wahres Gesicht zeigte, gab es eine ganze Menge Leute, die glaubten, er h�tte die richtigen Vorstellungen, wo es langgehen sollte ... Sie kriegten allerdings kalte F��e, als sie sahen, was er zu tun bereit war, um Macht zu gewinnen. Aber ich wette, meine Eltern dachten anfangs, als Regulus sich denen anschloss, er sei ein richtiger kleiner Held.�</p><p>�Hat ein Auror ihn get�tet?�, fragte Harry vorsichtig.</p><p>�O nein�, sagte Sirius. �Nein, er wurde von Voldemort ermordet. Oder eher auf Voldemorts Befehl hin: ich bezweifle, dass Regulus je mals wichtig genug war, um von Voldemort pers�nlich umgebracht zu werden. Soviel ich nach seinem Tod herausgefunden habe, hat er bis zu einem gewissen Punkt mitgemacht, dann bekam er Panik angesichts dessen, was von ihm verlangt wurde, und versuchte wieder rauszukommen. Aber man reicht bei Voldemort nicht einfach seinen R�cktritt ein. Dienen, ein Lehen lang, oder Tod.�</p><p>�Mittagessen�, ert�nte Mrs. Weasleys Stimme.</p><p>Sie hielt den Zauberstab vor sich in die H�he und balancierte auf der Spitze eine riesige, mit Sandwiches und Kuchen beladene Platte. Sie war ganz rot im Gesicht und sah immer noch w�tend ans. Hungrig, wie sie waren, gingen die anderen zu ihr hin�ber, doch Harry blieb bei Sirius, der sich n�her zu dem Wandteppich beugte.</p><p>�Ich hab mir das seit Jahren nicht mehr angesehen. Das ist Phineas Nigellus ... mein Ururgro�vater, siehst du? ... Der unbeliebteste Schulleiter, den Hogwarts je hatte ... und Araminta Meliflua ... Cousine meiner Mutter ... hat einen Ministeriumserlass durchzusetzen versucht, der die Muggeljagd legalisieren sollte ... und die liebe Tante Elladora ... sie hat die Familientradition begr�ndet, Hauselfen zu k�pfen, wenn sie zu alt wurden, um Teetabletts zu tragen ... nat�rlich, jedes Mal wenn die Familie jemand halbwegs Anst�ndigen hervorbrachte, wurde er oder sie versto�en. Wie ich sehe, ist Tonks nicht hier drauf. Vielleicht nimmt Kreacher deshalb keine Befehle von ihr entgegen - er sollte eigentlich alles tun, was ein Mitglied der Familie von ihm verlangt -�</p><p>�Du und Tonks, ihr seid verwandt?�, fragte Harry �berrascht.</p><p>�Oh, ja, ihre Mutter Andromeda war meine Lieblingscousine�, sagte Sirius und musterte den Wandbehang mit pr�fendem Blick. �Nein, Andromeda ist auch nicht drauf, sieh -�</p><p>Er deutete auf ein weiteres kleines rundes Brandloch zwischen zwei Namen, Bellatrix und Narzissa.</p><p>�Andromedas Schwestern sind noch da, weil sie wunderbare, respektable Reinblutehen eingegangen sind, aber Andromeda hat einen Muggelst�mmigen geheiratet, Ted Tonks, also -�</p><p>Sirius machte eine Geste, als w�rde er den Teppich mit dem Zauberstab in die Luft jagen, und lachte s�uerlich. Harry allerdings lachte nicht; er starrte gebannt auf die Namen rechts von Andromedas Brandloch. Eine gestickte goldene Doppellinie verband Narzissa Black mit Lucius Malfoy und eine einfache senkrechte Linie f�hrte von ihren Namen zu dem Namen Draco.</p><p>�Du bist mit den Malfoys verwandt!�</p><p>�Die reinbl�tigen Familien sind alle miteinander verwandt!�, sagte Sirius.</p><p>�Wenn du deine S�hne und T�chter nur Reinbl�ter heiraten l�sst, ist die Auswahl sehr beschr�nkt; es gibt kaum noch welche von uns. Molly ist eine angeheiratete Cousine von mir und Arthur ist so was wie mein Onkel zweiten Grades. Aber es hat keinen Sinn, hier nach ihnen zu suchen - wenn es je eine Bande von Blutsverr�tern gab, dann waren es die Weasleys.�</p><p>Doch Harry blickte jetzt auf den Namen links von Andromedas Brandloch: Bellatrix Black, durch eine Doppellinie verbunden mit Rodolphus Lestrange.</p><p>�Lestrange ...�, sagte Harry laut. Der Name r�hrte an etwas in seinem Ged�chtnis; er kannte ihn von irgendwoher, doch momentan konnte er nicht sagen, woher, obwohl ihn bei dem Namen ein eigenartiges, kribbelndes Gef�hl in seiner Magengrube beschlich.</p><p>�Sie sitzen in Askaban�, sagte Sirius schroff.</p><p>Harry blickte ihn neugierig an.</p><p>�Bellatrix und ihr Mann Rodolphus kamen zusammen mit Barty Crouch junior rein�, sagte Sirius mit unvermindert schroffer Stimme. �Rodolphus' Bruder Rabastan war auch dabei.�</p><p>Jetzt erinnerte sich Harry. Er hatte Bellatrix Lestrange in Dumbledores Denkarium gesehen, der seltsamen Apparatur, in der Gedanken und Erinnerungen gespeichert werden konnten: eine gro�e schwarzhaarige Frau mit schweren Augenlidern, die vor Gericht gestanden und ihre unverbr�chliche Treue zu Lord Voldemort verk�ndet hatte, ihren Stolz, dass sie ihn nach seinem Sturz zu finden versucht hatte, und ihre �berzeugung, dass sie eines Tages f�r ihre Treue belohnt werden w�rde.</p><p>�Du hast nie gesagt, dass sie deine -�</p><p>�Spielt es eine Rolle, dass sie meine Cousine ist?�, fragte Sirius knapp. �F�r mich ist das nicht meine Familie. Sie jedenfalls geh�rt bestimmt nicht dazu. Ich hab sie nicht mehr gesehen, seit ich so alt war wie du, nur einmal, als sie nach Askaban kam, habe ich einen kurzen Blick auf sie geworfen. Glaubst du, ich bin stolz auf eine solche Verwandte?�</p><p>�Tut mir Leid�, sagte Harry rasch, �ich hab's nicht so gemeint - ich war nur �berrascht, das ist alles -�</p><p>�Schon gut, du brauchst dich nicht zu entschuldigen�, murmelte Sirius. Die H�nde tief in den Taschen, wandte er sich von dem Wandteppich ab. �Mir behagt es nicht, wieder hier zu sein�, sagte er und starrte in den Salon. �Ich h�tte nie gedacht, dass ich noch einmal in diesem Haus festsitzen w�rde.�</p><p>Harry verstand ihn nur zu gut. Er wusste, wie er sich f�hlen w�rde, wenn er erwachsen w�re und glaubte, dem Ligusterweg Nummer vier f�r immer entronnen zu sein, und dann zur�ckkehren und dort wieder leben m�sste.</p><p>�Als Hauptquartier ist es nat�rlich ideal�, sagte Sirius. �Mein Vater hat, als er hier lebte, jede Sicherheitsvorkehrung ins Haus eingebaut, die die Zaubererwelt kennt. Es ist unaufsp�rbar, also k�nnen die Muggel nie mal eben vorbeischauen - als ob sie das je wollten - und jetzt, da Dumbledore noch seinen Schutz hinzugef�gt hat, k�nntest du schwerlich irgendwo ein Haus finden, das sicherer ist. Dumbledore ist der Geheimniswahrer des Ordens, wei�t du - keiner kann das Hauptquartier finden, au�er er erf�hrt von Dumbledore pers�nlich, wo es ist - diese Notiz, die Moody dir gestern Abend gezeigt hat, die war von Dumbledore ...� Sirius lachte kurz und be llend auf. �Wenn meine Eltern sehen k�nnten, welchem Zweck das Haus jetzt dient ... nun, das Portr�t meiner Mutter wird dir eine ungef�hre Vorstellung geben ...�</p><p>Er blickte einen Moment lang finster vor sich hin, dann seufzte er.</p><p>�Ich h�tte nichts dagegen, einfach mal rauszukommen und was N�tzliches zu tun. Ich hab Dumbledore gefragt, ob ich dich zu deiner Anh�rung begleiten kann - als Schnuffel nat�rlich -, dann k�nnte ich dich ein wenig moralisch unterst�tzen, was h�ltst du davon?�</p><p>Harry hatte das Gef�hl, als w�re sein Magen durch den staubigen Teppich gesackt. Seit dem gestrigen Abendessen hatte er nicht mehr an die Anh�rung gedacht; vor Aufregung, wieder mit den Menschen zusammen zu sein, die er am liebsten mochte, und alles, was vorging, zu erfahren, hatte er diese Geschichte vollkommen vergessen. Bei Sirius' Worten jedoch �berfiel ihn wieder das dr�ckende Gef�hl der Angst.</p><p>Er starrte Hermine und die Weasleys an, die mit Gusto ihre Sandwiches verschlangen, und �berlegte, wie ihm zumute w�re, wenn sie ohne ihn nach Hogwarts zur�ckkehrten.</p><p>�Mach dir keine Sorgen�, sagte Sirius. Harry sah auf und merkte, dass Sirius ihn beobachtet hatte. �Ich bin mir sicher, sie sprechen dich frei, da steht tats�chlich was im Internationalen Geheimhaltungsabkommen, wonach Zaubern erlaubt ist, wenn es darum geht, das eigene Leben zu retten.�</p><p>�Aber wenn sie mich trotzdem rauswerfen�, sagte Harry leise, �kann ich dann hierher zur�ckkommen und bei dir leben?�</p><p>Sirius l�chelte traurig.</p><p>�Wir werden sehen.�</p><p>�Diese Anh�rung w�rde mir viel leichter fallen, wenn ich w�sste, dass ich nicht zu den Dursleys zur�ckm�sste�, dr�ngte Harry.</p><p>�Die m�ssen ja richtig �bel sein, wenn du lieber in diesem Haus wohnen w�rdest�, sagte Sirius d�ster.</p><p>�Beeilt euch, ihr beiden, sonst ist das Essen alle�, rief Mrs. Weasley.</p><p>Sirius seufzte noch einmal schwer und warf einen finsteren Blick auf den Wandteppich, dann ging er mit Harry hin�ber zu den anderen.</p><p>Am Nachmittag, als sie die Vitrinen leer r�umten, bem�hte sich Harry nach Kr�ften, nicht an die Anh�rung zu denken. Gl�cklicherweise verlangte diese Arbeit viel Konzentration. da etliche der in den Schr�nken aufbewahrten Gegenst�nde ihre verstaubten F�cher offenbar �berhaupt nicht gern verlie�en.</p><p>Sirius zog sich einen �blen Biss von einer silbernen Schnupftabaksdose zu; Sekunden sp�ter bildete sich auf der Haut seiner gebissenen Hand eine unansehnliche Kruste, �hnlich einem ledrigen braunen Handschuh.</p><p>�Schon okay�, sagte er und musterte interessiert seine Hand, bevor er sachte mit seinem Zauberstab darauf klopfte und die Haut wieder normal werden lie�,</p><p>�da muss Warzhautpulver drin sein.�</p><empty-line/><p>Er warf die Dose in den Sack f�r den M�ll aus den Schr�nken; Harry sah, wie George Sekunden sp�ter seine Hand sorgf�ltig mit einem Tuch umwickelte, sich die Dose schnappte und sie in seiner schon mit Doxys gef�llten Tasche verschwinden lie�.</p><p>Sie fanden ein fies aussehendes silbernes Instrument, etwas wie eine vielgliedrige Pinzette, die, als Harry sie in die Hand nahm, wie eine Spinne an seinem Arm emporkrabbelte und versuchte, seine Haut zu durchstechen. Sirius packte sie und zerquetschte sie mit einem schweren Buch namens Noblesse der Natur: Eine Genealogie der Zauberei. Au�erdem gab es eine Spieldose, die, wenn man sie aufgezogen hatte, eine leicht unheimliche, klingelnde Melo die h�ren lie�, bei der sie alle sp�rten, dass sie merkw�rdig schwach und schl�frig wurden, bis Ginny sich ein Herz fasste und den Deckel zuschlug; ein schweres Medaillon, das keiner von ihnen �ffnen konnte; eine Reihe alter Siegelstempel; schlie�lich, in einem verstaubten Karton, einen Merlinorden erster Klasse, verliehen an Sirius'</p><p>Gro�vater f�r �Verdienste um das Ministerium�.</p><p>�Soll hei�en, er hat ihnen eine Menge Gold zukommen lassen�, sagte Sirius ver�chtlich und warf die Medaille in den M�llsack.</p><p>Mehrmals schlich sich Kreacher herein und wollte unter seinem Lendenschurz Gegenst�nde davonschmuggeln, und jedes Mal wenn sie ihn ertappten, murmelte er schreckliche Fl�che. Als Sirius einen gro�en Goldring mit dem Wappen der Blacks seinem Griff entwand, brach Kreacher regelrecht in Zornestr�nen aus, und w�hrend er unterdr�ckt schluchzend hinausging, bedachte er Sirius mit Schimpfw�rtern, die Harry noch nie zu Ohren gekommen waren.</p><p>�Der geh�rte meinem Vater�, sagte Sirius und warf den Ring in den Sack.</p><p>�Kreacher war ihm nicht ganz so treu ergeben wie meiner Mutter, und trotzdem hab ich ihn letzte Woche erwischt, wie er ein Paar alte Hosen meines Vaters knutschte.�</p><p>W�hrend der n�chsten Tage hielt Mrs. Weasley sie eisern auf Trab. Es dauerte drei Tage, bis der Salon entgiftet war. Schlie�lich waren die einzigen noch unerw�nschten Dinge im Raum der Wandteppich mit dem Stammbaum der Blacks, der allen Versuchen widerstand, ihn von der Wand zu entfernen, und das ruckelnde Schreibpult. Moody hatte noch nicht im Hauptquartier vorbeigesehen, deshalb waren sie nicht sicher, was drinsteckte.</p><p>Vom Salon aus zogen sie weiter in einen Speisesaal im Erdgeschoss, wo sie in der Anrichte untertassengro�e Spinnen auf der Lauer fanden. (Ron verlie� eilends die St�tte, um sich eine Tasse Tee zu machen, und kehrte erst nach anderthalb Stunden zur�ck.) Sirius warf s�mtliches Porzellan, das mit dem Wappen der Blacks und ihrem Wahlspruch versehen war, unfeierlich in einen Sack, und dasselbe Schicksal traf eine Reihe alter Fotografien in angelaufenen Silberrahmen, deren Bewohner schrill kreischten, als ihr Deckglas zu Bruch ging.</p><p>Snape mochte ihre Arbeit als �Putzen� bezeichnen, doch Harry fand, sie f�hrten eigentlich Krieg gegen das Haus, das ihnen, unterst�tzt und aufgehetzt von Kreacher, einen sehr hartn�ckigen Kampf lieferte. Der Hauself tauchte stets auf, wo immer sie sich versammelt hatten, und sein Murmeln wurde von Mal zu Mal angriffslustiger, w�hrend er alles, dessen er habhaft werden konnte, wieder aus den M�lls�cken herauszuklauben versuchte. Sirius ging so weit, ihm mit Kleidung zu drohen, aber Kreacher starrte ihn mit w�ssrigen Augen an und sagte:</p><p>�Der Herr muss tun, was ihm beliebt�, dann wandte er sich um und murmelte sehr laut: �Aber der Herr wird Kreacher nicht fortschicken, nein, weil Kreacher wei�, was sie vorhaben, o ja, er verschw�rt sich gegen den Dunklen Lord, ja, mit diesen Schlammbl�tern und Verr�tern und dem Abschaum ...�</p><p>Bei diesen Worten packte Sirius, ohne auf Hermines Proteste zu achten, Kreacher hinten am Lendenschurz und warf ihn eigenh�ndig aus dem Zimmer.</p><p>Die T�rglocke l�utete mehrmals t�glich, f�r Sirius' Mutter der Einsatz f�r neuerliches Gekreische, f�r Harry und die anderen die M�glichkeit, die Besucher zu belauschen. Allerdings konnten sie den kurzen Blicken und Gespr�chsfetzen, die sie erhaschten, nur sehr wenig entnehmen, ehe Mrs. Weasley sie auch schon wieder an ihre Aufgaben zur�ckbeorderte. Snape huschte noch mehrmals ein und aus, doch zu Harrys Erleichterung liefen sie sich nie �ber den Weg; einmal erblickte Harry auch seine Lehrerin f�r Verwandlung, Professor McGonagall, die in einem Muggelkleid und -mantel sehr komisch aussah, und auch sie schien zu besch�ftigt, um sich lange aufzuhalten. Manchmal jedoch blieben die Besucher zum Helfen. Tonks sprang ihnen einen denkw�rdigen Nachmittag lang bei, an dem sie einen m�rderischen alten Ghul fanden, der in einer Toilette im oberen Stockwerk lauerte, und Lupin, der wie Sirius im Haus wohnte, es jedoch immer wieder f�r l�ngere Zeit verlie�, um geheime Auftr�ge f�r den Orden zu erledigen, half ihnen, eine Standuhr zu reparieren, welche die unangenehme Gewohnheit angenommen hatte, schwere Schrauben auf Vorbeigehende zu schie�en.</p><p>Mundungus stieg wieder ein wenig in Mrs. Weasleys Achtung, indem er Ron aus einer Kollektion alter purpurner Umh�nge befreite, die versucht hatten ihn zu erw�rgen, als er sie aus ihrem Schrank holte.</p><p>Obwohl er immer noch schlecht schlief, immer noch von Korridoren und verschlossenen T�ren tr�umte und seine Narbe ziepte, hatte Harry zum ersten Mal im ganzen Sommer Spa�. Solange er besch�ftigt war, war er gl�cklich; wenn die Betriebsamkeit jedoch nachlie�, wenn er nicht mehr auf der Hut war oder ersch�pft im Bett lag und verschwommene Schatten �ber die Decke kriechen sah, kehrte der Gedanke an die drohende Anh�rung im Ministerium zur�ck. Angst stach ihm wie Nadeln in die Eingeweide, wenn er sich fragte, was aus ihm werden sollte, falls sie ihn der Schule verwiesen. Die Vorstellung war so schrecklich, dass er sie nicht laut auszusprechen wagte, nicht einmal Ron und Hermine gegen�ber, die er zwar h�ufig tuscheln und besorgte Blicke in seine Richtung werfen sah, die seinem Beispiel aber folgten und die Sache nicht erw�hnten. Manchmal konnte er es nicht verhindern, dass in seiner Phantasie ein gesic htsloser Ministeriumsbeamter auftauchte, der seinen Zauberstab entzweibrach und ihn zu den Dursleys zur�ckbefahl ... aber dorthin w�rde er nicht gehen, Das hatte er beschlossen. Er w�rde hierher zur�ckkehren, zum Grimmauldplatz, und bei Sirius leben.</p><p>Er hatte das Gef�hl, ein Backstein w�rde ihm in den Magen fallen, als sich Mrs. Weasley am Mittwoch w�hrend des Abendessens zu ihm wandte und leise sagte: �F�r morgen fr�h hab ich dir deine besten Sachen geb�gelt, Harry, und ich m�chte, dass du dir heute Abend auch die Haare w�schst. Ein guter erster Eindruck kann Wunder bewirken.�</p><p>Ron, Hermine, Fred, George und Ginny verstummten allesamt und blickten zu ihm hin�ber. Harry nickte und versuchte sein Kotelett weiterzuessen, aber sein Mund war so trocken geworden, dass er nicht kauen konnte.</p><p>�Wie komme ich dorthin?�, fragte er Mrs. Weasley, bem�ht, sorglos zu klingen.</p><p>�Arthur nimmt dich mit zur Arbeit�, antwortete Mrs. Weasley sanft.</p><p>Mr. Weasley l�chelte Harry aufmunternd �ber den Tisch hinweg zu.</p><p>�Du kannst in meinem B�ro warten, bis es Zeit f�r die Anh�rung ist�, sagte er.</p><p>Harry blickte zu Sirius hin�ber, doch bevor er die Frage stellen konnte, hatte Mrs. Weasley sie schon beantwortet.</p><p>�Professor Dumbledore h�lt es f�r keine gute Idee, dass Sirius dich begleitet, und ich muss sagen, ich -�</p><p>�- denke, dass er v�llig Recht hat�, presste Sirius zwischen den Z�hnen hervor.</p><p>Mrs. Weasley sch�rzte die Lippen.</p><p>�Wann hat Dumbledore euch das gesagt?�, fragte Harry und starrte Sirius an.</p><p>�Er kam letzte Nacht, als ihr im Bett wart�, sagte Mrs. Weasley.</p><p>Sirius stocherte mit der Gabel missgelaunt in einer Kartoffel. Harry senkte den Blick auf seinen Teller. Der Gedanke, dass Dumbledore unmittelbar vor seiner Anh�rung im Haus gewesen war und ihn nicht zu sehen verlangt hatte, lie� seine Laune, sofern das m�glich war, noch weiter sinken.</p><empty-line/></section><section><title><p>Das Zaubereiministerium</p></title><p>Harry erwachte am n�chsten Morgen um halb sechs so j�h und endg�ltig, als h�tte ihm jemand ins Ohr geschrien. Eine Weile lag er reglos da, w�hrend der Gedanke an die disziplinarische Anh�rung in jede winzige Ver�stelung seines Gehirns vordrang, bis es ihm unertr�glich wurde und er aus dem Bett sprang und die Brille aufsetzte. Mrs. Weasley hatte seine frisch gewaschene Jeans und ein TShirt am Fu�ende des Bettes ausgebreitet und Harry schl�pfte hastig hinein. Das leere Bild an der Wand kicherte.</p><p>Ron lag mit weit ge�ffnetem Mund und alle viere von sich gestreckt auf dem R�cken und schlief selig. Er r�hrte sich nicht, als Harry das Zimmer durchquerte, auf den Treppenabsatz hinaustrat und die T�r sachte hinter sich schloss. Harry versuchte nicht daran zu denken, dass sie wom�glich nicht mehr Klassenkameraden in Hogwarts waren, wenn er Ron das n�chste Mal sah, und stieg leise an den K�pfen von Kreachers Vorfahren vorbei die Treppe hinab und dann weiter hinunter zur K�che.</p><p>Er hatte nicht erwartet, jemanden vorzufinden, doch als er die T�r erreichte, h�rte er leises Stimmengemurmel aus der K�che dringen. Er schob die T�r auf und sah Mr. und Mrs. Weasley, Sirius, Lupin und Tonks dasitzen, fast als w�rden sie auf ihn warten. Alle waren schon angezogen, nur Mrs. Weasley trug einen lila Steppmorgenrock. Kaum dass Harry eingetreten war, sprang sie auf.</p><p>�Fr�hst�ck�, sagte sie, z�ckte ihren Zauberstab und eilte hin�ber zum Feuer.</p><p>�M-M-Morgen, Harry�, g�hnte Tonks. Heute Morgen hatte sie blonde Locken.</p><p>�Gut geschlafen?�</p><p>�Ja�, sagte Harry.</p><p>�Ich b-b-bin die ganze Nacht auf gewesen�, sagte sie, g�hnte erneut und erschauderte. �Komm und setz dich ...�</p><p>Sie zog einen Stuhl unter dem Tisch hervor und warf dabei einen benachbarten um.</p><p>�Was m�chtest du, Harry?�, rief Mrs. Weasley. �Haferbrei? Muffins? R�ucherheringe? Speck und Eier? Toast?�</p><p>�Nur - nur Toast, danke�, sagte Harry.</p><p>Lupin warf Harry einen Blick zu, dann wandte er sich an Tonks: �Was wolltest du eben �ber Scrimgeour sagen?�</p><p>�Oh ... jaah . nun, wir m�ssen ein wenig vorsichtiger sein, er stellt mir und Kingsley dauernd so komische Fragen ...�</p><empty-line/><p>Harry war irgendwie dankbar, dass er sich nicht am Gespr�ch beteiligen musste. Seine Eingeweide kr�mmten sich. Mrs. Weasley stellte ihm ein paar Scheiben Toast und Marmelade hin und er versuchte etwas zu essen, doch ihm war, als w�rde er an einem St�ck Teppich kauen. Mrs. Weasley setzte sich neben ihn und zupfte an seinem T-Shirt herum, steckte das Etikett rein und gl�ttete die Falten auf den Schultern. Er h�tte lieber seine Ruhe gehabt.</p><p>�... und ich muss Dumbledore mitteilen, dass ich morgen keine Nachtschicht machen kann, ich bin einfach z- z zu m�de�, schloss Tonks und g�hnte abermals herzhaft</p><p>�Ich spring f�r dich ein�, sagte Mr. Weasley. �Kein Problem f�r mich, ich muss ohnehin noch einen Bericht abschlie�en ...�</p><p>Mr. Weasley trug keinen Zaubererumhang, sondern Nadelstreifenhosen und eine alte Bomberjacke. Er wandte sich von Tonks zu Harry.</p><p>�Wie geht's dir?�</p><p>Harry zuckte die Achseln.</p><p>�Bald ist das alles vorbei�, sagte Mr. Weasley aufmunternd. �In ein paar Stunden bist du freigesprochen.�</p><p>Harry schwieg.</p><p>�Die Anh�rung ist auf meinem Stockwerk, im B�ro von Amelia Bones. Sie ist Leiterin der Abteilung f�r Magische Strafverfolgung und sie wird dich auch vernehmen.�</p><p>�Amelia Bones ist in Ordnung, Harry�, sagte Tonks ernst. �Sie ist fair, sie wird dich anh�ren.�</p><p>Harry wusste immer noch nicht, was er sagen sollte, und nickte.</p><p>�Fahr nur nicht aus der Haut�, warf Sirius unvermittelt ein. �Bleib h�flich und halte dich an die Tatsachen.�</p><p>Harry nickte erneut.</p><p>�Das Gesetz ist auf deiner Seite�, sagte Lupin leise. �Sogar minderj�hrige Zauberer d�rfen in lebensbedrohlichen Situationen Magie einsetzen.�</p><p>Etwas sehr Kaltes tr�pfelte Harry den R�cken hinunter; einen Moment lang glaubte er, jemand w�rde ihn mit einem Desillusionierungszauber belegen, dann merkte er, dass Mrs. Weasley sich mit einem nassen Kamm �ber seine Haare hergemacht hatte. Sie dr�ckte ihm fest auf den Kopf.</p><p>�Bleiben die denn nie liegen?�, sagte sie verzweifelt.</p><empty-line/><p>Harry sch�ttelte den Kopf.</p><p>Mr. Weasley warf einen Blick auf die Uhr und sah Harry an.</p><p>�Ich meine, wir sollten jetzt gehen�, sagte er. �Wir sind ein bisschen fr�h dran, aber du wartest wohl besser im Ministerium als hier rumzuh�ngen.�</p><p>�Okay�, entgegnete Harry mechanisch, legte seinen Toast weg und stand auf.</p><p>�Wird schon gut gehen, Harry�, sagte Tonks und t�tschelte ihm den Arm.</p><p>�Viel Gl�ck�, sagte Lupin. �Es wird alles bestens laufen, da bin ich sicher.�</p><p>�Und wenn nicht�, sagte Sirius, �werd ich mich mal in deinem Namen um diese Amelia Bones k�mmern ...�</p><p>Harry l�chelte matt. Mrs. Weasley umarmte ihn.</p><p>�Wir dr�cken dir alle die Daumen�, sagte sie.</p><p>�Gut�, erwiderte Harry. �Tja ... bis sp�ter dann.�</p><p>Er folgte Mr. Weasley nach oben und durch die Halle. Er konnte Sirius' Mutter hinter den Vorh�ngen im Schlaf murren h�ren. Mr. Weasley entriegelte die T�r und sie traten hinaus in die kalte, graue Morgend�mmerung.</p><p>�Sie gehen sonst nicht zu Fu� zur Arbeit, oder?�, fragte Harry, w�hrend sie sich z�gig auf den Weg um den Platz machten.</p><p>�Nein, normalerweise appariere ich�, sagte Mr. Weasley, �aber du kannst das nat�rlich nicht, und ich halte es f�r das Beste, wenn wir auf vollkommen unmagische Weise ankommen ... macht einen besseren Eindruck, wenn man bedenkt, wof�r man dich zur Rechenschaft ziehen will ...�</p><p>Mr. Weasley behielt unterwegs die Hand in der Jacke. Harry wusste, dass sie den Zauberstab umklammert hatte. Die heruntergekommenen Stra�en waren fast ausgestorben, doch als sie die triste kleine U-Bahn-Station erreichten, war sie bereits voll fr�hmorgendlicher Pendler. Wie immer, wenn er unter Muggeln war, die ihren t�glichen Gesch�ften nachgingen, fiel es Mr. Weasley schwer, seine Begeisterung zu b�ndigen.</p><p>�Einfach fabelhaft�, fl�sterte er und deutete auf die Fahrkartenautomaten.</p><p>�Wunderbar einfallsreich.�</p><p>�Die sind au�er Betrieb�, erwiderte Harry und wies auf ein Schild.</p><p>�Ja, aber trotzdem ...�, sagte Mr. Weasley und strahlte entz�ckt die Automaten an.</p><p>Sie kauften ihre Fahrkarten bei einem schl�frig wirkenden Wachmann (Harry k�mmerte sich um die Bezahlung, weil Mr. Weasley nicht sonderlich gut mit Muggelgeld zurechtkam) und f�nf Minuten sp�ter stiegen sie in eine U-Bahn, die sie ratternd ins Zentrum von London brachte. Mr. Weasley pr�fte immer wieder wachsam die Karte des U-Bahn-Netzes �ber den Fenstern.</p><p>�Noch vier Stationen, Harry ... Jetzt noch drei ... Noch zwei Stationen, Harry...�</p><p>Sie stiegen an einer Station im Herzen Londons aus und wurden von einer Welle anzugtragender M�nner und aktentaschenbewehrter Frauen aus dem Zug geschwemmt. Sie fuhren die Rolltreppe hoch und passierten die Drehkreuze (Mr.</p><p>Weasley hatte seine Freude daran, wie der Leseautomat seine Fahrkarte schluckte), und schlie�lich traten sie hinaus auf eine breite Stra�e, die von imposanten Geb�uden ges�umt und schon sehr belebt war.</p><p>�Wo sind wir?�, sagte Mr. Weasley ratlos und Harrys Herz setzte einen Augenblick aus. Er dachte, sie w�ren trotz Mr. Weasleys st�ndigen Blicken auf die Karte an der falschen Station ausgestiegen. Doch schon fuhr er fort: �Ah, ja ... hier lang, Harry�, und f�hrte ihn in eine Seitenstra�e.</p><p>�Tut mir Leid�, sagte er, �aber ich komme sonst nie mit der Bahn und aus der Muggelperspektive sieht alles ganz anders aus. Ehrlich gesagt habe ich den Besuchereingang noch nie benutzt.�</p><p>Mit der Zeit wurden die H�user kleiner und weniger imposant, und schlie�lich erreichten sie eine Stra�e mit einigen sch�big wirkenden B�robauten, einem Pub und einem �berquellenden M�llcontainer. Harry h�tte sich das Zaubereiministerium in einer beeindruckenderen Nachbarschaft vorgestellt.</p><p>�Da sind wir�, sagte Mr. Weasley strahlend und wies auf eine alte rote Telefonzelle, die vor einer mit Graffiti bedeckten Mauer stand und der einige Scheiben fehlten. �Nach dir, Harry.�</p><p>Er �ffnete die T�r der Telefonzelle.</p><p>Harry trat ein und fragte sich, was um alles in der Welt dies eigentlich sollte.</p><p>Mr. Weasley zw�ngte sich hinter Harry hinein und schloss die T�r. Sie konnten sich kaum r�hren. Harry stand gegen das Telefon gedr�ckt, das schief an der Wand hing, als h�tte ein Vandale versucht es herunterzurei�en. Mr. Weasley langte an Harry vorbei nach dem H�rer.</p><p>�Mr. Weasley, ich glaube, das ist auch au�er Betrieb�, sagte Harry.</p><p>�Nein, nein, das geht bestimmt�, sagte Mr. Weasley, hielt sich den H�rer �ber den Kopf und sp�hte auf die W�hlscheibe. �Schaun wir mal ... sechs ...�. er w�hlte die Nummer, �zwei ... vier ... und noch mal vier ... und eine drei.�</p><p>Die W�hlscheibe surrte sanft zur�ck, und in der Telefonzelle ert�nte eine k�hle Frauenstimme, nicht aus dem H�rer in Mr. Weasleys Hand, aber so laut und klar, als w�rde eine unsichtbare Frau direkt neben ihnen stehen.</p><p>�Willkommen im Zaubereiministerium. Bitte nennen Sie Ihren Namen und Ihr Anliegen.�</p><p>��hm ...�, sagte Mr. Weasley, offenbar unsicher, ob er in den H�rer sprechen sollte oder nicht. Er entschloss sich dazu, die Sprechmuschel ans Ohr zu halten:</p><p>�Arthur Weasley, B�ro gegen den Missbrauch von Muggelartefakten, ist hier als Begleitung von Harry Potter, der aufgefordert wurde, sich zu einer disziplinarischen Anh�rung einzufinden ...�</p><p>�Vielen Dank�, sagte die k�hle Frauenstimme. �Besucher, bitte nehmen Sie die Plakette und befestigen Sie sie vorne an Ihrem Umhang.�</p><p>Es klickte und ratterte, dann sah Harry etwas aus dem Metallschacht gleiten, aus dem normalerweise die restlichen M�nzen fielen. Er nahm es in die Hand: Es war eine quadratische Silberplakette mit dem Aufdruck Harry Potter, disziplinarische Anh�rung. Er steckte sie an die Brust seines T-Shirts und die Frauenstimme sprach von neuem.</p><p>�Besucher des Ministeriums, Sie werden aufgefordert, sich einer Durchsuchung zu unterziehen und Ihren Zauberstab zur Registrierung am Sicherheitsschalter vorzulegen, der sich am Ende des Atriums befindet.�</p><p>Der Boden der Telefonzelle bebte. Langsam versanken sie in der Erde. Harry sah gebannt zu. wie sich der Gehweg �ber die Fenster der Telefonzelle zu erheben schien, bis am Ende v�llige Dunkelheit �ber ihren K�pfen hereinbrach. Jetzt war nichts mehr zu sehen, nur ein dumpfes Knirschen war zu h�ren, w�hrend die Telefonzelle immer tiefer in die Erde drang. Nach etwa einer Minute, auch wenn es Harry viel l�nger vorkam, fiel ein Spalt goldenen Lichts auf seine F��e, wurde breiter und stieg an ihm hoch, bis er sein Gesicht traf und Harry blinzeln musste, damit seine Augen nicht tr�nten.</p><p>�Das Zaubereiministerium w�nscht Ihnen einen angenehmen Tag�, sagte die Frauenstimme.</p><p>Die T�r der Telefonzelle sprang auf und Mr. Weasley trat hinaus. Harry folgte ihm mit offenem Mund.</p><p>Sie standen am Ende einer langen und prachtvollen Halle mit einem spiegelblank polierten dunklen Holzfu�boden. In die pfauenblaue Decke waren schimmernde goldene Symbole eingelassen, die sich st�ndig bewegten und ver�nderten wie auf einer riesigen himmlischen Anzeigetafel. In die mit gl�nzendem dunklem Holz get�felten Seitenw�nde waren viele vergoldete Kamine eingebaut. Aus einem der Kamine an der linken Seite tauchte mit einem leisen Wuuusch alle paar Sekunden eine Hexe oder ein Zauberer auf. Vor den Kaminen auf der rechten Seite warteten die Abreisenden in kurzen Schlangen.</p><empty-line/><p>In der Mitte der Halle stand ein Brunnen. Eine Gruppe goldener Statuen, �berlebensgro�, erhob sich inmitten eines runden Wasserbeckens, Die gr��te stellte einen vornehm wirkenden Zauberer dar, der den Zauberstab senkrecht in die H�he reckte. Um ihn herum gruppierten sich eine sch�ne Hexe, ein Zentaur, ein Kobold und ein Hauself. Die drei Letzteren sahen mit ehrf�rchtiger Miene zu der Hexe und dem Zauberer empor. Glitzernde Wasserstrahlen schossen aus den Spitzen ihrer Zauberst�be und aus dem Zentaurenpfeil, aus der Spitze des Koboldhutes und aus beiden Ohren des Hauselfen, und das helle Zischeln der fallenden Wasserstrahlen vermengte sich mit dem Floppen und Knallen der Apparierenden und den klackernden Schritten Hunderter von Hexen und Zauberern, von denen die meisten mit verdrie�lichen, unausgeschlafenen Mienen auf eine Reihe goldener Portale am anderen Ende der Halle zueilten.</p><p>�Hier lang�, sagte Mr. Weasley.</p><p>Sie schlossen sich der Menge an, bahnten sich ihren Weg zwischen den Ministeriumsangestellten hindurch, von denen manche wacklige Pergamentstapel trugen, andere zerbeulte Aktentaschen und wieder andere im Gehen den Tagespropheten lasen. Als sie am Brunnen vorbeikamen, sah Harry silberne Sickel und bronzene Knuts vom Beckengrund zu ihm emporglitzern. Auf einem kleinen verschmierten Schild hie� es:</p><p>ALLE EINNAHMEN AUS DEM BRUNNEN DER MAGISCHEN</p><p>GESCHWISTER GEHEN ALS SPENDE AN DAS ST.-MUNGO-HOSPITAL</p><p>F�R MAGISCHE KRANKHEITEN UND VERLETZUNGEN.</p><p>Wenn sie mich nicht aus Hogwarts rausschmei�en, werf ich zehn Galleonen rein, schoss es Harry pl�tzlich verzweifelt durch den Kopf.</p><p>�Hier r�ber, Harry�, sagte Mr. Weasley, und sie traten heraus aus dem Strom der Ministeriumsangestellten, die auf die goldenen Tore zustrebten. An einem Pult zur Linken, unter einer Tafel mit der Aufschrift Sicherheit, sa� ein schlecht rasierter Zauberer in pfauenblauem Umhang, der aufsah, als sie sich n�herten, und seinen Tagespropheten beiseite legte.</p><p>�Ich begleite einen Besucher�, sagte Mr. Weasley und wies mit der Hand auf Harry.</p><p>�Kommen Sie her�, sagte der Zauberer gelangweilt.</p><p>Harry trat n�her und der Zauberer hielt eine lange goldene Rute in die H�he, d�nn und biegsam wie eine Autoantenne, und f�hrte sie an Harrys Brust und R�cken auf und ab.</p><p>�Zauberstab�, brummte der Sicherheitszauberer zu Harry, legte das goldene Instrument beiseite und streckte die Hand aus.</p><empty-line/><p>Harry zog seinen Zauberstab hervor. Der Zauberer lie� ihn auf ein merkw�rdiges Messinginstrument fallen, das an eine Waage mit nur einer Schale erinnerte. Es fing an zu vibrieren. Ein schmaler Pergamentstreifen schnellte aus einem Schlitz im Sockel hervor. Der Zauberer riss ihn ab und verlas die Aufschrift.</p><p>�Elf Zoll, Kern Ph�nixfeder, vier Jahre in Gebrauch. Ist das korrekt?�</p><p>�Ja�, sagte Harry nerv�s.</p><p>�Das hier behalte ich�, sagte der Zauberer und spie�te den Pergamentstreifen auf einen kleinen Messingdorn. �Den bekommen Sie zur�ck�, f�gte er hinzu und dr�ckte Harry den Zauberstab in die Hand.</p><p>�Danke.�</p><p>�Einen Moment noch ...�, sagte der Zauberer langsam.</p><p>Sein Blick war von der silbernen Besucherplakette auf Harrys Brust zu seiner Stirn gehuscht.</p><p>�Danke, Eric�, sagte Mr. Weasley bestimmt, packte Harry an der Schulter und bugsierte ihn von dem Pult weg, wieder hinein in den Strom von Zauberern und Hexen, die durch die goldenen Portale gingen.</p><p>Von der Menge leicht geschoben folgte Harry Mr. Weasley durch eines der Portale in eine kleinere Halle, wo sich hinter goldenen schmiedeeisernen Gittern mindestens zwanzig Fahrst�hle befanden. Harry und Mr. Weasley gesellten sich zu der Gruppe, die an einem der Fahrst�hle wartete. In ihrer N�he stand ein gro�er b�rtiger Zauberer mit einem gro�en Pappkarton, aus dem kr�chzende Ger�usche drangen.</p><p>�Alles klar, Arthur?�, sagte der Zauberer und nickte Mr. Weasley zu.</p><p>�Was hast du da, Bob?�, fragte Mr. Weasley und blickte auf den Karton.</p><p>�Wir sind uns nicht sicher�, sagte der Zauberer mit ernster Miene. �Wir dachten erst, es w�re ein ganz gew�hnliches Huhn, bis es angefangen hat Feuer zu spucken. Sieht mir sehr nach einer schwer wiegenden Verletzung des Verbots experimenteller Z�chtung aus.�</p><p>Unter lautem Gerassel und Geklapper sank vor ihnen ein Fahrstuhl herab; das goldene Gitter glitt beiseite und Harry und Mr. Weasley stiegen mit der Schar der Wartenden ein. Harry wurde nach hinten an die Wand gedr�ngt. Einige Hexen und Zauberer sahen ihn neugierig an. Er starrte auf seine F��e, um ihre Blicke zu meiden, und dr�ckte sich dabei die Haare platt. Die Gitter schlossen sich krachend und der Lift begann mit ratternden Ketten langsam seinen Aufstieg, w�hrend die gleiche k�hle Frauenstimme, die Harry in der Telefonzelle geh�rt hatte, erneut zu sprechen anfing.</p><p>�Siebter Stock, Abteilung f�r Magische Spiele und Sportarten, mit der Zentrale der Britischen und Irischen Quidditch-Liga, dem Offiziellen Koboldstein-Klub und dem B�ro f�r L�cherliche Patente.�</p><p>Die Fahrstuhlt�ren �ffneten sich. Harry erhaschte einen Blick auf einen schmuddelig wirkenden Korridor mit verschiedenen schief an die W�nde gepinnten Postern von Quidditch-Mannschaften. Einer der Zauberer im Fahrstuhl, den Arm voller Besen, l�ste sich m�hsam aus dem Gedr�ngel und verschwand auf dem Korridor. Die T�ren schlossen sich, der Lift stieg ruckelnd weiter nach oben und die Frauenstimme verk�ndete:</p><p>�Sechster Stock, Abteilung f�r Magisches Transportwesen, mit der Flohnetzwerkaufsicht, dem Besenregulationskontrollamt, dem Portschl�sselb�ro und dem Appariertestzentrum.�</p><p>Wieder �ffneten sich die Fahrstuhlt�ren und vier oder f�nf Hexen und Zauberer stiegen aus; gleichzeitig schwebten mehrere Papierflieger herein. Harry starrte sie an. w�hrend sie l�ssig �ber seinem Kopf umherflatterten; sie waren blassviolett und er konnte erkennen, dass sie am Fl�gelrand den Stempel Zaubereiministerium trugen.</p><p>�Das sind nur Memos, die zw ischen den Abteilungen ausgetauscht werden�, murmelte Mr. Weasley ihm zu. �Fr�her haben wir Eulen eingesetzt, aber du kannst dir den Dreck nicht vorstellen ... die ganzen Schreibtische voller Mist ...�</p><p>Erneut ging es klappernd aufw�rts, und die Memos umfla tterten die Leuchte, die von der Decke des Fahrstuhls pendelte.</p><p>�F�nfter Stock, Abteilung f�r Internationale Magische Zusammenarbeit, mit dem Internationalen Magischen Handelsstandardausschuss, dem Internationalen B�ro f�r Magisches Recht und der Internationalen Zauberervereinigung, britische Sektion.�</p><p>Als die T�ren aufgingen, schossen zwei Memos hinaus, gefolgt von einigen Hexen und Zauberern, aber noch mehr Memos flatterten herein und umschwirrten die Lampe, so dass es �ber ihren K�pfen flackerte und blitzte.</p><p>�Vierter Stock, Abteilung zur F�hrung und Aufsicht Magischer Gesch�pfe, mit der Tierwesen-, der Zauberwesen- und der Geisterbeh�rde, dem Koboldverbindungsb�ro und dem Seuchenberatungsb�ro.�</p><p>�'tschuldigung�, sagte der Zauberer mit dem Feuer speienden Huhn und verlie�, gefolgt von einem kleinen Schwarm Memos, den Fahrstuhl. Die T�ren schepperten wieder zu.</p><p>�Dritter Stock, Abteilung f�r Magische Unf�lle und Katastrophen, mit dem Kommando f�r die Umkehr verungl�ckter Magie, der Vergissmich-Zentrale und dem Komitee f�r Muggelgerechte Entschuldigungen.�</p><p>Auf diesem Stockwerk leerte sich der Fahrstuhl, zur�ck blieben nur Mr.</p><p>Weasley, Harry und eine Hexe, die ein �u�erst langes, auf den Boden h�ngendes Pergament las. Die verbliebenen Memos umschwirrten weiter die Lampe, w�hrend der Lift wieder nach oben ruckelte; dann �ffneten sich die T�ren und die Stimme machte ihre Ansage.</p><p>�Zweiter Stock, Abteilung f�r Magische Strafverfolgung, mit dem B�ro gegen den Missbrauch der Magie, der Aurorenzentrale und dem Zaubergamot-Verwaltungsdienst.�</p><p>�Wir sind da, Harry�, sagte Mr. Weasley und sie folgten der Hexe aus dem Lift in einen von T�ren ges�umten Korridor. �Mein B�ro ist am anderen Ende des Ganges.�</p><p>�Mr. Weasley�, sagte Harry, als sie an einem Fenster vorbeikamen, durch das Sonnenlicht flutete, �wir sind doch immer noch unter der Erde?�</p><p>�Ja, allerdings�, sagte Mr. Weasley. �Das hier sind verzauberte Fenster, die Zauberei-Zentralverwaltung entscheidet, was f�r Wetter wir Tag f�r Tag bekommen. Das letzte Mal, als sie eine Gehaltserh�hung durchsetzen wollten, hatten wir zwei Monate lang Wirbelst�rme ... Hier r�ber, Harry.�</p><p>Sie bogen um eine Ecke, traten durch eine schwere eichene Fl�gelt�r und gelangten in einen weitl�ufigen, un�bersichtlichen Raum, der in B�rozellen unterteilt war und vor Stimmengewirr und Gel�chter summte. Memos schossen wie Miniraketen in die Zellen und wieder heraus. Auf einem schief h�ngenden Schild an der n�chstgelegenen Zelle stand: Aurorenzentrale.</p><p>Harry lugte verstohlen durch die T�r�ffnungen, an denen sie vorbeikamen. Die Auroren hatten die W�nde ihrer B�rozellen mit allem M�glichen beklebt, mit Fahndungsbildern von Zauberern und Familienfotos der Auroren ebenso wie mit Postern ihrer Lieblingsmannschaften im Quidditch und Artikeln aus dem Tagespropheten. Ein Mann mit scharlachrotem Umhang und einem noch l�ngeren Pferdeschwanz als Bill sa� da, hatte die F��e auf den Schreibtisch gelegt und diktierte seiner Feder einen Bericht. Ein St�ck weiter unterhielt sich eine Hexe mit Augenklappe �ber die Trennwand ihrer Zelle hinweg mit Kingsley Shacklebolt.</p><p>�Morgen, Weasley�, sagte Kingsley beil�ufig, als sie n�her traten. �Ich wollte Sie mal kurz sprechen, haben Sie eine Sekunde Zeit?�</p><p>�Ja, wenn es wirklich nur eine Sekunde ist�, sagte Mr. Weasley. �Ich hab's ziemlich eilig.�</p><empty-line/><p>Sie sprachen miteinander, als ob sie sich kaum kennen w�rden, und als Harry den Mund �ffnete, um Kingsley hallo zu sagen, trat ihm Mr. Weasley auf den Fu�. Sie folgten Kingsley den Gang entlang in die allerletzte Zelle.</p><p>Harry versetzte es einen leichten Schock; aus allen Richtungen zwinkerte ihm Sirius' Gesicht entgegen. Zeitungsausschnitte und alte Fotos - selbst das von Sirius als Trauzeuge bei der Hochzeit der Potters - bedeckten die W�nde. Der einzige siriusfreie Platz war eine Weltkarte, auf der kleine rote Stecknadeln wie Juwelen gl�nzten.</p><p>�Hier�, sagte Kingsley abrupt und dr�ckte Mr. Weasley ein Pergamentb�ndel in die Hand. �Ich brauche m�glichst viele Informationen �ber fliegende Muggelfahrzeuge. die in den letzten zw�lf Monaten gesichtet wurden. Wir wurden informiert, dass Black wom�glich immer noch sein altes Motorrad benutzt.�</p><p>Kingsley zwinkerte un�bersehbar zu Harry hin�ber und f�gte fl�sternd hinzu:</p><p>�Gib ihm das Magazin, das k�nnte ihn interessieren.� Dann sagte er wieder mit normale r Stimme: �Und lassen Sie sich nicht zu lange Zeit, Weasley, dieser versp�tete Beinfeuerwaffen-Bericht hat unsere Untersuchung um einen Monat verz�gert.�</p><p>�Wenn Sie meinen Bericht gelesen h�tten, w�ssten Sie, dass der Begriff Handfeuerwaffen lautet�, sagte Mr. Weasley k�hl. �Und ich f�rchte, Sie m�ssen sich mit Informationen �ber Motorr�der noch gedulden; wir sind im Moment vollauf besch�ftigt.� Er senkte die Stimme und sagte: �Falls du dich vor sieben loseisen kannst, Molly macht Fleischb�llchen.�</p><p>Er winkte Harry und f�hrte ihn aus Kingsleys Zelle, durch eine zweite eichene Fl�gelt�r und in einen weiteren Durchgang, wandte sich nach links, ging wiederum einen Korridor entlang und bog nach rechts in einen schwach beleuchteten und besonders schmuddeligen Flur ein, der an einer Mauer endete.</p><p>Links stand eine T�r offen und gab den Blick auf einen Besenschrank frei, und an der T�r zur Rechten hing ein stumpfes Messingschild mit der Aufschrift: Missbrauch von Muggelartefakten.</p><p>Mr. Weasleys sch�biges B�ro wirkte noch ein wenig kleiner als der Besenschrank. Mit M�h und Not hatten zwei Schreibtische darin Platz gefunden, und weil die W�nde mit �berquellenden Aktenschr�nken voll gestellt waren, auf denen wacklige Ordnerstapel lagen, konnte man sich kaum bewegen. Was an Wandfl�che noch frei war, bezeugte Mr. Weasleys Leidenschaften: mehrere Autoplakate, auch eines von einem zerlegten Motor; zwei Zeichnungen von Briefk�sten, die er offenbar aus Kinderb�chern f�r Muggel ausgeschnitten hatte; und ein Schaubild, das zeigte, wie man einen Stecker verkabelt.</p><p>In Mr. Weasleys �berquellendem Eingangskorb lagen ein alter Toaster, der einen j�mmerlichen Schluckauf hatte, und ein Paar leerer Lederhandschuhe, die D�umchen drehten.</p><p>Neben dem Eingangskorb stand ein Foto der Familie Weasley. Harry fiel auf, dass Percy offenbar aus dem Bild gelaufen war.</p><p>�Wir haben kein Fenster�, sagte Mr. Weasley entschuldigend, zog seine Bomberjacke aus und h�ngte sie �ber seine Stuhllehne. �Wir haben eins beantragt, aber man glaubt offenbar, wir brauchten keines. Setz dich, Harry, sieht aus, als w�re Perkins noch nicht da.�</p><p>Harry zw�ngte sich auf den Stuhl hinter Perkins' Schreibtisch, w�hrend Mr.</p><p>Weasley das Pergamentb�ndel durchst�berte, das Kingsley Shacklebolt ihm gegeben hatte.</p><p>�Ah�, sagte er grinsend, als er aus der Mitte des B�ndels ein Magazin namens Der Klitterer hervorzog, �ja ...� Er bl�tterte es durch. �Ja, er hat Recht, Sirius wird das sicher ganz am�sant finden ... o meine G�te, was ist das jetzt wieder?�</p><p>Ein Memo war soeben durch die offene T�r geflogen und hatte sich flatternd auf dem hicksenden Toaster niedergelassen. Mr. Weasley entfaltete es und las laut vor:</p><p>��Dritte wieder ausspuckende �ffentliche Toilette in Bethnal Green gemeldet, bitte unverz�glich Nachforschungen anstellen.� Das wird allm�hlich l�cherlich ...�</p><p>�Eine wieder ausspuckende Toilette?�</p><p>�Anti-Muggel-Scherzbolde�, sagte Mr. Weasley stirnrunzelnd. �Letzte Woche hatten wir zwei, eine in Wimbledon und eine in Elephant and Castle. Die Muggel dr�cken die Sp�lung, und statt dass alles verschwindet - nun, du kannst es dir vorstellen. Die Armen rufen st�ndig diese Pempler, so hei�en die, glaub ich - du wei�t schon, die Abfl�sse und so reparieren.�</p><p>�Klempner?�</p><p>�Ja, genau, aber nat�rlich sind die fassungslos. Wer immer das auch tut, ich kann nur hoffen, dass wir sie kriegen.�</p><p>�Werden die Auroren sie fangen?�</p><p>�O nein, das war nur Kleinkram f�r die Auroren, das macht die gew�hnliche Magische Strafverfolgungspatrouille - ah, Harry, das ist Perkins.�</p><p>Ein untersetzter, sch�chtern wirkender alter Zauberer mit wei�em Flaumhaar war gerade keuchend hereingekommen.</p><p>�Oh, Arthur!�, sagte er verzweifelt, ohne Harry anzusehen. �Dem Himmel sei Dank, ich wusste nicht, was ich tun sollte, hier auf dich warten oder nicht. Eben habe ich eine Eule zu dir nach Hause geschickt, aber sie hat dich offenbar verfehlt - vor zehn Minuten kam eine dringende Nachricht rein -�</p><p>�Die wieder ausspuckende Toilette, ich wei� Bescheid�, sagte Mr. Weasley.</p><p>�Nein, nein, nicht die Toilette, es geht um die Anh�rung dieses Potter-Jungen - sie haben Zeit und Ort ge�ndert - es f�ngt jetzt um acht Uhr an, unten im alten Gerichtsraum zehn -�</p><p>�Unten im alten - aber sie haben mir - beim Barte des Merlin!�</p><p>Mr. Weasley sah auf die Uhr, schrie auf und sprang vom Stuhl.</p><p>�Schnell, Harry, wir h�tten schon vor f�nf Minuten dort sein sollen!�</p><p>Perkins dr�ckte sich gegen die Aktenschr�nke, als Mr. Weasley, dicht gefolgt von Harry, aus dem B�ro st�rmte.</p><p>�Warum haben sie den Termin ge�ndert?�, fragte Harry atemlos, w�hrend sie an den Aurorenzellen vorbeihasteten; einige streckten ihre K�pfe heraus und starrten ihnen nach. Harry war, als h�tte er sein Inneres an Perkins' Schreibtisch zur�ckgelassen.</p><p>�Ich hab keine Ahnung, aber dem Himmel sei Dank sind wir so fr�h hergekommen, eine Katastrophe, wenn du's vers�umt h�ttest!�</p><p>Mr. Weasley kam schlitternd neben den Fahrst�hlen zum Stehen und dr�ckte ungeduldig auf den �Abw�rts�-Knopf.</p><p>�MACH schon!�</p><p>Der Fahrstuhl klapperte herbei und sie st�rzten hinein. Jedes Mal wenn er anhielt, fluchte Mr. Weasley w�tend und traktierte den Knopf f�r Stockwerk neun.</p><p>�Diese Gerichtsr�ume sind seit Jahren nicht mehr benutzt worden�, sagte Mr.</p><p>Weasley aufgebracht. �Ich kann mir nicht vorstellen, warum sie es dort unten machen - au�er - aber nein -�</p><p>In diesem Moment betrat eine pummelige Hexe mit einem rauchenden Kelch den Fahrstuhl und Mr. Weasley unterbrach sich.</p><p>�Das Atrium�, sagte die k�hle Frauenstimme, die goldenen Gitter glitten beiseite und Harry erhaschte einen Blick auf den fernen Brunnen mit seinen goldenen Statuen. Die pummelige Hexe stieg aus und ein fahlh�utiger Zauberer mit ausgesprochen trauervoller Miene kam herein.</p><p>�Morgen, Arthur�, sagte er mit Grabesstimme, als der Lift weiter nach unten fuhr. �Man sieht dich nicht oft hier unten.�</p><empty-line/><p>�Dringende Angelegenheit, Bode�, sagte Mr. Weasley, wippte auf den Fu�ballen hin und her und warf Harry besorgte Blicke zu.</p><p>�Ah, ja�, sagte Bode und musterte Harry mit starrem Gesicht. �Nat�rlich.�</p><p>Harry war kaum in der Lage, sich mit Bode zu besch�ftigen, aber unter dessen unentwegtem Starren wurde ihm nicht gerade behaglicher zumute.</p><p>�Mysteriumsabteilung�, sagte die k�hle Frauenstimme und belie� es dabei.</p><p>�Rasch, Harry�, sagte Mr. Weasley, als die Fahrstuhlt�ren sich ratternd �ffneten, und sie eilten einen Korridor entlang, der sich deutlich von denen in den oberen Stockwerken unterschied. Die W�nde waren kahl; es gab keine Fenster und keine T�ren, abgesehen von einer schlichten schwarzen ganz am Ende des Korridors. Harry glaubte, sie w�rden dort hineingehen, stattdessen packte ihn Mr.</p><p>Weasley am Arm und zog ihn nach links, wo ein Durchgang zu einer Treppe f�hrte.</p><p>�Hier runter, hier runter�, keuchte Mr. Weasley und nahm immer zwei Stufen auf einmal. �Der Fahrstuhl kommt gar nicht so weit ... warum machen sie es dort unten, ich ...�</p><p>Sie gelangten zum Fu� der Treppe und rannten einen weiteren Korridor entlang, der mit seinen groben Steinw�nden, an denen Fackeln steckten, jenem sehr �hnelte, der zu Snapes Kerker in Hogwarts f�hrte. Die T�ren, an denen sie vorbeikamen, waren aus schwerem Holz mit eisernen Riegeln und Schl�ssell�chern.</p><p>�Gerichtsraum ... zehn ... ich glaube ... wir sind fast... ja.� Mr. Weasley hielt stolpernd vor einer schmutzigen dunklen T�r mit einem m�chtigen Eisenschloss, sackte gegen die Mauer und griff sich an die stechende Brust.</p><p>�Geh weiter�, keuchte er und wies mit dem Daumen auf die T�r. �Geh da rein.�</p><p>�Kommen Sie - kommen Sie nicht mit -?� �Nein, nein, ich bin nicht zugelassen. Viel Gl�ck!� Harrys Herz schlug in einem heftigen Trommelwirbel gegen seinen Adamsapfel. Er schluckte schwer, dr�ckte den massiven eisernen T�rgriff und trat in den Gerichtsraum.</p><empty-line/></section><section><title><p>Die Anh�rung</p></title><p>Harry riss den Mund auf - er konnte nicht anders. Der gro�e Kerker, den er betreten hatte, kam ihm schrecklich bekannt vor. Er hatte ihn nicht nur schon einmal gesehen, er war auch schon einmal hier gewesen. Dies war der Ort, den er in Dumbledores Denkarium besucht hatte, der Ort, an dem er beobachtet hatte, wie die Lestranges zu lebensl�nglicher Haft in Askaban verurteilt wurden.</p><p>Die Mauern waren aus dunklem Stein, von Fackeln sp�rlich beleuchtet. Links und rechts von ihm erstreckten sich leere Bankreihen bis hoch hinauf, doch ihm gegen�ber, auf den h�chsten B�nken, waren viele schattenhafte Gestalten zu erkennen. Sie hatten leise geredet, doch als die schwere T�r hinter Harry zuschlug, trat eine unheilvolle Stille ein.</p><p>Eine kalte m�nnliche Stimme gellte durch den Gerichtsraum.</p><p>�Du kommst zu sp�t.�</p><p>�Verzeihung�, sagte Harry nerv�s. �Ich - ich wusste nicht, dass der Termin ge�ndert wurde.�</p><p>�Das ist nicht die Schuld des Zaubergamots�, sagte die Stimme. �Eine Eule wurde heute Morgen zu dir geschickt. Nimm deinen Platz ein.�</p><p>Harry senkte den Blick auf den Stuhl in der Mitte des Raumes, �ber dessen Armlehnen Ketten lagen. Er hatte gesehen, wie diese Ketten j�h zum Leben erwachten und den fesselten, der gerade zwischen ihnen sa�. Mit laut widerhallenden Schritten ging er �ber den steinernen Boden. Als er sich behutsam auf den Stuhlrand setzte, klirrten die Ketten drohend, doch sie umschlangen ihn nicht. Ihm war ziemlich schlecht, und er blickte hinauf zu den Leuten, die auf der Bank oben sa�en.</p><p>Es waren ungef�hr f�nfzig, und soweit er sehen konnte, trugen alle pflaumenblaue Umh�nge mit einem kunstvoll gearbeiteten silbernen �Z� links auf der Brust, und alle starrten ihn von oben herab an, manche mit sehr strengen Mienen, andere mit einem Ausdruck unverhohlener Neugier.</p><p>Genau in der Mitte der vorderen Reihe sa� Cornelius Fudge, der Zaubereiminister. Fudge war ein stattlicher Mann, der h�ufig einen limonengr�nen Bowle r trug, allerdings hatte er heute auf ihn verzichtet; verzichtet hatte er auch auf das nachsichtige L�cheln, das er einst zur Schau getragen hatte, wenn er mit Harry sprach. Eine breite Hexe mit eckigem Unterkiefer und ganz kurzem grauem Haar sa� zu Fudges Linken; sie trug ein Monokel und wirkte abweisend. Zu Fudges Rechten sa� ebenfalls eine Hexe, aber sie hatte sich so weit in der Bank zur�ckgelehnt, dass ihr Gesicht im Schatten lag.</p><empty-line/><p>�Sehr sch�n�, sagte Fudge. �Da der Angeklagte anwesend ist - endlich -, sollten wir beginnen. Sind Sie bereit?�, rief er zum Ende der Bank hin.</p><p>�Ja, Sir�, antwortete eine beflissene Stimme, die Harry kannte. Am �u�ersten Ende der vorderen Bank sa� Rons Bruder Percy. Harry blickte ihn an, in der Erwartung, Percy w�rde irgendein Zeichen des Wiedererkennens geben, doch umsonst. Percys Augen hinter der Hornbrille waren auf sein Pergament geheftet, in seiner Hand hielt er eine Feder.</p><p>�Disziplinarische Anh�rung vom zw�lften August�, sagte Fudge mit schriller Stimme und sofort fing Percy an zu protokollieren, �in Sachen Verst��e gegen den Erlass zur Vernunftgem��en Beschr�nkung der Zauberei Minderj�hriger und gegen das Internationale Geheimhaltungsabkommen durch Harry Potter, wohnhaft Ligusterweg Nummer vier, Little Whinging, Surrey.</p><p>Es f�hren das Verh�r: Cornelius Oswald Fudge, Zaubereiminister; Amelia Susan Bones, Leiterin der Abteilung f�r Magische Strafverfolgung; Dolores Jane Umbridge, Erste Untersekret�rin des Ministers. Gerichtsschreiber, Percy Ignatius Weasley -�</p><p>�Zeuge der Verteidigung, Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore�, sagte eine ruhige Stimme hinter Harry, der den Kopf so schnell herumriss, dass er sich den Hals verrenkte.</p><p>Dumbledore, mit langem mitternachtsblauem Umhang und vollkommen gelassenem Ausdruck, schritt feie rlich durch den Raum. Sein langer silberner Bart und seine Haare schimmerten im Fackellicht, als er sich an Harrys Seite stellte und durch die Halbmondgl�ser seiner Brille, die auf halber H�he auf seiner scharfen Hakennase ruhte, zu Fudge hochblickte.</p><p>Die Mitglieder des Zaubergamots tuschelten. Aller Augen waren jetzt auf Dumbledore gerichtet. Manche sahen ver�rgert aus, andere eine Spur ver�ngstigt; zwei �ltere Hexen auf der r�ckw�rtigen Bank jedoch hoben die H�nde und winkten ihm gr��end zu.</p><p>Bei Dumbledores Anblick war ein starkes Gef�hl in Harrys Brust aufgestiegen, ein Kraft und Hoffnung spendendes Gef�hl �hnlich dem, das ihm der Gesang des Ph�nix gab. Er suchte Dumbledores Blick, aber Dumbledore sah nicht in seine Richtung; er sah unentwegt auf den offensichtlich verwirrten Fudge.</p><p>�Ah�, sagte Fudge und wirkte jetzt tief beunruhigt. �Dumbledore. Ja. Sie - �hm - haben unsere - �hm - Botschaft erhalten, dass Zeit und - �hm - Ort der Anh�rung ge�ndert wurden, nehme ich also an?�</p><p>�Die muss ich verpasst haben�, sagte Dumbledore vergn�gt. �Allerdings bin ich durch einen gl�cklichen Zufall drei Stunden zu fr�h im Ministerium angekommen und so ist noch mal alles gut gegangen.�</p><empty-line/><p>�Ja - sch�n - ich denke, wir brauchen noch einen Stuhl - ich - Weasley, w�rden Sie -�</p><p>�Nur keine Umst�nde, nur keine Umst�nde�, sagte Dumbledore freundlich; er z�ckte seinen Zauberstab, lie� ihn leicht aus dem Handgelenk schnippen und ein zerknautschter Chintz-Lehnstuhl erschien aus dem Nichts neben Harry.</p><p>Dumbledore setzte sich, legte die Kuppen seiner langen Finger aneinander und betrachtete Fudge �ber sie hinweg mit einem Ausdruck h�flichen Interesses. Die Mitglieder des Zaubergamots tuschelten und gestikulierten immer noch aufgeregt; erst als Fudge wieder zu sprechen begann, beruhigten sie sich.</p><p>�Ja�, sagte Fudge erneut und st�berte in seinen Unterlagen. �Nun. dann. So. Die Anklage. Ja.�</p><p>Er zog ein St�ck Pergament aus dem Stapel vor ihm, holte tief Luft und las laut: �Die Anklagepunkte gegen den Beschuldigten lauten wie folgt: Dass er wissentlich, absichtlich und in vollem Bewusstsein der Rechtswidrigkeit seiner Handlungen - obwohl er zuvor bereits eine schriftliche Verwarnung des Zaubereiministeriums wegen eines �hnlichen Vorwurfs erhalten hatte - einen Patronus-Zauber in einem Muggelwohngebiet ausgef�hrt hat, in Gegenwart eines Muggels, am zweiten August um dreiundzwanzig Minuten nach neun, welches einen Versto� gegen den Erlass zur Vernunftgem��en Beschr�nkung der Zauberei Minderj�hriger von 1875. Abschnitt C� darstellt und ebenso gegen Abschnitt 13 des Geheimhaltungsabkommens der Internationalen Zauberervereinigung.</p><p>Du bist Harry James Potter, wohnhaft Ligusterweg Nummer vier, Little Whinging, Surrey?�. fragte Fudge und funkelte Harry �ber sein Pergament hinweg an.</p><p>�Ja�, sagte Harry.</p><p>�Du hast vor drei Jahren eine offizielle Verwarnung des Ministeriums wegen unrechtm��ig ausge�bter Magie erhalten, ist das richtig?�</p><p>�Ja, aber -�</p><p>�Und dennoch hast du am Abend des zweiten August einen Patronus heraufbeschworen?�, sagte Fudge.</p><p>�Ja�, sagte Harry, �aber -�</p><p>�Im Wissen, dass es dir bis zum Alter von siebzehn Jahren nicht erlaubt ist, au�erhalb der Schule Zauberei zu gebrauchen?�</p><p>�Ja, aber -�</p><p>�Im Wissen, dass du dich in einer Gegend voller Muggel befandest?�</p><empty-line/><p>�Ja, aber -�</p><p>�Dir vollauf bewusst. dass du dich zu jenem Zeitpunkt in gro�er N�he eines Muggels befandest?�</p><p>�Ja�, sagte Harry zornig, �aber ich hab ihn nur gebraucht, weil wir -�</p><p>Die Hexe mit dem Monokel schnitt ihm mit dr�hnender Stimme das Wort ab.</p><p>�Du hast einen ausgewachsenen Patronus zustande gebracht?�</p><p>�Ja�, sagte Harry, �weil -�</p><p>�Einen gestaltlichen Patronus?�</p><p>�Einen - was?�, sagte Harry.</p><p>�Dein Patronus hatte eine klar umrissene Form? Ich meine, er war mehr als Dampf oder Rauch?�</p><p>�Ja�, sagte Harry, ungeduldig und leicht verzweifelt zugleich, �er ist ein Hirsch, er ist immer ein Hirsch.�</p><p>�Immer?�, dr�hnte Madam Bones. �Du hast also bereits vorher einen Patronus geschaffen?�</p><p>�Ja�, sagte Harry, �das mache ich schon seit �ber einem Jahr.�</p><p>�Und du bist f�nfzehn Jahre alt?�</p><p>�Ja, und -�</p><p>�Du hast das in der Schule gelernt?�</p><p>�Ja, Professor Lupin hat es mir im dritten Jahr beigebracht, wegen der -�</p><p>�Beeindruckend�, sagte Madam Bones und starrte auf ihn herab, �ein echter Patronus in diesem Alter ... wirklich sehr beeindruckend.�</p><p>Einige der Zauberer und Hexen in ihrem Umkreis fingen erneut an zu tuscheln; ein paar nickten, doch andere sch�ttelten stirnrunzelnd den Kopf.</p><p>�Es geht nicht darum, wie beeindruckend der Zauber war�, sagte Fudge gereizt. �Im Gegenteil, je beeindruckender, desto schlimmer, w�rde ic h meinen, wenn man bedenkt, dass der Junge es direkt vor den Augen eines Muggels getan hat!�</p><p>Die eben noch die Stirn gerunzelt hatten, murmelten nun zustimmend, doch es war der Anblick von Percys salbungsvollem leichtem Nicken, der Harry die Zunge l�ste.</p><p>�Ich hab es wegen der Dementoren getan!�, sagte er laut, bevor ihm wieder jemand ins Wort fallen konnte.</p><empty-line/><p>Er hatte weiteres Getuschel erwartet, doch das Schweigen, das eintrat, schien irgendwie noch dr�ckender als zuvor.</p><p>�Dementoren?�, sagte Madam Bones nach einem Augenblick, und ihre dichten Augenbrauen hoben sich, bis ihr Monokel herauszufallen drohte. �Was soll das hei�en, Junge?�</p><p>�Das hei�t, es waren zwei Dementoren in dieser Gasse und sie haben mich und meinen Cousin angegriffen!�</p><p>�Ah!�, machte Fudge erneut und blickte geh�ssig feixend in die Runde des Zaubergamots, als w�rde er alle auffordern, sich ebenfalls �ber den Witz zu am�sieren. �Ja. Ja, ich dachte mir schon, wir w�rden etwas Derartiges zu h�ren bekommen.�</p><p>�Dementoren in Little Whinging?�, sagte Madam Bones h�chst �berrascht.</p><p>�Ich verstehe nicht -�</p><p>�Wirklich nicht, Amelia?�, sagte Fudge, unentwegt feixend. �Lassen Sie es mich erkl�ren. Er hat es sich �berlegt und ist darauf gekommen, dass Dementoren eine nette kleine Ausrede abgeben w�rden, wirklich sehr nett. Muggel k�nnen Dementoren nicht sehen, stimmt's, Junge? �u�erst praktisch, �u�erst praktisch ... also haben wir nur dein Wort und keine Zeugen ...�</p><p>�Ich l�ge nicht!�, rief Harry laut �ber ein erneut anhebendes Tuscheln des Gerichts hinweg. �Es waren zwei, sie kamen von beiden Enden der Gasse, alles wurde dunkel und kalt und mein Cousin hat sie gesp�rt und ist losgelaufen ...�</p><p>�Genug, genug!�, sagte Fudge mit sehr �berheblichem Gesichtsausdruck. �Ich muss diese gewiss sehr gut einstudierte Geschichte leider unterbrechen -�</p><p>Dumbledore r�usperte sich. Im Zaubergamot wurde es wieder still.</p><p>�Wir haben in der Tat einen Zeugen f�r die Gegenwart der Dementoren in jener Gasse�, sagte er, �einen au�er Dudley Dursley, meine ich.�</p><p>Fudges feistes Gesicht schien zu erschlaffen, als h�tte jemand die Luft herausgelassen. Er starrte einen kurzen Moment lang zu Dumbledore hinunter, dann sagte er mit der Miene eines Mannes, der sich zusammenrei�t: �Wir haben keine Zeit, uns noch mehr Flunkergeschichten anzuh�ren, f�rchte ich, Dumbledore. Ich m�chte diese Sache rasch erledigen -�</p><p>�Ich mag mich irren�, sagte Dumbledore liebensw�rdig, �aber d�rfen nicht die Angeklagten gem�� dem Rechtekatalog des Zaubergamots Zeugen in ihrer Sache benennen? Geh�rt dies nicht zu den Grunds�tzen der Abteilung f�r Magische Strafverfolgung, Madam Bones?�, fuhr er an die Hexe mit dem Monokel gewandt fort.</p><empty-line/><p>�Richtig�, sagte Madam Bones. �Vollkommen richtig.�</p><p>�Oh, na sch�n, na sch�n�, fauchte Fudge. �Wo ist diese Person?�</p><p>�Ich habe sie mitgebracht�, sagte Dumbledore. �Sie ist drau�en vor der T�r. Soll ich -�</p><p>�Nein - Weasley, Sie gehen�, bellte Fudge Percy an, der sofort aufstand, die Steinstufen vor dem Richterpodium hinab- und an Dumbledore und Harry vorbeieilte, ohne sie auch nur einmal anzusehen.</p><p>Einen Augenblick sp�ter kam Percy wieder, gefolgt von Mrs. Figg. Sie sah ver�ngstigt aus und schrulliger denn je. Harry w�re es lieber gewesen, sie h�tte ihre Puschen zu Hause gelassen.</p><p>Dumbledore stand auf, bot Mrs. Figg seinen Stuhl an und beschwor einen weiteren f�r sich herauf.</p><p>�Vollst�ndiger Name?�, sagte Fudge laut, als sich Mrs. Figg nerv�s am �u�eren Stuhlrand niedergelassen hatte.</p><p>�Arabella Doreen Figg�, sagte Mrs. Figg mit ihrer zittrigen Stimme.</p><p>�Und wer genau sind Sie?�, fragte Fudge in gelangweilt hochm�tigem Ton.</p><p>�Ich bin B�rgerin von Little Whinging und wohne ganz in der N�he von Harry Potter�, sagte Mrs. Figg.</p><p>�Wir haben hier keinen Eintrag, wonach au�er Harry Potter noch eine Hexe oder ein Zauberer in Little Whinging lebt�, sagte Madam Bones sofort. �Dieses Gebiet wird stets genau �berwacht, angesichts ... angesichts der Vorkommnisse in der Vergangenheit.�</p><p>�Ich bin eine Squib�, sagte Mrs. Figg. �Also haben Sie wohl keinen Eintrag �ber mich, oder?�</p><p>�Eine Squib, ja?�, sagte Fudge und fixie rte sie argw�hnisch. �Wir werden das �berpr�fen. Hinterlassen Sie die Einzelheiten �ber Ihre Abstammung bei meinem Assistenten Weasley. Ach �brigens, k�nnen Squibs Dementoren sehen?�, f�gte er hinzu und blickte links und rechts die Bank entlang.</p><p>�Ja, k�nnen wir!�, sagte Mrs. Figg entr�stet.</p><p>Mit hochgezogenen Augenbrauen blickte Fudge wieder zu ihr hinunter. �Nun denn�, sagte er herablassend. �Wie lautet Ihre Geschichte?�</p><p>�Ich war ausgegangen, um im Eckladen am Ende des Glyzinenwegs Katzenfutter zu kaufen, das war gegen neun am Abend des zweiten August�, plapperte Mrs. Figg sogleich los, als ob sie das, was sie sagte, auswendig gelernt h�tte, �und da h�rte ich L�rm in der Gasse zwischen Magnolienring und Glyzinenweg. Als ich mich der Einm�ndung dieser Gasse n�herte, sah ich Dementoren rennen -�</p><p>�Rennen?�, unterbrach Madam Bones scharf. �Dementoren rennen nicht, sie schweben.�</p><p>�Genau das hab ich gemeint�, erwiderte Mrs. Figg hastig und auf ihren verhutzelten Wangen erschienen rosa Flecken. �Die schwebten die Gasse entlang auf zwei Jungen zu, wie mir schien.�</p><p>�Wie sahen sie aus?�, sagte Madam Bones und kniff die Augen zusammen, so dass der Rand ihres Monokels im Fleisch verschwand.</p><p>�Nun, der eine war sehr dick und der andere eher mager -�</p><p>�Nein, nein�, sagte Madam Bones ungeduldig. �Die Dementoren ... beschreiben Sie die.�</p><p>�Oh�, sagte Mrs. Figg und ein leichtes Rosa kroch ihren Hals hoch. �Sie waren gro�. Gro� und trugen Umh�nge.�</p><p>Harry wurde schrecklich flau in der Magengrabe. Was immer Mrs. Figg auch sagen mochte, f�r ihn klang es, als ob sie gerade mal ein Bild von einem Dementor gesehen h�tte, und ein Bild konnte niemals vermitteln, wie diese Gesch�pfe wirklich waren: ihre unheimliche Art, sich zu bewegen, nur Zentimeter �ber dem Boden schwebend; ihr Verwesungsgestank; ihr schreckliches Rasseln, wenn sie die Luft umher einsaugten ...</p><p>In der zweiten Reihe neigte sich ein untersetzter Zauberer mit gro�em schwarzem Schnauzbart dicht zu seiner Nachbarin hin�ber, einer Hexe mit gekr�uselten Haaren, um ihr ins Ohr zu fl�stern. Sie grinste und nickte.</p><p>�Gro� und trugen Umh�nge�, wiederholte Madam Bones k�hl, w�hrend Fudge ver�chtlich schnaubte. �Verstehe. Noch etwas?�</p><p>�Ja�, sagte Mrs. Figg. �Ich hab sie gesp�rt. Alles wurde kalt, und es war eine sehr warme Sommernacht, kann ich Ihnen sagen. Und ich hatte das Gef�hl ... als ob alles Gl�ck aus der Welt verschwunden w�re ... und mir fielen ... schreckliche Dinge ein ...�</p><p>Ihre Stimme zitterte und erstarb.</p><p>Madam Bones' Augen weiteten sich eine Spur. Harry konnte rote Male unter ihrer Augenbraue erkennen, dort, wo das Monokel sich eingegraben hatte.</p><p>�Was haben die Dementoren getan?�, fragte sie und Harry sp�rte j�he Hoffnung aufflammen.</p><p>�Sie haben die Jungen angegriffen�, sagte Mrs. Figg. Ihre Stimme klang jetzt fester und selbstsicherer und das Rosa schwand allm�hlich aus ihrem Gesicht.</p><p>�Einer von ihnen war hingefallen. Der andere wich zur�ck und hat versucht den Dementor abzuwehren. Das war Harry. Er hat es zweimal versucht und es kam nur silberner Dunst. Beim dritten Versuch hat er einen Patronus hervorgebracht, der den ersten Dementor niederwarf und dann, angefeuert von Harry, den zweiten von seinem Cousin wegjagte. Und so ... war es�, schloss Mrs. Figg etwas lahm.</p><p>Madam Bones blickte stumm zu Mrs. Figg hinab. Fudge sah sie gar nicht an, sondern w�hlte in seinen Unterlagen. Schlie�lich hob er den Blick und sagte recht angriffslustig: �Das haben Sie also gesehen, ja?�</p><p>�So war es�, wiederholte Mrs. Figg.</p><p>�Nun denn�, sagte Fudge. �Sie k�nnen gehen.�</p><p>Mrs. Figg wandte sich von Fudge ab und warf Dumbledore einen �ngstlichen Blick zu, dann stand sie auf und schlurfte zur T�r. Harry h�rte, wie sie hinter ihr zuschlug.</p><p>�Keine sehr �berzeugende Zeugin�, sagte Fudge hochm�tig.</p><p>�Oh, ich wei� nicht�, sagte Madam Bones mit ihrer dr�hnenden Stimme. �Die Wirkung eines Dementorenangriffs hat sie doch immerhin recht genau beschrieben. Und ich kann mir nicht vorstellen, warum sie behaupten sollte, dass sie da waren, wenn dem nicht so war.�</p><p>�Aber Dementoren sollen in einer Muggelkleinstadt um herspazieren und ganz zuf�llig einem Zauberer �ber den Weg laufen?�, schnaubte Fudge. �Die Wahrscheinlichkeit muss ja wohl sehr gering sein. Selbst Bagman h�tte darauf nicht gewettet -�</p><p>�Oh, ich denke nicht, dass irgendjemand von uns glaubt, die Dementoren seien rein zuf�llig dort gewesen�, sagte Dumbledore gelassen.</p><p>Die Hexe, die rechts von Fudge sa� und das Gesicht im Schatten hatte, r�hrte sich ein wenig, doch alle anderen blieben vollkommen reglos und stumm.</p><p>�Und was soll das hei�en?�, fragte Fudge eisig.</p><p>�Das hei�t, dass ich denke, sie wurden dort hinbefohlen�, erwiderte Dumbledore.</p><p>�Ich w�rde doch meinen, wenn jemand einem Paar Dementoren befohlen h�tte, durch Little Whinging zu spazieren, dann h�tten wir dar�ber einen Bericht!�, bellte Fudge.</p><p>�Nicht, wenn die Dementoren dieser Tage Befehle von jemandem au�erhalb des Zaubereiministeriums annehmen�, sagte Dumbledore ruhig. �Ich habe Ihnen bereits meine Auffassung in dieser Sache dargelegt, Cornelius.�</p><empty-line/><p>�Allerdings, haben Sie�, sagte Fudge nachdr�cklich, �und ic h habe keinen Grund zu glauben, dass Ihre Ansichten etwas anderes sind als Unsinn, Dumbledore. Die Dementoren bleiben vor Ort in Askaban und tun alles, was wir ihnen gebieten.�</p><p>�Dann�, sagte Dumbledore leise, aber deutlich, �dann m�ssen wir uns fragen, warum jemand im Ministerium am zweiten August ein Paar Dementoren in diese Gasse befohlen hat.�</p><p>In der vollkommenen Stille, die auf diese Worte hin eintrat, beugte sich die Hexe rechts von Fudge vor, so dass Harry sie erstmals erkennen konnte.</p><p>Sieht aus wie eine gro�e, blasse Kr�te, dachte er. Sie war recht untersetzt und hatte ein gro�es, wabbliges Gesicht, so wenig Hals wie Onkel Vernon und einen sehr breiten, schlaffen Mund. Ihre Augen waren gro�, rund und quollen leicht hervor. Die kleine schwarze Samtschleife, die auf ihrem kurzen Lockenhaarschopf sa�, erinnerte ihn an eine gro�e Fliege, die sie gleich mit einer langen klebrigen Zunge fangen w�rde.</p><p>�Das Gericht erteilt das Wort Dolores Jane Umbridge, Erste Untersekret�rin des Ministers�, erkl�rte Fudge.</p><p>Die Hexe sprach mit einer zittrigen, m�dchenhaft hohen Stimme, die Harry verbl�ffte; er hatte ein Quaken erwartet.</p><p>�Ich habe Sie gewiss missverstanden, Professor Dumbledore�, sagte sie mit einem gezierten L�cheln, das die K�lte ihrer gro�en, runden Augen nic ht im Geringsten minderte. �Wie dumm von mir. Aber es h�rte sich einen winzigen Moment lang so an, als w�rden Sie unterstellen, dass das Zaubereiministerium einen Angriff auf diesen Jungen befohlen h�tte!�</p><p>Sie lachte auf, so silberhell, dass sich Harrys Nackenhaare str�ubten. Ein paar weitere Mitglieder des Zaubergamots stimmten in ihr Lachen ein. Es h�tte nicht deutlicher sein k�nnen, dass keiner von ihnen wirklich am�siert war.</p><p>�Wenn es stimmt, dass die Dementoren nur Befehle vom Zaubereiministerium entgegennehmen, und wenn es auch stimmt, dass zwei Dementoren vor einer Woche Harry und seinen Cousin angegriffen haben, dann folgt daraus logisch, dass jemand im Ministerium die Angriffe befohlen haben k�nnte�, sagte Dumbledore h�flich. �Nat�rlich k�nnten gerade diese Dementoren au�erhalb der Kontrolle des Ministeriums gewesen sein -�</p><p>�Es gibt keine Dementoren au�erhalb der Kontrolle des Ministeriums!�, fauchte Fudge, der ziegelrot geworden war.</p><p>Dumbledore neigte den Kopf zu einer leichten Verbeugung. �Dann wird das Ministerium zweifellos eine umfassende Untersuchung zu der Frage veranlassen, warum zwei Dementoren so weit von Askaban entfernt waren und warum sie ohne Genehmigung angriffen.�</p><p>�Es liegt nicht an Ihnen, zu entscheiden, was das Zaubereiministerium tut oder nicht tut, Dumbledore!�, fauchte Fudge und sein Gesicht hatte nun einen Magentaton, auf den Onkel Vernon stolz gewesen w�re.</p><p>�Nat�rlich nicht�, sagte Dumbledore milde. �Ich habe lediglich meine Zuversicht zum Ausdruck gebracht, dass diese Sache nicht im Dunkeln bleiben wird.�</p><p>Er sah hin�ber zu Madam Bones, die ihr Monokel zurechtger�ckt hatte und seinen Blick mit leicht gerunzelter Stirn erwiderte.</p><p>�Ich m�chte alle Anwesenden daran erinnern, dass das Verhalten dieser Dementoren, sollten sie in der Tat keine Gespinste der Phantasie dieses Jungen sein, nicht Gegenstand dieser Anh�rung ist!�, sagte Fudge. �Wir sind hier, um Harry Potters Verst��e gegen den Erlass zur Vernunftgem��en Beschr�nkung der Zauberei Minderj�hriger zu untersuchen!�</p><p>�V�llig richtig�, sagte Dumbledore, �aber die Anwesenheit von Dementoren in dieser Gasse ist h�chst bedeutsam. Klausel sieben dieses Erlasses stellt fest, dass unter au�ergew�hnlichen Umst�nden Magie in Anwesenheit von Muggeln eingesetzt werden darf, und zu diesen au�ergew�hnlichen Umst�nden geh�ren Situationen, in denen das Leben des Zauberers oder der Hexe selber oder anderer Hexen, Zauberer oder Muggel bedroht ist, die anwesend sind zu dem Zeitpunkt, da -�</p><p>�Klausel sieben ist uns bekannt, ich danke Ihnen vielmals!�, knurrte Fudge.</p><p>�Selbstverst�ndlich�, sagte Dumbledore h�flich. �Dann stimmen wir darin �berein, dass die Verwendung des Patronus-Zaubers durch Harry unter besagten Umst�nden exakt unter die Kategorie au�ergew�hnlicher Umst�nde f�llt, welche die Klausel beschreibt?�</p><p>�Wenn Dementoren anwesend waren, was ich bezweifle.�</p><p>�Sie haben es von einer Augenzeugin geh�rt�, warf Dumbledore ein. �Wenn Sie ihre Glaubw�rdigkeit immer noch anzweifeln, rufen Sie die Zeugin zur�ck, befragen Sie sie erneut. Ich bin sicher, sie h�tte keine Einw�nde.�</p><p>�Ich - das - nicht -�, tobte Fudge und fummelte fahrig in seinen Papieren.</p><p>�Das geht - ich will das heute noch erledigen, Dumbledore!�</p><p>�Aber selbstverst�ndlich w�rden Sie es sich nicht nehmen lassen, eine Zeugin auch mehrmals anzuh�ren, wenn andernfalls ein schwer wiegender Justizirrtum drohen w�rde�, sagte Dumbledore.</p><empty-line/><p>�Schwer wiegender Justizirrtum, dass ich nicht lache!�, rief Fudge mit sich �berschlagender Stimme. �Haben Sie sich jemals die M�he gemacht, all die Ammenm�rchen zu z�hlen, die uns dieser Junge aufgetischt hat, Dumbledore, um seinen eklatanten Missbrauch der Magie au�erhalb der Schule zu vertuschen? Ich nehme an, Sie haben den Schwebezauber vergessen, den er vor drei Jahren benutzt hat -�</p><p>�Das war nicht ich, das war ein Hauself!�, sagte Harry.</p><p>�SEHEN SIE?�, donnerte Fudge und gestikulierte wichtigtuerisch in Harrys Richtung. �Ein Hauself! In einem Muggelhaus! Ich bitte Sie.�</p><p>�Der fragliche Hauself steht gegenw�rtig in Diensten der Hogwarts-Schule�, sagte Dumbledore. �Ich kann ihn augenblicklich herbeordern, damit er aussagt, wenn Sie dies w�nschen.�</p><p>�Ich - nein - ich habe keine Zeit, mir Hauselfen anzuh�ren! Jedenfalls ist das nicht das Einzige - er hat seine Tante aufgeblasen, um Himmels willen!�, rief Fudge, schlug mit der Faust auf die Richterbank und warf dabei ein Tintenfass um.</p><p>�Und Sie waren nach diesem Zwischenfall so freundlich, keine Anklage zu erheben, weil Sie, wie ich annehme, verstanden, dass selbst die besten Zauberer ihre Gef�hle nicht immer unter Kontrolle halten k�nnen�, sagte Dumbledore ruhig, w�hrend Fudge versuchte die Tinte von seinen Papieren zu wischen.</p><p>�Und ich habe noch nicht mal erw�hnt, was er alles in der Schule treibt.�</p><p>�Aber da nun einmal das Ministerium nicht die Befugnis hat, Hogwarts-Sch�ler f�r ihr Fehlverhalten in der Schule zu bestrafen, spielt Harrys Verhalten dort f�r diese Anh�rung keine Rolle�, sagte Dumbledore unvermindert h�flich, doch nun mit einem k�hlen Unterton in seinen Worten.</p><p>�Oho!�, machte Fudge. �Nicht unsere Angelegenheit, was er in der Schule treibt, ja? Glauben Sie?�</p><p>�Das Ministerium hat nicht die Macht, Sch�ler von Hogwarts zu verweisen, Cornelius, woran ich Sie am Abend des zweiten August erinnert habe�, sagte Dumbledore. �Es hat auch nicht das Recht, Zauberst�be zu beschlagnahmen, ehe die Vorw�rfe eindeutig bewiesen wurden; auch daran habe ich Sie am Abend des zweiten August erinnert. In Ihrer bewundernswerten Eile, daf�r Sorge zu tragen, dass dem Gesetz entsprochen wird, scheinen Sie, gewiss unabsichtlich, selber einige Gesetze �bersehen zu haben.�</p><p>�Gesetze lassen sich �ndern�, sagte Fudge bissig.</p><p>�Nat�rlich�, sagte Dumbledore und neigte den Kopf. �Und Sie scheinen beachtlich viele �nderungen vorzunehmen, Cornelius. Warum ist es in den wenigen kurzen Wochen, seit ich aufgefordert wurde, den Zaubergamot zu verlassen, bereits g�ngige Praxis geworden, ein umfassendes Straftribunal abzuhalten wegen eines schlichten Falles von Minderj�hrigenzauberei!�</p><p>Manche der Zauberer �ber ihnen rutschten unangenehm ber�hrt auf ihren Pl�tzen umher. Fudges Gesicht nahm eine noch dunklere Rotschattierung an. Die kr�tenartige Hexe zu seiner Rechten jedoch sah nur mit v�llig ausdrucksloser Miene zu Dumbledore hinab.</p><p>�Nach meiner Kenntnis�, fuhr Dumbledore fort, �gibt es bis heute noch kein Gesetz, das besagt, es sei die Aufgabe dieses Gerichts, Harry f�r jedes bisschen Magie zu bestrafen, das er je ausge�bt hat. Er wurde eines bestimmten Vergehens angeklagt und hat seine Verteidigung vorgetragen. Alles, was er und ich jetzt tun k�nnen, ist Ihr Urteil abzuwarten.�</p><p>Dumbledore legte erneut die Fingerkuppen aneinander und schwieg. Fudge funkelte ihn an, offensichtlich zornentbrannt. Harry warf Dumbledore von der Seite einen Blick zu, in der Hoffnung, ein wenig best�rkt zu werden. Er war sich keineswegs sicher, dass es ein guter Schritt von Dumbledore war, dem Zaubergamot praktisch nichts anderes zu sagen, als dass es nun an der Zeit war, eine Entscheidung zu treffen. Dumbledore schien jedoch Harrys Versuch, Blickkontakt mit ihm aufzunehmen, erneut nicht zu bemerken. Er sah unentwegt zu den B�nken hoch, wo alle Zaubergamots sich inzwischen eindringlich fl�sternd berieten.</p><p>Harry blickte auf seine F��e. Sein Herz, das auf unnat�rliche Gr��e angeschwollen schien, pochte laut unter seinen Rippen. Er hatte erwartet, dass die Anh�rung l�nger dauern w�rde. Es schien ihm sehr zweifelhaft, dass er einen guten Eindruck gemacht hatte. Eigentlich hatte er gar nicht viel gesagt. Er h�tte die Sache mit den Dementoren ausf�hrlicher erkl�ren sollen, wie er gest�rzt war, wie sie ihn und Dudley fast gek�sst h�tten ...</p><p>Zweimal blickte er hoch zu Fudge und �ffnete den Mund, um zu sprechen, aber sein geschwollenes Herz dr�ckte ihm nun die Luftr�hre zu und beide Male atmete er nur tief ein und senkte den Blick wieder auf die Schuhe.</p><p>Dann verstummte das Fl�stern. Harry wollte hochblicken zu den Richtern, stellte aber fest, dass es im Grunde sehr viel leichter war, weiterhin seine Schn�rsenkel zu begutachten.</p><p>�Wer ist daf�r, den Beschuldigten in allen Anklagepunkten freizusprechen?�, dr�hnte Madam Bones' Stimme.</p><p>Harrys Kopf zuckte hoch. Da waren H�nde in der H�he, viele H�nde ... mehr als die H�lfte! Rasch atmend versuchte er zu z�hlen, doch bevor er es geschafft hatte, fragte Madam Bones: �Und wer ist f�r eine Verurteilung?�</p><empty-line/><p>Fudge hob die Hand; ein halbes Dutzend andere folgten ihm, darunter die Hexe zu seiner Rechten, der Zauberer mit dem m�chtigen Schnurrbart und die Hexe mit den Kr�uselhaaren in der zweiten Reihe.</p><p>Fudge warf Blicke in die Runde mit einer Miene, als steckte ihm etwas Dickes im Hals, dann lie� er die Hand sinken. Er atmete zweimal durch und sagte mit einer Stimme, die von unterdr�ckter Wut verzerrt war: �Nun denn, nun denn ... in allen Punkten freigesprochen.�</p><p>�Vortrefflich�, sagte Dumbledore munter, sprang auf, zog seinen Zauberstab und lie� die beiden Chintz-Lehnst�hle verschwinden. �Nun, ich muss mich sputen. Einen guten Tag Ihnen allen.�</p><p>Und ohne Harry auch nur einmal anzusehen, rauschte er aus dem Kerker.</p><empty-line/></section><section><title><p>Mrs. Weasleys Wehklage</p></title><p>Dumbledores abruptes Verschwinden kam f�r Harry v�llig �berraschend. Er blieb in dem Kettenstuhl sitzen und k�mpfte mit Gef�hlen von Schock und Erleichterung. Die Zaubergamots erhoben sich nun, unterhielten sich, sammelten ihre Papiere ein und packten sie weg. Harry stand auf. Niemand schien im Mindesten auf ihn zu achten, au�er der kr�tenartigen Hexe zu Fudges Rechten, die nun zu ihm statt zu Dumbledore hinabsp�hte. Er beachtete sie nicht weiter und versuchte Fudges oder Madam Bones' Blick zu treffen, weil er sie fragen wollte, ob er nun frei war und gehen durfte. Doch Fudge war offenbar fest entschlossen, keine Notiz von Harry zu nehmen, und Madam Bones war mit ihrer Aktenmappe besch�ftigt, also machte er ein paar z�gernde Schritte in Richtung T�r, und als niemand ihn zur�ckrief, ging er z�gig drauflos.</p><p>Die letzten paar Meter nahm er im Laufschritt. Er riss die T�r auf und w�re fast mit Mr. Weasley zusammengesto�en, der direkt davor stand und blass und besorgt wirkte.</p><p>�Dumbledore hat nicht gesagt -�</p><p>�Freigesprochen�, sagte Harry und zog die T�r hinter sich zu, �in allen Anklagepunkten!�</p><p>Mr. Weasley packte Harry freudestrahlend an den Schultern.</p><p>�Harry, das ist ja wunderbar! Nat�rlich h�tten sie dich nie schuldig sprechen k�nnen, nicht bei dieser Beweislage, und trotzdem kann ich nicht behaupten, dass ich mir keine -�</p><p>Aber Mr. Weasley unterbrach sich, denn die T�r zum Gerichtsraum war soeben wieder aufgegangen. Die Zaubergamots kamen einer nach dem anderen heraus.</p><p>�Beim Barte des Merlin!�, rief Mr. Weasley verbl�fft und zog Harry beiseite, um sie alle vorbeizulassen. �Das gesamte Gericht hat in deiner Sache verhandelt?�</p><p>�Ich glaub schon�, sagte Harry leise.</p><p>Ein, zwei Zauberer nickten Harry im Vorbeigehen zu, und einige, darunter Madam Bones, sagten �Morgen, Arthur� zu Mr. Weasley, doch die meisten wandten ihren Blick ab. Cornelius Fudge und die kr�tenartige Hexe geh�rten zu den Letzten, die den Kerker verlie�en. Fudge tat, als w�ren Mr. Weasley und Harry Luft, doch die Hexe warf Harry im Vor�bergehen abermals einen fast taxierenden Blick zu. Der Letzte, der vorbeiging, war Percy. Wie Fudge ignorierte er Harry und seinen Vater vollkommen; er schritt, eine gro�e Rolle Pergament und eine Hand voll �brig gebliebene Federn an sich gedr�ckt, mit steifem R�cken und gereckter Nase an ihnen vorbei. Die Falten um Mr. Weasleys Mund wurden eine Spur sch�rfer, doch ansonsten lie� er sich nicht anmerken, dass er gerade seinen dritten Sohn gesehen hatte.</p><p>�Ich bring dich gleich wieder zur�ck, damit du den anderen die gute Nachricht �bermitteln kannst�, sagte er und winkte Harry weiter, w�hrend Percys Abs�tze die Treppe zum neunten Stock hoch verschwanden. �Ich setz dich auf dem Weg zu dieser Toilette in Bethnal Green ab. Komm mit ...�</p><p>�Ach, und was m�ssen Sie jetzt wegen dieser Toilette unternehmen?�, fragte Harry grinsend. Alles kam ihm pl�tzlich f�nfmal lustiger vor als sonst.</p><p>Allm�hlich drang es zu ihm durch: Er war freigesprochen, er w�rde nach Hogwarts zur�ckkehren.</p><p>�Oh, das wird ein ziemlich simpler Gegenfluch�, sagte Mr. Weasley, w�hrend sie die Treppen hochstiegen, �aber die Frage ist weniger, wie man den Schaden reparieren kann, sondern eher, welche Haltung hinter diesem Vandalismus steckt, Harry. Muggel zu schikanieren mag manchen Zauberern witzig vorkommen, aber es ist Ausdruck von etwas viel Abgr�ndigerem und B�sartigerem, und ich bin der Meinung -�</p><p>Mr. Weasley brach mitten im Satz ab. Sie hatten eben den Korridor des neunten Stockwerks erreicht, und Cornelius Fudge stand nur ein paar Schritte von ihnen entfernt und unterhielt sich leise mit einem gro�en Mann mit glattem, blondem Haar und einem spitzen, blassen Gesicht.</p><p>Der zweite Mann drehte sich beim Ger�usch ihrer Schritte um. Auch er brach mitten im Gespr�ch ab, und seine kalten grauen Augen verengten sich und fixierten Harrys Gesicht.</p><p>�Sch�n, sch�n, sch�n ... Patronus Potter�, sagte Lucius Malfoy k�hl.</p><p>Harry rang nach Luft, als w�re er gegen eine Mauer gelaufen. Diese kalten grauen Augen hatte er zuletzt durch Schlitze in der Kapuze eines Todessers gesehen, und die Stimme dieses Mannes hatte er zule tzt auf einem dunklen Friedhof h�hnisch lachen geh�rt, w�hrend Lord Voldemort ihn folterte. Harry konnte nicht glauben, dass Lucius Malfoy es wagte, ihm ins Gesicht zu blicken; er konnte nicht glauben, dass er hier war, im Zaubereiministerium, und dass Cornelius Fudge mit ihm sprach, obwohl Harry Fudge doch erst vor einigen Wochen berichtet hatte, dass Malfoy ein Todesser war.</p><p>�Der Minister hat mir soeben von deinem gl�cklichen Entkommen berichtet, Potter�, sagte Mr. Malfoy gedehnt. �Ganz erstaunlich, wie du dich immer wieder aus den schlimmsten Engp�ssen herauswindest ... wie eine Schlange, in der Tat.�</p><p>Mr. Weasley packte Harry warnend an der Schulter.</p><empty-line/><p>�Jaah�, sagte Harry, �ja, ich bin gut im Entkommen.�</p><p>Lucius Malfoy hob die Augen und sah Mr. Weasley an.</p><p>�Und dann auch noch Arthur Weasley! Was tun Sie hier, Arthur?�</p><p>�Ich arbeite hier�, sagte Mr. Weasley knapp.</p><p>�Nicht hier, oder?�, sagte Mr. Malfoy, zog die Augenbrauen hoch und warf einen Blick �ber Mr. Weasleys Schulter zur T�r. �Ich dachte, Sie w�ren oben im zweiten Stock ... Sie besch�ftigen sich doch irgendwie damit, Muggelartefakte nach Hause zu schmuggeln und sie zu verzaubern?�</p><p>�Nein�, fauchte Mr. Weasley und seine Finger gruben sich nun in Harrys Schulter.</p><p>�Was tun Sie eigentlich hier?�, fragte Harry Lucius Malfoy.</p><p>�Ich denke nicht, dass Privatangelegenheiten zwischen mir und dem Minister dich irgendetwas angehen, Potter�, sagte Malfoy und strich seinen Umhang glatt.</p><p>Harry h�rte deutlich ein leises Klimpern, das nach einer Tasche voller Gold klang.</p><p>�Im Ernst, nur weil du Dumbledores Liebling bist, kannst du von uns anderen nicht die gleiche Nachgiebigkeit erwarten ... wollen wir nun nach oben in Ihr B�ro gehen, Minister?�</p><p>�Gewiss�, sagte Fudge und kehrte Harry und Mr. Weasley den R�cken. �Hier lang, Lucius.�</p><p>Sie schritten Seite an Seite davon und sprachen ged�mpft weiter. Mr. Weasley lie� Harrys Schulter erst los, als sie im Lift verschwunden waren.</p><p>�Warum hat er nicht vor Fudges B�ro gewartet, wenn sie doch gesch�ftliche Dinge zu regeln haben?�, platzte Harry w�tend los. �Was hat der hier unten zu suchen?�</p><p>�Wenn du mich fragst, wollte er runter in den Gerichtssaal schleichen�, antwortete Mr. Weasley �u�erst aufgebracht und warf einen Blick �ber die Schulter, als wollte er sich vergewissern, dass niemand mith�rte. �Wollte rausfinden, ob sie dich von der Schule verweisen. Ich hinterlasse eine Nachricht f�r Dumbledore, wenn ich dich absetze, er sollte wissen, dass Malfoy schon wieder mit Fudge geredet hat.�</p><p>�Und was f�r private Gesch�fte machen die eigentlic h miteinander?�</p><p>�Gold, vermute ich�, sagte Mr. Weasley zornig. �Malfoy spendet seit Jahren f�r alles M�gliche ... verschafft ihm Zugang zu den richtigen Leuten ... dann kann er sie um Gef�lligkeiten bitten ... Gesetzesvorhaben verschieben, die ihm nicht passen ... oh, er hat gl�nzende Beziehungen, dieser Lucius Malfoy.�</p><empty-line/><p>Der Fahrstuhl war angekommen; er war leer bis auf einen Schwarm Memos, die um Mr. Weasleys Kopf flatterten, als er den Knopf f�r das Atrium dr�ckte und die T�ren zuschepperten. Er verscheuchte sie nerv�s fuchtelnd.</p><p>�Mr. Weasley�, sagte Harry langsam, �wenn Fudge Todesser wie Malfoy empf�ngt, wenn er sie unter vier Augen trifft, woher wissen wir, dass sie ihn nicht mit dem Imperius-Fluch belegt haben?�</p><p>�Nat�rlich haben wir daran auch schon gedacht, Harry�, sagte Mr. Weasley leise. �Aber Dumbledore meint, dass Fudge gegenw�rtig aus freien St�cken handelt - was im �brigen, wie Dumbledore sagt, auch kein gro�er Trost ist. Am besten reden wir vorerst nicht weiter dar�ber, Harry.�</p><p>Die T�ren glitten auf und sie traten hinaus in das inzwischen nahezu verlassene Atrium. Eric, der Sicherheitszauberer, hatte sich wieder hinter seinem Tagespropheten versteckt. Sie waren eben geradewegs am goldenen Brunnen vorbeigegangen, als Harry etwas einfiel.</p><p>�Warten Sie ...�, sagte er zu Mr. Weasley, zog seinen Geldbeutel aus der Tasche und lief zum Brunnen zur�ck.</p><p>Er blickte hoch in das Gesicht des stattlichen Zauberers, aber aus der N�he kam er Harry eher schwach und d�mmlich vor. Die Hexe hatte ein hohles L�cheln aufgesetzt wie eine Kandidatin bei einem Sch�nheitswettbewerb, und nach dem, was Harry �ber Kobolde und Zentauren wusste, w�rden sie kaum je irgendeinen Menschen derart schleimend anstarren. Nur die kriecherisch dienstbare Haltung des Hauselfen wirkte �berzeugend. Harry grinste bei dem Gedanken, was Hermine wohl sagen w�rde, wenn sie die Statue des Elfen sehen k�nnte; dann st�lpte er seinen Geldbeutel um und warf nicht nur zehn Galleonen, sondern alles, was drin war. ins Becken.</p><p>�Ich hab's gewusst!�, jubelte Ron und stie� die F�uste in die Luft. �Du kommst immer mit allem durch!�</p><p>�Sie mussten dich freisprechen�, sagte Hermine, die am Rande eines Nervenzusammenbruchs zu stehen schien, als Harry die K�che betrat, und sich nun die zittrige Hand �ber die Augen legte, �die hatten nichts gegen dich vorzuweisen, �berhaupt nichts.�</p><p>�Ihr scheint aber trotzdem ziemlich erleichtert, obwohl euch doch klar war, dass ich da rauskommen w�rde�, sagte Harry l�chelnd.</p><p>Mrs. Weasley wischte sich mit ihrer Sch�rze �bers Gesicht, und Fred, George und Ginny begannen eine Art Kriegstanz und sangen: �Er ist frei, er ist frei, er ist frei ...�</p><p>�Das reicht jetzt! Beruhigt euch!�, rief Mr. Weasley, doch auch er l�chelte.</p><empty-line/><p>�H�r mal, Sirius, Lucius Malfoy war im Ministerium -�</p><p>�Was?�, sagte Sirius scharf.</p><p>�Er ist frei, er ist frei, er ist frei ...�</p><p>�Seid doch mal leise, ihr drei! Ja, wir haben ihn im neunten Stock mit Fudge reden sehen, dann gingen sie zusammen hoch in Fudges B�ro. Dumbledore sollte das auch erfahren.�</p><p>�Nat�rlich�, meinte Sirius. �Wir sagen es ihm, mach dir keine Sorgen.�</p><p>�Ich muss mich beeilen, in Bethnal Green wartet eine spuckende Toilette auf mich. Molly, ich komm erst sp�t zur�ck, ich springe ja f�r Tonks ein, aber Kingsley schaut vielleicht zum Abendessen vorbei -�</p><p>�Er ist frei, er ist frei, er ist frei ...�</p><p>�Nun ist es aber gut - Fred - George - Ginny!�, rief Mrs. Weasley, als Mr.</p><p>Weasley aus der K�che ging. �Harry, mein Lieber, komm und setz dich, iss was zu Mittag, du hast doch kaum gefr�hst�ckt.�</p><p>Ron und Hermine setzten sich ihm gegen�ber. Seit Harry am Grimmauldplatz angekommen war, hatte er sie nicht so gl�cklich gesehen, und von neuem stieg das Schwindel erregende Gef�hl der Erleichterung in ihm hoch, das durch seine Begegnung mit Lucius Malfoy einen kleinen D�mpfer erhalten hatte. Das d�stere Haus kam ihm nun schlagartig w�rmer und gastfreundlicher vor; selbst Kreacher, der eben seine Schnauzennase in die K�che streckte, um zu sehen, woher all der L�rm kam, erschien ihm weniger h�sslich.</p><p>�Nat�rlich, sobald Dumbledore an deiner Seite aufgetaucht war, kam es �berhaupt nicht mehr in Frage, dich zu verurteilen�, sagte Ron gl�cklich, w�hrend er gro�e Berge Kartoffelbrei auf ihre Teller h�ufte.</p><p>�Ja, er hat die Sache f�r mich rumgerissen�, best�tigte Harry. Er wusste, es w�rde �u�erst undankbar, wenn nicht gar kindisch klingen, wenn er sagte: �H�tte er doch nur mal mit mir gesprochen. Oder mich wenigstens angesehen.�</p><p>Und bei diesem Gedanken brannte die Narbe auf seiner Stirn so schmerzhaft, dass er sich mit der Hand dagegen schlug.</p><p>�Was ist los?�, fragte Hermine erschrocken.</p><p>�Narbe�, murmelte Harry. �Aber es ist nichts ... passiert jetzt dauernd ...�</p><p>Von den anderen hatte keiner etwas bemerkt; alle taten sich jetzt Essen auf und freuten sich diebisch �ber Harrys knappes Entkommen; Fred, George und Ginny sangen immer noch. Hermine wirkte ziemlich besorgt, doch bevor sie etwas sagen konnte, hatte Ron freudig bemerkt: �Ich wette, Dumbledore taucht heute Abend auf und feiert mit uns.�</p><p>�Ich glaube nicht, dass er Zeit dazu hat, Ron�, warf Mrs. Weasley ein und stellte eine gewaltige Platte mit gebratenen H�hnchen vor Harry auf den Tisch.</p><p>�Er ist im Moment wirklich sehr besch�ftigt.�</p><p>�ER IST FREI, ER IST FREI, ER IST FREI ...�</p><p>�RUHE!�, donnerte Mrs. Weasley.</p><p>W�hrend der n�chsten Tage entging es Harry nicht, dass es jemanden im Haus Grimmauldplatz Nummer zw�lf gab, der nicht ganz so begeistert davon war, dass Harry nach Hogwarts zur�ckkehrte. Sirius hatte, als er die Neuigkeit erfuhr, ziemlich �berzeugend den Gl�cklichen gespielt, Harry die Hand gedr�ckt und gestrahlt wie die anderen auch. Nicht lange jedoch und er war launischer und m�rrischer denn je, redete noch weniger mit allen, selbst mit Harry, und verbrachte immer mehr Zeit im Zimmer seiner Mutter, wo er sich mit Seidenschnabel einschloss.</p><p>�F�hl dich blo� nicht schuldig!�, sagte Hermine streng, nachdem Harry ihr und Ron vorsichtig seine Gef�hle anvertraut hatte, w�hrend sie ein paar Tage sp�ter einen schimmeligen Schrank im dritten Stock ausschrubbten. �Du geh�rst nach Hogwarts und Sirius wei� das. Er ist egoistisch, wenn du mich fragst.�</p><p>�Das ist ein bisschen hart, Hermine�, sagte Ron und versuchte mit finsterer Miene ein St�ck Schimmel abzukratzen, das fest an seinem Finger klebte. �Du w�rdest auch nicht gern ohne Gesellschaft in diesem Haus hier festsitzen.�</p><p>�Aber er hat doch Gesellschaft!�, rief Hermine. �Hier ist das Hauptquartier des Ph�nixordens, oder nicht? Er hat sich nur gro�e Hoffnungen gemacht, dass Harry bald mit ihm hier leben w�rde.�</p><p>�Ich glaub nicht, dass das stimmt�, erwiderte Harry und wrang sein Tuch aus.</p><p>�Er hat mir nicht mal eine klare Antwort gegeben, als ich ihn danach gefragt hab.�</p><p>�Er wollte doch nur seine eigenen Hoffnungen nicht noch weiter hochschrauben�, sagte Hermine altklug. �Und er hat sich wahrscheinlich selber ein wenig schuldig gef�hlt, denn ich glaube, im Grunde hat er ein bisschen gehofft, sie w�rden dich rauswerfen. Dann w�rt ihr beide gemeinsam Versto�ene gewesen.�</p><p>�Jetzt h�r auf zu spinnen!�, sagten Harry und Ron wie aus einem Mund, doch Hermine zuckte nur die Achseln.</p><p>�Wie ihr meint. Aber manchmal denke ich, Rons Mutter hat Recht und Sirius kriegt nicht ganz auf die Reihe, ob du nun du bist oder dein Vater, Harry.�</p><empty-line/><p>�Willst du etwa sagen, er hat sie nicht mehr alle?�, erwiderte Harry aufgebracht.</p><p>�Nein, ich glaube nur, dass er lange Zeit sehr einsam war�, sagte Hermine schlicht.</p><p>In diesem Moment betrat Mrs. Weasley das Schlafzimmer.</p><p>�Immer noch nicht fertig?�, sagte sie und steckte den Kopf in den Schrank.</p><p>�Ich dachte, du kommst, um uns zu sagen, dass wir mal Pause machen sollen�, sagte Ron bitter. �Wei�t du, wie viel Schimmel wir weggemacht haben, seit wir hier sind?�</p><p>�Du wolltest den Orden unbedingt unterst�tzen�, sagte Mrs. Weasley, �das kannst du, indem du dein Teil dazu beitr�gst, dass das Hauptquartier bewohnbar wird.�</p><p>�Ich komm mir vor wie ein Hauself�, grummelte Ron.</p><p>�Aha! Wenn du jetzt begreifst, was f�r ein schreckliches Leben sie f�hren, engagierst du dich vielleicht ein bisschen mehr f�r B.ELFE.R!�, sagte Hermine hoffnungsvoll, als Mrs. Weasley sie wieder allein lie�. �Wei�t du, vielleicht w�re es gar keine so schlechte Idee, den Leuten mal richtig zu zeigen, wie furchtbar es ist, die ganze Zeit zu putzen - wir k�nnten mal einen gesponserten Gro�putz im Gemeinschaftsraum von Gryffindor organisieren, alle Erl�se an B.ELFE.R, das w�rde das Bewusstsein und die Kasse st�rken.�</p><p>�Ich sponser dich, wenn du mit diesem Gebelfer aufh�rst�, murmelte Ron �rgerlich, aber so leise, dass nur Harry ihn h�ren konnte.</p><p>Je n�her das Ende der Ferien r�ckte, desto mehr schwelgte Harry in Tagtr�umen von Hogwarts; er konnte es nicht mehr erwarten, Hagrid wieder zu sehen, Quidditch zu spielen und sogar durch die Gem�sebeete zu den Kr�uterkunde-Gew�chsh�usern zu schlendern; wie herrlich w�rde es sein, endlich aus diesem staubigen, modrigen Haus herauszukommen, wo die H�lfte der Schr�nke immer noch verriegelt war und Kreacher einem aus dunklen Winkeln Beleidigungen hinterherkeuchte. Allerdings erw�hnte Harry in H�rweite von Sirius mit Bedacht kein Wort davon.</p><p>Das Leben im Hauptquartier der Widerstandsbewegung gegen Voldemort war nicht ann�hernd so interessant oder aufregend, wie Harry erwartet hatte, bevor er es kennen gelernt hatte. Mitglieder des Ph�nixordens gingen zwar regelm��ig ein und aus, mal blieben sie zum Essen, mal nur f�r ein paar Minuten, in denen sie sich fl�sternd besprachen, doch Mrs. Weasley sorgte daf�r, dass Harry und den anderen nichts zu Ohren kam (ob lang gezogen oder nicht), und niemand, nicht einmal Sirius, schien der Meinung zu sein, Harry m�sste noch ein wenig mehr erfahren, als er am Abend seiner Ankunft geh�rt hatte.</p><p>Am allerletzten Tag der Ferien wischte Harry gerade Hedwigs Mist vom Schrank, als Ron mit ein paar Umschl�gen in ihr Schlafzimmer kam.</p><p>�Die B�cherlisten sind angekommen�, sagte er und warf Harry, der auf einem Stuhl stand, einen Umschlag zu. �Wird auch Zeit, ich dachte, sie h�tten's vergessen, normalerweise kommen sie viel fr�her ...�</p><p>Harry wischte den letzten Mist in einen M�llbeutel und schleuderte ihn �ber Rons Kopf hinweg in den Papierkorb in der Ecke, der ihn schluckte und laut r�lpste. Dann �ffnete er seinen Brief. Er enthielt zwei Pergamentbl�tter: das eine mit der �blichen Erinnerung, dass das Schuljahr am ersten September begann; auf dem anderen wurde ihm mitgeteilt, welche B�cher er f�r das kommende Jahr ben�tigte.</p><p>�Nur zwei neue�, sagte er und las die Liste. �Lehrbuch der Zauberspr�che, Band 5, von Miranda Habicht, und Theorie magischer Verteidigung von Wilbert Slinkhard.�</p><p>Knall.</p><p>Fred und George apparierten direkt neben Harry. Er hatte sich inzwischen so daran gew�hnt, dass er nicht mal vom Stuhl fiel.</p><p>�Wir haben uns gerade gefragt, wer das Slinkhard-Buch auf die Liste gesetzt hat�, sagte Fred beil�ufig.</p><p>�Das hei�t n�mlich, dass Dumbledore einen neuen Lehrer f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste gefunden hat�, sagte George.</p><p>�Wurde auch Zeit�, sagte Fred.</p><p>�Was soll das hei�en?�, fragte Harry und sprang neben ihnen zu Boden.</p><p>�Naja, vor ein paar Wochen haben wir mit den Langziehohren Mum und Dad abgeh�rt�, erkl�rte ihm Fred, �und was wir so mitgekriegt haben, war, dass Dumbledore echte Probleme hatte, jemanden zu finden, der dieses Jahr den Job machen wollte.�</p><p>�Nicht gerade �berraschend, wenn man bedenkt, was mit den letzten vieren passiert ist�, bemerkte George.</p><p>�Einer rausgeworfen, einer tot, einem wurde das Ged�chtnis gel�scht und einer neun Monate lang in einen Koffer gesperrt�, sagte Harry und z�hlte sie an den Fingern ab. �Ja, ich versteh, was ihr meint.�</p><p>�Was hast du, Ron?�, fragte Fred.</p><p>Ron gab keine Antwort. Harry drehte sich zu ihm um.</p><empty-line/><p>Ron stand reglos da, den Mund leicht ge�ffnet, und starrte auf seinen Brief aus Hogwarts.</p><p>�Was ist los?�, fragte Fred ungeduldig, trat hinter Ron und sp�hte ihm �ber die Schulter auf das Pergament.</p><p>Auch Fred klappte der Mund auf.</p><p>�Vertrauenssch�ler?�, sagte er und starrte ungl�ubig auf den Brief.</p><p>�Vertrauenssch�ler?�</p><p>George st�rzte vor, riss Ron den Umschlag aus der anderen Hand und sch�ttelte ihn aus. Harry sah etwas Scharlachrotes und Goldenes in Georges Hand fallen.</p><p>�Nicht m�glich�, hauchte George.</p><p>�Das ist ein Irrtum�, sagte Fred, schnappte Ron den Brief weg und hielt ihn gegen das Licht, als wollte er das Wasserzeichen pr�fen. �Keiner, der noch alle Tassen im Schrank hat, w�rde Ron zum Vertrauenssch�ler machen.�</p><p>Die Zwillinge wandten gleichzeitig die K�pfe und starrten Harry an.</p><p>�Wir dachten, du h�ttest das schon in der Tasche!�, sagte Fred in einem Ton, der klang, als h�tte Harry sie irgendwie reingelegt.</p><p>�Wir dachten, Dumbledore k�nnte nur dich w�hlen!�, sagte George entr�stet.</p><p>�Wo du das Trimagische gewonnen hast und �berhaupt!�, sagte Fred.</p><p>�Vermutlich haben diese ganzen verr�ckten Geschichten gegen ihn gesprochen�, sagte George zu Fred.</p><p>�Jaah�, sagte Fred langsam. �Ja, du hast zu viel �rger gemacht, Mann. Naja, wenigstens einer von euch wei� seine Priorit�ten zu setzen.�</p><p>Er trat hin�ber zu Harry und klopfte ihm auf die Schulter, gleichzeitig warf er Ron einen vernichtenden Blick zu.</p><p>�Vertrauenssch�ler ... Putzi-Putzi-Ronnie, der Vertrauenssch�ler.�</p><p>�Ooh, Mum wird v�llig durchdrehen�, st�hnte George und streckte Ron das Vertrauenssch�lerabzeichen entgegen, als k�nnte es ihn vergiften.</p><p>Ron, der immer noch kein Wort gesagt hatte, nahm das Abzeichen, musterte es kurz, dann hielt er es Harry hin, als w�rde er wortlos um Best�tigung bitten, dass es echt war. Harry nahm es in die Hand. Auf den Gryffindor-L�wen war ein gro�es �V� gepr�gt. Er hatte an seinem ersten Tag in Hogwarts genau ein solches Abzeichen auf Percys Brust gesehen.</p><p>Die T�r krachte auf. Hermine kam hereingest�rmt, mit ger�teten Wangen und wehendem Haar. In der Hand hielt sie einen Umschlag.</p><p>�Habt ihr - habt ihr -?�</p><p>Sie bemerkte das Abzeichen in Harrys Hand und stie� einen spitzen Schrei aus.</p><p>�Ich wusste es!�, rief sie erregt und wedelte mit ihrem Brief. �Ich auch, Harry, ich auch!�</p><p>�Nein�, entgegnete Harry rasch und dr�ckte Ron das Abzeichen wieder in die Hand. �Nicht ich, Ron ist es.�</p><p>�Es - was?�</p><p>�Ron ist Vertrauenssch�ler, nicht ich�, sagte Harry.</p><p>�Ron ?�, sagte Hermine und die Kinnlade fiel ihr herunter. �Aber ... bist du sicher? Ich meine -�</p><p>Sie err�tete, als Ron ihr mit trotziger Miene das Gesicht zuwandte.</p><p>�In dem Brief steht mein Name�, sagte er.</p><p>�Ich ...�, erwiderte Hermine abgrundtief verwirrt. �Ich ... nun ... irre! Toll, Ron! Das ist wirklich -�</p><p>�Unerwartet.� George nickte.</p><p>�Nein�, sagte Hermine und wurde noch r�ter, �nein, ist es nicht ... Ron hat 'ne Menge ge... er ist wirklich ...�</p><p>Die T�r hinter ihr ging ein wenig weiter auf und Mrs. Weasley kam mit einem Stapel frisch gewaschener Umh�nge r�cklings ins Zimmer.</p><p>�Ginny meint, die B�cherliste ist endlich gekommen�, sagte sie, blickte auf all die Umschl�ge ringsum, trat hin�ber zum Bett und fing an, die Umh�nge auf zwei Stapel zu verteilen. �Wenn ihr sie mir gebt, nehme ich sie heute Nachmittag mit r�ber in die Winkelgasse und besorg euch die B�cher, w�hrend ihr packt. Ron, ich muss dir noch Schlafanz�ge kaufen, die hier sind mindestens zehn Zentimeter zu kurz, nicht zu fassen, wie schnell du w�chst... welche Farbe h�ttest du denn gern?�</p><p>�Kauf ihm doch was Rot-Goldenes, passend zu seinem Abzeichen�, sagte George und feixte.</p><p>�Passend zu was?�, fragte Mrs. Weasley zerstreut, rollte ein Paar kastanienbraune Socken zusammen und legte sie auf Rons Stapel.</p><p>�Seinem Abzeichen�, sagte Fred mit einer Miene, als wolle er das Schlimmste rasch hinter sich bringen. �Seinem h�bschen gl�nzenden neuen Vertrauenssch�lerabzeichen.� Es dauerte einen Moment, bis Freds Worte zu der mit den Schlafanz�gen besch�ftigten Mrs. Weasley durchgedrungen waren.</p><p>�Seinem ... aber ... Ron, du bist doch nicht ...?�</p><p>Ron hielt sein Abzeichen hoch.</p><p>Wie Hermine stie� auch Mrs. Weasley einen spitzen Schrei aus.</p><p>�Ich kann's nicht fassen! Ich glaub es nicht! Oh, Ron, wie wunderbar! Vertrauenssch�ler! Wie alle in der Familie!�</p><p>�Und was sind Fred und ich, Nachbarn von nebenan?�, sagte George beleidigt, aber seine Mutter schob ihn beiseite und schloss ihren j�ngsten Sohn in die Arme.</p><p>�Wenn dein Vater das erf�hrt! Ron, ich bin so stolz auf dich, das sind ja wunderbare Neuigkeiten, am Ende wirst du noch Schulsprecher wie Bill und Percy, das ist der erste Schritt! Oh, dass so etwas passiert, mitten in all den schweren Zeiten! Ich find's einfach toll, oh, Ronnie -�</p><p>Fred und George machten hinter ihrem R�cken laute W�rgeger�usche, doch Mrs. Weasley beachtete sie nicht; die Arme fest um Rons Hals geschlungen, k�sste sie ihm das Gesicht ab, das inzwischen ein leuchtenderes Scharlachrot angenommen hatte als sein Abzeichen.</p><p>�Mum ... nicht... Mum, ist ja schon gut ...�, murmelte er und versuchte sich von ihr zu l�sen.</p><p>Sie lie� von ihm ab. �Nun, was soll es sein?�, sagte sie atemlos. �Percy haben wir eine Eule geschenkt, aber du hast nat�rlich schon eine.�</p><p>�W-was meinst du?�, fragte Ron und sah drein, als w�rde er seinen Ohren nicht trauen.</p><p>�Daf�r musst du doch eine Belohnung kriegen!�, sagte Mrs. Weasley liebevoll. �Wie w�r's mit einer h�bschen neuen Garnitur Festumh�nge?�</p><p>�Wir haben ihm schon was in der Richtung gekauft�, sagte Fred s�uerlich und sah aus, als w�rde er diese Gro�z�gigkeit aufrichtig bedauern.</p><p>�Oder einen neuen Kessel, Charlies alter rostet ja durch, oder eine neue Ratte, du hast doch Kr�tze immer so gemocht -�</p><p>�Mum�, sagte Ron hoffnungsvoll, �kann ich einen neuen Besen haben?�</p><p>Mrs. Weasleys Gesicht fiel ein wenig ein; Besen waren teuer.</p><p>�Keinen wirklich guten!�, f�gte Ron hastig hinzu. �Nur - nur einen neuen - zur Abwechslung mal ...�</p><p>Mrs. Weasley z�gerte, dann l�chelte sie.</p><p>�Nat�rlich ... nun, ich beeil mich besser, wenn ich dir noch einen Besen kaufen soll. Wir sehen uns dann alle sp�ter ... der kleine Ronnie, ein Vertrauenssch�ler! Und vergesst nicht, eure Koffer zu packen ...</p><p>Vertrauenssch�ler ... oh, ich bin ganz hibbelig!�</p><p>Sie gab Ron noch einen Kuss auf die Wange, schniefte laut und wuselte hinaus.</p><p>Fred und George tauschten Blicke.</p><p>�Es macht dir doch nichts aus, wenn wir dich nicht k�ssen, Ron?�, erkundigte sich Fred in gespielt besorgtem Tonfall.</p><p>�Wir k�nnten einen Knicks machen, wenn du magst�, sagte George.</p><p>�Ach, haltet die Klappe�, erwiderte Ron und blickte sie finster an.</p><p>�Und wenn nicht?�, sagte Fred und ein b�ses Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. �Willst du uns Strafarbeiten verpassen?�</p><p>�W�rd ja gern mal sehen, wie er's versucht�, kiekste George.</p><p>�Das k�nnte er, seht euch vor!�, erregte sich Hermine.</p><p>Fred und George prusteten los und Ron murmelte: �Lass gut sein, Hermine.�</p><p>�In Zukunft m�ssen wir aber aufpassen, George�, sagte Fred und tat, als w�rde er zittern, �wenn die beiden hinter uns her sind ...�</p><p>�Ja, sieht so aus, als w�re unsere kriminelle Karriere endlich vorbei�, sagte George kopfsch�ttelnd.</p><p>Und mit einem lauten Knall disapparierten die Zwillinge.</p><p>�Diese beiden!�, sagte Hermine zornig und starrte an die Decke, durch die sie Fred und George jetzt im Zimmer oben dr�hnend lachen h�ren konnten. �Mach dir nichts draus, Ron, die sind nur eifers�chtig!�</p><p>�Das glaub ich nicht�, entgegnete Ron mit zweifelnder Miene und blickte ebenfalls zur Decke. �Die haben immer gesagt, nur Schw�tzer werden Vertrauenssch�ler ... aber immerhin�, f�gte er ein wenig besser gelaunt hinzu,</p><p>�haben sie auch nie einen neuen Besen gekriegt! Wenn ich nur mit Mum gehen und selbst aussuchen k�nnte ... einen Nimbus wird sie sich nie leisten k�nnen, aber es gibt einen neuen Sauberwisch, der war klasse ... ja, ich glaub, ich geh und sag ihr, ich h�tte gern den Sauberwisch, nur damit sie Bescheid wei� ...�</p><p>Er flitzte aus dem Zimmer und lie� Harry und Hermine allein.</p><p>Aus irgendeinem Grund war Harry nicht danach zumute, Hermine anzusehen.</p><p>Er drehte sich zum Bett um, nahm den Stapel sauberer Umh�nge, den Mrs.</p><empty-line/><p>Weasley dort abgelegt hatte, und ging durchs Zimmer zu seinem Koffer.</p><p>�Harry�, sagte Hermine vorsichtig.</p><p>�Toll, Hermine�, sagte Harry, so buttrig, dass es gar nicht nach ihm klang, und immer noch ohne sie anzusehen f�gte er hinzu: �Hervorragend.</p><p>Vertrauenssch�lerin. Gro�artig.�</p><p>�Danke�, sagte Hermine. ��hm - Harry - k�nnte ich mir Hedwig ausleihen, damit ich es Mum und Dad schreiben kann? Die werden sich echt freuen - immerhin, Vertrauenssch�lerin ist etwas, das sie verstehen k�nnen.�</p><p>�Ja klar, kein Problem�, sagte Harry, immer noch mit der buttrigen Stimme, die nicht nach seiner klang. �Nimm sie nur!�</p><p>Er beugte sich �ber seinen Koffer, legte die Umh�nge hinein und tat so, als w�rde er nach etwas st�bern, w�hrend Hermine hin�ber zum Schrank ging und Hedwig herunterrief. Einige Augenblicke vergingen; Harry h�rte die T�r gehen, blieb aber vorn�bergebeugt stehen und lauschte. Alles, was er nun h�ren konnte, waren das leere Bild an der Wand, das erneut kicherte, und der Papierkorb in der Ecke, der den Eulenmist aushustete.</p><p>Er richtete sich auf und blickte sich um. Hermine war gegangen und Hedwig war verschwunden. Harry kehrte langsam zu seinem Bett zur�ck, lie� sich darauf sinken und starrte mit leerem Blick den Fu� des Schrankes an.</p><p>Er hatte v�llig vergessen, dass im f�nften Jahr die Vertrauenssch�ler ausgew�hlt wurden. Er hatte sich zu viele Sorgen dar�ber gemacht, dass er wom�glich von der Schule verwiesen wurde, um einen Gedanken darauf zu verschwenden, dass bereits Abzeichen auf gefl�geltem Weg zu bestimmten Leuten sein mussten. Aber wenn es ihm doch eingefallen w�re ... wenn er nun doch daran gedacht h�tte ... was h�tte er dann erwartet?</p><p>Nicht das, sagte eine leise und ehrliche Stimme in seinem Kopf.</p><p>Harry verzog das Gesicht und vergrub es in den H�nden. Er konnte sich nicht selbst be l�gen; wenn er gewusst h�tte, dass das Vertrauenssch�lerabzeichen unterwegs war, dann h�tte er erwartet, es w�rde zu ihm kommen, nicht zu Ron.</p><p>War er nun genauso hochm�tig wie Draco Malfoy? Hielt er sich f�r allen anderen �berlegen? Glaubte er wirklich, dass er besser war als Ron?</p><p>Nein, sagte die leise Stimme trotzig.</p><p>War das die Wahrheit?, fragte sich Harry und horchte beunruhigt in sich hinein.</p><p>Ich bin besser im Quidditch, sagte die Stimme. Aber sonst bin ich in nichts besser.</p><empty-line/><p>Das stimmte eindeutig, dachte Harry; im Unterricht war er nicht besser als Ron. Aber wie war es sonst? Was war mit all den Abenteuern, die er, Ron und Hermine zusammen erlebt hatten, seit sie in Hogwarts waren, und bei denen sie oft Schlimmeres als den Rauswurf riskiert hatten?</p><p>Jedenfalls waren Ron und Hermine die meiste Zeit mit mir zusammen, sagte die Stimme in Harrys Kopf.</p><p>Allerdings nicht die ganze Zeit, sagte Harry zu sich selbst. Sie haben nicht mit mir gegen Quirrell gek�mpft. Sie haben es nicht mit Riddle und dem Basilisken aufgenommen. Sie haben nicht all die Dementoren verjagt in der Nacht, als Sirius geflohen ist. Sie waren nicht mit mir zusammen auf diesem Friedhof, in der Nacht, als Voldemort zur�ckkam ...</p><p>Und wieder stieg das Gef�hl in ihm hoch, schlecht behandelt zu werden, das ihn schon am Abend seiner Ankunft beschlichen hatte. Ich hab eindeutig mehr geleistet, dachte Harry entr�stet. Ich hab mehr geleistet als die beiden!</p><p>Aber vielleicht, sagte die leise Stimme klar vernehmlich, vielleicht bestimmt Dumbledore jemanden nicht deshalb zum Vertrauenssch�ler, weil er in eine Menge gef�hrliche Situationen geraten ist ... vielleicht trifft er seine Wahl aus anderen Gr�nden ... Ron muss etwas haben, das du nicht ...</p><p>Harry �ffnete die Augen und lugte durch seine Finger auf die Klauenf��e des Schrankes. Ihm ging durch den Kopf, was Fred gesagt hatte: �Keiner, der noch alle Tassen im Schrank hat, w�rde Ron zum Vertrauenssch�ler machen ...�</p><p>Harry lachte kurz auf. Einen Moment sp�ter fand er sich selbst ekelhaft.</p><p>Ron hatte Dumbledore nicht um das Abzeichen gebeten. Ron konnte nichts daf�r. Wollte er, Harry, Rons allerbester Freund, den Beleidigten spielen, nur weil er kein Abzeichen hatte, wollte er sich wie die Zwillinge �ber Ron lustig machen, ihm alles verderben, nun, da Ron ihm zum ersten Mal etwas voraushatte?</p><p>In diesem Moment h�rte er wieder Rons Schritte auf der Treppe. Er stand auf, r�ckte seine Brille zurecht und setzte ein Grinsen auf, als Ron durch die T�r st�rmte.</p><p>�Hab sie grade noch erwischt�, sagte er freudestrahlend. �Sie will den Sauberwisch besorgen, wenn's geht.�</p><p>�Cool�, sagte Harry und h�rte erleichtert, dass seine Stimme nicht mehr so buttrig klang. �H�r mal - Ron - toll, Mann.�</p><p>Das L�cheln schwand aus Rons Gesicht.</p><p>�Ich h�tte nie gedacht, dass er mich nimmt!�, sagte er kopfsch�ttelnd. �Ich dachte, du wirst es!�</p><empty-line/><p>�N�, ich hab zu viel �rger gemacht�, wiederholte Harry, was schon Fred gesagt hatte.</p><p>�Jaah�, sagte Ron, �ja, wahrscheinlich ... also, vielleicht sollten wir jetzt unsere Koffer packen, was?�</p><p>Es war merkw�rdig, wie sich ihre Habseligkeiten seit ihrer Ankunft in alle Himmelsrichtungen verstreut hatten. Sie brauchten fast den gesamten Nachmittag, um ihre B�cher und Sachen im ganzen Haus zusammenzusuchen und sie wieder in ihren Schulkoffern zu verstauen. Harry fiel auf, dass Ron sein Vertrauenssch�lerabzeichen st�ndig mit sich herumtrug. Erst hatte er es aufs Nachttischchen gelegt, dann steckte er es in die Tasche seiner Jeans, schlie�lich holte er es wieder heraus und legte es auf seine gefalteten Umh�nge, als wolle er pr�fen, wie das Rot auf dem Schwarz wirkte. Erst als Fred und George vorbeischauten und ihm anboten, das Abzeichen mit einem Dauerklebefluch an seine Stirn zu heften, wickelte er es liebevoll in einen seiner kastanienbraunen Socken und schloss es in den Koffer.</p><p>Gegen sechs kam Mrs. Weasley aus der Winkelgasse zur�ck, beladen mit B�chern und einem l�nglichen, in dickes Packpapier gewickelten Paket, das Ron ihr mit einem sehnsuchtsvollen St�hnen abnahm.</p><p>�Du brauchst es jetzt gar nicht erst auszupacken, die anderen kommen gleich zum Abendessen, ich will euch sofort unten sehen�, sagte sie, doch kaum war sie au�er Sicht, riss Ron in wilder Hektik das Paket auf und musterte mit verz�ckter Miene jeden Zentimeter seines neuen Besens.</p><p>Unten im Keller hatte Mrs. Weasley ein scharlachrotes Spruchband �ber den schwer beladenen Tisch gespannt, auf dem stand:</p><p>HERZLICHEN GL�CKWUNSCH</p><p>DEN NEUEN VERTRAUENSSCH�LERN</p><p>RON UND HERMINE</p><p>Harry hatte Mrs. Weasley w�hrend der ganzen Ferien nicht in so guter Stimmung gesehen.</p><p>�Heute gibt's kein Abendessen am Tisch, hab ich mir gedacht, sondern eine kleine Party�, verk�ndete sie Harry, Ron, Hermine, Fred, George und Ginny, als sie in die K�che kamen. �Dein Vater und Bill sind unterwegs, Ron. Ich hab ihnen Eulen geschickt und sie sind einfach hin und weg�, f�gte sie strahlend hinzu.</p><p>Fred verdrehte die Augen.</p><p>Sirius, Lupin, Tonks und Kingsley Shacklebolt waren schon da, und gerade als Harry sich ein Butterbier eingeschenkt hatte, stapfte Mad-Eye Moody herein.</p><empty-line/><p>�Oh, Alastor, ich bin froh, dass du hier bist�, empfing ihn Mrs. Weasley fr�hlich, w�hrend Mad-Eye seinen Reisemantel ablegte. �Wir wollten dich schon ewig um einen Gefallen bitten - k�nntest du einen Blick in das Schreibpult im Salon werfen und uns sagen, was dort drinsteckt? Wir wollten es nicht �ffnen, falls es etwas wirklich B�sartiges ist.�</p><p>�Kein Problem, Molly ...�</p><p>Moodys strahlend blaues Auge schwenkte nach oben und starrte unverwandt durch die K�chendecke.</p><p>�Salon ...�, knurrte er und die Pupille verengte sich. �Schreibpult in der Ecke? Ja, ich seh's ... jaah, ist ein Irrwicht ... soll ich hochgehen und ihn erledigen, Molly?�</p><p>�Nein, nein, das mach ich sp�ter dann selbst�, strahlte Mrs. Weasley, �du trinkst jetzt erst mal was. Wir haben �brigens eine kleine Feier ...� Sie deutete auf das scharlachrote Spruchband. �Der vierte Vertrauenssch�ler in der Familie!�, sagte sie liebevoll und zerzauste Ron die Haare.</p><p>�Vertrauenssch�ler, he?�, knurrte Moody, richtete das normale Auge auf Ron und schwenkte das magische Auge, so dass es seitlich in seinen Kopf hineinstarrte. Harry hatte das �u�erst unangenehme Gef�hl, es w�rde ihn ansehen, und verzog sich zu Sirius und Lupin.</p><p>�Nun, Gl�ckwunsch�, sagte Moody und sah Ron weiterhin mit dem normalen Auge an. �Autorit�tspersonen ziehen st�ndig �rger an, aber ich vermute, Dumbledore glaubt, dass du den meisten schweren Fl�chen widerstehen kannst, sonst h�tte er dich nicht ernannt ...�</p><p>Ron schien recht verdutzt �ber diese Sicht der Dinge, konnte sich jedoch eine Antwort ersparen, da in diesem Moment sein Vater und sein �ltester Bruder hereinkamen. Mrs. Weasley war so gut gelaunt, dass sie sich nicht einmal dar�ber beschwerte, dass sie Mundungus mitgebracht hatten. Er trug einen langen Mantel, der an den merkw�rdigsten Stellen f�rchterlich ausgebeult wirkte, und lehnte das Angebot ab, ihn auszuziehen und zu Moodys Reisemantel zu h�ngen.</p><p>�Nun, ich denke, ein Toast w�re angebracht�, sagte Mr. Weasley, als sie mit Getr�nken versorgt waren. Er hob seinen Kelch. �Auf Ron und Hermine, die neuen Vertrauenssch�ler von Gryffindor!�</p><p>Ron und Hermine strahlten, w�hrend alle auf ihr Wohl tranken und dann applaudierten.</p><p>�Ich war nie Vertrauenssch�lerin�, h�rte Harry Tonks gut gelaunt hinter sich sagen, als alle zum Tisch gingen, um sich Essen aufzutun. Ihr Haar war heute tomatenrot und h�ftlang; sie h�tte Ginnys �ltere Schwester sein k�nnen. �Meine Hauslehrerin meinte, mir w�rden gewisse notwendige Eigenschaften fehlen.�</p><p>�Wie zum Beispiel?�, fragte Ginny und nahm sich eine Backkartoffel.</p><p>�Wie die F�higkeit, mich zu benehmen�, sagte Tonks.</p><p>Ginny lachte; Hermine sah aus, als w�sste sie nicht, ob sie l�cheln sollte oder nicht, und beschied sich damit, einen besonders gro�en Schluck Butterbier zu nehmen, an dem sie sich verschluckte.</p><p>�Und was ist mit dir, Sirius?�, fragte Ginny, w�hrend sie Hermine auf den R�cken klopfte.</p><p>Sirius, der neben Harry stand, lie� sein bellendes Lachen h�ren.</p><p>�Keiner h�tte mich zum Vertrauenssch�ler gemacht, ich hab zu viele Strafstunden mit James abgesessen. Lupin war damals der brave Junge, er hat das Abzeichen gekriegt.�</p><p>�Dumbledore hat anscheinend gehofft, ich k�nnte meine besten Freunde ein wenig b�ndigen�, sagte Lupin. �Ich muss wohl kaum sagen, dass ich j�mmerlich gescheitert bin.�</p><p>Harrys Laune besserte sich schlagartig. Sein Vater war auch kein Vertrauenssch�ler gewesen. Auf einmal erschien ihm das Fest viel vergn�glicher; er lud sich seinen Teller voll und freute sich doppelt �ber alle Leute, die da waren.</p><p>Ron schw�rmte jedem, der es h�ren wollte, von seinem neuen Besen vor. �... von null auf siebzig in zehn Sekunden, nicht schlecht, was? Wenn man bedenkt, dass es der Komet Zwei-Neunzig laut Besentest nur von null auf sechzig bringt, und zwar mit ordentlichem R�ckenwind ...�</p><p>Hermine legte Lupin sehr ernsthaft ihre Ansichten �ber Elfenrechte dar.</p><p>�Das ist doch der gleiche Unsinn wie die Ausgrenzung der Werw�lfe, oder? Das kommt alles von dieser schrecklichen Neigung der Zauberer zu denken, dass sie anderen Gesch�pfen �berlegen sind ...�</p><p>Mrs. Weasley und Bill hatten ihre �bliche Auseinandersetzung �ber Bills Haare. �... da musst du jetzt unbedingt was machen, wo du doch eigentlich so gut aussiehst, k�rzer w�rde dir viel besser stehen, nicht wahr, Harry?�</p><p>�Oh - wei� nicht -�, sagte Harry, gelinde erschrocken, dass seine Meinung gefragt war; er stahl sich davon, hin�ber zu Fred und George, die in einer Ecke die K�pfe mit Mundungus zusammengesteckt hatten.</p><p>Mundungus verstummte, als er Harry sah, aber Fred zwinkerte Harry zu und winkte ihn heran.</p><p>�Schon in Ordnung�, erkl�rte er Mundungus, �Harry k�nnen wir vertrauen, er ist unser Finanzier.�</p><p>�Schau mal, was Dung uns mitgebracht hat�, sagte George und streckte Harry die Hand entgegen. Sie war, wie es aussah, voll schrumpliger schwarzer Schoten.</p><p>Ein leises Rasseln ging von ihnen aus, obwohl sie sich �berhaupt nicht bewegten.</p><p>�Giftige Tentakelsamen�, sagte George. �Die brauchen wir f�r unsere Nasch-und-Schw�nz-Leckereien, aber sie sind Nichtverk�ufliche Substanzen der Klasse C, also hatten wir 'ne Menge Schwierigkeiten, sie zu kriegen.�</p><p>�Wie sieht's aus, Dung, zehn Galleonen f�r alle?�, sagte Fred.</p><p>�Beim ganzen �rger, den ich gehabt hab, bis ich die beisammenhatte?�, erwiderte Mundungus und seine triefenden, blutunterlaufenen Augen wurden noch gr��er. �Tut mir Leid, Jungs, zwanzig, und keinen Knut weniger.�</p><p>�Dung macht gern Witze�, sagte Fred zu Harry gewandt.</p><p>�Ja, sein bester bisher waren sechs Sickel f�r einen Sack Knarlkiele�, sagte George.</p><p>�Vorsicht�, warnte sie Harry leise.</p><p>�Was denn?�, meinte Fred. �Mum ist doch nur noch am Gurren wegen Ron, unserem Vertrauenssch�ler, mach dir keine Sorgen.�</p><p>�Aber Moody k�nnte sein Auge auf euch werfen�, erkl�rte Harry.</p><p>Mundungus blickte nerv�s �ber die Schulter.</p><p>�Da hat er v�llig Recht�, grunzte er. �Na sch�n, Jungs, 'nen Zehner, aber macht mal hinne.�</p><p>�Danke, Harry!�, sagte Fred entz�ckt, als Mundungus seine Taschen in die ausgestreckten H�nde der Zwillinge geleert hatte und dann eilends in Richtung B�ffet verschwunden war. �Die bringen wir am besten gleich nach oben ...�</p><p>Harry sah ihnen mit leisem Unbehagen nach. Ihm war mit einem Mal eingefallen, dass Mr. und Mrs. Weasley sich fragen w�rden, wie Fred und George ihren Scherzartikelladen finanzierten, wenn sie, was unvermeidlich war, eines Tages davon erfuhren. Er hatte den Zwillingen damals seinen Gewinn aus dem Trimagischen Turnier ohne gro� nachzudenken geschenkt, aber was, wenn das zu einem neuen Familienkrach f�hrte und zu einer Entfremdung wie schon bei Percy? W�rde Mrs. Weasley Harry immer noch als eine Art Sohn betrachten, wenn sie herausfand, dass er es Fred und George erm�glicht hatte, eine Laufbahn einzuschlagen, die sie f�r v�llig unpassend hielt?</p><p>Er stand da, wo die Zwillinge ihn verlassen hatten, nur mit einem dr�ckenden Schuldgef�hl in der Magengrube, als er seinen Namen h�rte. Kingsley Shacklebolts tiefe Stimme war auch durch das allgemeine Geschnatter hindurch zu verstehen.</p><p>�... warum hat Dumbledore nicht Potter zum Vertrauenssch�ler gemacht?�, fragte Kingsley.</p><p>�Er wird seine Gr�nde gehabt haben�, antwortete Lupin.</p><p>�Aber damit h�tte er ihm sein Vertrauen bewiesen. Ich an seiner Stelle jedenfalls h�tte es getan�, beharrte Kingsley, �gerade weil sich der Tagesprophet alle paar Tage �ber ihn hermacht ...�</p><p>Harry wandte sich nicht um, er wollte nicht, dass Lupin oder Kingsley merkten, dass er zugeh�rt hatte. Obwohl er kein bisschen hungrig war, folgte er Mundungus zur�ck an den Tisch. Seine Freude an dem Fest war so rasch verflogen, wie sie gekommen war; am liebsten w�re er oben in seinem Bett gewesen.</p><p>Mad-Eye Moody beschn�ffelte mit den Resten seiner Nase ein H�hnerbein; offensichtlich konnte er keine Spuren von Gift entdecken, denn schon riss er mit den Z�hnen eine Str�hne Fleisch ab.</p><p>�... der Stiel ist aus spanischer Eiche mit Anti-Fluch-Lackierung und eingebauter Vibrationskontrolle -�, erkl�rte Ron gerade Tonks.</p><p>Mrs. Weasley g�hnte herzhaft.</p><p>�Ach, ich glaub, diesen Irrwicht erledige ich noch, bevor ich ins Bett gehe ...</p><p>Arthur, ich will nicht, dass diese Rasselbande zu lange aufbleibt, ja? Gute Nacht, Harry, mein Lieber.�</p><p>Sie verlie� die K�che. Harry stellte seinen Teller ab und �berlegte, ob er ihr folgen konnte, ohne Aufsehen zu erregen.</p><p>�Alles in Ordnung mit dir, Potter?�, brummte Moody.</p><p>�Jaah, alles klar�, log Harry.</p><p>Moody nahm einen Schluck aus seinem Flachmann, w�hrend sein strahlend blaues Auge Harry von der Seite her anstarrte.</p><p>�Schau mal, ich hab was, das dich vielleicht interessieren wird�, sagte er.</p><p>Aus einer Innentasche seines Umhangs zog Moody ein sehr zerknittertes altes Zaubererfoto.</p><p>�Original der Orden des Ph�nix�, knurrte Moody. �Hab's gestern Nacht gefunden, als ich nach meinem zweiten Tarnumhang gesucht hab, dieser Podmore hat ja nicht mal den Anstand, mir meinen besten zur�ckzubringen ... dachte, die Leute w�rden es gern sehen.�</p><empty-line/><p>Harry nahm das Foto in die Hand. Eine kleine Gruppe von Menschen schaute zu ihm hoch, manche winkten, andere hoben ihre Gl�ser.</p><p>�Das bin ich�, sagte Moody und deutete �berfl�ssigerweise auf sich selbst.</p><p>Der Moody im Bild war nicht zu verwechseln, auch wenn sein Haar nicht ganz so grau und seine Nase heil war. �Und das neben mir ist Dumbledore, auf der anderen Seite D�dalus Diggel ... das ist Marlene McKinnon, sie wurde zwei Wochen nach dieser Aufnahme umgebracht, die haben ihre ganze Familie ausgel�scht. Das sind Frank und Alice Longbottom -�</p><p>Harrys Magen, ohnehin schon flau, verkrampfte sich, als er Alice Longbottom ansah; er kannte ihr rundes, freundliches Gesicht sehr gut, obwohl er sie nie getroffen hatte, denn ihr Sohn Neville war ihr wie aus dem Gesicht geschnitten.</p><p>�- arme Teufel�, knurrte Moody. �Besser der Tod als das, was mit ihnen geschehen ist ... und das ist Emmeline Vance, du hast sie schon kennen gelernt, und das hier ist nat�rlich Lupin ... Benjy Fenwick, auch ihn hat's erwischt, wir haben nur St�cke von ihm gefunden ... r�ckt mal auf hier�, f�gte er hinzu und stupste gegen das Bild, und die kleinen Leute im Foto r�ckten zur Seite, so dass, wer bisher halb verdeckt gewesen war, nach vorn kommen konnte.</p><p>�Das ist Edgar Bones ... Bruder von Amelia Bones, ihn und seine Familie haben sie auch erwischt, war ein gr o�artiger Zauberer ... Sturgis Podmore, verdammt, sieht der jung aus ... Caradoc Dearborn, sechs Monate sp�ter verschwunden, wir haben seine Leiche nie gefunden ... Hagrid, sieht nat�rlich genauso aus wie immer ... Elphias Doge, den hast du kennen gelernt, hatte ganz vergessen, dass er immer diesen bl�den Hut trug ... Gideon Prewett, f�nf Todesser waren n�tig, ihn und seinen Bruder Fabian zu t�ten, sie haben gek�mpft wie Helden ... weiterr�cken, weiterr�cken ...�</p><p>Die kleinen Leute in dem Foto dr�ngelten und schubsten ein wenig und die bislang ganz hinten Verborgenen erschienen vorn im Bild.</p><p>�Das ist Dumbledores Bruder Aberforth, das einzige Mal, dass ich ihn getroffen hab, merkw�rdiger Kerl ... das ist Dorcas Meadowes, Voldemort hat sie eigenh�ndig umgebracht ... Sirius, als er noch kurze Haare hatte ... und ... da sind sie, ich dachte, das w�rd dich interessieren!�</p><p>Harry blieb das Herz stehen. Seine Mutter und sein Vater strahlten zu ihm hoch. Sie sa�en zu beiden Seiten eines kleinen Mannes mit w�ssrigen Augen, den Harry sofort als Wurmschwanz erkannte, der den Aufenthaltsort seiner Eltern an Voldemort verraten und so ihren Tod mit herbeigef�hrt hatte.</p><p>�Na?�, sagte Moody.</p><p>Harry blickte in Moodys tief vernarbtes und zerfurchtes Gesicht.</p><p>Offensichtlich glaubte Moody, er h�tte Harry soeben eine Art Gefallen getan.</p><empty-line/><p>�Ja�, sagte Harry und versuchte wieder zu grinsen. ��hm ... h�ren Sie, mir ist gerade eingefallen, ich hab meinen Koffer noch nicht ...�</p><p>Es blieb ihm erspart, sich etwas einfallen zu lassen, was er mit dem Koffer noch nicht gemacht hatte. Sirius hatte gerade gesagt: �Was hast du da, Mad-Eye?�, und Moody hatte sich ihm zugewandt. Harry durchquerte die K�che, glitt durch die T�r und die Treppe hoch, bevor ihn noch jemand zur�ckrufen konnte.</p><p>Er wusste nicht, warum es ein solcher Schock gewesen war. Schlie�lich hatte er fr�her schon Bilder seiner Eltern gesehen und er hatte Wurmschwanz getroffen</p><p>... aber sie so pl�tzlich vorgesetzt zu kriegen, wenn er es am wenigsten erwartet h�tte ... dar�ber w�rde sich niemand freuen, dachte er zornig ...</p><p>Und sie dann auch noch von all diesen anderen gl�cklichen Gesichtern umgeben zu sehen ... von Benjy Fenwick, den sie in St�cken gefunden hatten, und Gideon Prewett, der wie ein Held gestorben war, und den Longbottoms, die durch Folter in den Wahnsinn getrieben worden waren ... alle winkten sie f�r immer und ewig aus dem Foto, ohne zu wissen, dass sie dem Tod geweiht waren ... Moody fand das vielleicht interessant ... er, Harry, fand es beunruhigend ...</p><p>Harry ging auf Zehenspitzen die Treppe in der Halle hoch, vorbei an den ausgestopften Elfenk�pfen, froh wieder alleine zu sein, doch als er sich dem ersten Treppenabsatz n�herte, h�rte er Ger�usche. Im Salon schluchzte jemand.</p><p>�Hallo?�, sagte Harry.</p><p>Niemand antwortete, aber das Schluchzen hielt an. Zwei Stufen auf einmal nehmend, eilte er vollends hoch, lief �ber den Treppenabsatz und �ffnete die Salont�r.</p><p>Jemand kauerte an der dunklen Wand, den Zauberstab in der Hand, und schluchzte, dass es den ganzen K�rper sch�ttelte. In einem Flecken Mondlicht, auf dem staubigen alten Teppich ausgestreckt, lag Ron, offensichtlich tot.</p><p>Die Luft schien aus Harrys Lungen zu entweichen; ihm war, als fiele er durch den Fu�boden; sein Gehirn wurde eiskalt - Ron tot, nein, das war nicht m�glich -</p><p>Aber Moment mal, das war nicht m�glich - Ron war unten -</p><p>�Mrs. Weasley?�, kr�chzte Harry.</p><p>�R-r-riddikulus!�, schluchzte Mrs. Weasley und deutete mit ihrem zitternden Zauberstab auf Rons Leiche.</p><p>Knall.</p><p>Rons Leiche verwandelte sich in die Bills, r�cklings und alle viere von sich gestreckt lag er da, die Augen aufgerissen und leer. Mrs. Weasley schluchzte noch heftiger.</p><empty-line/><p>�R-riddikulus!�, schluchzte sie erneut.</p><p>Knall</p><p>An Bills Stelle erschien Mr. Weasley, die Brille schief auf der Nase, ein Rinnsal Blut im Gesicht.</p><p>�Nein!�, st�hnte Mrs. Weasley. �Nein ... riddikulus! Riddikulus!</p><p>RIDDIKULUS!�</p><p>Knall. Die Zwillinge tot. Knall. Percy tot. Knall. Harry tot ...</p><p>�Mrs. Weasley, Sie m�ssen hier raus!�, rief Harry und starrte auf seinen leblosen K�rper am Boden. �Lassen Sie jemand anderen -�</p><p>�Was ist hier los?�</p><p>Lupin war in den Salon gest�rmt, dicht gefolgt von Sirius, und Moody stapfte hinterdrein. Lupin blickte von Mrs. Weasley auf den toten Harry am Boden und schien augenblicklich zu begreifen. Er zog seinen Zauberstab und sagte, sehr laut und deutlich:</p><p>�Riddikulus!�</p><p>Harrys Leiche verschwand. �ber der Stelle, wo sie gelegen hatte, schwebte eine silbrige Kugel. Lupin schwang noch einmal seinen Zauberstab und die Kugel l�ste sich in eine Rauchwolke auf.</p><p>�Oh - oh - oh!�, jammerte Mrs. Weasley, vergrub das Gesicht in den H�nden und brach heftig in Tr�nen aus.</p><p>�Molly�, sagte Lupin mit d�sterer Stimme und trat zu ihr. �Molly, nicht ...�</p><p>Im n�chsten Moment weinte sie sich an Lupins Schulter die Seele aus dem Leib.</p><p>�Molly, das war doch nur ein Irrwicht�, tr�stete er sie und t�tschelte sanft ihren Kopf. �Nur ein dummer Irrwicht ...�</p><p>�Ich seh sie immer - t-t-tot!�, st�hnte Mrs. Weasley an seiner Schulter. �I-i-immer noch! Ich w-w-werd davon tr�umen ...�</p><p>Sirius starrte auf die Stelle des Teppichs, wo der Irrwicht, der sich in Harrys K�rper verwandelt hatte, gelegen hatte. Moody hatte den Blick auf Harry geheftet, der es vermied, ihn anzusehen. Er hatte das komische Gef�hl, dass Moodys magisches Auge ihm die ganze Zeit gefolgt war, seit er die K�che verlassen hatte.</p><p>�S-s-sag blo� nichts zu Arthur�, w�rgte Mrs. Weasley jetzt hervor und wischte sich hektisch mit den �rmeln die Augen. �Ich w-w-will nicht, dass er's erf�hrt ... wie albern ...�</p><p>Lupin reichte ihr ein Taschentuch und sie putzte sich die Nase.</p><p>�Harry, tut mir furchtbar Leid. Was denkst du jetzt blo� von mir?�, sagte sie zittrig. �Nicht mal mit einem Irrwicht wird sie fertig ...�</p><p>�Ach was�, sagte Harry und versuchte zu l�cheln.</p><p>�Ich mach mir nur s-s-solche Sorgen�, sagte sie und wie der quollen ihr Tr�nen aus den Augen. �Die halbe F-F-Familie ist im Orden, das war ein W-W-Wunder, wenn wir alle heil da rauskommen w�rden ... und P-P-Percy redet nicht mit uns ... und wenn etwas Sch-Sch-Schreckliches passiert und wir haben uns n-n-nie mit ihm ausges�hnt? Und was passiert, wenn Arthur und ich umkommen, wer w-w-wird sich um Ron und Ginny k�mmern?�</p><p>�Molly, jetzt ist es aber genug�, sagte Lupin entschieden. �Es ist nicht wie beim letzten Mal. Der Orden ist besser vorbereitet, wir sind im Vorteil, wir wissen, was Voldemort plant -�</p><p>Mrs. Weasley lie� bei dem Namen einen kleinen spitzen Angstschrei h�ren.</p><p>�Oh, Molly, nun komm, es wird langsam Zeit, dass du dich daran gew�hnst, diesen Namen zu h�ren - schau, ich kann nicht versprechen, dass keinem etwas geschieht, niemand kann das, aber wir sind viel besser dran als letztes Mal. Du warst damals nicht im Orden, du verstehst das nicht. Das letzte Mal waren uns die Todesser zwanzig zu eins �berlegen und sie haben sich einen nach dem anderen von uns geholt ...�</p><p>Harry dachte wieder an das Foto, an die strahlenden Gesichter seiner Eltern. Er wusste, dass Moody ihn immer noch beobachtete.</p><p>�Mach dir keine Sorgen wegen Percy�, warf Sirius unvermittelt ein. �Er wird schon noch zu uns sto�en. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Voldemort offen auftritt; sobald er das tut, wird uns das ganze Ministerium um Verzeihung bitten.</p><p>Und ich bin nicht sicher, ob ich ihre Entschuldigung annehme�, f�gte er bitter hinzu.</p><p>�Und was Ron und Ginny angeht, falls du und Arthur sterben solltet�, sagte Lupin mit einem leisen L�cheln, �was glaubst du, was wir tun w�rden - sie verhungern lassen?�</p><p>Mrs. Weasley l�chelte zittrig.</p><p>�War albern von mir�, murmelte sie noch einmal und wischte sich die Augen.</p><p>Aber Harry, als er etwa zehn Minuten sp�ter die Schlafzimmert�r hinter sich schloss, hielt Mrs. Weasley nicht f�r albern. Noch immer sah er seine Eltern aus dem zerknitterten alten Foto zu ihm aufstrahlen. Sie wussten nicht, dass ihr Leben, wie das so vieler anderer in ihrem Umkreis, dem Ende zuging. Das Bild des Irrwichts, der nacheinander die Totengestalt aller Weasleys angenommen hatte, tauchte immer wieder vor ihm auf.</p><p>Ohne Vorwarnung sp�rte er erneut einen scharfen Schmerz in seiner Stirnnarbe und sein Magen verkrampfte sich f�rchterlic h.</p><p>�Schluss damit�, sagte er entschieden und rieb sich die Narbe, w�hrend der Schmerz nachlie�.</p><p>�Das erste Zeichen des Wahnsinns, mit dem eigenen Kopf reden�, sagte eine hinterlistige Stimme aus dem leeren Bild an der Wand.</p><p>Harry beachtete sie nicht. Er f�hlte sich so alt wie noch nie im Leben und es kam ihm �u�erst merkw�rdig vor, dass er sich kaum eine Stunde zuvor noch Gedanken wegen eines Scherzartikelladens und wegen eines Vertrauenssch�lerabzeichens gemacht hatte.</p><empty-line/></section><section><title><p>Luna Lovegood</p></title><p>Harry hatte eine unruhige Nacht. Seine Eltern flochten sich durch seine Tr�ume, ohne ein Wort zu sprechen; Mrs. Weasley stand schluchzend �ber Kreachers Leiche gebeugt, Ron und Hermine, die Kronen trugen, beobachteten sie, und abermals sah sich Harry einen Korridor entlanggehen, der vor einer verschlossenen T�r endete. Er fuhr aus dem Schlaf hoch, seine Narbe ziepte und er erblickte Ron vor sich, der bereits angezogen war und mit ihm sprach.</p><p>�... beeil dich lieber, Mum tickt v�llig aus, sie sagt, wir verpassen den Zug ...�</p><p>Im Haus herrschte Aufruhr. Aus dem, was Harry mitbekam, w�hrend er sich in Windeseile anzog, reimte er sich zusammen, dass Fred und George, um sich die M�he des Schleppens zu ersparen, ihre Koffer behext hatten, treppab zu fliegen.</p><p>Dabei waren sie gegen Ginny geknallt, die zwei Treppen tief in die Halle gest�rzt war; Mrs. Black und Mrs. Weasley schrien beide aus Leibeskr�ften.</p><p>�- H�TTE SICH SCHWER VERLETZEN K�NNEN, IHR DUMMK�PFE -�</p><p>�- SCHMUTZIGE HALBBL�TER, BESUDELN DAS HAUS MEINER V�TER -�</p><p>Harry zog gerade seine Turnschuhe an, als Hermine in heller Aufregung hereingest�rmt kam. Auf ihrer Schulter schwankte Hedwig und in den Armen trug sie einen sich str�ubenden Krummbein.</p><p>�Hedwig ist gerade eben von Mum und Dad zur�ckgekommen.� Die Eule flatterte folgsam hin�ber zu ihrem K�fig und lie� sich darauf nieder. �Bist du schon fertig?�</p><p>�Fast. Wie geht's Ginny?�, fragte Harry und setzte sich die Brille auf.</p><p>�Mrs. Weasley hat sie zusammengeflickt�, sagte Hermine. �Aber jetzt besteht Mad-Eye darauf, dass wir nicht rausk�nnen, solange Sturgis Podmore nicht da ist, sonst hat die Leibgarde einen Mann zu wenig.�</p><p>�Leibgarde?�, sagte Harry. �M�ssen wir mit Begleitschutz nach King's Cross?�</p><p>�Du musst mit Begleitschutz nach King's Cross�, korrigierte ihn Hermine.</p><p>�Wieso?�, fragte Harry �rgerlich. �Ich dachte, Voldemort h�lt sich bedeckt, oder willst du mir erz�hlen, dass er demn�chst hinter einer M�lltonne hervorspringt und mich allemachen will?�</p><p>�Keine Ahnung, Mad-Eye sagt das�, erwiderte Hermine zerstreut und sah auf ihre Uhr, �aber wenn wir nicht bald aufbrechen, verpassen wir den Zug garantiert ...�</p><p>�KOMMT IHR ALLE JETZT BITTE SOFORT RUNTER!�, br�llte Mrs. Weasley und Hermine schreckte hoch wie von der Tarantel gestochen und hastete aus dem Zimmer. Harry packte Hedwig, stopfte sie ohne viel Federlesen in den K�fig, schleifte den Koffer hinter sich her und folgte Hermine nach unten.</p><p>Mrs. Blacks Portr�t kreischte zornig, aber niemand machte sich die M�he, die Vorh�nge vor ihrer Nase zu schlie�en; all der L�rm in der Halle w�rde sie ohnehin wieder in Rage bringen.</p><p>�Harry, du gehst mit mir und Tonks�, rief Mrs. Weasley - �ber die</p><p>�SCHLAMMBL�TER! ABSCHAUM! GOSSEN-KINDER!�-Rufe hinweg -,</p><p>�lass Koffer und Eule da, Alastor k�mmert sich um das Gep�ck ... oh, um Himmels willen, Sirius, Dumbledore hat nein gesagt!�</p><p>Ein b�renartiger schwarzer Hund war an Harrys Seite aufgetaucht und stieg �ber die diversen in der Halle umherstehenden Koffer hinweg, um zu Mrs.</p><p>Weasley zu gelangen.</p><p>�Also ehrlich ...�, sagte Mrs. Weasley entnervt. �Na gut, auf deine Verantwortung ...�</p><p>Sie zog die Haust�r auf und trat hinaus ins weiche Licht der Septembersonne.</p><p>Harry und der Hund folgten ihr. Die T�r schlug hinter ihnen zu und im selben Moment waren Mrs. Blacks Schreie nicht mehr zu h�ren.</p><p>�Wo ist Tonks?�, fragte Harry und blickte sich um, w�hrend sie die Steinstufen vor Nummer zw�lf hinuntergingen, die verschwanden, sobald sie den Gehweg betreten hatten.</p><p>�Sie wartet gleich dort dr�ben auf uns�, sagte Mrs. Weasley steif und wandte den Blick von dem schwarzen Hund ab, der neben Harry hert�nzelte.</p><p>An der Stra�enecke wurden sie von einer alten Frau begr��t. Sie hatte dicht gelocktes graues Haar und trug einen lila Hut, der aussah wie eine Fleischpastete.</p><p>�So 'ne �berraschung, Harry�, sagte sie augenzwinkernd. �Wir sollten uns beeilen, nicht wahr, Molly?�, f�gte sie mit einem Blick auf ihre Uhr hinzu.</p><p>�Ich wei�, ich wei߫, st�hnte Mrs. Weasley und schritt noch entschiedener aus, �aber Mad-Eye wollte auf Sturgis warten ... wenn Arthur uns doch nur wieder Autos aus dem Ministerium besorgt h�tte ... aber Fudge will ihn heutzutage nicht mal mehr ein leeres Tintenfass ausleihen lassen ... wie ertragen die Muggel blo� das Reisen ohne Zauberei ...�</p><p>Doch der gro�e schwarze Hund bellte freudig auf, sprang um sie herum, schnappte nach Tauben und jagte seinen eigenen Schwanz. Harry musste lachen.</p><p>Sirius hatte sehr lange im Haus festgesessen. Mrs. Weasley sch�rzte die Lippen fast so wie Tante Petunia.</p><p>Sie brauchten zwanzig Minuten zu Fu� bis King's Cross, und bis dahin geschah nichts Bedeutenderes, als dass Sirius, um Harry zu belustigen, ein paar Katzen erschreckte. Sobald sie im Bahnhof waren, stellten sie sich l�ssig an die Absperrung zwischen Gleis neun und zehn, bis die Luft rein war, dann lehnten sie sich der Reihe nach dagegen und kippten ohne weiteres auf den Bahnsteig von Gleis neundreiviertel, wo der Hogwarts-Express bereitstand und ru�igen Dampf �ber das dichte Get�mmel abreisender Sch�ler und deren Familien blies. Harry atmete den vertrauten Geruch ein und sp�rte, wie seine Lebensgeister erwachten</p><p>... er kehrte tats�chlich zur�ck ...</p><p>�Hoffentlich schaffen es die anderen noch rechtzeitig�, sagte Mrs. Weasley besorgt und sp�hte hinter sich zu dem schmiedeeisernen Bogen, der sich �ber den Bahnsteig w�lbte und unter dem die Neuank�mmlinge erschienen.</p><p>�H�bscher Hund, Harry!�, rief ein gro�er Junge mit Rastalocken.</p><p>�Danke, Lee�, sagte Harry grinsend und Sirius wedelte wild mit dem Schwanz.</p><p>�Oh, gut�, sagte Mrs. Weasley erleichtert, �da ist Alastor mit dem Gep�ck, schau ...�</p><p>Moody, mit einer tief �ber seine so verschiedenen Augen gezogenen Gep�cktr�germ�tze, kam unter dem Bogen hindurchgehumpelt und schob eine Karre mit ihren Koffern vor sich her.</p><p>�Alles in Ordnung�, murmelte er Mrs. Weasley und Tonks zu, �glaub nicht, dass wir verfolgt wurden ...�</p><p>Sekunden sp�ter erschien Mr. Weasley mit Ron und Hermine auf dem Bahnsteig. Sie hatten Moodys Gep�ckkarre schon fast entladen, als Fred, George und Ginny mit Lupin auftauchten.</p><p>�Kein �rger?�, knurrte Moody.</p><p>�Nichts�, sagte Lupin.</p><p>�Die Sache mit Sturgis melde ich trotzdem an Dumbledore�, sagte Moody.</p><p>�Das ist schon das zweite Mal, dass er eine Woche lang nicht auftaucht. Wird allm�hlich so unzuverl�ssig wie Mundungus.�</p><p>�Also, passt auf euch auf�, sagte Lupin und sch�ttelte ihnen reihum die H�nde. Zuletzt gab er Harry einen Klaps auf die Schulter. �Du auch, Harry. Sei vorsichtig.�</p><empty-line/><p>�Ja, den Kopf in Deckung und die Augen offen halten�, sagte Moody und sch�ttelte Harry ebenfalls die Hand. �Und vergesst nicht, das gilt f�r alle - seid vorsichtig, was ihr schreibt. Wenn ihr euch einer Sache nicht sicher seid, schreibt lieber nichts davon in einem Brief.�</p><p>�War gro�artig, euch alle kennen zu lernen�, sagte Tonks und umarmte Hermine und Ginny. �Ich denke, wir sehen uns bald.�</p><p>Ein Warnpfiff ert�nte, und wer noch auf dem Bahnsteig war, stieg nun eilends in den Zug.</p><p>�Jetzt aber los!�, sagte Mrs. Weasley zerstreut und umarmte sie alle aufs Geratewohl, wobei sie Harry gleich doppelt erwischte. �Schreibt uns ... seid brav ... wenn ihr was vergessen habt, schicken wir es nach ... jetzt aber rein in den Zug, schnell ...�</p><p>Einen kurzen Moment lang stellte sich der gro�e schwarze Hund auf die Hinterl�ufe und legte die Vorderpfoten auf Harrys Schultern, aber Mrs. Weasley schob Harry weiter zur Waggont�r und zischte: �Um Himmels willen, benimm dich mal ein bisschen mehr wie ein Hund, Sirius!�</p><p>�Bis dann!�, rief Harry aus dem offenen Fenster, als der Zug anfuhr, und neben ihm winkten Ron, Hermine und Ginny. Die Umrisse von Tonks, Lupin, Moody und Mr. und Mrs. Weasley wurden rasch kleiner, aber der schwarze Hund sprang neben ihnen am Fenster her und wedelte mit dem Schwanz; verschwommene Gestalten auf dem Bahnsteig beobachteten lachend, wie er dem Zug nachjagte, dann ging es in eine Kurve und Sirius war verschwunden.</p><p>�Er h�tte nicht mitkommen sollen�, sagte Hermine besorgt.</p><p>�Ach, mach dir keine Gedanken�, erwiderte Ron, �der arme Kerl hat doch seit Monaten kein Tageslicht mehr gesehen.�</p><p>�Nun�, sagte Fred und klatschte in die H�nde, �wir k�nnen hier nicht den ganzen Tag rumstehen und quatschen, wir haben mit Lee gesch�ftliche Dinge zu besprechen. Bis sp�ter dann.� Und er und George verschwanden nach rechts den Gang entlang.</p><p>Der Zug beschleunigte noch immer, die H�user vor dem Fenster flitzten vorbei und sie gerieten ins Schwanken.</p><p>�Wollen wir uns nicht ein Abteil suchen?�, fragte Harry.</p><p>Ron und Hermine tauschten Blicke.</p><p>��hm�, sagte Ron.</p><p>�Wir - ja - Ron und ich m�ssen ins Vertrauenssch�lerabteil�, sagte Hermine verlegen.</p><empty-line/><p>Ron mied Harrys Blick; er schien sich brennend f�r die Fin gern�gel seiner linken Hand zu interessieren.</p><p>�Oh�, sagte Harry. �Gut. Na sch�n.�</p><p>�Ich glaub nicht, dass wir die ganze Fahrt �ber dort bleiben m�ssen�, f�gte Hermine rasch hinzu. �In unseren Briefen steht, dass wir nur Anweisungen von den beiden Schulsprechern entgegennehmen und dann von Zeit zu Zeit einen Streifzug durch die G�nge machen m�ssen.�</p><p>�Na sch�n�, wiederholte Harry. �Nun, wir - wir sehen uns dann sp�ter, vielleicht.�</p><p>�Ja, bestimmt�, sagte Ron und warf Harry fl�chtig einen besorgten Blick zu.</p><p>�Stinkt mir, dass ich da hinmuss, ich w�rd lieber - aber wir m�ssen - also, mir gef�llt's nicht, ich bin ja nicht Percy�, schloss er trotzig.</p><p>�Wei� ich doch�, sagte Harry und grinste. Doch als Hermine und Ron ihre Koffer mitsamt Krummbein und Pigwidgeon im K�fig in Richtung Lok davonschleiften, f�hlte sich Harry merkw�rdig verlassen. Noch nie war er ohne Ron im Hogwarts-Express gereist.</p><p>�Komm schon�, mahnte ihn Ginny, �wenn wir uns beeilen, k�nnen wir ihnen Pl�tze freihalten.�</p><p>�Stimmt�, sagte Harry und nahm Hedwigs K�fig in die eine und den Koffergriff in die andere Hand. Sie k�mpften sich durch die G�nge und sp�hten im Vorbeigehen durch die Glast�ren in die bereits voll besetzten Abteile. Harry fiel auf, dass viele seine Blicke h�chst interessiert erwiderten und manche ihre Nachbarn anstie�en und auf ihn deuteten. Nachdem ihm das bei f�nf Abteilen in Folge passiert war, erinnerte er sich wieder, dass der Tagesprophet seinen Lesern den ganzen Sommer �ber berichtet hatte, was f�r ein l�gnerischer Angeber er war.</p><p>Er fragte sich betr�bt, ob die Leute, die jetzt guckten und fl�sterten, diese Geschichten glaubten.</p><p>Im allerletzten Waggon trafen sie Neville Longbottom, er war wie Harry jetzt im f�nften Gryffindor-Jahr. Sein rundes Gesicht gl�nzte von der Anstrengung, den Koffer hinter sich herzuschleifen und gleichzeitig mit einer Hand seine widerspenstige Kr�te Trevor festzuhalten.</p><p>�Hi, Harry�, keuchte er. �Hi, Ginny ... alles voll hier ... ich find keinen Platz ...�</p><p>�Was soll der Unsinn?�, sagte Ginny, die sich an Neville vorbeigequetscht hatte und in das Abteil hinter ihm sp�hte. �Hier ist Platz, da sitzt nur Loony Lovegood drin -�</p><p>Neville nuschelte etwas von wegen, er wolle niemanden st�ren.</p><empty-line/><p>�Stell dich nicht so an�, sagte Ginny und lachte, �sie ist in Ordnung.�</p><p>Sie schob die T�r auf und zog ihren Koffer hinein. Harry und Neville folgten.</p><p>�Hi, Luna�, sagte Ginny, �ist es okay f�r dich, wenn wir uns hier reinsetzen?�</p><p>Das M�dchen am Fenster blickte auf. Sie hatte zotteliges, h�ftlanges, schmutzig blondes Haar, sehr helle Augenbrauen und Glubschaugen, die ihr einen Ausdruck permanenten Erstaunens verliehen. Harry wusste sofort, warum Neville an diesem Abteil lieber vorbeigegangen war. Eine Aura von au�erordentlicher Spleenigkeit umgab dieses M�dchen. Vielleicht war es die Tatsache, dass sie ihren Zauberstab zur sicheren Aufbewahrung hinter ihr linkes Ohr geklemmt hatte oder dass sie ein Halsband aus Butterbierkorken trug oder dass sie ihr Magazin verkehrt hemm las. Ihr Blick wanderte �ber Neville und blieb an Harry kleben.</p><p>Sie nickte.</p><p>�Danke�, sagte Ginny und l�chelte sie an.</p><p>Harry und Neville verstauten die drei Koffer und Hedwigs K�fig im Gep�ckregal und setzten sich. Luna beobachtete sie �ber ihr umgedrehtes Magazin hinweg, das Der Klitterer hie�. Sie schien nicht so oft blinzeln zu m�ssen wie gew�hnliche Menschen. Unabl�ssig starrte sie Harry an, der sich auf den Platz ihr gegen�ber gesetzt hatte und es jetzt bereute.</p><p>�Einen sch�nen Sommer verbracht, Luna?�, fragte Ginny.</p><p>�Ja�, sagte Luna vertr�umt, ohne die Augen von Harry abzuwenden. �Ja, war eigentlich ganz sch�n. Du bist Harry Potter�, f�gte sie hinzu.</p><p>�Das wei� ich�, sagte Harry.</p><p>Neville gluckste. Nun wandte Luna ihre blassen Augen ihm zu. �Und ich wei� nicht, wer du bist.�</p><p>�Ich bin niemand�, sagte Neville hastig.</p><p>�Nein, bist du nicht�, sagte Ginny scharf. �Neville Longbottom - Luna Lovegood. Luna ist in meinem Jahrgang, aber in Ravenclaw.�</p><p>�Witzigkeit im �berma� ist des Menschen gr��ter Schatz�, sagte Luna mit Singsangstimme.</p><p>Sie hob ihr umgedrehtes Magazin so hoch, dass es ihr Gesicht verbarg, und verfiel in Schweigen. Harry und Neville sahen sich mit hochgezogenen Brauen an. Ginny verkniff sich ein Kichern.</p><p>Der Zug ratterte dahin und trug sie schnell hinaus ins offene Land. Es war ein merkw�rdig unbest�ndiger Tag; mal war das Abteil sonnendurchflutet und im n�chsten Moment schon fuhren sie unter bedrohlich grauen Wolken dahin.</p><empty-line/><p>�Rat mal, was ich zum Geburtstag bekommen hab�, sagte Neville.</p><p>�Noch ein Erinnermich?�, sagte Harry und dachte an die murmelartige Kugel, die Nevilles Gro�mutter ihm geschickt hatte in der Hoffnung, damit sein miserables Ged�chtnis aufzubessern.</p><p>�Nein�, sagte Neville. �K�nnt allerdings eins gebrauchen, mein altes hab ich schon vor 'ner Ewigkeit verloren ... nein, schau mal ...�</p><p>W�hrend er Trevor mit der einen Hand festhielt, steckte er die andere in seine Schultasche, st�berte ein wenig darin und brachte etwas zum Vorschein, das wie ein kleiner grauer Kaktus in einem Topf aussah, nur dass er nicht mit Stacheln, sondern offenbar mit Furunkeln �berzogen war.</p><p>�Mimbulus mimbeltonia�, sagte er stolz.</p><p>Harry starrte das Ding an. Es pulsierte leicht, was ihm das ziemlich grausige Aussehen eines kranken inneren Organs verlieh.</p><p>�Der ist echt total selten�, sagte Neville und strahlte. �Ich wei� nicht mal, ob sie in Hogwarts einen davon im Gew�chshaus haben. Den muss ich unbedingt Professor Sprout zeigen. Mein Gro�onkel Algie hat ihn f�r mich aus Assyrien mitgebracht. Mal sehen, ob ich Ableger davon z�chten kann.�</p><p>Harry wusste, dass Kr�uterkunde Nevilles Lieblingsfach war, aber er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, was Neville mit dieser k�mmerlichen kleinen Pflanze anfangen wollte.</p><p>�Tut der - �hm - irgendwas?�, fragte er.</p><p>�'ne ganze Menge!�, rief Neville stolz. �Er hat einen irren Verteidigungsmechanismus. Hier, halt mal Trevor ...�</p><p>Er lie� die Kr�te in Harrys Scho� plumpsen und holte eine Schreibfeder aus seiner Schultasche. Luna Lovegoods hervorquellende Augen erschienen wieder �ber dem Rand ihres auf dem Kopf stehenden Magazins, um zu sehen, was Neville anstellte. Neville, die Zunge zwischen den Z�hnen, hob den Mimbulus mimbeltonia auf Augenh�he, w�hlte einen Punkt und versetzte dem Gew�chs mit der Federspitze einen kr�ftigen Stich.</p><p>Aus allen Furunkeln der Pflanze spritzte eine Fl�ssigkeit -dicke, stinkende dunkelgr�ne Strahlen. Sie trafen die Decke, die Fenster und spritzten �ber Luna Lovegoods Magazin; Ginny, die gerade noch rechtzeitig die Arme vors Gesicht gerissen hatte, sah nur aus, als h�tte sie einen gr�nen Schleimhut auf. Harry jedoch, dessen H�nde vollauf damit besch�ftigt waren, Trevor an der Flucht zu hindern, bekam eine volle Ladung ins Gesicht. Das Zeug roch nach ranziger Jauche.</p><empty-line/><p>Neville, dessen Gesicht und Oberk�rper ebenfalls v�llig nass waren, sch�ttelte den Kopf, um das Gr�bste aus den Augen zu kriegen.</p><p>�'tschulligung�, keuchte er. �Das hab ich noch nie ausprobiert ... wusste gar nicht, dass es doch so ... aber macht euch keine Sorgen, Stinksaft ist nicht giftig�, f�gte er fahrig hinzu, als Harry einen Mund voll zu Boden spuckte.</p><p>Genau in diesem Moment wurde die T�r ihres Abteils aufgeschoben.</p><p>�Oh ... hallo, Harry�, sagte eine nerv�se Stimme. ��hm ... st�r ich gerade?�</p><p>Harry wischte mit der trevorfreien Hand seine Brillengl�ser ab. Ein sehr h�bsches M�dchen mit langen, gl�nzend schwarzen Haaren stand in der T�r und l�chelte ihn an: Cho Chang, die Sucherin der Quidditch-Mannschaft von Ravenclaw.</p><p>�Oh ... hi�, sagte Harry tonlos.</p><p>��hm ...�, sagte Cho. �Naja ... ich wollt nur mal kurz hallo sagen ... also dann tsch�ss.�</p><p>Sie war ziemlich rosa im Gesicht, als sie die T�r schloss und davonging. Harry sackte st�hnend auf seinen Platz zur�ck. Wenn Cho ihn doch nur zusammen mit ein paar sehr coolen Leuten gesehen h�tte, die sich kugelten vor Lachen �ber einen Witz, den er gerade erz�hlt hatte. Stattdessen sa� er hier mit Neville und Loony Lovegood, hielt eine Kr�te umkrallt und triefte vor Stinksaft.</p><p>�Macht nichts�, sagte Ginny munter. �Schaut mal, das kriegen wir ganz einfach wieder weg.� Sie zog ihren Zauberstab. �Ratzeputz!�</p><p>Der Stinksaft verschwand.</p><p>�'tschulligung�, sagte Neville zum wiederholten Mal mit kleinlauter Stimme.</p><p>Ron und Hermine lie�en sich fast eine Stunde lang nicht blicken und inzwischen war der Imbisswagen schon da gewesen. Harry, Ginny und Neville hatten ihre K�rbiskuchen aufgegessen und tauschten nun eifrig Schokofroschkarten, als die Abteilt�r aufglitt und die beiden hereinkamen, begleitet von Krummbein und einem schrill in seinem K�fig schreienden Pigwidgeon.</p><p>�Ich verhungre noch!�, sagte Ron, verstaute Pigwidgeon neben Hedwig, schnappte sich einen Schokofrosch von Harry und lie� sich auf den Sitz neben ihm fallen. Er riss die Verpackung auf, biss dem Frosch den Kopf ab und lehnte sich mit geschlossenen Augen zur�ck, als h�tte er einen sehr anstrengenden Morgen hinter sich.</p><p>�Also, in jedem Haus gibt es zwei Vertrauenssch�ler aus der f�nften Klasse�, sagte Hermine, offenbar gr�ndlich schlecht gelaunt, und setzte sich auf ihren Platz. �Jeweils ein Junge und ein M�dchen.�</p><p>�Und ratet mal, wer der Vertrauenssch�ler in Slytherin ist�, sagte Ron, ohne die Augen zu �ffnen.</p><p>�Malfoy�, antwortete Harry sofort, er war sich gewiss, dass seine schlimmste Bef�rchtung best�tigt w�rde.</p><p>�Klar�, sagte Ron bitter, stopfte sich den Rest seines Frosches in den Mund und nahm sich noch einen.</p><p>�Und diese bl�de Kuh Pansy Parkinson�, sagte Hermine b�se. �Wie die Vertrauenssch�lerin geworden ist, obwohl sie d�mmer ist als ein Troll mit Gehirntrauma ...�</p><p>�Und wer ist es in Hufflepuff?�, fragte Harry.</p><p>�Ernie Macmillan und Hannah Abbott�, sagte Ron mit vollem Mund.</p><p>�Und in Ravenclaw Anthony Goldstein und Padma Patil�, sagte Hermine.</p><p>�Du bist doch mit Padma Patil zum Weihnachtsball gegangen�, sagte eine undeutliche Stimme.</p><p>Alle wandten sich Luna Lovegood zu, die �ber den Klitterer hinweg mit starrem Blick Ron ansah. Er schluckte seinen Schokofrosch hinunter.</p><p>�Ja, wei� ich wohl�, sagte er, offensichtlich ein wenig �berrascht.</p><p>�Ihr hat's nicht besonders gefallen�, unterrichtete ihn Luna. �Sie findet, du hast sie nicht sonderlich gut behandelt, weil du doch nicht mit ihr tanzen wolltest.</p><p>Ich glaub, mir h�tte das nichts ausgemacht�, f�gte sie nachdenklich hinzu, �ich steh nicht so auf Tanzen.�</p><p>Sie zog sich wieder hinter ihren Klitterer zur�ck. Ron starrte einige Sekunden lang mit offenem Mund das Titelblatt an, dann wandte er sich Ginny zu, als k�nne sie ihm das irgendwie erkl�ren, doch sie hatte sich eine Faust in den Mund gesteckt und biss sich auf die Kn�chel, um ihr Kichern zu unterdr�cken. Ron sch�ttelte nachdenklich den Kopf und blickte auf seine Uhr.</p><p>�Wir sollen hin und wieder durch die G�nge laufen�, erkl�rte er Harry und Neville, �und wir k�nnen Strafen erteilen, wenn sich Leute schlecht benehmen.</p><p>Ich bin schon scharf drauf, Crabbe und Goyle wegen irgendwas dranzukriegen ...�</p><p>�Du sollst deine Position nicht missbrauchen, Ron!�, sagte Hermine scharf.</p><p>�Ja, klar, Malfoy macht das ja auch nicht�, erwiderte Ron sarkastisch.</p><p>�Also willst du dich auf seine Ebene herablassen?�</p><p>�Nein, ich will nur sicherstellen, dass ich seine Kumpels drankriege, bevor er meine kriegt.�</p><p>�Um Himmels willen, Ron -�</p><p>�Ich lass Goyle Strafarbeiten schreiben, das macht ihn fertig, Schreiben hasst er n�mlich�, sagte Ron launig. Er verzog das Gesicht, als w�rde er sich unter Qualen konzentrieren, grunzte mit tiefer Stimme wie Goyle und schrieb mit der Hand in die Luft. �Ich ... darf... nicht ... aussehen ... wie ... ein ... Pavianpopo.�</p><p>Alle lachten, am heftigsten aber Luna Lovegood. Sie stie� einen Juchzer aus, dass Hedwig aufwachte und entr�stet mit den Fl�geln schlug und Krummbein fauchend auf die Gep�ckablage sprang. Luna lachte so heftig, dass ihr das Heft aus der Hand und �ber die Beine zu Boden rutschte.</p><p>�Das war lustig!�</p><p>Ihre hervortretenden Augen schwammen in Tr�nen, sie schnappte nach Luft und starrte Ron an. V�llig perplex wandte Ron sic h den anderen zu, und die lachten nun �ber seinen Gesichtsausdruck und �ber das l�cherlich lange Gel�chter von Luna Lovegood, die vor und zur�ck wippte und sich die Seiten hielt.</p><p>�Willst du mich verulken?�, sagte Ron und sah sie �rgerlich an.</p><p>�Pavian...popo!�, keuchte sie und presste die H�nde gegen die Rippen.</p><p>Alle sahen Luna beim Lachen zu, aber Harry, der einen Blick auf das Heft am Boden geworfen hatte, fiel pl�tzlich etwas auf und er b�ckte sich flugs danach.</p><p>Verkehrt herum gehalten war es schwierig gewesen, auszumachen, wen das Bild auf der Titelseite darstellen sollte, doch jetzt sah Harry, dass es sich um eine ziemlich schlechte Karikatur von Cornelius Fudge handelte. Harry erkannte ihn nur dank des limonengr�nen Bowlers. Fudge umklammerte mit der einen Hand einen Sack Gold, mit der anderen w�rgte er einen Kobold. Der Text zu der Karikatur lautete: Wie weit wird Fudge gehen, um sich Gringotts zu sichern?</p><p>Darunter standen die Themen von weiteren Artikeln im Magazin aufgelistet.</p><p>Korruption in der Quidditch-Liga:</p><p>Wie die Tornados die Kontrolle �bernehmen</p><p>Geheimnisse uralter Runen enth�llt</p><p>Sirius Black: Schurke oder Opfer?</p><p>�Kann ich da mal reinschauen?�, fragte Harry gespannt.</p><p>Luna, die immer noch Ron anstarrte und japste vor Lachen, nickte.</p><p>Harry schlug das Heft auf und �berflog das Inhaltsverzeichnis. Bis zu diesem Moment hatte er das Magazin, das Kingsley Mr. Weasley f�r Sirius mitgegeben hatte, v�llig vergessen, doch es musste diese Ausgabe des Klitterers gewesen sein.</p><empty-line/><p>Er schlug die Seite mit dem Artike l auf und fing aufgeregt an zu lesen.</p><p>Auch dieser Text war mit einer ziemlich schlechten Karikatur bebildert; tats�chlich w�re Harry nicht darauf gekommen, dass sie Sirius darstellen sollte, wenn es nicht dabeigestanden h�tte. Sirius stand mit gez�cktem Zauberstab auf einem Haufen menschlicher Knochen. Die �berschrift des Artikels lautete: SIRIUS BLACK -</p><p>SO SCHWARZ, WIE ER GEMALT WIRD? Ber�chtigter Massenm�rder oder unschuldiges Sangeswunder?</p><p>Diesen ersten Satz musste Harry mehrmals lesen, bis er sicher war, dass er ihn nicht missverstanden hatte. Seit wann war Sirius ein Sangeswunder?</p><p>Seit vierzehn Jahren gilt Sirius Black als verantwortlich f�r den Massenmord an zw�lf unschuldigen Muggeln und einem Zauberer. Blacks waghalsige Flucht aus Askaban vor zwei Jahren l�ste die gr��te Fahndung aus, die das Zaubereiministerium je in die Wege geleitet hat. Niemand von uns hat jemals in Zweifel gestellt, dass er wieder gefangen genommen und den Dementoren ausgeh�ndigt werden muss. ABER HAT ER DAS VERDIENT?</p><p>In j�ngster Zeit kamen sensationelle neue Hinweise ans Licht, wonach Sirius Black die Verbrechen, f�r die er nach Askaban geschickt wurde, vielleicht gar nicht begangen hat. Tats�chlich, so behauptet Doris Purkiss aus Little Norton, B�renklauweg achtzehn, war Black damals wom�glich �berhaupt nicht am Tatort.</p><p>�Die Leute wissen ja gar nicht, dass Sirius Black ein falscher Name ist�, sagt Mrs. Purkiss. �Der Mann, den sie f�r Sirius Black halten, ist in Wahrheit Stubby Boardman, Lead-S�nger der beliebten Gesangsgruppe The Hobgoblins, der sich aus dem �ffentlichen Leben zur�ckzog, nachdem ihn vor fast f�nfzehn Jahren bei einem Konzert im Gemeindehaus von Little Norton eine R�be am Ohr getroffen hatte. Ich hab ihn sofort erkannt, als ich sein Bild in der Zeitung sah. Nun kann aber Stubby unm�glich diese Verbrechen begangen haben, weil er an dem fraglichen Tag zuf�llig ein romantisches Candlelight-Dinner mit mir genossen hat. Ich habe an das Zaubereiministerium geschrieben und erwarte nun jeden Tag, dass es sich bei Stubby alias Sirius umfassend entschuldigt.�</p><p>Harry hatte zu Ende gelesen und starrte ungl�ubig auf die Seite. Vielleicht ist es ein Witz, dachte er, vielleicht druckt das Magazin ja regelm��ig Enten. Er bl�tterte ein paar Seiten zur�ck und fand den Artikel �ber Fudge.</p><p>Zaubereiminister Cornelius Fudge bestritt bei seiner Wahl vor f�nf Jahren, dass er irgendwelche Pl�ne zur �bernahme der Zaubererbank Gringotts habe.</p><p>Fudge hat immer betont, er wolle mit den W�chtern unseres Goldes nichts weiter als �friedlich zusammenarbeiten�. ABER STIMMT DAS?</p><p>Dem Minister nahe stehende Quellen enth�llten k�rzlich, dass Fudge vor Ehrgeiz brennt, die Goldvorr�te der Kobolde unter seine Kontrolle zu bringen, und dass er nicht z�gern wird, wenn n�tig auch Gewalt anzuwenden.</p><p>�Das w�re �brigens nicht das erste Mal�, sagte ein Kenner des Ministeriums.</p><p>�Cornelius �Kobold-Killer� Fudge, so nennen ihn seine Freunde. Wenn Sie ihn h�ren k�nnten in Momenten, da er sich sicher glaubt, oh, andauernd redet er von den Kobolden, die er beseitigt hat; er lie� sie ertr�nken, von Geb�uden st�rzen, vergiften und zu Pasteten verarbeiten ...�</p><p>Harry h�rte auf zu lesen. Fudge mochte viele Fehler haben, aber Harry fiel es �u�erst schwer, sich vorzustellen, er k�nnte befohlen haben, Kobolde zu Pasteten zu verarbeiten. Er bl�tterte den Rest des Magazins durch. Alle paar Seiten innehaltend, las er: eine Anschuldigung, dass die Tutshill Tornados in der Quidditch-Liga durch eine Mischung aus Erpressung, illegaler Besenmanipulation und Folter den Meistertitel holen w�rden; ein Interview mit einem Zauberer, der behauptete, auf einem Sauberwisch Sechs zum Mond geflogen zu sein, und zum Beweis daf�r einen Sack voll Mondfr�sche mitgebracht hatte; und einen Artikel �ber uralte Runen, der zumindest erkl�rte, warum Luna den Klitterer verkehrt herum gelesen hatte. Dem Magazin zufolge musste man die Runen nur auf den Kopf drehen, dann gaben sie angeblich einen Zauberspruch preis, der die Ohren eines jeden Feindes in Kumquats verwandelte. Tats�chlich war die Behauptung, Sirius k�nnte in Wahrheit der Lead-S�nger der Hobgoblins sein, im Vergleich zu den anderen Artikeln noch durchaus vern�nftig zu nennen.</p><p>�Steht da was Brauchbares drin?�, fragte Ron, als Harry das Heft zuschlug.</p><p>�Nat�rlich nicht�, sagte Hermine ver�chtlich, noch bevor Harry antworten konnte. �Der Klitterer ist totaler Mist, das wei� doch jeder.�</p><p>�Entschuldige mal�, sagte Luna; ihre Stimme hatte pl�tzlich den vertr�umten Ton verloren. �Mein Vater ist der Chefredakteur.�</p><p>�Ich - oh�, stammelte Hermine peinlich ber�hrt. �Nun, da sind ein paar interessante ... ich meine, er ist durchaus ...�</p><p>�Ich m�chte ihn gern zur�ckhaben, danke�, sagte Luna kalt, beugte sich vor und riss Harry das Heft aus der Hand. Sie �berschlug es bis Seite siebenundf�nfzig, drehte es entschlossen erneut auf den Kopf und verschwand dahinter, genau in dem Moment, als sich die Abteilt�r zum dritten Mal �ffnete.</p><p>Harry wandte den Blick zur T�r, er hatte damit gerechnet, aber das machte den Anblick Draco Malfoys, wie er da zwischen seinen Kumpeln Crabbe und Goyle stand und ihn anfeixte, nicht gerade erfreulicher.</p><p>�Was gibt's?�, sagte Harry angriffslustig, noch bevor Malfoy den Mund aufmachen konnte.</p><empty-line/><p>�Benimm dich, Potter, oder ich muss dir eine Strafarbeit verpassen�, sagte Malfoy gen�sslich, der das glatte blonde Haar und das spitze Kinn seines Vaters hatte. �Du siehst, dass ich im Gegensatz zu dir zum Vertrauenssch�ler ernannt wurde, was hei�t, dass ich im Gegensatz zu dir die Befugnis habe, Strafen zu erteilen.�</p><p>�Ja�, sagte Harry, �aber du bist im Gegensatz zu mir ein Mistkerl, also raus hier und lass uns in Ruhe.�</p><p>Ron, Hermine, Ginny und Neville lachten. Malfoys Lippen kr�uselten sich.</p><p>�Sag mal, wie f�hlt man sich, wenn man Zweitbester nach Weasley ist, Potter?�, fragte er.</p><p>�Halt die Klappe, Malfoy�, sagte Hermine scharf.</p><p>�Da scheine ich ja einen Nerv getroffen zu haben�, sagte Malfoy grinsend.</p><p>��brigens, sieh dich vor, Potter, weil ich dir auf den Fersen bleibe wie ein Hund, falls du aus der Reihe tanzen solltest.�</p><p>�Raus hier!�, sagte Hermine und stand auf.</p><p>Malfoy kicherte und versetzte Harry noch einen b�sartigen Blick, dann ging er den Gang entlang davon und Crabbe und Goyle trampelten hinter ihm drein.</p><p>Hermine knallte die Abteilt�r zu und drehte sich zu Harry um. Sofort war ihm klar, dass auch sie gemerkt hatte, was Malfoy gesagt hatte, und dar�ber nicht minder best�rzt war.</p><p>�Lass doch noch mal 'nen Frosch springen�, sagte Ron, der offensichtlich �berhaupt nichts mitbekommen hatte.</p><p>Vor Neville und Luna konnte Harry nicht offen reden. Er tauschte noch einen unruhigen Blick mit Hermine und starrte dann aus dem Fenster.</p><p>Dass Sirius mit ihm zum Bahnhof gekommen war, hatte er f�r einen kleinen Spa� gehalten, doch pl�tzlich kam es ihm leichtsinnig, wenn nicht gar gef�hrlich vor ... Hermine hatte Recht gehabt ... Sirius h�tte ihn nicht begleiten sollen. Wenn nun Mr. Malfoy der schwarze Hund aufgefallen war und er es Draco gesagt hatte?</p><p>Wenn er nun den Schluss gezogen hatte, dass die Weasleys, Lupin, Tonks und Moody wussten, wo Sirius sich versteckt hielt? Oder hatte Malfoy nur rein zuf�llig die Worte �wie ein Hund� gebraucht?</p><p>Es ging immer weiter nach Norden und das Wetter blieb unbest�ndig. Mal benetzte halbherziger Regen die Fenster, dann wiederum hatte die Sonne einen schwachen Auftritt, bis sie erneut von Wolken verdeckt wurde. Als die Dunkelheit hereinbrach und die Lampen in den Abteilen angingen, rollte Luna den Klitterer zusammen, verstaute ihn bed�chtig in ihrer Tasche und beschied sich fortan damit, ihre Mitreisenden anzustarren.</p><empty-line/><p>Harry hatte die Stirn ans Fenster gedr�ckt und versuchte einen ersten Blick auf das ferne Hogwarts zu erhaschen, doch es war eine mondlose Nacht und das Fenster, �ber das sich Regenschlieren zogen, war ru�ig.</p><p>�Wir sollten uns schon mal umziehen�, meinte Hermine schlie�lich.</p><p>Sie und Ron steckten sich gewissenhaft das Vertrauenssch�lerabzeichen an die Brust. Harry bemerkte, wie Ron im schwarzen Fenster sein Spiegelbild pr�fte.</p><p>Endlich verlangsamte der Zug seine Fahrt, und sie h�rten gangauf und gangab den �blichen Tumult losbrechen, als alle �berst�rzt ihr Gep�ck und ihre Tiere zusammensuchten und sich zum Aussteigen bereitmachten.</p><p>Weil Ron und Hermine dies beaufsichtigen sollten, verschwanden sie wieder aus dem Abteil und �berlie�en es Harry und den anderen, sich um Krummbein und Pigwidgeon zu k�mmern.</p><p>�Ich trage diese Eule, wenn du willst�, sagte Luna zu Harry und langte nach Pigwidgeon, w�hrend Neville Trevor vorsichtig in seine Innentasche steckte.</p><p>�Oh - �hm - danke�, sagte Harry, reichte ihr den K�fig und schloss den von Hedwig fester in die Arme.</p><p>Sie dr�ngten sich aus dem Abteil, und als sie sich in die Menge auf dem Gang einreihten, sp�rten sie den ersten Hauch der Nachtluft auf den Gesichtern.</p><p>Langsam ging es voran zu den T�ren. Harry konnte die Kiefern riechen, die den Weg zum See hinunter s�umten. Er trat auf den Bahnsteig, sah sich um und lauschte nach dem vertrauten Ruf: �Erstkl�ssler hier r�ber ... Erstkl�ssler ...�</p><p>Aber er kam nicht. Stattdessen rief eine ganz andere Stimme, eine barsche Frauenstimme: �Erstkl�ssler hierher in eine Reihe, bitte! Alle Erstkl�ssler zu mir!�</p><p>Eine Laterne schwang auf Harry zu, und in ihrem Licht sah er das markante Kinn und den strengen Haarschnitt von Professor Raue-Pritsche, der Hexe, die Hagrid letztes Jahr in Pflege magischer Gesch�pfe f�r eine Weile vertreten hatte.</p><p>�Wo ist Hagrid?�, fragte er laut.</p><p>�Ich wei� nicht�, antwortete Ginny, �aber wir sollten uns mal hier wegbewegen, wir versperren die T�r.�</p><p>�Oh, ja ...�</p><p>Harry und Ginny verloren einander, als sie �ber den Bahnsteig und durch den Bahnhof gingen. Von der Menge hin und her geschubst, sp�hte Harry durch die Dunkelheit nach einem Zeichen von Hagrid; er musste hier sein, Harry hatte fest mit ihm gerechnet - darauf, Hagrid wieder zu sehen, hatte er sich am meisten gefreut. Doch keine Spur von ih m.</p><empty-line/><p>Er kann nicht fort sein, sagte sich Harry, w�hrend er im Strom der Menge langsam durch eine enge T�r und hinaus auf die Stra�e dr�ngte. Er ist blo� erk�ltet oder so ...</p><p>Er hielt Ausschau nach Ron und Hermine, weil er wissen wollte, was sie davon hielten, dass Professor Raue-Pritsche wieder aufgetaucht war, aber von den beiden war nichts zu sehen, und so lie� er sich die dunkle, regennasse Stra�e vor dem Bahnhof von Hogsmeade entlangtreiben.</p><p>Hier standen die rund hundert pferdelosen Kutschen, in denen die Sch�ler ab der zweiten Klasse zum Schloss hochgebracht wurden. Harry warf einen kurzen Blick auf sie, wandte sich ab, um weiter nach Ron und Hermine Ausschau zu halten, stutzte und drehte sich wieder um.</p><p>Die Kutschen waren nicht mehr pferdelos. Zwischen den Deichseln standen Kreaturen. H�tte er ihnen Namen geben m�ssen, dann h�tte er sie wohl Pferde genannt, obwohl sie auch Reptilien �hnelten. Sie waren vollkommen fleischlos, ihre schwarzen Decken klebten an ihren Skeletten, von denen jeder Knochen sichtbar war. Sie hatten drachenartige K�pfe und ihre pupillenlosen Augen waren wei� und blickten starr. Aus den Widerristen ragten Fl�gel - gewaltige schwarze ledrige Fl�gel, die aussahen, als w�rden sie Riesenflederm�usen geh�ren. Grausig und Unheil bringend wirkten die Gesch�pfe, wie sie da still und ruhig in der D�sternis standen. Harry konnte nicht begreifen, warum die Kutschen von diesen schaurigen Pferden gezogen wurden, wo sie sich doch von allein bewegen konnten.</p><p>�Wo ist Pig?�, sagte Rons Stimme direkt hinter Harry.</p><p>�Diese Luna tr�gt ihn�, antwortete Harry und wandte sich rasch um, weil er unbedingt Ron nach Hagrid fragen wollte. �Wo, glaubst du, ist -�</p><p>�- Hagrid? Keine Ahnung�, sagte Ron mit besorgter Stimme. �Hoffentlich geht's ihm gut ...�</p><p>Nicht weit von ihnen kam Draco Malfoy daher, gefolgt von einer kleinen Schar seiner Spie�gesellen, darunter Crabbe, Goyle und Pansy Parkinson. Er stie� ein paar offensichtlich ver�ngstigte Zweitkl�ssler aus dem Weg, damit er und seine Freunde eine Kutsche f�r sich alle in bekamen. Sekunden sp�ter l�ste sich Hermine keuchend aus der Menge.</p><p>�Malfoy war dahinten absolut gemein zu einem Erstkl�ssler. Ich melde das, ich schw�r's, jetzt hat er sein Abzeichen gerade mal drei Minuten und schon schikaniert er die Leute noch schlimmer als sonst ... Wo ist Krummbein?�</p><p>�Ginny hat ihn�, sagte Harry. �Da ist sie ...�</p><p>Ginny tauchte gerade aus der Menge auf, sie hielt den widerspenstigen Krummbein an sich geklammert.</p><p>�Danke�, sagte Hermine und nahm Ginny den Kater ab. �Kommt, wir nehmen uns zusammen eine Kutsche, bevor alle besetzt sind ...�</p><p>�Pig fehlt noch!�, sagte Ron, aber Hermine war schon auf dem Weg zur n�chsten freien Kutsche. Harry hielt sich hinter Ron.</p><p>�Was, glaubst du, sind das f�r Wesen?�, fragte er Ron, w�hrend die anderen Sch�ler an ihnen vorbeiwogten, und nickte zu den grausigen Pferden hin�ber.</p><p>�Was f�r Wesen?�</p><p>�Diese Pferd-�</p><p>Lima erschien mit Pigwidgeons K�fig in den Armen; wie immer zwitscherte die kleine Eule aufgeregt.</p><p>�Da hast du ihn�, sagte sie. �Das ist ja 'ne s��e kleine Eule, was?�</p><p>��hm ... jaah ... er ist schon in Ordnung�, sagte Ron schroff. �Also, jetzt kommt, steigen wir ein ... was wolltest du sagen, Harry?�</p><p>�Ich wollte wissen, was das f�r Pferdewesen sind�, sagte Harry, w�hrend er, Ron und Lima auf die Kutsche zugingen, in der bereits Hermine und Ginny sa�en.</p><p>�Was f�r Pferdewesen?�</p><p>�Diese Pferdewesen, die die Kutschen ziehen!�, sagte Harry ungeduldig.</p><p>Immerhin waren sie nur etwa einen Meter vom n�chsten entfernt, das sie mit leeren wei�en Augen beobachtete. Ron allerdings sah Harry verdutzt an.</p><p>�Wovon redest du eigentlich?�</p><p>�Wovon ich rede - mach doch mal die Augen auf!�</p><p>Harry packte Ron am Arm und wirbelte ihn herum, so dass er von Angesicht zu Angesicht dem gefl�gelten Pferd gegen�berstand. Ron starrte eine Sekunde lang unverwandt hin, dann drehte er sich zu Harry um.</p><p>�Was soll ich bitte sch�n angucken?�</p><p>�Das - hier, zwischen den Deichseln! Vor die Kutsche gespannt! Direkt da vor deiner -�</p><p>Doch w�hrend Ron weiterhin verwirrt dreinsah, ging Harry ein merkw�rdiger Gedanke durch den Kopf.</p><p>�Kannst du ... kannst du sie nicht sehen?�</p><p>�Was denn sehen?�</p><p>�Kannst du nicht sehen, von wem die Kutschen gezogen werden?�</p><empty-line/><p>Ron sah jetzt ernstlich besorgt aus.</p><p>�Alles in Ordnung mit dir, Harry?�</p><p>�Ich ... jaah ...�</p><p>Harry war v�llig best�rzt. Das Pferd stand zum Greifen nah vor ihm, es schimmerte unverkennbar im schwachen Licht, das aus den Bahnhofsfenstern hinter ihnen drang, und stie� aus seinen N�stern Dampf in die kalte Nachtluft.</p><p>Und doch, wenn Ron nicht flunkerte - und das w�re ein ziemlich schlechter Scherz -, konnte er nichts davon sehen.</p><p>�Steigen wir jetzt ein, oder was?�, fragte Ron verunsichert und blickte Harry an, als w�rde er sich Sorgen um ihn machen.</p><p>�Ja�, sagte Harry. �Ja, geh schon ...�</p><p>�Alles in Ordnung�, sagte eine vertr�umte Stimme neben Harry, als Ron ins dunkle Kutscheninnere verschwand. �Du wirst nicht verr�ckt oder so. Ich kann sie auch sehen.�</p><p>�Wirklich?�, sagte Harry begierig und wandte sich zu Luna um. Er sah, dass sich die Pferde mit ihren Fledermausfl�geln in ihren weiten silbrigen Augen spiegelten.</p><p>�O ja�, sagte Luna, �ich hab sie schon an meinem ersten Tag hier gesehen. Die haben die Kutschen immer gezogen. Mach dir keine Sorgen. Du bist genauso wenig verr�ckt wie ich.�</p><p>Mit einem matten L�cheln kletterte sie Ron hinterher in die muffige Kutsche.</p><p>Harry folgte ihr nicht sonderlich �berzeugt.</p><empty-line/></section><section><title><p>Das neue Lied des Sprechenden Huts</p></title><p>Harry mochte den anderen nicht erz�hlen, dass Lima und er die gleiche Halluzination hatten, wenn es denn eine war. So setzte er sich in die Kutsche, schlug die T�r hinter sich zu und sagte kein Wort mehr �ber die Pferde. Und dennoch sah er wie gebannt aus dem Fenster und beobachtete, wie sich ihre Silhouetten bewegten.</p><p>�Habt ihr die olle Raue-Pritsche gesehen?�, fragte Ginny. �Was hat die hier unten eigentlich zu suchen? Hagrid kann doch nicht weg sein, oder?�</p><p>�Da war ich ganz froh dr�ber�, meinte Luna, �er ist kein guter Lehrer, findet ihr nicht auch?�</p><p>�Doch, ist er!�, erwiderten Harry, Ron und Ginny w�tend.</p><p>Harry sah Hermine streng an. Sie r�usperte sich und sagte rasch: ��hm ... doch ... er ist sehr gut.�</p><p>�Nun ja, wir in Ravenclaw halten ihn f�r 'ne Art Witzfigur�, sagte Luna unger�hrt.</p><p>�Dann ist euer Sinn f�r Humor eben zum Kotzen�, fauchte Ron, als die R�der unter ihnen sich knarrend in Bewegung setzten.</p><p>Luna lie� sich durch Rons Grobheit offensichtlich nicht aus der Ruhe bringen, im Gegenteil. Sie betrachtete ihn nur ein Weilchen wie eine m��ig spannende Fernsehsendung.</p><p>Die Kutschenkolonne ratterte und schwankte den Weg hoch. Als sie die hohen Steins�ulen mit den gefl�gelten Ebern zu beiden Seiten des Tores passierten und auf das Schulgel�nde fuhren, beugte sich Harry vor, um nachzusehen, ob in Hagrids H�tte am Verbotenen Wald Lichter brannten, doch auf den L�ndereien herrschte vollkommene Dunkelheit. Schloss Hogwarts jedoch r�ckte dr�uend n�her: ein hoch aufragendes Massiv aus T�rmen, pechschwarz gegen den dunklen Himmel, und hie und da strahlte ein Fenster feuerhell in die Nacht hinaus.</p><p>Die Kutschen hielten klirrend an der Steintreppe, die zu den Eichenportalen hinauff�hrte, und Harry stieg als Erster aus. Noch einmal wandte er sich um und sp�hte nach einem beleuchteten Fenster am Waldrand, doch aus Hagrids H�tte drang eindeutig kein Lebenszeichen. Widerwillig wandte er den Blick erneut den unheimlichen Skelettgesch�pfen zu, die ruhig und mit leeren, schimmernd wei�en Augen in der kalten Nachtluft standen, denn halben Herzens hatte er gehofft, sie w�ren verschwunden.</p><p>Harry hatte schon einmal erlebt, dass er etwas sah, was Ron nicht sehen konnte, aber damals war es ein Spiegelbild gewesen, etwas viel Ungreifbareres als hundert sehr handfest aussehende Tierwesen, die stark genug waren, eine ganze Armada von Kutschen zu ziehen. Wenn er Luna Glauben schenken konnte, dann waren diese Tiere, wenn auch unsichtbar, immer schon da gewesen. Warum also konnte Harry sie pl�tzlich sehen und Ron nicht?</p><p>�Kommst du jetzt, oder was?�, sagte Ron neben ihm.</p><p>�Oh ... ja�, gab Harry rasch zur�ck und sie schl�ssen sich den Scharen an, die �ber die steinerne Treppe hoch ins Schloss eilten.</p><p>Die Eingangshalle stand in loderndem Fackellicht und hallte wider vom Getrappel der Sch�ler, die den steingefliesten Boden nach rechts �berquerten, zur Fl�gelt�r der Gro�en Halle hin, wo die Begr��ungsfeier stattfand.</p><p>Allm�hlich bev�lkerten sich die vier langen Haustische unter dem sternlosen schwarzen Himmel der Gro�en Halle, der genau dem Himmel glich, den sie durch die hohen Fenster noch erahnen konnten. Kerzen schwebten �ber den Tischen und warfen ihr Licht auf die hie und da verteilten silbrigen Gespenster und auf die Gesichter der Sch�ler, die eifrig Neuigkeiten �ber ihre Sommerferien austauschten, Freunden aus anderen H�usern Gr��e zuriefen und neue Haarschnitte und Umh�nge mit fl�chtigen Blicken bedachten. Wieder bemerkte Harry, dass manche ihre K�pfe zusammensteckten und wisperten, wenn er vorbeiging; er biss die Z�hne zusammen und tat so, als ob es ihm weder auffiele noch etwas ausmachte.</p><p>Am Ravenclaw-Tisch trennte sich Luna von ihnen. Kaum hatten sie den Tisch der Gryffindors erreicht, wurde Ginny lauthals von ein paar anderen Viertkl�sslern begr��t und setzte sich zu ihnen. Harry, Ron, Hermine und Neville fanden etwa in der Mitte des Tisches zusammen Platz, zwischen dem Fast Kopflosen Nick, dem Hausgespenst der Gryffindors, und Parvati Patil und Lavender Brown, die Harry allzu lebhaft und freundlich begr��ten, woraus er den sicheren Schluss zog, dass sie noch einen kurzen Augenblick zuvor �ber ihn geredet hatten. Allerdings gab es Wichtigeres, wor�ber er sich Gedanken machte: Er sp�hte �ber die K�pfe der Sch�lerinnen und Sch�ler hinweg zum Lehrertisch, der l�ngs der Stirnseite der Halle aufgestellt war.</p><p>�Er ist nicht da.�</p><p>Auch Ron und Hermine suchten den Lehrertisch ab, obwohl es eigentlich nicht n�tig war; Hagrid war so gro�, dass er in jeder Gruppe sofort ins Auge fiel.</p><p>�Er kann doch nicht weg sein�, sagte Ron beklommen.</p><p>�Nat�rlich nicht�, sagte Harry entschieden.</p><p>�Ihr glaubt nicht, dass er ... verletzt ist oder so?�, meinte Hermine bedr�ckt.</p><empty-line/><p>�Nein�, erwiderte Harry sofort.</p><p>�Aber wo ist er dann?�</p><p>Eine Pause trat ein, dann sagte Harry sehr leise, damit Neville , Parvati und Lavender es nicht h�ren konnten: �Vielleicht ist er noch nicht zur�ck. Ihr wisst schon - sein Auftrag - was er den Sommer �ber f�r Dumbledore erledigen sollte.�</p><p>�Jaah ... ja, das wird's sein�, sagte Ron und klang schon zuversichtlicher, aber Hermine biss sich auf die Lippe und lie� den Blick �ber den Lehrertisch wandern, als hoffte sie eine schl�ssige Erkl�rung f�r Hagrids Fehlen zu finden.</p><p>�Wer ist das denn?�, sagte sie spitz und deutete zur Mitte des Lehrertisches.</p><p>Harry folgte ihren Augen. Sein Blick fiel zun�chst auf Professor Dumbledore, der auf seinem goldenen hohen Lehnstuhl in der Mitte des langen Lehrertisches sa�, in einem dunkelvioletten Umhang, der mit silbernen Sternen gesprenkelt war, und mit einem dazu passenden Hut. Dumbledore hatte den Kopf seiner Nachbarin zugeneigt, die ihm ins Ohr sprach. Sieht aus wie eine alte Jungfer, ging es Harry durch den Kopf: untersetzt, mit kurzen, mausgrauen Locken, in die sie einen f�rchterlichen rosa Haarreif gesteckt hatte, passend zu der flaumigen rosa Strickjacke, die sie �ber ihrem Umhang trug. Sie wandte leicht den Kopf, um an ihrem Trinkkelch zu nippen, und erschrocken erkannte er es wieder, das fahle, kr�tenartige Gesicht mit den hervorquellenden Triefaugen.</p><p>�Das ist diese Umbridge!�</p><p>�Wer?�, sagte Hermine.</p><p>�Die war bei meiner Anh�rung dabei, sie arbeitet f�r Fudge!�</p><p>�H�bsche Strickjacke�, sagte Ron grinsend.</p><p>�Sie arbeitet f�r Fudge!�, wiederholte Hermine stirnrunzelnd. �Was um Himmels willen hat sie dann hier zu suchen?�</p><p>�Wei� nicht ...�</p><p>Hermine kniff die Augen zusammen und suchte den Lehrertisch ab.</p><p>�Nein�, murmelte sie, �nein, sicher nicht ...�</p><p>Harry hatte keine Ahnung, wovon sie redete, fragte aber nicht danach; sein Augenmerk war auf Professor Raue-Pritsche gerichtet, die eben hinter dem Lehrertisch aufgetaucht war; sie dr�ngte sich bis ganz ans Ende durch und setzte sich auf den Platz, der eigentlich Hagrids war. Also mussten die Erstkl�ssler den See �berquert haben und im Schloss angekommen sein, und tats�chlich, nach wenigen Augenblicken �ffnete sich die T�r zur Eingangshalle. In einer langen Reihe kamen die ver�ngstigt wirkenden Neulinge herein, angef�hrt von Professor McGonagall, die einen Stuhl trug, auf dem ein alter Zauberhut lag, arg geflickt und gestopft und mit einem breiten Riss �ber der ausgefransten Krempe.</p><p>Das Stimmengewirr in der Gro�en Halle erstarb. Die Erstkl�ssler stellten sich vor dem Lehrertisch auf, die Gesichter den anderen Sch�lern zugewandt, w�hrend Professor McGonagall den Stuhl bed�chtig vor sie hinstellte und dann beiseite trat.</p><p>Die Gesichter der Neuen schimmerten bleich im Kerzenlicht. Ein kleiner Junge in der Mitte der Reihe schien zu zittern. Harry erinnerte sich fl�chtig , wie schrecklich es f�r ihn gewesen war, dort zu stehen und auf die unbekannte Pr�fung zu warten, die bestimmen sollte, zu welchem Haus er geh�rte.</p><p>Die ganze Schule wartete mit angehaltenem Atem. Dann �ffnete sich der Riss nahe der Hutkrempe weit wie ein Mund und der Sprechende Hut begann zu singen:</p><p>In alter Zeit, als ich noch neu,</p><p>Hogwarts am Anfang stand,</p><p>Die Gr�nder unsrer noblen Schule</p><p>noch einte ein enges Band.</p><p>Sie hatten ein gemeinsam' Ziel</p><p>Sie hatten ein Bestreben:</p><p>Die beste Zauberschule der Welt,</p><p>Und Wissen weitergeben.</p><p>�Zusammen wollen wir bau'n und lehr'n!�</p><p>Das nahmen die Freunde sich vor.</p><p>Und niemals h�tten die vier geahnt,</p><p>Dass ihre Freundschaft sich verlor.</p><p>Gab es so gute Freunde noch</p><p>Wie Slytherin und Gryffindor?</p><p>Es sei denn jenes zweite Paar</p><p>Aus Hufflepuff und Ravenclaw?</p><p>Weshalb ging dann dies alles schief,</p><p>Hielt diese Freundschaft nicht?</p><p>Nun, ich war dort und ich erz�hl</p><p>Die traurige Geschicht'.</p><p>Sagt Slytherin: �Wir lehr'n nur die</p><p>Mit reinstem Blut der Ahnen.�</p><p>Sagt Ravenclaw: �Wir aber lehr'n,</p><p>Wo Klugheit ist in Bahnen.�</p><p>Sagt Gryffindor: �Wir lehr'n all die,</p><p>Die Mut im Namen haben.�</p><p>Sagt Hufflepuff: �Ich nehm sie all'</p><empty-line/><p>Ohne Ansehen ihrer Gaben.�</p><p>Am Anfang gab es wenig Streit</p><p>Nur Unterschiede viele,</p><p>Denn jeder der vier Gr�nder hatte</p><p>Ein Haus f�r seine Ziele.</p><p>Sie holten sich, wer da gefiel;</p><p>So Slytherin nahm auf,</p><p>Wer Zauberer reinen Blutes war</p><p>Und listig obendrauf.</p><p>Und nur wer hellsten Kopfes war,</p><p>Der kam zu Ravenclaw.</p><p>Die Mutigsten und K�hnsten doch</p><p>Zum tapferen Gryffindor.</p><p>Den Rest nahm auf die Hufflepuff,</p><p>Tat allen kund ihr Wissen,</p><p>So standen die H�user und die Gr�nder denn</p><p>In Freundschaft, nicht zerrissen.</p><p>In Hogwarts herrschte Friede nun</p><p>In manchen gl�cklichen Jahren,</p><p>Doch bald kam h�ssliche Zwietracht auf,</p><p>Aus Schw�chen und Fehlern entfahren.</p><p>Die H�user, die vier S�ulen gleich</p><p>Einst unsre Schule getragen,</p><p>Sie sahen sich jetzt als Feinde an,</p><p>Wollten herrschen in diesen Tagen.</p><p>Nun sah es so aus, als sollte der Schule</p><p>Ein fr�hes Ende sein.</p><p>Durch allzu viele Duelle und K�mpfe</p><p>Und Stiche der Freunde allein.</p><p>Und schlie�lich brach ein Morgen an,</p><p>Da Slytherin ging hinfort.</p><p>Und obwohl der Kampf nun verloschen war,</p><p>Gab's keinen Frieden dort.</p><p>Und nie, seit unsere Gr�nder vier</p><p>Gestutzt auf dreie waren,</p><p>Hat Eintracht unter den H�usern geherrscht,</p><p>Die sie doch sollten bewahren.</p><p>Nun h�rt gut zu dem Sprechenden Hut,</p><p>Ihr wisst, was euch beschieden:</p><p>Ich verteil euch auf die H�user hier,</p><p>Wie's mir bestimmt ist hienieden.</p><p>Ja, lauscht nur meinem Liede gut,</p><empty-line/><p>Dies Jahr werd ich weitergehen:</p><p>Zu trennen euch bin ich verdammt,</p><p>Doch k�nnt man's als Fehler sehen.</p><p>Zwar muss ich meine Pflicht erf�llen</p><p>Und jeden Jahrgang teilen.</p><p>Doch wird nicht bald durch diese Tat</p><p>Das Ende uns ereilen?</p><p>Oh, seht das Verderben und deutet die Zeichen,</p><p>Die aus der Geschichte erstehen.</p><p>Denn unsere Schule ist in Gefahr,</p><p>Sie mag durch �u�ere Feinde vergehen.</p><p>Wir m�ssen uns stets in Hogwarts vereinen</p><p>Oder werden zerfallen von innen.</p><p>Ich hab's euch gesagt, ich habe gewarnt ...</p><p>Lasst die Auswahl nun beginnen.</p><empty-line/><p>Der Hut erstarrte wieder, Beifall brandete auf, aber zum ersten Mal, soweit sich Harry erinnern konnte, war dazwischen ein Murmeln und Wispern zu h�ren.</p><p>�berall in der Gro�en Halle tuschelten Sch�ler mit ihren Nachbarn, und Harry, der wie alle anderen klatschte, wusste genau, wor�ber sie sprachen.</p><p>�Ist dieses Jahr ein bisschen abgeschweift, was?�, sagte Ron mit hochgezogenen Augenbrauen.</p><p>�Und v�llig zu Recht�, erwiderte Harry.</p><p>Der Sprechende Hut beschr�nkte sich normalerweise darauf, die unterschiedlichen Eigenschaften zu beschreiben, die von den vier Hogwarts-H�usern verlangt wurden, und auf seine eigene Aufgabe, die Sch�ler dementsprechend auf die H�user zu verteilen. Harry konnte sich nicht erinnern, dass der Hut je versucht h�tte, der Schule einen Rat zu erteilen.</p><p>�Hat er eigentlich �berhaupt schon mal eine Warnung ausgesprochen?�, fragte Hermine in leicht beunruhigtem Ton.</p><p>�Ja, in der Tat�, sagte der Fast Kopflose Nick wissend und lehnte sich durch Neville zu ihr hin�ber (Neville zuckte zusammen; es war nicht gerade angenehm, wenn sich ein Geist durch einen hindurchlehnte). �Der Hut h�lt es f�r seine Ehrenpflicht, die Schule geziemend zu warnen, wann immer er der Meinung ist -�</p><p>Aber Professor McGonagall, die Anstalten machte, die Liste mit den Namen der Erstkl�ssler zu verlesen, versetzte den fl�sternden Sch�lern einen Blick von der vernichtenden Sorte. Der Fast Kopflose Nick legte einen durchsichtigen Finger auf die Lippen und setzte sich wieder stocksteif hin, als pl�tzlich das Gemurmel verstummte. Professor McGonagall lie� den Blick noch einmal finster �ber die vier Haustische schweifen, dann senkte sie die Augen auf ihr langes St�ck Pergament und rief laut den ersten Namen auf.</p><p>�Abercrombie, Euan.�</p><p>Der ver�ngstigt wirkende Junge, der Harry schon aufgefallen war, stolperte nach vorne und setzte sic h den Hut auf; einzig seine weit abstehenden Ohren verhinderten, dass er ihm sogleich auf die Schultern rutschte. Der Hut �berlegte einen Moment, dann �ffnete sich der Riss an der Krempe wieder und er verk�ndete:</p><p>�Gryffindor!�</p><p>Harry klatschte laut mit den anderen Gryffindors, w�hrend Euan Abercrombie an ihren Tisch getaumelt kam und sich setzte. Er machte den Eindruck, als w�rde er am liebsten im Boden versinken und nie wieder einen Blick auf sich ziehen wollen.</p><p>Allm�hlich d�nnte die lange Reihe der Erstkl� ssler aus. In den Pausen zwischen dem Aufrufen der Namen und den Entscheidungen des Sprechenden Huts konnte Harry Rons Magen laut rumoren h�ren. Schlie�lich wurde �Zeller, Rose� dem Haus Hufflepuff zugeteilt, Professor McGonagall nahm Hut und Stuhl und schritt mit ihnen davon, und Professor Dumbledore erhob sich.</p><p>Bei aller Bitterkeit, die Harry in der letzten Zeit gegen�ber seinem Schulleiter gehegt hatte, f�hlte er sich nun, da er Dumbledore vor ihnen allen stehen sah, einigerma�en bes�nftigt. Hagrid fehlte, dazu noch diese Drachenpferde - das alles hatte ihm das Gef�hl gegeben, seine R�ckkehr nach Hogwarts, die er so lange gespannt erwartet hatte, w�re voll leidiger �berraschungen, gleich Misst�nen in einem vertrauten Lied. Doch nun war es endlich so, wie es sein sollte: Ihr Schulleiter erhob sich, um sie alle beim Empfangsessen zu begr��en.</p><p>�An unsere Neuen�, sagte Dumbledore mit schallender Stimme, die Arme weit ausgebreitet und ein strahlendes L�cheln auf den Lippen, �willkommen! An unsere alten Hasen - willkommen zur�ck! Es gibt eine Zeit, um Reden zu halten, aber dies ist sie nicht. Haut rein!�</p><p>Es gab anerkennendes Gel�chter, und Beifall brandete auf, als sich Dumbledore elegant setzte und sich den langen Bart �ber die Schulter warf, damit er ihm beim Essen nicht in die Quere kam - denn aus dem Nichts waren Speisen erschienen, und die f�nf langen Tische �chzten unter Braten und Pasteten und Sch�sseln mit Gem�se, unter Brot und So�en und Kr�gen voll K�rbissaft.</p><p>�Klasse�, sagte Ron mit einem hungrigen St�hnen, griff sich die n�chstbeste Platte mit Koteletts und fing an, seinen Teller zu beladen, unter den wehm�tigen Blicken des Fast Kopflosen Nick.</p><empty-line/><p>�Was haben Sie vorhin noch gesagt?�, fragte Hermine das Gespenst. �Von wegen, dass der Sprechende Hut Warnungen ausspricht?�</p><p>�Oh, ja�, sagte Nick, offenbar froh �ber einen Grund, sich von Ron abzuwenden, der inzwischen mit fast unanst�ndiger Begeisterung Bratkartoffeln a�. �Ja, ich habe den Hut schon mehrmals Warnungen aussprechen h�ren, immer zu Zeiten, da er gro�e Gefahr f�r die Schule sp�rte. Und nat�rlich lautete sein Rat immer gleich: Steht zusammen und seid stark von innen heraus.�</p><p>�Ui gan ein ut wischn da di schuhe ingefah isch?�, sagte Ron.</p><p>Er hatte den Mund so voll, dass Harry sich wunderte, wie er es schaffte, �berhaupt einen Mucks von sich zu geben.</p><p>�Verzeihung, bitte?�, fragte der Fast Kopflose Nick h�flich, w�hrend Hermine angewidert dreinsah. Ron schluckte seinen gewaltigen Bissen hinunter und sagte:</p><p>�Wie kann ein Hut wissen, dass die Schule in Gefahr ist?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung�, sagte der Fast Kopflose Nick. �Immerhin lebt er in Dumbledores B�ro, also w�rde ich sagen, er schnappt dort dies und jenes auf.�</p><p>�Und er will, dass alle H�user untereinander befreundet sind?�, sagte Harry und warf einen Blick hin�ber zum Tisch der Slytherins, wo Draco Malfoy Hof hielt. �Darauf kann er lange warten.�</p><p>�Nun, also, du solltest dir diese Haltung nicht zu Eigen machen�, sagte Nick vorwurfsvoll. �Friedliche Zusammenarbeit, das ist die Devise. Wir Gespenster pflegen freundschaftliche Bande, auch wenn wir zu unterschiedlichen H�usern geh�ren. Trotz der Konkurrenz zwischen Gryffindor und Slytherin w�rde ich nicht im Traum daran denken, Streit mit dem Blutigen Baron zu suchen.�</p><p>�Nur weil Sie schreckliche Angst vor ihm haben�, entgegnete Ron.</p><p>Der Fast Kopflose Nick schien h�chst entr�stet.</p><p>�Angst? Ich hoffe doch, dass ich, Sir Nicholas de Mimsy-Porpington, mich w�hrend meines ganzen Lebens nie der Feigheit schuldig gemacht habe! Das edle Blut, das in meinen Adern flie�t -�</p><p>�Welches Blut?�, fragte Ron. �Sie haben doch ganz bestimmt kein -?�</p><p>�Das ist eine Redensart!�, sagte der Fast Kopflose Nick, inzwischen so ver�rgert, dass sein Kopf auf seinem nicht ganz durchtrennten Hals bedrohlich zitterte. �Ich nehme an, es ist mir immer noch erlaubt, jedwede Worte zu gebrauchen, die mir belieben, selbst wenn mir die Gen�sse des Essens und Trinkens versagt bleiben! Aber sei versichert, ich bin durchaus an Sch�ler gew�hnt, die sich �ber meinen Tod lustig machen!�</p><p>�Nick, er hat Sie wirklich nicht ausgelacht!�, sagte Hermine und warf Ron einen zornigen Blick zu.</p><p>Ungl�cklicherweise war Rons Mund schon wieder gestopft voll und alles, was er herausbrachte, war ein �N� isch wollschi nisch feraaschn�, was Nick offenbar nicht als angemessene Entschuldigung zu w�rdigen bereit war. Er erhob sich in die Luft, r�ckte seinen Federhut zurecht und entschwebte zum anderen Ende des Tisches, wo er sich zwischen den Creevey-Br�dern Colin und Dennis niederlie�.</p><p>�Na toll, Ron�, fauchte Hermine,</p><p>�Was?�, sagte Ron entr�stet, der es endlich geschafft hatte, seinen Bissen hinunterzuschlucken. �Darf man hier nicht mal einfache Fragen stellen?�</p><p>�Ach, vergiss es�, erwiderte Hermine �rgerlich und den Rest des Essens verbrachten die beiden in gekr�nktem Schweigen.</p><p>Harry kannte ihr Gekabbel nur zu gut und m�hte sich gar nicht erst, sie zu vers�hnen; er hatte das Gef�hl, seine Zeit besser zu nutzen, indem er ordentlich Steak-und-Nieren-Pastete futterte und anschlie�end einen gro�en Teller mit seiner Lieblings-Siruptorte verschlang.</p><p>Als alle Sch�ler mit dem Essen fertig waren und der L�rm in der Halle allm�hlich wieder anschwoll, erhob sich Dumbledore erneut. Die Unterhaltungen verstummten schlagartig und alle wandten sich dem Schulleiter zu. Harry f�hlte sich inzwischen angenehm d�sig. Sein Himmelbett wartete irgendwo da oben auf ihn, wunderbar warm und weich ...</p><p>�Nun, jetzt, da wir alle ein weiteres herrliches Festessen verdauen, bitte ich f�r einige Momente um eure Aufmerksamkeit f�r die �blichen Bemerkungen zum Schuljahrsbeginn�, sagte Dumbledore. �Die Erstkl�ssler sollten wissen, dass der Wald auf dem Schlossgel�nde f�r Sch�ler verboten ist - und einige unserer �lteren Sch�ler sollten es inzwischen auch wissen.� (Harry, Ron und Hermine tauschten ein k�nstliches L�cheln.)</p><p>�Mr. Filch, der Hausmeister, hat mich, wie er sagt, zum vierhundertzweiundsechzigsten Mal gebeten, euch daran zu erinnern, dass Zauberei zwischen den Unterrichtsstunden auf den G�ngen nicht erlaubt ist, ebenso wenig wie eine Reihe anderer Dinge, die alle auf der ersch�pfenden Liste nachzulesen sind, die jetzt an Mr. Filchs B�rot�r h�ngt.</p><p>Dieses Jahr haben wir zwei Ver�nderungen im Kollegium. Wir freuen uns sehr, Professor Raue -Pritsche erneut willkommen zu hei�en, die Pflege magischer Gesch�pfe unterrichten wird; wir freuen uns ebenfalls, Professor Umbridge vorstellen zu k�nnen, unsere neue Lehrerin f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste.�</p><p>Es gab h�flichen, wenn auch kaum begeisterten Beifall und Harry, Ron und Hermine warfen sich leicht panische Blicke zu; Dumbledore hatte nicht gesagt, wie lange Raue-Pritsche unterrichten w�rde.</p><p>Dumbledore fuhr fort: �Auswahlspiele f�r die Quidditch-Mannschaften der H�user finden statt am -�</p><p>Er unterbrach sich und sah Professor Umbridge fragend an. Da sie im Stehen nicht viel gr��er war als im Sitzen, begriff einen Moment lang niemand, warum Dumbledore aufgeh�rt hatte zu reden, doch dann r�usperte sich Professor Umbridge, �chrm, chrm�, und es war klar, dass sie aufgestanden war und die Absicht hatte, eine Rede zu halten.</p><p>Dumbledore wirkte nur einen Moment lang verdutzt, dann setzte er sich munter und sah Professor Umbridge aufmerksam an, als ob er sich nichts sehnlicher w�nschte, als ihrem Vortrag zu lauschen. Andere Mitglieder des Kollegiums konnten ihre �berraschung nicht so geschickt verbergen. Professor Sprouts Augenbrauen waren in ihrem zerzausten Haar verschwunden und Professor McGonagalls Mund war so d�nnlippig, wie ihn Harry noch nie gesehen hatte. Niemals zuvor hatte ein neuer Lehrer Dumbledore unterbrochen. Viele Sch�ler grinsten; diese Frau wusste offensichtlich nicht, wie es in Hogwarts zuging.</p><p>�Danke, Direktor�, sagte Professor Umbridge geziert, �f�r diese freundlichen Willkommensworte.�</p><p>Sie hatte eine hohe, hauchzarte Kleinm�dchenstimme, und Harry sp�rte erneut eine m�chtige Woge der Abneigung, die er sich nicht erkl�ren konnte; er wusste nur, dass er alles an ihr verabscheute, von ihrer albernen Stimme bis zu ihrer flauschigen rosa Strickjacke. Erneut lie� sie ein kleines h�stelndes R�uspern h�ren (chrm, chrm), dann fuhr sie fort.</p><p>�Nun, es ist wunderbar, wieder in Hogwarts zu sein, muss ich sagen!� Sie l�chelte und offenbarte dabei sehr spitze Z�hne. �Und solch gl�ckliche kleine Gesichter zu mir aufblicken zu sehen!�</p><p>Harry lie� den Blick umherschweifen. Keines der Gesichter, die er sehen konnte, wirkte gl�cklich. Im Gegenteil, sie wirkten eher verbl�fft, wie F�nfj�hrige angesprochen zu werden.</p><p>�Ich freue mich sehr darauf, Sie alle kennen zu lernen, und ich bin sicher, wir werden sehr gute Freunde werden!�</p><p>Die Sch�ler sahen sich verwundert an, manche unterdr�ckten kaum noch ein Grinsen.</p><p>�Meinetwegen bin ich ihre Freundin, solange ich mir diese Strickjacke nicht ausleihen muss�, wisperte Parvati Lavender zu und beide brachen in stummes Kichern aus.</p><p>Professor Umbridge r�usperte sich erneut (chrm, chrm), doch als sie fortfuhr, war ihre Stimme nicht mehr ganz so zart. Sie klang weitaus gesch�ftsm��iger und ihre Worte hatten jetzt einen dr�gen Ton, als w�rde sie etwas auswendig Gelerntes vortragen.</p><p>�Das Zaubereiministerium hat der Ausbildung junger Hexen und Zauberer immer die gr��te Bedeutung beigemessen. Die seltenen Gaben, die Sie von Geburt an besitzen, k�nnten verk�mmern, wenn wir sie nicht durch sorgf�ltige Anleitung f�rdern und hegen w�rden. Die uralten F�higkeiten, die der Gemeinschaft der Zauberer vorbehalten sind, m�ssen von Generation zu Generation weitergegeben werden, wenn wir sie nicht f�r immer verlieren wollen.</p><p>Der Schatz magischen Wissens, den unsere Vorfahren zusammengetragen haben, muss bewahrt, erweitert und vertieft werden von jenen, die zum ehrenvollen Dienst des Lehrers berufen sind.�</p><p>Hier legte Professor Umbridge eine Pause ein und machte eine kleine Verbeugung hin zu ihren Kollegen, von denen keiner sie erwiderte. Professor McGonagalls dunkle Augenbrauen hatten sich derma�en zusammengezogen, dass sie nun eindeutig wie ein Falke wirkte, und Harry sah deutlich, wie sie mit Professor Sprout einen viel sagenden Blick tauschte. Umbridge lie� wiederum ein leises Chrm, chrm h�ren und fuhr mit ihrer Rede fort:</p><p>�Jeder Schulleiter, jede Schulleiterin von Hogwarts hat etwas Neues zu der schweren Aufgabe beigetragen, diese geschichtstr�chtige Schule zu f�hren, und das ist auch gut so, denn ohne Fortschritt treten Stillstand und Verfall ein. Und doch muss dem Fortschritt um des Fortschritts willen eine Absage erteilt werden, denn h�ufig bed�rfen unsere erprobten und bew�hrten Traditionen nicht des Herumst�mperns. Ein Gleichgewicht also zwischen Altem und Neuem, zwischen Dauer und Wandel, zwischen Tradition und Innovation ...�</p><p>Harry sp�rte, dass seine Aufmerksamkeit verebbte, dass sein Denken sich abwechselnd tr�bte und wieder sch�rfte. Die Stille, die stets den Raum beherrschte, wenn Dumbledore sprach, verflog, seine Mitsch�ler steckten fl�sternd und kichernd die K�pfe zusammen. Dr�ben am Ravenclaw-Tisch plauderte Cho Chang angeregt mit ihren Freundinnen. Ein paar Pl�tze von Cho entfernt hatte Luna Lovegood erneut ihren Klitterer herausgeholt. Am Hufflepuff-Tisch indes war Ernie Macmillan einer der wenigen, die immer noch Professor Umbridge anstarrten, wenn auch mit glasigen Augen, und Harry war sicher, dass er nur so tat, als w�rde er zuh�ren, ganz bestrebt, dem neuen Vertrauenssch�lerabzeichen, das auf seiner Brust schimmerte, gerecht zu werden.</p><p>Professor Umbridge schien die Unruhe im Publikum nicht wahrzunehmen.</p><p>Harry hatte den Eindruck, eine ausgewachsene Randale h�tte direkt vor ihrer Nase losbrechen k�nnen und sie h�tte ihre Rede weiter durchgezogen. Die Lehrer jedoch lauschten immer noch sehr aufmerksam, und Hermine schien jedes von Professor Umbridges Worten einzusaugen, auch wenn sie, ihrer Miene nach zu schlie�en, �berhaupt nicht nach ihrem Geschmack waren.</p><p>�... weil manche �nderungen zum Besseren ausschlagen, w�hrend andere im Urteil der Geschichte sich als Fehlentscheidungen erweisen werden. Desgleichen werden manche alten Gewohnheiten bewahrt werden, und das ganz zu Recht, w�hrend andere, veraltet und �berholt, aufgegeben werden m�ssen. Gehen wir also voran in eine neue �ra der Offenheit, der Effizienz und der Verantwortlichkeit, bestrebt, das zu bewahren, was bewahrenswert ist, zu vervollkommnen, was vervollkommnet werden muss, und zu s�ubern, wo wir Verhaltensweisen finden, die verboten geh�ren.�</p><p>Sie setzte sich. Dumbledore klatschte. Die Lehrer folgten seinem Beispiel, allerdings fiel Harry auf, dass einige von ihnen ihre H�nde nur ein- oder zweimal zusammenschlugen und dann innehielten. Ein paar wenige Sch�ler schl�ssen sich dem Beifall an, doch die meisten, die nicht mehr als einige Worte lang zugeh�rt hatten, waren vom Ende der Rede �berrascht worden, und bevor sie ordentlich applaudieren konnten, hatte sich Dumbledore bereits wieder erhoben.</p><p>�Ich danke Ihnen vielmals, Professor Umbridge, das war eine h�chst aufschlussreiche Rede�, sagte er und verbeugte sich vor ihr. �Nun, wie gesagt, die Quidditch-Auswahlspiele finden statt am ...�</p><p>�Ja, das war wirklich aufschlussreich�, sagte Hermine mit ged�mpfter Stimme.</p><p>�Willst du sagen, du fandest sie gut?�, fragte Ron leise und wandte sich mit tr�ben Augen Hermine zu. �Das war so ziemlich die langweiligste Rede, die ich je geh�rt habe, und ich bin immerhin mit Percy aufgewachsen.�</p><p>�Ich hab gesagt aufschlussreich, nicht gut�, sagte Hermine. �Sie hat vieles erkl�rt.�</p><p>�Tats�chlich?�, sagte Harry �berrascht. �Mir kam's vor wie ein Haufen Geschwafel.�</p><p>�In dem Geschwafel waren einige wichtige Hinweise versteckt�, sagte Hermine grimmig.</p><p>�Wirklich?�, sagte Ron mit ratloser Miene.</p><p>�Was ist mit: �Dem Fortschritt um des Fortschritts willen muss eine Absage erteilt werden�? Oder mit: �S�ubern, wo wir Verhaltensweisen finden, die verboten geh�ren�?�</p><p>�Naja, was soll das hei�en?�, sagte Ron ungeduldig.</p><empty-line/><p>�Ich will dir erkl�ren, was das hei�t�, sagte Hermine unheilvoll. �Das hei�t, das Ministerium mischt sich in Hogwarts ein.�</p><p>Ringsum begann ein gro�es St�hler�cken und Fu�getrappel; offenbar hatte Dumbledore die Feier aufgel�st, denn alle standen auf und machten sich bereit, die Halle zu verlassen. Hermine sprang hoch, in heller Aufregung.</p><p>�Ron, wir m�ssen den Erstkl�sslern den Weg zeigen!�</p><p>�Ach ja�, sagte Ron, der es offensichtlich vergessen hatte. �Hey - hey, ihr da! Ihr Knirpse!�</p><p>�Ron!�</p><p>�Naja, das sind sie doch, Winzlinge ...�</p><p>�Das wei� ich, aber du kannst sie nicht Knirpse nennen! -Erstkl�ssler!�, rief Hermine gebieterisch �ber den Tisch hinweg. �Hier lang, bitte!�</p><p>Eine Gruppe von Neulingen ging sch�chtern zwischen dem Gryffindor- und dem Hufflepuff-Tisch hindurch, alle �u�erst bem�ht, auf keinen Fall als Anf�hrer dazustehen. Tats�chlich schienen sie sehr klein; Harry war sich sicher, dass er nicht so jung gewirkt hatte, als er hier angekommen war. Er grinste ihnen zu. Ein blonder Junge neben Euan Abercrombie schien vor Schreck zu erstarren; er stupste Euan an und fl�sterte ihm etwas ins Ohr. Euan Abercrombie war offenbar nicht minder erschrocken und warf Harry einen angsterf�llten Blick zu. Harry sp�rte das Grinsen von seinem Gesicht tr�pfeln wie Stinksaft.</p><p>�Bis sp�ter dann�, sagte er zu Ron und Hermine und verlie� allein die Gro�e Halle, er war entschlossen, unterwegs nicht mehr auf Gefl�ster, Gestarre und auf ihn deutende Finger zu achten. Er blickte stur geradeaus und schl�ngelte sich durch die Menge in der Eingangshalle, dann eilte er die Marmortreppe hoch, nahm ein paar verborgene Abk�rzungen und hatte bald das gr��te Gedr�nge hinter sich gelassen.</p><p>Es war dumm von ihm gewesen, nicht mit so etwas zu rechnen, �berlegte er zornig, w�hrend er durch die viel ruhigeren Korridore in den oberen Stockwerken ging. Nat�rlich starrten ihn alle an; er war zwei Monate zuvor aus dem Trimagischen Irrgarten aufgetaucht, die Leiche eines Mitsch�lers an sich gepresst, und hatte behauptet, er habe Lord Voldemort an die Macht zur�ckkehren sehen.</p><p>Im vergangenen Schuljahr war keine Zeit gewesen, alles zu erkl�ren, bevor sie nach Hause gefahren waren - selbst wenn er sich imstande gef�hlt h�tte, der ganzen Schule einen genauen Bericht �ber die schrecklichen Ereignisse auf jenem Friedhof zu liefern.</p><p>Harry hatte das Ende des Korridors zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors erreicht und blieb vor dem Portr�t der fetten Dame stehen, da fiel ihm ein, dass er das neue Passwort nicht kannte.</p><p>��hm ...�, sagte er verdrie�lich und starrte zur fetten Dame hoch, die die Falten ihres rosa Seidenkleides glatt strich und seinen Blick streng erwiderte.</p><p>�Kein Passwort, kein Zutritt�, sagte sie hochm�tig.</p><p>�Harry, ich wei� es!� Jemand keuchte von hinten auf ihn zu, und als er sich umwandte, sah er Neville herantraben. �Rat mal, wie es hei�t! Ich kann's mir n�mlich endlich mal merken -� Er fuchtelte mit dem mickrigen Kaktus, den er ihnen im Zug gezeigt hatte. �Mimbulus mimbeltonia!�</p><p>�Richtig�, sagte die fette Dame, und ihr Portr�t schwang ihnen entgegen wie eine T�r und gab den Blick auf ein rundes Loch in der Wand dahinter frei, durch das Harry und Neville jetzt kletterten.</p><p>Der Gemeinschaftsraum der Gryffindors, der unver�ndert gastlich wirkte, war ein behagliches rundes Turmzimmer voll zerschlissener knuddliger Sessel und wackliger alter Tische. Im Kamin prasselte ein munteres Feuer und ein paar Sch�ler w�rmten sich daran die H�nde, bevor sie zu ihren Schlafs�len hinaufstiegen; auf der anderen Seite des Zimmers pinnten Fred und George Weasley etwas an das schwarze Brett. Harry w�nschte ihnen mit einer Handbewegung gute Nacht und ging flugs auf die T�r zum Jungenschlafsaal zu; momentan war ihm nicht sonderlich nach Gespr�chen zumute. Neville folgte ihm.</p><p>Dean Thomas und Seamus Finnigan waren schon im Schlafsaal und gerade dabei, Poster und Fotos an die W�nde neben ihren Betten zu h�ngen. Sie hatten sich unterhalten, als Harry die T�r �ffnete, verstummten aber j�h, kaum dass sie ihn sahen. Harry fragte sich, ob sie �ber ihn geredet hatten, und gleich darauf, ob er unter Verfolgungswahn litt.</p><p>�Hi�, sagte er, ging hin�ber zu seinem Koffer und �ffnete ihn.</p><p>�Hey, Harry�, sagte Dean, der sic h gerade seinen Pyjama in den Farben von West Harn anzog. �Sch�ne Ferien gehabt?�</p><p>�Ging so�, murmelte Harry, da ein wahrheitsgetreuer Bericht �ber seine Ferien den gr��ten Teil der Nacht in Anspruch genommen h�tte und er dazu keine Lust hatte. �Und du?�</p><p>�Ja, war okay�, kicherte Dean. �Besser als bei Seamus jedenfalls, er hat's mir gerade erz�hlt.�</p><p>�Warum, was ist passiert, Seamus?�, fragte Neville und stellte den Mimbulus mimbeltonia liebevoll auf sein Nachtschr�nkchen.</p><p>Seamus antwortete nicht gleich; zun�chst sorgte er penibel daf�r, dass sein Quidditch-Poster der Kenmare Kestrels auch ja gerade hing. Dann sagte er, Harry immer noch den R�cken zugekehrt: �Meine Mum wollte nicht, dass ich wieder zur�ckkomme.�</p><p>�Was?�, sagte Harry und hielt beim Ausziehen seines Umhangs inne.</p><p>�Sie wollte nicht, dass ich nach Hogwarts zur�ckkomme.�</p><p>Seamus wandte sich von seinem Poster ab und zog seinen Schlafanzug aus dem Koffer, noch immer ohne Harry anzusehen.</p><p>�Aber - wieso?�, sagte Harry erstaunt. Er wusste, dass Seamus' Mutter eine Hexe war, deshalb konnte er nicht verstehen, warum sie sich so wie die Dursleys aufgef�hrt hatte.</p><p>Seamus antwortete erst, als er seinen Schlafanzug ganz zugekn�pft hatte.</p><p>�Nun ja�, sagte er in gemessenem Ton, �ich vermute ... wegen dir.�</p><p>�Was soll das hei�en?�, fragte Harry rasch.</p><p>Sein Herz schlug ziemlich schnell. Er hatte das vage Gef�hl, als ob etwas bedrohlich auf ihn zunicken w�rde.</p><p>�Nun ja�, sagte Seamus wieder und mied weiterhin Harrys Blick, �sie ... �hm ... nun ja, es ist nicht nur wegen dir, auch wegen Dumbledore ...�</p><p>�Sie glaubt dem Tagespropheten?�, sagte Harry. �Sie denkt, ich sei ein L�gner und Dumbledore ein alter Narr?�</p><p>Seamus blickte zu ihm auf.</p><p>�Ja, so ungef�hr.�</p><p>Harry schwieg. Er warf seinen Zauberstab auf den Nachttisch, zog seinen Umhang aus, stopfte ihn zornig in den Koffer und schl�pfte in seinen Pyjama. Es widerte ihn an; er hatte es satt, der zu sein, der angestarrt wurde und �ber den man die ganze Zeit redete. Wenn nur einer von ihnen w�sste, wenn nur einer die leiseste Ahnung h�tte, wie es war, wenn einem all diese Dinge passierten ... Mrs.</p><p>Finnigan, schoss es ihm wutentbrannt durch den Kopf, diese dumme Frau, sie hatte doch keine Ahnung.</p><p>Er stieg ins Bett und wollte gerade die Vorh�nge zuziehen, als Seamus sagte:</p><p>�H�r mal ... was ist denn jetzt in dieser Nacht passiert, als ... du wei�t schon, als ... das mit Cedric Diggory und so?�</p><p>Seamus klang nerv�s und wissbegierig zugleich. Dean, der sich �ber seinen Koffer gebeugt hatte und einen Pantoffel herauszuklauben versuchte, wur de merkw�rdig still, und Harry wusste, dass er mit gespitzten Ohren lauschte.</p><p>�Was willst du von mir?�, erwiderte Harry. �Warum liest du nicht einfach den Tagespropheten wie deine Mutter? Da steht alles drin, was du wissen musst.�</p><p>�H�r auf, meine Mutter zu beleidigen�, fauchte Seamus.</p><p>�Ich beleidige jeden, der mich einen L�gner nennt�, entgegnete Harry.</p><p>�So redest du nicht mit mir!�</p><p>�Ich red mit dir, wie es mir passt�, sagte Harry und seine Wut kochte so schnell hoch, dass er seinen Zauberstab vom Nachttisch schnappte. �Wenn du ein Problem damit hast, dass du mit mir in einem Schlafsaal bist, dann geh und frag McGonagall, ob du umziehen kannst ... dann braucht sich deine Mami keine Sorgen mehr zu machen -�</p><p>�Lass meine Mutter aus dem Spiel, Potter!�</p><p>�Was ist hier los?�</p><p>Ron stand in der T�r. Er hatte die Augen aufgerissen und sah von Harry, der auf dem Bett kniete und mit dem Zauberstab auf Seamus zielte, zu Seamus, der mit erhobenen F�usten dastand.</p><p>�Er beleidigt meine Mutter!�, rief Seamus.</p><p>�Was?�, sagte Ron. �Das w�rde Harry nie tun - wir haben deine Mutter kennen gelernt, wir fanden sie ganz nett ...�</p><p>�Da hat sie noch nicht jedes Wort geglaubt, das dieser stinkende Tagesprophet �ber mich schreibt!�, sagte Harry laut.</p><p>�Oh�, sagte Ron und allm�hlich begann es auf seinem sommersprossigen Gesicht zu d�mmern. �Oh ... verstehe.�</p><p>�Wei�t du was?�, erhitzte sich Seamus und versetzte Harry einen giftigen Blick. �Er hat Recht, ich will nicht mehr in einem Schlafsaal mit ihm sein, er ist verr�ckt.�</p><p>�Das ist voll daneben, Seamus�, sagte Ron, dessen Ohren inzwischen rot gl�hten - immer ein Zeichen von Gefahr.</p><p>�Voll daneben, ja?�, rief Seamus, der im Gegensatz zu Ron bleich wurde. �Du glaubst den ganzen K�se, den er �ber Du-wei�t-schon-wen erz�hlt hat, du meinst, er sagt die Wahrheit?�</p><p>�Ja, allerdings!�, sagte Ron zornig.</p><p>�Dann bist du auch verr�ckt�, sagte Seamus ver�chtlich.</p><p>�Jaah? Tja, Pech f�r dich, Mann, dass ich zuf�llig auch Vertrauenssch�ler bin!�, sagte Ron und stupste sich mit dem Finger auf die Brust. �Also pass auf, was du sagst, au�er du willst Strafarbeiten verpasst kriegen!�</p><empty-line/><p>Seamus schaute ein paar Sekunden lang drein, als w�ren Strafarbeiten ein annehmbarer Preis daf�r, sagen zu k�nnen, was ihm durch den Kopf ging; aber dann drehte er sich mit einem ver�chtlichen Schnauben auf dem Absatz um, hechtete ins Bett und zog die Vorh�nge mit solcher Wut zu, dass sie abrissen und zu einem staubenden Haufen auf den Boden niedersanken. Ron blickte Seamus b�se an, dann wandte er sich Dean und Neville zu.</p><p>�Hat noch jemand Eltern, die ein Problem mit Harry haben?�, sagte er angriffslustig.</p><p>�Meine Eltern sind Muggel, Alter�, sagte Dean achselzuckend. �Die wissen gar nichts von irgendwelchen Toten in Hogwarts, weil ich nicht so bl�d bin und es ihnen auch noch erz�hle.�</p><p>�Du kennst meine Mutter nicht, die quetscht alles aus jedem raus!�, fauchte ihn Seamus an. �Au�erdem kriegen deine Eltern nicht den Tagespropheten. Die wissen gar nicht, dass unser Schulleiter aus dem Zaubergamot und aus der Internationalen Zauberervereinigung rausgeschmissen wurde, weil er nicht mehr alle Tassen im Schrank hat -�</p><p>�Meine Omi sagt, das ist Kokolores�, meldete sich Neville zu Wort. �Sie sagt, es ist der Tagesprophet, der den Bach runtergeht, und nicht Dumbledore. Sie hat ihr Abo gek�ndigt. Wir glauben Harry�, sagte er schlicht. Er stieg ins Bett, zog die Decke hoch bis ans Kinn und �ugte wie eine Eule zu Seamus hin�ber. �Meine Omi hat immer gesagt, Du-wei�t-schon-wer wird eines Tages zur�ckkommen. Sie glaubt, wenn Dumbledore sagt, er ist zur�ck, dann ist er auch zur�ck.�</p><p>Harry sp�rte einen j�hen Anflug von Dankbarkeit gegen�ber Neville. Niemand sonst sagte ein Wort. Seamus holte seinen Zauberstab hervor, reparierte die Bettvorh�nge und verschwand hinter ihnen. Dean legte sich ins Bett, drehte sich um und schwieg. Neville, der offenbar auch nichts weiter zu sagen hatte, betrachtete z�rtlich seinen mondbeschienenen Kaktus.</p><p>Harry lehnte sich in seine Kissen zur�ck, w�hrend Ron am Nachbarbett damit besch�ftigt war, seine Sachen zu verstauen. Der Streit mit Seamus, den er immer sehr gemocht hatte, hatte Harry ersch�ttert. Wie viele Leute w�rden ihm noch unterstellen, er w�rde l�gen oder sei durchgeknallt?</p><p>Hatte auch Dumbledore den ganzen Sommer �ber so gelitten, als ihn erst der Zaubergamot, dann die Internationale Zauberervereinigung aus ihren Reihen versto�en hatten? War es vielleicht Zorn auf Harry, der Dumbledore seit Monaten davon abhielt, mit ihm Kontakt aufzunehmen? Schlie�lich waren sie beide in diese Sache verstrickt; Dumbledore hatte Harry geglaubt, der ganzen Schule seine Version der Ereignisse mitgeteilt und dann der gesamten Zaubererschaft. Jeder, der Harry f�r einen L�gner hielt, musste auch Dumbledore f�r einen L�gner halten oder aber glauben, dass man Dumbledore hinters Licht gef�hrt hatte ...</p><empty-line/><p>Eines Tages werden sie wissen, dass wir Recht hatten, dachte Harry niedergeschlagen, als Ron ins Bett stieg und die letzte Kerze im Schlafsaal l�schte. Doch er fragte sich, wie viele Angriffe �hnlich dem von Seamus er noch aushalten musste, bevor dieser Tag kam.</p><empty-line/></section><section><title><p>Professor Umbridge</p></title><p>Am n�chsten Morgen schl�pfte Seamus in Windeseile in seine Sachen und verlie� den Schlafsaal, noch bevor Harry seine Socken angezogen hatte.</p><p>�Glaubt der vielleicht, er dreht durch, wenn er zu lange mit mir in einem Zimmer steckt?�, fragte Harry laut, kaum dass Seamus' Umhangsaum zur T�r hinausgeflattert war.</p><p>�Mach dir deswegen keine Gedanken, Harry�, murmelte Dean und schwang sich die Schultasche �ber die Schulter, �er ist nur ...�</p><p>Doch offenbar war er nicht imstande, genau zu sagen, was mit Seamus los war, und nach einer etwas peinlichen Pause folgte er ihm hinaus.</p><p>Neville und Ron versetzten Harry einen Ist-sein-Problem-und-nicht-deins-Blick, was Harry jedoch kaum tr�stete. Wie oft w�rde er so etwas noch ertragen m�ssen?</p><p>�Was ist los?�, fragte Hermine f�nf Minuten sp�ter, als sie alle auf dem Weg zum Fr�hst�ck waren und sie mitten im Gemeinschaftsraum auf Harry und Ron traf. �Du siehst total - oh, um Himmels willen.�</p><p>Sie starrte auf das schwarze Brett im Gemeinschaftsraum, wo eine gro�e neue Mitteilung hing.</p><p>TONNENWEISE GALLEONEN! Will das Taschengeld nicht mit deinen Ausgaben</p><p>Schritt halten?</p><p>Willst du ein wenig Gold nebenher verdienen? Melde dich bei Fred und George Weasley, Gryffindor-Gemeinschaftsraum, zwecks einfacher und praktisch schmerzfreier</p><p>Teilzeitarbeit.</p><p>(Leider m�ssen wir daraufhinweisen, dass die Bewerber s�mtliche T�tigkeiten auf eigene Gefahr aus�ben.)</p><p>�Die haben sie doch nicht mehr alle�, entr�stete sich Hermine und holte den Aushang herunter, den Fred und George �ber ein Plakat gepinnt hatten, auf dem das Datum f�r das erste Wochenende in Hogsmeade mitgeteilt wurde, das im Oktober sein w�rde. �Wir m�ssen mit den beiden reden, Ron.�</p><p>Ron war sichtlich erschrocken.</p><p>�Wieso?�</p><empty-line/><p>�Weil wir Vertrauenssch�ler sind!�, sagte Hermine, als sie durch das Portr�tloch hinausstiegen. �Es ist unsere Aufgabe, solchen Dingen Einhalt zu gebieten!�</p><p>Ron schwieg; an seiner griesgr�migen Miene erkannte Harry, dass er die Aufgabe, Fred und George daran zu hindern, genau das zu tun, wozu sie Lust hatten, f�r nicht gerade verlockend hielt.</p><p>�Also, was ist los mit dir, Harry?�, fuhr Hermine fort, w�hrend sie eine Treppe hinunterstiegen, die mit Portr�ts alter Hexen und Zauberer ges�umt war, die allesamt in Gespr�che vertieft waren und nicht weiter auf sie achteten. �Du siehst aus, als w�rst du wegen irgendwas richtig w�tend.�</p><p>�Seamus meint, Harry l�gt in dieser Sache mit Du-wei�t-schon-wem�, erkl�rte Ron kurz und b�ndig, als Harry nicht antwortete.</p><p>Hermine, von der Harry erwartet hatte, dass sie sich vehement auf seine Seite schlagen w�rde, seufzte.</p><p>�Ja, Lavender glaubt das auch�, sagte sie d�ster.</p><p>�Dann hattest du sicher eine nette kleine Unterhaltung mit ihr, ob ich nun ein l�gnerischer, Aufmerksamkeit suchender Schw�tzer bin oder nicht?�, rief Harry.</p><p>�Nein�, entgegnete Hermine gelassen. �Ich hab ihr nur gesagt, sie solle ihr gro�es Schwabbelmaul halten, was dich angeht. Aber es w�re ganz nett, wenn du aufh�ren w�rdest, st�ndig auf uns rumzuhacken, Harry, denn falls du es noch nicht gemerkt haben solltest, Ron und ich stehen zu dir.�</p><p>Eine kurze Pause trat ein.</p><p>�Tut mir Leid�, sagte Harry mit bedr�ckter Stimme.</p><p>�Ist schon in Ordnung�, sagte Hermine w�rdevoll. Dann sch�ttelte sie den Kopf. �Erinnert ihr euch nicht, was Dumbledore bei der letzten Jahresabschlussfeier gesagt hat?�</p><p>Harry und Ron sahen sie ratlos an und Hermine seufzte erneut.</p><p>��ber Du-wei�t-schon-wen. Er sagte, er besitze �ein gro�es Talent, Zwietracht und Feindseligkeit zu verbreiten. Dem k�nnen wir nur entgegentreten, wenn wir ein nicht minder starkes Band der Freundschaft und des Vertrauens kn�pfen -�.�</p><p>�Wie kannst du dich blo� an so was erinnern?�, fragte Ron und sah sie bewundernd an.</p><p>�Ich h�re zu, Ron�, sagte Hermine mit einem Anflug von Sch�rfe.</p><p>�Tu ich doch auch, aber ich k�nnte dir trotzdem nicht genau sagen, was -�</p><empty-line/><p>�Das Entscheidende ist�, fuhr Hermine lautstark fort, �dass es Dumbledore genau um solche Fragen gegangen ist. Du-wei�t-schon-wer ist gerade mal zwei Monate zur�ck und schon fangen wir an, uns zu streiten. Und die Mahnung des Sprechenden Huts war die gleiche: Haltet zusammen, seid einig -�</p><p>�Und trotzdem, Harry hatte Recht gestern Abend�, entgegnete Ron. �Wenn das hei�en soll, dass die Slytherins jetzt unsere Kumpels sein sollen - darauf kannst du lange warten.�</p><p>�Nun, ich glaube, es ist schade, dass wir nicht versuchen, zumindest ein wenig Einigkeit unter den H�usern zu schaffen�, erwiderte Hermine schroff.</p><p>Sie hatten den Fu� der Marmortreppe erreicht. Einige Viertkl�ssler aus Ravenclaw durchquerten hintereinander die Eingangshalle; als sie Harry erblickten, dr�ngten sie sich hastig zu einem Kn�uel zusammen, als f�rchteten sie, er k�nnte verstreute Nachz�gler angreifen.</p><p>�Ja, wir sollten wirklich versuchen, uns mit solchen Leuten anzufreunden�, bemerkte Harry trocken.</p><p>Sie folgten den Ravenclaws in die Gro�e Halle, wo sie unwillk�rlich sofort zum Lehrertisch blickten. Professor Raue-Pritsche plauderte mit Professor Sinistra, der Astronomielehrerin, und Hagrid fiel wiederum nur durch seine Abwesenheit auf. Die verzauberte Decke �ber ihnen spiegelte Harrys Stimmung wider; sie war von tristem Regenwolkengrau.</p><p>�Dumbledore hat nicht mal erw�hnt, wie lange diese Raue-Pritsche bleibt�, sagte er, als sie zum Gryffindor-Tisch hin�bergingen.</p><p>�Vielleicht ...�, sagte Hermine nachdenklich.</p><p>�Was?�, kam es von Harry und Ron gleichzeitig.</p><p>�Nun ... vielleicht wollte er die Aufmerksamkeit nicht darauf lenken, dass Hagrid fehlt.�</p><p>�Was soll das hei�en, Aufmerksamkeit darauf lenken?�, sagte Ron und h�tte fast gelacht. �Wie sollte uns das entgehen?�</p><p>Bevor Hermine antworten konnte, war ein gro�es schwarzes M�dchen mit langen geflochtenen Haaren zu Harry getreten.</p><p>�Hi, Angelina.�</p><p>�Hi�, sagte sie forsch, �wie war dein Sommer?� Und ohne eine Antwort abzuwarten: �H�r mal, ich bin zum neuen Quidditch-Kapit�n der Gryffindors ernannt worden.�</p><p>�Find ich gut�, sagte Harry und grinste sie an. Er vermutete, dass Angelinas Anfeuerungsreden nicht so langatmig sein w�rden wie die von Oliver Wood - was ganz gewiss ein Fortschritt war.</p><p>�Oliver ist ja nicht mehr da und wir brauchen einen neuen H�ter. Am Freitag um f�nf sind die Auswahlspiele, und ich m�chte, dass die ganze Mannschaft auf der Matte steht, klar? Dann k�nnen wir sehen, wie der Neue sich einpasst.�</p><p>�Okay�, sagte Harry.</p><p>Angelina l�chelte ihn an und ging.</p><p>�Ich hab ganz vergessen, dass Wood nicht mehr da ist�, sagte Hermine zerstreut, als sie sich neben Ron setzte und einen Teller mit Toast zu sich heranzog. �Der wird wohl eine ziemliche L�cke in der Mannschaft hinterlassen?�</p><p>�Denk ich auch�, best�tigte Harry und setzte sich auf die Bank gegen�ber. �Er war ein guter H�ter ...�</p><p>�Trotzdem, ein bisschen frisches Blut kann nicht schaden, oder?�, meinte Ron.</p><p>Unter Fl�gelrauschen und Geklacker kamen Hunderte von Eulen durch die oberen Fenster gesegelt. Sie verstreuten sich �ber die ganze Halle, brachten ihren Besitzern Briefe und P�ckchen und verspr�hten einen feinen Niesel auf die Fr�hst�ckenden - offenbar regnete es drau�en in Str�men. Von Hedwig war keine Spur zu entdecken, was Harry jedoch kaum �berraschte; der Einzige, der ihm schrieb, war Sirius, und er bezweifelte, dass Sirius ihm nach nur vierundzwanzig Stunden der Trennung schon etwas Neues zu sagen hatte. Hermine jedoch musste ihren Orangensaft rasch beiseite schieben, um einer gro�en feuchten Schleiereule Platz zu machen, die einen durchweichten Tagespropheten im Schnabel trug.</p><p>�Wozu liest du den eigentlich noch?�, sagte Harry ver�rgert und musste an Seamus denken, w�hrend Hermine einen Knut in den Lederbeutel am Bein der Eule steckte, die gleich wieder losflog. �Mir ist das schnuppe ... ein Haufen Unsinn.�</p><p>�Es ist gut, zu wissen, was der Feind denkt�, sagte Hermine finster, schlug die Zeitung auf, verschwand hinter ihr und tauchte erst wieder auf, als Harry und Ron mit dem Essen fertig waren.</p><p>�Nichts�, sagte sie nur , rollte die Zeitung zusammen und legte sie neben ihren Teller. �Nichts �ber dich oder Dumbledore oder sonst wen.�</p><p>Professor McGonagall ging nun am Tisch entlang und verteilte Stundenpl�ne.</p><p>�Schau dir mal an, was wir heute haben!�, �chzte Ron. �Zaubereigeschichte, Doppelstunde Zaubertr�nke, Wahrsagen und Doppelstunde Verteidigung gegen die dunklen K�nste ... Binns, Snape, Trelawney und diese Umbridge, alles an einem Tag! Hoffentlich kriegen Fred und George diese Nasch-und-Schw�nz-Leckereien bald auf die Reihe ...�</p><p>�Tr�gen mich denn meine Ohren?�, t�nte Fred, der mit George aufgetaucht war und sich neben Harry auf die Bank quetschte. �Vertrauenssch�ler von Hogwarts wollen doch nicht etwa den Unterricht schw�nzen?�</p><p>�Sieh dir mal an, was wir heute alles haben�, entgegnete Ron m�rrisch und schob Fred den Stundenplan unter die Nase. �Das ist der �belste Montag, den ich je gesehen habe.�</p><p>�Wohl wahr, Bruderherz�, sagte Fred und �berflog die Spalte. �Wenn du willst, kannst du ein bisschen Nasblutnugat kriegen, ist gerade im Angebot.�</p><p>�Warum ist es im Angebot?�, fragte Ron argw�hnisch.</p><p>�Weil du blutest und blutest, bis du zerschrumpelt bist; wir haben bisher noch kein Gegenmittel�, sagte George und tat sich einen R�ucherhering auf.</p><p>�Na danke�, sagte Ron missmutig und steckte seinen Stundenplan ein, �dann geh ich doch lieber in den Unterricht.�</p><p>�Und weil wir gerade von diesen Nasch-und-Schw�nz-Leckereien sprechen�, sagte Hermine und �ugte Fred und George fuchsig an, �auf dem schwarzen Brett von Gryffindor d�rft ihr keine Testpersonen anwerben.�</p><p>�Behauptet wer?�, fragte George mit erstaunter Miene.</p><p>�Behaupte ich�, erwiderte Hermine. �Und Ron.�</p><p>�Lass mich aus der Sache raus�, warf Ron hastig ein.</p><p>Hermine funkelte ihn b�se an. Fred und George kicherten.</p><p>�Bald wirst du ganz anders reden, Hermine�, sagte Fred und schmierte sich dick Butter auf ein Fladenbr�tchen. �Du f�ngst jetzt mit der f�nften Klasse an, du wirst noch fr�h genug antanzen und um Nasch-und-Schw�nz-Leckereien betteln.�</p><p>�Und warum sollte ich in der f�nften Klasse um Nasch-und-Schw�nz-Leckereien betteln?�, fragte Hermine.</p><p>�Das f�nfte Jahr ist ZAG-Jahr�, sagte George.</p><p>�Na und?�</p><p>�Na, dann habt ihr bald Pr�fungen, oder? Die werden euch so lange durch die Tretm�hle jagen, bis ihr am Ende nur noch kriechen k�nnt�, sagte Fred gen�sslich.</p><p>�Bei uns hatte der halbe Jahrgang vor den ZAGs seine kleineren Zusammenbr�che�, frohlockte George. �Tr�nen und Wutanf�lle ... Patricia Stimpson fiel andauernd in Ohnmacht ...�</p><empty-line/><p>�Kenneth Tower hat �berall Furunkel gekriegt, wei�t du noch?�, sagte Fred erinnerungsselig.</p><p>�Weil du ihm Pustelpuder in den Schlafanzug getan hast�, sagte George.</p><p>�Ach jaah�, sagte Fred und grinste. �Hab ich ganz vergessen ... manchmal verliert man einfach den �berblick, geht's dir nicht auch so?�</p><p>�Jedenfalls ist das f�nfte Jahr ein einziger Alptraum�, sagte George.</p><p>�Zumindest wenn dir Pr�fungsergebnisse nicht schnuppe sind. Fred und ich haben's irgendwie geschafft, nicht schlappzumachen.�</p><p>�Ja ... kann man wohl sagen, was habt ihr gekriegt, drei ZAGs pro Nase?�, sagte Ron.</p><p>�Jep�, sagte Fred unbek�mmert. �Aber wir sind der Meinung, dass unsere Zukunft nicht in der Welt akademischer Leistungen liegt.�</p><p>�Wir haben uns ernsthaft �berlegt, ob wir uns noch die M�he machen sollten, f�r die siebte Klasse wieder herzukommen�, sagte George mit breitem L�cheln,</p><p>�jetzt, da wir -�</p><p>Er verstummte nach einem warnenden Blick von Harry, der wusste, dass George fast den Trimagischen Gewinn erw�hnt h�tte, den er ihnen geschenkt hatte.</p><p>�- jetzt, da wir unsere ZAGs haben�, erg�nzte George hastig. �Ich meine, brauchen wir dann wirklich noch den UTZ? Aber wir dachten, Mum w�rde es nicht verkraften, wenn wir die Schule abbrechen, nicht nachdem sich Percy als der gr��te Arsch der Welt erwiesen hat.�</p><p>�Aber wir werden unser letztes Jahr hier nicht vertr�deln�, sagte Fred und lie� den Blick voll Vorfreude durch die Gro�e Halle schweifen. �Wir nutzen es f�r ein wenig Marktforschung, um genau herauszufinden, was der durchschnittliche Hogwarts-Sch�ler von einem Scherzartikelladen verlangt, dann werden wir unsere Forschungsergebnisse sorgf�ltig auswerten und Produkte entwickeln, die der Nachfrage entsprechen.�</p><p>�Aber wo wollt ihr das n�tige Gold f�r euren Scherzartikelladen herkriegen?�, fragte Hermine skeptisch. �Ihr braucht doch all die Zutaten und Ger�tschaften - und auch R�ume, denk ich mal ...�</p><p>Harry sah die Zwillinge nicht an. Sein Gesicht war hei� geworden, absichtlich lie� er seine Gabel fallen und tauchte unter den Tisch, um sie aufzuheben. Oben h�rte er Fred sagen: �Stell uns keine Fragen und wir erz�hlen dir keine L�gen, Hermine. Komm, George, wenn wir fr�h da sind, k�nnen wir vor Kr�uterkunde vielleicht noch ein paar Langziehohren verkaufen.�</p><empty-line/><p>Als Harry wieder �ber dem Tisch auftauchte, sah er gerade noch, wie Fred und George, jeder mit einem Stapel Toasts bepackt, von dannen zogen.</p><p>�Was sollte das hei�en?�, sagte Hermine und blickte abwechselnd Harry und Ron an. ��Stell uns keine Fragen� ... Soll das hei�en, dass sie bereits das Gold zusammenhaben, um einen Scherzartikelladen aufzumachen?�</p><p>�Wei�t du was, das hab ich mich auch schon gefragt�, sagte Ron mit zusammengezogenen Brauen. �Die haben mir diesen Sommer eine neue Garnitur Festumh�nge gekauft und ich hatte keine Ahnung, wo sie die Galleonen daf�r herhatten ...�</p><p>Harry hielt es f�r an der Zeit, das Gespr�ch aus diesen Untiefen herauszusteuern.</p><p>�Denkt ihr, es stimmt, dass es dieses Jahr richtig hart wird? Wegen der Pr�fungen?�</p><p>�Oh, ja�, sagte Ron. �Muss wohl, oder? ZAGs sind wirklich wichtig, davon h�ngt ab, f�r welche Berufe du dich bewerben kannst und so. Wir haben dann auch noch Berufsberatung irgendwann sp�ter im Jahr, hat mir Bill erz�hlt. Dann kannst du w�hlen, welche UTZ-Kurse du im n�chsten Jahr belegen willst.�</p><p>�Wisst ihr schon, was ihr nach Hogwarts machen wollt?�, fragte Harry die beiden anderen, als sie kurz danach die Gro�e Halle verlie�en und sich auf den Weg in den Zaubereigeschichtsunterricht machten.</p><p>�Eigentlich nicht�, sagte Ron langsam. �Au�er ... na ja ...�</p><p>Er sah ein wenig bel�mmert drein.</p><p>�Was?�, dr�ngte Harry.</p><p>�Naja, es war cool, ein Auror zu sein�, sagte Ron beil�ufig.</p><p>�Ja, das w�r's�, best�tigte Harry nachdr�cklich.</p><p>�Aber die sind sozusagen die Elite�, sagte Ron. �Dazu musst du wirklich gut sein. Was ist mit dir, Hermine?�</p><p>�Ich wei� nicht�, antwortete sie. �Ich glaub, ich m�chte etwas wirklich Sinnvolles machen.�</p><p>�Ein Auror tut was Sinnvolles!�, sagte Harry.</p><p>�Ja schon, aber es gibt doch auch noch andere sinnvolle Dinge�, sagte Hermine nachdenklich. �Ich meine, wenn ich B.ELFE.R weiterentwickeln k�nnte ...�</p><p>Harry und Ron vermieden es mit Bedacht, sich anzusehen.</p><empty-line/><p>Geschichte der Zauberei war nach allgemeiner �bereinstimmung das langweiligste Fach, das die Zaubererschaft sich je ausgedacht hatte. Professor Binns, das Gespenst, das sie unterrichtete, hatte eine pfeifende, leiernde Stimme, die so gut wie sicher in zehn Minuten, bei sch�nem Wetter in f�nf Minuten zu starker Schl�frigkeit f�hrte. Er �nderte seinen Unterricht nie, sondern redete ununterbrochen, w�hrend sie sich Notizen machten oder vielmehr d�sig ins Leere starrten. Harry und Ron war es bisher gelungen, die Pr�fungen in diesem Fach mit Ach und Krach zu bestehen, weil sie vorher Hermines Notizen abgeschrieben hatten; sie allein war offenbar imstande, der einschl�fernden Macht von Binns'</p><p>Stimme zu widerstehen.</p><p>Heute durchlitten sie eine Dreiviertelstunde Geleier zum Thema Riesen-Kriege. Harry bekam in den ersten zehn Minuten gerade mal genug mit, um vage dar�ber nachzudenken, dass dieses Thema bei einem anderen Lehrer halbwegs interessant sein k�nnte, doch dann schaltete sein Gehirn ab und er verbrachte die restliche halbe Stunde damit, auf einer Ecke seines Pergaments mit Ron Galgenm�nnchen zu spielen, w�hrend Hermine ihnen aus den Augenwinkeln emp�rte Blicke zuwarf.</p><p>�Wie w�r's�, fragte sie k�hl, als die drei zur Pause das Klassenzimmer verlie�en (Binns entschwebte durch die Tafel), �wenn ich euch dieses Jahr einfach mal nicht abschreiben lie�e?�</p><p>�Dann w�rden wir durch die ZAGs rasseln�, sagte Ron. �Wenn du dir das aufs Gewissen laden willst, Hermine ...�</p><p>�Nun, ihr habt's nicht anders verdient�, fauchte sie. �Ihr macht ja nicht mal den Versuch, ihm zuzuh�ren, oder?�</p><p>�Doch, wir versuchend�, sagte Ron. �Nur haben wir nicht deinen Grips und dein Ged�chtnis oder deine Konzentration - du bist einfach schlauer als wir - musst du es uns auch noch reindr�cken?�</p><p>�Aach, h�r mir mit dem Unsinn auf�, sagte Hermine, und doch schien sie eine Spur bes�nftigt, als sie ihnen voran auf den nassen Hof trat.</p><p>Es fiel ein feiner, nebliger Niesel, so dass die Gr�ppchen, die sich im Hof zusammendr�ngten, ein wenig verschwommen wirkten. Harry, Ron und Hermine w�hlten eine abgeschiedene Ecke unter einem stark tropfenden Balkon, klappten die Kragen ihrer Umh�nge gegen den frostigen Septemberwind hoch und unterhielten sich dar�ber, was Snape ihnen wohl in der ersten Stunde des Schuljahrs vorsetzen w�rde. Sie waren sich gerade einig geworden, dass es wahrscheinlich etwas unglaublich Schwieriges sein w�rde, weil er sie bestimmt nach zwei Ferienmonaten auf dem falschen Fu� erwischen wollte, da bog jemand um die Ecke und kam auf sie zu.</p><empty-line/><p>�Hallo, Harry!�</p><p>Es war Cho Chang und, wichtiger noch, sie war wieder allein. Das war �u�erst ungew�hnlich: Cho war fast immer von einer Schar kichernder M�dchen umgeben; Harry erinnerte sich daran, was f�r ein Alptraum der Versuch gewesen war, sie einmal allein zu erwischen und zum Weihnachtsball zu bitten.</p><p>�Hi�, sagte Harry und sp�rte, wie sein Gesicht hei� wurde. Wenigstens bist du diesmal nicht voller Stinksaft, sagte er sich. Cho schien ein ganz �hnlicher Gedanke durch den Kopf zu gehen.</p><p>�Du hast das Zeug also weggekriegt?�</p><p>�Ja�, sagte Harry und versuchte zu grinsen, als w�re die Erinnerung an ihre letzte Begegnung eigentlich lustig und nicht furchtbar peinlich. �Und du, hast du ... �hm ... einen sch�nen Sommer gehabt?�</p><p>Kaum war es raus, schon bereute er es - Cedric war Chos Freund gewesen und die Erinnerung an seinen Tod w�rde ihre Ferien kaum weniger getr�bt haben als die seinen. In ihrem Gesicht schien sich etwas zu straffen, aber sie sagte: �Oh, war schon in Ordnung, ja ...�</p><p>�Ist das ein Tornados-Abzeichen?�, wollte Ron pl�tzlich wissen und deutete auf einen himmelblauen Sticker mit einem goldenen Doppel-T, den sich Cho an den Umhang gesteckt hatte. �Du bist doch kein Tornados-Fan, oder?�</p><p>�Doch, bin ich�, sagte Cho.</p><p>�Waren die immer schon deine Lieblingsmannschaft oder erst, seit sie demn�chst Meister werden?�, sagte Ron in einem Ton, der Harry unn�tig vorwurfsvoll schien.</p><p>�Ich war schon mit sechs Jahren Tornados-Fan�, sagte Cho k�hl. �Ist auch egal ... bis dann, Harry.�</p><p>Sie ging davon. Hermine wartete, bis Cho halb �ber den Hof war, dann nahm sie sich Ron zur Brust.</p><p>�Du bist derartig taktlos!�</p><p>�Was? Ich hab sie doch nur gefragt -�</p><p>�Hast du nicht gemerkt, dass sie eigentlich mit Harry reden wollte?�</p><p>�Na und? H�tt sie doch tun k�nnen. Ich hab sie nicht dran gehindert -�</p><p>�Warum in aller Welt hast du sie wegen ihrer Quidditch-Mannschaft angemacht?�</p><p>�Angemacht? Ich hab sie nicht angemacht, ich hab nur -�</p><empty-line/><p>�Wen schert es denn, ob sie Tornados-Fan ist?�</p><p>�Ach, h�r mal, die H�lfte der Leute, die jetzt diese Abzeichen tragen, haben sie erst in der letzten Saison gekauft -�</p><p>�Na und?�</p><p>�Das hei�t, das sind keine echten Fans, die springen nur auf den fahrenden Zug -�</p><p>�Es l�utet�, sagte Harry teilnahmslos, denn Ron und Hermine beharkten sich so laut, dass sie die Glocke nicht h�rten. Den ganzen Weg hinunter zu Snapes Kerker stritten sie sich, so dass Harry ausgiebig dar�ber nachgr�beln konnte, dass er zwischen Neville und Ron von Gl�ck reden durfte, wenn er sich wenigstens mal f�r zwei Minuten mit Cho unterhalten konnte, ohne hinterher das Gef�hl zu haben, er m�sse das Land verlassen.</p><p>Und doch, �berlegte er, w�hrend sie sich an der Schlange anstellten, die sich vor der T�r von Snapes Klassenzimmer bildete, und doch hatte sie beschlossen zu ihm zu kommen und mit ihm zu reden, oder? Sie war Cedrics Freundin gewesen; sie h�tte Harry aus gutem Grund hassen k�nnen, da er lebend aus dem Trimagischen Irrgarten aufgetaucht war, w�hrend Cedric gestorben war, und doch sprach sie ganz freundlich mit ihm, nicht so, als w�rde sie ihn f�r verr�ckt halten oder f�r einen L�gner oder auf irgendeine schreckliche Weise verantwortlich f�r Cedrics Tod ... ja, sie hatte sich offensichtlich entschieden zu ihm zu kommen und mit ihm zu reden, und das nun schon zum zweiten Mal in zwei Tagen ... und dieser Gedanke hob Harrys Laune. Selbst das unheilvolle Knarzen, mit dem sich Snapes Kerkert�r �ffnete, brachte die kleine, mit Hoffnung erf�llte Blase nicht zum Platzen, die in seiner Brust anzuschwellen schien. Er folgte Ron und Hermine ins Klassenzimmer und an ihren gewohnten Tisch ganz hinten und achtete nicht weiter auf das �rgerliche Schnauben, das beide nun von sich gaben.</p><p>�Ruhe jetzt�, sagte Snape kalt und schloss die T�r hinter ihnen.</p><p>Ein Ordnungsruf war eigentlich nicht n�tig; die Klasse hatte kaum die T�r zugehen h�ren, da war sie auch schon verstummt und alles Gezappel hatte ein Ende. Die blo�e Anwesenheit Snapes reichte meist aus, um in einer Klasse f�r Ruhe zu sorgen.</p><p>�Bevor wir mit der heutigen Lektion beginnen�, sagte Snape, glitt hin�ber zu seinem Pult und starrte in die Runde, �halte ich es f�r angebracht, Sie daran zu erinnern, dass Sie sich im n�chsten Juni einer wichtigen Pr�fung unterziehen werden, bei der Sie beweisen k�nnen, wie viel Sie �ber die Mischung und den Gebrauch von Zaubertr�nken gelernt haben. Dumm, wie ein Teil dieser Klasse zweifellos ist, erwarte ich dennoch, dass Sie wenigstens noch ein �Annehmbar� bei Ihren ZAGs schaffen, andernfalls werden Sie ... mein Missbehagen zu sp�ren bekommen.�</p><p>Sein Blick blieb diesmal an Neville h�ngen, der heftig schluckte.</p><p>�Nach diesem Schuljahr werden nat�rlich viele von Ihnen nicht mehr bei mir studieren�, fuhr Snape fort. �In meine UTZ-Zaubertrankklasse nehme ich nur die Allerbesten auf, was hei�t, dass einige von Ihnen sich mit Sicherheit verabschieden werden.�</p><p>Seine Augen ruhten nun auf Harry und seine Lippen kr�uselten sich. Harry blickte finster zur�ck und sp�rte ein grimmiges Vergn�gen bei dem Gedanken, dass er den Zaubertrankunterricht nach dem f�nften Jahr sausen lassen konnte.</p><p>�Aber bis zu diesem gl�cklichen Moment des Abschieds haben wir noch ein Jahr vor uns�, sagte Snape sanft, �und so rate ich Ihnen allen, ob Sie es mit UTZ versuchen wollen oder nicht, Ihre Anstrengungen darauf zu konzentrieren, das hohe Abschlussniveau zu halten, das ich inzwischen von meinen ZAG-Sch�lern erwarte.</p><p>Heute mischen wir ein Gebr�u, das bei den Zauberergrad-Pr�fungen h�ufig verlangt wird: den Trunk des Friedens, einen Zaubertrank, der �ngste lindert und Aufgeregtheit d�mpft. Aber Vorsicht: Wenn Sie mit den Zutaten allzu sorglos umgehen, werden Sie mit Ihrem Trank einen tiefen Schlaf ausl�sen, aus dem manche nicht mehr erwachen werden, also achten Sie darauf, was Sie tun.�</p><p>Zu Harrys Linken setzte sich Hermine mit h�chst konzentrierter Miene ein wenig gerader hin. �Die Zutaten und die Zubereitung -�, Snape schnippte mit dem Zauberstab, �- stehen hier an der Tafel -� (wo sie erschienen) �- und Sie finden alles, was Sie brauchen -�, wieder schnippte er mit dem Zauberstab, �- im Zutatenschrank -� (die T�r besagten Schrankes sprang auf) �- Sie haben anderthalb Stunden ... fangen Sie an.�</p><p>Genau wie Harry, Ron und Hermine vorausgesagt hatten, h�tte Snape ihnen kaum einen schwierigeren, kniffligeren Zaubertrank zur Aufgabe machen k�nnen.</p><p>Die Zutaten mussten genau in der richtigen Reihenfolge und Menge in den Kessel gegeben werden; die Mixtur musste exakt soundso viele Male umger�hrt werden, erst im Uhrzeigersinn, dann gegen ihn; die Hitze der Flammen, auf denen sie zu sieden hatte, musste f�r eine bestimmte Minutenzahl auf die genau richtige Temperatur gesenkt werden, bevor die letzte Zutat beigegeben wurde.</p><p>�Ein leichter silberner Dampf sollte inzwischen von Ihrem Trank aufsteigen�, rief Snape, als sie noch zehn Minuten Zeit hatten.</p><p>Harry, dem der Schwei� ausgebrochen war, blickte sich verzweifelt im Kerker um. Seinem Kessel entwich reichlich dunkelgrauer Dampf; der von Ron spuckte gr�ne Funken. Seamus stocherte fieberhaft mit der Spitze seines Zauberstabs im Feuer unter seinem Kessel herum, das offenbar auszugehen drohte. �ber Hermines Trank jedoch hatte sich ein schimmernder Nebel aus silbernem Dampf gebildet, und als Snape vor�berglitt, blickte er kommentarlos an seiner Hakennase vorbei darauf, was hie�, dass er nichts auszusetzen fand. Bei Harrys Kessel allerdings hielt Snape inne und begutachtete ihn mit einem Furcht erregenden Grinsen.</p><p>�Was soll das sein, Potter?�</p><p>Die Slytherins in den vorderen Reihen blickten begierig auf; sie h�rten liebend gern, wie Snape Harry piesackte.</p><p>�Der Trunk des Friedens�, sagte Harry angespannt.</p><p>�Sagen Sie mal, Potter�, fragte Snape sanft, �k�nnen Sie lesen?�</p><p>Draco Malfoy lachte.</p><p>�Ja, kann ich�, sagte Harry und schloss die Finger fest um seinen Zauberstab.</p><p>�Dann lesen Sie mir die dritte Zeile der Rezeptur vor, Potter.�</p><p>Harry sp�hte zur Tafel; es war nicht einfach, die Rezeptur durch die bunten Dampfschwaden zu erkennen, die inzwischen den Kerker erf�llten.</p><p>��Man f�ge Mondsteinpulver hinzu, r�hre dreimal gegen den Uhrzeigersinn um, lasse es sieben Minuten sieden und gebe dann zwei Tropfen Nieswurzsirup bei.��</p><p>Das Herz sank ihm in die Hose. Er hatte keinen Nieswurzsirup beigegeben.</p><p>Nachdem er seinen Trank sieben Minuten lang hatte sieden lassen, war er gleich zur vierten Zeile der Rezeptur weitergesprungen.</p><p>�Haben Sie die dritte Zeile zur G�nze befolgt, Potter?�</p><p>�Nein�, sagte Harry sehr leise.</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Nein�, sagte Harry lauter. �Ich habe die Nieswurz vergessen.�</p><p>�Das wei� ich, Potter, und das hei�t, dieser Mischmasch ist vollkommen wertlos. Evanesco.�</p><p>Was Harry zusammengebraut hatte, verschwand; wie ein Trottel stand er neben einem leeren Kessel.</p><p>�Jene von Ihnen, die tats�chlich imstande waren, die Rezeptur zu lesen, f�llen nun ein Fl�schchen davon ab, beschriften es deutlich lesbar mit ihrem Namen und bringen es zur Erprobung nach vorne zu meinem Pult�, sagte Snape.</p><p>�Hausaufgabe: Zw�lf Zoll Pergament �ber die Eigenschaften von Mondstein und seine Anwendungen in der Zaubertrankbereitung, Abgabe am Donnerstag.�</p><empty-line/><p>W�hrend alle ringsum ihre Fl�schchen abf�llten, r�umte Harry kochend vor Wut seine Sachen weg. Sein Trank war nicht �bler gewesen als das Gemisch von Ron, das inzwischen einen Gestank nach faulen Eiern von sich gab; oder als das von Neville, das die Festigkeit von gerade angemischtem Zement erreicht hatte und das Neville jetzt aus seinem Kessel herausmei�eln musste; doch er, Harry, w�rde null Punkte f�r die heutige Arbeit bekommen. Er stopfte seinen Zauberstab in die Schultasche, lie� sich auf seinen Stuhl sacken und sah zu, wie sie alle mit ihren gef�llten und verkorkten Fl�schchen zu Snapes Pult marschierten. Als es endlich l�utete, war Harry als Erster aus dem Kerker verschwunden. Er hatte schon mit dem Essen begonnen, als Ron und Hermine in der Gro�en Halle zu ihm kamen. Die Decke hatte im Laufe des Morgens ein noch tr�beres Grau angenommen. Regen peitschte gegen die hohen Fenster.</p><p>�Das war wirklich unfair�, sagte Hermine mitf�hlend, setzte sich neben Harry und nahm sich von dem Hackfleisch-und-Kartoffel-Auflauf. �Dein Gebr�u war bei weitem nicht so �bel wie das von Goyle; als der sein Fl�schchen damit abgef�llt hat, ist es geplatzt und das Zeug hat seinen Umhang in Brand gesetzt.�</p><p>�Was soll's�, sagte Harry und stierte auf seinen Teller, �wann war Snape denn jemals fair zu mir?�</p><p>Keiner der beiden antwortete; alle drei wussten, dass Snape und Harry eine absolute Feindschaft gegeneinander hegten, seit Harry zum ersten Mal den Fu� �ber die Schwelle von Hogwarts gesetzt hatte.</p><p>�Ich hatte eigentlich gedacht, er w�rde dieses Jahr vielleicht ein bisschen netter sein�, sagte Hermine und klang entt�uscht. �Ich meine ... ihr wisst schon ...� - sie blickte sich vorsichtig um; zu beiden Seiten war ein halbes Dutzend Pl�tze leer und niemand ging am Tisch vorbei - �... jetzt, wo er im Orden des Ph�nix ist und so.�</p><p>�Unkraut vergeht nicht�, sagte Ron weise. �Jedenfalls hab ich Dumbledore immer f�r beknackt gehalten, weil er Snape traute. Wo ist der Beweis, dass er je wirklich aufgeh�rt hat, f�r Du-wei�t-schon-wen zu arbeiten?�</p><p>�Dumbledore hat wahrscheinlich eine Menge Beweise, denke ich, auch wenn er sie dir nicht mitteilt, Ron�, fauchte Hermine.</p><p>�Ach, seid still, ihr beiden�, sagte Harry nachdr�cklich, als Ron den Mund �ffnete, um zur�ckzugiften. Hermine und Ron erstarrten, sie sahen w�tend und beleidigt aus. �K�nnt ihr es nic ht mal gut sein lassen?�, sagte Harry. �St�ndig liegt ihr euch in den Haaren, das macht mich noch wahnsinnig.� Er lie� seinen Auflauf stehen, schwang sich die Schultasche �ber die Schulter und lie� die beiden sitzen.</p><p>Auf der Marmortreppe nahm er immer zwei Stufen zugleich nach oben, vorbei an vielen Sch�lern, die zum Mittagessen hasteten. Der Zorn, der eben so pl�tzlich in ihm aufgeflammt war, loderte noch, und das Bild von Ron und Hermine, die mit geschockten Mienen dagesessen hatten, befriedigte ihn zutie fst. Geschieht ihnen recht, dachte er, warum k�nnen die nicht mal Ruhe geben ... hacken st�ndig aufeinander rum ... das treibt doch jeden die W�nde hoch ...</p><p>Auf einem Treppenabsatz kam er an dem gro�en Gem�lde von Sir Cadogan dem Ritter vorbei; Sir Cadogan zog sein Schwert und fuchtelte wild in Harrys Richtung, doch der beachtete ihn nicht.</p><p>�Komm zur�ck, du gemeiner Hund! Steh deinen Mann und k�mpfe!�, rief Sir Cadogan mit vom Visier ged�mpfter Stimme, aber Harry ging einfach weiter, und als Sir Cadogan ihm folgen wollte, indem er in ein benachbartes Bild rannte, wurde er von dessen Bewohner, einem gro�en und w�tend aussehenden Wolfshund, zur�ckgescheucht.</p><p>W�hrend der restlichen Mittagspause hockte Harry allein unter der Fallt�r in der Spitze des Nordturms. So stieg er nach dem L�uten als Erster die silberne Leiter hoch, die zu Sibyll Trelawneys Klassenzimmer f�hrte.</p><p>Wahrsagen war nach Zaubertr�nke das Fach, das Harry am wenigsten mochte, und das lag vor allem an Professor Trelawneys Angewohnheit, alle paar Unterrichtsstunden seinen vorzeitigen Tod vorauszusagen. Hager, wie sie war, und reichlich mit T�chern und schimmernden Perlenketten ausstaffiert, erinnerte sie Harry immer an eine Art Insekt, dessen Augen von ihren Brillengl�sern auf riesige Ma�e vergr��ert wurden. Als Harry eintrat, war sie damit besch�ftigt, arg l�dierte, in Leder gebundene B�cher auf die storchbeinigen Tischchen zu verteilen, die in ihrem Zimmer verstreut standen. Aber die mit T�chern bedeckten Lampen und das schwach brennende, s��lich parf�mierte Feuer gaben ein so d�mmriges Licht, dass sie offenbar nicht bemerkte, wie Harry sich in der D�sternis auf einen Stuhl setzte. Der Rest der Klasse tr�pfelte im Lauf der n�chsten f�nf Minuten herein. Ron erschien in der Fallt�r, blickte sich bed�chtig um, entdeckte Harry und ging direkt auf ihn zu, so direkt wie m�glich jedenfalls, da er sich zwischen den Tischen, St�hlen und gepolsterten Sitzkissen hindurchschl�ngeln musste.</p><p>�Hermine und ich haben aufgeh�rt zu streiten�, sagte er und setzte sich neben Harry.</p><p>�Gut�, brummte Harry.</p><p>�Aber Hermine sagt, sie f�nde es nett, wenn du aufh�ren w�rdest, deine Wut an uns auszulassen�, f�gte Ron hinzu.</p><p>�Ich lass nicht -�</p><p>�Ich wollt's dir nur ausrichten�, fuhr ihm Ron dazwischen. �Aber ich glaub, sie hat Recht. Es ist nicht unsere Schuld, wenn dich Seamus und Snape so behandeln.�</p><p>�Ich hab nie gesagt, dass -�</p><p>�Guten Tag�, sagte Professor Trelawney mit ihrer gewohnt rauchigen, vertr�umten Stimme. Harry verstummte, und wieder hatte er das Gef�hl, sich selbst auf die Nerven zu gehen und sich zugleich ein wenig zu sch�men. �Und willkommen zur�ck in Wahrsagen. Ich habe Ihre Schicksale w�hrend der Ferien nat�rlich h�chst sorgf�ltig verfolgt, und ich freue mich zu sehen, dass Sie alle sicher nach Hogwarts zur�ckgekehrt sind - was ich nat�rlich genau gewusst habe.</p><p>Auf den Tischen vor Ihnen finden Sie je ein Exemplar des Buches Das Traumorakel von Inigo Imago. Die Traumdeutung ist eines der wichtigsten Mittel zur Weissagung der Zukunft und wird wohl auch bei Ihren ZAGs gepr�ft werden.</p><p>Wobei ich nat�rlich nicht glaube, dass bestandene oder nicht bestandene Pr�fungen auch nur die geringste Bedeutung h�tten, wenn es um die heilige Kunst des Wahrsagens geht. Wenn Sie das Sehende Auge haben, spielen Zeugnisse und Noten keine gro�e Rolle. Allerdings w�nscht der Schulleiter, dass Sie sich einer Pr�fung unterziehen, und deshalb ...�</p><p>Ihre Stimme wehte zart dahin und lie� keinen Zweifel aufkommen, dass Professor Trelawney ihr Fach �ber solch niedere Dinge wie Pr�fungen v�llig erhaben w�hnte.</p><p>�Schlagen Sie bitte die Einleitung auf und lesen Sie, was Imago zur Frage der Traumdeutung zu sagen hat. Dann setzen Sie sich paarweise zusammen. Deuten Sie anhand des Traumorakels gegenseitig Ihre j�ngsten Tr�ume. Nun fangen Sie an.�</p><p>Das einzig Gute, was sich �ber diese Stunde sagen lie�, war, dass es keine doppelte war. Als schlie�lich alle die Einleitung des Buches gelesen hatten, blieben kaum noch zehn Minuten f�r die Traumdeutung �brig. Am Tisch neben Harry und Ron hatte sich Dean mit Neville zusammengetan, der sofort umst�ndlich einen Alptraum erkl�rte, in dem eine Riesenschere vorgekommen war, die den besten Hut seiner Gro�mutter trug; Harry und Ron sahen sich nur missmutig an.</p><p>�Ich erinnere mich nie an meine Tr�ume�, sagte Ron. �Erz�hl du einen.�</p><p>�Du musst dich doch wenigstens an einen erinnern�, dr�ngelte Harry ungeduldig.</p><p>Seine Tr�ume w�rde er keinem erz�hlen. Er wusste ganz genau, was sein regelm��ig wiederkehrender Alptraum mit dem Friedhof bedeutete, das mussten ihm weder Ron noch Professor Trelawney noch das bl�de Traumorakel erkl�ren.</p><empty-line/><p>�Naja, letztens hab ich nachts getr�umt, ich w�rde Quidditch spielen�, sagte Ron und verzog angestrengt das Gesicht, um sich weiter zu erinnern. �Was, glaubst du, soll das bedeuten?�</p><p>�Wahrscheinlich, dass du von einem Riesen-Marshmallow gefressen wirst oder so was�, sagte Harry und bl�tterte achtlos die Seiten des Traumorakels um.</p><p>Tr�ume im Orakel nachzuschlagen war eine ziemlich dr�ge Arbeit, und Harrys Laune besserte sich auch nicht, als Professor Trelawney ihnen die Hausaufgabe nannte, n�mlich einen Monat lang ein Traumtagebuch zu f�hren. Als es l�utete, waren er und Ron die Ersten auf der Leiter hinunter. Ron grollte vernehmlich.</p><p>�Ist dir klar, wie viele Hausaufgaben wir schon haben? Binns hat uns einen anderthalb Fu� langen Aufsatz �ber die Riesen-Kriege aufgehalst, Snape will einen Fu� lang �ber die Anwendungen von Mondstein, und jetzt auch noch einen Monat Traumtagebuch f�r Trelawney! Fred und George lagen gar nicht falsch mit dem ZAG-Jahr, oder? Diese Umbridge soll uns blo� nicht noch mehr ...�</p><p>Als sie das Klassenzimmer f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste betraten, fanden sie Professor Umbridge bereits am Lehrerpult sitzen, mit der flauschigen rosa Strickjacke vom Abend zuvor und mit der schwarzen Samtschleife auf dem Kopf. Harry f�hlte sich abermals stark an eine gro�e Fliege erinnert, die dumm genug war, auf dem Kopf einer noch gr��eren Kr�te zu hocken.</p><p>Der Rest der Klasse kam leise herein; Professor Umbridge war eine noch unbekannte Gr��e und nie mand wusste, wie streng sie auf Disziplin achten w�rde.</p><p>�Nun, einen guten Tag!�, sagte sie, als sich endlich alle gesetzt hatten.</p><p>�Guten Tag�, gr��ten einige murmelnd zur�ck.</p><p>�Tss, tss�, machte Professor Umbridge. �Das reicht aber nicht, oder? Ich m�chte doch bitten, dass Sie �Guten Tag, Professor Umbridge� antworten. Noch einmal, bitte. Guten Tag, Klasse!�</p><p>�Guten Tag, Professor Umbridge�, antworteten sie im Chor.</p><p>�Schon besser�, sagte Professor Umbridge zuckers��. �Das war nicht allzu schwer, nicht wahr? Zauberst�be weg und Federn raus, bitte.�</p><p>Viele in der Klasse tauschten finstere Blicke; der Anweisung �Zauberst�be weg� war bislang noch nie eine Unterrichtsstunde gefolgt, die sie interessant gefunden h�tten. Harry steckte seinen Zauberstab in die Schultasche und holte Feder, Tinte und Pergament heraus. Professor Umbridge �ffnete ihre Handtasche, zog ihren Zauberstab hervor, der ungew�hnlich kurz war, und klopfte damit resolut gegen die Tafel; sofort erschienen W�rter darauf: Verteidigung gegen die dunklen K�nste</p><p>Eine R�ckkehr zu den Grundprinzipien</p><p>�Nun denn, Ihr Unterricht in diesem Fach war doch einigerma�en unstet und bruchst�ckhaft, nicht wahr?�, stellte Professor Umbridge fest und wandte sich mit ordentlich gefalteten H�nden der Klasse zu. �Der st�ndige Wechsel der Lehrer, von denen einige offenbar keinem vom Ministerium anerkannten Lehrplan gefolgt sind, hat leider dazu gef�hrt, dass Sie weit unter dem Niveau sind, das wir in Ihrem ZAG-Jahr erwarten w�rden.</p><p>Sie werden sich jedoch freuen zu erfahren, dass diese Probleme nun behoben werden sollen. Wir werden in diesem Jahr einen sorgf�ltig strukturierten, theoriezentrierten, vom Ministerium anerkannten Kurs durchf�hren. Schreiben Sie bitte Folgendes ab.�</p><p>Wieder klopfte sie gegen die Tafel; die erste Botschaft verschwand und an ihre Stelle traten die �Ziele des Kurses�.</p><p>1. Verst�ndnis der Grundprinzipien defensiver Magie.</p><p>2. Erkennen von Situationen, in denen defensive Magie auf rechtlicher Grundlage eingesetzt werden kann.</p><p>3. Den Gebrauch defensiver Magie in einen Zusammen hang mit praktischem Nutzen stellen.</p><p>Einige Minuten lang war im Raum nur das Kratzen der Federn auf Pergament zu h�ren. Als alle Professor Umbridges drei Kursziele abgeschrieben hatten, fragte sie: �Haben alle ein Exemplar der Theorie magischer Verteidigung von Wilbert Slinkhard?�</p><p>Ein dumpfes zustimmendes Murmeln ging durch die Klasse.</p><p>�Ich glaube, das versuchen wir noch mal�, sagte Professor Umbridge. �Wenn ich Ihnen eine Frage stelle, m�chte ich, dass Sie mit �Ja, Professor Umbridge� oder �Nein, Professor Umbridge� antworten. Also: Haben alle ein Exemplar der Theorie magischer Verteidigung von Wilbert Slinkhard?�</p><p>�Ja, Professor Umbridge�, schallte es durchs Klassenzimmer.</p><p>�Gut�, sagte Professor Umbridge. �Nun schlagen Sie bitte Seite f�nf auf und lesen Sie �Kapitel eins, Allgemeinheiten f�r Anf�nger� Ich m�chte keine Unterhaltungen h�ren.�</p><p>Professor Umbridge trat von der Tafel zur�ck, lie� sich auf dem Stuhl hinter dem Lehrerpult nieder und beobachtete sie alle mit ihren w�ssrigen Kr�tenaugen.</p><p>Harry schlug Seite f�nf seines Exemplars der Theorie magischer Verteidigung auf und fing an zu lesen.</p><empty-line/><p>Es war furchtbar langweilig, genauso schlimm wie Professor Binns zuzuh�ren.</p><p>Er sp�rte, wie seine Konzentration nachlie�; bald hatte er ein und dieselbe Zeile ein halbes Dutzend Mal gelesen, ohne mehr als die ersten paar W�rter verstanden zu haben. Mehrere von Schweigen erf�llte Minuten vergingen. Neben ihm drehte Ron geistesabwesend immer wieder seine Feder in den Fingern und starrte auf die gleiche Textstelle. Harry blickte nach rechts, und was er sah, �berraschte ihn so, dass es ihn j�h aus seinem Tran riss. Hermine hatte ihre Theorie magischer Verteidigung nicht einmal aufgeschlagen. Mit emporgestreckter Hand starrte sie unverwandt Professor Umbridge an.</p><p>Harry konnte sich nicht erinnern, dass Hermine jemals etwas nicht gelesen h�tte, was man ihr befohlen hatte, oder auch nur der Versuchung widerstanden h�tte, jedes Buch zu �ffnen, das ihr unter die Nase kam. Er sah sie forschend an, doch sie sch�ttelte nur leicht den Kopf, um ihm zu bedeuten, dass sie nicht bereit war, Fragen zu beantworten. W�hrenddessen starrte sie unentwegt Professor Umbridge an, die nicht minder entschlossen in die andere Richtung blickte.</p><p>Nach einigen weiteren Minuten jedoch war Harry nicht mehr der Einzige, der Hermine beobachtete. Das Kapitel, das sie hatten lesen sollen, war so langweilig, dass immer mehr Sch�ler sich lieber daf�r entschieden, Hermine bei ihrem stummen Versuch zuzuschauen, Professor Umbridges Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, als sich weiter mit den �Allgemeinheiten f�r Anf�nger�</p><p>herumzuschlagen.</p><p>Als �ber die H�lfte der Klasse nicht mehr in die B�cher, sondern zu Hermine blickte, schien Professor Umbridge zu dem Schluss zu kommen, dass sie die Lage nicht l�nger ignorieren konnte.</p><p>�Wollten Sie eine Frage zu dem Kapitel stellen, meine Liebe?�, fragte sie Hermine, als h�tte sie diese eben erst bemerkt.</p><p>�Nein, nicht zu dem Kapitel�, sagte Hermine.</p><p>�Nun, wir lesen es gerade�, sagte Professor Umbridge und zeigte ihre kleinen spitzen Z�hne. �Wenn Sie andere Ausk�nfte w�nschen, k�nnen wir das am Ende des Unterrichts erledigen.�</p><p>�Ich m�chte eine Auskunft �ber Ihre Kursziele�, sagte Hermine.</p><p>Professor Umbridge hob die Augenbrauen.</p><p>�Und Ihr Name ist?�</p><p>�Hermine Granger�, sagte Hermine.</p><p>�Nun, Miss Granger, ich denke, die Kursziele sind vollkommen klar, wenn Sie sie sorgf�ltig durchlesen�, sagte Professor Umbridge mit ausgesucht liebensw�rdiger Stimme.</p><empty-line/><p>�Nun, mir nicht�, sagte Hermine freiweg. �Da steht nichts davon, wie man defensive Zauber einsetzt.�</p><p>Eine kurze Stille trat ein, w�hrend deren viele in der Klasse die K�pfe wandten und sich stirnrunzelnd die drei Kursziele anschauten, die immer noch an der Tafel standen.</p><p>�Defensive Zauber einsetzt?�, wiederholte Professor Umbridge mit einem kurzen Lachen. �Nun aber, ich kann mir nicht vorstellen, dass in meinem Klassenzimmer eine Situation eintreten k�nnte, die es erforderte, dass Sie einen defensiven Zauber einsetzen, Miss Granger. Sie erwarten doch nicht ernsthaft, im Unterricht angegriffen zu werden?�</p><p>�Wir gebrauchen keine Magie?�, rief Ron laut.</p><p>�Die Sch�ler und Sch�lerinnen heben die Hand, wenn sie in meinem Unterricht zu sprechen w�nschen, Mr. -?�</p><p>�Weasley�, sagte Ron und streckte die Hand in die Luft.</p><p>Professor Umbridge, die nun noch breiter l�chelte, wandte sich von ihm ab.</p><p>Auch Harry und Hermine hoben sofort die H�nde. Professor Umbridges Triefaugen verweilten f�r einen Moment auf Harry, bevor sie sich an Hermine wandte.</p><p>�Ja, Miss Granger? Sie wollten etwas anderes fragen?�</p><p>�Ja�, sagte Hermine. �Der springende Punkt bei Verteidigung gegen die dunklen K�nste ist doch sicher, dass wir Zauber zu unserer Verteidigung �ben?�</p><p>�Sind Sie eine vom Ministerium geschulte Ausbildungsexpertin, Miss Granger?�, fragte Professor Umbridge mit ihrer aufgesetzt liebensw�rdigen Stimme.</p><p>�Nein, aber -�</p><p>�Nun, dann f�rchte ich, Sie sind nicht qualifiziert zu entscheiden, was der �springende Punkt� eines Unterrichts ist. Zauberer, die viel �lter und kl�ger sind als Sie, haben unser neues Studienprogramm ausgearbeitet. Sie werden auf sichere, risikofreie Weise etwas �ber defensive Zauber lernen -�</p><p>�Was n�tzt denn das?�, sagte Harry laut. �Wenn wir angegriffen werden, wird das nicht -�</p><p>�Melden, Mr. Potter!�, fl�tete Professor Umbridge.</p><p>Harry stie� die Faust in die Luft. Erneut wandte sich Professor Umbridge prompt von ihm ab, aber inzwischen hatten schon einige andere die H�nde gehoben.</p><empty-line/><p>�Und Ihr Name ist?�, fragte Professor Umbridge Dean.</p><p>�Dean Thomas.�</p><p>�Nun, Mr. Thomas?�</p><p>�Also, es ist doch, wie Harry gesagt hat, nicht?�, sagte Dean. �Wenn wir angegriffen werden, wird das nicht risikofrei sein.�</p><p>�Ich wiederhole�, erwiderte Professor Umbridge und l�chelte Dean auf ziemlich nervige Weise an, �erwarten Sie, dass Sie w�hrend des Unterrichts angegriffen werden?�</p><p>�Nein, aber -�</p><p>Professor Umbridge lie� ihn nicht weiter zu Wort kommen. �Ich m�chte die Art und Weise, wie diese Schule bislang gef�hrt wurde, nicht kritisieren�, sagte sie und ein falsches L�cheln dehnte ihren breiten Mund, �aber Sie wurden in diesem Fach einigen sehr unverantwortlichen Zauberern ausgesetzt, wirklich sehr unverantwortlich - ganz zu schweigen�, sie lachte kurz und geh�ssig auf, �von �u�erst gef�hrlichen Halbbl�tern.�</p><p>�Wenn Sie Professor Lupin meinen�, legte Dean zornig los, �er war der Beste, den wir je -�</p><p>�Melden, Mr. Thomas! Wie ich schon sagte - es wurden Ihnen Zauber vorgef�hrt, die kompliziert, f�r Ihre Altersgruppe ungeeignet und potenziell t�dlich sind. Man hat Sie in Angst versetzt und glauben gemacht, dass Sie praktisch jeden Tag schwarzmagischen Angriffen ausgesetzt sein k�nnten -�</p><p>�Nein, das ist nicht wahr�, sagte Hermine, �wir haben nur -�</p><p>�Ihre Hand ist nicht oben, Miss Granger!�</p><p>Hermine hob die Hand. Professor Umbridge wandte sich von ihr ab.</p><p>�Meines Wissens hat mein Vorg�nger rechtswidrige Fl�che nicht nur vor Ihnen, sondern auch noch an Ihnen ausgef�hrt.�</p><p>�Naja, es hat sich ja rausgestellt, dass er wahnsinnig war, oder?�, sagte Dean hitzig. �Und trotzdem haben wir 'ne Menge gelernt.�</p><p>�Ihre Hand ist nicht oben, Mr. Thomas!�, trillerte Professor Umbridge. �Nun, es ist die Auffassung des Ministeriums, dass ein theoretisches Wissen mehr als ausreichend ist, um Sie durch die Pr�fungen zu bringen, und das ist es schlie�lich, worum es in der Schule geht. Und Ihr Name ist?�, f�gte sie mit starrem Blick auf Parvati hinzu, deren Hand eben hochgeschossen war.</p><p>�Parvati Patil, und gibt es nicht einen praktischen Teil in unseren ZAG-Pr�fungen in Verteidigung gegen die dunklen K�nste? Sollen wir nicht zeigen, dass wir tats�chlich die Gegenfl�che beherrschen und alles?�</p><p>�Wenn Sie die Theorie flei�ig genug studiert haben, gibt es keinen Grund, warum Sie nicht in der Lage sein sollten, Zauber unter sorgf�ltig �berwachten Pr�fungsbedingungen auszuf�hren�, sagte Professor Umbridge abweisend.</p><p>�Ohne dass wir je zuvor ge�bt haben?�, entgegnete Parvati ungl�ubig.</p><p>�Wollen Sie damit sagen, dass wir erst bei den Pr�fungen richtig zaubern d�rfen?�</p><p>�Ich wiederhole, wenn Sie die Theorie flei�ig genug studiert haben -�</p><p>�Und was wird uns die Theorie in der wirklichen Welt n�tzen?�, sagte Harry laut, die Faust erneut in der Luft.</p><p>Professor Umbridge sah auf.</p><p>�Wir sind hier in der Schule, Mr. Potter, nicht in der wirklichen Welt�, sagte sie sanft.</p><p>�Demnach sollen wir gar nicht darauf vorbereitet sein, was uns dort drau�en erwartet?�</p><p>�Dort drau�en erwartet Sie nichts, Mr. Potter.�</p><p>�Ah ja?�, sagte Harry. Seine Wut, offenbar den ganzen Tag lang kurz vor dem Kochen, erreichte nun den Siedepunkt.</p><p>�Wer, glauben Sie denn, will Kinder wie Sie angreifen?�, fragte Professor Umbridge mit honigs��er Stimme.</p><p>�Hm, �berlegen wir mal ...�, sagte Harry in gespielt nachdenklichem Ton.</p><p>�Vielleicht ... Lord Voldemort?�</p><p>Ron keuchte; Lavender Brown stie� einen spitzen Schrei aus; Neville rutschte seitw�rts vom Stuhl. Professor Umbridge jedoch zuckte nicht mit der Wimper. Sie starrte Harry mit einem Ausdruck grimmiger Genugtuung an.</p><p>�Zehn Punkte Abzug f�r Gryffindor, Mr. Potter.�</p><p>Die Klasse war reglos und stumm. Alle starrten entweder Umbridge oder Harry an.</p><p>�Nun, lassen Sie mich einige Dinge klar und deutlich sagen.�</p><p>Professor Umbridge stand auf und beugte sich, die kleinen Wurstfinger auf dem Pult gespreizt, zur Klasse vor.</p><p>�Man hat Ihnen gesagt, dass ein gewisser schwarzer Magier von den Toten zur�ckgekehrt sei -�</p><p>�Er war nicht tot�, sagte Harry zornig, �aber ja, er ist zur�ckgekehrt!�</p><empty-line/><p>�Mr.-Potter-Sie-haben-Ihrem-Haus-schon-zehn-Punkte-Abzug-eingebracht-nun-machen-Sie-die-Sache-f�r-sich-nicht-noch-schlimmer�, sagte Professor Umbridge ohne Luft zu holen und ohne ihn anzusehen. �Wie ich eben sagte, man hat Ihnen mitgeteilt, dass ein gewisser schwarzer Magier erneut sein Unwesen treibe. Das ist eine L�ge.�</p><p>�Das ist KEINE L�ge!�, entgegnete Harry. �Ich hab ihn gesehen, ich hab mit ihm gek�mpft!�</p><p>�Nachsitzen, Mr. Potter!�, sagte Professor Umbridge triumphierend. �Morgen Nachmittag. F�nf Uhr. In meinem B�ro. Ich wiederhole, das ist eine L�ge. Das Zaubereiministerium versichert Ihnen, dass Sie nicht durch irgendeinen schwarzen Magier gef�hrdet sind. Wenn Sie sich dennoch Sorgen machen, dann kommen Sie unbedingt au�erhalb der Unterrichtszeit zu mir. Wenn jemand Sie mit Flunkereien �ber wiedergeborene schwarze Magier in Unruhe versetzt, m�chte ich davon h�ren. Ich bin hier, um zu helfen. Ich will nur Ihr Bestes. Und w�rden Sie nun bitte mit Ihrer Lekt�re fortfahren. Seite f�nf, �Allgemeinheiten f�r Anf�ngen�.�</p><p>Professor Umbridge setzte sich hinter ihr Pult. Harry jedoch stand auf. Alle starrten ihn an; Seamus wirkte halb ver�ngstigt, halb fasziniert.</p><p>�Harry, nein!�, wisperte Hermine warnend und zerrte an seinem �rmel, aber Harry riss seinen Arm los.</p><p>�Nun, Ihnen zufolge ist Cedric Diggory also ganz von allein tot umgefallen, ja?�, fragte er mit bebender Stimme.</p><p>Die ganze Klasse schien gleichzeitig nach Luft zu schnappen, denn keiner von ihnen, au�er Ron und Hermine, hatte Harry je �ber das sprechen h�ren, was sich in der Nacht, in der Cedric gestorben war, ereignet hatte. Sie blickten begierig von Harry zu Professor Umbridge, die aufgesehen hatte und ihn ohne die Spur eines falschen L�chelns anstarrte.</p><p>�Cedric Diggorys Tod war ein tragischer Unfall�, sagte sie kalt.</p><p>�Es war Mord�, sagte Harry. Er sp�rte, dass er zitterte. Er hatte mit kaum jemandem dar�ber gesprochen, und schon gar nicht mit drei�ig gebannt lauschenden Klassenkameraden. �Voldemort hat ihn get�tet und Sie wissen das.�</p><p>Professor Umbridge sah ihn v�llig ausdruckslos an. Einen Moment lang glaubte Harry, sie w�rde ihn gleich anschreien. Dann sagte sie mit der sanftesten, s��lichsten M�dchenstimme: �Kommen Sie her, Mr. Potter, mein Lieber.�</p><p>Er stie� seinen Stuhl beiseite und marschierte um Ron und Hermine herum vor zum Lehrerpult. Er sp�rte, wie der Rest der Klasse den Atem anhielt. Er war so zornig, dass es ihm gleichg�ltig war, was als N�chstes passierte.</p><empty-line/><p>Professor Umbridge zog eine kleine rosa Pergamentrolle aus ihrer Handtasche, strich sie auf dem Pult glatt, tauchte ihre Feder in ein Tintenfass und fing an zu kritzeln, tief vorn�bergebeugt, so dass Harry nicht sehen konnte, was sie schrieb.</p><p>Niemand sprach. Nach etwa einer Minute rollte sie das Pergament zusammen und ber�hrte es mit ihrem Zauberstab; es versiegelte sich nahtlos, damit er es nicht �ffnen konnte.</p><p>�Bringen Sie dies zu Professor McGonagall, mein Lieber�, sagte Professor Umbridge und hielt ihm die Notiz hin.</p><p>Er nahm sie ihr wortlos aus der Hand, verlie� das Klassenzimmer, ohne auch nur einen Blick auf Ron und Hermine zu werfen, und schlug die T�r hinter sich zu. Er ging sehr rasch den Korridor entlang, die Notiz f�r McGonagall fest umklammert, bog um die Ecke und stie� geradewegs mit Peeves dem Poltergeist zusammen, einem breitm�uligen kleinen Mann, der r�cklings in der Luft schwebte und mit mehreren Tintenf�ssern jonglierte.</p><p>�Oh, wen haben wir denn da, den kleinen Pottymatz!�, gackerte Peeves und lie� zwei Tintenf�sser zu Boden fallen, die zerbrachen und die W�nde bespritzten; Harry machte einen Satz r�ckw�rts und knurrte w�tend.</p><p>�Lass das, Peeves.�</p><p>�Oooh, der Knallkopf ist knarzig�, sagte Peeves, schoss mit scheelem Grinsen �ber Harrys Kopf hinweg und verfolgte ihn den Korridor entlang. �Was ist es diesmal, mein feines Potter-Freundchen? H�rt er Stimmen? Hat er Visionen? Spricht er -�, Peeves schnaubte h�chst ver�chtlich - �in fremden Zungen?�</p><p>�Lass mich IN RUHE, hab ich gesagt!�, schrie Harry und rannte die n�chstbeste Treppe hinab, aber Peeves rutschte einfach r�cklings das Gel�nder neben ihm herunter.</p><p>�Oh, die meisten glauben, er bellt nur, so mickrig kommt er daher, Doch manche sind noch netter und sagen, das Herz war ihm nur schwer, Aber Peevesy wei� es besser, unser Potter, der hat sie nicht mehr -�</p><p>�HALT'S MAUL!�</p><p>Zu seiner Linken flog eine T�r auf und Professor McGonagall trat mit grimmiger Miene, ein wenig gehetzt wirkend, aus ihrem B�ro.</p><p>�Was um alles in der Welt gibt es hier zu schreien, Potter?�, fauchte sie, w�hrend Peeves schadenfroh gackerte und entschwebte. �Warum sind Sie nicht im Unterricht?�</p><p>�Man hat mich zu Ihnen geschickt�, sagte Harry steif.</p><p>�Geschickt? Was soll das hei�en, geschickt?�</p><empty-line/><p>Er hielt ihr die Notiz von Professor Umbridge entgegen. Professor McGonagall nahm sie ihm stir nrunzelnd ab, schlitzte sie mit einer leichten Ber�hrung ihres Zauberstabs auf, entrollte sie und begann zu lesen. Ihre Augen hinter den viereckigen Brillengl�sern huschten �ber Umbridges Mitteilung hin und her und mit jeder Zeile verengten sie sich mehr.</p><p>�Kommen Sie hier rein, Potter.�</p><p>Er folgte ihr ins B�ro. Hinter ihm schloss sich automatisch die T�r.</p><p>�Nun?�, sagte Professor McGonagall und beugte sich zu ihm vor. �Ist das wahr?�</p><p>�Ist was wahr?�, fragte Harry, um einiges angriffslustiger, als er vorgehabt hatte. �Professor?�, f�gte er in dem Versuch hinzu, h�flicher zu klingen.</p><p>�Ist es wahr, dass Sie Professor Umbridge angeschrien haben?�</p><p>�Ja�, sagte Harry.</p><p>�Sie haben sie eine L�gnerin genannt?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Sie haben ihr gesagt, Er, dessen Name nicht genannt werden darf, sei zur�ck?�</p><p>�Ja.�</p><p>Professor McGonagall setzte sich hinter ihren Schreibtisch und runzelte �ber Harry die Stirn. Dann sagte sie: �Nehmen Sie sich einen Keks, Potter.�</p><p>�Einen - was?�</p><p>�Nehmen Sie sich einen Keks�, wiederholte sie ungeduldig und wies mit der Hand zu einer Dose mit Schottenmuster auf einem der Papierstapel, die auf ihrem Schreibtisch lagen. �Und setzen Sie sich.�</p><p>Harry hatte bei einer fr�heren Gelegenheit schon einmal erwartet, von Professor McGonagall bestraft zu werden, und stattdessen hatte sie ihn in die Quidditch-Mannschaft von Gryffindor geholt. Er lie� sich auf einen Stuhl ihr gegen�ber sinken, nahm sich einen Ingwerkeks und f�hlte sich genauso verwirrt und �berrascht wie damals.</p><p>Professor McGonagall legte Professor Umbridges Notiz beiseite und sah Harry sehr ernst an.</p><p>�Potter, Sie m�ssen vorsichtig sein.�</p><p>Harry schluckte seinen Bissen Ingwerkeks hinunter und starrte sie an. Ihr Tonfall war keineswegs so, wie er es von ihr gewohnt war; er war nicht forsch, knapp und streng; ihre Stimme war leise und besorgt und in gewisser Weise viel menschlicher als sonst.</p><p>�Schlechtes Benehmen in Dolores Umbridges Unterricht kann Sie viel mehr kosten als Hauspunkte und Nachsitzen.�</p><p>�Was meinen Sie -�</p><p>�Potter, gebrauchen Sie Ihren gesunden Menschenverstand�, fauchte Professor McGonagall und war sofort wieder ganz die Alte. �Sie wissen, wo sie herkommt, Sie m�ssen wissen, wem sie unterstellt ist.�</p><p>Die Glocke l�utete zum Ende der Stunde. �ber ihnen und rund um sie her brach das Elefantengetrampel von Hunderten umherziehenden Sch�lern los.</p><p>�Hier steht, sie hat Ihnen ab morgen f�r jeden Abend dieser Woche Nachsitzen erteilt�, sagte Professor McGonagall mit einem erneuten Blick auf Professor Umbridges Notiz.</p><p>�Jeden Abend dieser Woche!�, wiederholte Harry entsetzt. �Aber Professor, k�nnten Sie nicht -�</p><p>�Nein, kann ich nicht�, sagte Professor McGonagall entschieden.</p><p>�Aber -�</p><p>�Sie ist Ihre Lehrerin und hat die volle Befugnis, Ihnen Strafarbeiten zu erteilen. Sie werden morgen um f�nf f�r die erste zu ihr ins B�ro gehen. Denken Sie daran: Seien Sie vorsichtig in der N�he von Dolores Umbridge.�</p><p>�Aber ich hab die Wahrheit gesagt!�, erwiderte Harry emp�rt. �Voldemort ist zur�ck, Sie wissen es; Professor Dumbledore wei�, dass er -�</p><p>�Um Himmels willen, Potter!�, sagte Professor McGonagall und r�ckte w�tend ihre Brille zurecht (sie war f�rchterlich zusammengezuckt, als er Voldemorts Namen genannt hatte). �Glauben Sie wirklich, dass es hier um Wahrheit oder L�ge geht? Es geht darum, dass Sie Ihren Kopf in Deckung und Ihr Temperament im Zaum halten!�</p><p>Sie stand auf, mit bebenden Nasenfl�geln und sehr schmalem Mund, und auch Harry erhob sich.</p><p>�Nehmen Sie sich noch einen Keks�, sagte sie unwirsch und streckte ihm die Dose entgegen.</p><p>�Nein, danke�, sagte Harry k�hl.</p><p>�Seien Sie nicht albern�, fauchte sie.</p><p>Er nahm sich einen.</p><empty-line/><p>�Danke�, murrte er.</p><p>�Haben Sie die Rede von Dolores Umbridge bei der Begr��ungsfeier nicht geh�rt, Potter?�</p><p>�Doch�, sagte Harry. �Doch ... sie hat gesagt ... Fortschritt werde verboten oder ... na ja, es bedeutete, dass ... das Zaubereiministerium versucht, sich in Hogwarts einzumischen.�</p><p>Professor McGonagall sah ihm einen Moment in die Augen, dann r�mpfte sie die Nase, ging um ihren Schreibtisch herum und hielt ihm die T�r auf.</p><p>�Nun, ich bin froh, dass Sie wenigstens auf Hermine Granger h�ren�, sagte sie und wies ihn aus ihrem B�ro.</p></section><section><title><p>Strafarbeit bei Dolores</p></title><p>An diesem Abend war das Essen in der Gro�en Halle kein Vergn�gen f�r Harry. Die Nachricht von seiner lautstarken Auseinandersetzung mit Umbridge hatte sich selbst f�r Hogwarts-Verh�ltnisse ungew�hnlich rasch verbreitet.</p><p>W�hrend er zwischen Ron und Hermine am Tisch sa�, h�rte er ringsum Gefl�ster.</p><p>Komisch nur, dass es offenbar niemanden k�mmerte, dass er mith�rte, was sie �ber ihn zu fl�stern hatten. Vie lmehr hatte es ganz den Anschein, als hofften sie geradezu, er w�rde aus der Haut fahren und wieder anfangen zu schreien, damit sie seine Geschichte aus erster Hand h�ren konnten.</p><p>�Er behauptet, er h�tte gesehen, wie Cedric Diggory ermordet wurde ...�</p><p>�Er denkt, er h�tte sich mit Du-wei�t-schon-wem duelliert ...�</p><p>�Ach, h�r doch auf ...�</p><p>�Wer soll ihm dieses M�rchen denn glauben?�</p><p>�Ich bitte dich ...�</p><p>�Eins versteh ich nicht�, sagte Harry mit bebender Stimme und legte Messer und Gabel weg (seine H�nde zitterten so heftig, dass er sie nicht mehr ruhig halten konnte), �n�mlich dass alle die Geschichte vor zwei Monaten, als Dumbledore sie ihnen erz�hlt hat, geglaubt haben ...�</p><p>�Wei�t du, Harry, da bin ich mir gar nicht so sicher�, sagte Hermine grimmig. �Ach, la ss uns von hier verschwinden.�</p><p>Sie knallte Messer und Gabel auf den Tisch. Ron blickte sehns�chtig auf seinen halb aufgegessenen Apfelkuchen, folgte aber ihrem Beispiel. Einige Sch�ler starrten ihnen nach, bis sie die Gro�e Halle verlassen hatten.</p><p>�Was soll das hei�en, du bist dir nicht sicher, ob sie Dumbledore geglaubt haben?�, fragte Harry Hermine, als sie den ersten Stock erreicht hatten.</p><p>�H�r mal, du begreifst nicht, was nach dieser Geschichte los war�, sagte Hermine leise. �Du bist mitten auf dem Rasen wieder aufgetaucht und hattest den toten Cedric an dich gepresst ... niemand von uns hat gesehen, was im Irrgarten passiert ist ... wir hatten nur Dumbledores Wort, wonach Du-wei�t-schon-wer zur�ckgekommen war, Cedric get�tet und mit dir gek�mpft hatte.�</p><p>�Und das ist die Wahrheit!�, erwiderte Harry laut.</p><p>�Das wei� ich, Harry, also h�rst du jetzt bitte mal auf, mich st�ndig anzufahren?�, sagte Hermine genervt. �Ich meine nur, dass die Wahrheit gar nicht richtig durchdringen konnte, bevor alle in die Sommerferien verschwunden sind, wo sie dann zwei Monate lang gelesen haben, was f�r ein Knallkopf du bist und dass Dumbledore allm�hlich senil wird!�</p><p>Regen trommelte gegen die Fensterscheiben, w�hrend sie durch die leeren Korridore zum Gryffindor-Turm zur�ckkehrten. Harry kam es vor, als h�tte sein erster Tag eine ganze Woche gedauert, aber vor dem Schlafengehen hatte er immer noch einen Berg Schularbeiten zu erledigen. Ein dumpfer, h�mmernder Schmerz machte sich �ber seinem rechten Auge bemerkbar. Als sie in den Korridor der fetten Dame einbogen, schaute er durch ein regennasses Fenster auf die dunklen Schlossgr�nde. In Hagrids H�tte brannte immer noch kein Licht.</p><p>�Mimbulus mimbeltonia�, sagte Hermine, noch bevor die fette Dame ihre Frage stellen konnte. Das Portr�t schwang auf, gab das Loch dahinter frei, und die drei kletterten hindurch.</p><p>Der Gemeinschaftsraum war fast leer, die meisten waren noch unten beim Abendessen. Krummbein glitt von einem Sessel herunter und tapste ihnen laut schnurrend entgegen, und als Harry, Ron und Hermine ihre drei Lieblingssessel am Feuer in Beschlag nahmen, sprang er leichtf��ig auf Hermines Scho� und kringelte sich dort zu einem pelzigen orangeroten Kissen ein. Harry starrte in die Flammen. Er f�hlte sich ausgelaugt und ersch�pft.</p><p>�Wie konnte Dumbledore das nur zulassen?�, rief Hermine pl�tzlich. Harry und Ron zuckten zusammen und Krummbein sprang mit entr�stetem Blick von ihrem Scho�. Hermine schlug so w�tend auf die Sessellehnen, dass Fetzen der Polsterf�llung aus den L�chern stoben. �Wie kann er es zulassen, dass diese schreckliche Frau uns unterrichtet? Und das auch noch in unserem ZAG-Jahr!�</p><p>�Naja, wir hatten nie besonders tolle Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen K�nste, oder?�, sagte Harry. �Du wei�t doch, was los ist, Hagrid hat es erz�hlt - keiner will die Stelle, es hei�t, sie sei verhext.�</p><p>�Ja, schon, aber jemanden einzustellen, der sich tats�chlich weigert, uns zaubern zu lassen! Was bezweckt Dumbledore nur damit?�</p><p>�Und dann will sie auch noch, dass man f�r sie spionie rt�, sagte Ron d�ster.</p><p>�Wisst ihr noch, dass sie gesagt hat, wir sollten zu ihr kommen und es melden, wenn wir jemanden sagen h�ren, dass Du-wei�t-schon-wer zur�ck sei?�</p><p>�Nat�rlich ist sie hier, um uns alle zu bespitzeln, das ist doch klar, warum sonst h�tte Fudge gewollt, dass sie kommt?�, fauchte Hermine.</p><p>�Fangt nicht wieder an zu streiten�, sagte Harry matt, als Ron den Mund �ffnete, um zur�ckzuschlagen. �K�nnen wir nicht einfach ... lasst uns doch einfach die Hausaufgaben machen, dann haben wir's hinter uns ...�</p><p>Sie holten ihre Schultaschen aus einer Ecke und kehrten zu den Sesseln am Feuer zur�ck. Inzwischen kamen die anderen vom Abendessen hoch. Harry sah nicht zum Portr�tloch hin, konnte aber dennoch die Blicke sp�ren, die er auf sich zog.</p><p>�Sollen wir Snapes Kram zuerst erledigen?�, sagte Ron und tauchte seine Feder in die Tinte. ��Die Eigenschaften ... von Mondstein ... und seine Anwendungen ... in der Zaubertrankbereitung��, murmelte er und schrieb die Worte oben auf sein Pergament. �So.� Er unterstrich die �berschrift, dann blickte er erwartungsvoll zu Hermine auf.</p><p>�Also, was sind die Eigenschaften von Mondstein und seine Anwendungen in der Zaubertrankbereitung?�</p><p>Aber Hermine h�rte ihm nicht zu; sie sp�hte hin�ber in die hintere Ecke des Raums, wo Fred, George und Lee Jordan nun inmitten eines Kn�uels arglos dreinsehender Erstkl�ssler sa�en, die alle etwas kauten, das offenbar aus der gro�en Papiert�te in Freds Hand stammte.</p><p>�Nein, tut mir Leid, jetzt sind sie zu weit gegangen�, sagte sie und stand hell erz�rnt auf. �Komm mit, Ron.�</p><p>�Ich - was?�, sagte Ron, sichtlich bem�ht, Zeit zu gewinnen. �Nein - h�r mal, Hermine - wir k�nnen die doch nicht verpetzen, weil sie S��igkeiten verteilen.�</p><p>�Du wei�t sehr genau, dass es St�ckchen von diesem Nasblutnugat sind oder - oder Kotzpastillen oder -�</p><p>�Kollapskekse?�, half Harry leise nach.</p><p>Ein Erstkl�ssler nach dem anderen sackte ohnm�chtig auf seinem Platz zusammen wie von einem unsichtbaren Schlagholz am Kopf getroffen. Manche rutschten gleich zu Boden, andere sanken nur mit heraush�ngenden Zungen �ber die Armlehnen ihrer Sessel. Die meisten, die zusahen, lachten; Hermine jedoch straffte die Schultern und schritt geradewegs zu Fred und George hin�ber, die inzwischen mit Klemmbrettern dastanden und die ohnm�chtigen Erstkl�ssler genau beobachteten. Ron stemmte sich halb hoch und blieb einen Augenblick lang unschl�ssig in der Schwebe.</p><p>Dann murmelte er Harry zu: �Sie hat alles im Griff�, und versank wieder so tief in seinem Sessel, wie seine schlaksige Statur es erlaubte.</p><p>�Jetzt reicht's!�, sagte Hermine entschlossen zu Fred und George, die milde �berrascht zu ihr aufblickten.</p><p>�Ja, du hast Recht�, nickte George, �offenbar stark genug, diese Dosis, nicht wahr?�</p><p>�Heute Morgen noch hab ich euch gesagt, dass ihr euer Zeug nicht an Sch�lern ausprobieren d�rft!�</p><p>�Wir bezahlen sie!�, sagte Fred entr�stet.</p><p>�Das ist mir egal, es k�nnte gef�hrlich sein!�</p><p>�Unsinn�, sagte Fred.</p><p>�Beruhige dich, Hermine, denen geht's gut!�, versicherte ihr Lee, w�hrend er von Erstkl�ssler zu Erstkl�ssler ging und ihnen lila S��igkeiten in den offenen Mund schob.</p><p>�Ja, schau mal, jetzt kommen sie wieder zu sich�, sagte George.</p><p>Tats�chlich regten sich ein paar der Erstkl�ssler. Manche waren offensichtlich so schockiert dar�ber, auf dem Boden zu liegen oder �ber den Sesseln zu h�ngen, dass sich Harry sicher war, dass Fred und George sie nicht vor der Wirkung der S��igkeiten gewarnt hatten.</p><p>�Alles in Ordnung mit dir?�, sagte George freundlich zu einem kleinen dunkelhaarigen M�dchen, das zu seinen F��en lag.</p><p>�Ich - ich glaub schon�, erwiderte sie zittrig.</p><p>�Hervorragend�, sagte Fred vergn�gt, da riss ihm Hermine auch schon das Klemmbrett und die T�te mit den Kollapskeksen aus den H�nden.</p><p>�Es ist NICHT hervorragend!�</p><p>�Aber nat�rlich, schlie�lich leben sie doch alle�, sagte Fred erbost.</p><p>�Das k�nnt ihr nicht machen! Was w�re denn, wenn ihr einen von ihnen richtig krank machen w�rdet?�</p><p>�Wir machen sie nicht krank, wir haben alles schon an uns selbst ausprobiert. Wir pr�fen nur, ob alle gleich reagieren -�</p><p>�Wenn ihr nicht damit aufh�rt, dann werd ich -�</p><p>�Uns Strafarbeiten aufhalsen?�, sagte Fred mit einer Das-m�chte-ich-mal-sehen-Stimme.</p><p>�Uns S�tze schreiben lassen?�, rief George feixend.</p><p>Hie und da lachten Sch�ler, die ihnen zuschauten. Hermine richtete sich zu volle r Gr��e auf; ihre Augen waren zu Schlitzen geworden und ihr buschiges Haar schien vor elektrischer Spannung zu knistern.</p><p>�Nein�, sagte sie mit zornbebender Stimme, �aber ich werd an eure Mutter schreiben.�</p><p>�Das w�rdest du nicht tun�, sagte George entsetzt und wich einen Schritt vor ihr zur�ck.</p><p>�O doch, das w�rde ich�, sagte Hermine grimmig. �Ich kann euch nicht davon abhalten, dieses bl�de Zeugs selber zu schlucken, aber ihr d�rft es nicht an die Erstkl�ssler verteilen.�</p><p>Fred und George schienen wie vom Donner ger�hrt. Es war klar, dass Hermines Drohung aus ihrer Sicht weit unter die G�rtellinie zielte. Mit einem letzten drohenden Blick pfefferte sie Klemmbrett und Kekst�te in Freds Arme und stolzierte zur�ck zu ihrem Sessel am Feuer.</p><p>Ron hatte sich inzwischen so tief in seinen Sessel vergraben, dass seine Nase kaum noch �ber die Knie ragte.</p><p>�Danke f�r deine Hilfe, Ron�, bemerkte Hermine bissig.</p><p>�Bist ja ganz gut allein klargekommen�, nuschelte Ron.</p><p>Hermine starrte einige Sekunden lang auf ihr leeres Pergament. �Ach, es hat keinen Zweck�, sagte sie dann gereizt, �ich kann mich jetzt nicht konzentrieren. Ich geh zu Bett.�</p><p>Sie riss ihre Tasche auf; Harry dachte, sie w�rde ihre B�cher verstauen, doch stattdessen holte sie zwei unf�rmige wollene Gegenst�nde heraus, legte sie sorgf�ltig auf einen Tisch am Feuer, bedeckte sie mit ein paar zusammengekn�llten Pergamentfetzen und einer kaputten Schreibfeder und trat zur�ck, um die Wirkung zu begutachten.</p><p>�Was in Merlins Namen tust du da?�, sagte Ron und musterte sie, als w�rde er sich Sorgen um ihren Geisteszustand machen.</p><p>�Das sind H�te f�r Hauselfen�, erwiderte sie munter und stopfte nun ihre B�cher in die Tasche. �Ich hab sie in den Sommerferien gemacht. Wenn ich nicht zaubern kann, bin ich wirklich langsam im Stricken, aber jetzt in der Schule kann ich noch viel mehr davon machen.�</p><p>�Du l�sst H�te f�r Hauselfen herumliegen?�, sagte Ron langsam. �Und versteckst sie zuerst unter M�ll?�</p><p>�Ja�, sagte Hermine trotzig und schwang sich die Tasche auf den R�cken.</p><p>�Das ist v�llig daneben�, sagte Ron w�tend. �Du willst sie austricksen, damit sie die H�te aufheben. Du befreist sie, obwohl sie vielleicht gar nicht frei sein wollen.�</p><p>�Nat�rlich wollen sie frei sein!�, erwiderte Hermine sofort, aber ihr Gesicht wurde rosa. �Wag es blo� nicht, diese H�te anzur�hren, Ron!�</p><p>Sie ging von dannen.</p><empty-line/><p>Ron wartete, bis sie durch die T�r zu den M�dchenschlafs�len verschwunden war, dann r�umte er den M�ll von den Wollh�ten.</p><p>�Die sollten wenigstens sehen k�nnen, was sie da einsammeln�, sagte er bestimmt. �Jedenfalls ...�, er rollte das Pergament zusammen, auf das er die �berschrift zu Snapes Aufsatz geschrieben hatte, �jedenfalls bringt das nichts, wenn ich jetzt hier weitermache. Ohne Hermine kann ich das nicht, ich hab keine Ahnung, was man mit Mondsteinen anstellen soll, du vielleicht?�</p><p>Harry sch�ttelte den Kopf und dabei sp�rte er, dass der Schmerz an seiner rechten Schl�fe schlimmer wurde. Er dachte an den langen Aufsatz �ber die Riesen-Kriege und der Schmerz versetzte ihm einen scharfen Stich. Morgen fr�h, das wusste er genau, w�rde er es bereuen, dass er heute Abend seine Schularbeiten nicht gemacht hatte, und dennoch r�umte er die B�cher in die Tasche zur�ck.</p><p>�Ich geh auch schlafen.�</p><p>Auf dem Weg zur T�r, die zu den Schlafr�umen f�hrte, kam er an Seamus vorbei, sah ihn jedoch nicht an. Harry hatte den fl�chtigen Eindruck, dass Seamus den Mund ge�ffnet hatte und etwas sagen wollte, aber er beschleunigte seine Schritte und erreichte die bes�nftigende Ruhe der steinernen Wendeltreppe, ohne eine weitere Provokation hinnehmen zu m�ssen.</p><p>Der n�chste Tag brach genauso bleiern und regnerisch an wie der vorige. Beim Fr�hst�ck fehlte Hagrid immer noch am Lehrertisch.</p><p>�Kein Snape heute, immerhin�, sagte Ron aufmunternd.</p><p>Hermine g�hnte herzhaft und schenkte sich Kaffee ein. Sie machte den Eindruck, als ob sie sich leise �ber etwas freuen w�rde, und als Ron sie fragte, weshalb sie denn so gut gelaunt sei, sagte sie nur: �Die H�te sind weg. Sieht so aus, als wollten die Hauselfen doch die Freiheit.�</p><p>�Da w�r ich mir nicht so sicher�, erwiderte Ron bissig. �Vielleicht z�hlen die gar nicht als Kleidung. Mir kamen sie gar nicht wie H�te vor, eher wie wollene Blasen.�</p><p>Hermine sprach den ganzen Morgen kein Wort mit ihm.</p><p>Der Doppelstunde Zauberkunst folgte eine Doppelstunde Verwandlung.</p><p>Professor Flitwick und Professor McGonagall verbrachten jeweils die erste Viertelstunde ihres Unterrichts damit, die Klasse �ber die Bedeutung von ZAGs zu belehren.</p><p>�Sie m�ssen bedenken�, quiekte der kleine Professor Flitwick, der wie immer auf einem Stapel B�cher sa�, damit er �ber sein Pult sehen konnte, �dass diese Pr�fungen Ihr k�nftiges Leben f�r viele Jahre beeinflussen k�nnen! Wenn Sie bisher noch nicht ernsthaft �ber Ihre Berufslaufbahn nachgedacht haben, dann ist es jetzt an der Zeit. Unterdessen, f�rchte ich, werden wir flei�iger denn je arbeiten, damit Sie Ihren F�higkeiten auch gerecht werden!�</p><p>Dann wiederholten sie �ber eine Stunde lang Aufrufezauber, die Professor Flitwick zufolge ganz sicher in ihren ZAG-Pr�fungen drankommen w�rden, und er kr�nte die Stunde, indem er ihnen so viele Hausaufgaben wie noch nie aufbrummte.</p><p>In Verwandlung war es das Gleiche, wenn nicht noch schlimmer.</p><p>�Sie kommen durch keine ZAG-Pr�fung�, sagte Professor McGonagall grimmig, �ohne ernsthafte Praxis, �bung und Studium. Ich sehe keinen Grund, warum jemand in dieser Klasse keinen ZAG in Verwandlung erlangen sollte, wenn er oder sie gr�ndlich darauf hinarbeitet.� Neville gab ein schwaches trauriges und ungl�ubiges Ger�usch von sich. �Ja, auch Sie, Longbottom�, sagte Professor McGonagall. �Ihre Arbeit ist nicht schlecht, nur fehlt es Ihnen an Selbstvertrauen. Nun ... heute beginnen wir mit Verschwindezaubern. Diese sind leichter als Beschw�rungszauber, die Sie f�r gew�hnlich erst auf UTZ-Niveau versuchen werden, und dennoch geh�ren sie zur schwierigsten Magie, die beim ZAG gepr�ft wird.�</p><p>Sie hatte vollkommen Recht; Harry fand die Verschwindezauber furchtbar schwierig. Am Ende der Doppelstunde hatten weder er noch Ron es geschafft, die Schnecken, an denen sie �bten, verschwinden zu lassen, auch wenn Ron hoffnungsvoll meinte, seine w�rde schon ein wenig blasser aussehen. Hermine hingegen brachte ihre Schnecke bereits beim dritten Versuch erfolgreich zum Verschwinden, was ihr von Professor McGonagall einen Zehn-Punkte-Bonus f�r Gryffindor einbrachte. Sie war die Einzige, die keine Hausaufgaben bekam; alle anderen sollten den Zauber bis zum n�chsten Tag �ben und am kommenden Nachmittag dann bereit sein, ihn noch einmal an ihren Schnecken auszuprobieren.</p><p>Harry und Ron gerieten nun leicht in Panik wegen des Bergs an Hausaufgaben, den sie zu bew�ltigen hatten. Sie verbrachten die Mittagsstunde in der Bibliothek und schlugen die Anwendungen von Mondstein in der Zaubertrankbereitung nach. Hermine, immer noch sauer wegen Rons geh�ssiger Bemerkung �ber ihre Wollh�te, lie� die beiden sitzen. Als sie schlie�lich nachmittags in Pflege magischer Gesch�pfe auftauchten, tat Harry der Kopf schon wieder weh.</p><p>Der Tag war k�hl und windig geworden, und w�hrend sie den Rasenhang zu Hagrids H�tte am Rand des Verbotenen Waldes hinabgingen, sp�rten sie dann und wann einen Regentropfen auf den Gesichtern. Professor Raue-Pritsche erwartete die Klasse kaum zehn Meter von Hagrids T�r entfernt, vor sich einen langen Zeichentisch, der mit Zweigen bedeckt war. Als Harry und Ron bei ihr ankamen, lachte hinter ihnen jemand laut auf. Sie drehten sich um und sahen, dass Draco Malfoy auf sie zuging, umgeben von seiner �blichen Slytherin-Bande.</p><p>Offensichtlich hatte er gerade etwas h�chst Am�santes zum Besten gegeben, denn Crabbe, Goyle, Pansy Parkinson und die anderen kicherten immer noch ausgelassen, w�hrend sie sich um den Zeichentisch versammelten, und der Art nach zu urteilen, wie sie andauernd zu Harry her�bersahen, konnte er den Gegenstand des Witzes ohne allzu gro�e Schwierigkeit erraten.</p><p>�Sind alle da?�, bellte Professor Raue-Pritsche, sobald alle Slytherins und Gryffindors zur Stelle waren. �Dann legen wir sofort los. Wer kann mir sagen, wie man diese Dinger hier nennt?� Sie deutete auf den Haufen Zweige vor ihr.</p><p>Hermines Hand schnellte hoch. Hinter ihrem R�cken �ffte Malfoy sie nach; er schob die Vorderz�hne vor und h�pfte auf und ab vor Eifer, die Frage beantworten zu d�rfen. Pansy Parkinson lie� ein kreischendes Lachen h�ren, das jedoch gleic h in einen Schrei �berging, als die Zweige auf dem Tisch in die Luft sprangen und sich als kleine wichtelhafte Gesch�pfe aus Holz erwiesen, mit knubbligen braunen Armen und Beinen, zwei zweigartigen Fingern am Ende jeder Hand und einem lustigen flachen, rinden�hnlichen Gesicht, in dem ein Paar k�ferbraune Augen glitzerte.</p><p>�Oooooh!�, machten Parvati und Lavender, was Harry gr�ndlich �rgerte. Man h�tte meinen k�nnen, Hagrid h�tte ihnen nie interessante Gesch�pfe gezeigt; zugegeben, die Flubberw�rmer waren zie mlich �de gewesen, aber die Salamander und Hippogreife waren durchaus spannend und die Knallr�mpfigen Kr�ter vielleicht sogar ein wenig zu spannend gewesen.</p><p>�Seid bitte leise, M�dchen!�, sagte Professor Raue-Pritsche scharf und verstreute, wie es aussah, eine Hand voll braunen Reises zwischen den Zweiggesch�pfen, die sich augenblicklich auf die Nahrung st�rzten. �Nun - kennt jemand den Namen dieser Kreaturen? Miss Granger?�</p><p>�Bowtruckles�, sagte Hermine. �Sie sind Baumw�chter und leben normalerweise in Zauberstabb�umen.�</p><p>�F�nf Punkte f�r Gryffindor�, sagte Professor Raue-Pritsche. �Ja, dies sind Bowtruckles, und wie Miss Granger richtig sagt, leben sie meist in B�umen, aus deren Holz Zauberst�be gefertigt werden k�nnen. Wei� jemand, was sie fressen?�</p><p>�Holzl�use�, antwortete Hermine prompt, und das erkl�rte, warum die vermeintlichen braunen Reisk�rner sich bewegten. �Aber auch Feeneier, wenn sie welche kriegen k�nnen.�</p><p>�Sehr gut, noch mal f�nf Punkte f�r Sie. Also, wann immer Sie Bl�tter oder Holz von einem Baum brauchen, in dem ein Bowtruckle wohnt, ist es klug, Holzl�use als Geschenk mitzubringen, um ihn abzulenken oder zu bes�nftigen.</p><p>Sie sehen vielleicht nicht gef�hrlich aus, aber wenn man sie �rgert, versuchen sie die Augen der Menschen mit ihren Fingern auszustechen. Diese sind, wie Sie sehen, messerscharf und sollten lieber nicht in die N�he eines Augapfels gelangen. Wenn Sie nun bitte zu mir kommen und sich ein paar Holzl�use und einen Bowtruckle nehmen - ich habe genug hier, je drei von Ihnen k�nnen sich einen teilen und ihn genauer untersuchen. Bis zum Ende des Unterrichts erwarte ich von allen eine Skizze, in der s�mtliche K�rperteile verzeichnet sind.�</p><p>Die Klasse dr�ngte vor und scharte sich um den Zeichentisch. Harry ging absichtlich um den Tisch herum, so dass er genau neben Professor Raue-Pritsche zu stehen kam.</p><p>�Wo ist Hagrid?�, fragte er sie, w�hrend alle anderen sich Bowtruckles aussuchten.</p><p>�Das geht Sie nichts an�, erwiderte Professor Raue-Pritsche schroff, wie schon beim letzten Mal, als Hagrid nicht zum Unterricht erschienen war. Draco Malfoy feixte �ber sein ganzes spitzes Gesicht, lehnte sich �ber Harry hinweg und packte den gr��ten Bowtruckle.</p><p>�Vielleicht�, sagte Malfoy halblaut, so dass nur Harry ihn h�ren konnte,</p><p>�vielleicht hat sich der dumme Riesent�lpel ja was Ernstes getan.�</p><p>�Vielleicht tust du dir gleich was Ernstes, wenn du nicht die Klappe h�ltst�, zischte Harry aus dem Mundwinkel.</p><p>�Vielleicht hat er sich in Angelegenheiten eingemischt, denen er nicht gewachsen war, wenn du verstehst, was ich meine.�</p><p>Malfoy zog davon und grinste �ber die Schulter zu Harry hin�ber, dem pl�tzlich schlecht wurde. Wusste Malfoy etwas? Schlie�lich war sein Vater ein Todesser; vielleicht hatte er Informationen �ber Hagrids Schicksal, die dem Orden noch nicht bekannt waren? Hastig lief er um den Tisch herum zur�ck zu Ron und Hermine, die in einiger Entfernung auf dem Gras hockten und einen Bowtruckle dazu bringen wollten, lange genug stillzuhalten, bis sie ihn gezeichnet hatten. Harry zog Pergament und Feder hervor, kauerte sich neben sie und erz�hlte fl�sternd, was Malfoy eben gesagt hatte.</p><p>�Dumbledore w�rde es wissen, wenn Hagrid etwas zugesto�en w�re�, sagte Hermine sofort. �Wenn wir besorgt aussehen, spielen wir nur Malfoy in die H�nde. Damit verraten wir ihm, dass wir nicht genau wissen, was eigentlich vor sich geht. Wir d�rfen ihn nicht beachten, Harry. Hier, halt mal kurz den Bowtruckle, damit ich sein Gesicht zeichnen kann ...�</p><p>�Ja�, drang unverkennbar Malfoys gedehnte Stimme von der n�chsten Gruppe zu ihnen her�ber. �Mein Vater hat erst vor ein paar Tagen mit dem Minister gesprochen, und es h�rt sich an, als w�re das Ministerium wirklich entschlossen, Schluss zu machen mit dem niveaulosen Unterricht in dieser Anstalt. Sollte dieser ins Kraut geschossene Schwachkopf also tats�chlich wieder auftauchen, darf er wahrscheinlich gleich seine Sachen packen.�</p><p>�AUTSCH!�</p><p>Harry hatte den Bowtruckle so fest gepackt, dass er fast zerbrach. Aus Rache hatte dieser ihm mit scharfen Fingern einen heftigen Schlag verpasst, der zwei lange, tiefe Schnitte auf Harrys Hand hinterlie�. Harry lie� ihn fallen. Crabbe und Goyle, die gerade schallend dar�ber gelacht hatten, dass Hagrid wom�glich an die Luft gesetzt werden w�rde, lachten noch lauter, als der Bowtruckle blitzschnell auf den Wald zustakste und das kleine Zweigm�nnchen rasch zwischen den Baumwurzeln verschwand. Dann l�utete es von fern �ber die Schlossgr�nde.</p><p>Harry rollte sein blutverschmiertes Bowtruckle -Bild zusammen und ging schnellen Schrittes, die Hand in Hermines Taschentuch gewickelt und Malfoys h�misches Gel�chter noch in den Ohren, zu Kr�uterkunde hin�ber.</p><p>�Wenn er Hagrid noch ein einziges Mal einen Schwachkopf nennt ...�, knurrte Harry w�tend.</p><p>�Harry, such blo� keinen Streit mit Malfoy, vergiss nicht, er ist jetzt Vertrauenssch�ler, er k�nnte dir das Leben schwer machen ...�</p><p>�Ach wirklich? Wie es wohl ist, wenn einem das Leben schwer gemacht wird?�, gab Harry trocken zur�ck. Ron lachte, aber Hermine runzelte die Stirn.</p><p>Zusammen schlenderten sie durchs Gem�sebeet. Der Himmel schien immer noch nicht imstande zu entscheiden, ob es regnen sollte oder nicht.</p><p>�Ich m�chte nichts weiter, als dass Hagrid sich beeilt und zur�ckkommt�, sagte Harry leise, als sie die Gew�chsh�user erreichten. �Und sag ja nicht, dass diese Raue-Pritsche eine bessere Lehrerin ist�, f�gte er drohend hinzu.</p><p>�Wollte ich gar nicht�, sagte Hermine ruhig.</p><p>�Weil die nie so gut sein wird wie Hagrid�, sagte Harry nachdr�cklich, wobei ihm vollkommen bewusst war, dass er soeben eine beispielhafte Stunde in Pflege magischer Gesch�pfe erlebt hatte, was ihn gr�ndlich �rgerte.</p><p>Die T�r des n�chsten Gew�chshauses ging auf und ein paar Viertkl�ssler schw�rmten heraus, unter ihnen Ginny.</p><p>�Hi�, sagte sie fr�hlich im Vorbeigehen. Wenige Augenblicke sp�ter tauchte Luna Lovegood auf und tr�delte hinter dem Rest der Klasse her, einen Fleck Erde auf der Nase und das Haar zu einem Knoten hochgebunden. Als sie Harry sah, schienen ihre Glubschaugen vor Aufregung hervorzuquellen, und sie ging geradewegs auf ihn zu. Viele seiner Klassenkameraden drehten sich neugierig um.</p><p>Luna holte tief Luft und sagte, ohne ihre Zeit mit einem einleitenden Hallo zu verschwenden: �Ich glaube, Er, dessen Name nicht genannt werden darf, ist zur�ck, und ich glaube, du hast mit ihm gek�mpft und bist ihm entwischt.�</p><empty-line/><p>��hm - sch�n�, sagte Harry verlegen. Luna trug etwas wie ein Paar orangefarbener Radieschen als Ohrringe, was Parvati und Lavender offenbar aufgefallen war, da sie beide kichernd auf Lunas Ohrl�ppchen deuteten.</p><p>�Lacht ihr nur�, sagte Luna und ihre Stimme wurde lauter, offenbar weil sie glaubte, dass Parvati und Lavender �ber das lachten, was sie gesagt hatte, und nicht �ber das, was sie trug, �aber fr�her haben die Leute auch geglaubt, dass es so was wie den Schlibbrigen Summlinger oder den Schrumpfh�rnigen Schnarchkackler nicht gibt!�</p><p>�Da hatten sie doch Recht, oder?�, sagte Hermine unwirsch. �Es gab nie so was wie den Schlibbrigen Summlinger oder den Schrumpfh�rnigen Schnarchkackler.�</p><p>Luna warf ihr einen vernichtenden Blick zu und stolzie rte mit wild baumelnden Radieschen davon. Parvati und Lavender waren jetzt nicht mehr die Einzigen, die johlten vor Lachen.</p><p>�W�rd's dir was ausmachen, die einzigen Leute, die mir glauben, nicht vor den Kopf zu sto�en?�, fragte Harry Hermine auf dem Weg in den Unterricht.</p><p>�Ach, um Himmels willen, Harry, die brauchst du doch wirklich nicht�, erwiderte Hermine. �Ginny hat mir alles �ber sie erz�hlt; offenbar glaubt sie nur an etwas, solange es daf�r keine Beweise gibt. Naja, von jemandem, dessen Vater den Klitterer herausgibt, ist wohl nichts anderes zu erwarten.�</p><p>Harry fielen die unheimlichen gefl�gelten Pferde ein, die er am Abend seiner Ankunft gesehen hatte und von denen Luna behauptet hatte, auch sie k�nne sie sehen. Ihm sank ein wenig die Laune. Hatte sie gelogen? Doch bevor er l�nger dar�ber nachdenken konnte, war Ernie Macmillan zu ihm her�bergekommen.</p><p>�Ich m�chte, dass du wei�t, Potter�, sagte er mit lauter, tragender Stimme,</p><p>�dass es nicht nur Spinner sind, die dich unterst�tzen. Ich pers�nlich glaube dir hundertprozentig. Meine Familie stand immer fest hinter Dumbledore und das tue ich auch.�</p><p>��hm - vielen Dank, Ernie�, sagte Harry verdutzt, aber erfreut. Ernie mochte bei Gelegenheiten wie dieser hier etwas geschwollen daherreden, aber so wie es um Harrys Laune stand, wusste er die Vertrauensbekundung von jemandem, dem keine Radieschen von den Ohren baumelten, durchaus zu sch�tzen. Ernies Worte hatten jedenfalls das L�cheln von Lavender Browns Gesicht gewischt, und als Harry sich Ron und Hermine zuwandte, erhaschte er einen Blick auf Seamus'</p><p>Miene, die verwirrt und trotzig zugleich wirkte.</p><p>Niemand war �berrascht, als Professor Sprout ihre Stunde mit einem Vortrag �ber die Bedeutung der ZAGs begann. Harry h�tte sich gew�nscht, die Lehrer w�rden das allesamt bleiben lassen; allm�hlich �berkam ihn jedes Mal, wenn ihm wieder einfiel, wie viele Hausaufgaben er noch zu erledigen hatte, ein bohrendes Gef�hl von Angst im Magen, das sich dramatisch verschlimmerte, als Professor Sprout ihnen am Ende der Stunde noch einen weiteren Aufsatz aufgab. M�de und stark nach Professor Sprouts Lieblingsd�nger, Drachenmist, riechend, marschierten die Gryffindors wieder hoch zum Schloss, und keiner von ihnen verlor viele Worte; es war wieder ein langer Tag gewesen.</p><p>Da Harry f�rchterlich hungrig war und er um f�nf zum ersten Mal bei Umbridge nachsitzen musste, brachte er seine Tasche nicht erst hinauf in den Gryffindor-Turm, sondern ging gleich zum Abendessen, damit er noch etwas hinunterschlingen konnte, bevor er sich dem stellte , was sie f�r ihn in petto hatte.</p><p>Kaum jedoch hatte er den Eingang zur Gro�en Halle erreicht, da rief eine laute und zornige Stimme: �Hi, Potter!�</p><p>�Was ist denn jetzt wieder los?�, murmelte er matt, wandte sich um und sah Angelina Johnson vor sich, die offenbar ziemlich w�tend war.</p><p>�Ich erz�hl dir gleich, was jetzt wieder los ist�, sagte sie, r�ckte ihm dicht auf die Pelle und bohrte ihm den Finger in die Brust. �Wie hast du es geschafft, dir f�r Freitag um f�nf Uhr Nachsitzen einzuhandeln?�</p><p>�Was?�, sagte Harry. �Warum ... ach ja, die Auswahlspiele f�r den H�ter!�</p><p>�Jetzt f�llt's ihm wieder ein!�, fauchte Angelina. �Hab ich dir nicht gesagt, ich will ein Auswahlspiel mit der ganzen Mannschaft und jemanden finden, der zu allen passt? Hab ich dir nicht gesagt, dass ich eigens das Quidditch-Feld gebucht hab? Und da hast du beschlossen, nicht dabei zu sein!�</p><p>�Ich hab nicht beschlossen, nicht dabei zu sein!�, sagte Harry, den die Ungerechtigkeit ihrer Worte kr�nkte. �Diese Umbridge hat mir Nachsitzen aufgebrummt, nur weil ich ihr die Wahrheit �ber Du-wei�t-schon-wen gesagt habe.�</p><p>�Na, dann tanz mal gleich bei ihr an und frag sie, ob sie dich Freitag gehen l�sst�, sagte Angelina w�tend, �und mir ist schnuppe, wie du das anstellst. Sag ihr von mir aus, Du-wei�t-schon-wer ist ein Auswuchs deiner Phantasie, aber sieh zu, dass du kommst!�</p><p>Sie st�rmte davon.</p><p>�Wisst ihr was?�, sagte Harry zu Ron und Hermine, als sie die Gro�e Halle betraten. �Wir sollten mal bei Eintracht Pf�tzensee nachfragen, ob Oliver Wood beim Training umgekommen ist, Angelina ist n�mlich eindeutig von seinem Geist ergriffen.�</p><p>�Was meinst du, wie stehen die Chancen, dass dich Umbridge am Freitag laufen l�sst?�, meinte Ron skeptisch, als sie sich an den Gryffindor-Tisch setzten.</p><empty-line/><p>�Unter null�, sagte Harry verdrossen, gabelte sich Lammkoteletts auf den Teller und fing an zu essen. �Aber ich werd's trotzdem probieren. Ich biete ihr zweimal Nachsitzen zus�tzlich an oder so, keine Ahnung ...� Er schluckte einen Mund voll Kartoffeln hinunter und f�gte hinzu: �Hoffentlich beh�lt sie mich heute Abend nicht zu lange da. Immerhin m�ssen wir drei Aufs�tze schreiben, Verschwindezauber f�r McGonagall �ben, einen Gegenzauber f�r Flitwick aust�fteln, die Bowtruckle -Zeichnung fertig machen und mit diesem bescheuerten Traumtagebuch f�r Trelawney anfangen.�</p><p>Ron st�hnte und sah aus irgendeinem Grund zur Decke.</p><p>�Und es sieht ganz nach Regen aus.�</p><p>�Was hat das mit unseren Hausaufgaben zu tun?�, fragte Hermine mit hochgezogenen Augenbrauen.</p><p>�Nichts�, sagte Ron schnell und seine Ohren liefen rot an.</p><p>Um f�nf vor f�nf verabschiedete sich Harry von den anderen beiden und machte sich auf zu Umbridges B�ro im dritten Stock. Als er an ihre T�r klopfte, rief sie mit zuckers��er Stimme �Herein�. Vorsichtig trat er ein und sah sich um.</p><p>Er kannte dieses B�ro von dreien ihrer Vorg�nger. Als Gilderoy Lockhart noch hier gewaltet hatte, war es mit strahlenden Portr�ts seiner selbst tapeziert gewesen. Als Lupin hier Lehrer gewesen war, konnte man zuweilen, wenn man bei ihm vorbeischaute, einem faszinierenden dunklen Gesch�pf in einem K�fig oder Aquarium begegnen. In den Tagen des Doppelg�ngers von Moody hatten diverse Apparaturen und Ger�tschaften hier herumgestanden, mit denen Fehlverhalten und Heimlichkeiten aufgesp�rt werden konnten.</p><p>Nun jedoch war das B�ro nicht mehr wiederzuerkennen. Auf s�mtlichen M�beln waren Spitzendecken und T�cher drapiert. Mehrere Vasen mit Trockenblumen standen herum, jede auf ihrem Untersetzer, und an einer Wand hing eine Sammlung von Ziertellern, alle mit gro�en quietschbunten K�tzchen bemalt, die jeweils eine andere Schleife um den Hals trugen. Sie waren so scheu�lich, dass Harry sie verdutzt anstarrte, bis Professor Umbridge zu sprechen begann.</p><p>�Guten Abend, Mr. Potter.�</p><p>Harry schreckte hoch und wandte ihr den Blick zu. Er hatte sie noch gar nicht bemerkt, weil sie einen grell gebl�mten Umhang trug, der nur zu gut mit der Decke auf dem Schreibtisch hinter ihr harmonierte.</p><p>�'n Abend, Professor Umbridge�, sagte Harry steif.</p><p>�Nun, nehmen Sie Platz�, sagte sie und deutete auf einen kleinen Tisch mit Spitzendeckchen, vor den sie einen Stuhl mit steiler Lehne gestellt hatte. Ein leeres Pergamentblatt lag auf dem Tisch, offenbar wartete es auf ihn.</p><p>��hm�, sagte Harry ohne sich zu r�hren. �Professor Umbridge. �hm - bevor wir anfangen, wollte ich - ich Sie um einen - einen Gefallen bitten.�</p><p>Ihre Glubschaugen wurden schmal.</p><p>�Ach ja?�</p><p>�Nun, ich ... ich bin in der Quidditch-Mannschaft von Gryffindor und ich sollte eigentlich bei den Auswahlspielen f�r den neuen H�ter am Freitag um f�nf dabei sein und ich w�sste - w�sste gern, ob ich das Nachsitzen an diesem Abend nicht ausfallen lassen k�nnte und es - und es an einem anderen Abend ... nachholen ...�</p><p>Lange bevor er zum Ende seines Satzes kam, w�sste er, dass es keinen Zweck hatte.</p><p>�O nein!�, sagte Umbridge und l�chelte so breit, dass sie aussah, als h�tte sie gerade eine besonders saftige Fliege geschluckt. �O nein, nein, nein. Dies ist Ihre Strafe daf�r, dass Sie b�se, widerw�rtige, Aufmerksamkeit heischende Geschichten verbreitet haben, Mr. Potter, und Strafen k�nnen sich selbstverst�ndlich nicht nach den Launen des Schuldigen richten. Nein, Sie werden morgen Nachmittag um f�nf Uhr kommen und am Tag darauf und auch am Freitag, und Sie werden Ihre Strafarbeiten wie geplant erledigen. Ich denke, es hat eher sein Gutes, dass Ihnen einmal etwas entgeht, was Sie wirklich gerne tun wollen. Das sollte der Lektion, die ich Ihnen zu erteilen gedenke, Nachdruck verleihen.�</p><p>Harry sp�rte, wie ihm das Blut in den Kopf schoss, und hatte ein dumpfes Pochen in den Ohren. Er verbreitete also �b�se, widerw�rtige und Aufmerksamkeit heischende Geschichten�?</p><p>Sie beobachtete ihn mit leicht zur Seite geneigtem Kopf, noch immer breit l�chelnd, als w�sste sie genau, was er dachte, und wartete nur darauf, ob er wieder laut werden w�rde. Mit M�he wandte Harry den Blick von ihr ab, lie� seine Schultasche neben den Stuhl mit der steilen Lehne fallen und setzte sich.</p><p>�Na also�, sagte Umbridge s��lich, �wir lernen offenbar bereits, unser Temperament zu z�geln, nicht wahr? Nun, Sie werden jetzt ein paar Zeilen f�r mich schreiben, Mr. Potter. Nein, nicht mit Ihrer Feder�, f�gte sie hinzu, als Harry sich b�ckte und seine Tasche �ffnen wollte. �Sie werden eine ganz spezielle von mir verwenden. Hier, bitte sehr.�</p><p>Sie reichte ihm eine lange, d�nne schwarze Feder mit ungew�hnlich scharfer Spitze.</p><p>�Ich m�chte, dass Sie schreiben: Ich soll keine L�gen erz�hlen�, befahl sie leise.</p><p>�Wie oft?�, fragte Harry, glaubw�rdig H�flichkeit heuchelnd.</p><p>�Oh, so lange es dauert, bis die Botschaft sich einpr�gt�, sagte Umbridge mit ihrer s��lichen Stimme. �Fangen Sie an.� Sie ging hin�ber zu ihrem Schreibtisch, setzte sich und beugte sich �ber einen Stapel Pergamente, offenbar Aufs�tze, die es zu benoten galt. Harry hob die scharfe schwarze Feder, dann fiel ihm auf, was fehlte.</p><p>�Sie haben mir keine Tinte gegeben�, sagte er.</p><p>�Oh, Sie werden keine Tinte brauchen�, sagte Professor Umbridge mit dem leisen Anflug eines Lachens in der Stimme.</p><p>Harry setzte die Federspitze auf das Papier und schrieb: Ich soll keine L�gen erz�hlen.</p><p>Er keuchte auf vor Schmerz. Die W�rter waren auf dem Pergament erschienen, offenbar mit leuchtend roter Tinte geschrieben. Zugleich waren die W�rter auf dem R�cken von Harrys rechter Hand aufgetaucht, in seine Haut geschnitten, als h�tte ein Skalpell sie dort eingeritzt. Noch w�hrend er auf die schimmernde Schnittwunde starrte, verheilte die Haut, und die Stelle mit der Schrift war nun leicht ger�tet, aber wieder vollkommen glatt.</p><p>Harry wandte sich zu Umbridge um. Sie beobachtete ihn, ihr breites Kr�tenmaul zu einem L�cheln verzerrt.</p><p>�Ja?�</p><p>�Nichts�, sagte Harry leise.</p><p>Er blickte wieder auf das Pergament, setzte die Feder von neuem auf, schrieb Ich soll keine L�gen erz�hlen, und zum zweiten Mal sp�rte er den brennenden Schmerz auf seinem Handr�cken; abermals waren die W�rter in seine Haut geritzt und abermals verheilte sie innerhalb von Sekunden.</p><p>Und so ging es weiter. Wieder und wieder schrieb Harry die W�rter auf das Pergament, nicht mit Tinte, wie ihm bald klar wurde, sondern mit seinem eigenen Blut. Und wieder und wieder ritzten sich die W�rter auf seinem Handr�cken ein, verheilten und erschienen erneut, sobald er die Feder aufs Pergament setzte.</p><p>Drau�en vor Umbridges Fenster brach die Dunkelheit herein. Harry fragte nicht, wann er aufh�ren durfte. Er sah nicht einmal auf seine Uhr. Er wusste, dass sie ihn beobachtete und auf ein Zeichen von Schw�che wartete, und er w�rde sich nichts dergleichen anmerken lassen, selbst dann nicht, wenn er hier die ganze Nacht sitzen und mit dieser Feder seine eigene Hand aufschneiden musste ...</p><p>�Kommen Sie her�, sagte sie, und es kam ihm vor, als w�ren Stunden vergangen.</p><p>Er stand auf. Seine Hand brannte vor Schmerz. Als er sie ansah, stellte er fest, dass der Schnitt verheilt, die Haut aber wundrot war.</p><p>�Hand�, sagte sie.</p><p>Er streckte ihr die Hand entgegen. Sie nahm sie in die ihre. Harry unterdr�ckte ein Schaudern, als sie ihn mit ihren dicken Stummelfingern ber�hrte, an denen sie etliche h�ssliche, alte Ringe trug.</p><p>�Aber, aber, ich scheine ja noch nicht viel Eindruck gemacht zu haben�, sagte sie l�chelnd. �Nun, da m�ssen wir es morgen Abend einfach noch mal versuchen, nicht wahr? Sie k�nnen gehen.�</p><p>Harry verlie� ihr B�ro ohne ein Wort zu sagen. Die Schule war v�llig ausgestorben; gewiss war es schon nach Mitternacht. Er ging langsam den Korridor entlang, und dann, als er um die Ecke gebogen und sicher war, dass sie ihn nicht h�ren konnte, fing er an zu rennen.</p><p>Er hatte keine Zeit gehabt, Verschwindezauber zu �ben, hatte keinen einzigen Traum in sein Traumtagebuch geschrieben, den Bowtruckle nicht fertig gezeichnet und auch die Aufs�tze nicht geschrieben. Am n�chsten Morgen lie� er das Fr�hst�ck ausfallen, schmierte ein paar erfundene Tr�ume f�r Wahrsagen in der ersten Stunde hin und stellte �berrascht fest, dass Ron, der ziemlich zerzaust aussah, ihm Gesellschaft leistete. �Wieso hast du das nicht gestern Abend gemacht?�, fragte Harry, w�hrend Ron auf der Suche nach einer Anregung hektisch im Gemeinschaftsraum umherstarrte. Ron hatte fest geschlafen, als Harry in den Schlafsaal gekommen war, und murmelte nun etwas von wegen, er h�tte</p><p>�andere Dinge zu tun� gehabt, beugte sich dann tief �ber sein Pergament und kritzelte ein paar Worte.</p><p>�Das muss reichen�, sagte er und schlug das Tagebuch zu. �Ich hab geschrieben, ich h�tte getr�umt, wie ich ein neues Paar Schuhe kaufte, da kann sie ja nichts Komisches draus lesen, oder?�</p><p>Eilends machten sie sich zusammen auf zum Nordturm.</p><p>�Wie war eigentlich das Nachsitzen bei Umbridge? Was musstest du machen?�</p><p>Harry z�gerte einen winzigen Augenblick, dann sagte er: �S�tze schreiben.�</p><p>�Das ging ja noch, was?�, sagte Ron.</p><p>�Hm�, machte Harry.</p><p>�Hey - hab ich ganz vergessen - wird sie dich am Freitag laufen lassen?�</p><empty-line/><p>�Nein�, sagte Harry.</p><p>Ron st�hnte mitleidvoll.</p><p>Es war abermals ein �bler Tag f�r Harry; er war einer der Schlechtesten in Verwandlung, weil er �berhaupt keine Verschwindezauber ge�bt hatte. Er musste seine Mittagspause opfern, um den Bowtruckle fertig zu zeichnen, und �berdies gaben ihnen die Professorinnen McGonagall, Raue-Pritsche und Sinistra noch mehr Hausaufgaben, die er an diesem Abend wegen seines zweiten Nachsitzens bei Umbridge unm�glich erledigen konnte. Zu allem �berfluss stellte ihn Angelina Johnson beim Abendessen erneut zur Rede, und als sie h�rte, dass er nicht bei den Auswahlspielen f�r den H�ter am Freitag dabei sein konnte, erkl�rte sie ihm, ihm fehle die richtige Einstellung und sie erwarte von Spielern, die in der Mannschaft bleiben wollten, dass sie das Training allen anderen Verpflichtungen voranstellten.</p><p>�Ich muss nachsitzen!�, rief ihr Harry hinterher, als sie davonstolzierte.</p><p>�Glaubst du vielleicht, ich stecke lieber in einem Zimmer mit dieser alten Kr�te als Quidditch zu spielen?�</p><p>�Wenigstens musst du nur S�tze schreiben�, sagte Hermine tr�stend, als Harry auf die Bank zur�cksank und auf seine Steak-und-Nieren-Pastete hinabblickte, die er nicht mehr besonders verlockend fand. �So schrecklich ist die Strafe nun auch wieder nicht, echt mal ...�</p><p>Harry �ffnete den Mund, schloss ihn wieder und nickte. Er wusste nicht genau, warum er Ron und Hermine verschwieg, was in Umbridges Zimmer wirklich geschah. Er wusste nur, dass er ihre entsetzten Gesichter nicht sehen wollte, denn dann w�rde ihm alles nur noch schlimmer vorkommen und damit noch schwieriger zu ertragen. Auch sp�rte er dunkel, dass dies eine Sache zwischen ihm und Umbridge war, ein pers�nlicher Kampf Wille gegen Wille, und er w�rde ihr nicht die Genugtuung verschaffen zu h�ren, dass er sich dar�ber beschwert hatte.</p><p>�Ich kann einfach nicht fassen, wie viel Hausaufgaben wir aufhaben�, sagte Ron niedergeschlagen.</p><p>�Tja, warum hast du nicht gestern Abend welche erledigt?�, fragte ihn Hermine. �Wo warst du eigentlich?�</p><p>�Ich war ... ich hatte Lust auf 'nen Spaziergang�, sagte Ron leichthin.</p><p>Harry hatte den deutlichen Verdacht, dass er im Moment nicht der Einzige war, der etwas verheimlichte.</p><p>Das zweite Nachsitzen war ebenso schlimm wie das erste. Die Haut auf Harrys Handr�cken war nun schneller gereizt und bald rot und entz�ndet. Harry glaubte nicht, dass sie weiterhin so z�gig verheilen w�rde. Bald w�rden die Schnitte in seiner Hand eingraviert bleiben und vielleicht war Umbridge dann zufrieden.</p><p>Dennoch blieb er darauf bedacht, trotz aller Schmerzen keinen Laut von sich zu geben, und von dem Augenblick an, da er das Zimmer betrat, bis zu dem Augenblick, da sie ihn, wiederum nach Mitternacht, entlie�, sagte er nichts als</p><p>�Guten Abend� und �Gute Nacht�.</p><p>Mit seinen Hausaufgaben allerdings war es nun zum Verzweifeln. Obwohl er v�llig ersch�pft in den Gryffindor-Gemeinschaftsraum zur�ckkam, ging er nicht zu Bett, sondern schlug seine B�cher auf und begann mit dem Mondsteinaufsatz f�r Snape. Als er damit fertig war, war es halb drei. Er wusste, dass der Aufsatz wenig taugte, aber es half nichts; wenn er nichts abzugeben hatte, w�rde er als N�chstes bei Snape Strafstunden absitzen. Dann kritzelte er Antworten auf die Fragen hin, die Professor McGonagall ihnen gestellt hatte, stoppelte etwas �ber den artgerechten Umgang mit Bowtruckles f�r Professor Raue-Pritsche zusammen und taumelte schlie�lich hoch in den Schlafsaal, wo er sich in seinen Kleidern auf die Bettdecke fallen lie� und sofort einschlief.</p><p>Der Donnerstag ging in einem Nebel von M�digkeit dahin. Auch Ron war offenbar sehr m�de, obwohl Harry nicht wusste, wieso. Sein drittes Nachsitzen verlief wie die beiden zuvor, nur verschwanden nach zwei Stunden die W�rter Ich soll keine L�gen erz�hlen nicht mehr von seinem Handr�cken, sondern blieben dort eingeritzt und sonderten Blutstropfen ab. Weil das Kratzen der spitzen Feder einen Moment aussetzte, blickte Professor Umbridge auf.</p><p>�Ah�, sagte sie mit weicher Stimme und kam hinter ihrem Schreibtisch hervor, um die Hand pers�nlich zu untersuchen. �Gut. Das sollte Ihnen eine Lehre sein, nicht wahr? Sie k�nnen f�r heute Abend gehen.�</p><p>�Muss ich trotzdem morgen wieder kommen?�, sagte Harry und griff seine Schultasche mit der linken und nicht mit der brennenden rechten Hand.</p><p>�O ja�, sagte Professor Umbridge, wie stets mit einem breiten L�cheln. �Ja, ich denke, wir k�nnen die Botschaft mit der Arbeit eines weiteren Abends noch ein wenig tiefer einpr�gen.�</p><p>Harry hatte noch nie �berlegt, ob es vielleicht einen Lehrer auf der Welt geben k�nnte, den er mehr hasste als Snape, aber w�hrend er zum Gryffindor-Turm zur�ckging, musste er zugeben, dass Snape eine ernsthafte Konkurrentin bekommen hatte. Sie ist b�se, dachte er, als er die Treppe zum siebten Stock hochstieg, sie ist eine b�se, gemeine, wahnsinnige alte -</p><p>�Ron?�</p><p>Er hatte den Treppenabsatz erreicht, war nach rechts gegangen und fast mit Ron zusammengeprallt, der hinter einer Statue von Lachlan dem Lulatsch lauerte und seinen Besen umklammerte. Als er Harry sah, machte er �berrascht einen Satz und versuchte den neuen Sauberwisch Elf hinter seinem R�cken zu verstecken.</p><p>�Was treibst du hier?�</p><p>��hm - nichts. Was treibst du hier?�</p><p>Harry sah ihn stirnrunzelnd an.</p><p>�Komm schon, mir kannst du es erz�hlen. Warum versteckst du dich hier?�</p><p>�Ich - ich versteck mich vor Fred und George, wenn du's unbedingt wissen willst�, sagte Ron. �Die sind eben mit ein paar Erstkl�sslern vorbeigekommen.</p><p>Ich wette, die testen wieder Sachen an denen aus. Jetzt k�nnen sie es ja nicht mehr im Gemeinschaftsraum machen, oder? Jedenfalls nicht, wenn Hermine da ist.�</p><p>Er redete fieberhaft �berst�rzt.</p><p>�Aber wozu hast du deinen Besen dabei, du bist doch nicht etwa geflogen?�, fragte Harry.</p><p>�Ich - nun - na ja, okay, ich sag's dir, aber nicht lachen, ja?�, stammelte Ron abwehrend und lief mit jeder Sekunde r�ter an. �Ich - ich dachte, ich k�nnte es mal als Gryffindor-H�ter probieren, jetzt, wo ich einen anst�ndigen Besen habe.</p><p>So. Da hast du's. Jetzt lach schon.�</p><p>�Ich lache nicht�, sagte Harry. Ron sah ihn erstaunt an. �Gl�nzende Idee! War wirklich toll, wenn du in die Mannschaft k�mst! Ich hab dich nie H�ter spielen sehen, bist du gut?�</p><p>�Ich bin nicht schlecht�, sagte Ron, der ungeheuer erleichtert �ber Harrys Reaktion wirkte. �Charlie, Fred und George haben mich immer den H�ter machen lassen, wenn sie in den Ferien trainiert haben.�</p><p>�Also hast du heute Abend ge�bt?�</p><p>�Jeden Abend seit Dienstag ... aber nur f�r mich allein. Ich hab versucht Quaffel zu verhexen, damit sie auf mich zufliegen, aber es war nicht so einfach, und ich wei� nicht, ob es mir was bringt.� Ron wirkte nerv�s und beklommen.</p><p>�Fred und George werden sich dumm und d�mlich lachen, wenn ich bei den Auswahlspielen auftauche. Seit ich zum Vertrauenssch�ler ernannt wurde, nehmen die mich dauernd auf den Arm.�</p><p>�Wenn ich nur dabei sein k�nnte�, sagte Harry bitter, als sie sich zusammen auf den Weg zum Gemeinschaftsraum machten.</p><p>�Ja, finde ich auch - Harry, was hast du da auf der Hand?�</p><empty-line/><p>Harry, der sich gerade mit der freien rechten Hand an der Nase gekratzt hatte, versuchte sie ebenso erfolglos zu verstecken wie Ron zuvor seinen Sauberwisch.</p><p>�Hab mich nur geschnitten - nichts weiter - es ist -�</p><p>Aber Ron hatte Harrys Unterarm gepackt und zog Harrys Handr�cken vor sein Gesicht. Eine Pause trat ein, w�hrend er auf die W�rter starrte, die in die Haut geritzt waren, dann lie� er Harry los, als w�rde ihm pl�tzlich schle cht.</p><p>�Ich dachte, du h�ttest gesagt, sie w�rde dich nur S�tze schreiben lassen?�</p><p>Harry z�gerte, aber schlie�lich war Ron ehrlich zu ihm gewesen, und so erz�hlte er ihm die Wahrheit �ber die Stunden, die er in Umbridges B�ro verbrachte.</p><p>�Die alte Hexe!�, wisperte Ron emp�rt, als sie vor der fetten Dame ankamen, die, den Kopf an ihren Rahmen gelehnt, friedlich d�ste. �Die ist krank! Geh zu McGonagall und sag was!�</p><p>�Nein�, erwiderte Harry rasch. �Ich geb ihr nicht die Genugtuung zu erfahren, wie sie mir zusetzt.�</p><p>�Zusetzt? Damit darfst du sie nicht durchkommen lassen!�</p><p>�Ich wei� nicht, wie viel Macht McGonagall �ber sie hat�, sagte Harry.</p><p>�Dann Dumbledore, erz�hl es Dumbledore!�</p><p>�Nein�, sagte Harry entschieden.</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Er hat genug um die Ohren�, sagte Harry, aber das war nicht der wahre Grund. Dumbledore, der doch seit Juni nicht mehr mit ihm gesprochen hatte, wollte er nicht um Hilfe bitten.</p><p>�Also, ich finde, du solltest -�, begann Ron, wurde jedoch von der fetten Dame unterbrochen, die sie schlaftrunken beobachtet hatte und jetzt herausplatzte:</p><p>�Sagt ihr mir jetzt das Passwort oder muss ich die ganze Nacht wach bleiben, bis ihr euer Gespr�ch beendet habt?�</p><p>Der Freitag brach so d�ster und nass an wie die anderen Tage der Woche. Als Harry die Gro�e Halle betrat, warf er automatisch einen Blick hin�ber zum Lehrertisch, allerdings ohne ernsthaft zu hoffen, dass er Hagrid sehen w�rde.</p><p>Schnell wandte er sich wieder dr�ngenderen Problemen zu, etwa dem riesigen Berg an Hausaufgaben, die er noch erledigen musste, und der Aussicht auf eine weitere Strafarbeit bei Umbridge.</p><p>Zweierlei hielt Harry an diesem Tag bei Laune. Zum einen der Gedanke, dass bald Wochenende war, zum anderen, dass er von Umbridges Fenster aus, so schrecklich das letzte Nachsitzen auch sein w�rde, von weitem das Quidditch-Feld sehen konnte und mit ein wenig Gl�ck vielleicht etwas von Rons Auswahlspiel mitbekommen w�rde. Das waren recht k�rgliche Lichtblicke, gewiss, aber Harry war dankbar f�r alles, was seine gegenw�rtig triste Stimmung aufhelle n konnte. Noch nie hatte er eine so schlimme erste Woche in Hogwarts erlebt.</p><p>Um f�nf Uhr nachmittags klopfte er an die T�r zu Professor Umbridges B�ro, zum letzten Mal, wie er flehentlich hoffte, und wurde hereingerufen. Das leere Pergament lag auf dem Tisch mit dem Spitzendeckchen f�r ihn bereit, die scharfe schwarze Feder daneben.</p><p>�Sie wissen, was Sie zu tun haben, Mr. Potter�, sagte Umbridge mit ihrem s��lichen L�cheln.</p><p>Harry nahm die Feder und sp�hte durch das Fenster. Wenn er seinen Stuhl nur ein wenig nach rechts r�ckte ... Er tat, als wolle er den Stuhl n�her zum Tisch schieben, und schaffte es: Jetzt konnte er in der Ferne die Quidditch-Spieler von Gryffindor sehen, die �ber dem Feld auf und ab schossen, w�hrend ein halbes Dutzend schwarzer Gestalten am Fu� der drei hohen Torstangen offenbar darauf wartete, als H�ter an die Reihe zu kommen. Es war auf diese Entfernung unm�glich, zu sagen, wer davon Ron war.</p><p>Ich soll keine L�gen erz�hlen, schrieb Harry. Die Schnitte auf seinem rechten Handr�cken �ffneten sich und begannen wieder zu bluten.</p><p>Ich soll keine L�gen erz�hlen. Die Schnitte vertieften sich, es stach und brannte.</p><p>Ich soll keine L�gen erz�hlen. Blut tr�pfelte �ber sein Handgelenk.</p><p>Er wagte noch einen fl�chtigen Blick aus dem Fenster. Wer immer es war, der gerade die Tore verteidigte, machte seine Sache ziemlich schlecht. Katie Bell traf zweimal in den paar Sekunden, die Harry sich zuzusehen traute. Er hoffte inst�ndig, dass der H�ter nicht Ron war, und senkte die Augen wieder auf das mit Blut besprenkelte Pergament.</p><p>Ich soll keine L�gen erz�hlen.</p><p>Ich soll keine L�gen erz�hlen.</p><p>Er blickte auf, wann immer er meinte, es riskieren zu k�nnen: wenn er Umbridges Feder kratzen oder eine Schreibtischschublade aufgehen h�rte. Der Dritte, der es probierte, war ziemlich gut, der Vierte war lausig, der F�nfte wich einem Klatscher ungew�hnlich gut aus, verschusselte dann aber einen leichten Quaffel. Der Himmel verdunkelte sich, und Harry bezweifelte, dass er den Sechsten und Siebten �berhaupt w�rde sehen k�nnen.</p><empty-line/><p>Ich soll keine L�gen erz�hlen.</p><p>Ich soll keine L�gen erz�hlen.</p><p>Das Pergament leuchtete nun blutrot und sein Handr�cken brannte. Als er wieder aufblickte, war es tiefe Nacht und er konnte das Quidditch-Feld nicht mehr sehen.</p><p>�Schauen wir mal, ob Sie die Botschaft schon verstanden haben�, t�nte Umbridges weiche Stimme eine halbe Stunde sp�ter.</p><p>Sie trat auf ihn zu und langte mit ihren kurzen beringten Fingern nach seinem Arm. Und in dem Moment, als sie ihn ergriff, um die W�rter zu begutachten, die in seine Haut geschnitten waren, durchzuckte ihn ein sengender Schmerz, nicht an seinem Handr�cken, sondern an seiner Narbe auf der Stirn. Im selben Augenblick hatte er eine �u�erst merkw�rdige Empfindung irgendwo in der Zwerchfellgegend.</p><p>Er entwand den Arm ihrem Griff, sprang auf und starrte sie an. Sie erwiderte seinen Blick und ein L�cheln verzerrte ihren breiten, schlaffen Mund.</p><p>�Ja, es tut weh, nicht wahr?�, sagte sie weich.</p><p>Er gab keine Antwort. Sein Herz schlug sehr heftig und schnell. Redete sie von seiner Hand oder wusste sie, was er gerade an der Stirn gesp�rt hatte?</p><p>�Nun, ich denke, ich habe mein Anliegen deutlich gemacht, Mr. Potter. Sie k�nnen gehen.�</p><p>Er griff nach seiner Schultasche und verlie� den Raum, so schnell er konnte.</p><p>Bleib ruhig, sagte er sich, als er die Treppen hochsprintete. Bleib ruhig, das bedeutet nicht unbedingt das, was du denkst ...</p><p>�Mimbulus mimbeltonia!�, keuchte er die fette Dame an und sie schwang wieder nach vorne.</p><p>Er wurde von donnerndem L�rm empfangen. Ron kam auf ihn zugerannt, er strahlte �bers ganze Gesicht und bekleckerte sich die Brust mit Butterbier aus dem Kelch, den er in der Hand hielt.</p><p>�Harry, ich hab's geschafft, ich bin dabei, ich bin H�ter!�</p><p>�Was? Oh - klasse!�, sagte Harry und versuchte ungezwungen zu l�cheln, w�hrend sein Herz weiter raste und seine Hand pochte und blutete.</p><p>�Nimm dir ein Butterbier.� Ron dr�ngte ihm eine Flasche auf. �Ich kann's nicht fassen - wo ist eigentlich Hermine?�</p><p>�Sie ist dort dr�ben�, sagte Fred, der ebenfalls Butterbier trank, und wies auf einen Sessel am Feuer. Dort sa� Hermine und d�ste, in der Hand ein Getr�nk, das bedenklich schwappte.</p><p>�Naja, als ich es ihr gesagt habe, meinte sie, es w�rde sie freuen�, sagte Ron und sah ein wenig verstimmt aus.</p><p>�Lass sie schlafen�, sagte George hastig. Wenige Augenblicke sp�ter fiel Harry auf, dass einige der um sie versammelten Erstkl�ssler eindeutig so aussahen, als h�tten sie vor kurzem Nasenbluten gehabt.</p><p>�Komm mal her, Ron, lass uns schauen, ob dir Olivers alter Umhang passt�, rief Katie Bell, �wir k�nnen seinen Namen abtrennen und deinen draufn�hen ...�</p><p>Als Ron hin�berging, kam Angelina auf Harry zugeschritten.</p><p>�Tut mir Leid, dass ich dich letztens ein bisschen schroff behandelt hab, Potter�, sagte sie ohne Umschweife. �Dieser Trainerkram ist stressig, wei�t du, langsam �berleg ich mir schon, ob ich nicht manchmal ein wenig ungerecht zu Wood war.� Sie musterte Ron mit einem leichten Stirnrunzeln �ber den Rand ihres Kelchs hinweg.</p><p>�H�r mal, ich wei�, er ist dein bester Kumpel, aber er ist nicht gerade umwerfend�, sagte sie offen heraus. �Trotzdem glaube ich, mit ein wenig Training wird noch was aus ihm. Schlie�lich kommt er aus einer Familie guter Quidditch-Spieler. Ich setze drauf, dass ein bisschen mehr Talent in ihm steckt, als er heute gezeigt hat, ehrlich gesagt. Vicky Frobisher und Geoffrey Hooper sind zwar heute Abend besser geflogen, aber Hooper ist ein echter Jammerlappen, dauernd st�hnt er �ber dies und das, und Vicky steckt in allen m�glichen Vereinen. Wenn das Training sich mit dem Zauber-Klub �berschneiden w�rde, dann w�rde sie lieber in den Klub gehen, hat sie selbst zugegeben. Aber egal, wir haben morgen um zwei eine Trainingsstunde, also sieh zu, dass du diesmal kommst. Und tu mir einen Gefallen und hilf Ron, so gut du kannst, okay?�</p><p>Er nickte und Angelina gesellte sich wieder zu Alicia Spinnet. Harry ging hin�ber zu Hermine und setzte sich neben sie. Als er seine Tasche abstellte, schreckte sie hoch.</p><p>�Oh, Harry, du bist's ... sch�n f�r Ron, was?�, nuschelte sie. �Ich bin nur so - so - so - m�de.� Sie g�hnte. �Ich war bis eins auf und hab noch mehr H�te gemacht. Total verr�ckt, wie die alle verschwinden!�</p><p>Und tats�chlich, jetzt, da er sich umsah, fiel Harry auf, dass �berall im Raum, wo arglose Elfen sie zuf�llig mitnehmen k�nnten, H�te versteckt waren.</p><p>�Gro�artig�, sagte Harry zerstreut; wenn er es nicht bald jemandem erz�hlte, dann platzte er noch. �H�r zu, Hermine, ich war gerade in Umbridges B�ro und sie hat mich am Arm ber�hrt ...�</p><empty-line/><p>Hermine h�rte aufmerksam zu. Als Harry geendet hatte, sagte sie langsam:</p><p>�Und du machst dir Sorgen, dass Du-wei�t-schon-wer sie beherrscht, wie er Quirrell beherrscht hat?�</p><p>�Na ja�, sagte Harry und senkte die Stimme, �das w�re doch m�glich, oder?�</p><p>�Kann sein�, sagte Hermine, doch sie klang nicht �berzeugt. �Aber ich glaube nicht, dass sie von ihm besessen ist, wie Quirrell es war, ich meine, er lebt doch jetzt wieder richtig, nicht wahr, er hat seinen eigenen K�rper, er braucht keinen anderen in Besitz zu nehmen. Er k�nnte sie mit einem Imperius-Fluch belegt haben, denke ich ...�</p><p>Harry sah einen Moment lang Fred, George und Lee Jordan dabei zu, wie sie mit leeren Butterbierflaschen jonglierten. Dann sagte Hermine: �Aber letztes Jahr hat deine Narbe geschmerzt, obwohl dich niemand ber�hrt hat, und sagte Dumbledore da nicht, es h�tte damit zu tun, was Du-wei�t-schon-wer in diesen Momenten f�hlte? Ich meine, vielleicht hat das �berhaupt nichts mit Umbridge zu tun, vielleicht ist es nur Zufall, dass es passiert ist, w�hrend du bei ihr warst?�</p><p>�Sie ist b�se�, sagte Harry entschieden. �Einfach fies.�</p><p>�Sie ist schrecklich, ja, aber ... Harry, ich glaube, du solltest Dumbledore sagen, dass deine Narbe wehgetan hat.�</p><p>Es war das zweite Mal in zwei Tagen, dass er den Rat erhielt, zu Dumbledore zu gehen, und er antwortete Hermine das Gleiche wie Ron.</p><p>�Ich will ihn damit nicht bel�stigen. Du hast es ja eben selbst gesagt, es ist nichts Besonderes. Sie hat den ganzen Sommer �ber mal mehr, mal weniger wehgetan - heute Abend war es nur ein wenig schlimmer, nichts weiter -�</p><p>�Harry, ic h bin mir sicher, dass Dumbledore damit bel�stigt werden will -�</p><p>�Tja�, rutschte es Harry raus, �das ist das Einzige an mir, das Dumbledore interessiert, nicht wahr, meine Narbe?�</p><p>�Das darfst du nicht sagen, es ist nicht wahr!�</p><p>�Ich glaub, ich schreib an Sirius und erz�hl ihm davon, mal sehen, was er dazu sagt -�</p><p>�Harry, so was kannst du nicht in einen Brief schreiben!�, sagte Hermine erschrocken. �Wei�t du nicht mehr, Moody hat uns gesagt, wir sollen vorsichtig sein bei dem, was wir schreiben! Wir m�ssen davon ausgehen, dass Eulen abgefangen werden!�</p><p>�Schon gut, schon gut, dann sag ich's ihm eben nicht�, erwiderte Harry ver�rgert. Er stand auf. �Ich geh schlafen. Kannst du's Ron ausrichten?�</p><empty-line/><p>�O nein�, sagte Hermine und sah erleichtert aus, �wenn du gehst, dann kann ich auch gehen, ohne unh�flich zu sein. Ich bin vollkommen ersch�pft und will morgen noch ein paar H�te stricken. H�r mal, wenn du Lust hast, kannst du mir helfen, das macht ziemlich Spa�, ich werd langsam besser, ich kann jetzt schon Muster und Bommeln und alles M�gliche.�</p><p>Harry blickte in ihr Gesicht, das vor Begeisterung gl�nzte, und versuchte eine Miene zu machen, als ob ihn ihr Angebot irgendwie verlocken w�rde.</p><p>��hm ... nein, ich glaub eher nicht, danke�, sagte er. ��hm - nicht morgen, ich muss noch 'ne Menge Hausaufgaben machen ...�</p><p>Er schlurfte hoch zum Jungenschlafsaal und lie� Hermine ein wenig entt�uscht zur�ck.</p></section><section><title><p>Percy und Tatze</p></title><p>Am n�chsten Morgen erwachte Harry als Erster im Schlafsaal. Er blieb noch einen Moment liegen, sah zu, wie Staub in dem Sonnenstrahl wirbelte, der durch den Vorhangspalt seines Himmelbetts fiel, und genoss die Vorstellung, dass es Samstag war. Die erste Woche des Schuljahrs war ihm unendlich lang vorgekommen, wie eine gigantische Stunde Geschichte der Zauberei.</p><p>Offenbar war es kurz nach Tagesanbruch, denn es herrschte noch schl�frige Stille und der Sonnenstrahl wirkte taufrisch. Er zog die Vorh�nge des Bettes zur�ck, stand auf und zog sich an. Au�er dem fernen Vogelgezwitscher war nur das ruhige, tiefe Atmen seiner Schulkameraden in Gryffindor zu h�ren. Behutsam �ffnete er seine Schultasche, zog Pergament und Schreibfeder heraus, verlie� den Schlafsaal und stieg hinunter zum Gemeinschaftsraum.</p><p>Harry ging geradewegs auf seinen knuddligen alten Lieblingssessel neben dem erloschenen Feuer zu, machte es sich darin bequem, entrollte das Pergament und sah sich um. Zerkn�llte Pergamentfetzen, alte Koboldsteine, leere Zutatengef��e und S��igkeitenpapier - der ganze Abfall, der normalerweise am Ende des Tages im Gemeinschaftsraum verstreut lag, war verschwunden, au�erdem s�mtliche Elfenh�te von Hermine. Er fragte sich beil�ufig, wie viele Elfen, ob sie es wollten oder nicht, inzwischen wohl befreit waren, entkorkte sein Tintenfass, tauchte seine Feder ein, hielt sie ein paar Zentimeter �ber das glatte, gelbliche Pergament und dachte angestrengt nach ... aber eine gute Minute verging, und er starrte immer noch auf den leeren Kaminrost, ohne im Mindesten zu wissen, was er schreiben sollte.</p><p>Jetzt konnte er nachvollziehen, wie schwierig es f�r Ron und Hermine w�hrend des Sommers gewesen war, ihm Briefe zu schreiben. Wie sollte er Sirius all das berichten, was in der letzten Woche geschehen war, und all die Fragen stellen, die ihm auf den N�geln brannten, ohne dass er m�glichen Briefdieben eine Menge Informationen lieferte, die sie besser nicht bekamen?</p><p>Eine Weile sa� er vollkommen reglos da und blickte in den Kamin, dann endlich fasste er einen Entschluss, tauchte die Feder erneut in das Tintenfass und setzte sie beherzt aufs Pergament.</p><p>Lieber Schnuffel,</p><p>ich hoffe, dir geht es gut, die erste Woche hier war schrecklich, ich bin wirklich froh, dass jetzt Wochenende ist. Wir haben eine neue Lehrerin in Verteidigung gegen die dunklen K�nste, Professor Umbridge. Sie ist fast so nett wie deine Mum. Ich schreibe dir, weil das, wovon ich dir letzten Sommer berichtet habe, gestern Abend wieder passiert ist, als ich bei Umbridge nachsitzen musste. Wir alle vermissen unseren gr��ten Freund, wir hoffen, er kommt bald zur�ck. Gib mir bitte schnell Antwort. Herzlichst Harry Harry las den Brief ein paar Mal durch und versuchte ihn vom Standpunkt eines Au�enstehenden zu betrachten. Ein Fremder, der diesen Brief las, so befand er, konnte nicht herausfinden, wor�ber er da schrieb - oder wem er schrieb. Er hoffte nur, dass Sirius die Anspielung auf Hagrid aufgriff und ihm mitteilte, wann er zur�ckkehren w�rde. Harry wollte nicht direkt danach fragen, um nicht zu viel Aufmerksamkeit darauf zu lenken, was Hagrid m�glicherweise w�hrend seiner Abwesenheit von Hogwarts unternahm.</p><p>Obwohl es ein sehr kurzer Brief war, hatte er doch lange daf�r gebraucht; das Sonnenlicht war bis in die Mitte des Raums gekrochen, w�hrend er �ber dem Brief gebr�tet hatte, und jetzt konnte er von oben aus den Schlafs�len fernes Getrappel h�ren. Er versiegelte das Pergament sorgf�ltig, kletterte durch das Portr�tloch und machte sich auf den Weg in die Eulerei.</p><p>�Wenn ich du w�re, w�rde ich nicht da langgehen�, sagte der Fast Kopflose Nick und schwebte Harry, der durch den Korridor kam, aus einer Wand heraus direkt vor die Nase, so dass er kurz zusammenzuckte. �Peeves plant einen am�santen Scherz auf Kosten der Person, die als N�chste an der B�ste des Paracelsus in der Mitte dieses Korridors vorbeigeht.�</p><p>�Geht es darum, dass Paracelsus die ser Person auf den Kopf fallen soll?�, fragte Harry.</p><p>�In der Tat, witzigerweise�, sagte der Fast Kopflose Nick in gelangweiltem Ton. �Raffinesse war nie Peeves' St�rke. Ich muss los, den Blutigen Baron suchen ... vielleicht ist er in der Lage, diesem Treiben Einhalt zu gebieten ... bis dann, Harry ...�</p><p>�Ja, tsch�ss�, sagte Harry und statt nach rechts wandte er sich nach links und nahm einen l�ngeren, aber weniger gef�hrlichen Weg hoch in die Eulerei. Seine Laune besserte sich unterwegs, da er aus jedem Fenster einen strahlend blauen Himmel sehen konnte; nachher hatte er noch Training, endlich ging es zur�ck aufs Quidditch-Feld.</p><p>Etwas streifte ihn an den Kn�cheln. Er blickte hinab und sah Mrs. Norris, die skelettd�rre graue Katze des Hausmeisters, an sich vorbeihuschen. Einen Moment lang wandte sie ihm ihre gelben Lampenaugen zu, dann verschwand sie hinter einer Statue von Wilfried dem Wehm�tigen.</p><p>�Ich mache nichts Verbotenes�, rief Harry ihr nach. Sie geb�rdete sich unverkennbar wie eine Katze, die drauf und dran war, ihrem Herrchen Meldung zu erstatten, doch Harry zerbrach sich vergeblich den Kopf, warum; er hatte unzweifelhaft das Recht, an einem Samstagmorgen in die Eulerei hinaufzusteigen.</p><empty-line/><p>Die Sonne stand inzwischen hoch am Horizont, und als Harry die Eule rei betrat, blendete ihn das Licht, das durch die glaslosen Fenster fiel; dicke, silbrige Sonnenstrahlen durchschnitten kreuz und quer den runden Raum, in dem Hunderte von Eulen auf Dachsparren hockten, ein wenig unruhig im fr�hen Morgenlicht, da einige offenbar gerade vom Jagen zur�ckgekehrt waren. Der strohbedeckte Boden knarzte leise, als Harry �ber kleine Tierknochen stieg und den Hals nach Hedwig reckte.</p><p>�Da bist du ja�, sagte er, als er sie ganz oben an der gew�lbten Decke ersp�hte. �Komm hier runter, ich hab einen Brief f�r dich.�</p><p>Mit einem leisen Schrei breitete sie ihre gro�en wei�en Fl�gel aus und schwebte herab auf seine Schulter.</p><p>�Ich wei�, au�en drauf steht Schnuffel�, erkl�rte er und hielt ihr den Brief hin, damit sie ihn mit dem Schnabel fasste, und ohne genau zu wissen, warum, setzte er fl�sternd hinzu: �Aber er ist f�r Sirius, ja?�</p><p>Sie blinzelte ihn mit ihren Bernsteinaugen einmal an, was wohl hie�, dass sie verstanden hatte.</p><p>�Dann guten Flug�, sagte Harry und trug sie zu einem der Fenster; er sp�rte einen kurzen Druck auf dem Arm, und Hedwig flog hoch in den blendend hellen Himmel. Er sah ihr nach, bis sie zu einem winzigen schwarzen Fleck geworden war und verschwand. Dann sp�hte er hin�ber zu Hagrids H�tte, die von diesem Fenster aus klar zu erkennen war, und da die Vorh�nge zugezogen waren und aus dem Schornstein kein Rauch stieg, war ebenso klar, dass sie nicht bewohnt war.</p><p>Die Baumwipfel des Verbotenen Waldes wiegten sich in einer sanften Brise.</p><p>Harry lie� den Blick auf ihnen ruhen, genoss die frische Luft auf seinem Gesicht und dachte an das Quidditch-Training ... pl�tzlich sah er es. Ein gro�es, reptilienartiges gefl�geltes Pferd, genau wie jene an den Hogwarts-Kutschen, mit ledrigen schwarzen Fl�geln, die weit ausgespannt waren wie die eines Flugsauriers, stieg zwischen den B�umen empor wie ein gespenstischer Riesenvogel. Im Gleitflug zog es einen weiten Kreis, dann st�rzte es wieder hinab zwischen die B�ume. Das alles war so schnell gegangen, dass Harry seinen Augen nicht recht trauen wollte, und doch h�mmerte sein Herz wie rasend.</p><p>Die T�r der Eulerei ging hinter ihm auf. Er zuckte zusammen, wirbelte herum und sah Cho Chang, die einen Brief und ein P�ckchen in den H�nden hielt.</p><p>�Hi�, sagte Harry mechanisch.</p><p>�Oh ... hi�, sagte sie atemlos. �Ich h�tte nicht gedacht, dass jemand so fr�h hier oben sein w�rde ... Mir ist erst vor f�nf Minuten eingefallen, dass meine Mum heute Geburtstag hat.� Sie hielt das P�ckchen hoch.</p><empty-line/><p>�Klar�, sagte Harry. Sein Gehirn schien blockiert. Er wollte etwas Lustiges und Interessantes sagen, aber das Bild dieses schrecklichen gefl�gelten Pferdes ging ihm nicht aus dem Kopf.</p><p>�Sch�ner Tag heute�, sagte er und wies mit einer Handbewegung zu den Fenstern. Seine Eingeweide schienen vor Verlegenheit zu schrumpeln. Das Wetter. Er redete �ber das Wetter ...</p><p>�Ja�, sagte Cho und sah sich nach einer passenden Eule um. �Gute Bedingungen f�r Quidditch. Ich war die ganze Woche �ber nicht drau�en, und du?�</p><p>�Auch nicht�, sagte Harry.</p><p>Cho hatte eine der Schleiereulen der Schule ausgew�hlt. Sie lockte sie herunter auf ihren Arm, wo die Eule folgsam ein Bein ausstreckte, an dem sie das P�ckchen befestigen konnte.</p><p>�Sag mal, hat Gryffindor eigentlich schon einen neuen H�ter?�, fragte sie.</p><p>�Ja�, sagte Harry. �Es ist mein Freund Ron Weasley, kennst du ihn?�</p><p>�Der Tornados-Hasser?�, sagte Cho ziemlich k�hl. �Taugt er was?�</p><p>�Jaah�, sagte Harry. �Ich denk schon. Sein Auswahlspiel hab ich allerdings nicht gesehen, ich musste nachsitzen.�</p><p>Cho hob den Kopf, und das P�ckchen hing mehr schlecht als recht am Bein der Eule.</p><p>�Diese Umbridge ist widerlich�, sagte sie mit leiser Stimme. �Hat dir Strafarbeiten verpasst, nur weil du die Wahrheit dar�ber gesagt hast, wie - wie - wie er starb. Alle haben davon geh�rt, die ganze Schule hat dar�ber geredet. Das war wirklich mutig von dir, wie du dich gegen sie gewehrt hast.�</p><p>Harrys Eingeweide bliesen sich so rasch wieder auf, dass ihm schien, als k�nnte er buchst�blich ein paar Zentimeter �ber dem mistbestreuten Boden schweben. Wen k�mmerte schon ein bl�des fliegendes Pferd; Cho hatte gesagt, er sei wirklich mutig gewesen. Einen Moment lang �berlegte er, ob er ihr nicht rein zuf�llig seine aufgeschnittene Hand zeigen sollte, w�hrend er ihr half, das P�ckchen ans Eulenbein zu schn�ren ... aber genau in dem Moment, da ihm dieser fabelhafte Gedanke kam, ging die T�r zur Eulerei abermals auf.</p><p>Filch, der Hausmeister, kam hereingeschnauft. Er hatte dunkelrote Flecken auf seinen eingefallenen, ge�derten Wangen, sein Unterkiefer zitterte und sein d�nnes graues Haar war zerzaust; offensichtlich war er hochgerannt. Mrs. Norris folgte ihm auf dem Fu�, �ugte zu den Eulen hinauf und miaute hungrig. Oben gab es ein unruhiges Fl�gelrascheln und eine gro�e braune Eule klackerte drohend mit dem Schnabel.</p><p>�Aha!�, sagte Filch und machte einen plattf��igen Schritt auf Harry zu, w�hrend seine schlaffen Wangen vor Zorn zitterten. �Mir wurde gemeldet, dass du die Absicht hast, eine umfangreiche Stinkbombenbestellung abzuschicken.�</p><p>Harry verschr�nkte die Arme und starrte den Hausmeister an.</p><p>�Wer hat Ihnen gesagt, ich w�rde Stinkbomben bestellen?�</p><p>Cho runzelte die Stirn und blickte von Harry zu Filch; die Schleiereule auf ihrem Arm, die es leid war, auf einem Bein zu stehen, lie� einen mahnenden Schrei h�ren, aber Cho achtete nicht auf sie.</p><p>�Ich habe meine Quellen�, zischelte Filch selbstgef�llig. �Du h�ndigst mir sofort aus, was immer du verschicken willst.�</p><p>Harry dankte dem Himmel, dass er beim Abschicken des Briefs nicht getr�delt hatte, und sagte: �Ich kann nicht, er ist weg.�</p><p>�Weg?�, sagte Filch und sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn.</p><p>�Weg�, sagte Harry ruhig.</p><p>Filch �ffnete wutentbrannt den Mund, japste einen Moment und lie� den Blick dann forschend �ber Harrys Umhang schweifen.</p><p>�Woher soll ich wissen, dass du ihn nicht in deiner Tasche hast?�</p><p>�Weil -�</p><p>�Ich hab gesehen, wie er ihn abgeschickt hat�, sagte Cho erz�rnt.</p><p>Filch wandte sich nun drohend ihr zu.</p><p>�Du hast ihn gesehen -�</p><p>�Ja, allerdings, ich hab ihn gesehen�, erwiderte sie aufgebracht.</p><p>Einen Moment lang geschah nichts, Filch starrte Cho zornfunkelnd an und Cho erwiderte seinen Blick nicht minder zornig, dann machte der Hausmeister kehrt und schlurfte zur T�r zur�ck. Die Hand auf der Klinke, hielt er inne und blickte sich zu Harry um.</p><p>�Wenn ich auch nur den Hauch einer Stinkbombe bemerke ...�</p><p>Er stampfte die Treppe hinunter davon. Mrs. Norris warf den Eulen einen letzten begehrlichen Blick zu und folgte ihm.</p><p>Harry und Cho sahen sich an.</p><p>�Danke�, sagte Harry.</p><empty-line/><p>�Kein Problem�, sagte Cho, ein bisschen rot im Gesicht, und befestigte endlich das P�ckchen am anderen Bein der Schleiereule. �Du hast doch keine Stinkbomben bestellt, oder?�</p><p>�Nein�, sagte Harry.</p><p>�Dann frag ich mich, warum er das gedacht hat�, sagte sie und trug die Eule zum Fenster.</p><p>Harry zuckte die Achseln. Es kam ihm nicht weniger r�tselhaft vor als ihr, doch merkw�rdigerweise st�rte es ihn im Moment nicht sonderlich.</p><p>Sie verlie�en zusammen die Eulerei. Am Anfang eines Korridors, der zum Westfl�gel des Schlosses f�hrte, sagte Cho: �Ich muss hier lang. Nun, wir ... wir sehen uns, Harry.�</p><p>�Jaah ... bis dann.�</p><p>Sie l�chelte ihn an und ging. Auch Harry ging weiter, ziemlich stolz auf sich.</p><p>Er hatte ein richtiges Gespr�ch mit ihr zustande gebracht und sich dabei nicht ein einziges Mal wie ein Trottel angestellt ... Das war wirklich mutig von dir, wie du dich gegen sie gewehrt hast ... Cho hatte ihn mutig genannt ... sie hasste ihn nicht, weil er noch lebte ... Nat�rlich hatte sie Cedric den Vorzug gegeben, das wusste er</p><p>... aber wenn er sie noch vor Cedric wegen des Weihnachtsballs gefragt h�tte, vielleicht w�re dann alles anders gekommen ... Es hatte ihr offensichtlich aufrichtig Leid getan, dass sie Harry damals hatte absagen m�ssen ...</p><p>�Morgen�, begr��te Harry strahlend Ron und Hermine, als er sich zu ihnen an den Gryffindor-Tisch in der Gro�en Halle setzte.</p><p>�Weswegen strahlst du eigentlich so?�, fragte Ron und musterte Harry �berrascht.</p><p>��hm ... heute ist Quidditch�, sagte Harry vergn�gt und zog eine gro�e Platte mit Speck und Eiern zu sich heran.</p><p>�Ach ... jaah ...�, sagte Ron. Er legte den Toast weg, den er gerade a�, und nahm einen gro�en Schluck K�rbissaft. Dann sagte er: ��brigens ... hast du vielleicht Lust, mit mir zusammen ein bisschen fr�her rauszugehen? Nur damit ich - �hm - vor dem Training ein wenig �ben kann? Dann kann ich schon mal 'n bisschen reinschnuppern, verstehst du.�</p><p>�Ja, okay�, sagte Harry.</p><p>�H�rt zu, ich glaube, ihr solltet das besser bleiben lassen�, sagte Hermine ernst. �Ihr seid beide weit hinterher mit euren Hausaufgaben ...�</p><p>Doch sie unterbrach sich; die morgendliche Post traf gerade ein und wie �blich schwebte der Tagesprophet im Schnabel einer Schreieule auf sie zu, die gef�hrlich nahe der Zuckerdose landete und ein Bein ausstreckte. Hermine steckte einen Knut in ihren Lederbeutel, nahm die Zeitung und �berflog die Titelseite mit pr�fendem Blick, w�hrend die Eule wieder abflog.</p><p>�Irgendwas Interessantes?�, fragte Ron. Harry grinste, denn er wusste, wie erpicht Ron darauf war, Hermine vom Thema Hausaufgaben abzulenken.</p><p>�Nein�, seufzte sie, �nur 'ne Klatschmeldung, dass die Bassistin der Schicksalsschwestern heiratet.�</p><p>Hermine schlug die Zeitung auf und verschwand hinter ihr. Harry machte sich �ber eine weitere Portion Eier und Speck her. Ron starrte hinauf zu den hohen Fenstern und schien in Gedanken versunken.</p><p>�Moment mal�, sagte Hermine pl�tzlich. �O nein ... Sirius!�</p><p>�Was ist los?�, erwiderte Harry und schnappte ihr die Zeitung so ungest�m aus der Hand, dass sie entzweiriss und er mit der einen, Hermine mit der anderen H�lfte dasa�.</p><p>��Das Zaubereiministerium hat von einer verl�sslichen Quelle den Hinweis erhalten, dass Sirius Black, ber�chtigter Massenm�rder ... bla, bla, bla ... sich gegenw�rtig in London versteckt h�lt�!�, las Hermine beklommen fl�sternd aus ihrer H�lfte vor.</p><p>�Lucius Malfoy, da mach ich jede Wette�, sagte Harry mit leiser, erz�rnter Stimme. �Er hat Sirius auf dem Bahnsteig erkannt ...�</p><p>�Was?�, sagte Ron erschrocken. �Du hast nicht gesagt...�</p><p>�Schh!�, machten die anderen beiden.</p><p>�... �Ministerium warnt die Zaubererschaft, dass Black sehr gef�hrlich ist... hat dreizehn Menschen get�tet... ist aus Askaban ausgebrochen� ... der �bliche Plunder�, schloss Hermine, legte ihre H�lfte der Zeitung weg und sah Ron und Harry besorgt an. �Nun, jetzt kann er das Haus eben nicht mehr verlassen, das ist alles�, fl�sterte sie. �Dumbledore hat ihn ja ermahnt, dass er es nicht tun soll.�</p><p>Harry blickte betr�bt auf die H�lfte des Propheten, die er abgerissen hatte. Den gr��ten Teil der Seite beanspruchte eine Anzeige f�r Madam Malkins Gew�nder f�r alle Gelegenheiten, wo offenbar ein Ausverkauf stattfand.</p><p>�Hey!�, sagte er und legte das Blatt auf den Tisch, damit auch Hermine und Ron es sehen konnten. �Schaut euch das mal an!�</p><p>�Ich hab genug Umh�nge�, sagte Ron.</p><p>�Nein�, entgegnete Harry. �Seht mal ... diese kleine Meldung hier ...�</p><p>Ron und Hermine beugten sich vor und lasen; die Meldung war kaum drei Zentimeter lang und stand ganz am Ende einer Spalte. Sie lautete: EINDRINGLING IM MINISTERIUM Sturgis Podmore, 38, aus Clapham, Goldregenweg zwei, ist vor dem Zaubergamot erschienen unter der Anklage, am 31. August Hausfriedensbruch und einen Einbruchsversuch im Zaubereiministerium ver�bt zu haben. Podmore wurde vom Ministeriums-Wachtzauberer Eric Munch festgenommen, der ihn um ein Uhr morgens bei dem Versuch ertappte, sich gewaltsam Zutritt durch eine Hochsicherheitst�r zu verschaffen. Podmore, der eine Aussage zu seiner Verteidigung verweigerte, wurde in beiden Punkten f�r schuldig befunden und zu sechs Monaten in Askaban verurteilt.</p><p>�Sturgis Podmore?�, sagte Ron langsam. �Das ist doch der Typ, der aussieht, als h�tte er ein Strohdach auf dem Kopf, oder? Er ist einer vom Ord-�</p><p>�Ron, schh!�, sagte Hermine und blickte sich ver�ngstigt um.</p><p>�Sechs Monate in Askaban!�, fl�sterte Harry- entsetzt. �Nur weil er versucht hat, durch eine T�r zu kommen!�</p><p>�Sei nicht albern, das war nicht nur, weil er durch eine T�r wollte. Was um alles in der Welt hatte er um ein Uhr morgens im Zaubereiministerium zu suchen?�, hauchte Hermine.</p><p>�Glaubst du, er wollte was f�r den Orden erledigen?�, murmelte Ron.</p><p>�Moment mal�, sagte Harry langsam. �Sturgis sollte doch kommen und uns begleiten, erinnert ihr euch?�</p><p>Die beiden sahen ihn an.</p><p>�Ja, er sollte eigentlich zu der Leibgarde geh�ren, die uns nach King's Cross begleitet hat, wisst ihr noch? Und Moody war f�rchterlich sauer, weil er nicht auftauchte; also hat er wohl keinen Auftrag f�r sie erledigt, oder?�</p><p>�Naja, vielleicht haben sie nicht damit gerechnet, dass er erwischt wird�, sagte Hermine.</p><p>�Das k�nnte ein abgekartetes Spiel sein!�, rief Ron aufgeregt. �Nein - h�rt zu�, fuhr er fort und senkte die Stimme dramatisch beim Anblick von Hermines drohender Miene. �Das Ministerium vermutet, dass er einer von Dumbledores Leuten ist, also - ich wei� nicht - haben sie ihn ins Ministerium gelockt, und er hat �berhaupt nicht versucht, durch eine T�r zu kommen! Sie haben einfach was gedeichselt, um ihn zu kriegen!�</p><p>Eine Pause trat ein, in der Harry und Hermine dar�ber nachdachten. Harry hielt Rons Erkl�rung f�r weit hergeholt. Hermine jedoch schien recht beeindruckt.</p><p>�Wei�t du was, es w�rde mich gar nicht wundern, wenn das stimmte.�</p><empty-line/><p>Sie faltete ihre H�lfte der Zeitung nachdenklich zusammen. Als Harry Messer und Gabel beiseite legte, schien es, als w�rde sie aus einem Traum erwachen.</p><p>�Nun gut, ich glaube, wir sollten zuerst diesen Aufsatz f�r Sprout �ber selbstd�ngende Str�ucher erledigen, und wenn wir Gl�ck haben, k�nnen wir mit McGonagalls Inanimatus-Aufrufezauber noch vor dem Mittagessen anfangen ...�</p><p>Harry sp�rte einen leichten Gewissensbiss, wenn er an den Stapel Hausaufgaben dachte, der ihn oben erwartete, doch der Himmel war so klar und einladend blau und er war die ganze Woche nicht mehr auf seinem Feuerblitz gewesen ...</p><p>�Ich w�rd sagen, das k�nnen wir heute Abend erledigen�, sagte Ron, als er und Harry mit geschulterten Besen den Rasenhang zum Quidditch-Feld hinuntergingen, obwohl ihnen Hermines unheilvolle Prophezeiungen, dass sie bei all ihren ZAGs durchfallen w�rden, noch in den Ohren klangen. �Und morgen ist auch noch ein Tag. Sie macht sich zu viel Arbeit mit der Arbeit, das ist ihr Problem ...� Nach einer Pause f�gte er in leicht besorgterem Ton hinzu: �Glaubst du, sie hat es ernst gemeint, als sie sagte, wir d�rften nicht von ihr abschreiben?�</p><p>�Ja, glaub ich schon�, sagte Harry. �Trotzdem, das hier ist auch wic htig, wir m�ssen trainieren, wenn wir in der Quidditch-Mannschaft bleiben wollen.�</p><p>�Ja, das stimmt�, sagte Ron jetzt schon beherzter. �Und wir haben genug Zeit, um das alles zu erledigen ...�</p><p>Als sie sich dem Quidditch-Feld n�herten, warf Harry einen Blick nach rechts, wo die B�ume des Verbotenen Waldes d�ster schwankten. Nichts stieg aus ihnen auf; der Himmel war leer bis auf ein paar ferne Eulen, die den Eulenturm umflatterten. Er hatte Sorgen genug; das fliegende Pferd konnte ihm nichts anhaben; er schlug es sich aus dem Kopf.</p><p>Sie holten sich B�lle aus dem Schrank im Umkleideraum und machten sich an die Arbeit. Ron bewachte die drei hohen Torstangen, Harry spielte den J�ger und versuchte den Quaffel an Ron vorbeizukriegen. Ron machte ihm einen ziemlich guten Eindruck; er wehrte drei Viertel von Harrys W�rfen aufs Tor ab, und je l�nger sie trainierten, desto besser spielte er. Nach ein paar Stunden kehrten sie ins Schloss zur�ck zum Mittagessen - bei dem Hermine ihnen eindringlich klar machte, wie verantwortungslos sie in ihren Augen waren -, dann gingen sie zum eigentlichen Training aufs Quidditch-Feld.</p><p>Au�er Angelina waren alle ihre Mannschaftskameraden bereits im Umkleideraum, als sie eintraten.</p><p>�Alles klar, Ron?�, fragte George und zwinkerte ihm zu.</p><p>�Ja�, sagte Ron, der auf dem Weg hinunter zum Feld immer stiller geworden war.</p><p>�Ist er bereit, es uns zu zeigen, der putzige Vertrauenssch�ler?�, sagte Fred, der mit zerzaustem Haar im Ausschnitt seines Quidditch-Umhangs auftauchte, ein leicht h�misches Grinsen auf dem Gesicht.</p><p>�Halt die Klappe�, sagte Ron mit steinerner Miene und schl�pfte zum ersten Mal in seinen Mannschaftsumhang. Er passte ihm gut, wenn man bedachte, dass er Oliver Wood geh�rt hatte, der um einiges breitere Schultern hatte.</p><p>�Okay, ihr alle�, sagte Angelina, die schon umgezogen aus dem Kapit�nsb�ro kam. �Lasst uns anfangen; Alicia und Fred, w�rdet ihr uns bitte den Ballkorb rausbringen. Oh, und da drau�en sind ein paar Leute, die zuschauen, aber ich m�chte, dass ihr sie wie Luft behandelt, klar?�</p><p>Etwas in ihrer betont l�ssigen Stimme brachte Harry auf den Gedanken, dass er wohl wusste, wer die ungeladenen Zuschauer waren, und tats�chlich, als sie aus dem Umkleideraum ins strahlende Sonnenlicht �ber dem Feld traten, brach ein Sturm von Buhrufen und Schm�hungen los; er kam von der Quidditch-Mannschaft der Slytherins und diversen Zaung�sten, die sich auf halber H�he der leeren Trib�nen versammelt hatten und deren Stimmen laut im Stadion widerhallten.</p><p>�Was fliegt eigentlich dieser Weasley?�, rief Malfoy ver�chtlich. �Warum sollte jemand einen so schimmligen alten Holzklotz mit einem Flugzauber belegen?�</p><p>Crabbe, Goyle und Pansy Parkinson japsten und kreischten vor Lachen. Ron stieg auf seinen Besen und stie� sich vom Boden ab. Harry, der ihm nachflog, konnte sehen, wie sich Rons Ohren r�teten.</p><p>�Ignorier die einfach�, rief er und schloss zu Ron auf, �wir werden ja sehen, wer lacht, wenn wir erst gegen die gespielt haben ...�</p><p>�Genau die Einstellung brauchen wir, Harry�, pflichtete Angelina bei, die mit dem Quaffel unter dem Arm um sie herumflog, abbremste und dann vor der Mannschaft in der Luft schweben blieb. �Okay, h�rt alle zu, wir fangen mit ein paar P�ssen an, nur zum Aufw�rmen, die ganze Mannschaft bitte -�</p><p>�Hey, Johnson, was ist das denn f�r 'ne Frisur?�, kreischte Pansy Parkinson von unten herauf. �Warum willst du eigentlich so aussehen, als w�rden dir W�rmer aus dem Kopf rauskommen?�</p><p>Angelina strich sich das lange geflochtene Haar aus dem Gesicht und fuhr ruhig fort: �Also verteilt euch, dann sehen wir mal, wie's l�uft ...�</p><p>Harry flog hin�ber zur anderen Seite des Feldes. Ron setzte zu dem Tor gegen�ber zur�ck. Angelina hob den Quaffel mit einer Hand, warf ihn hart zu Fred, der an George weitergab, George wiederum an Harry und Harry an Ron -</p><p>und Ron lie� ihn fallen.</p><p>Die Slytherins, angef�hrt von Malfoy, br�llten und schrien vor Lachen. Ron schoss in die Tiefe und konnte den Quaffel noch abfangen, bevor er auf dem Boden landete, dann riss er sich unsauber aus dem Sturzflug, rutschte auf seinem Besen zur Seite und kehrte err�tend auf Spielh�he zur�ck. Harry sah, wie Fred und George Blicke tauschten, doch ausnahmsweise sagte keiner der beiden ein Wort, und Harry war dankbar daf�r.</p><p>�Abgeben, Ron�, rief Angelina, als w�re nichts passiert.</p><p>Ron warf den Quaffel Alicia zu, die an Harry abgab, Harry wiederum an George ...</p><p>�Hey, Potter, wie geht's deiner Narbe?�, rief Malfoy. �Willst du dich nicht mal wieder hinlegen? Muss doch schon 'ne ganze Woche her sein, seit du im Krankenfl�gel warst, das ist doch Rekord f�r dich, oder?�</p><p>George gab an Angelina weiter; sie warf einen R�ckpass in Richtung Harry, den er nicht erwartet hatte, doch er bekam den Quaffel gerade noch mit den Fingerspitzen zu fassen und warf ihn schnell zu Ron weiter, der danach hechtete und ihn um Zentimeter verfehlte.</p><p>�Nun komm schon, Ron�, rief ihm Angelina in barschem Ton hinterher, als er sich wieder in die Tiefe st�rzte und dem Quaffel nachjagte. �Pass doch mal auf.�</p><p>Es war schwer, zu sagen, ob Rons Gesicht oder der Quaffel von einem dunkleren Scharlachrot war, als er wieder auf Spielh�he zur�ckkehrte. Malfoy und seine Slytherins heulten vor Lachen.</p><p>Bei seinem dritten Versuch fing Ron den Quaffel; vielleicht warf er ihn aus Erleichterung so energisch weiter, dass er glatt durch Katies ausgestreckte H�nde witschte und sie hart im Gesicht traf.</p><p>�Sorry!�, st�hnte Ron und schoss vor, um zu sehen, ob er ihr arg wehgetan hatte.</p><p>�Zur�ck auf deine Position, sie hat sich nichts getan!�, bellte Angelina. �Aber wenn du an deine eigenen Leute abgibst, pass bitte auf, dass du sie nicht vom Besen schmetterst, ja? Daf�r haben wir die Klatscher!�</p><p>Katie blutete aus der Nase. Unten stampften die Slytherins mit den F��en und stimmten ihr Schlachtgeschrei an. Fred und George flogen auf Katie zu.</p><p>�Hier, nimm das�, forderte Fred sie auf und reichte ihr etwas Kleines, Lilafarbenes aus seiner Tasche, �dann h�rt's im Nu auf.�</p><p>�Alles klar�, rief Angelina. �Fred und George, holt jetzt eure Schl�ger und einen Klatscher. Ron, hoch zu den Toren. Harry, auf mein Kommando l�sst du den Schnatz los. Nat�rlich spielen wir jetzt auf Rons Tore.�</p><p>Harry flog den Zwillingen hinterher, um den Schnatz zu holen.</p><p>�Ron stellt sich richtig bescheuert an, was?�, murmelte George, als die drei beim Ballkorb landeten, ihn �ffneten und einen Klatscher und den Schnatz herausholten.</p><p>�Er ist einfach nerv�s�, sagte Harry. �Als ich heute Morgen mit ihm trainiert hab, war er noch ganz gut.�</p><p>�Mag sein, ich hoffe nur, er hat sein Pulver nicht zu fr�h verschossen�, erwiderte Fred finster.</p><p>Sie stiegen wieder auf. Als Angelina pfiff, gab Harry den Schnatz frei und Fred und George lie�en den Klatscher fliegen. Von nun an bekam Harry kaum noch mit, was die anderen trieben. Es war seine Aufgabe, den kleinen goldenen, gefiederten Ball wieder einzufangen, was der Mannschaft des Suchers hundertf�nfzig Punkte einbrachte und enorme Schnelligkeit und Geschicklichkeit verlangte. Er beschleunigte, wand und schl�ngelte sich durch die anfliegenden J�ger, die warme Herbstluft peitschte ihm ins Gesicht und die fernen Rufe der Slytherins waren nur noch ein sinnloses Rauschen in seinen Ohren ... doch allzu rasch lie� ihn ein Pfiff wieder innehalten.</p><p>�Stopp - stopp - STOPP!�, schrie Angelina. �Ron - du deckst dein mittleres Tor �berhaupt nicht!�</p><p>Harry blickte sich zu Ron um, der vor dem linken Torring schwebte und die anderen beiden v�llig ungesch�tzt lie�.</p><p>�Oh ... sorry ...�</p><p>�Du driftest dauernd ab, wenn du den J�gern zusiehst!�, sagte Angelina.</p><p>�Entweder bleibst du auf der mittleren Position, bis du dich bewegen musst, um einen Torring zu verteidigen, oder du umkreist die Tore, aber pass auf, dass du nicht langsam seitlich wegtreibst, so hast du n�mlich die letzten drei Tore kassiert!�</p><p>�Sorry ...�, wiederholte Ron, das Gesicht rot wie ein Leuchtfeuer vor dem strahlend blauen Himmel.</p><p>�Und du, Katie, kannst du nicht was gegen dein Nasenbluten unternehmen?�</p><p>�Es wird einfach immer schlimmer!�, sagte Katie mit schleppender Stimme und versuchte den Blutstrom mit dem �rmel zu stoppen.</p><p>Harry warf einen Seitenblick auf Fred, der beunruhigt in seinen Taschen st�berte. Er sah, wie Fred etwas Lilafarbenes herauszog, es einen Augenblick musterte und sich dann, offenbar starr vor Entsetzen, nach Katie umsah.</p><p>�Also, versuchen wir's noch mal�, rief Angelina. Sie achtete nicht auf die Slytherins, die inzwischen einen Schlachtgesang angestimmt hatten - Gryffindor, Flaschen vor, Gryffindor, Flaschen vor-, doch es wirkte ein wenig steif, wie sie auf dem Besen sa�.</p><p>Diesmal waren sie kaum drei Minuten geflogen, als Angelinas Pfiff ert�nte.</p><p>Harry, der gerade in diesem Moment den Schnatz gesichtet hatte, wie er die Torstangen gegen�ber umrundete, bremste bitter entt�uscht ab.</p><p>�Was ist los?�, sagte er ungeduldig zu Alicia, die ihm am n�chsten war.</p><p>�Katie�, bemerkte sie knapp.</p><p>Harry drehte sich um und sah Angelina, Fred und George in gr��ter Hast auf Katie zufliegen. Auch Harry und Alicia flogen schleunigst zu ihr hin.</p><p>Offensichtlich hatte Angelina das Training gerade noch rechtzeitig abgebrochen; Katie war inzwischen kreidewei� und voller Blut.</p><p>�Sie muss in den Krankenfl�gel�, sagte Angelina.</p><p>�Wir bringen sie hin�, sagte Fred. �Sie - �hm - k�nnte irrt�mlich eine Blutblasenschote geschluckt haben -�</p><p>�Nun denn, ohne Treiber und mit einem J�ger weniger hat es keinen Zweck, weiterzumachen�, sagte Angelina missmutig, als Fred und George, die Katie in die Mitte genommen hatten, zum Schloss davonflogen. �Kommt, wir gehen uns umziehen.�</p><p>Die Slytherins verfolgten sie mit ihren Schlachtges�ngen, w�hrend sie sich in die Umkleider�ume zur�ckzogen.</p><p>�Wie war das Training?�, fragte Hermine eine halbe Stunde sp�ter in recht k�hlem Ton, als Harry und Ron durch das Portr�tloch in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors geklettert kamen.</p><p>�Es war -�, setzte Harry an.</p><p>�Total mies�, sagte Ron mit hohler Stimme und lie� sich in einen Sessel neben Hermine sinken. Als sie zu ihm aufblickte, schien ihre Frostigkeit zu schmelzen.</p><p>�Nun, es war halt das erste Mal�, tr�stete sie ihn, �man braucht einfach Zeit, um -�</p><p>�Wer hat gesagt, dass es an mir lag?�, blaffte Ron sie an.</p><p>�Niemand�, sagte Hermine verdutzt, �ich dachte -�</p><p>�Du dachtest, ich w�rde ohnehin nichts bringen?�</p><empty-line/><p>�Nein, nat�rlich nicht! Sieh mal, du hast gesagt, es war mies, da hab ich einfach -�</p><p>�Ich fang mal mit den Hausaufgaben an�, sagte Ron zornig, stampfte in Richtung Treppe zu den Schlafs�len davon und verschwand. Hermine wandte sich an Harry.</p><p>�War er tats�chlich mies?�</p><p>�Nein�, sagte Harry pflichtschuldig.</p><p>Hermine hob die Augenbrauen.</p><p>�Naja, ich denk schon, er h�tte besser spielen k�nnen�, murmelte Harry, �aber es war nun mal das erste Training, wie du gesagt hast ...�</p><p>Weder Harry noch Ron schienen an diesem Abend mit ihren Hausaufgaben gro� voranzukommen. Ron war zu deprimiert, weil er beim Quidditch-Training einen so schlechten Auftritt gehabt hatte, das wusste Harry, und er selbst hatte Schwierigkeiten, sich den �Gryffindor, Flaschen vor�-Schlachtgesang aus dem Kopf zu schlagen.</p><p>Sie verbrachten den ganzen Sonntag im Gemeinschaftsraum, der sich bev�lkerte und wieder leerte, w�hrend sie in ihren B�chern vergraben blieben.</p><p>Wieder war es ein sch�ner klarer Tag, und die meisten anderen Gryffindors verbrachten ihn drau�en auf dem Gel�nde und genossen den vielleicht letzten Sonnenschein des Jahres. Gegen Abend f�hlte sich Harry, als h�tte ihm jemand das Gehirn gegen die Sch�delwand geschlagen.</p><p>�Wei�t du, wir sollten vielleicht doch unter der Woche mehr Hausaufgaben erledigen�, murmelte er Ron zu, als sie endlich den langen Aufsatz �ber den Inanimatus-Aufrufezauber f�r Professor McGonagall beiseite legten und sich lustlos an Professor Sinistras nicht minder langen und schwierigen Aufsatz �ber die vielen Monde des Jupiter machten.</p><p>�Jaah�, sagte Ron, rieb sich die leicht ger�teten Augen und warf seinen f�nften verkorksten Versuch ins Feuer neben ihnen. �H�r mal ... wollen wir nicht einfach Hermine fragen, ob wir uns mal kurz anschauen d�rfen, was sie geschrieben hat?�</p><p>Harry blickte zu ihr hin�ber; sie sa� da mit Krummbein auf dem Scho� und plauderte vergn�gt mit Ginny, w�hrend zwei Stricknadeln blitzend vor ihr in der Luft tanzten und ein Paar unf�rmiger Elfensocken strickten.</p><p>�Nein�, sagte er bestimmt, �du wei�t, sie l�sst uns nicht.�</p><p>Und so arbeiteten sie weiter, w�hrend der Himmel vor den Fenstern immer dunkler wurde. Allm�hlich leerte sich der Gemeinschaftsraum wieder. Um halb zw�lf kam Hermine g�hnend zu ihnen her�bergeschlendert.</p><p>�Bald fertig?�</p><p>�Nein�, gab Ron knapp zur�ck.</p><p>�Der gr��te Jupitermond ist Ganymed, nicht Callisto�, sagte sie und deutete �ber Rons Schulter auf eine Zeile in seinem Astronomieaufsatz, �und die Vulkane sind auf Io.�</p><p>�Danke�, fauchte Ron und strich die monierten S�tze durch.</p><p>�Tut mir Leid, ich wollte nur -�</p><p>�Ja, schon gut, wenn du nur hergekommen bist, um rumzukritteln -�</p><p>�Ron -�</p><p>�Ich hab keine Zeit, mir eine Predigt anzuh�ren, verstehst du, Hermine, ich steck bis zum Hals hier drin -�</p><p>�Nein - sieh mal!�</p><p>Hermine deutete auf das n�chste Fenster. Harry und Ron blickten hin�ber.</p><p>Eine h�bsche Schleiereule hockte auf dem Fenstersims und sp�hte zu Ron herein.</p><p>�Ist das nicht Hermes?�, sagte Hermine verwundert.</p><p>�Ja, ich fass es nicht!�, sagte Ron leise, schmiss seine Feder hin und sprang auf. �Warum schreibt mir denn Percy?�</p><p>Er ging hin�ber zum Fenster und �ffnete es; Hermes flog herein, lie� sich auf Rons Aufsatz nieder und streckte ein Bein aus, an dem ein Brief befestigt war.</p><p>Ron l�ste den Brief, und die Eule flog sofort wieder davon und hinterlie� tintene Fu�abdr�cke auf Rons Zeichnung des Mondes Io.</p><p>�Das ist eindeutig Percys Handschrift�, sagte Ron, sank zur�ck in seinen Sessel und blickte unverwandt auf die Worte, mit denen die Rolle beschriftet war: Ronald Weasley, Haus Gryffindor, Hogwarts. Er sah die beiden anderen an. �Was haltet ihr davon?�</p><p>�Mach ihn auf!�, sagte Hermine begierig und Harry nickte.</p><p>Ron entrollte das Pergament und fing an zu lesen. Mit jeder Zeile, die seine Augen auf dem Brief hinabwanderten, wurde sein Blick finsterer. Als er zu Ende gelesen hatte, wirkte er angewidert. Er hielt den Brief Harry und Hermine hin, die ihn aneinander gelehnt gemeinsam lasen:</p><p>Lieber Ron,</p><p>ich habe eben erst geh�rt (von keinem Geringeren als dem Zaubereiminister pers�nlich, der es von deiner neuen Lehrerin Professor Umbridge wei�), dass du Vertrauenssch�ler in Hogwarts geworden bist.</p><p>Ich war �u�erst freudig �berrascht, als ich diese Neuigkeit erfuhr, und muss dir zun�chst meinen Gl�ckwunsch aussprechen. Ich muss zugeben, dass ich immer bef�rchtete, du w�rdest sozusagen den �Fred-und-George�-Weg einschlagen, statt in meine Fu�stapfen zu treten, mithin kannst du dir meine Gef�hle vorstellen, als ich h�rte, dass du Autorit�t nicht mehr in den Wind schl�gst und beschlossen hast, echte Verantwortung zu schultern.</p><p>Aber ich will mehr als dir nur gratulieren, Ron, ich will dir einen Rat erteilen, weshalb ich diesen Brief nachts schicke und nicht mit der �blichen Morgenpost.</p><p>Hoffentlich kannst du ihn fern von neugierigen Augen lesen und peinliche Fragen vermeiden.</p><p>Einer Bemerkung, die der Minister fallen lie�, als er mir berichtete, dass du nun Vertrauenssch�ler bist, entnehme ich, dass du immer noch h�ufig mit Harry Potter zusammen bist. Ich muss dir sagen, Ron, dass dich nichts so sehr in Gefahr bringt, dein Abzeichen zu verlieren, wie eine weitere Verbr�derung mit diesem Jungen. Ja, sicher �berrascht es dich, dies zu h�ren - zweifellos wirst du sagen, dass Potter immer Dumbledores Liebling war -, doch f�hle ich mich verpflichtet, dir mitzuteilen, dass Dumbledore wom�glich nicht mehr lange die Leitung von Hogwarts innehaben wird und dass die Leute, auf die es ankommt, eine ganz andere - und vermutlich zutreffendere - Auffassung von Potters Verhalten haben.</p><p>Ich m�chte dies hier nicht weiter ausf�hren, aber wenn du dir morgen den Tagespropheten ansiehst, wirst du ein gutes Bild davon bekommen, woher der Wind weht -und mal sehen, ob du meine Wenigkeit wiederfindest!</p><p>Doch im Ernst, Ron, du willst sicher nicht mit der gleichen Elle gemessen werden wie Potter, das k�nnte von gro�em Schaden f�r deine k�nftigen Chancen sein, und ich rede hier auch von der Zeit nach der Schule. Da unser Vater ihn zum Gericht begleitet hat, muss dir bekannt sein, dass Potter diesen Sommer eine disziplinarische Anh�rung vor dem gesamten Zaubergamot hatte und nicht allzu gut dabei wegkam. Wenn du mich fragst, wurde er aufgrund einer rein verfahrenstechnischen Einzelheit freigesprochen, und viele, mit denen ich mich unterhalten habe, sind weiterhin von seiner Schuld �berzeugt.</p><p>Es mag sein, dass du Angst hast, die Bande zu Potter zu kappen - ich wei�, dass er unausgeglichen und, wie man h�rt, auch gewaltt�tig sein kann -, aber wenn du dir dar�ber Sorgen machst oder dir etwas anderes an Potters Verhalten aufgefallen ist, das dich beunruhigt, bitte ich dich dringend, mit Dolores Umbridge zu sprechen, einer wirklich wunderbaren Frau, die, wie ich wei�, nichts lieber t�te, als dir zu helfen.</p><p>Dies f�hrt mich zu meinem weiteren Ratschlag. Wie ich oben angedeutet habe, k�nnte Dumbledores Regiment in Hogwarts bald zu Ende sein. Deine Treue, Ron, sollte nicht ihm gelten, sondern der Schule und dem Ministerium. Ich bedaure es sehr, zu h�ren, dass Professor Umbridge bisher sehr wenig Unterst�tzung durch die Lehrerschaft erf�hrt bei ihren Anstrengungen, jene notwendigen Ver�nderungen in Hogwarts einzuf�hren, die vom Ministerium so dringend gew�nscht werden (allerdings sollte ihr dies ab n�chster Woche leichter fallen -</p><p>noch einmal, sieh dir den morgigen Tagespropheten an!). Ich m�chte nur Folgendes sagen - ein Sch�ler, der sich heute willens zeigt, Professor Umbridge zu helfen, k�nnte in ein paar Jahren gute Chancen auf das Schulsprecheramt haben!</p><p>Ich bedaure, dass ich w�hrend des Sommers nicht in der Lage war, dich �fter zu sehen. Es schmerzt mich, unsere Eltern zu kritisieren, aber ich f�rchte, ich kann nicht mehr unter ihrem Dach leben, solange sie mit dem gef�hrlichen Kl�ngel um Dumbledore zu tun haben. (Wenn du einmal an Mutter schreiben solltest, k�nntest du ihr mitteilen, dass ein gewisser Sturgis Podmore, der ein gro�er Freund von Dumbledore ist, vor kurzem nach Askaban geschickt wurde wegen Hausfriedensbruch im Ministerium. Vielleicht gehen ihnen dann die Augen auf �ber jene Art von Kleinkriminellen, mit denen sie sich heutzutage gemein machen.) Ich darf mich sehr gl�cklich sch�tzen, dass ich dem Stigma einer Verbindung mit diesen Leuten entronnen bin - der Minister k�nnte mir gegen�ber wirklich nicht gro�herziger sein -, und ich hoffe inst�ndig, Ron, dass auch dich die famili�ren Bande nicht blind machen daf�r, wie fehlgeleitet die Ansichten und Handlungen unserer Eltern sind. Ich hoffe aufrichtig, dass sie mit der Zeit erkennen, wie Unrecht sie hatten, und werde selbstverst�ndlich bereit sein, eine umfassende Entschuldigung anzunehmen, sollte dieser Tag kommen.</p><p>Bitte denke sehr sorgf�ltig dar�ber nach, was ich gesagt habe, besonders �ber die Sache mit Harry Potter, und nochmals Gl�ckwunsch, dass du Vertrauenssch�ler geworden bist.</p><p>Dein Bruder</p><p>Percy</p><p>Harry sah zu Ron auf.</p><p>�Nun�, sagte er und versuchte dabei zu klingen, als w�rde er das Ganze f�r einen Witz halten, �wenn du - �hm - wie hei�t das?� - er sah in Percys Brief nach</p><p>- �Ach ja - �die Bande� zu mir �kappen� willst, werd ich nicht gewaltt�tig, Ehrenwort.�</p><p>�Gib ihn her�, sagte Ron und streckte die Hand aus. �Er ist -�, sagte Ron ruckartig und riss Percys Brief in zwei H�lften, �der gr��te -�, er riss ihn in Viertel, �Mistkerl -�, er riss ihn in Achtel, �der Welt.� Er warf die Fetzen ins Feuer.</p><empty-line/><p>�Komm, wir m�ssen das erledigen, bevor es Tag wird�, sagte er forsch zu Harry und zog Professor Sinistras Aufsatz wieder zu sich heran.</p><p>Hermine blickte Ron mit einem merkw�rdigen Gesichtsausdruck an.</p><p>�Ach, gebt sie her�, sagte sie unvermittelt.</p><p>�Was?�, sagte Ron.</p><p>�Gebt sie mir, ich seh sie durch und korrigier sie.�</p><p>�Meinst du das im Ernst?�, entgegnete Ron. �Mensch, Hermine, du bist eine Lebensretterin, was kann ich -�</p><p>�Was ihr sagen k�nnt, ist: �Wir versprechen, dass wir unsere Hausaufgaben nie mehr so lange aufschieben��, erwiderte sie, aber sie sah belustigt drein und streckte beide H�nde nach ihren Aufs�tzen aus.</p><p>�Tausend Dank, Hermine�, sagte Harry m�de, reichte ihr seinen Aufsatz, sank zur�ck in den Sessel und rieb sich die Augen.</p><p>Es war jetzt nach Mitternacht und der Gemeinschaftsraum war ausgestorben bis auf die drei und Krummbein. Zu h�ren war einzig Hermines Feder, die hie und da S�tze in den Aufs�tzen durchstrich, und das Rascheln der Bl�tter, wenn sie verschiedene Angaben in den Handb�chern nachpr�fte, die auf dem Tisch verstreut lagen. Harry war ersch�pft. Zudem hatte er ein merkw�rdiges Gef�hl der �belkeit und Leere im Magen, das nichts mit seiner M�digkeit zu tun hatte, sehr wohl aber mit dem Brief, der sich jetzt geschw�rzt inmitten des Feuers einrollte.</p><p>Er wusste, dass die H�lfte der Leute in Hogwarts ihn f�r seltsam, ja verr�ckt hielt; er wusste, dass der Tagesprophet seit Monaten h�hnische Anspielungen auf ihn brachte, aber es war etwas anderes, es in Percys Worten gelesen zu haben; zu wissen, dass Percy Ron den Rat erteilte, ihn fallen zu lassen und ihn sogar bei Umbridge anzuschw�rzen, machte ihm seine Lage so deutlich wie nichts zuvor.</p><p>Er kannte Percy seit vier Jahren, hatte w�hrend der Sommerferien in seinem Haus gewohnt, bei den Quidditch-Weltmeisterschaften ein Zelt mit ihm geteilt, hatte letztes Jahr bei der zweiten Aufgabe des Trimagischen Turniers von ihm sogar die Bestnote bekommen, doch jetzt hielt ihn Percy f�r unausgeglichen und wom�glich gewaltt�tig.</p><p>Und mit j�her Sympathie f�r seinen Paten musste Harry daran denken, dass Sirius wahrscheinlich der einzige Mensch war, den er kannte, der wirklich verstehen konnte, wie er sich gegenw�rtig f�hlte, denn Sirius war in der gleichen Lage. Fast alle in der magischen Welt hielten ihn f�r einen gef�hrlichen M�rder und einen gro�en Anh�nger von Voldemort, und mit diesem Wissen hatte er vierzehn Jahre lang leben m�ssen ...</p><empty-line/><p>Harry blinzelte. Gerade hatte er etwas im Feuer gesehen, das nicht dort sein konnte. Es war schlagartig aufgetaucht und sofort verschwunden. Nein ... das konnte es nicht gewesen sein ... er hatte es sich eingebildet, weil er �ber Sirius nachgedacht hatte ...</p><p>�Okay, schreib das ins Reine�, sagte Hermine zu Ron und dr�ckte ihm seinen Aufsatz und ein Blatt, das sie voll geschrieben hatte, in die Hand. �Und dann f�g diese Schlussfolgerung hinzu, die ich f�r dich verfasst habe.�</p><p>�Hermine, ehrlich, du bist der wunderbarste Mensch, den ich je getroffen hab�, sagte Ron matt, �und wenn ich je wieder grob zu dir bin -�</p><p>�- dann wei� ich, dass du wieder normal bist�, sagte Hermine. �Harry, dein Text ist in Ordnung, au�er diesem Abschnitt am Ende, ich glaub, du hast Professor Sinistra missverstanden, Europa ist nicht von einer Eischicht, sondern von einer Eisschicht bedeckt - Harry?�</p><p>Harry war von seinem Stuhl hinunter auf die Knie geglitten, kauerte auf dem versengten und abgewetzten Kaminvorleger und sp�hte in die Flammen.</p><p>��hm - Harry?�, sagte Ron unsicher. �Was treibst du da unten?�</p><p>�Ich hab gerade den Kopf von Sirius im Feuer gesehen�, antwortete Harry.</p><p>Er sprach ganz ruhig; schlie�lich hatte er erst voriges Jahr Sirius' Kopf im Feuer gesehen und mit ihm gesprochen. Und dennoch, er war sich nicht sicher, dass er ihn diesmal wirklich gesehen hatte ... er war so rasch verschwunden ...</p><p>�Sirius' Kopf?�, wiederholte Hermine. �Du meinst, wie damals, als er w�hrend des Trimagischen Turniers mit dir reden wollte? Aber das w�rde er doch jetzt nicht tun, das w�re zu - Sirius!�</p><p>Sie keuchte und sp�hte ins Feuer; Ron lie� seine Feder fallen. Dort, inmitten der tanzenden Flammen, steckte Sirius' Kopf, und sein langes schwarzes Haar fiel ihm um das grinsende Gesicht.</p><p>�Ich dachte schon, ihr w�rdet zu Bett gehen, bevor alle anderen verschwunden sind�, sagte er. �Jede Stunde hab ich nachgeschaut.�</p><p>�Du bist jede Stunde ins Feuer geh�pft?�, sagte Harry halb lachend.</p><p>�Nur f�r ein paar Sekunden, um nachzusehen, ob die Luft rein ist.�</p><p>�Aber was, wenn man dich gesehen h�tte?�, sagte Hermine beklommen.</p><p>�Nun ja, ich glaub, ein M�dchen - eine Erstkl�sslerin, so wie sie aussah - k�nnte mich vorhin kurz gesehen haben, aber macht euch keine Sorgen�, sagte Sirius hastig, als Hermine die Hand vor den Mund schlug, �als sie noch mal hinguckte, war ich schon verschwunden, und ich wette, sie hat nur gedacht, ich sei ein komisch geformter Holzscheit oder so was.�</p><p>�Aber Sirius, du gehst da ein enormes Risiko ein -�, fing Hermine an.</p><p>�Du klingst wie Molly�, erwiderte Sirius. �Das war die einzige M�glichkeit, die mir einfiel, um Harrys Brief zu beantworten, ohne eine Verschl�sselung zu verwenden - und Verschl�sselungen k�nnen geknackt werden.�</p><p>Als er Harrys Brief erw�hnte, drehten sich Hermine und Ron um und starrten Harry an.</p><p>�Du hast nicht gesagt, dass du Sirius geschrieben hast!�, sagte Hermine vorwurfsvoll.</p><p>�Hab ich vergessen�, erwiderte Harry, was vollkommen stimmte; die Begegnung mit Cho in der Eulerei hatte alles, was zuvor geschehen war, aus seinem Kopf verjagt. �Sieh mich nicht so an, Hermine, dem Brief h�tte unm�glich jemand geheime Informationen entnehmen k�nnen, stimmt's, Sirius?�</p><p>�Nein, er war sehr gut�, sagte Sirius l�chelnd. �Wie auch immer, wir sollten uns besser beeilen, nur f�r den Fall, dass wir gest�rt werden - deine Narbe.�</p><p>�Was ist mit -?�, setzte Ron an, doch Hermine unterbrach ihn.</p><p>�Erz�hlen wir dir sp�ter, Ron. Weiter, Sirius.�</p><p>�Nun, ich wei�, es ist nicht gerade lustig, wenn sie schmerzt, aber wir glauben nicht, dass man sich deswegen wirklich Sorgen machen muss. Sie hat das ganze letzte Jahr �ber wehgetan, oder?�</p><p>�Ja, und Dumbledore meinte, es sei immer dann passiert, wenn Voldemort ein starkes Gef�hl empfand�, sagte Harry und ignorierte wie �blich Rons und Hermines Zusammenzucken. �Vielleicht war er einfach, ich wei� nicht, furchtbar zornig an dem Abend, als ich nachsitzen musste.�</p><p>�Ja, jetzt, wo er zur�ck ist, wird sie wohl h�ufiger schmerzen�, sagte Sirius.</p><p>�Also glaubst du nicht, dass es irgendwas damit zu tun hatte, dass Umbridge mich ber�hrt hat, als ich bei ihr nachsitzen musste?�, fragte Harry.</p><p>�Das bezweifle ich�, sagte Sirius. �Ich kenne ihren Ruf und ich bin sicher, sie ist keine Todesserin -�</p><p>�Sie ist widerlich genug, um eine zu sein�, sagte Harry d�ster und Ron und Hermine nickten lebhaft.</p><p>�Ja, aber die Welt ist nicht geteilt in gute Menschen und Todesser�, sagte Sirius mit einem gequ�lten L�cheln. �Ich wei�, dass sie ein gemeines Biest ist - du solltest mal h�ren, wie Remus �ber sie spricht.�</p><empty-line/><p>�Kennt Lupin sie?�, fragte Harry rasch und erinnerte sich, dass Umbridge in ihrer ersten Stunde etwas �ber gef�hrliche Halbbl�ter gesagt hatte.</p><p>�Nein�, sagte Sirius, �allerdings hat sie vor zwei Jahren ein Anti-Werwolf-Gesetz ausgearbeitet, das es ihm fast unm�glich macht, eine Stelle zu bekommen.�</p><p>Harry fiel ein, dass Lupin jetzt viel sch�biger aussah, und seine Abneigung gegen Umbridge steigerte sic h noch.</p><p>�Was hat sie gegen Werw�lfe?�, sagte Hermine aufgebracht.</p><p>�Hat Angst vor ihnen, vermute ich�, entgegnete Sirius und l�chelte angesichts ihrer entr�steten Miene. �Offenbar hasst sie Halbmenschen; sie hat sich letztes Jahr auch daf�r engagiert, Wassermenschen zusammenzutreiben und einzufangen.</p><p>Stellt euch nur mal vor, wie viel Zeit und Energie bei der Verfolgung von Wassermenschen verschwendet w�rde, wo doch gleichzeitig kleine Lumpen wie Kreacher auf freiem Fu� sind.�</p><p>Ron lachte, aber Hermine schien verstimmt.</p><p>�Sirius!�, sagte sie vorwurfsvoll. �Ehrlich mal, wenn du dir mit Kreacher ein wenig M�he geben w�rdest, dann w�rde er sicher auf dich zukommen.</p><p>Schlie�lich bist du das einzige Familienmitglied, das er noch hat, und Professor Dumbledore hat gesagt -�</p><p>�Also, wie sieht der Unterricht bei Umbridge aus?�, warf Sirius dazwischen.</p><p>�Bringt sie euch allen bei, Halbbl�ter umzubringen?�</p><p>�Nein�, sagte Harry, ohne auf Hermines beleidigte Miene zu achten, die sich in ihrer Verteidigung Kreachers �berfahren f�hlte. �Sie l�sst uns �berhaupt nicht richtig zaubern!�</p><p>�Wir lesen immer nur das bl�de Schulbuch�, sagte Ron.</p><p>�Ach ja, das passt�, sagte Sirius. �Nach unseren Informationen aus dem Ministerium will Fudge nicht, dass ihr f�r den Kampf ausgebildet werdet.�</p><p>�F�r den Kampf ausgebildet!�, wiederholte Harry ungl�ubig. �Was glaubt der eigentlich, was wir hier treiben, eine Art Zaubererarmee aufbauen?�</p><p>�Genau das glaubt er�, sagte Sirius, �besser gesagt, genau das bef�rchtet er von Dumbledore - dass er seine eigene Privatarmee aufstellt, mit der er dann das Zaubereiministerium �bernehmen kann.�</p><p>Schweigen trat ein, bis Ron sagte: �Das ist das D�mmste, was ich je geh�rt hab, einschlie�lich all des Plunders, den Luna Lovegood von sich gibt.�</p><p>�Also h�lt man uns davon ab, Verteidigung gegen die dunklen K�nste zu lernen, weil Fudge Angst hat, wir w�rden gegen das Ministerium zaubern?�, sagte Hermine hellauf emp�rt.</p><p>�Ja�, sagte Sirius. �Fudge glaubt, Dumbledore wird vor nichts zur�ckschrecken, um an die Macht zu kommen. Tag f�r Tag f�hlt er sich st�rker von Dumbledore verfolgt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er Dumbledore unter irgendeiner zusammengeschusterten Anklage verhaften l�sst.�</p><p>Das erinnerte Harry an Percys Brief.</p><p>�Wei�t du, ob der Tagesprophet morgen irgendwas �ber Dumbledore bringt? Rons Bruder Percy glaubt das -�</p><p>�Ich wei� nicht�, sagte Sirius, �ich hab das ganze Wochenende �ber keinen vom Orden gesehen, die sind alle besch�ftigt. Nur Kreacher und ich waren hier ...�</p><p>In Sirius' Stimme lag unverkennbar ein Hauch von Bitterkeit.</p><p>�Also hast du auch nichts Neues �ber Hagrid erfahren?�</p><p>�Ah ...�, sagte Sirius, �nun, eigentlich sollte er inzwischen zur�ck sein, keiner wei� genau, was mit ihm passiert ist.� Als er ihre entsetzten Gesichter sah, f�gte er rasch hinzu: �Aber Dumbledore macht sich keine Sorgen, also steigert euch nicht in was rein; ich bin sicher, Hagrid geht's gut.�</p><p>�Aber wenn er eigentlich schon zur�ck sein sollte ...�, sagte Hermine mit schwacher, angsterf�llter Stimme.</p><p>�Madame Maxime war bei ihm, wir stehen in Verbindung mit ihr, und sie sagt, sie seien auf der R�ckreise voneinander getrennt worden - aber nichts deutet darauf hin, dass er verletzt ist oder - nun, nichts l�sst vermuten, dass er nicht v�llig wohlauf ist.�</p><p>Nicht �berzeugt, tauschten Harry, Ron und Hermine besorgte Blicke.</p><p>�H�rt mal, stellt nicht zu viele Fragen �ber Hagrid�, sagte Sirius eilig, �das wird nur noch mehr Aufmerksamkeit darauf lenken, dass er nicht zur�ck ist, und ich wei�, Dumbledore will das nicht. Hagrid ist z�h, es wird ihm schon gut gehen.� Und als auch das sie nicht aufzumuntern schien, f�gte Sirius hinzu:</p><p>�Wann ist eigentlich euer n�chstes Wochenende in Hogsmeade? Mit dieser Hundetarnung am Bahnhof sind wir ja ganz gut durchgekommen, hab ich mir �berlegt. Ich dachte, ich k�nnte -�</p><p>�NEIN!�, riefen Harry und Hermine laut.</p><p>�Sirius, hast du nicht den Tagespropheten gelesen?�, fragte Hermine besorgt.</p><p>�Ach, das�, sagte Sirius und grinste, �die spekulieren immer, wo ich bin, im Grunde haben sie keine Ahnung -�</p><p>�Schon, aber wir glauben, diesmal ist es anders�, sagte Harry. �Malfoy hat im Zug etwas gesagt, was uns vermuten l�sst, dass er wusste, dass du es warst, und sein Vater - Lucius Malfoy, du wei�t ja - war auf dem Bahnsteig, also komm auf keinen Fall hier hoch, Sirius. Wenn Malfoy dich wiedererkennt -�</p><p>�Schon gut, schon gut, ich hab's begriffen�, sagte Sirius. Er wirkte �u�erst ungehalten. �War nur 'ne Idee, dachte, du w�rdest mich gerne mal wieder treffen.�</p><p>�M�chte ich schon, ich will nur nicht, dass sie dich wieder nach Askaban stecken!�, sagte Harry.</p><p>Eine Pause trat ein. Sirius sah Harry aus dem Feuer heraus an, eine Falte zwischen seinen tief liegenden Augen.</p><p>�Du �hnelst deinem Vater weniger, als ich gedacht hatte�, sagte er schlie�lich, mit sp�rbarer K�hle in der Stimme. �Gerade wegen des Risikos h�tte es James Spa� gemacht.�</p><p>�Sieh mal -�</p><p>�Nun, ich verschwinde besser, ich kann Kreacher die Treppe runterkommen h�ren�, sagte Sirius, aber Harry war sicher, dass er log. �Ich schreib dir und nenn dir einen Zeitpunkt, an dem ich es noch mal ins Feuer schaffe, ja? Wenn du das Risiko ertragen kannst?�</p><p>Ein leises Popp war zu h�ren, und wo Sirius' Kopf gewesen war, loderte wieder eine Flamme.</p></section><section><title><p>Die Gro�inquisitorin von Hogwarts</p></title><p>Sie hatten geglaubt, Hermines Tagespropheten am n�chsten Morgen gr�ndlich durchforsten zu m�ssen, um den in Percys Brief erw�hnten Artikel zu finden.</p><p>Doch kaum hatte sich die Posteule wieder vom Milchkrug erhoben, da keuchte Hermine laut auf und strich die Zeitung glatt. Zu sehen war nun ein gro�es Foto von Dolores Umbridge, die breit l�chelte und ihnen unter der Schlagzeile bed�chtig zuzwinkerte.</p><p>MINISTERIUM STREBT AUSBILDUNGSREFORM AN</p><p>DOLORES UMBRIDGE IN DAS NEU GESCHAFFENE</p><p>AMT DER GROSSINQUISITORIN BERUFEN</p><p>�Umbridge - �Gro�inquisitorin��, sagte Harry finster und sein angebissenes St�ck Toast glitt ihm aus den Fingern. �Was soll das denn hei�en?� Hermine las laut vor:</p><p>�In einem �berraschenden Schritt hat das Zaubereiministerium gestern Abend ein neues Gesetz verabschiedet, das ihm ein beispielloses Ma� an Verf�gungsgewalt �ber die Hogwarts-Schule f�r Hexerei und Zauberei gew�hrt.</p><p>�Der Minister ist seit geraumer Zeit zusehends beunruhigt �ber die Vorg�nge in Hogwarts�, erkl�rte Percy Weasley, der Juniorassistent des Ministers. �Er reagiert nun auf die kritischen Stimmen besorgter Eltern, die den Eindruck haben, dass sich die Schule in eine Richtung entwickelt, die sie nicht guthei�en.� Es ist nicht das erste Mal in den letzten Wochen, dass Cornelius Fudge, der Minister, mit Hilfe neuer Gesetze Verbesserungen an der Zaubererschule herbeif�hrt. Erst am 30. August wurde der Ausbildungserlass Nummer zweiundzwanzig verabschiedet, der f�r den Fall, dass der gegenw�rtige Schulleiter nicht in der Lage ist, einen Kandidaten f�r eine Lehrerstelle vorzuweisen, gew�hrleistet, dass das Ministerium eine geeignete Person ausw�hlen kann.</p><p>�Dies ist der Grund, weshalb Dolores Umbridge zum Mitglied des Lehrpersonals in Hogwarts ernannt wurde�, sagte Weasley gestern Abend.</p><p>�Dumbledore konnte niemanden finden, deshalb hat der Minister Umbr idge berufen, und nat�rlich war sie sofort erfolgreich -��</p><p>�Sie war WAS?�, sagte Harry laut.</p><p>�Wart nur ab, es geht noch weiter�, sagte Hermine verbissen.</p><p>��- sofort erfolgreich, indem sie den Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen K�nste v�llig umgekrempelt hat und dem Minister jetzt aus der unmittelbaren Praxis heraus berichten kann, was wirklich in Hogwarts vor sich geht.�</p><p>Diesem letzten Aufgabengebiet hat das Ministerium nun mit dem Ausbildungserlass Nummer dreiundzwanzig auch formal Rechnung getragen und das neue Amt eines Gro�inquisitors f�r Hogwarts geschaffen.</p><p>�Dies ist ein spannender neuer Abschnitt im Plan des Ministers, sich dem entgegenzustemmen, was manche als sinkendes Niveau in Hogwarts bezeichnen�, so Weasley. �Die Inquisitorin wird die Befugnis haben, den Unterricht ihrer Kollegen zu inspizieren und sicherzustellen, dass er den Erwartungen entspricht. Professor Umbridge wurde diese Position zus�tzlich zu ihrem Lehramt angeboten und wir freuen uns mitteilen zu k�nnen, dass sie sich dazu bereit erkl�rt hat.� Die Reformschritte des Ministeriums stie�en bei Eltern von Hogwarts-Sch�lern auf begeisterte Zustimmung.</p><p>�Mir ist viel leichter ums Herz, jetzt, da ich wei�, dass Dumbledore einer fairen und vorurteilslosen Beurteilung unterzogen wird�, sagte Mr. Lucius Malfoy, 41, gestern Abend auf seinem Landsitz in Wiltshire. �Viele von uns, denen das wohlverstandene Interesse unserer Kinder ein echtes Anliegen ist, waren in Sorge �ber einige von Dumbledores launenhaften Entscheidungen w�hrend der le tzten Jahre und sind nun froh zu wissen, dass das Ministerium die Lage im Auge beh�lt.�</p><p>Zu diesen launenhaften Entscheidungen geh�ren zweifellos umstrittene Stellenbesetzungen, von denen wir in dieser Zeitung bereits berichteten, darunter die Einstellung des Werwolfs Remus Lupin, des Halbriesen Rubeus Hagrid und des unter Wahnvorstellungen leidenden Ex-Auroren �Mad-Eye� Moody.</p><p>Nat�rlich sind Ger�chte im Umlauf, wonach Albus Dumbledore, einst Ganz hohes Tier der Internationalen Zauberervereinigung und Gro�meister des Zaubergamots, der Aufgabe, die angesehene Hogwarts-Schule zu leiten, nicht mehr gewachsen ist. �Ich denke, die Ernennung eines Inquisitors ist nur der erste Schritt, um daf�r Sorge zu tragen, dass Hogwarts einen Schulleiter bekommt, dem wir alle wieder unser Vertrauen schenken k�nnen�, lie� ein Mitarbeiter des Ministeriums gestern Abend verlauten.</p><p>Die langj�hrigen Mitglieder des Zaubergamots, Griselda Marchbanks und Tiberius Ogden, traten aus Protest gegen die Einf�hrung eines Inquisitorenamts f�r Hogwarts zur�ck.</p><p>�Hogwarts ist eine Schule, keine Au�enstelle von Cornelius Fudges Ministeriums� erkl�rte Madam Marchbanks. �Dies ist ein weiterer emp�render Versuch, Albus Dumbledores Ruf zu sch�digen.� (Einen ausf�hrlichen Bericht �ber Madam Marchbanks' angebliche Beziehungen zu aufr�hrerischen Koboldgruppen finden Sie auf Seite siebzehn.)�</p><empty-line/><p>Hermine hatte zu Ende gelesen und blickte die anderen beiden �ber den Tisch hinweg an.</p><p>�Jetzt wissen wir also, wie wir diese Umbridge auf den Hals bekommen haben! Fudge hat seinen �Ausbildungserlass� durchgepaukt und sie uns aufgezwungen! Und jetzt hat er ihr die Macht gegeben, die anderen Lehrer zu inspizieren!� Hermine atmete rasch, ihre Augen waren sehr hell. �Das kann ich nicht glauben. Das ist ungeheuerlich!�</p><p>�Ich wei߫, sagte Harry. Er blickte hinab auf seine rechte Hand, die auf dem Tisch zur Faust geballt war, und sah die schwache wei�e Kontur der Worte, die Umbridge ihn in seine Haut zu schneiden gezwungen hatte.</p><p>Doch auf Rons Gesicht breitete sich ein Grinsen aus.</p><p>�Was ist?�, fragten Harry und Hermine gleichzeitig und starrten ihn an.</p><p>�Hey, ich bin schon mal gespannt, wie sie bei McGonagall inspizieren will�, sagte Ron fr�hlich. �Umbridge wird nicht wissen, wie ihr geschieht.�</p><p>�Ja, kommt�, sagte Hermine und sprang auf, �wir m�ssen uns beeilen; wenn sie Binns' Unterricht inspiziert, sollten wir nicht zu sp�t kommen ...�</p><p>Aber Professor Umbridge inspizierte nicht ihre Zaubereigeschichtsstunde, die nicht minder dr�ge war als am Montag zuvor, und sie war auch nicht in Snapes Kerker, als sie zur Doppelstunde Zaubertr�nke kamen, wo Harry seinen Mondsteinaufsatz mit einem gro�en spitzen �S� in einer oberen Ecke zur�ckbekam.</p><p>�Ich habe Sie so benotet, als ob Sie die Arbeiten bei der ZAG-Pr�fung eingereicht h�tten�, sagte Snape mit einem h�hnischen Grinsen, w�hrend er durch die Reihen rauschte und ihnen die Hausaufgaben zur�ckgab. �Das sollte Ihnen eine n�chterne Vorstellung davon geben, was Sie in der Pr�fung erwartet.�</p><p>Snape war nach vorne zur�ckgekehrt, drehte sich um und blickte sie an.</p><p>�Das allgemeine Niveau dieser Hausarbeit war j�mmerlich. Die meisten w�ren durchgefallen, wenn dies ihre Pr�fung gewesen w�re. Beim Aufsatzthema dieser Woche geht es um die verschiedenen Sorten von Gegengiften, und ich erwarte einiges mehr an M�he, oder ich werde anfangen, den Dummk�pfen, die ein �S� bekommen haben, Strafarbeiten zu erteilen.�</p><p>Er grinste, w�hrend Malfoy kicherte und gut vernehmlich fl�sterte: �Jemand hat ein �S� gekriegt? Ha!�</p><p>Harry bemerkte, dass Hermine aus dem Augenwinkel her�bersp�hte, um zu sehen, welche Note er bekommen hatte; er wollte das jedoch lieber f�r sich behalten und lie� seinen Mondsteinaufsatz schleunigst in die Tasche gleiten.</p><empty-line/><p>Harry war entschlossen, Snape keinen Grund daf�r zu liefern, ihn auch in dieser Stunde schlecht zu benoten, und las jede Zeile der Rezeptur an der Tafel mindestens dreimal, bevor er sie befolgte. Sein St�rkungstrank war nicht unbedingt so klar t�rkisfarben wie der von Hermine, doch zumindest war er eher blau und nicht blassrot wie der von Neville, und am Ende der Stunde lieferte er, trotzig und erleichtert zugleich, eine Probeflasche davon an Snapes Pult ab.</p><p>�Nun, das war nicht so schlimm wie letzte Woche, was?�, sagte Hermine, als sie die Kerkerstufen hochstiegen und durch die Eingangshalle zum Mittagessen gingen. �Und mit den Hausaufgaben ist es auch nicht allzu schlecht gelaufen, oder?�</p><p>Als weder Ron noch Harry antworteten, hakte sie nach: �Ich meine, na gut, ich hab nicht die Spitzennote erwartet, nicht, wenn er nach ZAG-Standard benotet, aber ein �Bestanden� ist vorerst ganz ermutigend, meint ihr nicht?�</p><p>Harrys Kehle entschl�pfte ein undefinierbares Ger�usch.</p><p>�Nat�rlich kann bis zur Pr�fung noch eine Menge passieren, wir haben genug Zeit, um besser zu werden, aber die Noten, die wir jetzt bekommen, sind doch schon mal eine Grundlage, oder? Darauf k�nnen wir aufbauen ...�</p><p>Sie setzten sich zusammen an den Gryffindor-Tisch.</p><p>�Nat�rlich h�tt ich es toll gefunden, wenn ich ein �O� bekommen h�tte -�</p><p>�Hermine�, sagte Ron scharf, �wenn du wissen willst, welche Noten wir gekriegt haben, dann frag.�</p><p>�Ich will - ich wollte nicht - nun, wenn ihr es mir sagen wollt -�</p><p>�Ich hab ein �M��, sagte Ron und sch�pfte sich Suppe auf seinen Teller.</p><p>�Zufrieden?�</p><p>�Also, daf�r muss man sich nicht sch�men�, meinte Fred, der gerade mit George und Lee Jordan an den Tisch gekommen war und rechts von Harry Platz nahm. �Nichts auszusetzen an einem guten, gesunden �M�.�</p><p>�Aber�, sagte Hermine, �steht �M� nicht f�r ...�</p><p>��Mies�, ja schon�, sagte Lee Jordan. �Aber immer noch besser als �S�, oder? �Schrecklich�?�</p><p>Harry sp�rte, wie sein Gesicht warm wurde, und tat, als h�tte er sich an einem Br�tchen verschluckt. Als er aufh�rte zu husten, stellte er zu seinem Leidwesen fest, dass Hermine sich immer noch beflissen �ber ZAG-Noten verbreitete.</p><p>�Also, die Spitzennote ist �O� f�r �Ohnegleichen��, sagte sie, �und danach kommt �A� -�</p><empty-line/><p>�Nein, �E��, korrigierte George sie, ��E� f�r �Erwartungen �bertroffen�. Ich hab immer gedacht, Fred und ich sollten ein �E� in allem kriegen, weil wir die Erwartungen schon �bertroffen haben, als wir zu den Pr�fungen aufgetaucht sind.�</p><p>Alle lachten, au�er Hermine, die nicht lockerlie�. �Also, nach �E� kommt �A� f�r �Annehmbar�, und das braucht man mindestens, um die Pr�fung zu bestehen, richtig?�</p><p>�Ja�, sagte Fred, tunkte ein ganzes Br�tchen in seine Suppe, bef�rderte es in den Mund und schluckte es mit einem Mal hinunter.</p><p>�Dann kommt �M� f�r �Mies�� - Ron hob in Siegerpose beide Arme - �und �S� f�r �Schrecklich�.�</p><p>�Und dann �T��, erinnerte ihn George.</p><p>��T�?�, fragte Hermine best�rzt. �Noch schlechter als �S�? Was um Himmels willen soll �T� bedeuten?�</p><p>�Troll�, sagte George prompt.</p><p>Harry lachte erneut, obwohl er nicht sicher war, ob George Witze machte. Er stellte sich vor, wie es w�re, wenn er vor Hermine verheimlichen m�sste, dass er in allen ZAGs ein �T� bekommen hatte, und beschloss auf der Stelle, von nun an flei�iger zu arbeiten.</p><p>�Habt ihr schon eine Unterrichtsinspektion gehabt?�, fragte Fred.</p><p>�Nein�, sagte Hermine sofort. �Und ihr?�</p><p>�Gerade eben, vor dem Essen�, sagte George. �In Zauberkunst.�</p><p>�Wie war's?�, fragten Harry und Hermine im Chor.</p><p>Fred zuckte die Achseln.</p><p>�Ging so. Umbridge hing nur in der Ecke rum und hat sich Notizen auf einem Klemmbrett gemacht. Ihr kennt ja Flitwick, er hat sie wie einen Gast behandelt und sich offenbar gar nicht st�ren lassen. Sie hat nicht viel gesagt. Hat Alicia ein paar Fragen gestellt, wie der Unterricht sonst immer sei, und Alicia hat ihr erkl�rt, er sei wirklich gut, und das war's dann.�</p><p>�Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass der alte Flitwick schlechte Noten verpasst kriegt�, sagte George, �normalerweise bringt er doch alle ganz ordentlich durch die Pr�fungen.�</p><p>�Wen habt ihr heut Nachmittag?�, fragte Fred Harry.</p><p>�Trelawney -�</p><empty-line/><p>�Ein �T�, wie es im Buch steht.�</p><p>�- und Umbridge pers�nlich.�</p><p>�Na, dann sei ein braver Junge und halt dich heut bei ihr zur�ck�, sagte George. �Angelina schnappt noch �ber, wenn du schon wieder das Quidditch-Training verpasst.�</p><p>Aber Harry musste nicht auf Verteidigung gegen die dunklen K�nste warten, bis er Professor Umbridge zu Gesicht bekam. Auf seinem Platz ganz hinten im d�steren Wahrsageraum zog er gerade sein Traumtagebuch hervor, als ihm Ron den Ellbogen in die Rippen stie�. Er wandte sich um und sah Professor Umbridge aus der Fallt �r im Boden auftauchen. Die Klasse, die munter getratscht hatte, verstummte augenblicklich. Das pl�tzliche Absinken des L�rmpegels bewog Professor Trelawney, die umhergeschwebt war und das Traumorakel ausgeteilt hatte, sich umzublicken.</p><p>�Guten Tag, Professor Trelawney�, sagte Professor Umbridge mit ihrem breiten L�cheln. �Sie haben meine Benachrichtigung erhalten, hoffe ich? Mit Datum und Uhrzeit Ihrer Unterrichtsinspektion?�</p><p>Professor Trelawney nickte knapp, kehrte Professor Umbridge �u�erst verstimmt den R�cken zu und fuhr fort, ihre B�cher auszuteilen. Unentwegt l�chelnd, packte Professor Umbridge den n�chstbesten Sessel an der Lehne und schleifte ihn vor die Klasse, eine Handbreit hinter Professor Trelawneys Platz.</p><p>Dann setzte sie sich, nahm ihr Klemmbrett aus der gebl�mten Tasche und blickte auf in der Erwartung, dass der Unterricht beginne.</p><p>Professor Trelawney zog mit leicht bebenden H�nden ihre Schals fester und musterte die Klasse durch ihre riesenhaft vergr��ernden Brillengl�ser.</p><p>�Wir werden heute unser Studium prophetischer Tr�ume fortsetzen�, sagte sie in einem tapferen Versuch, ihre �bliche mystische Tonlage zu treffen, auch wenn ihre Stimme leicht zitterte. �Gehen Sie zu zweit zusammen, bitte, und deuten Sie mit Hilfe des Orakels die letzten n�chtlichen Visionen Ihres Partners.�</p><p>Sie machte Anstalten, zu ihrem Platz zur�ckzuschweben, sah Professor Umbridge gleich dahinter sitzen und schwenkte prompt nach links auf Parvati und Lavender zu, die sich schon eingehend �ber Parvatis j�ngsten Traum unterhielten.</p><p>Harry behielt Umbridge verstohlen im Auge und schlug sein Traumorakel auf.</p><p>Sie machte sich bereits Notizen auf ihrem Klemmbrett. Nach ein paar Minuten erhob sie sich und heftete sich an Trelawneys Fersen, ging mit ihr durchs Klassenzimmer, lauschte ihren Gespr�chen mit den Sch�lern und stellte selbst gelegentlich einige Fragen. Harry vergrub eilends den Kopf in seinem Buch.</p><p>�Lass dir 'nen Traum einfallen, schnell�, forderte er Ron auf, �falls die alte Kr�te bei uns vorbeikommt.�</p><p>�Hab ich schon letztes Mal gemacht�, protestierte Ron, �jetzt bist du dran, erz�hl mir einen.�</p><p>�Ach, keine Ahnung ...�, sagte Harry verzweifelt, der sich nicht erinnern konnte, w�hrend der letzten N�chte �berhaupt etwas getr�umt zu haben. �Sagen wir einfach, mir tr�umte, ich w�rde ... Snape in meinem Kessel ertr�nken. Ja, das wird reichen ...�</p><p>Ron gluckste und schlug sein Traumorakel auf.</p><p>�Okay, wir m�ssen dein Alter zu dem Datum hinzuz�hlen, an dem du den Traum hattest, die Zahl der Buchstaben des Traumthemas ... ist das jetzt �ertr�nken� oder �Kessel� oder �Snape�?�</p><p>�Ist egal, nimm einfach irgendwas�, sagte Harry und wagte einen Blick hinter sich. Professor Umbridge stand nun direkt neben Professor Trelawney und machte sich Notizen, w�hrend die Wahrsagelehrerin Neville zu seinem Traumtagebuch befragte.</p><p>�In welcher Nacht hast du das noch mal getr�umt?�, fragte Ron, in Berechnungen vertiert.</p><p>�Keine Ahnung, letzte Nacht, wann du willst�, entgegnete Harry und versuchte zu erlauschen, was Umbridge zu Professor Trelawney sagte. Sie waren jetzt nur noch einen Tisch von ihm und Ron entfernt. Professor Umbridge notierte abermals etwas auf ihrem Klemmbrett und Professor Trelawney sah hochgradig ver�rgert aus.</p><p>�Nun�, sagte Umbridge und blickte zu Trelawney auf, �wie lange genau haben Sie diese Stelle schon inne?�</p><p>Professor Trelawney sah sie finster an, die Arme verschr�nkt und die Schultern hochgezogen, als wollte sie sich so gut wie m�glich vor der Schmach der Inspektion sch�tzen. Nach einer kleinen Pause, in der sie offenbar zu dem Schluss kam, dass die Frage nicht so entw�rdigend war, dass sie sie zu Recht ignorieren konnte, sagte sie mit zutiefst beleidigter Stimme: �Fast sechzehn Jahre.�</p><p>�Eine betr�chtliche Zeit�, sagte Professor Umbridge und machte sich eine Notiz auf ihrem Klemmbrett. �Dann war es Professor Dumbledore, der Sie eingestellt hat?�</p><p>�Das ist korrekt�, sagte Professor Trelawney knapp.</p><p>Professor Umbridge machte sich wiederum eine Notiz.</p><p>�Und Sie sind eine Ururenkelin der ber�hmten Seherin Cassandra Trelawney?�</p><p>�Ja�, sagte Professor Trelawney und reckte leicht den Kopf.</p><p>Wieder folgte eine Notiz auf dem Klemmbrett.</p><p>�Aber ich vermute - korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre -, dass Sie die Erste in Ihrer Familie seit Cassandra sind, die mit dem zweiten Gesicht begabt ist?�</p><p>�Diese Dinge �berspringen oft - �hm - drei Generationen�, erwiderte Professor Trelawney.</p><p>Professor Umbridges kr�tenartiges L�cheln wurde breiter.</p><p>�Nat�rlich�, sagte sie s��lich und machte sich erneut eine Notiz. �Nun, vielleicht k�nnen Sie einfach mal etwas f�r mich voraussagen?� Sie blickte mit fragender Miene und unentwegt l�chelnd auf.</p><p>Professor Trelawney erstarrte schlagartig, als k�nnte sie ihren Ohren nicht trauen. �Ich habe Sie nicht verstanden�, sagte sie und griff krampfartig nach dem Schal um ihren d�rren Hals.</p><p>�Ich m�chte, dass Sie mir etwas voraussagen�, erkl�rte Professor Umbridge sehr deutlich.</p><p>Harry und Ron waren nicht die Einzigen, die jetzt hinter ihren B�chern hervor verstohlen zusahen und lauschten. Der gr��te Teil der Klasse blickte gebannt auf Professor Trelawney, die sich mit klimpernden Perlen und Armringen zu voller H�he aufrichtete.</p><p>�Das innere Auge sieht nicht auf Befehl�, sagte sie entr�stet.</p><p>�Verstehe�, entgegnete Professor Umbridge sanft und machte sich eine weitere Notiz auf ihrem Klemmbrett.</p><p>�Ich - aber - aber ... warten Sie!�, sagte Professor Trelawney pl�tzlich, bem�ht ihre �bliche �therische Stimmlage zu treffen, wiewohl die mystische Wirkung ein wenig verpuffte, da sie vor Zorn bebte. �Ich ... ich glaube, ich sehe etwas ... etwas, das Sie betrifft... ach, ich sp�re etwas ... etwas Dunkles ... eine abgrundtiefe Gefahr ...�</p><p>Professor Trelawney deutete mit zitterndem Finger auf Professor Umbridge, die sie, mit hochgezogenen Augenbrauen, weiter verbindlich anl�chelte.</p><p>�Ich f�rchte ... ich f�rchte, Sie sind in abgrundtiefer Gefahr!�, schloss Professor Trelawney dramatisch.</p><p>Stille trat ein. Professor Umbridges Augenbrauen waren noch immer erhoben.</p><empty-line/><p>�Sch�n�, sagte sie sanft und fing von neuem an auf ihrem Klemmbrett zu kritzeln. �Nun, wenn das alles ist, was Sie k�nnen ...�</p><p>Sie wandte sich um. Professor Trelawney stand da wie angewurzelt, ihre Brust hob und senkte sich. Harry fing einen Blick von Ron auf und wusste, dass er genau das Gleiche dachte wie er: Professor Trelawney war zwar eine ausgemachte alte Schwindlerin, doch hassten sie beide Umbridge so sehr, dass ihr Mitgef�hl nun entschieden Trelawney galt - allerdings nur, bis sie sich einige Sekunden sp�ter dann �ber sie hermachte.</p><p>�Nun?�, sagte sie und schnippte ungew�hnlich forsch mit ihren langen Fingern unter Harrys Nase herum. �Zeigen Sie mir bitte den Anfang Ihres Traumtagebuchs.�</p><p>Als sie Harrys Tr�ume mit ihrer lautesten Stimme gedeutet hatte (wobei alle, selbst jene, bei denen es um das Essen von Haferschleim ging, offenbar einen grausigen und fr�hen Tod ank�ndigten), war sein Mitleid mit ihr schon abgeflaut.</p><p>Professor Umbridge stand unterdessen ein paar Schritte entfernt und machte sich Notizen auf dem omin�sen Klemmbrett. Als es l�utete, stieg sie als Erste die silberne Leiter hinab, und als die Klasse zehn Minuten sp�ter zu ihr in Verteidigung gegen die dunklen K�nste kam, wartete Professor Umbridge bereits auf sie.</p><p>Als sie eintraten, summte und l�chelte sie vor sich hin. W�hrend sie alle die Theorie magischer Verteidigung hervorholten, berichteten Harry und Ron Hermine, die in Arithmantik gewesen war, was in Wahrsagen genau geschehen war, doch bevor Hermine irgendwelche Fragen stellen konnte, hatte Professor Umbridge sie schon zur Ordnung ermahnt und Ruhe trat ein.</p><p>�Zauberst�be weg�, befahl sie mit einem L�cheln, und wer so optimistisch gewesen war, ihn herauszuholen, steckte ihn jetzt traurig wieder in die Tasche.</p><p>�Da wir das erste Kapitel in der letzten Stunde abgeschlossen haben, schlagen Sie nun bitte alle Seite neunzehn auf und beginnen Sie mit Kapitel zwei, �G�ngige Verteidigungstheorien und ihre Urspr�nge�. Ich m�chte keine Unterhaltungen h�ren.�</p><p>Andauernd breit und selbstzufrieden l�chelnd, setzte sie sich an ihr Pult. Die Klasse seufzte vernehmlich, als sie alle zugleich Seite neunzehn aufschlugen.</p><p>Harry fragte sich dumpf, ob die Zahl der Kapitel in diesem Buch ausreichte, um ihnen f�r alle Stunden des Schuljahrs Lesestoff zu bieten, und wollte gerade im Inhaltsverzeichnis nachschlagen, da fiel ihm auf, dass Hermine die Hand schon wieder in der Luft hatte.</p><p>Auch Professor Umbridge hatte es bemerkt, und mehr noch, sie schien eine Strategie f�r einen solchen Fall entwickelt zu haben. Anstatt vorzusch�tzen, sie h�tte Hermine nicht bemerkt, stand sie auf und ging um die erste Pultreihe herum, bis sie direkt vor Hermine stand, dann beugte sie sich hinunter und fl�sterte, dass der Rest der Klasse es nicht h�ren konnte: �Was gibt es diesmal, Miss Granger?�</p><p>�Ich hab Kapitel zwei schon gelesen�, sagte Hermine.</p><p>�Nun, dann machen Sie weiter mit Kapitel drei.�</p><p>�Das hab ich auch gelesen. Ich hab das ganze Buch gelesen.�</p><p>Professor Umbridge zuckte kurz mit der Wimper, gewann jedoch fast augenblicklich ihre Fassung wieder.</p><p>�Nun, dann sollten Sie in der Lage sein, mir zu sagen, was Slinkhard im f�nfzehnten Kapitel �ber Gegenfl�che sagt.�</p><p>�Er sagt, Gegenfl�che d�rften eigentlich gar nicht so hei�en�, erwiderte Hermine prompt. ��Gegenfluch� sei nur ein Name, den die Leute ihren Fl�chen geben, damit es sich besser anh�rt, was sie tun.�</p><p>Professor Umbridge hob die Augenbrauen und Harry wusste, dass sie gegen ihren Willen beeindruckt war.</p><p>�Aber ich bin anderer Ansicht�, fuhr Hermine fort.</p><p>Professor Umbridges Augenbrauen hoben sich noch ein wenig mehr und ihr Blick wurde deutlich k�lter.</p><p>�Sie sind anderer Ansicht?�</p><p>�Ja, allerdings�, sagte Hermine, die im Gegensatz zu Umbridge nicht fl�sterte, sondern mit klarer, vernehmlicher Stimme sprach und sich inzwischen die Aufmerksamkeit der restlichen Klasse gesichert hatte. �Mr. Slinkhard mag keine Fl�che, nicht wahr? Aber ich glaube, dass sie sehr n�tzlich sein k�nnen, wenn sie zur Verteidigung eingesetzt werden.�</p><p>�Oh, das glauben Sie also?�, sagte Professor Umbridge, die zu fl�stern vergessen hatte und sich aufrichtete. �Nun, ich f�rchte, es ist die Meinung von Mr. Slinkhard und nicht die Ihre, die in diesem Klassenzimmer z�hlt, Miss Granger.�</p><p>�Aber -�, setzte Hermine an.</p><p>�Das gen�gt�, sagte Professor Umbridge. Sie ging nach vorne zur�ck und wandte sich der Klasse zu, und all ihr munteres Gehabe vom Beginn der Stunde war von ihr abgefallen. �Miss Granger, ich ziehe f�nf Punkte f�r Haus Gryffindor ab.�</p><p>Auf diese Worte hin brach lautes Gemurmel los.</p><p>�Weswegen?�, sagte Harry zornig.</p><empty-line/><p>�Halt dich da raus!�, zischelte ihm Hermine eindringlich zu.</p><p>�Weil sie meinen Unterricht mit sinnlosen Unterbrechungen gest�rt hat�, sagte Professor Umbridge sanft. �Ich bin hier, um Sie nach einer vom Ministerium genehmigten Methode zu unterrichten, und dazu geh�rt nicht, dass man Sch�ler auffordert, ihre Meinungen zu Fragen abzugeben, von denen sie sehr wenig verstehen. Ihre fr�heren Lehrer in diesem Fach m�gen Ihnen mehr Narrenfreiheit einger�umt haben, aber da keiner von ihnen - vielleicht mit Ausnahme Professor Quirrells, der sich zumindest auf altersgem��e Themen beschr�nkt zu haben scheint - eine Inspektion des Ministeriums bestanden h�tte -�</p><p>�Ja, Quirrell war ein toller Lehrer�, sagte Harry laut, �es gab nur den kleinen Nachteil, dass ihm Lord Voldemort hinten aus dem Kopf raushing.�</p><p>Dem folgte eine Stille, so laut, wie Harry es kaum je geh�rt hatte.</p><p>Dann -</p><p>�Ich denke, eine weitere Woche Nachsitzen w�rde Ihnen ganz gut tun, Mr. Potter�, sagte Umbridge honigs��.</p><p>Der Schnitt auf Harrys Handr�cken war kaum verheilt und am folgenden Morgen blutete er wieder. Harry beklagte sich nicht w�hrend des Nachsitzens am Abend; er war entschlossen, Umbridge nicht diese Genugtuung zu verschaffen.</p><p>Wieder und wieder schrieb er Ich soll keine L�gen erz�hlen, und nicht ein einziger Laut entfuhr seinen Lippen, obwohl der Schnitt sich mit jedem Buchstaben vertiefte.</p><p>Das Allerschlimmste an dieser zweiten Woche t�glicher Strafarbeiten war, genau wie George vorausgesagt hatte, die Reaktion von Angelina. Kaum war er am Dienstag zum Fr�hst�ck am Gryffindor-Tisch erschienen, da baute sie sich vor ihm auf und schrie so laut, dass Professor McGonagall vom Lehrertisch herab auf sie zugerauscht kam.</p><p>�Miss Johnson, wie k�nnen Sie es wagen, einen solchen Aufruhr in der Gro�en Halle zu veranstalten! F�nf Punkte Abzug f�r Gryffindor!�</p><p>�Aber Professor - er hat es doch tats�chlich geschafft, sich schon wieder Nachsitzen aufzuhalsen -�</p><p>�Was h�re ich da, Potter?�, sagte Professor McGonagall scharf und wandte sich drohend Harry zu. �Nachsitzen? Bei wem?�</p><p>�Bei Professor Umbridge�, murmelte Harry und mied Professor McGonagalls gl�nzende Knopfaugen hinter den eckigen Brillengl�sern.</p><p>�Wollen Sie mir sagen�, begann sie und senkte die Stimme, damit die Schar neugieriger Ravenclaws hinter ihnen sie nicht h�ren konnte, �dass Sie nach der Ermahnung, die ich Ihnen letzten Montag erteilt habe, erneut einen Wutanfall in Professor Umbridges Unterricht hatten?�</p><p>�Ja�, murmelte Harry dem Fu�boden zu.</p><p>�Potter, Sie m�ssen sich zusammenrei�en! Sie handeln sich schweren �rger ein! Noch einmal f�nf Punkte Abzug f�r Gryffindor!�</p><p>�Aber - was -? Professor, nein!�, sagte Harry, zornentbrannt ob dieser Ungerechtigkeit. �Ich werde schon von ihr bestraft, warum m�ssen Sie mir auch noch Punkte abziehen?�</p><p>�Weil Nachsitzen offenbar keinerlei Wirkung auf Sie zeigt!�, sagte Professor McGonagall bissig. �Nein, ich will kein einziges Wort der Klage h�ren, Potter!</p><p>Und was Sie angeht, Miss Johnson, Sie werden Ihr Kampfgeschrei k�nftig auf das Quidditch-Feld beschr�nken oder Sie riskieren Ihre Stellung als Mannschaftskapit�nin!�</p><p>Professor McGonagall schritt zur�ck zum Lehrertisch. Angelina versetzte Harry einen zutiefst angewiderten Blick und stolzierte davon, worauf er sich zornbebend auf die Bank neben Ron schwang.</p><p>�Sie hat Gryffindor Punkte abgezogen, weil ich jeden Abend meine Hand aufgeschlitzt kriege! Was soll daran blo� gerecht sein, sag's mir!�</p><p>�Ich wei�, Mann�, sagte Ron mitf�hlend und gabelte Speck auf Harrys Teller,</p><p>�die ist vollkommen durch den Wind.�</p><p>Hermine jedoch raschelte nur mit den Bl�ttern ihres Tagespropheten und sagte nichts.</p><p>�Du denkst, McGonagall hat Recht, gib's zu!�, sagte Harry w�tend zu dem Bild von Cornelius Fudge, das Hermines Gesicht verdeckte.</p><p>�Mir w�r's lieber, wenn sie dir keine Punkte abgezogen h�tte, aber ich glaube, sie hat Recht, wenn sie dich ermahnt, bei Umbridge nicht aus der Haut zu fahren�, sagte Hermines Stimme, w�hrend Fudge, der offenbar irgendeine Rede hielt, auf der Titelseite energisch gestikulierte.</p><p>Harry sprach den gesamten Zauberkunstunterricht �ber nicht mit Hermine, doch als sie in Verwandlung kamen, verga� er, dass er sauer auf sie war.</p><p>Professor Umbridge und ihr Klemmbrett sa�en in einer Ecke und ihr Anblick lie� Harrys Erinnerung an das Fr�hst�ck verblassen.</p><p>�Bestens�, wisperte Ron, als sie sich auf ihre gewohnten Pl�tze setzten.</p><p>�Schauen wir mal, wie Umbridge kriegt, was sie verdient.�</p><p>Professor McGonagall marschierte herein, ohne sich im Geringsten anmerken zu lassen, dass sie von Professor Umbridges Anwesenheit wusste.</p><empty-line/><p>�Fangen wir an�, sagte sie und prompt trat Stille ein. �Mr. Finnigan, seien Sie bitte so freundlic h, kommen Sie nach vorne und geben Sie den andern die Hausaufgaben zur�ck -Miss Brown, bitte nehmen Sie diese Schachtel M�use - stellen Sie sich nicht so an, M�dchen, die tun Ihnen nichts - und geben Sie jedem eine -�</p><p>�Chrm, chrm�, machte Professor Umbridge, das gleiche alberne R�uspern, mit dem sie Dumbledore am ersten Abend des Schuljahrs unterbrochen hatte.</p><p>Professor McGonagall beachtete sie nicht. Seamus gab Harry seinen Aufsatz zur�ck; Harry nahm ihn, ohne Seamus anzublicken, und sah erleichtert, dass er ein �A� geschafft hatte.</p><p>�Nun gut, h�ren Sie bitte genau zu - Dean Thomas, wenn Sie das noch einmal mit Ihrer Maus machen, setzt es Strafarbeiten -, die meisten von Ihnen haben inzwischen erfolgreich ihre Schnecken zum Verschwinden gebracht, und selbst jene, die noch einen gewissen Rest vom Geh�use �brig hatten, haben den Kern des Zaubers erfasst. Heute werden wir -�</p><p>�Chrm, chrm�, machte Professor Umbridge.</p><p>�Ja?�, sagte Professor McGonagall und wandte sich um, die Brauen so eng zusammengezogen, dass sie wie eine lange, strenge Linie wirkten.</p><p>�Ich fragte mich nur, Professor, ob Sie meine Benachrichtigung �ber Datum und Zeit der Unterrichtsinspektion bei Ihnen -�</p><p>�Selbstverst�ndlich habe ich sie erhalten, sonst h�tte ich Sie gefragt, was Sie in meinem Klassenzimmer zu suchen haben�, sagte Professor McGonagall und kehrte Professor Umbridge entschieden den R�cken zu. Viele Sch�ler tauschten h�mische Blicke. �Wie ich eben sagte: Heute werden wir den Verschwindezauber an M�usen �ben, was um einiges schwieriger ist. Nun, der Verschwindezauber -�</p><p>�Chrm, chrm.�</p><p>�Ich frage mich�, sagte Professor McGonagall mit kalter Wut und drehte sich zu Professor Umbridge um, �wie Sie einen Eindruck von meinen �blichen Lehrmethoden gewinnen wollen, wenn Sie mich st�ndig unterbrechen. Sie werden verstehen, dass ich es anderen normalerweise nicht gestatte, zu reden, solange ich rede.�</p><p>Professor Umbridge sah aus, als h�tte man ihr gerade eine Ohrfeige verpasst.</p><p>Sie sagte nichts, sondern gl�ttete das Pergament auf ihrem Klemmbrett und kritzelte w�tend drauflos.</p><p>Mit h�chst gleichm�tiger Miene wandte sich Professor McGonagall erneut an die Klasse.</p><p>�Wie gesagt: Der Verschwindezauber wird schwieriger, je komplexer das Tier ist, das man zum Verschwinden bringen will. Die Schnecke als wirbelloses Tier stellt keine gro�e Herausforderung dar; die Maus als S�ugetier hingegen sehr viel eher. Von daher ist dies kein Zauber, den Sie ausf�hren k�nnen, wenn Sie schon in Gedanken beim Abendessen sind. Nun - Sie kennen die Zauberformel, zeigen Sie mir, was Sie bewerkstelligen k�nnen ...�</p><p>�Und die will mir beibringen, bei Umbridge ruhig Blut zu bewahren!�, murmelte Harry verstohlen Ron zu, doch er grinste dabei - sein Zorn auf Professor McGonagall war endg�ltig verraucht.</p><p>Professor Umbridge folgte Professor McGonagall nicht durch das Klassenzimmer, wie sie es bei Professor Trelawney getan hatte; vielleicht war ihr klar geworden, dass Professor McGonagall es nicht gestatten w�rde. Sie machte sich jedoch noch viele weitere Notizen, w�hrend sie in ihrer Ecke sa�, und als Professor McGonagall die Klasse endlich zusammenpacken lie�, erhob sie sich mit verbiesterter Miene.</p><p>�Naja, es ist ein Anfang�, sagte Ron, hielt einen langen sich ringelnden M�useschwanz empor und warf ihn zur�ck in die Schachtel, die Lavender herumreichte.</p><p>Als sie das Klassenzimmer verlassen wollten, sah Harry Professor Umbridge auf das Lehrerpult zugehen; er stie� Ron an, der wiederum Hermine anstie�, und die drei tr�delten absichtlich herum, um zu lauschen.</p><p>�Wie lange lehren Sie schon in Hogwarts?�, fragte Professor Umbridge.</p><p>�Diesen Dezember sind es neununddrei�ig Jahre�, sagte Professor McGonagall schroff und lie� ihre Tasche zuschnappen.</p><p>Professor Umbridge machte sich eine Notiz.</p><p>�Sehr sch�n�, sagte sie, �Sie werden die Ergebnisse der Inspektion in zehn Tagen erhalten.�</p><p>�Ich kann es kaum erwarten�, meinte Professor McGonagall in eisig gleichg�ltigem Ton und ging zur T�r. �Beeilt euch, ihr drei�, sagte sie und schob Harry, Ron und Hermine vor sich her.</p><p>Harry konnte einfach nicht umhin, ihr verstohlen zuzul�cheln, und er h�tte schw�ren k�nnen, dass sie sein L�cheln erwiderte.</p><p>Er hatte geglaubt, Umbridge fr�hestens wieder am Nachmittag beim Nachsitzen zu sehen, doch darin hatte er sich geirrt. Als sie den Rasenhang in Richtung Wald zu Pflege magischer Gesch�pfe hinabgingen, stellten sie fest, dass Umbridge mit ihrem Klemmbrett schon neben Professor Raue-Pritsche stand und auf sie wartete.</p><empty-line/><p>�Sie unterrichten diese Klasse normalerweise gar nicht, ist das richtig?�, h�rte Harry sie fragen, als sie an dem Zeichentisch anlangten, wo die Horde gefangener Bowtruckles wie ein Haufen lebendiger Zweige nach Holzl�usen herumsuchte.</p><p>�V�llig richtig�, sagte Professor Raue-Pritsche, die H�nde auf dem R�cken und auf den Fu�ballen wippend. �Ich mache die Stellvertretung f�r Professor Hagrid.�</p><p>Harry tauschte beunruhigte Blicke mit Ron und Hermine. Malfoy fl�sterte mit Crabbe und Goyle; sicher w�rde er diese Gelegenheit liebend gern beim Schopf packen und einem Mitglied des Ministeriums Geschichten �ber Hagrid erz�hlen.</p><p>�Hmm�, sagte Professor Umbridge und senkte die Stimme, doch konnte Harry sie immer noch recht deutlich h�ren. �Ich frage mich - der Schulleiter scheint in dieser Sache merkw�rdigerweise �berhaupt nicht auskunftsbereit -, k�nnen Sie mir denn sagen, was der Grund f�r Professor Hagrids sehr langfristige Beurlaubung ist?�</p><p>Harry sah, wie Malfoy neugierig aufblickte.</p><p>�Geht nicht, Pardon�, sagte Professor Raue-Pritsche heiter. �Wei� auch nicht mehr als Sie. Bekam eine Eule von Dumbledore, ob ich f�r ein paar Wochen unterrichten wollte. Ich nahm an. Das ist alles, was ich wei�. Nun ... soll ich jetzt anfangen?�</p><p>�Ja, bitte tun Sie das�, sagte Professor Umbridge und kritzelte auf ihr Klemmbrett.</p><p>Umbridge versuchte es in dieser Unterrichtsstunde einmal anders. Sie schlenderte zwischen den Sch�lern umher und stellte ihnen Fragen zu magischen Gesch�pfen. Die meisten hatten gute Antworten parat und Harrys Laune besserte sich leicht; wenigstens stand die Klasse zu Hagrid.</p><p>�Ganz allgemein gesehen�, sagte Professor Umbridge und kehrte nach einer langen Befragung von Dean Thomas an Professor Raue-Pritsches Seite zur�ck,</p><p>�wie finden Sie als zeitweiliges Mitglied des Kollegiums - als neutrale Au�enstehende, wie man vielleicht sagen k�nnte -, wie finden Sie Hogwarts?</p><p>Haben Sie den Eindruck, dass Sie von der Schulleitung hinreichend unterst�tzt werden?�</p><p>�O ja, Dumbledore ist hervorragend�, sagte Professor Raue-Pritsche nachdr�cklich. �Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie die Schule gef�hrt wird, wirklich sehr zufrieden.�</p><p>Mit einem h�flich ungl�ubigen Blick machte sich Umbridge eine winzige Notiz auf ihrem Klemmbrett und fuhr fort: �Und was planen Sie dieses Jahr mit der Klasse durchzunehmen - angenommen nat�rlich, dass Professor Hagrid nicht zur�ckkehrt?�</p><p>�Oh, ich gehe mit ihnen die Gesch�pfe durch, die am h�ufigsten in den ZAGs drankommen�, sagte Professor Raue-Pritsche. �Da bleibt nicht mehr viel zu tun - sie haben Einh�rner studiert und Niffler, ich dachte mir, wir k�nnten Porlocks und Kniesel durchnehmen, daf�r sorgen, dass sie Crups und Knarle erkennen, wissen Sie ...�</p><p>�Nun, Sie jedenfalls scheinen zu wissen, was Sie tun�, erwiderte Professor Umbridge und machte unverkennbar ein H�kchen auf ihrem Klemmbrett. Harry mochte ihre Betonung auf dem �Sie� nicht und noch weniger, dass sie ihre n�chste Frage an Goyle richtete. �Wie ich h�re, kam es im Unterricht zu Verletzungen?�</p><p>Goyle setzte ein tumbes Gesicht auf. Malfoy sprang eilends f�r ihn ein.</p><p>�Das war ich�, sagte er. �Ein Hippogreif hat nach mir ausgeschlagen.�</p><p>�Ein Hippogreif?�, sagte Professor Umbridge und kritzelte hektisch.</p><p>�Nur weil er zu dumm war zu befolgen, was Hagrid ihm gesagt hatte�, warf Harry zornig ein.</p><p>Ron und Hermine st�hnten. Professor Umbridge wandte Harry langsam den Kopf zu.</p><p>�Noch ein Abend Nachsitzen, w�rde ich meinen�, sagte sie sanft. �Nun, danke vielmals, Professor Raue-Pritsche ich denke, das ist alles, was ich hier brauche. Sie werden die Ergebnisse Ihrer Inspektion in zehn Tagen erhalten.�</p><p>�Wunderbar�, sagte Professor Raue -Pritsche und Professor Umbridge machte sich auf den Weg �ber den Rasen zum Schloss zur�ck.</p><p>Es war fast Mitternacht, als Harry an diesem Abend Umbridges B�ro verlie�.</p><p>Seine Hand blutete nun so heftig, dass Blut durch das Tuch sickerte, das er sich umgewickelt hatte. Er hatte geglaubt, bei seiner R�ckkehr niemanden mehr im Gemeinschaftsraum anzutreffen, doch Ron und Hermine waren aufgeblieben und hatten auf ihn gewartet. Er freute sich, sie zu sehen, besonders da Hermine eher mitf�hlend als kritisch gestimmt war.</p><p>�Hier�, sagte sie besorgt und schob ihm eine kleine Schale gelber Fl�ssigkeit hin, �tauch deine Hand da rein, das ist eine L�sung aus eingelegten und filtrierten Murtlap-Tentakeln, das m�sste helfen.�</p><p>Harry legte seine blutende, schmerzende Hand in die Schale und versp�rte eine wundersame Linderung des Schmerzes. Krummbein schl�ngelte sich laut schnurrend um seine Beine, dann sprang er ihm in den Scho� und machte es sich bequem.</p><empty-line/><p>�Danke�, sagte er aufrichtig und kraulte Krummbein mit der linken Hand hinter den Ohren.</p><p>�Ich denk immer noch, dass du dich dar�ber beschweren solltest�, sagte Ron mit verhaltener Stimme.</p><p>�Nein�, sagte Harry entschieden.</p><p>�McGonagall w�rde die W�nde hochgehen, wenn sie w�sste -�</p><p>�Ja, w�rde sie wohl�, sagte Harry. �Und wie lange, meinst du, w�rde es dauern, bis Umbridge einen neuen Erlass durchkriegt, wonach jeder, der sich �ber die Gro�inquisitorin beschwert, sofort rausgeworfen wird?�</p><p>Ron �ffnete den Mund, um ihm zu widersprechen, blieb jedoch stumm, und im n�chsten Moment gab er sich geschlagen und schloss den Mund wieder.</p><p>�Sie ist eine furchtbare Frau�, sagte Hermine mit leiser Stimme. �Furchtbar. Wei�t du, als du reinkamst, hab ich gerade zu Ron gesagt ... wir m�ssten etwas gegen sie unternehmen.�</p><p>�Ich hab Gift vorgeschlagen�, sagte Ron grimmig.</p><p>�Nein ... es geht darum, was f�r eine miserable Lehrerin sie ist und dass wir bei ihr �berhaupt keine Verteidigung lernen�, sagte Hermine.</p><p>�Und, was k�nnen wir dagegen tun?�, g�hnte Ron. �'s ist zu sp�t, oder? Sie hat die Stelle, sie wird hier bleiben. Fudge wird schon daf�r sorgen.�</p><p>�Nun�, sagte Hermine bed�chtig. �Wisst ihr, ich hab mir heute �berlegt ...�, sie warf Harry einen leicht nerv�sen Blick zu und fuhr dann fort, �ich habe mir �berlegt - vielleicht ist die Zeit reif, dass wir es einfach - einfach selber in die Hand nehmen.�</p><p>�Was selber in die Hand nehmen?�, fragte Harry argw�hnisch, w�hrend seine Hand immer noch in der Essenz aus Murtlap-Tentakeln badete.</p><p>�Nun - Verteidigung gegen die dunklen K�nste selber lernen�, sagte Hermine.</p><p>�Nun h�r aber auf�, st�hnte Ron. �Willst du, dass wir uns noch zus�tzliche Arbeit aufhalsen? Ist dir klar, dass Harry und ich schon wieder mit den Hausaufgaben hinterher sind und wir erst die zweite Woche haben?�</p><p>�Aber das ist viel wichtiger als Hausaufgaben!�, sagte Hermine.</p><p>Harry und Ron glotzten sie an.</p><p>�Ich dachte, es gibt nichts Wichtigeres im Universum als Hausaufgaben!�, erwiderte Ron.</p><p>�Sei nicht albern, nat�rlich gibt es das�, sagte Hermine, und Harry sah mit einem unheilvollen Gef�hl, dass ihr Gesicht pl�tzlich in dem gleichen Eifer ergl�hte, den sonst B.ELFE.R in ihr entfachte. �Es geht darum, wie Harry in Umbridges erster Stunde gesagt hat, dass wir uns auf das vorbereiten, was uns drau�en erwartet. Es geht darum, daf�r zu sorgen, dass wir uns auch wirklich verteidigen k�nnen. Wenn wir ein ganzes Jahr lang nichts lernen -�</p><p>�Alleine k�nnen wir nicht viel tun�, sagte Ron mit niedergeschlagener Stimme. �Ich meine, von mir aus, wir k�nnen Fl�che in der Bibliothek nachschlagen und dann versuchen sie zu �ben -�</p><p>�Nein, ich geb zu, wir sind �ber den Punkt hinaus, wo wir Dinge nur aus B�chern lernen k�nnen�, sagte Hermine. �Wir brauchen einen Lehrer, einen richtigen Lehrer, der uns zeigen kann, wie wir die Zauber anwenden, und der uns korrigiert, wenn wir etwas falsch machen.�</p><p>�Wenn du von Lupin redest ...�, setzte Harry an.</p><p>�Nein, ich rede nicht von Lupin�, sagte Hermine. �Er hat zu viel f�r den Orden zu tun und wir k�nnten ihn ohnehin nur an den Wochenenden in Hogsmeade treffen, und das reicht bei weitem nicht.�</p><p>�Wen meinst du dann?�, sagte Harry und sah sie stirnrunzelnd an.</p><p>Hermine seufzte wie unter einer gro�en Last.</p><p>�Ist das nicht klar?�, sagte sie. �Ich rede von dir, Harry.�</p><p>F�r einen Moment trat Stille ein. Eine leichte n�chtliche Brise lie� die Fenster hinter Ron klappern und das Feuer flackerte auf.</p><p>�Was soll das hei�en, von mir?�, sagte Harry.</p><p>�Das soll hei�en, dass du uns Verteidigung gegen die dunklen K�nste beibringst.�</p><p>Harry starrte sie an. Dann wandte er sich Ron zu, um genervte Blicke mit ihm zu tauschen, wie sie es manchmal taten, wenn Hermine sich �ber weit hergeholte Dinge wie B.ELFE.R auslie�. Zu Harrys Verbl�ffung jedoch sah Ron nicht genervt drein.</p><p>Er hatte leicht die Stirn gerunzelt und dachte offenbar nach. Dann sagte er:</p><p>�Das ist eine Idee.�</p><p>�Was ist eine Idee?�, sagte Harry.</p><p>�Du�, erwiderte Ron. �Dass du uns beibringst, wie man es macht.�</p><p>�Aber ...�</p><p>Harry grinste jetzt, er war sicher, die beiden wollten ihn auf den Arm nehmen.</p><empty-line/><p>�Aber ich bin kein Lehrer, ich kann nicht -�</p><p>�Harry, du bist in unserem Jahrgang der Beste in Verteidigung gegen die dunklen K�nste�, sagte Hermine.</p><p>�Ich?�, sagte Harry und grinste nur noch breiter. �Nein, bin ich nicht, du hast mich bei jeder Pr�fung geschlagen -�</p><p>�Von wegen, hab ich nicht�, entgegnete Hermine k�hl. �Du hast mic h in der dritten Klasse geschlagen - im einzigen Jahr, wo wir beide die Pr�fung gemacht haben und einen Lehrer hatten, der das Fach tats�chlich beherrschte. Aber ich rede nicht von Pr�fungsergebnissen, Harry. �berleg doch mal, was du getan hast!�</p><p>�Was meinst du?�</p><p>�Wei�t du, ich bin mir gar nicht sicher, ob ich jemanden als Lehrer will, der sich so bl�d anstellt�, sagte Ron mit einem leicht s�ffisanten L�cheln zu Hermine.</p><p>Er wandte sich Harry zu.</p><p>��berlegen wir mal�, sagte er und machte ein Gesicht wie Goyle , wenn er sich konzentrierte. ��hm ... erstes Jahr - du hast den Stein der Weisen vor Du-wei�t-schon-wem gerettet.�</p><p>�Aber das war doch Gl�ck�, sagte Harry, �das hatte nichts mit K�nnen zu tun -�</p><p>�Zweites Jahr�, unterbrach ihn Ron, �du hast den Basilisken get�tet und Riddle vernichtet.�</p><p>�Ja, schon, aber wenn Fawkes nicht aufgetaucht w�re, dann -�</p><p>�Drittes Jahr�, sagte Ron, nun noch lauter, �du hast ungef�hr hundert Dementoren auf einmal vertrieben -�</p><p>�Du wei�t, das war Dusel, wenn der Zeitumkehrer nicht -�</p><p>�Letztes Jahr�, sagte Ron und schrie jetzt fast, �du hast Du-wei�t-schon-wen wieder abgewehrt -�</p><p>�H�r mir mal zu!�, sagte Harry fast zornig, weil Ron und Hermine jetzt beide grinsten. �H�r mir einfach mal zu, ja? Klingt gro�artig, wenn du es so runterbetest, aber all das war Gl�ck - meistens hatte ich keine Ahnung, was ich tat, ich hab nichts davon geplant, ich hab nur getan, was mir gerade einfiel, und ich hatte fast immer Hilfe -�</p><p>Ron und Hermine grinsten immer noch und Harry sp�rte, wie es in ihm kochte; aber er wusste nicht einmal genau, warum er so zornig war.</p><p>�Jetzt sitzt nicht da und grinst, als ob ihr es besser w�sstet als ich, ich war immerhin dabei, oder?�, sagte er hitzig. �Ich wei�, was los war, oder? Und ich hab das alles nicht �berstanden, weil ich besonders gut in Verteidigung gegen die dunklen K�nste war, ich hab das �berstanden, weil - weil rechtzeitig Hilfe kam oder weil ich richtig geraten hatte -aber ich bin immer nur durchgestolpert, ich hatte keine Ahnung, was ich tat - H�RT AUF ZU LACHEN!�</p><p>Die Schale mit Murtlap-Essenz fiel zu Boden und zerbrach. Harry wurde bewusst, dass er auf den Beinen war, obwohl er sich nicht erinnern konnte, aufgestanden zu sein.</p><p>Krummbein flitzte davon und verschwand unter einem Sofa. Das L�cheln auf Rons und Hermines Gesicht war verschwunden.</p><p>�Ihr habt keine Ahnung, wie es ist! Ihr - alle beide - ihr musstet ihm nie gegen�bertreten, oder? Ihr glaubt, es geht nur darum, ein paar Fl�che auswendig zu lernen und sie ihm an den Hals zu schleudern, wie im Unterricht vielleicht?</p><p>Die ganze Zeit wei�t du genau, dass es nichts zwischen dir und dem Sterben gibt au�er deinem eigenen - deinem eigenen Gehirn oder Mumm oder was immer; als ob du klar denken k�nntest, wenn du wei�t, dass du in ungef�hr einer Nanosekunde ermordet oder gefoltert wirst oder zusiehst, wie die eigenen Freunde sterben - im ganzen Unterricht hat man uns nie beigebracht, wie es ist, mit solchen Dingen fertig zu werden -, und ihr beide sitzt da und tut so, als ob ich ein schlauer kleiner Bursche war, der hie r steht und �berlebt hat, als ob Diggory dumm gewesen war, als ob er zu bl�d gewesen war - ihr kapiert's einfach nicht, mir h�tte es genauso gehen k�nnen, und es war auch so gekommen, wenn Voldemort mich nicht gebraucht h�tte -�</p><p>�Wir haben nichts von alldem gesagt, Mann�, sagte Ron und sah ihn entgeistert an. �Wir haben Diggory nichts angeh�ngt, wir haben - du kriegst da irgendwas in den falschen -�</p><p>Hilflos blickte er Hermine an, die wie vor den Kopf geschlagen war.</p><p>�Harry�, sagte sie zaghaft, �verstehst du nicht? Das ... ist es ja genau, warum wir dich brauchen ... wir m�ssen wissen, wie es w-wirklich ist ... sich gegen ihn zu stellen ... gegen V-Voldemort.�</p><p>Es war das erste Mal �berhaupt, dass sie Voldemorts Namen genannt hatte, und es war diese Tatsache, die Harry mehr als alles andere bes�nftigte. Immer noch schwer atmend, sank er in seinen Sessel zur�ck und dabei wurde ihm bewusst, dass seine Hand wieder schmerzhaft pochte.</p><p>H�tte er nur die Schale mit Murtlap-Essenz nicht zerschlagen.</p><p>�Nun ... denk dr�ber nach�, sagte Hermine leise. �Bitte!�</p><p>Harry fiel nichts ein, was er h�tte sagen k�nnen. Er sch�mte sich schon jetzt wegen seines Ausbruchs. Er nickte, ohne genau zu wissen, in was er einwilligte.</p><p>Hermine stand auf.</p><p>�Also, ich geh schlafen�, sagte sie mit einer Stimme, die offensichtlich so nat�rlich klingen sollte wie nur m�glich. ��hm - Nacht.�</p><p>Auch Ron war aufgestanden.</p><p>�Kommst du?�, fragte er Harry verlegen.</p><p>�Ja�, sagte Harry. �Ich ... brauch noch kurz. Ich wisch das blo� auf.�</p><p>Er wies auf die zerbrochene Schale am Boden. Ron nickte und ging.</p><p>�Reparo�, murmelte Harry und hielt seinen Zauberstab auf die Porzellanscherben. Sie flogen wieder zusammen und die Schale sah wie neu aus, aber die Murtlap-Essenz konnte er nicht mehr retten.</p><p>Pl�tzlich war er so m�de, dass er versucht war, in den Sessel zur�ckzusinken und dort zu schlafen, doch er zwang sich aufzustehen und folgte Ron nach oben.</p><p>Wieder unterbrachen Tr�ume von langen Korridoren und verschlossenen T�ren seinen unruhigen Schlaf und wiederum erwachte er am n�chsten Tag mit puckernder Narbe.</p></section><section><title><p>Im Eberkopf</p></title><p>Nach Hermines urspr�nglichem Vorschlag, Harry solle Verteidigung gegen die dunklen K�nste unterrichten, erw�hnte sie das Thema zwei Wochen lang nicht mehr. Harry hatte die Strafarbeiten bei Umbridge endg�ltig hinter sich (und bezweifelte, dass die W�rter, die nun auf seinem Handr�cken eingeritzt waren, je wieder ganz verschwinden w�rden); Ron war noch viermal beim Quidditch gewesen und bei den letzten beiden Trainings nicht mehr lautstark zur Schnecke gemacht worden; und in Verwandlung hatten es die drei geschafft, ihre M�use zum Verschwinden zu bringen (tats�chlich war Hermine schon dazu �bergegangen, K�tzchen verschwinden zu lassen). Das Thema wurde erst wieder angeschnitten an einem rauen, st�rmischen Abend Ende September, als die drei in der Bibliothek sa�en und Zaubertrankzutaten f�r Snape nachschlugen.</p><p>�Ich frage mich�, sagte Hermine pl�tzlich, �ob du noch mal �ber Verteidigung gegen die dunklen K�nste nachgedacht hast, Harry.�</p><p>�'t�rlich hab ich�, sagte Harry brummig, �wie sollte ich auch nicht, wo wir diese Sabberhexe als Lehrerin haben -�</p><p>�Ich meinte die Idee, die Ron und ich hatten -� Ron warf ihr einen aufgeschreckt drohenden Blick zu - sie blickte finster zur�ck. �Oh, schon gut, also meine Idee - dass du unser Lehrer sein k�nntest.�</p><p>Harry antwortete nicht sofort. Weil er nicht damit rausr�cken wollte, was ihm durch den Kopf ging, tat er, als w�rde er eine Seite in Asiatische Antidote sorgf�ltig durchlesen.</p><p>Er hatte w�hrend der letzten vierzehn Tage ausgiebig �ber die Sache nachgedacht. Manchmal kam es ihm vor wie eine verr�ckte Idee, wie schon an dem Abend, als Hermine den Vorschlag gemacht hatte, doch dann wiederum hatte er unwillk�rlich an die Fl�che gedacht, die ihm bei seinen verschiedenen Begegnungen mit dunklen Kreaturen und Todessern am besten geholfen hatten -</p><p>tats�chlich ertappte er sich bereits dabei, wie er in Gedanken Lektionen vorbereitete ...</p><p>�Wisst ihr�, sagte er langsam, als er nicht mehr vort�uschen konnte, dass er Asiatische Antidote spannend fand, �ja schon, ich - ich hab ein bisschen dr�ber nachgedacht.�</p><p>�Und?�, dr�ngte Hermine begierig.</p><p>�Keine Ahnung�, erwiderte Harry, um Zeit zu gewinnen. Er blickte zu Ron auf.</p><p>�Ich fand die Idee gleich von Anfang an gut�, sagte Ron, der nun, da er sicher war, dass Harry nicht sofort wieder anfangen w�rde zu schreien, offensichtlich eher Lust hatte, sich am Gespr�ch zu beteiligen.</p><p>Harry rutschte verlegen auf seinem Stuhl herum.</p><p>�Ich hab euch ja gesagt, dass eine Menge Gl�ck dabei war.�</p><p>�Ja, Harry�, sagte Hermine sanft, �und dennoch ist es l�cherlich, so zu tun, als ob du in Verteidigung gegen die dunklen K�nste nicht gut w�rst, denn das bist du.</p><p>Du warst letztes Jahr der Einzige, der den Imperius-Fluch vollst�ndig absch�tteln konnte, du kannst einen Patronus erzeugen, du kannst einiges, was ausgewachsene Zauberer nicht beherrschen; Viktor hat immer gesagt -�</p><p>Ron wandte sich so schnell zu ihr um, dass er sich offenbar den Hals verknackste. Er rieb sich den Nacken und sagte: �Jaah? Was hat Vicky gesagt?�</p><p>�Ha-ha�, sagte Hermine mit gelangweilter Stimme. �Er hat gesagt, Harry k�nne Dinge, die nicht mal er beherrschen w�rde, und er war in seinem Abschlussjahr auf Durmstrang.�</p><p>Ron sah Hermine misstrauisch an.</p><p>�Hast du etwa immer noch Verbindung zu ihm?�</p><p>�Und wenn?�, sagte Hermine k�hl, w�hrend ihr Gesicht leicht rosa anlief.</p><p>�Ich kann doch einen Brieffreund haben, wenn ich -�</p><p>�Er wollte nicht nur dein Brieffreund sein�, sagte Ron anklagend.</p><p>Hermine sch�ttelte genervt den Kopf, achtete nicht mehr auf Ron, der sie unentwegt ansah, und sagte zu Harry gewandt: �Nun, was meinst du? Willst du uns unterrichten?�</p><p>�Nur dich und Ron, ja?�</p><p>�Also�, sagte Hermine und sah wieder ein wenig besorgt aus. �Also ... jetzt flieg nicht wieder vom Besen, Harry, bitte ... aber ich denke wirklich, dass du alle unterrichten solltest, die lernen wollen. Immerhin geht es darum, dass wir uns gegen V-Voldemort verteidigen wollen. Ach, Ron, rei� dich zusammen. Mir kommt's ungerecht vor, wenn wir den anderen Leuten nicht auch die Chance geben.�</p><p>Harry �berlegte kurz, dann sagte er: �Schon, aber ich bezweifle, dass irgendjemand au�er euch beiden etwas von mir lernen will. Ich bin doch durchgeknallt, oder?�</p><p>�Tja, ich glaube, du w�rst �berrascht, wie viele Leute gerne h�ren w�rden, was du zu sagen hast�, erkl�rte Hermine mit ernster Stimme. �Sieh mal�, sie beugte sich zu ihm vor - auch Ron, der sie immer noch mit finsterem Blick ansah, beugte sich vor, um zuzuh�ren -, �du wei�t doch, am ersten Wochenende im Oktober gehen wir nach Hogsmeade. Wie w�r's, wenn wir allen, die interessiert sind, erz�hlen, dass wir uns im Dorf treffen und dort alles besprechen?�</p><p>�Warum m�ssen wir das au�erhalb der Schule machen?�, fragte Ron.</p><p>�Weil�, sagte Hermine und wandte sich wieder dem Querschnitt des Chinesischen Kaukohls zu, den sie abzeichnete, �weil ich nicht glaube, dass Umbridge sehr gl�cklich w�re, wenn sie herausfinden w�rde, was wir vorhaben.�</p><p>Harry hatte sich auf den Wochenendausflug nach Hogsmeade gefreut, doch eins machte ihm Sorgen. Sirius hatte, seit er Anfang September im Feuer erschienen war, eisern geschwiegen; Harry wusste, dass sie ihn zornig gemacht hatten, weil sie gesagt hatten, er solle nicht kommen - und dennoch bef�rchtete er ab und zu, dass Sirius alle Vorsicht in den Wind schlagen und trotzdem auftauchen k�nnte. Was sollten sie tun, wenn der gro�e schwarze Hund in Hogsmeade die Stra�e entlang auf sie zugesprungen kam, vielleicht direkt vor Draco Malfoys Nase?</p><p>�Naja, du kannst ihm keinen Vorwurf machen, dass er mal ein wenig rauskommen will�, sagte Ron, als Harry seine Bef�rchtungen mit ihm und Hermine besprach. �Immerhin ist er jetzt seit �ber zwei Jahren auf der Flucht, und das wird sicher nicht lustig gewesen sein, ich wei�, aber zumindest war er frei, nicht wahr? Und jetzt ist er die ganze Zeit nur noch mit diesem gr�sslichen Elfen zusammen eingeschlossen.�</p><p>Hermine warf Ron einen b�sen Blick zu, ignorierte jedoch ansonsten den Seitenhieb auf Kreacher.</p><p>�Das Problem ist�, sagte sie zu Harry, �solange V-Voldemort - ach, um Himmels willen, Ron - nicht offen auftritt, muss Sirius versteckt bleiben, oder?</p><p>Ich meine, das doofe Ministerium wird erst begreifen, dass Sirius unschuldig ist, wenn sie sich eingestehen, dass Dumbledore die ganze Zeit die Wahrheit �ber ihn gesagt hat. Und wenn die Dummk�pfe dann mal anfangen, wieder echte Todesser zu fangen, wird klar werden, dass Sirius keiner ist... Ich meine, er hat ja gar nicht das Dunkle Mal.�</p><p>�Ich glaube nicht, dass er so dumm ist und auftaucht�, sagte Ron zuversichtlich. �Dumbledore w�rde an die Decke gehen, und Sirius h�rt auf ihn, selbst wenn es ihm nicht gef�llt, was er zu h�ren bekommt.�</p><p>Da Harry weiterhin besorgt dreinsah, sagte Hermine: �H�r mal, Ron und ich haben uns bei Leuten umgeh�rt, von denen wir dachten, sie wollen vielleicht gerne ernsthaft Verteidigung gegen die dunklen K�nste lernen, und ein paar von ihnen schienen interessiert. Wir haben ihnen gesagt, sie sollen sich in Hogsmeade mit uns treffen.�</p><empty-line/><p>�In Ordnung�, sagte Harry zerstreut, in Gedanken immer noch bei Sirius.</p><p>�Zerbrich dir dar�ber nicht den Kopf, Harry�, sagte Hermine leise. �Du hast auch ohne Sirius genug am Hals.�</p><p>Nat�rlich hatte sie vollkommen Recht, er kam kaum mit den Hausaufgaben hinterher, obwohl sie ihm nun viel besser von der Hand gingen, da er nicht mehr jeden Abend bei Umbridge nachsitzen musste. Ron war noch weiter zur�ck als Harry, weil er au�er dem gemeinsamen Quidditch-Training zweimal die Woche auch seine Pflichten als Vertrauenssch�ler hatte. Dagegen hatte Hermine, die mehr F�cher als die beiden belegte, nicht nur all ihre Hausaufgaben erledigt, sie fand �berdies noch die Zeit, weitere Sachen f�r die Elfen zu stricken. Harry musste zugeben, dass sie besser wurde; inzwischen konnte man fast immer unterscheiden, was ein Hut und was ein Socken war.</p><p>Der Morgen des Hogsmeade-Besuchs brach hell, aber windig an. Nach dem Fr�hst�ck reihten sie sich in die Schlange vor Filch ein, der ihre Namen mit der langen Liste der Sch�ler abglich, die Erlaubnis von ihren Eltern oder ihrem Vormund hatten, das Dorf zu besuchen. Mit einem leichten Stich fiel Harry ein, dass er, wenn Sirius nicht gewesen w�re, gar nicht mitgehen d�rfte.</p><p>Als Harry vor Filch trat, schn�ffelte der Hausmeister umst�ndlich an ihm herum, als wolle er einen bestimmten Geruch an ihm aufsp�ren. Dann nickte er knapp, was seine Backen wieder erzittern lie�, und Harry ging hinaus auf die Steintreppe, in den kalten, sonnigen Tag.</p><p>��hm - was hatte Filch an dir rumzuschn�ffeln?�, fragte Ron, als die drei mit z�gigen Schritten den breiten Weg zum Schlosstor entlanggingen.</p><p>�Ich glaube, er wollte pr�fen, ob ich nach Stinkbomben rieche�, sagte Harry und lachte kurz auf. �Hab ich vergessen euch zu sagen ...�</p><p>Und er erz�hlte, wie er den Brief an Sirius abgeschickt hatte und Filch Sekunden sp�ter hereingeplatzt war und seinen Brie f zu sehen verlangte. Harry war ein wenig �berrascht, dass Hermine diesen Vorfall �beraus interessant fand, bei weitern interessanter jedenfalls als er selbst.</p><p>�Er meinte, er h�tte einen Hinweis bekommen, dass du Stinkbomben bestellen wolltest? Aber wer hat ihm den Tipp gegeben?�</p><p>�Keine Ahnung�, sagte Harry achselzuckend. �Vielleicht Malfoy, der h�tte sich einen abgelacht.�</p><p>Sie passierten die hohen Steins�ulen mit den gefl�gelten Ebern auf den Sockeln und gingen nach links die Stra�e ins Dorf hinunter, w�hrend der Wind ihnen die Haare ins Gesicht wehte.</p><p>�Malfoy?�, sagte Hermine skeptisch. �Nun ...ja ... vielleicht ...�</p><empty-line/><p>Und bis zu den ersten H�usern von Hogsmeade blieb sie tief in Gedanken versunken.</p><p>�Wo gehen wir eigentlich hin?�, fragte Harry. �In die Drei Besen ?�</p><p>�Oh - nein�, sagte Hermine und tauchte aus ihren Tr�umereien auf, �nein, da ist es immer rappelvoll und furchtbar laut. Ich hab den andern gesagt, sie sollen uns im Eberkopf treffen, in diesem anderen Pub, du wei�t doch, er ist nicht an der Hauptstra�e. Ich glaub, die Kneipe ist ein bisschen ... nun ja ... zwielichtig ... aber normalerweise gehen keine Sch�ler da rein, also glaub ich nicht, dass jemand lauscht.�</p><p>Sie gingen die Hauptstra�e entlang, an Zonkos Scherzartikelladen vorbei, keineswegs �berrascht, dort Fred, George und Lee Jordan zu sehen, vorbei auch am Postamt, von wo in regelm��igen Abst�nden Eulen ausflogen, und bogen in eine Seitenstra�e ein, an deren Ende ein kleines Wirtshaus stand. Von einer rostigen Halterung �ber der T�r hing ein verwittertes Holzschild, auf dem der abgetrennte Kopf eines wilden Ebers zu sehen war, aus dem Blut auf das wei�e Tuch um ihn her tropfte. Das Schild knarzte im Wind, w�hrend sie n�her kamen.</p><p>Vor der T�r z�gerten sie alle drei.</p><p>�Na, dann kommt schon�, sagte Hermine eine Spur nerv�s. Harry ging voran und trat ein.</p><p>Es war �berhaupt nicht wie in den Drei Besen, deren gro�er Schankraum einem das Gef�hl behaglicher W�rme und Sauberkeit vermittelte. Der Schankraum im Eberkopf war klein, sch�big und sehr schmutzig und er roch stark nach etwas wie Ziegen. Die Erkerfenster waren so schmutzverkrustet, dass nur sp�rliches Tageslicht in den Raum dringen konnte, der stattdessen durch Kerzenstummel auf den rohen Holztischen beleuchtet war. Der Fu�boden schien auf den ersten Blick aus festgetretener Erde zu bestehen, doch als Harry auftrat, wurde ihm klar, dass es Stein war, der offenbar unter dem gesammelten Dreck von Jahrhunderten lag.</p><p>Harry erinnerte sich, dass Hagrid diesen Pub w�hrend seines ersten Schuljahrs erw�hnt hatte: �Da gibt's 'ne Menge seltsames Volk im Eberkopf�, hatte er gesagt, um zu erkl�ren, wie er dort von einem kapuzenvermummten Fremden ein Drachenei gewonnen hatte. Damals hatte sich Harry gewundert, warum Hagrid es nicht merkw�rdig gefunden hatte, dass der Fremde sein Gesicht w�hrend der ganzen Begegnung verborgen gehalten hatte. Jetzt sah er, dass es wohl eine Art Mode war, im Eberkopfsein Gesicht nicht zu zeigen. Am Tresen stand ein Mann, dessen ganzer Kopf mit einem schmutzig grauen Verband umwickelt war, allerdings war er noch imstande, unaufh�rlich Glas um Glas einer rauchenden, feurigen Fl�ssigkeit durch einen Mundschlitz hinunterzukippen; zwei in Kapuzenumh�nge geh�llte Gestalten sa�en an einem Tisch bei einem der Erkerfenster; Harry h�tte sie f�r Dementoren gehalten, wenn sie nicht mit starkem Yorkshire-Akzent geredet h�tten, und in einer d�steren Ecke neben dem Kamin sa� eine Hexe mit einem dichten schwarzen Schleier, der ihr bis zu den F��en reichte. Sie konnten gerade mal ihre Nasenspitze sehen, weil sie den Schleier leicht nach vorne w�lbte.</p><p>�Ich wei� nicht so recht, Hermine�, murmelte Harry, als sie zum Tresen gingen. Er richtete den Blick vor allem auf die dicht verschleierte Hexe. �Schon mal �berlegt, dass Umbridge da drunterstecken k�nnte?�</p><p>Hermine warf der verschleierten Gestalt einen pr�fenden Blick zu.</p><p>�Umbridge ist kleiner als die�, sagte sie leise. �Und egal, selbst wenn Umbridge hier reinkommt, kann sie nichts tun, um uns aufzuhalten, Harry, ich hab die Schulordnung doppelt und dreifach �berpr�ft. Das Betreten ist hier nicht verboten; ich hab eigens Professor Flitwick gefragt, ob Sch�ler in den Eberkopf d�rfen, und er hat ja gesagt, aber mir dringend geraten, unsere eigenen Gl�ser mitzubringen. Und ich hab alles Erdenkliche nachgeschlagen �ber Studiengruppen und Hausaufgabengruppen und die sind eindeutig erlaubt. Ich glaube nur nicht, dass es eine gute Idee w�re, wenn wir das, was wir machen, auch noch an die gro�e Glocke h�ngen.�</p><p>�Nein�, sagte Harry trocken, �vor allem, da es nicht gerade eine Hausaufgabengruppe ist, die du planst, oder?�</p><p>Der Wirt kam aus einem Hinterzimmer heraus auf sie zu. Es war ein griesgr�mig wirkender Alter mit langem grauem Haarschopf und einem Bart. Er war gro� und hager und kam Harry vage bekannt vor.</p><p>�Was?�, brummte er.</p><p>�Drei Butterbier, bitte�, sagte Hermine.</p><p>Der Mann langte unter die Theke, zog drei sehr staubige und schmutzige Flaschen hervor und knallte sie auf den Tresen.</p><p>�Sechs Sickel�, sagte er.</p><p>�Ich mach schon�, sagte Harry rasch und �berreichte das Silber. Die Augen des Wirtes wanderten �ber Harry und blieben f�r den Bruchteil einer Sekunde an seiner Narbe h�ngen. Dann wandte er sich ab und steckte das Geld in eine alte h�lzerne Kasse, deren Schublade automatisch aufglitt, um die M�nzen aufzunehmen. Harry, Ron und Hermine zogen sich an einen Tisch zur�ck, der am weitesten vom Tresen entfernt war, setzten sich und sahen sich um. Der Mann mit dem schmutzig grauen Verband schlug mit den Kn�cheln auf die Theke und erhielt vom Wirt einen weiteren rauchenden Drink.</p><p>�Wisst ihr was?�, murmelte Ron und schaute begeistert hin�ber zum Tresen.</p><empty-line/><p>�Hier drin k�nnten wir alles bestellen, was wir wollen. Ich wette, dieser Typ w�rde uns alles verkaufen, es war ihm schnuppe. Ich wollte immer schon mal Feuerwhisky ausprobieren -�</p><p>�Du - bist - Vertrauenssch�ler�, fauchte Hermine.</p><p>�Oh�, sagte Ron und sein L�cheln erstarb. �Ja ...�</p><p>�Also, wer, habt ihr gesagt, will sich hier mit uns treffen?�, fragte Harry, riss den rostigen Deckel seines Butterbiers auf und nahm einen Schluck.</p><p>�Nur ein paar Leute�, wiederholte Hermine, warf einen Blick auf die Uhr und sah besorgt zur T�r. �Ich hab gesagt, sie sollten um diese Zeit hier sein, und ich bin sicher, die wissen alle, wo es ist - oh, seht mal, das k�nnten sie jetzt sein.�</p><p>Die T�r des Pubs war aufgegangen. Ein breiter Streif Sonnenlicht, in dem der Staub wirbelte, teilte den Raum, und schon im n�chsten Moment wurde er durch eine hereinrauschende Sch�lerschar wieder verdunkelt.</p><p>Als Erster kam Neville mit Dean und Lavender, dicht gefolgt von Parvati und Padma Patil zusammen mit (Harrys Magen machte einen Salto r�ckw�rts) Cho und einer ihrer wie �blich kichernden Freundinnen, danach Luna Lovegood (allein und so vertr�umt, dass sie auch zuf�llig h�tte hereinkommen k�nnen); es folgten Katie Bell, Alicia Spinnet und Angelina Johnson, Colin und Dennis Creevey, Ernie Macmillan, Justin Finch-Fletchley, Hannah Abbott, ein Hufflepuff-M�dchen mit einem r�ckenlangen Zopf, deren Name Harry nicht kannte; drei Ravenclaw-Jungs, von denen er ziemlich sicher war, dass sie Anthony Goldstein, Michael Corner und Terry Boot hie�en, Ginny und hinter ihr ein gro�er hagerer blonder Junge mit Stupsnase, den Harry als Mitglied der Quidditch-Mannschaft von Hufflepuff in vager Erinnerung hatte, und als Nachhut Fred und George Weasley mit ihrem Freund Lee Jordan, alle drei mit gro�en Papiert�ten bepackt, die proppenvoll waren mit Sachen aus Zonkos Laden.</p><p>�Ein paar Leute?�, sagte Harry mit belegter Stimme zu Hermine. �Ein paar Leute?�</p><p>�Ja, nun, die Idee schien ziemlichen Anklang zu finden�, sagte Hermine zufrieden. �Ron, w�rdest du noch ein paar St�hle holen?�</p><p>Der Wirt, der gerade ein Glas mit einem schmutzigen Lumpen ausgewischt hatte, der aussah, als w�re er nie gewaschen worden, war erstarrt. Wom�glich hatte er seinen Pub noch nie so voll erlebt.</p><p>�Hi�, sagte Fred, der als Erster den Tresen erreichte und rasch seine Kameraden z�hlte, �k�nnten wir ... f�nfundzwanzig Butterbier haben, bitte?�</p><p>Der Wirt sah ihn einen Moment finster an, dann warf er seinen Lumpen ver�rgert beiseite, als w�re er bei etwas sehr Wichtigem unterbrochen worden, und fing an, staubige Butterbierflaschen unter der Theke hervorzuholen.</p><p>�Prost�, sagte Fred und verteilte die Flaschen. �Und r�ckt alle das Geld raus, daf�r hab ich nicht genug ...�</p><p>Harry sah benommen zu, wie die gro�e, schnatternde Schar Fred die Biere abnahm und in den Taschen nach M�nzen kramte. Er konnte sich nicht vorstellen, aus welchem Grund all diese Leute hier aufgetaucht waren, bis ihm der f�rchterliche Gedanke kam, dass sie wom�glich eine Art Rede erwarteten. Er wandte sich w�tend an Hermine.</p><p>�Was hast du den Leuten erz�hlt?�, fragte er mit ged�mpfter Stimme. �Was erwarten die?�</p><p>�Ich hab dir doch gesagt, sie wollen einfach nur h�ren, was du zu sagen hast�, sagte Hermine beschwichtigend. Doch Harry sah sie weiterhin so w�tend an, dass sie rasch hinzuf�gte: �Du brauchst jetzt noch gar nichts zu tun, ich rede zuerst mit ihnen.�</p><p>�Hi, Harry�, sagte Neville strahlend und setzte sich ihm gegen�ber.</p><p>Harry versuchte sein L�cheln zu erwidern, er sagte jedoch nichts; sein Mund war au�ergew�hnlich trocken. Cho hatte ihn gerade angel�chelt und nahm rechts von Ron Platz. Ihre Freundin, die rotblonde Locken hatte, l�chelte nicht, versetzte Harry aber einen zutiefst misstrauischen Blick, der ihm glasklar bedeutete, dass sie gar nicht hier sein w�rde, wenn es nach ihr gegangen w�re.</p><p>Die Neuank�mmlinge setzten sich zu zweit oder dritt rings um Harry, Ron und Hermine, wobei manche ziemlich aufgeregt wirkten, andere neugierig und Luna Lovegood tr�umerisch ins Leere schaute. Als sich jeder einen Stuhl besorgt hatte, erstarb das Stimmengewirr. Alle Augen waren auf Harry gerichtet.</p><p>��hm�, sagte Hermine und ihre Stimme klang vor Nervosit�t ein bisschen h�her als sonst. �Nun - �hm - hi.�</p><p>Die Gruppe wandte sich nun ihr zu, auch wenn manche Augenpaare immer wieder zu Harry zur�ckhuschten.</p><p>�Nun ... �hm ... ja, ihr wisst, warum ihr hier seid. �hm ... also, Harry hier hatte die Idee - besser gesagt� (Harry hatte ihr einen strengen Blick zugeworfen) �ich hatte die Idee - dass es gut w�re, wenn Leute, die Verteidigung gegen die dunklen K�nste lernen m�chten - und ich meine wirklich lernen, versteht ihr, nicht den Stuss, den Umbridge mit uns macht -� (Hermines Stimme klang pl�tzlich viel kr�ftiger und selbstbewusster) �- weil das niemand Verteidigung gegen die dunklen K�nste nennen kann -� (�Das kannst du laut sagen�, warf Anthony Goldstein ein, was Hermine offensichtlich weiter best�rkte) - �Also, ich dachte, es w�re gut, wenn wir, nun, die Dinge selbst in die Hand nehmen w�rden.�</p><empty-line/><p>Sie hielt inne, warf einen Seitenblick auf Harry und fuhr fort. �Und damit meine ich lernen, wie wir uns richtig verteidigen, nicht nur in der Theorie, sondern indem wir tats�chlich zaubern -�</p><p>�Du willst doch auch deine ZAG-Pr�fung in Verteidigung gegen die dunklen K�nste bestehen, wette ich?�, sagte Michael Corner.</p><p>�Nat�rlich will ich das�, erwiderte Hermine prompt. �Aber ich will noch mehr, n�mlich richtig ausgebildet sein in Verteidigung, weil ... weil ...�, sie holte tief Luft und schloss: �... weil Lord Voldemort zur�ck ist.�</p><p>Die Reaktion war absehbar und kam auch prompt. Chos Freundin schrie auf und bekleckerte sich mit Butterbier; Terry Boot zuckte unwillk�rlich zusammen; Padma Patil schauderte, und Neville lie� ein merkw�rdiges Japsen h�ren, das er gerade noch zu einem Husten umbiegen konnte. Sie alle jedoch blickten unverwandt, ja begierig auf Harry.</p><p>�Nun ... das ist jedenfalls der Plan�, sagte Hermine. �Wenn ihr mitmachen wollt, m�ssen wir entscheiden, wie wir -�</p><p>�Wo ist der Beweis, dass Du-wei�t-schon-wer zur�ck ist?�, sagte der blonde Hufflepuff-Spieler in recht angriffslustigem Ton.</p><p>�Nun, Dumbledore glaubt es -�, setzte Hermine an.</p><p>�Du meinst, Dumbledore glaubt ihm�, erwiderte der blonde Junge und nickte in Harrys Richtung.</p><p>�Wer bist du eigentlich?�, sagte Ron ziemlich grob.</p><p>�Zacharias Smith�, sagte der Junge, �und ich glaube, wir haben das Recht, genau zu erfahren, weshalb er behauptet, Du-wei�t-schon-wer sei zur�ck.�</p><p>�Sieh mal�, griff Hermine flugs ein, �darum sollte es bei diesem Treffen eigentlich �berhaupt nicht gehen -�</p><p>�Ist schon gut, Hermine�, sagte Harry.</p><p>Es hatte ihm gerade ged�mmert, warum so viele Leute hier waren. Hermine h�tte das voraussehen m�ssen, dachte er. Manche von ihnen - vielleicht sogar die meisten - waren aufgetaucht in der Hoffnung, seine Geschichte aus erster Hand zu h�ren.</p><p>�Weshalb ich behaupte, Du-wei�t-schon-wer sei zur�ck?�, fragte er und blickte Zacharias offen ins Gesicht. �Ich habe ihn gesehen. Aber Dumbledore hat letztes Jahr der ganzen Schule erkl�rt, was passiert ist, und wenn du ihm nicht geglaubt hast, dann wirst du mir auch nicht glauben, und ich verschwende keinen Nachmittag mit dem Versuch, irgendjemanden zu �berzeugen.�</p><empty-line/><p>Die ganze Gruppe schien den Atem angehalten zu haben, w�hrend Harry sprach. Harry hatte den Eindruck, dass selbst der Wirt zuh�rte, der unentwegt dasselbe Glas mit dem schmutzigen Lumpen wischte und es immer schmutziger machte.</p><p>�Dumbledore hat uns letztes Jahr nur gesagt�, erwiderte Zacharias abweisend,</p><p>�dass Cedric Diggory von Du-wei�t-schon-wem get�tet wurde und dass du Diggorys Leiche nach Hogwarts zur�ckgebracht hast. Er hat uns keine Einzelheiten genannt, er hat uns nicht genau gesagt, wie Diggory ermordet wurde, und ich denke, wir alle w�rden gern wissen -�</p><p>�Wenn ihr hierher gekommen seid, um genau zu erfahren, wie es ist, wenn Voldemort jemanden ermordet, kann ich euch nicht helfen�, sagte Harry. Seine Wut, in diesen Tagen immer kurz vor dem Siedepunkt, kochte wieder hoch.</p><p>Entschlossen, Cho nicht anzusehen, wandte er den Blick nicht von Zacharias Smiths angriffslustigem Gesicht. �Ich m�chte nicht �ber Cedric Diggory reden, klar? Also, wenn ihr deshalb hier seid, dann verschwindet ihr am besten wieder.�</p><p>Er warf einen zornigen Blick in Hermines Richtung. Dies ' war, so fand er, alles ihre Schuld; sie hatte beschlossen, ihn vorzuf�hren wie eine Art Missgeburt, und nat�rlich waren sie alle aufgetaucht, um zu h�ren, was er denn nun f�r eine haarstr�ubende Geschichte zu erz�hlen hatte. Doch keiner erhob sich, nicht einmal Zacharias Smith, der allerdings Harry weiterhin gespannt anstarrte.</p><p>�Also�, sagte Hermine, wieder mit sehr hoher Stimme. �Also ... wie ich schon sagte ... wenn ihr lernen wollt, wie ihr euch verteidigen k�nnt, dann m�ssen wir besprechen, wie wir vorgehen, wie oft wir uns treffen wollen und wo wir -�</p><p>�Stimmt es�, unterbrach sie das M�dchen mit dem r�ckenlangen Zopf und blickte Harry an, �stimmt es, dass du einen Patronus zustande bringst?�</p><p>Ein interessiertes Murmeln ging rundum.</p><p>�Ja�, sagte Harry abweisend.</p><p>�Einen gestaltlichen Patronus?�</p><p>Der Ausdruck r�hrte an etwas in Harrys Ged�chtnis.</p><p>��hm - du kennst nicht zuf�llig Madam Bones, oder?�, fragte er.</p><p>Das M�dchen l�chelte.</p><p>�Sie ist meine Tante�, sagte sie. �Ich bin Susan Bones. Sie hat mir von deiner Anh�rung erz�hlt. Also - ist es wirklich wahr? Du erzeugst einen Hirsch als Patronus?�</p><p>�Ja�, sagte Harry.</p><empty-line/><p>�Ist ja irre, Harry!�, sagte Lee, offenbar tief beeindruckt. �Das hab ich gar nicht gewusst!�</p><p>�Mum hat Ron gesagt, er soll es nicht rumerz�hlen�, erkl�rte Fred und grinste Harry an. �Sie meinte, du h�ttest ohnehin schon genug Aufmerksamkeit deswegen.�</p><p>�Da hat sie nicht Unrecht�, murmelte Harry und ein paar Leute lachten.</p><p>Die verschleierte Hexe, die allein sa�, rutschte ein wenig auf ihrem Hocker herum.</p><p>�Und hast du einen Basilis ken mit diesem Schwert aus Dumbledores B�ro get�tet?�, wollte Terry Boot wissen. �Das hat mir eines von diesen Portr�ts erz�hlt, als ich letztes Jahr bei ihm war ...�</p><p>��hm - ja, hab ich, ja�, sagte Harry.</p><p>Justin Finch-Fletchley pfiff; die Creevey-Br�der tauschten ehrfurchtsvolle Blicke und Lavender Brown sagte leise �Wow!�. Harry wurde es inzwischen ziemlich hei� am Kragen; entschlossen blickte er hierhin und dorthin, nur nicht zu Cho.</p><p>�Und im ersten Schuljahr�, sagte Neville in die Runde, �hat er den Stein der Meisen gerettet -�</p><p>�- der Weisen�, zischte Hermine.</p><p>�Ja, genau - vor Ihr-wisst-schon-wem�, schloss Neville.</p><p>Hannah Abbott machte Augen, rund wie Galleonen.</p><p>�Und nicht zu vergessen�, sagte Cho (Harrys Augen blitzten zu ihr hin�ber; ihr Blick ruhte auf ihm und sie l�chelte; sein Magen schlug schon wieder einen Salto), �nicht zu vergessen die ganzen Aufgaben, die er letztes Jahr beim Trimagischen Turnier l�sen musste - an Drachen und Wassermenschen und einer Acromantula vorbeikommen und so weiter ...�</p><p>Ein beeindrucktes zustimmendes Murmeln ging um den Tisch. Harrys Eingeweide verknoteten sich. Er versuchte eine Miene aufzusetzen, die nicht allzu selbstzufrieden wirkte. Dass Cho ihn gerade gelobt hatte, machte es ihm viel, viel schwerer, das auszusprechen, was er sich geschworen hatte ihnen zu sagen.</p><p>�H�rt mal�, begann er und schlagartig verstummten alle, �ich ... ich m�chte nicht so klingen, als versuchte ich bescheiden zu sein oder so, aber ... ich hatte bei alldem eine Menge Hilfe ...�</p><p>�Bei dem Drachen, da hattest du keine�, sagte Michael Corner prompt. �Da bist du wirklich ganz cool geflogen ...�</p><empty-line/><p>�Ja, schon -�, sagte Harry, dem es kleinkariert vorgekommen w�re, ihm zu widersprechen.</p><p>�Und diesen Sommer hat dir keiner geholfen, die Dementoren zu verjagen�, sagte Susan Bones.</p><p>�Nein�, sagte Harry, �nein, okay, ich wei�, manches hab ich ohne Hilfe geschafft, aber was ich eigentlich sagen will, ist -�</p><p>�Weichst du aus wie ein Wiesel, weil du uns nichts von diesen Sachen beibringen willst?�, sagte Zacharias Smith.</p><p>�Wie w�r's�, warf Ron laut ein, bevor Harry antworten konnte, �wenn du endlich mal die Klappe h�ltst?�</p><p>Vielleicht hatte das Wort �Wiesel� Ron besonders heftig getroffen. Jedenfalls blickte er jetzt Zacharias an, als h�tte er ihm am liebsten eine reingehauen.</p><p>Zacharias wurde rot.</p><p>�Naja, wir sind alle hier, damit wir was von ihm lernen, und jetzt erz�hlt er uns, dass er im Grunde nichts davon kann�, sagte er.</p><p>�Das hat er nicht gesagt�, fauchte Fred.</p><p>�Willst du vielleicht, dass wir dir mal die Ohren ausputzen?�, fragte George und zog ein langes und lebensgef�hrlich aussehendes Metallinstrument aus einer der Zonko-T�ten.</p><p>�Oder sonst was von dir, wir sind echt nicht zimperlich, wo wir das hinstecken�, sagte Fred.</p><p>�Ja, sch�n�, sagte Hermine hastig, �wir m�ssen weitermachen ... die Frage ist, sind wir uns einig, dass wir bei Harry Unterricht nehmen?�</p><p>Es gab allgemein zustimmendes Murmeln. Zacharias verschr�nkte die Arme und sagte nichts, was vielleicht daran lag, dass er wie gebannt das Instrument in Freds Hand betrachtete.</p><p>�Gut�, sagte Hermine, sichtlich erleichtert, dass wenigstens ein Punkt erledigt war. �Nun, dann ist die n�chste Frage, wie oft wir uns treffen. Ehrlich gesagt, weniger als einmal die Woche hat wohl keinen Sinn -�</p><p>�Wart mal�, sagte Angelina, �wir m�ssen aufpassen, dass wir unserem Quidditch-Training nicht in die Quere kommen.�</p><p>�Ja�, sagte Cho, �unserem auch nicht.�</p><p>�Auch nicht unserem�, erg�nzte Zacharias Smith.</p><p>�Ich bin sicher, wir finden einen Abend, an dem alle k�nnen�, sagte Hermine ein wenig ungeduldig, �aber versteht ihr, das ist ziemlich wichtig, immerhin geht es darum, dass wir uns gegen V-Voldemorts Todesser zu verteidigen lernen -�</p><p>�Gut gesagt�, rief Ernie Macmillan, von dem Harry eigentlich schon l�ngst eine Wortmeldung erwartet hatte. �Ich pers�nlich halte das f�r �u�erst wichtig, vielleicht noch wichtiger als alles andere, was wir dieses Jahr tun, einschlie�lich der ZAG-Pr�fungen!�</p><p>Er blickte herausfordernd in die Runde, als erwartete er, dass manche Leute</p><p>�Sicher nicht!� schreien w�rden. Als niemand das Wort ergriff, fuhr er fort: �Ich pers�nlich begreife einfach nicht, warum uns das Ministerium in dieser schwierigen Zeit eine so unbrauchbare Lehrerin vorsetzt. Offensichtlich wollen sie nicht wahrhaben, dass Ihr-wisst-schon-wer zur�ck ist, aber uns eine Lehrerin zu schicken, die uns im Ernst daran hindern will, defensive Zauber einzusetzen -�</p><p>�Wir glauben, der Grund, warum Umbridge nicht will, dass wir in Verteidigung gegen die dunklen K�nste ausgebildet werden�, erkl�rte Hermine,</p><p>�ist der, dass sie irgendeine ... irgendeine Wahnidee hat, dass Dumbledore seine Sch�ler zu einer Art Privatarmee aufstellen k�nnte. Sie denkt, er w�rde uns gegen das Ministerium ins Feld f�hren.�</p><p>Diese Erkl�rung schien fast alle zu verbl�ffen; alle au�er Luna Lovegood, die nun die Stimme erhob: �Ja, das passt zusammen. Schlie�lich hat auch Cornelius Fudge seine Privatarmee.�</p><p>�Was?�, sagte Harry, v�llig verdutzt ob dieser unerwarteten Neuigkeit.</p><p>�Ja, er hat eine Armee aus Heliopathen�, sagte Luna vertr�umt.</p><p>�Nein, hat er nicht�, fauchte Hermine.</p><p>�Doch, hat er�, sagte Luna.</p><p>�Was sind Heliopathen?�, fragte Neville und sah ahnungslos drein.</p><p>�Das sind Feuergeister�, sagte Luna, und ihre Glubschaugen weiteten sich, so dass sie noch abgedrehter wirkte als sonst, �riesig gro�e Flammenwesen, die �bers Land galoppieren und alles niederbrennen, was ihnen -�</p><p>�Es gibt sie nicht, Neville�, sagte Hermine schneidend.</p><p>�O doch, es gibt sie!�, sagte Luna erz�rnt.</p><p>�Tut mir Leid, aber wo ist der Beweis daf�r?�, fauchte Hermine.</p><p>�Es gibt genug Augenzeugenberichte. Nur weil du so engstirnig bist, dass man dir alles unter die Nase halten muss, bevor du -�</p><p>�Chrm, chrm�, machte Ginny und ahmte damit so gut Professor Umbridge nach, dass sich einige erschrocken umdrehten und dann lachten. �Wollten wir nicht gerade beschlie�en, wie oft wir uns zum Verteidigungsunterricht treffen?�</p><p>�Ja�, best�tigte Hermine rasch, �ja, das wollten wir allerdings, Ginny.�</p><p>�Nun, einmal die Woche klingt gut�, sagte Lee Jordan.</p><p>�Solange -�, begann Angelina.</p><p>�Ja, solange das mit Quidditch klargeht�, sagte Hermine in angespanntem Ton. �Nun, was wir noch entscheiden m�ssen, ist, wo wir uns treffen ...�</p><p>Das war schon schwieriger; die ganze Gruppe verstummte.</p><p>�In der Bibliothek?�, schlug Katie Bell schlie�lich vor.</p><p>�Madam Pince wird sicher nicht so begeistert sein, wenn wir Fl�che in ihrer Bibliothek ausprobieren�, sagte Harry.</p><p>�Vielleicht in einem unbenutzten Klassenzimmer?�, sagte Dean.</p><p>�Ja�, sagte Ron, �vielleicht �berl�sst uns McGonagall ihres, das hat sie auch getan, als Harry f�r das Trimagische ge�bt hat.�</p><p>Aber Harry war sich ziemlich sicher, dass McGonagall diesmal nicht so entgegenkommend sein w�rde. Hermine hatte zwar gesagt, dass Studien- und Hausaufgabengruppen erlaubt waren, doch er hatte das bestimmte Gef�hl, dass diese Gruppe hier als viel aufr�hrerischer gelten w�rde.</p><p>�Nun gut, wir werden versuchen was zu finden�, sagte Hermine. �Sobald wir ein Datum und einen Ort f�r das erste Treffen haben, lassen wir eine Nachricht an alle rumgehen.�</p><p>Sie st�berte in ihrer Tasche und holte Pergament und Feder heraus, dann z�gerte sie, ganz so, als m�sste sie sich f�r das wappnen, was sie gleich sagen w�rde.</p><p>�Ich - ich denke, ihr solltet alle eure Namen aufschreiben, nur damit wir wissen, wer da war. Und ich denke auch� - sie holte tief Luft - �wir sollten uns einig sein, dass wir nicht gro� rumposaunen, was wir tun. Wenn ihr also unterschreibt, erkl�rt ihr euch einverstanden, weder Umbridge noch sonst jemandem zu sagen, was wir vorhaben.�</p><p>Fred streckte die Hand nach dem Pergament aus und unterschrieb gut gelaunt, aber Harry fiel sogleich auf, dass einige Leute nun, da sie ihre Namen in die Liste eintragen sollten, gar nicht gl�cklich aussahen.</p><p>��hm ...�, sagte Zacharias langsam und r�hrte das Pergament nicht an, das George ihm hinhielt, �nun ... sicher erz�hlt mir Ernie, wann das Treffen ist.�</p><p>Doch auch Ernie widerstrebte es offensichtlich, zu unterschreiben.</p><empty-line/><p>Hermine sah ihn mit hochgezogenen Brauen an.</p><p>�Ich - nun, wir sind Vertrauenssch�ler�, platzte Ernie heraus. �Und wenn jemand diese Liste findet ... also, ich wollte sagen ... du hast es selbst gesagt, wenn Umbridge das rauskriegt -�</p><p>�Eben hast du noch verk�ndet, diese Gruppe sei f�r dich das Wichtigste in diesem Jahr�, erinnerte ihn Harry.</p><p>�Ich - ja�, sagte Ernie, �ja, das denk ich auch, es ist nur -�</p><p>�Ernie, glaubst du wirklich, dass ich diese Liste einfach rumliegen lasse?�, sagte Hermine gereizt.</p><p>�Nein. Nein, nat�rlich nicht�, sagte Ernie und blickte eine Spur weniger besorgt. �Ich - ja, nat�rlich, ich unterschreibe.�</p><p>Nach Ernie erhob niemand mehr Einw�nde, obwohl Harry bemerkte, dass Chos Freundin ihr einen recht vorwurfsvollen Blick zuwarf, bevor sie ihren Namen hinzuf�gte.</p><p>Als der Letzte - Zacharias - unterschrieben hatte, nahm Hermine das Pergament wieder an sich und steckte es behutsam in ihre Tasche. Die Gruppe war nun von einem merkw�rdigen Gef�hl ergriffen. Es war, als h�tten sie gerade eine Art Vertrag unterschrieben.</p><p>�Nun, es wird langsam Zeit�, sagte Fred munter und stand auf. �George, Lee und ich m�ssen noch Waren heikler Natur erwerben, wir sehen uns dann sp�ter.�</p><p>Auch die anderen erhoben sich und gingen zu zweit oder dritt hinaus. Cho nestelte zun�chst noch ziemlich umst�ndlich am Verschluss ihrer Tasche herum, wobei ihr das lange schwarze Haar wie ein Vorhang �bers Gesicht fiel und es verbarg, doch ihre Freundin stand mit verschr�nkten Armen neben ihr und schnalzte mit der Zunge, so dass Cho kaum etwas anderes �brig blieb, als mit ihr hinauszugehen. W�hrend ihre Freundin sie durch die T�r bugsierte, warf Cho einen Blick zur�ck und winkte Harry zu.</p><p>�Nun, ich glaube, das ist ziemlich gut gelaufen�, sagte Hermine zufrieden, als sie, Harry und Ron kurze Zeit sp�ter aus dem Eberkopf ins helle Sonnenlicht hinaustraten. Harry und Ron hielten ihre Butterbierflaschen in den H�nden.</p><p>�Dieser Zacharias ist ein Peinsack�, sagte Ron und sp�hte finster der Gestalt von Smith nach, die in der Ferne zu sehen war.</p><p>�Ich mag ihn auch nicht besonders�, gab Hermine zu, �aber er hat geh�rt, wie ich am Hufflepuff-Tisch mit Ernie und Hannah geredet habe, und er schien wirklich interessiert dran, mitzukommen, was konnte ich also sagen? Aber je mehr Leute, desto besser im Grunde - Michael Corner und seine Freunde w�ren wohl nicht gekommen, wenn er nicht mit Ginny gehen w�rde -�</p><p>Ron, der gerade die letzten Tropfen aus seiner Flasche geschl�rft hatte, verschluckte sich und bekleckerte seine Brust mit Butterbier.</p><p>�Er tut WAS?�, prustete er emp�rt und seine Ohren �hnelten pl�tzlich rohen Rindfleischrouladen. �Sie geht mit -meine Schwester geht mit - was soll das hei�en, Michael Corner?�</p><p>�Na ja, deshalb sind er und seine Freunde gekommen, glaub ich - also, nat�rlich wollen sie gern Verteidigung lernen, aber wenn Ginny Michael nicht erz�hlt h�tte, was abgeht -�</p><p>�Wann ist das - wann hat sie -?�</p><p>�Sie haben sich beim Weihnachtsball kennen gelernt und gehen seit Ende letzten Jahres miteinander�, sagte Hermine gelassen. Sie waren in die Hauptstra�e eingebogen und sie blieb vor Schreiberlings Federladen stehen, der ein paar h�bsche Fasanenfedern im Schaufenster ausgestellt hatte. �Hmm ... ich k�nnt 'ne neue Feder gebrauchen.�</p><p>Sie betrat den Laden. Harry und Ron folgten ihr.</p><p>�Welcher von denen war Michael Corner?�, wollte Ron aufgebracht wissen.</p><p>�Der Dunkle�, sagte Hermine.</p><p>�Den mochte ich nicht�, sagte Ron prompt.</p><p>�Was f�r 'ne Riesen�berraschung�, entgegnete Hermine halblaut.</p><p>�Aber�, fuhr Ron fort und folgte Hermine eine Reihe von Federn in Kupfergef��en entlang, �aber ich dachte, sie w�rde auf Harry stehen?�</p><p>Hermine blickte ihn recht mitleidig an und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ginny stand fr�her mal auf Harry, aber sie hat ihn schon vor Monaten aufgegeben. Nicht dass sie dich nicht m�gen w�rde, nat�rlich�, f�gte sie freundlich an Harry gewandt hinzu, w�hrend sie eine lange schwarz-goldene Feder musterte.</p><p>Harry, dem der Kopf noch von Chos Abschiedswinken schwirrte, fand dieses Thema nicht ganz so spannend wie Ron, der vor Entr�stung sichtlich bebte, doch nun konnte er sich einen Reim auf etwas machen, was er bislang nur unterschwellig wahrgenommen hatte.</p><p>�Also deshalb redet sie jetzt?�, fragte er Hermine. �Wenn ich dabei war, hat sie n�mlich sonst nie geredet.�</p><p>�Genau�, sagte Hermine. �Ja, ich glaub, die nehm ich ...�</p><empty-line/><p>Sie ging zur Ladentheke und bezahlte die f�nfzehn Sickel und zwei Knuts, wobei ihr Ron unentwegt an den Fersen klebte.</p><p>�Ron�, sagte sie streng, als sie sich umdrehte und ihm auf die F��e trat, �das ist genau der Grund, warum Ginny dir nie gesagt hat, dass sie sich mit Michael trifft, sie wusste, dass es dir nicht passen w�rde. Also reite jetzt nicht dauernd drauf rum, um Himmels willen.�</p><p>�Was soll das hei�en? Wem soll was nicht passen? Ich reite auf gar nichts rum ...�, rhabarberte Ron die ganze Stra�e entlang vor sich hin.</p><p>W�hrend Ron unentwegt Verw�nschungen gegen Michael Corner murmelte, verdrehte Hermine, zu Harry gewandt, die Augen und sagte dann verhalten: �Und wo wir schon bei Michael und Ginny sind ... Was ist eigentlich mit Cho und dir?�</p><p>�Was meinst du?�, sagte Harry rasch.</p><p>Es war, als ob kochendes Wasser schnell in ihm aufsteigen w�rde; ihm war so hei�, dass sein Gesicht in der K�lte brannte - hatte er es sich so deutlich anmerken lassen?</p><p>�Nun�, sagte Hermine und l�chelte milde, �sie konnte doch partout die Augen nicht von dir abwenden, oder?�</p><p>Harry war nie zuvor so richtig aufgefallen, wie sch�n das Dorf Hogsmeade eigentlich war.</p></section><section><title><p>Ausbildungserlass Nummer vierundzwanzig</p></title><p>So gl�cklich wie an diesem restlichen Wochenende war Harry seit Beginn des Schuljahres noch nicht gewesen. Er und Ron verbrachten den gr��ten Teil des Sonntags damit, all ihre vielen Hausaufgaben nachzuholen. Das war zwar nicht gerade ein Spa�, doch wenigstens b�umte sich die Herbstsonne noch einmal lange auf, und statt im Gemeinschaftsraum �ber einen Tisch gebeugt zu hocken, konnten sie ihre Arbeit mit nach drau�en nehmen und sich im Schatten einer gro�en Buche am Seeufer r�keln. Hermine, die mit ihren Hausaufgaben nat�rlich auf dem neuesten Stand war, kam mit einer Ladung Wolle nach drau�en und behexte ihre Stricknadeln, worauf sie neben ihr in der Luft schwebten und blitzend und klackernd noch mehr H�te und Schals strickten.</p><p>Dass sie nun tats�chlich etwas gegen Umbridge und das Ministerium unternahmen und dass er sogar eine Schl�sselrolle bei der Rebellion innehatte, befriedigte Harry zutiefst. Immer wieder lie� er sich das sonnabendliche Treffen durch den Kopf gehen: all die Leute, die zu ihm gekommen waren, um Verteidigung gegen die dunklen K�nste zu erlernen ... und was f�r Gesichter sie gemacht hatten, als sie von manchen seiner Taten h�rten ... und Cho hatte seinen Einsatz beim Trimagischen Turnier gelobt ... Zu wissen, dass all diese Leute ihn nicht f�r einen l�gnerischen Spinner hielten, sondern f�r jemanden, der Bewunderung verdiente, befl�gelte ihn so sehr, dass er noch am Montagmorgen seine gute Laune nicht verloren hatte, obwohl es gleich in seine meistgehassten F�cher ging.</p><p>Auf dem Weg vom Schlafsaal herunter diskutierte er mit Ron Angelinas Vorschlag, diesen Abend im Quidditch-Training ein neues Flugman�ver namens Faultierrolle zu �ben, und erst als sie den sonnendurchfluteten Gemeinschaftsraum schon halb durchquert hatten, fiel ihnen eine Neuerung auf, die bereits die Aufmerksamkeit einer kleinen Schar Sch�ler erregt hatte. Ein gro�er Aushang war am schwarzen Brett der Gryffindors befestigt worden, so gro�, dass er alles andere darauf verdeckte: die Listen, auf denen gebrauchte Zauberb�cher zum Verkauf angeboten wurden, Argus Filchs regelm��ige Ermahnungen, sich an die Hausordnung zu halten, den Trainingsplan der Quidditch-Mannschaft, die Angebote, gewisse Schokofroschkarten gegen andere einzutauschen, die j�ngste Anzeige der Weasleys f�r Testpersonen, die Daten der Hogsmeade-Wochenenden und die Zettel f�r Fundsachen. Der neue Aushang war in gro�en schwarzen Lettern gedruckt und untendrauf fand sich ein h�chst offiziell wirkender Stempel neben einer ordentlichen und verschn�rkelten Unterschrift.</p><empty-line/><p>PER ANORDNUNG DER GROSSINQUISITORIN VON</p><p>HOGWARTS</p><p>Alle Sch�lerorganisationen, Gesellschaften,</p><p>Mannschaften, Gruppen und Klubs sind mit sofortiger Wirkung aufgel�st.</p><p>Eine Organisation, Gesellschaft, Mannschaft, Gruppe oder ein Klub wird hiermit definiert als regelm��ige Zusammenkunft von drei oder mehr Sch�lern und Sch�lerinnen.</p><p>Die Genehmigung f�r eine Neugr�ndung kann bei der Gro�inquisitorin eingeholt werden</p><p>(Professor Umbridge).</p><p>Allen Sch�lerorganisationen, Gesellschaften, Mannschaften, Gruppen oder Klubs ist es verboten, ohne Wissen und Genehmigung der Gro�inquisitorin t�tig zu sein.</p><p>S�mtliche Sch�ler und Sch�lerinnen, von denen festgestellt wird, dass sie eine von der Gro�inquisit orin nicht genehmigte Organisation, Gesellschaft, Mannschaft, Gruppe oder einen Klub gegr�ndet haben oder einer solchen Vereinigung angeh�ren, werden der Schule verwiesen.</p><p>Obige Anordnung entspricht dem Ausbildungserlass Nummer vierundzwanzig.</p><p>Unterzeichnet:</p><p>Dolores Jane Umbridge, Gro�inquisitorin</p><empty-line/><p>Harry und Ron lasen den Aushang �ber die K�pfe einiger ver�ngstigt wirkender Zweitkl�ssler hinweg.</p><p>�Bedeutet das, sie wollen den Koboldstein-Klub schlie�en?�, fragte der eine seinen Freund.</p><p>�Ich sch�tze, Koboldstein wird schon durchgehen�, sagte Ron d�ster und der Zweitkl�ssler machte einen Luftsprung. �Aber wir werden wohl nicht so viel Gl�ck haben, was meinst du?�, fragte er Harry, w�hrend die Zweitkl�ssler eilends davonliefen.</p><p>Harry las den Aushang noch einmal durch. Das Gl�cksgef�hl, das ihn seit Samstag durchdrungen hatte, war verschwunden. In seinen Eingeweiden pulsierte der Zorn.</p><p>�Das ist kein Zufall�, sagte er und ballte die H�nde zu F�usten. �Sie wei� es.�</p><p>�Das kann nicht sein�, entgegnete Ron sofort.</p><p>�In diesem Pub waren Leute, die uns zugeh�rt haben. Und ehrlich gesagt wissen wir nicht, wem wir von denen, die gekommen sind, vertrauen k�nnen ... Vielleicht ist einer von ihnen gleich zu Umbridge gerannt und hat es ihr erz�hlt ...�</p><p>Und er hatte gedacht, sie w�rden ihm glauben, ja, ihn sogar bewundern ...</p><p>�Zacharias Smith!�, sagte Ron sofort und schlug sich mit der Faust in die Hand. �Oder - ich finde, dieser Michael Corner sah auch ziemlich verschlagen aus -�</p><p>�Ob Hermine das schon gesehen hat?�, sagte Harry und schaute r�ber zur T�r, die zu den M�dchenschlafs�len f�hrte.</p><p>�Komm, wir gehen hoch und erz�hlen's ihr�, sagte Ron. Er st�rmte los, zog die T�r auf und stieg die Wendeltreppe hoch.</p><p>Er war auf der sechsten Stufe, da ert�nte ein lauter Heulton wie von einer Hupe und die Stufen verschmolzen zu einer langen, glatten spiralf�rmigen Steinrutsche. Einen kurzen Moment noch versuchte Ron mit verzweifelt rudernden Windm�hlenarmen weiterzurennen, dann plumpste er nach hinten, schoss die eben entstandene Rutsche hinunter und blieb zu Harrys F��en auf dem R�cken liegen.</p><p>��hm - ich glaub nicht, dass wir in die M�dchenschlafs�le d�rfen�, sagte Harry und zog Ron auf die Beine, bem�ht nicht zu lachen.</p><p>Zwei Viertkl�sslerinnen kamen schadenfroh grinsend die Steinrutsche heruntergeglitten.</p><p>�Oooh, wer wollte denn da hoch zu den M�dchen?�, kicherten sie fr�hlich, sprangen auf die F��e und warfen Harry und Ron einen frechen Blick zu.</p><p>�Ich�, sagte Ron, noch immer ziemlich aufgel�st. �Mir war nicht klar, was passieren w�rde. Das ist unfair!�, f�gte er an Harry gewandt hinzu, w�hrend die M�dchen immer noch ausgelassen kichernd zum Portr�tloch davonzogen.</p><p>�Hermine darf in unseren Schlafsaal, weshalb d�rfen wir nicht -?�</p><p>�Naja, das ist eben so eine altmodische Vorschrift�, sagte Hermine, die soeben elegant auf den Teppich vor ihnen gerutscht war und jetzt aufstand, �aber in Eine Geschichte von Hogwarts hei�t es, die Gr�nder hielten die Jungen f�r weniger vertrauensw�rdig als die M�dchen. Warum wolltet ihr �berhaupt da rein?�</p><empty-line/><p>�Um dich zu holen - schau dir mal das an!�, erkl�rte Ron und zog sie hin�ber zum schwarzen Brett.</p><p>Hermines Augen glitten rasch �ber den Aushang. Ihre Miene versteinerte.</p><p>�Jemand muss bei ihr gepetzt haben!�, sagte Ron zornig1 ,</p><p>�Das kann nicht sein�, widersprach Hermine leise.</p><p>�Du bist ja so was von naiv�, sagte Ron, �nur weil du selbst so rechtschaffen und vertrauensw�rdig bist, glaubst du -�</p><p>�Nein, es kann nicht sein, weil ich dieses St�ck Pergament, auf dem wir alle unterschrieben haben, verhext habe�, sagte Hermine grimmig. �Glaubt mir, wenn jemand zu Umbridge gerannt w�re und gepetzt h�tte, w�ssten wir genau, wer es ist, und derjenige w�rde es garantiert bedauern.�</p><p>�Was w�rde denn mit ihm passieren?�, wollte Ron voller Neugier wissen.</p><p>�Naja, sagen wir's mal so�, erkl�rte Hermine, �dagegen w�rden die Pickel von Eloise Midgeon aussehen wie ein paar h�bsche Sommersprossen. Kommt, wir gehen runter zum Fr�hst�ck und schauen, was die andern davon halten ... Ob das wohl in allen H�usern aufgeh�ngt wurde?�</p><p>Sowie sie die Gro�e Halle betraten, wurde ihnen klar, dass Umbridges Aushang nicht nur im Gryffindor-Turm aufgetaucht war. Das Stimmengewirr war au�ergew�hnlich laut, und in der Halle herrschte mehr Trubel als sonst, weil die Sch�ler an den Tischen entlanghuschten und �ber das berieten, was sie gerade gelesen hatten. Harry, Ron und Hermine hatten sich kaum richtig hingesetzt, als Neville, Dean, Fred, George und Ginny auf sie einst�rmten.</p><p>�Habt ihr es gesehen?�</p><p>�Denkt ihr, sie wei� Bescheid?�</p><p>�Was sollen wir jetzt tun?�</p><p>Sie alle blickten Harry an. Er sah sich um, ob auch keine Lehrer in der N�he waren.</p><p>�Wir machen es nat�rlich trotzdem�, sagte er leise.</p><p>�Wusste doch, dass du das sagen w�rdest�, strahlte George und knuffte Harry gegen den Arm.</p><p>�Die Vertrauenssch�ler auch?�, sagte Fred und blickte Ron und Hermine fragend an.</p><p>�Nat�rlich�, sagte Hermine k�hl.</p><p>�Da kommen Ernie und Hannah Abbott�, sagte Ron mit einem Blick �ber die Schulter. �Und diese Ravenclaw-Typen und Smith ... und keiner sieht besonders picklig aus.�</p><p>Hermine schreckte auf.</p><p>�Vergiss die Pickel! Diese Idioten k�nnen doch jetzt nicht zu uns r�berkommen, das sieht doch total verd�chtig aus. Setzt euch!�, bedeutete sie Ernie und Hannah stumm und gestikulierte wild, damit sie an den Hufflepuff-Tisch zur�ckkehrten. �Sp�ter! Wir - reden - sp�ter!�</p><p>�Ich sag's Michael�, sagte Ginny ungeduldig und sprang von der Bank hoch,</p><p>�so ein Bl�dmann, also ehrlich ...�</p><p>Sie eilte zum Ravenclaw-Tisch davon; Harry schaute ihr nach. Cho sa� nicht weit entfernt und unterhielt sich mit der gelockten Freundin, die sie in den Eberkopf mitgebracht hatte. W�rde Umbridges Mitteilung sie davon abschrecken, zum n�chsten Treffen zu kommen?</p><p>Doch erst als sie die Gro�e Halle verlie�en, um in Geschichte der Zauberei zu gehen, bekamen sie die Folgen des Aushangs wirklich zu sp�ren.</p><p>�Harry! Ron!�</p><p>Es war Angelina, die mit v�llig verzweifelter Miene auf sie zueilte.</p><p>�Schon gut�, sagte Harry leise, als sie nahe genug war, um ihn zu h�ren. �Wir machen es trotzdem -�</p><p>�Ist euch klar, dass sie damit auch Quidditch meint?�, �bert�nte sie seine Worte. �Wir m�ssen zu ihr gehen und um die Erlaubnis bitten, die Gryffindor-Mannschaft neu zu gr�nden!�</p><p>�Was?�, sagte Harry.</p><p>�Unm�glich�, sagte Ron entsetzt.</p><p>�Ihr habt doch den Aushang gelesen, da steht auch was von Mannschaften!</p><p>Also h�r zu, Harry ... ich sag das jetzt zum letzten Mal ... bitte, bitte, verlier bei Umbridge nicht wieder die Geduld, sonst l�sst sie uns vielleicht nie mehr spielen!�</p><p>�Okay, okay�, sagte Harry, denn Angelina schien den Tr�nen nahe. �Mach dir keine Sorgen, ich werd mich zusammenrei�en ...�</p><p>�Wetten, dass Umbridge in Zaubereigeschichte sitzt�, sagte Ron bitter auf dem Weg zu Binns' Stunde. �Den Unterricht von Binns hat sie noch nicht inspiziert ... jede Wette, dass sie da ist ...�</p><p>Doch er hatte sich geirrt: Der einzige Lehrer, der anwesend war, als sie hereinkamen, war Professor Binns, der wie immer ein paar Zentimeter �ber seinem Stuhl schwebte und sich darauf vorbereitete, sein eint�niges Geleiere �ber die Riesen-Kriege fortzusetzen. Harry unternahm gar nicht erst den Versuch, dem heutigen Sermon zu folgen; er kritzelte faul auf seinem Pergament herum und achtete nicht auf Hermine, die ihm des �fteren b�se Blicke zuwarf und ihn anstupste, bis ihn ein besonders schmerzhafter Rippensto� zornig aufblicken lie�.</p><p>�Was ist?�</p><p>Sie deutete zum Fenster. Harry wandte den Kopf. Hedwig hockte mit einem ans Bein gebundenen Brief auf dem schmalen Fenstersims und sp�hte ihn durch die dicke Scheibe an. Harry war das ein R�tsel; gerade hatten sie gefr�hst�ckt, warum nur hatte sie ihm den Brief nicht vorhin gebracht, wie �blich? Auch einige seiner Klassenkameraden machten sich gegenseitig auf Hedwig aufmerksam.</p><p>�Oh, ich liebe diese Eule�, h�rte Harry Lavender an Parvati gewandt seufzen.</p><p>�Sie ist so wundersch�n.�</p><p>Er blickte sich zu Professor Binns um, der unentwegt seine Aufzeichnungen vorlas und sich in seiner heiteren Abwesenheit gar nicht bewusst war, dass die Klasse ihm noch weniger als sonst zuh�rte. Harry glitt leise vom Stuhl, ging in die Hocke, schlich hinter der Bankreihe zum Fenster, schob den Riegel beiseite und �ffnete es ganz langsam.</p><p>Er hatte erwartet, dass Hedwig ihm das Bein hinhalten w�rde, damit er den Brief abnehmen konnte, ehe sie dann zur�ck in die Eulerei flog, doch kaum war das Fenster weit genug offen, h�pfte sie herein und schrie jammervoll. Mit einem besorgten Blick zu Professor Binns schloss Harry das Fenster, duckte sich wieder tief und hastete mit Hedwig auf der Schulter zur�ck zu seinem Platz. Er setzte sich, hob Hedwig auf seinen Scho� und wollte den Brief l�sen, der an ihr Bein gebunden war.</p><p>Erstjetzt fiel ihm auf, dass Hedwigs Gefieder merkw�rdig zerzaust war; manche Federn waren in die falsche Richtung gebogen und einer der Fl�gel stand in merkw�rdigem Winkel von ihr ab.</p><p>�Sie ist verletzt!�, fl�sterte Harry und beugte den Kopf tiefer �ber sie.</p><p>Hermine und Ron neigten sich n�her zu ihm; Hermine legte sogar ihre Feder beiseite. �Sieh mal, da stimmt was nicht mit ihrem Fl�gel -�</p><p>Hedwig zitterte. Als Harry den Fl�gel ber�hren wollte, zuckte sie le icht zusammen, spreizte alle Federn, als ob sie sich aufplustern w�rde, und starrte ihn vorwurfsvoll an.</p><p>�Professor Binns�, sagte Harry laut, worauf sich die ganze Klasse zu ihm umdrehte. �Mir ist schlecht.�</p><p>Professor Binns hob die Augen von seinen Notizen und schien wie stets verwundert, dass der Raum vor ihm voller Leute war.</p><p>�Ihnen ist schlecht?�, wiederholte er zerstreut.</p><p>�Ganz arg schlecht�, sagte Harry nachdr�cklich, verbarg Hedwig hinter seinem R�cken und stand auf. �Ich glaub, ich muss mal in den Krankenfl�gel.�</p><p>�Ja�, sagte Professor Binns, dem offenbar ziemlich der �berblick fehlte. �Ja ... ja, Krankenfl�gel ... nun, dann gehen Sie geschwind, Perkins ...�</p><p>Sobald er drau�en war, setzte Harry Hedwig wieder auf die Schulter. Dann spurtete er den Korridor entlang und hielt erst inne, als er von Binns' T�r aus nicht mehr zu sehen war. Wenn es darum ging, Hedwig zu verarzten, w�re nat�rlich Hagrid seine erste Wahl gewesen, doch da er keine Ahnung hatte, wo er steckte, blieb ihm nichts �brig, als Professor Raue-Pritsche aufzusuchen, in der Hoffnung, dass sie Hedwig helfen konnte.</p><p>Er sp�hte aus einem Fenster auf die sturmzerzausten, wolkenverhangenen Schlossgr�nde. Nichts deutete darauf hin, dass sie sich irgendwo in der N�he von Hagrids H�tte aufhielt. Wenn sie nicht unterrichtete, war sie vermutlich im Lehrerzimmer. Er machte sich auf den Weg nach unten, die schwankende und leise klagende Hedwig auf der Schulter.</p><p>Zwei steinerne Wasserspeier flankierten die T�r zum Lehrerzimmer. Als Harry sich n�herte, kr�chzte der eine: �Du solltest im Unterricht sein, B�rschchen.�</p><p>�Das ist ein Notfall�, erwiderte Harry knapp.</p><p>�Ooooh, ein Notfall, tats�chlich?�, sagte der andere Wasserspeier mit schriller Stimme. �Jetzt hast du's uns aber gezeigt, was?�</p><p>Harry klopfte. Er h�rte Schritte, dann ging die T�r auf und Professor McGonagall stand vor ihm.</p><p>�Sie haben doch nicht etwa schon wieder eine Strafarbeit bekommen!�, sagte sie prompt. Ihre eckige Brille blitzte bedrohlich.</p><p>�Nein, Professor!�, sagte Harry hastig.</p><p>�Nun dann, warum sind Sie nicht im Unterricht?�</p><p>�Es handelt sich offenbar um einen Notfall�, h�hnte der zweite Wasserspeier.</p><p>�Ich suche Professor Raue-Pritsche�, erkl�rte Harry. �Es geht um meine Eule, sie ist verletzt.�</p><p>�Verletzte Eule, haben Sie gesagt?�</p><p>Professor Raue-Pritsche erschien an Professor McGonagalls Seite. Sie rauchte eine Pfeife und hielt einen Tagespropheten in der Hand.</p><empty-line/><p>�Ja�, sagte Harry und hob Hedwig vorsichtig von seiner Schulter. �Sie ist sp�ter als die anderen Posteulen erschienen und streckt ihren Fl�gel so merkw�rdig aus, sehen Sie -�</p><p>Professor Raue-Pritsche steckte sich die Pfeife fest zwischen die Z�hne und nahm Harry die Eule ab. Professor McGonagall sah zu.</p><p>�Hmm�, machte Professor Raue-Pritsche und ihre Pfeife wippte leicht, w�hrend sie sprach. �Sieht aus, als w�re sie angegriffen worden. Ich kann allerdings nicht sagen, was es war. Nat�rlich greifen Thestrale manchmal V�gel an, aber Hagrid hat die Thestrale von Hogwarts so gut dressiert, dass sie keine Eulen anr�hren.�</p><p>Harry wusste nicht, was Thestrale waren, und es war ihm auch egal; er wollte nur wissen, ob Hedwig wieder gesund werden w�rde. Professor McGonagall jedoch blickte Harry scharf an und sagte: �Wissen Sie, wie weit diese Eule geflogen ist, Potter?�</p><p>��hm�, sagte Harry. �Ich glaube, sie kam aus London.�</p><p>Ihre Blicke trafen sich kurz, und aus der Art, wie sich McGonagalls Augenbrauen �ber der Nase trafen, schloss Harry, dass sie �London� als</p><p>�Grimmauldplatz Nummer zw�lf� verstand.</p><p>Professor Raue-Pritsche zog ein Monokel aus ihrem Umhang, schob es sich vors Auge und unterzog Hedwigs Fl�gel einer eingehenden Pr�fung. �Ich denke, ich kann das wieder in Ordnung bringen, wenn Sie mir die Eule hier lassen, Potter�, sagte sie. �Sie sollte auf jeden Fall ein paar Tage lang keine weiten Strecken mehr fliegen.�</p><p>��hm - gut - danke�, sagte Harry und im selben Moment l�utete es zur Pause.</p><p>�Kein Problem�, erwiderte Professor Raue-Pritsche barsch und wollte ins Lehrerzimmer zur�ckkehren.</p><p>�Einen Moment noch, Wilhelmina!�, rief Professor McGonagall. �Potters Brief!�</p><p>�Ach ja!�, sagte Harry, der die Pergamentrolle, die an Hedwigs Bein gebunden war, zeitweilig vergessen hatte. Professor Raue-Pritsche reichte sie ihm und verschwand dann mit Hedwig im Lehrerzimmer. Hedwig starrte ihm nach, als k�nnte sie nicht glauben, dass er sie so mir nichts, dir nichts aus den H�nden gab.</p><p>Mit einem Anflug von schlechtem Gewissen wandte er sich zum Gehen, doch Professor McGonagall rief ihn zur�ck.</p><p>�Potter!�</p><p>�Ja, Professor?�</p><empty-line/><p>Sie sp�hte den Korridor auf und ab; aus beiden Richtungen kamen Sch�ler.</p><p>�Denken Sie dran�, sagte sie rasch und leise, den Blick auf der Rolle in seiner Hand, �die Nachrichtenwege von und nach Hogwarts werden vermutlich �berwacht, verstanden?�</p><p>�Ich -�, sagte Harry, doch die Flut der Sch�ler, die durch den Korridor wogte, hatte ihn fast erreicht. Professor McGonagall nickte ihm kurz zu und zog sich ins Lehrerzimmer zur�ck, w�hrend er von der Menge in den Hof hinausgetrieben wurde. Ron und Hermine standen bereits in einer gesch�tzten Ecke, die Mantelkragen gegen den Wind hochgeschlagen. Harry schlitzte die Rolle auf, w�hrend er eilig auf sie zuging, und erblickte f�nf W�rter in Sirius' Handschrift: Heute, selbe Zeit, selber Ort.</p><p>�Geht's Hedwig besser?�, fragte Hermine besorgt, kaum dass er in H�rweite war.</p><p>�Wo hast du sie hingebracht?�, fragte Ron.</p><p>�Zu Raue-Pritsche�, sagte Harry. �Und ich hab McGonagall getroffen ... h�rt zu ...�</p><p>Und er erz�hlte ihnen, was Professor McGonagall gesagt hatte. Zu seiner �berraschung wirkten die beiden �berhaupt nicht erschrocken. Im Gegenteil, sie tauschten viel sagende Blicke.</p><p>�Was ist?�, fragte Harry und blickte abwechselnd von Ron zu Hermine.</p><p>�Naja, ich hab gerade zu Ron gesagt... was, wenn jemand versucht h�tte Hedwig abzufangen? Immerhin ist sie noch nie auf einem Flug verletzt worden, oder?�</p><p>�Von wem ist eigentlich der Brief?�, fragte Ron und nahm Harry das Blatt aus der Hand.</p><p>�Schnuffel�, sagte Harry leise.</p><p>�Selbe Zeit, selber Ort? Meint er das Feuer im Gemeinschaftsraum?�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Hermine, die ebenfalls die Nachricht las. Sie schien beunruhigt. �Ich hoffe nur, niemand sonst hat das gelesen ...�</p><p>�Aber es war noch versiegelt und alles�, sagte Harry, der sie und nicht zuletzt sich selbst �berzeugen wollte. �Und keiner w�rde verstehen, was das bedeutet, wenn er nicht w�sste , wo wir schon mit ihm gesprochen haben, oder?�</p><p>�Ich wei� nicht�, sagte Hermine besorgt und schwang sich die Tasche �ber die Schulter, da es nun l�utete. �Es w�r nicht besonders schwierig, die Rolle mit einem Zauber wieder zu versiegeln ... und wenn jemand das Flohnetzwerk �berwacht ... aber ich wei� wirklich nicht, wie wir ihn davor warnen k�nnen, zu kommen, ohne dass unsere Warnung auch wieder abgefangen wird!�</p><p>Sie stapften die Steinstufen zum Kerker hinunter, wo sie Zaubertr�nke hatten, alle drei in Gedanken versunken, doch als sie den Fu� der Treppe erreichten, riss Draco Malfoys Stimme sie in die Wirklichkeit zur�ck. Er stand direkt vor Snapes Klassenzimmert�r, wedelte mit einem offiziell wirkenden St�ck Pergament und redete viel lauter als n�tig, so dass sie jedes Wort h�ren konnten.</p><p>�Ja, Umbridge hat der Quidditch-Mannschaft von Slytherin auf der Stelle die Erlaubnis gegeben weiterzuspielen, ich hab sie gleich heute Morgen gefragt. Naja, war ja eigentlich reine Formsache, immerhin kennt sie meinen Vater gut, der geht im Ministerium ein und aus ... bin mal gespannt, ob Gryffindor auch weiterspielen darf.�</p><p>�Nicht die Nerven verlieren�, wisperte Hermine Harry und Ron eindringlich zu, die beide mit geballten F�usten und verbissenem Gesichtsausdruck Malfoy beobachteten. �Genau das will er doch.�</p><p>�Ich kann euch sagen�, fuhr Malfoy fort und hob die Stimme noch ein wenig, w�hrend seine grauen Augen Harry und Ron feindselig anfunkelten, �wenn es um Einfluss im Ministerium geht, glaub ich nicht, dass sie gro�e Chancen haben ... von meinem Vater wei� ich, dass sie schon seit Jahren einen Grund suchen, um Arthur Weasley zu feuern ... und was Potter angeht... mein Vater sagt, es ist eine Frage der Zeit, bis das Ministerium ihn ins St. Mungo karren l�sst ... offenbar haben die dort eine Spezialstation f�r Leute, deren Gehirne durch Magie verwirrt sind.�</p><p>Malfoy zog eine Fratze, er sperrte den Mund auf und rollte die Augen. Crabbe und Goyle lie�en ihr �bliches grunzendes Lachen h�ren und Pansy Parkinson kreischte entz�ckt.</p><p>Etwas prallte hart gegen Harrys Schulter und stie� ihn zur Seite. Im Bruchteil einer Sekunde wurde ihm klar, dass Neville eben an ihm vorbeigest�rmt war, geradewegs auf Malfoy zu.</p><p>�Neville, nein!�</p><p>Harry st�rzte vor und packte Neville hinten am Umhang; hektisch und mit fliegenden F�usten wehrte sich Neville und versuchte verzweifelt, Malfoy zu erreichen, der einen Moment lang ausgesprochen erschrocken aussah.</p><p>�Hilf mir!�, rief Harry Ron zu. Es gelang ihm, einen Arm um Nevilles Hals zu schlingen und ihn von den Slytherins wegzuziehen. Crabbe und Goyle lie�en die Muskeln spielen und bauten sich kampfbereit vor Malfoy auf. Ron packte Nevilles Arme und gemeinsam mit Harry schleifte er Neville zur�ck zu den Gryffindors. Nevilles Gesicht war scharlachrot; Harrys Druck auf seine Kehle w�rgte ihm ziemlich die Stimme ab, nur ab und zu spie er ein Wort aus.</p><p>�Nicht ... lustig ... nicht ... Mungo ... zeig's ... ihm ...�</p><p>Die Kerkert�r �ffnete sich. Snape erschien. Seine schwarzen Augen huschten die Warteschlange der Gryffindors entlang bis zu der Stelle, wo Harry und Ron mit Neville rangen.</p><p>�Potter, Weasley, Longbottom, Sie schlagen sich?�, sagte Snape mit seiner kalten, h�hnischen Stimme. �Zehn Punkte Abzug f�r Gryffindor. Lassen Sie Longbottom los, Potter, oder es gibt Nachsitzen. Rein, alle miteinander ...�</p><p>Harry lie� Neville los, der schnaufte und ihn b�se anfunkelte.</p><p>�Ich musste dich aufhalten�, keuchte Harry und hob seine Tasche auf.</p><p>�Crabbe und Goyle h�tten dich in St�cke gerissen.�</p><p>Neville sagte nichts, er schnappte sich nur seine Tasche und ging steif davon in den Kerker.</p><p>�Was um Merlins willen�, sagte Ron langsam, als sie Neville folgten, �hatte das nun wieder zu bedeuten?�</p><p>Harry antwortete nicht. Er wusste genau, warum Neville so w�tend wurde, wenn es um Leute ging, die wegen magischer Gehirnsch�den im St. Mungo waren, doch er hatte Dumbledore geschworen, Nevilles Geheimnis niemandem zu erz�hlen. Selbst Neville hatte keine Ahnung, dass Harry es kannte.</p><p>Harry, Ron und Hermine nahmen ihre gewohnten Pl�tze in der letzten Reihe ein und holten Pergament, Feder und das Buch Tausend magische Kr�uter und Pilze heraus. Ringsum tuschelte die ganze Klasse �ber Nevilles Verhalten, doch als Snape die Kerkert�r mit einem widerhallenden Knall zuschlug, verstummten sie alle.</p><p>�Sie werden feststellen�, sagte Snape leise und h�hnisch, �dass wir heute einen Gast haben.�</p><p>Er deutete auf die d�stere Ecke des Kerkers und Harry sah Professor Umbridge dort sitzen, das Klemmbrett auf den Knien. Er hob die Brauen und warf Ron und Hermine aus den Augenwinkeln einen Blick zu. Snape und Umbridge, die beiden Lehrer, die er am meisten hasste. Schwer zu sagen, wen er �ber den anderen triumphieren sehen wollte.</p><p>�Wir machen heute mit unserem St�rkungstrank weiter. Sie finden Ihre Mixturen so vor, wie Sie diese in der letzten Stunde verlassen haben; wenn sie richtig zubereitet sind, sollten sie �bers Wochenende gut gereift sein.</p><p>Anweisungen -�, er wedelte wieder mit seinem Zauberstab, �- an der Tafel.</p><p>Fahren Sie fort.�</p><empty-line/><p>W�hrend der ersten halben Stunde machte sich Professor Umbridge in ihrer Ecke Notizen. Harry brannte darauf, ihre Fragen an Snape zu h�ren - so sehr, dass er wieder einmal seinen Zaubertrank vernachl�ssigte.</p><p>�Salamanderblut, Harry!�, st�hnte Hermine und packte ihn am Handgelenk, um zu verhindern, dass er zum dritten Mal die falsche Zutat beigab. �Nicht Granatapfelsaft!�</p><p>�Schon gut�, sagte Harry abwesend, stellte die Flasche hin und beobachtete weiter die Kerkerecke. Umbridge war gerade aufgestanden. �Ha�, sagte er leise, als sie zwischen zwei Pultreihen auf Snape zuschritt, der sich �ber Dean Thomas'</p><p>Kessel beugte.</p><p>�Nun, die Klasse scheint f�r die Jahrgangsstufe ziemlich fortgeschritten zu sein�, sagte sie forsch zu Snapes R�cken. �Gleichwohl halte ich es doch f�r fraglich, ob es sinnvoll ist, den Sch�lern etwas wie den St�rkungstrank beizubringen. Ich denke, das Ministerium w�rde es vorziehen, wenn dieser aus dem Lehrplan gestrichen w�rde.�</p><p>Snape richtete sich langsam auf und drehte sich zu ihr um.</p><p>�Nun ... wie lange unterrichten Sie schon in Hogwarts?�, fragte sie und hielt die Feder �ber dem Klemmbrett bereit.</p><p>�Vierzehn Jahre�, antwortete Snape. Seine Miene war unergr�ndlich. Den Blick zu Snape gewandt, f�gte Harry seinem Trank ein paar Tropfen hinzu; er zischte bedrohlich und das T�rkis verwandelte sich in Orange.</p><p>�Sie hatten sich, glaube ich, zuerst um die Stelle f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste beworben?�, fragte Professor Umbridge.</p><p>�Ja�, sagte Snape leise.</p><p>�Aber damit hatten Sie keinen Erfolg?�</p><p>Snapes Lippen kr�uselten sich.</p><p>�Offensichtlich.�</p><p>Professor Umbridge kritzelte etwas auf ihr Klemmbrett.</p><p>�Und seit Sie in der Schule arbeiten, haben Sie sich regelm��ig f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste beworben, nehme ich an?�</p><p>�Ja�, sagte Snape leise und bewegte dabei kaum die Lippen. Er wirkte �u�erst zornig.</p><p>�Haben Sie eine Ahnung, warum sich Dumbledore bislang stets geweigert hat, Sie zu ernennen?�, fragte Umbridge.</p><empty-line/><p>�Ich schlage vor, Sie fragen ihn selbst�, stie� Snape hervor.</p><p>�Oh, das werde ich auch�, sagte Professor Umbridge mit einem s��lichen L�cheln.</p><p>�Ich nehme an, das tut irgendetwas zur Sache?�, entgegnete Snape und seine schwarzen Augen verengten sich.</p><p>�Oh, durchaus�, sagte Professor Umbridge, �ja, das Ministerium verlangt einen gr�ndlichen Einblick in den - �hm -Werdegang der Lehrer.�</p><p>Damit wandte sie sich ab, ging zu Pansy Parkinson hin�ber und begann diese �ber den Unterricht auszufragen. Snape sah zu Harry und ihre Blicke trafen sich f�r eine Sekunde. Harry senkte die Augen rasch auf seinen Zaubertrank, der jetzt zu einer fauligen Masse verdickte und stark nach verbranntem Gummi stank.</p><p>�Wieder keine Punkte, Potter�, sagte Snape geh�ssig und leerte Harrys Kessel mit einem Schlenker seines Zauberstabs. �Sie schreiben mir bis zum n�chsten Mal einen Aufsatz �ber die richtige Herstellung dieses Zaubertranks, mit einer Erkl�rung, wie und warum er Ihnen misslungen ist, verstanden?�</p><p>�Ja�, sagte Harry w�tend. Snape hatte ihnen bereits Hausaufgaben gegeben und heute Abend hatte er Quidditch-Training. Das hie�, dass ihm ein paar weitere schlaflose N�chte bevorstanden. Es kam ihm unwirklich vor, dass er heute Morgen beim Aufwachen sehr gl�cklich gewesen war. Jetzt sp�rte er nur noch den sehnlichen Wunsch, der Tag m�ge zu Ende gehen.</p><p>�Vielleicht schw�nz ich Wahrsagen�, sagte er betr�bt, als sie nach dem Mittagessen drau�en auf dem Hof standen, wo der Wind an den S�umen ihrer M�ntel und an den Hutkrempen zerrte. �Ich mach krank und schreib in der Zeit den Aufsatz f�r Snape, dann muss ich nicht die halbe Nacht aufbleiben.�</p><p>�Du kannst Wahrsagen nicht schw�nzen�, sagte Hermine streng.</p><p>�Das musst du gerade sagen! Du hast Wahrsagen sausen lassen, weil du Trelawney hasst!�, erwiderte Ron entr�stet.</p><p>�Ich hasse sie nicht�, sagte Hermine hochm�tig. �Ich halte sie nur f�r eine absolut entsetzliche Lehrerin und eine ausgemachte alte Schwindlerin. Aber Harry hat schon Zaubereigeschichte verpasst, und ich glaube nicht, dass er heute noch mehr vers�umen sollte!�</p><p>In Hermines Mahnung steckte zu viel Wahrheit, um sie zu ignorieren, deshalb nahm Harry eine halbe Stunde sp�ter im hei�en, viel zu stark parf�mierten Wahrsage-Klassenzimmer Platz, w�tend auf alles und jeden. Professor Trelawney verteilte schon wieder das Traumorakel. Harry ging durch den Kopf, dass er seine Zeit viel besser mit Snapes Strafaufsatz verbracht h�tte, als hier zu sitzen und in lauter erfundenen Tr�umen irgendwelche Bedeutungen zu suchen.</p><empty-line/><p>Offenbar war er jedoch nicht der Einzige in Wahrsagen, der in Rage war.</p><p>Professor Trelawney knallte ein Exemplar des Orakels auf den Tisch zwischen Harry und Ron und entschwebte mit gesch�rzten Lippen. Das n�chste Orakel pfefferte sie Dean und Seamus hin, wobei sie nur knapp Seamus' Kopf verfehlte, und das letzte Exemplar schleuderte sie derart heftig gegen Nevilles Brust, dass er von seinem Sitzkissen rutschte.</p><p>�Nun, fahren Sie fort!�, sagte Professor Trelawney mit lauter, hoher und leicht hysterischer Stimme, �Sie wissen, was zu tun ist! Oder bin ich eine so miserable Lehrerin, dass Sie nicht mal gelernt haben, wie man ein Buch aufschl�gt?�</p><p>Perplex starrte die Klasse sie an, dann warfen sich alle gegenseitig ratlose Blicke zu. Harry jedoch glaubte zu wissen, was los war. Als Professor Trelawney erregt zu ihrem Lehrerstuhl mit der hohen Lehne zur�ckst�rmte, die vergr��erten Augen voller Zornestr�nen, neigte er den Kopf zu Ron und murmelte: �Ich glaub, sie hat das Ergebnis ihrer Unterrichtsinspektion gekriegt.�</p><p>�Professor?�, sagte Parvati Patil mit ged�mpfter Stimme (sie und Lavender hatten Professor Trelawney immer bewundert), �Professor, ist - �hm - etwas nicht in Ordnung?�</p><p>�Nicht in Ordnung!�, rief Professor Trelawney und ihre Stimme bebte vor Erregung. �Sicher ist alles in Ordnung! Ich wurde beleidigt, gewiss ... man hat Verd�chtigungen gegen mich lanciert ... haltlose Anschuldigungen erhoben ... aber nein, es ist selbstverst�ndlich alles in Ordnung!�</p><p>Sie atmete tief und zitternd ein und wandte den Blick von Parvati ab.</p><p>Zornestr�nen kullerten unter ihrer Brille hervor.</p><p>�Gar nicht zu reden�, schluchzte sie, �von sechzehn Jahren treuem Schuldienst ... sie sind vergangen, offenbar von niemandem bemerkt... aber ich lasse mich nicht beleidigen, nein, das nicht!�</p><p>�Aber Professor, wer beleidigt Sie denn?�, fragte Parvati zaghaft.</p><p>�Das Establishment!�, erwiderte Professor Trelawney mit tiefer, dramatisch wabernder Stimme. �Ja, jene, deren Augen zu getr�bt sind vom Allt�glichen, um zu sehen, wie ich sehe, zu wissen, wie ich wei� ... nat�rlich, wir Seher wurden immer schon gef�rchtet, immer schon verfolgt ... es ist - nun leider - unser Schicksal.�</p><p>Sie schluckte schwer, betupfte ihre nassen Wangen mit der Spitze ihres Schals, zog dann ein kleines besticktes Taschentuch aus dem �rmel und putzte sich die Nase mit einem ver�chtlichen Schnauben, das Peeves alle Ehre gemacht h�tte.</p><p>Ron kicherte. Lavender warf ihm einen angewiderten Blick zu.</p><p>�Professor�, sagte Parvati, �meinen Sie damit ... hat es etwas mit Professor Umbridge -?�</p><p>�Erw�hnen Sie den Namen dieser Person nicht!�, rief Professor Trelawney und sprang mit rasselndem Perlengeh�nge und blitzender Brille auf. �Bitte fahren Sie mit Ihrer Arbeit fort!�</p><p>Bis zum Ende der Stunde schritt sie zwischen ihnen einher, und w�hrend noch immer Tr�nen hinter ihrer Brille hervorsickerten, murmelte sie etwas in sich hinein, das sich ganz nach halblauten Drohungen anh�rte.</p><p>�... k�nnte durchaus das Haus verlassen ... welche Schmach ... auf Bew�hrung ... wir werden ja sehen ... wie kann sie es wagen ...�</p><p>�Du und Umbridge, ihr habt was gemeinsam�, wandte sich Harry leise an Hermine, als sie sich in Verteidigung gegen die dunklen K�nste wieder trafen.</p><p>�Offensichtlich h�lt sie Trelawney auch f�r eine alte Schwindlerin ... sieht aus, als h�tte sie ihr eine Bew�hrungsfrist gesetzt.�</p><p>Noch w�hrend er sprach, kam Umbridge herein, mit einer schwarzen Samtschleife auf dem Kopf und einem h�chst selbstgef�lligen Gesichtsausdruck.</p><p>�Guten Tag, Klasse.�</p><p>�Guten Tag, Professor Umbridge�, erwiderten sie gelangweilt im Chor.</p><p>�Zauberst�be weg, bitte.�</p><p>Doch diesmal folgten keine hastigen Bewegungen; keiner hatte sich erst die M�he gemacht, den Zauberstab herauszuholen.</p><p>�Bitte schlagen Sie Seite vierunddrei�ig der Theorie magischer Verteidigung auf und lesen Sie das dritte Kapitel mit dem Titel �Pl�doyer f�r eine nichtoffensive Antwort auf magische Angriffen�. Ich m�chte keine -�</p><p>�- Unterhaltungen h�ren�, sagten Harry, Ron und Hermine leise wie aus einem Mund.</p><empty-line/><p>�Kein Quidditch-Training�, sagte Angelina mit hohler Stimme, als Harry, Ron und Hermine nach dem Abendessen den Gemeinschaftsraum betraten.</p><p>�Aber ich hab mich doch beherrscht!�, sagte Harry entsetzt. �Ich hab nichts zu ihr gesagt, Angelina, ich schw�r's, ich -�</p><p>�Ich wei�, ich wei߫, sagte Angelina betr�bt. �Sie meinte, sie brauchte nur ein wenig Zeit zum �berlegen.�</p><p>�Was gibt es da zu �berlegen?�, sagte Ron zornig. �Sie hat den Slytherins die Erlaubnis gegeben, warum nicht uns?�</p><p>Doch Harry konnte sich ausmalen, wie sehr Umbridge es genoss, ihnen damit zu drohen, Gryffindors Quidditch-Mannschaft zu verbieten, und konnte ohne weiteres verstehen, warum sie nicht so schnell auf diese Waffe verzichten wollte.</p><p>�Naja�, meinte Hermine, �das hat auch seine gute Seite - wenigstens hast du jetzt die Zeit f�r Snapes Aufsatz!�</p><p>�Dar�ber soll ich mich freuen, ja?�, fauchte Harry, w�hrend Ron Hermine ungl�ubig anstarrte. �Kein Quidditch-Training, daf�r aber eine zus�tzliche Hausaufgabe f�r Zaubertr�nke?�</p><p>Harry lie� sich in einen Sessel sinken, zog widerwillig seinen Zaubertrankaufsatz aus der Tasche und machte sich an die Arbeit. Es fiel ihm sehr schwer, sich zu konzentrieren. Obwohl er wusste, dass Sirius erst viel sp�ter im Feuer erscheinen wollte, warf er unwillk�rlich alle paar Minuten einen Blick in die Flammen, nur f�r alle F�lle. Zudem herrschte ein unglaublicher L�rm: Fred und George hatten es offenbar endlich geschafft, eine Sorte ihrer Nasch-und-Schw�nz-Leckereien zur Serienreife zu bringen, die sie nun abwechselnd einnahmen und einer johlenden und juchzenden Menge vorf�hrten.</p><p>Zuerst biss Fred vom orangen Ende einer Lakritzstange ab, woraufhin er sich unter gro�em Hallo in einen Eimer erbrach, den sie vor sich aufgestellt hatten.</p><p>Dann w�rgte er das lila Ende der Lakritzstange hinunter und die Spuckerei h�rte sofort auf. Lee Jordan, der bei der Vorf�hrung assistierte, lie� das Erbrochene immer wieder l�ssig mit dem gleichen Zauber verschwinden, den Snape f�r Harrys Zaubertr�nke benutzte.</p><p>Bei dem dauernden Gew�rge und Gejohle und dem Geschrei um die Vorbestellungen, die Fred und George von den Zuschauern entgegennahmen, fiel es Harry �u�erst schwer, sich auf die korrekte Herstellungsweise des St�rkungstranks zu besinnen. Hermine war dabei auch keine Hilfe. �ber das Gejohle und die Spritzger�usche des Erbrochenen am Boden des Eimers hinweg war zuweilen ihr lautes entr�stetes Schnauben zu h�ren, was Harry noch mehr st�rte.</p><p>�Dann geh doch einfach hin und mach der Sache ein Ende!�, sagte er �rgerlich, nachdem er zum vierten Mal eine falsche Gewichtsangabe f�r Greifenklauenpulver durchgestrichen hatte.</p><p>�Kann ich nicht. Formal gesehen �bertreten sie ja keine Regeln�, sagte Hermine mit zusammengebissenen Z�hnen. �Sie haben durchaus das Recht, das widerliche Zeugs selber zu essen, und ich kann keine Vorschrift finden, die besagt, dass die andern Idioten nicht das Recht haben, die Dinger zu kaufen, au�er es ist erwiesen, dass sie irgendwie gef�hrlich sind, und danach sieht es nicht aus.�</p><p>Sie, Harry und Ron beobachteten, wie George in hohem Bogen in den Eimer reiherte, den Rest der Lakritzstange hinunterw�rgte, sich aufrichtete und strahlend die Arme ausbreitete, um den anhaltenden Beifall in Empfang zu nehmen.</p><p>�Wei�t du, ich begreif einfach nicht, warum Fred und George nur je drei ZAGs gekriegt haben�, sagte Harry und sah zu, wie Fred, George und Lee Goldst�cke von der begierigen Menge einsammelten. �Die beherrschen doch ihre Kunst.�</p><p>�Oh, die beherrschen nur Knalleffekte, die eigentlich niemandem n�tzen�, sagte Hermine ver�chtlich.</p><p>�Niemandem n�tzen?�, entgegnete Ron mit angespannter Stimme. �Hermine, die haben jetzt schon um die sechsundzwanzig Galleonen verdient.�</p><p>Es dauerte einige Zeit, bis sich die Menge um die Weasley-Zwillinge wieder zerstreut hatte, dann setzten sich Fred, Lee und George hin und z�hlten noch des L�ngeren ihre Einnahmen. So war es weit nach Mitternacht, als Harry, Ron und Hermine den Gemeinschaftsraum endlich f�r sich hatten. Zu guter Letzt hatte Fred die T�r zu den Jungenschlafs�len hinter sich geschlossen, nicht ohne demonstrativ mit seiner Schachtel voll Galleonen zu klimpern, was Hermine einen finsteren Blick entlockte. Harry, der mit seinem Zaubertrankaufsatz nur sehr langsam vorankam, beschloss, es f�r diesen Abend gut sein zu lassen. Als er seine B�cher wegr�umte, lie� Ron, der sanft in einem Lehnstuhl d�ste, ein ged�mpftes Grunzen h�ren. Dann wachte er auf und stierte tr�be ins Feuer.</p><p>�Sirius!�, sagte er.</p><p>Harry wirbelte herum. Sirius' zerzauster dunkler Kopf sa� erneut im Feuer.</p><p>�Hi�, grinste er.</p><p>�Hi�, erwiderten Harry, Ron und Hermine im Chor und alle drei knieten sich hinunter auf den Kaminvorleger. Krummbein schnurrte laut, lief zum Feuer und versuchte trotz der Hitze, sein Gesicht dem von Sirius zu n�hern.</p><p>�Wie steht's?�, sagte Sirius.</p><p>�Nicht so gut�, erwiderte Harry, w�hrend Hermine Krummbein wegzog, damit er sich nicht noch mehr Schnurrhaare versengte. �Das Ministerium hat schon wieder einen Erlass durchgesetzt, mit dem sie unsere Quidditch-Mannschaften verbieten -�</p><p>�Oder Geheimgruppen f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste?�, sagte Sirius.</p><p>Eine kurze Stille trat ein.</p><p>�Woher wei�t du das?�, fragte Harry.</p><p>�Ihr solltet eure Treffpunkte sorgf�ltiger ausw�hlen�, sagte Sirius und grinste noch breiter. �Der Eberkopf, ich. bitte euch.�</p><p>�Also, jedenfalls war das besser als die Drei Besen!�, sagte Hermine trotzig.</p><p>�Da ist es immer rappelvoll -�</p><p>�Was hie�e, dass man euch nicht so leicht belauschen k�nnte�, sagte Sirius.</p><p>�Du musst noch eine Menge lernen, Hermine.�</p><p>�Wer hat uns belauscht?�, fragte Harry.</p><p>�Mundungus nat�rlich�, sagte Sirius, und als sie verdutzt dreinsahen, lachte er. �Er war die Hexe unter dem Schleier.�</p><p>�Das war Mundungus?�, sagte Harry verbl�fft. �Was hat er im Eberkopf getrieben?�</p><p>�Was glaubst du wohl?�, erwiderte Sirius ungeduldig. �Ein Auge auf dich gehalten nat�rlich.�</p><p>�Ich werde immer noch beschattet?�, fragte Harry zornig.</p><p>�Allerdings�, sagte Sirius, �und v�llig zu Recht, findest du nicht, wenn du an deinem freien Wochenende gleich als Erstes eine illegale Verteidigungsgruppe gr�ndest.�</p><p>Doch er schien weder aufgebracht noch besorgt, im Gegenteil, er blickte Harry mit sichtlichem Stolz an.</p><p>�Warum hat sich Dung vor uns versteckt?�, fragte Ron entt�uscht. �Wir h�tten ihn gern gesehen.�</p><p>�Er hat seit zwanzig Jahren Hausverbot im Eberkopf�, sagte Sirius, �und dieser Wirt hat ein gutes Ged�chtnis. Wir haben Moodys zweiten Tarnumhang verloren, als sie Sturgis verhafteten, also hat sich Dung in letzter Zeit �fter als Hexe verkleidet ... sei's drum ... aber erst mal zu dir, Ron - ich habe versprochen, dir von deiner Mutter etwas auszurichten.�</p><p>�Ach ja?�, sagte Ron argw�hnisch.</p><p>�Sie sagt, du darfst auf gar keinen Fall an einer illegalen Geheimgruppe f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste teilnehmen. Du w�rdest garantiert rausgeworfen werden und deine Zukunft w�re ruiniert. Sp�ter sei noch genug Zeit zu lernen, wie du dich verteidigen kannst, und du seist zu jung, um dir momentan dar�ber Sorgen zu machen. Au�erdem�, Sirius' Augen wandten sich den anderen beiden zu, �r�t sie Harry und Hermine dringend davon ab, mit der Gruppe weiterzumachen, auch wenn sie sich im Klaren ist, dass sie euch beiden keine Anweisungen erteilen kann. Sie bittet euch einfach zu bedenken, dass sie nur das Beste f�r euch im Sinn hat. Sie h�tte euch das alles geschrieben, aber wenn die Eule abgefangen worden w�re, dann w�rt ihr alle in gro�e Schwierigkeiten geraten, und pers�nlich kann sie es euch nicht sagen, weil sie heute Nachtschicht hat.�</p><p>�Was f�r eine Nachtschicht?�, fragte Ron rasch.</p><p>�Das braucht dich nicht zu k�mmern, es geht um den Orden�, sagte Sirius.</p><p>�Also ist es mir zugefallen, die Botschaft zu �bermitteln, und denkt daran, ihr zu sagen, dass ich alles weitergeleitet habe, denn ich glaube nicht, dass sie mir traut.�</p><p>Eine neue Pause trat ein, in der Krummbein maunzend versuchte, Sirius' Kopf mit der Pfote zu ber�hren, und Ron an einem Loch im Kaminvorleger herumfingerte.</p><p>�Also willst du, dass ich sage, ich mach bei der Verteidigungsgruppe nicht mit?�, murmelte er schlie�lich.</p><p>�Ich? Sicher nicht!�, sagte Sirius und sah �berrascht aus. �Ich halte das f�r eine gl�nzende Idee!�</p><p>�Ach ja?�, sagte Harry und ihm wurde leichter ums Herz.</p><p>�Nat�rlich!�, erwiderte Sirius. �Glaubst du vielleicht, dein Vater und ich h�tten gekuscht und Befehle von einer alten Vettel wie Umbridge befolgt?�</p><p>�Aber - letztes Jahr hast du mir andauernd gesagt, ich soll vorsichtig sein und keine Risiken eingehen -�</p><p>�Letztes Jahr sprach alles daf�r, dass jemand innerhalb von Hogwarts versucht hat dich umzubringen, Harry!�, sagte Sirius ungeduldig. �Dieses Jahr wissen wir, dass jemand da drau�en ist, der uns am liebsten alle umbringen will. Deswegen halte ich es f�r eine sehr gute Idee, wenn ihr lernt euch gut zu verteidigen!�</p><p>�Und wenn wir rausgeworfen werden?�, fragte Hermine mit zweifelnder Miene.</p><p>�Hermine, das Ganze war deine Idee!�, sagte Harry und starrte sie an.</p><p>�Das wei� ich sehr wohl. Ich wollte nur wissen, was Sirius davon h�lt�, sagte sie achselzuckend.</p><p>�Nun ja, besser rausgeworfen und in der Lage, euch zu verteidigen, als sicher in der Schule zu sitzen und keine Ahnung zu haben�, sagte Sirius.</p><p>�Du sagst es�, best�tigten Ron und Harry begeistert.</p><p>�Also�, fuhr Sirius fort, �wie wollt ihr diese Gruppe organisieren? Wo trefft ihr euch?�</p><p>�Na ja, das ist ein ziemliches Problem�, sagte Harry. �Keine Ahnung, wo wir uns treffen k�nnen.�</p><p>�Wie w�r's mit der Heulenden H�tte?�, schlug Sirius vor.</p><p>�Hey, das ist 'ne Idee!�, sagte Ron entz�ckt, aber Hermine schnaubte skeptisch, und alle drei wandten sich ihr zu, wobei Sirius' Kopf sich in den Flammen drehte.</p><p>�H�r mal, Sirius, immerhin wart ihr nur zu viert, als ihr euch damals w�hrend eurer Schulzeit in der Heulenden H�tte getroffen habt�, sagte Hermine.</p><p>�Au�erdem konntet ihr euch alle in Tiere verwandeln, und ich denke mal, wenn ihr gewollt h�ttet, dann h�ttet ihr euch alle unter einen einzigen Tarnumhang zw�ngen k�nnen. Aber wir sind immerhin achtundzwanzig und keiner von uns ist ein Animagus, also brauchten wir weniger einen Tarnumhang als vielmehr eine Tarnmarkise -�</p><p>�Du hast Recht�, sagte Sirius ein wenig geknickt. �Aber ich bin mir sicher, dass euch was einfallen wird. Fr�her war hinter diesem gro�en Spiegel im vierten Stock ein ziemlich ger�umiger Geheimgang, vielleicht habt ihr dort drin genug Platz, um Zaubern zu �ben.�</p><p>�Fred und George haben mir gesagt, er ist versperrt�, erwiderte Harry kopfsch�ttelnd. �Eingest�rzt oder so was.�</p><p>�Oh ...�, sagte Sirius stirnrunzelnd. �Nun, ich denk mal dr�ber nach und komm drauf zur-�</p><p>Er brach ab. Sein Gesicht wirkte pl�tzlich angespannt und erschrocken. Er wandte sich zur Seite und schien auf die massive Backsteinmauer des Kamins zu schauen.</p><p>�Sirius?�, fragte Harry besorgt.</p><p>Doch er war verschwunden. Harry stierte einen Moment lang in die Flammen, dann wandte er sich Ron und Hermine zu.</p><p>�Warum ist er -?�</p><p>Hermine keuchte entsetzt und sprang auf, ohne den Blick vom Feuer zu wenden.</p><p>Eine Hand war in den Flammen erschienen und machte tastende Bewegungen, als wollte sie etwas zu fassen bekommen. Es war eine plumpe Hand, mit Stummelfingern voller h�sslicher altmodischer Ringe.</p><p>Die drei jagten davon. An der T�r zum Jungenschlafsaal warf Harry einen Blick zur�ck. Umbridges Hand tastete immer noch in den Flammen umher, als w�sste sie genau, wo eben noch Sirius' Haare gewesen waren, und w�re fest entschlossen, sie zu packen.</p></section><section><title><p>Dumbledores Armee</p></title><p>�Umbridge hat deine Post gelesen, Harry. Das ist die einzige Erkl�rung.�</p><p>�Glaubst du, Umbridge hat Hedwig angegriffen?�, fragte er emp�rt.</p><p>�Da bin ich mir fast sicher�, sagte Hermine grimmig. �Pass auf, dein Frosch haut ab.�</p><p>Harry richtete den Zauberstab auf den Ochsenfrosch, der hoffnungsvoll zur anderen Tischseite geh�pft war - �Acdol� -, und er flutschte mit tr�bseligem Blick zur�ck in Harrys Hand.</p><p>Zauberkunst war immer eine der besten Gelegenheiten, sich ganz ungest�rt zu unterhalten. Normalerweise ging es hier so lebhaft und betriebsam zu, dass die Gefahr, belauscht zu werden, sehr gering war. Heute, wo das Klassenzimmer voller quakender Ochsenfr�sche und kr�hender Raben war und schwere Regentropfen gegen die Fenster prasselten und trommelten, blieb Harrys, Rons und Hermines gefl�sterte Unterhaltung dar�ber, dass Umbridge um ein Haar Sirius gefasst h�tte, v�llig unbemerkt.</p><p>�Ich habe das schon vermutet, seit Filch dich beschuldigt hat, du w�rdest Stinkbomben bestellen, weil das so eine dumme L�ge war�, fl�sterte Hermine.</p><p>�Sobald er n�mlich deinen Brief gelesen h�tte, w�re vollkommen klar gewesen, dass du sie nicht bestellt hast, also h�ttest du gar keine Schwierigkeiten bekommen - ein ziemlich schlechter Witz, oder? Aber dann habe ich mir �berlegt, was w�re, wenn jemand nur eine Ausrede gesucht h�tte, um deine Post zu lesen?</p><p>Ja, dann w�re es ganz geschickt von Umbridge gewesen - sie gibt Filch einen Tipp und er macht f�r sie die Drecksarbeit und beschlagnahmt den Brief. Dann stiehlt sie ihn irgendwie von ihm oder verlangt ihn zu sehen - ich glaube nicht, dass Filch sich wehren w�rde, wann ist er je f�r die Rechte eines Sch�lers eingetreten? Harry, du zermatschst deinen Frosch.�</p><p>Harry blickte hinab; tats�chlich hatte er seinen Ochsenfrosch so fest gepackt, dass ihm die Augen hervorquollen; hastig setzte er ihn zur�ck aufs Pult.</p><p>�Das war gestern Nacht furchtbar knapp�, sagte Hermine. �Ich frage mich nur, ob Umbridge wei�, wie knapp. Silencio.�</p><p>Dem Ochsenfrosch, an dem sie ihren Schweigezauber �bte, verschlug es mitten im Quaken die Stimme und er stierte sie vorwurfsvoll an.</p><p>�Wenn sie Schnuffel zu fassen gekriegt h�tte -�</p><p>Harry beendete den Satz f�r sie.</p><p>�- w�rde er ziemlich sicher heute Morgen schon wieder in Askaban sitzen.� Er wedelte mit seinem Zauberstab, ohne sich richtig zu konzentrieren; sein Ochsenfrosch schwoll an wie ein gr�ner Ballon und lie� ein schrilles Pfeifen h�ren.</p><p>�Silencio!�, sagte Hermine rasch und richtete ihren Zauberstab auf Harrys Frosch, aus dem vor ihren Augen ger�uschlos die Luft entwich. �Nun ja, wir d�rfen es einfach nicht mehr tun, das ist alles. Ich wei� nur nicht, wie wir ihm das mitteilen k�nnen. Wir k�nnen ihm doch keine Eule schicken.�</p><p>�Ich glaub nicht, dass er das noch mal riskieren wird�, sagte Ron. �Er ist nicht auf den Kopf gefallen, er wei�, dass sie ihn beinahe gekriegt h�tte. Silencio.�</p><p>Der gro�e, h�ssliche Rabe vor ihm kr�chzte h�hnisch.</p><p>�Silencio. SILENCIO!�</p><p>Der Rabe kr�chzte lauter.</p><p>�Es liegt daran, wie du deinen Zauberstab bewegst�, sagte Hermine, die Ron mit kritischem Blick zusah, �du sollst nicht mit ihm rumfuchteln, es ist eher eine Art blitzschneller Sto�.�</p><p>�Raben sind schwieriger als Fr�sche�, sagte Ron gereizt.</p><p>�Sch�n, dann lass uns tauschen�, sagte Hermine, packte Rons Raben und setzte ihm daf�r ihren fetten Ochsenfrosch hin. �Silencio!� Der Rabe �ffnete und schloss weiter seinen scharfen Schnabel, doch entwich ihm kein Laut mehr.</p><p>�Sehr gut, Miss Granger!�, ert�nte Professor Flitwicks quiekende d�nne Stimme und Harry, Ron und Hermine schraken zusammen. �Nun, lassen Sie mich mal sehen, Mr. Weasley.�</p><p>�Waa-? Oh - oh, na gut�, sagte Ron ziemlich nerv�s. ��hm - Silencio!�</p><p>Er stie� so heftig gegen den Ochsenfrosch, dass er ihn ins Auge stach; der Frosch lie� ein ohrenbet�ubendes Quaken h�ren und h�pfte vom Pult.</p><p>Keinen von ihnen �berraschte es, dass Harry und Ron zus�tzlich zu den Hausaufgaben den Schweigezauber �ben sollten.</p><p>W�hrend der Pause durften sie drinbleiben, weil es drau�en sch�ttete. Sie suchten sich Pl�tze in einem l�rmigen und �berf�llten Klassenzimmer im ersten Stock, wo Peeves vertr�umt in der N�he des Kronleuchters umherschwebte und gelegentlich jemandem ein Tintenk�gelchen auf den Kopf blies. Sie hatten sich kaum gesetzt, als Angelina sich durch die Kn�uel schwatzender Sch�ler zu ihnen durchdr�ngelte.</p><p>�Ich hab die Genehmigung!�, sagte sie. �Die Quidditch-Mannschaft darf wieder zusammenkommen!�</p><empty-line/><p>�Toll!�, sagten Harry und Ron gleichzeitig.</p><p>�Ja�, strahlte Angelina. �Ich bin zu McGonagall gegangen, und ich k�nnte mir vorstellen, dass sie sich an Dumbledore gewandt hat. Wie auch immer, Umbridge musste nachgeben. Ha! Also will ich euch heute Abend um sieben unten auf dem Feld sehen, verstanden, weil wir Zeit gutmachen m�ssen. Ist euch klar, dass es nur noch drei Wochen bis zu unserem ersten Spiel sind?�</p><p>Sie quetschte sich zur�ck durch die Menge, wich knapp einem Tintenk�gelchen von Peeves aus, das stattdessen einen Erstkl�ssler in der N�he traf, und verschwand.</p><p>Rons L�cheln geriet ein wenig schief, als er zum Fenster blickte, das der trommelnde Regen jetzt verdunkelt hatte.</p><p>�Hoffentlich klart es noch auf. Was ist los mit dir, Hermine?�</p><p>Auch sie starrte zum Fenster, doch ohne es wirklich zu sehen. Ihr Blick war verschwommen und sie hatte die Stirn gerunzelt.</p><p>�Ich denk nur nach ...�, sagte sie und stierte weiter mit finsterer Miene zum regennassen Fenster.</p><p>��ber Siri- ... Schnuffel?�, sagte Harry.</p><p>�Nein ... nicht unbedingt ...�, sagte Hermine langsam. �Eher ... ich frag mich ... ich nehme an, wir tun doch das Richtige ... denk ich ... oder nicht?�</p><p>Harry und Ron blickten sich an.</p><p>�Ach so, alles klar�, sagte Ron. �H�tte mich echt ge�rgert, wenn du nicht genau erkl�rt h�ttest, um was es geht.�</p><p>Hermine sah ihn an, als w�re ihr eben erst aufgefallen, dass er anwesend war.</p><p>�Ich hab mich nur gefragt�, sagte sie jetzt etwas lauter, �ob wir das Richtige tun, wenn wir diese Gruppe f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste gr�nden.�</p><p>�Was?�, riefen Harry und Ron zugleich.</p><p>�Hermine, das war immerhin deine Idee!�, sagte Ron entr�stet.</p><p>�Ich wei߫, sagte Hermine und verschlang die Finger ineinander. �Aber nachdem wir mit Schnuffel gesprochen haben ...�</p><p>�Aber der ist doch voll und ganz daf�r�, erwiderte Harry.</p><p>�Ja�, sagte Hermine und starrte wieder zum Fenster. �Ja, deshalb bin ich ja drauf gekommen, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war ...�</p><p>Peeves schwebte b�uchlings �ber sie hinweg, das Blasrohr im Anschlag; instinktiv hoben alle drei ihre Taschen, um ihre K�pfe zu sch�tzen, bis er vorbei war.</p><p>�Versteh ich dich richtig?�, sagte Harry aufgebracht, als sie die Taschen wieder zu Boden stellten. �Sirius ist unserer Meinung, und deshalb denkst du jetzt, dass wir es nicht mehr tun sollten?�</p><p>Hermine wirkte angespannt und ziemlich ungl�cklich. �Mal ehrlich�, sagte sie und sah nun auf ihre H�nde, �traut ihr seinem Urteil?�</p><p>�Ja, ich schon!�, sagte Harry sofort. �Wir haben immer gl�nzende Ratschl�ge von ihm bekommen!�</p><p>Eine Tintenkugel sirrte an ihnen vorbei und traf Katie Bell mitten ins Ohr.</p><p>Hermine sah zu, wie Katie aufsprang und anfing, Peeves mit Sachen zu bewerfen; einige Sekunden vergingen, ehe Hermine wieder sprach, und es klang, als w�hlte sie ihre Worte sehr sorgf�ltig.</p><p>�Denkt ihr nicht, er ist ... irgendwie ... leichtsinnig geworden ... seit er am Grimmauldplatz festsitzt? Denkt ihr nicht, dass er ... sozusagen ... durch uns lebt?�</p><p>�Was soll das hei�en, �durch uns lebt�?�, erwiderte Harry.</p><p>�Ich meine ... nun, ich glaube, er w�rde liebend gerne geheime Verteidigungsklubs direkt vor der Nase von jemandem aus dem Ministerium gr�nden ... Ich glaube, es ist f�rchterlich frustrierend f�r ihn, dass er dort, wo er ist, so wenig unternehmen kann ... deswegen vermute ich, er ist erpicht darauf, uns sozusagen ... anzustacheln.�</p><p>Ron schaute v�llig verdattert.</p><p>�Sirius hat Recht�, sagte er, �du klingst tats�chlich wie meine Mutter.�</p><p>Hermine biss sich auf die Lippe und antwortete nicht. Es l�utete just in dem Moment, da Peeves auf Katie herabstie� und ein ganzes Tintenfass �ber ihrem Kopf ausleerte.</p><p>Das Wetter besserte sich auch sp�ter am Tag nicht, und als Harry und Ron abends um sieben zum Quidditch-Feld hinuntergingen, waren sie nach ein paar Minuten v�llig durchweicht und rutschten und schlitterten �ber das nasse Gras.</p><p>Der Himmel war von einem dunklen Gewittergrau, und sie waren erleichtert, als sie die warmen und hellen Umkleider�ume erreichten, obwohl sie wussten, dass es nur ein kurzer Aufschub war. Fred und George �berlegten gerade, ob sie etwas von ihren eigenen Nasch-und-Schw�nz-Leckereien nehmen sollten, um nicht fliegen zu m�ssen.</p><p>�... aber ic h wette, sie w�rde uns draufkommen�, sagte Fred aus dem Mundwinkel. �H�tte ich ihr gestern blo� keine Kotzpastillen angeboten.�</p><empty-line/><p>�Wir k�nnten den Fieberfondant probieren�, murmelte George, �den kennt noch keiner -�</p><p>�Funktioniert der?�, fragte Ron hoffnungsvoll, w�hrend der Regen heftiger aufs Dach trommelte und der Wind um das Geb�ude heulte.</p><p>�Ja, schon�, sagte Fred, �deine Temperatur steigt ziemlich.�</p><p>�Aber du kriegst auch diese riesigen Furunkel voller Eiter�, sagte George,</p><p>�und wir haben noch nicht rausbekommen, wie man die wieder loswird.�</p><p>�Ich seh aber keine Furunkel�, sagte Ron und starrte die Zwillinge an.</p><p>�Nein, nat�rlich nicht�, sagte Fred finster, �die sind an Stellen, die wir normalerweise nicht der �ffentlichkeit zeigen.�</p><p>�Aber wenn du auf dem Besen sitzt, dann tut dir verdammt der -�</p><p>�Alles klar jetzt, h�rt alle zu�, sagte Angelina laut und trat aus dem Kapit�nsb�ro. �Ich wei�, das Wetter ist nicht gerade ideal, aber wom�glich spielen wir unter solchen Bedingungen gegen die Slytherins, also ist es ganz gut, zu testen, wie wir mit so was fertig werden. Harry, hast du nicht damals, als wir im Sturm gegen Hufflepuff gespielt haben, etwas mit deiner Brille gemacht, damit sie im Regen nicht beschl�gt?�</p><p>�Das war Hermine�, sagte Harry. Er zog seinen Zauberstab, klopfte gegen seine Brille und sagte: �Impervius!�</p><p>�Ich denke, wir alle sollten das versuchen�, sagte Angelina. �Wenn wir uns den Regen aus dem Gesicht halten k�nnten, h�tten wir viel bessere Sicht - alle zusammen, los jetzt - Impervius! Okay. Gehen wir.�</p><p>Sie steckten die Zauberst�be wieder in die Innentaschen ihrer Umh�nge, schulterten die Besen und folgten Angelina aus dem Umkleideraum.</p><p>Sie stapften durch den immer tieferen Matsch zur Mitte des Felds. Selbst mit dem Impervius-Zauber war die Sicht nur sehr m��ig; das Tageslicht schwand rasch und Regenschleier trieben �bers Land.</p><p>�Also gut, auf meinen Pfiff�, rief Angelina.</p><p>Harry stie� sich vom Boden ab und Schlamm spritzte in alle Richtungen; er schoss nach oben, wobei ihn der Wind leicht vom Kurs abbrachte. Er hatte keine Ahnung, wie er bei diesem Wetter den Schnatz sehen sollte; es war schon schwierig genug, den einen Klatscher auszumachen, mit dem sie trainierten und der ihn nach einer Minute fast vom Besen geschlagen h�tte, wenn er ihm nicht mit der Faultierrolle ausgewichen w�re. Leider sah Angelina das gar nicht.</p><p>Tats�chlich schien sie �berhaupt nichts zu sehen; keiner hatte eine Ahnung, was die anderen machten. Der Wind wurde st�rker; Harry konnte sogar aus der betr�chtlichen Entfernung h�ren, wie der Regen auf den See prasselte und peitschte.</p><p>Angelina lie� sie fast eine Stunde lang fliegen, bis sie endlich aufgab. Sie f�hrte ihr durchn�sstes und griesgr�miges Team zur�ck in die Umkleider�ume und verk�ndete, das Training sei keine Zeitverschwendung gewesen, ohne allerdings sonderlich �berzeugt zu klingen. Fred und George sahen besonders miesepetrig drein; beide liefen breitbeinig und zuckten bei jeder Bewegung zusammen. W�hrend Harry sich die Haare trockenrubbelte, h�rte er, wie sie sich leise beklagten.</p><p>�Ich glaub, bei mir sind 'n paar aufgeplatzt�, sagte Fred mit hohler Stimme.</p><p>�Bei mir nicht�, erwiderte George und zuckte zusammen, �die tun weh wie verr�ckt... sind sogar noch gr��er geworden, wenn du mich fragst.�</p><p>�AUTSCH!�, sagte Harry.</p><p>Er dr�ckte sich das Handtuch aufs Gesicht und kniff die Augen vor Schmerz zusammen. Seine Stirnnarbe hatte wieder gebrannt, so heftig wie seit Wochen nicht mehr.</p><p>�Was ist los?�, sagten mehrere Stimmen.</p><p>Harry lie� das Handtuch sinken. Er sah den Umkleideraum verschwommen, weil er seine Brille nicht trug, dennoch wusste er, dass alle Gesichter ihm zugewandt waren.</p><p>�Nichts�, murmelte er, �ich - hab mir nur ins Auge gepikst, nichts weiter.�</p><p>Doch er warf Ron einen viel sagenden Blick zu, und die beiden tr�delten ein wenig, w�hrend die anderen in ihre M�ntel geh�llt, die H�te tief �ber die Ohren gezogen, nacheinander hinausgingen.</p><p>�Was ist passiert?�, fragte Ron, kaum dass Alicia durch die T�r verschwunden war. �War es deine Narbe?�</p><p>Harry nickte.</p><p>�Aber ...�, mit �ngstlichem Blick ging Ron hin�ber zum Fenster und starrte in den Regen hinaus, �er - er kann doch jetzt nicht in der N�he sein, oder?�</p><p>�Nein�, murmelte Harry, lie� sich auf eine Bank sinken und rieb sich die Stirn. �Wahrscheinlich ist er meilenweit weg. Es hat wehgetan ... weil er ... zornig ist.�</p><p>Harry hatte das gar nicht sagen wollen, und er h�rte die Worte, als ob ein Fremder sie gesprochen h�tte - doch wusste er sofort, dass sie stimmten. Er hatte zwar keinen Schimmer, warum, aber er wusste es; wo auch immer Voldemort steckte, was auch immer er trieb - er raste vor Wut.</p><p>�Hast du ihn etwa gesehen?�, fragte Ron entsetzt. �Hattest du ... eine Vision oder so was?�</p><p>Nun, da der Schmerz nachgelassen hatte, sa� Harry ganz ruhig da, starrte auf seine F��e und lie� Kopf und Ged�chtnis zur Ruhe kommen.</p><p>Ein Durcheinander schemenhafter Gestalten, ein Ansturm heulender Stimmen</p><p>...</p><p>�Er will, dass etwas erledigt wird, und das geschieht nicht schnell genug�, sagte er.</p><p>Wieder war er �berrascht, diese Worte aus seinem eigenen Mund zu h�ren, und doch war er sich v�llig sicher, die Wahrheit zu sagen.</p><p>�Aber ... woher wei�t du das?�, sagte Ron.</p><p>Harry sch�ttelte den Kopf, legte die H�nde aufs Gesicht und presste die Handballen auf die Augen. Sternchen funkelten auf. Er merkte, dass Ron sich neben ihn auf die Bank setzte, und sp�rte, dass er ihn anstarrte.</p><p>�Geht es ums Gleiche wie beim letzten Mal?�, sagte Ron mit ged�mpfter Stimme. �Als dir in Umbridges B�ro die Narbe wehtat? Du-wei�t-schon-wer war zornig?�</p><p>Harry sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Was ist es dann?�</p><p>Harry rief sich in Erinnerung, wie es gewesen war. Er hatte Umbridge ins Gesicht gesehen ... seine Narbe hatte geschmerzt ... und er hatte dieses merkw�rdige Gef�hl im Magen gehabt... ein merkw�rdiges, aufloderndes Gef�hl</p><p>... ein Gef�hl von Gl�ck ... aber nat�rlich hatte er nicht erkannt, was es war, weil er sich selbst so elend gef�hlt hatte ...</p><p>�Das letzte Mal war es, weil er sich gefreut hat�, sagte er. �Wirklich gefreut.</p><p>Er dachte ... etwas Gutes w�rde passieren. Und in der Nacht, ehe wir nach Hogwarts zur�ckfuhren ...� Er dachte an den Moment in ihrem Schlafzimmer am Grimmauldplatz zur�ck, als seine Narbe so heftig geschmerzt hatte ... �da war er w�tend ...�</p><p>Er sah zu Ron, der ihn mit offenem Mund anstarrte.</p><p>�Du k�nntest Trelawneys Job �bernehmen, Mann�, sagte er in ehrf�rchtigem Ton.</p><p>�Ich mache keine Prophezeiungen�, sagte Harry.</p><empty-line/><p>�Nein, aber wei�t du, was du tust?�, sagte Ron ver�ngstigt und beeindruckt zugleich. �Harry, du liest die Gedanken von Du-wei�t-schon-wem!�</p><p>�Nein�, entgegnete Harry und sch�ttelte den Kopf. �Es ist eher ... seine Stimmung, w�rde ich sagen. Ich sp�re nur blitzartig, in welcher Stimmung er ist.</p><p>Dumbledore meinte, so etwas w�re letztes Jahr passiert. Er meinte, wenn Voldemort in meiner N�he ist oder wenn er Hass f�hlt, kann ich es sp�ren. Tja, jetzt sp�re ich auch, wenn er sich freut ...�</p><p>Eine Pause trat ein. Wind und Regen peitschten gegen das Geb�ude.</p><p>�Das musst du jemandem erz�hlen�, sagte Ron.</p><p>�Letztes Mal hab ich's Sirius erz�hlt.�</p><p>�Gut, dann sag's ihm auch diesmal!�</p><p>�Geht schlecht, oder?�, sagte Harry grimmig. �Du wei�t doch, Umbridge �berwacht die Eulen und die Kamine.�</p><p>�Gut, dann Dumbledore.�</p><p>�Ich hab dir doch eben gesagt, dass er es schon wei߫, sagte Harry knapp, stand auf, nahm seinen Mantel vom Haken und schwang ihn sich um die Schultern. �Es hat keinen Sinn, es ihm noch mal zu sagen.�</p><p>W�hrend Ron seinen Mantel zumachte, musterte er Harry nachdenklich.</p><p>�Dumbledore wird es erfahren wollen�, sagte er.</p><p>Harry zuckte die Achseln.</p><p>�Komm schon ... wir m�ssen noch Schweigezauber �ben.�</p><p>Sie eilten �ber die dunklen Schlossgr�nde zur�ck, rutschten und stolperten �ber den glitschigen Rasen und sprachen unterwegs kein Wort. Harry dachte angestrengt nach. Was war es, das Voldemort erledigt sehen wollte und das nicht rasch genug geschah?</p><p>�... er hat noch andere Pl�ne ... Pl�ne, die er tats�chlich ganz ohne Aufsehen verwirklichen kann ... Dinge, die er nur absolut heimlich bekommen kann ... zum Beispiel eine Waffe. Etwas, das er das letzte Mal nicht hatte.�</p><p>Harry hatte seit Wochen nicht mehr �ber diese Worte nachgedacht. Was in Hogwarts geschah, hatte ihn zu sehr in Anspruch genommen, er war zu besch�ftigt mit dem st�ndigen Kampf gegen Umbridge, mit der Ungerechtigkeit der Einmischungen des Ministeriums ... doch nun fielen ihm diese Worte wieder ein und machten ihn nachdenklich ... Voldemorts Zorn w�rde Sinn ergeben, wenn er der Waffe nicht n�her gekommen w�re, was auch immer es war. Hatte der Orden sein Vorhaben vereitelt, verhindert, dass er die Waffe in die Hand bekam?</p><empty-line/><p>Wo wurde sie aufbewahrt? Wer hatte sie jetzt?</p><p>�Mimbulus mimbeltonia�, sagte Rons Stimme, und Harry erwachte gerade noch rechtzeitig aus seinen Gr�beleien, um durch das Portr�tloch in den Gemeinschaftsraum zu klettern.</p><p>Offenbar war Hermine fr�h zu Bett gegangen. Sie hatte den zusammengerollten Krummbein in einem nahen Sessel und ein paar knubblige Elfenstrickh�te auf einem Tisch am Kamin zur�ckgelassen. Harry war eher froh, dass sie nicht da war, denn er war nicht sonderlich erpicht darauf, �ber seine schmerzende Narbe zu diskutieren und sich auch noch von ihr sagen zu lassen, er solle unbedingt zu Dumbledore gehen. Ron warf ihm weiter besorgte Blicke zu, aber Harry holte sein Zauberkunstbuch heraus und machte Anstalten, seinen Aufsatz zu Ende zu schreiben. Allerdings gab er nur vor, sich zu konzentrieren, und als Ron sagte, er w�rde jetzt auch nach oben und schlafen gehen, hatte er noch kaum etwas zu Papier gebracht.</p><p>Mitternacht kam und ging, w�hrend Harry ein ums andere Mal einen Abschnitt �ber die Anwendungen von L�ffelkraut, Liebst�ckel und Nieskraut durchlas und kein einziges Wort davon begriff.</p><p>Diese Pflantzen verursachen h�chst wirksam eine Entz�ndung des Gehirnes und finden von daher oft Eingang in verwirrende und berauschende Artzeneien, mit denen der Zauberer w�nschet hei�en Kopfes und leichten Sinnes zu werden ...</p><p>... Hermine hatte gesagt, Sirius w�rde leichtsinnig werden, zur Unt�tigkeit verdammt am Grimmauldplatz ...</p><p>... verursachen h�chst wirksam eine Entz�ndung des Gehirnes und finden von daher oft Eingang ...</p><p>... der Tagesprophet w�rde glauben, sein Gehirn sei entz�ndet, wenn sie rausf�nden, dass er wusste, was Voldemort f�hlte...</p><p>.. .finden von daher oft Eingang in verwirrende und berauschende Artzeneien</p><p>...</p><p>... verwirrend war das treffende Wort; warum wusste er, was Voldemort f�hlte? Worin bestand jene unheimliche Verbindung zwischen ihm und Voldemort, die Dumbledore ihm nie richtig hatte erkl�ren k�nnen?</p><p>... mit denen der Zauberer w�nschet ...</p><p>... wie gerne w�rde Harry schlafen ...</p><p>... hei�en Kopfes ...zu werden ...</p><p>... hier in seinem Sessel vor dem Feuer war es warm und behaglich, w�hrend der Regen immer noch schwer gegen die Fensterscheiben trommelte, Krummbein schnurrte und die Flammen knisterten ...</p><p>Das Buch rutschte aus Harrys Hand und landete mit einem dumpfen Schlag auf dem Kaminvorleger. Sein Kopf glitt zur Seite ...</p><p>Wieder einmal ging er durch einen fensterlosen Korridor, seine Schritte hallten in der Stille wider. Die T�r am Ende des Korridors wurde drohend gr��er und sein Herz schlug schnell vor Aufregung ... wenn er sie nur �ffnen k�nnte ... den Raum dahinter betreten ...</p><p>Er streckte die Hand aus ... seine Fingerspitzen waren Zentimeter von ihr entfernt ...</p><p>�Harry Potter, Sir!�</p><p>Er schreckte hoch. Die Kerzen im Gemeinschaftsraum waren niedergebrannt.</p><p>Ganz in der N�he bewegte sich etwas.</p><p>�Wer da?�, fragte Harry und richtete sich j�h auf. Das Feuer war fast erloschen, es war sehr dunkel im Raum.</p><p>�Dobby hat Ihre Eule, Sir!�, sagte eine Quiekstimme.</p><p>�Dobby?�, nuschelte Harry und ersp�hte im D�mmerlicht, woher die Worte kamen.</p><p>Dobby der Hauself stand neben dem Tisch, auf dem Hermine ein halbes Dutzend ihrer Strickh�te hinterlassen hatte. Seine gro�en spitzen Ohren ragten, wie es aussah, unter s�mtlichen H�ten hervor, die Hermine je gestrickt hatte. Er trug sie alle �bereinander, so dass sein Kopf um fast einen Meter h�her erschien, und auf dem obersten Bommel sa� Hedwig, die munter schrie und offensichtlich wieder gesund war.</p><p>�Dobby hat sich freiwillig gemeldet, um Harry Potters Eule zur�ckzubringen�, quiekte der Elf mit einem Ausdruck unverhohlener Bewunderung im Gesicht.</p><p>�Professor Raue-Pritsche sagt, sie sei nun wieder ganz gesund, Sir.� Er verneigte sich so tief, dass seine Bleistiftnase �ber den zerschlissenen Kaminvorleger streifte und Hedwig mit einem entr�steten Schrei auf Harrys Sessellehne flatterte.</p><p>�Danke, Dobby!�, sagte Harry, streichelte Hedwigs Kopf und blinzelte angestrengt, um das Bild der T�r aus seinem Traum loszuwerden ... sie war ihm so wirklich erschienen. Als er wieder zu Dobby blickte, fiel ihm auf, dass der Elf zu allem �berfluss auch noch mehrere Schals und unz�hlige Socken trug und seine F��e deshalb viel zu gro� f�r seinen K�rper wirkten.</p><p>��hm ... hast du alle Sachen genommen, die Hermine ausgelegt hat?�</p><p>�O nein, Sir�, sagte Dobby gl�cklich. �Dobby hat auch ein paar Sachen f�r Winky mitgenommen, Sir.�</p><empty-line/><p>�Ach so. Und wie geht's Winky?�, fragte Harry.</p><p>Dobby lie� ein wenig die Ohren h�ngen.</p><p>�Winky trinkt immer noch eine Menge, Sir�, sagte er traurig, die gewaltigen gr�nen Augen, gro� und rund wie Tennisb�lle, zu Boden gesenkt. �Sie will immer noch nichts von Kleidung wissen, Harry Potter. Und die anderen Hauselfen auch nicht. Keiner will mehr den Gryffindor-Turm putzen, wo doch jetzt �berall die H�te und Socken versteckt sind, sie halten das f�r eine Beleidigung, Sir. Dobby macht alles alleine, Sir, aber Dobby ist es egal, Sir, weil er immer hofft Harry Potter zu treffen, und heute Nacht, Sir, ist sein Wunsch in Erf�llung gegangen!� Dobby sank wieder in eine tiefe Verbeugung. �Aber Harry Potter kommt mir nicht gl�cklich vor�, fuhr er fort, richtete sich auf und schaute Harry sch�chtern an. �Dobby hat ihn im Schlaf murmeln h�ren. Hat Harry Potter schlimme Tr�ume gehabt?�</p><p>�Nicht allzu schlimme.� Harry g�hnte und rieb sich die Augen. �Ich hatte schon schlimmere.�</p><p>Der Elf beobachtete Harry aus seinen gro�en Kugelaugen. Dann lie� er die Ohren h�ngen und sagte sehr ernst: �Dobby w�nschte, er k�nnte Harry Potter helfen, denn Harry Potter hat Dobby befreit und Dobby ist jetzt viel, viel gl�cklicher.�</p><p>Harry l�chelte.</p><p>�Du kannst mir nicht helfen, Dobby, aber danke f�r das Angebot.�</p><p>Er b�ckte sich und hob sein Zaubertrankbuch auf. Morgen musste er noch einmal versuchen den Aufsatz fertig zu schreiben. Er schloss das Buch und in diesem Moment fiel das Licht des Feuers auf die feinen wei�en Narben auf seinem Handr�cken - die Folge seiner Strafarbeiten bei Umbridge ...</p><p>�Einen Moment - da ist tats�chlich etwas, das du f�r mich tun kannst, Dobby�, sagte Harry langsam.</p><p>Der Elf wandte sich mit strahlendem L�cheln um.</p><p>�Sagen Sie es, Harry Potter, Sir!�</p><p>�Ich muss einen Ort finden, wo achtundzwanzig Leute Verteidigung gegen die dunklen K�nste �ben k�nnen, ohne dass sie von irgendeinem Lehrer entdeckt werden. Vor allem nicht� - Harry umklammerte das Buch so fest, dass die Narben perlwei� schimmerten - �von Professor Umbridge.�</p><p>Er h�tte erwartet, dass dem Elfen das L�cheln vergehen und er die Ohren h�ngen lassen w�rde; er h�tte erwartet, dass er sagen w�rde, es sei unm�glich, oder auch, dass er etwas suchen w�rde, aber nur wenig Hoffnung habe. Nicht erwartet h�tte er jedoch, dass Dobby einen kleinen Hopser machte, die Ohren fr�hlich wackeln lie� und in die H�nde klatschte.</p><p>�Dobby wei�, wo es am besten geht, Sir!�, sagte er gl�cklich. �Dobby hat geh�rt, wie die anderen Hauselfen davon erz�hlt haben, als er nach Hogwarts kam, Sir. Bei uns hei�t er der Da-und-fort-Raum, Sir, oder auch der Raum der W�nsche!�</p><p>�Warum?�, fragte Harry neugierig.</p><p>�Weil es ein Raum ist�, sagte Dobby ernsthaft, �den jemand nur betreten kann, wenn er ihn unbedingt braucht. Manchmal ist er da, manchmal nicht, aber wenn er erscheint, ist er immer ganz nach den Bed�rfnissen des Suchenden eingerichtet.� Er senkte die Stimme und fuhr mit schuldbewusster Miene fort:</p><p>�Dobby hat ihn benutzt, Sir, als Winky sehr betrunken war; er hat sie im Raum der W�nsche versteckt und dort Mittel gegen Butterbier gefunden und ein h�bsches elfengro�es Bett, wo sie ihren Rausch ausschlafen konnte ... und Dobby wei�, dass Mr. Filch dort schon einmal Putzmittel gefunden hat, als sie ihm ausgegangen sind, Sir, und -�</p><p>�Und wenn du wirklich mal aufs Klo m�sstest�, sagte Harry, dem pl�tzlich etwas eingefallen war, das Dumbledore beim letzten Weihnachtsball gesagt hatte,</p><p>�w�rde er dann voller Nachtt�pfe sein?�</p><p>�Dobby glaubt schon, Sir�, sagte Dobby und nickte ernst. �Es ist ein h�chst erstaunlicher Raum, Sir.�</p><p>�Wie viele Leute wissen davon?�, fragte Harry und setzte sich aufrechter hin.</p><p>�Sehr wenige, Sir. Meist stolpern die Leute �ber ihn, wenn sie ihn brauchen, Sir, aber oft finden sie ihn nie wieder, denn sie wissen nicht, dass er immer da ist und wartet, bis er gebraucht wird, Sir.�</p><p>�Klingt ja fabelhaft�, sagte Harry und sein Herz schlug wie rasend. �Klingt perfekt, Dobby. Wann kannst du mir zeigen, wo er ist?�</p><p>�Jederzeit, Harry Potter, Sir�, sagte Dobby und schien sich �ber Harrys Begeisterung zu freuen. �Wir k�nnen jetzt gleich gehen, wenn Sie w�nschen!�</p><p>Einen Moment lang war Harry versucht mit Dobby zu gehen. Er hatte sich schon halb erhoben und wollte in den Schlafsaal eilen, um seinen Tarnumhang zu holen, als nicht zum ersten Mal eine Stimme, die sehr nach Hermine klang, in sein Ohr fl�sterte: Leichtsinnig. Es war immerhin schon ziemlich sp�t und er war ersch�pft.</p><p>�Nicht heute Nacht, Dobby�, sagte Harry widerstrebend und lie� sich wieder in den Sessel sinken. �Das ist wirklich wichtig ... ich will's nicht vermasseln, das m�ssen wir richtig planen. H�r zu, sag mir doch einfach, wo genau dieser Raum der W�nsche ist und wie man hineinkommt.�</p><p>Ihre Umh�nge bauschten sich und flatterten um sie her, w�hrend sie durch den �berschwemmten Gem�segarten zur Doppelstunde Kr�uterkunde patschten.</p><p>Regentropfen h�mmerten schwer wie Hagelk�rner auf das Gew�chshausdach, so dass sie kaum h�ren konnten, was Professor Sprout sagte. Der Unterricht in Pflege magischer Gesch�pfe musste an diesem Nachmittag vom sturmgepeitschten Schlossgrund in ein freies Klassenzimmer im Erdgeschoss verlegt werden, und zu ihrer immensen Erleichterung hatte Angelina beim Mittagessen ihr Team aufgesucht und ihnen mitgeteilt, dass das Quidditch-Training ausfiel.</p><p>�Gut�, erwiderte Harry leise, als sie es ihm gesagt hatte. �Wir haben n�mlich einen Ort f�r das erste Treffen unserer Verteidigungsgruppe gefunden. Heute Abend, acht Uhr, siebter Stock, gegen�ber diesem Wandbehang mit Barnabas dem Bekloppten, der von den Trollen verdroschen wird. Kannst du das Katie und Alicia ausrichten?�</p><p>Sie wirkte leicht verdutzt, versprach es aber. Harry wandte sich wieder hungrig seinen W�rstchen mit Kartoffelbrei zu. Als er aufblickte, um einen Schluck K�rbissaft zu nehmen, bemerkte er, dass Hermine ihn beobachtete.</p><p>�Was gibt's?�, mampfte er.</p><p>�Also ... ich wollte nur sagen, dass Dobbys Vorhaben manchmal nicht ungef�hrlich sind. Wei�t du nicht mehr, dass du wegen ihm mal s�mtliche Armknochen verloren hast?�</p><p>�Dieser Raum ist nicht blo� eine verr�ckte Idee von Dobby; Dumbledore kennt ihn auch, beim Weihnachtsball hat er ihn mir gegen�ber erw�hnt.�</p><p>Hermines Gesicht hellte sich auf.</p><p>�Dumbledore hat dir davon erz�hlt?�</p><p>�Nur so nebenbei�, sagte Harry achselzuckend.</p><p>�Oh, dann ist es ja okay�, sagte Hermine munter und erhob keine Einw�nde mehr.</p><p>Gemeinsam mit Ron hatten sie fast den ganzen Tag lang alle Leute aufgesucht, die im Eberkopf ihren Namen in die Liste eingetragen hatten, und ihnen gesagt, wo sie sich an diesem Abend treffen w�rden. Harry war ein wenig entt�uscht, dass es Ginny war, die als Erste auf Cho und ihre Freundin traf. Gegen Ende des Abendessens jedoch war er zuversichtlich, dass die Nachricht an alle f�nfundzwanzig Leute weitergeleitet worden war, die im Eherkopf gewesen waren.</p><empty-line/><p>Um halb acht verlie�en Harry, Ron und Hermine den Gemeinschaftsraum der Gryffindors, Harry mit einem gewissen St�ck altem Pergament in der Hand.</p><p>F�nftkl�ssler durften bis neun auf den Fluren sein, doch alle drei schauten sich andauernd nerv�s um, w�hrend sie zum siebten Stock hochstiegen.</p><p>�Passt auf�, warnte Harry, entfaltete das Pergament am Ende der letzten Treppe, stupste mit dem Zauberstab dagegen und murmelte: �Ich schw�re feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin.�</p><p>Eine Karte von Hogwarts erschien auf dem leeren Pergament. Darauf bewegten sich winzige schwarze, mit Namen versehene Punkte, die zeigten, wo verschiedene Leute steckten.</p><p>�Filch ist im zweiten Stock�, sagte Harry und hielt sich die Karte nah vor die Augen, �und Mrs. Norris treibt sich im vierten herum.�</p><p>�Und Umbridge?�, fragte Hermine besorgt.</p><p>�In ihrem B�ro�, sagte Harry und zeigte es ihr. �Okay, gehen wir.�</p><p>Sie eilten den Korridor entlang zu der Stelle, die Dobby Harry beschrieben hatte, einem St�ck kahler Wand gegen�ber einem gewaltigen Wandteppich, auf dem Barnabas' des Bekloppten t�richter Versuch verewigt war, Trollen Ballett beizubringen.</p><p>�Okay�, sagte Harry leise, w�hrend ein mottenzerfressener Troll sich eine kleine Pause beim unabl�ssigen Verpr�geln des gescheiterten Ballettlehrers g�nnte und ihnen zusah. �Dobby meinte, wir m�ssten dreimal an diesem St�ck Wand vorbeigehen und uns mit aller Kraft darauf konzentrieren, was wir brauchen.�</p><p>Das taten sie, wobei sie am Fenster gleich hinter dem kahle n Wandst�ck scharf kehrtmachten und dann wieder an der mannsgro�en Vase auf der anderen Seite.</p><p>Ron hatte die Augen vor Anstrengung zusammengekniffen; Hermine fl�sterte etwas vor sich hin; Harry hatte die F�uste geballt und starrte stur geradeaus.</p><p>Wir brauchen einen Raum, in dem wir lernen k�nnen zu k�mpfen ..., dachte er.</p><p>Gib uns einen Raum zum �ben ...wo sie uns nicht finden k�nnen ...</p><p>�Harry!�, sagte Hermine scharf, als sie zum dritten Mal an der Wand entlanggegangen waren und wieder kehrtmachten.</p><p>Eine gl�nzende polierte T�r war in der Wand erschienen. Ron starrte sie mit leichtem Argwohn an. Harry streckte die Hand aus, packte die Messingklinke, zog die T�r auf und ging voraus in einen weitl�ufigen Raum, den lodernde Fackeln beleuchteten, wie sie auch in den Kerkern acht Stockwerke unter ihnen brannten.</p><p>An den W�nden zogen sich h�lzerne B�cherschr�nke entlang und statt Sesseln lagen gro�e Seidenkissen auf dem Boden. Auf einigen Regalen auf der anderen Seite des Raums standen verschiedene Instrumente wie Spickoskope, Geheimnis-Detektoren und ein gro�es, kaputtes Feindglas, von dem Harry �berzeugt war, dass es im vorigen Jahr im B�ro des falschen Moody gehangen hatte.</p><p>�Die sind gut, wenn wir Schockzauber �ben�, sagte Ron begeistert und stupste mit dem Fu� gegen eines der Kissen.</p><p>�Und schaut euch nur diese B�cher an!�, sagte Hermine entz�ckt und fuhr mit dem Finger �ber die R�cken der dicken Lederb�nde. �Ein Handbuch g�ngiger Fl�che und Gegenfl�che ... Die dunklen K�nste �berlistet ... Zaubern zur Selbstverteidigung ... sagenhaft ...� Sie wandte sich mit gl�hendem Gesicht zu Harry um, und er sah, dass die Hunderte von B�chern, die es hier gab, Hermine endlich davon �berzeugt hatten, dass es richtig war, was sie taten. �Harry, das ist wunderbar, hier ist alles, was wir brauchen!�</p><p>Und ohne Umschweife zog sie Hexen f�r Verhexte aus dem Regal, lie� sich auf das n�chstbeste Kissen sinken und fing an zu lesen.</p><p>Es klopfte sacht an der T�r. Harry wandte sich um. Ginny, Neville, Lavender, Parvati und Dean waren da.</p><p>�Wow�, sagte Dean und sp�hte beeindruckt umher. �Was ist das f�r ein Zimmer?�</p><p>Harry fing an zu erkl�ren, doch bevor er geendet hatte, kamen weitere Leute herein und er musste noch mal von vorn beginnen. Gegen acht Uhr schlie�lich waren alle Kissen besetzt. Harry ging hin�ber zur T�r und drehte den Schl�ssel um, der aus dem Schloss ragte. Es klickte beruhigend laut. Alle verstummten und sahen ihn an, Hermine markierte sorgf�ltig ihre Seite in Hexen f�r Verhexte und legte das Buch weg.</p><p>�Also�, sagte Harry ein wenig nerv�s. �Das hier ist der Raum, den wir f�r unsere �bungsstunden aufgetrieben haben, und ihr - �hm - findet ihn offensichtlich ganz brauchbar.�</p><p>�Er ist phantastisch!�, sagte Cho und einige Leute murmelten zustimmend.</p><p>�Ziemlich irre�, sagte Fred und sah sich stirnrunzelnd um. �Wir haben uns mal vor Filch hier drin versteckt, wei�t du noch, George? Aber damals war es nur ein Besenschrank.�</p><p>�Hey, Harry, was sind das f�r Sachen?�, fragte Dean von hinten und zeigte auf die Spickoskope und das Feindglas.</p><p>�Antiobskuranten�, sagte Harry und ging zwischen den Kissen hindurch auf die Instrumente zu. �Im Grunde zeigen sie alle, wenn schwarze Magier oder Feinde in der N�he sind, aber man kann sich nicht so recht auf sie verlassen, sie k�nnen ausgetrickst werden ...�</p><p>Er sp�hte einen Moment in das kaputte Feindglas; schattenhafte Gestalten bewegten sich darin, aber keiner war zu erkennen. Er wandte sich um.</p><p>�Nun, ich hab dar�ber nachgedacht, was wir als Erstes tun sollten, und - �hm -� Er sah eine erhobene Hand. �Ja, Hermine?�</p><p>�Ich finde, wir sollten einen Anf�hrer w�hlen�, sagte Hermine.</p><p>�Harry ist der Anf�hrer�, sagte Cho prompt und sah Hermine an, als w�re sie verr�ckt.</p><p>Harrys Magen schlug erneut einen Salto r�ckw�rts.</p><p>�Ja, aber ich denke, wir sollten richtig dar�ber abstimmen�, sagte Hermine unbeeindruckt. �Das macht das Ganze offiziell und verleiht ihm Autorit�t. Also - wer ist daf�r, dass Harry unser Anf�hrer sein soll?�</p><p>Alle hoben die Hand, selbst Zacharias Smith, wenn auch recht halbherzig.</p><p>��hm - gut, danke�, sagte Harry, dessen Gesicht gl�hte. �Und - was noch, Hermine?�</p><p>�Ich finde au�erdem, dass wir uns einen Namen geben sollten�, strahlte sie, die Hand immer noch erhoben. �Das w�rde den Teamgeist und den Zusammenhalt unter uns f�rdern, meint ihr nicht?�</p><p>�Wie w�r's mit Anti-Umbridge-Liga?�, sagte Angelina hoffnungsvoll.</p><p>�Oder die Ministerium-macht-Murks-Gruppe?�, schlug Fred vor.</p><p>�Ich w�rde meinen�, sagte Hermine mit einem finsteren Blick zu Fred, �dass wir uns einen Namen geben sollten, der nicht allen verr�t, was wir vorhaben, damit wir ihn auch au�erhalb unserer Treffen gefahrlos verwenden k�nnen.�</p><p>�Die Defensiv-Allianz?�, sagte Cho. �Abgek�rzt DA, damit niemand wei�, wovon wir reden?�</p><p>�Ja, DA ist schon mal gut�, sagte Ginny. �Aber es sollte besser f�r Dumbledores Armee stehen, denn das ist doch die gr��te Angst des Ministeriums, oder?�</p><p>Ihr Vorschlag erntete viel zustimmendes Murmeln und Gel�chter.</p><p>�Dann sind alle f�r DA?�, sagte Hermine gebieterisch und kniete sich auf ihr Kissen, um zu z�hlen. �Das ist die Mehrheit - Vorschlag angenommen!�</p><p>Sie pinnte das Pergament mit all ihren Unterschriften an die Wand und schrieb in gro�en Buchstaben dar�ber:</p><p>DUMBLEDORES ARMEE</p><empty-line/><p>�Gut�, sagte Harry, als sie sich wieder gesetzt hatte, �wollen wir dann mit den �bungen anfangen? Ich hab mir �berlegt, dass wir als Erstes den Expelliarmus �ben sollten, ihr wisst ja, den Entwaffnungszauber. Der geh�rt zwar zu den simplen Grundlagen des Zauberns, aber ich fand ihn recht n�tzlich -�</p><p>�Also bitte�, sagte Zacharias Smith, verschr�nkte die Arme und rollte mit den Augen. �Ich glaub nicht, dass ausgerechnet Expelliarmus uns gegen Du-wei�t-schon-wen n�tzen wird.�</p><p>�Ich hab ihn gegen ihn eingesetzt�, sagte Harry ruhig. �Er hat mir im Juni das Leben gerettet.�</p><p>Smith machte benommen den Mund auf. Alle anderen waren totenstill.</p><p>�Aber wenn du meinst, du musst dich damit nicht abgeben, kannst du ja gehen�, sagte Harry.</p><p>Smith r�hrte sich nicht. Und auch sonst keiner.</p><p>�Okay�, sagte Harry mit ungewohnt trockenem Mund, da alle Augen auf ihn gerichtet waren. �Ich schlage vor, wir gehen immer zu zweit zusammen und �ben.�</p><p>Es war ein sehr merkw�rdiges Gef�hl, Anweisungen zu erteilen, aber bei weitem merkw�rdiger war es, sie befolgt zu sehen. Schon hatten sich alle erhoben und teilten sich auf. Wie vorauszusehen blieb Neville ohne Partner.</p><p>�Du kannst mit mir �ben�, sagte Harry. �Also - ich z�hl bis drei - eins, zwei, drei -�</p><p>Der Raum war pl�tzlich erf�llt mit �Expelliarmus�-Rufen. Zauberst�be flogen kreuz und quer; verpatzte Zauber trafen B�cher auf den Regalen und lie�en sie durch die Luft flattern. Harry war zu schnell f�r Neville. Sein Zauberstab wirbelte ihm aus der Hand, traf mit einem Funkenschauer die Decke und landete klappernd auf einem B�cherregal, von wo ihn Harry mit einem Aufrufezauber zur�ckholte.</p><p>Als Harry sich umschaute, stellte er fest, dass es richtig gewesen war, sie zuerst einmal die elementaren Dinge �ben zu lassen. Er sah einiges an verungl�ckten Zaubern; vielen gelang es gar nicht, ihre Gegner zu entwaffnen. Stattdessen sprangen diese oft nur ein paar Meter r�ckw�rts oder zuckten leicht zusammen, w�hrend der schw�chliche Zauber �ber sie hinwegschwirrte.</p><p>�Expelliarmus!�, sagte Neville, und Harry, den es kalt erwischte, sp�rte, wie ihm der Zauberstab aus der Hand flog.</p><p>�ICH HAB'S GESCHAFFT!�, frohlockte Neville. �Zum allerersten Mal - ICH HAB'S GESCHAFFT!�</p><p>�Gut gemacht!�, ermunterte ihn Harry und verzichtete darauf, Neville zu erkl�ren, dass sein Gegner in einem echten Zweikampf kaum in die andere Richtung starren und seinen Zauberstab locker an der Seite halten w�rde. �H�r zu, Neville, k�nntest du f�r ein paar Minuten abwechselnd mit Ron und Hermine �ben? Dann kann ich rumgehen und schauen, wie die anderen zurechtkommen.�</p><p>Harry trat in die Mitte des Raums. Etwas sehr Komisches geschah mit Zacharias Smith. Immer wenn er den Mund �ffnete, um Anthony Goldstein zu entwaffnen, flog ihm der eigene Zauberstab aus der Hand, dabei gab Anthony allem Anschein nach keinen Mucks von sich. Harry musste sich nicht lange umsehen, um das R�tsel zu l�sen: Fred und George standen einige Schritte von Smith entfernt und zielten abwechselnd mit ihren Zauberst�ben auf seinen R�cken.</p><p>�Sorry, Harry�, sagte George eilends, als ihn Harrys Blick traf. �Ich konnte einfach nicht widerstehen.�</p><p>Harry ging um die anderen Paare herum und versuchte bei denen, die den Zauber falsch ausf�hrten, korrigierend einzugreifen. Ginny �bte mit Michael Corner; sie war sehr gut, w�hrend Michael entweder sehr schlecht war oder sie nicht verhexen wollte. Ernie Macmillan trieb �berfl�ssigen Firlefanz mit dem Zauberstab und gab dadurch seinem Partner Gelegenheit, an seiner Deckung vorbeizukommen. Die Creevey-Br�der waren begeistert bei der Sache, aber unberechenbar und gr��tenteils verantwortlich f�r all die B�cher, die rundum aus den Regalen h�pften. Luna Lovegood war �hnlich flatterhaft. Manchmal wirbelte sie Justin Finch-Fletchleys Zauberstab aus dessen Hand, dann wieder lie� sie ihm nur die Haare zu Berge stehen.</p><p>�Okay, aufh�ren!�, rief Harry. �Stopp! STOPP!�</p><p>Ich brauch eine Pfeife, dachte er und im selben Moment sah er eine auf der n�chsten Reihe B�cher liegen. Er holte sie und blies kr�ftig hinein. Alle lie�en die Zauberst�be sinken.</p><p>�Das war nicht schlecht�, sagte Harry, �aber es gibt einiges zu verbessern.�</p><p>Zacharias Smith starrte ihn w�tend an. �Versuchen wir's noch mal.�</p><p>Wieder ging er durch den Raum, blieb gelegentlich stehen und erteilte Ratschl�ge. Allm�hlich besserte sich die Leistung seiner Sch�ler. Er vermied es eine Weile, in die N�he von Cho und ihrer Freundin zu kommen, doch nachdem er jedes andere Paar im Raum zweimal umrundet hatte, sp�rte er, dass er nicht l�nger so tun konnte, als w�ren sie nicht da.</p><p>�O nein�, sagte Cho ziemlich fahrig, als er sich n�herte. �Expelliarmius! Ich meine Expellimellius! Ich - oh, tut mir Leid, Marietta!�</p><p>Der �rmel ihrer gelockten Freundin hatte Feuer gefangen; Marietta l�schte es mit ihrem Zauberstab und funkelte Harry b�se an, als w�re es seine Schuld.</p><empty-line/><p>�Du hast mich nerv�s gemacht, vorhin war ich noch ganz gut!�, erkl�rte ihm Cho bek�mmert.</p><p>�Das war schon mal nicht schlecht�, schwindelte Harry, doch als sie die Augenbrauen hochzog, sagte er: �Nein, sicher, es war mies, aber ich wei�, dass du es richtig kannst. Ich hab euch von dort dr�ben beobachtet.�</p><p>Sie lachte. Ihre Freundin Marietta sah beide recht s�uerlich an und wandte sich ab.</p><p>�Lass sie nur�, murmelte Cho. �Sie will eigentlich gar nicht hier sein, aber ich hab sie �berredet. Ihre Eltern haben ihr verboten, irgendetwas zu tun, was Umbridge �rgern k�nnte. Du musst wissen - ihre Mum arbeitet im Ministerium.�</p><p>�Und was ist mit deinen Eltern?�, fragte Harry.</p><p>�Na ja, die haben mir auch verboten, Umbridge in die Quere zu kommen�, sagte Cho und reckte sich stolz. �Aber wenn die glauben, ich w�rde nicht gegen Du-wei�t-schon-wen k�mpfen, nach dem, was mit Cedric geschehen ist -�</p><p>Sie brach ab, offenbar ziemlich durcheinander, und beide verfielen in ein verlegenes Schweigen. Terry Boots Zauberstab schwirrte an Harrys Ohr vorbei und traf Alicia Spinnet hart an der Nase.</p><p>�Also, mein Dad unterst�tzt gerne alles, was sich gegen das Ministerium richtet!�, sagte Luna Lovegood stolz dicht hinter Harry. Offenbar hatte sie ihr Gespr�ch belauscht, w�hrend Justin Finch-Fletchley versuchte, sich aus dem Umhang zu befreien, der hochgeweht war und sich um seinen :: Kopf geschlungen hatte. �Er sagt immer, dass er Fudge alles zutraut! Wenn man nur bedenkt, wie viele Kobolde Fudge hat umbringen lassen! Und nat�rlich benutzt er die Mysteriumsabteilung, um schreckliche Gifte zu entwickeln, die er insgeheim allen verabreicht, die nicht seiner Meinung sind. Und dann ist da noch sein Umbumbliger Schlitzfatzer -�</p><p>�Frag blo� nicht�, murmelte Harry Cho zu, als sie verdutzt den Mund �ffnete.</p><p>Sie kicherte.</p><p>�Hey, Harry�, rief Hermine von der anderen Seite des Raums her�ber, �hast du mal auf die Uhr gesehen?�</p><p>Er blickte auf seine Uhr und stellte erschrocken fest, dass es schon zehn nach neun war, was hie�, dass sie schleunigst in ihre Gemeinschaftsr�ume zur�ckmussten oder Gefahr liefen, von Filch erwischt und bestraft zu werden, weil sie die Hausordnung verletzten. Er blies in seine Pfeife; die �Expelliarmus�-</p><p>Rufe verstummten und die letzten paar Zauberst�be fielen klappernd zu Boden.</p><p>�Nun, das war schon mal ganz gut�, sagte Harry. �Aber wir haben �berzogen und sollten jetzt besser aufh�ren. N�chste Woche, selbe Zeit, selber Ort?�</p><empty-line/><p>�Lieber schon fr�her!�, sagte Dean Thomas eifrig und viele nickten zustimmend.</p><p>Angelina jedoch sagte rasch: �Die Quidditch-Saison f�ngt bald an, unsere Mannschaft muss auch noch trainieren!�</p><p>�Sagen wir also n�chsten Mittwochabend�, verk�ndete Harry. �Dann k�nnen wir immer noch zus�tzliche Treffen beschlie�en. Kommt, wir sollten uns beeilen.�</p><p>Er holte die Karte des Rumtreibers wieder hervor und pr�fte eingehend, ob sie Hinweise auf Lehrer im siebten Stock gab. Er lie� die anderen in Dreier- und Vierergruppen hinausgehen und verfolgte besorgt, ob die kleinen Punkte sicher in ihre Schlafs�le zur�ckkehrten: Die Hufflepuffs gingen durch den Kellerkorridor, der auch in die K�chen f�hrte, die Ravenclaws zu einem Turm auf der Westseite des Schlosses und die Gryffindors durch den Korridor zum Portr�t der fetten Dame.</p><p>�Das war wirklich, wirklich gut, Harry�, sagte Hermine, als schlie�lich nur noch sie, Harry und Ron �brig waren.</p><p>�Jaah, allerdings!�, sagte Ron begeistert, w�hrend sie aus der T�r schlichen und zusahen, wie sie hinter ihnen wieder zu Stein verschmolz. �Hast du gesehen, wie ich Hermine entwaffnet hab, Harry?�</p><p>�Nur einmal�, sagte Hermine beleidigt. �Ich hab dich viel �fter gekriegt als du mich -�</p><p>�Ich hab dich nicht nur einma l gekriegt, sondern mindestens dreimal -�</p><p>�Naja, wenn du das eine Mal mitz�hlst, als du �ber deine F��e gestolpert bist und mir den Zauberstab aus der Hand geschlagen hast -�</p><p>Sie kabbelten sich den ganzen Weg zum Gemeinschaftsraum, aber Harry h�rte nicht hin. Er �berwachte die Karte des Rumtreibers, und gleichzeitig dachte er daran, dass Cho gesagt hatte, er mache sie nerv�s.</p></section><section><title><p>Der L�we und die Schlange</p></title><p>W�hrend der n�chsten zwei Wochen hatte Harry das Gef�hl, eine Art Talisman in der Brust zu tragen, ein gl�hendes Geheimnis, das ihm half, Umbridges Unterricht zu �berstehen, und ihn sogar sanft l�cheln lie�, wenn er in ihre gr�sslichen Glubschaugen sah. Er und die DA leisteten ihr Widerstand, direkt vor ihrer Nase, und taten genau das, was sie und das Ministerium am meisten f�rchteten. Wann immer er im Unterricht eigentlich Wilbert Slinkhards Buch lesen sollte, schwelgte er gen�sslich in Erinnerungen an ihre j�ngsten Treffen; Neville beispielsweise war es gelungen, Hermine zu entwaffnen, Colin Creevey beherrschte inzwischen den L�hmzauber, nachdem er sich bei drei Treffen m�chtig ins Zeug gelegt hatte, und Parvati Patil hatte einen so guten Reduktor-Fluch hingelegt, dass sie den Tisch mit s�mtlichen Spickoskopen darauf zu Staub hatte zerfallen lassen.</p><p>Da sie die Trainingszeiten von drei verschiedenen Quidditch-Mannschaften ber�cksichtigen mussten, die oft wegen schlechten Wetters verschoben wurden, fand Harry es schier unm�glich, einen regelm��igen Abendtermin f�r die DA-Treffen festzusetzen. Doch das war ihm gerade recht. Ihm schien es ohnehin besser, die Termine ganz spontan festzulegen. Sollte jemand sie beobachten, dann w�re es schwer, eine Regelm��igkeit zu entdecken. Hermine t�ftelte flugs ein sehr pfiffiges Verfahren aus, wie sie allen Mitgliedern Tag und Uhrzeit des n�chsten Treffens �bermitteln konnten, falls sie es kurzfristig verschieben mussten, da es verd�chtig aussehen w�rde, wenn man allzu h�ufig Leute aus verschiedenen H�usern dabei sah, wie sie die Gro�e Halle durchquerten, um miteinander zu reden. Sie gab jedem DA-Mitglied eine gef�lschte Galleone. (Ron geriet ganz aus dem H�uschen, als er den Korb mit den M�nzen zum ersten Mal sah und felsenfest davon �berzeugt war, sie w�rde tats�chlich Gold verteilen.)</p><p>�Seht ihr die Ziffern rings um den Rand der M�nzen?�, sagte Hermine am Ende ihres vierten Treffens und hielt eine in die H�he, damit es alle erkennen konnten. Die M�nze schimmerte fett und gelb im Licht der Fackeln. �Auf echten Galleonen ist das nichts weiter als eine Seriennummer, die sich auf den Kobold bezieht, der die M�nze gepr�gt hat. Auf diesen falschen Galleonen aber �ndern sich die Ziffern und zeigen Datum und Uhrzeit unseres n�chsten Treffens an. Die M�nzen werden hei�, wenn sich das Datum �ndert, also sp�rt ihr es, wenn ihr sie in der Tasche habt. Jeder nimmt sich eine. Wenn Harry das Datum des n�chsten Treffens festlegt, �ndert er die Ziffern auf seiner M�nze, und weil ich sie mit einem Proteus-Zauber belegt habe, ahmen alle M�nzen die seine nach und ver�ndern sich.�</p><p>Hermines Worten folgte ein verbl�fftes Schweigen. Sie schaute ringsum in all die Gesichter, die einigerma�en fassungslos zu ihr aufblickten.</p><p>�Nun - ich fand die Idee gut�, sagte sie verunsichert. �Ich meine, selbst wenn Umbridge von uns verlangt, die Taschen auszuleeren, ist nichts Verd�chtiges daran, wenn wir eine Galleone dabeihaben, oder? Aber ... na gut, wenn ihr sie nicht benutzen wollt -�</p><p>�Du schaffst einen Proteus-Zauber?�, fragte Terry Boot.</p><p>�Ja�, sagte Hermine.</p><p>�Aber das ... das ist UTZ-Niveau, ehrlich mal�, sagte er gepl�ttet.</p><p>�Oh�, sagte Hermine und versuchte bescheiden zu wirken. �Oh ... nun ... ja ... ich denk schon.�</p><p>�Warum bist du eigentlich nicht in Ravenclaw?�, wollte Terry wissen und starrte Hermine fast bewundernd an. �Wo du doch so viel Grips hast?�</p><p>�Ja, der Sprechende Hut hat bei mir damals ernsthaft �berlegt, ob er mich nicht nach Ravenclaw stecken soll�, sagte Hermine mit strahlendem L�cheln,</p><p>�aber dann hat er sich doch f�r Gryffindor entschieden. Also, hei�t das jetzt, wir benutzen die Galleonen?�</p><p>Ein zustimmendes Murmeln hob an und alle kamen nach vorn, um sich eine M�nze aus dem Korb zu nehmen. Harry warf Hermine einen scheelen Blick zu.</p><p>�Wei�t du, woran mich das erinnert?�</p><p>�Nein, woran?�</p><p>�An die Narben der Todesser. Voldemort ber�hrt eine von ihnen, und die Narben aller fangen an zu brennen, und sie wissen, dass sie zu ihm kommen m�ssen.�</p><p>�Nun ... ja�, sagte Hermine leise, �da hab ich tats�chlich die Idee her ... aber sicher hast du bemerkt, dass ich mich dazu entschlossen habe, das Datum auf Metall zu gravieren und nicht auf die Haut unserer Mitglieder.�</p><p>�Ja ... das ist mir allerdings lieber.� Harry grinste und lie� seine Galleone in die Tasche gleiten. �Das einzig Riskante an der Sache ist wohl nur, dass wir das Geld versehentlich ausgeben k�nnten.�</p><p>�Von wegen�, sagte Ron, der seine falsche Galleone mit leichtem Bedauern musterte. �Ich hab gar keine echte Galleone, mit der ich die verwechseln k�nnte.�</p><p>Die erste Quidditch-Begegnung der Saison, Gryffindor gegen Slytherin, r�ckte n�her, und so setzten sie ihre DA-Treffen vorerst aus, weil Angelina auf fast t�glichem Training bestand. Die Tatsache, dass die Quidditch-Meisterschaft schon so lange nicht mehr stattgefunden hatte, heizte das Interesse und die Aufregung um das kommende Spiel betr�chtlich an; die Ravenclaws und Hufflepuffs nahmen regen Anteil am Ausgang des Spiels, denn nat�rlich w�rden sie im kommenden Jahr gegen beide Mannschaften antreten; und die Hauslehrer der konkurrierenden Teams machten zwar den Versuch, hehre Sportlichkeit vorzusch�tzen, konnten jedoch nicht verbergen, dass sie entschlossen waren, ihre jeweiligen Mannschaften siegen zu sehen. Harry wurde klar, wie viel Professor McGonagall daran lag, dass sie die Slytherins schlugen, als sie darauf verzichtete, ihnen in der Woche vor dem Spiel Hausaufgaben aufzugeben.</p><p>�Ich denke, Sie haben im Moment genug am Hals�, sagte sie gn�dig. Keiner wollte so recht seinen Ohren trauen, bis sie Harry und Ron geradewegs ansah und verbissen sagte: �Ich bin daran gew�hnt, den Quidditch-Pokal in meinem B�ro zu sehen, Jungs, und ich will ihn wirklich nicht an Professor Snape �berreichen m�ssen, also nutzt die zus�tzliche Zeit zum Trainieren, ja?�</p><p>Snape war nicht weniger offen parteiisch; er hatte das Quidditch-Feld so h�ufig f�r das Training der Slytherins reserviert, dass die Gryffindors Schwierigkeiten hatten, �berhaupt zum Spielen zu kommen. Auch stellte er sich taub gegen�ber den vielen Berichten, wonach Slytherins versucht hatten, Gryffindor-Spieler auf den G�ngen zu verhexen. Als Alicia Spinnet im Krankenfl�gel auftauchte mit Augenbrauen, die so rasch wuchsen, dass sie ihr die Sicht raubten und �ber ihren Mund hinabwucherten, behauptete Snape stur, sie h�tte an sich selbst einen Zauber f�r volleres Haar ausprobiert. Er weigerte sich, den vierzehn Augenzeugen Geh�r zu schenken, die beteuerten, dass sie den Slytherin-H�ter, Miles Bletchley, dabei gesehen hatten, wie er sie von hinten mit einem Fluch traf, w�hrend sie in der Bibliothek arbeitete.</p><p>Harry sch�tzte die Chancen von Gryffindor zuversichtlich ein; schlie�lich hatten sie noch nie gegen Malfoys Mannschaft verloren. Zugegeben, Ron brachte immer noch nicht das, was sie von Wood gewohnt waren, doch er arbeitete mit gr��ter Verbissenheit daran, sein Spiel zu verbessern. Seine schlimmste Schw�che war die Neigung, das Selbstvertrauen zu verlieren, sobald er einen Fehler gemacht hatte; wenn er einen Ball ins Tor gelassen hatte, wurde er nerv�s und verpasste eher noch mehr B�lle. Andererseits hatte Harry gesehen, wie Ron, wenn er einmal in Form war, auf wirklic h spektakul�re Art ein paar Tore verhindert hatte; bei einem denkw�rdigen Training hatte er sich an einer Hand von seinem Besen h�ngen lassen und den Quaffel so hart vom Torring weggekickt, dass er �bers ganze Feld flog und durch den Mittelring auf der gegen�berliegenden Seite schoss. Die anderen aus der Mannschaft meinten, das sei noch besser als die Leistung, die Barry Ryan, der irische Nationalkeeper, kurz zuvor gegen Polens Top-J�ger Ladislaw Zamojski gebracht hatte. Selbst Fred hatte einger�umt, Ron k�nnte ihn und George eines Tages noch stolz machen und sie w�rden ernsthaft �berlegen, ob sie nicht zugeben sollten, dass er mit ihnen verwandt war, was sie, wie sie Ron versicherten, seit vier Jahren abzustreiten versuchten.</p><p>Was Harry ernstlich Sorgen machte, war einzig, dass Ron der Taktik der Slytherins, ihn nerv�s zu machen, noch bevor sie auf dem Feld zusammentrafen, so wenig entgegenzusetzen wusste. Harry selbst lie� ihre h�mischen Kommentare nat�rlich schon seit mehr als vier Jahren �ber sich ergehen, und wenn er jemanden fl�stern h�rte: �Hey, Potty, ich hab geh�rt, Warrington schw�rt, dass er dich Samstag vom Besen hauen will�, dann gefror ihm keineswegs das Blut, sondern er lachte nur. �Warrington ist ein so erb�rmlicher Sch�tze, dass ich mir mehr Sorgen machen w�rde, wenn er auf meinen Nebenmann zielte�, gab er zur�ck, was Ron und Hermine zum Lachen brachte und das Grinsen von Pansy Parkinsons Gesicht wischte.</p><p>Ron hingegen hatte noch nie einen Dauerbeschuss mit Beleidigungen, Sticheleien und Drohungen �ber sich ergehen lassen m�ssen. Wenn Slytherins, manche von ihnen Siebtkl�ssler und um einiges gr��er als Ron, ihm im Vorbeigehen zumurmelten: �Hast du schon ein Bett im Krankenfl�gel gebucht, Weasley?�, dann lachte er nicht, sondern wurde hauchzart gr�n im Gesicht. Wenn Draco Malfoy nachahmte, wie Ron den Quaffel fallen lie� (und das tat Malfoy immer, wenn sie sich �ber den Weg liefen), dann gl�hten Ron die Ohren und er fing so heftig an zu zittern, dass er oft auch noch fallen lie�, was er gerade in der Hand hielt.</p><p>Der Oktober erlosch unter dem Ansturm heulender Winde und peitschender Regenf�lle und der November kam kalt wie gefrorenes Eisen und brachte allmorgendlich schwere Fr�ste und eisige Luft, die ungesch�tzte H�nde und Gesichter peinigten. Der Himmel und die Decke der Gro�en Halle nahmen ein fahles Perlmuttgrau an, die Berge um Hogwarts bekamen Schneekuppen, und im Schloss wurde es so k�hl, dass viele Sch�ler zwischen den Unterrichtsstunden auf den G�ngen ihre dicken, sch�tzenden Drachenhauthandschuhe trugen.</p><p>Der Morgen des Spiels d�mmerte klar und kalt. Als Harry erwachte und sich zu Ron umwandte, sah er ihn kerzengerade im Bett sitzen, die Arme um die Knie geschlungen und stur ins Leere starrend.</p><p>�Alles in Ordnung mit dir?�, fragte Harry.</p><p>Ron nic kte, sagte aber nichts. Harry musste unwillk�rlich an damals denken, als Ron sich aus Versehen selbst einen Schnecken-Spuck-Zauber an den Hals gejagt hatte; er sah genauso blass und verschwitzt aus wie damals, und nat�rlich weigerte er sich auch, den Mund aufzumachen.</p><p>�Du solltest erst mal was fr�hst�cken�, versuchte ihn Harry aufzumuntern.</p><p>�Komm schon.�</p><p>Die Gro�e Halle f�llte sich rasch, als sie unten ankamen, das Stimmengewirr war lauter und die Stimmung ausgelassener als �blich. Als sie am Slytherin-Tisch vorbeigingen, brach ein H�llenl�rm los. Harry drehte sich um und sah, dass die Slytherins au�er den �blichen gr�nen und silberfarbenen Schals und H�ten jeweils noch ein silbernes Abzeichen trugen, das offenbar die Form einer Krone hatte. Aus irgendeinem Grund winkten viele Slytherins Ron unter tosendem Gel�chter zu. Harry versuchte im Vorbeigehen zu erkennen, was auf den Abzeichen stand, aber er war so sehr darauf bedacht, Ron rasch an diesem Tisch vorbeizubugsie ren, dass er sich nicht lange genug aufhielt, um es zu lesen.</p><p>Am Gryffindor-Tisch, wo alle Rot und Gold trugen, wurden sie mit ermunterndem Beifall empfangen, doch die Jubelrufe besserten Rons Laune keineswegs, vielmehr raubten sie ihm offenbar das letzte bisschen Kampfmoral; er sackte auf der n�chstbesten Bank zusammen und sah drein, als h�tte er seine Henkersmahlzeit vor sich.</p><p>�Ich muss wahnsinnig gewesen sein, dass ich mich darauf eingelassen habe�, fl�sterte er kr�chzend. �Wahnsinnig.�</p><p>�Red keinen Stuss�, sagte Harry entschieden und reichte ihm eine Auswahl Fr�hst�cksflocken, �du wirst das schon schaukeln. Dass man nerv�s ist, ist ganz normal.�</p><p>�Mich k�nnt ihr vergessen�, kr�chzte Ron. �Ich bin mies. Ich kann nicht mal spielen, wenn's um mein Leben geht. Was hab ich mir blo� dabei gedacht?�</p><p>�Nun mach mal halblang�, sagte Harry streng. �Denk an diesen Ball, den du letztens mit dem Fu� abgewehrt hast, selbst Fred und George meinten, das war genial.�</p><p>Ron wandte sein gequ�ltes Gesicht Harry zu.</p><p>�Das war Zufall�, wisperte er niedergeschlagen. �Das hatte ich gar nicht vor - ich bin vom Besen gerutscht, als ihr nicht hingesehen habt, und als ich wieder aufsteigen wollte, hab ich aus Versehen den Quaffel weggekickt.�</p><p>�Naja�, sagte Harry, der sich von dieser unangenehmen �berraschung schnell erholte, �noch so ein paar Zuf�lle und wir haben die anderen im Sack, oder?�</p><p>Hermine und Ginny setzten sich ihnen gegen�ber, sie trugen rot-goldene Schals, Handschuhe und Rosetten.</p><p>�Wie geht's dir?�, fragte Ginny Ron, der inzwischen in die Milchpf�tze am Boden seiner leeren Fr�hst�cksschale starrte, als ob er ernsthaft erw�ge, sich in ihr zu ertr�nken.</p><p>�Er ist einfach nerv�s�, sagte Harry.</p><p>�Sch�n, das ist ein gutes Zeichen, ich pers�nlich hab immer den Eindruck, wenn ich nicht ein bisschen nerv�s bin, l�uft es in den Pr�fungen nicht ganz so gut�, sagte Hermine munter.</p><p>�Hallo�, sagte eine undeutliche und vertr�umte Stimme hinter ihnen. Harry blickte auf: Luna Lovegood war vom Ravenclaw-Tisch her�bergeschwebt. Viele starrten sie an, einige lachten unverhohlen und deuteten mit dem Finger auf sie.</p><p>Sie hatte es gescharrt, einen Hut zu besorgen, der wie ein lebensgro�er L�wenkopf aussah und ihr wacklig auf dem Kopf sa�.</p><p>�Ich bin f�r Gryffindor�, sagte Luna und deutete �berfl�ssigerweise auf ihren Hut. �Schaut mal, was der kann ...�</p><p>Sie hob den Zauberstab und tippte gegen den Hut. Er �ffnete sein Maul weit und stie� ein h�chst realistisches Br�llen aus, das alle im Umkreis zusammenschrecken lie�.</p><p>�Gut, was?�, sagte Luna fr�hlich. �Ich wollte, dass er auch noch eine Schlange zerkaut, die Slytherin darstellen sollte, versteht ihr, aber dazu hatte ich keine Zeit mehr. Jedenfalls ... viel Gl�ck, Ronald!�</p><p>Damit entschwebte sie. Sie hatten sich noch nicht ganz von dem Schock �ber Lunas Hut erholt, als Angelina auf sie zugehastet kam, begleitet von Katie und Alicia, deren Augenbrauen von Madam Pomfrey gl�cklicherweise wieder auf ihr normales Ma� gestutzt worden waren.</p><p>�Wenn ihr fertig seid�, sagte sie, �gehen wir sofort runter zum Feld, schauen uns die Platzverh�ltnisse an und ziehen uns um.�</p><p>�Wir kommen gleich nach�, versicherte ihr Harry. �Ron sollte nur noch eine Kleinigkeit fr�hst�cken.�</p><p>Nach zehn Minuten jedoch wurde klar, dass Ron nicht imstande war, auch nur einen weiteren Bissen zu sich zu nehmen, und Harry hielt es f�r das Beste, mit ihm runter zu den Umkleider�umen zu gehen. Als sie vom Tisch aufstanden, erhob sich auch Hermine, nahm Harry am Arm und zog ihn beiseite.</p><p>�Lass Ron blo� nicht sehen, was auf diesen Slytherin-Abzeichen steht�, fl�sterte sie eindringlich.</p><p>Harry sah sie fragend an, doch sie sch�ttelte warnend den Kopf; Ron war gerade zu ihnen her�bergeschlurft, er sah ratlos und verzweifelt aus.</p><p>�Viel Gl�ck, Ron�, sagte Hermine, stellte sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen Kuss auf die Wange. �Und dir auch, Harry -�</p><p>Als sie erneut die Gro�e Halle durchquerten, schien Ron wieder ein wenig Fassung zu gewinnen. Er ber�hrte die Stelle seines Gesichtes, wo Hermine ihn gek�sst hatte, und blickte verdutzt drein, als w�re ihm nicht ganz klar, was eben geschehen war. Er schien so durcheinander, dass er kaum etwas um sich her wahrnahm, doch Harry warf, als sie am Slytherin-Tisch vorbeikamen, einen neugierigen Blick auf die kronenf�rmigen Abzeichen, und diesmal konnte er die Worte erkennen, die darauf gepr�gt waren:</p><p>Weasley ist unser King</p><p>Mit dem dunklen Gef�hl, dass dies nichts Gutes zu bedeuten hatte, lotste er Ron hastig durch die Eingangshalle, die Steintreppe hinab und hinaus in die eisige Luft.</p><p>Das reifbedeckte Gras knirschte unter ihren F��en, w�hrend sie den Rasenhang zum Stadion hinuntereilten. Es war vollkommen windstill und der Himmel war gleichm��ig perlwei�, so dass sie gute Sicht haben w�rden, ohne dass direktes Sonnenlicht sie blendete. Harry wies Ron unterwegs auf diese ermutigenden Aussichten hin, doch er war sich nicht sicher, ob Ron zuh�rte. Als sie eintraten, hatte sich Angelina bereits umgekleidet und redete mit den anderen aus der Mannschaft. Harry und Ron zogen ihre Umh�nge an (Ron versuchte es mit seinem einige Minuten lang verkehrt herum, bis Alicia sich erbarmte und ihm half), dann setzten sie sich und h�rten der Einstimmung durch Angelina zu, w�hrend das Stimmengewirr drau�en immer lauter wurde, da inzwischen ganze Scharen vom Schloss her zum Spielfeld zogen.</p><p>�Okay, ich hab gerade erst die endg�ltige Aufstellung der Slytherins rausgekriegt�, sagte Angelina und blickte auf ein St�ck Pergament. �Die Treiber vom letzten Jahr, Derrick und Bole, sind raus, aber es sieht so aus, als h�tte Montague sie durch die �blichen Gorillas ersetzt und nicht durch Leute, die besonders gut fliegen k�nnen. Es sind zwei Typen namens Crabbe und Goyle, ich wei� nicht viel �ber die -�</p><p>�Wir schon�, sagten Harry und Ron im Chor.</p><p>�Jedenfalls sehen die nicht aus, als w�ren sie schlau genug zu unterscheiden, wo beim Besen vorne und hinten ist�, meinte Angelina und steckte ihr Pergament ein, �andererseits war ich auch immer �berrascht, dass es Derrick und Bole geschafft haben, ohne Hinweisschilder den Weg zum Spielfeld zu finden.�</p><p>�Crabbe und Goyle sind vom gleichen Schlag�, versicherte ihr Harry.</p><p>Sie h�rten das Getrappel Hunderter F��e, die die aufsteigenden Bankreihen der Trib�nen hochstiegen. Einige Zuschauer sangen, aber Harry konnte den Text nicht verstehen. Allm�hlich wurde er nerv�s, doch er wusste, dass seine Schmetterlinge nichts waren im Vergleich zu Rons, der die Hand auf den Magen gepresst hatte und mit starrem Kiefer und blassgrauem Gesicht wieder stur geradeaus stierte.</p><p>�Es ist so weit�, sagte Angelina mit ged�mpfter Stimme und sah auf die Uhr.</p><empty-line/><p>�Auf geht's ... viel Gl�ck.�</p><p>Sie erhoben sich, schulterten die Besen und gingen im G�nsemarsch aus dem Umkleideraum, hinaus unter den hellen Himmel. Tosender L�rm begr��te sie, aus dem Harry immer noch Gesang heraush�rte, wenn auch �bert�nt durch Gejohle und Pfiffe.</p><p>Die Mannschaft der Slytherins stand bereit und wartete auf sie. Auch sie trugen jene silbernen kronenf�rmigen Abzeichen. Montague, der neue Kapit�n, hatte in etwa die gleiche Statur wie Dudley Dursley, mit massigen Unterarmen, die an haarige Schinken erinnerten. Hinter ihm und fast so dick wie er lauerten Crabbe und Goyle, blinzelten tumb und schwangen ihre neuen Schl�ger. An der Seite stand Malfoy, dessen wei�blonder Haarschopf im hellen Licht schimmerte.</p><p>Er fing Harrys Blick auf, grinste s�ffisant und klopfte auf das kronenf�rmige Abzeichen an seiner Brust.</p><p>�Kapit�ne, gebt euch die Hand�, befahl die Schiedsrichterin Madam Hooch, als Angelina Montague erreichte. Harry war sicher, dass Montague versuchte Angelina die Finger zu zerquetschen, doch sie zuckte nicht mit der Wimper. �Auf die Besen ...�</p><p>Madam Hooch steckte die Pfeife in den Mund und blies hinein. Die B�lle wurden freigegeben und die vierzehn Spieler schossen in die H�he. Aus den Augenwinkeln sah Harry, wie Ron in Richtung Torringe davonflitzte. Harry schraubte sich h�her, wich einem Klatscher aus, flog eine weite Runde �ber das Feld und hielt nach einem goldenen Schimmer Ausschau; auf der anderen Seite des Stadions tat Draco Malfoy genau das Gleiche.</p><p>�Und das ist Johnson - Johnson mit dem Quaffel, was f�r eine Spielerin ist dieses M�dchen, ich sag das schon seit Jahren, aber sie will immer noch nicht mit mir ausgehen -�</p><p>�JORDAN!�, schrie Professor McGonagall.</p><p>�- nur 'ne Spa�nachricht, Professor, ist doch ganz interessant - und sie ist unter Warrington durch, hat Montague stehen lassen, sie - autsch - hat einen Klatscher von Crabbe von hinten abgekriegt... Montague f�ngt den Quaffel, Montague fliegt zur�ck �bers Feld und - h�bscher Klatscher war das jetzt von George Weasley, Klatscher an den Kopf von Montague, der l�sst den Quaffel fallen, Katie Bell f�ngt ihn, Katie Bell aus Gryffindor gibt einen R�ckpass zu Alicia Spinnet und Spinnet ist auf und davon -�</p><p>Lee Jordans Kommentare hallten durch das Stadion und Harry lauschte, so gut er konnte, bei dem Wind, der ihm in den Ohren pfiff, und dem Get�se der Zuschauer, die alle schrien und buhten und sangen.</p><p>�- saust an Warrington vorbei, weicht einem Klatscher aus - war knapp, Alicia</p><p>- und die Leute lieben das, h�ren wir ihnen einfach mal zu, was singen sie denn?�</p><p>Und als Lee innehielt, um zu lauschen, stieg der Gesang laut und klar aus dem gr�nsilbernen Meer im Slytherin-Abschnitt der Trib�ne empor:</p><p>�Weasley f�ngt doch nie ein Ding,</p><p>Sch�tzt ja keinen einz'gen Ring,</p><p>So singen wir von Slytherin:</p><p>Weasley ist unser King.</p><p>Weasley ist dumm wie 'n Plumpudding,</p><p>L�sst jeden Quaffel durch den Ring.</p><p>Weasley sorgt f�r unsern Gewinn,</p><p>Weasley ist unser King.�</p><p>�- und Alicia gibt zur�ck zu Angelina!�, rief Lee, und als Harry nach dem, was er eben geh�rt hatte, mit Wut im Bauch in die Kurve ging, wusste er, dass Lee versuchte den Gesang zu �bert�nen: �Komm schon, Angelina - sieht aus, als war sie frei vor dem H�ter! - SIE SCHIESST - SIE - aaaah ...�</p><p>Bletchley, der H�ter der Slytherins, hatte den Schuss abgewehrt; er warf den Quaffel zu Warrington, der damit im Zickzack zwischen Alicia und Katie davonraste; der Gesang von unten wurde immer lauter, als Warrington sich Ron n�herte.</p><p>�Weasley ist unser King,</p><p>Weasley ist unser King,</p><p>L�sst jeden Quaffel durch den Ring.</p><p>Weasley ist unser King.�</p><p>Harry konnte nicht anders, er gab die Suche nach dem Schnatz auf und drehte seinen Feuerblitz Ron zu, der als einsame Gestalt am entfernten Ende des Feldes vor den drei Torringen hin und her schwebte, w�hrend der massige Warrington auf ihn zugerast kam.</p><p>�- und da ist Warrington mit dem Quaffel, Warrington auf dem Weg zum Tor, au�er Reichweite der Klatscher, hat nur noch den H�ter vor sich -�</p><p>Der Gesang schwoll lautstark von den Slytherin-B�nken herauf:</p><p>�Weasley f�ngt doch nie ein Ding,</p><p>Sch�tzt ja keinen einz'gen Ring ...�</p><p>�- das ist nun die erste Bew�hrungsprobe f�r den neuen Gryffindor-H�ter Weasley, Bruder der Treiber Fred und George und viel versprechendes neues Talent in der Mannschaft - komm schon, Ron!�</p><p>Aber der Freudenschrei kam von Seiten der Slytherins: Ron war hektisch in die Tiefe gest�rzt, die Arme weit ausgebreitet, und der Quaffel war geradewegs hindurch in Rons Mittelring geschossen.</p><p>�Tor f�r Slytherin!�, drang Lees Stimme durch das Jubeln und Buhen der Menge unten, �also steht's zehn zu null f�r Slytherin - einfach Pech, Ron.� Die Slytherins sangen noch lauter:</p><p>�WEASLEY IST DUMM WIE 'N PLUMPUDDING, L�SST JEDEN QUAFFEL DURCH DEN RING ...�</p><p>�- und Gryffindor ist wieder im Ballbesitz und Katie Bell prescht �bers Feld -�, rief Lee tapfer, doch der Gesang war jetzt so ohrenbet�ubend, dass er sich kaum noch Geh�r verschaffen konnte.</p><p>�WEASLEY SORGT F�R UNSERN GEWINN, WEASLEY IST UNSER KING ...�</p><p>�Harry, WAS TUST DU DA?�, schrie Angelina und schoss an ihm vorbei, um Anschluss an Katie zu halten. �MACH HINNE!�</p><p>Harry wurde bewusst, dass er seit �ber einer Minute in der Luft stand und das Match verfolgte, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wo der Schnatz war; entsetzt st�rzte er sich in die Tiefe, zog von neuem umhersp�hend seine Kreise ums Feld und versuchte nicht auf den Chor zu h�ren, der jetzt durchs Stadion donnerte:</p><p>�WEASLEY IST UNSER KING, WEASLEY IST UNSER KING ...�</p><p>Wo er auch hinsah, er fand keine Spur vom Schnatz; Malfoy zog weiterhin Kreise durchs Stadion, genau wie er. Auf halbem Weg ums Feld flogen sie aneinander vorbei und Harry h�rte Malfoy laut singen:</p><p>�WEASLEY IST DUMM WIE 'N PLUMPUDDING ...�</p><p>�- und wieder hat ihn Warrington�, br�llte Lee, �der an Pucey abgibt, Pucey ist an Spinnet vorbei, nun mach schon, Angelina, du packst ihn - also doch nicht - aber h�bscher Klatscher von Fred Weasley, ich meine, George Weasley, ach, was soll's, einer der beiden jedenfalls, und Warrington l�sst den Quaffel fallen und Katie Bell - �hm - l�sst ihn auch fallen - und jetzt wieder Montague mit dem Quaffel, Slytherin-Kapit�n Montague f�ngt den Quaffel und er fliegt davon, das Feld hoch, nun aber los, Gryffindor, lasst ihn auflaufen!�</p><p>Harry flog am Ende des Stadions hinter den Slytherin-Torringen herum und zwang sich, nicht mit anzusehen, was auf Rons Seite passierte. Als er am Slytherin-H�ter vorbeiflitzte, h�rte er, wie Bletchley mit der Menge unten sang:</p><p>�WEASLEY F�NGT DOCH NIE EIN DING ...�</p><p>�- und Pucey ist wieder an Alicia vorbei und auf direktem Weg zum Tor, halt ihn auf, Ron!�</p><p>Harry musste nicht hinsehen, um zu wissen, was passiert war: Von den Gryffindors kam ein f�rchterliches St�hnen, dazu neuerliches Geschrei und Applaus der Slytherins. Harry blickte in die Tiefe und sah, wie Pansy Parkinson mit ihrem Mopsgesicht ganz vorne auf der Trib�ne stand, den R�cken zum Feld, und die Slytherin-Anh�nger dirigierte, die br�llten:</p><p>�...SO SINGEN WIR VON SLYTHERIN: WEASLEY IST UNSER KING ...�</p><p>Aber zwanzig zu null war nichts, Gryffindor hatte immer noch Zeit, aufzuholen oder den Schnatz zu fangen. Ein paar Tore, und sie w�ren wie der wie �blich in F�hrung, redete sich Harry ein, w�hrend er sich h�pfend und schl�ngelnd den Weg an den anderen vorbeibahnte und einem schimmernden Etwas nachjagte - das sich als Montagues Armbanduhr herausstellte.</p><p>Aber Ron lie� zwei weitere B�lle durch. Harry sp�rte jetzt einen fast schon panischen Wunsch, den Schnatz zu finden. Wenn er ihn nur bald fangen und das Spiel rasch beenden konnte.</p><p>�- und Katie Bell von Gryffindor umfliegt Pucey, t�uscht Montague an, h�bscher Schlenker, Katie, und sie wirft zu Johnson, Angelina Johnson �bernimmt den Quaffel, sie ist an Warrington vorbei, auf dem Weg zum Tor, nun mach schon, Angelina - TOR F�R GRYFFINDOR! Es steht vierzig zu zehn, vierzig zu zehn f�r Slytherin und Pucey hat den Quaffel ...�</p><p>Harry konnte Lunas l�cherlichen L�wenhut durch den Jubel der Gryffindors br�llen h�ren und f�hlte sich best�rkt; nur noch drei�ig Punkte R�ckstand, das war nichts, sie konnten leicht aufholen. Er duckte sich unter einem Klatscher weg, den Crabbe in seine Richtung geschleudert hatte, und fing erneut an, das Feld hektisch nach dem Schnatz abzusuchen, wobei er Malfoy im Auge behielt, denn wom�glich gab er zu erkennen, dass er ihn gesichtet hatte. Aber Malfoy zog genauso fruchtlos suchend seine Kreise durch das Stadion ...</p><p>�- Pucey wirft zu Warrington, Warrington zu Montague, Montague zur�ck zu Pucey - Johnson greift ein, Johnson �bernimmt den Quaffel, Johnson an Bell, das sieht gut aus - ich meine, schlecht - ein Klatscher von Goyle aus Slytherin trifft Bell und wieder ist Pucey im Ballbesitz ...�</p><p>�WEASLEY IST DUMM WIE 'N PLUMPUDDING,</p><p>L�SST JEDEN QUAFFEL DURCH DEN RING.</p><p>WEASLEY SORGT F�R UNSERN GEWINN ...�</p><p>Aber Harry hatte ihn endlich gesichtet: Der kleine flatternde Goldene Schnatz schwebte keinen Meter �ber dem Boden auf der Slytherin-Seite des Felds.</p><empty-line/><p>Er st�rzte sich hinab ...</p><p>Sekunden sp�ter kam Malfoy zu Harrys Linken vom Himmel gerauscht, ein gr�nsilberner, verschwommener Fleck, flach auf seinem Besen ...</p><p>Der Schnatz umflog den Fu� einer Torstange und flitzte davon zur anderen Seite der Trib�ne; sein Richtungswechsel kam Malfoy gut zupass, der ihm jetzt n�her war; Harry riss seinen Feuerblitz herum, er war nun gleichauf mit Malfoy ...</p><p>Keinen Meter vom Boden nahm Harry die rechte Hand vom Besen und streckte sie nach dem Schnatz aus ... rechts von ihm streckte sich auch Malfoys Arm, langte aus, griff ins Leere ...</p><p>Nach zwei atemlosen, verzweifelten, windgepeitschten Sekunden war es vorbei - Harrys Finger schlossen sich um den kleinen widerspenstigen Ball -</p><p>Malfoys Fingern�gel kratzten vergebens �ber Harrys Handr�cken - Harry zog seinen Besen nach oben, den sich str�ubenden Ball in der Hand, und das Gryffindor-Publikum schrie vor Begeisterung...</p><p>Sie hatten es geschafft, es war egal, dass Ron sich diese Tore eingefangen hatte, niemand w�rde mehr davon reden, denn Gryffindor hatte gewonnen -</p><p>WAMM.</p><p>Ein Klatscher traf Harry mitten ins Kreuz und er flog vorn�ber vom Besen.</p><p>Zum Gl�ck war er nur gut anderthalb Meter �ber dem Boden, da er so weit heruntergekommen war, um den Schnatz zu fangen, dennoch blieb ihm fast die Luft weg, als er mit dem R�cken auf dem gefrorenen Feld aufschlug. Er h�rte Madam Hoochs schrillen Pfiff, von den Trib�nen her einen Tumult von Buhrufen, Zorngeschrei und Hohngel�chter, dann einen dumpfen Aufprall und Angelinas aufgeregte Stimme.</p><p>�Alles in Ordnung mit dir?�</p><p>�'t�rlich�, sagte Harry verbissen, nahm ihre Hand und lie� sich von ihr hochziehen. Madam Hooch schoss auf einen der Slytherin-Spieler �ber ihm zu, doch konnte er aus seinem Blickwinkel nicht erkennen, wer es war.</p><p>�Es war Crabbe, dieser gemeine Hund�, sagte Angelina zornig, �der hat den Klatscher genau in dem Moment auf dich geschleudert, als er sah, dass du den Schnatz hattest -aber wir haben gewonnen, Harry, wir haben gewonnen!�</p><p>Harry h�rte hinter sich ein Schnauben und wandte sich um, den Schnatz immer noch fest umklammert: Draco Malfoy war ganz in der N�he gelandet. Obwohl er zornbleich im Gesicht war, brachte er ein h�hnisches Grinsen zustande.</p><p>�Hast Weasley den Hals gerettet, was?�, sagte er zu Harry. �Ich hab noch keinen miserableren H�ter gesehen ... aber er ist ja dumm wie 'n Plumpudding ... hat dir mein Lied gefallen, Potter?�</p><p>Harry antwortete nicht. Er kehrte Malfoy den R�cken und wandte sich seinen Mannschaftskameraden zu, die jetzt einer nach dem anderen landeten, br�llten und siegestrunken die F�uste in die Luft stie�en; alle au�er Ron, er war dr�ben bei den Torstangen vom Besen gestiegen und ging langsam und alleine offenbar in Richtung Umkleideraum.</p><p>�Wir wollten eigentlich noch ein paar Verse schreiben!�, rief Malfoy, w�hrend Katie und Alicia Harry umarmten. �Aber wir haben keine Reime auf fett und h�sslich gefunden - wir wollten was �ber seine Mutter singen, verstehst du -�</p><p>�Dem sind eben die Trauben viel zu sauer�, sagte Angelina und warf Malfoy einen angewiderten Blick zu.</p><p>�- und nichtsnutziger Verlierer konnten wir auch nicht einbauen - f�r seinen Vater, wei�t du -�</p><p>Fred und George war inzwischen klar geworden, wor�ber Malfoy redete.</p><p>Mitten im H�ndesch�tteln mit Harry erstarrten sie und drehten sic h zu Malfoy um.</p><p>�Lass ihn!�, sagte Angelina sofort und fasste Fred am Arm. �Lass ihn, Fred, lass ihn schreien, der ist nur beleidigt, weil er verloren hat, der aufgeblasene kleine -�</p><p>�- aber du magst die Weasleys, nicht wahr, Potter?�, h�hnte Malfoy.</p><p>�Verbringst deine Ferien und so bei denen, stimmt's? Ich versteh nicht, wie du den Gestank aushalten kannst, aber ich vermute mal, wenn du bei Muggeln aufgewachsen bist, riecht sogar die Bruchbude der Weasleys ganz ertr�glich -�</p><p>Harry packte George und hielt ih n fest. Unterdessen m�hten sich Angelina, Alicia und Katie gemeinsam, Fred daran zu hindern, sich auf den dreist lachenden Malfoy zu st�rzen. Harry blickte sich nach Madam Hooch um, doch sie schimpfte immer noch mit Crabbe wegen seines regelwidrigen Klatscherangriffs.</p><p>�Oder vielleicht�, sagte Malfoy und wich mit einem Seitenblick zur�ck,</p><p>�vielleicht wei�t du noch, wie das Haus von deiner Mutter gestunken hat, Potter, und der Saustall bei den Weasleys erinnert dich daran -�</p><p>Harry merkte gar nicht, dass er George loslie�; er wusste nur, dass sie eine Sekunde sp�ter beide auf Malfoy zust�rmten. Dass alle Lehrer zusahen, hatte er vollkommen vergessen: Alles, was er wollte, war, Malfoy so viel Schmerzen wie m�glich zu bereiten; er hatte nicht die Zeit, seinen Zauberstab zu z�cken, er zog nur die Faust zur�ck, die den Schnatz umklammert hielt, und stie� sie, so hart er konnte, in Malfoys Magen -</p><p>�Harry! HARRY! GEORGE! NEIN!�</p><empty-line/><p>Er konnte M�dchenstimmen kreischen, Malfoy schreien, George fluchen, eine Pfeife gellen und die Menge ringsum br�llen h�ren, aber es scherte ihn nicht. Erst als jemand in der N�he �Impedimenta!� rief und die Kraft des Fluchs ihn r�cklings zu Boden warf, lie� er von seinem Versuch ab, auf jeden Zentimeter von Malfoy, den er erreichen konnte, einzuschlagen.</p><p>�Was tun Sie da?�, schrie Madam Hooch, als Harry auf die Beine sprang.</p><p>Offenbar war sie es gewesen, die ihm den L�hmzauber auf den Hals gejagt hatte; sie hielt die Pfeife in der einen und den Zauberstab in der anderen Hand; ihren Besen hatte sie ein paar Meter entfernt liegen lassen. Malfoy kr�mmte sich auf dem Boden, er wimmerte und st�hnte und blutete aus der Nase; George hatte eine geschwollene Lippe; Fred wurde immer noch mit Gewalt von den drei J�gerinnen zur�ckgehalten und Crabbe gackerte im Hintergrund. �Ein solches Verhalten ist mir noch nie untergekommen - zur�ck ins Schloss, Sie beide, und schnurstracks ins B�ro Ihrer Hauslehrerin! Marsch! Sofort!�</p><p>Harry und George marschierten vom Feld, keuchend und ohne ein Wort miteinander zu sprechen. Das Br�llen und Johlen der Menge wurde immer schw�cher, bis sie die Eingangshalle erreichten, wo sie nichts mehr h�ren konnten au�er dem Ger�usch ihrer Schritte. Harry bemerkte, dass noch immer etwas in seiner rechten Hand zappelte, deren Kn�chel er sich beim Schlag gegen Malfoys Kinn gequetscht hatte. Er blickte hinab und sah, wie der Schnatz seine silbernen Fl�gel zwischen seinen Fingern hindurchstreckte und sich abm�hte freizukommen.</p><p>Kaum hatten sie die T�r von Professor McGonagalls B�ro erreicht, da kam sie auch schon den Korridor hinter ihnen entlanggeschritten. Sie trug einen Gryffindor-Schal, riss ihn sich aber mit zitternden H�nden vom Hals, w�hrend sie, offenbar in Rage, auf sie zumarschiert kam.</p><p>�Rein da!�, sagte sie w�tend und deutete auf die T�r. Harry und George gingen hinein. Sie trat hinter ihren Schreibtisch und sah sie bebend vor Zorn an, w�hrend sie ihren Gryffindor-Schal neben sich zu Boden warf.</p><p>�Nun?�, sagte sie. �Ich habe noch nie einen so sch�ndlichen Auftritt erlebt. Zwei gegen einen! Erkl�ren Sie das!�</p><p>�Malfoy hat uns provoziert�, sagte Harry steif.</p><p>�Sie provoziert?�, rief Professor McGonagall und schlug mit der Faust auf den Tisch, so dass ihre schottenkarierte Keksdose seitlich herunterrutschte, aufsprang und die Ingwerkekse �ber den Boden kullerten. �Er hatte nun mal verloren, oder? Nat�rlich wollte er Sie provozieren! Aber was um alles in der Welt kann er gesagt haben, das gerechtfertigt h�tte, was Sie beide -�</p><p>�Er hat meine Eltern beleidigt�, knurrte George. �Und Harrys Mutter.�</p><p>�Aber anstatt es Madam Hooch zu �berlassen, die Sache zu regeln, haben Sie beide beschlossen, so was wie ein Muggelduell aufzuf�hren?�, br�llte Professor McGonagall. �Haben Sie eine Ahnung, was Sie -?�</p><p>�Chrm, chrm.�</p><p>Harry und George wirbelten herum. Dolores Umbridge stand in der T�r, in einen gr�nen Tweedmantel geh�llt, der ihre �hnlichkeit mit einer Riesenkr�te enorm steigerte, und l�chelte auf die grauenhaft s��liche, unheilvolle Weise, die f�r Harry inzwischen kurz bevorstehendes Ungl�ck bedeutete.</p><p>�Kann ich Ihnen helfen, Professor McGonagall?�, fragte Professor Umbridge mit ihrer s��esten Giftstimme.</p><p>Das Blut schoss in Professor McGonagalls Gesicht.</p><p>�Helfen?�, wiederholte sie, sich m�hsam beherrschend. �Was meinen Sie mit helfen?�</p><p>Professor Umbridge l�chelte immer noch s��lich und trat weiter in den Raum.</p><p>�Ach, ich dachte nur, Sie w�ren dankbar f�r ein wenig zus�tzliche Autorit�t.�</p><p>Harry h�tte es nicht �berrascht, Funken aus Professor McGonagalls Nasenl�chern stieben zu sehen.</p><p>�Falsch gedacht�, entgegnete sie und kehrte Umbridge den R�cken. �Also, Sie beide sollten jetzt sehr genau zuh�ren. Es ist mir gleich, womit Malfoy Sie provoziert hat, es ist mir gleich, ob er s�mtliche Mitglieder Ihrer Familien beleidigt hat, Ihr Verhalten war uns�glich und ich gebe Ihnen beiden je eine Woche Nachsitzen! Sehen Sie mich nicht so an, Potter, es geschieht Ihnen recht! Und sollte einer von Ihnen jemals -�</p><p>�Chrm, chrm.�</p><p>Professor McGonagall schloss die Augen, als w�rde sie um Geduld flehen, und wandte das Gesicht erneut Professor Umbridge zu.</p><p>�Ja ?�</p><p>�Ich denke, Sie verdienen doch mehr als Nachsitzen�, sagte Umbridge und l�chelte noch breiter.</p><p>Professor McGonagall riss die Augen auf.</p><p>�Aber leider�, sagte sie und versuchte das L�cheln zu erwidern, doch es schien, als h�tte sich ihr Kiefer verhakt, �leider z�hlt, was ich denke, da die beiden in meinem Haus sind, Dolores.�</p><p>�Nun, ich f�rchte, Minerva�, erwiderte Professor Umbridge gespreizt, �Sie werden feststellen m�ssen, dass sehr wohl z�hlt, was ich denke. Wo hab ich es jetzt noch mal? Cornelius hat es mir soeben geschickt... ich meine�, sie lie� ein falsches leises Lachen h�ren, w�hrend sie in ihrer Handtasche st�berte, �ich will sagen, der Minister hat es soeben geschickt ... ah ja ...�</p><p>Sie hatte ein St�ck Pergament herausgezogen, entfaltete es, r�usperte sich umst�ndlich und begann vorzulesen:</p><p>�Chrm, chrm ... �Ausbildungserlass Nummer f�nfundzwanzig�.�</p><p>�Nicht noch einer!�, rief Professor McGonagall hitzig.</p><p>�Nun, doch�, sagte Umbridge und l�chelte unentwegt. �Tats�chlich waren Sie es, Minerva, die mich darauf gebracht hat, dass wir noch eine Erg�nzung ben�tigen ... erinnern Sie sich, wie Sie mich �berfahren haben, als ich nicht bereit war, die Quidditch-Mannschaft von Gryffindor wieder spielen zu lassen? Wie Sie mit der Angele genheit zu Dumbledore gegangen sind, der darauf bestand, dass die Mannschaft spielen durfte? Nun, das konnte ich einfach nicht zulassen. Ich habe sofort den Minister kontaktiert, und er stimmt vollkommen mit mir �berein, dass die Gro�inquisitorin die Befugnis haben muss, den Sch�lern ihre Sonderrechte zu entziehen, anderenfalls h�tte sie - das hei�t ich - weniger Autorit�t als die gew�hnlichen Lehrer! Und jetzt sehen Sie, nicht wahr, Minerva, wie Recht ich hatte, als ich verhindern wollte, dass die Gryffindor-Mannschaft wieder spielt.</p><p>Schreckliche Temperamente ... wie auch immer, ich las gerade unseren Zusatz vor ... chrm, chrm ... �die Gro�inquisitorin wird f�rderhin die h�chste Autorit�t innehaben bei allen gegen Hogwarts-Sch�ler ausgesprochenen Strafen und Sanktionen sowie bei der Streichung ihrer Sonderrechte, weiterhin die Befugnis, jedwede von anderen Mitgliedern des Lehrk�rpers verh�ngte Strafe, Sanktion und Sonderrechtsstreichung zu korrigieren. Unterzeichnet Cornelius Fudge, Zaubereiminister, Merlinorden erster Klasse, usw., usw.�.�</p><p>Sie rollte das Pergament ein und steckte es immer noch l�chelnd zur�ck in ihre Handtasche.</p><p>�Nun ... ich bin fest �berzeugt, dass wir es diesen beiden verbieten m�ssen, jemals wieder Quidditch zu spielen�, sagte sie und blickte von Harry zu George und wieder zur�ck.</p><p>Harry sp�rte, dass der Schnatz in seiner Hand wie verr�ckt flatterte.</p><p>�Verbieten?�, sagte er und seine Stimme kam ihm merkw�rdig fern vor. �Dass wir je wieder ... spielen?�</p><p>�Ja, Mr. Potter, ich denke, ein lebenslanges Spielverbot wird das Problem l�sen�, sagte Umbridge, und ihr L�cheln wurde noch breiter, als sie zusah, wie er sich bem�hte zu begreifen, was sie eben gesagt hatte. �F�r Sie und Mr. Weasley hier. Und ich denke, um sicherzugehen, muss auch dem Zwillin gsbruder dieses jungen Mannes Einhalt geboten werden - wenn seine Mannschaftskameradinnen ihn nicht zur�ckgehalten h�tten, dann h�tte er sicherlich ebenfalls den jungen Mr.</p><p>Malfoy angegriffen. Nat�rlich werde ich Ihre Besen beschlagnahmen lassen; um daf�r Sorge zu tragen, dass mein Verbot nicht �bertreten wird, werde ich die Besen sicher in meinem B�ro verwahren. Aber ich bin nicht unm��ig, Professor McGonagall�, fuhr sie fort und wandte sich wieder an Professor McGonagall, die jetzt so reglos dastand, als w�re sie aus Eis gemei�elt, und Umbridge anstarrte.</p><p>�Der Rest der Mannschaft darf weiter spielen, bei ihnen habe ich keine Anzeichen von Gewaltt�tigkeit gesehen. Nun ... sch�nen Tag noch.�</p><p>Mit einem Ausdruck tiefster Befriedigung ging Umbridge aus dem B�ro und hinterlie� ein entsetztes Schweigen.</p><p>�Spielverbot�, sagte Angelina mit hohler Stimme sp�t an diesem Abend im Gemeinschaftsraum. �Spielverbot. Kein Sucher und keine Treiber ... was um Himmels willen sollen wir jetzt tun?�</p><p>Sie hatten nicht im Geringsten das Gef�hl, das Spiel gewonnen zu haben. Wo immer Harry auch hinblickte, sah er trostlose und w�tende Gesichter; die Mannschaft fl�zte sich um das Feuer, alle au�er Ron, den sie seit Spielende nicht mehr gesehen hatten.</p><p>�Das ist total ungerecht�, sagte Alicia wie bet�ubt. �Ich meine, was ist denn mit Crabbe und diesem Klatscher, den er geworfen hat, nachdem schon abgepfiffen war? Hat er Spielverbot bekommen?�</p><p>�Nein�, sagte Ginny betr�bt; sie und Hermine sa�en neben Harry. �Der muss als Strafe nur S�tze schreiben, ich hab geh�rt, wie Montague beim Abendessen dr�ber gelacht hat.�</p><p>�Und Fred hat auch noch Spielverbot gekriegt, obwohl er gar nichts getan hat!�, sagte Alicia w�tend und trommelte sich mit der Faust aufs Knie.</p><p>�Das ist nicht meine Schuld�, sagte Fred mit einem sehr h�sslichen Gesichtsausdruck. �Ich h�tte diesen kleinen Schleimbeutel zu Brei geschlagen, wenn ihr drei mich nicht zur�ckgehalten h�ttet.�</p><p>Harry starrte bedr�ckt auf das dunkle Fenster. Es schneite. Der Schnatz, den er vorhin gefangen hatte, flatterte nun unentwegt im Gemeinschaftsraum umher; sie folgten ihm wie hypnotisiert mit den Augen und Krummbein sprang von Sessel zu Sessel und versuchte ihn zu fangen.</p><p>�Ich geh zu Bett�, sagte Angelina und erhob sich langsam. �Vielleicht stellt sich das alles ja nur als ein b�ser Traum heraus ... vielleicht wache ich morgen auf und bemerke, dass wir noch gar nicht gespielt haben ...�</p><p>Nicht lange, und Alicia und Katie folgten ihr. Fred und George hauten einige Zeit sp�ter ab ins Bett und warfen allen, an denen sie vorbeikamen, einen finsteren Blick zu; bald darauf ging auch Ginny. Nur Harry und Hermine blieben am Kamin sitzen.</p><p>�Hast du Ron gesehen?�, fragte Hermine mit leiser Stimme.</p><p>Harry sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ich glaub, er geht uns aus dem Weg�, sagte Hermine. �Wo, denkst du, ist -�</p><p>Doch genau in diesem Moment h�rten sie hinter sich ein Knarren, da die fette Dame nach vorne schwang und Ron durch das Portr�tloch hereingeklettert kam.</p><p>Er war ausgesprochen blass und hatte Schnee in den Haaren. Als er Harry und Hermine sah, blieb er wie angewurzelt stehen.</p><p>�Wo warst du?�, fragte Hermine besorgt und sprang auf.</p><p>�Spazieren�, murmelte Ron. Noch immer trug er seine Quidditch-Sachen.</p><p>�Du siehst erfroren aus�, sagte Hermine. �Komm und setz dich!�</p><p>Ron ging zum Kamin und lie� sich in den am weitesten von Harry entfernten Sessel sinken, ohne ihn anzusehen. Der gestohlene Schnatz schoss �ber sie hinweg.</p><p>�Tut mir Leid�, murmelte Ron und betrachtete seine F��e.</p><p>�Was denn?�, fragte Harry.</p><p>�Dass ich dachte, ich k�nnte Quidditch spielen�, sagte Ron. �Morgen fr�h tret ich als Erstes aus der Mannschaft aus.�</p><p>�Wenn du austrittst�, sagte Harry gereizt, �dann sind nur noch drei Spieler �brig.� Und als Ron verdutzt dreinsah, f�gte er hinzu: �Ich hab lebenslanges Spielverbot. Fred und George auch.�</p><p>�Was?�, japste Ron.</p><p>Hermine erz�hlte ihm die ganze Geschichte; Harry brachte es nicht �ber sich, sie noch einmal zu wiederholen. Als Hermine fertig war, wirkte Ron nur noch gequ�lter.</p><p>�Das ist alles meine Schuld -�</p><p>�Du hast mich nicht gezwungen, Malfoy zu verpr�geln�, sagte Harry zornig.</p><p>�- wenn ich nicht so mies im Quidditch w�re -�</p><p>�- das hat damit nichts zu tun.�</p><p>�- es war dieses Lied, das mich fertig gemacht hat -�</p><p>�- das h�tte jeden fertig gemacht -�</p><empty-line/><p>Hermine stand auf und trat ans Fenster, weg von den Streitenden. Sie sah zu, wie der Schnee gegen die Scheibe wirbelte.</p><p>�H�r mal, es reicht jetzt, verstanden!�, platzte Harry heraus. �Es ist schon schlimm genug, da musst du dir nicht auch noch die Schuld an allem geben!�</p><p>Ron sagte nichts, sa� nur da und starrte ungl�cklich auf den feuchten Saum seines Umhangs. Nach einer Weile sagte er mit dumpfer Stimme: �So schlecht hab ich mich noch nie im Leben gef�hlt.�</p><p>�Willkommen im Klub�, sagte Harry bitter.</p><p>�H�rt mal�, warf Hermine ein und ihre Stimme zitterte leicht. �Ich wei� etwas, das euch beide wieder aufmuntern wird.�</p><p>�Ach ja?�, erwiderte Harry skeptisch.</p><p>�Ja�, sagte Hermine und wandte sich von dem pechschwarzen Fenster voller Schneeflocken ab. Ein breites L�cheln zog sich �ber ihr Gesicht. �Hagrid ist wieder da.�</p></section><section><title><p>Hagrids Geschichte</p></title><p>Harry spurtete hoch in den Jungenschlafsaal, um den Tarnumhang und die Karte des Rumtreibers aus seinem Koffer zu holen. Er war so schnell, dass er und Ron mindestens schon seit f�nf Minuten aufbruchsbereit waren, als Hermine aus dem M�dchenschlafsaal zur�ckkehrte, ausstaffiert mit Schal, Handschuhen und einem ihrer knubbligen Elfenh�te.</p><p>�Naja, drau�en ist es eben kalt!�, sagte sie trotzig, als Ron ungeduldig mit der Zunge schnalzte.</p><p>Sie krochen durch das Portr�tloch und h�llten sich hastig in den Tarnumhang -</p><p>Ron war so gro� geworden, dass er sich inzwischen ducken musste, um seine F��e zu verbergen -, dann gingen sie langsam und vorsichtig die vielen Treppen hinunter. Ab und zu hielten sie inne und suchten auf der Karte nach einer Spur von Filch oder Mrs. Norris. Sie hatten Gl�ck; niemand war zu sehen au�er dem Fast Kopflosen Nick, der geistesabwesend dahinschwebte und etwas vor sich hin summte, das schrecklich nach �Weasley ist unser King� klang. Sie schlichen durch die Eingangshalle und hinaus auf die stillen, verschneiten Schlossgr�nde.</p><p>Harrys Herz machte einen gewaltigen Sprung, als er vor sich kleine goldene Lichtquadrate und eine Rauchfahne ersp�hte, die aus Hagrids Kamin emporstieg.</p><p>Er schritt nun z�gig aus, und die beiden anderen folgten ihm, w�hrend sie sich schubsten und anrempelten. Aufgeregt knirschten sie durch den immer h�heren Schnee, bis sie endlich die h�lzerne T�r erreicht hatten. Als Harry die Faust hob und dreimal klopfte, fing ein Hund drinnen wild an zu bellen.</p><p>�Hagrid, wir sind's!�, rief Harry durch das Schl�sselloch.</p><p>�H�tt's mir denken k�nnen!�, sagte eine raue Stimme.</p><p>Die drei strahlten sich unter dem Tarnumhang an; sie konnten an Hagrids Stimme h�ren, dass er sich freute. �Bin grad mal drei Sekunden zu Haus ... aus'm Weg, Fang ... aus'm Weg, du tranige T�le ...�</p><p>Der Riegel wurde zur�ckgeschoben, die T�r ging knarrend auf und Hagrids Kopf erschien im Spalt.</p><p>Hermine schrie auf.</p><p>�Beim Merlinsbart, sei leise!�, sagte Hagrid rasch und sp�hte hektisch �ber ihre K�pfe hinweg. �Unterm Umhang seid ihr? Gut, kommt rein, kommt rein!�</p><p>�Tut mir Leid�, keuchte Hermine, als die drei sich an Hagrid vorbei in die H�tte dr�ngten und den Tarnumhang von sich wegzogen, damit er sie sehen konnte. �Ich hab mich nur - oh, Hagrid!�</p><empty-line/><p>�Is' nichts, is' nichts!�, versicherte ihr Hagrid eilends, schloss die T�r hinter ihnen und zog schleunigst alle Vorh�nge zu, aber Hermine starrte ihn weiterhin entsetzt an.</p><p>Hagrids Haar war mit geronnenem Blut verklebt und sein linkes Auge war nur noch ein geschwollener Schlitz inmitten einer Masse schwarzvioletter Bluterg�sse. Auf Gesicht und H�nden hatte er viele Schnittwunden, von denen manche noch bluteten, und er bewegte sich so behutsam, dass Harry vermutete, er k�nne sich einige Rippen gebrochen haben. Es war offensichtlich, dass er gerade erst nach Hause gekommen war. Ein dicker schwarzer Reisemantel lag �ber einer Stuhllehne, und eine Provianttasche, die so gro� war, dass ein paar kleine Kinder hineingepasst h�tten, lehnte an der Wand neben der T�r. Hagrid selbst, doppelt so gro� wie ein normal gewachsener Mann, humpelte nun hin�ber zum Feuer und stellte einen Kupferkessel auf den Rost.</p><p>�Was ist mit dir passiert?�, wollte Harry wissen, w�hrend Fang um sie alle herumt�nzelte und versuchte ihnen die Gesichter abzulecken.</p><p>�Habt's doch geh�rt, nichts�, sagte Hagrid nachdr�cklich. �Wollt ihr 'ne Tasse Tee?�</p><p>�Nun mach uns mal nichts vor�, entgegnete Ron, �du siehst ja f�rchterlich aus!�</p><p>�Ich sag euch doch, 's is' alles in Ordnung mit mir�, versicherte Hagrid, richtete sich auf, drehte sich um und wollte sie breit anl�cheln, zuckte dann aber zusammen. �Verdammich, is' gut, euch alle drei mal wieder zu sehn - sch�nen Sommer gehabt?�</p><p>�Hagrid, du bist angegriffen worden!�, sagte Ron.</p><p>�Zum letzten Mal, 's is' nichts!�, erwiderte Hagrid entschieden.</p><p>�W�rdest du auch sagen, es ist nichts, wenn jemand von uns mit 'nem Pfund Hackfleisch als Gesicht auftauchen w�rde?�, fragte Ron.</p><p>�Du solltest gleich zu Madam Pomfrey gehen, Hagrid�, sagte Hermine besorgt, �ein paar von diesen Schnittwunden sehen �bel aus.�</p><p>�Ich werd schon damit fertig, klar?�, erwiderte Hagrid barsch.</p><p>Er ging hin�ber zu dem riesigen Holztisch, der mitten in der H�tte stand, und zog ein Handtuch, das darauf lag, beiseite. Darunter kam ein rohes, blutiges, gr�nstichiges Steak zum Vorschein, ein wenig gr��er als ein gew�hnlicher Autoreifen.</p><p>�Das willst du doch nicht etwa essen, Hagrid?�, sagte Ron und beugte sich vor, um es n�her in Augenschein zu nehmen. �Das sieht giftig aus.�</p><empty-line/><p>�So soll's auch sein, 's is' Drachenfleisch�, sagte Hagrid. �Un' ich hab's mir nicht zum Essen besorgt.�</p><p>Er nahm das Steak in die Hand und klatschte es sich auf die linke Gesichtsh�lfte. Gr�nliches Blut tr�pfelte ihm in den Bart, w�hrend er leise und zufrieden st�hnte.</p><p>�Is' schon besser. Hilft gegen's Brennen, versteht ihr.�</p><p>�Wie sieht's aus, erz�hlst du uns jetzt, was mit dir passiert ist?�, fragte Harry.</p><p>�Kann nich, Harry. Top secret. Werd mein' Job nicht riskieren und's euch erz�hlen.�</p><p>�Haben die Riesen dich verpr�ge lt, Hagrid?�, fragte Hermine leise.</p><p>Das Drachensteak entglitt Hagrids Fingern und rutschte ihm platschend auf die Brust.</p><p>�Riesen?�, sagte Hagrid. Er fing das Steak auf, bevor es seinen G�rtel erreicht hatte, und klatschte es sich wieder aufs Gesicht. �Wer hat was von Riesen erz�hlt? Mit wem habt ihr gesproch'n? Wer hat euch gesagt, was ich - wer hat gesagt, ich sei - h�?�</p><p>�Wir haben's geraten�, sagte Hermine entschuldigend.</p><p>�Oh, jaah, habt ihr, soso?�, sagte Hagrid und fixierte sie streng mit dem Auge, das nicht hinter dem Steak verborgen war.</p><p>�Es war irgendwie ... klar�, sagte Ron. Harry nickte.</p><p>Hagrid schaute sie finster an, schnaubte dann, warf das Steak wieder auf den Tisch und schritt hin�ber zum Kessel, der inzwischen zu pfeifen begonnen hatte.</p><p>�Hab noch nie Kinner wie euch gekannt, die derma�en viel mehr wussten, als ihnen gut getan hat�, murmelte er und sch�ttete kochendes Wasser in drei seiner eimergro�en Becher. �Un' das is' kein Kompliment nich. Neugierig, w�rden manche sagen. Tunichtgute.�</p><p>Aber sein Bart zuckte.</p><p>�Also hast du nach den Riesen gesucht?�, sagte Harry und setzte sich grinsend an den Tisch.</p><p>Hagrid stellte den dreien Tee hin, setzte sich, nahm erneut sein Steak und klatschte es sich wieder aufs Gesicht.</p><p>�Ja, von mir aus�, knurrte er. �Hab ich.�</p><p>�Und du hast sie gefunden?�, sagte Hermine mit ged�mpfter Stimme.</p><p>�Na, die sind nich schwer zu finden, ehrlich mal�, erwiderte Hagrid.</p><empty-line/><p>�Ziemlich gro�, verstehste.�</p><p>�Wo sind sie?�, fragte Ron.</p><p>�Berge�, beschied ihn Hagrid knapp.</p><p>�Und die Muggel kommen ihnen nicht in die -?�</p><p>�Doch�, sagte Hagrid finster. �Nur, wenn die ums Leben kommen, hei�t's immer Bergungl�ck, oder?�</p><p>Er schob das Steak ein wenig zurecht, damit es die schlimmsten Bluterg�sse bedeckte.</p><p>�Komm schon, Hagrid, erz�hl uns, was du unternommen hast!�, sagte Ron.</p><p>�Erz�hl uns, wie die Riesen dich angegriffen haben, dann kann Harry dir erz�hlen, wie ihn die Dementoren angegriffen haben -�</p><p>Hagrid verschluckte sich, spuckte in seine Tasse und lie� zugleich das Steak fallen; eine Unmenge Spucke, Tee und Drachenblut spr�hte �ber den Tisch, w�hrend Hagrid hustete und prustete und das Steak mit einem leisen Platsch zu Boden rutschte.</p><p>�Was soll'n das hei�en, von Dementoren angegriffen?�, knurrte Hagrid.</p><p>�Hast du's nicht gewusst?�, fragte ihn Hermine mit weit aufgerissenen Augen.</p><p>�Ich hab keine Ahnung, was hier passiert ist, seit ich fortgegangen bin. War 'ne geheime Mission, versteht ihr, wollt nich, dass mir st�ndig Eulen folgen - verfluchte Dementoren! Das meinst du doch nich im Ernst?�</p><p>�Mein ich sehr wohl, sie sind in Little Whinging aufgetaucht und haben meinen Cousin und mich angegriffen, und dann hat mich das Zaubereiministerium rausgeworfen -�</p><p>�WAS?�</p><p>�- und ich musste zu 'ner Anh�rung und alles, aber erz�hl uns erst mal von den Riesen.�</p><p>�Die haben dich rausgeworfen?�</p><p>�Erz�hl uns von deinem Sommer und ich erz�hl dir von meinem.�</p><p>Mit seinem offenen Auge funkelte ihn Hagrid finster an. Harry, der einen Ausdruck unschuldiger Entschlossenheit auf dem Gesicht hatte, hielt seinem Blick stand.</p><p>�Na, von mir aus�, sagte Hagrid mit resignierter Stimme.</p><p>Er b�ckte sich und zog das Drachensteak aus Fangs Maul.</p><empty-line/><p>�Oh, Hagrid, tu das nicht, das ist unhygien-�, fing Hermine an, aber Hagrid hatte sich das Fleisch schon wieder auf sein geschwollenes Auge gedr�ckt.</p><p>Zur St�rkung nahm er noch einen Schluck Tee, dann begann er: �Also, wir sin' gleich aufgebrochen, als das Schuljahr zu Ende war -�</p><p>�Dann ist Madame Maxime also mit dir gegangen?�, warf Hermine ein.</p><p>�Ja, genau�, sagte Hagrid, und die paar Zentimeter Gesicht, die nicht von Bart oder gr�nem Steak verdeckt waren, nahmen einen sanfteren Ausdruck an. �Ja, war'n nur wir zwei beide. Und ich kann euch sagen, die Olympe, der macht's nichts aus, wenn's hart auf hart kommt. Ihr wisst ja , sie is' 'ne elegante, gut angezogene Frau, und mir war klar, wo's hinging, und ich hab mich schon gefragt, wie's f�r sie war, �ber Ger�ll zu klettern und in H�hlen zu schlafen und so, aber sie hat sich nich ein einziges Mal beschwert.�</p><p>�Du wusstest, wo es hinging?�, fragte Harry. �Du wusstest, wo die Riesen waren?�</p><p>�Naja, Dumbledore wusste das und er hat's uns gesagt�, erwiderte Hagrid.</p><p>�Haben die sich verborgen?�, fragte Ron. �Ist es ein Geheimnis, wo sie stecken?�</p><p>�Eigentlich nich�, sagte Hagrid und sch�ttelte seinen struppigen Kopf, �'s is' nur so, dass es die meisten Zauberer nicht gro� schert, wo die sin', solang es nur weit genug weg ist. Aber da, wo die sin', da kommt man sehr schwer hin, Menschen jedenfalls, also brauchten wir Dumbledores Rat. Brauchten rund 'nen Monat, bis wir da waren -�</p><p>�Einen Monat?�, sagte Ron, als ob er noch nie von einer Reise geh�rt h�tte, die so l�cherlich lange gedauert hatte. �Aber - warum habt ihr euch nicht einfach einen Portschl�ssel geschnappt oder so was?�</p><p>Ein merkw�rdiger Ausdruck, fast so etwas wie Mit leid, trat in Hagrids nicht bedecktes Auge, mit dem er Ron nun scheel ansah.</p><p>�Wir wer'n beobachtet, Ron�, sagte er knurrig.</p><p>�Was soll das hei�en?�</p><p>�Du verstehst das nicht�, sagte Hagrid. �Das Ministerium h�lt 'n Auge auf Dumbledore und alle, von denen sie glauben, dass sie mit ihm verb�ndet sin', und -�</p><p>�Das wissen wir�, sagte Harry rasch, der auf den Rest von Hagrids Geschichte brannte. �Wir wissen, dass das Ministerium Dumbledore �berwacht -�</p><p>�Also konntet ihr gar nicht zaubern, um dorthin zu kommen?�, fragte Ron wie vom Donner ger�hrt. �Ihr musstet euch den ganzen Weg wie Muggel verhalten?�</p><p>�Naja, eigentlich nicht den ganzen Weg�, sagte Hagrid ausweichend. �Wir musst'n nur vorsichtig sein, weil Olympe und ich, wir fallen 'n bisschen auf-�</p><p>Ron machte ein ged�mpftes Ger�usch, halb Schnauben, halb Schniefen, und nahm hastig einen gro�en Schluck Tee.</p><p>�- also is' es nicht schwer, uns zu folgen. Wir haben so getan, wie wenn wir zusammen Ferien machen wollten, sind also r�ber nach Frankreich und dann erst ma' in Richtung von der Schule von Olympe, weil wir wussten, dass jemand vom Ministerium uns beschattet. Wir mussten langsam machen, weil ich eigentlich gar nich zaubern darf und wir wussten, das Ministerium w�rd nach 'nem Grund suchen, uns einzubuchten. Aber wir haben's geschafft und haben den Trottel, der uns verfolgt hat, in der N�he von Die -John abgeh�ngt -�</p><p>�Ooooh, Dijon?�, sagte Hermine entz�ckt. �Ich war da mal in den Ferien, hast du die Stadt -?�</p><p>Sie verstummte angesichts von Rons Miene.</p><p>�Danach ham wir's mit 'nem bisschen Magie probiert und ab dann war's gar keine schlechte Reise. Sind an der polnischen Grenze mit 'n paar verr�ckten Trollen zusammengeraten und ich hatt' 'ne kleine Meinungsverschiedenheit mit 'nem Vampir in 'ner Spelunke in Minsk, aber ansonsten h�tt's nich besser laufen k�nnen.</p><p>Und dann sin' wir dort angekommen und sin' die Berge hochgeklettert und haben nach denen Ausschau gehalten ...</p><p>Die Magie mussten wir bleiben lassen, sobald wir in der N�he von denen waren. Teils weil die keine Zauberer m�gen, wir wollten die nicht zu schnell vergr�tzen, und teils weil Dumbledore uns gewarnt hatte, dass Du-wei�t-schon-wer auch den Riesen und so hinterher sein m�sste. Meinte, es war ziemlich sicher, dass er denen schon 'nen Boten geschickt hat. Wir sollten ganz vorsichtig sein un'</p><p>uns unauff�llig verhalten, wenn wir denen n�her kommen, falls schon welche von den Todessern in der Gegend w�r'n.�</p><p>Hagrid legte eine Pause ein und nahm einen ausgiebigen Schluck Tee.</p><p>�Weiter!�, dr�ngte Harry.</p><p>�Ham sie gefunden�, sagte Hagrid trocken. �Eines Nachts sind wir �bern Bergkamm und da war'n sie, hatten sich unten auf der anderen Seite breit gemacht. Da brannten kleine Feuer und's gab riesige Schatten ... war, wie wenn du zusiehst, dass sich Teile von'n Bergen bewegen.�</p><p>�Wie gro� sind sie?�, fragte Ron leise.</p><empty-line/><p>�Um die sechs Meter�, sagte Hagrid beil�ufig. �Manche von den gr��eren vielleicht siebeneinhalb.�</p><p>�Und wie viele waren es?�, fragte Harry.</p><p>�Ich sch�tz ma', um die siebzig bis achtzig�, sagte Hagrid.</p><p>�Das sind alle?�, sagte Hermine.</p><p>�Jep�, sagte Hagrid traurig, �achtzig sind noch �brig, und es waren 'ne Menge mehr, m�ss'n hundert verschiedene St�mme auf der ganzen Welt gewesen sein.</p><p>Aber die sind schon seit 'ner Ewigkeit am Aussterb'n. 't�rlich haben Zauberer 'n paar get�tet, aber meistens haben sie sich gegenseitig umgebracht, und jetzt sterben sie noch schneller aus. Die sind nich daf�r geschaffen, so zusammengepfercht zu leben. Dumbledore meint, das ist unsere Schuld, es war'n Zauberer, die sie gezwungen haben zu fliehen und weit weg von uns zu leben, und sie hatten keine Wahl und mussten sich zu ihrem Schutz zusammenrotten.�</p><p>�Also�, sagte Harry, �ihr habt sie gesehen, und was weiter?�</p><p>�Nun, wir haben bis zum Morgen gewartet, wollten uns nich im Dunkeln an sie ranschleichen, zu unsrer eig'nen Sicherheit�, sagte Hagrid. �Gegen drei Uhr morgens sind sie eingeschlafen, grad da, wo sie sa�en. Wir haben uns nich getraut zu schlafen. Zum einen wollten wir sichergehen, dass keiner von denen aufwacht und zu uns hochkommt, und zum anderen war das ein Geschnarche, das glaubst du nich. Hat gegen Morgen 'ne Lawine ausgel�st.</p><p>Jedenfalls, sobald's hell war, sind wir zu ihnen runtergestiegen.�</p><p>�Einfach so?�, sagte Ron mit ehrf�rchtiger Miene. �Ihr seid einfach da in dieses Lager von den Riesen reinspaziert?�</p><p>�Na ja, Dumbledore hat uns gesagt, wie wir's anstellen sollen�, sagte Hagrid.</p><p>�Dem Gurg Geschenke �berreichen, ihm ein bisschen Respekt bezeugen, ihr wisst schon.�</p><p><emphasis>�Wem </emphasis>Geschenke �berreichen?�, fragte Harry.</p><p>�Oh, dem Gurg, das is' der H�uptling.�</p><p>�Woher wusstet ihr, wer der Gurg war?�, fragte Ron.</p><p>Hagrid grunzte belustigt.</p><p>�Kein Problem�, sagte er. �Er war der Gr��te, der H�sslichste und der Faulste.</p><p>Hockte da und hat sich von den anderen Futter bringen lassen. Tote Ziegen und so. Hie� Karkus. Ich h�tt ihn so auf die sieben Meter gesch�tzt, und gewogen hat er wohl so viel wie 'n paar Elefantenbullen. Hatte 'ne Haut wie 'n Nashorn und alles.�</p><p>�Und da seid ihr einfach so zu ihm hinspaziert?�, sagte Hermine atemlos.</p><p>�Na ja ... erst mal runter zu ihm ins Tal, wo er lag. Die war'n in dieser Senke zwischen vier ziemlich hohen Bergen, wisst ihr, an 'nem Bergsee, und Karkus lag am See und hat die andern angebr�llt, sie sollen ihm und seinem Weib Futter bringen. Olympe und ich sin' den Berghang runter -�</p><p>�Aber haben die nicht versucht euch umzubringen, als sie euch sahen?�, fragte Ron ungl�ubig.</p><p>�'n paar von denen hat's sicher gejuckt�, sagte Hagrid achselzuckend, �aber wir haben getan, was Dumbledore uns gesagt hat, n�mlich unser Geschenk vor uns hochhalten un' immer nur den Gurg angucken und nich auf die andern achten.</p><p>Genau das haben wir gemacht. Un' die andern haben sich beruhigt un' lie�en uns vorbei un' wir sin' bis direkt vor die F��e von Karkus gekommen un' haben uns verneigt un' das Geschenk vor ihn hingelegt.�</p><p>�Was schenkt man einem Riesen denn so?�, fragte Ron neugierig. �Was zu fressen?�</p><p>�Nee, das kann er sich ganz gut selbst besorgen�, sagte Hagrid. �Wir haben ihm was zum Zaubern mitgebracht. Riesen finden Zaubern gut, blo� nich, wenn wir's gegen sie gebrauchen. Jedenfalls ham wir ihm an diesem ersten Tag 'nen Ableger vom Gubraith-Feuer geschenkt.�</p><p>Hermine sagte leise �Wow!�, aber Harry und Ron runzelten nur ratlos die Stirn.</p><p>�Einen Ableger von was -?�</p><p>�Ewiges Feuer�, sagte Hermine gereizt, �das solltet ihr inzwischen aber wissen. Professor Flitwick hat es mindestens zwei Mal im Unterricht erw�hnt!�</p><p>�Na ja, wie auch immer�, griff Hagrid rasch ein, bevor Ron dagegenhalten konnte, �Dumbledore hat diesen Ableger verzaubert, damit er immer und ewig brennt, und das kann nicht jeder Zauberer. Ich leg ihn also in den Schnee vor die F��e von Karkus und sag: �Ein Geschenk f�r den Gurg der Riesen von Albus Dumbledore, der seine respektvollen Gr��e sendet.��</p><p>�Und was hat Karkus gesagt?�, fragte Harry begierig.</p><p>�Nichts�, sagte Hagrid. �K�nnt kein Englisch.�</p><p>�Du willst uns verulken!�</p><p>�War aber egal�, sagte Hagrid gelassen. �Dumbledore hat uns gewarnt, dass das passieren kann. Karkus hat so viel begriffen, dass er nach 'n paar Riesen rief, die unsre Sprache kannten, und die haben f�r uns �bersetzt.�</p><empty-line/><p>�Und hat ihm das Geschenk gefallen?�, fragte Ron.</p><p>�Aber hallo, sobald die kapiert hatten, was es war, brach die H�lle los�, sagte Hagrid, drehte sein Drachensteak um und dr�ckte nun die k�hlere Seite auf sein geschwollenes Auge. �Richtig gefreut ham sich die. Also hab ich gesagt: �Albus Dumbledore bittet den Gurg, mit seinem Boten zu sprechen, wenn er morgen mit einem neuen Geschenk zur�ckkehrte�.�</p><p>�Warum konntest du nicht an diesem Tag mit ihm reden?�, fragte Hermine.</p><p>�Dumbledore wollte, dass wir's sehr langsam angehen�, sagte Hagrid. �Ihn sehn lassen, dass wir unsere Versprechen halten. <emphasis>Wir kehren morgen mit einem neuen Geschenk zur�ck, </emphasis>und dann kommen wir tats�chlich mit 'nem neuen Geschenk wieder - macht 'nen guten Eindruck, verstehst du? Au�erdem ham sie mehr Zeit, das erste Geschenk auszuprobieren, und k�nn' sehn, dass es was taugt, und dann werden sie scharf auf noch eins. Jedenfalls, bei Riesen wie Karkus is' es so - machst du zu viele Worte, dann bringen sie dich um, nur damit die Sache wieder einfacher wird. Wir sind also unter Verbeugungen wieder weg un' haben 'ne nette kleine H�hle f�r uns gefunden, wo wir die Nacht verbracht haben, un' als wir am Morgen drauf wieder zur�ck sind, sitzt Karkus schon da und wartet auf uns, und ganz gespannt war er auch schon.�</p><p>�Und ihr habt mit ihm gesprochen?�</p><p>�O ja. Erst ham wir ihm einen h�bschen Schlachthelm geschenkt - koboldgearbeitet und unzerst�rbar, m�sst ihr wissen - und dann haben wir uns hingesetzt und mit ihm geredet.�</p><p>�Was hat er gesagt?�</p><p>�Nich viel�, sagte Hagrid. �Hat meist zugeh�rt. Aber die Zeichen war'n gut.</p><p>Er hatte von Dumbledore geh�rt, n�mlich dass er sich damals gegen die T�tung der letzten Riesen in Britannien ausgesprochen hat. Karkus hat sich, wie's aussah, ziemlich f�r das interessiert, was wir ihm von Dumbledore ausgerichtet haben.</p><p>Und 'n paar von den andern, besonders die, die 'n bisschen Englisch konnten, haben sich um uns geschart und auch zugeh�rt. Wir war'n ganz guter Dinge, als wir an diesem Tag weg sind. Versprachen, am n�chsten Morgen mit noch 'nem Geschenk wiederzukommen.</p><p>Aber in dieser Nacht is' dann alles schiefgegangen.�</p><p>�Was soll das hei�en?�, sagte Ron rasch.</p><p>�Nun, ich hab's gesagt, die leben von Natur aus eigentlich nich zusammen, diese Riesen�, sagte Hagrid traurig. �Nich in so gro�en Gruppen. Die k�nnen einfach nich anders, die bringen sich alle paar Wochen halb um. Die M�nner k�mpfen gegeneinander und die Frauen k�mpfen gegeneinander, die �berlebenden der alten St�mme bek�mpfen einander, und dann komm' noch die Kabbeleien wegen Fressen oder den besten Feuerstellen oder Schlafpl�tzen dazu.</p><p>Wenn du siehst, dass die ganze Rasse so ziemlich am Ende ist, k�nntest du meinen, die lassen ma' voneinander ab, aber ...�</p><p>Hagrid seufzte schwer.</p><p>�In dieser Nacht brach ein Kampf aus, wir haben's vom Eingang unserer H�hle gesehn, wo wir runter ins Tal geschaut haben. Ging stundenlang so, war 'n unglaublicher L�rm. Und als die Sonne aufging, war der Schnee scharlachrot und sein Kopf lag aufm Grund vom See.�</p><p>�Wessen Kopf?�, japste Hermine.</p><p>�Der von Karkus�, sagte Hagrid bedr�ckt. �Es gab 'neu neuen Gurg, Golgomath.� Er seufzte wieder. �Na ja, wir hatten nich mit 'nem neuen Gurg gerechnet, zwei Tage nachdem wir gut Freund mit Karkus geworden war'n, und wir hatten das komische Gef�hl, Golgomath w�rd nicht so scharf drauf sein, uns zuzuh�ren, aber wir mussten's versuchen.�</p><p>�Ihr seid hingegangen, um mit ihm zu reden?�, fragte Ron ungl�ubig.</p><p>�Nachdem ihr zugesehen habt, wie er 'nem anderen Riesen den Kopf abgerissen hat?�</p><p>�'t�rlich�, sagte Hagrid. �Wir haben doch nich den ganzen Weg gemacht, um dann nach zwei Tagen aufzugeben! Wir sin' runter, mit dem n�chsten Geschenk, das wir eigentlich Karkus geben wollten. Aber ich hatte noch nich mal den Mund aufgemacht, da wusst ich schon, es wird nichts draus. Wie wir n�her kamen, sa� er da mit dem Helm von Karkus auf und hat uns schief angeguckt. Er is' fett, einer der Dicksten da. Schwarzes Haar und passende Z�hne und 'n Halsband aus Knochen, 'n paar Menschenknochen drunter, wie's aussah. Na ja, ich hab's eben mal versucht - hielt ihm 'ne gro�e Rolle Drachenhaut hin und sagte: �Ein Geschenk f�r den Gurg der Riesen -� Und kaum dass ich mich's versah, hing ich schon an den F��en kopf�ber in der Luft, zwei von seinen Kumpels hatten mich gepackt.�</p><p>Hermine schlug die H�nde vor den Mund.</p><p>�Wie bist du <emphasis>da </emphasis>wieder rausgekommen?�, fragte Harry.</p><p>�War ich nich, wenn Olympe nicht dabei gewesen war�, sagte Hagrid. �Sie hat ihren Zauberstab rausgeholt und hat 'n paar Zauber losgela ssen, so schnell, das hab ich noch kaum gesehn. War fabelhaft, verdammt noch mal. Hat den beiden, die mich festhielten, Konjunktivitis-Fl�che direkt in die Augen geschossen und die haben mich gleich fallen lassen - aber jetzt hatten wir richtig �rger, weil wir gegen die gezaubert hatten, und das k�nnen die Riesen an den Zauberern nun ma'</p><p>�berhaupt nicht leiden. Wir mussten abhauen und's war klar, wir hatten keine Chance mehr, zur�ck ins Lager zu kommen.�</p><p>�Nicht zu fassen, Hagrid�, sagte Ron leise.</p><p>�Und weshalb hast du so lange nach Hause gebraucht, wenn du nur drei Tage dort warst?�, fragte Hermine.</p><p>�Wir sind doch nich nach drei Tagen schon wieder abgehauen!�, entgegnete Hagrid emp�rt. �Dumbledore hat sich auf uns verlassen!�</p><p>�Aber du hast doch eben gesagt, ihr hattet keine Chance mehr, ins Lager zur�ckzukommen!�</p><p>�Nich bei Tageslicht, nein, das nich. Wir mussten nur 'n wenig umdenken.</p><p>Haben 'n paar Tage unauff�llig in der H�hle verbracht und sie beobachtet. Und was wir sah'n, war nich gut.�</p><p>�Hat er noch mehr K�pfe abgerissen?�, fragte Hermine angewidert.</p><p>�Nein�, sagte Hagrid. �Ich w�nschte, er h�tt's.�</p><p>�Was soll das hei�en?�</p><p>�Soll hei�en, wir haben bald rausgefunden, dass er nich gegen alle Zauberer was hatte - nur gegen uns.�</p><p>�Todesser?�, sagte Harry rasch.</p><p>�Jep�, erwiderte Hagrid d�ster. �Zwei von denen haben ihn jeden Tag besucht, brachten Geschenke f�r den Gurg, und die jedenfalls hat er nich kopf�ber aufgeh�ngt.�</p><p>�Woher wusstet ihr, dass es Todesser waren?�, sagte Ron.</p><p>�Weil ich einen von denen erkannt hab�, knurrte Hagrid. �Macnair, wisst ihr noch? Der Kerl, den sie geschickt haben, um Seidenschnabel zu t�ten? Ist 'n Wahnsinniger. T�tet genauso gern wie Golgomath; kein Wunder, dass die so gut miteinander auskamen.�</p><p>�Also hat Macnair die Riesen �berredet, sich Du-wei�t-schon-wem anzuschlie�en?�, sagte Hermine verzweifelt.</p><p>�Nich so schnell mit den Hippogreifen, ich bin noch nich fertig mit der Geschichte!�, sagte Hagrid entr�stet. Daf�r, dass er ihnen zun�chst gar nichts hatte sagen wollen, genoss er es jetzt offensichtlich sehr, zu erz�hlen. �Olympe und ich ham's besprochen und wir war'n uns einig; nur weil der Gurg anschein'd Du-wei�t-schon-wen besser fand, hie� das noch nich, dass es alle von denen taten. Wir mussten versuchen, 'n paar von den andern zu �berzeugen, die nicht Golgomath als Gurg gewollt hatten.�</p><empty-line/><p>�Wie konntet ihr die von den anderen unterscheiden?�, fragte Ron.</p><p>�Na, das war'n einfach die, die zu Brei gehauen wurden�, erkl�rte Hagrid geduldig. �Und die mit 'nem bisschen Verstand sind Golgomath aus'm Weg gegangen und haben sich in den H�hlen um die Senke versteckt, genau wie wir.</p><p>Also ham wir beschlossen, wir schleichen uns nachts in die H�hlen und schau'n, ob wir 'n paar von denen �berzeugen k�nnen.�</p><p>�Ihr habt euch in dunkle H�hlen geschlichen und nach Riesen gesucht?�, sagte Ron mit ehrf�rchtiger Bewunderung in der Stimme.</p><p>�Tja, es waren nich die Riesen, die uns am meisten Sorgen gemacht haben�, sagte Hagrid. �Wir hatten mehr Bef�rchtungen wegen den Todessern.</p><p>Dumbledore hat uns gesagt, bevor wir los sind, wir sollten uns mit denen m�glichst nich anlegen, aber das Problem war, die wussten, dass wir in der Gegend war'n - vermute mal, Golgomath hat ihnen von uns erz�hlt. Nachts, wenn die Riesen schliefen und wir in die H�hlen kriechen wollten, trieben sich Macnair und der andere in den Bergen rum und ham nach uns gesucht. War schwer, Olympe davon abzuhalten, sich auf die zu st�rzen�, sagte Hagrid und verzog die Mundwinkel, so dass sich sein struppiger Bart hob, �sie war ganz scharf drauf, die anzugreifen ... die hat was, wenn sie mal in Fahrt is', Olympe ... feurig, wisst ihr ... muss die Franz�sin in ihr sein ...�</p><p>Hagrid stierte mit tr�ben Augen ins Feuer. Harry lie� ihn eine halbe Minute in seinen Erinnerungen schwelgen, dann r�usperte er sich laut.</p><p>�Also, was ist passiert? Seid ihr irgendwann mal in die N�he von einem der anderen Riesen gekommen?�</p><p>�Was? Oh ... oh, ja, sind wir. Ja, in der dritten Nacht, nachdem sie Karkus umgebracht hatten, sind wir aus unserm H�hlenversteck gekrochen und wieder runter in die Senke gestiegen, st�ndig auf der Hut vor Todessern. Sin' in ein paar H�hlen rein, war aber nichts - dann, in der sechsten vielleicht, haben wir drei Riesen gefunden, die sich versteckt hatten.�</p><p>�Die H�hle muss aber proppenvoll gewesen sein�, sagte Ron.</p><p>�Konntest nich mal mehr 'n Kniesel schwingen�, best�tigte Hagrid.</p><p>�Haben die euch nicht angegriffen, als sie euch sahen?�, fragte Hermine.</p><p>�H�tten's wohl getan, wenn sie einigerma�en in Form gewesen w�r'n�, sagte Hagrid, �aber die war'n schwer verletzt, alle drei; die Sippe von Golgomath hatte die halb tot geschlagen, sie sin' aufgewacht und in den n�chstbesten Unterschlupf gekrochen, den sie finden konnten. Jedenfalls, einer von denen k�nnt 'n bisschen Englisch und er hat f�r die andern �bersetzt, und was wir zu sagen hatten, fanden sie wohl gar nich so schlecht. Also sin' wir immer wieder gekommen und ham uns um die Verletzten gek�mmert ... Ich sch�tz, zu der Zeit hatten wir sechs oder sieben von denen �berzeugt ...�</p><p>�Sechs oder sieben?�, sagte Ron aufgeregt. �Na ja, das ist nicht schlecht - kommen die jetzt hierher und fangen an, mit uns gegen Du-wei�t-schon-wen zu k�mpfen?�</p><p>Aber Hermine sagte: �Was meinst du mit �zu der Zeit�, Hagrid?�</p><p>Hagrid sah sie traurig an.</p><p>�Golgomaths Sippe hat die H�hlen �berfallen. Die �berlebenden wollten danach nichts mehr mit uns zu tun haben.�</p><p>�Also ... also kommen gar keine Riesen?�, sagte Ron entt�uscht.</p><p>�Nee�, sagte Hagrid, seufzte schwer, drehte das Steak um und legte die k�hlere Seite auf sein Gesicht, �aber wir haben erledigt, was wir vorhatten, wir haben Dumbledores Botschaft �berbracht, und ich denk, manche von denen, die's geh�rt haben, werden sich dran erinnern. Wer wei�, vielleicht ziehen die, die nich bei Golgomath bleiben wollen, fort aus den Bergen, und m�glicherweise erinnern sie sich ja, dass Dumbledore freundlich zu ihnen war ... k�nnt sein, dass sie kommen.�</p><p>Das Fenster schneite allm�hlich ein. Harry sp�rte, dass sein Umhang an den Knien durchn�sst war: Fang hatte den Kopf in seinen Scho� gelegt und sabberte.</p><p>�Hagrid?�, sagte Hermine nach einer Weile leise.</p><p>�Mmm?�</p><p>�Hast du ... war da irgendeine Spur von ... hast du irgendwas von deiner ... deiner Mutter geh�rt, w�hlend du dort warst?�</p><p>Hagrids unverdecktes Auge blieb auf ihr ruhen und Hermine wirkte ziemlich beklommen.</p><p>�Verzeihung ... ich ... schon gut -�</p><p>�Tot�, brummte Hagrid. �Vor Jahren schon gestorben. Harn sie mir gesagt.�</p><p>�Oh ... das ... tut mir wirklich Leid�, sagte Hermine mit sehr leiser Stimme.</p><p>Hagrid zuckte mit den massigen Schultern.</p><p>�Macht nichts�, sagte er knapp. �Kann mich sowieso kaum an sie erinnern. War nich die beste aller M�tter.�</p><p>Wieder schwiegen sie. Hermine warf Harry und Ron nerv�se Blicke zu, offensichtlich wollte sie, dass sie etwas sagten.</p><p>�Aber du hast immer noch nicht erkl�rt, weshalb du so zugerichtet bist, Hagrid�, sagte Ron und deutete auf Hagrids blutverschmiertes Gesicht.</p><p>�Oder warum du so sp�t zur�ckkommst�, sagte Harry. �Sirius meint, Madame Maxime sei schon ewig lange wieder da -�</p><p>�Wer hat dich angegriffen?�, fragte Ron.</p><p>�Ich wurd nicht angegriffen!�, sagte Hagrid nachdr�cklich. �Ich -�</p><p>Aber seine weiteren Worte gingen in einem pl�tzlichen Gepolter an der T�r unter. Hermine keuchte; der Becher rutschte ihr aus den Fingern und zerschellte auf dem Boden; Fang jaulte. Alle vie r starrten auf das Fenster neben der T�r. Der Schatten einer kleinen, gedrungenen Gestalt kr�uselte sich �ber den d�nnen Vorhang.</p><p><emphasis>�Das ist sie!�, </emphasis>fl�sterte Ron.</p><p>�Darunter!�, sagte Harry rasch; er packte den Tarnumhang und lie� ihn �ber sich und Hermine fla ttern, Ron kam um den Tisch geflitzt und tauchte ebenfalls darunter. Aneinander gedr�ngt zogen sie sich in eine Ecke zur�ck. Fang bellte wie verr�ckt die T�r an. Hagrid schien gr�ndlich verwirrt.</p><p>�Hagrid, versteck unsere Becher!�</p><p>Hagrid packte die Becher von Harry und Ron und legte sie unter das Kissen in Fangs Korb. Fang sprang nun immer wieder an der T�r hoch. Hagrid schob ihn mit dem Fu� beiseite und �ffnete.</p><p>Professor Umbridge stand vor der T�r, in ihrem gr�nen Tweedmantel und mit einem passenden Hut mit Ohrensch�tzern. Mit gesch�rzten Lippen lehnte sie sich zur�ck, damit sie Hagrids Gesicht sehen konnte; sie reichte ihm kaum bis zum Nabel.</p><p>�So�, sagte sie langsam und laut, als ob sie mit einem Tauben reden w�rde.</p><p>�Sie sind Hagrid, nicht wahr?�</p><p>Ohne auf eine Antwort zu warten, kam sie in die H�tte und ihre Glubschaugen sahen sich �berall um.</p><p>�Weg da�, fauchte sie und schlug mit der Handtasche nach Fang, der an ihr hochgesprungen war und ihr das Gesicht ablecken wollte.</p><p>��hm - ich will ja nich unh�flich sein�, sagte Hagrid und starrte sie an, �aber wer zum Teufel sind Sie eigentlich?�</p><p>�Mein Name ist Dolores Umbridge.�</p><p>Ihre Augen suchten die H�tte ab. Zweimal starrten sie geradewegs in die Ecke, in der Harry platt gedr�ckt zwischen Ron und Hermine stand.</p><empty-line/><p>�Dolores Umbridge?�, sagte Hagrid und klang v�llig ratlos. �Ich dacht, Sie w�r'n vom Ministerium - arbeiten Sie nicht f�r Fudge?�</p><p>�Ich war Erste Untersekret�rin des Ministers, ja�, sagte Umbridge, schritt nun in der H�tte auf und ab und registrierte die kleinste Kleinigkeit, von der Provianttasche an der Wand bis zum abgelegten Reisemantel. �Ich bin jetzt Lehrerin f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste -�</p><p>�Da sin' Sie aber mutig�, sagte Hagrid. �Gibt gar nich mehr so viele, die den Job machen woll'n.�</p><p>�- und Gro�inquisitorin von Hogwarts�, sagte Umbridge ohne ein Zeichen, dass sie ihn geh�rt hatte.</p><p>�Was'n das?�, fragte Hagrid stirnrunzelnd.</p><p>�Genau das wollte ich Sie auch fragen�, sagte Umbridge und deutete auf die Porzellanscherben am Boden, die einmal Hermines Becher gewesen waren.</p><p>�Oh�, sagte Hagrid mit einem gar nicht hilfreichen Blick in die Ecke, wo Harry, Ron und Hermine verborgen standen, �oh ... das war ... war Fang. Hat 'nen Becher kaputtgemacht. Hab daf�r den nehmen m�ssen.�</p><p>Hagrid deutete auf den Becher, aus dem er getrunken hatte, w�hrend er mit der anderen Hand weiterhin das Drachensteak auf sein Auge presste. Umbridge stand jetzt direkt vor ihm und pr�fte statt der H�tte jede Einzelheit von Hagrids Erscheinung.</p><p>�Ich habe Stimmen geh�rt�, sagte sie ruhig.</p><p>�Ich hab mit Fang geredet�, erwiderte Hagrid beherzt.</p><p>�Und hat er Ihnen geantwortet?�</p><p>�Nun ... wie man's nimmt�, erwiderte Hagrid mit sichtlichem Unbehagen.</p><p>�Manchmal sag ich, der Fang, der is' fast wie 'n Mensch -�</p><p>�Im Schnee sind die Spuren von drei Paar F��en und sie f�hren vom Schlossportal zu Ihrer H�tte�, sagte Umbridge �lig.</p><p>Hermine keuchte; Harry schlug ihr die Hand auf den Mund. Zum Gl�ck schn�ffelte Fang lautstark am Saum von Professor Umbridges Umhang und sie hatte offenbar nichts geh�rt.</p><p>�Tja, ich bin grad erst zur�ckgekommen�, sagte Hagrid und schwenkte seine gewaltige Hand in Richtung Provianttasche. �Vielleicht wollt vorher jemand zu Besuch kommen und ich hab sie verpasst.�</p><p>�Es f�hren keine Fu�spuren von Ihrer H�tte weg.�</p><empty-line/><p>�Also ... ic h hab keine Ahnung, wie das kommen kann ...�, sagte Hagrid, zupfte nerv�s an seinem Bart und sp�hte erneut in die Ecke, wo Harry, Ron und Hermine standen, als wollte er sie um Hilfe bitten. ��hm ...�</p><p>Umbridge wirbelte herum, schritt die ganze H�tte ab und sah sich dabei genau um. Sie b�ckte sich und sp�hte unters Bett. Sie �ffnete Hagrids Schr�nke. Sie kam an Harry, Ron und Hermine vorbei, die sich an die Wand gedr�ckt hatten, und das in f�nf Zentimeter Entfernung; Harry zog in diesem Moment tats�chlich den Bauch ein. Nachdem sie sorgf�ltig den gewaltigen Kessel inspiziert hatte, den Hagrid zum Kochen benutzte, wirbelte sie wieder herum und sagte: �Was ist mit Ihnen passiert? Wie haben Sie sich diese Verletzungen zugezogen?�</p><p>Hagrid lie� hastig das Drachenste ak von seinem Gesicht sinken, was Harry f�r einen Fehler hielt, weil die schwarzvioletten Bluterg�sse um sein Auge jetzt deutlich sichtbar waren, ganz zu schweigen von der gro�en Menge frischen und geronnenen Blutes auf seinem Gesicht. �Oh ... ich hatte 'nen kleinen Unfall�, sagte er lahm.</p><p>�Was f�r einen Unfall?�</p><p>�Ich - ich bin gestolpert.�</p><p>�Sie sind gestolpert�, wiederholte sie k�hl.</p><p>�Ja, genau. �ber ... �ber den Besen von 'nem Freund. Ich selbst, ich flieg ja nicht. Na ja, Sie sehn, wie gro� ich bin, ich sch�tz nich, dass es einen Besen gibt, der mich tragen w�rd. Freund von mir z�chtet Abraxas-Pferde, keine Ahnung, ob Sie schon mal welche gesehn ham, riesige Viecher, mit Fl�geln, wissen Sie, ich hab eins von denen kurz mal geritten, und das war -�</p><p>�Wo sin d Sie gewesen?�, unterbrach Umbridge k�hl Hagrids Gebrabbel.</p><p>�Wo bin ich -?�</p><p>�Gewesen, ja�, sagte sie. �Das Schuljahr hat vor zwei Monaten begonnen.</p><p>Eine Lehrerin musste f�r Sie einspringen. Keiner Ihrer Kollegen war in der Lage, mir irgendwelche Informationen �ber Ihren Aufenthaltsort zu geben. Sie haben keine Adresse hinterlassen. Wo sind Sie gewesen?�</p><p>Eine Pause trat ein, w�hrend deren Hagrid sie mit seinem inzwischen nicht mehr bedeckten Auge anstarrte. Harry konnte schier h�ren, wie Hagrids Gehirn fieberhaft arbeitete.</p><p>�Ich - ich war weg aus gesundheitlichen Gr�nden�, antwortete er.</p><p>�Aus gesundheitlichen Gr�nden�, sagte Professor Umbridge. Ihre Augen wanderten �ber Hagrids entstelltes und geschwollenes Gesicht. Sanft und still tr�pfelte Drachenblut auf seine Weste. �Verstehe.�</p><empty-line/><p>�Jaah�, sagte Hagrid. �'n bisschen frische Luft schnappen, wiss'n Sie -�</p><p>�Ja, als Wildh�ter kommt man ja so selten an die frische Luft�, sagte Umbridge honigs��. Der kleine Fleck in Hagrids Gesicht, der nicht schwarz oder violett war, wurde rot.</p><p>�Na ja - mal was andres sehen, verstehn Sie -�</p><p>�Die Bergwelt?�, sagte Umbridge rasch.</p><p>Sie wei� es, dachte Harry verzweifelt.</p><p>�Bergwelt?�, wiederholte Hagrid und �berlegte offenbar schnell. �Von wegen. Ich steh auf S�dfrankreich. Bisschen Sonne ... und Meer.�</p><p>�Wirklich?�, sagte Umbridge. �Sie sind aber nicht gerade braun geworden.�</p><p>�Jaah ... nun ... hab 'ne empfindliche Haut�, erwiderte Hagrid und versuchte ein einnehmendes L�cheln. Harry fiel auf, dass zwei seiner Z�hne ausgeschlagen waren. Umbridge sah ihn kalt an; sein L�cheln gefror. Dann schob sie ihre Handtasche etwas h�her in die Armbeuge und sagte: �Nat�rlich werde ich den Minister �ber Ihre versp�tete R�ckkehr unterrichten.�</p><p>�Verstehe�, sagte Hagrid und nickte.</p><p>�Sie sollten auch wissen, dass es meine leidige, aber notwendige Pflicht als Gro�inquisitorin ist, bei meinen Lehrerkollegen Inspektionen durchzuf�hren. Daher w�rde ich meinen, wir sehen uns recht bald wieder.�</p><p>Sie wandte sich abrupt um und schritt zur T�r zur�ck.</p><p>�Sie inspizier'n uns?�, erwiderte Hagrid verdutzt und sah ihr nach.</p><p>�O ja�, sagte Umbridge sanft und wandte sich, die Hand auf der T�rklinke, zu ihm um. �Das Ministerium ist entschlossen, nicht zufrieden stellende Lehrer auszuj�ten, Hagrid. Gute Nacht.�</p><p>Sie ging hinaus und lie� die T�r hinter sich zuschnappen. Harry wollte gerade den Tarnumhang runterziehen, da packte ihn Hermine am Handgelenk.</p><p>�Noch nicht�, hauchte sie ihm ins Ohr. �Vielleicht steht sie noch drau�en.�</p><p>Hagrid schien �hnliches zu denken; er stapfte durch die H�tte und zog den Vorhang ein paar Zentimeter beiseite.</p><p>�Sie geht zur�ck zum Schloss�, sagte er mit leiser Stimme. �Grundg�tiger ... inspiziert die Leute, is' das wahr?�</p><p>�Allerdings�, sagte Harry und zog den Umhang herunter. �Trelawney ist schon auf Bew�hrung ...�</p><p>��hm ... was hast du denn so geplant f�r unsere Klasse, Hagrid?�, fragte Hermine.</p><p>�Ach, mach dir dar�ber keine Sorgen, ich hab schon 'ne ganze Menge Stunden vorbereitet�, sagte Hagrid begeistert, klaubte sein Drachensteak vom Tisch und klatschte es sich wieder �bers Auge. �Ich hab mir 'n paar Gesch�pfe f�r euer ZAG-Jahr aufgespart; wartet nur ab, die sin' was ganz Besonderes.�</p><p>��hm - was meinst du damit?�, fragte Hermine behutsam.</p><p>�Verrat ich nich�, sagte Hagrid fr�hlich. �Will euch ja die �berraschung nich verderben.�</p><p>�H�r mal, Hagrid�, dr�ngte Hermine und verzichtete nun auf jede Verstellung,</p><p>�Professor Umbridge wird es �berhaupt nicht guthei�en, wenn du etwas zu Gef�hrliches mit in den Unterricht bringst.�</p><p>�Gef�hrlich?�, sagte Hagrid und machte eine belustigt-versonnene Miene.</p><p>�Sei nicht albern, ich w�rd euch doch nichts Gef�hrliches mitbringen! Also gut, zugegeben, die k�nnen schon f�r sich selbst sorgen -�</p><p>�Hagrid, du musst die Inspektion von Umbridge bestehen, und da w�r's wirklich besser, wenn sie sehen w�rde, dass du uns beibringst, wie man sich um Porlocks k�mmert oder wie man Knarle und Igel unterscheiden kann, so Zeug eben!�, sagte Hermine ernst.</p><p>�Aber das is' nich sonderlich interessant, Hermine�, erwiderte Hagrid. �Das, was ich hab, das macht viel mehr her. Ich k�mmer mich schon seit Jahren um sie, ich vermut mal, ich hab die einzige zahme Herde in Britannien.�</p><p>�Hagrid ... bitte ...�, sagte Hermine und echte Verzweiflung lag in ihrer Stimme. �Umbridge sucht nach irgendwelchen Ausreden, um Lehrer loszuwerden, von denen sie glaubt, sie st�nden Dumbledore zu nah. Bitte, Hagrid, bring uns irgendwas Langweiliges bei, das sicher in den ZAGs drankommt.�</p><p>Doch Hagrid g�hnte nur herzhaft und warf mit dem einen Auge einen sehns�chtigen Blick zu dem riesigen Bett in der Ecke.</p><p>�H�r ma', war 'n langer Tag und 's is' schon sp�t�, sagte er und t�tschelte Hermine freundschaftlich die Schulter; die Knie knickten ihr ein und schlugen dumpf auf den Boden. �Oh - 'tschuldigung -� Er zog sie hinten am Umhangkragen wieder auf die Beine. �Schau ma', nu mach dir mal keine Sorgen um mich, ich versprech dir, ich plan wirklich gute Sachen f�r euern Unterricht, jetzt, wo ich wieder da bin ... und ihr geht nun am besten wieder hoch zum Schloss, und vergesst nicht, die Fu�spuren hinter euch zu verwischen!�</p><p>�Keine Ahnung, ob er eigentlich begriffen hat, was du meintest�, sagte Ron kurze Zeit sp�ter, nachdem sie gepr�ft hatten, ob die Luft rein war, und durch den immer h�heren Schnee zur�ck zum Schloss gingen, wobei sie die smal dank Hermines Tilgzauber keine Spuren hinterlie�en.</p><p>�Dann geh ich eben morgen noch mal zu ihm�, sagte Hermine entschlossen.</p><p>�Wenn's sein muss, bereite ich selbst den Unterricht f�r ihn vor. Ob sie nun Trelawney rauswirft, ist mir schnuppe, aber Hagrid bleibt!�</p></section><section><title><p>Das Auge der Schlange</p></title><p>Am Sonntagmorgen pfl�gte Hermine durch eine sechzig Zentimeter tiefe Schneedecke zur�ck zu Hagrids H�tte. Harry und Ron hatten eigentlich mitgehen wollen, doch ihr Hausaufgabenberg hatte schon wieder eine alarmierende H�he erreicht, also blieben sie widerwillig im Gemeinschaftsraum zur�ck und versuchten die freudigen Rufe zu ignorieren, die vom Schlossgrund heraufdrangen, wo sich ihre Mitsch�ler damit vergn�gten, auf dem gefrorenen See Schlittschuh zu laufen, zu rodeln oder, was das Schlimmste war, Schneeb�lle zu verhexen, die dann hoch zum Gryffindor-Turm schossen und hart gegen die Fenster krachten.</p><p>�Hey!�, br�llte Ron, dem schlie�lich der Kragen platzte, und streckte den Kopf aus dem Fenster. �Ich bin Vertrauenssch�ler, und wenn noch ein einziger Schneeball dieses Fenster trifft - AUTSCH!�</p><p>Er riss den Kopf zur�ck, das Gesicht voller Schnee.</p><p>�Das sind Fred und George�, klagte er bitter und schlug das Fenster hinter sich zu. �Mistkerle ...�</p><p>Hermine kehrte kurz vor dem Mittagessen von Hagrid zur�ck, leicht bibbernd und mit bis zu den Knien feuchtem Umhang.</p><p>�Wie steht's?�, fragte Ron und hob den Kopf, als sie eintrat. �Hast du den ganzen Unterricht f�r ihn vorbereitet?�</p><p>�Na ja, ich hab's versucht�, sagte sie dumpf und lie� sich in einen Sessel neben Harry sinken. Sie zog ihren Zauberstab und machte mit ihm einen komplizierten kleinen Schlenker, so dass hei�e Luft aus der Spitze str�mte. Sie hielt sie an ihren Umhang, der nun dampfend zu trocknen begann. �Als ich kam, war er gar nicht da, ich hab mindestens eine halbe Stunde lang geklopft. Und dann ist er aus dem Wald gestapft -�</p><p>Harry st�hnte. Im Verbotenen Wald wimmelte es nur so von jenen Gesch�pfen, mit denen Hagrid sich ziemlich sicher den Rauswurf einhandeln w�rde. �Was h�lt er sich dort drin? Hat er's verraten?�, fragte er.</p><p>�Nein�, sagte Hermine betr�bt. �Es soll eine �berraschung werden, meint er.</p><p>Ich hab versucht ihm die Sache mit Umbridge zu erkl�ren, aber er kapiert es einfach nicht. Dauernd sagte er, keiner, der noch alle Tassen im Schrank habe, w�rde lieber Knarle als Chim�ras studieren - oh, ich glaub nicht, dass er eine Chim�ra <emphasis>hat�, </emphasis>fuhr sie auf die best�rzten Blicke Harrys und Rons hin fort, �aber das liegt nicht daran, dass er's nicht versucht h�tte, immerhin hat er mal gesagt, es sei so schwer, ihre Eier zu kriegen. Ich wei� nicht, wie oft ich ihm erkl�rt hab, er w�rde besser fahren, wenn er sich an Raue-Pritsches Lehrplan hielte, aber ehrlich gesagt, ich glaub nicht, dass er mir auch nur mit halbem Ohr zugeh�rt hat. Er ist �brigens in ziemlich merkw�rdiger Stimmung. Er will immer noch nicht sagen, wie er sich all seine Verletzungen zugezogen hat.�</p><p>Dass Hagrid am n�chsten Tag beim Fr�hst�ck wieder am Lehrertisch auftauchte, stie� nicht bei allen Sch�lern auf Begeisterung. Manche, wie Fred, George und Lee, br�llten vor Freude und spurteten zwischen dem Gryffindor- und dem Hufflepuff-Tisch durch, um Hagrids gewaltige Pranke zu dr�cken. Andere, wie Parvati und Lavender, tauschten d�stere Blicke und sch�ttelten den Kopf.</p><p>Harry war klar, dass viele von ihnen lieber bei Professor Raue-Pritsche Unterricht hatten, und das Schlimmste dabei war, dass ein sehr kleiner, unparteiischer Teil von ihm wusste, dass sie gute Gr�nde daf�r hatten: Raue-Pritsche stellte sich unter einem interessanten Unterricht jedenfalls nichts vor, womit sie riskiert h�tte, dass jemandem der Kopf abgerissen w�rde.</p><p>Ein wenig beklommen machten sich Harry, Ron und Hermine, dick eingemummelt gegen die K�lte, am Dienstag auf den Weg zu Hagrid. Harry bereitete nicht nur Sorge, was Hagrid sich wohl f�r den Unterricht vorgenommen hatte, sondern auch, wie der Rest der Klasse, besonders Malfoy und Konsorten, sich verhalten w�rden, wenn Umbridge ihnen zusah.</p><p>Allerdings war die Gro�inquisitorin nirgends zu entdecken, als sie sich durch den Schnee auf Hagrid zuk�mpften, der am Rande des Verbotenen Waldes auf sie wartete. Sein Anblick stimmte nicht gerade zuversichtlich; die Bluterg�sse, die am Samstagabend noch violett gewesen waren, hatten jetzt einen Stich ins Gr�n-Gelbe, und manche Schnittwunden bluteten offensichtlich immer noch. Das verstand Harry nicht: War Hagrid vielleicht von einer Kreatur angegriffen worden, deren Gift verhinderte, dass die von ihr geschlagenen Wunden verheilten? Wie um den unheilvollen Eindruck noch abzurunden, trug Hagrid etwas �ber der Schulter, das aussah wie eine halbe tote Kuh.</p><p>�Wir arbeit'n heute dort drin!�, rief Hagrid den sich n�hernden Sch�lern gut gelaunt entgegen und warf den Kopf zur�ck in Richtung der dunklen B�ume hinter ihm. �Bisschen gesch�tzter! Jedenfalls sind sie lieber im Dunkeln.�</p><p>�Was ist lieber im Dunkeln?�, h�rte Harry Malfoy scharf und mit einem Anflug von Panik in der Stimme zu Crabbe und Goyle sagen. �Was, hat er gesagt, will lieber im Dunkeln sein - habt ihr es geh�rt?�</p><p>Harry erinnerte sich an das bislang einzige Mal, dass Malfoy den Wald betreten hatte; auch damals war er nicht sonderlich mutig gewesen. Er l�chelte in sich hinein; nach dem Quidditch-Spiel war ihm alles recht, was Malfoy das Leben schwer machte.</p><p>�Fertig?�, fragte Hagrid vergn�gt und blickte rundum in ihre Gesichter. �Also dann, ich hab mir f�r euer f�nftes Schuljahr 'nen kleinen Waldspaziergang aufgespart. Dachte, wir k�nnten uns diese Gesch�pfe in ihrem nat�rlichen Lebensraum ansehen. Nun passt mal auf, was wir heute betrachten, is' ziemlich selten, ich sch�tz mal, ich bin so ziemlich der Einzige in Britannien, der's geschafft hat, die zu dressieren.�</p><p>�Und Sie sind sicher, dass sie dressiert sind, ja?�, fragte Malfoy mit noch deutlicherer Panik in der Stimme. �War jedenfalls nicht das erste Mal, dass Sie wilde Viecher in den Unterricht bringen, oder?�</p><p>Die Slytherins murmelten zustimmend, und auch einige Gryffindors sahen ganz danach aus, als w�ren sie der Meinung, Malfoy h�tte gar nicht so Unrecht.</p><p>�'t�rlich sind die dressiert�, sagte Hagrid. Er blickte finster drein und schob sich die tote Kuh noch ein wenig h�her auf die Schulter.</p><p>�Und was haben Sie eigentlich mit Ihrem Gesicht gemacht?�, wollte Malfoy wissen.</p><p>�K�mmer dich um dein' eig'nen Kram!�, sagte Hagrid aufgebracht. �Also, wenn ihr keine dummen Fragen mehr habt, dann folgt mir!�</p><p>Er wandte sich um und marschierte geradewegs in den Wald hinein. Niemand schien gro�e Lust zu haben, ihm zu folgen. Harry warf Ron und Hermine einen Blick zu, die seufzten, dann aber nickten, und die drei setzten sich an die Spitze der Klasse und folgten Hagrid.</p><p>Sie waren etwa zehn Minuten gegangen, als sie eine Stelle erreichten, an der die B�ume so dicht standen, dass nur noch D�mmerlicht herrschte und �berhaupt kein Schnee auf dem Boden lag. �chzend legte Hagrid seine Kuhh�lfte auf die Erde, trat zur�ck und drehte sich zu seinen Sch�lern um, die meist von Baum zu Baum auf ihn zuschlichen und sich nerv�s umsahen, als f�rchteten sie, jeden Moment angefallen zu werden.</p><p>�N�her ran, n�her ran�, ermutigte sie Hagrid. �Also, der Fleischgeruch wird sie anlocken, aber ich ruf sie trotzdem, weil die gern wissen m�chten, dass ich's bin.�</p><p>Er drehte sich um, sch�ttelte seinen struppigen Kopf, um die Haare aus dem Gesicht zu bekommen, und stie� einen merkw�rdigen, schrillen Schrei aus, der durch die dunklen B�ume hallte wie der Ruf eines Vogelungeheuers. Keiner lachte: Die meisten schienen zu ver�ngstigt, um auch nur einen Laut von sich zu geben.</p><p>Erneut stie� Hagrid den schrillen Schrei aus. Eine Minute verging, in der die Sch�ler unentwegt nerv�s �ber die Schultern und zwischen den B�umen umhersp�hten, um einen ersten Blick zu erhaschen auf was immer da kommen mochte. Und dann, als Hagrid zum dritten Mal die Haare zur�ckwarf und seine m�chtige Brust dehnte, stie� Harry Ron an und deutete auf die schwarze L�cke zwischen zwei knorrigen Eiben.</p><p>Ein leeres, wei�es, schimmerndes Augenpaar erschien in der D�sternis und wurde immer gr��er, und einen Moment sp�ter tauchten der drachenartige Kopf, der Hals und dann der Skelettk�rper eines gro�en, schwarzen, gefl�gelten Pferdes aus der Dunkelheit auf. Es wandte sich ein paar Sekunden der Klasse zu und peitschte mit seinem langen schwarzen Schwanz, dann neigte es den Kopf und fing an, mit seinen spitzen Fangz�hnen Fleisch von der toten Kuh zu rei�en.</p><p>Eine Woge der Erleichterung �berkam Harry. Hier endlich war der Beweis, dass er sich diese Gesch�pfe nicht nur eingebildet hatte, dass es sie wirklich gab: Auch Hagrid wusste von ihnen. Er blickte gespannt auf Ron, doch Ron stierte immer noch in die B�ume, und nach einigen Sekunden fl�sterte er: �Warum ruft Hagrid nicht noch mal?�</p><p>Die meisten anderen machten ebenso verwirrte und nerv�s-erwartungsvolle Gesichter wie Ron und blickten noch immer auf alles M�gliche, nur nicht auf das Pferd, das gerade mal ein paar Meter entfernt vor ihnen stand. Offenbar gab es nur zwei andere Sch�ler, die imstande waren, das Wesen zu sehen: ein drahtiger Junge aus Slytherin, gleich hinter Goyle, der dem Pferd mit offensichtlich gro�em Abscheu beim Fressen zusah; und Neville, dessen Blick dem hin und her wedelnden langen schwarzen Schwanz folgte.</p><p>�Holla, da kommt noch eins!�, verk�ndete Hagrid stolz, als ein zweites schwarzes Pferd zwischen den dunklen B�umen auftauchte, seine ledrigen Fl�gel enger an den K�rper legte, den Kopf sinken lie� und nun ebenfalls Fleisch verschlang. �Also dann ... wer sie sehen kann, meldet sich!�</p><p>M�chtig froh, dass er nun endlich das Geheimnis dieser Pferde erfahren w�rde, hob Harry die Hand. Hagrid nickte ihm zu.</p><p>�Jaah ... ja, das hab ich mir gedacht, Harry�, sagte er ernst. �Un' du auch, Neville, was? Un' -�</p><p>�Verzeihung bitte�, sagte Malfoy h�hnisch, �aber was genau sollen wir da eigentlich sehen?�</p><p>Zur Antwort deutete Hagrid auf den Kuhkadaver am Boden. Die ganze Klasse starrte ihn ein paar Sekunden lang an, dann keuchten einige und Parvati kreischte auf. Harry war klar, warum: Ganze Fleischst�cke, die sich von den Knochen abrissen und in Luft aufl�sten, mussten in der Tat ein ziemlich unheimlicher Anblick sein.</p><p>�Wer macht das?�, fragte Parvati mit grauenerf�llter Stimme und wich hinter den n�chsten Baum zur�ck. �Wer frisst das Fleisch?�</p><empty-line/><p>�Thestrale�, sagte Hagrid stolz, und von Hermine, die neben Harry stand, kam ein leises <emphasis>�Oh!�, </emphasis>da sie nun begriffen hatte. �Hogwarts hat 'ne ganze Herde davon hier drin. Also, wer wei� -?�</p><p>�Aber die bringen ganz, ganz viel Ungl�ck�, unterbrach ihn die entsetzt dreinblickende Parvati. �Den Leuten, die sie sehen, sollen alle m�glichen schrecklichen Dinge zusto�en. Professor Trelawney hat mir mal erz�hlt -�</p><p>�Nein, nein, nein�, sagte Hagrid glucksend, �das is' alles nur Aberglaube, nich wahr, die bringen kein Ungl�ck, die sind total klug und n�tzlich! 't�rlich, die hier haben nich viel zu tun, ziehen haupts�chlich die Schulkutschen, au�er wenn Dumbledore mal 'ne lange Reise macht und nicht apparier'n will - und da sind noch 'n paar, seht mal -�</p><p>Zwei weitere Pferde kamen leise zwischen den B�umen hervor, eines lief ganz nah an Parvati vorbei, die erschauderte und sich eng an den Baum presste. �Ich glaub, ich hab was gesp�rt�, sagte sie. �Ich glaub, es ist mir ganz nah!�</p><p>�Mach dir keine Sorgen, das bei�t nicht�, sagte Hagrid geduldig. �Na denn, wer kann mir jetzt sagen, warum manche von euch sie sehn k�nnen un' manche nicht?�</p><p>Hermine hob die Hand.</p><p>�Dann schie� ma' los�, sagte Hagrid und strahlte sie an.</p><p>�Die einzigen Menschen, die Thestrale sehen k�nnen�, sagte sie, �sind Menschen, die den Tod gesehen haben.�</p><p>�Das stimmt genau�, sagte Hagrid ernst. �Zehn Punkte f�r Gryffindor. Also, Thestrale -�</p><p><emphasis>�Chrm, chrm.�</emphasis></p><p>Professor Umbridge war da. Sie stand ein paar Schritte von Harry entfernt, trug wieder ihren gr�nen Hut und Mantel und hatte ihr Klemmbrett im Anschlag.</p><p>Hagrid, der Umbridges falsches R�uspern noch nicht geh�rt hatte, musterte einigerma�en besorgt den n�chsten Thestral, offenbar in der Meinung, er h�tte das Ger�usch gemacht.</p><p><emphasis>�Chrm, chrm.�</emphasis></p><p>�Oh, hallo�, sagte Hagrid und l�chelte, als er bemerkt hatte, von wem das Ger�usch kam.</p><p>�Sie haben die Mitteilung erhalten, die ich heute Morgen zu Ihrer H�tte geschickt habe?�, sagte Umbridge mit der gleichen lauten, langsamen Stimme, mit der sie ihn zuvor schon angesprochen hatte, ganz als w�rde sie mit jemandem reden, der fremd und nicht besonders schnell von Begriff war. �In der ich Ihnen angek�ndigt habe, dass ich Ihren Unterricht inspizieren werde?�</p><p>�Oh, ja�, sagte Hagrid strahlend. �Freut mich, dass Sie hergefunden ham! Tja, wie Sie sehn k�nnen - oder, ich wei� nich - k�nnen Sie? Wir nehmen heute Thestrale durch -�</p><p>�Wie bitte?�, sagte Professor Umbridge laut und legte stirnrunzelnd eine Hand hinter die Ohrmuschel. �Was haben Sie gesagt?�</p><p>Hagrid schien leicht verwirrt.</p><p>��hm - <emphasis>Thestrale!�, </emphasis>sagte er laut. �Gro�e - �hm - gefl�gelte Pferde, Sie wissen ja!�</p><p>Er wedelte hoffnungsvoll mit seinen gewaltigen Armen. Professor Umbridge musterte ihn, zog die Brauen hoch und machte sich murmelnd eine Notiz auf ihrem Klemmbrett: <emphasis>�Muss ... auf ... primitive ... Zeichen ... spr�che ... zur�ckgreifen.�</emphasis></p><p>�Tja ... wie auch immer ...�, sagte Hagrid und wandte sich ein bisschen nerv�s wieder der Klasse zu, ��hm ... wo war ich grade?�</p><p><emphasis>�Hat ... offenbar ... schlechtes ... Kurzzeit ... ged�chtnis�, </emphasis>murmelte Umbridge, so laut, dass alle es h�ren konnten. Draco Malfoy machte ein Gesicht, als ob Weihnachten einen Monat fr�her gekommen w�re; Hermine hingegen war vor unterdr�cktem Zorn scharlachrot angelaufen.</p><p>�Oh, ja�, sagte Hagrid und blickte voll Unbehagen hin�ber zu Umbridges Klemmbrett, machte aber tapfer weiter. �Jaah, ich wollt euch erz�hlen, wie's kommt, dass wir 'ne Herde haben. Also, wir ham angefangen mit 'nein M�nnchen und f�nf Weibchen. Der da�, er t�tschelte das zuerst erschienene Pferd, �der hei�t Tenebrus und den hab ich besonders gern, ist n�mlich der erste, der hier im Wald gebor'n worden ist -�</p><p>�Sind Sie sich bewusst�, unterbrach ihn Umbridge laut, �dass das Zaubereiministerium Thestrale als �gef�hrlich� eingestuft hat?�</p><p>Harry wurde das Herz schwer wie ein Stein, aber Hagrid gluckste nur.</p><p>�Thestrale sin' nich gef�hrlich! Na gut, die bei�en vielleicht 'n St�ck von einem ab, wenn man sie wirklich �rgert -�</p><p><emphasis>�Zeigt ... unverkennbare ... Anzeichen ... von ... Vergn�gen ... bei ... Gewalt ... Vorstellungen�, </emphasis>murmelte Umbridge und kritzelte erneut auf ihr Klemmbrett.</p><p>�Nein - jetz' is' aber genug!�, sagte Hagrid und wirkte nun ein wenig beklommen. �Ich mein, 'n Hund bei�t Sie doch auch, wenn Sie ihn reizen, oder nich - un' Thestrale haben nu halt mal 'nen schlechten Ruf wegen der Sache mit dem Tod - fr�her haben die Leute geglaubt, sie w�r'n schlechte Omen, nich?</p><p>Haben's einfach nicht verstanden, was?�</p><p>Umbridge antwortete nicht; sie schrieb ihre letzte Notiz zu Ende, dann blickte sie zu Hagrid auf und sagte, wiederum sehr laut und langsam: �Bitte fahren Sie mit dem Unterricht fort wie �blich. Ich werde ein wenig umhergehen� - sie ahmte Gehbewegungen nach (Malfoy und Pansy Parkinson sch�ttelten sich stumm vor Lachen) - �bei Ihren Sch�lern� (sie wies auf verschiedene Leute aus der Klasse)</p><p>�und ihnen Fragen stellen.� Sie deutete auf ihren Mund, um Sprechen zu versinnbildlichen.</p><p>Hagrid starrte sie an, offenbar v�llig ohne jede Ahnung, warum sie sich auff�hrte, als ob er kein normales Englisch verst�nde. Hermine hatte inzwischen Zornestr�nen in den Augen.</p><p>�Du Sabberhexe, du b�se Sabberhexe!�, fl�sterte sie, w�hrend Umbridge auf Pansy Parkinson zuging. �Ich wei�, was du vorhast, du widerliche, fiese, hinterh�ltige -�</p><p>��hm ... also weiter�, sagte Hagrid, der offensichtlich Schwierigkeiten hatte, den Faden wieder aufzunehmen, �nun - Thestrale. Ja. Also, haben 'ne Menge Gutes an sich ...�</p><p>�Wie steht es bei Ihnen�, fragte Professor Umbridge mit schallender Stimme Pansy Parkinson, �sind Sie in der Lage, Professor Hagrid zu verstehen, wenn er spricht?�</p><p>Genau wie Hermine hatte Pansy Tr�nen in den Augen, doch es waren Lachtr�nen. Da sie versuchte sich das Kichern zu verkneifen, war ihre Antwort einigerma�en wirr.</p><p>�Nein ... weil ... nun ... es h�rt sich ... oft so an ... wie Gegrunze ...�</p><p>Umbridge kritzelte etwas auf ihr Klemmbrett. Die wenigen nicht blutunterlaufenen Stellen in Hagrids Gesicht wurden rot, doch er bem�hte sich, so zu tun, als h�tte er Pansys Antwort nicht geh�rt.</p><p>��hm ... ja ... Gutes an den Thestralen. Nun, wenn sie mal gez�hmt sind, wie die alle hier, verirrt man sich nie wieder. Die haben 'nen erstaunlichen Orientierungssinn, man braucht denen nur zu sagen, wo man hinwill -�</p><p>�Vorausgesetzt nat�rlich, sie k�nnen einen verstehen�, sagte Malfoy laut und Pansy Parkinson erlitt einen neuerlichen Kicheranfall. Professor Umbridge l�chelte ihnen nachsichtig zu und wandte sich dann an Neville.</p><p>�Sie k�nnen die Thestrale sehen, Longbottom, nicht wahr?�, sagte sie.</p><p>Neville nickte.</p><p>�Wen haben Sie sterben gesehen?�, fragte sie in gleichg�ltigem Ton.</p><p>�Meinen ... meinen Gro�vater�, sagte Neville.</p><p>�Und was halten Sie von denen?�, sagte sie und winkte mit ihrer dicken Hand zu den Pferden hin�ber, die den Kadaver inzwischen fast bis auf die Knochen abgefressen hatten.</p><p>��hm�, sagte Neville nerv�s mit einem Blick auf Hagrid. �Nun ja, sie sind ... �hm ... okay ...�</p><p><emphasis>�Sch�ler ... sind ...zu ... eingesch�chtert ... um ... offen ... zuzugeben ... dass ...sie ... Angst ... haben�, </emphasis>murmelte Umbridge und machte sich erneut eine Notiz auf dem Klemmbrett.</p><p>�Nein!�, sagte Neville aufgebracht. �Nein, ich hab keine Angst vor ihnen!�</p><p>�Ist ja schon gut�, sagte Umbridge und t�tschelte Neville die Schulter mit einem L�cheln, das offenbar Verst�ndnis bezeugen sollte, auch wenn es Harry eher wie ein boshaftes Grinsen vorkam. �Nun, Hagrid�, sie wandte sich um, sah an ihm hoch und sprach erneut mit jener lauten, langsamen Stimme, �ich denke, ich habe genug f�r meine Zwecke. Sie erhalten dann� (sie tat, als ob sie etwas vor sich aus der Luft griffe) �die Ergebnisse Ihrer Unterrichtsinspektion� (sie deutete auf das Klemmbrett) �in zehn Tagen.� Sie hielt zehn Stummelf inger in die H�he und l�chelte breiter und kr�tenhafter denn je unter ihrem gr�nen Hut, dann wuselte sie von dannen. Malfoy und Pansy Parkinson kugelten sich vor Lachen, Hermine schlotterte sichtlich vor Wut und Neville sah verwirrt und aufgebracht drein.</p><p>�Dieses miese, l�gnerische, intrigante alte Scheusal!�, w�tete Hermine eine halbe Stunde sp�ter, als sie durch die Gr�ben, die sie vorher im Schnee gezogen hatten, erneut hoch zum Schloss gingen. �Euch ist klar, was sie vorhat? Das ist schon wieder ihr Ding mit den Halbbl�tern - sie versucht aus Hagrid einen tumben Troll zu machen, nur weil er eine Riesin zur Mutter hatte - und oh, ist das unfair, das war n�mlich wirklich keine �ble Stunde - ich meine, wenn's denn schon wieder Knallr�mpfige Kr�ter gewesen w�ren, okay, aber Thestrale sind doch in Ordnung - f�r Hagrid sind sie sogar richtig gut!�</p><p>�Umbridge meinte, sie w�ren gef�hrlich�, sagte Ron.</p><p>�Nun, wie Hagrid gesagt hat, die k�nnen f�r sich selbst sorgen�, erwiderte Hermine ungeduldig. �Und ich vermute mal, eine Lehrerin wie Raue-Pritsche w�rd sie uns wahrscheinlich nicht vor der UTZ-Stufe zeigen, aber die sind doch wirklich interessant, oder? Dass manche Leute sie sehen k�nnen und andere nicht!</p><p>Wenn ich's doch nur k�nnte.�</p><p>�Im Ernst?�, fragte Harry sie le ise.</p><p>Hermine stand pl�tzlich das Entsetzen im Gesicht.</p><empty-line/><p>�Oh, Harry - tut mir Leid - nein, nat�rlich nicht - das war wirklich dumm von mir.�</p><p>�Schon okay�, gab er rasch zur�ck. �Mach dir keine Gedanken.�</p><p>�Mich wundert's, dass es dann doch so viele waren, die sie sehen <emphasis>konnten�,</emphasis> sagte Ron. �Drei in einer Klasse -�</p><p>�Hey, Weasley, wir haben uns grad was gefragt�, sagte eine geh�ssige Stimme. Der Schnee d�mpfte die Ger�usche, und so hatten sie nicht geh�rt, dass Malfoy, Crabbe und Goyle dicht hinter ihnen dreingingen. �Meinst du, wenn du jemanden verrecken siehst, kannst du den Quaffel besser sehen?� Er, Crabbe und Goyle br�llten vor Lachen und zogen an ihnen vorbei in Richtung Schloss, dann fingen sie im Chor an zu singen: �Weasley ist unser King.� Rons Ohren liefen scharlachrot an.</p><p>�Ignorieren, einfach ignorieren�, sagte Hermine, zog ihren Zauberstab und lie� ihn wieder hei�e Luft blasen, damit sie ihnen einen bequemeren Weg durch den unber�hrten Schnee bis hin zum Gew�chshaus schmelzen konnte.</p><p>Der Dezember brachte noch mehr Schnee und den F�nftkl�sslern eine regelrechte Lawine an Hausaufgaben. Da es nun auf Weihnachten zuging, hatten sich Ron und Hermine inzwischen auch zusehends mit ihren Pflichten als Vertrauenssch�ler abzuplagen. Sie mussten das Dekorieren des Schlosses �berwachen (�Versuch mal Lametta aufzuh�ngen, wenn Peeves das andere Ende festh�lt und dich damit erw�rgen will�, sagte Ron), auf die Erst- und Zweitkl�ssler aufpassen, die ihre Pausen drinnen verbrachten, weil es bitterkalt war (�Und was f�r freche kleine Rotzb�lger das sind, wir war'n garantiert nicht so unversch�mt, als wir in der Ersten waren�, verk�ndete Ron), und im Schichtwechsel mit Argus Filch in den Korridoren Streife gehen, der den Verdacht hatte, die allgemeine Ferienlaune k�nnte eine Eruption von Zaubererduellen ausl�sen (�Der Kerl hat nur Stroh im Hirn�, sagte Ron w�tend).</p><p>Sie waren derma�en besch�ftigt, dass Hermine sogar das Stricken von Elfenh�ten aufgeben musste, und es wurmte sie, dass sie nun bei den letzten dreien angelangt war.</p><p>�All die armen Elfen, die ich noch nicht befreit habe, die m�ssen jetzt �ber Weihnachten hier bleiben, weil es nicht genug H�te gibt!�</p><p>Harry, der es nicht �bers Herz gebracht hatte, ihr zu sagen, dass Dobby alles an sich nahm, was sie strickte, beugte sich noch tiefer �ber seinen Aufsatz f�r Zaubereigeschichte. An Weihnachten wollte er ohnehin nicht erinnert werden.</p><p>Zum ersten Mal, seit er in der Schule war, h�tte er die Ferien am liebsten au�erhalb von Hogwarts verbracht. Er hegte inzwischen einen ausgewachsenen Groll gegen die Schule, zum einen wegen des Quidditch-Verbots, zum anderen wegen der Bef�rchtung, sie k�nnten Hagrid auf Bew�hrung setzen. Das Einzige, worauf er sich wirklich freute, waren die DA-Treffen, und die mussten sie w�hrend der Ferien ausfallen lassen, weil fast alle Mitglieder die Zeit bei ihren Familien verbrachten. Hermine ging mit ihren Eltern Ski laufen, was Ron furchtbar komisch fand, weil er noch nie von Muggeln geh�rt hatte, die sich schmale Holzbretter an die F��e schnallten, um Berge runterzurutschen. Ron w�rde nach Hause in den Fuchsbau fahren. Harry war einige Tage lang neidisch auf ihn, bis er dann fragte, auf welchem Weg er denn zu Weihnachten nach Hause kommen wolle, und Ron antwortete: �Aber du kommst doch auch mit! Hab ich das nicht gesagt? Mum hat mir schon vor Wochen geschrieben, dass ich dich einladen soll!�</p><p>Hermine verdrehte die Augen, aber Harrys Laune besserte sich schlagartig: Weihnachten im Fuchsbau war eine wirklich herrliche Aussicht, wenn auch ein wenig getr�bt durch sein schlechtes Gewissen, dass er die Ferien dann nicht mit Sirius verbringen w�rde. Vielleicht konnte er Mrs. Weasley �berreden, seinen Paten zum Fest einzuladen. Allerdings hatte er Zweifel, ob Dumbledore es Sirius erlauben w�rde, das Haus am Grimmauldplatz zu verlassen, und zudem musste er daran denken, dass Mrs. Weasley Sirius wahrscheinlich ohnehin nicht dabeihaben wollte; sie lagen sich einfach zu oft in den Haaren. Seit Sirius das letzte Mal im Feuer erschienen war, hatte er �berhaupt keine Verbindung mehr mit Harry aufgenommen, und obwohl Harry wusste, dass ein Kontaktversuch unklug w�re, weil Umbridge st�ndig auf der Lauer lag, mochte er den Gedanken nicht, dass Sirius allein in dem alten Haus seiner Mutter sa� und vielleicht ab und zu mit Kreacher einsam an einem Knallbonbon zog.</p><p>Harry kam fr�hzeitig zum letzten DA-Treffen vor den Ferien in den Raum der W�nsche und war auch sehr froh dar�ber, denn als die Fackeln aufloderten, sah er, dass Dobby ihn auf eigene Faust weihnachtlich geschm�ckt hatte. Es musste der Elf gewesen sein, denn wer sonst h�tte hundert goldene Christbaumkugeln an die Decke geh�ngt, jede mit einem Bild von Harry, unter dem stand: �HARRY CHRISTMAS!�</p><p>Harry war gerade dabei, die letzten Kugeln abzuh�ngen, als knarrend die T�r aufging und Luna Lovegood eintrat, wie �blich mit vertr�umter Miene.</p><p>�Hallo�, hauchte sie und besah sich die �berreste des Weihnachtsschmucks ringsum. �Oh, die sind aber h�bsch, hast du die aufgeh�ngt?�</p><p>�Nein�, sagte Harry, �das war Dobby der Hauself.�</p><p>�Misteln�, sagte Luna tr�umerisch und deutete auf ein gro�es B�schel mit wei�en Beeren fast genau �ber Harrys Kopf. Er sprang darunter weg. �W�rd ich auch machen�, sagte Luna sehr ernst. �Die sind oft mit Nargeln verseucht.�</p><p>Harry konnte sich die f�llige Frage sparen, was Nargel seien, weil Angelina, Katie und Alicia hereinkamen. Alle drei waren au�er Atem und schienen arg verfroren.</p><p>�Tja�, sagte Angelina dumpf, zog ihren Mantel aus und warf ihn in die Ecke,</p><p>�wir haben dich endlich ersetzt.�</p><p>�Mich ersetzt?�, fragte Harry verdutzt.</p><p>�Dich und Fred und George�, sagte sie ungeduldig. �Wir haben einen anderen Sucher!�</p><p>�Wen?�, fragte Harry rasch.</p><p>�Ginny Weasley�, sagte Katie.</p><p>Harry starrte sie mit offenem Mund an.</p><p>�Ja, ich wei� schon�, sagte Angelina, zog ihren Zauberstab und beugte den Arm, �aber ehrlich gesagt, sie ist ziemlich gut. Nichts gegen dich nat�rlich�, erg�nzte sie und warf ihm einen sehr b�sen Blick zu, �aber da wir dich ja nicht haben k�nnen ...�</p><p>Harry verkniff sich die Antwort, die ihm auf der Zunge lag: Glaubte sie vielleicht eine Sekunde lang, er w�rde seinen Rauswurf aus der Mannschaft nicht hundertmal mehr bedauern als sie?</p><p>�Und was ist mit den Treibern?�, fragte er und versuchte seine Stimme ruhig zu halten.</p><p>�Andrew Kirke�, sagte Alicia ohne Begeisterung, �und Jack Sloper. Keiner von denen ist Spitze, aber verglichen mit den anderen Idioten, die sich gemeldet haben ...�</p><p>Da jetzt Ron, Hermine und Neville eintraten, fand diese deprimierende Unterhaltung ein Ende, und f�nf Minuten sp�ter war der Raum so voll, dass Harry Angelinas stechend vorwurfsvolle Blicke nicht mehr mitbekam.</p><p>�Okay�, sagte er und Ruhe trat ein. �Ich hab mir gedacht, heute Abend sollten wir einfach noch mal wiederholen, was wir bisher gemacht haben, weil es das letzte Treffen vor den Ferien ist und es keinen Sinn hat, kurz vor einer dreiw�chigen Pause noch was Neues anzufangen -�</p><p>�Wir machen heute nichts Neues?�, fl�sterte Zacharias Smith m�rrisch und laut genug, dass es im ganzen Raum zu h�ren war. �Wenn ich das gewusst h�tte, war ich nicht gekommen.�</p><p>�Tut uns allen ja so Leid, dass Harry es dir nicht gesagt hat�, meinte Fred laut.</p><p>Einige kicherten. Harry sah Cho lachen und sp�rte das vertraute Fallgef�hl im Magen, als ob er beim Treppabgehen eine Stufe verpasst h�tte.</p><empty-line/><p>�- wir k�nnen paarweise trainieren�, sagte Harry. �Fangen wir mit dem L�hmzauber an, zehn Minuten lang, dann k�nnen wir die Kissen rausholen und es noch einmal mit dem Schockzauber probieren.�</p><p>Folgsam teilten sie sich auf. Harry hatte wie �blich Neville als Partner. Bald waren ringsum immer wieder <emphasis>�Impedimenta!�-Rufe </emphasis>zu h�ren. Der eine Partner blieb dann rund eine Minute wie angewurzelt stehen, w�hrend der andere ziellos umherschaute und anderen Paaren bei der Arbeit zusah, bis sein Partner wieder auftaute und nun mit dem Zauber an der Reihe war.</p><p>Neville war nicht wiederzuerkennen, so gut war er geworden. Nach einer Weile, Harry war inzwischen dreimal in Folge aus der L�hmung erwacht, lie� er Neville wieder mit Ron und Hermine �ben, damit er die Runde machen und die anderen beobachten konnte. Als er an Cho vorbeikam, strahlte sie ihn an. Er widerstand der Versuchung, noch des �fteren an ihr vorbeizugehen.</p><p>Nach zehn Minuten L�hmzauber verteilten sie Kissen auf dem Boden und machten sich noch einmal an den Schockzauber. Alle zugleich konnten ihn nicht trainieren, daf�r war tats�chlich der Platz zu knapp, deshalb sah die eine H�lfte der Gruppe eine Zeit lang den anderen zu, dann wurde gewechselt.</p><p>W�hrend Harry sie beobachtete, schwoll ihm geradezu die Brust vor Stolz.</p><p>Sicher, Neville versetzte Padma Patil den Schock und nicht Dean, auf den er eigentlich gezielt hatte, aber er hatte ihn viel knapper verfehlt als sonst, und alle anderen hatten gewaltige Fortschritte gemacht.</p><p>Nach einer Stunde beendete Harry das Training.</p><p>�Ihr werdet allm�hlich richtig gut�, sagte er und strahlte in die Runde. �Wenn wir aus den Ferien zur�ckkommen, packen wir mal was von den gro�en Sachen an - vielleicht sogar den Patronus.�</p><p>Seine Worte riefen erregtes Murmeln hervor. Sie verlie�en den Raum in den �blichen Zweier- und Dreiergr�ppchen; die meisten w�nschten Harry noch sch�ne Weihnachten. Gut gelaunt sammelte er mit Ron und Hermine die Kissen ein und r�umte sie ordentlich auf einen Stapel. Ron und Hermine gingen vor ihm; er tr�delte ein wenig, weil Cho noch da war und er hoffte, ein �Fr�hliche Weihnachten� von ihr abzubekommen.</p><p>�Nein, geh du schon mal vor�, h�rte er sie zu ihrer Freundin Marietta sagen, und sein Herz machte einen Sprung, der es ungef�hr in die Gegend des Adamsapfels bef�rderte.</p><p>Er tat so, als w�rde er den Kissenstapel gerade r�cken. Er war sich ziemlich sicher, dass sie jetzt allein waren, und er wartete darauf, dass sie etwas sagte.</p><p>Stattdessen h�rte er ein herzhaftes Schniefen.</p><empty-line/><p>Er drehte sich um und sah Cho mitten im Raum stehen. Tr�nen rannen ihr �bers Gesicht.</p><p>�Wa-?�</p><p>Er wusste nicht, was er tun sollte. Sie stand einfach da und weinte stumm.</p><p>�Was ist los?�, sagte er schwach.</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf und trocknete sich mit dem �rmel die Augen.</p><p>�Tut - tut mir Leid�, sagte sie mit erstickter Stimme. �Ich glaub ... es ist nur ... weil wir all die Sachen lernen ... das bringt mich nur ... auf den Gedanken ... wenn er das gekonnt h�tte ... war er noch am Leben.�</p><p>Harrys Herz sank wieder, nicht an seinen angestammten Platz, sondern irgendwo in die Gegend seines Bauchnabels. Er h�tte es wissen m�ssen. Sie wollte �ber Cedric reden.</p><p>�Er hat seine Sachen beherrscht�, sagte Harry mit schwerer Stimme. �Er war wirklich gut, sonst war er nie in die Mitte dieses Irrgartens gekommen. Aber wenn Voldemort dich wirklich t�ten will, dann hast du keine Chance.�</p><p>Sie hickste beim Klang von Voldemorts Namen, starrte Harry jedoch an, ohne mit der Wimper zu zucken.</p><p><emphasis>�Du </emphasis>hast �berlebt, als du noch ein Baby warst�, sagte sie leise.</p><p>�Ja, schon�, sagte Harry matt und ging zur T�r. �Ich hab keine Ahnung, warum, und sonst auch niemand, also ist es nichts, worauf ich stolz sein kann.�</p><p>�Nein, geh nicht!�, sagte Cho, und es klang, als ob sie erneut weinte. �Tut mir wirklich Leid, dass ich mich so aufrege ... ich wollte eigentlich nicht ...�</p><p>Sie hickste wieder. Trotz ihrer roten, verquollenen Augen war sie sehr h�bsch.</p><p>Harry war furchtbar elend zumute. Einfach nur ein schlichtes �Fr�hliche Weihnachten� h�tte ihn schon gefreut.</p><p>�Ich wei�, es muss schrecklich f�r dich sein�, sagte sie und wischte sich wieder mit dem �rmel die Augen, �dass ich von Cedric rede, wo du ihn doch sterben gesehen hast ... ich nehm an, du willst das alles einfach vergessen?�</p><p>Harry sagte nichts dazu. Es war vollkommen richtig, aber es zu sagen w�re ihm herzlos erschienen.</p><p>�Du bist w-wirklich ein guter Lehrer, wei�t du�, sagte Cho und l�chelte unter Tr�nen. �Diesen Schockzauber hab ich bis jetzt noch nie auf die Reihe gekriegt.�</p><p>�Danke�, sagte Harry verlegen.</p><p>Sie sahen sich einen langen Moment an. Harry sp�rte das brennende Verlangen hinauszurennen, und zugleich war es ihm v�llig unm�glich, seine F��e zu bewegen.</p><p>�Misteln�, sagte Cho leise und deutete an die Decke �ber seinem Kopf.</p><p>�Ja�, sagte Harry. Sein Mund war sehr trocken. �Sind aber wahrscheinlich voller Nargel.�</p><p>�Was sind Nargel?�</p><p>�Keine Ahnung�, sagte Harry. Sie war n�her gekommen. Offenbar stand sein Gehirn unter einem Schockzauber. �Da musst du Loony fragen. Luna, meine ich.�</p><p>Cho machte ein merkw�rdiges Ger�usch, halb Schluchzen, halb Lachen. Sie war ihm jetzt sogar noch n�her. Er h�tte die Sommersprossen auf ihrer Nase z�hlen k�nnen.</p><p>�Ich mag dich wirklich, Harry.�</p><p>Er konnte nicht mehr denken. Ein Kribbeln machte sich in ihm breit und l�hmte seine Arme, seine Beine und seinen Kopf.</p><p>Sie war viel zu nahe. Er konnte jede einzelne Tr�ne sehen, die an ihren Wimpern hing ...</p><empty-line/><p>Eine halbe Stunde sp�ter kam er in den Gemeinschaftsraum zur�ck, wo Hermine und Ron die besten Pl�tze am Feuer belegt hatten. Fast alle anderen waren schlafen gegangen. Hermine sa� �ber einem sehr langen Brief und hatte bereits eine halbe Rolle Pergament voll geschrieben, die vom Tischrand herunterbaumelte. Ron lag auf dem Kaminvorleger und versuchte seine Hausaufgaben f�r Verwandlung zu Ende zu bringen.</p><p>�Was hat dich aufgehalten?�, fragte er, als sich Harry in den Sessel neben Hermine sinken lie�.</p><p>Harry gab keine Antwort. Er stand unter Schock. Ein Teil von ihm wollte Ron und Hermine erz�hlen, was gerade passiert war, doch der andere Teil wollte das Geheimnis mit ins Grab nehmen.</p><p>�Alles in Ordnung mit dir, Harry?�, fragte Hermine und sp�hte �ber das Ende ihrer Feder zu ihm hin�ber.</p><p>Harry zuckte halbherzig mit den Achseln. Tats�chlich wusste er nicht, ob alles in Ordnung mit ihm war oder nicht.</p><p>�Was ist los?�, sagte Ron und st�tzte sich auf den Ellbogen, um Harry besser sehen zu k�nnen. �Was ist passiert?�</p><empty-line/><p>Harry wusste nicht recht, wie er mit dein Erkl�ren anfangen sollte, und war sich immer noch nicht sicher, ob er es �berhaupt wollte. Gerade hatte er beschlossen, nichts zu sagen, da nahm ihm Hermine die Sache aus der Hand.</p><p>�Geht es um Cho?�, fragte sie in gesch�ftsm��igem Ton. �Hat sie dich nach dem Treffen abgefangen?�</p><p>Kalt erwischt, nickte Harry. Ron kicherte, verstummte jedoch, als er Hermines Blick begegnete.</p><p>�Und - �hm - was wollte sie?�, fragte er betont l�ssig.</p><p>�Sie -�, begann Harry mit ziemlich belegter Stimme; er r�usperte sich und versuchte es noch einmal. �Sie - �hm -�</p><p>�Habt ihr euch gek�sst?�, fragte Hermine forsch.</p><p>Ron setzte sich so schnell auf, dass sein Tintenfass �ber den ganzen Kaminvorleger flog. Ohne im Mindesten darauf zu achten, starrte er Harry begierig an.</p><p>�Na?�, dr�ngte er.</p><p>Harry blickte von Ron, dessen Miene Neugier und �bermut zeigte, zu Hermine, die leicht die Stirn runzelte, und er nickte.</p><p>�HA!�</p><p>Ron stie� triumphierend die Faust in die Luft und bekam einen heiseren Lachanfall, der einige sch�chtern wirkende Zweitkl�ssler dr�ben am Fenster zusammenfahren lie�. Unwillk�rlich flog ein Grinsen �ber Harrys Gesicht, w�hrend er zusah, wie Ron sich auf dem Kaminvorleger w�lzte. Hermine warf Ron einen zutiefst emp�rten Blick zu und wandte sich wieder ihrem Brief zu.</p><p>�Und?�, sagte Ron schlie�lich und sah zu Harry auf. �Wie war's?�</p><p>Harry �berlegte kurz.</p><p>�Nass�, sagte er ehrlich.</p><p>Ron machte ein Ger�usch, von dem schwer zu sagen war, ob es Jubel oder Ekel ausdr�ckte.</p><p>�Weil sie geweint hat�, fuhr Harry mit schwerer Stimme fort.</p><p>�Oh�, sagte Ron und sein L�cheln verblasste ein wenig. �Bist du so schlecht im K�ssen?�</p><p>�Wei� nicht�, sagte Harry. Auf den Gedanken war er noch gar nicht gekommen und sofort machte er sich ziemliche Sorgen. �Vielleicht schon.�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht�, sagte Hermine geistesabwesend und schrieb eifrig ihren Brief weiter.</p><p>�Woher willst du denn das wissen?�, sagte Ron sehr bissig.</p><p>�Weil Cho in letzter Zeit fast dauernd weint�, sagte Hermine leichthin. �Sie weint beim Essen, auf dem Klo, einfach �berall.�</p><p>�Da k�nnte ein bisschen K�ssen sie doch aufmuntern�, sagte Ron grinsend.</p><p>�Ron�, erwiderte Hermine mit w�rdevoller Stimme und tauchte die Spitze ihrer Feder ins Tintenfass, �du bist der unsensibelste R�pel, den ich je das Pech hatte zu treffen.�</p><p>�Was soll das jetzt wieder hei�en?�, entgegnete Ron entr�stet. �Wer heult denn schon, wenn man ihn k�sst?�</p><p>�Ja�, sagte Harry ein wenig verzagt. �Wer tut das?�</p><p>Hermine schaute die beiden mit beinah mitleidiger Miene an.</p><p>�Versteht ihr nicht, wie Cho sich im Moment f�hlt?�, fragte sie.</p><p>�Nein�, sagten Harry und Ron im Chor.</p><p>Hermine seufzte und legte ihre Feder weg.</p><p>�Nun, offensichtlich ist sie sehr traurig, weil Cedric gestorben ist. Dann, vermute ich, ist sie durcheinander, weil sie Cedric gern hatte und jetzt Harry, und sie kriegt nicht auf die Reihe, wen sie am liebsten mag. Und dann f�hlt sie sich wohl auch schuldig, weil sie glaubt, dass sie Cedrics Andenken beleidigt, wenn sie Harry �berhaupt k�sst, und sie macht sich wahrscheinlich auch Gedanken, was all die anderen �ber sie sagen k�nnten, wenn sie anf�ngt mit Harry auszugehen.</p><p>Und sie ist sich wohl ohnehin nicht im Klaren, was sie f�r Harry empfindet, weil er mit Cedric zusammen war, als er starb, deshalb ist das alles sehr kompliziert und schmerzhaft. Oh, und au�erdem hat sie Angst, dass man sie aus der Ravenclaw-Quidditch-Mannschaft rauswirft, weil sie in letzter Zeit so schlecht fliegt.�</p><p>Dem Ende dieses Vortrags folgte ein leicht �berraschtes Schweigen, dann sagte Ron: �Das kann doch ein Mensch nicht alles auf einmal f�hlen, er w�rde ja explodieren.�</p><p>�Nur weil du die Gef�hlswelt eines Teel�ffels hast, hei�t das nicht, dass es uns allen so geht�, sagte Hermine geh�ssig und nahm ihre Feder wieder zur Hand.</p><p>�Sie hat doch damit angefangen�, sagte Harry. �Ich h�tt das nie gemacht - sie ist mir sozusagen auf die Pelle ger�ckt - und dann pl�tzlich heult sie mich voll - ich wusste nicht, was ich machen sollte -�</p><p>�Gib dir doch nicht selbst die Schuld, Mann�, sagte Ron und allein schon der Gedanke schien ihn zu erschrecken.</p><p>�Du h�ttest einfach nett zu8 ihr sein sollen�, sagte Hermine und blickte besorgt auf. �Das warst du doch, oder?�</p><p>�Na ja�, sagte Harry und eine unangenehme Hitze kroch ihm �bers Gesicht,</p><p>�ich hab ihr irgendwie - 'n bisschen den R�cken get�tschelt.�</p><p>Hermine sah drein, als fiele es ihr �u�erst schwer, nicht die Augen zu verdrehen.</p><p>�Also, ich denk mal, es h�tte schlimmer kommen k�nnen�, sagte sie. �Triffst du sie wieder?�</p><p>�Muss ich doch, oder?�, sagte Harry. �Wir haben schlie�lich DA-Treffen.�</p><p>�Du wei�t schon, was ich meine�, sagte Hermine ungeduldig.</p><p>Harry sagte nichts. Hermines Worte lie�en eine ganze Reihe neuer be�ngstigender M�glichkeiten vor ihm aufscheinen. Er versuchte sich vorzustellen, wie er mit Cho ausging - irgendwohin, vielleicht nach Hogsmeade -</p><p>und mit ihr stundenlang allein war. Nat�rlich musste sie erwartet haben, dass er sie nach dem, was eben geschehen war, fragen w�rde, ob sie mit ihm ausgehen wolle ... schon beim Gedanken daran verkrampfte sich sein Magen schmerzhaft.</p><p>�Ach, was soll's�, sagte Hermine abwesend und erneut in ihren Brief vertieft,</p><p>�du hast noch genug Gelegenheiten, sie zu fragen.�</p><p>�Was, wenn er sie gar nicht fragen will?�, sagte Ron, der Harry mit einem ungew�hnlich verschmitzten Gesichtsausdruck beobachtet hatte.</p><p>�Sei nicht albern�, sagte Hermine undeutlich. �Harry mag sie doch schon seit langem, stimmt's, Harry?�</p><p>Er antwortete nicht. Ja, er mochte Cho schon seit langem, aber immer wenn er sich eine Szene mit ihnen beiden vorgestellt hatte, war da eine fr�hliche Cho gewesen und nicht eine Cho, die an seine Schulter gelehnt untr�stlich schluchzte.</p><p>�An wen schreibst du eigentlich diesen Roman?�, fragte Ron Hermine und versuchte das Pergament zu lesen, das nun auf den Boden hing. Hermine zog es hoch und lie� es verschwinden.</p><p>�An Viktor.�</p><p><emphasis>�Krum?�</emphasis></p><p>�Wie viele Viktors kennen wir noch?�</p><p>Ron sagte nichts, schaute aber griesgr�mig drein. Die n�chsten zwanzig Minuten sa�en sie schweigend da. Ron, der fortw�hrend ungeduldig schnaubte und S�tze durchstrich, schrieb seinen Verwandlungs-Aufsatz fertig, Hermine kritzelte unentwegt das Pergament bis auf den letzten Rest voll, rollte es sorgf�ltig zusammen und versiegelte es, und Harry starrte ins Feuer und w�nschte sich nichts sehnlicher, als dass Sirius' Kopf darin erscheinen und ihm einen Ratschlag �ber M�dchen erteilen m�ge. Doch das Feuer brannte knisternd herunter, die rot gl�henden Kohlen zerfielen zu Asche, und als Harry sich umsah, stellte er fest, dass sie wieder einmal die Letzten im Gemeinschaftsraum waren.</p><p>�Also, Nacht�, sagte Hermine, g�hnte herzhaft und ging hin�ber zur M�dchentreppe.</p><p>�Was findet sie eigentlich an Krum?�, wollte Ron wissen, als er und Harry die Jungentreppe hochstiegen.</p><p>�Na ja�, sagte Harry und �berlegte, �ich denk mal, er ist �lter und so ... und er ist ein internationaler Quidditch-Spieler ...�</p><p>�Ja, aber abgesehen davon�, sagte Ron und klang ver�rgert. �Ich meine, der ist doch 'n grantiger Mistkerl, oder?�</p><p>�Bisschen grantig, ja�, sagte Harry, der in Gedanken immer noch bei Cho war.</p><p>Sie zogen schweigend ihre Umh�nge aus und schl�pften in die Pyjamas. Dean, Seatnus und Neville schliefen schon. Harry legte die Brille auf den Nachttisch und stieg ins Bett, zog jedoch nicht die Vorh�nge seines Himmelbetts zu, sondern betrachtete den Fleck Sternenhimmel, der im Fenster neben Nevilles Bett zu sehen war. Wenn er gestern Abend zur gleichen Zeit gewusst h�tte, dass er in vierundzwanzig Stunden Cho Chang gek�sst haben w�rde ...</p><p>�Nacht�, brummte Ron zu seiner Rechten.</p><p>�Nacht�, sagte Harry.</p><p>Vielleicht das n�chste Mal ... wenn es ein n�chstes Mal gab ... vielleicht w�rde sie dann ein wenig fr�hlicher sein. Er h�tte sich mit ihr verabreden sollen; sie hatte es wahrscheinlich erwartet und war jetzt furchtbar w�tend auf ihn ... oder lag sie im Bett und weinte immer noch um Cedric? Er wusste nicht, was er von alldem halten sollte. Nach dem, was Hermine erkl�rt hatte, kam es ihm noch komplizierter vor, das alles zu verstehen.</p><p>Das sollten sie uns hier beibringen, dachte er und drehte sich zur Seite. Wie die Gehirne von M�dchen ticken ... das war jedenfalls n�tzlicher als Wahrsagen ...</p><p>Neville schniefte im Schlaf. Irgendwo drau�en in der Nacht schrie eine Eule.</p><p>Harry tr�umte, dass er wieder im DA-Raum war. Cho beschuldigte ihn, er h�tte sie unter falschen Vorw�nden dorthin gelockt; sie sagte, er h�tte ihr hundertf�nfzig Schokofroschkarten versprochen, wenn sie k�me. Harry protestierte ... Cho rief: <emphasis>�Cedric hat mir jede Menge Schokofroschkarten geschenkt, sieh mal!� </emphasis>Und sie zog ganze H�nde voll Karten aus ihrem Umhang und warf sie in die Luft. Dann verwandelte sie sich in Hermine, die sagte: <emphasis>�Du hast es ihr versprochen, das wei�t du, Harry ... ich glaub, du solltest ihr</emphasis><emphasis>stattdessen besser was anderes schenken ... wie w�r's mit deinem Feuerblitz?� </emphasis></p><p>Und Harry erwiderte emp�rt, dass er Cho seinen Feuerblitz nicht schenken k�nne, weil Umbridge ihn habe, und au�erdem sei das Ganze ohnehin l�cherlich, er sei nur in den DA-Raum gekommen, um ein paar Weihnachtskugeln aufzuh�ngen, die wie Dobbys Kopf aussahen ...</p><p>Der Traum ver�nderte sich ...</p><p>Sein K�rper f�hlte sich geschmeidig, kraftvoll und biegsam an. Er glitt zwischen gl�nzenden Metallst�ben hindurch, �ber dunklen, kalten Stein ... er lag flach auf dem Boden und glitt auf dem Bauch dahin ... es war dunkel, doch er konnte Gegenst�nde um sich her erkennen, die in fremdartigen, leuchtenden Farben gl�hten ... er drehte den Kopf...</p><p>auf den ersten Blick war der Korridor leer ... aber nein ... dort vorne auf dem Boden hockte ein Mann, das Kinn war ihm auf die Brust gesunken, sein Umriss schimmerte im Dunkeln ...</p><p>Harry streckte die Zunge heraus ... er witterte den Geruch des Mannes in der Luft ... er lebte, doch er war schl�frig ... sa� vor einer T�r am Ende des Korridors</p><p>...</p><p>Harry sp�rte das Verlangen, den Mann zu bei�en ... aber er musste diesen Impuls unterdr�cken ... er hatte Wichtigeres zu erledigen ...</p><p>Doch jetzt r�hrte sich der Mann ... ein silbriger Mantel fiel von seinen Beinen, als er hochsprang; und Harry sah seinen zitternden schemenhaften Umriss �ber sich aufragen, sah, wie ein Zauberstab aus einem G�rtel gezogen wurde ... er hatte keine Wahl ... er b�umte sich vom Boden her auf und schlug zu, ein, zwei, drei Mal, grub seine Z�hne tief in das Fleisch des Mannes, sp�rte, wie dessen Rippen unter seinen Kiefern splitterten, sp�rte den warmen Schwall Blut ...</p><p>Der Mann schrie vor Schmerz ... dann verstummte er ... er sackte r�cklings gegen die Wand ... Blut spritzte �ber den Boden ...</p><p>Seine Stirn schmerzte f�rchterlich ... sie tat so weh, dass sie gleich bersten w�rde ...</p><p>�Harry! HARRY!�</p><p>Er schlug die Augen auf. Sein ganzer K�rper war bedeckt von eiskaltem Schwei�; die Bettdecke war um ihn geschlungen wie eine Zwangsjacke; er hatte das Gef�hl, ein wei� gl�hender Sch�rhaken w�rde seine Stirn bearbeiten.</p><empty-line/><p><emphasis>�Harry!�</emphasis></p><p>Ron stand �ber ihm und schien hellauf entsetzt. Am Fu�ende von Harrys Bett waren noch mehr Schemen. Er griff sich mit beiden H�nden an den Kopf; der Schmerz blendete ihn ... er drehte sich rasch zur Seite und erbrach sich �ber den Bettrand.</p><p>�Er ist echt krank�, sagte eine �ngstliche Stimme. �Sollen wir jemanden rufen?�</p><p>�Harry! <emphasis>Harry!�</emphasis></p><p>Er musste es Ron erz�hlen, es war sehr wichtig, dass er es ihm sagte ... Harry holte ein paar Mal tief Luft, stemmte sich im Bett hoch und zwang sich, vom Schmerz halb geblendet, nicht noch einmal zu spucken.</p><p>�Dein Dad�, keuchte er und seine Brust hob und senkte sich. �Dein Dad ... ist angegriffen worden ...�</p><p>�Was?�, sagte Ron verst�ndnislos.</p><p>�Dein Dad! Er ist gebissen worden, es ist schlimm, da war �berall Blut ...�</p><p>�Ich hol Hilfe�, sagte dieselbe �ngstliche Stimme, und Harry h�rte, wie sich rasche Schritte aus dem Schlafsaal entfernten.</p><p>�Harry, Mann�, sagte Ron unsicher, �du ... du hast nur getr�umt ...�</p><p>�Nein!�, sagte Harry aufgebracht; es war wichtig, dass Ron begriff. �Es war kein Traum ... kein gew�hnlicher Traum ... ich war da, ich hab es gesehen ... ich <emphasis>hab es getan ...�</emphasis></p><p>Er konnte Seamus und Dean murmeln h�ren, aber es war ihm egal. Der Schmerz an seiner Stirn lie� ein wenig nach, doch immer noch schwitzte und bebte er fiebrig. Es w�rgte ihn erneut, und Ron wich mit einem Sprung r�ckw�rts aus.</p><p>�Harry, dir geht's nicht gut�, sagte er zittrig. �Neville ist Hilfe holen gegangen.�</p><p>�Mir geht's gut!�, stie� Harry hervor und wischte sich den Mund an seinem Schlafanzug ab, w�hrend es ihn haltlos sch�ttelte. �Mit mir ist alles in Ordnung, du musst dir Sorgen um deinen Dad machen - wir m�ssen rausfinden, wo er ist - er blutet wie verr�ckt - ich war - es war eine Riesenschlange.�</p><p>Er versuchte aus dem Bett zu steigen, aber Ron schob ihn wieder hinein. Dean und Seamus wisperten immer noch irgendwo in der N�he. Ob eine Minute oder zehn Minuten vergingen, Harry wusste es nicht; er sa� einfach da und zitterte und sp�rte, wie der Schmerz in seiner Narbe ganz allm�hlich nachlie� ... dann kamen hastige Schritte treppauf und er h�rte erneut Nevilles Stimme.</p><p>�Hier r�ber, Professor.�</p><p>Professor McGonagall kam in ihrem schottenkarierten Morgenmantel in den Schlafsaal geeilt, die Brille schief auf dem knochigen Nasenr�cken.</p><p>�Was ist mit Ihnen, Potter? Wo tut es weh?�</p><p>Er war noch nie so froh gewesen, sie zu sehen. Was er jetzt brauchte, war ein Mitglied des Ph�nixordens, nicht jemanden, der gro�en Wirbel um ihn machte und ihm nutzlose Zaubertr�nke verschrieb.</p><p>�Es geht um Rons Dad�, sagte er und setzte sich wieder auf. �Er ist von einer Schlange angegriffen worden, und es ist schlimm, ich hab es selbst gesehen.�</p><p>�Sie haben es selbst gesehen, was soll das hei�en?�, sagte Professor McGonagall und ihre dunklen Augenbrauen zogen sich zusammen.</p><p>�Ich wei� nicht ... ich hab geschlafen und dann war ich dort ...�</p><p>�Sie wollen sagen, Sie haben das getr�umt?�</p><p>�Nein!�, sagte Harry zornig; wollte denn niemand verstehen? �Ich hatte erst einen Traum �ber etwas ganz anderes, irgendwas Bl�des ... und dann ist er davon unterbrochen worden. Es ist wirklich passiert, ich hab's mir nicht eingebildet. Mr. Weasley hat auf dem Boden geschlafen und er wurde von einer riesigen Schlange angegriffen, da war furchtbar viel Blut, er ist zusammengebrochen, jemand muss rausfinden, wo er ist ...�</p><p>Professor McGonagall betrachtete ihn durch ihre schief sitzende Brille, als graute ihr vor dem, was sie sah.</p><p>�Ich l�ge nicht und ich bin nicht verr�ckt!�, versicherte Harry und seine Stimme wurde zu einem Schrei. �Ich sage Ihnen, ich hab es gesehen!�</p><p>�Ich glaube Ihnen, Potter�, sagte Professor McGonagall knapp. �Ziehen Sie Ihren Morgenmantel an - wir gehen zum Schulleiter.�</p></section><section><title><p>St.-Mungo-Hospital f�r Magische Krankheiten und Verletzungen</p></title><p>Harry war so erleichtert, dass sie ihn ernst nahm, dass er nicht z�gerte, sondern sofort aus dem Bett sprang, seinen Morgenmantel anzog und die Brille wieder auf die Nase setzte.</p><p>�Sie kommen auch mit, Weasley�, sagte Professor McGonagall.</p><p>Sie folgten ihr an den stummen Gestalten Nevilles, Deans und Seamus' vorbei aus dem Schlafsaal, die Wendeltreppe hinunter in den Gemeinschaftsraum, durch das Portr�tloch und den mondbeschienenen Korridor der fetten Dame entlang.</p><p>Harry war zumute, als k�nnte die Panik ihn jeden Moment �berw�ltigen; er wollte loslaufen, nach Dumbledore rufen. Mr. Weasley blutete, w�hrend sie hier so gem�chlich dahingingen, und was, wenn diese Fangz�hne (Harry versuchte fieberhaft, nicht �meine Fangz�hne� zu denken) giftig gewesen waren? Sie kamen an Mrs. Norris vorbei, die ihre Lampenaugen auf sie richtete und schw�chlich fauchte, aber Professor McGonagall machte �Schhh!�, und die Katze verzog sich in die D�sternis, und ein paar Minuten sp�ter hatten sie den steinernen Wasserspeier erreicht, der den Eingang zu Dumbledores B�ro bewachte.</p><p>�Zischende Zauberdrops�, sagte Professor McGonagall.</p><p>Der Wasserspeier erwachte zum Leben und sprang beiseite. Die Wand hinter ihm teilte sich und gab den Blick auf eine steinerne Treppe frei, die sich stetig aufw�rts bewegte wie eine spiralf�rmige Rolltreppe. Die drei betraten die beweglichen Stufen. Hinter ihnen schloss sich die Wand wieder mit einem dumpfen Schlag, und sie wurden in engen Kreisen nach oben getragen, bis sie die hochglanzpolierte Eichent�r mit dem greifenf�rmigen Bronzeklopfer erreichten.</p><p>Obwohl es inzwischen weit nach Mitternacht war, drangen Stimmen von drinnen heraus, ein regelrechtes Geplapper. Es h�rte sich an, als h�tte Dumbledore mindestens ein Dutzend Leute zu Gast.</p><p>Professor McGonagall klopfte dreimal mit dem Bronzegreif und die Stimmen erstarben sofort, als h�tte jemand sie abgeschaltet. Die T�r �ffnete sich von selbst und Professor McGonagall f�hrte Harry und Ron hinein.</p><p>Der Raum lag im Halbdunkel. Die merkw�rdigen silbernen Instrumente, die auf den Tischen standen, waren stumm und still, anstatt zu surren und Rauchw�lkchen auszupuffen, wie sie es sonst taten. Die Portr�ts ehemaliger Schulleiter und Schulleiterinnen an den W�nden d�sten alle in ihren Rahmen.</p><p>Hinter der T�r schlummerte, den Kopf unter dem Fl�ge l, ein pr�chtiger rotgoldener Vogel von der Gr��e eines Schwanes auf seiner Sitzstange.</p><empty-line/><p>�Oh, Sie sind's, Professor McGonagall ... und ... <emphasis>ah.�</emphasis></p><p>Dumbledore sa� auf einem hohen Lehnstuhl hinter seinem Schreibtisch. Er beugte sich vor in den Lichtkreis der Kerze, der seine Unterlagen beleuchtete. Er trug einen herrlich bestickten violett-goldenen Morgenrock �ber einem schneewei�en Nachthemd, schien jedoch hellwach und hatte die durchdringenden hellblauen Augen aufmerksam auf Professor McGonagall geheftet.</p><p>�Professor Dumbledore, Potter hatte einen ... nun, einen Alptraum�, sagte Professor McGonagall. �Er behauptet ...�</p><p>�Es war kein Alptraum�, warf Harry rasch ein.</p><p>Professor McGonagall wandte sich mit leicht gerunzelter Stirn zu Harry um.</p><p>�Sch�n und gut, Potter, dann erz�hlen Sie es dem Schulleiter.�</p><p>�Ich ... also, ich <emphasis>hab </emphasis>geschlafen ...�, sagte Harry, und trotz seiner Panik und seines verzweifelten Wunsches, Dumbledore m�ge ihn verstehen, irritierte es ihn doch ein wenig, dass der Schulleiter ihn nicht ansah, sondern seine eigenen verschr�nkten Finger betrachtete. �Aber es war kein normaler Traum ... es war Wirklichkeit ... ich hab gesehen, wie es passierte ...� Er holte tief Luft. �Rons Dad - Mr. Weasley - wurde von einer Riesenschlange angegriffen.�</p><p>Nachdem er sie ausgesprochen hatte, schienen die Worte in der Luft widerzuhallen und klangen ein wenig albern, sogar komisch. Eine kurze Pause trat ein, Dumbledore lehnte sich zur�ck und starrte nachdenklich zur Decke. Ron, geschockt und wei� im Gesicht, blickte von Harry zu Dumbledore.</p><p>�Wie hast du das gesehen?�, fragte Dumbledore ruhig und sah Harry immer noch nicht an.</p><p>�Also ... ich wei� nicht�, sagte Harry reichlich aufgebracht - was spielte das f�r eine Rolle? �In meinem Kopf, vermute ich -�</p><p>�Du verstehst mich falsch�, sagte Dumbledore im selben ruhigen Ton. �Ich meine ... kannst du dich erinnern - hm - wo du genau warst, als du diesen Angriff gesehen hast? Standest du vielleicht neben dem Opfer oder hast du von oben auf das Geschehen herabgeblickt?�</p><p>Das war eine derart eigent�mliche Frage, dass Harry Dumbledore mit offenem Mund anstarrte. Es war fast, als w�sste er ...</p><p>�Ich war die Schlange�, sagte er. �Ich hab alles aus der Sicht der Schlange gesehen.�</p><p>Einen Moment lang sagte niemand ein Wort, dann fragte Dumbledore, nun den Blick auf den immer noch kreidebleichen Ron gerichtet, mit anderer, sch�rferer Stimme: �Ist Arthur schlimm verletzt?�</p><empty-line/><p><emphasis>�Ja�, </emphasis>sagte Harry nachdr�cklich - warum waren sie alle so schwer von Begriff, war ihnen nicht klar, wie stark jemand blutete, dem solch lange Fangz�hne in die Seite geschlagen wurden? Und warum konnte Dumbledore nicht wenigstens so h�flich sein und ihn ansehen?</p><p>Aber Dumbledore stand auf, so abrupt, dass Harry zusammenzuckte, und wandte sich an eines der alten Portr�ts, die knapp unter der Decke hingen.</p><p>�Everard?�, sagte er schneidend. �Und Sie auch, Dilys!�</p><p>Ein fahlgesichtiger Zauberer mit kurzen schwarzen Stirnfransen und eine �ltere Hexe mit langen silbernen Ringell�ckchen im Bilderrahmen neben ihm, die beide scheinbar tief und fest geschlafen hatten, schlugen sofort die Augen auf.</p><p>�Haben Sie zugeh�rt?�, fragte Dumbledore.</p><p>Der Zauberer nickte; die Hexe sagte: �Nat�rlich.�</p><p>�Der Mann hat rote Haare und tr�gt eine Brille�, sagte Dumbledore. �Everard, Sie werden Alarm geben m�ssen, und sehen Sie zu, dass er von den richtigen Leuten gefunden wird -�</p><p>Beide nickten und entfernten sich seitlich aus ihren Rahmen, doch statt in benachbarten Bildern wieder aufzutauchen (wie es normalerweise in Hogwarts geschah), blieben sie beide verschwunden. Der eine Rahmen enthielt jetzt nur noch einen schwarzen Vorhang im Hintergrund, der andere einen h�bschen Ledersessel. Harry fiel auf, dass viele der anderen Schulleiter und Schulleiterinnen an den W�nden, die zwar h�chst �berzeugend schnarchten und sabberten, ihn hin und wieder verstohlen unter den Augenlidern hervor anlugten, und pl�tzlich war ihm klar, wer geredet hatte, als sie geklopft hatten.</p><p>�Everard und Dilys waren zwei der ber�hmtesten Schulleiter von Hogwarts�, sagte Dumbledore. Er ging jetzt um Harry, Ron und Professor McGonagall herum und n�herte sich dem pr�chtigen Vogel, der auf seiner Stange neben der T�r kauerte und schlief. �Sie sind so ber�hmt, dass Portr�ts von beiden auch in anderen wichtigen Zauberer-Einrichtungen h�ngen. Da sie sich frei zwischen ihren eigenen Portr�ts bewegen k�nnen, sind sie vielleicht imstande, uns zu sagen, was andernorts geschieht ...�</p><p>�Aber Mr. Weasley k�nnte �berall sein!�, sagte Harry.</p><p>�Bitte setzt euch, alle drei�, sagte Dumbledore, als h�tte Harry nicht gesprochen. �Everard und Dilys werden wohl einige Minuten weg sein. Professor McGonagall, w�rden Sie bitte weitere St�hle beschaffen.�</p><p>Professor McGonagall zog den Zauberstab aus der Tasche ihres Morgenrocks und schwang ihn; drei St�hle erschienen aus dem Nichts, h�lzern und mit steilen Lehnen, ganz anders als die bequemen Chintz-Lehnst�hle, die Dumbledore bei Harrys Anh�rung heraufbeschworen hatte. Harry setzte sich und beobachtete Dumbledore �ber die Schulter. Dumbledore strich nun sachte mit einem Finger �ber Fawkes' golden gefiederten Kopf. Der Ph�nix erwachte sofort. Er reckte seinen wundersch�nen Kopf in die H�he und betrachtete Dumbledore mit strahlenden dunklen Augen.</p><p>�Es muss�, sagte Dumbledore sehr leise zu dem Vogel, �eine Warnung verbreitet werden.�</p><p>Eine Stichflamme loderte auf und der Ph�nix war verschwunden.</p><p>Dumbledore ergriff nun rasch eines der zerbrechlichen silbernen Instrumente, deren Zweck Harry nie erfahren hatte, trug es hin�ber zu seinem Schreibtisch, setzte sich wieder ihnen gegen�ber und klopfte sanft mit der Zauberstabspitze gegen das Instrument.</p><p>Schlagartig erwachte es mit einem Klingeln zum Leben und gab ein rhythmisches Klirren von sich. Kleine blassgr�ne Rauchw�lkchen traten aus der winzigen silbernen R�hre an seiner Spitze aus. Dumble dore legte die Stirn in Falten und beobachtete den Rauch eingehend. Nach einigen Sekunden wurde aus den W�lkchen ein stetiger Rauchstrom, der dichter wurde und sich in der Luft wand ... aus seiner Spitze wuchs der Kopf einer Schlange, die ihr Maul weit �ffnete. Harry fragte sich, ob das Instrument seine Geschichte best�tigen w�rde: Er blickte gespannt auf Dumbledore und wartete auf ein Zeichen, dass er Recht hatte, aber Dumbledore sah nicht auf.</p><p>�Nat�rlich, nat�rlich�, murmelte Dumbledore wie zu sich selbst, w�hrend er weiterhin den Rauchstrom ohne die geringste Spur von �berraschung betrachtete.</p><p>�Aber im Wesen gespalten?�</p><p>Harry wurde aus dieser Frage absolut nicht schlau. Das Reptil aus Rauch jedoch teilte sich j�h in zwei Schlangen, die sich beide in der dunklen Luft wanden und vor und zur�ck bewegten. Mit einem Ausdruck grimmiger Zufriedenheit klopfte Dumbledore ein weiteres Mal sacht gegen das Instrument: Das Klirren lie� nach und erstarb und die Rauchschlangen verblassten, wurden zu formlosem Nebel und verschwanden.</p><p>Dumbledore stellte das Instrument wieder auf den kleinen Tisch mit den Storchbeinen. Harry sah, wie viele der alten Schulleiter in den Portr�ts ihm mit den Augen folgten und dann, als sie bemerkten, dass Harry sie beobachtete, hastig wieder zu schlafen vorgaben. Harry wollte fragen, wozu das merkw�rdige silberne Instrument diente, doch bevor er dazu kam, ert�nte zu ihrer Rechten ein Ruf, der oben von der Wand kam; der Zauberer namens Everard war wieder in seinem Portr�trahmen erschienen, nun ein wenig au�er Atem.</p><p>�Dumbledore!�</p><empty-line/><p>�Was gibt es Neues?�, sagte Dumbledore sofort.</p><p>�Ich habe gerufen, bis jemand angerannt kam�, antwortete der Zauberer und wischte sich mit dem Vorhang hinter ihm die Stirn, �sagte, ich h�tte geh�rt, dass unten etwas herumschlich - sie waren sich nicht sicher, ob sie mir glauben sollten, aber sie gingen nachsehen. Wie Sie wissen, gibt es dort unten keine Portr�ts, von denen aus man etwas sehen k�nnte. Jedenfalls haben sie ihn ein paar Minuten sp�ter hochgetragen. Er sieht nic ht gut aus, er ist voller Blut. Ich bin weitergerannt zu Elfrida Craggs Portr�t, damit ich alles im Blick hatte, w�hrend sie hinausgingen -�</p><p>�Gut�, sagte Dumbledore. Ron wollte aufspringen. �Dann vermute ich, Dilys hat ihn ankommen sehen -�</p><p>Und Augenblicke sp�ter war auch die Hexe mit den silbrigen Ringell�ckchen wieder in ihrem Bild erschienen. Sie lie� sich hustend in ihren Sessel sinken und sagte: �Ja, sie haben ihn ins St. Mungo eingeliefert, Dumbledore ... sie haben ihn an meinem Portr�t vorbeigetragen ... er sieht schlimm aus ...�</p><p>�Danke�, sagte Dumbledore. Er wandte sich zu Professor McGonagall um.</p><p>�Minerva, Sie m�ssen bitte gehen und die anderen Weasley-Kinder wecken.�</p><p>�Nat�rlich ...�</p><p>Professor McGonagall stand auf und ging rasch zur T�r. Harry warf einen Seitenblick auf Ron, dem der Schrecken im Gesicht stand.</p><p>�Und, Dumbledore - was ist mit Molly?�, fragte Professor McGonagall und hielt an der T�r inne.</p><p>�Das wird Fawkes �bernehmen, nachdem er Ausschau gehalten hat, ob sich jemand n�hert�, sagte Dumbledore. �Aber vielleicht wei� sie es bereits ... sie hat ja diese wunderbare Uhr ...�</p><p>Harry wusste, dass Dumbledore die Uhr meinte, die nicht die Zeit anzeigte, sondern den Aufenthaltsort und das Befinden der Mitglieder der Weasley-Familie, und es versetzte ihm einen Stich bei dem Gedanken, dass Mr. Weasleys Zeiger schon jetzt auf <emphasis>t�dliche Gefahr </emphasis>weisen musste. Doch es war sehr sp�t. Mrs.</p><p>Weasley schlief vermutlich und schaute nicht auf die Uhr. Harry wurde kalt, als er sich an Mrs. Weasleys Irrwicht erinnerte, der sich in Mr. Weasleys leblosen K�rper verwandelt hatte, die Brille schief auf der Nase und mit blut�berstr�mtem Gesicht ... aber Mr. Weasley w�rde nicht sterben ... das konnte er einfach nicht ...</p><p>Dumbledore st�berte inzwischen in einem Schrank hinter Harry und Ron. Mit einem geschw�rzten alten Kessel tauchte er wieder auf und stellte ihn vorsichtig auf seinen Schreibtisch. Er hob den Zauberstab und murmelte: <emphasis>�Portus!� </emphasis>Der Kessel zitterte einen Moment und ergl�hte in einem merkw�rdigen blauen Licht, dann kam er bebend zur Ruhe, so fest und schwarz wie ehedem.</p><p>Dumbledore schritt hin�ber zu einem anderen Portr�t, diesmal dem eines listig aussehenden Zauberers mit Spitzbart, dessen Kleidung in den Slytherin-Farben Gr�n und Silber gemalt war und der offenbar so tief schlief, dass er Dumbledores Stimme nicht h�rte, als dieser versuchte ihn aufzuwecken.</p><p>�Phineas. <emphasis>Phineas.�</emphasis></p><p>Die Portr�tierten entlang den W�nden gaben inzwischen nicht mehr vor zu schlafen; sie bewegten sich in ihren Rahmen, um besser beobachten zu k�nnen, was vor sich ging. Als der listig aussehende Zauberer weiterhin zu schlafen vorsch�tzte, riefen einige von ihnen ebenfalls seinen Namen.</p><p>�Phineas! <emphasis>Phineas! </emphasis>PHINEAS!�</p><p>Er konnte sich nicht l�nger verstellen, er zuckte theatralisch zusammen und �ffnete weit die Augen.</p><p>�Hat jemand gerufen?�</p><p>�Ich muss Sie bitten, wieder Ihr anderes Portr�t aufzusuchen, Phineas�, sagte Dumbledore. �Ich habe eine weitere Nachricht.�</p><p>�Mein anderes Portr�t aufsuchen?�, sagte Phineas mit schriller Stimme und t�uschte ein ausgiebiges G�hnen vor (seine Augen wanderten im Raum umher und blieben auf Harry ruhen). �O nein, Dumbledore, heute Nacht bin ich zu m�de.�</p><p>Etwas an Phineas' Stimme kam Harry bekannt vor. Wo hatte er sie schon geh�rt? Doch bevor er weiter �berlegen konnte , brachen die Portr�ts an den W�nden rundum in einen Proteststurm aus.</p><p>�Gehorsamsverweigerung, Sir!�, donnerte ein korpulenter, rotnasiger Zauberer und fuchtelte mit den F�usten. �Pflichtverletzung!�</p><p>�Wir haben die Ehrenpflicht, dem gegenw�rtigen Schulleiter von Hogwarts zu Diensten zu sein!�, schrie ein gebrechlich wirkender alter Zauberer, in dem Harry Dumbledores Vorg�nger, Armando Dippet, erkannte. �Sch�men Sie sich, Phineas!�</p><p>�Soll ich ihn �berzeugen, Dumbledore?�, rief eine Hexe mit stechenden Augen und hob einen ungew�hnlich dicken Zauberstab, der einer Rute nicht un�hnlich sah.</p><p>�Oh, na <emphasis>sch�n�, </emphasis>sagte der Zauberer namens Phineas und be�ugte mit leichter Sorge den Zauberstab, �obwohl er inzwischen sehr wahrscheinlich mein Bild zerst�rt hat, er hat ja die meisten aus meiner Familie rausgeworfen -�</p><empty-line/><p>�Sirius wei� sehr wohl, dass er Ihr Portr�t nicht zerst�ren darf�, sagte Dumbledore, und Harry fiel sofort ein, wo er Phineas' Stimme schon einmal geh�rt hatte: Sie war aus dem scheinbar leeren Rahmen in seinem Schlafzimmer am Grimmauldplatz gedrungen. �Sie sollen ihm die Botschaft �berbringen, dass Arthur Weasley schwer verletzt ist und dass seine Frau, die Kinder und Harry Potter in K�rze in sein Haus kommen werden. Haben Sie verstanden?�</p><p>�Arthur Weasley verletzt, Frau und Kinder und Harry Potter kommen ins Haus�, betete Phineas mit gelangweilter Stimme herunter. �Ja, ja ... schon gut ...�</p><p>Er schlenderte in den Rahmen des Bildes hinein und verschwand im selben Augenblick, da sich die B�rot�r wieder �ffnete. Fred, George und Ginny wurden von Professor McGonagall hereingeschoben, und alle drei, noch in ihren Nachtgew�ndern, wirkten zerzaust und geschockt.</p><p>�Harry - was geht hier vor?�, fragte Ginny mit �ngstlichem Gesicht.</p><p>�Professor McGonagall sagt, du hast gesehen, wie Dad verletzt wurde -�</p><p>�Dein Vater wurde w�hrend seiner Arbeit f�r den Orden des Ph�nix verletzt�, sagte Dumbledore, ehe Harry antworten konnte. �Er wurde ins St.-Mungo-Hospital f�r Magische Krankheiten und Verletzungen gebracht. Ich schicke euch jetzt wieder in das Haus von Sirius, von dort aus ist das Hospital viel bequemer zu erreichen als vom Fuchsbau. Dort werdet ihr auch eure Mutter treffen.�</p><p>�Und wie kommen wir dorthin?�, fragte Fred, sichtlich ersch�ttert.</p><p>�Flohpulver?�</p><p>�Nein�, sagte Dumbledore. �Flohpulver ist im Moment nicht sicher, das Netzwerk wird �berwacht. Ihr werdet einen Portschl�ssel nehmen.� Er deutete auf den alten Kessel, der harmlos auf seinem Schreibtisch lag. �Wir warten nur noch auf Phineas Nigellus, damit er uns Bericht erstattet ... ich m�chte sichergehen, dass die Luft rein ist, bevor ich euch wegschicke -�</p><p>Eine Flamme loderte mitten im B�ro auf und hinterlie� eine einzelne goldene Feder, die sanft zu Boden schwebte.</p><p>�Das ist eine Warnung von Fawkes�, sagte Dumbledore und fing die Feder im Flug. �Professor Umbridge wei� offenbar, dass ihr nicht mehr in euren Betten seid ... Minerva, gehen Sie und halten Sie sie auf- erz�hlen Sie ihr irgendwas -�</p><p>Professor McGonagall rauschte mit raschelndem Schottentuch davon.</p><p>�Er meint, er w�rde sich freuen�, sagte eine gelangweilte Stimme hinter Dumbledore; der Zauberer namens Phineas war wieder vor seinem Slytherin-Banner aufgetaucht. �Mein Ururenkel hatte immer schon einen merkw�rdigen Geschmack, was Hausg�ste anbelangt.�</p><p>�Also kommt her�, sagte Dumbledore zu Harry und den Weasleys. �Und rasch, bevor noch jemand zu uns st��t.�</p><p>Harry und die anderen scharten sich um Dumbledores Schreibtisch.</p><p>�Ihr habt alle schon mal einen Portschl�ssel benutzt?�, fragte Dumbledore, worauf sie nickten und die H�nde ausstreckten, um den geschw�rzten Kessel irgendwo zu ber�hren. �Gut. Ich z�hle also bis drei - eins ... zwei ...�</p><p>Es geschah im Bruchteil einer Sekunde: In der winzigen Pause, bevor Dumbledore �drei� sagte, blickte Harry zu ihm auf - sie standen sehr nah beieinander - und Dumbledores klarer blauer Blick wanderte vom Portschl�ssel zu Harrys Gesicht.</p><p>Augenblicklich brannte Harrys Narbe wie wei�e Glut, als ob die alte Wunde wieder aufgebrochen w�re - und unverlangt, ungewollt, doch f�rchterlich stark stieg in Harry ein Hass auf, so unerbittlich, dass er in diesem Moment nichts lieber wollte als zuschlagen - zubei�en - seine Fangz�hne in den Mann vor ihm versenken -</p><p><emphasis>�... drei.�</emphasis></p><p>Harry sp�rte einen m�chtigen Ruck hinter seinem Nabel, der Boden schwand ihm unter den F��en, seine Hand klebte am Kessel; er stie� gegen die anderen, w�hrend sie alle, vom Kessel gezogen, in einem Wirbel von Farben und windumrauscht dahinrasten ... bis seine F��e so hart auf der Erde aufschlugen, dass seine Knie nachgaben. Der Kessel fiel krachend zu Boden und eine Stimme ganz in der N�he sagte: �Da sind sie ja, die Blutsverr�ter-G�ren. Stimmt es, dass ihr Vater im Sterben liegt?�</p><p>�RAUS HIER�, br�llte eine zweite Stimme.</p><p>Harry rappelte sich auf und sah sich um. Sie waren in der d�steren Kellerk�che am Grimmauldplatz Nummer zw�lf gelandet. Licht spendeten nur das Feuer und eine tropfende Kerze, welche die �berreste eines einsamen Nachtessens beleuchteten. Kreacher verschwand durch die T�r zur Halle, w�hrend er mit einem feindseligen Blick zur�ck auf sie seinen Lendenschurz hochzog; Sirius kam mit besorgter Miene auf sie zugeeilt. Er war unrasiert und hatte sich noch nicht f�r die Nacht umgezogen, au�erdem umgab ihn ein schwacher Geruch nach schalem Schnaps, der an Mundungus erinnerte.</p><p>�Was ist los?�, fragte er und streckte die Hand aus, um Ginny aufzuhelfen.</p><p>�Phineas Nigellus meinte, Arthur sei schwer verletzt -�</p><p>�Frag Harry�, sagte Fred.</p><p>�Ja, ich will das auch h�ren�, sagte George.</p><p>Die Zwillinge und Ginny starrten ihn an. Drau�en auf der Treppe hatten Kreachers Schritte innegehalten.</p><p>�Es war -�, begann Harry. Das hier war noch schlimmer, als es McGonagall und Dumbledore zu sagen. �Ich hatte - so was wie eine - Vision ...�</p><p>Und er erz�hlte ihnen alles, was er gesehen hatte, doch �nderte er die Geschichte ab, so dass es sich anh�rte, als h�tte er als unbeteiligter Zuschauer beobachtet, wie die Schlange angriff, und es nicht aus den Augen des Reptils selbst miterlebt. Ron, immer noch sehr wei�, warf ihm einen fl�chtigen Blick zu, sagte aber nichts. Als Harry geendet hatte, starrten ihn Fred, George und Ginny noch einen Moment lang an. Harry wusste nicht, ob er es sich einbildete oder nicht, aber er hatte den Eindruck, dass etwas Anklagendes in ihren Blicken lag.</p><p>Nun, wenn sie ihm einen Vorwurf machten, nur weil er den Angriff gesehen hatte, dann war er froh, dass er ihnen nicht gesagt hatte, dass er w�hrend des Geschehens im Innern der Schlange gewesen war.</p><p>�Ist Mum hier?�, fragte Fred und wandte sich an Sirius.</p><p>�Sie wei� wahrscheinlich noch gar nicht, was passiert ist�, sagte Sirius. �Das Wichtigste war, euch fortzuschaffen, bevor Umbridge sich einmischen konnte. Ich vermute, Dumbledore teilt es Molly jetzt mit.�</p><p>�Wir m�ssen ins St. Mungo�, dr�ngte Ginny. Sie drehte sich zu ihren Br�dern um; nat�rlich waren sie immer noch in ihren Schlafanz�gen.</p><p>�Sirius, kannst du uns M�ntel oder sonst was leihen?�</p><p>�Wartet mal, ihr k�nnt jetzt nicht einfach zum St. Mungo abhauen!�, sagte Sirius.</p><p>�Nat�rlich k�nnen wir, wenn wir wollen�, widersprach Fred mit st�rrischer Miene. �Er ist unser Dad!�</p><p>�Und wie wollt ihr erkl�ren, woher ihr erfahren habt, dass Arthur angegriffen wurde, noch bevor das Hospital seine Frau unterrichtet hat?�</p><p>�Weshalb sollte das wichtig sein?�, fragte George hitzig.</p><p>�Es ist wichtig, weil wir keine Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken wollen, dass Harry Visionen von etwas hat, das Hunderte von Meilen entfernt geschieht!�, sagte Sirius zornig. �K�nnt ihr euch vielleicht vorstellen, was das Ministerium von einer solchen Information halten w�rde?�</p><p>Fred und George sahen aus, als sei es ihnen absolut schnuppe, was das Ministerium von irgendetwas halten k�nnte. Ron war immer noch aschfahl und stumm.</p><p>�Irgendjemand h�tte es uns sagen k�nnen ...�, warf Ginny ein. �Wir h�tten es doch auch von jemand anderem als Harry h�ren k�nnen.�</p><empty-line/><p>�Und von wem?�, sagte Sirius unwirsch. �H�rt zu, euer Dad wurde verletzt, w�hrend er im Auftrag des Ordens t�tig war, und die Umst�nde sind ohnehin schon verd�chtig genug, ohne dass seine Kinder Sekunden sp�ter davon erfahren.</p><p>Ihr k�nntet die Sache des Ordens schwer besch�di-�</p><p>�Der bl�de Orden ist uns egal!�, rief Fred.</p><p>�Es geht darum, dass unser Dad stirbt!�, schrie George.</p><p>�Euer Vater wusste, worauf er sich einlie�, und er wird sich nicht bei euch bedanken, wenn ihr dem Orden alles vermasselt!�, erwiderte Sirius, nicht minder zornig. �So ist es nun mal - deshalb seid ihr nicht im Orden - ihr versteht nicht - es gibt Dinge, f�r die es wert ist, zu sterben!�</p><p>�Du hast ja leicht reden, wo du hier drinhockst!�, br�llte Fred. �Du riskierst ja nicht deinen Kopf!�</p><p>Der Rest von Farbe schwand aus Sirius' Gesicht. Einen Moment lang sah er aus, als h�tte er gr��te Lust, Fred zu schlagen, doch als er sprach, war seine Stimme ruhig und bestimmt.</p><p>�Ich wei�, es ist schwierig, aber wir m�ssen alle so tun, als ob wir noch nichts w�ssten. Wir m�ssen hier bleiben, zumindest bis wir von eurer Mutter h�ren, klar?�</p><p>Fred und George schienen immer noch rebellisch gestimmt. Ginny jedoch ging ein paar Schritte hin�ber zum n�chsten Stuhl und lie� sich darauf sinken. Harry blickte Ron an, der eine komische Bewegung machte, eine Mischung aus Kopfnicken und Achselzucken, und sie setzten sich ebenfalls. Die Zwillinge sahen Sirius eine weitere Minute lang feindselig an, dann nahmen sie neben Ginny Platz.</p><p>�Gut so�, ermunterte sie Sirius, �also, lasst uns - lasst uns was trinken, w�hrend wir warten. <emphasis>Accio Butterbier!�</emphasis></p><p>Mit diesen Worten hob er den Zauberstab, und ein halbes Dutzend Flaschen kamen aus der Speisekammer auf sie zugeflogen, schlitterten �ber den Tisch, verstreuten die �berreste von Sirius' Mahlzeit und blieben genau vor den sechsen stehen. W�hrend sie tranken, war eine Zeit lang blo� das Knistern des K�chenfeuers und das leise Klopfen ihrer Flaschen auf dem K�chentisch zu h�ren.</p><p>Harry trank nur, damit seine H�nde besch�ftigt waren. Ein f�rchterlich hei�es, brodelndes Schuldgef�hl dr�ckte in seinem Magen. Nur seinetwegen waren sie hier, ansonsten w�rden sie alle noch im Bett liegen und schlafen. Und es hatte keinen Zweck, sich einzureden, dass es ihm zu verdanken war, dass sie Mr.</p><p>Weasley gefunden hatten, weil er Alarm geschlagen hatte. Dagegen sprach die nicht zu leugnende Wahrheit, dass er selbst Mr. Weasley �berhaupt erst angegriffen hatte.</p><p>Sei nicht albern, du hast keine Fangz�hne, redete er sich zu und versuchte ruhig zu bleiben, obwohl die Hand, mit der er die Butterbierflasche hielt, zitterte.</p><p>Du lagst im Bett, du hast niemanden angegriffen ...</p><p>Aber was ist dann eben in Dumbledores B�ro passiert?, fragte er sich. Ich hatte das Gef�hl, dass ich auch noch Dumbledore angreifen wollte ...</p><p>Er setzte die Flasche ein wenig h�rter auf, als er gewollt hatte, und Butterbier schwappte �ber den Tisch. Niemand bemerkte etwas. Dann erhellte eine Stichflamme mitten in der Luft die schmutzigen Teller vor ihnen, und w�hrend sie erschrocken aufschrien, fiel eine Pergamentrolle mit einem dumpfen Ger�usch auf den Tisch, gefolgt von der einzelnen goldenen Schwanzfeder eines Ph�nix.</p><p>�Fawkes!�, sagte Sirius prompt und schnappte das Pergament. �Das ist nicht Dumbledores Handschrift - das muss eine Nachricht von eurer Mutter sein - hier -�</p><p>Er dr�ckte den Brief George in die Hand, der ihn aufriss und laut vorlas: <emphasis>�Dad ist noch am Leben. Ich mache mich jetzt auf den Weg ins St. Mungo. Bleibt, wo ihr seid. Ich benachrichtige euch, sobald ich kann. Mum�. </emphasis></p><p>George blickte in die Runde.</p><p>�Noch am Leben ...�, sagte er langsam. �Aber das h�rt sich an, als ob ...�</p><p>Er brauchte den Satz nicht zu beenden. Auch f�r Harry klang es, als ob Mr.</p><p>Weasley zwischen Leben und Tod schwebte. Ron, noch immer ungew�hnlich blass, starrte auf die R�ckseite des Briefs seiner Mutter, als w�ren von dort tr�stende Worte zu erwarten. Fred nahm George das Pergament ab und las es selbst noch einmal durch, dann blickte er zu Harry, der sp�rte, wie seine Hand an der Butterbierflasche erneut zitterte, worauf er die Flasche fester umklammerte, damit die Hand ruhig blieb.</p><p>Noch nie hatte Harry eine l�ngere Nacht durchwacht als diese, jedenfalls konnte er sich nicht erinnern. Irgendwann schlug Sirius ohne rechte �berzeugung vor, sie sollten alle zu Bett gehen, aber die emp�rten Blicke der Weasleys waren Antwort genug. Sie sa�en zumeist schweigend um den Tisch, sahen zu, wie der Kerzendocht immer tiefer ins fl�ssige Wachs sank, und tranken gelegentlich einen Schluck Butterbier. Gesprochen wurde nur, wenn sie nach der Uhrzeit fragten oder laut �berlegten, was wohl vor sich ging, und um sich gegenseitig zu versichern, dass man schlechte Nachrichten schon l�ngst erfahren h�tte, denn Mrs. Weasley musste bereits vor einiger Zeit im St. Mungo angekommen sein.</p><p>Fred schlummerte ein und sein Kopf lag schlaff seitlich auf seiner Schulter.</p><empty-line/><p>Ginny hatte sich auf ihrem Stuhl eingerollt wie eine Katze, aber die Augen ge�ffnet; Harry sah, dass sich das Licht des Feuers in ihnen spiegelte. Ron sa� da, den Kopf in den H�nden, und es war unm�glich, zu sagen, ob er wach war oder schlief. Harry und Sirius, Eindringlinge in die trauernde Familie, warfen sich bisweilen Blicke zu und warteten ... warteten ...</p><p>Nach Rons Uhr war es zehn nach f�nf am Morgen, als die K�chent�r aufschwang und Mrs. Weasley eintrat. Sie war leichenblass, doch als sie sich umwandten und sie ansahen und Fred, Ron und Harry sich halb von ihren St�hlen erhoben, zeigte sie ein mattes L�cheln.</p><p>�Er wird durchkommen�, sagte sie mit vor M�digkeit schwacher Stimme. �Er schl�ft jetzt. Sp�ter k�nnen wir ihn alle besuchen. Bill ist noch bei ihm; er nimmt sich den Morgen frei.�</p><p>Fred sackte mit dem Gesicht in den H�nden auf seinen Stuhl zur�ck. George und Ginny standen auf, gingen rasch auf ihre Mutter zu und umarmten sie. Ron lachte zittrig auf und st�rzte den Rest seines Butterbiers hinunter.</p><p>�Fr�hst�ck!�, rief Sirius laut und fr�hlich und sprang auf. �Wo ist dieser verfluchte Hauself? Kreacher! KREACHER!�</p><p>Aber Kreacher antwortete nicht.</p><p>�Ach, was soll's�, murmelte Sirius und z�hlte die Anwesenden. �Also, Fr�hst�ck f�r - wie viel sind wir - sieben ... Speck und Eier, denke ich, und etwas Tee und Toast -�</p><p>Harry ging rasch hin�ber zum Herd, um sich n�tzlich zu machen. Er wollte das Gl�ck der Weasleys nicht st�ren, und es graute ihm schon vor dem Augenblick, da Mrs. Weasley ihn auffordern w�rde, seine Vision noch einmal zu schildern.</p><p>Doch kaum hatte er die Teller aus der Anrichte geholt, da nahm Mrs. Weasley sie ihm aus den H�nden und zog ihn in ihre Arme.</p><p>�Ich wei� nicht, was ohne dich passiert w�re, Harry�, sagte sie mit ged�mpfter Stimme. �Vielleicht h�tte man Arthur erst Stunden sp�ter gefunden, und dann w�re es zu sp�t gewesen, aber dank dir lebt er noch, und Dumbledore konnte sich einen guten Vorwand ausdenken, warum man Arthur ausgerechnet dort gefunden hat, du hast ja keine Ahnung, in welchen Schwierigkeiten er sonst stecken w�rde, denk an den armen Sturgis ...�</p><p>Harry konnte ihre Dankbarkeit kaum ertragen, doch zum Gl�ck lie� sie bald von ihm ab, wandte sich an Sirius und bedankte sich bei ihm, dass er w�hrend der Nacht bei ihren Kindern geblieben war. Sirius sagte, es freue ihn sehr, dass er helfen konnte, und dass sie hoffentlich alle bei ihm wohnen w�rden, solange Mr. Weasley im Krankenhaus sei.</p><empty-line/><p>�Oh, Sirius, ich bin dir so dankbar ... sie meinen dort, dass er noch eine Weile bleiben muss, und es w�re wunderbar, in der N�he zu sein ... nat�rlich k�nnte das bedeuten, dass wir �ber Weihnachten hier sind.�</p><p>�Je mehr wir sind, desto lustiger wird's!� Sirius freute sich so offenkundig ehrlich, dass Mrs. Weasley ihn anstrahlte, sich eine Sch�rze umwarf und beim Fr�hst�ckmachen half.</p><p>�Sirius�, murmelte Harry, der es keinen Moment l�nger aushalten konnte.</p><p>�Kann ich kurz mit dir sprechen? �hm - <emphasis>jetzt?�</emphasis></p><p>Er ging in die dunkle Speisekammer und Sirius folgte ihm. Ohne Vorrede schilderte Harry seinem Paten jede Einzelheit seiner Vision, mitsamt der Tatsache, dass er selbst die Schlange gewesen war, die Mr. Weasley angegriffen hatte.</p><p>Als er eine Atempause einlegte, fragte Sirius: �Hast du Dumbledore davon erz�hlt?�</p><p>�Ja�, sagte Harry ungeduldig, �aber er hat mir nicht gesagt, was es zu bedeuten hat. Er sagt mir ohnehin �berhaupt nichts mehr.�</p><p>�Sicher h�tte er es dir gesagt, wenn man sich dar�ber Sorgen machen m�sste�, sagte Sirius entschieden.</p><p>�Aber das ist noch nicht alles�, fuhr Harry jetzt fast fl�sternd fort. �Sirius, ich ... ich glaub, ich werd allm�hlich verr�ckt. Dort im B�ro von Dumbledore, kurz bevor wir den Portschl�ssel genommen haben ... da hab ich ein paar Sekunden lang gedacht, ich w�re eine Schlange, ich hab mich <emphasis>gef�hlt </emphasis>wie eine Schlange - meine Narbe hat furchtbar wehgetan, als ich Dumbledore ansah - Sirius, ich wollte ihn angreifen!�</p><p>Er konnte nur einen schmalen Streif von Sirius' Gesicht sehen, der Rest lag im Dunkeln.</p><p>�Das muss die Nachwirkung deiner Vision gewesen sein, nichts weiter�, sagte Sirius. �Du hast noch an den Traum oder was auch immer gedacht und -�</p><p>�Das war es nicht�, widersprach Harry und sch�ttelte den Kopf. �Es war wie etwas, das in mir emporstieg, als ob in meinem Innern eine <emphasis>Schlange </emphasis>w�re.�</p><p>�Dir fehlt einfach Schlaf�, sagte Sirius bestimmt. �Du fr�hst�ckst jetzt, dann gehst du nach oben ins Bett, und nach dem Mittagessen kannst du mit den anderen zusammen Arthur besuchen. Du ste hst unter Schock, Harry; du gibst dir selbst die Schuld f�r etwas, dessen Zeuge du nur warst. Und es ist ein Gl�ck, dass du es gesehen hast, sonst w�re Arthur wom�glich gestorben. Also h�r auf, dir Sorgen zu machen.� Er gab Harry einen Klaps auf die Schulter, ging aus der Speisekammer und lie� Harry allein im Dunkeln zur�ck.</p><empty-line/><p>Alle au�er Harry schliefen den restlichen Morgen �ber. Er ging hoch in das Schlafzimmer, das er und Ron sich w�hrend der letzten Sommerwochen geteilt hatten, doch w�hrend Ron ins Bett kroch und nach wenigen Minuten eingeschlafen war, sa� Harry vollst�ndig angezogen da, absichtlich unbequem gegen die kalten Metallstangen des Bettgestells gelehnt und entschlossen, nicht einzud�sen. Es graute ihm davor, im Schlaf erneut zur Schlange zu werden, aufzuwachen und festzustellen, dass er Ron angegriffen hatte oder auf der Suche nach einem der anderen durch das Haus geglitten war ...</p><p>Als Ron erwachte, tat Harry so, als h�tte auch er ein erfrischendes Nickerchen hinter sich. Ihre Koffer kamen aus Hogwarts, w�hrend sie zu Mittag a�en, so dass sie sich f�r die Fahrt zum St. Mungo als Muggel verkleiden konnten. Alle au�er Harry waren in ausgelassener gl�cklicher Stimmung und redselig, w�hrend sie aus ihren Umh�ngen und in Jeans und Sweatshirts schl�pften. Als Tonks und Mad-Eye auftauchten, um sie durch London zu begleiten, wurden sie freudestrahlend begr��t. Sie lachten �ber die Melone, die Mad-Eye so schief auf dem Kopf trug, dass sie sein magisches Auge verbarg, und sie versicherten ihm aufrichtig, dass Tonks, deren Haare jetzt wieder kurz und knall-pink waren, viel weniger Blicke in der U-Bahn auf sich ziehen w�rde.</p><p>Tonks interessierte sich brennend f�r Harrys Vision von dem Angriff auf Mr.</p><p>Weasley, w�hrend Harry nicht die mindeste Lust hatte, dar�ber zu reden.</p><p>�Du hast nicht zuf�llig <emphasis>Seher-Blut </emphasis>in der Familie?�, wollte sie neugierig wissen, als sie nebeneinander in der U-Bahn sa�en, die ratternd ins Stadtzentrum fuhr.</p><p>�Nein�, sagte Harry und dachte beleidigt an Professor Trelawney.</p><p>�Nein�, sagte Tonks nachdenklich, �nein, du machst ja eigentlich gar keine Voraussagen, nicht wahr? Ich meine, du siehst nicht die Zukunft, du siehst die Gegenwart... seltsam, was? Aber recht n�tzlich ...�</p><p>Harry antwortete nicht. Gl�cklicherweise stiegen sie beim n�chsten Halt aus, einem Bahnhof im Herzen Londons, und in dem Gedr�nge beim Verlassen des Zuges gelang es ihm, Fred und George zwischen ihn und die vorausgehende Tonks geraten zu lassen. Sie folgten ihr die Rolltreppe hoch; Moody humpelte als Letzter der Gruppe hinterher, die Melone schr�g und tief ins Gesicht gezogen und eine knorrige Hand zwischen die Kn�pfe in seinen Mantel gesteckt, die den Zauberstab hielt. Harry meinte zu sp�ren, wie das verborgene Auge ihn scharf fixierte. Da er keine weiteren Fragen �ber seinen Traum aufkommen lassen wollte, fragte er Mad-Eye, wo St. Mungo verborgen war.</p><p>�Nicht weit von hier�, brummte Moody, als sie in die Winterluft hinaus auf eine breite, mit L�den ges�umte Stra�e voller Weihnachtseink�ufer traten. Er schob Harry dicht vor sich her und stampfte ihm nach; Harry wusste, dass das Auge unter dem schr�g sitzenden Hut in alle Richtungen rollte. �War nicht einfach, 'nen guten Standort f�r ein Krankenhaus zu finden. In der Winkelgasse gab's nicht genug Platz und unter der Erde wie beim Ministerium ging's auch nicht - war zu ungesund. Schlie�lich haben sie ein Geb�ude hier oben beschaffen k�nnen. Die �berlegung war, dass kranke Zauberer beim Kommen und Gehen einfach in der Menge untertauchen k�nnen.�</p><p>Er packte Harry an der Schulter, damit sie nicht von einer schnatternden Herde Passanten getrennt wurden, die ganz von dem Gedanken beseelt schienen, rasch in den n�chsten Laden voller elektrischer Ger�tschaften zu kommen.</p><p>�Hier lang�, sagte Moody einen Moment sp�ter.</p><p>Sie waren vor einem gro�en, altmodischen Backsteinbau angelangt, einem Kaufhaus namens <emphasis>Reinig &amp; Tunkunter GmbH. </emphasis>Etwas Armseliges und Tristes ging von ihm aus; in den Schaufenstern war nichts au�er ein paar ramponierten Puppen mit verrutschten Per�cken zu sehen, die wahllos herumstanden und Kleidermoden zeigten, die seit mindestens zehn Jahren veraltet waren. Auf gro�en Schildern an s�mtlichen verstaubten T�ren hie� es: �Wegen Renovierung geschlossen�. Harry h�rte deutlich, wie eine dicke, mit Plastikt�ten bepackte Frau im Vor�bergehen zu ihrer Freundin sagte: �Der ist doch <emphasis>nie </emphasis>offen, der Laden ...�</p><p>�Hierher�, sagte Tonks und winkte sie zu einem Schaufenster hin, in dem lediglich eine besonders h�ssliche weibliche Puppe stand. Ihre k�nstlichen Wimpern hingen lose herab und sie hatte ein gr�nes Nylontr�gerkleid an. �Sind alle bereit?�</p><p>Sie nickten und scharten sich um sie. Moody schob Harry mit einem neuerlichen Sto� zwischen die Schulterbl�tter weiter nach vorne, w�hrend Tonks sich dicht an die Scheibe lehnte, wobei ihr Atem das Glas beschlug, und zu der �u�erst h�sslichen Puppe hochblickte. �Hallo�, sagte sie, �wir sind hier, um Arthur Weasley zu besuchen.�</p><p>Harry dachte, dass Tonks doch unm�glich glauben konnte, von der Puppe durch eine Glasscheibe geh�rt zu werden, so leise, wie sie sprach, und mit der Stra�e voll l�rmender Passanten und rumpelnder Busse hinter ihr. Dann fiel ihm ein, dass Schaufensterpuppen ohnehin nichts h�ren konnten. Einen Moment sp�ter klappte ihm erschrocken der Mund auf, als die Puppe kaum merklich nickte und einen ihrer Gliederfinger kr�mmte, und schon hatte Tonks Ginny und Mrs.</p><p>Weasley an den Ellbogen gepackt, war geradewegs durch das Glas getreten und verschwunden.</p><p>Fred, George und Ron folgten ihnen. Harry warf einen Blick zur�ck auf das Gedr�nge der Passanten. Keiner schien auch nur einen Blick �brig zu haben f�r so h�ssliche Schaufensterdekorationen wie die von <emphasis>Reinig &amp; Tunkunter, </emphasis>und offenbar hatte auch niemand bemerkt, dass sich gerade vor ihnen sechs Leute in Luft aufgel�st hatten.</p><p>�Mach schon�, knurrte Moody und stupste Harry erneut in den R�cken.</p><p>Zusammen traten sie durch etwas, das sich anf�hlte wie eine Schicht k�hles Wasser, ehe sie auf der anderen Seite durchaus warm und trocken wieder herauskamen.</p><p>Von der h�sslichen Puppe oder dem Platz, wo sie gestanden hatte, war nichts mehr zu sehen. Sie befanden sich offenbar in einem sehr belebten Empfangsraum, in dem Zauberer und Hexen auf Reihen wackliger Holzst�hle sa�en. Manche sahen v�llig normal aus und bl�tterten alte Ausgaben der <emphasis>Hexenwoche </emphasis>durch, andere wiesen grausige Entstellungen auf wie Elefantenr�ssel oder zus�tzliche H�nde, die ihnen aus den Brustk�rben ragten. Hier drin ging es kaum weniger laut zu als drau�en auf der Stra�e, denn viele der Patienten gaben sehr eigent�mliche Ger�usche von sich: Eine Hexe mit schwei��berstr�mtem Gesicht in der Mitte der ersten Reihe, die sich mit einem <emphasis>Tagespropheten </emphasis>kr�ftig Luft zuf�chelte, stie� andauernd ein hohes Pfeifen aus, w�hrend Dampf aus ihrem Mund quoll. Ein schmuddelig wirkender Zauberer in der Ecke lie � jedes Mal ein Glockenl�uten h�ren, wenn er sich bewegte, und bei jedem L�uten vibrierte sein Kopf so schrecklich, dass er sich an den Ohren packen musste, um ihn ruhig zu halten.</p><p>Hexen und Zauberer in limonengr�nen Umh�ngen gingen die Reihen auf und ab und stellten Fragen und machten Notizen auf Klemmbrettern wie dem von Umbridge. Harry fiel das Wappen auf, das vorne auf ihren Umhang gestickt war: ein Zauberstab und ein Knochen, gekreuzt.</p><p>�Sind das �rzte?�, fragte er Ron leise.</p><p>��rzte?�, sagte Ron und blickte verdutzt. �Diese Muggelnarren, die Leute aufschlitzen? Nee, das sind Heiler.�</p><p>�Hier r�ber!�, rief Mrs. Weasley �ber das neuerliche Gel�ut des Zauberers in der Ecke hinweg, und sie folgten ihr zu der Warteschlange vor einer molligen Blondine, die an einem Pult mit dem Schild <emphasis>Auskunft </emphasis>sa�. Die Wand hinter ihr war voller Aush�nge und Plakate, auf denen es etwa hie�: EIN SAUBERER</p><p>KESSEL VERHINDERT, DASS IHR ZAUBERTRANK ZU GIFT WIRD und AUCH GEGENGIFTE SIND GIFTE - FRAGEN SIE IM ZWEIFEL IHREN</p><p>QUALIFIZIERTEN HEILER. Zu sehen war auch das gro�e Portr�t einer Hexe mit langen silbernen Ringell�ckchen, unter dem stand: <emphasis>Dilys Denvent</emphasis></p><p><emphasis>Heilerin in St. Mungo 1722-1741</emphasis></p><p><emphasis>Leiterin der Hogwarts-Schule f�r Hexerei und Zauberei 1741-1768 </emphasis></p><empty-line/><p>Dilys be�ugte die Weasley-Gruppe, als w�rde sie z�hlen, wie viele sie waren.</p><p>Als Harry ihren Blick auffing, zwinkerte sie ihm kurz zu, ging seitw�rts aus ihrem Portr�t heraus und verschwand.</p><p>Unterdessen gab ein junger Zauberer vorn in der Schlange eine seltsame Tanzeinlage zum Besten und versuchte unter Schmerzensschreien, der Hexe hinter dem Pult sein Leiden zu erkl�ren.</p><p>�Es sind - autsch - diese Schuhe, die mein Bruder mir geschenkt hat - au - die fressen meine - AUTSCH - F��e sehen Sie nur, da muss irgendein - AARRGH - Fluch auf denen sein und ich kann sie - AAAARGH - nicht ausziehen.� Er sprang von einem Bein aufs andere, als w�rde er auf hei�en Kohlen tanzen.</p><p>�Die Schuhe hindern Sie nicht am Lesen, oder?�, sagte die blonde Hexe und deutete missgelaunt auf ein gro�es Schild links von ihrem Pult. �Sie m�ssen in den vierten Stock, Fluchsch�den. Das steht auf dem Hinweisschild hier. Der N�chste!�</p><p>W�hrend der Zauberer zur Seite h�pfte und t�nzelnd verschwand, trat die Weasley-Gruppe ein paar Schritte vor, und Harry las den Wegweiser f�r die Stockwerke:</p><empty-line/><p>UTENSILIEN-UNGL�CKE................Erdgeschoss</p><p><emphasis>Kesselexplosion, Zauberstab-Fehlz�ndung, Besenzusammenst��e usw. </emphasis></p><empty-line/><p>VERLETZUNGEN DURCH</p><p>TIERWESEN......................................Erster Stock <emphasis>Bisse, Stiche, Verbrennungen, eingewachsene Stachel usw. </emphasis></p><empty-line/><p>MAGISCHE PESTILENZEN...............Zweiter Stock <emphasis>Ansteckende Krankheiten, z.B. Drachenpocken, Verschwinditis, Skrofungulose usw. </emphasis></p><empty-line/><p>VERGIFTUNGEN DURCH ZAUBER</p><p>TR�NKE UND PFLANZEN ...............Dritter Stock <emphasis>Ausschl�ge, Erbrechen, Dauerkichern usw. </emphasis></p><empty-line/><p>FLUCHSCH�DEN ...........................Vierter Stock <emphasis>Unaufhebbare Fl�che, Hexereien, nicht korrekt angewandte Zauber usw. </emphasis></p><empty-line/><p>BESUCHER-CAFETERIA/</p><p>KRANKENHAUSKIOSK....................F�nfter Stock WENN SIE NICHT SICHER SIND, WO SIE HINM�SSEN,</p><p>NICHT NORMAL REDEN ODER SICH NICHT ERINNERN</p><p>K�NNEN, WARUM SIE HIER SIND, HILFT IHNEN UNSERE</p><p>EMPFANGSHEXE GERNE WEITER.</p><empty-line/><p>Ein sehr alter, gebeugter Zauberer mit einem H�rrohr war inzwischen an die Spitze der Schlange geschlurft. �Ich m�chte Broderick Bode besuchen!�, sagte er pfeifend.</p><p>�Station neunundvierzig, aber ich f�rchte, Sie verschwenden Ihre Zeit�, entgegnete die Hexe absch�tzig. �Er ist v�llig verwirrt, verstehen Sie - glaubt immer noch, er sei eine Teekanne. Der N�chste!�</p><p>Ein zerm�rbt wirkender Zauberer hielt seine kleine Tochter am Handgelenk fest, w�hrend sie mit riesigen gefiederten Fl�geln, die ihr direkt aus dem R�cken ihres Strampela nzugs gewachsen waren, um seinen Kopf herumflatterte.</p><p>�Vierter Stock�, sagte die Hexe gelangweilt, ohne zu fragen; der Mann hielt seine Tochter wie einen merkw�rdig geformten Ballon und verschwand durch die Schwingt�r neben dem Pult. �Der N�chste!�</p><p>Mrs. Weasley trat vor ans Pult.</p><p>�Hallo�, sagte sie, �mein Mann, Arthur Weasley, sollte heute Morgen auf eine andere Station verlegt werden, k�nnten Sie uns sagen -�</p><p>�Arthur Weasley?�, sagte die Hexe und fuhr mit dem Finger �ber eine lange Liste vor ihr. �Ja, erster Stock, zweite T�r rechts, Dai-Llewellyn-Station.�</p><p>�Danke�, sagte Mrs. Weasley. �Los, kommt.�</p><p>Sie folgten ihr durch die Schwingt�r und den schmalen Korridor dahinter entlang, in dem weitere Portr�ts ber�hmter Heiler hingen und der von Kristallsph�ren voller Kerzen erhellt wurde, die oben an der Decke schwebten und wie riesige Seifenblasen aussahen. Noch mehr Hexen und Zauberer in limonengr�nen Umh�ngen gingen durch die T�ren, an denen sie vorbeikamen, ein und aus; ein faulig riechendes gelbes Gas waberte durch eine dieser T�ren, und ab und zu h�rten sie ein fernes Jammern. Sie stiegen eine Treppe hoch und betraten den Korridor auf dem Stockwerk f�r Verletzungen durch Tierwesen, die zweite T�r rechts dort trug die Aufschrift: <emphasis>�Dangerous� - Dai-Llewellyn-Station: Schwere Bisswunden. </emphasis>Darunter war eine Karte in einem Messinghalter, auf der von Hand geschrieben stand: <emphasis>Chefheiler: Hippocrates Smethwyck. Heiler im Praktikum: Augustus Pye. </emphasis></p><p>�Wir warten drau�en, Molly�, sagte Tonks. �Arthur wird nicht zu viele Besucher auf einmal haben wollen ... erst geht mal die Familie rein.�</p><p>Mad-Eye brummte zustimmend, lehnte sich mit dem R�cken an die Wand des Korridors und lie� das magische Auge in alle Richtungen rollen. Auch Harry trat zur�ck, aber Mrs. Weasley packte ihn und schob ihn durch die T�r. �Stell dich nicht so an, Harry�, sagte sie, �Arthur will sich bei dir bedanken.�</p><p>Die Station war klein und recht sch�big; es gab nur ein schmales Fenster hoch oben in der Wand gegen�ber der T�r. Das meiste Licht spendeten auch hier die leuchtenden Kristallsph�ren, die sich an der Deckenmitte zusammendr�ngten. An einer der eichenget�felten W�nde hing das Portr�t eines ziemlich b�sartig aussehenden Zauberers, unter dem stand: <emphasis>Urquhart Rackharrow, 1612-1697, Erfinder des Eingeweide-Ausweide-Fluchs. </emphasis></p><p>Die Station hatte nur drei Patienten. Mr. Weasley lag im hinteren Bett unter dem kleinen Fenster. Harry stellte froh und erleichtert fest, dass er, auf mehrere Kissen gest�tzt, im Licht des einsamen Sonnenstrahls, der auf sein Bett fiel, den <emphasis>Tagespropheten </emphasis>las. Er hob den Kopf, als sie auf ihn zugingen, und als er sie erkannte, strahlte er.</p><p>�Hallo!�, rief er und warf den <emphasis>Propheten </emphasis>beiseite. �Bill ist eben gegangen, Molly, er musste zur Arbeit, aber er will sp�ter bei euch vorbeischauen.�</p><p>�Wie geht's dir, Arthur?�, fragte Mrs. Weasley, beugte sich hinunter, k�sste ihn auf die Wange und blickte ihm besorgt ins Gesicht. �Siehst immer noch ein bisschen kr�nklich aus.�</p><p>�Mir geht's bestens�, sagte Mr. Weasley mit einem breiten L�cheln und streckte seinen gesunden Arm aus, um Ginny an sich zu dr�cken. �Wenn sie nur den Verband abnehmen k�nnten, ich w�rde glatt nach Hause gehen.�</p><p>�Und wieso k�nnen sie den nicht abnehmen, Dad?�, fragte Fred.</p><p>�Nun ja, jedes Mal, wenn sie's versuchen, fang ich an zu bluten wie ein Schwein�, sagte Mr. Weasley aufger�umt, langte hin�ber nach seinem Zauberstab auf dem Nachtschr�nkchen und schwang ihn, worauf sechs St�hle neben seinem Bett erschienen, damit sie sich alle setzen konnten. �Sieht so aus, als h�tte diese Schlange ein ziemlich ungew�hnliches Gift in den Z�hnen gehabt, das Wunden offen h�lt. Sie sind sich aber sicher, dass sie ein Gegengift finden; sie h�tten schon viel schlimmere F�lle als meinen gehabt, behaupten sie, und bis dahin muss ich nur st�ndlich einen Blut bildenden Trank nehmen. Aber der Kollege da dr�ben�, sagte er, senkte die Stimme und nickte zu dem Bett gegen�ber, in dem ein gr�n und elend aussehender Mann lag und an die Decke starrte, �wurde von einem <emphasis>Werwolf </emphasis>gebissen, der arme Kerl. Da gibt's �berhaupt kein Heilmittel.�</p><p>�Einem Werwolf?�, fl�sterte Mrs. Weasley erschrocken. �Ist das denn sicher, auf einer offenen Station? Sollte er nicht besser in einem Einzelzimmer liegen?�</p><p>�Es sind noch zwei Wochen bis Vollmond�, erinnerte Mr. Weasley sie leise.</p><p>�Sie haben heute Morgen mit ihm gesprochen, die Heiler, meine ich, und wollten ihm klar machen, dass er ein fast normales Leben f�hren kann. Ich hab ihm gesagt - ohne Namen zu nennen, nat�rlich -, also ich hab gesagt, ich kenne einen Werwolf pers�nlich, einen sehr netten Mann, der ganz gut mit der Krankheit zurechtkommt.�</p><p>�Was hat er gesagt?�, fragte George.</p><p>�Meinte, wenn ich nicht den Mund halte, bei�t er mich auch�, sagte Mr.</p><p>Weasley traurig. �Und die Frau dort <emphasis>dr�ben� </emphasis>- er deutete auf das einzige andere belegte Bett gleich an der T�r - �die will den Heilern nicht verraten, von was sie gebissen wurde, deshalb glauben wir alle, es muss was gewesen sein, mit dem sie rechtswidrig zugange war. Was es auch war, es hat ihr ein h�bsches St�ck aus dem Bein gebissen, riecht ganz �bel, wenn sie die Bandagen abnehmen.�</p><p>�Erz�hlst du uns jetzt mal, was passiert ist, Dad?�, fragte Fred und zog seinen Stuhl n�her ans Bett.</p><p>�Also, das wisst ihr doch schon, oder?�, sagte Mr. Weasley mit einem viel sagenden L�cheln zu Harry. �Es ist ganz einfach - ich hatte einen sehr anstrengenden Tag, bin eingenickt, etwas hat sich angeschlichen und mich gebissen.�</p><p>�Steht im <emphasis>Propheten, </emphasis>dass du angegriffen wurdest?�, fragte Fred und deutete auf die Zeitung, die Mr. Weasley beiseite geworfen hatte.</p><p>�Nein, nat�rlich nicht�, sagte Mr. Weasley mit einem etwas bitteren L�cheln,</p><p>�das Ministerium will doch nicht verbreiten, dass eine miese Riesenschlange sich -�</p><p>�Arthur!�, warnte Mrs. Weasley ihn.</p><p>�- sich - �hm - auf mich gest�rzt hat�, sagte Mr. Weasley hastig, doch Harry war ziemlich sicher, dass er eigentlich etwas anderes hatte sagen wollen.</p><p>�Wo warst du denn, als es passiert ist, Dad?�, fragte George.</p><empty-line/><p>�Das geht nur mich was an�, sagte Mr. Weasley, l�chelte aber verhalten. Er griff nach dem <emphasis>Tagespropheten, </emphasis>sch�ttelte ihn wieder auf und sagte: �Als ihr reinkamt, hab ich gerade gelesen, dass Willy Widdershins verhaftet wurde. Es hat sich n�mlich herausgestellt, dass Willy hinter diesen wieder ausspuckenden Toiletten steckte, ihr wisst doch, die vom Sommer? Einer seiner Fl�che ist nach hinten losgegangen, die Toilette ist explodiert, und sie haben ihn bewusstlos in den Tr�mmern gefunden, von Kopf bis Fu� in -�</p><p>�Wenn du sagst, dass du im Dienst warst�, unterbrach ihn Fred mit leiser Stimme, �was hast du dann gemacht?�</p><p>�Du hast deinen Vater geh�rt�, fl�sterte Mrs. Weasley, �dar�ber reden wir hier nicht! Erz�hl weiter von Willy Widdershins, Arthur.�</p><p>�Also, fragt mich nicht, warum, aber die Anklage wegen der Toiletten wurde tats�chlich fallen gelassen�, sagte Mr. Weasley grimmig. �Ich kann nur vermuten, dass Gold den Besitzer gewechselt hat.�</p><p>�Du hast sie bewacht, stimmt's?�, sagte George leise. �Die Waffe? Das Ding, hinter dem Du-wei�t-schon-wer her ist?�</p><p>�George, sei leise!�, fauchte Mrs. Weasley.</p><p>�Jedenfalls�, sagte Mr. Weasley mit erhobener Stimme, �diesmal wurde Willy erwischt, wie er bei�ende T�rklinken an Muggel verkauft hat, und ich glaub nicht, dass er sich da auch wieder rauswinden kann. Dem Artikel zufolge haben zwei Muggel Finger verloren und sind jetzt im St. Mungo zu einer Notfall-Knochenwuchsbehandlung und einer Ged�chtnismodifizierung. Das muss man sich mal vorstellen, Muggel im St. Mungo! Ich frag mich, auf welcher Station die wohl liegen.�</p><p>Und er blickte neugierig umher, als hoffte er, irgendwo einen Wegweiser zu finden.</p><p>�Hast du nicht gesagt, Du-wei�t-schon-wer habe eine Schlange, Harry?�, fragte Fred und beobachtete, wie sein Vater darauf reagierte. �Eine riesige? Du hast sie in der Nacht gesehen, in der er zur�ckkam, stimmt's?�</p><p>�Das reicht jetzt�, sagte Mrs. Weasley ver�rgert. �Mad-Eye und Tonks sind vor der T�r, Arthur, sie wollen dich auch noch sehen. Und ihr k�nnt alle drau�en warten�, f�gte sie zu ihren Kindern und Harry gewandt hinzu. �Danach k�nnt ihr kommen und euch verabschieden. Geht je tzt.�</p><p>Sie trotteten zur�ck auf den Korridor. Mad-Eye und Tonks gingen hinein und schlossen die Stationst�r hinter sich. Fred zog die Brauen hoch.</p><p>�Sch�n�, sagte er k�hl und st�berte in seinen Taschen, �wie ihr wollt. Sagt uns blo� kein einziges Wort.�</p><empty-line/><p>�Suchst du die hier?�, fragte George und streckte ihm etwas entgegen, das wie ein fleischfarbener Schnurkn�uel aussah.</p><p>�Du kannst Gedanken lesen�, sagte Fred grinsend. �Mal sehen, ob St. Mungo seine Stationst�ren mit Imperturbatio-Zaubern belegt!�</p><p>Er und George dr�selten den Kn�uel auf und trennten f�nf Langziehohren voneinander. Fred und George reichten sie herum. Harry z�gerte.</p><p>�Mach schon, Harry, nimm eins! Du hast Dad das Leben gerettet. Wenn jemand das Recht hat, ihn zu belauschen, dann du.�</p><p>Unfreiwillig grinsend nahm Harry das Ende der Schnur und steckte es wie die Zwillinge ins Ohr.</p><p>�Okay, los geht's�, fl�sterte Fred.</p><p>Die fleischfarbenen Schn�re ringelten sich wie lange d�nne W�rmer und schl�ngelten sich unter der T�r durch. Zuerst konnte Harry �berhaupt nichts h�ren, dann zuckte er zusammen, als er Tonks so klar fl�stern h�rte, als w�rde sie direkt neben ihm stehen.</p><p>�... die haben den ganzen Bereich abgesucht, aber die Schlange nirgends gefunden. Sieht ganz so aus, als w�re sie nach dem Angriff auf dich verschwunden, Arthur ... aber Du-wei�t-schon-wer hat doch nicht im Ernst erwartet, dass eine Schlange dort eindringen kann?�</p><p>�Ich sch�tze, er hat sie als Sp�herin geschickt�, knurrte Moody, �weil er bisher noch kein Gl�ck gehabt hat. Nein, ich denk mal, er will sich ein klareres Bild von dem verschaffen, was ihn erwartet, und wenn Arthur nicht da gewesen w�re, h�tte das Viech viel mehr Zeit gehabt rumzuschn�ffeln. Potter sagt also, er hat gesehen, wie alles passiert ist?�</p><p>�Ja�, sagte Mrs. Weasley. Es klang, als w�re ihr recht unbehaglich zumute.</p><p>�Wisst ihr, Dumbledore scheint fast darauf gewartet zu haben, dass Harry etwas Derartiges sieht.�</p><p>�Ja, sicher�, sagte Moody, �'s ist was Merkw�rdiges an diesem Potter-Jungen, das wissen wir alle.�</p><p>�Als ich heute Morgen mit Dumbledore gesprochen habe, schien er sich wegen Harry Sorgen zu machen�, fl�sterte Mrs. Weasley.</p><p>�'t�rlich ist er besorgt�, knurrte Moody. �Der Junge sieht Dinge aus dem Innern der Schlange von Du-wei�t-schon-wem. Nat�rlich wei� Potter nicht genau, was das bedeutet, aber wenn Du-wei�t-schon-wer Besitz von ihm ergriffen hat -�</p><p>Harry riss sich das Langziehohr heraus. Sein Herz h�mmerte rasend schnell und Hitze schoss ihm ins Gesicht. Er schaute zu den anderen. Die Schn�re baumelten ihnen immer noch aus den Ohren und sie starrten ihn alle an. Mit einem Mal stand Angst in ihren Gesichtern.</p></section><section><title><p>Weihnachten auf der geschlossenen Station</p></title><p>War dies der Grund, weshalb Dumbledore Harry nicht mehr in die Augen sehen wollte? Glaubte er, Voldemort w�rde aus ihnen herausstarren, f�rchtete er vielleicht, dass sich ihr leuchtendes Gr�n pl�tzlich in ein Scharlachrot verwandeln w�rde und die Pupillen zu katzenartigen Schlitzen w�rden? Harry dachte daran, wie das schlangenartige Gesicht Voldemorts einst aus Professor Quirrells Hinterkopf hervorgedrungen war, strich mit der Hand �ber seinen eigenen und �berlegte, wie es sich anf�hlen w�rde, wenn Voldemort aus seinem Sch�del herausbr�che.</p><p>Er kam sich schmutzig vor, verseucht, als tr�ge er einen t�dlichen Keim in sich, als st�nde es ihm nicht zu, in der U-Bahn auf dem R�ckweg vom Hospital zusammen mit unschuldigen, reinen Menschen zu sitzen, deren Geist und K�rper frei waren vom Makel Voldemorts ... er hatte die Schlange nicht nur gesehen, er war die Schlange <emphasis>gewesen, </emphasis>er wusste es jetzt ...</p><p>Dann kam ihm ein wahrhaft schrecklicher Gedanke, eine Erinnerung drang in sein Bewusstsein, und seine Eingeweide wanden und ringelten sich wie Schlangen.</p><p><emphasis>Was sucht er denn, abgesehen von Gefolgsleuten? </emphasis></p><p><emphasis>Dinge, die er nur absolut heimlich bekommen kann ... zum Beispiel eine Waffe. </emphasis></p><p><emphasis>Etwas, das er das letzte Mal nicht hatte. </emphasis></p><p><emphasis>Ich </emphasis>bin die Waffe, dachte Harry, und w�hrend er im Zug durch den dunklen Tunnel schwankte, war ihm, als w�rde Gift durch seine Adern pulsieren, das ihn frieren und in Schwei� ausbrechen lie�. Ich bin der, den Voldemort benutzen will, deshalb lassen sie mich bewachen, wohin ich auch gehe, nicht zu meinem Schutz, sondern zum Schutz anderer, doch es hat keinen Zweck, auf Hogwarts kann nicht st�ndig jemand um mich sein ... Ich habe Mr. Weasley letzte Nacht <emphasis>tats�chlich</emphasis> angegriffen, ich war es. Voldemort hat mich dazu gezwungen und vielleicht steckt er in mir und lauscht in diesem Moment meinen Gedanken -</p><p>�Alles in Ordnung mit dir, Harry, Schatz?�, fl�sterte Mrs. Weasley und beugte sich �ber Ginny zu ihm hin�ber, w�hrend der Zug weiter durch den dunklen Tunnel ratterte. �Du siehst gar nicht gut aus. Ist dir schlecht?�</p><p>Alle beobachteten ihn. Er sch�ttelte heftig den Kopf und starrte hoch auf eine Anzeige f�r irgendeine Hausratversicherung.</p><p>�Harry, mein Lieber, bist du <emphasis>sicher, </emphasis>dass es dir gut geht?�, sagte Mrs. Weasley besorgt, als sie um den verwahrlosten Grasfleck in der Mitte des Grimmauldplatzes gingen. �Du siehst ja f�rchterlich blass aus ... bist du sicher, dass du heute Morgen geschlafen hast? Du gehst jetzt schnurstracks nach oben ins Bett, dann kannst du vor dem Abendessen noch ein paar Stunden schlafen, einverstanden?�</p><p>Er nickte; hier wurde ihm eine Ausrede mundgerecht serviert, damit er nicht mit den anderen reden musste, genau das hatte er gebraucht, und als Mrs. Weasley die Haust�r ge�ffnet hatte, eilte er geradewegs am Trollbein-Schirmst�nder vorbei die Treppe hoch und in das Schlafzimmer, das er mit Ron teilte.</p><p>Drinnen begann er auf und ab zu gehen, an den beiden Betten und an Phineas Nigellus' leerem Bilderrahmen vorbei, und in seinem Kopf schwirrte und wimmelte es von Fragen und immer schrecklicheren Gedanken.</p><p>Wie war er zu einer Schlange geworden? Vielleicht war er ein Animagus ...</p><p>nein, das konnte nicht sein, das w�sste er doch ... vielleicht war <emphasis>Voldemort </emphasis>ein Animagus ... ja, dachte Harry, das w�rde passen, nat�rlich <emphasis>w�rde </emphasis>er sich in eine Schlange verwandeln ... und wenn er von mir Besitz ergreift, dann verwandeln wir uns beide ... das erkl�rt immer noch nicht, wie ich in rund f�nf Minuten nach London und wieder zur�ck in mein Bett gekommen bin ... aber immerhin ist Voldemort so ziemlich der m�chtigste Zauberer der Welt, abgesehen von Dumbledore, es ist wahrscheinlich �berhaupt kein Problem f�r ihn, jemanden so ohne weiteres von einem zum anderen Ort zu bef�rdern.</p><p>Und dann, in einem f�rchterlichen Anflug von Panik, dachte er: Aber das ist doch wahnsinnig - wenn ich von Voldemort besessen bin, dann liefere ich ihm in diesem Augenblick den besten Einblick in das Hauptquartier des Ph�nixordens!</p><p>Er wird erfahren, wer im Orden ist und wo Sirius ist ... ich habe eine Menge geh�rt, was mir gar nicht h�tte zu Ohren kommen sollen, alles, was mir Sirius an meinem ersten Abend hier erz�hlt hat ...</p><p>Es gab nur eins: Er musste das Haus am Grimmauldplatz sofort verlassen. Er w�rde Weihnachten ohne die anderen in Hogwarts verbringen, dann w�rden sie zumindest w�hrend der Ferien in Sicherheit sein ... aber nein, das reichte nicht, in Hogwarts gab es noch genug Leute, die er verletzen und verst�mmeln konnte.</p><p>Was, wenn als N�chste Seamus, Dean oder Neville an der Reihe waren? Er blieb stehen und starrte auf den leeren Rahmen von Phineas Nigellus. Etwas Bleiernes senkte sich in seine Magengrube. Er hatte keine Wahl: Er musste in den Ligusterweg zur�ckkehren und sich strikt von den anderen Zauberern fern halten.</p><p>Nun, wenn er es tun musste, dachte er, hatte es keinen Sinn, hier rumzuh�ngen. Er versuchte mit aller Kraft die Vorstellung zu verdr�ngen, wie die Dursleys reagieren w�rden, wenn er sechs Monate fr�her als erwartet vor ihrer Haust�r st�nde, ging hin�ber zu seinem Koffer, schlug den Deckel zu und schloss ihn ab. Dann sah er sich instinktiv nach Hedwig um, bis ihm einfiel, dass sie immer noch in Hogwarts war - nun, dann musste er nicht auch noch ihren K�fig tragen -, er packte den Koffer am einen Ende und schleifte ihn halb zur T�r, als eine h�hnische Stimme sagte: �Wir hauen ab, stimmt's?�</p><p>Er wandte sich um. Phineas Nigellus war auf der Leinwand seines Portr�ts erschienen, hatte sich gegen den Rahmen gelehnt und betrachtete Harry mit belustigter Miene.</p><p>�Nein, ich haue nicht ab�, sagte Harry knapp und zog seinen Koffer noch ein paar Schritte durchs Zimmer.</p><p>�Ich dachte�, sagte Phineas Nigellus und strich sich �ber seinen Spitzbart,</p><p>�wenn man zum Hause Gryffindor geh�rt, sollte man eigentlich <emphasis>mutig </emphasis>sein? Mir kommt's vor, als w�rst du besser in meinem Haus aufgehoben gewesen. Wir Slytherins sind mutig, ja, aber nicht auf den Kopf gefallen. Wenn wir zum Beispiel die Wahl haben, werden wir uns immer daf�r entscheiden, unseren eigenen Hals zu retten.�</p><p>�Ich rette nicht meinen Hals�, sagte Harry kurz angebunden und zerrte den Koffer �ber ein St�ck besonders welligen, mottenzerfressenen Teppich direkt vor die T�r.</p><p>�Oh, ich verstehe�, sagte Phineas Nigellus und strich unentwegt �ber seinen Bart, �das ist keine feige Flucht - du bist <emphasis>edelm�tig.�</emphasis></p><p>Harry beachtete ihn nicht weiter. Seine Hand lag auf dem T�rknauf, als Phineas Nigellus tr�ge sagte: �Ich habe eine Botschaft f�r dich von Albus Dumbledore.�</p><p>Harry wirbelte herum.</p><p>�Wie lautet sie?�</p><p>��Bleib, wo du bist.��</p><p>�Ich hab mich nicht ger�hrt!�, sagte Harry, die Hand immer noch auf dem T�rknauf. �Also, wie lautet die Botschaft?�</p><p>�Ich hab es dir gerade gesagt, du Dummkopf�, sagte Phineas Nigellus glatt.</p><p>�Dumbledore sagt: �Bleib, wo du bist.��</p><p>�Warum?�, wollte Harry begierig wissen und lie� den Koffer los. �Warum will er, dass ich bleibe? Was hat er sonst noch gesagt?�</p><p>�Rein gar nichts�, sagte Phineas Nigellus und zog eine schmale schwarze Augenbraue hoch, als w�rde er Harry unversch�mt finden.</p><p>Harrys Wut brach sich Bahn wie eine Schlange, die aus hohem Gras hervorst��t. Er war ersch�pft, er war �ber alle Ma�en verwirrt, er hatte in den letzten zw�lf Stunden grauenhafte Angst durchlebt, Erleichterung, dann wieder Angst, und immer noch wollte Dumbledore nicht mit ihm reden!</p><p>�Also, das ist alles, ja?�, sagte er laut. ��Bleib, wo du bist�? Das war auch alles, was man mir sagen konnte, nachdem diese Dementoren mich angegriffen hatten! Bleib einfach sitzen, w�hrend die Erwachsenen die Sache regeln, Harry!</p><p>Wir machen uns nicht erst die M�he, dir irgendwas zu erz�hlen, weil dein winziges Gehirn vielleicht gar nicht damit klarkommt!�</p><p>�Wei�t du�, sagte Phineas Nigellus noch lauter als Harry, �das ist genau der Grund, warum, ich den Lehrerberuf <emphasis>gehasst </emphasis>habe! Junge Leute sind derart felsenfest davon �berzeugt, dass sie in allem vollkommen Recht haben. Ist dir nicht mal der Gedanke gekommen, du armer aufgeblasener Windbeutel, dass es einen guten Grund geben k�nnte, warum der Schulleiter von Hogwarts dir nicht jedes kleinste Detail seiner Pl�ne anvertraut? Hast du nie innegehalten, wenn du dich gerade mal wieder schlecht behandelt f�hltest, und �berlegt, dass es dir noch nie geschadet hat, Dumbledores Anweisungen zu befolgen? Nein. Nein, wie alle jungen Leute bist du absolut sicher, dass du als Einziger f�hlst und denkst, dass du als Einziger Gefahr erkennst, dass du als Einziger klug genug bist zu wissen, was der Dunkle Lord wom�glich vorhat -�</p><p>�Er hat also tats�chlich etwas mit mir vor?�, sagte Harry rasch.</p><p>�Hab ich das gesagt?�, erwiderte Phineas Nigellus und betrachtete gelassen seine Seidenhandschuhe. �Nun, wenn du mich jetzt entschuldigst, ich habe Besseres zu tun, als jugendlichem Gejammer zu lauschen ... einen sch�nen Tag noch.�</p><p>Und er schlenderte zum Rand seines Rahmens und verschwand.</p><p>�Sch�n, dann gehen Sie doch!�, br�llte Harry den leeren Rahmen an. �Und sagen Sie Dumbledore danke f�r nichts!�</p><p>Die leere Leinwand blieb stumm. Au�er sich vor Zorn schleifte Harry den Koffer zur�ck zum Fu�ende seines Bettes, dann warf er sich mit dem Gesicht auf die mottenzerfressene Decke, die Augen geschlossen, der K�rper schwer und schmerzend.</p><p>Er hatte das Gef�hl, eine lange, lange Reise hinter sich zu haben ... es schien unm�glich, dass vor kaum vierundzwanzig Stunden Cho Chang unter den Misteln auf ihn zugekommen war ... er war so m�de ... er hatte Angst zu schlafen ... doch er wusste nicht, wie lange er gegen den Schlaf ank�mpfen konnte ... Dumbledore hatte ihm ausrichten lassen, er solle bleiben ... das musste bedeuten, dass er schlafen durfte ... aber er hatte Angst ... was, wenn es wieder passierte?</p><p>Er versank in Schatten ...</p><p>Es war, als ob ein Film in seinem Kopf nur darauf gewartet h�tte, anlaufen zu k�nnen. Er ging einen verlassenen Korridor entlang auf eine schlichte schwarze T�r zu, an groben Steinw�nden und an Fackeln vorbei und an einem Durchgang, der linker Hand zu einer Steintreppe nach unten f�hrte ...</p><p>Er gelangte zu der schwarzen T�r, konnte sie aber nicht �ffnen ... er stand da, starrte sie an und verlangte verzweifelt Einlass ... etwas, das er von ganzem Herzen begehrte, lag dahinter ... eine Beute jenseits aller Tr�ume ... wenn nur seine Narbe aufh�ren w�rde zu pochen ... dann k�nnte er klarer denken ...</p><p>�Harry�, sagte Rons Stimme von weit, weit weg. �Mum sagt, das Abendessen ist fertig, aber sie w�rde dir was aufheben, wenn du im Bett bleiben willst.�</p><p>Harry schlug die Augen auf, doch Ron war schon hinausgegangen.</p><p>Er will nicht mit mir alleine sein, dachte Harry. Nicht, nachdem er geh�rt hat, was Moody gesagt hat.</p><p>Vermutlich wollten sie ihn allesamt nicht mehr hier haben, nun, da sie wussten, was in ihm steckte.</p><p>Er w�rde nicht hinunter zum Abendessen gehen; er w�rde ihnen nicht seine Gesellschaft aufzwingen. Er drehte sich auf die andere Seite und versank nach einer Weile wieder in Schlaf. Er schlief lange und wachte erst in den fr�hen Morgenstunden auf. Seine Eingeweide schmerzten vor Hunger und Ron schnarchte im Nachbarbett. Er sp�hte im Raum umher und sah den dunklen Umriss von Phineas Nigellus wieder in seinem Portr�t stehen, und ihm fiel ein, dass Dumbledore Phineas Nigellus wahrscheinlich zu seiner Bewachung geschickt hatte, f�r den Fall, dass er wieder jemanden angreifen wollte.</p><p>Sein Gef�hl, unrein zu sein, wurde st�rker. Halb w�nschte er sich, er h�tte Dumbledore nicht gehorcht ... wenn sein k�nftiges Leben am Grimmauldplatz von nun an so aussah, dann w�rde es ihm im Ligusterweg vielleicht doch besser gehen.</p><p>Am n�chsten Morgen h�ngten alle anderen Weihnachtsschmuck auf. Harry konnte sich nicht erinnern, Sirius jemals in so guter Stimmung erlebt zu haben; tats�chlich sang er Weihnachtslieder, offenbar vor Gl�ck, dass er das Fest nicht allein verbringen musste. Harry konnte seine Stimme durch den Fu�boden des kalten Salons dringen h�ren, wo er alleine hockte und zusah, wie der Himmel drau�en vor dem Fenster wei�er wurde und mit Schnee drohte; er empfand ein grimmiges Vergn�gen, dass er den anderen die Gelegenheit gab, weiter �ber ihn zu reden, was sie sicher taten. Als er um die Mittagszeit h�rte, wie Mrs. Weasley an der Treppe unten leise nach ihm rief, ignorierte er sie und zog sich weiter nach oben zur�ck.</p><p>Abends gegen sechs l�utete die T�rglocke und Mrs. Black fing wieder an zu schreien. Harry vermutete, dass Mundungus oder ein anderes Mitglied des Ordens vorbeischauen kam, lehnte sich bequemer an die Wand in Seidenschnabels Raum, wo er sich versteckte, und versuchte zu vergessen, wie hungrig er war, w�hrend er den Hippogreif mit toten Ratten f�tterte. Es versetzte ihm einen kleinen Schreck, als einige Minuten sp�ter jemand kr�ftig an die T�r pochte.</p><p>�Ich wei�, dass du da drin bist�, ert�nte Hermines Stimme. �Kommst du bitte mal raus? Ich m�chte mit dir reden.�</p><p>�Was machst <emphasis>du </emphasis>denn hier?�, fragte Harry und riss die T�r auf.</p><p>Seidenschnabel scharrte auf dem strohbedeckten Boden nach Rattenresten, die er vielleicht fallen gelassen hatte. �Ich dachte, du w�rst Ski fahren mit deinem Vater und deiner Mutter?�</p><p>�Also, ehrlich gesagt ist Skifahren <emphasis>eigentlich </emphasis>nicht mein Ding�, sagte Hermine. �Deshalb bin ich �ber Weihnachten hierher gekommen.� Sie hatte Schnee in den Haaren und ihr Gesicht war rosa vor K�lte. �Aber sag es nicht Ron.</p><p>Weil der andauernd gelacht hat, hab ich ihm erz�hlt, Skifahren sei ganz toll. Mum und Dad sind ein wenig entt�uscht, aber ich hab ihnen erkl�rt, wer die Pr�fungen ernst nimmt, bleibt zum Lernen in Hogwarts. So was verstehen sie dann schon, sie wollen ja, dass ich gut abschneide. Wie auch immer�, sagte sie munter, �lass uns in dein Zimmer gehen, Rons Mum hat dort Feuer gemacht und ein paar Sandwiches hochgeschickt.�</p><p>Harry folgte ihr zur�ck in den zweiten Stock. Als er das Zimmer betrat, stellte er ziemlich �berrascht fest, dass Ron und Ginny auf Rons Bett sa�en und schon auf sie warteten.</p><p>�Ich bin mit dem Fahrenden Rit ter gekommen�, sagte Hermine beschwingt und zog ihre Jacke aus, bevor Harry den Mund aufmachen konnte. �Dumbledore hat mir gleich gestern Morgen gesagt, was passiert ist, aber ich musste warten, bis offiziell Ferien waren, dann erst konnte ich aufbrechen. Umbridge geht schon die W�nde hoch, weil ihr alle direkt vor ihrer Nase verschwunden seid, obwohl Dumbledore ihr erkl�rt hat, dass Mr. Weasley im St. Mungo ist und er euch die Erlaubnis gegeben hat, ihn zu besuchen. Also ...�</p><p>Sie setzte sich neben Ginny, und die beiden M�dchen und Ron blickten zu Harry auf.</p><p>�Wie geht's dir?�, fragte Hermine.</p><p>�Gut�, sagte Harry steif.</p><p>�Ach, l�g doch nicht, Harry�, sagte sie ungeduldig. �Ron und Ginny sagen, du h�ttest dich vor allen anderen versteckt, seit du aus dem Krankenhaus zur�ck bist.�</p><p>�Ach ja, sagen sie?�, erwiderte Harry und funkelte die beiden an. Ron starrte auf seine F��e, aber Ginny lie� sich offenbar nicht beeindrucken.</p><p>�Ja, stimmt doch!�, sagte sie. �Und keinen von uns willst du ansehen!�</p><p>�Ihr seid es doch, die mich nicht ansehen wollen!�, sagte Harry zornig.</p><p>�Vielleicht guckt ihr alle abwechselnd und verpasst euch dabei jedes Mal�, warf Hermine ein und ihre Mundwinkel zuckten.</p><p>�Sehr witzig�, fauchte Harry und wandte sich ab.</p><p>�Ach, nun h�r auf, dich dauernd missverstanden zu f�hlen�, sagte Hermine scharf. �Die anderen haben mir erz�hlt, was ihr gestern Nachmittag mit den Langziehohren geh�rt habt -�</p><p>�Ja?�, knurrte Harry, der die H�nde tief in den Taschen vergraben hatte und das dichte Schneetreiben vor dem Fenster beobachtete. �Haben alle �ber mich geredet, ja? Also, ich gew�hn mich allm�hlich dran.�</p><p>�Wir wollten <emphasis>mit dir </emphasis>reden, Harry�, sagte Ginny, �aber da du dich nun mal versteckt hast, seit wir wieder zur�ck sind -�</p><p>�Ich wollte nicht, dass jemand mit mir redet�, sagte Harry, der sich immer gereizter f�hlte.</p><p>�Tja, das war ein klein wenig dumm von dir�, sagte Ginny zornig, �wenn ich mir �berlege, dass du niemanden au�er mir kennst, der von Du-wei�t-schon-wem besessen war, und ich dir sagen kann, wie es sich anf�hlt.�</p><p>Harry r�hrte sich nicht, w�hrend die Wucht dieser Worte ihn traf. Dann drehte er sich auf dem Absatz um und sah sie an.</p><p>�Hab ich vergessen�, sagte er.</p><p>�Du Gl�cklicher�, erwiderte Ginny k�hl.</p><p>�Tut mir Leid�, sagte Harry und das meinte er auch. �Also ... also glaubst du, dass ich besessen bin?�</p><p>�Wie steht's, kannst du dich an alles erinnern, was du getan hast?�, fragte Ginny. �Gibt es lange leere Zeitabschnitte, bei denen du nicht sagen kannst, was du gemacht hast?�</p><p>Harry dachte angestrengt nach.</p><p>�Nein�, sagte er.</p><p>�Dann warst du nie von Du-wei�t-schon-wem besessen�, sagte Ginny schlicht.</p><p>�Als ich es war, wusste ich manchmal nicht mehr, was ich stundenlang getan hatte. Pl�tzlich war ich irgendwo und hatte keine Ahnung, wie ich da hingekommen war.�</p><empty-line/><p>Harry wagte kaum, ihr zu glauben, doch fast gegen seinen Willen wurde ihm leichter ums Herz.</p><p>�Aber dieser Traum, den ich hatte, von deinem Dad und der Schlange -�</p><p>�Harry, du hast solche Tr�ume schon fr�her gehabt�, warf Hermine ein.</p><p>�Letztes Jahr hattest du pl�tzlich Ahnungen, was Voldemort im Sinn hatte.�</p><p>�Diesmal war es anders�, sagte Harry und sch�ttelte den Kopf. �Ich war <emphasis>in</emphasis> dieser Schlange. Es kam mir vor, als <emphasis>w�re </emphasis>ich die Schlange ... vielleicht hat Voldemort mich irgendwie nach London geschafft -?�</p><p>�Eines Tages�, sagte Hermine und klang gr�ndlich ver�rgert, �wirst du <emphasis>Eine Geschichte von Hogwarts </emphasis>lesen, und dann wird dir vielleicht endlich mal klar werden, dass du in Hogwarts nicht apparieren oder disapparieren kannst. Selbst Voldemort k�nnte dich nicht einfach aus deinem Schlafsaal fliegen lassen, Harry.�</p><p>�Du hast dein Bett nicht verlassen, Mann�, sagte Ron. �Ich hab gesehen, wie du gut 'ne Minute lang im Schlaf um dich geschlagen hast, bis wir dich wach gekriegt haben.�</p><p>Harry fing wieder an im Zimmer auf und ab zu gehen und dachte nach. Was sie alle sagten, war nicht nur beruhigend, es reimte sich auch zusammen ... ohne recht zu �berlegen, nahm er sich ein Sandwich von der Platte auf dem Bett und stopfte es sich hungrig in den Mund.</p><p>Ich bin also doch nicht die Waffe, dachte Harry. Sein Herz schwoll an vor Gl�ck und Erleichterung, und als er h�rte, wie Sirius an der T�r vorbei in Richtung Seidenschnabels Raum trottete und aus voller Kehle �Morgen kommt der Hippogreif� sang, hatte er Lust mitzusingen.</p><p>Wie konnte er nur im Traum daran gedacht haben, �ber Weihnachten in den Ligusterweg zur�ckzukehren? Sirius' Freude, wieder ein volles Haus und besonders Harry bei sich zu haben, war ansteckend. Er war nicht mehr ihr m�rrischer Gastgeber vom Sommer; jetzt schien er entschlossen, dass alle mindestens so viel, wenn nicht mehr Spa� haben sollten als sonst in Hogwarts, und bis hin zum Weihnachtstag arbeitete er unerm�dlich. Mit ihrer Hilfe putzte und schm�ckte er das Haus, und als sie am Abend vor Weihnachten alle zu Bett gingen, war es kaum wiederzuerkennen. Die angelaufenen Kronleuchter hingen nicht mehr voller Spinnweben, sondern voller Girlanden aus Stechpalmen und goldenen und silbernen Papierschlangen; magische Schneeh�gel glitzerten auf den zerschlissenen Teppichen; ein gro�er Weihnachtsbaum, den Mundungus besorgt und mit lebenden Feen geschm�ckt hatte, ersparte ihnen den Blick auf Sirius' Familienstammbaum, und selbst die ausgestopften Elfenk�pfe an der Wand in der Halle trugen Nikolaush�te und -b�rte.</p><empty-line/><p>Als Harry am Weihnachtsmorgen erwachte, fand er einen Stapel Geschenke am Fu�ende seines Bettes, und Ron hatte bereits die H�lfte seines betr�chtlich gr��eren Stapels ge�ffnet.</p><p>�Gute Ernte dieses Jahr�, lie� er Harry durch einen Berg Papier wissen.</p><p>�Danke f�r den Besenkompass, der ist prima. Besser als das Geschenk von Hermine - ein <emphasis>Hausaufgaben-planer -�</emphasis></p><p>Harry st�berte seine Geschenke durch und fand eines mit Hermines Handschrift. Sie hatte auch ihm ein Buch geschenkt, das einem Terminkalender �hnelte, nur dass es jedes Mal, wenn er eine Seite aufschlug, in lautem Ton Dinge verk�ndete wie: <emphasis>�M��iggang ist aller Laster Anfang!�</emphasis></p><p>Sirius und Lupin hatten Harry eine hervorragende Buchreihe geschenkt, die den Titel <emphasis>Praktische defensive Magie und ihr Einsatz gegen die dunklen K�nste</emphasis> trug und fabelhafte animierte Farbillustrationen aller darin beschriebenen Gegenfl�che und -zauber enthielt. Harry �berflog den ersten Band begierig. Er konnte sehen, dass die B�cher f�r seine Vorhaben mit der DA sicher gut zu gebrauchen sein w�rden. Hagrid hatte einen braunen Fellgeldbeutel mit Fangz�hnen geschickt, die vermutlich eine Art Diebstahlschutz sein sollten, aber Harry leider daran hinderten, Geld hineinzustecken, ohne dass ihm die Finger abgerissen wurden. Tonks' Geschenk war ein kleines, funktionierendes Modell eines Feuerblitzes, und w�hrend Harry zusah, wie es im Raum umherflog, sehnte er sich nach seinem richtigen Besen. Ron hatte ihm eine Riesenschachtel mit Bohnen jeder Geschmacksrichtung geschenkt, von Mr. und Mrs. Weasley hatte er den �blichen handgestrickten Pulli und ein paar Weihnachtspasteten bekommen, von Dobby ein wahrlich grauenhaftes Bild, das er, wie Harry vermutete, selbst gemalt hatte. Er hatte es eben umgedreht, um zu sehen, ob es auf den Kopf gestellt besser wirkte, als Fred und George mit einem lauten <emphasis>Knall </emphasis>am Fu�ende seines Bettes apparierten.</p><p>�Fr�hliche Weihnachten�, sagte George. �Wartet mal noch 'ne Weile, bis ihr nach unten geht.�</p><p>�Warum?�, sagte Ron.</p><p>�Mum ist wieder am Heulen�, erwiderte Fred bedr�ckt. �Percy hat den Weihnachtspulli zur�ckgeschickt.�</p><p>�Kommentarlos�, f�gte George hinzu. �Hat nicht mal gefragt, wie es Dad geht, oder ihn besucht oder so.�</p><p>�Wir wollten sie tr�sten�, sagte Fred und ging ums Bett herum, um sich Harrys Portr�t anzuschauen. �Haben ihr gesagt, Percy sei nichts weiter als ein Riesenhaufen Rattenmist.�</p><p>�Hat nicht geklappt�, sagte George und nahm sich einen Schokofrosch.</p><empty-line/><p>�Deshalb k�mmert sich Lupin jetzt um sie. Am besten warten wir, bis er sie aufgemuntert hat, bevor wir zum Fr�hst�ck runtergehen.�</p><p>�Was soll das eigentlich sein?�, fragte Fred und schielte auf Dobbys Gem�lde.</p><p>�Sieht aus wie ein Gibbon mit zwei schwarzen Augen.�</p><p>�Es ist Harry!�, sagte George und deutete auf die R�ckseite des Bildes.</p><p>�Dahinten steht's.�</p><p>�Gut getroffen�, sagte Fred grinsend. Harry warf seinen neuen Hausaufgabenplaner nach ihm; er klatschte an die Wand gegen�ber und fiel zu Boden, wo er frisch-vergn�gt sagte: <emphasis>�Erst die Arbeit, dann das Vergn�gen!�</emphasis></p><p>Sie standen auf und zogen sich an. Sie konnten h�ren, wie sich die verschiedenen Bewohner des Hauses �Fr�hliche Weihnachten� zuriefen. Auf dem Weg die Treppe hinunter trafen sie Hermine.</p><p>�Danke f�r das Buch, Harry�, sagte sie fr�hlich. �Diese <emphasis>Neue Theorie der Numerologie </emphasis>wollte ich schon immer mal haben! Und dieses Parf�m ist echt ungew�hnlich, Ron.�</p><p>�Kein Problem�, sagte Ron. �F�r wen ist das eigentlich?�, f�gte er hinzu und nickte zu dem h�bsch eingewickelten Geschenk hin, das sie in den H�nden hielt.</p><p>�Kreacher�, sagte Hermine strahlend.</p><p>�Aber blo� keine Klamotten!�, warnte sie Ron. �Du erinnerst dich doch, was Sirius gesagt hat: Kreacher wei� zu viel, wir k�nnen ihn nicht freilassen!�</p><p>�Es sind keine Klamotten�, sagte Hermine, �obwohl, wenn's nach mir ginge, w�rd ich ihm sicher was zum Anziehen schenken, damit er was anderes hat als diesen dreckigen alten Lumpen. Nein, es ist eine Flickendecke, ich dachte, das w�rde ein bisschen Farbe in sein Schlafzimmer bringen.�</p><p>�Welches Schlafzimmer?�, fragte Harry mit Fl�sterstimme, als sie an dem Portr�t von Sirius' Mutter vorbeigingen.</p><p>�Also, Sirius meint, es ist weniger ein Schlafzimmer als ein <emphasis>Unterschlupf�,</emphasis> sagte Hermine. �Offenbar schl�ft er unter dem Boiler in diesem Schrank hinten in der K�che.�</p><p>Mrs. Weasley war die Einzige in der K�che, als sie eintraten. Sie stand am Herd, und als sie ihnen �Fr�hliche Weihnachten� w�nschte, klang es, als h�tte sie einen �blen Schnupfen, und alle wandten den Blick ab.</p><p>�Das ist also Kreachers Schlafzimmer?�, sagte Ron und ging gem�chlich hin�ber zu einer schmierigen T�r in der Ecke gegen�ber der Speisekammer.</p><p>Harry hatte sie nie offen stehen gesehen.</p><empty-line/><p>�Ja�, sagte Hermine und klang jetzt eine Spur nerv�s. ��hm ... ich glaub, wir sollten besser anklopfen.�</p><p>Ron pochte mit den Kn�cheln gegen die T�r, bekam aber keine Antwort.</p><p>�Er wird wohl oben im Haus rumschn�ffeln�, sagte er und riss ohne viel Federlesen die T�r auf. <emphasis>�Urghh!�</emphasis></p><p>Harry sp�hte hinein. Den gr��ten Teil des Schranks beanspruchte ein m�chtiger altert�mlicher Boiler, doch in dem halbhohen Raum unter den Rohren hatte sich Kreacher etwas eingerichtet, das wie ein Nest aussah. Ein Sammelsurium verschiedener Lumpen und muffiger alter T�cher war am Boden aufgeh�uft, und die kleine Kuhle in der Mitte des Haufens zeigte, wo sich Kreacher alln�chtlich zum Schlafen einrollte. Auf den Stofffetzen lagen trockene Brotkrumen und verschimmelte K�sereste verstreut. In einer unzug�nglichen Ecke schimmerten kleine Gegenst�nde und M�nzen, die, wie Harry vermutete, Kreacher wohl wie eine Elster vor Sirius' S�uberungsaktion im Haus gerettet haben musste, und er hatte es auch geschafft, die silbergerahmten Familienfotos, die Sirius im Laufe des Sommers weggeworfen hatte, aus dem M�ll zu fischen.</p><p>Ihr Deckglas mochte gesprungen sein, doch die kleinen schwarz-wei�en Leute in ihnen sp�hten ihn hochm�tig an, darunter auch - und es versetzte ihm einen leichten Sto� im Magen - die dunkle, schwerlidrige Frau, deren Prozess er in Dumbledores Denkarium mitverfolgt hatte: Bellatrix Lestrange. Wie es schien, war dies Kreachers Lieblingsportr�t; er hatte es vor allen anderen aufgestellt und das Glas unbeholfen mit Zauberklebeband repariert.</p><p>�Ich glaub, ich lass ihm sein Geschenk einfach hier�, sagte Hermine, legte das P�ckchen sorgsam mitten in die Vertiefung in dem Lumpen- und T�cherhaufen und schloss leise die T�r. �Er wird's sp�ter finden, das ist dann schon okay.�</p><p>�Wo ihr gerade von ihm sprecht�, sagte Sirius, der aus der Speisekammer trat, als sie die Schrankt�r schlossen, und einen gro�en Truthahn in den H�nden hielt,</p><p>�hat in letzter Zeit eigentlich jemand Kreacher gesehen?�</p><p>�Ich hab ihn seit dem Abend, als wir hierher zur�ckkamen, nicht mehr gesehen�, sagte Harry. �Du hast ihn aus der K�che geschmissen.�</p><p>�Ja ...�, sagte Sirius stirnrunzelnd. �Ich glaub, da hab ich ihn auch das letzte Mal gesehen ... er muss sich irgendwo oben versteckt halten.�</p><p>�Er kann doch wohl nicht abgehauen sein?�, sagte Harry. �Als du �raus� sagtest, dachte er da wom�glich, er solle aus dem Haus verschwinden?�</p><p>�Nein, nein, Hauselfen k�nnen nicht einfach weggehen, au�er sie haben Kleidung bekommen. Sie sind an das Haus ihrer Familie gebunden�, sagte Sirius.</p><p>�Sie k�nnen das Haus verlassen, wenn sie wirklich wollen�, widersprach ihm Harry. �Dobby zum Beispiel hat vor drei Jahren die Malfoys verlassen, um mich zu warnen. Er musste sich hinterher selbst bestrafen, aber er hat es trotzdem geschafft.�</p><p>Sirius schien f�r einen Moment leicht beunruhigt, dann sagte er: �Ich such sp�ter nach ihm, wahrscheinlich finde ich ihn oben, wie er sich vor dem alten Liebest�ter meiner Mutter die Augen ausheult oder irgend so was. Er kann nat�rlich auch in den Trockenschrank gekrochen und dort gestorben sein ... aber ich sollte mir nicht zu gro�e Hoffnungen machen.�</p><p>Fred, George und Ron lachten; Hermine jedoch setzte eine vorwurfsvolle Miene auf.</p><p>Sobald sie mit dem Weihnachtsessen fertig waren, wollten die Weasleys, Harry und Hermine, eskortiert von Mad-Eye und Lupin, noch einmal Mr.</p><p>Weasley besuchen. Mundungus, der es geschafft hatte, sich f�r diese Gelegenheit einen Wagen zu �borgen�, da die U-Bahn am Weihnachtstag nicht fuhr, erschien gerade noch rechtzeitig zu Plumpudding und Biskuitdessert. Das Auto - Harry bezweifelte stark, dass Mundungus es mit Zustimmung des Besitzers ausgeliehen hatte - war mit einem Zauber vergr��ert worden wie einst der alte Ford Anglia der Weasleys. Obwohl es von au�en gesehen normal gro� war, fanden zehn Personen mit Mundungus am Steuer bequem im Innenraum Platz. Mrs. Weasley z�gerte, bevor sie einstieg - Harry wusste, dass ihre Abneigung gegen Mundungus mit ihrem Abscheu vor Reisen ohne Magie k�mpfte -, doch schlie�lich triumphierten die K�lte und das inst�ndige Bitten ihrer Kinder, und sie lie� sich guten Mutes auf dem R�cksitz zwischen Fred und Bill nieder.</p><p>Die Fahrt zum St. Mungo ging recht schnell, denn es herrschte sehr wenig Verkehr. Auf der ansonsten menschenleeren Stra�e war ein Rinnsal Hexen und Zauberer verstohlen unterwegs zu Besuchen im Krankenhaus. Harry und die anderen stiegen aus dem Wagen, und Mundungus fuhr um die Ecke, wo er auf sie warten wollte. Sie schlenderten l�ssig auf das Schaufenster mit der Puppe in gr�nem Nylon zu und schritten nacheinander durch die Scheibe.</p><p>Der Empfangsbereich wirkte angenehm festlich: Die Kristallsph�ren, die St.</p><p>Mungo beleuchteten, waren nun rot und golden gef�rbt und zu riesigen, gl�henden Weihnachtskugeln geworden; um s�mtliche T�ren rankten sich Stechpalmenzweige, und in den Ecken glitzerten leuchtende wei�e Christb�ume, bedeckt mit magischem Schnee und Eiszapfen, jeder mit einem funkelnden goldenen Stern an der Spitze. Es herrschte weniger Gedr�nge als bei ihrem letzten Besuch, obwohl Harry, als er den Raum halb durchquert hatte, von einer Hexe beiseite geschoben wurde, in deren linkem Nasenloch eine Satsuma steckte.</p><p>�Familienstreit, was?�, feixte die blonde Hexe hinter dem Pult. �Sie sind die Dritte heute ... Fluchsch�den, vierter Stock.�</p><empty-line/><p>Sie fanden Mr. Weasley aufrecht im Bett sitzend, mit den �berresten seines Weihnachtstruthahns auf einem Tablett auf seinem Scho�. Er machte ein ziemlich bel�mmertes Gesicht.</p><p>�Alles in Ordnung, Arthur?�, fragte Mrs. Weasley, nachdem sie ihn alle begr��t und ihre Geschenke �berreicht hatten.</p><p>�Bestens, bestens�, sagte Mr. Weasley ein wenig zu �berschw�nglich. �Ihr - �hm - habt nicht zuf�llig Heiler Smethwyck gesehen, oder?�</p><p>�Nein�, sagte Mrs. Weasley argw�hnisch. �Warum?�</p><p>�Nichts, nichts�, antwortete Mr. Weasley beil�ufig und begann seinen Stapel Geschenke auszupacken. �Nun, alle einen sch�nen Tag gehabt? Was habt ihr denn zu Weihnachten gekriegt? Oh, <emphasis>Harry </emphasis>- das ist ja absolut <emphasis>wunderbar!� </emphasis></p><p>Gerade hatte er Harrys Geschenk aufgemacht, ein Schraubenzieherset und Sicherungsdraht.</p><p>Mrs. Weasley schien nicht ganz zufrieden mit der Antwort ihres Mannes. Als er sich hin�berlehnte, um Harry die Hand zu sch�tteln, sp�hte sie auf die Verb�nde unter seinem Nachthemd.</p><p>�Arthur�, sagte sie und es klang wie das Zuschnappen einer Mausefalle, �man hat dir den Verband gewechselt. Warum hat man dir einen Tag fr�her den Verband gewechselt, Arthur? Man hat mir gesagt, das w�re erst morgen n�tig.�</p><p>�Was?�, sagte Mr. Weasley. Er sah recht ver�ngstigt aus und zog sich die Bettdecke h�her �ber die Brust. �Nein, nein - nicht der Rede wert - es ist - ich -�</p><p>Er schien unter Mrs. Weasleys bohrendem Blick zu schrumpfen.</p><p>�Also -jetzt reg dich nicht auf, Molly, aber Augustus Pye hatte da so eine Idee ... er ist der Heiler im Praktikum hier, wei�t du, netter junger Mann und sehr interessiert an ... �hm ... alternativer Medizin ... ich meine, manche von diesen alten Muggelheilmethoden ... also, es hei�t <emphasis>F�den, </emphasis>Molly, und sie wirken sehr gut bei - bei Muggelwunden ��</p><p>Mrs. Weasley machte ein unheilschwangeres Ger�usch, etwas zwischen einem Schrei und einem Knurren. Lupin schlenderte vom Bett weg und hin�ber zu dem Werwolf, der keinen Besuch hatte und ziemlich wehm�tig die Schar um Mr.</p><p>Weasley betrachtete. Bill murmelte etwas von wegen, er k�nne eine Tasse Tee vertragen, und Fred und George sprangen grinsend auf und schlossen sich ihm an.</p><p>�Willst du mir etwa sagen�, legte Mrs. Weasley los und ihre Stimme wurde mit jedem Wort lauter; sie bemerkte offenbar nicht, dass ihre Begleiter eilends Deckung suchten, �dass du mit Muggelheilverfahren herumgest�mpert hast?�</p><p>�Nicht rumgest�mpert, Molly, Liebling�, sagte Mr. Weasley flehend, �es war nur - nur etwas, von dem Pye und ich meinten, wir k�nnten es ausprobieren - nur, es ist jammerschade - aber gerade bei diesen Wunden - scheint es nicht so gut zu wirken, wie wir gehofft hatten -�</p><p><emphasis>�Das hei�t?�</emphasis></p><p>�Nun ... ja, ich wei� nicht, ob du wei�t, wie - wie das mit den F�den geht.�</p><p>�Klingt ganz so, als ob ihr versucht h�ttet, deine Haut wieder zusammenzun�hen�, sagte Mrs. Weasley und lachte schnaubend und freudlos,</p><p>�aber selbst du, Arthur, w�rst doch nicht so dumm -�</p><p>�Mir ist auch nach 'ner Tasse Tee�, sagte Harry und schnellte hoch.</p><p>Hermine, Ron und Ginny st�rzten ihm nach zur T�r. Als sie hinter ihnen zuschwang, h�rten sie Mrs. Weasley kreischen: �WAS SOLL DAS HEISSEN, DAS IST SO UNGEF�HR DER GEDANKE?�</p><p>�Typisch Dad�, sagte Ginny kopfsch�ttelnd, als sie sich auf den Weg den Gang entlang machten. �F�den ... ich bitte euch ...�</p><p>�Ach, wei�t du, be i nichtmagischen Wunden wirkt das ganz gut�, sagte Hermine der Fairness halber. �Ich vermute, irgendwas in diesem Schlangengift l�st die F�den auf oder so was. Wo ist hier eigentlich die Cafeteria?�</p><p>�F�nfter Stock�, sagte Harry, der sich an den Wegweiser �ber dem Pult der Empfangshexe erinnerte.</p><p>Sie gingen den Korridor entlang, durch einige Schwingt�ren und fanden eine bauf�llige Treppe, die mit weiteren Portr�ts brutal wirkender Heiler ges�umt war.</p><p>W�hrend sie treppauf stiegen, riefen ihnen die verschiedenen Heiler Diagnosen merkw�rdiger Leiden zu und schlugen gruslige Heilverfahren vor. Ron war schwer beleidigt, als ein mittelalterlicher Zauberer verk�ndete, er leide offensichtlich unter einem schweren Fall von Griselkr�tze.</p><p>�Und was soll das sein?�, fragte er zornig, als der Heiler ihm durch sechs weitere Portr�ts folgte und deren Insassen aus dem Weg schubste.</p><p>�Es handelt sich um ein ganz f�rchterliches Hautleiden, junger Herr, das noch grausigere Pockennarben hinterlassen wird, als Ihr ohnehin schon Euer Eigen nennt.�</p><p>�Pass auf, wen du hier grausig nennst!�, sagte Ron und seine Ohren liefen rot an.</p><p>�- Heilung k�nnt Ihr nur erwarten, wenn Ihr die Leber einer Kr�te nehmt, sie fest um den Hals bindet und Euch bei Vollmond nackt in ein Fass voll Aalaugen stellt -�</p><empty-line/><p>�Ich hab keine Griselkr�tze!�</p><p>�Aber die unansehnlichen Male auf Eurem Antlitzjunger Herr -�</p><p>�Das sind Sommersprossen!�, sagte Ron fuchsig. �Und jetzt marsch zur�ck in dein Bild und lass mich in Ruhe!�</p><p>Er drehte sich zu den anderen um, die allesamt betont gleichm�tige Gesichter machten.</p><p>�In welchem Stock sind wir?�</p><p>�Ich glaub, im f�nften�, sagte Hermine.</p><p>�Nein, im vierten�, sagte Harry, �noch eine -�</p><p>Doch als er auf den Treppenabsatz trat, blieb er pl�tzlich stehen und starrte auf das kleine Fenster in der Schwingt�r am Anfang des Korridors, der mit FLUCHSCH�DEN beschildert war. Ein Mann hatte die Nase gegen die Scheibe gedr�ckt und sp�hte zu ihnen heraus. Er hatte gewelltes blondes Haar, hellblaue Augen und ein breites, leeres L�cheln, das strahlend wei�e Z�hne zeigte.</p><p>�Meine Fresse!�, sagte Ron und starrte ebenfalls den Mann an.</p><p>�Ach du meine G�te�, stie� Hermine pl�tzlich atemlos hervor. �Professor Lockhart!�</p><p>Ihr ehemaliger Lehrer f�r Verteidigung gegen die dunklen K�nste dr�ckte die T�r auf und kam in einem langen lila Morgenrock auf sie zu.</p><p>�Aber hall�chen!�, sagte er. �Ich vermute mal, ihr wollt ein Autogramm von mir, richtig?�</p><p>�Hat sich nicht gro� ver�ndert, oder?�, murmelte Harry der grinsenden Ginny zu.</p><p>��hm - wie geht es Ihnen, Professor?�, sagte Ron mit einem Anklang von schlechtem Gewissen. Es war in erster Linie Rons defekter Zauberstab gewesen, der Professor Lockharts Ged�chtnis so schwer besch�digt hatte, dass man ihn ins St. Mungo hatte einliefern m�ssen. Doch Harrys Mitleid hielt sich in Grenzen, weil Lockhart damals versucht hatte, sein und Rons Ged�chtnis f�r immer zu l�schen.</p><p>�Es geht mir ganz hervorragend, danke sehr!�, sagte Lockhart �berschw�nglich und zog einen recht ramponierten Pfauenfederkiel aus der Tasche. �Nun, wie viele Autogramme wollt ihr haben? Ich kann jetzt auch in Schreibschrift, wisst ihr!�</p><p>��hm - wir wollen im Moment keine, danke�, sagte Ron und sah Harry mit hochgezogenen Brauen an.</p><empty-line/><p>�Professor�, fragte Harry, �d�rfen Sie denn auf den Korridoren herumspazieren? Sollten Sie nicht auf einer Krankenstation sein?�</p><p>Das L�cheln auf Lockharts Gesicht erstarb langsam. Er starrte Harry einige Augenblicke lang unverwandt an, dann sagte er: �Kennen wir uns nicht?�</p><p>��hm ... ja, allerdings�, sagte Harry. �Sie haben uns in Hogwarts unterrichtet, wissen Sie noch?�</p><p>�Unterrichtet?�, wiederholte Lockhart und schien ein wenig aus der Spur zu geraten. �Ich? Tats�chlich?�</p><p>Und dann, so pl�tzlich, dass es beunruhigend war, trat wieder ein L�cheln auf sein Gesicht.</p><p>�Hab euch alles beigebracht, was ihr wisst, nehm ich mal an, was? Nun, wie steht's jetzt mit diesen Autogrammen? Sagen wir ein rundes Dutzend, dann k�nnt ihr sie all euren kleinen Freunden schenken und keiner geht leer aus!�</p><p>Doch in diesem Moment steckte jemand den Kopf durch eine T�r am Ende des Korridors und eine Stimme rief: �Gilderoy, du ungezogener Junge, wo treibst du dich wieder herum?�</p><p>Eine m�tterlich wirkende Heilerin mit einem Lamettakranz in den Haaren kam den Korridor entlanggewuselt und l�chelte Harry und den anderen warmherzig zu.</p><p>�Oh, Gilderoy, du hast Besuch! Wie <emphasis>wunderbar, </emphasis>und auch noch am Weihnachtstag! Wisst ihr, er bekommt wie Besuch, das arme L�mmchen, und ich versteh einfach nicht, warum, er ist doch so ein S��er, nicht?�</p><p>�Wir sind gerade bei den Autogrammen!�, erkl�rte Gilderoy der Heilerin und setzte wieder sein strahlendes L�cheln auf. �Sie wollen eine ganze Ladung und lassen sich partout nicht abwimmeln! Ich hoffe nur, wir haben gen�gend Fotos!�</p><p>�Nun h�rt ihn euch an�, sagte die Heilerin, nahm Lockhart am Arm und l�chelte ihm liebevoll zu, als w�re er ein fr�hreifer Zweij�hriger. �Vor einigen Jahren war er ziemlich bekannt. Wir hoffen sehr, dass diese Neigung, Autogramme zu geben, ein Zeichen ist, dass seine Erinnerung allm�hlich zur�ckkehrt. Wollt ihr bitte hier langkommen? Er ist auf einer geschlossenen Station, wisst ihr, er hat sich wohl rausgeschlichen, als ich die Weihnachtsgeschenke gebracht habe, die T�r bleibt normalerweise verschlossen ... nicht dass er gef�hrlich w�re! Aber�, sie fl�sterte jetzt nur noch, �er ist ein bisschen eine Gefahr f�r sich selbst, der Gute ... wei� nicht, wer er ist, versteht ihr, l�uft davon und erinnert sich nicht, wie es zur�ckgeht ... es ist ja so nett von euch, dass ihr ihn besuchen kommt.�</p><p>��hm�, sagte Ron und gestikulierte vergeblich zur Decke hin, �eigentlich wollten wir nur - �hm -�</p><empty-line/><p>Doch die Heilerin l�chelte ihn erwartungsvoll an und Rons schwaches Gemurmel von wegen �nur kurz 'ne Tasse Tee trinken� verwehte ins Nichts. Sie sahen sich hilflos an und folgten dann Lockhart und seiner Heilerin den Korridor hinunter.</p><p>�Wir bleiben aber nicht lang�, sagte Ron leise.</p><p>Die Heilerin deutete mit dem Zauberstab auf die T�r zur Janus-Thickey-Station und murmelte: <emphasis>�Alohomora.� </emphasis>Die T�r schwang auf und sie trat ihnen voran ein. Gilderoy hielt sie am Arm, bis sie ihn in einen Sessel neben seinem Bett verfrachtet hatte.</p><p>�Dies ist die Station f�r unsere chronisch Kranken�, teilte sie Harry, Ron, Hermine und Ginny leise mit. �F�r die dauerhaft Fluchgesch�digten, versteht ihr?</p><p>Mit stark dosierten Heiltr�nken und Zaubern und ein bisschen Gl�ck k�nnen wir nat�rlich einige Fortschritte erzielen. Bei Gilderoy scheint gerade ein gewisses Selbstgef�hl zur�ckzukehren. Und bei Mr. Bode haben wir eine echte Besserung zu verzeichnen, er scheint die F�higke it zu sprechen sehr schnell zur�ckzugewinnen, auch wenn er bisher keine Sprache spricht, die wir erkennen.</p><p>Also, ich muss noch den Rest der Weihnachtsgeschenke verteilen, ich lass euch mal zum Plaudern alleine.�</p><p>Harry sah sich um. Die Station machte eindeutig den Eindruck, als w�re sie ein dauerhaftes Heim f�r ihre Patienten. Sie hatten viel mehr pers�nliche Habseligkeiten um ihre Betten als auf Mr. Weasleys Station; die Wand am Kopfende von Gilderoys Bett zum Beispiel war voll geklebt mit Bildern von ihm, die den Neuank�mmlingen z�hnebleckend entgegenstrahlten und -winkten. Er hatte viele von ihnen in kindlicher Blockschrift f�r sich selbst signiert. Kaum hatte die Heilerin Gilderoy in seinen Sessel gesetzt, da zog er einen frischen Stapel Fotos zu sich heran, nahm eine Feder und begann sie alle fieberhaft zu unterschreiben.</p><p>�Ihr k�nnt sie in Umschl�ge stecken�, sagte er zu Ginny und warf ihr die signierten Fotos eins nach dem anderen in den Scho�. �Man hat mich nicht vergessen, wisst ihr, nein, ich bekomme immer noch jede Menge Fanpost ...</p><p>Gladys Gudgeon schreibt mir <emphasis>w�chentlich ... </emphasis>wenn ich nur w�sste, <emphasis>warum ...� </emphasis>Er hielt inne, blickte leicht verwirrt, dann strahlte er wieder und wandte sich mit neuem Schwung seinen Autogrammen zu. �Es muss wohl einfach daran liegen, dass ich so gut aussehe ...�</p><p>Ein fahlh�utiger, traurig blickender Zauberer lag im Bett gegen�ber und starrte an die Decke. Er murmelte in sich hinein und schien keinerlei Notiz von seiner Umgebung zu nehmen. Zwei Betten weiter lag eine Frau, deren ganzer Kopf mit Fell bedeckt war; Harry erinnerte sich, dass Hermine in ihrem zweiten Jahr etwas �hnliches passiert war, allerdings war der Schaden in ihrem Fall zum Gl�ck nicht dauerhaft gewesen. Ganz hinten auf der Station waren gebl�mte Vorh�nge um zwei Betten gezogen, um den dort Liegenden und ihren Besuchern ein wenig Raum f�r sich zu gew�hren.</p><p>�Hier, bitte sch�n, Agnes�, sagte die Heilerin strahlend zu der fellgesichtigen Frau und reichte ihr einen kleinen Stapel Weihnachtsgeschenke. �Sehen Sie, man hat Sie nicht vergessen, oder? Und Ihr Sohn hat eine Eule geschickt und l�sst ausrichten, dass er Sie heute Abend besucht, das ist doch nett, nicht wahr?�</p><p>Agnes bellte ein paar Mal laut.</p><p>�Und schauen Sie, Broderick, man hat Ihnen eine Topfpflanze geschic kt und einen wundersch�nen Kalender mit einem tollen Hippogreif f�r jeden Monat, das muntert uns doch gleich auf, nicht wahr?�, sagte die Heilerin und wuselte hin�ber zu dem murmelnden Mann, stellte eine ziemlich h�ssliche Pflanze mit langen, schwankenden Tentakeln auf sein Nachtschr�nkchen und heftete den Kalender mit ihrem Zauberstab an die Wand. �Und - oh, Mrs. Longbottom, Sie gehen schon?�</p><p>Harrys Kopf fuhr herum. Die Vorh�nge um die beiden Betten am Ende der Station waren beiseite gezogen worden und zwei Besucher kamen den Gang zwischen den Betten entlang: eine Furcht erregend aussehende alte Hexe in einem langen gr�nen Kleid, einem mottenzerfressenen alten Fuchspelz und mit einem Spitzhut, der eindeutig mit einem ausgestopften Geier geschm�ckt war, und hinter ihr schlurfte jemand drein, der tief betr�bt wirkte - <emphasis>Neville. </emphasis></p><p>Harry fiel es pl�tzlich wie Schuppen von den Augen, wer diese Leute in den hinteren Betten sein mussten. Er blickte sich hektisch nach etwas um, mit dem er die anderen ablenken konnte, damit Neville die Station unbemerkt und unbehelligt verlassen konnte, aber auch Ron hatte beim Klang des Namens</p><p>�Longbottom� aufgeblickt, und bevor ihn Harry daran hindern konnte, rief er:</p><p><emphasis>�Neville!�</emphasis></p><p>Neville zuckte zusammen und duckte sich, als ob eine Kugel ihn eben knapp verfehlt h�tte.</p><p>�Wir sind's, Neville!�, sagte Ron breit l�chelnd und stand auf. �Hast du gesehen -? Lockhart ist hier! Und wen hast du besucht?�</p><p>�Freunde von dir, Neville, mein Lieber?�, sagte Nevilles Gro�mutter w�rdevoll und wandte sich ihnen allen zu.</p><p>Neville machte den Eindruck, als w�re er lieber sonst wo, nur nicht hier. Er mied alle Blicke, w�hrend ihm ein mattes Purpurrot �ber sein rundliches Gesicht kroch.</p><p>�Ah ja�, sagte seine Gro�mutter, fasste Harry ins Auge und streckte ihm zur Begr��ung eine schrumpelige, klauenartige Hand entgegen. �Ja, ja, ich wei� nat�rlich, wer du bist. Neville spricht in den h�chsten T�nen von dir.�</p><p>��hm - danke�, sagte Harry und sch�ttelte ihr die Hand. Neville sah ihn nicht an, sondern starrte auf seine F��e, wobei seine Gesichtsfarbe stetig dunkler wurde.</p><p>�Und ihr beide seid offensichtlich Weasleys�, fuhr Mrs. Longbottom fort und reichte Ron und dann Ginny majest�tisch die Hand. �Ja, ich kenne eure Eltern - nicht gut nat�rlich - sind anst�ndige Leute, anst�ndige Leute ... und du musst Hermine Granger sein?�</p><p>Hermine schien recht verdutzt, dass Mrs. Longbottom ihren Namen kannte, sch�ttelte aber gleichwohl ihre Hand.</p><p>�Ja, Neville hat mir alles �ber euch erz�hlt. Habt ihm so manches Mal aus der Patsche geholfen, nicht wahr? Er ist ein guter Junge�, sagte sie und warf Neville �ber ihre ziemlich knochige Nase einen streng taxierenden Blick zu, �aber er hat nicht das Talent seines Vaters, muss ich leider sagen.� Und sie wies mit dem Kopf in Richtung der beiden Betten am Ende der Station, worauf der ausgestopfte Geier auf ihrem Hut bedrohlich zitterte.</p><p>�Was?�, sagte Ron verbl�fft. (Harry wollte ihm auf den Fu� treten, was jedoch viel schwieriger unbemerkt zu bewerkstelligen ist, wenn man keinen Umhang, sondern eine Jeans tr�gt.) �Ist das dein <emphasis>Dad </emphasis>dort hinten, Neville?�</p><p>�Was soll das hei�en?�, fragte Mrs. Longbottom scharf. �Hast du deinen Freunden nicht von deinen Eltern erz�hlt, Neville?�</p><p>Neville holte tief Luft, blickte zur Decke und sch�ttelte den Kopf. Harry konnte sich nicht erinnern, dass ihm je ein Mensch st�rker Leid getan h�tte, aber er hatte keine Ahnung, wie er Neville aus dieser Lage helfen konnte.</p><p>�Nun, es ist nichts, wof�r man sich sch�men m�sste!�, sagte Mrs. Longbottom zornig. �Du solltest <emphasis>stolz </emphasis>sein, Neville, <emphasis>stolz! </emphasis>Sie haben ihre Gesundheit und ihren Verstand nicht geopfert, damit ihr einziger Sohn sich f�r sie sch�mt, verstehst du!�</p><p>�Ich sch�me mich nicht�, sagte Neville sehr kleinlaut und vermied es immer noch beharrlich, Harry und die anderen anzusehen. Ron stand inzwischen auf den Zehenspitzen und sp�hte hin�ber zu den Patienten in den beiden Betten.</p><p>�Nun, du hast eine merkw�rdige Art, das zu zeigen!�, sagte Mrs. Longbottom.</p><p>�Mein Sohn und seine Frau�, fuhr sie fort und wandte sich gebieterisch an Harry, Ron, Hermine und Ginny, �wurden von Du-wei�t-schon-wem und seinen Anh�ngern bis zum Wahnsinn gefoltert.�</p><p>Hermine und Ginny schlugen die H�nde vor den Mund. Ron h�rte auf, sich den Hals zu verrenken, um einen Blick auf Nevilles Eltern zu ergattern, und schien zu Tode erschrocken.</p><p>�Sie waren Auroren, m�sst ihr wissen, und sehr geachtet in der magischen Gemeinschaft�, fuhr Mrs. Longbottom fort. �Hoch begabt, alle beide. Ich - ja, Alice, Schatz, was gibt es?�</p><p>Nevilles Mutter kam im Morgenmantel durch die Station auf sie zugetappt. Sie hatte nicht mehr das rundliche, fr�hlich wirkende Gesicht, das Harry auf Moodys altem Foto des urspr�nglichen Ph�nixordens gesehen hatte. Ihr Gesicht war jetzt schmal und eingefallen, ihre Augen schienen �bergro�, und ihr wei� gewordenes Haar war d�nn und stumpf. Offenbar wollte sie nicht sprechen, vielleicht konnte sie es auch nicht, sondern machte zaghafte Gesten zu Neville hin und hielt etwas in ihrer ausgestreckten Hand.</p><p>�Schon wieder?�, sagte Mrs. Longbottom mit leicht gereiztem Unterton.</p><p>�Nun, sch�n, Alice, mein Schatz, nun sch�n - Neville, nimm es, was es auch sein mag.�</p><p>Doch Neville hatte schon die Hand ausgestreckt, und seine Mutter lie� ein leeres Einwickelpapier von Bubbels Bestem Blaskaugummi hineinfallen.</p><p>�Sehr sch�n, Schatz�, sagte Nevilles Gro�mutter mit falscher Fr�hlichkeit in der Stimme und t�tschelte seiner Mutter die Schulter.</p><p>Aber Neville sagte leise: �Danke, Mum.�</p><p>Vor sich hin summend wankte seine Mutter die Bettenreihe entlang davon.</p><p>Neville wandte sich mit trotziger Miene den anderen zu, als wollte er sie zum Lachen herausfordern, aber Harry hatte den Eindruck, dass er nie im Leben etwas weniger lustig gefunden hatte.</p><p>�Nun, wir sollten allm�hlich gehen�, seufzte Mrs. Longbottom und zog sich lange gr�ne Handschuhe an. �Sehr nett, euch alle getroffen zu haben. Neville, wirf dieses Papier in den M�lleimer, sie muss dir ja inzwischen so viele davon gegeben haben, dass du mit denen dein Schlafzimmer tapezieren kannst.�</p><p>Doch als sie hinausgingen, war sich Harry sicher, dass Neville das S��igkeitenpapier in seine Tasche gleiten lie�.</p><p>Die T�r schloss sich hinter den beiden.</p><p>�Das wusste ich gar nicht�, sagte Hermine und Tr�nen standen in ihren Augen.</p><p>�Ich auch nicht�, sagte Ron ziemlich heiser.</p><p>�Ich auch nicht�, fl�sterte Ginny.</p><empty-line/><p>Sie alle blickten Harry an.</p><p>�Ich schon�, sagte er bedr�ckt. �Dumbledore hat es mir erz�hlt, aber ich habe versprochen, es niemandem zu sagen ... daf�r ist Bellatrix Lestrange nach Askaban geschickt worden, sie hat Nevilles Eltern mit dem Cruciatus-Fluch traktiert, bis sie den Verstand verloren.�</p><p>�Bellatrix Lestrange hat das getan?�, fl�sterte Hermine entsetzt. �Diese Frau, von der Kreacher ein Foto in seiner H�hle hat?�</p><p>Ein langes Schweigen trat ein, unterbrochen von Lockharts zorniger Stimme.</p><p>�H�rt mal, ich hab doch nicht umsonst Schreibschrift gelernt, versteht ihr!�</p></section><section><title><p>Okklumentik</p></title><p>Kreacher, so stellte sich heraus, hatte auf dem Dachboden herumgelungert.</p><p>Sirius berichtete, dass er ihn dort oben gefunden habe, v�llig verstaubt und offenbar auf der Suche nach weiteren Hinterlassenschaften der Familie Black, die er in seinem Schrank verstecken konnte. W�hrend Sirius sich mit dieser Geschichte offenbar zufrieden gab, war Harry unbehaglich zumute. Kreacher schien, als er wieder auftauchte, in besserer Stimmung zu sein, sein erbittertes Gemurmel hatte etwas nachgelassen, und er befolgte Anweisungen f�gsamer als �blich, auch wenn Harry ihn das eine oder andere Mal dabei erwischte, wie er ihn begierig anstarrte, aber immer rasch die Augen abwandte, wenn er sah, dass Harry es bemerkt hatte.</p><p>Von seinem vagen Argwohn sagte Harry kein Wort zu Sirius, dessen gute Laune nun, da Weihnachten vorbei war, rasch verebbte. Der Tag ihrer Abreise nach Hogwarts r�ckte n�her, und Sirius neigte immer st�rker zu �Anf�lle n von Misslaune�, wie es Mrs. Weasley nannte, w�hrend deren er wortkarg und m�rrisch wurde und sich oft stundenlang in Seidenschnabels Raum zur�ckzog.</p><p>Seine Tr�bsal sickerte durch das Haus und drang durch die T�rschlitze wie ein sch�dliches Gas, so dass alle davon angesteckt wurden.</p><p>Harry wollte Sirius nicht wieder allein mit Kreacher zur�cklassen, und so freute er sich zum ersten Mal im Leben nicht auf die R�ckkehr nach Hogwarts.</p><p>Zur Schule zur�ckzukehren hie�, dass er sich erneut der Tyrannei von Dolores Umbridge aussetzte, der es in ihrer Abwesenheit zweifellos gelungen war, ein weiteres Dutzend Erlasse durchzupeitschen. Auch auf Quidditch konnte er sich nun, da er Spielverbot hatte, nicht mehr freuen, aller Wahrscheinlichkeit nach w�rde die Last ihrer Hausaufgaben noch wachsen, weil nun die Pr�fungen n�her r�ckten, und Dumbledore blieb sicher unver�ndert distanziert. Ohne die DA jedenfalls , �berlegte Harry, h�tte er vielleicht Sirius um die Erlaubnis gebeten, Hogwarts verlassen und am Grimmauldplatz bleiben zu d�rfen.</p><p>Dann, am allerletzten Ferientag, geschah etwas, das bei Harry einen regelrechten Horror vor der R�ckkehr in die Schule ausl�ste.</p><p>�Harry, mein Lieber�, sagte Mrs. Weasley und steckte den Kopf in sein und Rons Zimmer, wo die beiden eine Partie Zaubererschach spielten und Hermine, Ginny und Krummbein ihnen zusahen, �w�rdest du bitte in die K�che runterkommen? Professor Snape m�chte kurz mit dir reden.�</p><p>Harry registrierte nicht sofort, was sie gesagt hatte; einer seiner T�rme war in ein erbittertes Scharm�tzel mit einem von Rons Bauern verwickelt und er feuerte ihn begeistert an.</p><empty-line/><p>�Mach ihn platt - <emphasis>mach ihn platt,</emphasis> das ist doch nur ein Bauer, du Idiot.</p><p>Verzeihung, Mrs. Weasley, was haben Sie gesagt?�</p><p>�Professor Snape, mein Lieber. In der K�che. M�chte kurz mit dir reden.�</p><p>Harry klappte entsetzt der Mund auf. Er schaute zu Ron, Hermine und Ginny, die ihn alle mit gro�en Augen anstarrten. Krummbein, den Hermine w�hrend der letzten Viertelstunde mit M�he geb�ndigt hatte, sprang freudig aufs Brett und die Figuren rannten lauthals kreischend in Deckung.</p><p>�Snape?�, sagte Harry verdutzt.</p><p><emphasis>�Professor </emphasis>Snape, mein Lieber�, sagte Mrs. Weasley tadelnd. �Nun komm schon, rasch, er meint, er kann nicht lange bleiben.�</p><p>�Was will der denn von dir?�, sagte Ron mit genervter Miene, als Mrs.</p><p>Weasley aus dem Zimmer ging. �Du hast doch nichts ausgefressen, oder?�</p><p>�Nein!�, entgegnete Harry entr�stet und zermarterte sich den Kopf, was er getan haben k�nnte, dass Snape ihn bis zum Grimmauldplatz verfolgte. Hatte er sich mit seiner letzten Hausaufgabe vielleicht ein �T� eingehandelt?</p><p>Kurz darauf stie� er die K�chent�r auf und fand Sirius und Snape an dem langen Tisch sitzen und grimmig in entgegengesetzte Richtungen starren. Ihr Schweigen lastete bleiern, voll gegenseitiger Abneigung. Vor Sirius auf dem Tisch lag ein Brief ausgebreitet.</p><p>��hm�, sagte Harry, um auf sich aufmerksam zu machen.</p><p>Snape wandte sich zu ihm um, das Gesicht umrahmt von einem Vorhang aus fettigem schwarzem Haar.</p><p>�Setzen Sie sich, Potter.�</p><p>�H�r mal.� Sirius kippte mit dem Stuhl nach hinten und sprach laut zur Decke:</p><p>�Ich w�rde es vorziehen, wenn du hier keine Befehle erteiltest, Snape. Das hier ist mein Haus, verstehst du.�</p><p>Ein h�ssliches Rot stieg in Snapes blasses Gesicht. Harry setzte sich auf einen Stuhl neben Sirius und blickte Snape �ber den Tisch hinweg an.</p><p>�Ich sollte Sie eigentlich allein sprechen, Potter�, sagte Snape und das vertraute h�hnische Grinsen kr�uselte seine Lippen, �aber Black -�</p><p>�Ich bin sein Pate�, sagte Sirius lauter als zuvor.</p><p>�Ich bin hier auf Dumbledores Befehl�, sagte Snape, dessen Stimme im Gegensatz zu Sirius' zwar ruhig blieb, doch immer gereizter wurde, �aber bleib von mir aus, Black, ich wei�, dass du gern das Gef�hl hast ... beteiligt zu sein.�</p><empty-line/><p>�Was soll das hei�en?�, sagte Sirius und lie� den Stuhl laut krachend wieder auf alle vier Beine fallen.</p><p>�Nur dass du sicherlich - �hm - frustriert sein wirst, weil du nichts <emphasis>N�tzliches� </emphasis></p><p>- Snape sprach das Wort mit besonderer Betonung aus - �f�r den Orden tun kannst.�</p><p>Nun war es an Sirius, rot zu werden. Snape sch�rzte triumphierend die Lippen und wandte sich wieder an Harry.</p><p>�Der Schulleiter schickt mich, Potter, um Ihnen seinen Wunsch mitzuteilen, dass Sie nach den Ferien Okklumentik lernen.�</p><p>�Was soll ich lernen?�, fragte Harry verdutzt.</p><p>Snapes h�hnisches Grinsen wurde breiter.</p><p>�Okklumentik, Potter. Die magische Verteidigung des Geistes gegen das Eindringen von au�en. Ein unbekannter Zweig der Magie, aber ein h�chst n�tzlicher.�</p><p>Harrys Herz begann rasend schnell zu pochen. Verteidigung gegen das Eindringen von au�en? Aber er war nicht besessen, da waren sich doch alle einig gewesen ...</p><p>�Warum muss ich Okklu-dings lernen?�, platzte er heraus.</p><p>�Weil der Schulleiter dies f�r eine gute Idee h�lt�, sagte Snape sanft. �Sie werden einmal w�chentlic h Einzelstunden erhalten, aber niemandem sagen, was Sie tun, vor allem nicht Dolores Umbridge. Verstanden?�</p><p>�Ja�, sagte Harry. �Wer unterrichtet mich?�</p><p>Snape zog eine Augenbraue hoch.</p><p>�Ich�, sagte er.</p><p>Harry hatte das grausige Gef�hl, seine Eingeweide w�rden schmelzen.</p><p>Zusatzstunden mit Snape - womit um alles in der Welt hatte er das verdient?</p><p>Hilfe suchend drehte er sich rasch zu Sirius um.</p><p>�Warum kann Dumbledore Harry nicht unterrichten?�, fragte Sirius angriffslustig. �Warum du?�</p><p>�Vermutlich weil es das Vorrecht eines Schulleiters ist, die weniger angenehmen Pflichten anderen zu �bertragen�, erwiderte Snape aalglatt. �Ich versichere dir, dass ich nicht um die Aufgabe gebeten habe.� Er stand auf. �Ich erwarte Sie am Montagabend um sechs Uhr, Potter. In meinem B�ro. Falls jemand fragen sollte, Sie nehmen Nachhilfestunden in Zaubertr�nke. Niemand, der Sie in meinem Unterricht erlebt hat, k�nnte bestreiten, dass Sie welche ben�tigen.�</p><p>Sein schwarzer Reisemantel bauschte sich hinter ihm, als er sich zum Gehen wandte.</p><p>�Einen Moment noch�, sagte Sirius und setzte sich aufrecht hin.</p><p>Snape drehte sich h�hnisch grinsend um.</p><p>�Ich bin ziemlich in Eile, Black. Im Gegensatz zu dir habe ich nur wenig Freizeit.�</p><p>�Ich komme also gleich zur Sache�, sagte Sirius und stand auf. Er war um einiges gr��er als Snape, der, wie Harry bemerkte, die Faust in der Tasche seines Mantels ballte und damit sicher den Griff seines Zauberstabs umschloss. �Wenn mir zu Ohren kommt, dass du diese Okklumentikstunden ausnutzt, um Harry das Leben schwer zu machen, dann wirst du es mit mir zu tun bekommen.�</p><p>�Wie r�hrend�, h�hnte Snape. �Aber sicher ist dir aufgefallen, dass Potter seinem Vater sehr �hnlich ist?�</p><p>�Ja, allerdings�, sagte Sirius stolz.</p><p>�Dann wei�t du ja, dass er so arrogant ist, dass jegliche Kritik einfach an ihm abprallt�, entgegnete Snape verschlagen.</p><p>Sirius stie� seinen Stuhl grob beiseite, schritt um den Tisch auf Snape zu und zog dabei den Zauberstab. Snape z�ckte den seinen. Sie taxierten einander, Sirius fuchsteufelswild, Snape berechnend, w�hrend seine Augen von Sirius'</p><p>Zauberstabspitze zu dessen Gesicht huschten.</p><p>�Sirius!�, sagte Harry laut, aber Sirius schien ihn nicht zu h�ren.</p><p>�Ich hab dich gewarnt, <emphasis>Schniefelus�, </emphasis>sagte Sirius, das Gesicht kaum zwei Handbreit von dem Snapes entfernt, �mir ist es egal, ob Dumbledore glaubt, du h�ttest dich ge�ndert, ich wei� es besser -�</p><p>�Oh, warum sagst du es ihm dann nicht?�, fl�sterte Snape. �Oder hast du Angst, er k�nnte den Rat eines Mannes nicht sonderlich ernst nehmen, der sich seit einem halben Jahr im Haus seiner Mutter verkriecht?�</p><p>�Sag mal, wie geht's eigentlich Lucius Malfoy? Ich nehm an, er ist entz�ckt, dass sein Scho�hund in Hogwarts arbeitet, ja?�</p><p>�Wo wir gerade bei Hunden sind�, sagte Snape leise, �wusstest du, dass Lucius Malfoy dich w�hrend deiner letzten kleinen Spritztour au�er Haus erkannt hat? Blendende Idee, Black, dich auf einem sicheren Bahnsteig sehen zu lassen ... hat dir eine vortreffliche Ausrede verschafft, weshalb du dein Schlupfloch k�nftig nicht verlassen kannst, stimmt's?�</p><p>Sirius hob seinen Zauberstab.</p><p>�NEIN!�, rief Harry, schwang sich �ber den Tisch und versuchte zwischen die beiden zu gehen. �Sirius, nicht!�</p><p>�Nennst du mich etwa einen Feigling?�, br�llte Sirius und wollte Harry beiseite schieben, doch Harry r�hrte sich nicht vom Fleck.</p><p>�Ja, ich denke schon�, sagte Snape.</p><p>�Harry - halt - dich - raus!�, knurrte Sirius und schob ihn mit seiner freien Hand aus dem Weg.</p><p>Die K�chent�r ging auf und die ganze Familie Weasley mitsamt Hermine kam herein. Alle sahen sie gl�cklich aus, und Mr. Weasley, mit einem gestreiften Schlafanzug unter einem Regenmantel, ging stolz in ihrer Mitte.</p><p>�Wieder gesund!�, rief er strahlend in die K�che hinein. �Vollkommen genesen!�</p><p>Er und die anderen Weasleys erstarrten auf der Schwelle und betrachteten das Schauspiel vor ihnen, das ebenfalls mitten in der Handlung eingefroren schien.</p><p>Sirius und Snape, die sich mit den Zauberst�ben bedrohten, blickten zur T�r, und Harry stand reglos zwischen ihnen und streckte jedem eine Hand entgegen, um sie auseinander zu zwingen.</p><p>�Beim Barte des Merlin�, sagte Mr. Weasley und das L�cheln schwand aus seinem Gesicht, �was geht hier vor?�</p><p>Sirius und Snape lie�en ihre Zauberst�be sinken. Harry blickte vom einen zum anderen. In den Gesichtern beider war abgrundtiefe Verachtung zu lesen, doch der unerwartete Eintritt so vieler Zeugen hatte sie offenbar zur Besinnung gebracht.</p><p>Snape steckte seinen Zauberstab ein und rauschte ohne ein Wort durch die K�che und an den Weasleys vorbei. An der T�r wandte er sich um.</p><p>�Montagabend um sechs, Potter.�</p><p>Und schon war er verschwunden. Sirius, den Zauberstab an der Seite, starrte ihm mit funkelndem Blick nach.</p><p>�Was ging hier vor?�, fragte Mr. Weasley erneut.</p><p>�Nichts, Arthur�, sagte Sirius, schwer atmend, als w�re er gerade eine weite Strecke gerannt. �Nur eine freundliche kleine Unterhaltung zwischen zwei alten Schulkameraden.� Er l�chelte, was jedoch sichtlich gewaltiger Anstrengung bedurfte. �Also ... du bist geheilt? Das ist ja gro�artig, wirklich gro�artig.�</p><p>�Ja, nicht wahr?�, sagte Mrs. Weasley und f�hrte ihren Mann zu einem Stuhl.</p><empty-line/><p>�Heiler Smethwyck hat seinen Zauber am Ende doch walten lassen, er hat ein Gegengift gefunden f�r das, was diese Schlange in ihren Z�hnen hatte, und Arthur hat seine Lektion �ber St�mpereien mit Muggelmedizin gelernt, <emphasis>nicht wahr, Schatz?�, </emphasis>f�gte sie eher drohend hinzu.</p><p>�Ja, Molly, Liebling�, sagte Mr. Weasley kleinlaut.</p><p>An diesem Abend h�tte es beim Essen eigentlich fr�hlich zugehen sollen, da Mr. Weasley wieder dabei war. Harry sp�rte, dass Sirius sich durchaus bem�hte, doch wenn sein Pate sich nicht gerade zwang, laut �ber Freds und Georges Witze zu lachen, oder allen mehr zu essen anbot, nahm sein Gesicht einen �bellaunigen, gr�blerischen Ausdruck an. Zwischen ihm und Sirius sa�en Mundungus und Mad-Eye, die vorbeigeschaut hatten, um Mr. Weasley zu begl�ckw�nschen.</p><p>Harry wollte mit Sirius reden, ihm sagen, dass er Snape kein Geh�r schenken solle, dass Snape ihn absichtlich aufstachle und alle anderen ihn nicht f�r einen Feigling hielten, nur weil er tat, was Dumbledore ihn gehei�en hatte, und am Grimmauldplatz blieb. Doch er fand keine Gelegenheit dazu, und bei dem geh�ssigen Ausdruck auf Sirius' Gesicht fragte er sich gelegentlich, ob er es wirklich gewagt h�tte, das Thema anzuschneiden, selbst wenn er die M�glichkeit gehabt h�tte. Stattdessen erz�hlte er Ron und Hermine mit verhaltener Stimme, dass er Okklumentikstunden bei Snape nehmen musste.</p><p>�Dumbledore will, dass du nicht mehr diese Tr�ume von Voldemort hast�, sagte Hermine prompt. �Nun, du wirst sie nicht gerade vermissen, oder?�</p><p>�Zusatzunterricht mit Snape?�, sagte Ron und klang entgeistert. �Da h�tte ich lieber Alptr�ume!�</p><p>Am n�chsten Tag sollten sie mit dem Fahrenden Ritter nach Hogwarts zur�ckkehren, abermals begleitet von Tonks und Lupin, die beide beim Fr�hst�ck in der K�che sa�en, als Harry, Ron und Hermine am Morgen herunterkamen. Die Erwachsenen schienen gerade fl�sternd etwas zu besprechen, als Harry die T�r �ffnete; alle wandten sich hastig um und verstummten.</p><p>Nachdem sie ihr Fr�hst�ck hinuntergeschlungen hatten, zogen alle ihre Jacken und Schals an, denn es war ein eisiger grauer Januarmorgen. Harry hatte das unangenehme Gef�hl, die Brust sei ihm eingeschn�rt; er wollte sich nicht von Sirius verabschieden. Er hatte ein schlechtes Gef�hl bei dieser Trennung; er wusste nicht, wann sie sich wieder sehen w�rden, und er hielt es f�r seine Pflicht, Sirius etwas zu sagen, damit er nichts T�richtes anstellte - Harry machte sich Sorgen, dass Snapes Vorwurf, er sei ein Feigling, Sirius so heftig getroffen hatte, dass er schon dabei war, irgendein tollk�hnes Unternehmen fern vom Grimmauldplatz auszuhecken. Bevor er jedoch die rechten Worte fand, hatte ihn Sirius bereits zu sich gewinkt.</p><p>�Ich m�chte dir das hier mitgeben�, sagte er leise und dr�ckte Harry ein schlecht eingewickeltes P�ckchen etwa von der Gr��e eines Taschenbuchs in die H�nde.</p><p>�Was ist das?�, fragte Harry.</p><p>�Damit kannst du mich wissen lassen, ob Snape dir das Leben schwer macht.</p><p>Nein, nicht hier drin aufmachen!�, sagte Sirius mit einem argw�hnischen Blick auf Mrs. Weasley, die gerade versuchte, die Zwillinge zu �berzeugen, dass sie handgestrickte F�ustlinge tragen sollten. �Ich glaub nicht, dass Molly das guthei�en w�rde - aber ich will, dass du es benutzt, wenn du mich brauchst, klar?�</p><p>�Okay�, sagte Harry und steckte das P�ckchen in die Innentasche seiner Jacke, doch was auch immer es war, er wusste, dass er es nie benutzen w�rde. Er jedenfalls wollte nicht derjenige sein, der Sirius aus sicherer Obhut lockte, egal wie gemein Snape ihn w�hrend der kommenden Okklumentikstunden behandeln w�rde.</p><p>�Dann mal los�, sagte Sirius, gab Harry einen Klaps auf die Schulter und l�chelte verbissen, und ehe Harry etwas sagen konnte, waren sie schon auf dem Weg nach oben und standen, umringt von den Weasleys, vor der mit schweren Ketten und Riegeln gesicherten Haust�r.</p><p>�Auf Wiedersehen, Harry, mach's gut�, sagte Mrs. Weasley und umarmte ihn.</p><p>�Bis dann, Harry, und halt f�r mich Ausschau nach Schlangen!�, sagte Mr.</p><p>Weasley herzlich und sch�ttelte ihm die Hand.</p><p>�Gut - ja�, erwiderte Harry zerstreut. Es war seine letzte Chance, Sirius zu mahnen, er solle vorsichtig sein. Er drehte sich um, blickte seinem Paten ins Gesicht und �ffnete bereits den Mund, doch ehe er etwas sagen konnte, dr�ckte ihn Sirius kurz mit einem Arm an sich und sagte barsch: �Pass auf dich auf, Harry.� Einen Moment sp�ter war Harry auch schon in die eisige Winterluft hinausgeschoben worden, und Tonks (heute fast unkenntlich verkleidet als gro�e, ganz in Tweed gewandete Dame mit eisengrauem Haar) scheuchte ihn die Treppe hinunter.</p><p>Die T�r von Nummer zw�lf schlug hinter ihnen zu. Sie folgten Lupin die Treppe hinunter. Als Harry den Gehweg erreichte, blickte er zur�ck. Haus Nummer zw�lf schrumpfte schnell, w�hrend die H�user daneben sich zur Seite ausdehnten und es au�er Sicht dr�ckten. Ein Augenzwinkern sp�ter war es verschwunden.</p><p>�Beeilung, je schneller wir in den Bus kommen, desto besser�, sagte Tonks, und Harry hatte das Gef�hl, dass etwas Nerv�ses in ihrem Blick lag, der �ber den Platz huschte. Lupin schwang seinen rechten Arm in die H�he.</p><empty-line/><p>KNALL.</p><p>Ein grellvioletter Dreideckerbus war aus heiterem Himmel vor ihnen erschienen und schrammte knapp am n�chsten Laternenpfahl vorbei, der ihm aus dem Weg sprang.</p><p>Ein schmaler, pickliger Jugendlicher mit abstehenden Ohren und violetter Uniform h�pfte auf den Gehweg und sagte: �Willkommen im -�</p><p>�Ja, ja, wissen wir, danke sch�n�, sagte Tonks eilig. �Rein, rein mit euch -�</p><p>Und sie schubste Harry zu den Stufen, am Schaffner vorbei, der ihn mit gro�en Augen anglotzte.</p><p>�Ey - das 's ja 'Arry -!�</p><p>�Wenn du seinen Namen hier rumschreist, hals ich dir 'nen Fluch auf, dass dir H�ren und Sehen vergeht�, murmelte Tonks drohend und schob nun Ginny und Hermine vor sich her.</p><p>�Ich wollt immer mal mit dem Ding fahren�, sagte Ron gl�cklich, stieg zu Harry in den Bus und sah sich um.</p><p>Das letzte Mal war Harry an einem Abend mit dem Fahrenden Ritter gereist und die drei Decks waren voller Messingbetten gewesen. Jetzt, am fr�hen Morgen, standen viele nicht zueinander passende Sessel aufs Geratewohl um die Fenster gruppiert. Manche waren offenbar umgefallen, als der Bus am Grimmauldplatz abrupt gestoppt hatte; einige Hexen und Zauberer waren immer noch dabei, sich grummelnd hochzurappeln, und jemandes Einkaufstasche war den ganzen Bus langgeschlittert. Eine unappetitliche Mischung aus Froschlaich, K�chenschaben und Vanillekeksen lag �berall auf dem Boden verstreut.</p><p>�Sieht aus, als m�ssten wir uns aufteilen�, sagte Tonks forsch und sah sich nach leeren Sesseln um. �Fred, George und Gin ny, wenn ihr bitte diese Pl�tze dort hinten nehmen w�rdet ... Remus kann bei euch bleiben.�</p><p>Tonks, Harry, Ron und Hermine kletterten weiter bis aufs Oberdeck, wo es ganz vorne und ganz hinten noch je zwei freie Pl�tze gab. Stan Shunpike, der Schaffner, folgte Harry und Ron neugierig nach hinten. W�hrend sie vorbeigingen, drehten sich K�pfe nach Harry um, und als er sich setzte, sah er, wie alle Gesichter rasch wieder nach vorne schnellten.</p><p>Harry und Ron reichten Stan je elf Sickel und der Bus setzte sich unheilvoll schwankend erneut in Bewegung. Er rumpelte um den Grimmauldplatz und schl�ngelte sich dabei �ber den Gehweg, dann, mit einem weiteren gewaltigen KNALL, wurden sie alle nach hinten gerissen. Rons Sessel fiel prompt um, und Pigwidgeon, der auf seinem Scho� gewesen war, schoss aus seinem K�fig und flog erregt zwitschernd nach vorne, wo er sich flatternd auf Hermines Schulter niederlie�. Harry, der sich im letzten Moment noch an einen Kerzenhalter geklammert hatte und deshalb nicht umgefallen war, sah aus dem Fenster: Sie rasten jetzt offenbar �ber eine Autobahn.</p><p>�Nicht weit von Birmingham�, sagte Stan fr�hlich und beantwortete damit Harrys unausgesprochene Frage, w�hrend Ron sich wieder auf die Beine k�mpfte.</p><p>�Alles paletti bei dir, 'Arry? Hab dein' Namen im Sommer oft inner Zeitung gesehn, war aber nie nichts richtig Nettes. Ich sag zu Ernie, sag ich, uns is' er damals nich wie 'n Knallkopf vorgekomm', als wir ihn getroff'n ham, da sieht man's mal wieder, nich?�</p><p>Er gab ihnen ihre Fahrscheine und starrte Harry weiter wie gebannt an.</p><p>Offenbar war es Stan egal, wie durchgeknallt jemand war, Hauptsache, er war so ber�hmt, dass er in der Zeitung stand. Der Fahrende Ritter schlingerte Furcht erregend und �berholte ein paar Autos auf der Innenspur. Harry sp�hte nach vorne und sah, wie Hermine die H�nde vor die Augen schlug, w�hrend Pigwidgeon gl�cklich auf ihrer Schulter schwankte.</p><p>KNALL.</p><p>Sessel schlitterten wieder nach hinten, als der Fahrende Ritter von der Birminghamer Autobahn auf eine ruhige Landstra�e voller Haarnadelkurven sprang. Hecken zu beiden Seiten der Stra�e st�rzten aus dem Weg, als sie �ber die Gr�nstreifen fuhren. Von hier aus ging es auf die Hauptstra�e mitten in einer belebten Stadt, dann auf ein Viadukt, das von hohen H�geln umgeben war, dann zu einer windgepeitschten Stra�e zwischen Wohnsilos, jedes Mal mit einem lauten KNALL.</p><p>�Ich hab's mir anders �berlegt�, murmelte Ron und rappelte sich zum sechsten Mal vom Boden hoch. �Ich will nie mehr mit dieser Kiste fahren.�</p><p>�H�rt ma', nach dem hier kommt 'Ogwarts�, sagte Stan strahlend und schwankte auf sie zu. �Diese Frau da vorne, die mit den Haar'n auf'n Z�hnen, die mit euch reinkam, die hat uns was zugesteckt, damit ihr fr�her an die Reihe kommt. Wir m�ssen nur erst Madam Marsh absetzen� von unten war ein W�rgen zu h�ren, gefolgt von einem f�rchterlichen Spritzger�usch - �der geht's nich sonnerlich gut.�</p><p>Ein paar Minuten sp�ter hielt der Fahrende Ritter kreischend vor einem kleinen Pub, der sich zur Seite dr�ckte, um einen Zusammensto� zu vermeiden.</p><p>Sie h�rten, wie Stan die ungl�ckliche Madam Marsh aus dem Bus komplimentierte, und dann das erleichterte Gemurmel ihrer Mitreisenden auf dem zweiten Deck. Der Bus fuhr wieder an, beschleunigte, bis -</p><p>KNALL.</p><p>Sie rollten durch das verschneite Hogsmeade. Harry erhaschte einen Blick auf den <emphasis>Eberkopf </emphasis>hinten in der Seitenstra�e, wo das Schild mit dem abgetrennten Wildschweinkopf im kalten Wind quietschte. Schneeflocken stoben gegen die gro�e Frontscheibe des Busses. Endlich rollten sie vor die Tore von Hogwarts und hielten an.</p><p>Lupin und Tonks halfen ihnen beim Aussteigen mit dem Gep�ck, dann stiegen auch sie aus, um sich zu verabschieden. Harry warf einen Blick hoch zu den drei Decks des Fahrenden Ritters und sah, dass s�mtliche Passagiere, die Nasen an den Fenstern platt gedr�ckt, auf sie hinabstarrten.</p><p>�Ihr seid in Sicherheit, sobald ihr das Schulgel�nde erreicht habt�, sagte Tonks und lie� die Augen pr�fend �ber die einsame Stra�e wandern. �Also, noch ein gutes Schuljahr, okay?�</p><p>�Passt auf euch auf�, sagte Lupin und sch�ttelte reihum H�nde, bis er schlie�lich zu Harry kam. �Und h�r mal ...� Er senkte die Stimme, w�hrend die anderen sich noch eilig von Tonks verabschiedeten. �Harry, ich wei�, dass du Snape nicht ausstehen kannst, aber er ist ein hervorragender Okklumentor, und wir alle - auch Sirius - wollen, dass du lernst, dich zu sch�tzen, also arbeite flei�ig, ja?�</p><p>�Ja, schon gut�, sagte Harry mit schwerer Stimme und blickte hoch in Lupins fr�hzeitig gealtertes Gesicht. �Also, bis dann.�</p><p>Die sechs k�mpften sich, ihre Koffer hinter sich herschleifend, den rutschigen Zufahrtsweg zum Schloss hoch. Hermine redete schon wieder davon, vor dem Zubettgehen noch ein paar Elfenh�te zu stricken. Als sie das Eichenportal erreicht hatten, warf Harry einen Blick zur�ck. Der Fahrende Ritter war bereits verschwunden, und angesichts dessen, was ihn am n�chsten Abend erwartete, w�nschte er sich fast, noch immer an Bord zu sein.</p><p>Harry verbrachte den n�chsten Tag vor allem damit, sich den Abend in den schrecklichsten Farben auszumalen. Die morgendliche Doppelstunde Zaubertr�nke trug nicht dazu bei, seine �ngste zu zerstreuen, da Snape so unangenehm wie immer war. Seine Laune sank noch mehr, weil die DA-Mitglieder ihn zwischen den Unterrichtsstunden st�ndig auf den G�ngen ansprachen und hoffnungsvoll fragten, ob es an diesem Abend ein Treffen gebe.</p><p>�Ich werd euch auf dem �blichen Weg wissen lassen, wann das n�chste Treffen ist�, sagte Harry wieder und wieder, �aber heute Abend geht's bei mir nicht, ich habe - �hm -Nachhilfe in Zaubertr�nke.�</p><p>�Du nimmst <emphasis>Nachhilfe in Zaubertr�nke?�, </emphasis>fragte Zacharias Smith herablassend, der Harry nach dem Mittagessen in der Eingangshalle erwischt hatte. �Mein Gott, du musst ja grottenschlecht sein. Normalerweise gibt Snape keine Nachhilfestunden, oder?�</p><empty-line/><p>Smith ging mit unangenehm federnden Schritten davon. Ron sah ihm w�tend hinterher.</p><p>�Soll ich ihm 'nen Fluch aufhalsen? Von hier aus krieg ich den noch�, sagte er, hob seinen Zauberstab und zielte zwischen Smiths Schulterbl�tter.</p><p>�Vergiss es�, sagte Harry tr�bselig. �Das werden doch alle denken, oder? Dass ich echt dumm -�</p><p>�Hi, Harry�, ert�nte eine Stimme hinter ihm. Er drehte sich um und vor ihm stand Cho.</p><p>�Oh�, sagte Harry und sein Magen h�pfte unangenehm. �Hi.�</p><p>�Wir sind dann in der Bibliothek, Harry�, sagte Hermine bestimmt, packte Ron am Ellbogen und zog ihn zur Marmortreppe davon.</p><p>�Sch�ne Weihnachten gehabt?�, fragte Cho.</p><p>�Ja, nicht schlecht�, sagte Harry.</p><p>�Meine waren ziemlich ruhig�, sagte Cho. Aus irgendeinem Grund sah sie recht verlegen aus. ��hm ... n�chsten Monat ist wieder ein Ausflug nach Hogsmeade, hast du den Zettel gesehen?�</p><p>�Was? Oh, nein, ich hab noch nicht aufs schwarze Brett geguckt, seit ich wieder hier bin.�</p><p>�Ja, es ist am Valentinstag ...�</p><p>�Gut�, sagte Harry und fragte sich, warum sie ihm das erz�hlte. �Also, ich vermute mal, du willst -�</p><p>�Nur, wenn du auch willst�, sagte sie eilig.</p><p>Harry starrte ins Leere. Er hatte sagen wollen: �Ich vermute mal, du willst wissen, wann das n�chste DA-Treffen ist�, aber ihre Antwort passte irgendwie nicht.</p><p>�Ich - �hm�, sagte er.</p><p>�Oh, schon okay, wenn du nicht willst�, sagte sie und wirkte gekr�nkt. �Macht nichts. Ich - wir sehn uns dann.�</p><p>Sie ging davon. Harry stand da und starrte ihr nach, w�hrend sein Gehirn hektisch arbeitete. Dann rastete etwas ein.</p><p>�Cho! Hey - CHO!�</p><p>Er rannte ihr nach und erwischte sie auf halber H�he der Marmortreppe.</p><p>��hm - m�chtest du am Valentinstag mit mir nach Hogsmeade kommen?�</p><empty-line/><p>�Oooh, ja!�, sagte sie, wurde puterrot und strahlte ihn an.</p><p>�Sch�n ... also ... dann ist das abgemacht�, sagte Harry, und mit dem Gef�hl, dass der Tag nun doch nicht ganz verloren war, h�pfte er regelrecht zur Bibliothek davon, um Ron und Hermine zum Nachmittagsunterricht abzuholen.</p><p>Um sechs Uhr abends jedoch konnte selbst das wohltuende Wissen, dass es ihm gelungen war, sich mit Cho Chang zu verabreden, nicht das Gef�hl der Bedrohung d�mpfen, das mit jedem Schritt st�rker wurde, den Harry auf Snapes B�ro zuging.</p><p>Vor der T�r hielt er inne und w�nschte sich sehnlichst, irgendwo zu sein, nur nicht hier, dann holte er tief Luft, klopfte und trat ein.</p><p>Die W�nde in dem d�steren Raum waren voller Regale mit Hunderten von Glasgef��en, in denen schleimige Teile von Tieren und Pflanzen in diversen bunten L�sungen schwebten. In einer Ecke stand der Zutatenschrank. Snape hatte Harry einst - nicht ohne Grund - beschuldigt, etwas daraus gestohlen zu haben.</p><p>Harrys Aufmerksamkeit wurde jedoch vom Schreibtisch angezogen, wo ein flaches, mit Runen und Symbolen verziertes Steinbassin im Lichtschein von Kerzen stand. Harry erkannte es sofort - es war Dumbledores Denkarium. Er fragte sich gerade, was um alles in der Welt es hier zu suchen hatte, als Snapes kalte Stimme aus dem Schatten drang und ihn zusammenzucken lie�.</p><p>�Schlie�en Sie die T�r hinter sich, Potter.�</p><p>Harry tat wie gehei�en, mit dem f�rchterlichen Gef�hl, dass er sich selbst einsperrte. Als er sich wieder dem Raum zuwandte, war Snape ins Licht getreten und deutete stumm auf den Stuhl gegen�ber seinem Schreibtisch. Harry setzte sich, ebenso Snape, dessen kalte schwarze Augen starr auf Harry gerichtet waren und dem die Abneigung in jede Falte seines Gesichts geschrieben war.</p><p>�Nun, Potter, Sie wissen, warum Sie hier sind�, sagte er.</p><p>�Der Schulleiter hat mich beauftragt, Sie in Okklumentik zu unterrichten. Ich kann nur hoffen, dass Sie sich darin geschickter anstellen als in Zaubertr�nke.�</p><p>�Verstanden�, sagte Harry knapp.</p><p>�Dies ist vielleicht kein gew�hnlicher Unterricht, Potter�, sagte Snape und seine Pupillen verengten sich b�sartig, �aber ich bin immer noch Ihr Lehrer und Sie werden mich daher ausnahmslos mit �Sir� oder �Professor� ansprechen.�</p><p>�Ja ... <emphasis>Sir�, </emphasis>sagte Harry.</p><p>�Nun, zur Okklumentik. Wie ich Ihnen schon in der K�che Ihres werten Paten erkl�rt habe, versiegelt dieser Zweig der Magie den Geist gegen magisches Eindringen und Beeinflussung.�</p><empty-line/><p>�Und warum meint Professor Dumbledore, dass ich das n�tig habe?�, sagte Harry. Er sah Snape direkt in die Augen und fragte sich, ob er antworten w�rde.</p><p>Snape erwiderte seinen Blick einen Moment lang, dann sagte er ver�chtlich:</p><p>�Gewiss haben selbst Sie das inzwischen rausgefunden, Potter? Der Dunkle Lord ist hervorragend in Legilimentik -�</p><p>�Was ist das? <emphasis>Sir?�</emphasis></p><p>�Das ist die F�higkeit, Gef�hle und Erinnerungen aus dem Kopf einer anderen Person herauszuziehen -�</p><p>�Er kann Gedanken lesen?�, sagte Harry rasch und sah seine schlimmsten Bef�rchtungen best�tigt.</p><p>�Ihnen mangelt es an Feingef�hl, Potter�, sagte Snape und seine schwarzen Augen glitzerten. �Sie haben keinen Sinn f�r feine Unterschiede. Dies ist einer der M�ngel, aufgrund deren Sie ein so j�mmerlicher Zaubertrankmischer sind.�</p><p>Snape hielt einen Moment inne, offenbar um das Vergn�gen, Harry beleidigt zu haben, auszukosten, dann fuhr er fort.</p><p>�Nur Muggel reden von �Gedankenlesen�. Der Kopf ist kein Buch, das man willentlich aufschla gen und nach Belieben studieren kann. Gedanken sind nicht innen in den Sch�del eingraviert, auf dass sie von einem Eindringling gelesen werden k�nnten. Der Geist ist ein komplexes und vielschichtiges Etwas, Potter - zumindest gilt das f�r die meisten.� Er grinste s�ffisant. �Es stimmt jedoch - wer die Legilimentik beherrscht, ist unter gewissen Voraussetzungen in der Lage, in die K�pfe seiner Opfer einzutauchen und das, was er vorfindet, richtig zu deuten.</p><p>Der Dunkle Lord zum Beispiel wei� fast immer, wenn jemand ihn anl�gt. Nur wer die Okklumentik erlernt hat, ist imstande, jene Gef�hle und Erinnerungen nach au�en hin zu verschlie�en, die der L�ge widersprechen, und kann daher in seiner Gegenwart Falsches �u�ern, ohne dass er dies sp�rt.�</p><p>Was immer Snape auch sagen mochte, Legilimentik klang f�r Harry wie Gedankenlesen, und das h�rte er �berhaupt nicht gern.</p><p>�Also k�nnte er wissen, was wir jetzt gerade denken? Sir?�</p><p>�Der Dunkle Lord befindet sich in betr�chtlicher Entfernung, und die Mauern und Schlossgr�nde von Hogwarts werden durch viele alte Fl�che und Zauber gesch�tzt, um die k�rperliche und geistige Sicherheit seiner Bewohner zu gew�hrleisten�, sagte Snape. �Zeit und Raum spielen in der Magie eine Rolle, Potter. F�r die Legilimentik ist h�ufig der Augenkontakt entscheidend.�</p><p>�Und warum muss ich dann Okklumentik lernen?�</p><p>Snape fasste Harry scharf ins Auge und fuhr sich mit einem langen d�nnen Finger �ber den Mund.</p><p>�Bei Ihnen scheinen die �blichen Regeln nicht zu gelten, Potter. Der Fluch, der es nicht geschafft hat, Sie zu t�ten, scheint eine Art Verbindung zwischen Ihnen und dem Dunklen Lord geschmiedet zu haben. Nach dem, was wir wissen, teilen Sie manchmal, wenn Ihr Geist ganz entspannt und verwundbar ist - zum Beispiel, wenn Sie schlafen -, die Gedanken und Gef�hle des Dunklen Lords. Der Schulleiter h�lt es nicht f�r ratsam, dass dies so bleibt. Er m�chte, dass ich Ihnen beibringe, wie Sie Ihren Geist gegen den Dunklen Lord verschlie�en.�</p><p>Harrys Herz pochte wieder heftig. Das passte alles �berhaupt nicht zusammen.</p><p>�Aber warum will Professor Dumbledore, dass es aufh�rt?�, fragte er abrupt.</p><p>�Ich mag es nicht sonderlich, aber es ist doch n�tzlich gewesen, oder? Ich meine ... ich hab gesehen, wie diese Schlange Mr. Weasley angegriffen hat, und wenn nicht, h�tte Professor Dumbledore ihn ja nicht retten k�nnen, oder? Sir?�</p><p>Snape starrte Harry einige Augenblicke lang an und fuhr sich unentwegt mit dem Finger �ber den Mund. Als er dann zu sprechen begann, tat er es langsam und �berlegt, als w�rde er jedes Wort abw�gen.</p><p>�Wie es scheint, war sich der Dunkle Lord der Verbindung zwischen Ihnen und ihm bis vor kurzem nicht bewusst. Offenbar haben Sie bislang seine Gef�hle gesp�rt und seine Gedanken geteilt, ohne dass er dies durchschaut h�tte. Die Vision jedoch, die Sie kurz vor Weihnachten hatten -�</p><p>�Die mit der Schlange und Mr. Weasley?�</p><p>�Unterbrechen Sie mich nicht, Potter�, sagte Snape drohend. �Wie gesagt, die Vision, die Sie kurz vor Weihnachten hatten, stellte ein derart machtvolles Eindringen in die Gedanken des Dunklen Lords dar -�</p><p>�Ich hab ins Innere des Schlangenkopfs gesehen, nicht in seinen!�</p><p>�Habe ich Ihnen nicht eben gesagt, Sie sollen mich nicht unterbrechen, Potter?�</p><p>Aber Harry war es gleich, ob Snape zornig war; endlich schien er dieser Sache auf den Grund zu kommen. Er war auf seinem Stuhl nach vorne gerutscht und sa� nun, ohne es zu merken, am �u�ersten Rand, angespannt, wie bereit zur Flucht.</p><p>�Weshalb habe ich dann durch die Augen der Schlange gesehen, wenn ich doch die Gedanken Voldemorts teile?�</p><p><emphasis>�Nennen Sie den Dunklen Lord nicht beim Namen!�, </emphasis>fauchte Snape.</p><p>Eine unangenehme Stille trat ein. Sie starrten sich �ber das Denkarium hinweg mit b�sen Blicken an.</p><empty-line/><p>�Professor Dumbledore nennt ihn beim Namen�, sagte Harry leise.</p><p>�Dumbledore ist ein �u�erst m�chtiger Zauberer�, murmelte Snape. <emphasis>�Er </emphasis>mag sich sicher genug f�hlen, seinen Namen zu nennen ... w�hrend wir anderen ...� Er rieb sich, offenbar gedankenverloren, den linken Unterarm an der Stelle, wo, wie Harry wusste, das Dunkle Mal in seine Haut gebrannt war.</p><p>�Ich wollte nur wissen�, setzte Harry erneut an und zwang sich wieder zu einem h�flichen Ton, �warum -�</p><p>�Sie scheinen im Kopf der Schlange gewesen zu sein, weil der Dunkle Lord genau in diesem Moment dort war�, knurrte Snape. �Er hatte zu dieser Zeit Besitz von der Schlange ergriffen, und deshalb haben Sie getr�umt, dass auch Sie in ihr waren.�</p><p>�Und Vol- er - hat bemerkt, dass ich da war?�</p><p>�Es scheint so�, sagte Snape k�hl.</p><p>�Woher wissen Sie das?�, dr�ngte Harry. �Vermutet das Dumbledore nur, oder -?�</p><p>�Ich habe Ihnen doch gesagt�, erwiderte Snape, steif auf seinem Stuhl, die Augen zu Schlitzen verengt, �dass Sie mich �Sir� nennen sollen.�</p><p>�Ja, Sir�, sagte Harry ungeduldig, �aber woher wissen Sie -�</p><p>�Es gen�gt, dass wir es wissen�, sagte Snape gebieterisch.</p><p>�Der springende Punkt ist, dass der Dunkle Lord sich nun dar�ber im Klaren ist, dass Sie Zugang zu seinen Gedanken und Gef�hlen gewinnen. Er hat zudem den Schluss gezogen, dass dieser Vorgang wahrscheinlich auch umkehrbar ist; das hei�t, er hat erkannt, dass er vielleicht seinerseits imstande sein wird, auf Ihre Gedanken und Gef�hle zuzugreifen -�</p><p>�Und er k�nnte versuchen, mich Dinge tun zu lassen?�, fragte Harry. <emphasis>�Sir?�,</emphasis> f�gte er hastig hinzu.</p><p>�Er k�nnte�, sagte Snape und er klang kalt und unbeteiligt. �Und damit w�ren wir wieder bei der Okklumentik.�</p><p>Snape zog seinen Zauberstab aus einer Innentasche seines Umhangs und Harry verkrampfte sich auf seinem Stuhl, doch Snape hob den Zauberstab nur an seine Schl�fe und steckte die Spitze in die fettigen Haare. Als er ihn wieder entfernte, l�ste sich eine silbrige Substanz, die sich von der Schl�fe zum Zauberstab spannte wie ein dicker Gazestreifen und abriss, als er den Zauberstab wegzog, ehe sie anmutig in das Denkarium hinabschwebte, wo sie, nicht Gas, nicht Fl�ssigkeit, silbrig wei� umherwirbelte. Noch weitere zwei Mal f�hrte Snape den Zauberstab an die Schl�fe und legte die silbrige Substanz in dem steinernen Becken ab, dann, ohne sein Tun irgend zu erkl�ren, hob er das Denkarium behutsam empor, trug es fort zu einem entfernten Regalbord, kehrte zur�ck und sah Harry mit gez�cktem Zauberstab an.</p><p>�Stehen Sie auf und holen Sie Ihren Zauberstab heraus, Potter.�</p><p>Harry erhob sich nerv�s. Den Schreibtisch zwischen sich, sahen sie sich an.</p><p>�Sie d�rfen Ihren Zauberstab benutzen und versuchen, mich zu entwaffnen, oder sich auf irgendeine andere Weise verteidigen, die Ihnen einf�llt�, sagte Snape.</p><p>�Und was werden Sie tun?�, fragte Harry und warf einen beklommenen Blick auf Snapes Zauberstab.</p><p>�Ich werde gleich versuchen, in Ihre Gedanken einzudringen�, sagte Snape sanft. �Wir werden sehen, wie gut Sie sich wehren. Man hat mir berichtet, dass Sie bereits Geschick im Widerstand gegen den Imperius-Fluch bewiesen haben.</p><p>Sie werden feststellen, dass �hnliche Kr�fte hierf�r n�tig sind ... und jetzt wappnen Sie sich. <emphasis>Legilimens!�</emphasis></p><p>Snape hatte zugeschlagen, bevor Harry bereit war, ja bevor er auch nur begonnen hatte, irgendwelche Widerstandskr�fte zu sammeln. Das B�ro verschwamm vor seinen Augen und l�ste sich auf; Bild um Bild raste ihm durch den Kopf wie ein flackernder Film, so grell, dass er ihn f�r alles sonst um ihn her blind machte.</p><p>Er war f�nf und sah zu, wie Dudley mit einem neuen roten Fahrrad fuhr, und sein Herz platzte vor Neid ... er war neun, und Ripper, die Bulldogge, jagte ihn einen Baum hoch, w�hrend die Dursleys unten auf dem Rasen lachten ... er sa� unter dem Sprechenden Hut, und er sagte ihm, er w�rde gut nach Slytherin passen</p><p>... Hermine lag im Krankensaal, das Gesicht �berwachsen mit dichtem schwarzem Haar ... hundert Dementoren kreisten ihn am dunklen See ein ... Cho Chang kam unter den Misteln auf ihn zu ...</p><p><emphasis>Nein, </emphasis>sagte eine Stimme in Harrys Kopf, als die Erinnerung an Cho n�her r�ckte, <emphasis>dabei siehst du nicht zu, das kriegst du nicht zu sehen, das ist allein meine Sache </emphasis>�</p><p>Er sp�rte einen stechenden Schmerz im Knie. Snapes B�ro war wieder zu erkennen und er bemerkte, dass er zu Boden gefallen war; sein Knie war heftig gegen ein Bein von Snapes Schreibtisch gesto�en. Er blickte zu Snape auf, der seinen Zauberstab gesenkt hatte und sich das Handgelenk rieb. Ein flammender Striemen war dort zu sehen, eine Art Brandmal.</p><p>�Wollten Sie einen Brandzauber ausf�hren?�, fragte Snape k�hl.</p><p>�Nein�, sagte Harry erbittert und stand auf.</p><empty-line/><p>�Dachte ich auch nicht�, sagte Snape ver�chtlich. �Sie haben mich zu weit reingelassen. Sie haben die Kontrolle verloren.�</p><p>�Haben Sie alles gesehen, was ich gesehen habe?�, fragte Harry, unsicher, ob er die Antwort h�ren wollte.</p><p>�Ausschnitte davon�, sagte Snape und seine Lippen kr�uselten sich. �Wem geh�rte der Hund?�</p><p>�Meiner Tante Magda�, murmelte Harry und der Hass auf Snape brodelte in ihm.</p><p>�Nun, f�r den ersten Versuch war das gar nicht so schlecht, wie es h�tte sein k�nnen�, sagte Snape und hob erneut seinen Zauberstab. �Sie haben es doch noch geschafft, mich aufzuhalten, obwohl Sie Zeit und Kraft mit Geschrei vergeudet haben. Sie m�ssen konzentriert bleiben. Halten Sie mich mit Ihrem Gehirn fern und Sie m�ssen Ihren Zauberstab nicht gebrauchen.�</p><p>�Ich versuch's�, sagte Harry zornig, �aber Sie sagen mir nicht, wie!�</p><p>�Rei�en Sie sich zusammen, Potter�, sagte Snape drohend. �Nun, schlie�en Sie jetzt die Augen.�</p><p>Harry warf ihm einen geh�ssigen Blick zu, bevor er tat wie gehei�en. Es gefiel ihm �berhaupt nicht, mit geschlossenen Augen dazustehen, w�hrend Snape mit einem Zauberstab vor ihm stand.</p><p>�Machen Sie Ihren Kopf frei�, sagte Snapes kalte Stimme. �L�sen Sie sich von allen Emotionen ...�</p><p>Doch Harrys Zorn auf Snape pulsierte unabl�ssig wie Gift durch seine Adern.</p><p>Sich von seinem Zorn l�sen? Genauso gut h�tte er sich von seinen Beinen l�sen k�nnen ...</p><p>�Sie sind nicht bei der Sache, Potter ... Sie brauchen mehr Disziplin, als Sie hier zeigen ... konzentrieren Sie sich jetzt ...�</p><p>Harry versuchte seinen Kopf zu entleeren, nichts zu denken, sich an nichts zu erinnern, nichts zu f�hlen ...</p><p>�Noch einmal ... ich z�hle bis drei ... eins - zwei - drei - <emphasis>Legilimens!�</emphasis></p><p>Ein gro�er schwarzer Drache reckte sich vor ihm in die H�he ... sein Vater und seine Mutter winkten ihm aus einem Zauberspiegel heraus zu ... Cedric Diggory lag auf dem Boden und seine leeren Augen starrten ihn an ...</p><p>�NEEEIIIN!�</p><p>Harry war wieder auf den Knien, hatte das Gesicht in den H�nden vergraben, und sein Gehirn schmerzte, als ob jemand versucht h�tte, es aus seinem Sch�del zu ziehen.</p><p>�Stehen Sie auf!�, sagte Snape scharf. �Aufstehen! Sie versuchen es gar nicht erst, Sie bem�hen sich nicht. Sie erlauben es mir, an Erinnerungen heranzukommen, vor denen Sie Angst haben, und liefern mir damit Munition!�</p><p>Harry stand wieder auf, und sein Herz pochte heftig, als ob er soeben wirklich Cedric tot auf dem Friedhof gesehen h�tte. Snape wirkte blasser als sonst und zorniger, doch nicht ann�hernd so zornig wie Harry.</p><p>�Ich - strenge - mich - an�, presste Harry zwischen den Z�hnen hervor.</p><p>�Ich hab Ihnen gesagt, Sie sollen sich aller Gef�hle entledigen!�</p><p>�Ja? Leider f�llt mir das im Moment etwas schwer�, knurrte Harry.</p><p>�Dann werden Sie leichte Beute f�r den Dunklen Lord sein!�, sagte Snape grimmig. �Dummk�pfe, die stolz das Herz auf der Zunge tragen, die ihre Gef�hle nicht beherrschen k�nnen, die in traurigen Erinnerungen schwelgen und sich damit leicht provozieren lassen - Schw�chlinge, mit anderen Worten - sie haben keine Chance gegen seine Kr�fte! Er wird es l�cherlich einfach finden, in Ihren Geist einzudringen, Potter!�</p><p>�Ich bin nicht schwach�, sagte Harry leise. Die Wut kochte jetzt in ihm und er h�tte Snape am liebsten im n�chsten Moment angegriffen.</p><p>�Dann beweisen Sie es! Beherrschen Sie sich!�, fauchte Snape. �Bringen Sie Ihren Zorn unter Kontrolle, diszip linieren Sie Ihren Geist! Versuchen wir es noch einmal! Machen Sie sich bereit -jetzt! <emphasis>Legilimens!�</emphasis></p><p>Er beobachtete, wie Onkel Vernon den Briefkasten zunagelte ... hundert Dementoren schwebten �ber den See auf dem Schlossgel�nde auf ihn zu ... er rannte mit Mr. Weasley durch einen fensterlosen Gang ... sie n�herten sich der schlichten schwarzen T�r am Ende des Korridors ... Harry dachte, sie w�rden hindurchgehen ... aber Mr. Weasley f�hrte ihn nach links, eine steinerne Treppe hinunter ...</p><p>�JETZT WEISS ICH'S! JETZT WEISS ICH'S!�</p><p>Wieder war er auf allen vieren am Boden von Snapes B�ro, seine Narbe kribbelte unangenehm, doch die Stimme, die eben aus seinem Mund gekommen war, hatte triumphierend geklungen. Er stemmte sich hoch und sah, dass Snape ihn mit erhobenem Zauberstab anstarrte. Diesmal schien es, als h�tte Snape den Zauber aufgehoben, bevor Harry auch nur versucht hatte zur�ckzuschlagen.</p><p>�Was ist denn passiert, Potter?�, fragte er und musterte Harry aufmerksam.</p><p>�Ich sah - ich hab mich erinnert!�, keuchte Harry. �Mir ist eben klar geworden ...�</p><p>�Was klar geworden?�, fragte Snape scharf.</p><p>Harry antwortete nicht sofort; er rieb sich die Stirn und genoss den Augenblick, da ihm ein blendendes Licht aufgegangen war ...</p><p>Er hatte monatelang von einem fensterlosen Korridor getr�umt, der an einer verschlossenen T�r endete, und die ganze Zeit nicht erkannt, dass es diesen Ort wirklich gab. Nun, da die Erinnerung noch einmal in ihm aufgestiegen war, war ihm klar geworden, dass er andauernd von dem Korridor getr�umt hatte, durch den er am zw�lften August mit Mr. Weasley gerannt war, als sie zu den Gerichtsr�umen im Ministerium gehastet waren. Es war der Korridor, der zur Mysteriumsabteilung f�hrte, und Mr. Weasley war dort gewesen in der Nacht, als ihn Voldemorts Schlange angegriffen hatte.</p><p>Er blickte zu Snape auf.</p><p>�Was befindet sich in der Mysteriumsabteilung?�</p><p>�Was haben Sie gesagt?�, fragte Snape leise, und Harry sah mit tiefer Genugtuung, dass er verunsichert war.</p><p>�Ich sagte, was befindet sich in der Mysteriumsabteilung, <emphasis>Sir?�, </emphasis>wiederholte Harry.</p><p>�Und warum�, sagte Snape langsam, �fragen Sie so etwas?�</p><p>�Weil�, entgegnete Harry, gespannt, wie Snape reagieren w�rde, �weil dieser Korridor, den ich eben gesehen habe - von dem ich monatelang getr�umt habe - ich habe ihn jetzt erkannt - er f�hrt in die Mysteriumsabteilung ... und ich glaube, Voldemort will etwas aus -�</p><p><emphasis>�Ich habe Ihnen gesagt, Sie sollen den Namen des Dunklen Lords nicht nennen!�</emphasis></p><p>Sie funkelten sich an. Harrys Narbe brannte wieder, aber es war ihm gleich.</p><p>Snape schien aufgew�hlt, doch als er das Wort ergriff, klang es, als versuchte er k�hl und gleichm�tig zu wirken.</p><p>�Es gibt viele Dinge in der Mysteriumsabteilung, Potter, nur wenige davon w�rden Sie verstehen und nichts davon geht Sie etwas an. Habe ich mich kla r ausgedr�ckt?�</p><p>�Ja�, sagte Harry und rieb sich weiter seine ziepende Narbe, die immer heftiger schmerzte.</p><p>�Sie finden sich am Mittwoch zur selben Zeit wieder hier ein. Dann werden wir unsere Arbeit fortsetzen.�</p><p>�Gut�, sagte Harry. Er sehnte sich verzweifelt danach, aus Snapes B�ro herauszukommen und Ron und Hermine zu treffen.</p><p>�Jeden Abend vor dem Einschlafen l�sen Sie Ihren Geist von allen Gef�hlen; machen Sie ihn leer, machen Sie ihn frei von allem und finden Sie Ruhe, verstanden?�</p><p>�Ja�, sagte Harry, h�rte aber kaum hin.</p><p>�Und seien Sie gewarnt, Potter ... ich werde es merken, wenn Sie nicht ge�bt haben ...�</p><p>�In Ordnung�, murmelte Harry. Er hob seine Schultasche auf, schwang sie �ber die Schulter und hastete auf die B�rot�r zu. Als er sie �ffnete, warf er einen Blick zur�ck auf Snape, der ihm den R�cken zugewandt hatte, mit der Spitze seines Zauberstabs seine Gedanken aus dem Denkarium fischte und sie behutsam wieder in seinen Kopf setzte. Harry ging ohne ein weiteres Wort hinaus und schloss vorsichtig die T�r hinter sich. Seine Narbe pochte immer noch schmerzhaft.</p><p>Er fand Ron und Hermine in der Bibliothek, wo sie an Umbridges j�ngstem Berg Hausaufgaben arbeiteten. Andere Sch�ler, fast alle F�nftkl�ssler, sa�en an lampenbeschienenen Tischen in der N�he, die Nasen in die B�cher gesteckt, mit fieberhaft kratzenden Federn, w�hrend der Himmel drau�en vor den Sprossenfenstern immer dunkler wurde. Ansonsten war nur das leise Quietschen eines von Madam Pince' Schuhen zu h�ren, wenn die Bibliothekarin bedrohlich durch die G�nge streifte und diejenigen ihren Atem im Nacken sp�ren lie�, die es wagten, ihre wertvollen B�cher anzufassen.</p><p>Harry war zittrig; seine Narbe schmerzte noch, fast war ihm, als h�tte er Fieber.</p><p>Als er sich Ron und Hermine gegen�bersetzte, fiel sein Blick auf sein Spiegelbild im Fenster. Er war sehr wei� und seine Narbe schien sich deutlicher abzuzeichnen als sonst.</p><p>�Wie ist es gelaufen?�, fl�sterte Hermine, und dann, mit besorgtem Blick:</p><p>�Alles in Ordnung mit dir, Harry?�</p><p>�Klar ... schon ... wei� auch nicht�, sagte Harry ungeduldig und verzog das Gesicht, als erneut der Schmerz durch seine Narbe zuckte. �H�rt mal ... mir ist gerade was klar geworden ...�</p><p>Und er erz�hlte ihnen, was er soeben gesehen und herausgefunden hatte.</p><p>�Also ... willst du sagen ...�, fl�sterte Ron, als Madam Pince leise quietschend vorbeirauschte, �dass die Waffe - das, was Du-wei�t-schon-wer sucht - im Zaubereiministerium ist?�</p><empty-line/><p>�In der Mysteriumsabteilung, da muss sie sein�, fl�sterte Harry. �Ich hab diese T�r gesehen, als dein Dad mich zur Anh�rung runter zu den Gerichtsr�umen gef�hrt hat, und es ist eindeutig dieselbe, die er auch bewachte, als die Schlange ihn gebissen hat.�</p><p>Hermine lie� ein langes Seufzen h�ren.</p><p>�Nat�rlich�, hauchte sie.</p><p>�Nat�rlich was?�, sagte Ron ziemlich ungeduldig.</p><p>�Ron, denk doch mal nach ... Sturgis Podmore hat versucht, durch eine T�r im Ministerium zu gelangen ... das muss die gewesen sein, das kann kein Zufall sein!�</p><p>�Weshalb hat Sturgis versucht einzubrechen, wenn er doch auf unserer Seite ist?�, fragte Ron.</p><p>�Wei� ich auch nicht�, gab Hermine zu. �Das ist ein wenig merkw�rdig ...�</p><p>�Was ist eigentlich in der Mysteriumsabteilung?�, fragte Harry Ron. �Hat dein Dad je etwas davon erw�hnt?�</p><p>�Ich wei�, dass sie die Leute, die dort arbeiten, �Uns�gliche� nennen�, sagte Ron stirnrunzelnd. �Weil scheinbar niemand wirklich wei�, was sie tun - seltsam, dass dort eine Waffe sein soll.�</p><p>�Das ist �berhaupt nicht seltsam, das reimt sich ohne weiteres zusammen�, sagte Hermine. �Es wird etwas streng Geheimes sein, das vom Ministerium entwickelt wurde, nehm ich mal an ... Harry, ist wirklich alles okay mit dir?�</p><p>Harry hatte sich gerade mit beiden H�nden �ber die Stirn gestrichen, als wollte er sie gl�tten.</p><p>�Ja - schon gut...�, sagte er und lie� die zitternden H�nde sinken. �Ich f�hl mich nur ein bisschen ... ich mag Okklumentik nicht besonders.�</p><p>�Ich denke, jeder w�rde sich wacklig f�hlen, wenn sein Geist immer wieder angegriffen wurde�, sagte Hermine mitleidig. �H�rt mal, lasst uns zur�ck in den Gemeinschaftsraum gehen, da ist es gem�tlicher.�</p><p>Aber im Gemeinschaftsraum herrschte dichtes Gedr�nge und die Luft war erf�llt von aufgeregten Schreien und Gel�chter; Fred und George f�hrten ihre neuesten Scherzartikel vor.</p><p>�Kopflose H�te!�, rief George, w�hrend Fred mit einem Spitzhut, der mit einer flauschigen rosa Feder geschm�ckt war, vor den Sch�lern herumwedelte.</p><p>�Zwei Galleonen pro St�ck, seht, was Fred jetzt macht!�</p><p>Fred setzte sich den Hut mit elegantem Schwung auf und strahlte. Eine Sekunde lang sah er schlicht ziemlich albern aus; dann verschwand der Hut mitsamt seinem Kopf.</p><p>Einige M�dchen kreischten, aber alle anderen br�llten vor Lachen.</p><p>�Und Hut ab!�, rief George, und Freds Hand tastete einen Moment lang im scheinbaren Nichts �ber seiner Schulter, dann riss er sich den Hut mit der rosa Feder herunter und sein Kopf tauchte wieder auf.</p><p>�Wie funktionieren eigentlich diese H�te?�, fragte Hermine, die von ihren Hausaufgaben abgelenkt worden war und Fred und George zusah. �Offensichtlich ist es eine Art Unsichtbarkeitszauber, aber es ist ziemlich pfiffig, dass sie das Unsichtbarkeitsfeld �ber die Grenzen des verzauberten Gegenstandes hinaus erweitert haben ... ich k�nnte mir allerdings vorstellen, dass der Zauber nicht allzu langlebig ist.�</p><p>Harry antwortete nicht, ihm war schlecht.</p><p>�Ich muss das morgen erledigen�, murmelte er und stopfte die B�cher, die er gerade aus der Tasche genommen hatte, zur�ck.</p><p>�Aber dann schreib's in deinen Hausaufgabenplaner!�, sagte Hermine aufmunternd. �Dann vergisst du's nicht!�</p><p>Harry und Ron sahen sich an, und Harry langte in seine Tasche, holte den Planer heraus und �ffnete ihn z�gernd.</p><p><emphasis>�Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!�, </emphasis>schimpfte das Buch, als er die Notiz zu Umbridges Hausaufgaben hineinkritzelte.</p><p>Hermine betrachtete strahlend ihr Geschenk.</p><p>�Ich glaub, ich geh schlafen�, sagte Harry, steckte den Hausaufgabenplaner wieder in die Tasche und nahm sich fest vor, ihn bei der n�chsten Gelegenheit ins Feuer zu werfen.</p><p>Er durchquerte den Gemeinschaftsraum, wich dabei George aus, der versuchte ihm einen Kopflosen Hut aufzusetzen, und erreichte die Ruhe und K�hle der Steintreppe hoch zu den Jungenschlafs�len. Ihm war schlecht, genau wie in der Nacht, als er die Vision von der Schlange gehabt hatte, doch er hoffte, dass es ihm besser gehen w�rde, wenn er sich nur f�r eine Weile hinlegte.</p><p>Er �ffnete die T�r zum Schlafsaal und hatte schon einen Schritt hineingetan, als er einen derart schlimmen Schmerz versp�rte, dass er meinte, jemand m�sse ihm die Sch�deldecke aufgeschlitzt haben. Er wusste nicht, wo er war, ob er stand oder lag, er kannte nicht einmal seinen Namen.</p><p>Irres Gel�chter klang ihm in den Ohren ... er war so gl�cklich wie schon sehr lange nicht mehr ... fr�hlich, entr�ckt, siegestrunken ... etwas wahrhaft Wunderbares war geschehen ...</p><p>�Harry? HARRY!�</p><p>Jemand hatte ihm eine Ohrfeige verpasst. Durch das wahnsinnige Lachen drang ein Schmerzensschrei. Das Gl�ck sickerte aus ihm heraus, doch das Gel�chter hielt an ...</p><p>Er �ffnete die Augen und im selben Moment wurde ihm klar, dass das wilde Lachen aus seinem eigenen Mund kam.</p><p>Kaum hatte er das erkannt, erstarb es; Harry lag keuchend am Boden und starrte hoch zur Decke, w�hrend die Narbe an seiner Stirn f�rchterlich pochte.</p><p>Ron war �ber ihn gebeugt und er sah sehr besorgt aus.</p><p>�Was ist passiert?�, fragte er.</p><p>�Ich ... wei� nicht ...�, stie� Harry hervor und setzte sich wieder auf. �Er ist richtig gl�cklich ... richtig gl�cklich ...�</p><p>�Meinst du Du-wei�t-schon-wen?�</p><p>�Etwas Gutes ist geschehen�, murmelte Harry. Er zitterte so heftig wie damals, als er gesehen hatte, wie die Schlange Mr. Weasley angegriffen hatte, und ihm war schrecklich �bel. �Etwas, das er sich erhofft hat.�</p><p>Genau wie im Umkleideraum der Gryffindors klangen die Worte, die aus seinem Mund drangen, als w�rde ein Fremder sie aussprechen, doch er wusste, dass es die Wahrheit war. Er atmete ein paar Mal tief durch und schaffte es mit M�he, sich nicht �ber Ron zu erbrechen. Er war sehr froh, dass Dean und Seamus diesmal nicht dabei waren.</p><p>�Hermine meinte, ich solle nach dir sehen�, sagte Ron mit leiser Stimme und half Harry auf. �Sie sagt, deine Abwehrkr�fte werden im Moment geschw�cht sein, nachdem Snape sich an deinem Geist zu schaffen gemacht hat ... trotzdem, ich denk mal, auf lange Sicht wird's schon helfen, oder?�</p><p>Er sah Harry zweifelnd an, w�hrend er ihm zu seinem Bett half. Harry nickte ohne jede �berzeugung und sackte in seine Kissen. Alles tat ihm weh, weil er an diesem Abend so oft zu Boden gest�rzt war, und seine Narbe ziepte immer noch schmerzhaft. Er hatte das Gef�hl, dass sein erster Vorsto� in die Okklumentik die Widerstandskraft seines Geistes geschw�cht und nicht gest�rkt hatte, und er fragte sich mit gro�er Beklommenheit, was es gewesen war, das Lord Voldemort so gl�cklich gemacht hatte, wie er seit vierzehn Jahren nicht mehr gewesen war.</p></section><section><title><p>Der K�fer in der Klemme</p></title><p>Harrys Frage wurde schon am n�chsten Morgen beantwortet. Als Hermines <emphasis>Tagesprophet </emphasis>ankam, strich sie ihn glatt, blickte einen Moment auf die Titelseite und stie� dann einen solchen Schrei aus, dass alle im Umkreis sie anstarrten.</p><p>�Was ist los?�, fragten Harry und Ron im Chor.</p><p>Zur Antwort breitete sie die Zeitung auf dem Tisch vor ihnen aus und deutete auf die zehn Schwarzwei�fotos, die die ganze Titelseite einnahmen und von denen neun die Gesichter von Zauberern zeigten, das zehnte das einer Hexe.</p><p>Manche von ihnen l�chelten stumm und h�hnisch, andere blickten dreist und trommelten mit den Fingern gegen die Rahmen ihrer Bilder. Unter den Fotos stand jeweils ein Name und das Verbrechen, f�r das die Person nach Askaban geschickt worden war.</p><p><emphasis>Antonin Dolohow, </emphasis>lautete die Bildunterschrift bei einem Zauberer mit langem, fahlem, verzerrtem Gesicht, der sp�ttisch zu Harry aufblickte, <emphasis>verurteilt wegen der brutalen Morde an Gideon und Fabian Prewett. </emphasis></p><p><emphasis>Augustus Rookwood, </emphasis>hie� es unter einem pockennarbigen Mann mit fettigem Haar, der sich mit gelangweilter Miene gegen den Rand seines Bildes lehnte, <emphasis>verurteilt, weil er Geheimnisse des Zaubereiministeriums an Ihn, dessen Name nicht genannt werden darf, verraten hat. </emphasis></p><p>Doch Harrys Blick wurde von dem Bild der Hexe angezogen. Ihr Gesicht war ihm ins Auge gesprungen, kaum dass er die Seite gesehen hatte. Sie hatte langes, dunkles Haar, das auf dem Bild ungepflegt und zottelig aussah, doch er hatte es schon elegant, voll und gl�nzend gesehen. Unter ihren schweren Lidern blickte sie hasserf�llt zu ihm auf, w�hrend ein hochm�tiges, ver�chtliches L�cheln um ihre d�nnen Lippen spielte. Wie Sirius hatte sie noch manche Z�ge ihres einst gro�artigen Aussehens, doch etwas - vielleicht Askaban - hatte sie ihrer Sch�nheit fast g�nzlich beraubt.</p><p><emphasis>Bellatrix Lestrange, verurteilt wegen Folter verbunden mit dauerhafter schwerer Gesundheitssch�digung von Frank und Alice Longbottom. </emphasis></p><p>Hermine stie� Harry an und deutete auf die Schlagzeile �ber den Bildern, die Harry, der gebannt auf Bellatrix starrte, noch nicht gelesen hatte.</p><empty-line/><p>MASSENFLUCHT AUS ASKABAN</p><p>MINISTERIUM BEF�RCHTET, BLACK K�NNTE</p><p>�MAGNET� F�R VORMALIGE TODESSER SEIN</p><empty-line/><p>�Black?�, sagte Harry laut. �Nicht -?�</p><p><emphasis>�Schhh!�, </emphasis>fl�sterte Hermine verzweifelt. �Nicht so laut - lies doch einfach!�</p><empty-line/><p>Das Zaubereiministerium gab gestern am sp�ten Abend bekannt, dass es zu einer Massenflucht aus Askaban gekommen ist.</p><p>Zaubereiminister Cornelius Fudge best�tigte im Gespr�ch mit Reportern in seinem Privatb�ro, dass zehn Hochsicherheitsgefangene gestern am fr�hen Abend ausgebrochen sind und er bereits den Premierminister der Muggel von dem gef�hrlichen Charakter dieser Personen unterrichtet hat.</p><p>�Wir befinden uns leider in der gleichen Lage wie vor zweieinhalb Jahren, als der M�rder Sirius Black geflohen ist�, sagte Fudge gestern Abend. ��berdies sehen wir durchaus einen Zusammenhang zwischen den beiden Ausbr�chen.</p><p>Eine solche Massenflucht l�sst auf Hilfe von au�en schlie�en, und wir m�ssen uns erinnern, dass Black, als der Erste, der je aus Askaban entkommen ist, am besten in der Lage w�re, anderen zu helfen, in seine Fu�stapfen zu treten. Wir halten es f�r wahrscheinlich, dass diese Personen, darunter Blacks Cousine Bellatrix Lestrange, sich um Black als ihren F�hrer geschart haben. Wir tun jedoch alles in unseren Kr�ften Stehende, um diese Kriminellen zu stellen, und wir bitten die magische Gemeinschaft, wachsam und vorsichtig zu bleiben. Auf keinen Fall sollte man sich einer dieser Personen n�hern.�</p><empty-line/><p>�Da hast du's, Harry�, sagte Ron mit entsetzter Miene. �Deshalb war er gestern Nacht gl�cklich.�</p><p>�Das glaub ich einfach nicht�, knurrte Harry. �Fudge gibt die Schuld f�r den Ausbruch <emphasis>Sirius?�</emphasis></p><p>�Was soll er sonst tun?�, sagte Hermine bitter. �Er kann ja kaum sagen: �Tut mir Leid, Leute, Dumbledore hat mich gewarnt, dass dies passieren k�nnte, die Wachen von Askaban sind zu Lord Voldemort �bergelaufen� - h�r auf zu wimmern, Ron - �und jetzt sind auch noch Voldemorts �belste Anh�nger ausgebrochen.� Immerhin hat er ein gutes halbes Jahr lang allen erz�hlt, dass du und Dumbledore L�gner seid, oder?�</p><p>Hermine riss die Zeitung auf und las nun den Bericht auf den Innenseiten, w�hrend Harry sich in der Gro�en Halle umschaute. Er konnte nicht begreifen, warum seine Mitsch�ler nicht ver�ngstigt dreinblickten oder zumindest die schreckliche Nachricht auf der Titelseite diskutierten, doch nur wenige bekamen wie Hermine t�glich die Zeitung geliefert. Da sa�en sie alle, redeten �ber die Hausaufgaben und �ber Quidditch und wer wei� was f�r Unsinn, w�hrend au�erhalb dieser Mauern zehn weitere Todesser Voldemorts Reihen verst�rkt hatten.</p><p>Er warf einen Blick hoch zum Lehrertisch. Dort sah es anders aus: Dumbledore und Professor McGonagall waren ins Gespr�ch vertieft und beide machten einen todernsten Eindruck. Professor Sprout hatte den <emphasis>Propheten </emphasis>gegen eine Ketchupflasche gelehnt und las derart konzentriert die Titelseite, dass sie nicht bemerkte, wie von ihrem L�ffel, den sie still in der Luft hielt, sanft Eigelb auf ihren Scho� tr�pfelte. Unterdessen lie� sich am anderen Tischende Professor Umbridge eine Schale Haferbrei schmecken. Ausnahmsweise wanderten ihre w�ssrigen Kr�tenaugen nicht durch die Halle auf der Suche nach Sch�lern, die sich schlecht benahmen. Mit finsterer Miene verschlang sie ihr Essen, wobei sie ab und zu einen geh�ssigen Blick �ber den Tisch zu Dumbledore und McGonagall warf, die so eindringlich miteinander sprachen.</p><p>�O mein -�, sagte Hermine verwundert und starrte unentwegt auf die Zeitung.</p><p>�Was ist jetzt wieder?�, fragte Harry rasch; er f�hlte sich nerv�s.</p><p>�Das ist ... <emphasis>schrecklich�, </emphasis>sagte Hermine ersch�ttert. Sie schlug Seite zehn der Zeitung um und reichte sie Harry und Ron.</p><p>TRAGISCHER TOD EINES MINISTERIUMSANGESTELLTEN</p><p>Das St.-Mungo-Hospital versprach gestern Abend eine umfassende Untersuchung, nachdem Broderick Bode, 49, Angestellter im Zaubereiministerium, tot in seinem Bett aufgefunden wurde, erw�rgt von einer Topfpflanze. Zu Hilfe gerufene Heiler waren nicht imstande, Mr. Bode wiederzubeleben, der einige Wochen vor seinem Tod bei einem Arbeitsunfall verletzt worden war.</p><p>Heilerin Miriam Streut, zum Zeitpunkt des Vorfalls verantwortlich f�r Mr.</p><p>Bodes Station, wurde bei vollem Gehalt beurlaubt und stand gestern nicht f�r eine Stellungnahme zur Verf�gung, aber ein Zauberersprecher f�r das Hospital gab folgende Erkl�rung ab:</p><p>�St. Mungo bedauert zutiefst den Tod von Mr. Bode, dessen Zustand sich vor diesem tragischen Unfall stetig gebessert hatte.</p><p>Die Dekoration unserer Krankenstationen unterliegt strengen Richtlinien, doch es hat den Anschein, dass Heilerin Strout, die in der Weihnachtszeit sehr besch�ftigt war, die Gefahren nicht erkannt hat, die von der Pflanze auf Mr.</p><p>Bodes Nachttisch ausgingen.</p><p>Da seine Sprechf�higkeit und Beweglichkeit Fortschritte machten, hat Heilerin Strout Mr. Bode ermuntert, sich selber um die Pflanze zu k�mmern, ohne zu bemerken, dass es keine harmlose Flitterblume war, sondern der Ableger einer Teufelsschlinge, die, als der genesende Mr. Bode sie ber�hrte, diesen sofort erw�rgte.</p><p>St. Mungo kann sich zu diesem Zeitpunkt nicht erkl�ren, wie die Pflanze auf die Station gekommen ist, und bittet alle Hexen und Zauberer, die Auskunft geben k�nnen, sich zu melden.�</p><empty-line/><p>�Bode ...�, sagte Ron. <emphasis>�Bode. </emphasis>Da klingelt was bei mir ...�</p><p>�Wir haben ihn gesehen�, fl�sterte Hermine. �Im St. Mungo, wisst ihr noch?</p><p>Er hatte das Bett gegen�ber von Lockhart, er lag nur da und hat an die Decke gestarrt. Und wir haben gesehen, wie die Teufelsschlinge ankam. Sie - die Heilerin -hat gesagt, es sei ein Weihnachtsgeschenk.�</p><p>Harry sah sich den Artikel noch einmal an. Ein grausiges Gef�hl stieg ihm wie Galle die Kehle hoch.</p><p>�Warum haben wir die Teufelsschlinge nicht erkannt? Wir haben sie doch schon mal gesehen ... das h�tten wir verhindern k�nnen.�</p><p>�Wer denkt denn schon, dass eine Teufelsschlinge in einem Krankenhaus auftaucht, getarnt als Topfpflanze?�, sagte Ron scharf. �Das ist nicht unser Fehler, wer immer sie diesem Typen geschickt hat, ist schuld! Da muss doch jemand ein richtiger Volltrottel gewesen sein, warum hat er nicht hingeguckt, was er da kauft?�</p><p>�Nun h�r aber auf, Ron!�, sagte Hermine zittrig. �Ich glaub nicht, dass jemand die Teufelsschlinge in einen Topf stecken kann und dabei nicht mitbekommt, dass sie jeden umzubringen versucht, der sie anfasst! Das - war Mord ... ein cleverer Mord noch dazu ... wenn diese Pflanze anonym verschickt wurde, wie soll man dann je rausfinden, wer es getan hat?�</p><p>Harry dachte nicht an die Teufelsschlinge. Er erinnerte sich, wie er am Tag seiner Anh�rung im Fahrstuhl auf dem Weg in den neunten Stock des Ministeriums den fahlgesichtigen Mann getroffen hatte, der auf H�he des Atriums eingestiegen war.</p><p>�Ich hab Bode schon mal gesehen�, sagte er langsam. �Es war im Ministerium, als ich mit deinem Vater dort war.�</p><p>Ron klappte der Mund auf.</p><p>�Ich hab geh�rt, wie Dad zu Hause von ihm geredet hat! Er war ein Uns�glicher - er hat in der Mysteriumsabteilung gearbeitet!�</p><empty-line/><p>Sie sahen sich einen Moment lang an, dann zog Hermine die Zeitung wieder zu sich heran, faltete sie zusammen, starrte kurz und b�se auf die Bilder der zehn entflohenen Todesser auf der Titelseite und sprang auf.</p><p>�Wo willst du hin?�, fragte Ron verdutzt.</p><p>�Einen Brief abschicken�, sagte Hermine und schwang sich die Tasche �ber die Schulter. �Es ... nun, ich wei� ja nicht ... aber einen Versuch ist es wert ... und ich bin die Einzige, die es kann.�</p><p>�Ich kann's nicht haben, wenn sie so was macht�, murrte Ron, w�hrend er und Harry vom Tisch aufstanden und nun ebenfalls, ein wenig langsamer, die Gro�e Halle verlie�en. �W�rde ihr ein Zacken aus der Krone brechen, wenn sie uns einmal sagen w�rde, was sie vorhat? Das w�rde sie gerade mal zehn Sekunden kosten - hey, Hagrid!�</p><p>Hagrid stand an der T�r zur Eingangshalle und lie� eine Schar Ravenclaws vorbeiziehen. Noch immer war er so schwer zugerichtet wie an dem Tag, als er von seiner Mission bei den Riesen zur�ckgekehrt war, und er hatte eine neue Schnittwunde direkt auf seinem Nasenr�cken.</p><p>�Alles klar mit euch zwei'n?�, sagte er und versuchte ein L�cheln, schaffte jedoch nur eine Art gequ�lte Grimasse.</p><p>�Bist du okay, Hagrid?�, entgegnete Harry und folgte ihm, als er den Ravenclaws hinterhertrottete.</p><p>�Bestens, bestens�, sagte Hagrid und versuchte halbherzig gute Laune vorzut�uschen. Er schwenkte die Hand und h�tte um ein Haar die erschrockene Professor Vektor umgehauen, die gerade vorbeiging. �Hab halt viel zu tun, wisst ihr, das �bliche - Unterricht vorbereit'n - paar Salamander haben Schuppenf�ule - und ich bin auf Bew�hrung�, setzte er murmelnd hinzu.</p><p><emphasis>�Du bist auf Bew�hrung?�, </emphasis>sagte Ron so laut, dass viele der Vorbeigehenden sich neugierig umdrehten. �Sorry - ich meine - du bist auf Bew�hrung?�, fl�sterte er.</p><p>�Ja�, sagte Hagrid. �Hab nichts andres erwartet, um die Wahrheit zu sagen.</p><p>Ihr habt's vielleicht nich bemerkt, aber diese Inspektion is' nich allzu gut gelaufen, versteht ihr ... jedenfalls�, seufzte er schwer, �ich geh besser und reib noch 'n bisschen mehr Chilipulver auf die Salamander oder die lassen demn�chst ihre Schw�nze h�ngen. Bis dann, Harry ... Ron ...�</p><p>Er schleppte sich davon, durch das Schlossportal und �ber die Steintreppe hinaus auf die feuchten Schlossgr�nde. W�hrend Harry ihm nachblickte, fragte er sich, wie viele schlechte Nachrichten er noch ertragen konnte.</p><p>Dass Hagrid nun auf Bew�hrung war, verbreitete sich im Lauf der n�chsten Tage in der ganzen Schule, doch Harry stellte ver�rgert fest, dass sich offenbar kaum jemand dar�ber aufregte. Vielmehr schienen einige, darunter nat�rlich Draco Malfoy, regelrecht Schadenfreude zu empfinden. Was den au�ergew�hnlichen Tod eines unbekannten Ministeriumsangestellten im St.</p><p>Mungo anging, so waren Harry, Ron und Hermine scheinbar die Einzigen, die davon wussten oder sich darum scherten. Inzwischen gab es auf den Korridoren nur noch ein Gespr�chsthema: die zehn geflohenen Todesser, deren Geschichte schlie�lich, ausgehend von jenen wenigen, die die Zeitung gelesen hatten, �berall in der Schule durchgesickert war. Ger�chte machten die Runde, wonach einige der Verurteilten in Hogsmeade gesichtet worden seien, dass sie sich angeblich in der Heulenden H�tte versteckt hielten und in Hogwarts eindringen w�rden, genau wie Sirius Black es einst getan hatte.</p><p>Jene Sch�ler, die aus Zaubererfamilien stammten, hatten w�hrend ihrer Kindheit mitbekommen, dass die Namen dieser Todesser mit fast so viel Angst ausgesprochen wurden wie der von Voldemort. Die Verbrechen, die sie w�hrend der Terrorherrschaft Voldemorts begangen hatten, waren legend�r. Unter den Sch�lern von Hogwarts gab es Verwandte von Opfern, die jetzt, wenn sie in den G�ngen unterwegs waren, unfreiwillig erleben mussten, dass eine Art grausiger Ruhm auf sie abf�rbte: Susan Bones, deren Onkel, Tante und Cousins allesamt von einem der zehn umgebracht worden waren, sagte w�hrend Kr�uterkunde betr�bt, dass sie sich jetzt vorstellen k�nne, wie es sei, in Harrys Haut zu stecken.</p><p>�Und ich wei� nicht, wie du es aush�ltst - es ist schrecklich�, sagte sie freim�tig und warf viel zu viel Drachenmist auf ihr Tablett mit Kreischbei�er-Setzlingen, die daraufhin missmutig zappelten und quiekten.</p><p>Es stimmte, wenn Harry dieser Tage durch die Korridore ging, wurde um ihn her wieder getuschelt und mit Fingern auf ihn gezeigt. Allerdings glaubte er im Ton des Gefl�sters einen kleinen Unterschied herauszuh�ren. Es klang jetzt neugierig und weniger feindselig, und ein- oder zweimal war er sicher, Gespr�chsfetzen aufgeschnappt zu haben, die vermuten lie�en, dass die Beteiligten mit der Darstellung des <emphasis>Propheten </emphasis>nicht zufrieden waren, wie und warum es zehn Todessern gelungen war, aus der Festung Askaban auszubrechen.</p><p>Durcheinander und ver�ngstigt, wie sie waren, wandten sich diese Zweifler nun offenbar der einzigen anderen Erkl�rung zu, die sie hatten: jener, die Harry und Dumbledore seit letztem Jahr vorgetragen hatten.</p><p>Nicht nur unter den Sch�lern hatte sich die Stimmung gewandelt. Inzwischen war es nichts Ungew�hnliches mehr, in den Korridoren zwei oder drei Lehrern zu begegnen, die sich leise und eindringlich fl�sternd unterhielten und sofort verstummten, sobald sie einen Sch�ler n�her kommen sahen.</p><p>�Die k�nnen im Lehrerzimmer offensichtlich nicht mehr frei reden�, sagte Hermine leise, als die drei eines Tages vor dem Zauberkunst-Klassenzimmer an den dicht aneinander gedr�ngten Professoren McGonagall, Flitwick und Sprout vorbeikamen. �Jedenfalls nicht, wenn Umbridge drin ist.�</p><p>�Meint ihr, die wissen was Neues?�, fragte Ron und drehte sich noch einmal zu den drei Lehrern um.</p><p>�Wenn ja, werden wir wohl nichts davon erfahren, oder?�, sagte Harry w�tend. �Nicht nach Erlass ... bei welcher Nummer sind wir inzwischen?� Denn am Morgen nach der Meldung �ber den Askaban-Ausbruch waren neue Anschl�ge an den schwarzen Brettern der H�user erschienen: PER ANORDNUNG DER GROSSINQUISITORIN</p><p>VON HOGWARTS</p><p>Hiermit wird es den Lehrern verboten, den Sch�lern irgendwelche Informationen zu geben, die nicht</p><p>eindeutig mit den F�chern zu tun haben, f�r deren Lehre sie bezahlt werden.</p><p>Obige Anordnung entspricht dem Ausbildungserlass Nummer sechsundzwanzig.</p><p>Unterzeichnet:</p><p>Dolores Jane Umbridge, Gro�inquisitorin</p><empty-line/><p>Diesen j�ngsten Erlass nahmen die Sch�ler zum Aufh�nger f�r eine Vielzahl von Witzen. Lee Jordan hatte Umbridge darauf hingewiesen, dass es ihr gem�� dem Wortlaut der neuen Regelung nicht erlaubt sei, Fred und George einen Verweis zu erteilen, weil sie hinten in der letzten Reihe Zauberschnippschnapp spielten.</p><p>�Zauberschnippschnapp hat nichts mit Verteidigung gegen die dunklen K�nste zu tun, Professor! Das ist keine Information, die Ihr Fach betrifft!�</p><p>Als Harry Lee das n�chste Mal begegnete, blutete dessen Hand ziemlich schlimm. Harry empfahl Murtlap-Essenz.</p><p>Harry hatte geglaubt, der Massenausbruch aus Askaban h�tte Umbridge vielleicht einen kleinen D�mpfer versetzt, die Katastrophe, die direkt vor der Nase ihres verehrten Fudge geschehen war, h�tte sie vielleicht ein wenig in Verlegenheit gebracht. Wie es schien, hatte dieser Zwischenfall sie jedoch nur in ihrem vehementen Eifer best�rkt, alle Lebens�u�erungen in Hogwarts unter ihre pers�nliche Kontrolle zu bringen. Zumindest schien sie entschlossen, in K�rze eine Entlassung zu erwirken, und die Frage war nur, ob Professor Trelawney oder Hagrid zuerst gehen musste.</p><p>In ausnahmslos jeder Stunde Wahrsagen und Pflege magischer Gesch�pfe waren nun Umbridge und ihr Klemmbrett zugegen. Im �berparf�mierten Turmzimmer lauerte sie am Feuer und unterbrach Professor Trelawneys zunehmend hysterische Vortr�ge mit schwierigen Fragen �ber Ornithomantik und Heptomologie, bestand darauf, dass Trelawney die Antworten der Sch�ler vorhersagte, bevor diese sie gaben, und verlangte, dass sie ihre F�higkeiten abwechselnd an der Kristallkugel, an Teebl�ttern und an Runensteinen vorf�hrte.</p><p>Harry hatte das Gef�hl, Professor Trelawney w�rde unter dem Druck bald zusammenbrechen. Er begegnete ihr mehrmals auf dem Gang - was an sich schon sehr ungew�hnlich war, da sie normalerweise in ihrem Turmzimmer blieb -, und dabei murmelte sie fahrig vor sich hin, rang die H�nde und warf ver�ngstigte Blicke �ber die Schulter, und jedes Mal ging ein starker Geruch nach Kochsherry von ihr aus. Wenn er sich nicht solche Sorgen um Hagrid gemacht h�tte, dann h�tte sie ihm Leid getan - doch wenn schon einer von beiden entlassen werden musste, war es f�r Harry keine Frage, wer bleiben sollte.</p><p>Leider konnte Harry nicht feststellen, dass Hagrid sich besser schlug als Trelawney. Zwar schien er Hermines Rat zu befolgen und hatte ihnen inzwischen nichts furchterregenderes gezeigt als einen Crup - ein Gesch�pf, das abgesehen von seiner gegabelten Rute von einem Jack-Russell-Terrier nicht zu unterscheiden war -, und doch schien er irgendwann vor Weihnachten die Nerven verloren zu haben. Er war merkw�rdig zerstreut und schreckhaft im Unterricht, verlor st�ndig den Faden in dem, was er zur Klasse sagte, und beantwortete Fragen falsch, w�hrend er immer wieder besorgte Blicke zu Umbridge hin�berwarf. Auch hielt er Harry, Ron und Hermine mehr denn je auf Abstand, und er hatte ihnen ausdr�cklich verboten, ihn nach Einbruch der Dunkelheit zu besuchen.</p><p>�Wenn die euch erwischt, dann sind wir alle dran�, erkl�rte er ihnen schlicht, und da sie nicht darauf aus waren, irgendetwas zu tun, was seinen Job noch weiter gef�hrden k�nnte, spazierten sie an den Abenden nicht mehr zu seiner H�tte hinunter.</p><p>Harry hatte den Eindruck, als w�rde Umbridge ihm beharrlich alles wegnehmen, was sein Leben in Hogwarts lebenswert machte: Besuche bei Hagrid, Briefe von Sirius, seinen Feuerblitz und Quidditch. Er �bte Vergeltung auf die einzige Weise, die ihm blieb - indem er seine Anstrengungen f�r die DA verdoppelte.</p><p>Harry freute sich, dass die Nachricht von den weiteren zehn Todessern, die nun auf freie m Fu� waren, alle zu noch mehr Anstrengungen anspornte, sogar Zacharias Smith, doch bei keinem trat dieser Fortschritt deutlicher zutage als bei Neville. Die Nachricht, dass die Angreifer seiner Eltern entkommen waren, hatte ihn auf seltsame und sogar ein wenig beunruhigende Weise ver�ndert. Nicht ein einziges Mal hatte er seine Begegnung mit Harry, Ron und Hermine auf der geschlossenen Station im St. Mungo erw�hnt, und sie hatten es ihm gleichgetan und ebenfalls geschwiegen. Auch hatte er nichts dazu gesagt, dass Bellatrix und die anderen Folterer entkommen waren. Im Grunde redete Neville w�hrend der DA-Treffen kaum noch ein Wort, stattdessen rackerte er sich unerm�dlich ab mit jedem Fluch und Gegenfluch, den Harry ihnen beibrachte. Das rundliche Gesicht in konzentrierter Anstrengung verzerrt, ertrug er Verletzungen oder Unf�lle scheinbar gleichm�tig und arbeitete flei�iger als alle anderen. Er machte so rasche Fortschritte, dass er den anderen schon auf die Nerven ging, und als Harry ihnen den Schildzauber beibrachte - der schw�chere Fl�che abprallen lie� und auf den Angreifer zur�ckschleuderte -, da gelang nur Hermine der Zauber schneller als Neville.</p><p>Harry h�tte einiges daf�r gegeben, wenn er in Okklumentik so rasche Fortschritte gemacht h�tte wie Neville bei den DA-Treffen. Seine Sitzungen mit Snape, die schon so miserabel begonnen hatten, wurden nicht besser. Im Gegenteil, Harry hatte das Gef�hl, mit jeder Stunde schlechter zu werden.</p><p>Bevor er angefangen hatte, Okklumentik zu lernen, hatte seine Narbe gelegentlich gekribbelt, meist nachts oder aber nach einer jener merkw�rdigen blitzartigen Wahrnehmungen von Voldemorts Gedanken oder Stimmungen, wie er sie gelegentlich hatte. Inzwischen jedoch h�rte seine Narbe kaum noch auf zu kribbeln, und h�ufig sp�rte er �rger oder Freude aufz�ngeln, ohne dass dies mit dem zu tun hatte, was gerade mit ihm geschah, und immer waren diese Sch�be begleitet von einem besonders schmerzhaften Stechen seiner Narbe. Er hatte das schreckliche Gef�hl, dass er sich allm�hlich in eine Art Antenne verwandelte, die selbst auf kleine Schwankungen in Voldemorts Stimmung eingestellt war, und er war �berzeugt, dass diese gesteigerte Empfindsamkeit auf die erste Okklumentikstunde mit Snape zur�ckging. Hinzu kam, dass er inzwischen fast jede Nacht tr�umte, er w�rde durch den Korridor auf den Eingang zur Mysteriumsabteilung zugehen, und seine Tr�ume endeten immer damit, dass er begehrlich vor der schlichten schwarzen T�r stand.</p><p>�Vielleicht ist es wie eine Art Krankheit�, sagte Hermine mit besorgter Miene, als Harry sich ihr und Ron anvertraute. �Ein Fieber oder so was. Es muss schlimmer werden, bevor es besser wird.�</p><p>�Die Stunden bei Snape machen es schlimmer�, sagte Harry tonlos. �Es macht mich krank, dass meine Narbe st�ndig wehtut, und es �det mich an, jede Nacht durch diesen Korridor zu gehen.� Er rieb sich zornig die Stirn. �Wenn diese T�r nur aufgehen w�rde, ich hab's satt, dazustehen und sie anzustarren -�</p><p>�Das ist nicht lustig�, sagte Hermine scharf. �Dumbledore will nicht, dass du �berhaupt von diesem Korridor tr�umst, oder er h�tte Snape nicht angewiesen, dich Okklumentik zu lehren. Du musst in diesen Unterrichtsstunden einfach ein bisschen h�rter arbeiten.�</p><p>�Ich arbeite!�, meinte Harry ver�rgert. �Probier's doch mal aus - wie Snape versucht in deinen Kopf einzudringen - das ist nicht zum Lachen, verstehst du!�</p><p>�Vielleicht ...�, sagte Ron z�gernd.</p><p>�Vielleicht was?�, fragte Hermine recht bissig.</p><p>�Vielleicht liegt es nicht an Harry, dass er seinen Geist nicht verschlie�en kann�, sagte Ron d�ster.</p><p>�Was meinst du damit?�, fragte Hermine.</p><p>�Nun, vielleicht versucht Snape gar nicht wirklich, Harry zu helfen ...�</p><p>Harry und Hermine starrten ihn an. Ron blickte finster und bedeutungsvoll vom einen zur anderen.</p><p>�Vielleicht�, sagte er erneut, diesmal mit leiserer Stimme, �versucht er in Wahrheit, Harrys Geist ein wenig weiter zu �ffnen ... um es leichter zu machen f�r Du-wei�t-�</p><p>�H�r auf, Ron�, sagte Hermine w�tend. �Wie oft hast du Snape eigentlich schon verd�chtigt und wann hast du <emphasis>je </emphasis>Recht gehabt? Dumbledore vertraut ihm, er arbeitet f�r den Orden, das sollte gen�gen.�</p><p>�Er war fr�her ein Todesser�, sagte Ron hartn�ckig. �Und wir haben nie irgendwelche Beweise gesehen, dass er <emphasis>tats�chlich </emphasis>die Seiten gewechselt hat.�</p><p>�Dumbledore vertraut ihm�, wiederholte Hermine. �Und wenn wir Dumbledore nicht vertrauen k�nnen, k�nnen wir niemandem vertrauen.�</p><p>Angesichts all dessen, wor�ber sie sich sorgen mussten, und der vielen Arbeit, die sie hatten - unglaubliche Berge von Hausaufgaben, die die F�nftkl�ssler oft bis nach Mitternacht wach hielten, geheime DA-Treffen und der regul�re Unterricht bei Snape -, schien der Januar beunruhigend schnell vorbeizugehen.</p><p>Kaum hatte Harry sich's versehen, da war es auch schon Februar, der feuchteres und w�rmeres Wetter brachte und die Aussicht auf den zweiten Besuch in Hogsmeade in diesem Schuljahr. Seit er mit Cho verabredet hatte, dass sie gemeinsam ins Dorf gehen wollten, hatte Harry kaum Zeit f�r Gespr�che mit ihr gefunden, doch mit einem Mal sah er einen Valentinstag auf sich zukommen, den er von morgens bis abends mit ihr zusammen verbringen w�rde.</p><p>Am Morgen des Vierzehnten zog er sich besonders sorgf�ltig an. Er kam mit Ron gerade rechtzeitig zur Ankunft der Posteulen zum Fr�hst�ck. Hedwig war nicht dabei - nicht dass Harry sie erwartet h�tte -, doch als sie sich setzten, zog Hermine einen Brief aus dem Schnabel einer unbekannten braunen Eule.</p><empty-line/><p>�Wird auch langsam Zeit! Wenn es heute nicht gekommen w�r ...�, sagte sie, riss neugierig den Umschlag auf und zog ein kleines St�ck Pergament hervor. Ihre Augen huschten hin und her, w�hrend sie die Nachricht las, und ein Ausdruck grimmiger Genugtuung breitete sich auf ihrem Gesicht aus.</p><p>�H�r zu, Harry�, sagte sie und sah ihn an, �das hier ist wirklich wichtig. K�nnten wir uns gegen Mittag in den <emphasis>Drei Besen </emphasis>treffen?�</p><p>�Also ... ich wei� nicht�, sagte Harry unsicher. �Cho erwartet vielleicht, dass ich den ganzen Tag mit ihr verbringe. Wir haben noch nicht �berlegt, was wir unternehmen wollen.�</p><p>�Na, dann bring sie doch mit, wenn's sein muss�, dr�ngte Hermine. �Aber du kommst doch?�</p><p>�Also ... na gut, aber wieso?�</p><p>�Ich hab jetzt keine Zeit, es dir zu erkl�ren, ich muss das hier rasch beantworten.�</p><p>Und sie eilte aus der Gro�en Halle, den Brief in der einen und ein St�ck Toast in der anderen Hand.</p><p>�Kommst du auch?�, fragte Harry Ron, doch der sch�ttelte missmutig den Kopf.</p><p>�Ich kann �berhaupt nicht nach Hogsmeade. Angelina will einen ganzen Tag lang trainieren. Als ob das was bringen w�rde. Wir sind die schlechteste Mannschaft, die ich je gesehen habe. Du solltest mal Sloper und Kirke erleben, die sind erb�rmlich, sogar noch schlechter als ich.� Er seufzte schwer. �Keine Ahnung, warum Angelina mich nicht einfach aus der Mannschaft austreten lassen will.�</p><p>�Weil du gut bist, wenn du mal in Form bist, deshalb�, sagte Harry �rgerlich.</p><p>Es fiel ihm sehr schwer, Ron wegen seiner misslichen Lage zu bemitleiden, wo er selbst doch fast alles daf�r gegeben h�tte, beim kommenden Spiel gegen Hufflepuff dabei zu sein. Ron schien Harrys Ton bemerkt zu haben, weil er beim Fr�hst�ck das Thema Quidditch nicht mehr anschnitt, und es lag eine gewisse Frostigkeit in der Art, wie sie sich kurz danach verabschiedeten. Ron machte sich zum Quidditch-Feld auf, und nachdem Harry sein Spiegelbild auf der R�ckseite eines Teel�ffels begutachtet und versucht hatte sein Haar zu gl�tten, ging er allein zur Eingangshalle, um Cho zu treffen, wobei er sich bang fragte, wor�ber um Himmels willen sie eigentlich reden sollten.</p><p>Sie erwartete ihn ein paar Schritte neben dem Eichenportal und sah sehr h�bsch aus mit ihrem zu einem langen Pferdeschwanz gebundenen Haar.</p><p>W�hrend er auf sie zuging, kam es Harry vor, als w�ren seine F��e zu gro� f�r seinen K�rper, und pl�tzlich war er sich seiner Arme schrecklich bewusst; sie mussten bescheuert aussehen, wie sie da an ihm herunterbaumelten.</p><p>�Hi�, sagte Cho ein wenig atemlos.</p><p>�Hi�, sagte Harry.</p><p>Sie starrten sich einen Moment lang an, schlie�lich sagte Harry: �Also - �hm - wollen wir dann gehen?�</p><p>�Oh - ja ...�</p><p>Sie reihten sich in die Schlange der Sch�ler ein, die sich bei Filch abmeldeten, sahen einander gelegentlich an und grinsten unsicher, ohne jedoch miteinander zu reden. Harry war erleichtert, als sie in die frische Luft traten, denn es schien ihm einfacher, stumm nebeneinander herzugehen, als nur dazustehen und verlegen dreinzublicken. Es war ein frischer, windiger Tag. Als sie am Quidditch-Stadion vorbeikamen, sah Harry kurz Ron und Ginny, die �ber die Trib�nen dahinglitten, und der Gedanke, dass er nicht dort oben sein konnte, versetzte ihm einen f�rchterlichen Stich.</p><p>�Du musst das ziemlich vermissen, oder?�, sagte Cho.</p><p>Er drehte sich um und sah, dass sie ihn musterte.</p><p>�Ja�, seufzte Harry. �Allerdings.�</p><p>�Wei�t du noch, wie wir das erste Mal gegeneinander gespielt haben, im dritten Jahr?�, fragte sie ihn.</p><p>�Ja�, sagte Harry grinsend. �Du hast mich st�ndig abgeblockt.�</p><p>�Und Wood hat dir gesagt, du sollst kein Gentleman sein und mich wenn n�tig vom Besen hauen�, erinnerte sich Cho l�chelnd. �Ich habe geh�rt, Pride of Portree hat ihn genommen, stimmt das?�</p><p>�Nein, es war Eintracht Pf�tzensee. Ich hab ihn letztes Jahr bei den Weltmeisterschaften gesehen.�</p><p>�Oh, da haben wir uns auch gesehen, wei�t du noch? Wir waren im selben Zeltlager. War wirklich gut, oder?�</p><p>Das Thema Quidditch-Weltmeisterschaft trug sie den ganzen Weg hinunter und zum Tor hinaus. Harry konnte kaum fassen, wie einfach es war, mit ihr zu reden - eigentlich �berhaupt nicht schwieriger als mit Ron und Hermine -, und gerade f�hlte er sich sicher und vergn�gt, da wurden sie von einer gro�en Gruppe Slytherin-M�dchen �berholt, darunter Pansy Parkinson.</p><p>�Potter und Chang!�, kreischte Pansy und ein h�hnisch kichernder Chor begleitete sie. �Urrgh, Chang, von deinem Geschmack halt ich ja nicht viel ... Diggory hat wenigstens gut ausgesehen!�</p><p>Die M�dchen gingen schneller, schwatzten und kieksten spitz und drehten sich aufdringlich zu Harry und Cho um, die nun hinter ihnen in peinliches Schweigen versanken. Harry fiel nichts mehr zu Quidditch ein, und Cho, leicht rot im Gesicht, guckte auf ihre F��e.</p><p>�Also ... wo willst du hin?�, fragte Harry, als sie nach Hogsmeade kamen. Die Hauptstra�e war voller Sch�ler, die auf und ab schlenderten, sich die Schaufenster ansahen und in Gr�ppchen auf den Gehwegen herumhingen.</p><p>�Oh ... ist mir egal�, sagte Cho achselzuckend. ��hm ... wollen wir einfach mal in die L�den reinschauen oder so?�</p><p>Sie bummelten auf <emphasis>Derwisch und Banges </emphasis>zu. Einige Leute aus Hogsmeade sahen sich ein gro�es Plakat an, das im Schaufenster des Ladens hing. Sie traten beiseite, als Harry und Cho sich n�herten, und Harry starrte erneut auf die Bilder der zehn entflohenen Todesser. Das Plakat versprach �Per Anweisung des Zaubereiministeriums� jeder Hexe und jedem Zauberer f�r Informationen, die zur Wiederergreifung der abgebildeten Str�flinge f�hrten, tausend Galleonen Belohnung.</p><p>�Seltsam, findest du nicht?�, sagte Cho mit leiser Stimme und blickte hoch zu den Bildern der Todesser. �Wei�t du noch, als Sirius Black geflohen war, da hat es in Hogsmeade nur so gewimmelt von Dementoren, die nach ihm suchten. Und jetzt sind zehn Todesser auf freiem Fu�, und keine Spur von Dementoren ...�</p><p>�Ja�, sagte Harry, riss sich von Bellatrix Lestranges Gesicht los und blickte die Hauptstra�e entlang. �Ja, das ist tats�chlich seltsam.�</p><p>Er war nicht gerade ungl�cklich, dass keine Dementoren in der N�he waren, doch nun, wo er dar�ber nachdachte, schien ihre Abwesenheit h�chst bedeutsam.</p><p>Sie hatten nicht nur die Todesser entkommen lassen, sie machten sich auch nicht die M�he, nach ihnen zu suchen ... es sah ganz so aus, als st�nden sie inzwischen wirklich au�er Kontrolle des Ministeriums.</p><p>Die zehn geflohenen Todesser starrten ihnen aus jedem Schaufenster entgegen, an dem er und Cho entlanggingen. Als sie an <emphasis>Schreiberlings </emphasis>vorbeikamen, fing es an zu regnen; kalte, schwere Tropfen fielen Harry unabl�ssig auf Gesicht und Nacken.</p><p>��hm ... m�chtest du vielleicht einen Kaffee?�, sagte Cho z�gerlich, als es heftiger zu regnen begann.</p><p>�Ja, gut�, sagte Harry und blickte sich um. �Wo?�</p><p>�Oh, dort dr�ben ist ein ganz netter Laden. Warst du schon mal bei Madam Puddifoot?�, sagte sie strahlend und f�hrte ihn durch eine Seitenstra�e zu einem kleinen Cafe, das Harry noch nie aufgefallen war. Es war ein proppenvolles, dampfiges kleines Lokal, wo offenbar alles mit R�schen und Schleifchen geschm�ckt war. Harry f�hlte sich unangenehm an Umbridges B�ro erinnert.</p><p>�S��, nicht?�, sagte Cho gl�cklich.</p><p>��hm ... ja�, schwindelte Harry.</p><p>�Sieh mal, sie hat f�r den Valentinstag dekoriert!�, sagte Cho und deutete auf eine Reihe von goldenen Engelchen, die �ber jedem der kleinen runden Tische schwebten und ab und zu rosa Konfetti �ber die G�ste unter ihnen regnen lie�en.</p><p>�Aaah ...�</p><p>Sie setzten sich an den letzten freien Tisch, der am beschlagenen Fenster stand. Roger Davies, der Quidditch-Kapit�n der Ravenclaws, sa� zusammen mit einem h�bschen blonden M�dchen etwa einen halben Meter entfernt. Sie hielten H�ndchen. Bei dem Anblick wurde Harry unbehaglich zumute, vor allem nun, da er sich im Cafe umsah und bemerkte, dass nur Paare hier waren, die allesamt H�ndchen hielten. Vielleicht erwartete Cho, dass er <emphasis>ihre </emphasis>Hand hielt.</p><p>�Was kann ich euch bringen, meine Lieben?�, sagte Madam Puddifoot, eine sehr st�mmige Dame mit einem gl�nzenden schwarzen Haarknoten, die sich m�hsam zwischen ihrem und Roger Davies' Tisch hindurchzw�ngte.</p><p>�Zwei Kaffee, bitte�, sagte Cho.</p><p>Ihr Kaffee war noch nicht gekommen, da hatten Roger Davies und seine Freundin schon angefangen, �ber ihre Zuckerschale hinweg zu knutschen. Harry w�re es lieber gewesen, sie h�tten es bleiben lassen; er hatte das Gef�hl, dass Davies hier Ma�st�be setzte und dass Cho bald von ihm erwarten w�rde, dass er mithielt. Er sp�rte sein Gesicht hei� werden und wollte aus dem Fenster blicken, doch die Scheibe war so beschlagen, dass er die Stra�e drau�en nicht erkennen konnte. Um den Moment hinauszuz�gern, in dem er Cho ansehen musste, starrte er hoch zur Decke, als ob er die Malerarbeit begutachten w�rde, und bekam von ihrem schwebenden Engelchen eine Hand voll Konfetti ins Gesicht.</p><p>Nach ein paar weiteren peinlichen Minuten lie� Cho den Namen Umbridge fallen. Harry griff das Thema erleichtert auf, und eine kurze Weile waren sie gl�cklich damit besch�ftigt, �ber Umbridge herzuziehen, doch hatten sie das Thema w�hrend der DA-Treffen bereits so gr�ndlich durchgekaut, dass es nicht f�r lange Zeit Gespr�chsstoff hergab. Wieder verstummten sie. Harry nahm sehr deutlich die Schlabberger�usche wahr, die vom Tisch nebenan kamen, und �berlegte hektisch, was er noch sagen k�nnte.</p><p>��hm ... h�r mal, hast du Lust, mit mir gegen Mittag in die <emphasis>Drei Besen </emphasis>zu gehen? Ich treff dort Hermine Granger.�</p><empty-line/><p>Cho zog die Brauen hoch.</p><p>�Du triffst dich mit Hermine Granger? Heute?�</p><p>�Ja. Nun, sie hat mich drum gebeten, also hab ich zugesagt. Willst du mitkommen? Sie meinte, es war ihr egal, wenn du kommst.�</p><p>�Oh ... also ... das war nett von ihr.�</p><p>Aber Cho klang �berhaupt nicht danach, als w�rde sie es nett finden. Im Gegenteil, ihre Stimme war kalt und pl�tzlich sah sie ziemlich abweisend aus.</p><p>Ein paar weitere Minuten vergingen in v�lligem Schweigen. Harry trank seinen Kaffee so schnell aus, dass er bald eine zweite Tasse brauchte. Roger Davies und seine Freundin neben ihnen waren offenbar an den Lippen zusammengeklebt.</p><p>Chos Hand lag auf dem Tisch neben ihrer Kaffeetasse, und Harry versp�rte einen wachsenden Drang, sie in seine zu nehmen. Tu's doch einfach, sagte er sich, und eine Mischung aus Panik und Erregung stieg in seiner Brust hoch. Du musst nur den Arm ausstrecken und sie anfassen. Erstaunlich, wie viel schwieriger es war, den Arm drei�ig Zentimeter auszustrecken und ihre Hand zu ber�hren, als einen pfeilschnellen Schnatz mitten aus der Luft zu fangen ...</p><p>Doch gerade als er seine Hand bewegte, zog Cho ihre vom Tisch. Sie sah mit leicht interessiertem Blick Roger Davies und seiner Freundin beim K�ssen zu.</p><p>�Er wollte mit mir ausgehen, wei�t du�, sagte sie leise. �Vor ein paar Wochen. Roger. Ich hab ihn aber abblitzen lassen.�</p><p>Harry, der die Zuckerschale ergriffen hatte, um einen Grund f�r seine pl�tzliche Handbewegung �ber den Tisch vorzut�uschen, hatte keine Ahnung, warum sie ihm das sagte. Wenn sie gern am Tisch nebenan sitzen und innig von Roger Davies gek�sst werden wollte, weshalb war sie dann mit <emphasis>ihm </emphasis>ausgegangen?</p><p>Er schwieg. Das Engelchen warf noch eine Hand voll Konfetti �ber sie; einiges davon landete im kalten Rest Kaffee, den Harry gerade hatte trinken wollen.</p><p>�Letztes Jahr bin ich mit Cedric hierher gegangen�, sagte Cho.</p><p>In den ein, zwei Sekunden, die er brauchte, um zu begreifen, was sie gesagt hatte, wurden Harrys Eingeweide zu Eis. Er konnte einfach nicht fassen, dass sie jetzt �ber Cedric reden wollte, umgeben von knutschenden P�rchen und einem Engelchen, das �ber ihren K�pfen schwebte.</p><p>Chos Stimme war eine Spur h�her, als sie weitersprach.</p><p>�Ich hab dich schon ewig fragen wollen ... hat Cedric ... hat er m-m-mich mal erw�hnt, bevor er starb?�</p><p>Dies war wirklich das Allerletzte, wor�ber Harry reden wollte, und am allerwenigsten mit Cho.</p><p>�Also - nein -�, sagte er leise. �Er - er hatte keine Zeit, irgendwas zu sagen. �hm ... also ... siehst du ... hast du viel Quidditch in den Ferien gesehen? Du bist f�r die Tornados, stimmt's?�</p><p>Seine Stimme klang aufgesetzt munter und fr�hlich. Entsetzt sah er, dass ihre Augen wieder in Tr�nen schwammen, genau wie nach dem letzten DA-Treffen vor Weihnachten.</p><p>�Schau mal� , sagte er verzweifelt und beugte sich vor, damit niemand sonst ihn h�ren konnte, �lass uns jetzt nicht �ber Cedric reden ... reden wir �ber was anderes ...�</p><p>Doch damit hatte er offensichtlich genau das Falsche gesagt.</p><p>�Ich dachte�, sagte sie und Tr�nen spritzten auf den Tisch, �ich dachte, <emphasis>du</emphasis> w�rdest v-v-verstehen! Ich <emphasis>muss </emphasis>dar�ber reden! Und du m-musst sicher a-auch dr�ber reden! Immerhin, du hast es selbst mit angesehen - o-oder nicht?�</p><p>Alles ging alptraumhaft schief; die Freundin von Roger Davies hatte sich nun sogar aus ihrem klebrigen Kuss gel�st und der weinenden Cho zugewandt.</p><p>�Nun ja - ich hab dar�ber gesprochen�, sagte Harry im Fl�sterton, �mit Ron und Hermine, aber -�</p><p>�Oh, mit Hermine Granger redest du!�, sagte sie schrill und ihr Gesicht gl�nzte nun tr�nenfeucht. Einige weitere k�ssende Paare l�sten sich voneinander und starrten her�ber. �Aber mit mir willst du nicht reden! V-vielleicht war es am besten, wir zahlen einfach ... einfach z-zahlen und du gehst und triffst dich mit Hermine G-Granger, das willst du doch offenbar!�</p><p>Harry starrte sie vollkommen verdutzt an, w�hrend sie eine r�schenbesetzte Serviette nahm und sich das gl�nzende Gesicht damit abtupfte.</p><p>�Cho?�, sagte er schwach und w�nschte sich, Roger w�rde seine Freundin packen und sie wieder k�ssen, damit sie ihn und Cho nicht mehr mit Stielaugen anglotzen konnte.</p><p>�Na los, geh schon!�, sagte sie und weinte jetzt in ihre Serviette. �Ich wei� nicht, warum du �berhaupt mit mir ausgehen wolltest, wenn du dich dann gleich hinterher mit anderen M�dchen verabredest ... wie viele triffst du denn noch nach Hermine?�</p><p>�Es ist nicht so, wie du denkst!�, sagte Harry und war derart erleichtert, dass er endlich begriffen hatte, wor�ber sie sich so aufregte, dass er lachte. Und das, bemerkte er den Bruchteil einer Sekunde zu sp�t, war ebenfalls ein Fehler.</p><p>Cho sprang auf. Das ganze Cafe war verstummt und alle starrten zu den beiden her�ber.</p><p>�Bis demn�chst, Harry�, sagte sie dramatisch, und leicht hicksend rauschte sie zur T�r, riss sie auf und eilte hinaus in den str�menden Regen.</p><p>�Cho!�, rief Harry ihr nach, doch mit einem melodischen Klingeln war die T�r bereits hinter ihr zugeschlagen.</p><p>Im Cafe herrschte vollkommene Stille. Alle Augen waren auf Harry gerichtet.</p><p>Er warf eine Galleone auf den Tisch, sch�ttelte rosa Konfetti aus seinen Haaren und folgte Cho zur T�r hinaus.</p><p>Es regnete inzwischen heftig und sie war nirgends zu sehen. Er begriff einfach nicht, was geschehen war. Vor einer halben Stunde noch waren sie gut miteinander ausgekommen.</p><p>�Frauen!�, murmelte er zornig und patschte, die H�nde in den Taschen, die regennasse Stra�e entlang. �Warum blo� wollte sie �ber Cedric reden? Warum kommt sie immer mit einem Thema, bei dem sie sich auff�hren muss wie ein menschlicher Gartenschlauch?�</p><p>Er bog rechts ab und legte einen spritzenden Spurt ein, der ihn nach wenigen Minuten zur T�r der <emphasis>Drei Besen </emphasis>f�hrte. Er wusste, dass es f�r das Treffen mit Hermine noch zu fr�h war, doch sicher w�rde jemand drinnen sein, mit dem er sich die verbleibende Zeit vertreiben konnte. Er sch�ttelte sich das nasse Haar aus den Augen und sah sich um. Hagrid sa� allein in einer Ecke und blickte verdrie�lich vor sich hin.</p><p>�Hi, Hagrid!�, sagte er, als er sich zwischen den voll besetzten Tischen hindurchgezw�ngt und einen Stuhl herangezogen hatte.</p><p>Hagrid schreckte zusammen und blickte hinunter zu Harry, als w�rde er ihn kaum wiedererkennen. Harry sah, dass er zwei frische Schnittwunden im Gesicht hatte und einige neue Bluterg�sse.</p><p>�Oh, du bist's, Harry�, sagte Hagrid. �Geht's dir gut?�</p><p>�Ja, bestens�, log Harry. Doch angesichts dieses �bel zugerichteten und traurig blickenden Hagrid hatte er das Gef�hl, er k�nne sich nicht gro� beklagen. ��hm - alles in Ordnung mit dir?�</p><p>�Mit mir?�, sagte Hagrid. �Oh, ja, mir geht's gro�artig, Harry, gro�artig.�</p><p>Er sp�hte in die Tiefen seines Zinnkrugs, der die Ausma�e eines gro�en Eimers hatte, und seufzte. Harry wusste nicht, was er zu ihm sagen sollte. Einen Moment lang sa�en sie schweigend nebeneinander. Dann sagte Hagrid unvermittelt: �Im selben Boot, du un' ich, stimmt's, Harry?�</p><p>��hm -�, machte Harry.</p><p>�Jaah ... hab's ja schon gesagt... sin' beide Au�enseiter, irgendwie�, sagte Hagrid und nickte versonnen. �Un' beide Waisen. Jaah ... beide Waisen.�</p><p>Er nahm einen gro�en Schluck aus seinem Zinnkrug.</p><p>�Is' schon was anderes, wenn man 'ne anst�ndige Familie hat�, sagte er. �Mein Dad war anst�ndig. Und deine Mum und dein Dad war'n anst�ndig. Wenn sie �berlebt h�tten, war das Leben anders, oder?�</p><p>�Ja ... denk schon�, sagte Harry vorsichtig. Hagrid schien in sehr eigenartiger Stimmung zu sein.</p><p>�Familie�, sagte er d�ster. �Du kannst sagen, was du willst, aber Blut ist wichtig ...�</p><p>Und er wischte sich einen Tropfen davon aus dem Auge.</p><p>�Hagrid�, sagte Harry, der es nicht mehr mit ansehen konnte, �wo hast du all diese Verletzungen her?�</p><p>�H�?�, sagte Hagrid und blickte verdutzt. �Was'n f�r Verletzungen?�</p><p>�Die alle!�, sagte Harry und deutete auf Hagrids Gesicht.</p><p>�Oh ... das sin' nur normale Beulen und blaue Flecken, Harry�, sagte Hagrid abwehrend, �in meinem Job geht's nun ma l hart zur Sache.�</p><p>Er leerte seinen Zinnkrug, stellte ihn zur�ck auf den Tisch und erhob sich.</p><p>�Wir sehn uns dann, Harry ... mach's mal gut.�</p><p>Und schwer mitgenommen, wie er aussah, stampfte er aus dem Pub und verschwand im sintflutartigen Regen. Harry sah ihm mit einem elenden Gef�hl nach. Hagrid war ungl�cklich und er verbarg etwas, aber er schien entschlossen, keine Hilfe anzunehmen. Was ging hier vor? Doch bevor Harry weiter dar�ber nachdenken konnte, h�rte er eine Stimme seinen Namen rufen.</p><p>�Harry! Harry, hier dr�ben!�</p><p>Hermine winkte ihm von der anderen Seite des Raums her zu. Er stand auf und dr�ngte sich durch den �berf�llten Pub zu ihr durch. Noch waren ein paar Tische zwischen ihnen, da fiel ihm auf, dass Hermine nicht allein war. Sie sa� an einem Tisch mit den ungew�hnlichsten Trinkgef�hrtinnen, die er sich nur vorstellen konnte: Luna Lovegood und keine andere als Rita Kimmkorn, ehemalige Journalistin des <emphasis>Tagespropheten </emphasis>und von Hermine gehasst wie sonst kaum jemand.</p><empty-line/><p>�Du bist fr�h dran!�, sagte Hermine und rutschte beiseite, um ihm Platz zu machen. �Ich dachte, du w�rst mit Cho aus, ich hab dich fr�hestens in einer Stunde erwartet!�</p><p>�Cho?�, sagte Rita sofort, drehte sich auf ihrem Platz um und starrte Harry begierig an. �Ein <emphasis>M�dchen?�</emphasis></p><p>Sie griff nach ihrer Krokodillederhandtasche und st�berte darin.</p><p>�Das geht <emphasis>Sie </emphasis>�berhaupt nichts an, und wenn Harry hundert M�dchen getroffen h�tte�, erkl�rte Hermine Rita mit k�hler Stimme. �Also k�nnen Sie das gleich wieder wegstecken.�</p><p>Rita hatte gerade eine giftgr�ne Schreibfeder aus der Tasche ziehen wollen.</p><p>Sie machte eine Miene, als h�tte man sie gezwungen, Stinksaft zu schlucken, und lie� ihre Tasche wieder zuschnappen.</p><p>�Worum geht's?�, fragte Harry, setzte sich und starrte von Rita �ber Luna zu Hermine.</p><p>�Die kleine Miss Makellos wollt's mir gerade sagen, als Sie kamen�, sagte Rita und schl�rfte ausgiebig an ihrem Drink. �Ich nehm an, dass ich mit ihm <emphasis>reden </emphasis>darf, oder?�, fuhr sie Hermine an.</p><p>�Ja, das nehm ich auch an�, sagte Hermine kalt.</p><p>Die Arbeitslosigkeit tat Rita nicht gut. Das Haar, einst kunstvoll gelockt, hing jetzt schlaff und zerzaust um ihr Gesicht. Die scharlachrote Farbe auf den f�nf Zentimeter langen Fingern�geln war abgesplittert und an ihrer gefl�gelten Brille fehlten ein paar falsche Juwelen. Sie nahm noch einen gro�en Schluck und sagte aus dem Mundwinkel: �H�bsches M�dchen, ja, Harry?�</p><p>�Noch ein Wort �ber Harrys Liebesleben und der Handel ist geplatzt, das mein ich ernst�, sagte Hermine ver�rgert.</p><p>�Welcher Handel?�, entgegnete Rita und wischte sich mit dem Handr�cken den Mund. �Sie haben noch keinen Handel erw�hnt, Miss Zimperlich, Sie haben mir nur gesagt, dass ich kommen soll. Oh, eines Tages ...� Sie holte tief und schaudernd Luft.</p><p>�Ja, ja, eines Tages, da werden Sie noch mehr f�rchterliche Geschichten �ber Harry und mich schreiben�, sagte Hermine gleichm�tig. �Warum suchen Sie sich nicht einfach jemanden, den das interessiert?�</p><p>�Dieses Jahr haben sie auch ohne meine Hilfe eine Menge f�rchterlicher Geschichten �ber Harry gebracht�, sagte Rita, versetzte ihm �ber den Rand ihres Glases hinweg einen schr�gen Blick und f�gte heiser fl�sternd hinzu: �Wie f�hlen Sie sich dabei, Harry? Verraten? Durcheinander? Missverstanden?�</p><empty-line/><p>�Er ist nat�rlich zornig�, sagte Hermine mit harter, klarer Stimme. �Weil er dem Zaubereiminister die Wahrheit gesagt hat und der Minister zu bl�de ist, ihm zu glauben.�</p><p>�Also bleiben Sie tats�chlich dabei, dass Er, dessen Name nicht genannt werden darf, zur�ck ist?�, sagte Rita, lie� das Glas sinken und bedachte Harry mit einem stechenden Blick, w�hrend sich ihre Finger sehns�chtig zur Schnalle ihrer Krokodilledertasche verirrten. �Sie stehen zu dem ganzen Plunder, den Dumbledore aller Welt erz�hlt, Du-wei�t-schon-wer sei zur�ck und Sie seien der einzige Zeuge?�</p><p>�Ich war nicht der einzige Zeuge�, fauchte Harry. �Au�er mir waren noch ein Dutzend Todesser dabei. Wollen Sie ihre Namen haben?�</p><p>�Das war ganz toll�, hauchte Rita, die nun erneut in ihrer Tasche fummelte und ihn anblickte, als w�re er das sch�nste Wesen, das sie je gesehen hatte. �Eine gro�e fette Schlagzeile: <emphasis>�Potter klagt an ...� </emphasis>Die Zeile drunter: <emphasis>�Harry Potter nennt die Namen der Todesser, die noch unter uns sind.� </emphasis>Und dann, unter einem h�bschen gro�en Foto von Ihnen: <emphasis>�Harry Potter, 15, der gest�rte Teenager, der den Angriff von Du-wei�t-schon-wem �berlebt hat, l�ste gestern Emp�rung aus,</emphasis><emphasis>indem er angesehene und f�hrende Mitglieder der Zauberergemeinschaft</emphasis><emphasis>beschuldigte, Todesser zu sein ...�� </emphasis></p><p>Die Flotte-Schreibe-Feder war bereits in ihrer Hand und auf halbem Weg zu ihrem Mund, als der verz�ckte Ausdruck auf ihrem Gesicht erstarb.</p><p>�Aber nat�rlich�, sagte sie, lie� die Feder sinken und warf Hermine einen bohrenden Blick zu, �nat�rlich w�rde die kleine Miss Makellos diese Story gar nicht gern gedruckt sehen, stimmt's?�</p><p>�Eigentlich�, sagte Hermine s��lich, �ist es genau das, was die kleine Miss Makellos <emphasis>will.�</emphasis></p><p>Rita starrte sie an. Harry ebenfalls. Luna hingegen sang vertr�umt �Weasley ist unser King� in sich hinein und r�hrte mit einer aufgespie�ten Cocktail-Zwiebel ihren Drink um.</p><p>�Sie <emphasis>wollen, </emphasis>dass ich berichte, was er �ber Ihn, dessen Name nicht genannt werden darf, sagt?�, fragte Rita Hermine mit ged�mpfter Stimme.</p><p>�Ja, das will ich�, sagte Hermine. �Die wahre Geschichte. Alle Fakten. Genau wie Harry sie erz�hlt. Er liefert Ihnen alle Einzelheiten, er nennt Ihnen die Namen aller unentdeckten Todesser, die er dort gesehen hat, er sagt Ihnen, wie Voldemort heute aussieht - oh, rei�en Sie sich zusammen�, f�gte sie ver�chtlich hinzu und warf eine Serviette �ber den Tisch, denn beim Klang von Voldemorts Namen war Rita so heftig zusammengezuckt, dass sie die H�lfte ihres Glases Feuerwhisky �ber sich versch�ttet hatte.</p><empty-line/><p>Rita trocknete das Revers ihres schmuddeligen Regenmantels, ohne Hermine aus den Augen zu lassen. Dann sagte sie n�chtern: �Das w�rde der <emphasis>Prophet </emphasis>nicht drucken. Es mag Ihnen noch nicht aufgefallen sein, aber kein Mensch glaubt diese Ammenm�rchen. Alle denken, er hat Wahnvorstellungen. Aber wenn Sie mich die Geschichte aus dieser Perspektive schreiben lassen ...�</p><p>�Wir brauchen nicht noch eine Geschichte von wegen, Harry h�tte sie nicht mehr alle!�, sagte Hermine zornig. �Davon hatten wir schon genug, danke sch�n! Ich will, dass er die M�glichkeit bekommt, die Wahrheit zu sagen!�</p><p>�Es gibt keinen Markt f�r eine solche Story�, erwiderte Rita kalt.</p><p>�Sie meinen, der <emphasis>Prophet </emphasis>wird sie nicht drucken, weil Fudge es nicht zul�sst�, sagte Hermine ver�rgert.</p><p>Rita sah Hermine eine ganze Weile mit stechendem Blick an. Dann beugte sie sich �ber den Tisch zu ihr hin�ber und sagte in gesch�ftsm��igem Ton: �Na gut, Fudge macht Druck auf den <emphasis>Propheten, </emphasis>aber es kommt aufs selbe raus. Die werden keine Geschichte drucken, die Harry in gutem Licht erscheinen l�sst.</p><p>Keiner will das lesen. Das ist gegen die Stimmung in der �ffentlichkeit. Wegen dieses j�ngsten Askaban-Ausbruchs sind die Leute ohnehin schon beunruhigt genug. Sie wollen einfach nicht glauben, dass Du-wei�t-schon-wer zur�ck ist.�</p><p>�Also ist der <emphasis>Tagesprophet </emphasis>dazu da, den Leuten zu sagen, was sie h�ren wollen, stimmt's?�, giftete Hermine.</p><p>Rita setzte sich wieder aufrecht hin und leerte mit hochgezogenen Augenbrauen ihr Glas Feuerwhisky.</p><p>�Der <emphasis>Prophet </emphasis>ist da, um sich zu verkaufen, Sie dummes M�dchen�, sagte sie kalt.</p><p>�Mein Dad h�lt ihn f�r eine miserable Zeitung�, mischte sich Luna �berraschend ins Gespr�ch ein. Sie lutschte an ihrer Cocktail-Zwiebel und stierte Rita mit ihren vorquellenden, leicht irrlichternden riesigen Augen an. �Er ver�ffentlicht wichtige Geschichten, von denen er glaubt, dass die �ffentlichkeit sie erfahren muss. Ihm geht es nicht ums Geldverdienen.�</p><p>Rita blickte Luna abf�llig an.</p><p>�Ich vermute, Ihr Vater leitet einen depperten kleinen Dorfboten�, sagte sie.</p><p>�Wahrscheinlich <emphasis>F�nfundzwanzig Tipps, wie man sich unter Muggel mischt </emphasis>und die Termine der n�chsten Besenbasare?�</p><p>�Nein�, sagte Luna und tunkte die Zwiebel wieder in ihr Goldlackwasser, �er ist der Chefredakteur des <emphasis>Klitterers.�</emphasis></p><p>Rita schnaubte so laut, dass sich die Leute am n�chsten Tisch entsetzt umdrehten.</p><p>�� Wichtige Geschichten, von denen er glaubt, dass die �ffentlichkeit sie erfahren muss�, ja?�, sagte sie in vernichtendem Ton. �Ich k�nnte meinen Garten d�ngen mit dem, was in diesem K�seblatt steht.�</p><p>�Nun, dann ist das Ihre Chance, das Niveau des K�seblatts ein wenig zu heben, verstehen Sie?�, sagte Hermine freundlich. �Luna meint, ihr Vater w�rde das Interview mit Harry liebend gern annehmen. Er wird es ver�ffentlichen.�</p><p>Rita starrte die beiden einen Moment lang an, dann lachte sie schallend.</p><p><emphasis>�Der Klitterer!�, </emphasis>gluckste sie. �Sie glauben, die Leute nehmen ihn ernst, wenn er im <emphasis>Klitterer </emphasis>auspackt?�</p><p>�Manche nicht�, sagte Hermine mit ruhiger Stimme. �Aber so, wie der <emphasis>Tagesprophet </emphasis>den Askaban-Ausbruch dargestellt hat, hatte die Geschichte ein paar klaffende L�cken. Ich glaub, eine Menge Leute werden sich fragen, ob es nicht eine bessere Erkl�rung f�r das gibt, was da passiert ist, und wenn eine andere Version der Geschichte existiert, selbst wenn sie in einem -�, sie warf Luna von der Seite her einen Blick zu, �in einem - nun ja, <emphasis>ungew�hnlichen</emphasis> Magazin erscheint - ich sch�tze, dann werden die ziemlich scharf drauf sein, das zu lesen.�</p><p>Rita sagte eine Weile lang nichts, hatte jedoch den Kopf ein wenig schief gelegt und sah Hermine scharfsinnig an.</p><p>�Na gut, nehmen wir mal an, ich lass mich drauf ein�, sagte sie abrupt.</p><p>�Welches Honorar ist f�r mich drin?�</p><p>�Ich glaub nicht, dass Daddy die Leute, die f�r das Magazin schreiben, tats�chlich auch noch bezahlt�, sagte Luna vertr�umt. �Die tun es, weil es eine Ehre ist, und nat�rlich, weil sie ihren Namen gedruckt sehen wollen.�</p><p>Rita Kimmkorn machte erneut ein Gesicht, als h�tte sie einen starken Geschmack von Stinksaft im Mund, und wandte sich an Hermine.</p><p>�Ich soll das also <emphasis>umsonst </emphasis>machen?�</p><p>�Nun, ja�, entgegnete Hermine unverfroren und nahm einen Schluck von ihrem Drink. �Wenn nicht, und das wissen Sie sehr genau, werde ich die Beh�rden informieren, dass Sie ein nicht registrierter Animagus sind. K�nnte nat�rlich sein, dass der <emphasis>Prophet </emphasis>Ihnen dann eine Menge f�r einen Insiderbericht �ber das Leben in Askaban zahlt.�</p><p>Rita blickte drein, als h�tte sie am liebsten das Papierschirmchen gepackt, das aus Hermines Glas ragte, und es ihr in die Nase gesto�en.</p><p>�Ich hab wohl keine Wahl, oder?�, sagte sie mit leicht zitternder Stimme. Sie �ffnete noch einmal ihre Krokodiltasche, zog ein St�ck Pergament heraus und hob die Flotte-Schreibe-Feder.</p><p>�Daddy wird sich freuen�, sagte Luna strahlend. An Ritas Kiefer zuckte ein Muskel.</p><p>�Okay, Harry?�, fragte Hermine und wandte sich ihm zu. �Bereit, der �ffentlichkeit die Wahrheit zu sagen?�</p><p>�Ich denk schon�, sagte Harry und lie� Rita, die ihre Flotte-Schreibe-Feder �ber das Pergament zwischen ihnen hielt, nicht aus den Augen.</p><p>�Dann legen Sie mal los, Rita�, sagte Hermine gelassen und fischte eine Kirsche vom Boden ihres Glases.</p></section><section><title><p>Gesehen - unvorhergesehen</p></title><p>Luna meinte vage, sie wisse nicht, wann Ritas Interview mit Harry im <emphasis>Klitterer </emphasis>erscheinen w�rde. Ihr Vater erwarte einen wunderbar ausf�hrlichen Artikel �ber j�ngste Entdeckungen von Schrumpfh�rnigen Schnarchkacklern -</p><p>�und nat�rlich wird das eine ziemlich wichtige Geschichte, also wird Harry sich vielleicht bis zur �bern�chsten Ausgabe gedulden m�ssen�, erkl�rte sie.</p><p>F�r Harry war es keine leichte Erfahrung gewesen, �ber die Nacht zu reden, in der Voldemort zur�ckgekehrt war. Rita hatte auf jedes kleine Detail gedrungen, und er hatte ihr alles erz�hlt, woran er sich erinnern konnte, in dem Wissen, dass dies die gro�e Gelegenheit f�r ihn war, der Welt die Wahrheit zu sagen. Er fragte sich, wie die Leute auf die Geschichte reagieren w�rden. Vermutlich w�rde sie viele in der Ansicht best�rken, dass er v�llig verr�ckt sei, nicht zuletzt weil seine Geschichte neben dem haarstr�ubenden Unsinn �ber Schrumpfh�rnige Schnarchkackler stehen w�rde. Doch der Ausbruch Bellatrix Lestranges und der anderen Todesser hatte in Harry den brennenden Wunsch geweckt, <emphasis>irgendetwas</emphasis> zu tun, ob es nun etwas bewirkte oder nicht ...</p><p>�Bin mal gespannt, was Umbridge davon h�lt, dass du an die �ffentlichkeit gehst�, sagte Dean beeindruckt beim Abendessen am Montag. Seamus schaufelte neben Dean Riesenmengen H�hnchen-und-Schinken-Pastete in sich hinein, doch Harry wusste, dass er zuh�rte.</p><p>�Du tust genau das Richtige, Harry�, sagte Neville, der ihm gegen�bersa�. Er war ziemlich bleich, fuhr aber mit leiser Stimme fort: �Es muss ... schwierig ... gewesen sein, dar�ber zu reden ... stimmt's?�</p><p>�Ja�, murmelte Harry, �aber die Leute m�ssen erfahren, wozu Voldemort f�hig ist, oder?�</p><p>�Das stimmt�, sagte Neville und nickte, �und auch seine Todesser ... die Leute sollten erfahren ...�</p><p>Neville brach seinen Satz ab und wandte sich wieder seiner Backkartoffel zu.</p><p>Seamus sah auf, doch als er Harrys Blick begegnete, schaute er rasch auf seinen Teller zur�ck. Nach einer Weile gingen Dean, Seamus und Neville in den Gemeinschaftsraum, w�hrend Harry und Hermine am Tisch zur�ckblieben und auf Ron warteten, der wegen seines Quidditch-Trainings noch nicht gegessen hatte.</p><p>Cho Chang kam mit ihrer Freundin Marietta in die Halle. Harrys Magen zog sich unangenehm zusammen, doch Cho w�rdigte den Gryffindor-Tisch keines Blickes und setzte sich mit dem R�cken zu ihm.</p><empty-line/><p>�Ach, ich hab vergessen dich zu fragen�, sagte Hermine gut gelaunt und warf einen Blick hin�ber zum Ravenclaw-Tisch, �was ist eigentlich aus deiner Verabredung mit Cho geworden? Wie kommt's, dass du so fr�h wieder da warst?�</p><p>��hm ... nun, es war ...�, sagte Harry, zog eine Sch�ssel mit Rhabarberauflauf zu sich heran und tat sich noch einmal auf, �jetzt, wo du's sagst - ein totales Fiasko.�</p><p>Und er erz�hlte ihr, was in Madam Puddifoots Cafe passiert war.</p><p>�... also, und dann�, schloss er einige Minuten sp�ter, als er den letzten Bissen Auflauf hinuntergeschluckt hatte, �springt sie auf, verstehst du, und sagt: �Bis demn�chst, Harry�, und rennt einfach raus!� Er legte seinen L�ffel weg und sah Hermine an. �Ich mein, was sollte das Ganze? Was war da los?�</p><p>Hermine blickte hin�ber auf Chos Nacken und seufzte.</p><p>�Oh, Harry�, sagte sie traurig. �Also, tut mir Leid, aber du warst ein bisschen taktlos.�</p><p><emphasis>�Ich </emphasis>und taktlos?�, sagte Harry emp�rt. �Wir sind doch bestens miteinander klargekommen, und auf einmal sagt sie mir, dass Roger Davies sich mit ihr verabreden wollte und dass sie immer mit Cedric in dieses bl�de Cafe gegangen ist und mit ihm geknutscht hat - wie soll ich mich denn dabei f�hlen?�</p><p>�Nun, sieh mal�, sagte Hermine, so geduldig wie jemand, der einem quengligen Kleinkind erkl�rt, dass eins und eins zwei ergibt, �du h�ttest ihr nicht mitten in eurem Rendezvous sagen sollen, dass du dich mit mir treffen willst.�</p><p>�Aber, aber�, stotterte Harry, �aber - du hast mir gesagt, ich soll mich um zw�lf mit dir treffen und sie mitbringen, wie sollte ich das tun, ohne es ihr zu sagen?�</p><p>�Du h�ttest es ihr anders beibringen m�ssen�, erkl�rte Hermine, immer noch mit diesem unertr�glich geduldigen Gehabe. �Du h�ttest sagen sollen, dass es furchtbar �rgerlich sei, aber dass ich dich <emphasis>gezwungen </emphasis>h�tte, in die <emphasis>Drei Besen </emphasis>zu kommen, und dass du eigentlich gar keine Lust h�ttest und lieber den ganzen Tag mit ihr verbringen wolltest, aber leider h�ttest du irgendwie das Gef�hl, du m�sstest mich doch treffen, und ob sie nicht bitte, bitte mitkommen w�rde, dann k�nntest du dich vielleicht schneller loseisen. Und es war vielleicht eine gute Idee gewesen, auch noch zu erw�hnen, wie h�sslich du mich findest�, f�gte Hermine hinzu.</p><p>�Aber ich finde dich gar nicht h�sslich�, sagte Harry perplex.</p><p>Hermine lachte.</p><p>�Harry, du bist schlimmer als Ron ... nun, nein, bist du nicht�, seufzte sie, als Ron h�chstpers�nlich in die Gro�e Halle gestapft kam, schlammbespritzt und mit griesgr�miger Miene. �H�r mal - du hast Cho verletzt, als du sagtest, du w�rdest dich mit mir treffen, also hat sie versucht dich eifers�chtig zu machen. Auf diese Weise wollte sie rausfinden, wie sehr du sie magst.�</p><p>�So was macht die?�, sagte Harry, als Ron sich auf die Bank gegen�ber fallen lie� und alle Sch�sseln in Reichweite zu sich heranzog. �Also, w�r's dann nicht leichter gewesen, wenn sie mich einfach gefragt h�tte, ob ich sie mehr mag als dich?�</p><p>�M�dchen stellen keine solchen Fragen�, sagte Hermine.</p><p>�Sollten sie aber!�, erwiderte Harry heftig. �Dann h�tte ich ihr sagen k�nnen, dass ich sie toll finde, und sie h�tte sich nicht wieder in diese Sache reinsteigern m�ssen, dass Cedric gestorben ist.�</p><p>�Ich behaupte nicht, dass es vern�nftig war, was sie getan hat�, sagte Hermine, w�hrend sich Ginny zu ihnen setzte, ebenso schlammbespritzt wie Ron und mit nicht minder verdrie�licher Miene. �Ich versuch dir nur zu erkl�ren, wie sie sich zu diesem Zeitpunkt gef�hlt hat.�</p><p>�Du solltest ein Buch schreiben�, meinte Ron zu Hermine, w�hrend er seine Kartoffeln kle in schnitt, �und die verr�ckten Dinge �bersetzen, die M�dchen tun, damit Jungs sie verstehen k�nnen.�</p><p>�Ja�, sagte Harry nachdr�cklich und blickte hin�ber zum Ravenclaw-Tisch.</p><p>Cho war gerade aufgestanden und verlie� die Gro�e Halle, wiederum ohne ihn anzusehen. Ziemlich deprimiert wandte er sich wieder Ron und Ginny zu. �Also, wie war euer Quidditch-Training?�</p><p>�Es war ein Alptraum�, antwortete Ron m�rrisch.</p><p>�Ach, komm�, sagte Hermine und blickte Ginny an, �ich bin sicher, es war nicht -�</p><p>�Doch, war es�, sagte Ginny. �Es war entsetzlich. Angelina hat am Schluss fast noch geheult.�</p><p>Ron und Ginny gingen nach dem Abendessen zum Duschen; Harry und Hermine kehrten in den belebten Gemeinschaftsraum der Gryffindors und zu ihrem gewohnten Berg Hausaufgaben zur�ck. Harry hatte sich eine halbe Stunde lang mit einer neuen Sternkarte f�r Astronomie herumgeschlagen, als Fred und George auftauchten.</p><p>�Ron und Ginny nicht da?�, fragte Fred und sah sich um, w�hrend er sich einen Sessel heranzog, und als Harry den Kopf sch�ttelte, sagte er: �Gut. Wir haben ihnen beim Training zugeschaut. Die werden abgeschlachtet. Ohne uns kannst du die v�llig vergessen.�</p><empty-line/><p>�H�r mal, Ginny ist nicht �bel�, warf George der Fairness halber ein und setzte sich neben Fred. �Ehrlich gesagt, ich hab keine Ahnung, wie sie so gut geworden ist, wir haben sie doch nie mitspielen lassen.�</p><p>�Seit sie sechs war, ist sie in euren Besenschuppen im Garten eingebrochen, wenn ihr nicht in der N�he wart, und hat abwechselnd eure Besen ausprobiert�, sagte Hermine hinter ihrem wackligen Stapel B�cher �ber alte Runen.</p><p>�Oh�, sagte George und sah milde beeindruckt aus. �Nun - das erkl�rt die Sache.�</p><p>�Hat Ron inzwischen mal einen Wurf gehalten?�, fragte Hermine und sp�hte �ber den Rand von <emphasis>Magische Hieroglyphen und Logogramme. </emphasis></p><p>�Eigentlich kann er das gut, wenn er glaubt, dass keiner ihm zusieht�, sagte Fred und verdrehte die Augen. �Also m�ssen wir am Samstag jedes Mal, wenn der Quaffel in seine Richtung fliegt, nur die Zuschauer bitten, ihm den R�cken zuzudrehen und sich zu unterhalten.�</p><p>Er stand auf, ging rastlos zum Fenster und starrte hinaus auf das dunkle Gel�nde.</p><p>�Wisst ihr, Quidditch war so ziemlich das Einzige, weshalb es sich lohnte, hier zu bleiben.�</p><p>Hermine warf ihm einen strengen Blick zu.</p><p>�Ihr habt bald Pr�fungen!�</p><p>�Hast doch geh�rt, dass wir uns wegen dieser UTZe gar nicht erst gro�en Stress machen�, sagte Fred. �Die Leckereien sind serienreif, und wir haben rausgefunden, wie man diese Furunkel loswird, ein paar Tropfen Murtlap-Essenz reichen aus. Lee hat uns drauf gebracht.�</p><p>George g�hnte herzhaft und sah betr�bt zum wolkenverhangenen Nachthimmel hinaus.</p><p>�Ich wei� gar nicht, ob ich mir dieses Spiel �berhaupt ansehen will. Wenn Zacharias Smith uns schl�gt, k�nnte es gut sein, dass ich mich umbringen muss.�</p><p>�Oder eher ihn umbringen�, erwiderte Fred entschieden.</p><p>�Das ist das Problem beim Quidditch�, sagte Hermine geistesabwesend und wieder �ber ihre Runen�bersetzung gebeugt, �es f�hrt zu all diesen Feindseligkeiten und Spannungen zwischen den H�usern.�</p><p>Sie blickte auf, um ihre Ausgabe von <emphasis>Zaubermanns Silbentabelle </emphasis>zu suchen, und bemerkte, dass Fred, George und Harry sie entr�stet bis ungl�ubig anstarrten.</p><p>�Ja, stimmt doch!�, sagte sie unwirsch. �Es ist nur ein Spiel, oder nicht?�</p><empty-line/><p>�Hermine�, sagte Harry und sch�ttelte den Kopf. �Du bist gut in Gef�hlen und so, aber von Quidditch verstehst du einfach nichts.�</p><p>�Mag sein�, sagte sie d�ster und wandte sich wieder ihrer �bersetzung zu,</p><p>�aber zumindest h�ngt mein Gl�ck nicht von Rons F�higkeiten als Torh�ter ab.�</p><p>Und obwohl Harry lieber vom Astronomieturm gesprungen w�re, als es Hermine gegen�ber zuzugeben: Nachdem er am Samstag darauf das Spiel gesehen hatte, h�tte er jede Menge Galleonen gegeben, wenn auch ihm Quidditch von nun an egal gewesen w�re.</p><p>Das Allerbeste, was sich �ber das Spiel sagen lie�, war, dass es nicht lange gedauert hatte. Die Zuschauer von Gryffindor mussten nur zweiundzwanzig Minuten Todesqualen erdulden. Schwierig zu sagen, was das Schlimmste gewesen war: wie Ron zum vierzehnten Mal als H�ter versagt, Sloper den Klatscher verfehlt und daf�r mit dem Schl�ger Angelinas Mund getroffen hatte; wie Kirke unter Kreischen r�cklings vom Besen gefallen war, als Zacharias Smith mit dem Quaffel in der Hand auf ihn zugeprescht kam - aus Harrys Sicht kaum zu entscheiden. Ein Wunder, dass Gryffindor nur mit zehn Punkten R�ckstand verlor: Ginny hatte es geschafft, dem Hufflepuff-Sucher Summerby den Schnatz direkt vor der Nase wegzuschnappen, und so lautete das Endergebnis zweihundertvierzig zu zweihundertdrei�ig.</p><p>�Guter Fang�, lobte Harry Ginny sp�ter im Gemeinschaftsraum, wo in etwa die Atmosph�re einer besonders bedr�ckenden Beerdigung herrschte.</p><p>�Ich hab Gl�ck gehabt�, sagte sie achselzuckend. �Es war kein sehr schneller Schnatz und Summerby hat einen Schnupfen, er hat geniest und die Augen im genau falschen Moment geschlossen. Jedenfalls, sobald du wieder in der Mannschaft bist -�</p><p>�Ginny, ich hab <emphasis>lebenslanges </emphasis>Spielverbot.�</p><p>�Du hast Spielverbot, solange Umbridge in der Schule ist�, korrigierte ihn Ginny. �Das ist ein Unterschied. Jedenfalls, sobald du wieder zur�ck bist, probier ich es wohl mal als J�gerin. Angelina und Alicia sind n�chstes Jahr nicht mehr dabei und ich will ohnehin lieber Tore machen als suchen.�</p><p>Harry sah hin�ber zu Ron, der mit einer Flasche Butterbier in der Hand in einer Ecke kauerte und seine Knie anstarrte.</p><p>�Angelina will ihn immer noch nicht aus der Mannschaft rauslassen�, sagte Ginny, als ob sie Harrys Gedanken lesen w�rde. �Sie meint, sie wei�, dass er's draufhat.�</p><p>Harry mochte Angelina wegen des Vertrauens, das sie offenbar in Ron setzte, war sich aber gleichzeitig sicher, es w�re wirklich gn�diger, wenn er die Mannschaft verlassen d�rfte. Ron war wieder mal unter dem gellenden Schlachtgesang �Weasley ist unser King� vom Feld gezogen, den die Slytherins eifrig angestimmt hatten, die nun Favoriten f�r den Quidditch-Pokal waren.</p><p>Fred und George schlenderten her�ber.</p><p>�Ich bring's nicht mal �bers Herz, ihn auf den Arm zu nehmen�, sagte Fred und sah hin�ber zu dem H�ufchen Elend namens Ron. �Aber ich sag euch ... als er den Vierzehnten durchgelassen hat -�</p><p>Er ruderte wild mit den Armen, als ahmte er im Stehen Hundepaddeln nach.</p><p>�- na gut, ich spar mir das f�r Partys auf, okay?�</p><p>Kurz danach schleppte sich Ron hoch ins Bett. Aus R�cksicht auf seine Gef�hle wartete Harry ein Weilchen, bis er selbst in den Schlafsaal ging, damit Ron, wenn er wollte, so tun konnte, als w�rde er schlafen. Und tats�chlich, als Harry schlie�lich hereinkam, schnarchte Ron ein wenig zu laut, als dass man wirklich darauf h�tte reinfallen k�nnen.</p><p>Harry legte sich ins Bett und dachte �ber das Spiel nach. Es war furchtbar nervenaufreibend gewesen, nur als Zuschauer dabei zu sein. Ginnys Leistung hatte ihn durchaus beeindruckt, doch er wusste, wenn er gespielt h�tte, dann h�tte er den Schnatz fr�her gefangen ... einmal war er an Kirkes Fu�kn�cheln herumgeflattert. Wenn Ginny nicht gez�gert h�tte, dann h�tte sie noch einen knappen Sieg f�r Gryffindor klarmachen k�nnen.</p><p>Umbridge hatte ein paar Reihen unterhalb von Harry und Hermine gesessen.</p><p>Das eine oder andere Mal hatte sich ihre gedrungene Gestalt im Sitzen umgedreht, sie hatte ihn angesehen, und ihr breiter Kr�tenmund hatte sich zu einem, wie es ihm vorkam, diebischen L�cheln gedehnt. Wie er so im Dunkeln lag, wurde ihm bei dieser Erinnerung hei� vor Zorn. Nach ein paar Minuten jedoch fiel ihm ein, dass er seinen Geist vor dem Einschlafen von allen Gef�hlen frei machen sollte, wie es Snape ihm nach jeder Okklumentikstunde einsch�rfte.</p><p>Er versuchte es eine Weile, doch der Gedanke an Snape, zus�tzlich zu den Erinnerungen an Umbridge, verst�rkte nur seinen Groll und seine Abneigung, und nun fand er sich von dem Gedanken besessen, wie sehr er diese beiden hasste .</p><p>Allm�hlich flaute Rons Geschnarche ab und er atmete jetzt tief und langsam.</p><p>Harry brauchte viel l�nger, um einzuschlafen; sein K�rper war m�de, doch es dauerte lange, bis sein Gehirn zur Ruhe kam.</p><p>Ihm tr�umte, dass Neville und Professor Sprout im Raum der W�nsche Walzer tanzten, w�hrend Professor McGonagall Dudelsack spielte. Er sah ihnen eine Weile gl�cklich zu, dann beschloss er, zu gehen und die anderen DA-Mitglieder aufzusuchen.</p><empty-line/><p>Doch als er den Raum verlie�, bemerkte er, dass er nicht vor dem Wandteppich mit Barnabas dem Bekloppten stand, sondern vor einer Fackel, die in ihrer Halterung an der Wand brannte. Er wandte den Kopf langsam nach links.</p><p>Dort, ganz am Ende des fensterlosen Korridors, war eine schlichte schwarze T�r.</p><p>Er ging mit wachsender Erregung auf sie zu. Er hatte das �u�erst seltsame Gef�hl, dass er diesmal Gl�ck haben und herausfinden w�rde, wie sie aufging ...</p><p>er war nur wenige Schritte von ihr entfernt, da sah er wie elektrisiert an der rechten Seite einen schwachen, blau schimmernden Lichtstreif ... die T�r war nur angelehnt ... er streckte die Hand aus, wollte sie weit aufsto�en und -</p><p>Ron machte einen lauten, s�genden, echten Schnarcher und Harry wachte abrupt auf. Seine rechte Hand war vor ihm in der Dunkelheit ausgestreckt, um eine T�r zu �ffnen, die Hunderte von Kilometern entfernt war. Entt�uscht und schuldbewusst zugleich lie� er sie sinken. Diese T�r h�tte er nicht sehen sollen, das wusste er, aber gleichzeitig sp�rte er eine so �berw�ltigende Neugier auf das, was hinter ihr lag, dass er unwillk�rlich sauer auf Ron war ... h�tte er doch mit seinem Schnarcher wenigstens noch eine Minute gewartet.</p><p>Am Montagmorgen betraten sie die Gro�e Halle zum Fr�hst�ck genau in dem Moment, als die Posteulen kamen. Hermine war nicht die Einzige, die begierig auf ihren <emphasis>Tagespropheten </emphasis>wartete: Fast alle waren gespannt auf neue Nachric hten �ber die entflohenen Todesser, die zwar angeblich h�ufig gesichtet wurden, aber immer noch nicht festgenommen waren. Hermine gab der Zustelleule einen Knut und schlug neugierig die Zeitung auf, w�hrend Harry sich Orangensaft einschenkte. Als die erste Eule mit einem Plumps vor ihm landete, war er sicher, dass das Tier sich geirrt hatte, da er das ganze Jahr �ber nur eine Nachricht erhalten hatte.</p><p>�Wen suchst du denn?�, fragte er sie, zog gleichg�ltig seinen Orangensaft unter ihrem Schnabel weg und beugte sich vor, um Name und Adresse des Empf�ngers zu lesen:</p><empty-line/><p>Harry Potter</p><p>Gro�e Halle</p><p>Hogwarts-Schule</p><empty-line/><p>Stirnrunzelnd wollte er der Eule den Brief abnehmen, doch schon waren drei, vier, f�nf weitere Eulen neben ihr auf den Tisch geflattert und kabbelten sich um den besten Platz, wobei sie in die Butter tapsten und das Salz umwarfen, weil jede versuchte, ihm ihren Brief als Erste zu geben.</p><p>�Was ist denn hier los?�, fragte Ron verdutzt, und alle am Gryffindor-Tisch beugten sich vor, um zuzusehen, wie sieben weitere Eulen kreischend, schreiend und fl�gelschlagend zwischen den ersten V�geln landeten.</p><p>�Harry�, sagte Hermine atemlos, tauchte die H�nde in den Haufen Gefieder und zog eine Schreieule mit einem langen, zylindrischen P�ckchen heraus. �Ich glaub, ich wei�, was das zu bedeuten hat - mach das hier zuerst auf!�</p><p>Harry riss das Packpapier weg. Heraus kullerte eine fest zusammengerollte M�rzausgabe des <emphasis>Klitterers. </emphasis>Er gl�ttete sie, und nun grinste ihm sein eigenes Gesicht verlegen von der Titelseite entgegen. In gro�en roten Lettern �ber dem Bild hie� es:</p><empty-line/><p>HARRY POTTER PACKT ENDLICH AUS:</p><p>DIE WAHRHEIT �BER IHN, DESSEN NAME</p><p>NICHT GENANNT WERDEN DARF, UND DIE</p><p>NACHT, IN DER ICH IHN ZUR�CKKOMMEN SAH</p><empty-line/><p>�Gut, was?�, sagte Lima, die zum Gryffindor-Tisch her�bergeschwebt war und sich jetzt zwischen Fred und Ron auf die Bank quetschte. �Er kam gestern raus, ich hab Dad gebeten, dir ein kostenloses Exemplar zu schicken. Ich sch�tze, das alles hier� - und sie fuchtelte mit der Hand zu der Eulenschar, die immer noch vor Harry auf dem Tisch herumscharrte -�sind Briefe von Lesern.�</p><p>�Das hab ich mir schon gedacht�, sagte Hermine begierig. �Harry, hast du was dagegen, wenn wir -?�</p><p>�Nur zu�, sagte Harry, ein wenig seltsam ber�hrt.</p><p>Ron und Hermine fingen an, die Umschl�ge aufzurei�en.</p><p>�Der ist von 'nem Typen, der denkt, du bist v�llig von der Rolle�, sagte Ron mit einem Blick auf den Brief. �Ah, na ja ...�</p><p>�Dieser hier ist von einer Frau, die dir eine gute Schockzaubertherapie im St. Mungo empfiehlt�, rief Hermine, blickte entt�uscht und kn�llte einen zweiten Brief zusammen.</p><p>�Der hier scheint aber okay�, sagte Harry langsam und �berflog einen langen Brief von einer Hexe aus Paisley. �Hey, sie schreibt, sie w�rde mir glauben!�</p><p>�Der hier kann sich nicht so recht entscheiden�, meinte Fred, der sich mit Begeisterung der Brief�ffnerei angeschlossen hatte. �Du k�mst ihm zwar nicht wie ein Verr�ckter vor, aber eigentlich will er auch nicht glauben, dass Du-wei�t-schon-wer zur�ck ist, also wei� er jetzt nicht, was er denken soll. Grundg�tiger, was f�r eine Pergamentverschwendung.�</p><empty-line/><p>�Hier ist noch einer, den du �berzeugt hast, Harry�, sagte Hermine aufgeregt.</p><p><emphasis>��Nun, da ich Ihre Version der Geschichte gelesen habe, sehe ich mich zu dem Schluss gezwungen, dass der </emphasis>Tagesprophet <emphasis>Sie sehr unfair behandelt hat ... zwar will ich kaum glauben, dass Er, dessen Name nicht genannt werden darf,</emphasis><emphasis>zur�ckgekehrt ist, aber ich komme doch nicht umhin, mir einzugestehen, dass Sie</emphasis><emphasis>die Wahrheit sagen ...� </emphasis>Oh, das ist ja wunderbar!�</p><p>�Noch einer, der glaubt, dass du v�llig �bergeschnappt bist�, sagte Ron und warf einen zerkn�llten Brief �ber die Schulter. �... aber die hier schreibt, dass du sie bekehrt hast, und sie denkt jetzt, dass du ein richtiger Held bist - und ein Foto hat sie auch beigelegt - wow!�</p><p>�Was geht hier vor?�, fragte eine falsche s��e, m�dchenhafte Stimme.</p><p>Harry, die H�nde voller Umschl�ge, blickte auf. Professor Umbridge stand hinter Fred und Luna, und ihre hervorquellenden Kr�tenaugen wanderten �ber das Chaos aus Eulen und Briefen auf dem Tisch vor Harry. Hinter ihr sah er viele Sch�ler neugierig her�bersp�hen.</p><p>�Warum haben Sie all diese Briefe bekommen, Mr. Potter?�, fragte sie langsam.</p><p>�Ist das jetzt schon ein Verbrechen?�, erwiderte Fred laut. �Post zu kriegen?�</p><p>�Seien Sie vorsichtig, Mr. Weasley, oder ich muss Sie nachsitzen lassen�, sagte Umbridge. �Nun, Mr. Potter?�</p><p>Harry z�gerte, doch er konnte unm�glich verheimlichen, was er getan hatte.</p><p>Sicher war es nur eine Frage der Zeit, bis Umbridge ein <emphasis>Klitterer </emphasis>unter die Augen kam.</p><p>�Leute haben mir geschrieben, weil ich ein Interview gegeben habe�, sagte Harry. ��ber das, was mir letzten Juni passiert ist.�</p><p>Aus irgendeinem Grund warf er, w�hrend er redete, einen Blick hoch zum Lehrertisch. Harry hatte das �u�erst merkw�rdige Gef�hl, dass Dumbledore ihn noch vor einer Sekunde beobachtet hatte, doch als er zum Schulleiter blickte, schien der in ein Gespr�ch mit Professor Flitwick vertieft.</p><p>�Ein Interview?�, wiederholte Umbridge mit noch d�nnerer und h�herer Stimme als sonst. �Was soll das hei�en?�</p><p>�Das hei�t, eine Reporterin hat mir Fragen gestellt und ich habe sie beantwortet�, sagte Harry. �Hier -�</p><p>Und er warf ihr den <emphasis>Klitterer </emphasis>zu. Sie fing ihn auf und starrte auf die Titelseite.</p><p>Ihr bleiches, teigiges Gesicht nahm ein h�ssliches, fleckiges Violett an.</p><p>�Wann haben Sie das gemacht?�, fragte sie mit leicht zitternder Stimme.</p><empty-line/><p>�Am letzten Hogsmeade-Wochenende�, sagte Harry.</p><p>Sie blickte ihn an, au�er sich vor Zorn, und das Magazin zitterte in ihren Stummelfingern.</p><p>�Es wird keinerlei Ausfl�ge nach Hogsmeade mehr f�r Sie geben, Mr. Potter�, fl�sterte sie. �Wie k�nnen Sie es wagen ... wie konnten Sie nur ...� Sie holte tief Luft. �Ich habe immer und immer wieder versucht, Ihnen beizubringen, keine L�gen zu verbreiten. Die Botschaft hat sich offenbar immer noch nicht eingepr�gt. F�nfzig Punkte Abzug f�r Gryffindor und eine weitere Woche Nachsitzen.�</p><p>Den <emphasis>Klitterer </emphasis>an die Brust gedr�ckt, stolzierte sie davon, und die Augen vieler Sch�ler folgten ihr.</p><p>Sp�ter am Morgen fanden sich riesige Plakate �berall in der Schule, nicht nur auf den schwarzen Brettern der H�user, sondern auch in den G�ngen und Klassenzimmern.</p><empty-line/><p>PER ANORDNUNG DER GROSSINQUISITORIN</p><p>VON HOGWARTS</p><p>Alle Sch�ler, bei denen das Magazin <emphasis>Der Klitterer</emphasis> gefunden wird, werden der Schule verwiesen.</p><p>Obige Anordnung entspric ht dem Ausbildungserlass Nummer siebenundzwanzig.</p><p>Unterzeichnet:</p><p>Dolores Jane Umbridge, Gro�inquisitorin</p><empty-line/><p>Jedes Mal wenn Hermines Blick auf einen dieser Aush�nge fiel, strahlte sie aus irgendeinem Grund vor Vergn�gen.</p><p>�Wor�ber freust du dich eigentlich so?�, fragte Harry.</p><p>�Ach, Harry, verstehst du denn nicht?�, seufzte Hermine. �Das Beste, was sie tun konnte, um absolut sicherzustellen, dass auch noch der Letzte hier in dieser Schule dein Interview liest, war, es zu verbieten!�</p><p>Und es schien, als h�tte Hermine vollkommen Recht. Am Ende des Tages hatte Harry zwar nirgends in der Schule auch nur einen Fetzen des <emphasis>Klitterers</emphasis> gesehen, doch alle zitierten sich gegenseitig Passagen aus seinem Interview.</p><p>Harry h�rte sie dar�ber fl�stern, wenn sie sich in die Schlangen vor den Klassenzimmern einreihten, sie diskutierten das Interview beim Mittagessen und w�hrend des Unterrichts in den hinteren Reihen, und Hermine berichtete sogar, sie sei vor Alte Runen kurz mal aufs Klo gegangen und dort h�tten s�mtliche M�dchen in den Kabinen dar�ber geredet.</p><p>�Dann haben sie mich gesehen, und nat�rlich wissen sie, dass ich dich kenne, also haben sie mich mit Fragen bombardiert�, erz�hlte sie Harry mit leuchtenden Augen. �Und Harry, ich denk, die glauben dir, ich bin sicher, du hast sie endlich �berzeugt!�</p><p>Unterdessen pirschte Professor Umbridge durch die Schule, hielt aufs Geratewohl Sch�ler an und verlangte, dass sie ihre B�cher vorzeigten und ihre Taschen ausleerten. Harry wusste, dass sie nach dem <emphasis>Klitterer </emphasis>suchte, doch die Sch�ler waren ihr um einige Schritte voraus. Sie hatten die Seiten mit Harrys Interview verzaubert, so dass sie nun Ausz�gen aus Schulb�chern �hnelten, wenn jemand anderer sie las, oder sie wurden auf magische Weise gel�scht, bis man sie sp�ter erneut ansehen wollte. Bald schien es, als h�tte buchst�blich jeder Mensch in der Schule das Interview gelesen.</p><p>Den Lehrern war es nat�rlich durch den Ausbildungserlass Nummer sechsundzwanzig verboten, das Interview zu erw�hnen, dennoch fanden sie M�glichkeiten, ihrer Meinung dazu Ausdruck zu verleihen. Professor Sprout erkannte Gryffindor zwanzig Punkte zu, als Harry ihr eine Gie�kanne reichte; ein strahlender Professor Flitwick dr�ckte ihm am Ende von Zauberkunst eine Schachtel quiekender Zuckerm�use in die Hand, machte �Schhh!� und eilte davon; und Professor Trelawney brach in Wahrsagen in hysterisches Schluchzen aus und verk�ndete der perplexen Klasse und der sehr missbilligend dreinblickenden Umbridge, dass Harry nun doch keines vorzeitigen Todes sterben w�rde, sondern bis ins hohe Alter leben, Zaubereiminister werden und zw�lf Kinder haben w�rde.</p><p>Was Harry jedoch am meisten freute, war, dass Cho ihn einholte, als er am n�chsten Tag eilig auf dem Weg zu Verwandlung war. Ehe er sich's versah, war ihre Hand in seiner und sie hauchte ihm ins Ohr: �Tut mir wirklich, wirklich Leid. Dieses Interview war so mutig ... ich hab geheult.�</p><p>Dass sie deswegen noch mehr Tr�nen vergossen hatte, fand er traurig, doch war er sehr froh, dass sie wieder miteinander redeten, und noch mehr freute er sich, als sie ihm einen fl�chtigen Kuss auf die Wange gab und davonhastete.</p><p>Unglaublicherweise geschah, kaum dass er vor Verwandlung angekommen war, etwas nicht minder Gutes: Seamus l�ste sich aus der Schlange und wandte sich ihm zu.</p><p>�Ich wollte nur sagen�, murmelte er und schielte auf Harrys linkes Knie, �dass ich dir glaube. Und ich hab meiner Mum auch eine Ausgabe von diesem Magazin geschickt.�</p><empty-line/><p>Wenn es bei alldem noch etwas gebraucht hatte, um Harrys Gl�ck perfekt zu machen, dann war es die Art und Weise, wie Malfoy, Crabbe und Goyle reagierten. Sp�ter am Nachmittag sah er sie mit zusammengesteckten K�pfen in der Bibliothek sitzen. Sie waren mit einem schlaksigen Jungen zusammen, der, wie Hermine ihm zufl�sterte, Theodor Nott hie�. W�hrend Harry in den Regalen nach einem Buch �ber partielles Verschwinden suchte, wandten sie sich zu ihm um: Goyle lie� drohend die Kn�chel knacksen und Malfoy wisperte Crabbe etwas zweifellos B�sartiges zu. Harry wusste genau, warum sie sich so auff�hrten: Er hatte ihre V�ter als Todesser benannt.</p><p>�Und das Beste ist�, fl�sterte Hermine schadenfroh, als sie die Bibliothek verlie�en, �sie k�nnen dir nicht widersprechen, weil sie nicht zugeben d�rfen, dass sie den Artikel gelesen haben!�</p><p>Um all dem die Krone aufzusetzen, erz�hlte ihm Luna beim Abendessen, dass noch nie eine Ausgabe des <emphasis>Klitterers </emphasis>schneller ausverkauft gewesen sei.</p><p>�Dad l�sst nachdrucken!�, verk�ndete sie und ihre Augen quollen vor Aufregung weiter hervor. �Er kann es nicht fassen und sagt, dass es die Leute offensichtlich sogar noch mehr interessiert als die Schrumpfh�rnigen Schnarchkackler!�</p><p>Im Gemeinschaftsraum der Gryffindors war Harry an diesem Abend ein Held.</p><p>Fred und George hatten es gewagt, die Titelseite des <emphasis>Klitterers </emphasis>mit einem Vergr��erungszauber zu belegen und an die Wand zu h�ngen, und so blickte nun Harrys riesiger Kopf hinab aufs Geschehen und verk�ndete gelegentlich mit dr�hnender Stimme Dinge wie: �DAS MINISTERIUM MACHT MURKS� oder</p><p>�FRISS MIST, UMBRIDGE�. Hermine fand das nicht sehr am�sant und meinte, sie k�nne sich dabei nicht konzentrieren; schlie�lich ging sie vor Ver�rgerung recht fr�h zu Bett.</p><p>Harry musste zugeben, dass das Poster nach ein oder zwei Stunden nicht mehr so lustig war, besonders als der Sprechzauber allm�hlich nachlie�, so dass es nur noch unzusammenh�ngende W�rter wie �MIST� oder �UMBRIDGE� rief, und dies in immer k�rzeren Abst�nden und mit immer h�herer Stimme. Tats�chlich kriegte er allm�hlich Kopfschmerzen davon und seine Narbe begann wieder unangenehm zu ziepen. Die vielen Leute, die um ihn herumsa�en und ihn baten, zum x-ten Mal zu schildern, wie das mit dem Interview gewesen war, st�hnten entt�uscht, als er verk�ndete, dass auch er es n�tig h�tte, fr�h schlafen zu gehen.</p><p>Der Schlafsaal war leer, als er eintrat. Er lie� seine Stirn eine Weile auf der k�hlen Scheibe des Fensters neben seinem Bett ruhen; f�r seine Narbe war das eine Wohltat. Dann zog er sich aus und stieg ins Bett, mit dem sehnlichen Wunsch, seine Kopfschmerzen sollten vergehen. Auch war ihm ein wenig schlecht. Er drehte sich auf die Seite, schloss die Augen und schlief fast sofort ein</p><empty-line/><p>...</p><p>Er stand in einem d�steren Raum mit zugezogenen Vorh�ngen, der nur von einem Kerzenleuchter erhellt wurde. Seine H�nde waren an die Lehne eines Sessels vor ihm geklammert. Sie hatten lange Finger und waren wei�, als ob sie seit Jahren kein Sonnenlicht mehr gesehen h�tten, und auf dem schwarzen Samt des Sessels erinnerten sie an gro�e, bleiche Spinnen.</p><p>Vor dem Stuhl, im Lichtkreis der Kerzen am Boden, kniete ein Mann in schwarzem Umhang.</p><p>�Wie es scheint, hat man mich schlecht beraten�, sagte Harry zornentbrannt, mit hoher, kalter Stimme.</p><p>�Herr, ich flehe um Vergebung�, kr�chzte der Mann am Boden. Sein Hinterkopf schimmerte im Kerzenlicht. Er schien zu zittern.</p><p>�Dir mache ich ke inen Vorwurf, Rookwood�, sagte Harry mit kalter, grausamer Stimme.</p><p>Er l�ste seine Finger von der Lehne und ging um den Sessel herum, auf den Mann zu, der am Boden kauerte, bis er direkt �ber ihm in der D�sternis stand und aus ungew�hnlich gro�er H�he auf ihn hinabsah.</p><p>�Du bist dir dessen sicher, was du mir berichtet hast, Rookwood?�, fragte Harry.</p><p>�Ja, Euer Lordschaft, ja ... ich habe schlie�lich in der Abteilung ... gear... gearbeitet ...�</p><p>�Avery hat mir erkl�rt, Bode sei imstande, sie wegzunehmen.�</p><p>�Bode h�tte sie niemals an sich nehmen k�nnen, Herr ... Bode muss das gewusst haben ... zweifellos ist das der Grund, warum er so verbissen gegen Malfoys Imperius-Fluch gek�mpft hat ...�</p><p>�Steh auf, Rookwood�, fl�sterte Harry.</p><p>Der kniende Mann st�rzte fast zu Boden, so hastig versuchte er zu gehorchen.</p><p>Er hatte ein pockennarbiges Gesicht, das Kerzenlicht lie� die Narben scharf hervortreten. Er stand ein wenig geb�ckt da, wie halb in einer Verbeugung, und warf ver�ngstigte Blicke hoch zu Harrys Gesicht.</p><p>�Du hast gut daran getan, mir dies zu sagen�, sagte Harry. �Sehr gut ... wie es scheint, habe ich Monate auf fruchtlose Vorhaben vergeudet ... nun denn ... ab jetzt beginnen wir von neuem. Sei der Dankbarkeit Lord Voldemorts versichert, Rookwood ...�</p><p>�Eure Lordschaft ... ja, Eure Lordschaft�, keuchte Rookwood mit vor Erleichterung heiserer Stimme.</p><p>�Ich werde deine Hilfe brauchen. Ich brauche alle Informationen, die du mir geben kannst.�</p><p>�Nat�rlich, Euer Lordschaft, nat�rlich ... alles ...�</p><p>�Nun gut ... du kannst gehen. Schick Avery zu mir.�</p><p>Rookwood trippelte zur�ck, verbeugte sich und verschwand durch eine T�r.</p><p>Allein in dem dunklen Raum, drehte sich Harry zur Wand. Dort in der D�sternis hing ein gesprungener, altersfleckiger Spiegel. Harry ging darauf zu.</p><p>Sein Spiege lbild wurde gr��er und deutlicher in der Dunkelheit ... ein Gesicht, wei�er als ein Totensch�del ... rote Augen mit schlitzartigen Pupillen ...</p><p>�NEEEEEEIN!�</p><p>�Was?�, rief eine Stimme ganz nah.</p><p>Harry schlug verzweifelt mit den Armen um sich, verhedderte sich in den Vorh�ngen und fiel aus dem Bett. Ein paar Sekunden lang wusste er nicht, wo er war; sicher w�rde gleich wieder das wei�e, sch�delartige Gesicht aus der Dunkelheit �ber ihn kommen. Dann ert�nte ganz nahe bei ihm Rons Stimme.</p><p>�H�rst du jetzt auf, dic h wie ein Verr�ckter aufzuf�hren, sonst krieg ich dich nie hier raus!�</p><p>Ron riss die Vorh�nge auseinander, und Harry, flach auf dem R�cken liegend, starrte im Mondlicht zu ihm hoch. Seine Narbe brannte vor Schmerz. Ron schien sich gerade bettfertig gemacht zu haben, einen Arm hatte er aus dem Umhang gezogen.</p><p>�Ist wieder wer angegriffen worden?�, fragte Ron und hievte Harry unsanft auf die Beine. �Ist es Dad? Ist es diese Schlange?�</p><p>�Nein - allen geht's gut -�, keuchte Harry, dessen Stirn sich anf�hlte, als st�nde sie in Flammen. �Aber ... Avery nicht ... er hat �rger ... hat ihm die falsche Information gegeben ... Voldemort ist sehr zornig ...�</p><p>Harry st�hnte, lie� sich zitternd auf sein Bett sinken und rieb sich die Narbe.</p><p>�Aber Rookwood wird ihm jetzt helfen ... er ist wieder auf der richtigen Spur ...�</p><p>�Wovon redest du?�, sagte Ron �ngstlich. �Meinst du ... hast du gerade Du-wei�t-schon-wen gesehen?�</p><p>�Ich <emphasis>war </emphasis>Du-wei�t-schon-wer�, sagte Harry, und er streckte seine H�nde in der Dunkelheit aus und hielt sie sich vors Gesicht, um sich zu vergewissern, dass sie nicht mehr leichenwei� und langfingrig waren. �Er war mit Rookwood zusammen, das ist einer der Todesser, die aus Askaban geflohen sind, erinnerst du dich? Rookwood hat ihm gerade erkl�rt, dass Bode es nicht h�tte tun k�nnen.�</p><p>�Was h�tte tun k�nnen?�</p><p>�Etwas an sich nehmen ... er sagte, Bode h�tte gewusst, dass er es nicht schaffen w�rde ... Bode war unter dem Imperius-Fluch ... ich glaub, er sagte, Malfoys Vater h�tte ihn damit belegt.�</p><p>�Bode war verhext, damit er etwas wegnimmt?�, sagte Ron. �Aber - Harry, das muss -�</p><p>�- die Waffe sein�, beendete Harry den Satz f�r ihn. �Ich wei�.�</p><p>Die T�r zum Schlafsaal ging auf; Dean und Seamus kamen herein. Harry schwang die Beine wieder aufs Bett. Er wollte nicht den Anschein erwecken, als w�re gerade etwas Merkw�rdiges geschehen, wo doch Seamus eben erst aufgeh�rt hatte zu glauben, dass er durchgeknallt sei.</p><p>�Hast du gesagt�, murmelte Ron und neigte seinen Kopf unter dem Vorwand, dass er sich Wasser vom Krug auf seinem Nachttisch einschenkte, dicht zu Harry,</p><p>�du <emphasis>warst </emphasis>Du-wei�t-schon-wer?�</p><p>�Ja�, sagte Harry leise.</p><p>Ron nahm einen unn�tig gro�en Schluck Wasser. Harry sah, wie es ihm �bers Kinn lief und auf die Brust tropfte.</p><p>�Harry�, sagte er, w�hrend Dean und Seamus l�rmend umhertrabten, ihre Umh�nge auszogen und sich unterhielten, �Harry, erz�hl das unbedingt -�</p><p>�Das werd ich �berhaupt keinem erz�hlen�, sagte Harry knapp. �Ich h�tte es gar nicht gesehen, wenn ich Okklumentik beherrschen w�rde. Ich sollte inzwischen gelernt haben, so was von mir fern zu halten. Das wollen die so.�</p><p>Mit �die� meinte er Dumbledore. Er legte sich wieder hin und drehte Ron den R�cken zu, und nach einer Weile, als auch Ron zu Bett ging, h�rte er dessen Matratze quietschen. Harrys Narbe begann zu brennen; er biss heftig in sein Kissen, damit ihm kein Laut entfuhr. Irgendwo, das wusste er, wurde Avery bestraft.</p><empty-line/><p>Harry und Ron warteten bis zur Pause am n�chsten Morgen, dann erz�hlten sie Hermine alles, was passiert war. Sie wollten absolut sichergehen, dass niemand mith�ren konnte. Sie standen in ihrer gewohnten Ecke des k�hlen und windigen Hofs, und Harry erz�hlte ihr jede Einzelheit des Traums, an die er sich erinnern konnte. Als er geendet hatte, sagte sie einige Augenblicke lang �berhaupt nichts, sondern starrte nur gequ�lt und eindringlich zu Fred und George hin�ber, die beide ohne Kopf auf der anderen Hofseite standen und ihre magischen H�te unter ihren M�nteln hervorholten und verkauften.</p><p>�Deshalb haben sie ihn umgebracht�, sagte sie leise und wandte endlich den Blick von Fred und George ab. �Als Bode versucht hat, diese Waffe zu stehlen, ist ihm etwas Merkw�rdiges passiert. Ich glaube, es m�ssen Defensivzauber auf ihr liegen oder um sie herum sein, damit die Leute sie nicht ber�hren k�nnen.</p><p>Deshalb war er im St. Mungo, er war v�llig durcheinander im Kopf und konnte nicht reden.</p><p>Aber wisst ihr noch, was uns die Heilerin gesagt hat? Er war dabei, zu genesen. Und dass er sich erholen w�rde, konnten sie nicht riskieren, oder? Ich sch�tze, was immer da passiert ist, als er die Waffe ber�hrte, hat einen Schock ausgel�st und den Imperius-Fluch aufgehoben. Er h�tte doch gleich erkl�rt, was er getan hatte, wenn er seine Stimme wiedergewonnen h�tte, oder? Man h�tte gewusst, dass er geschickt worden war, um die Waffe zu stehlen. Nat�rlich w�re es ein Leichtes f�r Lucius Malfoy gewesen, ihn mit dem Fluch zu belegen. Ist doch ein st�ndiger Gast im Ministerium, nicht wahr?�</p><p>�Er hat sich dort sogar rumgetrieben an dem Tag, als ich meine Anh�rung hatte�, sagte Harry. �Im - wart mal ...�, sagte er langsam. �Er war an diesem Tag im Korridor zur Mysteriumsabteilung! Dein Dad meinte, er h�tte wahrscheinlich versucht, sich runterzustehlen und rauszufinden, was in meiner Anh�rung los war, aber was, wenn -�</p><p>�Sturgis!�, japste Hermine und schien wie vom Donner ger�hrt.</p><p>�Wie bitte?�, sagte Ron mit verwirrter Miene.</p><p>�Sturgis Podmore -�, sagte Hermine atemlos, �verhaftet, weil er sich Zugang durch eine T�r verschaffen wollte! Lucius Malfoy muss auch ihn gekriegt haben!</p><p>Ich wette, er hat es an dem Tag getan, als du ihn dort gesehen hast, Harry. Sturgis hatte Moodys Tarnumhang, ja? Nun, k�nnte es nicht sein, dass er an der T�r Wache gestanden hat, unsichtbar, und dass Malfoy geh�rt hat, wie er sich bewegte - oder vermutet hat, dass jemand da ist - oder den Imperius-Fluch einfach aufgrund der vagen M�glichkeit ausge�bt hat, dass eine Wache da sein k�nnte?</p><p>Als nun Sturgis die n�chste Gelegenheit hatte - vermutlich bei seinem n�chsten Wachdienst -, versuchte er, in die Abteilung zu kommen und die Waffe f�r Voldemort zu stehlen - leise, Ron -, aber er wurde erwischt und nach Askaban gebracht ...�</p><p>Sie blickte Harry an.</p><p>�Und jetzt hat Rookwood Voldemort erkl�rt, wie er die Waffe kriegen kann?�</p><p>�Ich hab nicht das ganze Gespr�ch geh�rt, aber es klang ganz danach�, sagte Harry. �Rookwood hat dort mal gearbeitet ... vielleicht wird Voldemort jetzt Rookwood schicken, um die Sache zu erledigen?�</p><p>Hermine nickte, offenbar immer noch ihren Gedanken nachh�ngend. Dann, ganz unvermittelt, sagte sie: �Aber du h�ttest das �berhaupt nicht sehen d�rfen, Harry.�</p><p>�Was?�, sagte er best�rzt.</p><p>�Du sollst eigentlich lernen, wie du deinen Geist vor solchen Dingen verschlie�t�, sagte Hermine und klang pl�tzlich streng.</p><p>�Das wei� ich�, entgegnete Harry. �Aber -�</p><p>�Also, ich denke, wir sollten einfach versuchen, das, was du gesehen hast, zu vergessen�, sagte Hermine entschieden. �Und du solltest dich bei Okklumentik von nun an ein bisschen mehr anstrengen.�</p><p>Die Woche ging dahin und sie wurde nicht besser. Harry bekam zwei weitere</p><p>�S� in Zaubertr�nke; er f�hlte sich immer noch auf die Folter gespannt, weil Hagrid wom�glich rausgeworfen wurde; und er konnte einfach nicht aufh�ren, �ber den Traum nachzugr�beln, in dem er Voldemort gewesen war - auch wenn er es Ron und Hermine gegen�ber nicht mehr ansprach; er wollte keine weiteren Ermahnungen von Hermine h�ren. Er w�nschte sich sehnlich, mit Sirius dar�ber reden zu k�nnen, doch das kam nicht in Frage, also versuchte er, die Sache irgendwie in seinen Hinterkopf abzuschieben.</p><p>Leider war sein Hinterkopf nicht mehr der sichere Ort, der er einst gewesen war.</p><p>�Aufstehen, Potter.�</p><p>Ein paar Wochen nach dem Traum mit Rookwood kniete Harry wieder einmal auf dem Fu�boden in Snapes B�ro und m�hte sich, den Kopf frei zu bekommen.</p><p>Soeben war er von neuem gezwungen worden, einen Strom sehr fr�her Erinnerungen zu durchleben, von denen er gar nicht gewusst hatte, dass sie noch in seinem Kopf steckten, wobei die meisten von Dem�tigungen handelten, die er in der Grundschulzeit von Dudley und seiner Gang hatte dulden m�ssen.</p><p>�Diese letzte Erinnerung�, sagte Snape. �Was war das?�</p><p>�Ich wei� nicht�, sagte Harry und stand ersch�pft auf. Es fiel ihm immer schwerer, verschiedene Erinnerungen aus der Flut der von Snape heraufbeschworenen Bilder und Ger�usche herauszul�sen. �Sie meinen die, wo mein Cousin mich zwingen will, mich ins Klo zu stellen?�</p><p>�Nein�, sagte Snape leise. �Ich meine die mit dem Mann, der mitten in einem d�steren Raum kniet ...�</p><empty-line/><p>�Das ist ... nichts�, sagte Harry.</p><p>Snapes dunkle Augen bohrten sich in die Harrys. Ihm fiel ein, dass Snape gesagt hatte, Blickkontakt sei von entscheidender Bedeutung f�r Legilimentik, und er blinzelte und wandte den Blick ab.</p><p>�Wie kommt es, Potter, dass dieser Mann und dieser Raum in Ihrem Kopf stecken?�, fragte Snape.</p><p>�Es -�, sagte Harry und mied Snapes Blick. �Es war nur ein Traum von mir.�</p><p>�Ein Traum?�, wiederholte Snape.</p><p>Stille trat ein, und Harry fixierte unverwandt einen gro�en toten Frosch, der in einem Gef�� mit violetter Fl�ssigkeit schwebte.</p><p>�Sie wissen, warum wir hier sind, Potter?�, sagte Snape mit leiser, drohender Stimme. �Sie wissen, warum ich meine Abende f�r diese z�he Arbeit opfere?�</p><p>�Ja�, erwiderte Harry steif.</p><p>�Sagen Sie mir noch einmal, warum wir hier sind, Potter.�</p><p>�Damit ich Okklumentik lerne�, sagte Harry und starrte nun finster auf einen toten Aal.</p><p>�Korrekt, Potter. Und so schwer von Begriff Sie auch sein m�gen -�, Harry blickte wieder voller Hass auf Snape - �h�tte ich doch gedacht, dass Sie nach �ber zwei Monaten Unterricht gewisse Fortschritte gemacht haben w�rden. Wie viele Tr�ume �ber den Dunklen Lord hatten Sie noch?�</p><p>�Nur diesen einen�, log Harry.</p><p>�Vielleicht�, sagte Snape und seine dunklen, kalten Augen verengten sich,</p><p>�vielleicht genie�en Sie es im Grunde, diese Visionen und Tr�ume zu haben, Potter. Vielleicht geben sie Ihnen das Gef�hl, jemand Besonderes - jemand Wichtiges zu sein?�</p><p>�Nein, tun sie nicht�, sagte Harry mit versteinertem Gesicht, die Finger fest um den Griff seines Zauberstabs geklammert.</p><p>�Das will ich Ihnen auch geraten haben, Potter�, sagte Snape kalt, �weil Sie weder besonders noch wichtig sind und es nicht Ihre Aufgabe ist, herauszufinden, was der Dunkle Lord zu seinen Todessern sagt.�</p><p>�Nein, das ist Ihr Job, oder?�, stie� Harry hervor.</p><p>Er hatte es nicht sagen wollen; es war ihm in seiner Wut herausgerutscht. Eine ganze Zeit lang starrten sie einander an, Harry war �berzeugt, dass er zu weit gegangen war. Doch ein merkw�rdiger, fast zufriedener Ausdruck war auf Snapes Gesicht erschienen, als er antwortete.</p><p>�Ja, Potter�, sagte er mit glitzernden Augen. �Das ist mein Job. Nun, wenn Sie bereit sind, fangen wir wieder an.�</p><p>Er hob den Zauberstab. �Eins - zwei - drei - <emphasis>Legilimens!�</emphasis></p><p>Hundert Dementoren schwebten �ber den See auf den Schlossgr�nden auf Harry zu ... er verzerrte das Gesicht vor Anstrengung ... sie kamen n�her ... er konnte die dunklen L�cher unter ihren Kapuzen erkennen ... doch er konnte auch sehen, dass Snape vor ihm stand, und er hatte die Augen auf Harrys Gesicht geheftet und murmelte verhalten ...</p><p>und irgendwie wurde Snapes Gestalt klarer und die Dementoren wurden undeutlicher ...</p><p>Harry hob seinen Zauberstab.</p><p><emphasis>�Protego!�</emphasis></p><p>Snape taumelte - sein Zauberstab flog in die Luft, weg von Harry - und pl�tzlich schwirrte es in Harrys Kopf von Erinnerungen, die nicht die seinen waren: Ein hakennasiger Mann schrie eine zusammengekauerte Frau an, w�hrend ein kleiner dunkelhaariger Junge in einer Ecke weinte ... ein Teenager mit fettigen Haaren sa� allein in einem dunklen Schlafzimmer, zielte mit dem Zauberstab an die Decke und schoss Fliegen ab ... ein M�dchen lachte, als ein magerer Junge versuchte, einen bockenden Besen zu besteigen -</p><p>�GENUG!�</p><p>Harry war, als ob ihm jemand heftig auf die Brust geschlagen h�tte; er stolperte ein paar Schritte zur�ck, fiel gegen einige Regale an Snapes W�nden und h�rte etwas splittern. Snape bebte leicht und war kreidebleich.</p><p>Harrys Umhang war am R�cken feucht. Eines der Glasgef��e hinter ihm war zerbrochen, als er dagegen gefallen war. Das darin eingelegte schleimige Etwas wirbelte in seiner auslaufenden L�sung umher.</p><p><emphasis>�Reparo�, </emphasis>zischte Snape und prompt versiegelte sich das Glas wieder. �Nun, Potter ... das war sicherlich ein Fortschritt ...� Leicht keuchend r�ckte Snape das Denkarium zurecht, in dem er vor der Unterrichtsstunde wiederum einige seiner Gedanken abgelegt hatte, fast als w�rde er nachsehen, ob sie noch da waren. �Ich kann mich nicht erinnern, Sie angewiesen zu haben, einen Schildzauber zu verwenden ... gleichwohl hatte er zweifellos seine Wirkung ...�</p><p>Harry sagte nichts. Er hatte den Eindruck, es w�re gef�hrlich, auch nur ein Wort zu sagen. Er war sicher, dass er gerade in Snapes Erinnerungen eingebrochen war und Szenen aus Snapes Kindheit gesehen hatte. Der Gedanke, dass der kleine Junge, der geweint hatte, als er seine Eltern streiten sah, nun mit solchem Hass in den Augen leibhaftig vor ihm stand, bedr�ckte ihn.</p><p>�Versuchen wir es noch mal?�, sagte Snape.</p><p>Harry sp�rte Furcht in sich hochschie�en. Er w�rde f�r das, was eben geschehen war, bezahlen m�ssen, das war sicher. Sie kehrten zur�ck in ihre Ausgangsposition, der Schreibtisch zwischen ihnen, und Harry hatte das Gef�hl, dass es ihm diesmal viel schwerer fallen w�rde, seinen Kopf leer zu machen.</p><p>�Dann z�hle ich also bis drei�, sagte Snape und hob erneut den Zauberstab.</p><p>�Eins - zwei -�</p><p>Harry blieb keine Zeit, sich zu sammeln und zu versuchen, seinen Geist von allem zu l�sen, denn schon rief Snape: <emphasis>�Legilimens!�</emphasis></p><p>Er raste den Korridor entlang, der zur Mysteriumsabteilung f�hrte, vorbei an den kahlen Steinw�nden, vorbei an den Fackeln - die schlichte schwarze T�r wurde immer gr��er; er war so schnell, dass er dagegen krachen w�rde, er war noch ein, zwei Schritte von ihr entfernt, und wieder konnte er diesen Spalt mit dem schwachen blauen Licht sehen -</p><p>Die T�r war aufgegangen! Endlich war er hindurch, in einem kreisrunden Raum mit schwarzen W�nden und schwarzem Boden, der von Kerzen mit blauen Flammen erleuchtet wurde, und rings um ihn her waren noch mehr T�ren - er musste weiter - doch welche T�r sollte er nehmen -?</p><p>�POTTER!�</p><p>Harry schlug die Augen auf. Wieder lag er r�cklings auf dem Boden und konnte sich nicht im Entferntesten erinnern, wie er da hingekommen war. Und er keuchte, als ob er tats�chlich den ganzen Korridor zur Mysteriumsabteilung entlanggerannt, wirklich durch die schwarze T�r gest�rzt w�re und den runden Raum gefunden h�tte.</p><p>�Erkl�ren Sie das!�, sagte Snape, der mit w�tender Miene �ber ihm stand.</p><p>�Ich ... hab keine Ahnung, was passiert ist�, sagte Harry wahrheitsgem�� und stand auf. Er hatte von seinem Sturz eine Beule am Hinterkopf und f�hlte sich fiebrig. �Ich hab das noch nie gesehen. Ich meine, ich hab Ihnen doch gesagt, dass ich von der T�r getr�umt habe ... aber die ist noch nie aufgegangen ...�</p><p>�Sie arbeiten nicht entschlossen genug!�</p><p>Aus irgendeinem Grund schien Snape nun noch w�tender als zwei Minuten zuvor, als Harry in die Erinnerungen seines Lehrers hineingesehen hatte.</p><p>�Sie sind faul und schlampig, Potter, kein Wunder, dass der Dunkle Lord -�</p><empty-line/><p>�K�nnen Sie mir etwas sagen, <emphasis>Sir?�, </emphasis>fragte Harry und erneut kochte Zorn in ihm hoch. �Warum nennen Sie Voldemort den Dunklen Lord? Ich hab bisher immer nur geh�rt, dass Todesser ihn so nennen.�</p><p>Snape �ffnete den Mund zu einer w�tenden Antwort -und irgendwo drau�en schrie eine Frau.</p><p>Snapes Kopf zuckte hoch. Er starrte zur Decke.</p><p>�Was zum -?�, murmelte er.</p><p>Harry konnte einen dumpfen Tumult h�ren, von der Eingangshalle her, wie er vermutete. Snape wandte sich stirnrunzelnd zu ihm um.</p><p>�Haben Sie auf dem Weg herunter etwas Ungew�hnliches bemerkt, Potter?�</p><p>Harry sch�ttelte den Kopf. Irgendwo �ber ihnen schrie die Frau von neuem.</p><p>Snape schritt hin�ber zur B�rot�r, den Zauberstab immer noch erhoben, und rauschte davon. Harry z�gerte einen Moment, dann folgte er ihm.</p><p>Die Schreie kamen tats�chlich aus der Eingangshalle; sie wurden lauter, w�hrend Harry auf die Steintreppe zurannte, die von den Kerkern hochf�hrte.</p><p>Oben angelangt sah er, dass in der Halle dichtes Gew�hl herrschte. Sch�ler waren aus der Gro�en Halle gestr�mt, wo noch zu Abend gegessen wurde, und wollten sehen, was vor sic h ging; andere hatten sich auf den Marmorstufen zusammengedr�ngt. Harry stie� durch einen Kn�uel langer Slytherins und sah, dass die Zuschauer einen gro�en Kreis gebildet hatten und manche schockiert, andere sogar ver�ngstigt blickten. Professor McGonagall stand direkt gegen�ber von Harry auf der anderen Seite der Halle. Sie sah ganz so aus, als ob ihr das, was sie sah, leichte �belkeit bereitete.</p><p>Professor Trelawney stand inmitten der Eingangshalle mit ihrem Zauberstab in der einen und einer leeren Sherryflasche in der anderen Hand und sah vollkommen durchgedreht aus. Ihr Haar str�ubte sich, ihre Brille sa� schief, so dass ein Auge st�rker vergr��ert war als das andere; ihre unz�hligen Schals und T�cher flatterten ihr kunterbunt von der Schulter, und man hatte den Eindruck, sie w�rde aus den N�hten gehen. Neben ihr auf dem Boden lagen zwei gro�e Koffer; einer war umgest�lpt und sah ganz danach aus, als w�re er hinter ihr die Treppe hinuntergeworfen worden. Professor Trelawney starrte offenbar voll Entsetzen auf etwas, das Harry nicht sehen konnte, sich aber wohl am Fu� der Treppe befand.</p><p>�Nein!�, kreischte sie. �NEIN! Das kann doch nicht wahr sein ... ich kann nicht ... ich weigere mich, dies hinzunehmen!�</p><p>�Sie haben nicht erkannt, dass dies geschehen w�rde?�, sagte eine hohe, m�dchenhafte Stimme, die grausam und am�siert klang, und als Harry sich ein wenig nach rechts schob, sah er, dass Trelawneys Schreckensbild niemand anderer war als Professor Umbridge. �Zwar sind Sie nicht einmal imstande, das Wetter von morgen vorherzusagen, aber Sie m�ssen doch wenigstens erkannt haben, dass Ihre j�mmerliche Leistung w�hrend meiner Inspektionen und das Ausbleiben jeglicher Verbesserung es unvermeidlich machen w�rden, dass man Sie entl�sst!�</p><p>�Das - k-k�nnen Sie nicht tun!�, heulte Professor Trelawney, und hinter ihren gewaltigen Brillengl�sern hervor str�mten ihr Tr�nen �bers Gesicht. �Sie k-k�nnen mich nicht entlassen! Ich b-bin seit sechzehn Jahren hier! H-Hogwarts ist mein Zuhause!�</p><p>�Es <emphasis>war </emphasis>Ihr Zuhause�, sagte Professor Umbridge, und Harry beobachtete angewidert, wie ihr Kr�tengesicht vor Vergn�gen breiter wurde, als sie zusah, wie Professor Trelawney haltlos schluchzend auf einen ihrer Koffer niedersank. �Bis vor einer Stunde, als der Zaubereiminister Ihre Entlassungsorder gegenzeichnete.</p><p>Nun entfernen Sie sich freundlicherweise aus dieser Halle. Sie sind eine Zumutung f�r uns.�</p><p>Doch sie selbst blieb stehen und sah mit einem Ausdruck h�mischen Vergn�gens zu, wie Professor Trelawney sich schaudernd und st�hnend und von Weinkr�mpfen gesch�ttelt auf ihrem Koffer vor und zur�ck wiegte. Von links h�rte Harry ein unterdr�cktes Schluchzen und er wandte sich um. Lavender und Parvati, die Arme umeinander geschlungen, weinten leise. Dann h�rte er Schritte.</p><p>Professor McGonagall hatte sich von den Umstehenden gel�st, marschierte geradewegs auf Professor Trelawney zu und klopfte ihr energisch auf den R�cken, w�hrend sie ein gro�es Taschentuch aus ihrem Umhang zog.</p><p>�Hier, nehmen Sie, Sibyll ... beruhigen Sie sich ... putzen Sie sich damit die Nase ... so schlimm, wie Sie glauben, steht es nicht ... Sie werden Hogwarts nicht verlassen m�ssen ...�</p><p>�Ach, tats�chlich, Professor McGonagall?�, sagte Umbridge mit t�dlicher Stimme und trat ein paar Schritte vor. �Und mit wessen Autorit�t behaupten Sie dies ...?�</p><p>�Mit der meinen�, sagte eine tiefe Stimme.</p><p>Die eichenen Portalt�ren waren aufgeschwungen. Sch�ler, die davor gestanden hatten, machten hastig Platz, als Dumbledore im Eingang erschien. Was er drau�en auf den Schlossgr�nden getan hatte, war Harry ein R�tsel, doch sein Anblick, wie er da im Portal stand, hinter ihm eine seltsam neblige Nacht, hatte etwas Beeindruckendes. Er lie� die T�r hinter sich weit offen und schritt durch den Kreis der Zuschauer auf Professor Trelawney zu, die tr�nenverschmiert und zitternd an der Seite von Professor McGonagall auf ihrem Koffer sa�.</p><empty-line/><p>�Mit der Ihren, Professor Dumbledore?�, sagte Umbridge mit einem besonders unangenehmen leisen Lachen. �Ich f�rchte, Sie verkennen die Lage. Ich habe hier -�, sie zog eine Pergamentrolle aus ihrem Umhang - �eine Entlassungsorder, die von mir und dem Zaubereiminister unterzeichnet ist. Gem�� dem Ausbildungserlass Nummer dreiundzwanzig hat die Gro�inquisitorin von Hogwarts die Befugnis, jeden Lehrer zu kontrollieren, auf Bew�hrung zu setzen und zu entlassen, der ihr - und das hei�t mir - nicht den Leistungsanforderungen des Zaubereiministeriums zu entsprechen scheint. Ich bin zu dem Urteil gekommen, dass Professor Trelawney nicht den Erwartungen entspricht. Ich habe sie entlassen.�</p><p>Zu Harrys au�erordentlicher �berraschung l�chelte Dumbledore unbeirrt weiter. Er sah hinab zu Professor Trelawney, die immer noch schluchzend und w�rgend auf ihrem Koffer sa�, und sagte: �Sie haben nat�rlich vollkommen Recht, Professor Umbridge. Als Gro�inquisitorin haben Sie durchaus die Befugnis, meine Lehrer zu entlassen. Sie haben allerdings nicht die Autorit�t, sie des Schlosses zu verweisen. Ich f�rchte�, fuhr er mit einer h�flichen kleinen Verbeugung fort, �dass die Macht hierzu immer noch beim Schulleiter liegt, und es ist mein Wunsch, dass Professor Trelawney weiterhin auf Hogwarts leben m�ge.�</p><p>Professor Trelawney stie� ein kurzes, wildes Lachen und einen kaum zu �berh�renden Hickser aus.</p><p>�Nein - nein, ich g-gehe, Dumbledore! Ich w-werde Hogwarts verlassen und mein Gl�ck anderswo s-suchen -�</p><p>�Nein�, sagte Dumbledore scharf. �Es ist mein Wunsch, dass Sie bleiben, Sibyll.�</p><p>Er wandte sich an Professor McGonagall.</p><p>�D�rfte ich Sie bitten, Sibyll wieder nach oben zu geleiten, Professor McGonagall?�</p><p>�Nat�rlich�, sagte McGonagall. �Stehen Sie auf, Sibyll ...�</p><p>Professor Sprout kam aus der Menge heraus eilends herbei und nahm Professor Trelawneys anderen Arm. Gemeinsam f�hrten sie sie an Umbridge vorbei und die Marmortreppe hoch. Professor Flitwick lief hurtig hinter ihnen her, den Zauberstab vor sich ausgestreckt. Er quiekte: <emphasis>�Locomotor Koffer!�, </emphasis>und Professor Trelawneys Gep�ck hob sich in die Luft und folgte ihr die Treppe hoch, Professor Flitwick hinterdrein.</p><p>Professor Umbridge stand stocksteif da und starrte Dumbledore an, der immer noch wohlwollend l�chelte.</p><empty-line/><p>�Und was�, sagte sie in einem Fl�sterton, der in der ganzen Eingangshalle zu vernehmen war, �machen Sie mit ihr, wenn ich einen neuen Wahrsagelehrer ernenne, der ihre R�umlichkeiten ben�tigt?�</p><p>�Oh, das wird kein Problem sein�, sagte Dumbledore freundlich. �Wissen Sie, ich habe bereits einen neuen Wahrsagelehrer gefunden, und er wird R�umlichkeiten im Erdgeschoss vorziehen.�</p><p>�Gefunden -?�, sagte Umbridge schrill. <emphasis>�Sie </emphasis>haben einen gefunden? Darf ich Sie daran erinnern, Dumbledore, dass gem�� Ausbildungserlass Nummer zweiundzwanzig -�</p><p>�- das Ministerium das Recht hat, einen geeigneten Kandidaten zu ernennen, falls - und nur falls - der Schulleiter nicht in der Lage ist, einen zu finden�, sagte Dumbledore. �Und gl�cklicherweise kann ich behaupten, dass ich in diesem Falle Erfolg hatte. Darf ich Sie einander vorstellen?�</p><p>Er wandte sich dem offenen Portal zu, durch das nun n�chtlicher Nebel hereinwaberte. Harry h�rte Hufgetrappel. Ein erschrockenes Murmeln ging durch die Halle, und wer der T�r am n�chsten stand, zog sich �berst�rzt noch weiter zur�ck, wobei manche in ihrer Hast, dem Neuank�mmling den Weg frei zu machen, stolperten.</p><p>Aus dem Nebel kam ein Gesicht, das Harry schon einmal in einer dunklen, gef�hrlichen Nacht im Verbotenen Wald gesehen hatte: wei�blondes Haar und verbl�ffend blaue Augen; Kopf und Oberk�rper eines Mannes, der mit dem Pferdeleib eines Palominos verwachsen war.</p><p>�Dies ist Firenze�, verk�ndete Dumbledore heiter der vom Donner ger�hrten Umbridge. �Ich denke, Sie werden ihn f�r geeignet halten.�</p></section><section><title><p>Der Zentaur und die Petze</p></title><p>�Wetten, du bereust es jetzt, dass du Wahrsagen aufgegeben hast, Hermine?�, fragte Parvati mit einem s�ffisanten Grinsen.</p><p>Sie sa�en beim Fr�hst�ck, zwei Tage nach der Entlassung von Professor Trelawney, und Parvati drehte ihre Wimpern um ihren Zauberstab und begutachtete die Wirkung in der R�ckseite ihres L�ffels. Heute Morgen hatten sie ihre erste Unterrichtsstunde mit Firenze.</p><p>�Eigentlich nicht�, sagte Hermine gleichg�ltig und las weiter in ihrem <emphasis>Tagespropheten. </emphasis>�Ich steh ehrlich gesagt nicht so auf Pferde.�</p><p>Sie bl�tterte eine Seite der Zeitung um und �berflog die Spalten.</p><p>�Er ist kein Pferd, er ist ein Zentaur!�, sagte Lavender und klang schockiert.</p><p>�Ein <emphasis>hinrei�ender </emphasis>Zentaur ...�, seufzte Parvati.</p><p>�Mag sein, jedenfalls hat er vier Beine�, sagte Hermine k�hl. �Au�erdem dachte ich, ihr beide w�rt furchtbar traurig, dass Trelawney weg ist.�</p><p>�Sind wir auch!�, versicherte ihr Lavender. �Wir sind hoch zu ihr ins B�ro, um sie zu besuchen. Wir haben ihr ein paar Narzissen mitgebracht - nicht diese �tzenden von Sprout, sondern h�bsche.�</p><p>�Wie geht's ihr?�, fragte Harry.</p><p>�Nicht sehr gut, der Armen�, sagte Lavender mitleidvoll. �Sie hat geweint und meinte, lieber w�rde sie das Schloss f�r immer verlassen als hier zu bleiben, wo Umbridge ist, und ich kann's ihr nicht verdenken. Umbridge war ekelhaft zu ihr, nicht wahr?�</p><p>�Ich hab das Gef�hl, dass Umbridge mit dem Ekelhaftsein eben erst angefangen hat�, sagte Hermine d�ster.</p><p>�Unm�glich�, warf Ron ein, der gerade einen gro�en Teller mit Speck und Eiern verdr�ckte. �Schlimmer, als sie jetzt schon ist, kann sie nicht werden.�</p><p>�Eins sag ich dir: Sie wird sich r�chen wollen, weil Dumbledore einen neuen Lehrer ernannt hat, ohne sie um Rat zu fragen�, sagte Hermine und faltete die Zeitung zusammen. �Und dann auch noch einen Halbmenschen. Du hast ja gemerkt, was sie f�r ein Gesicht gemacht hat, als sie Firenze sah.�</p><p>Nach dem Fr�hst�ck ging Hermine in ihren Arithmantikunterricht. Harry und Ron folgten Parvati und Lavender hinaus in die Eingangshalle und machten sich auf den Weg zu Wahrsagen.</p><empty-line/><p>�Gehen wir nicht hoch in den Nordturm?�, fragte Ron verwirrt, als Parvati an der Marmortreppe vorbeiging.</p><p>Parvati blickte ihn sp�ttisch �ber die Schulter an.</p><p>�Wie soll denn Firenze die Leiter hochkommen? Wir sind jetzt in Klassenzimmer elf, stand gestern am schwarzen Brett.�</p><p>Klassenzimmer elf lag im Erdgeschoss an dem Korridor, der von der Eingangshalle gegen�ber der Gro�en Halle abf�hrte. Harry wusste, dass es eines der Zimmer war, die nicht regelm��ig benutzt wurden und daher den leicht verwahrlosten Eindruck eines Wandschranks oder Lagerraums machten. So war er einen Moment sprachlos, als er hinter Ron eintrat und sich mitten auf einer Waldlichtung wiederfand.</p><p>�Was zum -?�</p><p>Der Klassenzimmerboden war mit federndem Moos bedeckt und B�ume wuchsen aus ihm hervor. Ihre belaubten Zweige f�chelten �ber Decke und Fenster, und die schr�g einfallenden Lichtstrahlen tauchten den Raum in ein weiches, gr�n gesprenkeltes Licht. Die ersten Sch�ler hockten auf dem erdigen Boden und lehnten mit dem R�cken an Baumst�mmen oder Felsbrocken, hatten die Arme um die Knie geschlungen oder fest vor der Brust verschr�nkt, und alle sahen ziemlich nerv�s drein. Inmitten der Lichtung stand Firenze.</p><p>�Harry Potter�, sagte er und streckte die Hand aus, als Harry eintrat.</p><p>��hm - Tag�, sagte Harry und sch�ttelte dem Zentauren die Hand, der ihn unverwandt mit seinen verbl�ffend blauen Augen musterte, aber nicht l�chelte.</p><p>��hm - sch�n Sie zu sehen.�</p><p>�Ist mir ein Vergn�gen�, sagte der Zentaur und neigte seinen wei�blonden Kopf. �Es war vorbestimmt, dass wir uns wieder treffen w�rden.�</p><p>Harry bemerkte einen verblassten huff�rmigen Bluterguss auf Firenzes Brust.</p><p>Als er sich umwandte und sich zu den anderen auf den Boden setzen wollte, fiel ihm auf, dass sie ihn alle voll Ehrfurcht anstarrten, scheinbar tief beeindruckt, dass er mit Firenze bekannt war, der sie sichtlich einsch�chterte.</p><p>Als die T�r zuging und der letzte Sch�ler sich auf einen Baumstumpf neben dem Papierkorb gesetzt hatte, wies Firenze mit einer ausladenden Geste durch den Raum.</p><p>�Professor Dumbledore war so freundlich, dieses Klassenzimmer f�r uns herzurichten�, sagte er, als alle zur Ruhe gekommen waren. �Es ist eine Nachbildung meines nat�rlichen Lebensraums. Ich h�tte es vorgezogen, Sie im Verbotenen Wald zu unterrichten, der - bis Montag - mein Zuhause war ... aber das ist nicht mehr m�glich.�</p><empty-line/><p>�Bitte - �hm - Sir -�, begann Parvati atemlos und hob die Hand, �- warum nicht? Wir waren mit Hagrid dort, wir haben keine Angst!�</p><p>�Das liegt nicht an Ihrem fehlenden Wagemut�, sagte Firenze, �sondern an meiner Lage. Ich kann nicht in den Wald zur�ckkehren. Meine Herde hat mich verbannt.�</p><p>�Herde?�, sagte Lavender und klang verwirrt. Harry wusste, dass sie an K�he dachte. �Was - oh!� Ihr Gesicht hellte sich auf. �Es gibt <emphasis>noch mehr von Ihnen?�,</emphasis> sagte sie verbl�fft.</p><p>�Hat Hagrid Sie gez�chtet, wie die Thestrale?�, fragte Dean neugierig.</p><p>Firenze wandte ihm ganz langsam den Kopf zu, und Dean merkte offensichtlich sofort, dass er etwas sehr Beleidigendes gesagt hatte. �Ich wollte nicht - ich meinte - Verzeihung�, sagte er mit leiser Stimme.</p><p>�Zentauren sind nicht die Diener oder die Spielzeuge der Menschen�, sagte Firenze ruhig. Eine Pause trat ein, dann hob Parvati erneut die Hand.</p><p>�Bitte, Sir ... warum haben die anderen Zentauren Sie verbannt?�</p><p>�Weil ich mich bereit erkl�rt habe, f�r Professor Dumbledore zu arbeiten�, sagte Firenze. �Sie betrachten dies als Verrat an unserer Gattung.�</p><p>Harry erinnerte sich, wie vor fast vier Jahren der Zentaur Bane Firenze angeschrien hatte, weil er Harry erlaubt hatte, sich auf seinem R�cken in Sicherheit zu bringen. Er hatte ihn ein �gew�hnliches Maultier� genannt. Harry fragte sich, ob es Bane gewesen war, der Firenze gegen die Brust getreten hatte.</p><p>�Lasst uns beginnen�, sagte Firenze. Er wedelte mit seinem langen Palomino-Schweif und hob die Hand in Richtung des Bl�tterbaldachins, dann lie� er sie langsam sinken. Gleichzeitig verd�sterte sich der Raum, sie sa�en nun scheinbar in der D�mmerung auf einer Waldlichtung und an der Decke erschienen Sterne.</p><p><emphasis>Oohs </emphasis>und <emphasis>Aahs </emphasis>waren zu h�ren und Ron sagte deutlich vernehmbar: �Meine Fresse!�</p><p>�Legt euch auf den R�cken�, sagte Firenze mit seiner ruhigen Stimme, �und betrachtet den Himmel. Dort steht f�r jene, die sehen k�nnen, das Schicksal unserer Rassen geschrieben.�</p><p>Harry streckte sich auf dem R�cken aus und sp�hte hoch zur Decke. Ein funkelnder roter Stern zwinkerte ihm von dort oben zu.</p><p>�Ich wei�, dass Sie in Astronomie die Namen der Planeten und ihrer Monde gelernt haben�, ert�nte Firenzes ruhige Stimme, �und dass Sie die Bahnen der Sterne am Firmament aufgezeichnet haben. Zentauren haben im Lauf von Jahrhunderten die Geheimnisse dieser Bewegungen enth�llt. Unsere Entdeckungen lehren, dass wir die Zukunft am Himmel �ber uns sehen k�nnen -�</p><p>�Professor Trelawney hat uns Astrologie beigebracht!�, sagte Parvati aufgeregt und streckte die Hand vor sich aus, und da sie auf dem R�cken lag, ragte sie senkrecht in die Luft. �Der Mars verursacht Unf�lle und Verbrennungen und solche Sachen, und wenn er in so einem Winkel zum Saturn steht wie jetzt -�, sie bildete �ber sich in der Luft einen rechten Winkel, �- dann hei�t das, man soll besonders vorsichtig sein, wenn man hei�e Dinge anfasst -�</p><p>�Das�, sagte Firenze ruhig, �ist menschengemachter Unsinn.�</p><p>Parvatis Hand fiel schlaff zu Boden.</p><p>�Allt�gliche Wehwehchen, kleine menschliche Missgeschicke�, sagte Firenze und seine Hufe trappelten dumpf �ber den moosigen Boden. �Diese sind f�r das Weltall im Ganzen nicht bedeutsamer als das Gekrabbel der Ameisen und werden von den Bewegungen der Planeten nicht beeinflusst.�</p><p>�Professor Trelawney -�, begann Parvati mit gekr�nkter und entr�steter Stimme.</p><p>�- ist ein Mensch�, sagte Firenze schlicht. �Daher zwingen die Schranken eurer Gattung auch ihr Scheuklappen und Fesseln auf.�</p><p>Harry wandte ganz leicht den Kopf, um Parvati anzusehen. Sie wirkte ausgesprochen beleidigt, wie einige andere in ihrem Umkreis.</p><p>�Sibyll Trelawney mag eine Seherin sein, ich wei� es nicht�, fuhr Firenze fort, und Harry h�rte erneut das Wedeln seines Schweifs, w�hrend er vor ihnen auf und ab trottete, �aber sie verschwendet ihre Zeit haupts�chlich mit dem eitlen Nonsens, den die Menschen Wahrsagerei nennen. Ich jedoch bin hier, um die Weisheit der Zentauren zu erl�utern, allgemein und vorurteilslos, wie sie ist. Wir suchen am Himmel nach den gro�en Gezeiten des B�sen oder des Wandels, die sich manchmal dort abzeichnen. Es kann ein Jahrzehnt dauern, bis wir uns dessen sicher sind, was wir sehen.�</p><p>Firenze deutete auf den roten Stern direkt �ber Harry.</p><p>�Im vergangenen Jahrzehnt deuteten die Zeichen darauf, dass die Zaubererschaft nichts weiter als eine kurze Stille zwischen zwei Kriegen erlebt.</p><p>Mars, der Schlachtenbringer, leuchtet hell �ber uns und l� sst ahnen, dass der Kampf bald wieder ausbrechen wird. Wie bald, das k�nnen Zentauren versuchen weiszusagen, indem sie gewisse Kr�uter und Bl�tter verbrennen, Flamme und Rauch beobachten ...�</p><p>Es war die ungew�hnlichste Unterrichtsstunde, die Harry je erlebt hatte.</p><p>Tats�chlich verbrannten sie dort auf dem Klassenzimmerboden Salbei und Malvenkraut, und Firenze wies sie an, nach bestimmten Gestalten und Symbolen in dem stechenden Rauch zu suchen, doch schien es ihn nicht im Mindesten zu k�mmern, dass keiner von ihnen irgendwelche der von ihm beschriebenen Zeichen erkennen konnte. Menschen w�rden es in dieser Kunst kaum je zur Vollkommenheit bringen, sagte er, Zentauren brauchten viele, viele Jahre, um sie zu beherrschen, und schlie�lich wies er darauf hin, es sei ohnehin t�richt, allzu viel Vertrauen in solcherlei Dinge zu setzen, weil selbst Zentauren sie manchmal falsch deuten w�rden. Er war ganz anders als alle menschlichen Lehrer, die Harry je gehabt hatte. Ihm schien es nicht das Wichtigste zu sein, sie zu lehren, was er wusste, sondern ihnen einzupr�gen, dass nichts, nicht einmal das Wissen eines Zentauren, unfehlbar sei.</p><p>�Er dr�ckt sich ziemlich nebul�s aus, was?�, sagte Ron mit leiser Stimme, als sie ihre Malvenkrautfeuer l�schten. �Ehrlich gesagt, ich w�rd gern noch ein paar mehr Einzelheiten �ber diesen Krieg erfahren, der da kommen soll, du nicht?�</p><p>Drau�en vor dem Klassenzimmer l�utete die Glocke und alle schreckten auf.</p><p>Harry hatte v�llig vergessen, dass sie sich immer noch im Schloss befanden; er war �berzeugt gewesen, im Wald zu sein. Die ganze Klasse machte einen leicht verwirrten Eindruck, w�hrend die Sch�ler einer nach dem anderen hinausgingen.</p><p>Harry und Ron wollten ihnen gerade folgen, als Firenze rief: �Harry Potter, bitte auf ein Wort zu mir.�</p><p>Harry wandte sich um. Der Zentaur kam ein paar Schritte auf ihn zu. Ron z�gerte.</p><p>�Sie k�nnen bleiben�, sagte Firenze zu ihm. �Aber schlie�en Sie bitte die T�r.�</p><p>Hastig tat Ron wie ihm gehei�en.</p><p>�Harry Potter, Sie sind ein Freund Hagrids, nicht wahr?�, sagte der Zentaur.</p><p>�Ja�, antwortete Harry.</p><p>�Dann richten Sie ihm eine Warnung von mir aus. Sein Versuch gelingt nicht. Er t�te besser daran, ihn aufzugeben.�</p><p>�Sein Versuch gelingt nicht?�, wiederholte Harry �berrascht.</p><p>�Und er t�te besser daran, ihn aufzugeben�, sagte Firenze und nickte. �Ich w�rde Hagrid pers�nlich warnen, aber ich bin verbannt - es w�re nicht klug von mir, wenn ich jetzt in die N�he des Waldes ginge - Hagrid hat genug Schwierigkeiten, auch ohne einen Zentaurenkampf.�</p><p>�Aber - was versucht Hagrid denn zu tun?�, sagte Harry nerv�s.</p><p>Firenze sah ihn gleichm�tig an.</p><empty-line/><p>�Hagrid hat mir j�ngst einen gro�en Gefallen getan�, sagte Firenze, �und er hat vor langem meine Achtung gewonnen wegen der F�rsorge, die er allen Lebewesen zuteil werden l�sst. Ich werde sein Geheimnis nicht verraten. Aber er muss zur Vernunft gebracht werden. Der Versuch gelingt nicht. Sagen Sie ihm das, Harry Potter. Einen guten Tag noch.�</p><p>Das Gl�cksgef�hl, das Harry nach dem <emphasis>Klitterer-lnterview </emphasis>versp�rt hatte, war l�ngst verebbt. Als der tr�be M�rz einem st�rmischen April wich, schien sein Leben wieder zu einer langen Abfolge von Sorgen und Problemen geworden zu sein.</p><p>Umbridge war beharrlich in Pflege magischer Gesch�pfe aufgetaucht, und so war es sehr schwierig gewesen, Hagrid Firenzes Warnung auszurichten.</p><p>Schlie�lich hatte Harry es geschafft, indem er eines Tages vorsch�tzte, sein Exemplar von <emphasis>Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind </emphasis>verloren zu haben, und nach dem Unterricht noch einmal kehrtmachte und zu Hagrid ging.</p><p>Als er Firenzes Botschaft ausgerichtet hatte, blickte ihn Hagrid einen Moment lang offensichtlich verdutzt mit seinen geschwollenen, schwarz umrandeten Augen an. Dann schien er sich zusammenzurei�en.</p><p>�Netter Kerl, der Firenze�, sagte er schroff, �aber bei der Sache wei� er nich, wor�ber er redet. Der Versuch l�sst sich gut an.�</p><p>�Hagrid, was hast du denn vor?�, fragte Harry ernst. �Du musst doch aufpassen, Umbridge hat schon Trelawney gefeuert, und wenn du mich fragst, l�uft sie sich gerade erst warm. Wenn du irgendwas tust, was du nicht solltest, wirst du -�</p><p>�Gibt wichtigere Dinge als 'nen Job zu behalten�, sagte Hagrid, doch seine H�nde zitterten ein wenig bei diesen Worten und er lie� eine Wanne voller Knarlmist zu Boden krachen. �Mach dir ma' keine Sorgen um mich, Harry, nun geh mal wieder, sei 'n braver Junge.�</p><p>Harry blieb nichts anderes �brig, als Hagrid allein zu lassen mit dem Mist, den er nun vom Boden aufwischen musste, doch als er zum Schloss zur�cktrottete, war ihm durch und durch elend zumute.</p><p>Unterdessen r�ckten die ZAGs n�her, und die Lehrer und Hermine erinnerten sie hartn�ckig daran. Alle F�nftkl�ssler litten mehr oder weniger unter Stress, aber Hannah Abbott war die Erste, der Madam Pomfrey einen Beruhigungstrank verabreichte, nachdem sie in Kr�uterkunde in Tr�nen ausgebrochen war und geschluchzt hatte, dass sie zu dumm f�r die Pr�fungen sei und die Schule jetzt verlassen wolle.</p><p>Ohne die DA-Stunden, �berlegte Harry, w�re er furchtbar ungl�cklich.</p><p>Manchmal hatte er das Gef�hl, nur f�r die Stunden zu leben, die er im Raum der W�nsche verbrachte, wo er hart arbeitete und es doch genoss, wo ihm vor Stolz die Brust schwoll, wenn er in die Runde seiner Mitstreiter blickte und sah, wie weit sie es gebracht hatten. Tats�chlich fragte er sich manchmal, wie Umbridge wohl reagieren w�rde, wenn alle Mitglieder der DA in ihren Verteidigungs-ZAGs ein �Ohnegleichen� einheimsen w�rden.</p><p>Endlich hatten sie angefangen mit dem Patronus zu arbeiten, den sie alle unbedingt hatten lernen wollen. Wie Harry sie jedoch st�ndig ermahnte, war es das eine, einen Patronus inmitten eines hell erleuchteten Klassenzimmers hervorzubringen, ohne dass sie bedroht wurden, etwas ganz anderes w�rde es aber sein, ihn zu erzeugen, wenn sie beispielsweise einem Dementor gegen�berstanden.</p><p>�Ach, sei doch kein solcher Spa�verderber�, sagte Cho gut gelaunt in der letzten Unterrichtsstunde vor Ostern und sah zu, wie ihr silbriger, schwanenf�rmiger Patronus im Raum der W�nsche umhersegelte. �Die sind so h�bsch!�</p><p>�Die sollen nicht h�bsch sein, die sollen dich sch�tzen�, sagte Harry geduldig.</p><p>�Was wir eigentlich brauchten, w�r ein Irrwicht oder etwas in der Art. So hab ich's gelernt, ich musste einen Patronus heraufbeschw�ren, w�hrend der Irrwicht vort�uschte, er w�re ein Dementor -�</p><p>�Das war aber wirklich gruslig!�, sagte Lavender, die silberne Dampfw�lkchen aus der Spitze ihres Zauberstabs puffen lie�. �Und ich - kann's - immer noch nicht!�, f�gte sie w�tend hinzu.</p><p>Auch Neville hatte Probleme. Sein Gesicht war in konzentrierter Anstrengung verzerrt, aber aus der Spitze seines Zauberstabs kamen nur d�nne silberne Rauchfetzen.</p><p>�Du musst an etwas denken, das dich gl�cklich macht�, erinnerte ihn Harry.</p><p>�Ich versuch's ja�, antwortete Neville betr�bt und m�hte sich so verbissen, dass sein rundes Gesicht vor Schwei� gl�nzte.</p><p>�Harry, ich glaub, ich schaff's!�, rief Seamus, den Dean zu seinem ersten DA-Treffen �berhaupt mitgebracht hatte. �Schau mal - ah - schon weg ... aber es war eindeutig was Haariges, Harry!�</p><p>Hermines Patronus, ein gl�nzender silberner Otter, tollte um sie herum.</p><p>�Die sind schon irgendwie nett, oder?�, sagte sie und betrachtete ihn liebevoll.</p><p>Die T�r zum Raum der W�nsche �ffnete sich und ging wieder zu. Harry schaute hin�ber, um zu sehen, wer hereingekommen war, doch niemand schien da zu sein. Es dauerte einige Momente, bis ihm auffiel, dass die Leute in der N�he der T�r still geworden waren. Und schon im n�chsten Augenblick zupfte etwas in H�he seines Knies an seinem Umhang. Er blickte hinunter und sah zu seiner gr��ten Verwunderung Dobby den Hauselfen unter seinen �blichen acht Wollh�ten hervor zu ihm hochsp�hen.</p><p>�Hi, Dobby�, sagte er. �Was machst du - stimmt was nicht?�</p><p>Die Augen des Elfen waren weit aufgerissen vor Angst und er schlotterte. Die DA-Mitglieder in Harrys N�he waren verstummt; alle im Raum beobachteten Dobby. Die wenigen Patroni, die hie und da gelungen waren, l�sten sich in silbrigen Dunst auf, was den Raum viel dunkler wirken lie� als zuvor.</p><p>�Harry Potter, Sir ...�, quiekte der Elf, am ganzen Leib zitternd, �Harry Potter, Sir ... Dobby ist gekommen, um Sie zu warnen ... aber die Hauselfen wurden ermahnt nichts zu verraten ...�</p><p>Er rannte mit dem Kopf voran auf die Wand zu. Harry, der einige Erfahrung mit Dobbys Hang zur Selbstbestrafung hatte, wollte ihn packen, aber Dobby wurde von seinen acht H�ten abgefedert und prallte nur von der Wand ab.</p><p>Hermine und ein paar andere M�dchen schrien �ngstlich und mitleidig auf.</p><p>�Was ist passiert, Dobby?�, fragte Harry, packte den Elfen an seinem winzigen Arm und hielt ihn von allem fern, mit dem er versuchen konnte sich wehzutun.</p><p>�Harry Potter ... sie ... sie ...�</p><p>Dobby schlug sich mit seiner freien Faust hart auf die Nase. Harry packte auch die Faust.</p><p>�Wer ist �sie�, Dobby?�</p><p>Doch er glaubte die Antwort zu kennen. Gewiss konnte nur eine bestimmte</p><p>�sie� solche Angst bei Dobby ausl�sen. Der Elf blickte leicht schielend zu ihm hoch und bewegte stumm den Mund.</p><p>�Umbridge?�, fragte Harry entsetzt.</p><p>Dobby nickte, dann versuchte er seinen Kopf gegen Harrys Knie zu schlagen.</p><p>Harry hielt ihn auf Armesl�nge von sich weg.</p><p>�Was ist mit ihr? Dobby - sie hat doch nicht herausgefunden - dass wir - die DA?�</p><p>Er las die Antwort im vergr�mten Gesicht des Elfen. W�hrend Harry seine H�nde festhielt, versuchte Dobby sich selbst einen Tritt zu verpassen und st�rzte.</p><p>�Ist sie auf dem Weg hierher?�, fragte Harry leise.</p><p>Dobby heulte auf und stampfte nun mit den blo�en F��en hart auf den Boden.</p><empty-line/><p>�Ja, Harry Potter, ja!�</p><p>Harry richtete sich auf und sah seine regungslosen und ver�ngstigten Mitsch�ler an, die beobachteten, wie der Elf sich selbst bestrafte.</p><p>�WORAUF WARTET IHR NOCH!�, br�llte Harry. �LAUFT!�</p><p>Alle st�rmten auf einmal zum Ausgang und an der T�r bildete sich eine Menschentraube, dann dr�ngten einige hinaus. Harry konnte sie die G�nge entlangsprinten h�ren und hoffte, dass sie klug genug waren nicht zu versuchen, bis in die Schlafs�le zu gelangen. Es war erst zehn vor neun, hoffentlich suchten sie Zuflucht in der Bibliothek oder der Eulerei, beide waren n�her -</p><p>�Harry, komm schon!�, schrie Hermine inmitten des Kn�uels der Hinausdr�ngenden an der T�r.</p><p>Er nahm Dobby hoch, der immer noch versuchte, sich selbst ernsthaft zu verletzen, und rannte mit dem Elfen in den Armen zum Ende der Schlange.</p><p>�Dobby - das ist ein Befehl - lauf zur�ck in die K�che zu den anderen Elfen, und wenn sie dich fragt, ob du mich gewarnt hast, l�g und sag nein!�, wies ihn Harry an. �Und ich verbiete dir, dich selbst zu verletzen!�, f�gte er hinzu und lie� den Elfen fallen, als er es endlich �ber die Schwelle geschafft hatte und die T�r hinter sich zuschlug.</p><p>�Danke, Harry Potter!�, quiekte Dobby und sauste davon.</p><p>Harry sp�hte nach links und rechts; die anderen waren so schnell, dass er noch f�r einen Augenblick ihre Fersen an beiden Enden des Korridors erkennen konnte, ehe sie verschwanden. Er selbst rannte nun nach rechts; weiter vorne war ein Jungenklo, er konnte so tun, als ob er die ganze Zeit drin gewesen w�re, wenn er es nur bis dahin schaffte -</p><p>�AAARGH!�</p><p>Etwas schlang sich um seine Kn�chel, er flog in hohem Bogen hin und schlitterte zwei Meter auf dem Bauch, bis er liegen blieb. Hinter ihm lachte jemand. Harry drehte sich auf den R�cken und erkannte Malfoy, der sich in einer Nische hinter einer h�sslichen drachenf�rmigen Vase versteckt hatte.</p><p>�Stolperfluch, Potter!�, sagte er. �Hey, Professor - PROFESSOR! Ich hab einen!�</p><p>Umbridge kam um die weiter entfernte Ecke gewuselt, au�er Atem, doch mit einem vergn�gten L�cheln.</p><p>�Da haben wir ihn ja!�, sagte sie triumphierend, als sie Harry am Boden liegen sah. �Vortrefflich, Draco, vortrefflich, oh, sehr gut - f�nfzig Punkte f�r Slytherin! �berlassen Sie ihn jetzt mir ... stehen Sie auf, Potter!�</p><empty-line/><p>Harry erhob sich und sah die beiden hasserf�llt an. Er hatte Umbridge noch nie mit so gl�cklicher Miene gesehen. Sie packte ihn mit einem schraubstockartigen Griff am Arm und wandte sich breit l�chelnd an Malfoy.</p><p>�Sie laufen los und schauen, ob Sie noch mehr von denen den Weg abschneiden k�nnen, Draco!�, sagte sie. �Sagen Sie den andern, dass sie in der Bibliothek nachsehen sollen - vielleicht ist jemand au�er Atem - und dass sie die Toiletten kontrollieren, Miss Parkinson kann es bei den M�dchen erledigen - nun marsch - und Sie�, f�gte sie mit ihrer weichsten, gef�hrlichsten Stimme hinzu, als Malfoy sich verzog, �Sie kommen mit mir ins B�ro des Schulleiters, Potter.�</p><p>Nach wenigen Minuten standen sie vor dem steinernen Wasserspeier. Harry fragte sich, wie viele von den anderen erwischt worden waren. Er dachte an Ron -</p><p>Mrs. Weasley w�rde ihn umbringen - und �berlegte, wie Hermine zumute sein w�rde, wenn man sie vor den ZAG-Pr�fungen von der Schule warf. Und es war Seamus' allererstes Treffen gewesen ... und Neville hatte sich so gut gemacht ...</p><p>�Zischende Zauberdrops�, fl�tete Umbridge. Der steinerne Wasserspeier sprang zur Seite, die Wand hinter ihm teilte sich und die steinerne Treppe trug sie nach oben. Sie gelangten zu der polierten T�r mit dem Greifenklopfer, doch Umbridge, die Harry immer noch fest gepackt hatte, klopfte gar nicht erst, sondern marschierte umstandslos hinein.</p><p>Das B�ro war voller Leute. Dumbledore sa� mit heiterer Miene hinter seinem Schreibtisch und hatte die Kuppen seiner langen Finger aneinander gelegt.</p><p>Professor McGonagall stand steif neben ihm, das Gesicht in h�chster Anspannung. Cornelius Fudge, der Zaubereiminister, stand am Feuer und wippte auf den Zehen vor und zur�ck, offenbar vollauf zufrieden mit der Lage. Kingsley Shacklebolt und ein z�h aussehender Zauberer mit kurzem Borstenhaar, den Harry nicht kannte, waren wie Wachtposten zu beiden Seiten der T�r aufgestellt, und an der Wand dr�ckte sich aufgeregt die Gestalt von Percy Weasley herum, mit seinen Sommersprossen und der Brille. Er hielt eine Feder und eine schwere Rolle Pergament in den H�nden, offenbar bereit, Protokoll zu f�hren.</p><p>Die Portr�ts alter Schulleiter und Schulleiterinnen gaben heute Abend nicht vor zu schlafen. Alle waren hellwach, hatten ernste Mienen aufgesetzt und beobachteten, was unter ihnen geschah. Als Harry eintrat, flitzten ein paar von ihnen in die Rahmen nebenan und fl�sterten eindringlich in die Ohren ihrer Nachbarn.</p><p>Die T�r schwang hinter ihnen zu und Harry entwand sich Umbridges Griff.</p><p>Cornelius Fudge funkelte ihn mit boshafter Genugtuung an.</p><p>�Sch�n�, sagte er. �Sch�n, sch�n, sch�n ...�</p><p>Harry antwortete mit dem geh�ssigsten Blick, zu dem er imstande war. Sein Herz trommelte rasend, doch in seinem Kopf war es seltsam k�hl und klar.</p><p>�Er war auf dem Weg zur�ck in den Gryffindor-Turm�, sagte Umbridge. In ihrer Stimme lag etwas anst��ig Erregtes, es war dasselbe grausame Erg�tzen, das Harry herausgeh�rt hatte, als sie zugesehen hatte, wie Professor Trelawney in der Eingangshalle in ihrem Elend versank. �Der Junge von Malfoy hat ihn gekriegt.�</p><p>�Ach, hat er?�, sagte Fudge anerkennend. �Das muss ich unbedingt Lucius erz�hlen. Nun, Potter ... ich denke, Sie wissen, weshalb Sie hier sind?�</p><p>Harry war drauf und dran, mit einem trotzigen �Ja� zu antworten: Er hatte den Mund schon ge�ffnet und das Wort halb geformt, da sah er Dumbledores Gesicht.</p><p>Dumbledore blickte Harry nicht direkt an - seine Augen waren auf einen Punkt gleich �ber seiner Schulter geheftet -, doch als Harry ihn anstarrte, sch�ttelte er kaum merklich den Kopf.</p><p>Harry besann sich mitten im Wort anders.</p><p>�J- nein.�</p><p>�Wie bitte?�, sagte Fudge.</p><p>�Nein�, sagte Harry entschieden.</p><p>�Sie wissen <emphasis>nicht, </emphasis>warum Sie hier sind?�</p><p>�Nein, ich wei� es nicht�, sagte Harry.</p><p>Fudge blickte ungl�ubig von Harry zu Professor Umbridge. Harry nutzte seine momentane Abgelenktheit und warf einen weiteren verstohlenen Blick auf Dumbledore, der f�r einen winzigen Augenblick dem Teppich zunickte und ganz sachte ein Zwinkern andeutete.</p><p>�Sie haben also keine Ahnung�, sagte Fudge und seine Stimme triefte vor Sarkasmus, �warum Professor Umbridge Sie in dieses B�ro gebracht hat? Sie sind sich nicht bewusst, irgendwelche Schulregeln gebrochen zu haben?�</p><p>�Schulregeln?�, sagte Harry. �Nein.�</p><p>�Oder Ministeriumserlasse?�, f�gte Fudge w�tend hinzu.</p><p>�Nicht dass ich w�sste�, sagte Harry kaltschn�uzig.</p><p>Sein Herz h�mmerte immer noch sehr schnell. Allein schon um Fudges Blutdruck steigen zu sehen, lohnte es sich, diese L�gen aufzutischen, doch er hatte keine Ahnung, wie um alles in der Welt er damit durchkommen sollte.</p><p>Wenn jemand Umbridge die Sache mit der DA verraten hatte, dann konnte er, der Anf�hrer, jetzt genauso gut seine Koffer packen.</p><p>�Also ist es eine Neuigkeit f�r Sie�, sagte Fudge, nun voller Zorn, �dass eine rechtswidrige Sch�lerorganisation in dieser Schule entdeckt wurde?�</p><p>�Ja, allerdings�, sagte Harry und setzte eine nicht �berzeugende erschrockene Unschuldsmiene auf.</p><p>�Ich denke, Minister�, sagte Umbridge neben ihm mit seidenweicher Stimme,</p><p>�wir kommen wohl besser voran, wenn ich unsere Informantin hole.�</p><p>�Ja, ja, tun Sie das�, nickte Fudge und warf Dumbledore einen h�mischen Blick zu, w�hrend Umbridge hinausging. �Es gibt nichts Besseres als eine gute Zeugin, nicht wahr, Dumbledore?�</p><p>�Vollkommen Ihrer Meinung, Cornelius�, sagte Dumbledore nachdr�cklich und neigte den Kopf.</p><p>Sie mussten einige Minuten warten, w�hrend deren keiner den anderen ansah, dann h�rte Harry die T�r hinter sich aufgehen. Umbridge kam an ihm vorbei ins Zimmer, und sie hielt Chos Freundin mit den Locken, Marietta, an der Schulter gepackt, die das Gesicht in den H�nden verborgen hatte.</p><p>�Nur keine Angst, meine Liebe, nur keine Angst�, sagte Professor Umbridge sanft und t�tschelte ihr den R�cken, �nun ist ja alles gut. Sie haben richtig gehandelt. Der Minister ist sehr zufrieden mit Ihnen. Er wird Ihrer Mutter sagen, was f�r ein gutes M�dchen Sie waren. Mariettas Mutter, Minister�, f�gte sie, zu Fudge aufblickend, hinzu, �ist Madam Edgecombe aus der Abteilung f�r Magisches Transportwesen, Flohnetzwerkaufsicht - sie hat uns geholfen, die Hogwarts-Kamine zu �berwachen, wissen Sie.�</p><p>�Wunderbar, wunderbar!�, sagte Fudge begeistert. �Schl�gt ganz der Mutter nach, was? Nun kommen Sie aber, meine Liebe, schauen Sie hoch, nicht sch�chtern sein, lassen Sie uns h�ren, was Sie - w�rgende Wasserspeier!�</p><p>Marietta hatte den Kopf gehoben und Fudge machte vor Schreck einen Sprung r�ckw�rts und w�re dabei fast im Feuer gelandet. Fluchend tappte er auf dem Saum seines Umhangs herum, der zu kokeln begonnen hatte. Marietta stie� einen Klagelaut aus und zog den Kragen ihres Umhangs hoch bis unter die Augen, doch schon hatten alle gesehen, dass ihr Gesicht f�rchterlich entstellt war von einer Reihe dicht beieinander lie gender purpurner Pusteln, die sich �ber ihre Nase und die Wange zogen und das Wort �PETZE� bildeten.</p><p>�Das mit den Pickeln macht doch nichts, meine Liebe�, sagte Umbridge ungeduldig, �jetzt nehmen Sie einfach den Umhang vom Mund weg und sagen Sie dem Minister -�</p><p>Aber Marietta stie� einen weiteren erstickten Klageschrei aus und sch�ttelte wild den Kopf.</p><p>�Oh, na sch�n, Sie dummes M�dchen, dann sag <emphasis>ich </emphasis>es ihm�, fauchte Umbridge. Sie setzte erneut ihr widerliches L�cheln auf und sagte: �Nun, Minister, Miss Edgecombe hier kam heute Abend kurz nach dem Essen in mein B�ro und meinte, sie wolle mir etwas mitteilen. Sie sagte, wenn ich mich in einen Geheimraum im siebten Stock begeben w�rde, der manchmal als Raum der W�nsche bezeichnet wird, w�rde ich etwas herausfinden, das mich sicher interessierte. Ich befragte sie ein wenig n�her und sie gab zu, dass dort eine Art Treffen stattfinden solle. Ungl�cklicherweise kam zu jenem Zeitpunkt dieser Fluch� - sie schlackerte unwirsch mit der Hand in Richtung Mariettas verstecktem Gesicht - �zur Geltung, und kaum hatte sie ihr Gesicht in meinem Spiegel gesehen, war das M�dchen so verst�rt, dass es mir nichts weiter erz�hlen konnte.�</p><p>�Aber, aber�, sagte Fudge und fixierte Marietta mit einem Blick, den er offenbar f�r freundlich und v�terlich hielt, �es war sehr mutig von Ihnen, meine Liebe, dass Sie Professor Umbridge davon unterrichtet haben. Sie haben genau das Richtige getan. W�rden Sie mir nun sagen, was bei diesem Treffen geschah? Was war sein Zweck? Wer war dort?�</p><p>Aber Marie tta konnte nicht sprechen; sie sch�ttelte nur von neuem mit weit aufgerissenen und angsterf�llten Augen den Kopf.</p><p>�Haben wir keinen Gegenfluch daf�r?�, wandte sich Fudge ungeduldig an Umbridge und deutete auf Mariettas Gesicht. �Damit sie frei reden kann?�</p><p>�Ich war noch nicht imstande, einen zu finden�, gab Umbridge grollend zu und Harry sp�rte j�hen Stolz auf Hermines hexerische F�higkeiten. �Aber es spielt keine Rolle, wenn sie nicht reden will, ich kann die Geschichte von hier an weitererz�hlen.</p><p>Sie werden sich erinnern, Minister, dass ich im Oktober einen Bericht an Sie geschickt habe, wonach Potter sich im <emphasis>Eberkopf</emphasis> in Hogsmeade mit einer Anzahl von Mitsch�lern getroffen hat -�</p><p>�Und wo ist Ihr Beweis f�r diese Behauptung?�, warf Professor McGonagall ein.</p><p>�Ich habe die Aussage von Willy Widdershins, Minerva, der zuf�llig zu jener Zeit im Lokal war. Er war schwer bandagiert, gewiss, aber sein Geh�r war keineswegs beeintr�chtigt�, sagte Umbridge selbstgef�llig. �Er hat jedes Wort geh�rt, das Potter gesagt hat, und ist sofort zur Schule geeilt, um mir zu berichten ��</p><p>�Oh, <emphasis>das </emphasis>ist also der Grund, warum er nicht wegen dieser Machenschaften mit den wieder ausspuckenden Toiletten bestraft wurde!�, sagte Professor McGonagall und hob die Brauen. �Welch interessanter Einblick in unser Rechtswesen!�</p><p>�Offene Korruption!�, donnerte das Portr�t des beleibten rotnasigen Zauberers an der Wand hinter Dumbledores Schreibtisch. �Zu meiner Zeit hat das Ministerium keine Abmachungen mit Kleinkriminellen geschlossen, nein, Sir, gewiss nicht!�</p><p>�Danke, Fortescue, das gen�gt�, sagte Dumbledore sanft.</p><p>�Der Zweck von Potters Treffen mit diesen Sch�lern�, fuhr Professor Umbridge fort, �bestand darin, sie zu �berreden, sich einer rechtswidrigen Vereinigung anzuschlie�en, deren Ziel es war, Zauber und Fl�che zu erlernen, die nach dem Daf�rhalten des Ministeriums nicht geeignet sind f�r Personen, die noch zur Schule gehen -�</p><p>�Ich denke, Sie werden feststellen, dass Sie im Unrecht sind, Dolores�, sagte Dumbledore leise und sp�hte sie �ber die Halbmondbrille an, die in halber H�he auf seiner Hakennase sa�.</p><p>Harry starrte ihn an. Er konnte sich nicht vorstellen, wie Dumbledore ihn aus dieser Klemme rauspauken wollte. Wenn Willy Widdershins tats�chlich jedes Wort geh�rt hatte, das er im <emphasis>Eberkopf gesagt </emphasis>hatte, dann gab es schlicht keinen Ausweg.</p><p>�Oho!�, sagte Fudge und federte wieder auf den F��en auf und ab. �Ja, h�ren wir uns also das j�ngste Ammenm�rchen an, das Potter aus der Patsche helfen soll! Nur zu, Dumbledore, nur zu - Willy Widdershins hat gelogen, stimmt's?</p><p>Oder war Potters ihm aufs Haar gleichender Zwilling an diesem Tag im <emphasis>Eberkopf? </emphasis>Oder ist es nur die �bliche simple Erkl�rung inklusive Zeitumkehrung, eines toten Mannes, der wieder ins Leben tritt, und ein paar unsichtbarer Dementoren?�</p><p>Percy Weasley lachte herzhaft auf.</p><p>�Oh, sehr gut, Minister, sehr gut!�</p><p>Harry h�tte ihm am liebsten einen Tritt versetzt. Dann sah er zu seiner Verbl�ffung, dass auch Dumbledore freundlich l�chelte.</p><p>�Cornelius, ich bestreite nicht - und ich bin sicher, auch Harry nicht -, dass er an diesem Tag im <emphasis>Eberkopf </emphasis>war, und auch nicht, dass er versuchte, Sch�ler f�r eine Vereinigung zur Verteidigung gegen die dunklen K�nste zu gewinnen. Ich weise nur darauf hin, dass Dolores im Irrtum ist, wenn sie behauptet, eine solche Gruppe sei zu diesem Zeitpunkt rechtswidrig gewesen. Wie Sie sich vielleicht erinnern, trat der Ministeriumserlass, der alle Sch�lerorganisationen verbot, erst zwei Tage nach Harrys Hogsmeade-Treffen in Kraft, weshalb er im <emphasis>Eberkopf</emphasis> keine Vorschriften verletzte.�</p><p>Percy sah drein, als h�tte ihn etwas sehr Schweres im Gesicht getroffen. Fudge erstarrte mit offenem Mund mitten in seinem Gewippe.</p><empty-line/><p>Umbridge fasste sich als Erste.</p><p>�Das ist alles gut und sch�n, Schulleiter�, sagte sie und l�chelte s��lich, �aber inzwischen sind fast sechs Monate seit Inkrafttreten des Ausbildungserlasses Nummer vierundzwanzig vergangen. Wenn das erste Treffen nicht rechtswidrig war, so waren es doch sicher alle, die seitdem stattgefunden haben.�</p><p>�Nun�, sagte Dumbledore und musterte sie �ber seine zusammengelegten Finger hinweg mit h�flichem Interesse, �sie <emphasis>w�ren </emphasis>dies gewiss, wenn sie nach Inkrafttreten des Erlasses weiter stattgefunden <emphasis>h�tten. </emphasis>Haben Sie irgendwelche Beweise, dass es weitere derartige Treffen gab?�</p><p>W�hrend Dumbledore sprach, h�rte Harry hinter sich ein Rascheln und er war ziemlich sicher, dass Kingsley etwas fl�sterte. Er h�tte zudem schw�ren k�nnen, dass er etwas an seiner Seite vorbeistreichen sp�rte, etwas Sanftes wie ein Luftzug oder ein Vogelfl�gel, doch als er hinsah, war da nichts.</p><p>�Beweise?�, wiederholte Umbridge mit ihrem schrecklichen breiten Kr�tenl�cheln. �Haben Sie nicht zugeh�rt, Dumbledore? Warum, glauben Sie, ist Miss Edgecombe hier?�</p><p>�Oh, kann sie uns berichten, dass sechs Monate lang solche Treffen stattgefunden haben?�, sagte Dumbledore und hob die Brauen. �Ich dachte eigentlich, sie h�tte nur von einem Treffen heute Abend berichtet.�</p><p>�Miss Edgecombe�, sagte Umbridge sofort, �erz�hlen Sie uns, wie lange diese Treffen schon stattfinden, meine Liebe. Sie k�nnen einfach nicken oder den Kopf sch�tteln, ich bin sicher, davon werden die Pickel nicht schlimmer. Fanden sie regelm��ig w�hrend der vergangenen sechs Monate statt?�</p><p>Harry sp�rte pl�tzlich ein f�rchterlich flaues Gef�hl im Magen. Das war's, sie waren an eine Mauer handfester Beweise geraten, die nicht einmal Dumbledore beiseite schieben konnte.</p><p>�Einfach nicken oder den Kopf sch�tteln, meine Liebe�, ermunterte Umbridge Marietta. �Nun kommen Sie schon, das wird den Fluch nicht schlimmer machen.�</p><p>Alle Anwesenden starrten auf das, was von Mariettas Gesicht zu erkennen war. Zwischen dem hochgezogenen Umhang und ihren lockigen Fransen waren nur ihre Augen zu sehen. Vielleicht t�uschte das Licht des Feuers, aber ihre Augen wirkten seltsam leer. Und dann - zu Harrys gr��ter Verbl�ffung -</p><p>sch�ttelte Marietta den Kopf.</p><p>Umbridge blickte schnell zu Fudge, dann wieder zu Marietta. �Ich glaube, Sie haben die Frage nicht verstanden, stimmt's, meine Liebe? Ich wollte wissen, ob Sie w�hrend der letzten sechs Monate zu diesen Treffen gegangen sind. Das sind Sie doch, nicht wahr?�</p><empty-line/><p>Erneut sch�ttelte Marietta den Kopf.</p><p>�Was meinen Sie mit diesem Kopfsch�tteln, meine Liebe?�, sagte Umbridge gereizt.</p><p>�Ich w�rde sagen, die Bedeutung ist vollkommen klar�, sagte Professor McGonagall barsch. �Es hat in den letzten sechs Monaten keine geheimen Treffen gegeben. Ist das korrekt, Miss Edgecombe?�</p><p>Marietta nickte.</p><p>�Aber es gab heute Abend ein Treffen!�, sagte Umbridge w�tend. �Es gab ein Treffen, Miss Edgecombe, Sie haben mir davon berichtet, und zwar im Raum der W�nsche! Und Potter war der Anf�hrer, nicht wahr, Potter hat es organisiert, Potter - <emphasis>warum sch�tteln Sie den Kopf, M�dchen?�</emphasis></p><p>�Nun, wenn jemand den Kopf sch�ttelt�, sagte McGonagall kalt, �dann hei�t dies normalerweise, dass �nein� gemeint ist. Au�er wenn Miss Edgecombe eine Form der Zeichensprache verwendet, die der Menschheit bislang unbekannt ist -�</p><p>Professor Umbridge packte Marietta, zog sie zu sich heran und begann sie heftig zu sch�tteln. Dumbledore war im Bruchteil einer Sekunde mit erhobenem Zauberstab auf den Beinen; Kingsley st�rzte nach vorne und Umbridge lie� mit einem Sprung r�ckw�rts von Marietta ab und wedelte mit den H�nden durch die Luft, als h�tte sie sich verbrannt.</p><p>�Ich kann Ihnen nicht gestatten, meine Sch�ler zu misshandeln, Dolores�, sagte Dumbledore und zum ersten Mal wirkte er zornig.</p><p>�Beruhigen Sie sich, Madam Umbridge�, sagte Kingsley mit seiner tiefen, langsamen Stimme. �Sie wollen sich doch nicht in Schwierigkeiten bringen.�</p><p>�Nein�, sagte Umbridge atemlos und blickte zu der hochragenden Gestalt von Kingsley auf. �Ich meine, ja, Sie haben Recht, Shacklebolt - ich - ich war au�er mir.�</p><p>Marietta stand genau da, wo Umbridge sie losgelassen hatte. Weder schien Umbridges pl�tzlicher Angriff sie verschreckt zu haben noch schien sie erleichtert, dass Umbridge sie losgelassen hatte; sie hielt noch immer ihren Umhang zu ihren seltsam leeren Augen hochgezogen und starrte stur geradeaus.</p><p>In Harry keimte pl�tzlich ein merkw�rdiger Verdacht auf, der mit Kingsleys Gefl�ster zu tun hatte und dem Etwas, das er an sich vorbeihuschen gesp�rt hatte.</p><p>�Dolores�, sagte Fudge mit der Miene eines Mannes, der eine Sache ein f�r alle Mal kl�ren m�chte, �das Treffen heute Abend, von dem wir eindeutig wissen, dass es stattgefunden hat -�</p><p>�Ja�, sagte Umbridge und gewann ihre Fassung wieder, �ja ... nun, Miss Edgecombe gab mir den Hinweis und ich ging sofort in den siebten Stock, begleitet von gewissen <emphasis>vertrauensw�rdigen </emphasis>Sch�lern, um die Teilnehmer des Treffens auf frischer Tat zu ertappen. Es scheint jedoch, dass sie noch vor meiner Ankunft gewarnt wurden, denn als wir in den siebten Stock kamen, rannten sie in alle Himmelsrichtungen davon. Das spielt aber keine Rolle. Ich habe hier alle ihre Namen, Miss Parkinson ist f�r mich in den Raum der W�nsche gerannt, um nachzusehen, ob sie etwas hinterlassen hatten. Wir brauchten Beweise und der Raum hat sie uns geliefert.� Und zu Harrys Entsetzen zog sie aus ihrer Tasche die Liste mit den Namen, die sie im Raum der W�nsche an die Wand gepinnt hatten, und reichte sie Fudge.</p><p>�Sobald ich Potters Namen auf der Liste sah, wusste ich, womit wir es zu tun haben�, sagte sie sanft.</p><p>�Vortrefflich�, sagte Fudge und ein L�cheln breitete sich �ber sein Gesicht,</p><p>�vortrefflich, Dolores. Und ... Donnerwetter noch mal ...�</p><p>Er blickte zu Dumbledore auf, der immer noch neben Marietta stand und den Zauberstab l�ssig in der Hand hielt.</p><p>�Sehen Sie, wie sie sich selbst genannt haben?�, sagte Fudge leise.</p><p><emphasis>�Dumbledores Armee.�</emphasis></p><p>Dumbledore streckte die Hand aus und nahm Fudge das Blatt Pergament ab.</p><p>Er sah auf die �berschrift, die Hermine vor Monaten hingekritzelt hatte, und f�r einen Moment schien es ihm die Sprache verschlagen zu haben. Dann blickte er auf und l�chelte.</p><p>�Nun, das Spiel ist aus�, sagte er schlicht. �M�chten Sie ein schriftliches Gest�ndnis von mir, Cornelius - oder wird eine Aussage vor diesen Zeugen gen�gen?�</p><p>Harry sah, dass McGonagall und Kingsley sich anblickten. In beider Gesichter stand Furcht. Er begriff nicht, was vor sich ging, und Fudge offenbar auch nicht.</p><p>�Aussage?�, sagte Fudge langsam. �Was - ich wei� nicht -�</p><p>�Dumbledores Armee, Cornelius�, sagte Dumbledore unbeirrt l�chelnd und wedelte mit der Namensliste vor Fudges Gesicht herum. �Nicht Potters Armee. <emphasis>Dumbledores Armee.�</emphasis></p><p>�Aber - aber -�</p><p>J�h blitzte Verst�ndnis in Fudges Gesicht auf. Entsetzt trat er einen Schritt zur�ck, schrie laut auf und sprang wieder vom Feuer weg.</p><p>�Sie?�, fl�sterte er und stampfte erneut auf seinem kokelnden Umhang herum.</p><p>�Richtig�, sagte Dumbledore freundlich.</p><empty-line/><p>�Sie haben das organisiert?�</p><p>�Das habe ich�, sagte Dumbledore.</p><p>�Sie haben die Sch�ler f�r - f�r Ihre Armee rekrutiert?�</p><p>�Heute Abend sollte das erste Treffen stattfinden�, sagte Dumbledore und nickte. �Nur um zu pr�fen, ob sie Interesse hatten, sich mir anzuschlie�en. Nat�rlich sehe ich jetzt, dass es ein Fehler war, Miss Edgecombe einzuladen.�</p><p>Marietta nickte. Fudge blickte mit schwellender Brust von ihr zu Dumbledore.</p><p>�Dann haben <emphasis>Sie </emphasis>eine Verschw�rung gegen mich angezettelt!�, rief er.</p><p>�Richtig�, sagte Dumbledore heiter.</p><p>�NEIN!�, schrie Harry.</p><p>Kingsley warf ihm blitzschnell einen warnenden Blick zu, McGonagall weitete drohend die Augen, doch es hatte Harry pl�tzlich ged�mmert, was Dumbledore vorhatte, und das konnte er nicht zulassen.</p><p>�Nein - Professor Dumbledore -!�</p><p>�Sei still, Harry, oder ich f�rchte, du musst mein B�ro verlassen�, sagte Dumbledore ruhig.</p><p>�Ja, Mund halten, Potter!�, bellte Fudge, der Dumbledore immer noch mit einer Art entsetzter Freude be�ugte. �Sch�n, sch�n, sch�n - ich kam heute Abend hierher in der Erwartung, dass ich Potter hinauswerfen w�rde, und stattdessen -�</p><p>�Stattdessen werden Sie mich festnehmen�, sagte Dumbledore l�chelnd. �Als ob man einen Knut verl�re und eine Galleone f�nde, nicht wahr?�</p><p>�Weasley!�, rief Fudge und zitterte nun sichtlich vor Freude. �Weasley, haben Sie alles aufgeschrieben, alles, was er gesagt hat, sein Gest�ndnis, haben Sie es?�</p><p>�Ja, Sir, ich denke schon, Sir!�, sagte Percy beflissen, die Nase vom schnellen Mitschreiben mit Tinte bekleckst.</p><p>�Und dass er versucht hat, eine Armee gegen das Ministerium aufzubauen, dass er daran gearbeitet hat, meine Position zu untergraben?�</p><p>�Ja, Sir, das habe ich, jawohl!�, sagte Percy und �berflog freudig seine Aufzeichnungen.</p><p>�Nun denn, sehr gut�, sagte Fudge und strahlte vor H�me, �fertigen Sie eine Abschrift Ihrer Notizen an, Weasley, und schicken Sie diese sofort an den <emphasis>Tagespropheten. </emphasis>Wenn wir eine schnelle Eule schicken, k�nnen wir es in die Morgenausgabe schaffen!� Percy st�rmte hinaus und schlug die T�r hinter sich zu, w�hrend Fudge sich wieder an Dumbledore wandte. �Sie werden nun ins Ministerium abgef�hrt, wo offiziell Anklage gegen Sie erhoben wird, dann werden Sie nach Askaban geschickt, wo Sie der Prozess erwartet!�</p><p>�Ah�, sagte Dumbledore milde. �Ja. Ja, ich dachte mir schon, dass es einen kleinen Haken geben wird.�</p><p>�Haken?�, sagte Fudge und seine Stimme vibrierte immer noch vor Freude.</p><p>�Ich sehe da keinen Haken, Dumbledore.�</p><p>�Nun�, sagte Dumbledore entschuldigend, �ich f�rchte, ich schon.�</p><p>�Oh, tats�chlich?�</p><p>�Nun - es ist offenbar so, dass Sie sich der Illusion hingeben, dass ich mich - wie hei�t es noch - <emphasis>widerstandslos abf�hren </emphasis>lasse. Ich f�rchte, ich werde mich keineswegs widerstandslos abf�hren lassen, Cornelius. Ich habe nicht die geringste Absicht, mich nach Askaban schicken zu lassen. Nat�rlich k�nnte ich ausbrechen - aber welch eine Zeitverschwendung, und offen gesagt, ich kann mir eine ganze Reihe von Dingen vorstellen, die ich lieber tun w�rde.�</p><p>Umbridges Gesicht wurde immer r�ter. Sie sah aus, als w�rde kochendes Wasser in sie hineingegossen. Fudge starrte Dumbledore mit einem sehr d�mmlichen Gesichtsausdruck an, als h�tte ihn soeben ein heftiger Schlag bet�ubt und als k�nnte er noch nicht so recht fassen, was da geschehen war. Er machte ein leises w�rgendes Ger�usch, dann drehte er sich zu Kingsley und dem Mann mit dem grauen B�rstenhaar um, der als Einziger im Raum bislang kein Wort gesagt hatte. Jetzt nickte er Fudge ermutigend zu, l�ste sich von der Wand und trat ein St�ck vor. Harry sah, wie seine Hand fast l�ssig zu seiner Tasche schwebte.</p><p>�Seien Sie nicht albern, Dawlish�, sagte Dumbledore freundlich. �Ich bin sicher, dass Sie ein gl�nzender Auror sind - ich meine mich zu erinnern, dass Sie ein �Ohnegleichen� in all Ihren UTZ-Pr�fungen bekommen haben -, aber wenn Sie versuchen - �hm - mich gewaltsam <emphasis>abzuf�hren, </emphasis>werde ich Ihnen wehtun m�ssen.�</p><p>Der Mann namens Dawlish blinzelte einigerma�en bel�mmert. Er blickte erneut zu Fudge, doch diesmal schien er sich irgendeinen Hinweis zu erhoffen, was er jetzt tun sollte.</p><p>�Ooh�, h�hnte Fudge, der sich wieder fasste, �Sie haben die Absicht, es ganz allein mit Dawlish, Shacklebolt, Dolores und mir aufzunehmen, nicht wahr, Dumbledore?�</p><p>�Beim Barte des Merlin, nein�, sagte Dumbledore l�chelnd. �Nur wenn Sie so t�richt sind, mich dazu zu zwingen.�</p><p>�Er wird nicht allein sein!�, sagte Professor McGonagall laut und steckte die Hand in ihren Umhang.</p><empty-line/><p>�O doch, das wird er, Minerva!�, sagte Dumbledore scharf. �Hogwarts braucht Sie!�</p><p>�Schluss mit diesem Unsinn!�, sagte Fudge und zog seinen Zauberstab.</p><p>�Dawlish! Shacklebolt! <emphasis>Nehmen Sie ihn fest!�</emphasis></p><p>Ein silberner Lichtstrahl zuckte durch den Raum. Es gab einen Knall wie von einem Gewehrschuss und der Boden erzitterte; eine Hand packte Harry am Kragen und zwang ihn hinunter, als ein zweiter silberner Strahl aufblitzte; einige der Portr�ts schrien, Fawkes kreischte und eine Staubwolke erf�llte die Luft.</p><p>Harry hustete im Staub, er sah, dass eine dunkle Gestalt vor ihm krachend zu Boden st�rzte; ein Schrei und ein dumpfer Schlag waren zu h�ren und jemand rief: �Nein!�, dann h�rte man Glas splittern, hektisch schlurfende Schritte, ein St�hnen ... und Stille.</p><p>Harry k�mpfte sich herum, um zu erkennen, wer ihn da halb erw�rgte, und sah Professor McGonagall neben sich kauern. Sie hatte ihn und auch Marietta gewaltsam au�er Gefahr gebracht.</p><p>Noch immer schwebte Staub sanft durch den Raum und legte sich auf sie.</p><p>Leicht keuchend sah Harry eine sehr gro�e Gestalt auf sie zukommen.</p><p>�Alles in Ordnung bei Ihnen?�, fragte Dumbledore.</p><p>�Ja!�, sagte Professor McGonagall, stand auf und zog Harry und Marietta mit sich hoch.</p><p>Der Staub legte sich. Allm�hlich wurde sichtbar, wie ramponiert das B�ro war: Dumbledores Schreibtisch war umgest�rzt, alle storchbeinigen Tische waren zu Boden geschlagen worden, ihre silbernen Instrumente lagen zerborsten herum.</p><p>Fudge, Umbridge, Kingsley und Dawlish lagen reglos am Boden. Fawkes der Ph�nix schwebte in weiten Kreisen �ber ihnen und sang leise.</p><p>�Bedauerlicherweise musste ich auch Kingsley einen Fluch aufhalsen, sonst h�tte es sehr verd�chtig ausgesehen�, sagte Dumbledore mit leiser Stimme. �Er war bemerkenswert schnell von Begriff und hat Miss Edgecombes Ged�chtnis rasch nebenbei ver�ndert, w�hrend alle wegsahen - w�rden Sie ihm meinen Dank ausrichten, Minerva? Nun, sie werden alle recht bald aufwachen und sollten am besten nicht erfahren, dass wir Zeit hatten zu reden - Sie m�ssen so tun, als ob keine Zeit vergangen w�re, als ob sie nur zu Boden geschlagen worden w�ren - die werden sich nicht erinnern -�</p><p>�Wo gehen Sie hin, Dumbledore?�, fl�sterte Professor McGonagall. �Zum Grimmauldplatz?�</p><p>�O nein�, sagte Dumbledore mit einem grimmigen L�cheln. �Ich gehe nicht, um mich zu verstecken. Fudge wird sich bald w�nschen, er h�tte mich nie von Hogwarts vertrieben, das verspreche ich Ihnen.�</p><p>�Professor Dumbledore ...�, fing Harry an.</p><p>Er wusste nicht, was er zuerst sagen sollte: wie Leid es ihm tat, dass er mit der DA angefangen und damit all diese Scherereien verursacht hatte, oder wie schrecklich er sich f�hlte, dass Dumbledore fortging, um ihn vor dem Schulverweis zu retten. Aber Dumbledore unterbrach ihn, ehe er ein weiteres Wort sagen konnte.</p><p>�H�r mir zu, Harry�, sagte er nachdr�cklich. �Du musst mit all deiner Kraft Okklumentik lernen, verstehst du mich? Tu alles, was Professor Snape dir sagt, und �be es besonders jeden Abend vor dem Einschlafen, damit du deinen Geist vor schlechten Tr�umen verschlie�en kannst - du wirst sehr bald verstehen, warum, aber du musst mir versprechen -�</p><p>Der Mann namens Dawlish regte sich. Dumbledore packte Harry am Handgelenk.</p><p>�Denk daran - verschlie� deinen Geist -�</p><p>Doch als Dumbledores Finger sich um Harrys Haut schlossen, schoss ihm ein Schmerz durch die Stirnnarbe, und wieder sp�rte er das schreckliche, schlangenartige Verlangen, Dumbledore anzugreifen, ihn zu bei�en, ihn zu verletzen -</p><p>�- du wirst verstehen�, fl�sterte Dumbledore.</p><p>Fawkes zog seine Kreise durch das B�ro und st�rzte sich auf ihn herab.</p><p>Dumbledore lie� Harry los, hob die Hand und packte den langen goldenen Schwanz des Ph�nix. Es gab eine Stichflamme und die beiden waren verschwunden.</p><p>�Wo ist er?�, br�llte Fudge und stemmte sich vom Boden hoch. <emphasis>�Wo ist er?�</emphasis></p><p>�Ich wei� nicht!�, rief Kingsley und sprang auf.</p><p>�Jedenfalls kann er nicht disappariert sein!�, schrie Umbridge. �Aus dieser Schule heraus geht das nicht -�</p><p>�Die Treppe!�, rief Dawlish und st�rzte zur T�r, riss sie auf und verschwand, dicht gefolgt von Kingsley und Umbridge. Fudge z�gerte, dann erhob er sich langsam und wischte sich den Staub von der Brust. Eine lange und qu�lende Stille trat ein.</p><p>�Nun, Minerva�, sagte Fudge geh�ssig und zog seinen zerrissenen Hemds�rmel zurecht. �Ich f�rchte, dies ist das Ende Ihres Freundes Dumbledore.�</p><empty-line/><p>�Glauben Sie das im Ernst?�, fragte Professor McGonagall ver�chtlich.</p><p>Fudge schien sie nicht zu h�ren. Er sah sich in dem verw�steten B�ro um.</p><p>Einige der Portr�ts zischten ihn an, das eine oder andere machte sogar w�ste Gesten mit der Hand.</p><p>�Sie bringen diese beiden jetzt am besten zu Bett�, sagte Fudge, erneut an McGonagall gewandt, und nickte abf�llig in Richtung Harry und Marietta.</p><p>Professor McGonagall sagte nichts, sondern f�hrte Harry und Marietta mit z�gigen Schritten zur T�r. Als sie hinter ihnen zuschwang, h�rte Harry die Stimme von Phineas Nigellus.</p><p>�Wissen Sie, Minister, ich stimme in vielem nicht mit Dumbledore �berein ... aber Sie k�nnen nicht bestreiten, dass er Stil hat ...�</p></section><section><title><p>Snapes schlimmste Erinnerung</p></title><p>PER ANORDNUNG DES ZAUBEREIMINISTERIUMS</p><p>Dolores Jane Umbridge (Gro�inquisitorin) hat die Nachfolge von Albus Dumbledore als Leiterin der</p><p>Hogwarts-Schule f�r Hexerei und Zauberei angetreten.</p><p>Obige Anordnung entspricht dem Ausbildungserlass Nummer achtundzwanzig.</p><p>Unterzeichnet:</p><p>Cornelius Oswald Fudge, Zaubereiminister</p><empty-line/><p>Die Anschl�ge waren �ber Nacht in der ganzen Schule aufgetaucht, doch sie erkl�rten nicht, weshalb offenbar auch noch der letzte Mensch im Schloss wusste, dass Dumbledore zwei Auroren, die Gro�inquisitorin, den Zaubereiminister und seinen Juniorassistenten �berw�ltigt hatte und geflohen war. Harry konnte gehen, wohin er wollte, das einzige Gespr�chsthema war Dumbledores Flucht, und obwohl gewisse Details beim Nacherz�hlen etwas ins Kraut schossen (Harry h�rte, wie eine Zweitkl�sslerin ihrer Klassenkameradin versicherte, Fudge liege inzwischen mit einem K�rbis als Kopf im St. Mungo), war man ansonsten doch verbl�ffend genau informiert. Alle wussten zum Beispiel, dass Harry und Marietta als einzige Sch�ler die Ereignisse in Dumbledores B�ro miterlebt hatten, und da Marietta jetzt im Krankenfl�gel war, wurde Harry best�rmt, alles genau zu erz�hlen.</p><p>�Dumbledore wird recht bald zur�ck sein�, sagte Ernie Macmillan zuversichtlich auf dem Weg zur�ck von Kr�uterkunde, nachdem er aufmerksam Harrys Geschichte gelauscht hatte. �In unserem zweiten Jahr konnten sie ihn schon nicht fern halten, und diesmal werden sie es auch nicht schaffen. Der fette M�nch hat mir erz�hlt� - und er senkte verschw�rerisch die Stimme, so dass Harry, Ron und Hermine sich n�her zu ihm beugen mussten, um ihn zu verstehen</p><p>- �dass Umbridge gestern Nacht versucht hat, zur�ck in sein B�ro zu gelangen, nachdem sie das Schloss und das Gel�nde nach ihm abgesucht hatten. Sie hat es aber nicht am Wasserspeier vorbei geschafft. Das Schulleiterb�ro hat sich gegen sie versiegelt.� Ernie grinste s�ffisant. �Offenbar hatte sie 'nen h�bschen kleinen Wutanfall.�</p><p>�Oh, ich vermute mal, sie war schon richtig scharf darauf, endlich dort oben in Dumbledores B�ro zu sitzen�, sagte Hermine boshaft, als sie die Steintreppe zur Eingangshalle hochstiegen. �Wollte es all den andern Lehrern mal so richtig zeigen, diese bl�de, aufgeblasene, machtgeile alte -�</p><empty-line/><p>�Wie steht's, Granger, willst du diesen Satz <emphasis>tats�chlich </emphasis>zu Ende bringen?�</p><p>Draco Malfoy war hinter der T�r hervorgeglitten, gefolgt von Crabbe und Goyle. Sein blasses, spitzes Gesicht strahlte heimt�ckisch.</p><p>�F�rchte, ich muss Gryffindor und Hufflepuff ein paar Punkte abziehen�, sagte er gen�sslich.</p><p>�Du kannst anderen Vertrauenssch�lern keine Punkte abziehen, Malfoy�, sagte Ernie prompt.</p><p>�Ich wei�, dass <emphasis>Vertrauenssch�ler </emphasis>sich gegenseitig keine Punkte abziehen k�nnen, Wieselk�nig�, h�hnte Malfoy. Crabbe und Goyle kicherten. �Aber Mitglieder des Inquisitionskommandos -�</p><p>�Des <emphasis>was?�, </emphasis>sagte Hermine scharf.</p><p>�Des Inquisitionskommandos, Granger�, sagte Malfoy und deutete auf ein kleines silbernes �I� auf seinem Umhang gleich unter seinem Vertrauenssch�lerabzeichen. �Eine ausgew�hlte Gruppe von Sch�lern, die das Zaubereiministerium unterst�tzen, handverlesen von Professor Umbridge.</p><p>Jedenfalls haben Mitglieder des Inquisitionskommandos die Befugnis, Punkte abzuziehen ... also, Granger, das macht f�nf Punkte Abzug f�r dich, weil du dich frech �ber unsere neue Schulleiterin ausgelassen hast. Macmillan, f�nf weg, weil du mir widersprochen hast. F�nf, weil ich dich nicht leiden kann, Potter. Weasley, dein Hemd h�ngt raus, also noch mal f�nf daf�r. Ach ja, hab ich ganz vergessen, du bist ja 'ne Schlammbl�terin, Granger, zehn Abzug daf�r.�</p><p>Ron zog seinen Zauberstab, aber Hermine schob ihn beiseite und fl�sterte:</p><p>�Lass das!�</p><p>�Kluger Zug, Granger�, hauchte Malfoy. �Die Zeiten �ndern sich ... seid brav jetzt, Potty ... Wieselk�nig ...�</p><p>Er lachte aus vollem Herzen und marschierte mit Crabbe und Goyle davon.</p><p>�Er hat nur geblufft�, sagte Ernie mit erschrockener Miene. �Er kann nicht die Erlaubnis haben, Punkte abzuziehen ... das war l� cherlich ... das w�rde die ganze Vertrauenssch�lerordnung untergraben.�</p><p>Doch Harry, Ron und Hermine hatten sich instinktiv den riesigen Stundengl�sern zugewandt, die in Nischen an der Wand hinter ihnen standen und die Hauspunkte anzeigten. Am Morgen noch hatten Gryffindor und Ravenclaw gleichauf vorn gelegen. Aber w�hrend sie hinsahen, flogen Steine nach oben, und die Menge in den unteren Kolben verringerte sich. Tats�chlich schien sich nur bei dem mit Smaragden gef�llten Glas der Slytherins nichts ver�ndert zu haben.</p><p>�Ihr habt's mitgekriegt, oder?�, ert�nte Freds Stimme.</p><empty-line/><p>Er und George waren gerade die Marmortreppe heruntergekommen und schlossen sich Harry, Ron, Hermine und Ernie vor den Stundengl�sern an.</p><p>�Malfoy hat uns allen gerade rund f�nfzig Punkte abgekn�pft�, sagte Harry w�tend, w�hrend sie zusehen konnten, wie noch ein paar Steine aus dem Gryffindor-Stundenglas nach oben flogen.</p><p>�Ja, Montague hat's in der Pause auch mit uns versucht�, sagte George.</p><p>�Was soll das hei�en, �versucht�?�, hakte Ron schnell nach.</p><p>�Er kam nicht dazu, zu Ende zu sprechen�, sagte Fred, �dank der Tatsache, dass wir ihn mit dem Kopf voran in das Verschwindekabinett im ersten Stock gezw�ngt haben.�</p><p>Hermine sah v�llig schockiert aus.</p><p>�Aber jetzt kriegt ihr schrecklichen �rger!�</p><p>�Erst wenn Montague wieder auftaucht, und das kann Wochen dauern, ich hab keine Ahnung, wo wir ihn hingeschickt haben�, erwiderte Fred k�hl. �Jedenfalls ... wir haben beschlossen, dass es uns ab jetzt schnuppe ist, ob wir Arger kriegen.�</p><p>�War euch das jemals nicht schnuppe?�, fragte Hermine.</p><p>�Nat�rlich�, sagte George. �Wir sind ja nie rausgeworfen worden, oder?�</p><p>�Wir wussten immer, wo die Grenze war�, sagte Fred.</p><p>�Vielleicht haben wir gelegentlich mal 'ne Zehe dr�bergesetzt�, erg�nzte George.</p><p>�Aber wir haben immer aufgeh�rt, bevor wir das totale Chaos angerichtet haben�, sagte Fred.</p><p>�Und jetzt?�, fragte Ron zaghaft.</p><p>�Nun, jetzt -�, erwiderte George.</p><p>�- wo Dumbledore fort ist -�, sagte Fred.</p><p>�- da sch�tzen wir, ein bisschen Chaos -�, sagte George.</p><p>�- ist genau das, was unsere liebe neue Direktorin verdient�, schloss Fred.</p><p>�Das d�rft ihr nicht!�, fl�sterte Hermine. �Das d�rft ihr wirklich nicht! Die w�rde sich nur �ber einen Grund freuen, euch rauszuwerfen!�</p><p>�Du kapierst es nicht, Hermine, oder?�, sagte Fred und l�chelte ihr zu. �Uns ist es inzwischen schnuppe, ob wir hier bleiben. Wir w�rden auf der Stelle abhauen, wenn wir nicht entschlossen w�ren, erst mal unseren Teil f�r Dumbledore zu tun. Also, jedenfalls� - er sah auf seine Uhr - �Phase eins beginnt demn�chst. An eurer Stelle w�rd ich in die Gro�e Halle zum Mittagessen gehen, dann k�nnen die Lehrer sehen, dass ihr nichts damit zu tun habt.�</p><p>�Womit zu tun?�, fragte Hermine beklommen.</p><p>�Das wirst du sehen�, erwiderte George. �Los, beeilt euch.�</p><p>Fred und George wandten sich ab und verschwanden in der immer gr��er werdenden Sch�lerschar, die die Treppe herunter zum Mittagessen kam. Ernie, der �u�erst beunruhigt wirkte, murmelte etwas von wegen, er m�sse noch seine Hausaufgaben f�r Verwandlung erledigen, und trabte davon.</p><p>�Ehrlich gesagt, ich glaub tats�chlich, wir sollten von hier verschwinden�, sagte Hermine nerv�s. �Nur f�r alle F�lle ...�</p><p>�Ja, du hast Recht�, sagte Ron und die drei gingen auf die T�r zur Gro�en Halle zu. Doch kaum hatte Harry einen Blick auf den heutigen Himmel mit seinen tief treibenden wei�en Wolken geworfen, da klopfte ihm jemand auf die Schulter, und als er sich umdrehte, ber�hrte er mit der Nase fast die von Filch, dem Hausmeister. Harry wich hastig ein paar Schritte zur�ck; Filch sah man am besten aus der Entfernung.</p><p>�Die Schulleiterin m�chte dich sprechen, Potter�, sagte er mit einem boshaften Grinsen.</p><p>�Ich war's nicht�, sagte Harry dummerweise, in Gedanken an das, was auch immer Fred und George im Schilde f�hrten. Filch lachte stumm und lie� dabei seine Backen zittern.</p><p>�Schlechtes Gewissen, he?�, schnaufte er. �Mir nach.�</p><p>Harry warf einen Blick zur�ck auf Ron und Hermine, die beide besorgt aussahen. Er zuckte die Achseln und folgte Filch gegen einen Strom hungriger Sch�ler zur�ck in die Eingangshalle.</p><p>Filch schien allerbester Laune zu sein; er summte knarzend vor sich hin, w�hrend sie die Marmortreppe hochstiegen. Als sie den ersten Treppenabsatz erreicht hatten, sagte er: �Hier weht jetzt ein anderer Wind, Potter.�</p><p>�Das ist mir auch aufgefallen�, entgegnete Harry kalt.</p><p>�Tjaa ... ich hab Dumbledore jahrelang gesagt, dass er mit euch allen zu lasch ist�, sagte Filch und gluckste boshaft. �Ihr miesen kleinen Biester h�ttet nie und nimmer Stinkk�gelchen fallen gelassen, wenn ihr gewusst h�ttet, dass ich die Befugnis habe, euch bis aufs Blut auszupeitschen, stimmt's? Keinem w�r's eingefallen, Fangz�hnige Frisbees in den Korridoren rumzuwerfen, wenn ich euch an den Fu�gelenken in meinem B�ro h�tte aufh�ngen d�rfen, oder? Aber wenn der Ausbildungserlass Nummer neunundzwanzig reinkommt, Potter, dann hab ich die Erlaubnis, so was zu tun ... <emphasis>und </emphasis>sie hat den Minister gebeten, eine Anweisung zu unterschreiben, mit der Peeves rausgeworfen wird ... oh, jetzt, da <emphasis>sie </emphasis>die Z�gel in der Hand hat, werden die Dinge hier ganz anders laufen ...�</p><p>Umbridge hatte sich offensichtlich ziemliche M�he gegeben, Filch auf ihre Seite zu ziehen, �berlegte Harry, und das Schlimmste dabei war, dass er sich wahrscheinlich als wichtige Waffe erweisen w�rde. Seine Kenntnisse der Geheimg�nge und Verstecke im Schloss standen wohl nur denen der Weasley-Zwillinge nach.</p><p>�Hier sind wir�, sagte er und grinste boshaft zu Harry hinab, als er dreimal an Professor Umbridges T�r klopfte und sie aufstie�. �Der Potter-Junge, den Sie sprechen wollen, Ma'am.�</p><p>Umbridges B�ro, das Harry von seinem h�ufigen Nachsitzen her nur zu vertraut war, hatte sich nicht ver�ndert, mit Ausnahme eines gro�en Holzschilds, das am vorderen Rand ihres Schreibtischs stand und auf dem es in goldenen Lettern hie�: SCHULLEITERIN. Auch waren sein Feuerblitz und die Sauberwischs von Fred und George, wie er mit einem Stich im Herzen sah, an einen massiven Eisenhaken in der Wand hinter dem Schreibtisch gekettet und mit einem Vorh�ngeschloss gesichert.</p><p>Umbridge sa� hinter dem Schreibtisch und kritzelte gesch�ftig auf einem ihrer rosa Pergamente, doch als sie eintraten, blickte sie auf und l�chelte breit.</p><p>�Vielen Dank, Argus�, sagte sie s��lich.</p><p>�Keine Ursache, Ma'am, keine Ursache�, sagte Filch und verneigte sich so tief, wie es sein Rheuma zulie�, ehe er r�ckw�rts hinausging.</p><p>�Setzen�, sagte Umbridge knapp und deutete auf einen Stuhl. Harry setzte sich. Sie kritzelte eine Weile weiter. Er sah zu, wie einige der scheu�lichen K�tzchen auf den Tellern �ber ihrem Kopf umherh�pften, und fragte sich, welche neuen Gemeinheiten Umbridge f�r ihn in petto hatte.</p><p>�Nun also�, sagte sie schlie�lich, legte ihre Feder weg und blickte wie eine Kr�te, die im n�chsten Moment eine besonders saftige Fliege schlucken wollte.</p><p>�Was m�chten Sie trinken?�</p><p>�Was?�, sagte Harry, ganz sicher, dass er sich verh�rt hatte.</p><p>�Trinken, Mr. Potter�, sagte sie und l�chelte noch breiter. �Tee? Kaffee? K�rbissaft?�</p><p>W�hrend sie die Getr�nke nannte, schnippte sie jedes Mal mit ihrem kurzen Zauberstab und eine Tasse oder ein Glas erschien auf ihrem Schreibtisch.</p><p>�Nichts, danke�, sagte Harry.</p><p>�Ich m�chte, dass Sie etwas mit mir trinken�, sagte sie nun mit gef�hrlich s��er Stimme. �Entscheiden Sie sich.�</p><p>�Gut ... dann Tee�, sagte Harry achselzuckend.</p><p>Sie stand auf, kehrte ihm den R�cken zu und f�gte unter einigem Getue Milch hinzu. Dann wuselte sie mit dem Tee um den Schreibtisch herum und l�chelte dabei auf finsters��e Art.</p><p>�Hier�, sagte sie und reichte ihm die Tasse. �Trinken Sie nur, bevor er kalt wird. Nun also, Mr. Potter ... ich dachte, nach den betr�blichen Ereignissen gestern Abend sollten wir beide ein wenig miteinander plaudern.�</p><p>Er sagte nichts. Sie setzte sich wieder auf ihren Platz und wartete. Nach einigen langen und stummen Momenten sagte sie lebhaft: �Sie trinken ja gar nicht!�</p><p>Er hob die Tasse an die Lippen, und dann, nicht minder pl�tzlich, lie� er sie sinken. Eines der f�rchterlichen gemalten K�tzchen hinter Umbridge hatte gro�e, runde blaue Augen, die genau dem magischen Auge von Mad-Eye Moody glichen, und gerade war ihm durch den Kopf geschossen, was Mad-Eye wohl sagen w�rde, wenn ihm je zu Geh�r k�me, dass Harry von jemandem etwas zu trinken angenommen hatte, von dem er wusste, dass er ein Feind war.</p><p>�Was ist denn?�, fragte Umbridge, die ihn nicht aus den Augen lie�.</p><p>�M�chten Sie Zucker?�</p><p>�Nein�, sagte Harry.</p><p>Er hob die Tasse wieder an die Lippen und tat so, als w�rde er einen Schluck nehmen, hielt die Lippen jedoch fest geschlossen. Umbridges L�cheln wurde breiter.</p><p>�Gut�, fl�sterte sie. �Sehr gut. Nun also ...� Sie beugte sich ein wenig vor.</p><p><emphasis>�Wo ist Albus Dumbledore?�</emphasis></p><p>�Keine Ahnung�, sagte Harry prompt.</p><p>�Trinken Sie, trinken Sie�, sagte sie, unentwegt l�chelnd. �Nun, Mr. Potter, machen wir hier keine kindischen Spielchen. Ich wei�, dass Sie wissen, wo er hin ist. Sie und Dumbledore haben von Anfang an in dieser Sache unter einer Decke gesteckt. Bedenken Sie Ihre Lage, Mr. Potter ...�</p><p>�Ich wei� nicht, wo er ist.�</p><p>Harry tat erneut, als n�hme er einen Schluck.</p><p>�Nun gut�, sagte Umbridge beleidigt. �Dann sagen Sie mir doch freundlicherweise, wo sich Sirius Black aufh�lt.�</p><p>Harrys Magen st�lpte sich um, und die Hand, mit der er die Teetasse hielt, zitterte so heftig, dass sie auf der Untertasse klapperte. Er neigte die Tasse zum Mund und hielt die Lippen fest zusammengepresst, so dass ein wenig von der hei�en Fl�ssigkeit auf seinen Umhang tropfte.</p><p>�Ich wei� nicht�, antwortete er eine Spur zu hastig.</p><p>�Mr. Potter�, sagte Umbridge, �ich m�chte Sie daran erinnern, dass ich diejenige war, die den Kriminellen Black letzten Oktober im Gryffindor-Kamin beinahe gefasst h�tte. Ich wei� sehr wohl, dass Sie es waren, mit dem er sich dort getroffen hat, und wenn ich einen Beweis gehabt h�tte, dann w�re keiner von Ihnen heute auf freiem Fu�, das kann ich Ihnen versichern. Ich wiederhole, Mr. Potter ... wo ist Sirius Black?�</p><p>�Keine Ahnung�, sagte Harry laut. �Keinen blassen Schimmer.�</p><p>Sie starrten einander so lange an, bis Harry sp�rte, wie ihm die Augen feucht wurden. Dann stand Umbridge auf.</p><p>�Nun gut, Potter, f�r diesmal will ich Ihnen glauben, aber seien Sie gewarnt: Die Macht des Ministeriums steht hinter mir. Alle Nachrichtenverbindungen von und zu dieser Schule werden �berwacht. Ein Flohnetzwerkaufseher kontrolliert jeden Kamin in Hogwarts - au�er meinem eigenen nat�rlich. Mein Inquisitionskommando �ffnet und liest alle Eulenpost, die ins Schloss kommt und es verl�sst. Und Mr. Filch beobachtet alle Geheimg�nge vom und zum Schloss. Wenn ich auch nur die Spur eines Beweises finde ...�</p><p>BUMM!</p><p>Der Fu�boden des B�ros erbebte. Umbridge rutschte seitlich weg und klammerte sich mit entsetztem Blick an ihrem Schreibtisch fest.</p><p>�Was war -?�</p><p>Sie stierte zur T�r. Harry nutzte die Gelegenheit, um seine fast volle Teetasse in die n�chstbeste Vase mit Trockenblumen zu sch�tten. Ein paar Stockwerke unter ihnen konnte er Leute rennen und schreien h�ren.</p><p>�Zur�ck zum Mittagessen, Potter!�, rief Umbridge, hob den Zauberstab und st�rmte aus dem B�ro. Harry gab ihr ein paar Sekunden Vorsprung, dann eilte er ihr nach, um zu sehen, woher der Trubel kam.</p><p>Es war nicht schwer herauszufinden. Ein Stockwerk tiefer herrschte das Inferno. Jemand (und Harry hatte eine ziemlich gute Ahnung, wer) hatte eine offenbar gewaltige Kiste mit verzauberten Feuerwerksk�rpern losgelassen.</p><p>Drachen, ganz aus gr�nen und goldenen Funken, rauschten die Korridore entlang und krachten und explodierten laut und feurig; knallrosa Feuerr�der von anderthalb Metern Durchmesser sirrten lebensgef�hrlich durch die Luft wie fliegende Untertassen; Raketen mit langen, silbrig glitzernden Kometenschweifen schwirrten zwischen den W�nden hin und her; Wunderkerzen schrieben nach Lust und Laune Schimpfw�rter in die Luft; wo Harry auch hinsah, explodierten Knallfr�sche wie Minen, und statt abzubrennen, allm�hlich zu verschwinden oder zischend zu erlahmen, schienen diese pyrotechnischen Wunderwerke, je l�nger er zusah, noch an Kraft und Wucht zu gewinnen.</p><p>Filch und Umbridge standen auf halber Treppe, offenbar gel�hmt vor Entsetzen. Vor Harrys Augen schien eines der gr��eren Feuerr�der zu beschlie�en, dass es mehr Spielraum brauchte. Es wirbelte mit einem bedrohlichen <emphasis>Uuiiiiiieee </emphasis>auf Umbridge und Filch zu. Beide schrien auf vor Angst und duckten sich, und das Rad schwirrte geradewegs durch das Fenster hinter ihnen hinaus auf die Schlossgr�nde. Unterdessen nutzten einige Drachen und eine riesige purpurne Fledermaus, die unheilvoll rauchte, die offene T�r am Ende des Korridors, um in den zweiten Stock zu entkommen.</p><p>�Beeilung, Filch, Beeilung!�, kreischte Umbridge. �Wenn wir nichts tun, sind sie bald in der ganzen Schule - <emphasis>Stupor!�</emphasis></p><p>Ein roter Lichtstrahl schoss aus der Spitze ihres Zauberstabs und traf eine der Raketen. Statt in der Luft zu erstarren, explodierte sie mit solcher Wucht, dass es ein Loch in das Gem�lde einer r�hrselig wirkenden Hexe mitten auf einer Wiese riss; sie rannte gerade noch rechtzeitig davon und tauchte Sekunden sp�ter im n�chsten Gem�lde wieder auf, wo sich ein paar Zauberer beim Kartenspiel eilig erhoben, um Platz f�r sie zu machen.</p><p>�Kein Schockzauber, Filch!�, schrie Umbridge zornig, wie um alle glauben zu machen, dass es <emphasis>sein </emphasis>Zauber gewesen war.</p><p>�V�llig richtig, Schulleiterin!�, keuchte Filch, der als Squib die Feuerwerksk�rper genauso wenig schocken wie schlucken konnte. Er eilte hin�ber zu einem Schrank in der N�he, zog einen Besen heraus und drosch damit auf die Feuerwerksk�rper in der Luft ein. Sekunden sp�ter stand der Besen in Flammen.</p><p>Harry hatte genug gesehen. Lachend duckte er sich und rannte ein St�ck den Korridor entlang bis zu einer T�r, von der er wusste, dass sie hinter einem Wandteppich verborgen war, schl�pfte hindurch und stie� gleich dahinter auf Fred und George, die sich hier versteckt hielten, Umbridges und Filchs Geschrei lauschten und vor unterdr�ckter Heiterkeit bebten.</p><p>�Beeindruckend�, sagte Harry leise und grinste. �Sehr beeindruckend ... ihr werdet Dr. Filibuster das Gesch�ft ruinieren, mit Sicherheit ...�</p><empty-line/><p>�Danke�, fl�sterte George und wischte sich Lachtr�nen aus dem Gesicht. �Oh, ich hoffe nur, dass sie als N�chstes den Verschwindezauber versucht ... immer wenn man es mit dem probiert, vermehren sie sich gleich um das Zehnfache.�</p><p>Den ganzen Nachmittag noch brannte das Feuerwerk und breitete sich in der Schule aus. Zwar richtete es einiges Durcheinander an, vor allem die Knallfr�sche, doch die anderen Lehrer schienen sich nicht gro� st�ren zu lassen.</p><p>�Du meine G�te�, sagte Professor McGonagall h�misch, als einer der Drachen laut knallend und Flammen speiend durch ihr Klassenzimmer rauschte. �Miss Brown, seien Sie so nett, laufen Sie zur Schulleiterin und teilen Sie ihr mit, dass wir ein entflohenes Feuerwerk in unserem Klassenzimmer haben!�</p><p>Die Folge all dessen war, dass Professor Umbridge ihren ersten Nachmittag als Schulleiterin damit verbrachte, durch die Schule zu rennen und den Hilferufen der anderen Lehrer zu folgen, von denen keiner in der Lage schien, das Klassenzimmer ohne ihre Hilfe von den Feuerwerksk�rpern zu befreien. Als es schlie�lich zum letzten Mal l�utete und sie mit ihren Taschen auf dem Weg zur�ck in den Gryffindor-Turm waren, sah Harry mit tiefer Genugtuung, wie eine zerzauste und ru�geschw�rzte Umbridge mit schwei�nassem Gesicht aus Professor Flitwicks Klassenzimmer gestolpert kam.</p><p>�Vielen, vielen Dank auch, Professor!�, sagte Professor Flitwick mit seiner leisen Quiekstimme. �Ich h�tte diese Wunderkerzen nat�rlich selbst erledigen k�nnen, aber ich wusste nicht, ob ich die <emphasis>Befugnis </emphasis>dazu hatte.�</p><p>Mit strahlendem Gesicht schlug er ihr die T�r vor der schnaubenden Nase zu.</p><p>Fred und George waren an diesem Abend die Helden im Gemeinschaftsraum der Gryffin dors. Selbst Hermine k�mpfte sich durch die aufgeregte Menge, um ihnen zu gratulieren.</p><p>�Das war ein herrliches Feuerwerk�, sagte sie bewundernd.</p><p>�Danke�, sagte George, �berrascht und erfreut zugleich. �Weasleys wildfeurige Wunderknaller. Das Problem ist nur, wir haben alle unsere Vorr�te verbraucht. Jetzt m�ssen wir von vorn anfangen.�</p><p>�Hat sich aber gelohnt�, sagte Fred, der Bestellungen von l�rmenden Gryffindors entgegennahm. �Wenn du dich auf die Warteliste eintragen m�chtest, Hermine, das macht f�nf Galleonen f�r die Vorh�lle Sparbox und zwanzig f�r das Inferno de Luxe ...�</p><p>Hermine kehrte zu dem Tisch zur�ck, an dem Harry und Ron sa�en und ihre Schultaschen anstarrten, als hofften sie, ihre Hausaufgaben w�rden heraush�pfen und sich von selbst erledigen.</p><p>�Ach, wisst ihr, warum nehmen wir uns den Abend nicht mal frei?�, sagte Hermine strahlend, w�hrend eine Weasley-Rakete mit silbernem Schweif am Fenster vorbeizischte. �Schlie�lich fangen am Freitag die Osterferien an, dann haben wir jede Menge Zeit.�</p><p>�Geht's dir gut?�, fragte Ron und starrte sie ungl�ubig an.</p><p>�Jetzt, wo du's sagst�, meinte Hermine �bergl�cklich, �wei�t du ... ich glaub, mir ist ein bisschen ... <emphasis>rebellisch </emphasis>zumute.�</p><p>Harry konnte das ferne Krachen der entflohenen Knallfr�sche noch h�ren, als er und Ron eine Stunde sp�ter nach oben in den Schlafsaal gingen, und als er sich auszog, sauste eine Wunderkerze am Turm vorbei, die nach wie vor resolut das Wort �KACKE� buchstabierte.</p><p>G�hnend stieg er ins Bett. Nun, da er die Brille abgelegt hatte, sah er die Feuerwerksk�rper, die ab und zu am Fenster vorbeischwebten, nur noch verschwommen und sie machten den Eindruck von Funken spr�henden Wolken, sch�n und geheimnisvoll am schwarzen Himmel. Er drehte sich auf die Seite und �berlegte, wie sich Umbridge angesichts ihres ersten Tages in Dumbledores Amt wohl f�hlte und wie Fudge reagieren w�rde, wenn er h�rte, dass die Schule den gr��ten Teil des Tages in einem Zustand fortgeschrittenen Chaos verbracht hatte.</p><p>Er l�chelte in sich hinein und schloss die Augen ...</p><p>Das Zischen und Knallen der entkommenen Feuerwerksk�rper �ber den Schlossgr�nden schien sich zu entfernen ... oder vielleicht jagte er nur von ihnen weg ...</p><p>Er war mitten in den Korridor gefallen, der zur Mysteriumsabteilung f�hrte. Er eilte auf die schlichte schwarze T�r zu ... <emphasis>lass sie aufgehen ... lass sie aufgehen ... </emphasis></p><p>Sie ging auf. Er befand sich in dem runden Raum, der von T�ren ges�umt war</p><p>... er durchquerte ihn, legte die Hand auf eine T�r, die der ersten vollkommen glich, und sie schwang nach innen auf ...</p><p>Jetzt war er in einem langen rechteckigen Raum, der erf�llt war von einem seltsamen mechanischen Ticken. �ber die W�nde tanzten Lichtflecke, aber er hielt nicht inne, um nachzuforschen ... er musste weiter ...</p><p>Am anderen Ende war eine T�r ... auch sie �ffnete sich auf seine Ber�hrung hin ...</p><p>Und jetzt war er in einem k�rglich beleuchteten Raum, der so hoch und breit war wie eine Kirche und nichts enthielt als Reihe um Reihe sich emport�rmender langer Regale, jedes voll gestellt mit kleinen staubigen Kugeln aus Glasgespinst</p><p>...</p><p>Harrys Herz pochte jetzt schnell vor Aufregung ... er wusste, wohin er zu gehen hatte ... er rannte los, aber seine Schritte machten in dem riesigen, menschenleeren Raum keinen L�rm ...</p><p>Etwas war in diesem Raum, das er sehr heftig begehrte ...</p><p>Etwas, das er wollte ... oder jemand anderer wollte es ...</p><p>Seine Narbe schmerzte ...</p><p>KNALL!</p><p>Harry wachte schlagartig auf, verwirrt und zornig. Der dunkle Schlafsaal war erf�llt von schallendem Gel�chter.</p><p>�Cool!�, sagte Seamus, dessen Silhouette vor dem Fenster zu erkennen war.</p><p>�Ich glaub, eins dieser Feuerr�der ist mit einer Rakete zusammengesto�en, und es sieht ganz so aus, als ob sie sich gepaart h�tten, kommt her und schaut euch das an!�</p><p>Harry h�rte, wie Ron und Dean rasch aus ihren Betten kletterten, um sich die Sache besser ansehen zu k�nnen. Er blieb reglos und stumm liegen, w�hrend der Schmerz in seiner Narbe abflaute und die Entt�uschung ihn �berw�ltigte. Er hatte das Gef�hl, als h�tte man ihm im letzten Moment einen herrlichen Genuss weggeschnappt ... diesmal war er so nahe dran gewesen.</p><p>Glitzernde rosa und silbrig gefl�gelte Schweinchen schossen nun am Gryffindor-Turm vorbei. Harry lag da und lauschte dem Jubelgeschrei in den Schlafs�len unter ihnen. Sein Magen verkrampfte sich so, dass ihm �bel wurde, als ihm einfiel, dass er am n�chsten Abend Okklumentik hatte.</p><empty-line/><p>Den ganzen folgenden Tag �ber grauste es Harry davor, was Snape sagen w�rde, wenn er herausfand, wie viel tiefer er in seinem letzten Traum in die Mysteriumsabteilung eingedrungen war. Mit j�h aufkeimendem Schuldgef�hl machte er sich klar, dass er seit ihrer letzten Stunde nicht ein einziges Mal Okklumentik ge�bt hatte: Seit Dumbledores Weggang war einfach zu viel passiert; gewiss h�tte er es nicht geschafft, seinen Kopf leer zu machen, selbst wenn er es versucht h�tte, doch dass Snape diese Entschuldigung annehmen w�rde, bezweifelte er.</p><p>Er probierte es an diesem Tag mit ein paar kleinen �bungen in letzter Minute w�hrend des Unterrichts, doch es hatte keinen Zweck. Hermine fragte ihn andauernd, was denn mit ihm los sei, wenn er verstummte, um sich von allen Gedanken und Gef�hlen zu l�sen. Zudem war es nicht die beste Zeit, sein Gehirn ausgerechnet dann zu leeren, wenn die Lehrer die Klasse mit Wiederholungsfragen bombardierten.</p><p>Auf das Schlimmste gefasst machte er sich nach dem Abendessen auf den Weg zu Snapes B�ro. Er hatte die Eingangshalle halb durchquert, als Cho auf ihn zugehastet kam.</p><p>�Hier r�ber�, sagte Harry, froh �ber einen Grund, das Treffen mit Snape hinauszuz�gern, und winkte sie in die Ecke der Halle, wo die riesigen Stundengl�ser standen. Das Stundenglas der Gryffindors war jetzt fast leer. �Alles in Ordnung mit dir? Umbridge hat dich nicht wegen der DA ausgefragt, oder?�</p><p>�Oh, nein�, sagte Cho eilig. �Nein, es ist nur ... nun, ich wollte eigentlich nur sagen ... Harry, ich h�tte nicht im Traum daran gedacht, dass Marietta petzen w�rde ...�</p><p>�Tja, nun�, sagte Harry �bellaunig. Er fand allerdings, Cho h�tte ihre Freundinnen ein wenig sorgf�ltiger ausw�hlen k�nnen. Es war ein schwacher Trost, dass Marietta, nach dem, was er zuletzt geh�rt hatte, immer noch im Krankenfl�gel war und Madam Pomfrey es nicht geschafft hatte, ihren Pickelbefall auch nur ein wenig zu lindern.</p><p>�Im Grunde ist sie sehr nett�, sagte Cho. �Sie hat nur einen Fehler gemacht -�</p><p>Harry sah sie ungl�ubig an.</p><p><emphasis>�Ein netter Mensch, der einen Fehler gemacht hat? </emphasis>Sie hat uns alle verraten, mitsamt dir!�</p><p>�Nun ... wir sind doch davongekommen, oder?�, sagte Cho flehend. �Wei�t du, ihre Mum arbeitet im Ministerium, es ist wirklich schwierig f�r sie -�</p><p>�Rons Dad arbeitet auch im Ministerium!�, sagte Harry w�tend. �Und falls es dir noch nicht aufgefallen ist, auf seinem Gesicht steht nicht <emphasis>Petzer </emphasis>geschrieben -�</p><p>�Das war ein echt f�rchterlicher Trick von Hermine Granger�, sagte Cho erbittert. �Sie h�tte uns sagen sollen, dass sie diese Liste verhext hat -�</p><p>�Ich finde, es war eine klasse Idee�, sagte Harry kalt. Cho err�tete und ihre Augen wurden heller.</p><p>�O ja, hab ich ganz vergessen - nat�rlich, wenn es die Idee von deiner lieben <emphasis>Hermine ��</emphasis></p><p>�Fang jetzt nicht wieder an zu heulen�, sagte Harry warnend.</p><p>�Das hatte ich nicht vor!�, rief sie.</p><p>�Ja ... nun ... gut�, sagte er. �Ich hab im Moment genug Scherereien am Hals.�</p><p>�Dann geh und schlag dich damit rum!�, sagte Cho w�tend, machte auf dem Absatz kehrt und stolzierte davon.</p><p>Rauchend vor Zorn stieg Harry die Treppe zu Snapes Kerker hinunter, und obwohl er aus Erfahrung wusste, wie viel leichter es Snape fallen w�rde, in seinen Geist einzudringen, wenn er zornig und grollend ankam, konnte er, bevor er die Kerkert�r erreichte, an nichts anderes denken als an ein paar weitere Dinge �ber Marietta, die er Cho eigentlich h�tte sagen sollen.</p><p>�Sie kommen zu sp�t, Potter�, sagte Snape kalt, als Harry die T�r hinter sich schloss.</p><p>Snape stand mit dem R�cken zu Harry und war dabei, wie �blich einen Teil seiner Gedanken zu entfernen und sie sorgf�ltig in Dumbledores Denkarium abzulegen. Er lie� die letzte silbrige Str�hne in das steinerne Becken fallen, ehe er sich zu Harry umwandte.</p><p>�Nun�, sagte er. �Haben Sie ge�bt?�</p><p>�Ja�, schwindelte Harry und besah sich gr�ndlich eines der Beine von Snapes Schreibtisch.</p><p>�Sch�n, das werden wir gleich feststellen, nicht wahr?�, erwiderte Snape glatt.</p><p>�Zauberstab raus, Potter.�</p><p>Harry stellte sich in seine �bliche Position gegen�ber von Snape, den Schreibtisch zwischen ihnen. Der Zorn auf Cho und die Angst, wie viel Snape wom�glich aus seinem Kopf herausfiltern w�rde, lie�en sein Herz schnell pochen.</p><p>�Nun, ich z�hle bis drei�, sagte Snape gelangweilt. �Eins -zwei ��</p><p>Die B�rot�r schlug auf und Draco Malfoy st�rmte herein. �Professor Snape, Sir - oh - Verzeihung -� Malfoy blickte Snape und Harry einigerma�en �berrascht an.</p><p>�Schon gut, Draco�, sagte Snape und lie� seinen Zauberstab sinken. �Potter ist hier, um ein wenig Nachhilfe in Zaubertr�nke zu nehmen.�</p><p>Seit Umbridge zur Inspektion in Hagrids Unterricht aufgetaucht war, hatte Harry Malfoy nicht mehr so schadenfroh grinsen sehen.</p><p>�Das wusste ich nicht�, sagte er und schielte Harry boshaft an, der sp�rte, dass sein Gesicht rot gl�hte. Er h�tte viel daf�r gegeben, Malfoy die Wahrheit entgegenschleudern zu k�nnen - besser noch, wenn er ihm einen saftigen Fluch auf den Hals jagen k�nnte.</p><p>�Nun, Draco, was gibt es?�, fragte Snape.</p><p>�Es geht um Professor Umbridge, Sir - sie braucht Ihre Hilfe�, sagte Malfoy.</p><p>�Man hat Montague gefunden, Sir, er war in eine Toilette im vierten Stock eingezw�ngt.�</p><p>�Wie ist er da reingekommen?�, fragte Snape.</p><empty-line/><p>�Ich wei� nicht, Sir, er ist ein bisschen durcheinander.�</p><p>�Sch�n und gut, Potter, sch�n und gut�, sagte Snape, �wir werden die Lektion morgen Abend fortsetzen.�</p><p>Er wandte sich um und rauschte aus seinem B�ro. Hinter seinem R�cken formte Malfoys Mund zu Harry gewandt ein stummes <emphasis>�Zaubertranknachhilfe?�,</emphasis> dann folgte Malfoy Snape.</p><p>Es brode lte in Harry, als er seinen Zauberstab in den Umhang zur�cksteckte und sich ebenfalls zum Gehen wandte. Wenigstens hatte er jetzt noch weitere vierundzwanzig Stunden Zeit zu �ben. Eigentlich, das wusste er, sollte er froh sein, dass er so knapp entronnen war, aber der Preis daf�r war bitter: Malfoy w�rde in der ganzen Schule herumerz�hlen, dass er Zaubertranknachhilfe brauchte.</p><p>Harry war an der T�r, als er ihn sah: einen zitternden Lichtfleck, der �ber den T�rrahmen t�nzelte. Er blieb stehen und betrachtete ihn, denn er r�hrte an etwas in seinem Ged�chtnis ... dann fiel es ihm ein: Er �hnelte ein wenig den Lichtflecken, die er gestern Nacht im Traum gesehen hatte, den Lichtflecken im zweiten Raum, den er auf seiner Wanderung durch die Mysteriumsabteilung durchquert hatte.</p><p>Er wandte sich um. Das Licht kam aus dem Denkarium auf Snapes Schreibtisch. Sein silbrig wei�er Inhalt wogte und wirbelte umher. Snapes Gedanken ... Dinge, von denen er nicht wollte, dass Harry sie sah, wenn er zuf�llig Snapes Abwehr durchbrechen sollte ...</p><p>Harry betrachtete das Denkarium und Neugier kam in ihm auf ... was war es, das Snape so entschlossen vor ihm verbergen wollte?</p><p>Die silbrigen Lichter zitterten an der Wand ... Harry machte zwei Schritte auf den Schreibtisch zu und dachte scharf nach. Waren es vielleicht Informationen �ber die Mysteriumsabteilung, die Snape ihm unbedingt vorenthalten wollte?</p><p>Harry blickte �ber die Schulter und sein Herz pochte jetzt heftiger und schneller. Wie lange w�rde Snape brauchen, um Montague aus dem Klo zu befreien? W�rde er danach sofort wieder in sein B�ro kommen oder Montague in den Krankenfl�gel begleiten? Sicher das Letztere ... Montague war der Kapit�n der Quidditch-Mannschaft von Slytherin, und Snape w�rde sich vergewissern wollen, dass es ihm gut ging.</p><p>Harry ging die letzten paar Schritte auf das Denkarium zu, stellte sich davor und sp�hte hinunter in seine Tiefen. Er z�gerte, lauschte, dann z�ckte er wieder den Zauberstab. Im B�ro und im Korridor drau�en herrschte vollkommene Stille.</p><p>Er gab dem Inhalt des Denkariums mit der Spitze des Zauberstabs einen sachten Stups.</p><empty-line/><p>Das silbrige Etwas begann sehr schnell zu wirbeln. Harry beugte sich dar�ber und sah, dass es durchsichtig geworden war. Wie schon einmal blickte er hinab in einen Raum, als s�he er durch ein rundes Fenster in der Decke ... tats�chlich, wenn er sich nicht sehr irrte, sah er hinunter in die Gro�e Halle.</p><p>Sein Atem beschlug wahrhaftig die Oberfl�che von Snapes Gedanken ... sein Geist verharrte unschl�ssig ... zu tun, wonach es ihn so heftig verlangte, w�re verr�ckt... er zitterte ... Snape konnte jeden Moment wieder auftauchen ... aber Harry dachte auch an Chos Zorn, an Malfoys h�hnisches Gesicht, und eine leichtsinnige K�hnheit ergriff von ihm Besitz.</p><p>Er holte noch einmal kr�ftig Luft und tauchte sein Gesicht in die Oberfl�che von Snapes Gedanken. Augenblicklich wellte sich der Fu�boden des B�ros auf und kippte ihn kopf�ber in das Denkarium ...</p><p>Er st�rzte durch kalte Schw�rze und drehte sich im Fallen rasend schnell um sich selbst, bis dann -</p><p>Er stand mitten in der Gro�en Halle, aber die vier Haustische waren verschwunden. Stattdessen waren mehr als hundert kleinere Tische aufgestellt, alle gleich ausgerichtet, und an jedem sa� ein Sch�ler mit tief geneigtem Kopf und schrieb auf eine Pergamentrolle. Einzig das Kratzen der Federn war zu h�ren und ein gelegentliches Rascheln, wenn jemand sein Pergament zurechtr�ckte.</p><p>Offensichtlich war gerade Examen.</p><p>Sonnenlicht flutete durch die hohen Fenster auf die gebeugten K�pfe, die kastanienbraun und kupferrot und golden in dem hellen Licht schimmerten. Harry blickte sich behutsam um. Snape musste hier irgendwo sein ... dies war <emphasis>seine</emphasis> Erinnerung ...</p><p>Und da, an einem Tisch direkt hinter Harry, sa� er. Harry starrte ihn an. Snape der Teenager machte einen k�mmerlichen, blassen Eindruck, wie eine Pflanze, die im Dunkeln gehalten wurde. Sein Haar war str�hnig und fettig und streifte �ber den Tisch, seine Hakennase war gerade mal einen Zentimeter von dem Pergament entfernt, das er bekritzelte. Harry stellte sich hinter Snape und las die �berschrift des Blatts mit den Pr�fungsfragen: VERTEIDIGUNG GEGEN DIE</p><p>DUNKLEN K�NSTE - ZAUBERERGRAD-PR�FUNGEN. Also musste Snape f�nfzehn oder sechzehn sein, etwa in Harrys Alter. Seine Hand flog �ber das Pergament; er hatte fast einen halben Meter mehr geschrieben als seine n�chsten Nachbarn, und das bei seiner winzigen und engen Handschrift.</p><p>�Noch f�nf Minuten!�</p><p>Die Stimme lie� Harry zusammenzucken. Er wandte sich um und sah nicht weit entfernt Professor Flitwicks Kopf, der sich zwischen den Tischen bewegte.</p><p>Professor Flitwick ging an einem Jungen mit zerstrubbeltem schwarzem Haar vorbei - mit sehr zerstrubbeltem schwarzem Haar ...</p><p>Harry bewegte sich so schnell, dass er einige Tische umgeworfen h�tte, wenn er einen K�rper gehabt h�tte. Stattdessen schien er wie im Traum durch zwei G�nge und dann durch einen dritten zu gleiten. Der R�cken des schwarzhaarigen Jungen kam n�her und ... er richtete sich jetzt auf, legte seine Feder weg, zog seine Pergamentrolle zu sich heran, wie um noch einmal durchzulesen, was er geschrieben hatte ... Harry blieb vor dem Tisch stehen und starrte hinunter auf seinen f�nfzehn Jahre alten Vater.</p><p>In seiner Magengrube brannte es vor Aufregung: Es war, als ob er sich selbst ansehen w�rde, jedoch mit ein igen offensichtlichen Abweichungen. James' Augen waren haselnussbraun, seine Nase war etwas l�nger als Harrys und er hatte keine Narbe auf der Stirn, doch sie hatten das gleiche schmale Gesicht, den gleichen Mund, die gleichen Augenbrauen. James standen die Nackenhaare vom Kopf ab, genau wie bei Harry, seine H�nde h�tten die Harrys sein k�nnen, und wenn James aufstehen w�rde, das war Harry klar, w�ren sie ungef�hr gleich gro�.</p><p>James g�hnte ausgiebig, fuhr sich durchs Haar und machte es noch unordentlicher, als es ohnehin schon gewesen war. Dann, mit einem Blick auf Professor Flitwick, drehte er sich auf seinem Stuhl um und grinste einem Jungen zu, der vier Tische hinter ihm sa�.</p><p>Harry schreckte noch einmal vor Aufregung zusammen, als er sah, wie Sirius zu James gewandt die Daumen reckte. Sirius hing ganz l�ssig auf seinem Stuhl, den er nach hinten auf zwei Beine gekippt hatte. Er sah sehr gut aus; sein dunkles Haar fiel ihm mit einer Art beil�ufiger Eleganz in die Augen, was weder James noch Harry h�tte nachmachen k�nnen, und ein M�dchen, das hinter ihm sa�, warf ihm hoffnungsvolle Blicke zu, die er allerdings nicht bemerkt zu haben schien.</p><p>Und zwei Pl�tze von diesem M�dchen entfernt - Harrys Magen zog sich freudig zusammen - sa� Remus Lupin. Er wirkte recht bleich und kr�nklich (war bald Vollmond?) und steckte noch tief in seiner Pr�fungsarbeit: Gerade las er die Antworten erneut durch, kratzte sich mit dem Ende seiner Feder am Kinn und runzelte leicht die Stirn.</p><p>Das hie� also, dass Wurmschwanz auch irgendwo hier sein musste ... und tats�chlich, Harry erkannte ihn binnen Sekunden: ein kleiner Junge mit mausgrauem Haar und spitzer Nase. Wurmschwanz wirkte bedr�ckt; er kaute an seinen Fingern�geln, starrte auf sein Papier und scharrte mit der Fu�spitze �ber den Boden. Hin und wieder lugte er begierig auf das Papier seines Nachbarn.</p><p>Harrys Blick blieb f�r einen Moment an Wurmschwanz haften, dann wandte er sich wieder James zu, der inzwischen auf einem Fetzen Schmierpergament herumkritzelte. Er hatte einen Schnatz gezeichnet und malte nun die Buchstaben</p><p>�L. E.�. Wof�r standen sie?</p><empty-line/><p>�Federn weglegen, bitte!�, quiekte Professor Flitwick. �Das gilt auch f�r Sie, Stebbins! Bitte bleiben Sie sitzen, w�hrend ich Ihre Pergamente einsammle!</p><p><emphasis>Accio!�</emphasis></p><p>�ber hundert Pergamentrollen flogen hoch in Professor Flitwicks ausgebreitete Arme und rissen ihn r�cklings zu Boden. Einige lachten. Zwei Sch�ler an den vorderen Tischen standen auf, griffen Professor Flitwick unter die Ellbogen und hoben ihn wieder auf die F��e.</p><p>�Vielen Dank ... vielen Dank�, keuchte Professor Flitwick. �Nun gut, Sie d�rfen jetzt alle gehen!�</p><p>Harry blickte hinab auf seinen Vater, der hastig das �L. E.� durchstrich, das er verziert hatte, aufsprang, seine Feder und den Bogen mit den Pr�fungsfragen in die Tasche steckte, sie �ber die Schulter schwang und auf Sirius wartete.</p><p>Harry wandte sich um und ersp�hte nicht weit entfernt Snape, der, noch immer versunken in das Blatt mit den Pr�fungsfragen, durch die Tischreihen auf die T�r zur Eingangshalle zuging. Trotz seiner h�ngenden Schultern wirkte er steif, und sein ruckartiger Gang, der ihm das fettige Haar ins Gesicht fallen lie�, erinnerte an eine Spinne.</p><p>Eine Schar schwatzender M�dchen trennte Snape von James, Sirius und Lupin, und indem Harry sich unter die M�dchen mischte, gelang es ihm, Snape im Blick zu behalten und mit gespitzten Ohren die Stimmen von James und seinen Freunden zu erlauschen.</p><p>�Hat dir Frage zehn gefallen, Moony?�, fragte Sirius, als sie in die Eingangshalle traten.</p><p>�Erste Sahne�, sagte Lupin vergn�gt. <emphasis>�Nennen Sie f�nf typische Merkmale eines Werwolfs. </emphasis>Klasse Frage.�</p><p>�Meinst du, du hast alle Merkmale zusammengekriegt?�, fragte James in sp�ttisch besorgtem Ton.</p><p>�Ich denke schon�, sagte Lupin ernst, w�hrend sie sich zu der dichten Schar um das Schlossportal gesellten, die begierig hinausdr�ngte auf das sonnenbeschienene Gel�nde. �Erstens: Er sitzt auf meinem Stuhl. Zweitens: Er tr�gt meine Klamotten. Drittens: Sein Name ist Remus Lupin.�</p><p>Wurmschwanz war der Einzige, der nicht lachte.</p><p>�Ich hab die Schnauzenform, die Pupillen und die buschige Rute�, sagte er beklommen, �aber sonst ist mir nichts eingefallen -�</p><p>�Wie kann man nur so doof sein, Wurmschwanz!�, sagte James ungeduldig.</p><p>�Da rennst du einmal im Monat mit einem Werwolf rum -�</p><empty-line/><p>�Schrei doch nicht so�, beschwor ihn Lupin.</p><p>Harry blickte sich erneut besorgt um. Snape war noch ganz in der N�he, noch immer in seine Pr�fungsfragen vertieft - aber dies war Snapes Erinnerung, und sollte Snape drau�en auf dem Gel�nde in eine andere Richtung davonschlendern, dessen war sich Harry sicher, w�rde er James nicht mehr folgen k�nnen. Als James und seine drei Freunde jedoch den Weg �ber den Rasen hinunter zum See einschlugen, folgte ihnen Snape zu Harrys gro�er Erleichterung, immer noch mit seinem Pr�fungsbogen besch�ftigt und offenbar ziemlich ahnungslos, wo er eigentlich hinging. Harry hielt sich ein wenig vor ihm und es gelang ihm, James und die anderen im Auge zu behalten.</p><p>�Also, ich fand, diese Fragen waren im Grunde ein Witz�, h�rte er Sirius sagen. �W�rd mich �berraschen, wenn ich nicht mindestens ein �Ohnegleichen� daf�r kriege.�</p><p>�Mich auch�, sagte James. Er steckte die Hand in die Tasche und zog einen sich str�ubenden Schnatz hervor.</p><p>�Wo hast du den her?�</p><p>�Geklaut�, sagte James l�ssig. Er fing an, mit dem Schnatz zu spielen, und lie� ihn auf Arml�nge wegflattern, bevor er ihn wieder packte; er hatte gl�nzende Reflexe. Wurmschwanz sah ihm ehrf�rchtig zu.</p><p>Sie blieben im Schatten neben der Buche am Seeufer stehen, wo Harry, Ron und Hermine einst einen Sonntag �ber ihren restlichen Hausaufgaben verbracht hatten, und lie�en sich ins Gras sinken. Harry blickte wieder �ber die Schulter und sah erfreut, dass Snape sich im tiefen Schatten einer Gruppe von B�schen im Gras niedergelassen hatte. Noch immer war er in sein ZAG-Papier vertieft, und so nutzte Harry die Gelegenheit, setzte sich zwischen der Buche und den B�schen ins Gras und beobachtete die vier Freunde unter dem Baum. Das Sonnenlicht glitzerte auf der glatten Oberfl�che des Sees, an dessen Ufer eine Gruppe lachender M�dchen sa�, die eben aus der Gro�en Halle gekommen waren. Sie hatten die Schuhe und Socken ausgezogen und k�hlten ihre F��e im Wasser.</p><p>Lupin hatte ein Buch hervorgeholt und las. Sirius lie� den Blick �ber die Sch�ler gleiten, die sich im Gras tummelten, und so �berheblich und gelangweilt er auch schien, sah er doch sehr gut dabei aus. James spielte andauernd mit dem Schnatz, lie� ihn immer noch ein St�ck weiter davonflattern und fast entkommen, dann packte er ihn jedoch im letzten Moment wieder. Wurmschwanz beobachtete ihn mit offenem Mund. Jedes Mal wenn James einen besonders schwierigen Fang machte, keuchte er und applaudierte. Nachdem Harry es f�nf Minuten mit angesehen hatte, fragte er sich, warum James Wurmschwanz nicht aufforderte, es selbst einmal zu probieren, aber James schien die Aufmerksamkeit zu genie�en.</p><p>Harry fiel auf, dass sein Vater die Angewohnheit hatte, sein Haar zu zerstrubbeln, damit es nie allzu ordentlich aussah. Auch warf er andauernd Blicke hin�ber zu den M�dchen am Wasser.</p><p>�Steck ihn doch endlich mal weg�, sagte Sirius schlie�lich, als James einen geschickten Fang gemacht und Wurmschwanz einen Jubelschrei ausgesto�en hatte. �Oder Wurmschwanz macht sich vor Aufregung noch nass.�</p><p>Wurmschwanz lief ein wenig rosa an, aber James grinste.</p><p>�Wenn's dich st�rt�, sagte er und stopfte den Schnatz wieder in die Tasche.</p><p>Harry hatte das sichere Gef�hl, dass Sirius der Einzige war, f�r den James mit der Angeberei aufh�ren w�rde.</p><p>�Mir ist langweilig�, sagte Sirius. �Wenn doch nur Vollmond w�re.�</p><p>�Sch�n w�r's�, sagte Lupin d�ster hinter seinem Buch. �Wir haben heute noch Verwandlung, und wenn dir langweilig ist, kannst du mich ja abfragen. Hier ...�, und er hielt ihm sein Buch hin.</p><p>Aber Sirius schnaubte. �Ich muss mir diesen Kram nicht ansehen, ich kann das alles.�</p><p>�Das wird dich aufmuntern, Tatze�, sagte James verhalten. �Schau mal, wer da ist ...�</p><p>Sirius wandte den Kopf. Er wurde sehr ruhig, wie ein Hund, der einen Hasen gewittert hat.</p><p>�Bestens�, sagte er leise. <emphasis>�Schniefelus.�</emphasis></p><p>Harry wandte den Kopf, um zu sehen, wen Sirius anblickte.</p><p>Snape war inzwischen aufgestanden und verstaute jetzt das ZAG-Papier in seiner Tasche. Als er aus dem Schatten der B�sche trat und �ber das Gras davongehen wollte, standen Sirius und James auf.</p><p>Lupin und Wurmschwanz blie ben sitzen: Lupin starrte weiter auf sein Buch, doch seine Augen bewegten sich nicht und eine kleine Falte hatte sich zwischen seinen Augenbrauen gebildet. Wurmschwanz lie� mit einem Ausdruck begieriger Erwartung den Blick von Sirius �ber James zu Snape wandern.</p><p>�Alles klar, Schniefelus?�, sagte James laut.</p><p>Snape reagierte so schnell, als h�tte er einen Angriff erwartet. Er lie� seine Tasche fallen, fuhr mit der Hand in seinen Umhang und hatte den Zauberstab schon halb in der Luft, als James rief: <emphasis>�Expelliarmus!�</emphasis></p><p>Snapes Zauberstab flog dreieinhalb Meter hoch und fiel mit einem leisen dumpfen Aufschlag hinter ihm ins Gras. Sirius lachte bellend.</p><empty-line/><p><emphasis>�Impedimenta !�, </emphasis>sagte er und zielte mit dem Zauberstab auf Snape, der gerade zu einem Hechtsprung nach seinem am Boden liegenden Zauberstab angesetzt hatte und nun von den F��en gerissen wurde.</p><p>Ringsumher hatten sich Sch�ler umgewandt und schauten zu. Manche waren aufgestanden und r�ckten langsam n�her. Einige sahen argw�hnisch, andere belustigt aus.</p><p>Snape lag keuchend am Boden. James und Sirius kamen mit erhobenen Zauberst�ben auf ihn zu; James blickte im Gehen �ber die Schulter zur�ck zu den M�dchen am Ufer. Wurmschwanz hatte sich erhoben und schaute gierig zu; er schlich um Lupin herum, damit er besser sehen konnte.</p><p>�Wie ist die Pr�fung gelaufen, Schniefelus?�, sagte James.</p><p>�Ich hab ihn beobachtet, der war mit der Nase auf dem Pergament�, feixte Sirius. �Werden richtige Fettflecken drauf sein, man wird kein Wort lesen k�nnen.�</p><p>Einige Zuschauer lachten. Offenbar war Snape unbeliebt.</p><p>Wurmschwanz wieherte schrill. Snape versuchte aufzustehen, doch noch immer lag der Zauber auf ihm; es schien ganz so, als w�rde er mit unsichtbaren Fesseln k�mpfen.</p><p>�Ihr - wartet nur�, keuchte er und starrte mit unverhohlenem Hass im Gesicht zu James hoch, �wartet nur!�</p><p>�Worauf denn?�, sagte Sirius k�hl. �Was willst du machen, Schniefelus, deine Nase an uns abwischen?�</p><p>Snape stie� eine Flut von Schimpfw�rtern und Verw�nschungen aus, doch da sein Zauberstab drei Meter entfernt lag, geschah nic hts.</p><p>�Wasch dir den Mund�, sagte James kalt. <emphasis>�Ratzeputz!�</emphasis></p><p>Sofort quollen rosa Seifenblasen aus Snapes Mund. Der Schaum bedeckte seine Lippen, stopfte ihm die Kehle, w�rgte ihn -</p><p>�Lasst ihn IN RUHE!�</p><p>James und Sirius drehten sich um. James' freie Hand schnellte augenblicklich zu seinem Haar.</p><p>Es war eines der M�dchen vom Seeufer. Sie hatte dichtes dunkelrotes Haar, das ihr auf die Schulter fiel, und verbl�ffend gr�ne, mandelf�rmige Augen -</p><p>Harrys Augen.</p><p>Harrys Mutter.</p><empty-line/><p>�Alles klar, Evans?�, sagte James und seine Stimme klang pl�tzlich freundlich, tiefer, reifer.</p><p>�Lasst ihn in Ruhe�, wiederholte Lily. Sie blickte James mit allen Anzeichen tiefer Abneigung an. �Was hat er euch getan?�</p><p>�Nun�, sagte James und schien dar�ber nachzudenken, �es ist eher die Tatsache, dass er existiert, wenn du verstehst, was ich meine ...�</p><p>Viele der umstehenden Sch�ler lachten, auch Sirius und Wurmschwanz, doch Lupin, scheinbar immer noch in sein Buch vertieft, lachte nicht, ebenso wenig wie Lily.</p><p>�Du glaubst, du w�rst lustig�, sagte sie kalt. �Aber du bist nichts weiter als ein arroganter, lumpiger Qu�lgeist, Potter. Lass ihn <emphasis>in Ruhe.�</emphasis></p><p>�Wenn du mit mir ausgehst, Evans�, sagte James rasch. �Komm schon ... geh mit mir aus und ich richte nie wieder den Stab auf den ollen Schniefelus.�</p><p>Hinter ihm verlor der L�hmzauber an Kraft. Snape fing an hin�ber zu seinem im Gras liegenden Zauberstab zu kriechen und spuckte dabei Seifenlauge.</p><p>�Mit dir w�rd ich nicht ausgehen, selbst wenn ich nur die Wahl h�tte zwischen dir und dem Riesenkraken�, erwiderte Lily.</p><p>�Na so ein Pech, Krone�, sagte Sirius belustigt und wandte sich wieder Snape zu. �Oh!�</p><p>Doch zu sp�t; Snape hatte seinen Zauberstab direkt auf James gerichtet, es gab einen Lichtblitz und �ber eine Seite von James' Gesicht zog sich eine klaffende Wunde, aus der Blut auf seinen Umhang spritzte. James wirbelte herum: Einen Lichtblitz sp�ter hing Snape kopf�ber in der Luft, der Umhang war ihm �ber den Kopf gerutscht und man konnte magere, bleiche Beine und eine angegraute Unterhose sehen.</p><p>Viele in der kleinen Schar der Umstehenden johlten. Sirius, James und Wurmschwanz br�llten vor Lachen.</p><p>Lily, in deren w�tender Miene es einen kurzen Moment gezuckt hatte, als wollte sie l�cheln, sagte: �Lass ihn runter!�</p><p>�Klar doch�, sagte James und lie� seinen Zauberstab hochschnellen. Snape st�rzte und sackte auf dem Boden zu einem zerknitterten H�uflein zusammen. Er befreite sich aus dem verhedderten Umhang und rappelte sich schnell hoch, den Zauberstab erhoben, doch Sirius sagte: <emphasis>�Petrificus Totalus!�, </emphasis>und Snape kip pte erneut vorn�ber, steif wie ein Brett.</p><p>�LASST IHN IN RUHE!�, schrie Lily. Sie hatte nun ihren eigenen Zauberstab gez�ckt. James und Sirius be�ugten ihn argw�hnisch.</p><empty-line/><p>�Ah, Evans, zwing mich nicht, dich zu verhexen�, sagte James ernst.</p><p>�Dann nimm den Fluch von ihm weg!�</p><p>James seufzte schwer, wandte sich Snape zu und murmelte den Gegenfluch.</p><p>�Na bitte�, sagte er, als Snape aufstand. �Du hast Gl�ck, dass Evans hier ist, Schniefelus -�</p><p>�Ich brauch keine Hilfe von dreckigen kleinen Schlammbl�terinnen wie der!�</p><p>Lily blinzelte.</p><p>�Sch�n�, sagte sie k�hl. �In Zukunft ist es mir egal. Und an deiner Stelle, <emphasis>Schniefelus, </emphasis>w�rde ich mir mal die Unterhose waschen.�</p><p>�Entschuldige dich bei Evans�, br�llte James und richtete den Zauberstab drohend auf Snape.</p><p>�Ich will nicht, dass <emphasis>du </emphasis>ihn zwingst sich zu entschuldigen�, rief Lily und wandte sich zu James um. �Du bist genau so schlimm wie er.�</p><p>�Was?�, japste James. �Ich w�rde dich NIE eine - Du-wei�t-schon-was nennen!�</p><p>�Zerwuschelst dein Haar, weil du glaubst, es wirkt cool, wenn es aussieht, als ob du gerade vom Besen gestiegen w�rst, gibst mit diesem bl�den Schnatz an, gehst durch die Korridore und verhext jeden, der dich nervt, nur weil du's eben kannst - mich wundert's, dass dein Besen mit so einem Hornochsen wie dir drauf �berhaupt abheben kann. Du machst mich KRANK.�</p><p>Sie wirbelte auf dem Absatz herum und eilte davon.</p><p>�Evans!�, rief ihr James nach. �Hey, EVANS!�</p><p>Aber sie drehte sich nicht um.</p><p>�Was ist los mit ihr?�, sagte James und versuchte vergeblich ein Gesicht aufzusetzen, als ob dies eine beil�ufige Frage w�re, die ihn eigentlich nicht interessierte.</p><p>�Wenn ich so zwischen den Zeilen lese, Mann, w�rd ich sagen, sie h�lt dich f�r ein bisschen eingebildet�, sagte Sirius.</p><p>�Na sch�n�, sagte James und sah jetzt w�tend aus, �sch�n -�</p><p>Wieder gab es einen Lichtblitz und Snape hing abermals kopf�ber in der Luft.</p><p>�Wer will sehen, wie ich Schniefelus die Unterhose ausziehe?�</p><p>Doch Harry erfuhr nie, ob James Snape wirklich die Unterhose auszog. Eine Hand hatte sich um seinen Oberarm gele gt und sich fest wie eine Zange darum geschlossen. Harry zuckte zusammen, wandte den Kopf, um zu sehen, wer ihn gepackt hatte, und erblickte entsetzt einen ausgewachsenen Snape von Mannesgr��e, der direkt neben ihm stand, das Gesicht wei� vor <emphasis>Zorn. </emphasis></p><p>�Macht's Spa�?�</p><p>Harry sp�rte, wie er in die Luft stieg; um ihn her l�ste sich der Sommertag in Dunst auf; er trieb empor durch eisige Schw�rze, Snapes Hand immer noch fest um seinen Oberarm geklammert. Dann, mit einem pl�tzlich flauen Gef�hl, als ob er sich in der Luft kopf�ber um sich selbst gedreht h�tte, fiel er mit den F��en auf den steinernen Boden von Snapes Kerker, und er stand wieder neben dem Denkarium auf Snapes Schreibtisch in dem d�steren B�ro seines gegenw�rtigen Zaubertranklehrers.</p><p>�Nun�, sagte Snape und packte Harrys Arm so fest, dass Harrys Hand allm�hlich taub wurde. <emphasis>�Nun ... </emphasis>gut am�siert, Potter?�</p><p>�N-nein�, sagte Harry und versuchte seinen Arm zu befreien. Es war be�ngstigend: Snapes Lippen bebten, sein Gesicht war wei�, seine Z�hne gebleckt.</p><p>�Witziger Kerl, Ihr Vater, nicht wahr?�, sagte Snape und sch�ttelte Harry so heftig, dass ihm die Brille die Nase hinunterrutschte.</p><p>�Ich - hab nicht -�</p><p>Snape stie� Harry mit aller Kraft von sich. Er fiel hart auf den Kerkerboden.</p><p>�Sie werden niemandem erz�hlen, was Sie gesehen haben!�, bellte Snape.</p><p>�Nein�, sagte Harry und erhob sich so weit entfernt von Snape, wie es nur ging. �Nein, nat�rlich n-�</p><p>�Raus hier, raus, ich m�chte Sie nie mehr in diesem B�ro sehen!�</p><p>Und w�hrend Harry zur T�r st�rzte, zerbarst ein Glas mit toten Schaben �ber seinem Kopf. Er riss die T�r auf, floh den Korridor entlang und blieb erst stehen, als er drei Stockwerke zwischen sich und Snape gebracht hatte. Dann lehnte er sich keuchend an die Wand und rieb seinen blutunterlaufenen Arm.</p><p>Er hatte nicht die geringste Lust, so fr�h in den Gryffindor-Turm zur�ckzukehren, und ihm war auch nicht danach, Ron und Hermine zu erz�hlen, was er gerade gesehen hatte. Was Harry so entsetzte und ungl�cklich machte, war nicht, dass man ihn angeschrien oder ihm Glasbeh�lter nachgeworfen hatte. Der Grund war, dass er wusste, wie es war, inmitten eines Kreises von Zuschauern gedem�tigt zu werden, dass er genau wusste, wie Snape sich gef�hlt hatte, als sein Vater ihn verh�hnt hatte, und dass, nach dem zu schlie�en, was er gerade gesehen hatte, sein Vater genau so arrogant gewesen war, wie Snape ihm immer gesagt hatte.</p></section><section><title><p>Berufsberatung</p></title><p>�Aber warum hast du keinen Okklumentikunterricht mehr?�, fragte Hermine stirnrunzelnd.</p><p>�Hab ich dir doch gesagt�, murmelte Harry. �Snape meint, jetzt, wo ich die Grundlagen habe, k�nne ich alleine weitermachen.�</p><p>�Also hast du inzwischen keine merkw�rdigen Tr�ume mehr?�, entgegnete Hermine skeptisch.</p><p>�Kaum noch�, sagte Harry ohne sie anzusehen.</p><p>�Nun, ich glaub jedenfalls nicht, dass Snape aufh�ren sollte, ehe du vollkommen sicher bist, dass du diese Tr�ume beherrschen kannst!�, sagte Hermine entr�stet. �Harry, ich denke, du solltest noch mal zu ihm hingehen und ihn fragen -�</p><p>�Nein�, sagte Harry entschieden. �H�r jetzt auf damit, Hermine, okay?�</p><p>Es war der erste Tag der Osterferien, und wie es ihre Gewohnheit war, hatte Hermine ihn gr��tenteils damit verbracht, f�r alle drei Stundenpl�ne f�r ihre Stoffwiederholungen zu entwerfen. Harry und Ron hatten sie machen lassen; das war einfacher als mit ihr zu streiten, und die Stundenpl�ne waren vielleicht auch ganz n�tzlich.</p><p>Ron hatte zu seiner Verbl�ffung bemerkt, dass es nur noch sechs Wochen bis zu den Pr�fungen waren.</p><p>�Wie kann man sich von so was �berraschen lassen?�, fragte Hermine, w�hrend sie alle kleinen Felder auf Rons Stundenplan mit ihrem Zauberstab anstupste und jedes Fach in einer anderen Farbe aufleuchten lie�.</p><p>�Keine Ahnung�, sagte Ron. �War so viel los in letzter Zeit.�</p><p>�Also, hier ist deiner�, sagte sie und reichte ihm seinen Arbeitsplan, �wenn du dich an den h�ltst, kommst du bestimmt gut durch.�</p><p>Ron betrachtete ihn mit finsterer Miene, doch dann strahlte er.</p><p>�Du hast mir jede Woche einen Abend freigegeben!�</p><p>�Der ist f�rs Quidditch-Training�, sagte Hermine.</p><p>Das L�cheln auf Rons Gesicht verblasste.</p><p>�Was soll das denn?�, sagte er. �Dieses Jahr haben wir ungef�hr so 'ne gro�e Chance, die Quidditch-Meisterschaft zu gewinnen, wie Dad, Zaubereiminister zu werden.�</p><empty-line/><p>Hermine schwieg. Sie sah zu Harry, der mit leerem Blick die gegen�berlie gende Wand des Gemeinschaftsraums anstarrte, w�hrend Krummbein mit der Pfote seine Hand ber�hrte, weil er an den Ohren gekrault werden wollte.</p><p>�Was ist los mit dir, Harry?�</p><p>�Was?�, sagte er rasch. �Nichts.�</p><p>Er packte seine <emphasis>Theorie magischer Verteidigung </emphasis>aus und tat, als w�rde er etwas im Stichwortverzeichnis nachsehen. Krummbein gab sein Gebettel bei ihm auf und verzog sich unter Hermines Sessel.</p><p>�Ich hab vorhin Cho getroffen�, sagte Hermine behutsam. �Sie sah auch ganz ungl�cklich aus ... habt ihr zwei euch wieder gestritten?�</p><p>�Wa- o ja, haben wir�, sagte Harry und nahm die Ausrede dankbar an.</p><p>�Wor�ber?�</p><p>�Ihre Freundin Marietta, diese Petze�, sagte Harry.</p><p>�Ja, das kannst du laut sagen!�, warf Ron erz�rnt ein und legte seinen Arbeitsplan beiseite. �Wenn die nicht gewesen war ...�</p><p>Ron steigerte sich in eine Beschimpfung von Marietta Edgecombe hinein und das war Harry nur recht. Er musste nichts weiter tun als w�tend zu blicken und zu nicken und immer, wenn Ron Luft holte, �ja� und �richtig� zu sagen. So hatte er den Kopf frei, um immer tr�bsinniger dar�ber nachzugr�beln, was er im Denkarium gesehen hatte.</p><p>Er hatte das Gef�hl, als w�rde die Erinnerung daran ihn von innen her auffressen. Er war sich so sicher gewesen, dass seine Eltern wunderbare Menschen gewesen waren, dass er nie die geringsten Schwierigkeiten gehabt hatte, die Schm�hungen ungl�ubig beiseite zu wischen, mit denen Snape den Charakter seines Vaters bedacht hatte. Hatten nicht Leute wie Hagrid und Sirius ihm <emphasis>gesagt, </emphasis>wie wunderbar sein Vater gewesen war? <emphasis>(Gut, jetzt wei�t du, wie Sirius selber mal war, </emphasis>ert�nte eine bohrende Stimme in Harrys Kopf ... <emphasis>der war genauso �bel, oder nicht?) </emphasis>Ja, einmal hatte er geh�rt, wie Professor McGonagall bemerkt hatte, sein Vater und Sirius seien in der Schule Unruhestifter gewesen, doch sie hatte die beiden als Vorl�ufer der Weasley-Zwillinge bezeichnet, und Harry konnte sich nicht vorstellen, dass Fred und George jemanden nur zum Spa� kopf�ber in die Luft h�ngen w�rden ... nur wenn sie jemanden wirklich hassten ... vielleicht Malfoy oder jemanden, der es tats�chlich verdiente ...</p><p>Harry m�hte sich, Gr�nde zu finden, warum Snape verdient hatte, was er von James' Hand erlitt. Aber hatte Lily nicht gefragt: �Was hat er euch getan?�? Und hatte James nicht geantwortet: �Es ist eher die Tatsache, dass er <emphasis>existiert, </emphasis>wenn du verstehst, was ich meine�? Hatte James mit alldem nicht schlichtweg deshalb angefangen, weil Sirius gesagt hatte, ihm sei langweilig? Harry erinnerte sich, dass Lupin am Grimmauldplatz gesagt hatte, Dumbledore h�tte ihn zum Vertrauenssch�ler gemacht in der Hoffnung, er k�nne James und Sirius ein wenig b�ndigen ... aber im Denkarium hatte er nur dagesessen und alles geschehen lassen ...</p><p>Harry dachte immer wieder daran, dass Lily eingegriffen hatte. Seine Mutter war anst�ndig gewesen. Doch die Erinnerung an den Ausdruck in ihrem Gesicht, als sie James angeschrien hatte, beunruhigte ihn nicht weniger als alles andere.</p><p>Offensichtlich hatte sie James verabscheut, und Harry konnte einfach nicht begreifen, wie sie schlie�lich hatten heiraten k�nnen. Das ein oder andere Mal fragte er sich sogar, ob James sie dazu gezwungen hatte ...</p><p>Fast f�nf Jahre lang war der Gedanke an seinen Vater eine Quelle des Trosts und der Inspiration gewesen. Wann immer jemand ihm gesagt hatte, dass er wie James sei, hatte er innerlich vor Stolz gegl�ht. Und jetzt ... jetzt war ihm kalt und elend zumute beim Gedanken an ihn.</p><p>W�hrend der Osterferien wurde es drau�en windiger, freundlicher und w�rmer, aber Harry und all die anderen F�nft- und Siebtkl�ssler sa�en drinnen fest, wiederholten den Stoff und schlenderten zur Bibliothek und wieder zur�ck.</p><p>Harry tat so, als h�tte seine schlechte Stimmung keinen anderen Grund als die n�her r�ckenden Pr�fungen, und da auch die anderen Gryffindors die Lernerei satt hatten, ging seine Ausrede glatt durch.</p><p>�Harry, ich rede mit dir, h�rst du mich?�</p><p>�H�?�</p><p>Er wandte sich um. Ginny Weasley, die sehr windzerzaust aussah, hatte sich zu ihm an den Bibliothekstisch gesetzt, wo er bislang allein gewesen war. Es war sp�t am Sonntagabend. Hermine war in den Gryffindor-Turm zur�ckgekehrt, um Alte Runen zu wiederholen, und Ron hatte Quidditch-Training.</p><p>�Oh, hi�, sagte Harry und zog seine B�cher zu sich heran. �Weshalb bist du nicht beim Training?�</p><p>�Es ist vorbei�, sagte Ginny. �Ron musste Jack Sloper in den Krankenfl�gel bringen.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Nun ja, wir sind uns nicht sicher, aber wir glauben, dass er sich mit seinem eigenen Schl�ger ausgeknockt hat.� Sie seufzte schwer. �Wie auch immer ... gerade ist ein Paket angekommen, ging eben durch Umbridges neues Kontrollsystem.�</p><empty-line/><p>Sie hievte einen mit Packpapier umwickelten Karton auf den Tisch; offensichtlich war er ausgepackt und achtlos wieder eingeschlagen worden. Quer dar�ber war in roter Tinte gekritzelt: <emphasis>Inspiziert und nicht beanstandet durch die Gro�inquisitorin von Hogwarts. </emphasis></p><p>�Es sind Ostereier von Mum�, sagte Ginny. �Da ist auch eins f�r dich dabei ... hier bitte.�</p><p>Sie reichte ihm ein h�bsches Schokoladenei, das mit kleinen Schnatzen aus Zuckerguss verziert war und der Verpackung zufolge einen Beutel zischende Zauberdrops enthielt. Harry warf einen kurzen Blick darauf und sp�rte dann zu seinem Schreck einen Klo� im Hals aufsteigen.</p><p>�Alles in Ordnung mit dir, Harry?�, fragte Ginny leise.</p><p>�Ja, mir geht's gut�, sagte Harry schroff. Der Klo� in seinem Hals tat weh. Er begriff nicht, wieso er sich wegen eines Ostereis so merkw�rdig f�hlte.</p><p>�Du kommst mir in letzter Zeit ziemlich niedergeschlagen vor�, bohrte Ginny nach. �Wei�t du, ich bin sicher, wenn du einfach mit Cho <emphasis>reden </emphasis>w�rdest ...�</p><p>�Es ist nicht Cho, mit der ich reden will�, sagte Harry br�sk.</p><p>�Wer ist es dann?�, fragte Ginny.</p><p>�Ich ...�</p><p>Er blickte sich um, ob auch ja niemand zuh�rte. Madam Pince war ein paar Regale entfernt und stempelte einen Stapel B�cher f�r die v�llig aufgel�st wirkende Hannah Abbott.</p><p>�Ich w�nschte, ich k�nnte mit Sirius reden�, murmelte er. �Aber ich wei�, das geht nicht.�</p><p>Mehr, damit er etwas zu tun hatte, und nicht so sehr, weil er es wirklich wollte, wickelte Harry das Osterei aus, brach ein gro�es St�ck davon ab und steckte es sich in den Mund.</p><p>�Also�, sagte Ginny langsam und nahm sich ebenfalls ein St�ck von dem Ei,</p><p>�wenn du wirklich mit Sirius reden willst, dann denk ich, k�nnten wir uns was einfallen lassen, wie das gehen k�nnte.�</p><p>�Nun h�r mal�, sagte Harry hoffnungslos. �Wo Umbridge doch die Kamine �berwacht und unsere ganze Post liest?�</p><p>�Einen Vorteil hat es eben, wenn du mit Fred und George zusammen aufw�chst�, sagte Ginny nachdenklich, �n�mlich dass du irgendwie anf�ngst zu glauben, dass alles m�glic h ist, wenn du nur genug Mut dazu hast.�</p><p>Harry sah sie an. Vielleicht war es die Wirkung der Schokolade - Lupin hatte ihm immer geraten, nach Begegnungen mit Dementoren ein wenig Schokolade zu essen - oder nur die Tatsache, dass er endlich den Wunsch laut ausgesprochen hatte, der seit einer Woche in ihm brannte, jedenfalls sp�rte er jetzt ein wenig mehr Hoffnung.</p><p>�WAS GLAUBT IHR EIGENTLICH, WAS IHR HIER TUT?�</p><p>�O verdammt�, wisperte Ginny und sprang hoch. �Hab ich vergessen -�</p><p>Madam Pince, das schrumplige Gesicht wutverzerrt, st�rzte sich auf sie.</p><p><emphasis>�Schokolade in der Bibliothek!�, </emphasis>schrie sie. �Raus - <emphasis>raus -</emphasis> RAUS!�</p><p>Und mit gez�cktem Zauberstab sorgte sie daf�r, dass Harrys B�cher, Tasche und Tintenfass ihn und Ginny aus der Bibliothek jagten und ihnen beim Laufen immer wieder saftig um die Ohren schlugen.</p><p>Wie um die Bedeutung ihrer kommenden Pr�fungen zu unterstreichen, erschienen kurz vor Ende der Ferien stapelweise Brosch�ren, Merkbl�tter und Mitteilungen zu verschiedenen Zaubererberufen auf den Tischen im Gryffindor-Turm, dazu ein neuer Anschlag am schwarzen Brett, in dem es hie�: BERUFSBERATUNG</p><p>Alle F�nftkl�ssler sind verpflichtet, w�hrend der ersten Woche des Sommertrimesters an einer kurzen</p><p>Unterredung mit ihrem jeweiligen Hauslehrer</p><p>teilzunehmen, bei der ihr k�nftiger beruflicher</p><p>Werdegang er�rtert wird. Die einzelnen Termine sind unten aufgef�hrt.</p><p>Harry lie� den Blick die Liste hinabwandern und stellte fest, dass er am Montag um halb drei in Professor McGonagalls B�ro erwartet wurde, was hie�, dass er die Wahrsagestunde gr��tenteils verpassen w�rde. Er und die anderen F�nftkl�ssler verbrachten am letzten Wochenende der Osterferien betr�chtliche Zeit damit, all die Berufsinformationen zu lesen, die ihnen zur Durchsicht �berlassen worden waren.</p><p>�Also, ich kann mit Heilen nichts anfangen�, sagte Ron am letzten Abend der Ferien. Er war in ein Merkblatt vertieft, das vorn mit dem Wappen vom St.</p><p>Mungo, Knochen und Zauberstab gekreuzt, versehen war. �Hier hei�t es, man braucht mindestens ein �E� auf UTZ-Niveau in Zaubertr�nke, Kr�uterkunde, Verwandlung, Zauberkunst und Verteidigung gegen die dunklen K�nste. Ich meine ... zum Teufel ... die verlangen nicht gerade viel, was?�</p><p>�Nun ja, es ist ein sehr verantwortungsvoller Beruf, oder?�, sagte Hermine geistesabwesend. Sie br�tete �ber einem hellrosa und orange Merkblatt mit dem Titel</p><p>�SIE WOLLEN ALSO AUF DEM GEBIET DER MUGGELBEZIEHUNGEN</p><p>ARBEITEN?�.</p><p>�Man braucht offenbar nicht viele Qualifikationen f�r die diplomatischen Beziehungen zu den Muggeln.</p><p>Alles, was sie verlangen, ist ein ZAG in Muggelkunde: <emphasis>Viel wichtiger sind Begeisterung, Geduld und viel Sinn f�r Humor!�</emphasis></p><p>�Du brauchst mehr als viel Sinn f�r Humor, wenn du mit meinem Onkel Kontakt kn�pfen willst�, sagte Harry d�ster. �Eher viel Sinn daf�r, wann du dich ducken musst.� Er hatte eine Brosch�re �ber Zaubererbanking halb durch. �H�rt euch das mal an: <emphasis>Interessieren Sie sich f�r eine Berufslaufbahn voller Herausforderungen, mit Reisen, Abenteuern und beachtlichen Gefahrenpr�mien in Form von Schatzanteilen? Dann k�nnte eine Position in der Gringotts-Zaubererbank f�r Sie das Richtige sein, die gegenw�rtig Fluchbrecher f�r</emphasis><emphasis>spannende Aufgaben im Ausland einstellt ... </emphasis>Aber die wollen Arithmantik, das k�nntest du machen, Hermine!�</p><p>�Ich steh nicht so aufs Bankwesen�, nuschelte Hermine, die nun vertieft war in �HABEN SIE, WAS MAN BRAUCHT, UM SICHERHEITSTROLLE</p><p>AUSZUBILDEN?�.</p><p>�Hey�, h�rte Harry eine Stimme gleich neben sich. Er wandte sich um. Fred und George hatten sich dazugesetzt. �Ginny hat mit uns geredet, es ging um dich�, sagte Fred und streckte die Beine auf den Tisch vor ihnen, wodurch einige Faltbl�tter �ber Berufslaufbahnen im Zaubereiministerium zu Boden glitten. �Sie meint, du musst mit Sirius reden?�</p><p>�Was?�, sagte Hermine scharf und erstarrte, die Hand auf halbem Weg ausgestreckt zu �BLITZKARRIEREN IN DER ABTEILUNG F�R MAGISCHE</p><p>UNF�LLE UND KATASTROPHEN�.</p><p>�Ja ...�, sagte Harry bem�ht l�ssig, �ja, ich dachte, war ganz gut -�</p><p>�Mach dich nicht l�cherlich�, sagte Hermine, richtete sich auf und sah ihn an, als k�nnte sie ihren Augen nicht trauen. �Wo Umbridge in den Kaminen rumstochert und alle Eulen filzt?�</p><p>�Nun, wir glauben, das Problem k�nnen wir umgehen�, sagte George, streckte sich und l�chelte. �Es geht einfach darum, ein Ablenkungsman�ver zu starten. Du hast vielleicht festgestellt, dass es in den Osterferien von uns wenig Neues an der Chaosfront gegeben hat?�</p><p>�Welchen Zweck h�tte es denn, haben wir uns gefragt, wenn wir die Leute in ihrer Freizeit st�ren?�, fuhr Fred fort. ��berhaupt keinen, haben wir uns gesagt.</p><p>Und nat�rlich h�tten wir den Leuten die Stoffwiederholungen vermasselt, und das w�re das Letzte gewesen, was wir wollten.�</p><p>Er nickte Hermine scheinheilig zu.</p><p>Angesichts seiner r�cksichtsvollen �berlegungen wirkte sie einigerma�en verdutzt.</p><p>�Aber von morgen an hei�t es <emphasis>Business as usual�, </emphasis>fuhr Fred munter fort. �Und wenn wir schon f�r ein wenig Aufruhr sorgen, warum dann nicht gleich so, dass Harry sein Pl�uschchen mit Sirius halten kann?�</p><p>�Ja, aber trotzdem�, sagte Hermine mit einem Gesichtsausdruck, als m�sste sie einem schwer Begriffsstutzigen etwas sehr Simples erkl�ren, �selbst wenn ihr tats�chlich f�r Ablenkung sorgt, wie soll Harry denn mit ihm reden?�</p><p>�Umbridges B�ro�, sagte Harry leise.</p><p>Er dachte jetzt schon seit rund zwei Wochen dar�ber nach und es war ihm einfach nichts Besseres eingefallen. Umbridge pers�nlich hatte ihm erkl�rt, dass der einzige Kamin, der nicht �berwacht wurde, ihr eigener war.</p><p>�Bist - du - wahnsinnig?�, sagte Hermine mit ged�mpfter Stimme.</p><p>Ron hatte sein Merkblatt �ber Berufe im Zuchtpilzhandel sinken lassen und verfolgte argw�hnisch das Gespr�ch.</p><p>�Ich glaub nicht�, sagte Harry achselzuckend.</p><p>�Und wie willst du da �berhaupt reinkommen?�</p><p>Harry hatte diese Frage erwartet.</p><p>�Sirius' Messer�, sagte er.</p><p>�Wie bitte?�</p><p>�Vorletztes Weihnachten hat mir Sirius ein Messer geschenkt, das jedes Schloss �ffnet�, sagte Harry. �Also selbst wenn sie die T�r verhext hat und <emphasis>Alohomora </emphasis>nichts bringt, und da wette ich drauf -�</p><p>�Was h�ltst du davon?�, wollte Hermine von Ron wissen, und Harry f�hlte sich unweigerlich an Mrs. Weasley erinnert und daran, wie sie bei Harrys erstem Abendessen im Haus am Grimmauldplatz an ihren Gatten appelliert hatte.</p><p>�Keine Ahnung�, sagte Ron, offenbar aufgeschreckt, weil seine Meinung gefragt war. �Wenn Harry das tun will, dann ist es seine Sache, oder?�</p><p>�So spricht ein wahrer Freund und Weasley�, sagte Fred und patschte Ron kr�ftig auf den R�cken. �Dann ist ja alles klar. Wir wollen es eigentlich morgen tun, gleich nach dem Unterricht, weil wir die gr��te Wirkung erzielen, wenn sic h alle in den G�ngen rumtreiben - Harry, wir lassen es irgendwo im Ostfl�gel los, damit locken wir sie gleich aus ihrem B�ro - ich sch�tze, wir sollten dir, sagen wir, zwanzig Minuten garantieren k�nnen?�, meinte er mit Blick auf George.</p><p>�Locker�, versicherte George.</p><p>�Was f�r ein Ablenkungsman�ver soll das sein?�, fragte Ron.</p><p>�Das wirst du schon sehen, Br�derchen�, sagte Fred, w�hrend er und George sich erhoben. �Zumindest dann, wenn du morgen gegen f�nf zum Korridor von Gregor dem Kriecher taperst.�</p><p>Am n�chsten Morgen erwachte Harry sehr fr�h. Er f�hlte sich fast so beklommen wie an dem Morgen seiner disziplinarischen Anh�rung im Zaubereiministerium. Nicht nur die Aussicht, dass er in Umbridges B�ro einbrechen und ihren Kamin benutzen w�rde, um mit Sirius zu sprechen, machte ihn nerv�s, obwohl das sicher schlimm genug war; heute war zuf�llig auch der Tag, an dem er Snape zum ersten Mal wieder sehr nahe kommen w�rde, seit der ihn aus seinem B�ro geworfen hatte.</p><p>Nachdem Harry noch eine Weile im Bett gelegen und �ber den bevorstehenden Tag nachgedacht hatte, stand er sehr leise auf, ging hin�ber zum Fenster neben Nevilles Bett und blickte hinaus in den wahrhaft herrlichen Morgen. Der Himmel war von einem klaren, dunstigen, schillernden Blau. Direkt vor sich konnte Harry die riesige Buche sehen, unter der sein Vater einst Snape gequ�lt hatte. Er war sich nicht sicher, was Sirius ihm eigentlich sagen k�nnte, um das wieder gutzumachen, was er im Denkarium gesehen hatte, doch war er �u�erst gespannt, wie Sirius selbst das Geschehene darstellen w�rde. Vielleicht gab es irgendwelche mildernden Umst�nde, irgendeine Entschuldigung f�r das Verhalten seines Vaters ...</p><p>Etwas zog Harrys Aufmerksamkeit in seinen Bann: eine Bewegung am Rand des Verbotenen Waldes. Harry blinzelte ins Sonnenlicht und sah Hagrid zwischen den B�umen hervorkommen. Er schien zu hinken. Harry sah zu, wie Hagrid zur T�r seiner H�tte wankte und in ihr verschwand. Er beobachtete einige Minuten lang die H�ttent�r. Hagrid tauchte nicht wieder auf, aber Rauch kringelte sich aus dem Kamin, also konnte Hagrid nicht so schwer verletzt sein, dass er es nicht mehr schaffte, den Kamin zu befeuern.</p><p>Harry wandte sich vom Fenster ab, ging zur�ck zu seinem Koffer und begann sich anzuziehen.</p><p>Da er vorhatte, gewaltsam in Umbridges B�ro einzudringen, hatte er keineswegs erwartet, dass es ein geruhsamer Tag werden w�rde, doch er hatte nicht damit gerechnet, dass Hermine fast unabl�ssig versuchen w�rde, ihn von dem abzubringen, was er um f�nf Uhr tun wollte. Zum ersten Mal �berhaupt achtete sie in Zaubereigeschichte mindestens so wenig auf Professor Binns wie Harry und Ron und bedachte ihn mit einem ununterbrochenen Strom gefl�sterter Ermahnungen, die Harry mit aller Kraft zu �berh�ren suchte.</p><p>�... und wenn sie dich dort erwischt, dann wirst du nicht nur rausgeworfen, dann wird sie sich auch zusammenreimen k�nnen, dass du mit Schnuffel geredet hast, und diesmal, sch�tz ich, wird sie dich <emphasis>zwingen, </emphasis>Veritaserum zu trinken und ihre Fragen zu beantworten ...�</p><p>�Hermine�, sagte Ron mit leiser und entr�steter Stimme, �h�rst du jetzt endlich mal auf, Harry st�ndig aufs Dach zu steigen, und f�ngst an, Binns zuzuh�ren, oder muss ich selber mitschreiben?�</p><p>�Du kannst zur Abwechslung mal selber mitschreiben, das wird dich nicht umbringen!�</p><p>Bis sie die Kerker erreicht hatten, sprachen weder Harry noch Ron ein weiteres Wort mit Hermine. Unbeirrt nutzte sie ihr Schweigen, um ihm weiter den Schwall d�sterer Warnungen vorzubeten, alle halblaut in einem eindringlichen Zischton ge�u�ert, was Seamus bewog, f�nf Minuten darauf zu verschwenden, seinen Kessel nach Lecks abzusuchen.</p><p>Snape unterdessen hatte offenbar beschlossen so zu tun, als w�re Harry unsichtbar. Harry kannte diese Taktik nat�rlich zur Gen�ge, da auch Onkel Vernon sie liebend gern einsetzte, und insgesamt war er dankbar, dass er nichts Schlimmeres erdulden musste. Im Gegenteil, verglichen mit dem, was er sich sonst von Snape an Provokationen und h�hnischen Bemerkungen anh�ren musste, empfand er den neuen Stil gewisserma�en als Fortschritt und stellte erfreut fest, dass er, wenn man ihn in Ruhe lie�, ziemlich problemlos einen St�rkungstrank zusammenbrauen konnte. Am Ende der Stunde sch�pfte er etwas davon in ein Fl�schchen, verkorkte es und trug es zur Benotung nach vorn zu Snapes Pult, mit dem Gef�hl, zumindest ein �E� verdient zu haben.</p><p>Er hatte sich gerade abgewandt, als er ein Splittern h�rte. Malfoy lachte h�misch auf. Harry wirbelte herum. Seine Zaubertrankprobe lag zerborsten auf dem Boden und Snape sah ihn mit diebischem Vergn�gen in den Augen an.</p><p><emphasis>�Uuuhps�, </emphasis>sagte er sanft. �Also wieder null Punkte, Potter.�</p><p>Harry war so erbittert, dass es ihm die Sprache verschlug. Er marschierte zur�ck zu seinem Kessel und wollte gerade ein weiteres Fl�schchen abf�llen, um Snape zu zwingen es zu benoten, da sah er entsetzt, dass der Rest seines Tranks verschwunden war.</p><p>�Tut mir Leid!�, sagte Hermine, die H�nde auf dem Mund. �Tut mir furchtbar Leid, Harry. Ich dachte, du w�rst fertig, da hab ich sauber gemacht!�</p><empty-line/><p>Harry konnte nicht mal antworten. Als es l�utete, st�rmte er ohne einen Blick zur�ck aus dem Kerker und sicherte sich f�r das Mittagessen einen Platz zwischen Neville und Seamus, damit Hermine ihn nicht wieder bearbeiten konnte, dass er nicht Umbridges B�ro benutzen sollte.</p><p>Als er schlie�lich zu Wahrsagen kam, war er derart schlechter Stimmung, dass er seinen Berufsberatungstermin bei Professor McGonagall v�llig vergessen hatte.</p><p>Er fiel ihm erst wieder ein, als Ron ihn fragte, warum er nicht in McGonagalls B�ro sei. Er hastete zur�ck nach oben und kam atemlos und nur ein paar Minuten zu sp�t bei ihr an.</p><p>�Verzeihung, Professor�, keuchte er und schloss die T�r. �Ich hab's ganz vergessen.�</p><p>�Macht nichts, Potter�, sagte sie munter, doch bei ihren Worten schnaubte jemand in der Ecke. Harry wandte sich um.</p><p>Dort sa� Professor Umbridge, das Klemmbrett auf dem Knie, eine alberne kleine Spitzenr�sche um den Hals und ein leises, f�rchterlich selbstgef�lliges L�cheln im Gesicht.</p><p>�Setzen Sie sich, Potter�, sagte Professor McGonagall kurz angebunden. Ihre H�nde zitterten leicht, als sie die vielen Brosch�ren beiseite r�umte, mit denen ihr Schreibtisch �bers�t war.</p><p>Harry setzte sich mit dem R�cken zu Umbridge und gab sein Bestes, um vorzut�uschen, er w�rde das Kratzen ihrer Feder auf dem Klemmbrett nicht h�ren.</p><p>�Nun, Potter, bei dieser Besprechung geht es darum, �ber Berufsvorstellungen zu reden, die Sie vielleicht haben, und Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, welche F�cher Sie im sechsten und siebten Schuljahr weiter vertiefen wollen�, sagte Professor McGonagall. �Haben Sie sich schon irgendwelche Gedanken dar�ber gemacht, was Sie nach Hogwarts gerne tun w�rden?�</p><p>��hm�, sagte Harry.</p><p>Er empfand das Kratzger�usch hinter sich als sehr st�rend.</p><p>�Ja?�, ermunterte ihn Professor McGonagall.</p><p>�Also, ich dachte, ich k�nnte mir vielleicht vorstellen, ein Auror zu werden�, murmelte Harry.</p><p>�Dazu brauchten Sie erstklassige Noten�, sagte Professor McGonagall, holte ein kleines dunkles Merkblatt unter den Bergen auf ihrem Schreibtisch hervor und faltete es auf. �Man fordert, wie ich sehe, mindestens f�nf UTZe und in keinem Fall eine Note unter Erwartungen �bertreffend Weiter w�rde man von Ihnen verlangen, dass Sie sich im Aurorenb�ro einer Reihe von strengen Charakter- und F�higkeitstests unterziehen. Das ist eine schwierige Berufslaufbahn, Potter, nur die Besten werden genommen. Ich glaube nicht, dass in den letzten drei Jahren �berhaupt jemand aufgenommen wurde.�</p><p>In diesem Moment lie� Professor Umbridge ein schwaches H�steln h�ren, als wollte sie probieren, wie leise sie es konnte. Professor McGonagall ignorierte sie.</p><p>�Sie werden sicher wissen wollen, welche F�cher Sie w�hlen sollten?�, fuhr sie mit nun leicht erhobener Stimme fort.</p><p>�Ja�, sagte Harry. �Verteidigung gegen die dunklen K�nste, denk ich?�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Professor McGonagall forsch. �Ich w�rde zudem raten -�</p><p>Professor Umbridge lie� ein weiteres H�steln h�ren, diesmal ein wenig vernehmlicher. Professor McGonagall schloss einen Moment lang die Augen, �ffnete sie wieder und fuhr fort, als sei nichts geschehen.</p><p>�Ich w�rde auch zu Verwandlung raten, weil Auroren sich w�hrend ihrer Arbeit h�ufig verwandeln oder r�ckverwandeln m�ssen. Und ich muss Ihnen jetzt mitteilen, Potter, dass ich zu meinen UTZ-Kursen keine Sch�ler zulasse, die auf Zauberergrad-Niveau nicht mindestens mit �Erwartungen �bertroffen� oder besser abgeschnitten haben. Ich w�rde sagen, Sie liegen im Moment ungef�hr bei �Annehmbar�, also werden Sie vor den Pr�fungen noch einiges an harter Arbeit aufwenden m�ssen, damit Sie eine Chance haben weiterzumachen. Dann sollten Sie auch Zauberkunst w�hlen, was immer n�tzlich ist, und Zaubertr�nke. Ja, Potter, Zaubertr�nke�, f�gte sie mit dem leisen Anflug eines L�chelns hinzu.</p><p>�Gifte und Gegengifte sind ein wesentliches Studiengebiet f�r Auroren. Und ich muss Ihnen sagen, dass Professor Snape es entschieden ablehnt, Sch�ler aufzunehmen, die etwas anderes als �Ohnegleichen� in ihren ZAGs bekommen haben, also -�</p><p>Professor Umbridge lie� ihr bislang deutlichstes H�steln h�ren.</p><p>�Darf ich Ihnen ein Hustenbonbon anbieten, Dolores?�, fragte Professor McGonagall knapp, ohne Professor Umbridge anzusehen.</p><p>�O nein, vielen Dank�, sagte Umbridge mit dem gezierten Lachen, das Harry so hasste. �Ich fragte mich nur, ob ich mir eine klitzekleine Unterbrechung erlauben d�rfte, Minerva.�</p><p>�Ich w�rde sagen, das d�rften Sie durchaus�, sagte Professor McGonagall mit zusammengebissenen Z�hnen.</p><p>�Ich habe mich nur gefragt, ob Mr. Potter so <emphasis>ganz </emphasis>das richtige Temperament f�r einen Auroren hat�, sagte Professor Umbridge s��lich.</p><empty-line/><p>�Tats�chlich?�, erwiderte McGonagall von oben herab. �Nun, Potter�, fuhr sie fort, als ob es keine Unterbrechung gegeben h�tte, �wenn Sie es ernst meinen mit diesem Ziel, w�rde ich Ihnen raten, dass Sie sich entschlossen darauf konzentrieren, in Verwandlung und Zaubertr�nke erstklassig zu werden. Wie ich sehe, hat Professor Flitwick Sie in den vergangenen beiden Jahren zwischen �Annehmbar� und �Erwartungen �bertroffen� eingestuft, also scheint Ihre Zauberkunstarbeit zufrieden stellend zu sein. Was Verteidigung gegen die dunklen K�nste angeht, so waren Ihre Noten im Allgemeinen gut, vor allem Professor Lupin meinte, dass Sie - <emphasis>sind Sie ganz sicher, dass Sie kein Hustenbonbon m�chten, Dolores?�</emphasis></p><p>�O nein, danke, Minerva�, sagte Professor Umbridge, die jetzt noch lauter gehustet hatte, mit ihrem gezierten L�cheln. �Ich habe mich nur gefragt, ob Sie Harrys letzte Noten in Verteidigung gegen die dunklen K�nste �berhaupt vorliegen haben. Ich bin ziemlich sicher, dass ich Ihnen eine Notiz hinterlassen habe.�</p><p>�Was, dies hier?�, sagte Professor McGonagall, die Stimme voller Abscheu, und zog ein rosa Pergament zwischen den Bl�ttern in Harrys Ordner hervor. Sie sah es sich mit leicht erhobenen Brauen an, dann legte sie es ohne Kommentar zur�ck in den Ordner.</p><p>�Ja, wie ich eben sagte, Potter, Professor Lupin meinte, Sie w�rden ein ausgepr�gtes Talent f�r dieses Fach zeigen, und f�r einen Auroren ist es selbstredend -�</p><p>�Haben Sie meine Notiz verstanden, Minerva?�, fragte Professor Umbridge honigs�� und verga� ganz zu husten.</p><p>�Nat�rlich habe ich sie verstanden�, sagte Professor McGonagall mit so fest zusammengepressten Z�hnen, dass die W�rter ein wenig ged�mpft hervordrangen.</p><p>�Also, das bringt mich nun doch durcheinander ... ich f�rchte, ich verstehe nicht ganz, wie Sie in Mr. Potter die falsche Hoffnung wecken k�nnen, dass -�</p><p>�Falsche Hoffnung?�, wiederholte Professor McGonagall, die sich standhaft nicht zu Professor Umbridge umdrehte. �Er hat gute Noten in all seinen Pr�fungen in Verteidigung gegen die dunklen K�nste bekommen -�</p><p>�Es tut mir furchtbar Leid, Ihnen widersprechen zu m�ssen, Minerva, aber wie Sie aus meiner Notiz ersehen, hat er bei mir im Unterricht sehr schlechte Noten bekommen -�</p><p>�Ich h�tte mich deutlicher ausdr�cken sollen�, erwiderte Professor McGonagall, wandte sich endlich um und blickte Umbridge offen in die Augen.</p><p>�Er hat gute Noten in allen Pr�fungen in Verteidigung gegen die dunklen K�nste bekommen, die er bei einem kompetenten Lehrer abgelegt hat.�</p><p>Professor Umbridges L�cheln erlosch so schnell wie eine durchbrennende Gl�hbirne. Sie lehnte sich in ihren Stuhl zur�ck, schlug eine Seite auf ihrem Klemmbrett um und begann mit rollenden Glubschaugen in h�chster Eile zu kritzeln. Professor McGonagall, mit bebenden d�nnen Nasenfl�geln und flammenden Augen, wandte sich wieder Harry zu.</p><p>�Noch Fragen, Potter?�</p><p>�Ja�, sagte Harry. �Was f�r Charakter- und F�higkeitstests verlangt das Ministerium von einem, wenn man genug UTZe bekommen hat?�</p><p>�Nun, Sie werden die F�higkeit beweisen m�ssen, unter Druck geschickt zu agieren und so weiter�, sagte Professor McGonagall, �Sie werden Ausdauer und Engagement zeigen m�ssen, weil die Aurorenausbildung weitere drei Jahre in Anspruch nehmen wird, ganz zu schweigen von sehr guten F�higkeiten in praktischer Verteidigung. Das wird noch viel mehr Lernen bedeuten, auch nachdem Sie die Schule verlassen haben. Wenn Sie also nicht bereit sind -�</p><p>�Ich denke, Sie werden auch feststellen�, sagte Umbridge mit jetzt sehr kalter Stimme, �dass das Ministerium sich die Akten derjenigen ansieht, die sich als Auroren bewerben. Ihr Vorstrafenregister.�</p><p>�- wenn Sie nicht bereit sind, nach Hogwarts noch mehr Pr�fungen zu absolvieren, sollten Sie sich wirklich nach etwas anderem -�</p><p>�Und das hei�t, dieser Junge hat eine ebenso gro�e Chance, Auror zu werden, wie Dumbledore, jemals an diese Schule zur�ckzukehren.�</p><p>�Also eine sehr gute Chance�, sagte Professor McGonagall.</p><p>�Potter ist vorbestraft�, entgegnete Umbridge laut.</p><p>�Potter ist in allen Anklagepunkten freigesprochen worden�, sagte McGonagall noch lauter.</p><p>Professor Umbridge stand auf. Sie war so klein, dass es keinen gro�en Unterschied machte, doch ihr pingeliges, geziertes Gehabe war einem unerbittlichen Zorn gewichen, der ihr breites, schlaffes Gesicht merkw�rdig b�se wirken lie�. �Potter hat keine Chance, ein Auror zu werden!�</p><p>Auch Professor McGonagall stand nun auf, und in ihrem Falle war es eine weitaus beeindruckendere Bewegung; sie ragte hoch �ber Professor Umbridge auf.</p><p>�Potter�, sagte sie glockenhell, �ich werde Ihnen helfen Auror zu werden, und wenn es das Letzte ist, was ich tue! Und wenn ich Ihnen Abend f�r Abend Nachhilfe geben muss, ich werde daf�r sorgen, dass Sie die erforderlichen Leistungen bringen!�</p><p>�Der Zaubereiminister wird Harry Potter niemals einstellen!�, sagte Umbridge und ihre Stimme schwoll an vor Zorn.</p><p>�Es k�nnte durchaus ein anderer Zaubereiminister im Amt sein, wenn Potter so weit ist, die Arbeit anzutreten!�, rief Professor McGonagall.</p><p>�Aha!�, kreischte Professor Umbridge und deutete mit einem Wurstfinger auf McGonagall. �Ja! Ja, ja, ja! Nat�rlich! Das ist es, was Sie wollen, nicht wahr, Minerva McGonagall?</p><p>Sie wollen, dass Cornelius Fudge durch Albus Dumbledore ersetzt wird! Sie glauben, Sie werden da sein, wo ich bin, stimmt's: Erste Untersekret�rin des Ministers und dazu noch Schulleiterin!�</p><p>�Sie faseln�, sagte Professor McGonagall mit ausgesuchter Verachtung.</p><p>�Potter, damit ist unsere Berufsberatung beendet.�</p><p>Harry schwang sich die Tasche �ber die Schulter und eilte hinaus, ohne einen Blick zur�ck auf Professor Umbridge zu wagen. Den ganzen Korridor entlang konnte er h�ren, wie sie und Professor McGonagall sich weiter anschrien.</p><p>Professor Umbridge keuchte immer noch, als h�tte sie gerade an einem Wettlauf teilgenommen, als sie an diesem Nachmittag zu ihnen in Verteidigung gegen die dunklen K�nste kam.</p><p>�Ich hoffe, du hast dir doch noch mal �berlegt, was du vorhattest, Harry�, fl�sterte Hermine, sobald sie ihre B�cher bei �Kapitel vierunddrei�ig, Nicht-Vergeltung und Verhandlung� aufgeschlagen hatten. �Umbridge sieht aus, als ob sie schon jetzt furchtbar schlecht gelaunt w�re ...�</p><p>Alle paar Minuten schoss Umbridge finstere Blicke auf Harry ab, der den Kopf gesenkt hielt, tr�be auf <emphasis>Theorie magischer Verteidigung </emphasis>starrte und nachdachte ...</p><p>Er konnte sich Professor McGonagalls Reaktion sehr gut ausmalen, wenn er dabei erwischt w�rde, wie er, nur Stunden nachdem sie sich f�r ihn ins Zeug gelegt hatte, in Professor Umbridges B�ro eindrang ... nichts hinderte ihn daran, einfach in den Gryffindor-Turm zur�ckzukehren und zu hoffen, dass er irgendwann in den kommenden Sommerferien die Gelegenheit haben w�rde, Sirius �ber das zu befragen, was er im Denkarium miterlebt hatte ... nichts, nur dass der Gedanke, er k�nnte diesen vern�nftigen Weg einschlagen, ihm das Gef�hl gab, ein bleiernes Gewicht w�re ihm in den Magen gefallen ... und dann war da noch die Sache mit Fred und George, deren Ablenkungsman�ver bereits geplant war, ganz zu schweigen von dem Messer, das Sirius ihm geschenkt hatte und das im Moment in seiner Schultasche steckte, genau wie der alte Tarnumhang seines Vaters. Doch es blieb dabei, wenn er erwischt w�rde ...</p><empty-line/><p>�Dumbledore hat sich geopfert, um dich in der Schule halten zu k�nnen, Harry!�, fl�sterte Hermine und hob ihr Buch, um ihr Gesicht vor Umbridge zu verbergen. �Und wenn du heute rausgeschmissen wirst, dann w�re alles umsonst gewesen!�</p><p>Er konnte seinen Plan aufgeben und einfach mit der Erinnerung daran leben lernen, was sein Vater vor �ber zwanzig Jahren an einem Sommertag getan hatte</p><p>...</p><p>Und dann fiel ihm Sirius im Feuer oben im Gemeinschaftsraum der Gryffindors ein ...</p><p><emphasis>�Du �hnelst deinem Vater weniger, als ich gedacht hatte ... Gerade wegen des Risikos h�tte es James Spa� gemacht.�</emphasis></p><p>Aber wollte er �berhaupt noch so sein wie sein Vater?</p><p>�Harry, tu's nicht, bitte, tu's nicht!�, sagte Hermine mit ver�ngstigter Stimme, als es am Ende der Stunde l�utete.</p><p>Er antwortete nicht; er wusste nicht, was er tun sollte.</p><p>Ron schien entschlossen, weder seine Meinung noch seinen Rat beizusteuern.</p><p>Er vermied es, Harry anzusehen, doch als Hermine den Mund �ffnete, um Harry weiter zu bearbeiten, sagte er mit leiser Stimme: �Lass mal gut sein, okay? Er kann f�r sich allein entscheiden.�</p><p>Harrys Herz schlug sehr schnell, als er das Klassenzimmer verlie�. Er war auf halbem Weg den Korridor entlang, als er von fern unverkennbar den L�rm eines Ablenkungsman�vers h�rte. Von irgendwo �ber ihnen hallten Schreie und Rufe wider. Sch�ler, die aus den Klassenzimmern rund um Harry kamen, blieben schlagartig stehen und blickten �ngstlich hoch zur Decke -</p><p>Umbridge kam aus ihrem Klassenzimmer gest�rzt, so schnell ihre kurzen Beine sie trugen. Sie zog ihren Zauberstab und eilte in die andere Richtung davon: Jetzt oder nie!</p><p>�Harry - bitte!�, flehte Hermine matt.</p><p>Doch er hatte sich entschieden. Er zog seine Tasche sicherheitshalber fester an die Schulter und rannte los, im Zickzack zwischen den entgegenkommenden Sch�lern hindurch, die in die andere Richtung hasteten, um zu sehen, was es mit dem Tumult im Ostfl�gel auf sich hatte.</p><p>Harry erreichte den Korridor zu Umbridges B�ro und fand ihn menschenleer.</p><p>Er rannte hinter eine gro�e R�stung, deren Helm sich quietschend umdrehte und ihn ansah, zog seine Tasche auf, packte Sirius' Messer und warf sich den Tarnumhang �ber. Dann kroch er langsam und vorsichtig hinter der R�stung hervor und den Korridor entlang, bis er Umbridges T�r erreicht hatte.</p><p>Er steckte die Klinge des magischen Messers in den T�rschlitz und bewegte es sachte auf und ab, dann zog er sie wieder heraus. Es gab ein leises Klicken und die T�r schwang auf. Er huschte geduckt hinein, schloss rasch die T�r hinter sich und sah sich um.</p><p>Nichts bewegte sich au�er den schrecklichen K�tzchen, die unentwegt auf den Wandtellern �ber den beschlagnahmten Flugbesen umhertollten.</p><p>Harry riss sich den Tarnumhang herunter, ging mit z�gigen Schritten hin�ber zum Kamin und fand innerhalb von Sekunden, wonach er suchte: eine kleine Schachtel mit glitzerndem Flohpulver.</p><p>Er kniete sich mit zitternden H�nden vor dem leeren Feuerrost nieder. Noch nie hatte er das getan, doch er meinte zu wissen, wie es funktionieren musste. Er steckte den Kopf in die Kamin�ffnung, nahm eine kr�ftige Prise von dem Pulver und streute es auf die Holzscheite, die ordentlich unter ihm aufgestapelt waren.</p><p>Sofort brachen smaragdgr�ne Flammen aus ihnen hervor.</p><p>�Grimmauldplatz Nummer zw�lf!�, sagte Harry laut und deutlich.</p><p>Es war eine der merkw�rdigsten Empfindungen, die er je gehabt hatte.</p><p>Nat�rlich war er schon �fter mit Flohpulver gereist, doch bisher war es sein ganzer K�rper gewesen, der in den Flammen um seine eigene Achse gewirbelt und durch das Netzwerk der Zaubererkamine geflogen war, das sich �ber das Land erstreckte. Diesmal blieben seine Knie fest auf dem kalten Boden von Umbridges B�ro und nur sein Kopf raste durch das smaragdene Feuer ...</p><p>Und dann, so pl�tzlich, wie es begonnen hatte, h�rte das Wirbeln auf. Ihm war ziemlich schlecht und er hatte das Gef�hl, einen ungew�hnlich warmen Schal um den Kopf zu tragen, und als er die Augen �ffnete, stellte er fest, dass er aus dem K�chenkamin heraus auf den langen Holztisch blickte, an dem ein Mann sa� und �ber einem Blatt Pergament br�tete.</p><p>�Sirius?�</p><p>Der Mann zuckte zusammen und drehte sich um. Es war nicht Sirius, sondern Lupin.</p><p>�Harry!�, sagte er, offenbar zutiefst erschrocken. �Was tust du - was ist passiert, sind alle gesund?�</p><p>�Ja�, sagte Harry. �Ich hab mich nur gefragt - ich meine, ich hatte einfach Lust - mich mal mit Sirius zu unterhalten.�</p><p>�Ich ruf ihn�, sagte Lupin mit immer noch perplexer Miene und erhob sich,</p><p>�er ist oben, um nach Kreacher zu schauen, der scheint sich wieder auf dem Dachboden zu verstecken ...�</p><p>Und Harry sah Lupin aus der K�che eilen. Nun blieb ihm nichts anderes �brig, als den Stuhl und die Tischbeine anzustarren. Er fragte sich, warum Sirius nie erw�hnt hatte, wie unbequem es war, aus dem Kamin heraus zu sprechen; seine Knie protestierten schon schmerzhaft gegen die allzu lange Ber�hrung mit Umbridges hartem Steinboden.</p><p>Wenige Augenblicke sp�ter kehrte Lupin mit Sirius auf den Fersen zur�ck.</p><p>�Was ist los?�, sagte Sirius dr�ngend, wischte sich das lange dunkle Haar aus den Augen und lie� sich vor dem Kamin auf den Boden sinken, so dass er und Harry auf gleicher H�he waren. Auch Lupin kniete sich besorgt nieder. �Alles in Ordnung mit dir? Brauchst du Hilfe?�</p><p>�Nein�, sagte Harry, �darum geht es nicht ... ich wollte nur ... �ber meinen Dad reden.�</p><p>Sie tauschten einen h�chst �berraschten Blick, aber Harry hatte keine Zeit, sich peinlich ber�hrt oder verlegen zu f�hlen. Seine Knie schmerzten mit jeder Sekunde mehr und er sch�tzte, dass seit dem Beginn des Ablenkungsman�vers schon f�nf Minuten vergangen waren. George hatte ihm nur zwanzig garantiert.</p><p>So fing er ohne Umschweife an zu erz�hlen, was er im Denkarium gesehen hatte.</p><p>Als er geendet hatte, redeten einen Moment lang weder Sirius noch Lupin.</p><p>Dann sagte Lupin le ise: �Ich m�chte nicht, dass du deinen Vater nach dem beurteilst, was du dort gesehen hast, Harry. Er war erst f�nfzehn -�</p><p>�Ich bin auch f�nfzehn�, erwiderte Harry aufgebracht.</p><p>�Sieh mal, Harry�, sagte Sirius beschwichtigend, �James und Snape haben einander gehasst, seit sie sich zum ersten Mal gesehen hatten, es war eben so, das kannst du doch verstehen, oder? Ich vermute, James war all das, was Snape sein wollte - er war beliebt, er war gut im Quidditch - gut in so ziemlich allem. Und Snape war einfach nur dieser merkw�rdige Kauz, der bis �ber beide Ohren in den dunklen K�nsten steckte, und James - als was er dir auch sonst erschienen sein mag, Harry - James hat die dunklen K�nste immer verabscheut.�</p><p>�Ja�, sagte Harry, �aber er hat Snape ohne richtigen Grund angegriffen, nur weil - also, nur weil du sagtest, du w�rdest dich langweilen�, schloss er ein wenig kleinlaut.</p><p>�Darauf bin ich nicht stolz�, sagte Sirius rasch.</p><p>Lupin sah Sirius von der Seite her an und sagte dann: �Sieh mal, Harry, du musst verstehen, dass dein Vater und Sirius bei allem, was sie taten, die Besten in der Schule waren - alle hielten sie f�r absolut cool -, und wenn sie sich da manchmal ein bisschen haben hinrei�en lassen -�</p><empty-line/><p>�Wenn wir manchmal arrogante kleine Hohlk�pfe waren, meinst du�, warf Sirius ein.</p><p>Lupin l�chelte.</p><p>�Er hat andauernd sein Haar verstrubbelt�, sagte Harry mit gequ�lter Stimme.</p><p>Sirius und Lupin lachten.</p><p>�Hab ich ganz vergessen, dass er das immer getan hat�, sagte Sirius z�rtlich.</p><p>�Hat er mit dem Schnatz gespielt?�, fragte Lupin neugierig.</p><p>�Ja�, sagte Harry und beobachtete verst�ndnislos, wie Sirius und Lupin erinnerungsselig l�chelten. �Na ja ... mir kam er wie ein ziemlicher Idiot vor.�</p><p>�Nat�rlich war er ein ziemlicher Idiot!�, sagte Sirius munter. �Wir waren alle Idioten! Nun ja - Moony vielleicht nicht so�, sagte er der Fairness halber mit einem Blick auf Lupin.</p><p>Doch Lupin sch�ttelte den Kopf. �Hab ich euch jemals gesagt, ihr sollt Snape in Ruhe lassen?�, sagte er. �Hab ich je den Mumm gehabt, euch zu sagen, dass ihr zu weit geht?�</p><p>�Na ja�, sagte Sirius, �du hast uns manchmal dazu gebracht, dass wir uns vor uns selbst sch�mten ... immerhin ...�</p><p>�Und�, sagte Harry hartn�ckig, entschlossen, wenn er nun schon mal hier war, alles zu sagen, was ihm im Kopf herumging, �und er hat st�ndig zu den M�dchen am See r�bergeguckt und gehofft, sie w�rden ihm zusehen!�</p><p>�Oh, nun ja, er hat sich immer zum Narren gemacht, wenn Lily in der N�he war�, sagte Sirius achselzuckend. �Er konnt's einfach nicht lassen, 'ne Show abzuziehen, wenn er in ihrer Reichweite war.�</p><p>�Wie kam es, dass sie ihn geheiratet hat?�, fragte Harry bedr�ckt. �Sie hat ihn doch gehasst!�</p><p>�N�, hat sie nicht�, sagte Sirius.</p><p>�Sie hat in der siebten Klasse angefangen mit ihm zu gehen�, sagte Lupin.</p><p>�Sobald James sich ein wenig die H�rner abgesto�en hatte�, sagte Sirius.</p><p>�Und aufgeh�rt hatte, Leute nur so zum Spa� zu verhexen�, sagte Lupin.</p><p>�Sogar Snape?�, fragte Harry.</p><p>�Nun�, sagte Lupin langsam. �Mit Snape war es etwas Besonderes. Ich meine, er hat nie eine Gelegenheit ausgelassen, James einen Fluch aufzuhalsen, also konntest du nicht erwarten, dass James das einfach so ohne weiteres hinnahm, oder?�</p><empty-line/><p>�Und meine Mum hat das nicht gest�rt?�</p><p>�Um ehrlich zu sein, sie hat nicht allzu viel davon mitgekriegt�, sagte Sirius.</p><p>�James hat ihn nicht zu ihren Verabredungen mitgenommen und ihn vor ihr verhext, verstehst du?�</p><p>Sirius sah Harry, der immer noch nicht �berzeugt wirkte, mit gerunzelter Stirn an.</p><p>�Sieh mal�, sagte er, �dein Vater war der beste Freund, den ich je hatte, und er war ein guter Mensch. Im Alter von f�nfzehn sind eine Menge Leute Idioten. Er ist da rausgewachsen.�</p><p>�Ja, schon gut�, sagte Harry mit schwerer Stimme. �Ich h�tte nur nicht gedacht, dass mir Snape jemals Leid tun w�rde.�</p><p>�Da f�llt mir ein�, sagte Lupin mit einer kleinen Falte zwischen seinen Augenbrauen, �wie hat Snape reagiert, als er bemerkt hat, dass du all das gesehen hattest?�</p><p>�Er hat gesagt, er w�rde mich nie wieder in Okklumentik unterrichten�, sagte Harry gleichm�tig, �als ob das eine gro�e Entt�usch-�</p><p>�Er hat WAS?�, rief Sirius, und Harry erschrak so heftig, dass er einen Mund voll Asche einatmete.</p><p>�Meinst du das im Ernst, Harry?�, sagte Lupin rasch. �Er gibt dir keinen Unterricht mehr?�</p><p>�Ja�, erwiderte Harry, �berrascht angesichts dieser, wie es ihm vorkam, v�llig �berzogenen Reaktion. �Aber das ist schon in Ordnung, ehrlich gesagt, ich bin eigentlich ganz froh -�</p><p>�Ich komm da hoch und kn�pf mir Snape vor!�, sagte Sirius nachdr�cklich und wollte tats�chlich aufstehen, doch Lupin zerrte ihn wieder zu Boden.</p><p>�Wenn jemand mit Snape redet, dann ich!�, meinte er entschieden. �Aber Harry, zun�chst mal musst du wieder zu Snape und ihm sagen, dass er auf keinen Fall aufh�ren darf dich zu unterrichten - wenn Dumbledore das erf�hrt -�</p><p>�Das kann ich ihm nicht sagen, der w�rde mich umbringen!�, sagte Harry emp�rt. �Ihr habt ihn nicht gesehen, als wir aus dem Denkarium kamen.�</p><p>�Harry, es gibt nichts Wichtigeres, als dass du Okklumentik lernst!�, sagte Lupin streng. �Verstehst du mich? Nichts!�</p><p>�Okay, okay�, entgegnete Harry, ernstlich verwirrt und genervt dazu. �Ich werd ... ich werd versuchen ihm was zu sagen ... aber das wird nicht -�</p><p>Er verstummte. In der Ferne konnte er Schritte h�ren.</p><empty-line/><p>�Ist das Kreacher, der die Treppe runterkommt?�</p><p>�Nein�, sagte Sirius und warf einen Blick hinter sich. �Das muss jemand bei dir dr�ben sein.�</p><p>Harrys Herz setzte mehrere Schl�ge lang aus.</p><p>�Ich geh jetzt besser!�, sagte er hastig und zog seinen Kopf aus dem Kamin am Grimmauldplatz. Einen Moment lang schien er auf seinen Schultern zu rotieren, dann fand Harry sich wieder vor Umbridges Kamin knien, den Kopf fest auf dem Hals, und er konnte sehen, wie die smaragdgr�nen Flammen flackerten und erstarben.</p><p>�Rasch, rasch!�, h�rte er eine pfeifende Stimme direkt vor der B�rot�r murmeln. �Ah, sie hat sie offen gelassen -�</p><p>Harry st�rzte sich auf seinen Tarnumhang und hatte es gerade geschafft, ihn wieder �berzuwerfen, als Filch ins B�ro gest�rmt kam. Aus irgendeinem Grund schien er ganz aus dem H�uschen vor Freude, und fiebrig mit sich selbst redend, durchquerte er den Raum, zog eine Schublade von Umbridges Schreibtisch auf und fing an, die Papiere darin zu durchst�bern.</p><p>�Peitschgenehmigung ... Peitschgenehmigung ... endlich darf ich es tun ... das haben sie sich schon seit Jahren verdient ...�</p><p>Er zog ein St�ck Pergament heraus, k�sste es, dr�ckte es an die Brust und schlurfte rasch wieder zur T�r hinaus.</p><p>Harry sprang auf, pr�fte, ob er seine Tasche hatte und dass der Tarnumhang ihn vollst�ndig bedeckte, dann riss er die T�r auf und hastete aus dem B�ro, Filch hinterher, der so schnell dahinhumpelte, wie Harry es noch nie gesehen hatte.</p><p>Einen Absatz der Treppe tiefer, die von Umbridges B�ro hinabf�hrte, hielt es Harry f�r ungef�hrlich, wieder sichtbar zu werden. Er zog den Umhang aus, stopfte ihn in seine Tasche und eilte weiter. Von der Eingangshalle her war lautes Geschrei und Fu�getrappel zu h�ren. Er rannte die Marmortreppe hinunter und es sah ganz so aus, als ob der Gro�teil der Schule sich hier versammelt h�tte.</p><p>Es war genau wie an jenem Abend, als Trelawney entlassen worden war.</p><p>Sch�ler standen in einem gro�en Kreis an den W�nden (manche von ihnen, fiel Harry auf, waren durchn�sst von einer Fl�ssigkeit, die ganz nach Stinksaft aussah); auch Lehrer und Gespenster fanden sich in der Menge. Unter den Zuschauern fielen die Mitglieder des Inquisitionskommandos auf, die alle �u�erst selbstzufrieden blickten, und Peeves, der �ber den K�pfen umherh�pfte, sp�hte hinab auf Fred und George, die mitten im Raum standen und unverkennbar den Eindruck von zweien machten, die gerade in die Enge getrieben worden waren.</p><p>�So!�, sagte Umbridge triumphierend. Harry bemerkte, dass sie nur ein paar Stufen unter ihm stand und wieder einmal auf ihre Beute hinabsah. �So - Sie halten es also f�r witzig, einen Schulkorridor in einen Sumpf zu verwandeln?�</p><p>�Ziemlich witzig, ja�, sagte Fred und blickte ohne die geringste Spur von Angst zu ihr hoch.</p><p>Filch, der vor Gl�ck fast weinte, k�mpfte sich mit den Ellbogen n�her an Umbridge heran.</p><p>�Ich hab das Formular, Schulleiterin�, sagte er heiser und wedelte mit dem Blatt Pergament, das Harry ihn gerade aus ihrem Schreibtisch hatte nehmen sehen. �Ich hab das Formular und meine Peitschen warten ... oh, lassen Sie es mich jetzt tun ...�</p><p>�Sehr gut, Argus�, sagte sie. �Sie beide�, fuhr sie fort und stierte auf Fred und George hinab, �werden gleich erfahren, was mit Misset�tern in meiner Schule passiert.�</p><p>�Wissen Sie, was?�, entgegnete Fred. �Das glaube ich kaum.�</p><p>Er wandte sich an seinen Zwillingsbruder.</p><p>�George�, sagte Fred, �ich glaub, wir sind zu alt geworden f�r die Ganztagsschule.�</p><p>�Ja, das Gef�hl hab ich auch�, sagte George locker.</p><p>�Wird Zeit, dass wir unsere F�higkeiten in der wirklichen Welt ausprobieren, meinst du nicht?�, fragte Fred.</p><p>�Ganz bestimmt�, sagte George.</p><p>Und ehe Umbridge ein Wort sagen konnte, erhoben sie ihre Zauberst�be und sagten im Chor:</p><p><emphasis>�Accio Besen!�</emphasis></p><p>Harry h�rte irgendwo in der Ferne ein lautes Krachen. Er blickte nach links und duckte sich gerade rechtzeitig. Freds und Georges Besen, von denen einer immer noch die schwere Kette und den eisernen Haken hinter sich herzog, mit dem Umbridge sie an der Wand befestigt hatte, sausten den Korridor entlang auf ihre Besitzer zu. Sie bogen nach links, st�rzten die Treppe hinab und stoppten knapp vor den Zwillingen, wobei die Kette laut auf dem steingefliesten Boden rasselte.</p><p>�Auf Nimmerwiedersehen�, verk�ndete Fred Professor Umbridge und schwang ein Bein �ber den Besen.</p><p>�Ja, Sie brauchen uns keine Postkarte zu schicken�, sagte George und bestieg seinen Besen.</p><empty-line/><p>Fred sah �ber die versammelten Sch�ler hin, eine stumme, wachsame Menge.</p><p>�Wenn jemand Lust hat, einen Tragbaren Sumpf zu kaufen, wie oben vorgef�hrt, dann kommt doch mal in die Winkelgasse dreiundneunzig - Weasleys Zauberhafte Zauberscherze�, sagte er lauthals. �Unser neues Ladengesch�ft.�</p><p>�F�r Hogwarts-Sch�ler, die schw�ren, dass sie unsere Produkte einsetzen, um diese alte Fledermaus loszuwerden, gibt es Spezialrabatte�, erg�nzte George und deutete auf Professor Umbridge.</p><p>�HALTET SIE AUF!�, kreischte Umbridge, doch zu sp�t. Als das Inquisitionskommando losst�rmte, stie�en sich Fred und George vom Boden ab, schossen knapp f�nf Meter in die H�he und lie�en den eisernen Haken gef�hrlich unter sich pendeln. Fred sp�hte quer durch die Halle zu dem Poltergeist, der auf seiner H�he �ber der Menge herumh�pfte.</p><p>�Peeves, mach ihr in unserem Namen das Leben hier zur H�lle.�</p><p>Und Peeves, den Harry nie einen Befehl von einem Sch�ler hatte annehmen sehen, riss sich den Glockenhut vom Kopf und salutierte, als Fred und George unter dem tosenden Applaus der Sch�lerschar herumwirbelten und aus dem offenen Portal in den herrlichen Sonnenuntergang flogen.</p></section><section><title><p>Grawp</p></title><p>Die Geschichte von Freds und Georges Flucht in die Freiheit wurde w�hrend der n�chsten Tage so h�ufig wiedererz�hlt, dass Harry wusste, sie w�rde bald Stoff f�r Hogwarts-Legenden sein: Nach gerade mal einer Woche waren sogar jene, die es selbst miterlebt hatten, schon halbwegs davon �berzeugt, sie h�tten gesehen, wie sich die Zwillinge besenreitend auf Umbridge hinabgest�rzt und sie mit Stinkbomben bombardiert h�tten, ehe sie zur T�r hinausgeflogen waren.</p><p>Unter dem unmittelbaren Eindruck ihres Abgangs wurden allenthalben gro�e Reden geschwungen von wegen, man wolle es ihnen gleichtun. Harry bekam des �fteren mit, wie Mitsch�ler beispielsweise verk�ndeten: �Ehrlich gesagt, irgendwann spring ich auch auf den Besen und hau hier ab� oder: �Noch so 'ne Stunde und ich mach vielleicht 'nen Weasley.�</p><p>Fred und George hatten daf�r gesorgt, dass man sie nicht allzu schnell vergessen w�rde. Zum einen hatten sie keine Anleitung hinterlassen, wie der Sumpf, in den sich der Korridor zum Ostfl�gel im f�nften Stock verwandelt hatte, wieder beseitigt werden konnte. Umbridge und Filch waren dabei beobachtet worden, wie sie es auf diese und jene Weise versucht hatten, freilich erfolglos.</p><p>Schlie�lich sperrte man den ganzen Bereich mit Seilen ab, und der w�tend mit den Z�hnen knirschende Filch erhielt den Auftrag, die Sch�ler im Kahn hin�ber zu ihren Klassenzimmern zu staken. Harry war sicher, dass Lehrer wie McGonagall oder Flitwick den Sumpf im Nu h�tten verschwinden lassen k�nnen, doch genau wie im Falle von Freds und Georges wildfeurigen Wunderknallern schauten sie offenbar lieber zu, wie Umbridge sich abstrampelte.</p><p>Au�erdem waren da noch die beiden gro�en besenf�rmigen L�cher in Umbridges B�rot�r, durch die Freds und Georges Sauberwischs gekracht waren, um zu ihren Herren zur�ckzukehren. Filch h�ngte eine neue T�r ein und lie� Harrys Feuerblitz in die Kerker verschwinden, und das Ger�cht ging um, Umbridge habe zur Bewachung des Besens einen bewaffneten Sicherheitstroll dorthinunter beordert. Umbridges �rger fand damit jedoch noch lange kein Ende.</p><p>Angeregt durch Freds und Georges Beispiel, konkurrierte nun eine gro�e Zahl von Sch�lern um die frei gewordenen Posten der obersten Tunichtgute. Trotz der neuen T�r schaffte es jemand, einen fellschn�uzigen Niffler in Umbridges B�ro zu schmuggeln, der sich prompt auf die Suche nach gl�nzenden Gegenst�nden machte und den Raum dabei in Schutt und Asche legte, sich dann auf die hereinkommende Umbridge st�rzte und versuchte, die Ringe von ihren Wurstfingern zu nagen. In den Korridoren wurden so h�ufig Stinkbomben und Stinkk�gelchen geworfen, dass es unter den Sch�lern neue Mode wurde, sich selbst einen Kopfblasen-Zauber zu verpassen, ehe sie den Unterricht verlie�en, um ein wenig frische Luft zur Verf�gung zu haben, selbst wenn sie alle so eigenartig dabei aussahen, als w�rden sie umgest�lpte Goldfischbassins auf den K�pfen tragen.</p><p>Filch pirschte mit gez�ckter Reitpeitsche durch die G�nge, verzweifelt darauf aus, irgendwelche �belt�ter zu fassen, doch gab es inzwischen so viele von ihnen, dass er nie wusste, wohin er sich wenden sollte. Das Inquisitionskommando m�hte sich, ihm zu helfen, aber seinen Mitgliedern passierten laufend merkw�rdige Dinge. Warrington aus Slytherins Quidditch-Mannschaft meldete sich mit einem f�rchterlichen Hautleiden im Krankenfl�gel, das ihn aussehen lie�, als w�re er mit Cornflakes �berzogen worden. Zu Hermines Freude verpasste Pansy Parkinson tags darauf den gesamten Unterricht, da ihr ein Geweih gewachsen war.</p><p>Unterdessen wurde klar, wie viele Nasch-und-Schw�nz-Leckereien Fred und George eigentlich hatten verkaufen k�nnen, ehe sie Hogwarts verlie�en.</p><p>Umbridge musste nur den Fu� in ein Klassenzimmer setzen, und schon fingen die Sch�ler dort an, in Ohnmacht zu fallen, sich zu �bergeben, gef�hrliches Fieber zu bekommen oder Blut aus beiden Nasenl�chern spritzen zu lassen. Zeter und Mordio schreiend versuchte sie die Quelle dieser mysteri�sen Krankheitserscheinungen aufzusp�ren, doch die Sch�ler erkl�rten ihr hartn�ckig, dass sie an �Umbridgitis� litten. Nachdem sie vier Klassen nacheinander Nachsitzen aufgebrummt hatte und dennoch ihr Geheimnis nicht hatte l�ften k�nnen, musste sie aufgeben und es den blutenden, in Ohnmacht fallenden, schwitzenden und sich �bergebenden Sch�lern erlauben, ihren Unterricht scharenweise zu verlassen.</p><p>Doch selbst wer die Leckereien a�, konnte Peeves, dem Meister des Chaos, nicht das Wasser reichen, der sich Freds Abschiedsworte offenbar so richtig zu Herzen genommen hatte. Mit einem irren Gackern preschte er durch die Schule, stellte Tische auf den Kopf, brach aus Tafeln hervor, st�rzte Statuen und Vasen um; zweimal schloss er Mrs. Norris in eine R�stung ein, aus der sie laut maunzend von dem w�tenden Hausmeister befreit wurde. Peeves schlug Laternen zu Bruch und blies Kerzen aus, jonglierte mit brennenden Fackeln �ber den K�pfen schreiender Sch�ler und sorgte daf�r, dass ordentlich gestapelte Pergamentst��e in die Kaminfeuer oder aus den Fenstern fielen. Er �berflutete den zweiten Stock, indem er alle Wasserh�hne in den Klos herausriss, warf einen Sack Taranteln zur Fr�hst�ckszeit mitten in die Gro�e Halle, und wann immer ihm nach einer Verschnaufpause zumute war, schwebte er stundenlang hinter Umbridge her und schnaubte laut und ver�chtlich, wenn sie den Mund aufmachte.</p><p>Au�er Filch schien niemand vom Personal auch nur einen Finger zu r�hren, um ihr zu helfen. Tats�chlich konnte Harry eine Woche nach Freds und Georges Abgang mit ansehen, wie Professor McGonagall direkt an Peeves vorbeiging, der entschlossen damit besch�ftigt war, einen Kristalll�ster loszuschrauben, und er h�tte schw�ren k�nnen, dass er geh�rt hatte, wie sie aus dem Mundwinkel zu dem Poltergeist sagte: �Andersrum drehen.�</p><p>Um all dem die Krone aufzusetzen, hatte Montague sich immer noch nicht von seinem Aufenthalt in der Toilette erholt; er blieb verwirrt und orientierungslos, und eines Dienstagmorgens sah man seine Eltern mit zornentbrannten Gesichtern den Zufahrtsweg hochschreiten.</p><p>�Sollten wir nicht etwas sagen?�, fragte Hermine mit besorgter Stimme in Zauberkunst und presste die Wange ans Feilster, damit sie Mr. und Mrs.</p><p>Montague hineingehen sehen konnte. �Was mit ihm passiert ist? Vielleicht hilft es Madam Pomfrey, ihn zu heilen?�</p><p>�'t�rlich nicht, der wird sich schon wieder erholen�, sagte Ron gleichg�ltig.</p><p>�Jedenfalls noch mehr �rger f�r Umbridge, oder?�, sagte Harry mit Genugtuung in der Stimme.</p><p>Er und Ron stupsten die Teetassen, die sie verzaubern sollten, mit den Zauberst�ben an. Aus Harrys Tasse wuchsen vier sehr kurze Beine, die nicht bis auf die Tischplatte reichten und sinnlos in der Luft zappelten. Aus Rons wuchsen vier sehr d�nne Storchbeine, die unter gro�en Schwierigkeiten die Tasse vom Tisch stemmten, einige Sekunden zitterten und dann einknickten, worauf die Tasse entzweibrach.</p><p><emphasis>�Reparo�, </emphasis>sagte Hermine rasch und f�gte Rons Tasse mit einem Schwung ihres Zauberstabs wieder zusammen. �Das ist ja alles sch�n und gut, aber was, wenn Montague dauerhaft verletzt ist?�</p><p>�Wen schert das?�, sagte Ron gereizt, w�hrend seine Teetasse wie beschwipst wankend und heftig mit den Knien zitternd wieder aufstand. �Montague h�tte nicht versuchen sollen, Gryffindor diese ganzen Punkte abzunehmen, oder? Wenn du dich schon um jemand sorgen willst, Hermine, dann um mich!�</p><p>�Um dich?�, erwiderte sie, fing ihre Tasse ein, die gerade auf vier kleinen kr�ftigen, gertenartigen Beinen gl�cklich �ber den Tisch davonh�pfte, und stellte sie wieder vor sich hin. �Warum sollte ich mir um dich Sorgen machen?�</p><p>�Wenn der n�chste Brief von Mum endlich durch Umbridges Kontrollen kommt�, sagte Ron bitter und hielt nun seine Tasse fest, w�hrend ihre mickrigen Beine kraftlos versuchten, ihr Gewicht zu tragen, �dann sitz ich tief in der Patsche. Mich w�rd's nicht �berraschen, wenn sie mir wieder einen Heuler geschickt h�tte.�</p><p>�Aber -�</p><p>�Sie wird mir die Schuld geben, dass Fred und George weg sind, wetten�, sagte Ron d�ster. �Sie wird sagen, ich h�tte sie aufhalten sollen, ich h�tte ihre Besen hinten packen und mich dranh�ngen sollen oder so was ... ja, es wird alles meine Schuld sein.�</p><p>�Also, wenn sie das tats�chlich behaupten w�rde, dann w�re das sehr ungerecht, du h�ttest doch �berhaupt nichts machen k�nnen! Aber ich bin sicher, das wird sie nicht, ich meine, wenn es wirklich stimmt, dass sie Ladenr�ume in der Winkelgasse haben, dann m�ssen sie das schon ewig geplant haben.�</p><p>�Ja, aber das ist auch so eine Sache, wie haben sie die R�ume gekriegt?�, sagte Ron und schlug mit dem Zauberstab so hart gegen seine Teetasse, dass die Beinchen wieder einknickten und sie nun zuckend vor ihm lag. �Das ist ein bisschen seltsam, oder? Die brauchen jede Menge Galleonen, damit sie sich die Miete f�r einen Laden in der Winkelgasse leisten k�nnen. Sie wird wissen wollen, was sie ausbaldowert haben, um sich so viel Gold zu beschaffen.�</p><p>�Stimmt schon, das hab ich mir auch �berlegt�, sagte Hermine und erlaubte ihrer Teetasse, in h�bschen kleinen Kreisen um Harrys Tasse herumzutraben, deren kurze Stummelbeine immer noch nicht die Tischplatte ber�hrten. �Ich frag mich, ob Mundungus sie dazu �berredet hat, gestohlenes Zeug zu verkaufen oder sonst was Scheu�liches.�</p><p>�Hat er nicht�, sagte Harry knapp.</p><p>�Woher wei�t du das?�, fragten Ron und Hermine im Chor.</p><p>�Weil -� Harry z�gerte, doch der Augenblick der Wahrheit schien endlich gekommen. Es hatte keinen Zweck, beharrlich weiter zu schweigen, wenn das bedeutete, dass Fred und George von allen verd�chtigt wurden, Kriminelle zu sein. �Weil sie das Gold von mir bekommen haben. Ich hab ihnen letzten Juni meinen Gewinn aus dem Trimagischen geschenkt.�</p><p>Eine erschrockene Stille trat ein, dann trabte Hermines Teetasse hurtig �ber den Tischrand und zerschellte am Boden.</p><p>�Oh, Harry, das darf nicht wahr sein!�, sagte Hermine.</p><p>�Doch, ist es�, entgegnete Harry widerborstig. �Und ich bereu's auch �berhaupt nicht. Ich hab das Gold nicht gebraucht und die werden einen tollen Scherzartikelladen aufziehen.�</p><p>�Aber das ist ja klasse!�, sagte Ron begeistert. �Es ist alles deine Schuld, Harry - Mum kann mir gar nichts anh�ngen! Kann ich ihr das sagen?�</p><p>�Ja, w�r wohl das Beste�, sagte Harry tr�bsinnig, �vor allem wenn sie glaubt, die kriegen gestohlene Kessel oder so was geliefert.�</p><p>Hermine sagte die restliche Stunde �berhaupt nichts mehr, doch Harry hatte den scharfen Verdacht, dass sie ihre Selbstdisziplin nicht lange w�rde durchhalten k�nnen. Und tats�chlich, als sie zur Pause das Schloss verlassen hatten und in der schwachen Maisonne standen, fixierte sie Harry mit wachsamen Augen und �ffnete mit entschlossener Miene den Mund.</p><p>Harry unterbrach sie, noch ehe sie etwas gesagt hatte.</p><p>�Hat keinen Zweck, an mir rumzukritteln, passiert ist passiert�, sagte er bestimmt. �Fred und George haben das Gold -und haben, was man so h�rt, auch schon einiges davon ausgegeben - und ich kann es nicht von ihnen zur�ckholen und will es auch nicht. Also spar dir die Worte, Hermine.�</p><p>�Ich wollte �berhaupt nichts �ber Fred und George sagen!�, entgegnete sie beleidigt.</p><p>Ron schnaubte ungl�ubig und Hermine versetzte ihm einen geh�ssigen Blick.</p><p>�Nein, ehrlich nicht!�, sagte sie zornig. �Ich hab Harry fragen wollen, wann er wieder zu Snape geht und ihn um weitere Okklumentikstunden bittet!�</p><p>Harry wurde schwer ums Herz. Sowie sie das Thema des dramatischen Abgangs von Fred und George ersch�pft hatten, was zugegebenerma�en viele Stunden gedauert hatte, wollten Ron und Hermine Neuigkeiten von Sirius h�ren.</p><p>Da Harry ihnen den Grund, warum er �berhaupt mit Sirius hatte reden wollen, nicht anvertraut hatte, war es schwierig gewesen, sich etwas einfallen zu lassen, was er ihnen erz�hlen konnte. Schlie�lich hatte er wahrheitsgem�� gesagt, dass Sirius von ihm verlangte, er solle den Okklumentikunterricht fortsetzen. Das hatte er sogleich bereut. Hermine wollte nicht von dem Thema lassen und kam immer wieder darauf zur�ck, wenn Harry es am wenigsten erwartete.</p><p>�Du kannst mir nicht erz�hlen, dass du inzwischen keine merkw�rdigen Tr�ume mehr hast�, sagte Hermine nun. �Ron hat mir n�mlich gesagt, dass du gestern Nacht wieder im Schlaf vor dich hin geredet hast.�</p><p>Harry warf Ron einen w�tenden Blick zu. Ron sah anst�ndigerweise aus, als w�rde er sich sch�men.</p><p>�Du hast nur ein wenig vor dich hin geredet�, murmelte er zu seiner Entschuldigung. �Etwas von wegen �nur noch ein bisschen weiter�.�</p><p>�Ich hab getr�umt, dass ich euch beim Quidditch zugesehen hab�, log Harry kaltbl�tig. �Ich wollte dich dazu bringen, dass du dich noch ein bisschen weiter streckst, um den Quaffel zu kriegen.�</p><p>Rons Ohren liefen rot an. Harry sp�rte ein gewisses Vergn�gen, sich ger�cht zu haben. Nat�rlich hatte er nichts dergleichen getr�umt.</p><p>In der letzten Nacht war er wieder einmal den Korridor zur Mysteriumsabteilung entlanggegangen. Er hatte den runden Raum durchquert, dann den Raum, der erf�llt war mit dem Ticken und dem tanzenden Licht, und hatte sich schlie�lich wieder in dem Gew�lberaum voller Regale befunden, auf denen staubige Glaskugeln aneinander gereiht waren.</p><p>Er war direkt zu Reihe Nummer siebenundneunzig geeilt, hatte sich nach links gewandt und war die Regalreihe entlanggerannt ... vermutlich hatte er bei dieser Gelegenheit laut gesprochen ... <emphasis>nur noch ein bisschen weiter ... </emphasis>denn er hatte gesp�rt, wie sein bewusstes Selbst ums Erwachen k�mpfte ... und bevor er das Ende der Reihe erreicht hatte, hatte er schon wieder wach im Bett ge legen und zum Baldachin seines Himmelbetts hochgestarrt.</p><p>�Du <emphasis>versuchst </emphasis>doch, deinen Geist zu verschlie�en, oder?�, sagte Hermine und sah Harry mit lebhaften Augen an. �Du machst doch mit deiner Okklumentik weiter?�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Harry und versuchte zu klingen, als w�re diese Frage eine Beleidigung, sah Hermine allerdings nicht direkt in die Augen. In Wahrheit war er so neugierig, was in dem Raum voll staubiger Kugeln verborgen sein mochte, dass er ganz erpicht darauf war, dass die Tr�ume weitergingen.</p><p>Das Problem war nur, dass in kaum einem Monat die Pr�fungen stattfanden und die Stoffwiederholung jede freie Minute beanspruchte, weshalb sein Kopf immer, wenn er zu Bett ging, derart mit Wissen ges�ttigt war, dass es ihm sehr schwer fiel, �berhaupt einzuschlafen. Und wenn er dann schlief, bescherte ihm sein �berarbeitetes Gehirn Nacht f�r Nacht alberne Tr�ume �ber die Pr�fungen.</p><p>Auch vermutete er, dass ein Teil seines Geistes - der Teil, der oft mit Hermines Stimme sprach - sich inzwischen schuldig f�hlte, wenn er diesen Korridor entlanglief, der an der schwarzen T�r endete, und ihn aufzuwecken versuchte, bevor er das Ziel seiner Reise erreichen konnte.</p><p>�Wei�t du�, sagte Ron, dessen Ohren immer noch flammend rot waren, �wenn Montague nicht wieder gesund wird, bevor Slytherin gegen Hufflepuff spielt, haben wir vielleicht eine Chance, den Pokal zu gewinnen.�</p><p>�Ja, denk ich auch�, sagte Harry und war froh �ber den Themenwechsel.</p><p>�Ich meine, wir haben eins gewonnen, eins verloren - wenn Slytherin n�chsten Samstag gegen Hufflepuff verliert -�</p><p>�Ja, stimmt�, sagte Harry und wusste im selben Augenblick schon nicht mehr richtig, welcher Behauptung er da eigentlich zustimmte. Cho Chang war soeben �ber den Hof gegangen und hatte es entschlossen vermieden, ihn anzusehen.</p><p>Das abschlie�ende Quidditch-Spiel der Saison, Gryffindor gegen Ravenclaw, sollte am letzten Maiwochenende stattfinden. Die Slytherins waren in ihrem letzten Match zwar knapp von den Hufflepuffs besiegt worden, doch die Gryffindors wagten es nicht, auf einen Sieg zu hoffen, vor allem wegen Rons unterirdischen Leistungen als H�ter (was ihm nat�rlich keiner sagte). Er selbst jedoch schien neue Zuversicht gewonnen zu haben.</p><p>�Ich meine, schlechter kann ich nicht werden, oder?�, erkl�rte er Harry und Hermine grimmig beim Fr�hst�ck am Morgen des Spiels. �Es gibt jetzt nichts mehr zu verlieren, stimmt's?�</p><p>�Wei�t du�, sagte Hermine, w�hrend sie und Harry ein wenig sp�ter inmitten einer sehr aufgeregten Menge zum Feld hinuntergingen, �ich k�nnte mir vorstellen, dass Ron besser spielt, wenn Fred und George nicht dabei sind. Die haben ihm nie sonderlich viel Selbstvertrauen eingefl��t.�</p><p>Luna Lovegood �berholte sie, und es schien so, als w�rde ein lebender Adler auf ihrem Kopf sitzen.</p><p>�Ach Mensch, hab ich ja ganz vergessen!�, sagte Hermine und beobachtete, wie der Adler mit den Fl�geln schlug, w�hrend Luna in aller Gem�tsruhe an einer Gruppe gackernder und mit den Fingern auf sie zeigender Slytherins vorbeiging.</p><p>�Cho spielt doch auch, oder?�</p><p>Harry, der es nicht vergessen hatte, grunzte nur.</p><p>Sie fanden Pl�tze in der zweitobersten Reihe auf der Trib�ne. Es war ein sch�ner, klarer Tag. Ron h�tte sich nichts Besseres w�nschen k�nnen, und Harry merkte, wie er gegen alle Vernunft hoffte, Ron w�rde den Slytherins nicht noch mehr Anl�sse zu provozierenden �Weasley ist unser King�-Schlachtges�ngen liefern.</p><p>Lee Jordan, der seit Freds und Georges Abgang ausgesprochen tr�bselig war, kommentierte wie �blich das Spiel. Als die Mannschaften auf das Feld herausgest�rmt kamen, nannte er die Namen der Spieler l�ngst nicht so begeistert wie sonst.</p><p>�... Bradley ... Davies ... Chang�, sagte er, und Harry hatte das Gef�hl, dass sein Magen nicht gerade einen Salto r�ckw�rts hinlegte, sondern eher schw�chlich schlingerte, als Cho aufs Feld herauskam und er sah, wie sich ihr gl�nzendes schwarzes Haar in der leichten Brise wellte. Er war sich nicht mehr sicher, was eigentlich passieren sollte, er wusste nur, dass er keinen Streit mehr vertragen konnte. Selbst als er bemerkte, wie sie angeregt mit Roger Davies plauderte, w�hrend sie sich darauf vorbereiteten, die Besen zu besteigen, versetzte ihm die Eifersucht nur einen leichten Stich.</p><p>�Und sie sind oben!�, sagte Lee. �Und Davies nimmt sofort den Quaffel, Ravenclaw-Kapit�n Davies mit dem Quaffel, er weicht Johnson aus, weicht Bell aus, weicht auch Spinnet aus ... er ist auf direktem Weg zum Tor! Er wird schie�en - und - und -� Lee fluchte sehr laut. �Und er hat getroffen.�</p><empty-line/><p>Harry und Hermine st�hnten wie alle Gryffindors. Wie schrecklicherweise vorherzusehen begannen die Slytherins auf der anderen Seite der Trib�ne zu singen:</p><empty-line/><p><emphasis>�Weasley f�ngt doch nie ein Ding, </emphasis></p><p><emphasis>Sch�tzt ja keinen einz'gen Ring ...� </emphasis></p><empty-line/><p>�Harry�, sagte eine heisere Stimme an Harrys Ohr. �Hermine ...�</p><p>Harry wandte sich um und sah Hagrids gewaltiges b�rtiges Gesicht zwischen den Sitzen. Offenbar hatte er sich durch die Reihe hinter ihnen gequetscht, denn die Erst- und Zweitkl�ssler, an denen er gerade vorbeigekommen war, wirkten zerzaust und gepl�ttet. Aus irgendeinem Grund war Hagrid in die Knie gegangen, darauf bedacht, nicht gesehen zu werden, doch �berragte er alle anderen immer noch um mehr als einen Meter.</p><p>�H�rt ma'�, fl�sterte er, �k�nnt ihr mitkommen? Jetzt? Wenn all die andern das Spiel angucken?�</p><p>��hm ... hat das nicht Zeit, Hagrid?�, fragte Harry. �Bis das Spiel zu Ende ist?�</p><p>�Nein�, sagte Hagrid. �Nein, Harry, das muss jetzt gleich sein ... wenn alle abgelenkt sin' ... bitte.�</p><p>Aus Hagrids Nase tropfte sanft Blut. Beide Augen waren schwarz umrandet.</p><p>Harry hatte ihn seit seiner R�ckkehr an die Schule nicht von so nahe gesehen; er bot einen ganz erb�rmlichen Anblick.</p><p>�'t�rlich�, sagte Harry sofort, �'t�rlich kommen wir.�</p><p>Er und Hermine dr�ngten sich unter viel Gegrummel der Sch�ler, die ihretwegen aufstehen mussten, durch ihre Sitzreihe zur�ck. Die in Hagrids Reihe sa�en, beklagten sich nicht, sondern versuchten nur, sich so klein wie m�glich zu machen.</p><p>�Wei� das wirklich zu sch�tzen, versteht ihr�, sagte Hagrid, als sie die Treppe erreicht hatten. W�hrend sie zum Rasen hinabstiegen, blickte er sich dauernd nerv�s um. �Ich hoff nur, die merkt nich, dass wir gehn.�</p><p>�Du meinst Umbridge?�, sagte Harry. �Wird sie nicht, die hat ihr ganzes Inquisitionskommando um sich rumsitzen, hast du nicht gesehen? Die muss wohl �rger beim Spiel erwarten.�</p><p>�Ja, gut, 'n bisschen �rger kann nich schaden�, sagte Hagrid, hielt inne und lugte um die Trib�ne, um sich zu vergewissern, dass der Rasen bis hin zu seiner H�tte menschenleer war. �Dann h�tt'n wir mehr Zeit.�</p><p>�Um was geht es, Hagrid?�, fragte Hermine und sah mit einem besorgten Ausdruck im Gesicht zu ihm hoch, w�hrend sie �ber das Gras auf den Verbotenen Wald zueilten.</p><p>�Moment noch - ihr seht's gleich�, sagte Hagrid und blickte �ber die Schulter, als auf der Trib�ne hinter ihnen ein gro�es Get�se anhob. �Hey - hat jemand grad 'n Tor geschossen?�</p><p>�Vermutlich Ravenclaw�, sagte Harry mit bedr�ckter Stimme.</p><p>�Gut ... gut ...�, sagte Hagrid zerstreut. �Das is' gut ...�</p><p>Sie mussten im Laufschritt gehen, um mitzuhalten, w�hrend er �ber den Rasen marschierte und sich bei jedem zweiten Schritt umsah. Als sie zu seiner H�tte gelangten, wandte sich Hermine wie selbstverst�ndlich nach links zur Vordert�r.</p><p>Hagrid jedoch ging geradewegs an der H�tte vorbei in den Schatten der B�ume am �u�ersten Rand des Waldes, wo er eine Armbrust aufhob, die an einen Baum gelehnt war. Als er bemerkte, dass sie nicht mehr bei ihm waren, drehte er sich um.</p><p>�Wir gehn da rein�, sagte er und warf seinen struppigen Kopf zur�ck.</p><p>�In den Wald?�, sagte Hermine verbl�fft.</p><p>�Ja�, sagte Hagrid. �Kommt jetzt, schnell, bevor man uns sieht!�</p><p>Harry und Hermine sahen sich kurz an, dann duckten sie sich in die Deckung der B�ume hinter Hagrid, der sich, die Armbrust im Anschlag, schon ins gr�ne D�mmerlicht hinein entfernte. Harry und Hermine rannten los, um ihn einzuholen.</p><p>�Hagrid, warum bist du bewaffnet?�, fragte Harry.</p><p>�Nur 'ne Vorsichtsma�nahme�, erwiderte Hagrid und hob die massigen Schultern.</p><p>�An dem Tag, als du uns die Thestrale gezeigt hast, hattest du deine Armbrust nicht dabei�, sagte Hermine zaghaft.</p><p>�Nee, also da sin' wir nich so weit reingegangen�, sagte Hagrid. �Un' au�erdem, das war, noch bevor Firenze aus dem Wald raus is', oder?�</p><p>�Warum ist es was anderes, wenn Firenze weg ist?�, fragte Hermine verwundert.</p><p>�Weil die andern Zentauren furchtbar w�tend auf mich sin', desweg'n�, sagte Hagrid leise und sp�hte umher. �Fr�her ma' war'n die, na ja, man kann's nicht grade freundlich nennen - aber wir sin' klargekommen. Sin' f�r sich geblieben, aber immer gekommen, wenn ich 'n Wort mit denen reden wollt. Damit is' jetzt Schluss.�</p><p>Er seufzte schwer.</p><p>�Firenze meinte, sie sind sauer, weil er gegangen ist, um f�r Dumbledore zu arbeiten�, sagte Harry und betrachtete Hagrids Profil eingehend, worauf er �ber eine aus dem Boden ragende Wurzel stolperte.</p><p>�Ja�, sagte Hagrid schwer. �Also, sauer is' nich das richtige Wort, die haben verdammt noch mal 'ne rasende Wut. Wenn ich nich eingegriffen h�tt, sch�tz ich, h�tten die Firenze totgetrampelt -�</p><p>�Sie haben ihn angegriffen?�, sagte Hermine schockiert.</p><p>�Jep�, sagte Hagrid schroff und bahnte sich seinen Weg durch einige tief h�ngende �ste. �Der hatte die halbe Herde gegen sich.�</p><p>�Und du hast es beendet?�, sagte Harry erstaunt und beeindruckt. �Ganz alleine?�</p><p>�'t�rlich hab ich das, k�nnt ja nich rumstehn und zusehn, wie sie ihn umbringen, oder?�, erwiderte Hagrid. �'n Gl�ck nur, dass ich vorbeikam, wirklich ... und ich h�tt gedacht, Firenze w�rd sich vielleicht dran erinnern, anstatt dass er anf�ngt, mir dumme Warnungen zu schicken!�, f�gte er hitzig und �berraschend hinzu.</p><p>Harry und Hermine sahen sich verdutzt an, doch Hagrid blickte nur finster und erkl�rte nichts weiter.</p><p>�Jedenfalls�, sagte er und atmete ein wenig schwerer als sonst, �seitdem sin' die anderen Zentauren rasend w�tend auf mich, und das Problem is', die ham 'ne Menge Einfluss im Wald ... kl�gste Gesch�pfe hier drin.�</p><p>�Sind wir deshalb hier, Hagrid?�, fragte Hermine. �Wegen der Zentauren?�</p><p>�Ah, nein�, erwiderte Hagrid und sch�ttelte abwehrend den Kopf, �nein, nich wegen denen. Na ja, 't�rlich, die k�nnten das Problem noch komplizierter machen, ja ... aber ihr werdet gleich sehen, was ich meine.�</p><p>Mit dieser unverst�ndlichen Bemerkung verfiel er in Schweigen, schritt z�gig voran, und Harry und Hermine, die f�r jeden seiner Schritte drei brauchten, hatten gro�e M�he, gle ichauf zu bleiben.</p><p>Der Pfad war zunehmend �berwuchert, je tiefer sie in den Wald kamen, und die B�ume standen nun so dicht, dass es dunkel wie in der Abendd�mmerung war.</p><p>Bald hatten sie die Lichtung, auf der Hagrid ihnen die Thestrale gezeigt hatte, weit hinter sich gelassen, doch Harry war nicht unbehaglich zumute, bis Hagrid unerwartet vom Weg abwich und sich zwischen den B�umen hindurch ins dunkle Herz des Waldes schl�ngelte.</p><p>�Hagrid!�, sagte Harry, der sich durch dicht verschlungene Brombeerstr�ucher k�mpfte, die Hagrid mit Leichtigkeit �berstiegen hatte, und sich sehr lebhaft erinnerte, was ihm zugesto�en war, als er schon einmal vom Waldpfad abgewichen war. �Wo gehen wir hin?�</p><p>�'n St�ck noch�, sagte Hagrid �ber die Schulter. �Mach schon, Harry ... wir m�ssen jetzt zusammenbleiben.�</p><p>Es war schwer, mit Hagrid Schritt zu halten angesichts der �ste und des Dorngestr�pps, durch das Hagrid so leichtf��ig wie durch Spinnweben marschierte, das sich jedoch in Harrys und Hermines Kleidern verfing und sie h�ufig so fest umschlang, dass sie minutenlang stehen bleiben mussten, um sich zu befreien. Bald waren Harrys Arme und Beine voller kleiner Schnitte und Kratzer. Sie waren jetzt so tief im Verbotenen Wald, dass Harry manchmal nichts weiter von Hagrid im D�mmerlicht erkennen konnte als eine massige dunkle Gestalt, die vorausging. In der dumpfen Stille schien jeder Laut bedrohlich. Das Ger�usch eines brechenden Zweigs hallte laut wider, und das leiseste Rascheln von etwas, das sich bewegte, und wenn es ein harmloser Spatz gewesen w�re, veranlasste Harry, durch die D�sternis nach einem Feind zu sp�hen. Ihm ging durch den Kopf, dass er noch nie so tief in den Wald gelangt war, ohne irgendeinem Tierwesen zu begegnen. Dass keines da war, erschien ihm ziemlich unheilvoll.</p><p>�Hagrid, w�r es in Ordnung, wenn wir unsere Zauberst�be anz�nden?�, sagte Hermine leise.</p><p>��hm ... na gut�, erwiderte Hagrid fl�sternd. �Tats�chlich -�</p><p>Er blieb j�h stehen und wandte sich um. Hermine lief direkt in ihn hinein und wurde r�cklings umgesto�en. Harry fing sie gerade noch auf, bevor sie auf den Waldboden st�rzte.</p><p>�Vielleicht machen wir mal 'ne kurze Pause, damit ich euch ... was erkl�ren kann�, sagte Hagrid. �Bevor wir da sin', versteht ihr.�</p><p>�Gut!�, sagte Hermine, w�hrend Harry ihr wieder auf die Beine half. Beide murmelten <emphasis>�Lumos!� </emphasis>und die Spitzen ihrer Zauberst�be flammten auf. Hagrids Gesicht schwebte im Licht der beiden durch die D�sternis wabernden Strahlen, und Harry stellte von neuem fest, dass er nerv�s und traurig aussah.</p><p>�Also dann�, sagte Hagrid. �Also ... es is' so ... die Sache is' die ...�</p><p>Er holte tief Luft.</p><p>�Nun, es is' durchaus m�glich, dass ich dieser Tage noch gefeuert werd�, sagte er.</p><p>Harry und Hermine sahen sich an und wandten sich dann wieder Hagrid zu.</p><p>�Aber du hast dich so lange halten k�nnen -�, sagte Hermine behutsam.</p><p>�Weshalb meinst du -?�</p><p>�Umbridge vermutet, dass ich es war, der ihr diesen Niffler ins B�ro gesteckt hat.�</p><p>�Und, warst du's?�, rutschte es Harry unversehens heraus.</p><p>�Nein, verdammt noch mal, war ich nicht!�, sagte Hagrid entr�stet. �Immer wenn irgendwas mit magischen Gesch�pfen los is', dann glaubt die, es h�tt was mit mir zu tun. Ihr wisst ja, seit ich wieder zur�ck bin, sucht die nach 'ner M�glichkeit, mich loszuwerden. Ich will nicht gehen, 't�rlich, aber wenn diese ... also ... diese besondern Umst�nde nicht w�r'n, die ich euch gleich erkl�ren werd, dann w�rd ich auf der Stelle gehen, eh sie die Chance kriegt, mich vor der ganzen Schule zu feuern, wie sie's mit Trelawney gemacht hat.�</p><p>Harry und Hermine gaben protestierende Laute von sich, doch Hagrid �berging sie mit einer wegwerfenden Bewegung einer seiner gewaltigen H�nde.</p><p>�Das is' nich das Ende der Welt, ich k�nnt Dumbledore helfen, wenn ich hier raus bin, ich kann dem Orden von Nutzen sein. Und ihr habt dann Raue-Pritsche, ihr - ihr kommt dann schon ordentlich durch die Pr�fungen ...�</p><p>Seine Stimme bebte und erstarb.</p><p>�Macht euch keine Sorgen um mich�, sagte er hastig, als Hermine ihm den Arm t�tscheln wollte. Er zog sein riesiges get�pfeltes Taschentuch aus der Weste und wischte sich damit die Augen. �H�rt ma', ich w�rd euch das gar nich sagen, wenn ich nich m�sst. Nun, wenn ich geh ... also, ich kann nich weg, ohne dass ich's jemand sag ... weil ich - ich brauch Hilfe von euch beiden. Und von Ron, wenn er bereit ist.�</p><p>�Nat�rlich helfen wir dir�, sagte Harry sofort. �Was sollen wir tun?�</p><p>Hagrid lie� ein lautes Schniefen h�ren und t�tschelte Harry, ohne ein Wort zu sagen, mit solcher Kraft die Schulter, dass er seitlich gegen einen Baum prallte.</p><p>�Wusst ich doch, dass ihr ja sagt�, nuschelte Hagrid in sein Taschentuch,</p><p>�aber ich werd ... nie ... vergessen ... also ... nu kommt ... nur noch 'n bisschen weiter da durch ... passt auf jetzt, das sind Nesseln ...�</p><p>F�nfzehn Minuten lang gingen sie schweigend weiter. Harry hatte gerade den Mund ge�ffnet und wollte fragen, wie weit es noch war, da streckte Hagrid den rechten Arm aus zum Zeichen, dass sie stehen bleiben sollten.</p><empty-line/><p>�Ganz ruhig�, sagte er leise. �Ganz still jetzt ...�</p><p>Sie schlichen ein St�ck voran und Harry sah, dass sie einen gro�en, glatten Erdh�gel vor sich hatten, der fast so hoch war wie Hagrid, und mit pl�tzlich aufwallendem Grauen dachte er, es m�sse sicher der Bau eines riesigen Tieres sein. Rings um den H�gel waren B�ume mitsamt den Wurzeln ausgerissen worden, so dass er sich auf einem kahlen Fleck Erde erhob, umgeben von �bereinander liegenden Baumst�mmen und Zweigen, die eine Art Zaun oder Bollwerk bildeten, vor dem Harry, Hermine und Hagrid jetzt standen.</p><p>�Schl�ft�, hauchte Hagrid.</p><p>Und tats�chlich, Harry konnte ein fernes rhythmisches Grollen h�ren, das klang wie ein Paar riesige arbeitende Lungen. Er warf Hermine einen Blick von der Seite zu und sah sie mit leicht ge�ffnetem Mund den H�gel anstarren. Sie schien abgrundtief entsetzt.</p><p>�Hagrid�, sagte sie fl�sternd, kaum vernehmbar durch das Ger�usch des schlafenden Gesch�pfs. �Wer ist das?�</p><p>Harry hielt das f�r eine merkw�rdige Frage ... �Was ist das?�, hatte er eigentlich fragen wollen.</p><p>�Hagrid, du hast uns erz�hlt -�, sagte Hermine und der Zauberstab in ihrer Hand zitterte jetzt, �du hast uns erz�hlt, dass keiner von denen mitkommen wollte!�</p><p>Harry blickte von ihr zu Hagrid, und dann, als ihm schlagartig ein Licht aufging, wandte er den Blick mit einem leisen, grauenerf�llten Keuchen wieder dem H�gel zu.</p><p>Der gro�e Erdh�gel, auf den er, Hermine und Hagrid sich ohne weiteres h�tten stellen k�nnen, hob und senkte sich langsam mit dem tiefen, grollenden Atmen.</p><p>Es war �berhaupt kein Erdh�gel. Es war, eindeutig, der gekr�mmte R�cken eines</p><p>-</p><p>�Also - nein - er wollte nicht mitkommen�, sagte Hagrid verzweifelt. �Aber ich musste ihn mitbringen, Hermine, ich musste einfach!�</p><p>�Aber warum?�, fragte Hermine und klang, als w�rde sie gleich anfangen zu weinen. �Warum - was - oh, <emphasis>Hagrid!�</emphasis></p><p>�Ich wusst, wenn ich ihn einfach hierher hole�, sagte Hagrid und war nun selbst den Tr�nen nahe, �und - und ihm 'n paar Manier'n beibring - dann w�rd ich ihn nach drau�en mitnehmen und allen zeigen k�nnen, dass er harmlos is'!�</p><p>�Harmlos!�, sagte Hermine schrill, und Hagrid bedeutete ihr hektisch, dass sie leise sein sollte, w�hrend die riesige Kreatur vor ihnen im Schlaf laut grunzte und sich w�lzte. �Er war's, der dich dauernd verletzt hat, was? Deshalb hast du all diese Wunden!�</p><p>�Er wei� nich, wie stark er is'!�, sagte Hagrid ernst. �Und's is' besser geworden mit ihm, er k�mpft nich mehr so viel -�</p><p>�Deswegen also hast du zwei Monate gebraucht, um nach Hause zu kommen!�, sagte Hermine beklommen. �Oh, Hagrid, warum hast du ihn denn mitgebracht, wenn er doch gar nicht mitkommen wollte? W�r er bei seinem eigenen Volk nicht gl�cklicher gewesen?�</p><p>�Die ham ihn gequ�lt, Hermine, weil er so klein is'!�, sagte Hagrid.</p><p>�Klein?�, wiederholte Hermine. <emphasis>�Klein?�</emphasis></p><p>�Hermine, ich k�nnt ihn nich dalassen�, sagte Hagrid, und Tr�nen tropften ihm nun �ber das zerschundene Gesicht hinab in den Bart. �Wei�t du - er is' mein Bruder!�</p><p>Hermine starrte ihn nur mit aufgerissenem Mund an.</p><p>�Hagrid, wenn du �Bruder� sagst�, fragte Harry langsam, �meinst du dann -?�</p><p>�Na ja - Halbbruder�, erg�nzte Hagrid. �Hat sich rausgestellt, dass meine Mutter sich mit 'nem anderen Riesen zusammengetan hat, als sie meinen Dad verlassen hatte, und dann bekam sie Grawp hier -�</p><p>�Grawp?�, sagte Harry.</p><p>�Jaah ... so klingt's jedenfalls, wenn er seinen Namen sagt�, erkl�rte Hagrid besorgt. �Er spricht ja nich viel Englisch ... hab versucht ihm was beizubringen ... jedenfalls, sie scheint ihn auch nich viel mehr gemocht zu haben als mich. Wisst ihr, bei Riesinnen z�hlt eben, dass sie richtig gro�e Kinder kriegen, und er war immer 'n bisschen k�mmerlich f�r 'nen Riesen - nich mal ganz f�nf Meter -�</p><p>�Oh, ja, winzig!�, warf Hermine bissig und eine Spur hysterisch ein. �So was von klitzeklein!�</p><p>�Die haben ihn alle rumgesto�en - ich konnt ihn einfach nicht dalassen -�</p><p>�Wollte Madame Maxime ihn herbringen?�, fragte Harry.</p><p>�Sie - also, sie hat gesehn, dass es furchtbar wichtig f�r mich war�, sagte Hagrid und verschlang die gewaltigen H�nde ineinander. �Aber - aber nach 'ner Weile hatte sie 'n bisschen die Nase voll von ihm, muss ich zugeben ... also haben wir uns auf der Heimreise getrennt... sie hat mir aber versprochen, keinem was zu sagen ...�</p><p>�Wie um Himmels willen hast du ihn hierher gebracht, ohne dass jemand es bemerkt hat?�, fragte Harry.</p><p>�Na ja, deshalb hat's so lang gedauert, verstehst du�, sagte Hagrid. �Konnt nur bei Nacht reisen durch verlassenes Land und so. Nat�rlich, er kommt recht schnell voran, wenn er will, aber er wollt andauernd wieder zur�ck.�</p><p>�Oh, Hagrid, warum um alles in der Welt hast du ihn nicht gelassen!�, sagte Hermine, sank auf einen ausgerissenen Baum und verbarg das Gesicht in den H�nden. �Was hast du vor mit einem gewaltt�tigen Riesen, der nicht mal hier sein will!�</p><p>�Also, nu - �gewaltt�tig� - das is' 'n bisschen hart�, erwiderte Hagrid und verschlang immer noch aufgeregt die H�nde ineinander. �Ich geb zu, er hat 'n paar Schwinger gegen mich ausgeteilt, wenn er mal schlechte Laune hatte, aber's wird besser mit ihm, viel besser, gew�hnt sich gut ein.�</p><p>�Wof�r sind dann die Seile?�, fragte Harry.</p><p>Gerade waren ihm Seile aufgefallen, dick wie junge B�ume, die sich von den gr��ten n�chsten St�mmen zu dem Platz spannten, an dem Grawp mit dem R�cken zu ihnen eingerollt am Boden lag.</p><p>�Er muss angebunden sein?�, sagte Hermine matt.</p><p>�Also ... jaah ...�, antwortete Hagrid besorgt. �Sieh mal -'s ist, wie ich sag - er wei� einfach nich, wie stark er is'!�</p><p>Harry begriff jetzt, warum sie in diesem Teil des Waldes merkw�rdigerweise auf �berhaupt kein anderes Lebewesen gesto�en waren.</p><p>�Also, was sollen Harry und Ron und ich f�r dich tun?�, fragte Hermine bang.</p><p>�Euch um ihn k�mmern�, erwiderte Hagrid mit kr�chzender Stimme. �Wenn ich weg bin.�</p><p>Harry und Hermine tauschten betr�bte Blicke. Harry war sich schrecklich bewusst, dass er Hagrid bereits versprochen hatte, alles zu tun, worum er sie bat.</p><p>�Und was - was bedeutet das genau?�, fragte Hermine.</p><p>�Kein Fressen oder so was!�, sagte Hagrid eifrig. �Er kann sich sein Fressen schon selbst besorgen, kein Problem. V�gel und Wild un' so ... nein, was er braucht, is' Gesellschaft. Wenn ich nur w�sste, dass jemand weitermacht und versucht, ihm 'n bisschen zu helfen ... ihm was beibringt, versteht ihr?�</p><p>Harry sagte nichts, sondern wandte sich um und blickte auf die gigantische Gestalt, die da schlafend vor ihnen am Boden lag. Im Gegensatz zu Hagrid, der einfach wie ein zu gro�er Mensch aussah, wirkte Grawp seltsam missgestaltet.</p><p>Was Harry f�r einen gewaltigen moosbewachsenen Felsblock links von dem gro�en Erdh�gel gehalten hatte, war, wie er jetzt erkannte, Grawps Kopf. Er war im Verh�ltnis zum K�rper viel gr��er als ein menschlicher Kopf, fast vollkommen rund und bedeckt mit dichten, farnfarbenen Locken. Der Rand eines einzigen gro�en fleischigen Ohrs war auf dem Kopf zu erkennen, der, ganz �hnlich dem von Onkel Vernon, direkt auf den Schultern zu sitzen schien, ohne oder mit nur wenig Hals dazwischen. Der R�cken unter einem, wie es aussah, schmutzigen braunen Kittel aus grob zusammengen�hten Tierfellen war sehr breit; und w�hrend Grawp schlief, schienen sich die losen S�ume der Felle ein wenig zu spannen. Die Beine waren unter den K�rper gezogen. Harry konnte die Sohlen m�chtiger, schmutziger, blo�er F��e sehen, gro� wie Schlitten, einer �ber dem anderen auf den erdigen Waldboden gelegt.</p><p>�Du willst, dass wir ihn unterrichten�, sagte Harry mit hohler Stimme. Er begriff jetzt, worum es bei Firenzes Warnung gegangen war. <emphasis>Sein Versuch gelingt nicht. Er t�te besser daran, ihn aufzugeben. </emphasis>Nat�rlich hatten die anderen Gesch�pfe, die im Wald lebten, Hagrids fruchtlose Versuche mitbekommen, Grawp Englisch beizubringen.</p><p>�Ja - und wenn ihr nur 'n bisschen mit ihm redet�, sagte Hagrid hoffnungsvoll.</p><p>�Weil, ich sch�tz im', wenn er mit Leuten reden kann, dann versteht er besser, dass wir ihn alle wirklich gern haben und wollen, dass er hier bleibt.�</p><p>Harry sah zu Hermine hin�ber, die durch die Finger vor ihrem Gesicht zur�cksp�hte.</p><p>�Da w�nscht man sich irgendwie Norbert zur�ck, oder?�, sagte er und sie antwortete mit einem recht zittrigen Lachen.</p><p>�Ihr macht's also?�, fragte Hagrid, der offenbar nicht verstanden hatte, was Harry eben gesagt hatte.</p><p>�Wir ...�, erwiderte Harry, gebunden durch sein Versprechen, �wir werden's versuchen, Hagrid.�</p><p>�Wusst ich doch, dass ich auf euch z�hlen kann, Harry�, sagte Hagrid, strahlte ihn mit verd�chtig feuchten Augen an und betupfte sich erneut das Gesicht mit seinem Taschentuch. �Un' ich will nich, dass ihr euch zu sehr da reinh�ngt, sozusagen ... ich wei�, ihr habt Pr�fungen ... wenn ihr vielleicht nur einmal die Woche kurz in eurem Tarnumhang hier runterschaut und 'n Pl�uschchen mit ihm haltet. Ich weck ihn mal - damit ich euch vorstellen kann -�</p><p>�Wa... - nein!�, rief Hermine und sprang auf. �Hagrid, nein, weck ihn nicht, wirklich, das ist nicht -�</p><p>Aber Hagrid war bereits �ber den gro�en Baumstamm vor ihnen gestiegen und ging auf Grawp zu. Als er noch ungef�hr drei Meter von ihm entfernt war, hob er einen langen abgebrochenen Ast vom Boden auf, l�chelte Harry und Hermine �ber die Schulter beruhigend zu und versetzte dann Grawp mit der Astspitze einen harten Stich mitten in den R�cken.</p><p>Der Riese lie� ein Br�llen h�ren, das rundum im stillen Wald widerhallte. In den Baumwipfeln stoben zwitschernd V�gel von ihren Pl�tzen auf und flogen davon. Unterdessen erhob sich vor Harry und Hermine der gigantische Grawp, und der Boden erbebte, als er sich mit gewaltiger Hand darauf abst�tzte, um sich auf die Knie zu stemmen. Der Riese wandte den Kopf, um zu sehen, wer und was ihn gest�rt hatte.</p><p>�Alles klar, Grawpy?�, sagte Hagrid mit gespielt fr�hlicher Stimme und wich zur�ck, den langen Ast erhoben und bereit, Grawp noch einmal damit zu stechen.</p><p>�Hast 'n sch�nes Nickerchen gemacht, ja?�</p><p>Harry und Hermine zogen sich zur�ck, so weit sie konnten, ohne den Riesen aus dem Blick zu verlieren. Grawp kniete zwischen zwei B�umen, die er noch nicht entwurzelt hatte. Sie blickten hoch in sein verbl�ffend gro�es Gesicht, das einem grauen Vollmond �hnelte, der im D�mmer der Lichtung schwebte. Es schien, als ob die Gesichtsz�ge in einen gro�en steinernen Ball gemei�elt worden w�ren. Die Nase war stummelig und formlos, der Mund schief und voll ungestalter gelber Z�hne, gro� wie halbe Backsteine; die Augen, klein f�r einen Riesen, waren von einem tr�ben, gr�nlichen Braun und vom Schlaf noch halb verklebt. Grawp hob die schmutzigen Kn�chel, jeder so gro� wie ein Kricketball, an die Augen und rieb sie energisch, dann, ohne Vorwarnung, stemmte er sich �berraschend schnell und beh�nde auf die F��e.</p><p>�Meine G�te!�, h�rte Harry Hermine neben sich ver�ngstigt kreischen.</p><p>Die B�ume, an welche die anderen Enden der Seile um Grawps Hand- und Fu�gelenke gebunden waren, knarzten unheilvoll. Er war, wie Hagrid gesagt hatte, knapp f�nf Meter gro�. Grawp stierte mit tr�ben Augen umher, streckte eine Hand von der Gr��e eines Sonnenschirms aus, packte ein Vogelnest in den oberen �sten einer gewaltigen Kiefer und st�lpte es um. Offenbar entt�uscht, dass keine V�gel darin waren, br�llte er auf; Eier fielen wie Granaten zu Boden und Hagrid schlug sich sch�tzend die Arme �ber den Kopf.</p><p>�Nun is' aber gut, Grawpy�, rief Hagrid und hielt besorgt nach weiteren herabfallenden Eiern Ausschau. �Ich hab 'n paar Freunde mitgebracht, die ich dir vorstellen will. Wei�t du noch, ich hab dir gesagt, dass ich das vielleicht mache?</p><p>Wei�t du noch, dass ich gesagt hab, ich m�sst vielleicht 'ne kleine Reise unternehmen und dass ich es ihnen �berlass, sich f�r 'ne Weile um dich zu k�mmern? Wei�t du noch, Grawpy?�</p><p>Aber Grawp lie� wiederum nur ein leises Br�llen h�ren. Es war schwer, zu sagen, ob er Hagrid zuh�rte oder auch nur erkannte, dass Hagrid sprach. Er hatte inzwischen die Spitze der Kiefer gepackt und zog sie zu sich heran, offensichtlich aus schlichter Freude zu sehen, wie weit sie zur�ckfederte, wenn er sie loslie�.</p><p>�Nein, Grawpy, lass das!�, rief Hagrid. �So hast du auch die andern rausgerissen -�</p><p>Und tats�chlich, Harry konnte sehen, wie die Erde um die Wurzeln des Baumes Risse bekam.</p><p>�Ich hab Gesellschaft f�r dich!�, rief Hagrid. �Gesellschaft, sieh mal! Schau mal runter, du gro�er Kindskopf, ich hab dir 'n paar Freunde mitgebracht!�</p><p>�Ach, Hagrid, lass doch�, st�hnte Hermine, doch er hatte den Ast bereits wieder erhoben und stach damit scharf gegen Grawps Knie.</p><p>Der Riese lie� den Baumwipfel los, der bedenklich zur�ckschwang und Hagrid mit einem Nadelregen �bersch�ttete, und blickte herab.</p><p><emphasis>�Das�, </emphasis>sagte Hagrid und hastete hin�ber zu Harry und Hermine, �das is' Harry, Grawp! Harry Potter! Er kommt dich vielleicht besuchen, wenn ich wegmuss, verstanden?�</p><p>Der Riese hatte gerade erst bemerkt, dass Harry und Hermine da waren. Sie sahen mit gro�er Beklommenheit zu, wie er seinen riesigen Felsblock von Kopf herabneigte, damit er sie tr�be ansp�hen konnte.</p><p>�Un' das is' Hermine, siehst du? Sie -� Hagrid z�gerte. Er wandte sich an Hermine und sagte: �W�rd's dir was ausmachen, wenn er dich Hermy nennt? So 'n schwierigen Namen kann er sich schlecht merken.�</p><p>�Nein, �berhaupt nicht�, quiekte Hermine.</p><p>�Das hier is' Hermy, Grawp! Und sie kommt dich besuchen und alles! Ist das nich nett? He? Zwei Freunde f�r dich zum - GRAWPY, NEIN!�</p><p>Grawps Hand schoss aus dem Nichts auf Hermine zu. Harry packte sie und zerrte sie hinter den Baum, so dass Grawps Hand am Stamm vorbeischrammte und sich leer zur Faust schloss.</p><p>�B�SER JUNGE, GRAWPY!�, h�rten sie Hagrid schreien, als Hermine sich hinter dem Baum schlotternd und wimmernd an Harry klammerte. �GANZ B�SER JUNGE! MAN GRAPSCHT NICHT - AUTSCH!�</p><p>Harry schob den Kopf hinter dem Baumstamm hervor und sah Hagrid auf dem R�cken liegen, die Hand auf der Nase. Grawp, der offenbar das Interesse verlor, hatte sich aufgerichtet und war erneut damit besch�ftigt, die Kiefer, so weit es ging, umzubiegen.</p><p>�Gut!�, nuschelte Hagrid und stand auf, hielt sich mit der einen Hand seine blutende Nase zu und mit der anderen seine Armbrust umklammert. �Also ... das war's dann ... ihr habt ihn kennen gelernt und - und er kennt euch jetzt, wenn ihr wieder kommt. Jaah ... nun ...�</p><p>Er blickte hoch zu Grawp, der nun mit einem Ausdruck entr�ckten Vergn�gens auf seinem Felsblockgesicht die Kiefer umbog. Die Wurzeln knirschten, als er sie aus der Erde riss.</p><p>�Also, ich sch�tz mal, das reic ht f�r einen Tag�, sagte Hagrid. �Wir - �hm - wir gehn jetzt wieder zur�ck, ja?�</p><p>Harry und Hermine nickten. Hagrid, der immer noch seine Nase zuhielt, schulterte seine Armbrust und ging ihnen voran zur�ck zwischen die B�ume.</p><p>Eine Zeit lang sprach niemand ein Wort, nicht einmal, als sie das ferne Krachen h�rten, mit dem Grawp nun endlich die Kiefer ausgerissen hatte.</p><p>Hermines Gesicht war blass und starr. Harry fiel nichts zu sagen ein. Was um alles in der Welt w�rde passieren, wenn jemand herausfand, dass Hagrid Grawp im Verbotenen Wald versteckt hielt? Und er hatte versprochen, dass er, Ron und Hermine Hagrids vollkommen sinnlose Versuche fortsetzen w�rden, dem Riesen Manieren beizubringen. Wie konnte Hagrid, trotz seines unglaublichen Talents, sich einzureden, dass rei�z�hnige Monster liebenswert harmlos waren, nun sich selbst mit der Vorstellung zum Narren halten, dass Grawp jemals in der Lage sein w�rde, unter Menschen zu leben?</p><p>�Halt mal!�, sagte Hagrid pl�tzlich, als Harry und Hermine sich gerade hinter ihm durch ein dichtes Kn�terichgeflecht k�mpften. Er zog einen Pfeil aus dem K�cher an seiner Schulter und spannte ihn in die Armbrust. Harry und Hermine hoben ihre Zauberst�be. Nun, da sie innehielten, konnten auch sie h�ren, dass sich ganz in der N�he etwas bewegte.</p><p>�O verdammich�, sagte Hagrid leise.</p><p>�Ich dachte, wir h�tten dir erkl�rt�, sagte eine tiefe m�nnliche Stimme, �dass du hier nicht mehr willkommen bist, Hagrid.�</p><p>Der nackte Oberk�rper eines Mannes schien durch das gr�n gesprenkelte Zwielicht auf sie zuzuschweben, dann sahen sie, dass seine Taille glatt in den kastanienbraunen K�rper eines Pferdes �berging. Der Zentaur hatte ein stolzes Gesicht mit hohen Wangenknochen und langes schwarzes Haar. Wie Hagrid war er bewaffnet; er trug einen K�cher voller Pfeile und einen Langbogen um die Schulter geschlungen.</p><p>�Wie geht's, Magorian?�, sagte Hagrid wachsam.</p><p>Die B�ume hinter dem Zentauren raschelten und vier oder f�nf weitere Zentauren tauchten auf. Harry erkannte den b�rtigen Bane mit seinem schwarzen K�rper, den er vor fast vier Jahren in derselben Nacht wie Firenze getroffen hatte.</p><empty-line/><p>Bane lie� sich nicht im Mindesten anmerken, dass er Harry schon einmal begegnet war.</p><p>�Nun�, sagte er mit leicht geh�ssigem Tonfall, um sich gleich darauf an Magorian zu wenden, �wir sind, denke ich, darin �bereingekommen, was wir tun werden, sollte dieser Mensch sich je wieder im Wald zeigen.�</p><p>��Dieser Mensch�, das soll ich sein?�, fragte Hagrid gereizt. �Nur weil ich euch allesamt dran gehindert hab, einen Mord zu begehen?�</p><p>�Du h�ttest dich nicht einmischen sollen, Hagrid�, sagte Magorian. �Unsere Sitten sind nicht die euren, und auch nicht unsere Gesetze. Firenze hat uns verraten und entehrt.�</p><p>�Keine Ahnung, wie ihr dadrauf kommt�, sagte Hagrid ungeduldig. �Er hat nichts getan, au�er Albus Dumbledore zu helfen -�</p><p>�Firenze hat sich in die Knechtschaft der Menschen begeben�, sagte ein grauer Zentaur mit hartem, tief zerfurchtem Gesicht.</p><p><emphasis>�Knechtschaft!�, </emphasis>rief Hagrid ver�chtlich. �Er tut Dumbledore 'nen Gefallen, das is' alles -�</p><p>�Er geht mit unserem Wissen und unseren Geheimnissen bei den Menschen hausieren�, sagte Magorian leise. �Aus solcher Schande kann es keine R�ckkehr geben.�</p><p>�Wenn ihr meint�, erwiderte Hagrid achselzuckend, �aber wenn ihr mich fragt, macht ihr 'nen gro�en Fehler -�</p><p>�Wie auch du, Mensch�, sagte Bane, �indem du in unseren Wald zur�ckgekommen bist, obwohl wir dich gewarnt hatten -�</p><p>�Nun, jetzt h�rt mir ma' zu�, sagte Hagrid zornig. �Das mit �unserem� Wald h�r ich nich so gern, wenn's euch recht is'. Das entscheidet nich ihr, wer hier ein und aus geht -�</p><p>�Und du ebenso wenig, Hagrid�, entgegnete Magorian ruhig. �Ich werde dich heute gehen lassen, weil du begleitet wirst von deinen jungen -�</p><p>�Das sind nicht die seinen�, unterbrach ihn Bane geringsch�tzig. �Sch�ler, Magorian, vom Schloss oben! Sie haben vermutlich schon von den Lehren des Verr�ters Firenze profitiert.�</p><p>�Wie auch immer�, sagte Magorian gelassen, �Fohlen zu schlachten ist ein schreckliches Verbrechen - wir r�hren die Unschuldigen nicht an. Heute, Hagrid, kannst du gehen. Doch von nun an bleib von hier fern. Du hast die Freundschaft der Zentauren verwirkt, als du dem Verr�ter Firenze geholfen hast uns zu entkommen.�</p><empty-line/><p>�So 'n paar alte Maultiere wie ihr halten mich doch nich vom Wald fern!�, sagte Hagrid laut.</p><p>�Hagrid�, warf Hermine mit hoher und angsterf�llter Stimme ein, w�hrend Bane und der graue Zentaur mit den Hufen scharrten, �lass uns gehen, bitte, lass uns gehen!�</p><p>Hagrid ging weiter, doch er hielt seine Armbrust im Anschlag und seine Augen waren noch immer drohend auf Magorian geheftet.</p><p>�Wir wissen, was du im Wald versteckst, Hagrid!�, rief ihnen Magorian nach, als die Zentauren verschwanden. �Und unsere Geduld ist langsam ersch�pft!�</p><p>Hagrid wandte sich um, allem Anschein nach wollte er geradewegs zu Magorian zur�ckgehen.</p><p>�Ihr werdet ihn dulden, solange er hier is', das is' genauso gut sein Wald wie eurer!�, rief er, aber Harry und Hermine stemmten sich mit aller Kraft gegen seine Maulwurfsfellweste und dr�ngten ihn m�hsam weiter. Mit noch immer finsterer Miene blickte er herab; sein Gesicht nahm einen milde �berraschten Ausdruck an, als er sah, wie die Freunde ihn vorw�rts schoben; offenbar hatte er nichts davon gesp�rt.</p><p>�Beruhigt euch, ihr beiden�, sagte er, wandte sich um und ging weiter, w�hrend die zwei hinter ihm herkeuchten. �Dumme alte Maultiere sind das, nich wahr?�</p><p>�Hagrid�, sagte Hermine atemlos und schlug einen Bogen um die Nesseln, die sie auf dem Hinweg durchquert hatten, �wenn die Zentauren keine Menschen im Wald haben wollen, sieht es nicht gerade danach aus, als k�nnten Harry und ich -�</p><p>�Ah, du hast doch geh�rt, was sie gesagt haben�, erwiderte Hagrid ver�chtlich,</p><p>�die w�rden Fohlen nie was antun - Kindern, meine ich. Jedenfalls k�nnen wir uns von denen nich schikanier'n lassen.�</p><p>�Netter Versuch�, murmelte Harry der geknickt wirkenden Hermine zu.</p><p>Endlich kamen sie wieder auf den Pfad und nach weiteren zehn Minuten lichtete sich der Wald allm�hlich. Sie konnten erneut Flecken klaren blauen Himmels sehen und aus der Ferne deutlich Beifallrufe und Geschrei h�ren.</p><p>�War das wieder 'n Tor?�, fragte Hagrid und hielt im Schatten der B�ume inne, als das Quidditch-Stadion in Sicht kam. �Oder meint ihr, das Spiel ist vorbei?�</p><p>�Ich wei� nicht�, sagte Hermine betr�bt. Harry sah, dass sie ziemlich mitgenommen wirkte. Ihr Haar war voller Zweige und Bl�tter, ihre Kleider waren an mehreren Stellen zerrissen, und auf Gesicht und Armen hatte sie zahlreiche Kratzer. Er wusste, dass er selbst kaum besser aussehen konnte.</p><p>�Ich sch�tz mal, 's ist vorbei, wisst ihr!�, sagte Hagrid, der immer noch zum Stadion hin�bersp�hte. �Seht mal - da kommen schon welche raus - wenn ihr zwei euch beeilt, k�nnt ihr euch unter die Leute mischen, und keiner wird erfahren, dass ihr nich dabei wart!�</p><p>�Gute Idee�, sagte Harry. �Also ... wir sehen uns, Hagrid.�</p><p>�Ich glaub es einfach nicht�, sagte Hermine mit sehr br�chiger Stimme, kaum dass sie au�er H�rweite waren. �Ich glaub es nicht. Ich glaub es <emphasis>wirklich </emphasis>nicht.�</p><p>�Beruhige dich�, sagte Harry.</p><p>�Beruhige dich!�, sagte sie fiebrig. �Ein Riese! Ein Riese im Wald! Und wir sollen ihm Englischunterricht geben! Immer vorausgesetzt nat�rlich, dass wir auf dem Weg hin und zur�ck an der Herde mordlustiger Zentauren vorbeikommen. Ich - <emphasis>glaub </emphasis>- es - einfach - nicht!�</p><p>�Vorerst m�ssen wir noch gar nichts tun!�, versuchte Harry sie mit leiser Stimme zu beruhigen, w�hrend sie sich einem Schwarm plappernder Hufflepuffs anschlossen, die zur�ck zum Schloss gingen. �Er verlangt ja �berhaupt nichts von uns, solange er nicht rausgeschmissen wird, und vielleicht passiert das gar nicht.�</p><p>�Ach, nun red dir doch nichts ein, Harry!�, sagte Hermine w�tend und blieb abrupt stehen, so dass die Leute hinter ihr ausweichen mussten, um nicht mit ihr zusammenzuprallen. �Nat�rlich wird er rausgeschmissen, und um mal ehrlich zu sein, nach dem, was wir eben gesehen haben, wer wollte Umbridge da einen Vorwurf machen?�</p><p>Stille trat ein. Harry starrte sie zornfunkelnd an. Langsam f�llten sich ihre Augen mit Tr�nen.</p><p>�Das hast du nicht ernst gemeint�, sagte Harry leise.</p><p>�Nein ... nun ... schon gut... hab ich nicht�, sagte sie und trocknete sich w�tend die Augen. �Aber warum muss er sich selbst das Leben so schwer machen - und <emphasis>uns?�</emphasis></p><p>�Keine Ahnung -�</p><empty-line/><p><emphasis>�Weasley ist unser King, </emphasis></p><p><emphasis>Weasley ist unser King, </emphasis></p><p><emphasis>Lie� keinen Quaffel durch den Ring. </emphasis></p><p><emphasis>Weasley ist unser King ...� </emphasis></p><empty-line/><p>�Und wenn die doch nur mal mit diesem bl�den Lied aufh�ren w�rden�, sagte Hermine niedergeschlagen, �haben die sich nicht endlich genug dran hochgezogen?�</p><p>Eine gro�e Welle Sch�ler bewegte sich vom Spielfeld her den Rasenhang hoch.</p><p>�Ach, lass uns reingehen, ehe wir die Slytherins treffen�, sagte Hermine.</p><empty-line/><p>�Weasley f�ngt doch jedes Ding,</p><p>H�tet n�mlich jeden Ring,</p><p>Und wir Gryffindors nun sing':</p><p>Weasley ist unser King.�</p><empty-line/><p>�Hermine ...�, sagte Harry langsam.</p><p>Der Gesang schwoll an, doch er kam nicht von einer Schar gr�n-silbern gekleideter Slytherins, sondern von einer rotgoldenen Menge, die sich langsam zum Schloss hin bewegte und eine einzelne Gestalt auf den Schultern trug.</p><empty-line/><p>�Weasley ist unser King,</p><p>Weasley ist unser King,</p><p>Lie� keinen Quaffel durch den Ring.</p><p>Weasley ist unser King ...�</p><empty-line/><p>�Nein?�, sagte Hermine mit ged�mpfter Stimme.</p><p>�JA!�, sagte Harry laut.</p><p>�HARRY! HERMINE!�, rief Ron. Er schwenkte den silbernen Quidditch-Pokal durch die Luft und schien ziemlich von der Rolle. �WIR HABEN'S GESCHAFFT! WIR HABEN GEWONNEN!�</p><p>Sie strahlten zu ihm hoch, w�hrend er vorbeigetragen wurde. Am Schlossportal bildete sich eine Menschentraube, und Ron stie� sich am T�rsturz ziemlich schlimm den Kopf, aber niemand schien ihn herunterholen zu wollen.</p><p>Singend dr�ngte sich die Menge in die Eingangshalle und verschwand allm�hlich.</p><p>Harry und Hermine sahen ihnen mit breitem L�cheln nach, bis die letzten Echos von �Weasley ist unser King� verklangen. Dann wandten sie sich einander zu und ihr L�cheln verblasste.</p><empty-line/><p>�Wir behalten unsere Neuigkeit bis morgen f�r uns, oder?�, sagte Harry.</p><p>�Ja, von mir aus�, sagte Hermine matt. �Ich hab's nicht eilig.�</p><p>Gemeinsam stiegen sie die Treppe hoch. Am Portal blickten sie instinktiv zur�ck zum Verbotenen Wald. Harry war sich nicht sicher, ob er es sich einbildete, aber er glaubte doch, einen kleinen Schwarm V�gel �ber den fernen Baumspitzen in die Luft flattern zu sehen, fast als ob der Baum, in dem sie genistet hatten, gerade an den Wurzeln ausgerissen worden w�re.</p></section><section><title><p>ZAGs</p></title><p>Ron war in derart euphorischer Stimmung, weil er den Gryffindors geholfen hatte, sich den Quidditch-Pokal doch noch zu sichern, dass er sich am n�chsten Tag mit �berhaupt nichts anderem besch�ftigen konnte. Er wollte einzig und allein �ber das Spiel reden, so dass es f�r Harry und Hermine sehr schwierig war, eine Gelegenheit zu finden, bei der sie Grawp erw�hnen konnten. Allerdings versuchten sie es auch nicht besonders hartn�ckig; keiner der beiden war erpicht darauf, derjenige zu sein, der Ron auf derart brutale Weise in die Wirklichkeit zur�ckholte. Da es wieder ein sch�ner, warmer Tag war, �berredeten sie ihn, mit ihnen zum Lernen hinunter zur Buche am Seeufer zu kommen, wo es weniger wahrscheinlich war, dass jemand mith�rte, als im Gemeinschaftsraum. Zuerst war Ron nicht allzu begeistert von dieser Idee - er genoss es so richtig, dass ihm jeder Gryffindor, der an seinem Sessel vorbeiging, auf die Schulter klopfte, ganz abgesehen von den gelegentlichen Ausbr�chen von �Weasley ist unser King� -, doch nach einer Weile stimmte er zu, dass ein wenig frische Luft ihm gut tun k�nnte.</p><p>Sie breiteten ihre B�cher im Schatten der Buche aus und setzten sich, w�hrend Ron ihnen zum ungef�hr dutzendsten Mal von seiner ersten Glanzparade im Spiel berichtete.</p><p>�Also, ich meine, ich hatte ja schon den von Davies reingelassen, da f�hlte ich mich nicht allzu sicher, aber ich wei� auch nicht, als dann Bradley auf mich zukam, einfach aus dem Nichts, da dacht ich - <emphasis>das schaffst du! </emphasis>Und ich hatte ungef�hr 'ne Sekunde, um zu entscheiden, wo ich hinfliege, wisst ihr, weil, er sah aus, als w�rd er auf den rechten Torring zielen - meinen rechten, f�r ihn nat�rlich der linke -, aber ich hatte das komische Gef�hl, dass er t�uscht, und dann hab ich's riskiert und bin nach links geflogen - nach rechts, aus seiner Sicht, meine ich - und - na ja - ihr habt ja gesehen, was passiert ist�, schloss er bescheiden, strich ganz unn�tigerweise seine Haare zur�ck, damit sie verwegen aussahen, und blickte umher, ob vielleicht die Leute in der N�he -eine Schar schwatzender Drittkl�ssler aus Hufflepuff - ihn geh�rt hatten. �Und dann, als Chambers ungef�hr f�nf Minuten sp�ter auf mich zukam - Was ist?�, brach Ron mitten im Satz ab, weil er Harrys Gesichtsausdruck gesehen hatte. �Warum grinst du?�</p><p>�Tu ich doch nicht�, sagte Harry rasch, senkte den Blick auf seine Notizen aus Verwandlung und versuchte ein ernstes Gesicht zu machen. Tats�chlich hatte Ron ihn gerade unweigerlich an einen anderen Gryffindor-Spieler erinnert, der einst unter ebendiesem Baum sein Haar zerstrubbelt hatte. �Ich freu mich nur, dass wir gewonnen haben, das ist alles.�</p><p>�Genau�, sagte Ron langsam und genoss die Worte, <emphasis>�wir haben gewonnen. </emphasis>Habt ihr gesehen, wie Chang geguckt hat, als Ginny den Schnatz direkt vor ihrer Nase geschnappt hat?�</p><p>�Ich vermut mal, sie hat geheult, oder?�, sagte Harry bitter.</p><p>�Also, ja - aber mehr aus Wut als wegen sonst was ...� Ron legte die Stirn leicht in Falten. �Aber ihr habt doch gesehen, wie sie ihren Besen weggepfeffert hat, als sie gelandet ist, oder?�</p><p>��hm -�, machte Harry.</p><p>�Also, eigentlich ... nein, Ron�, sagte Hermine mit einem tiefen Seufzen, legte ihr Buch beiseite und sah ihn entschuldigend an. �Ehrlich gesagt, alles, was Harry und ich vom Spiel mitgekriegt haben, war das erste Tor von Davies.�</p><p>Rons sorgf�ltig zerstrubbeltes Haar schien vor Entt�uschung in sich zusammenzufallen. �Ihr habt nicht zugeschaut?�, fragte er matt und blickte sie abwechselnd an. �Ihr habt keinen einzigen der B�lle gesehen, die ich gehalten habe?�</p><p>�Na ja - nein�, sagte Hermine und streckte beschwichtigend die Hand nach ihm aus. �Aber, Ron, wir wollten nicht weggehen - wir mussten!�</p><p>�Ach ja?�, meinte Ron und wurde ziemlich rot im Gesicht. �Wie das?�</p><p>�Es war wegen Hagrid�, sagte Harry. �Er hatte sich entschlossen uns zu sagen, warum er st�ndig so �bel zugerichtet aussieht, seit er von den Riesen zur�ck ist. Er wollte, dass wir mit ihm in den Wald kommen, wir hatten keine Wahl, du wei�t ja, wie er manchmal ist. Jedenfalls ...�</p><p>Die Geschichte war in f�nf Minuten erz�hlt, und am Ende war Rons Entr�stung einem Ausdruck vollkommener Ungl�ubigkeit gewichen.</p><p><emphasis>�Er hat einen mitgebracht und im Wald versteckt?�</emphasis></p><p>�Jep�, best�tigte Harry grimmig.</p><p>�Nein�, sagte Ron, als ob er das Geh�rte damit unwahr machen k�nnte. �Nein, das kann er nicht getan haben.�</p><p>�Doch, das hat er�, sagte Hermine bestimmt. �Grawp ist knapp f�nf Meter gro�, es macht ihm Spa�, sechs Meter hohe Kiefern auszurei�en, und er kennt mich�, sie schnaubte, �unter dem Namen <emphasis>Hermy.�</emphasis></p><p>Ron lachte nerv�s auf.</p><p>�Und Hagrid will, dass wir ...?�</p><p>�Ihm Englisch beibringen, genau�, sagte Harry.</p><p>�Er hat sie nicht mehr alle�, meinte Ron und klang fast beeindruckt.</p><empty-line/><p>�Ja�, sagte Hermine ver�rgert, bl�tterte eine Seite von <emphasis>Verwandlung f�r Fortgeschrittene </emphasis>um und starrte finster auf eine Reihe von Schaubildern, die zeigten, wie sich eine Eule in ein Opernglas verwandelte. �Ja, allm�hlich denk ich das auch. Aber leider hat er Harry und mich dazu gebracht, es ihm zu versprechen.�</p><p>�Tja, dann m�sst ihr eben euer Versprechen brechen, so einfach ist das�, sagte Ron entschieden. �Ich meine, nun h�rt mal ... wir haben Pr�fungen und wir sind gerade mal so knapp -�, er hielt die Hand hoch und lie� Daumen und Zeigefinger sich fast ber�hren - �vor dem Rausschmiss, wie's aussieht. Und au�erdem ... erinnert ihr euch an Norbert? An Aragog? Sind wir je gut gefahren, wenn wir uns mit Hagrids Monsterfreunden abgegeben haben?�</p><p>�Ich wei�, es ist nur - wir haben's versprochen�, sagte Hermine kleinlaut.</p><p>Ron dr�ckte sein Haar wieder glatt und blickte gedankenverloren drein.</p><p>�Na gut�, seufzte er. �Hagrid ist noch nicht gefeuert worden, stimmt's? Er hat so lange durchgehalten, vielleicht schafft er es bis zum Ende des Schuljahrs und wir m�ssen nicht mal in die N�he von Grawp.�</p><empty-line/><p>Die Schlossgr�nde schimmerten im Sonnenlicht wie frisch gestrichen; der wolkenlose Himmel l�chelte sich im sanft glitzernden See selbst zu; die Halme der satingr�nen Rasenfl�chen neigten sich hin und wieder in einer milden Brise.</p><p>Es war Juni geworden, doch f�r die F�nftkl�ssler hie� das nur eins: Ihre ZAGs standen endlich kurz bevor.</p><p>Ihre Lehrer gaben ihnen keine Hausaufgaben mehr. Der Unterricht diente dazu, die Themen zu wiederholen, von denen die Lehrer glaubten, dass sie am wahrscheinlichsten in den Pr�fungen drank�men. Die konzentrierte, fiebrige Atmosph�re vertrieb fast alles au�er den ZAGs aus Harrys Kopf, auch wenn er sich w�hrend der Zaubertrankstunden gelegentlich fragte, ob Lupin Snape �berhaupt gesagt hatte, dass er Harry weiter in Okklumentik unterrichten musste.</p><p>Wenn ja, dann hatte Snape Lupin so gr�ndlich ignoriert, wie er jetzt Harry ignorierte. Das kam Harry sehr zupass; er hatte ziemlich viel zu tun und war schon ohne zus�tzliche Stunden mit Snape angespannt genug, und zu seiner Erleichterung war Hermine in diesen Tagen zu besch�ftigt, um ihn auch noch wegen Okklumentik zu bedr�ngen. Sie verbrachte eine Menge Zeit damit, vor sich hin zu murmeln, und hatte seit Tagen keine Elfenkleider mehr ausgelegt.</p><p>Sie war nicht die Einzige, die sich merkw�rdig auff�hrte, w�hrend die ZAGs immer n�her r�ckten. Ernie Macmillan hatte es sich l�stigerweise zur Gewohnheit gemacht, Leute danach zu fragen, wie sie es mit der Stoffwiederholung hielten.</p><empty-line/><p>�Was glaubt ihr, wie viele Stunden arbeitet ihr am Tag?�, wollte er mit einem besessenen Glitzern in den Augen von Harry und Ron wissen, als sie vor Kr�uterkunde Schlange standen.</p><p>�Keine Ahnung�, sagte Ron. �Ein paar.�</p><p>�Mehr als acht oder weniger?�</p><p>�Weniger, denk ich mal�, sagte Ron und wirkte ein wenig erschrocken.</p><p>�Ich schaffe acht�, sagte Ernie und warf sich in die Brust. �Acht oder neun. Ich schieb jeden Tag eine Stunde vor dem Fr�hst�ck ein. Acht sind mein Durchschnitt. Wenn es gut l�uft, schaff ich am Wochenende jeden Tag zehn. Am Montag hab ich neuneinhalb gemacht. Dienstag war nicht so gut - nur siebeneinviertel. Am Mittwoch dann -�</p><p>Harry war zutiefst dankbar, dass Professor Sprout sie in diesem Moment ins Gew�chshaus drei komplimentierte und Ernie zwang, seinen Sermon abzubrechen.</p><p>Unterdessen hatte sich Draco Malfoy etwas anderes einfallen lassen, um Panik zu verbreiten.</p><p>�Nat�rlich geht's nicht darum, was du wei�t�, h�rte man ihn ein paar Tage vor den Pr�fungen vor Zaubertr�nke lauthals gegen�ber Crabbe und Goyle verk�nden. �Es geht darum, wen du kennst. Also, mein Vater ist seit Jahren mit der Leiterin der Zaubererpr�fungsbeh�rde befreundet - die gute Griselda Marchbanks - sie war bei uns schon zum Abendessen und so ...�</p><p>�Glaubt ihr, das stimmt?�, fl�sterte Hermine aufgeschreckt Harry und Ron zu.</p><p>�Wenn ja, k�nnen wir eh nichts dagegen machen�, sagte Ron d�ster.</p><p>�Ich glaub nicht, dass es wahr ist�, warf Neville leise von hinten ein.</p><p>�Griselda Marchbanks ist n�mlich eine Freundin von meiner Oma, und die Malfoys hat sie nie erw�hnt.�</p><p>�Und wie ist sie, Neville?�, fragte Hermine prompt. �Ist sie streng?�</p><p>�Ein bisschen wie Oma im Grunde�, sagte Neville mit bedr�ckter Stimme.</p><p>�Dass du sie kennst, d�rfte deinen Chancen jedenfalls nicht schaden�, erkl�rte ihm Ron aufmunternd.</p><p>�Oh, ich glaub nicht, dass es einen gro�en Unterschied machen wird�, sagte Neville noch kl�glicher. �Oma erz�hlt Professor Marchbanks immer, ich sei nicht so gut wie mein Dad ... na ja ... ihr habt ja im St. Mungo gesehen, wie sie ist ...�</p><p>Neville blickte starr zu Boden. Harry, Ron und Hermine sahen sich an, wussten aber nicht, was sie sagen sollten. Es war das erste Mal, dass Neville offen ansprach, dass sie sich im Zaubererhospital getroffen hatten.</p><p>Unterdessen war ein schwungvoller Schwarzmarkthandel mit Hilfsmitteln f�r Konzentration, geistige Beweglichkeit und Wachheit unter den F�nft- und Siebtkl�sslern aufgebl�ht. Harry und Ron gerieten stark in Versuchung angesichts der Flasche mit Baruffios Gehirnelixier, die ihnen Eddie Carmichael, ein Sechstkl�ssler aus Ravenclaw, anbot, der schwor, dass das Elixier allein verantwortlich sei f�r die neun �Ohnegleichen�-ZAGs, die er im vorigen Sommer geschafft hatte, und der ihnen gut einen halben Liter f�r nur zw�lf Galleonen anbot. Ron versicherte Harry, er w�rde ihm seinen Anteil zur�ckzahlen, sobald er Hogwarts verlassen und eine Arbeit gefunden h�tte, doch bevor sie den Handel abschlie�en konnten, hatte Hermine die Flasche von Carmichael beschlagnahmt und den Inhalt in ein Klo gesch�ttet.</p><p>�Hermine, wir wollten das kaufen!�, schrie Ron.</p><p>�Sei nicht bl�d�, knurrte sie. �Da k�nntest du genauso gut Harold Dinges Drachenklauenpulver nehmen, mehr brauchtest du nicht.�</p><p>�Dingle hat Drachenklauenpulver?�, sagte Ron begierig.</p><p>�Nicht mehr�, erwiderte Hermine. �Das hab ich auch beschlagnahmt. Das ganze Zeug wirkt doch eigentlich gar nicht.�</p><p>�Drachenklauen wirken!�, sagte Ron. �Das soll unglaublich sein, bl�st dein Hirn so richtig durch, und ein paar Stunden lang bist du furchtbar schlau -</p><p>Hermine, lass mich 'ne Prise nehmen, komm schon, es kann nicht schaden -�</p><p>�Dieses Zeug schon�, sagte Hermine grimmig. �Ich hab's mir genauer angesehen, und in Wahrheit ist es getrockneter Doxymist.�</p><p>Diese Mitteilung versetzte Harrys und Rons Verlangen nach Gehirnstimulanzien einen entschiedenen D�mpfer.</p><p>In ihrer n�chsten Verwandlungsstunde wurden ihnen die Terminpl�ne f�r ihre Pr�fungen und die Einzelheiten des ZAG-Verfahrens mitgeteilt.</p><p>�Wie Sie sehen k�nnen�, verk�ndete Professor McGonagall der Klasse, w�hrend sie die Tage und Uhrzeiten ihrer Pr�fungen von der Tafel abschrieben, �verteilen sich Ihre ZAGs �ber zwei Wochen in Folge. Sie werden die theoretischen Arbeiten jeweils morgens absolvieren und die praktischen Pr�fungen an den Nachmittagen. Ihre praktische Pr�fung in Astronomie wird nat�rlich nachts stattfinden. Im �brigen muss ich Sie warnen, dass Ihre Pr�fungsunterlagen mit den striktesten Anti-Schummel-Zaubern behaftet sind.</p><p>Selbstantwortende Federn sind in der Pr�fungshalle verboten, genau wie Erinnermichs, abnehmbare Spickmanschetten und selbstkorrigierende Tinte.</p><p>Bedauerlicherweise gibt es in jedem Jahrgang mindestens einen Sch�ler oder eine Sch�lerin, die glauben, die Regeln der Zaubererpr�fungsbeh�rde umgehen zu k�nnen. Ich kann nur hoffen, dass es niemand aus Gryffindor ist. Unsere neue - Schulleiterin -�, Professor McGonagall betonte das Wort mit dem gleichen Gesichtsausdruck, den Tante Petunia aufsetzte, wann immer sie einen besonders hartn�ckigen Schmutzfleck begutachtete �- hat die Hauslehrer gebeten, ihren Sch�lern mitzuteilen, dass Schummeln aufs Strengste bestraft wird - weil Ihre Pr�fungsergebnisse nat�rlich einen Eindruck vom neuen Regiment der Leiterin dieser Schule geben werden -�</p><p>Professor McGonagall seufzte leise; Harry sah, wie sich die Fl�gel ihrer spitzen Nase weiteten.</p><p>�- allerdings ist dies kein Grund, nicht Ihr Allerbestes zu geben. Sie m�ssen an Ihre eigene Zukunft denken.�</p><p>�Bitte, Professor�, sagte Hermine mit erhobener Hand, �wann werden wir unsere Ergebnisse erfahren?�</p><p>�Irgendwann im Juli wird man Ihnen eine Eule schicken�, erwiderte Professor McGonagall.</p><p>�Bestens�, fl�sterte Dean Thomas vernehmlich. �Dann m�ssen wir uns bis zu den Ferien keine Sorgen dar�ber machen.�</p><p>Harry malte sich aus, wie er in sechs Wochen in seinem Zimmer im Ligusterweg sitzen und auf seine ZAG-Ergebnisse warten w�rde. Nun, �berlegte er, zumindest w�rde er in diesem Sommer garantiert einmal Post kriegen.</p><p>Ihre erste Pr�fung, Theorie der Zauberkunst, war f�r Montagmorgen anberaumt. Harry erkl�rte sich bereit, Hermine am Sonntag nach dem Mittagessen abzufragen, bereute es aber fast sofort; sie war aufgeregt und schnappte ihm dauernd das Buch wieder weg, um nachzusehen, ob sie auch absolut richtig geantwortet hatte, und schlie�lich traf sie ihn mit der scharfen Kante von <emphasis>Gro�e Errungenschaften der Zauberkunst </emphasis>hart an der Nase.</p><p>�Warum machst du es nicht einfach allein?�, sagte er entschieden und reichte ihr mit tr�nenden Augen das Buch zur�ck.</p><p>Unterdessen las Ron, die Finger in den Ohren, die Mitschriften aus zwei Jahren Zauberkunstunterricht durch, wobei sich seine Lippen lautlos bewegten.</p><p>Seamus Finnigan lag flach auf dem R�cken am Boden und betete die Definition eines Substantivzaubers herunter, w�hrend Dean sie anhand des <emphasis>Lehrbuchs der Zauberspr�che, Band 5 </emphasis>�berpr�fte. Und Parvati und Lavender, die elementare Bewegungszauber �bten, lie�en ihre Bleistiftk�sten einander um den Rand des Tisches jagen.</p><p>Die Stimmung beim Abendessen war ged�mpft. Harry und Ron redeten nicht viel, sondern a�en mit Appetit, da sie den ganzen Tag flei�ig gelernt hatten.</p><p>Hermine hingegen legte immer wieder Messer und Gabel weg und b�ckte sich unter den Tisch nach ihrer Tasche, um ein Buch hervorzuziehen, in dem sie dann irgendeinen Sachverhalt oder eine Zahl �berpr�fte. Ron erkl�rte ihr gerade, dass sie anst�ndig essen sollte, oder sie w�rde in der Nacht nicht schlafen k�nnen, als ihr die Gabel aus den schwachen Fingern glitt und mit einem lauten Klirren auf dem Teller landete.</p><p>�Ach du meine G�te�, sagte sie matt und starrte in die Eingangshalle. �Sind sie das? Sind das die Pr�fer?�</p><p>Harry und Ron schnellten auf ihrer Bank herum. Durch die T�r zur Gro�en Halle konnten sie Umbridge bei einer kleinen Gruppe altehrw�rdig aussehender Hexen und Zauberer stehen sehen. Umbridge schien ziemlich nerv�s, wie Harry erfreut feststellte.</p><p>�Wollen wir hingehen und uns die mal n�her ansehen?�, fragte Ron.</p><p>Harry und Hermine nickten und sie hasteten auf die Fl�gelt�r zur Eingangshalle zu. Als sie �ber die Schwelle traten, verlangsamten sie ihre Schritte und gingen gemessen an den Pr�fern vorbei. Die kleine, geb�ckte Hexe, die ein so faltiges Gesicht hatte, dass es aussah, als w�re es mit Spinnweben �berzogen, musste Professor Marchbanks sein, �berlegte Harry. Umbridge sprach voller Ehrerbietung mit ihr. Professor Marchbanks schien ein wenig taub, denn obwohl sie nur eine Fu�l�nge voneinander entfernt standen, antwortete sie Professor Umbridge mit sehr lauter Stimme.</p><p>�Ja, ja, wir haben eine gute Reise gehabt, danke vielmals, aber schlie�lich sind wir ja schon viele Male hierher gekommen!�, sagte sie ungeduldig. �Nun, ich hab in letzter Zeit nichts von Dumbledore geh�rt!�, f�gte sie hinzu und sp�hte durch die Halle, als hoffte sie, er k�nnte pl�tzlich aus einem Besenschrank auftauchen.</p><p>�Sie haben wohl keine Ahnung, wo er steckt?�</p><p>��berhaupt keine�, sagte Umbridge und warf Harry, Ron und Hermine einen b�sen Blick zu, die sich jetzt am Fu� der Treppe zu schaffen machten, wo Ron so tat, als w�rde er sich die Schn�rsenkel binden. �Aber das Zaubereiministerium wird ihn mit Sicherheit recht bald aufsp�ren.�</p><p>�Das bezweifle ich�, rief die kleine Professor Marchbanks, �nicht, solange Dumbledore nicht gefunden werden will! Ich muss es wissen ... habe ihn pers�nlich in Verwandlung und Zauberkunst gepr�ft, als er seine UTZe abgelegt hat ... hat mit dem Zauberstab Dinge bewerkstelligt, wie ich sie noch nie gesehen hatte.�</p><p>�Ja ... nun ...�, sagte Professor Umbridge, w�hrend Harry, Ron und Hermine sich so langsam wie m�glich die Marmortreppe hochschleppten, �lassen Sie uns ins Lehrerzimmer gehen. Ich m�chte meinen, Sie k�nnten eine Tasse Tee vertragen nach Ihrer Reise.�</p><p>Es war ein unbehaglicher Abend. Alle versuchten noch in letzter Minute ein wenig Stoff zu wiederholen, doch keinem schien es sonderlich zu gelingen. Harry ging fr�h zu Bett, lag dann jedoch, wie es ihm vorkam, noch stundenlang wach.</p><p>Die Berufsberatung ging ihm durch den Kopf und McGonagalls furiose Ank�ndigung, sie w�rde ihm helfen, Auror zu werden, und wenn es das Letzte w�re, was sie t�te. Nun, da Pr�fungszeit war, w�nschte er sich, er h�tte ein weniger hoch gestecktes Ziel genannt. Er wusste, dass er nicht der Einzige war, der wach lag, doch keiner der anderen im Schlafsaal sagte ein Wort, und endlich schliefen sie nacheinander ein.</p><p>Auch beim Fr�hst�ck am n�chsten Tag redete keiner der F�nftkl�ssler sonderlich viel: Parvati �bte halblaut Beschw�rungen, w�hrend das Salzf�sschen vor ihr h�pfte. Hermine las noch einmal <emphasis>Gro�e Errungenschaften der Zauberkunst, </emphasis>so schnell, dass ihre Augen ganz verschwommen wirkten, und Neville lie� st�ndig Messer und Gabel fallen und stie� die Marmelade um.</p><p>Als das Fr�hst�ck zu Ende war, vertraten sich die F�nft- und Siebtkl�ssler in der Eingangshalle die F��e, w�hrend die anderen Sch�ler in ihren Unterricht gingen. Dann, um halb zehn, wurde eine Klasse nach der anderen aufgerufen, wieder in die Gro�e Halle zu kommen, die nun genauso eingerichtet war, wie Harry es im Denkarium gesehen hatte, als sein Vater, Sirius und Snape ihre ZAG-Pr�fungen abgelegt hatten. Die vier Haustische waren wegger�umt und durch viele Einzeltische ersetzt worden, die alle auf den Lehrertisch am Kopf der Gro�en Halle ausgerichtet waren, wo Professor McGonagall stand und sie ansah.</p><p>Als sich alle gesetzt hatten und Ruhe eingekehrt war, sagte sie: �Sie k�nnen anfangen�, und kippte ein riesiges Stundenglas auf dem Schreibtisch neben ihr, auf dem auch Ersatzfedern, Tintenf�sser und Pergamentrollen lagen.</p><p>Harry drehte mit heftig pochendem Herzen sein Pr�fungsblatt um - drei Reihen rechts von ihm und vier Pl�tze weiter vorne kritzelte Hermine bereits auf ihr Blatt - und senkte den Blick auf die erste Frage: <emphasis>a) Nennen Sie die Beschw�rungsformel und b) beschreiben Sie die Zauberstabbewegung, die erforderlich ist, um Gegenst�nde fliegen zu lassen. </emphasis></p><p>Durch Harry schoss die fl�chtige Erinnerung an eine Keule, die hoch in die Luft flog und laut auf dem dicken Sch�del eines Trolls landete ... mit leisem L�cheln beugte er sich �ber das Papier und fing an zu schreiben.</p><empty-line/><p>�Nun, war doch nicht allzu schlimm, oder?�, fragte Hermine zwei Stunden sp�ter besorgt in der Eingangshalle, das Pr�fungsblatt immer noch in der Hand.</p><p>�Ich wei� nicht genau, ob ich mir bei Aufheiterungszaubern gerecht geworden bin, ich hatte einfach keine Zeit mehr. Habt ihr den Gegenzauber f�r Schluckauf hingeschrieben? Ich war mir nicht sicher, ob ich sollte, mir kam es etwas �bertrieben vor - und bei Frage dreiundzwanzig -�</p><p>�Hermine�, sagte Ron ernst, �das hatten wir schon ... wir kauen hinterher nicht noch mal jede Pr�fung durch. Es ist schlimm genug, wenn man sie einmal schreiben muss.�</p><p>Die F�nftkl�ssler a�en mit dem Rest der Schule zu Mittag (zur Essenszeit waren die vier Haustische wieder da), dann marschierten sie in die kleine Kammer neben der Gro�en Halle, wo sie warten sollten, bis sie zu ihrer praktischen Pr�fung geholt wurden. W�hrend kleine Sch�lergruppen in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen wurden, murmelten die Wartenden Beschw�rungsformeln und �bten Zauberstabbewegungen, wobei sie sich manchmal versehentlich gegenseitig in den R�cken oder ins Auge stachen.</p><p>Hermines Name wurde aufgerufen. Zitternd verlie� sie die Kammer zusammen mit Anthony Goldstein, Gregory Goyle und Daphne Greengrass.</p><p>Sch�le r, die schon gepr�ft waren, kehrten danach nicht zur�ck, und so hatten Harry und Ron keine Ahnung, wie Hermine abgeschnitten hatte.</p><p>�Bei ihr wird's gut laufen, wei�t du noch, wie sie mal in einem ihrer Zauberkunsttests hundertzw�lf Prozent hatte?�, sagte Ron.</p><p>Zehn Minuten sp�ter rief Professor Flitwick: �Parkinson, Pansy - Patil, Padma - Patil, Parvati - Potter, Harry.�</p><p>�Viel Gl�ck�, sagte Ron leise. Harry ging in die Gro�e Halle und umklammerte den Zauberstab so fest, dass seine Hand zitterte.</p><p>�Professor Tofty ist frei, Potter�, quiekte Professor Flitwick, der gleich an der T�r stand. Er verwies Harry an den scheinbar aller�ltesten und kahlk�pfigsten Pr�fer, der hinter einem kleinen Tisch in der gegen�berliegenden Ecke sa�, nicht weit von Professor Marchbanks, die mitten in der Pr�fung von Draco Malfoy steckte.</p><p>�Potter, richtig?�, sagte Professor Tofty, indem er seine Unterlagen zu Rate zog und den n�her kommenden Harry �ber seinen Kneifer hinweg anblinzelte.</p><p>�Der ber�hmte Potter?�</p><p>Aus dem Augenwinkel sah Harry deutlich, wie Malfoy ihm einen vernichtenden Blick zuwarf; das Weinglas, das Malfoy hatte schweben lassen, fiel zu Boden und zerbrach. Harry konnte ein Grinsen nicht unterdr�cken. Professor Tofty l�chelte ihm ermutigend zu.</p><p>�So ist's recht�, sagte er mit zittriger alter Stimme, �nur nicht nerv�s werden. Nun, wenn ich Sie bitten d�rfte, diesen Eierbecher zu nehmen und ihn ein paar Purzelb�ume f�r mich schlagen zu lassen.�</p><p>Alles in allem, fand Harry, lief es recht ordentlich. Sein Schwebezauber war auf je den Fall viel besser gewesen als der von Malfoy, allerdings w�nschte er sich, dass er die Beschw�rungen f�r Farbwechsel- und Wachstumszauber nicht verwechselt h�tte, so dass die Ratte, die er eigentlich orange hatte f�rben sollen, erschreckend anschwoll und die Gr��e eines Dachses erreichte, ehe Harry seinen Fehler korrigieren konnte. Er war froh, dass Hermine nicht mit ihm in der Halle war, und erz�hlte ihr hinterher gar nichts davon. Ron allerdings konnte er es sagen; Ron hatte einen Teller dazu gebracht, sich in einen gro�en Pilz zu verwandeln, ohne eine Ahnung zu haben, wie das passiert war.</p><p>An diesem Abend hatten sie keine Zeit, sich zu entspannen. Nach dem Abendessen gingen sie gleich in den Gemeinschaftsraum und vertieften sich in die Wiederholung des Pr�fungsstoffs f�r Verwandlung am n�chsten Tag. Als Harry zu Bett ging, summte ihm der Kopf vor komplizierten Zauberspruchmodellen und -theorien.</p><p>W�hrend seiner schriftlichen Pr�fung am n�chsten Morgen verga� er die Definition eines Wandelzaubers, hatte aber den Eindruck, dass der praktische Teil ganz gut gelaufen war. Wenigstens schaffte er es, seinen Leguan in G�nze verschwinden zu lassen, w�hrend die arme Hannah Abbott am Tisch neben ihm v�llig den Kopf verlor und es irgendwie fertig brachte, ihr Frettchen zu einer Herde Flamingos zu vervielf�ltigen, worauf die Pr�fung f�r zehn Minuten unterbrochen werden musste, w�hrend deren man die V�gel einfing und aus der Halle trug.</p><p>Ihre Kr�uterkundepr�fung hatten sie am Mittwoch (abgesehen von einem kleinen Biss einer Fangz�hnigen Geranie hatte Harry den Eindruck, dass er einigerma�en gut abgeschnitten hatte) und dann, am Donnerstag, Verteidigung gegen die dunklen K�nste. Hier war sich Harry zum ersten Mal sicher, dass er die Pr�fung bestanden hatte. Keine der schriftlichen Fragen bereitete ihm Schwierigkeiten, und bei der praktischen Pr�fung machte es ihm besonderen Spa�, alle Gegenfl�che und Verteidigungszauber direkt vor Umbridge auszuf�hren, die mit k�hler Miene neben der T�r zur Eingangshalle stand und zusah.</p><p>�Oh, bravo!�, rief Professor Tofty, der Harry erneut die Pr�fung abnahm, als dieser einen perfekten Irrwicht-Bannfluch vorf�hrte. �Sehr gut, in der Tat! Nun, ich denke, das ist alles, Potter ... au�er ...�</p><p>Er beugte sich ein wenig vor.</p><p>�Von meinem lieben Freund Tiberius Ogden habe ich geh�rt, dass Sie einen Patronus hervorbringen k�nnen? F�r einen Bonuspunkt ... ?�</p><empty-line/><p>Harry hob seinen Zauberstab, richtete den Blick direkt auf Umbridge und stellte sich vor, dass sie gefeuert wurde.</p><p><emphasis>�Expecto patronum!�</emphasis></p><p>Sein silberner Hirsch brach aus der Spitze des Zauberstabs und galoppierte durch die ganze Halle. S�mtliche Pr�fer wandten sich um und sahen ihm nach, und als er sich in silbernen Dunst aufl�ste, klatschte Professor Tofty begeistert in seine adrigen und knotigen H�nde.</p><p>�Hervorragend!�, sagte er. �Sehr sch�n, Potter, Sie k�nnen gehen!�</p><p>Als Harry bei der T�r an Umbridge vorbeikam, trafen sich ihre Blicke. Um ihren breiten, schlaffen Mund spielte ein geh�ssiges L�cheln, doch es war ihm gleich. Wenn er sich nicht sehr irrte (und er hatte nicht vor, es jemandem zu sagen, falls es doch so sein sollte), hatte er gerade einen ZAG mit der Note</p><p>�Ohnegleichen� geschafft.</p><p>Der Freitag war f�r Harry und Ron frei, w�hrend Hermine ihre Pr�fung in Alte Runen ablegte, und da das ganze Wochenende vor ihnen lag, g�nnten sie sich eine Pause von der Stoffwiederholung. Sich streckend und g�hnend sa�en sie am offenen Fenster, durch das warme Sommerluft wehte, und spielten Zaubererschach. Harry konnte Hagrid in der Ferne sehen, der am Waldrand eine Klasse unterrichtete. Er versuchte zu erraten, welche Gesch�pfe sie gerade durchnahmen - er meinte, es m�ssten Einh�rner sein, denn die Jungen schienen sich ein wenig auf Distanz zu halten -, als das Portr�tloch aufging und Hermine hereinkletterte, offenbar zutiefst schlecht gelaunt.</p><p>�Wie war Runen?�, fragte Ron und g�hnte und streckte sich.</p><p>�Ich hab <emphasis>ehwaz </emphasis>falsch �bersetzt�, sagte Hermine w�tend. �Das bedeutet <emphasis>Partnerschaft, </emphasis>nicht <emphasis>Verteidigung. </emphasis>Hab ich mit <emphasis>eihwaz </emphasis>verwechselt.�</p><p>�Ah, Na ja�, sagte Ron l�ssig, �das ist doch nur ein einziger Fehler, du kriegst bestimmt immer noch -�</p><p>�Ach, halt die Klappe!�, sagte Hermine zornig. �Das k�nnte der eine Fehler sein, der den Unterschied zwischen �bestanden� und �durchgefallen� ausmacht.</p><p>Und au�erdem hat wieder jemand einen Niffler in Umbridges B�ro gesteckt. Ich wei� nicht, wie er das durch die neue T�r geschafft hat, aber ich bin eben da vorbeigegangen und Umbridge schreit sich die Lunge aus dem Hals - h�rt sich so an, als h�tte er versucht, ein St�ck aus ihrem Bein zu bei�en -�</p><p>�Gut�, sagten Harry und Ron wie aus einem Mund.</p><p>�Das ist nicht gut!�, sagte Hermine hitzig. �Ihr wisst doch, sie glaubt, dass es Hagrid war! Und wir wollen <emphasis>nicht, </emphasis>dass Hagrid gefeuert wird!�</p><empty-line/><p>�Er unterrichtet gerade, sie kann ihm also nic ht die Schuld geben�, sagte Harry und wies aus dem Fenster.</p><p>�Oh, manchmal bist du ja so was von <emphasis>naiv, </emphasis>Harry. Glaubst du wirklich, dass Umbridge auf einen Beweis wartet?�, erwiderte Hermine, offenbar fest entschlossen, stinkw�tend zu bleiben, und rauschte t�renschlagend davon zu den M�dchenschlafs�len.</p><p>�Was f�r ein reizendes, sanftm�tiges M�dchen�, sagte Ron sehr leise und gab seiner K�nigin einen Schubs, damit sie einen von Harrys Springern verdrosch.</p><p>Hermines schlechte Laune hielt f�r den gr��ten Teil des Wochenendes an, allerdings fiel es Harry und Ron ziemlich leicht, nicht weiter darauf zu achten, da sie Samstag und Sonntag zumeist mit der Wiederholung des Stoffs f�r die Zaubertrankpr�fung am Montag besch�ftigt waren - die Pr�fung, vor der Harry am meisten Bammel hatte und von der er sicher war, dass mit ihr sein Wunsch, Auror zu werden, endg�ltig begraben w�rde. Tats�chlich fand er die schriftliche Pr�fung schwierig, glaubte allerdings, die volle Punktzahl bei der Frage zum Vielsaft-Trank erreicht zu haben. Er konnte seine Wirkungen genau beschreiben, da er ihn im zweiten Schuljahr unerlaubterweise selbst eingenommen hatte.</p><p>Der Nachmittag der praktischen Pr�fung war nicht so schrecklich, wie er es erwartet hatte. Snape war nicht anwesend, und Harry stellte fest, dass er beim Brauen seiner Zaubertr�nke viel entspannter war als �blich. Neville, der ganz in Harrys N�he sa�, wirkte ebenfalls gl�cklicher, als Harry ihn je w�hrend einer Zaubertrankstunde gesehen hatte. Als Professor Marchbanks sagte: �Treten Sie bitte von Ihren Kesseln zur�ck, die Pr�fung ist zu Ende�, verkorkte Harry sein Probefl�schchen mit dem Gef�hl, vielleicht nicht gerade eine gute Note erreicht zu haben, aber mit Gl�ck um ein �durchgefallen� herumgekommen zu sein.</p><p>�Nur noch vier Pr�fungen�, sagte Parvati Patil m�de, w�hrend sie in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors zur�ckgingen.</p><p>�Nur!�, fauchte Hermine. <emphasis>�Ich </emphasis>hab Arithmantik und das ist wahrscheinlich das schwierigste Fach �berhaupt!�</p><p>Niemand war so t�richt zur�ckzufauchen, und so hatte sie keine Gelegenheit, ihre schlechte Laune an jemandem auszulassen, und musste sich damit bescheiden, ein paar Erstkl�ssler zurechtzustutzen, weil sie im Gemeinschaftsraum zu laut gekichert hatten.</p><p>Um Hagrid nicht zu entt�uschen, war Harry entschlossen, am Dienstag in Pflege magischer Gesch�pfe gut abzuschneiden. Die praktische Pr�fung fand am Nachmittag auf dem Rasen am Rand des Verbotenen Waldes statt, wo von ihnen verlangt wurde, den Knarl ausfindig zu machen, der zwischen einem Dutzend Igel versteckt war (die List bestand darin, allen nacheinander Milch anzubieten: Knarle, �u�erst misstrauische Wesen, deren Kiele viele magische Eigenschaften hatten, hielten dies f�r einen Versuch, sie zu vergiften, und wurden meist rasend).</p><p>Dann mussten sie den richtigen Umgang mit einem Bowtruckle vorf�hren, eine Feuerkrabbe f�ttern und ihre Behausung reinigen, ohne sich schwere Verbrennungen zuzuziehen, und aus einer gro�en Auswahl Futter benennen, was sie einem kranken Einhorn geben w�rden.</p><p>Harry konnte sehen, dass Hagrid sie beklommen von seinem H�ttenfenster aus beobachtete. Als Harrys Pr�ferin, diesmal eine rundliche kleine Hexe, ihm zul�chelte und sagte, er k�nne gehen, winkte Harry Hagrid fl�chtig mit gereckten Daumen zu, ehe er zum Schloss zur�ckkehrte.</p><p>Die theoretische Pr�fung in Astronomie am Mittwochmorgen verlief einigerma�en gut. Harry war nicht �berzeugt, dass er alle Jupitermonde richtig aufgeschrieben hatte, aber zumindest sicher, dass keiner von ihnen von M�usen bewohnt war. F�r die praktische Pr�fung in Astronomie mussten sie bis zum Abend warten; am Nachmittag hatten sie stattdessen Wahrsagen.</p><p>Selbst gemessen an Harrys ohnehin miserablem Stand in Wahrsagen lief das Examen sehr schlecht. Er h�tte genauso gut versuchen k�nnen, bewegte Bilder auf dem Tisch zu sehen statt in der hartn�ckig leeren Kristallkugel. Beim Teebl�tterlesen verlor er v�llig den Kopf und sagte, ihm scheine es ganz so, als w�rde Professor Marchbanks in K�rze einen rundlichen, d�steren, durchn�ssten Fremden treffen, und kr�nte das ganze Fiasko noch, indem er die Lebenslinie und die Kopflinie in ihrer Handfl�che verwechselte und ihr mitteilte, dass sie eigentlich vorigen Dienstag h�tte sterben sollen.</p><p>�Was soll's, war doch klar, dass wir das nie schaffen�, sagte Ron d�ster, als sie die Marmortreppe hochstiegen. Er hatte Harrys Laune gerade ein wenig aufgeheitert, indem er ihm erz�hlte, dass er dem Pr�fer den h�sslichen Mann mit einer Warze auf der Nase in seiner Kristallkugel genau geschildert hatte, um dann aufzublicken und festzustellen, dass er die Spiegelung des Pr�fers beschrieben hatte.</p><p>�Wir h�tten dieses bescheuerte Fach gar nicht erst w�hlen sollen�, sagte Harry.</p><p>�Immerhin k�nnen wir's jetzt wenigstens abw�hlen.�</p><p>�Genau�, sagte Harry. �Und m�ssen nicht mehr so tun, als ob es uns k�mmert, was passiert, wenn Jupiter und Uranus sich zu sehr anfreunden.�</p><p>�Und von nun an ist es mir schnuppe, ob meine Teebl�tter <emphasis>Stirb, Ron, stirb</emphasis> sagen - ich werf sie einfach in den M�lleimer, wo sie hingeh�ren.�</p><p>Harry lachte. In diesem Moment kam Hermine hinter ihnen hergelaufen. Er h�rte sofort auf, f�r den Fall, dass sein Lachen sie �rgern k�nnte.</p><empty-line/><p>�Also, ich glaub, ich hab in Arithmantik ganz gut abgeschnitten�, sagte sie, und Harry und Ron seufzten vor Erleichterung. �Na dann, vor dem Abendessen ist gerade noch Zeit f�r einen kurzen Blick auf unsere Sternkarten ...�</p><p>Als sie um elf oben im Astronomieturm ankamen, war es eine perfekte Nacht f�rs Sternegucken, wolkenlos und ruhig. Die Schlossgr�nde waren in silbriges Mondlicht getaucht und leichte K�lte lag in der Luft. Alle stellten ihre Teleskope auf, und auf Gehei� von Professor Marchbanks begannen sie, die leere Sternkarte auszuf�llen, die sie bekommen hatten.</p><p>Professor Marchbanks und Professor Tofty schlenderten zwischen ihnen umher und sahen zu, wie sie die genauen Positionen der Sterne und Planeten eintrugen, die sie beobachteten. Es herrschte Ruhe, nur das Rascheln des Pergaments, das gelegentliche Quietschen eines Teleskops, das auf seinem Stativ neu eingestellt wurde, und das Kritzeln der vielen Federn waren zu h�ren. Eine halbe Stunde verging, dann eine Stunde; die kleinen Quadrate aus gespiegeltem goldenem Licht, die unten am Boden flackerten, verschwanden allm�hlich, da die Lichter in den Schlossfenstern gel�scht wurden.</p><p>Als Harry das Sternbild Orion auf seiner Karte vervollst�ndigte, �ffnete sich jedoch das Schlossportal direkt unter der Br�stung, auf der er stand, und Licht str�mte die Steintreppe hinab und ein wenig hinaus �ber den Rasen. Harry lugte hinunter, w�hrend er die Position seines Teleskops leicht ver�nderte, und sah f�nf oder sechs lang gezogene Schatten sich �ber das hell erleuchtete Gras bewegen, ehe das Portal zuschwang und der Rasen erneut zu einem Meer der Dunkelheit wurde.</p><p>Harry legte das Auge wieder ans Teleskop und stellte die Sch�rfe neu ein, da er nun die Venus beobachtete. Er blickte auf seine Karte, um den Planeten dort einzutragen, doch etwas lenkte ihn ab. Mit der Feder �ber dem Pergament hielt er inne und sp�hte hinab auf das d�stere Gel�nde, wo er sechs Gestalten �ber den Rasen gehen sah. H�tten sie sich nicht bewegt und h�tte das Mondlicht ihre Haarsch�pfe nicht vergoldet, w�ren sie vom dunklen Gel�nde, auf dem sie dahinschritten, nicht zu unterscheiden gewesen. Selbst auf diese Entfernung beschlich Harry das merkw�rdige Gef�hl, den Gang der pummeligsten der Gestalten zu kennen, die offenbar die Gruppe anf�hrte.</p><p>Es war ihm ein R�tsel, warum Umbridge nach Mitternacht einen Spaziergang drau�en machte, und das auch noch begleitet von f�nf anderen. Dann hustete jemand hinter ihm, und ihm fiel ein, dass er mitten in einer Pr�fung war. Die Position der Venus hatte er mittlerweile ganz vergessen. Er dr�ckte das Auge ans Teleskop, fand sie wieder und wollte sie jetzt auf der Karte eintragen, als er, die Ohren f�r jedes ungew�hnliche Ger�usch gespitzt, ein fernes Klopfen h�rte, das �ber die einsamen Schlossgr�nde hallte, sogleich gefolgt vom ged�mpften Bellen eines gro�en Hundes.</p><empty-line/><p>Mit h�mmerndem Herzen blickte er auf. In Hagrids Fenstern brannte Licht, und die Schemen der Leute, die er �ber den Rasen hatte gehen sehen, zeichneten sich vor ihnen ab. Die T�r ging auf und er sah deutlich sechs scharf umrissene Gestalten �ber die Schwelle treten. Die T�r schloss sich wieder und es herrschte Stille.</p><p>Harry war sehr unbehaglich zumute. Er blickte umher, um zu sehen, ob Ron oder Hermine es auch bemerkt hatten, doch in diesem Moment kam Professor Marchbanks von hinten auf ihn zu, und da Harry nicht den Eindruck erwecken wollte, er w�rde bei jemand anderem spicken, beugte er sich hastig �ber seine Sternkarte und tat so, als w�rde er sie weiter ausf�llen, w�hrend er in Wahrheit �ber die Br�stung hinweg zu Hagrids H�tte sp�hte. Inzwischen bewegten sich die Gestalten hinter den H�ttenfenstern und verdeckten zeitweilig das Licht.</p><p>Er konnte Professor Marchbanks' Blick in seinem Nacken sp�ren, dr�ckte sein Auge wieder an das Teleskop und starrte hoch zum Mond, obwohl er dessen Position schon vor einer Stunde markiert hatte. Doch als Professor Marchbanks weiterging, h�rte er ein Gebr�ll von der fernen H�tte her, das durch die Dunkelheit bis hoch zum Astronomieturm hallte. Einige Sch�ler um ihn herum wichen von ihren Teleskopen zur�ck und schauten nun hin�ber zu Hagrids H�tte.</p><p>Professor Tofty lie� erneut ein trockenes H�steln h�ren.</p><p>�Nun versuchen Sie sich doch zu konzentrieren, Jungs und M�dchen�, sagte er sanft.</p><p>Die meisten wandten sich wieder ihren Teleskopen zu. Harry blickte nach links. Hermine starrte gebannt zu Hagrids H�tte.</p><p>�Hmm - noch zwanzig Minuten�, sagte Professor Tofty.</p><p>Hermine zuckte zusammen und beugte sich sofort wieder �ber ihre Sternkarte.</p><p>Harry blickte auf die seine und bemerkte, dass er die Venus f�lschlicherweise als Mars beschriftet hatte. Er neigte sich �ber die Karte, um es zu korrigieren.</p><p>Vom Gel�nde her ert�nte ein lauter KNALL. Mehrere Leute schrien</p><p>�Autsch!�, als sie sich mit den Enden ihrer Teleskope ins Gesicht stachen, w�hrend sie hastig nachsehen wollten, was unten vor sich ging.</p><p>Hagrids T�r war aufgegangen, und im Licht, das aus der H�tte flutete, war er recht deutlich zu erkennen: eine massige Gestalt, die br�llte und mit den F�usten fuchtelte. Er war umringt von sechs Personen, die, den d�nnen F�den roten Lichts nach zu schlie�en, die sie in seine Richtung warfen, alle versuchten, ihn mit einem Schockzauber zu belegen.</p><p>�Nein!�, schrie Hermine.</p><p>�Meine Liebe!�, sagte Professor Tofty in emp�rtem Ton. �Dies ist eine Pr�fung!�</p><p>Aber niemand besch�ftigte sich mehr im Mindesten mit den Sternkarten. Rote Lichtstrahlen flogen immer noch vor Hagrids H�tte umher, doch aus irgendeinem Grund schienen sie von ihm abzuprallen; nach wie vor stand er aufrecht da, und soweit Harry sehen konnte, k�mpfte er. Schreie und Rufe hallten �ber die Schlossgr�nde; ein Mann rief: �Sei vern�nftig, Hagrid!�</p><p>Hagrid br�llte: �Zum Teufel mit vern�nftig, so einfach kriegst du mich nich, Dawlish!�</p><p>Harry konnte den kleinen Umriss Fangs sehen, der Hagrid verteidigen wollte und immer wieder die Zauberer ansprang, die ihn umringten, bis ihn ein Schockzauber traf und er zusammenbrach. Hagrid heulte auf vor Wut, hob den T�ter eigenh�ndig vom Boden und warf ihn nieder. Der Mann flog ungef�hr drei Meter durch die Luft und stand nicht wieder auf. Hermine hatte beide H�nde auf den Mund gepresst und keuchte. Harry blickte sich zu Ron um und sah, dass auch er offenbar Angst hatte. Keiner von ihnen hatte Hagrid jemals richtig zornig gesehen.</p><p>�Seht mal!�, kreischte Parvati, die sich �ber die Br�stung lehnte und hinunter zum Schloss deutete, wo das Portal sich noch einmal ge�ffnet hatte. Wieder str�mte Licht auf den dunklen Rasen und ein einzelner langer schwarzer Schatten wellte sich nun �ber das Gras.</p><p>�Nein, also wirklich!�, sagte Professor Tofty besorgt. �Sie haben nur noch sechzehn Minuten!�</p><p>Aber niemand achtete auf ihn: Sie alle beobachteten die Person, die nun zu dem Kampf vor Hagrids H�tte eilte.</p><p>�Wie k�nnen Sie es wagen!�, rief die Gestalt im Laufen. �Wie <emphasis>k�nnen </emphasis>Sie es wagen!�</p><p>�Es ist McGonagall!�, fl�sterte Hermine.</p><p>�Lassen Sie ihn in Ruhe! <emphasis>In Ruhe, </emphasis>sage ich!�, rief Professor McGonagall durch die Dunkelheit. �Mit welchem Recht greifen Sie ihn an? Er hat nichts getan, nichts, was rechtfertigen w�rde -�</p><p>Hermine, Parvati und Lavender schrien auf. Die Gestalten um die H�tte hatten nicht weniger als vier Schockzauber auf Professor McGonagall abgeschossen.</p><p>Auf halbem Weg zwischen H�tte und Schloss wurde sie von den roten Strahlen getroffen; einen Moment lang schien sie zu leuchten und ergl�hte in einem unheimlichen Rot, dann riss es sie glattweg von den F��en, sie fiel hart auf den R�cken und blieb reglos liegen.</p><p>�W�rgende Wasserspeier!�, rief Professor Tofty, der die Pr�fung ebenfalls v�llig vergessen zu haben schien. �Ohne jede Vorwarnung! Was f�r ein emp�rendes Verhalten!�</p><p>�FEIGLINGE!�, br�llte Hagrid; seine Stimme war oben im Turm deutlich zu h�ren und im Schloss gingen mehrere Lichter wieder an. �VERDAMMTE FEIGLINGE! DA, NEHMT DAS - UND DAS -�</p><p>�O du meine -�, keuchte Hermine.</p><p>Hagrid versetzte den Angreifern, die ihm am n�chsten waren, zwei kr�ftige Schwinger; da sie augenblicklich zusammenbrachen, hatte er sie offenbar glatt ausgeknockt. Harry sah, wie Hagrid einknickte, und dachte schon, er w�re nun doch von einem Zauber erwischt worden. Aber im Gegenteil, schon im n�chsten Moment stand Hagrid wieder aufrecht, nun dem Anschein nach mit einem Sack auf dem R�cken - dann erkannte Harry, dass er sich Fangs schlaffen K�rper um die Schulter gelegt hatte.</p><p>�Pack ihn, pack ihn!�, schrie Umbridge, doch ihr verbliebener Helfer schien �berhaupt nicht erpicht darauf, in Reichweite von Hagrids F�usten zu kommen.</p><p>Tats�chlich wich er so schnell zur�ck, dass er �ber einen seiner bewusstlosen Mitstreiter stolperte und st�rzte. Hagrid, der Fang immer noch um den Hals trug, hatte sich umgedreht und fing nun an zu rennen. Umbridge schickte ihm einen letzten Schockzauber nach, traf ihn aber nicht. Und Hagrid, der in Windeseile auf die fernen Schlosstore zurannte, verschwand in der Dunkelheit.</p><p>Eine lange Minute bebenden Schweigens trat ein, in der alle mit offenem Mund auf die Schlossgr�nde blickten. Dann meldete sich Professor Tofty mit schwacher Stimme: ��hm ... Sie haben noch f�nf Minuten.�</p><p>Obwohl Harry nur zwei Drittel seiner Karte ausgef�llt hatte, sehnte er sich verzweifelt nach dem Ende der Pr�fung. Als es schlie�lich so weit war, zw�ngten er, Ron und Hermine ihre Teleskope mehr schlecht als recht wieder in ihre Halterungen und st�rmten die Wendeltreppe hinunter. Keiner der Sch�ler ging zu Bett; alle redeten am Fu� der Treppe laut und aufgeregt �ber das Geschehen, dessen Zeugen sie gewesen waren.</p><p>�Dieses gemeine Biest!�, keuchte Hermine, die so zornig war, dass sie kaum reden konnte. �Sich mitten in der Nacht an Hagrid ranzuschleichen!�</p><p>�Sie wollte eindeutig noch so eine Szene wie mit Trelawney vermeiden�, sagte Ernie Macmillan altklug und dr�ngte sich zu ihnen her�ber.</p><p>�Hagrid hat sich gut geschlagen, findet ihr nicht?�, sagte Ron, der eher besorgt als beeindruckt wirkte. �Wieso sind all die Zauber von ihm abgeprallt?�</p><p>�Das wird an seinem Riesen-Blut liegen�, sagte Hermine zittrig. �Es ist schwer, einen Riesen mit einem Schockzauber zu belegen, die sind wie Trolle, richtig z�h ... aber die arme McGonagall ... vier Schockzauber direkt in die Brust, und sie ist nicht mehr die J�ngste!�</p><p>�Schrecklich, schrecklich�, sagte Ernie und sch�ttelte wichtigtuerisch den Kopf. �Also, ich geh mal schlafen. Nacht, alle zusammen.�</p><p>Die Leute um sie herum zerstreuten sich allm�hlich, w�hrend sie noch immer aufgeregt �ber das redeten, was sie eben gesehen hatten.</p><p>�Wenigstens haben sie Hagrid nicht gekriegt und nach Askaban geschickt�, sagte Ron. �Ich vermute, er wird sich Dumbledore anschlie�en, oder?�</p><p>�Denk ich auch�, sagte Hermine, die aussah, als w�rde sie jeden Moment in Tr�nen ausbrechen. �Oh, es ist furchtbar, ich hatte eigentlich gedacht, dass Dumbledore recht bald zur�ckkommt, aber jetzt haben wir auch noch Hagrid verloren.�</p><p>Sie trotteten zur�ck zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors und fanden ihn voller Sch�ler. Der Tumult drau�en auf dem Gel�nde hatte mehrere Leute aufgeweckt, die dann eilig ihre Freunde wachger�ttelt hatten. Seamus und Dean, die vor Harry, Ron und Hermine angekommen waren, erz�hlten gerade allen, was sie vom Astronomieturm aus gesehen und geh�rt hatten.</p><p>�Aber warum will sie Hagrid jetzt feuern?�, fragte Angelina Johnson kopfsch�ttelnd. �Es ist doch nicht wie bei Trelawney, er hat dieses Jahr viel besser als sonst unterrichtet!�</p><p>�Umbridge hasst Halbmenschen�, sagte Hermine bitter und lie� sich in einen Sessel fallen. �Sie hat von Anfang an versucht, Hagrid hier rauszuwerfen.�</p><p>�Und sie glaubt, Hagrid h�tte die Niffler in ihr B�ro gesteckt�, meldete sic h Katie Bell zu Wort.</p><p>�Ach herrje�, sagte Lee Jordan und schlug sich die Hand vor den Mund. �Das mit den Nifflern in ihrem B�ro war ich. Fred und George haben mir welche dagelassen, die hab ich dann durch ihr Fenster schweben lassen.�</p><p>�Sie h�tte ihn ohnehin gefeuert�, warf Dean ein. �Er war zu gut mit Dumbledore befreundet.�</p><p>�Das stimmt�, sagte Harry und lie� sich in einen Sessel neben Hermine sinken.</p><p>�Ich hoffe nur, Professor McGonagall geht's gut�, sagte Lavender unter Tr�nen.</p><p>�Sie haben sie ins Schloss zur�ckgetragen, wir haben's durchs Schlafsaalfenster beobachtet�, sagte Colin Creevey. �Sie sah nicht allzu gut aus.�</p><empty-line/><p>�Madam Pomfrey wird sie wieder hinkriegen�, sagte Alicia Spinnet bestimmt.</p><p>�Die hat bis jetzt noch alles geschafft.�</p><p>Es war fast vier Uhr morgens, als sich der Gemeinschaftsraum leerte. Harry f�hlte sich hellwach. Das Bild von Hagrid, der in die Dunkelheit davonrannte, lie� ihn nicht los. Er war so zornig auf Umbridge, dass er sich keine Strafe vorstellen konnte, die schlimm genug f�r sie war, auch wenn Rons Vorschlag, sie an eine Kiste voller ausgehungerter Knallr�mpfiger Kr�ter zu verf�ttern, nicht �bel klang. Er schlief ein, w�hrend er sich die scheu�lichsten Racheakte ausmalte, und stieg drei Stunden sp�ter wieder aus dem Bett mit dem Gef�hl, vollkommen ger�dert zu sein.</p><p>Ihre letzte Pr�fung, Zaubereigeschichte, sollte erst an diesem Nachmittag stattfinden. Harry w�re nach dem Fr�hst�ck am liebsten wieder zu Bett gegangen, doch er hatte den Morgen schon daf�r eingeplant, in letzter Minute noch ein wenig Stoff zu wiederholen. Und so sa� er nun stattdessen mit dem Kopf in den H�nden am Fenster des Gemeinschaftsraums und m�hte sich nach Kr�ften, nicht einzud�sen, w�hrend er das eine oder andere Blatt des einen Meter hohen Stapels Aufzeichnungen las, die Hermine ihm geliehen hatte.</p><p>Die F�nftkl�ssler betraten um zwei die Gro�e Halle und nahmen ihre Pl�tze vor ihren umgedrehten Pr�fungsbl�ttern ein. Harry f�hlte sich ersch�pft. Er wollte nichts weiter, als dass die Pr�fungen endlich vorbei waren und er sich schlafen legen konnte. Morgen dann wollten er und Ron zum Quidditch-Feld hinuntergehen - er w�rde eine Runde auf Rons Besen drehen - und das Ende der B�ffelei so richtig genie�en.</p><p>�Drehen Sie Ihre Bl�tter um�, sagte Professor Marchbanks von der Stirnseite der Halle her und kippte das riesige Stundenglas. �Fangen Sie an.�</p><p>Harry starrte unverwandt auf die erste Frage. Es dauerte einige Sekunden, bis ihm klar wurde, dass er nicht ein Wort davon begriffen hatte. Eine Wespe flog summend gegen eines der hohen Fenster und lenkte ihn ab. Langsam und umst�ndlich fing er schlie�lich an, eine Antwort hinzuschreiben.</p><p>Sich an Namen zu erinnern fiel ihm sehr schwer und st�ndig brachte er Daten durcheinander. Frage vier �bersprang er einfach <emphasis>(Hat die Zauberstabgesetzgebung Ihrer Meinung nach zur Kontrolle der Koboldaufst�nde des achtzehnten Jahrhunderts gef�hrt oder zu diesen beigetragen!) </emphasis>und �berlegte, dass er am Schluss, wenn er noch Zeit hatte, wieder auf sie zur�ckkommen konnte. Er versuchte sich kurz an Frage f�nf <emphasis>(Auf weiche Weise wurde das</emphasis><emphasis>Geheimhaltungsstatut im Jahr 1749 gebrochen, und welche Ma�nahmen wurden</emphasis><emphasis>eingef�hrt, um einen derartigen Vorfall k�nftig zu verhindern?), </emphasis>doch er hatte den nagenden Verdacht, dass er mehrere wichtige Punkte nicht genannt hatte. Er hatte das Gef�hl, dass irgendwo in dieser Geschichte auch Vampire eine Rolle spielten.</p><empty-line/><p>Er suchte nach einer Frage, die er bestimmt beantworten konnte, und bei Nummer zehn leuchteten seine Augen auf: <emphasis>Beschreiben Sie die Umst�nde, die zur Gr�ndung der Internationalen Zauberervereinigung gef�hrt haben, und erkl�ren Sie, warum die Hexer von Liechtenstein sich weigerten, ihr beizutreten. </emphasis></p><p>Das wei� ich, dachte Harry, obwohl sein Verstand sich tr�ge und schlaff anf�hlte. Er konnte eine �berschrift in Hermines Handschrift vor sich sehen: <emphasis>Die Gr�ndung der Internationalen Zauberervereinigung </emphasis>... er hatte diese Notizen erst heute Morgen gelesen.</p><p>Er begann zu schreiben. Hin und wieder sah er auf und warf einen pr�fenden Blick auf das gro�e Stundenglas auf dem Schreibtisch neben Professor Marchbanks. Er sa� direkt hinter Parvati Patil, deren lange dunkle Haare �ber ihren Stuhlr�cken hinabfielen. Ein- oder zweimal ertappte er sich dabei, wie er auf die winzigen goldenen Lichter starrte, die darauf schimmerten, wenn sie leicht den Kopf bewegte, und musste seinem eigenen Kopf einen kleinen Ruck geben, um sich davon zu l�sen.</p><p>... <emphasis>das erste Ganz hohe Tier der Internationalen Zauberervereinigung war Pierre Bonaccord, doch seine Ernennung wurde durch die Zauberergemeinschaft von Liechtenstein angefochten, weil </emphasis>-</p><p>Rund um Harry kratzten Federn auf Pergament wie scharrende, H�hlen grabende Ratten. Die Sonne brannte sehr hei� auf seinen Hinterkopf. Was hatte Bonaccord noch mal getan, das die Zauberer von Liechtenstein vor den Kopf stie�? Harry hatte eine Ahnung, dass es etwas mit Trollen zu tun gehabt hatte ...</p><p>wieder starrte er mit leerem Blick auf Parvatis Hinterkopf. Wenn er nur Legilimentik beherrschen w�rde und ein Fenster in ihrem Hinterkopf �ffnen k�nnte, um zu sehen, was mit diesen Trollen gewesen war, das zum Bruch zwischen Pierre Bonaccord und Liechtenstein gef�hrt hatte ...</p><p>Harry schloss die Augen und vergrub das Gesicht in den H�nden, so dass der rote Schein, der durch seine Augenlider drang, dunkel und k�hl wurde. Bonaccord hatte die Trolljagd verbieten und den Trollen Rechte verleihen wollen ... aber Liechtenstein hatte Probleme mit einem Stamm besonders b�sartiger Bergtrolle ...</p><p>das war es.</p><p>Er schlug die Augen auf; sie brannten und tr�nten beim Anblick des blendend wei�en Pergaments. Langsam brachte er zwei Zeilen �ber die Trolle zu Papier, dann las er durch, was er bisher geschrieben hatte. Es schien nicht sonderlich aufschlussreich oder detailliert, doch war er sicher, dass Hermines Aufzeichnungen zu der Zauberervereinigung sich �ber Seiten erstreckt hatten.</p><p>Er schloss die Augen wieder und versuchte sie vor sich zu sehen, sie sich in Erinnerung zu rufen ... die Vereinigung hatte ihre Gr�ndungsversammlung in Frankreich abgehalten, ja, das hatte er schon geschrieben ...</p><empty-line/><p>Kobolde hatten versucht teilzunehmen und waren hinausgeworfen worden ...</p><p>auch das hatte er schon geschrieben ...</p><p>Und aus Liechtenstein hatte niemand kommen wollen ...</p><p>Denk nach, sagte er sich, das Gesicht in den H�nden, w�hrend ringsum Federn endlose Antworten aufs Papier kratzten und vorne der Sand durch das Stundenglas rieselte ...</p><p>Er ging abermals durch den k�hlen, dunklen Korridor zur Mysteriumsabteilung, ging mit festem und zielbewusstem Schritt, fing zwischendurch an zu rennen, entschlossen, sein Ziel endlich zu erreichen ... die schwarze T�r schwang wie gewohnt f�r ihn auf und er war nun in dem runden Raum mit den vielen T�ren ...</p><p>Geradewegs �ber den Steinboden und durch die zweite T�r ... tanzende Lichtflecke an den W�nden und auf dem Boden und dieses seltsame mechanische Ticken, doch es war keine Zeit, genauer nachzuforschen, er musste sich beeilen ...</p><p>Die letzten paar Meter zur dritten T�r nahm er im Laufschritt und sie schwang auf wie die anderen ...</p><p>Wiederum befand er sich in dem kathedralengro�en Raum voller Regale und Glaskugeln ... sein Herz schlug jetzt sehr schnell ... diesmal w�rde er dorthin gelangen ... als er Nummer siebenundneunzig erreichte, wandte er sich nach links und eilte den Gang zwischen den zwei Reihen entlang ...</p><p>Aber ganz am Ende war eine Gestalt am Boden, eine schwarze Gestalt, die sich dort bewegte wie ein verwundetes Tier ... Harrys Magen verkrampfte sich vor Angst ... vor Erregung ...</p><p>Eine Stimme drang aus seinem Mund, eine hohe, kalte Stimme, bar jeder menschlichen G�te ...</p><p>�Nimm sie f�r mich ... hol sie runter, jetzt ... ich kann sie nicht ber�hren ... aber du kannst es ...�</p><p>Die schwarze Gestalt am Boden bewegte sich leicht. Harry sah eine langfingrige wei�e Hand, die einen Zauberstab umklammert hielt, am Ende seines eigenen Armes emporsteigen ... h�rte die hohe, kalte Stimme sagen: <emphasis>�Crucio!�</emphasis></p><p>Der Mann am Boden schrie auf vor Schmerz und versuchte sich zu erheben, st�rzte jedoch wieder und blieb zusammengekr�mmt liegen. Harry lachte. Er hob seinen Zauberstab, der Fluch wurde aufgehoben und die Gestalt st�hnte und verharrte reglos.</p><p>�Lord Voldemort wartet ...�</p><p>Ganz langsam, mit zitternden Armen, reckte der Mann am Boden die Schultern ein kleines St�ck empor und hob den Kopf. Sein Gesicht war blutverschmiert und ausgemergelt, es zuckte vor Schmerz und war doch starr und abweisend ...</p><p>�Du wirst mich t�ten m�ssen�, fl�sterte Sirius.</p><p>�Zweifellos werde ich das am Ende tun�, sagte die kalte Stimme. �Aber zuvor wirst du sie f�r mich holen, Black ... du glaubst, du wei�t schon, was Schmerz ist? �berleg es dir ... wir haben noch Stunden vor uns und keiner wird dich schreien h�ren ...�</p><p>Aber jemand schrie, als Voldemort den Zauberstab wieder herabsenkte; jemand schrie und fiel seitlich von einem hei�en Tisch auf den kalten Steinboden; Harry erwachte, als er aufschlug, immer noch schreiend, mit brennender Narbe, und um ihn in der Gro�en Halle brach ein Tumult los.</p></section><section><title><p>Aus dem Feuer</p></title><p>�Ich geh nicht... ich muss nicht in den Krankenfl�gel ... ich will nicht ...�</p><p>Abgehackte Worte kamen aus Harrys Mund, w�hrend er versuchte, sich von Professor Tofty loszurei�en, der ihm unter den starren Blicken seiner Mitsch�ler ringsum in die Eingangshalle hinausgeholfen hatte und ihn nun sehr besorgt ansah.</p><p>�Mir - mir geht's gut, Sir�, stammelte Harry und wischte sich den Schwei� vom Gesicht. �Ehrlich ... ich bin nur eingeschlafen ... hatte einen Alptraum ...�</p><p>�Der Pr�fungsdruck!�, sagte der alte Zauberer mitf�hlend und klopfte Harry zittrig auf die Schulter. �Das kommt vor, junger Mann, das kommt vor! Nun, ein k�hlender Schluck Wasser, und vielleicht sind Sie dann in der Lage, wieder in die Gro�e Halle zu kommen? Die Pr�fung ist fast zu Ende, aber wom�glich k�nnen Sie Ihre letzte Antwort noch h�bsch abrunden?�</p><p>�Ja�, sagte Harry verst�rt. �Ich meine ... nein ... ich hab -hab getan, was ich konnte, denk ich ...�</p><p>�Sehr sch�n, sehr sch�n�, sagte der alte Zauberer freundlich. �Dann werde ich gehen und Ihr Pr�fungsblatt einsammeln, und Sie, schlage ich vor, halten nun ein h�bsches kleines Schl�fchen.�</p><p>�Einverstanden�, sagte Harry und nickte lebhaft. �Vielen Dank.�</p><p>Kaum war der alte Mann �ber die Schwelle zur Gro�en Halle verschwunden, rannte Harry die Marmortreppe hoch und hastete so schnell durch die G�nge, dass die Portr�ts, an denen er vorbeikam, vorwurfsvoll murmelten, nahm weitere Treppen nach oben und brach endlich wie ein Orkan durch die Schwingt�ren des Krankenfl�gels, worauf Madam Pomfrey - die gerade eine hellblaue Fl�ssigkeit in Montagues offenen Mund l�ffelte - vor Schreck aufschrie.</p><p>�Potter, was hat das zu bedeuten?�</p><p>�Ich muss Professor McGonagall sprechen�, keuchte Harry mit zum Rei�en gespannten Lungen. �Sofort ... es ist dringend!�</p><p>�Sie ist nicht hier, Potter�, sagte Madam Pomfrey traurig. �Sie wurde heute Morgen ins St. Mungo verlegt. Vier Schockzauber direkt gegen die Brust, und das in ihrem Alter! Ein Wunder, dass sie �berhaupt noch lebt.�</p><p>�Sie ist ... weg?�, sagte Harry entsetzt.</p><p>Drau�en vor dem Krankensaal l�utete die Glocke, und er h�rte das �bliche ferne Getrappel der Sch�ler, die jetzt in die Korridore �ber und unter ihm str�mten. Er r�hrte sich nicht und sah Madam Pomfrey an. Grauenhafte Angst stieg in ihm hoch.</p><p>Es gab niemanden mehr, dem er es sagen konnte. Dumbledore war fort, Hagrid war fort, doch er hatte es immer f�r selbstverst�ndlich gehalten, dass Professor McGonagall da sein w�rde, reizbar und starrsinnig vielleicht, aber immer verl�sslich, stets verf�gbar ...</p><p>�Es wundert mich nicht, dass Sie erschrocken sind, Potter�, sagte Madam Pomfrey und ihr Gesicht zeigte eine Art grimmiges Einverst�ndnis. �Das h�tten die mal am helllichten Tag versuchen sollen, Minerva McGonagall einen Schockzauber auf den Hals zu jagen! Feigheit ... das ist es ... j�mmerliche Feigheit ... wenn ich mir nicht Sorgen machen w�rde, was mit euch Sch�lern passiert, wenn ich nicht mehr da bin, w�rde ich aus Protest meine K�ndigung einreichen.�</p><p>�Ja�, sagte Harry tonlos.</p><p>Wie bet�ubt schritt er aus dem Krankenfl�gel auf den belebten Korridor und stand nun da, von der Menge angerempelt, w�hrend Panik in ihm aufstieg wie ein giftiges Gas. In seinem Kopf geriet alles ins Schwimmen, und ihm wollte nicht einfallen, was jetzt zu tun war ...</p><p><emphasis>Ron und Hermine, </emphasis>sagte eine Stimme in seinem Kopf.</p><p>Wieder rannte er, stie� Sch�ler aus dem Weg, achtete nicht auf ihre w�tenden Proteste. Er spurtete zwei Stockwerke hinunter und war am Absatz der Marmortreppe angelangt, als er sie auf sich zueilen sah.</p><p>�Harry!�, sagte Hermine sofort und wirkte sehr ver�ngstigt. �Was ist passiert? Alles in Ordnung mit dir? Bist du krank?�</p><p>�Wo warst du?�, fragte Ron.</p><p>�Kommt mit�, sagte Harry schnell. �Kommt mit, ich muss euch was sagen.�</p><p>Er f�hrte sie den Korridor im ersten Stock entlang, sp�hte unterwegs durch T�ren und fand endlich ein leeres Klassenzimmer, schl�pfte hinein, schloss rasch hinter Ron und Hermine die T�r, lehnte sich dagegen und blickte sie an.</p><p>�Voldemort hat Sirius.�</p><p><emphasis>�Was?�</emphasis></p><p>�Woher -?�</p><p>�Ich hab es gesehen. Gerade eben. Als ich in der Pr�fung eingeschlafen bin.�</p><p>�Aber - aber wo? Wie?�, fragte Hermine mit wei�em Gesicht.</p><empty-line/><p>�Keine Ahnung, wie�, sagte Harry. �Aber ich wei� genau, wo. In der Mysteriumsabteilung gibt es einen Raum voller Regale, die mit diesen kleinen Glaskugeln voll gestellt sind, und sie sind am Ende von Reihe siebenundneunzig ... er will Sirius benutzen, damit er ihm holt, was immer er von dort drin haben will ... er foltert ihn ... sagt, am Schluss w�rde er ihn t�ten!�</p><p>Harry merkte, dass seine Stimme zitterte. Auch seine Knie zitterten. Er trat hin�ber zu einem Pult, setzte sich darauf und versuchte sich zur Ruhe zu zwingen.</p><p>�Wie kommen wir dorthin?�, fragte er sie.</p><p>F�r einen Moment herrschte Stille. Dann sagte Ron: �D-dorthin?�</p><p>�Zur Mysteriumsabteilung, damit wir Sirius retten k�nnen!�, erwiderte Harry laut.</p><p>�Aber - Harry ...�, sagte Ron schwach.</p><p>�Was? <emphasis>Was?�, </emphasis>dr�ngte Harry.</p><p>Er konnte nicht verstehen, warum sie ihn beide mit offenem Mund anstarrten, als w�rde er etwas Absurdes von ihnen verlangen.</p><p>�Harry�, sagte Hermine mit ziemlich �ngstlicher Stimme, ��hm ... wie ... wie ist Voldemort ins Zaubereiministerium gelangt, ohne dass ihn jemand bemerkt hat?�</p><p>�Woher soll ich das wissen?�, br�llte Harry. �Die Frage ist, wie kommen <emphasis>wir</emphasis> dort rein!�</p><p>�Aber ... Harry, �berleg doch mal�, sagte Hermine und trat einen Schritt auf ihn zu, �es ist f�nf Uhr nachmittags ... das Zaubereiministerium muss voller Angestellter sein ... wie h�tten Voldemort und Sirius reinkommen sollen, ohne dass man sie gesehen h�tte? Harry ... sie sind wahrscheinlich die beiden meistgesuchten Zauberer der Welt ... denkst du, die schaffen es, unentdeckt in ein Geb�ude reinzukommen, das voller Auroren ist?�</p><p>�Keine Ahnung, vielleicht hat Voldemort einen Tarnumhang benutzt!�, rief Harry. �Jedenfalls war die Mysteriumsabteilung immer vollkommen ausgestorben, wenn ich -�</p><p>�Du warst nie dort, Harry�, sagte Hermine leise. �Du hast davon getr�umt, das ist alles.�</p><p>�Das sind keine normalen Tr�ume�, schrie Harry sie an, stand auf und trat nun selbst einen Schritt auf sie zu. Er wollte sie sch�tteln. �Wie erkl�rst du dir dann die Sache mit Rons Dad, was das alles sollte, woher ich wusste, was mit ihm passiert war?�</p><empty-line/><p>�Da hat er Recht�, sagte Ron leise und sah Hermine an.</p><p>�Aber das ist einfach - einfach derart <emphasis>unwahrscheinlich!�, </emphasis>sagte Hermine verzweifelt. �Harry, wie um alles in der Welt sollte Voldemort Sirius in die H�nde bekommen, wenn er doch die ganze Zeit �ber am Grimmauldplatz war?�</p><p>�Vielleicht ist Sirius die Geduld gerissen und er wollte einfach mal an die frische Luft�, sagte Ron und klang beunruhigt. �Er hat sich ja immer verzweifelt danach gesehnt, aus diesem Haus rauszukommen -�</p><p>�Aber warum�, beharrte Hermine, �warum um Himmels willen sollte Voldemort <emphasis>Sirius </emphasis>benutzen, um die Waffe zu kriegen oder worum es auch immer geht?�</p><p>�Keine Ahnung, es k�nnte eine Menge Gr�nde daf�r geben!�, schleuderte ihr Harry entgegen. �Vielleicht ist Sirius einfach jemand, bei dem es Voldemort nichts ausmacht, ihn verletzt zu sehen -�</p><p>�Wisst ihr, mir ist da eben was eingefallen�, sagte Ron mit ged�mpfter Stimme. �Sirius' Bruder war ein Todesser, stimmt's? Vielleicht hat er Sirius das Geheimnis erz�hlt, wie man an diese Waffe rankommt!�</p><p>�Genau - und deshalb war Dumbledore so erpicht darauf, Sirius die ganze Zeit eingesperrt zu halten!�, sagte Harry.</p><p>�H�rt mal, es tut mir Leid�, rief Hermine, �aber was ihr beide sagt, hat weder Hand noch Fu�, f�r nichts davon gibt es einen Beweis, nicht mal daf�r, dass Voldemort und Sirius �berhaupt dort sind -�</p><p>�Hermine, Harry hat sie gesehen!�, fuhr Ron sie nun an.</p><p>�Also gut�, sagte sie �ngstlich, aber entschlossen, �ich muss dir einfach mal was sagen -�</p><p>�Was?�</p><p>�Du ... das ist keine Kritik, Harry! Aber du ... irgendwie ... ich meine - glaubst du nicht, dass du so was wie - wie ein - <emphasis>Menschenrettungsding </emphasis>hast?�, sagte sie.</p><p>Er starrte sie finster an.</p><p>�Und was soll das hei�en, ein �Menschenrettungsding�?�</p><p>�Nun ... du ...�, sie blickte nur noch beklommener. �Ich meine ... letztes Jahr zum Beispiel ... im See ... w�hrend des Turniers ... da solltest du nicht ... ich meine, da h�ttest du diese kleine Delacour nicht unbedingt retten m�ssen ... du warst da ein wenig ... �bereifrig ...�</p><empty-line/><p>Eine Welle hei�en, stechenden Zorns wogte durch Harrys K�rper. Wie konnte sie ihn nur jetzt an diese Peinlichkeit erinnern?</p><p>�Ich mein, das war wirklich gro�artig von dir und so�, erg�nzte Hermine rasch und wirkte angesichts von Harrys Miene starr vor Schreck, �alle fanden das wunderbar -�</p><p>�Ist ja komisch�, sagte Harry mit bebender Stimme, �zuf�llig wei� ich noch genau, dass Ron meinte, ich h�tte meine Zeit verschwendet, um <emphasis>den Helden zu spielen ... </emphasis>glaubst du, darum geht's? Meinst du, ich w�rde wieder den Helden spielen wollen?�</p><p>�Nein, nein, nein!�, sagte Hermine best�rzt. �Das meine ich �berhaupt nicht!�</p><p>�Na, dann spuck aus, was du zu sagen hast, weil wir n�mlich unsere Zeit hier verschwenden!�, rief Harry.</p><p>�Was ich sagen will, ist - Voldemort kennt dich, Harry! Er hat Ginny in die Kammer des Schreckens runtergebracht, um dich dort hinzulocken, so was sieht ihm �hnlich, er wei�, dass du die - die Art Mensch bist, die Sirius zu Hilfe kommen w�rde! Was, wenn er nur versucht, <emphasis>dich </emphasis>in die Mysteriumsab-?�</p><p>�Hermine, es spielt keine Rolle, ob er es getan hat, um mich dort hinzulocken, oder nicht - sie haben McGonagall ins St. Mungo gebracht, in Hogwarts ist keiner mehr vom Orden, dem wir es sagen k�nnen, und wenn wir nicht gehen, ist Sirius tot!�</p><p>�Aber Harry - was, wenn dein Traum einfach - einfach das war, ein Traum?�</p><p>Harry br�llte auf vor Wut und Entt�uschung. Tats�chlich wich Hermine erschrocken vor ihm zur�ck.</p><p>�Du kapierst es nicht!�, schrie Harry sie an. �Ich habe keine Alptr�ume, ich tr�ume das nicht einfach nur! Wof�r, gla ubst du, waren all diese Okklumentikstunden, warum wollte mich Dumbledore deiner Meinung nach daran hindern, diese Dinge zu sehen? Weil sie WIRKLICH sind, Hermine - Sirius ist gefangen, ich hab ihn gesehen. Voldemort hat ihn, und niemand sonst wei� es, und das hei�t, wir sind die Einzigen, die ihn retten k�nnen, und wenn du es nicht tun willst, sch�n, ich gehe jedenfalls, verstanden? Und wenn ich mich recht erinnere, hattest du kein Problem mit meinem <emphasis>Menschenrettungsding, </emphasis>als ich dich vor den Dementoren gerettet habe, oder -�, nun fuhr er Ron an, �- als es deine Schwester war, die ich vor dem Basilisken gerettet habe -�</p><p>�Ich hab nie behauptet, dass ich ein Problem h�tte!�, erwiderte Ron hitzig.</p><p>�Aber Harry, du hast es eben selbst gesagt�, rief Hermine grimmig.</p><p>�Dumbledore wollte, dass du deinen Geist vor diesen Dingen abschirmen lernst; wenn du richtig Okklumentik gemacht h�ttest, h�ttest du das nie gesehen -�</p><empty-line/><p>�WENN DU GLAUBST, ICH W�RDE EINFACH SO TUN, ALS OB ICH DAS NICHT GESEHEN -�</p><p>�Sirius hat dir gesagt, es g�be nichts Wichtigeres, als dass du lernst, deinen Geist zu verschlie�en!�</p><p>�TJA, ICH SCH�TZ, ER W�RDE WAS ANDERES SAGEN, WENN ER W�SSTE, WAS ICH EBEN -�</p><p>Die Klassenzimmert�r ging auf. Harry, Ron und Hermine wirbelten herum.</p><p>Ginny kam herein, mit neugieriger Miene, gefolgt von Luna, die wie �blich aussah, als w�re sie zuf�llig hereingeschwebt.</p><p>�Hi�, sagte Ginny unsicher. �Wir haben Harrys Stimme geh�rt. Weshalb schreist du so?�</p><p>�Das geht dich nichts an�, sagte Harry barsch.</p><p>Ginny zog die Brauen hoch.</p><p>�Diesen Ton brauchst du bei mir nicht anzuschlagen�, sagte sie k�hl. �Ich hab mich nur gefragt, ob ich helfen k�nnte.�</p><p>�Nein, kannst du nicht�, sagte Harry knapp.</p><p>�Du bist ziemlich unh�flich, wei�t du�, sagte Luna gelassen.</p><p>Harry fluchte und wandte sich ab. Das Allerletzte, was er jetzt brauchen konnte, war ein Gespr�ch mit Luna Lovegood.</p><p>�Wart mal�, sagte Hermine pl�tzlich. �Wart mal ... Harry, sie <emphasis>k�nnen </emphasis>helfen.�</p><p>Harry und Ron sahen sie an.</p><p>�H�r zu�, sagte sie eindringlich, �Harry, wir m�ssen rausfinden, ob Sirius tats�chlich das Hauptquartier verlassen hat.�</p><p>�Ich hab dir doch gesagt, ich hab gesehen -�</p><p>�Harry, bitte, ich fleh dich an!�, sagte Hermine verzweifelt. �Bitte lass uns einfach nachsehen, ob Sirius nicht zu Hause ist, bevor wir uns nach London aufmachen. Wenn wir rausfinden, dass er nicht da ist, dann schw�r ich, dass ich nicht versuche dich aufzuhalten. Dann komme ich auch mit, ich tu a-alles, was n�tig ist, um ihn zu retten.�</p><p>�Sirius wird JETZT gefoltert!�, rief Harry. �Wir d�rfen keine Zeit verschwenden.�</p><p>�Aber wenn es eine List von Voldemort ist, Harry, wir m�ssen das kl�ren, unbedingt.�</p><p>�Wie?�, fragte Harry. �Wie sollen wir das kl�ren?�</p><empty-line/><p>�Wir m�ssen Umbridges Kamin benutzen und sehen, ob wir Kontakt zu ihm aufnehmen k�nnen�, sagte Hermine, der bei diesem Gedanken die Angst im Gesicht stand. �Wir locken Umbridge noch mal weg, aber wir brauchen Wachtposten, und da k�nnen Ginny und Luna uns helfen.�</p><p>Ginny, die zwar offensichtlich M�he hatte zu verstehen, um was es ging, sagte sofort: �Ja, das machen wir�, und Luna fragte: �Wenn ihr von �Sirius� redet, meint ihr dann Stubby Boardman?�</p><p>Keiner antwortete ihr.</p><p>�Okay�, sagte Harry angriffslustig zu Hermine. �Okay, wenn dir einf�llt, wie wir das schnell erledigen k�nnen, dann bin ich dabei, ansonsten geh ich sofort in die Mysteriumsabteilung.�</p><p>�Die Mysteriumsabteilung?�, sagte Luna und blickte milde �berrascht. �Aber wie willst du da hinkommen?�</p><p>Harry beachtete sie wieder nicht.</p><p>�Gut�, sagte Hermine, verschlang die H�nde ineinander und schritt zw ischen den Pulten auf und ab. �Gut ... also ... einer von uns muss Umbridge suchen und - und sie in die falsche Richtung schicken, sie von ihrem B�ro fern halten. Man k�nnte ihr sagen - was wei� ich -, dass Peeves wie immer etwas �bles anstellt ...�</p><p>�Das erledige ich�, sagte Ron sofort. �Ich sage ihr, Peeves zertr�mmert die Verwandlungsr�ume, die sind meilenweit von ihrem B�ro entfernt. Wenn ich's mir recht �berlege, k�nnte ich Peeves wahrscheinlich auch gleich �berreden, es wirklich zu tun, wenn ich ihn unterwegs treffe.�</p><p>Es war ein Zeichen f�r den Ernst der Lage, dass Hermine keinen Einwand gegen die Verw�stung der Verwandlungsr�ume erhob.</p><p>�Okay�, sagte sie und ging mit gerunzelter Stirn weiter auf und ab. �Also, wir m�ssen die Sch�ler von ihrem B�ro fern halten, w�hrend wir uns dort Zugang verschaffen, sonst gehen bestimmt irgendwelche Slytherins zu ihr und verpfeifen uns.�</p><p>�Lima und ich k�nnen uns an beiden Enden des Korridors aufstellen�, sagte Ginny prompt, �und die Leute warnen, dass sie nicht dort runtergehen sollen, weil jemand eine Ladung Garottengas losgelassen hat.� Hermine schien �berrascht, wie schnell Ginny diese L�ge eingefallen war. Ginny zuckte die Achseln und sagte: �Fred und George hatten es eigentlich noch vor, ehe sie weg sind.�</p><p>�Okay�, sagte Hermine. �Also dann, Harry, wir beide nehmen den Tarnumhang und schleichen uns ins B�ro, und du kannst mit Sirius reden -�</p><p>�Er ist nicht dort, Hermine!�</p><empty-line/><p>�Ich meine, du kannst - nachsehen, ob Sirius zu Hause ist oder nicht, w�hrend ich Wache halte, ich glaub nicht, dass du allein dort drin sein solltest, Lee hat immerhin bewiesen, dass das Fenster ein Schwachpunkt ist, wo er doch diese Niffler durchgeschickt hat.�</p><p>Harry mochte noch so zornig und ungeduldig sein, Hermines Angebot, ihn in Umbridges B�ro zu begleiten, war unverkennbar ein Zeichen der Solidarit�t und Treue.</p><p>�Ich ... okay, danke�, murmelte er.</p><p>�Gut, aber selbst wenn wir all diese Vorkehrungen treffen, glaube ich nicht, dass wir mehr als f�nf Minuten haben�, sagte Hermine und sah erleichtert aus, weil Harry ihren Plan offenbar akzeptiert hatte. �Nicht wenn Filch und dieses verfluchte Inquisitionskommando unterwegs sind.�</p><p>�F�nf Minuten werden reichen�, sagte Harry. �Komm, gehen wir -�</p><p><emphasis>�Jetzt?�, </emphasis>sagte Hermine entsetzt.</p><p>�Nat�rlichjetzt!�, gab Harry w�tend zur�ck. �Glaubst du vielleicht, wir warten bis nach dem Abendessen? Hermine, Sirius wird <emphasis>gerade eben </emphasis>gefoltert!�</p><p>�Ich - oh, schon gut�, sagte sie verzweifelt. �Du gehst und holst den Tarnumhang und wir treffen dich am Ende von Umbridges Korridor, okay?�</p><p>Harry antwortete nicht, sondern st�rzte aus dem Klassenzimmer und bahnte sich einen Weg durch die wogende Menge. Zwei Stockwerke weiter oben traf er Seamus und Dean, die ihn freudig begr��ten und ihm erz�hlten, dass sie im Gemeinschaftsraum eine Examensabschlussfeier planten, die vom Abend bis zum Morgengrauen dauern sollte. Harry h�rte kaum hin. Er kroch durch das Portr�tloch, w�hrend sie immer noch dar�ber stritten, wie viel Butterbier vom Schwarzmarkt sie brauchten, und kletterte wieder heraus, den Tarnumhang und Sirius' Messer sicher in der Tasche verstaut, und erst jetzt fiel ihnen auf, dass er nicht mehr neben ihnen stand.</p><p>�Harry, willst du ein paar Galleonen beisteuern? Harold Dingle meint, er k�nnte uns ein bisschen Feuerwhisky verkaufen -�</p><p>Doch Harry raste schon den Korridor entlang zur�ck, und ein paar Minuten sp�ter sprang er die letzten paar Stufen hinab und schloss sich Ron, Hermine, Ginny und Luna an, die dicht zusammengedr�ngt am Ende von Umbridges Korridor standen.</p><p>�Hab ihn�, keuchte er. �Dann kann's losgehen?�</p><p>�Alles klar�, fl�sterte Hermine, w�hrend eine laute Horde Sechstkl�ssler an ihnen vorbeiging. �Also, Ron - du gehst und lenkst Umbridge ab ... Ginny, Luna, ihr fangt jetzt an, die Leute aus dem Korridor zu vertreiben ... Harry und ich ziehen uns den Tarnumhang �ber und warten, bis die Luft rein ist ...�</p><p>Ron ging mit z�gigen Schritten davon, sein leuchtend rotes Haar war noch bis zum Ende des Korridors zu sehen. Unterdessen h�pfte Ginnys nicht minder leuchtend roter Schopf durch das Gedr�nge der Sch�ler ringsum in die andere Richtung davon, gefolgt von Lunas Blondschopf.</p><p>�Komm hierher�, fl�sterte Hermine, zerrte an Harrys Handgelenk und zog ihn in eine Nische, wo der h�ssliche Steinkopf eines mittelalterlichen Zauberers auf einer S�ule sa� und in sich hineinmurmelte. �Bist du sicher, dass es dir gut geht, Harry? Du bist immer noch sehr blass.�</p><p>�Schon okay�, sagte er knapp und zog den Tarnumhang aus seiner Tasche. In Wahrheit schmerzte seine Narbe, aber nicht so heftig, dass er annehmen musste, Voldemort h�tte Sirius schon einen t�dlichen Schlag versetzt. Sie hatte noch viel schlimmer geschmerzt, als Voldemort Avery bestraft hatte ...</p><p>�Hier�, sagte er und warf den Tarnumhang �ber sie beide. Sie standen da und lauschten aufmerksam �ber das lateinische Gemurmel der B�ste vor ihnen hinweg.</p><p>�Hier k�nnt ihr nicht runter!�, rief Ginny der Menge zu. �Nein, sorry, ihr m�sst den Umweg �ber die Wirbeltreppe nehmen, hier hat jemand Garottengas losgelassen -�</p><p>Sie konnten h�ren, wie sich einige der Sch�ler beschwerten. Eine m�rrische Stimme sagte: �Ich kann kein Gas sehen.�</p><p>�Weil es farblos ist�, sagte Ginny �berzeugend �rgerlich, �aber wenn du hier durchgehen willst, nur zu, dann haben wir deine Leiche zum Beweis f�r den n�chsten Dummkopf, der uns nicht glaubt.�</p><p>Allm�hlich zerstreute sich die Menge. Die Nachricht von dem Garottengas hatte sich offenbar herumgesprochen, niemand kam mehr hier entlang. Als es um sie schlie�lich ganz ruhig geworden war, sagte Hermine leise: �Besser wird's wohl nicht werden, Harry - komm, jetzt machen wir's.�</p><p>Sie gingen los, verdeckt vom Tarnumhang. Luna stand mit dem R�cken zu ihnen am anderen Ende des Korridors. Als sie an Ginny vorbeigingen, fl�sterte Hermine: �Gut gemacht ... vergiss das Signal nicht.�</p><p>�Was f�r ein Signal?�, murmelte Harry, w�hrend sie sich Umbridges T�r n�herten.</p><p>��Weasley ist unser King� einmal laut gesungen, wenn sie Umbridge kommen sehen�, antwortete Hermine, w�hrend Harry die Klinge von Sirius'</p><p>Messer in den Schlitz zwischen T�r und Wand steckte. Das Schloss �ffnete sich mit einem Klicken und sie betraten das B�ro.</p><p>Die grellen K�tzchen w�lzten sich in der sp�tnachmitt�glichen Sonne, die ihre Teller w�rmte, doch ansonsten war das B�ro so ruhig und verlassen wie beim letzten Mal. Hermine seufzte erleic htert.</p><p>�Ich dachte schon, sie h�tte nach dem letzten Niffler noch irgendwas zur Sicherheit eingebaut.�</p><p>Sie zogen den Tarnumhang herunter. Hermine eilte hin�ber zum Fenster, stellte sich so hin, dass man sie nicht sehen konnte, und sp�hte mit gez�cktem Zauberstab hinunter auf das Gel�nde. Harry st�rzte zum Kamin, packte den Topf mit Flohpulver und warf eine Prise davon �ber den Rost, wo nun smaragdgr�ne Flammen aufloderten. Er kniete sich hastig nieder, steckte den Kopf ins t�nzelnde Feuer und rief: �Grimmauldplatz Nummer zw�lf!�</p><p>Sein Kopf begann sich zu drehen, als w�re er gerade aus einem Kirmeskarussell gestiegen, doch seine Knie verharrten fest auf dem kalten Boden des B�ros. Er hielt die Augen zugekniffen wegen der Aschenwirbel; erst als das Kreiseln aufh�rte, schlug er die Augen auf und blickte in die lange, kalte K�che des Hauses am Grimmauldplatz.</p><p>Niemand war da. Das hatte er erwartet, doch war er nicht vorbereitet auf die Welle von Angst und Panik, die nun, da er die K�che so verlassen sah, wie hei�e Metallschmelze durch seinen Magen zu brechen schien.</p><p>�Sirius?�, rief er. �Sirius, bist du da?�</p><p>Seine Stimme hallte durch den Raum, doch er bekam keine Antwort au�er einem leisen Scharren rechts vom Kamin.</p><p>�Wer ist da?�, rief er und fragte sich, ob es nur eine Maus war.</p><p>Kreacher der Hauself kroch in sein Blickfeld. Er schien vor Freude �ber irgendetwas ganz aus dem H�uschen, allerdings hatte er sich vor kurzem offenbar schlimme Verletzungen an beiden H�nden zugezogen, die stark bandagiert waren.</p><p>�Da ist der Kopf des Potter-Jungen im Feuer�, teilte Kreacher der leeren K�che mit und warf Harry verstohlene, merkw�rdig triumphierende Blicke zu.</p><p>�Weshalb ist er gekommen, fragt sich Kreacher.�</p><p>�Wo ist Sirius, Kreacher?�, wollte Harry wissen.</p><p>Der Hauself lie� ein heiseres Glucksen h�ren.</p><p>�Der Herr ist ausgegangen, Harry Potter.�</p><p>�Wo ist er hin? <emphasis>Wo ist er hin, Kreacher?�</emphasis></p><p>Kreacher gackerte nur.</p><empty-line/><p>�Ich warne dich!�, sagte Harry, wobei ihm durchaus bewusst war, dass er in seiner Lage fast keine M�glichkeit hatte, Kreacher zu bestrafen. �Was ist mit Lupin? Mad-Eye? Irgendeiner, ist einer von ihnen hier?�</p><p>�Niemand da au�er Kreacher!�, erwiderte der Elf mit diebischem Vergn�gen, wandte sich von Harry ab und ging nun langsam zur T�r am Ende der K�che.</p><p>�Kreacher wird jetzt wohl ein kleines Pl�uschchen mit seiner Herrin halten, ja, er hatte schon lange keine Gelegenheit mehr dazu, Kreachers Herr hat ihn von ihr fern gehalten -�</p><p>�Wo ist Sirius hin?�, rief Harry dem Elfen nach. <emphasis>�Kreacher, ist er in die Mysteriumsabteilung gegangen?�</emphasis></p><p>Kreacher blieb schlagartig stehen. Harry konnte nur seinen kahlen Hinterkopf in dem Wald von Stuhlbeinen vor ihm erkennen.</p><p>�Der Herr sagt dem armen Kreacher nicht, wo er hingeht�, sagte der Elf leise.</p><p>�Aber du wei�t es!�, rief Harry. �Stimmt's? Du wei�t, wo er ist!�</p><p>Einen Moment lang herrschte Stille, dann lie� der Elf sein bislang lautestes Gackern h�ren.</p><p>�Der Herr wird nicht mehr aus der Mysteriumsabteilung zur�ckkommen!�, frohlockte er. �Kreacher und seine Herrin sind wieder allein!�</p><p>Und er trippelte davon und verschwand durch die T�r zur Halle.</p><p>�Du -!�</p><p>Doch bevor er auch nur einen Fluch oder eine Beleidigung aussto�en konnte, sp�rte Harry einen heftigen Schmerz an seiner Sch�deldecke. Er atmete einen Mund voll Asche ein, w�rgte und sp�rte, wie er durch die Flammen zur�ckgezogen wurde, bis er abrupt und voller Schrecken in das breite, fahle Gesicht von Professor Umbridge starrte, die ihn an den Haaren r�cklings aus dem Feuer gezogen hatte und ihm jetzt den Kopf so weit wie nur m�glich ins Genick dr�ckte, als wollte sie ihm die Kehle aufschlitzen.</p><p>�Glauben Sie�, fl�sterte sie und dr�ckte Harry den Kopf noch weiter in den Nacken, so dass er nun zur Decke sah, �dass ich nach den zwei Nifflern noch so ein widerliches, schn�ffelndes kleines Biest in mein B�ro lasse, ohne dass ich davon erfahre? Ich habe Heimlichkeitsaufsp�rzauber um meine T�r gelegt, nachdem der letzte eingedrungen ist, Sie dummer Junge. Nehmen Sie seinen Zauberstab�, bellte sie jemanden an, den er nicht sehen konnte, und er f�hlte, wie eine Hand in die Brusttasche seines Umhangs tastete und den Zauberstab herauszog. �Ihren auch.�</p><p>Harry h�rte ein Handgemenge an der T�r und wusste, dass man auch Hermine den Zauberstab weggenommen hatte.</p><p>�Ich m�chte wissen, warum Sie in meinem B�ro sind�, sagte Umbridge und sch�ttelte ihre Faust in seinem Haar, so dass er ins Taumeln geriet.</p><p>�Ich wollte - meinen Feuerblitz holen!�, kr�chzte Harry.</p><p>�L�gner.� Wieder sch�ttelte sie seinen Kopf. �Ihr Feuerblitz ist unter strenger Bewachung in den Kerkern, wie Sie sehr wohl wissen, Potter. Sie hatten Ihren Kopf in meinem Feuer. Mit wem haben Sie Verbindung aufgenommen?�</p><p>�Mit niemandem -�, sagte Harry und versuchte sich ihrem Griff zu entziehen.</p><p>Er sp�rte, dass ihm Haare aus der Kopfhaut rissen.</p><p><emphasis>�L�gner!�, </emphasis>rief Umbridge. Sie stie� ihn von sich und er krachte gegen ihren Schreibtisch. Jetzt konnte er sehen, dass Hermine von Millicent Bulstrode an die Wand gedr�ckt wurde. Malfoy lehnte am Fensterbrett, warf grienend mit einer Hand Harrys Zauberstab in die Luft und fing ihn wieder auf.</p><p>Drau�en gab es einen Tumult, und mehrere gro�e Slytherins traten ein, die Ron, Ginny, Luna und - was Harry verbl�ffte - auch Neville gepackt hielten. Er wurde von Crabbe im W�rgegriff gehalten und war offenbar gef�hrlich nah am Ersticken. Die vie r waren geknebelt.</p><p>�Hab sie alle�, sagte Warrington und schob Ron grob vor sich her in den Raum. <emphasis>�Der hier� </emphasis>- er stie� mit einem dicken Finger in Richtung Neville -</p><p>�wollte mich dran hindern, <emphasis>die </emphasis>festzunehmen� - er deutete auf Ginny, die versuchte, dem gro�en Slytherin-M�dchen, das sie festhielt, gegen die Schienbeine zu treten, �also hab ich ihn auch mitgebracht.�</p><p>�Gut, gut�, sagte Umbridge und sah zu, wie Ginny sich str�ubte. �Nun, es sieht ganz danach aus, als w�rde Hogwarts bald eine weasleyfreie Zone sein, nicht wahr?�</p><p>Malfoy lachte laut und kriecherisch. Umbridge setzte ihr breites, selbstgef�lliges L�cheln auf, lie� sich auf einem chintzbezogenen Lehnstuhl nieder und sah blinzelnd zu ihren Gefangenen hoch wie eine Kr�te in einem Blumenbeet.</p><p>�Nun, Potter�, sagte sie. �Sie haben Wachen um mein B�ro postiert und diesen Clown geschickt�, sie nickte zu Ron - Malfoy lachte noch lauter, �um mir zu sagen, dass der Poltergeist in den Verwandlungsr�umen sein Zerst�rungswerk triebe, w�hrend ich genau wusste, dass er damit besch�ftigt war, Tinte auf die Okulare s�mtlicher Schulteleskope zu schmieren - da Mr. Filch mich kurz zuvor davon unterrichtet hatte.</p><p>Offenbar war es sehr wichtig f�r Sie, mit jemandem zu reden. War es Albus Dumbledore? Oder dieses Halbblut Hagrid? Ich bezweifle, dass es Minerva McGonagall war; wie ich h�re, ist sie immer noch zu krank, um mit irgendjemandem sprechen zu k�nnen.�</p><p>Malfoy und ein paar andere Mitglieder des Inquisitionskommandos lachten darauf noch lauter. Harry war so voller Zorn und Hass, dass er bebte.</p><p>�Es geht Sie nichts an, mit wem ich rede�, knurrte er.</p><p>Umbridges schlaffes Gesicht schien sich zu straffen.</p><p>�Sehr sch�n�, sagte sie mit ihrer gef�hrlichsten falschen s��en Stimme. �Sehr sch�n, Mr. Potter ... ich habe Ihnen die Chance gegeben, es mir freiwillig zu sagen. Sie haben abgelehnt. Ich habe keine andere Wahl, als Sie zu zwingen.</p><p>Draco - holen Sie Professor Snape.�</p><p>Malfoy steckte Harrys Zauberstab in seinen Umhang und ging feixend hinaus, doch Harry nahm es kaum wahr. Soeben war ihm etwas aufgegangen. Unfassbar, wie dumm er gewesen war, es zu vergessen. Er hatte gedacht, alle Mitglieder des Ordens, alle, die ihm helfen konnten, Sirius zu retten, w�ren fort - doch er hatte sich geirrt. Noch immer war ein Mitglied des Ph�nixordens in Hogwarts - Snape.</p><p>Im B�ro herrschte Schweigen, abgesehen von dem Gerangel und Geraufe, das entstand, weil die Slytherins M�he hatten, Ron und die anderen im Griff zu behalten. Rons Lippe blutete auf Umbridges Teppich, w�hrend er gegen Warringtons Hebelgriff ank�mpfte. Ginny probierte, der Sechstkl�sslerin auf die F��e zu treten, die ihre beiden Oberarme fest umklammert hielt. Neville wurde immer r�ter im Gesicht, w�hrend er an Crabbes Armen zerrte. Und Hermine versuchte vergeblich, Millicent Bulstrode abzusch�tteln. Luna jedoch stand schlaff neben dem M�dchen, das sie aufgegriffen hatte, und blickte tr�umerisch aus dem Fenster, als w�rde sie das alles ziemlich langweilen.</p><p>Harry sah wieder zu Umbridge, die ihn scharf beobachtete. Er bem�hte sich, ein gla ttes und ausdrucksloses Gesicht zu zeigen, als vom Gang her Schritte zu h�ren waren, Draco Malfoy zur�ckkam und die T�r f�r Snape aufhielt.</p><p>�Sie wollten mich sprechen, Schulleiterin?�, sagte Snape, und sein Blick wanderte mit vollkommen gleichg�ltigem Ausdruck �ber die miteinander k�mpfenden Sch�lerpaare.</p><p>�Ah, Professor Snape�, sagte Umbridge mit breitem L�cheln und erhob sich.</p><p>�Ja, ich h�tte gerne eine weitere Flasche Veritaserum, so schnell wie m�glich, bitte.�</p><p>�Sie haben meine letzte Flasche genommen, um Potter zu befragen�, sagte er und musterte sie k�hl durch seinen fettigen schwarzen Haarvorhang. �Sie haben doch sicher nicht alles aufgebraucht? Ich hatte Ihnen gesagt, drei Tropfen w�rden gen�gen.�</p><empty-line/><p>Umbridge lief rot an.</p><p>�Sie k�nnen ein wenig mehr davon herstellen, nicht wahr?�, sagte sie, und ihre Stimme wurde, wie immer, wenn sie w�tend war, noch s��lich-m�dchenhafter.</p><p>�Gewiss�, sagte Snape mit gesch�rzten Lippen. �Es braucht einen vollst�ndigen Mondzyklus, um zu reifen, also sollte es in etwa einem Monat f�r Sie bereit sein.�</p><p>�In einem Monat?�, zeterte Umbridge und schwoll an wie eine Kr�te. �Ein <emphasis>Monat? </emphasis>Aber ich brauche es heute Abend, Snape! Wie ich eben festgestellt habe, benutzt Potter meinen Kamin, um mit einem oder mehreren Unbekannten Verbindung aufzunehmen!�</p><p>�Tats�chlich?�, sagte Snape und zeigte erstmals eine schwache Spur von Interesse, w�hrend er sich Harry zuwandte. �Nun, das �berrascht mich nicht. Potter hat nie viel Neigung gezeigt, die Schulregeln zu befolgen.�</p><p>Seine kalten, dunklen Augen bohrten sich in die Harrys, der seinen Blick erwiderte, ohne mit der Wimper zu zucken. Angestrengt konzentrierte er sich auf das, was er in seinem Traum gesehen hatte, um Snape allein mit dem Willen zu zwingen, seine Gedanken zu lesen, zu begreifen ...</p><p>�Ich w�nsche ihn zu befragen!�, rief Umbridge zornig, und Snape blickte weg von Harry und wieder in ihr w�tend zitterndes Gesicht. �Ich w�nsche, dass Sie mir einen Trank liefern, der ihn zwingen wird, mir die Wahrheit zu erz�hlen!�</p><p>�Ich habe Ihnen bereits gesagt�, erwiderte Snape glatt, �dass ich keine weiteren Vorr�te an Veritaserum habe. Ich kann Ihnen nicht helfen, au�er wenn Sie Potter vergiften wollen - und ich versichere Ihnen, Sie h�tten mein gr��tes Wohlwollen, wenn Sie es t�ten. Das Problem ist nur, dass die meisten Gifte zu schnell wirken, um dem Opfer genug Zeit zu geben, die Wahrheit zu erz�hlen.�</p><p>Snape blickte wieder zu Harry, der ihn anstarrte und sich fieberhaft m�hte, ihm ohne Worte etwas mitzuteilen.</p><p><emphasis>Voldemort hat Sirius in der Mysteriumsabteilu ng, </emphasis>dachte er verzweifelt.</p><p><emphasis>Voldemort hat Sirius </emphasis>-</p><p>�Sie sind auf Bew�hrung!�, kreischte Professor Umbridge und Snape drehte sich mit leicht gehobenen Brauen erneut zu ihr um. �Sie verweigern mir mutwillig Ihre Hilfe! Ich h�tte mehr von Ihnen erwartet, Lucius Malfoy spricht immer in den h�chsten T�nen von Ihnen! Verlassen Sie jetzt mein B�ro!�</p><p>Snape machte eine sp�ttische Verbeugung vor ihr und wandte sich zum Gehen. Harry wusste, die letzte Chance, den Orden wissen zu lassen, was vor sich ging, verlie� gerade den Raum.</p><empty-line/><p>�Er hat Tatze!�, rief er. �Er hat Tatze an dem Ort, wo <emphasis>sie </emphasis>versteckt ist!�</p><p>Snape, die Hand schon auf Umbridges T�rklinke, hielt inne.</p><p>�Tatze?�, schrie Professor Umbridge und blickte begierig von Harry zu Snape.</p><p>�Was ist Tatze? Wo ist was verste ckt? Was soll das hei�en, Snape?�</p><p>Snape drehte sich zu Harry um. Seine Miene war unergr�ndlich. Harry konnte nicht sagen, ob er begriffen hatte oder nicht, doch er wagte es nicht, noch offener vor Umbridge zu reden.</p><p>�Ich habe keine Ahnung�, sagte Snape kalt. �Potter, wenn ich will, dass man mir Unsinn an den Kopf wirft, verabreiche ich Ihnen einen Plappertrank. Und Crabbe, lockern Sie Ihren Griff etwas. Wenn Longbottom erstickt, bedeutet das eine Menge z�hen Papierkram, und ich f�rchte, ich m�sste es in Ihrem Zeugnis erw�hnen, sollten Sie sich je um eine Stelle bewerben.�</p><p>Er lie� die T�r hinter sich ins Schloss schnappen und Harry blieb noch aufgew�hlter zur�ck: Snape war seine allerletzte Hoffnung gewesen. Er blickte zu Umbridge, der es offenbar ganz �hnlic h erging; ihre Brust wogte vor Zorn und Entt�uschung.</p><p>�Sehr sch�n�, sagte sie und zog ihren Zauberstab. �Sehr sch�n ... ich habe nun keine andere Wahl mehr ... hier geht es um mehr als um schulische Disziplin ... hier steht die Sicherheit des Ministeriums auf dem Spiel ... ja ... ja ...�</p><p>Sie schien sich in etwas hineinzusteigern. Nerv�s verlagerte sie ihr Gewicht von einem Fu� auf den anderen, starrte Harry an, schlug den Zauberstab auf die leere Handfl�che und atmete schwer. W�hrend Harry ihr zusah, kam er sich ohne seinen Zauberstab f�rchterlich ohnm�chtig vor.</p><p>�Sie zwingen mich, Potter ... ich will es nicht�, sagte Umbridge, immer noch rastlos auf einem Fleck umhertretend, �aber manchmal rechtfertigen die Umst�nde die Mittel ... ich bin sicher, der Minister wird verstehen, dass ich keine Wahl hatte ...�</p><p>Malfoy beobachtete sie mit einem hungrigen Ausdruck im Gesicht.</p><p>�Der Cruciatus-Fluch sollte Ihnen die Zunge l�sen�, sagte Umbridge leise.</p><p>�Nein!�, schrie Hermine. �Professor Umbridge - das ist gesetzwidrig!�</p><p>Doch Umbridge nahm keine Notiz von ihr. Ein heimt�ckischer, gieriger, erregter Ausdruck war in ihr Gesicht getreten, wie Harry ihn noch nie gesehen hatte. Sie hob ihren Zauberstab.</p><p>�Der Minister w�rde es nicht guthei�en, dass Sie das Gesetz brechen, Professor Umbridge!�, rief Hermine.</p><empty-line/><p>�Was Cornelius nicht wei�, macht ihn nicht hei߫, sagte Umbridge, die jetzt ein wenig keuchte, w�hrend sie den Zauberstab auf verschiedene Stellen von Harrys K�rper richtete, offenbar noch unschl�ssig, wo es am meisten schmerzen w�rde. �Er hat nie erfahren, dass ich letzten Sommer Dementoren befohlen habe, Potter anzugreifen, und dennoch war er erfreut �ber die Gelegenheit, ihn hinauswerfen zu k�nnen.�</p><p>�Das waren <emphasis>Sie?�, </emphasis>keuchte Harry. <emphasis>�Sie </emphasis>haben mir die Dementoren auf den Hals gejagt?�</p><p>�Irgendjemand musste handeln�, sagte Umbridge atemlos, w�hrend ihr Zauberstab direkt auf Harrys Stirn gerichtet zur Ruhe kam. �Alle haben davon gequasselt, dass man Sie zum Schweigen - Sie in Misskredit bringen m�sste, aber ich war diejenige, die tats�chlich etwas daf�r <emphasis>getan </emphasis>hat ... blo� haben Sie sich da rausgewunden, nicht wahr, Potter? Aber heute nicht, nicht jetzt -� Und sie holte tief Luft und rief: <emphasis>�Cruc-�</emphasis></p><p>�Nein!�, schrie Hermine mit gebrochener Stimme hinter Millicent Bulstrode hervor. �Nein - Harry - wir m�ssen es ihr sagen!�</p><p>�Niemals!�, rief Harry und starrte auf das wenige, was von Hermine zu sehen war.</p><p>�Wir m�ssen, Harry, sie wird es ohnehin aus dir rauspressen, was ... was f�r einen Zweck hat das noch?�</p><p>Und Hermine begann schwach in den R�cken von Millicent Bulstrodes Umhang zu weinen. Millicent h�rte sofort auf mit dem Versuch, sie an die Wand zu quetschen, und wich mit angewidertem Blick zur Seite.</p><p>�Sch�n, sch�n, sch�n!�, sagte Umbridge mit triumphierender Miene. �Die kleine Miss Naseweis will uns ein paar Antworten geben! Nur zu, M�dchen, nur zu!�</p><p>�Er - mie - nee - nein!�, rief Ron durch seinen Knebel.</p><p>Ginny starrte Hermine an, als h�tte sie diese noch nie gesehen. Auch Neville, der weiterhin w�rgend nach Luft rang, sah sie mit gro�en Augen an. Aber Harry hatte soeben etwas bemerkt. Zwar schluchzte Hermine verzweifelt in ihre H�nde, doch nicht die Spur einer Tr�ne war zu sehen.</p><p>�Es - es tut mir Leid, ihr alle�, sagte Hermine. �Aber - ich halte es nicht aus -�</p><p>�Schon gut, schon gut, M�dchen!�, sagte Umbridge, packte Hermine an den Schultern, stie� sie in den nun freien Chintz-Stuhl und beugte sich �ber sie. �Nun denn ... mit wem hat Potter soeben Verbindung aufgenommen?�</p><p>�Also�, sagte Hermine mit erstickter Stimme in ihre H�nde hinein, �also, er hat <emphasis>versucht, </emphasis>mit Professor Dumbledore zu sprechen.�</p><p>Ron erstarrte mit aufgerissenen Augen. Ginny lie� von dem Versuch ab, ihrer Slytherin-W�chterin auf die Zehen zu treten, und selbst Luna schien milde �berrascht. Zum Gl�ck hatten Umbridge und ihre G�nstlinge ihr Augenmerk so fest auf Hermine gerichtet, dass sie diese verd�chtigen Zeichen nicht bemerkten.</p><p>�Dumbledore?�, sagte Umbridge begierig. �Sie wissen also, wo Dumbledore ist?�</p><p>�Nun ... nein!�, schluchzte Hermine. �Wir haben es im <emphasis>Tropfenden Kessel </emphasis>in der Winkelgasse versucht und in den <emphasis>Drei Besen </emphasis>und sogar im <emphasis>Eberkopf-�</emphasis></p><p>�Dummes M�dchen - Dumbledore wird doch nicht in einem Pub hocken, wenn das ganze Ministerium nach ihm sucht!�, rief Umbridge, und die Entt�uschung war in jede h�ngende Falte ihres Gesichts geschrieben.</p><p>�Aber - aber wir mussten ihm etwas sehr Wichtiges sagen!�, jammerte Hermine und dr�ckte sich die H�nde fester aufs Gesicht, nicht aus Qual, wie Harry wusste, sondern um zu verbergen, dass es immer noch keine Tr�nen gab.</p><p>�Ja?�, sagte Umbridge mit j�h wiedererwachter Erregung. �Und was wollten Sie ihm mitteilen?�</p><p>�Wir ... wir wollten ihm sagen, dass sie f-fertig ist!�, w�rgte Hermine hervor.</p><p>�Was soll fertig sein?�, dr�ngte Umbridge, und wieder packte sie Hermine an den Schultern und sch�ttelte sie leicht. �Was ist fertig, M�dchen?�</p><p>�Die ... die Waffe�, sagte Hermine.</p><p>�Waffe? Waffe?�, sagte Umbridge und ihre Augen schienen vor Aufregung aus den H�hlen zu quellen. �Sie haben etwas entwickelt, womit Sie Widerstand leisten k�nnen? Eine Waffe, die Sie gegen das Ministerium einsetzen k�nnten?</p><p>Auf Professor Dumbledores Befehl hin nat�rlich?�</p><p>�J-j-ja�, keuchte Hermine, �aber er musste gehen, ehe wir fertig waren, und n-n-nun haben wir sie f�r ihn fertig gestellt, und wir k-k-k�nnen ihn nicht finden, u-u-um es ihm zu sagen!�</p><p>�Was f�r eine Waffe ist das?�, fragte Umbridge schroff, die stummligen Finger immer noch um Hermines Schultern geklammert.</p><p>�Wir v-v-verstehen sie nicht richtig�, sagte Hermine laut schniefend. �Wir haben einfach ge-ge-getan, was P-P-Professor Dumbledore uns ge-ge-gesagt hat.�</p><p>Umbridge richtete sich mit siegestrunkener Miene auf.</p><p>�F�hren Sie mich zu der Waffe�, sagte sie.</p><empty-line/><p>�Ich zeig sie aber nicht ... <emphasis>denen�, </emphasis>sagte Hermine schrill und lugte durch die Finger zu den Slytherins rundum.</p><p>�Sie haben hier keine Bedingungen zu stellen�, erwiderte Professor Umbridge schroff.</p><p>�Sch�n�, sagte Hermine und schluchzte erneut in ihre H�nde. �Sch�n ... Zeigen Sie ihnen die Waffe, ich hoffe, sie benutzen sie gegen Sie! Ehrlich gesagt, ich w�nschte, Sie w�rden jede Menge Leute einladen, sie zu sehen! D-das w�rd Ihnen recht geschehen - oh, es war sch�n, wenn die g-ganze Schule w�sste, wo sie ist und wie man sie ge-ge-braucht, und dann, wenn Sie einen von denen �rgern, kann er Sie er-erledigen!�</p><p>Diese Worte hatten eine durchschlagende Wirkung auf Umbridge: Sie blickte rasch und argw�hnisch in die Runde ihres Inquisitionskommandos, und ihre Glubschaugen ruhten einen Moment lang auf Malfoy, der zu langsam war, um den erwartungsvollen und gierigen Ausdruck zu verbergen, der auf sein Gesicht getreten war.</p><p>Einen weiteren langen Moment betrachtete Umbridge nachdenklich Hermine, dann sprach sie mit, wie sie offenbar glaubte, m�tterlicher Stimme.</p><p>�Nun sch�n, meine Liebe, dann also nur wir beide ... und Potter nehmen wir auch mit, einverstanden? Stehen Sie jetzt auf.�</p><p>�Professor�, sagte Malfoy beflissen, �Professor Umbridge, ich denke, ein paar Leute vom Kommando sollten mitkommen, um aufzupassen -�</p><p>�Ich bin eine voll qualifizierte Beamtin des Ministeriums, Ma lfoy, glauben Sie wirklich, dass ich mit zwei Teenagern ohne Zauberstab nicht alleine zurechtkomme?�, fragte Umbridge bissig. �Auf jeden Fall klingt es nicht so, als ob diese Waffe etwas w�re, das Schulkinder sehen sollten. Sie werden hier bleiben, bis ich zur�ckkehre, und daf�r sorgen, dass keiner von denen -�, sie wies mit einer ausladenden Handbewegung auf Ron, Ginny, Neville und Luna,</p><p>�entkommt.�</p><p>�Na gut�, sagte Malfoy und sah beleidigt und entt�uscht aus.</p><p>�Und Sie beide gehen mir voran und zeigen mir den Weg�, befahl Umbridge und deutete mit ihrem Zauberstab auf Harry und Hermine. �Los jetzt.�</p></section><section><title><p>Kampf und Flucht</p></title><p>Harry war schleierhaft, was Hermine plante oder ob sie �berhaupt einen Plan hatte. Sie gingen den Korridor vor Umbridges B�ro entlang, er einen halben Schritt hinter ihr, denn er wusste, dass es sehr verd�chtig aussehen w�rde, wenn er den Eindruck erweckte, als w�sste er nicht, wo es hinging. Er wagte keinen Versuch, mit ihr zu sprechen. Umbridge folgte ihnen so dicht auf den Fersen, dass er ihr sto�weises Atmen h�ren konnte.</p><p>Hermine f�hrte sie die Treppe hinunter in die Eingangshalle. Lautes Stimmengewirr und Klirren von Besteck auf Tellern drangen durch die Fl�gelt�ren zur Gro�en Halle - Harry schien es unglaublich, dass nur wenige Meter entfernt von hier die anderen ganz sorglos ihr Abendessen genossen und das Examensende feierten ...</p><p>Hermine ging direkt durch das Eichenportal und �ber die Steinstufen in die milde Abendluft hinaus. Die Sonne sank jetzt auf die Baumwipfel des Verbotenen Waldes, und w�hrend Hermine entschlossen �ber das Gras schritt - Umbridge im Laufschritt hinterher, um den Anschluss nicht zu verlieren -, kr�uselten sich ihre langen dunklen Schatten wie M�ntel �ber das Gras hinter ihnen.</p><p>�Sie ist in Hagrids H�tte versteckt, stimmt's?�, h�rte Harry Umbridge begierig ganz nah an seinem Ohr.</p><p>�Nat�rlich nicht�, sagte Hermine in vernichtendem Ton. �Hagrid h�tte sie ja versehentlich losgehen lassen k�nnen.�</p><p>�Ja�, sagte Umbridge, offenbar in wachsender Erregung.</p><p>�Ja, das h�tte ihm nat�rlich �hnlich gesehen, diesem Riesentrottel von einem Halbbl�ter.�</p><p>Sie lachte. Harry sp�rte einen starken Drang, herumzuschnellen und sie an der Gurgel zu packen, widerstand ihm aber. Seine Narbe pochte in der sanften Abendluft, aber sie hatte noch nicht wei� gl�hend gebrannt, und er wusste, das w�re geschehen, wenn Voldemort sich ans T�ten gemacht h�tte.</p><p>�Nun ... wo ist sie dann?�, fragte Umbridge mit einem leicht unsicheren Unterton, w�hrend Hermine weiter auf den Wald zuschritt.</p><p>�Dort drin nat�rlich�, sagte Hermine und wies zu den dunklen B�umen. �Sie musste doch an einem Ort sein, wo Sch�ler sie nicht zuf�llig entdecken konnten.�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Umbridge, klang nun allerdings ein wenig beklommen.</p><p>�Nat�rlich ... sehr sch�n, also ... Sie beide gehen weiter voran.�</p><p>�K�nnen wir Ihren Zauberstab haben, wenn wir vorn sind?�, fragte Harry.</p><empty-line/><p>�Nein, das ist keine gute Idee, Mr. Potter�, sagte Umbridge s��lich und stie� ihm den Zauberstab in den R�cken. �Das Ministerium h�lt mein Leben doch f�r um einiges wertvolle r als das Ihre, f�rchte ich.�</p><p>Als sie den k�hlen Schatten der ersten B�ume erreichten, versuchte Harry dem Blick von Hermine zu begegnen; ohne Zauberst�be in den Wald zu laufen schien ihm noch t�richter als alles, was sie bisher an diesem Abend getan hatten.</p><p>Hermine jedoch sah Umbridge nur ver�chtlich an und eilte umstandslos in den Wald hinein, so raschen Schrittes, dass Umbridge mit ihren k�rzeren Beinen Schwierigkeiten hatte mitzuhalten.</p><p>�Ist sie weit drin?�, fragte Umbridge, als ihr ein Brombeerstrauch den Umhang aufriss.</p><p>�O ja�, sagte Hermine. �Ja, sie ist gut versteckt.�</p><p>Harrys dunkle Ahnungen verst�rkten sich. Hermine nahm nicht den Pfad, dem sie gefolgt waren, um Grawp zu besuchen, sondern den Weg, den er vor drei Jahren zum Unterschlupf des Monsters Aragog gegangen war. Hermine war damals nicht bei ihm gewesen; er bezweifelte, dass sie irgendeine Vorstellung davon hatte, welche Gefahr am Ende lauerte.</p><p>��hm - bist du sicher, dass dies der richtige Weg ist?�, fragte er sie spitz.</p><p>�O ja�, erwiderte sie mit fester Stimme und schlug sich mit einem L�rm durchs Unterholz, den Harry f�r v�llig unn�tig hielt. Hinter ihnen stolperte Umbridge �ber einen umgefallenen Sch�ssling. Keiner der beiden blieb stehen, um ihr aufzuhelfen; Hermine marschierte einfach weiter und rief laut �ber die Schulter: �Es ist noch ein St�ck tiefer drin!�</p><p>�Nicht so laut, Hermine�, murmelte Harry und schloss rasch zu ihr auf. �Hier drin k�nnte uns wer wei� was belauschen -�</p><p>�Ich will, dass man uns h�rt�, antwortete sie leise, w�hrend Umbridge ihnen ger�uschvoll hinterherhastete. �Du wirst schon sehen ...�</p><p>Sie gingen weiter, eine ganze Weile, wie es ihm vorkam, bis sie wieder einmal so tief im Wald waren, dass der dichte Baldachin der Baumwipfel alles Licht schluckte. Wie schon fr�her, wenn er im Wald gewesen war, hatte Harry das Gef�hl, von unsichtbaren Augen beobachtet zu werden.</p><p>�Wie weit noch?�, fragte Umbridge hinter ihm w�tend.</p><p>�Nicht mehr weit!�, rief Hermine und sie traten auf eine d�stere, feuchte Lichtung. �Nur noch ein kleines St�ck -�</p><p>Ein Pfeil flog durch die Luft und traf mit bedrohlich dumpfem Wummern knapp �ber ihrem Kopf einen Baum. Pl�tzlich war die Luft erf�llt von Hufgetrappel; Harry sp�rte, wie der Waldboden bebte; Umbridge stie� einen kurzen Schrei aus und schob Harry vor sich wie einen Schild Er riss sich von ihr los und drehte sich um. Rund f�nfzig Zentauren tauchten von allen Seiten her auf und zielten mit ihren erhobenen und gespannten Bogen auf Harry, Hermine und Umbridge. Unter merkw�rdig leisen, wimmernden Angstlauten von Umbridge wichen sie langsam in die Mitte der Lichtung zur�ck. Harry blickte Hermine von der Seite her an. Sie l�chelte triumphierend.</p><p>�Wer seid ihr?�, sagte eine Stimme.</p><p>Harry sah nach links. Der Zentaur mit dem kastanienbraunen Leib namens Magoria n trat aus dem Kreis auf sie zu: Wie die anderen hatte er seinen Bogen erhoben. Umbridge, zu Harrys Rechten, wimmerte immer noch und richtete ihren heftig zitternden Zauberstab auf den n�her kommenden Zentauren.</p><p>�Ich fragte, wer du bist, Mensch�, sagte Magorian schroff.</p><p>�Ich bin Dolores Umbridge!�, antwortete Umbridge mit schriller, angsterf�llter Stimme. �Erste Untersekret�rin des Zaubereiministers und Schulleiterin und Gro�inquisitorin von Hogwarts!�</p><p>�Du bist vom Zaubereiministerium?�, fragte Magorian und viele der Zentauren ringsum bewegten sich unruhig.</p><p>�So ist es!�, sagte Umbridge mit noch h�herer Stimme. �Also sei sehr vorsichtig! Nach den Gesetzen, die von der Abteilung zur F�hrung und Aufsicht Magischer Gesch�pfe erlassen wurden, ist jeder Angriff auf einen Menschen durch Halbbl�ter, wie ihr es seid -�</p><p><emphasis>�Wie </emphasis>hast du uns genannt?�, rief ein wild aussehender schwarzer Zentaur, den Harry als Baue erkannte. Rundum hob erbostes Gemurmel an und Bogen wurden noch fester gespannt.</p><p>�Sie d�rfen sie nicht so nennen!�, sagte Hermine aufgebracht, doch Umbridge schien sie nicht geh�rt zu haben. Sie hielt ihren zitternden Zauberstab weiter auf Magorian gerichtet und fuhr fort: �Gesetz F�nfzehn �B� besagt eindeutig, dass �jeglicher Angriff durch ein magisches Gesch�pf, das nach allgemeinem Daf�rhalten ann�hernd menschliche Intelligenz besitzt und daher als f�r seine Taten verantwortlich erachtet wird -��</p><p>��Ann�hernd menschliche Intelligenz�?�, wiederholte Magorian, w�hrend Bane und einige andere vor Wut br�llten und mit den Hufen scharrten. �Wir betrachten dies als schwere Beleidigung, Menschenwesen! Unsere Intelligenz stellt die eurige dankenswerterweise weit in den Schatten.�</p><p>�Was habt ihr in unsrem Wald zu suchen?�, br�llte der graue Zentaur mit den harten Gesichtsz�gen, den Harry und Hermine bei ihrem letzten Besuch im Wald gesehen hatten. �Warum seid ihr hier?�</p><p><emphasis>�Eurem </emphasis>Wald?�, sagte Umbridge und zitterte nun nicht nur vor Angst, sondern offenbar auch vor Entr�stung. �Ich m�chte euch daran erinnern, dass ihr nur hier lebt, weil das Zaubereiministerium euch auf gewissen L�ndereien duldet -�</p><p>Ein Pfeil flog so dicht an ihrem Kopf vorbei, dass er ihr mausgraues Haar streifte. Sie stie� einen ohrenbet�ubenden Schrei aus und schlug die H�nde �ber den Kopf, w�hrend einige der Zentauren beif�llig br�llten und andere heiser lachten. Ihr wildes wieherndes Gel�chter, das �ber die d�mmrige Lichtung hallte, und der Anblick ihrer scharrenden Hufe war �u�erst entmutigend.</p><p>�Wessen Wald ist dies nun, Mensch?�, br�llte Bane.</p><p>�Schmutzige Halbbl�ter!�, schrie Umbridge, die H�nde immer noch �ber dem Kopf. �Viecher! Ungez�hmte Tiere!�</p><p>�Seien Sie still!�, rief Hermine, doch es war zu sp�t. Umbridge richtete den Zauberstab auf Magorian und schrie: <emphasis>�Incarcerus!�</emphasis></p><p>Seile flogen aus dem Nichts wie dicke Schlangen, schn�rten sich fest um den Oberk�rper des Zentauren und fesselten seine Arme. Er stie� einen Wutschrei aus, b�umte sich auf und versuchte sich zu befreien, w�hrend die anderen Zentauren angriffen.</p><p>Harry packte Hermine und zog sie zu Boden; mit dem Gesicht in der Erde, durchlebte er einen Moment des Grauens, als Hufe um ihn her donnerten, doch die vor Wut br�llenden und schreienden Zentauren sprangen �ber sie hinweg und um sie herum.</p><p>�Neeeeiiin!�, h�rte er Umbridge kreischen. �Nein! ... Ich bin Erste Untersekret�rin ... ihr k�nnt nicht - lasst mich los, ihr Viecher, neeeeiin!�</p><p>Harry sah einen roten Lichtblitz und wusste, dass sie versucht hatte, einen von ihnen mit einem Schockzauber zu belegen, dann schrie sie sehr laut. Harry hob ein wenig den Kopf und sah, dass Bane die vor Angst zappelnde und schreiende Umbridge von hinten gepackt hatte und sie hoch in die Luft hob. Der Zauberstab fiel ihr aus der Hand und zu Boden, und Harrys Herz machte einen Satz. Wenn er ihn doch erreichen k�nnte -</p><p>Aber gerade streckte er die Hand danach aus, da senkte sich der Huf eines Zentauren auf den Zauberstab und brach ihn glatt entzwei.</p><p>�Nun!�, donnerte eine Stimme in Harrys Ohr, und ein dicker haariger Arm tauchte j�h �ber ihm auf und riss ihn hoch. Auch Hermine war auf die Beine gehoben worden. �ber den vielfarbigen R�cken und K�pfen der herbeistiebenden Zentauren sah Harry, wie Umbridge von Bane zwischen den B�umen hindurch fortgetragen wurde. Ihr ununterbrochenes Geschrei wurde immer schw�cher, bis ihre Stimme vom Hufgetrappel ringsum verschluckt wurde.</p><p>�Und diese hier?�, fragte der graue Zentaur mit den harten Z�gen, der Hermine festhielt.</p><p>�Sie sind jung�, ert�nte eine langsame, traurige Stimme hinter Harry. �Fohlen tun wir nichts.�</p><p>�Sie haben diese Frau hierher gebracht, Ronan�, antwortete der Zentaur, der Harry fest im Griff hielt. �Und so jung sind sie gar nicht ... dieser hier n�hert sich dem Mannesalter.� Er sch�ttelte Harry am Kragen seines Umhangs.</p><p>�Bitte�, sagte Hermine atemlos, �bitte, greift uns nicht an, wir denken nicht wie diese Frau, wir sind nicht vom Zaubereiministerium! Wir sind nur hierher gekommen, weil wir gehofft haben, dass ihr sie f�r uns vertreibt.�</p><p>Der Ausdruck, der auf das Gesicht des grauen Zentauren trat, der Hermine hielt, sagte Harry sofort, dass sie mit diesen Worten einen schrecklichen Fehler gemacht hatte. Der graue Zentaur warf den Kopf zur�ck, stampfte w�tend mit den Hinterbeinen und br�llte: �Siehst du, Ronan? Sie besitzen bereits den Hochmut ihrer Rasse! Wir sollten also f�r euch die schmutzige Arbeit erledigen, Menschenm�dchen? Wir sollten als eure Diener handeln, wie gehorsame Hunde eure Feinde vertreiben?�</p><p>�Nein!�, stie� Hermine mit schreckerf�lltem Piepsen aus. �Bitte - das habe ich nicht gemeint! Ich habe nur gehofft, ihr k�nntet - uns helfen -�</p><p>Doch sie schien alles nur noch schlimmer zu machen.</p><p>�Den Menschen helfen wir nicht!�, knurrte der Zentaur, der Harry hielt, verst�rkte seinen Griff und b�umte sich zugleich ein wenig auf, so dass Harry kurz den Boden unter den F��en verlor. �Wir sind eine besondere Rasse und stolz darauf. Wir werden es euch nicht gestatten, von hier fortzugehen und damit zu prahlen, dass wir euch zu Diensten waren!�</p><p>�Wir werden nichts dergleichen sagen!�, rief Harry. �Wir wissen, dass ihr das, was ihr getan habt, nicht auf unseren Wunsch hin getan habt -�</p><p>Aber niemand schien ihm zuzuh�ren.</p><p>Ein b�rtiger Zentaur rief von hinten aus der Menge: �Sie sind ungebeten hierher gekommen, sie m�ssen die Folgen tragen!�</p><p>Diese Worte stie�en auf br�llende Zustimmung und ein brauner Zentaur schrie: �Soll es ihnen ergehen wie der Frau!�</p><p>�Ihr habt gesagt, dass ihr den Unschuldigen nichts antut!�, rief Hermine und nun rannen ihr tats�chlich Tr�nen �bers Gesicht. �Wir haben euch nichts angetan, wir haben keine Zauberst�be benutzt oder euch bedroht, wir wollen nur zur�ck zur Schule, bitte lasst uns gehen -�</p><p>�Wir sind nicht alle wie der Verr�ter Firenze, Menschenm�dchen!�, sagte der graue Zentaur und erneut stimmten ihm seine Artgenossen unter wieherndem Gebr�ll zu. �Vielleicht dachtest du, wir w�ren h�bsche redende Pferde? Wir sind ein uraltes Volk, das �berf�lle und Beleidigungen durch die Zauberer nicht hinnimmt! Wir anerkennen eure Gesetze nicht, wir anerkennen eure �berlegenheit nicht, wir sind -�</p><p>Aber sie h�rten nicht, was es mit den Zentauren sonst noch auf sich hatte, denn in diesem Moment war vom Rand der Lichtung her ein Krachen zu vernehmen, so laut, dass sie alle, Harry, Hermine und die gut f�nfzig Zentauren, die sich auf der Lichtung scharten, die K�pfe umwandten. Harrys Zentaur lie� ihn zu Boden fallen und gleich flogen seine H�nde zu seinem Bogen und Pfeilk�cher. Auch Hermine lag am Boden, und Harry lief hastig zu ihr, als sich zwei dicke Baumst�mme bedrohlich auseinander bogen und die unf�rmige Gestalt des Riesen Grawp dazwischen erschien.</p><p>Die Zentauren, die ihm am n�chsten waren, wichen gegen die hinter ihnen stehenden zur�ck; die Lichtung war nun ein Wald aus Bogen und Pfeilen, alle schussbereit nach oben gerichtet auf das riesige graue Gesicht, das knapp unterhalb des dichten Baldachins aus �sten �ber ihnen aufragte. Grawps schiefer Mund stand einf�ltig halb offen; sie konnten seine backsteinartigen gelben Z�hne im D�mmerlicht schimmern sehen, und seine tr�ben schlammfarbenen Augen verengten sich, w�hrend er zu den Zentauren zu seinen F��en hinabsp�hte. An beiden Fu�gelenken hingen zerrissene Seile.</p><p>Er �ffnete den Mund noch weiter.</p><p>�Hagger.�</p><p>Harry wusste nicht, was �Hagger� bedeutete oder aus welcher Sprache es stammte, und es war ihm auch ziemlich gleich; er beobachtete Grawps F��e, die fast so lang waren wie Harrys ganzer K�rper. Hermine klammerte sich fest an seinen Arm; die Zentauren waren vollkommen still und starrten zu dem Riesen hoch, dessen m�chtiger runder Kopf sich hin und her bewegte, w�hrend er zwischen ihnen umherblickte, als ob er nach etwas suchte, das er fallen gelassen hatte.</p><p><emphasis>�Hagger!�, </emphasis>sagte er von neuem, noch dringlicher.</p><p>�Scher dich fort von hier, Riese!�, rief Magorian. �Du bist bei uns nicht willkommen!�</p><p>Diese Worte schienen auf Grawp keinerlei Eindruck zu machen. Er b�ckte sich ein wenig (die Arme der Zentauren an ihren Bogen spannten sich), dann br�llte er: �HAGGER!�</p><empty-line/><p>Einige der Zentauren wirkten jetzt besorgt. Hermine jedoch keuchte auf.</p><p>�Harry!�, fl�sterte sie. �Ich glaub, er versucht �Hagrid� zu sagen!�</p><p>Genau in diesem Moment fiel Grawps Blick auf sie, die einzigen beiden Menschen in einem Meer von Zentauren. Er senkte den Kopf gut einen Viertelmeter tiefer und starrte sie aufmerksam an. Harry sp�rte, wie Hermine schlotterte, als Grawp erneut den Mund weit �ffnete und mit tiefer, polternder Stimme sagte: �Hermy.�</p><p>�Grundg�tiger�, sagte Hermine, packte Harrys Arm so fest, dass er taub wurde, und sah drein, als w�rde sie gleich in Ohnmacht fallen, �er - er erinnert sich noch!�</p><p>�HERMY!�, donnerte Grawp. �WO HAGGER?�</p><p>�Ich wei� nicht�, quiekte Hermine ver�ngstigt. �Tut mir Leid, Grawp, ich wei� es nicht!�</p><p>�GRAWP WOLLE HAGGER!�</p><p>Eine der massigen H�nde des Riesen langte hinunter. Hermine stie� einen markersch�tternden Schrei aus, rannte ein paar Schritte r�ckw�rts und st�rzte.</p><p>Mangels Zauberstab machte sich Harry bereit, zu schlagen, zu treten, zu bei�en oder was auch immer n�tig war, w�hrend die Hand auf ihn herabstie� und einen schneewei�en Zentauren von den Beinen schlug.</p><p>Eben darauf hatten die Zentauren gewartet - Grawps ausgestreckte Finger waren keinen halben Meter mehr von Harry entfernt, da sirrten f�nfzig Pfeile gegen den Riesen durch die Luft und pfefferten sein gewaltiges Gesicht. Er heulte vor Schmerz und Zorn, richtete sich auf und rieb sich mit den m�chtigen H�nden das Gesicht, brach dabei die Pfeilsch�fte ab und dr�ckte die Spitzen noch tiefer hinein.</p><p>Er schrie und stampfte mit seinen riesigen F��en und die Zentauren stoben davon; Tropfen von Grawps Blut, gro� wie Kieselsteine, prasselten auf Harry herab, als er Hermine auf die F��e zog und die beiden, so schnell sie konnten, in den Schutz der B�ume rannten. Kaum dort angelangt, blickten sie zur�ck; Grawp haschte mit blut�berstr�mtem Gesicht blindlings nach den Zentauren, die auf der anderen Seite der Lichtung in heillosem Durcheinander zwischen den B�umen davongaloppierten. Harry und Hermine sahen, wie Grawp wieder vor Zorn aufbr�llte und ihnen dann nachst�rzte, wobei er noch mehr B�ume beiseite schlug.</p><p>�O nein�, sagte Hermine und bebte so heftig, dass ihre Knie nachgaben. �Oh, war das schrecklich. Und vielleicht bringt er sie alle um.�</p><p>�Ehrlich gesagt, das schert mich jetzt nicht�, sagte Harry bitter.</p><empty-line/><p>Der L�rm der galoppierenden Zentauren und des trampelnden Riesen wurde allm�hlich schw�cher. W�hrend Harry lauschte, fing seine Narbe erneut heftig an zu pochen und Angst stieg in ihm auf.</p><p>Sie hatten so viel Zeit vertan - seit seiner Vision waren sie Sirius' Rettung kein St�ck n�her gekommen, im Gegenteil. Harry hatte nicht nur seinen Zauberstab eingeb��t, sie steckten auch noch mitten im Verbotenen Wald, ohne jegliche M�glichkeit, schnell von hier wegzukommen.</p><p>�Schlauer Plan�, fauchte er Hermine an, um ein wenig von seiner Wut loszuwerden. �Wirklich schlauer Plan. Wo gehen wir jetzt hin?�</p><p>�Wir m�ssen wieder hoch zum Schloss�, sagte Hermine lahm.</p><p>�Bis wir dort sind, ist Sirius wahrscheinlich tot!�, erwiderte Harry und trat in seiner Wut gegen den n�chstbesten Baum. Ein schrilles Gezeter brach �ber ihnen los, und als er aufblickte, sah er einen zornigen Bowtruckle, der drohend seine langen, zweigartigen Finger kr�mmte.</p><p>�Nun ja, ohne Zauberst�be k�nnen wir nichts machen�, sagte Hermine hoffnungslos und richtete sich wieder auf. �Au�erdem, Harry, wie hattest du eigentlich vor, bis nach London zu kommen?�</p><p>�Ja, das haben wir uns eben auch gefragt�, ert�nte eine vertraute Stimme hinter ihr.</p><p>Harry und Hermine r�ckten instinktiv zusammen und sp�hten durch die B�ume.</p><p>Ron tauchte auf, und Ginny, Neville und Lima eilten hinter ihm her. Sie alle sahen ein wenig mitgenommen aus - �ber Ginnys Wange zogen sich einige lange Kratzer; �ber Nevilles rechtem Auge schwoll eine gro�e violette Beule; Rons Lippe blutete noch schlimmer - aber alle wirkten recht zufrieden mit sich selbst.</p><p>�Also�, sagte Ron, dr�ckte einen tief h�ngenden Ast beiseite und hielt Harrys Zauberstab hoch. �Irgendwelche Ideen?�</p><p>�Wie seid ihr da rausgekommen?�, fragte Harry verbl�fft und nahm seinen Zauberstab von Ron entgegen.</p><p>�'n paar Schockzauber, ein Entwaffnungszauber, Neville hat 'nen echt s��en kleinen L�hmzauber hingelegt�, sagte Ron l�ssig und reichte nun auch Hermine ihren Zauberstab. �Aber Ginny war am besten, sie hat sich Malfoy vorgenommen - Flederwichtfluch - war Extraklasse, sein ganzes Gesicht war voll mit diesen gro�en Flatterdingern. Jedenfalls haben wir vom Fenster aus gesehen, dass ihr in den Wald gegangen seid, und sind euch gefolgt. Was habt ihr mit Umbridge angestellt?�</p><empty-line/><p>�Die ist hin und weg�, sagte Harry. �Eine Herde Zentauren hat sie mitgenommen.�</p><p>�Und euch haben sie zur�ckgelassen?�, fragte Ginny erstaunt.</p><p>�Nein, Grawp hat sie verjagt�, sagte Harry.</p><p>�Wer ist Grawp?�, fragte Luna interessiert.</p><p>�Hagrids kleiner Bruder�, erkl�rte Ron prompt. �Und �berhaupt ist das jetzt nicht so wichtig. Harry, was hast du im Feuer erfahren? Hat Du-wei�t-schon-wer Sirius oder -?�</p><p>�Ja�, sagte Harry und seine Narbe fing erneut an schmerzhaft zu ziepen, �und ich bin sicher, dass Sirius noch am Leben ist, aber ich habe keine Ahnung, wie wir dort hinkommen sollen, um ihm zu helfen.�</p><p>Sie schwiegen angstvoll; das Problem, vor dem sie standen, schien un�berwindlich.</p><p>�Na ja, wir m�ssen eben fliegen, oder?�, sagte Luna in einem ann�hernd sachlichen Tonfall, wie ihn Harry bei ihr noch nie geh�rt hatte.</p><p>�Okay�, erwiderte Harry �rgerlich und wandte sich ihr zu. �Erstens tun <emphasis>�wir�</emphasis> �berhaupt nichts, falls du dich selbst dazu z�hlst, und zweitens ist Ron der Einzige mit einem Besen, der nicht von einem Sicherheitstroll bewacht wird, also -�</p><p>�Ich hab einen Besen!�, sagte Ginny.</p><p>�Schon, aber du kommst nicht mit�, sagte Ron zornig.</p><p>�Entschuldige mal, aber mir ist es genauso wichtig wie dir, was mit Sirius passiert!�, sagte Ginny und schob entschlossen den Unterkiefer vor, was ihre �hnlichkeit mit Fred und George verbl�ffend deutlich machte.</p><p>�Du bist zu -�, setzte Harry an, aber Ginny warf zornig dazwischen: �Ich bin drei Jahre �lter, als du warst, damals, als du wegen dem Stein der Weisen mit Du-wei�t-schon-wem gek�mpft hast, und ich hab daf�r gesorgt, dass Malfoy in Umbridges B�ro festsitzt und riesige Fiederwichte ihn angreifen -�</p><p>�Schon, aber -�</p><p>�Wir waren doch alle zusammen in der DA�, sagte Neville leise. �Dabei ging es doch im Grunde darum, gegen Du-wei�t-schon-wen zu k�mpfen, oder? Und dies ist jetzt unsere erste Chance, mal was Handfestes zu tun - oder war das alles nur Spiel oder so?�</p><p>�Nein - nat�rlich nicht -�, erwiderte Harry ungeduldig.</p><empty-line/><p>�Dann sollten wir auch mitkommen�, sagte Neville schlicht. �Wir wollen helfen.�</p><p>�Stimmt�, sagte Luna und l�chelte gl�cklich.</p><p>Harrys Augen trafen Rons. Er wusste, dass Ron genau das Gleiche dachte wie er: Wenn er neben sich selbst, Ron und Hermine noch weitere DA-Mitglieder h�tte ausw�hlen k�nnen, die ihm beim Versuch, Sirius zu retten, beistehen sollten, dann h�tte er sich nicht Ginny, Neville oder Luna ausgesucht.</p><p>�Ach, das spielt sowieso keine Rolle�, sagte Harry frustriert, �weil wir immer noch nicht wissen, wie wir dort hinkommen sollen -�</p><p>�Ich dachte, das h�tten wir schon gekl�rt�, sagte Luna und raubte ihm damit den letzten Nerv. �Wir fliegen!�</p><p>�Sieh mal�, sagte Ron mit kaum verhohlenem Zorn, �du kannst vielleicht ohne Besen fliegen, aber wir andern k�nnen uns nicht einfach Fl�gel wachsen lassen, wann immer wir -�</p><p>�Es gibt noch andere M�glichkeiten zu fliegen au�er mit Besen�, sagte Luna munter.</p><p>�Ich vermut mal, wir sollen auf dem R�cken des Schrumpfschnarchlers fliegen oder wie der hei�t?�, fragte Ron.</p><p>�Der Schrumpfh�rnige Schnarchkackler kann nicht fliegen�, sagte Luna w�rdevoll. �Aber <emphasis>die </emphasis>k�nnen es, und Hagrid meint, sie k�nnen sehr gut Orte finden, nach denen ihre Reiter suchen.�</p><p>Harry schnellte herum. Zwischen zwei B�umen standen zwei Thestrale mit unheimlich glimmenden wei�en Augen und verfolgten das gefl�sterte Gespr�ch, als verst�nden sie jedes Wort.</p><p>�Ja!�, wisperte er und ging auf sie zu. Sie sch�ttelten ihre Reptilienk�pfe und warfen ihre langen schwarzen M�hnen zur�ck, und Harry streckte begierig seine Hand aus und t�tschelte den gl�nzenden Hals des n�chsten Tieres; wie hatte er sie nur jemals f�r h�sslich halten k�nnen?</p><p>�Sind das diese verr�ckten Pferdedinger?�, sagte Ron unsicher und starrte auf einen Punkt ein wenig links von dem Thestral, den Harry t�tschelte. �Die man nicht sehen kann, au�er man war dabei, als jemand abgekratzt ist?�</p><p>�Genau�, sagte Harry.</p><p>�Wie viele?�</p><p>�Nur zwei.�</p><p>�Nun, wir brauchen drei�, sagte Hermine, die immer noch leicht ersch�ttert, aber dennoch entschlossen wirkte.</p><p>�Vier, Hermine�, sagte Ginny mit finsterem Blick.</p><p>�Ich glaub, eigentlich sind wir sechs�, sagte Luna ruhig und z�hlte.</p><p>�Stell dich nicht so dumm an, wir k�nnen nicht alle gehen!�, sagte Harry zornig. �H�rt mal, ihr drei -�, er deutete auf Neville, Ginny und Luna, �ihr habt damit nichts zu tun, ihr kommt nicht -�</p><p>Wieder protestierten sie. Seine Narbe fing von neuem an zu stechen, diesmal schmerzhafter. Jeder Moment, den sie verloren, war wertvoll; er hatte keine Zeit, sich zu streiten.</p><p>�Okay, sch�n, ihr habt's nicht anders gewollt�, sagte er kurz angebunden,</p><p>�aber wenn wir nicht mehr Thestrale auftreiben, k�nnt ihr nicht -�</p><p>�Oh, da werden schon noch welche kommen�, sagte Ginny zuversichtlich, die wie Ron in die v�llig falsche Richtung sp�hte, offenbar in dem Glauben, sie w�rde zu den Pferden blicken.</p><p>�Wie kommst du denn darauf?�</p><p>�Du hast es vielleicht noch nicht bemerkt, aber du und Hermine, ihr seid voller Blut�, sagte sie k�hl, �und wir wissen, dass Hagrid Thestrale mit rohem Fleisch anlockt. Deshalb sind diese zwei wahrscheinlich �berhaupt aufgetaucht.�</p><p>Im selben Moment sp�rte Harry einen sanften Stups an seinem Umhang, und als er hinunterblickte, sah er, wie der n�chste Thestral an seinem �rmel leckte, der feucht von Grawps Blut war.</p><p>�Also gut�, sagte er und eine gl�nzende Idee schoss ihm durch den Kopf.</p><p>�Ron und ich nehmen diese beiden und fliegen voraus, und Hermine kann hier bei euch dreien bleiben und noch mehr Thestrale anlocken -�</p><p>�Ich bleib nicht zur�ck!�, fauchte Hermine.</p><p>�Ist gar nicht n�tig�, sagte Luna l�chelnd. �Seht mal, hier kommen noch mehr ... ihr zwei m�sst ja ganz sch�n riechen ...�</p><p>Harry wandte sich um: Mindestens sechs oder sieben Thestrale bahnten sich ihren Weg durch die B�ume. Sie hatten die gro�en ledrigen Fl�gel dicht an die K�rper geschmiegt und lie�en ihre Augen durch die Dunkelheit gl�hen. Jetzt hatte er keine Ausrede mehr.</p><p>�Von mir aus�, sagte er zornig, �nehmt euch eins, und dann los.�</p></section><section><title><p>Die Mysteriumsabteilung</p></title><p>Harry schlang die Hand fest in die M�hne des n�chsten Thestrals, setzte einen Fu� auf einen Baumstumpf neben ihm und kletterte unbeholfen auf den seidenen R�cken des Pferdes. Es wehrte sich nicht, sondern wandte mit gebleckten Fangz�hnen den Kopf und versuchte weiter gierig an seinem Umhang zu lecken.</p><p>Er stellte fest, dass er seine Knie irgendwie hinter die Fl�gelans�tze klemmen konnte, so dass er sicherer sa�, dann blickte er sich zu den anderen um. Neville hatte sich am R�cken des n�chsten Thestrals hochgezogen und versuchte nun, eines seiner kurzen Beine �ber das Tier zu schwingen. Luna thronte schon oben auf dem Pferd, sie sa� im Damensitz und zog ihren Umhang zurecht, als w�rde sie dies jeden Tag tun. Ron, Hermine und Ginny jedoch standen immer noch reglos da, mit offenem Mund und gro�en Augen.</p><p>�Was ist los?�, fragte Harry.</p><p>�Wie sollen wir denn aufsitzen?�, sagte Ron mit schwacher Stimme. �Wo wir diese Dinger doch gar nicht sehen k�nnen?�</p><p>�Oh, das ist einfach�, sagte Luna, glitt hilfsbereit von ihrem Thestral und trat zu ihm, Hermine und Ginny. �Kommt mit ...�</p><p>Sie zog sie zu den anderen herumstehenden Thestralen und schaffte es, ihnen nacheinander auf den R�cken ihres Reittiers zu helfen. Alle drei blickten �u�erst nerv�s, w�hrend Luna ihnen die H�nde in die M�hne ihrer Pferde schlang und ihnen einsch�rfte, sich festzuklammern, ehe sie wieder auf den R�cken ihres eigenen Rosses stieg.</p><p>�Das ist verr�ckt�, murmelte Ron und strich mit der freien Hand behutsam �ber den Hals seines Pferdes. �Verr�ckt ... wenn ich es nur sehen k�nnte -�</p><p>�Hoff lieber, dass es unsichtbar bleibt�, sagte Harry d�ster. �Sind alle bereit?�</p><p>Sie nickten, und er sah, wie sich f�nf Paar Knie unter den Umh�ngen strafften.</p><p>�Okay ...�</p><p>Er schaute auf den gl�nzenden schwarzen Hals seines Thestrals hinab und schluckte.</p><p>�Also, Zaubereiministerium, Besuchereingang, London�, sagte er unsicher.</p><p>��hm ... wenn du wei�t ... wo's langgeht ...�</p><p>Einen Moment lang tat Harrys Thestral �berhaupt nichts. Dann, mit einer weiten Bewegung, die ihn fast herunterriss, breiteten sich die Fl�gel auf beiden Seiten aus; das Pferd kauerte sich langsam nieder und schoss so schnell und so steil in die H�he, dass Harry Arme und Beine fest um das Tier schlingen musste, damit er nicht �ber die knochige Kruppe hinabrutschte. Er schloss die Augen und presste das Gesicht in die seidene M�hne des Pferdes, w�hrend sie durch die obersten �ste der B�ume brachen und in einen blutroten Sonnenuntergang emporstiegen.</p><p>Harry glaubte nicht, dass er je so schnell vom Fleck gekommen war: Der Thestral schoss �ber das Schloss hinweg und schlug dabei kaum mit den weiten Fl�geln; die abk�hlende Luft wehte Harry ins Gesicht; die Augen leicht zusammengekniffen wegen des brausenden Windes, wandte er sich um und sah seine f�nf Gef�hrten hinter ihm herfliegen, jeder von ihnen so dicht wie m�glich an den Hals seines Thestrals gebeugt, um sich vor dem Fahrtwind zu sch�tzen.</p><p>Sie flogen �ber das Gel�nde von Hogwarts, sie hatten Hogsmeade hinter sich gelassen. In der Tiefe konnte Harry Berge und Wasserl�ufe erkennen. Als das Tageslicht zu schwinden begann, sah Harry kleine Ansammlungen von Lichtern, w�hrend sie �ber weitere D�rfer flogen, dann eine gewundene Stra�e, auf der ein einzelnes Auto auf der Heimfahrt wie ein K�fer durch die H�gel kroch ...</p><p>�Wahnsinn!�, h�rte Harry Ron irgendwo hinter sich ganz schwach rufen, und er stellte sich vor, wie es sich anf�hlen musste, auf dieser H�he dahinzurasen, ohne zu sehen, was einen trug.</p><p>Die D�mmerung brach an: Der Himmel nahm ein helles abendliches Violett an, das mit winzigen silbernen Sternen gesprenkelt war, und bald gaben ihnen nur noch die Lichter von Muggelst�dten eine Ahnung davon, wie weit entfernt vom Boden sie waren und wie schnell sie reisten. Harrys Arme waren fest um den Hals seines Pferdes geschlungen, w�hrend er es in Gedanken anfeuerte, noch schneller zu fliegen. Wie viel Zeit war vergangen, seit er Sirius in der Mysteriumsabteilung hatte am Boden liegen sehen? Wie lange noch hatte Sirius die Kraft, Voldemort Widerstand zu leisten? Das Einzige, dessen sich Harry sicher f�hlte, war, dass sein Pate weder getan hatte, was Voldemort wollte, noch gestorben war. Er war fest davon �berzeugt, dass sonst - egal wie es ausgegangen war - Voldemorts Jubel oder Zorn durch seinen eigenen K�rper gestr�mt w�re und seine Narbe so heftig h�tte schmerzen lassen wie in der Nacht, als Mr. Weasley angegriffen worden war.</p><p>Sie flogen weiter durch die aufkommende Dunkelheit; Harrys Gesicht f�hlte sich starr und kalt an, seine Beine, fest an die Seiten des Thestrals gepresst, waren taub, doch er wagte es nicht, seine Sitzposition zu �ndern, aus Furcht abzurutschen ... das donnernde Brausen der Luft in seinen Ohren machte ihn taub und sein Mund war trocken und eisig vom kalten Nachtwind. Er hatte jedes Gef�hl daf�r verloren, wie weit sie schon gekommen waren; all sein Vertrauen galt dem Tierwesen unter ihm, das immer noch zielstrebig durch die Nacht jagte und kaum einmal mit den Fl�geln schlug, w�hrend es unerm�dlich dahineilte.</p><empty-line/><p>Wenn sie zu sp�t kamen ...</p><p><emphasis>Er ist noch am heben, er k�mpft immer noch, ich kann es f�hlen ... </emphasis></p><p>Wenn Voldemort zu dem Schluss kam, dass er Sirius nicht brechen konnte ...</p><p><emphasis>Ich w�sste es ... </emphasis></p><p>Harrys Magen zuckte; der Kopf des Thestrals war pl�tzlich zur Erde gerichtet und er rutschte ein paar Zentimeter nach vorne �ber seinen Hals. Endlich flogen sie Richtung Boden ... er meinte einen schrillen Schrei hinter sich zu h�ren und wandte wagemutig den Kopf, doch er konnte keine Spur eines fallenden K�rpers erkennen ... wahrscheinlich hatte die Richtungs�nderung den anderen einen Schreck eingejagt, genau wie ihm.</p><p>Und nun wurden rings um sie her hellorange Lichter gr��er und runder, sie konnten die D�cher von Geb�uden sehen, Streifen von Scheinwerfern wie leuchtende Insektenaugen, die blassgelben Rechtecke von Fenstern. Ganz pl�tzlich schienen sie auf das Pflaster zuzurasen; Harry klammerte sich mit letzter Kraft an den Thestral, gefasst auf einen j�hen Aufprall, doch das Pferd kam sanft wie ein Schatten auf dem dunklen Boden auf. Harry glitt vom R�cken seines Tieres und blickte sich in der Stra�e um. Der �berquellende M�llcontainer stand immer noch unweit der zertr�mmerten Telefonzelle, beide farblos im matten Orangelicht der Stra�enlaternen.</p><p>Ron landete ein kurzes St�ck entfernt und purzelte prompt von seinem Thestral auf den Gehweg.</p><p>�Nie wieder�, sagte er und rappelte sich hoch. Er machte Anstalten, sich von seinem Thestral zu entfernen, doch da er ihn nicht sehen konnte, prallte er gegen dessen Hinterhand und st�rzte fast noch einmal. �Nie, nie wieder ... das war das Schlimmste -�</p><p>Hermine und Ginny landeten rechts und links von ihm. Beide glitten ein wenig eleganter von ihren Reittieren als Ron, wirkten aber �hnlich erleichtert, wieder festen Boden unter den F��en zu haben. Neville sprang zitternd herunter, w�hrend Luna geschickt abstieg.</p><p>�Und wo gehen wir jetzt hin?�, fragte sie Harry mit h�flich interessierter Stimme, als sei dies alles ein ziemlich spannender Ausflug.</p><p>�Dort r�ber�, sagte er. Er gab seinem Thestral einen raschen, dankbaren Klaps, dann f�hrte er die anderen z�gig zu der demolierten Telefonzelle und �ffnete die T�r. �Nun <emphasis>macht </emphasis>schon!�, dr�ngte er, als sie z�gerten.</p><p>Ron und Ginny marschierten folgsam hinein. Hermine, Neville und Luna quetschten sich hinterher. Harry warf einen Blick zur�ck auf die Thestrale, die jetzt im M�llcontainer nach verfaulten Essensresten st�berten, dann zw�ngte er sich hinter Luna in die Zelle.</p><p>�Wer dem H�rer am n�chsten ist, w�hlt sechs, zwei, vier, vier, drei!�, sagte er.</p><p>Ron w�hlte, den Arm v�llig verrenkt, um an die Nummernscheibe zu kommen; sie surrte zur�ck und in der Zelle ert�nte die k�hle Frauenstimme.</p><p>�Willkommen im Zaubereiministerium. Bitte nennen Sie Ihren Namen und Ihr Anliegen.�</p><p>�Harry Potter, Ron Weasley, Hermine Granger�, sagte Harry sehr schnell.</p><p>�Ginny Weasley, Neville Longbottom, Luna Lovegood ... wir sind hier, um jemanden zu retten, es sei denn, Ihrem Ministerium gelingt das noch vor uns!�</p><p>�Vielen Dank�, sagte die k�hle Frauenstimme. �Besucher, bitte nehmen Sie die Plaketten und befestigen Sie sie vorne an Ihren Umh�ngen.� Ein halbes Dutzend Plaketten glitt aus dem Metallschacht, aus dem normalerweise die restlichen M�nzen fielen. Hermine sammelte sie auf und reichte sie �ber Ginnys Kopf stumm an Harry weiter. Er blickte auf die oberste: <emphasis>Harry Potter, Rettungsmission. </emphasis></p><p>�Besucher des Ministeriums, Sie werden aufgefordert, sich einer Durchsuchung zu unterziehen und Ihren Zauberstab zur Registrierung am Sicherheitsschalter vorzulegen, der sich am Ende des Atriums befindet.�</p><p>�Sch�n!�, sagte Harry laut, w�hrend seine Narbe erneut pochte. �K�nnen wir jetzt bitte <emphasis>reinkommen?�</emphasis></p><p>Der Boden der Telefonzelle bebte und der Gehweg stieg an den Glasscheiben vorbei nach oben. Die Futter suchenden Thestrale verschwanden; Dunkelheit brach �ber ihren K�pfen herein und mit einem dumpfen Knirschen sanken sie in die Tiefen des Zaubereiministeriums.</p><p>Ein Spalt weichen goldenen Lichts fiel auf ihre F��e, wurde breiter und stieg an ihren K�rpern hoch. Harry ging in die Knie und hielt seinen Zauberstab so bereit wie unter diesen beengten Verh�ltnissen m�glich, w�hrend er durch die Scheibe sp�hte, um zu sehen, ob im Atrium jemand auf sie wartete. Doch es schien vollkommen leer zu sein. Das Licht war ged�mpfter, als es bei Tag gewesen war; in den Kaminen in den W�nden brannten keine Feuer, doch als der Lift sanft zum Stehen kam, sah er, dass goldene Symbole sich auch weiterhin schlangenartig an der dunklen blauen Decke wanden.</p><p>�Das Zaubereiministerium w�nscht Ihnen einen angenehmen Abend�, verk�ndete die Frauenstimme.</p><p>Die T�r der Telefonzelle schlug auf; Harry purzelte heraus, gefolgt von Neville und Luna. Das einzige Ger�usch im Atrium war das stetige Pl�tschern des Wassers vom goldenen Brunnen her, wo die Strahlen aus den Zauberst�ben der Hexe und des Zauberers, der Pfeilspitze des Zentauren, der Spitze des Koboldhutes und aus den Ohren des Hauselfen sich ununterbrochen in das Wasserbecken ergossen.</p><p>�Kommt mit�, sagte Harry leise, und die sechs, Harry voran, spurteten durch die Halle, an dem Brunnen vorbei und auf das Pult zu, wo der Wachtzauberer gesessen hatte, der Harrys Zauberstab begutachtet hatte, und das jetzt verlassen war.</p><p>Harry war �berzeugt, dass jemand vom Sicherheitspersonal h�tte hier sein m�ssen, gewiss war es ein unheilvolles Zeichen, dass der Platz nicht besetzt war, und seine dunklen Vorahnungen verst�rkten sich, als sie durch die goldenen Portale zu den Aufz�gen gingen. Er dr�ckte den n�chsten �Abw�rts�-Knopf und fast im selben Moment tauchte klappernd ein Fahrstuhl auf. Seine goldenen Gitter glitten mit einem lauten, widerhallenden Scheppern beiseite und sie st�rmten hinein. Harry dr�ckte auf den Knopf mit der Ziffer Neun; das Gitter schloss sich mit einem Knall und der Fahrstuhl sank rasselnd und klappernd in die Tiefe.</p><p>Harry war an dem Tag, als er mit Mr. Weasley hergekommen war, gar nicht aufgefallen, wie viel L�rm die Fahrst�hle machten; er war sicher, das Get�se w�rde s�mtliche Sicherheitsbeamten im Geb�ude aufschrecken, aber als der Fahrstuhl stoppte, sagte die k�hle Frauenstimme �Mysteriumsabteilung�, und das Gitter glitt auf. Sie traten hinaus in den Korridor, wo sich nichts bewegte, nur die n�chsten Fackeln loderten im Luftstrom des Fahrstuhls auf.</p><p>Harry wandte sich der schlichten schwarzen T�r zu. Nachdem er so viele Monate lang davon getr�umt hatte, war er nun endlich hier.</p><p>�Gehen wir�, fl�sterte er und f�hrte sie den Korridor entlang, Luna gleich hinter sich, die sich mit leicht ge�ffnetem Mund umsah.</p><p>�Okay, h�rt zu�, sagte Harry und blieb knappe zwei Meter vor der T�r wieder stehen. �Vielleicht ... vielleicht sollten ein paar von uns hier bleiben als - als Wachtposten, und -�</p><p>�Und wie sollen wir euch wissen lassen, dass etwas passiert?�, fragte Ginny mit hochgezogenen Augenbrauen. �Ihr k�nntet ja meilenweit entfernt sein.�</p><p>�Wir gehen mit dir, Harry�, sagte Neville.</p><p>�Lasst uns weitergehen�, sagte Ron entschieden.</p><p>Harry wollte immer noch nicht alle mitnehmen, doch es schien, als h�tte er keine Wahl. Er wandte das Gesicht zur T�r und ging weiter ... genau wie in seinem Traum schwang sie auf und er schritt den anderen voran �ber die Schwelle.</p><p>Sie standen in einem gro�en, runden Raum. Alles hier drin war schwarz, auch der Boden und die Decke; v�llig identische, klinkenlose schwarze T�ren ohne Aufschrift waren rundum in die schwarze Mauer eingelassen, dazwischen Leuchter, deren Kerzen blau flammten; ihr k�hles, schimmerndes Licht spiegelte sich in dem gl�nzenden Marmorboden und erweckte den Eindruck, als w�re dunkles Wasser zu ihren F��en.</p><p>�Macht mal jemand die T�r zu�, murmelte Harry.</p><p>Er bereute diese Anweisung, kaum hatte Neville sie befolgt. Ohne den langen Lichtstreif aus dem fackelbeleuchteten Korridor hinter ihnen wurde es im Raum so dunkel, dass sie einen Moment lang nur die B�ndel flackernder blauer Flammen an den W�nden und ihre geisterhaften Spiegelungen auf dem Fu�boden sehen konnten.</p><p>In seinem Traum war Harry immer zielstrebig durch diesen Raum zur T�r genau gegen�ber dem Eingang gelaufen und dann weitergegangen. Aber hier gab es etwa ein Dutzend T�ren. Gerade als er die T�ren ihm gegen�ber musterte und zu entscheiden versuchte, welche die richtige war, ert�nte ein lautes, polterndes Ger�usch und die Flammen begannen sich zur Seite zu bewegen. Die runde Wand rotierte.</p><p>Hermine packte Harry am Arm, als h�tte sie Angst, dass sich auch der Boden bewegen w�rde, aber das geschah nicht.</p><p>W�hrend die Wand schnell rotierte, verschwammen die blauen Flammen um sie her f�r kurze Zeit und erschienen nun wie Neonstreifen; dann h�rte das Poltern so schnell auf, wie es angefangen hatte, und alles stand wieder still.</p><p>In Harrys Augen hatten sich blaue Linien eingebrannt; mehr konnte er nicht sehen.</p><p>�Was sollte das denn?�, fl�sterte Ron angstvoll.</p><p>�Ich glaub, das war, damit wir nicht mehr wissen, durch welche T�r wir reingekommen sind�, erkl�rte Ginny mit ged�mpfter Stimme.</p><p>Harry wusste sofort, dass sie Recht hatte: Die Ausgangst�r zu erkennen war genauso schwer, wie eine Ameise auf dem pechschwarzen Boden zu sehen; <emphasis>und</emphasis> die T�r, durch die sie weitermussten, konnte irgendeine der Dutzend T�ren sein.</p><p>�Wie kommen wir hier wieder raus?�, fragte Neville voller Unbehagen.</p><p>�Nun, das spielt jetzt keine Rolle�, sagte Harry nachdr�cklich. Er blinzelte, um die blauen Linien loszuwerden, und umklammerte seinen Zauberstab noch fester. �Wir m�ssen hier nicht raus, bevor wir Sirius gefunden haben -�</p><p>�Ruf jetzt blo� nicht nach ihm!�, sagte Hermine eindringlich, aber Harry hatte ihren Rat nie weniger gebraucht; sein Instinkt sagte ihm, dass sie so leise wie m�glich sein mussten.</p><p>�Wo gehen wir jetzt hin, Harry?�, fragte Ron.</p><p>�Keine -�, setzte Harry an. Er schluckte. �In den Tr�umen bin ich durch die T�r am Ende des Korridors, der von den Fahrst�hlen wegf�hrt, in einen dunklen Raum gegangen - das ist dieser hier - und dann durch eine weitere T�r in einen Raum, der irgendwie ... glitzert. Wir sollten ein paar T�ren ausprobieren�, sagte er hastig. �Ich wei�, wo's langgeht, wenn ich es sehe. Kommt mit.�</p><p>Er schritt, dicht gefolgt von den anderen, direkt auf die T�r zu, die ihm jetzt gegen�ber war, legte die linke Hand auf ihre k�hle, schimmernde Oberfl�che, hob den Zauberstab, um sofort zuschlagen zu k�nnen, wenn die T�r sich �ffnete, und dr�ckte gegen sie.</p><p>Sie schwang m�helos auf.</p><p>Nach der Dunkelheit des ersten Raums vermittelten die Lampen, die hier an goldenen Ketten tief von der Decke hingen, den Eindruck, dass dieser lange, rechteckige Raum viel heller war, aber es gab keine glitzernden, schimmernden Lichter, wie sie Harry in seinen Tr�umen gesehen hatte. Der Raum war leer mit Ausnahme einiger Schreibtische und eines riesigen Glasbeckens mit sattgr�ner Fl�ssigkeit, das in der Mitte stand, gro� genug, dass sie alle darin h�tten schwimmen k�nnen. Einige perlwei�e Gegenst�nde trieben tr�ge in ihm herum.</p><p>�Was sind das f�r Dinger?�, fl�sterte Ron.</p><p>�Keine Ahnung�, sagte Harry.</p><p>�Sind das Fische?�, hauchte Ginny.</p><p>�Aquaviriusmaden!�, sagte Luna aufgeregt. �Dad meinte, das Ministerium w�rde sie z�chten -�</p><p>�Nein�, sagte Hermine. Ihre Stimme klang merkw�rdig. Sie trat vor, um durch die Seitenwand des Beckens zu sehen. �Das sind Gehirne.�</p><p><emphasis>�Gehirne?�</emphasis></p><p>�Ja ... ich frag mich, was sie mit denen anstellen.�</p><p>Harry trat zu ihr an das Becken. Tats�chlich, jetzt, da er sie aus der N�he sah, waren sie nicht zu verkennen. Schaurig schimmernd, ein bisschen wie schleimige Blumenkohlk�pfe, tauchten sie schwerelos aus den Tiefen der gr�nen Fl�ssigkeit auf und verschwanden wieder.</p><p>�Lasst uns von hier abhauen�, sagte Harry. �Hier sind wir falsch, wir m�ssen es mit einer anderen T�r versuchen.�</p><p>�Hier gibt es auch T�ren�, sagte Ron und deutete ringsum zu den W�nden.</p><empty-line/><p>Harry wurde das Herz schwer; wie gro� war diese Abteilung nur?</p><p>�In meinem Traum bin ich durch diesen dunklen Raum in den zweiten gegangen�, sagte er. �Ich glaube, wir sollten zur�ck und es von dort aus versuchen.�</p><p>Also hasteten sie in den dunklen, kreisrunden Raum zur�ck. Statt der blauen Kerzenflammen schwammen nun die geisterhaften Schemen der Gehirne vor Harrys Augen.</p><p>�Warte!�, sagte Hermine scharf, als Luna gerade die T�r des Gehirnraums hinter ihnen schlie�en wollte. <emphasis>�Flagrate!�</emphasis></p><p>Sie machte mit ihrem Zauberstab ein Zeichen mitten in die Luft und ein flammendes �X� erschien auf der T�r. Kaum hatte sie sich hinter ihnen geschlossen, als ein lautes Rumpeln anhob, und erneut begann sich die Wand sehr schnell zu drehen, aber jetzt war ein gro�er rotgoldener Streif unter die schwach leuchtenden blauen gemischt, und als alles wieder stillstand, brannte das Feuerkreuz immer noch und zeigte ihnen, welche T�r sie schon ge�ffnet hatten.</p><p>�Gut mitgedacht�, sagte Harry. �Okay, versuchen wir die hier -�</p><p>Wiederum schritt er mit erhobenem Zauberstab, dicht gefolgt von den anderen, direkt auf die T�r vor ihm zu und stie� sie auf.</p><p>Dieser Raum war gr��er als der letzte, schwach beleuchtet und rechteckig. Zur Mitte hin fiel sein Boden ab und bildete eine gro�e, etwa sechs Meter tiefe steinerne Senke. Sie standen auf der obersten Reihe von etwas wie Steinb�nken, die sich um den ganzen Raum zogen und in hohen Stufen nach unten f�hrten wie in einem Amphitheater oder in dem Gerichtsraum, in dem der Zaubergamot die Verhandlung gegen Harry gef�hrt hatte. Statt eines Kettenstuhls erhob sich inmitten der Senke jedoch ein steinernes Podium, �ber das sich ein Steinbogen spannte, so uralt, rissig und br�cklig, dass Harry sich wunderte, dass er �berhaupt noch stand. An keiner Stelle von einer Mauer gest�tzt, war der Bogen mit einem zerschlissenen schwarzen Vorhang oder Schleier beh�ngt, der trotz der v�lligen Ruhe der kalten Luft ringsum ganz leicht flatterte, als ob er gerade ber�hrt worden w�re.</p><p>�Wer da?�, fragte Harry und sprang auf die n�chste Bank hinunter. Niemand antwortete, aber der Schleier flatterte und schwang weiter hin und her.</p><p>�Vorsicht!�, fl�sterte Hermine.</p><p>Harry kletterte eine um die andere Bankreihe hinab, bis er den Steinboden der Senke erreicht hatte. Mit laut widerhallenden Schritten ging er langsam auf das Podium zu. Der Spitzbogen wirkte von da, wo er nun stand, viel h�her als von oben aus gesehen. Immer noch schwang der Schleier sanft hin und her, als ob gerade jemand hindurchgegangen w�re.</p><p>�Sirius?� Harry sprach erneut, aber nun, da er n�her herangetreten war, mit leiserer Stimme.</p><p>Er hatte das ganz seltsame Gef�hl, dass direkt hinter dem Schleier auf der anderen Seite des Bogens jemand stand. Den Zauberstab fest gepackt, schob er sich vorsichtig um das Podium herum, doch da war niemand; einzig und allein die andere Seite des zerschlissenen schwarzen Schleiers war zu sehen.</p><p>�Lass uns gehen�, rief Hermine von halber H�he der steinernen Stufen. �Hier sind wir falsch, Harry, komm, gehen wir.�</p><p>Sie klang ver�ngstigt, viel ver�ngstigter als in dem Raum mit den schwimmenden Gehirnen, doch f�r Harry hatte der Bogen, so alt er auch war, etwas Sch�nes an sich. Der sanft wogende Schleier faszinierte ihn; er sp�rte den starken Drang, auf das Podium zu steigen und hindurchzuschreiten.</p><p>�Harry, gehen wir, okay?�, sagte Hermine nachdr�cklicher.</p><p>�Okay�, erwiderte er, r�hrte sich aber nicht. Gerade hatte er etwas geh�rt. Von der anderen Seite des Schleiers her kam ein schwaches Fl�stern und Murmeln.</p><p>�Was sagt ihr da?�, rief er sehr laut, so dass seine Worte rundum zwischen den Steinb�nken widerhallten.</p><p>�Niemand redet hier, Harry!�, sagte Hermine und kam nun auf ihn zu.</p><p>�Dahinter fl�stert jemand�, sagte er, zog sich so weit zur�ck, dass sie ihn nicht erreichen konnte, und starrte weiter finster auf den Schleier. �Bist du das, Ron?�</p><p>�Ich bin hier, Mann�, sagte Ron und kam um den Bogen herum.</p><p>�Kann es sonst keiner h�ren?�, fragte Harry, denn das Fl�stern und Murmeln wurde lauter; er stellte fest, dass sein Fu� auf dem Podium stand, ohne dass er ihn eigentlich dort hatte hinsetzen wollen.</p><p>�Ich kann sie auch h�ren�, hauchte Luna. Sie kam um den Bogen zu ihnen und starrte auf den sachte flatternden Vorhang. <emphasis>�Dadrin </emphasis>sind Leute!�</p><p>�Was meinst du mit <emphasis>�dadrin�?�, </emphasis>wollte Hermine wissen, sprang von der untersten Stufe und klang nun viel zorniger, als es die Lage gerechtfertigt h�tte.</p><p>�Es gibt kein <emphasis>dadrin, </emphasis>das ist nur ein Bogen, da ist kein Platz f�r irgendjemanden.</p><p>Harry, h�r jetzt auf, komm weg von hier -�</p><p>Sie packte seinen Arm und zog, doch er wehrte sich.</p><p>�Harry, wir sind doch eigentlic h wegen Sirius hier!�, sagte sie mit hoher, angespannter Stimme.</p><empty-line/><p>�Sirius�, wiederholte Harry und starrte immer noch wie hypnotisiert auf den unabl�ssig wehenden Schleier. �Ja ...�</p><p>Endlich glitt in seinem Gehirn etwas wieder an seinen Platz zur�ck; <emphasis>Sirius,</emphasis> gefangen, gefesselt und gefoltert, und er starrte diesen Bogen an ...</p><p>Er trat ein paar Schritte von dem Podium zur�ck und riss die Augen von dem Schleier los.</p><p>�Gehen wir�, sagte er.</p><p>�Das hab ich schon die ganze Zeit - also, kommt jetzt endlich!�, sagte Hermine und sie ging vor den anderen um das Podium herum. Auf der hinteren Seite standen Ginny und Neville und starrten ebenfalls wie in Trance auf den Schleier. Ohne ein Wort nahm Hermine Ginnys Arm, Ron packte den von Neville, dann f�hrten sie die beiden entschlossenen Schrittes zur untersten Steinbank und stiegen mit ihnen nach oben zur�ck zur T�r.</p><p>�Was, glaubst du, war das f�r ein Bogen?�, fragte Harry Hermine, als sie wieder in den dunklen runden Raum kamen.</p><p>�Ich wei� nicht, aber was es auch war, es war auf jeden Fall gef�hrlich�, sagte sie entschieden und brannte erneut ein Flammenkreuz auf die T�r.</p><p>Abermals drehte sich die Wand und kam wieder zur Ruhe. Harry n�herte sich aufs Geratewohl einer anderen T�r und dr�ckte gegen sie. Sie r�hrte sich nicht.</p><p>�Was ist los?�, sagte Hermine.</p><p>�Sie ist... verschlossen ...�, erwiderte Harry und warf sich mit seinem ganzen Gewicht gegen die T�r, doch sie gab nicht nach.</p><p>�Dann ist es bestimmt die richtige�, sagte Ron aufgeregt und half Harry bei dem Versuch, die T�r gewaltsam zu �ffnen. �Das muss sie sein!�</p><p>�Geht aus dem Weg!�, sagte Hermine scharf. Sie richtete ihren Zauberstab auf die Stelle, wo bei einer gew�hnlichen T�r das Schloss gewesen w�re, und sagte:</p><p><emphasis>�Alohotnora!�</emphasis></p><p>Nichts passierte.</p><p>�Sirius' Messer!�, sagte Harry. Er zog es aus seinem Umhang und steckte es in den Schlitz zwischen T�r und Wand. Die anderen sahen allesamt gespannt zu, wie er es von oben nach unten f�hrte, es herauszog und sich dann erneut mit der Schulter gegen die T�r warf. Sie blieb so fest verschlossen wie zuvor. Mehr noch, als Harry sein Messer ansah, merkte er, dass die Klinge geschmolzen war.</p><p>�Gut, den Raum lassen wir aus�, sagte Hermine entschieden.</p><p>�Aber was, wenn er es ist?�, sagte Ron und starrte halb besorgt, halb verlangend auf die T�r.</p><p>�Das kann nicht sein. Harry konnte in seinem Traum durch alle T�ren gehen�, sagte Hermine und markierte die T�r mit einem weiteren Flammenkreuz, w�hrend Harry den jetzt nutzlosen Griff von Sirius' Messer wieder in seine Tasche steckte.</p><p>�Wisst ihr, was dadrin sein k�nnte?�, sagte Luna eifrig, als die Wand sich von neuem zu drehen begann.</p><p>�Bestimmt was Schlibbriges�, sagte Hermine halblaut und Neville lachte kurz und nerv�s auf.</p><p>Die Wand kam wieder zum Stehen und mit wachsender Verzweiflung stie� Harry die n�chste T�r auf.</p><p><emphasis>�Das ist es!�</emphasis></p><p>Er erkannte es sofort an dem sch�nen, tanzenden, diamantfunkelnden Licht.</p><p>Als Harrys Augen sich an das helle Leuchten gew�hnt hatten, sah er �berall im Raum Uhren schimmern, gro�e und kleine, Standuhren und Reisewecker, die in den L�cken zwischen den B�cherschr�nken hingen oder auf Schreibtischen standen, die sich durch den ganzen Raum zogen, so dass ein gesch�ftiges, unabl�ssiges Ticken ihn erf�llte wie Tausende winzige Marschtritte. Die Quelle des tanzenden, diamanthellen Lichts war eine riesige Kristallglasglocke, die am anderen Ende des Raumes stand.</p><p>�Hier lang!�</p><p>Harrys Herz schlug hektisch, jetzt, da er wusste, dass sie auf der richtigen Spur waren. Er f�hrte sie durch den engen Gang zwischen den Schreibtischreihen und ging, wie er es in seinem Traum getan hatte, auf die Lichtquelle zu, die Kristallglasglocke, die genauso gro� war wie er und auf einem Schreibtisch stand und in der offenbar ein wirbelnder, glitzernder Wind wogte.</p><p>�Oh, <emphasis>seht mal!�, </emphasis>sagte Ginny, als sie n�her kamen, und deutete genau in die Mitte des Kristallgef��es.</p><p>In der funkelnden Str�mung im Innern trieb ein kleines, juwelenhelles Ei. Es stieg in dem Gef�� empor, zerbrach, und ein Kolibri kam hervor, der bis zur Spitze der Glocke gehoben wurde, doch als er in den Luftzug geriet, wurden seine Federn zerzaust und feucht, und ehe er wieder zum Boden der Glasglocke getragen worden war, war er erneut von seinem Ei umschlossen.</p><p>�Weitergehen!�, sagte Harry scharf, weil Ginny allem Anschein nach stehen bleiben und zusehen wollte, wie das Ei sich erneut in einen Vogel verwandelte.</p><p>�Du hast bei diesem alten Bogen lang genug getr�delt!�, sagte sie m�rrisch, folgte ihm aber an der Glasglocke vorbei zu der einzigen T�r dahinter.</p><empty-line/><p>�Das ist es�, sagte Harry erneut, und sein Herz schlug nun so heftig und schnell, dass er meinte, es m�sste ihn am Reden hindern, �dahinter ist es -�</p><p>Er warf einen Blick zur�ck und sah sie alle an; sie hatten ihre Zauberst�be gez�ckt und wirkten pl�tzlich ernst und angespannt. Er schaute wieder zu der T�r und dr�ckte dagegen. Sie schwang auf.</p><p>Sie waren angekommen, sie hatten den Raum gefunden: hoch wie eine Kirche und lediglich mit emporragenden Regalen gef�llt, die voller kleiner, staubiger Glaskugeln waren. Sie schimmerten dumpf im Licht der Kerzen, die in ihren Haltern an den Regalen befestigt waren. Wie in dem runden Raum hinter ihnen brannten ihre Flammen blau. In dem Raum war es sehr kalt.</p><p>Harry ging vorsichtig weiter und sp�hte in einen der schattigen G�nge zwischen zwei Regalreihen. Er konnte weder etwas h�ren noch das kleinste Zeichen einer Bewegung ausmachen.</p><p>�Du hast gesagt, es war Reihe siebenundneunzig�, fl�sterte Hermine.</p><p>�Ja�, sagte Harry atemlos und blickte die n�chste Regalreihe hinab. Unter den blau gl�henden Kerzen auf dem Halter, der aus dem Regal ragte, schimmerte die silberne Ziffer Dreiundf�nfzig.</p><p>�Wir m�ssen nach rechts weiter, glaub ich�, fl�sterte Hermine und schielte zur n�chsten Reihe. �Ja ... das ist vierundf�nfzig ...�</p><p>�Haltet eure Zauberst�be bereit�, sagte Harry leise.</p><p>Sie schlichen weiter und schauten sich immer wieder um, w�hrend sie an den langen Regalgassen vorbeigingen, deren andere Enden in fast v�lliger Dunkelheit lagen. Kleine, vergilbte Schilder waren unter jeder Glaskugel an den Regalborden befestigt. Von manchen der Kugeln ging ein unheimliches, fl�ssiges Glimmen aus, andere waren innen tr�b und dunkel wie durchgebrannte Gl�hbirnen.</p><p>Sie kamen an Reihe vierundachtzig vorbei ... f�nfundachtzig ... Harry lauschte angestrengt nach dem kleinsten Ger�usch einer Bewegung, aber Sirius war inzwischen wom�glich geknebelt oder gar bewusstlos ... <emphasis>oder, </emphasis>sagte eine ungebetene Stimme in seinem Kopf, <emphasis>er k�nnte schon tot sein ... </emphasis></p><p>Das h�tte ich gesp�rt, sagte er sich, und sein Herz h�mmerte nun gegen seinen Adamsapfel. Ich w�rde es wissen ...</p><p>�Siebenundneunzig!�, wisperte Hermine.</p><p>Sie standen dicht zusammengedr�ngt am Ende der Reihe und sp�hten in den Gang daneben. Niemand war da.</p><p>�Er ist ganz am Ende�, sagte Harry, dessen Mund ein wenig trocken geworden war. �Man kann ihn von hier aus nicht richtig sehen.�</p><empty-line/><p>Und er f�hrte sie zwischen den hoch aufragenden Regalreihen mit Glaskugeln hindurch, von denen manche sanft aufgl�hten, als sie vorbeigingen ...</p><p>�Er ist hier in der N�he�, fl�sterte Harry, �berzeugt, dass mit jedem Schritt die �bel zugerichtete Gestalt Sirius' am dunklen Boden vor ihnen auftauchen konnte.</p><p>�Irgendwo hier ... ganz nah ...�</p><p>�Harry?�, sagte Hermine behutsam, doch er wollte nicht antworten. Sein Mund war sehr trocken.</p><p>�Irgendwo gleich ... hier ...�, sagte er.</p><p>Sie hatten das Ende der Reihe erreicht und traten wieder in tr�bes Kerzenlicht.</p><p>Es war niemand da. Um sie herum war nur hallende, staubige Stille.</p><p>�Er k�nnte ...�, fl�sterte Harry heiser und sp�hte in den n�chsten Gang. �Oder vielleicht...� Er lief hastig zum �bern�chsten Gang und sah hinein.</p><p>�Harry?�, sagte Hermine erneut.</p><p>�Was?�, knurrte er.</p><p>�Ich ... ich glaub nicht, dass Sirius hier ist.�</p><p>Niemand sprach. Harry wollte keinen von ihnen ansehen. Ihm war schlecht. Er begriff nicht, warum Sirius nicht hier war. Er musste hier sein. Dies war der Ort, wo er, Harry, ihn gesehen hatte ...</p><p>Er rannte den Gang am Kopfende der Reihen entlang und starrte �berall hinein. Eine leere Reihe nach der anderen flackerte vorbei. Er rannte zur�ck in die andere Richtung, vorbei an seinen Gef�hrten, die ihn anstarrten. Nirgends war ein Zeichen von Sirius zu sehen oder auch nur die kleinste Spur eines Kampfes.</p><p>�Harry?�, rief Ron.</p><p>�Was?�</p><p>Er wollte nicht h�ren, was Ron zu sagen hatte, wollte nicht h�ren, wie ihm Ron erkl�rte, dass er dumm gewesen sei, oder vorschlug, dass sie nach Hogwarts zur�ckkehren sollten, doch die Hitze stieg ihm ins Gesicht und ihm war, als w�rde er sich liebend gern eine ganze Weile hier in der Dunkelheit herumdr�cken, ehe er sich der Helle des Atriums oben aussetzte und die anklagenden Blicke der anderen ertrug ...</p><p>�Hast du das gesehen?�, fragte Ron.</p><p>�Was?�, sagte Harry, doch diesmal voller Eifer - es musste ein Zeichen sein, dass Sirius hier gewesen war, ein Indiz. Er ging mit raschen Schritten dorthin zur�ck, wo sie alle standen, ein St�ck in Reihe siebenundneunzig hinein. Aber da war nichts, nur Ron, der eine der staubigen Glaskugeln auf dem Regal anstarrte.</p><empty-line/><p>�Was?�, wiederholte Harry verdrossen.</p><p>�Da - da steht dein Name drauf�, sagte Ron.</p><p>Harry trat ein wenig n�her. Ron deutete auf eine der kleinen Glaskugeln, in der ein tr�bes Licht gl�hte, obwohl sie sehr staubig aussah und offenbar seit Jahren nicht angefasst worden war.</p><p>�Mein Name?�, sagte Harry verdutzt.</p><p>Er trat vor. Da er kleiner war als Ron, musste er den Hals recken, um das vergilbte Schild zu lesen, das am Regalbord direkt unter dem staubigen Glas befestigt war. In spinnenartiger Handschrift war ein rund sechzehn Jahre zur�ckliegendes Datum darauf geschrieben und darunter stand: <emphasis>S.P.T. an A.P.W.B.D. </emphasis></p><p><emphasis>Dunkler Lord </emphasis></p><p><emphasis>und (?) Harry Potter </emphasis></p><empty-line/><p>Harry starrte darauf.</p><p>�Was ist das?�, fragte Ron und klang zerm�rbt. �Was macht dein Name hier drauf?�</p><p>Er sp�hte auf die anderen Schilder entlang der Regalflucht.</p><p>�Mein Name ist hier nicht�, sagte er perplex. �Keiner von uns anderen ist hier.�</p><p>�Harry, ich glaub nicht, dass du das anfassen solltest�, sagte Hermine scharf, als er die Hand ausstreckte.</p><p>�Warum nicht?�, erwiderte er. �Das hat was mit mir zu tun, oder?�</p><p>�Nicht, Harry�, sagte Neville pl�tzlich. Harry sah ihn an.</p><p>Nevilles rundes Gesicht gl�nzte leicht vor Schwei�. Er machte den Eindruck, als k�nnte er nicht viel mehr Spannung ertragen.</p><p>�Da steht mein Name drauf�, sagte Harry.</p><p>Und mit einem Anflug von Verwegenheit schloss er die Finger um die staubige Kugel. Er hatte erwartet, dass sie sich kalt anf�hlte, doch das tat sie nicht. Im Gegenteil, sie f�hlte sich an, als h�tte sie stundenlang in der Sonne gelegen, als w�rde der Lichtschimmer im Innern sie w�rmen. In der Erwartung, ja in der Hoffnung, dass etwas Dramatisches geschehen w�rde, etwas Aufregendes, das ihre lange und gef�hrliche Reise am Ende doch noch lohnend machen w�rde, hob Harry die Glaskugel von ihrem Bord herunter und starrte sie an.</p><p>Doch nichts passierte. Die anderen traten n�her an Harry heran und besahen sich die Kugel, w�hrend er den Staub von ihr abrieb.</p><p>Und dann, direkt hinter ihnen, sprach eine gedehnte Stimme.</p><p>�Sehr gut, Potter. Jetzt dreh dich um, h�bsch langsam, und gib sie mir.�</p></section><section><title><p>Jenseits des Schleiers</p></title><p>Aus dem Nichts um sie her tauchten schwarze Schemen auf und versperrten ihnen den Weg nach links und rechts; Augen glitzerten durch Kapuzenschlitze, ein Dutzend erleuchteter Zauberstabspitzen zielte direkt auf ihre Herzen. Ginny keuchte entsetzt auf.</p><p>�Gib sie mir, Potter�, wiederholte die gedehnte Stimme von Lucius Malfoy und er streckte seine offene Hand aus.</p><p>Harrys Innerstes verkrampfte sich und ihm wurde schlecht. Sie sa�en in der Falle und waren eins zu zwei in der Unterzahl.</p><p>�Gib sie mir�, sagte Malfoy abermals.</p><p>�Wo ist Sirius?�, fragte Harry.</p><p>Einige Todesser lachten; eine raue weibliche Stimme aus der Mitte der Schattengestalten zu Harrys Linken sagte triumphierend: �Der Dunkle Lord wei� es immer!�</p><p>�Immer�, wiederholte Malfoy leise. �Jetzt gib mir die Prophezeiung, Potter.�</p><p>�Ich will wissen, wo Sirius ist!�</p><p><emphasis>�Ich will wissen, wo Sirius ist!�, </emphasis>�ffte ihn die Frau zu seiner Linken nach. Sie und die anderen Todesser waren so dicht heranger�ckt, dass sie nur noch wenige Schritte von Harry und den anderen entfernt waren und ihn mit dem Licht ihrer Zauberst�be blendeten.</p><p>�Ihr habt ihn�, sagte Harry und ignorierte die Panik, die in seiner Brust aufstieg, das Grauen, gegen das er k�mpfte, seit sie die siebenundneunzigste Reihe betreten hatten. �Er ist hier. Ich wei� es.�</p><p><emphasis>�Das deine Beeby ist vor Angst auftewacht und hat tetlaubt, was es tetr�umt hat, ist waahr�, </emphasis>sagte die Frau mit einer schrecklichen, nachgeahmten Babystimme. Harry sp�rte, dass Ron neben ihm sich bewegte.</p><p>�Mach nichts�, murmelte Harry. �Noch nicht -�</p><p>Von der Frau, die ihn nachge�fft hatte, kam ein heiseres, schreiendes Lachen.</p><p>�H�rt ihr ihn? <emphasis>H�rt ihr ihn? </emphasis>Gibt den anderen Kindern Anweisungen, als ob er vorh�tte, gegen uns zu k�mpfen!�</p><p>�Oh, du kennst Potter nicht, wie ich ihn kenne, Bellatrix�, sagte Malfoy leise.</p><p>�Er hat eine gro�e Schw�che f�r Heldentum; der Dunkle Lord wei� sehr wohl darum. <emphasis>Jetzt gib mir die Prophezeiung, Potter.�</emphasis></p><empty-line/><p>�Ich wei�, dass Sirius hier ist�, sagte Harry, obwohl die Panik ihm die Brust zuschn�rte und er das Gef�hl hatte, nicht richtig atmen zu k�nnen. �Ich wei�, dass ihr ihn habt!�</p><p>Noch mehr Todesser lachten, am lautesten jedoch die Frau.</p><p>�Es ist an der Zeit, dass du den Unterschied zwischen Leben und Traum begreifst, Potter�, sagte Malfoy. �Jetzt gib mir die Prophezeiung oder wir benutzen unsere Zauberst�be.�</p><p>�Dann nur zu�, sagte Harry und hob seinen Zauberstab auf Brusth�he.</p><p>Zugleich hoben sich zu seinen Seiten die f�nf Zauberst�be von Ron, Hermine, Neville, Ginny und Luna. Der Knoten in Harrys Magen zog sich fester zusammen. Wenn Sirius nicht hier war, hatte er seine Freunde f�r nichts und wieder nichts in den Tod gef�hrt ...</p><p>Aber die Todesser griffen nicht an.</p><p>�H�ndige mir die Prophezeiung aus, dann muss keinem etwas geschehen�, sagte Malfoy k�hl.</p><p>Nun war es an Harry, zu lachen.</p><p>�Jaah, genau!�, sagte er. �Ich gebe Ihnen diese - Prophezeiung, wie Sie es nennen? Und Sie werden uns einfach nach Hause abhauen lassen, ja?�</p><p>Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, da kreischte die Todesserin: <emphasis>�Accio Proph-�</emphasis></p><p>Harry war auf sie vorbereitet: Er rief <emphasis>�Protego!�, </emphasis>bevor sie den Zauberspruch beendet hatte, und obwohl ihm die Glaskugel bis zu den Fingerspitzen rutschte, konnte er sie noch festhalten.</p><p>�Oh, er kennt das Spiel, das klitzekleine Baby Potter�, sagte sie und ihre wahnsinnigen Augen starrten durch die Kapuzenschlitze. �Nun gut, also dann -�</p><p>�NEIN, HAB ICH DIR GESAGT!�, br�llte Lucius Malfoy die Frau an.</p><p>�Wenn du sie zerschl�gst -!�</p><p>Harry raste der Kopf. Die Todesser wollten diese staubige Glasgespinstkugel.</p><p>Er hatte kein Interesse an ihr. Er wollte nichts weiter, als sie alle lebendig hier rausbringen, daf�r sorgen, dass keiner seiner Freunde einen schrecklichen Preis f�r seine Dummheit bezahlte ...</p><p>Die Frau trat vor, weg von ihren Gef�hrten, und zog ihre Kapuze herunter.</p><p>Askaban hatte das Gesicht von Bellatrix Lestrange ausgemergelt, es war hager und sch�delartig geworden, doch ein fiebriges, fanatisches Gl�hen erweckte es zum Leben.</p><empty-line/><p>�Du musst noch ein wenig �berzeugt werden?�, sagte sie und ihre Brust wogte rasch. �Sehr sch�n - nehmt die Kleinste�, befahl sie den Todessern neben sich.</p><p>�Lasst ihn zusehen, wie wir das kleine M�dchen foltern. Ich werde es tun.�</p><p>Harry sp�rte, wie die anderen sich dicht um Ginny scharten. Er machte einen Schritt zur Seite, damit er direkt vor ihr stand, und hielt sich die Prophezeiung hoch an die Brust.</p><p>�Sie werden das hier zerschlagen m�ssen, wenn Sie auch nur einen von uns angreifen wollen�, erkl�rte er Bellatrix. �Ich glaube nicht, dass Ihr Boss sich besonders freuen wird, wenn Sie ohne es zur�ckkommen, stimmt's?�</p><p>Sie r�hrte sich nicht; sie starrte ihn nur an, w�hrend ihre Zungenspitze ihre d�nnen Lippen befeuchtete.</p><p>�Nun�, sagte Harry, �um was f�r eine Prophezeiung geht es hier �berhaupt?�</p><p>Er wusste nichts anderes zu tun, als weiter zu reden. Nevilles Arm war gegen seinen gepresst, und er konnte f�hlen, wie er zitterte; er sp�rte auch den raschen Atem eines der anderen in seinem Nacken. Er hoffte, dass sie alle scharf �ber M�glichkeiten nachdachten, hier rauszukommen, denn sein eigener Kopf war leer.</p><p>�Was f�r eine Prophezeiung?�, wiederholte Bellatrix und das Grinsen auf ihrem Gesicht verblasste. �Du machst Spa�, Harry Potter.�</p><p>�Von wegen, kein Spa߫, sagte Harry, und seine Augen huschten von Todesser zu Todesser, auf der Suche nach einem schwachen Glied in der Kette, einer Stelle, an der sie ausbrechen konnten. �Weshalb will Voldemort sie haben?�</p><p>Mehrere Todesser zischelten leise.</p><p>�Du wagst es, seinen Namen auszusprechen?�, fl�sterte Bellatrix.</p><p>�Ja�, sagte Harry und hielt die Glaskugel weiter fest umklammert, denn er erwartete einen erneuten Versuch, sie ihm wegzuhexen. �Jaah, ich hab kein Problem damit, Vol-�</p><p>�Halt den Mund!�, kreischte Bellatrix. �Du wagst es, seinen Namen mit deinen unw�rdigen Lippen auszusprechen, du wagst es, ihn mit deiner Halbbl�terzunge zu besudeln, du wagst es -�</p><p>�Wusstet ihr, dass er auch ein Halbbl�ter ist?�, sagte Harry verwegen.</p><p>Hermine st�hnte leise. �Voldemort? Ja, seine Mutter war eine Hexe, aber sein Dad war ein Muggel - oder hat er euch allen gesagt, er sei ein Reinbl�ter?�</p><p>�STUP-�</p><p>�NEIN!�</p><empty-line/><p>Ein Strahl roten Lichts war aus der Spit ze von Bellatrix Lestranges Zauberstab geschossen, aber Malfoy hatte ihn abgelenkt; sein Zauber bewirkte, dass der ihre keinen halben Meter links von Harry auf das Regal traf und einige der Glaskugeln zerschmetterte.</p><p>Zwei Gestalten, perlwei� wie Geister, flie�end wie Rauch, entfalteten sich aus den Scherben der zerbrochenen Gl�ser am Boden und fingen an zu sprechen; ihre Stimmen wetteiferten miteinander, so dass nur Bruchst�cke dessen, was sie sagten, �ber die Rufe von Malfoy und Bellatrix hinweg zu h�ren waren.</p><p><emphasis>�... zur Sonnenwende wird kommen ein neuer ...�, </emphasis>sagte die Gestalt eines alten, b�rtigen Mannes.</p><p>�NICHT ANGREIFEN! WIR BRAUCHEN DIE PROPHEZEIUNG!�</p><p>�Er hat es gewagt - er wagt es -�, kreischte Bellatrix zusammenhanglos, �da steht er - dreckiges Halbblut -�</p><p>�WARTE, BIS WIR DIE PROPHEZEIUNG HABEN!�, schnauzte Malfoy.</p><p><emphasis>�... und keiner wird kommen danach ...�, </emphasis>sagte die Gestalt einer jungen Frau.</p><p>Die beiden Gestalten, die aus den zerborstenen Kugeln erschienen waren, hatten sich in Luft aufgel�st. Von ihnen und ihren einstigen Heimst�tten blieb nichts als Glasscherben am Boden. Doch hatten sie Harry auf eine Idee gebracht.</p><p>Das Problem war, wie er sie den anderen mitteilen sollte.</p><p>�Sie haben mir nicht gesagt, was so Besonderes an dieser Prophezeiung ist, die ich rausr�cken soll�, sagte er und spielte auf Zeit. Langsam schob er seinen Fu� zur Seite und tastete nach dem Fu� eines der anderen.</p><p>�Treib keine Spielchen mit uns, Potter�, sagte Malfoy.</p><p>�Ich treibe keine Spielchen�, sagte Harry, halb mit dem Gespr�ch besch�ftigt, halb mit seinem suchenden Fu�. Und dann fand er die Zehen von jemandem und dr�ckte seinen Fu� auf sie. Hinter ihm holte jemand pfeifend Luft, und er wusste, dass es Hermine war.</p><p>�Was?�, fl�sterte sie.</p><p>�Dumbledore hat dir nie mitgeteilt, dass der Grund, warum du diese Narbe tr�gst, tief im Innern der Mysteriumsabteilung verborgen liegt?�, h�hnte Malfoy.</p><p>�Ich - was?�, sagte Harry. Und einen Moment lang verga� er v�llig seinen Plan. �Was ist mit meiner Narbe?�</p><p><emphasis>�Was?�, </emphasis>fl�sterte Hermine dr�ngend hinter ihm.</p><p>�Kann das denn wahr sein?�, sagte Malfoy und klang auf boshafte Art vergn�gt. Einige Todesser lachten erneut, und gesch�tzt durch ihr Gel�chter zischte Harry, die Lippen so wenig wie m�glich bewegend, Hermine zu: �Regale zerschmettern -�</p><p>�Dumbledore hat es dir nie gesagt?�, wiederholte Malfoy. �Nun, das erkl�rt, warum du nicht fr�her kamst, Potter, der Dunkle Lord hat sich gefragt, warum -�</p><p>�- wenn <emphasis>ich jetzt </emphasis>sage -�</p><p>�- du nicht angerannt kamst, als er dir in deinem Traum den Ort zeigte, wo sie verborgen liegt. Er dachte, die nat�rliche Neugierde w�rde in dir den Wunsch wecken, den genauen Wortlaut zu h�ren ...�</p><p>�Tats�chlich?�, sagte Harry. Hinter sich sp�rte er mehr, als dass er es h�rte, wie Hermine die Botschaft an die anderen weitergab, und mit Bedacht fuhr er fort, um die Todesser abzulenken. �Also wollte er, dass ich komme und sie hole, ja? Warum?�</p><p><emphasis>�Warum?� </emphasis>Malfoy klang ungl�ubig-vergn�gt. �Weil die Einzigen, denen es erlaubt ist, eine Prophezeiung aus der Mysteriumsabteilung zu entfernen, Potter, diejenigen sind, �ber die sie gemacht wurde, wie der Dunkle Lord feststellte, als er versuchte, andere dazu zu bringen, sie f�r ihn zu stehlen.�</p><p>�Und warum wollte er eine Prophezeiung �ber mich stehlen?�</p><p>��ber euch beide, Potter, �ber euch beide ... hast du dich nie gefragt, warum der Dunkle Lord dich t�ten wollte, als du noch ein Baby warst?�</p><p>Harry starrte in die Augenschlitze, durch die Malfoys graue Augen schimmerten. War diese Prophezeiung der Grund, warum Harrys Eltern gestorben waren, der Grund, warum er seine blitzf�rmige Narbe trug? Hielt er die Antwort auf all das in seiner Hand?</p><p>�Jemand hat eine Prophezeiung �ber mich und Voldemort gemacht?�, sagte er leise, den Blick auf Lucius Malfoy geheftet, und schloss die Finger fester um die warme Glaskugel in seiner Hand. Sie war kaum gr��er als ein Schnatz und immer noch k�rnig vor Staub. �Und er hat mich gezwungen herzukommen, damit ich sie f�r ihn hole? Warum konnte er nicht selbst kommen und sie holen?�</p><p>�Sie selbst holen?�, kreischte Bellatrix und lie � ein gackerndes, wahnsinniges Lachen h�ren. �Der Dunkle Lord soll einfach ins Zaubereiministerium spazieren, wo sie doch seine R�ckkehr so h�bsch ignorieren? Der Dunkle Lord soll sich den Auroren offenbaren, wo sie ihre Zeit im Moment doch mit meinem lieben Cousin verschwenden?�</p><p>�Also hat er euch dazu gebracht, die schmutzige Arbeit f�r ihn zu erledigen?�, sagte Harry. �Wie er auch versucht hat, Sturgis dazu zu bringen, sie zu stehlen - und Bode?�</p><empty-line/><p>�Sehr gut, Potter, sehr gut ...�, sagte Malfoy langsam. �Aber der Dunkle Lord wei�, dass du nicht unintell-�</p><p>�JETZT!�, rief Harry.</p><p>F�nf verschiedene Stimmen hinter ihm br�llten: <emphasis>�RE-DUCTIO!� </emphasis>F�nf Fl�che schossen in verschiedene Richtungen, und die Regale gegen�ber zersplitterten, als sie auftrafen; der hoch emporragende Regalbau schwankte, w�hrend hundert Glaskugeln auseinander brachen, perlwei�e Schemen Gestalt annahmen und dahinschwebten und ihre Stimmen aus einer unbekannten, lange schon toten Vergangenheit her�berhallten unter dem tosenden L�rm des berstenden Glases und des splitternden Holzes, die nun zu Boden regneten -</p><p>�LAUFT!�, schrie Harry, als die Regale bedrohlich schwankten und noch mehr Glaskugeln herabzufallen begannen. Er packte Hermines Umhang und zog sie mit sich, hielt sich einen Arm �ber den Kopf, w�hrend weitere Regalbruchst�cke und Glasscherben auf sie herabprasselten. Ein Todesser hechtete durch die Staubwolke vorw�rts und Harry stie� ihm den Ellbogen hart ins maskierte Gesicht. Alle riefen durcheinander, Schmerzensschreie waren zu h�ren und ohrenbet�ubendes Krachen, als die Regale in sich zusammenbrachen, und inmitten all dessen die unheimlich widerhallenden Satzfetzen der aus den Kugeln befreiten Seher -</p><p>Harry fand den Weg vor sich frei und sah Ron, Ginny und Luna mit den Armen �ber den K�pfen an sich vorbeispurten; etwas Schweres traf ihn seitlich am Gesicht, doch er duckte nur den Kopf und rannte weiter; eine Hand packte ihn an der Schulter; er h�rte Hermine <emphasis>�Stupor!� </emphasis>rufen. Die Hand lie� ihn sofort los -</p><p>Sie waren am Ende von Reihe siebenundneunzig; Harry wandte sich nach rechts und st�rmte entschlossen los; er konnte dicht hinter sich Schritte h�ren und Hermines Stimme, die Neville antrieb; direkt vor ihnen stand die T�r, durch die sie gekommen waren, halb offen; Harry konnte das glitzernde Licht der Glasglocke sehen; er sauste durch die T�r, die Prophezeiung immer noch fest und sicher umklammert, und wartete, dass die anderen �ber die Schwelle gerannt kamen, um die T�r dann gleich hinter ihnen zuzuschlagen -</p><p><emphasis>�Colloportus!�, </emphasis>keuchte Hermine und die T�r versiegelte sich mit einem seltsam glucksenden Ger�usch.</p><p>�Wo - wo sind die anderen?�, keuchte Harry.</p><p>Er hatte gedacht, Ron, Luna und Ginny w�ren vor ihnen, sie warteten in diesem Raum, doch hier war niemand.</p><p>�Sie m�ssen in die falsche Richtung gelaufen sein!�, fl�sterte Hermine mit entsetztem Gesicht.</p><empty-line/><p>�H�rt mal!�, wisperte Neville.</p><p>Schritte und Rufe drangen durch die T�r, die sie gerade versiegelt hatten; Harry neigte das Ohr dicht an die T�r, lauschte scharf und h�rte Lucius Malfoy donnern: �Lasst Nott, <emphasis>lasst ihn, sagt ich </emphasis>- seine Verletzungen werden den Dunklen Lord weit weniger interessieren als der Verlust dieser Prophezeiung.</p><p>Jugson, komm hierher zur�ck, wir m�ssen geordnet vorgehen! Wir teilen uns paarweise auf und suchen, und vergesst nic ht, springt vorsichtig mit Potter um, bis wir die Prophezeiung haben, die anderen k�nnt ihr t�ten, wenn n�tig -</p><p>Bellatrix, Rodolphus, ihr nehmt die linke Seite, Crabbe, Rabastan, geht nach rechts - Jugson, Dolohow, die T�r geradeaus - Macnair und Avery, hier durch -</p><p>Rookwood, dort r�ber - Mulciber, du kommst mit mir!�</p><p>�Was sollen wir tun?�, fragte Hermine Harry, am ganzen Leib zitternd.</p><p>�Jedenfalls bleiben wir nicht hier stehen und warten, bis sie uns finden�, sagte Harry. �Wir m�ssen weg von dieser T�r.�</p><p>Sie rannten, so leise sie konnten, an der schimmernden Glasglocke vorbei, wo das winzige Ei ausbr�tete und wieder einbr�tete, auf den Ausgang zur runden Halle am anderen Ende des Raumes zu. Sie waren fast dort angelangt, als Harry etwas Gro�es und Schweres gegen die T�r prallen h�rte, die Hermine zugezaubert hatte.</p><p>�Geh beiseite!�, sagte eine raue Stimme. <emphasis>�Alohomora!�</emphasis></p><p>Als die T�r aufflog, sprangen Harry, Hermine und Neville unter die Schreibtische. Sie konnten die Umhangs�ume der beiden Todesser sehen, die eilig n�her kamen.</p><p>�Vielleicht sind sie gleich weiter in die Halle gerannt�, sagte die raue Stimme.</p><p>�Schau unter den Tischen nach�, sagte eine andere.</p><p>Harry sah die Todesser in die Knie gehen; er streckte den Zauberstab unter dem Schreibtisch hervor und rie f: <emphasis>�STU-POR!�</emphasis></p><p>Ein roter Lichtstrahl traf den ersten Todesser; er fiel nach hinten gegen eine Standuhr und warf sie um; der zweite Todesser jedoch war beiseite gesprungen, um Harrys Fluch zu entgehen, und richtete seinen Zauberstab jetzt auf Hermine, die unter dem Schreibtisch hervorkroch, um besser zielen zu k�nnen.</p><p><emphasis>�Avada -�</emphasis></p><p>Harry hechtete �ber den Boden und umklammerte die Knie des Todessers, worauf dieser st�rzte und sein Ziel verfehlte. Neville, ganz beseelt von dem Wunsch zu helfen, warf einen Tisch um; dann richtete er seinen Zauberstab wild entschlossen auf das k�mpfende Paar und rief:</p><empty-line/><p><emphasis>�EXPELLIARMUS!�</emphasis></p><p>Harry und dem Todesser flogen die Zauberst�be aus der Hand, die zur�ck zum Eingang zur Halle der Prophezeiung sirrten. Sie rappelten sich hoch und jagten den Zauberst�ben nach, der Todesser voraus, Harry ihm dicht auf den Fersen und Neville als Nachhut, offenbar entsetzt �ber das, was er getan hatte.</p><p>�Aus dem Weg, Harry!�, schrie Neville, sichtlich entschlossen, den Schaden wieder gutzumachen.</p><p>Harry hechtete beiseite, als Neville erneut zielte und rief:</p><p><emphasis>�STUPOR!�</emphasis></p><p>Der Strahl roten Lichts schoss direkt �ber die Schulter des Todessers und gegen eine Vitrine an der Wand voller unterschiedlich geformter Stundengl�ser; die Vitrine fiel zu Boden und zerbrach, Scherben flogen in alle Richtungen, dann sprang sie wieder zur Wand hoch, vollkommen heil, fiel wieder um und zerbarst -</p><p>Der Todesser hatte sich seinen Zauberstab geschnappt, der auf dem Boden neben der glitzernden Glasglocke gelegen hatte. Harry duckte sich hinter einen anderen Schreibtisch, als der Mann sich umdrehte; seine Maske war so verrutscht, dass er nichts sehen konnte. Er riss sie sich vom Gesicht und rief: <emphasis>�STUP-�</emphasis></p><p><emphasis>�STUPOR!�, </emphasis>schrie Hermine, die eben bei ihnen angelangt war. Der rote Lichtstrahl traf den Todesser mitten auf der Brust. Er erstarrte mit noch erhobenem Arm, der Zauberstab fiel klappernd zu Boden und der Todesser st�rzte mit dem R�cken gegen die Glasglocke. Harry erwartete, ein <emphasis>Klong </emphasis>zu h�ren, erwartete, dass der Mann gegen festes Glas schlagen und zu Boden gleiten w�rde, doch stattdessen sank sein Kopf durch die Oberfl�che der Glasglocke, als ob sie nichts w�re als eine Seifenblase, und er blieb r�cklings auf dem Tisch ausgestreckt liegen, den Kopf in der Glocke voll glitzerndem Wind.</p><p><emphasis>�Accio Zauberstab!�, </emphasis>rief Hermine. Harrys Zauberstab flog aus einer dunklen Ecke in ihre Hand und sie warf ihn ihm zu.</p><p>�Danke�, sagte er. �Also, verschwinden wir von -�</p><p>�Seht mal!�, sagte Neville entsetzt. Er starrte auf den Kopf des Todessers in der Glasglocke.</p><p>Alle drei hoben erneut ihren Zauberstab, doch keiner von ihnen tat etwas; sie starrten mit offenem Mund, entgeistert, auf das, was mit dem Kopf des Mannes geschah.</p><p>Er schrumpfte sehr schnell, wurde kahler und kahler, das schwarze Haar und die Stoppeln verschwanden in seinem Sch�del; seine Wangen wurden glatt, sein Sch�del rund und bedeckten sich mit pfirsichartigem Flaum ...</p><empty-line/><p>Der Kopf eines Babys sa� nun grotesk auf dem kr�ftigen, muskul�sen Hals des Todessers, der sich m�hsam erneut aufzurichten suchte; aber noch w�hrend sie ihn anstarrten, immer noch mit offenem Mund, begann sein Kopf erneut auf seine alte Gr��e anzuschwellen; dichtes schwarzes Haar spross aus Sch�del und Kinn ...</p><p>�Es ist die Zeit�, sagte Hermine mit ehrf�rchtiger Stimme. <emphasis>�Die Zeit ...� </emphasis></p><p>Der Todesser sch�ttelte wieder seinen h�sslichen Kopf und versuchte ihn frei zu bekommen, doch ehe er sich aufrappeln konnte, begann der Kopf erneut auf die Gr��e eines Babykopfes zu schrumpfen ...</p><p>Aus einem Raum in der N�he war ein Ruf zu h�ren, dann ein Krachen und ein Schrei.</p><p>�RON?�, rief Harry und wandte sich rasch von der monstr�sen Verwandlung ab, die vor ihnen stattfand. �GINNY? LUNA?�</p><p>�Harry!�, schrie Hermine.</p><p>Der Todesser hatte seinen Kopf aus der Glasglocke gezogen. Seine Erscheinung war vollkommen bizarr, sein kleiner Babykopf pl�rrte laut, w�hrend die dicken Arme gef�hrlich in alle Richtungen fuchtelten und Harry, der sich geduckt hatte, knapp verfehlten. Harry hob den Zauberstab, doch zu seiner Verbl�ffung packte Hermine seinen Arm.</p><p>�Du kannst einem Baby nichts antun!�</p><p>Sie hatten keine Zeit, um sich dar�ber zu streiten; Harry konnte aus der Halle der Prophezeiung noch mehr lauter werdende Schritte h�ren und begriff - zu sp�t</p><p>-, dass er nicht h�tte rufen und verraten d�rfen, wo sie waren.</p><p>�Kommt!�, sagte er. Sie lie�en den h�sslichen babyk�pfigen Todesser in seinem Taumel zur�ck und machten sich auf den Weg zu der T�r, die am anderen Ende des Raumes offen stand und in die schwarze Halle f�hrte.</p><p>Sie waren die halbe Strecke bis dorthin gerannt, als Harry durch die offene T�r zwei weitere Todesser sah, die durch den schwarzen Raum auf sie zuliefen; er schwenkte nach links, st�rzte sich in ein kleines, dunkles, voll gestopftes B�ro und schlug die T�r hinter ihnen zu.</p><p><emphasis>�Collo-�, </emphasis>setzte Hermine an, doch bevor sie den Zauber vollenden konnte, war die T�r aufgesprungen und die beiden Todesser kamen hereingest�rmt.</p><p>Mit einem Triumphgeschrei riefen beide: <emphasis>�IMPEDIMENTA!�</emphasis></p><p>Harry, Hermine und Neville riss es r�cklings von den F��en; Neville wurde �ber den Tisch geschleudert und war nicht mehr zu sehen; Hermine krachte gegen einen B�cherschrank und wurde prompt �bersch�ttet von einer Kaskade schwerer B�cher; Harry schlug mit dem Hinterkopf gegen eine steinerne Wand, kleine Lichter flammten vor seinen Augen auf, und einen Moment lang war ihm so schwindlig und wirr zumute, dass er nicht reagieren konnte.</p><p>�WIR HABEN IHN!�, rief der Harry am n�chsten stehende Todesser. �IN EINEM B�RO AM -�</p><p><emphasis>�Silencio!�, </emphasis>schrie Hermine und die Stimme des Mannes erstarb. Er bewegte noch den Mund im Loch in der Maske, doch kein Laut drang heraus. Sein Gef�hrte stie� ihn beiseite.</p><p><emphasis>�Petrificus Totalus!�, </emphasis>rief Harry, als der zweite Todesser den Zauberstab hob.</p><p>Seine Arme und Beine klappten zusammen, er fiel vorn�ber und landete mit dem Gesicht auf dem Teppich zu Harrys F��en, steif wie ein Brett und unf�hig, sich zu bewegen.</p><p>�Gut gemacht, Ha-�</p><p>Doch der Todesser, den Hermine gerade stummgeschlagen hatte, vollzog eine j�he peitschende Bewegung mit dem Zauberstab; eine Art violetter Flammenschweif durchfuhr glatt Hermines Brust. Sie machte leise �Oh!�, als w�re sie �berrascht, brach zusammen und blieb reglos am Boden liegen.</p><p>�HERMINE!�</p><p>Harry fiel neben ihr auf die Knie, w�hrend Neville, den Zauberstab vor sich hochhaltend, rasch unter dem Schreibtisch hervor auf sie zukrabbelte. Als er auftauchte, trat der Todesser hart nach Nevilles Kopf - der Fu� brach Nevilles Zauberstab entzwei und schlug ihm ins Gesicht. Neville heulte auf vor Schmerz, fasste sich an Mund und Nase und fiel hinten�ber. Harry schnellte herum, den Zauberstab hoch erhoben, und sah, dass der Todesser sich die Maske heruntergerissen und seinen Zauberstab direkt auf ihn gerichtet hatte, und er erkannte das lange, bleiche, verzerrte Gesicht aus dem <emphasis>Tagespropheten: </emphasis>Antonin Dolohow, der Zauberer, der die Prewetts ermordet hatte.</p><p>Dolohow grinste. Mit seiner freien Hand deutete er von der Prophezeiung, die Harry immer noch umklammert hielt, auf sich, dann auf Hermine. Zwar konnte er nicht mehr sprechen, doch was er meinte, h�tte nicht klarer sein k�nnen. Gib mir die Prophezeiung oder dir geschieht das Gleiche wie ihr ...</p><p>�Du wirst uns ohnehin alle t�ten, sobald ich sie dir gegeben habe!�, sagte Harry.</p><p>Ein panisches Wimmern, das er in seinem Kopf zu h�ren meinte, hinderte ihn daran, klar zu denken. Er hatte eine Hand auf Hermines Schulter, die noch warm war, doch er wagte es nicht, sie richtig anzusehen. <emphasis>Lass sie nicht tot sein, lass sie nicht tot sein, es ist meine Schuld, wenn sie tot ist ... </emphasis></p><p>�Was du auch dusd, Harry�, sagte Neville w�tend unter dem Schreibtisch, lie� die H�nde sinken, und zum Vorschein kamen eine offensichtlich gebrochene Nase und Blut, das ihm �ber Mund und Kinn rann, �gib sie ihm bichd!�</p><p>Dann krachte es drau�en und Dolohow blickte �ber die Schulter - der babyk�pfige Todesser war in der T�r erschienen, sein Kopf pl�rrte, und er schwang seine gro�en F�uste immer noch unkontrolliert gegen alles um ihn herum. Harry ergriff die Chance: <emphasis>�PETRIFICUS TOTALUS!�</emphasis></p><p>Der Zauber traf Dolohow, bevor er ihn abblocken konnte, und er st�rzte vorn�ber auf seinen Gef�hrten, beide nun steif wie Bretter und nicht imstande, sich einen Zentimeter weit zu bewegen.</p><p>�Hermine�, sagte Harry sofort und sch�ttelte sie, w�hrend der babyk�pfige Todesser wieder davontaumelte. �Hermine, wach auf ...�</p><p>�Was had er ihr gedan?�, sagte Neville, dem Blut aus der rasch anschwellenden Nase quoll; er kroch unter dem Schreibtisch hervor und kniete sich an ihrer anderen Seite nieder.</p><p>�Ich wei� es nicht ...�</p><p>Neville tastete nach Hermines Handgelenk.</p><p>�Ich schb�r den Buls, Harry, da bin ich sicher.�</p><p>Eine Welle der Erleichterung durchstr�mte Harry, so m�chtig, dass er sich einen Moment lang berauscht f�hlte.</p><p>�Sie lebt?�</p><p>�Ich glaub schon.�</p><p>Eine Pause trat ein, in der Harry angestrengt nach weiteren Schritten lauschte, doch alles, was er h�ren konnte, war das Wimmern und Torkeln des babyk�pfigen Todessers im Raum nebenan.</p><p>�Neville, wir sind nicht weit vom Ausgang�, fl�sterte Harry. �Wir sind ganz in der N�he dieses runden Raums ... wenn wir dich nur dort r�berbringen k�nnen und die richtige T�r finden, ehe noch mehr Todesser kommen, dann wette ich, dass du es mit Hermine den Korridor entlang und in den Lift schaffst ... dann k�nntest du jemanden holen ... und Alarm schlagen ...�</p><p>�Und was willsd du dun?�, sagte Neville, wischte sich mit dem �rmel die blutende Nase und sah Harry stirnrunzelnd an.</p><p>�Ich muss die andern finden�, erwiderte Harry.</p><p>�Also, ich geh bid und such sie bid dir�, sagte Neville entschieden.</p><p>�Aber Hermine -�</p><empty-line/><p>�Wir nehmen sie bid�, sagte Neville bestimmt. �Ich drag sie - du kannsd besser gegen sie k�bpfen als ich -�</p><p>Er stand auf und packte einen von Hermines Armen, schaute Harry finster an, der z�gerte und dann den anderen ergriff und half, Hermines schlaffen K�rper �ber Nevilles Schulter zu hieven.</p><p>�Warte�, sagte Harry, hob Hermines Zauberstab vom Boden auf und dr�ckte ihn Neville in die Hand, �am besten, du nimmst den.�</p><p>Neville kickte die Bruchst�cke seines eigenen Zauberstabs beiseite, als sie langsam zur T�r gingen.</p><p>�Meine Omi bringd bich ub�, nuschelte Neville, und Blut spritzte aus seiner Nase, w�hrend er sprach, �das war der alde Zauberschdab von beineb Dad.�</p><p>Harry streckte den Kopf aus der T�r und sah sich vorsichtig um. Der Todesser mit dem Babykopf schrie und stie� verwirrt gegen alles M�gliche, kippte pl�rrend Standuhren und Schreibtische um, w�hrend die Vitrine an der Wand hinter ihnen, von der Harry jetzt vermutete, dass sie Zeitumkehrer enthalten hatte, unabl�ssig zu Boden fiel, zerbrach und sich wieder reparierte.</p><p>�Der wird uns nie bemerken�, fl�sterte er. �Los ... bleib dicht hinter mir ...�</p><p>Sie schlichen aus dem B�ro und zur�ck zur T�r, die in die schwarze Halle f�hrte, die nun vollkommen verlassen schien. Sie gingen ein paar Schritte weit hinein, bei denen Neville unter Hermines Gewicht leicht torkelte; die T�r des Raumes der Zeit schwang hinter ihnen zu und die Wand begann sich erneut zu drehen. Dass Harry sich eben den Hinterkopf angeschlagen hatte, schien ihn ein wenig unsicher auf den Beinen gemacht zu haben; er kniff die Augen zusammen und schwankte leic ht, bis die Wand wieder zum Stillstand gekommen war. Harry sank der Mut, als er sah, dass Hermines Flammenkreuze an den T�ren erloschen waren.</p><p>�Also, was glaubst du, wo es lang-�</p><p>Doch bevor sie entscheiden konnten, in welche Richtung sie es versuchen sollten, sprang eine T�r rechts von ihnen auf und drei Leute stolperten herein.</p><p>�Ron!�, kr�chzte Harry und st�rzte auf die drei zu. �Ginny - seid ihr -?�</p><p>�Harry�, sagte Ron mit einem m�den Kichern, torkelte herbei, packte Harry vorne am Umhang und stierte ihn schielend an. �Da bist du ja ... hahaha ... siehst komisch aus, Harry ... bist ja ganz durch'n Wind ...�</p><p>Rons Gesicht war kreidewei� und etwas Dunkles tr�pfelte ihm aus dem Mundwinkel. Im n�chsten Moment gaben seine Knie nach, doch hielt er immer noch Harry vorne am Umhang gepackt und zog ihn nun in eine Art Verbeugung.</p><empty-line/><p>�Ginny?�, sagte Harry beklommen. �Was ist passiert?�</p><p>Aber Ginny sch�ttelte den Kopf, rutschte keuchend an der Wand hinunter, blieb am Boden hocken und hielt sich den Fu�kn�chel.</p><p>�Ich glaub, ihr Kn�chel ist gebrochen, ich hab was knacken geh�rt�, fl�sterte Luna, die offenbar als Einzige nicht verletzt war und sich nun �ber Ginny beugte.</p><p>�Vier von denen haben uns in einen dunklen Raum voller Planeten gejagt, es war ganz seltsam dort, manchmal sind wir einfach im Dunkeln geschwebt -�</p><p>�Harry, wir haben Uranus von ganz nah gesehen!�, sagte Ron und kicherte immer noch schwach. �Kapiert, Harry? Wir haben Uranus gesehen - hahaha -�</p><p>Eine Blutblase bildete sich in Rons Mundwinkel und platzte.</p><p>�- jedenfalls hat einer von denen Ginny am Fu� gepackt, ich hab den Reduktor-Fluch benutzt und Pluto in sein Gesicht geschleudert, aber ...�</p><p>Luna deutete bedauernd auf Ginny, die sehr flach atmete und die Augen immer noch geschlossen hielt.</p><p>�Und was ist mit Ron?�, fragte Harry angstvoll, w�hrend Ron ihm nach wie vor am Revers hing und weiter kicherte.</p><p>�Ich wei� nicht, mit was die ihn getroffen haben�, sagte Luna traurig, �aber er ist ein bisschen komisch geworden, ich hab's kaum geschafft, dass er �berhaupt mitkam.�</p><p>�Harry�, sagte Ron und zog, noch immer matt kichernd, Harrys Ohr zu seinem Mund hinunter, �wei�t du, wer dieses M�dchen ist, Harry? Das ist Loony ... Loony Lovegood ... hahaha ...�</p><p>�Wir m�ssen hier raus�, sagte Harry entschieden. �Luna, kannst du Ginny helfen?�</p><p>�Ja�, sagte Luna und steckte sich den Zauberstab zur Aufbewahrung hinters Ohr, legte einen Arm um Ginnys Taille und zog sie hoch.</p><p>�Das ist nur mein Kn�chel, das kann ich schon selber!�, sagte Ginny ungeduldig, doch schon war sie seitlich eingeknickt und hielt sich an Luna fest.</p><p>Harry zog Rons Arm �ber seine Schulter, genau wie er es vor so vielen Monaten mit Dudleys Arm getan hatte. Er blickte sich um: Sie hatten eine Chance von eins zu zw�lf, auf Anhieb den richtigen Ausgang zu finden -</p><p>Er schleifte Ron auf eine T�r zu; sie waren noch ein paar Schritte von ihr entfernt, als gegen�ber eine andere T�r aufsprang und drei Todesser, Bellatrix Lestrange voran, hereingest�rmt kamen.</p><p><emphasis>�Da sind sie!�, </emphasis>kreischte sie.</p><empty-line/><p>Schockzauber schossen durch den Raum. Harry krachte durch die T�r vor ihm, sch�ttelte Ron umstandslos ab und lief geduckt zur�ck, um Neville mit Hermine hereinzuhelfen. Sie schafften es alle gerade noch rechtzeitig �ber die Schwelle, um die T�r vor Bellatrix zuschlagen zu k�nnen.</p><p><emphasis>�Colloportus!�, </emphasis>rief Harry und h�rte, wie die drei K�rper auf der anderen Seite gegen die T�r schlugen.</p><p>�Macht nichts!�, sagte eine M�nnerstimme. �Es gibt andere Zug�nge - WIR HABEN SIE, HIER SIND SIE!�</p><p>Harry wirbelte herum; sie waren wieder im Gehirnraum und tats�chlich hatten die W�nde rundum T�ren. Er konnte in der Halle hinter ihnen Schritte weiterer Todesser h�ren, die herbeigerannt kamen und sich den ersten anschlossen.</p><p>�Luna - Neville - helft mir!�</p><p>Die drei hasteten durch den Raum und versiegelten die T�ren. Harry st�rzte so eilig zur n�chsten, dass er gegen einen Tisch krachte und �ber ihn hinwegrollte.</p><p><emphasis>�Colloportus!�</emphasis></p><p>Hinter den T�ren waren Schritte zu h�ren, dann und wann warf sich erneut ein schwerer K�rper gegen eine davon, so dass sie knirschte und erzitterte; Luna und Neville verhexten die T�ren an der Wand gegen�ber - dann, als Harry ganz am Ende des Raums angelangt war, h�rte er Luna schreien:</p><p><emphasis>�Collo- aaaaaargh ...�</emphasis></p><p>Er wandte sich um und sah gerade noch, wie sie durch die Luft flog. F�nf Todesser st�rmten durch die T�r herein, die sie nicht rechtzeitig erreicht hatte.</p><p>Luna knallte auf einen Tisch, rutschte �ber ihn hinweg und fiel auf der anderen Seite zu Boden, wo sie alle viere von sich gestreckt liegen blieb, reglos wie Hermine.</p><p>�Greift euch Potter!�, kreischte Bellatrix und rannte auf ihn los; er wich ihr aus und sprintete durch den Raum zur�ck; er war nicht in Gefahr, solange sie glaubten, sie k�nnten die Prophezeiung treffen -</p><p>�Hey!�, sagte Ron, der sich hochgerappelt hatte und jetzt wie betrunken und immer noch kichernd auf Harry zutorkelte. �Hey, Harry, hier drin sind Gehirne, hahaha, ist das nicht verr�ckt, Harry?�</p><p>�Ron, geh in Deckung, runter -�</p><p>Aber Ron hatte seinen Zauberstab bereits auf das Becken gerichtet.</p><p>�Wahnsinn, Harry, das sind Gehirne - sieh mal - <emphasis>Accio Gehirn!�</emphasis></p><p>Das Geschehen schien f�r einen Moment stillzustehen. Harry, Ginny, Neville und s�mtliche Todesser wandten sich unwillk�rlich um und beobachteten die Oberfl�che des Beckens, wo nun ein Gehirn aus der gr�nen Fl�ssigkeit hervorbrach wie ein springender Fisch: Einen Augenblick lang schien es einfach in der Luft zu verharren, dann segelte es, im Flug rotierend, auf Ron zu, und es war, als ob Streifen bewegter Bilder von ihm wegflatterten und sich aufdr�selten wie Filmrollen -</p><p>�Hahaha, Harry, sieh dir das an -�, sagte Ron und sah zu, wie das Gehirn sein farbenpr�chtiges Inneres ausspie. �Harry, komm und fass es an; wette, es ist gruslig -�</p><p>�RON, NEIN!�</p><p>Harry wusste nicht, was geschehen w�rde, wenn Ron die Gedankententakel anfasste, die jetzt hinter dem Gehirn herflogen, war jedoch sicher, es w�rde nichts Gutes sein. Er schnellte vor, aber Ron hatte das Gehirn bereits mit ausgestreckten H�nden gefangen.</p><p>Kaum hatten die Tentakel seine Haut ber�hrt, da begannen sie auch schon sich wie Seile um Rons Arme zu schlingen.</p><p>�Harry, schau mal, was passiert - Nein - nein - das mag ich nicht - nein, aufh�ren - <emphasis>aufh�ren -�</emphasis></p><p>Doch die d�nnen B�nder wickelten sich jetzt um Rons Brust; er zerrte und riss an ihnen, w�hrend das Gehirn fest an ihn geschn�rt wurde wie der K�rper eines Kraken.</p><p><emphasis>�Diffindo!�, </emphasis>rief Harry und versuchte die F�hler zu durchtrennen, die sich vor seinen Augen eng um Ron schlangen, doch sie brachen nicht. Ron st�rzte zu Boden und schlug weiter auf seine Fesseln ein.</p><p>�Harry, das erstickt ihn!�, schrie Ginny, die mit ihrem gebrochenen Kn�chel wie gel�hmt am Boden lag - dann traf ein roter Lichtstrahl aus einem der Zauberst�be der Todesser sie mitten ins Gesicht. Sie kippte seitlich weg und blieb bewusstlos liegen.</p><p><emphasis>�STUBOR!�, </emphasis>rief Neville, der herumgewirbe lt war und Hermines Zauberstab gegen die angreifenden Todesser schwang. <emphasis>�STUBOR, STUBOR!�</emphasis></p><p>Doch nichts geschah.</p><p>Einer der Todesser schoss nun selbst einen Schockzauber auf Neville; er verfehlte ihn um Zentimeter. Harry und Neville waren die Letzten, die noch gegen die f�nf Todesser k�mpften, und zwei von ihnen sandten nun pfeilartige Str�me silbernen Lichts aus, die nicht trafen, aber Krater in die Wand hinter ihnen schlugen. Harry rannte davon, als Bellatrix Lestrange auf ihn zugehastet kam. Er hielt die Prophezeiung hoch �ber seinen Kopf und sprintete durch den Raum zur�ck; er wusste nichts mehr zu tun, als die Todesser von den anderen abzulenken.</p><p>Es schien gelungen zu sein; sie kamen ihm hinterhergerannt, stie�en St�hle und Tische um, wagten es aber nicht, ihn zu verhexen, um nicht die Prophezeiung in Mitleidenschaft zu ziehen, und er st�rzte durch die einzige noch offene T�r, diejenige, durch die die Todesser selbst gekommen waren; er betete inst�ndig, dass Neville bei Ron bleiben und irgendeine M�glichkeit finden w�rde, ihn zu befreien. Er rannte ein paar Schritte in den neuen Raum hinein und sp�rte, wie er den Boden unter den F��en verlor -</p><p>Er fiel tiefe Steinstufen hinab, eine nach der anderen, schlug auf jeder Reihe auf, bis er endlich mit einem Aufprall, der alle Luft aus seinem K�rper presste, flach auf dem R�cken in der Vertiefung landete, wo der Steinbogen auf seinem Podium stand. Das Gel�chter der Todesser erf�llte den Raum. Er blickte auf und sah die f�nf, die im Gehirnraum gewesen waren, zu ihm herabsteigen, w�hrend noch einmal so viele durch andere T�ren auftauchten und nun von Bank zu Bank auf ihn zusprangen. Harry stand auf, obwohl seine Beine so heftig zitterten, dass sie ihn kaum trugen. Die Prophezeiung war immer noch, wie durch ein Wunder, unzerbrochen in seiner Linken, den Zauberstab hielt er fest mit der Rechten umklammert. Er wich zur�ck, lie� den Blick rundum schweifen und versuchte alle Todesser im Auge zu behalten. Er schlug mit den Beinen gegen etwas Festes hinter ihm: Er hatte das Podium erreicht, auf dem der Bogen stand. R�ckw�rts stieg er hinauf.</p><p>Alle Todesser hielten inne und starrten ihn an. Manche keuchten so schwer wie er selber. Einer blutete heftig; Dolohow, befreit von der Ganzk�rperklammer, grinste geh�ssig, sein Zauberstab zielte direkt auf Harrys Gesicht.</p><p>�Potter, das Rennen ist gelaufen�, sagte Lucius Malfoy gedehnt und zog sich die Maske herunter. �Nun sei ein guter Junge und gib mir die Prophezeiung.�</p><p>�Lasst - lasst die andern gehen und ich geb sie euch!�, sagte Harry verzweifelt.</p><p>Einige Todesser lachten.</p><p>�Verhandelt wird jetzt nicht mehr, Potter�, sagte Lucius Malfoy, das bleiche Gesicht ger�tet vor Freude. �Wie du siehst, sind wir zu zehnt und du bist nur einer ... oder hat dir Dumbledore nie das Z�hlen beigebracht?�</p><p>�Er isd nichd allein!�, rief eine Stimme von oben her. �Er hat ibber noch bich!�</p><p>Harry sank das Herz: Neville kletterte �ber die Steinb�nke zu ihnen herunter, Hermines Zauberstab fest in der zitternden Hand.</p><p>�Neville - nein - geh zur�ck zu Ron -�</p><empty-line/><p><emphasis>�STUBOR!�, </emphasis>rief Neville erneut und richtete den Zauberstab auf einen Todesser nach dem anderen. <emphasis>�STUBOR! STUBO-�</emphasis></p><p>Einer der gr��ten Todesser packte Neville von hinten und presste ihm die Arme an die Seiten. Neville k�mpfte und trat um sich; manche Todesser lachten.</p><p>�Du bist Longbottom, nicht wahr?�, h�hnte Lucius Malfoy. �Nun, deine Gro�mutter ist es gewohnt, Mitglieder ihrer Familie an unsere Sache zu verlieren ... dein Tod wird kein gro�er Schock sein.�</p><p>�Longbottom?�, wiederholte Bellatrix und ein wahrhaft b�ses L�cheln erhellte ihr ausgemergeltes Gesicht. �Nun, ich hatte das Vergn�gen, deine Eltern kennen zu lernen, Junge.�</p><p>�DAS WEISS ICH!�, br�llte Neville und k�mpfte so heftig gegen den Klammergriff seines Bewachers an, dass der Todesser rief: �Schock ihn doch jemand!�</p><p>�Nein, nein, nein�, sagte Bellatrix. Sie schien entz�ckt, vibrierte vor Erregung, w�hrend sie Harry und dann wieder Neville ansah. �Nein, lasst uns schauen, wie lange Longbottom es aush�lt, bis er bricht wie seine Eltern ... au�er, Potter will uns die Prophezeiung geben.�</p><p>�GIB SIE IHNEN BICH�!�, br�llte Neville, offenbar au�er sich, trat und wand sich, als Bellatrix mit erhobenem Zauberstab zu ihm und seinem Bewacher kam. �GIB SIE IHNEN B1CHD, HARRY!�</p><p>Bellatrix hob ihren Zauberstab. <emphasis>�Crucio!�</emphasis></p><p>Neville schrie, es riss ihm die Beine an die Brust, so dass der Todesser, der ihn gefangen hatte, ihn einen Moment in der Schwebe hielt. Der Todesser lie� ihn fallen und Neville st�rzte in Todesqual zuckend und schreiend zu Boden.</p><p>�Das war nur ein Vorgeschmack!�, sagte Bellatrix und hob ihren Zauberstab, worauf Nevilles Schreie aufh�rten und er ihr schluchzend zu F��en lag. Sie drehte sich um und sah zu Harry hoch. �Nun, Potter, entweder gibst du uns die Prophezeiung oder du siehst deinen kleinen Freund auf die harte Tour sterben!�</p><p>Harry musste nicht �berlegen; es gab keine Wahl. Die Prophezeiung war durch die W�rme seiner Hand, die sie umklammert hielt, hei� geworden, als er sie ausstreckte. Malfoy sprang vor und wollte sie ergreifen.</p><p>Da krachten, hoch �ber ihnen, zwei weitere T�ren auf und f�nf Leute kamen in den Raum gest�rmt: Sirius, Lupin, Moody, Tonks und Kingsley.</p><p>Malfoy wandte sich um und hob seinen Zauberstab, doch Tonks hatte bereits einen Schockzauber gegen ihn abgefeuert. Harry wartete nicht ab, ob er traf, sondern hechtete vom Podium hinunter aus dem Weg. Die Todesser waren vollkommen abgelenkt durch das Erscheinen der Ordensmitglieder, die jetzt Fl�che auf sie herabregnen lie�en, w�hrend sie Stufe um Stufe hinunter zum Fu�boden in der Senke sprangen. Durch die sich pfeilschnell bewegenden K�rper und Lichtblitze konnte Harry Neville wegkriechen sehen. Er wich einem neuerlichen roten Lichtstrahl aus und warf sich flach auf den Boden, um zu Neville zu gelangen.</p><p>�Alles okay mit dir?�, rief er, w�hrend noch ein Fluch Zentimeter �ber ihren Kopf hinwegschoss.</p><p>�Ja�, sagte Neville und versuchte sich aufzurichten.</p><p>�Und Ron?�</p><p>�Ich glaub, es gehd ihm gud - er had immer noch gegen das Gehirn gek�bpfd, als ich weg bin -�</p><p>Der Steinboden zwischen ihnen explodierte, als ein Fluch ihn traf, der einen Krater genau dort hinterlie�, wo Nevilles Hand nur Sekunden zuvor gelegen hatte; beide krabbelten von der Stelle weg, da erschien aus dem Nichts ein kr�ftiger Arm, packte Harry am Hals und zog ihn hoch, so dass seine F��e kaum mehr den Boden ber�hrten.</p><p>�Gib sie mir�, knurrte eine Stimme an seinem Ohr, �gib mir die Prophezeiung -�</p><p>Der Mann dr�ckte so kr�ftig auf Harrys Luftr�hre, dass er nicht mehr atmen konnte. Mit tr�nenden Augen sah er Sirius etwa drei Meter entfernt mit einem Todesser k�mpfen; Kingsley hatte sich gleich mit zweien angelegt; Tonks, immer noch auf halber H�he der Sitzr�nge, feuerte Fl�che auf Bellatrix hinab - keiner schien zu bemerken, dass Harry gleich sterben w�rde. Er wandte seinen Zauberstab gegen die Seite des Mannes um, bekam jedoch nicht genug Luft, um eine Zauberformel zu fl�stern, und die freie Hand des Mannes tastete nach der Hand, mit der Harry die Prophezeiung umklammert hielt �AARGH!�</p><p>Neville war aus dem Nichts hervorgeschossen; einen Fluch konnte er nicht aussprechen, und so stie� er Hermines Zauberstab mit aller Kraft in den Augenschlitz der Maske des Todessers. Der Mann lie� Harry sofort los und heulte auf vor Schmerz. Harry wirbelte zu ihm herum und keuchte: <emphasis>�STUPOR!�</emphasis></p><p>Der Todesser kippte nach hinten und seine Maske rutschte herunter: Es war Macnair, derjenige, der Seidenschnabel hatte t�ten wollen; eines seiner Augen war jetzt geschwollen und blutunterlaufen.</p><p>�Danke!�, sagte Harry zu Neville und zog ihn beiseite, als Sirius und sein Todesser vorbeischlingerten, die sich so verbissen duellierten, dass ihre Zauberst�be nur noch verschwommene Streifen waren; dann ber�hrte Harrys Fu� etwas Rundes und Hartes und er rutschte aus. Einen Moment lang glaubte er, er h�tte die Prophezeiung fallen gelassen, doch dann sah er Moodys magisches Auge �ber den Boden davonkullern.</p><p>Sein Besitzer lag auf der Seite und blutete am Kopf und sein Angreifer wandte sich nun drohend Harry und Neville zu: Dolohow, das lange bleiche Gesicht h�misch verzerrt.</p><p><emphasis>�Tarantallegra!�, </emphasis>rief er, den Zauberstab auf Neville gerichtet, dessen Beine sofort eine Art wilden Stepptanz begannen, der ihn aus dem Gleichgewicht brachte und ihn wieder zu Boden st�rzen lie�. �Nun, Potter -�</p><p>Er machte die gleiche peitschende Bewegung mit seinem Zauberstab, die er gegen Hermine gebraucht hatte, just in dem Moment, als Harry <emphasis>�Protego!� </emphasis>rief.</p><p>Harry sp�rte etwas wie ein stumpfes Messer �ber sein Gesicht streifen, mit solcher Wucht, dass es ihn zur Seite schlug und er �ber Nevilles zuckende Beine fiel, doch der Schildzauber hatte das Schlimmste des Fluchs abgehalten.</p><p>Dolohow hob erneut den Zauberstab. <emphasis>�Accio Proph-� </emphasis></p><p>Sirius war aus dem Nichts herbeigeeilt und rammte Dolohow mit seiner Schulter, so dass er aus dem Weg segelte. Die Prophezeiung war erneut bis zu Harrys Fingerspitzen gerutscht, doch er hatte es geschafft, sie festzuhalten. Jetzt duellierten sich Sirius und Dolohow, ihre Zauberst�be blitzten wie Schwerter, und Funken stoben aus ihren Spitzen hervor -</p><p>Dolohow zog seinen Zauberstab zur�ck und machte wiederum die peitschende Bewegung, die er gegen Harry und Hermine gebraucht hatte. Harry sprang auf und rief: <emphasis>�Petrificus Totalus!� </emphasis>Erneut klappten Dolohows Arme und Beine zusammen, er kippte hinten�ber und landete mit einem Knall auf dem R�cken.</p><p>�Gut gemacht!�, rief Sirius und dr�ckte Harrys Kopf hinunter, weil zwei Schockzauber auf sie zuflogen. �Jetzt m�chte ich, dass du hier raus-�</p><p>Wieder duckten sich beide; ein Strahl gr�nen Lichts hatte Sirius knapp verfehlt. Auf der anderen Seite des Raums sah Harry, wie Tonks von halber H�he der Steinstufen herunterfiel, ihr erschlaffter K�rper st�rzte von Steinsitz zu Steinsitz, und Bellatrix rannte triumphierend zur�ck zu den anderen K�mpfenden.</p><p>�Harry, nimm die Prophezeiung, pack Neville und renn!�, rief Sirius und schnellte herum, um sich Bellatrix entgegenzustellen. Harry sah nicht, was als N�chstes passierte. Kingsley schwankte in sein Gesichtsfeld, im Kampf mit dem pockennarbigen und nicht mehr maskierten Rookwood; ein weiterer gr�ner Lichtblitz flog �ber Harrys Kopf, als er auf Neville zust�rzte -</p><p>�Kannst du stehen?�, br�llte er in Nevilles Ohr, w�hrend Nevilles Beine haltlos zuckten und zappelten. �Leg den Arm um meinen Hals -�</p><empty-line/><p>Neville tat wie gehei�en - Harry zog ihn hoch - Nevilles Beine fuhren in alle Richtungen, sie wollten ihn nicht tragen, und dann, urpl�tzlich, st�rzte sich ein Mann auf sie: Beide fielen nach hinten, Nevilles Beine zappelten wild wie die eines auf dem R�cken liegenden K�fers, Harry streckte seinen linken Arm hoch in die Luft und versuchte die kleine Glaskugel davor zu bewahren, zertr�mmert zu werden.</p><p>�Die Prophezeiung, gib mir die Prophezeiung, Potter!�, fauchte Lucius Malfoys Stimme in sein Ohr, und Harry sp�rte die Spitze von Malfoys Zauberstab hart zwischen seinen Rippen.</p><p>�Nein - lassen - Sie - mich ... Neville - fang sie!�</p><p>Harry warf die Prophezeiung hin�ber, Neville drehte sich auf dem R�cken herum und fing die Kugel mit der Hand an der Brust auf. Jetzt richtete Malfoy den Zauberstab auf Neville, doch Harry stie� seinen eigenen �ber seine Schulter zur�ck und rief: <emphasis>�Impedimenta!�</emphasis></p><p>Malfoy riss es r�cklings in die H�he. Als Harry sich wieder hochgerappelt hatte, blickte er sich um und sah, dass Malfoy auf das Podium krachte, auf dem Sirius und Bellatrix sich jetzt duellierten. Malfoy richtete seinen Zauberstab erneut auf Harry und Neville, doch ehe er Luft holen und angreifen konnte, war Lupin zwischen sie gesprungen.</p><p>�Harry, treib die anderen zusammen und VERSCHWINDE!�</p><p>Harry packte Neville an der Schulter am Umhang und hob ihn eigenh�ndig auf den ersten Rang der Steinstufen; Nevilles Beine zuckten und zappelten und wollten sein Gewicht nicht tragen; Harry hievte ihn erneut mit all seiner Kraft hoch und sie schafften es eine Stufe h�her -</p><p>Ein Fluch traf die Steinbank an Harrys Ferse; sie br�ckelte weg und er st�rzte zur�ck auf die Steinstufe darunter. Neville sank zu Boden, seine Beine zuckten und strampelten immer noch und er stopfte die Prophezeiung in seine Tasche.</p><p>�Komm schon!�, sagte Harry verzweifelt und zerrte an Nevilles Umhang.</p><p>�Versuch's einfach und dr�ck dich mit deinen Beinen -�</p><p>Er zog ihn noch einmal mit gewaltiger Anstrengung hoch und Nevilles Umhang riss den ganzen linken Saum entlang - die kleine Glasgespinstkugel fiel aus seiner Tasche, und bevor einer von ihnen sie auffangen konnte, stie� Neville mit einem zappelnden Bein dagegen: Sie flog wenige Meter nach rechts und zerbarst auf der Steinstufe unter ihnen. W�hrend sie beide auf die Stelle starrten, wo sie zerbrochen war, entsetzt �ber das Geschehene, stieg eine perlwei�e Gestalt mit gewaltig vergr��erten Augen in die Luft, von niemandem au�er ihnen bemerkt. Harry konnte sehen, wie sich ihr Mund bewegte, doch durch all den L�rm und das Schreien und Rufen um sie her konnte er kein einziges Wort der Prophezeiung verstehen. Die Gestalt h�rte auf zu sprechen und verschwand ins Nichts.</p><p>�Harry, dud bir Leid!�, schrie Neville, das Gesicht schmerzerf�llt, w�hrend seine Beine weiter zappelten. �Dud bir so Leid, Harry, das wollde ich nichd -�</p><p>�Macht nichts!�, rief Harry. �Versuch zu stehen, wir hauen hier -�</p><p><emphasis>�Dubbledore!�, </emphasis>sagte Neville, das schwei�nasse Gesicht pl�tzlich hell erfreut, und starrte �ber Harrys Schulter.</p><p>�Was?�</p><p>�DUBBLEDORE!�</p><p>Harry wandte den Kopf, um zu sehen, wo Neville hinstarrte. Direkt �ber ihnen, im T�rrahmen zum Gehirnraum, stand Albus Dumbledore mit erhobenem Zauberstab, das Gesicht wei� und zornig. Harry sp�rte eine Art elektrische Ladung durch jede Zelle seines K�rpers str�men - <emphasis>sie waren gerettet. </emphasis></p><p>Dumbledore eilte die Stufen hinunter, vorbei an Neville und Harry, die nun nicht im Geringsten mehr daran dachten, zu verschwinden. Dumbledore war bereits am Fu� der Stufen, als die Todesser, die ihm am n�chsten standen, seine Anwesenheit bemerkten und es den anderen zuriefen. Einer von ihnen rannte los und kletterte wie ein Affe die Steinstufen gegen�ber hoch. Dumbledores Fluch zog ihn so leicht und m�helos zur�ck, als ob er ihn mit einer unsichtbaren Leine an den Haken genommen h�tte -</p><p>Nur ein Paar k�mpfte noch, sich offenbar des soeben Erschienenen nicht bewusst. Harry sah, wie Sirius dem roten Lichtblitz von Bellatrix auswich: Er lachte sie aus.</p><p>�Komm schon, du kannst es doch besser!�, rief er und seine Stimme hallte in dem Gew�lberaum wider.</p><p>Der zweite Lichtblitz traf ihn direkt auf die Brust.</p><p>Das Lachen auf seinem Gesicht war noch nicht ganz verloschen, doch seine Augen weiteten sich vor Entsetzen.</p><p>Harry lie� Neville los, ohne es zu bemerken. Erneut sprang er die Stufen hinunter und zog seinen Zauberstab, und auch Dumbledore wandte sich dem Podium zu.</p><p>Es schien, als dauerte es eine Ewigkeit, bis Sirius st�rzte. Sein K�rper schwang sich in einem anmutigen Bogen und er fiel r�cklings durch den zerschlissenen Schleier, der von dem Steinbogen herabhing.</p><p>Harry sah den zugleich angstvollen und �berraschten Ausdruck auf dem einst sch�nen und nun verw�steten Gesicht seines Paten, als er durch den uralten Bogen fiel und hinter dem Schleier verschwand, der einen Moment lang flatterte wie in einem steifen Luftzug und dann wieder zur Ruhe kam.</p><p>Harry h�rte Bellatrix Lestranges triumphierenden Schrei, doch er wusste, dass er nichts bedeutete - Sirius war nur gerade durch den Bogen gefallen, er w�rde jeden Moment auf der anderen Seite wieder auftauchen ...</p><p>Aber Sirius tauchte nicht wieder auf.</p><p>�SIRIUS!�, rief Harry. �SIRIUS!�</p><p>Er hatte den Boden der Senke erreicht, sein Atem ging keuchend und brannte.</p><p>Sirius musste hinter dem Vorhang sein, er, Harry, w�rde ihn wieder hervorziehen</p><p>...</p><p>Doch als Harry auf das Podium losspurtete, schlang ihm Lupin einen Arm um die Brust und hielt ihn zur�ck.</p><p>�Du kannst nichts mehr tun, Harry -�</p><p>�Holt ihn, rettet ihn, er ist doch eben erst da durch!�</p><p>�- es ist zu sp�t, Harry.�</p><p>�Wir k�nnen ihn noch erreichen -� Harry k�mpfte verbissen und b�se, doch Lupin lie� ihn nicht los ...</p><p>�Du kannst nichts mehr tun, Harry ... nichts ... er ist fort.�</p></section><section><title><p>Der Einzige, den er je f�rchtete</p></title><p>�Er ist nicht fort�, schrie Harry.</p><p>Er glaubte es nicht; er wollte es nicht glauben; noch immer k�mpfte er mit all seiner Kraft gegen Lupin. Lupin hatte ja keine Ahnung; hinter diesem Vorhang verbargen sich Menschen; Harry hatte sie fl�stern geh�rt, als er das erste Mal diesen Raum betreten hatte. Sirius hielt sich versteckt, er lauerte nur im Verborgenen -</p><p>�SIRIUS!�, schrie er. �SIRIUS!�</p><p>�Er kann nicht zur�ckkommen, Harry�, sagte Lupin mit brechender Stimme und m�hte sich, Harry zu b�ndigen. �Er kann nicht zur�ckkommen, weil er t-�</p><p>�ER - IST - NICHT - TOT!�, br�llte Harry. �SIRIUS!�</p><p>Rundum herrschte Bewegung, zweckloses Durcheinander, weitere Fl�che blitzten auf. F�r Harry war es sinnloser L�rm, die abgelenkten Fl�che, die an ihnen vorbeiflogen, scherten ihn nicht, nichts war wichtig, au�er dass Lupin endlich aufh�ren sollte so zu tun, als ob Sirius - der nur ein paar Schritte entfernt hinter dem alten Vorhang stand - nicht jeden Moment wieder auftauchen, sich das dunkle Haar aus dem Gesicht sch�tteln und mit Feuereifer erneut in die Schlacht st�rzen w�rde.</p><p>Lupin zerrte Harry vom Podium fort. Harry, der immer noch auf den Bogen starrte, war nun zornig auf Sirius, weil er ihn warten lie� -</p><p>Aber noch w�hrend er k�mpfte, um sich von Lupin zu befreien, erkannte ein Teil von ihm, dass Sirius ihn noch nie so lange hatte warten lassen ... Sirius hatte immer alles riskiert, um zu Harry zu gelangen, ihm zu helfen ... wenn Sirius nicht mehr aus diesem Bogen auftauchte, obwohl Harry doch nach ihm schrie, als hinge sein Leben davon ab, dann war die einzig m�gliche Erkl�rung, dass er nicht zur�ckkommen konnte ... dass er wirklich -</p><p>Dumbledore hatte die meisten verbliebenen Todesser in der Mitte des Raums zusammengedr�ngt, sie waren offenbar durch unsichtbare Seile au�er Gefecht gesetzt; Mad-Eye Moody war zu der Stelle gekrochen, wo Tonks am Boden lag, und versuchte sie wiederzubeleben. Hinter dem Podium drangen immer noch Lichtblitze, St�hnen und Schreie hervor - Kings ley war losgest�rmt und hatte Sirius' Duell mit Bellatrix wieder aufgenommen.</p><p>�Harry?�</p><p>Neville hatte sich eine Steinbank nach der anderen hinabgleiten lassen bis dorthin, wo Harry stand. Harry str�ubte sich inzwischen nicht mehr gegen Lupin, der seinen Arm dennoch zur Vorsicht festhielt.</p><p>�Harry ... dud mir echd Leid ...�, sagte Neville. Seine Beine tanzten immer noch unkontrolliert. �War dieser Mann - war Sirius Blag ein - ein Freund von dir?�</p><p>Harry nickte.</p><p>�Hier�, sagte Lupin leise und richtete seinen Zauberstab auf Nevilles Beine.</p><p><emphasis>�Finite.� </emphasis>Der Fluch war aufgehoben: Nevilles Beine sanken zur�ck auf den Boden und h�rten auf zu zucken. Lupins Gesicht war bleich. �Suchen - suchen wir die anderen. Wo sind sie alle, Neville?�</p><p>Lupin kehrte dem Bogen den R�cken zu, w�hrend er sprach. Es klang, als w�rde ihm jedes Wort Schmerzen bereiten.</p><p>�Die sind alle dort dr�ben�, sagte Neville. �Ein Gehirn had Ron angegriffen, aber ich glaub, es gehd ihm gud - und Herbine ist bewussdlos, aber wir konnden einen Buls f�hlen -�</p><p>Hinter dem Podium ert�nten ein lauter Knall und ein Schrei. Harry sah, wie Kingsley vor Schmerz schreiend zu Boden st�rzte. Bellatrix Lestrange rannte Hals �ber Kopf davon, w�hrend Dumbledore sich blitzschnell umdrehte. Er schoss ihr einen Fluch nach, doch sie lenkte ihn ab; sie war schon auf halber H�he der Stufen -</p><p>�Harry - nein!�, rief Lupin, aber Harry hatte den Arm bereits seinem lockeren Griff entrissen.</p><p>�SIE HAT SIRIUS GET�TET!�, br�llte Harry. �SIE HAT IHN GET�TET -</p><p>ICH WERDE SIE T�TEN!�</p><p>Und schon war er losgest�rmt und stolperte hastig die Steinb�nke hoch; Leute riefen ihm etwas nach, doch es war ihm gleich. Vor ihm verschwand der wehende Saum von Bellatrix' Umhang, dann waren sie wieder in dem Raum, wo die Gehirne schwammen ...</p><p>�ber die Schulter hinweg schoss sie einen Fluch ab. Das Becken erhob sich in die Luft und kippte. Die �bel riechende Br�he darin �berflutete Harry, die Gehirne glitschten und rutschten �ber ihn und begannen ihn mit ihren langen bunten Tentakeln zu umspinnen, doch er rief: <emphasis>�Windgardium Leviosa!�, </emphasis>und sie flogen von ihm weg hoch in die Luft. Schlitternd und rutschend rannte er auf die T�r zu; er sprang �ber Luna hinweg, die am Boden st�hnte, an Ginny vorbei, die sagte: �Harry - was -?�, vorbei auch an Ron, der matt kicherte, und an Hermine, die immer noch ohnm�chtig war. Er riss die T�r auf, die in die runde schwarze Halle f�hrte, und sah Bellatrix durch eine T�r auf der anderen Seite des Raums verschwinden; vor ihr lag der Korridor, der zur�ck zu den Aufz�gen f�hrte.</p><empty-line/><p>Er rannte, doch sie hatte die T�r hinter sich zugeschlagen und schon drehte sich die Wand. Abermals umgaben ihn Streifen blauen Lichts von den wirbelnden Leuchtern.</p><p>�Wo ist der Ausgang?�, rief er verzweifelt, als die Wand wieder rumpelnd zum Stillstand kam. �Wo geht es raus?�</p><p>Der Raum schien auf seine Frage gewartet zu haben. Die T�r hinter ihm flog auf, und vor ihm erstreckte sich der Korridor zu den Aufz�gen, beleuchtet von Fackeln und leer. Er rannte ...</p><p>Vor sich konnte er einen Aufzug klappern h�ren; er spurtete durch den Gang, wirbelte um eine Ecke und schlug mit der Faust auf den Knopf, um einen zweiten Aufzug zu holen. Rasselnd und polternd sank der Fahrstuhl immer tiefer; die Gitter glitten auf, Harry st�rzte hinein und h�mmerte nun auf den Knopf mit der Aufschrift �Atrium�. Die T�ren glitten zu und er fuhr nach oben ...</p><p>Er zw�ngte sich aus dem Aufzug, noch ehe die Gitter ganz ge�ffnet waren, und sah sich um. Bellatrix war schon fast am Telefonlift auf der anderen Seite der Halle, doch sie blickte zur�ck, w�hrend er auf sie zurannte, und feuerte einen weiteren Fluch auf ihn ab. Er duckte sich hinter den Brunnen der Magischen Geschwister; der Fluch raste an ihm vorbei und traf die goldenen schmiedeeisernen Portale am anderen Ende des Atriums, die wie Glocken erklangen. Es waren keine Schritte mehr zu h�ren. Sie war stehen geblieben. Er kauerte sich hinter die Statuen und lauschte.</p><p><emphasis>�Komm raus, komm raus, kleiner Harry!�, </emphasis>rief sie mit ihrer gek�nstelten Babystimme, die vom Parkettboden widerhallte. �Wozu bist du mir sonst nachgerannt? Ich dachte, du w�rst hier, um meinen lieben Cousin zu r�chen!�</p><p>�Das bin ich auch!�, rief Harry und zwanzig geisterhafte Harrys rundum in der Halle schienen im Chor <emphasis>Das bin ich auch! Das bin ich auch! Das bin ich auch! </emphasis>zu singen.</p><p>�Aaaaaah ... hast du ihn <emphasis>geliebt, </emphasis>kleines Potterbaby?�</p><p>Hass stieg in Harry hoch, wie er ihn nie gesp�rt hatte; er st�rmte hinter dem Brunnen hervor und br�llte: <emphasis>�Crucio!�</emphasis></p><p>Bellatrix schrie. Der Fluch hatte sie umgeworfen, doch sie kr�mmte sich nicht und kreischte nic ht vor Schmerz, wie Neville es getan hatte - sie war schon wieder auf den Beinen, au�er Atem, und sie lachte nicht mehr. Harry duckte sich erneut hinter den goldenen Brunnen. Ihr Gegenfluch traf den Kopf des h�bschen Zauberers, er wurde heruntergerissen, schlug sechs Meter entfernt auf und riss lange Kratzer in den Holzboden.</p><p>�Hast noch nie einen Unverzeihlichen Fluch benutzt, nicht wahr, Junge?�, rief sie. Ihre Babystimme war nun verschwunden. �Du musst ihn auch wirklich so <emphasis>meinen, </emphasis>Potter! Du musst wirklic h Schmerz zuf�gen wollen - es genie�en -</p><p>gerechter Zorn wird mir nicht lange wehtun - ich zeig dir, wie man's macht, ja?</p><p>Ich erteil dir eine Lektion -�</p><p>Harry kroch vorsichtig um den Brunnen herum, sie schrie <emphasis>�Crucio!�, </emphasis>und er war gezwungen, sich erneut zu ducken, weil der Arm des Zentauren, der den Bogen hielt, weggerissen wurde und krachend auf dem Boden landete, nicht weit vom Kopf des goldenen Zauberers entfernt.</p><p>�Potter, du kannst gegen mich nicht gewinnen!�, rief sie.</p><p>Er konnte sie nach rechts gehen h�ren, als sie versuchte, ihn ins Visier zu bekommen. Er wich um die Statue herum vor ihr zur�ck und kauerte sich hinter den Beinen des Zentauren nieder, sein Kopf auf einer H�he mit dem des Hauselfen.</p><p>�Ich war und bin die treueste Dienerin des Dunklen Lords. Ich habe die dunklen K�nste von ihm erlernt, und ich kenne Fl�che von solcher Kraft, gegen die du j�mmerlicher Wicht nicht einmal hoffen kannst anzukommen -�</p><p><emphasis>�Stupor!�, </emphasis>rief Harry. Er war bis zu der Stelle gekrochen, wo der Kobold strahlend zu dem nun kopflosen Zauberer aufblickte, und hatte auf ihren R�cken gezielt, als sie um den Brunnen sp�hte. Sie reagierte so schnell, dass er kaum Zeit hatte, sich zu ducken.</p><p><emphasis>�Protego!�</emphasis></p><p>Der rote Lichtblitz, sein eigener Schockzauber, prallte gegen ihn zur�ck. Harry stolperte wieder hinter den Brunnen und ein Ohr des Kobolds flog durch den Raum.</p><p>�Potter, ich geb dir eine Chance!�, schrie Bellatrix. �Gib mir die Prophezeiung</p><p>- roll sie zu mir r�ber - und vielleicht schone ich dein Leben!�</p><p>�Dann werden Sie mich t�ten m�ssen, denn die Prophezeiung existiert nicht mehr!�, br�llte Harry und im selben Moment schoss ein brennender Schmerz �ber seine Stirn. Seine Narbe brannte wieder, und er sp�rte einen Zorn auflodern, der nichts mit seiner eigenen Wut zu tun hatte. �Und er wei� es!�, sagte Harry und lachte so wahnsinnig wie zuvor Bellatrix. �Ihr lieber alter Kumpel Voldemort wei�, dass sie weg ist! Er wird ganz und gar nicht zufrieden mit Ihnen sein.�</p><p>�Was? Was redest du da?�, schrie sie und zum ersten Mal lag Angst in ihrer Stimme.</p><p>�Die Prophezeiung ist zerbrochen, als ich versucht habe, Neville die Stufen hochzuziehen! Also, was, glauben Sie, wird Voldemort dazu sagen?�</p><empty-line/><p>Seine Narbe biss und brannte ... der Schmerz trieb ihm Tr�nen in die Augen ...</p><p>�L�GNER!�, kreischte sie, aber jetzt konnte er das Entsetzen hinter ihrem Zorn h�ren. �DU HAST SIE, POTTER, UND DU WIRST SIE MIR GEBEN!</p><p><emphasis>Accio Prophezeiung! </emphasis>ACCIO PROPHEZEIUNG!�</p><p>Harry lachte wieder, weil er wusste, dass es sie in Rage versetzte, und der Schmerz in seinem Kopf schwoll so heftig an, dass er glaubte, sein Sch�del k�nnte platzen. Er winkte mit seiner leeren Hand hinter dem einohrigen Kobold hervor und zog sie rasch wieder zur�ck, als sie einen weiteren gr�nen Lichtblitz auf ihn abfeuerte.</p><p>�Da ist nichts!�, rief er. �Nichts zum Herbeirufen! Sie ist zerbrochen, und keiner hat geh�rt, was sie gesagt hat, richten Sie das Ihrem Boss aus!�</p><p>�Nein!�, schrie sie. �Das ist nicht wahr, du l�gst! HERR, ICH HAB'S</p><p>VERSUCHT, ICH HAB'S VERSUCHT - BESTRAFT MICH NICHT -�</p><p>�Sparen Sie sich das Geschrei!�, rief Harry und kniff die Augen zusammen, denn seine Narbe schmerzte f�rchterlicher denn je. �Er kann Sie von hier nicht h�ren!�</p><p>�Kann ich nicht, Potter?�, sagte eine hohe, kalte Stimme.</p><p>Harry �ffnete die Augen.</p><p>Gro�, d�nn und mit schwarzer Kapuze, das schreckliche, schlangen�hnliche Gesicht wei� und ausgemergelt, starrende scharlachrote Augen mit Pupillenschlitzen ... Lord Voldemort war in der Mitte der Halle erschienen, und sein Zauberstab zielte auf Harry, der wie angefroren dastand, v�llig unf�hig sich zu bewegen.</p><p>�So, du hast meine Prophezeiung zerbrochen?�, sagte Voldemort leise und starrte Harry mit den gnadenlosen roten Augen an. �Nein, Bella, er l�gt nicht ...</p><p>ich sehe die Wahrheit aus seinem unw�rdigen Geist zu mir aufblicken ... Monate der Vorbereitung, Monate der M�he ... und meine Todesser haben es zugelassen, dass Harry Potter erneut mein Vorhaben vereitelt ...�</p><p>�Herr, es tut mir Leid, ich wusste es nicht, ich habe gegen den Animagus Black gek�mpft!�, schluchzte Bellatrix und warf sich Voldemort zu F��en, als er langsam n�her trat. �Herr, Ihr solltet wissen -�</p><p>�Sei still, Bella�, sagte Voldemort drohend. �Zu dir komme ich gleich.</p><p>Glaubst du, ich habe das Zaubereiministerium betreten, um mir deine wehleidige Entschuldigung anzuh�ren?�</p><p>�Aber Herr - er ist hier - er ist unten -�</p><p>Voldemort beachtete sie nicht.</p><empty-line/><p>�Ich habe dir nichts weiter zu sagen, Potter�, sagte er leise. �Du hast mich zu oft ver�rgert, und zu lange Zeit. <emphasis>AVADA KEDAVRA!�</emphasis></p><p>Harry hatte nicht einmal den Mund ge�ffnet, um Widerstand zu leisten; sein Kopf war leer, sein Zauberstab nutzlos zu Boden gerichtet.</p><p>Aber die kopflose goldene Statue des Zauberers im Brunnen war pl�tzlich zum Leben erwacht, sprang von ihrem Sockel und landete krachend auf dem Boden zwischen Harry und Voldemort. Der Fluch prallte einfach von der Brust der Statue ab, als sie die Arme ausbreitete, um Harry zu sch�tzen.</p><p>�Was -?�, rief Voldemort und sah sich um. Und dann fl�sterte er:</p><p><emphasis>�Dumbledore!�</emphasis></p><p>Harry blickte hinter sich, sein Herz h�mmerte. Dumbledore stand vor den goldenen Portalen.</p><p>Voldemort hob den Zauberstab und noch ein gr�ner Lichtblitz jagte auf Dumbledore zu. Der wandte sich um und war mit einem Wirbeln seines Umhangs verschwunden. Sofort war er hinter Voldemort wieder aufgetaucht und deutete mit seinem Zauberstab auf die �berbleibsel des Brunnens. Die anderen Statuen erwachten zum Leben. Die Statue der Hexe rannte auf Bellatrix los, die schrie und Fl�che abschickte. Sie prallten jedoch wirkungslos von der Brust der Statue ab, ehe diese sich auf Bellatrix st�rzte und sie am Boden festhielt. Unterdessen hasteten der Kobold und der Hauself zu den Kaminen an den W�nden, und der einarmige Zentaur st�rmte im Galopp auf Voldemort los, der verschwand und neben dem Wasserbecken wieder auftauchte. Die kopflose Statue dr�ngte Harry zur�ck, weg von dem Kampf. Dumbledore schritt auf Voldemort zu und der goldene Zentaur trabte um sie beide herum.</p><p>�Es war t�richt, heute Nacht herzukommen, Tom�, sagte Dumbledore ruhig.</p><p>�Die Auroren sind unterwegs -�</p><p>�Bis dahin bin ich verschwunden und du wirst tot sein!�, fauchte Voldemort.</p><p>Er schleuderte Dumbledore einen weiteren Todesfluch entgegen, verfehlte ihn jedoch und traf stattdessen das Pult des Sicherheitsbediensteten, das in Flammen aufging.</p><p>Dumbledore machte eine kleine Bewegung mit seinem Zauberstab. Die Kraft des Zaubers, der aus ihm str�mte, war so gewaltig, dass Harry sp�rte, wie sich ihm die Haare str�ubten, als er vorbeischoss, obwohl er von seinem goldenen W�chter abgeschirmt wurde. Diesmal war Voldemort gezwungen, aus dem Nichts einen leuchtenden, silbernen Schild heraufzubeschw�ren, um ihn abzulenken. Der Zauber, was auch immer es war, f�gte dem Schild keinen sichtbaren Schaden zu, doch vibrierte er nun mit einem tiefen, gongartigen Laut - einem Klang, der einen merkw�rdig schaudern lie�.</p><empty-line/><p>�Du hast nicht die Absicht, mich zu t�ten, Dumbledore?�, rief Voldemort und seine scharlachroten Augen �ber dem Schild verengten sich. ��ber solche Brutalit�t erhaben, nicht wahr?�</p><p>�Wir beide wissen, dass es andere Wege gibt, einen Mann zu zerst�ren, Tom�, sagte Dumbledore ruhig und schritt weiter auf Voldemort zu, als ob er nichts in der Welt zu f�rchten h�tte, als ob nichts geschehen w�re, das sein Schlendern durch die Halle unterbrochen h�tte. �Nur dein Leben zu nehmen w�rde mich offen gestanden nicht zufrieden stellen -�</p><p>�Es gibt nichts Schlimmeres als den Tod, Dumbledore!�, fauchte Voldemort.</p><p>�Das ist vollkommen falsch�, entgegnete Dumbledore, der immer noch auf Voldemort zuging und so unbeschwert sprach, als ob sie die Angelegenheit bei einem Drink er�rtern w�rden. Harry �ngstigte es, ihn so dahinschreiten zu sehen, ohne Verteidigung, ohne Schild; er wollte eine Warnung hinausschreien, doch sein kopfloser W�chter schob ihn immer weiter zur�ck zur Wand und vereitelte jeden Versuch, an ihm vorbeizukommen. �Deine Unf�higkeit zu begreifen, dass es Dinge gibt, die weit schlimmer sind als der Tod, war schon immer deine gr��te Schw�che -�</p><p>Hinter dem silbernen Schild flog ein gr�ner Lichtblitz hervor. Diesmal war es der einarmige Zentaur, der sich im Galopp vor Dumbledore warf, den Blitz zum Explodieren brachte und in hundert St�cke zerbarst. Noch bevor sie auf dem Boden gelandet waren, hatte Dumbledore seinen Zauberstab zur�ckgezogen und geschwungen wie eine Peitsche. Eine lange d�nne Flamme brach aus der Spitze hervor und schlang sich um Voldemort mitsamt seinem Schild. F�r einen Augenblick schien es, als h�tte Dumbledore gewonnen, doch dann verwandelte sich das flammende Seil in eine Schlange, die ihren Griff um Voldemort sofort l�ste und sich wild zischend gegen Dumbledore wandte.</p><p>Voldemort verschwand, die Schlange erhob sich vom Boden, zum Angriff bereit -</p><p>Eine Stichflamme schoss genau �ber Dumbledore aus dem Nichts hervor, als Voldemort wieder erschien; er stand auf der Sockelplatte inmitten des Beckens, wo eben noch die f�nf Statuen gewesen waren.</p><p><emphasis>�Vorsicht!�, </emphasis>schrie Harry.</p><p>Doch w�hrend er schrie, flog ein weiterer gr�ner Lichtstrahl aus Voldemorts Zauberstab auf Dumbledore zu, und die Schlange griff an -</p><p>Fawkes stie� vor Dumbledore herab, sperrte seinen Schnabel weit auf und schluckte den ganzen gr�nen Lichtstrahl: Er ging in Flammen auf und fiel zu Boden, klein, zerknittert und unf�hig zu fliegen. Im selben Moment machte Dumbledore eine lange, flie�ende Bewegung mit seinem Zauberstab - und die Schlange, die im n�chsten Augenblick ihre Giftz�hne in ihn geschlagen h�tte, flog hoch in die Luft und l�ste sich in einen dunklen Rauchschwaden auf; und das Wasser im Becken stieg an und umschloss Voldemort wie ein Kokon aus geschmolzenem Glas.</p><p>Einige Sekunden lang war Voldemort nur als dunkle, wogende, gesichtslose Gestalt zu erkennen, schimmernd und verschwommen auf dem Sockel, offensichtlich im Kampf gegen das, was ihn erstickte -</p><p>Dann war er verschwunden, und das Wasser fiel mit lautem Get�se zur�ck ins Becken, wo es heftig �ber die R�nder schwappte und sich �ber den Parkettboden ergoss.</p><p>�HERR!�, schrie Bellatrix.</p><p>In der Gewissheit, dass es vorbei war, dass Voldemort beschlossen hatte zu fliehen, wollte Harry schon hinter seinem steinernen W�chter hervorrennen, aber Dumbledore br�llte: �Bleib, wo du bist, Harry!�</p><p>Zum ersten Mal war Angst in Dumbledores Stimme. Harry begriff nicht, warum: Niemand war in der Halle au�er ihnen, die schluchzende Bellatrix lag immer noch unter der Statue der Hexe gefangen, und der neugeborene Ph�nix Fawkes kr�chzte matt am Boden -</p><p>Dann brach Harrys Narbe auf und er wusste, dass er tot war: Dies war ein Schmerz jenseits aller Vorstellungskraft, ein Schmerz jenseits dessen, was man ertragen konnte -</p><p>Er war nicht mehr in der Halle, er war gefangen in den Fesseln einer Kreatur mit roten Augen, so fest gebunden, dass Harry nicht wusste, wo sein K�rper endete und der des Gesch�pfs begann. Sie waren miteinander verschmolzen, aneinander gefesselt durch den Schmerz, und es gab kein Entkommen -</p><p>Und als die Kreatur sprach, benutzte sie seinen Mund, so dass er in seiner Todesqual sp�rte, wie sein Kiefer sich bewegte ...</p><p><emphasis>�T�te mich jetzt, Dumbledore ...�</emphasis></p><p>Er war geblendet, er starb, jede Faser schrie nach Erl�sung, und Harry sp�rte, dass die Kreatur ihn erneut benutzte ...</p><p><emphasis>�Wenn der Tod nichts bedeutet, Dumbledore, dann t�te den Jungen ...�</emphasis></p><p>Lass den Schmerz aufh�ren, dachte Harry ... lass es zu, dass er uns t�tet ... setz dem ein Ende, Dumbledore ... der Tod ist nichts im Vergleich hiermit ...</p><p>Und ich werde Sirius wieder sehen ...</p><p>Gef�hle str�mten in Harrys Herz und die Fesseln der Kreatur lockerten sich, der Schmerz war verschwunden; Harry lag mit dem Gesicht am Boden, seine Brille war weg, und er zitterte, als l�ge er auf Eis, nicht auf Holz ...</p><p>Und da waren Stimmen, die durch das Atrium hallten, mehr Stimmen, als dort eigentlich h�tten sein d�rfen ... Harry schlug die Augen auf und sah seine Brille neben der Ferse der kopflosen Statue, die ihn bewacht hatte, nun aber flach auf dem R�cken lag, zerbrochen und reglos. Er setzte die Brille auf, hob leicht den Kopf und erblickte Dumbledores Hakennase direkt vor seiner Nase.</p><p>�Alles in Ordnung mit dir, Harry?�</p><p>�Ja�, sagte Harry und schlotterte so heftig, dass er kaum den Kopf erhoben halten konnte. �Ja, ich bin - wo ist Voldemort, wo - wer sind all diese - was ist -�</p><p>Das Atrium war voller Leute; im Boden spiegelten sich die smaragdgr�nen Flammen, die in den Kaminen entlang einer Wand aufgelodert waren. Str�me von Hexen und Zauberern traten aus ihnen heraus. Als Dumbledore ihn auf die F��e zog, sah Harry die kleinen goldenen Statuen des Hauselfen und des Kobolds, die einen geschockt blickenden Cornelius Fudge herbeif�hrten.</p><p>�Er war hier!�, rief ein Mann mit scharlachrotem Umhang und Pferdeschwanz und deutete auf einen Haufen goldenen Schutt auf der anderen Seite der Halle, wo nur Augenblicke zuvor noch Bellatrix eingeklemmt gelegen hatte. �Ich hab ihn gesehen, Mr. Fudge, ich schw�re, es war Du-wei�t-schon-wer, er hat eine Frau gepackt und ist disappariert!�</p><p>�Ich wei�, Williamson, ich wei�, ich habe ihn auch gesehen!�, stammelte Fudge, der einen Schlafanzug unter seinem Nadelstreifenmantel trug und keuchte, als ob er gerade meilenweit gerannt w�re. �Beim Bart des Merlin - hier - <emphasis>hier! -</emphasis></p><p>Im Zaubereiministerium! - G�tiger Himmel - kaum zu glauben, herrjemine - wie konnte das geschehen -?�</p><p>�Wenn Sie hinuntergehen in die Mysteriumsabteilung, Cornelius�, sagte Dumbledore, offensichtlich beruhigt, dass es Harry gut ging, und trat nun vor, so dass die Neuank�mmlinge �berhaupt erst bemerkten, dass er hier war (einige von ihnen hoben den Zauberstab; andere blickten nur verdutzt; die Statuen des Elfen und des Kobolds klatschten Beifall, und Fudge zuckte so heftig zusammen, dass seine puschenbewehrten F��e vom Boden abhoben), �dann werden Sie mehrere entflohene Todesser in der Todeskammer gefangen finden, gefesselt mit einem Anti-Disapparier-Fluch und in Erwartung Ihrer Entscheidung, was mit ihnen zu geschehen hat.�</p><p>�Dumbledore!�, keuchte Fudge, au�er sich vor Verbl�ffung. �Sie - hier - ich -</p><p>ich -�</p><p>Hektisch blickte er sich im Kreis der Auroren um, die er mitgebracht hatte, und es h�tte nicht deutlicher sein k�nnen, dass er drauf und dran war zu schreien:</p><empty-line/><p>�Packt ihn!�</p><p>�Cornelius, ich bin bereit, gegen Ihre M�nner zu k�mpfen - und erneut zu gewinnen!�, sagte Dumbledore mit donnernder Stimme. �Doch vor einigen Minuten haben Sie mit eigenen Augen den Beweis gesehen, dass ich Ihnen seit einem Jahr die Wahrheit gesagt habe: Lord Voldemort ist zur�ckgekehrt, Sie haben zw�lf Monate lang den falschen Mann gejagt, und es ist an der Zeit, dass Sie auf die Stimme der Vernunft h�ren!�</p><p>�Ich - nicht - nun�, stammelte Fudge und blickte umher, als hoffte er, jemand w�rde ihm sagen, was zu tun sei. Als dies niemand tat, sagte er: �Nun gut -</p><p>Dawlish! Williamson! Gehen Sie hinunter in die Mysteriumsabteilung und schauen Sie nach ... Dumbledore, Sie - Sie werden mir genauestens erkl�ren m�ssen - der Brunnen der Magischen Geschwister - was ist passiert?�, f�gte er fast wimmernd hinzu und starrte auf den Boden, wo die �berreste der Hexen-, Zauberer- und Zentaurenstatue verstreut lagen.</p><p>�Das k�nnen wir er�rtern, sobald ich Harry nach Hogwarts zur�ckgeschickt habe�, sagte Dumbledore.</p><p>�Harry - <emphasis>Harry Potter?�</emphasis></p><p>Fudge wirbelte herum und starrte Harry an, der immer noch an der Wand neben der zerborstenen Statue stand, die ihn w�hrend Dumbledores und Voldemorts Duell bewacht hatte.</p><p>�Er - hier?�, sagte Fudge. �Warum - was hat das alles zu bedeuten?�</p><p>�Ich werde Ihnen alles erkl�ren�, wiederholte Dumbledore, �sobald Harry wieder in der Schule ist.�</p><p>Er ging vom Brunnenbecken zu der Stelle, wo der Kopf des goldenen Zauberers am Boden lag. Er richtete den Zauberstab auf ihn und murmelte:</p><p><emphasis>�Portus.� </emphasis>Der Kopf ergl�hte blau und bebte sekundenlang ger�uschvoll auf dem Holzboden, ehe er wieder still dalag.</p><p>�H�ren Sie, Dumbledore!�, sagte Fudge, als Dumbledore den Kopf aufhob und damit zu Harry zur�ckging. �Sie haben keine Genehmigung f�r diesen Portschl�ssel! So etwas k�nnen Sie nicht vor der Nase des Zaubereimin isters machen, Sie - Sie -�</p><p>Seine Stimme brach, als Dumbledore ihn gebieterisch �ber seine Halbmondbrille hinweg ansah.</p><p>�Sie werden den Befehl erteilen, Dolores Umbridge aus Hogwarts zu entfernen�, sagte Dumbledore. �Sie werden Ihre Auroren anweisen, nicht mehr nach meinem Lehrer f�r Pflege magischer Gesch�pfe zu fahnden, so dass er an seine Arbeitsst�tte zur�ckkehren kann. Ich werde Ihnen ...�, Dumbledore zog eine Uhr mit zw�lf Zeigern aus der Tasche und warf einen Blick darauf, �... heute Nacht eine halbe Stunde meiner Zeit gew�hren, in der wir, wie ich glaube, das, was hier geschehen ist, in allen wesentlichen Punkten er�rtern k�nnen. Danach werde ich in meine Schule zur�ckkehren m�ssen. Und wenn Sie weitere Hilfe von mir ben�tigen, sind Sie nat�rlich herzlich aufgefordert, mit mir auf Hogwarts in Kontakt zu treten. Briefe, die an den Schulleiter adressiert sind, erreichen mich gew�hnlich.�</p><p>Fudge glotzte verst�ndnislos; sein Mund stand offen und sein rundes Gesicht unter seinem zerw�hlten grauen Haar wurde zunehmend rosa.</p><p>�Ich - Sie -�</p><p>Dumbledore kehrte ihm den R�cken zu.</p><p>�Nimm diesen Portschl�ssel, Harry.�</p><p>Er streckte ihm den goldenen Kopf der Statue entgegen und Harry legte seine Hand auf ihn; es k�mmerte ihn nicht mehr, was er als N�chstes tat oder wo es hinging.</p><p>�Wir sehen uns in einer halben Stunde�, sagte Dumbledore leise. �Eins ...</p><p>zwei ... drei ...�</p><p>Harry hatte die vertraute Empfindung, als ob ein Haken hinter seinem Nabel nach vorne gerissen w�rde. Der Parkettboden unter seinen F��en war fort, das Atrium, Fudge und Dumbledore waren allesamt verschwunden, und er flog dahin in einem Wirbelwind aus Farben und Kl�ngen ...</p></section><section><title><p>Die verlorene Prophezeiung</p></title><p>Harrys F��e schlugen auf festem Boden auf; seine Knie knickten leicht ein und der goldene Zaubererkopf fiel mit einem dr�hnenden <emphasis>Klonk </emphasis>zu Boden. Er blickte sich um und sah, dass er in Dumbledores B�ro angekommen war.</p><p>W�hrend der Abwesenheit des Schulleiters schien sich alles selbst wiederhergestellt zu haben. Die zierlichen silbernen Instrumente standen wieder auf den storchbeinigen Tischen und pafften und sirrten gelassen. Die Portr�ts der Schulleiter und Schulleiterinnen d�sten in ihren Rahmen, die K�pfe nach hinten in die Sessel oder an die Bilderrahmen gelehnt. Harry blickte aus dem Fenster.</p><p>Eine k�hle, blassgr�ne Linie war entlang des Horizonts zu sehen: Der Morgen brach an.</p><p>Die Stille und Ruhe, unterbrochen nur vom gelegentlichen Grunzen oder Schniefen eines schlafenden Portr�ts, lastete unertr�glich auf ihm. Wenn diese Umgebung seine Gef�hle h�tte widerspiegeln k�nnen, dann h�tten die Bilder vor Schmerz geschrien. Rasch atmend ging er in dem stillen, sch�nen B�ro umher und versuchte nicht zu denken. Aber er musste denken ... es gab kein Entrinnen ...</p><p>Es war seine Schuld, dass Sirius gestorben war, alles war seine Schuld. Wenn er nicht so dumm gewesen w�re, auf Voldemorts List hereinzufallen, wenn er nicht so �berzeugt gewesen w�re, dass das, was er im Traum gesehen hatte, Wirklichkeit war, wenn er in seinem Denken nur die M�glichkeit zugelassen h�tte, dass Voldemort, wie Hermine gemeint hatte, auf Harrys <emphasis>Vorliebe, den Helden zu spielen, </emphasis>gesetzt hatte ...</p><p>Es war unertr�glich, er wollte nicht dar�ber nachdenken, er hielt es nicht aus ...</p><p>in ihm war eine schreckliche Leere, und er wollte sie nicht sp�ren oder erforschen, ein dunkles Loch, wo Sirius gewesen war, in dem Sirius verschwunden war; er wollte nicht allein sein m�ssen mit diesem gro�en, stillen B�ro, er konnte es nicht ertragen -</p><p>Aus einem Bild hinter ihm drang ein besonders lautes, grunzendes Schnarchen und eine k�hle Stimme sagte: �Ah ... Harry Potter ...�</p><p>Phineas Nigellus g�hnte herzhaft und streckte die Arme aus, w�hrend er Harry mit schlauem Blick aus schmalen Augen ansah.</p><p>�Und was f�hrt dich in den fr�hen Morgenstunden hierher?�, sagte Phineas schlie�lich. �Zu diesem B�ro hat eigentlich niemand Zutritt au�er dem rechtm��igen Schulleiter. Oder hat Dumbledore dich hergeschickt? Ach, sag blo� nicht ...� Er g�hnte von neuem und schauderte. �Noch eine Nachricht f�r meinen unw�rdigen Ururenkel?�</p><empty-line/><p>Harry brachte kein Wort hervor. Phineas Nigellus wusste nicht, dass Sirius tot war, aber Harry konnte es ihm nicht sagen. Es laut auszusprechen hie�e, dass es endg�ltig, absolut, unwiderrufbar sein w�rde.</p><p>Noch ein paar Portr�ts r�hrten sich jetzt. Harry graute es davor, befragt zu werden, und so durchquerte er mit z�gigen Schritten das Zimmer und packte den T�rknauf.</p><p>Er lie� sich nicht drehen. Harry war eingeschlossen.</p><p>�Ich hoffe, das hei�t�, sagte der korpulente rotnasige Zauberer, der an der Wand hinter dem Schreibtisch des Schulleiters hing, �dass Dumbledore bald wieder unter uns weilen wird?�</p><p>Harry wandte sich um. Der Zauberer musterte ihn mit gro�em Interesse. Harry nickte. Er r�ttelte weiter an dem T�rknauf hinter seinem R�cken, doch er lie� sich immer noch nicht bewegen.</p><p>�Oh, gut�, sagte der Zauberer. �Es war sehr trist ohne ihn, sehr trist, in der Tat.�</p><p>Er lie� sich auf dem thronartigen Stuhl nieder, auf dem er gemalt worden war, und l�chelte Harry wohlwollend an.</p><p>�Dumbledore h�lt sehr viel von dir, wie du sicher wei�t�, sagte er mit Behagen. �O ja. Hat gro�e Hochachtung vor dir.�</p><p>Die Schuld, die Harrys Brust wie ein gewaltiger, schwerer Parasit erf�llte, kr�mmte und schl�ngelte sich jetzt. Harry konnte es nicht ertragen, er konnte es nicht mehr ertragen, er selbst zu sein ... er hatte sich noch nie so sehr in seinem eigenen Kopf und K�rper gefangen gef�hlt, sich nie so heftig gew�nscht, jemand anderer sein zu k�nnen, irgendjemand ...</p><p>Im leeren Kamin loderten smaragdgr�ne Flammen auf, und Harry sprang von der T�r zur�ck und starrte auf den Mann, der darin wirbelte. Als Dumbledores hohe Gestalt sich aus dem Feuer l�ste, schreckten die Hexen und Zauberer an den W�nden ringsum aus dem Schlaf, und viele von ihnen lie�en Willkommensrufe h�ren.</p><p>�Danke�, sagte Dumbledore leise.</p><p>Er blickte Harry zun�chst nicht an, sondern ging hin�ber zu der Vogelstange neben der T�r, zog aus einer Innentasche seines Umhangs den kleinen, h�sslichen, federlosen Fawkes hervor und setzte ihn sachte auf die Schale mit weicher Asche unter der goldenen Stange, auf welcher der ausgewachsene Fawkes normalerweise hockte.</p><p>�Nun, Harry�, sagte Dumbledore und wandte sich endlich von dem neugeborenen Vogel ab, �du wirst dich freuen zu h�ren, dass keiner deiner Mitsch�ler von den Ereignissen dieser Nacht einen bleibenden Schaden zur�ckbehalten wird.�</p><p>Harry versuchte �gut� zu sagen, doch er brachte keinen Laut hervor. Er hatte den Eindruck, als w�rde Dumbledore ihn an den furchtbaren Schaden erinnern, den er verursacht hatte, und obwohl Dumbledore ihn nun endlich einmal offen ansah und seine Miene freundlich und nicht anklagend war, brachte Harry es nicht �ber sich, ihm direkt in die Augen zu sehen.</p><p>�Madam Pomfrey flickt sie alle zusammen�, sagte Dumbledore.</p><p>�Nymphadora Tonks wird wohl ein wenig im St. Mungo bleiben m�ssen, aber es sieht so aus, als w�rde sie sich vollkommen erholen.�</p><p>Harry beschied sich damit, dem Teppich zuzunicken, der immer heller wirkte, w�hrend der Himmel drau�en bleicher wurde. Er war sicher, dass alle Portr�ts rundum begierig auf je des Wort lauschten, das Dumbledore sprach, und sich fragten, wo Dumbledore und Harry gewesen waren und warum es Verletzte gegeben hatte.</p><p>�Ich wei�, wie du dich f�hlst, Harry�, sagte Dumbledore sehr leise.</p><p>�Nein, das wissen Sie nicht�, erwiderte Harry und seine Stimme war pl�tzlich laut und stark; wei� gl�hender Zorn kochte in ihm hoch; Dumbledore wusste <emphasis>nichts </emphasis>von seinen Gef�hlen.</p><p>�Sehen Sie, Dumbledore?�, sagte Phineas Nigellus hinterlistig. �Versuchen Sie nie, die Sch�ler zu verstehen. Sie hassen es. Sie m�chten viel eher tragisch missverstanden sein, sich in Selbstmitleid suhlen, schmoren in ihrem eigenen -�</p><p>�Das gen�gt, Phineas�, sagte Dumbledore.</p><p>Harry wandte Dumbledore den R�cken zu und starrte entschlossen aus dem Fenster. In der Ferne konnte er das Quidditch-Stadion sehen. Sirius war einst dort erschienen, getarnt als zottiger schwarzer Hund, damit er Harry spielen sehen konnte ... wahrscheinlich war er gekommen, um zu sehen, ob Harry so gut war wie einst James ... Harry hatte ihn nie danach gefragt ...</p><p>�Du hast keinen Grund, dich f�r das, was du f�hlst, zu sch�men, Harry�, sagte Dumbledores Stimme. �Im Gegenteil ... die Tatsache, dass du auf solche Weise Schmerz empfinden kannst, ist deine gr��te St�rke.�</p><p>Harry sp�rte, wie der wei� gl�hende Zorn an seinen Eingeweiden leckte, in der schrecklichen Leere aufflammte und ihn mit dem Verlangen erf�llte, Dumbledore wegen seiner Gelassenheit und seiner hohlen Worte Schmerz zuzuf�gen.</p><p>�Meine gr��te St�rke, tats�chlich?�, sagte Harry, und seine Stimme zitterte, w�hrend er hinausstarrte in Richtung des Quidditch-Stadions, das er l�ngst nicht mehr sah. �Sie haben keine Ahnung ... Sie wissen nicht ...�</p><p>�Was wei� ich nicht?�, fragte Dumbledore ruhig.</p><p>Es war zu viel. Bebend vor Wut wandte Harry sich um.</p><p>�Ich will nicht dar�ber sprechen, wie ich mich f�hle, in Ordnung?�</p><p>�Harry, dass du so leidest, beweist, dass du noch immer ein Mensch bist!</p><p>Dieser Schmerz geh�rt zum Menschsein -�</p><p>�DANN - WILL - ICH - KEIN - MENSCH - SEIN!�, br�llte Harry, und er packte das zierliche silberne Instrument auf dem Tisch neben ihm und schleuderte es durch den Raum; es zerbrach an der Wand in hundert winzige St�cke. Von mehreren Bildern kamen zornige und ver�ngstigte Rufe und das Portr�t von Armando Dippet sagte: �Also wirklich!�</p><p>�IST MIR EGAL!�, schrie Harry sie an, schnappte sich ein Lunaskop und warf es in den Kamin. �ICH HAB GENUG, ICH HAB GENUG GESEHEN, ICH</p><p>WILL RAUS, ICH WILL, DASS ES AUFH�RT, MIR IST JETZT ALLES</p><p>EGAL -�</p><p>Er packte den Tisch, auf dem das silberne Instrument gestanden hatte, und warf auch ihn um. Er zerbrach am Boden und seine Beine rollten kreuz und quer davon.</p><p>�Es ist dir nicht egal�, sagte Dumbledore. Er hatte nicht mit der Wimper gezuckt und auch keinen Finger ger�hrt, um Harry daran zu hindern, sein B�ro zu demolieren. Sein Gesichtsausdruck war ruhig, beinahe gleichg�ltig. �Es ist dir so wenig egal, dass du das Gef�hl hast, du w�rdest vor Schmerz dar�ber verbluten.�</p><p>�TU - ICH - NICHT!�, schrie Harry, so laut, dass er meinte, seine Kehle k�nnte rei�en, und einen Augenblick lang wollte er auf Dumbledore losst�rmen und auch ihn zerbrechen; dieses ruhige alte Gesicht zerschmettern, ihn sch�tteln, ihm wehtun, ihn einen winzigen Teil des Grauens in ihm sp�ren lassen.</p><p>�O doch, das tust du�, sagte Dumbledore noch ruhiger. �Du hast jetzt deine Mutter, deinen Vater und den Menschen, der einem Vater am n�chsten kam, verloren. Nat�rlich ist es dir nicht egal.�</p><p>�SIE WISSEN NICHT, WIE ICH MICH F�HLE!�, br�llte Harry. �SIE -</p><p>STEHEN DA - SIE -�</p><p>Doch Worte waren nicht mehr genug, Dinge zerst�ren half nicht mehr; er wollte rennen, er wollte immer weiter rennen und nie zur�ckblicken, er wollte irgendwo sein, wo er die klaren blauen Augen nicht sehen konnte, die ihn anstarrten, dieses verhasste ruhige alte Gesicht. Er rannte zur T�r, packte erneut den Knauf und r�ttelte daran.</p><p>Doch die T�r ging nicht auf.</p><p>Harry drehte sich wieder zu Dumbledore um.</p><p>�Lassen Sie mich raus�, sagte er. Er zitterte am ganzen K�rper.</p><p>�Nein�, sagte Dumbledore schlicht.</p><p>Ein paar Sekunden lang starrten sie einander an.</p><p>�Lassen Sie mich raus�, sagte Harry abermals.</p><p>�Nein�, wiederholte Dumbledore.</p><p>�Wenn nicht - wenn Sie mich hier festhalten - wenn Sie mich nicht rauslassen</p><p>-�</p><p>�Nur zu, zerst�re weiter, was ich besitze�, sagte Dumbledore gelassen. �Ich w�rde sagen, es ist ohnehin zu viel.�</p><p>Er ging um seinen Schreibtisch herum, setzte sich hinter ihn und musterte Harry.</p><p>�Lassen Sie mich raus�, sagte Harry noch einmal, mit einer Stimme, die kalt und fast so ruhig war wie die Dumbledores.</p><p>�Nicht ehe ich gesagt habe, was ich sagen will�, antwortete Dumbledore.</p><p>�Glauben Sie - glauben Sie, ich will - glauben Sie, es w�rde auch nur einen -</p><p>ES IST MIR EGAL, WAS SIE ZU SAGEN HABEN!�, br�llte Harry. �Ich will <emphasis>nichts </emphasis>von dem h�ren, was Sie zu sagen haben!�</p><p>�Du wirst es�, sagte Dumbledore mit fester Stimme. �Weil du nicht ann�hernd so zornig auf mich bist, wie du sein solltest. Wenn du mich angreifen solltest, und ich wei�, du bist drauf und dran es zu tun, dann m�chte ich es auch gr�ndlich verdient haben.�</p><p>�Wovon reden Sie -?�</p><p>�Es ist <emphasis>meine </emphasis>Schuld, dass Sirius gestorben ist�, sagte Dumbledore klar. �Oder sollte ich sagen, fast g�nzlich meine Schuld - ich m�chte nicht so hochm�tig sein und die Verantwortung f�r alles beanspruchen. Sirius war ein mutiger, kluger und tatkr�ftiger Mann, und solche M�nner sind meist nicht damit zufrieden, zu Hause versteckt zu hocken, w�hrend sie glauben, dass andere in Gefahr sind. Dennoch, du h�ttest nie auch nur einen Moment lang glauben d�rfen, es g�be irgendeine Notwendigkeit f�r dich, heute Nacht in die Mysteriumsabteilung zu gehen. Wenn ich offen zu dir gewesen w�re, Harry, wie ich es h�tte sein sollen, h�ttest du schon vor langer Zeit erfahren, dass Voldemort wom�glich versuchen w�rde, dich in die Mysteriumsabteilung zu locken, und man h�tte dich nie �berlisten k�nnen, heute Nacht dort hinzugehen. Und Sirius h�tte dir nicht folgen m�ssen. Diese Schuld liegt bei mir, und bei mir allein.�</p><p>Harry stand immer noch da, die Hand auf dem T�rknauf, ohne sich dessen bewusst zu sein. Mit angehaltenem Atem blickte er unverwandt auf Dumbledore, lauschte und begriff doch kaum, was er h�rte.</p><p>�Bitte setz dich�, sagte Dumbledore. Es war kein Befehl, es war ein Wunsch.</p><p>Harry z�gerte, dann ging er langsam durch den Raum, der nun mit silbernen R�dchen und Holzsplittern �bers�t war, und nahm vor Dumbledores Schreibtisch Platz.</p><p>�Habe ich das richtig verstanden�, sagte links von Harry Phineas Nigellus mit langsamer Stimme, �dass mein Ururenkel - der Letzte der Blacks - tot ist?�</p><p>�Ja, Phineas�, sagte Dumbledore.</p><p>�Das glaube ich nic ht�, erwiderte Phineas schroff.</p><p>Harry wandte den Kopf und sah gerade noch, wie Phineas aus seinem Portr�t schritt, und er wusste, dass er sein anderes Gem�lde am Grimmauldplatz besuchen gegangen war. Vielleicht w�rde er von Portr�t zu Portr�t laufen und im ganzen Haus nach Sirius rufen ...</p><p>�Harry, ich schulde dir eine Erkl�rung�, sagte Dumbledore. �Eine Erkl�rung zu den Fehlern eines alten Mannes. Denn ich sehe jetzt, dass das, was ich im Hinblick auf dich getan und nicht getan habe, alle Merkmale der Schw�chen des Alters tr�gt. Die Jugend kann nicht wissen, wie das Alter denkt und f�hlt. Aber alte Menschen machen sich schuldig, wenn sie vergessen, was es hie�, jung zu sein ... und wie es scheint, habe ich es in j�ngster Zeit vergessen ...�</p><p>Die Sonne ging je tzt richtig auf; �ber den Bergen lag ein Band aus blendendem Orange und der Himmel dar�ber war farblos und hell. Das Licht fiel auf Dumbledore, auf das Silber seiner Augenbrauen und seines Bartes, auf die Falten, die tief in sein Gesicht gegraben waren.</p><p>�Vor f�nfzehn Jahren�, sagte Dumbledore, �als ich die Narbe auf deiner Stirn sah, vermutete ich, was sie bedeuten k�nnte. Ich vermutete, sie k�nnte das Zeichen einer Verbindung sein, die zwischen dir und Voldemort geschmiedet wurde.�</p><p>�Das haben Sie mir schon einmal erkl�rt, Professor�, sagte Harry offen heraus.</p><p>Es war ihm gleich, wenn er unh�flich war. Es war ihm inzwischen so ziemlich alles egal.</p><p>�Ja�, sagte Dumbledore entschuldigend. �Ja, aber verstehst du - ich muss mit deiner Narbe beginnen. Denn kurz nachdem du wieder in die magische Welt eingetreten warst, wurde offensichtlich, dass ich Recht gehabt hatte und dass deine Narbe dir Warnsignale gab, wenn Voldemort in deiner N�he war oder auch nur ein starkes Gef�hl hatte.�</p><p>�Ich wei߫, sagte Harry matt.</p><p>�Und diese deine F�higkeit - Voldemorts Anwesenheit wahrzunehmen, selbst wenn er getarnt ist, und zu wissen, was er sp�rt, wenn seine Gef�hle auflodern -</p><p>trat immer deutlicher zutage, seit Voldemort in seinen eigenen K�rper zur�ckgekehrt war und all seine Kr�fte wiedererlangt hatte.�</p><p>Harry nickte nicht einmal. Das alles wusste er bereits.</p><p>�In letzter Zeit�, sagte Dumbledore, �geriet ich in Sorge, Voldemort k�nnte erkennen, dass eine Verbindung zwischen euch existiert. Und tats�chlich, es kam ein Zeitpunkt, an dem du so weit in seinen Geist und seine Gedanken eindrangst, dass er deine Anwesenheit sp�rte. Ich spreche nat�rlich von der Nacht, in der du den Angriff auf Mr. Weasley miterlebt hast.�</p><p>�Ja, Snape hat es mir gesagt�, murmelte Harry.</p><p><emphasis>�Professor </emphasis>Snape, Harry�, korrigierte ihn Dumbledore leise. �Aber hast du dich nicht gefragt, warum nicht ich es war, der dir dies erkl�rt hat? Warum habe nicht ich dich Okklumentik gelehrt? Warum habe ich dich monatelang nicht einmal angesehen?�</p><p>Harry blickte auf. Er konnte je tzt erkennen, dass Dumbledore traurig und m�de aussah.</p><p>�Doch�, murmelte Harry. �Doch, das hab ich mich oft gefragt.�</p><p>�Verstehst du�, fuhr Dumbledore fort, �ich glaubte, es k�nne nicht lange dauern, bis Voldemort versuchen w�rde, gewaltsam in deinen Geist einzudringen, deine Gedanken zu manipulieren und in die falsche Richtung zu f�hren, und ich war nicht erpicht darauf, ihm noch mehr Anreize daf�r zu bieten. Ich war mir gewiss, wenn er erkannte, dass unsere Beziehung enger war - oder je gewesen war</p><p>- als die von Schulleiter und Sch�ler, dann w�rde er die Chance ergreifen, dich als Mittel einzusetzen, um mich auszuspionieren. Ich f�rchtete, wozu er dich h�tte benutzen k�nnen, die M�glichkeit, dass er versuchen k�nnte, von dir Besitz zu ergreifen. Harry, ich glaube, ich war zu Recht �berzeugt, dass Voldemort dich auf solche Weise benutzt h�tte. Bei jenen seltenen Gelegenheiten, da wir engen Kontakt hatten, glaubte ich zu sehen, wie ein Schatten von ihm sich hinter deinen Augen regte ...�</p><p>Harry erinnerte sich, dass er in den Momenten, wenn seine Augen mit Dumbledores Kontakt gehabt hatten, das Gef�hl hatte, eine schlafende Schlange h�tte sich in ihm emporgereckt, bereit zum Angriff.</p><p>�Wenn Voldemort von dir Besitz ergriffen h�tte, dann h�tte er, wie er heute Nacht bewiesen hat, nicht das Ziel verfolgt, mich zu zerst�ren. Er h�tte dich zerst�rt. Als er sich vor kurzem deiner bem�chtigt hatte, hoffte er, dass ich dich opfern w�rde in der Hoffnung, ihn zu t�ten. Verstehst du, indem ich Distanz zu dir hielt, versuchte ich dich zu sch�tzen, Harry. Der Fehler eines alten Mannes ...�</p><p>Er seufzte schwer. Harry lie� die Worte �ber sich hinwegstr�men. Vor ein paar Monaten w�re es spannend f�r ihn gewesen, dies alles zu erfahren, doch nun war es sinnlos angesichts des g�hnenden Abgrunds in ihm, den der Verlust von Sirius bedeutete; nichts davon war wichtig ...</p><p>�Sirius hat mir berichtet, dass du Voldemort in dir erwachen sp�rtest in der Nacht, als du die Vision von dem Angriff auf Arthur Weasley hattest. Ich wusste sofort, dass meine schlimmsten Bef�rchtungen begr�ndet waren: Voldemort hatte erkannt, dass er dich benutzen konnte. In dem Versuch, dich gegen Voldemorts Angriffe auf deinen Geist zu wappnen, ordnete ich Okklumentikstunden mit Professor Snape an.�</p><p>Er hielt inne. Harry sah, wie das Sonnenlicht langsam �ber Dumbledores polierte Schreibtischplatte glitt und ein silbernes Tintenfass und eine sch�ne scharlachrote Schreibfeder erstrahlen lie�. Harry war klar, dass die Portr�ts rund um sie her wach waren und gebannt Dumbledores Erkl�rung lauschten; gelegentlich konnte er das Rascheln eines Umhangs h�ren oder ein leichtes R�uspern. Phineas Nigellus war immer noch nicht zur�ckgekehrt ...</p><p>�Professor Snape entdeckte�, nahm Dumbledore den Faden wieder auf, �dass du seit Monaten von der T�r zur Mysteriumsabteilung getr�umt hattest.</p><p>Voldemort war nat�rlich besessen von der M�glichkeit, die Prophezeiung zu h�ren, seit er seinen K�rper wiedergewonnen hatte; und wenn er in Gedanken an der T�r verweilte, tatest du es auch, obwohl du nicht wusstest, was es bedeutete.</p><p>Und dann hast du gesehen, wie Rookwood, der vor seiner Festnahme in der Mysteriumsabteilung gearbeitet hatte, Voldemort erkl�rte, was wir schon immer wussten - dass die Prophezeiungen, die in der Mysteriumsabteilung aufbewahrt werden, mit starkem Schutz umgeben sind. Nur die Menschen, auf die sie sich beziehen, k�nnen sie aus ihren Regalen heben, ohne dem Wahnsinn zu verfallen: Deshalb h�tte entweder Voldemort selbst das Zaubereiministerium betreten und es riskieren m�ssen, sich doch noch zu offenbaren - oder du h�ttest sie f�r ihn holen m�ssen. Dass du Okklumentik lerntest, wurde nun umso dringlicher.�</p><p>�Aber ich hab's nicht getan�, murmelte Harry. Er sagte es laut in dem Versuch, die t�dliche Last der Schuld in ihm zu lindern: Ein Gest�ndnis w�rde den schrecklichen Druck mindern, der sein Herz zerquetschte. �Ich habe nicht ge�bt, es hat mich nicht gek�mmert, ich h�tte es schaffen k�nnen, dass diese schrecklichen Tr�ume aufh�ren, Hermine hat mir st�ndig gesagt, ich solle es tun, und wenn ich es getan h�tte, dann w�re er nie imstande gewesen mir zu zeigen, wohin ich gehen sollte, und - Sirius war nicht - Sirius war nicht -�</p><p>Etwas in Harrys Kopf brach auf: ein Bed�rfnis, sich zu rechtfertigen, zu erkl�ren -</p><p>�Ich wollte rausfinden, ob er Sirius wirklich gefangen hatte, ich bin in Umbridges B�ro gegangen, ich hab im Feuer mit Kreacher gesprochen, und er hat gesagt, Sirius sei nicht da, er sei fortgegangen!�</p><p>�Kreacher hat gelogen�, sagte Dumbledore ruhig. �Du bist nicht sein Herr, er konnte dich bel�gen, ohne dass er sich bestrafen musste. Kreacher wollte, dass du ins Zaubereiministerium gingst.�</p><p>�Er - er hat mich absichtlich dort hingeschickt?�</p><p>�O ja. Kreacher, f�rchte ich, hat monatelang nicht nur einem Herrn gedient.�</p><p>�Wie?�, sagte Harry verdutzt. �Er hat das Haus am Grimmauldplatz seit Jahren nicht verlassen.�</p><p>�Kreacher packte kurz vor Weihnachten die Gelegenheit beim Schopf�, sagte Dumbledore, �als Sirius ihn offenbar mit �raus hier� angebr�llt hatte. Er nahm Sirius beim Wort und hat dies als Befehl gedeutet, das Haus zu verlassen. Er ging zum einzigen Mitglied der Familie Black, vor dem er noch irgendwelchen Respekt hatte ... Blacks Cousine Narzissa, Schwester von Bellatrix und Frau von Lucius Malfoy.�</p><p>�Woher wissen Sie das alles?�, fragte Harry. Sein Herz schlug sehr schnell.</p><p>Ihm war schlecht. Er erinnerte sich, dass er sich wegen Kreachers merkw�rdiger Abwesenheit zu Weihnachten Sorgen gemacht hatte, erinnerte sich, dass Kreacher auf dem Dachboden wieder aufgetaucht war ...</p><p>�Kreacher hat es mir gestern Abend erz�hlt�, sagte Dumbledore. �Als du n�mlich Professor Snape diese verdeckte Warnung gabst, erkannte er, dass du eine Vision von Sirius gehabt hattest, wie er in den Tiefen der Mysteriumsabteilung gefangen war. Genau wie du hat er sofort versucht, mit Sirius Kontakt aufzunehmen. Dazu muss ich sagen, dass Mitglieder des Ph�nixordens zuverl�ssigere Methoden haben, miteinander zu kommunizieren, als durch den Kamin in Dolores Umbridges B�ro. Professor Snape fand heraus, dass Sirius am Leben und wohlbehalten im Haus am Grimmauldplatz war.</p><p>Als du jedoch nicht von dem Ausflug mit Dolores Umbridge in den Wald zur�ckgekehrt bist, begann Professor Snape sich Sorgen zu machen, du k�nntest immer noch glauben, Sirius sei ein Gefangener von Lord Voldemort. Er hat umgehend gewisse Mitglieder des Ordens alarmiert.�</p><empty-line/><p>Dumbledore seufzte schwer und fuhr fort. �Alastor Moody, Nymphadora Tonks, Kingsley Shacklebolt und Remus Lupin waren im Hauptquartier, als er Kontakt aufnahm. Alle erkl�rten sich bereit, dir sofort zu Hilfe zu eilen. Professor Snape verlangte, dass Sirius zur�ckbleiben solle, da er jemanden im Hauptquartier brauchte, um mir zu sagen, was geschehen war, denn ich sollte jeden Moment dort eintreffen. Unterdessen wollte er, Professor Snape, im Wald nach dir suchen.</p><p>Aber Sirius wollte nicht zur�ckbleiben, w�hrend die anderen aufbrachen, um dich zu finden. Er �berlie� Kreacher die Aufgabe, mir zu sagen, was geschehen war. Als ich dann, kurz nachdem alle zum Ministerium gegangen waren, am Grimmauldplatz ankam, war es also der Elf, der mir mitteilte - und er w�re vor Lachen fast geplatzt -, wohin Sirius verschwunden sei.�</p><p>�Er hat gelacht?�, sagte Harry mit hohler Stimme.</p><p>�O ja�, sagte Dumbledore. �Verstehst du, Kreacher war nicht in der Lage, uns ganz und gar zu verraten. Er ist kein Geheimniswahrer des Ordens, er konnte den Malfoys unseren Aufenthaltsort nicht mitteilen und auch keinen der geheimen Pl�ne des Ordens, die zu enth�llen man ihm verboten hatte. Er war durch die Zauber, die auf seiner Rasse liegen, gebunden, was hei�t, dass er einen direkten Befehl seines Herrn, Sirius, nicht verweigern konnte. Doch er lieferte Narzissa gewisse Informationen, die sehr wertvoll f�r Voldemort waren, aber Sirius zu banal vorgekommen sein m�ssen, als dass er daran gedacht h�tte, ihm ihre Wiederholung zu verbieten.�</p><p>�Zum Beispiel?�, fragte Harry.</p><p>�Zum Beispiel die Tatsache, dass der Mensch, der Sirius am wichtigsten �berhaupt gewesen ist, du warst�, sagte Dumbledore leise. �Oder die Tatsache, dass du Sirius allm�hlich als eine Mischung aus Vater und Bruder gesehen hast.</p><p>Nat�rlich wusste Voldemort bereits, dass Sirius im Orden war und dass du wusstest, wo er sich aufhielt -, aber Kreachers Informationen machten ihm deutlich, dass der eine Mensch, f�r dessen Rettung du alles tun w�rdest, Sirius Black war.�</p><p>Harrys Lippen waren kalt und taub.</p><p>�Und ... als ich Kreacher gestern Abend fragte, ob Sirius da sei ...�</p><p>�Die Malfoys hatten ihm gesagt - zweifellos auf Voldemorts Anweisung hin -, er m�sse eine M�glichkeit finden, Sirius nicht in Erscheinung treten zu lassen, sobald du die Vision gehabt hattest, dass er gefoltert wurde. Wenn du dann beschlie�en w�rdest zu pr�fen, ob Sirius zu Hause war oder nicht, w�rde Kreacher in der Lage sein, so zu tun, als ob Sirius nicht da w�re. Kreacher hat gestern den Hippogreif Seidenschnabel verletzt, und in dem Moment, da du im Feuer aufgetaucht bist, war Sirius oben im Haus, um ihn zu pflegen.�</p><empty-line/><p>In Harrys Lungen schien sehr wenig Luft zu sein; sein Atem ging schnell und flach.</p><p>�Und Kreacher hat Ihnen das alles erz�hlt ... und gelacht?�, kr�chzte er.</p><p>�Er wollte es mir nicht erz�hlen�, sagte Dumbledore. �Aber meine F�higkeiten als Legilimentor sind hinreichend ausgebildet, um zu erkennen, wenn man mich anl�gt, und ehe ich zur Mysteriumsabteilung aufbrach, habe ich ihn -</p><p>�berredet, mir die ganze Geschichte zu erz�hlen.�</p><p>�Und�, fl�sterte Harry, die H�nde auf den Knien zu kalten F�usten geballt,</p><p>�und Hermine hat uns immer gesagt, wir sollten nett zu ihm sein -�</p><p>�Sie hatte v�llig Recht, Harry�, erwiderte Dumbledore. �Als wir Grimmauldplatz Nummer zw�lf als Hauptquartier ausw�hlten, ermahnte ich Sirius, dass Kreacher freundlich und respektvoll behandelt werden m�sse. Ich sagte ihm zudem, dass Kreacher gef�hrlich f�r uns werden k�nnte. Ich glaube nicht, dass Sirius mich sonderlich ernst nahm oder dass er Kreacher jemals als ein Wesen mit Gef�hlen betrachtete, die so heftig wie die eines Menschen sind -�</p><p>�Geben Sie ihm nicht die - reden Sie - nicht so von Sirius -� Harry war die Luft abgeschn�rt, er brachte die Worte nicht richtig heraus; doch die Wut, die f�r kurze Zeit abgeflaut war, flammte wieder in ihm auf: Er wollte es nicht zulassen, dass Dumbledore Sirius kritisierte.</p><p>�Kreacher ist ein l�gnerischer - abscheulicher - er hat verdient, dass -�</p><p>�Kreacher ist das, wozu ihn die Zauberer gemacht haben, Harry�, sagte Dumbledore. �Ja, er verdient Mitleid. Sein Leben war so elend wie das deines Freundes Dobby. Er war gezwungen, Sirius zu Diensten zu sein, weil Sirius der Letzte der Familie war, an die Kreacher versklavt wurde, doch er hat kein wahrhaftiges Gef�hl der Treue ihm gegen�ber empfunden. Und was immer Kreachers Fehler sein m�gen, man muss bedenken, dass Sirius nichts unternommen hat, um Kreachers Schicksal zu erleichtern -�</p><p>�REDEN SIE NICHT SO �BER SIRIUS!�, rief Harry.</p><p>Er war wieder auf den Beinen, wutentbrannt, bereit, auf Dumbledore loszugehen, der Sirius offensichtlich �berhaupt nicht verstanden hatte, nicht, wie mutig er war, wie sehr er gelitten hatte ...</p><p>�Was ist mit Snape?�, fauchte Harry. ��ber den reden Sie nicht, oder? Als ich ihm sagte, dass Voldemort Sirius h�tte, hat er mich nur h�misch angegrinst wie �blich -�</p><p>�Harry, du wei�t, dass Professor Snape vor Dolores Umbridge keine andere Wahl hatte, als so zu tun, als w�rde er dich nicht ernst nehmen�, sagte Dumbledore mit fester Stimme, �aber wie ich dir erkl�rt habe, hat er dem Orden so bald wie m�glich mitgeteilt, was du gesagt hattest. Er war es, der daraufgeschlossen hat, wo du hingegangen warst, als du nicht aus dem Wald zur�ckkamst. Er war es auch, der Professor Umbridge falsches Veritaserum gegeben hatte, als sie dich zwingen wollte, ihr Sirius' Aufenthaltsort zu verraten.�</p><p>Harry wischte es beiseite; Snape die Schuld zu geben bereitete ihm ein grimmiges Vergn�gen, es schien sein eigenes schreckliches Schuldgef�hl zu lindern, und er wollte h�ren, dass Dumbledore ihm zustimmte.</p><p>�Snape - Snape - hat Sirius ge-getriezt, weil er im Haus blieb - er hat Sirius als Feigling hingestellt -�</p><p>�Sirius war viel zu alt und klug, um sich durch solch schw�chliche Provokationen verletzen zu lassen�, sagte Dumbledore.</p><p>�Snape hat aufgeh�rt, mir Okklumentikunterricht zu geben!�, knurrte Harry.</p><p>�Er hat mich aus seinem B�ro geworfen!�</p><p>�Das wei� ich wohl�, sagte Dumbledore mit schwerer Stimme. �Ich habe bereits gesagt, dass es ein Fehler von mir war, dich nicht selbst zu unterrichten, obwohl ich damals sicher war, dass nichts h�tte gef�hrlicher sein k�nnen, als deinen Geist in meiner Anwesenheit noch weiter f�r Voldemort zu �ffnen -�</p><p>�Snape hat es noch schlimmer gemacht, immer nach den Stunden mit ihm hat meine Narbe noch heftiger geschmerzt -� Harry erinnerte sich an das, was Ron dazu gesagt hatte, und trumpfte auf - �Woher wissen Sie, dass er nicht versucht hat, mich f�r Voldemort m�rbe zu machen, damit er es leichter hatte, in mich einzudringen -?�</p><p>�Ich vertraue Severus Snape�, sagte Dumbledore schlicht. �Aber ich habe vergessen - noch ein Fehler eines alten Mannes -, dass manche Wunden zu tief sind, um zu heilen. Ich glaubte, Professor Snape k�nnte seine Gef�hle, was deinen Vater anbelangt, �berwinden - ich hatte Unrecht.�</p><p>�Aber das ist in Ordnung, ja?�, rief Harry und achtete nicht auf die entr�steten Mienen und das missbilligende Gemurmel der Portr�ts an den W�nden. �Es ist in Ordnung, wenn Snape meinen Vater hasst, aber es ist nicht in Ordnung, wenn Sirius Kreacher hasst?�</p><p>�Sirius hat Kreacher nicht gehasst�, sagte Dumbledore. �Er betrachtete ihn als einen Diener, der es nicht wert war, dass man sich gro� f�r ihn interessierte oder ihn beachtete. Gleichg�lt igkeit und Vernachl�ssigung richten oft gr��eren Schaden an als offene Abneigung ... der Brunnen, den wir heute Nacht zerst�rt haben, verk�ndete eine L�ge. Wir Zauberer haben unsere Gef�hrten allzu lange misshandelt und missbraucht, und nun ernten wir, was wir ges�t haben.�</p><p>�ALSO HAT SIRIUS VERDIENT, WAS ER BEKOMMEN HAT?�, rief Harry.</p><p>�Das habe ich nicht gesagt und du wirst es mich auch nie sagen h�ren�, erwiderte Dumbledore leise. �Sirius war kein grausamer Mensch, im Allgemeinen war er freundlich zu Hauselfen. Er empfand keine Zuneigung f�r Kreacher, weil Kreacher eine lebende Erinnerung an das Zuhause war, das Sirius gehasst hat.�</p><p>�Allerdings, er hat es gehasst!�, sagte Harry und seine Stimme erstarb. Er kehrte Dumbledore den R�cken und entfernte sich. Der Raum lag nun in hellem Sonnenlicht und die Augen der Portr�ts folgten seinen Schritten, w�hrend Harry nicht bemerkte, was er tat, und das B�ro nicht einmal wahrnahm. �Sie haben ihn in diesem Haus eingeschlossen, und er hat es gehasst, deshalb wollte er gestern Abend dort raus -�</p><p>�Ich habe versucht, Sirius am Leben zu halten�, sagte Dumbledore leise.</p><p>�Niemand ist gern eingeschlossen!�, sagte Harry w�tend und wandte sich zu ihm um. �Sie haben mich den ganzen letzten Sommer -�</p><p>Dumbledore schloss die Augen und vergrub das Gesicht in seinen langfingrigen H�nden. Harry beobachtete ihn, doch dieses f�r Dumbledore untypische Anzeichen von Ersch�pfung oder Trauer oder was immer es war bes�nftigte ihn nicht. Im Gegenteil, nun, da bei Dumbledore Zeichen von Schw�che zu erkennen waren, f�hlte er sich noch zorniger. Er hatte jetzt nicht schwach zu sein, wenn Harry tobend vor Wut auf ihn einst�rmen wollte.</p><p>Dumbledore lie� die H�nde sinken und betrachtete Harry durch seine Halbmondbrille.</p><p>�Es ist an der Zeit�, sagte er, �dass ich dir erz�hle, was ich dir schon vor f�nf Jahren h�tte erz�hlen sollen, Harry. Bitte setz dich. Ich werde dir alles sagen. Ich bitte nur um ein wenig Geduld. Du wirst die Gelegenheit bekommen, deine Wut an mir auszulassen - zu tun, was immer du willst -, sobald ich geendet habe. Ich werde dich nicht aufhalten.�</p><p>Harry sah ihn einen Moment lang finster an, dann warf er sich wieder auf den Stuhl gegen�ber von Dumbledore und wartete.</p><p>Dumbledore starrte f�r einen Augenblick durch das Fenster auf das sonnenbeschienene Gel�nde, dann blickte er wieder zu Harry und sagte: �Vor f�nf Jahren bist du in Hogwarts angekommen, Harry, sicher und heil, wie ich es geplant und beabsichtigt hatte. Nun - nicht ganz heil. Du hattest gelitten. Ich wusste, dass du leiden w�rdest, als ich dich vor der T�r deiner Tante und deines Onkels ablegte. Ich wusste, dass ich dich zu zehn dunklen und schwierigen Jahren verurteilte.�</p><p>Er hielt inne. Harry sagte nichts.</p><empty-line/><p>�Du k�nntest fragen - und mit guten Gr�nden -, warum es so sein musste.</p><p>Warum h�tte nicht eine Zaubererfamilie dich aufnehmen k�nnen? Viele h�tten dies nur zu gern getan, h�tten es als Ehre empfunden und sich gefreut, dich als Sohn aufzuziehen.</p><p>Meine Antwort lautet, dass es am wichtigsten f�r mich war, dein Leben zu erhalten. Du warst in gr��erer Gefahr, als vielleicht �berhaupt jemandem au�er mir bewusst war. Voldemort war Stunden zuvor besiegt worden, doch seine Anh�nger - und viele von ihnen sind fast so schrecklich wie er - waren immer noch auf freiem Fu�, zornig, verzweifelt und gewaltt�tig. Und ich hatte meine Entscheidung mit Blick auf die kommenden Jahre zu treffen. Glaubte ich, dass Voldemort f�r immer verschwunden war? Nein. Ich wusste nicht, ob es zehn, zwanzig oder f�nfzig Jahre dauern w�rde, bis er zur�ckkehrte, aber ich war sicher, dass er es tun w�rde, und wie ich ihn nun einmal kannte, war ich mir auch sicher, dass er nicht ruhen w�rde, bis er dich get�tet hatte.</p><p>Ich wusste, dass Voldemorts Kenntnisse der Magie vielleicht umfassender sind als die jedes lebenden Zauberers. Ich wusste, dass selbst meine kompliziertesten und m�chtigsten sch�tzenden Zauber und Fl�che wahrscheinlich nicht un�berwindbar sein w�rden, sollte er je wieder seine gesamte Macht zur�ckerlangen.</p><p>Aber ich wusste auch, was Voldemorts Schw�chen waren. Und mit dem Blick darauf traf ich meine Entscheidung. Ein alter Zauber w�rde dich sch�tzen, von dem er wei�, den er jedoch verachtet und daher immer untersch�tzt hat - zu seinem Nachteil. Ich rede nat�rlich von der Tatsache, dass deine Mutter starb, um dich zu retten. Sie gab dir einen dauerhaften Schutz, mit dem er nie gerechnet hatte, einen Schutz, der bis heute in deinen Adern flie�t. So setzte ich mein Vertrauen in das Blut deiner Mutter. Ich brachte dich zu ihrer Schwester, ihrer einzigen noch lebenden Verwandten.�</p><p>�Sie liebt mich nicht�, sagte Harry prompt. �Ich bin ihr verdammt egal -�</p><p>�Doch sie hat dich aufgenommen�, unterbrach ihn Dumbledore. �Sie mag dich grollend, zornig, widerwillig, verbittert aufgenommen haben, und dennoch hat sie dich aufgenommen, und indem sie dies tat, besiegelte sie den Zauber, den ich dir auferlegt hatte. Das Opfer deiner Mutter machte das Band des Blutes zum st�rksten Schild, den ich dir mitgeben konnte.�</p><p>�Ich versteh immer noch nicht -�</p><p>�Solange du den Ort, wo das Blut deiner Mutter flie�t, immer noch dein Zuhause nennen kannst, kann Voldemort dich dort nicht ber�hren oder sch�digen.</p><p>Er hat ihr Blut vergossen, doch es lebt weiter in dir und ihrer Schwester. Ihr Blut wurde zu deiner Zuflucht. Du musst nur einmal im Jahr dorthin zur�ckkehren, doch solange du es noch Zuhause nennen kannst, kann er dir nichts antun, w�hrend du dort bist. Deine Tante wei� das. In dem Brief, den ich mit dir an ihrer T�r hinterlie�, habe ich erkl�rt, was ich getan hatte. Sie wei�, dass sie dic h, indem sie dich in ihr Haus aufnahm, wohl w�hrend der letzten f�nfzehn Jahre am Leben erhalten hat.�</p><p>�Warten Sie�, sagte Harry. �Einen Moment.�</p><p>Er setzte sich aufrechter hin und starrte Dumbledore an.</p><p>�Sie haben diesen Heuler geschickt. Sie haben sie aufgefordert, sich zu erinnern - das war Ihre Stimme -�</p><p>�Ich dachte�, sagte Dumbledore und neigte leicht den Kopf, �dass man sie wom�glich an den Pakt erinnern m�sste, den sie besiegelte, indem sie dich aufnahm. Ich hatte den Verdacht, der Dementorenangriff k�nnte ihr die Augen f�r die Gefahren ge�ffnet haben, die es mit sich bringt, dich als Pflegesohn zu haben.�</p><p>�Allerdings�, sagte Harry leise. �Nun - meinem Onkel mehr als ihr. Er wollte mich rauswerfen, aber nach dem Heuler hat sie - hat sie gesagt, ich m�sse bleiben.�</p><p>Er starrte einen Moment lang zu Boden, dann sagte er: �Aber was hat das alles zu tun mit -�</p><p>Er konnte Sirius' Namen nicht aussprechen.</p><p>�Vor f�nf Jahren also�, fuhr Dumbledore fort, als ob er seine Geschichte gar nicht unterbrochen h�tte, �bist du in Hogwarts angekommen, weder so gl�cklich noch so gut gen�hrt, wie ich es mir vielleicht gew�nscht h�tte, doch am Leben und gesund. Du warst kein verh�tschelter kleiner Prinz, sondern ein Junge, der so normal war, wie ich es mir unter diesen Umst�nden nur hatte erhoffen k�nnen.</p><p>Bis dahin funktionierte mein Plan gut.</p><p>Und dann ... nun, du wirst dich an die Ereignisse deines ersten Jahres in Hogwarts genauso klar erinnern wie ich. Du zeigtest dich der Herausforderung, vor der du standest, gl�nzend gewachsen, und fr�her - viel fr�her -, als ich es vorausgesehen hatte, standest du Voldemort von Angesicht zu Angesicht gegen�ber. Wieder hast du �berlebt. Und mehr noch. Du hast seine R�ckkehr zu seiner ganzen Macht und St�rke hinausgez�gert. Du hast dich wie ein Mann geschlagen. Ich war ... stolzer auf dich, als ich sagen kann.</p><p>Doch es gab einen Fehler in diesem meinem wunderbaren Plan�, sagte Dumbledore. �Einen offensichtlichen Fehler, von dem ich selbst damals schon wusste, dass er alles zum Einsturz bringen k�nnte. Und doch, in dem Wissen, wie wichtig es war, dass mein Plan gelang, sagte ich mir, dass ich es nicht zulassen w�rde, dass der Fehler ihn zum Scheitern brachte. Ich allein konnte dies verhindern, also musste ich allein stark sein. Und es dauerte nicht lange, da hatte ich meine erste Pr�fung zu bestehen, als du im Krankenfl�gel warst, geschw�cht von deinem Kampf mit Voldemort.�</p><p>�Ich verstehe nicht, was Sie meinen�, warf Harry ein.</p><p>�Erinnerst du dich nicht, dass du mich, als du im Krankenfl�gel lagst, gefragt hast, warum Voldemort versucht hatte dich zu t�ten, als du noch ein Baby warst?�</p><p>Harry nickte.</p><p>�H�tte ich es dir damals erkl�ren sollen?�</p><p>Harry starrte in seine blauen Augen und sagte nichts, doch sein Herz raste von neuem.</p><p>�Erkennst du den Fehler im Plan noch nicht? Nein ... vielleicht nicht. Nun, wie du wei�t, beschloss ich, dir nicht zu antworten. Mit elf, sagte ich mir, warst du zu jung, um es zu erfahren. Ich hatte nie beabsichtigt, es dir zu sagen, solange du erst elf warst. In so jungen Jahren w�re dieses Wissen zu viel f�r dich gewesen.</p><p>Ich h�tte damals die Zeichen der Gefahr erkennen sollen. Ich h�tte mich fragen sollen, warum es mir nicht noch mehr Unbehagen bereitete, dass du mir bereits die Frage gestellt hattest, auf die ich, wie ich wusste, eines Tages eine schreckliche Antwort geben musste. Ich h�tte erkennen sollen, dass ich mich allzu sorglos damit abgefunden hatte, dass ich es an jenem bestimmten Tag nicht hatte tun m�ssen ... du warst zu jung, viel zu jung.</p><p>Und so begann dein zweites Jahr in Hogwarts. Und erneut trafst du auf Herausforderungen, vor denen selbst erwachsene Zauberer nie gestanden hatten; erneut schlugst du dich, wie ich es mir in meinen k�hnsten Tr�umen nicht vorgestellt h�tte. Allerdings hast du mich nicht noch einmal gefragt, warum Voldemort das Mal auf dir hinterlassen hatte. Wir haben �ber deine Narbe gesprochen, o ja ... wir sind dem Thema sehr, sehr nahe gekommen. Warum habe ich dir nicht alles gesagt?</p><p>Nun, mir schien, dass zw�lf schlie�lich doch kaum besser w�re als elf, um bereit zu sein f�r dieses Wissen. Ich erlaubte dir, mich zu verlassen, blutverschmiert, ersch�pft, aber in Hochstimmung, und sollte ich einen leisen Anflug von Unbehagen gesp�rt haben, dass ich es dir vielleicht nun h�tte mitteilen sollen, so ging ich jedenfalls rasch dar�ber hinweg. Du warst immer noch so jung, verstehst du, und ich konnte es einfach nicht �ber mich bringen, dir diese Nacht des Triumphs zu verderben ...</p><p>Erkennst du es, Harry? Erkennst du jetzt den Fehler in meinem gl�nzenden Plan? Ich war in die Falle getappt, die ich vorausgesehen hatte, von der ich mir eingeredet hatte, ich k�nnte sie umgehen, ich m�sste sie umgehen.�</p><empty-line/><p>�Ich versteh nicht -�</p><p>�Ich sorgte mich zu sehr um dich�, sagte Dumbledore schlicht. �Ich sorgte mich mehr um de in Gl�ck als darum, dass du die Wahrheit erf�hrst, mehr um deinen Seelenfrieden als um meinen Plan, mehr um dein Leben als um die Leben, die vielleicht verloren gehen w�rden, wenn der Plan scheiterte. Mit anderen Worten, ich handelte genau so, wie Voldemort es von uns Narren, die lieben, erwartet.</p><p>Gibt es etwas zu meiner Rechtfertigung? Ich bezweifle, dass jemand, der dich beobachtet hat wie ich - und ich habe dich genauer beobachtet, als du es dir vorstellen konntest -, dir, der du ohnehin schon so viel ge litten hattest, nicht noch weitere Schmerzen h�tte ersparen wollen. Was k�mmerte es mich, wenn ungez�hlte namen- und gesichtslose Menschen und Gesch�pfe in einer vagen Zukunft ermordet w�rden, wo du doch im Hier und Jetzt lebtest, wohlauf und gl�cklich? Ich h�tte mir nie tr�umen lassen, dass ich je f�r einen solchen Menschen verantwortlich sein w�rde.</p><p>Dein drittes Jahr brach an. Ich sah von fern zu, wie du gek�mpft hast, um die Dementoren zu vertreiben, wie du Sirius gefunden, wie du erfahren hast, wer er war, und ihn gerettet hast. Sollte ich es dir damals sagen, just als du deinen Paten siegreich aus den Klauen des Ministeriums befreit hattest? Doch nun, da du dreizehn warst, gingen mir allm�hlich die Ausreden aus. Wohl warst du noch jung, doch du hattest bewiesen, dass du au�ergew�hnlich warst. Mein Gewissen dr�ckte mich, Harry. Ich wusste, die Zeit w�rde bald kommen ...</p><p>Aber letztes Jahr kamst du aus dem Irrgarten, nachdem du gesehen hattest, wie Cedric Diggory starb, und dem Tod selbst so knapp entronnen warst... und ich sagte es dir nicht, obwohl ich wusste, dass ich es bald w�rde tun m�ssen, nun, da Voldemort zur�ckgekehrt war. Und jetzt, heute, wei� ich, dass du schon lange bereit bist f�r das Wissen, das ich dir so lange vorenthalten habe, weil du bewiesen hast, dass ich dir die Last schon zuvor h�tte auferlegen sollen. Zu meiner Verteidigung kann ich einzig sagen: Ich habe gesehen, wie du dich unter mehr Lasten abgem�ht hast als irgendein Sch�ler, der je diese Schule durchlaufen hat, und ich konnte mich nicht dazu �berwinden, noch eine weitere hinzuzuf�gen</p><p>- die gr��te von allen.�</p><p>Harry wartete, aber Dumbledore schwieg.</p><p>�Ich verstehe immer noch nicht.�</p><p>�Voldemort hat versucht, dich zu t�ten, als du ein Kind warst, aufgrund einer Prophezeiung, die kurz vor deiner Geburt gemacht worden war. Er wusste, dass diese Prophezeiung existierte, auch wenn er nicht ihren gesamten Inhalt kannte.</p><p>Er machte sich auf, dich zu t�ten, als du noch ein Baby warst, in dem Glauben, er w�rde die Voraussagen der Prophezeiung erf�llen. Zu seinem Nachteil stellte er fest, dass er sich geirrt hatte, da der Fluch, der dich t�ten sollte, nach hinten losging. Und deshalb war er seit der R�ckkehr in seinen K�rper und besonders seit deiner au�ergew�hnlichen Flucht vor ihm letztes Jahr entschlossen, die Prophezeiung in ihrer Gesamtheit zu h�ren. Dies ist die Waffe, die er seit seiner R�ckkehr so verbissen sucht: das Wissen darum, wie er dich vernichten kann.�</p><p>Die Sonne stand nun hoch am Horizont. Dumbledores B�ro war in ihr Licht getaucht. Die Vitrine, in der das Schwert von Godric Gryffindor ruhte, schimmerte wei� und stumpf, die Bruchst�cke der Instrumente, die Harry zu Boden geworfen hatte, glitzerten wie Regentropfen, und hinter ihm machte der neugeborene Fawkes in seinem Aschenbett zarte zwitschernde Ger�usche.</p><p>�Die Prophezeiung ist zerbrochen�, sagte Harry tonlos. �Ich hab Neville �ber diese B�nke hochgezogen, in dem - dem Raum, wo der Bogen war, und ich hab seinen Umhang zerrissen und sie ist runtergefallen ...�</p><p>�Das, was zerbrochen ist, war nur die Aufzeichnung der Prophezeiung, die in der Mysteriumsabteilung verwahrt wurde. Aber die Prophezeiung wurde vor jemandem gemacht, und diese Person besitzt die Mittel, um sie wieder vollst�ndig in Erinnerung zu rufen.�</p><p>�Wer hat sie geh�rt?�, fragte Harry, obwohl er glaubte, die Antwort schon zu wissen.</p><p>�Ich�, sagte Dumbledore. �In einer kalten, regnerischen Nacht vor sechzehn Jahren, in einem Zimmer �ber dem Schankraum im <emphasis>Eberkopf. </emphasis>Ich war dorthin gegangen, um mich mit einer Bewerberin f�r den Posten des Wahrsagelehrers zu treffen, obwohl es mir widerstrebte, das Fach Wahrsagen �berhaupt weiter unterrichten zu lassen. Die Bewerberin allerdings war die Ururenkelin einer sehr ber�hmten, sehr begabten Seherin, und der schlichte Anstand schien mir zu gebieten, mit ihr zu sprechen. Ich war entt�uscht. Mir kam es vor, als bes��e sie selbst nicht eine Spur von dieser Gabe. Ich erkl�rte ihr, h�flich, wie ich hoffe, dass ich sie f�r nicht geeignet f�r den Posten hielte. Ich wollte schon gehen.�</p><p>Dumbledore erhob sich und ging an Harry vorbei zu dem schwarzen Schr�nkchen neben Fawkes' Stange. Er b�ckte sich, schob einen Riegel zur�ck und nahm das flache, an den R�ndern mit Runen verzierte Steinbecken daraus hervor, in dem Harry gesehen hatte, wie sein Vater Snape gequ�lt hatte.</p><p>Dumbledore ging zum Schreibtisch zur�ck, stellte das Denkarium darauf ab und hob den Zauberstab an seine Schl�fe. Er zog silbrige, gazed�nne Gedankenf�den daraus hervor, die am Zauberstab h�ngen blieben, und legte sie in das Becken. Er setzte sich wieder hinter seinen Schreibtisch und sah einen Moment zu, wie seine Gedanken im Denkarium wirbelten und herumstr�mten. Dann, mit einem Seufzen, hob er den Zauberstab und stie� mit dessen Spitze gegen die silbrige Substanz.</p><empty-line/><p>Eine Gestalt erhob sich daraus, in Schals geh�llt, die Augen hinter ihrer Brille gewaltig vergr��ert, und mit den F��en im Becken drehte sie sich langsam um sich selbst. Doch als Sibyll Trelawney sprach, tat sie es nicht mit ihrer gew�hnlichen �therischen, mystischen Stimme, sondern in dem rauen, heiseren Ton, den Harry einmal bei ihr geh�rt hatte:</p><p><emphasis>�Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran ... jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt ... und der Dunkle Lord wird Ihn als sich Ebenb�rtigen</emphasis><emphasis>kennzeichnen, aber Er wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt </emphasis></p><p><emphasis>... und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann leben, w�hrend der Andere �berlebt ... der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, wird geboren werden, wenn der siebte Monat stirbt ...�</emphasis></p><p>Sich langsam drehend, sank Professor Trelawney in die silbrige Masse unter ihr zur�ck und verschwand.</p><p>Im B�ro herrschte vollkommene Stille. Weder Dumbledore noch Harry noch eines der Portr�ts gaben einen Laut von sich. Selbst Fawkes war verstummt.</p><p>�Professor Dumbledore?�, sagte Harry sehr leise, denn Dumbledore, der immer noch auf das Denkarium starrte, schien v�llig in Gedanken verloren. �Das</p><p>... hat das bedeutet ... was hat das bedeutet?�</p><p>�Es bedeutete�, sagte Dumbledore, �dass der Mensch, der allein die Chance hat, Lord Voldemort f�r immer zu besiegen, gegen Ende Juli geboren wurde, vor fast sechzehn Jahren. Dieser Junge sollte Eltern geboren werden, die Voldemort bereits drei Mal die Stirn geboten hatten.�</p><p>Harry war zumute, als ob etwas ihn einkreiste. Das Atmen schien ihm wieder schwer zu fallen.</p><p>�Damit - bin ich gemeint?�</p><p>Dumbledore holte tief Luft.</p><p>�Das Merkw�rdige, Harry�, sagte er leise, �ist, dass du es vielleicht gar nicht warst. Sibylls Prophezeiung h�tte zwei Zaubererjungen gelten k�nnen, die beide Ende Juli jenes Jahres geboren wurden, deren Eltern beide im Ph�nixorden und auch jeweils drei Mal knapp Voldemort entronnen waren. Der eine, nat�rlich, warst du. Der andere war Neville Longbottom.�</p><p>�Aber dann - aber warum war dann mein Name auf der Prophezeiung und nicht Nevilles?�</p><p>�Die offizielle Aufzeichnung erhielt nach Voldemorts Angriff auf dich als Kind eine neue Beschriftung�, sagte Dumbledore. �Dem H�ter der Halle der Prophezeiung schien es offensichtlich, dass Voldemort nur deshalb hatte versuchen k�nnen, dich zu t�ten, weil er wusste, dass du es warst, den Sibyll gemeint hatte.�</p><p>�Dann - bin ich es vielleicht gar nicht?�</p><p>�Ich f�rchte�, sagte Dumbledore langsam und sah aus, als w�rde ihn jedes Wort gro�e Anstrengung kosten, �es gibt keinen Zweifel, dass du es bist.�</p><p>�Aber Sie sagten - Neville sei auch Ende Juli geboren -und seine Mum und sein Dad -�</p><p>�Du vergisst den n�chsten Teil der Prophezeiung, das letzte, entscheidende Merkmal des Jungen, der Voldemort besiegen k�nnte ... Voldemort selbst w�rde ihn <emphasis>als sich Ebenb�rtigen kennzeichnen. </emphasis>Und das hat er getan, Harry. Er hat dich gew�hlt, nicht Neville. Er hat dir die Narbe hinterlassen, die sich als Segen und als Fluch erwiesen hat.�</p><p>�Aber vielleicht hat er die falsche Wahl getroffen!�, sagte Harry. �Er k�nnte den Falschen gekennzeichnet haben!�</p><p>�Er hat den Jungen gew�hlt, von dem er glaubte, er sei am wahrscheinlichsten eine Gefahr f�r ihn�, sagte Dumbledore. �Und wichtig ist, Harry: Er hat nicht den Reinbl�ter gew�hlt (der seinem Glauben nach die einzige Art von Zauberer ist, die es wert ist, zu existieren und zu wissen), sondern den Halbbl�ter, wie er selbst einer ist. Er sah sich in dir, bevor er dich �berhaupt gesehen hatte, und indem er dich mit dieser Narbe zeichnete, hat er dich nicht get�tet, wie von ihm beabsichtigt, sondern dir Kr�fte verliehen und eine Zukunft, die es dir m�glich gemacht haben, ihm nicht ein Mal, sondern bislang vier Mal zu entkommen -</p><p>etwas, das weder deinen Eltern noch Nevilles Eltern je gelungen ist.�</p><p>�Warum hat er es dann getan?�, sagte Harry, der sich benommen und kalt f�hlte. �Warum hat er versucht, mich als Baby zu t�ten? Er h�tte abwarten sollen, ob es Neville oder ich w�re, der gef�hrlicher aussah, wenn wir �lter waren, und dann erst den einen, wer es auch gewesen w�re, zu t�ten versuchen sollen -�</p><p>�Das h�tte in der Tat die praktischere Vorgehensweise sein k�nnen�, sagte Dumbledore, �allerdings war Voldemorts Wissen um die Prophezeiung unvollst�ndig. Das Gasthaus <emphasis>Eberkopf, </emphasis>das Sibyll w�hlte, weil es so billig war, zieht seit langem eine, sagen wir, interessantere Kundschaft an als die <emphasis>Drei Besen. </emphasis></p><p>Wie du und deine Freunde zu eurem und ich in jener Nacht zu meinem Nachteil herausfanden, ist dies ein Ort, wo man nie sicher sein kann, nicht belauscht zu werden. Nat�rlich w�re mir nie im Traum eingefallen, dass ich, als ich zu dem Treffen mit Sibyll Trelawney aufbrach, irgendetwas h�ren w�rde, was belauschenswert w�re. Mein - unser - einziges Gl�ck war, dass der Lauscher nach einem kurzen Teil der Prophezeiung entdeckt und hinausgeworfen wurde.�</p><p>�Also hat er nur -?�</p><empty-line/><p>�Er hat nur den Anfang geh�rt, den Teil, der voraussagt, dass im Juli Eltern ein Kind geboren w�rde, die Voldemort schon drei Mal die Stirn geboten haben.</p><p>Daher konnte er seinen Herrn nicht warnen, dass ein Angriff auf dich das Risiko bedeuten w�rde, Macht auf dich zu �bertragen und dich als ebenb�rtig zu kennzeichnen. Also wusste Voldemort einfach nicht, dass es gef�hrlich sein k�nnte, dich anzugreifen, dass es wom�glich klug w�re, zu warten und mehr zu erfahren. Er wusste nicht, dass du <emphasis>eine Macht besitzen </emphasis>w�rdest, <emphasis>die der Dunkle Lord nicht kennt ��</emphasis></p><p>�Aber die habe ich nicht!�, sagte Harry mit erstickter Stimme. �Ich habe keine Macht, die er nicht besitzt, ich k�nnte nicht auf die Weise k�mpfen wie er heute Nacht, ich kann nicht von Menschen Besitz ergreifen oder - oder sie t�ten -�</p><p>�Es gibt einen Raum in der Mysteriumsabteilung�, unterbrach ihn Dumbledore, �der allzeit verschlossen ist. Er enth�lt eine Kraft, die wunderbarer und schrecklicher ist als der Tod, als die menschliche Intelligenz, als die Kr�fte der Natur. Es handelt sich wohl auch um das geheimnisvollste unter den vielen Themen, die dort zu studieren sind. Es ist diese Macht, die in diesem Raum aufbewahrt wird, die du in betr�chtlichen Mengen besitzt und Voldemort �berhaupt nicht. Diese Macht hat dich heute Nacht zu Sirius' Rettung gebracht.</p><p>Diese Macht hat dich auch davor bewahrt, dass Voldemort von dir Besitz ergriff, weil er es nicht ertragen konnte, in einem K�rper zu wohnen, der so erf�llt ist mit der Kraft, die er verachtet. Am Ende spielte es keine Rolle, dass du deinen Geist nicht verschlie�en konntest. Es war dein Herz, das dich gerettet hat.�</p><p>Harry schloss die Augen. Wenn er sich nicht zu Sirius' Rettung aufgemacht h�tte, dann w�re Sirius nicht gestorben ... Eher um den Moment hinauszuschieben, in dem er wieder an Sirius denken musste, fragte Harry, ohne sich gro� f�r die Antwort zu interessieren: �Das Ende der Prophezeiung ... es war etwas wie ... <emphasis>keiner kann leben ...�</emphasis></p><p><emphasis>�... w�hrend der Andere �berlebt�, </emphasis>sagte Dumbledore.</p><p>�Also�, sagte Harry und sch�pfte die Worte, wie es ihm vorkam, aus einer tiefen Quelle der Verzweiflung in ihm, �also hei�t das, dass ... dass einer von uns den andern ... schlie�lich t�ten muss?�</p><p>�Ja...�, sagte Dumbledore.</p><p>Eine lange Zeit sprach keiner der beiden. Von irgendwo weit jenseits der B�romauern konnte Harry Stimmen h�ren, Sch�ler vielleicht, die in die Gro�e Halle hinuntergingen, um zeitig zu fr�hst�cken. Es schien unm�glich, dass es Menschen auf der Welt geben konnte, die noch immer etwas essen wollten, die lachten, die weder wussten noch sich darum k�mmerten, dass Sirius Black f�r immer gegangen war. Sirius schien bereits eine Million Meilen entfernt; selbst jetzt noch wollte Harry glauben, wenn er nur diesen Schleier beiseite gezogen h�tte, dann h�tte er Sirius gefunden, der ihn angesehen h�tte, ihn vielleicht gegr��t h�tte mit seinem Lachen, das wie ein Bellen klang ...</p><p>�Ich habe das Gef�hl, dass ich dir noch eine weitere Erkl�rung schulde, Harry�, sagte Dumbledore z�gernd. �Du hast dich vielleicht gefragt, warum ich dich nicht zum Vertrauenssch�ler bestimmt habe. Ich muss zugeben ... ich dachte eher ... dass du schon genug Verantwortung tr�gst.�</p><p>Harry blickte auf und sah, wie eine Tr�ne �ber Dumbledores Gesicht in den langen silbernen Bart sickerte.</p></section><section><title><p>Der zweite Krieg beginnt</p></title><p>ER, DESSEN NAME NICHT GENANNT WERDEN DARF, KEHRT ZUR�CK</p><p>Zaubereiminister Cornelius Fudge hat Freitagnacht in einer kurzen Stellungnahme best�tigt, dass Er, dessen Name nicht genannt werden darf, in unser Land zur�ckgekehrt und wieder aktiv ist.</p><p>�Mit gro�em Bedauern muss ich best�tigen, dass der Zauberer, der sich selbst als Lord - nun, Sie wissen, wen ich meine - bezeichnet, am Leben und wieder unter uns ist�, sagte Fudge, der m�de und nerv�s wirkte, w�hrend er zu den Reportern sprach. �Mit fast ebenso gro�em Bedauern geben wir die Massenrevolte der Dementoren in Askaban bekannt, die sich offen weigern, weiterhin im Dienste des Ministeriums zu arbeiten. Wir glauben, dass die Dementoren gegenw�rtig ihre Anweisungen von Lord - Dingsda bekommen.</p><p>Wir appellieren an die magische Bev�lkerung, wachsam zu bleiben. Das Ministerium ver�ffentlicht zurzeit Merkbl�tter mit den wichtigsten Ma�regeln zum Schutz von Personen und Wohnungen, die im Laufe des kommenden Monats kostenlos an alle Zaubererhaushalte verschickt werden.�</p><p>Die Stellungnahme des Ministeriums l�ste in der Zauberergemeinschaft Angst und Best�rzung aus, denn das Ministerium hatte noch letzten Mittwoch versichert, es sei ��berhaupt nichts dran� an den �hartn�ckigen Ger�chten, Du-wei�t-schon-wer treibe erneut sein Unwesen unter uns.�</p><p>Die Einzelheiten des Geschehens, das zur Kehrtwendung des Ministeriums f�hrte, lie gen noch immer im Dunkeln, allerdings ist zu h�ren, dass Er, dessen Name nicht genannt werden darf, und eine ausgew�hlte Schar von Gefolgsleuten (bekannt als Todesser) sich am Donnerstagabend Zugang zum Zaubereiministerium verschafft haben.</p><p>Albus Dumbledore, wieder eingesetzter Leiter der Hogwarts-Schule f�r Hexerei und Zauberei, wieder eingesetztes Mitglied der Internationalen Zauberervereinigung und wieder eingesetzter Gro�meister des Zaubergamots, stand bisher nicht f�r einen Kommentar zur Verf�gung. W�hrend des vergangenen Jahres machte er beharrlich darauf aufmerksam, dass Du-wei�t-schon-wer nicht tot sei, wie weithin gehofft und geglaubt wurde, sondern wieder Gefolgsleute rekrutiere f�r einen erneuten Versuch, die Macht zu erlangen.</p><p>Unterdessen hat der �Junge, der �berlebte� -</p><p>�Das bist du, Harry, ich wusste, dass sie dich irgendwie mit reinziehen w�rden�, sagte Hermine und blickte ihn �ber die Zeitung hinweg an.</p><p>Sie waren im Krankenfl�gel. Harry sa� am Fu�ende von Rons Bett, und beide lauschten Hermine , die ihnen die Titelseite des <emphasis>Sonntagspropheten </emphasis>vorlas. Ginny, deren Kn�chel von Madam Pomfrey im Nu wieder geheilt worden war, hatte sich am Ende von Hermines Bett zusammengerollt; Neville, dessen Nase ebenfalls wieder in ihre normale Gr��e und Form gebracht worden war, sa� auf einem Stuhl zwischen den beiden Betten; und Luna, die mit der neuesten Ausgabe des <emphasis>Klitterers </emphasis>in der Hand zu Besuch hereingeschneit war, las das Magazin verkehrt herum und nahm dem Anschein nach kein Wort von dem zur Kenntnis, was Hermine sagte.</p><p>�Aber jetzt ist er wieder der �Junge, der �berlebte�, was?�, sagte Ron d�ster.</p><p>�Kein gest�rter Angeber mehr, hm?�</p><p>Er genehmigte sich eine Hand voll Schokofr�sche von dem riesigen Haufen auf seinem Nachtschr�nkchen, warf ein paar davon Harry, Ginny und Neville zu und riss mit den Z�hnen das Einwickelpapier seiner Fr�sche auf. Noch immer hatte er kr�ftige Striemen an den Unterarmen, wo sich die Tentakel der Gehirne um ihn geschlungen hatten. Madam Pomfrey zufolge konnten Gedanken tiefere Narben hinterlassen als fast alles andere. Allerdings schien es ein wenig besser geworden zu sein, seit sie begonnen hatte, reichliche Mengen von Dr. Salbaders amnesischer Salbe aufzutragen.</p><p>�Ja, jetzt schmeicheln sie dir ganz sch�n, Harry�, sagte Hermine und �berflog den Artikel. <emphasis>�Eine einsame Stimme der Wahrheit ...als unausgeglichen hingestellt, hat er doch immer an seiner Geschichte festgehalten ... gezwungen, Spott und Verleumdungen zu ertragen ... </emphasis>Hmmm�, sagte sie stirnrunzelnd. �Mir f�llt nur auf, dass sie die Tatsache unterschlagen, dass sie es selbst waren, die im <emphasis>Propheten </emphasis>all den Spott und die Verleumdungen gebracht haben ...�</p><p>Sie zuckte leicht und legte eine Hand an ihre Rippen. Der Fluch, den Dolohow gegen sie eingesetzt hatte, w�re zwar wirksamer gewesen, wenn er die Zauberformel laut h�tte sprechen k�nnen, dennoch hatte er, nach Madam Pomfreys Worten, �vorl�ufig genug Schaden angerichtet�. Hermine musste t�glich zehn verschiedene Arten von Zaubertr�nken einnehmen, machte gro�artige Fortschritte und langweilte sich schon im Krankenfl�gel.</p><p><emphasis>�Der j�ngste Versuch von Du-wei�t-schon-wem, die Macht zu ergreifen, Seite zwei bis vier, Was das Ministerium uns h�tte sagen sollen, Seite f�nf, Warum niemand auf Albus Dumbledore geh�rt hat, Seite sechs bis acht,</emphasis><emphasis>Exklusivinterview mit Harry Potter, Seite neun ... </emphasis>Nun�, sagte Hermine, faltete die Zeitung zusammen und warf sie beiseite, �jetzt haben sie jedenfalls ordentlich was zu schreiben. Und dieses Interview mit Harry ist gar nicht exklusiv, es ist das, was der <emphasis>Klitterer </emphasis>schon vor Monaten gebracht hat ...�</p><p>�Daddy hat es ihnen verkauft�, nuschelte Luna und schlug eine Seite des <emphasis>Klitterers </emphasis>um. �Er hat auch einen richtig guten Preis daf�r gekriegt, deshalb machen wir diesen Sommer eine Expedition nach Schweden und gucken mal, ob wir einen Schrumpfh�rnigen Schnarchkackler fangen k�nnen.�</p><p>Hermine schien einen Moment lang mit sich zu k�mpfen, dann sagte sie: �H�rt sich ja wunderbar an.�</p><p>Ginny fing Harrys Blick auf, sah rasch weg und grinste.</p><p>�Ach, �brigens�, sagte Hermine, setzte sich ein wenig aufrechter hin und zuckte erneut zusammen, �was ist eigentlich in der Schule los?�</p><p>�Flitwick hat Freds und Georges Sumpf beseitigt�, sagte Ginny. �Dazu hat er ungef�hr drei Sekunden gebraucht. Aber einen kleinen Fleck unterm Fenster hat er �brig gelassen und mit Seilen abgesperrt -�</p><p>�Warum?�, fragte Hermine verdutzt.</p><p>�Oh, er meint einfach, es sei ein ziemlich gutes St�ck Magie�, sagte Ginny achselzuckend.</p><p>�Ich glaub, er hat es als Denkmal f�r Fred und George gelassen�, sagte Ron, den Mund voller Schokolade. �Die haben mir das ganze Zeug hier geschickt, wei�t du�, erkl�rte er Harry und deutete auf den kleinen Berg Fr�sche neben ihm.</p><p>�Dieser Scherzartikelladen scheint ja ganz gut zu laufen, was?�</p><p>Hermine sah recht missbilligend drein und fragte: �Und hat der ganze �rger aufgeh�rt, jetzt, wo Dumbledore zur�ck ist?�</p><p>�Ja�, sagte Neville, �es l�uft alles wieder ganz wie �blich.�</p><p>�Ich vermut mal, Filch ist gl�cklich, oder?�, fragte Ron und lehnte eine Schokofroschkarte mit Dumbledores Bild gegen seinen Wasserkrug.</p><p>�Von wegen�, sagte Ginny. �Ehrlich gesagt, dem ist hundeelend ...� Sie senkte ihre Stimme zu einem Fl�stern. �Andauernd behauptet er, Umbridge sei das Beste, was Hogwarts je passiert sei ...�</p><p>Alle sechs wandten sich um. In einem Bett ihnen gegen�ber lag Professor Umbridge und starrte zur Decke. Dumbledore war alleine in den Wald marschiert, um sie vor den Zentauren zu retten; wie er es geschafft hatte - wie er mit Professor Umbridge zwischen den B�umen wieder aufgetaucht war, ohne auch nur einen Kratzer abbekommen zu haben -, wusste keiner und Umbridge w�rde es mit Sicherheit nicht erz�hlen. Seit sie zum Schloss zur�ckgekehrt war, hatte sie, soweit sie wussten, nicht ein einziges Wort gesprochen. Auch ahnte keiner wirklich, was ihr fehlte. Ihr normalerweise ordentliches mausgraues Haar war ganz zerzaust, und es steckten immer noch Reste von Zweigen und Bl�ttern darin, doch ansonsten schien sie v�llig unversehrt.</p><p>�Madam Pomfrey meint, sie h�tte nur einen Schock�, fl�sterte Hermine.</p><empty-line/><p>�Schmollt wohl eher�, sagte Ginny.</p><p>�Genau, sie zeigt Lebenszeichen, wenn man so macht�, sagte Ron und schnalzte leise mit der Zunge. Umbridge sa� mit einem Mal kerzengerade da und blickte hektisch umher.</p><p>�Irgendwas nicht in Ordnung, Professor?�, rief Madam Pomfrey und streckte den Kopf aus ihrer B�rot�r.</p><p>�Nein ... nein ...�, sagte Umbridge und sank zur�ck in ihre Kissen. �Nein, ich muss getr�umt haben ...�</p><p>Hermine und Ginny erstickten ihr Lachen in den Bettdecken.</p><p>�Wo wir schon bei Zentauren sind�, sagte Hermine, als sie sich ein wenig erholt hatte, �wer ist jetzt eigentlich Wahrsagelehrer? Bleibt Firenze hier?�</p><p>�Muss er wohl�, erwiderte Harry, �die anderen Zentauren wollen ihn ja nicht wiederhaben, oder?�</p><p>�Sieht so aus, als ob er und Trelawney gemeinsam unterric hten w�rden�, sagte Ginny.</p><p>�Wette, Dumbledore w�nscht sich, er h�tte Trelawney f�r immer den Laufpass geben k�nnen�, sagte Ron und mampfte jetzt seinen vierzehnten Frosch. �Ehrlich, das ganze Fach bringt sowieso nichts, wenn ihr mich fragt, Firenze ist auch nicht viel besser ...�</p><p>�Wie kannst du so was sagen?�, fragte Hermine. �Nachdem wir gerade rausgefunden haben, dass es echte Prophezeiungen <emphasis>gibt?�</emphasis></p><p>Harrys Herz begann zu rasen. Er hatte weder Ron, Hermine noch jemand anderem erz�hlt, was die Prophezeiung enthalten hatte. Neville hatte ihnen gesagt, dass sie zerbrochen war, als Harry ihn die Stufen im Raum des Todes hinaufgezogen hatte, und Harry hatte dieser Darstellung noch nicht widersprochen. Er war noch nicht bereit, ihre Mienen zu sehen, wenn er ihnen erz�hlte, dass er entweder M�rder oder Opfer sein musste, dass es keinen anderen Weg gab ...</p><p>�Schade, dass sie zerbrochen ist�, sagte Hermine leise und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ja, allerdings�, sagte Ron. �Aber wenigstens hat Du-wei�t-schon-wer nicht rausgefunden, was sie gesagt hat - wo gehst du hin?�, f�gte er hinzu und blickte �berrascht und entt�uscht zugleich, als Harry aufstand.</p><p>��h - zu Hagrid�, sagte Harry. �Er ist eben zur�ckgekommen, wisst ihr, und ich hab versprochen, ich w�rde runtergehen und ihn besuchen und ihm sagen, wie es euch beiden geht.�</p><empty-line/><p>�Oh, na gut�, sagte Ron m�rrisch und blickte aus dem Fenster des Krankensaals auf den Fleck hellblauen Himmels drau�en. �W�r sch�n, wenn wir mitkommen k�nnten.�</p><p>�Gr�� ihn von uns!�, rief Hermine, als Harry die Krankenstation entlangging.</p><p>�Und frag ihn, was mit ... mit seinem kleinen Freund los ist!�</p><p>Harry winkte mit der Hand zum Zeichen, dass er sie geh�rt und verstanden hatte, als er das Zimmer verlie�.</p><p>Selbst f�r einen Sonntag schien es im Schloss sehr ruhig zu sein. Offenbar waren alle drau�en auf dem sonnigen Gel�nde, genossen das Ende ihrer Pr�fungen und die Aussicht auf ein paar letzte Tage des Schuljahrs ohne l�stige Stoffwiederholungen und Hausaufgaben. Harry ging langsam durch den ausgestorbenen Korridor und sp�hte unterwegs aus den Fenstern; �ber dem Quidditch-Feld konnte er Leute st�mperhaft herumfliegen sehen, und im See schwammen ein paar Sch�ler, begleitet von dem Riesenkraken.</p><p>Es fiel ihm schwer, sich zu entscheiden, ob er mit jemandem zusammen sein wollte oder nicht; immer wenn er in Gesellschaft war, wollte er wieder verschwinden, und immer wenn er allein war, wollte er Gesellschaft. Er �berlegte, dass er tats�chlich Hagrid besuchen gehen k�nnte, da er seit dessen R�ckkehr nicht richtig mit ihm gesprochen hatte ...</p><p>Harry war gerade die letzte Marmorstufe in die Eingangshalle hinuntergegangen, als Malfoy, Crabbe und Goyle aus einer T�r zur Rechten auftauchten, die, wie Harry wusste, zum Gemeinschaftsraum der Slytherins hinabf�hrte. Harry blieb wie angewurzelt stehen; Malfoy und die anderen ebenfalls. Zu h�ren waren nur Rufe, Gel�chter und Spritzger�usche, die von den Schlossgr�nden her durch das offene Portal in die Halle schwebten.</p><p>Malfoy warf einen Blick umher - Harry wusste, dass er sich vergewisserte, ob irgendetwas auf einen Lehrer in der N�he hindeutete -, dann wandte er sich wieder Harry zu und sagte mit leiser Stimme: �Du bist tot, Potter.�</p><p>Harry zog die Brauen hoch.</p><p>�Komisch�, sagte er. �Da d�rfte ich doch eigentlich gar nicht mehr hier rumlaufen ...�</p><p>Malfoy wirkte zorniger, als Harry ihn je gesehen hatte; er sp�rte eine Art leidenschaftslose Genugtuung beim Anblick des wutverzerrten bleichen, spitzen Gesichts.</p><p>�Du wirst daf�r bezahlen�, sagte Malfoy, seine Stimme kaum lauter als ein Fl�stern. <emphasis>�Ich </emphasis>werde dich zahlen lassen f�r das, was du meinem Vater angetan hast ...�</p><empty-line/><p>�Also, jetzt hab ich aber furchtbare Angst�, sagte Harry sarkastisch. �Ich vermut mal, Lord Voldemort war nur 'ne Aufw�rm�bung im Vergleich zu euch -</p><p>was ist denn los?�, f�gte er hinzu, denn Malfoy, Crabbe und Goyle sahen aus wie vor den Kopf geschlagen beim Klang dieses Namens. �Er ist doch ein Kumpel von deinem Dad, stimmt's? Hast doch keine Angst vor ihm, oder?�</p><p>�Du glaubst, du w�rst so ein toller Typ, Potter�, sagte Malfoy und kam nun n�her, flankiert von Crabbe und Goyle. �Wart nur. Ich krieg dich. Du kannst meinen Vater nicht ins Gef�ngnis bringen -�</p><p>�Ich dachte, das h�tte ich schon�, sagte Harry.</p><p>�Die Dementoren haben Askaban verlassen�, sagte Malfoy leise. �Dad und die andern werden im Nu wieder drau�en sein ...�</p><p>�Ja, das vermute ich auch�, sagte Harry. �Dennoch, wenigstens wissen jetzt alle, was f�r Fieslinge die sind -�</p><p>Malfoys Hand flog zu seinem Zauberstab, doch Harry war schneller; er hatte seinen eigenen Zauberstab gezogen, bevor Malfoys Finger auch nur in die Tasche seines Umhangs gelangt waren.</p><p>�Potter!�</p><p>Die Stimme dr�hnte durch die Eingangshalle. Snape war auf der Treppe erschienen, die zu seinem B�ro hinunterf�hrte, und bei seinem Anblick sp�rte Harry einen Hass aufwogen, der alles �bertraf, was er Malfoy gegen�ber empfand</p><p>... was immer Dumbledore auch gesagt hatte, er w�rde Snape nie verzeihen ...</p><p>niemals ...</p><p>�Was tun Sie da, Potter?�, sagte Snape, so kalt wie immer, als er zu den vieren hin�berschritt.</p><p>�Ich versuche zu entscheiden, welchen Fluch ich gegen Malfoy benutzen soll, Sir�, sagte Harry grimmig.</p><p>Snape starrte ihn an.</p><p>�Stecken Sie sofort diesen Zauberstab weg�, sagte er barsch. �Zehn Punkte Abzug f�r Gryff-�</p><p>Snape blickte auf die riesigen Stundengl�ser an der Wand und setzte ein h�hnisches L�cheln auf.</p><p>�Ah. Wie ich sehe, sind im Stundenglas von Gryffindor keine Punkte mehr, die man abziehen k�nnte. In diesem Fall, Potter, werden wir einfach -�</p><p>�Ein paar hinzuf�gen?�</p><p>Professor McGonagall war gerade die Steintreppe zum Schloss heraufgehumpelt; sie trug eine schottenkarierte Reisetasche in der einen und lehnte sich schwer auf einen Gehstock in der anderen Hand, doch ansonsten sah sie recht gesund aus.</p><p>�Professor McGonagall!�, sagte Snape und trat mit gro�en Schritten vor.</p><p>�Raus aus dem St. Mungo, wie ich sehe!�</p><p>�Ja, Professor Snape�, sagte Professor McGonagall und sch�ttelte ihren Reisemantel ab, �ich f�hl mich wie neu. Sie beide - Crabbe - Goyle -�</p><p>Sie winkte sie gebieterisch herbei und einf�ltig dreinblickend kamen sie mit ihren gro�en F��en angeschlurft.</p><p>�Hier�, sagte Professor McGonagall und dr�ckte Crabbe die Reisetasche und Goyle ihren Mantel an die Brust, �bringen Sie das f�r mich hoch in mein B�ro.�</p><p>Sie wandten sich um und stapften die Marmortreppe hoch.</p><p>�Nun denn�, sagte Professor McGonagall und blickte auf zu den Stundengl�sern an der Wand. �Also, ich denke, Potter und seine Freunde sollten jeweils f�nfzig Punkte bekommen, weil sie die Welt auf die R�ckkehr von Du-wei�t-schon-wem aufmerksam gemacht haben! Wie sehen Sie das, Professor Snape?�</p><p>�Wie bitte?�, schnappte Snape, doch Harry wusste, dass er sehr wohl geh�rt hatte. �Oh - nun - ich nehme an ...�</p><p>�Dann haben wir also jeweils f�nfzig Punkte f�r Potter, die beiden Weasleys, Longbottom und Miss Granger�, sagte Professor McGonagall, und noch w�hrend sie sprach, fiel ein Schauer Rubine in den unteren Kolben des Gryffindor-Stundenglases. �Oh - und f�nfzig f�r Miss Lovegood, w�rde ich meinen�, f�gte sie hinzu und eine Anzahl von Saphiren fiel in das Glas der Ravenclaws. �Nun, Sie wollten Mr. Potter zehn Punkte abziehen, glaube ich, Professor Snape - dann haben wir also ...�</p><p>Ein paar Rubine flogen zur�ck in den oberen Kolben, dennoch blieb eine erkleckliche Menge unten �brig.</p><p>�Nun, Potter, Malfoy, ich denke, Sie sollten an einem so herrlichen Tag wie diesem drau�en sein�, fuhr Professor McGonagall munter fort.</p><p>Harry musste sich das nicht zweimal sagen lassen. Er steckte seinen Zauberstab zur�ck in den Umhang und ging geradewegs auf das Portal zu, ohne Snape und Malfoy auch nur noch eines Blickes zu w�rdigen.</p><p>Die hei�e Sonne traf ihn mit Wucht, als er �ber den Rasen auf Hagrids H�tte zuging. Sch�ler lagen �berall auf dem Gras, nahmen Sonnenb�der, unterhielten sich, lasen den <emphasis>Sonntagspropheten, </emphasis>a�en S��igkeiten und blickten zu ihm auf, w�hrend er vorbeiging. Manche riefen ihm etwas zu oder winkten, offenbar eifrig bem�ht zu zeigen, dass sie, wie auch der <emphasis>Prophet, </emphasis>zu dem Schluss gekommen waren, dass er eine Art Held sei. Harry sagte zu keinem von ihnen ein Wort. Er hatte keine Ahnung, wie viel sie von dem wussten, was vor drei Tagen geschehen war, doch bisher war er Fragen ausgewichen, und das wollte er auch weiterhin so halten.</p><p>Als er an die T�r von Hagrids H�tte klopfte, dachte er zun�chst, Hagrid w�re nicht da, doch dann kam Fang um die Ecke gest�rmt und warf ihn fast um, so begeistert hie� er ihn willkommen.</p><p>Hagrid, so stellte sich heraus, erntete Stangenbohnen hinten im Garten.</p><p>�Sieh mal an, Harry!�, sagte er strahlend, als Harry auf den Zaun zuging.</p><p>�Komm rein, komm rein, wir trinken 'nen Schluck L�wenzahnsaft ...�</p><p>�Wie l�uft's so?�, fragte ihn Hagrid, als sie sich jeder mit einem Glas eisgek�hltem Saft an seinen Holztisch gesetzt hatten. �Du - �h - alles in Ordnung mit dir, ja?�</p><p>An dem besorgten Ausdruck auf Hagrids Gesicht erkannte Harry, dass er nicht sein k�rperliches Wohlbefinden meinte.</p><p>�Mir geht's gut�, sagte Harry rasch, weil er es nicht ertragen konnte, �ber das zu reden, woran offenbar auch Hagrid dachte. �Und du, wo warst du?�</p><p>�Hab mich in den Bergen versteckt�, sagte Hagrid. �Oben in einer H�hle, wie Sirius, als er -�</p><p>Hagrid brach ab, r�usperte sich grollend, blickte Harry an und nahm einen gro�en Schluck Saft.</p><p>�Jedenfalls bin ich wieder da�, sagte er matt.</p><p>�Du - du siehst besser aus�, sagte Harry, entschlossen, das Gespr�ch noch weiter von Sirius wegzuf�hren.</p><p>�Wa-?�, sagte Hagrid, hob seine massige Hand und bef�hlte sein Gesicht. �Oh</p><p>- o ja. Also, Grawpy benimmt sich jetzt viel besser, viel, viel besser. Hat sich, wie's schien, richtig gefreut, mich zu sehen, als ich zur�ckkam, um ehrlich zu sein. Is' 'n guter Kerl, im Grunde ... hab mir tats�chlich schon mal Gedanken gemacht, ob ich nich probieren sollte, 'ne Freundin f�r ihn zu finden ...�</p><p>Harry h�tte normalerweise sofort versucht, Hagrid diese Idee auszureden; die Aussicht, dass ein zweiter Riese sich im Wald wohnlich einrichtete, wom�glich noch wilder und brutaler als Grawp, war sicher ein Grund zur Beunruhigung, doch irgendwie brachte Harry nicht die Kraft auf, diesen Einwand durchzusetzen.</p><p>Schon hatte er wieder das Bed�rfnis, allein zu sein, und um schneller wegzukommen, nahm er mehrere gro�e Schlucke von seinem L�wenzahnsaft, mit denen er das Glas halb leerte.</p><p>�Alle wissen jetzt, dass du die Wahrheit gesagt hast, Harry�, sagte Hagrid leise und unerwartet. �Ist doch besser so, oder?�</p><p>Harry zuckte die Achseln.</p><p>�Sieh mal ...� Hagrid beugte sich �ber den Tisch zu ihm hin�ber. �Ich hab Sirius l�nger gekannt als du ... er ist im Kampf gestorben, und so wollte er auch gehen -�</p><p>�Er wollte �berhaupt nicht gehen!�, sagte Harry zornig.</p><p>Hagrid neigte seinen gro�en zotteligen Kopf.</p><p>�Nee, ich sch�tz mal, er wollt nicht�, sagte er leise. �Un' trotzdem, Harry ... er war nie einer von denen, die zu Hause rumhocken und die andern k�mpfen lassen.</p><p>Er h�tt nich mehr mit sich leben k�nnen, wenn er nich zu Hilfe gekommen war -�</p><p>Harry sprang auf.</p><p>�Ich muss gehen und Ron und Hermine im Krankenfl�gel besuchen�, sagte er mechanisch.</p><p>�Oh�, sagte Hagrid und wirkte recht best�rzt. �Oh ... na gut, dann, Harry ...</p><p>pass auf dich auf, un' schau mal wieder vorbei, wenn du 'n bisschen Zeit ...�</p><p>�Ja - mach ich ...�</p><p>Harry ging, so schnell er konnte, hin�ber zur T�r und zog sie auf; er war wieder drau�en im Sonnenschein, ehe Hagrid seinen Abschiedsgru� beendet hatte, und verschwand �ber den Rasen. Erneut riefen Leute nach ihm, w�hrend er vorbeiging. Einige Momente lang schloss er die Augen und w�nschte sich, sie sollten alle verschwinden, damit er, wenn er die Augen wieder aufschlug, allein auf den Schlossgr�nden w�re ...</p><p>Vor ein paar Tagen noch, bevor seine Pr�fungen zu Ende waren, und noch vor der Vision, die ihm Voldemort eingepflanzt hatte, h�tte er fast alles daf�r gegeben, wenn die Zaubererwelt nur erfahren h�tte, dass er die Wahrheit gesagt hatte, wenn sie nur geglaubt h�tte, dass Voldemort zur�ck war, und gewusst h�tte, dass Harry weder ein L�gner noch verr�ckt war. Aber jetzt ...</p><p>Er ging ein kurzes St�ck um den See und setzte sich, vor den Blicken Vorbeikommender gesch�tzt, hinter ein Geb�sch ans Ufer, starrte hinaus auf das funkelnde Wasser und dachte nach ...</p><p>Vielleicht war der Grund, weshalb er allein sein wollte, dass er sich seit seinem Gespr�ch mit Dumbledore von allen abgesondert f�hlte. Eine unsichtbare Barriere trennte ihn vom Rest der Welt. Er war - und war es immer schon gewesen - ein gezeichneter Mensch. Er hatte einfach nie wirklich verstanden, was dies bedeutete ...</p><p>Und dennoch, trotz der schrecklichen Last der Trauer, die an ihm zerrte, und obwohl er den Verlust von Sirius noch so frisch und wund in sich sp�rte -jetzt, da er hier am Seeufer sa�, konnte er kein gro�es Gef�hl der Bedrohung empfinden.</p><p>Die Sonne schien, und die Schlossgr�nde um ihn her waren voller lachender Menschen, und obwohl er sich so fern von ihnen f�hlte, als w�rde er einer anderen Gattung angeh�ren, war es, wie er so dasa�, doch immer noch sehr schwer, zu glauben, dass zu seinem Leben ein Mord geh�ren oder dass es damit enden w�rde ...</p><p>Lange Zeit sa� er so da, starrte hinaus aufs Wasser und versuchte nicht �ber seinen Paten nachzudenken oder sich daran zu erinnern, dass direkt gegen�ber, am anderen Ufer, Sirius einst zusammengebrochen war, als er versucht hatte, hundert Dementoren zu vertreiben ...</p><p>Die Sonne war untergegangen, ehe er sp�rte, dass ihm kalt war. Er stand auf, kehrte zum Schloss zur�ck und wischte sich unterwegs mit dem �rmel �ber das Gesicht.</p><empty-line/><p>Ron und Hermine verlie�en drei Tage vor Schuljahresende vollkommen genesen den Krankenfl�gel. Hermine gab immer wieder zu verstehen, dass sie �ber Sirius reden wollte, aber wenn sie seinen Namen erw�hnte, brachte Ron sie meist mit einem �Psst� zum Schweigen. Harry war sich immer noch nicht sicher, ob er schon �ber seinen Paten reden wollte oder nicht; je nach Stimmung �nderten sich auch seine W�nsche. Eins jedoch wusste er: So ungl�cklich er sich im Moment auch f�hlte, in ein paar Tagen, wenn er wieder im Ligusterweg Nummer vier war, w�rde er Hogwarts schmerzlich vermissen. Obwohl er jetzt genau verstanden hatte, warum er jeden Sommer dorthin zur�ckkehren musste, hatte er kein besseres Gef�hl dabei. Im Gegenteil, er hatte seine R�ckkehr noch nie so gef�rchtet.</p><p>Professor Umbridge verlie� Hogwarts am letzten Tag vor dem Schuljahresende. Offenbar hatte sie sich w�hrend der Abendessenszeit aus dem Krankenfl�gel geschlichen, wohl in der Hoffnung, dass niemand ihre Abreise bemerken w�rde, doch zu ihrem Ungl�ck traf sie unterwegs auf Peeves, der seine letzte Chance ergriff, zu tun, was ihm Fred aufgetragen hatte, und sie mit h�mischem Vergn�gen aus dem Schloss jagte, wobei er abwechselnd mit einem Gehstock und einem Socken voller Kreide auf sie eindrosch. Viele Sch�ler rannten hinaus in die Eingangshalle, um zuzusehen, wie sie den Zufahrtsweg hinunterrannte, und die Hauslehrer machten nur halbherzige Anstrengungen, sie zur�ckzuhalten. Tats�chlich lie� sich Professor McGonagall nach ein paar schw�chlichen Protesten wieder in ihren Stuhl am Lehrertisch sinken, und man h�rte sie deutlich ihr Bedauern ausdr�cken, dass sie nicht selbst Umbridge hinterherrennen und ihren Abschied bejubeln konnte, weil Peeves sich ihren Stock ausgeliehen hatte.</p><p>Ihr letzter Abend in der Schule brach an. Die meisten hatten schon fertig gepackt und waren auf dem Weg hinunter zum j�hrlichen Abschiedsessen, doch Harry hatte mit dem Packen noch nicht einmal angefangen.</p><p>�Mach's doch einfach morgen!�, sagte Ron, der an der T�r zu ihrem Schlafsaal wartete. �Komm schon, ich verhungere noch.�</p><p>�Ich brauch nicht lange ... geh du schon mal vor ...�</p><p>Doch als die Schlafsaalt�r hinter Ron ins Schloss gefallen war, gab sich Harry keine M�he, schneller mit dem Packen voranzukommen. Beim Festessen dabei zu sein war das Allerletzte, was er wollte. Er bef�rchtete, Dumbledore k�nnte ihn in seiner Rede erw�hnen. Sicher w�rde er auf Voldemorts R�ckkehr zu sprechen kommen, schlie�lich hatte er es letztes Jahr in seiner Rede auch getan ...</p><p>Harry zog ein paar zerknitterte Umh�nge ganz unten aus seinem Koffer, um Platz f�r zusammengefaltete zu machen, und dabei fiel ihm ein schlecht eingewickeltes P�ckchen in der Ecke des Koffers auf. Er hatte keine Ahnung, was es dort zu suchen hatte. Er b�ckte sich, zog es unter seinen Turnschuhen hervor und musterte es.</p><p>Binnen Sekunden wusste er, was es war. Sirius hatte es ihm noch an der T�r von Grimmauldplatz Nummer zw�lf gegeben. <emphasis>�Benutz es, wenn du mich brauchst, klar?�</emphasis></p><p>Harry lie� sich auf sein Bett sinken und wickelte das P�ckchen aus. Heraus fiel ein kleiner quadratischer Spiegel. Er wirkte alt, und schmutzig noch dazu. Harry hielt ihn vors Gesicht und sah sein Spiegelbild, das seinen Blick erwiderte.</p><p>Er drehte den Spiegel um. Dort auf der R�ckseite stand eine gekritzelte Notiz von Sirius.</p><empty-line/><p><emphasis>Dies ist ein Zweiwegespiegel, ich besitze das Gegenst�ck zu ihm. Wenn du mit mir reden musst, sprich einfach meinen Namen in ihn hinein. Du erscheinst dann in meinem Spiegel und ich kann in deinem Spiegel sprechen. James und ich haben</emphasis><emphasis>sie immer benutzt, wenn wir an verschiedenen Orten nachsitzen mussten. </emphasis></p><empty-line/><p>Harrys Herz begann zu rasen. Er erinnerte sich, wie er vor vier Jahren im Spiegel Nerhegeb seine toten Eltern gesehen hatte. Er w�rde wieder mit Sirius sprechen k�nnen, jetzt gleich, er wusste es -</p><p>Er blickte umher, um sich zu vergewissern, dass niemand da war; der Schlafsaal war v�llig leer. Er sah zur�ck in den Spiegel, hob ihn mit zitternden H�nden vors Gesicht und sagte laut und deutlich: �Sirius.�</p><p>Sein Atem beschlug das Glas. Er hielt sich den Spiegel noch n�her ans Gesicht und sp�rte eine Welle der Erregung, doch die Augen, die durch den Nebel zur�ckblinzelten, waren eindeutig seine eigenen.</p><p>Er wischte den Spiegel wieder klar und sagte, so dass jede Silbe deutlich durch den Raum hallte: �Sirius Black!�</p><p>Nichts geschah. Das entt�uschte Gesicht, das aus dem Spiegel zur�ckblickte, war immer noch unverkennbar sein eigenes ...</p><p>Sirius hatte seinen Spiegel nicht bei sich, als er durch den Bogen ging, sagte eine leise Stimme in Harrys Kopf. <emphasis>Deshalb </emphasis>funktioniert es nicht ...</p><p>Harry verharrte einen Moment lang vollkommen reglos, dann warf er den Spiegel zur�ck in den Koffer, wo er zerbrach. Eine ganze strahlend helle Minute lang war er �berzeugt gewesen, dass er Sirius sehen, wieder mit ihm sprechen w�rde ...</p><p>Die Entt�uschung brannte ihm in der Kehle; er stand auf und fing an, seine Sachen kunterbunt in den Koffer auf den zerbrochenen Spiegel zu werfen Doch dann kam ihm schlagartig eine Idee ... eine bessere Idee als ein Spiegel ... eine viel bedeutungsvollere, wichtigere Idee ... wieso hatte er nicht schon vorher daran gedacht - warum hatte er nie gefragt?</p><p>Er spurtete aus dem Schlafsaal und die Wendeltreppe hinunter, er schlug gegen die W�nde und nahm es kaum wahr; er hastete durch den leeren Gemeinschaftsraum, durch das Portr�tloch und den Korridor entlang, ohne auf die fette Dame zu achten, die ihm hinterherrief: �Das Festessen f�ngt gleich an, wei�t du, du schaffst es gerade noch!�</p><p>Doch Harry hatte nicht vor, zum Festessen zu gehen ...</p><p>Wieso war dieses Schloss eigentlich voller Geister, wenn man keinen brauchte, aber jetzt ...</p><p>Er rannte Treppen hinunter und Korridore entlang und traf niemanden, weder lebend noch tot. Alle waren nat�rlich in der Gro�en Halle. Vor seinem Zauberkunst-Klassenzimmer blieb er keuchend stehen und �berlegte verzweifelt, dass er wohl bis sp�ter warten musste, bis nach dem Ende des Festessens ...</p><p>Doch gerade hatte er die Hoffnung aufgegeben, da sah er ihn - einen durchsichtigen Jemand, der am Ende des Korridors durch die W�nde schwebte.</p><p>�Hey - hey, Nick! NICK!�</p><p>Das Gespenst streckte sich wieder aus der Mauer hervor, und unter seinem extravagant gefiederten Hut erschien der gef�hrlich wacklige Kopf von Sir Nicholas de Mimsy-Porpington.</p><p>�Guten Abend�, sagte er, zog den Rest seines K�rpers aus dem massiven Stein und l�chelte Harry zu. �Ich bin also nicht der Einzige, der zu sp�t dran ist?</p><p>Obwohl�, seufzte er, �in einem ganz anderen Sinne nat�rlich ...�</p><p>�Nick, kann ich Sie etwas fragen?�</p><p>Ein ganz eigenartiger Ausdruck stahl sich auf das Gesicht des Fast Kopflosen Nick, der nun einen Finger in die steife Krause um seinen Hals steckte und sie ein wenig fester zog, offenbar um sich Zeit zum �berlegen zu verschaffen. Er lie� erst davon ab, als sein teilweise durchtrennter Hals sich endg�ltig vom Kopf zu l�sen schien.</p><p>��hm - nun, Harry?�, sagte Nick mit verlegener Miene. �Hat das nicht Zeit bis nach dem Festessen?�</p><p>�Nein - Nick - bitte�, sagte Harry. �Ich muss dringend mit Ihnen sprechen.</p><p>K�nnen wir hier reingehen?�</p><p>Harry �ffnete die T�r zum n�chsten Klassenzimmer und der Fast Kopflose Nick seufzte.</p><p>�Oh, nun gut�, sagte er mit resigniertem Blick. �Ich kann nicht so tun, als h�tte ich es nicht erwartet.�</p><p>Harry hielt ihm die T�r auf, doch er zog es vor, durch die Wand zu schweben.</p><p>�Was erwartet?�, fragte Harry und schloss die T�r.</p><p>�Dass du mich aufsuchst�, sagte Nick, glitt hin�ber zum Fenster und blickte hinaus auf die Schlossgr�nde, �ber denen es nun dunkelte. �Das geschieht ...</p><p>manchmal ... wenn jemand ... einen Verlust erlitten hat.�</p><p>�Also�, sagte Harry, der sich nicht ablenken lassen wollte, �Sie hatten Recht, ich - ich hab nach Ihnen gesucht.�</p><p>Nick schwieg.</p><p>�Es ist -�, fuhr Harry fort, der die Sache peinlicher fand, als er vorausgesehen hatte. �Es ist - Sie sind nun einmal tot. Aber Sie sind immer noch da, oder nicht?�</p><p>Nick seufzte und starrte weiter auf die Schlossgr�nde hinaus.</p><p>�Das stimmt doch, oder?�, dr�ngte Harry. �Sie sind gestorben, aber ich rede mit Ihnen ... Sie k�nnen in Hogwarts herumgehen und so weiter, nicht wahr?�</p><p>�Ja�, sagte der Fast Kopflose Nick leise, �ich gehe und spreche, ja.�</p><p>�Also sind Sie zur�ckgekehrt, ja?�, sagte Harry eindringlich. �Leute k�nnen zur�ckkehren, oder? Als Geister. Sie m�ssen nicht v�llig verschwinden. <emphasis>Oder?�,</emphasis> f�gte er ungeduldig hinzu, als Nick weiterhin schwieg.</p><p>Der Fast Kopflose Nick z�gerte, dann sagte er: �Nicht jeder kann als Geist zur�ckkehren.�</p><p>�Was soll das hei�en?�, fragte Harry rasch.</p><p>�Nur ... nur Zauberer.�</p><p>�Oh�, sagte Harry und h�tte vor Erleichterung fast gelacht. �Nun, das ist schon in Ordnung, derjenige, wegen dem ich frage, ist ein Zauberer. Also kann er zur�ckkommen, ja?�</p><p>Nick wandte sich vom Fenster ab und sah Harry mit trauernder Miene an.</p><p>�Er wird nicht zur�ckkommen.�</p><p>�Wer?�</p><p>�Sirius Black�, sagte Nick.</p><p>�Aber Sie haben es getan!�, erwiderte Harry zornig. �Sie sind zur�ckgekommen - Sie sind tot und Sie sind nicht verschwunden -�</p><p>�Zauberer k�nnen einen Abdruck ihrer selbst auf der Erde hinterlassen, um dort, wo ihr lebendiges Selbst einst wandelte, als fahles Wesen umzugehen�, sagte Nick betr�bt. �Aber sehr wenige Zauberer w�hlen diesen Weg.�</p><p>�Warum?�, sagte Harry. �Egal - das spielt keine Rolle - Sirius wird gleichg�ltig sein, dass es ungew�hnlich ist, er wird zur�ckkommen, ich wei� es!�</p><p>Und Harrys Glaube war so stark, dass er tats�chlich den Kopf wandte, um an der T�r nachzusehen, denn f�r den Bruchteil einer Sekunde war er sich gewiss, dass er Sirius erblicken w�rde, wie er perlwei� und durchsichtig, aber strahlend durch die T�r auf ihn zukam.</p><p>�Er wird nicht zur�ckkommen�, wiederholte Nick. �Er wird ...</p><p>weitergegangen sein.�</p><p>�Was soll das hei�en, �weitergegangen�?�, fragte Harry rasch. �Wohin weitergegangen? H�ren Sie - was passiert eigentlich, wenn man stirbt? Wo geht man hin? Warum kommen nicht alle zur�ck? Warum wimmelt es hier nicht von Geistern? Warum -?�</p><p>�Darauf kann ich nicht antworten�, sagte Nick.</p><empty-line/><p>�Sie sind doch tot, oder?�, sagte Harry aufgebracht. �Wer kann das besser beantworten als Sie?�</p><p>�Ich hatte Angst vor dem Tod�, sagte Nick leise. �Ich entschied mich daf�r, zur�ckzubleiben. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht doch ... nun, es ist weder hier noch dort... tats�chlich bin <emphasis>ich </emphasis>weder hier noch dort ...� Er lie� ein leises trauriges Glucksen h�ren. �Ich wei� nichts von den Geheimnissen des Todes, Harry, denn ich habe mich stattdessen f�r mein schw�chliches Nachbild des Lebens entschieden. Ich glaube, gelehrte Zauberer studieren diese Frage in der Mysteriumsabteilung -�</p><p>�Von der will ich nichts h�ren!�, sagte Harry w�tend.</p><p>�Es tut mir Leid, dass ich dir nicht besser helfen konnte�, sagte Nick freundlich. �Nun ... nun entschuldige mich bitte ... das Festessen, du wei�t ...�</p><p>Und er verlie� den Raum, wo Harry alleine zur�ckblieb und mit leerem Blick die Wand anstarrte, durch die Nick verschwunden war.</p><p>Harry war zumute, als h�tte er seinen Paten noch einmal verloren, indem er die Hoffnung verloren hatte, dass er ihn vielleicht wieder sehen oder mit ihm sprechen k�nnte. Langsam und niedergeschlagen ging er durch das leere Schloss nach oben zur�ck. Er fragte sich, ob er jemals wieder fr�hlich sein w�rde.</p><p>Er war um die Ecke des Korridors der fetten Dame gebogen, als er vor sich jemanden sah, der einen Zettel an einem Brett an der Wand befestigte. Ein zweiter Blick zeigte ihm, dass es Luna war. Gute Verstecke in der N�he gab es nicht, sie musste seine Schritte geh�rt haben, und ohnehin brachte Harry in diesem Moment kaum die Kraft auf, irgendjemandem aus dem Weg zu gehen.</p><p>�Hallo�, sagte Luna undeutlich und blickte sich zu ihm um, als sie vom schwarzen Brett zur�cktrat.</p><p>�Weshalb bist du nicht beim Festessen?�, fragte Harry.</p><p>�Na ja, ich hab die meisten meiner Sachen verloren�, sagte sie gelassen. �Die anderen nehmen sie weg und verstecken sie, wei�t du. Aber weil dies der letzte Abend ist, brauch ich sie dringend wieder, also hab ich Zettel aufgeh�ngt.�</p><p>Sie wies auf das schwarze Brett, an das sie tats�chlich eine Liste all ihrer vermissten B�cher und Kleidungsst�cke gepinnt hatte, mit der Bitte, sie doch zur�ckzugeben.</p><p>Ein merkw�rdiges Gef�hl stieg in Harry auf; ein Gef�hl, das ganz anders war als der Zorn und die Trauer, die ihn seit Sirius' Tod erf�llt hatten. Es dauerte einige Augenblicke, bis ihm klar wurde, dass er Mitleid f�r Luna empfand.</p><p>�Wieso verstecken sie deine Sachen?�, fragte er sie stirnrunzelnd.</p><empty-line/><p>�Oh ... nun ...� Sie zuckte die Achseln. �Ich glaub, sie halten mich f�r ein wenig seltsam, wei�t du. Manche nennen mich sogar �Loony� Lovegood.�</p><p>Harry sah sie an und das neue Gef�hl des Mitleids verst�rkte sich recht schmerzhaft.</p><p>�Das ist kein Grund, dir deine Sachen wegzunehmen�, sagte er tonlos. �Soll ich dir helfen, sie zu finden?�</p><p>�O nein�, sagte sie und l�chelte ihn an. �Die kommen schon zur�ck, zum Schluss sind sie immer wieder da. Ich wollte nur heute Abend packen. Egal ...</p><p>warum bist <emphasis>du </emphasis>nicht beim Festessen?�</p><p>Harry zuckte die Achseln. �Mir war einfach nicht danach.�</p><p>�Nein�, sagte Luna und musterte ihn mit ihren merkw�rdig verschwommenen, vorquellenden Augen. �Das hab ich mir gedacht. Dieser Mann, den die Todesser umgebracht haben, war dein Pate, stimmt's? Ginny hat es mir erz�hlt.�</p><p>Harry nickte knapp, bemerkte jedoch, dass es ihm aus irgendeinem Grund nichts ausmachte, dass Luna von Sirius sprach. Eben war ihm eingefallen, dass auch sie die Thestrale sehen konnte.</p><p>�Warst du ,..�, setzte er an. �Ich meine, wer ... Ist schon mal jemand, den du kanntest, gestorben?�</p><p>�Ja�, sagte Luna schlicht. �Meine Mutter. Sie war eine ganz au�ergew�hnliche Hexe, wei�t du, aber sie hat gerne experimentiert und eines Tages ist einer ihrer Fl�che ganz f�rchterlich schiefgegangen. Da war ich neun.�</p><p>�Tut mir Leid�, murmelte Harry.</p><p>�Ja, es war ziemlich schrecklich�, sagte Luna beil�ufig. �Manchmal bin ich immer noch sehr traurig dar�ber. Aber ich hab ja immer noch Dad. Und au�erdem ist es nicht so, dass ich Mum nie wieder sehen werde, oder?�</p><p>��hm - nicht?�, sagte Harry unsicher.</p><p>Sie sch�ttelte ungl�ubig den Kopf.</p><p>�Ach, komm. Du hast sie doch geh�rt, gleich hinter dem Schleier, oder?�</p><p>�Du meinst ...�</p><p>�In diesem Raum mit dem Bogen. Die haben sich nur vor uns verborgen, das ist alles. Du hast sie geh�rt.�</p><p>Sie sahen sich an. Luna l�chelte schwach. Harry wusste nicht, was er sagen oder davon halten sollte; Luna glaubte an so viele au�ergew�hnliche Dinge ...</p><p>doch auch er war sicher gewesen, Stimmen hinter dem Schleier geh�rt zu haben.</p><empty-line/><p>�Soll ich dir nicht doch helfen, nach deinen Sachen zu suchen?�, fragte er.</p><p>�O nein�, sagte Luna. �Nein, ich glaub, ich geh einfach runter und ess ein bisschen Nachtisch und warte, bis alles wieder auftaucht ... das tut es am Schluss immer ... also, sch�ne Ferien, Harry.�</p><p>�Ja ... ja, dir auch.�</p><p>Sie ging davon, und w�hrend er ihr nachsah, bemerkte er, dass der schreckliche Stein in seinem Magen ein wenig leichter geworden war.</p><p>Die Heimreise im Hogwarts-Express am n�chsten Tag war auf verschiedene Weise ereignisreich. Zuerst versuchten Malfoy, Crabbe und Goyle, die eindeutig die ganze Woche darauf gewartet hatten, unbeobachtet von Lehrern zuschlagen zu k�nnen, Harry, der gerade auf dem R�ckweg von der Toilette war, mitten im Zug zu �berfallen. Der Angriff h�tte gelingen k�nnen, wenn sie ihn nicht unwissentlich direkt vor einem Abteil voller DA-Mitglieder gestartet h�tten, die durch die Scheibe sahen, was passierte, und sich wie auf Kommando erhoben und Harry zu Hilfe eilten. Als Ernie Macmillan, Hannah Abbott, Susan Bones, Justin Finch-Fletchley, Anthony Goldstein und Terry Boot schlie�lich damit fertig waren, die reiche Auswahl an Zaubern und Fl�chen anzuwenden, die Harry ihnen beigebracht hatte, �hnelten Malfoy, Crabbe und Goyle am ehesten drei gigantischen Schnecken, die in Hogwarts-Uniformen gezw�ngt waren. Harry, Ernie und Justin hievten sie aufs Gep�ckregal und lie�en sie dort vor sich hin schwitzen.</p><p>�Ich muss sagen, ich freu mich schon darauf, das Gesicht von Malfoys Mutter zu sehen, wenn er aus dem Zug steigt�, sagte Ernie mit einiger Genugtuung, w�hrend er beobachtete, wie sich Malfoy �ber ihm kr�mmte. Ernie hatte nie ganz die Schmach verwunden, dass Malfoy w�hrend seiner kurzen Laufbahn als Mitglied des Inquisitionskommandos den Hufflepuffs Punkte abgenommen hatte.</p><p>�Goyles Mami wird sich aber sicher freuen�, sagte Ron, der herbeigekommen war, um die Ursache des Tumults zu erkunden. �Sieht jetzt viel besser aus ...</p><p>�brigens, Harry, der Imbisswagen hat gerade Halt gemacht, falls du was m�chtest</p><p>...�</p><p>Harry dankte den anderen und begleitete Ron zur�ck zu ihrem Abteil, wo er einen Berg Kesselkuchen und K�rbisgeb�ck kaufte. Hermine las wieder mal den <emphasis>Tagespropheten, </emphasis>Ginny l�ste ein Quiz im <emphasis>Klitterer, </emphasis>und Neville streichelte seinen <emphasis>Mimbulus mimbeltonia, </emphasis>der �bers Jahr um einiges gewachsen war und jetzt merkw�rdig schmachtende Ger�usche von sich gab, wenn man ihn ber�hrte.</p><p>Harry und Ron vertrieben sich die meiste Zeit der Reise mit Zaubererschach, w�hrend Hermine ihnen Ausschnitte aus dem <emphasis>Propheten </emphasis>vorlas. Er war jetzt voller Artikel dar�ber, wie man Dementoren vertreiben konnte, �ber Versuche des Ministeriums, Todesser aufzusp�ren, und voller hysterischer Briefe, in denen behauptet wurde, man habe Lord Voldemort noch am Morgen h�chstpers�nlich am Haus vorbeispazieren sehen ...</p><p>�Es hat im Grunde noch nicht wirklich begonnen�, seufzte Hermine d�ster und faltete die Zeitung zusammen. �Aber es wird jetzt nicht mehr lange dauern</p><p>...�</p><p>�Hey, Harry�, sagte Ron leise und wies mit dem Kopf zur Scheibe auf der Gangseite.</p><p>Harry wandte sich um. Cho ging gerade vorbei, begleitet von Marietta Edgecombe, die einen Kopfsch�tzer trug. Seine und Chos Augen trafen sich f�r einen Moment. Cho err�tete und ging weiter. Harry blickte wieder auf sein Schachbrett und sah gerade noch, wie einer seiner Bauern von einem Springer Rons vom Feld gejagt wurde.</p><p>�Was - �hm - l�uft eigentlich so zwischen dir und ihr?�, fragte Ron leise.</p><p>�Nichts�, sagte Harry wahrheitsgem��.</p><p>�Ich - �hm - hab geh�rt, sie geht mit jemand anderem�, sagte Hermine behutsam.</p><p>Harry war �berrascht, dass ihm diese Mitteilung �berhaupt nicht wehtat. Dass er Cho beeindrucken wollte, schien einer Vergangenheit anzugeh�ren, mit der er sich nicht mehr recht verbunden f�hlte; das ging ihm so mit vielem von dem, was er vor Sirius' Tod gewollt hatte ... die Woche, die vergangen war, seit er Sirius zum letzten Mal gesehen hatte, schien viel, viel l�nger gedauert zu haben; sie erstreckte sich �ber zwei Universen, das eine mit Sirius, das andere ohne ihn.</p><p>�Sei froh, dass du's hinter dir hast, Mann�, sagte Ron nachdr�cklich. �Ich meine, sie sieht gut aus und so, aber du brauchst eine, die 'n bisschen besser drauf ist.�</p><p>�Mit 'nem anderen wird sie wohl ziemlich gut drauf sein�, sagte Harry achselzuckend.</p><p>�Mit wem geht sie jetzt eigentlich?�, fragte Ron Hermine, doch es war Ginny, die antwortete.</p><p>�Michael Corner�, sagte sie.</p><p>�Michael - aber -�, erwiderte Ron und verrenkte sich in seinem Sitz den Hals, um sie anzustarren. �Aber du bist doch mit ihm gegangen!�</p><p>�Das ist vorbei�, sagte Ginny entschieden. �Er hat es nicht vertragen, dass Gryffindor Ravenclaw im Quidditch geschlagen hat, und hat richtig geschmollt, also habe ich ihm den Laufpass gegeben, und er ist gleich zu Cho gerannt, um sie zu tr�sten.� Sie kratzte sich zerstreut mit dem Ende ihrer Feder an der Nase, drehte den <emphasis>Klitterer </emphasis>auf den Kopf und fing an, ihre Antworten anzukreuzen. Ron schien sich richtig zu freuen.</p><p>�Also, ich hab ihn immer schon f�r einen ziemlichen Idioten gehalten�, sagte er und feuerte seine Dame an, auf Harrys bebenden Turm loszugehen. �Nur gut f�r dich. Nimm doch das n�chste Mal einfach - jemand -Besseren.�</p><p>Bei diesen Worten warf er Harry einen merkw�rdig fl�chtigen Blick zu.</p><p>�Nun, ich hab mich f�r Dean Thomas entschieden, w�rdest du sagen, der ist besser?�, fragte Ginny wie nebenbei.</p><p>�WAS?�, rief Ron und warf das Schachbrett um; Krummbein sprang den Figuren nach, und �ber ihnen begannen Hedwig und Pigwidgeon w�tend zu schreien und zu zwitschern.</p><p>Als der Zug sich King's Cross n�herte und seine Fahrt verlangsamte, ging Harry durch den Kopf, dass er noch nie so wenig Lust gehabt hatte auszusteigen.</p><p>Er �berlegte sogar fl�chtig, was passieren w�rde, wenn er sich einfach weigerte, den Zug zu verlassen, wenn er einfach stur sitzen bleiben w�rde bis zum ersten September, dem Tag, an dem er ihn nach Hogwarts zur�ckbringen w�rde. Als der Zug dann dampfend zum Stillstand kam, hob er jedoch Hedwigs K�fig herunter und machte sich daran, seinen Koffer wie �blich aus dem Zug zu schleifen.</p><p>Nachdem der Fahrkartenkontrolleur Harry, Ron und Hermine ein Zeichen gegeben hatte, dass sie die magische Absperrung zwischen den Bahnsteigen neun und zehn passieren konnten, stellte sich allerdings heraus, dass ihn auf der anderen Seite eine �berraschung erwartete: Eine Gruppe von Leuten, mit denen er �berhaupt nicht gerechnet hatte, stand bereit, um ihn zu begr��en.</p><p>Da war Mad-Eye Moody, der mit dem tief �ber sein magisches Auge gezogenen Bowler genauso finster aussah, als wenn er ihn gar nicht aufgehabt h�tte, in seinen knorrigen H�nden hielt er einen langen Stock, sein K�rper war in einen bauschigen Reisemantel geh�llt. Gleich hinter ihm stand Tonks, deren helles, bonbonrosa Haar im Sonnenlicht schimmerte, das durch die schmutzigen Scheiben des Bahnhofsdachs hereinsickerte, und die eine stark geflickte Jeans und ein hellviolettes T-Shirt mit der Aufschrift <emphasis>Schicksalsschwestern </emphasis>trug. Neben Tonks war Lupin, das Gesicht bleich, das Haar noch grauer, in einem langen abgetragenen Cape, das einen sch�bigen Pulli und eine ebensolche Hose bedeckte .</p><p>Vor den dreien standen Mr. und Mrs. Weasley in ihren besten Muggelsachen und Fred und George, die beide brandneue Jacken aus einem grellgr�nen, schuppigen Material trugen.</p><p>�Ron, Ginny!�, rief Mrs. Weasley, st�rmte herbei und schloss ihre Kinder fest in die Arme. �Oh, und Harry, mein Lieber - wie geht's dir?�</p><empty-line/><p>�Gut�, schwindelte Harry, als sie auch ihn fest an sich dr�ckte. �ber ihre Schulter hinweg sah er, wie Ron die neuen Sachen der Zwillinge mit Stielaugen betrachtete.</p><p>�Was soll <emphasis>das </emphasis>denn sein?�, fragte er und deutete auf die Jacken.</p><p>�Feinste Drachenhaut, Bruderherz�, sagte Fred und zupfte ein wenig an seinem Rei�verschluss. �Das Gesch�ft boomt, und wir dachten, man g�nnt sich ja sonst nichts.�</p><p>�Hallo, Harry�, sagte Lupin, als Mrs. Weasley Harry loslie� und sich umwandte, um Hermine zu begr��en.</p><p>�Hi�, sagte Harry. �Ich h�tte nicht erwartet ... was machen Sie denn alle hier?�</p><p>�Nun�, sagte Lupin mit dem Anflug eines L�chelns, �wir dachten, wir k�nnten einen kleinen Plausch mit deiner Tante und deinem Onkel halten, ehe wir dich zu ihnen nach Hause lassen.�</p><p>�Ich wei� nicht, ob das eine gute Idee ist�, sagte Harry prompt.</p><p>�Oh, ich glaub schon�, knurrte Moody, der ein wenig n�her herangehumpelt war. �Das werden sie sein, stimmt's, Potter?�</p><p>Er wies mit dem Daumen �ber die Schulter; das magische Auge sp�hte offenbar durch seinen Hinterkopf und seinen Bowler. Harry neigte sich ein wenig nach links, um zu sehen, auf wen Mad-Eye deutete, und tats�chlich, da waren die drei Dursleys, die angesichts von Harrys Empfangskomitee sichtlich entsetzt wirkten.</p><p>�Ah, Harry!�, sagte Mr. Weasley und wandte sich von Hermines Eltern ab, die er eben begeistert begr��t hatte und die nun abwechselnd Hermine umarmten.</p><p>�Also - tun wir's jetzt?�</p><p>�Ja, ich denk schon, Arthur�, sagte Moody.</p><p>Er und Mr. Weasley gingen voran durch den Bahnhof auf die Dursleys zu, die scheinbar im Boden Wurzeln geschlagen hatten, Hermine l�ste sich sanft von ihrer Mutter und schloss sich der Gruppe an.</p><p>�Guten Tag�, sagte Mr. Weasley freundlich zu Onkel Vernon und blieb direkt vor ihm stehen. �Sie erinnern sich vielleicht an mich, mein Name ist Arthur Weasley.�</p><p>Da Mr. Weasley zwei Jahre zuvor im Alleingang das Wohnzimmer der Dursleys weitestgehend verw�stet hatte, w�re Harry sehr �berrascht gewesen, wenn Onkel Vernon ihn vergessen h�tte. Und tats�chlich, Onkel Vernon nahm eine noch dunklere Rotschattierung an und fixierte Mr. Weasley zornig, entschied sich jedoch, nichts zu sagen, vielleicht auch deshalb, weil die Dursleys eins zu zwei in der Unterzahl waren. Tante Petunia schien ver�ngstigt und peinlich ber�hrt zugleich; st�ndig sah sie sich um, als ob sie eine H�llenangst h�tte, jemand, den sie kannte, w�rde sie in solcher Gesellschaft sehen. Dudley unterdessen schien m�glichst klein und unbedeutend wirken zu wollen, eine Anstrengung, bei der er grandios versagte.</p><p>�Wir dachten, wir k�nnten uns kurz mit Ihnen �ber Harry unterhalten�, sagte Mr. Weasley und l�chelte immer noch.</p><p>�Genau�, knurrte Moody. �Dar�ber, wie er so behandelt wird, wenn er bei Ihnen ist.�</p><p>Onkel Vernons Schnurrbart schien vor Entr�stung zu knistern. Vielleicht weil der Bowler ihn f�lschlicherweise denken lie�, er h�tte es mit einer verwandten Seele zu tun, wandte er sich Moody zu.</p><p>�Ich w�sste nicht, dass es Sie irgendetwas anginge, was in meinem Hause vor sich geht -�</p><p>�Ich w�rde sagen, was Sie nicht wissen, k�nnte mehrere B�cher f�llen, Dursley�, knurrte Moody.</p><p>�Und darum geht's auch gar nicht�, warf Tonks ein, deren rosa Haar Tante Petunia offenbar anst��iger fand als alles andere zusammen, denn statt Tonks anzusehen, schloss sie die Augen. �Der Punkt ist, wenn wir rausfinden sollten, dass Sie Harry schlecht behandelt haben -�</p><p>�- Und t�uschen Sie sich nicht, wir werden davon h�ren�, f�gte Lupin freundlich hinzu.</p><p>�Ja�, sagte Mr. Weasley, �selbst wenn Sie Harry nicht das Feleton benutzen lassen -�</p><p><emphasis>�Telefon�, </emphasis>fl�sterte Hermine.</p><p>�- Ja, wenn wir auch nur andeutungsweise mitkriegen, dass Potter auf irgendeine Art misshandelt wurde, werden Sie uns Rede und Antwort stehen m�ssen�, sagte Moody.</p><p>Onkel Vernon schwoll unheilvoll an. Seine Emp�rung schien sogar seine Angst vor dieser Horde von Spinnern zu �bertreffen.</p><p>�Drohen Sie mir, Sir?�, sagte er so laut, dass sich tats�chlich einige Passanten umdrehten und sie anstarrten.</p><p>�Ja, allerdings�, sagte Mad-Eye, offenbar recht erfreut, dass Onkel Vernon diese Tatsache so rasch begriffen hatte.</p><empty-line/><p>�Und sehe ich aus wie ein Mensch, der sich einsch�chtern l�sst?�, bellte Onkel Vernon.</p><p>�Nun ...�, sagte Moody, schob seinen Bowler zur�ck und offenbarte sein unheilvoll rotierendes magisches Auge. Onkel Vernon machte vor Entsetzen einen Satz nach hinten und stie� schmerzhaft mit einer Gep�ckkarre zusammen.</p><p>�Ja, ich muss sagen, das tun Sie, Dursley.�</p><p>Er wandte sich von Onkel Vernon zu Harry.</p><p>�Also, Potter ... ruf uns einfach, wenn du uns brauchst. Wenn wir drei Tage in Folge nichts von dir h�ren, schicken wir dir jemanden vorbei ...�</p><p>Tante Petunia wimmerte kl�glich. Es h�tte nicht offensichtlicher sein k�nnen, dass sie daran dachte, was wohl die Nachbarn sagen w�rden, wenn sie diese Leute den Gartenweg entlangmarschieren s�hen.</p><p>�Bis dann, Potter�, sagte Moody und dr�ckte mit einer knorrigen Hand kurz Harrys Schulter.</p><p>�Pass auf dich auf, Harry�, sagte Lupin leise. �Melde dich.�</p><p>�Harry, wir holen dich da weg, sobald wir k�nnen�, fl�sterte Mrs. Weasley und umarmte ihn noch einmal.</p><p>�Wir sehen uns bald, Mann�, sagte Ron beklommen und sch�ttelte Harry die Hand.</p><p>�Wirklich bald, Harry�, sagte Hermine ernst. �Versprochen.�</p><p>Harry nickte. Irgendwie fand er nicht die Worte, um ihnen zu sagen, was es ihm bedeutete, sie alle hier an seiner Seite stehen zu sehen. Stattdessen l�chelte er, hob die Hand zum Abschied, wandte sich um und ging, eilends gefolgt von Onkel Vernon, Tante Petunia und Dudley, durch den Bahnhof hinaus auf die sonnenbeschienene Stra�e.</p></section></body><binary id="cover" 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