<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Robert</first-name><last-name>Jordan</last-name></author><book-title>Die Suche nach dem Auge der Welt</book-title><annotation><p>In dem abgeschiedenen Dorf Emondsfelde erz�hlt man sich noch immer die alten Geschichten um den Dunklen K�nig und die Magierinnen der Aes Sedai, die das Rad der Zeit drehen. Niemand ahnt, auch der junge Bauernsohn Rand al'Thor nicht, wieviel Wahrheit in diesen Legenden steckt. Dann jedoch �berfallen blutr�nstige Trollocs, die H�scher des Dunklen K�nigs, das Dorf und brennen den Bauernhof von Rands Familie nieder. Die Magierin Moiraine verhilft dem Jungen in letzter Minute zur Flucht. Eine phantastische Reise beginnt, w�hrend der Rand in sein Schicksal hineinwachsen wird, der Wiedergeborene Drache und der Retter der Welt zu sein ... Dieser Band vereint � wie in der Originalausgabe � den kompletten Auftakt zu Robert Jordans Meisterwerk "Das Rad der Zeit".</p></annotation><date>2004</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Andreas</first-name><last-name>Decker</last-name></translator><sequence name="Das Rad der Zeit" number="1"/></title-info><src-title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Robert</first-name><last-name>Jordan</last-name></author><book-title>The Eye Of The World</book-title><date>1990</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>N/A</nickname></author><program-used>None, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2012-07-02">2012</date><src-ocr>Menolly</src-ocr><id>0E501F4A-9E7B-4613-B9D7-D052E24EC87D</id><version>1.0</version></document-info></description><body><title><p>Robert Jordan</p><p>Die Suche nach dem Auge der Welt</p></title><epigraph><p>F�r Harriet</p><p>Herz meines Herzen,</p><p>Licht meines Lebens,</p><p>F�r alle Zeiten.</p></epigraph><section><image l:href="#1"/><empty-line/></section><section><title><p>PROLOG</p><p>Der Drachenberg</p></title><p>Der Palast bebte immer noch von Zeit zu Zeit, wenn die Erde grollte, wenn sie aufst�hnte, als wolle sie ableugnen, was doch geschehen war. Balken von Sonnenlicht fielen durch Risse in den W�nden. Staubteilchen, die immer noch in der Luft hingen, glitzerten darin. Brandflecken verunstalteten die W�nde, die Decke und den Boden. Breite schwarze Schmierspuren zogen sich �ber blasenschlagende Farbe und die Blattgoldauflage einst strahlend sch�ner Wandgem�lde. Ru� bedeckte den zerbr�ckelnden Fries mit den Darstellungen von Menschen und Tieren. Es schien fast, als h�tten diese fortzulaufen versucht, bevor der Wahnsinn sich wieder beruhigte. �berall lagen die Toten, M�nner, Frauen und Kinder, auf dem Fluchtversuch von Blitzen erschlagen, die jeden Korridor durchzuckten, oder von lauernden Flammen ergriffen, oder in die Steine eingesunken, die Steine des Palastes, die sich, beinahe lebendig, bewegt hatten, gesucht hatten, bis die Stille wiederkehrte. In fremdartig anmutendem Gegensatz dazu standen die farbigen Wandbeh�nge und Gem�lde � alles Meisterwerke -, die v�llig unbesch�digt dahingen, au�er an Stellen, wo die sich einw�lbenden Mauern sie beiseite geschoben hatten. Kunstvoll geschnitzte M�bel, mit Gold und Elfenbein eingelegt, standen unber�hrt, und nur wenige M�belst�cke waren umgest�rzt, als die B�den sich aufgeb�umt hatten. Der Wahnsinn hatte auf das Herz gezielt und unwichtige Dinge �bersehen.</p><p>Lews Therin Telamon schritt durch den Palast, und wenn sich die Erde aufb�umte, hielt er doch das Gleichgewicht. �Ilyena! Meine Liebste, wo bist du?� Der Saum seines bla�grauen Umhangs schleifte durch Blut, als er �ber die Leiche einer Frau sprang, deren goldblonde Sch�nheit vom Schrecken der letzten Momente ihres Lebens zerst�rt worden war. Ihre aufgerissenen Augen waren in ungl�ubigem Staunen erstarrt. �Wo bist du, geliebte Frau? Wo verbergt ihr euch alle?�</p><p>Sein Blick ersp�hte das eigene Abbild in einem Spiegel, der schief an einer aufgeworfenen Marmorwand baumelte. Seine Kleidung hatte einst stattlich gewirkt, grau und golden und purpurfarben, aus feingewebten Tuchen, die H�ndler von jenseits des Weltmeeres mitgebracht hatten; doch nun war sie zerrissen und schmutzig und genau wie sein Haar und seine Haut von einer dicken Staubschicht bedeckt. Einen Augenblick lang fuhren seine Finger das Symbol auf dem Umhang nach, einen Kreis mit einer wei�en und einer schwarzen H�lfte, die durch eine flie�ende Linie voneinander getrennt waren. Es hatte irgendeine Bedeutung, dieses Symbol. Rasch jedoch schweifte seine Aufmerksamkeit von dem gestickten Kreis ab. Staunend betrachtete er wieder sein Spiegelbild. Ein hochgewachsener Mann, der gerade in die mittleren Jahre gekommen war, einst gutaussehend, doch nun war sein Haar schon eher wei� als braun zu nennen, und das Gesicht war von �beranstrengung und Sorgen zerfurcht. Die dunklen Augen hatten schon viel zu viel gesehen. Lews Therin begann leise zu lachen, dann warf er den Kopf zur�ck, und sein lautes Gel�chter kehrte als Echo aus den unbelebten Hallen zur�ck.</p><p>�Ilyena, meine Liebste! Komm zu mir, mein Weib. Das mu�t du sehen!�</p><p>Hinter ihm schimmerte die Luft, flo� in Wellen ineinander und gebar aus diesem Wirbel einen Mann, der sich umsah und dabei kurz den Mund vor Ekel verzog. Er war nicht so gro� wie Lews Therin und ganz in Schwarz gekleidet. Nur der schneewei�e Spitzenkragen um den Hals und der silberne Zierrat an den oben umgeschlagenen h�fthohen Stiefeln stachen aus dem Schwarz hervor. Er schritt vorsichtig durch den Saal und hob sorgf�ltig den Umhang, damit er die Leichen nicht streifte. Der Boden erzitterte in Nachbeben, aber seine Aufmerksamkeit galt dem Mann, der in den Spiegel starrte und lachte. �Herr des Morgens�, sagte er, �ich bin gekommen, um Euch zu holen.�</p><p>Das Lachen brach ab, als sei es nie gewesen, und Lews Therin drehte sich � anscheinend keineswegs �berrascht -zu ihm um. �Ach, ein Gast. Habt Ihr eine gute Stimme, Fremder? Es wird bald Zeit, das Singen zu beginnen, und hier sind alle willkommen, die daran teilnehmen m�chten. Ilyena, meine Liebste, wir haben einen Gast. Ilyena, wo bist du?�</p><p>Die Augen des schwarzgekleideten Mannes weiteten sich, sein Blick huschte hin�ber zum K�rper der goldblonden Frau und dann zu Lews Therin zur�ck. �Shai'tan soll Euch holen! Hat Euch denn der Wahn schon so stark ergriffen?�</p><p>�Dieser Name. Shai... � Lews Therin erschauderte und hob eine Hand, als wolle er etwas abwehren. �Ihr d�rft diesen Namen nicht erw�hnen. Das ist gef�hrlich.�</p><p>�Also erinnert Ihr Euch wenigstens daran. Gef�hrlich f�r Euch, Ihr Narr, nicht f�r mich! Woran erinnert Ihr Euch noch? Erinnert Euch, Ihr verblendeter Idiot! Ich werde dies alles nicht beenden, wenn Ihr von Ahnungslosigkeit strotzt! Erinnert Euch!�</p><p>Einen Augenblick lang betrachtete Lews Therin seine erhobene Hand, fasziniert von den Mustern im Schmutz. Dann wischte er die Hand an dem noch schmutzigeren Umhang ab und wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem anderen Manne zu. �Wer seid Ihr? Was wollt Ihr?�</p><p>Der schwarzgekleidete Mann richtete sich arrogant auf. �Einst nannte man mich Elan Morin Tedronai, doch jetzt... �</p><p>�Verr�ter aller Hoffnung!� Es war nur ein Fl�stern von Lews Therin. Erinnerungen regten sich, aber er wandte den Kopf und scheute ihre Ber�hrung.</p><p>�Also erinnert Ihr Euch an einiges. Ja, Verr�ter aller Hoffnung. So bin ich von Menschen genannt worden, so wie sie Euch Drache nannten, aber im Gegensatz zu Euch gef�llt mir dieser Name. Sie gaben mir diesen Namen, um mich damit zu beschimpfen, doch ich werde sie dazu bringen, niederzuknien und ihn anzubeten. Was werdet Ihr mit Eurem Namen anfangen? Nach dem heutigen Tag werden die Menschen Euch Bruderm�rder nennen. Wie findet Ihr das?�</p><p>Lews Therin lie� den sorgenvollen Blick durch den zerst�rten Saal schweifen. �Ilyena sollte hier sein, um einen Gast willkommen zu hei�en�, murmelte er abwesend, und dann erhob er die Stimme. �Ilyena, wo bist du?� Der Boden bebte, der K�rper der goldblonden Frau ver�nderte die Lage, als antworte er auf den Ruf. Seine Augen sahen sie nicht.</p><p>Elan Morin verzog das Gesicht. �Schaut Euch nur an�, sagte er ver�chtlich. �Einst wart Ihr der erste aller Diener. Einst habt Ihr den Ring von Tamyrlin getragen und auf dem Thron gesessen. Einst habt Ihr die Neun Gei�eln der Herrschaft beschworen. Und jetzt? Ein erb�rmliches, zerbrochenes Wrack. Aber das ist nicht genug. Ihr habt mich in der Halle der Diener gedem�tigt. Ihr habt mich vor den Toren von Paaran Disen besiegt. Aber jetzt bin ich der Gr��ere. Ich werde Euch nicht sterben lassen, ohne Euch das bewu�t zu machen. Wenn Ihr sterbt, werden Eure letzten Gedanken das gesamte Wissen um Eure Niederlage erfassen. Ihr werdet begreifen, wie vollst�ndig und endg�ltig sie ist. Falls ich Euch �berhaupt sterben lasse.�</p><p>�Ich kann mir nicht vorstellen, was Ilyena so lange aufh�lt. Sie wird b�se auf mich sein, falls sie glaubt, ich habe einen Gast vor ihr verborgen. Ich hoffe, Ihr unterhaltet Euch gern, denn das liebt sie. Seid gewarnt. Ilyena wird Euch so viel fragen, da� Ihr am Ende alles erz�hlt, was Ihr wi�t.�</p><p>Elan Morins H�nde verkrampften sich. Mit einer schnellen Bewegung warf er den Mantel zur�ck. �Wie schade f�r Euch�, gr�belte er laut, �da� keine Eurer Schwestern hier ist. Ich war nie sehr geschickt im Heilen, und nun folge ich einer anderen Macht. Doch selbst eine von ihnen k�nnte Euch nur ein paar klare Minuten bescheren, falls Ihr sie nicht schon vorher zerst�rt. Was ich tun kann, wird seinen Zweck auch erf�llen � jedenfalls meinen Zweck.� Sein pl�tzliches L�cheln hatte einen grausamen Zug. �Ich f�rchte nur, die Heilung durch Shai'tan unterscheidet sich von der, die Ihr kennt. Heile, Lews Therin!� Er streckte die H�nde aus, und das Licht verdunkelte sich, als l�ge ein Schatten auf der Sonne.</p><p>Schmerz flammte in Lews Therin auf, und er schrie. Der Schrei kam aus den Tiefen seiner Seele, und er konnte ihn nicht aufhalten. Feuer versengte sein Mark, S�ure flo� durch seine Adern. Er fiel nach r�ckw�rts, st�rzte auf den Marmorboden; sein Kopf schlug auf dem Stein auf und prallte zur�ck. Sein Herz h�mmerte, bem�hte sich, aus der Brust herauszuspringen, und mit jedem Pulsschlag durchzuckten ihn neue Flammen. Hilflos verkrampfte er sich, schlug um sich, sein Sch�del eine Kugel reinster Todesqual und am Zerbersten. Seine heiseren Schreie hallten durch den Palast.</p><p>Langsam, unendlich langsam lie� der Schmerz nach. Das Nachlassen schien tausend Jahre zu dauern, und schlie�lich zuckte er noch schwach und saugte gierig die Luft durch den wunden Hals. Weitere tausend Jahre schienen zu vergehen, bis er in der Lage war, sich mit Hilfe nachgiebiger Muskeln herumzuw�lzen und dann zitternd auf H�nden und Knien zu ruhen. Er erblickte die goldhaarige Frau, und der Schrei, den er bei diesem Anblick ausstie�, stellte alles in den Schatten, was er vorher von sich gegeben hatte. Er torkelte, dem Fallen nahe, und kroch schlie�lich gebrochen �ber den Boden hin zu ihr. Er ben�tigte jedes bi�chen Kraft, um sie in die Arme zu nehmen. Seine H�nde zitterten, als er ihr das Haar aus dem erstarrten Gesicht strich.</p><p>�Ilyena! Um des Lichts willen, Ilyena!� Sein K�rper kr�mmte sich sch�tzend um den ihren. Sein Weinen endete in den gequ�lten Schreien eines Mannes, der nichts mehr besa�, wof�r es sich zu leben lohnte. �Ilyena, nein! <emphasis>Nein!�</emphasis></p><p>�Ihr k�nnt sie zur�ckhaben, Bruderm�rder. Der Gro�e Herr der Dunkelheit kann sie wieder zum Leben erwecken, wenn Ihr ihm daf�r dient. Wenn Ihr mir dient.�</p><p>Lews Therin hob den Kopf, und der schwarzgekleidete Mann trat vor seinem Blick unwillk�rlich einen Schritt zur�ck. �Zehn Jahre, Verr�ter�, sagte Lews Therin leise. Es klang so sanft wie das Ziehen einer Stahlklinge. �Zehn Jahre lang hat Euer verderbter Herr die Welt gepeinigt.</p><p>Und nun das. Ich werde... �</p><p>�Zehn Jahre! Ihr seid ein bemitleidenswerter Narr! Dieser Krieg hat keine zehn Jahre gedauert, sondern w�hrt von Beginn der Zeit. Ihr und ich haben tausend Schlachten geschlagen, solange sich das Rad dreht, und wir werden weiterk�mpfen, bis selbst die Zeit stirbt und der Schatten triumphiert!� Er endete schreiend und mit erhobener Faust, und diesmal war es an Lews Therin, zur�ckzutreten und angesichts der gl�henden Augen des Verr�ters tief durchzuatmen.</p><p>Vorsichtig legte Lews Therin Ilyena nieder. Seine Finger streichelten ihr sanft �ber das Haar. Tr�nen lie�en seine Sicht verschwimmen, als er so dastand, aber seine Stimme klang wie gefrorenes Eisen. �F�r das, was Ihr sonst noch getan habt, Verr�ter, kann es keine Vergebung geben, doch f�r Ilyenas Tod werde ich Euch zerst�ren, so da� selbst Euer Herr Euch nicht mehr zum Leben erwecken kann. Bereitet Euch vor... �</p><p>�Erinnert Euch, Ihr Narr! Denkt an Euren aussichtslosen Angriff auf den Gro�en Herrn der Dunkelheit! Denkt an seinen Gegenschlag! Erinnert Euch! Selbst jetzt noch zerrei�en die Hundert Gef�hrten die Welt, und jeden Tag schlie�en sich ihnen hundert weitere M�nner an. Wessen Hand t�tete Ilyena Sonnenhaar, Bruderm�rder? Nicht meine. Nicht meine. Wessen Hand streckte jeden nieder, der auch nur einen Tropfen Eures Blutes in sich trug, jeden, der Euch liebte, jeden, den Ihr liebtet? Nicht meine Hand, Bruderm�rder. Nicht meine Hand. Erinnert Euch und erkennt den Preis, den Ihr zahlt, weil Ihr Euch gegen Shai'tan stelltet!�</p><p>Ein pl�tzlicher Schwei�ausbruch hinterlie� Rinnen im Staub und Schmutz auf Lews Therins Gesicht. Er erinnerte sich, eine verschleierte Erinnerung, als tr�ume er von einem Traum, doch er wu�te, es war die Wahrheit.</p><p>Sein Aufheulen prallte gegen die W�nde, das Aufheulen eines Mannes, der entdeckt hatte, da� seine Seele durch ihn selbst der Verdammnis anheimgestellt wurde, und er zerkratzte sich das Gesicht, als wolle er den Anblick dessen herausrei�en, was er getan hatte. Wohin er auch blickte, seine Augen sahen die Toten. Zerfetzt waren sie oder zerbrochen oder verbrannt oder halb von Stein verschlungen. �berall leblose Gesichter, die er kannte, die er liebte. Alte Diener und Freunde aus seiner Kinderzeit, treue Gef�hrten in den langen Jahren des Kampfes. Und seine Kinder. Seine eigenen S�hne und T�chter; wie zerbrochene Puppen lagen sie verdreht da, ihr Spiel war f�r immer beendet. Alle von seiner Hand get�tet. Die Gesichter seiner Kinder klagten ihn an. Die leeren Augen fragten: Warum? Und seine Tr�nen waren keine Antwort darauf. Das Lachen des Verr�ters gei�elte ihn, erstickte sein Aufheulen. Er konnte die Gesichter nicht ertragen, nicht den Schmerz. Er konnte nicht l�nger bleiben. Verzweifelt griff sein Geist nach der Wahren Quelle, nach dem vom B�sen gezeichneten <emphasis>Saidin,</emphasis> und er begab sich fort.</p><p>Das Land um ihn herum war flach und leer. In der N�he rauschte tr�ge ein Flu�, breit und gerade, aber er f�hlte, da� es auf Hunderte von Meilen keine Menschen gab. Er war allein, so allein ein Mann nur sein konnte, w�hrend er noch lebte, doch den Erinnerungen konnte er nicht entkommen. Die Augen verfolgten ihn durch die endlosen H�hlen seines Geistes. Er konnte sich nicht vor ihnen verstecken. Die Augen seiner Kinder. Ilyenas Augen. Tr�nen glitzerten ihm auf den Wangen, als er das Gesicht dem Himmel zuwandte.</p><p>�Licht, vergib mir!� Er glaubte nicht, da� er Vergebung erhalten k�nne. Nicht f�r das, was er getan hatte. Doch er schrie es trotzdem in den Himmel hinein, bettelte um etwas, an dessen Gew�hrung er nicht glaubte. �Licht, vergib mir!�</p><p>Er stand immer noch mit <emphasis>Saidin</emphasis> in Verbindung, der m�nnlichen H�lfte der Macht, die das Universum antrieb, die das Rad der Zeit drehte, und er f�hlte den �ligen Schmutz, der ihre Oberfl�che befleckte, die Verderbnis, die der Gegenschlag des Schattens dar�ber gebracht hatte, die Verderbnis, die die Welt zum Untergang verurteilte. Seinetwegen. Weil er in seiner Verblendung geglaubt hatte, Menschen k�nnten es dem Sch�pfer gleichtun, k�nnten zusammenf�gen, was der Sch�pfer erschaffen und was sie zerbrochen hatten. Das hatte er in seinem Stolz geglaubt.</p><p>Tief zog er Kraft aus der Wahren Quelle und dann noch einmal, wie ein Verdurstender. Schnell hatte er mehr von der Einen Macht in sich aufgesogen, als er ohne Hilfe handhaben konnte; seine Haut schien zu brennen. Er nahm alle Kraft zusammen und versuchte, noch mehr aufzunehmen, versuchte, alles aufzunehmen.</p><p>�Licht, vergib mir! Ilyena!�</p><p>Die Luft verwandelte sich in Feuer, das Feuer in verfl�ssigtes Licht. Der Blitz, der vom Himmel herabzuckte, h�tte jedes Auge versengt und geblendet, das ihn auch nur einen Moment lang erblickte. Er fuhr aus dem Himmel hernieder, flammte durch Lews Therin Telamon hindurch und bohrte sich in die Eingeweide der Erde. Seine Ber�hrung verwandelte Stein in Dampf. Die Erde zuckte und erzitterte wie ein lebendes Wesen im Todeskampf. Der leuchtende Balken vom Himmel existierte nur einen Herzschlag lang, verband Erde und Himmel, doch auch nachdem er verschwunden war, w�lbte sich die Erde auf wie ein Meer im Sturm. Geschmolzener Fels spritzte hundert Spannen hoch in die Luft, und der st�hnende Boden erhob sich und schob den brennenden Springbrunnen weiter hoch, immer h�her. Aus dem Norden und. S�den, aus dem Osten und Westen heulte der Wind heran, brach B�ume wie kleine �ste entzwei, kreischte und pfiff, als wolle er den wachsenden Berg himmelw�rts dr�cken. Dem Himmel entgegen.</p><p>Schlie�lich erstarb der Wind, die Erde beruhigte sich und murmelte nur noch zitternd vor sich hin. Von Lews Therin Telamon war nichts geblieben. Wo er gestanden hatte, erhob sich nun, auf Meilen in den Himmel, ein Berg. Aus dem zerfetzten Gipfel quoll immer noch d�nnfl�ssige Lava. Der breite gerade Flu� war in einer Kurve vom Berg weggeschoben worden und teilte sich unweit davon. In der Mitte war eine lange Insel entstanden. Der Schatten des Bergs erreichte beinahe die Insel; er lag dunkel wie die drohende Hand der Prophezeiung �ber dem Land. Eine Zeitlang war nur das dumpfe protestierende Grollen der Erde zu h�ren.</p><p>Auf der Insel schimmerte die Luft und zog sich zu einem Wirbel zusammen. Der schwarzgekleidete Mann stand da und betrachtete den feurigen Berg, der sich aus der Ebene erhob. Sein Gesicht verzog sich vor Wut und Verachtung. �Du kannst nicht so leicht entkommen, Drache. Wir sind noch nicht fertig miteinander. Es ist erst zu Ende, wenn alle Zeiten enden.�</p><p>Dann war er weg, und Berg und Insel ruhten einsam. Warteten.</p><empty-line/><cite><p>Und der Schatten fiel �ber das Land, und die Welt wurde Stein um Stein zerrissen. Die Meere flohen, und die Berge wurden verschluckt, und die Staaten wurden in die acht Ecken der Welt verstreut. Der Mond war wie Blut, und die Sonne war wie Asche. Die Meere kochten, und die Lebenden beneideten die Toten. Alles war zerschlagen und bis auf die Erinnerung verloren, und eine Erinnerung stand �ber allem: an ihn, der den Schatten gebracht und die Zerst�rung der Welt verursacht hatte. Und ihn nannten sie Drache.</p><text-author>(Aus: <emphasis>Aleth nin Taerin alta Camora,�</emphasis>der Zerst�rung der Welt</text-author><text-author>Autor unbekannt, Viertes Zeitalter)</text-author></cite><empty-line/><cite><p>Und es geschah in jenen Tagen, wie es zuvor geschehen war und wieder geschehen w�rde, da� die Dunkelheit schwer auf dem Land lag und die Herzen der Menschen beschwerte und die gr�nen Dinge verblichen und die Hoffnung starb. Und die Menschen riefen ihren Sch�pfer und sagten: O Licht des Himmels, Licht der Welt, la�t den Berg den Verhei�enen geb�ren, wie es die Prophezeiung sagte, so wie er in vergangenen Zeitaltern geboren wurde und in sp�teren geboren werden wird. La�t den Prinz des Morgens zum Land singen, so da� gr�ne Dinge wachsen und die T�ler L�mmer hervorbringen. La�t den Arm des Herren der D�mmerung uns Schutz vor dem Dunkel gew�hren und das gro�e Schwert der Gerechtigkeit uns verteidigen. La�t den Drachen wieder auf den Winden der Zeit fliegen.</p><text-author>(Aus: <emphasis>Charal Drianaan te Calamon,�</emphasis>dem Zyklus des Drachen</text-author><text-author>Autor unbekannt, Viertes Zeitalter)</text-author></cite></section><section><title><p>1</p><p>Eine einsame Stra�e</p></title><p>Das Rad der Zeit dreht sich, Zeitalter kommen und gehen und hinterlassen Erinnerungen, die zu Legenden werden. Legenden verblassen zu Mythen, und selbst die sind l�ngst vergessen, wenn das Zeitalter wiederkehrt, das an ihrem Ursprung stand. In einem dieser Zeitalter, manche nennen es das Dritte Zeitalter, das einst kommen wird, das schon lange vergangen ist, erhob sich ein Wind in den Verschleierten Bergen. Der Wind stand nicht am Beginn. Es gibt keinen Beginn und kein Ende, wenn sich das Rad der Zeit dreht. Doch zumindest setzte der Wind etwas in Bewegung.</p><p>Unter den ewigen Wolkendecken der Gipfel, die dem Gebirge den Namen gaben, wurde er geboren, und von dort aus wehte der Wind nach Osten �ber die Sandh�gel hinaus, die einst am Ufer eines gro�en Meeres gelegen hatten, damals, vor der Zerst�rung der Welt. Dann st�rzte er sich hinunter ins Land der Zwei Fl�sse, in den verfilzten Forst, den man Westwald nannte, und beutelte zwei M�nner, die neben ihrem Pferdekarren eine steinige Stra�e hinunterschritten. Haldenstra�e nannte man sie. Obwohl der Fr�hling schon seit mehr als einem Monat f�llig war, trug der Wind eine eisige K�lte mit sich, die eher auf Schnee schlie�en lie�.</p><p>Windst��e klebten Rand al'Thor den klatschnassen Umhang an den R�cken, peitschten ihm den erdbraunen Wollstoff gegen die Beine und lie�en ihn hinter ihm herflattern. Er w�nschte sich einen schwereren Mantel.</p><p>Oder h�tte er wenigstens noch ein Hemd �bergezogen! Jedes zweite Mal, wenn er versuchte, den Umhang wieder um sich zu ziehen, blieb er an dem K�cher h�ngen, der ihm an der H�fte hing. Zu versuchen, den Umhang mit einer Hand festzuhalten, brachte auch nicht viel; in der anderen hielt er seinen Bogen, auf dem schu�bereit ein Pfeil lag.</p><p>Als eine besonders starke B� ihm den Saum des Umhangs aus der Hand ri�, blickte er �ber den R�cken der zerzausten braunen Stute zu seinem Vater hin�ber. Er kam sich wohl selbst ein wenig kindisch vor, da� er sich vergewissern wollte, ob Tam noch da war, aber an einem solchen Tag war ihm eben danach. Der Wind heulte bei jeder B�, aber davon abgesehen lag eine schwere Stille �ber dem Land. Im Vergleich dazu klang das sanfte Quietschen der Achse geradezu laut. Kein Vogel sang im Wald, und auf den Zweigen keckerte kein einziges Eichh�rnchen. Allerdings � bei dieser Art von Fr�hling konnte er das auch nicht erwarten.</p><p>Nur solche B�ume, die auch im Winter ihre Nadeln oder Bl�tter nicht verloren, zeigten jetzt etwas Gr�n. Triebe der Brombeeren vom letzten Jahr zogen sich netzartig �ber die Felsausl�ufer unter den B�umen. Unter den wenigen Kr�utern herrschten die Brennesseln vor; der Rest geh�rte meist zu den Sorten mit scharfen Stacheln oder spitzen Dornen, oder es war Stinkkraut, das auf den unachtsamen Stiefeln, die es zertraten, einen fauligen Gestank hinterlie�. Dort, wo dichte Baumgruppen tiefen Schatten warfen, lagen verstreut noch einzelne wei�e Schneereste. Wo der Sonnenschein durchbrach, hatte er weder Kraft noch W�rme. Die blasse Sonne hing �ber den B�umen im Osten, doch ihr Licht war von Dunkel durchsetzt, als habe es sich mit den Schatten vermischt. Es war ein unangenehmer Morgen, gut geeignet f�r tr�be Gedanken.</p><p>Gedankenverloren ber�hrte er die Kerbe des Pfeils; er war bereit, ihn in einer flie�enden Bewegung an seine Wange zu ziehen, so wie Tam es ihn gelehrt hatte. Der Winter hatte die Bauernh�fe schwer genug getroffen, schlimmer, als selbst die �ltesten ihrer Bewohner es fr�her schon einmal erlebt hatten, doch in den Bergen mu�te er noch h�rter zugeschlagen haben, wenn man die Anzahl der W�lfe in Betracht zog, die es hinunter ins Gebiet der Zwei Fl�sse getrieben hatte. Die W�lfe raubten Schafe von den Koppeln und nagten sich ihren Weg in Scheunen und St�lle, um an das Vieh und die Pferde heranzukommen. Auch B�ren waren hinter den Schafen her, in dieser Gegend, wo man jahrelang keine B�ren mehr gesichtet hatte. Man war nach Einbruch der Dunkelheit drau�en nicht mehr sicher. Menschen waren genauso oft die Beute wie Schafe, und die Sonne mu�te dazu noch nicht einmal untergegangen sein.</p><p>Tam schritt gleichm��ig auf der anderen Seite Belas dahin, benutzte seinen Speer als Wanderstock und achtete nicht auf den Wind, obwohl sein brauner Umhang wie eine Flagge hinter ihm herflatterte. Von Zeit zu Zeit ber�hrte er ganz leicht die Flanke der Stute, um sie zum Weitergehen aufzufordern. Mit seinem kr�ftigen Oberk�rper und dem breiten Gesicht wirkte er an diesem Morgen wie ein St�tzpfeiler der Wirklichkeit, wie ein Stein inmitten eines flie�enden Traums. Es hatten sich zwar Falten in die sonnenverbrannten Wangen eingegraben, und in seinem Haar war nur noch str�hnenweise Schwarz unter dem Grau zu erkennen, doch er wirkte so kraftvoll, als k�nne eine Flutwelle �ber ihn hinweg rauschen, ohne ihm die F��e wegzurei�en.</p><p>Teilnahmslos stapfte er die Stra�e entlang. Sein Ausdruck machte klar: W�lfe und B�ren hin oder her, ein Sch�fer mu�te nat�rlich aufpassen, aber es war ges�nder f�r sie, wenn sie nicht versuchten, Tam al'Thor auf seinem Weg nach Emondsfeld aufzuhalten.</p><p>Ein wenig schuldbewu�t angesichts seiner Unaufmerksamkeit wandte sich Rand wieder der Stra�enseite zu, die er unter Beobachtung halten mu�te. Tams selbstverst�ndlich aufmerksame Art hatte ihn daran erinnert. Er war einen Kopf gr��er als sein Vater, gr��er auch als jeder andere in der Gegend, und wenig an ihm erinnerte an Tam � h�chstens vielleicht die breiten Schultern. Graue Augen und ein r�tlicher Farbton im Haar stammten von der Mutter, erkl�rte Tam. Sie war Ausl�nderin gewesen, und Rand konnte sich nur noch schwach an sie erinnern, abgesehen von ihrem l�chelnden Gesicht. Er legte jedes Jahr Blumen auf ihr Grab: an Bel Tine im Fr�hling und am Sonnentag im Sommer.</p><p>Zwei kleine F�sser von Tams Apfelschnaps lagen im dahinholpernden Karren, dazu acht gr��ere F�sser mit Apfelmost, gerade einen Winter alt. Tam lieferte diese Sachen jedes Jahr an die Weinquellen-Schenke, um sie zu Bel Tine auszuschenken, und er hatte erkl�rt, es brauche schon mehr als nur W�lfe oder kalten Wind, um ihn in diesem Fr�hjahr davon abzuhalten. Sie waren sowieso schon seit Wochen nicht mehr im Dorf gewesen. Selbst Tam zog in diesen Zeiten nicht mehr viel durch die Gegend. Aber er hatte in bezug auf den Schnaps und den Most sein Wort gegeben, und das hielt er, selbst wenn er erst am allerletzten Tag vor dem Fest eintreffen sollte. Es war wichtig f�r Tam, sein Wort zu halten. Rand war froh, da� er auf diese Art vom Hof wegkam, und noch mehr freute er sich auf Bel Tine.</p><p>Als Rand seine Stra�enseite beobachtete, wuchs in ihm das Gef�hl, beobachtet zu werden. F�r eine Weile bem�hte er sich, das Gef�hl beiseite zu schieben. Zwischen den B�umen bewegte sich nichts, und kein Laut war zu h�ren, au�er dem Aufheulen des Winds. Aber das Gef�hl blieb nicht nur, es verst�rkte sich. Die Haare auf seinen Armen stellten sich auf; seine Haut prickelte, als jucke ihre Innenseite.</p><p>Verwirrt nahm er den Bogen in die andere Hand, rieb sich die Arme und sagte sich, er m�sse aufh�ren, sich Dinge einzubilden. Gar nichts befand sich im Wald auf dieser Stra�enseite, und g�be es auf der anderen Seite etwas, dann h�tte Tam ihm das gesagt. Er blickte �ber die Schulter zur�ck � und zwinkerte. Nicht weiter als zwanzig Spannen entfernt die Stra�e hinunter folgte ihnen eine verh�llte Figur auf einem Pferd. Pferd und Reiter wirkten gleich: schwarz, matt, unauff�llig.</p><p>Mehr oder weniger aus Gewohnheit ging er neben dem Karren r�ckw�rts weiter, w�hrend er beobachtete. Der Mantel bedeckte den Reiter bis hinunter zu den Stiefelsch�ften, und die Kapuze war �ber das Gesicht gezogen, so da� kein Teil seines K�rpers sichtbar war. Ganz nebenher fiel Rand auf, da� mit diesem Reiter etwas nicht stimmte, doch es war vor allem die dunkle �ffnung der Kapuze, die ihn fesselte. Er konnte nur vage Umrisse eines Gesichts erkennen, aber er f�hlte, da� er dem Reiter geradewegs in die Augen sah. Und er konnte den Blick nicht abwenden. �belkeit stieg ihm vom Magen auf. Er sah nur den Schatten in der Kapuze, doch er f�hlte den Ha� genauso bei�end, als ob er in ein verzerrtes Gesicht blickte, Ha� auf alles, was lebte. Und ihm vor allem galt dieser Ha�, ihm mehr als allem anderen auf der Welt.</p><p>Pl�tzlich blieb er mit der Ferse an einem Stein h�ngen und stolperte. Naturgem�� verlor er den dunklen Reiter aus dem Blickfeld. Sein Bogen fiel auf die Stra�e, und nur eine schnell ausgestreckte Hand, die Belas Geschirr packte, bewahrte ihn davor, platt auf den R�cken zu plumpsen. Mit �berraschtem Schnauben blieb die Stute stehen und drehte den Kopf, um zu sehen, wer sie gefangen hatte. Tam zog die Augenbrauen hoch und sah �ber Belas R�cken zu ihm her�ber. �Bist du in Ordnung, Junge?�</p><p>�Ein Reiter�, sagte Rand atemlos, w�hrend er sich aufrichtete. �Ein Fremder folgt uns.�</p><p>�Wo?� Der �ltere Mann hob seinen Speer mit der breiten Blattspitze und sp�hte aufmerksam zur�ck. �Dort, die Stra�e hin... � Rands Worte verloren sich, als er sich umdrehte, um auf den Verfolger zu deuten. Die Stra�e hinter ihnen war leer. Ungl�ubig schweifte sein Blick �ber den Wald zu beiden Seiten der Stra�e. Die B�ume mit ihren kahlen �sten boten kein Versteck, und doch konnte er keine Spur von Pferd oder Reiter erkennen. Er bemerkte den fragenden Blick seines Vaters. �Er war dort. Ein Mann mit einem schwarzen Mantel auf einem schwarzen Pferd.�</p><p>�Ich zweifle ja nicht an deinen Worten, Junge, aber wo ist er jetzt?�</p><p>�Ich wei� nicht. Aber er war da.� Er hob schnell Bogen und Pfeil auf und �berpr�fte hastig die Bespannung, bevor er den Pfeil wieder einlegte und den Bogen zur Probe halb spannte. Dann lie� er die Sehne zur�ckschnellen. Es gab kein Ziel, worauf er h�tte anlegen k�nnen. �Wirklich.�</p><p>Tam sch�ttelte den ergrauten Kopf. �Wenn du es sagst, Junge... Dann komm mit. Ein Pferd hinterl��t sogar auf diesem Boden Hufspuren.� Er bewegte sich auf das hintere Ende des Karrens zu. Sein Umhang flatterte im Wind. �Wenn wir die finden, dann wissen wir genau, da� er hier war. Wenn nicht... Na ja, es gibt schon Tage, an denen ein Mann seine Einbildungen hat.�</p><p>Pl�tzlich fiel Rand ein, was an dem Reiter nicht gestimmt hatte, abgesehen von der Tatsache, da� er sich �berhaupt hier befunden hatte. Der Wind, der Tam und ihn beutelte, hatte nicht einmal eine Falte des schwarzen Mantels bewegt. Rands Mund war pl�tzlich wie ausgetrocknet. Er mu�te sich das eingebildet haben. Sein Vater hatte recht; dieser Morgen war dazu angetan, die Phantasie eines Mannes zu kitzeln. Und dennoch glaubte er das nicht. Nur, wie sollte er seinem Vater beibringen, da� der Mann, der sich offensichtlich in Luft aufgel�st hatte, einen Mantel trug, den der Wind nicht ber�hrte?</p><p>Mit sorgenvoller Miene sp�hte er in den Wald, der sie umgab. Er wirkte auf ihn anders als je zuvor. Seit er laufen konnte, hatte er im Wald gespielt. Da waren die Teiche und B�che im Flu�wald, jenseits der letzten Bauernh�fe von Emondsfeld, in denen er schwimmen gelernt hatte. Er hatte die Sandh�gel erforscht � manche im Gebiet der Zwei Fl�sse meinten, das bringe nur Ungl�ck -, und einmal war er sogar bis zum Fu� der Verschleierten Berge marschiert, zusammen mit seinen besten Freunden, Mat Cauthon und Perrin Aybara. Das war viel weiter, als die meisten Leute aus Emondsfeld jemals kamen. F�r die war eine Reise ins n�chste Dorf, nach Wachh�gel hinauf oder hinunter nach Devenritt, schon ein gro�es Ereignis. Nirgendwo war er auf einen Ort gesto�en, der ihm Angst einjagte. Heute jedoch war der Westwald nicht der gleiche Ort wie jener, an den er sich erinnerte. Ein Mann, der so pl�tzlich verschwinden konnte, mochte ebenso pl�tzlich wieder auftauchen, vielleicht sogar direkt neben ihm.</p><p>�Nein, Vater, es ist nicht n�tig.� Als Tam �berrascht stehenblieb, verbarg Rand sein Err�ten, indem er sich die Kapuze tiefer ins Gesicht zog. �Du hast wahrscheinlich recht. Es hat keinen Zweck, nach etwas zu suchen, das gar nicht da ist, erst recht nicht, wenn wir die Zeit nutzen, um weiter zum Dorf zu gehen und weg von diesem Wind.�</p><p>�Ich h�tte schon gern eine Pfeife geraucht�, sagte Tam langsam, �und irgendwo, wo es warm ist, einen Krug Bier geleert.� �bergangslos grinste er breit. �Und ich sch�tze, du willst Egwene gern wiedersehen.�</p><p>Rand brachte nur ein schwaches L�cheln zustande. Im Augenblick stand die Tochter des B�rgermeisters so ziemlich am Ende seiner Dringlichkeitsliste. Er konnte nicht noch mehr Verwirrung gebrauchen. Das letzte Jahr �ber hatte sie ihn in steigendem Ma�e nerv�s gemacht, immer wenn sie zusammen waren. Was noch schlimmer war: Sie schien es nicht einmal zu bemerken. Nein, er wollte ganz bestimmt nicht auch noch an Egwene denken m�ssen.</p><p>Er hoffte, sein Vater h�tte nicht bemerkt, da� er Angst hatte, als Tam sagte: �Denk an die Flamme, Junge, und an das Nichts.�</p><p>Es war eine eigenartige �bung, die Tam ihn gelehrt hatte. Konzentriere dich auf eine einzelne Flamme und leere all deine Leidenschaften dort hinein � Angst, Ha�, Wut -, bis dein Verstand leer ist. Werde eins mit dem Nichts, riet Tam, und du kannst alles erreichen. Niemand sonst in Emondsfeld sagte so etwas. Aber Tam gewann jedes Jahr den Bogensch�tzenwettbewerb zum Bel Tine mit seiner Flamme und seinem Nichts. Rand glaubte, dieses Jahr habe auch er Aussicht auf eine gute Plazierung, wenn er es fertigbrachte, sich auf das Nichts zu konzentrieren. Da� Tam das Gespr�ch ausgerechnet jetzt darauf brachte, bedeutete, da� er es bemerkt <emphasis>hatte,</emphasis> doch er sagte nicht mehr dazu.</p><p>Tam schnalzte Bela zu, und sie setzte sich wieder in Bewegung. Sie nahmen ihre Reise wieder auf; der �ltere Mann schritt einher, als sei nichts Ungew�hnliches geschehen und als drohe ihnen nichts Schlimmes. Rand h�tte es ihm gern gleichgetan. Er bem�hte sich, seinen Verstand zu leeren, aber das Nichts entschl�pfte ihm immer wieder, und statt dessen erschien ihm das Bild des schwarzgekleideten Reiters.</p><p>Er wollte so gern glauben, Tam habe recht, er habe sich den Reiter nur eingebildet, doch er erinnerte sich gerade an das Gef�hl des Hasses besonders klar. Da war jemand gewesen. Und dieser Jemand war ihm b�se gesinnt. Er blieb nicht stehen, um sich umzusehen, bis die strohgedeckten H�user von Emondsfeld mit ihren spitzen Giebeln sie umgaben.</p><p>Das Dorf lag nahe am Westwald. Der Wald wurde immer lichter, und die letzten B�ume standen bereits zwischen den stabil gebauten Holzh�usern. Der Boden fiel sanft nach Osten zu ab. Auch dort gab es kleine Waldst�cke. Bauernh�fe, von Hecken eingerahmte Felder und Weidefl�chen bedeckten das Land jenseits des Dorfes bis hin zum Wasserwald und seinem Gewirr von B�chen und Teichen. Nach Westen zu war das Land genauso fruchtbar, und in den meisten Jahren wirkten die Weiden �ppig. Doch im Westwald fand man nur eine Handvoll Bauernh�fe. Und auch diese verschwanden schlie�lich bereits Meilen vor den Sandh�geln und noch weiter vor den Verschleierten Bergen, die sich �ber den Baumwipfeln des Westwalds erhoben, fern, doch von Emondsfeld aus deutlich sichtbar. Manche sagten, das Land sei zu steinig � als ob es nicht �berall in den Zwei Fl�ssen Steine gegeben h�tte -, und andere behaupteten, das Land dort bringe Ungl�ck. Ein paar murmelten, es habe keinen Sinn, n�her als n�tig zu den Bergen hin zu ziehen. Aus welchen Gr�nden auch immer � jedenfalls unterhielten nur die widerstandsf�higsten M�nner im Westwald Bauernh�fe.</p><p>Kleine Kinder und Hunde h�pften in jubelnden Horden um den Karren herum, sobald er die erste H�userzeile hinter sich gebracht hatte. Bela trottete geduldig weiter und achtete nicht auf die schreienden Kinder, die vor ihrer Nase herumkugelten, Fangen spielten und Reifen vor sich her trieben. In den letzten Monaten hatten die Kinder wenig gespielt oder gelacht. Selbst als das Wetter freundlich genug geworden war, da� die Kinder drau�en spielen konnten, hatte die Angst vor W�lfen sie im Haus festgehalten. Es schien, mit dem N�herkommen von Bel Tine hatten sie auch wieder Spielen gelernt.</p><p>Das Fest hatte genauso seine Auswirkungen auf die Erwachsenen. Die breiten Fensterl�den waren ge�ffnet, und in fast jedem Haus stand die Hausfrau an einem Fenster, die Sch�rze umgebunden und die zu langen Z�pfen geflochtenen Haare hochgesteckt und in ein Tuch eingebunden, sch�ttelte Bett�cher aus oder h�ngte Matratzen �ber die Fenstersimse. Ob nun junges Gr�n auf den B�umen wuchs oder nicht, keine Frau w�rde Bel Tine erleben, ohne vorher ihren Fr�hjahrsputz erledigt zu haben. In jedem Hof hingen L�ufer an gespannten Leinen, und Kinder, die nicht schnell genug gewesen und zum Spielen auf die Stra�e gerannt waren, lie�en ihren Verdru� mit Korbklopfern an den Teppichen aus. Auf den D�chern kletterten die Hausherren herum, �berpr�ften die Strohb�ndel auf Wintersch�den und �berlegten, ob sie den alten Cenn Buie, den Dachdecker, rufen mu�ten.</p><p>Mehrmals blieb Tam stehen, um sich mit dem einen oder anderen Mann kurz zu unterhalten. Da er und Rand die Farm wochenlang nicht mehr verlassen hatten, wollte jeder von ihnen wissen, wie die Lage da drau�en sei. Nur wenige M�nner aus dem Westwald waren ins Dorf gekommen. Tam erz�hlte von den Sch�den, die die Winterst�rme angerichtet hatten, nach jedem Sturm schlimmer, und von totgeborenen L�mmern, von braunen Feldern, wo die Saat aufgehen oder das Weidegras sprie�en sollte, von Rabenschw�rmen, wo in fr�heren Jahren Singv�gel genistet hatten. Bittere Themen, wenn au�enherum die Vorbereitungen f�r Bel Tine getroffen wurden, und viele K�pfe wurden gesch�ttelt. Es war �berall das gleiche.</p><p>Die meisten M�nner zuckten die Achseln und sagten: �Tja, wir werden's �berleben, so das Licht will.� Einige grinsten und f�gten hinzu: �Und wenn das Licht nicht will, werden wir trotzdem �berleben.�</p><p>Das war die Art der meisten Zwei-Fl�sse-Leute. Menschen, die zusehen mu�ten, wie der Hagel ihre Ernte vernichtete oder W�lfe ihre L�mmer rissen, und die von vorn anfangen mu�ten, gaben nicht so leicht auf, sooft das Schicksal auch zuschlagen mochte. Die meisten derjenigen, die aufgegeben hatten, waren schon lange weg.</p><p>Tam h�tte wegen Wit Congar nicht angehalten, wenn der Mann nicht auf die Stra�e getreten w�re, so da� sie halten mu�ten, sonst h�tte Bela ihn �berfahren. Die Congars und die Coplins (die beiden Familien hatten so oft untereinander geheiratet, da� niemand mehr wu�te, wo die eine Familie endete und die andere begann) waren von Wachh�gel bis Devenritt und vielleicht sogar bis hin zur Taren-F�hre als N�rgler und Unruhestifter bekannt.</p><p>�Ich mu� das zu Bran al'Vere bringen, Wit�, sagte Tam und deutete mit einem Kopfnicken auf die F�sser im Karren, doch der hagere Mann blieb mit saurem Gesichtsausdruck mitten im Weg stehen. Er hatte auf den Stufen seiner Vordertreppe gesessen, nicht oben auf dem Dach, obwohl die Strohbedeckung aussah, als habe sie einen Besuch von Meister Buie dringend n�tig. Er schien nie darauf vorbereitet zu sein, etwas zu beginnen oder etwas zu beenden, was er vorher in Angriff genommen hatte. Die meisten Coplins oder Congars waren so, jedenfalls diejenigen, die nicht noch schlimmer waren.</p><p>�Was machen wir mit Nynaeve, al'Thor?� wollte Congar wissen. �Wir k�nnen doch nicht so eine Seherin in Emondsfeld zulassen.�</p><p>Tam seufzte tief. �Das ist nicht unsere Sache, Wit. �ber die Seherin m�ssen die Frauen entscheiden.�</p><p>�Also, wir sollten besser etwas unternehmen, al'Thor. Sie sagte, wir bek�men einen milden Winter. Und eine gute Ernte. Und wenn man sie jetzt fragt, was ihr der Wind erz�hlt, dann schneidet sie nur eine Grimasse und rennt weg.�</p><p>�Wenn du sie so angesprochen hast, wie du das gew�hnlich tust, Wit�, sagte Tam geduldig, �dann hattest du Gl�ck, da� sie dir nicht den Stock, den sie immer tr�gt, �ber den Sch�del gezogen hat. So, und wenn du jetzt erlaubst, dieser Schnaps... �</p><p>�Nynaeve al'Meara ist zu jung f�r eine Seherin, al'Thor. Wenn der Frauenzirkel nichts unternimmt, mu� es eben der Gemeinderat tun.�</p><p>�Was hast du dich denn um die Seherin zu k�mmern, Wit Congar?� br�llte eine Frauenstimme. Wit zuckte zusammen, als seine Frau aus dem Haus marschierte. Daise Congar war doppelt so breit wie Wit; eine Frau mit hartem Gesicht, an deren K�rper keine Unze Fett zu finden war. Sie starrte ihn b�se an, die H�nde in die H�ften gest�tzt. �Wenn du versuchst, dich in die Angelegenheiten des Frauenzirkels einzumischen, dann kannst du sehen, ob es dir gef�llt, dir das Essen selbst zu kochen. Aber nicht in meiner K�che. Und dir selbst die Kleider zu waschen und das Bett zu machen. Und das nicht unter meinem Dach!�</p><p>�Aber, Daise�, winselte Wit, �ich habe gerade... �</p><p>�Entschuldige mich bitte, Daise�, sagte Tam. �Wit. M�ge das Licht Euch beiden leuchten.� Er setzte Bela wieder in Bewegung und f�hrte sie um den hageren Burschen herum. Daise konzentrierte sich im Moment auf ihren Mann, aber jede Minute konnte sie bemerken, mit wem Wit gesprochen hatte.</p><p>Deshalb hatten sie keine der Einladungen zum Essen oder auf ein hei�es Getr�nk angenommen. Wenn sie Tam sahen, benahmen sich die Hausfrauen aus Emondsfeld wie ein Hund auf der hei�en F�hrte eines Kaninchens. Es gab keine einzige unter ihnen, die nicht die ideale Frau f�r einen Witwer mit einem sch�nen Hof gewu�t h�tte, auch wenn der Hof im Westwald lag.</p><p>Rand ging fast genauso schnell wie Tam, vielleicht sogar noch schneller. Wenn Tam nicht dabei war, wurde er manchesmal in die Enge getrieben, und es gab keinen Ausweg, au�er grob zu werden. Er wurde auf einen Stuhl am K�chenherd getrieben, ihm wurden Pl�tzchen oder Honigkuchen oder Fleischpasteten eingetrichtert. Und immer musterten und ma�en ihn die Augen der Hausfrau mindestens ebenso genau wie die Waagen eines H�ndlers, w�hrend sie ihm erz�hlte, das, was er da esse, sei nicht halb so gut wie das Essen ihrer verwitweten Schwester oder ihrer zweit�ltesten Kusine. Tam wurde schlie�lich auch nicht j�nger, sagte sie dann. Es war gut, da� er seine Frau so geliebt hatte � das versprach viel f�r die n�chste Frau in seinem Leben -, aber er hatte lang genug getrauert. Tam brauchte eine gute Frau. Es sei eine klare Tatsache, sagte sie dann gew�hnlich, da� ein Mann einfach nicht ohne eine Frau auskam, die f�r ihn sorgte und ihn beh�tete. Die schlimmsten von allen legten dann eine Gedankenpause ein und fragten anschlie�end mit sorgf�ltig geplanter Gleichg�ltigkeit, wie alt er denn jetzt eigentlich sei.</p><p>Wie die meisten Leute der Zwei Fl�sse hatte Rand eine ausgesprochen sture Ader. Au�enseiter behaupteten manchmal, das sei �berhaupt das hervorstechendste Merkmal der Leute aus dem Gebiet der Zwei Fl�sse, und sie k�nnten selbst einem Esel noch Lektionen erteilen und einen Stein belehren. Die Hausfrauen waren zumeist feine und freundliche Frauen, aber er ha�te es, in irgend etwas hineingezogen zu werden, und sie l�sten in ihm das Gef�hl aus, er werde mit St�cken traktiert. Also ging er schnell und w�nschte sich, Tam m�ge Bela etwas mehr antreiben.</p><p>Bald weitete sich die Stra�e zum Gr�n hin, einer breiten Fl�che in der Mitte des Dorfes. Normalerweise war sie mit dichtem Gras �berzogen, doch diesen Fr�hling zeigten sich nur wenige junge B�schel zwischen dem Gelbbraun des abgestorbenen Grases und dem Schwarz der blanken Erde. Zwei Handvoll G�nse watschelten umher. Sie be�ugten mit starrem Blick den Boden, fanden aber nichts, das des Aufpickens wert gewesen w�re. Und jemand hatte eine Milchkuh dort angebunden, damit sie den sp�rlichen Bewuchs fressen konnte.</p><p>Nahe beim westlichen Rand des Gr�ns sprudelte die Weinquelle aus einem niedrigen Felsausl�ufer hervor. Der Quell versiegte nie; die Str�mung war stark genug, um einen Mann zu Fall zu bringen, und das Wasser schmeckte s�� genug, um den Namen zu rechtfertigen. Von der Quelle aus flo� der sich schnell erweiternde Weinquellenbach flink nach Osten. Weiden wuchsen verstreut an den Ufern bis zu Meister Thanes M�hle und noch weiter, und dann teilte er sich in den sumpfigen Tiefen des Wasserwalds in Dutzende von kleinen B�chen. Zwei niedrige Fu�g�ngerstege mit Gel�nder �berquerten den klaren Bach noch auf dem Gr�n, und daneben gab es noch eine etwas breitere Br�cke, die massiv genug gebaut war, um Fuhrwerke zu tragen. Die Wagenbr�cke bezeichnete auch die Stelle, an der aus der Nordstra�e, die von Taren-F�hre und Wachh�gel her kam, die Alte Stra�e nach Devenritt wurde. Fremde fanden es manchmal kurios, da� die gleiche Stra�e einen anderen Namen f�r den nach Norden f�hrenden Teil hatte als f�r den s�dw�rts gerichteten; aber so war es immer schon gewesen, so weit die Leute von Emondsfeld sich zur�ckerinnerten, und so blieb es dann auch. Und dieser Grund reichte den Leuten von den Zwei Fl�ssen vollkommen aus.</p><p>Auf der anderen Seite der Br�cken wurden bereits die Holzst��e f�r die Bel-Tine-Feuer errichtet � drei sorgf�ltig aufgeschichtete St��e von St�mmen, beinahe so gro� wie H�user. Sie mu�ten sich nat�rlich auf blankem Erdboden befinden und nicht auf dem Gr�n, auch wenn der Bewuchs so sp�rlich war. Der Teil des Festes, der sich nicht um die Feuer herum abspielte, fand auf dem Gr�n statt.</p><p>In der N�he der Weinquelle sang ein Dutzend �lterer Frauen leise Lieder, w�hrend sie den Fr�hlingsbaum aufrichteten. Man hatte den geraden schlanken Stamm einer Tanne von den �sten befreit, und selbst aus dem Loch, das sie daf�r gegraben hatten, ragte er noch fast zwei Spannen hoch heraus. Einige M�dchen, die zu jung waren, um ihr Haar wie die erwachsenen Frauen in Z�pfen um den Kopf zu tragen, sa�en mit �bergeschlagenen Beinen daneben und sahen neidvoll zu. Gelegentlich sangen sie Teile eines Liedes mit, das die Frauen anstimmten.</p><p>Tam schnalzte Bela mit der Zunge zu, als wolle er, da� sie schneller gehe, doch sie �berh�rte es einfach. Rand hielt krampfhaft den Blick von den Frauen abgewandt, denn am Morgen mu�ten die M�nner ganz �berrascht tun, wenn sie den Baum vorfanden, und um die Mittagszeit tanzten die unverheirateten Frauen dann um den Baum und umwickelten ihn mit langen farbigen B�ndern, w�hrend die unverheirateten M�nner sangen. Keiner wu�te, seit wann und warum man diese Tradition pflegte � so waren eben die Br�uche seit altersher -, aber sie lieferte einen guten Vorwand, um zu singen und zu tanzen, und dazu brauchte man niemanden von den Zwei Fl�ssen noch deutlicher aufzufordern.</p><p>Den ganzen Tag des Bel Tine �ber w�rde man singen und tanzen und feiern, und dazwischen rannte man um die Wette und geno� Wettbewerbe aller Art. Nicht nur die Bogensch�tzen konnten Preise erringen, sondern auch die Besten mit der Schleuder und dem Bauernspie� � dem Schlagstock. Es w�rde Wettbewerbe im R�tselraten geben und im Tauziehen, im Gewichtheben und Steinsto�en, Preise f�r die besten S�nger, die besten T�nzer und den besten Fiedler, f�r den Schnellsten im Schafscheren und sogar im Kegeln und Pfeilwerfen.</p><p>Normalerweise feierte man Bel Tine, wenn der Fr�hling voll und ganz im Gang war, wenn die ersten L�mmer geboren wurden und die Saat aufging. Aber selbst bei dieser andauernden K�lte war es niemandem in den Sinn gekommen, das Fest zu verschieben. Ein wenig Gesang und Tanz w�rden allen guttun. Und zur Kr�nung des Ganzen, falls man den Ger�chten trauen konnte, war auf dem Gr�n ein gro�es Feuerwerk geplant � falls der erste H�ndler des Jahres rechtzeitig eintraf, versteht sich. Das war zum hei�esten Thema geworden; das letzte Feuerwerk hatte vor zehn Jahren stattgefunden, und man erz�hlte sich immer noch davon.</p><p>Die Weinquellen-Schenke stand am �stlichen Rand des Gr�ns gleich neben der Wagenbr�cke. Das Erdgescho� der Schenke war aus Flu�fels gebaut. Allerdings bestanden die Grundmauern aus �lterem Gestein, von dem einige behaupteten, es k�me aus den Bergen. Der wei�get�nchte erste Stock, in dem Brandelwyn al'Vere, der Gastwirt und B�rgermeister der vergangenen zwanzig Jahre, mit Frau und T�chtern wohnte, ragte rundherum ein St�ck �ber das Erdgescho� hinaus. Rote Dachziegel � es war das einzige Ziegeldach im ganzen Ort � gl�nzten im blassen Sonnenschein, und Rauch quoll aus drei der zw�lf hohen Schornsteine der Schenke.</p><p>Am S�dende der Schenke, auf der dem Bach abgewandten Seite, erstreckten sich die Reste viel gr��erer Grundmauern, die einst ein Teil der Schenke gewesen waren; zumindest behauptete man das. In deren Mitte wuchs nun eine riesige Eiche. Ihr Stamm hatte einen Umfang von fast drei�ig Schritten, und die ausladenden Aste waren so dick wie der K�rper eines ausgewachsenen Mannes. Im Sommer stellte Bran al'Vere Tische und B�nke unter diese �ste, deren Bl�tter dann Schatten spendeten und wo die Leute ein Glas trinken und den k�hlenden Wind genie�en konnten, w�hrend sie sich unterhielten oder ein Brettspiel spielten.</p><p>�So, da w�ren wir, mein Junge.� Tam wollte nach Belas Geschirr fassen, doch sie blieb vor der Schenke stehen, bevor er das Leder auch nur ber�hrt hatte. �Kennt den Weg besser als ich�, schmunzelte er.</p><p>Als der letzte Quietschton der Achse verflog, erschien Bran al'Vere in der T�r der Schenke. Wie immer erschien sein Schritt zu leicht f�r einen Mann seiner Statur. Er war immerhin etwa doppelt so stark wie jeder andere Mann im Dorf. Ein L�cheln �berzog sein rundes Gesicht unter dem sp�rlichen grauen Haarkranz. Trotz der K�hle war der Wirt in Hemds�rmeln und hatte eine fleckenlos wei�e Sch�rze umgebunden. Auf der Brust hing ihm ein silbernes Medaillon in Form einer Balkenwaage.</p><p>Dieses Medaillon, zusammen mit der wirklichen Waage, mit der die M�nzen der Kaufleute gewogen wurden, die aus Baerlon kamen, um Wolle oder Tabak einzukaufen, war das Abzeichen der B�rgermeisterw�rde. Bran trug es nur bei Verhandlungen mit den Kaufleuten und zu Festtagen, Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten. Er trug es einen Tag zu fr�h, aber heute war Winternacht, die Nacht vor Bel Tine, wo jeder fast die ganze Nacht lang Besuche machte, kleine Geschenke tauschte und in jedem Haus eine Kleinigkeit a� und trank. <emphasis>Nach diesem Winter,</emphasis> dachte Rand, <emphasis>benutzt er die Winternacht als Ausrede, um nicht auf morgen warten zu m�ssen.</emphasis></p><p>�Tam!� rief der B�rgermeister, als er zu ihnen hin eilte. �Dem Licht sei gedankt; es ist gut, dich endlich zu sehen! Und dich, Rand. Wie geht es dir, mein Junge?�</p><p>�Gut, Meister al'Vere�, sagte Rand. �Und Euch?� Aber Brans Aufmerksamkeit galt schon wieder Tam. �Ich hatte fast schon bef�rchtet, du br�chtest dieses Jahr keinen Schnaps. Du warst noch nie so sp�t dran.�</p><p>�Ich m�chte den Hof heutzutage lieber nicht verlassen, Bran�, antwortete Tam. �Nicht, wenn sich die W�lfe so verhalten wie jetzt. Und dann das Wetter.�</p><p>Bran r�usperte sich. �Ich w�nschte, jemand w�rde sich mal �ber etwas anderes auslassen als das Wetter. Alle beklagen sich dar�ber, und Leute, die es besser wissen sollten, erwarten, da� ich alles in Ordnung bringe. Ich habe gerade zwanzig Minuten lang versucht, Frau al'Donel zu erkl�ren, da� ich nichts machen kann, wenn die St�rche ausbleiben. Was sie wohl von mir erwartete...?� Er sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ein schlimmes Vorzeichen�, verk�ndete eine kr�chzende Stimme, �wenn zur Bel Tine keine St�rche auf den D�chern nisten.� Cenn Buie, so knorrig und dunkel wie eine alte Wurzel, kam zu Tam und Bran her�ber. Er st�tzte sich auf seinen Stock, der beinahe so gro� war wie er und genauso knorrig. Er versuchte, beide M�nner gleichzeitig zu be�ugen. �Es wird noch Schlimmeres kommen, verla�t euch drauf!�</p><p>�Bist du jetzt unter die Wahrsager gegangen und erkl�rst uns die Vorzeichen?� fragte Tam trocken. �Oder lauschst du dem Wind wie eine Seherin? Davon gibt es sicher genug. Ein bi�chen Wind wird wohl auch hier in unserer Umgebung gemacht.�</p><p>�Macht euch nur �ber mich lustig�, murmelte Cenn, �aber wenn es nicht bald warm genug wird, da� die Saat aufgeht, dann wird mancher Bierkeller leer sein, bevor es wieder eine Ernte gibt. Bis zum n�chsten Winter leben bei den Zwei Fl�ssen dann vielleicht nur noch W�lfe und Raben. Wenn es �berhaupt einen n�chsten Winter gibt. Vielleicht bleibt es auch einfach bei diesem Winter.�</p><p>�Was soll das nun wieder hei�en?� sagte Bran mit scharfer Stimme.</p><p>Cenn musterte sie mit verkniffenem Blick. �Ich kann nicht viel Gutes �ber Nynaeve al'Meara sagen. Das wei�t du. Zum einen ist sie zu jung, um... Was soll's. Der Frauenzirkel scheint etwas dagegen zu haben, da� der Gemeinderat auch nur �ber ihre Angelegenheiten spricht, aber sie mischen sich in unsere ein, wann immer sie wollen, also st�ndig, jedenfalls scheint es so... �</p><p>�Cenn�, unterbrach Tam ihn, �willst du auf etwas Bestimmtes hinaus?�</p><p>�Ich will darauf hinaus, al'Thor, da� die Seherin immer wegl�uft, wenn man sie fragt, wann der Winter zu Ende sein wird. Vielleicht will sie uns nicht sagen, was der Wind ihr erz�hlt. Vielleicht h�rt sie, da� der Winter nicht mehr aufh�ren wird. Vielleicht wird es einfach Winter bleiben, bis das Rad sich dreht und das Zeitalter vorbei ist. Darauf will ich hinaus.�</p><p>�Und vielleicht fliegen dann auch die Schafe�, scho� Tam zur�ck, und Bran hob die H�nde ergeben gen Himmel.</p><p>�Das Licht bewahre mich vor Narren. Du sitzt im Gemeinderat, Cenn, und nun verbreitest du dieses Coplin-Geschw�tz. H�r mir mal gut zu. Wir haben schon genug Probleme, ohne... �</p><p>Ein schnelles Zupfen an Rands �rmel und eine Stimme fast im Fl�sterton, nur f�r Rands Ohren bestimmt, lenkten ihn von dem Gespr�ch der �lteren M�nner ab. �Komm schon, Rand, w�hrend sie sich streiten! Bevor sie dich arbeiten lassen.�</p><p>Rand sah hinunter und mu�te grinsen. Mat Cauthon kauerte neben dem Karren, so da� Tam und Bran und Cenn ihn nicht sehen konnten. Sein drahtiger K�rper war so verdreht wie ein Storch, der versucht, den Hals um sich herumzuwinden.</p><p>Mats braune Augen funkelten schelmisch wie immer. �Dav und ich haben einen gro�en alten Dachs gefangen.</p><p>Der war ganz m�rrisch, als wir ihn aus seiner H�hle herauszogen. Wir lassen ihn auf dem Gr�n laufen, und du sollst mal sehen, wie die M�dchen rennen!�</p><p>Rands L�cheln wurde noch breiter. Was Mat wollte, erschien ihm heute nicht mehr so witzig wie noch vor einem oder zwei Jahren, aber Mat schien eben nie erwachsen zu werden. Er sah schnell zu seinem Vater hin�ber � die M�nner steckten immer noch die K�pfe zusammen und redeten alle gleichzeitig � und sagte dann mit ged�mpfter Stimme: �Ich habe versprochen, den Most abzuladen. Ich kann dich aber sp�ter treffen.�</p><p>Mat verdrehte die Augen. �F�sser schleppen! O du mein Licht! Da spiele ich noch lieber mit meiner kleinen Schwester. Aber ich wei� auch noch Besseres als einen Dachs. Es sind Fremde in der Gegend der Zwei Fl�sse. Gestern abend... �</p><p>F�r einen Augenblick stockte Rand der Atem. �Ein Mann auf einem Pferd?� fragte er eindringlich. �Ein Mann mit schwarzem Mantel auf einem schwarzen Pferd? Und sein Mantel weht nicht im Wind?�</p><p>Mat verga� sein Grinsen, und seine Stimme fiel zu einem heiseren Fl�stern ab. �Du hast ihn auch gesehen? Ich dachte, ich sei der einzige gewesen. Lach nicht, Rand, aber ich habe Angst vor ihm bekommen.�</p><p>�Ich werde mich h�ten, zu lachen. Ich habe auch Angst bekommen. Ich k�nnte schw�ren, da� er mich ha�t und da� er mich t�ten wollte.� Rand �berlief es kalt. Bis zu diesem Tag war ihm nie in den Sinn gekommen, da� jemand ihn t�ten wollte, ihn wirklich t�ten wollte. So etwas passierte einfach nicht bei den Zwei Fl�ssen. Eine Pr�gelei vielleicht oder ein Ringkampf, aber kein Mord.</p><p>�Ich habe nichts von Ha� bemerkt, Rand, aber er war schon zum F�rchten. Er sa� nur auf seinem Pferd und sah mich an, gerade au�erhalb des Dorfs, aber ich hatte noch nie in meinem Leben solche Angst. Na ja, ich habe f�r einen Augenblick weggesehen � das war nicht leicht, wei�t du -, und als ich wieder hinsah, war er verschwunden. Blut und Asche! Vor drei Tagen war das, und ich kann kaum aufh�ren, daran zu denken. Ich sehe mich st�ndig um!� Mat bem�hte sich zu lachen, aber es wurde nur ein Kr�chzen daraus. �Schon komisch, wie einen die Angst packen kann. Man kommt auf die seltsamsten Sachen. Ich habe wirklich gedacht � nur eine Minute lang, verstehst du -, es k�nnte der Dunkle K�nig sein.� Er versuchte wieder zu lachen, aber diesmal drang aus seinem Mund kein einziger Laut.</p><p>Rand atmete tief ein. Dann zitierte er, auch um sich darauf zu besinnen: �Der Dunkle K�nig und alle die Verlorenen sind in Shayol Ghul gebunden, jenseits der Gro�en F�ule, vom Sch�pfer im Augenblick der Sch�pfung gebunden bis ans Ende der Zeit. Die Hand des Sch�pfers beh�tet die Welt, und das Licht scheint uns allen.� Er holte wieder Luft und fuhr fort: �Au�erdem, wenn er frei w�re, wieso w�rde dann der Sch�fer der Nacht bei den Zwei Fl�ssen Bauernjungen beobachten?�</p><p>�Ich wei� nicht. Aber ich wei�, da� dieser Reiter -b�se war. Lach nicht! Ich k�nnte es beschw�ren. Vielleicht war es der Drache.�</p><p>�Deine Gedanken k�nnen einen schon aufheitern, nicht wahr?� murmelte Rand. �Du h�rst dich noch schlimmer als Cenn an.�</p><p>�Meine Mutter hat mir immer gesagt, die Verlorenen w�rden mich holen, wenn ich mich nicht �ndere. Wenn ich jemals einen gesehen habe, der wie Ishamael oder Aginor aussah, dann ihn.�</p><p>�Jede Mutter jagt einem mit den Verlorenen Angst ein�, bemerkte Rand trocken, �aber die meisten sind irgendwann mal zu alt daf�r. Wie w�r's denn mit dem Schwarzen Mann, wenn du schon dabei bist?�</p><p>Mat funkelte ihn an. �Ich habe nicht mehr solche Angst gehabt, seit... Nein, ich habe noch nie solche Angst gehabt, und es macht mir nichts aus, das zuzugeben.�</p><p>�Mir auch nicht. Mein Vater glaubt, ich h�tte unter den B�umen Geister gesehen.�</p><p>Mat nickte bedr�ckt und lehnte sich zur�ck an das Wagenrad. �Das denkt mein Paps auch. Ich habe es Dav erz�hlt und Elam Dowtry. Sie haben seither wie die Habichte Ausschau gehalten, aber nichts gesehen. Jetzt denkt Elam, ich wollte ihn an der Nase herumf�hren. Dav glaubt, es sei einer von der Taren-F�hre, irgendein Schafoder H�hnerdieb. Ein H�hnerdieb!� Er verfiel in beleidigtes Schweigen.</p><p>�Vielleicht ist es auch wirklich nur Einbildung�, sagte Rand schlie�lich �Er k�nnte ja echt nur ein Schafdieb sein.� Er versuchte, sich das vorzustellen, aber das war, als stelle man sich einen Wolf vor, der an Stelle der Katze vor dem Mauseloch Platz nimmt.</p><p>�Also, mir hat die Art nicht gefallen, wie er mich angesehen hat. Und dir wohl auch nicht, denn du bist bei mir ganz sch�n zusammengefahren, und das l��t tief blicken. Wir sollten mit jemand dar�ber sprechen.�</p><p>�Das haben wir, Mat, wir beide, und keiner hat uns geglaubt. Kannst du dir vorstellen, wie wir Meister al'Vere von der Existenz dieses Burschen �berzeugen sollen, ohne da� er ihn sieht? Er w�rde uns zu Nynaeve schicken, als ob wir krank seien.�</p><p>�Wir sind immerhin jetzt zu zweit. Keiner kann doch glauben, da� wir uns beide den Reiter eingebildet haben.�</p><p>Rand rieb sich energisch den Kopf und fragte sich, was er sagen solle. Mat hatte einen ganz netten Ruf im Dorf. Nur wenige Leute waren bisher seinen Streichen entkommen. Jetzt wurde sein Name schon zitiert, wenn nur eine W�scheleine ihre Ladung in den Schmutz gleiten lie� oder wenn ein loser Sattelgurt einen Bauern unsanft auf die Stra�e bef�rderte. Mat mu�te nicht einmal in der N�he gewesen sein. Seine Unterst�tzung k�nnte sich als Pferdefu� herausstellen.</p><p>Nach einem Augenblick sagte Rand: �Dein Vater w�rde glauben, du h�ttest das mit mir abgesprochen, und meiner... � Er blickte �ber den Karren hinweg dorthin, wo Tam, Bran und Cenn sich unterhalten hatten, und sah seinem Vater genau in die Augen. Der B�rgermeister hielt Cenn immer noch einen Vortrag, und der nahm es in m�rrischem Schweigen hin.</p><p>�Guten Morgen, Matrim�, sagte Tam strahlend. Dabei stellte er eines der Schnapsf�sser auf den Rand des Karrens. �Wie ich sehe, bist du gekommen, um Rand zu helfen, den Most abzuladen. Guter Junge.�</p><p>Mat sprang beim ersten Wort auf die F��e und bewegte, sich r�ckw�rts. �Auch Ihnen einen guten Morgen, Meister al'Thor. Und Ihnen, Meister al'Vere. Meister Buie. M�ge das Licht auf Euch scheinen. Mein Paps schickte mich, um... �</p><p>�Das hat er ohne Zweifel getan�, sagte Tam. �Und zweifellos � denn du bist ja ein junger Mann, der seine Aufgaben sofort erledigt � hast du das Notwendige schon erledigt. Tja, je schneller ihr Burschen den Most in Meister al'Veres Keller bef�rdert, desto schneller k�nnt ihr den Gaukler sehen.�</p><p>�Gaukler!� rief Mat, wobei er j�hlings stehenblieb, und im gleichen Moment fragte Rand: �Wann kommt er hierher?�</p><p>Rand konnte sich in seinem Leben nur an zwei Gaukler erinnern, die nach Zwei Fl�sse gekommen waren, und bei dem Auftritt des einen war er noch jung genug gewesen, um von Tams Schultern aus zuzusehen. Einen hier vorzufinden und auch noch zum Bel Tine, mit seiner Harfe und seiner Fl�te und seinen Geschichten und... Emondsfeld w�rde noch in zehn Jahren �ber dieses Fest reden, sogar ohne das m�gliche Feuerwerk.</p><p>�Narren�, grollte Cenn, aber nach einem Blick Brans, der alle Bedeutung der B�rgermeisterw�rde enthielt, hielt er ab sofort den Mund.</p><p>Tam lehnte sich an die Seitenwand des Karrens und benutzte das Schnapsfa�, um seinen Arm darauf zu st�tzen. �Ja, ein Gaukler, und er ist schon hier. Nach dem, was Meister al'Vere sagt, befindet er sich im Augenblick in einem Zimmer der Schenke.�</p><p>�Mitten in der Nacht ist er angekommen.� Der Wirt sch�ttelte mi�billigend den Kopf. �Klopfte an die Eingangst�r, bis er die ganze Familie aufgeweckt hat. Wenn es nicht des Festes wegen gewesen w�re, h�tte ich ihm gesagt, er solle sein Pferd selbst in den Stall bringen und daneben schlafen, Gaukler oder nicht. Stellt Euch vor, so einfach in der Dunkelheit anzukommen.�</p><p>Rand blickte gedankenvoll ins Leere. Niemand zog nachts au�erhalb des Dorfes durch die Gegend, nicht in diesen Zeiten und ganz sicher nicht allein. Der Dachdecker grollte wieder etwas in seinen Bart hinein. Diesmal war es allerdings zu leise, als da� Rand mehr als ein oder zwei Worte h�tte verstehen k�nnen: �Verr�ckter� und �unnat�rlich�.</p><p>�Er tr�gt nicht zuf�llig einen schwarzen Mantel, oder?� fragte Mat pl�tzlich.</p><p>Brans Bauch h�pfte bei seinem Lachen. �Schwarz! Sein Mantel sieht aus wie der eines jeden Gauklers, den ich jemals gesehen habe. Mehr Flicken als Mantel und mehr Farben, als du dir ausdenken kannst.�</p><p>Rand �berraschte sich selbst, indem er laut auflachte, ein Lachen purer Erleichterung. Der drohende schwarzgekleidete Reiter als Gaukler, das war ein l�cherlicher Einfall, aber... Er hielt sich die Hand verlegen vor den Mund.</p><p>�Siehst du, Tam�, sagte Bran, �es ist seit Einbruch des Winters in diesem Dorf nicht gerade oft gelacht worden. Jetzt bringt sogar der Mantel eines Gauklers einen Lacherfolg. Das ist ja schon allein die Spesen wert, die seine Reise von Baerlon hierher kostet.�</p><p>�Sagt, was Ihr wollt�, �u�erte sich pl�tzlich Cenn, �ich behaupte immer noch, es ist eine dumme Geldverschwendung. Und dieses Feuerwerk, das ihr unbedingt bestellen wolltet... �</p><p>�Also gibt es ein Feuerwerk�, sagte Mat, aber Cenn sprach weiter. �Das h�tte vor einem Monat schon ankommen sollen mit dem ersten H�ndler des Jahres, aber es ist kein H�ndler gekommen, oder? Wenn er bis morgen nicht kommt, was machen wir dann damit? Noch ein Fest veranstalten, damit wir es abbrennen k�nnen? Und das nat�rlich auch nur, wenn er es �berhaupt mitbringt.�</p><p>�Cenn�, seufzte Tam, �du hast genausoviel Vertrauen wie ein Mann aus Taren-F�hre.�</p><p>�Wo bleibt er dann? Sag es mir, al'Thor!�</p><p>�Warum habt Ihr uns nichts erz�hlt?� wollte Mat mit leidender Stimme wissen. �Das Warten h�tte dem ganzen Dorf genausoviel Spa� gemacht wie mit dem Gaukler. Oder jedenfalls beinahe soviel. Ihr seht doch, was schon das Ger�cht eines Feuerwerks ausmacht.�</p><p>�Das kann ich sehen�, konterte Bran mit einem Seitenblick auf den Dachdecker. �Und wenn ich genau w��te, wie das Ger�cht entstanden ist... Falls ich zum Beispiel w��te, da� jemand sich dar�ber beklagte, wie teuer das alles sei... Noch dazu, wenn andere zuh�ren konnten, obwohl das Ganze doch geheim bleiben sollte... �</p><p>Cenn r�usperte sich. �Meine Knochen sind zu alt f�r diesen Wind. Falls Ihr nichts dagegen habt, werde ich schnell mal sehen, ob mir Frau al'Vere vielleicht einen Gl�hwein zubereiten kann, um mich etwas aufzuw�rmen. B�rgermeister. Al'Thor.� Noch bevor er ausgeredet hatte, war er schon auf dem Weg in die Schenke, und als die T�r sich hinter ihm schlo�, seufzte Bran.</p><p>�Manchmal glaube ich, Nynaeve hat recht mit... Ach, das ist jetzt nicht wichtig. Ihr jungen Leute solltet eine Minute lang nachdenken. Jeder ist ganz aufgeregt wegen des Feuerwerks, stimmt, und das ist nur ein Ger�cht. �berlegt Euch, wie das w�re, wenn der H�ndler nicht rechtzeitig eintrifft, und das nach der ganzen Vorfreude. Und bei dem Wetter, das wir jetzt haben � wer wei�, wann er kommen wird? Auf einen Gaukler h�tten sie sich noch f�nfzigmal mehr gefreut.�</p><p>�Und w�ren f�nfzigmal mehr entt�uscht gewesen, wenn er nicht gekommen w�re�, sagte Rand langsam. �Selbst Bel Tine h�tte danach die Stimmung kaum noch bessern k�nnen.�</p><p>�Du hast ja direkt einen Kopf auf den Schultern, den du zu benutzen wei�t�, sagte Bran. �Eines Tages folgt er dir in den Gemeinderat, Tam. Denk an meine Worte. Er w�re auch jetzt wohl kaum schlechter als dieser oder jener, dessen guten Namen ich nennen k�nnte.�</p><p>�Nichts von alldem hilft mir, den Wagen zu entladen�, sagte Tam energisch und lud dem B�rgermeister das erste Schnapsf��chen auf die Arme. �Ich brauche ein warmes Feuer, meine Pfeife und einen Krug von deinem guten Bier.� Er stemmte das zweite Schnapsf��chen hoch auf die Schulter. �Ich bin sicher, Rand wird dir f�r deine Hilfe dankbar sein, Matrim. Denkt daran, je schneller der Most im Keller ist... �</p><p>Als Tam und Bran in der Schenke verschwanden, sah Rand seinen Freund an. �Du mu�t mir nicht helfen. Dav kann den Dachs nicht so lang halten.�</p><p>�Oh, und warum nicht?� fragte Mat seufzend. �Wie dein Pa schon sagte, je eher er im Keller ist... � Er nahm eines der Mostf�sser in beide Arme und eilte mit schnellem Schritt zur Schenke. �Vielleicht ist Egwene da. Dir zuzusehen, wie du ihr Kuhaugen machst, ist genausogut wie das mit dem Dachs.�</p><p>Rand, der gerade den Bogen und K�cher hinten in den Karren legen wollte, hielt kurz inne. Er hatte es tats�chlich fertiggebracht, Egwene f�r eine Weile zu vergessen. Das war schon ungew�hnlich. Aber sie w�rde sich wahrscheinlich irgendwo in der Schenke aufhalten. Er hatte kaum eine M�glichkeit, ihr aus dem Weg zu gehen. Nat�rlich war es Wochen her, seit er sie zum letzten Mal gesehen hatte.</p><p>�Was ist?� rief Mat ihm vom Eingang der Schenke her zu. �Ich habe nicht gesagt, da� ich alles allein mache. Du bist noch nicht im Gemeinderat.�</p><p>Aufgeschreckt ergriff Rand ein Fa� und folgte Mat. Vielleicht w�re sie doch nicht zu Hause? Komischerweise f�hlte er sich bei diesem Gedanken auch nicht besser.</p></section><section><title><p>2</p><p>Fremde</p></title><p>Als Rand und Mat die ersten F�sser durch den Schankraum trugen, war Meister al'Vere schon dabei, ein paar Kr�ge mit seinem besten Bier zu f�llen, aus eigener Herstellung und einem der F�sser, die in einem Gestell an der Seitenwand ruhten. Kratzi, die gelbe Katze, die zur Schenke geh�rte, lag mit geschlossenen Augen und um die Beine geringeltem Schwanz obenauf. Tam stand vor dem gro�en offenen Kamin, aus Flu�fels gebaut, und stopfte Tabak aus einem gl�nzenden Metallbeh�lter, der immer auf dem steinernen Kaminsims stand, in eine langstielige Pfeife. Der Kamin erstreckte sich durch die H�lfte des gro�en viereckigen Raums, und die Oberkante befand sich in Schulterh�he eines ausgewachsenen Mannes. Die knackende Glut im Kamin vertrieb die K�lte, die von drau�en eindrang.</p><p>Zu dieser Zeit, am arbeitsreichen Vortag des Festes, erwartete Rand einen bis auf Bran, seinen Vater und die Katze leeren Schankraum, aber vier weitere Mitglieder des Gemeinderats, Cenn eingeschlossen, sa�en auf den St�hlen mit den hohen Lehnen vor dem Feuer, Kr�ge in der Hand, und um ihre K�pfe kr�uselte sich blaugrauer Pfeifenrauch. Ausnahmsweise wurde einmal kein einziges Spielbrett ben�tzt, und Brans B�cher standen vollst�ndig und in Reih und Glied auf dem Regal gegen�ber dem Kamin. Die M�nner sprachen kaum miteinander, starrten nur still in ihr Bier oder kauten ungeduldig auf ihren Pfeifenstielen herum. Alles wartete auf Tam und Bran.</p><p>Sorgen waren f�r den Gemeinderat nichts Ungew�hnliches heutzutage, weder in Emondsfeld noch in Wachh�gel oder Devenritt. Vielleicht noch nicht einmal in Taren-F�hre, obwohl man ja nie wissen konnte, was die Leute von Taren-F�hre von irgend etwas hielten.</p><p>Nur zwei der M�nner am Feuer, Haral Luhhan, der Hufschmied, und Jon Thane, der M�ller, sahen auf, als die Jungen eintraten. Meister Luhhan allerdings sah nicht blo� auf. Die Arme des Schmieds waren dicker als die Beine der meisten M�nner, mit schweren Muskeln bepackt, und er trug immer noch seinen langen Lederschurz, als sei er direkt aus der Schmiede zu diesem Treffen geeilt. Mit finsterem Blick musterte er beide junge M�nner, dann drehte er sich betont auf seinem Stuhl um und konzentrierte sich �bertrieben darauf, die Pfeife mit dem dicken Daumen zu stopfen.</p><p>Neugierig verlangsamte Rand seinen Schritt � und konnte gerade noch einen Schmerzensschrei unterdr�cken, als Mat ihm gegen den Kn�chel trat. Sein Freund nickte eindringlich in Richtung auf die Hintert�r des Schankraums und eilte dorthin, ohne auf ihn zu warten. Leicht humpelnd folgte ihm Rand etwas langsamer.</p><p>�Was sollte denn das hei�en?� forderte Rand Aufkl�rung, sobald sie sich im Flur zur K�che befanden. �Du hast mir beinahe meinen Kn�chel... �</p><p>�Es ist wegen des alten Luhhans�, sagte Mat und sp�hte dabei �ber Rands Schulter hinweg zum Schankraum hin�ber. �Ich glaube, er hat mich im Verdacht... � Er sprach nicht weiter, da Frau al'Vere aus der K�che hastete. Der Duft nach frisch gebackenem Brot wehte vor ihr her.</p><p>Auf dem Tablett in ihren H�nden lagen mehrere Laibe Krustenbrot, f�r das sie in ganz Emondsfeld bekannt war, und dazu Teller mit Gurken und K�sescheiben. Das Essen erinnerte Rand pl�tzlich daran, da� er heute nur einen Kanten Brot gegessen hatte, bevor er diesen Morgen den Hof verlie�. Sein Magen machte sich mit peinlichem Knurren bemerkbar.</p><p>Frau al'Vere, eine schlanke Frau, die ihren dicken Haarzopf �ber eine Schulter nach hinten gezogen hatte, l�chelte sie so m�tterlich an, da� es beiden das Herz erw�rmte. �Es gibt mehr davon in der K�che, falls ihr Hunger habt, und ich habe noch keinen Jungen in eurem Alter gekannt, der nicht st�ndig Hunger hatte. Na ja, genau wie alle anderen. Wenn ihr die lieber m�gt � ich backe heute morgen auch Honigkuchen.�</p><p>Sie war eine der wenigen verheirateten Frauen in der Gegend, die nie versuchte, Tam mit irgend jemandem zu verkuppeln. Ihre M�tterlichkeit Rand gegen�ber zeigte sie mit ihrem herzlichen L�cheln und einem schnellen Imbi� unter Beweis, sooft er in die Schenke kam. Allerdings war sie zu den anderen jungen M�nnern der Gegend genauso freundlich. Wenn sie ihn gelegentlich ansah, als wolle sie doch mehr f�r ihn tun, dann blieb es eben nur bei einem Blick, und daf�r war er �u�erst dankbar.</p><p>Ohne auf eine Antwort zu warten, fegte sie in den Schankraum. Sofort h�rte man die Ger�usche von �ber den Boden scharrenden Stuhlbeinen, als die M�nner aufstanden, und Lobrufe auf den Duft des Brotes. Sie war mit L�ngen die beste K�chin in Emondsfeld, und es gab wohl keinen Mann weit und breit, der die Gelegenheit ungenutzt lie�, seine F��e unter ihren Tisch zu strecken.</p><p>�Honigkuchen�, sagte Mat und leckte sich die Lippen. �Hinterher�, erkl�rte ihm Rand mit fester Stimme, �oder wir werden nie fertig.�</p><p>�ber der Kellertreppe hing eine Lampe, gleich neben der K�chent�r, und eine weitere warf einen weiten Lichtkreis in den Raum unter der Schenke und verbannte bis auf einen kleinen d�steren Rest alle Dunkelheit in die entferntesten Ecken der massiven Steinw�nde. Holzgestelle entlang der W�nde und quer �ber den Boden enthielten kleine F�sser mit Schnaps und Most und gr��ere mit Bier und Wein. In einigen davon steckten Zapfh�hne. Viele der Weinf�sser trugen Kreidevermerke in Bran al'Veres Handschrift. Da stand, in welchem Jahr der Wein gekauft worden war und von welchem H�ndler und in welchem Ort er gekeltert worden war. Doch das gesamte Bier und der Schnaps stammten von den Zwei-Fl�sse-Bauern oder von Bran selbst. H�ndler und Kaufleute brachten manchmal Schnaps oder Bier von anderswo mit, aber die Qualit�t war schlecht, und das Zeug kostete Unsummen. Au�erdem wollte niemand solches Gebr�u mehr als einmal trinken.</p><p>�Also�, sagte Rand, als sie ihre F�sser in die Gestelle legten, �was hast du getan, da� du Meister Luhhan so meiden mu�t?�</p><p>Mat zuckte die Achseln. �Eigentlich nichts. Ich habe Adan al'Caar und einigen seiner hochn�sigen Freunde -Ewin Finngar und Dag Coplin � erz�hlt, da� ein paar Bauern Geisterhunde gesehen haben, die Feuer spuckend durch den Wald rannten. Sie haben's geschluckt wie s��e Sahne.�</p><p>�Und deshalb ist Meister Luhhan b�se auf dich?� fragte Rand zweifelnd.</p><p>�Nicht unbedingt.� Mat legte eine Pause ein und sch�ttelte den Kopf. �Siehst du, ich habe zweien seiner Hunde Mehl aufs Fell gestreut, bis sie ganz wei� waren. Dann habe ich sie in der N�he von Dags Haus laufen lassen. Wie konnte ich ahnen, da� sie geradewegs nach Hause rannten? Das ist wirklich nicht meine Schuld. Wenn Frau Luhhan nicht die T�r offengelassen h�tte, dann w�ren sie gar nicht reingekommen. Ich habe ja schlie�lich nicht gewollt, da� das ganze Haus voller Mehl war.� Er lachte kurz auf. �Ich habe geh�rt, da� sie den alten Luhhan mitsamt der Hunde mit einem Besen aus dem Haus gescheucht hat.�</p><p>Rand zuckte zusammen, lachte aber gleichzeitig. �Wenn ich du w�re, w�rde ich mir mehr Gedanken �ber Alsbet Luhhan machen als �ber den Schmied. Sie ist fast genauso stark und kann noch w�tender werden als er. Aber was soll's? Wenn du schnell l�ufst, bemerkt er dich vielleicht nicht.� Mats Gesichtsausdruck zeigte, da� er Rands �u�erung keineswegs lustig fand.</p><p>Als sie durch den Schankraum zur�ckgingen, mu�te Mat sich allerdings nicht beeilen. Die sechs M�nner hatten ihre St�hle vor dem Kamin eng zusammengeschoben. Mit dem R�cken zum Feuer sprach Tam leise, und die anderen beugten sich vor, um ihn besser zu verstehen. Sie lauschten seinen Worten so konzentriert, da� sie vermutlich nicht einmal bemerkt h�tten, wenn eine Herde Schafe durch den Raum getrieben worden w�re. Rand wollte gern n�her treten, um zu h�ren, wor�ber sie sprachen, doch Mat zupfte ihn am �rmel und warf ihm einen leidenden Blick zu. Mit einem Seufzer folgte er Mat hinaus zum Karren.</p><p>Bei ihrer R�ckkehr in den Flur fanden sie oben auf der Kellertreppe ein Tablett vor, und der Duft von hei�en Honigkuchen erf�llte den Flur. Auch zwei Kr�ge standen dabei und eine Kanne mit hei�em gew�rzten S��most. Trotz seiner eigenen Ermahnung, bis sp�ter zu warten, legte Rand die letzten beiden Packm�rsche zwischen Karren und Keller mit einem F��chen unter einem Arm und einem St�ck Honigkuchen in der Hand zur�ck.</p><p>Er legte das letzte F��chen in das Gestell, wischte sich die Kr�mel vom Mund, w�hrend Mat ablud, und sagte dann: �Und was nun den Gauk...�</p><p>F��e trampelten die Treppe herunter, und Ewin Finngar st�rzte in seiner Erregung beinahe auf den Kellerboden. Sein feistes Gesicht strahlte vor Eifer. Er mu�te seine Neuigkeiten loswerden. �Es sind Fremde im Dorf!� Er kam zu Atem und sah Mat schief an. �Geisterhunde habe ich keine gesehen, aber ich h�rte, jemand habe Meister Luhhans Hunde mit Mehl gepudert. Ich habe auch geh�rt, da� Frau Luhhan wei�, wer daf�r verantwortlich sein d�rfte.�</p><p>Die Jahre, die Mat und Rand von Ewin trennten, der erst vierzehn war, sorgten normalerweise daf�r, da� sie alles, was er sagte, ziemlich schnell abtaten. Diesmal jedoch blickten sie sich �berrascht an und sprachen beide gleichzeitig.</p><p>�Im Dorf?� fragte Rand. �Nicht im Wald?�</p><p>Und Mat f�gte im gleichen Moment hinzu: �Hatte er einen schwarzen Mantel an? Hast du sein Gesicht sehen k�nnen?�</p><p>Ewin sah unsicher von einem zum anderen und sagte dann schnell, als Mat drohend auf ihn zu trat: �Nat�rlich habe ich sein Gesicht sehen k�nnen. Und sein Mantel ist gr�n. Oder vielleicht grau. Er wechselt die Farbe. Er scheint sich immer dem Hintergrund anzupassen, vor dem er steht. Manchmal kann man ihn gar nicht sehen, auch wenn man ihn geradewegs anblickt. Nicht, bis er sich bewegt. Und ihrer ist blau wie der Himmel und zehnmal sch�ner als alle Festkleider, die ich je gesehen habe. Sie ist auch zehnmal h�bscher als alle, die ich je gesehen habe. Sie ist eine hochgestellte Dame wie in den Geschichten. Sie mu� eine sein.�</p><p>�Sie?� fragte Rand. �Von wem redest du?� Er sah Mat an, der beide H�nde auf den Kopf gelegt und die Augen zugedr�ckt hatte.</p><p>�Von denen wollte ich dir erz�hlen�, �u�erte sich Mat schlie�lich, �bevor du mich als Helfer... � Er brach ab und �ffnete die Augen, um Ewin scharf anzusehen. �Sie sind gestern abend angekommen�, fuhr er nach einem Augenblick fort, �und haben sich Zimmer hier in der Schenke genommen. Ich sah, wie sie heranritten. Ihre Pferde, Rand! Ich habe noch nie so gro�e und schlanke Pferde gesehen. Sie sehen aus, als k�nnten sie immer und ewig weitergaloppieren. Ich glaube, er arbeitet f�r sie.�</p><p>�Er steht in ihren Diensten�, unterbrach ihn Ewin. �Das nennt man �in Diensten stehen�, jedenfalls in den Geschichten, die ich geh�rt habe.�</p><p>Mat fuhr fort, als habe Ewin gar nicht gesprochen. �Jedenfalls h�rt er auf sie, tut, was sie sagt. Aber er benimmt sich nicht wie ein Knecht. Vielleicht ist er ein Soldat. Die Art, wie er sein Schwert tr�gt, als sei es ein Teil von ihm wie seine Hand oder sein Fu�. Neben ihm wirken die Begleitsoldaten der Kaufleute wie K�ter. Und sie, Rand! Ich habe mir niemals eine solche Frau auch nur vorgestellt. Es ist, als stamme sie aus den Geschichten eines Gauklers. Sie ist, wie... Wie... � Er unterbrach seinen Redeflu� und sah Ewin gekr�nkt an. �... wie eine hochgestellte Dame�, endete er mit einem Seufzer.</p><p>�Aber wer sind sie?� fragte Rand. Von den Kaufleuten abgesehen, die einmal im Jahr kamen, um Tabak und Wolle zu kaufen, und den fahrenden H�ndlern, kamen niemals Fremde zu den Zwei Fl�ssen, jedenfalls so gut wie nie. Vielleicht kamen sie bis zu Taren F�hre, aber nicht noch weiter nach S�den. Die meisten Kaufleute und H�ndler kamen auch schon seit Jahren und z�hlten somit nicht als Fremde. Vielleicht konnte man sie als Au�enstehende bezeichnen. Es war gute f�nf Jahre her, da� zuletzt ein echter �Fremder� in Emondsfeld erschienen war, und er hatte versucht, sich hier zu verstecken. Er hatte oben in Baerlon irgendwelche Schwierigkeiten gehabt, die keiner im Dorf verstand. Er war nicht lange geblieben. �Was wollen sie?�</p><p>�Was sie wollen?� rief Mat. �Es ist mir gleich, was sie wollen. Fremde, Rand, und Fremde, wie du sie dir nicht ertr�umt hast. Denk mal!�</p><p>Rand �ffnete den Mund und schlo� ihn wortlos wieder. Der schwarzgekleidete Reiter hatte ihn so nerv�s gemacht wie eine Katze im Hunderennen. Es schien schon ein mehr als seltsamer Zufall zu sein, da� sich drei Fremde auf einmal hier beim Dorf aufhielten. Drei � falls der seine Farben �ndernde Mantel dieses Burschen niemals schwarz wurde.</p><p>�Sie hei�t Moiraine�, sagte Ewin in das kurze Schweigen hinein. �Ich h�rte, wie er sie so anredete. Moiraine nannte er sie. Die Lady Moiraine. Er hei�t Lan. Die Seherin kann sie vielleicht nicht leiden, aber mir gef�llt sie.�</p><p>�Wie kommst du darauf, da� Nynaeve sie nicht leiden kann?� fragte Rand.</p><p>�Sie hat heute morgen die Seherin nach dem Weg gefragt�, sagte Ewin, �und sie mit �Kind� angesprochen.� Rand und Mat pfiffen leise durch die Z�hne, und Ewin �berschlug sich fast vor Eifer. Er erkl�rte: �Die Lady Moiraine wu�te nicht, da� sie die Seherin ist. Als sie es erfuhr, hat sie sich entschuldigt. Tats�chlich! Und sie stellte ihr dann Fragen �ber Kr�uter und �ber die Leute in Emondsfeld mit dem gleichen Respekt wie jede Frau hier im Dorf, oder vielleicht noch mehr. Sie fragt immerzu, wie alt die Leute sind und wie lange sie schon hier wohnen und... Ach, ich wei� nicht, was alles. Jedenfalls antwortete Nynaeve, als habe sie in einen unreifen Apfel gebissen. Und dann, als die Lady Moiraine wegging, hat ihr Nynaeve nachgeschaut, wie... Also jedenfalls, freundlich war der Blick nicht, kann ich euch sagen.�</p><p>�Ist das alles?� fragte Rand. �Du kennst ja Nynaeves Launen. Als Cenn Buie sie letztes Jahr �Kind� nannte, schlug sie ihm ihren Stock �ber den Sch�del, und dabei ist er im Gemeinderat, und alt genug, um ihr Gro�vater zu sein, ist er au�erdem. Sie geht bei jeder Gelegenheit hoch, und kaum hat sie sich umgedreht, ist der �rger auch schon verflogen.�</p><p>�F�r mich ist das schon zu lang�, murmelte Ewin.</p><p>�Mir ist es ganz gleich, wem Nynaeve �ber den Sch�del schl�gt, solange ich's nicht bin�, gluckste Mat vergn�gt. �Das wird das beste Bel Tine, das es jemals gab. Ein Gaukler, eine Lady � wer kann mehr verlangen? Wer braucht schon ein Feuerwerk?�</p><p>�Ein Gaukler?� fragte Ewin mit �berkieksender Stimme.</p><p>�Komm schon, Rand�, fuhr Mat fort, wobei er den j�ngeren �berging. �Wir sind doch hier fertig. Du mu�t den Burschen sehen!�</p><p>Er sprang die Treppen hoch. Ewin kam hinterher und rief: �Ist wirklich ein Gaukler da, Mat? Das ist keine Schwindelei wie die Geisterhunde, nicht wahr? Oder wie die Fr�sche?�</p><p>Rand blieb lange genug unten, um die Lampe auf ganz kleine Flamme zu stellen, dann eilte er hinterher.</p><p>Im Schankraum hatten sich Rowan Hurn und Samel Crawe zu den anderen vor dem Feuer gesellt, so da� nun der gesamte Gemeinderat versammelt war. Jetzt sprach Bran al'Vere. Seine normalerweise derblaute Stimme war so ged�mpft, da� jenseits der zusammenger�ckten St�hle nur ein dumpfes Murmeln zu h�ren war. Der B�rgermeister betonte seine Worte, indem er mit dem dicken Zeigefinger in die Fl�che der anderen Hand klopfte und einen Mann nach dem anderen anblickte. Alle nickten ihm ihr Einverst�ndnis zu, was er auch sagen mochte, nur bei Cenn sah das etwas zur�ckhaltender aus als bei den anderen.</p><p>Die Art, wie sie alle eng zusammenger�ckt miteinander sprachen, sagte mehr als ein Hinweisschild. Wor�ber immer sie sprachen, es ging � im Moment jedenfalls � nur den Gemeinderat etwas an. Sie h�tten sicher etwas dagegen gehabt, da� Rand lauschte. Z�gernd ri� er sich los. Es gab ja auch noch den Gaukler. Und diese Fremden.</p><p>Drau�en waren Bela und der Karren verschwunden. Hu oder Tad, die Stallburschen der Schenke, hatten sie weggebracht. Mat und Ewin standen ein paar Schritte vom Eingang der Schenke entfernt. Ihre M�ntel wurden vom Wind hin und her gerissen. Sie blickten sich w�tend in die Augen.</p><p>�Zum letzten Mal�, fauchte Mat, �ich spiele dir <emphasis>keinen</emphasis> Streich! Es ist <emphasis>wirklich</emphasis> ein Gaukler da. Jetzt hau ab! Rand, sag du diesem Wollkopf, da� ich die Wahrheit sage, damit er mich in Ruhe l��t.�</p><p>Rand zog seinen Umhang enger und tat einen Schritt vorw�rts, um Mat zu unterst�tzen. Doch die Worte erstarben ihm auf den Lippen, als sich ihm die Nackenhaare str�ubten. Er wurde wieder beobachtet. Es war keineswegs das Gef�hl, das er bei dem verh�llten Reiter empfunden hatte, aber es war auch nicht angenehm, besonders so kurze Zeit nach dem Zusammentreffen im Wald.</p><p>Ein kurzer Rundblick �ber das Gr�n zeigte ihm nur, was er auch zuvor dort erblickt hatte: spielende Kinder, Menschen, die das Fest vorbereiteten, und kaum ein Blick in seine Richtung. Der Fr�hlingsbaum stand nun allein da und wartete. Gesch�ftigkeit und kindliche Rufe erf�llten die Gassen. Alles war so, wie es sein sollte. Au�er, da� er beobachtet wurde.</p><p>Dann brachte ihn etwas dazu, sich umzudrehen und aufzuschauen. Am Rand des Ziegeldachs der Schenke sa� ein gro�er Rabe und schwankte ein wenig im b�igen Wind. Er hielt den Kopf schr�g und �ugte mit einem schwarzen Knopfauge � nach ihm, dachte er. Er schluckte, und urpl�tzlich stieg hei�er, scharfer Zorn in ihm auf.</p><p>�Dreckiger Aasfresser�, murmelte er.</p><p>�Ich hab's satt, angestarrt zu werden�, grollte Mat, und Rand bemerkte, da� sein Freund neben ihn getreten war und den Raben ebenfalls b�se anblickte.</p><p>Sie tauschten einen Blick, und dann suchten ihre H�nde gleichzeitig nach Steinen.</p><p>Die beiden Steine flogen genau auf ihr Ziel zu... Und der Rabe h�pfte zur Seite. Die Steine pfiffen �ber die Stelle, an der er sich gerade noch befunden hatte. Er schlug einmal mit den Fl�geln, legte den Kopf wieder schr�g, fixierte sie mit einem toten schwarzen Auge, ohne jede Angst, ohne ein Anzeichen, da� irgend etwas geschehen war.</p><p>Rand sah den Vogel verwirrt an. �Hast du jemals einen Raben gesehen, der sich so verhielt?� fragte er ruhig.</p><p>Mat sch�ttelte den Kopf, ohne den Raben aus den Augen zu verlieren. �Nie. Und auch noch keinen anderen Vogel.�</p><p>�Ein �bler Vogel�, sagte eine Frauenstimme hinter ihnen. Trotz des darin mitschwingenden Ekels klang die Stimme melodi�s. �Selbst in guten Zeiten sollte man ihm mi�trauen.�</p><p>Mit einem schrillen Schrei warf sich der Rabe so kraftvoll in die Luft hinaus, da� zwei schwarze Federn vom Rand des Daches herunterschwebten.</p><p>�berrascht drehten sich Rand und Mat herum und verfolgten den schnellen Flug des Vogels �ber das Gr�n hinweg in Richtung auf die wolkenverhangenen Verschleierten Berge zu, die hinter dem Westwald hoch aufragten, bis er zu einem verschwindend kleinen Fleck am Westhimmel wurde und dann ganz au�er Sicht war.</p><p>Rands Blick fiel auf die Frau, die sie angesprochen hatte. Auch sie hatte den Flug des Raben verfolgt und wandte sich nun ihnen zu. Ihr Blick traf den seinen. Er konnte sie nur stumm anstarren. Dies mu�te die Lady Moiraine sein, und sie war alles wert, was Mat und Ewin �ber sie gesagt hatten, alles und noch mehr.</p><p>Als er geh�rt hatte, da� sie Nynaeve als Kind bezeichnet hatte, stellte er sie sich als alte Dame vor, doch das war sie nicht. Zumindest war er nicht in der Lage, ihr Alter auch nur zu sch�tzen. Zuerst dachte er, sie sei genauso jung wie Nynaeve, aber je l�nger er sie ansah, desto mehr war er �berzeugt, da� sie doch �lter war. Um ihre gro�en dunklen Augen herum lag eine Reife, ein Hauch von Lebenserfahrung, die niemand Junges besitzen konnte. Einen Moment lang glaubte er, diese Augen seien tiefe Seen, die ihn gleich verschlingen w�rden. Es war klar, warum Mat und Ewin sie als eine Lady aus den Erz�hlungen eines Gauklers bezeichnet hatten. Sie besa� eine Anmut und beherrschte die Szenerie in einem Ma�e, da� er sich unbeholfen und plump vorkam. Sie reichte ihm zwar kaum bis zur Brust, aber ihre Ausstrahlung lie� ihre Gr��e genau richtig erscheinen, und er kam sich mit seiner L�nge linkisch vor.</p><p>Alles in allem glich sie niemandem, den er je zuvor gesehen hatte. Die weite Kapuze des Mantels umrahmte ihr Gesicht und das dunkle Haar, das in weichen Locken frei hing. Er hatte noch nie eine erwachsene Frau gesehen, deren Haar nicht zu Z�pfen geflochten war; jedes M�dchen der Zwei Fl�sse wartete ungeduldig darauf, da� der Frauenzirkel ihres Dorfes feststellte, sie sei alt genug, um einen Zopf zu tragen. Ihre Kleidung wirkte ebenso fremdartig. Ihr Umhang war aus himmelblauem Samt mit viel silbernem Zierrat, Bl�ttern und Ranken und Blumen am ganzen Saum entlang. Ihr Kleid schimmerte leicht, wenn sie sich bewegte. Es war von einem dunkleren Blau als der Mantel und wies einen cremefarbenen Schr�gstreifen auf. Um den Hals trug sie ein Halsband aus schweren Goldringen, w�hrend ihr von einer anderen, feineren Goldkette, die im Haar befestigt war, ein kleiner blauglitzernder Edelstein in die Mitte der Stirn herunterhing.</p><p>Um die Taille lag ein breiter G�rtel aus gewobenen Goldf�den, und am Ringfinger der linken Hand steckte ein Goldring in Form einer Schlange, die sich in den eigenen Schwanz bi�. Er hatte nun wirklich noch nie einen solchen Ring gesehen, aber er erkannte die Gro�e Schlange, ein noch �lteres Symbol f�r die Ewigkeit als das Rad der Zeit.</p><p>Sch�ner als alle Festkleider hatte Ewin gesagt, und er hatte recht gehabt. Niemand bei den Zwei Fl�ssen kleidete sich so. Niemals.</p><p>�Guten Morgen, Frau... �h... Lady Moiraine�, sagte Rand. Sein Gesicht wurde ganz hei�, als er sich so versprach.</p><p>�Guten Morgen, Lady Moiraine�, kam das etwas geschliffenere Echo von Mat, doch ein wenig unsicher klangen auch seine Worte.</p><p>Sie l�chelte, und Rand fragte sich, ob er irgend etwas f�r sie tun k�nnte, damit er eine Entschuldigung daf�r hatte, in ihrer N�he zu verweilen. Er wu�te, da� sie alle anl�chelte, doch es schien ihm, als l�chle sie nur f�r ihn allein. Es war wirklich so, als sei die Erz�hlung eines Gauklers zum Leben erwacht. Mats Gesicht zeigte ein albernes Grinsen.</p><p>�Ihr kennt meinen Namen�, sagte sie, und es klang erfreut. Als ob ihre Gegenwart, und wenn sie von noch so kurzer Dauer war, nicht das Gespr�chsthema Nummer eins im Dorf f�r das n�chste Jahr w�re! �Aber ihr m��t mich Moiraine nennen, nicht Lady. Und wie hei�t ihr?�</p><p>Ewin sprang in die Bresche, noch bevor einer der beiden anderen den Mund aufbrachte. �Mein Name ist Ewin Finngar, Lady. Ich habe denen Euren Namen gesagt, deswegen kannten sie ihn. Ich h�rte, wie Lan ihn erw�hnte, aber gelauscht habe ich nicht. Niemand wie Ihr ist jemals zuvor nach Emondsfeld gekommen. Es ist auch ein Gaukler hier im Dorf zum Bel Tine. Und heute ist Winternacht! Kommt Ihr in mein Haus? Meine Mutter hat Apfelkuchen gebacken.�</p><p>�Wir werden ja sehen�, antwortete sie und legte die Hand auf Ewins Schulter. Ihre Augen glitzerten am�siert, doch ansonsten blieb sie ernst. �Ich wei� nicht, inwieweit ich mit einem Gaukler konkurrieren kann, Ewin. Aber ihr alle m��t mich wirklich Moiraine nennen.� Sie schaute Rand und Mat erwartungsvoll an.</p><p>�Ich bin Matrim Cauthon, La... �h... Moiraine�, sagte Mat. Er verbeugte sich steif und ruckartig, und beim Aufrichten lief er rot an.</p><p>Rand hatte sich gefragt, ob er auch so etwas tun sollte, so wie die M�nner in den Erz�hlungen, aber nachdem er Mats Beispiel gesehen hatte, nannte er nur seinen Namen.</p><p>Zumindest versprach er sich diesmal nicht wieder.</p><p>Moiraine sah erst ihn, dann Mat und dann wieder ihn an. Rand dachte bei sich, ihr L�cheln, das kaum die Mundwinkel ber�hrte, wirke wie das Egwenes, wenn sie ein Geheimnis hatte. �Es kann sein, da� ich w�hrend meines Aufenthalts in Emondsfeld von Zeit zu Zeit ein paar kleine Auftr�ge habe�, sagte sie. �Vielleicht w�rt ihr gewillt, mir zu helfen?� Sie lachte, als sie sich mit ihrer Zustimmung beinahe �berschlugen. �Hier�, sagte sie und Rand war �berrascht, als sie ihm eine M�nze in die Hand dr�ckte und ihm die Hand mit ihren beiden H�nden darum zudr�ckte.</p><p>�Es ist nicht n�tig�, begann er, aber sie wischte seinen Protest mit einer Handbewegung beiseite und gab Ewin auch eine M�nze; schlie�lich dr�ckte sie auch Mats Hand um eine M�nze, wie sie es bei Rand getan hatte.</p><p>�Nat�rlich ist es n�tig�, sagte sie. �Man kann doch von euch nicht erwarten, da� ihr umsonst arbeitet. Betrachtet die M�nzen als Andenken und behaltet sie, damit ihr euch daran erinnert, da� ihr zu mir kommen sollt, wenn ich es verlange. Die M�nzen verbinden uns jetzt miteinander.�</p><p>�Ich werde das nie vergessen�, posaunte Ewin heraus.</p><p>�Wir werden uns sp�ter unterhalten�, sagte sie, �und ihr m��t mir alles �ber euch erz�hlen.�</p><p>�Lady... Entsch... Moiraine?� fragte Rand z�gernd, als sie sich abwandte. Sie blieb stehen und blickte �ber die Schulter zur�ck. Er mu�te schlucken, bevor er fortfuhr: �Warum seid Ihr nach Emondsfeld gekommen?� Ihr Gesichtsausdruck �nderte sich nicht, und doch w�nschte er pl�tzlich, er h�tte die Frage nicht gestellt. Er konnte nicht einmal sagen, warum. Er wollte jedenfalls rasch klarstellen, warum er gefragt hatte. �Ich wollte nicht unh�flich sein. Es tut mir leid. Es ist nur so, da� niemand au�er den Kaufleuten und H�ndlern zu den Zwei Fl�ssen kommt, wenn der Schnee nicht allzu tief ist, so da� sie aus Baerlon herunterkommen k�nnen. Fast niemand. Bestimmt niemand wie Ihr. Die Leibw�chter der Kaufleute sagen manchmal, dies sei der hintere Winkel der Ewigkeit, und ich sch�tze, von drau�en gesehen mag es so scheinen. Ich wundere mich nur.�</p><p>Ihr L�cheln verschwand nun ganz langsam von ihrem Gesicht, als habe sie sich an etwas erinnert. Einen Augenblick lang sah sie ihn nur einfach an. �Ich studiere die Geschichte�, sagte sie schlie�lich, �und sammle alte Erz�hlungen. Diese Gegend, die ihr heute Zwei Fl�sse nennt, hat mich schon immer angezogen. Manchmal besch�ftige ich mich mit Ereignissen, die vor langer Zeit hier geschehen sind, hier und anderswo.�</p><p>�Ereignisse?� fragte Rand. �Was kann denn in Zwei Fl�sse je geschehen sein, da� es jemanden wie Euch interessiert � ich meine, was k�nnte hier schon passiert sein?�</p><p>�Und wie sonst als Zwei Fl�sse wollt Ihr dieses Land nennen?� f�gte Mat hinzu. �So hie� es schon immer.�</p><p>�W�hrend sich das Rad der Zeit dreht�, sagte Moiraine halb zu sich selbst und mit einem abwesenden Blick, �f�hren Orte viele verschiedene Namen. Auch die Menschen tragen viele Namen und viele Gesichter. Unterschiedliche Gesichter, doch immer der gleiche Mensch. Doch niemand kennt das Gro�e Muster, das vom Rad gewebt wird; wir kennen nicht einmal das Muster eines Zeitalters. Wir k�nnen nur beobachten und studieren und hoffen.�</p><p>Rand starrte sie an, unf�hig, auch nur ein Wort herauszubringen oder zu fragen, was sie damit meinte. Er war sich nicht sicher, ob ihre Worte auch f�r sie bestimmt gewesen waren. Die anderen beiden schwiegen genau wie er, stellte er fest. Ewin stand der Mund offen.</p><p>Moiraines Blick kehrte zu ihnen zur�ck, und alle drei sch�ttelten sich ein wenig, als erwachten sie. �Wir werden uns sp�ter dar�ber unterhalten�, sagte sie. Keiner von ihnen sagte ein Wort. �Sp�ter.� Sie ging in Richtung Wagenbr�cke. Es sah mehr wie ein Gleiten aus als ein Gehen. Ihr Umhang breitete sich nach beiden Seiten aus wie Fl�gel.</p><p>Als sie ging, verlie� ein hochgewachsener Mann, den Rand vorher gar nicht bemerkt hatte, den Schatten der Schenke und folgte ihr, die eine Hand am langen Knauf seines Schwertes. Seine Kleidung war von einer dunklen graugr�nen Farbe, die vor Bl�ttern oder im Schatten fast verschwand, und sein Umhang wirbelte durch Schattierungen von Grau und Gr�n und Braun, wie er so im Wind flatterte. Je nach dem Hintergrund war dieser Umhang manchmal beinahe unsichtbar. Er trug das Haar lang. An den Schl�fen zeigte sich Grau. Das Haar wurde von einem schmalen Lederband zur�ckgehalten. Das Gesicht schien aus kantigem Fels gehauen, wettergegerbt, doch faltenlos und nicht vom Alter gezeichnet, bis auf das Grau in den Haaren. Seine Bewegungen erinnerten Rand an einen Wolf.</p><p>Als er an ihnen vorbeiging, streifte sein Blick kurz die drei jungen M�nner. Seine Augen waren so kalt und blau wie der Mittwinterhimmel. Es schien, als w�ge er sie in seinem Geist ab, doch es gab kein Anzeichen daf�r, was ihm die Waage angezeigt hatte. Er beschleunigte seine Schritte, bis er Moiraine eingeholt hatte. Dann ging er langsam an ihrer Seite weiter und beugte sich nieder, um mit ihr zu sprechen. Rand stie� die Luft aus und merkte erst jetzt, da� er sie angehalten hatte.</p><p>�Das war Lan�, sagte Ewin mit kehliger Stimme, als habe auch er die Luft angehalten. Das war aber auch ein Blick gewesen, bei dem einem der Atem stocken konnte. �Ich wette, er ist ein Beh�ter.�</p><p>�Sei kein Narr!� Mat lachte, doch das Lachen klang zittrig. �Beh�ter gibt es nur in Geschichten. Und auf jeden Fall haben sie Schwerter und gold�berzogene R�stungen mit Edelsteinen dran, und sie bleiben immer oben im Norden, in der Gro�en F�ule, und k�mpfen gegen das B�se und gegen Trollocs und so was.�</p><p>�Er <emphasis>k�nnte</emphasis> ein Beh�ter sein.� Ewin bestand darauf. �Hast du bei ihm irgendwo Gold und Edelsteine gesehen?� schalt Mat. �Haben wir hier bei den Zwei Fl�ssen etwa Trollocs? Wir haben Schafe. Ich frage mich wirklich, was hier jemals geschehen sein kann, da� jemand wie sie sich daf�r interessiert.�</p><p>�Es k�nnte schon sein�, antwortete Rand langsam. �Man sagt, die Schenke stehe hier schon seit tausend Jahren oder mehr.�</p><p>�Tausend Schafsjahre vielleicht�, meinte Mat.</p><p>�Ein silberner Pfennig!� platzte Ewin heraus. �Sie hat mir einen ganzen Silberpfennig gegeben! Stellt euch vor, was ich daf�r kaufen kann, wenn der H�ndler kommt.�</p><p>Rand �ffnete die Faust, um die M�nze anzusehen, die sie ihm gegeben hatte, und beinahe h�tte er sie vor �berraschung fallen gelassen. Zwar war ihm die dicke Silberm�nze mit dem aufgepr�gten Bild einer Frau, die in der erhobenen Hand eine Flamme hielt, nicht gel�ufig, aber er hatte Bran �fter beobachtet, wenn er die M�nzen der Kaufleute aus einem Dutzend verschiedener L�nder abgewogen hatte, und er kannte ihren ungef�hren Wert. Soviel Silber reichte, um �berall im Gebiet der Zwei Fl�sse ein gutes Pferd zu erwerben, und es bliebe sicher noch etwas �brig.</p><p>Er sah Mat an und erkannte auf seinem Gesicht den gleichen verbl�fften Ausdruck, den auch seine Miene zeigen mu�te. Er hielt die Hand schr�g, so da� Mat die M�nze sehen konnte, Ewin aber nicht, und zog fragend die Augenbrauen hoch. Mat nickte, und eine Minute lang blickten sich beide staunend an.</p><p>�Welche Art von Diensten wird sie uns wohl auftragen?� fragte Rand schlie�lich.</p><p>�Ich wei� nicht�, sagte Mat mit fester Stimme, �und es interessiert mich nicht. Ich werde die M�nze nicht ausgeben. Auch dann nicht, wenn der H�ndler kommt.� Damit steckte er das Geldst�ck in die Manteltasche.</p><p>Rand nickte und tat es ihm mit langsamen Bewegungen gleich. Er war sich nicht �ber den Grund im klaren, aber was Mat gesagt hatte, schien richtig. Die M�nze sollte nicht ausgegeben werden. Nicht, wenn sie von ihr stammte. Er konnte sich nicht denken, wof�r Silber sonst noch gut sein sollte, doch...</p><p>�Denkt ihr, da� ich meine auch aufheben sollte?� Qu�lende Unentschlossenheit pr�gte Ewins Gesichtsausdruck.</p><p>�Nicht, wenn du nicht willst�, sagte Mat.</p><p>�Ich glaube, sie gab sie dir zum Ausgeben�, sagte Rand.</p><p>Ewin blickte seine M�nze an, sch�ttelte den Kopf und stopfte den Silberpfennig in die Tasche. �Ich behalte sie�, sagte er bedauernd.</p><p>�Es gibt ja auch noch den Gaukler�, sagte Rand, und die Miene des Jungen hellte sich auf.</p><p>�Wenn er jemals aufsteht�, f�gte Mat hinzu.</p><p>�Rand�, fragte Ewin, �ist <emphasis>wirklich</emphasis> ein Gaukler da?�</p><p>�Du wirst schon sehen�, antwortete Rand lachend. Es war klar, da� Ewin es nicht glauben w�rde, bis er den Gaukler mit eigenen Augen sah. �Fr�her oder sp�ter mu� er ja wohl runterkommen.�</p><p>Rufe waren von jenseits der Wagenbr�cke zu h�ren. Als Rand sah, was los war, lachte er vor Freude. Eine durcheinanderwirbelnde Menge von Dorfbewohnern, vom grauhaarigen Opa bis zu watschelnden Kleinkindern, begleitete einen hohen Planwagen zur Br�cke, einen riesigen Wagen, der von acht Pferden gezogen wurde. Au�en an der halbrund �bergezogenen Plane hingen B�ndel von Waren wie Trauben an einem Strunk. Der H�ndler war endlich da. Fremde und ein Gaukler, Feuerwerk und ein fahrender H�ndler. Es w�rde das beste Bel Tine aller Zeiten werden.</p></section><section><title><p>3</p><p>Der fahrende H�ndler</p></title><p>Zusammengebunden aufgeh�ngte T�pfe klapperten, als der Wagen des fahrenden H�ndlers �ber die schweren Balken der Wagenbr�cke rumpelte. Er wurde immer noch von einer gro�en Schar Dorfbewohner und Bauern umgeben, die zum Fest gekommen waren. Der H�ndler brachte seine Pferde vor der Schenke zum Stehen.</p><p>Aus jeder Richtung str�mte weiteres Volk herbei und vergr��erte die Zahl derer, die den Wagen umstanden. Dessen R�der waren h�her als die Menschen, die den H�ndler auf dem Bock des Wagens �ber ihnen nicht aus den Augen lie�en.</p><p>Der Mann auf dem Wagen war Padan Fain, ein blasser d�nner Bursche mit langen d�nnen Armen und einer gro�m�chtigen Adlernase. Fain, der immer l�chelte oder lachte, als wisse er einen Witz, den keiner sonst kannte, war mit seinem Wagen und diesem Gespann jeden Fr�hling in Emondsfeld eingezogen, solange sich Rand zur�ckerinnern konnte. Gerade als das Gespann mit rasselndem Geschirr zum Stehen kam, flog die T�r der Schenke auf, und der Gemeinderat erschien, von Meister al'Vere und Tam angef�hrt. Sie alle marschierten zielbewu�t heraus, selbst Cenn Buie. Um sie herum riefen die anderen aufgeregt nach Nadeln und Spitzen und B�chern und tausend anderen Dingen, die sie brauchten oder zu brauchen glaubten. Z�gernd machte die Menge Platz f�r den Gemeinderat. Als er vorn angelangt war, schlossen sich dahinter die Reihen wieder dicht, und das Geschrei nach den Diensten des H�ndlers schwoll an. Vor allem verlangten die Dorfbewohner nach Neuigkeiten von drau�en.</p><p>In den Augen der Dorfbewohner machten Nadeln und Tee und dergleichen nicht mehr als die H�lfte dessen aus, was der H�ndler in seinem Wagen mitf�hrte. Genauso wichtig waren die Neuigkeiten von drau�en, Neuigkeiten aus der Welt jenseits der Zwei Fl�sse. Einige H�ndler erz�hlten einfach, was sie wu�ten, warfen es den Dorfbewohnern hin wie einen Haufen Abfall, von dem sie nicht bel�stigt werden wollten. Anderen mu�te man jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen. Sie redeten widerwillig und ungeschickt. Fain dagegen sprach frei, wenn er die Dorfbewohner auch �fter neckte, und dehnte das Ganze aus, machte es zu einer Vorstellung wie einen Gauklerauftritt. Er geno� es, im Mittelpunkt zu stehen, herumzustolzieren wie ein zu klein geratener Hahn, wenn alle Augen auf ihm ruhten. Rand fragte sich, ob es Fain �berhaupt passen mochte, da� er nun einen richtigen Gaukler in Emondsfeld vorfand.</p><p>Der H�ndler schenkte dem Gemeinderat und den Dorfbewohnern genau die gleiche Beachtung, w�hrend er umst�ndlich die Z�gel zusammenband � n�mlich gar keine Beachtung. Er nickte so nebenher, aber das galt niemand Bestimmtem. Er l�chelte stumm und winkte abwesend einigen Leuten zu, mit denen er befreundet war, obwohl er trotz aller Freundschaft immer einen gewissen Abstand hielt. Man klopfte sich gegenseitig auf die Schulter, ohne sich dabei n�herzukommen. Die Aufforderungen, endlich zu erz�hlen, wurden lauter, doch Fain wartete und besch�ftigte sich mit irgendwelchen Kleinigkeiten oben auf dem Bock, damit die Menschenmenge und die Erwartungen so gro� wurden, wie er das wollte. Nur der Gemeinderat blieb stumm. Die Herren zeigten jene W�rde, die man von ihrer Stellung erwartete, aber den anschwellenden Wolken von Pfeifenrauch �ber ihren K�pfen war anzumerken, wie schwer es ihnen fiel.</p><p>Rand und Mat schoben sich in die Menge, um dem Wagen so nahe wie m�glich zu kommen. Rand h�tte ja auf halbem Weg Halt gemacht, doch Mat wand sich durch das Gedr�nge und zog Rand hinter sich her, bis sie genau hinter dem Gemeinderat standen. �Ich hatte schon geglaubt, du wolltest das Fest auf dem Hof verbringen!�, rief Perrin Aybara Rand �ber den L�rm hinweg zu. Er war einen halben Kopf kleiner als Rand, aber der lockenk�pfige Schmiedlehrling war so st�mmig, da� er wie eineinhalb M�nner wirkte. Seine Arme und Schultern waren so stark, da� sie schon denen von Meister Luhhan selbst gleichkamen. Er h�tte sich mit Leichtigkeit durch die Menge dr�ngen k�nnen, aber das war nicht seine Art. Er schob sich r�cksichtsvoll hindurch und entschuldigte sich bei Leuten, die sowieso ihre Aufmerksamkeit ausschlie�lich auf den H�ndler konzentriert hatten und ihn kaum bemerkten. Trotzdem entschuldigte er sich und bem�hte sich, niemanden anzusto�en, als er sich auf Rand und Mat zubewegte. �Stellt Euch vor�, sagte er, als er sie schlie�lich erreicht hatte, �Bel Tine und ein H�ndler, beides gleichzeitig. Ich wette, es gibt wirklich ein Feuerwerk.�</p><p>�Du kennst nicht mal ein Viertel von den Neuigkeiten, die hier alle geschehen.� Mat lachte.</p><p>Perrin be�ugte ihn mi�trauisch und blickte Rand dann fragend an.</p><p>�Es stimmt!� rief Rand. Dann zeigte er auf die weiter anwachsende Menschenmenge, die durcheinanderschrie. �Sp�ter. Ich erkl�re es dir sp�ter. Sp�ter habe ich gesagt!�</p><p>In diesem Augenblick stellte sich Padan Fain auf den Fahrersitz, und es wurde sofort leise in der Menge. Rands letzte Worte explodierten f�rmlich in die pl�tzliche Stille hinein. Der H�ndler hatte gerade mit einer dramatischen Geste den Arm erhoben und den Mund ge�ffnet. Alles drehte sich um und starrte Rand an. Der kleine knochige Mann auf dem Wagen, der erwartet hatte, da� jeder gespannt seinen ersten Worten lauschen werde, sah Rand scharf und durchdringend an.</p><p>Rand err�tete und w�nschte sich, er w�re so klein wie Ewin, damit er sich nicht so von der Menge abhob. Auch seine Freunde traten unbehaglich von einem Fu� auf den anderen. Es war erst im letzten Jahr geschehen, da� Fain endlich von ihnen Notiz genommen und sie als M�nner anerkannt hatte. Fain hatte normalerweise nicht viel Zeit f�r junge Leute, die kaum Waren aus seinem Wagen kaufen konnten. Rand hoffte, da� er in den Augen des H�ndlers nun nicht wieder als Kind eingestuft wurde.</p><p>Mit einem lauten R�uspern zupfte Fain an seinem schweren Mantel. �Nein, nicht <emphasis>sp�ter�,</emphasis> deklamierte er und warf eine Hand in grandioser Geste nach oben. �Ich werde euch <emphasis>jetzt</emphasis> berichten.� Beim Sprechen gestikulierte er breit und warf seine Worte �ber die Menge hinweg. �Ihr glaubt, ihr habt Schwierigkeiten gehabt hier im Gebiet der Zwei Fl�sse, nicht wahr? Nun, die ganze Welt hat Probleme, von der Gro�en F�ule nach S�den bis zum Meer der St�rme, vom Aryth-Meer im Westen bis zur Aiel-W�ste im Osten. Und sogar dar�ber hinaus. Der Winter war h�rter, als man ihn je erlebt hat, kalt genug, um euch das Blut gefrieren zu lassen und euch die Knochen zu brechen? Ahhh! Der Winter war �berall hart und kalt. In den Grenzlanden w�rden sie euren Winter einen Fr�hling nennen. Doch der Fr�hling kommt nicht, sagt ihr? W�lfe haben eure Schafe gerissen? Vielleicht haben die W�lfe auch Menschen angegriffen? Ist es so? Tja, nun, der Fr�hling ist �berall zu sp�t dran. �berall gibt es W�lfe, die nach jedem St�ck Fleisch gieren, in das sie ihre Z�hne schlagen k�nnen, seien es Schafe oder K�he oder Menschen. Aber es gibt Schlimmeres als W�lfe oder den Winter. Es gibt Leute, die w�ren froh, wenn sie nur eure kleinen Sorgen h�tten.� Er unterbrach seinen Redeschwall erwartungsvoll.</p><p>�Was k�nnte denn schlimmer sein als W�lfe, die Schafe und Menschen t�ten?� wollte Cenn Buie wissen. Andere murmelten beif�llig.</p><p>�Menschen, die Menschen t�ten.� Die Antwort des H�ndlers, in bedeutungsvollem Tonfall gesprochen, wurde von der Menge mit erschrockenem Gemurmel quittiert, das noch zunahm, als er weitersprach. �Ich meine damit Krieg. In Ghealdan herrscht Krieg, Krieg und Wahnsinn. Der Schnee im Wald von Dhallin ist rot vom Blut get�teter M�nner. Die Luft ist erf�llt von Raben und ihrem Geschrei. Heere marschieren nach Ghealdan. V�lker, m�chtige K�nigsh�user und gro�e M�nner schicken ihre Soldaten in den Kampf.�</p><p>�Krieg?� Meister al'Veres Mund formte das ungewohnte Wort nur ungeschickt. Niemand im Gebiet der Zwei Fl�sse hatte je mit einem Krieg zu tun gehabt. �Warum herrscht dort Krieg?�</p><p>Fain grinste, und Rand hatte das Gef�hl, da� er sich �ber die Abgeschiedenheit der Dorfbewohner und ihre Unwissenheit lustig machte. Der H�ndler beugte sich vor, als teile er dem B�rgermeister ein Geheimnis mit, doch sein Fl�stern sollte weithin h�rbar sein und war es auch. �Die Flagge des Drachen wurde gehi�t, und M�nner str�men herbei, um sie zu bek�mpfen. Und zu unterst�tzen.�</p><p>Alle schnappten gleichzeitig entsetzt nach Luft, und Rand erschauerte gegen seinen Willen.</p><p>�Der Drache!� st�hnte jemand. �Der Dunkle K�nig ist in Ghealdan!�</p><p>�Nicht der Dunkle K�nig�, grollte Haral Luhhan. �Der Drache ist nicht der Dunkle K�nig. Und es ist au�erdem ein falscher Drache.�</p><p>�La� uns anh�ren, was Meister Fain noch zu sagen hat�, sagte der B�rgermeister, aber niemand lie� sich so einfach beruhigen. Von allen Seiten riefen die Leute. M�nner und Frauen �berschrien sich gegenseitig.</p><p>�Genauso schlimm wie der Dunkle K�nig!�</p><p>�Der Drache hat die Welt zerst�rt, oder nicht?�</p><p>�Er hat damit angefangen! Er hat die Zeit des Wahns verursacht!�</p><p>�Ihr kennt die Prophezeiung! Wenn der Drache wiedergeboren wird, werden euch eure schlimmsten Alptr�ume wie die sch�nsten Tr�ume vorkommen!�</p><p>�Er ist blo� wieder ein falscher Drache. Das kann nicht anders sein!�</p><p>�Was macht das schon f�r einen Unterschied? Erinnert euch an den letzten falschen Drachen. Auch er begann einen Krieg. Tausende starben damals, oder nicht, Fain? Er belagerte Illian.�</p><p>�Das sind b�se Zeiten! Zwanzig Jahre lang hat niemand behauptet, der Wiedergeborene Drache zu sein, und nun gleich drei innerhalb der letzten f�nf Jahre. B�se Zeiten! Denkt nur an das Wetter!�</p><p>Rand tauschte Blicke mit Mat und Perrin. Mats Augen gl�nzten vor Erregung, doch Perrin machte eine sorgenvolle Miene. Rand konnte sich an jede der Geschichten erinnern, die von den M�nnern berichtet hatten, die sich selbst als den Wiedergeborenen Drachen bezeichneten. Auch wenn sie sich alle als falsche Drachen erwiesen hatten, indem sie starben, ohne eine der Prophezeiungen zu erf�llen, so hatten sie doch genug Unheil gestiftet. Ganze Nationen wurden vom Krieg zerrissen, St�dte und D�rfer niedergebrannt. Die Toten fielen wie Bl�tter im Herbstwind, und Fl�chtlinge verstopften die Stra�en wie Schafe in einem Pferch. So hatten es die fahrenden H�ndler erz�hlt, und die Kaufleute und niemand von den Zwei Fl�ssen, der seine f�nf Sinne beisammen hatte, zweifelte daran. Die Welt werde untergehen, sagten einige, wenn der wirkliche Drache wiedergeboren w�rde.</p><p>�Schlu� damit!� schrie der B�rgermeister. �Seid ruhig! La�t Euch nicht von eurer eigenen Einbildung �bermannen! La�t Meister Fain von diesem falschen Drachen erz�hlen!� Die Leute begannen sich zu beruhigen, doch Cenn Buie weigerte sich zu schweigen.</p><p>�Ist es wirklich ein falscher Drache?� fragte der Dachdecker m�rrisch.</p><p>Meister al'Vere blinzelte �berrascht und fauchte ihn an: �Sei kein alter Narr, Cenn!� Aber Cenn hatte die Menge wieder angeheizt.</p><p>�Er kann doch nicht der Wiedergeborene Drache sein! Das Licht helfe uns � er kann es doch nicht sein!�</p><p>�Du alter Narr, Buie! Du <emphasis>willst</emphasis> das Pech herausfordern, nicht wahr?�</p><p>�N�chstens nennt er noch den Dunklen K�nig beim Namen! Du bist vom Drachen besessen, Cenn Buie! Versuchst uns alle ins Ungl�ck zu st�rzen!�</p><p>Cenn sah sich trotzig um, versuchte, die Ankl�ger mit einem Blick zum Schweigen zu bringen, und erhob die Stimme. �Ich habe nicht geh�rt, wie Fain sagte, dies sei ein falscher Drache. Habt ihr das gesagt? Gebraucht eure Augen! Wo ist die Saat, die jetzt kniehoch oder h�her sein sollte? Warum ist es immer noch Winter, wenn der Fr�hling schon vor einem Monat eingekehrt sein sollte?� Es gab b�se Zurufe, Cenn solle den Mund halten. �Ich werde nicht schweigen! Mir gef�llt es auch nicht, so zu reden, aber ich stecke meinen Kopf nicht unter einen Korb, bis ein Mann aus Taren-F�hre kommt und mir den Hals abschneidet. Und ich lasse mich nicht von Fain an der Nase herumf�hren. Sagt es uns jetzt, H�ndler. Was habt Ihr geh�rt? Eh? Ist dieser Mann ein falscher Drache?�</p><p>Falls Fain durch die Neuigkeiten, die er gebracht, oder durch den Aufruhr, den er verursacht hatte, beunruhigt war, zeigte er es jedenfalls nicht. Er zuckte nur die Achseln und legte einen knochigen Finger an die Nase. �Was das betrifft � wer wei� schon, wann es zu Ende und vorbei ist?� Er schwieg und zeigte sein geheimnisschwangeres L�cheln, w�hrend er die Augen �ber die Menge schweifen lie�. Er schien ihre Reaktionen zu beobachten und fand das offensichtlich lustig. �Ich wei߫, sagte er betont l�ssig, �da� er die Eine Macht anwenden kann. Die anderen konnten das nicht. Doch er kann sie lenken. Der Boden �ffnet sich unter den F��en seiner Feinde, und dicke Mauern zerbrechen bei seinem Schrei. Der Blitz kommt, wenn er ihn ruft, und schl�gt dort ein, wo er hinzeigt. Das habe ich geh�rt, und zwar von M�nnern, denen ich glaube.�</p><p>Gel�hmtes Schweigen breitete sich aus. Rand sah seine Freunde an. Perrin schien Dinge zu sehen, die ihm nicht gefielen, aber Mat wirkte immer noch aufgeregt.</p><p>Tam, dessen Gesicht fast genauso ruhig wirkte wie sonst, zog den B�rgermeister zu sich heran, aber bevor er sprechen konnte, platzte Ewin Finngar heraus.</p><p>�Er wird wahnsinnig werden und sterben! In den Geschichten werden die M�nner, die die Eine Macht lenken, immer wahnsinnig, und dann siechen sie dahin und sterben. Nur Frauen k�nnen sie benutzen. Wei� er das nicht?� Er duckte sich, um einer Kopfnu� von Meister Buie zu entgehen.</p><p>�Wir haben genug von dir geh�rt, Junge.� Cenn sch�ttelte eine knorrige Faust vor Ewins Gesicht. �Zeig den n�tigen Respekt und �berla� das den �lteren. Hau ab!�</p><p>�Beherrsch dich, Cenn!� grollte Tam. �Der Junge ist blo� neugierig. Es ist nicht n�tig, da� du dich wie ein Narr benimmst.�</p><p>�Benimm dich deinem Alter entsprechend�, f�gte Bran hinzu. �Und denk wenigstens einmal daran, da� du ein Mitglied des Gemeinderats bist.�</p><p>Cenns runzliges Gesicht f�rbte sich bei jedem Wort Tams und des B�rgermeisters dunkler, bis es beinahe lila aussah. �Ihr wi�t, von welcher Art Frauen er spricht. Guck mich nicht so b�se an, Luhhan und auch du, Crawe. Dies ist ein anst�ndiges Dorf mit anst�ndigen Leuten, und es ist schon schlimm genug, wenn Fain hier ist und von falschen Drachen erz�hlt, die die Eine Macht benutzen, ohne da� solch ein n�rrischer Junge auch noch die Aes Sedai ins Spiel bringt. Es gibt Dinge, �ber die man nicht reden sollte, und mir ist es gleich, ob ihr diesen dummen H�ndler alles erz�hlen la�t, was er will. Es ist einfach nicht richtig und anst�ndig.�</p><p>�Ich habe niemals etwas gesehen oder geh�rt oder gerochen, �ber das man nicht auch sprechen konnte�, sagte Tam, aber Fain gab nun keine Ruhe.</p><p>�Die Aes Sedai stecken schon in der Sache drin�, sagte der H�ndler. �Eine Gruppe von ihnen ist von Tar Valon aus nach S�den geritten. Da er die Macht anwenden kann, k�nnen nur die Aes Sedai ihn besiegen, auch wenn die anderen noch so viele Schlachten gegen ihn schlagen oder ihn gefangenhalten, wenn er besiegt ist. Falls er besiegt wird.�</p><p>Irgend jemand in der Menge st�hnte laut auf, und sogar Tam und Bran tauschten unsichere Blicke. Die Dorfbewohner standen in Gruppen beieinander, und mancher zog den Umhang enger um sich, obwohl der Wind etwas nachgelassen hatte.</p><p>�Nat�rlich wird er besiegt!� rief jemand.</p><p>�Sie werden zum Schlu� doch immer geschlagen, die falschen Drachen.�</p><p>�Er mu� einfach besiegt werden, nicht wahr?�</p><p>�Und wenn es nicht gelingt?�</p><p>Tam hatte es endlich fertiggebracht, dem B�rgermeister etwas ins Ohr zu fl�stern, und Bran, der von Zeit zu Zeit nickte und das Gebrabbel um ihn herum nicht beachtete, wartete, bis Tam fertig war, erhob dann die Stimme.</p><p>�H�rt mal alle zu! Seid still und h�rt zu!� Das Geschrei wurde wieder zu einem Gemurmel. �Das sind alles nicht nur einfach Neuigkeiten von drau�en. Der Gemeinderat mu� dar�ber sprechen. Meister Fain, leistet uns doch in der Schenke Gesellschaft! Wir wollen Euch einiges fragen.�</p><p>�Ich h�tte nichts gegen einen ordentlichen Krug Gl�hwein einzuwenden�, antwortete der H�ndler schmunzelnd. Er sprang vom Wagen, wischte sich die H�nde am Mantel ab und r�ckte fr�hlich seinen Umhang zurecht. �K�mmert sich jemand bitte um meine Pferde?�</p><p>�Ich will h�ren, was er zu sagen hat!� Mehr als eine Stimme erhob sich protestierend.</p><p>�Ihr k�nnt ihn nicht einfach mitnehmen! Meine Frau hat mich geschickt, damit ich Stecknadeln kaufe!� Das war Wit Congar. Er zog die Schultern hoch, als wolle er die Blicke einiger anderer abwehren, hielt aber seine Stellung.</p><p>�Wir haben auch ein Recht, Fragen zu stellen!� schrie jemand weit hinten aus der Menge. �Ich... �</p><p>�Ruhe!� br�llte der B�rgermeister und rief damit ein �berraschtes Schweigen hervor. �Wenn der Gemeinderat seine Fragen gestellt hat, wird Meister Fain zur�ckkommen und Euch alle Neuigkeiten mitteilen. Und seine T�pfe und Stecknadeln verkaufen. Hu! Tad! Versorgt Meister Fains Pferde!�</p><p>Tam und Bran stellten sich jeder an eine Seite des H�ndlers, der Rest des Gemeinderats schlo� sich an, und die ganze Gruppe eilte in die Weinquellen-Schenke. Sie knallten die T�r vor den Nasen derjenigen zu, die sich hinter ihnen hineindr�ngen wollten. Als sie an die T�r pochten, schrie lediglich der B�rgermeister: �Geht heim!�</p><p>Viele Leute dr�ckten sich noch vor der Schenke herum, sprachen leise �ber den Bericht des H�ndlers und was er bedeutete und welche Fragen der Gemeinderat wohl stellte und warum man ihnen gestatten sollte, daran teilzunehmen und zuzuh�ren und eigene Fragen zu stellen. Einige schauten durch die Vorderfenster der Schenke, und ein paar fragten sogar Hu und Tad aus, obwohl es ziemlich unklar blieb, was die beiden wohl wissen sollten. Die beiden kr�ftigen Stallburschen gaben nur ein Grunzen zur Antwort und nahmen den Pferden vorschriftsm��ig das Geschirr ab. Eins nach dem anderen f�hrten sie Fains Pferde weg, und als das letzte fort war, kehrten auch sie nicht wieder.</p><p>Rand beachtete die Menge nicht. Er setzte sich auf die Steine der alten Grundmauern, zog den Umhang enger zusammen und starrte die T�r der Schenke an. Ghealdan.</p><p>Tar Valon. Die Namen allein klangen fremdartig und erregend. Das waren Orte, die er nur aus Berichten der H�ndler und Erz�hlungen der Leibw�chter von Kaufleuten kannte. Aes Sedai und Kriege und falsche Drachen: Das klang nach den Geschichten, die man sich sp�t in der Nacht vor dem Kamin erz�hlte, wenn die Kerze eigenartige Schatten an die Wand warf und der Wind vor den Fensterl�den heulte. Alles in allem dachte er sich, w�ren ihm aber Schneest�rme und W�lfe lieber. Und doch mu�te es dort drau�en ganz anders sein, jenseits der Zwei Fl�sse, als lebe man mitten in der Erz�hlung eines Gauklers. Ein Abenteuer. Ein langes Abenteuer. Ein ganzes Leben lang.</p><p>Langsam zerstreuten sich die Dorfbewohner, immer noch murrend und kopfsch�ttelnd. Wit Congar blieb stehen und blickte in den nun verlassenen Wagen, als k�nne er darin einen weiteren versteckten H�ndler finden. Schlie�lich waren nur noch ein paar der j�ngeren Leute da. Mat und Perrin schlenderten zu Rand her�ber.</p><p>�Ich wei� nicht, wie der Gaukler das noch �berbieten will�, sagte Mat aufgeregt. �Ich frage mich, ob wir wohl diesen falschen Drachen zu Gesicht bekommen.�</p><p>Perrin sch�ttelte den zerzausten Kopf. �Ich will ihn nicht sehen. Vielleicht irgendwo anders, aber nicht bei den Zwei Fl�ssen. Nicht, wenn das gleichzeitig Krieg bedeutet.�</p><p>�Und auch nicht, wenn dann Aes Sedai hierherkommen�, f�gte Rand hinzu. �Oder habt ihr vergessen, wer die Zerst�rung der Welt verursacht hat? Der Drache hat damit vielleicht angefangen, aber es waren die Aes Sedai, die die Welt wirklich zerst�rt haben.�</p><p>�Ich habe die Geschichte einmal geh�rt�, sagte Mat langsam, �und zwar vom Leibw�chter eines Wollaufk�ufers. Er sagte, der Drache werde in der Stunde der gr��ten Not f�r die Menschheit wiedergeboren und uns alle retten.�</p><p>�Dann war er ein Narr, falls er das glaubte�, sagte Perrin bestimmt. �Und du warst ein Narr, auf ihn zu h�ren.� Er klang nicht b�se � es dauerte lange, ihn w�tend zu machen. Aber manchmal hatte er die Nase voll von Mats bl�hender Phantasie, und das klang jetzt ein wenig in seiner Stimme mit. �Wahrscheinlich hat er auch noch behauptet, anschlie�end w�rden wir in einem neuen Zeitalter der Legenden leben.�</p><p>�Ich habe nicht gesagt, da� ich es glaube�, protestierte Mat. �Ich habe es nur geh�rt. Nynaeve auch, und ich dachte, sie w�rde mir und dem Leibw�chter die Haut bei lebendigem Leib abziehen. Er sagte � der W�chter nat�rlich -, da� viele Leute daran glauben, nur f�rchten sie sich, es auszusprechen. Sie haben Angst vor den Aes Sedai oder den Kindern des Lichts. Nachdem Nynaeve so dazwischenfuhr, sagte er nichts mehr. Sie hat es dem Kaufmann erz�hlt, und der sagte, der W�chter habe ihn das letzte Mal auf einer Reise begleitet.�</p><p>�Das war auch gut so�, sagte Perrin. �Der Drache soll uns retten? H�rt sich wie Coplin-Geschw�tz an.�</p><p>�Wie gro� m��te unsere Not wohl sein, da� wir den Drachen um Hilfe riefen?� �berlegte Rand. �Da k�nnen wir genausogut den Dunklen K�nig um Unterst�tzung bitten.�</p><p>�Er hat es nicht gesagt�, erwiderte Mat unsicher. �Und er hat auch nichts von einem neuen Zeitalter der Legenden erw�hnt. Er sagte, die Welt werde durch die Ankunft des Drachen zerrissen.�</p><p>�Das w�rde uns retten�, sagte Perrin trocken. �Eine neue Zerst�rung der Welt.�</p><p>�Mach mich nicht verantwortlich�, grollte Mat. �Ich habe nur wiedergegeben, was der W�chter sagte.�</p><p>Perrin sch�ttelte den Kopf. �Ich hoffe nur; die Aes Sedai und dieser Drache, ob falsch oder nicht, bleiben, wo sie sind. Vielleicht werden dann die Zwei Fl�sse verschont bleiben.�</p><p>�Glaubst du, sie sind in Wirklichkeit Schattenfreunde?� Mat runzelte gedankenverloren die Stirn. �Wer?� fragte Rand. �Aes Sedai.�</p><p>Rand sah Perrin an, der mit den Achseln zuckte. �Die Geschichten...�, begann er bed�chtig, doch Mat schnitt ihm das Wort ab.</p><p>�Nicht alle Geschichten behaupten, da� sie dem Dunklen K�nig dienen, Rand.�</p><p>�Beim Licht, Mat�, sagte Rand. �Sie verursachten die Zerst�rung der Welt. Was brauchst du denn noch?�</p><p>�Na, vielleicht.� Mat seufzte, grinste aber im n�chsten Augenblick schon wieder. �Der alte Bili Congar sagt, es g�be sie gar nicht. Aes Sedai. Schattenfreunde. Er sagt, das seien nur Geschichten. Er sagt, da� er auch nicht an den Dunklen K�nig glaubt.�</p><p>Perrin schnaubte. �Coplin-Geschw�tz von einem Congar! Was kannst du sonst erwarten?�</p><p>�Der alte Bili hat den Dunklen K�nig genannt. Ich wette, das hast du nicht gewu�t.�</p><p>�Licht!� kam ein Sto�seufzer von Rand.</p><p>Mats Grinsen wurde breiter. �Das war letztes Fr�hjahr, gerade bevor seine Felder vom Schnittwurm befallen wurden, die der anderen aber nicht. Gerade bevor alle in seinem Haus Gelbaugenfieber bekamen. Ich habe geh�rt, wie er es gesagt hat. Er sagt immer noch, er glaube nicht dran, aber immer wenn ich ihm sage, er solle doch den Dunklen K�nig beim Namen nennen, wirft er irgendwas nach mir.�</p><p>�Und du bist dumm genug, um so was zu sagen, wie, Matrim Cauthon?� Nynaeve al'Meara trat in ihre Mitte, den dunklen Zopf �ber die Schulter geh�ngt und vor Wut kochend. Rand rappelte sich auf. Sie war schlank und ging Mat kaum bis zur Schulter, doch in diesem Moment erschien ihnen die Seherin gr��er als sie alle, und es spielte keine Rolle, da� sie jung und h�bsch war. �Ich habe Bili Congar damals gleich so eingesch�tzt, aber ich dachte, du h�ttest mehr Verstand und w�rdest nicht noch versuchen, ihn aufzustacheln. Du bist vielleicht alt genug, um zu heiraten, Matrim Cauthon, aber in Wirklichkeit solltest du noch an Mutters Sch�rzenzipfel h�ngen! Als n�chstes wirst du wohl auch noch selbst den Dunklen K�nig nennen.�</p><p>�Nein, Seherin�, protestierte Mat. Er sah aus, als w�nsche er sich, irgendwo weit weg zu sein. �Es war doch der alte Bi... Ich meine, Meister Congar und nicht ich! Blut und Asche, ich... �</p><p>�H�te deine Zunge, Matrim!�</p><p>Rand richtete sich unwillk�rlich steif auf, obwohl ihr zorniger Blick gar nicht ihm galt. Perrin sah genauso zerknirscht aus. Sp�ter w�rde sich der eine oder andere von ihnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dar�ber beklagen, da� sie von einer Frau heruntergeputzt worden waren, die nicht viel �lter als sie selbst war � das geschah jedesmal, wenn Nynaeve geschimpft hatte, allerdings au�erhalb ihrer H�rweite -, doch von Angesicht zu Angesicht schien der Altersunterschied pl�tzlich gro� genug. Besonders, wenn sie richtig w�tend war. Der Stock in ihrer Hand hatte ein dickes Ende und lief auf der anderen Seite in eine d�nne Rute aus, und man mu�te bei ihr damit rechnen, da� sie jedem damit eins �berzog, der sich in ihren Augen wie ein Narr benahm � auf den Kopf oder die H�nde oder Beine -gleich, wie alt sie waren und welche Stellung sie im Dorf innehatten.</p><p>Rand hatte seine Aufmerksamkeit auf die Seherin konzentriert und so war es ihm entgangen, da� sie nicht allein war. Als er seinen Fehler bemerkte, wollte er fortrennen, gleichg�ltig, was Nynaeve sp�ter sagen oder tun w�rde.</p><p>Egwene stand ein paar Schritte hinter der Seherin und beobachtete alles aufmerksam. Sie war genauso gro� wie Nynaeve und hatte denselben dunklen Teint. In diesem Augenblick schien sie Nynaeves Stimmung widerzuspiegeln, die Arme unter den Br�sten verschr�nkt, den Mund mi�billigend verzogen. Die Kapuze ihres weichen grauen Umhangs warf einen Schatten �ber ihr Gesicht, und in ihren gro�en braunen Augen fand sich keine Spur von Lachen.</p><p>Es w�re ja nur angemessen, dachte er, da� die zwei Jahre, die er �lter war als sie, ihm einen Vorteil verschafften, aber das war nicht der Fall. Er war sowieso nie sehr wortgewandt, wenn er sich mit einem M�dchen aus dem Dorf unterhielt (im Gegensatz zu Perrin), aber wenn ihn Egwene eindringlich ansah, die Augen so gro�, als konzentriere sie jeden Funken Aufmerksamkeit auf ihn, dann stolperte er �ber jedes Wort. Vielleicht konnte er sich verdr�cken, wenn Nynaeve ausgeredet hatte. Und doch wu�te er, da� er nicht gehen w�rde; er verstand nur nicht, warum.</p><p>�Wenn du damit fertig bist, mich wie ein Mondkalb anzustarren, Rand al'Thor�, sagte Nynaeve, �kannst du mir vielleicht erkl�ren, warum ihr �ber etwas gesprochen habt, wovon selbst ihr drei gro�en Jungstiere die Finger lassen solltet. Das h�tte euch euer Verstand sagen m�ssen.�</p><p>Rand schrak zusammen und ri� den Blick von Egwene los, deren Gesicht ein beunruhigendes L�cheln zeigte, seit die Seherin zu sprechen begonnen hatte. Nynaeves Stimme klang bei�end, aber auch auf ihrem Gesicht zeigte sich ein wissendes L�cheln � bis Mat laut loslachte. Da verschwand das L�cheln der Seherin, und ihr Blick verwandelte Mats Lachen in ein abgew�rgtes Kr�chzen.</p><p>�Also, Rand?� fragte Nynaeve.</p><p>Aus den Augenwinkeln beobachtete er, da� Egwene immer noch l�chelte. <emphasis>Was findet sie denn so lustig?</emphasis> �Es war ganz nat�rlich, da� wir darauf kommen mu�ten, Seherin�, sagte er hastig. �Der H�ndler � Padan Fain... �h... Meister Fain � erz�hlte uns von einem falschen Drachen in Ghealdan und einem Krieg und den Aes Sedai. Der Gemeinderat hielt es f�r wichtig genug, um mit ihm zu sprechen. Wor�ber h�tten wir da sonst wohl reden sollen?�</p><p>Nynaeve sch�ttelte den Kopf. �Also deshalb steht der Wagen des H�ndlers verlassen herum. Ich h�rte, wie die Leute hinauseilten, um ihn zu treffen, aber ich konnte Frau Ayellin nicht verlassen, bevor ihr Fieber sank. Der Gemeinderat befragt den H�ndler �ber die Ereignisse in Ghealdan, nicht wahr? Wie ich sie kenne, stellen sie alle m�glichen falschen Fragen und keine richtigen. Da ist schon der Frauenzirkel n�tig, um etwas N�tzliches herauszubringen.� Sie zog den Umhang fest um die Schultern und verschwand in der Schenke.</p><p>Egwene folgte der Seherin nicht. Als sich die T�r zur Schenke hinter Nynaeve schlo�, kam die junge Frau auf Rand zu und stellte sich vor ihn hin. Die Falten waren von ihrer Stirn verschwunden, doch ihr unverwandter Blick machte Rand nerv�s. Er sah sich nach seinen Freunden um, aber die gingen und grinsten breit, w�hrend sie ihn so im Stich lie�en.</p><p>�Du solltest dich nicht in Mats Dummheiten hineinziehen lassen, Rand�, sagte Egwene genauso ernst wie die Seherin zuvor, und dann pl�tzlich kicherte sie. �Ich habe dich nicht mehr so verdattert dreinblicken sehen, seit Cenn Buie dich und Mat oben in seinen Apfelb�umen entdeckt hat, als ihr zehn wart.�</p><p>Er trat von einem Fu� auf den anderen und schaute sich nach seinen Freunden um. Sie standen nicht weit entfernt. Mat gestikulierte aufgeregt beim Sprechen.</p><p>�Tanzt du morgen mit mir?� Das hatte er eigentlich nicht sagen wollen. Er wollte wohl mit ihr tanzen, aber gleichzeitig wollte er auch wieder nicht, weil er sich so unsicher f�hlen w�rde wie immer, wenn er mit ihr zusammen war. So, wie er sich im Moment auch f�hlte.</p><p>Ihre Mundwinkel verzogen sich zu einem leichten L�cheln. �Am Nachmittag�, sagte sie. �Am Vormittag bin ich besch�ftigt.�</p><p>Von den anderen h�rte er Perrins Ausruf: �Ein Gaukler!�</p><p>Egwene wandte sich ihnen zu, doch Rand legte eine Hand auf ihren Arm. �Besch�ftigt? Womit denn?�</p><p>Trotz der K�lte schob sie die Kapuze zur�ck und zog das Haar mit beil�ufiger Geste �ber die Schulter nach vorn. Als er sie das letzte Mal gesehen hatte, waren ihr dunkle Haarwogen bis auf die Schultern gefallen, von einem roten Stirnband gehalten; doch nun war das Haar zu einem langen Zopf geflochten.</p><p>Er sah ihren Zopf an, als sei es eine Viper, und warf einen kurzen Blick hin�ber zum Fr�hlingsbaum, der nun verlassen auf dem Gr�n stand, fertig vorbereitet f�r morgen. Am Morgen w�rden unverheiratete Frauen im heiratsf�higen Alter um den Baum tanzen. Er schluckte schwer. Irgendwie war ihm nie klar gewesen, da� sie das heiratsf�hige Alter zur gleichen Zeit wie er erreichte.</p><p>�Nur weil jemand alt genug zum Heiraten ist�, murmelte er, �hei�t das noch nicht, da� man's auch tun sollte. Jedenfalls nicht gleich.�</p><p>�Nat�rlich nicht. Oder �berhaupt, was das betrifft.�</p><p>Rand blinzelte �berrascht. ��berhaupt?�</p><p>�Eine Seherin heiratet fast nie. Nynaeve bildet mich aus, wei�t du. Sie sagt, ich habe das Talent dazu und k�nne lernen, dem Wind zu lauschen. Nynaeve sagt, nicht alle Seherinnen k�nnen das, auch wenn sie es behaupten.�</p><p>�Seherin!� rief er sp�ttisch. Er bemerkte das gef�hrliche Glitzern in ihren Augen nicht. �Nynaeve wird noch mindestens f�nfzig Jahre lang hier die Seherin sein, vielleicht auch l�nger. Willst du den Rest deines Lebens als ihr Lehrm�dchen verbringen?�</p><p>�Es gibt auch andere D�rfer�, antwortete sie hitzig. �Nynaeve sagt, die D�rfer im Norden des Taren w�hlen grunds�tzlich eine Seherin von ausw�rts. Sie glauben, die werde niemanden aus dem Dorf bevorzugen.�</p><p>Sein Spott verging ihm so schnell, wie er gekommen war. �Au�erhalb der Zwei Fl�sse? Ich w�rde dich niemals wiedersehen!�</p><p>�Und das w�rde dir nicht gefallen? In letzter Zeit hast du mir kaum gezeigt, da� dir etwas an mir liegt, so oder so.�</p><p>�Niemand verl��t die Zwei Fl�sse�, fuhr er fort. �Vielleicht jemand aus Taren-F�hre, aber die sind alle sowieso ganz komisch. Nicht wie die anderen ZweiFl�sse-Leute.�</p><p>Egwene stie� einen hoffnungslosen Seufzer aus. �Na ja, vielleicht bin ich auch komisch. Vielleicht will ich einige der Orte sehen, von denen ich in den Geschichten geh�rt habe. Hast du jemals daran gedacht?�</p><p>�Nat�rlich habe ich daran gedacht. Ich tr�ume auch manchmal mit offenen Augen, aber ich kenne den Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit.�</p><p>�Und ich nicht?� fragte sie w�tend und wandte ihm prompt den R�cken zu.</p><p>�Das habe ich nicht so gemeint. Ich habe von mir gesprochen. Egwene?�</p><p>Sie zog schnell ihren Mantel ganz eng um sich zusammen � eine Mauer, um ihn fernzuhalten � und ging ein paar Schritte weg. Entt�uscht rieb er sich die Stirn. Wie sollte er das erkl�ren? Es war nicht das erste Mal, da� sie seinen Worten eine ganz andere Bedeutung gab als die beabsichtigte. Bei ihrer augenblicklichen Laune w�rde ein Fehltritt die Sache nur noch schlimmer machen, und er war sich ziemlich sicher, da� beinahe alles, was er sagte, einen Fehltritt darstellen w�rde.</p><p>Dann kamen Mat und Perrin zur�ck. Egwene �bersah ihr Kommen. Sie sahen sie vorsichtig an und stellten sich dann dicht neben Rand. �Moiraine gab Perrin auch eine M�nze�, sagte Mat. �So eine wie uns.� Er legte eine Pause ein, bevor er hinzuf�gte: �Und er hat den Reiter gesehen.�</p><p>�Wo?� wollte Rand wissen. �Wann? Hat ihn sonst noch jemand gesehen? Hast du es jemandem erz�hlt?�</p><p>Perrin hob beide H�nde, um ihn zu unterbrechen. �Immer nur eine Frage auf einmal! Ich habe ihn am Dorfrand gesehen, als er gestern in der D�mmerung die Schmiede beobachtete. Hat mir einen Schauer �ber den R�cken gejagt. Ich habe es Meister Luhhan erz�hlt, doch da war niemand, als er hinsah. Er sagte, ich s�he Gespenster. Aber er trug seinen gr��ten Hammer mit herum, als wir das Feuer mit Asche belegten und die Werkzeuge aufh�ngten. Das hat er noch nie zuvor getan.�</p><p>�Also hat er dir geglaubt�, sagte Rand, doch Perrin zuckte die Achseln.</p><p>�Ich wei� nicht. Ich fragte ihn, warum er den Hammer trage, wenn ich doch nur Gespenster gesehen h�tte, und er sagte etwas �ber die W�lfe und da� sie frech genug seien, um bis ins Dorf hinein zu kommen. Vielleicht glaubte er, ich h�tte einen Wolf gesehen, aber er sollte wissen, da� ich den Unterschied zwischen einem Wolf und einen Berittenen sogar in der Abendd�mmerung kenne. Ich wei�, was ich gesehen habe, und keiner wird mich von etwas anderem �berzeugen.�</p><p>�Ich glaube dir�, sagte Rand. �Vergi� nicht, da� ich ihn auch gesehen habe.� Perrin gab ein befriedigtes Grunzen von sich, als sei er sich nicht sicher gewesen.</p><p>�Wor�ber sprecht ihr eigentlich?� wollte Egwene pl�tzlich wissen.</p><p>Rand w�nschte sich pl�tzlich, er h�tte leiser gesprochen. Das h�tte er auch getan, doch er hatte nicht gemerkt, da� sie lauschte. Mat und Perrin grinsten wie die Narren und �berschlugen sich beinahe, um ihr von ihren Zusammentreffen mit dem schwarzgekleideten Reiter zu erz�hlen. Nur Rand schwieg. Er wu�te, was sie sagen w�rde, wenn sie fertig waren.</p><p>�Nynaeve hatte recht�, verk�ndete Egwene mit zum Himmel gerichtetem Blick, als die beiden jungen M�nner endlich schwiegen. �Keiner von euch sollte von Mutters Sch�rzenzipfel weggelassen werden. Es gibt Leute, die auf Pferden reiten, wi�t ihr? Deshalb sind sie noch lange keine Ungeheuer aus den Geschichten eines Gauklers.�</p><p>Rand nickte vor sich hin; sie redete genauso, wie er es erwartet hatte. Dann bekam er sein Fett weg. �Und du hast diese M�rchen verbreitet. Manchmal scheinst du einfach keinen gesunden Menschenverstand zu haben, Rand al'Thor. Der Winter war schon furchtbar genug, ohne da� du heruml�ufst und Kinder erschreckst.�</p><p>Rand schnitt eine saure Grimasse. �Ich habe gar nichts verbreitet, Egwene. Aber ich habe gesehen, was ich gesehen habe, und das war kein Bauer, der nach einer streunenden Kuh suchte.�</p><p>Egwene holte tief Luft und �ffnete den Mund, aber was sie auch immer sagen wollte, kam nicht heraus, denn in diesem Moment �ffnete sich die T�r der Schenke, und ein Mann mit struppigem wei�en Haar hetzte heraus, als sei jemand hinter ihm her.</p></section><section><title><p>4</p><p>Der Gaukler</p></title><p>Die T�r der Schenke schlug hinter dem wei�haarigen Mann zu, und er fuhr herum und funkelte sie an. Er war mager, und man konnte ihn an sich hochgewachsen nennen, w�re da nicht die leicht bucklige Haltung gewesen. Trotzdem � er bewegte sich so frisch, da� man ihm das Alter nicht anmerkte. Sein Umhang schien aus einer Unzahl von Flicken zu bestehen, in den eigenartigsten Formen und Gr��en, die in jedem Lufthauch flatterten, Flicken in hundert verschiedenen Farben. Der Umhang war in Wirklichkeit recht dick, sah Rand, obwohl Meister al'Vere ja anderes behauptet hatte, und die Flicken waren lediglich als Dekoration aufgen�ht.</p><p>�Der Gaukler!� fl�sterte Egwene aufgeregt.</p><p>Der wei�haarige Mann wirbelte herum, und der Umhang leuchtete auf.</p><p>Sein langer Mantel hatte seltsam aufgebauschte �rmel und gro�e Taschen. Ein kr�ftiger Schnurrbart, genauso wei� wie das Haar auf dem Kopf, zitterte �ber dem Mund, und das Gesicht war knorrig wie ein Baum, der schwere Zeiten hinter sich hatte. Mit einer langstieligen, mit Schnitzwerk verzierten Pfeife zeigte er gebieterisch auf Rand und die anderen. Ein d�nner Rauchfaden erhob sich daraus. Blaue Augen sp�hten unter buschigen wei�en Augenbrauen hervor und durchbohrten alles, worauf er blickte.</p><p>Rand betrachtete die Augen des Mannes genauso intensiv wie die ganze Gestalt. Jedermann von den Zwei Fl�ssen hatte dunkle Augen, und bei den meisten Kaufleuten und ihren W�chtern und jedem sonst, den er bisher gesehen hatte, war das auch der Fall. Die Congars und die Coplins hatten sich �ber seine grauen Augen lustig gemacht, jedenfalls bis zu dem Tag, da er endlich Ewal Coplin eins auf die Nase gegeben hatte. Die Seherin hatte ihn deshalb ganz sch�n ausgeschimpft. Er fragte sich, ob es einen Ort gab, an dem niemand dunkle Augen hatte. <emphasis>Vielleicht kommt auch Lan von dort.</emphasis></p><p>�Was f�r ein Ort ist das hier eigentlich?� fragte der Gaukler mit tiefer Stimme, die irgendwie gewaltiger klang als die eines gew�hnlichen Mannes. Selbst drau�en im Freien schien sie einen gro�en Saal zu f�llen und von den W�nden widerzuhallen. �Die Bauerntrampel in diesem Dorf auf dem H�gel erz�hlen mir, ich k�nne noch vor Einbruch der Dunkelheit hier ankommen, vergessen aber, mir zu sagen, da� ich dazu fr�h am Vormittag bereits aufbrechen mu�. Als ich dann endlich ankomme, bis auf die Knochen durchgefroren und reif f�r ein warmes Bett, meckert euer Wirt, da� es schon so sp�t sei, als sei ich ein wandernder Schweinehirt und als h�tte mich nicht euer Gemeinderat gebeten, bei diesem Fest hier meine Kunst zu zeigen. Und er sagte mir noch nicht einmal, da� er der B�rgermeister ist!� Er holte erst einmal Luft, betrachtete alle finster und legte einen Moment sp�ter schon wieder los. �Als ich runterging, um meine Pfeife vor dem Kamin zu rauchen und einen Krug Bier zu trinken, sieht mich jedermann im Schankraum an, als sei ich sein bestgeha�ter Schwager und versuche, mir von ihm Geld zu leihen. Irgendein alter Opa f�ngt an, mir Vortr�ge zu halten, welche Art von Geschichten ich erz�hlen soll und welche nicht, und dann schreit mich so ein kindisches kleines M�dchen an, ich solle abhauen, und bedroht mich mit einem Kn�ppel, als ich nicht schnell genug springe. Wo hat man denn so was schon geh�rt, da� man einen Gaukler derart behandelt?�</p><p>Es lohnte sich, Egwenes Gesicht zu studieren. Sie war hin- und hergerissen. Einerseits bestaunte sie den Gaukler mit gro�en Augen, und andererseits sah man, da� sie Nynaeve verteidigen wollte.</p><p>�Entschuldigt, Meister Gaukler�, sagte Rand. Er wu�te, da� er dabei selbst idiotisch grinste. �Das war unsere Seherin, und... �</p><p>�Dieses h�bsche kleine Ding von einem M�dchen?� rief der Gaukler. �Eine Dorfseherin? Na, in ihrem Alter sollte sie lieber mit jungen M�nnern flirten, als das Wetter vorherzusagen und Kranke zu heilen.�</p><p>Rand f�hlte sich nicht gerade wohl in seiner Haut. Hoffentlich h�rte Nynaeve nicht, was der Mann von ihr hielt. Zumindest nicht, bevor er seine Vorstellung beendet hatte. Perrin fuhr bei den Worten des Gauklers zusammen, und Mat pfiff tonlos durch die Z�hne, als gingen den beiden Freunden dieselben Gedanken durch den Kopf wie ihm.</p><p>�Die M�nner, das war der Gemeinderat�, fuhr Rand fort. �Ich bin sicher, sie wollten nicht unh�flich sein. Seht Ihr, wir haben gerade erfahren, da� in Ghealdan Krieg ausgebrochen ist, und ein Mann behauptet, der Wiedergeborene Drache zu sein. Ein falscher Drache. Aes Sedai reiten aus Tar Valon dorthin. Der Gemeinderat versucht zu entscheiden, ob wir hier in Gefahr sind.�</p><p>�Das hat ja alles schon einen Bart, sogar in Baerlon�, m�kelte der Gaukler, �und das ist wirklich der letzte Ort auf der Welt, an dem man etwas Neues erfahren kann.� Er hielt inne, betrachtete die umliegenden H�user des Dorfs und f�gte trocken hinzu: �Vielleicht der vorletzte Ort.� Dann fiel sein Blick auf den Wagen vor der Schenke, der nun verlassen dastand, die Deichsel am Boden. �So. Ich dachte, ich h�tte Padan Fain dort drinnen erkannt.� Seine Stimme klang immer noch tief, aber der Widerhall war nicht mehr zu h�ren und wurde durch Verachtung ersetzt. �Fain hat immer schon schlechte Nachrichten schnell �berbracht � je schlechter, desto schneller. Es hat mehr von einem Raben als von einem Mann.�</p><p>�Meister Fain ist schon oft nach Emondsfeld gekommen, Meister Gaukler�, sagte Egwene, bei der nun ein Hauch von Mi�billigung durch die Freude brach. �Er steckt immer voll von Humor und bringt viel mehr gute Nachrichten als schlechte.�</p><p>Der Gaukler betrachtete sie einen Augenblick lang und l�chelte dann breit. �Also, du bist ja ein s��es M�del. Du solltest Rosenknospen im Haar tragen. Ungl�cklicherweise kann ich keine Rosen aus der Luft zaubern, nicht dieses Jahr, aber w�rde es dir Spa� machen, morgen w�hrend eines Teils meiner Vorstellung neben mir zu stehen und mir zu assistieren? Du k�nntest mir eine Fl�te reichen, wenn ich sie brauche, und bestimmte weitere Ger�te. Ich w�hle immer das h�bscheste M�dchen aus, das ich finden kann.�</p><p>Perrin kicherte, und Mat, der vorher schon gegrinst hatte, lachte schallend los. Rand machte gro�e Augen vor �berraschung; Egwene sah ihn b�se an, und dabei hatte er noch nicht einmal gel�chelt. Sie richtete sich auf und sagte mit etwas zu beherrschter Stimme: �Danke sch�n, Meister Gaukler. Ich werde mich gl�cklich sch�tzen, Euch zu assistieren.�</p><p>�Thom Merrilin�, sagte der Gaukler. Sie sahen ihn verst�ndnislos an. �Ich hei�e Thom Merrilin, nicht Meister Gaukler.� Er zog den vielfarbigen Umhang h�her, und pl�tzlich schien seine Stimme wieder in einem gro�en Saal zu hallen. �Einst Barde am Hof, habe ich mich nun hochgearbeitet und den enormen Rang eines Meistergauklers erreicht, doch mein Name lautet einfach nur Thom Merrilin, und Gaukler ist der Titel, mit dem ich mich schm�cke.� Und er verbeugte sich mit einem derart eleganten Schwung seines Umhangs, da� Mat klatschte und Egwene beif�llig murmelte.</p><p>�Meister... �h... Meister Merrilin�, sagte Mat, der sich nicht sicher war, wie er ihn nun anreden sollte, �was geschieht denn <emphasis>wirklich</emphasis> in Ghealdan? Wi�t Ihr irgend etwas �ber diesen falschen Drachen? Oder die Aes Sedai?�</p><p>�Sehe ich wie ein fahrender H�ndler aus, Junge?� brummte der Gaukler, w�hrend er seine Pfeife auf dem Handr�cken ausklopfte. Er lie� die Pfeife irgendwo in seinem Umhang oder seinem Mantel verschwinden; Rand war sich nicht sicher, wo sie war oder wie sie dahin gekommen war. �Ich bin Gaukler und kein Dorfb�ttel. Und ich bem�he mich, niemals etwas �ber die Aes Sedai zu wissen. Das ist viel sicherer.�</p><p>�Aber der Krieg�, begann Mat eifrig, doch Meister Merrilin schnitt ihm das Wort ab.</p><p>�Im Krieg, Junge, t�ten Narren andere Narren aus n�rrischen Gr�nden. Es gen�gt, wenn man soviel wei�. Ich bin meiner K�nste wegen hier.� Pl�tzlich deutete sein Zeigefinger auf Rand. �Du, Bursche. Du bist gro�gewachsen. Noch nicht voll ausgewachsen, aber ich glaube kaum, da� es in der Region hier noch einen Mann deiner Gr��e gibt. Ich sch�tze auch, da� es im Dorf nicht viele Leute mit deiner Augenfarbe gibt. Auf jeden Fall hast du breite Schultern und bist so gro� wie ein Aielmann. Wie hei�t du, Bursche?�</p><p>Rand sagte z�gernd seinen Namen. Er war sich nicht sicher, ob der Mann sich �ber ihn lustig machte, aber der Gaukler widmete seine Aufmerksamkeit bereits Perrin. �Und du hast schon beinahe die Ma�e eines Ogiers. Wie wirst du genannt?�</p><p>�Nur wenn ich mich auf die eigenen Schultern stelle�, lachte Perrin. �Ich f�rchte, Rand und ich sind nur ganz normale Menschen, Meister Merrilin, und keine erfundenen Wesen aus Euren Geschichten. Ich bin Perrin Aybara.�</p><p>Thom Merrilin zupfte an einem Ende seines Schnurrbarts. �Na ja. Erfundene Wesen aus meinen Geschichten. Sind sie das? Es scheint, Ihr jungen Burschen seid schon weit in der Welt herumgekommen.�</p><p>Rand hielt den Mund, denn er war nun sicher, da� sie Ziel eines Scherzes waren, aber Perrin sagte etwas dazu.</p><p>�Wir waren alle schon bis Wachh�gel und Devenritt. Nur wenige Leute aus dieser Gegend sind schon so weit weg gewesen.� Er gab nicht an; das tat Perrin selten. Er sagte einfach die Wahrheit.</p><p>�Wir haben auch alle den Schlammpfuhl gesehen�, f�gte Mat hinzu, und bei ihm klang es nach Angabe. �Das ist der Sumpf am hinteren Ende des Wasserwalds. Dort geht sonst �berhaupt niemand hin au�er uns � da findet man Treibsand und Moorl�cher. Und genausowenig geht jemand bis zu den Verschleierten Bergen, aber wir waren schon einmal dort. Jedenfalls bis zu ihrem Fu�.�</p><p>�Tats�chlich so weit?� murmelte der Gaukler, der sich nun dauernd �ber den Schnurrbart strich. Rand glaubte, er verberge ein L�cheln, und beobachtete, wie Perrin die Stirn runzelte.</p><p>�Es bringt Pech, wenn man sich in die Berge hineinwagt�, sagte Mat, als m�sse er sich verteidigen, weil er nicht weiter gegangen war. �Das wei� doch jeder.�</p><p>�Das ist doch n�rrisch, Matrim Cauthon�, mischte sich Egwene �rgerlich ein. �Nynaeve sagt... � Sie sprach nicht weiter. Ihre Wangen f�rbten sich rot, und der Blick, mit dem sie Thom Merrilin musterte, war nicht so freundlich wie zuvor. �Es ist nicht anst�ndig... Es ist nicht... � Ihr Gesicht wurde noch roter, und sie schwieg. Mat zwinkerte, als komme ihm jetzt der Verdacht, da� etwas nicht stimme.</p><p>�Du hast recht, Kind�, sagte der Gaukler reum�tig. �Ich entschuldige mich dem�tigst. Ich bin hier, um Menschen zu unterhalten. �h, meine Zunge hat mich schon oft in Schwierigkeiten gebracht.�</p><p>�Vielleicht sind wir nicht so weit herumgekommen wie Ihr�, sagte Perrin tonlos, �aber was hat eigentlich Rands Gr��e mit all dem zu tun?�</p><p>�Nur mein, Junge, ihr sollt sp�ter versuchen, mich hochzuheben, aber Ihr werdet nicht in der Lage sein, meine F��e auch nur vom Boden wegzubringen. Ihr nicht und Euer gro�er Freund nicht � Rand, nicht wahr? � und auch niemand anders. Was haltet Ihr davon?�</p><p>Perrin schnaubte und lachte gleichzeitig. �Ich sch�tze, ich kann Euch jetzt gleich hochheben.� Aber als er vortrat, winkte ihn Thom Merrilin zur�ck. �Sp�ter, Bursche, sp�ter! Wenn mehr Zuschauer da sind. Ein K�nstler braucht sein Publikum.�</p><p>Ein paar Leuten hatten sich auf dem Gr�n versammelt, seit der Gaukler aus der Schenke gekommen war; von jungen M�nnern und Frauen bis zu Kindern, die schweigend und mit gro�en Augen hinter den �lteren Zuschauern hervorlugten. Alle wirkten, als erwarteten sie wahre Wunder von dem Gaukler. Der wei�haarige Mann betrachtete sie � er schien sie zu z�hlen -, sch�ttelte leicht den Kopf und seufzte.</p><p>�Ich denke, ich mu� wohl ein kleines Beispiel meiner K�nste zum besten geben, damit Ihr heimlaufen und es den anderen erz�hlen k�nnt. Eh? Nur ein Vorgeschmack dessen, was Ihr morgen bei Eurem Fest sehen werdet.�</p><p>Er trat einen Schritt zur�ck und sprang pl�tzlich hoch in die Luft, drehte sich in einem Schraubensalto und landete mit dem Gesicht ihnen zugewandt auf der alten Mauer. Und noch mehr: Drei B�lle � rot, wei� und schwarz � begannen zwischen seinen H�nden zu tanzen, und zwar bereits in dem Moment, als er auf der Mauer landete.</p><p>Ein leises St�hnen war von den Zuschauern zu h�ren; halb Erstaunen, halb Genugtuung. Sogar Rand verga� seine Nervosit�t. Er grinste Egwene zu und erhielt daf�r ein vergn�gtes L�cheln, und dann wandten sich beide wieder dem Gaukler zu und sahen ihm mit gro�en Augen zu.</p><p>�Ihr m�chtet Geschichten h�ren?� rief Thom Merrilin. �Ich habe Geschichten, und ich werde sie Euch erz�hlen. Ich werde sie vor Euren Augen zum Leben erwecken.� Ein blauer Ball von irgendwoher gesellte sich zu den anderen, dann ein gr�ner und ein gelber. �Geschichten �ber gro�e Kriege und gro�e Helden f�r die M�nner und die Jungen. F�r die Frauen und M�dchen den ganzen <emphasis>Aptarigine-Zyklus.</emphasis> Geschichten von Artur Falkenfl�gel, Artur, dem gro�en K�nig, der einst alle L�nder von der Aiel-W�ste bis zum Aryth-Meer und noch weiter regierte. Erstaunliche Geschichten �ber fremde V�lker und fremde L�nder, �ber den Gr�nen Mann, �ber Beh�ter und Trollocs, Ogier und Aiel. <emphasis>�Die tausend Erz�hlungen Anlas, der weisen Ratgeberin�, �Jaem, der Riesent�ter�, �Wie Susa Jain Fernstreicher z�hmte�, �Mara und die drei t�richten K�nige�.�</emphasis></p><p>�Erz�hlt uns von Lenn!� rief Egwene. �Wie er im Bauch eines Adlers aus Feuer auf den Mond flog. Erz�hlt uns von seiner Tochter Salya, die zwischen den Sternen einhergeht.�</p><p>Rand betrachtete sie aus den Augenwinkeln, doch sie schien sich nur auf den Gaukler zu konzentrieren. Sie hatte Geschichten �ber Abenteuer und lange Reisen noch nie gemocht. Ihre Lieblingsgeschichten waren immer die lustigen oder solche �ber Frauen gewesen, die schlauer waren als angeblich besonders kluge Leute. Rand war sicher, da� sie nach den Geschichten von Lenn und Salya verlange, um ihm eins auszuwischen. Sicher war auch ihr klar, da� die Welt dort drau�en f�r die Leute von den Zwei Fl�ssen kein Thema war. Sich Abenteuergeschichten anzuh�ren und vielleicht davon zu tr�umen, war eine Sache; aber mittendrin zu stehen und sie selbst zu erleben, war eine ganz andere. �Das sind alte Geschichten�, sagte Thom Merrilin, und pl�tzlich jonglierte er mit jeder Hand drei farbige B�lle. �Manche behaupten, das seien Geschichten aus dem Zeitalter vor dem Zeitalter der Legenden. Oder vielleicht noch �lter. Aber, seht ihr, ich habe <emphasis>alle</emphasis> Geschichten von Zeitaltern, die vergingen und von solchen, die kommen werden. Zeitalter, in denen die Menschen Himmel und Sterne beherrschten, und Zeitalter, da die Menschen den Tieren gleich umherzogen. Zeitalter zum Staunen und Zeitalter zum F�rchten. Zeitalter, die damit endeten, da� Feuer vom Himmel fiel, und andere, deren Ende in Eis und Schnee begraben wurde. Ich kenne alle Geschichten, und ich werde alle Geschichten erz�hlen. Geschichten von Mosk, dem Riesen, mit seiner Feuerlanze, die er um die ganze Welt werfen konnte, und von seinen Kriegen mit Alsbet, der All-K�nigin. Geschichten von Materese, der Heilerin und Mutter des Erstaunlichen Ind.�</p><p>Die B�lle tanzten nun in zwei ineinandergreifenden Ringen zwischen Thoms H�nden. Seine Stimme klang beinahe, als singe er, und w�hrend er sprach, drehte er sich langsam, als wolle er seine Wirkung auf die Zuschauer beobachten. �Ich werde euch vom Ende des Zeitalters der Legenden berichten, vom Drachen und seinem Versuch, den Dunklen K�nig zu befreien und in die Welt der Menschen zu lassen. Ich werde von der Zeit des Wahns erz�hlen, als Aes Sedai die Welt zerbrachen; von den Trolloc-Kriegen, als Menschen gegen Trollocs um die Herrschaft der Welt k�mpften; vom Hundertj�hrigen Krieg, als Menschen gegen Menschen k�mpften und die heutigen Staaten gegr�ndet wurden. Ich werde von den Abenteuern von M�nnern und Frauen erz�hlen, Armen und Reichen, Gro�en und Kleinen, Stolzen und Dem�tigen. <emphasis>Die Belagerung der S�ulen des Himmels�, Wie Frau Karil ihren Mann vom Schnarchen befreite�, K�nig Darith und der Fall des Hauses der...��</emphasis></p><p>Mit einem Schlag endeten der Wortschwall und auch das Jonglieren. Thom schnappte sich lediglich die B�lle aus der Luft und h�rte mit Sprechen auf. Von Rand unbemerkt, hatte sich Moiraine zu den Zuschauern gesellt. Lan stand an ihrer Seite. Er mu�te allerdings zweimal hinsehen, um den Mann zu erkennen. Einen Augenblick lang sah Thom Moiraine von der Seite an. Sein Gesicht und sein K�rper bewegten sich nicht, und doch lie� er die B�lle in den weiten Manteltaschen verschwinden. Dann verbeugte er sich vor ihr, wobei er den Umhang weit ausbreitete. �Entschuldigt, aber Ihr kommt doch sicher nicht aus dieser Gegend.�</p><p>�Lady!� zischte Ewin aufgebracht. �Die Lady Moiraine.�</p><p>Thom blinzelte und verbeugte sich nochmals, diesmal tiefer. �Entschuldigt noch einmal... �h, Lady. Ich wollte nicht unh�flich sein.�</p><p>Moiraine tat es mit einer leichten Handbewegung ab. �Es wurde auch nicht so aufgefa�t, Meister Barde. Und mein Name lautet einfach Moiraine. Ich bin tats�chlich fremd hier, eine Reisende wie Ihr selbst, fern der Heimat und allein. Die Welt kann ein gef�hrlicher Ort sein, wenn man irgendwo in der Fremde weilt.�</p><p>�Die Lady Moiraine sammelt Geschichten�, warf Ewin ein. �Geschichten �ber Dinge, die sich bei den Zwei Fl�ssen abspielten. Obwohl ich nicht wei�, was hier Gro�es geschehen sein kann, da� man eine Geschichte dar�ber erz�hlt.�</p><p>�Ich hoffe, Euch werden meine Geschichten genausogut gefallen... Moiraine.� Thom betrachtete sie mit offensichtlichem Argwohn. Er sah nicht so aus, als gefalle ihm ihre Anwesenheit. Pl�tzlich fragte Rand sich, welche Art von Unterhaltung einer Dame wie ihr in einer Stadt wie Baerlon oder Caemlyn wohl geboten wurde. Es konnte doch kaum Besseres sein, als ein Gaukler zu bieten hatte.</p><p>�Das ist Geschmackssache, Meister Barde�, antwortete Moiraine. �Einige Geschichten gefallen mir, andere nicht.�</p><p>Thoms Verbeugung war seine bisher tiefste. Sein langer K�rper beugte sich parallel zum Boden. �Ich versichere Euch, da� Euch keine meiner Geschichten mi�fallen werden. Alle werden gefallen und unterhalten. Und Ihr la�t mir zuviel Ehre zuteil werden. Ich bin ein einfacher Gaukler � sonst nichts.�</p><p>Moiraine beantwortete seine Verbeugung mit einem dankbaren Nicken. In diesem Augenblick erschien sie noch mehr als die Lady, wie sie von Ewin bezeichnet worden war, die ein Geschenk eines ihrer Untertanen annahm. Dann ging sie, und Lan folgte ihr � ein Wolf auf den Spuren eines dahingleitenden Schwans. Thom sah ihnen nach. Er zupfte sich an den wild wuchernden Augenbrauen und strich sich mit den Kn�cheln �ber den langen Schnurrbart, bis sie auf halbem Weg �ber das Gr�n waren. <emphasis>Es gef�llt ihm �berhaupt nicht,</emphasis> dachte Rand.</p><p>�Jongliert Ihr jetzt noch ein wenig?� wollte Ewin wissen.</p><p>�Schluckt Feuer!� rief Mat. �Ich will Euch Feuer schlucken sehen!�</p><p>�Die Harfe!� rief eine Stimme aus der Menge. �Spielt Harfe!� Jemand anders wollte, da� er Fl�te spielte.</p><p>In diesem Moment �ffnete sich die T�r der Schenke, und der Gemeinderat schob sich heraus, Nynaeve in der Mitte. Padan Fain befand sich nicht bei ihnen, bemerkte Rand. Offensichtlich hatte es der H�ndler vorgezogen, mit seinem Gl�hwein in der warmen Schankstube zu bleiben.</p><p>Etwas von einem �starken Schnaps� vor sich hinmurmelnd, sprang Thom Merrilin pl�tzlich von der alten Grundmauer. Er �berh�rte die Rufe seiner Zuschauer und dr�ckte sich am Gemeinderat vorbei, bevor die noch aus der T�r waren.</p><p>�Ist er eigentlich Gaukler oder K�nig?� fragte Cenn Buie in �rgerlichem Tonfall. �Reine Geldverschwendung, wenn Ihr mich fragt.�</p><p>Bran al'Vere drehte sich halb nach dem Gaukler um, sch�ttelte dann aber den Kopf. �Dieser Mann macht uns vielleicht mehr Schwierigkeiten, als er wert ist.�</p><p>Nynaeve, die alle H�nde voll zu tun hatte, ihren flatternden Umhang festzuhalten, schnaubte vernehmlich. �Macht Euch ruhig Kopfzerbrechen des Gauklers wegen, Brandelwyn al'Vere. Zumindest ist er hier in Emondsfeld, was man von dem falschen Drachen nicht behaupten kann. Aber wenn Ihr Euch schon Sorgen machen wollt: Es gibt <emphasis>andere</emphasis> hier, deren Anwesenheit Euch mehr �rger bereiten wird.�</p><p>�Seherin�, sagte Bran steif, ��berla�t es freundlicherweise bitte mir, �ber wen ich mir den Kopf zerbreche. Frau Moiraine und Meister Lan sind G�ste meiner Herberge und, so m�chte ich behaupten, anst�ndige und ehrenwerte Leute. Sie haben mich nicht vor dem versammelten Gemeinderat als Narren bezeichnet. Sie haben dem Gemeinderat nicht vorgeworfen, da� keiner von uns seine f�nf Sinne beisammen habe.�</p><p>�Es scheint, als habe ich Euch noch zu gut bewertet�, scho� Nynaeve zur�ck. Sie schritt ohne einen Blick zur�ck einfach davon. Brans Kinn bewegte sich, als formuliere er eine passende Antwort.</p><p>Egwene sah Rand an, als wolle sie etwas sagen, aber statt dessen eilte sie der Seherin hinterher. Rand war sich klar dar�ber, da� es irgendeinen Weg geben mu�te, sie davon abzuhalten, die Zwei Fl�sse zu verlassen, doch der einzige Weg, der ihm gerade einfiel, war keiner, den er zur Zeit bereits gehen konnte, selbst wenn sie zustimmte. Und sie hatte ja mehr oder weniger angedeutet, da� sie nicht wollte. Das machte alles f�r ihn noch schlimmer.</p><p>�Diese junge Frau braucht einen Mann�, grollte Cenn Buie, der auf Zehenspitzen umherh�pfte. Sein Gesicht hatte sich puterrot gef�rbt und wurde noch dunkler. �Ihr fehlt der Respekt. Wie sind der Gemeinderat und keine kleinen Jungen, die ihr den Hof machen und... �</p><p>Der B�rgermeister atmete schwer durch die Nase und fuhr dann pl�tzlich den alten Dachdecker an: �Sei ruhig, Cenn! H�r auf, dich wie ein Aiel mit schwarzem Schleier aufzuf�hren!� Der knochige Mann erstarrte vor �berraschung. Der B�rgermeister verlor sonst nie die Beherrschung. Bran funkelte ihn an. �Versengen soll mich das Licht, aber wir haben wirklich Besseres zu tun, als uns wie Narren zu benehmen. Oder willst du beweisen, da� Nynaeve recht hat?� Damit stampfte er zur�ck in die Schenke und knallte die T�r hinter sich zu.</p><p>Die anderen Mitglieder des Gemeinderats sahen Cenn an und gingen dann jeder in seine Richtung nach Hause. Alle au�er Haral Luhhan, der den Dachdecker begleitete und leise auf ihn einredete. Cenn Buies Gesicht war wie versteinert. Der Schmied aber war der einzige, der Cenn jemals wieder zur Vernunft bringen konnte.</p><p>Rand ging zu seinem Vater hin�ber, und seine Freunde kamen hinterher. �Ich habe Meister al'Vere noch nie so w�tend gesehen�, war das erste, was Rand sagte. Das brachte ihm einen angewiderten Blick Mats ein.</p><p>�Der B�rgermeister und die Seherin sind sich selten einig�, sagte Tam, �und heute noch weniger als sonst. Das ist alles. Das ist in jedem Dorf dasselbe.�</p><p>�Was ist mit dem falschen Drachen?� fragte Mat, und Perrin murmelte eifrig: �Was ist mit den Aes Sedai?�</p><p>Tam sch�ttelte langsam den Kopf. �Meister Fain wu�te nicht viel mehr, als er bereits sagte. Jedenfalls nicht viel, was f�r uns wichtig ist. Gewonnene oder verlorene Schlachten. Eroberte und r�ckeroberte St�dte. Dank dem Licht spielt sich das alles in Ghealdan ab. Es hat sich nicht weiter ausgebreitet, jedenfalls nicht, soweit uns das Meister Fain berichten konnte.�</p><p>�Schlachten interessieren mich�, sagte Mat, und Perrin f�gte hinzu: �Was hat er davon erz�hlt?�</p><p>�Mich interessieren Schlachten nicht, Matrim�, sagte Tam. �Doch ich bin sicher, er wird sich gl�cklich sch�tzen, dir sp�ter alles dar�ber zu erz�hlen. Was mich interessiert, ist die Tatsache, da� wir uns hier nicht den Kopf dar�ber zerbrechen m�ssen, soweit es der Gemeinderat beurteilen kann. Wir sehen keinen Grund f�r die Aes Sedai, auf ihrem Weg nach S�den hier durchzukommen. Und was die R�ckreise betrifft, werden sie wohl kaum den Wald der Schatten durchqueren und den Wei�en Flu� durchschwimmen.�</p><p>Rand und die anderen schmunzelten bei dem Gedanken daran. Es gab drei Gr�nde, warum niemand ins Gebiet der Zwei Fl�sse kam, au�er eben vom Norden her von Taren-F�hre. Der erste, das waren nat�rlich die Verschleierten Berge, und genauso erfolgreich blockierte der Schlammpfuhl die Wege aus dem Osten. Im S�den lag der Wei�e Flu�, der seinen Namen der vielen Steine und Felsen wegen erhalten hatte, die seinen schnellen Strom aufsch�umen lie�en. Und jenseits des Wei�en lag der Wald der Schatten. Wenige Leute der Zwei Fl�sse hatten jemals den Wei�en �berquert, und noch weniger kehrten von dorther zur�ck. Man war sich jedoch allgemein darin einig, da� sich der Wald der Schatten etwa hundert Meilen oder weiter nach S�den erstreckte. Es gab dort keine Stra�e und kein Dorf, wohl aber gen�gend W�lfe und B�ren.</p><p>�Also, das w�r's ja dann wohl f�r uns�, sagte Mat. Es h�rte sich zumindest ein wenig entt�uscht an.</p><p>�Nicht ganz�, sagte Tam. ��bermorgen werden wir M�nner nach Devenritt und Wachh�gel schicken und auch nach Taren-F�hre, um gemeinsam Wachtposten aufzustellen. Berittene Posten am Wei�en und am Taren und dazwischen Patrouillen. Es sollte eigentlich noch heute geschehen, aber nur der B�rgermeister hat mir zugestimmt. Der Rest war der Meinung, man k�nne nicht verlangen, da� jemand am Bel Tine zwischen den beiden Fl�ssen herumreitet.�</p><p>�Aber Ihr habt doch gesagt, wir m��ten uns keine Sorgen machen�, murrte Perrin, und Tam sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ich sagte, wir sollten uns nicht sorgen, Junge, doch das hei�t nicht, da� wir die Augen verschlie�en. Ich habe M�nner sterben sehen, weil sie sicher waren, da� nichts geschehen werde, was nicht geschehen durfte. Au�erdem werden die K�mpfe alle m�glichen Leute aufscheuchen. Die meisten werden sich nur ein sicheres Fleckchen suchen, aber andere werden sich bem�hen, aus der Verwirrung Profit zu schlagen. Den ersteren werden wir unsere Hilfe anbieten, aber wir m�ssen darauf vorbereitet sein, die anderen wieder zu verjagen.�</p><p>Unvermittelt �u�erte sich Mat. �K�nnen wir daran teilnehmen? Ich m�chte schon! Ihr wi�t, da� ich genausogut reiten kann wie die anderen M�nner des Dorfs.�</p><p>�Du m�chtest ein paar Wochen K�lte, Langeweile und Schlafen im Freien genie�en?� schmunzelte Tam. �Darauf wird es wahrscheinlich hinauslaufen. Ich hoffe jedenfalls. Wir sind weit ab vom Schu�, sogar was Fl�chtlinge betrifft. Aber wenn du dich entschlossen hast, kannst du ja mit Meister al'Vere sprechen. Rand, es ist Zeit f�r uns, zum Hof zur�ckzukehren.�</p><p>Rand ri� �berrascht die Augen auf. �Ich dachte, wir bleiben noch zur Winternacht!�</p><p>�Es gibt Dinge, die auf dem Hof getan werden m�ssen, und ich brauche dich dazu.�</p><p>�Trotzdem haben wir noch Stunden Zeit. Und ich m�chte mich auch freiwillig f�r die Patrouillen melden.�</p><p>�Wir gehen jetzt�, antwortete der Vater in einem Ton, der keinen Widerspruch zulie�. Mit sanfterer Stimme f�gte er hinzu: �Wir kommen morgen zeitig genug zur�ck, damit du mit dem B�rgermeister sprechen kannst. Und fr�h genug f�r das Fest. Wir treffen uns in f�nf Minuten im Stall.�</p><p>�Wirst du dich mit Rand und mir zusammen f�r die Wache melden?� fragte Mat Perrin, als Tam ging. �Ich wette, so was hat es bei den Zwei Fl�ssen noch nie gegeben. Stellt Euch vor, wenn wir zum Taren kommen, sehen wir vielleicht sogar Soldaten oder wer wei� wen! Sogar Kesselflicker!�</p><p>�Ja, ich denke schon�, sagte Perrin langsam. �Das hei�t, falls Meister Luhhan mich nicht braucht.�</p><p>�In Ghealdan ist Krieg, nicht hier!� brauste Rand auf. Mit M�he senkte er die Stimme. �Der Krieg ist in Ghealdan, und die Aes Sedai sind das Licht wer wei� wo, aber keines davon ist hier. Daf�r ist hier der Mann mit dem schwarzen Mantel, oder habt Ihr ihn schon vergessen?� Die anderen tauschten verlegene Blicke.</p><p>�Tut uns leid, Rand�, stotterte Mat. �Aber es gibt nicht oft eine Gelegenheit, etwas anderes zu tun, als die K�he des Vaters zu melken.� Unter ihren erstaunten Blicken richtete er sich auf. �Na ja, ich melke sie eben, und das jeden Tag.�</p><p>�Der schwarze Reiter�, erinnerte sie Rand. �Was, wenn er jemanden verletzt?�</p><p>�Vielleicht ist er ein Kriegsfl�chtling�, meinte Perrin z�gernd.</p><p>�Wer er auch ist�, sagte Mat, �die Wachen werden ihn finden.�</p><p>�Vielleicht�, sagte Rand, �aber er scheint zu verschwinden, wann immer er will. Es w�re besser, wenn sie �berhaupt wissen, da� sie nach ihm suchen sollen.�</p><p>�Wir erz�hlen es Meister al'Vere, wenn wir uns f�r die Patrouillen melden�, sagte Mat, �er wird es dem Gemeinderat sagen und die wieder der Wache.�</p><p>�Der Gemeinderat!� rief Perrin zweifelnd. �Wir haben Gl�ck, wenn uns der B�rgermeister nicht auslacht! Meister Luhhan und Rands Vater glauben jetzt schon, da� wir zwei uns vor Geistern f�rchten.�</p><p>Rand seufzte. �Wenn wir es erz�hlen wollen, dann k�nnen wir es genausogut jetzt tun. Er wird heute nicht lauter lachen als morgen.�</p><p>�Vielleicht�, meinte Perrin mit einem Seitenblick auf Mat, �sollten wir andere fragen, ob sie ihn auch gesehen haben. Heute abend treffen wir ja fast jeden aus dem Dorf.� Mats Miene verfinsterte sich noch mehr, aber immer noch hielt er den Mund. Sie alle wu�ten, da� Perrin der Meinung war, man solle zuverl�ssigere Zeugen als Mat finden. �Er wird morgen auch nicht lauter lachen�, f�gte Perrin hinzu, als Rand z�gerte. �Und mir w�re es lieber, wir h�tten noch jemanden bei uns, wenn wir zu ihm gehen. Das halbe Dorf w�re mir am liebsten.�</p><p>Rand nickte bed�chtig. Er konnte schon Meister al'Veres Lachen h�ren. Weitere Zeugen w�ren sicherlich nicht ung�nstig. Und wenn schon sie drei den Burschen gesehen hatten, dann vielleicht auch andere. �Also dann morgen. Ihr zwei treibt heute abend weitere Zeugen auf, und morgen gehen wir zum B�rgermeister. Danach... � Sie sahen ihn schweigend an. Keiner fragte danach, was w�re, wenn sie niemanden f�nden, der den schwarzgekleideten Mann gesehen hatte. Die Frage stand deutlich in ihren Augen, und er konnte sie nicht beantworten. Er seufzte tief auf. �Ich mu� jetzt gehen. Mein Vater glaubt sonst, ich sei in ein Loch gefallen.�</p><p>Von ihren Abschiedsgr��en gefolgt, schlenderte er hin�ber zum Stallhof, wo der Karren mit den hohen R�dern stand, durch einige St�tzen zus�tzlich gehalten.</p><p>Der Stall war ein langer enger Bau mit einem spitzgiebligen strohgedeckten Dach. Boxen mit strohbedecktem Boden waren an beiden Seiten des d�mmrigen Innenraums untergebracht, der nur von den ge�ffneten Doppelt�ren an beiden Seiten des Geb�udes Licht erhielt. Die Gespannpferde des H�ndlers kauten in insgesamt acht Boxen Hafer, und Meister al'Veres kr�ftige Dhurraner, ein Gespann, das er vermietete, wenn Bauern mehr zu ziehen hatten, als ihre eigenen Pferde schafften, f�llten sechs weitere Boxen. Von den �brigen Boxen waren nur drei besetzt. Rand fand, da� die zu den Pferden passenden Reiter leicht zu bestimmen waren. Der hohe, kr�ftige schwarze Hengst, der den Kopf so wild hochwarf, mu�te Lan geh�ren. Die schlanke wei�e Stute mit dem edel gekr�mmten Hals, deren schnelle Schritte so grazi�s wirkten wie die eines tanzenden M�dchens, sogar hier im Stall, konnte nur Moiraine geh�ren. Und das dritte unbekannte Pferd, ein d�rrer Wallach mit schmutzigen Flanken, pa�te perfekt zu Thom Merrilin.</p><p>Tam stand ganz hinten im Stall, hielt Bela an einem F�hrseil und sprach ruhig mit Hu und Tad. Bevor Rand noch zwei Schritte in den Stall hinein tun konnte, nickte sein Vater schon den Stallburschen zu und f�hrte Bela hinaus. Wortlos winkte er Rand, mitzukommen.</p><p>Schweigend spannten sie die struppige Stute an. Tam schien so tief in Gedanken versunken, da� Rand den Mund hielt. Er freute sich nicht gerade darauf, seinen Vater von der Existenz des schwarzgekleideten Reiters �berzeugen zu m�ssen, und dann auch noch den B�rgermeister! Morgen war es fr�h genug daf�r, wenn Mat und Perrin weitere Zeugen f�nden, die den Mann gesehen hatten. Falls sie sie fanden...</p><p>Als der Karren sich ruckartig in Bewegung setzte, hatte Rand Bogen und K�cher von hinten heraus. Ungeschickt h�ngte er den K�cher an den G�rtel, w�hrend er nebenhertrabte. Als sie die letzte H�userreihe des Dorfs erreichten, legte er einen Pfeil ein und trug den Bogen halb erhoben, die Sehne leicht gespannt. Es gab au�er den zumeist kahlen B�umen nichts zu sehen, doch seine Schultern spannten sich. Der schwarze Reiter konnte sie erreichen, bevor sie es �berhaupt merkten. Vielleicht bliebe dann keine Zeit mehr, den Bogen zu spannen; also tat er es lieber jetzt schon.</p><p>Er wu�te, da� er die Sehne nicht lange gespannt halten durfte. Er hatte den Bogen selbst gemacht, und Tam war au�er ihm einer der wenigen in der Gegend, die ihn �berhaupt bis zur Wange spannen konnten. Er sah sich um, denn er wollte nicht die ganze Zeit �ber an den dunklen Reiter denken. Das war allerdings nicht einfach, so vom Wald umgeben und mit im Wind flatternden Umh�ngen. �Vater�, sagte er schlie�lich, �ich verstehe nicht, wieso der Gemeinderat Padan Fain verh�ren mu�te.� Mit M�he ri� er den Blick vom Wald los und sah Tam �ber Bela hinweg an. �Mir scheint, euer Entschlu� h�tte auch gleich an Ort und Stelle fallen k�nnen. Der B�rgermeister hat allen eine Riesenangst eingejagt, als er �ber Aes Sedai und den falschen Drachen im Zusammenhang mit den Zwei Fl�ssen sprach.�</p><p>�Die Menschen sind merkw�rdig, Rand. Sogar die besten. Nimm Haral Luhhan. Meister Luhhan ist ein starker Mann, und ein tapferer noch dazu, aber er kann nicht beim Schlachten zusehen. Er wird dabei wei� wie ein Bettlaken.�</p><p>�Was hat denn das damit zu tun? Jeder wei�, da� Meister Luhhan kein Blut sehen kann, und keiner au�er den Coplins und den Congars denkt sich etwas dabei.�</p><p>�Nur soviel, mein Junge: Leute denken oder benehmen sich nicht immer so, wie du glaubst. Die Leute im Dorf... La� den Hagel ihre Ernte plattschlagen, la� den Wind jedes Dach in der Gegend wegpusten und die W�lfe die H�lfte ihres Viehs rei�en, und sie krempeln ihre �rmel hoch und fangen von vorn an. Sie maulen vielleicht, lassen sich aber nicht aufhalten. Aber la� sie nur an die Aes Sedai und einen falschen Drachen in Ghealdan denken, dann kommen sie bald darauf, da� Ghealdan nicht so weit vom Rand des Walds der Schatten entfernt ist und da� eine gerade Linie von Tar Valon nach Ghealdan gar nicht so weit �stlich von uns verlaufen w�rde. Als ob die Aes Sedai nicht die Stra�e �ber Caemlyn und Lugard n�hmen, anstatt querfeldein zu reiten! Bis morgen fr�h w�re das halbe Dorf �berzeugt gewesen, da� der Krieg vor unserer T�r steht. Es h�tte Wochen gedauert, das wiedergutzumachen. Das h�tte ein sch�nes Bel Tine gegeben! Also sagte Bran es ihnen, bevor sie selbst darauf kamen.</p><p>Sie haben gesehen, da� der Gemeinderat das Problem diskutiert, und mittlerweile werden sie wissen, wie wir uns entschieden haben. Sie haben uns in den Gemeinderat gew�hlt, weil sie darauf vertrauen, da� wir uns zum Besten f�r alle beraten. Sie vertrauen unseren Ansichten. Sogar der Ansicht von Cenn, was nicht viel �ber uns andere aussagt, sch�tze ich. Jedenfalls werden sie h�ren, da� wir uns keine Sorgen machen m�ssen, und das werden sie glauben. Nicht, da� sie nicht auch von allein darauf kommen k�nnten oder schlie�lich kommen w�rden, aber auf diese Weise ruinieren wir das Fest nicht, und keiner mu� sich wochenlang �ber etwas Gedanken machen, was wahrscheinlich sowieso nicht geschieht. Wenn es aber, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, doch geschieht... Nun, dann werden uns die Patrouillen fr�h genug warnen, damit wir Gegenma�nahmen ergreifen k�nnen. Ich glaube aber wirklich nicht, da� es dazu kommen wird.�</p><p>Rand blies die Wangen auf. Offensichtlich war es komplizierter, als er gedacht hatte, Mitglied im Gemeinderat zu sein. Der Karren rumpelte weiter die Haldenstra�e entlang.</p><p>�Hat noch irgend jemand au�er Perrin diesen seltsamen Reiter gesehen?� fragte Tam.</p><p>�Ja, Mat, aber...� Rand blinzelte und blickte �ber Belas R�cken hinweg seinen Vater an. �Du glaubst mir? Ich mu� zur�ckkehren. Ich mu� es ihnen erz�hlen.� Tams Ruf hielt ihn auf, bevor er zum Dorf zur�ckrennen konnte.</p><p>�Halt, Junge, halt! Hast du gedacht, da� ich ohne Grund so lange warte, um mit dir dar�ber zu sprechen?�</p><p>Z�gernd ging Rand weiter neben dem Wagen her, der quietschend der geduldigen Bela folgte. �Warum hast du deine Meinung ge�ndert? Warum soll ich es den anderen nicht erz�hlen?�</p><p>�Sie werden es fr�h genug erfahren. Perrin zumindest. Bei Mat bin ich mir nicht so sicher. Man mu� die Bauern auf ihren H�fen warnen, so gut es geht, aber ansonsten wird es in einer Stunde in Emondsfeld niemand �ber sechzehn geben oder jedenfalls keinen vertrauensw�rdigen Erwachsenen, der nicht wei�, da� sich ein Fremder hier herumtreibt, und zwar ein Kerl von der Sorte, die man nicht zum Fest einl�dt. Der Winter war ohnehin schon schlimm genug. Man sollte die Kinder nicht auch noch �ngstigen.�</p><p>�Fest?� sagte Rand. �Wenn du ihn gesehen h�ttest, w�rdest du ihn dir mehr als zehn Meilen wegw�nschen. Vielleicht sogar hundert.�</p><p>�Ja, vielleicht�, sagte Tam gelassen. �Er kann ja durchaus vor den Unruhen in Ghealdan geflohen sein, oder er ist ein Dieb, der denkt, er k�nne hier leichter als in Baerlon oder Taren-F�hre Beute machen. Aber niemand besitzt hier etwas, das er sich so ohne weiteres stehlen l��t. Falls der Mann versucht, vor dem Krieg davonzurennen... Na ja, das ist keine Entschuldigung daf�r, Leuten Angst einzujagen. Wenn die Wache einmal steht, wird sie ihn entweder finden oder gleich verjagen.�</p><p>�Ich hoffe, man verjagt ihn. Aber weshalb glaubst du mir jetzt, w�hrend du mir heute morgen nicht geglaubt hast?�</p><p>�Zu der Zeit war ich auf meine eigenen Augen angewiesen, Junge, und ich sah nichts.� Tam sch�ttelte den ergrauten Kopf. �Es scheint, nur junge M�nner sehen diesen Burschen. Als dann aber Haral Luhhan erw�hnte, da� Perrin Geister sehe, da kam alles heraus. Jon Thanes �ltester Sohn sah ihn auch, genau wie Samel Crawes Junge Bandry. Also, wenn vier von euch behaupten, sie h�tten etwas gesehen � alles ordentliche junge Leute -, dann glauben wir allm�hlich, da� jemand da ist, ob wir ihn nun sehen k�nnen oder nicht. Alle au�er Cenn nat�rlich. Jedenfalls ist das der Grund, weshalb wir nach Hause zur�ckkehren. Wenn wir beide abwesend sind, k�nnte der Fremde dort alles m�gliche anstellen. Wenn es nicht des Festes wegen w�re, k�me ich morgen auch nicht ins Dorf zur�ck. Aber wir k�nnen uns nicht in den eigenen vier W�nden einsperren, nur weil so ein Bursche hier herumlungert.�</p><p>�Ich habe das mit Ban und Lem nicht gewu�t�, sagte Rand. �Wir anderen wollten morgen zum B�rgermeister gehen, aber wir f�rchteten, er werde uns nicht glauben.�</p><p>�Graue Haare bedeuten nicht, da� unser Hirn geschrumpft ist�, meinte Tam trocken. �Also halte gut Ausschau. Vielleicht bekomme ich ihn auch zu Gesicht, falls er wieder auftaucht.�</p><p>Rand beschlo�, sich daran zu halten. Zu seiner �berraschung merkte er, wie sein Schritt leichter wurde. Die Knoten waren aus seinen Schultern verschwunden. Er f�rchtete sich immer noch, aber es war nicht so schlimm wie vorher. Tam und er befanden sich genauso allein und verlassen auf der Haldenstra�e wie am Morgen, aber irgendwie f�hlte er sich, als sei das ganze Dorf bei ihnen. Der Unterschied lag darin, da� nun andere Bescheid wu�ten und ihm glaubten. Was immer der schwarze Reiter anstellen mochte, die Leute von Emondsfeld w�rden gemeinsam mit ihm fertig werden.</p></section><section><title><p>5</p><p>Winternacht</p></title><p>Als der Karren den Bauernhof erreichte, hatte die Sonne bereits auf halbem Weg die Mittagsh�he �berschritten. Es war kein gro�es Geb�ude, bei weitem nicht so gro� wie einige der ausgedehnten Anwesen im Osten, Behausungen, die �ber die Jahre hinweg gewachsen waren und in denen gro�e Familien wohnten. In der Gegend der Zwei Fl�sse lebten oftmals drei oder vier Generationen unter einem Dach, und das schlo� Tanten, Onkel, Vetter und Neffen mit ein. Tam und Rand galten als au�ergew�hnlich in zweierlei Hinsicht: Die beiden M�nner lebten allein, und ihr Hof lag im Westwald.</p><p>Hier befanden sich die meisten R�ume auf ebener Erde. Das Haus bildete ein sauberes Rechteck ohne Seitenfl�gel oder Anbauten. Zwei Schlafzimmer und ein Speicher f�gten sich noch oben unter das steile Strohdach. Obwohl die wei�e T�nche nach den Winterst�rmen fast ganz von den massiven Holzw�nden verschwunden war, befand sich das Haus immer noch in ordentlichem Zustand. Das Strohdach war wieder dicht, T�ren und Fensterl�den waren gut befestigt und pa�ten genau.</p><p>Haus, Scheune und der von einer Steinmauer eingefa�te Schafpferch bildeten ein Dreieck um den Hof. Dort hatten sich ein paar H�hner hinausgewagt und scharrten im kalten Erdreich herum. Gleich neben dem Schafpferch standen ein offener Schuppen zum Scheren der Schafe und ein steinerner Brunnentrog. Am Rand der Felder zwischen dem Hof und den B�umen ragte der hohe Kegel eines Trockenraums auf. Nur wenige Bauern der Zwei Fl�sse kamen ohne den Tabakanbau aus, der es ihnen erm�glichte, den Kaufleuten, wenn sie endlich kamen, Wolle und Tabak zu verkaufen.</p><p>Als Rand in den Steinpferch schaute, blickte der Leithammel zu ihm auf, die meisten Schafe der schwarzgesichtigen Herde blieben aber friedlich dort, wo sie lagen oder standen, die K�pfe im Futtertrog. Ihre Wolle war dicht und lockig, aber es war noch zu kalt zum Scheren.</p><p>�Ich glaube nicht, da� der Schwarzgekleidete hierhergekommen ist!� rief Rand seinem Vater zu, der langsam um das Haus herumging, einen Speer kampfbereit in der Hand, und den Boden genau betrachtete. �Die Schafe w�ren nicht so ruhig, wenn er dagewesen w�re.�</p><p>Tam nickte, blieb aber nicht stehen. Als er seine Runde um das Haus beendet hatte, ging er anschlie�end genauso aufmerksam um die Scheune und den Pferch herum, wobei er immer noch den Boden nach Spuren untersuchte. Er �berpr�fte sogar die R�ucherkammer und den Trockenraum. Er zog einen Eimer Wasser aus dem Brunnen, sch�pfte eine Handvoll, roch daran und ber�hrte das Wasser vorsichtig mit der Zungenspitze. Dann lachte er pl�tzlich laut auf und trank es mit einem schnellen Schluck.</p><p>�Ich glaube auch, er war nicht da�, sagte er zu Rand und wischte sich die Hand am Mantel ab. �Das ganze Gerede �ber M�nner und Pferde, die ich nicht sehen oder h�ren kann, macht mich so nerv�s, da� ich schon alles schief anschaue.� Er go� das Brunnenwasser in einen anderen Eimer und ging auf das Haus zu, in der einen Hand den Eimer, in der anderen den Speer. �Ich werde einen Eintopf aufsetzen, damit wir etwas zum Essen bekommen. Und wenn wir sowieso schon hier sind, k�nnen wir auch mit der Arbeit anfangen.�</p><p>Rand schnitt eine Grimasse. Er bedauerte, die Winternacht nicht in Emondsfeld verbringen zu k�nnen. Aber Tam hatte recht. Auf einem Bauernhof h�rte die Arbeit niemals auf; kaum hatte man eine Sache erledigt, tauchten schon zwei andere auf, um die man sich k�mmern mu�te. Er z�gerte, behielt aber dann Bogen und K�cher doch bei sich. Falls der dunkle Reiter erschien, wollte er ihm nicht nur mit einer Hacke begegnen.</p><p>Zuerst mu�te Bela in den Stall gebracht und versorgt werden. Sobald er sie ausgespannt und in einer Box in der Scheune gleich neben der Kuh untergebracht hatte, legte er den Umhang ab und rieb die Stute mit trockenem Stroh ab. Anschlie�end striegelte er sie mit zwei B�rsten. Er kletterte die schmale Leiter zum Heuboden hinauf und warf Heu f�r Bela hinunter. Er nahm auch einen Scheffel Hafer mit, obwohl nicht mehr viel da war und sie m�glicherweise l�ngere Zeit keinen Hafer mehr bekommen w�rden � es sei denn, es w�rde endlich warm. Die Kuh hatten sie schon im ersten Morgenlicht gemolken. Sie hatte nur ein Viertel ihrer normalen Menge gegeben; im Verlauf des langen Winters schien sie auszutrocknen.</p><p>Sie hatten den Schafen Futter f�r zwei Tage dagelassen � sie h�tten eigentlich l�ngst auf der Weide stehen sollen, doch es gab kaum Gras f�r sie -, aber er f�llte ihren Wassertrog wieder auf. Auch die mittlerweile gelegten Eier mu�ten eingesammelt werden. Es waren nur drei. Die H�hner wurden anscheinend immer schlauer und versteckten sie zu gut.</p><p>Er ging gerade mit einer Hacke auf der Schulter zum Gem�segarten hinter dem Haus, als Tam herauskam und sich auf eine Bank vor der Scheune setzte, um Belas Geschirr zu reparieren. Der Speer lehnte an seiner Seite. Als Rand das sah, empfand er seinen mitgenommenen Bogen und den K�cher nicht mehr als l�cherlich. Beides lag auf seinem Umhang, einen Schritt von seinem Arbeitsplatz entfernt.</p><p>In den Beeten zeigte sich nur wenig Unkraut, aber immer noch mehr Unkraut als alles andere. Die Kohlk�pfe waren blo�e St�mpfe, es war kaum ein Bohnen- oder Erbsensch��ling zu sehen und keine einzige R�be. Sie hatten nat�rlich nicht alles gepflanzt � nur einen Teil, in der Hoffnung, die kalte Periode werde rechtzeitig enden, so da� sie etwas ernten konnten, bevor der Keller ganz leer war. Er brauchte nicht lange mit seiner Hacke. In fr�heren Jahren w�re er dar�ber froh gewesen, aber jetzt fragte er sich, was zu tun sei, wenn dieses Jahr nichts wuchs. Kein angenehmer Gedanke. Und er mu�te immer noch Brennholz spalten.</p><p>Es schien Rand schon Jahre zur�ckzuliegen, da� er einmal kein Brennholz spalten mu�te. Aber Selbstmitleid w�rde das Haus nicht w�rmen, also holte er die Axt, stellte Bogen und K�cher neben den Hackklotz und machte sich an die Arbeit. Kiefer ergab eine flinke, hei�e Flamme, und Eiche brannte daf�r l�nger. Er f�hlte sich bald so warm, da� er den Mantel auszog. Als der Haufen Holzscheite gro� genug war, stapelte er ihn an der Seitenwand des Hauses neben anderen Stapeln von fr�her auf. Die meisten reichten hinauf bis zur Traufe. Normalerweise waren zu dieser Jahreszeit die Brennholzstapel klein, und man sah nur wenige; anders in diesem Jahr. <emphasis>Hack und staple, hack und staple,</emphasis> so verlor er sich im Rhythmus der Axthiebe und der Bewegungen beim Aufeinanderlegen der Scheite. Tams Hand auf der Schulter rief ihn in die Wirklichkeit zur�ck, und einen Augenblick lang blinzelte er �berrascht.</p><p>Graues Zwielicht hatte sich w�hrend seiner Arbeit ausgebreitet, und auch das d�mmerte schon der Nacht entgegen. Der Vollmond stand bereits hoch �ber den Baumwipfeln und schimmerte bla� und aufgedunsen, als wolle er gleich auf ihre K�pfe herunterfallen. Ohne da� er es bemerkt hatte, war der Wind k�lter geworden, und Wolkenfetzen trieben �ber den dunklen Himmel.</p><p>�Machen wir den Abwasch, Junge, und dann essen wir zu Abend. Ich habe auch schon Badewasser zum Hei�machen hineingetragen. Dann k�nnen wir vor dem Schlafen noch ein Bad nehmen.�</p><p>�Alles Hei�e h�rt sich f�r mich gut an�, sagte Rand. Er hob seinen Umhang auf und warf ihn sich �ber die Schultern. Sein Hemd war schwei�getr�nkt, und der Wind, den er in der Hitze des Axtschwingens vergessen hatte, schien sich zu bem�hen, das Hemd jetzt, da er mit Arbeiten aufgeh�rt hatte, zu einem steifen Brett zu gefrieren. Er unterdr�ckte ein G�hnen und las unter K�lteschauern seine �brigen Sachen auf. �Schlaf w�re auch, davon abgesehen, eine feine Sache. Ich k�nnte das ganze Fest �ber schlafen.�</p><p>�W�rdest du darauf wetten?� Tam l�chelte, und Rand mu�te unwillk�rlich zur�ckgrinsen. Er w�rde Bel Tine nicht vers�umen, und wenn er eine ganze Woche lang nicht mehr geschlafen h�tte. Das w�rde allen so gehen.</p><p>Tam hatte besonders viele Kerzen aufgestellt, und in dem gro�en gemauerten Kamin prasselte ein Feuer, so da� die Wohnstube W�rme und Gem�tlichkeit ausstrahlte. Au�er dem Kamin fiel in dem Raum vor allem ein breiter Eichenholztisch auf. Der Tisch war lang genug f�r ein Dutzend Leute oder mehr, obwohl kaum jemals so viele dort gesessen hatten, nachdem Rands Mutter gestorben war. An den W�nden standen ein paar Kommoden und Truhen, die von Tam kunstvoll angefertigt worden waren. Um den Tisch standen St�hle mit hohen Lehnen. Der Polsterstuhl, den Tam seinen �Lesestuhl� nannte, stand seitlich versetzt vor dem Kamin. Rand zog es vor, ausgestreckt auf dem L�ufer vor dem Feuer liegend zu lesen. Das B�cherregal neben der T�r war bei weitem nicht so lang wie das in der Weinquellenschenke, aber B�cher waren schwer zu bekommen. Wenige H�ndler f�hrten mehr als eine Handvoll mit sich, und die mu�ten f�r alle reichen, denen es nach Lekt�re verlangte.</p><p>Wenn der Raum auch nicht ganz so frisch gescheuert aussah, wie es bei den meisten Bauersfrauen �blich war (Tams Pfeifenst�nder und <emphasis>Die Reisen von Jain Fernstreicher</emphasis> lagen auf dem Tisch, w�hrend ein weiteres in Holz gebundenes Buch auf dem Polster des Lesestuhls lag, ein St�ck reparaturbed�rftiges Pferdegeschirr lag auf der Bank beim Kamin, und ein paar Hemden, die gestopft werden mu�ten, h�uften sich auf einem Stuhl), wenn der Raum also nicht ganz so fleckenlos rein war, wirkte er doch sehr sauber und ordentlich und so wohnlich, da� es jedem Besucher das Herz w�rmte. Hier war es m�glich, die bei�ende K�lte jenseits der W�nde zu vergessen. Hier gab es keinen falschen Drachen, keinen Krieg und keine Aes Sedai. Auch keine M�nner in schwarzen M�nteln. Der Duft des Eintopfs �ber dem Feuer erf�llte den Raum, und Rand bekam pl�tzlich schrecklichen Hunger.</p><p>Sein Vater r�hrte das Essen mit einem langen h�lzernen Kochl�ffel um und probierte ein wenig. �Noch ein bi�chen.�</p><p>Rand wusch sich schnell Gesicht und H�nde. In der N�he der T�r standen auf einem Waschgestell ein Krug und eine Sch�ssel. Was er brauchte, war ein hei�es Bad, um den Schwei� abzuwaschen und die K�lte zu vertreiben, aber das mu�te warten, bis sie Zeit hatten, den gro�en Kessel im Hinterzimmer zu erhitzen.</p><p>Tam kramte in einer Kommode herum und fand schlie�lich einen Schl�ssel, der so lang war wie seine Hand. Er drehte ihn in dem gro�en Eisenschlo� an der T�r um. Als Rand ihn fragend anblickte, sagte er: �Besser ist besser. Vielleicht spinne ich ein wenig, oder das Wetter dr�ckt meine Stimmung, aber...� Er seufzte und warf den Schl�ssel mit der flachen Hand ein St�ckchen hoch. �Ich sehe mal nach der Hintert�r�, sagte er und verschwand im r�ckw�rtigen Teil des Hauses.</p><p>Rand konnte sich nicht daran erinnern, da� eine der beiden T�ren jemals abgeschlossen worden war. Keiner im Gebiet der Zwei Fl�sse verschlo� die T�ren. Es war niemals n�tig gewesen. Zumindest bisher.</p><p>Von oben aus Tams Schlafzimmer erklang ein schleifendes Ger�usch, als werde etwas am Boden entlanggezerrt. Rand zog die Augenbrauen hoch. Falls sich Tam nicht soeben entschlossen hatte, die M�bel umzustellen, konnte er nur die alte Truhe hervorgezogen haben, die er unter dem Bett aufbewahrte. Wieder etwas, das noch nie geschehen war, solange sich Rand erinnern konnte.</p><p>Er f�llte einen kleinen Kessel mit Teewasser, h�ngte ihn an einen Haken �ber dem Feuer und deckte den Tisch. Er hatte die Teller und L�ffel selbst geschnitzt. Die vorderen Fensterl�den waren noch nicht geschlossen, und von Zeit zu Zeit sp�hte er hinaus. Doch die Nacht war gekommen, und alles, was er sehen konnte, waren Mondschatten. Der dunkle Reiter konnte sehr wohl dort drau�en sein, aber er versuchte, nicht daran zu denken.</p><p>Als Tam zur�ckkam, machte Rand vor �berraschung gro�e Augen. Ein breiter G�rtel hing an Tams H�ften, und am G�rtel hing ein Schwert. Ein bronzener Reiher war auf der schwarzen Scheide zu sehen und ein weiterer auf dem langen Knauf. Die einzigen M�nner, die Rand jemals ein Schwert hatte tragen gesehen, waren die Leibw�chter der Kaufleute. Und nat�rlich Lan. Er w�re nie darauf gekommen, da� sein Vater �berhaupt eines besa�. Abgesehen von den Reihern sah das Schwert dem Schwert Lans ziemlich �hnlich.</p><p>�Woher hast du das?� fragte er. �Hast du es von einem H�ndler gekauft? Was hat es gekostet?�</p><p>Langsam zog Tam die Waffe; Feuerschein spiegelte sich auf der schimmernden Schneide. Das war ganz anders als bei den einfachen rohen Klingen, die Rand in den H�nden der Leibw�chter gesehen hatte. Es war nicht mit Gold oder Edelsteinen verziert, und doch schien es Rand irgendwie gro�, bedeutend. Die ganz leicht gekr�mmte und nur auf einer Seite geschliffene Schneide trug ebenfalls den Reiher in den Stahl einge�tzt. Die kurzen Querstreben am Knauf waren wie Z�pfe gearbeitet. Verglichen mit den Schwertern der Leibw�chter, schien es fast zerbrechlich. Die meisten dieser plumpen Schwerter waren auf beiden Seiten gesch�rft und dick genug, um einen Baum zu f�llen.</p><p>�Ich habe es vor langer Zeit erworben�, sagte Tam, �sehr weit entfernt von hier. Und ich habe viel zuviel daf�r bezahlt; zwei Kupferpfennige sind zuviel f�r eine Waffe wie diese. Deine Mutter wollte es nicht, aber sie war immer schon kl�ger als ich. Ich war jung damals, und es schien den Preis wert zu sein. Sie wollte immer, da� ich es los werden sollte, und mehr als einmal kam mir der Gedanke, da� sie recht hatte und ich es einfach weggeben sollte.�</p><p>Reflektierter Feuerschein lie� die Klinge aufflammen.</p><p>Rand erschrak. Er hatte oft davon getr�umt, ein Schwert zu besitzen. �Es weggeben? Wie k�nntest du ein Schwert wie dieses weggeben?�</p><p>Tam schnaubte. �Kann man wohl kaum zum Schafeh�ten verwenden, oder? Ich kann auch kein Feld damit umpfl�gen oder Getreide schneiden.� Eine ewig w�hrende Minute lang starrte er das Schwert an, als �berlege er, was er mit solch einem Ding anfangen k�nne. Schlie�lich stie� er einen schweren Seufzer aus. �Aber falls ich nicht einfach nur schwarz sehe, falls uns das Gl�ck verl��t, kann es sein, da� ich in den n�chsten Tagen noch froh sein werde, es statt dessen in diese alte Truhe gelegt zu haben.� Er lie� das Schwert sanft in die Scheide zur�ckgleiten und wischte sich mit einer Grimasse die Hand am Hemd ab. �Der Eintopf d�rfte fertig sein. Ich f�lle die Sch�ssel, und du machst derweil den Tee.�</p><p>Rand nickte und nahm die Teeb�chse, aber er wollte schon alles genau wissen. Warum hatte Tam wohl ein Schwert gekauft? Er konnte es sich nicht vorstellen. Und wo hatte es Tam aufgetrieben? Wie weit entfernt? Keiner verlie� je die Zwei Fl�sse, oder h�chstens ganz wenige. Er hatte schon immer vage Vermutungen dar�ber angestellt, da� sein Vater drau�en gewesen sein mu�te -seine Mutter war Ausl�nderin gewesen -, aber ein Schwert... ? Er hatte eine Menge Fragen auf dem Herzen, sobald sie am Tisch sa�en.</p><p>Das Teewasser kochte, und er mu�te ein Tuch um den Kesselgriff wickeln, um ihn vom Haken zu nehmen. Die Hitze drang sofort durch.</p><p>Als er sich vom Feuer aufrichtete, lie� ein heftiger Schlag gegen die T�r das Schlo� erzittern. Alle Gedanken an das Schwert oder den hei�en Kessel in seiner Hand verflogen.</p><p>�Einer der Nachbarn�, sagte er unsicher. �Vielleicht will Meister Dautry etwas borgen... � Aber der Hof der Dautrys, ihrer n�chsten Nachbarn, war auch bei Tageslicht eine Wegstunde entfernt, und auch wenn Oren Dautry st�ndig schamlos Sachen auslieh, war es wenig wahrscheinlich, da� er seinen Hof nach Einbruch der Dunkelheit verlie�.</p><p>Tam stellte leise die mit Eintopf gef�llten Teller auf den Tisch. Langsam bewegte er sich vom Tisch weg. Beide H�nde ruhten auf dem Griff seines Schwerts. �Ich glaube nicht...�, begann er, und dann barst die T�r entzwei. Bruchst�cke des eisernen Schlosses schlitterten �ber den Boden.</p><p>Eine Gestalt f�llte den T�rrahmen, gr��er als jeder Mann, den Rand je gesehen hatte, eine Gestalt in schwarzem Kettenpanzer, der ihr bis zu den Knien reichte, mit Dornen an Handgelenken, Ellbogen und Schultern. Eine Hand hielt ein schweres sichel�hnliches Schwert, die andere wurde vor die Augen gehalten, als solle sie vor dem Licht sch�tzen.</p><p>Rand f�hlte sich auf seltsame Art erleichtert. Wer das auch war, es war nicht der schwarzgekleidete Reiter. Dann bemerkte er die gekr�mmten Widderh�rner an dem Kopf, der den oberen Teil des T�rrahmens streifte, und wo sich Mund und Nase befinden sollten, sah er eine behaarte Schnauze. Er nahm das alles innerhalb eines einzigen tiefen Atemzugs wahr und stie� einen entsetzten Schrei aus. Gleichzeitig warf er den hei�en Kessel nach dem halbmenschlichen Kopf.</p><p>Die Kreatur br�llte auf. Zum Teil klang es nach einem Schmerzensschrei, zum Teil nach dem Knurren eines Tieres. Kochendes Wasser lief ihm �ber das Gesicht. In dem Moment, als der Kessel traf, blitzte Tams Schwert auf. Aus dem Br�llen wurde ein Gurgeln, und die riesige Gestalt st�rzte r�ckw�rts. Bevor sie noch gefallen war, versuchte eine zweite, sich an der ersten vorbeizuschieben. Rand ersp�hte einen mit dornen�hnlichen H�rnern bewehrten verformten Kopf, bevor Tam erneut zuschlug. Dann blockierten zwei riesige erschlaffte K�rper den Eingang. Rand merkte, da� sein Vater ihm etwas zurief.</p><p>�Renn weg, Junge! Versteck dich im Wald!� Die Leichen im Eingang zuckten, als andere von drau�en versuchten, sie wegzuziehen. Tam b�ckte sich und hob mit der Schulter unter St�hnen den schweren Tisch, um ihn vor die T�r zu schieben. �Es sind zu viele! Das h�lt nicht! Renn hinten raus! Los! Schnell! Ich komme nach!�</p><p>Noch w�hrend Rand sich zur Flucht wandte, sch�mte er sich, da� er so schnell gehorchte. Er wollte bleiben und seinem Vater helfen, obwohl er sich nicht vorstellen konnte, wie, aber die Angst hatte ihn bei der Gurgel gepackt, und die Beine bewegten sich ohne sein Zutun. Er rannte aus dem Raum in den r�ckw�rtigen Teil des Hauses. So schnell war er noch nie gelaufen. Krachende Ger�usche und Schreie aus der Wohnstube verfolgten ihn.</p><p>Er hatte die H�nde schon auf dem Querbalken, der die Hintert�r versperrte, als sein Blick auf das Eisenschlo� fiel, das nie verschlossen wurde. Allerdings hatte Tam genau das heute nacht getan. Er lie� den Balken, wo er war, und rannte zu einem Seitenfenster. Er schob das Fenster hoch und �ffnete die Fensterl�den. Die Nacht hatte die D�mmerung abgel�st. Der Vollmond und die �ber den Himmel treibenden Wolken erzeugten gefleckte Schatten, und diese jagten sich gegenseitig quer �ber den Hof.</p><p><emphasis>Schatten,</emphasis> sagte er sich. Nur Schatten. Die Hintert�r knarrte, als jemand � oder etwas � versuchte, sie aufzudr�cken. Der Mund wurde Tam trocken. Ein Krachen ersch�tterte die T�r in ihrem Rahmen und machte ihm Beine. Er schl�pfte durch das Fenster und kauerte sich wie ein Hase an die Seitenwand des Hauses. Im Raum drinnen zersplitterte Holz mit donnerndem Get�se.</p><p>Er zwang sich hoch und sp�hte geduckt durch das Fenster, nur mit einem Auge, nur an einer Fensterecke. Im Dunkeln konnte er nicht viel ausmachen, aber immer noch mehr, als ihm lieb war. Die Reste der T�r hingen schief in den Angeln, und schattenhafte Gestalten bewegten sich vorsichtig im Raum. Sie sprachen mit leisen kehligen Stimmen. Rand verstand die Worte nicht, die gesagt wurden. Die Sprache klang hart und f�r menschliche Zungen ungeeignet. �xte und Speere und dornige � Dinge reflektierten matt die wenigen Strahlen Mondlicht, die sich dort hinein verirrten. Stiefel scharrten �ber den Fu�boden, und er h�rte auch ein rhythmisches Klappern wie von Hufen.</p><p>Er versuchte, Speichel zu sammeln und seinen Mund wieder zu befeuchten. Dann zog er tief, wenn auch zitternd, Luft ein und schrie so laut er konnte: �Sie kommen von hinten!� Die Worte kamen mehr als Kr�chzen heraus, aber wenigstens waren sie gut h�rbar. Er war sich da nicht sicher gewesen. �Ich bin drau�en! Renn, Vater!� Mit dem letzten Wort rannte er los, weg vom Haus.</p><p>Heisere Schreie in der seltsamen Sprache erklangen aus dem Hinterzimmer. Glas splitterte, laut und klirrend, und irgend etwas prallte schwer hinter ihm auf dem Boden auf. Einer von ihnen hatte wahrscheinlich den Weg durch das Fenster einem m�hevollen Hinauszw�ngen durch die T�r�ffnung vorgezogen, aber er sah nicht nach hinten, um sich zu vergewissern, ob er recht hatte. Wie ein Fuchs vor der Meute, so huschte er von einem Mondschatten in den anderen, als halte er auf den Wald zu, doch dann lie� er sich auf den Bauch fallen und kroch zur�ck zur Scheune und ihrem gr��eren, tieferen Schatten. Etwas fiel quer �ber seine Schultern. Er schlug um sich, nicht sicher, ob er k�mpfen oder entkommen sollte, bis er merkte, da� er den Stiel der neuen Hacke gepackt hielt, den Tam bearbeitet hatte.</p><p><emphasis>Idiot!</emphasis> Einen Augenblick lang lag er da und bem�hte sich, seinen Atem wieder zu beruhigen. <emphasis>Coplin-Narr-Idiot!</emphasis> Schlie�lich kroch er am hinteren Teil der Scheune entlang und schleifte den Hackenstiel mit. Es war nicht viel, aber besser als nichts. Vorsichtig lugte er um die Ecke �ber den Hof zum Haus.</p><p>Er sah kein Anzeichen der Kreatur, die ihm nachgesprungen war. Sie konnte �berall sein. Sicher jagte sie ihn. Vielleicht schlich sie sich in diesem Moment gerade an.</p><p>Ver�ngstigtes Bl�ken kam aus dem Schafpferch zu seiner Linken; die Herde dr�ngte sich zusammen, als suche sie nach einem Fluchtweg. Schattenhafte Gestalten huschten an den beleuchteten Fenstern im vorderen Teil des Hauses vorbei, und das Klirren von Stahl auf Stahl klang durch die Dunkelheit. Pl�tzlich w�lbte sich eines der Fenster nach au�en, und in einem Regen von Scherben und Holz sprang Tam hindurch, das Schwert immer noch in der Hand. Er landete auf den F��en, aber statt vom Haus wegzurennen, eilte er zum hinteren Teil und achtete nicht auf die monstr�sen Kreaturen, die hinter ihm aus dem geborstenen Fenster und der T�r drangen. Rand starrte ungl�ubig hin�ber. Warum versuchte er nicht zu entkommen? Dann verstand er. Tam hatte seine Stimme zuletzt vom hinteren Teil des Hauses her vernommen.</p><p>�Vater!� schrie er. �Ich bin hier dr�ben!�</p><p>Tam wirbelte herum, rannte dann aber nicht auf Rand zu, sondern in einem Winkel von ihm weg. �Renn, Junge!� schrie er und deutete mit dem Schwert auf etwas vor ihm. �Versteck dich!� Ein Dutzend riesiger Gestalten hetzte ihm nach. Grelle Schreie und schrilles Heulen brachten die Luft zum Erzittern.</p><p>Rand zog sich in den Schatten hinter der Scheune zur�ck. Er konnte dort vom Haus aus nicht gesehen werden, falls noch weitere der Kreaturen sich dort aufhielten. Zumindest im Moment war er sicher. Aber Tam nicht. Tam, der sich bem�hte, diese Monster von ihm abzulenken. Seine H�nde verkrampften sich um den Stiel der Hacke, und er mu�te die Z�hne zusammenbei�en, um ein pl�tzliches Lachen zu verhindern. Ein Hackenstiel. Wenn er einer dieser Kreaturen mit dem Stiel einer Hacke gegen�berstand, �hnelte das nicht mehr seinen Stabk�mpfen mit Perrin. Aber er konnte Tam nicht mit seinen Verfolgern alleinlassen.</p><p>�Wenn ich mich so vorsichtig bewege, als schliche ich mich an ein Kaninchen an�, fl�sterte er in sich hinein, �dann k�nnen sie mich niemals h�ren oder sehen.� Die unheimlichen Schreie hallten in der Dunkelheit wider, und er versuchte zu schlucken. �Klingt eher nach einem Rudel verhungernder W�lfe.� Lautlos glitt er aus dem Schatten der Scheune auf den Wald zu. Sein Griff um den Stiel war so verkrampft, da� die H�nde schmerzten. Zuerst f�hlte er sich wohler, als die B�ume ihn umgaben. Sie halfen ihm, sich vor den Kreaturen zu verstecken. Als er aber weiter durch den Wald schlich, zerflossen und bewegten sich die Schatten, die der Mond warf, und mit ihnen schien sich die Dunkelheit des Waldes zu ver�ndern und ebenfalls zu bewegen. B�ume ragten b�sartig �ber ihm auf; �ste schienen nach ihm zu greifen. Aber waren das nur B�ume und �ste? Er konnte beinahe das knurrende, glucksende Lachen h�ren, das sie unterdr�ckten, w�hrend sie auf ihn warteten. Das Heulen von Tams Verfolgern war nicht mehr zu h�ren, doch in der darauffolgenden Stille schrak er jedesmal zusammen, wenn der Wind einen Zweig gegen den anderen schlug. Tiefer und tiefer duckte er sich und schlich immer langsamer. Er traute sich kaum zu atmen, aus Angst, da� man ihn h�ren k�nne.</p><p>Pl�tzlich legte sich eine Hand von hinten �ber seinen Mund, und ein eiserner Griff umspannte sein Handgelenk. Verzweifelt griff er mit der freien Hand �ber die Schulter, um den Angreifer irgendwie zu packen.</p><p>�Brich mir nicht den Hals, Junge!� kam Tams heiseres Fl�stern.</p><p>Erleichterung durchflutete ihn und verwandelte seine Muskeln in Pudding. Als sein Vater ihn loslie�, fiel er auf H�nde und Knie und keuchte, als sei er meilenweit gerannt. Tam legte sich neben ihn, auf einen Ellenbogen gest�tzt.</p><p>�Ich hatte ganz vergessen, wie sehr du in den letzten Jahren gewachsen bist�, sagte Tam leise. Seine Augen bewegten sich beim Sprechen st�ndig. Er sp�hte angestrengt in die Dunkelheit hinaus. �Aber ich mu�te sichergehen, da� du nicht laut sprichst. Trollocs haben ein fast ebenso gutes Geh�r wie Hunde. Vielleicht sogar ein besseres.�</p><p>�Aber Trollocs sind nur...� Rand beendete den Satz nicht. Keine Gutenachtgeschichte, seit heute nicht mehr. Die Monster konnten Trollocs sein oder auch der Dunkle K�nig selbst. Er hatte keine Ahnung. �Bist du sicher?� fl�sterte er. �Ich meine � Trollocs?�</p><p>�Ich bin sicher. Was sie allerdings zu den Zwei Fl�ssen gef�hrt hat... Vor dem heutigen Abend habe ich noch nie einen gesehen, aber ich habe mit M�nnern gesprochen, die welche kannten, also wei� ich einiges �ber sie. Vielleicht genug, um unser Leben zu retten. H�r genau zu! Ein Trolloc kann im Dunkeln besser sehen als ein Mensch, aber helles Licht blendet ihn, jedenfalls f�r eine Weile. Das war wohl der einzige Grund, warum wir so vielen von ihnen entkommen konnten. Sie k�nnen Spuren durch Geruch oder Ger�usche verfolgen, aber man sagt, sie seien faul. Wenn wir ihnen lang genug davonlaufen, geben sie wahrscheinlich auf.�</p><p>Rand f�hlte sich nach diesen Erkl�rungen kaum besser. �Den Geschichten nach hassen sie Menschen und dienen dem Dunklen K�nig.�</p><p>�Wenn irgend etwas zur Herde des Sch�fers der Nacht geh�rt, Junge, dann sind es Trollocs. Man hat mir erz�hlt, da� sie aus Lust am T�ten morden. Aber sonst wei� ich nichts mehr, au�er da� man ihnen nicht trauen kann. Nur wenn sie Angst vor dir haben, kannst du ihnen ein bi�chen trauen.�</p><p>Rand erschauerte. Er wollte nicht unbedingt jemandem begegnen, vor dem selbst Trollocs Angst hatten. �Glaubst du, sie suchen immer noch nach uns?�</p><p>�Vielleicht, vielleicht auch nicht. Sie kommen mir nicht gerade schlau vor. Sobald wir den Wald erreichten, lockte ich meine Verfolger in Richtung Gebirge. Es war nicht sehr schwer.� Tam fa�te sich an die rechte Seite und hielt die Hand nahe vor das Gesicht. �Verhalte dich aber am besten so, als seien sie klug genug.�</p><p>�Du bist verletzt.�</p><p>�Sprich nicht so laut. Es ist nur ein Kratzer, und im Moment kann ich sowieso nichts tun. Wenigstens scheint das Wetter w�rmer zu werden.� Er lie� sich mit einem schweren Seufzer zur�ckfallen. �Vielleicht wird die Nacht im Freien doch nicht so schlimm.�</p><p>Rand hatte sich auch gerade wohlig seinen Mantel und den Umhang vorgestellt. Die B�ume hielten den Wind zum Teil ab, aber was durchkam, schnitt immer noch wie ein gefrorenes Messer in ihn hinein. Z�gernd ber�hrte er Tams Gesicht und fuhr zusammen. �Du gl�hst ja. Ich mu� dich zu Nynaeve bringen.�</p><p>�Immer mit der Ruhe, Junge.�</p><p>�Wir d�rfen keine Zeit verschwenden. Es ist ein langer Weg in dieser Dunkelheit.� Er kam auf die F��e und versuchte den Vater hochzuziehen. Er lie� ihn jedoch schnell zur�ckgleiten, als Tam ein kaum unterdr�cktes St�hnen ausstie�.</p><p>�La� mich eine Weile ausruhen, Junge. Ich bin m�de.�</p><p>Rand schlug sich mit der Faust auf die H�fte. H�tten sie sich in der Sicherheit des Hauses befunden, mit einem Feuer im Kamin, Decken, genug Wasser und Weidenrinde, dann w�re er vielleicht gewillt gewesen, bis zum Tagesanbruch zu warten und dann Bela anzuschirren und Tam ins Dorf zu bringen. Hier gab es kein Feuer, keine Decken, keinen Karren und auch keine Bela. Das alles befand sich noch dr�ben im Haus. Wenn er Tam nicht hin�ber tragen konnte, so konnte er doch zumindest einiges f�r Tam herausholen. Falls die Trollocs weg waren. Fr�her oder sp�ter mu�ten sie doch gehen.</p><p>Er sah den Hackenstiel an und lie� ihn fallen. Statt dessen zog er Tams Schwert. Die Schneide schimmerte matt im blassen Mondlicht. Der lange Griff f�hlte sich in seiner Hand so eigenartig an; Gewicht und Balance waren ungewohnt. Er hieb einige Male in die Luft, bevor er mit einem Seufzer aufh�rte. Es war leicht, das Schwert durch die Luft sausen zu lassen. Wenn er statt dessen einen Trolloc vor sich hatte, war die Wahrscheinlichkeit gro�, da� er wegrannte oder vor Schreck erstarrte, so da� er sich �berhaupt nicht bewegen konnte, bis der Trolloc mit einem dieser alten Schwerter ausholte und... <emphasis>H�r auf! Wem hilft das schon!</emphasis></p><p>Als er sich erhob, packte Tam ihn am Arm. �Wo willst du hin?�</p><p>�Wir brauchen den Karren�, sagte er sanft. �Und Decken.� Er erschrak, als er merkte, wie leicht es war, die Hand seines Vaters vom �rmel wegzuziehen. �Ruh dich aus, bis ich zur�ckkomme.�</p><p>�Vorsichtig�, hauchte Tam.</p><p>Er konnte Tams Gesicht im Mondlicht nicht erkennen, aber er f�hlte seinen Blick auf sich ruhen. �Bin ich.� <emphasis>So vorsichtig wie eine Maus, die das Nest eines Falken inspiziert,</emphasis> dachte er.</p><p>Lautlos wie ein Schatten glitt er in die Dunkelheit. Er dachte daran, wie oft er in seiner Kindheit mit seinen Freunden im Wald Verstecken gespielt hatte. Sie hatten sich gegenseitig aufgelauert, sich unh�rbar angeschlichen, bis sie dem anderen die Hand auf die Schulter legen konnten, um ihn abzuklatschen. Irgendwie brachte er es nicht fertig, die jetzige Situation mit denselben Augen zu sehen.</p><p>W�hrend er von Baum zu Baum schlich, versuchte er, sich einen Plan zurechtzulegen, doch als er den Waldrand erreichte, hatte er schon zehn davon geschmiedet und wieder verworfen. Alles hing davon ab, ob die Trollocs noch da waren. Waren sie weg, dann konnte er einfach zum Haus gehen und holen, was er brauchte. Wenn sie immer noch da waren... Dann blieb ihm nichts �brig, als zu Tam zur�ckzukehren. Es gefiel ihm nicht, aber er w�rde Tam keinen Gefallen tun, wenn er sich umbringen lie�e.</p><p>Er sp�hte hin�ber zu den Geb�uden des Bauernhofs. Scheune und Schafpferch waren nur dunkle Umrisse im Mondlicht. Aus den vorderen Fenstern des Wohnhauses und der T�r aber drang Licht. <emphasis>Nur die Kerzen, die Vater angez�ndet hat, oder warten dort Trollocs?</emphasis></p><p>Er zuckte zusammen, als er den schrillen Schrei eines Nachtfalken vernahm, und sackte dann zitternd gegen einen Baumstamm. Das brachte ihn nicht weiter. Er kroch auf dem Bauch weiter und hielt dabei ungeschickt das Schwert zum Schutz vor sich. Er behielt das Kinn im Schmutz, bis er den Schafpferch erreicht hatte.</p><p>Eng an die Mauer gedr�ckt lauschte er. Kein Laut durchbrach die Stille der Nacht. Vorsichtig richtete er sich auf, bis er �ber die Mauer blicken konnte. Im Hof bewegte sich nichts. In den beleuchteten Fenstern zeigte sich kein huschender Schatten, ebensowenig im hellen Rechteck der T�r. <emphasis>Zuerst Bela und den Karren � oder die Decken und was sonst noch wichtig ist?</emphasis> Das Licht erleichterte ihm den Entschlu�. In der Scheune war es dunkel. Alles machte dort drinnen auf ihn warten, und er h�tte keine Ahnung, bis es zu sp�t w�re. Im Haus konnte er zumindest sehen, was ihn erwartete.</p><p>Als er wieder zu Boden gehen wollte, hielt er pl�tzlich inne. Er konnte <emphasis>keinen</emphasis> Laut h�ren. Die meisten Schafe konnten sich wieder beruhigt haben und schlafen, obwohl es unwahrscheinlich war, aber ein paar waren zu jeder Zeit wach, auch mitten in der Nacht, bewegten sich leise und bl�kten von Zeit zu Zeit. Er konnte die dunklen Klumpen der Schafsk�rper am Boden kaum ausmachen. Einer lag beinahe direkt unter ihm.</p><p>Er bem�hte sich, keinen Laut zu machen, und zog sich auf die Mauer hoch, bis er eine Hand nach dem nur schwer sichtbaren K�rper ausstrecken konnte. Seine Finger ber�hrten krause Wolle und dann etwas Nasses. Das Schaf bewegte sich nicht. Er atmete sto�artig aus, als er sich zur�ckfallen lie�. Beinahe h�tte er das Schwert fallen gelassen. <emphasis>Sie t�ten aus Lust am T�ten.</emphasis> Bebend wischte er die N�sse an der Hand am Boden ab.</p><p>Gewaltsam trichterte er sich ein, da� sich nichts ge�ndert hatte. Die Trollocs hatten ihre Schl�chterei beendet und waren weg. Das wiederholte er im Geist, als er quer �ber den Hof kroch. Er hielt sich so dicht am Boden wie m�glich, versuchte aber auch, sich st�ndig nach allen Richtungen umzusehen. Er h�tte nie gedacht, da� er eines Tages einen Regenwurm beneiden w�rde.</p><p>Schlie�lich lag er eng an die Vorderwand des Hauses gepre�t, direkt unter dem geborstenen Fenster, und lauschte. Das lauteste Ger�usch war das dumpfe Pochen seines Blutes in den Ohren. Langsam richtete er sich auf und sah hinein.</p><p>Der Kochkessel lag umgekippt in der Asche der Feuerstelle. �berall lagen Bruchst�cke von gesplittertem Holz. Kein einziges M�belst�ck war heil geblieben. Sogar der Tisch stand schief; zwei seiner Beine waren zu blo�en St�mpfen abgehackt. Jedes Schubfach war herausgezogen und zerschlagen worden, jeder Schrank und jede Kommode standen offen, viele T�ren hingen gerade noch an einer Angel. Der Inhalt war �ber die Tr�mmer hinweg verstreut worden, und �ber allem lag eine wei�e Staubschicht. Nach den aufgeschlitzten S�cken zu urteilen, die am Kamin lagen, bestand die Schicht aus Mehl und Salz. Mitten zwischen den �berresten der M�bel lag ein Gewirr von vier verdrehten K�rpern. Trollocs.</p><p>Rand erkannte einen davon an den Widderh�rnern. Die anderen sahen ziemlich �hnlich aus, trotz der Unterschiede: eine absto�ende Mischung menschlicher Gesichter, die durch Schnauzen, H�rner, Federn und Fell entstellt waren. Da� ihre H�nde beinahe menschlich aussahen, machte alles nur noch schlimmer. Zwei trugen Stiefel, die anderen hatten Hufe. Er beobachtete alles, ohne die Lider zu bewegen, bis ihm die Augen brannten. Keiner der Trollocs bewegte sich. Sie mu�ten tot sein. Und Tam wartete.</p><p>Er rannte durch die Vordert�r hinein, blieb stehen und w�rgte. Dieser Gestank! Das einzige, womit er den Gestank vergleichen konnte, war ein Stall, den man monatelang nicht ausgemistet hatte. Mehr fiel ihm nicht ein. H��liche Schmierstreifen zogen sich �ber die W�nde. Er versuchte nur durch den Mund zu atmen und durchsuchte das Durcheinander am Boden. In einem der Schr�nke hatte sich ein Wassersack befunden.</p><p>Ein schabendes Ger�usch hinter ihm lie� ihm das Blut in den Adern gefrieren, und er fuhr herum, wobei er beinahe �ber die Reste des Tisches fiel. Er fing sich und st�hnte mit so fest zusammengebissenen Z�hnen, da� ihn das Gebi� schmerzte � sonst h�tten die Z�hne geklappert. Einer der Trollocs taumelte hoch. Die Schnauze eines Wolfs ragte unter eingesunkenen Augen hervor. Flache gef�hllose Augen, und nur zu menschlich im Aussehen. Spitze haarige Ohren zuckten unaufh�rlich. Auf spitzen Ziegenhufen stieg er �ber einen seiner toten Begleiter. Der gleiche schwarze Kettenpanzer wie bei den anderen schabte an Lederhosen entlang, und an der Seite hing ein riesiges sichelf�rmiges Schwert.</p><p>Er murmelte etwas in seiner kehligen Stimme, und dann sagte er: �Andere gehen weg. Narg bleiben. Narg schlau.� Die Worte klangen verzerrt und waren schwer zu verstehen. Sie kamen aus einer Kehle, die nicht f�r die menschliche Sprache geschaffen war. Der Tonfall soll beruhigend klingen, dachte Rand, aber er konnte den Blick nicht von den fleckigen, langen und scharfen Z�hnen wenden, die jedesmal aufblitzten, wenn die Kreatur sprach. �Narg wissen, manche kommen zur�ck manchmal. Narg warten. Du nicht brauchen Schwert. Legen Schwert hin.�</p><p>Bis der Trolloc das gesagt hatte, hatte Rand �berhaupt nicht gemerkt, da� er Tams Schwert schwankend in den H�nden hielt, die Spitze auf das Riesenwesen gerichtet. Es �berragte Rand um ein vielfaches. Brustkorb und Arme h�tten Meister Luhhan vergleichsweise zu einem Zwerg gemacht.</p><p>�Narg nicht verletzen.� Er kam gestikulierend einen Schritt n�her. �Du legen Schwert hin.� Das dunkle Haar auf den Handr�cken war so dicht wie Fell. �Bleib mir vom Leib�, sagte Rand. Er w�nschte, seine Stimme kl�nge fester. �Warum habt ihr das getan? Warum?�</p><p><emphasis>�Vlja daeg roghda!�</emphasis> Aus dem Knurren wurde schnell ein vielzahniges L�cheln. �Leg Schwert hin. Narg nicht weh tun. Myrddraal wollen sprechen dich.� Kurz blitzte etwas wie ein Gef�hl auf der verzerrten Fratze auf. Angst. �Andere kommen zur�ck, du sprechen Myrddraal.� Er tat wieder einen Schritt vorw�rts. Eine gro�e Hand legte sich um den Schwertgriff. �Du legen Schwert hin.�</p><p>Rand befeuchtete sich die Lippen. Myrddraal! Heute nacht erwachten die schlimmsten Legenden zum Leben. Wenn ein Blasser kam, dann waren die Trollocs dagegen harmlos zu nennen. Er mu�te entkommen. Aber zog der Trolloc erst einmal diese massive Klinge, dann hatte er keine Chance mehr. Er zwang sich zu einem unsicheren L�cheln. �In Ordnung.� Der Griff um den Schwertknauf festigte sich. Er lie� die H�nde fallen. �Ich werde reden.�</p><p>Aus dem Wolfsl�cheln wurde ein Knurren, und der Trolloc st�rzte sich auf ihn. Rand hatte nicht geglaubt, da� etwas so Gro�es sich so schnell bewegen konnte. Verzweifelt ri� er das Schwert hoch. Der monstr�se K�rper prallte auf seinen und schleuderte ihn gegen die Wand. Schlagartig blieb Rand die Luft weg. Er schnappte nach Luft, als sie beide zu Boden fielen, der Trolloc obenauf. Er versuchte sich verzweifelt von der erdr�ckenden Last zu befreien. Er mu�te dem Griff der kr�ftigen H�nde und dem zuschnappenden Gebi� ausweichen.</p><p>Pl�tzlich verkrampfte sich der Trolloc, und dann lag er bewegungslos da. Rand, zerschlagen, zersch�rft und halb unter der Last erstickt, die auf ihm ruhte, lag f�r einen Moment einfach ungl�ubig da. Dann kam er schnell wieder zu Sinnen und wand sich schlie�lich unter der Leiche hervor. Es war tats�chlich eine Leiche. Die blutverschmierte Klinge von Tams Schwert ragte aus der Mitte des Trollocr�ckens. Er hatte es rechtzeitig hochbekommen. Auch Rands H�nde waren blutverschmiert, und das Blut hatte einen schw�rzlichen Fleck auf seinem Hemd hinterlassen. Der Magen drehte sich ihm um, und er schluckte ein paarmal heftig, um sich nicht �bergeben zu m�ssen. Er zitterte so sehr wie auf dem H�hepunkt seiner Angst, aber diesmal vor Erleichterung, da� er noch am Leben war.</p><p>Andere kommen zur�ck, hatte der Trolloc gesagt. Die anderen Trollocs w�rden zum Hof zur�ckkehren. Und ein Myrddraal dazu, ein Blasser. Den Geschichten nach waren die Blassen zwanzig Fu� gro�, hatten feurige Augen und ritten auf Schatten wie auf Pferden. Wenn ein Blasser sich zur Seite drehte, dann verschwand er. W�nde konnten ihn nicht aufhalten. Er mu�te tun, wozu er gekommen war, und schnell verschwinden.</p><p>Er st�hnte vor Anstrengung, als er den K�rper des Trollocs herumwuchtete, um das Schwert herausziehen zu k�nnen. Beinahe w�re er weggerannt, als ge�ffnete Augen ihn anstarrten. Er brauchte eine Weile, bis ihm klar wurde, da� die Augen glasig und tot waren. Er wischte sich die H�nde an einem zerrissenen Lumpen ab -morgens war er noch eins von Tams Hemden gewesen -und zog die Klinge heraus. Er reinigte das Schwert und lie� den Lumpen z�gernd fallen. Es fehlt an Zeit, Ordnung zu halten, dachte er und mu�te unwillk�rlich lachen. Schnell bi� er die Z�hne zusammen. <emphasis>Kein Laut!</emphasis> Er hatte keine Ahnung, wie sie das Haus jemals wieder so sauber bekommen sollten, da� sie darin wohnen konnten. Der schreckliche Gestank hatte sich vielleicht schon in den Balken festgesetzt. <emphasis>Keine Zeit f�r Sauberkeit. Vielleicht auch keine Zeit mehr f�r irgend etwas...</emphasis></p><p>Er war sicher, da� er vieles vergessen w�rde, was sie brauchten, aber Tam wartete und die Trollocs kamen sicherlich zur�ck. Er rannte herum und suchte schnell zusammen, was ihm gerade einfiel. Decken aus dem Schlafzimmer und saubere T�cher, um Tams Wunde zu verbinden. Umh�nge und M�ntel. Einen Wassersack, den er sonst immer mitnahm, wenn er die Schafe auf die Weide trieb. Ein sauberes Hemd. Er wu�te nicht, wann er die Zeit finden w�rde, sich umzuziehen, aber er wollte bei der ersten Gelegenheit das blutverschmierte Hemd ablegen. Die kleinen Beutel mit Weidenrinde und die anderen Medikamente waren Teil eines dunklen schlammverschmierten B�ndels, das er kaum zu ber�hren wagte.</p><p>Ein Eimer Wasser, den Tam hereingebracht hatte, stand immer noch am Kamin, wie durch ein Wunder unversehrt und voll. Daraus f�llte er den Wassersack, und im Rest wusch er sich hastig die H�nde. Noch einmal lief er eine kurze Runde durchs Haus, um mitzunehmen, was er �bersehen hatte. In den Tr�mmern fand er seinen Bogen. Er war am st�rksten Punkt sauber auseinandergebrochen worden. Er schauderte, als er die Bruchst�cke fallen lie�. Was er jetzt hatte, mu�te ausreichen. Schnell legte er alles vor der T�r auf einen Stapel.</p><p>Als letztes, bevor er das Haus verlie�, zog er aus dem Durcheinander auf dem Boden eine Sturmlaterne heraus. Sie enthielt immer noch �l. Er z�ndete sie mit einer der Kerzen an, und eilte, die Laterne in einer Hand und das Schwert in der anderen, nach drau�en. Er wu�te nicht, was er in der Scheune vorfinden w�rde. Der Schafpferch lie� nichts Gutes erwarten. Aber er brauchte den Karren, um Tam nach Emondsfeld zu bringen, und f�r den Karren brauchte er Bela. Die Notwendigkeit erweckte ein wenig Hoffnung in ihm.</p><p>Das Scheunentor stand offen. Ein Fl�gel knarrte in den Angeln, als der Wind ihn bewegte. Innen sah alles zun�chst aus wie immer. Dann fiel sein Blick auf leere Boxen. Die T�ren waren aus den Angeln gerissen. Bela und die Kuh waren fort. Schnell lief er in den hinteren Teil der Scheune. Der Karren lag auf der Seite. Die H�lfte der Speichen waren aus den R�dern gebrochen. Eine Achse war nur noch ein Stumpf von einem Fu� L�nge.</p><p>Die Verzweiflung, die er bis jetzt zur�ckgehalten hatte, packte ihn nun mit Gewalt. Er glaubte nicht, da� er Tam bis zum Dorf tragen konnte, wenn Tam das Getragenwerden �berhaupt aushalten w�rde. Der Schmerz brachte ihn vielleicht noch schneller um als das Fieber. Aber es war die einzig verbleibende M�glichkeit. Hier hatte er alles getan, was er tun konnte. Als er sich zum Gehen wandte, fiel sein Blick auf den abgehackten Teil der Achse, der auf dem Stroh lag. Pl�tzlich l�chelte er.</p><p>Hastig stellte er die Laterne auf den strohbedeckten Boden und legte das Schwert daneben. Im n�chsten Moment plagte er sich mit dem Karren ab, kippte ihn nach hinten, damit er aufrecht stand, wenn auch weitere Speichen brachen, und stemmte sich dann mit der Schulter dagegen, um ihn in die richtige Lage zu bringen. Die unbesch�digte Achse ragte gerade heraus. Er schnappte sich das Schwert und hackte auf das gut abgelagerte Eschenholz ein. Zu seiner �berraschung flogen dicke Sp�ne unter den Hieben davon, und er konnte es genauso schnell wie mit einer guten Axt spalten. Als die Achse befreit war, blickte er die Klinge bewundernd an. Selbst die sch�rfste Axt w�re stumpf geworden, h�tte man mit ihr dieses harte alte Holz bearbeitet, aber das Schwert wirkte genauso strahlend scharf wie vorher. Er ber�hrte die Schneide mit dem Daumen und steckte ihn dann ganz schnell in den Mund. Die Klinge war tats�chlich immer noch so scharf wie ein Rasiermesser.</p><p>Aber er hatte keine Zeit zum Staunen. Er blies die Laterne aus � es war nicht notwendig, da� zu allem �berflu� auch noch die Scheune abbrannte -, nahm die beiden Achsen und rannte zum Haus, um die anderen Sachen zu holen.</p><p>Alles zusammen war eine unhandliche Last. Nicht sonderlich schwer, aber schwer zu halten und zu tragen. Die Achsen des Karrens schwankten und drehten sich in seinen Armen, als er �ber das gepfl�gte Feld stolperte. Im Wald wurde es noch schlimmer. Sie verfingen sich in B�umen und brachten ihn beinahe zu Fall. Er h�tte sie leichter hinterherschleifen k�nnen, aber dann h�tte er eine deutliche Spur hinterlassen. Er hatte vor, damit so lange wie nur m�glich zu warten.</p><p>Tam war noch dort, wo er ihn verlassen hatte. Er schien zu schlafen. Rand hoffte es jedenfalls. In pl�tzlicher Angst lie� er seine Lasten fallen und legte eine Hand auf des Vaters Stirn. Tam atmete noch, doch das Fieber war schlimmer geworden.</p><p>Die Ber�hrung weckte Tam auf, aber er war nicht klar. �Bist du es, Junge?� hauchte er. �Mach mir Sorgen um dich. Tr�ume von verflossenen Tagen. Alptr�ume.� Er murmelte undeutlich und schlief wieder ein.</p><p>�Mach dir keine Sorgen�, murmelte Rand. Er legte Tam Mantel und Umhang �ber, um den Wind abzuhalten. �Ich bringe dich so schnell wie m�glich zu Nynaeve.� W�hrend er weiterredete, ebenso zur eigenen Beruhigung, wie um Tam zu helfen, sch�lte er sich aus dem blutbefleckten Hemd. In seiner Hast, es loszuwerden, bemerkte er die K�lte kaum. Eilig zog er das saubere Hemd an. Sein altes Hemd wegzuwerfen, war ein Gef�hl, als habe er gerade ein Bad genommen. �Wir werden im Nu sicher im Dorf sein, und die Seherin bringt alles in Ordnung. Du wirst schon sehen. Alles wird wieder gut.�</p><p>Der Gedanke wirkte wie ein Leuchtfeuer, als er seinen Mantel anzog und sich b�ckte, um Tams Wunde zu versorgen. Wenn sie einmal das Dorf erreichten, w�ren sie sicher, und Nynaeve w�rde Tam heilen. Er mu�te ihn nur hinbringen.</p></section><section><title><p>6</p><p>Der Westwald</p></title><p>Im Mondlicht konnte Rand wirklich nicht genau sehen, was er tat, aber Tams Wunde schien nur ein oberfl�chlicher Schnitt am Brustkorb zu sein, nicht l�nger als seine Handfl�che. Er sch�ttelte ungl�ubig den Kopf. Er hatte erlebt, wie sein Vater schlimmere Wunden als diese abbekam und nicht einmal mit der Arbeit aufh�rte, nachdem er sie ausgewaschen hatte. Hastig suchte er Tams K�rper von Kopf bis Fu� nach einer weiteren Verletzung ab, die das Fieber hervorgerufen haben konnte, aber au�er dem einen Schnitt fand er nichts.</p><p>So klein er war, war diese Verletzung doch ernstzunehmen; das Fleisch um die Wunde herum schien zu gl�hen, als er es ber�hrte. Es war noch hei�er als der �brige K�rper Tams, und der war hei� genug, da� Rand die Z�hne zusammenbi�. Wundfieber dieser Art konnte t�dlich sein oder einen Mann zum Wrack machen. Er lie� Wasser aus dem Sack auf ein Tuch laufen und legte es auf Tams Stirn.</p><p>Er bem�hte sich, den Schnitt �ber den Rippen seines Vaters so sanft wie m�glich auszuwaschen und zu bandagieren, aber trotzdem unterbrach leises St�hnen das fieberhafte Gemurmel Tams. Kahle �ste ragten �ber sie hinweg und bewegten sich bedrohlich im Wind. Sicher w�rden die Trollocs weiterziehen, wenn sie Tam und ihn nicht finden konnten, wenn sie zum Bauernhaus zur�ckkehrten und es immer noch leer vorfanden. Er versuchte, daran zu glauben, aber die willk�rliche Zerst�rungswut, die sich im Haus gezeigt hatte, die v�llige Sinnlosigkeit dieser Handlungsweise, lie�en wenig Spielraum f�r Hoffnung. Die Annahme, sie w�rden aufgeben, bevor sie jeden get�tet und alles zerst�rt hatten, was sie finden konnten, war gef�hrlich. Er konnte sich solchen Leichtsinn nicht leisten.</p><p><emphasis>Trollocs. Licht �ber uns, Trollocs! Kreaturen aus den Geschichten eines Gauklers, die aus der Nacht hervorbrachen und die T�r einschlugen. Und ein Blasser. Das Licht erleuchte mich � ein Blasser!</emphasis></p><p>Pl�tzlich merkte er, da� er die losen Enden der Binde in den bewegungslosen H�nden hielt. <emphasis>Erstarrt wie ein Kaninchen, das den Schatten des Falken gesehen hat,</emphasis> dachte er ver�chtlich. Mit �rgerlichem Kopfsch�tteln beendete er das Bandagieren von Tams Brustwunde.</p><p>Auch wenn er wu�te, was zu tun war, und damit auch vorankam, so bewahrte ihn das doch nicht davor, Angst zu haben. Wenn die Trollocs wiederkamen, w�rden sie bestimmt beginnen, den Wald nach Spuren der entkommenen Menschen zu durchsuchen. Die Leiche des Gef�hrten, den er get�tet hatte, w�rde ihnen zeigen, da� Menschen nicht weit sein konnten. Und wer wu�te schon, was ein Blasser tun w�rde oder wozu er imstande war? Und zu alledem hatte er laut und klar seines Vaters Kommentar �ber das Geh�r der Trollocs im Ged�chtnis. Er mu�te den Impuls unterdr�cken, eine Hand auf Tams Mund zu legen, um sein St�hnen und Murmeln zu beenden. <emphasis>Einige k�nnen Spuren mit der Nase aufsp�ren. Was kann ich dagegen tun? Nichts.</emphasis> Er konnte seine Zeit nicht damit verschwenden, �ber Probleme nachzudenken, die er sowieso nicht l�sen konnte.</p><p>�Du mu�t leise sein�, fl�sterte er in seines Vaters Ohr. �Die Trollocs werden zur�ckkommen.�</p><p>Tam sprach leise und heiser. �Du bist immer noch sch�n, Kari. Genauso sch�n wie als M�dchen.�</p><p>Rand zog eine Grimasse. Seine Mutter war schon seit f�nfzehn Jahren tot. Wenn Tam sich einbildete, sie sei noch am Leben, dann war das Fieber schlimmer, als Rand gedacht hatte. Wie konnte er ihn vom Sprechen abhalten, jetzt, da es lebensnotwendig war, leise zu sein? �Mutter m�chte, da� du leise bist�, fl�sterte Rand. Er hielt inne und r�usperte sich. Seine Kehle schien wie zugeschn�rt. Sie hatte sanfte H�nde gehabt, daran erinnerte er sich noch. �Kari m�chte, da� du ruhig bist. Hier. Trink.�</p><p>Tam schluckte gierig aus dem Wassersack, aber schnell drehte er den Kopf wieder zur Seite und murmelte leise vor sich hin, zu leise, als da� Rand es verstehen konnte. Er hoffte, da� jagende Trollocs es ebenfalls nicht h�ren konnten.</p><p>Schnell fuhr er fort, alles Notwendige zu tun. Er wickelte drei der mitgenommenen Decken so um die vom Karren abgetrennten Achsen, da� er eine provisorische Bahre erhielt. Er w�rde sie nur an einem Ende tragen k�nnen � das andere mu�te am Boden schleifen -, aber es war nicht anders zu bewerkstelligen. Aus der letzten Decke schnitt er mit dem Messer einen langen Streifen heraus. Den band er auf beiden Seiten an den Achsen fest.</p><p>So sanft wie m�glich hob er Tam auf die Bahre. Jedes Aufst�hnen seines Vaters drang ihm wie ein Messer durch die Seele. Er hatte immer so unzerst�rbar gewirkt. Nichts konnte ihn ersch�ttern; nichts konnte ihn aufhalten oder hemmen. Da� er sich jetzt in einem solchen Zustand befand, raubte Rand beinahe allen Mut, den er vorher noch aufgebracht hatte. Aber er mu�te weitermachen. Nur das bewegte ihn noch. <emphasis>Er mu�te.</emphasis></p><p>Als Tam endlich auf der Bahre lag, z�gerte Rand, doch dann nahm er Tam den Schwertg�rtel ab. Als er ihn selbst anlegte, f�hlte sich das ganz eigenartig an. Er f�hlte sich so seltsam. G�rtel und Scheide und Schwert zusammen wogen nur ein paar Pfund, aber als er die Klinge in die Scheide steckte, schien ihn eine schwere Last hinunterzuziehen.</p><p>Er �rgerte sich �ber sich selbst. Dies war nicht der richtige Ort und nicht die richtige Zeit f�r bl�dsinnige Einbildungen. Es war nur ein gro�es Messer. Wie oft hatte er davon getr�umt, ein Schwert zu tragen und Abenteuer zu erleben! Wenn er einen Trolloc damit get�tet hatte, konnte er sich auch gegen andere zur Wehr setzen. Allerdings wu�te er nur zu gut, da� ihm bei dem Kampf im Haus das reine Gl�ck zur Seite gestanden hatte. Und in seinen ertr�umten Abenteuern hatten ihm nie die Z�hne geklappert; er war auch nie durch die Nacht um sein Leben gerannt, und sein Vater war in den Tr�umen nie dem Tod nahe gewesen.</p><p>Hastig wickelte er die letzte Decke um Tam und legte den Wassersack und die T�cher neben seinen Vater auf die Bahre. Er holte tief Luft, kniete zwischen den Enden der Achsen nieder und zog sich den Deckenstreifen �ber den Kopf. Er wickelte ihn sich �ber die Schultern und unter die Arme. Als er die Stangen ergriff und sich aufrichtete, ruhte der gr��te Teil der Last auf seinen Schultern. Es schien nicht besonders schlimm. Er versuchte, gleichm��ig auszuschreiten, und so machte er sich auf nach Emondsfeld. Die Bahre schlitterte hinter ihm her.</p><p>Er hatte sich bereits entschlossen, zur Haldenstra�e zu gehen und dieser nach Emondsfeld zu folgen. Die Gefahr w�re wahrscheinlich an der Stra�e noch gr��er, aber wenn er sich in der Dunkelheit im Wald verlief, w�rde Tam erst recht keine Hilfe erhalten.</p><p>Bevor er es merkte, war er schon fast auf der Haldenstra�e eingelangt. Als er erkannte, wo er sich befand, schn�rte es ihm die Kehle zu. In hektischer Eile drehte er die Bahre um und schleppte sie ein St�ck zur�ck in den Schutz der B�ume. Dort blieb er stehen, um nach Luft zu schnappen und zu warten, da� sich das Klopfen seines Herzens beruhigte. Immer noch schweratmend wandte er sich nach Osten, auf Emondsfeld zu.</p><p>Sich zwischen den B�umen hindurchzuwinden, war schwieriger, als Tam die Stra�e hinunterzuschleifen, und die Dunkelheit der Nacht half ihm auch nicht gerade, aber die Stra�e selbst zu benutzen, w�re heller Wahnsinn gewesen. Sie wollten ja das Dorf erreichen, <emphasis>ohne</emphasis> Trollocs zu treffen, m�glichst auch ohne welche zu sehen, falls ihm dieser Wunsch erf�llt wurde. Er mu�te ja annehmen, da� die Trollocs ihnen immer noch auf der F�hrte waren, und fr�her oder sp�ter w�rde ihnen der Gedanke kommen, sie seien zum Dorf gelaufen. Das war ja der offensichtliche Weg, und die Haldenstra�e bot sich dazu an. Er befand sich selbst hier zwischen den B�umen der Stra�e noch n�her, als ihm lieb war. Die Nacht und die Schatten unter den B�umen schienen nur eine d�rftige Deckung zu gew�hren, die sie vor den Blicken aller jener sch�tzte, die sich auf der Stra�e befanden.</p><p>Das zwischen kahlen �sten hindurchdringende Mondlicht war nur eine notd�rftige Beleuchtung, die seinen Augen vorgaukelte, er k�nne erkennen, wie der Boden vor ihm beschaffen war. Auf Schritt und Tritt stolperte er �ber Wurzeln, alte Dornenstr�ucher verfingen sich an seinen Beinen, und kaum sichtbare Mulden oder Bodenerhebungen brachten ihn fast zu Fall, wenn der Fu� auf Luft traf, wo er festen Boden erwartete, oder wenn die Zehen gegen ein unerwartetes Hindernis stie�en. Tams Gemurmel wurde zu lautem Aufst�hnen, wenn seine Bahre zu heftig �ber eine Wurzel oder einen Stein holperte.</p><p>Aus Unsicherheit starrte er so angestrengt in die Dunkelheit, da� ihm die Augen brannten, und er lauschte, wie er noch nie gelauscht hatte. Jedes Schaben eines Zweiges gegen einen anderen, jedes Rascheln lie�en ihn innehalten. Die Ohren schmerzten ihm beinahe vor Anstrengung, und er traute sich kaum zu atmen, aus Angst, einen warnenden Laut zu �berh�ren � und aus Angst, einen solchen zu h�ren. Erst wenn er sicher war, da� es nur der Wind war, ging er weiter.</p><p>Langsam kroch ihm die Ersch�pfung durch Arme und Beine, unterst�tzt vom Nachtwind, der durch Umhang und Mantel drang, als sei kaum ein Schutz vorhanden. Das Gewicht der Bahre, das am Anfang so gering schien, drohte ihn jetzt zu Boden zu ziehen. Er stolperte nun nicht nur des unebenen Bodens wegen. Der st�ndige Kampf gegen das Fallen erforderte genausoviel Energie wie das Ziehen der Bahre. Er war vor dem Morgengrauen aufgestanden, um die notwendigen Arbeiten auf dem Hof zu erledigen, und zusammen mit der Fahrt nach Emondsfeld ergab das nun beinahe einen vollen Tag mit Arbeit rund um die Uhr. An einem normalen Abend s��e er jetzt vor dem Kamin, um ein Buch aus Tams kleiner Sammlung zu lesen, bevor er ins Bett ging. Die bei�ende K�lte drang ihm bis auf die Knochen, und der Magen erinnerte ihn daran, da� er seit den Honigkuchen von Frau al'Vere nichts mehr gegessen hatte.</p><p>Er fluchte �rgerlich in sich hinein. Warum hatte er vom Hof nicht E�bares mitgenommen? Ein paar Minuten mehr h�tten auch nichts ausgemacht. Die Trollocs w�ren doch wohl nicht innerhalb einer solch kurzen Zeitspanne zur�ckgekommen! Wenigstens das Brot! Nat�rlich w�rde Frau al'Vere darauf bestehen, ihm ein hei�es Abendessen einzutrichtern, wenn sie die Schenke erreichten. Vielleicht eine dampfende Platte ihrer dicken Lammkoteletts. Und etwas von dem Brot, das sie gebacken hatte. Und eine Menge hei�en Tee.</p><p>�Sie kamen wie eine Flutwelle �ber den Drachenwall�, sagte Tam pl�tzlich mit kr�ftiger, w�tender Stimme, �und haben das Land mit Blut �berschwemmt. Wie viele mu�ten sterben f�r Lamans S�nde?�</p><p>Rand st�rzte beinahe, so �berrascht war er. M�de legte er die Bahre nieder und befreite sich von dem Deckenstreifen. Er hatte bereits einen brennenden Striemen quer �ber die Schultern hinterlassen. Er rollte die Schultern ein wenig, um die verknoteten Muskeln zu entspannen. Dann kniete er neben Tam nieder. Er griff nach dem Wassersack und sp�hte dabei zwischen den B�umen hindurch. Vergebens bem�hte er sich, die Stra�e hinauf und hinunter klar auszumachen. Das Mondlicht war zu tr�b, auch wenn die Stra�e nur etwa zwanzig Schritt entfernt war. Nichts au�er den Schatten bewegte sich dort. Nichts au�er Schatten.</p><p>�Es gibt keine Flut von Trollocs, Vater. Jedenfalls heute nicht. Wir sind bald in Emondsfeld in Sicherheit. Trink ein bi�chen Wasser!�</p><p>Tam schob den Wassersack mit einem Arm zur Seite, der anscheinend seine ganze Kraft zur�ckgewonnen hatte. Er packte Rand beim Kragen und zog ihn so nahe zu sich heran, da� Rand die Hitze des Fiebers auf der eigenen Wange sp�rte. �Sie haben sie als Wilde bezeichnet�, sagte Tam eindringlich. �Die Narren sagten, man k�nne sie wie Abfall aus dem Weg r�umen. Wie viele Schlachten mu�ten verlorengehen, wie viele St�dte brennen, bis sie endlich der Wahrheit ins Auge sahen? Bis die Nationen endlich gemeinsam gegen sie k�mpften?� Er lockerte den Griff an Rands Kragen, und Trauer klang in seiner Stimme auf. �Das Feld von Marath mit einem Teppich von Leichen bedeckt und kein Laut au�er dem Kr�chzen der Raben und dem Summen der Fliegen. Die abgedeckten T�rme von Cairhien brannten wie Fackeln in der Nacht. Den ganzen Weg bis zu den Leuchtenden W�llen brannten und mordeten sie, bevor sie zur�ckgeschlagen wurden. Den ganzen Weg nach... �</p><p>Rand legte die Hand auf des Vaters Mund. Ein Laut wiederholte sich, ein rhythmisches Trampeln, dessen Richtung man zwischen den B�umen nicht bestimmen konnte, erst leiser und dann, als der Wind sich drehte, wieder lauter. Er runzelte die Stirn und drehte den Kopf langsam hin und her, um festzustellen, woher der Laut kam. Aus dem Augenwinkel nahm er eine leichte Bewegung wahr, und einen Moment sp�ter beugte er sich tief �ber Tam. Er war �berrascht, den Griff des Schwertes fest in seiner Hand zu f�hlen, aber der gr��ere Teil seines Verstands konzentrierte sich auf die Haldenstra�e, als sei die Stra�e der einzig wirkliche Teil dieser ganzen Welt.</p><p>Schwankende Schatten im Osten formten sich langsam zur Gestalt eines Reiters auf einem Pferd, der gefolgt wurde von gro�en massigen Figuren, die rennen mu�ten, um mit dem Pferd mitzuhalten. Das blasse Mondlicht spiegelte sich in glitzernden Speerspitzen und Axtschneiden. Rand glaubte von vornherein nicht daran, es k�nnten Dorfbewohner sein, die ihnen zu Hilfe kamen. Er wu�te, wer sie waren. Er f�hlte es, als w�rden seine Knochen mit Sand abgeschliffen, noch bevor sie ganz nahe waren. Dann enth�llte ihm das Mondlicht den Kapuzenmantel des Reiters, einen Mantel, der vom Wind unber�hrt herunterhing. Alle Gestalten erschienen in dieser Nacht schwarz, und die Hufe des Pferdes verursachten die gleichen Ger�usche wie die jedes anderen Pferdes, doch Rand erkannte dieses Pferd ganz eindeutig.</p><p>Hinter dem dunklen Reiter kamen Alptraumgestalten mit H�rnern und Schnauzen und Schn�beln, eine Doppelreihe von Trollocs, alle im Gleichschritt. Die Stiefel und Hufe schlugen im gleichen Moment auf dem Boden auf, als w�rden sie von einem einzigen Verstand gesteuert. Rand z�hlte zwanzig, die da an ihnen vorbeieilten. Er fragte sich, welche Art von Mensch es wagte, so vielen Trollocs den R�cken zuzuwenden. Oder �berhaupt einem Trolloc.</p><p>Die rennende Truppe verschwand in westlicher Richtung. Das Stampfen der F��e und Hufe verklang in der Dunkelheit, aber Rand blieb, wo er war, und bewegte keinen Muskel. Etwas in ihm sagte ihm, er m�sse erst sicher, absolut sicher sein, da� sie fort waren, bevor er sich wieder in Bewegung setzen durfte. Nach einer ganzen Weile atmete er wieder tief ein und wollte sich gerade aufrichten.</p><p>Diesmal gab das Pferd �berhaupt keinen Laut von sich. In unheimlicher Stille kehrte der Reiter zur�ck. Sein schattenhaftes Reittier blieb alle paar Schritte in seinem langsamen Schreiten die Stra�e hinunter stehen. Windb�en erhoben sich und heulten durch den Wald. Der Mantel des Reiters hing unbeweglich wie der Tod herunter. Wo immer das Pferd stehenblieb, bewegte sich der kapuzenbedeckte Kopf hin und her, als der Reiter den Wald beobachtete, suchte. Genau gegen�ber von Rand blieb das Pferd wieder stehen. Die d�stere �ffnung der Kapuze zeigte in die Richtung, wo Rand �ber seinem Vater kauerte.</p><p>Rands Hand verkrampfte sich um den Schwertgriff. Er f�hlte den Blick genau wie am Morgen und erzitterte wieder vor dem Ha�, obwohl er ihn nicht sehen konnte. Dieser verh�llte Mann ha�te jeden und alles, alles, was lebte. Trotz des kalten Windes rann Schwei� �ber Rands Gesicht. Dann bewegte sich das Pferd weiter, ein paar lautlose Schritte, und blieb erneut stehen. Schlie�lich konnte Rand nur noch einen kaum wahrnehmbaren Schatten in der Nacht erkennen, weit entfernt die Stra�e hinunter. Er hatte ihn keinen Augenblick aus den Augen verloren. Wenn er ihn aus dem Blickfeld verlor, w�rde er ihn das n�chste Mal vielleicht erst sehen, wenn dieses lautlose Pferd ihn schon erreicht hatte.</p><p>Mit einem Mal huschte der Schatten zur�ck und flog in unh�rbarem Galopp vorbei. Der Reiter blickte vorw�rts, als er in westlicher Richtung durch die Nacht raste, in Richtung Verschleierte Berge. Auf den Bauernhof zu.</p><p>Rand sackte in sich zusammen, rang nach Luft und wischte sich den kalten Schwei� mit einem �rmel von der Stirn. Es interessierte ihn nicht mehr, warum die Trollocs gekommen waren. Falls er das niemals herausfand, war es auch recht, wenn es nur zu Ende war.</p><p>Mit einem kurzen Sch�tteln ri� er sich wieder zusammen und sah erst einmal nach seinem Vater. Tam murmelte immer noch vor sich hin, aber so leise, da� Rand die Worte nicht verstand. Er versuchte, ihm etwas zu Trinken beizubringen, aber das Wasser flo� �ber das Kinn des Vaters. Tam hustete und erstickte fast an dem Rinnsal, das tats�chlich den Weg in seinen Mund fand, und dann schwatzte er leise weiter, als h�tte es gar keine Unterbrechung gegeben.</p><p>Rand go� noch ein wenig Wasser auf das Tuch, das auf Tams Stirn lag, legte den Wassersack zur�ck auf die Bahre und begab sich wieder zwischen die beiden Stangen.</p><p>Er ging los, als habe er die ganze Nacht geschlafen, aber die neue Kraft hielt nicht lange vor. Die Angst vertrieb zun�chst die Ersch�pfung, doch obwohl die Angst blieb, kehrte die Ersch�pfung schnell zur�ck. Bald stolperte er wieder m�hsam vorw�rts und versuchte, Hunger und schmerzende Muskeln zu vergessen. Er konzentrierte sich darauf, einen Fu� vor den anderen zu setzen, ohne zu Fall zu kommen. Dabei stellte er sich Emondsfeld vor, die Fensterl�den ge�ffnet und die H�user hell zur Winternacht beleuchtet, Menschen, die sich lautstark begr��ten, wenn sie sich gegenseitig besuchten, Fiedeln, die die Stra�en mit Melodien wie <emphasis>Jaems Torheit</emphasis> und <emphasis>Der Reiherflug</emphasis> erf�llten. Haral Luhhan w�rde einen Schnaps zuviel trinken und mit der Stimme eines Ochsenfrosches das Lied <emphasis>Der Wind in der Gerste</emphasis> singen das tat er immer -, bis seine Frau es fertigbrachte, ihn zum Schweigen zu bringen, und Cenn Buie w�rde sich entschlie�en, den anderen zu beweisen, da� er immer noch ebensogut tanzen konnte wie fr�her, und Mat w�rde einen Streich zu spielen versuchen, der ein wenig danebenging, und jeder w�rde wissen, da� er daf�r verantwortlich war, auch wenn es keiner beweisen konnte. Er konnte beinahe schon wieder l�cheln, als er daran dachte, wie es wohl wieder w�rde.</p><p>Nach einer Weile sprach Tam wieder.</p><p><emphasis>�Avendesora.</emphasis> Man sagt, er erzeuge keinen Samen, aber sie brachten einen jungen Zweig nach Cairhien, einen Sch��ling. Ein k�nigliches Geschenk, um den K�nig zu erstaunen.� Obgleich er sich zornig anh�rte, sprach er sehr leise. Rand hatte M�he, ihn zu verstehen. Jeder, der ihn h�ren k�nnte, w�rde auch das Schleifen der Bahre �ber den Boden wahrnehmen. Rand schlurfte weiter und h�rte nur so halb hin. �Sie schlie�en niemals Frieden.</p><p>Niemals. Aber sie brachten einen Sch��ling als Zeichen des Friedens. Hundert Jahre lang wuchs er. Hundert Jahre Friede mit denjenigen, die nie mit Fremden Frieden schlie�en. Warum hat er ihn gef�llt? Warum? Blut war der Preis f�r <emphasis>Avendoraldera.</emphasis> Blut der Preis f�r Lamans Stolz.� Er verfiel wieder in leises Murmeln.</p><p>M�de fragte sich Rand, welchen Fiebertraum Tam wohl jetzt tr�umte. <emphasis>Avendesora.</emphasis> Der Baum des Lebens sollte alle m�glichen wundersamen Eigenschaften besitzen, aber keine der Geschichten erw�hnte irgendeinen Sch��ling oder irgendwelche Leute. Es gab nur einen Baum, und der geh�rte dem Gr�nen Mann.</p><p>Heute morgen noch w�re er sich l�cherlich vorgekommen, wenn er ernsthaft �ber den Gr�nen Mann und den Baum des Lebens nachgedacht h�tte. Das waren nur Geschichten. <emphasis>Wirklich? Heute morgen waren auch Trollocs nur eine Geschichte.</emphasis> Vielleicht waren alle Geschichten genauso wirklich wie die Nachrichten, die H�ndler und Kaufleute brachten � alle Erz�hlungen der Gaukler und alle Sagen, abends am Kamin erz�hlt. Vielleicht traf er demn�chst tats�chlich den Gr�nen Mann oder einen Ogier-Riesen oder einen wilden Aielmann mit schwarzem Schleier.</p><p>Er merkte, da� Tam wieder deutlicher sprach, jedenfalls immer wieder einmal. Von Zeit zu Zeit h�rte er auf, um Luft zu holen, und dann fuhr er fort, als glaube er, die ganze Zeit durchgehend gesprochen zu haben. �... Schlachten sind immer hei�, sogar im Schnee. Schwei�hitze. Bluthitze. Nur der Tod ist k�hl. Bergabhang... einzige Ort, der nicht nach Tod stank. Mu�te dem Gestank entfliehen... dem Bild... h�rte ein Kind weinen. Ihre Frauen k�mpfen manchmal an der Seite der M�nner, aber warum sie sie mitnahmen, wei� ich nicht... Hat dort das Kind allein zur Welt gebracht, bevor sie an ihren Verletzungen starb... das Kind mit ihrem Umhang bedeckt, doch der Wind... blies den Umhang fort... das Kind, blau vor K�lte. H�tte auch tot sein sollen... weinte dort. Weinte im Schnee. Ich konnte ein Kind nicht liegenlassen... keine eigenen Kinder... immer gewu�t, da� du Kinder wolltest. Ich wu�te, du w�rdest es als dein eigenes annehmen, Kari. Ja, M�dchen. Rand ist ein guter Name. Ein guter Name.�</p><p>Pl�tzlich verloren Rands Beine das letzte bi�chen Kraft. Er stolperte und fiel auf die Knie. Tam st�hnte bei dem pl�tzlichen Ruck auf, und der Deckenstreifen schnitt Rand in die Schultern. Doch beides war ihm nicht bewu�t. Wenn in diesem Moment ein Trolloc vor ihm aufgesprungen w�re � er h�tte ihn nur verst�ndnislos angestarrt. Er blickte �ber die Schulter zur�ck auf Tam, der in wortlose Lippenbewegungen versunken war. <emphasis>Fiebertr�ume,</emphasis> dachte er dumpf. Durch Fieber bekam man immer schlimme Tr�ume, und dies war eine Zeit f�r Alptr�ume, selbst wenn man kein Fieber hatte. �Du bist mein Vater�, sagte er laut und streckte die Hand aus, um Tam zu ber�hren, �und ich bin... � Das Fieber war schlimmer geworden. Viel schlimmer.</p><p>Grimmig entschlossen, wenn auch m�hsam stand er auf. Tam murmelte wieder etwas, aber Rand weigerte sich, zuzuh�ren. Er stemmte sich mit dem ganzen Gewicht gegen das improvisierte Geschirr. Er versuchte, sich auf einen bleiernen Schritt nach dem anderen zu konzentrieren und darauf, die Sicherheit von Emondsfeld zu erreichen. Doch er konnte das Echo nicht aus dem Hinterkopf vertreiben. <emphasis>Er ist mein Vater. Es war nur ein Fiebertraum. Er ist mein Vater. Es war nur ein Fiebertraum. Licht, wer bin ich?</emphasis></p></section><section><title><p>7</p><p>Aus dem Wald hinaus</p></title><p>W�hrend Rand immer noch durch den Wald stolperte, f�rbte sich der Himmel zur ersten Morgend�mmerung. Zuerst bemerkte er es gar nicht. Als er es schlie�lich merkte, blickte er voller Erstaunen zum heller werdenden Himmel auf. Gleichg�ltig, was seine Augen ihm nun zeigten � er konnte kaum glauben, da� er die ganze Nacht damit verbracht hatte, die Entfernung vom Hof nach Emondsfeld zur�ckzulegen. Nat�rlich konnte man die Haldenstra�e bei Tag, trotz Steinen und Schlagl�chern, nicht mit dem Wald bei Nacht vergleichen. Andererseits schien es Tage her zu sein, seit er den schwarzgekleideten Reiter auf der Stra�e gesehen hatte, und Wochen, seit Tam und er sich zum Abendessen hinsetzen wollten. Er f�hlte den Deckenstreifen nicht mehr, der ihm in die Schultern schnitt, aber er f�hlte ja �berhaupt nichts mehr au�er einer Taubheit, die bis zu den F��en vorgedrungen war. Allerdings betraf das nicht die K�rpermitte. Er atmete schwer und sto�artig, Hals und Lunge brannten, und der im Magen w�hlende Hunger erzeugte ihm Schwindelgef�hle. Ihm war schlecht.</p><p>Tam war schon vor einer Weile verstummt. Rand war sich nicht sicher, wie lange es her war, da� Tams Fiebergemurmel aufgeh�rt hatte, aber er wagte nicht, stehenzubleiben und nach Tam zu sehen. Wenn er jetzt innehielt, w�re er nicht mehr in der Lage, erneut aufzubrechen. Au�erdem konnte er f�r Tam im Moment nichts weiter tun, gleichg�ltig, in welchem Zustand er sich befand. Die einzige Hoffnung lag vor ihnen: das Dorf. Er bem�hte sich unter Qualen, schneller zu gehen, doch die Beine staksten h�lzern weiter wie bisher. Den Wind und die K�lte bemerkte er kaum noch.</p><p>Der schwache Geruch eines Holzfeuers drang ihm in die Nase. Also war er fast da, wenn er den Rauch aus den Schornsteinen des Dorfs riechen konnte. Ein m�des L�cheln wollte sich gerade auf seinem Gesicht abzeichnen, als ihm ein Gedanke kam und er die Stirn runzelte. Der Rauch ballte sich dicht zusammen dort vorn, zu dicht. Bei diesem kalten Wetter konnte es schon sein, da� jeder Schornstein im Dorf gleichzeitig rauchte, aber sogar daf�r war die Rauchdecke zu dicht. Das Bild der Trollocs auf der Stra�e kam ihm ins Ged�chtnis. Trollocs, die von Osten her kamen, aus der Richtung von Emondsfeld. Er blickte angestrengt nach vorn und versuchte, die ersten H�user zu erkennen. Er war bereit, um Hilfe zu rufen, sobald er nur irgend jemanden sah, selbst wenn es Cenn Buie war oder einer der Coplins. Eine leise Stimme in seinem Innern sagte ihm, er solle froh sein, wenn dort noch jemand imstande sei, ihm zu helfen. Pl�tzlich sah er zwischen den letzten kahlen B�umen hindurch ein Haus stehen. Das brachte seine Beine dazu, sich weiterzubewegen. Doch die Hoffnung wandelte sich zu tiefer Verzweiflung, als er ins Dorf hineintaumelte.</p><p>Die H�lfte der H�user von Emondsfeld bestand nur noch aus verkohlten Tr�mmerhaufen. Ru�geschw�rzte gemauerte Kamine ragten wie schmutzige Finger aus Haufen angekohlter Balken hervor. D�nne Rauchf�den kr�uselten sich aus den Ruinen. Dorfbewohner mit schmutzverkrusteten Gesichtern, viele noch in Nachtgew�ndern, suchten in der Asche herum, bargen hier einen Kochtopf oder stocherten dort einsam mit einem Stock in den Tr�mmern herum. Die wenigen aus den Flammen geretteten Besitzt�mer s�umten die Stra�en: Hohe Spiegel und lackierte Kommoden und Schr�nkchen standen da im Staub zwischen St�hlen und Tischen, waren unter Bettw�sche und Kochgeschirr und d�rftigen Kleidungshaufen und pers�nlicher Habe begraben.</p><p>Der Streifen der Zerst�rung zog sich planlos durch das Dorf. F�nf H�user hintereinander waren unversehrt geblieben, w�hrend anderswo nur ein einziges inmitten der Ruinen stand.</p><p>Jenseits des Weinquellenbaches schlugen die Flammen der drei riesigen Bel-Tine-Freudenfeuer hoch, von einigen M�nnern �berwacht. Dicke schwarze Rauchs�ulen beugten sich im Wind nach Norden zu, mit Funkenschauern durchsetzt. Einer der Dhurranhengste von Meister al'Vere schleifte etwas, das Rand nicht erkennen konnte, �ber den Boden auf die Wagenbr�cke und die Flammen zu. Bevor er noch die Deckung der B�ume verlassen hatte, eilte Haral Luhhan mit ru�igem Gesicht auf ihn zu, eine Holzf�lleraxt in der kr�ftigen Faust. Das ascheverkrustete Nachthemd des bulligen Schmieds hing bis auf seine Stiefel hinunter, und durch einen Ri� erkannte Rand die b�sartigrote Schwellung einer Brandwunde auf seiner Brust. Er kniete neben der Bahre nieder. Tams Augen waren geschlossen, seine Atmung ging flach und r�chelnd.</p><p>�Trollocs, Junge?� fragte Meister Luhhan mit rauchheiserer Stimme. �Hier auch. Hier auch. Na ja, vielleicht hatten wir sogar noch mehr Gl�ck als Verstand bei der ganzen Sache. Jedenfalls mu� Tam zur Seherin. Wo bei allem Licht steckt sie nur? Egwene!�</p><p>Egwene, die gerade mit einer Ladung zu Binden zerrissener Bett�cher vorbeikam, sah sich nach ihnen um, ohne ihren Schritt zu verlangsamen. Ihre Augen blickten in eine unbestimmte Ferne; dunkle Ringe lie�en sie noch gr��er erscheinen, als sie sowieso schon waren. Dann sah sie Rand und blieb stehen. Sie atmete zittrig ein.</p><p>�O nein, Rand! Dein Vater? Ist er... ? Komm, ich bringe dich zu Nynaeve.�</p><p>Rand war zu m�de und zu entsetzt, um auch nur ein Wort herauszubringen. Die ganze Nacht �ber war Emondsfeld f�r ihn ein Zufluchtsort gewesen, wo Tam und er in Sicherheit sein w�rden. Und nun brachte er es lediglich fertig, entsetzt auf ihr vom Rauch fleckiges Kleid zu starren. Er bemerkte einige Kleinigkeiten am Rande, die ihm im Moment sehr wichtig erschienen. Die Kn�pfe am R�cken ihres Kleides waren schief zugekn�pft. Und ihre H�nde waren sauber. Er fragte sich, wieso ihre H�nde sauber waren, obwohl ihre Wangen von Ru� verschmiert waren.</p><p>Meister Luhhan schien zu verstehen, was ihn bewegte. Er legte seine Axt auf die Bahre, nahm ihr hinteres Ende auf und r�ckte einmal kurz damit, um ihn aufzufordern, Egwene zu folgen. Rand stolperte wie ein Schlafwandler hinter ihr her. Kurz tauchte in ihm die Frage auf, ob Meister Luhhan wu�te, da� die Kreaturen Trollocs waren, doch der Impuls verflog sofort wieder. Wenn Tam sie erkannte, gab es keinen Grund, warum Haral Luhhan das nicht auch tat.</p><p>�All die Geschichten sind wahr�, murmelte er.</p><p>�Es scheint so, Junge�, sagte der Schmied. �Es scheint so.�</p><p>Rand h�rte nur halb hin. Er konzentrierte sich darauf, Egwenes schlanker Gestalt zu folgen. Er hatte sich so weit zusammengerissen, da� er w�nschte, sie w�rde sich etwas beeilen, obwohl sie in Wirklichkeit ja langsam genug ging, damit ihr die beiden M�nner mit ihrer Last folgen konnten. Sie f�hrte sie �ber das Gr�n bis zum Haus der Calders. Die Kanten des Strohdachs waren verkohlt und die wei�get�nchten W�nde ru�verschmiert. Von den H�usern zu beiden Seiten waren nur die Grundmauern und zwei Haufen mit Asche und verkohlten Balken �briggeblieben. Eines davon hatte Berin Thane geh�rt, einem der Br�der des M�llers. Das andere geh�rte Abell Cauthon, Mats Vater. Sogar die Schornsteine waren umgest�rzt.</p><p>�Wartet hier!� bat Egwene und sie sah sie an, als erwarte sie eine Antwort. Als sie einfach nur stehenblieben, murmelte sie etwas in sich hinein und eilte ins Haus.</p><p>�Mat�, sagte Rand, �ist er...?�</p><p>�Er lebt�, sagte der Schmied. Er setzte sein Ende der Bahre ab und richtete sich langsam auf. �Ich habe ihn vor kurzem gesehen. Es ist erstaunlich, da� �berhaupt noch welche von uns leben. So, wie sie mein Haus und die Schmiede angriffen, h�tte man denken k�nnen, ich habe dort Gold und Edelsteine versteckt. Alsbet hat einem mit einer Bratpfanne den Sch�del eingeschlagen. Heute morgen hat sie einen Blick auf die Asche unseres Hauses getan, sich dann den gr��ten Hammer aus den �berresten der Schmiede geschnappt und ist auf die Jagd gegangen, f�r den Fall, da� sich einer versteckt hat und nicht mit den anderen fortgerannt ist. Ich habe fast Mitleid mit so einem Wesen, falls sie eines findet.� Er nickte in Richtung auf das Haus der Calders. �Frau Calder und ein paar andere haben einige der Verletzten aufgenommen, deren H�user zerst�rt worden sind. Wenn die Seherin sich um Tam gek�mmert hat, werden wir ihm ein Bett suchen. Vielleicht in der Schenke. Der B�rgermeister hat das schon angeboten, aber Nynaeve meint, die Verwundeten w�rden schneller gesund, wenn nicht so viele zusammen l�gen.�</p><p>Rand sank auf die Knie. Er sch�ttelte die Deckengurte ab und �berpr�fte ersch�pft Tams Decke. Tam bewegte sich nicht und gab auch keinen Laut von sich, selbst dann, als Rands H�nde ihn zur Seite schoben. Aber wenigstens atmete er noch. <emphasis>Mein Vater. Das andere war nur Fiebergeschw�tz.</emphasis> �Was wird, wenn sie zur�ckkommen?� fragte er schwerf�llig. �Das Rad webt, wie das Rad es w�nscht�, sagte Meister Luhhan unsicher. �Falls sie zur�ckkommen... Na ja, jetzt sind sie erst mal weg. Also sammeln wir auf, was �briggeblieben ist, und bauen wieder neu, was sie niedergerissen haben.� Er seufzte. Sein Gesicht erschlaffte, als er sich den Nacken rieb Jetzt erst erkannte Rand, da� dieser schwere Brocken von Mann genauso ersch�pft war wie er, vielleicht sogar noch mehr. Der Schmied sah sich um und sch�ttelte den Kopf. �Ich glaube nicht, da� das heute noch ein tolles Bel-Tine-Fest wird. Aber wir werden durchkommen. Wir haben's immer geschafft.� Pl�tzlich hob er seine Axt wieder auf und machte ein entschlossenes Gesicht. �Auf mich wartet Arbeit. Mach dir keine Sorgen, Junge. Die Seherin wird sich um ihn k�mmern, und das Licht hilft uns allen. Und wenn das Licht nicht hilft, dann helfen wir uns eben selbst. Denk daran, wir sind die Menschen der Zwei Fl�sse!�</p><p>Immer noch auf Knien sah Rand das Dorf an, w�hrend der Schmied wegging. Er sah es eigentlich zum erstenmal richtig an. Meister Luhhan hatte recht, dachte er und war �berrascht, da� er von diesem Anblick nicht �berrascht war. Die Menschen w�hlten immer noch in den Ruinen ihrer H�user herum, aber sogar nach der kurzen Zeit, die er hier verbracht hatte, war es ersichtlich, da� sich viele von ihnen nun zielbewu�t bewegten. Er f�hlte f�rmlich ihre wachsende Entschlossenheit. Aber er fragte sich eines: Sie hatten Trollocs gesehen, hatten sie aber auch den schwarzgekleideten Reiter sehen k�nnen? Hatten sie seinen Ha� gef�hlt?</p><p>Nynaeve und Egwene traten aus dem Calder-Haus, und er sprang auf die F��e. Oder vielmehr: Er versuchte aufzustehen, aber es glich mehr einem Vorw�rtsfallen, und er landete beinahe mit dem Gesicht im Staub.</p><p>Die Seherin kniete sich sofort neben die Bahre, ohne ihn eines Blickes zu w�rdigen. Ihr Gesicht und Kleid waren noch schmutziger als bei Egwene, und um ihre Augen lagen die gleichen schwarzen Ringe. Doch auch ihre H�nde waren sauber. Sie legte die H�nde auf Tams Gesicht und zog mit den Daumen seine Augenlider hoch. Mit einem Stirnrunzeln entfernte sie die Decken und schob die Bandage zur Seite, um die Wunde zu untersuchen. Bevor Rand erkennen konnte, wie die Verletzung aussah, hatte sie das zusammengefaltete Tuch schon wieder dar�bergezogen. Seufzend zog sie Decke und Umhang bis zu Tams Kinn hoch und strich sie glatt. Sie war dabei so sanft, als br�chte sie ein Kind zu Bett.</p><p>�Ich kann nichts tun�, sagte sie. Sie mu�te die H�nde auf die Knie st�tzen, um sich aufzurichten. �Es tut mir leid, Rand.�</p><p>Einen Moment lang stand er verst�ndnislos da, als sie sich wieder dem Haus zuwandte, dann jedoch rannte er ihr nach und ri� sie herum, damit sie ihn ansah.</p><p>�Er stirbt!� schrie er.</p><p>�Ich wei߫, sagte sie einfach, und die Selbstverst�ndlichkeit in ihrem Tonfall warf ihn um. �Du mu�t etwas tun! Du mu�t! Du bist die Seherin!�</p><p>Schmerz verzerrte ihr Gesicht, aber nur einen Moment lang. Dann strahlte sie wieder hohlwangige Entschlossenheit aus, und ihre Stimme klang fest und gef�hllos. �Ja, das bin ich. Ich wei�, was ich mit meinen Medikamenten anfangen kann, und ich wei�, wann es zu sp�t ist. Glaubst du, ich t�te nichts, wenn es noch eine M�glichkeit g�be? Aber ich kann nicht. Ich kann nicht, Rand. Und es gibt noch andere, die mich brauchen. Menschen, denen ich helfen kann.�</p><p>�Ich habe ihn so schnell wie m�glich zu dir gebracht�, murmelte er. Obwohl das Dorf in Ruinen lag, hatte er immer noch auf die Seherin gehofft. Diese Hoffnung war nun gestorben, und er f�hlte sich ausgebrannt.</p><p>�Ich wei߫, sagte sie sanft. Sie ber�hrte seine Wange mit der Hand. �Du bist nicht schuld daran. Mehr als du konnte niemand tun. Es tut mir leid, Rand, aber ich mu� mich um andere k�mmern. Unsere Schwierigkeiten beginnen gerade erst, f�rchte ich.�</p><p>Blicklos starrte er ihr nach, bis sich die Haust�r hinter ihr geschlossen hatte. Er konnte keinen anderen Gedanken fassen als den, da� sie nicht half.</p><p>Pl�tzlich taumelte er einen Schritt zur�ck, als sich Egwene ihm an die Brust warf und ihn umarmte. Sonst war ihre Umarmung schon fest genug, um ihm ein gelegentliches �chzen zu entlocken, diesmal jedoch blickte er nur still zur T�r hin�ber, hinter der seine Hoffnungen verschwunden waren.</p><p>�Es tut mir so leid, Rand�, sagte sie an seiner Brust. �Licht, ich wollte, ich k�nnte irgend etwas tun!�</p><p>Bet�ubt schlang er die Arme um sie. �Ich wei�. Ich... ich mu� etwas tun, Egwene. Ich wei� nicht, was, aber ich kann ihn nicht so...� Seine Stimme brach, und sie umarmte ihn noch fester.</p><p>�Egwene!� Bei Nynaeves Ruf vom Haus her fuhr Egwene zusammen. �Egwene, ich brauche dich! Und wasch dir die H�nde noch einmal!�</p><p>Sie befreite sich aus Rands Umarmung. �Sie braucht meine Hilfe, Rand.�</p><p>�Egwene!�</p><p>Er glaubte, ein Schluchzen zu h�ren, als sie wegrannte. Dann war sie fort, und er stand allein neben der Bahre. Er blickte einen Augenblick lang hinunter auf Tam und f�hlte nichts als leere Hilflosigkeit. Pl�tzlich wurde sein Gesicht hart. �Der B�rgermeister wird wissen, was zu tun ist�, sagte er und hob die Bahre erneut an. �Der B�rgermeister wei� es.� Bran al'Vere wu�te immer einen Rat. Mit m�der Hartn�ckigkeit machte er sich auf zur Weinquellenschenke.</p><p>Ein Dhurran-Hengst trabte an ihm vorbei. Die Enden der Zugriemen seinen Geschirrs waren an den Kn�cheln einer gro�en Gestalt festgemacht, die in eine schmutzige Decke geh�llt war. Mit steifen Haaren bedeckte Arme wurden hinter der Decke hergeschleift, und an einer Ecke der Decke lugte ein Ziegenhorn hervor. Die Zwei Fl�sse waren kein Ort, wo Legenden zu schrecklicher Wirklichkeit w�rden. Wenn Trollocs irgendwohin pa�ten, dann in die Welt dort drau�en, an Orte, wo es Aes Sedai gab und falsche Drachen, und das Licht allein wu�te, was noch aus den Erz�hlungen der Gaukler zum Leben erwachte. Nicht die Zwei Fl�sse. Nicht gerade Emondsfeld.</p><p>Als er �ber das Gr�n ging, sprachen ihn Leute an, einige aus den Ruinen ihrer H�user heraus, und fragten ihn, ob sie helfen k�nnten. Er h�rte sie nur als Hintergrundger�usche, selbst wenn sie ein St�ck neben ihm hergingen, als sie ihn ansprachen. Ohne zu denken, brachte er Worte hervor, die ihnen mitteilten, er ben�tige keine Hilfe, und f�r alles werde schon gesorgt. Als sie ihn mit sorgenvollen Blicken verlie�en und einige noch versicherten, sie w�rden Nynaeve Bescheid geben, bemerkte er auch das kaum. Er gestattete sich nur einen bewu�ten Gedanken, und der galt dem Zweck seines Marsches. Bran al'Vere konnte etwas tun, um Tam zu helfen. Er bem�hte sich, nicht daran zu denken, was das sein mochte. Aber der B�rgermeister w�re in der Lage, etwas zu tun, sich etwas einfallen zu lassen.</p><p>Die Schenke war fast vollst�ndig von der Zerst�rung des Dorfes unber�hrt geblieben. An den W�nden konnte man ein paar Brandspuren erkennen, aber die roten Dachziegel schimmerten im Sonnenschein so hell wie immer. Alles, was vom Wagen des H�ndlers �briggeblieben war, waren die ru�igen eisernen Reifen um die R�der, die gegen den verkohlten, am Boden liegenden Kasten gelehnt waren. Die gro�en Halbringe, die die Plane getragen hatten, ragten schief, jeder in einem anderen Winkel, daraus hervor.</p><p>Thom Merrilin sa� mit �bergeschlagenen Beinen auf den Steinen der alten Grundmauer und schnippelte sorgf�ltig mit einer kleinen Schere angesengte Enden von den Flicken auf seinem Umhang. Als Rand in seine N�he kam, legte er Umhang und Schere beiseite. Ohne zu fragen, ob Rand Hilfe brauche, h�pfte er herunter und nahm das hintere Ende der Bahre auf.</p><p>�Rein? Nat�rlich, nat�rlich. Mach dir keine Sorgen, Junge. Eure Seherin wird sich seiner schon annehmen. Ich habe sie bei der Arbeit seit letzter Nacht beobachtet, und sie packt das richtig an und hat einige F�higkeiten. Es k�nnte wirklich viel schlimmer sein. Letzte Nacht sind einige ums Leben gekommen. Vielleicht nicht viele, aber jeder ist f�r mich einer zuviel. Der alte Fain ist einfach verschwunden, und das ist f�r mich am schlimmsten. Die Trollocs essen alles. Du solltest dem Licht danken, da� dein Vater noch hier ist und lebt und die Seherin ihn heilen kann.�</p><p>Rand blockte die Stimme ab � <emphasis>Er ist mein Vater</emphasis> -, so da� die Worte zu bedeutungslosen Lauten wurden, die er genausowenig beachtete wie das Summen einer Fliege. Er konnte nicht noch mehr Sympathie und keine weiteren Versuche ertragen, seine Stimmung zu heben. Nicht jetzt. Nicht, bis Bran al'Vere ihm gesagt hatte, wie man Tam helfen konnte.</p><p>Pl�tzlich stand er vor der T�r der Schenke, und da war etwas mit einem angekohlten Stock draufgekritzelt: eine schwarze Tr�ne, die auf ihrer Spitze stand. So viel war geschehen, da� es ihn kaum �berraschte, die T�r der Weinquellenschenke mit dem Drachenzahn markiert zu finden. Warum jemand den Wirt oder seine Familie des B�sen beschuldigte oder da� sie Ungl�ck br�chten, verstand er nicht, doch die Nacht hatte ihn von einem �berzeugt: Alles war m�glich. Wirklich alles.</p><p>Als der Gaukler ihn mit der Bahre anstie�, hob er den T�rriegel und trat ein.</p><p>Der Schankraum war bis auf Bran al'Vere leer und kalt, denn niemand hatte Zeit gefunden, Feuer zu machen. Der B�rgermeister sa� an einem der Tische und stippte seine Schreibfeder mit konzentrierter Miene in ein Tintenfa�. Sein graumelierter Kopf war �ber eine Schriftrolle gebeugt. Sein Nachthemd hatte er nachl�ssig in die Hose gesteckt � es beulte sich um die breiten H�ften kr�ftig aus -, und er kratzte unbewu�t einen nackten Fu� mit den Zehen des anderen. Seine F��e waren schmutzig, als sei er mehr als einmal drau�en gewesen, ohne sich die M�he zu machen, Stiefel anzuziehen, und das trotz des kalten Wetters. �Was habt Ihr f�r Probleme?� wollte er wissen, ohne aufzublicken. �Macht schnell! Ich mu� zwei Dutzend Dinge auf einmal erledigen und noch mehr, was schon vor einer Stunde h�tte erledigt werden sollen. Also habe ich wenig Zeit und Geduld. Also? Raus damit!�</p><p>�Meister al'Vere?� sagte Rand. �Es ist mein Vater.�</p><p>Der Kopf des B�rgermeisters fuhr hoch. �Rand? Tam?� Er warf die Feder auf den Tisch und sprang so schnell auf, da� er den Stuhl umstie�. �Vielleicht hat uns das Licht doch nicht ganz verlassen. Ich f�rchtete, ihr w�ret beide tot. Bela galoppierte eine Stunde, nachdem die Trollocs weg waren, ins Dorf, schaumbedeckt und schnaufend, als sei sie den ganzen Weg vom Hof hierher so galoppiert, und ich dachte... Keine Zeit jetzt. Wir bringen ihn hinauf.� Er packte das Ende der Bahre und schob den Gaukler mit der Schulter zur Seite. �Ihr holt die Seherin, Meister Merrilin. Und sagt ihr, ich habe Euch aufgetragen, sie ganz schnell zu holen! Sei beruhigt, Rand. Du kommst bald in ein gutes, weiches Bett. Geht, Gaukler, geht schon!�</p><p>Thom Merrilin verschwand durch die T�r, bevor Rand etwas sagen konnte. �Nynaeve hat nichts getan. Sie sagt, sie k�nne ihm nicht helfen. Ich wu�te... Ich hoffte, Ihr h�ttet eine Idee.�</p><p>Meister al'Vere sah Rand scharf an und sch�ttelte dann den Kopf. �Wir werden sehen, Junge. Wir werden sehen.� Aber er h�rte sich nicht mehr so selbstbewu�t an. �Bringen wir ihn zu Bett. Zumindest kann er dort angenehmer liegen.�</p><p>Rand lie� sich auf die Treppe am Ende des Schankraums zuschieben. Er bem�hte sich sehr, die Hoffnung zu bewahren, da� Tam wieder gesund w�rde, aber er hatte sich damit von Anfang an auf d�nnem Eis bewegt, das erkannte er jetzt, und die pl�tzlichen Zweifel in der Stimme des B�rgermeisters ersch�tterten ihn vollends.</p><p>Im zweiten Stock der Schenke befand sich ein halbes Dutzend sauberer, gut eingerichteter Zimmer mit Blick auf das Gr�n. Sie wurden meist von den H�ndlern oder von Leuten aus Wachh�gel oder Devenritt benutzt, und die Kaufleute, die jedes Jahr kamen, waren oft �berrascht, hier solch gem�tliche Zimmer vorzufinden. Drei davon waren belegt, und der B�rgermeister dr�ngte Rand zu einem der leerstehenden R�ume.</p><p>Schnell wurden der Bett�berwurf und die Decke auf dem breiten Bett zur�ckgezogen, und Tam wurde auf die dicke Federmatratze gelegt. Ein G�nsedaunenkissen kam unter seinen Kopf. Er gab keinen Laut von sich, als er umgebettet wurde, au�er seinem heiseren Atmen � nicht einmal ein St�hnen -, aber der B�rgermeister tat Rands �ngste mit einer Handbewegung ab und trug ihm auf, Feuer zu machen, um die K�lte aus dem Raum zu vertreiben. W�hrend Rand Holz und Zunder aus der Kiste neben dem Kamin nahm, zog Bran die Vorh�nge zur�ck und lie� das Morgenlicht herein. Dann wusch er sanft Tams Gesicht. Als der Gaukler zur�ckkehrte, erw�rmte das lodernde Feuer im Kamin bereits den Raum.</p><p>�Sie kommt nicht�, verk�ndete Thom Merrilin, als er in das Zimmer stolzierte. Er sah Rand b�se an. Seine buschigen wei�en Brauen zogen sich zusammen. �Du hast mir nicht gesagt, da� sie ihn schon gesehen hat. Sie hat mir fast den Kopf abgerissen.�</p><p>�Ich dachte... Ich wei� nicht... Vielleicht konnte der B�rgermeister etwas ausrichten, ihr m�glicherweise klarmachen... � Die H�nde zu zitternden F�usten geballt, wandte sich Rand vom Kamin ab und Bran zu. �Meister al'Vere, was kann ich tun?� Der f�llige Mann sch�ttelte hilflos den Kopf. Er legte ein frisch befeuchtetes Tuch auf Tams Stirn und vermied es, Rand in die Augen zu sehen. �Ich kann nicht einfach zuschauen, wie er stirbt, Meister al'Vere! Ich mu� etwas tun.� Der Gaukler machte eine Bewegung, als wolle er etwas sagen. Rand ging eifrig darauf ein. �Habt Ihr eine Idee? Ich versuche alles!�</p><p>�Ich habe mich nur gefragt�, sagte Thom und stopfte die langstielige Pfeife mit seinem Daumen, �ob der B�rgermeister wei�, wer den Drachenzahn an seine T�r gekritzelt hat.� Er starrte in den Pfeifenkopf, sah dann Tam an und steckte die Pfeife zwischen die Z�hne, ohne sie anzuz�nden. Er seufzte. �Jemand scheint ihn nicht mehr leiden zu k�nnen. Oder vielleicht kann dieser Jemand seine G�ste nicht leiden.�</p><p>Rand sah ihn entt�uscht an und wandte sich ab, um ins Feuer zu starren. Seine Gedanken tanzten wie die Flammen, und wie die Flammen drehten sie sich immer nur um eines. Er w�rde nicht aufgeben. Er konnte nicht einfach nur herumstehen und zuschauen, wie Tam starb. <emphasis>Mein Vater,</emphasis> dachte er grimmig. <emphasis>Mein Vater.</emphasis> Wenn das Fieber einmal unterdr�ckt war, konnte man das auch noch aufkl�ren. Aber zuerst das Fieber. Nur � wie?</p><p>Bran al'Veres Mund verzog sich, als er auf Rands R�cken blickte, und der Blick, den er dem Gaukler zuwarf, h�tte gereicht, um einen B�ren zur�ckschrecken zu lassen. Aber Thom sah ihn nur erwartungsvoll an, als habe er nichts bemerkt.</p><p>�Vielleicht hat das einer der Congars getan oder ein Coplin�, sagte der B�rgermeister schlie�lich, �nur das Licht allein wei�, wer. Das ist eine gro�e Brut, und wenn die jemandem etwas �bles nachsagen k�nnen oder auch nicht, dann tun sie es. Im Gegensatz zu denen redet Cenn Buie, als h�tte er Honig auf der Zunge.�</p><p>�Die Wagenkolonne, die kurz vor Sonnenaufgang ankam�, meinte der Gaukler. �Die hatten noch nicht einmal einen Trolloc aus der Ferne gerochen und wollten nur wissen, wann das Fest anfange. Als ob die nicht sehen konnten, da� das halbe Dorf niedergebrannt war.�</p><p>Meister al'Vere nickte erbittert. �Ein Zweig der Familie. Aber der Rest ist auch nicht viel besser. Dieser Narr Darl Coplin verbrachte die halbe Nacht damit, von mir zu verlangen, ich solle Moiraine und Meister Lan aus dem Dorf weisen, als ob ohne sie �berhaupt noch ein Dorf hier st�nde.�</p><p>Rand war der Unterhaltung ohne besondere Aufmerksamkeit gefolgt, aber die letzte Bemerkung reizte ihn zu einer Frage. �Was haben sie getan?�</p><p>�Also, sie hat aus klarem Himmel einen Kugelblitz herabgerufen�, erwiderte Meister al'Vere. �Hat ihn direkt in die Trollocs hineinzischen lassen. Der kann B�ume zerschmettern. Den Trollocs ging es nicht anders.�</p><p>�Moiraine?� fragte Rand ungl�ubig, und der B�rgermeister nickte.</p><p>�Frau Moiraine. Und Meister Lan gebrauchte sein Schwert wie einen Wirbelwind. Sein Schwert? Der ganze Mann ist eine Waffe und schien sich an zehn Orten gleichzeitig aufzuhalten. Versengen soll mich das Licht, aber ich w�rde es immer noch nicht glauben, wenn ich nicht rausgegangen w�re und gesehen h�tte... � Er rieb sich mit der Hand �ber die kahle Kopfhaut. �Die Winternachtbesuche fangen gerade an, wir haben die H�nde voll von Geschenken und Honigkuchen und die K�pfe voll Wein, und dann knurren die Hunde, und pl�tzlich rasen die beiden aus der Schenke, rennen durch das Dorf und schreien etwas von Trollocs. Ich dachte, sie h�tten zuviel getrunken. Schlie�lich � Trollocs? Und dann, bevor irgend jemand wu�te, was eigentlich geschah, waren diese � Dinger pl�tzlich neben uns auf den Stra�en, hieben mit ihren Schwertern nach Menschen, warfen Fackeln in H�user und heulten, da� einem das Blut gefrieren konnte.� Er stie� einen Laut des Ekels aus. �Wir rannten herum wie H�hner, wenn der Fuchs auf dem H�hnerhof ist, bis Meister Lan uns dazu brachte, uns zu wehren.�</p><p>�Kein Grund, so hart mit Euch selbst ins Gericht zu gehen�, sagte Thom. �Ihr habt Euch wacker geschlagen. Nicht jeder Trolloc, der jetzt dort drau�en liegt, ist von den H�nden der beiden gefallen.�</p><p>�Mmmm... ja, stimmt schon.� Meister al'Vere nahm sich sichtlich zusammen. �Ich kann es trotzdem kaum glauben. Eine Aes Sedai in Emondsfeld. Und Meister Lan ist ein Beh�ter.�</p><p>�Eine Aes Sedai?� fl�sterte Rand. �Das kann nicht sein. Ich habe mit ihr gesprochen. Sie ist keine... Sie scheint nicht... �</p><p>�Glaubst du, sie tragen Abzeichen?� fragte der B�rgermeister sarkastisch. �Aes Sedai vielleicht, und zwar quer �ber den R�cken gemalt? Und vielleicht noch �Gefahr. Wegbleiben!�� Pl�tzlich klatschte er sich gegen die Stirn. �Aes Sedai. Ich bin ein alter Narr und gebrauche meinen Verstand nicht mehr. Es gibt eine M�glichkeit, Rand, falls du sie wahrnehmen willst. Ich kann es dir nicht befehlen, und wenn es um mich ginge, wei� ich nicht, ob ich mich trauen w�rde.�</p><p>�Eine M�glichkeit?� fragte Rand. �Ich werde jede M�glichkeit nutzen, wenn es hilft.�</p><p>�Aes Sedai k�nnen heilen, Rand. Versengen soll mich das Licht, Junge, aber du hast doch die Geschichten auch geh�rt. Sie k�nnen heilen, wo Medikamente versagen. Gaukler, Ihr h�ttet Euch noch eher daran erinnern sollen als ich. Gauklergeschichten sind voll von Aes Sedai. Warum habt Ihr nichts gesagt und mich statt dessen herumr�tseln lassen?�</p><p>�Ich bin hier fremd�, sagte Thom, wobei er seine unangez�ndete Pfeife sehnsuchtsvoll ansah, �und Herr Coplin ist nicht der einzige, der mit Aes Sedai nichts zu tun haben will. Ich habe nichts dagegen, da� der Vorschlag von Euch kommt.�</p><p>�Eine Aes Sedai�, murmelte Rand und versuchte, sich die Frau, die ihn angel�chelt hatte, als Figur in einer dieser Geschichten vorzustellen. Hilfe von einer Aes Sedai sei manchmal schlimmer als �berhaupt keine Hilfe, erz�hlten die Geschichten, wie Gift in einer Pastete, und wie die K�der beim Angeln, so hatten ihre Geschenke immer einen Haken. Pl�tzlich erschien ihm die M�nze in seiner Tasche, die ihm Moiraine gegeben hatte, so hei� wie brennende Kohle. Er konnte sich gerade noch beherrschen, sie nicht aus seinem Mantel zu rei�en und aus dem Fenster zu werfen.</p><p>�Niemand will etwas mit Aes Sedai zu tun haben, Junge�, sagte der B�rgermeister langsam. �Es ist die einzige M�glichkeit, die ich sehe, und die Entscheidung ist nicht leicht. Ich kann sie nicht f�r dich treffen, aber ich habe von Frau Moiraine � ich sollte sie wohl besser Moiraine Sedai nennen, denke ich � bisher nur Gutes erlebt. Manchmal�, � er sah Tam bedeutungsvoll an -�mu� man ein Risiko eingehen, auch wenn es nur eine kleine Hoffnung bedeutet.�</p><p>�Einige Geschichten sind auf ihre Art ziemlich �bertrieben�, f�gte Thom hinzu, als rei�e man die Worte aus ihm heraus. �Jedenfalls manche. Und schlie�lich, Junge: Du hast gar keine andere Wahl.�</p><p>�Ja�, seufzte Rand. Tam hatte immer noch keinen Muskel bewegt; seine Augen waren eingesunken, als l�ge er bereits die ganze Woche �ber krank danieder. �Ich... Ich gehe und suche sie.�</p><p>�Auf der anderen Seite der Br�cke�, sagte der Gaukler, �wo sie � die toten Trollocs beseitigen. Aber sei vorsichtig, Junge! Aes Sedai haben ihre eigenen Gr�nde, etwas zu tun, und das sind manchmal ganz andere Gr�nde, als wir glauben.�</p><p>Das letztere rief er Rand durch die ge�ffnete T�r nach. Der mu�te den Schwertgriff festhalten, damit ihm die Scheide nicht zwischen die Beine geriet und ihn beim Rennen zu Fall brachte, doch er nahm sich nicht die Zeit, es abzuschnallen. Er polterte die Treppe hinunter und st�rzte aus der Schenke. Seine Ersch�pfung war in diesem Augenblick vergessen. Eine Chance f�r Tam, wie klein sie auch sein mochte, war genug, um daf�r die Folgen einer schlaflosen Nacht zu �berwinden, wenigstens f�r eine Weile. Er wollte nicht daran denken, da� eine Aes Sedai ihm diese Chance bot und was wohl der Preis daf�r sein w�rde. Und tats�chlich einer echten Aes Sedai gegen�berzustehen... Er atmete tief ein und versuchte noch schneller zu rennen.</p><p>Die Bel-Tine-Feuer befanden sich ein gutes St�ck jenseits der letzten H�user im Norden des Dorfes an der Westwaldseite der Stra�e nach Wachh�gel. Der Wind trieb die �ligschwarzen Qualms�ulen immer noch vom Dorf weg, aber trotzdem lag ein ekelhaft s��er Gestank in der Luft, als habe man einen Braten um Stunden zu lange am Spie� ger�stet. Rand w�rgte, als er es roch, und schluckte dann schwer, als er die Quelle des Gestanks erkannte. Ein sch�ne Bescherung, so etwas mit Bel-Tine-Feuern anzustellen! Die M�nner, die sich um die Feuer k�mmerten, hatten sich T�cher �ber Nase und Mund gebunden, aber ihren Grimassen konnte man ansehen, da� der Essig, in den sie die T�cher getaucht hatten, nicht ausreichte. Und wenn er auch den Gestank besiegte, so wu�ten sie doch, da� er da war und sie wu�ten auch, was sie taten.</p><p>Zwei M�nner schnallten die Beine eines Trollocs von den Zugleinen eines der gro�en Dhurrans ab. Lan, der neben der Leiche kauerte, hatte die Decke weit genug zur�ckgezogen, um die Schultern und den ziegenbock�hnlichen Kopf des Trollocs freizulegen. Als Rand sich n�herte, l�ste der Beh�ter gerade ein Metallabzeichen � einen blutrot emaillierten Dreizack -von einer dornenversehenen Schulter der schwarzen Trolloc-R�stung.</p><p>�Ko'bal�, verk�ndete er. Er warf das Abzeichen mit der Handfl�che in die Luft und fing es mit einem Knurren wieder auf. �Damit sind es jetzt schon sieben Horden.�</p><p>Moiraine, die mit �bereinandergeschlagenen Beinen am Boden sa�, sch�ttelte m�de den Kopf. Quer �ber den Knien lag ihr ein Wanderstock, der von einem Ende zum anderen mit geschnitzten Ranken und Blumen bedeckt war, und ihr Kleid sah so zerknittert aus, als habe sie es zu lange getragen. �Sieben Horden. Sieben! So viele haben sich seit den Trolloc-Kriegen nicht mehr zusammengetan. Eine schlechte Nachricht nach der anderen. Ich habe Angst, Lan. Ich dachte, wir h�tten einen Tagesmarsch aufgeholt, aber vielleicht sind wir noch weiter zur�ckgefallen als vorher.�</p><p>Rand sah sie an und war nicht in der Lage, ein Wort herauszubringen. Eine Aes Sedai. Er hatte versucht, sich selbst zu �berzeugen, da� sie nun, da er wu�te, wer... was sie war, auch nicht anders als zuvor aussah, und zu seiner �berraschung war es auch so. Sie wirkte nicht mehr so frisch � das Haar war wirr, und �ber die Nase zog sich ein d�nner Ru�streifen -, aber auch nicht allzu sehr ver�ndert. Sicher mu�te es irgendein Anzeichen geben, was sie als Aes Sedai kennzeichnete. Andererseits � wenn das �u�ere Erscheinungsbild das innere widerspiegelte und die Geschichten recht hatten, dann sollte sie eher wie ein Trolloc aussehen als wie eine sch�ne Frau, die nichts von ihrer W�rde verlor, w�hrend sie im Schmutz sa�. Und sie konnte Tam helfen. Was es auch immer kosten sollte, das war wichtiger als alles andere.</p><p>Er holte tief Luft. �Frau Moiraine... Ich meine, Moiraine Sedai.� Beide drehten sich um und sahen ihn an. Er erstarrte unter ihren Blicken. Das war nicht der ruhige, l�chelnde Blick, an den er sich vom Gr�n her erinnerte. Ihr Gesicht war m�de, doch ihre dunklen Augen geh�rten einem Falken. Aes Sedai. Zerst�rer der Welt. Marionettenspieler, die an F�den zogen und daran Throne und V�lker tanzen lie�en � nach welcher Melodie, das wu�ten nur die Frauen von Tar Valon.</p><p>�Ein wenig Licht in der Dunkelheit�, murmelte die Aes Sedai. Sie erhob die Stimme. �Wie steht es mit deinen Tr�umen, Rand al'Thor?�</p><p>Er starrte sie verst�ndnislos an. �Meine Tr�ume?�</p><p>�Eine Nacht wie diese kann einem Mann zu Alptr�umen verhelfen, Rand. Wenn du Alptr�ume hast, mu�t du mir davon erz�hlen. Manchmal habe ich ein Mittel gegen schlimme Tr�ume.�</p><p>�Es ist alles in Ordnung mit meinen... Es ist mein Vater. Er ist verletzt. Es ist nicht viel mehr als ein Kratzer, aber das Fieber verzehrt ihn. Die Seherin hilft nicht. Sie sagt, sie kann nicht helfen. Aber die Geschichten... � Sie zog eine Augenbraue hoch, und er hielt inne und schluckte. <emphasis>Licht, gibt es eigentlich eine Geschichte �ber eine Aes Sedai, in der sie nicht die B�sewichtin ist?</emphasis> Er sah den Beh�ter an, aber Lan schien sich mehr f�r den toten Trolloc zu interessieren als f�r Rands Worte. Er stammelte unter ihrem Blick weiter: �Ich... �h... man sagt; Aes Sedai k�nnten heilen. Wenn Ihr ihm helfen k�nnt... Was Ihr auch f�r ihn tun k�nnt... Was es auch kostet... Ich meine... � Er atmete tief ein und rasselte den Rest herunter. �Ich bezahle jeden Preis, der in meiner Macht steht, wenn Ihr ihm helft. Alles.�</p><p>�Jeden Preis�, �berlegte Moiraine laut und mehr zu sich selbst. ��ber den Preis sprechen wir sp�ter, Rand, wenn �berhaupt. Ich kann dir nichts versprechen. Eure Seherin wei� schon, was sie tut. Ich werde mein M�glichstes tun, aber meine Macht reicht nicht aus, um das Rad am Drehen zu hindern.�</p><p>�Fr�her oder sp�ter holt der Tod jeden von uns�, sagte der Beh�ter ernst, �au�er, sie dienen dem Dunklen K�nig, und nur Narren sind bereit, den Preis daf�r zu zahlen.�</p><p>Moiraine gab ein Glucksen von sich. �Verbreite keine solche Weltuntergangsstimmung, Lan! Wir haben Grund zum Feiern. Einen kleinen wohl nur, aber immerhin.� Sie nahm den Stock, um auf die Beine zu kommen. �Bring mich zu deinem Vater, Rand! Ich werde ihm helfen, so gut ich es vermag. Zu viele hier haben meine Hilfe von vornherein abgelehnt. Auch sie haben die Geschichten geh�rt�, f�gte sie trocken hinzu.</p><p>�Er ist in der Schenke�, sagte Rand. �Hier entlang. Und ich danke Euch. Danke!�</p><p>Sie folgten, doch sein schneller Schritt holte rasch einen Vorsprung heraus. Ungeduldig verhielt er, damit sie aufholen konnten, und lief dann wieder voraus, so da� er erneut warten mu�te.</p><p>�Bitte beeilt Euch!� spornte er sie an. Er war so davon besessen, Tam endlich Hilfe zu bringen, da� er die eigene Tollk�hnheit nicht bemerkte: zu versuchen, eine Aes Sedai anzutreiben. �Das Fieber verzehrt ihn.�</p><p>Lan sah ihn zornig an. �Kannst du nicht sehen, wie m�de sie ist? Selbst mit einem <emphasis>Angreal</emphasis> glich das, was sie letzte Nacht tat, dem Umherlaufen mit einem Sack voller Steine auf dem R�cken. Ich wei� nicht, ob du das wert bist, Sch�fer, gleichg�ltig, was sie sagt.�</p><p>Rand schluckte und hielt den Mund.</p><p>�Nur ruhig, mein Freund�, sagte Moiraine. Ohne ihren Schritt zu verlangsamen, hob sie den Arm und klopfte dem Beh�ter auf die Schulter. Seine Gestalt ragte sch�tzend �ber ihr auf, als k�nne er ihr durch seine N�he allein Kraft verleihen. �Du denkst immer nur an mein Wohl. Warum sollte er nicht genauso in bezug auf seinen Vater denken?� Lan blickte finster drein, schwieg aber. �Ich komme, so schnell ich kann, Rand, das verspreche ich dir.�</p><p>Angesichts der H�rte ihrer Augen und der Sanftheit ihrer Stimme wu�te Rand nicht, was er ihr glauben konnte. Vielleicht pa�te beides zusammen. Aes Sedai. Jetzt hatte er den Kopf in der Schlinge. Er pa�te seinen Schritt dem ihren an und bem�hte sich, nicht dar�ber nachzudenken, �ber welchen Preis sie sp�ter verhandeln w�rden.</p></section><section><title><p>8</p><p>Eine sichere Zuflucht</p></title><p>Noch w�hrend er durch die T�r trat, suchte Rands Blick seinen Vater � seinen Vater, ganz gleich, was <emphasis>irgend jemand</emphasis> behauptete. Tam hatte sich keine Handbreit bewegt. Seine Augen waren immer noch geschlossen, und sein Atem ging unregelm��ig, sto�weise und r�chelnd. Der wei�haarige Gaukler brach seine Unterhaltung mit dem B�rgermeister ab, der sich gerade �ber das Bett beugte und nach Tam sah, und blickte Moiraine unsicher an. Die Aes Sedai achtete nicht auf ihn. Sie blickte nur auf Tam und sah ihn mit gerunzelter Stirn eindringlich an.</p><p>Thom steckte sich die kalte Pfeife zwischen die Z�hne, zog sie aber schnell wieder heraus und sah sie b�se an. �Der Mensch kann nicht einmal in Frieden rauchen�, murmelte er. �Ich werde mich mal vergewissern, ob nicht irgendein Bauer meinen Umhang stiehlt, um seine Kuh zu w�rmen. Dort drau�en kann ich wenigstens meine Pfeife rauchen.� Damit eilte er aus dem Zimmer.</p><p>Lan sah ihm nach, das kantige Gesicht so ausdruckslos wie ein Fels. �Ich mag diesen Mann nicht. Er hat etwas an sich, das mich mi�trauisch macht. Letzte Nacht habe ich ihn nirgends gesehen.�</p><p>�Er war da�, sagte Bran, der Moiraine ebenfalls unsicher beobachtete. �Er mu� dagewesen sein. Sein Umhang ist nicht vom Kaminfeuer versengt worden.�</p><p>Rand war es gleich, wenn der Gaukler sich die Nacht �ber im Stall versteckt hatte. �Mein Vater?� wandte er sich bittend an Moiraine.</p><p>Bran �ffnete den Mund, doch bevor er sprechen konnte, sagte Moiraine: �La�t mich mit ihm allein, Meister al'Vere! Ihr k�nnt hier nichts tun, au�er mir im Weg zu stehen.�</p><p>Bran z�gerte ein Weilchen. Er war hin- und hergerissen zwischen dem Protest, sich in der eigenen Schenke herumkommandieren zu lassen, und der Angst, einer Aes Sedai den Gehorsam zu verweigern. Schlie�lich richtete er sich auf und schlug Rand auf die Schulter. �Komm mit, Junge! Lassen wir Moiraine Sedai ihre... �h... ihre... Du kannst mir unten bei einer Menge Sachen behilflich sein. Bevor du dich versiehst, ruft Tam nach seiner Pfeife und einem Krug Bier.�</p><p>�Kann ich bleiben?� fragte Rand, obwohl Moiraine nur Tam zu bemerken schien. Brans H�nde verkrampften sich, doch Rand gab nicht auf. �Bitte! Ich werde Euch nicht im Weg stehen. Ihr werdet nicht einmal merken, da� ich da bin. Er ist mein Vater�, f�gte er so flehentlich hinzu, da� es ihn selbst �berraschte und sich die Augen des B�rgermeisters erstaunt weiteten.</p><p>�Ja, ja�, sagte Moiraine ungeduldig. Sie hatte ihren Umhang und Stock nachl�ssig auf den einzigen Stuhl im Zimmer geworfen und krempelte gerade die �rmel ihres Kleids bis zu den Ellbogen hoch. Auch w�hrend sie mit anderen sprach, galt ihre ganze Aufmerksamkeit Tam. �Setz dich dort dr�ben hin. Du auch, Lan.� Sie zeigte fahrig in Richtung einer langen Bank, die an einer Wand stand. Sie musterte Tam langsam von Kopf bis Fu�, aber Rand hatte das eigenartige Gef�hl, da� sie auf irgendeine Art <emphasis>durch</emphasis> ihn hindurchblickte. �Ihr k�nnt miteinander sprechen, wenn ihr wollt�, fuhr sie abwesend fort, �aber bitte leise. Jetzt geht bitte, Meister al'Vere. Dies ist ein Krankenzimmer und kein Versammlungsraum. Sorgt daf�r, da� ich nicht gest�rt werde.�</p><p>Der B�rgermeister brummte ein wenig, allerdings nicht sonderlich laut, dr�ckte nochmals Rands Schulter und schlo� dann folgsam, wenn auch z�gernd die T�r hinter sich. Die Aes Sedai murmelte leise vor sich hin, kniete sich vor das Bett und legte die H�nde leicht auf Tams Brust. Sie schlo� die Augen, bewegte sich l�ngere Zeit nicht und gab auch keinen Laut von sich. In den Geschichten wurden die Taten der Aes Sedai immer von Blitzen und Donnerhall begleitet oder von anderen Anzeichen gro�er Tatkraft und Macht. Der Macht. Der Einen Macht aus der Wahren Quelle, die das Rad der Zeit antrieb. Das war kein Thema, �ber das Rand gern nachdachte � Tam im Einflu� der Einen Macht und er im gleichen Raum, wo sie angewandt wurde. Es war schon schlimm genug, sich im gleichen Dorf zu befinden. Soweit er es allerdings beurteilen konnte, konnte Moiraine durchaus eingeschlafen sein. Und doch glaubte er, da� Tams Atmung leichter klang. Sie mu�te irgend etwas getan haben. Er konzentrierte sich ganz aufs Beobachten. Als Lan ihn leise ansprach, fuhr er zusammen. �Das ist eine sch�ne Waffe, die du da tr�gst. K�nnte es sein, da� auf der Klinge ein Reiher zu sehen ist?�</p><p>Einen Augenblick lang starrte er den Beh�ter an und begriff nicht, wovon der sprach. Er hatte Tams Schwert in der Aufregung ganz vergessen. Es schien auch nicht mehr so schwer zu sein. �Ja, stimmt. Was tut sie?�</p><p>�Ich h�tte nicht geglaubt, an einem Ort wie diesem ein mit dem Reiher gekennzeichnetes Schwert anzutreffen�, sagte Lan.</p><p>�Es geh�rt meinem Vater.� Er sah Lans Schwert an. Der Griff war gerade noch unter dem Umhang sichtbar. Die beiden Schwerter sahen sich recht �hnlich, auch wenn auf dem des Beh�ters kein Reiher sichtbar war. Er blickte wieder zum Bett hin�ber. Tams Atmung klang wirklich leichter, und das R�cheln war nicht mehr zu h�ren. Da war er ganz sicher. �Er hat es vor langer Zeit gekauft.�</p><p>�Seltsam, da� ein Sch�fer ein solches Schwert kauft.�</p><p>Rand erlaubte sich einen Seitenblick auf Lan. Wenn ein Fremder an einem Schwert solches Interesse zeigte, war das f�r ihn Schn�ffelei. Wenn es aber ein Beh�ter war... Trotzdem f�hlte er die Notwendigkeit einer Rechtfertigung. �Soviel ich wei�, hat er es niemals benutzt. Er sagte, es sei nutzlos. Jedenfalls bis letzte Nacht. Ich wu�te bis dahin nicht einmal, da� er es besa�.�</p><p>�So, er nannte es also nutzlos. Er mu� nicht immer dieser Meinung gewesen sein.� Lan ber�hrte die Scheide an Rands Seite kurz mit einem Finger. �Es gibt Orte, wo der Reiher als Kennzeichen des herausragenden Schwertk�mpfers gilt. Diese Klinge mu� seltsame Wege gegangen sein, bis sie bei einem Sch�fer von den Zwei Fl�ssen landete.�</p><p>Rand �berh�rte die unausgesprochene Frage. Moiraine hatte sich immer noch nicht bewegt. Tat die Aes Sedai wirklich etwas? Er schauderte und rieb sich die Arme, unschl�ssig, ob er �berhaupt wissen wollte, was sie tat. Eine Aes Sedai.</p><p>Eine Frage kam ihm in den Sinn, die er eigentlich nicht stellen wollte, doch eine Antwort wollte er schon haben. �Der B�rgermeister... � Er r�usperte sich und atmete tief ein. �Der B�rgermeister sagte, der einzige Grund, warum vom Dorf noch etwas �briggeblieben ist, w�rt Ihr und sie.� Er schaffte es, den Beh�ter anzusehen. �Wenn man Euch etwas �ber einen Mann im Wald gesagt h�tte... einen Mann, der den Leuten Angst einjagt, wenn er sie nur ansieht... h�tte Euch das gewarnt? Ein Mann, dessen Pferd lautlos einhergeht? Und der Wind ber�hrt seinen Mantel nicht? H�ttet Ihr dann gewu�t, was geschehen w�rde? H�ttet Ihr und Moiraine Sedai das Ungl�ck verhindern k�nnen, wenn Ihr von ihm gewu�t h�ttet?�</p><p>�Nicht ohne ein halbes Dutzend meiner Schwestern�, sagte Moiraine, und Rand fuhr hoch. Sie kniete immer noch am Bett, aber sie hatte die H�nde von Tam genommen und sich halb umgedreht, um die beiden auf der Bank anzusehen. Ihre Stimme blieb leise, doch ihre Augen nagelten Rand an die Wand. �Wenn ich bei der Abreise von Tar Valon gewu�t h�tte, da� ich hier Trollocs und einen Myrddraal finden w�rde, h�tte ich ein halbes Dutzend von ihnen mitgebracht � oder auch ein Dutzend, und wenn ich sie an den Haaren h�tte herschleifen m�ssen. Was mich betrifft, h�tte auch eine Warnung einen Monat vorher keinen Unterschied gemacht. Vielleicht. Ein einzelner Mensch kann eben nur soviel tun, selbst wenn man die Eine Macht zur Verf�gung hat, und letzte Nacht haben sich in diesem Gebiet vielleicht mehr als hundert Trollocs herumgetrieben. Eine ganze Faust.�</p><p>�Es w�re trotzdem gut gewesen, es im voraus zu wissen�, sagte Lan scharf. Die Sch�rfe in seiner Stimme galt Rand. �Wo genau hast du ihn gesehen und wann?�</p><p>�Das spielt jetzt keine Rolle�, sagte Moiraine. �Ich m�chte nicht, da� der Junge glaubt, er trage an etwas die Schuld, wenn das nicht der Fall ist. Es ist genausogut meine Schuld. Dieser verfluchte Rabe gestern mit seinem eigenartigen Verhalten h�tte mich warnen sollen. Genau wie du, mein alter Freund.� Sie schnalzte �rgerlich mit der Zunge. �Ich war �berheblich bis zum Hochmut und sicher, da� der Einflu� des Dunklen K�nigs nicht so weit reichen k�nne. Und auch nicht in diesem Ma�e. Noch nicht. So sicher war ich.�</p><p>Rand zwinkerte. �Der Rabe? Ich verstehe nicht.�</p><p>�Aasfresser.� Lans Mund verzog sich angeekelt. �Die Lakaien des Dunklen K�nigs finden oft Spione unter den Kreaturen, die sich vom Tod ern�hren. Raben und Kr�hen zu meist. In den St�dten sind es manchmal Ratten.�</p><p>Ein Schauer lief Rand den R�cken hinunter. Raben und Kr�hen als Spione des Dunklen K�nigs? �berall sah man zur Zeit Raben und Kr�hen. Der Einflu� des Dunklen K�nigs, hatte Moiraine gesagt. Der Dunkle K�nig war immer da � das wu�te er -, doch wenn man im Licht ging, sich bem�hte, ein gutes Leben zu f�hren und ihn nicht beim Namen nannte, dann konnte er einem nichts tun. Das glaubten jedenfalls alle; jeder sog diese Lehre schon mit der Muttermilch ein. Aber Moiraine schien sagen zu wollen...</p><p>Sein Blick fiel auf Tam, und alle anderen Gedanken verschwanden aus seinem Kopf. Das Gesicht seines Vaters war viel weniger stark ger�tet als zuvor, und die Atmung h�rte sich beinahe normal an. Rand w�re aufgesprungen, h�tte ihn Lan nicht am Arm festgehalten. �Ihr habt es geschafft!�</p><p>Moiraine sch�ttelte den Kopf und seufzte. �Noch nicht. So hoffe ich zumindest. Die Waffen der Trollocs werden in einem Tal namens Thakan'dar geschmiedet, am Hang des Shayol Ghul. Einige Waffen werden vom B�sen dieses Orts erfa�t; das Metall enth�lt etwas vom B�sen. Diese vergifteten Klingen schlagen Wunden, die ohne Hilfe nicht heilen, oder sie verursachen ein t�dliches Fieber, fremdartige Krankheiten, die unsere Medizin nicht heilen kann. Ich habe die Schmerzen deines Vaters gestillt, aber das Gift des B�sen steckt immer noch in ihm. Wenn man sich nicht mehr um ihn k�mmert, wird es schwellen und ihn verzehren.�</p><p>�Aber Ihr verla�t ihn nicht!� Rands Worte waren halb Bitte und halb Befehl. Er war erschrocken, als er erkannte, da� er so zu einer Aes Sedai gesprochen hatte, doch sie schien seinen Tonfall nicht zu bemerken.</p><p>�Nein, das tue ich nicht�, stimmte sie zu. �Ich bin sehr m�de, Rand, und ich hatte seit letzter Nacht keine M�glichkeit, mich auszuruhen. Normalerweise w�rde das keine Rolle spielen, doch bei einer solchen Verletzung... Dies hier�, � sie nahm ein kleines in wei�e Seide geh�lltes B�ndel aus ihrer Tasche � �ist ein <emphasis>Angreal.�</emphasis> Sie sah seinen Gesichtsausdruck. �Du hast schon vom <emphasis>Angreal</emphasis> geh�rt. Gut.�</p><p>Unbewu�t lehnte er sich zur�ck, weiter weg von ihr und dem Gegenstand, den sie in der Hand hielt. In ein paar der Geschichten kam ein <emphasis>Angreal</emphasis> vor, ein �berbleibsel aus dem Zeitalter der Legenden, das von den Aes Sedai benutzt wurde, um ihre gr��ten Taten zu vollbringen. Er war �berrascht, als sie eine glatte Elfenbeinfigur auspackte, vom Alter dunklem Braun verf�rbt. Sie war nicht l�nger als ihre Hand und stellte eine Frau in wehenden Gew�ndern dar, der langes Haar �ber die Schultern fiel.</p><p>�Wir haben vergessen, wie man sie herstellt�, sagte sie. �Soviel ist verlorengegangen und wird vielleicht nie wiedergefunden. Es gibt nur noch so wenige. Beinahe h�tte der Amyrlin-Sitz mir nicht gestattet, dieses St�ck mitzunehmen. Es war gut f�r Emondsfeld und f�r deinen Vater, da� man mir die Erlaubnis gegeben hat. Aber du darfst dich nicht von deiner Hoffnung beherrschen lassen. Heute kann ich damit nicht viel mehr erreichen, als ich gestern noch ohne <emphasis>Angreal</emphasis> erreicht h�tte. Der Einflu� des Dunklen ist stark. Er hat Zeit gehabt, sich zu festigen.�</p><p>�Ihr k�nnt ihm helfen�, sagte Rand leidenschaftlich. �Ich wei�, da� Ihr es k�nnt.�</p><p>Moiraine l�chelte. Nur ihre Lippen verzogen sich dabei ein wenig. �Wir werden sehen.� Dann wandte sie sich wieder Tam zu. Sie legte eine Hand auf seine Stirn, und in der anderen hielt sie die Elfenbeinfigur. Ihre Augen schlossen sich, und das Gesicht spannte sich in Konzentration. Sie schien kaum zu atmen.</p><p>�Der Reiter, von dem du erz�hlt hast�, sagte Lan leise, �der dir Angst eingejagt hat, das war sicher ein Myrddraal.�</p><p>�Ein Myrddraal!� rief Rand. �Aber die Blassen sind zwanzig Fu� gro� und...� Die Worte erstarben unter dem erbarmungslosen Grinsen des Beh�ters.</p><p>�Manchmal, Sch�fer, werden die Dinge in den Geschichten gr��er als in der Wirklichkeit. Glaub mir, die Wahrheit �ber die Halbmenschen ist gro� genug. Halbmensch, Lurk, Blasser, Schattenmann � der Name h�ngt davon ab, in welchem Land man sich befindet, aber alle bedeuten Myrddraal. Die Blassen sind Abk�mmlinge von Trollocs, die fast wieder wie die urspr�nglichen Menschen wirken, die von den Schattenlords ben�tzt wurden, um Trollocs zu z�chten. Beinahe. Aber wenn auch die menschlichen Merkmale in ihnen st�rker ausgepr�gt sind, so ist es doch der Einflu� des B�sen, der die Trollocs zu Zerrbildern macht. Halbmenschen haben gewisse Kr�fte, und zwar von der Art, wie sie vom Dunklen K�nig ausgeht. Nur die schw�chsten Aes Sedai unterl�gen einem Blassen im Einzelkampf; doch mancher gute und treue Mann ist ihnen zum Opfer gefallen. Seit den Kriegen, die das Zeitalter der Legenden beendeten, seit die Verlorenen gebunden wurden, sind die Halbmenschen das Gehirn, das einer Trolloc-Faust sagt, wo sie zuschlagen soll. In den Tagen der Trolloc-Kriege haben Halbmenschen die Trollocs in die Schlacht gef�hrt, unter dem Kommando der Schattenlords.�</p><p>�Er hat mir Angst eingejagt�, sagte Rand sehr leise. �Er hat mich nur angesehen, und... � Ihn schauderte.</p><p>�Du mu�t dich deshalb nicht sch�men, Sch�fer. Mir jagen sie auch Angst ein. Ich habe M�nner gesehen, die ihr ganzes Leben lang als Soldaten k�mpften, und wenn sie einem Halbmensch gegen�berstanden, dann erstarrten sie wie ein Kaninchen vor der Schlange. Im Norden, im Grenzgebiet der Gro�en F�ule, gibt es ein Sprichwort: �Der Blick der Augenlosen bedeutet Angst.��</p><p>�Die Augenlosen?� fragte Rand, und Lan nickte.</p><p>�Myrddraal sehen wie die Adler, im Dunklen so gut wie am Tag, aber sie haben keine Augen. Ich kann mir kaum etwas vorstellen, was noch gef�hrlicher w�re, als einem Myrddraal gegen�berzustehen. Moiraine Sedai und ich versuchten, den Myrddraal, der gestern abend hier war, zu t�ten, und wir versagten jedesmal. Halbmenschen haben das typische Gl�ck, das vom Dunklen K�nig ausgeht.�</p><p>Rand schluckte. �Ein Trolloc sagte, der Myrddraal wolle mit mir sprechen. Ich wu�te nicht, was das bedeutete.�</p><p>Lans Kopf fuhr hoch; seine Augen wirkten wie blaue Edelsteine. �Du hast mit einem Trolloc <emphasis>gesprochen?�</emphasis></p><p>�Nicht direkt�, stammelte Rand. Der Blick des Beh�ters hielt ihn fest wie eine Falle. �Er hat zu mir gesprochen. Er hat gesagt, er w�rde mir nicht weh tun, und der Myrddraal wolle mit mir reden. Dann hat er versucht, mich zu t�ten.� Er leckte sich die Lippen und rieb die H�nde am genoppten Leder des Schwertgriffs. In kurzen abgehackten S�tzen beschrieb er seine R�ckkehr zum Haus. �Statt dessen habe ich ihn get�tet�, endete er. �Mehr durch Zufall. Er ist auf mich losgesprungen, und ich hatte das Schwert in der Hand.�</p><p>Lans Gesichtsausdruck wurde etwas weicher, sofern ein Felsen �berhaupt erweichen konnte. �Trotzdem ist das etwas Erw�hnenswertes, Sch�fer. Bis letzte Nacht gab es wenige M�nner s�dlich der Grenzgebiete, die von sich behaupten konnten, sie h�tten einen Trolloc gesehen, geschweige denn get�tet.�</p><p>�Und noch weniger, die einen Trolloc allein und ohne Hilfe get�tet haben�, sagte Moiraine m�de. �Es ist vollbracht, Rand. Lan, hilf mir auf!�</p><p>Der Beh�ter sprang zu ihr hin, aber er war langsamer als Rand, der zum Bett eilte. Tams Haut f�hlte sich k�hl an, obwohl sein Gesicht noch einen fahlen, ersch�pften Eindruck machte, als habe er schon lange keine Sonne mehr gesehen. Seine Augen waren noch geschlossen, aber er atmete tief und normal im Schlaf.</p><p>�Wird er jetzt wieder ganz gesund?� fragte Rand besorgt.</p><p>�Wenn er viel ruht, dann ja�, sagte Moiraine. �Ein paar Wochen im Bett, und er ist wieder so gesund wie vorher.� Sie ging unsicher, obwohl sie sich bei Lan eingehakt hatte. Er warf ihren Umhang und Stock mit einer Handbewegung vom Stuhl, so da� sie sich auf das Kissen setzen konnte. Mit einem Seufzer lie� sie sich nieder. Dann umwickelte sie langsam und vorsichtig das <emphasis>Angreal</emphasis> und steckte es wieder in ihre Tasche.</p><p>Rands Oberk�rper zitterte; er bi� sich auf die Unterlippe, damit er nicht laut loslachte. Gleichzeitig mu�te er sich mit einer Hand Tr�nen aus den Augen wischen. �Ich danke Euch.�</p><p>�Im Zeitalter der Legenden�, fuhr Moiraine fort, �konnten einige Aes Sedai ein Leben wiederherstellen, wenn nur der kleinste Funke davon �brig war. Aber diese Tage sind lang vorbei � vielleicht f�r immer. Soviel ist verlorengegangen; nicht nur das Geheimnis, wie man ein <emphasis>Angreal</emphasis> anfertigt. So vieles k�nnte vollbracht werden, doch wir wagen es nicht einmal, davon zu tr�umen, falls wir uns �berhaupt daran erinnern. Heute gibt es viel weniger von uns. Einige Talente sind fast verschwunden und viele von denen, die es immer noch gibt, scheinen schw�cher ausgepr�gt zu sein. Wir ben�tigen heutzutage sowohl den Willen als auch die Kraft, von denen der K�rper zehren kann, sonst k�nnen auch die st�rksten von uns keine Heilung mehr vollbringen. Es ist ein Gl�ck, da� dein Vater ein starker Mann ist, k�rperlich wie geistig. So verbrauchte er wohl viel Kraft in seinem Kampf ums �berleben, aber alles, was noch �brig ist, kann er nun zu seiner Erholung gebrauchen. Das wird einige Zeit dauern, doch der Einflu� des B�sen ist verschwunden.�</p><p>�Ich kann das niemals wiedergutmachen�, sagte er, ohne die Augen von Tam zu nehmen, �aber ich werde alles f�r Euch tun, was in meiner Macht steht. Alles!� Er dachte an das Gespr�ch �ber Preise und an sein Versprechen. Als er so neben Tam kniete, meinte er es mit diesem Versprechen sogar noch ernster als zuvor, doch es fiel ihm immer noch nicht leicht, sie anzusehen. �Alles. Solang es dem Dorf und meinen Freunden nicht schadet.�</p><p>Moiraine tat die Worte mit einer Handbewegung ab. �Wenn du es f�r n�tig h�ltst. Ich m�chte sowieso mit dir sprechen. Du wirst zweifellos zur gleichen Zeit wie wir das Dorf verlassen, und dann k�nnen wir uns ausf�hrlich unterhalten.�</p><p>�Verlassen!� rief er und stand schnell auf. �Ist es wirklich so schlimm? F�r mich sahen alle so aus, als wollten sie gleich mit dem Wiederaufbau beginnen. Wir sind ziemlich bodenst�ndige Leute hier bei den Zwei Fl�ssen. Keiner verl��t jemals das Dorf.� �Rand... �</p><p>�Und wo sollten wir auch hin? Padan Fain sagte, das Wetter sei anderswo genauso schlecht. Er ist... Er war... der fahrende H�ndler. Die Trollocs... � Rand schluckte und w�nschte sich, Thom Merrilin h�tte ihm nicht erz�hlt, was Trollocs a�en. �Meiner Meinung nach ist es das beste, wir bleiben hier, wo wir hingeh�ren, zwischen den Zwei Fl�ssen, und bauen alles wieder auf. Die Saat ist im Boden, und bald ist es warm genug f�r die Schafschur. Ich wei� nicht, wer damit angefangen hat, da� wir das Dorf verlassen � ich wette, einer der Coplins -, aber wer es auch war... �</p><p>�Sch�fer�, unterbrach ihn Lan, �du redest, w�hrend du zuh�ren solltest.�</p><p>Er sah beide gro� an. Er hatte ziemlich dummes Zeug geredet, das wurde ihm jetzt klar, und einfach weitergesprochen, als sie versuchte, ihm etwas zu erkl�ren. W�hrend eine Aes Sedai zu sprechen versuchte. Er fragte sich, was er sagen sollte, wie er sich entschuldigen konnte, aber Moiraine l�chelte in seine Gedanken hinein.</p><p>�Ich verstehe dich, Rand�, sagte sie und er hatte das unangenehme Gef�hl, da� sie das wirklich tat. �Denk dir nichts dabei.� Ihr Mund spannte sich, und sie sch�ttelte den Kopf. �Ich habe das, wie ich sehe, schlecht angepackt. Wahrscheinlich h�tte ich mich zuerst ausruhen sollen. Du bist es, der das Dorf verlassen wird, Rand. Du mu�t gehen, um deines Dorfes willen.�</p><p>�Ich?� Er r�usperte sich und versuchte es nochmals. �Ich?� Diesmal klang es ein wenig besser. �Warum mu� ich gehen? Ich verstehe das alles nicht. Ich will gar nicht weg.�</p><p>Moiraine blickte Lan an, und der Beh�ter l�ste die verschr�nkten Arme. Er sah Rand unter seinem ledernen Stirnband hervor an, und Rand f�hlte sich wieder, als werde er auf einer unsichtbaren Waage gewogen. �Hast du gewu�t�, fragte Lan pl�tzlich, �da� einige H�user nicht angegriffen wurden?�</p><p>�Das halbe Dorf liegt in Schutt und Asche�, protestierte er, aber der Beh�ter wischte den Einwand mit der Hand beiseite.</p><p>�Einige H�user wurden nur angez�ndet, um Verwirrung zu stiften. Hinterher wurden sie von den Trollocs �bersehen, genau wie die Leute, die daraus flohen, sofern sie nicht tats�chlich dem eigentlichen Angriff im Weg standen. Die meisten Leute, die von den entfernteren H�fen hereinkamen, sahen nicht einmal ein Trolloc-Haar und wenn, dann auch nur aus einiger Entfernung. Die meisten wu�ten nicht einmal, da� etwas los war, bis sie das Zerst�rungswerk sahen.�</p><p>�Ich habe etwas �ber Darl Coplin geh�rt�, sagte Rand langsam. �Ich sch�tze, er hat es einfach nicht begriffen.�</p><p>�Zwei Bauernh�fe wurden angegriffen�, fuhr Lan fort. �Eurer und noch einer. Wegen Bel Tine waren alle, die auf dem anderen Hof wohnen, schon im Dorf. Viele Menschen wurden gerettet, weil der Myrddraal die Br�uche im Gebiet der Zwei Fl�sse nicht kannte. Das Fest und die Winternacht machten es ihm fast unm�glich, seine Aufgabe zu erf�llen, aber das wu�te er nicht.�</p><p>Rand sah Moiraine an, die sich in ihren Stuhl hineinkuschelte, doch sie schwieg und beobachtete ihn nur und hatte einen Finger an die Lippen gelegt. �Unser Hof und wessen Hof noch?� fragte er schlie�lich.</p><p>�Der Aybara-Hof�, antwortete Lan. �Hier in Emondsfeld griffen sie zuerst die Schmiede an, dann das Haus des Schmieds und dann Meister Cauthons Haus.�</p><p>Rands Mund war pl�tzlich wie ausgetrocknet. �Das ist doch verr�ckt�, brachte er gerade noch heraus. Dann fuhr er zusammen, als Moiraine sich aufrichtete. �Nicht verr�ckt, Rand�, sagte sie. �Zielbewu�t. Die Trollocs kamen nicht aus Zufall nach Emondsfeld, und was sie taten, das taten sie nicht aus Mordlust und Freude am Niederbrennen, auch wenn sie ihren Spa� daran hatten. Sie wu�ten, was � oder besser: <emphasis>wen</emphasis> � sie suchten. Die Trollocs kamen, um junge M�nner eines bestimmten Alters zu fangen oder zu t�ten, die in der N�he von Emondsfeld wohnen.�</p><p>�Mein Alter?� Rands Stimme zitterte, und es k�mmerte ihn nicht einmal. �Licht! Mat. Was ist mit Perrin?�</p><p>�Sie leben und sind wohlauf�, versicherte ihm Moiraine, �wenn auch ein bi�chen schmutziger.�</p><p>�Ban Crawe und Lem Thane?�</p><p>�Waren niemals in Gefahr�, sagte Lan. �Zumindest nicht mehr als alle anderen.�</p><p>�Aber sie haben den Reiter, den Blassen, auch gesehen, und sie sind im gleichen Alter wie ich.�</p><p>�Meister Crawes Haus wurde nicht einmal besch�digt�, sagte Moiraine, �und der M�ller mit seiner Familie verschlief den Angriff, bis sie von dem L�rm geweckt wurden. Ban ist zehn Monate �lter als du und Lem acht Monate j�nger.� Sie l�chelte trocken angesichts seiner �berraschung. �Ich habe dir gesagt, da� ich Fragen stellte. Und ich habe auch gesagt, junge M�nner eines <emphasis>bestimmten</emphasis> Alters. Du und deine beiden Freunde, ihr seid altersm��ig nur ein paar Wochen auseinander. Euch drei suchte der Myrddraal und niemanden sonst!�</p><p>Rand trat nerv�s von einem Fu� auf den anderen. Es war ihm h�chst unangenehm, da� sie ihn so ansahen, als k�nnten ihre Augen in seinem Hirn lesen und alles wahrnehmen, was darin verborgen lag. �Was k�nnen sie von uns wollen? Wir sind nur Bauern, Sch�fer.�</p><p>�Diese Frage kann in der Gegend der Zwei Fl�sse nicht beantwortet werden�, sagte Moiraine ruhig, �doch die Antwort ist wichtig. Das zeigt uns das Auftauchen von Trollocs, wo sie zweitausend Jahre lang nicht mehr gesehen worden waren.�</p><p>�Es gibt eine Menge Berichte �ber Trolloc-�berf�lle�, sagte Rand stur. �Wir hatten eben hier noch nie einen. Beh�ter k�mpfen die ganze Zeit �ber gegen Trollocs.�</p><p>Lan schnaubte. �Junge, ich rechne damit, am Rand der Gro�en F�ule auf Trollocs zu treffen, aber nicht hier, fast sechshundert Tagesm�rsche weiter s�dlich. Das war ein �berfall letzte Nacht, wie ich ihn in Shienar erwarte oder in einem der Grenzlande.�</p><p>�In einem von euch�, erkl�rte Moiraine, �oder in allen dreien sieht der Dunkle K�nig eine Gefahr.�</p><p>�Das... Das ist unm�glich.� Rand stolperte zum Fenster und blickte hinaus auf das Dorf und auf die Menschen, die inmitten der Ruinen arbeiteten. �Es ist mir gleich, was geschehen ist, aber das ist unm�glich.� Etwas auf dem Gr�n zog seinen Blick an. Er sah genauer hin und erkannte dann, da� es der angekohlte Stumpf des Fr�hlingsbaums war. Ein sch�nes Bel Tine mit einem Kr�mer, einem Gaukler und Fremden. Er fror bei dem Gedanken und sch�ttelte energisch den Kopf. �Nein. Nein, ich bin Sch�fer. Der Dunkle K�nig kann mich nicht meinen.�</p><p>�Es machte gro�e M�he�, sagte Lan ernst, �so viele Trollocs so weit entfernt einzusetzen, ohne von den Grenzlanden bis Caemlyn und noch weiter Aufsehen zu erregen. Ich w��te gern, wie sie das fertiggebracht haben. Glaubst du wirklich, sie haben das alles angestellt, nur um ein paar H�user niederzubrennen?�</p><p>�Sie kommen zur�ck�, f�gte Moiraine hinzu.</p><p>Rand hatte schon den Mund ge�ffnet, um Lan zu widersprechen, aber dieser Satz erstickte seine Worte im Ansatz. Er fuhr zu ihr herum. �Zur�ck? K�nnt Ihr sie nicht aufhalten? Ihr habt das doch letzte Nacht auch geschafft, und dabei wurdet Ihr �berrascht. Jetzt wi�t Ihr, da� sie da sind.�</p><p>�Vielleicht�, antwortete Moiraine. �Ich k�nnte Tar Valon benachrichtigen, um einige meiner Schwestern anzufordern. Sie k�nnten m�glicherweise hier ankommen, bevor wir sie brauchen. Auch der Myrddraal wei�, da� <emphasis>ich</emphasis> hier bin, und wird vielleicht deshalb nicht angreifen, zumindest nicht offen, solange er keine Verst�rkung bekommt � Myrddraal und Trollocs. Gen�gend Aes Sedai und Beh�ter k�nnten die Trollocs zur�ckschlagen, obwohl ich nicht sagen kann, wie viele Schlachten wir dazu ben�tigen w�rden.�</p><p>Eine Vision tanzte ihm durch den Kopf: Emondsfeld v�llig niedergebrannt. Alle Bauernh�fe in Schutt und Asche. Und Wachh�gel und Devenritt und Taren-F�hre dazu. Nur Asche und Blut. �Nein�, sagte er, und er f�hlte, wie etwas in seinem Innern zerbrach, wie etwas seinem Zugriff entglitt. �Deshalb mu� ich fort, nicht wahr? Die Trollocs kommen nicht zur�ck, wenn ich nicht mehr hier bin.� Eine letzte Spur von Sturheit lie� ihn hinzuf�gen: �Wenn sie wirklich hinter mir her sind.�</p><p>Moiraines Augenbrauen hoben sich, als sei sie �berrascht, da� er immer noch nicht �berzeugt war, aber Lan sagte: �M�chtest du die Existenz deines Dorfes daf�r riskieren, Sch�fer? Der ganzen Zwei Fl�sse?�</p><p>Rands Sturheit verflog. �Nein�, sagte er wieder und f�hlte diese Leere in seinem Innern erneut. �Perrin und Mat m�ssen auch fort, ja?� Die Zwei Fl�sse verlassen. Sein Heim und seinen Vater verlassen. Wenigstens w�rde es Tam besser gehen. Wenigstens k�nnte er sich von ihm best�tigen lassen, da� alles, was er auf der Haldenstra�e gesagt hatte, Unsinn war. �Wir k�nnten nach Baerlon gehen, denke ich, oder vielleicht sogar nach Caemlyn. Ich habe geh�rt, da� in Caemlyn mehr Menschen wohnen als im ganzen Gebiet der Zwei Fl�sse. Dort w�ren wir sicher.� Er versuchte zu lachen, doch es klang hohl. �Ich habe fr�her davon getr�umt, Caemlyn zu sehen. Ich h�tte nie geglaubt, da� mein Wunsch auf diese Weise erf�llt w�rde.�</p><p>Nach langem Schweigen sagte Lan schlie�lich: �Ich w�rde nicht damit rechnen, in Caemlyn wirklich in Sicherheit zu sein. Wenn die Myrddraal dich unbedingt fangen wollen, werden sie auch dort eine M�glichkeit finden. Mauern k�nnen einen Halbmenschen nicht lange aufhalten. Und du w�rst ein Narr, begriffest du nicht endlich, da� sie wirklich unbedingt deiner habhaft werden wollen.�</p><p>Rand hatte geglaubt, die tiefsten Tiefen der Niedergeschlagenheit bereits erreicht zu haben, doch nun wurde es noch ein wenig schlimmer.</p><p>�Es gibt einen sicheren Ort�, sagte Moiraine sanft, und Rand spitzte die Ohren. �In Tar Valon w�rst du bei den Aes Sedai und den Beh�tern geborgen. Selbst w�hrend der Trolloc-Kriege wagten die M�chte des Dunklen K�nigs nicht, die Leuchtenden Mauern anzugreifen. Und als sie es dennoch taten, f�hrte dieser eine Versuch zu ihrer gr��ten Niederlage �berhaupt. In Tar Valon ist alles Wissen zusammengetragen, das wir Aes Sedai seit der Zeit des Wahns erwarben. Einige Fragmente gehen sogar auf das Zeitalter der Legenden zur�ck. Wenn �berhaupt, dann wirst du in Tar Valon erfahren, warum die Myrddraal nach dir suchen. Warum der Vater der L�gen nach dir verlangt. Das kann ich dir versprechen.�</p><p>Eine Reise bis zum fernen Tar Valon war fast unvorstellbar. Eine Reise an einen Ort, an dem er von Aes Sedai umgeben w�re. Nat�rlich hatte Moiraine Tam geheilt � oder es sah wenigstens so aus -, aber es gab ja noch alle diese Geschichten... Es war schon unangenehm genug, sich im gleichen Raum mit einer Aes Sedai zu befinden, aber in einer Stadt voll von ihnen? Und immer noch hatte sie ihren Preis nicht genannt. Man mu�te immer bezahlen, hie� es in den Geschichten.</p><p>�Wie lange wird mein Vater schlafen?� fragte er schlie�lich. �Ich... Ich mu� es ihm sagen. Er soll nicht aufwachen und erfahren, da� ich weg bin.� Er glaubte, von Lan einen Seufzer der Erleichterung zu h�ren. Er sah den Beh�ter neugierig an, doch Lans Gesicht war so ausdruckslos wie immer.</p><p>�Es ist unwahrscheinlich, da� er aufwacht, bevor wir abreisen�, sagte Moiraine. �Ich will bald nach dem v�lligen Einbruch der Dunkelheit aufbrechen. Selbst ein einziger Tag Aufenthalt k�nnte sich als t�dlich erweisen. Es ist am besten, du hinterl��t ihm eine Botschaft.�</p><p>�In der Nacht?� meinte Rand zweifelnd, und Lan nickte.</p><p>�Der Halbmensch wird fr�h genug herausfinden, da� wir weg sind. Wir sollten ihm seine Aufgabe nicht noch erleichtern.�</p><p>Rand machte sich an den Decken seines Vaters zu schaffen. Der Weg nach Tar Valon war sehr weit. �In diesem Fall... In diesem Fall werde ich nun besser gehen und Mat und Perrin suchen.�</p><p>�Darum k�mmere ich mich.� Moiraine stand energisch auf und legte sich den Umhang mit pl�tzlich wiederhergestellter Lebhaftigkeit um. Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter, und er bem�hte sich sehr, nicht zusammenzuzucken. Sie dr�ckte nicht fest zu, doch es war ein eiserner Griff, der ihn so sicher hielt wie der gegabelte Stock die Schlange. �Es ist am besten, wenn wir all das f�r uns behalten. Verstehst du? Die gleichen Leute, die den Drachenzahn auf die T�r der Schenke kritzelten, k�nnten uns Schwierigkeiten bereiten, wenn sie Bescheid w��ten.�</p><p>�Ich verstehe.� Er atmete erleichtert auf, als sie ihre Hand wegnahm. �Ich lasse dir von Frau al'Vere etwas zu essen bringen�, fuhr sie fort, als habe sie seine Reaktion gar nicht bemerkt. �Dann mu�t du schlafen. Es wird eine anstrengende Reise heute nacht, selbst wenn du ausgeruht bist.�</p><p>Die T�r schlo� sich hinter ihnen, und Rand stand da und blickte auf seinen Vater hinunter. Er sah ihn an und sah doch nichts. Bis zu dieser Minute war ihm nie bewu�t gewesen, da� Emondsfeld ebenso ein Teil von ihm war wie er ein Teil von Emondsfeld. Jetzt wurde es ihm klar, weil er sp�rte, da� es dieses Gef�hl gewesen war, das gerade in ihm zerbrochen war. Nun war er irgendwie vom Dorf getrennt. Der Sch�fer der Nacht suchte ihn. Es war unm�glich � er war nur ein Bauer -, aber die Trollocs waren gekommen, und Lan hatte in einer Hinsicht recht: Er durfte nicht die Existenz des Dorfes gef�hrden, nur aus dem Gef�hl heraus, Moiraine k�nne sich irren. Er konnte es nicht einmal jemandem erz�hlen; die Coplins w�rden deswegen bestimmt einen ganz sch�nen Wirbel veranstalten. Er mu�te einer Aes Sedai vertrauen.</p><p>�Weck ihn jetzt nicht auf!� sagte Frau al'Vere, als der B�rgermeister die T�r hinter sich und seiner Frau schlo�. Unter dem Tuch, das �ber dem Tablett in ihren H�nden lag, duftete es k�stlich und warm. Sie stellte es auf der Truhe an der Wand ab und schob Rand energisch vom Bett weg.</p><p>�Frau Moiraine hat mir gesagt, was er braucht�, sagte sie sanft, �und dazu geh�rt nicht, da� du ihm vor Ersch�pfung auf den Kopf f�llst. Ich habe dir etwas zu essen mitgebracht. La� es nicht kalt werden.�</p><p>�Ich m�chte nicht, da� Ihr sie so nennt�, sagte Bran verdrie�lich. �Moiraine Sedai ist die korrekte Anrede. Sie k�nnte b�se werden.�</p><p>Frau al'Vere t�tschelte ihm die Wange. ��berla� das ruhig mir. Sie und ich, wir haben uns lange unterhalten. Und sprich leise. Wenn du Tam aufweckst, werde ich genauso wild wie Moiraine Sedai.� Sie legte die Betonung auf Moiraines Titel und zog Brans Beharrlichkeit auf diese Art ins L�cherliche. �Ihr beiden steht mir bitte nicht im Weg herum.� Mit einem liebevollen L�cheln in Richtung ihres Mannes wandte sie sich dem Bett und Tam zu.</p><p>Meister al'Vere sah Rand verdrossen an. �Sie ist eine Aes Sedai. Die H�lfte der Frauen im Dorf benimmt sich, als h�tte sie einen Sitz im Frauenzirkel, und die andere H�lfte, als w�re sie ein Trolloc. Keine von ihnen scheint zu merken, da� man bei einer Aes Sedai vorsichtig sein mu�. Die M�nner schauen sie von der Seite her an, aber wenigstens tun sie nichts, um sie herauszufordern.�</p><p><emphasis>Vorsicht!</emphasis> dachte Rand. Es war nicht zu sp�t daf�r, vorsichtig zu werden. �Meister al'Vere�, sagte er langsam, �wi�t Ihr, wie viele Bauernh�fe angegriffen wurden?�</p><p>�Ich habe nur von zweien geh�rt, darunter Eurer.� Der B�rgermeister hielt inne, zog die Stirn kraus und zuckte schlie�lich mit den Achseln. �Wenn man betrachtet, was hier geschehen ist, dann sind das nicht viele. Es sollte mich ja froh stimmen, aber... Na ja, vielleicht h�ren wir bis heute abend von weiteren.�</p><p>Rand seufzte. Nicht n�tig, danach zu fragen, welcher andere Hof es war. �Hier im Dorf, haben sie da... Ich meine, konnte man an irgendwas erkennen, was sie eigentlich wollten?�</p><p>�Wollten, Junge? Ich wei� nicht, ob sie irgendwas Bestimmtes wollten es sei denn, uns alle zu t�ten. Es war so, wie ich schon sagte. Die Hunde bellten, und Moiraine Sedai und Lan rannten auf die Stra�e, und dann schrie jemand, Meister Luhhans Haus und die Schmiede st�nden in Flammen. Abell Cauthons Haus loderte auf � eigentlich seltsam, es steht ja in der Dorfmitte. Jedenfalls waren dann die Trollocs �berall. Nein, ich glaube nicht, da� sie etwas Bestimmtes wollten.� Er lachte kurz und hart, h�rte aber nach einem wachsamen Blick auf seine Frau damit auf. Sie drehte sich nicht um. �Um die Wahrheit zu sagen�, fuhr er leiser fort, �schienen sie fast genauso verwirrt wie wir. Ich bezweifle, da� sie erwartet hatten, hier eine Aes Sedai oder einen Beh�ter zu finden.�</p><p>�Das nehme ich auch an�, sagte Rand mit einer Grimasse.</p><p>Wenn Moiraine in dieser Hinsicht also die Wahrheit gesagt hatte, dann stimmte wohl auch der Rest. Ein Augenblick lang �berlegte er, ob er den B�rgermeister um Rat bitten solle, aber offensichtlich wu�te Meister al'Vere nicht mehr �ber die Aes Sedai als jeder andere im Dorf. Au�erdem traute er sich nicht einmal dem B�rgermeister zu erz�hlen, was sich wirklich abspielte -was Moiraine behauptete. Er wu�te nicht, wovor er sich mehr f�rchtete: ausgelacht zu werden oder da� ihm geglaubt wurde. Er rieb seinen Daumen am Griff von Tams Schwert. Sein Vater war drau�en in der Welt gewesen; er mu�te mehr �ber die Aes Sedai wissen als der B�rgermeister. Aber wenn Tam tats�chlich au�erhalb der Zwei Fl�sse gewesen war, konnte dann nicht auch das, was er im Westwald gesagt hatte... Er strich sich mit beiden H�nden durchs Haar und lie� den Gedankengang unvollendet.</p><p>�Du brauchst Schlaf, Junge�, sagte der B�rgermeister.</p><p>�Das stimmt�, f�gte Frau al'Vere hinzu. �Du f�llst ja beinahe von den F��en.�</p><p>Rand blinzelte sie erstaunt an. Er hatte nicht einmal bemerkt, da� sie sich von seinem Vater abgewandt hatte. Er brauchte wirklich Schlaf; schon der blo�e Gedanke lie� ihn g�hnen.</p><p>�Du kannst das Bett im Nebenzimmer haben�, sagte der B�rgermeister. �Das Feuer ist schon angez�ndet.�</p><p>Rand sah seinen Vater an. Tam schlief noch fest. Er mu�te daraufhin wieder g�hnen. �Ich bleibe lieber hier drinnen, wenn es Euch nichts ausmacht. Falls er aufwacht.�</p><p>Was Krankenzimmer betraf, hatte Frau al'Vere das Sagen, und der B�rgermeister �berlie� ihr die Entscheidung. Sie z�gerte nur einen Moment, bevor sie nickte. �Aber la� ihn von allein aufwachen. Wenn du ihn im Schlaf st�rst...� Er versuchte, ihr zu sagen, er werde ihn nicht st�ren, aber die Worte wurden von einem erneuten G�hnen erstickt. Sie sch�ttelte l�chelnd den Kopf. �Du wirst selbst im Nu einschlafen. Wenn du schon hierbleiben willst, dann roll dich dort am Feuer ein. Und trink ein wenig von der Rindfleischbr�he, bevor du die Augen schlie�t.�</p><p>�Werde ich�, sagte Rand. Er h�tte alles getan, um in diesem Zimmer zu bleiben. �Und ich werde ihn nicht wecken.�</p><p>�Das will ich hoffen�, sagte Frau al'Vere fest, aber nicht unfreundlich. �Ich bringe dir ein Kopfkissen und ein paar Decken.�</p><p>Als sich die T�r endlich hinter ihnen schlo�, zog Rand den einzigen Stuhl des Zimmers hin�ber zu Tams Bett und setzte sich so hin, da� er Tam beobachten konnte. Es war ja sch�n und gut, wenn Frau al'Vere von Schlafen sprach � sein Kiefer knackte, als er ein weiteres G�hnen unterdr�ckte -, aber jetzt konnte er noch nicht einschlafen. Tam wachte vielleicht jeden Moment auf und w�rde dann m�glicherweise nur ganz kurz wach bleiben. Wenn das geschah, mu�te Rand f�r ihn da sein.</p><p>Er verzog das Gesicht und drehte sich auf dem Stuhl ein wenig herum. Er dr�ckte den Schwertgriff von den Rippen weg. Er hatte ein schlechtes Gewissen, unbedingt jemandem erz�hlen zu wollen, was Moiraine ihm erz�hlt hatte, aber dies war schlie�lich Tam. Dies war... Ohne es zu bemerken, schob sich sein Kinn entschlossen vor. <emphasis>Mein Vater. Ich kann meinem Vater erz�hlen, was ich will.</emphasis></p><p>Er verdrehte sich noch ein bi�chen mehr auf dem Stuhl und legte den Kopf zur�ck auf die Lehne. Tam war sein Vater, und niemand konnte ihm befehlen, was er seinem Vater zu erz�hlen oder nicht zu erz�hlen hatte. Er mu�te nur wach bleiben, bis Tam erwachte. Er mu�te nur...</p></section><section><title><p>9</p><p>Was das Rad sagt...</p></title><p>Rands Herz raste, weil er so schnell rannte. Voller Grauen starrte er auf die kahlen H�gel, die ihn umgaben. Dies war kein Ort, an dem der Fr�hling nur sehr sp�t einzog; hier hatte es nie einen Fr�hling gegeben, und es w�rde nie Fr�hling werden. Nichts wuchs in der kalten Krume, die unter seinen Stiefeln knirschte; nicht einmal kleine Flechten zeigten sich. Er stolperte vorbei an Felsbrocken, die zweimal so hoch waren wie er. Die Steine waren mit Staub �berzogen, als h�tte sie noch nie ein Regentropfen ber�hrt. Die Sonne war ein angeschwollener blutroter Feuerball, feuriger noch als am hei�esten Sommertag, und hell genug, um ihm die Augen zu versengen, und sie hob sich grell vom bleiernen Kessel des Himmels ab, an dem von Horizont zu Horizont scharf umrissene silberne und schwarze Wolken einherrollten und kochten. Trotz der vielen wirbelnden Wolken war jedoch kein Hauch einer Brise �ber dem Land zu sp�ren, und trotz der b�sartigen Sonne brannte die Luft vor K�lte wie im tiefsten Winter.</p><p>Rand blickte beim Rennen oft �ber die Schulter zur�ck, doch er konnte seine Verfolger nicht sehen. Nur �de H�gel und zerkl�ftete schwarze Berge. Aus vielen dieser Erhebungen stiegen hohe schwarze Rauchs�ulen, die sich mit den einherschwellenden Wolken vereinten. Zwar konnte er seine J�ger nicht sehen, doch er h�rte sie, wie sie hinter ihm herheulten. Kehlige Stimmen schrien ihre Jagdlust heraus, heulten in Vorfreude auf das Blut, das bald flie�en w�rde. Trollocs. Sie kamen n�her, und seine Kraft war beinahe am Ende.</p><p>In verzweifelter Eile kletterte er zur Spitze eines scharfkantigen Grats hinauf und fiel dort mit einem �chzen auf die Knie. Unter ihm befand sich eine steile Felswand, eine tausend Fu� hohe Klippe, die in eine riesige Schlucht abst�rzte. Dicke Nebelschwaden bedeckten den Boden der Schlucht. Die dichte graue Masse rollte in zornigen Wellen, schlug gegen die Klippe unter ihm und brach sich daran, doch viel langsamer, als sich je eine Welle im Ozean bewegt hatte. Nebelfetzen gl�hten f�r einen Augenblick rot auf, als flammten unter ihnen gro�e Feuer, und dann erstarb die Glut wieder. Donner grollte in den Tiefen der Schlucht, und Blitze zuckten durch das Grau. Manchmal zuckten die Blitze nach oben gen Himmel.</p><p>Es war nicht die Schlucht selbst, die ihm die Kraft aussaugte und die verbleibende Leere mit Hilflosigkeit f�llte. Aus dem Mittelpunkt des zornigen Wolkengew�hls erhob sich ein Berg, h�her als alle, die er je in den Verschleierten Bergen gesehen hatte, ein Berg, so schwarz wie der Verlust aller Hoffnung. Diese d�stere Steinspitze, ein Dolch, der den Himmel erstach, war der Ursprung seines Verderbens. Er hatte ihn nie zuvor gesehen, aber er wu�te es. Die Erinnerung daran entschl�pfte ihm wie Quecksilber, als er sie zu fassen versuchte, aber sie war vorhanden. Er wu�te, da� sie da war.</p><p>Unsichtbare Finger ber�hrten ihn, zupften an seinen Armen und Beinen, versuchten, ihn zu dem Berg hinzuziehen. Sein K�rper zuckte, bereit, zu gehorchen. Arme und Beine versteiften sich ihm, als k�nne er seine Finger und Zehen in den Stein eingraben. Geisterf�den wickelten sich um sein Herz, zogen ihn, riefen ihn hin zu dem aufragenden Berg.</p><p>Tr�nen rannen ihm �ber das Gesicht, und er sackte zu Boden. Er f�hlte, wie sein Wille zerrann wie Wasser aus einem l�chrigen Eimer. Nur ein wenig l�nger, und er w�rde gehen, wohin er gerufen wurde. Er w�rde gehorchen und tun, was man ihm befahl. Pl�tzlich entdeckte er ein weiteres Gef�hl: Zorn. Schieb ihn, zieh ihn � er war doch kein Schaf, das man zum Pferch trieb. Der Zorn verknotete sich in ihm, und er klammerte sich daran, wie er sich in der Flut an ein Flo� geklammert h�tte.</p><p><emphasis>Diene mir,</emphasis> fl�sterte eine Stimme in seinen gel�hmten Verstand hinein. Eine wohlbekannte Stimme. Wenn er genau genug hinh�rte, da war er sicher, w�rde er sie erkennen. <emphasis>Diene mir.</emphasis> Er sch�ttelte den Kopf in dem Versuch, die Stimme loszuwerden. <emphasis>Diene mir!</emphasis> Er schwang die Faust in Richtung auf den schwarzen Berg zu. �Das Licht verschlinge dich, Shai'tan!�</p><p>Pl�tzlich lag der Geruch des Todes in der Luft. Eine Gestalt ragte �ber ihm auf mit einem Mantel von der Farbe getrockneten Blutes, eine Gestalt mit einem Gesicht... Er wollte das Gesicht nicht sehen, das auf ihn herunterblickte. Er wollte nicht an dieses Gesicht denken. Es tat weh, daran zu denken, verbrannte seinen Verstand zu Asche. Eine Hand streckte sich nach ihm aus. Es war ihm gleich, ob er �ber die Kante des Abgrunds fiel. Er warf sich aus dem Weg dieser Hand. Er mu�te weg. Weit weg. Er fiel, schlug in der Luft um sich, wollte schreien und hatte den Atem dazu nicht. Er bekam keine Luft mehr.</p><p>Mit einem Mal war er nicht mehr in dem unfruchtbaren Land und fiel auch nicht mehr. Seine Stiefel trampelten �ber winterbraunes Gras, das wie ein Blumenteppich wirkte. Er lachte beinahe vor Gl�ck, als er vereinzelte B�ume und B�sche sah, obwohl sie kahl waren; Punkte auf einer welligen Ebene, die ihn nun umgab. In einiger Entfernung ragte ein einzelner Berg auf, der Gipfel zerbrochen und gespalten, doch dieser Berg strahlte weder Angst noch Verzweiflung aus. Es war einfach ein Berg, wenn er auch ziemlich fehl am Platz wirkte, da kein weiterer Berg sichtbar war.</p><p>Ein breiter Strom flo� vor dem Berg vorbei, und auf einer Insel in der Mitte dieses Stroms stand eine Stadt wie aus der Erz�hlung eines Gauklers, eine Stadt, eingeschlossen von hohen Mauern, die unter der warmen Sonne wei� und silbern gl�nzten. Erleichterung und Freude erfa�ten ihn, als er sich den Mauern n�herte. Er wu�te irgendwie, da� er dahinter Ruhe und Geborgenheit finden w�rde. Beim N�herkommen entdeckte er himmelsst�rmende T�rme, viele von ihnen durch erstaunliche Stege miteinander verbunden. Hohe Br�cken schwangen sich von beiden Flu�ufern zu der Inselstadt. Sogar aus dieser Entfernung erkannte er das kunstvoll durchbrochene Gem�uer der Pfeiler. Es schien zu zerbrechlich, um der starken Str�mung zu widerstehen, die unter ihnen hinweg rauschte. Jenseits dieser Br�cken lag die Sicherheit. Zuflucht.</p><p>Pl�tzlich rann ihm ein Schauer durch die Gebeine, seine Haut wurde eisig klamm und die ihn umgebende Luft modrig und feucht. Ohne zur�ckzublicken, rannte er los, rannte weg vor dem Verfolger, dessen eisige Finger seinen R�cken streiften und an seinem Umhang zupften, rannte weg vor der lichtfressenden Gestalt mit dem Gesicht, das... Er konnte sich an das Gesicht nicht erinnern, sah es nur als eine Maske des Schreckens. Er wollte sich nicht an das Gesicht erinnern. Er rannte, und der Boden glitt unter seinen F��en davon, wellige H�gel und flache Ebene... Und er wollte heulen wie ein �bergeschnappter Hund. Die Stadt entfernte sich von ihm. Je schneller er rannte, desto weiter weg trieben die leuchtenden wei�en Mauern und die Sicherheit. Sie wurde kleiner und kleiner, bis nur ein blasser Fleck am Horizont �brig war. Die kalte Hand seines Verfolgers griff nach seinem Kragen. Er wu�te: Ber�hrten ihn diese Finger, dann w�rde er dem Wahn verfallen. Oder noch schlimmer. Viel schlimmer. Und in dem Moment, als ihn dieses Bewu�tsein �berfiel, stolperte und st�rzte er... �Neeeiiin!� schrie er...</p><p>... und japste, als er auf die Pflastersteine aufschlug, da� ihm die Luft wegblieb. Erstaunt stand er auf. Er stand in der Auffahrt zu einer jener wundervollen Br�cken, die er gesehen hatte, wie sie den Strom �berspannten. L�chelnde Menschen gingen auf beiden Seiten an ihm vorbei, Menschen, die in so viele verschiedene Farben gekleidet waren, da� er an ein Feld wild wachsender Blumen erinnert wurde. Einige von ihnen sprachen ihn an, doch er verstand sie nicht, obwohl die Worte klangen, als sollte er sie verstehen. Aber die Gesichter waren freundlich, und die Menschen winkten ihm zu, er solle weitergehen � �ber die Br�cke mit den kunstvoll verzierten Steingel�ndern und weiter zu den leuchtenden, mit Silber durchsetzten Mauern und den T�rmen dahinter. In die Sicherheit, die auf ihn wartete.</p><p>Er schlo� sich der Menge an, die �ber die Br�cke und durch breite Tore und wuchtige hohe Mauern in die Stadt str�mte. Drinnen fand er ein Wunderland, wo das unscheinbarste Geb�ude noch wie ein Palast wirkte. Es war, als habe man den Erbauern aufgetragen, Stein und Ziegel und Platte zu ergreifen und damit Sch�nheit zu erschaffen, die sterblichen Menschen den Atem raubte.</p><p>Kein Geb�ude, kein Denkmal, das er nicht mit gro�en Augen anstarrte. Musik erf�llte die Stra�en, hundert verschiedene Lieder, und alle vereinten sich mit dem L�rm der Menge in einer gro�artigen, freudigen Harmonie. Die D�fte s��er Parf�me und bei�ender Gew�rze, wundervoller Speisen und Myriaden von Blumen trieben durch die Luft, als habe sich jeder Wohlgeruch der Welt hier versammelt.</p><p>Die Stra�e, �ber die er die Stadt betreten hatte, breit und mit glatten grauen Steinen gepflastert, erstreckte sich kerzengerade vor ihm bis ins Zentrum der Stadt. An ihrem Ende ragte ein Turm auf, der breiter und h�her war als alle anderen in der Stadt. Er war so wei� wie frisch gefallener Schnee. In diesem Turm lagen seine Sicherheit und das Wissen, das er suchte. Aber diese Stadt war so grandios, wie er es sich nie ertr�umt hatte. Bestimmt machte es nichts, wenn er den Gang zum Turm nur ein wenig hinausz�gerte. Er bog in eine engere Stra�e ein, wo Jongleure zwischen St�nden mit fremdartigem Obst ihre Kunst zeigten.</p><p>Vor ihm am Ende dieser Stra�e lag ein schneewei�er Turm. Derselbe Turm. Ein Weilchen noch, dachte er und umrundete eine weitere Ecke. Auch am entfernten Ende dieser Stra�e lag der wei�e Turm. Stur bog er erneut ab und dann wieder, und jedesmal fiel sein Blick auf den Alabasterturm. Er drehte sich um, wollte wegrennen -und hielt inne. Vor ihm � der wei�e Turm. Er f�rchtete sich davor, �ber die Schulter zur�ckzublicken, weil er Angst hatte, der Turm werde sich auch dort zeigen. Die Gesichter um ihn herum waren immer noch freundlich, doch nun erf�llt von zerschmetterter Hoffnung, Hoffnung, die er entt�uscht hatte. Immer noch bedeuteten ihm die Leute, weiterzugehen, gestikulierten bittend. Zum Turm hin. In ihren Augen stand verzweifelte Not, und nur er konnte sie lindern, nur er konnte sie retten. Also gut, dachte er. Schlie�lich wollte er ja sowieso zu diesem Turm gehen. Gleich nachdem er den ersten Schritt vorw�rts getan hatte, verschwand die Entt�uschung von den Gesichtern der Umstehenden und wandelte sich zu einem L�cheln. Sie gingen mit ihm mit, und kleine Kinder streuten Bl�tenbl�tter vor ihm aus. Er blickte sich verwirrt um, da er sich fragte, f�r wen wohl die Blumen bestimmt seien, doch hinter ihm befanden sich nur weitere l�chelnde Menschen, die ihm bedeuteten, weiterzugehen. <emphasis>Sie m�ssen f�r mich sein,</emphasis> dachte er und staunte dar�ber, da� ihm das pl�tzlich gar nicht mehr eigenartig vorkam. Das Staunen hielt sich einen Moment und verflog dann; alles war so, wie es sein sollte.</p><p>Zuerst begann einer dieser Menschen zu singen, dann ein anderer, und schlie�lich vereinigten sich alle Stimmen zu einer wunderbaren Hymne. Er konnte die Worte immer noch nicht verstehen, aber mindestens ein Dutzend ineinander verwobener Melodien sang von Freude und Rettung. Musikanten tollten durch die sich vorw�rtsschiebende Menge und erg�nzten die Hymne mit Fl�ten-, Harfen- und Trommelkl�ngen. Alle die Lieder, die er vorher geh�rt hatte, gingen in diese neue Harmonie �ber. M�dchen tanzten um ihn herum, legten ihm Girlanden aus s��duftenden Blumen �ber und wanden sie um seinen Hals. Sie l�chelten ihn an. Ihre Freude schwoll mit jedem Schritt, den er tat. Er konnte nicht anders als zur�ckzul�cheln. Seine F��e wollten sich ihrem Tanz anschlie�en, und kaum hatte er daran gedacht, da tanzte er auch schon, und seine Schritte kamen so sicher, als kenne er sie bereits seit seiner Geburt. Er warf den Kopf in den Nacken und lachte; seine Schritte waren beschwingter als je zuvor, wenn er mit... Er konnte sich an den Namen nicht erinnern aber es erschien ihm auch nicht wichtig.</p><p><emphasis>Es ist dein Schicksal,</emphasis> fl�sterte eine Stimme in seinem Kopf, und das Fl�stern war wie ein Teil des gesamten Lobgesangs um ihn herum.</p><p>Wie ein Zweig, der vom Schaumkamm einer Woge getragen wird, schwemmte ihn die Menge auf einen riesigen Platz im Stadtzentrum, und zum ersten Mal sah er, da� sich der wei�e Turm aus einem gro�en hellen Marmorpalast erhob, der weniger gebaut als vielmehr von einem Bildhauer geformt erschien, mit elegant geschwungenen W�nden, schwellenden Kuppeln und grazi�sen T�rmchen, die nach dem Himmel griffen. Vor Ehrfurcht stockte ihm der Atem. Breite Treppen aus kantig geformtem Stein f�hrten vom Platz aus hoch, und die Menschen blieben am Fu� dieser Treppen stehen, doch ihr Lied schwoll immer st�rker an. Die and�chtigen Stimmen trugen seine F��e empor. <emphasis>Dein Schicksal,</emphasis> fl�sterte die Stimme eifrig und eindringlich.</p><p>Er tanzte nicht mehr, blieb aber keineswegs stehen. Ohne Z�gern schritt er die Treppen hinauf. Er geh�rte hierher.</p><p>Die massiven T�rfl�gel am oberen Ende der Treppe waren mit Runen bedeckt, derma�en verflochtenen und feinen Gravierungen, da� er sich keine Klinge vorstellen konnte, die fein genug w�re, um das fertigzubringen. Das Tor �ffnete sich, und er schritt hinein. Die T�rfl�gel schlossen sich mit einem Donnerhall hinter ihm.</p><p>�Wir haben auf dich gewartet�, zischte der Myrddraal.</p><p>Rand schnellte hoch, schnappte nach Luft und zitterte, die Augen weit aufgerissen. Tam schlief noch in seinem Bett. Langsam beruhigte sich Rands Atem. Halbvergl�hte Holzscheite loderten im Kamin. Um sie herum war ein sch�ner Ring aus Kohle aufgeh�uft; jemand mu�te das getan haben, w�hrend er schlief. Zu seinen F��en lag eine Decke, die ihm beim Hochschnellen heruntergefallen war. Auch die provisorische Bahre war verschwunden, und die Umh�nge waren ordentlich an der T�r aufgeh�ngt worden. Mit einer immer noch zitternden Hand wischte er sich kalten Schwei� von der Stirn. Er fragte sich, ob es den Dunklen K�nig auch dann auf ihn aufmerksam machen k�nne, wenn er ihn im Schlaf nannte und nicht im wachen Zustand.</p><p>Drau�en d�mmerte es, der Mond stand rund und fett hoch am Himmel, und �ber den Verschleierten Bergen glitzerten die Abendsterne. Er hatte den Tag verschlafen. Er rieb sich �ber einen schmerzenden Fleck an der Seite. Offensichtlich war er eingeschlafen, obwohl ihn der Schwertgriff in die Rippen dr�ckte. Das und ein leerer Magen und die ereignisreiche Nacht zuvor: kein Wunder, wenn er Alptr�ume hatte.</p><p>Sein Magen knurrte, und so stand er steif auf und trat zum Tisch, auf dem Frau al'Vere das Tablett abgestellt hatte. Er zog das wei�e Tuch beiseite. Obwohl er einige Zeit geschlafen hatte, war die Rindfleischbr�he noch warm, genau wie das Brot mit seiner knusprigen Rinde. Es wurde ihm schnell klar, was Frau al'Vere getan hatte: Das Tablett war ausgetauscht worden. Wenn sie einmal beschlossen hatte, da� jemand eine warme Mahlzeit brauchte, dann gab sie nicht auf, bis man sie gegessen hatte.</p><p>Er trank ein wenig Br�he, legte rasch Fleisch und K�se zwischen zwei Scheiben Brot und stopfte sich alles in den Mund. Zwischen den ersten gro�en Bissen ging er zum Bett zur�ck. Frau al'Vere hatte sich offensichtlich auch um Tam gek�mmert. Er war ausgezogen worden. Seine Kleider lagen nun sauber und zusammengelegt auf dem Nachttisch, und eine Decke war ihm bis unter das Kinn hochgezogen worden. Als Rand die Stirn seines Vaters ber�hrte, �ffnete Tam die Augen. �Da bist du ja, Junge. Marin hat mir gesagt, da� du hier bist, aber ich war noch nicht einmal in der Lage, mich aufzusetzen, um nach dir zu sehen. Sie sagte, du seist zu m�de, und sie k�nne dich nicht wecken, nur damit ich dich sehe. Selbst Bran kann da nichts ausrichten, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat.�</p><p>Tams Stimme klang schwach, doch sein Blick war klar und ruhig. <emphasis>Die Aes Sedai hatte recht,</emphasis> dachte Rand. Gen�gend ausgeruht wird er auch wieder ganz gesund. �Kann ich dir etwas zu essen holen? Frau al'Vere hat ein Tablett dagelassen.�</p><p>�Sie hat mich bereits gef�ttert... Falls man das so nennen kann. Gab mir nur ein wenig Br�he. Wie kann ein Mann Alptr�ume meiden, wenn er nichts als Br�he im... � Tam befreite eine Hand aus der Decke und ber�hrte das Schwert an Rands H�fte. �Dann war es kein Traum. Als Marin mir sagte, ich sei krank, dachte ich, ich sei... Aber du bist in Ordnung. Das ist die Hauptsache. Was ist mit dem Hof?�</p><p>Rand holte tief Luft. �Die Trollocs haben die Schafe get�tet. Ich glaube, auch die Kuh, na ja, und das Haus mu� ges�ubert werden.� Er brachte ein schwaches L�cheln zustande. �Wir hatten mehr Gl�ck als andere. Sie haben das halbe Dorf niedergebrannt.�</p><p>Er erz�hlte Tam alles, was geschehen war � oder zumindest das meiste. Tam h�rte genau zu und scho� manche Frage auf ihn ab. So mu�te er ihm wohl oder �bel erz�hlen, da� er aus dem Wald nochmals zum Haus zur�ckgekehrt war, und das brachte ihr Gespr�ch auf den Trolloc, den er get�tet hatte. Er mu�te ihm erz�hlen, da� Nynaeve behauptet hatte, er werde sterben, um zu erkl�ren, warum die Aes Sedai ihn behandelt hatte statt der Seherin. Tam machte gro�e Augen, als er das h�rte: eine Aes Sedai in Emondsfeld. Aber Rand fand es nicht notwendig, jeden Schritt ihrer Flucht vom Hof zu erkl�ren, seine �ngste zu schildern oder den Myrddraal auf der Stra�e zu erw�hnen. Und ganz bestimmt nicht seine Alptr�ume, als er neben dem Bett schlief. Er sah insbesondere auch keinen Grund, Tams Fiebergestammel zu wiederholen. Noch nicht. Aber Moiraines Geschichte zu erz�hlen, lie� sich nat�rlich nicht vermeiden.</p><p>�Das ist nun eine Geschichte, auf die selbst ein Gaukler stolz sein k�nnte�, murmelte Tam, als Rand fertig war. �Was wollen die Trollocs mit euch Jungen anfangen? Oder � das Licht helfe uns � der Dunkle K�nig?�</p><p>�Glaubst du, sie l�gt? Meister al'Vere sagt, sie habe die Wahrheit gesagt, da� nur zwei Bauernh�fe �berfallen wurden. Und was sie �ber Meister Luhhans und Meister Cauthons Haus sagte.�</p><p>Einen Augenblick lang lag Tam schweigend da, bevor er bat: �Erz�hl mir genau, was sie gesagt hat. Ihre eigenen Worte, bitte, so wie sie es ausgedr�ckt hat!�</p><p>Rand rang nach Worten. Wer erinnert sich schon jemals an die <emphasis>genauen</emphasis> Worte, die er geh�rt hatte? Er kaute auf der Lippe herum und kratzte sich am Kopf und brachte es schlie�lich St�ckchen f�r St�ckchen heraus, so gut er sich eben erinnern konnte. �An mehr kann ich mich nicht erinnern�, schlo� er. �Bei einigem bin ich nicht ganz sicher, ob sie es wirklich genau so ausgedr�ckt hat, aber zumindest entspricht es ihren Worten.�</p><p>�Ist schon in Ordnung. Siehst du, Junge, die Aes Sedai haben viele Tricks auf Lager. Sie l�gen nicht, jedenfalls nicht direkt, aber was dir eine Aes Sedai als Wahrheit erz�hlt, ist nicht immer das, was du glaubst. Du mu�t vorsichtig sein.�</p><p>�Ich habe die Geschichten auch geh�rt�, gab Rand zur�ck. �Ich bin doch kein Kind.�</p><p>�Nein, bist du nicht.� Tam seufzte tief und zuckte dann die Achseln. �Trotzdem sollte ich mitkommen. Die Welt au�erhalb der Zwei Fl�sse ist ganz anders als Emondsfeld.�</p><p>Das war nun eine Gelegenheit, Tam zu fragen, ob er wirklich schon drau�en gewesen sei und was Rand sonst noch auf der Seele brannte, doch er nahm sie nicht wahr. Statt dessen brachte er den Mund vor Staunen nicht zu. �Einfach so? Ich dachte, du w�rdest versuchen, mir das auszureden. Ich dachte, du w�rdest mir hundert Gr�nde nennen, warum ich nicht gehen soll.� Ihm wurde klar, da� er gehofft hatte, Tam werde hundert gute Gr�nde daf�r nennen.</p><p>�Vielleicht keine hundert�, sagte Tam schnaubend, �aber ein paar sind mir schon eingefallen. Nur spielen die keine gro�e Rolle. Wenn Trollocs hinter dir her sind, bist du in Tar Valon sicherer, als du es hier je sein k�nntest. Denk nur daran, mi�trauisch zu bleiben. Aes Sedai tun manches aus Gr�nden, die nicht immer dasselbe bedeuten, was du glaubst.�</p><p>�Das hat der Gaukler auch gesagt�, sagte Rand langsam.</p><p>�Dann wei� er, wovon er spricht. Du h�rst genau zu, denkst gut nach und h�ltst deine Zunge im Zaum. Das ist ein guter Rat in bezug auf alles, was du au�erhalb der Zwei Fl�sse antriffst und ganz speziell, was die Aes Sedai betrifft. Und die Beh�ter. Erz�hl Lan etwas, und du hast es auch Moiraine erz�hlt. Wenn er ein Beh�ter ist, dann ist er ihr so sicher zugeschworen, wie die Sonne heute morgen aufging, und er wird nicht viel, wenn �berhaupt etwas vor ihr geheimhalten.�</p><p>Rand wu�te wenig �ber das Zuschw�ren eines Beh�ters mit einer Aes Sedai, obwohl es eine wichtige Rolle in jeder Geschichte �ber die Beh�ter spielte. Es hatte etwas mit der Macht zu tun, so etwas wie ein Geschenk an den Beh�ter oder vielleicht auch irgendein Austausch. Den Geschichten nach hatten die Beh�ter jede Menge Vorteile davon. Ihre Wunden heilten schneller als bei anderen Menschen, und sie konnten l�nger ohne Essen oder Wasser oder Schlaf auskommen. Man nahm auch an, sie k�nnten Trollocs sp�ren, wenn sie nahe genug waren, oder auch andere Kreaturen des Dunklen K�nigs, und das erkl�rte auch, warum Lan und Moiraine versucht hatten, das Dorf vor dem Angriff zu warnen. Was die Aes Sedai davon hatten, dar�ber schwiegen die Geschichten, aber er konnte nicht glauben, da� sie keinen Vorteil aus dieser Verbindung zogen.</p><p>�Ich werde aufpassen�, sagte Rand. �Doch w��te ich gern, warum. Es ergibt alles keinen Sinn. Warum ich? Warum wir?�</p><p>�Ich m�chte es auch gern wissen, Junge. Blut und Asche, ich m�chte es wirklich wissen!� Tam seufzte tief. �Na ja, man kann ein ausgeschlagenes Ei nicht wieder in die Schale zur�ckstecken. Wie bald mu�t du weg? Ich bin in ein oder zwei Tagen wieder auf den Beinen... �</p><p>�Moiraine... Die Aes Sedai sagt, da� du im Bett bleiben mu�t. Wochenlang, meinte sie.� Tam �ffnete den Mund, doch Rand fuhr fort. �Und sie hat mit Frau al'Vere dar�ber gesprochen.�</p><p>�Oh? Na ja, vielleicht kann ich Marin doch kleinkriegen.� Allerdings klang Tams Stimme nicht sehr hoffnungsvoll. Er sah Rand scharf an. �Die Art, wie du eine klare Antwort vermieden hast, bedeutet wahrscheinlich, da� du bald weg mu�t. Morgen? Oder heute nacht?�</p><p>�Heute nacht�, sagte Rand leise, und Tam nickte traurig.</p><p>�Ja. Also, wenn es schon sein mu�, dann darfst du dich nicht aufhalten. Aber in bezug auf die �Wochen� ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.� Er zupfte eher ratlos als kraftvoll an seiner Decke herum. �Vielleicht komme ich sowieso in ein paar Tagen nach. Hole dich unterwegs ein. Wir werden ja sehen, ob mich Marin im Bett festhalten kann, wenn ich aufstehen will.�</p><p>Jemand klopfte an die T�r, und Lan steckte den Kopf herein. �Sag schnell auf Wiedersehen, Sch�fer, und komm! Es k�nnte Schwierigkeiten geben.�</p><p>�Schwierigkeiten?� fragte Rand, und der Beh�ter knurrte ihn ungeduldig an. �Mach schnell!�</p><p>Hastig schnappte Rand sich seinen Umhang. Er wollte das Schwert abschnallen, doch Tam erhob Einspruch.</p><p>�Behalt es! Du wirst es vielleicht n�tiger brauchen als ich, obwohl, so das Licht es will, vielleicht keiner von uns so etwas braucht. Pa� auf dich auf, Junge! Verstanden?�</p><p>Rand �berh�rte Lans fortgesetztes Knurren und beugte sich �ber Tam. Sie nahmen sich in die Arme. �Ich komme zur�ck. Das verspreche ich dir.�</p><p>�Nat�rlich kommst du wieder.� Tam lachte. Er erwiderte die Umarmung schwach und klopfte Rand schlie�lich auf den R�cken. �Das wei� ich. Und wenn du zur�ckkehrst, werde ich doppelt so viele Schafe haben, die du dann h�ten mu�t. Jetzt geh aber, bevor dieser Bursche durchdreht.�</p><p>Rand rang nach Worten, um die Frage zu formulieren, die er eigentlich nicht hatte stellen wollen, aber Lan kam ins Zimmer, packte ihn am Arm und zog ihn hinaus in den Flur. Der Beh�ter hatte sich ein mit Metallschuppen bedecktes graugr�nes Wams �bergezogen. Seine Stimme klang rauh vor �rger.</p><p>�Wir m�ssen uns beeilen! Verstehst du das Wort <emphasis>Schwierigkeiten</emphasis> nicht?�</p><p>Drau�en wartete Mat. Er hatte Mantel und Umhang an und trug seinen Bogen. An seiner H�fte hing ein K�cher. Er trippelte �ngstlich hin und her und sah immer wieder zur Treppe hin�ber. Sein Blick schien eine Mischung aus Ungeduld und Angst auszudr�cken. �Das ist nicht ganz so wie in den Geschichten, Rand, oder?� fragte er heiser.</p><p>�Welche Schwierigkeiten denn?� wollte Rand wissen, aber statt zu antworten, rannte der Beh�ter voraus und nahm immer zwei Stufen auf einmal. Mat hetzte ihm hinterher, nachdem er Rand mit einer schnellen Bewegung bedeutet hatte, ihnen zu folgen.</p><p>Er rannte los, wobei er sich auch noch den Umhang �ber den Kopf zog. Unten holte er sie ein. Der Schankraum war nur schwach beleuchtet; die H�lfte der Kerzen war ausgebrannt, und die andere H�lfte flackerte nur noch. Der Raum war leer. Mat stand neben einem Fenster und sp�hte hinaus, als wolle er von drau�en nicht gesehen werden. Lan �ffnete die T�r einen Spalt und blickte in den Hof hinaus.</p><p>Er fragte sich, wonach sie Ausschau hielten, und gesellte sich zu ihnen. Der Beh�ter raunte ihm zu, er solle vorsichtig sein, aber er �ffnete die T�r ein wenig weiter, damit Rand auch hinaussehen konnte.</p><p>Zuerst war er sich nicht sicher, was da drau�en wirklich geschah. M�nner aus dem Dorf, drei Dutzend etwa, hatten sich neben dem ausgebrannten Gestell des Kr�merwagens versammelt. Die Fackeln, die sie trugen, verdr�ngten die Nacht. Moiraine stand ihnen gegen�ber, der Schenke den R�cken zugekehrt, und st�tzte sich scheinbar unbeteiligt auf ihren Wanderstock. Hari Coplin stand mit seinem Bruder Darl und Bili Congar etwas den anderen entfernt. Auch Cenn Buie war da. Er blickte ziemlich ungl�cklich drein. Rand war �berrascht, als er sah, wie Hari Moiraine mit der Faust bedrohte.</p><p>�Verla�t Emondsfeld!� rief der Bauer mit dem m�rrischen Gesicht. Ein paar Stimmen aus der Menge unterst�tzten ihn, aber nur z�gernd, und niemand dr�ngte sich vor. Sie hatten den Mut, sich innerhalb einer Menschenmenge einer Aes Sedai zu stellen, aber keiner wollte ihr allein gegen�berstehen. Keiner Aes Sedai, die auch noch Grund hatte, sich angegriffen zu f�hlen.</p><p>�Ihr habt diese Ungeheuer hergebracht!� br�llte Darl. Er schwenkte eine Fackel �ber dem Kopf, und man h�rte Rufe wie: �Ihr habt sie hergebracht!� und �Es ist Eure Schuld!� Der lauteste Schreier war sein Vetter Bili.</p><p>Hari stie� Cenn Buie mit dem Ellbogen, und der alte Dachdecker spitzte die Lippen, wobei er ihn von der Seite her b�se ansah. �Diese Dinger... diese Trollocs sind erst aufgetaucht, nachdem Ihr hierher kamt�, murmelte Cenn, gerade laut genug, um noch h�rbar zu sein. Er drehte den Kopf m�rrisch von Seite zu Seite, als w�nsche er sich irgendwo anders hin und suche nach einem Weg, dorthin zu kommen. �Ihr seid eine Aes Sedai. Wir wollen keine von Euch hier bei den Zwei Fl�ssen. Aes Sedai bringen Ungl�ck mit sich. Wenn Ihr bleibt, wird es nur noch schlimmer.�</p><p>Seine Rede rief keine Reaktion in den Reihen der versammelten Dorfbewohner hervor, und so blickte Hari entt�uscht und grimmig drein. Pl�tzlich ri� er Darl die Fackel aus der Hand und schwenkte sie in ihre Richtung. �Geht fort!� schrie er. �Oder wir brennen Euch hinaus!�</p><p>Eisiges Schweigen folgte. Nur das Schlurfen von F��en war h�rbar, als sich die M�nner zur�ckzogen. Die Leute von den Zwei Fl�ssen konnten sich zur Wehr setzen, wenn man sie angriff, aber Gewaltanwendung war nicht �blich, und es lag ihnen fern, Menschen zu bedrohen. H�chstens da� einer mal die Faust schwenkte. Cenn Buie, Bili Congar und die Coplins standen ganz allein vor den anderen. Bili machte den Eindruck, als wollte er sich auch am liebsten zur�ckziehen.</p><p>Hari schreckte leicht zusammen, als er merkte, wie wenig Unterst�tzung er bekam, aber er erholte sich schnell. �Geht fort!� schrie er wieder. Darl tat es ihm nach und schlie�lich, etwas leiser, auch Bili. Hari sah die anderen b�se an. Die meisten in der Menge mieden seinen Blick.</p><p>Pl�tzlich traten Bran al'Vere und Haral Luhhan aus dem Schatten und blieben stehen, ein St�ck von der Menge, aber auch von der Aes Sedai entfernt. In einer Hand trug der B�rgermeister wie zuf�llig den gro�en Holzhammer, den er benutzte, um Zapfh�hne in die F�sser zu treiben. �Hat jemand vorgeschlagen, meine Schenke anzuz�nden?� fragte er sanft.</p><p>Die beiden Coplins traten einen Schritt zur�ck, und Cenn Buie setzte sich von ihnen ab. Bili Congar schob sich in die Menge hinein. �Das nicht�, sagte Darl schnell. �Das haben wir nie gesagt, Bran... �h, B�rgermeister.�</p><p>Bran nickte. �Dann habe ich vielleicht geh�rt, wie ihr G�ste meiner Schenke bedroht habt?�</p><p>�Sie ist eine Aes Sedai�, begann Hari w�tend, aber seine Worte brachen ab, als Haral Luhhan sich bewegte.</p><p>Der Schmied streckte sich einfach nur, erhob die dicken Arme �ber den Kopf, ballte die kr�ftigen F�uste, bis die Gelenke knackten, doch Hari sah den bulligen Mann an, als h�tte er ihm diese F�uste unter die Nase gehalten. Haral verschr�nkte die Arme wieder vor der Brust. �Verzeihung, Hari. Ich wollte dich nicht unterbrechen. Was hattest du gesagt?�</p><p>Aber Hari zog die Schultern ein, als wolle er in sich selbst hineinkriechen und verschwinden, und schien nichts mehr zu sagen zu haben.</p><p>�Ich bin �ber euch Leute �berrascht�, grollte Bran. �Paet al'Caar, deinem Jungen wurde letzte Nacht das Bein gebrochen, aber ich habe ihn heute wieder herumlaufen sehen � und das hat er <emphasis>ihr</emphasis> zu verdanken. Eward Candwin, du hast auf dem Bauch gelegen � mit einem Schnitt im R�cken wie ein Fisch, den man ausnehmen will, bis sie die H�nde auf dich gelegt hat. Jetzt sieht es aus, als sei es vor einem Monat passiert, und wenn ich mich nicht irre, wird kaum eine Narbe bleiben. Und du, Cenn... � Der Dachdecker schob sich ein St�ck r�ckw�rts auf die Menge zu, blieb aber dann stehen, von Brans Blick festgehalten. �Ich w�re schon best�rzt genug, hier einen Mann aus dem Gemeinderat anzutreffen, aber am meisten, wenn es ausgerechnet du bist, Cenn. Wenn sie nicht gewesen w�re, hinge dein Arm immer noch schlaff an deiner Seite herab, mit unz�hligen Verbrennungen und Absch�rfungen. Wenn du schon keine Dankbarkeit kennst, sch�mst du dich dann nicht wenigstens?�</p><p>Cenn hob die rechte Hand ein St�ck, blickte dann aber �rgerlich zur Seite. �Ich leugne nicht, was sie getan hat�, murmelte er, und es h�rte sich tats�chlich an, als sch�me er sich. �Sie hat mir und anderen geholfen�, fuhr er in einem beinahe bittenden Tonfall fort, �aber sie ist eine Aes Sedai, Bran. Wenn diese Trollocs nicht ihretwegen gekommen sind, warum dann? Wir wollen keine Aes Sedai bei den Zwei Fl�ssen. Sie sollen ihre Zwistigkeiten von uns fernhalten!�</p><p>Ein paar M�nner, sicher in der Menge verborgen, riefen nun: �Wir wollen keinen �rger mit den Aes Sedai!� �Schickt sie weg!� �Treibt sie davon!� �Warum sind sie gekommen, wenn nicht ihretwegen?�</p><p>Brans Gesicht verfinsterte sich zusehends, aber bevor er etwas sagen konnte, wirbelte Moiraine pl�tzlich ihren mit Ranken beschnitzten Stock hoch �ber dem Kopf durch die Luft. Sie drehte ihn mit beiden H�nden. Rand schnappte genau wie die Dorfbewohner nach Luft, denn aus jedem Ende des Stocks fuhr zischend eine wei�e Flamme. Trotz der wirbelnden Bewegung des Stocks stachen die Flammen gleichm��ig wie Speerspitzen heraus. Sogar Bran und Haral zogen sich zur�ck. Sie lie� die Arme fallen und hielt sie gerade ausgestreckt, den Stock parallel zum Boden. Aber das blasse Feuer zischte immer noch daraus hervor, heller als die Fackeln. Die M�nner scheuten zur�ck, hielten die H�nde vors Gesicht, um die Augen vor dem Schmerz zu bewahren, den das Strahlen verursachte.</p><p>�Ist Aemons Blut in euch so d�nn geworden?� Die Stimme der Aes Sedai war nicht laut, doch sie �bert�nte jedes andere Ger�usch. �Kleine Leute, die sich um das Recht zanken, sich wie die Kaninchen zu verstecken? Ihr habt vergessen, wer Ihr wart, vergessen, was Ihr wart, aber ich hatte gehofft, es sei noch ein wenig davon �briggeblieben, ein schwacher Abklatsch in Eurem Blut und Euren Knochen. Irgendein �berbleibsel, um Euch auf die lange Nacht vorzubereiten, die gerade anbricht.�</p><p>Keiner sagte ein Wort. Die beiden Coplins sahen aus, als wollten sie nie wieder den Mund �ffnen.</p><p>Bran sagte: �Vergessen, wer wir waren? Wir sind, wer wir immer waren. Ehrliche Bauern und Sch�fer und Handwerker. Die Leute der Zwei Fl�sse.�</p><p>�Im S�den�, sagte Moiraine, �liegt der Flu�, den ihr den Wei�en Flu� nennt, doch weit weg im Osten nennen ihn die Menschen immer noch bei seinem rechtm��igen Namen: Manetherendrelle. In der Alten Sprache: Die Wasser der Bergheimat. Schimmernde Wasser, die einst durch ein Land der Sch�nheit und Tapferkeit flossen. Vor zweitausend Jahren flo� der Manetherendrelle an den Mauern einer Bergstadt vorbei, die so sch�n anzusehen war, da� sogar Steinwerker der Ogier kamen, um sie staunend zu betrachten. Ackerland und D�rfer bedeckten diese Gegend und das Gebiet, das Ihr den Wald der Schatten nennt, und noch mehr. Aber diese Menschen betrachteten sich als die Leute der Bergheimat, die Einwohner von Manetheren.</p><p>Ihr K�nig war Aemon al Caar al Thorin, Aemon, der Sohn des Caar, Sohn des Thorin, und Eldrene ay Carlan war seine K�nigin. Aemon war ein so furchtloser Mann, da� das gr��te Kompliment, das man jemandem f�r seinen Mut machen konnte, sogar unter seinen Feinden damals hie�: Der Mann hat Aemons Herz. Eldrene war so sch�n, da� man sich erz�hlte, die Blumen bl�hten nur, um sie zum L�cheln zu bringen. Mut und Sch�nheit und Weisheit und eine Liebe, die auch der Tod nicht zerbrechen konnte. Weint, wenn ihr noch ein Herz im Leib habt, weil sie verloren sind, weil sogar die Erinnerung an sie verlorenging. Weint, denn auch ihr Blut scheint verloren.�</p><p>Sie schwieg, und niemand sprach. Rand war wie die anderen in ihrem Bann gefangen. Als sie wieder begann, lauschte er begierig ihren Worten, genau wie die anderen.</p><p>�Beinahe zwei Jahrhunderte lang hatten die Trolloc-Kriege die Welt der L�nge und der Breite nach verw�stet, und wo immer Schlachten tobten, da war das Banner von Manetheren mit seinem Roten Adler in der vordersten Linie zu finden. Die M�nner von Manetheren waren ein Dorn im Fu� des Dunklen K�nigs und ein Stachel in seiner Hand. Singt von Manetheren, das nie sein Knie dem Schatten beugte. Singt von Manetheren, dem Schwert, das nicht zerbrochen werden konnte.</p><p>Sie waren weit weg, die M�nner von Manetheren, auf dem Feld von Bekkar, das man auch das Feld des Blutes nennt, als sich die Nachricht verbreitete, da� eine Trolloc-Armee gegen ihre Heimat marschierte. Zu weit entfernt, um etwas anderes zu tun, als darauf zu warten, vom Tod ihres Landes zu h�ren, denn der Dunkle K�nig wollte ihnen ein Ende bereiten. T�te die m�chtige Eiche, indem du ihre Wurzeln abhackst. Zu weit weg, um etwas anderes zu tun, als zu trauern. Aber sie waren die M�nner der Bergheimat.</p><p>Ohne zu z�gern, ohne an die Entfernung zu denken, die sie zur�cklegen mu�ten, marschierten sie direkt vom ruhmreichen Schlachtfeld los, immer noch mit Staub und Blut und Schwei� bedeckt. Tag und Nacht marschierten sie, denn sie hatten die Schrecken erlebt, die eine Armee von Trollocs hinter sich zur�ckl��t, und keiner von ihnen konnte ruhig schlafen, w�hrend eine solche Gefahr Manetheren bedrohte. Sie marschierten, als h�tten sie Schwingen an den F��en, weiter und schneller, als ihre Freunde hofften und ihre Feinde f�rchteten. Zu jeder anderen Zeit h�tte allein dieser Marsch schon Dichter und S�nger inspiriert. Als die Armeen des Dunklen K�nigs �ber die L�ndereien von Manetheren herfallen wollten, standen die Mannen der Bergheimat bereits vor ihnen mit dem R�cken zum Tarendrelle.�</p><p>Irgendein Dorfbewohner brachte seinen Beifall zum Ausdruck, doch Moiraine fuhr fort, als habe sie es nicht geh�rt. �Die Heerschar, der sich die Mannen von Manetheren gegen�bersahen, war gewaltig genug, um auch das tapferste Herz zum Zittern zu bringen. Raben verdunkelten den Himmel, Trollocs verdunkelten das Land. Trollocs und ihre menschlichen Verb�ndeten. Zehntausende und Aberzehntausende von Trollocs und Schattenfreunden, von Schattenlords gef�hrt. In der Nacht sah man mehr Lagerfeuer als Sterne am Himmel, und in der Morgend�mmerung sah man das Banner von Ba'alzamon an ihrer Spitze. Ba'alzamon, das Herz der Dunkelheit. Ein uralter Name f�r den Vater der L�gen. Der Dunkle K�nig konnte noch nicht aus seinem Gef�ngnis am Shayol Ghul befreit sein, denn w�re das der Fall gewesen, h�tte keine menschliche Macht ausgereicht, um ihm zu widerstehen, und doch war viel Macht hier versammelt. Schattenlords und so viel B�ses, da� das lichtzerst�rende Banner durchaus angebracht schien und die Seelen der M�nner, die ihm gegen�berstanden, erzittern lie�.</p><p>Und doch wu�ten sie, was sie zu tun hatten. Ihre Heimat lag gleich jenseits des Flusses. Sie mu�ten diese Heerschar und die sie begleitenden M�chte von der Bergheimat fernhalten. Aemon hatte Boten ausgesandt. Hilfe wurde ihnen versprochen, wenn sie sich nur drei Tage lang am Tarendrelle halten konnten. Drei Tage lang aushalten gegen eine �bermacht, die sie schon w�hrend der ersten Stunde �berw�ltigen w�rde. Und doch ertrugen sie den blutigen Angriff in verzweifelter Gegenwehr, hielten eine Stunde lang stand, eine zweite Stunde und eine dritte. Drei Tage lang k�mpften sie, und obwohl das Land einem Schlachthof glich, gestatteten sie dem Feind keinen �bergang �ber den Tarendrelle. Als die dritte Nacht sich neigte, war immer noch keine Hilfe gekommen und auch kein Kurier. Sie k�mpften allein weiter. Sechs Tage lang. Neun Tage. Und am zehnten Tag schmeckte Aemon den bitteren Geschmack des Verrats. Es kam keine Hilfe, und sie konnten die Flu��berg�nge nicht l�nger halten.�</p><p>�Was machten sie dann?� wollte Hari wissen. Fackeln flackerten im kalten Nachtwind, aber niemand bewegte sich, um einen Umhang enger um sich zu wickeln.</p><p>�Aemon �berquerte den Tarendrelle�, sagte ihnen Moiraine, �und zerst�rte die Br�cken hinter ihnen. Und er sandte Boten durch das Land, um den Menschen zu sagen, sie sollten fliehen, denn es war ihm klar, da� die M�chte, die das Trolloc-Heer begleiteten, einen Weg finden w�rden, es �ber den Flu� zu schaffen. Und noch w�hrend die Boten forteilten, begannen die Trollocs, den Flu� zu �berqueren, und die Soldaten von Manetheren stellten sich ihnen erneut, um ihren Landsleuten Zeit zur Flucht zu erkaufen. Von der Stadt Manetheren aus f�hrte Eldrene die Fl�chtlinge in die tiefsten W�lder und in die Schlupfwinkel der Berge.</p><p>Doch manche flohen auch nicht. Zuerst nur wenige, dann immer mehr, und schlie�lich str�mten M�nner nicht in Richtung Sicherheit, sondern zu der Armee, die f�r ihr Land k�mpfte. Sch�fer mit dem Bogen und Bauern mit der Mistgabel und Waldarbeiter mit der Axt. Auch Frauen kamen mit, schulterten an Waffen, was sie finden konnten, und marschierten an der Seite ihrer M�nner in den Kampf. Keiner, der nicht wu�te, da� er nie mehr zur�ckkehren w�rde. Aber es war ihr Land. Es war das Land ihrer V�ter gewesen, und es w�rde ihren Kindern geh�ren, und sie waren bereit, den Preis daf�r zu bezahlen. Kein Fu�breit Boden wurde preisgegeben, bevor er nicht mit Blut getr�nkt war, doch am Ende wurde die Armee von Manetheren zur�ckgedr�ngt, hierher, an diesen Ort, den ihr nun Emondsfeld nennt. Und hier wurden sie von den Trolloc-Horden eingeschlossen.�</p><p>In ihrer Stimme schwangen kalte Tr�nen mit. �Tote Trollocs und die Leichen von Abtr�nnigen lagen zu H�geln aufget�rmt, doch immer mehr krochen �ber die Gebeinhaufen in endlosen Wellen des Todes. Es konnte nur einen Ausgang geben. Kein Mann und keine Frau, die zu Beginn dieses Tages unter dem Banner des Roten Adlers gestanden hatten, erlebte noch den Anbruch der Nacht. Das Schwert, das nicht zerbrochen werden konnte, zersplitterte.</p><p>In den Verschleierten Bergen, allein in der leeren Stadt Manetheren, f�hlte Eldrene, wie Aemon starb, und ihr Herz starb mit ihm. Und wo ihr Herz gewesen war, da blieb nur noch ein Wunsch nach Rache �brig, Rache f�r ihre Liebe, Rache f�r ihre Untertanen und f�r ihr Land. Von Schmerz getrieben, verband sie sich mit der Wahren Quelle und lenkte die Eine Macht auf die Trolloc-Armee. Und die Schattenlords starben, wo sie gerade standen, gleichg�ltig, ob in einer geheimen Beratung oder bei der Inspektion ihrer Soldaten. Innerhalb eines Atemzugs brachen die Schattenlords und die Generale des Dunklen K�nigs in Flammen aus. Feuer verschlang ihre K�rper, und Angst �berw�ltigte ihre gerade noch siegreiche Armee.</p><p>Jetzt rannten sie wie die Tiere, die vor einem Waldbrand fl�chteten, und dachten an nichts anderes als an Flucht. Nach Norden und S�den flohen sie. Tausende ertranken, als sie versuchten, ohne die Hilfe der Schattenlords den Tarendrelle zu �berqueren, und am Manetherendrelle rissen sie die Br�cken ein aus Angst vor den Verfolgern. Wo immer sie auf Menschen stie�en, da mordeten und verbrannten sie, aber sie wurden von dem Gedanken an Flucht beherrscht. Bis schlie�lich keiner mehr im Lande Manetheren zur�ckblieb. Sie wurden verstreut wie Staub von einem Wirbelwind. Die endg�ltige Rache erfolgte langsamer, aber sie holte sie ein, als sie n�mlich von anderen V�lkern gejagt wurden, von den Heeren anderer L�nder. Keiner von denen, die am Aemonsfeld gemordet hatten, blieb am Leben. Aber Manetheren zahlte einen hohen Preis. Eldrene hatte mehr Macht in sich vereint, als ein Mensch je ohne Hilfe beherrschen kann. Als die Generale des Feindes starben, starb auch sie, und das Feuer, das sie verschlang, verschlang auch die leere Stadt Manetheren, selbst die Steine bis hinunter auf den Grundfels des Gebirges. Und doch waren die Menschen gerettet.</p><p>Von ihren Bauernh�fen, ihren D�rfern oder ihrer gro�artigen Stadt war nichts �briggeblieben. Einige meinten, es sei �berhaupt nichts mehr �brig f�r sie, und sie m��ten in andere L�nder fliehen, um dort neu zu beginnen. Sie sagten es aber nicht. Sie hatten einen solch hohen Preis an Blut und Hoffnung f�r ihr Land bezahlt, wie es noch nie zuvor geschehen war, und nun waren sie durch Bande, st�rker als Stahl, an diese Erde gebunden. Sie wurden in sp�teren Jahren mit anderen Kriegen �berzogen, bis schlie�lich ihre Ecke der Welt vergessen wurde und bis sie die Kriege und ihre Folgen vergessen hatten. Manetheren erhob sich niemals mehr. Ihre schwebenden T�rme und pl�tschernden Brunnen wurden zu Teilen eines Traums, der langsam in der Erinnerung der Menschen verbla�te. Doch sie und ihre Kinder und Kindeskinder hielten dieses Land, das ihnen geh�rte. Sie hielten es, auch wenn die langen Jahrhunderte das Warum aus ihren Ged�chtnissen wuschen. Sie hielten es bis heute, bis zu euch. Weint um Manetheren. Weint um das, was f�r immer verloren ist.�</p><p>Die Flammen aus Moiraines Stock erloschen, und sie senkte ihn, als w�ge er hundert Pfund. Lange Augenblicke war das Heulen des Windes der einzige Laut. Dann schob sich Paet al'Caar vor die Coplins.</p><p>�Ich wei� nichts von Eurer Geschichte�, sagte der Bauer mit dem langen Kinn. �Ich bin kein Dorn im Fu� des Dunklen K�nigs und werde es wahrscheinlich auch nie sein. Aber mein Wil kann dank Eurer Hilfe wieder laufen, und deshalb sch�me ich mich, hier zu sein. Ich wei� nicht, ob Ihr mir vergeben k�nnt, aber ob Ihr k�nnt oder nicht, ich gehe jetzt. Und was mich betrifft, k�nnt Ihr so lange in Emondsfeld bleiben, wie es Euch beliebt.�</p><p>Mit einem geschwinden Kopfnicken, beinahe schon einer Verbeugung schob er sich in die Menge zur�ck. Nun murmelten auch andere, taten versch�mt Bu�e, bevor sie ebenfalls davon schlichen. Die Coplins, mit finsterer Miene und heruntergezogenen Mundwinkeln, sahen die Gesichter der Menschen und verschwanden ohne ein Wort in der Nacht. Bili Congar hatte sich noch vor seinen Vettern verdr�ckt.</p><p>Lan zog Rand zur�ck und schlo� die T�r. �Gehen wir, Junge!� Der Beh�ter trat in den hinteren Teil der Schenke. �Kommt mit, ihr beiden! Schnell!�</p><p>Rand z�gerte und tauschte einen fragenden Blick mit Mat. W�hrend Moiraine die Geschichte erz�hlt hatte, h�tten ihn selbst Meister al'Veres Dhurran-Hengste nicht fortschleifen k�nnen, doch nun hemmte etwas anderes seine Schritte. Dies war der endg�ltige Moment, die Schenke zu verlassen und dem Beh�ter in die Nacht zu folgen... Er sch�ttelte sich und bem�hte sich um Entschlossenheit. Er hatte keine andere Wahl, aber er w�rde nach Emondsfeld zur�ckkehren, wie weit ihn auch seine Reise f�hren mochte.</p><p>�Worauf wartet ihr?� fragte Lan an der T�r. Mat zuckte zusammen und eilte zu ihm.</p><p>Rand versuchte, sich selbst zu �berzeugen, da� er am Beginn eines gro�en Abenteuers stand, und folgte ihnen durch die dunkle K�che in den Stallhof.</p></section><section><title><p>10</p><p>Abschied</p></title><p>Eine einzelne Laterne, die Klappen halb geschlossen, hing an einem Nagel von einem Stallpfosten und warf ein tr�bes Licht �ber die Szenerie. Die meisten Boxen wurden von den tiefen Schatten verschluckt. Als Rand gleich hinter Mat und dem Beh�ter durch das Tor eintrat, sprang Perrin unter Strohrascheln von seinem Platz auf. Er hatte mit dem R�cken an eine Boxent�r gelehnt dagesessen. Ein schwerer Umhang h�llte ihn ein.</p><p>Lan blieb nur ganz kurz stehen und wollte wissen: �Hast du so genau nachgesehen, wie ich es dir gesagt habe, Schmied?�</p><p>�Habe ich�, antwortete Perrin. �Hier ist niemand au�er uns. Warum sollte sich auch jemand verstecken... �</p><p>�Vorsicht und ein langes Leben sind gute Partner, Schmied.� Der Beh�ter sah sich hastig in dem d�steren Stall um, warf einen Blick hinauf in den noch dunkleren Heuboden und sch�ttelte den Kopf. �Keine Zeit�, murmelte er in sich hinein. �Beeil dich, hat sie gesagt.�</p><p>Um seinen eigenen Worten Folge zu leisten, schritt er schnell hin�ber, wo die f�nf Pferde aufgez�umt und gesattelt im d�mmrigen Lichtkreis standen. Zwei davon waren der schwarze Hengst und die wei�e Stute, die Rand schon zuvor gesehen hatte. Die anderen waren wohl nicht so gro� und geschmeidig, schienen aber zum Besten zu geh�ren, was die Zwei Fl�sse aufbieten konnten. Schnell, aber sorgf�ltig �berpr�fte Lan die Sattelgurte und die Lederriemen, die ihre Satteltaschen, Wasserschl�uche und Deckenrollen hinter den S�tteln festhielten.</p><p>Rand und seine Freunde l�chelten sich unsicher an, und er bem�hte sich sehr, so zu wirken, als k�nne er den Aufbruch gar nicht erwarten.</p><p>Zum ersten Mal bemerkte Mat das Schwert an Rands Seite, und er zeigte darauf. �Wirst du jetzt auch ein Beh�ter?� Er lachte, hielte aber gleich mit einem schnellen Seitenblick auf Lan wieder inne. Der Beh�ter hatte offensichtlich nichts bemerkt. �Oder zumindest Leibw�chter bei einem Kaufmann?� fuhr Mat mit einem Grinsen fort, das nur ein ganz klein bi�chen gezwungen wirkte. Er hob seinen Bogen. �Die Waffe eines ehrlichen Mannes ist nicht gut genug f�r ihn.�</p><p>Rand �berlegte, ob er daraufhin sein Schwert schwenken sollte, aber die Anwesenheit Lans hielt ihn davon ab. Der Beh�ter blickte nicht einmal in ihre Richtung, aber er war sicher, da� er alles aufnahm, was um ihn herum geschah. Also sagte er �bertrieben nebens�chlich: �Es k�nnte n�tzlich sein�, als sei das Tragen eines Schwertes nichts Besonderes.</p><p>Perrin bewegte sich und versuchte, etwas unter seinem Umhang zu verbergen. Rand erhaschte einen Blick auf einen breiten Lederg�rtel um die Taille des Schmiedlehrlings. Der Stiel einer Axt steckte in einer Schlaufe am G�rtel.</p><p>�Was hast du denn da?� fragte er.</p><p>�Noch ein Leibw�chter�, johlte Mat.</p><p>Der junge Mann mit dem struppigen Haar sah Mat mit einem Stirnrunzeln an, das darauf hindeutete, da� er schon mehr als einmal Ziel von Mats Spott gewesen war. Dann seufzte er tief und �ffnete den Umhang weit genug, um seine Axt zu enth�llen. Es war keine gew�hnliche Holzf�lleraxt. Mit einer breiten halbmondf�rmigen Schneide auf einer Seite und einem gekr�mmten Haken auf der anderen wirkte sie genauso fremdartig wie Rands Schwert. Doch Perrins Hand ruhte mit einer gewissen Vertrautheit auf dem Stiel.</p><p>�Meister Luhhan hat sie vor etwa zwei Jahren f�r den Leibw�chter eines Wollaufk�ufers gemacht. Aber als sie fertig war, wollte der Bursche den vereinbarten Preis nicht zahlen, und Meister Luhhan gab sie nicht f�r weniger her. Er hat sie mir gegeben, als... � Er r�usperte sich und sah Rand genauso warnend an wie vorher Mat. �... als er sah, wie ich damit �bte. Er sagte, ich k�nne sie haben, weil er sowieso nichts Vern�nftiges daraus machen k�nne.�</p><p>��ben�, sp�ttelte Mat, bewegte aber die H�nde in einer beruhigenden Geste, als Perrin den Kopf hob. �Wie du sagst. Es ist gut, wenn einer von uns mit einer richtigen Waffe umgehen kann.�</p><p>�Dieser Bogen ist eine richtige Waffe�, sagte Lan pl�tzlich. Er st�tzte einen Arm auf den Sattel seines gro�en Rappen und betrachtete sie ernst. �Auch die Steinschleudern, mit denen ich euch Dorfjungen gesehen habe. Es macht keinen Unterschied, da� ihr sie bisher nur benutzt habt, um Kaninchen zu jagen oder W�lfe von den Schafen wegzutreiben. Alles kann zu einer Waffe werden, wenn der Mann oder die Frau den Willen und die Kraft dazu hat. Von den Trollocs einmal ganz abgesehen solltet ihr euch daran erinnern, bevor wir die Zwei Fl�sse verlassen, bevor wir Emondsfeld verlassen, wenn ihr Tar Valon lebendig erreichen wollt.�</p><p>Sein Gesicht und seine Stimme, kalt wie der Tod und hart wie ein roh behauener Grabstein, erstickten ihr L�cheln und ihre Worte. Perrin verzog das Gesicht und zog seinen Umhang wieder �ber die Axt. Mat blickte auf seine F��e hinunter und schob mit den Zehen Strohhalme beiseite. Der Beh�ter brummte und wandte sich wieder seiner �berpr�fung zu. Das Schweigen zog sich in die L�nge.</p><p>�Es ist nicht gerade so wie in den Geschichten�, sagte Mat schlie�lich.</p><p>�Ich wei� nicht�, meinte Perrin m�rrisch. �Trollocs, ein Beh�ter, eine Aes Sedai. Was wollt ihr denn noch?�</p><p>�Aes Sedai�, fl�sterte Mat, der sich anh�rte, als fr�re er.</p><p>�Glaubst du ihr, Rand?� fragte Perrin. �Ich meine, was k�nnen die Trollocs von uns wollen?�</p><p>Gleichzeitig sahen sie alle den Beh�ter an. Lan schien sich auf den Sattelgurt der wei�en Stute zu konzentrieren. Die drei zogen sich ein St�ck von ihm zur�ck, nach hinten zur Stallt�r. Dort steckten sie die K�pfe zusammen und sprachen leise miteinander.</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. �Ich wei� nicht, aber sie hatte recht damit, da� nur unsere beiden H�fe angegriffen wurden. Und sie griffen Meister Luhhans Haus und die Schmiede zuerst an, als sie hier im Dorf waren. Ich habe den B�rgermeister gefragt. Es ist genauso leicht m�glich, da� sie hinter uns her sind wie hinter irgend jemand anderem.� Pl�tzlich bemerkte er, da� beide ihn gro� ansahen.</p><p>�Du hast den B�rgermeister gefragt?� fragte Mat ungl�ubig. �Sie sagte doch, da� wir es niemandem erz�hlen d�rften.�</p><p>�Ich habe ihm nicht erz�hlt, warum ich es wissen will�, protestierte Rand. �Wollt ihr mir weismachen, ihr habt mit niemandem dar�ber gesprochen? Ihr habt niemandem erz�hlt, da� ihr das Dorf verla�t?�</p><p>Perrin zuckte schuldbewu�t die Achseln. �Moiraine sagte �niemandem�.�</p><p>�Wir haben Zettel geschrieben�, sagte Mat. �F�r unsere Familien. Sie werden sie morgen fr�h finden. Rand, meine Mutter glaubt, Tar Valon k�me noch vor Shayol Ghul.� Er lachte ein wenig, um zu zeigen, da� er ihre Anschauung nicht teilte. Es klang nicht sehr �berzeugend. �Sie w�rde versuchen, mich im Keller einzusperren, wenn sie w��te, da� ich auch nur mit dem Gedanken spiele, dorthinzugehen.�</p><p>�Meister Luhhan ist so stur wie ein Felsblock�, f�gte Perrin hinzu, �und Frau Luhhan ist noch schlimmer. Wenn ihr gesehen h�ttet, wie sie in den Tr�mmern des Hauses herumgrub und sagte, sie hoffe, die Trollocs k�men wieder, damit sie sie in die Finger bek�me... �</p><p>�Versengen soll mich das Licht, Rand�, sagte Mat. �Ich wei�, sie ist eine Aes Sedai, aber die Trollocs waren wirklich hier. Sie sagte, wir sollten es niemandem erz�hlen. Wenn schon eine Aes Sedai nicht wei�, was man dagegen tun kann � wer dann?�</p><p>�Keine Ahnung.� Rand rieb sich die Stirn. Sein Kopf schmerzte, und er konnte diesen Traum nicht loswerden. �Mein Vater glaubt ihr. Zumindest stimmte er zu, da� wir gehen m��ten.�</p><p>Pl�tzlich stand Moiraine in der T�r. �Du hast mit deinem Vater �ber diese Reise gesprochen?� Sie war von Kopf bis Fu� in dunkles Grau gekleidet, mit einem Hosenrock zum Reiten, und nun war der Schlangenring der einzige Gegenstand aus Gold, den sie noch trug.</p><p>Rand be�ugte ihren Wanderstock. Trotz der Flammen, die er gesehen hatte, sah er keine verkohlten Stellen und nicht einmal Ru�. �Ich konnte nicht aufbrechen, ohne es ihm zu erz�hlen.�</p><p>Sie betrachtete ihn einen Moment lang mit gespitzten Lippen, bevor sie sich an die anderen wandte. �Und habt ihr auch beschlossen, da� ein Zettel nicht gen�gt?� Mat und Perrin redeten durcheinander und versicherten ihr, sie h�tten lediglich Zettel hinterlassen, so wie sie gesagt hatte. Sie nickte, brachte sie mit einer Handbewegung zum Schweigen und blickte Rand scharf an. �Was geschehen ist, wurde bereits in das Muster eingewebt. Lan?�</p><p>�Die Pferde stehen bereit�, sagte der Beh�ter, �und wir haben gen�gend Proviant dabei, um Baerlon zu erreichen, und noch etwas als Reserve. Wir k�nnen jederzeit aufbrechen. Ich schlage vor: gleich jetzt.�</p><p>�Nicht ohne mich.� Egwene schl�pfte in den Stall, im Arm ein in einen Schal gewickeltes B�ndel. Rand stolperte beinahe �ber die eigenen F��e.</p><p>Lans Schwert war schon halb aus der Scheide gezogen, doch als er sie erkannte, schob er die Klinge zur�ck, und seine Augen wurden ausdruckslos. Perrin und Mat beteuerten, da� sie Egwene nichts von ihrer Abreise gesagt h�tten. Die Aes Sedai beachtete sie nicht; sie blickte Egwene an und tippte sich gedankenversunken mit einem Finger auf die Lippen.</p><p>Die Kapuze von Egwenes dunkelbraunem Umhang war hochgezogen, doch nicht genug, um den trotzigen Gesichtsausdruck zu verbergen, mit dem sie Moiraine in die Augen sah. �Ich habe hier alles, was ich brauche, einschlie�lich Lebensmittel. Und ich werde nicht hierbleiben. Ich habe vielleicht nie wieder eine M�glichkeit, die Welt jenseits der Zwei Fl�sse kennenzulernen.�</p><p>�Das wird kein Picknickausflug zum Wasserwald, Egwene�, grollte Mat. Er trat einen Schritt zur�ck, als sie ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen anblickte.</p><p>�Danke, Mat. Ohne dich h�tte ich das gar nicht bemerkt. Glaubt ihr, ihr drei w�rt die einzigen, die wissen wollen, wie es drau�en aussieht? Ich habe davon genausolange getr�umt wie ihr, und ich habe nicht vor, diese Gelegenheit zu vers�umen.�</p><p>�Wie hast du herausgefunden, da� wir abreisen?� wollte Rand wissen. �Und au�erdem kannst du nicht mitkommen. Wir gehen ja nicht aus purem Vergn�gen weg. Die Trollocs sind hinter uns her.�</p><p>Sie warf ihm einen mitleidigen Blick zu. Er lief rot an und stand ganz steif vor Entr�stung da.</p><p>�Zuerst�, erkl�rte sie ihm geduldig, �sah ich Mat herumschleichen und sich bem�hen, unbemerkt zu bleiben. Dann sah ich, wie Perrin diese l�cherliche Riesenaxt unter seinem Umhang verbarg. Ich wu�te, da� Lan ein Pferd gekauft hatte, und pl�tzlich fragte ich mich, wozu er ein weiteres Pferd brauchte. Und wenn er eines kaufte, konnte er auch noch mehr kaufen. All das zusammen mit der Tatsache, da� Mat und Perrin herumschlichen wie K�lber, die vorgeben, F�chse zu sein... Na ja, es gab nur eine Antwort. Ich bin mir nicht klar dar�ber, ob ich �berrascht bin oder nicht, dich auch hier zu finden, Rand, nachdem du so oft �ber deine Tagtr�ume gesprochen hast. Aber wenn Mat und Perrin in der Sache drinstecken, sollte ich ja eigentlich wissen, da� du auch mit von der Partie bist.�</p><p>�Ich mu� gehen, Egwene�, sagte Rand. �Wir alle m�ssen gehen, oder die Trollocs kommen zur�ck.�</p><p>�Die Trollocs!� Egwene lachte ungl�ubig. �Rand, wenn du dich entschlossen hast, etwas von der Welt sehen zu wollen, sch�n und gut, aber tisch mir nicht so ein M�rchen auf!�</p><p>�Es ist wahr�, sagte Perrin gerade, als Mat begann: �Die Trollocs... �</p><p>�Genug�, sagte Moiraine ruhig, doch das Gespr�ch war wie mit einem Messer abgeschnitten. �Hat noch jemand etwas bemerkt?� Ihre Stimme klang sanft, aber Egwene schluckte und richtete sich auf, bevor sie antwortete.</p><p>�Nach der letzten Nacht k�nnen sie nur noch an den Wiederaufbau denken und daran, was zu tun ist, wenn es wieder geschieht. Sie s�hen sonst nichts, es sei denn, man h�lt es ihnen direkt unter die Nase. Und ich habe niemandem von meinem Verdacht erz�hlt. Niemandem!�</p><p>�Sehr gut�, sagte Moiraine nach einer Pause. �Du kannst mit uns kommen.�</p><p>Lans Gesicht zeigte einen Augenblick lang �berraschung. Dann war sie wieder verflogen, und er blieb �u�erlich ruhig, doch zornig brach es aus ihm heraus: �Nein, Moiraine!�</p><p>�Es ist jetzt ein Teil des Gro�en Musters, Lan.�</p><p>�Das ist l�cherlich!� gab er zur�ck. �Es gibt keinen Grund, warum sie mitkommen sollte, und alle Gr�nde sprechen sogar dagegen.�</p><p>�Es gibt einen Grund daf�r�, sagte Moiraine gelassen. �Ein Teil des Musters, Lan.� Das steinerne Gesicht des Beh�ters zeigte keine Regung, doch er nickte langsam.</p><p>�Aber Egwene�, sagte Rand, �die Trollocs werden uns jagen. Wir werden nicht in Sicherheit sein, bevor wir Tar Valon erreichen.�</p><p>�Versuch nicht, mir Angst einzujagen�, bat sie. �Ich komme mit.�</p><p>Rand kannte diesen Tonfall. Er hatte ihn nicht mehr vernommen, seit sie zu der Ansicht gekommen war, da� nur Kinder auf die h�chsten B�ume klettern, aber er erinnerte sich gut daran. �Wenn du glaubst, es macht Spa�, von Trollocs gejagt zu werden...�, begann er, aber Moiraine unterbrach ihn.</p><p>�Wir haben keine Zeit mehr f�r so etwas. Bei Tagesanbruch m�ssen wir so weit wie m�glich entfernt sein von hier. Wenn wir sie zur�cklassen, Rand, k�nnte sie das ganze Dorf in Aufruhr bringen, bevor wir noch eine Meile weg sind, und das w�rde ganz sicher den Myrddraal warnen.�</p><p>�Das w�rde ich nicht tun!� protestierte Egwene.</p><p>�Sie kann auf dem Pferd des Gauklers reiten�, sagte der Beh�ter. �Ich werde ihm genug Geld dalassen, damit er ein anderes Pferd kaufen kann.�</p><p>�Das ist kaum m�glich�, kam Thom Merrilins widerhallende Stimme vom Heuboden. Diesmal fuhr Lans Schwert aus der Scheide, und er steckte es nicht zur�ck, als er nach dem Gaukler dort oben Ausschau hielt.</p><p>Thom warf eine Deckenrolle hinunter, zog sich dann die Riemen des Fl�tenkastens und an der Harfe �ber den R�cken und schulterte pralle Satteltaschen. �Dieses Dorf braucht mich nicht, und andererseits habe ich meine K�nste noch nie in Tar Valon gezeigt. Obwohl ich f�r gew�hnlich allein reise, habe ich nach der letzten Nacht nichts mehr gegen das Reisen in Gesellschaft.�</p><p>Der Beh�ter sah Perrin scharf an, und dieser trat verlegen von einem Fu� auf den anderen. �Ich habe nicht daran gedacht, den Heuboden zu untersuchen�, murmelte er.</p><p>Als der staksige Gaukler die Leiter vom Heuboden herunterkletterte, sagte Lan ganz steif und formell: �Ist das auch ein Teil des Gro�en Musters, Moiraine Sedai?�</p><p>�Alles ist ein Teil des Musters, mein alter Freund�, antwortete Moiraine sanft. �Wir k�nnen uns das nicht aussuchen. Aber wir werden ja sehen.�</p><p>Thom setzte die F��e auf den Fu�boden des Stalles, drehte sich von der Leiter weg und wischte sich die Strohhalme von dem Flickenumhang. �Tats�chlich�, sagte er in normalerem Tonfall, �k�nnte man sagen, da� ich auf Gesellschaft beim Reisen bestehe. Ich habe viele Stunden gebraucht und viele Kr�ge Bier geleert, um dar�ber nachzudenken, wie ich einst wohl meine Tage beschlie�en werde. Der Kochtopf eines Trollocs tauchte allerdings dabei nicht auf.� Er sah mi�trauisch das Schwert des Beh�ters an. �Das da ist nicht n�tig. Ich bin kein K�se, den man aufschneidet.�</p><p>�Meister Merrilin�, sagte Moiraine, �wir m�ssen schnell aufbrechen und befinden uns h�chstwahrscheinlich in gro�er Gefahr. Die Trollocs sind immer noch da drau�en, und wir reiten bei Nacht. Seid Ihr sicher, da� Ihr mit uns reisen m�chtet?�</p><p>Thom betrachtete sie alle mit einem r�tselhaften L�cheln. �Wenn es nicht zu gef�hrlich f�r das M�dchen ist, dann kann es auch f�r mich nicht zu gef�hrlich sein. Au�erdem, welcher Gaukler n�hme nicht gern ein wenig Gefahr in Kauf, wenn er daf�r seine Kunst in Tar Valon zeigen kann?�</p><p>Moiraine nickte, und Lan schob sein Schwert in die Scheide zur�ck. Rand fragte sich pl�tzlich, was wohl geschehen w�re, h�tte Thom seine Meinung ge�ndert oder Moiraine nicht genickt. Der Gaukler sattelte sein Pferd, als w�ren ihm solche Gedanken nie gekommen, aber Rand bemerkte, da� er Lans Schwert mehr als einmal ansah.</p><p>�Nun aber�, sagte Moiraine, �welches Pferd soll Egwene benutzen?�</p><p>�Die Pferde des H�ndlers sind genauso schlecht wie die Dhurran-Hengste�, antwortete der Beh�ter m�rrisch. �Kr�ftig, aber sie kommen nur langsam voran.�</p><p>�Bela�, sagte Rand. Ein Blick Lans traf ihn, und er w�nschte, er h�tte seinen Mund gehalten. Aber er wu�te, da� er Egwene nicht davon abbringen konnte, also blieb ihm nichts anderes �brig, als zu helfen. �Bela ist vielleicht nicht so schnell wie die anderen, aber sie ist kr�ftig. Ich reite sie manchmal. Sie kann mithalten.�</p><p>Lan schaute in Belas Box, wobei er leise vor sich hin fluchte. �Sie ist vielleicht ein wenig besser als die anderen�, sagte er schlie�lich. �Ich glaube nicht, da� wir eine Wahl haben.�</p><p>�Dann mu� es sein�, sagte Moiraine. �Rand, such bitte einen Sattel f�r Bela. Schnell jetzt! Wir haben uns schon zu lange aufgehalten.�</p><p>Rand suchte rasch einen Sattel und eine Decke im Sattelraum und holte Bela dann aus ihrer Box. Die Stute drehte den Kopf nach hinten und sah ihn in schlaftrunkener �berraschung an, als er ihr den Sattel auf den R�cken legte. Wenn er sie einmal ritt, dann gew�hnlich ohne Sattel; sie war nicht daran gew�hnt. Er sprach beruhigend auf sie ein, w�hrend er den Sattelgurt befestigte, und sie nahm das Au�ergew�hnliche mit einem Sch�tteln der M�hne hin.</p><p>Er nahm Egwene ihr B�ndel ab und schnallte es hinter den Sattel. Derweil stieg sie auf und ordnete ihren Rock. Der war nicht als Hosenrock geteilt, also konnte man ihre Wollstr�mpfe bis zum Knie sehen. Sie trug die gleichen Schuhe aus weichem Leder wie die anderen M�dchen aus dem Dorf. Sie waren absolut nicht geeignet f�r eine Reise nach Wachh�gel, geschweige denn nach Tar Valon.</p><p>�Ich bin immer noch der Meinung, da� du nicht mitkommen solltest�, sagte Rand. �Ich habe das mit den Trollocs nicht erfunden. Aber ich verspreche dir, da� ich auf dich aufpassen werde.�</p><p>�Vielleicht mu� ich auf dich aufpassen�, antwortete sie leichthin. Als er sie verzweifelt ansah, l�chelte sie und streichelte ihm �ber das Haar. �Ich wei�, da� du auf mich aufpassen wirst, Rand. Wir werden beide aufeinander aufpassen. Aber jetzt mu�t du schauen, da� du auf dein Pferd kommst.�</p><p>Er merkte, da� alle anderen bereits aufgesessen waren und auf ihn warteten. Das einzige Pferd, das noch ohne Reiter war, war Wolke, ein gro�er Grauer mit schwarzer M�hne, der Jon Thane geh�rte oder geh�rt hatte. Rand kletterte in den Sattel, allerdings nicht ohne Schwierigkeiten, denn der Graue warf den Kopf hoch und t�nzelte seitw�rts, als er den Fu� in den Steigb�gel stellte. Die Scheide verfing sich in seinen langen Beinen. Es war kein Zufall, da� die Freunde Wolke verschm�ht hatten. Meister Thane hatte mit dem lebhaften Grauen den Pferden der Kaufleute h�ufig Rennen geliefert, und Thane hatte noch keine Niederlage erlebt, aber Wolke hatte es seinem Reiter noch nie leichtgemacht. Lan mu�te einen hohen Preis bezahlt haben, damit der M�ller das Pferd verkaufte. Als Rand sich im Sattel niederlie�, wurde Wolkes T�nzeln noch heftiger, als freue sich der Graue darauf, losgaloppieren zu k�nnen. Rand griff die Z�gel ganz fest und versuchte sich einzureden, da� es keine Schwierigkeiten geben werde. Wenn er sich selbst �berzeugen konnte, dann vielleicht auch das Pferd.</p><p>Eine Eule schrie durch die Nacht, und die Dorfbewohner fuhren zusammen, bevor sie erkannten, da� es nur ein Vogel war. Dann lachten sie nerv�s und sahen sich versch�mt an.</p><p>�Als n�chstes werden wir noch vor einer Feldmaus auf die B�ume klettern�, sagte Egwene mit einem unsicheren Auflachen. Lan sch�ttelte den Kopf. �Es w�re besser, wenn es W�lfe gewesen w�ren.�</p><p>�W�lfe!� rief Perrin, und der Beh�ter bedachte ihn mit einem teilnahmslosen Blick.</p><p>�W�lfe k�nnen Trollocs nicht leiden, Schmied, und Trollocs m�gen keine W�lfe oder Hunde. Wenn ich W�lfe h�ren w�rde, k�nnte ich sicher sein, da� da drau�en keine Trollocs auf uns warten.� Er schritt mit seinem hochgewachsenen Schwarzen langsam hinaus in die mondhelle Nacht.</p><p>Moiraine ritt ihm ohne einen Moment des Z�gerns nach, und Egwene hielt sich an der Seite der Aes Sedai. Rand und der Gaukler kamen zum Schlu�, nach Mat und Perrin.</p><p>Die R�ckseite der Schenke war dunkel und still, und der Mond warf Schatten in den Stallhof. Das sanfte Klappern der Hufe verflog schnell und wurde von der Nacht verschluckt. In der Dunkelheit machte der Umhang den Beh�ter gleicherma�en zum Schatten. Nur die Notwendigkeit, sich von ihm f�hren zu lassen, hielt die anderen davon ab, sich �ngstlich um ihn zu scharen. Aus dem Dorf herauszukommen, ohne gesehen zu werden, war keine leichte Aufgabe. Das wurde Rand klar, als sie sich dem Tor n�herten. Zumindest sollten sie von den Dorfbewohnern nicht gesehen werden. Hinter vielen Fenstern im Dorf glimmten blasse gelbe Lichter, und obwohl diese Lichter in der Nacht sehr klein wirkten, sah man h�ufig Schatten sich bewegen, die Schatten von Dorfbewohnern, die hinausblickten, um zu sehen, was diese Nacht mit sich brachte. Keiner wollte nochmals �berrascht werden.</p><p>Im tiefsten Schatten neben der Schenke, gerade als sie den Stallhof verlassen wollten, hielt Lan pl�tzlich an und forderte sie mit einer scharfen Geste zum Schweigen auf.</p><p>Stiefel polterten �ber die Wagenbr�cke, und hier und da glitzerte Metall im Mondlicht auf. Die Stiefel verlie�en die Br�cke � Kies knirschte unter ihren Sohlen � und kamen auf die Schenke zu. Kein Laut war von den im Schatten Wartenden zu h�ren. Rand hatte den Verdacht, da� zumindest seine Freunde viel zuviel Angst hatten, um irgendein Ger�usch zu machen. Genau wie er.</p><p>Die Schritte verstummten vor der Schenke im D�mmerlicht jenseits der tr�be beleuchteten Fenster des Schankraums. Erst als Jon Thane vortrat, einen Speer �ber die kr�ftige Schulter gelegt, ein altes Lederwams mit aufgen�hten Stahlscheiben um den Oberk�rper geschnallt, erkannte Rand, wer es war: ein Dutzend M�nner aus dem Dorf oder den umliegenden Bauernh�fen, einige mit Helmen oder Teilen von R�stungen bewehrt, die generationenlang auf den Speichern Staub gesammelt hatten, alle mit einem Speer oder einer Holzf�lleraxt oder einer verrosteten Pike bewaffnet.</p><p>Der M�ller sp�hte durch eines der Fenster zum Schankraum und wandte sich dann mit einem kurzen: �Sieht so aus, als sei hier alles in Ordnung� wieder ab. Die anderen formierten sich in zwei unregelm��igen Reihen hinter ihm, und die Patrouille marschierte in die Nacht hinaus, als gehorche sie drei verschiedenen Trommelwirbeln gleichzeitig.</p><p>�Zwei Dha'vol Trollocs w�rden gen�gen, um sie alle zum Fr�hst�ck zu verspeisen�, murmelte Lan, als das Ger�usch der Stiefel verklungen war, �aber sie haben Augen und Ohren.� Er drehte seinen Hengst herum. �Kommt!�</p><p>Langsam und leise f�hrte der Beh�ter sie zur�ck durch den Stallhof, die Uferb�schung hinunter, an den Weiden vorbei und in den Weinquellenbach. Trotz der N�he zur Weinquelle war das kalte, schnell flie�ende Wasser, das um die Beine der Pferde sp�lte und im Mondschein schimmerte, tief genug, um gegen die Sohlen der Reitstiefel zu pl�tschern.</p><p>Am gegen�berliegenden Ufer kletterten sie hinaus, und die Pferde suchten sich ihren Weg unter der sicheren Anleitung des Beh�ters, wobei sie sich von allen H�usern des Dorfes fernhielten. Von Zeit zu Zeit hielt Lan an und bedeutete allen, sich ruhig zu verhalten, obwohl sonst niemand etwas sah oder h�rte. Jedesmal allerdings kam kurz darauf eine weitere Patrouille von Dorfbewohnern und Bauern vorbei. Langsam kamen sie dem Nordende des Dorfes n�her.</p><p>Rand sah die H�user mit ihren hohen Giebeln im Dunklen so genau wie m�glich an und versuchte, sie sich einzupr�gen. <emphasis>Ich bin ein toller Abenteurer,</emphasis> dachte er. Er hatte noch nicht einmal das Dorf verlassen und hatte schon Heimweh. Aber er betrachtete die H�user weiterhin.</p><p>Sie passierten die letzten Bauernh�user in den Au�enbezirken des Dorfs und erreichten das unbewohnte Land. Sie hielten sich parallel zur Nordstra�e, die nach Taren-F�hre f�hrte. Rand fand, da� es sicherlich nirgendwo anders einen so sch�nen Nachthimmel gab wie �ber den Zwei Fl�ssen. Das klare Schwarz schien in die Ewigkeit zu greifen, und Myriaden von Sternen glitzerten wie Lichtpunkte in einem Kristall. Der Mond, nur eine d�nne Sichelbreite schmaler als im vollen Zustand, schien greifbar nahe. Wenn er sich streckte und...</p><p>Eine schwarze Gestalt flog langsam �ber den silbernen Mondball. Rands unwillk�rlicher Ruck an den Z�geln brachte den Grauen zum Stehen. Eine Fledermaus, dachte er mit weichen Knien, doch er wu�te, da� es keine gewesen war. Flederm�use waren ein h�ufiger Anblick an den Abenden, wenn sie im Zwielicht hinter Fliegen und Faltern herjagten. Die Fl�gel, die das unbekannte Wesen trugen, mochten wohl die gleiche Form haben, aber sie bewegten sich mit den langsamen, kraftvollen Schl�gen eines Raubvogels. Und es jagte. Die Art, wie es in weiten B�gen hin- und zur�ckflog, lie� dar�ber keinen Zweifel aufkommen. Am schlimmsten aber war seine Gr��e. Wenn eine Fledermaus sich so gro� vom Mondball abhob, dann mu�te sie schon die Reichweite von menschlichen Armen haben. Er versuchte, ungef�hr zu berechnen, wie weit entfernt und wie gro� dieses Wesen war. Der K�rper mu�te Menschengr��e haben und die Fl�gel... Wieder durchflog es die Mondsilhouette und kreiste dann pl�tzlich nach unten, um von der Nacht verh�llt zu werden.</p><p>Er hatte nicht bemerkt, da� Lan zu ihm zur�ckgeritten war, bis ihn der Beh�ter am Arm packte. �Was sitzt du hier und starrst in die Luft, Junge? Wir m�ssen weiter.� Die anderen warteten hinter Lan.</p><p>Er rechnete fast damit, da� man ihm sagen w�rde, er h�tte aus Angst vor den Trollocs die Nerven verloren. Trotzdem berichtete Rand, was er gesehen hatte. Er hoffte, Lan werde es als Fledermaus oder als optische T�uschung abtun.</p><p>Lan grollte ein Wort, das klang, als hinterlie�e es einen schlechten Geschmack im Mund: �Draghkar.� Egwene und die anderen von den Zwei Fl�ssen suchten nerv�s den Himmel in allen Richtungen ab, aber der Gaukler st�hnte leise auf.</p><p>�Ja�, sagte Moiraine, �es w�re vermessen, auf etwas anderes zu hoffen. Und wenn der Myrddraal einen Draghkar bei seinen Truppen hat, dann wird er bald wissen, wo wir sind, wenn er es nicht bereits wei�. Wir m�ssen noch schneller querfeldein vorw�rtskommen. Wir k�nnen vielleicht Taren-F�hre noch vor dem Myrddraal erreichen, und die Trollocs und er werden den Flu� nicht so leicht �berqueren wie wir.�</p><p>�Ein Draghkar?� fragte Egwene. �Was ist das?�</p><p>Es war Thom Merrilin, der ihr heiser antwortete. �In dem Krieg, der das Zeitalter der Legenden beendete, wurden noch schlimmere Wesen als Trollocs und Halbmenschen erschaffen.�</p><p>Moiraines Kopf schnellte zu ihm herum, als er das sagte. Nicht einmal die Dunkelheit konnte die Sch�rfe in ihrem Blick verbergen.</p><p>Bevor jemand den Gaukler bitten konnte, mehr zu erz�hlen, begann Lan, Befehle zu erteilen. �Wir benutzen jetzt die Nordstra�e. Um euer Leben willen � folgt meiner F�hrung und bleibt dicht zusammen.�</p><p>Er ri� sein Pferd herum, und die anderen galoppierten wortlos hinterher.</p></section><section><title><p>11</p><p>Die Stra�e nach Taren-F�hre</p></title><p>Auf der ausgetretenen Lehmdecke der Nordstra�e gaben sie den Pferden die Z�gel frei. M�hnen und Schweife flatterten im Mondlicht, als sie nach Norden galoppierten. Die Hufe trommelten einen stetigen Rhythmus. Lan f�hrte sie an. Der Rappe mit dem in Schatten geh�llten Reiter war in der kalten Nacht fast nicht zu sehen. Moiraines wei�e Stute hielt mit. Wie ein blasser Pfeil huschte sie durch die Dunkelheit. Die anderen folgten in einer Linie, als h�tte man sie alle an einem Seil befestigt, dessen Ende in den H�nden des Beh�ters lag. Rand ritt als letzter in dieser Reihe. Thom Merrilin war vor ihm, und die Gef�hrten davor konnte er schon nicht mehr so klar erkennen. Der Gaukler drehte sich nicht um. Er sah nur nach vorn in die Richtung, in die sie flohen, und nicht nach hinten, um zu sehen, wovor sie flohen. Falls hinter ihnen Trollocs, der Blasse auf seinem lautlosen Pferd oder dieses fliegende Gesch�pf, der Draghkar, auftauchten, w�re es Rands Aufgabe, die anderen zu alarmieren.</p><p>Alle paar Minuten verdrehte er sich den Hals, um nach hinten zu sp�hen, w�hrend er sich an den Z�geln und Wolkes M�hne festhielt. Der Draghkar... Schlimmer als Trollocs und Blasse, hatte Thom gesagt. Aber der Himmel blieb leer, und am Boden entdeckte sein Blick nur Dunkelheit und Schatten. Schatten, in denen sich eine ganze Armee verbergen konnte.</p><p>Jetzt, da der Graue endlich rennen durfte, huschte er wie ein Geist durch die Nacht und hielt leicht mit Lans Hengst mit. Und Wolke wollte noch schneller galoppieren. Er wollte den Schwarzen erreichen und strengte sich m�chtig an. Rand mu�te die Z�gel straff halten, um ihn zu bremsen. Wolke stemmte sich gegen seine Hand, als hielte er dies f�r ein Rennen. Mit jedem Schritt k�mpfte er gegen ihn an. Rand klammerte sich mit verkrampften Muskeln an Sattel und Z�gel. Er hoffte inst�ndig, da� sein Reittier nicht merkte, wie unsicher er da oben sa�. Falls Wolke das erkannte, hatte Rand jeden Einflu� verloren, und sei er noch so gering.</p><p>Er beugte sich tief �ber Wolkes Hals und warf immer wieder ein wachsames Auge auf Bela und ihre Reiterin. Als er behauptet hatte, die zottige Stute k�nne mit den anderen mithalten, hatte er nicht vom vollen Galopp gesprochen. Sie hielt sich im Augenblick noch in der Gruppe, weil sie schneller galoppierte, als er gedacht hatte. Lan hatte nicht gewollt, da� Egwene mitkam. W�rde er das Tempo drosseln, wenn Bela zur�ckblieb? Oder w�rde er versuchen, sie auf diese Art zur�ckzulassen? Die Aes Sedai und der Beh�ter hielten Rand und seine Freunde irgendwie f�r wichtig, doch trotz Moiraines Erw�hnung des Gro�en Musters glaubte er nicht, da� diese Wichtigkeit auch Egwene betraf.</p><p>Wenn Bela zur�ckblieb, w�rde er auch zur�ckbleiben, gleichg�ltig, was Moiraine und Lan dazu sagten. Zur�ck dorthin, wo der Blasse und die Trollocs waren. Zur�ck zu dem Draghkar. Voller Verzweiflung im Herzen rief er lautlos Bela zu, sie solle rennen wie der Wind. Ohne Worte versuchte er, Kraft auf sie zu �bertragen. <emphasis>Renn!</emphasis> Seine Haut prickelte, und seine Knochen schienen zu Eis zu erstarren und beinahe zu zersplittern. <emphasis>Licht, hilf! Renn!</emphasis> Und Bela rannte.</p><p>Weiter und weiter st�rmten sie nach Norden in die Nacht hinein. Die Zeit verschwamm zu einem undeutlichen Flirren. Von Zeit zu Zeit kamen die Lichter von Bauernh�usern in Sicht, und dann verschwanden sie wieder im Nu. Das scharfe Bellen von Wachhunden verklang rasch hinter ihnen oder brach mit einem Schlag ab, wenn die Hunde zu dem Schlu� kamen, da� man sie in die Flucht geschlagen hatte. Sie flogen durch eine Dunkelheit, die nur vom w��rigblassen Mondlicht erhellt wurde, eine Dunkelheit, in der B�ume pl�tzlich am Stra�enrand aufragten und schon wieder unsichtbar zur�ckblieben. Ansonsten war alles d�ster in ihrer Umgebung, und nur der Schrei eines Nachtvogels, einsam und traurig, mischte sich in das stetige Trommeln der Hufe.</p><p>Pl�tzlich wurde Lan langsamer und lie� die Pferde anhalten. Rand war sich nicht sicher, wie lange sie geritten waren, aber seine Beine schmerzten bereits, weil er sich so verkrampft festgehalten hatte. Vor ihnen glitzerten Lichter in der Nacht, als h�tte sich ein gro�er Schwarm Gl�hw�rmchen zwischen den B�umen niedergelassen. Rand betrachtete verbl�fft die Lichter und keuchte pl�tzlich vor �berraschung. Die Gl�hw�rmchen waren Fenster, Fenster von H�usern, die an den H�ngen und der H�he eines H�gels standen. Das war Wachh�gel. Er konnte kaum glauben, da� sie bereits so weit gekommen waren. Sie hatten die Entfernung vielleicht schneller zur�ckgelegt als jemals ein Reiter zuvor. Lans Beispiel folgend, stiegen Rand und Thom Merrilin ab. Wolke stand mit gesenktem Kopf und bebenden Flanken da. Schaum, der sich kaum von dem nebelgrauen K�rper des Pferds abhob, lag auf Hals und Schultern des Grauen. Rand dachte, Wolke werde diese Nacht wohl kaum noch einen Reiter weitertragen k�nnen. �So gern ich diese D�rfer hinter mich br�chte�, k�ndigte Thom an, �w�ren ein paar Stunden Schlaf nicht �bel. Sicher haben wir gen�gend Vorsprung, um uns das leisten zu k�nnen.�</p><p>Rand streckte sich und rieb sich den Nacken. �Wenn wir den Rest der Nacht hier Rast machen, k�nnen wir genausogut hinaufreiten.�</p><p>Ein einzelner Windsto� trug Bruchst�cke von Gesang aus dem Dorf und den Geruch von Essen her�ber. Das Wasser lief ihm im Mund zusammen. In Wachh�gel feierten sie immer noch. Ihr Bel Tine war nicht von Trollocs gest�rt worden. Er sah sich nach Egwene um. Sie lehnte sich, vor Ersch�pfung zusammengefallen, gegen Bela. Die anderen stiegen auch ab. Mancher Seufzer wurde h�rbar, und man streckte die schmerzenden Glieder. Nur der Beh�ter und die Aes Sedai zeigten kein Anzeichen von Ersch�pfung.</p><p>�Mir st�nde auch der Sinn nach Singen�, warf Mat m�de ein. �Und vielleicht ein hei�es Hammelragout im �Wei�en Keiler�.� Er holte Luft und f�gte hinzu: �Ich bin niemals weiter als nach Wachh�gel gewesen. Der �Wei�e Keiler� ist nicht ann�hernd so gut wie die Weinquellenschenke.�</p><p>�Der �Wei�e Keiler� ist nicht so schlecht�, sagte Perrin. �F�r mich bitte auch ein Hammelragout. Und viel hei�en Tee, um die K�lte aus den Knochen zu vertreiben.�</p><p>�Wir k�nnen nicht rasten, bevor wir �ber den Taren sind�, fuhr Lan in scharfem Ton dazwischen. �Nicht mehr als ein paar Minuten.�</p><p>�Aber die Pferde!� protestierte Rand. �Wir schinden sie zu Tode, wenn wir versuchen, heute nacht noch weiterzureiten. Moiraine Sedai, Ihr... �</p><p>Er hatte am Rande bemerkt, da� sie zwischen den Pferden umherging, hatte aber nicht weiter darauf geachtet, was sie tat. Jetzt streifte sie an ihm vorbei und legte die H�nde auf Wolkes Hals. Rand schwieg. Pl�tzlich warf das Pferd den Kopf mit leisem Wiehern hoch und zog Rand beinahe die Z�gel aus der Hand. Der Graue t�nzelte einen Schritt zur Seite und schien so ausgeruht, als habe er eine Woche im Stall verbracht. Wortlos ging Moiraine weiter zu Bela.</p><p>�Ich wu�te nicht, da� sie das kann�, sagte Rand leise zu Lan. Rands Wangen waren ger�tet. �Von allen Leuten solltest gerade du das eigentlich geahnt haben�, antwortete der Beh�ter. �Du hast beobachtet, was sie mit deinem Vater getan hat. Sie w�scht die ganze Ersch�pfung aus ihnen heraus. Zuerst sind die Pferde dran und dann ihr alle.�</p><p>�Nur wir? Ihr nicht?�</p><p>�Ich nicht, Sch�fer. Ich brauche das nicht, noch nicht jedenfalls. Und sie auch nicht. Was sie f�r andere tun kann, kann sie f�r sich nicht selbst tun. Sie allein mu� m�de weiterreiten. Hoffentlich ist sie nicht zu ersch�pft, bis wir Tar Valon erreichen.�</p><p>�Zu ersch�pft � wof�r?� fragte Rand den Beh�ter.</p><p>�Du hattest recht mit Bela, Rand�, sagte Moiraine, die neben der Stute stand. �Sie hat ein gutes Herz und genausoviel Sturheit und Durchhalteverm�gen wie ihr Zwei-Fl�sse-Leute. So seltsam es klingen mag, aber sie ist von allen am wenigsten ersch�pft.�</p><p>Ein Schrei zerri� die Dunkelheit. Es klang, als w�rde ein Mensch mit scharfen Messern zerschnitten. Schwingen fegten in niedriger H�he �ber die Gruppe hinweg. Der �ber sie hinweggleitende Schatten machte die Nacht noch dunkler. Unter angsterf�lltem Schreien b�umten sich die Pferde wild auf.</p><p>Der Luftzug von den Schwingen des Draghkars traf Rand und l�ste in ihm das Gef�hl aus, mit Schleim beschmiert zu werden. Er bewegte sich durch die feuchte D�sternis eines Alptraums, hatte aber keine Zeit, Angst zu sp�ren, denn Wolke schrie laut auf und wand sich verzweifelt, als versuche er, etwas abzusch�tteln, was an ihm festhing. Rand, der die Z�gel nicht loslie�, wurde von den F��en gerissen und �ber den Boden geschleift. Wolke schrie, als f�hle er gro�e graue W�lfe, die sich in seine Fesseln verbissen.</p><p>Irgendwie behielt Rand die Z�gel in der Hand. Er benutzte die freie Hand zusammen mit den Beinen, um wieder auf die F��e zu kommen. Seine taumelnden Schritte wurden zu kurzen Spr�ngen, damit er nicht wieder zu Boden gerissen wurde. Er atmete sto�artig und voller Verzweiflung. Er konnte Wolke nicht fortrennen lassen. Mit seiner freien Hand griff er zitternd zu und erwischte gerade noch den Z�gel. Wolke b�umte sich auf und hob ihn mit sich hoch. Rand klammerte sich hilflos fest. Er hoffte gegen besseres Wissen, da� sich das Pferd beruhigen werde.</p><p>Rand schlug mit einem solchen Ruck auf dem Boden auf, da� es ihn bis zu den Z�hnen durchsch�ttelte; doch pl�tzlich stand der Graue still, mit gebl�hten N�stern und rollenden Augen, steifbeinig und zitternd. Rand zitterte auch und hing beinahe nur noch an dem Z�gel. <emphasis>Der Ruck mu� das n�rrische Tier auch ersch�ttert haben,</emphasis> dachte er. Er atmete ein paarmal unregelm��ig aus und ein. Dann war er in der Lage, sich nach den anderen umzusehen.</p><p>In der Gruppe war das blanke Chaos ausgebrochen. Sie klammerten sich an die Z�gel, die von ruckartigen Bewegungen der Pferdek�pfe hin und her gerissen wurden, und versuchten mit wenig Erfolg, die sich aufb�umenden Pferde zu beruhigen, von denen sie in diesem Durcheinander herumgezerrt wurden. Nur zwei von ihnen hatten offensichtlich keine Schwierigkeiten mit ihren Reittieren. Moiraine sa� aufgerichtet im Sattel. Die wei�e Stute trat einen Schritt zur�ck, um dem Durcheinander zu entgehen, als sei nichts Au�ergew�hnliches geschehen. Lan stand am Boden und beobachtete den Himmel. In der einen Hand hielt er sein Schwert, in der anderen die Z�gel. Der schlanke schwarze Hengst stand ruhig neben ihm.</p><p>Aus Wachh�gel h�rte man keinen Laut mehr. Die Dorfbewohner mu�ten den Schrei auch geh�rt haben. Rand wu�te, sie w�rden eine Weile lauschen und vielleicht Ausschau halten, was ihn verursacht hatte, sich dann aber wieder ihrer Feier zuwenden. Bald w�rden sie den Vorfall vergessen. Die Erinnerung w�rde in Liedern, Essen, Tanz und Unterhaltung untergehen. Vielleicht w�rden sich einige wieder daran erinnern, wenn sie davon h�rten, was in Emondsfeld geschehen war. Eine Fiedel begann mit ihrem Spiel, und einen Augenblick sp�ter fiel eine Fl�te mit ein. Das Dorf setzte die Feier fort.</p><p>�Sitzt auf!� kommandierte Lan knapp. Er schob sein Schwert in die Scheide und sprang mit einem Satz auf den Hengst. �Der Draghkar h�tte sich nicht gezeigt, wenn er nicht zuvor dem Myrddraal berichtet h�tte, wo wir uns befinden.� Ein weiterer schriller Schrei drang zu ihnen herunter, schw�cher, doch genauso furchteinfl��end. Die Musik in Wachh�gel verstummte mit einem Mi�ton. �Er folgt uns nun in der Luft und zeigt dem Halbmenschen, wo wir sind. Er wird nicht weit weg sein.�</p><p>Die Pferde, die nun ausgeruht, aber ver�ngstigt waren, t�nzelten und scheuten vor denen Reitern, die sie zu besteigen versuchten. Der fluchende Thom Merrilin war der erste im Sattel, aber dann sa�en auch die anderen bald auf. Alle bis auf einen.</p><p>�Mach schnell, Rand!� rief Egwene. Der Draghkar schrie erneut schrill auf, und Bela wollte weggaloppieren, bevor sie sie mit straffem Z�gel unter Kontrolle bekam. �Beeil dich!�</p><p>Aufgeschreckt merkte Rand, da� er, anstatt auf Wolke aufzusitzen, die ganze Zeit dagestanden und in den Himmel gestarrt hatte in einem vergeblichen Versuch, die Quelle dieser b�sartigen Schreie auszumachen. Und noch mehr: Unbewu�t hatte er Tams Schwert gezogen, als wolle er mit der fliegenden Kreatur k�mpfen.</p><p>Sein Gesicht r�tete sich. Er war froh, da� die Nacht es verbarg. Ungeschickt � eine Hand war ja mit dem Z�gel besch�ftigt � steckte er die Klinge in die Scheide zur�ck, w�hrend er sich hastig nach den anderen umsah. Moiraine, Lan und Egwene sahen ihn an, aber er war nicht sicher, was sie im Mondlicht erkennen konnten. Die anderen schienen zu sehr damit besch�ftigt, ihre Pferde unter Kontrolle zu halten, um gro� auf ihn zuachten. Er fa�te das Sattelhorn mit einer Hand und sprang mit einem Satz in den Sattel, als habe er sein ganzes Leben lang nichts anderes getan. Falls einer seiner Freunde das mit dem Schwert bemerkt hatte, w�rde er sicherlich sp�ter noch etwas zu h�ren bekommen. Zeit genug, um sich dann Gedanken dar�ber zu machen.</p><p>Sobald er im Sattel sa�, ging es im Galopp weiter die Stra�e hinauf und an dem kuppelf�rmigen H�gel vorbei. Hunde bellten im Dorf � ihr Vorbeireiten war nicht ganz unbemerkt geblieben. <emphasis>Vielleicht haben die Hunde auch Trollocs gerochen,</emphasis> dachte Rand. Sowohl das Bellen als auch die Lichter des Dorfes verschwanden schnell hinter ihnen.</p><p>Sie ritten in einer losen Gruppe. Die Pferde ber�hrten sich beinahe. Lan befahl ihnen zwar, wieder in einer Reihe zu reiten, doch keiner wollte in der Nacht allein sein. Von hoch droben ert�nte ein Schrei. Der Beh�ter gab auf und lie� sie nebeneinander weiterreiten.</p><p>Rand ritt dicht hinter Moiraine und Lan. Der Graue strengte sich an, sich zwischen den Schwarzen Lans und die schlanke Stute der Aes Sedai zu dr�ngen. Egwene und der Gaukler galoppierten jeder an einer Seite Rands, w�hrend seine Freunde von hinten nachdr�ngten. Wolke, der von den Schreien des Draghkars zu schnellerem Lauf angespornt wurde, rannte so, da� Rand nicht in der Lage war, ihn zur�ckzuhalten, selbst wenn er gewollt h�tte. Und doch konnte der Graue keinen einzigen Schritt den beiden anderen Pferden gegen�ber aufholen.</p><p>Der Schrei des Draghkars forderte die Nacht heraus.</p><p>Die kr�ftige Bela rannte mit gestrecktem Hals. Schweif und M�hne flatterten im Wind. So hielt sie sich Schritt f�r Schritt neben den gr��eren Pferden. <emphasis>Die Aes Sedai mu� mehr getan haben, als sie nur von ihrer M�digkeit zu befreien.</emphasis></p><p>Egwenes Gesicht zeigte im Mondlicht eine erregtgl�ckliche Miene. Ihr Zopf flog hinter ihr her wie die M�hne der Pferde, und das Glitzern in ihren Augen r�hrte nicht nur vom Mond her, da war sich Rand sicher. Sein Mund stand vor �berraschung offen, bis ein verschlucktes Insekt einen Hustenanfall ausl�ste.</p><p>Lan mu�te etwas gefragt haben, denn Moiraine �berschrie pl�tzlich den Wind und das Donnern der Hufe: �Ich kann nicht! Vor allem nicht vom R�cken eines galoppierenden Pferdes aus. Man kann sie nicht so leicht t�ten, selbst wenn man sie sieht. Wir m�ssen fliehen und hoffen!�</p><p>Sie st�rmten durch eine Nebelschwade. Sie war d�nn und reichte den Pferden nur bis an die Knie. Wolke war in zwei S�tzen hindurch, und Rand blinzelte �berrascht. Hatte er sich den Nebel nur eingebildet? Sicher war diese Nacht viel zu kalt f�r Nebel. Ein weiterer Fleck zerfledderten Graus flog an seiner Seite vorbei, gr��er als der erste. Er war gewachsen, als qu�lle der Nebel aus dem Boden. �ber ihnen schrie der Draghkar w�tend auf. Nebel h�llte die Reiter f�r einen kurzen Moment ein und war verschwunden, kam wieder und verschwand hinter ihnen. Der eiskalte Dunst hinterlie� kalte Feuchtigkeit auf Rands Gesicht und H�nden. Dann ragte eine Wand aus blassem Grau vor ihnen auf, und pl�tzlich waren sie ganz von Nebel umgeben. Er war so dicht, da� der Hufschlag der Pferde ged�mpft wurde, und die Schreie von oben schienen durch eine Wand zu dringen. Rand erkannte gerade noch die Umrisse von Egwene und Thom Merrilin an seiner Seite.</p><p>Lan lie� sie nicht langsamer reiten. �Es gibt nach wie vor nur eine Richtung, in die wir reiten k�nnen!� rief er. Seine Stimme klang hohl, und es war kaum festzustellen, aus welcher Richtung sie kam. �Der Myrddraal ist schlau�, antwortete Moiraine. �Ich werde seine eigene Schl�ue gegen ihn wenden.� Sie galoppierten schweigend weiter. Schiefergrauer Nebel verbarg Himmel und Erde, so da� die Reiter, die selbst nur noch wie Schatten wirkten, durch Nachtwolken zu treiben schienen. Sogar die Beine der Pferde schienen verschwunden zu sein.</p><p>Rand rutschte im Sattel hin und her. Er schreckte vor dem eisigen Nebel zur�ck. Zu wissen, da� Moiraine so manches vollbringen konnte, und sie dabei zu beobachten, war eine Sache. Als Folge eine nasse Haut davonzutragen, war eine ganz andere. Ihm wurde bewu�t, da� er die Luft anhielt, und er kam sich wie ein Narr vor. Er konnte nicht den ganzen Weg bis nach Taren-F�hre reiten, ohne zu atmen. Sie hatte die Eine Macht bei Tam angewandt, und er schien ganz in Ordnung zu sein. Dennoch mu�te er sich zwingen, auszuatmen und wieder Luft zu holen. Die Luft war schwer, unterschied sich jedoch nicht von der jeder anderen nebligen Nacht. Das sagte er sich jedenfalls, aber er war nicht so sicher, da� er auch daran glaubte.</p><p>Lan ermahnte sie jetzt dazu, nahe beieinander zu bleiben, so da� jeder jeden anderen in dieser feuchten, frostiggrauen Luft sehen konnte. Nur der Beh�ter verhielt seinen Hengst kein bi�chen. Seite an Seite leiteten Lan und Moiraine die Gruppe durch den Nebel, als vermochten sie klar zu sehen, was vor ihnen lag. Die anderen konnten ihnen nur vertrauen und folgen. Und hoffen.</p><p>Die schrillen Schreie, die sie verfolgt hatten, verklangen und waren schlie�lich verschwunden, doch das beruhigte sie nicht sonderlich. Wald und Bauernh�user, Mond und Stra�e waren verschleiert und verborgen. Immer noch bellten Hunde, hohl und fern in dem grauen Dunst, wenn sie an Bauernh�fen vorbeikamen, aber sonst war au�er dem Dr�hnen der Pferdehufe kein Laut zu h�ren. Nichts ver�nderte sich in diesem formlosen, aschfahlen Nebel. Nichts wies darauf hin, da� Zeit vergangen war � h�chstens die wachsenden Schmerzen in der H�fte und im R�cken.</p><p>Rand war sicher, da� Stunden vergangen waren. Seine H�nde hielten die Z�gel umkrampft, bis er sie kaum noch l�sen konnte, und er fragte sich, ob er je wieder normal w�rde laufen k�nnen. Er sah sich nur einmal um. Im Nebel hinter ihm bewegten sich Schatten, aber er konnte sie nicht einmal mehr z�hlen. Oder sicher sein, da� es wirklich seine Freunde waren. K�lte und Feuchtigkeit drangen durch Umhang, Mantel, Hemd und schienen sogar in die Knochen zu sickern. Nur die Zugluft im Gesicht und die Bewegung des Pferdek�rpers unter ihm zeigten ihm, da� er sich �berhaupt vorw�rtsbewegte. Es mu�ten Stunden vergangen sein.</p><p>�Langsam!� rief Lan pl�tzlich. �Haltet an!�</p><p>Rand war so �berrascht, da� Wolke sich zwischen Lan und Moiraine dr�ngte und ihnen im Nu ein halbes Dutzend Schritte voraus war, bevor er den gro�en Grauen anhalten und sich umsehen konnte.</p><p>Von allen Seiten ragten H�user im Nebel auf, H�user, die Rand seltsam hoch vorkamen. Er hatte diesen Ort noch nie zuvor gesehen, aber er hatte �fter Beschreibungen dar�ber geh�rt. Die H�he r�hrte von den hohen Sandsteinfundamenten her, die notwendig waren, wenn der Taren w�hrend der Fr�hlingsschmelze in den Verschleierten Bergen Hochwasser f�hrte. Sie hatten Taren-F�hre erreicht.</p><p>Lan lie� das gro�e Kampfro� an ihm vorbeischreiten. �Sei nicht �bereifrig, Sch�fer!�</p><p>Verlegen lie� sich Rand zur�ckfallen, ohne den Grund zu erkl�ren, als die Gruppe weiter ins Dorf hinein ritt. Sein Gesicht f�hlte sich hei� an, und in diesem Augenblick war ihm der Nebel willkommen. Ein einsamer Hund, den sie im kalten Nebel nicht sehen konnten, bellte sie w�tend an und rannte weg. Hier und dort erschien Licht in einem Fenster, wenn sich ein Fr�haufsteher regte. Abgesehen von dem Hund und dem ged�mpften Klappern der Hufe st�rte kein Laut die Ruhe in dieser letzten Nachtstunde.</p><p>Rand hatte noch nicht viele Leute aus Taren-F�hre kennengelernt. Er versuchte, sich daran zu erinnern, was er von ihnen wu�te. Sie kamen selten hinunter in die � wie sie sagten � �unteren D�rfer�, und wenn, dann trugen sie die Nasen hoch, als r�chen sie etwas Schlechtes. Die wenigen, die er bisher getroffen hatte, trugen eigenartige Namen wie H�gelspitze und Steinboot. Insgesamt standen die Bewohner von Taren-F�hre in dem Ruf, schlau und hinterh�ltig zu sein. Wenn man einem Mann aus TarenF�hre die Hand gab, so sagte man, solle man hinterher die Finger z�hlen. Lan und Moiraine hielten vor einem gro�en dunklen Haus an. Nebel wirbelte wie Rauch um den Beh�ter auf, als er aus dem Sattel sprang und die Treppen zur Vordert�r hinaufging. Sie lag in Kopfh�he �ber ihnen. Oben angelangt, h�mmerte Lan mit der Faust gegen die T�r.</p><p>�Ich dachte, wir sollten leise sein�, murmelte Mat.</p><p>Lan hielt mit dem Klopfen inne. Ein Licht erschien im Fenster des Nachbarhauses, und jemand schrie �rgerlich, aber der Beh�ter fuhr mit seiner Trommelei fort.</p><p>Pl�tzlich wurde die T�r von einem Mann im Nachthemd aufgerissen, das ihm um die nackten Beine flatterte. Eine �llampe in einer Hand beleuchtete ein schmales Gesicht mit ausgepr�gten Z�gen. Der Mann �ffnete zornig den Mund und erstarrte, als er den Nebel bemerkte. Seine Augen weiteten sich. �Was ist los?� fragte er. �Was soll das?� Kalte graue Nebelf�hler glitten durch die ge�ffnete T�r, und er trat hastig einen Schritt zur�ck.</p><p>�Meister Hochturm�, sagte Lan. �Genau der Mann, den ich brauche. Wir wollen auf Eurer F�hre �bersetzen.�</p><p>Der Mann mit den scharfen Gesichtsz�gen hob die Lampe h�her und blickte mi�trauisch auf die Fremdlinge herab.</p><p>Nach einer Minute sagte Meister Hochturm schlie�lich m�rrisch: �Die F�hre setzt nur im Tageslicht �ber. Nicht in der Nacht. Niemals. Und auch nicht bei diesem Nebel.</p><p>Kommt zur�ck, wenn die Sonne aufgegangen und der Nebel verschwunden ist.�</p><p>Er wollte sich schon abwenden, da packte Lan ihn am Handgelenk. Der F�hrmann �ffnete w�tend den Mund. Gold glitzerte im Schein der Lampe, als der Beh�ter ihm einige M�nzen in die Hand legte. Hochturm leckte sich die Lippen, als die M�nzen klimperten, und sein Kopf bewegte sich auf die Hand zu, als k�nne er nicht glauben, was er da sah.</p><p>�Und noch einmal soviel�, sagte Lan, �wenn wir sicher auf der anderen Seite sind. Aber wir brechen sofort auf.�</p><p>�Jetzt gleich?� Der F�hrmann kaute auf der Unterlippe, trat von einem Fu� auf den anderen und sp�hte in die nebelerf�llte Nacht hinaus. Dann nickte er pl�tzlich. �Also dann! Aber la�t mein Handgelenk los! Ich mu� meine Helfer aufwecken. Oder glaubt Ihr, ich ziehe die F�hre selbst hin�ber?�</p><p>�Ich werde an der F�hre warten�, sagte Lan ohne jede Gef�hlsregung. �Aber nicht lange.� Er gab den Arm des F�hrmanns frei.</p><p>Meister Hochturm dr�ckte eine Handvoll M�nzen an seine Brust und schob eilig mit der H�fte die T�r zu, nachdem er best�tigend genickt hatte.</p></section><section><title><p>12</p><p>Uber den Taren</p></title><p>Lan kam die Treppe herunter und befahl den Gef�hrten, sie sollten absteigen und die Pferde hinter ihm durch den Nebel f�hren. Wieder mu�ten sie darauf vertrauen, da� der Beh�ter wu�te, wo er hintrat. Der Nebel wirbelte ihm um die Knie und verbarg seine F��e und alles, was sich mehr als einen Schritt entfernt befand. Der Nebel war hier nicht so dicht wie au�erhalb des Ortes, aber trotzdem konnte Rand seine Gef�hrten kaum erkennen.</p><p>Immer noch r�hrte sich kein Mensch au�er ihnen in dieser Nacht. Es zeigten sich Lichter in ein paar H�usern, aber der Nebel machte sie zu verschwommenen Lichtflecken. Andere H�user schienen auf einem Wolkenmeer zu schwimmen oder ragten unvermittelt aus dem Nebel heraus, als st�nden sie ganz allein in der einsamen Landschaft.</p><p>Rand war steif vor Schmerzen von diesem langen Ritt und fragte sich, ob er nicht den Rest des Weges nach Tar Valon zu Fu� zur�cklegen sollte. Laufen war zwar nicht besser als Reiten, aber seine F��e waren so ziemlich der einzige K�rperteil, der nicht schmerzte. Und er war das Laufen ja gew�hnt.</p><p>Nur einmal sagte jemand etwas so laut, da� Rand es klar h�ren konnte. �Du mu�t dich darum k�mmern�, sagte Moiraine, als antworte sie auf etwas, das Lan � f�r Rand unh�rbar � gesagt hatte. �Er wird sich sowieso an viel zuviel erinnern, ohne da� wir es �ndern k�nnen. Wenn er sich besonders deutlich an mich erinnert... �</p><p>Rand bewegte die Schultern unter dem mittlerweile durchn��ten Umhang, aber es half nichts. Er hielt sich nahe bei den anderen. Mat und Perrin murrten vor sich hin, murmelten Fl�che und verbissen sich manchen Aufschrei, wenn sie mit den Zehen an etwas Unsichtbarem anstie�en. Auch Thom Merrilin brummelte vor sich hin. Wortfetzen wie �hei�e Mahlzeit� und �Feuer� und �Gl�hwein� drangen an Rands Ohren, aber weder der Beh�ter noch die Aes Sedai achteten darauf. Egwene marschierte wortlos mit, den R�cken gerade aufgerichtet und den Kopf hoch erhoben. Ihr Schritt wirkte allerdings auch schmerzhaft z�gernd, denn sie war genausowenig an das Reiten gew�hnt wie die anderen.</p><p>Sie bekommt ihr Abenteuer, dachte er grimmig, aber so wie es schien, bemerkte sie Kleinigkeiten wie Nebel, Feuchtigkeit und K�lte �berhaupt nicht. Es mu�te da einen Unterschied in der Sichtweise geben, der davon abhing, ob man das Abenteuer suchte oder ob es einem aufgezwungen wurde. In den Geschichten wirkte es zweifellos spannend, wenn einer durch kalten Nebel ritt, einen Draghkar oder Schlimmeres auf den Fersen. Egwene empfand vielleicht einen Nervenkitzel dabei; er dagegen sp�rte nur K�lte und Feuchtigkeit und war froh, sich wieder in einem Dorf zu befinden, selbst wenn es nur Taren-F�hre war.</p><p>Pl�tzlich prallte er in der Dunkelheit gegen etwas Gro�es und Warmes: Lans Hengst. Der Beh�ter und Moiraine waren stehengeblieben, und der Rest der Gruppe tat es ihnen nach. Sie t�tschelten ihre Reittiere, um sich ebenso zu beruhigen wie die Tiere. Hier war der Nebel ein wenig d�nner.</p><p>Vorsichtig f�hrte Rand Wolke ein St�ckchen vorw�rts und war �berrascht, als er h�rte, da� seine Stiefel �ber Holzplanken scharrten. Der Landesteg der F�hre! Er bewegte sich behutsam r�ckw�rts und zog den Grauen mit sich. Er hatte geh�rt, wie der Landesteg der Taren-F�hre aussah: eine Br�cke ins Nichts, an deren Ende nur die F�hre lag. Der Taren war angeblich breit und tief und hatte eine tr�gerische Str�mung, die auch den st�rksten Schwimmer unter Wasser ziehen konnte. Viel breiter als der Weinquellenbach, dachte er bei sich. Dazu noch der Nebel... Er war erleichtert, als er wieder Erdboden unter den F��en f�hlte.</p><p>Ein zorniges �Hsst!� von Lan, bei�end wie der Nebel. Der Beh�ter gestikulierte und eilte an Perrins Seite. Er zog den Umhang des kr�ftigen Burschen weg, bis die gro�e Axt zu sehen war. Gehorsam, auch wenn er nicht verstand, warum, warf Rand den eigenen Umhang �ber die Schulter zur�ck, um sein Schwert zu zeigen. Als Lan schnell zu seinem Pferd zur�cklief, erschienen im Nebel schwankende Lichter, und ged�mpfte Schritte n�herten sich.</p><p>Sechs M�nner in grober Kleidung folgten Meister Hochturm mit unbewegten Gesichtern. Die Fackeln, die sie trugen, vertrieben den Nebel in einem engen Umkreis. Als sie stehenblieben, konnten sie die ganze Gesellschaft aus Emondsfeld klar erkennen. Sie waren von einer grauen Mauer umgeben, die durch den reflektierten Fackelschein noch undurchdringlicher wirkte. Der F�hrmann betrachtete sie. Den schmalen Kopf hielt er schief, und seine Nase zuckte wie bei einem Wiesel, das die Luft pr�ft, ob eine Falle droht.</p><p>Lan lehnte sich scheinbar unbeteiligt an seinen Sattel, doch eine Hand ruhte drohend auf dem langen Knauf seines Schwertes. Er wirkte wie eine zusammengepre�te Metallfeder.</p><p>Rand ahmte rasch die Haltung des Beh�ters nach, indem er eine Hand auf sein Schwert legte. Doch er glaubte nicht, da� er diesen t�dlich wirkenden Eindruck erwecken konnte. <emphasis>Vielleicht lachen sie, wenn ich es versuche.</emphasis></p><p>Perrin lockerte seine Axt in der Lederschlaufe und stellte sich absichtlich breitbeinig hin. Mat legte eine Hand auf den K�cher. Rand fragte sich, in welchem Zustand sich Mats Bogensehne befand, nachdem sie dieser Feuchtigkeit ausgesetzt gewesen war. Thom Merrilin trat gro�spurig vor und hielt eine leere Hand hoch, die er langsam drehte. Pl�tzlich machte er eine schwungvolle Bewegung, und ein Dolch wirbelte zwischen seinen Fingern hindurch. Der Griff klatschte ihm in die Handfl�che, und er reinigte sich ganz l�ssig die Fingern�gel damit. Ein leises Lachen trieb von Moiraine her�ber. Egwene klatschte, als beobachte sie eine Vorf�hrung beim Fest, hielt dann inne und blickte besch�mt drein. Ihr Mund zuckte trotzdem im Anflug eines L�chelns.</p><p>Hochturm wirkte �berhaupt nicht erheitert. Er starrte Thom an und r�usperte sich laut. �Es ist mehr Gold f�r die �berfahrt im Gespr�ch gewesen.� Er sah wieder mit einem m�rrischen und gleichzeitig verschlagenen Blick einen nach dem anderen an. �Was Ihr mir zuvor gegeben habt, ist jetzt an einem sicheren Ort verwahrt, klar? Da kommt Ihr nicht mehr dran.�</p><p>�Der Rest des Goldes�, sagte Lan zu ihm, �ist in Eurer Hand, wenn wir auf der anderen Seite sind.� Der Lederbeutel an seinem G�rtel klimperte, als er ihn ein wenig sch�ttelte.</p><p>Einen Augenblick lang huschte der Blick des F�hrmanns zu dem Beutel hin�ber, doch schlie�lich nickte er. �Fangen wir also an�, murmelte er und schritt hinaus auf den Steg, von seinen sechs Helfern gefolgt. Der Nebel wich vor den Fackeln zur�ck. Hinter ihnen schlossen sich graue F�hler und f�llten den Raum, in dem sie sich befunden hatten. Rand eilte hinterher.</p><p>Die F�hre selbst war eine breite Holzbarke mit hochgezogenen Seiten. Man erreichte sie �ber eine Rampe, die hochgezogen werden konnte und so das eine Ende abschlo�. Auf beiden Seiten verliefen Seile, stark wie das Handgelenk eines Mannes. Die Seile waren an massiven Pfosten am Ende des Stegs befestigt und verschwanden auf der anderen Seite in der Nacht �ber dem Flu�. Die Helfer des F�hrmanns steckten ihre Fackeln in Eisenklammern an den Bordw�nden der F�hre, warteten, bis alle ihre Pferde an Bord gef�hrt hatten, und zogen dann die Rampe hoch. Das Deck knarrte unter Hufen und scharrenden F��en, und die F�hre schwankte unter ihrem Gewicht.</p><p>Hochturm fluchte vor sich hin und knurrte sie an, sie sollten ihre Pferde festhalten und in der Mitte bleiben, damit sie den Helfern nicht im Weg standen. Er schrie seine Helfer an und hetzte sie herum, als sie die F�hre auf die �berquerung vorbereiteten, aber was er auch sagte: Die M�nner bewegten sich mit den gleichen z�gernden Bewegungen. Auch er war nicht mit ganzem Herzen dabei, brach oft mitten im Schreien ab, hielt seine Fackel hoch und sp�hte in den Nebel hinaus. Schlie�lich h�rte er mit dem Schreien ganz auf und ging zum Bug, wo er stand und in den Nebel starrte, der den Flu� bedeckte. Er bewegte sich nicht, bis einer der Helfer ihn am Arm ber�hrte; dann fuhr er zusammen und sah ihn b�se an.</p><p>�Was? Oh. Du? Fertig? Wurde auch Zeit. Also, Mann, worauf wartest du?� Er wedelte mit den Armen. �Legt ab! Mach Platz! Beweg dich!� Der Mann schlurfte gehorsam weg, und Hochturm sp�hte wieder in den Nebel hinaus.</p><p>Die F�hre schwankte stark, als die Taue gel�st wurden und die heftige Str�mung sie erfa�te, und dann gab es nochmals einen Ruck, als sie von den F�hrseilen abgefangen wurde. Die Helfer, auf jeder Seite drei, packten die Seile am vorderen Ende der F�hre und schritten m�hsam damit nach hinten. Sie unterhielten sich leise, und die F�hre glitt auf den grauverh�llten Flu� hinaus.</p><p>Der Landesteg verschwand. Nebel h�llte sie ein. Zarte Nebelfinger griffen zwischen den flackernden Fackeln hindurch �ber die F�hre hinweg. Die Barke schaukelte langsam in der Str�mung. Nirgends zeigte sich eine Bewegung bis auf den gleichm��ig schweren Schritt der Helfer, wenn sie vorw�rtsgingen, um die Seile zu packen und sie dann nach hinten zu ziehen. Rands Gruppe hielt sich m�glichst dicht beieinander in der Mitte der F�hre. Rand hatte geh�rt, da� der Taren viel breiter war als die Fl�sse, die er kannte; der Nebel machte ihn nun noch unendlich viel breiter.</p><p>Nach einer Weile bewegte sich Rand n�her zu Lan hin. Fl�sse, die ein Mann nicht durchwaten oder durchschwimmen konnte, ja, deren anderes Ufer er noch nicht einmal sah, machten ihn, der nie etwas Breiteres oder Tieferes als einen Wasserwald-Teich gesehen hatte, schon recht unruhig. �H�tten sie wirklich versucht, uns auszurauben?� fragte er leise. �Er hat sich eher so benommen, als habe er Angst, <emphasis>wir</emphasis> w�rden <emphasis>ihn</emphasis> ausrauben.�</p><p>Der Beh�ter betrachtete den F�hrmann und seine Helfer � keiner schien zu lauschen -, bevor er ebensoleise antwortete: �Wenn der Nebel sie verbirgt... Also, wenn das verborgen bleibt, was sie tun, handeln Menschen manchmal anderen gegen�ber anders, als es der Fall w�re, wenn man sie beobachten kann. Und diejenigen, die am schnellsten bereit sind, einem Fremden etwas anzutun, glauben auch am ehesten, ein Fremder wolle ihnen Schaden zuf�gen. Dieser Bursche... Ich denke, er w�rde seine Mutter als Festtagsbraten an die Trollocs verkaufen, wenn der Preis stimmt. Ich bin etwas �berrascht, da� du fragst. Ich h�rte, wie die Leute in Emondsfeld �ber die Einwohner von Taren-F�hre reden.�</p><p>�Ja, aber... Na ja, jeder sagt, da� sie... Aber ich habe nicht geglaubt, da� sie wirklich... � Rand entschlo� sich, den Glauben daran aufzugeben, er wisse irgend etwas �ber die Menschen au�erhalb seines eigenen Dorfes. �Er erz�hlt vielleicht dem Blassen, da� wir auf der F�hre �bergesetzt haben�, sagte er schlie�lich. �Vielleicht bringt er die Trollocs anschlie�end auch hin�ber.�</p><p>Lan lachte trocken. �Einen Fremden ausrauben ist eine Sache, mit einem Halbmenschen zu tun haben, eine andere. Kannst du dir wirklich vorstellen, da� er Trollocs �bersetzt, besonders in diesem Nebel, ganz gleich, wieviel Gold man ihm bietet? Oder da� er auch nur mit einem Myrddraal spricht, wenn er es vermeiden kann? Allein der Gedanke daran br�chte ihn dazu, wegzurennen, so weit er nur k�nnte. Ich glaube nicht, da� wir uns �ber Schattenfreunde in Taren-F�hre viele Gedanken machen m�ssen. Nicht hier. Wir sind sicher.... Wenigstens f�r eine Weile. Vor diesen Burschen jedenfalls. Pa� auf!�</p><p>Hochturm hatte sich umgedreht. Das spitze Gesicht vorgestreckt die Fackel erhoben, betrachtete er Lan und Rand, als sehe er sie nun zum erstenmal klar und deutlich. Planken knarrten unter dem Schritt der Helfer, und gelegentlich h�rte man das Stampfen eines Pferdehufs. Pl�tzlich zuckte der F�hrmann zusammen, denn er bemerkte, da� sie ihn beim Beobachten selbst beobachteten. Behende wandte er sich um und sp�hte nach dem anderen Ufer aus oder was er sonst im Nebel suchen mochte.</p><p>�Sag nichts mehr�, sagte Lan so leise, da� Rand ihn kaum verstehen konnte. �Dies sind schlechte Tage, um von Trollocs oder Schattenfreunden oder dem Vater der L�gen zu sprechen. Fremde Ohren lauschen. Solche Gespr�che k�nnen sich noch mehr r�chen als ein Drachenzahn an deiner T�r.�</p><p>Rand verging die Lust zum Weiterfragen. Mehr als zuvor packte ihn eine Weltuntergangsstimmung. Schattenfreunde! Als ob Blasse und Trollocs und ein Draghkar nicht schon genug waren. Wenigstens konnte man einen Trolloc erkennen, wenn man ihn sah.</p><p>Pl�tzlich ragten schattenhafte Pf�hle aus dem Nebel auf. Die F�hre prallte sanft auf dem Steg am anderen Ufer auf. Dann rannten die Helfer und machten die F�hre fest und lie�en die Rampe am vorderen Ende mit einem dumpfen Schlag herunter, w�hrend Mat und Perrin gro�spurig erkl�rten, der Taren sei nicht halb so breit, wie sie erwartet hatten. Lan f�hrte seinen Hengst die Rampe hinunter, von Moiraine und den anderen gefolgt. Als Rand, der letzte in der Reihe, Wolke hinter Bela auf den Steg f�hrte, rief ihnen Meister Hochturm zornig zu: �Was ist jetzt? He! Wo ist mein Gold?�</p><p>�Es wird bezahlt werden.� Moiraines Stimme kam von irgendwoher im Nebel. Rands Stiefel polterten �ber die Planken des Landestegs. �Und eine Silbermark f�r jeden Eurer M�nner�, f�gte die Aes Sedai hinzu, �als Dank f�r die schnelle �berfahrt.�</p><p>Der F�hrmann z�gerte, das Gesicht vorgeschoben, als wittere er Gefahr, aber als sie das Silber erw�hnte, erhoben sich die Helfer. Ein paar holten sich erst einmal eine Fackel, doch alle polterten die Rampe hinunter, bevor Hochturm den Mund �ffnen konnte. Mit m�rrisch verzogenem Gesicht folgte der F�hrmann seiner Besatzung.</p><p>Wolkes Hufschl�ge klangen hohl durch den Nebel, als Rand vorsichtig den Steg entlangging. Der graue Nebel war hier so dicht wie �ber dem Flu�. Am Fu� des Stegs teilte der Beh�ter M�nzen aus. Er war umgeben von den Fackeln Hochturms und seiner Leute. Alle au�er Moiraine warteten ein wenig weiter entfernt. Sie standen �ngstlich eng beieinander. Die Aes Sedai stand allein da und blickte auf den Flu� hinaus. Rand verstand nicht, was sie da wohl sehen mochte. Schaudernd zog er den Umhang enger um die Schultern, obwohl er ganz durchn��t war. Jetzt befand er sich wirklich au�erhalb der Zwei Fl�sse, und seine Heimat schien ihm viel ferner als nur eine Flu�breite.</p><p>�Hier�, sagte Lan, der Hochturm eine letzte M�nze in die Hand dr�ckte. �Wie abgemacht.� Er steckte seine B�rse noch nicht weg, und der Mann mit dem Frettchengesicht betrachtete sie gierig.</p><p>Unter lautem Quietschen erzitterte der Landesteg. Hochturm fuhr hoch. Sein Kopf wandte sich der von Nebel eingeh�llten F�hre zu. Die an Bord zur�ckgebliebenen Fackeln waren ein paar verschwommene tr�be Lichtflecken. Der Steg �chzte, und mit dem donnernden Krachen von zerberstendem Holz schwankten die beiden Lichter und entfernten sich. Egwene stie� einen wortlosen Schrei aus, und Thom fluchte.</p><p>�Sie treibt weg!� schrie Hochturm. Er packte seine Helfer und schob sie auf das Ende des Stegs zu. �Die F�hre hat sich losgerissen, ihr Dummk�pfe! Packt zu! Holt sie zur�ck!�</p><p>Die Helfer stolperten unter seinen St��en ein paar Schritte vorw�rts, blieben dann aber stehen. Die tr�ben Lichter an Bord der F�hre drehten sich pl�tzlich und dann immer schneller. Der Nebel dar�ber drehte sich ebenfalls, wurde zu einer Spirale. Der Landesteg bebte. Das Krachen und Splittern von Holz erf�llte die Luft, als die F�hre zerbrach.</p><p>�Ein Strudel�, murmelte einer der Helfer mit ehrfurchtsvoller Stimme.</p><p>�Es gibt keine Strudel im Taren.� Hochturm h�rte sich irgendwie leer an. �Da war noch nie ein Strudel... �</p><p>�Ein ungl�ckliches Vorkommnis.� Moiraines Stimme klang hohl durch den Nebel, der aus ihr einen Schatten machte, der sich vom Flu� abwandte.</p><p>�Ungl�cklich�, stimmte Lan mit gepre�ter Stimme zu. �Es scheint, da� Ihr f�r eine Weile niemanden mehr �ber den Flu� bringen werdet. Eine unangenehme Sache, Euer Flo� in unseren Diensten zu verlieren.� Er griff erneut in den Beutel, der sich noch in seiner Hand befand. �Dies sollte Euch entsch�digen.�</p><p>F�r einen Augenblick starrte Hochturm auf das Gold, das in Lans Hand schimmerte, dann zog er die Schultern ein, und sein Blick wanderte zu den anderen hin�ber, die er �ber den Flu� gebracht hatte. Die Leute aus Emondsfeld standen undeutlich und schweigend im Nebel. Mit einem ver�ngstigten Aufschrei schnappte sich der F�hrmann die M�nzen aus Lans Hand, drehte sich um und rannte in den Nebel hinein. Seine Helfer waren nur einen halben Schritt hinter ihm. Der Schein ihrer Fackeln verschwand schnell flu�aufw�rts.</p><p>�Es gibt hier nichts mehr, das uns halten k�nnte�, sagte die Aes Sedai, als sei nichts Ungew�hnliches geschehen. Sie f�hrte ihre wei�e Stute weg vom Landesteg und die Uferb�schung hinauf.</p><p>Rand stand noch da und starrte auf den verborgenen Flu�. <emphasis>Es k�nnte ein Zufall gewesen sein. Er sagte wohl: Keine Strudel... Aber es...</emphasis> Pl�tzlich wurde ihm klar, da� alle anderen weg waren. Hastig stieg auch er die sanft ansteigende B�schung hinauf.</p><p>Drei Schritte sp�ter verflog der dichte Nebel, und nichts blieb davon �brig. Er blickte zur�ck. Entlang der Uferlinie hing auf einer Seite dichtes Grau, w�hrend sich auf der anderen ein klarer Nachthimmel zeigte, noch dunkel, obwohl die scharfen Umrisse des Mondes darauf hinwiesen, da� die D�mmerung nicht mehr fern war.</p><p>Der Beh�ter und die Aes Sedai standen neben ihren Pferden und berieten. Die anderen dr�ckten sich ein St�ck entfernt aneinander; sogar im Mondlicht war ihr Unbehagen greifbar zu sp�ren. Alle sahen Lan und Moiraine an, und alle au�er Egwene hatten sich nach hinten gelehnt, innerlich unentschlossen, denn sie wollten das Paar nicht aus den Augen verlieren und ihm andererseits nicht zu nahe kommen. Rand lief an Egwenes Seite, Wolke im Schlepptau, und sie l�chelte ihn an. Er glaubte nicht, da� das Leuchten in ihren Augen nur vom Mondschein herr�hrte.</p><p>�Er verl�uft so gerade am Flu�ufer entlang, als sei er mit der Feder gezogen�, sagte Moiraine in befriedigtem Tonfall. �Es gibt keine zehn Frauen in Tar Valon, die das ohne Hilfe fertiggebracht h�tten. Ganz zu schweigen davon, da� es vom R�cken eines galoppierenden Pferdes aus geschah.�</p><p>�Ich will mich ja nicht beklagen, Moiraine Sedai�, sagte Thom mit ungewohnter Sch�chternheit, �aber w�re es nicht besser gewesen, uns weiterhin Deckung zu gew�hren? Vielleicht bis Baerlon? Wenn der Draghkar auf diese Seite des Flusses schaut, dann verlieren wir alles, was wir gewonnen haben.�</p><p>�Die Draghkar sind nicht besonders schlau, Meister Merrilin�, sagte die Aes Sedai trocken. �Furchterregend und von t�dlicher Gefahr und mit guten Augen ausgestattet, doch mit wenig Intelligenz. Er wird dem Myrddraal berichten, da� es auf dieser Seite des Flusses klar sei, doch der Flu� selbst sei meilenweit in beiden Richtungen in Nebel geh�llt. Der Myrddraal wird wissen, welche Anstrengung das f�r mich bedeutete. Er wird in Betracht ziehen, da� wir vielleicht den Flu� hinunter zu entkommen versuchen, und das wird ihn aufhalten. Er mu� seine Bem�hungen verdoppeln. Der Nebel sollte sich lange genug halten, damit er nie sicher ist, ob wir nicht doch zumindest ein St�ck mit einem Boot gefahren sind. Ich h�tte den Nebel statt dessen auch mehr in Richtung Baerlon ausdehnen k�nnen, doch dann k�nnte der Draghkar den Flu� innerhalb weniger Stunden absuchen, und der Myrddraal w��te genau, in welche Richtung wir reisen.�</p><p>Thom pustete und sch�ttelte den Kopf. �Ich entschuldige mich, Aes Sedai. Ich hoffe, Ihr seid mir nicht b�se.�</p><p>�Ah, Moi... ach ja, Aes Sedai.� Mat stockte und schluckte h�rbar. �Die F�hre... �h... habt Ihr... ich meine... ich verstehe nicht, wieso... � Er verstummte sch�chtern, und die nachfolgende Stille war so tief, da� der einzige Laut, den Rand vernahm, der eigene Atem war. Schlie�lich sprach Moiraine, und ihre Stimme erf�llte die leere Stille mit Sch�rfe. �Ihr sucht alle nach Erkl�rungen, aber wenn ich jede meiner Handlungen erst erkl�ren wollte, dann h�tte ich keine Zeit mehr f�r anderes.� Im Mondlicht erschien ihnen die Aes Sedai gr��er, sie ragte beinahe �ber ihnen auf. �Wisset also: Ich beabsichtige, Euch sicher nach Tar Valon zu bringen. Das ist das einzige, was Ihr wissen m��t.�</p><p>�Wenn wir weiter hier herumstehen�, warf Lan ein, �mu� der Draghkar den Flu� nicht erst absuchen. Falls mich mein Ged�chtnis nicht t�uscht...� Er f�hrte sein Pferd weiter die B�schung hoch.</p><p>Als habe die Bewegung des Beh�ters etwas in seiner Brust befreit, holte Rand tief Luft. Er h�rte die anderen dasselbe tun, sogar Thom, und erinnerte sich an eine alte Redensart: Besser dem Wolf auf die Nase spucken als eine Aes Sedai erz�rnen. Aber die Anspannung war gewichen. Moiraine ragte �ber niemanden auf; sie reichte ihm kaum bis zur Brust.</p><p>�K�nnen wir uns wenigstens ein bi�chen ausruhen?� fragte Perrin hoffnungsvoll und g�hnte. Egwene, die sich tr�ge an Bela lehnte, seufzte ersch�pft.</p><p>Das war der erste verzagte Laut, den Rand von ihr vernahm. <emphasis>Vielleicht merkt sie endlich, da� dies kein tolles Abenteuer ist.</emphasis> Dann erinnerte er sich schuldbewu�t daran, da� sie nicht wie er den halben Tag verschlafen hatte. �Wir brauchen ein wenig Ruhe, Moiraine Sedai�, sagte er. �Schlie�lich sind wir die ganze Nacht hindurch geritten.�</p><p>�Dann schlage ich vor, wir sehen nach, was Lan mit uns im Sinn hat�, sagte Moiraine. �Kommt!�</p><p>Sie f�hrte sie die B�schung vollends hinauf und in den Wald hinein. Kahle �ste verst�rkten die Schatten, und sie erreichten eine dunkle Erhebung neben einer Lichtung. Hier hatte vor langer Zeit eine �berschwemmung einen ganzen Hain von Lederblattb�umen untersp�lt und umgest�rzt. Die B�ume waren zu einem gro�en Gewirr aus St�mmen und �sten und Wurzeln zusammengesackt. Moiraine blieb stehen, und pl�tzlich erschien in Bodenn�he ein Licht. Der Schein drang aus dem Gestr�pp hervor, und Lan kroch dort unten heraus. Er schob vorsichtig den Stummel einer Fackel vor sich her. �Keine ungebetenen Besucher�, sagte er zu Moiraine. �Und das Holz, das ich gesammelt hatte, ist immer noch trocken. Ich habe ein kleines Feuer gemacht. Wir k�nnen uns in der W�rme ausruhen.�</p><p>�Hattet Ihr damit gerechnet, da� wir hier eine Rast einlegen?� fragte Egwene �berrascht.</p><p>�Das schien ein geeigneter Ort�, antwortete Lan. �Ich bin immer gern auf alles vorbereitet. Man kann ja nie wissen.�</p><p>Moiraine nahm ihm die Fackel ab. �K�mmerst du dich um die Pferde? Wenn du fertig bist, werde ich mein m�glichstes tun, um allen die M�digkeit zu vertreiben. Jetzt gerade m�chte ich mich mit Egwene unterhalten.</p><p>Egwene?�</p><p>Rand beobachtete, wie sich die beiden Frauen b�ckten und unter dem Gewirr aus Baumst�mmen verschwanden. Es gab da eine niedrige �ffnung, kaum gro� genug, um hineinzukriechen. Der Schein der Fackel verschwand.</p><p>Lan hatte bei den Reisevorbereitungen auch an Futters�cke und einen kleinen Hafervorrat gedacht, doch die Pferde sollten die S�ttel nicht ablegen. Statt dessen holte er die ebenfalls mitgebrachten Fu�fesseln heraus. �Sie k�nnten sich ohne S�ttel nat�rlich besser ausruhen, aber falls wir schnell weiterm�ssen, haben wir vielleicht keine Zeit mehr, sie wieder zu satteln.�</p><p>�F�r mich sehen sie nicht so aus, als m��ten sie sich ausruhen�, sagte Perrin beim Versuch, einen Futtersack �ber den Kopf seines Reittieres zu h�ngen. Das Pferd warf den Kopf hoch, bevor es ihm gestattete, die Riemen anzubringen. Rand hatte auch seine Schwierigkeiten mit Wolke. Er ben�tigte drei Versuche, bis er den Segeltuchbeutel �ber die Nase des Grauen gezogen hatte.</p><p>�Sie brauchen Ruhe�, sagte Lan. Er richtete sich auf, nachdem er seinen Hengst festgemacht hatte. �Ja, sie k�nnen immer noch rennen. Wenn wir nicht aufpassen, dann rennen sie, bis sie vor Ersch�pfung tot umfallen. Mir w�re es lieber gewesen, Moiraine Sedai h�tte das nicht tun m�ssen, aber es war nicht anders m�glich.� Er t�tschelte den Hals des Hengstes, und das Pferd hob und senkte den Kopf, als genie�e es die Ber�hrung des Beh�ters. �Wir m�ssen in den n�chsten Tagen langsamer tun, damit sie sich erholen. Langsamer, als mir lieb ist. Aber mit etwas Gl�ck wird es reichen.�</p><p>�Ist das...?� Mat schluckte h�rbar. �Meinte sie das? Mit unserer Ersch�pfung?�</p><p>Rand klatschte mit der Hand auf Wolkes Hals und starrte ins Leere. Obwohl sie seinem Vater so wirkungsvoll geholfen hatte, hatte er nicht das Bed�rfnis, die Macht der Aes Sedai auch an sich selbst erproben zu lassen. <emphasis>Licht, sie hat ja so gut wie zugegeben, da� sie die F�hre versenkte.</emphasis></p><p>�Ja, so ungef�hr.� Lan lachte sarkastisch. �Aber ihr m��t euch keine Gedanken machen, da� ihr euch zu Tode rennen werdet � solange die Lage nicht sehr viel schlimmer wird als jetzt. Nehmt es einfach als eine zus�tzliche Nacht zum Schlafen.�</p><p>Von weit droben �ber dem nebelbedeckten Flu� ert�nte pl�tzlich der Schrei des Draghkars. Sogar die Pferde erstarrten. Wieder erklang er, diesmal n�her, und noch einmal. Wie Nadeln drang es in Rands Sch�del. Dann wurden die Schreie schw�cher, bis sie ganz fern verklangen. �Gl�ck�, hauchte Lan. �Es sucht den Flu� nach uns ab.� Er zuckte kurz mit den Achseln und klang pl�tzlich wieder ganz selbstsicher. �Gehen wir hinein. Ich k�nnte hei�en Tee gebrauchen und etwas zum Magenf�llen.�</p><p>Rand war der erste, der auf H�nden und Knien durch die �ffnung im Gestr�pp und einen kurzen Tunnel hinunterkroch. Am Ende hielt er an, immer noch auf Knien. Vor ihm lag ein unregelm��ig geformter Raum, eine Waldh�hle, die bei weitem gro� genug f�r alle war. Die Decke aus Baumst�mmen und �sten war allerdings so niedrig, da� nur die Frauen aufrecht stehen konnten. Rauch stieg von einem kleinen Feuer auf einem Fundament aus Flu�steinen auf und trieb davon. Der Luftzug reichte aus, um den Raum vom Rauch zu befreien, und das verwobene Gestr�pp war so dicht, da� kein Feuerschein nach au�en drang. Moiraine und Egwene hatten ihre Umh�nge zur Seite gelegt und sa�en sich im Schneidersitz am Feuer gegen�ber. �Die Eine Macht�, sagte Moiraine gerade, �kommt aus der Wahren Quelle, der treibenden Kraft der Sch�pfung, der Kraft, die der Sch�pfer erschuf, um das Rad der Zeit zu drehen.� Sie legte die Handfl�chen aneinander und pre�te sie gegeneinander. <emphasis>�Saidin,</emphasis> die m�nnliche H�lfte der Wahren Quelle, und <emphasis>Saidar,</emphasis> die weibliche H�lfte, arbeiten gleichzeitig gegeneinander und miteinander, um die Macht zu erzeugen. <emphasis>Saidin�</emphasis> � sie erhob eine Hand und lie� sie wieder fallen � �wurde durch die Ber�hrung des Dunklen K�nigs verdorben, wie Wasser, auf dessen Oberfl�che ein d�nner Film ranzigen �ls schwimmt. Das Wasser ist immer noch rein, doch man kann es nicht ber�hren, ohne gleichzeitig die Verunreinigung zu ber�hren. Nur <emphasis>Saidar</emphasis> kann noch gefahrlos benutzt werden.� Egwene wandte Rand den R�cken zu. Er konnte ihr Gesicht nicht sehen, doch sie beugte sich begierig lauschend vor.</p><p>Mat stie� Rand von hinten an und murmelte etwas, und so kroch Rand nach vorn in die Baumh�hle hinein. Moiraine und Egwene nahmen sein Eintreten nicht wahr. Die anderen dr�ngten sich hinter ihm hinein, warfen die klammen Umh�nge zur Seite, setzten sich ans Feuer und hielten die H�nde dar�ber, um sie zu w�rmen. Lan, der letzte, der eintrat, zog Wasserbeutel und Leders�cke aus einer Nische in der Baumwand, holte einen Kessel hervor und bereitete Tee zu. Er achtete nicht darauf, was die Frauen sagten, aber Rands Freunde h�rten auf, sich die H�nde zu r�sten, und lauschten ganz unverhohlen. Thom gab vor, seine ganze Aufmerksamkeit dem Stopfen seiner wundersch�n geschnitzten Pfeife zu widmen, aber die Art, wie er sich zu den Frauen hin�berbeugte, verriet ihn. Moiraine und Egwene benahmen sich, als seien sie allein.</p><p>�Nein�, antwortete Moiraine auf eine Frage, die Rand nicht geh�rt hatte, �die Wahre Quelle kann nicht aufgebraucht werden, genausowenig wie ein Flu� durch das M�hlrad aufgebraucht wird. Die Quelle ist der Flu�, die Aes Sedai sind das M�hlrad.�</p><p>�Und Ihr glaubt wirklich, da� ich das lernen kann?� fragte Egwene. Ihr Gesicht gl�hte vor Eifer. Rand hatte sie noch nie so sch�n gesehen und gleichzeitig so weit von ihm entfernt. �Ich kann eine Aes Sedai werden?�</p><p>Rand sprang auf und stie� mit dem Kopf gegen einen Baumstamm an der niedrigen Decke. Thom Merrilin packte ihn am Arm und zog ihn hinunter.</p><p>�Sei kein Narr!� zischte der Gaukler. Er betrachtete die Frauen � keine schien etwas bemerkt zu haben � und blickte Rand voller Sympathie an. �Darauf hast du keinen Einflu� mehr, Junge.�</p><p>�Kind�, sagte Moiraine sanft, �nur wenige lernen, die Wahre Quelle zu ber�hren und die Eine Macht anzuwenden. Einige von denen lernen es besser, andere schlechter. Du geh�rst zu der Handvoll Menschen, die es nicht erst lernen m�ssen. Zumindest wirst du von selbst wissen, wie man die Wahre Quelle ber�hrt, ob du es willst oder nicht. Ohne das Wissen, das du in Tar Valon erwerben kannst, wirst du allerdings nie lernen, die Macht ganz zu beherrschen, und es k�nnte sein, da� du nicht �berlebst. M�nner, denen die F�higkeit angeboren ist, <emphasis>Saidin</emphasis> zu ber�hren, sterben nat�rlich, falls die Roten Ajah sie nicht finden und d�mpfen... �</p><p>Thom grollte tief in seiner Kehle, und Rand rutschte nerv�s hin und her. M�nner wie jene, von denen die Aes Sedai sprach, waren selten � er hatte in seinem ganzen Leben nur von dreien geh�rt, und die lebten, dem Licht sei Dank, nicht bei den Zwei Fl�ssen -, aber der Schaden, den sie anrichteten, bevor sie von den Aes Sedai gefunden wurden, war immer schlimm genug, um Futter f�r die Nachrichten zu liefern, genauso wie die Kriege oder Erdbeben, die ganze St�dte zerst�rten. Er hatte niemals richtig verstanden, was die Ajah taten. Den Geschichten nach bildeten sie Gesellschaften innerhalb der Aes Sedai, die mehr als alles andere untereinander stritten und intrigierten, doch in einem Punkt waren sich die Geschichten einig. Die Roten Ajah hatten es sich zur obersten Pflicht gemacht, die Welt vor einer neuen Zerst�rung zu bewahren, und diese Aufgabe erf�llten sie, indem sie jeden Mann jagten, der davon tr�umte, die Eine Macht anzuwenden. Mat und Perrin sahen aus, als w�nschten sie sich pl�tzlich, zu Hause in ihren Betten zu liegen.</p><p>�... aber auch einige der Frauen sterben. Es ist schwer ohne F�hrung zu erlernen. Die Frauen, die wir nicht finden und die �berleben, werden oft zu... Nun ja, in diesem Teil der Welt werden sie vielleicht Seherinnen in ihren D�rfern.� Die Aes Sedai schwieg nachdenklich. �Das alte Blut ist stark in Emondsfeld, und dieses alte Blut singt. Ich wu�te, wer du warst, vom ersten Augenblick an, als ich dich sah. Jede Aes Sedai, die sich in Gegenwart einer Frau befindet, die die Eine Macht lenken kann oder deren Erwachen bevorsteht, f�hlt dies.� Sie kramte in einem Beutel an ihrem G�rtel und holte einen kleinen blauen Edelstein an einer Goldkette hervor, den sie vorher im Haar getragen hatte. �Du bist deinem Erwachen sehr nahe, deiner ersten Ber�hrung der Wahren Quelle. Es ist besser, wenn ich dich durch diese Zeit geleite. Dann kannst du die unangenehmen Auswirkungen vermeiden, die denen bevorstehen, die den Weg selbst finden m�ssen.�</p><p>Egwenes Augen wurden gro�, als sie den Stein betrachtete, und sie leckte sich die Lippen zum wiederholten Mal. �Ist... Hat der die Macht?�</p><p>�Nat�rlich nicht!� fuhr Moiraine sie an. <emphasis>�Dinge</emphasis> haben keine Macht, Kind. Selbst ein <emphasis>Angreal</emphasis> ist nur ein Werkzeug. Das hier ist nur ein h�bscher blauer Stein. Aber er kann Licht erzeugen. Sieh her!�</p><p>Egwenes H�nde zitterten, als Moiraine den Stein auf ihre Fingerspitzen legte. Sie wollte die H�nde zur�ckziehen, aber die Aes Sedai nahm ihre beiden H�nde in eine der ihren, und mit der anderen ber�hrte sie Egwenes Schl�fe. �Schau den Stein an�, sagte die Aes Sedai leise. �Es ist besser so, als allein herumzutasten. Befreie deinen Geist von allem bis auf den Stein. Befreie deinen Geist und la� dich treiben. Es gibt nur noch den Stein und die Leere. Ich werde beginnen. Treibe und la� mich dich f�hren. Keine Gedanken. Treibe.�</p><p>Rands Finger bohrten sich in seine Knie; die Kinnbacken verkrampften sich, bis sie schmerzten. <emphasis>Sie mu� versagen. Sie mu�.</emphasis></p><p>Licht erbl�hte im Stein, ein einziges blaues Aufblitzen, dann war es verschwunden; nicht heller als ein Gl�hw�rmchen, doch er zuckte zusammen, als habe es ihn geblendet. Egwene und Moiraine starrten mit ausdruckslosen Gesichtern in den Stein hinein. Ein weiteres Aufblitzen, dann noch einmal, bis das azurblaue Licht wie in einem Herzschlag pulsierte. <emphasis>Es ist die Aes Sedai,</emphasis> dachte er verzweifelt. <emphasis>Moiraine tut das. Nicht Egwene.</emphasis></p><p>Ein letztes schwaches Aufflackern, und dann war der Stein erneut nichts als ein Anh�nger. Rand hielt die Luft an.</p><p>F�r einen Moment starrte Egwene noch weiter in den Stein hinein, doch dann blickte sie zu Moiraine auf. �Ich... ich dachte, ich f�hle... etwas, aber... Vielleicht habt Ihr doch nicht recht in bezug auf mich. Es tut mir leid, da� Ihr Eure Zeit verschwendet habt.�</p><p>�Ich habe nichts verschwendet, Kind.� Um Moiraines Lippen spielte ein schwaches, zufriedenes L�cheln. �Das letzte Licht war allein deines.�</p><p>�Tats�chlich?� rief Egwene und verfiel danach sofort in Tr�bsinn. �Aber es war ja kaum vorhanden.�</p><p>�Jetzt benimmst du dich wie ein n�rrisches Dorfm�dchen. Die meisten, die nach Tar Valon kommen, m�ssen monatelang �ben, um das fertigzubringen, was du gerade geschafft hast. Du k�nntest es weit bringen. Vielleicht sogar eines Tages bis zum Amyrlin-Sitz, wenn du flei�ig lernst und arbeitest.�</p><p>�Ihr meint...?� Mit einem Freudenschrei umarmte Egwene die Aes Sedai. �O danke! Rand, hast du geh�rt? Ich werde eine Aes Sedai!�</p></section><section><title><p>13</p><p>Entscheidungen</p></title><p>Bevor sie einschliefen, kniete Moiraine neben jedem von ihnen nieder und legte ihnen die H�nde auf den Kopf. Lan schimpfte, er brauche das nicht, und sie solle ihre Kraft nicht verschwenden, doch er versuchte nicht ernsthaft, sie daran zu hindern. Egwene dr�ngte sich beinahe nach dieser Erfahrung, w�hrend Mat und Perrin eindeutig Angst hatten, sich aber auch davor f�rchteten, nein zu sagen. Thom zuckte unter den H�nden der Aes Sedai zusammen, aber sie ergriff energisch seinen grauen Kopf, mit einem Blick, der keinen Widerspruch erlaubte. Der Gaukler machte die ganze Prozedur hindurch ein saures Gesicht. Sie l�chelte sp�ttisch, als sie die H�nde wieder wegnahm. Seine Miene verfinsterte sich noch mehr, aber er sah erfrischt aus. Sie alle wirkten erholt.</p><p>Rand hatte sich in eine Nische in der unregelm��ig verlaufenden Wand zur�ckgezogen und hoffte, �bersehen zu werden. Seine Augen schlossen sich beinahe von selbst, als er sich gegen das Gewirr von St�mmen und Gestr�pp lehnte, doch er zwang sich zum Zuschauen. Er hielt die Hand vor den Mund und versuchte, das G�hnen zu unterdr�cken. Ein wenig Schlaf, ein oder zwei Stunden, und er w�rde sich wieder wohler f�hlen. Aber Moiraine �bersah ihn nicht.</p><p>Er zuckte ebenfalls ein wenig zusammen, als er ihre k�hlen Finger auf seinem Gesicht f�hlte, und sagte: �Ich glaube nicht... � Seine Augen weiteten sich erstaunt. Die M�digkeit rann aus ihm heraus wie Wasser den Berg hinunter; Schmerzen und Muskelkater wurden zu schwachen Erinnerungen und verschwanden ganz. Er sah sie mit offenem Mund an. Sie l�chelte nur und zog die H�nde zur�ck.</p><p>�Es ist vollbracht�, sagte sie und stand mit einem m�den Seufzer auf, der ihn daran erinnerte, da� sie f�r sich selbst nichts tun konnte. Sie trank nur ein wenig Tee und lehnte Brot und K�se ab, die Lan ihr aufzudr�ngen versuchte, bevor sie sich am Feuer zusammenrollte. Sie schien im gleichen Moment einzuschlafen, nachdem sie ihren Umhang um sich gewickelt hatte.</p><p>Die anderen, alle au�er Lan jedenfalls, schliefen ein, wo immer sie ein Pl�tzchen zum Ausstrecken fanden, obwohl sich Rand nicht vorstellen konnte, warum. Er f�hlte sich, als habe er bereits eine ganze Nacht in einem guten Bett hinter sich. Doch kaum hatte er sich bequem gegen die gr�ne Wand gelehnt, da schlief er auch schon ein. Als Lan ihn eine Stunde sp�ter wachr�ttelte, f�hlte er sich, als habe er drei Tage lang geruht.</p><p>Der Beh�ter weckte alle bis auf Moiraine und unterdr�ckte auf ernste Art jeden Laut, der ihren Schlaf st�ren konnte. Trotzdem gestattete er ihnen nur einen kurzen Aufenthalt in der gem�tlichen Baumh�hle. Kaum hatte die Sonne sich �ber dem Horizont erhoben, waren alle Spuren verwischt, und sa�en alle auf ihren Pferden und waren unterwegs nach Norden, in Richtung Baerlon. Sie ritten langsam, damit die Pferde ihre Kr�fte schonen konnten. Unter den Augen der Aes Sedai lagen tiefe Schatten, aber sie sa� aufrecht und ruhig im Sattel.</p><p>�ber dem Flu� lag immer noch dichter Nebel, eine graue Mauer, die den kraftlosen Sonnenstrahlen erfolgreich widerstand. Die Zwei Fl�sse lagen verborgen dahinter. Rand blickte beim Reiten �fter �ber die Schulter zur�ck und hoffte auf einen letzten Blick, wenigstens auf Taren-F�hre, bis schlie�lich die Nebelbank dem Blick entschwand.</p><p>�Ich h�tte nie geglaubt, da� ich mich einmal so weit weg von zu Hause bef�nde�, sagte er, als die B�ume schlie�lich den Nebel wie auch den Flu� verbargen. �Erinnert ihr euch noch daran, als Wachh�gel so weit weg schien?� <emphasis>Das war vor zwei Tagen. Es erscheint mir wie eine Ewigkeit.</emphasis></p><p>�In sp�testens zwei Monaten sind wir zur�ck�, sagte Perrin in angespanntem Tonfall. �Denkt mal, was wir dann alles zu erz�hlen haben!�</p><p>�Selbst die Trollocs k�nnen uns nicht ewig jagen�, meinte Mat. �Versengen soll mich das Licht, aber das k�nnen sie doch nicht.� Er richtete sich mit einem tiefen Seufzer im Sattel auf und sackte wieder zusammen, als glaube er kein Wort von dem Gesagten.</p><p>�M�nner!� schnaubte Egwene. �Da bekommt ihr endlich die Abenteuer, �ber die ihr immer geschwatzt habt, und schon redet ihr wieder �ber zu Hause.� Sie hielt den Kopf hoch erhoben, und doch bemerkte Rand ein leises Zittern in ihrer Stimme, jetzt, da man nichts mehr von den Zwei Fl�ssen sah.</p><p>Weder Moiraine noch Lan unternahmen einen Versuch, sie zu beruhigen. Kein Wort, um ihnen zu sagen, da� sie zur�ckkehren w�rden. Er versuchte, nicht daran zu denken, was das bedeuten mochte. Sogar in ausgeruhtem Zustand wurde er von Zweifeln geplagt, so da� er nicht noch mehr davon gebrauchen konnte. Im Sattel zusammengesunken fl�chtete er sich in einen Tagtraum. Er h�tete neben Tam Schafe auf einer Weide mit dichtem �ppigen Gras. Die Lerchen sangen von einem Fr�hlingsmorgen. Und eine Fahrt nach Emondsfeld zum Bel Tine, so wie es gewesen war. Er tanzte auf dem Gr�n, und seine einzige Sorge war, nicht beim n�chsten Tanzschritt zu stolpern. Er brachte es fertig, sich lange Zeit in diesen Traum zu versenken.</p><p>Der Ritt nach Baerlon dauerte fast eine Woche. Lan beschwerte sich zwar �ber ihre Bummelei, aber er war es, der die Geschwindigkeit bestimmte und die anderen zwang, sie einzuhalten. Mit sich und seinem Hengst Mandarb � er sagte, das hei�e �Klinge� in der Alten Sprache � ging er nicht so r�cksichtsvoll um. Der Beh�ter legte die doppelte Strecke der anderen zur�ck. Er galoppierte mit im Wind flatterndem Umhang voraus, um zu sehen, was vor ihnen lag, oder er lie� sich zur�ckfallen und suchte den Weg hinter ihnen nach Verfolgern ab. Jeder andere jedoch, der sich schneller als im Schrittempo zu bewegen versuchte, wurde ausgescholten, weil er keine R�cksicht auf die Tiere nahm, und mu�te sich ein paar bei�ende S�tze anh�ren, was er wohl zu Fu� unternehmen w�rde, wenn die Trollocs erst erschienen. Nicht einmal Moiraine war vor seiner scharfen Zunge sicher, wenn sie ihre wei�e Stute in Trab setzte. Aldieb war der Name der Stute; in der Alten Sprache hie� das �Westwind� � der Wind, der den Fr�hlingsregen brachte.</p><p>Der Sp�rsinn des Beh�ters erbrachte kein Zeichen einer Verfolgung oder eines Hinterhalts. Er erz�hlte nur Moiraine, was er sah, und das so leise, da� niemand sonst es verstehen konnte, und dann berichtete die Aes Sedai den anderen, was sie f�r berichtenswert hielt. Anfangs blickte Rand genauso oft nach hinten wie nach vorn. Er war nicht der einzige. Perrin griff oft nach seiner Axt, und Mat ritt mit einem Pfeil auf der Sehne, jedenfalls anfangs. Aber das Land hinter ihnen blieb leer von Trollocs oder Gestalten in schwarzen M�nteln, und am Himmel zeigte sich kein Draghkar. Allm�hlich glaubte Rand daran, da� sie wirklich und wahrhaftig entkommen waren.</p><p>Selbst die dichtesten Stellen des Waldes boten keine ausreichende Deckung. Der Winter hielt sich hier, n�rdlich des Taren, genauso z�h wie bei den Zwei Fl�ssen. Gruppen von Kiefern, Tannen oder Lederblattb�umen und hier und da ein paar Gew�rzstr�ucher oder Lorbeerb�umchen hoben sich von den kahlen grauen B�umen ab. Nicht einmal beim Holunder zeigten sich Bl�tter. Nur vereinzelt sprie�ten die gr�nen Spitzen von neuem Gras aus den braunen, vom Schnee niedergedr�ckten Wiesen hervor. Auch hier wuchsen vor allem Brennesseln, Disteln und Stinkkraut. Auf dem nackten Waldboden hielten sich letzte Schneereste, wo schattige Stellen die Sonne abhielten, oder in kleinen Mulden unter den niedrigen �sten der Tannen. Die Gef�hrten zogen die Umh�nge fester um die Schultern, denn das blasse Sonnenlicht verstr�mte keine W�rme, und die n�chtliche K�lte war bei�end. Genauso wie bei den Zwei Fl�ssen flogen auch hier keine V�gel, nicht einmal Raben umher.</p><p>Wenn sie sich auch langsam vorw�rtsbewegten, so konnten sie sich doch keineswegs entspannen. Die Nordstra�e � Rand nannte sie immer noch so, obwohl er vermutete, da� sie hier, n�rdlich des Taren, einen anderen Namen hatte � verlief noch immer fast direkt Richtung Norden, aber Lan bestand darauf, da� ihr Weg so oft wie m�glich in dieser oder jener Richtung abwich und durch den Wald f�hrte, fast genauso oft, wie sie der festen Lehmspur der Stra�e folgten. Ein Dorf, ein Bauernhof oder irgendein Anzeichen von Menschen oder von menschlicher Besiedelung veranla�te sie zu meilenweiten Umwegen. Sie begegneten aber nicht vielen solcher Spuren. Den ganzen ersten Tag �ber sah Rand, abgesehen von der Stra�e, �berhaupt kein Anzeichen daf�r, da� sich Menschen je in diesem Wald aufgehalten hatten. Ein Gedanke kam ihm, da� er selbst zu jener Zeit, als er zum Fu� der Verschleierten Berge gewandert war, menschlichen Siedlungen n�her gewesen war als heute.</p><p>Der erste Bauernhof, den er sah � ein gro�es Holzhaus mit einer hohen Scheune und spitzen strohgedeckten Giebeld�chern (aus einem gemauerten Schornstein drang eine Rauchwolke) -, erschreckte ihn deshalb einigerma�en.</p><p>�Es ist nicht anders als zu Hause�, sagte Perrin, der finster zu den fernen Geb�uden hin�berblickte. Menschen bewegten sich im Hof. Sie hatten die Reisenden noch nicht entdeckt.</p><p>�Nat�rlich ist es anders�, sagte Mat. �Wir sind einfach noch nicht nahe genug.�</p><p>�Ich sage euch, es ist nicht anders�, beharrte Perrin.</p><p>�Doch! Wir sind schlie�lich n�rdlich des Taren.�</p><p>�Ruhig, ihr beiden!� grollte Lan. �Wir wollen nicht gesehen werden, ja? Hier entlang!� Er wandte sich Richtung Westen, um den Hof durch die B�ume herum zu umgehen.</p><p>Beim Zur�ckschauen dachte Rand, da� er Perrin recht geben mu�te. Der Hof sah ziemlich gleich aus wie alle in der Gegend um Emondsfeld. Da war ein kleiner Junge, der Wasser aus dem Brunnen sch�pfte, und �ltere Jungen h�teten Schafe hinter einem Lattenzaun. Es gab sogar einen Trockenschuppen f�r Tabak. Aber Mat hatte auch recht. <emphasis>Wir befinden uns n�rdlich des Taren. Es mu� einfach anders sein.</emphasis></p><p>Sie machten immer Rast, wenn es noch hell war, um einen Platz auszusuchen, der einen leichten Abhang aufwies, damit das Wasser abflie�en konnte, und sie vor dem Wind sch�tzte, der nur selten ganz einschlief. Meist �nderte er lediglich die Richtung. Ihr Lagerfeuer war immer klein und so geschickt versteckt, da� man es auf wenige Schritte Entfernung nicht mehr sehen konnte. Sobald der Tee gekocht war, wurden die Flammen gel�scht und die Kohlen vergraben.</p><p>Beim ersten Halt, bevor die Sonne sank, begann Lan damit, die Jungen im Umgang mit ihren Waffen zu unterweisen. Er nahm als erstes den Bogen. Nachdem er beobachtet hatte, wie Mat drei Pfeile in einem m�nnerkopfgro�en Ziel auf dem gespaltenen Stumpf eines toten Lederblattbaums landete � auf hundert Schritt Entfernung -, nahm er die anderen an die Reihe. Perrin wiederholte Mats Leistung, und Rand, der die Flamme und das Nichts in sich beschwor und damit die leere Ruhe, die den Bogen zu einem Teil seiner selbst werden lie�, brachte seine drei Pfeile so eng nebeneinander ins Ziel, da� sich die Spitzen beinahe ber�hrten. Mat schlug ihm gratulierend auf die Schulter.</p><p>�Wenn ihr jetzt alle einen Bogen h�ttet�, sagte der Beh�ter trocken, als er ihr Grinsen sah, �und wenn die Trollocs so nett w�ren, euch so weit vom Leib zu bleiben, da� ihr den Pfeil abschie�en k�nntet... � Das Grinsen verging den Freunden sogleich. �Wir werden sehen, was ich euch beibringen kann, falls sie einmal zu nahe kommen.�</p><p>Er zeigte Perrin den Gebrauch einer Streitaxt mit gro�er Schneide; wenn man eine Axt gegen jemanden erhob, der selbst bewaffnet war, war das nicht mit Holzhacken oder einem probeweisen Axtschwingen zu vergleichen. Er lie� den gro�en Schmiedlehrling eine Reihe von �bungen durchf�hren � blockieren, parieren und zuschlagen -, und dann wiederholte er diese Prozedur mit Rand und seinem Schwert. Nicht das wilde Herumspringen und Zuschlagen, das Rand im Sinn hatte, wenn er �ber den Gebrauch der Waffe nachdachte, sondern fl�ssige Bewegung, bei der eine in die andere �berging wie bei einem Tanz.</p><p>�Es gen�gt nicht, die Klinge zu bewegen�, erkl�rte Lan, �auch wenn einige das glauben. Der Verstand ist ein Teil des Ganzen, ein wesentlicher Teil. Leere deinen Verstand, Schafhirte, leere ihn von Ha� oder Angst, von allem. Brenne alles weg. Ihr anderen, h�rt mir auch zu. Ihr k�nnt das genauso mit der Axt oder dem Bogen, mit einem Speer oder Stock oder sogar mit euren leeren H�nden anwenden.�</p><p>Rand starrte ihn an. �Die Flamme und das Nichts�, sagte er erstaunt. �Das meint Ihr doch, nicht wahr? Mein Vater hat mich das gelehrt.�</p><p>Der Beh�ter blickte ihn undurchdringlich an. �Halte das Schwert, wie ich es dir gezeigt habe, Schafhirte. Ich kann in einer Stunde aus einem plattf��igen Dorfbewohner keinen Schwertmeister machen, aber vielleicht kann ich dich davor bewahren, dir den eigenen Fu� abzuschneiden.�</p><p>Rand seufzte und hielt das Schwert aufrecht mit beiden H�nden vor sich. Moiraine beobachtete alles ohne �u�ere Gef�hlsregung, aber am n�chsten Abend bat sie Lan, er solle den Unterricht fortsetzen.</p><p>Zum Abendbrot gab es stets das gleiche wie am Mittag oder zum Fr�hst�ck: Fladenbrot, K�se und Trockenfleisch, nur da� sie am Abend hei�en Tee statt Wasser tranken, um das Essen hinunterzusp�len. Am Abend unterhielt Thom die Gesellschaft. Lan verbot dem Gaukler zwar nicht Harfe oder Fl�te zu spielen � nicht n�tig, das ganze Land aufzuwecken, meinte er -, aber Thom jonglierte und erz�hlte Geschichten. �Mara und die drei n�rrischen K�nige� oder eine der vielen hundert Erz�hlungen �ber Anla, die weise Ratgeberin, oder mit Ruhm und Abenteuern erf�llte Geschichten wie �Die Wilde Jagd nach dem Horn�, doch immer mit einem gl�cklichen Ausgang und einer freudigen Heimkehr.</p><p>Wenn das Land um sie herum auch friedlich war, keine Trollocs zwischen den B�umen erschienen, kein Draghkar unter den Wolken, so brachten sie es doch fertig, ihre Angst immer dann wieder zu sch�ren, wenn sie gerade am Erl�schen war.</p><p>Da war beispielsweise jener Morgen, an dem Egwene aufwachte und anfing, ihren Zopf zu l�sen. Rand beobachtete sie aus den Augenwinkeln, w�hrend er seine Decken einrollte. Jeden Abend, wenn das Feuer gel�scht wurde, zogen sich alle in ihre Decken zur�ck, bis auf Egwene und die Aes Sedai. Immer setzten sich die beiden Frauen abseits von den anderen hin und unterhielten sich ein oder zwei Stunden lang. Sie legten sich hin, wenn die anderen l�ngst schliefen. Egwene k�mmte ihr Haar aus -hundertmal zog sie den Kamm durch, z�hlte Rand -, w�hrend er Wolke sattelte und seine Satteltaschen und Bettrolle hinter dem Sattel festschnallte. Dann steckte sie den Kamm weg, schob ihr loses Haar �ber die Schulter nach hinten und zog die Kapuze des Umhangs dar�ber.</p><p>�berrascht fragte er: �Was tust du da?� Sie blickte ihn von der Seite an, ohne zu antworten. Ihm wurde klar, da� er sie zum ersten Mal seit zwei Tagen angesprochen hatte, seit dem Abend in der Baumh�hle am Ufer des Taren, aber er lie� sich davon nicht aufhalten. �Dein ganzes Leben lang hast du darauf gewartet, dein Haar endlich als Zopf tragen zu d�rfen, und jetzt gibst du ihn auf?</p><p>Warum? Weil sie auch keinen Zopf tr�gt?�</p><p>�Aes Sedai tragen ihr Haar nicht als Zopf�, sagte sie einfach. �Jedenfalls nicht, solange sie das nicht wollen.�</p><p>�Du bist keine Aes Sedai. Du bist Egwene al'Vere aus Emondsfeld, und die Frauen dort bek�me jetzt einen Anfall, wenn sie dich so s�hen.�</p><p>�Der Frauenzirkel geht dich nichts an, Rand al'Thor. Und ich <emphasis>werde</emphasis> eine Aes Sedai, sobald wir Tar Valon erreichen.�</p><p>Er schnaubte. �Sobald wir Tar Valon erreichen. Warum? Licht, sag mir warum! Du bist doch keine Schattenfreundin.�</p><p>�Denkst du, da� Moiraine zu den Schattenfreunden geh�rt? Glaubst du das wirklich?� Sie drehte sich mit geballten F�usten zu ihm um, und es sah so aus, als wolle sie ihn schlagen. �Nachdem sie das Dorf gerettet hat? Nachdem sie deinen Vater gerettet hat?�</p><p>�Ich wei� nicht, wie sie ist, aber wie auch immer � das sagt nichts �ber die anderen Aes Sedai aus. Die Geschichten... �</p><p>�Werde erwachsen, Rand! Vergi� die Geschichten, und gebrauch deine Augen!�</p><p>�Mit meinen Augen habe ich gesehen, wie sie die F�hre versenkte. Oder willst du das leugnen? Wenn du erst mal Flausen im Kopf hast, gibst du nicht mehr nach, selbst wenn dir jemand beweist, da� du auf dem Wasser zu gehen versuchst. Wenn du keine so vom Licht geblendete N�rrin w�rst, w�rdest du bemerken...!�</p><p>�Versucht ihr zwei, alle Leute innerhalb von zehn Meilen aufzuwecken?� fragte der Beh�ter.</p><p>Rand stand mit offenem Mund da und wollte noch etwas hinzuzuf�gen, da fiel ihm auf, da� er geschrien hatte. Sie hatten beide geschrien.</p><p>Egwenes Gesicht lief bis zu den Augenbrauen scharlachrot an. Sie drehte sich mit einem halblauten �M�nner!� ab, das sowohl dem Beh�ter wie auch ihm zu gelten schien. Ahnungsvoll sah sich Rand im Lager um. Alle sahen ihn an, nicht nur der Beh�ter. Mat und Perrin waren ganz bla�. Thom wirkte so angespannt, als wolle er gleich wegrennen oder k�mpfen. Moiraine. Das Gesicht der Aes Sedai war ausdruckslos, doch ihr Blick schien sich in seinen Kopf zu bohren. Verzweifelt versuchte er, sich daran zu erinnern, was er �ber Aes Sedai und Schattenfreunde gesagt hatte.</p><p>�Es ist Zeit zum Aufbruch�, sagte Moiraine. Sie wandte sich Aldieb zu, und Rand schauderte erleichtert, als sei er einer Falle entkommen. Er fragte sich, ob er wirklich entkommen war.</p><p>Zwei N�chte sp�ter, als das Feuer schon verglimmte, leckte sich Mat die letzten Kr�mel K�se von den Fingern und sagte:</p><p>�Wi�t ihr, ich glaube, wir haben sie endg�ltig abgesch�ttelt.� Lan war in die Nacht hinausgegangen, um sich ein letztes Mal umzusehen. Moiraine und Egwene hatten sich zu einer ihrer Unterhaltungen zur�ckgezogen. Thom d�ste mit der Pfeife im Mund vor sich hin, und die jungen M�nner hatten das Feuer ganz f�r sich allein.</p><p>Perrin stocherte gelangweilt mit einem Stock in der Glut herum und antwortete: �Wenn wir sie los sind, warum sucht Lan dann immer noch die Gegend ab?� Rand fielen schon fast die Augen zu. Er lag am Boden und drehte sich um, den R�cken dem Feuer zugewandt. �Wir haben sie an der Taren-F�hre abgeh�ngt.� Mat legte sich zur�ck, verschr�nkte die Finger hinter dem Kopf und blickte zum monderhellten Himmel auf. �Falls sie wirklich <emphasis>uns</emphasis> gesucht haben.�</p><p>�Glaubst du, der Draghkar hat uns gejagt, weil wir ihm gefielen?� fragte Perrin.</p><p>�Wenn ihr mich fragt, h�rt auf, euch �ber Trollocs und �hnliches Gelichter Gedanken zu machen�, fuhr Mat fort, als habe Perrin nichts gesagt, �und fangt an, euch darauf zu freuen, die Welt sehen zu k�nnen. Wir sind jetzt dort drau�en, wo die Geschichten herkommen. Was glaubt ihr � wie sieht eine richtige Stadt aus?�</p><p>�Wir reiten nach Baerlon�, sagte Rand schl�frig, aber Mat schnaubte nur.</p><p>�Baerlon ist sch�n und gut, aber ich habe die alte Karte von Meister al'Vere gesehen. Wenn wir Caemlyn erreichen und uns dann nach S�den wenden, f�hrt uns die Stra�e nach Illian und noch weiter.�</p><p>�Was ist so besonders an Illian?� fragte Perrin g�hnend.</p><p>�Zum einen�, antwortete Mat, �ist Illian nicht voll von Aes Se... �</p><p>Er schwieg, und Rand war pl�tzlich hellwach. Moiraine war zu fr�h zur�ckgekehrt. Egwene war bei ihr, aber alle Aufmerksamkeit galt der Aes Sedai, die am Rande des Feuerscheins zu sehen war. Mat lag auf dem R�cken, den Mund noch ge�ffnet, und glotzte sie an. Moiraines Augen spiegelten das Licht wie zwei dunkle glattpolierte Steine wider. Pl�tzlich fragte sich Rand, wie lange sie wohl schon dagestanden hatte.</p><p>�Die Jungen haben gerade...�, begann Thom, doch Moiraine fiel ihm ins Wort.</p><p>�Ein paar Tage Pause, und ihr seid bereit aufzugeben.� Ihre ruhige, gleichm��ige Stimme stand im scharfen Widerspruch zu ihren Augen. �Ein, zwei Tage Ruhe, und schon habt ihr die Winternacht vergessen.�</p><p>�Wir haben sie nicht vergessen�, sagte Perrin. �Es ist nur... � Sie erhob die Stimme immer noch nicht, verfuhr mit ihm aber wie mit dem Gaukler.</p><p>�Seid ihr alle dieser Meinung? Ihr wollt alle am liebsten nach Illian rennen und die Trollocs, Halbmenschen und Draghkar vergessen?� Sie musterte sie � dieser Steinglanz ihrer Augen und dazu der allt�gliche Tonfall ihrer Stimme machten Rand nerv�s -, aber sie gab niemandem eine Gelegenheit, sich zu �u�ern. �Der Dunkle K�nig ist hinter euch dreien her, hinter einem oder allen, und wenn ich euch wegrennen lasse, wie ihr wollt, dann bekommt er euch. Was auch immer der Dunkle K�nig will, dem leiste ich Widerstand. Also h�rt mich an und erkennt die Wahrheit. Bevor ich euch dem Dunklen K�nig �berlasse, t�te ich euch lieber.�</p><p>Es war ihre so beil�ufig klingende Stimme, die Rand �berzeugte. Die Aes Sedai w�rde genau das tun, was sie sagte, falls es sich als notwendig erwiese. Diese Nacht hatte er Schwierigkeiten, �berhaupt zu schlafen, und er war nicht der einzige. Selbst der Gaukler begann erst zu schnarchen, als die letzten Kohlen schon lange vergl�ht waren. Ausnahmsweise bot ihnen Moiraine keine Hilfe an.</p><p>Diese abendlichen Gespr�che Egwenes mit der Aes Sedai waren Rand ein Dorn im Auge. Immer wenn sie in der Dunkelheit verschwanden, sich von den anderen wegbegaben, um Ruhe vor ihnen zu haben, fragte er sich, wor�ber sie wohl sprachen und was sie taten. Was tat die Aes Sedai Egwene an?</p><p>Eines Nachts wartete er, bis sich die anderen alle zur Ruhe begeben hatten. Thom schnarchte, als wolle er eine Eiche f�llen. Dann schl�pfte Rand davon, die Decke um sich gewickelt. Er wandte alle seine Erfahrungen im Auflauern von Kaninchen an. Er bewegte sich mit den Mondschatten, bis er am Fu� eines gro�en Lederblattbaums kauerte, der viele z�he, breite Bl�tter aufwies. Er war nah genug, um Moiraine und Egwene zu verstehen, die mit einer kleinen Laterne auf einem umgest�rzten Baumstamm sa�en.</p><p>�Frag�, sagte Moiraine gerade, �und wenn ich dir darauf antworten kann, werde ich es tun. Begreif aber, da� vieles f�r dich noch zu fr�h kommt, Dinge, die du nicht lernen kannst, bevor du nicht andere Dinge gelernt hast, die wiederum weitere Vorkenntnisse erfordern. Aber frag, was du willst.�</p><p>�Die F�nf M�chte�, sagte Egwene langsam, �Erde, Wind, Feuer, Wasser und Geist. Es scheint mir nicht gerecht, da� M�nner Erde und Feuer am besten beherrschten. Warum sollten gerade sie die st�rksten der M�chte f�r sich haben?�</p><p>Moiraine lachte. �Glaubst du das, Kind? Gibt es einen Felsen, der so hart ist, da� Wind und Wasser ihn nicht abtragen k�nnen, ein so starkes Feuer, da� es nicht mit Wasser gel�scht oder vom Wind ausgeblasen werden kann?�</p><p>Egwene schwieg eine Weile und bohrte mit dem Zeh im Waldboden. �Sie... sie waren diejenigen, welche... die versuchten, den Dunklen K�nig und die Verlorenen zu befreien, nicht wahr? Die m�nnlichen Aes Sedai?� Sie holte tief Luft und sprach schneller. �Die Frauen hatten nichts damit zu tun. Die M�nner wurden wahnsinnig und zerst�rten die Welt.�</p><p>�Du hast Angst�, sagte Moiraine ernst. �Wenn du in Emondsfeld geblieben w�rst, w�rst du nach einer Weile Seherin. Das war Nynaeves Plan, nicht wahr? Oder du h�ttest im Frauenzirkel gesessen und die Geschicke von Emondsfeld gelenkt, w�hrend der Gemeinderat d�chte, er leite das Ganze. Und doch hast du das Unglaubliche getan.</p><p>Du hast Emondsfeld und die Zwei Fl�sse verlassen auf der Suche nach Abenteuern. Du wolltest es, und gleichzeitig hast du Angst davor. Und du weigerst dich ganz entschieden, deiner Angst nachzugeben. Sonst h�ttest du mich nicht gefragt, wie eine Frau eine Aes Sedai werden kann. Du h�ttest eure Sitten und Gebr�uche sonst nicht �ber Bord geworfen.�</p><p>�Nein�, protestierte Egwene, �ich habe keine Angst. Ich will eine Aes Sedai werden.�</p><p>�Besser f�r dich, wenn du Angst h�ttest, aber ich hoffe, du bleibst bei deiner �berzeugung. Wenige Frauen nur haben heutzutage die F�higkeiten, Geweihte zu werden, und noch viel weniger wollen es.� Moiraines Stimme klang, als f�hre sie ein gedankenverlorenes Selbstgespr�ch. �Sicher waren es noch nie zuvor gleich zwei in einem Dorf. Das alte Blut flie�t tats�chlich noch sehr stark im Land der Zwei Fl�sse.�</p><p>Rand verlagerte sein Gewicht im Schatten, wo er kauerte. Ein �stchen zerbrach unter seinem Fu�. Er erstarrte und hielt die Luft an. Er schwitzte, doch keine der beiden Frauen sah sich um.</p><p>�Zwei?� rief Egwene. �Wer denn noch? Ist es Kari? Kari Thane? Lara Ayellan?�</p><p>Moiraine schnalzte ver�rgert mit der Zunge und sagte dann ernst: �Du mu�t vergessen, da� ich das gesagt habe. Ich f�rchte, ihre Stra�e verl�uft in einer anderen Richtung. Konzentrier dich auf deine eigenen Angelegenheiten. Es ist kein leichter Weg, den du erw�hlt hast.�</p><p>�Ich werde nicht umkehren�, sagte Egwene.</p><p>�Wie du meinst. Aber du suchst immer noch R�ckendeckung, und die kann ich dir nicht geben, jedenfalls nicht so, wie du es willst.�</p><p>�Das verstehe ich nicht.�</p><p>�Du willst darin best�rkt werden, da� die Aes Sedai gut und rein sind und da� es diese gemeinen M�nner aus den Legenden waren, die die Zerst�rung der Welt verursachten, und nicht die Frauen. Nun, es waren zwar die M�nner, doch sie waren keineswegs schlimmer als alle anderen M�nner. Sie waren wahnsinnig, nicht b�se. Die Aes Sedai, die du in Tar Valon antreffen wirst, sind menschlich und unterscheiden sich nicht von anderen Frauen, au�er eben durch die F�higkeiten, die uns von ihnen trennen. Sie sind tapfer und feige, stark und schwach, freundlich und grausam, warmherzig und kalt. Wenn du eine Aes Sedai wirst, dann bleibst du trotzdem diejenige, die du immer warst.�</p><p>Egwene atmete schwer. �Ich glaube, gerade davor hatte ich Angst: da� die Macht mich ver�ndern w�rde. Das und die Trollocs. Und der Blasse. Und... Moiraine Sedai, im Namen des Lichts: Warum kamen die Trollocs nach Emondsfeld?�</p><p>Der Kopf der Aes Sedai drehte sich, und sie blickte in die Richtung von Rands Versteck. Die Luft blieb ihm weg. Ihre Augen waren genauso hart wie zu der Zeit, als sie sie bedroht hatte, und er hatte das Gef�hl, ihr Blick k�nne die starken �ste des Lederblatts durchdringen. <emphasis>Licht, was wird sie tun, wenn sie mich hier als Lauscher findet?</emphasis></p><p>Er bem�hte sich, mit den tieferen Schatten hinter sich zu verschmelzen. Seine Augen waren auf die Frauen gerichtet, und so blieb er mit dem Fu� an einer Wurzel h�ngen. Er fing sich gerade noch, sonst w�re er in totes Unterholz getaumelt, und das h�tte ihn mit einem Feuerwerk zerbrechender Zweige sofort verraten. Nach Luft schnappend kroch er auf allen vieren davon. Wie immer war es vor allem Gl�ck, das es ihm erm�glichte, sich lautlos zu bewegen. Sein Herz schlug so stark, da� er f�rchtete, es k�nne ihn verraten. <emphasis>Narr! Eine Aes Sedai belauschen!</emphasis></p><p>Als er wieder dort war, wo die anderen schliefen, schlich er leise an seinen Platz zur�ck. Lan bewegte sich, als er sich auf den Boden legte. Der Beh�ter ri� die Decke hoch, lie� sich dann aber mit einem Seufzer wieder zur�ckfallen. Er hatte sich im Schlaf nur umgedreht. Rand stie� einen Sto�seufzer aus.</p><p>Einen Augenblick sp�ter tauchte Moiraine aus der Nacht auf. Sie blieb stehen, als sie die schlummernden Gestalten sah. Das Mondlicht webte einen Strahlenkranz um sie. Rand schlo� die Augen und atmete ganz gleichm��ig, w�hrend er angestrengt lauschte, ob sich Schritte n�herten. Er h�rte nichts. Als er die Augen wieder �ffnete, war sie weg.</p><p>Als der Schlaf endlich kam, schwitzte er und hatte Tr�ume, in denen alle M�nner von Emondsfeld behaupteten, sie seien der Wiedergeborene Drache, und alle Frauen trugen blaue Edelsteine im Haar, die so aussahen wie der von Moiraine. Er versuchte danach nie mehr, Moiraine und Egwene zu belauschen.</p><p>Der sechste Tag ihrer qu�lend langsamen Reise brach an. Die blasse, kalte Sonne glitt auf die Baumwipfel zu, w�hrend eine Handvoll d�nner Wolken hoch droben in Richtung Norden trieb. Der Wind erhob sich zu einer B�, und Rand zog den Umhang wieder einmal leise schimpfend �ber die Schultern. Er fragte sich, ob sie wohl jemals Baerlon erreichen w�rden. Die Entfernung, die sie seit ihrer Flu��berquerung zur�ckgelegt hatten, war gr��er als von Taren-F�hre bis zum Wei�en Flu�, doch Lan behauptete stets, es sei eine kurze Reise, kaum wert, eine solche genannt zu werden. Er f�hlte sich verloren.</p><p>Lan erschien im Wald vor ihnen. Er kehrte von einem seiner Erkundungsritte zur�ck. Er straffte die Z�gel und lie� sein Pferd langsam neben Moiraines Pferd herschreiten, w�hrend er den Kopf zu Moiraine hin�berneigte.</p><p>Rand schnitt eine Grimasse, aber er stellte keine Frage. Lan weigerte sich gew�hnlich, Fragen, die man ihm stellte, zu beantworten.</p><p>Von den anderen schien nur Egwene Lans R�ckkehr bemerkt zu haben, und sie hielt sich mit Fragen ebenfalls zur�ck. Die Aes Sedai verhielt sich Egwene gegen�ber vielleicht so, als sei das M�dchen f�r die Emondsfelder verantwortlich, doch wenn der Beh�ter seine Berichte ablieferte, hatte Egwene nichts zu sagen. Perrin trug Mats Bogen. Auch ihn umgab dieses gedankenschwere Schweigen, das sie alle mehr und mehr packte, je weiter sie sich von den Zwei Fl�ssen entfernten. Die langsame Gangart der Pferde gestattete es Mat, vor den kritischen Augen Thom Merrilins mit drei kleinen Steinen zu jonglieren. Denn der Gaukler hatte sie jeden Abend unterrichtet, genau wie Lan.</p><p>Lan beendete seinen Bericht, und Moiraine drehte sich im Sattel um und sah die hinter ihr Reitenden an. Rand bem�hte sich, sich nicht zu verkrampfen, als ihr Blick �ber ihn glitt. Sah sie ihn einen Moment l�nger an als die anderen? Er wurde das unangenehme Gef�hl nicht los, da� sie wu�te, wer sie in der Dunkelheit jener Nacht belauscht hatte.</p><p>�He, Rand!� rief Mat. �Ich kann mit vieren jonglieren!� Rand winkte ihm zur Antwort zu, ohne sich umzudrehen. �Ich habe dir gesagt, da� ich noch vor dir vier schaffe. Ich � schau!�</p><p>Sie hatten die Spitze eines niedrigen H�gels erreicht, und unter ihnen, kaum eine Meile weit entfernt, hinter kahlen B�umen und l�nger werdenden Schatten, lag Baerlon. Rand schnappte nach Luft, als er versuchte, zur gleichen Zeit zu l�cheln und mit offenem Mund zu starren.</p><p>Eine Palisadenwand, beinahe drei Spannen hoch, umgab die Stadt. H�lzerne Wacht�rme waren entlang der Palisade verteilt. Drinnen glitzerten mit Ziegeln und Platten gedeckte D�cher im Licht der sinkenden Sonne, und aus den Schornsteinen trieben federleichte Rauchw�lkchen empor. Es waren Hunderte von Schornsteinen. Kein strohgedecktes Dach war zu sehen. Eine breite Stra�e f�hrte nach Osten aus der Stadt hinaus und eine zweite nach Westen. Auf jeder waren zumindest ein Dutzend Wagen und doppelt so viele Ochsenkarren zu sehen, die auf die Palisade zu rollten. Um die Stadt herum verstreut lagen Bauernh�fe; die meisten im Norden, w�hrend nur wenige im S�den den Wald unterbrachen. Es ist gr��er als Emondsfeld und Wachh�gel und Devenritt zusammen! Und vielleicht auch noch Taren-F�hre dazu.</p><p>�Das ist also eine Stadt�, hauchte Mat und beugte sich �ber den Hals seines Pferdes nach vorn, um genauer hinsehen zu k�nnen.</p><p>Perrin konnte nur den Kopf sch�tteln. �Wie k�nnen so viele Leute in einem Ort wohnen?�</p><p>Egwene blickte stumm hin�ber. Thom Merrilin sah Mat an, rollte mit den Augen und pustete seine Schnurrbartenden hoch. �Stadt!� schnaubte er.</p><p>�Und du, Rand?� fragte Moiraine. �Was h�ltst du auf den ersten Blick von Baerlon?�</p><p>�Ich glaube, es ist ziemlich weit von zu Hause entfernt�, sagte er langsam, was ihm ein hartes Lachen von Mat einbrachte.</p><p>�Ihr m��t noch viel weiter gehen�, sagte Moiraine. �Viel weiter. Aber ihr habt keine andere Wahl, au�er ihr wollt wegrennen und euch verstecken und wieder wegrennen, und das f�r den Rest eures Lebens. Und es w�rde ein kurzes Leben sein. Daran m��t ihr euch erinnern, wenn die Reise beschwerlich wird. Ihr habt keine andere Wahl.�</p><p>Rand, Mat und Perrin sahen sich an. Den Gesichtern der anderen nach zu schlie�en, dachten sie dasselbe wie Rand. Wie konnte sie so tun, als h�tten sie je eine Wahl gehabt, nach allem, was sie vorher schon gesagt hatte? Die Aes Sedai hatte f�r sie entschieden.</p><p>Moiraine fuhr fort, als sei ihr nicht klar, was sie dachten. �Die Gefahr beginnt hier erneut. Seid vorsichtig, was ihr innerhalb dieser Mauern sagt. Und was am wichtigsten ist: Erw�hnt keine Trollocs oder Halbmenschen und �hnliches. Ihr d�rft nicht einmal an den Dunklen K�nig denken. Einige Leute in Baerlon m�gen die Aes Sedai noch weniger als die Emondsfelder, und es k�nnte dort sogar Schattenfreunde geben.� Egwene schnappte nach Luft, und Perrin fluchte vor sich hin. Mats Gesicht wurde bla�, doch Moiraine fuhr ganz ruhig fort. �Wir d�rfen so wenig Aufmerksamkeit wie m�glich erregen.� Lan tauschte seinen zwischen Grau und Gr�nt�nen wechselnden Umhang gegen einen normalen braunen aus, der allerdings ebenfalls sehr fein geschnitten und gewebt war. Sein farbver�ndernder Umhang verursachte eine dicke Beule in eine seiner Satteltaschen. �Hier verwenden wir unsere eigenen Namen nicht�, er�ffnete ihnen Moiraine. �Man kennt mich hier als Alys, und Lan ist Andra. Merkt euch das. Gut. Wir sollten uns noch vor Anbruch der Nacht zwischen diesen Mauern befinden. Die Tore von Baerlon werden von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang geschlossen.�</p><p>Lan f�hrte sie den H�gel hinunter und durch den Wald auf die Palisaden zu. Die Stra�e f�hrte an einem halben Dutzend Bauernh�fen vorbei � keiner sehr nahe, und die Menschen, die dort ihre letzten Arbeiten verrichteten, schienen die Reisenden nicht zu bemerken � und endete an einem schweren Holztor, das mit breiten schwarzen Eisenriegeln verschlossen war, fest verschlossen, obwohl die Sonne noch nicht untergegangen war.</p><p>Lan ritt ganz nahe an die Palisade heran und zog an dem ausgefransten Seil, das neben dem Tor herunterhing. Auf der anderen Seite erklang eine Glocke. Unmittelbar darauf blickte ein verschrumpeltes Gesicht unter einer zerknautschten Stoffm�tze mi�trauisch von oben auf sie herab. Es befand sich zwischen den abges�gten Enden zweier Pf�hle, gute drei Spannen �ber ihren K�pfen.</p><p>�Was soll das hei�en, eh? Es ist zu sp�t am Tag, um dieses Tor zu �ffnen. Zu sp�t, sage ich. Reitet zum Wei�br�ckentor, wenn ihr... �</p><p>Moiraines Stute schritt ein St�ck vor, so da� der Mann auf der Mauer sie klar erkennen konnte. Pl�tzlich verzogen sich seine Runzeln zu einem zahnlosen L�cheln, und er schien zwischen seiner Pflicht und dem, was er sagen wollte, zu schwanken. �Ich wu�te nicht, da� Ihr es seid, Herrin. Wartet. Ich komme sofort hinunter. Ich komme, ich komme!�</p><p>Der Kopf verschwand nach unten, und Rand h�rte ged�mpfte Rufe, sie sollten bleiben, wo sie seien, er k�me ja schon. Mit schrillem Quietschen, der vom geringen Gebrauch zeugte, schwang der rechte Torfl�gel langsam auf. Er verhielt in seiner Lage, als die L�cke gerade gro� genug war, um ein Pferd durchzulassen, und dann steckte der Torw�chter seinen Kopf durch, l�chelte sie wieder zahnlos an und sprang flink aus dem Weg. Moiraine folgte Lan durch das Tor. Egwene kam gleich dahinter.</p><p>Rand lie� Wolke hinter Bela hertraben und fand sich in einer engen Stra�e wieder, die von hohen Holzz�unen und gro�en fensterlosen Lagerh�usern eingerahmt wurde, deren breite T�ren schon zur Nacht geschlossen waren. Moiraine und Lan standen bereits bei dem Torw�chter mit dem runzligen Gesicht und unterhielten sich mit ihm. Also stieg Rand auch ab.</p><p>Der kleine Mann, der einen oftmals geflickten Umhang und Mantel trug, hielt seine Stoffm�tze zerkn�llt in einer Hand und verbeugte sich jedesmal, wenn er sprach. Er betrachtete die anderen, die hinter Moiraine und Lan von den Pferden stiegen, und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Landpomeranzen.� Er grinste. �Aber, Frau Alys, sammelt Ihr jetzt Landpomeranzen mit Heu im Haar?� Dann erfa�te sein Blick Thom Merrilin. �Ihr seid kein Schafz�chter. Ich erinnere mich, da� ich Euch vor ein paar Tagen durchgelassen habe, tats�chlich. Haben denen da unten Eure Kunstst�ckchen nicht gefallen, Gaukler?�</p><p>�Ich hoffe, Ihr erinnert Euch daran, da� Ihr vergessen sollt, uns jemals durchgelassen zu haben, Meister Avin�, sagte Lan und dr�ckte dem Mann eine M�nze in die freie Hand. �Und auch da� ihr uns wieder hereingelassen habt.�</p><p>�Das ist nicht n�tig, Meister Andra. Nicht n�tig. Ihr habt mir genug gegeben, als Ihr weggeritten seid. Genug.� Trotzdem lie� Avin die M�nze so schnell verschwinden, als sei er auch ein Gaukler. �Ich hab niemanden nix erz�hlt und werd's auch nicht tun. Ganz besonders nicht den Wei�m�nteln�, endete er mit finsterem Blick. Er spitzte die Lippen, um auszuspucken, doch nach einem Blick auf Moiraine schluckte er statt dessen.</p><p>Rand ri� die Augen auf, behielt aber den Mund geschlossen. Die anderen brachten das auch fertig, obwohl es Mat sehr schwer zu fallen schien. <emphasis>Kinder des Lichts,</emphasis> dachte Rand staunend. Die Geschichten, die H�ndler und Kaufleute und ihre Leibw�chter �ber die Kinder erz�hlten, wechselten im Ausdruck von Bewunderung bis zum Ha�, aber alle waren sich einig, da� die Kinder die Aes Sedai genauso ha�ten wie Schattenfreunde. Er fragte sich, ob dies bereits weitere Schwierigkeiten bedeutete.</p><p>�Die Kinder sind in Baerlon?� wollte Lan wissen.</p><p>�Aber sicher.� Der Torw�chter nickte. �Kamen am gleichen Tag, als Ihr weggeritten seid, wenn ich mich richtig erinnere. Ist keiner hier, der sie leiden kann. Die meisten zeigen's nat�rlich nicht.�</p><p>�Haben sie gesagt, warum sie hier sind?� fragte Moiraine eindringlich.</p><p>�Warum sie hier sind?� Avin war so verbl�fft, da� er seine Verbeugung diesmal verga�. �Klar haben sie gesagt, warum... Oh, ich hab's vergessen. Ihr wart ja auf dem Land. Habt wahrscheinlich nur Schafgebl�ke geh�rt. Sie sagen, sie sind wegen der Vorg�nge in Ghealdan hier. Der Drache, wi�t Ihr... Also, der halt, der sich Drache nennt. Sie sagen, der Bursche l�st eine Menge B�ses aus -sch�tze, das stimmt auch -, und sie sind hier, um das Feuer auszutreten, blo� da� er ja in Ghealdan ist und nicht hier. Blo� 'ne Ausrede, um sich in anderer Leute Sachen einzumischen, denke ich. Man hat schon den Drachenzahn auf ein paar T�ren gesehen.� Diesmal spuckte er aus.</p><p>�Haben sie Euch viele Schwierigkeiten bereitet?� fragte Lan, und Avin sch�ttelte lebhaft den Kopf.</p><p>�Nicht, da� sie's nicht wollen, sch�tze ich, aber der Statthalter traut denen genausowenig wie ich. Er l��t nicht mehr als zehn oder so gleichzeitig in die Stadt, und sie sind m�chtig sauer deswegen. Der Rest hat ein Lager ein St�ck n�rdlich, hab ich geh�rt Wette, da� sich die Bauern dort umgucken m�ssen. Die paar, die reinkommen, stolzieren nur in diesen wei�en M�nteln rum und gucken auf die ehrlichen Leute runter. Geh im Licht, sagen sie, und das ist ein Befehl. H�tte fast schon Schl�gereien gegeben mit den Wagenfahrern und den Bergleuten und den Schmelzern und so, ja, und sogar mit der Wache, aber der Statthalter will Frieden, und deshalb ist nix passiert. Wenn sie das B�se jagen, meine ich, warum sind sie dann nicht oben in Saldaea? Ich hab geh�rt, da� dort oben was los ist. Oder unten in Ghealdan? Es hat drunten eine gro�e Schlacht gegeben, sagt man. Eine richtig gro�e.�</p><p>Moiraine atmete leise und betont ein. �Ich hatte geh�rt, da� Aes Sedai nach Ghealdan gingen.�</p><p>�Ja, sind sie.� Avin nickte wieder heftig. �Sie sind wirklich nach Ghealdan gegangen, und das hat die Schlacht ausgel�st, hab ich geh�rt. Man sagt, einige der Aes Sedai sind tot. Vielleicht auch alle. Ich wei�, da� manche Leute die Aes Sedai nicht m�gen, aber ich frag Euch, wer sonst soll 'nen falschen Drachen aufhalten, eh? Und die verdammten Narren, die glauben, sie w�ren m�nnliche Aes Sedai oder so was. Was ist mit denen? Klar sagen ein paar � aber nicht die Wei�m�ntel und ich auch nicht, aber eben manche Leute -, da� dieser Bursche wirklich der Wiedergeborene Drache ist. Ich hab geh�rt, da� er ein paar Sachen kann. Die Eine Macht benutzen. Tausende folgen ihm schon.�</p><p>�Sei kein Narr!� fauchte Lan, und Avins Gesicht nahm einen verletzten Ausdruck an.</p><p>�Ich sag nur, was ich geh�rt hab, oder? Nur was ich geh�rt hab, Meister Andra. Sie sagen � ein paar halt -, da� er mit seiner Armee nach Osten und S�den marschiert, auf Tear zu.� Seine Stimme klang bedeutungsschwanger. �Man sagt, er nennt sie das Drachenvolk.�</p><p>�Namen bedeuten wenig�, sagte Moiraine ruhig. Falls sie das Geh�rte beunruhigte, lie� sie es sich nach au�en hin nicht anmerken. �Du k�nntest deinen Maulesel Drachenvolk nennen, wenn es dir Spa� macht.�</p><p>�Unwahrscheinlich, Herrin.� Avin schmunzelte. �Nicht, wenn die Wei�m�ntel in der Gegend sind, sicherheitshalber. Ich glaube auch nicht, da� irgend jemand sonst den Namen gern h�ren w�rde. Ich wei� schon, was Ihr meint, aber... O nein, Herrin, nicht <emphasis>meinen</emphasis> Maulesel!�</p><p>�Zweifellos eine weise Entscheidung�, kommentierte Moiraine. �Jetzt m�ssen wir weiter.�</p><p>�Und macht Euch keine Sorgen, Herrin�, sagte Avin mit einer tiefen Verbeugung. �Ich hab niemanden gesehn.� Er lief zum Tor und schlo� es mit schnellen ruckartigen Bewegungen. �Hab niemanden und nichts gesehn.� Das Tor schlug zu, und mit einem Seil zog er den Riegel herunter. �In Wirklichkeit, Herrin, ist dieses Tor schon tagelang nicht mehr ge�ffnet worden.�</p><p>�Das Licht leuchte dir, Avin�, sagte Moiraine.</p><p>Dann f�hrte sie sie vom Tor weg. Rand sah sich einmal um, und da stand Avin immer noch vor dem Torfl�gel. Er schien mit einem Zipfel seines Umhangs eine M�nze zu polieren und dabei vor sich hin zu lachen.</p><p>Der Weg f�hrte sie durch ungepflasterte Stra�en, die kaum zwei Wagenst�rken breit waren, eingerahmt von Lagerh�usern und hohen Holzz�unen. Rand ging eine Weile neben dem Gaukler her. �Thom, was bedeutet das ganze Gerede �ber Tear und das Drachenvolk? Tear ist doch eine Stadt ganz unten am Meer der St�rme, nicht wahr?�</p><p><emphasis>�Der Karaethon-Zyklus�,</emphasis> erwiderte Thom kurzangebunden.</p><p>Rands Augen weiteten sich. <emphasis>Die Prophezeiungen des Drachen.</emphasis> �Keiner erz�hlt die... solche Geschichten im Gebiet der Zwei Fl�sse. Jedenfalls nicht in Emondsfeld. Die Seherin z�ge ihnen die Haut bei lebendigem Leib ab, wenn sie es t�ten.�</p><p>�Ja, ich glaube, das t�te sie�, sagte Thom trocken. Er sah nach Moiraine, die vorn neben Lan einherschritt, sah, da� sie nichts h�ren konnte, und fuhr fort. �Tear ist der gr��te Hafen am Meer der St�rme, und der Stein von Tear ist die Festung, die ihn bewacht. Man sagt, der Stein sei die erste Festung, die nach der Zerst�rung der Welt gebaut wurde, und in dieser langen Zeit ist sie niemals gefallen, obwohl mehr als eine Armee sie angegriffen hat. Eine der Prophezeiungen behauptet, der Stein von Tear werde niemals fallen, bis das Drachenvolk kommt. In einer anderen Weissagung wird behauptet, der Stein werde nicht fallen, bis der Drache das Schwert, <emphasis>das-nicht-ber�hrt-werden-kann,</emphasis> in seiner Hand f�hrt.� Thom verzog das Gesicht. �Der Fall des Steins wird einer der wichtigsten Beweise daf�r sein, da� der Drache wiedergeboren wurde. M�ge der Stein stehen, bis ich zu Staub geworden bin.�</p><p>�Das Schwert, <emphasis>das-nicht-ber�hrt-werden-kann?�</emphasis></p><p>�So hei�t es. Ich wei� nicht, ob es wirklich ein Schwert ist. Was auch immer: Es liegt im Herzen des Steins, der inneren Zitadelle dieser Festung. Keiner au�er den Gro�herren von Tear kann diesen Teil betreten, und sie verraten nicht, was dort drinnen liegt. Zumindest verraten sie es den Gauklern nicht.�</p><p>Rand runzelte die Stirn. �Der Stein kann nicht fallen, bis der Drache das Schwert f�hrt, aber wie kann er das, ohne da� die Festung bereits gefallen ist? Erwartet man, da� der Drache ein Gro�herr von Tear ist?�</p><p>�Kaum zu erwarten�, sagte der Gaukler trocken. �In Tear ha�t man alles, was mit der Macht zu tun hat, sogar noch mehr als in Amador, und Amador ist die Hochburg der Kinder des Lichts.�</p><p>�Wie kann dann die Prophezeiung erf�llt werden?� fragte Rand. �Mir w�re es ja auch recht, wenn der Drache niemals wiedergeboren w�rde, aber eine Prophezeiung, die nicht erf�llt werden kann, ergibt nicht viel Sinn. Es klingt nach einer Geschichte, die man den Leuten erz�hlt, damit sie glauben, da� der Drache niemals wiedergeboren wird. Stimmt das?�</p><p>�Junge, du stellst eine Unmenge von Fragen�, sagte Thom. �Eine Prophezeiung, die ganz leicht erf�llt werden kann, w�re doch nicht viel wert, oder?� Pl�tzlich wurde seine Stimme fr�hlicher. �Jetzt sind wir da.�</p><p>Lan war an einem kopfhohen Holzzaun stehengeblieben. Er steckte die Klinge seines Dolchs zwischen zwei der Bretter. Pl�tzlich brummte er zufrieden, zog, und eine T�r im Zaun schwang wie ein Tor auf. Es war tats�chlich ein Tor, das so gebaut war, da� man es eigentlich nur von der anderen Seite �ffnen konnte. Moiraine trat sogleich ein und zog Aldieb hinter sich her. Lan bedeutete den anderen, da� sie folgen sollten, und machte dann den Abschlu�, wobei er das Tor hinter sich schlo�.</p><p>Auf der anderen Seite des Zauns befand sich Rand im Stallhof einer Schenke. Aus der K�che erklang lautes Treiben und Klappern. Was ihn verbl�ffte, war die Gr��e der Schenke: Sie bedeckte eine Fl�che, mehr als doppelt so gro� wie die Weinquellenschenke, und war vier Stockwerke hoch. Weit mehr als die H�lfte der Fenster war in der zunehmenden D�mmerung bereits erleuchtet.</p><p>Er staunte �ber diese Stadt und da� sie so viele Fremde beherbergte.</p><p>Kaum befanden sie sich mitten in dem Stallhof, da erschienen auch schon drei M�nner mit schmutzigen Segeltuchsch�rzen unter dem breiten Torbogen des riesigen Stalls. Einer, ein drahtiger Bursche und der einzige, der eine Mistgabel bei sich hatte, kam mit fuchtelnden Armen auf sie zu.</p><p>�Hier! Hier! Ihr k�nnt nicht von dort hereinkommen! Ihr m��t nach vorn gehen!�</p><p>Lans Hand bewegte sich wieder auf seinen Geldbeutel zu, aber in diesem Augenblick kam ein weiterer Mann, genauso dick wie Meister al'Vere, aus der Schenke geeilt. Haarb�schel standen hinter seinen Ohren hervor, und seine blendend wei�e Sch�rze wies ihn als den Wirt dieser Schenke aus. �Ist schon gut, Mutch�, sagte der Neuank�mmling. �Es ist in Ordnung. Diese Leute sind G�ste, die ich erwartet habe. K�mmere dich nur um ihre Pferde. Pfleg sie gut!�.</p><p>Mutch fuhr sich m�rrisch �ber die Stirn und bedeutete seinen zwei Begleitern, ihm zu Hilfe zu kommen. Rand und die anderen holten hastig ihre Satteltaschen und Bettrollen herunter, w�hrend sich der Wirt Moiraine zuwandte. Er verbeugte sich tief vor ihr und sprach mit ehrlich erfreutem L�cheln: �Willkommen, Frau Alys, willkommen! Es ist gut, Euch und Meister Andra wiederzusehen. Sehr gut sogar. Ich habe die feinen Gespr�che mit Euch vermi�t. Ja, wirklich. Ich mu� sagen, ich habe mir Sorgen gemacht, weil Ihr dort drau�en auf dem Lande wart. Ich meine, in einer solchen Zeit, da das Wetter verr�ckt spielt und die W�lfe in der Nacht schon vor der Mauer heulen.� Pl�tzlich klatschte er sich mit beiden H�nden auf den Bauch und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Hier stehe ich und quatsche, statt Euch hineinzubringen. Kommt! Kommt! Eine hei�e Mahlzeit und ein warmes Bett, das braucht Ihr jetzt. Und Ihr findet in Baerlon nichts Besseres. Nichts Besseres!�</p><p>�Und auch ein hei�es Bad, darf ich hoffen, Meister Fitch?� fragte Moiraine.</p><p>�Aber nat�rlich � nur das beste und hei�este in ganz Baerlon!� sagte der Wirt. �Kommt. Willkommen im �Hirsch und L�wen�. Willkommen in Baerlon!�</p></section><section><title><p>14</p><p>Zum �Hirsch und L�wen�</p></title><p>Im Innern war die Schenke mindestens so belebt, wie es die Ger�usche von drau�en schon angedeutet hatten. Die Gesellschaft aus Emondsfeld folgte Meister Fitch durch den Hintereingang und mu�te sich bald neben und zwischen einem Strom von M�nnern und Frauen in langen Sch�rzen hindurchwinden, die ihre Tabletts mit Essen und Getr�nken hoch �ber die K�pfe hielten. Die Tr�ger murmelten hastige Entschuldigungen, wenn sie jemandem im Weg waren, aber sie m��igten ihre Schritte keineswegs. Einer der M�nner erhielt eilige Anweisungen von Meister Fitch und verschwand im Trab.</p><p>�Ich f�rchte, die Schenke ist beinahe voll�, sagte der Wirt zu Moiraine. �Fast bis zum Dach. Jede Schenke in der Stadt ist �berf�llt. Bei dem Winter, den wir hinter uns haben... Na ja, sobald das Wetter so gut war, da� man aus den Bergen herunterkommen konnte, wurden wir regelrecht �berschwemmt � ja, das ist das richtige Wort -, �berschwemmt von Bergleuten und Schmelzern, die alle die schlimmsten Geschichten erz�hlten. W�lfe und noch Schlimmeres. Eben die Sachen, die M�nner erz�hlen, wenn sie den ganzen Winter �ber miteinander eingesperrt waren. Ich kann nicht glauben, da� dort oben noch irgend jemand lebt, so viele haben wir hier. Aber keine Angst. Es mag ein wenig eng zugehen, aber ich werde mein Bestes f�r Euch und Meister Andra tun. Und nat�rlich auch f�r Eure Freunde.� Er sah Rand und die anderen ein- oder zweimal neugierig an; au�er in Thoms Fall wies die Kleidung sie als Landvolk aus, und Thoms Gauklerumhang machte ihn f�r �Frau Alys� und �Meister Andra� zu einem h�chst eigenartigen Reisebegleiter. �Ich werde mein Bestes tun, da k�nnt Ihr sicher sein.�</p><p>Rand beobachtete das Treiben rundum und bem�hte sich zu vermeiden, da� jemand ihn �ber den Haufen rannte, obwohl die Helfer eigentlich nicht den Eindruck machten. Er mu�te daran denken, wie Meister al'Vere und seine Frau die Weinquellenschenke lediglich mit gelegentlicher Hilfe ihrer T�chter gef�hrt hatten.</p><p>Mat und Perrin verdrehten sich die H�lse in Richtung auf den Schankraum, aus dem jedesmal eine Welle von Gel�chter, Gesang und freundschaftlichem Geschrei erklang, wenn die breite T�r am Ende des Flurs sich �ffnete. Nachdem er etwas wie �Neuigkeiten erfahren� gemurmelt hatte, verschwand der Beh�ter mit ernster Miene durch diese Schwingt�r und wurde von einer Welle der Fr�hlichkeit verschluckt.</p><p>Rand w�re ihm gern gefolgt, doch noch mehr sehnte er sich nach einem hei�en Bad. Leute und Gel�chter w�ren ihm wohl gerade recht gewesen, doch die G�ste im Schankraum w�rden seine Gegenwart in sauberem Zustand noch mehr begr��en. Mat und Perrin wurden offensichtlich von denselben Gedanken bewegt; Mat kratzte sich verstohlen.</p><p>�Meister Fitch�, sagte Moiraine, �ich habe geh�rt, da� sich Kinder des Lichts in Baerlon aufhalten. K�nnte es Schwierigkeiten geben?�</p><p>�Oh, macht Euch keine Sorgen deswegen, Frau Alys. Sie machen viel Aufhebens, wie �blich. Behaupten, da� eine Aes Sedai in der Stadt sei.� Moiraine hob eine Augenbraue, und der Wirt breitete die fetten H�nde aus. �Sorgt Euch nicht. Sie haben das auch fr�her schon behauptet. Es gibt keine Aes Sedai in Baerlon, und der Statthalter wei� das. Die Wei�m�ntel glauben, wenn sie eine Aes Sedai vorweisen oder eine Frau, von der sie das behaupten, dann wird man sie in unsere Mauern hereinlassen. Na ja, ich sch�tze, einige t�ten das gern. Einige schon. Aber die meisten Leute wissen, was die Wei�m�ntel vorhaben, und sie unterst�tzen den Statthalter. Keiner will, da� irgendeine harmlose alte Frau verletzt wird, damit die Kinder eine Ausrede daf�r haben, die Leute aufzuhetzen.�</p><p>�Das freut mich zu h�ren�, sagte Moiraine trocken. Sie legte eine Hand auf den Arm des Wirts. �Ist Min noch da? Wenn ja, m�chte ich gern mit ihr sprechen.�</p><p>Rand konnte Meister Fitchs Antwort nicht verstehen, da in diesem Moment Bedienstete ankamen, die sie ins Bad f�hren sollten. Moiraine und Egwene verschwanden im Schlepptau einer molligen Frau mit offenem L�cheln und einer Ladung Handt�cher auf dem Arm. Der Gaukler, Rand und seine Freunde wurden von einem schlanken dunkelhaarigen Burschen namens Ara geleitet. Rand versuchte, Ara �ber Baerlon auszufragen, doch der Mann war ziemlich einsilbig. Er erw�hnte nur, da� Rand einen eigenartigen Akzent habe, und dann vertrieb der erste Anblick des Baderaums alle Gedanken an ein Gespr�ch aus Rands Kopf. Ein Dutzend hoher Kupferbadewannen stand im Kreis auf dem mit Platten belegten Fu�boden, der sich leicht zu einem Abflu� in der Mitte des gro�en Raums mit hohen Steinw�nden neigte. Auf einem Hocker hinter jeder Wanne lagen ein dickes Handtuch und ein gro�es St�ck gelber Seife, und an einer Wand standen gro�e schwarze Eisenkessel voll Wasser auf ge�ffneten Herdplatten. An der Wand gegen�ber flammten Holzscheite in einem tiefen offenen Kamin, der noch zu der W�rme im Raum beitrug.</p><p>�Fast so gut wie die Weinquellenschenke zu Hause�, sagte Perrin g�nnerhaft, wenn auch nicht gerade besonders wahrheitsgem��. Thom lachte schallend, und Mat sp�ttelte: �Es klingt, als h�tten wir einen Coplin mitgebracht, ohne es zu merken.�</p><p>Rand legte seinen Umhang ab und zog sich aus, w�hrend Ara vier der Kupferbadewannen f�llte. Auch die anderen z�gerten nicht und taten es Rand nach, der als erster seine Wanne ausw�hlte. Sobald die Kleider auf den Hockern aufgestapelt lagen, brachte Ara jedem einen gro�en Eimer hei�en Wassers und eine Sch�pfkelle. Danach setzte er sich auf einen Hocker neben der T�r, lehnte sich mit verschr�nkten Armen an die Wand und blieb so in Gedanken versunken sitzen.</p><p>W�hrend sie den Schmutz einer Woche wegschrubbten und mit Kellen voll hei�en Wassers wegsp�lten, kam kaum ein Gespr�ch auf. Dann setzten sie sich hinein in die Wannen, um sich darin lange Zeit zu aalen. Ara hatte das Wasser so erhitzt, da� es unter Seufzern des Wohlbefindens eine Weile dauerte, bis sie endlich drin lagen. Die sowieso schon warme Luft im Raum wurde langsam feucht und hei�. Lange Zeit h�rte man �berhaupt nichts, bis auf ein gelegentliches langes Ausatmen, wenn sich verspannte Muskeln l�sten und das Fr�steln, das sie schon f�r gegeben erachtet hatten, aus ihren Knochen verschwand.</p><p>�Braucht ihr noch was?� fragte Ara pl�tzlich. Er hatte keinen Anla�, sich �ber die Akzente anderer auszulassen, denn er und Meister Fitch klangen, als h�tten sie den Mund voll Brei. �Mehr Handt�cher? Noch hei�es Wasser?�</p><p>�Nichts�, sagte Thom in seiner vollt�nenden Stimme. Die Augen geschlossen, wedelte er gro�z�gig mit der Hand. �Geht und genie�t den Abend. Sp�ter werde ich daf�r sorgen, da� Ihr f�r Eure Dienste mehr als gro�z�gig entlohnt werdet.� Er rutschte tiefer in die Wanne hinein, bis er bis auf Augen- und Nasenh�he von Wasser bedeckt war.</p><p>Ara betrachtete die Hocker hinter den Wannen, auf denen Kleider und sonstigen Besitzt�mer aufgestapelt lagen. Er sah den Bogen an, doch am l�ngsten verweilte sein Blick auf Rands Schwert und Perrins Axt. �Gibt es da unten, wo ihr herkommt, auch Unruhen?� fragte er pl�tzlich. �In den Fl�ssen oder wie ihr es nennt?�</p><p>�Die Zwei Fl�sse�, sagte Mat, wobei er jedes Wort betonte. �Es hei�t: die Zwei Fl�sse. Was Unruhen betrifft, warum... �</p><p>�Was meinst du mit �auch�?� fragte Rand. �Gibt es hier irgendwelche Unruhen?�</p><p>Perrin, der das Liegen in der Wanne sichtlich geno�, murmelte: �Gut! Gut!� Thom richtete sich ein wenig auf und �ffnete die Augen.</p><p>�Hier?� schnaubte Ara. �Unruhen? Bergleute, die sich in der Morgend�mmerung auf der Stra�e pr�geln, bedeuten noch keine Unruhen. Oder... � Er schwieg und blickte sie einen Moment lang an. �Ich meinte die Art von Unruhen wie in Ghealdan�, erkl�rte er schlie�lich. �Nein, bei euch wahrscheinlich nicht. Nichts als Schafe da unten, wie? Nicht b�se gemeint... Ich meinte einfach, da� es bei euch wahrscheinlich ruhig ist. Aber es war schon ein eigenartiger Winter. Seltsame Geschichten in den Bergen. Neulich h�rte ich, da� oben in Saldaea Trollocs aufgetaucht sind. Aber das ist nat�rlich eines der Grenzlande, nicht wahr?� Er redete nicht weiter, lie� den Mund zun�chst offen und klappte ihn dann zu, als sei er selbst �berrascht, soviel geredet zu haben.</p><p>Rand hatte sich bei dem Wort Trollocs verkrampft, aber er bem�hte sich, es zu verbergen, indem er seinen Waschlappen �ber dem Kopf auswand. Als der Bursche weitersprach, entspannte er sich wieder. Aber nicht alle hielten den Mund.</p><p>�Trollocs?� gluckste Mat. Rand spritzte mit Wasser nach ihm, doch Mat wischte es sich nur grinsend aus dem Gesicht. �La� mich erstmal von Trollocs erz�hlen!�</p><p>Zum ersten Mal, seit er in die Wanne geklettert war, sprach Thom. �Warum kannst du das nicht lassen? Ich bin es allm�hlich leid, meine eigenen Geschichten von dir wieder zu h�ren.�</p><p>�Er ist ein Gaukler�, sagte Perrin, worauf Ara ihm einen ver�chtlichen Blick zuwarf.</p><p>�Ich habe den Mantel gesehen. Werdet Ihr Eure Kunst hier zeigen?�</p><p>�Augenblick mal!� protestierte Mat. �Was soll das hei�en, da� ich Thoms Geschichten erz�hle? Seid ihr alle... �</p><p>�Du erz�hlst sie eben nicht so gut wie Thom�, schnitt ihm Rand hastig das Wort ab, und Perrin hieb in dieselbe Kerbe. �Du f�gst immer Sachen hinzu, um die Geschichten zu verbessern, aber das schaffst du nicht.�</p><p>�Und dann bringst du auch noch alles durcheinander�, f�gte Rand hinzu. ��berla� das am besten Thom.�</p><p>Sie sprachen alle so schnell, da� Ara sie mit offenem Mund anstarrte. Mat blickte ganz verwirrt drein, als seien alle anderen pl�tzlich verr�ckt geworden. Rand fragte sich, wie man ihn wohl zum Schweigen bringen k�nne, ohne sich mit ihm zu streiten.</p><p>Die T�r schlug auf, und Lan trat ein, den braunen Mantel �ber die Schulter geworfen. Mit ihm kam ein Schwall k�hler Luft, der f�r einen Augenblick den Dampf im Raum etwas lichtete. �Also�, sagte der Beh�ter und rieb sich die H�nde, �genau darauf habe ich gewartet.� Ara ergriff einen Eimer, doch Lan winkte ihm zu, er solle es lassen. �Nein, ich werde mich selbst darum k�mmern.� Er lie� seinen Umhang auf einen der Hocker fallen, bef�rderte den Bediensteten trotz seines Protestes aus dem Raum und schlo� die T�r fest hinter ihm zu. Er wartete ein paar Augenblicke an der T�r, den Kopf zum Lauschen geneigt, und als er sich dann wieder den anderen zuwandte, war seine Stimme kalt, und seine Augen funkelten Mat an. �Es ist gut, da� ich gerade in diesem Augenblick zur�ckgekommen bin, Bauernjunge. H�rst du nie auf das, was man dir sagt?�</p><p>�Ich habe doch nichts getan�, protestierte Mat. �Ich wollte ihm blo� gerade von den Trollocs erz�hlen und nicht von... � Er hielt inne und lehnte sich unter dem Blick des Beh�ters gegen die R�ckseite der Wanne.</p><p>�Sag nichts �ber Trollocs!� befahl Lan ernst. �Denk nicht einmal an Trollocs.� Mit �rgerlichem Schnauben begann er, eine Wanne f�r sich zu f�llen �Blut und Asche, ihr solltet euch besser daran erinnern, da� der Dunkle K�nig Augen und Ohren hat, wo man sie am wenigsten erwartet. Und wenn die Kinder des Lichts h�ren, da� hinter dir die Trollocs her sind, dann brennen sie darauf, dich in die Finger zu bekommen. F�r sie w�rde es im Grunde dasselbe bedeuten, als w�rde man dich Schattenfreund nennen. Auch wenn es euch schwerf�llt -bis wir unser Ziel erreicht haben, traut niemandem, au�er Frau Alys oder ich sagen euch etwas anderes.� Mat zuckte zusammen, als er den Namen betonte, den Moiraine hier benutzte.</p><p>�Das war etwas, das uns dieser Bursche nicht sagen wollte�, erkl�rte Rand. �Etwas, das er als Unruhen bezeichnete, aber er wollte nicht sagen, was es war.�</p><p>�Vielleicht die Kinder�, sagte Lan und go� hei�es Wasser in die Wanne. �Die meisten Leute betrachten sie als Unruhestifter. Ein paar allerdings nicht, und er kannte euch nicht lange genug, um etwas zu riskieren. Was wu�te er schon? Ihr h�ttet ja gleich zu den Wei�m�nteln rennen k�nnen.�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. Dieser Ort schien bereits jetzt schlimmer zu sein, als Taren-F�hre jemals werden konnte. �Er sagte, es seien Trollocs in... in Saldaea, nicht wahr?� sagte Perrin. Lan warf den leeren Eimer zu Boden, da� es krachte. �Ihr m��t wohl einfach dar�ber reden, was? In den Grenzlanden gibt es immer Trollocs, Schmied. Und jetzt begreift endlich, da� wir nicht mehr Aufmerksamkeit erregen wollen als eine Maus auf dem Acker. Verge�t das nicht. Moiraine will euch alle lebend nach Tar Valon bringen und ich nat�rlich auch, wenn irgend m�glich, aber falls ihr Moiraine Schwierigkeiten macht... �</p><p>Der Rest ihres Badevergn�gens spielte sich schweigend ab, genau wie nachher das Anziehen.</p><p>Als sie den Baderaum verlie�en, stand Moiraine mit einem schlanken M�dchen, kaum gr��er als sie selbst, am Ende des Flurs. Zumindest hielt Rand sie f�r ein M�dchens obwohl das schwarze Haar kurzgeschnitten war und sie ein M�nnerhemd und M�nnerhosen trug. Moiraine sagte etwas, das M�dchen betrachtete die M�nner einen Moment lang genau, nickte Moiraine zu und eilte davon.</p><p>�Na also�, sagte Moiraine, als sie n�her kamen, �ich bin sicher, das Bad hat euch allen Appetit gemacht. Meister Fitch hat ein eigenes E�zimmer f�r uns vorbereitet.� Sie unterhielt sich weiter �ber belanglose Dinge mit ihnen, w�hrend sie ihnen den Weg zeigte: �ber ihre Zimmer und die vielen Leute im Ort und da� der Wirt hoffe, Thom werde im Schankraum musizieren und ein, zwei Geschichten zum besten geben. Sie erw�hnte das M�dchen nicht, falls es �berhaupt ein M�dchen gewesen war. Der private Speisesaal wies einen gro�en gl�nzenden Eichentisch auf, um den ein Dutzend St�hle stand. Auf dem Boden lag ein dicker Teppich. Als sie eintraten, drehte sich eine frischgewaschene Egwene mit gl�nzendem, feuchtem, glatt ausgek�mmtem Haar nach ihnen um. Sie hatte sich die H�nde an dem im Herd prasselnden Feuer gew�rmt. Rand hatte w�hrend der langen Stille im Baderaum viel Zeit zum Nachdenken gehabt.</p><p>Lans st�ndige Mahnungen, niemandem zu trauen, und besonders die Tatsache, da� Ara davor zur�ckscheute, ihnen zu vertrauen, hatten ihm klargemacht, wie einsam sie nun wirklich waren. Es schien, als k�nnten sie wirklich niemandem au�er sich selbst trauen, und er war sich immer noch nicht sicher, inwieweit sie Moiraine oder Lan vertrauen konnten. Nur auf sich allein gestellt. Und Egwene war immer noch Egwene. Moiraine behauptete, es sei so oder so geschehen, da� sie die Wahre Quelle ber�hren w�rde. Sie konnte das nicht bestimmen, und das hie�: Es war nicht ihre Schuld. Und sie war immer noch dieselbe Egwene wie vorher.</p><p>Er �ffnete den Mund, um sich zu entschuldigen, doch Egwene versteifte sich und wandte ihm den R�cken zu, bevor er ein Wort herausbringen konnte. Er blickte m�rrisch ihren R�cken an und schluckte hinunter, was er hatte sagen wollen. <emphasis>Auch gut. Wenn sie es so will, dann kann ich nichts daran �ndern.</emphasis></p><p>Meister Fitch schl�pfte herein. Vier Frauen in wei�en Sch�rzen folgten ihm. Sie trugen ein Tablett mit drei Brath�hnchen, Silberbestecken, verdeckten Sch�sseln und Steinguttellern. Die Frauen begannen sofort mit dem Tischdecken. Derweil verbeugte sich der Wirt vor Moiraine.</p><p>�Entschuldigt vielmals, Frau Alys, da� ich Euch so warten lie�, aber bei so vielen G�sten in meiner Schenke wundere ich mich manchmal, da� �berhaupt jemand bedient wird. Ich f�rchte, das Essen ist auch nicht das, was Euch geb�hrte. Nur die H�hnchen, ein paar R�ben und Erbsen und hinterher ein wenig K�se. Nein, es ist wirklich nicht das, was es sein sollte. Ich m�chte mich ehrlich entschuldigen.�</p><p>�Ein Festessen.� Moiraine l�chelte. �In diesen schweren Zeiten ist das aber wirklich ein Festessen, Meister Fitch.�</p><p>Der Wirt verbeugte sich wieder. Sein b�scheliges Haar, das nach allen Seiten abstand, als fahre er st�ndig mit den H�nden hindurch, machte die Verbeugung eher komisch, doch sein Grinsen war so sympathisch, da� jeder, der lachte, mit ihm und nicht �ber ihn lachte. �Vielen Dank, Frau Alys, vielen Dank!� Als er sich aufrichtete, runzelte er die Stirn und wischte mit einem Sch�rzenzipfel ein eingebildetes Staubkorn vom Tisch. �Nat�rlich ist es nicht das, was ich Euch noch vor einem Jahr auf den Tisch gestellt h�tte. Nicht ann�hernd. Der Winter. Ja, der Winter. Meine Keller sind fast leer, und auf dem Markt gibt es kaum etwas zu kaufen. Aber wer kann es den Bauern �bel nehmen? Wer? Niemand kann vorhersagen, wann sie wieder eine Ernte einfahren k�nnen. Niemand wei� es. Und die W�lfe bekommen das Hammelfleisch oder Rindfleisch, das eigentlich auf den Tischen der Menschen landen sollte, und... �</p><p>Pl�tzlich schien ihm bewu�t zu werden, da� dies wohl kaum das richtige Thema war, um seine G�ste zu einem angenehmen Mahl zu laden. �Ich lasse mich wieder einmal hinrei�en. Ein alter Windbeutel bin ich. Mari, Cinda, la�t diese guten Leute in Ruhe speisen.� Gestenreich scheuchte er die Frauen aus dem Raum, und als sie hinauseilten, wandte er sich erneut Moiraine zu und verbeugte sich. �Ich hoffe, Ihr genie�t das Mahl, Frau Alys. Falls Ihr irgend etwas anderes braucht, dann sagt es nur, und ich werde es besorgen. Sagt nur, was Ihr braucht. Es ist ein Vergn�gen, Euch und Meister Andra zu bedienen. Ein Vergn�gen.� Er verbeugte sich noch einmal tief und war weg. Sanft schlo� sich die T�r hinter ihm.</p><p>Lan hatte sich w�hrenddessen an die Wand gelehnt, als schliefe er schon beinahe. Nun sprang er auf und war mit zwei langen Schritten an der T�r. Er dr�ckte ein Ohr gegen ein St�ck der T�rverkleidung, lauschte angespannt, bis er langsam auf drei�ig gez�hlt hatte; dann ri� er die T�r auf und steckte den Kopf in den Flur. �Sie sind weg�, sagte er schlie�lich und schlo� die T�r wieder. �Wir k�nnen frei sprechen.�</p><p>�Ich wei�, da� Ihr sagt, wir k�nnten keinem trauen�, sagte Egwene, �aber wenn Ihr dem Wirt mi�traut, warum bleiben wir dann hier?�</p><p>�Ich mi�traue ihm nicht mehr als jedem anderen�, erwiderte Lan. �Aber wie auch immer, bis wir Tar Valon erreichen, mu� ich eben jedem mi�trauen. Dort dann nur noch jedem zweiten.�</p><p>Rand l�chelte, da er glaubte, der Beh�ter wolle einen Scherz machen. Dann erkannte er, da� Lans Gesicht keine Spur von Humor zeigte. Er w�rde wohl tats�chlich selbst Menschen in Tar Valon mi�trauen. Gab es �berhaupt einen sicheren Ort?</p><p>�Er �bertreibt�, sagte ihnen Moiraine zur Beruhigung. �Meister Fitch ist ein guter Mann, ehrlich und vertrauensw�rdig. Aber er redet gern, und auch bei den besten Absichten kann es geschehen, da� ihm etwas entschl�pft und in falsche Ohren ger�t. Und ich habe mich noch nie in einer Schenke aufgehalten, in der nicht die H�lfte aller Stubenm�dchen an den T�ren lauschten und mehr Zeit damit verbrachten, miteinander zu klatschen, als Betten zu machen. Kommt, setzen wir uns, bevor das Essen kalt wird.�</p><p>Sie nahmen am Tisch Platz. Moiraine sa� an einem Ende, Lan am anderen. Eine Zeitlang war jeder zu sehr damit besch�ftigt, seinen Teller zu f�llen, als da� eine Unterhaltung aufkam. Es war vielleicht kein wirkliches Festessen, aber nach fast einer Woche Fladenbrot und Trockenfleisch schmeckte alles k�stlich.</p><p>Nach einer Weile fragte Moiraine: �Was hast du im Schankraum erfahren?� Messer und Gabeln verhielten mitten in der Luft in der Bewegung, und alle Augen wandten sich dem Beh�ter zu.</p><p>�Wenig Gutes�, antwortete Lan. �Avin hatte recht, jedenfalls bez�glich dessen, was die Leute so erz�hlen. Es gab eine Schlacht in Ghealdan, und Logain war der Sieger. Es sind ein Dutzend verschiedener Geschichten dar�ber im Umlauf, aber in diesem Punkt waren sie sich alle einig.�</p><p>Logain? Das mu�te der falsche Drache sein. Es war das erste Mal, da� Rand den Namen des Mannes h�rte. Es klang bei Lan beinahe so, als kenne er ihn pers�nlich. �Die Aes Sedai?� fragte Moiraine leise, und Lan sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ich wei� nichts. Einige behaupten, sie seien alle get�tet worden, andere sagen, keine einzige sei umgekommen.� Er schnaubte. �Es gibt sogar welche, die behaupten, sie seien zu Logain �bergelaufen. Es gibt keine zuverl�ssigen Informationen, und ich wollte auch nicht zuviel Interesse zeigen.�</p><p>�Ja�, sagte Moiraine, �wenig Gutes also.� Sie atmete tief ein und war wieder hellwach. �Und was gibt es in bezug auf uns selbst?�</p><p>�Da habe ich bessere Neuigkeiten. Keine unerkl�rlichen Vorkommnisse, keine Fremden in der Gegend, die vielleicht Myrddraal sein k�nnten, und ganz gewi� keine Trollocs. Und die Wei�m�ntel sind damit besch�ftigt, dem Statthalter Adan Schwierigkeiten zu bereiten, weil er nicht mit ihnen zusammenarbeiten will. Sie werden uns nicht bemerken, wenn wir sie nicht selbst auf uns aufmerksam machen.�</p><p>�Gut�, sagte Moiraine. �Das stimmt mit dem �berein, was das Badem�dchen erz�hlt hat. Klatsch hat auch seine Vorz�ge. Nun�, sprach sie die gesamte Gesellschaft an, �wir haben immer noch eine lange Reise vor uns, aber die letzte Woche war wirklich nicht ganz einfach. So schlage ich vor, wir bleiben heute und morgen hier und reiten fr�h am folgenden Morgen wieder los.� Die j�ngeren unter ihnen grinsten erfreut � zum ersten Mal in einer Stadt! Moiraine l�chelte. Trotzdem fragte sie: �Was h�lt Meister Andra davon?�</p><p>Lan sah die grinsenden Gesichter n�chtern an. �In Ordnung, falls sie sich ausnahmsweise einmal daran erinnern, was ich ihnen gesagt habe.�</p><p>Thom schnaubte durch seinen Schnurrbart. �Diese Landpomeranzen in eine... eine Stadt loslassen.� Er schnaubte nochmals und sch�ttelte seinen Kopf.</p><p>Da die Schenke so �berf�llt war, standen f�r sie nur drei Zimmer zur Verf�gung, eines f�r Moiraine und Egwene und zwei f�r die M�nner. Rand teilte sich das Zimmer mit Lan und Thom. Es war hinten im vierten Stock, direkt unter dem �berh�ngenden Dach, und aus dem kleinen Fenster blickte man auf den Stallhof hinab. Die Nacht hatte sich nun �ber die Stadt gesenkt, und das Licht aus der Schenke beleuchtete einen Teil des Hofs. Es war sowieso schon ein kleines Zimmer, und das Zusatzbett f�r Thom, das man hineingestellt hatte, schr�nkte den Raum noch mehr ein, auch wenn die Betten alle schmal waren. Und hart. Das fand Rand heraus, als er sich darauf warf. Ganz bestimmt nicht das beste Zimmer.</p><p>Thom blieb nur so lange, wie er brauchte, um Fl�te und Harfe auszupacken, dann ging er, wobei er bereits einige grandiose Gesten ausprobierte. Lan begleitete ihn.</p><p>Seltsam, dachte Rand als er sich auf dem unbequemen Bett herumw�lzte. Noch vor einer Woche w�re er wie der Blitz unten gewesen, um sich die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen, einem Gaukler bei der Arbeit zuzusehen. Aber nachdem er Thoms Geschichten eine Woche lang gelauscht hatte, waren sie einfach nicht mehr so interessant. Thom w�rde au�erdem auch morgen da sein und am n�chsten Abend, na Ja, und das hei�e Bad hatte seine Muskeln entspannt, und die erste warme Mahlzeit seit einer Woche machte ihn auch nicht gerade munterer. Schl�frig fragte er sich, ob Lan den falschen Drachen, Logain, wirklich kannte. Von unten h�rte er einen ged�mpften Aufschrei. Der Schankraum begr��te Thoms Ankunft, doch Rand war bereits eingeschlafen.</p><p>Der Flur zwischen den Steinw�nden war d�ster und von Schatten erf�llt und � bis auf Rand � leer. Er konnte nicht sagen, woher das Licht kam, das bi�chen Helligkeit, das ihn �berhaupt sehen lie�; an den grauen W�nden befanden sich keine Kerzen oder Lampen, nichts, das den schwachen Lichtschimmer verursachte, der einfach da war. Die Luft roch abgestanden und modrig, und irgendwo in einiger Entfernung tropfte Wasser mit einem stetigen hohlen <emphasis>Plonk</emphasis> auf den Boden. Wo auch immer er sich befand, es war nicht in der Schenke. Er runzelte die Stirn und rieb sich mit der Hand dar�ber. Schenke? Sein Kopf schmerzte, und es fiel ihm schwer, die Gedanken festzuhalten. Da war etwas mit einer... einer Schenke gewesen! Der Gedanke war weg, wie fortgeblasen.</p><p>Er leckte sich die Lippen und w�nschte sich etwas zum Trinken herbei. Er war schrecklich durstig, richtig ausgetrocknet. Das st�ndige Tropfen machte ihm die Entscheidung leicht. Da er keinen anderen Impuls hatte als seinen Durst, hielt er auf das <emphasis>Plonk-Plonk-Plonk</emphasis> zu. Der Flur zog sich hin, ohne von einem anderen Korridor unterbrochen zu werden und ohne jede Ver�nderung im Aussehen. Die einzigen Merkmale waren die groben T�ren, die paarweise in regelm��igen Abst�nden auftauchten, auf jeder Seite eine, das Holz aufgesplittert und trotz der feuchten Luft ganz trocken. Die Schatten zogen sich vor ihm zur�ck, blieben immer gleich, und das Tropfen wollte nicht n�her kommen. Nach langer Zeit entschlo� er sich, eine der T�ren zu �ffnen. Sie �ffnete sich ganz leicht, und er betrat ein d�steres Zimmer mit rohen Steinw�nden.</p><p>Eine Wand �ffnete sich in einer Reihe von B�gen zu einem grauen Steinbalkon und dahinter erkannte er einen Himmel, wie er ihn noch nie gesehen hatte. Zu Streifen zerfledderte Wolken in Schwarz- und Graut�nen, in Rot und Orange, str�mten vorbei wie vom Sturmwind getrieben. Sie trennten sich, verbanden sich wieder miteinander und l�sten sich erneut. Niemand konnte jemals einen solchen Himmel gesehen haben, weil er nicht existierte.</p><p>Er ri� seinen Blick von dem Balkon los, aber der Rest des Zimmers war auch nicht besser. Eigenartige Kr�mmungen und seltsame Winkel, als habe man das Zimmer beinahe planlos aus dem Fels herausgeschmolzen, und dazu S�ulen, die aus dem grauen Fu�boden herauszuwachsen schienen. Im Kamin prasselten Flammen wie das Feuer in einer Schmiede, wenn der Blasebalg mit voller Kraft bedient w�rde, aber sie gaben keine W�rme ab. Dieser Kamin war aus seltsamen ovalen Steinen gemauert. Wenn er sie von vorn ansah, wirkten sie wie Steine, feucht und schl�pfrig trotz des Feuers, doch aus den Augenwinkeln betrachtet schienen sie Gesichter zu bilden, die Gesichter von M�nnern und Frauen, die sich vor Schmerz wanden und lautlos schrien. Die hochlehnigen St�hle und der mattgl�nzende Tisch in der Mitte des Raums waren wieder ganz normal, aber gerade das betonte die Fremdartigkeit der Umgebung. An der Wand hing ein einzelner Spiegel, und der war nun �berhaupt nicht gew�hnlich. Als er hinein blickte, sah er nur einen verschwommenen Schimmer, wo eigentlich sein Spiegelbild sein sollte. Alles andere im Raum wurde scharf umrissen reflektiert, doch er nicht.</p><p>Ein Mann stand vor dem Kamin. Als er hereinkam, hatte er den Mann nicht bemerkt. Wenn er nicht genau gewu�t hatte, da� das unm�glich war, h�tte er behauptet, es sei niemand dagewesen, bis er ihn direkt ansah. Er war dunkel angezogen � die Kleidung von hoher Qualit�t -und schien sich im besten Mannesalter zu befinden. Rand stellte sich vor, da� Frauen den Mann bestimmt als gutaussehend betrachtet h�tten. �Wieder einmal stehen wir uns von Angesicht zu Angesicht gegen�ber�, sagte der Mann, und einen Augenblick lang wurden seine Augen und sein Mund zu Toren in endlose Flammenh�hlen. Mit einem Schrei warf sich Rand r�ckw�rts aus dem Zimmer, so heftig, da� er �ber den Flur taumelte, gegen die T�r auf der anderen Seite prallte und diese aufstie�. Er drehte sich um und griff nach der Klinke, um sich vor einem Sturz auf den Fu�boden zu bewahren � und starrte mit weitaufgerissenen Augen in einen Raum mit Steinw�nden, Torb�gen, die auf einen Balkon f�hrten, einen unm�glichen Himmel dahinter und einen Kamin...</p><p>�So leicht kannst du mir nicht entkommen�, sagte der Mann.</p><p>Rand drehte sich um, taumelte aus dem Zimmer und versuchte sich auf den Beinen zu halten, ohne langsamer zu werden. Diesmal erreichte er keinen Korridor. Er erstarrte verkr�mmt unweit des gl�nzendpolierten Tisches und sah den Mann am Kamin an. Das war besser, als die Steine des Kamins anzusehen oder diesen Himmel.</p><p>�Das ist ein Traum�, sagte er beim Aufrichten. Hinter sich h�rte er das Klicken der sich schlie�enden T�r. �Es ist eine Art Alptraum.� Er schlo� die Augen und dachte angespannt an das Erwachen. Als er noch ein Kind gewesen war, hatte ihm die Seherin gesagt, wenn er das in einem Alptraum fertigbringe, werde der Traum verschwinden. <emphasis>Die... Seherin? Was?</emphasis> Wenn ihm nur die Gedanken nicht so schnell entglitten w�ren! Wenn nur sein Kopf aufgeh�rt h�tte zu schmerzen, dann k�nnte er wieder klar denken.</p><p>Wieder �ffnete er die Augen. Der Raum war derselbe wie vorher mit dem Balkon und dem Himmel und dem Mann am Kamin. �Ist es ein Traum?� fragte der Mann. �Spielt es eine Rolle?� Wieder wurden seine Augen und sein Mund einen Augenblick lang zu Guckl�chern in einem Brennofen, der sich in die Ewigkeit erstreckte. Seine Stimme �nderte sich nicht; er schien es gar nicht zu bemerken.</p><p>Rand fuhr diesmal ein wenig zusammen, aber er beherrschte sich rechtzeitig, um nicht aufzuschreien. <emphasis>Das ist ein Traum. Es mu� so sein.</emphasis> Trotzdem ging er ein paar Schritte r�ckw�rts zur T�r, ohne den Blick von dem Mann am Feuer abzuwenden, dann dr�ckte er die Klinke hinunter. Die T�r bewegte sich nicht; sie war verschlossen.</p><p>�Du scheinst Durst zu haben�, sagte der Mann am Kamin. �Trink!�</p><p>Auf dem Tisch stand ein Pokal aus gl�nzendem Gold, mit Rubinen und Amethysten verziert. Er hatte sich schon vorher dort befunden. Wenn er nur nicht jedesmal so zusammengefahren w�re!. Es war doch nur ein Traum. In seinem Mund schien sich nur Staub zu befinden.</p><p>�Ich bin tats�chlich ein wenig durstig�, sagte er und nahm den Pokal. Der Mann beugte sich gespannt vor, eine Hand auf der Lehne eines Stuhls, und beobachtete ihn. Der Geruch nach Gl�hwein machte Rand erst richtig bewu�t, wie durstig er war, als h�tte er seit Tagen nichts mehr zu trinken bekommen. <emphasis>Stimmt das?</emphasis></p><p>Der Pokal befand sich schon auf halbem Weg zu seinem Mund, da hielt er inne. Kleine Rauchw�lkchen erhoben sich von der Stuhllehne, wo die Finger des Mannes lagen. Und diese Augen beobachteten ihn so genau und wechselten schnell zwischen richtigen Augen und Flammen. Rand leckte sich die Lippen und stellte den Wein wieder zur�ck auf den Tisch. �Ich habe nicht so viel Durst, wie ich glaubte.� Der Mann richtete sich br�sk auf. Sein Gesicht zeigte keine Regung. Seine Entt�uschung h�tte nicht deutlicher sein k�nnen, wenn er geflucht h�tte. Rand fragte sich, was der Wein wohl enthielt. Aber das war nat�rlich eine dumme Frage. Dies war ja alles ein Traum. <emphasis>Warum endet er dann nicht?</emphasis> �Was willst du?� fragte er scharf. �Wer bist du?�</p><p>Flammen erhoben sich aus Augen und Mund des Mannes. Rand glaubte sie prasseln zu h�ren. �Einige nennen mich Ba'alzamon.�</p><p>Rand stand an der T�r und r�ttelte verzweifelt an der Klinke. Alle Gedanken an Tr�ume waren verschwunden. Der Dunkle K�nig. Die Klinke gab nicht nach, aber er h�rte nicht auf mit dem R�tteln. �Bist du der, den ich erwarte?� fragte Ba'alzamon pl�tzlich. �Du kannst es nicht vor mir verbergen. Du kannst dich nicht vor mir verstecken, nicht auf dem h�chsten Berg oder in der tiefsten H�hle. Ich kenne dich bis zum kleinsten Haar.�</p><p>Rand drehte sich um und sah dem Mann � Ba'alzamon -in die Augen. Er schluckte schwer. Ein Alptraum. Er griff hinter sich, um noch einmal die Klinke zu dr�cken, dann richtete er sich gerade auf.</p><p>�Erwartest du Ruhm?� fragte Ba'alzamon. �Macht? Haben sie dir gesagt, das Auge der Welt werde dir dienen? Welchen Ruhm oder welche Macht hat denn eine Marionette? Die F�den, an denen du h�ngst, sind �ber Jahrhunderte hinweg gewebt worden. Dein Vater wurde im Wei�en Turm auserw�hlt wie ein Hengst, den man einf�ngt und seiner Pflicht zuf�hrt. Deine Mutter war nicht mehr als eine Zuchtstute zur Verwirklichung ihrer Pl�ne. Und diese Pl�ne f�hren zu deinem Tod.�</p><p>Rands H�nde ballten sich zu F�usten. �Mein Vater ist ein guter Mann, und meine Mutter war eine gute Frau. Sprich nicht so �ber sie.�</p><p>Die Flammen lachten. �Also steckt doch noch Widerstandsgeist in dir. Vielleicht bist du <emphasis>wirklich</emphasis> derjenige. Es wird dir nicht viel helfen. Der Amyrlin-Sitz wird dich benutzen, bis du verbraucht bist, so wie Davian und Yurian Steinbogen und Guaire Amalasan und Raolin Dunkelbann benutzt wurden. So wie sie Logain benutzen.</p><p>Benutzt, bis nichts mehr von dir �brig ist.�</p><p>�Ich wei� nicht... � Rand drehte den Kopf hin und her. Dieser eine Moment klaren Denkens, aus dem Zorn geboren, war verflogen. Als er ihn wieder zu erlangen suchte, wu�te er nicht mehr, wie er dazu gekommen war. Seine Gedanken drehten sich im Kreis. Er ergriff einen davon wie ein Flo� in einem Mahlstrom. Er zwang Worte aus sich heraus. Seine Stimme wurde kr�ftiger, je mehr er sprach. �Du... bist gebunden... in Shayol Ghul. Du und mit dir alle Verlorenen... gebunden durch den Sch�pfer bis ans Ende der Zeit.�</p><p>�Das Ende der Zeit?� sp�ttelte Ba'alzamon. �Du lebst wie ein K�fer unter einem Felsbrocken und glaubst, dein Schleim sei das Universum. Der Tod der Zeit wird mir solche Macht verleihen, wie du sie dir nicht einmal ertr�umen kannst, Wurm.�</p><p>�Du bist gebunden... �</p><p>�Narr, ich bin niemals gebunden worden!� Die Flammen loderten so hei�, da� Rand zur�cktrat und das Gesicht mit vorgehaltenen H�nden sch�tzte. Der Schwei� der Handfl�chen trocknete in der Hitze. �Ich stand an Lews Therin Bruderm�rders Schulter, als er tat, was ihm seinen Namen einbrachte. Ich war es, der ihm sagte, er solle seine Frau, seine Kinder und alle von seinem Blut und jede lebende Person t�ten, die ihn liebte oder die er liebte. Ich war es, der ihm einen Moment der Klarheit verschaffte, so da� er erkannte, was er getan hatte.</p><p>Hast du jemals einen Mann seine Seele ausschreien h�ren, Wurm? Er h�tte mich in dem Augenblick schlagen k�nnen. Er h�tte nicht gewonnen, doch er h�tte es versuchen k�nnen. Statt dessen rief er seine geliebte Eine Macht auf sich selbst herab, und dies so heftig, da� die Erde sich auftat und den Drachenberg ausspie, um sein Grabstein zu werden.</p><p>Tausend Jahre sp�ter sandte ich die Trollocs nach S�den, und drei Jahrhunderte lang brandschatzten sie die Welt. Diese blinden Narren in Tar Valon behaupteten, ich sei am Ende geschlagen worden, aber der Zweite Pakt, der Pakt der Zehn Nationen, war unwiderruflich zerschlagen, und wer war dann noch �brig, mir zu widerstehen? Ich fl�sterte in Artur Falkenfl�gels Ohr, und landauf, landab starben die Aes Sedai. Ich fl�sterte wieder, und der Hochk�nig sandte seine Armeen �ber das Aryth-Meer, �ber das Weltmeer, und besiegelte zwei Schicksale damit. Sein Traum von einem Land und einem Volk starb mit ihm, und dann noch ein zuk�nftiger Traum. Ich stand an seinem Totenbett, als seine Berater ihm sagten, nur eine Aes Sedai k�nne sein Leben retten. Ich sprach, und er befahl, seine Berater hinzurichten. Ich sprach, und die letzten Worte, die der Hochk�nig ausrief, waren der Befehl, Tar Valon zu zerst�ren.</p><p>Wenn schon M�nner wie diese mir nicht widerstehen konnten, was willst du dann ausrichten � eine Kr�te, die neben einer Pf�tze im Wald kauert? Du wirst mir dienen, oder du wirst nach der Pfeife der Aes Sedai tanzen, bis du stirbst. Und dann wirst du mir geh�ren. Die Toten geh�ren mir!�</p><p>�Nein�, murmelte Rand, �das ist ein Traum. Es ist ein Traum.�</p><p>�Glaubst du, in deinen Tr�umen seist du sicher vor mir? Schau!� Ba'alzamon streckte befehlend die Hand aus, und Rands Kopf drehte sich in die Richtung, in die er zeigte, obwohl er ihn nicht bewegen wollte; er wollte sich nicht umdrehen.</p><p>Der Pokal war vom Tisch verschwunden. Wo er sich befunden hatte, duckte sich nun eine gro�e Ratte, zwinkerte in das grelle Licht und pr�fte vorsichtig die Luft. Ba'alzamon machte den Finger krumm, und mit einem Quietschen kr�mmte die Ratte den R�cken, hob die Vorderpfoten in die Luft und stand unsicher auf den Hinterbeinen. Der Finger kr�mmte sich noch mehr, und die Ratte fiel um, strampelte verzweifelt, krallte sich ins Nichts, quietschte schrill, w�hrend sich ihr R�cken immer mehr durchbog. Mit einem scharfen Knacken wie beim Zerbrechen eines Zweigs zitterte die Ratte noch einmal heftig und lag still, v�llig verkr�mmt.</p><p>Rand schluckte. �In einem Traum kann alles geschehen�, murmelte er. Ohne sich umzusehen, schwang er erneut die Faust und traf das Tor. Seine Hand schmerzte, doch er wachte immer noch nicht auf.</p><p>�Dann geh doch zu den Aes Sedai. Geh zum Wei�en Turm und erz�hl ihnen alles. Erz�hl dem Amyrlin-Sitz von diesem... Traum.� Der Mann lachte, und Rand f�hlte die Hitze der Flammen im Gesicht. �Das ist eine M�glichkeit, um ihnen zu entkommen. Sie werden dich dann nicht benutzen wollen. Nein, nicht wenn sie wissen, da� ich alles wei�. Aber werden sie dich am Leben lassen, um zu berichten, was sie tun? Bist du ein solcher Narr, da� du glaubst, sie w�rden dich am Leben lassen? Die Asche von vielen anderen, die so waren wie du, liegt �berall verstreut auf den H�ngen des Drachenbergs.�</p><p>�Das ist ein Traum�, keuchte Rand. �Es ist ein Traum, und ich werde erwachen.�</p><p>�Tats�chlich?� Aus dem Augenwinkel sah er, wie sich der Finger des Mannes bewegte und auf ihn deutete. �Wirst du tats�chlich erwachen?� Der Finger kr�mmte sich, und Rand schrie auf, als sein K�rper sich r�ckw�rts bog. Jeder Muskel zwang ihn weiter nach hinten. �Wirst du jemals wieder erwachen?�</p><p>Verkrampft zuckte Rand in der Dunkelheit hoch. Seine H�nde krallten sich in Stoff. Eine Decke. Bleiches Mondlicht schien durch das einzige Fenster. Die schattenhaften Umrisse auf den anderen beiden Betten. Von einem erklang ein Schnarchen, als ob Segeltuch zerrisse: Thom Merrilin. Ein paar Kohlen glimmten in der Asche im Kamin. Es war also ein Traum gewesen, wie der Alptraum in der Weinquellenschenke an Bel Tine -alles, was er geh�rt oder getan hatte, vermischt mit alten Geschichten und blankem Unsinn. Er zog sich die Decke �ber die Schultern, aber die K�lte war es nicht, die ihn zittern lie�. Auch sein Kopf schmerzte. Vielleicht konnte Moiraine etwas gegen diese Tr�ume tun. <emphasis>Sie sagte, sie k�nne gegen Alptr�ume etwas unternehmen.</emphasis></p><p>Mit einem Schnauben legte er den Kopf wieder hin. Waren die Tr�ume wirklich so schlimm, da� er eine Aes Sedai um Hilfe bitten mu�te? Andererseits, konnte ihn irgend etwas, was er jetzt tat, noch tiefer in die Sache verwickeln? Er hatte die Zwei Fl�sse verlassen und war mit einer Aes Sedai hierhergekommen. Aber er hatte nat�rlich keine andere Wahl gehabt. Hatte er nun eine andere Wahl, als ihr zu vertrauen? Einer Aes Sedai? Dar�ber nachzusinnen, war genauso schlecht wie die Tr�ume. Er kuschelte sich unter seine Decke und versuchte im Nichts Ruhe zu finden, so wie Tam es ihn gelehrt hatte. Doch es dauerte lange, bis er wieder einschlief.</p></section><section><title><p>15</p><p>Fremde und Freunde</p></title><p>Sonnenschein auf seinem schmalen Bett weckte Rand schlie�lich aus tiefem, aber unruhigem Schlaf auf. Er zog sich ein Kissen �ber den Kopf, doch es konnte das Licht nicht abhalten, und er wollte eigentlich auch nicht mehr einschlafen. Nach dem ersten Traum waren noch mehr Tr�ume gekommen. Er konnte sich nur noch an den ersten erinnern, aber er wu�te, da� er kein Bed�rfnis hatte, noch weitere zu erleben.</p><p>Mit einem Seufzer warf er das Kissen weg und setzte sich auf. Beim Strecken verzog er schmerzgeplagt das Gesicht. Alle Schmerzen, die er vermeintlich in der Badewanne losgeworden war, meldeten sich wieder. Und auch sein Kopf tat immer noch weh. Es �berraschte ihn nicht. Ein Traum wie jener in dieser Nacht war dazu angetan, jedem Kopfschmerzen zu bereiten. Die anderen Tr�ume waren schon verflogen, doch jener eine nicht.</p><p>Die anderen Betten waren leer. Der Sonnenschein kam bereits in einem steilen Winkel durch das Fenster. Zu Hause auf dem Hof h�tte er zu dieser Zeit bereits etwas zum Essen bereitet und mit seinen t�glichen Arbeiten begonnen. Er stieg aus dem Bett, wobei er �rgerlich in sich hineinbrummte. Eine Stadt, die man sich ansehen sollte, und sie hatten ihn nicht einmal geweckt. Zumindest aber hatte jemand daf�r gesorgt, da� in der Kanne Wasser war, warmes Wasser sogar.</p><p>Er wusch sich rasch und zog sich hastig an. Bei Tams Schwert z�gerte er f�r einen Augenblick. Lan und Thom hatten ihre Satteltaschen und Bettrollen hinten im Zimmer abgestellt, ganz klar, aber das Schwert des Beh�ters war nirgends zu finden. Lan hatte sein Schwert auch in Emondsfeld getragen, lange bevor es irgendein Anzeichen f�r Schwierigkeiten gab. Er wollte dem Vorbild des �lteren Mannes folgen und redete sich ein, es habe nichts damit zu tun, da� er sich oft vorgestellt hatte, mit einem Schwert an der H�fte durch die Stra�en einer richtigen Stadt zu spazieren. So schnallte er es sich um und warf seinen Umhang wie einen Sack �ber die Schulter.</p><p>Er nahm zwei Treppenstufen mit einem Schritt und eilte hinunter zur K�che. Das war sicher der Ort, an dem er am schnellsten etwas zu essen bekam, und an seinem einzigen Tag in Baerlon wollte er nicht noch mehr Zeit verschwenden, als sowieso schon vertan war. <emphasis>Blut und Asche, sie h�tten mich wirklich wecken k�nnen.</emphasis></p><p>Meister Fitch stand in der K�che und schimpfte mit einer molligen Frau, deren Arme bis zu den Ellbogen mit Mehl bedeckt waren � offensichtlich der K�chin. Doch nein, sie schimpfte mit ihm und hielt ihm den Finger drohend unter die Nase. Kellnerinnen und K�chenjungen, Schankkellner und Putzer arbeiteten um sie herum und k�mmerten sich nicht darum, was da vor ihnen geschah. �... mein Cirri ist ein guter Kater�, sagte sie gerade in scharfem Ton zu Meister Fitch, �und ich will keine Widerrede h�ren, verstanden? Ihr beklagt Euch dar�ber, da� er seine Aufgaben zu gut erf�llt, jawohl, wenn Ihr mich fragt!�</p><p>�Es sind Klagen gekommen�, warf Meister Fitch mit M�he ein. �Beschwerden, meine Liebe. Die H�lfte der G�ste... �</p><p>�Ich will nichts davon h�ren. Ich will einfach nichts davon h�ren! Wenn sie sich �ber meine Katze beschweren wollen, dann sollen sie doch kochen! Meine arme alte Katze, die nur ihre Aufgaben erf�llt, und ich, wir werden woandershin gehen, wo man uns mehr sch�tzt, pa�t nur auf!� Sie band ihre Sch�rze los und wollte sie �ber den Kopf streifen.</p><p>�Nein!� jammerte Meister Fitch und sprang vor, um sie aufzuhalten. Sie tanzten im Kreis herum. Die K�chin versuchte, die Sch�rze auszuziehen, und der Wirt versuchte, sie ihr wieder anzuziehen. �Nein, Sara!� schnaufte er. �Das ist nicht n�tig. Nicht n�tig, sage ich! Was fange ich ohne dich an? Cirri ist eine gute Katze. Eine ausgezeichnete Katze. Die beste Katze in Baerlon. Wenn sich noch mal jemand beschwert, werde ich ihm sagen, er soll dankbar sein, da� die Katze ihre Aufgaben erf�llt. Ja, dankbar! Du darfst nicht gehen! Sara? Sara!�</p><p>Die K�chin h�rte mit der Herumlauferei auf und brachte es fertig, ihm ihre Sch�rze zu entrei�en. �In Ordnung. Ist schon gut.� Sie hielt ihre Sch�rze in beiden H�nden, band sie sich aber immer noch nicht um. �Aber wenn Ihr wollt, da� bis zum Mittag das Essen fertig ist, dann verschwindet jetzt aus der K�che und la�t mich arbeiten. Es ist vielleicht Eure Schenke, aber dies ist meine K�che. Es sei denn, Ihr wollt selbst kochen... � Sie tat so, als wolle sie ihm die Sch�rze reichen.</p><p>Meister Fitch trat mit weit gespreizten Armen zur�ck. Er �ffnete den Mund, hielt inne und sah sich zum ersten Mal um. Die K�chenhilfen �bersahen noch immer � sehr betont � K�chin und Wirt, w�hrend Rand intensiv in seinen Manteltaschen zu suchen begann, obwohl au�er Moiraines M�nze nichts darin war als ein paar Kupferst�cke und eine Handvoll Krimskrams. Sein Taschenmesser und der Wetzstein. Zwei ReserveBogensehnen und ein St�ck Schnur, das er f�r alle F�lle immer dabei hatte.</p><p>�Ich bin sicher, Sara�, sagte Meister Fitch vorsichtig, �da� alles so vorz�glich wie immer bei dir schmecken wird.� Damit blickte er zum letzten Mal die K�chenhilfen mi�trauisch an und verlie� den Raum mit aller W�rde, die er aufbringen konnte.</p><p>Sara wartete, bis er drau�en war, und band sich entschlossen die Sch�rze wieder um, bevor sie Rand anblickte. �Ich sch�tze, du m�chtest etwas zum Essen haben, wie? Also dann komm rein.� Sie l�chelte ihn verschmitzt an. �Ich bei�e nicht, wirklich nicht, gleichg�ltig, was du vielleicht gesehen haben magst, auch wenn es nicht f�r deine Augen bestimmt war. Ciel, hol Brot, K�se und Milch f�r den Jungen! Das ist alles, was im Augenblick da ist. Setz dich, Junge. Deine Freunde sind alle ausgegangen, au�er einem, der sich nicht wohl f�hlte, wie man mir sagte, und ich denke, du wirst auch weg wollen.�</p><p>Eine der Kellnerinnen brachte ein Tablett, w�hrend sich Rand auf einen Hocker am Tisch setzte. Er a�, und die K�chin knetete weiter ihren Brotteig. Ihr Wortschwall war aber keineswegs beendet.</p><p>�Du mu�t das nicht so ernstnehmen, was du gesehen hast. Meister Fitch ist durchaus ein guter Mann. Die Beschwerden der Leute machen ihn nerv�s, und wor�ber beschweren sie sich? M�chten sie lieber lebendige Ratten finden als tote? Auch wenn nicht zu Cirri pa�t, seine Beute einfach zur�ckzulassen. Und mehr als ein Dutzend? Cirri w�rde niemals so viele in die Schenke hereinlassen, er nicht! Dies ist au�erdem ein sauberes Haus und wird von Ratten nicht so heimgesucht. Und alle mit gebrochenem R�ckgrat.� Sie sch�ttelte den Kopf �ber so viele Ungereimtheiten.</p><p>Brot und K�se verwandelten sich in Rands Mund zu Asche. �Ihr R�ckgrat war gebrochen?�</p><p>Die K�chin wedelte mit mehliger Hand. �Denk einfach an sch�nere Dinge, das ist meine Meinung. Es ist ein Gaukler da, wei�t du. Im Augenblick ist er im Schankraum. Aber ach, du bist ja mit ihm zusammen gekommen, nicht wahr? Du bist einer von denen, die gestern abend mit Frau Alys angekommen sind, ja? Das habe ich mir gedacht. Ich werde nicht viel Gelegenheit haben, dem Gaukler zuzusehen, f�rchte ich, nicht bei einer so �berf�llten Schenke, und die meisten G�ste noch dazu dieses Pack aus den Bergwerken.� Sie klatschte besonders heftig auf einen Klumpen Teig. �Nicht die Sorte, die wir sonst gern hereinlassen, nur da� der ganze Ort voll von ihnen ist. Aber ich denke, so schlimm sind sie auch wieder nicht. Sag mal, ich habe tats�chlich seit der Zeit vor dem Winteranbruch keinen Gaukler mehr gesehen, und... �</p><p>Rand a� mechanisch. Er schmeckte nichts und h�rte der K�chin nicht zu. Tote Ratten mit gebrochenem R�ckgrat. Er beendete hastig sein Fr�hst�ck, stammelte einen Dank und eilte hinaus. Er mu�te mit jemandem sprechen.</p><p>Der Schankraum im �Hirsch und L�wen� hatte au�er dem Zweck wenig mit dem der Weinquellenschenke gemein. Er war zweimal so breit und dreimal so lang, und auf die W�nde waren farbenfrohe Bilder von geschm�ckten Geb�uden mit G�rten voller hoher B�ume und leuchtender Blumen aufgemalt. Statt eines gro�en Kamins gab es hier an jeder Wand einen, und Dutzende von Tischen f�llten den Raum. Fast jeder Stuhl, jeder Hocker und jede Bank waren besetzt.</p><p>Die Pfeife im Mund und den Krug in der Faust, beugten sich die G�ste vor und richteten die Aufmerksamkeit auf dieselbe Gestalt. Thom stand auf einem Tisch in der Mitte des Raums. Den vielfarbigen Umhang hatte er �ber einen Stuhl geworfen. Selbst Meister Fitch hielt einen silbernen Krug und ein Poliertuch in erstarrten H�nden.</p><p>�... t�nzelnd, silberne Hufe und stolz gekr�mmte H�lse�, deklamierte Thom und schien dabei irgendwie nicht nur auf einem Pferd zu reiten, sondern sich auch noch in einer langen Prozession von Reitern zu befinden. �Seidenfeine M�hnen flattern, wenn die K�pfe hochgeworfen werden. Tausend flatternde Banner weben Regenbogen in den endlosen Himmel. Hundert messingt�nende Trompeten lassen die Luft erzittern und Trommeln rasseln wie Donner. Hurrarufe erheben sich Welle um Welle von Tausenden von Zuschauern, ergie�en sich �ber die D�cher und T�rme von Illian, brechen und prallen ungeh�rt auf die tausend Ohren von Reitern, deren Augen und Herzen von ihrer heiligen Aufgabe beseelt gl�nzen. Die Wilde Jagd nach dem Horn reitet hinaus, reitet, um das Horn von Valere zu suchen, das die Helden vergangener Zeitalter aus den Gr�bern zur�ckholt, um f�r das Licht zu k�mpfen... �</p><p>Es war die Darbietung, die der Gaukler das Einfache Lied genannt hatte, als er ihnen in den N�chten neben dem Feuer auf ihrem Weg nach Norden von seiner Arbeit erz�hlt hatte. Geschichten, hatte er gesagt, wurden in drei Formen erz�hlt: das Hohe Lied, das Einfache Lied und das Volkslied, das einfach so erz�hlt wurde, als berichte man einem Nachbarn �ber die Ernteaussichten. Thom erz�hlte manchmal Geschichten in der Volksliedform, und es k�mmerte ihn nicht, da� in seiner Stimme Verachtung mitschwang.</p><p>Rand schlo� die T�r, ohne einzutreten, und lie� sich gegen die Wand sacken. Von Thom konnte er keinen Rat erwarten. Moiraine � was <emphasis>w�rde</emphasis> sie tun, wenn sie es w��te?</p><p>Er bemerkte, da� ihn die Leute im Vor�bergehen anstarrten und da� er Selbstgespr�che f�hrte. Er strich seinen Mantel glatt und richtete sich auf. Er mu�te mit jemandem sprechen. Die K�chin hatte gesagt, einer der anderen sei nicht mit ausgegangen. Es kostete ihn M�he, nicht zu rennen.</p><p>Als er an die T�r des Zimmers klopfte, wo die anderen Jungen geschlafen hatten, und schlie�lich den Kopf hineinsteckte, war nur Perrin da, der noch unangezogen im Bett lag. Er verdrehte den Kopf auf dem Kissen, um Rand anzusehen, und schlo� die Augen wieder. Mats Bogen und K�cher standen in einer Ecke.</p><p>�Ich h�rte, da� du dich nicht wohl f�hlst�, sagte Rand. Er trat ein und setzte sich auf das danebenstehende Bett. �Ich wollte nur reden. Ich... � Er wu�te nicht, wie er anfangen sollte. �Wenn dir schlecht ist�, sagte er halb im Aufstehen, �solltest du vielleicht besser schlafen. Ich kann ja gehen.�</p><p>�Ich wei� nicht, ob ich jemals wieder schlafen werde�, seufzte Perrin. �Ich hatte einen schlimmen Traum, wenn du es schon wissen willst, und ich konnte danach nicht mehr einschlafen. Mat wird es dir bestimmt auch erz�hlen. Er lachte heute morgen, als ich den anderen erz�hlte, warum ich zu m�de war, um mit ihnen auszugehen, aber er hat auch getr�umt. Ich habe ihm einen gro�en Teil der Nacht zugeh�rt, denn er w�lzte sich im Bett hin und her und sprach im Schlaf, und keiner kann mir weismachen, da� er gut geschlafen hat.� Er hielt sich einen starken Arm vor die Augen. �Licht, bin ich vielleicht m�de! Wenn ich ein oder zwei Stunden hierbleibe, f�hle ich mich vielleicht wohler und kann aufstehen. Mat wird es mir nie verzeihen, wenn ich Baerlon wegen eines Traums nicht anschaue.�</p><p>Rand leckte sich die Lippen und fragte: �Hat er eine Ratte get�tet?�</p><p>Perrin senkte den Arm und blickte ihn an. �Du auch?� fragte er schlie�lich. Als Rand nickte, f�gte er hinzu: �Ich w�nschte, ich w�re wieder zu Hause. Er erz�hlte mir... Er sagte... Was sollen wir tun? Hast du es Moiraine erz�hlt?�</p><p>�Nein. Noch nicht. Vielleicht lasse ich es auch bleiben. Ich wei� nicht. Wie steht's mit dir?�</p><p>�Er sagte... Blut und Asche, Rand, ich wei� es nicht.� Perrin st�tzte sich auf den Ellbogen. �Glaubst du, da� Mat den gleichen Traum hatte? Er lachte, aber es klang gezwungen, und er schaute mich so komisch an, als ich erz�hlte, ich h�tte wegen eines Traums nicht mehr geschlafen.�</p><p>�Vielleicht tr�umte er das gleiche�, sagte Rand. Er hatte ein schlechtes Gewissen, da� er sich so erleichtert f�hlte, nicht der einzige mit Alptr�umen zu sein. �Ich wollte Thom um Rat fragen. Er hat viel von der Welt gesehen. Du... du denkst wohl auch, wir sollten es Moiraine nicht erz�hlen, oder?�</p><p>Perrin lie� sich in die Kissen zur�ckfallen. �Du hast geh�rt, was man sich �ber die Aes Sedai erz�hlt. Glaubst du, wir k�nnen Thom vertrauen? Wenn wir �berhaupt jemandem vertrauen k�nnen. Rand, wenn wir lebend aus dieser Sache herauskommen, wenn wir jemals heimkommen und du h�rst mich sagen, ich wolle Emondsfeld wieder verlassen � auch wenn es nur f�r eine Reise nach Wachh�gel ist -, dann gib mir einen Tritt.</p><p>Klar?�</p><p>�So solltest du nicht sprechen�, sagte Rand. Er verzog das Gesicht zu einem L�cheln, so gutgelaunt, wie er es gerade fertigbrachte. �Nat�rlich kehren wir wieder heim. Komm, steh auf! Wir sind in einer Stadt und haben einen ganzen Tag Zeit, sie anzusehen. Wo sind deine Kleider?�</p><p>�Geh du nur. Ich will nur eine Weile hier liegenbleiben.� Perrin legte den Arm wieder �ber die Augen. �Geh du nur vor. Ich komme in ein oder zwei Stunden nach.�</p><p>�Du bist der Leidtragende�, sagte Rand beim Aufstehen. �Denk mal daran, was du alles vers�umst.� Er blieb an der T�r noch einmal stehen. �Baerlon. Wie oft haben wir dar�ber gesprochen, da� wir eines Tages Baerlon sehen wollten!� Perrin lag mit bedeckten Augen da und sagte kein Wort. Kurz darauf verlie� Rand das Zimmer und schlo� die T�r hinter sich.</p><p>Im Flur lehnte er sich an die Wand. Sein L�cheln verflog. Sein Kopf schmerzte nach wie vor, und zwar schlimmer als zuvor. Er konnte nicht mehr viel Begeisterung f�r Baerlon empfinden. Er konnte �berhaupt keine Begeisterung f�r irgend etwas aufbringen.</p><p>Ein Zimmerm�dchen kam mit einem Arm voller Bettlaken an ihm vorbei und sah ihn besorgt an. Bevor sie etwas sagen konnte, eilte er den Flur entlang und schl�pfte in seinen Umhang. Thom w�rde noch stundenlang im Schankraum besch�ftigt sein. Er konnte sich also genausogut die Stadt anschauen. Vielleicht w�rde er Mat aufsp�ren und herausfinden, ob Ba'alzamon auch durch seine Tr�ume gegeistert war. Er ging diesmal langsamer die Treppe hinunter und rieb sich die Schl�fen.</p><p>Die Treppe f�hrte zur K�che, und so w�hlte er diesen Weg nach drau�en. Er nickte Sara zu, doch dann beeilte er sich, als sie allem Anschein nach ihre Unterhaltung wieder aufnehmen wollte. Der Stallhof war fast leer. Nur Mutch, der an der Stallt�r stand, und einer der Stallknechte, der einen Sack auf der Schulter hatte und ihn in die St�lle trug, befanden sich dort. Rand nickte Mutch zu, aber der Pferdepfleger warf ihm einen geh�ssigen Blick zu und ging hinein. Er hoffte, die �brigen St�dter w�rden eher Sara �hneln als Mutch. Er war neugierig, den Charakter dieser Stadt kennenzulernen, und beschleunigte seine Schritte.</p><p>Am offenen Tor des Stallhofes blieb er stehen und sah sich um. Die Stra�en waren von Menschen gef�llt wie ein Pferch mit Schafen. Die Menschen waren bis zu den Augen in Umh�nge und M�ntel geh�llt, hatten die H�te zum Schutz gegen die K�lte tief heruntergezogen und begaben sich mit schnellen Schritten in die Menge hinein oder wieder heraus, als bliese der �ber die D�cher pfeifende Wind sie immer weiter. Achtlos schoben sie sich aneinander vorbei, gru�los und ohne die anderen anzuschauen. <emphasis>Alles Fremde,</emphasis> dachte er. <emphasis>Keiner von ihnen kennt den anderen.</emphasis></p><p>Auch die Ger�che waren fremdartig, scharf und sauer und s��, alles zu einem Durcheinander vermischt, das ihn in der Nase juckte. Noch nicht einmal auf dem H�hepunkt eines Festes hatte er bisher erlebt, da� sich so viele Menschen zusammendr�ngten. Nicht einmal halb so viele. Und dies war nur eine einzige Stra�e. Die ganze Stadt... War es �berall so? Er trat langsam vom Tor zur�ck nach hinten, weg von dieser mit Menschen gef�llten Stra�e. Es war nicht richtig, wegzugehen und Perrin krank im Bett zur�ckzulassen. Und wenn Thom mit dem Erz�hlen fertig w�rde, w�hrend er noch drau�en in der Stadt war? Der Gaukler w�rde dann vielleicht selbst ausgehen, und Rand mu�te mit jemandem sprechen. Viel besser, ein wenig zu warten. Er atmete erleichtert auf, als er der �berf�llten Stra�e den R�cken kehrte.</p><p>Bei seinem Kopfweh hatte er aber auch keine Lust, zur�ckzukehren in die Schenke. Er setzte sich auf ein Fa�, das umgedreht an der R�ckwand der Schenke stand, und hoffte, die kalte Luft m�ge seinem Kopf guttun. Von Zeit zu Zeit kam Mutch an die Stallt�r und starrte ihn an. Sogar auf die Entfernung konnte Rand die b�se Miene des Burschen deutlich erkennen. Mochte der Mann keine Leute vom Land? Oder hatte ihn Meister Fitch so in Verlegenheit gebracht, als er sie begr��te, nachdem Mutch versucht hatte, sie zu verscheuchen, als sie von der R�ckseite her hereingekommen waren? <emphasis>Vielleicht ist er ein Schattenfreund,</emphasis> dachte er. Eigentlich h�tte er von sich erwartet, bei diesem Gedanken zu schmunzeln, aber nun war es alles andere als lustig. Er streichelte mit der Hand �ber den Knauf von Tams Schwert. Es gab �berhaupt kaum noch etwas Lustiges.</p><p>�Ein Schafhirte mit einem Schwert, das ein Reiherzeichen tr�gt�, sagte eine leise Frauenstimme. �Da kann man ja gleich alles glauben. In welchen Schwierigkeiten steckst du denn, Junge vom Land?�</p><p>�berrascht sprang Rand auf. Es war die junge Frau mit dem kurzgeschnittenen Haar, die bei Moiraine gestanden hatte, als er aus dem Bad kam. Sie trug immer noch Hosen und Mantel eines Jungen. Sie war ein wenig �lter als er, wie er glaubte, und hatte dunkle Augen, noch gr��er als Egwenes Augen und seltsam intensiv im Blick. �Du hei�t Rand, nicht wahr?� fuhr sie fort. �Ich hei�e Min.�</p><p>�Ich bin nicht in Schwierigkeiten�, sagte er. Er hatte keine Ahnung, was Moiraine ihr alles erz�hlt hatte, aber er erinnerte sich an Lans Weisung, keine Aufmerksamkeit zu erregen. �Wieso glaubst du, ich sei in Schwierigkeiten? Die Zwei Fl�sse sind ein ruhiges Gebiet, und wir sind alle ruhige Leute. Kein Ort f�r Schwierigkeiten, es sei denn, sie h�ngen mit der Ernte oder den Schafen zusammen.�</p><p>�Ruhig?� fragte Min mit leichtem L�cheln. �Ich habe geh�rt, was man �ber euch Zwei-Fl�sse-Leute so sagt. Ich habe die Witze geh�rt, die man �ber holzk�pfige Sch�fer gerissen hat, aber es gibt auch M�nner, die wirklich dort unten gewesen sind.�</p><p>�Holzk�pfe?� fragte Rand mit finsterer Miene. �Was f�r Witze?�</p><p>�Diejenigen, die euch kennen�, fuhr sie fort, als habe er nichts gesagt, �berichten, da� ihr immer l�chelnd und h�flich herumlauft, so sanft und butterweich im Verhalten. Jedenfalls an der Oberfl�che. Darunter, sagen sie, seid ihr so z�h wie alte Eichenwurzeln. Wenn du sie zu hart anpackst, behaupten sie, bei�t du auf Granit. Aber in dir und deinen Freunden liegt der Granit ziemlich an der Oberfl�che. Es ist, als h�tte ein Sturm die Erde weggeblasen, die ihn bedeckte. Moiraine hat mir nicht alles erz�hlt, aber ich habe ja Augen im Kopf.�</p><p>Alte Eichenwurzeln? Granit? Das klang kaum nach den Geschichten der H�ndler und anderer Leute. Der letzte Satz allerdings lie� ihn zusammenfahren.</p><p>Er sah sich schnell um. Der Stallhof war leer und die n�chsten Fenster geschlossen. �Ich kenne niemanden namens � wie war der Name doch gleich wieder?�</p><p>�Also dann eben Frau Alys, wenn dir das lieber ist�, sagte Min mit belustigtem Blick, der Rand die R�te in die Wangen trieb. �Es ist niemand in der N�he, der uns belauschen k�nnte.�</p><p>�Wieso glaubst du, da� Frau Alys noch einen anderen Namen hat?�</p><p>�Weil sie es mir erz�hlt hat�, sagte Min so geduldig, da� er schon wieder err�tete. �Allerdings hatte sie keine andere Wahl, denke ich. Ich erkannte, da� sie... anders war... gleich vom ersten Augenblick an... als sie auf dem Weg zu euch hier vorbeikam. Sie erkannte mich ebenfalls. Ich habe fr�her schon mit... anderen von ihrer Art gesprochen.�</p><p>�Du erkanntest � sie?� fragte Rand.</p><p>�Na ja, ich glaube nicht, da� du gleich zu den Kindern rennen wirst. Vor allem, wenn man bedenkt, wer deine Reisegenossen sind. Den Wei�m�nteln w�rde das, was ich tue, genausowenig gefallen wie das, was sie tut.�</p><p>�Ich verstehe nicht.�</p><p>�Sie sagt, da� ich Teile des Musters sehen kann.� Min lachte kurz und sch�ttelte den Kopf. �H�rt sich toll an -zu toll, was mich betrifft. Ich sehe einfach nur Dinge, wenn ich die Leute anblicke, und manchmal wei� ich, was sie wirklich wollen. Ich sehe einen Mann und eine Frau an, die noch nie miteinander gesprochen haben, und wei�, da� sie heiraten werden. Und das tun sie dann auch. Das sind die Dinge, die ich sehe. Sie wollte, da� ich dich kennenlerne. Euch alle zusammen.�</p><p>Rand schauderte. �Und was hast du gesehen?�</p><p>�Wenn ihr alle zusammen seid? Funken schwirren um euch herum, Tausende, und ein gro�er Schatten, dunkler als Mitternacht. Diese Erscheinung ist so stark, da� ich mich schon fast frage, warum es nicht jeder sieht. Die Funken versuchen, den Schatten zu f�llen, und der Schatten versucht, die Funken zu verschlingen.� Sie zuckte die Achseln. �Ihr seid alle in irgend etwas Gef�hrlichem verstrickt, und ich kann einfach nicht mehr dar�ber herausfinden.�</p><p>�Wir alle?� murmelte Rand. �Auch Egwene? Aber sie waren nicht hinter... Ich meine... �</p><p>Min schien seinen Versprecher nicht zu bemerken.</p><p>�Das M�dchen? Sie geh�rt auch dazu. Und der Gaukler. Ihr alle. Und du bist in sie verliebt.� Er sah sie entgeistert an. �Das kann ich sagen, ohne mein inneres Auge bem�hen zu m�ssen. Sie liebt dich auch, aber sie ist nicht f�r dich bestimmt und du nicht f�r sie. Jedenfalls nicht in der Art, die ihr euch beide w�nscht.� �Was soll das hei�en?�</p><p>�Wenn ich sie ansehe, erblicke ich das gleiche wie bei... Frau Alys. Auch andere Dinge, die ich nicht verstehe, doch zumindest wei� ich, was <emphasis>das</emphasis> bedeutet. Sie wird es nicht verweigern.�</p><p>�Das ist doch alles Unsinn�, sagte Rand unsicher. Sein Kopfweh verflog langsam; der Kopf war wie taub, als ob man ihn voll Wolle gepackt h�tte. Er wollte weg von diesem M�dchen und den Dingen, die sie sah. Und doch... �Was siehst du, wenn du den Rest von uns anblickst?�</p><p>�Alles m�gliche�, sagte Min mit einem L�cheln, als wisse sie, was er wirklich fragen wollte. �Der Krieg... �h... Meister Andra hat sieben zerst�rte Festungen um den Kopf und ein Kind in der Wiege um sich, das ein Schwert h�lt und...� Sie sch�ttelte den Kopf. �M�nner wie er -verstehst du? � haben so viele Bilder um sich herum, da� ein Bild das andere verdr�ngt. Die st�rksten Eindr�cke, die den Gaukler umgeben: ein Mann � nicht er selbst -, der Feuer schluckt, und der Wei�e Turm. Bei einem Mann ergibt das �berhaupt keinen Sinn. Die st�rksten Eindr�cke bei dem gro�en krausk�pfigen Burschen sind ein Wolf, eine zerbrochene Krone und B�ume, die um ihn herum bl�hen. Und bei dem anderen � ein roter Adler, ein Auge auf einer Waagschale, ein Dolch mit einem Rubin, ein Horn und ein lachendes Gesicht. Da gibt es noch mehr, aber ich denke, du siehst, was ich meine. Diesmal kann ich einfach nichts Rechtes damit anfangen.�</p><p>Dann wartete sie, immer noch l�chelnd, bis er sich schlie�lich r�usperte und fragte: �Wie steht's bei mir?�</p><p>Ihr L�cheln wurde zu einem offenen Lachen. �Dieselben Dinge wie bei den anderen. Ein Schwert, das kein Schwert ist, eine goldene Krone in Form von Lorbeerbl�ttern, ein Bettelstab, du, wie du Wasser auf Sand sch�ttest, eine blutende Hand und ein wei�gl�hendes Eisen, drei Frauen, die bei einer Beerdigung an der Bahre stehen, auf der du liegst, schwarzer Fels, na� von Blut... �</p><p>�Ist schon gut�, unterbrach er sie verlegen. �Du mu�t nicht alles aufz�hlen.�</p><p>�Vor allem sehe ich Blitze um dich herum. Manche zucken auf dich zu, manche kommen aus dir heraus. Ich wei� nicht, was das alles bedeutet, au�er bei einer Sache. Du und ich, wir werden uns wiedersehen.� Sie sah ihn fragend an, als verstehe sie auch das nicht.</p><p>�Warum auch nicht?� fragte er. �Ich werde auf dem Heimweg wieder hier durchkommen.�</p><p>�Ich denke schon.� Pl�tzlich war ihr L�cheln wieder da, versonnen und geheimnisvoll, und sie t�tschelte ihm die Wange. �Aber wenn ich dir alles erz�hle, was ich sah, dann w�re dein Haar genauso kraus wie bei deinem Freund mit den breiten Schultern.�</p><p>Er zuckte vor ihrer Hand zur�ck, als sei sie rotgl�hend. �Was meinst du damit? Siehst du irgend etwas �ber Ratten? Oder Tr�ume?�</p><p>�Ratten! Nein, keine Ratten. Und was die Tr�ume betrifft, vielleicht tr�umst du so was gern, aber ich habe sonst nie davon getr�umt.�</p><p>Er fragte sich, ob sie �bergeschnappt sei, so l�chelte sie ihn an. �Ich mu� gehen�, sagte er und schob sich an ihr vorbei. �Ich... ich mu� meine Freunde treffen.�</p><p>�Also geh. Aber du wirst nicht entkommen.�</p><p>Er rannte nicht gerade weg, wurde aber doch mit jedem Schritt etwas schneller. �Renn, wenn du willst!� rief sie ihm nach. �Du kannst mir nicht entkommen.�</p><p>Ihr Lachen verfolgte ihn �ber den Hof und hinaus auf die Stra�e in das Menschengew�hl hinein. Ihre letzten Worte glichen zu sehr denen von Ba'alzamon. Er rempelte Leute an, als er sich durch die Menge schob, was ihm scharfe Blicke und b�se Worte einbrachte, aber er verlangsamte seine Schritte nicht, bis er einige Stra�en von der Schenke entfernt war.</p><p>Nach einer Weile begann er, wieder auf seine Umgebung zu achten. Sein Kopf f�hlte sich an wie ein Ballon, aber er sah sich trotzdem um und geno� den Anblick. Er fand, Baerlon war schon eine tolle Stadt, wenn auch nicht auf dieselbe Art wie die St�dte in Thoms Geschichten. Er wanderte durch breite Stra�en, meist mit gro�en Platten gepflastert, und durch kleine gewundene Gassen, wohin auch immer der Zufall und die Menschenmenge ihn trieben. Es hatte in der Nacht geregnet, und die ungepflasterten Stra�en waren von der Menge bereits zu Matsch zertrampelt worden. Doch schlammige Stra�en waren f�r ihn nichts Neues. Keine der Stra�en in Emondsfeld war gepflastert.</p><p>Es gab nun bestimmt auch keine Pal�ste, und nur wenige H�user waren sehr viel gr��er als die zu Hause, aber jedes Haus hatte ein Ziegel- oder Schieferdach, das genauso sch�n war wie das der Weinquellenschenke. Er sch�tzte, da� es in Caemlyn vielleicht ein oder zwei Pal�ste gab. Was Schenken betraf, so z�hlte er neun, und keine davon war kleiner als die Weinquelle. Die meisten waren genauso gro� wie der �Hirsch und L�we�, und es gab ja noch eine Menge Stra�en, die er nicht gesehen hatte.</p><p>An jeder Stra�e gab es L�den mit Markisen, die mit Waren vollgeladene Tische sch�tzten. Man bekam alles -vom Stoff, �ber B�cher bis zu T�pfen und Stiefeln. Es war, als h�tten hundert H�ndlerwagen ihren Inhalt verstreut. Er sah sich alles so auff�llig an, da� er mehr als einmal unter den mi�trauischen Blicken eines Ladeninhabers fl�chten mu�te. Beim ersten Ladeninhaber hatte er noch nicht verstanden, warum er ihn so ansah. Als er endlich kapierte, wurde er zuerst w�tend, bis er sich daran erinnerte, da� er hier der Fremde war. Er h�tte sowieso nicht viel kaufen k�nnen. Er schnappte nach Luft, als er sah, wie viele Kupferm�nzen man f�r ein Dutzend verf�rbte �pfel oder eine Handvoll verschrumpelter R�ben hinlegen mu�te � die man bei den Zwei Fl�ssen an die Pferde verf�ttert h�tte, aber die Leute zahlten ganz eifrig.</p><p>Es gab hier f�r seinen Geschmack wirklich mehr als genug Leute. F�r eine Weile �berw�ltigte ihn der Anblick der Massen beinahe. Einige trugen feinere Kleider, als irgend jemand in den Zwei Fl�ssen besa� � beinahe die Qualit�t von Moiraines Kleidung -, und recht viele waren in pelzbesetzte lange M�ntel geh�llt, die bis zu den Kn�cheln reichten. Die Bergarbeiter, von denen man in der Schenke soviel geredet hatte, gingen gebeugt einher wie alle M�nner, die unter der Erde gruben. Doch die meisten Menschen sahen auch nicht anders aus als jene, mit denen er aufgewachsen war, weder was die Gesichter noch was die Kleidung betraf. Er hatte irgendwie mehr Unterschiede erwartet. Und nun erinnerten ihn manche Gesichter so sehr an die Zwei Fl�sse, da� er sich vorstellen konnte, sie geh�rten der einen oder anderen Familie an, die er aus der Gegend von Emondsfeld kannte. Ein zahnloser grauhaariger Bursche mit Ohren wie die Henkel an einem Bierkrug, der auf einer Bank vor einer Schenke sa� und trauernd in den leeren Humpen blickte, h�tte sehr wohl ein Vetter Bili Congars sein k�nnen. Der Schneider mit dem kantigen Kinn, der vor seinem Laden n�hte, mochte Jon Thanes Bruder sein � bis hin zu dem kahlen Fleck auf dem Hinterkopf. Ein Beinahe-Spiegelbild von Samel Crawe dr�ngte sich an Rand vorbei, als er um eine Ecke kam und...</p><p>Ungl�ubig starrte er den kleinen hageren Mann mit langen Armen und gro�er Nase an, der sich hastig durch die Menge schob. Seine Kleider wirkten wie ein B�ndel Lumpen. Die Augen waren von dunklen Ringen umgeben, und das Gesicht wirkte eingefallen, als h�tte er tagelang nicht geschlafen und nichts gegessen, aber Rand h�tte schw�ren k�nnen... Der zerlumpte Mann sah ihn und erstarrte mitten im Schritt. Er achtete nicht auf die Menschen, die ihn aus Versehen beinahe anrempelten. Rands letzter Zweifel verschwand.</p><p>�Meister Fain!� rief er. �Wir dachten alle, Ihr w�rt... �</p><p>Schnell wie der Blitz eilte der H�ndler davon, aber Rand lief ihm hinterher. Er rief den Leuten, die er anrempelte, �ber die Schulter Entschuldigungen zu. Durch die Menge hindurch erhaschte er einen Blick auf Fain, als dieser gerade in eine Gasse rannte. Rand bog hinter ihm in dieselbe Gasse ein. Der H�ndler war nach ein paar Schritten stehengeblieben. Ein hoher Zaun machte die Gasse zu einer Sackgasse. Als Rand sich abfing und mit M�he stehenblieb, tat Fain so, als wolle er gleich �ber ihn herfallen. Er duckte sich, zog sich dann aber zur�ck. Mit schmutzigen H�nden bedeutete er Rand, nicht n�her zu kommen. In seinem Mantel war mehr als ein Ri� zu erkennen, und der Umhang war so abgetragen und zerfleddert, als sei er eher mi�braucht als getragen worden. �Meister Fain�, fragte Rand z�gernd, �was ist los? Ich bin es, Rand al'Thor aus Emondsfeld. Wir dachten alle, die Trollocs h�tten Euch gefangengenommen.�</p><p>Fain gestikulierte mit abgehackten Bewegungen und rannte geb�ckt ein paar Schritte in Richtung auf das offene Ende der Gasse zu. Er versuchte aber nicht, an Rand vorbeizukommen oder sich ihm auch nur zu n�hern. �Nicht!� kr�chzte er. Sein Kopf war st�ndig in Bewegung, da er sich bem�hte, die Stra�e jenseits von Rand immer im Auge zu behalten. �Erw�hne nicht... � Seine Stimme wurde zu einem heiseren Fl�stern. Er drehte den Kopf weg und beobachtete Rand von der Seite her. �Erw�hne <emphasis>sie</emphasis> nicht! Es sind Wei�m�ntel in der Stadt.�</p><p>�Sie haben keinen Grund, uns zu bel�stigen�, sagte Rand. �Kommt mit zur�ck zum �Hirsch und L�wen�! Ich bin dort mit meinen Freunden. Ihr kennt die meisten von ihnen. Sie werden sich freuen, Euch zu sehen. Wir dachten alle, Ihr w�rt tot.�</p><p>�Tot?� fauchte der H�ndler beleidigt. �Nicht Padan Fain. Padan Fain wei�, wie man wieder auf den F��en landet.� Er richtete seine Lumpenkleider, als seien sie ein Festtagsgewand. �Das habe ich immer geschafft, und das werde ich auch immer schaffen. Ich werde lange leben. L�nger als... � Pl�tzlich straffte sich sein Gesicht, und die H�nde verkrampften sich in dem Vorderteil seines Mantels. �Sie haben meinen Wagen und alle Waren verbrannt. Hatten keinen Grund, das zu tun, nicht wahr? Ich konnte meine Pferde nicht holen. <emphasis>Meine</emphasis> Pferde, aber dieser fette alte Wirt lie� sie in seinen Stall sperren. Ich mu�te schnell entkommen, um meinen Hals zu retten, und was habe ich davon? Alles, was mir bleibt, sind die Sachen, die ich anhabe. Ist das etwa anst�ndig? Wirklich?�</p><p>�Eure Pferde sind in Sicherheit in Meister al'Veres Stall. Ihr k�nnt sie jederzeit abholen. Wenn Ihr mit mir zur Schenke kommt, sorgt Moiraine sicher daf�r, da� Ihr zu den Zwei Fl�ssen zur�ckkommt.�</p><p>�Aaaah! Sie ist... sie ist die Aes Sedai, ja?� Fains Gesicht nahm einen lauernden Ausdruck an. �Vielleicht aber auch... � Er schwieg und leckte sich nerv�s �ber die Lippen. �Wie lange bleibt Ihr in dieser... Wie hei�t das? Wie hast du die Schenke genannt? �Hirsch und L�we�?�</p><p>�Wir reisen morgen ab�, sagte Rand. �Aber was hat das mit... �</p><p>�Du kannst das einfach nicht nachf�hlen�, winselte Fain, �wie du da mit vollem Bauch und nach einer Nacht in einem weichen Bett dastehst. Ich habe seit der bewu�ten Nacht kaum ein Auge zugetan. Meine Stiefel sind fast durchgelaufen, und was ich essen mu�te... � Sein Gesicht verzog sich. �Ich will mich lieber meilenweit entfernt von einer Aes Sedai aufhalten� � bei diesem Namen spuckte er beinahe aus -, �meilenweit, aber vielleicht mu� ich doch... Ich habe keine Wahl, nicht wahr? Der Gedanke, da� sie mich ansieht, da� sie �berhaupt wei�, wo ich mich aufhalte... � Er streckte die H�nde nach Rand aus, als wolle er ihn am Mantel packen, doch hielt er kurz davor zitternd inne und trat statt dessen einen Schritt zur�ck. �Versprich mir, da� du ihr nichts erz�hlst. Ich habe Angst vor ihr. Es ist nicht notwendig, ihr von mir zu erz�hlen. Eine Aes Sedai mu� nicht wissen, da� ich noch lebe. Du mu�t es mir versprechen. Du mu�t!�</p><p>�Ich verspreche es�, sagte Rand in beruhigendem Ton. �Aber Ihr habt keinen Grund, Euch vor ihr zu f�rchten. Kommt mit! Zumindest bekommt Ihr dann eine hei�e Mahlzeit.�</p><p>�Vielleicht. Vielleicht.� Fain rieb sich nachdenklich das Kinn. �Morgen, sagst du? W�hrend dieser Zeit... Du wirst dein Versprechen doch nicht vergessen? Du erz�hlst ihr bestimmt nicht...?�</p><p>�Ich werde daf�r sorgen, da� sie Euch nichts tut�, versprach Rand und fragte sich insgeheim, wie er wohl eine Aes Sedai aufhalten sollte, was auch immer sie vorhatte.</p><p>�Sie wird mir nichts tun�, sagte Fain. �Nein, das wird sie nicht. Ich lasse es nicht zu.� Wie der Blitz schnellte er an Rand vorbei und verschwand in der Menge.</p><p>�Meister Fain!� rief Rand. �Wartet!�</p><p>Er rannte gerade rechtzeitig aus der Sackgasse heraus, um einen zerfledderten Mantel um die n�chste Ecke herum verschwinden zu sehen. Er rief nochmals nach Fain und rannte hinterher. Als er um die Ecke flitzte, konnte er gerade noch den R�cken eines Mannes sehen, bevor er auch schon mit ihm zusammenstie�. Sie beide landeten aufeinander im Matsch.</p><p>�Kannst du nicht aufpassen, wohin du rennst?� kam eine Stimme unter ihm hervor, und Rand rappelte sich �berrascht hoch.</p><p>�Mat?�</p><p>Mat setzte sich mit vorwurfsvollem Blick auf und streifte mit den H�nden den Matsch von seinem Umhang. �Du scheinst dich wirklich in einen Stadtmenschen zu verwandeln. Den ganzen Morgen schlafen und dann Leute �ber den Haufen rennen.� Er stand auf, betrachtete seine verschmierten H�nde, fluchte leise und wischte sie sich am Umhang ab. �Pa� mal auf! Du wirst nie erraten, wen ich gerade eben sah.�</p><p>�Padan Fain�, sagte Rand.</p><p>�Padan Fa... Woher wei�t du das?�</p><p>�Ich habe mit ihm gesprochen, aber er rannte weg.�</p><p>�Also haben die Tro... � Mat hielt inne und sah sich mi�trauisch um, doch die Menge marschierte vorbei, ohne ihnen die geringste Aufmerksamkeit zu schenken. Rand war froh, da� Mat ein wenig vorsichtiger geworden war. �Also haben sie ihn nicht erwischt. Ich frage mich, warum er Emondsfeld so heimlich verlassen hat. M�glich, da� er weglief und nicht mehr innehielt, bis er hier ankam. Aber warum ist er jetzt wieder weggelaufen?�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf und verw�nschte die Bewegung gleich wieder. Es war ein Gef�hl, als werde ihm der Kopf gleich abfallen. �Ich wei� auch nicht... au�er er hat Angst vor M... vor Frau Alys.� Es war nicht leicht, die Zunge immer im Zaum zu halten. �Sie soll nicht erfahren, da� er hier ist. Ich mu�te ihm versprechen, da� ich es ihr nicht erz�hle.�</p><p>�Also, dieses Geheimnis werde ich auch wahren�, sagte Mat. �Ich w�nschte, sie w��te auch nicht, wo ich bin.�</p><p>�Mat?� Die Leute str�mten immer noch vorbei, ohne sie zu beachten, aber Rand senkte trotzdem die Stimme und beugte sich n�her zu Mat hin�ber. �Mat, hattest du letzte Nacht einen Alptraum? Von einem Mann, der eine Ratte t�tete?�</p><p>Mat sah ihn mit gro�en Augen an. �Du auch?� fragte er schlie�lich. �Und Perrin auch, sch�tze ich. Ich h�tte ihn heute morgen beinahe gefragt, aber... Er mu� es auch getr�umt haben. Blut und Asche! Jetzt bringt uns jemand dazu, scheu�liche Dinge zu tr�umen. Rand, ich w�nschte, <emphasis>niemand</emphasis> w��te, wo ich bin.�</p><p>�Heute morgen lagen �berall in der Schenke tote Ratten herum.� Er f�hlte die Angst nicht in solchem Ma� in sich aufsteigen, wie er sie vorher beim Erz�hlen noch gef�hlt h�tte. Er f�hlte �berhaupt nicht viel. �Ihr R�ckgrat war gebrochen.� Die eigene Stimme hallte ihm in den Ohren wider. Falls er krank wurde, mu�te er zu Moiraine gehen. Er war �berrascht, da� ihn der Gedanke, die Eine Macht werde bei ihm angewandt, nicht weiter st�rte. Mat holte tief Luft und blickte sich um, als �berlege er, wohin er gehen k�nne. �Was geschieht mit uns, Rand? Was?�</p><p>�Ich wei� es nicht. Ich werde Thom um Rat fragen. Ob ich... jemandem davon erz�hlen soll?�</p><p>�Nein! Nicht ihr. Vielleicht ihm, aber ihr nicht.�</p><p>Die Sch�rfe in Mats Reaktion �berraschte Rand. �Dann hast du ihm geglaubt?� Er mu�te gar nicht erkl�ren, wen er mit �ihm� meinte; die Grimasse auf Mats Gesicht verriet ihm, da� er verstand.</p><p>�Nein�, sagte Mat langsam. �Es sind alles M�glichkeiten... Wenn wir es ihr sagen und er hat gelogen, dann geschieht vielleicht gar nichts. Vielleicht. Aber vielleicht ist die Tatsache, da� er in unseren Tr�umen war, genug, um... Ich wei� nicht.� Er schwieg und schluckte. �Wenn wir ihr nichts erz�hlen, haben wir vielleicht weitere Tr�ume. Ratten oder nicht, Tr�ume sind besser als... Erinnerst du dich an die F�hre? Ich sage, wir halten den Mund.�</p><p>�In Ordnung.� Rand erinnerte sich an die F�hre und auch an Moiraines Drohung, aber alles schien bereits so weit zur�ckzuliegen. �In Ordnung.�</p><p>�Perrin wird nichts verraten, oder?� fuhr Mat fort. Er stellte sich auf die Zehenspitzen. �Wir m�ssen zu ihm zur�ck. Wenn er es ihr erz�hlt, dann kommt es heraus, da� wir alle diese Tr�ume hatten. Du kannst darauf wetten. Komm!� Er marschierte strammen Schrittes durch die Menge. Rand stand da und blickte ihm nach, bis Mat zur�ckkam und ihn packte. Bei der Ber�hrung durch seinen Arm zwinkerte er und folgte dann dem Freund.</p><p>�Was ist mit dir los?� fragte Mat. �Schl�fst du schon wieder ein?�</p><p>�Ich denke, ich bin erk�ltet�, sagte Rand. Sein Kopf war so angespannt wie ein Trommelfell und fast so leer wie eine Trommel.</p><p>�Du kannst etwas H�hnersuppe essen, wenn wir wieder in der Schenke sind�, sagte Mat. Er schwatzte andauernd weiter, w�hrend sie sich durch die vollen Stra�en dr�ngten. Rand <emphasis>strengte</emphasis> sich an, ihm zuzuh�ren und sogar von Zeit zu Zeit etwas einzuwerfen, aber es strengte ihn an. Er war nicht m�de; er wollte nicht schlafen. Er f�hlte sich nur so, als ob er dahintriebe. Nach einer Weile bemerkte er, da� er Mat von Min erz�hlte. �Ein Dolch mit einem Rubin, eh?� fragte Mat. �Das gef�llt mir. Aber ich wei� nichts von dem Auge. Bist du sicher, da� sie es nicht erfunden hat? Mir scheint, wenn sie wirklich eine Wahrsagerin ist, m��te sie eigentlich wissen, was das alles bedeuten soll.�</p><p>�Sie sagte nicht, da� sie Wahrsagerin sei�, sagte Rand. �Ich glaube, sie sieht nur Dinge. Denk daran, Moiraine sprach mit ihr, als wir badeten. Und sie wei�, wer Moiraine ist.�</p><p>Mat sah ihn vorwurfsvoll an. �Ich dachte, wir sollten diesen Namen nicht benutzen.�</p><p>�Nein�, murmelte Rand. Er rieb sich mit beiden H�nden den Kopf. Es war so schwer, sich auf irgend etwas zu konzentrieren.</p><p>�Ich glaube, du bist wirklich krank�, sagte Mat mit hochgezogenen Augenbrauen. Pl�tzlich hielt er Rand am Mantel�rmel fest. �Schau mal die an!�</p><p>Drei M�nner mit Brustpanzer und konisch zulaufenden Stahlkappen, die so poliert waren, da� sie wie Silber gl�nzten, gingen die Stra�e hinunter auf Rand und Mat zu. Sogar die Kettenringe an ihren Armen gl�nzten. Ihre langen Umh�nge, jungfr�ulich wei� und mit einem aufgestickten goldenen Sonnenaufgang auf der linken Brust, endeten gerade eben �ber dem Matsch und den Pf�tzen der Stra�e. Ihre H�nde ruhten auf den Griffen ihrer Schwerter, und sie blickten drein, als s�hen sie nur Dinge, die sich unter einem fauligen Baumstamm hervorringelten. Niemand sah sie an. Niemand schien sie auch nur zu bemerken. Trotzdem mu�ten sich die drei ihren Weg durch die Menge nicht bahnen; sie teilte sich wie zuf�llig, wich auf beiden Seiten aus und lie� sie so in einem leeren Raum einherschreiten, der sich mit ihnen weiterbewegte. �Glaubst du, sie geh�ren zu den Kindern des Lichts?� fragte Mat mit lauter Stimme. Ein Passant sah Mat b�se an und beschleunigte seine Schritte.</p><p>Rand nickte. Kinder des Lichts. Wei�m�ntel. M�nner, die Aes Sedai ha�ten. M�nner, die anderen Leuten befahlen, wie sie zu leben hatten, und allen denen Schwierigkeiten bereiteten, die sich zu gehorchen weigerten. Falls man niedergebrannte Bauernh�fe und noch Schlimmeres unter �Schwierigkeiten� einordnen wollte. <emphasis>Ich sollte Angst haben,</emphasis> dachte er. <emphasis>Oder neugierig sein.</emphasis> Jedenfalls irgendeine Reaktion zeigen. Statt dessen starrte er sie nur passiv an.</p><p>�F�r mich sehen sie nicht so toll aus�, meinte Mat. �Ziemlich von sich eingenommen, nicht wahr?�</p><p>�Sie spielen keine Rolle�, sagte Rand. �Die Schenke. Wir m�ssen mit Perrin sprechen.�</p><p>�Wie Eward Congar. Der hat auch immer seine Nase in der Luft.� Pl�tzlich grinste Mat mit glitzernden Augen. �Erinnerst du dich daran, wie er von der Wagenbr�cke fiel und klitschna� nach Hause laufen mu�te? Das hat ihn f�r einen Monat vom hohen Ro� geholt.�</p><p>�Was hat das mit Perrin zu tun?�</p><p>�Siehst du das?� Mat deutete auf einen Karren, der in einer Einfahrt ein St�ck von den Kindern entfernt stand. Eine einzige Strebe hielt ein Dutzend gestapelter F�sser auf der Ladefl�che des Karrens. �Pa� auf!� Lachend verschwand er im Laden eines Messerschmieds zu ihrer Linken.</p><p>Rand sah ihm nach und wu�te, da� Rand etwas anstellen w�rde. Dieser Blick in Mats Augen verhie� immer wieder einen seiner Streiche. Aber seltsamerweise freute er sich darauf, was Mat wieder anstellen w�rde. Irgend etwas sagte ihm, da� dieses Gef�hl falsch war, ja sogar gef�hrlich, aber trotzdem l�chelte er erwartungsvoll. Nach einer Minute erschien Mat �ber ihm. Er beugte sich aus einem Giebelfenster im Ziegeldach des Ladens. In den H�nden hielt er seine Schleuder. Sie begann sich bereits zu drehen. Rands Augen wanderten zu dem Karren zur�ck. Beinahe im gleichen Moment h�rte er einen scharfen Knall und die Strebe, die die F�sser hielt, zerbrach, just in dem Moment, als die Wei�m�ntel sich daneben befanden. Menschen sprangen aus dem Weg, als die F�sser mit hohlem Poltern herunterrollten und auf der Stra�e aufprallten. Matsch und schmutziges Wasser spritzten nach allen Seiten. Die drei M�nner sprangen nicht weniger schnell als die anderen. Die �berlegenheit in ihrem Blick verwandelte sich in Best�rzung. Ein paar Passanten fielen hin. Es platschte wieder. Doch die drei bewegten sich geschickt und mieden m�helos den Aufprall der F�sser. Allerdings konnten sie dem herumfliegenden Schmutz nicht ausweichen, und so wurden ihre wei�en Umh�nge bespritzt.</p><p>Ein b�rtiger Mann in einer langen Sch�rze eilte aus der Einfahrt, schwenkte die Arme und schrie zornig, doch ein Blick auf die drei, die vergebens versuchten, den Schmutz von ihren Umh�ngen abzustreifen, und er verschwand schneller wieder in seiner Einfahrt, als er herausgekommen war. Rand sah zu dem Dach des Ladens hinauf; Mat war weg. Es war ein leichter Schu� f�r einen Jungen der Zwei Fl�sse gewesen, aber die Wirkung �bertraf fast noch die Absicht. Er konnte nicht anders � er mu�te lachen. Der Humor schien in Wolle geh�llt, aber die Szene wirkte trotzdem noch lustig. Als er sich wieder der Stra�e zuwandte, sahen ihn die drei Wei�m�ntel an. �Du findest irgend etwas lustig, wie?� Der Sprecher stand ein wenig vor den anderen. Er wirkte hochm�tig, und in seinen Augen stand geschrieben, da� er etwas sehr Wichtiges wu�te, er allein und niemand anders.</p><p>Rands Lachen erstarb. Er und die Wei�m�ntel standen allein zwischen Matsch und F�ssern. Die Menge, die sich vorher noch um sie gedr�ngt hatte, hatte offenbar die Stra�e hinauf oder hinunter Wichtiges zu tun.</p><p>�Schweigt deine Zunge aus Angst vor dem Licht?� Der Zorn machte das schmale Gesicht des Wei�mantels noch schmaler und h�rter, als es von Haus aus war. Er blickte ver�chtlich auf den Schwertknauf, der unter Rands Umhang sichtbar war. �Vielleicht bist du daf�r verantwortlich, wie?� Im Unterschied zu den anderen trug er unter dem Sonnenzeichen noch einen goldenen Knoten.</p><p>Rand wollte sein Schwert bedecken, aber statt dessen schob er seinen Umhang nach hinten zur�ck. Im Hinterkopf fragte er sich verzweifelt, was er da tat, aber es war nur ein entfernter Gedanke. �Unf�lle geschehen nun mal�, sagte er. �Auch bei den Kindern des Lichts.�</p><p>Der Mann mit dem schmalen Gesicht hob eine Augenbraue. �Bist du so gef�hrlich, J�ngling?� Er war nicht viel �lter als Rand.</p><p>�Das Reiherzeichen, Lord Bornhald�, sagte einer der anderen warnend.</p><p>Der schmalgesichtige Mann sah noch einmal Rands Schwertknauf an � der bronzene Reiher war klar zu sehen -, und seine Augen weiteten sich f�r einen Moment. Dann erhob er den Blick zu Rands Gesicht und schniefte voller Verachtung. �Er ist zu jung. Du bist nicht von hier, wie?� fragte er Rand kalt. �Woher kommst du?�</p><p>�Ich bin gerade in Baerlon angekommen.� Ein Schauer rann �ber Rands Arme und Beine. Er f�hlte sich erhitzt, beinahe sommerlich warm. �Ihr kennt wohl keine gute Schenke hier, oder?�</p><p>�Du weichst meinen Fragen aus�, fauchte Bornhald. �Was hast du B�ses in dir, da� du mir nicht antwortest?� Seine Begleiter traten an seine Seite, die Gesichter hart und ausdruckslos. Trotz der Schmutzflecken auf ihren Umh�ngen war jetzt nichts mehr Lustiges an ihnen.</p><p>Ein Kribbeln erf�llte Rand; die Hitze war zu einem Fieber geworden. Er wollte lachen; das war so ein sch�nes Gef�hl. Eine d�nne Stimme in seinem Hinterkopf rief ihm zu, da� etwas nicht stimme, aber er konnte nur daran denken, wie energieerf�llt er sich f�hlte. Er platzte beinahe vor Energie. L�chelnd verlagerte er sein Gewicht auf die Fersen und wartete darauf, was wohl geschehen werde. Ganz undeutlich und entfernt fragte er sich, was es wohl sein werde.</p><p>Das Gesicht des Anf�hrers verfinsterte sich. Einer der anderen zog sein Schwert ein St�ck aus der Scheide und sagte mit zornbebender Stimme: �Wenn die Kinder des Lichts dich etwas fragen, du grau�ugiger Bauernt�lpel, dann erwarten sie Antworten, oder... � Er hielt inne, als der schmalgesichtige Mann ihm einen Arm �ber die Brust legte. Bornhald bedeutete ihm mit einer Kopfbewegung, er solle die Stra�e hinaufblicken.</p><p>Die Stadtwache war eingetroffen, ein Dutzend M�nner mit runden Stahlkappen und metallbeschlagenen Lederw�msern. Sie trugen ihre Schlagst�cke, als w��ten sie damit umzugehen. Sie standen da und beobachteten schweigend die Szene aus etwa zehn Schritten Entfernung. �Diese Stadt hat das Licht vergessen�, grollte der Mann mit dem halbgezogenen Schwert. Er erhob die Stimme und rief der Wache zu: �Baerlon steht im Schatten des Dunklen K�nigs!� Auf eine Geste Bornhalds hin rammte er sein Schwert wieder in die Scheide.</p><p>Bornhald wandte seine Aufmerksamkeit wieder Rand zu. Das Licht der Erkenntnis brannte in seinen Augen. �Schattenfreunde entkommen uns nicht, J�ngling, nicht einmal in einer Stadt, die im Schatten steht. Wir treffen uns wieder. Da kannst du sicher sein!�</p><p>Er drehte sich auf der Stelle um und schritt weiter, seine beiden Begleiter dicht hinter ihm, als h�tte Rand zu existieren aufgeh�rt. Zumindest f�r diesen Augenblick. Als sie den dicht bev�lkerten Teil der Stra�e erreichten, �ffnete sich der gleiche scheinbar zuf�llige Freiraum wie zuvor, um sie durchzulassen. Die Wachen z�gerten und sahen Rand an. Dann schulterten sie ihre Schlagst�cke und folgten den drei Wei�gekleideten. Sie mu�ten sich durch die Menge schieben und riefen deshalb: �Platz f�r die Wache!� Nur wenige machten ihnen murrend Platz.</p><p>Rand balancierte immer noch auf den Fersen und wartete. Das Prickeln war so stark, da� er beinahe zitterte; er f�hlte sich so, als verbrenne er innerlich.</p><p>Mat trat aus dem Laden und starrte ihn an. �Du bist nicht krank�, sagte er schlie�lich. �Du bist verr�ckt!�</p><p>Rand atmete tief ein, und mit einem Schlag war alles vorbei wie eine geplatzte Seifenblase. Er taumelte, als ihm bewu�t wurde, was er getan hatte. Er leckte sich die Lippen und bem�hte sich, Mats Blick standzuhalten. �Ich denke, wir kehren jetzt besser zur Schenke zur�ck�, sagte er unsicher.</p><p>�Ja�, sagte Mat. �Ja, ich glaube auch, das ist das beste.�</p><p>Die Stra�e hatte sich langsam wieder gef�llt, und mehr als ein Passant sah die beiden Jungen an und murmelte einem Begleiter etwas zu. Rand war sicher, da� sich die Geschichte wie ein Lauffeuer ausbreiten w�rde. Ein Verr�ckter hatte versucht, sich mit drei Kindern des Lichts herumzustreiten. Das war ein guter Gespr�chsstoff. <emphasis>Vielleicht treiben die Tr�ume mich zum Wahnsinn.</emphasis></p><p>Die beiden verliefen sich mehrmals in den unregelm��ig angelegten Stra�en, doch nach einer Weile schlossen sie sich Thom Merrilin an, der allein wie eine ganze Prozession wirkte, als er so durch die Menge stolzierte. Der Gaukler sagte, er sei hier, um sich etwas die Beine zu vertreten und frische Luft zu schnappen, aber immer wenn jemand seinen vielfarbigen Umhang n�her betrachtete, verk�ndete er mit hallender Stimme: �Ich werde nur heute abend im �Hirsch und L�wen� auftreten.�</p><p>Es war Mat, der ziemlich wirr von dem Traum von ihrem Problem zu erz�hlen begann und, ob sie Moiraine davon etwas sagen sollten oder nicht, aber Rand griff dann und wann ein, denn es gab Unterschiede in ihren Erinnerungen. <emphasis>Vielleicht war ja auch jeder Traum ein bi�chen anders,</emphasis> dachte er. Der Hauptteil der Tr�ume war allerdings jeweils der gleiche.</p><p>Sie waren mit dem Erz�hlen noch nicht weit gekommen, als Thom ihnen endlich die volle Aufmerksamkeit widmete. Als Rand Ba'alzamon erw�hnte, packte der Gaukler beide Jungen an den Schultern und befahl ihnen, den Mund zu halten, erhob sich auf Zehenspitzen, um �ber die K�pfe der Menge blicken zu k�nnen, und f�hrte sie dann aus dem Gew�hl in eine Sackgasse, die bis auf ein paar Kisten und einen abgemagerten hellbraunen Hund, der in einer Ecke vor der K�lte Schutz suchte, leer war.</p><p>Thom blickte in die Menge hinaus und suchte nach Leuten, die m�glicherweise stehenblieben, um sie zu belauschen, bevor er sich wieder Rand und Mat zuwandte. Der Blick aus seinen blauen Augen bohrte sich in ihren Blick, zwischendurch aber wanderte er in Richtung Stra�eneinm�ndung. �Sagt niemals mehr diesen Namen, wenn Fremde zuh�ren k�nnen.� Seine Stimme war leise, aber sehr eindringlich. �Nicht einmal dort, wo ein Fremder <emphasis>vielleicht</emphasis> zuh�ren k�nnte. Es ist ein sehr gef�hrlicher Name, sogar dann, wenn sich keine Kinder des Lichts auf den Stra�en befinden.�</p><p>Mat schnaubte. �Ich k�nnte dir etwas �ber die Kinder des Lichts erz�hlen�, sagte er mit einem sarkastischen Seitenblick auf Rand. Thom �berh�rte die Bemerkung. �Wenn nur einer von euch diesen Traum gehabt h�tte... � Er zupfte zornig an seinem Schnurrbart. �Sagt mir alles, woran ihr euch erinnern k�nnt. Jede Einzelheit.� W�hrend er zuh�rte, blieb er stets wachsam und beobachtete die Stra�e. �... er nannte die Namen von M�nnern, die angeblich benutzt wurden�, sagte Rand schlie�lich. Er war sicher, alles andere berichtet zu haben. �Guaire Amalasan. Raolin Dunkelbann.�</p><p>�Davian�, f�gte Mat hinzu, bevor Rand weitersprechen konnte. �Und Yurian Steinbogen.�</p><p>�Und Logain�, beendete Rand die Aufz�hlung.</p><p>�Gef�hrliche Namen�, sagte Thom leise. Seine Augen schienen sie noch eindringlicher als zuvor zu durchbohren. �Fast genauso gef�hrlich wie jener andere, so oder so. Alle sind tot bis auf Logain. Einige davon schon lange. Raolin Dunkelbann seit beinahe zweitausend Jahren. Aber immer noch gef�hrlich. Am besten sprecht ihr die Namen nicht laut aus, selbst wenn ihr allein seid. Die meisten Leute k�nnen nichts damit anfangen, aber wenn der Falsche zuh�rt... �</p><p>�Aber wer waren sie?� fragte Rand.</p><p>�M�nner�, murmelte Thom, �M�nner, die an den S�ulen des Himmels r�ttelten und die Grundmauern der Welt ersch�tterten.� Er sch�ttelte den Kopf. �Es spielt keine Rolle. Verge�t sie. Sie sind zu Staub geworden.�</p><p>�Haben die... wurden sie benutzt, wie er behauptete?� fragte Mat. �Und get�tet?�</p><p>�Man k�nnte sagen, da� der Wei�e Turm sie get�tet hat. Man k�nnte das durchaus sagen.� Thoms Mund verzog sich einen Augenblick lang, und dann sch�ttelte er nochmals den Kopf. �Aber benutzt... ? Nein, das kann ich nicht behaupten. Das Licht wei�, wie viele Intrigen der Amyrlin-Sitz im Moment wieder schmiedet, aber diese Sache geh�rte nicht dazu, soweit ich das sagen kann.�</p><p>Mat lief ein Schauer den R�cken hinunter. �Er hat soviel behauptet. Verr�ckte Sachen. All das von Lews Therin Bruderm�rder und Artur Falkenfl�gel. Und vom Auge der Welt. Was, beim Licht, soll das denn sein?�</p><p>�Eine Legende�, sagte der Gaukler langsam. �Vielleicht. Als Legende genauso ber�hmt wie die vom Horn von Valere, zumindest in den Grenzlanden. Dort droben gehen junge M�nner auf die Suche nach dem Auge der Welt, so wie in Illian die jungen M�nner das Horn suchen. Vielleicht ist es eine Legende.�</p><p>�Was sollen wir tun, Thom?� fragte Rand. �Es ihr erz�hlen? Ich m�chte keine weiteren Tr�ume dieser Art erleben. Vielleicht k�nnte sie etwas tun?�</p><p>�Vielleicht w�rde uns nicht gefallen, was sie tut�, grollte Mat.</p><p>Thom betrachtete sie, �berlegte und strich sich dabei mit einem Finger �ber den Schnurrbart. �Ich sage, haltet Frieden�, sagte er schlie�lich. �Erz�hlt niemandem davon, jedenfalls im Augenblick. Ihr k�nnt es euch immer noch anders �berlegen, wenn es n�tig ist, aber wenn ihr es einmal erz�hlt habt, dann ist es drau�en, und Ihr seid mehr als zuvor an sie... gebunden.� Pl�tzlich richtete er sich auf. Seine geb�ckte Haltung verschwand fast vollst�ndig. �Der andere Junge! Ihr sagt, er hatte den gleichen Traum? Ist er vern�nftig genug, den Mund zu halten?�</p><p>�Ich denke schon�, sagte Rand zur gleichen Zeit, als Mat heraussprudelte: �Wir wollten zur Schenke zur�ckgehen und ihn warnen.�</p><p>�Ich hoffe beim Licht, da� es nicht zu sp�t ist!� Mit wehendem Umhang � die Flicken flatterten im Wind -schritt Thom aus der Gasse. Ohne sich aufzuhalten blickte er �ber die Schulter auf sie zur�ck. �Also, was ist? Sind eure F��e am Boden festgefroren?�</p><p>Rand und Mat eilten ihm hinterher, aber er wartete nicht darauf, da� sie ihn einholten. Diesmal blieb er nicht stehen, wenn Leute seinen Umhang anschauten oder ihn als Gaukler ansprachen. Er bahnte sich einen Weg durch die �berf�llten Stra�en, als seien sie leer. Rand und Mat mu�ten beinahe rennen, um ihm folgen zu k�nnen. In viel k�rzerer Zeit, als Rand erwartet hatte, erreichten sie den �Hirsch und L�wen�.</p><p>Als sie gerade hineingehen wollten, kam Perrin herausgerannt und versuchte beim Rennen seinen Umhang �berzuziehen. Er w�re beinahe gest�rzt, so mu�te er sich bremsen, um nicht in sie hineinzurennen. �Ich wollte nach euch suchen�, brachte er schnaufend heraus, nachdem er sein Gleichgewicht wiedergefunden hatte.</p><p>Rand ergriff seinen Arm. �Hast du irgend jemandem von dem Traum erz�hlt?�</p><p>�Sag bitte, da� du es nicht getan hast!� verlangte Mat.</p><p>�Es ist sehr wichtig�, sagte Thom.</p><p>Perrin sah sie verwirrt an. �Nein, habe ich nicht. Ich bin bis vor einer Stunde nicht mal aus dem Bett gekommen.� Seine Schultern sackten nach unten. �Ich habe schon Kopfschmerzen von der Anstrengung bekommen, nicht daran zu denken, geschweige denn dar�ber zu reden. Warum habt ihr es ihm erz�hlt?� Er nickte in Richtung Gaukler.</p><p>�Wir mu�ten einfach mit jemand dar�ber sprechen, sonst h�tten wir durchgedreht�, sagte Rand.</p><p>�Ich erkl�re es euch sp�ter�, f�gte Thom mit einem bedeutungsvollen Blick auf die Leute hinzu, die in den �Hirsch und L�wen� hineingingen oder herauskamen.</p><p>�In Ordnung�, antwortete Perrin langsam. Er wirkte immer noch verwirrt. Pl�tzlich schlug er sich vor die Stirn. �Jetzt h�tte ich beinahe vergessen, weswegen ich euch suchte. Ich verg��e es ja gern, aber... Nynaeve ist drinnen.�</p><p>�Blut und Asche!� jaulte Mat auf. �Wie ist sie hierhergekommen? Moiraine... Die F�hre...�</p><p>Perrin schnaubte. �Glaubst du, eine Kleinigkeit wie eine gesunkene F�hre k�nnte sie aufhalten? Sie hat Hochturm aus dem Bett geworfen � ich wei� nicht, wie er �ber den Flu� zur�ckgekommen ist, aber sie sagte, er habe sich in seinem Schlafzimmer versteckt und wollte nicht einmal mehr in die N�he des Flusses gehen -jedenfalls hat sie ihn so eingesch�chtert, da� er ein Boot f�r sie und ihr Pferd auftrieb und sie hin�berruderte. Pers�nlich. Sie hat ihm nur soviel Zeit gelassen, da� er einen seiner Helfer holen konnte, um ein zweites Paar Ruder zu bedienen.� �Licht!� hauchte Mat.</p><p>�Was tut sie da drinnen?� wollte Rand wissen. Mat und Perrin warfen ihm einm�tig einen sp�ttischen Blick zu. �Sie ist uns gefolgt�, sagte Perrin. �Sie ist jetzt bei... bei Frau Alys und da drinnen ist es kalt genug, da� es schneien k�nnte.�</p><p>�K�nnten wir nicht eine Weile woandershin gehen?� fragte Mat. �Mein Pa sagt immer, nur ein Narr steckt seine Hand in ein Hornissennest, wenn er es nicht unbedingt mu�.�</p><p>Rand warf ein: �Sie kann uns nicht zwingen, zur�ckzukehren. Die Winternacht sollte ihr zu dieser Einsicht verholfen haben. Wenn nicht, m�ssen wir es ihr beibringen.�</p><p>Mats Augenbrauen hoben sich bei jedem seiner Worte und als Rand fertig war, stie� er einen leisen Pfiff aus. �Hast du jemals versucht, Nynaeve etwas beizubringen, was sie nicht lernen wollte? Ich hab's probiert. Ich meine, wir sollten bis zum Abend wegbleiben und uns dann hineinschleichen.�</p><p>�Nach allem, was ich an dieser jungen Frau beobachtet habe�, sagte Thom, �glaube ich nicht, da� sie aufh�ren wird, bevor sie nicht alles gesagt hat. Wenn ihr nicht gestattet wird, schnell alles loszuwerden, dann macht sie vielleicht so lange weiter, bis sie eine Aufmerksamkeit erregt, an der keiner von uns Interesse hat.�</p><p>Bei der Vorstellung fuhren alle zusammen. Sie sahen sich an, atmeten tief durch und marschierten hinein, als erwarteten sie, Trollocs zu sehen.</p></section><section><title><p>16</p><p>Die Seherin</p></title><p>Perrin f�hrte sie in die Tiefe der Schenke hinein. Rand konzentrierte sich so sehr darauf, was er Nynaeve sagen wollte, da� er Min nicht sah, bis sie ihn am Arm packte und zur Seite zog. Die anderen gingen noch ein paar Schritte weiter den Flur entlang, bevor sie bemerkten, da� er stehengeblieben war. Dann blieben auch sie stehen, einerseits ungeduldig, andererseits z�gernd.</p><p>�Daf�r haben wir keine Zeit, Junge�, sagte Thom barsch. Min sah den wei�haarigen Gaukler scharf an. �Geh und vollf�hre irgendwelche Kunstst�ckchen�, fuhr sie ihn an und zog Rand noch weiter von den anderen weg. �Ich habe wirklich keine Zeit�, sagte Rand zu ihr. �Und ganz bestimmt nicht f�r n�rrisches Geschw�tz �ber Entkommen und so was.� Er versuchte, seinen Arm loszurei�en, aber jedesmal, wenn er ihn befreit hatte, packte sie ihn erneut.</p><p>�Und ich habe auch keine Zeit f�r irgendwelchen Bl�dsinn. Halte also bitte den Mund!�</p><p>Sie betrachtete kurz die anderen, dann n�herte sie sich ihm und sagte mit ged�mpfter Stimme: �Vor kurzem ist eine Frau angekommen � kleiner als ich, jung, mit dunklen Augen und sie tr�gt das dunkle Haar in einem Zopf, der ihr bis an die Taille reicht. Sie ist ein Teil des Ganzen, genauso wie der Rest von euch.�</p><p>Rand starrte sie eine Minute lang an. <emphasis>Nynaeve? Was kann sie damit zu tun haben? Licht, wieso bin ich eigentlich darin verwickelt?</emphasis> �Das ist... unm�glich.�</p><p>�Du kennst sie?� fl�sterte Min.</p><p>�Ja, und sie kann nicht in... in was auch immer das alles bedeutet... verwickelt sein.�</p><p>�Die Funken, Rand. Sie hat Frau Alys getroffen, als sie hereinkam, und es gab Funken, obwohl nur sie beide zusammenstanden. Gestern konnte ich keine Funken wahrnehmen, wenn nicht wenigstens drei oder vier von euch zusammenkamen, aber heute ist alles klarer und heftiger.� Sie sah Rands Freunde an, die ungeduldig warteten, und sie schauderte, bevor sie sich wieder zu ihm umdrehte. �Es ist beinahe ein Wunder, da� die Schenke nicht Feuer f�ngt. Ihr seid alle in gr��erer Gefahr als gestern. Seit sie ankam.�</p><p>Rand blickte zu seinen Freunden hin�ber. Thom, dessen Brauen sich zu einem buschigen V verzogen hatten, beugte sich vor, offensichtlich bereit, etwas zu unternehmen, damit Rand schneller folgen konnte. �Sie wird nichts unternehmen, was uns verletzen k�nnte�, sagte er zu Min. �Ich mu� jetzt gehen.� Diesmal gelang es ihm, seinen Arm zu befreien.</p><p>Er mi�achtete ihr emp�rtes Quieken und begab sich zu den anderen. Sie gingen weiter den Korridor hinunter. Rand sah einmal zur�ck. Min sch�ttelte die Faust in seine Richtung und stampfte mit dem Fu� auf.</p><p>�Was hatte sie zu sagen?� fragte Mat.</p><p>�Nynaeve ist ein Teil davon�, sagte Rand ohne nachzudenken. Dann sah er Mat scharf an und erwischte ihn gerade noch mit bereits ge�ffnetem Mund. Die Erleuchtung breitete sich langsam auf Mats Gesicht aus. �Teil wovon?� sagte Thom leise. �Wei� dieses M�dchen etwas?�</p><p>W�hrend Rand noch �berlegte, was er sagen sollte, sprach Mat bereits: �Nat�rlich geh�rt sie dazu�, sagte er �rgerlich. �Sie ist ein Teil des Pechs, das wir seit der Winternacht hatten. Vielleicht ist es f�r euch keine gro�e Sache, die Seherin hier vorzufinden, aber ich s�he beinahe noch lieber die Wei�m�ntel hier als sie.�</p><p>�Sie sah, wie Nynaeve ankam�, sagte Rand. �Sah auch, da� sie sich mit Frau Alys unterhielt, und dachte, sie k�nne etwas mit uns zu tun haben.� Thom sah ihn von der Seite her an, und sein Schnauben brachte seine Schnurrbarthaare durcheinander, aber die anderen schienen Rands Erkl�rung zu akzeptieren. Er hatte nicht gern Geheimnisse vor seinen Freunden, aber Mins Geheimnis konnte f�r sie selbst genauso gef�hrlich werden wie f�r ihre ganze Gruppe.</p><p>Perrin blieb pl�tzlich vor einer T�r stehen, und trotz seiner Gr��e schien er �ngstlich zu z�gern. Er atmete tief ein, sah seine Begleiter an, atmete noch einmal durch, �ffnete dann langsam die T�r und ging hinein. Einer nach dem anderen folgte ihm. Rand war der letzte, und er schlo� die T�r mit �u�erstem Widerstreben hinter sich.</p><p>Es war der Raum, in dem sie am Abend zuvor gegessen hatten. Im Kamin prasselte ein Feuer. In der Mitte des Tisches stand ein gl�nzendes Silbertablett mit einer Silberkanne und Bechern. Moiraine und Nynaeve sa�en an den gegen�berliegenden Tischenden. Keine wandte den Blick von der anderen. Moiraines H�nde ruhten auf dem Tisch, genauso bewegungslos wie ihr Gesicht. Nynaeves Zopf war �ber ihre Schulter nach vorn geschlungen, und das Ende lag in ihrer Faust verborgen. Sie zupfte immer wieder ein wenig daran, so wie sie es zu tun pflegte, wenn sie dem Gemeinderat noch sturer als �blicherweise gegen�berstand. <emphasis>Perrin hatte recht.</emphasis> Trotz des Feuers war die Atmosph�re eisig kalt, und die K�lte ging von den beiden Frauen am Tisch aus.</p><p>Lan lehnte am Kaminsims, starrte in die Flammen und rieb seine H�nde, um sie zu w�rmen. Egwene lehnte mit dem R�cken an der Wand. Sie hatte ihren Umhang um und die Kapuze �ber den Kopf gezogen. Thom, Mat und Perrin blieben unsicher an der T�r stehen.</p><p>Rand f�hlte sich alles andere als wohl in seiner Haut. Doch er zuckte die Achseln und ging zum Tisch. <emphasis>Manchmal mu� man den Wolf bei den Ohren packen,</emphasis> machte er sich selbst Mut. Allerdings erinnerte er sich auch an ein anderes Sprichwort: <emphasis>Wenn du einen Wolf an den Ohren h�ltst, ist es genauso schwer, loszulassen, wie sich festzuhalten.</emphasis> Er f�hlte Moiraines Blick und den von Nynaeve, und sein Gesicht begann zu brennen, aber er nahm trotzdem genau zwischen den beiden Platz.</p><p>Eine Minute lang bewegte sich absolut nichts im Raum. Dann traten Egwene und Perrin und schlie�lich auch Mat vor, gingen z�gernd zum Tisch und setzten sich neben Rand in die Mitte. Egwene zog ihre Kapuze noch weiter vor, genug, ihr Gesicht halb zu verbergen, und sie alle vermieden es, irgend jemanden anzusehen.</p><p>�Also�, schnaubte Thom von seinem Standort neben der T�r her, �soviel w�re nun geschafft.�</p><p>�Da nun alle hier sind�, sagte Lan, verlie� den Kamin und f�llte einen der silbernen Becher mit Wein, �werdet Ihr dies vielleicht endlich von mir annehmen.� Er bot Nynaeve den Becher an. Sie betrachtete ihn mi�trauisch. �Keine Angst�, sagte er geduldig. �Ihr habt gesehen, wie der Wirt den Wein brachte, und keiner von uns hatte Gelegenheit, etwas hineinzutun. Er ist ganz rein.�</p><p>Der Mund der Seherin verzog sich bei dem Wort <emphasis>Angst</emphasis> zornig, doch sie nahm den Becher und murmelte: �Danke.�</p><p>�Ich m�chte gern wissen�, sagte er, �wie Ihr uns gefunden habt.�</p><p>�Ich auch.� Moiraine beugte sich gespannt vor. �Vielleicht seid Ihr jetzt gewillt zu sprechen, nachdem Egwene und die Jungen zu Euch gebracht wurden?�</p><p>Nynaeve nippte an dem Wein, bevor sie der Aes Sedai antwortete. �Ihr konntet nirgendwo anders als nach Baerlon hingehen. Um sicher zu gehen, folgte ich dann aber eurer Spur. Ihr seid ja ganz sch�n im Zickzack geritten. Aber ich sch�tze, ihr hattet kein Interesse daran, anst�ndigen Leuten �ber den Weg zu laufen.�</p><p>�Ihr... seid unserer Spur gefolgt?� sagte Lan, der zum ersten Mal, seit Rand ihn kannte, wirklich �berrascht wirkte. �Ich mu� wohl leichtsinnig geworden sein.�</p><p>�Ihr habt nicht viele Spuren hinterlassen, aber ich kann mindestens ebensogut Spuren lesen wie jeder Mann in den Zwei Fl�ssen, vielleicht mit Ausnahme von Tam al'Thor.� Sie z�gerte und f�gte dann hinzu: �Bis mein Vater starb, nahm er mich immer mit auf die Jagd und lehrte mich, was er sonst den S�hnen beigebracht h�tte, die er nie hatte.� Sie sah Lan herausfordernd an, aber er nickte nur beif�llig.</p><p>�Wenn Ihr einer Spur folgen k�nnt, die ich zu verbergen versucht habe, dann hat er Euch gut unterrichtet. Nur wenige schaffen das, selbst in den Grenzlanden.�</p><p>Pl�tzlich verbarg Nynaeve das Gesicht in ihrem Becher. Rands Augen weiteten sich. Sie err�tete. Nynaeve zeigte sich niemals auch nur im geringsten verwirrt. Zornig, ja, oftmals auch w�tend, aber niemals aus der Fassung gebracht. Doch nun waren ihre Wangen deutlich ger�tet, und sie bem�hte sich, das durch den Becher zu verdecken.</p><p>�Vielleicht�, sagte Moiraine ruhig, �werdet Ihr nun einige meiner Fragen beantworten. Ich habe Eure ehrlich genug beantwortet.�</p><p>�Mit einem Haufen Gaukler-M�rchen�, scho� Nynaeve zur�ck. �Die einzige <emphasis>Tatsache,</emphasis> die ich feststellen kann, ist, da� vier junge Leute aus einem unerfindlichen Grund von einer Aes Sedai entf�hrt wurden.�</p><p>�Man hat Euch gesagt, da� das hier niemand wei߫, sagte Lan scharf. �Ihr m��t lernen, Eure Zunge zu h�ten.�</p><p>�Warum sollte ich?� wollte Nynaeve wissen. �Warum sollte ich Euch helfen, Euch oder das, was Ihr seid, zu verbergen? Ich bin gekommen, um Egwene und die Jungen nach Emondsfeld zur�ckzubringen, und nicht, um Euch zu helfen, sie wegzulocken.�</p><p>Thom mischte sich mit Verachtung in der Stimme ein: �Wenn Ihr wollt, da� sie ihr Dorf wiedersehen � und Ihr selbst auch -, dann solltet Ihr vorsichtiger sein. Es gibt in Bearlon solche, die sie� � er machte eine schnelle Kopfbewegung auf Moiraine zu � �t�ten w�rden f�r das, was sie darstellt. Ihn auch!� Er zeigte auf Lan, und dann trat er pl�tzlich vor und stemmte die F�uste auf den Tisch. Er ragte �ber Nynaeve auf, und sein langer Schnurrbart und die dichten Augenbrauen wirkten mit einemmal bedrohlich.</p><p>Ihre Augen weiteten sich und sie wollte sich schon von ihm wegdrehen, doch dann versteifte sie trotzig den R�cken. Thom schien es gar nicht zu bemerken; er fuhr mit unheilverhei�end sanfter Stimme fort: �Nur ein Ger�cht, ein Fl�stern in ein falsches Ohr, w�rde gen�gen, und sie w�rden diese Schenke wie ein Schwarm vor Kriegerameisen �berschwemmen. Ihr Ha� ist so stark, ihr Wunsch, jeden von der Sorte dieser beiden gefangenzunehmen oder zu t�ten. Und das M�dchen? Die Jungen? Ihr? Ihr h�ngt alle mit ihnen zusammen. Jedenfalls w�re es genug f�r die Wei�m�ntel. Es w�rde Euch nicht gefallen, wie sie ihre Fragen stellen, besonders wenn es irgendwie um den Wei�en Turm geht. Die Folterknechte der Wei�m�ntel nehmen von vornherein an, da� Ihr schuldig seid, und f�r diese Art von Schuld gibt es nur ein Urteil. Sie haben kein Interesse daran, die Wahrheit herauszufinden; sie glauben, diese ohnehin bereits zu kennen. Alles, was sie mit ihren Brandeisen und Zangen erreichen wollen, ist ein Gest�ndnis. Also erinnert Euch besser daran, da� manche Geheimnisse zu gef�hrlich sind, sie laut auszusprechen, selbst wenn Ihr glaubt zu wissen, wer zuh�rt.� Er richtete sich auf und murmelte noch: �Wie es scheint, mu� ich das in letzter Zeit viel zu oft sagen.�</p><p>�Das war gut gesprochen, Gaukler�, sagte Lan. Der Beh�ter blickte wieder abw�gend drein. �Ich bin �berrascht, da� Ihr so besorgt seid.�</p><p>Thom zuckte die Achseln. �Es ist auch bekannt, da� ich mit Euch gekommen bin. Ich lege keinen Wert darauf, da� mir ein Folterknecht mit einem Brandeisen sagt, ich solle meinen S�nden bereuen und im Licht wandeln.�</p><p>�Das�, warf Nynaeve mit bei�ender Stimme ein, �ist noch ein Grund mehr, warum sie morgen mit mir heimkehren sollten. Oder schon heute nachmittag. Je eher wir weg sind von Euch und auf dem R�ckweg nach Emondsfeld, desto besser.�</p><p>�Das k�nnen wir nicht�, sagte Rand und war froh, da� seine Freunde alle zur gleichen Zeit protestierten. Nynaeves b�ser Blick mu�te nun wenigstens allen gleicherma�en gelten, und sie bekamen ihn auch prompt zu sp�ren. Doch da er zuerst gesprochen hatte, schwiegen alle anderen und sahen ihn an. Selbst Moiraine lehnte sich auf ihrem Stuhl zur�ck und sah ihn �ber die verschr�nkten Finger hinweg an. Es kostete ihn einige M�he, der Seherin ins Auge zu blicken. �Wenn wir nach Emondsfeld zur�ckgehen, dann kommen auch die Trollocs zur�ck. Sie... sie jagen uns. Ich wei� nicht, warum, aber es stimmt. Vielleicht werden wir in Tar Valon herausfinden, warum. Vielleicht finden wir auch heraus, wie wir das beenden k�nnen. Es ist der einzige Weg.�</p><p>Nynaeve hob verzweifelt die H�nde. �Du h�rst dich genau wie Tam an. Er lie� sich in die Dorfversammlung tragen und versuchte, alle zu �berzeugen. Zuvor hatte er das schon beim Gemeinderat probiert. Das Licht wei�, wie eure... Frau Alys� � ihre Stimme sch�ttete eine Wagenladung Verachtung �ber den Namen aus � �es geschafft hat, ihn zu �berzeugen. Normalerweise verf�gt er �ber gesunden Menschenverstand, mehr als die meisten anderen M�nner. Jedenfalls besteht der Gemeinderat auch sonst aus einem Haufen alter Narren. Aber daf�r waren selbst sie nicht n�rrisch genug, und die anderen auch nicht. Sie stimmten zu, da� man euch suchen m�sse. Dann wollte Tam derjenige sein, der euch folgt, dabei konnte er sich noch nicht einmal auf den Beinen halten. Eure Familie mu� aus lauter Narren bestehen.�</p><p>Mat r�usperte sich und nuschelte dann: �Wie steht's mit meinem Pa? Was hat er gesagt?�</p><p>�Er hat Angst, da� du deine Streiche an Ausl�ndern versuchst und daf�r eins �ber den Kopf kriegst. Er schien davor mehr Angst zu haben, als vor... Frau Alys hier. Aber er war noch nie viel schlauer als du.�</p><p>Mat schien sich nicht sicher zu sein, wie er das verstehen sollte oder was er antworten sollte oder ob �berhaupt eine Antwort f�llig war.</p><p>�Ich erwarte�, begann Perrin z�gernd, �ich meine, ich denke, Meister Luhhan war auch nicht gerade gl�cklich �ber meine Abreise.�</p><p>�Hast du erwartet, da� er sich freut?� Nynaeve sch�ttelte angewidert den Kopf und sah Egwene an. �Ich sollte mich eigentlich bei diesen drei nicht �ber solche idiotischen Einf�lle wundern, aber ich dachte, andere h�tten etwas mehr Urteilsverm�gen.�</p><p>Egwene lehnte sich zur�ck, damit sie von Perrin verdeckt wurde. �Ich habe eine Nachricht hinterlassen�, sagte sie schwach. Sie zupfte an ihrer Kapuze herum, als habe sie Angst, ihr loses Haar k�nne sich zeigen. �Ich habe alles erkl�rt.� Nynaeves Gesicht lief dunkel an.</p><p>Rand seufzte. Die Seherin war drauf und dran, einen ihrer Wutanf�lle zu bekommen und es sah nach einem ganz hochkar�tigen aus. Wenn sie sich in ihrem Zorn auf etwas versteifte � wenn sie zum Beispiel sagte, sie werde sie nach Emondsfeld zur�ckschicken, ganz gleich, was irgend jemand behauptete -, dann w�re es fast unm�glich, sich dem zu entziehen. Er �ffnete den Mund.</p><p>�Eine Nachricht!� begann Nynaeve, gerade als Moiraine sagte: �Ihr und ich, wir m�ssen uns immer noch unterhalten, Seherin.�</p><p>H�tte Rand sich selbst noch am Sprechen hindern k�nnen, dann w�re es in diesem Augenblick angebracht gewesen, doch seine Worte str�mten heraus, als habe er statt seines Mundes ein Wehr ge�ffnet. �Alles sch�n und gut, aber es �ndert nichts an der Lage. Wir k�nnen nicht zur�ck. Wir m�ssen weiter.� Das letztere sagte er etwas langsamer, und seine Stimme sank zu einem Fl�stern ab. Die Seherin und die Aes Sedai sahen ihn an. Es war die Art von Blick, wie er ihn kannte, wenn er auf Frauen traf, die �ber Angelegenheiten des Frauenzirkels sprachen � die Art, die ihm sagte, er solle seine Nase nicht in die Angelegenheiten anderer stecken. Er lehnte sich zur�ck und w�nschte sich, er sei irgendwo anders.</p><p>�Seherin�, sagte Moiraine, �Ihr m��t mir glauben, da� sie bei mir sicherer sind als in den Zwei Fl�ssen.�</p><p>�Sicherer!� Nynaeve sch�ttelte ver�chtlich den Kopf. �Ihr seid diejenige, die sie hierher gebracht hat, wo sich die Wei�m�ntel aufhalten. Dieselben Wei�m�ntel, wenn der Gaukler die Wahrheit gesagt hat, die ihnen <emphasis>Euretwegen</emphasis> etwas antun k�nnten. Sagt mir, wieso sie hier sicherer sind, Aes Sedai!�</p><p>�Es gibt viele Gefahren, vor denen ich sie nicht besch�tzen kann�, stimmte Moiraine zu, �genauso wie Ihr sie nicht vor dem Blitz besch�tzen k�nnt, wenn Ihr mit ihnen zur�ckkehrt. Aber es ist nicht der Blitz, vor dem sie sich f�rchten m�ssen, und es sind auch nicht die Wei�m�ntel. Es sind der Dunkle K�nig und seine Abgesandten. Und vor denen <emphasis>kann</emphasis> ich sie besch�tzen. Ich kann die Wahre Quelle ber�hren, kann <emphasis>Saidar</emphasis> ben�tzen, und das gibt mir so wie jeder Aes Sedai die Macht, die zu ihrem Schutz notwendig ist.� Nynaeves Mund verzog sich zweifelnd. Auch Moiraines Lippen verzogen sich, aber vor �rger, und doch fuhr sie fort, wenn auch ihre Stimme klang, als sei sie mit ihrer Geduld am Ende. �Selbst jene armen M�nner, die f�r kurze Zeit �ber die Macht verf�gen, genie�en diesen Schutz. Obwohl <emphasis>Saidin</emphasis> nicht nur besch�tzt, denn gelegentlich werden sie durch das Verderben, das daran klebt, auch erst richtig verwundbar. Aber ich kann, wie jede andere Aes Sedai, meinen Schutz auf die ausdehnen, die sich in meiner N�he befinden. Kein Blasser kann ihnen etwas antun, solange sie sich � so wie jetzt � dicht bei mir aufhalten. Kein Trolloc kann sich auf mehr als eine Viertelmeile n�hern, ohne da� Lan es merkt, denn er f�hlt das B�se an ihnen. K�nnt Ihr ihnen halb soviel bieten, wenn sie mit Euch nach Emondsfeld zur�ckkehren?�</p><p>�Ihr traut Euch reichlich viel zu�, sagte Nynaeve. �Wir haben ein Sprichwort in den Zwei Fl�ssen, das hei�t: �Es ist gleich, wer gewinnt, der Wolf oder der B�r � das Kaninchen ist immer der Verlierer.� Tragt Euren Streit irgendwo anders aus, und la�t die Leute aus Emondsfeld in Frieden.�</p><p>�Egwene�, sagte Moiraine nach einem Moment des Schweigens, �geh mit den anderen weg, und la� die Seherin eine Weile mit mir allein.� Ihr Gesicht sagte nichts aus; Nynaeve machte sich am Tisch breit, als sei sie bereit, einen Ringkampf zu beginnen.</p><p>Egwene sprang auf die Beine. Ihr Wunsch, sich w�rdevoll zu bewegen, stand offenbar mit ihrem Wunsch auf dem Kriegsfu�, eine Auseinandersetzung mit der Seherin wegen ihres offen getragenen Haares zu vermeiden. Sie hatte keinerlei Schwierigkeiten; durch einen Blick die anderen um sich zu versammeln. Mat und Perrin schoben ihre St�hle hastig nach hinten, murmelten irgendwelche H�flichkeitsfloskeln und bem�hten sich, nicht gleich hinauszurennen. Selbst Lan ging auf ein Zeichen Moiraines zur T�r und zog Thom mit sich.</p><p>Rand folgte, und der Beh�ter schlo� die T�r hinter ihnen. Dann stand er auf der anderen Seite des Flurs Wache. Unter Lans argw�hnischen Blicken gingen die anderen ein kleines St�ck weiter den Korridor hinunter. Es durfte auch nicht die geringste Gelegenheit f�r jemanden geben, sie zu belauschen. Als sie gerade weit genug entfernt waren, da� es ihm pa�te, lehnte sich der Beh�ter entspannt gegen die Wand. Auch ohne seinen farbver�ndernden Umhang wirkte er so bewegungslos, da� er nur schwer zu bemerken war, au�er man stand direkt vor ihm.</p><p>Der Gaukler �u�erte, da� er Besseres zu tun habe, und verlie� sie mit einem ernsten: �Erinnert Euch daran, was ich gesagt habe!� �ber seine Schulter hinweg. Kein anderer schien das Bed�rfnis zu haben, sich wegzustehlen.</p><p>�Was hat er gemeint?� fragte Egwene abwesend. Ihre Augen waren auf die T�r gerichtet, hinter der Moiraine und Nynaeve miteinander sprachen. Sie spielte an ihren Haaren herum, als sei sie innerlich gespalten: Sollte sie weiterhin die Tatsache verbergen, da� sie die Haare offen trug oder die Kapuze einfach zur�ckschlagen?</p><p>�Er hat uns einige Ratschl�ge erteilt�, sagte Mat.</p><p>Perrin sah ihn warnend an. �Er sagte, wir sollten den Mund nicht aufmachen, bevor wir sicher seien, was wir eigentlich sagen wollten.�</p><p>�Das klingt nach einem guten Ratschlag�, sagte Egwene, doch sie wirkte dabei ganz eindeutig desinteressiert. Rand stand in Gedanken versunken da. Wie konnte denn Nynaeve Teil dieses Ganzen sein? Wie konnte irgendeiner von ihnen �berhaupt mit Trollocs und Blassen und einem in den Tr�umen erscheinenden Ba'alzamon zu tun haben? Es war verr�ckt. Er fragte sich, ob Min Moiraine von Nynaeve berichtet hatte. <emphasis>Was sagen sie dort drinnen?</emphasis></p><p>Er hatte keine Ahnung, wie lange er dort gestanden hatte, als sich die T�r endlich �ffnete. Nynaeve trat heraus und erschrak, als sie Lan bemerkte. Der Beh�ter sagte ihr leise etwas, was sie ihren Kopf �rgerlich in den Nacken werfen lie�, und dann schl�pfte er an ihr vorbei durch die T�r.</p><p>Sie wandte sich Rand zu, und nun wurde ihm erst bewu�t, da� die anderen alle heimlich verschwunden waren. Er wollte der Seherin nicht allein gegen�berstehen, doch jetzt, da sie ihn erblickt hatte, gab es kein Entrinnen mehr. <emphasis>Ein forschender Blick,</emphasis> dachte er erstaunt. <emphasis>Was haben sie nur gesprochen?</emphasis> Er richtete sich auf, als sie sich ihm n�herte.</p><p>Sie zeigte auf Tams Schwert. �Das scheint heutzutage zu dir zu passen, obwohl es mir lieber w�re, das w�re nicht der Fall. Du bist gewachsen, Rand.�</p><p>�In einer Woche?� Er lachte, doch es klang gezwungen und sie sch�ttelte den Kopf, als verstehe sie nicht. �Hat sie dich �berzeugt?� fragte er. �Es ist wirklich die einzige M�glichkeit.� Er unterbrach sich und dachte an Mins Funken. �Kommst du mit uns?�</p><p>Nynaeve machte gro�e Augen. �Mit euch kommen? Warum sollte ich? Mavra Mallen ist von Devenritt her�bergekommen, um mich zu vertreten, bis ich zur�ckkehre, aber sie wird zur�ckkehren wollen, sobald sie nur kann. Ich hoffe immer noch, da� ich euch zum Einlenken bringe und ihr mit mir heimkommt.�</p><p>�Das k�nnen wir nicht.� Er glaubte, an der immer noch ge�ffneten T�r eine Bewegung zu sehen, aber sie waren allein im Flur.</p><p>�Das hast du mir schon einmal gesagt, und sie auch.� Nynaeve zog die Stirn in Falten. �Wenn sie nicht darin verwickelt w�re... Aes Sedai kann man nicht trauen, Rand.�</p><p>�Du h�rst dich an, als ob du uns in Wirklichkeit glaubst�, sagte er bed�chtig. �Was ist bei der Dorfversammlung geschehen?�</p><p>Nynaeve blickte zur T�r zur�ck, bevor sie antwortete. Dort bewegte sich jetzt nichts. �Es war ein totales Durcheinander, aber sie mu� nicht unbedingt wissen, da� wir unsere eigenen Angelegenheiten nicht besser regeln k�nnen. Und ich glaube nur eine Sache: Ihr seid alle in Gefahr, solange ihr euch bei ihr befindet.�</p><p>�Es ist etwas geschehen�, beharrte er. �Warum willst du, da� wir zur�ckkommen, wenn du glaubst, es best�nde eine M�glichkeit, da� wir doch recht haben? Und warum �berhaupt du? Man k�nnte dann genausogut den B�rgermeister schicken wie die Seherin.�</p><p>�Du <emphasis>bist</emphasis> gewachsen.� Sie l�chelte, und das lie� ihn einen Augenblick lang unruhig von einem Fu� auf den anderen treten. �Ich kann mich an eine Zeit erinnern, da h�ttest du nicht in Frage gestellt, wohin ich zu gehen beschlie�e oder was ich tun will, gleich, worum es ging. Das ist gerade eine Woche her.�</p><p>Er r�usperte sich und fragte stur weiter. �Es ergibt sonst keinen Sinn. Warum bist du wirklich hier?�</p><p>Sie sah so halb zu der leeren T�r�ffnung hin�ber und nahm dann seinen Arm. �Laufen wir ein St�ck weiter, w�hrend wir sprechen.� Er lie� sich von ihr wegf�hren, und als sie sich weit genug von der T�r entfernt hatten, um nicht mehr belauscht zu werden, begann sie wieder. �Wie ich schon sagte: Die Versammlung war ein einziges Durcheinander. Alle waren sich einig, da� euch jemand nachgeschickt werden mu�te, aber das Dorf war in zwei Gruppen gespalten. Die einen wollten, da� ihr gerettet werdet, obwohl es kr�ftigen Streit dar�ber gab, wie das bewerkstelligt werden k�nne, wenn man bedenkt, da� ihr bei einer... bei einer von <emphasis>diesen</emphasis> seid.�</p><p>Er war froh, da� sie bei der Wahl ihrer Worte sehr vorsichtig war. �Die anderen glaubten Tam?� fragte er.</p><p>�Nicht unbedingt, aber sie dachten, ihr solltet euch nicht bei Fremden aufhalten, besonders nicht bei einer wie <emphasis>ihr.</emphasis> Was auch immer � beinahe jeder Mann wollte bei der Suchaktion dabei sein. Tam und Bran al'Vere mit den Waagschalen seines Amtes um den Hals, und Haral Luhhan, bis Alsbet es fertigbrachte, da� er sich wieder hinsetzte. Sogar Cenn Buie! Das Licht bewahre mich vor M�nnern, die mit dem Haar auf ihrer Brust zu denken versuchen! Obwohl ich nicht wei�, ob es �berhaupt andere gibt.� Sie schniefte kr�ftig und blickte anklagend zu ihm auf. �Jedenfalls wurde mir klar, da� es noch einen geschlagenen Tag dauern w�rde, bis sie zu einer Entscheidung k�men, und irgendwie... irgendwie war ich sicher, da� wir nicht so lange warten durften. Also berief ich den Frauenzirkel ein und sagte ihnen, was geschehen m�sse. Ich kann nicht behaupten, da� es ihnen gefiel, aber sie sahen ein: Ich hatte recht. Und deshalb bin ich hier. Die M�nner aus Emondsfeld sind sture Wollk�pfe. Sie streiten sich vermutlich immer noch dar�ber, wen sie schicken sollen, obwohl ich hinterlie�, da� ich mich darum k�mmern werde.�</p><p>Nynaeves Geschichte erkl�rte ihre Anwesenheit, aber sie konnte ihn nicht beruhigen. Sie war immer noch entschlossen, mit ihnen zusammen nach Hause zu gehen.</p><p>�Was hat sie dir da drinnen gesagt?� fragte er. Moiraine h�tte doch sicherlich jedes Argument ben�tzt, aber sollte sie etwas vergessen haben, dann konnte er das ja nachholen.</p><p>�Praktisch das gleiche�, erwiderte Nynaeve. �Und sie wollte mehr �ber euch Jungen wissen. Um herauszufinden, warum ihr... diese Art von Aufmerksamkeit erregt habt... <emphasis>sagte</emphasis> sie jedenfalls.� Sie legte eine Pause ein und beobachtete ihn aus den Augenwinkeln. �Sie versuchte, es zu verschleiern, aber vor allem wollte sie herausfinden, ob einer von euch au�erhalb der Zwei Fl�sse geboren wurde.�</p><p>Sein Gesichtshaut spannte sich pl�tzlich wie ein Trommelfell. Er brachte es fertig, heiser zu lachen. �Sie hat aber eigenartige Ideen. Ich hoffe, du hast ihr versichert, da� wir alle in Emondsfeld geboren wurden.�</p><p>�Nat�rlich�, antwortete sie. Sie hatte nur einen Herzschlag lang gez�gert, bevor sie sprach, so kurz, da� er es gar nicht bemerkt h�tte, wenn er nicht darauf gewartet h�tte.</p><p>Er versuchte krampfhaft, sich etwas einfallen zu lassen, was er sagen konnte, aber seine Zunge f�hlte sich an wie ein St�ck Leder. <emphasis>Sie wei� es.</emphasis> Sie war schlie�lich die Seherin, und von einer Seherin nahm man an, da� sie alles �ber jeden wu�te. <emphasis>Wenn sie davon wei�, dann war es kein Fiebertraum. O Licht hilf mir, Vater!</emphasis></p><p>�Ist alles in Ordnung?� fragte Nynaeve.</p><p>�Er sagte... sagte, da� ich... nicht sein Sohn sei. Als er im Delirium war... wegen des Fiebers. Er sagte, er habe mich gefunden. Ich dachte, es sei nur... � Seine Kehle begann zu brennen, und er mu�te aufh�ren zu sprechen.</p><p>�O Rand!� Sie hielt inne und nahm sein Gesicht in ihre beiden H�nde. Sie mu�te ihre H�nde dazu nach oben strecken. �Die Menschen sagen im Fieber die seltsamsten Sachen. Verdrehte Sachen. Sachen, die nicht wahr und wirklich sind. H�r auf mich! Tam al'Thor ist weggelaufen, um Abenteuer zu suchen, als er ein Junge war und nicht �lter als du. Ich kann mich gerade noch daran erinnern, wie er zur�ck nach Emondsfeld kam; ein erwachsener Mann mit einer rothaarigen ausl�ndischen Frau und einem Baby in Windeln. Ich erinnere mich daran, da� Kari al'Thor dieses Kind mit so viel Liebe und Freude in den Armen hielt, wie ich es nur jemals bei einer Mutter erlebt habe. Ihr Kind, Rand. Du. Nun rei� dich zusammen und h�re auf mit solchen Verr�cktheiten.�</p><p>�Nat�rlich�, sagte er. <emphasis>Ich wurde au�erhalb der Zwei Fl�sse geboren.</emphasis> �Nat�rlich.� Vielleicht hatte Tam einen Fiebertraum gehabt, und vielleicht hatte er nach einer Schlacht ein Baby gefunden. �Warum hast du es ihr nicht gesagt?�</p><p>�Das geht keinen Ausl�nder etwas an.�</p><p>�Sind auch noch andere au�erhalb geboren?� Sobald er die Frage gestellt hatte, sch�ttelte er auch schon den Kopf. �Nein, antworte nicht. Es geht mich auch nichts an.� Aber es w�re gut, zu wissen, ob Moiraine an ihm ein besonderes Interesse hatte, das �ber das Interesse an ihnen als Gruppe hinausging. <emphasis>W�re das wirklich gut?</emphasis></p><p>�Nein, es geht dich nichts an�, stimmte Nynaeve zu. �Es braucht auch nichts zu bedeuten. Es kann sein, da� sie einfach blind nach einem Grund sucht, irgendeinem Grund, warum diese Wesen hinter dir her sind. Hinter euch <emphasis>allen.�</emphasis></p><p>Rand brachte ein schwaches Grinsen fertig. �Dann glaubst du also schon, da� sie uns jagen.�</p><p>Nynaeve sch�ttelte unger�hrt den Kopf. �Du hast ziemlich gut gelernt, einem das Wort im Mund zu verdrehen, seit du sie kennengelernt hast.�</p><p>�Was wirst du tun?� fragte er.</p><p>Sie betrachtete ihn. Er sah ihr standhaft in die Augen. �Heute werde ich ein Bad nehmen. Was das andere angeht, werden wir ja sehen.�</p></section><section><title><p>17</p><p>Beobachter und J�ger</p></title><p>Nachdem die Seherin weg war, ging Rand in den Schankraum. Er brauchte den Klang von Lachen in den Ohren, um zu vergessen, was Nynaeve gesagt hatte und welche Schwierigkeiten sie ihnen damit bereiten konnte.</p><p>Der Raum war tats�chlich voll, aber niemand lachte, obwohl jeder Stuhl und jede Bank besetzt war und andere Leute an den W�nden standen. Thom trat gerade auf. Er stand auf einem Tisch an der gegen�berliegenden Wand. Seine Gesten waren umfassend genug, um den ganzen Raum zu f�llen. Es war wieder einmal <emphasis>Die Wilde Jagd nach dem Horn,</emphasis> aber nat�rlich beklagte sich niemand dar�ber. Es gab so viel �ber jeden der J�ger zu erz�hlen und so viele J�ger waren auf der Suche nach dem Horn, da� die Geschichte jedesmal anders klang. Es h�tte sowieso eine Woche oder mehr gedauert, die ganze Geschichte auf einmal zu erz�hlen. Der einzige Laut, der neben Stimme und Harfe des Gauklers erklang, war das Prasseln der Feuer in den Kaminen.</p><p>�... Zu den acht Ecken der Welt reiten die J�ger, zu den acht S�ulen des Himmels, wo der Wind der Zeit weht und das Schicksal die Kleinen wie die Gro�en bei der Stirn packt. Nun ist Rogosch von Talmour, Rogosch Adlerauge, ber�hmt am Hof des Hochk�nigs, gef�rchtet an den H�ngen des Shayol Ghul, der gr��te aller J�ger...� Die J�ger waren immer gef�rchtete Helden � allesamt.</p><p>Rand machte seine beiden Freunde aus und quetschte sich neben Perrin an das Ende einer Sitzbank.</p><p>K�chenger�che, die durch den Raum zogen, erinnerten ihn an seinen Hunger, doch sogar die Leute, die ihr Essen vor sich stehen hatten, beachteten es kaum. Die Kellnerinnen, die eigentlich h�tten bedienen sollen, standen verzaubert da, die H�nde in die Sch�rzen verkrampft, und sahen den Gaukler an. Niemand schien etwas dagegen zu haben. Zuh�ren war besser als essen, ganz gleich, wie gut das Essen auch sein mochte.</p><p>�... seit dem Tag ihrer Geburt hat der Dunkle K�nig Blaes als sein eigen betrachtet, aber nie wird er ihre Zustimmung gewinnen. Blaes von Matuchin ist kein Schattenfreund! Stark wie eine Esche steht sie da, biegsam wie der Zweig einer Weide, sch�n wie eine Rose. Goldhaarige Blaes. Bereit, zu sterben, um nicht nachgeben zu m�ssen. Doch lauscht! Von den T�rmen der Stadt klingt das Schmettern von Trompeten, ehern und k�hn. Ihre Herolde verk�nden die Ankunft eines Helden an ihrem Hof. Trommelklang rollt, und Beckenschl�ge erklingen! Rogosch Adlerauge kommt, um ihr zu huldigen...� �Rogosch Adlerauges Handel� neigte sich dem Ende zu, aber Thom unterbrach die Erz�hlung nur, um seine Kehle aus einem Bierkrug zu befeuchten, und dann erklang �Lians Wehr�. Dem folgte dann �Der Fall von Aleth-Loriel� und �Gaidal Cains Schwert� und �Der letzte Ritt von Buad von Albhain�. Als sich der Abend hinzog, wurden die Pausen l�nger, und als Thom schlie�lich die Harfe weglegte und zur Fl�te griff, wu�te jeder, da� die Erz�hlung f�r diesen Abend beendet war. Zwei M�nner begleiteten Thom auf einer Trommel und einem Hackbrett, aber sie sa�en neben dem Tisch, w�hrend er noch immer auf ihm stand.</p><p>Die drei jungen M�nner aus Emondsfeld begannen bei den ersten T�nen von �Der Wind, der die Weide beugt� mitzuklatschen, und sie waren nicht die einzigen. Es war ein besonders beliebtes Lied, sowohl in den Zwei Fl�ssen, wie auch in Baerlon, schien es. Hier und da fielen Stimmen ein, und sie klangen nicht so falsch, da� man sie h�tte zum Schweigen bringen m�ssen.</p><p><emphasis>�Meine Liebe ist fort, weggeweht, vom Wind, der die Weide beugt, und alles Land wird niedergedr�ckt vom Wind, der die Weide beugt. Doch will ich sie halten, fest und treu, in meiner Erinnerung, ihre Kraft macht meine Seele stark, ihre Liebe w�rmt mein Herz. So steh ich, wo wir einst uns liebten, trotz des Winds, der die Weide beugt.�</emphasis></p><p>Das zweite Lied war nicht so traurig. �Nur einen Eimer Wasser� schien im Gegensatz dazu sogar noch fr�hlicher als sonst �blich, und das hatte der Gaukler ja vielleicht auch bezweckt. Die Leute beeilten sich, Tische wegzuschieben und eine Tanzfl�che freizumachen. Bald warfen sie die Beine im Takt, bis die W�nde wackelten von all dem Stampfen und Wirbeln. Der erste Tanz endete. Lachende T�nzer verlie�en die Tanzfl�che und hielten sich die Seiten. Neue T�nzer nahmen ihre Pl�tze ein.</p><p>Thom spielte die ersten Takte von �Der Flug der Wildg�nse� und wartete dann, bis die Leute ihre Pl�tze in den Reihen eingenommen hatten.</p><p>�Ich glaube, ich probier's auch mal�, sagte Rand und stand auf. Perrin scho� sofort auch hoch. Mat bewegte sich als letzter, und so mu�te er zur�ckbleiben und auf die Umh�nge, Rands Schwert und Perrins Axt aufpassen.</p><p>�Denkt daran, da� ich auch mal tanzen will!� rief Mat ihnen nach.</p><p>Die T�nzer stellten sich in zwei langen Reihen gegen�ber auf, die Frauen auf der einen und die M�nner auf der anderen Seite. Zuerst gab die Trommel den Rhythmus an, dann fiel das Hackbrett ein, und alle T�nzer begannen, im gleichen Takt die Knie zu beugen. Das M�dchen gegen�ber Rand � sie trug die dunklen Haare in Z�pfen und erinnerte ihn an die Heimat � l�chelte ihn erst sch�chtern an und dann zwinkerte sie ihm gar nicht mehr sch�chtern zu. Thoms Fl�te schwang sich in die Melodie hinein, und Rand ging vorw�rts auf das dunkelhaarige M�dchen zu. Sie warf den Kopf in den Nacken und lachte, als er sie herumwirbelte und an den n�chsten Mann in der Reihe weiterreichte.</p><p>Jeder im Saal lachte, zumindest bildete er sich das ein, w�hrend er um seine n�chste Partnerin herumtanzte, eine der Kellnerinnen, deren Sch�rze wild flatterte. Das einzige ernste Gesicht, das er sah, geh�rte einem Mann, der an einem der Kamine kauerte, und dieser Bursche hatte eine Narbe quer �bers ganze Gesicht, von einer Schl�fe bis an die gegen�berliegende Kante seines Unterkiefers. Sie lie� seine Nase schr�g erscheinen und zog einen Mundwinkel herunter. Der Mann sah ihm in die Augen und verzog das Gesicht. Rand schaute verlegen zur Seite. Vielleicht konnte der Bursche mit einer solchen Narbe nicht mehr l�cheln.</p><p>Er fing seine n�chste Partnerin im Drehen auf und wirbelte sie im Kreis herum, bevor er sie weiterreichte. Drei weitere Frauen tanzten mit ihm, w�hrend die Musik immer schneller wurde, und dann hatte er wieder das erste dunkelhaarige M�dchen am Arm, als sie in einer kurzen Promenade die Reihen komplett tauschten. Sie lachte immer noch und zwinkerte ihm wieder zu.</p><p>Der narbengesichtige Mann sah ihn finster an. Sein Schritt wurde unsicher, und seine Wangen erhitzten sich. Er hatte den Burschen nicht besch�men wollen; er glaubte wirklich nicht, ihn auff�llig angestarrt zu haben. Er drehte sich nach seiner n�chsten Partnerin um und verga� den Mann. Die n�chste Frau, die in seine Arme tanzte, war Nynaeve.</p><p>Er stolperte in die n�chsten Tanzschritte hinein und fiel fast �ber die eigenen F��e. Beinahe w�re er ihr noch auf die F��e getreten. Sie tanzte leichtf��ig genug, um seine Unbeholfenheit auszugleichen, und l�chelte auch noch dabei. �Ich dachte, du seist ein besserer T�nzer�, lachte sie beim Partnerwechsel.</p><p>Ihm blieb nur ein Augenblick, sich wieder zusammenzurei�en, dann wechselten sie wieder, und er tanzte auf einmal mit Moiraine. Wenn er sich schon bei der Seherin unbeholfen angestellt hatte, dann war das nichts gegen sein Gef�hl jetzt beim Tanz mit der Aes Sedai. Sie glitt elegant �ber den Tanzboden. Ihr langes Kleid schwang um ihre Beine. Er fiel dagegen zweimal beinahe hin. Sie l�chelte ihn mitleidsvoll an, doch das half nicht � im Gegenteil. Es war eine Erleichterung, die n�chste Partnerin weitergereicht zu bekommen, selbst wenn es sich um Egwene handelte.</p><p>Er gewann wieder etwas an Haltung. Schlie�lich hatte er jahrelang mit ihr getanzt. Ihr Haar hing immer noch offen herunter, doch sie hatte es hinten mit einem roten Band zusammengebunden. <emphasis>Konnte sich vielleicht nicht entscheiden, ob sie es Moiraine oder Nynaeve recht machen sollte,</emphasis> dachte er m�rrisch. Ihre Lippen waren ge�ffnet, und sie wirkte, als wolle sie etwas sagen, aber sie sprach nicht, und er wollte nicht zuerst sprechen. Nicht, nachdem sie seinen fr�heren Versuch im Speisesaal so schroff abgew�rgt hatte. Sie sahen einander ern�chtert an und bewegten sich wortlos wieder voneinander weg.</p><p>Er war froh, als der Tanz zu Ende war und er auf die Bank zur�ckkehren konnte. Die Musik zum n�chsten Tanz, einer Gigue, begann, als er sich gerade setzte. Mat eilte auf die Tanzfl�che, und Perrin setzte sich auf die freigewordene Bank. �Hast du sie gesehen?� begann Perrin, der noch nicht einmal richtig sa�. �Hast du?�</p><p>�Welche?� fragte Rand. �Die Seherin oder Frau Alys? Ich habe mit beiden getanzt.�</p><p>�Mit der Ae... mit Frau Alys auch?� rief Perrin. �Ich habe mit Nynaeve getanzt. Ich wu�te nicht einmal, da� sie tanzt. Zu Hause tut sie das nie.�</p><p>�Ich frage mich�, sagte Rand nachdenklich, �was der Frauenzirkel wohl davon hielte, wenn die Seherin tanzt? Vielleicht tut sie's deswegen nicht.�</p><p>Dann waren Musik und Klatschen und Singen zu laut, um sich weiter zu unterhalten. Rand und Perrin klatschten mit, als die T�nzer um den Tanzboden kreisten. Mehrmals wurde ihm bewu�t, da� der Mann mit der Narbe ihn anstarrte. Der Mann hatte ein Recht darauf, wegen der Narbe empfindlich zu sein, aber Rand fiel nun nichts ein, was er h�tte tun k�nnen, ohne alles noch schlimmer zu machen. Er konzentrierte sich ganz auf die Musik und vermied es, den Burschen anzusehen.</p><p>Tanz und Gesang gingen bis tief in die Nacht hinein weiter. Die Kellnerinnen erinnerten sich schlie�lich ihrer Pflichten; Rand war froh, ein wenig hei�en Eintopf und Brot herunterschlingen zu k�nnen. Jeder a�, wo er gerade sa� oder stand. Rand tanzte noch dreimal, und er beherrschte sich besser, wenn er dabei auf Nynaeve und auch auf Moiraine traf. Diesmal lobten beide seine F�higkeiten als T�nzer, und er stammelte verwirrt seinen Dank. Er tanzte auch wieder mit Egwene. Sie sah ihn mit ihren dunklen Augen an und schien immer etwas auf der Zunge zu haben, doch sie sagte kein Wort. Er war genauso still wie sie, aber er war sich sicher, da� er sie nicht irgendwie b�se angesehen hatte, auch wenn Mat das behauptete, als er zur Bank zur�ckkehrte.</p><p>Gegen Mitternacht ging Moiraine. Egwene bemerkte den resignierenden Blick, den Moiraine in Richtung Nynaeve schickte, und eilte ihr nach. Die Seherin beobachtete beide mit ausdruckslosem Gesicht und tanzte dann mit voller Absicht noch einmal, bevor auch sie den Saal verlie�. Sie wirkte, als habe sie einen Punktsieg �ber die Aes Sedai errungen.</p><p>Bald legte Thom seine Fl�te in den Kasten und debattierte freundlich mit denen, die noch weitermachen wollten. Lan kam und holte Rand und die anderen ab.</p><p>�Wir m�ssen fr�h aufbrechen�, sagte der Beh�ter, der sich des L�rms wegen ganz nah zu ihnen hinbeugen mu�te, �und wir m�ssen uns so gut wie m�glich ausruhen.�</p><p>�Ein Kerl hat mich angestarrt�, sagte Mat. �Ein Mann mit einer Narbe im Gesicht. Glaubt Ihr, er k�nnte einer der... <emphasis>Freunde</emphasis> sein, vor denen Ihr uns gewarnt habt?�</p><p>�So eine Narbe?� sagte Rand und fuhr sich mit dem Finger �ber die Nase bis zum Mundwinkel. �Er hat mich auch angestarrt.� Er blickte sich im Saal um. Die Leute gingen langsam hinaus, und die meisten derer, die immer noch blieben, hatten sich um Thom versammelt. �Er ist jetzt nicht mehr da.�</p><p>�Ich habe den Mann gesehen�, sagte Lan. �Laut Meister Fitch ist er ein Spion der Wei�m�ntel. Der sollte uns kein Kopfzerbrechen bereiten.� Vielleicht nicht, aber Rand bemerkte, da� irgend etwas den Beh�ter st�rte.</p><p>Rand sah Mat an, der wieder diesen unbeweglichen Gesichtsausdruck zeigte, der immer bedeutete, da� er etwas verbarg. <emphasis>Ein Spion der Wei�m�ntel. Konnte es sein, da� Bornhald sich unbedingt an ihnen r�chen wollte?</emphasis> �Wir brechen fr�h auf?� sagte er. �Wirklich fr�h?�</p><p>Vielleicht k�nnten sie schon weg sein, bevor etwas in der Hinsicht geschah?</p><p>�Beim ersten Tageslicht�, antwortete der Beh�ter.</p><p>Als sie den Schankraum verlie�en, sang Mat leise Bruchst�cke von Liedern, und Perrin blieb manchmal stehen, um einen neuen Tanzschritt auszuprobieren, den er gelernt hatte. Thom gesellte sich in bester Laune zu ihnen. Lans Gesicht zeigte keinen Ausdruck, als sie zur Treppe gingen.</p><p>�Wo schl�ft Nynaeve?� fragte Mat. �Meister Fitch sagte, er habe uns die letzten Zimmer gegeben.�</p><p>�Sie hat ein Bett�, sagte Thom trocken, �bei Frau Alys und dem M�dchen.�</p><p>Perrin pfiff durch die Z�hne, und Mat knurrte: �Blut und Asche! Ich m�chte nicht in Egwenes Haut stecken, selbst wenn sie mir alles Gold in Caemlyn b�ten!�</p><p>Nicht zum ersten Mal w�nschte sich Rand, Mat k�nnte einmal ernsthaft mehr als zwei Minuten lang �ber dieselbe Sache nachdenken. Sie f�hlten sich im Moment nicht gerade wohl in ihrer Haut. �Ich gehe und hole Milch�, sagte er. Vielleicht w�rde ihm das beim Einschlafen helfen. <emphasis>Vielleicht werde ich heute nacht nicht tr�umen.</emphasis></p><p>Lan sah ihn scharf an. �Irgend etwas stimmt heute abend nicht. Geh nicht weit weg. Und denk daran: Wir reiten los, gleich, ob du wach genug bist, um aufrecht im Sattel zu sitzen, oder ob wir dich festbinden m�ssen.�</p><p>Der Beh�ter ging die Treppe hinauf, und die anderen folgten ihm mit unterdr�ckter Fr�hlichkeit. Rand stand allein im Flur. Nachdem die ganze Zeit so viele Menschen um ihn herum gewesen waren, f�hlte er sich nun wirklich einsam.</p><p>Er eilte in die K�che, wo eines der K�chenm�dchen immer noch bei der Arbeit war. Sie go� ihm einen Krug Milch aus einer gro�en Steinkanne ein. Als er trinkend aus der K�che kam, bewegte sich eine Gestalt in stumpfem Schwarz durch den Flur auf ihn zu. Sie erhob blasse H�nde und warf die dunkle Kapuze zur�ck, die das Gesicht darunter verborgen hatte. Der Umhang hing regungslos herunter, w�hrend sich die Gestalt bewegte, und das Gesicht... war das Gesicht eines Mannes, doch totenbleich wie eine Larve unter einem Felsblock. Es hatte keine Augen. Vom fettigschwarzen Haar bis zu den runden Wangen war es glatt wie eine Eierschale. Rand verschluckte sich und versch�ttete Milch.</p><p>Rand lie� den Krug fallen und trat vorsichtig zur�ck. Er wollte rennen, aber alles, was er fertigbrachte, war, seine F��e zu einem z�gernden Schritt nach dem anderen zu bewegen. Er konnte sich nicht von diesem augenlosen Gesicht befreien; sein Blick wurde davon angezogen, und sein Magen drehte sich um. Er versuchte, um Hilfe zu rufen, zu schreien, doch seine Kehle war wie ein Stein. Jeder rauhe Atemzug schmerzte.</p><p>Der Blasse glitt ohne Eile n�her. Seine Schritte zeigten eine sinnlicht�dliche Eleganz, wie bei einer Schlange, wobei die �hnlichkeit noch durch die �berlappenden Schuppen des Brustpanzers betont wurde. D�nne, blutleere Lippen verzogen sich in einem grausamen L�cheln. Der Hohn des L�chelns wirkte unter der glatten, blassen Haut, wo die Augen sein sollten, besonders einpr�gsam. Gegen diese Stimme wirkte die Bornhalds warm und sanft. �Wo sind die anderen? Ich wei�, da� sie hier sind. Rede, Junge, und ich werde dich am Leben lassen.�</p><p>Rands R�cken ber�hrte Holz, eine Wand oder eine T�r; er konnte sich nicht dazu bringen, sich danach umzusehen. Nun, da seine F��e einmal stehengeblieben waren, konnte er sie nicht wieder zum Gehen bringen. Er schauderte und beobachtete, wie der Myrddraal n�her glitt. Bei jedem langsamen Schritt wurde sein Zittern st�rker.</p><p>�Sprich, sage ich, oder... �</p><p>Von oben kam das schnelle Trampeln von Stiefeln, von der Treppe weiter hinten im Flur her, und der Myrddraal unterbrach sich und wirbelte herum. Der Umhang hing bewegungslos herunter. Einen Augenblick lang beugte der Blasse den Kopf zur Seite, als k�nne dieser augenlose Blick die Holzwand durchbohren. Ein Schwert erschien in der totenblassen Hand. Die Schneide war genauso schwarz wie der Umhang. Das Licht im Flur tr�bte sich in der Gegenwart dieser Klinge. Das Stiefelgetrampel wurde lauter, und der Blasse fuhr mit einer knochenlosweichen Bewegung wieder zu Rand herum. Die schwarze Klinge hob sich; d�nne Lippen zogen sich in einem tierischen Knurren hoch. Zitternd wurde Rand klar, da� er sterben mu�te. Mitternachtsstahl zuckte auf seinen Kopf zu... und verhielt.</p><p>�Du geh�rst dem Gro�en Herren der Dunkelheit an.� Das von rauhem Atmen durchsetzte Kr�chzen dieser Stimme klang, als kratzten Fingern�gel �ber eine Schieferplatte. �Du geh�rst ihm.�</p><p>Der Blasse wirbelte verschwommen schwarz herum und eilte den Flur hinunter � weg von Rand. Die Schatten am Ende des Flurs streckten Arme aus und zogen ihn an sich, und dann war er verschwunden.</p><p>Lan sprang die letzten Stufen herunter und landete mit einem Krachen, das Schwert in der Hand.</p><p>Rand rang um Worte. �Ein Blasser�, keuchte er. �Er war... �</p><p>Pl�tzlich erinnerte er sich an sein Schwert. Solange der Myrddraal ihm gegen�bergestanden hatte, war ihm dieser Gedanke �berhaupt nicht gekommen. Nun zog er unbeholfen die Klinge mit dem Reiherzeichen heraus, und es war ihm gleich, ob es nun zu sp�t war. �Er ist dort hinunter gerannt!�</p><p>Lan nickte abwesend; er schien nach etwas anderem zu lauschen. �Ja. Es geht fort, es verschwindet langsam. Keine Zeit zur Verfolgung. Wir reisen ab, Schafhirte.�</p><p>Weitere Stiefel polterten die Treppe herunter: Mat und Perrin und Thom mit Decken und Satteltaschen beladen. Mat schn�rte im Laufen noch seine Bettrolle; den Bogen hatte er quer unter den Arm geklemmt.</p><p>�Abreisen?� fragte Rand. Er steckte das Schwert wieder in die Scheide und nahm Thom seine Sachen ab. �Jetzt? In der Nacht?�</p><p>�Willst du warten, bis der Halbmensch zur�ckkommt, Schafhirte?� sagte der Beh�ter ungeduldig. �Auf ein halbes Dutzend von ihnen? Es wei� jetzt, wo wir sind.�</p><p>�Ich werde wieder mit Euch reiten�, sagte Thom zu dem Beh�ter, �falls Ihr nichts dagegen habt. Zu viele Leute erinnern sich daran, da� ich mit Euch gekommen bin. Ich f�rchte, noch vor Anbruch des Tages wird es sich als schlecht erweisen, als Euer Freund zu gelten.�</p><p>�Ihr k�nnt mit uns oder auch zum Shayol Ghul reiten, Gaukler.� Lans Scheide dr�hnte, so heftig rammte er sein Schwert hinein.</p><p>Ein Stallbursche rannte von der Hintert�r her an ihnen vorbei, und dann erschien Moiraine mit Meister Fitch und dahinter Egwene mit ihrem zusammengerollten Schal auf den Armen. Und Nynaeve. Egwene sah beinahe zu Tr�nen ver�ngstigt aus, doch das Gesicht der Seherin war eine Maske aus beherrschtem Zorn.</p><p>�Ihr m��t das ernst nehmen�, sagte Moiraine zu dem Wirt. �Es wird hier sp�testens gegen Morgen �rger geben. Vielleicht Schattenfreunde, vielleicht auch noch Schlimmeres. Wenn es beginnt, dann macht ihnen ganz schnell klar, da� wir fort sind. Leistet keinen Widerstand. La�t nur denjenigen, wer es auch sein mag, wissen, da� wir in der Nacht abgereist sind, dann wird man Euch nicht weiter bel�stigen. Sie sind hinter uns her.�</p><p>�Macht Euch keine Sorgen in bezug auf �rger, wie Ihr es nennt�, antwortete Meister Fitch jovial. �Keine Angst. Wenn jemand in meine Schenke kommt und meinen G�sten ans Leder will... dann machen meine Burschen und ich kurzen Proze� mit ihnen. Kurzen Proze�. Und wir werden ihnen kein Wort dar�ber sagen, wohin Ihr geritten oder wann Ihr aufgebrochen seid und noch nicht einmal, da� Ihr �berhaupt hier wart. Ich kann so was nicht ausstehen. Hier wird keiner ein Wort �ber Euch verlieren. Kein Wort!�</p><p>�Aber... �</p><p>�Frau Alys, ich mu� mich jetzt wirklich um Eure Pferde k�mmern, wenn Ihr schnell abreisen wollt.� Er entzog seinen �rmel ihrem Griff und trabte in Richtung Stall.</p><p>Moiraine seufzte bedr�ckt. �Ein schrecklich sturer Mann. Er h�rt einfach nicht auf mich.�</p><p>�Glaubt Ihr, da� hier Trollocs nach uns suchen werden?� fragte Mat.</p><p>�Trollocs!� fuhr Moiraine ihn an. �Nat�rlich nicht! Es gibt andere Dinge, vor denen wir uns f�rchten m�ssen! Nicht zuletzt, weil man uns hier aufgesp�rt hat.� Sie mi�achtete Mats Ver�rgerung und fuhr gleich fort: �Der Blasse wird nicht glauben, da� wir hier bleiben, nachdem wir nun wissen, da� er uns gefunden hat. Aber Meister Fitch nimmt die Schattenfreunde nicht ernst genug. Er glaubt, sie sind erb�rmliche Kriecher, die sich in den Schatten verstecken, aber Schattenfreunde findet man in den L�den und in den Stra�en einer jeden Stadt und manchmal auch in den h�chsten Ratsversammlungen. Der Myrddraal schickt sie vielleicht aus, um herauszufinden, was wir planen.� Sie drehte sich auf der Stelle um und ging, dicht gefolgt von Lan.</p><p>Als sie zu den St�llen weitergingen, lief Rand neben Nynaeve her. Auch sie trug ihre Satteltaschen und Decken. �Also kommst du nun doch mit�, sagte er. <emphasis>Min hatte recht.</emphasis></p><p>�War da <emphasis>wirklich</emphasis> etwas hier unten?� fragte sie ruhig. �Sie behauptete, es sei... � Sie schwieg pl�tzlich und sah ihn an.</p><p>�Ein Blasser�, antwortete er. Es �berraschte ihn selbst, da� er so ruhig dar�ber sprechen konnte. �Er war im Flur bei mir, und dann kam Lan.�</p><p>Nynaeve zog ihren Umhang zurecht, um sich vor dem Wind zu sch�tzen, als sie die Schenke verlie�en. �Vielleicht ist etwas hinter euch her. Aber ich bin gekommen, um euch sicher nach Emondsfeld zur�ckzubringen, euch alle, und ich werde nicht gehen, bevor ich das nicht erreicht habe. Ich lasse euch nicht mit einer von <emphasis>ihrer</emphasis> Art allein.� In den St�llen bewegten sich Laternen, wo die Stallburschen ihre Pferde sattelten.</p><p>�Mutch!� rief der Wirt von der Stallt�r her, wo er mit Moiraine stand. �Beweg deine Knochen!� Er wandte sich wieder ihr zu. Dabei schien er zu versuchen, sie zu beruhigen, anstatt ihr richtig zuzuh�ren, auch wenn er es auf sehr ehrerbietige Art tat. Zwischen den Befehlen an die Stallknechte verbeugte er sich immer wieder.</p><p>Die Pferde wurden herausgef�hrt. Die Stallknechte beschwerten sich leise �ber die Eile und die sp�te Abreise. Rand hielt Egwenes B�ndel und reichte es ihr hinauf, als sie auf Belas R�cken Platz genommen hatte. Sie sah ihn mit gro�en, angsterf�llten Augen an. <emphasis>Wenigstens glaubt sie jetzt nicht mehr, da� es blo� ein Abenteuer ist.</emphasis></p><p>Er sch�mte sich, kaum da� ihm dieser Gedanke gekommen war. Sie befand sich seinetwegen und der anderen wegen in Gefahr. Selbst allein nach Emondsfeld heimzureiten w�re sicherer, als mit ihnen weiterzuziehen. �Egwene, ich... �</p><p>Die Worte erstarben ihm im Mund. Sie war zu halsstarrig, um jetzt zur�ckzukehren, nicht, nachdem sie gesagt hatte, sie werde bis Tar Valon dabei sein. <emphasis>Wie ist es mit dem, was Min gesehen hat? Sie ist ein Teil des Ganzen. Licht, wovon eigentlich?</emphasis></p><p>�Egwene�, sagte er, �es tut mir leid. Ich kann einfach nicht mehr klar denken.�</p><p>Sie beugte sich herunter und dr�ckte ihm fest die Hand. Im Licht vom Stall her konnte er ihr Gesicht ganz deutlich sehen. Sie sah nicht mehr so ver�ngstigt aus wie vorher.</p><p>Als sie alle aufgesessen waren, bestand Meister Fitch darauf, sie selbst zum Tor zu f�hren, w�hrend die Stallburschen den Weg mit ihren Laternen beleuchteten. Der rundliche Wirt verabschiedete sich unter Verbeugungen und versicherte ihnen, er werde ihr Geheimnis wahren, und er lud sie ein wiederzukommen. Mutch beobachtete ihren Abschied genauso m�rrisch, wie er ihre Ankunft beobachtet hatte.</p><p>Das war einer, dachte Rand, der keineswegs kurzen Proze� mit jemandem machen oder �berhaupt jemanden abweisen w�rde. Mutch w�rde dem ersten, der ihn fragte, erz�hlen, wann sie losgeritten waren und alles andere au�erdem, was sie betraf. Ein kleines St�ck die Stra�e hinunter blickte er zur�ck. Eine Gestalt stand noch da, die Laterne hoch erhoben, und sah ihnen nach. Er mu�te das Gesicht nicht sehen, um zu wissen, da� es sich um Mutch handelte.</p><p>Zu dieser Nachtstunde lagen die Stra�en Baerlons verlassen da. Den geschlossenen Fensterl�den entkamen nur hier und da schwache Lichtstrahlen, und der Mondschein ver�nderte seine Helligkeit st�ndig durch die vom Wind getriebenen Wolkenfetzen. Gelegentlich bellte ein Hund, wenn sie an einer Einfahrt vorbeikamen, aber ansonsten st�rte kein anderer Laut die Nachtruhe, bis auf das Hufegeklapper ihrer Pferde und den Wind, der �ber die D�cher pfiff. Die Reiter schwiegen. Jeder war in seinen Umhang geh�llt und hing seinen eigenen Gedanken nach.</p><p>Wie gew�hnlich f�hrte der Beh�ter sie an, und Moiraine und Egwene ritten dicht hinter ihm. Nynaeve hielt sich nahe bei dem M�dchen, w�hrend die anderen eng zusammengedr�ckt den Schlu� bildeten. Lan lie� die Pferde eine schnelle Gangart anschlagen.</p><p>Rand beobachtete die Stra�en um sie herum mi�trauisch, und er bemerkte, da� seine Freunde es ihm gleichtaten. Die sich verschiebenden Schatten, die der Mond warf, erinnerten ihn an die Schatten am Ende des Flurs und wie sie scheinbar nach dem Blassen gegriffen hatten. Bei jedem gelegentlichen Ger�usch in der Ferne, wie einem heruntergefallenen Fa� oder dem Bellen eines weiteren Hundes, fuhren alle K�pfe ruckartig herum. Langsam und beinahe unmerklich r�ckten sie bei ihrem Weg durch die Stadt immer n�her an Lans schwarzen Hengst und Moiraines wei�e Stute heran.</p><p>Am Caemlyn-Tor stieg Lan ab und h�mmerte mit der Faust an die T�r eines kleinen, viereckigen Steingeb�udes, das an die Stadtmauer angebaut war. Ein m�der W�chter erschien. Er rieb sich schl�frig die Augen. Als Lan sprach, verschwand seine Schlaftrunkenheit, und er sah an dem Beh�ter vorbei und betrachtete die anderen. �Ihr wollt die Stadt verlassen?� rief er. �Jetzt? Mitten in der Nacht? Ihr m��t verr�ckt geworden sein!�</p><p>�Wenn es keinen Befehl des Statthalters gibt, der unsere Abreise verbietet...?� sagte Moiraine. Sie war ebenfalls abgestiegen, aber sie blieb von der T�r weg und mied das aus ihr auf die dunkle Stra�e fallende Licht. �Nicht direkt, Herrin.� Der W�chter sah angestrengt nach ihr und verzog das Gesicht bei dem Versuch, ihres zu erkennen. �Aber die Tore sind zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang geschlossen. Man kann nur bei Tageslicht hereinkommen. So lautet der Befehl. Au�erdem gibt es dort drau�en W�lfe. Letzte Woche haben sie ein Dutzend K�he gerissen. K�nnten auch einen Menschen ganz leicht t�ten.�</p><p>�Keiner darf hereinkommen, aber der Befehl sagt nichts vom Verlassen der Stadt�, sagte Moiraine, als sei damit das letzte Wort gesprochen. �Seht Ihr? Wir verlangen nicht, da� Ihr dem Befehl des Statthalters zuwiderhandelt.�</p><p>Lan dr�ckte dem W�chter etwas in die Hand. �F�r Eure M�he�, murmelte er.</p><p>�Ich sch�tze�, sagte der W�chter bed�chtig. Er sah auf seine Hand hinunter; Gold gl�nzte darin, und er steckte den Inhalt hastig in seine Tasche. �Ich sch�tze, der Befehl sagt nichts �ber das Verlassen der Stadt aus. Einen Moment, bitte.� Er steckte den Kopf durch die T�r. �Arin! Dar! Kommt heraus und helft mir, das Tor zu �ffnen. Da sind Leute, die hinaus wollen. Widersprecht nicht! Tut's einfach!�</p><p>Zwei weitere W�chter kamen aus dem Haus, blieben stehen und betrachteten in schl�friger �berraschung die Reisegesellschaft von acht Leuten, die darauf wartete, hinausgelassen zu werden. Unter den Anweisungen des ersten W�chters schlurften sie hin�ber und drehten das gro�e Rad, mit dem der dicke Riegel heruntergelassen wurde. Dann konzentrierten sie ihre Anstrengungen darauf, das Tor aufzuschieben. Das Sperrad klickte schnell beim Mitdrehen, aber die gut ge�lten Torfl�gel schwangen ansonsten lautlos auf. Bevor sie allerdings auch nur ein Viertel ge�ffnet waren, sprach eine kalte Stimme aus der Dunkelheit: �Was soll das bedeuten? Mu� dieses Tor nicht bis Sonnenaufgang geschlossen bleiben?�</p><p>F�nf in wei�e M�ntel geh�llte Gestalten traten in den Lichtschein aus der T�r des Wachhauses. Ihre Schals waren hochgezogen und verbargen die Gesichter, aber jeder der M�nner hatte eine Hand auf den Griff seines Schwertes gelegt, und die goldenen Sonnen auf ihrer linken Brustseite zeigten deutlich, wer sie waren. Mat fluchte leise vor sich hin. Die W�chter h�rten auf zu drehen und sahen sich unentschlossen an.</p><p>�Das geht Euch nichts an�, sagte der erste W�chter grob. F�nf wei�e Kapuzen drehten sich zu ihm hin und er endete mit kl�glicher Stimme: �Die Kinder haben hier nichts zu sagen. Der Statthalter... �</p><p>�Die Kinder des Lichts�, sagte der Mann im wei�en Mantel, der zuerst gesprochen hatte, sanft, �haben etwas zu sagen, wo auch immer Menschen im Licht wandeln. Nur dort, wo der Schatten des Dunklen K�nigs regiert, lehnt man die Kinder ab, ja?� Er drehte sich vom W�chter weg Lan zu, und dann pl�tzlich sah er sich den Beh�ter genauer und aufmerksamer an.</p><p>Der Beh�ter hatte sich nicht bewegt; im Gegenteil, er wirkte v�llig entspannt. Doch nicht viele Menschen waren in der Lage, die Kinder so unbeachtet zu lassen. Lans steinernes Gesicht h�tte genausogut einen Schuhputzer anblicken k�nnen. Als der Wei�mantel weitersprach, klang es mi�trauisch.</p><p>�Welche Art von Menschen will die Mauern einer Stadt zu dieser Nachtzeit und in solchen Zeiten verlassen? Wenn W�lfe in der Dunkelheit lauern und das Gesch�pf des Dunklen K�nigs �ber die Stadt fliegt?� Er betrachtete das geflochtene Lederband um Lans Stirn, das seine langen Haare zur�ckhielt. �Einer aus dem Norden, ja?�</p><p>Rand machte sich im Sattel kleiner. Ein Draghkar. Es mu�te einer sein, au�er der Mann h�tte irgend etwas, das er nicht verstand, einfach als ein Gesch�pf des Dunklen K�nigs bezeichnet. Wenn schon ein Blasser im Hirsch und L�wen war, dann sollte man auch einen Draghkar erwarten, doch im Moment wollte er dar�ber nicht nachdenken. Er glaubte, die Stimme des Wei�mantels zu erkennen.</p><p>�Reisende�, erwiderte Lan ruhig. �Unwichtig, was Euch und die Euren betrifft.�</p><p>�F�r die Kinder des Lichts ist niemand unwichtig.�</p><p>Lan sch�ttelte leicht den Kopf. �Wollt Ihr wirklich noch mehr Schwierigkeiten mit dem Statthalter bekommen? Er hat Eure Anzahl in der Stadt beschr�nkt, auch wenn Ihr seinen Befehlen hier gehorcht. Was wird er tun, wenn er feststellt, da� Ihr ehrliche B�rger an seinen Toren bel�stigt?� Er wandte sich dem W�chter zu. �Warum habt Ihr aufgeh�rt?� Sie z�gerten, legten die H�nde auf die Winde und z�gerten doch wieder, als der Wei�mantel sprach.</p><p>�Der Statthalter wei� nicht, was unter seiner eigenen Nase geschieht. Es gibt B�ses, das er nicht sieht oder riecht. Aber die Kinder des Lichts sehen es.� Die W�chter sahen sich an; ihre H�nde �ffneten und schlossen sich, als bedauerten sie, ihre Speere im Wachhaus gelassen zu haben. �Die Kinder des Lichts riechen das B�se.� Die Augen des Wei�mantels kehrten zu den Berittenen zur�ck. �Wir riechen es und j�ten es, wo immer wir das B�se finden.�</p><p>Rand versuchte, sich noch kleiner zu machen, aber die Bewegung erregte die Aufmerksamkeit des Mannes. �Was haben wir denn hier? Jemand, der nicht gesehen werden m�chte? Was wollt Ihr...? Ah!� Der Mann streifte die Kapuze seines wei�en Mantels zur�ck, und Rand blickte in das Gesicht, von dem er gewu�t hatte, da� es da war. Bornhald nickte in offensichtlicher Befriedigung. �Ganz eindeutig, W�chter, habe ich Euch vor einer gro�en Katastrophe bewahrt. Dies sind Schattenfreunde, denen Ihr beinahe geholfen h�ttet, vor dem Licht zu entfliehen. Ihr solltet dem Statthalter zur Bestrafung gemeldet werden, oder vielleicht sollte man Euch den Folterknechten zur Befragung �berstellen, um herauszufinden, was Ihr heute nacht wirklich geplant hattet.� Er unterbrach sich und sah den W�chter scharf an. Seine Worte schienen jedoch keine Wirkung gehabt zu haben. �Das wollt Ihr doch nicht, oder? Statt dessen werde ich diese Schurken in unser Lager bringen, damit man sie im Licht befragen kann � statt Eurer, ja?�</p><p>�Ihr wollt mich in Euer Lager bringen, Wei�mantel?�</p><p>Moiraines Stimme kam pl�tzlich aus allen Richtungen gleichzeitig. Beim N�herkommen der Kinder hatte sie sich in die Nacht zur�ckgezogen, und sie war von dichten Schatten eingeh�llt. �Ihr wollt mich verh�ren?� Die Dunkelheit verzerrte ihre Gestalt, als sie einen Schritt vorw�rts tat; sie lie� sie gr��er erscheinen. �Ihr wollt meinen Weg versperren?�</p><p>Ein weiterer Schritt, und Rand schnappte nach Luft. Sie <emphasis>war</emphasis> gr��er. Ihr Kopf befand sich auf einer H�he mit seinem, obwohl er auf dem R�cken des Grauen sa�. Schatten hingen wie Gewitterwolken um ihr Gesicht herum.</p><p>�Aes Sedai!� rief Bornhald, und f�nf Schwerter fuhren aus ihren Scheiden. �Stirb!� Die anderen vier z�gerten, doch er hieb in Fortf�hrung der Bewegung, mit der er sein Schwert gezogen hatte, bereits nach ihr. Rand schrie auf, als Moiraines Stab sich hob, um die Klinge abzufangen. Dieser fein geschnitzte Holzstab konnte wohl kaum den mit voller Kraft geschwungenen Stahl aufhalten. Schwert und Stab ber�hrten einander, und eine Funkenfont�ne spr�hte auf. Ein Zischen und Dr�hnen, und Bornhald wurde auf seine wei�gekleideten Begleiter geschleudert. Alle f�nf fielen �bereinander. Aus Bornhalds Schwert erhoben sich Rauchf�den. Das Schwert lag neben ihm am Boden. Die Klinge war im rechten Winkel verbogen und beinahe in zwei Teile geschmolzen. �Ihr wagt es, mich anzugreifen?� Moiraines Stimme rollte wie Donner. Schatten wand sich um sie und verh�llte sie wie ein Kapuzenmantel. Sie ragte so hoch auf wie die Stadtmauer. Ihre Augen gl�hten auf sie hinunter: ein Riese, der Insekten anblickte.</p><p>�Weg!� schrie Lan. In einer blitzschnellen Bewegung ri� er die Z�gel von Moiraines Stute an sich und sprang in seinen eigenen Sattel. �Jetzt!� kommandierte er. Seine Schultern streiften die Torfl�gel, als sein Hengst wie ein geworfener Stein durch die enge �ffnung sauste. Einen Moment lang sa� Rand wie angewurzelt da und stierte Moiraine an. Ihr Kopf und ihre Schultern ragten nun �ber die Mauer hinaus. W�chter genauso wie Kinder duckten sich und kauerten mit dem R�cken zur Wand an der Vorderseite des Wachhauses. Das Gesicht der Aes Sedai verlor sich in der Nacht, doch ihre Augen, so gro� wie Vollmonde, zeigten Ungeduld und �rger, als ihr Blick auf ihn fiel. Er schluckte schwer, rammte Wolke die Fersen in die Flanken und galoppierte hinter den anderen her.</p><p>F�nfzig Schritte von der Mauer entfernt lie� Lan sie noch einmal anhalten, und Rand blickte zur�ck. Moiraines schattenhafte Gestalt ragte hoch �ber der Palisadenwand auf. Kopf und Schultern bildeten ein St�ck noch tieferer Dunkelheit vor dem Nachthimmel und waren vom Schein des dahinter verborgenen Mondes wie von einer silbernen Aura umrahmt. Als er mit offenem Mund auf die Gestalt starrte, schritt die Aes Sedai �ber die Mauer hinweg. Die Torfl�gel schlossen sich hastig. Sobald ihre F��e den Boden au�erhalb der Stadt ber�hrten, hatte sie pl�tzlich wieder ihre normale Gr��e.</p><p>�Haltet ein!� rief eine unsichere Stimme hinter der Mauer. Rand glaubte, es sei Bornhald. �Wir m�ssen sie verfolgen und gefangennehmen!� Aber die W�chter verlangsamten ihr Arbeitstempo keineswegs. Die Torfl�gel schlugen zu, und Augenblicke sp�ter krachte der Riegel herunter und verschlo� das Tor. <emphasis>Vielleicht haben einige der anderen Wei�m�ntel ein geringeres Bed�rfnis, sich einer Aes Sedai zum Kampf zu stellen, als Bornhald.</emphasis></p><p>Moiraine eilte zu Aldieb und streichelte der Stute �ber die Nase, bevor sie ihren Stab hinter den Sattelgurt schob. Diesmal mu�te Rand gar nicht erst hinsehen, um zu wissen, da� der Stab noch nicht einmal eine Kerbe aufwies.</p><p>�Ihr wart gr��er als ein Riese�, sagte Egwene atemlos und rutschte auf Belas Sattel hin und her. Keiner der anderen sagte etwas, obwohl Mat und Perrin ihre Pferde ein wenig von der Aes Sedai wegt�nzeln lie�en. �Tats�chlich?� sagte Moiraine abwesend, als sie sich in ihren Sattel schwang.</p><p>�Ich habe Euch gesehen�, beharrte Egwene.</p><p>�Der Verstand spielt einem in der Nacht manchen Streich; das Auge sieht etwas, das nicht da ist.�</p><p>�Das ist nicht die richtige Zeit f�r Spiele�, begann Nynaeve w�tend, aber Moiraine unterbrach sie sofort.</p><p>�Wirklich nicht der richtige Zeitpunkt f�r Spiele. Der Vorsprung, den wir im Hirsch und L�wen gewonnen haben, ist nun vielleicht wieder verloren.� Sie sah zum Tor zur�ck und sch�ttelte den Kopf. �Wenn ich nur glauben k�nnte, da� sich der Draghkar im Moment auf dem Boden befindet.� Mit einem Schn�ffeln, das nach Selbstmitleid klang, f�gte sie hinzu: �Wenn nur der Myrddraal wirklich blind w�re. Wenn ich mir schon etwas w�nsche, kann es doch auch gleich das Unm�gliche sein. Ach, spielt keine Rolle. Sie wissen, welchen Weg wir nehmen m�ssen, aber mit etwas Gl�ck k�nnen wir ihnen immer einen Schritt voraus sein. Lan!�</p><p>Der Beh�ter ritt los � die Stra�e nach Caemlyn in �stlicher Richtung hinunter. Die anderen folgten dicht hinter ihm. Die Hufe trommelten in gleichm��igem Rhythmus auf die festgetrampelte Erde.</p><p>Sie behielten ein gleichm��iges Tempo bei, einen schnellen Trab, den die Pferde stundenlang auch ohne die Hilfe einer Aes Sedai durchhalten konnten. Bevor sie jedoch nur eine Stunde unterwegs waren, stie� Mat einen Schrei aus und zeigte nach hinten. �Seht dort!�</p><p>Sie lie�en die Pferde anhalten und blickten zur�ck. Flammen erhellten die Nacht �ber Baerlon, als habe jemand ein Freudenfeuer von der Gr��e eines Hauses angelegt. Die Unterseite der Wolken war rot gef�rbt. Der Wind wirbelte Funkenstr�me durch die Luft.</p><p>�Ich habe ihn gewarnt�, sagte Moiraine, �aber er wollte es nicht ernst nehmen.� Aldieb t�nzelte zur Seite. Die Bewegung spiegelte die Entt�uschung der Aes Sedai wider. �Er wollte es nicht ernst nehmen.�</p><p>�Die Schenke?� fragte Perrin. �Das ist der Hirsch und L�we? Wie k�nnt Ihr so sicher sein?�</p><p>�Wie lange wirst du noch an Zuf�lle glauben?� fragte Thom. �Es k�nnte auch das Haus des Statthalters sein, aber das ist es nicht. Und es ist kein Lagerhaus oder irgendein Herd, der eine K�che in Brand setzte, und auch nicht der Heustadel deiner Gro�mutter.�</p><p>�Vielleicht leuchtet uns das Licht ein wenig heute nacht�, sagte Lan, und Egwene fuhr ihn zornig an: �Wie k�nnt Ihr so etwas sagen? Die Schenke des armen Meister Fitch steht in Flammen! Menschen k�nnten verletzt werden!�</p><p>�Wenn sie die Schenke angegriffen haben�, sagte Moiraine, �dann blieb m�glicherweise unser Ritt aus der Stadt und mein... Kunstst�ck unbemerkt.�</p><p>�Oder das ist genau das, was uns der Myrddraal glauben machen will�, f�gte Lan hinzu.</p><p>Moiraine nickte in der Dunkelheit. �Vielleicht. Auf jeden Fall m�ssen wir schnell weiter. Diese Nacht wird sich keiner von uns ausruhen k�nnen.�</p><p>�Ihr sagt das so leichthin, Moiraine�, rief Nynaeve.</p><p>�Was ist mit den Menschen in der Schenke? Es mu� Verwundete geben, und der Wirt hat seinen Lebensunterhalt Euretwegen verloren! Mit all Eurem Geschw�tz dar�ber, im Licht zu wandeln, wollt Ihr bereitwillig weiterreiten, ohne an ihn zu denken. Er hat Euretwegen nun Schwierigkeiten!�</p><p>�Wegen diesen dreien�, sagte Lan zornig. �Das Feuer, die Verwundeten, alles geschieht wegen diesen drei Burschen. Die Tatsache, da� ein solcher Preis bezahlt werden mu�, zeigt, da� er das Bezahlen wert ist. Der Dunkle K�nig will diese Jungen haben, und alles, wonach er so angestrengt sucht, mu� von ihm ferngehalten werden. Oder �berla�t Ihr sie nun dem Blassen?�</p><p>�Beruhige dich, Lan�, sagte Moiraine. �Entspanne dich. Seherin, glaubt Ihr, ich k�nne Meister Fitch und den Leuten in der Schenke helfen? Na ja, Ihr habt recht.� Nynaeve wollte etwas sagen, aber Moiraine wischte es mit einer Handbewegung zur Seite und fuhr fort: �Ich kann allein zur�ckgehen und helfen. Nicht zu viel nat�rlich. Das w�rde die Aufmerksamkeit auf jene lenken, denen ich helfe, und daf�r w�rden sie mir nicht danken, besonders weil die Kinder des Lichts in der Stadt sind. Dann w�re allerdings nur Lan �brig, euch zu sch�tzen. Er ist sehr f�hig, aber es wird doch mehr n�tig sein, falls ihr von einem Myrddraal und einer Faust Trollocs aufgesp�rt werdet. Nat�rlich k�nnten wir auch alle zur�ckkehren, obwohl ich bezweifle, da� ich alle unbemerkt wieder nach Baerlon hineinbringen k�nnte. Das w�rde euch alle demjenigen aussetzen, der das Feuer gelegt hat, von den Wei�m�nteln ganz zu schweigen. Welche M�glichkeit w�rdet Ihr w�hlen, Seherin, wenn Ihr an meiner Stelle w�rt?�</p><p>�Ich w�rde etwas unternehmen�, murmelte Nynaeve undeutlich.</p><p>�Und h�chstwahrscheinlich dem Dunklen K�nig seinen Sieg schenken�, antwortete Moiraine. �Denkt daran, was -wer � es ist, den er haben will. Wir befinden uns in einem Krieg, genauso wie die Leute in Ghealdan, obwohl dort Tausende k�mpfen und hier nur acht von uns. Ich werde Meister Fitch Gold schicken lassen, genug, um den Hirsch und L�wen wieder aufbauen zu lassen, Gold, dessen Weg man nicht nach Tar Valon zur�ckverfolgen kann. Und nat�rlich auch Hilfe f�r alle, die verletzt wurden. Alles weitere w�rde sie aber nur gef�hrden. Es ist keineswegs einfach, wie Ihr seht. Lan.� Der Beh�ter lie� sein Pferd wenden und ritt wieder los.</p><p>Von Zeit zu Zeit blickte Rand zur�ck. Schlie�lich war alles, was er noch sehen konnte, das Gl�hen unter den Wolken, und dann verlor sich auch das in der Dunkelheit. Er hoffte, da� Min nichts geschehen war.</p><p>Alles war immer noch pechschwarz, als Lan sie endlich von der festgetrampelten Stra�e wegf�hrte und abstieg. Rand sch�tzte, da� es nur noch wenige Stunden bis zum Morgen sein konnten. Sie legten den Pferden Fu�fesseln an, lie�en sie aber voll gesattelt stehen und bereiteten sich ein kaltes Lager. �Eine Stunde�, warnte Lan sie, als sich jeder au�er ihm in eine Decke wickelte. Er w�rde Wache stehen, w�hrend sie schliefen. �Eine Stunde, dann m�ssen wir uns wieder auf den Weg machen.� Stille senkte sich �ber sie.</p><p>Nach ein paar Minuten fl�sterte Mat Rand etwas so leise zu, da� er es kaum h�ren konnte: �Ich frage mich, was Dav mit dem Dachs angefangen hat.� Rand sch�ttelte schweigend den Kopf, und Mat z�gerte. Schlie�lich sagte er: �Ich dachte, wir seien sicher, wei�t du, Rand? Kein Anzeichen einer Verfolgung, seit wir den Taren �berquerten, und dann waren wir auch noch in einer befestigten Stadt. Ich dachte, wir seien in Sicherheit. Und dann dieser Traum. Und ein Blasser. Werden wir jemals wieder sicher sein?�</p><p>�Nicht, bevor wir Tar Valon erreichen�, sagte Rand. �Das hat sie uns gesagt.�</p><p>�Werden wir uns dann in Sicherheit befinden?� fragte Perrin leise, und alle drei schauten hin�ber zu der schattenhaften Erhebung am Boden, die von der Aes Sedai zu sehen war. Lan war mit der Dunkelheit verschmolzen; er konnte �berall sein.</p><p>Rand g�hnte pl�tzlich anhaltend. Die anderen zuckten bei dem Ger�usch nerv�s zusammen. �Ich glaube, wir sollten ein wenig schlafen�, sagte er. �Wach zu bleiben hilft uns auch nicht, Antworten auf unsere Fragen zu finden.�</p><p>Perrin sagte ruhig: �Sie h�tte etwas tun sollen.� Keiner antwortete.</p><p>Rand drehte sich auf die Seite, um eine Wurzel zu meiden, legte sich auf den R�cken, rollte sich von einem Stein weg auf den Bauch und lag schon wieder auf einer Wurzel. Sie hatten nicht gerade an einem guten Lagerplatz Halt gemacht, keinem wie jene, die der Beh�ter auf seinem Weg vom Taren nach Norden ausgew�hlt hatte. Er schlief mit dem Gedanken ein, ob ihn die in seine Rippen gebohrten Wurzeln wohl zum Tr�umen bringen w�rden, und erwachte, als Lan seine Schulter ber�hrte. Seine Rippen schmerzten, und er war dankbar daf�r, da� er sich nicht an irgendwelche Tr�ume erinnern konnte, falls er �berhaupt welche gehabt hatte. Es war noch in der Dunkelheit kurz vor Anbruch der D�mmerung, doch als die Decken eingerollt und hinter die S�ttel geschnallt waren, lie� Lan sie weiter nach Osten zu reiten. Bei Sonnenaufgang bereiteten sie sich mit rotger�nderten Augen ein Fr�hst�ck mit Brot und K�se und Wasser und a�en im Reiten. Ihre Umh�nge hatten sie zum Schutz gegen den Wind ganz eng um sich herumgeschlungen. Alle au�er Lan nat�rlich. Er a�, und seine Augen wiesen keine roten R�nder auf, und er duckte sich nicht in den Sattel. Er hatte wieder seinen farbver�ndernden Umhang angelegt, und der flatterte um seine Gestalt, wechselte von Grau zu Gr�n, und er achtete nur insofern darauf, als da� er seinen Schwertarm frei hielt. Sein Gesicht blieb ausdruckslos, aber seine Augen suchten fortw�hrend, als erwarte er st�ndig einen �berfall.</p></section><section><title><p>18</p><p>Die Stra�e nach Caemlyn</p></title><p>Die Stra�e nach Caemlyn unterschied sich nicht wesentlich von der Nordstra�e durch das Gebiet der Zwei Fl�sse. Sie war nat�rlich um einiges breiter und zeigte deutlich mehr Merkmale von Beanspruchung, aber sie bestand immer noch aus festgetrampeltem Lehm und war auf beiden Seiten von B�umen umrahmt, die man auch in den Zwei Fl�ssen h�tte finden k�nnen, besonders jetzt, wo nur die Nadelb�ume noch Gr�n zeigten.</p><p>Das umliegende Land sah allerdings anders aus, denn gegen Mittag erreichten sie ein Gebiet niedriger H�gel. Zwei Tage lang f�hrte die Stra�e durch diese H�gel -schnitt sogar manchmal mitten hindurch, wo sie so breit waren, da� die Stra�e einen gro�en Bogen gemacht h�tte, und nicht gro� genug, um das Durchgraben zu schwierig zu gestalten. Als sich der Einfallswinkel des Sonnenlichts jeden Tag ein wenig ver�nderte, wurde ihnen klar, da� sich die so gerade erscheinende Stra�e auf ihrem Weg nach Osten ganz langsam in Richtung S�den kr�mmte. Rand hatte sich, wie die H�lfte aller Jungen in Emondsfeld, im Geist immer wieder mit Meister al'Veres alter Landkarte besch�ftigt, und er erinnerte sich nun daran, da� sie etwas, genannt die �H�gel von Abscher�, umrundete und dann nach Wei�br�cke f�hrte.</p><p>Von Zeit zu Zeit lie� Lan sie alle auf der Spitze eines H�gels absteigen, von wo aus er die Stra�e voraus und hinter ihnen und nat�rlich auch das Land um sie herum gut �berblicken konnte. Der Beh�ter sah sich dann alles sehr genau an, w�hrend die anderen sich die Beine vertraten oder sich unter einen Baum setzten und etwas a�en.</p><p>�Ich mochte K�se fr�her einmal�, sagte Egwene am dritten Tag, nachdem sie Baerlon verlassen hatten: Sie hatte sich mit dem R�cken an einen Baumstamm gelehnt und verzog das Gesicht bei diesem Mittagessen. Es war das gleiche wie beim Fr�hst�ck, und das Abendessen w�rde auch nicht anders aussehen. �Keine Gelegenheit, wenigstens Tee zu trinken. Sch�nen hei�en Tee.� Sie zog den Umhang enger zusammen und ver�nderte ihre Stellung hinter dem Baum in einem vergeblichen Versuch, dem fauchenden Wind zu entgehen.</p><p>�Flachwurz-Tee und Andilei Wurzeln sind die besten Mittel gegen Ersch�pfung�, sagte Nynaeve zu Moiraine. �Sie machen den Kopf wieder frei und d�mpfen das Brennen der ersch�pften Muskeln.�</p><p>�Da bin ich ganz Eurer Meinung�, murmelte die Aes Sedai und sah Nynaeve von der Seite her an.</p><p>Nynaeves Unterkiefer verkrampfte sich, doch sie fuhr im gleichen Tonfall fort. �Wenn man l�ngere Zeit ohne Schlaf auskommen mu�... �</p><p>�Kein Tee!� sagte Lan in scharfem Ton zu Egwene. �Kein Feuer! Wir k�nnen sie noch nicht sehen, aber sie sind irgendwo dort hinten, ein oder zwei Blasse und ihre Trollocs, und sie wissen, da� wir uns auf dieser Stra�e befinden. Wir m�ssen ihnen nicht auch noch genau zeigen, wo wir sind.�</p><p>�Ich habe keinen Tee verlangt�, murmelte Egwene in ihren Umhang hinein. �Ich habe es nur bedauert.�</p><p>�Wenn sie wissen, da� wir auf der Stra�e sind�, fragte Perrin, �warum k�rzen wir dann nicht ab und reiten �ber Land nach Wei�br�cke?�</p><p>�Selbst Lan kann querfeldein nicht so schnell vorw�rtskommen wie �ber die Stra�e�, sagte Moiraine und unterbrach damit Nynaeve, �und vor allem nicht durch die H�gel von Abscher.� Die Seherin seufzte ergeben. Rand fragte sich, was sie wohl plante. Nachdem sie am ersten Tag die Aes Sedai vollst�ndig ignoriert hatte, hatte sie anschlie�end versucht, st�ndig mit ihr �ber Kr�uter zu sprechen. Moiraine entfernte sich von der Seherin, als sie fortfuhr: �Warum glaubt Ihr, da� die Stra�e einen Bogen um sie macht? Und wir m��ten schlie�lich doch wieder auf diese Stra�e zur�ckkommen. Es k�nnte sein, da� sie sich dann vor uns bef�nden und nicht hinter uns.�</p><p>Rand sah zweifelnd drein, und Mat �u�erte etwas von einem �langen Umweg�.</p><p>�Habt Ihr heute morgen einen Bauernhof gesehen?� fragte Lan. �Oder wenigstens Rauch aus einem Schornstein? Nein, denn zwischen Baerlon und Wei�br�cke liegt nur Wildnis, und in Wei�br�cke m�ssen wir den Arinelle �berqueren. Dort ist die einzige Br�cke �ber den Arinelle s�dlich von Maradon in Saldaea.�</p><p>Thom schnaubte und pustete die Enden seines Schnurrbarts hoch. �Was kann sie daran hindern, jemanden oder etwas bereits jetzt nach Wei�br�cke zu schicken?�</p><p>Aus westlicher Richtung kam das durchdringende Wehklagen eines Horns. Lans Kopf fuhr herum, und er musterte die Stra�e hinter ihnen. Rand lief es kalt den R�cken herunter. Ein Teil seines Verstands jedoch blieb ganz ruhig und sch�tzte die Entfernung auf h�chstens zehn Meilen ein.</p><p>�Nichts kann sie daran hindern, Gaukler�, sagte der Beh�ter. �Wir vertrauen dem Licht und unserem Gl�ck.</p><p>Aber nun wissen wir sicher, da� Trollocs hinter uns her sind.�</p><p>Moiraine wischte sich die H�nde ab. �Es wird Zeit f�r uns, weiterzureiten.� Die Aes Sedai bestieg ihre wei�e Stute.</p><p>Das l�ste einen Ansturm auf die Pferde aus, der noch beschleunigt wurde, als das Horn ein zweites Mal erklang. Diesmal antworteten andere. Die d�nnen T�ne trieben vom Westen her wie ein Trauerlied durch die L�fte. Rand bereitete sich darauf vor, Wolke gleich in vollem Galopp laufen zu lassen, und die anderen rissen mit der gleichen verzweifelten M�he an ihren Z�geln. Alle au�er Lan und Moiraine. Der Beh�ter und die Aes Sedai sahen sich lange an.</p><p>�La�t sie weiterreiten, Moiraine Sedai�, sagte Lan schlie�lich. �Ich werde zur�ckkehren, sobald ich nur kann. Falls ich versage, werdet Ihr es wissen.� Er legte eine Hand auf den Sattel Mandarbs, sprang mit einem Satz auf den R�cken des schwarzen Hengstes und galoppierte den H�gel hinunter. Er ritt gen Westen. Die H�rner erklangen wieder.</p><p>�Das Licht sei mit Euch, letzter Lord der Sieben T�rme�, sagte Moiraine so leise, da� Rand es kaum h�ren konnte. Sie holte tief Luft und wandte Aldieb in Richtung Osten. �Wir m�ssen weiter�, sagte sie und ritt in langsamem, gleichm��igem Tempo los. Die anderen folgten ihr in einer Linie.</p><p>Rand drehte sich einmal im Sattel um und wollte nach Lan sehen, aber der Beh�ter war bereits zwischen den niedrigen H�geln und kahlen B�umen au�er Sicht geraten. Letzter Lord der Sieben T�rme hatte sie ihn genannt. Er fragte sich, was das hei�en mochte. Er hatte nicht geglaubt, da� noch jemand au�er ihm die Worte verstanden haben konnte, doch Thom kaute an den Enden seines Schnurrbarts, und sein Gesicht zeigte einen Ausdruck, als spekuliere er... Der Gaukler schien eine Menge zu wissen.</p><p>Die H�rner riefen und antworteten noch einmal hinter ihnen. Rand rutschte im Sattel hin und her. Diesmal waren sie n�her, da war er sich ganz sicher. Acht Meilen. Vielleicht sieben. Mat und Egwene blickten sich um, und Perrin duckte sich, als erwarte er, da� ihn etwas im R�cken treffen werde. Nynaeve ritt schneller, um mit Moiraine sprechen zu k�nnen.</p><p>�K�nnen wir nicht schneller reiten?� fragte sie. �Diese H�rner kommen n�her.�</p><p>Die Aes Sedai sch�ttelte den Kopf. �Und warum lassen sie uns wissen, da� sie da sind? Vielleicht gerade, damit wir uns beeilen und nicht dar�ber nachdenken, was uns da vorn erwarten mag.�</p><p>Sie behielten ihr Tempo gleichm��ig bei. Von Zeit zu Zeit schrien die H�rner hinter ihnen auf, und jedesmal klangen sie n�her. Rand bem�hte sich, nicht nachzurechnen, wie nahe sie sein k�nnten, aber jedesmal, wenn das blecherne Wehklagen erklang, rechnete sein Verstand ungebeten mit. F�nf Meilen, dachte er gerade voller Grauen, da kam Lan in vollem Galopp hinter ihnen den H�gel hoch.</p><p>Auf Moiraines H�he hielt er den Hengst an. �Mindestens drei F�uste Trollocs, und jede von einem Halbmenschen angef�hrt. Vielleicht sind es auch f�nf.�</p><p>�Wenn Ihr ihnen nahe genug wart, um sie sehen zu k�nnen�, sagte Egwene besorgt, �dann k�nnten sie Euch auch gesehen haben. Sie sind Euch vielleicht auf den Fersen.�</p><p>�Sie sahen ihn nicht.� Nynaeve richtete sich im Sattel auf, als alle sie anblickten. �Erinnert Ihr euch? Ich bin seiner Spur gefolgt.�</p><p>�Ruhe!� befahl Moiraine. �Lan will uns sagen, da� uns vielleicht an die f�nfhundert Trollocs folgen.� Ersch�ttertes Schweigen, und dann sagte Lan: �Und sie holen auf. In einer Stunde oder noch weniger haben sie uns erreicht.�</p><p>Die Aes Sedai meinte, mehr zu sich selbst als zu den anderen gewandt: �Wenn sie so viele zur Verf�gung hatten, warum wurden sie nicht schon in Emondsfeld eingesetzt? Und wenn nicht, wie haben sie die alle so schnell hierherbekommen?�</p><p>�Sie r�cken auf breiter Front an, um uns vor sich herzutreiben�, sagte Lan. �Dazu haben sie auch noch Kundschafter vorgeschickt.�</p><p>�Wohin wollen sie uns treiben?� �berlegte Moiraine. Wie zur Antwort erklang im Westen in einiger Entfernung ein Horn wie ein langgezogener Klagelaut, der diesmal von anderen <emphasis>vor</emphasis> ihnen beantwortet wurde. Moiraine hielt Aldieb an. Die anderen folgten ihrem Beispiel. Thom und die Emondsfelder blickten sich angsterf�llt um. H�rnerklang vor ihnen und hinter ihnen. Rand glaubte, aus den T�nen einen gewissen Triumph herauszuh�ren.</p><p>�Was machen wir jetzt?� fragte Nynaeve zornig. �Wohin sollen wir uns wenden?�</p><p>�Alles, was noch �brigbleibt, sind der Norden und der Westen�, sagte Moiraine. Es war mehr ein lautes Denken als eine Antwort auf die Frage der Seherin. �Im S�den liegen die H�gel von Abscher, kahl und tot, und der Taren. Aber es gibt hier keinen �bergang und kein Boot. Im Norden k�nnten wir den Arinelle vor Einbruch der Dunkelheit erreichen, und dort ist es auch m�glich, das Boot eines H�ndlers zu finden. Wenn das Eis bei Maradon mittlerweile gebrochen ist.�</p><p>�Es gibt einen Ort, an den die Trollocs nicht gehen werden�, sagte Lan, aber Moiraines Kopf fuhr sofort zu ihm herum.</p><p>�Nein!� Sie winkte den Beh�ter heran, und sie steckten die K�pfe zusammen, um nicht geh�rt zu werden.</p><p>Die H�rner erklangen, und Rands Pferd t�nzelte nerv�s.</p><p>�Sie versuchen, uns Angst einzujagen�, murrte Thom, der sich bem�hte, sein Pferd zu beruhigen. Er klang halb w�tend und halb, als h�tten die Trollocs damit Erfolg gehabt. �Sie versuchen, uns Angst einzujagen, damit wir in Panik davonlaufen. Dann erwischen sie uns gewi�.�</p><p>Egwenes Kopf drehte sich bei jedem Hornsto�. Zuerst sah sie nach vorn, dann nach hinten, als halte sie nach den ersten Trollocs Ausschau. Rand wollte eigentlich das gleiche tun, doch er bem�hte sich, den Drang zu unterdr�cken. Er trieb Wolke n�her zu ihr hin. �Wir reiten nach Norden�, verk�ndete Moiraine.</p><p>Die H�rner t�nten schrill, als sie die Stra�e verlie�en und zwischen die sie umgebenden H�gel ritten.</p><p>Die H�gel waren wohl niedrig, aber es war ein st�ndiges Auf und Ab; niemals ein ebenes St�ck Wegs dazwischen, die Strecke f�hrte unter B�umen mit kahlen Asten hinweg und durch totes Unterholz. Die Pferde erkletterten m�hsam einen Hang und galoppierten den n�chsten wieder hinunter. Lan gab ein strammes Tempo vor; viel schneller als vorher auf der Stra�e.</p><p>Zweige peitschten auf Rands Gesicht und Brust. Alte Schlingpflanzen wickelten sich um seine Arme und zogen sogar manchmal seinen Fu� aus dem Steigb�gel. Die durchdringenden T�ne aus den H�rnern kamen immer n�her und erklangen immer h�ufiger.</p><p>So sehr sich Lan auch bem�hte, sie kamen einfach nicht sehr schnell vorw�rts. F�r jeden Schritt nach vorn mu�ten sie zwei nach oben und wieder einen nach unten tun, und jeder Schritt bedeutete ein m�hsames Vorw�rtsschieben. Und die H�rner kamen n�her. <emphasis>Zwei Meilen,</emphasis> dachte er. <emphasis>Vielleicht noch weniger.</emphasis></p><p>Nach einer Weile blickte Lan unruhig erst in die eine Richtung, dann in die andere. Sein Gesicht zeigte beinahe schon etwas wie Sorge. Einmal stand er aufgerichtet in den Steigb�geln und starrte nach hinten, woher sie gekommen waren. Alles, was Rand sehen konnte, waren B�ume. Lan setzte sich wieder in den Sattel und schob mit einer unbewu�ten Geste seinen Umhang zur�ck, um das Schwert griffbereit zu haben, w�hrend er mit Blicken den Wald absuchte.</p><p>Rand suchte fragend Mats Blick, aber Mat schnitt nur eine Grimasse in Richtung auf den R�cken des Beh�ters und zuckte hilflos die Achseln.</p><p>Dann sagte Lan �ber seine Schulter hinweg: �Trollocs sind nah.� Sie erreichten die Spitze eines H�gels und begannen den Abstieg. �Einige Kundschafter, die vor den anderen herlaufen. M�glicherweise jedenfalls. Wenn wir auf sie treffen, dann bleibt unter allen Umst�nden in meiner N�he und macht dasselbe wie ich. Wir m�ssen auf dem einmal eingeschlagenen Weg verbleiben.�</p><p>�Blut und Asche!� murrte Thom. Nynaeve gab Egwene ein Zeichen, dicht bei ihr zu bleiben.</p><p>Verstreute Gruppen von Nadelb�umen boten die einzige wirkliche Deckung f�r sie. Rand versuchte, in alle Richtungen gleichzeitig zu blicken. Seine Phantasie lie� graue Baumst�mpfe, die er aus den Augenwinkeln erblickte, zu Trollocs werden. Auch die H�rner waren wieder ein St�ck n�her. Und direkt hinter ihnen. Da war er sicher. Hinter ihnen, und sie holten weiter auf.</p><p>Wieder erreichten sie einen H�gelkamm. Unter ihnen begannen gerade Trollocs mit langen Stangen, an deren Enden sich Seilschlingen oder gro�e Haken befanden, den H�gel hochzumarschieren. Viele Trollocs. Die Linie erstreckte sich weit nach beiden Seiten. Ein Ende war nicht in Sicht, doch in der Mitte, geradewegs vor Lan, ritt ein Blasser.</p><p>Der Myrddraal schien zu z�gern, als auf dem H�gel oben die Menschen erschienen, aber im n�chsten Augenblick schwang er ein Schwert mit der schwarzen Klinge, an die sich Rand so ungern erinnerte, �ber seinem Kopf. Die Trolloc-Kette rannte los.</p><p>Noch bevor sich der Myrddraal bewegte, hatte auch Lan sein Schwert in der Hand. �Bleibt bei mir!� schrie er, und dann st�rzte sich Mandarb h�gelabw�rts auf die Trollocs. �F�r die Sieben T�rme!� rief Lan.</p><p>Rand schluckte und rammte dem Grauen die Fersen in die Flanken. Die ganze Gruppe galoppierte dem Beh�ter hinterher. Er war �berrascht, Tams Schwert pl�tzlich in seiner Faust zu finden. Von Lans Schlachtruf mitgerissen, fand er einen eigenen: �Manetheren! Manetheren!�</p><p>Perrin fiel mit ein. �Manetheren! Manetheren!�</p><p>Aber Mat rief: <emphasis>�Carai an Caldazar! Carai an Ellisande! Al Ellisande!�</emphasis></p><p>Der Kopf des Blassen wandte sich von den Trollocs den Reitern zu, die ihn angriffen. Das schwarze Schwert erstarrte �ber seinem Kopf, und die �ffnung seiner Kapuze drehte sich hin und her und suchte die auf ihn zu galoppierenden Reiter ab. Dann hatte Lan den Myrddraal erreicht, und gleichzeitig griffen die Menschen die Reihe der Trollocs an. Die Klinge des Beh�ters traf auf den schwarzen Stahl aus den Schmieden von Thakan'dar. Es gab ein Klingen wie von einer gro�en Glocke. Der Schlag wurde von den H�geln als Echo zur�ckgeworfen, und ein blauer Blitz erf�llte die Luft wie Wetterleuchten. BeinaheMenschen mit Tierschnauzen dr�ngten sich um jeden der Menschen herum. Fangseile und Haken wurden wild umhergeschwenkt. Sie mieden nur Lan und den Myrddraal. Diese beiden fochten in einem freigebliebenen Kreis. Die Rappen pa�ten ihren Schritt jeweils dem anderen an, und die Schwerter parierten einander Schlag f�r Schlag. In der Luft blitzte und l�utete es.</p><p>Wolke rollte mit den Augen und wieherte laut. Er b�umte sich und schlug mit den Hufen nach den knurrenden Gesichtern mit ihren scharfen Rei�z�hnen, die ihn umgaben. Schwere K�rper umringten ihn, Schulter an Schulter. Rand lie� den Grauen die Fersen sp�ren und trieb ihn r�cksichtslos vorw�rts. Sein Schwert schwang er � verglichen mit Lan � ungeschickt; er hackte drauflos, als m�sse er Holz spalten. <emphasis>Egwene!</emphasis> Verzweifelt suchte er nach ihr, als er den Grauen weitertrieb. Er hackte sich einen Weg durch die haarigen K�rper wie durch dichtes Unterholz.</p><p>Moiraines wei�e Stute galoppierte und schlug bei der leisesten Bewegung der Aes Sedai an ihren Z�geln aus. Moiraines Gesicht war genauso hart wie das Lans, wenn sie ihren Stab auf die Gegner richtete. Trollocs wurden von Flammen eingeh�llt, die dann mit einem Aufbr�llen explodierten, das nur noch gekr�mmte Gestalten bewegungslos am Boden zur�cklie�. Nynaeve und Egwene ritten in verzweifelter Eile dicht neben der Aes Sedai. Sie bleckten die Z�hne beinahe genauso wild wie die Trollocs und hatten Dolche in den H�nden. Diese kurzen Klingen wurden ihnen �berhaupt nichts n�tzen, wenn ein Trolloc ganz nahe kam. Rand versuchte, Wolke in ihre Richtung zu lenken, aber der Graue ging durch. Wiehernd und ausschlagend k�mpfte er sich weiter vorw�rts, gleich, wie stark Rand an den Z�geln zerrte.</p><p>Um die drei Frauen herum ergab sich ein wenig freier Raum, als Trollocs vor Moiraines Stab fl�chteten, doch wie sie auch versuchten, ihr zu entgehen, so folgte sie ihnen. Feuer prasselte, und die Trollocs heulten vor Wut und Kampfeslust. �ber dem Prasseln und Heulen donnerte der Glockenschlag der Schwerter des Beh�ters und des Myrddraal; die Luft um sie herum leuchtete blau auf, dann wieder und immer wieder.</p><p>Eine Schlinge am Ende einer Stange fuhr auf Rands Kopf zu. Mit einem ungeschickten Schlag spaltete er die Stange in zwei Teile und hackte dann auf den ziegenbockartigen Trolloc los, der sie hielt. Ein Haken erwischte seine Schulter von hinten und verfing sich in seinem Umhang, zog ihn mit einem Ruck nach hinten. Verzweifelt pa�te er das Sattelhorn, um nicht zu st�rzen, wobei er beinahe noch sein Schwert verloren h�tte. Wolke wand sich und wieherte schrill. Rand klammerte sich voller Angst an Sattel und Z�gel. Er f�hlte, wie er Handbreit um Handbreit abrutschte, von dem Haken gezogen. Wolke drehte sich herum. Einen Augenblick lang sah Rand Perrin, halb aus dem Sattel h�ngend, der mit drei Trollocs um seine Axt k�mpfte. Sie hielten ihn an einem Arm und beiden Beinen fest. Wolke warf sich nach vorn, und Rands Blickfeld war nur noch von Trollocs erf�llt.</p><p>Ein Trolloc st�rmte auf ihn zu und packte sein Bein. Er zerrte Rands Fu� aus dem Steigb�gel. Schwer atmend lie� er den Sattel fahren, um den Trolloc zu erstechen. Sofort zog ihn der Haken aus dem Sattel auf Wolkes Hinterhand.</p><p>Nur sein verkrampfter Haltegriff am Z�gel hielt ihn noch oben. Wolke b�umte sich auf und wieherte. Und im gleichen Moment h�rte das Zerren auf.</p><p>Der Trolloc an seinem Bein ri� die H�nde hoch und schrie. Alle Trollocs schrien � ein Heulen, als seien alle Hunde der Welt auf einmal verr�ckt geworden.</p><p>Um die Menschen herum fielen die Trollocs sich windend zu Boden, rissen an ihrem Haar und zerkratzten sich die Gesichter. Alle Trollocs. Sie bissen in den Boden, schnappten nach der leeren Luft und heulten, heulten, heulten.</p><p>Dann sah Rand den Myrddraal. Er sa� noch aufrecht im Sattel seines wie wahnsinnig t�nzelnden Pferdes, das schwarze Schwert schwang noch herum, doch er hatte keinen Kopf mehr.</p><p>�Er wird noch bis zum Anbruch der Nacht leben!� Der schwer atmende Thom mu�te laut rufen, um �ber die nicht nachlassenden Schreie hinweg h�rbar zu sein. �Er wird noch nicht vollst�ndig sterben. Das habe ich jedenfalls geh�rt.�</p><p>�Reitet!� rief Lan �rgerlich. Der Beh�ter hatte bereits Moiraine und die anderen beiden Frauen bei sich, und sie befanden sich schon halb auf dem n�chsten H�gel. �Das hier sind nicht alle!� Tats�chlich erklangen nun auch die H�rner wieder, trotz der Schreie der sich am Boden windenden Trollocs, und zwar aus Osten und Westen und S�den.</p><p>Erstaunlicherweise war Mat der einzige, der nicht mehr auf seinem Pferd sa�. Rand trabte zu ihm hin�ber, doch Mat warf schaudernd eine Schlinge weg, hob seinen Bogen auf und kletterte ohne Hilfe in seinen Sattel, wobei er sich allerdings noch die Kehle rieb.</p><p>Die H�rner jaulten wie Hunde auf der Spur eines Hirsches. Jagdhunde, die sich ihrem Opfer n�herten. Wenn Lan schon vorher ein hohes Tempo gehalten hatte, dann verdoppelte er es jetzt, bis die Pferde schneller die H�gel hinaufgaloppierten, als sie es zuvor bergab geschafft hatten. Dann warfen sie sich schon fast auf die andere Seite. Und doch n�herten sich die H�rner weiterhin, bis sie die rauhen Schreie der Verfolger h�ren konnten, wenn die H�rner eine Pause einlegten. Schlie�lich erreichten die Menschen die Spitze eines H�gels in dem Moment, in dem auf dem n�chsten H�gel hinter ihnen Trollocs erschienen. Die H�gelspitze war im Nu schwarz von Trollocs mit ihren Tierschnauzen, die mit verzerrten Fratzen heulten, und �ber allen thronten drei Myrddraal. Nur hundert Spannen trennten die beiden Gruppen.</p><p>Rands Herz verschrumpelte wie eine alte Traube. <emphasis>Drei!</emphasis></p><p>Die schwarzen Schwerter der Myrddraal hoben sich gleichzeitig. Eine Woge von Trollocs sch�umte den Hang hinunter. Heftige, triumphierende Schreie erklangen, und schlingenbewehrte Stangen h�pften �ber ihren K�pfen beim Rennen auf und ab.</p><p>Moiraine kletterte von Aldiebs R�cken. Ruhig zog sie etwas aus ihrem Brustbeutel und packte es aus. Rand sah dunkles Elfenbein schimmern. Das <emphasis>Angreal.</emphasis> Mit dem <emphasis>Angreal</emphasis> in der einen Hand und dem Stab in der anderen stellte sich die Aes Sedai entschlossen hin, sah den heranrennenden Trollocs und den schwertschwingenden Blassen k�hl entgegen, hob ihren Stab in die Luft und rammte ihn in die Erde.</p><p>Der Boden erzitterte und klang wie ein Eisenkessel, der von einem Holzhammer getroffen wird. Das hohle Klingen wurde schw�cher und verschwand. Einen Augenblick lang war alles still. Alles schwieg, Der Wind erstarb. Die Schreie der Trollocs verstummten; sogar ihre Attacke verlangsamte sich und kam zum Stehen. Einen Herzschlag lang wartete alles. Langsam kehrte das stumpfe Klingen wieder, �nderte sich zu einem leisen Rumpeln und wuchs an, bis die Erde aufst�hnte.</p><p>Der Boden erzitterte unter Wolkes Hufen. Das war das Werk einer Aes Sedai, wie es im Buch stand. Rand w�nschte sich hundert Meilen weit fort. Das Zittern wurde zu einem Beben, das die B�ume um sie herum wanken lie�. Der Graue stolperte und st�rzte beinahe. Sogar Mandarb und die reiterlose Aldieb torkelten wie betrunken, und diejenigen, die auf ihren Pferden sa�en, mu�ten sich an Z�geln und M�hnen festklammern, an alles, was sie ergreifen konnten, um nicht aus dem Sattel zu fallen.</p><p>Die Aes Sedai stand immer noch wie zu Anfang, hielt das <emphasis>Angreal</emphasis> und den aufrecht in der H�gelspitze steckenden Stab, und weder sie noch der Stab bewegten sich auch nur eine Handbreit von ihrem Platz, obwohl der Boden wankte und um sie herum erzitterte. Nun w�lbte sich der Boden von ihrem Stab weg; wie auf einem Teich rollten Wellen auf die Trollocs zu, Wellen, die schnell wuchsen, alte B�sche wegschwemmten, abgestorbene Bl�tter hochwirbelten, weiterwuchsen und als Erdwogen auf die Trollocs zuschwemmten. Die B�ume im Talkessel knickten wie Streichh�lzer. Auf dem Abhang st�rzten ganze Scharen von Trollocs zu Boden und �berschlugen sich im W�ten der Erde.</p><p>Doch als erh�be sich der Boden �berhaupt nicht, so bewegten sich die Myrddraal nebeneinander vorw�rts. Ihre nachtschwarzen Pferde verloren ihren Rhythmus nicht; sie hoben jeden Huf im Gleichschritt. Trollocs rollten um die schwarzen Reittiere auf dem Boden herum, heulten und griffen nach der kahlen Erde, die sich unter ihnen aufb�umte, doch die Myrddraal ritten langsam weiter.</p><p>Moiraine hob ihren Stab, und die Erde beruhigte sich, doch sie war nicht fertig. Sie zeigte auf den Einschnitt zwischen den H�geln, und Flammen schossen aus dem Boden � eine zwanzig Fu� hohe Flammenfont�ne. Sie breitete die Arme aus, und das Feuer breitete sich ebenfalls nach rechts und links aus, so weit das Auge blicken konnte. Es wurde zu einer Wand, die Menschen und Trollocs voneinander trennte. Die Hitze war so stark, da� Rand selbst oben auf dem H�gelkamm die H�nde vors Gesicht schlug. Die schwarzen Reittiere der Myrddraal, welche seltsamen Kr�fte sie auch immer besitzen mochten, wieherten wild, b�umten sich auf und k�mpften gegen ihre Reiter an, obwohl die Myrddraal auf sie einschlugen und versuchten, sie durch die Flammenwand hindurchzuzwingen. �Blut und Asche�, sagte Mat mit ersterbender Stimme. Rand nickte bet�ubt.</p><p>Pl�tzlich wankte Moiraine und w�re gefallen, w�re nicht Lan von seinem Pferd gesprungen und h�tte sie aufgefangen. �Reitet weiter�, sagte er zu den anderen. Die H�rte seiner Stimme stand in einem merkw�rdigen Gegensatz zu der Sanftheit, mit der er die Aes Sedai in ihren Sattel hob. �Das Feuer wird nicht ewig brennen! Beeilt euch! Jede Minute z�hlt!�</p><p>Die Flammenwand tobte, als wolle sie tats�chlich die Ewigkeit �berdauern, aber Rand widersprach nicht. Sie galoppierten nach Norden, so schnell ihre Pferde nur konnten. Die H�rner schrillten in einiger Entfernung ihre Entt�uschung in den Himmel, als w��ten sie bereits, was geschehen war, und dann schwiegen sie.</p><p>Lan und Moiraine holten die anderen schnell ein, auch wenn Lan Aldieb am Z�gel f�hrte, w�hrend die Aes Sedai schwankte und sich mit beiden H�nden an das Sattelhorn klammerte. �Ich bin bald wieder in Ordnung�, sagte sie auf ihre besorgten Blicke hin. Sie klang m�de, aber selbstbewu�t, und ihr Blick war so unwiderstehlich wie immer. �Ich bin nicht so stark, wenn ich mit Erde und Feuer arbeiten mu�. Eine Kleinigkeit.�</p><p>Die beiden begaben sich in schnellem Schritt wieder an die Spitze. Rand glaubte nicht, da� Moiraine bei noch h�herem Tempo im Sattel h�tte bleiben k�nnen. Nynaeve ritt nach vorn neben die Aes Sedai und hielt sie mit einer Hand aufrecht. Eine Weile lang, w�hrend sie �ber weitere H�gel ritten, fl�sterten die beiden Frauen miteinander, dann suchte die Seherin in den Taschen ihres Umhangs und gab Moiraine ein kleines P�ckchen. Moiraine entfaltete es und schluckte den Inhalt. Nynaeve sagte noch etwas zu ihr und lie� sich dann zu den anderen zur�ckfallen, ohne auf ihre neugierigen Blicke zu achten. Trotz der �u�eren Umst�nde glaubte Rand, bei ihr einen leichten Ausdruck von Befriedigung zu entdecken.</p><p>Es war ihm eigentlich gleichg�ltig, was die Seherin machte. Er rieb st�ndig �ber den Griff seines Schwertes, und wenn es ihm bewu�t wurde, dann blickte er staunend darauf hinunter. <emphasis>So also ist eine Schlacht.</emphasis> Er konnte sich kaum an etwas erinnern, jedenfalls nicht an irgendeine bestimmte Einzelheit. Alles flo� in seinem Kopf zu einem Brei zusammen, einer geschmolzenen Masse von haarigen Gesichtern und Angst. Angst und Hitze. W�hrend des Kampfes war es ihm so hei� vorgekommen wie an einem Mittsommermittag. Er konnte das nicht verstehen. Der eisige Wind versuchte, Schwei�perlen an seinem K�rper und Gesicht anzufrieren.</p><p>Er sah seine beiden Freunde an. Mat wischte sich mit einem Zipfel seines Umhangs Schwei� von der Stirn. Perrin, der in die Ferne zu blicken schien und offensichtlich den Anblick nicht gerade sch�n fand, war sich wohl nicht bewu�t, da� auch auf seiner Stirn Schwei�perlen glitzerten.</p><p>Die H�gel wurden flacher, und das Land wandelte sich langsam zu einer Ebene, doch anstatt flott weiterzureiten, hielt Lan an. Nynaeve wollte wieder an Moiraines Seite reiten, doch der Blick des Beh�ters hielt sie davon ab. Er und die Aes Sedai ritten ein wenig voraus und steckten wieder die K�pfe zusammen. Aus Moiraines Gesten wurde ersichtlich, da� sie sich stritten. Nynaeve und Thom beobachteten sie. Die Seherin zog besorgt die Stirn in Falten. Der Gaukler f�hrte Selbstgespr�che und blickte immer mal wieder zur�ck. Die anderen vermieden es, Lan und Moiraine �berhaupt anzusehen. Wer wu�te schon, was aus einem Streit zwischen einer Aes Sedai und einem Beh�ter entstehen konnte?</p><p>Nach ein paar Minuten sprach Egwene Rand leise an, wobei sie einen unangenehm ber�hrten Blick auf das sich immer noch streitende Paar warf. �Diese Sachen, die Ihr den Trollocs entgegengeschrien habt...� Sie hielt inne, als sei sie nicht sicher, wie sie fortfahren solle.</p><p>�Was ist damit?� fragte Rand. Er f�hlte sich schon ein wenig eigenartig dabei � Kriegsgeschrei mochte f�r die Beh�ter selbstverst�ndlich sein, aber Leute von den Zwei Fl�ssen taten so etwas nicht, was auch immer Moiraine sagte � doch wenn sie sich deswegen �ber ihn lustig machte... �Mat mu� diese Geschichte doch schon zehnmal wiederholt haben.�</p><p>�Und zwar schlecht�, warf Thom ein. Mat brummte protestierend.</p><p>�Wie er sie auch erz�hlt haben mag�, sagte Rand, �wir haben sie jedenfalls alle oft genug geh�rt. Au�erdem mu�ten wir einfach irgend etwas rufen. Ich meine, das tut man eben in dem Fall. Du hast ja Lan geh�rt.�</p><p>�Und wir haben ein Anrecht darauf�, f�gte Perrin gedankenverloren hinzu. �Moiraine sagt, da� wir alle Nachkommen dieser Leute von Manetheren sind. Sie haben gegen den Dunklen K�nig gek�mpft, und wir k�mpfen gegen den Dunklen K�nig. Das gibt uns doch ein Recht darauf!�</p><p>Egwene schnaubte ver�chtlich, als wolle sie zeigen, was sie davon hielt. �Davon habe ich doch gar nicht gesprochen. Was... was hast du denn eigentlich gerufen, Mat?�</p><p>Mat zuckte unsicher die Achseln. �Ich kann mich nicht erinnern.� Er sah sie um Rechtfertigung heischend an. �Na ja, es geht eben nicht. Alles ist verschwommen. Ich wei� nicht, was es war oder woher es kam oder was es bedeutet.� Er lachte �ber sich selbst. �Ich sch�tze, es hat nichts zu bedeuten.�</p><p>�Doch... ich glaube, es bedeutet etwas�, sagte Egwene langsam. �Als ihr geschrien habt, dachte ich einen Augenblick lang � ich verst�nde euch. Aber nun ist alles wie weggeblasen.� Sie seufzte und sch�ttelte den Kopf. �Vielleicht hast du recht. Seltsam, was man sich in einer solchen Situation alles einbilden kann, nicht wahr?�</p><p><emphasis>�Carai an Caldazar�,</emphasis> sagte Moiraine. Alle drehten die K�pfe zu ihr und sahen sie an. <emphasis>�Carai an Ellisande. Al Ellisande.</emphasis> Zur Ehre des Roten Adlers. Zur Ehre der Rose der Sonne. Die Rose der Sonne. Der uralte Schlachtruf von Manetheren und der Schlachtruf seines letzten K�nigs. Eldrene nannte man die Rose der Sonne.� Moiraines L�cheln galt Mat und Egwene, obwohl ihr Blick vielleicht etwas l�nger auf ihm ruhte. �Das Blut von Arads Familie rinnt immer noch in den Adern der Menschen der Zwei Fl�sse. Das alte Blut singt immer noch.�</p><p>Mat und Egwene sahen einander an, und alle anderen sie beide. Egwene machte gro�e Augen, und ihr Mund verzog sich immer wieder zum Anflug eines L�chelns. Sie verbi� es sich immer wieder, als sei sie nicht sicher, wie sie dieses Gespr�ch �ber das alte Blut verstehen solle. Mat dagegen war sich sicher, wie man an seiner finsteren Miene ablesen konnte.</p><p>Rand glaubte zu wissen, woran Mat dachte. Er dachte das gleiche. Wenn Mat ein Nachkomme der alten K�nige von Manetheren war, dann waren die Trollocs vielleicht hinter ihm her und nicht hinter allen dreien. Er sch�mte sich bei diesem Gedanken. Seine Wangen r�teten sich, und als er sah, wie schuldbewu�t Perrin das Gesicht verzog, da wu�te er, da� Perrin derselbe Gedanke gekommen war. �Ich kann nicht behaupten, da� ich je von so etwas geh�rt habe�, sagte Thom nach einer Weile. Er sch�ttelte sich, und sein Tonfall wurde wieder n�chtern. �Zu einer anderen Zeit w�rde ich m�glicherweise eine Geschichte daraus machen, aber im Moment... Plant Ihr, den Rest des Tages hier zu verbringen, Aes Sedai?�</p><p>�Nein�, antwortete Moiraine und ergriff ihre Z�gel.</p><p>Als wolle es ihre Worte unterstreichen, ert�nte von S�den her ein Trolloc-Horn. Weitere H�rner antworteten aus Osten und Westen. Die Pferde wieherten leise und t�nzelten nerv�s.</p><p>�Sie haben das Feuer passiert�, sagte Lan ruhig. Er wandte sich Moiraine zu: �Ihr seid nicht stark genug f�r das, was Ihr vorhabt, jedenfalls noch nicht. Nicht ohne Euch ausgeruht zu haben. Und weder Myrddraal noch Trolloc wird diesen Ort betreten.�</p><p>Moiraine hob eine Hand, als wolle sie ihn unterbrechen, seufzte aber dann und lie� sie wieder fallen. �Also gut�, sagte sie gereizt. �Ich sch�tze, du hast recht, aber mir w�re es lieber, wenn wir eine andere Wahl h�tten.� Sie zog ihren Stab aus der Gurtschlinge ihres Sattels. �Kommt alle her zu mir. So nahe Ihr k�nnt! Noch n�her!�</p><p>Rand trieb Wolke n�her an die Stute der Aes Sedai heran. Moiraine bestand darauf, da� sie sich in einem engen Kreis um sie herum versammelten, so da� der Kopf jedes Pferdes �ber Kruppe oder Widerrist eines anderen hinwegragte. Erst dann war die Aes Sedai zufrieden. Dann stellte sie sich in ihre Steigb�gel und schwang wortlos den Stab �ber ihre K�pfe. Sie streckte sich, damit auch jeder vollkommen einbezogen wurde.</p><p>Rand zuckte jedesmal zusammen, wenn der Stab �ber ihn hinwegging. Bei jedem Kreis durchrann ihn ein Prickeln. Er h�tte der Bewegung des Stabs folgen k�nnen, ohne ihn zu sehen, nur durch das fortlaufende Zittern der Menschen unter ihm. Es �berraschte ihn nicht, da� Lan der einzige war, den der Stab nicht beeinflu�te.</p><p>Pl�tzlich streckte Moiraine den Stab nach Westen aus. Abgestorbene Bl�tter wirbelten durch die Luft, und �ste peitschten sie, als folge ein Luftwirbel der Richtung ihres Stabs. Als der unsichtbare Wirbelwind in der Entfernung verschwand, setzte sie sich mit einem Seufzer wieder im Sattel zurecht. �Den Trollocs�, sagte sie, �wird es erscheinen, als folgten unsere Spuren und Ger�che diesem Wind. Der Myrddraal wird es nach einer Weile durchschauen, aber bis dahin... �</p><p>�Bis dahin�, sagte Lan, �haben sie uns l�ngst verloren.�</p><p>�Euer Stab ist sehr m�chtig�, sagte Egwene, was ihr ein Schnauben von Nynaeve einbrachte.</p><p>Moiraine schnalzte mit der Zunge. �Ich habe dir gesagt, Kind, da� Dinge keine Macht haben. Die Eine Macht kommt aus der Wahren Quelle, und nur ein lebendiger Verstand kann sie anwenden. Das hier ist nicht einmal ein <emphasis>Angreal,</emphasis> sondern lediglich eine Konzentrationshilfe.� M�de steckte sie den Stab wieder in die Gurtschlaufe. �Lan?�</p><p>�Folgt mir�, sagte der Beh�ter, �und verhaltet euch still. Wenn die Trollocs uns h�ren, verdirbt es alles.�</p><p>Er f�hrte sie wieder nach Norden, nicht in dem erm�denden Tempo von zuvor, sondern eher in dem schnellen Schritt wie auf der Stra�e nach Caemlyn. Das Land wurde immer flacher; nur der Wald blieb genauso dicht.</p><p>Ihr Weg f�hrte sie nicht mehr geradeaus wie zuvor. Lan w�hlte eine Route, die sich in Schlangenlinien �ber festen Boden und Felsausl�ufer wand. Er lie� sie auch nicht mehr durch das Unterholz reiten und nahm sich statt dessen die Zeit, es zu umgehen. Von Zeit zu Zeit lie� er sich an das Ende ihrer Reihe zur�ckfallen und betrachtete eingehend ihre Spuren. Wenn jemand auch nur hustete, brachte ihm das ein hartes R�uspern Lans ein.</p><p>Nynaeve ritt neben der Aes Sedai und machte ein Gesicht, als k�nne sie sich nicht zwischen Abneigung und F�rsorge entscheiden.</p><p>Und da war noch eine Andeutung von etwas anderem, dachte Rand, so, als sei f�r die Seherin irgendein Ziel in Sicht. Moiraines Schultern hingen nach unten, und sie hielt sich mit beiden H�nden an Z�gel und Sattel fest. Trotzdem schwankte sie bei jedem Schritt Aldiebs. Es war klar, da� sie die falsche Spur, die sie gelegt hatte, obwohl es neben dem Erdbeben und der Feuerwand nur eine ganz kleine Sache gewesen war, eine Menge Energie gekostet hatte, Energie, die zu verlieren sie sich einfach jetzt nicht mehr leisten konnte.</p><p>Rand w�nschte sich schon beinahe den Klang der H�rner herbei. Zumindest konnte man daran ablesen, wie weit die Trollocs hinter ihnen zur�ckblieben. Und die Blassen.</p><p>Er sah immer wieder zur�ck, und so war er nicht der erste, der das erblickte, was vor ihnen lag. Als er es dann sah, war er verbl�fft. Eine gro�e, unregelm��ig geformte Masse erstreckte sich nach beiden Seiten, so weit das Auge blicken konnte. An den meisten Stellen war sie ebenso hoch wie die B�ume, die gleich davor wuchsen, und hier und da ragten noch h�here Spitzen daraus hervor. Kahle Schlingpflanzen und Ranken in dichten Massen bedeckten alles. Eine Klippe? <emphasis>Die Ranken werden uns das Klettern erleichtern, aber die Pferde bekommen wir niemals hinauf.</emphasis></p><p>Pl�tzlich, als sie n�her kamen, bemerkte er einen Turm. Es war ganz klar ein Turm und keine nat�rliche Felsformation. Auf der Spitze befand sich eine eigenartige, spitz zulaufende Kuppel. �Eine Stadt!� sagte er. Und eine Stadtmauer, und die Spitzen waren Wacht�rme auf dieser Mauer. Sein Unterkiefer klappte herunter. Sie mu�te zehnmal so gro� sein wie Baerlon. F�nfzig mal so gro�.</p><p>Mat nickte. �Eine Stadt�, stimmte er zu. �Aber was macht eine Stadt mitten in einem solchen Wald?�</p><p>�Und ohne Einwohner�, sagte Perrin. Als sie ihn ansahen, deutete er auf die Mauer. �W�rden Einwohner Schlingpflanzen �ber alles hinwegwachsen lassen? Ihr wi�t, wie diese Ranken eine Mauer zerst�ren k�nnen. Seht mal, wie sie eingefallen ist.�</p><p>Was Rand sah, ergab nun langsam ein richtiges Bild in seinem Kopf. Es war, wie Perrin gesagt hatte. Unter beinahe jedem niedrigeren Teil der Mauer befand sich ein von Unterholz �berwachsener H�gel: Reste der zusammengebrochenen Mauer. Keine zwei Wacht�rme hatten noch die gleiche H�he. �Ich m�chte wissen, was f�r eine Stadt das war�, �berlegte Egwene. �Ich frage mich, was damit geschehen ist. Ich kann mich nicht erinnern, sie auf Papas Landkarte gesehen zu haben.�</p><p>�Sie wurde Aridhol genannt�, sagte Moiraine. �In den Tagen der Trolloc-Kriege war sie ein Verb�ndeter von Manetheren.� Sie betrachtete die massive Mauer so intensiv, da� sie sich der anderen kaum bewu�t schien, nicht einmal Nynaeves, die sie mit einem Arm im Sattel st�tzte. �Sp�ter starb Aridhol, und dieser Ort erhielt einen anderen Namen.�</p><p>�Welchen Namen?� fragte Mat.</p><p>�Hier�, sagte Lan. Er hielt Mandarb vor etwas an, das fr�her wohl ein so breites Tor gewesen war, da� f�nfzig M�nner nebeneinander hindurchmarschieren konnten. Nur die zerfallenen, von Schlingpflanzen �berwucherten Wacht�rme waren geblieben; es war kein �berrest der Torfl�gel zu sehen. �Hier reiten wir hinein.� In einiger Entfernung schrillten Trolloc-H�rner auf. Lan sp�hte in die Richtung, aus der die H�rnerkl�nge kamen, und sah dann zur Sonne hoch, die sich bereits auf halbem Weg abw�rts zu den Baumwipfeln im Westen befand. �Sie haben herausgefunden, da� es eine falsche Spur war. Kommt, wir m�ssen vor der Dunkelheit noch einen Unterschlupf finden.�</p><p>�Welchen Namen?� fragte Mat noch einmal.</p><p>Moiraine antwortete, w�hrend sie in die Stadt hineinritten. �Shadar Logoth�, sagte sie. �Sie wird Shadar Logoth genannt.�</p></section><section><title><p>19</p><p>Drohende Schatten</p></title><p>Auseinandergebrochene Pflastersteine knirschten unter den Hufen der Pferde, als Lan sie in die Stadt f�hrte. Die gesamte Stadt lag in Ruinen, jedenfalls soweit Rand blicken konnte, und war so verlassen, wie Perrin es gleich behauptet hatte. Nicht einmal eine Taube flog auf, und in den Rissen der Mauern und Stra�en wucherte Unkraut, das nach diesem Winter aber auch schon alt und abgestorben war. Bei mehr als der H�lfte aller Geb�ude war das Dach eingefallen. Aus zusammengebrochenen Mauern waren Ziegel und Bausteine in die Stra�en gest�rzt. T�rme ragten mit zerfransten Spitzen wie abgebrochene Zahnstummel in den Himmel. Unregelm��ig geformte Schutthaufen, an deren H�ngen ein paar verkr�ppelte B�ume wuchsen, konnten wohl die �berreste von Pal�sten oder vollst�ndigen Wohnblocks darstellen.</p><p>Doch das, was noch stand, war genug, um Rand den Atem zu rauben. Auch das gr��te Geb�ude Baerlons w�rde im Schatten beinahe jeden Geb�udes hier verschwinden. Blasse Marmorpal�ste mit riesigen Kuppeln obenauf waren �berall zu sehen. Jedes Geb�ude schien zumindest eine Kuppel zu haben; manche hatten vier oder f�nf, und jede hatte eine andere Form. Lange S�uleng�nge zogen sich Hunderte von Schritten bis zu T�rmen hin, die in den Himmel zu greifen schienen. An jeder Kreuzung stand ein Bronzebrunnen oder die Alabasters�ule eines Denkmals oder eine Statue auf einem Sockel. Obwohl die Brunnen ausgetrocknet, die meisten Denkm�ler umgest�rzt und viele der Statuen abgebr�ckelt waren, waren die �berreste noch immer so gro�artig, da� Rand nur staunen konnte.</p><p><emphasis>Und ich habe Baerlon f�r eine Stadt gehalten! Versengen soll mich das Licht, aber Thom mu� sich ganz sch�n �ber uns am�siert haben. Moiraine und Lan nat�rlich auch.</emphasis></p><p>Er war so in seine Betrachtungen versunken, da� es ihn �berraschte, als Lan pl�tzlich vor einem wei�en Steingeb�ude anhielt, das einst doppelt so gro� wie der Hirsch und L�we gewesen war. Man konnte nicht mehr sagen, was es einst dargestellt hatte, als die Stadt bewohnt und gro� gewesen war � vielleicht sogar eine Schenke. Von den oberen Stockwerken existierte nur noch ein hohles Ger�st. Durch die leeren Fensterl�cher � Holz und Glas waren lange schon verschwunden � konnte man den Nachmittagshimmel sehen, doch das Erdgescho� schien stabil genug. <emphasis>Wie alt mag das alles sein?</emphasis> dachte Rand.</p><p>Moiraine, die ihre H�nde immer noch auf dem Sattelhorn liegen hatte, betrachtete das Geb�ude eingehend, bevor sie nickte. �Das wird gehen.�</p><p>Lan sprang aus dem Sattel und hob die Aes Sedai von ihrem Pferd herunter. �Bringt die Pferde hinein�, kommandierte er. �Sucht Euch einen Raum weiter hinten als Stall heraus. Los, Bauernjungen. Das ist nicht der Dorfplatz zu Hause!� Er verschwand mit der Aes Sedai auf den Armen nach drinnen. Nynaeve kletterte herunter und lief ihm nach. Sie hielt ihren Beutel mit Kr�utern und Salben fest in der Hand. Egwene kam ihr sogleich nach. Sie lie�en ihre Reittiere einfach stehen.</p><p>�Bringt die Pferde hinein�, �ffte Thom sp�ttisch nach und pustete die Enden seines Schnurrbarts von seinen Lippen. Er kletterte steif und langsam herab, rieb sich den R�cken und seufzte lang. Dann nahm er Aldiebs Z�gel. �Na?� sagte er und zog eine Augenbraue hoch, wobei er Rand und seine Freunde auffordernd anblickte.</p><p>Sie beeilten sich beim Absteigen und trieben die restlichen Pferde zusammen. Der Torbogen, an dem kein Rest einer fr�heren T�r mehr hing, war mehr als gro� genug, um die Tiere hindurchzubringen, sogar immer zwei nebeneinander.</p><p>Drinnen fanden sie einen riesigen Saal, so breit wie das ganze Geb�ude, mit einem schmutzigen, gepl�ttelten Fu�boden und ein paar zerfetzten Wandbeh�ngen, zu einem stumpfen, gleichm��igen Braun verbla�t, die aussahen, als w�rden sie bei einer Ber�hrung gleich zerfallen. Sonst nichts. Lan hatte in der n�chstgelegenen Ecke f�r sich und Moiraine einen Lagerplatz mit ihren Umh�ngen als Unterlagen gerichtet. Nynaeve schimpfte �ber den Staub, kniete neben der Aes Sedai nieder und kramte in ihrem Beutel herum, den ihr Egwene aufhielt.</p><p>�Ich kann sie vielleicht nicht leiden, das mag schon stimmen�, sagte Nynaeve zu dem Beh�ter, als Rand, der Bela und Wolke f�hrte, hinter Thom eintrat, �aber ich helfe jedem, der meine Hilfe braucht, ob ich ihn mag oder nicht.�</p><p>�Ich habe mich nicht beklagt, Seherin. Ich habe nur gesagt, Ihr sollt mit Euren Kr�utern vorsichtig umgehen.�</p><p>Sie sah ihn aus den Augenwinkeln an. �Es ist nun mal so, da� sie meine Kr�uter braucht, und Ihr ebenfalls.� Zu Beginn klang ihre Stimme bitter, doch dann nahm sie einen eher bei�enden Tonfall an. �Es ist nun mal so, da� sie eben auch nur soviel und nicht mehr tun kann, selbst mit Ihrer Einen Macht, und sie hat schon soviel getan, wie sie nur konnte, ohne zusammenzubrechen. Es ist nun mal so, Herr der Sieben T�rme, da� Euer Schwert ihr jetzt nicht helfen kann, wohl aber meine Kr�uter.�</p><p>Moiraine legte eine Hand auf Lans Arm. �Entspanne dich, Lan. Sie meint es nicht b�se. Sie wei� es einfach nicht besser.� Der Beh�ter schnaubte ver�chtlich. Nynaeve h�rte mit dem Herumkramen in ihrem Beutel auf und sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an, dann aber sprach sie Moiraine an. �Es gibt viele Dinge, die ich nicht wei�. Worum geht es hier?�</p><p>�Zum einen�, antwortete Moiraine, �brauche ich wirklich nur etwas Ruhe. Zum anderen stimme ich Euch zu. Eure F�higkeiten und Euer Wissen werden uns mehr n�tzen, als ich dachte. Wenn Ihr nun noch etwas habt, was mich eine Stunde lang schlafen l��t, ohne da� ich einen schweren Kopf bekomme...?�</p><p>�Ein schwacher Tee aus Fuchsschwanzgras, Marisin und... �</p><p>Rand vers�umte den Rest, als er Thom in einen zweiten Raum folgte, der genauso gro� und noch leerer war als der erste. Hier gab es nur Staub, dicht und unber�hrt, bis sie kamen. Nicht einmal die Spuren von V�geln oder Kleintieren waren auf dem Fu�boden zu sehen.</p><p>Rand nahm Bela und Wolke die S�ttel ab, Thom sattelte Aldieb und seinen Wallach ab und Perrin sein Pferd und Mandarb. Alle au�er Mat. Er lie� seine Z�gel mitten im Raum einfach fallen. Es gab au�er der T�r, durch die sie eingetreten waren, noch zwei Ausg�nge. �Eine Stra�e�, verk�ndete Mat, nachdem er den Kopf zum ersten hinausgestreckt hatte. Das konnten sie alle von ihren Standpunkten aus sehen. Die zweite T�r war nur ein schwarzes Rechteck in der hinteren Wand. Mat ging langsam durch und kam viel schneller wieder zur�ck, wobei er sich lebhaft alte Spinnweben vom Haar streifte.</p><p>�Da ist nichts drin�, sagte er und be�ugte wieder die Gasse.</p><p>�Wirst du dich vielleicht mal um dein Pferd k�mmern?� fragte Perrin. Er war bereits mit seinem fertig und hob gerade Mandarbs Sattel ab. Es war seltsam, aber der Hengst mit den wilden Augen machte bei ihm �berhaupt keine Schwierigkeiten, obwohl er Perrin genau beobachtete. �Keiner wird das f�r dich erledigen.�</p><p>Mat blickte noch einmal zu der Gasse hin�ber und wandte sich dann seufzend seinem Pferd zu. Als Rand Belas Sattel auf den Boden legte, bemerkte er, da� Mat nur tr�bsinnig in die Luft stierte. Seine Augen schienen tausend Meilen weit weg, und er bewegte sich nur ganz mechanisch.</p><p>�Bist du in Ordnung, Mat?� sagte Rand. Mat hob den Sattel von seinem Pferd und stand gedankenverloren da. �Mat? Mat!�</p><p>Mat erschrak und lie� beinahe den Sattel fallen. �Was? Oh! Ich... Ich habe nur nachgedacht.�</p><p>�Nachgedacht?� h�hnte Perrin von dr�ben her, wo er gerade Mandarbs Geschirr abschnallte. �Du hast geschlafen!�</p><p>Mat machte ein finsteres Gesicht. �Ich habe dar�ber nachgedacht, was... was da hinten geschehen ist. �ber diese Worte, die ich... � Alle wandten sich ihm zu, nicht nur Rand, und er trat unsicher von einem Fu� auf den anderen. �Also, ihr habt ja geh�rt, was Moiraine sagte. Es ist, als habe irgendein toter Mann mit meiner Zunge gesprochen. Es gef�llt mir nicht.� Seine Miene verfinsterte sich noch mehr, als Perrin lachte.</p><p>�Aemons Schlachtruf, sagte sie � richtig? Vielleicht ist in dir Aemon wiedergeboren. So wie du immer �ber Emondsfeld herziehst, wie langweilig es dort ist, denke ich, das w�rde dir gefallen � ein K�nig und wiedergeborener Held zu sein.�</p><p>�Sagt so etwas nicht!� Thom holte tief Luft. Jetzt sah jeder ihn an. �Das ist gef�hrliches, dummes Gerede! Die Toten k�nnen wiedergeboren werden oder einen lebenden K�rper �bernehmen, und das ist nichts, wor�ber man so leichthin sprechen darf.� Er holte noch mal tief Luft, um sich zu beruhigen, bevor er fortfuhr: �Das alte Blut, hat sie gesagt. Das Blut und kein toter Mann. Ich habe geh�rt, da� so was manchmal geschehen kann. Geh�rt, wie gesagt, aber ich dachte niemals im Ernst daran... Es waren deine Wurzeln, Junge. Das geht zur�ck �ber deinen Vater zu deinem Gro�vater und geradewegs zu Manetheren und vielleicht noch weiter. Na ja, jetzt wei�t du, da� deine Familie alt ist. Damit solltest du es bewenden lassen und einfach froh sein. Die meisten Leute wissen nicht viel mehr, als da� sie einen Vater hatten.�</p><p><emphasis>Manche von uns k�nnen nicht einmal da sicher sein,</emphasis> dachte Rand bitter. <emphasis>Vielleicht hatte die Seherin recht. Licht, ich hoffe, sie hatte recht.</emphasis></p><p>Mat nickte zu den Worten des Gauklers. �Ja, das denke ich auch. Nur... glaubt Ihr, da� es etwas mit dem zu tun hat, was mit uns geschehen ist? Die Trollocs und alles? Ich meine... ach, ich wei� gar nicht, was ich meine.�</p><p>�Ich glaube, du solltest es vergessen und dich darauf konzentrieren, heil aus allem rauszukommen.� Thom zog seine langstielige Pfeife aus einer Innentasche seines Umhangs. �Und ich glaube, ich werde ein wenig rauchen.� Er winkte mit der Pfeife in ihre Richtung und verschwand im vorderen Saal.</p><p>�Wir stecken alle gemeinsam in dieser Sache, und nicht einzeln�, sagte Rand zu Mat.</p><p>Mat sch�ttelte sich und lachte kurz und hart auf.</p><p>�Richtig. Also, wenn wir schon von gemeinsamen Dingen reden: Jetzt sind wir ja mit den Pferden fertig, warum sollten wir dann nicht herumlaufen und ein bi�chen mehr von dieser Stadt sehen? Eine richtige Stadt und keine Menschenmengen, wo man st�ndig angerempelt und getreten wird. Keiner, der uns von oben herab anschaut. Das Tageslicht wird sich noch eine, vielleicht auch zwei Stunden lang halten.�</p><p>�Vergi�t du nicht die Trollocs?� fragte Perrin.</p><p>Mat sch�ttelte ver�chtlich den Kopf. �Lan sagte, sie k�men nicht hierher; erinnerst du dich nicht mehr? Du mu�t auf das h�ren, was die Leute sagen.�</p><p>�Ich erinnere mich�, sagte Perrin. �Und ich pflege zuzuh�ren. Diese Stadt � Aridhol? � war ein Verb�ndeter von Manetheren. Siehst du? Ich h�re zu.�</p><p>�Aridhol mu� wohl w�hrend der Trolloc-Kriege die gr��te Stadt gewesen sein�, sagte Rand, �wenn die Trollocs sie immer noch f�rchten. Sie hatten keine Angst, die Zwei Fl�sse zu betreten, und Moiraine sagte, da� Manetheren � wie hat sie das ausgedr�ckt? � ein Dorn im Fu�e des Dunklen K�nigs war.�</p><p>Perrin hob die H�nde. �Erw�hne bitte den Sch�fer der Nacht nicht. Bitte!�</p><p>�Was meint ihr?� lachte Mat. �Gehen wir!�</p><p>�Wir sollten Moiraine erst fragen�, sagte Perrin, und Mat hob nun die H�nde in einem Anfall von Verzweiflung. �Moiraine fragen? Denkst du, sie wird uns aus ihrer Sichtweite lassen? Und wie steht's mit Nynaeve? Blut und Asche, Perrin, warum willst du nicht auch noch Frau Luhhan fragen, wenn du schon dabei bist?�</p><p>Perrin nickte z�gernd, und Mat wandte sich grinsend an Rand. �Wie steht's mit dir? Eine richtige Stadt? Mit Pal�sten!� Er lachte hinterh�ltig. �Und keine Wei�m�ntel, die uns anstarren.�</p><p>Rand warf ihm einen sp�ttischen Blick zu, z�gerte aber nur kurz. Diese Pal�ste h�tten aus einer Gauklergeschichte stammen k�nnen. �Geht klar!�</p><p>Sie bewegten sich ganz leise, damit man sie in dem vorderen Saal nicht h�ren konnte, und verlie�en das Geb�ude �ber die Gasse. Sie folgten ihr von der Vorderfront des Geb�udes bis zu einer Stra�e auf der anderen Seite. Sie gingen schnell, und als sie sich einen H�userblock weit von dem wei�en Steingeb�ude entfernt hatten, begann Mat pl�tzlich zu h�pfen und zu tanzen.</p><p>�Frei.� Er lachte. �Frei!� Er ging langsamer, bis er schlie�lich einen Kreis beschrieb und dabei alles um sich herum betrachtete und immer weiter lachte. Die Nachmittagsschatten erstreckten sich lang und gezackt, und die sinkende Sonne f�rbte die in Ruinen liegende Stadt golden. �Habt ihr euch je einen solchen Ort ertr�umt? Habt ihr das?�</p><p>Perrin lachte auch, aber Rand zuckte nur unangenehm ber�hrt die Achseln. Das glich in nichts der Stadt aus seinem ersten Traum, doch trotzdem... �Wenn wir noch etwas sehen wollen�, sagte er, �dann sollten wir losmarschieren. Es wird nicht mehr lange Tag sein.�</p><p>Mat wollte einfach alles sehen, so schien es jedenfalls, und er ri� mit seiner Begeisterung die anderen mit. Sie kletterten �ber verstaubte Brunnen, deren Wasserbecken gro� genug waren, um alle Emondsfelder auf einmal unterzubringen, liefen in Geb�ude hinein und wieder heraus, die sie ohne irgendein System per Zufall ausw�hlten, aber es waren immer die gr��ten, die sie finden konnten. Einiges verstanden sie, anderes nicht. Ein Palast war immer noch ein Palast, aber was konnte man mit einem Geb�ude anfangen, das nur aus einer runden, wei�en Kuppel bestand, au�en so gro� wie ein ganzer H�gel und mit einem riesenhaften Saal im Inneren? Und was sollte dieser von Mauern begrenzte Platz ohne Dach, gro� genug, um ganz Emondsfeld darin unterzubringen, mit Reihe auf Reihe auf Reihe von Steinb�nken au�enherum?</p><p>Mat wurde ungeduldig, als sie nichts au�er Staub, Schutt und farblosen Wandbeh�ngen fanden, die bei der leisesten Ber�hrung zerfielen. Einmal waren Holzst�hle an einer Mauer aufgestapelt, doch als Perrin versuchte, einen davon aufzuheben, zerfielen sie alle.</p><p>Die Pal�ste mit ihren riesigen leeren S�len � in einigen davon h�tte man gut die Weinquellenschenke unterbringen k�nnen, und es w�re auf allen Seiten und nach oben hin noch genug Platz geblieben � lie�en Rand oft an die Menschen denken, die sie einst bewohnt hatten. Er glaubte, da� alle Einwohner der Zwei Fl�sse unter dieser runden Kuppel Platz gefunden h�tten, und was den Ort mit den Steinb�nken betraf... Er konnte sich beinahe plastisch vorstellen, die Menschen in den Schatten zu erkennen, wie sie mi�billigend den drei Eindringlingen zusahen, die ihre Ruhe st�rten.</p><p>Schlie�lich wurde selbst Mat m�de, auch wenn die Geb�ude noch so beeindruckend waren, und er erinnerte sich daran, da� er in der Nacht zuvor nur eine Stunde lang geschlafen hatte. Alle begannen, sich daran zu erinnern. G�hnend sa�en sie auf den Stufen vor einem hohen Geb�ude, an dessen Vorderseite viele Reihen hoher Steins�ulen aufgestellt waren, und stritten sich dar�ber, was sie als n�chstes machen sollten.</p><p>�Zur�ckgehen�, sagte Rand, �und etwas schlafen.� Er hielt sich den Handr�cken vor den Mund. Als er wieder zu sprechen in der Lage war, sagte er: �Schlafen. Das ist alles, was ich will.�</p><p>�Du kannst doch immer schlafen�, sagte Mat zielbewu�t. �Schau mal, wo wir uns hier befinden. Eine Ruinenstadt. Sch�tze.�</p><p>�Sch�tze?� Perrins Kiefer knackten. �Hier gibt es keinen Schatz. Es gibt nichts als Staub.�</p><p>Rand hob die Hand an die Stirn, damit er nicht von der Sonne geblendet wurde, die wie ein roter Ball �ber den D�chern hing. �Es wird sp�t, Mat. Bald ist es dunkel.�</p><p>�Es k�nnte Sch�tze geben�, beharrte Mat tapfer. �Auf jeden Fall m�chte ich auf einen der T�rme steigen. Schaut mal den dort dr�ben an. Er ist unversehrt geblieben. Ich wette, von dort droben kann man meilenweit sehen. Was meint ihr?�</p><p>�Die T�rme sind nicht sicher�, sagte eine M�nnerstimme hinter ihnen.</p><p>Rand sprang auf die F��e und wirbelte herum, wobei er sein Schwert am Griff packte. Die anderen waren genauso schnell. Ein Mann stand im Schatten unter den S�ulen oben an der Treppe. Er trat einen halben Schritt vor, hob die Hand, um seine Augen zu sch�tzen, und trat wieder zur�ck. �Vergebt mir�, sagte er weich. �Ich bin eine ganze Zeit drinnen im Dunkeln gewesen. Meine Augen sind noch nicht an das Licht gew�hnt.�</p><p>�Wer seid Ihr?� Rand hielt den Akzent des Mannes f�r eigenartig, sogar nach dem, was sie in Baerlon geh�rt hatten; er betonte einige Worte so seltsam, da� Rand sie kaum verstehen konnte. �Was macht Ihr hier? Wir dachten, die Stadt sei leer.�</p><p>�Ich hei�e Mordeth.� Er legte eine Pause ein, als erwarte er, da� sie den Namen erkannten. Als keiner von ihnen ein Anzeichen daf�r zeigte, murmelte er etwas vor sich hin und fuhr fort: �Ich k�nnte Euch dasselbe fragen.</p><p>Es ist schon lange niemand mehr in Aridhol gewesen. Lange, lange Zeit. Ich h�tte nicht gedacht, da� ich auf der Stra�e drei junge M�nner finde.�</p><p>�Wir sind auf dem Weg nach Caemlyn�, sagte Rand. �Wir sind hier geblieben, um uns ein Nachtquartier zu suchen.�</p><p>�Caemlyn�, sagte Mordeth langsam und rollte den Namen um seine Zunge herum. Dann sch�ttelte er den Kopf. �Ein Nachtquartier, sagt Ihr? Vielleicht schlie�t Ihr Euch mir an?�</p><p>�Ihr habt noch immer nicht gesagt, was Ihr hier macht�, sagte Perrin.</p><p>�Also, ich bin nat�rlich Schatzsucher.�</p><p>�Habt Ihr einen gefunden?� wollte Mat aufgeregt wissen.</p><p>Rand glaubte, Mordeth l�cheln zu sehen, aber er konnte im Schatten nicht sicher sein. �Habe ich�, sagte der Mann. �Mehr als ich erwartete. Viel mehr. Mehr als ich wegtragen kann. Ich habe nicht erwartet, drei kr�ftige, gesunde junge M�nner zu finden. Wenn Ihr mir helft, das, was ich wegtragen <emphasis>kann,</emphasis> zu meinen Pferden zu schleppen, k�nnt Ihr alle einen Teil des Rests bekommen. Soviel Ihr tragen k�nnt. Was ich auch zur�cklasse, wird schnell weg sein, von einem anderen Schatzsucher weggeschleppt, bevor ich zur�ckkommen und es holen kann.�</p><p>�Ich habe euch gesagt, da� es an einem solchen Ort Sch�tze geben mu߫, rief Mat. Er scho� die Treppe hoch. �Wir werden Euch helfen, ihn zu tragen. Bringt uns nur dorthin.� Er und Mordeth gingen tiefer in die Schatten unter den S�ulen hinein. Rand sah Perrin an. �Wir k�nnen ihn nicht allein lassen.� Perrin sah hin�ber zu der sinkenden Sonne und nickte.</p><p>Sie gingen mi�trauisch die Treppe hoch. Perrin lockerte die Axt in seiner G�rtelschlaufe. Rand spannte die Hand um den Griff seines Schwertes. Mat und Mordeth warteten zwischen den S�ulen. Mordeth hatte die Arme vor der Brust verschr�nkt, w�hrend Mat ungeduldig nach innen sp�hte.</p><p>�Kommt�, sagte Mordeth. �Ich zeige Euch den Schatz.� Er schl�pfte hinein, und Mat folgte ihm. Den anderen blieb nichts anderes �brig, als ebenfalls nachzukommen.</p><p>In dem Saal drinnen herrschte D�sternis, aber Mordeth wandte sich sofort zur Seite und betrat eine enge Treppe, die sich in vielen Windungen durch immer tiefere Dunkelheit nach unten zog. Schlie�lich ertasteten sie sich den Weg durch pechschwarze Nacht. Rand tastete mit einer Hand an der Wand entlang und war sich nie sicher, ob eine weitere Stufe kommen w�rde, bis sein Fu� sie schlie�lich fand. Selbst Mat f�hlte sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Man h�rte es seiner Stimme an, als er sagte: �Es ist schrecklich dunkel hier unten.�</p><p>�Ja, ja�, antwortete Mordeth. Der Mann schien in der Dunkelheit �berhaupt keine Probleme zu haben. �Unten gibt es Lichter. Kommt.�</p><p>Tats�chlich m�ndete die Wendeltreppe pl�tzlich in einen Korridor, der durch verstreute, qualmende Fackeln in Eisenhaltern an den W�nden tr�be beleuchtet wurde. Im Licht der flackernden Fackeln hatte Rand erstmals Gelegenheit, Mordeth, der ohne Unterbrechung weiterhastete, genauer zu betrachten. Er winkte ihnen zu, ihm zu folgen.</p><p>Er hatte etwas Eigenartiges an sich, dachte Rand, aber er konnte nicht genau sagen, was es war. Mordeth war ein gepflegter, etwas molliger Mann. Seine Augenlider waren halb geschlossen, und so schien es, als verstecke er sich hinter irgend etwas und blicke dahinter hervor. Er war klein und hatte eine vollst�ndige Glatze, doch er ging einher, als sei er gr��er als sie alle. Seine Kleidung sah ganz sicher anders aus als jede, die Rand zuvor gesehen hatte. Enge schwarze Kniebundhosen und weiche rote Stiefel, deren Stulpen an den Kn�cheln heruntergeschlagen waren. Eine lange, rote, mit Gold reich bestickte Weste und ein schneewei�es Hemd mit weiten �rmeln. Die Enden seiner Manschetten hingen beinahe in Knieh�he. Ganz bestimmt keine Kleidung, in der man eine Ruinenstadt nach Sch�tzen durchsucht. Aber das war es noch nicht einmal, was ihn so fremdartig wirken lie�. Dann m�ndete der Korridor in einen gekachelten Raum, und er verga� alles Eigenartige, was er an Mordeth entdeckt hatte. Sein Keuchen glich dem seiner Freunde. Auch hier stammte das Licht von einigen Fackeln, die die Decke des Zimmers mit Ru� schw�rzten und von jedem mehr als einen Schatten erzeugten, aber dieses Licht wurde tausendmal reflektiert von den Edelsteinen und dem Gold, die am Boden aufgeh�uft lagen: H�gel von M�nzen und Schmuck, Pokale und Teller und Platten, vergoldete, mit Edelsteinen verzierte Schwerter und Dolche, alles unachtsam h�fthoch aufgeh�uft. Mit einem Aufschrei rannte Mat vor und fiel vor einem der Stapel auf die Knie nieder. �S�cke�, sagte er atemlos und steckte die H�nde in all das Gold. �Wir werden S�cke brauchen, um all das zu tragen.�</p><p>�Wir k�nnen nicht alles tragen�, sagte Rand. Er blickte sich hilflos um; alle Schmuckh�ndler, die w�hrend eines Jahres nach Emondsfeld kamen, h�tten nicht ein Tausendstel auch nur eines dieser Stapel zusammenbringen k�nnen. �Nicht jetzt. Es ist fast dunkel.�</p><p>Perrin zog eine Axt heraus und warf nichtachtend die Goldketten zur�ck, die sich darum verwickelt hatten.</p><p>Juwelen glitzerten an ihrem gl�nzendschwarzen Griff, und die Doppelschneide war mit feinen Goldgravuren verziert. �Also morgen�, sagte er und schwang grinsend die Axt. �Moiraine und Lan werden uns verstehen, wenn wir ihnen das zeigen.�</p><p>�Ihr seid nicht allein?� fragte Mordeth. Er hatte sie an sich vorbeigelassen, als sie in die Schatzkammer st�rzten, doch nun folgte er ihnen. �Wer ist noch bei Euch?�</p><p>Mat, dessen Arme tief in den Reicht�mern vor ihm steckten, antwortete abwesend: �Moiraine und Lan. Und dann noch Nynaeve und Egwene und Thom. Er ist Gaukler. Wir reiten nach Tar Valon.�</p><p>Rand hielt die Luft an. Dann lie� ihn Mordeths Schweigen den Mann anblicken. Wut und Angst verzerrten Mordeths Gesicht. Seine Lippen �ffneten sich und gaben die Z�hne frei. �Tar Valon!� Er sch�ttelte geballte F�uste nach ihnen. �Tar Valon! Ihr habt gesagt, Ihr wolltet nach diesem... diesem... Caemlyn reiten! Ihr habt mich angelogen!�</p><p>�Wenn Ihr immer noch wollt�, sagte Perrin zu Mordeth, �dann kommen wir morgen zur�ck und helfen Euch.� Vorsichtig legte er die Axt auf den Stapel juwelengeschm�ckter Schalen und Ringe und Ketten zur�ck. �Wenn Ihr wollt.�</p><p>�Nein. Das hei�t... � Schwer atmend sch�ttelte Mordeth den Kopf, als k�nne er sich nicht entscheiden. �Nehmt, was Ihr wollt. Au�er... au�er... �</p><p>Pl�tzlich war Rand klar, was ihn die ganze Zeit an dem Mann gest�rt hatte. Die verstreuten Fackeln in dem Korridor hatten jedem von ihnen einen Ring von Schatten verliehen, genau wie die Fackeln in der Schatzkammer. Nur... Er war so entsetzt, da� er es laut aussprach: �Ihr habt keinen Schatten!�</p><p>Ein Pokal fiel mit lautem Krach aus Mats Hand.</p><p>Mordeth nickte, und zum erstenmal �ffneten sich seine fleischigen Augenlider ganz. Sein schmales Gesicht erschien auf einmal eingefallen und hungrig. �Also.� Er richtete sich auf. Er schien nun gr��er als zuvor. �Die Entscheidung ist gefallen.� Pl�tzlich war aller Schein verschwunden. Mordeth schwoll wie ein Ballon an, verzerrte sich, der Kopf stie� an die Decke, die Schultern wurden von den W�nden aufgehalten, und so f�llte er das eine Ende des Raums und schnitt ihnen den Fluchtweg ab. Mit eingefallenen Wangen und in einem starren Fauchen gebleckten Z�hnen streckte er H�nde nach ihnen aus, die gro� genug waren, um den Kopf eines Mannes in ihnen zu halten.</p><p>Mit einem Schrei sprang Rand zur�ck. Seine F��e verfingen sich in einer Goldkette, und er st�rzte zu Boden. Die Luft blieb ihm weg. Er versuchte, wieder zu Atem zu kommen, und gleichzeitig griff er nach seinem Schwert, wobei er seinen Umhang wegrei�en mu�te, der sich um die Scheide gewickelt hatte. Die Schreie seiner Freunde erf�llten den Raum, und dazu ert�nte das Klappern von Goldtellern und Pokalen, die �ber den Fu�boden rollten. Pl�tzlich gellte ein Schmerzensschrei in Rands Ohren.</p><p>Fast schon schluchzend brachte er es endlich fertig, tief Luft zu holen, gerade in dem Augenblick, als er auch das Schwert aus der Scheide gezogen hatte. Vorsichtig stand er auf und fragte sich, von welchem seiner Freunde der Schrei herger�hrt hatte. Perrin sah ihn mit weit aufgerissenen Augen von der anderen Seite des Raums her an, wo er mit der Axt in seiner Hand kauerte, als wolle er einen Baum f�llen. Mat blickte hinter der Seite eines Schatzhaufens hervor, und seine Hand umklammerte einen Dolch, den er aus dem Schatz herausgezogen hatte.</p><p>Etwas bewegte sich dort, wo der Schatten, den die Fackeln �briggelassen hatten, am tiefsten war. Sie fuhren alle herum. Es war Mordeth, der seine Knie an die Brust gezogen hatte und sich so weit wie m�glich in die entfernteste Ecke dr�ckte.</p><p>�Er hat uns betrogen�, keuchte Mat. �Es war alles eine Falle.�</p><p>Mordeth warf den Kopf zur�ck und schrie jammernd auf. Die W�nde zitterten, und Staub rieselte herunter. �Ihr seid alle tot!� rief er. �Alle tot!� Und er sprang auf und hechtete durch den Raum.</p><p>Rands Unterkiefer klappte herab, und beinahe h�tte er das Schwert fallen lassen. Als Mordeth durch die Luft scho�, streckte und verd�nnte sich sein K�rper wie eine Rauchfahne. So d�nn wie ein Finger traf er auf einen Spalt zwischen den Kacheln an der Wand und verschwand darin. Ein letzter Schrei wehte noch durch den Raum, als er verschwand, und wurde langsam immer leiser, nachdem er weg war.</p><p>�Ihr seid alle tot!�</p><p>�Wir m�ssen hier raus�, sagte Perrin schwach. Er festigte seinen Griff um den Axtstiel und bem�hte sich, gleichzeitig in alle Richtungen zu sehen. Goldzierat und Edelsteine knirschten unbeachtet unter seinen F��en.</p><p>�Aber der Schatz�, protestierte Mat. �Wir k�nnen ihn nicht einfach so liegen lassen.�</p><p>�Ich will nichts davon�, sagte Perrin, der sich immer noch von einer Seite zur anderen drehte. Er erhob die Stimme und schrie die W�nde an:</p><p>�Es ist Euer Schatz, h�rt Ihr mich? Wir nehmen nichts davon mit!�</p><p>Rand sah Mat zornig an. �Willst du, da� er uns nachkommt? Oder willst du hier warten und dir die Taschen vollstopfen, bis er mit zehn anderen von seiner Sorte zur�ckkommt?�</p><p>Mat deutete auf all das Gold und die Edelsteine. Bevor er jedoch etwas sagen konnte, packte Rand einen seiner Arme und Perrin den anderen. Sie zerrten ihn aus dem Raum. Mat wehrte sich und rief etwas �ber den Schatz.</p><p>Bevor sie auch nur zehn Schritte den Gang hinunter getan hatten, erlosch das sowieso tr�be Licht hinter ihnen allm�hlich. Die Fackeln in der Schatzkammer gingen aus. Mat h�rte auf zu schreien. Sie beschleunigten ihre Schritte. Die erste Fackel au�erhalb der Schatzkammer ging aus, dann die n�chste. Als sie die Wendeltreppe erreicht hatten, mu�ten sie Mat nicht mehr zerren. Sie rannten alle, und hinter ihnen schlo� sich die Dunkelheit. Sogar die pechschwarze Dunkelheit an der Treppe lie� sie keinen Moment z�gern. Dann rannten sie hoch und schrien mit aller Kraft. Sie schrien, um alles wegzuscheuchen, was dort auf sie warten mochte, und um sich selbst daran zu erinnern, da� sie noch immer lebten.</p><p>Sie rannten in den Saal oben, rutschten und st�rzten auf dem staubigen Marmorboden, krabbelten zwischen den S�ulen hindurch nach drau�en und landeten in einem aufgesch�rften Gewirr auf der Stra�e. Rand befreite sich und hob Tams Schwert vom Pflaster auf, wobei er sich mi�trauisch umblickte. Weniger als die halbe Sonnenscheibe zeigte sich noch �ber den D�chern. Schatten griffen wie dunkle H�nde nach ihnen, erschienen im noch vorhandenen Licht noch dunkler. Sie f�llten die Stra�e. Ein Schauer lief ihm �ber den R�cken. Die Schatten sahen wie Mordeth aus, als griffe er nach ihnen. �Wenigstens sind wir drau�en.� Mat stand auf und klopfte sich in einer zittrigen Imitation seiner �blichen Geste den Staub aus der Kleidung. �Und zumindest ich... �</p><p>�Tats�chlich?� fragte Perrin.</p><p>Rand wu�te, da� es diesmal nicht seine Einbildung war. Sein Nacken prickelte. Irgend etwas beobachtete sie aus dem Schatten der S�ulen heraus. Er fuhr herum und betrachtete die Geb�ude auf der anderen Stra�enseite. Auch von dort her konnte er Blicke auf sich ruhen f�hlen. Sein Griff um den Schwertknauf festigte sich, obwohl er sich fragte, was das wohl bringen w�rde. Von �berall her schienen sie beobachtet zu werden. Die anderen sahen sich mi�trauisch um; er wu�te, da� auch sie dasselbe f�hlten.</p><p>�Wir bleiben in der Stra�enmitte�, sagte er heiser. Sie suchten seinen Blick und sahen dabei genauso ver�ngstigt aus, wie er sich f�hlte. Er schluckte schwer. �Wir bleiben in der Stra�enmitte, halten uns soweit wie m�glich von den Schatten fern und gehen schnell.�</p><p>�Gehen sehr schnell�, stimmte ihm Mat leidenschaftlich zu.</p><p>Die Beobachter folgten ihnen. Oder aber es gab gro�e Mengen an Beobachtern, denn aus beinahe jedem Geb�ude wurden sie von vielen Augen angestarrt. Rand konnte beim besten Willen keine Bewegung entdecken, aber er f�hlte die Augen, gierige, hungrige Augen. Er wu�te nicht, was schlimmer war: Tausende von Augen oder nur wenige, die ihnen folgten.</p><p>An offenen Stellen, wo der Sonnenschein sie noch erreichte, gingen sie etwas langsamer, allerdings nur ein wenig, und blinzelten nerv�s in die Dunkelheit, die fortw�hrend vor ihnen lag. Keiner von ihnen hatte es eilig, in die Schatten zu treten; keiner war sich ganz sicher, ob nicht doch etwas dort auf sie lauerte. Wann immer Schatten die ganze Stra�e bedeckten und ihren Weg versperrten, war die Vorfreude der Beobachter beinahe greifbar zu sp�ren. Sie rannten schreiend �ber diese dunklen Stellen. Rand bildete sich ein, trockenes, raschelndes Lachen zu h�ren.</p><p>Endlich � die D�mmerung neigte sich schon ihrem Ende zu � kam das wei�e Steingeb�ude in Sicht, das sie scheinbar vor Tagen verlassen hatten. Pl�tzlich waren die Augen der Beobachter weg. Von einem Schritt auf den anderen verschwanden sie in einem Wimpernschlag.</p><p>Wortlos begann Rand zu laufen, von seinen Freunden gefolgt, und dann rannten sie aus Leibeskr�ften, bis sie durch die T�r hetzten und schnaufend zusammensanken.</p><p>Mitten auf dem gepl�ttelten Fu�boden brannte ein kleines Feuer. Der Rauch verschwand durch ein Loch in der Decke, und zwar auf solche Weise, da� es Rand unangenehm an Mordeth erinnerte. Alle au�er Lan waren da und um das Feuer herum versammelt. Ihre Reaktionen unterschieden sich allerdings erheblich. Egwene, die sich die H�nde am Feuer w�rmte, erschrak, als die drei in den Raum platzten. Sie umklammerte erschrocken ihren Hals, aber als sie sah, wer es war, verdarb ein Seufzer der Erleichterung ihren Versuch eines t�dlich wirkenden Blickes. Thom murmelte nur etwas mit der Pfeife im Mund, doch Rand konnte das Wort �Narren� heraush�ren, bevor der Gaukler wieder dazu zur�ckkehrte, mit einem Stock in den Flammen herumzustochern.</p><p>�Ihr wollk�pfigen Nichtsnutze!� schimpfte die Seherin. Sie schien von Kopf bis Fu� Funken zu spr�hen, ihre Augen glitzerten, und auf ihren Wangen gl�hten dicke rote Flecken. �Warum, zum Licht noch mal, seid ihr so davongerannt? Stimmt's bei euch noch da oben? Habt ihr �berhaupt kein Hirn mehr? Lan sucht jetzt nach euch, und ihr habt mehr Gl�ck, als ihr verdient, wenn er euch bei seiner R�ckkehr nicht die Vernunft in eure dicken Sch�del pr�gelt!�</p><p>Das Gesicht der Aes Sedai verriet �berhaupt keine Erregung, aber bei ihrem Anblick hatten sich die in ihr Kleid verkrampften H�nde gel�st. Was Nynaeve ihr auch gegeben haben mochte, hatte geholfen, denn sie war wieder auf den Beinen. �Das h�ttet ihr nicht tun sollen�, sagte sie mit einer Stimme, die so klar und ruhig klang wie Oberfl�che eines Sees im Wasserwald. �Wir werden sp�ter dar�ber sprechen. Dort drau�en mu� etwas geschehen sein, denn sonst w�rdet ihr nicht so �ber die eigenen F��e stolpern. Was war los?�</p><p>�Ihr habt gesagt, wir seien in Sicherheit�, beklagte sich Mat, wobei er sich wieder hochrappelte. �Ihr sagtet, Aridhol war ein Verb�ndeter von Manetheren und die Trollocs w�rden nicht in die Stadt kommen und... �</p><p>Moiraine trat so unvermittelt einen Schritt vor, da� Mat seinen Redeflu� mit offenem Mund abbrach und Rand und Perrin mitten in der Bewegung des Aufstehens innehielten, der eine noch geb�ckt und der andere auf den Knien. �Trollocs? Habt ihr Trollocs innerhalb der Mauern gesehen?�</p><p>Rand schluckte. �Keine Trollocs�, sagte er, und dann begannen alle drei auf einmal, aufgeregt durcheinanderzusprechen.</p><p>Jeder begann an einem anderen Punkt. Mat erz�hlte zuerst davon, wie sie den Schatz gefunden hatten, und es klang fast so, als sei es allein sein Verdienst gewesen. Perrin erkl�rte zuerst, warum sie sich anfangs davongestohlen hatten, ohne jemandem Bescheid zu sagen. Rand kam gleich zu dem Punkt, der ihm wichtig erschien. Er berichtete von ihrem Treffen mit dem Fremden unter den S�ulen. Aber sie waren alle derart erregt, da� keiner die richtige Reihenfolge einhielt. Wann immer einem von ihnen etwas einfiel, sprudelte er es heraus, ohne darauf zu achten, was davor oder danach kam oder wer was sagte. Die Beobachter. Sie stammelten alle etwas von Beobachtern.</p><p>Die ganze Erz�hlung wirkte ziemlich zusammenhanglos, aber ihre Furcht wurde trotzdem deutlich. Egwene begann, unsicher zu den leeren Fenstern an der Stra�enseite hin�berzublicken. Dort drau�en verbla�ten die letzten Reste der D�mmerung; das Feuer erschien ihnen nun sehr klein und d�ster. Thom nahm die Pfeife aus dem Mund und lauschte mit d�sterer Miene und geneigtem Kopf. Moiraines Augen sahen besorgt drein, aber nicht zu sehr. Bis...</p><p>Pl�tzlich zischte die Aes Sedai und packte Rands Ellenbogen ganz fest. �Mordeth! Bist du sicher, da� er so hie�? Ihr m��t euch alle jetzt ganz sicher sein. Mordeth?�</p><p>Sie murmelten im Chor ihr �Ja�, durch die Erregung der Aes Sedai erschreckt.</p><p>�Hat er euch ber�hrt?� fragte sie. �Hat er euch irgend etwas gegeben, oder habt ihr etwas f�r ihn getan? Ich mu� das wissen!�</p><p>�Nein�, sagte Rand. �Niemand. Nichts von alledem.�</p><p>Perrin nickte zustimmend und f�gte hinzu: �Alles, was er versuchte, war, uns umzubringen. Ist das nicht genug? Er schwoll an, bis er den halben Raum ausf�llte, schrie, wir seien alle tote M�nner, und verschwand dann.� Er zeigte es mit einer Handbewegung an. �Wie Rauch.� Egwene kreischte auf. Mat drehte sich gereizt ab. �Sicher, habt Ihr gesagt! All das Gerede, die Trollocs k�men nicht hierher. Was sollten wir denn sonst denken?�</p><p>�Offensichtlich habt ihr �berhaupt nicht gedacht�, sagte sie wieder ganz k�hl und beherrscht. �Jeder mit ein bi�chen Verstand w�rde sich an einem Ort vorsehen, den selbst Trollocs aus Angst nicht zu betreten wagen.�</p><p>�Mats Verdienst�, sagte Nynaeve mit Sicherheit in der Stimme. �Er �berredet sie immer zu irgendwelchem Bl�dsinn, und die anderen schalten das bi�chen Verstand, das sie haben, ab, wenn sie bei ihm sind.�</p><p>Moiraine nickte kurz, doch ihre Augen ruhten weiter auf Rand und seinen beiden Freunden. �Gegen Ende der Trolloc-Kriege lagerte eine Armee in diesen Ruinen -Trollocs, Schattenfreunde, Myrddraal, Schattenlords, viele Tausende. Als sie nicht mehr herauskamen, schickte man Kundschafter hinter die Mauern. Die Kundschafter fanden Waffen, Teile von R�stungen und �berall Blutspritzer. Und Botschaften in der Trolloc-Sprache, die in die W�nde gekratzt waren, Gebete an den Dunklen K�nig, er m�ge ihnen in ihrer letzten Stunde helfen. M�nner, die sp�ter dorthin kamen, fanden keine Spur mehr von Blut oder von den Botschaften. Alles war entfernt worden. Halbmenschen und Trollocs denken noch immer daran. Das h�lt sie von diesem Ort fern.�</p><p>�Und den habt Ihr erw�hlt, um uns zu verstecken?� fragte Rand ungl�ubig. �Wir w�ren sicherer dort drau�en bei dem Versuch, ihnen davonzulaufen.�</p><p>�Wenn ihr nicht davongerannt w�rt�, sagte Moiraine geduldig, �h�ttet ihr erfahren, da� ich um dieses Geb�ude herum Amulette plaziert habe. Ein Myrddraal w�rde noch nicht einmal wissen, da� sich diese Amulette hier befinden, denn sie sollen eine andere Form des B�sen aufhalten, aber was sich hier in Shadar Logoth befindet, wird sie nicht �berschreiten oder ihnen auch nur nahe kommen. Am Morgen wird es sicher genug sein, da� wir gehen k�nnen � diese Dinge k�nnen das Sonnenlicht nicht ertragen. Sie werden sich tief in der Erde verstecken.�</p><p>�Shadar Logoth?� sagte Egwene unsicher. �Ich glaubte, Ihr h�ttet gesagt, diese Stadt hie�e Aridhol.�</p><p>�Einst wurde sie Aridhol genannt�, antwortete Moiraine, �und war eine der Zehn Nationen, der L�nder des Zweiten Paktes, der L�nder, die sich von den ersten Tagen nach der Zerst�rung der Welt an gegen den Dunklen K�nig stellten. In den Tagen, da Thorin al Toren al Ban K�nig von Manetheren war, war Balwen Mayel, Balwen Eisenhand, K�nig von Aridhol. Im Aufd�mmern der Verzweiflung w�hrend der Trolloc-Kriege schien es, da� der Vater der L�gen sicher gewinnen w�rde, und in jener Zeit kam ein Mann namens Mordeth an Balwens Hof.�</p><p>�Derselbe Mann?� rief Rand, und Mat sagte: �Das kann nicht sein!� Ein Blick Moiraines brachte sie zum Schweigen. Stille erf�llte den Raum, und die Stimme der Aes Sedai erklang wieder. �Mordeth war noch nicht lange in der Stadt, da lieh ihm der K�nig sein Ohr, und bald war er der zweite Mann im Staat nach Balwen. Mordeths Stimme war wie Gift f�r Balwen, und Aridhol ver�nderte sich allm�hlich. Aridhol zog sich in sich selbst zur�ck und verh�rtete. Man sagte, viele s�hen noch lieber Trollocs kommen als die M�nner aus Aridhol. Der Sieg des Lichts ist alles, was z�hlt. Das war der Schlachtruf, den Mordeth ihnen mitgab, und die M�nner von Aridhol schrien ihn hinaus, w�hrend ihre Taten dem Licht Hohn sprachen.</p><p>Die Geschichte ist zu lang, um sie ganz zu erz�hlen, und auch zu grausig. Nur Bruchst�cke davon sind bekannt, sogar in Tar Valon. Wie Thorins Sohn Caar kam, um Aridhol wieder f�r den Zweiten Pakt zur�ckzugewinnen, und wie Balwen auf seinem Thron sa�, eine ausgelaugte H�lle mit dem Licht des Wahnsinns, das aus den Augen leuchtete, wie er lachte und Mordeth an seiner Seite l�chelte und den Tod Caars und der Abgesandten als Freunde der Dunkelheit befahl. Wie Prinz Caar den Namen Caar Einhand erhielt. Wie er aus den Verlie�en von Aridhol entkam und allein in die Grenzlande fl�chtete mit Mordeths unnat�rlichen M�rdern auf den Fersen. Wie er dort Rhea traf, die nicht wu�te, wer er war, und sie heiratete und damit den Faden in das Muster verwebte, der zu seinem Tod durch ihre Hand und zu ihrem eigenen durch ihre Tat vor seiner Gruft f�hrte, und zum Fall von Aleth-Loriel. Wie die Armee von Manetheren anr�ckte, um Caar zu r�chen, und die Tore von Aridhol niedergerissen fand, kein Leben mehr in seinen Mauern, aber daf�r etwas, das schlimmer war als der Tod. Kein Feind war nach Aridhol gekommen, Aridhol hatte sich selbst zerst�rt. Aus Mi�trauen und Ha� war etwas geboren worden, das die verzehrte, die es erschaffen hatten, und das im Muttergestein unter der Stadt lebte. Mashadar wartet immer noch dort und ist hungrig. Die Menschen sprachen nicht mehr von Aridhol. Sie nannten es Shadar Logoth, den Ort An-Dem-Der-Schatten-Wartet, oder einfacher: Wartende Schatten.</p><p>Nur Mordeth wurde nicht von Mashadar verzehrt, doch er wurde von ihm in die Falle gelockt, und so hat auch er in diesen Mauern jahrhundertelang gewartet. Andere haben ihn gesehen. Einige hat er durch Geschenke beeinflu�t, die den Verstand verdrehen und den Geist verderben. Diese Verderbnis nimmt zu und scheint wieder zu verschwinden, wieder und wieder, bis sie herrscht... oder t�tet. Wenn er jemanden dazu bringt, ihn zu den Mauern zu begleiten, zur Grenze von Mashadars Machtbereich, ist er in der Lage, die Seele dieser Person zu verzehren. Mordeth kann dann die Stadt im K�rper dessen verlassen, den er nicht nur einfach get�tet hat, um wieder Unheil in der Welt anzurichten.�</p><p>�Der Schatz�, stammelte Perrin, als sie schwieg. �Er wollte, da� wir ihm helfen, den Schatz zu seinen Pferden zu tragen.� Sein Gesicht trug einen gequ�lten Ausdruck. �Ich wette, sie sollten irgendwo au�erhalb der Stadt angeblich auf ihn warten.� Rand lief es kalt den R�cken hinunter. �Aber jetzt sind wir sicher, nicht wahr?� fragte Mat. �Er hat uns nichts gegeben und uns auch nicht ber�hrt. Wir sind durch die Amulette, die Ihr hinterlassen habt, in Sicherheit, ja?�</p><p>�Wir sind sicher�, stimmte Moiraine zu. �Er kann die Abwehrlinie nicht �berschreiten, genau wie die anderen Bewohner dieses Orts. Und sie m�ssen sich vor dem Sonnenlicht h�ten, so da� wir hier gefahrlos weg k�nnen, sobald es Tag ist. Versucht jetzt zu schlafen. Die Amulette werden uns besch�tzen, bis Lan zur�ckkehrt.�</p><p>�Er ist aber schon lange weg.� Nynaeve blickte besorgt in die Nacht hinaus. Es war jetzt vollkommen dunkel -pechschwarz.</p><p>�Lan geht es gut�, sagte Moiraine beruhigend und breitete ihre Decken beim Sprechen neben dem Feuer aus. �F�r ihn wurde ein Gel�bde abgelegt, da� er gegen den Dunklen K�nig k�mpfen m�sse, noch bevor er die Wiege verlie�. Ein Schwert wurde in seine Kinderh�nde gelegt. Au�erdem w��te ich es im selben Augenblick, wenn er stirbt, und auch, <emphasis>wie</emphasis> er ums Leben kommt. Genauso w��te er es von mir. Ruhe dich jetzt aus, Nynaeve. Alles wird gut.� Doch als sie sich in die Decken rollte, hielt sie einen Moment lang inne und blickte auf die Stra�e hinaus, als h�tte auch sie gern gewu�t, was den Beh�ter so lange aufhielt.</p><p>Rands Arme und Beine waren bleischwer, und seine Augen wollten sich immer wieder von allein schlie�en, und doch dauerte es eine Weile, bis er einschlief, und als es soweit war, tr�umte er, redete im Schlaf und strampelte seine Decken weg. Er erwachte dann ganz unvermittelt und sah sich einen Augenblick lang um, bevor er sich daran erinnerte, wo er sich befand. Der Mond stand am Himmel. Es war die letzte d�nne Sichel vor dem Neumond. Die Nacht besiegte seinen schwachen Schein. Alle anderen schliefen noch, wenn auch manche recht unruhig. Egwene und seine beiden Freunde w�lzten sich herum und murmelten kaum h�rbar im Schlaf. Thoms Schnarchen, ausnahmsweise einmal leise, wurde von Zeit zu Zeit durch halbgeformte Worte unterbrochen. Es war immer noch keine Spur von Lan zu sehen.</p><p>Pl�tzlich hatte er ein Gef�hl, als seien die Amulette �berhaupt kein Schutz. <emphasis>Alles</emphasis> konnte sich dort drau�en in der Dunkelheit herumtreiben. Er sagte sich, das sei n�rrisch, und legte frisches Holz auf die letzten Kohlen des Feuers. Es war zu klein, um viel W�rme abzugeben, aber es erzeugte mehr Licht.</p><p>Er hatte keine Ahnung, was ihn aus seinem unangenehmen Traum gerissen hatte. Er war wieder ein kleiner Junge gewesen, der Tams Schwert trug und dem man eine Wiege auf den R�cken geschnallt hatte, und er rannte durch leere Stra�en, von Mordeth verfolgt, und der schrie, er wolle nur seine Hand. Und dann war da noch ein alter Mann gewesen, der hatte sie beobachtet und die ganze Zeit wie ein Verr�ckter gelacht.</p><p>Er zog seine Decken zurecht, legte sich wieder hin und blickte die Decke an. Er h�tte so gerne geschlafen, selbst auf die Gefahr hin, noch mehr solche Tr�ume wie den letzten zu erleben, doch er konnte einfach die Augen nicht schlie�en.</p><p>Pl�tzlich trat der Beh�ter leise aus der Dunkelheit in den Saal. Moiraine erwachte und setzte sich auf, als habe er eine Glocke gel�utet. Lan �ffnete die Hand; drei kleine Gegenst�nde fielen vor ihr auf die Fu�bodenplatten. Das Klicken ihres Aufpralls h�rte sich nach Eisen an. Es waren drei blutrote Abzeichen in Form geh�rnter Sch�del.</p><p>�Es sind Trollocs innerhalb der Stadtmauern�, sagte Lan. �Sie werden in wenig mehr als einer Stunde hier sein. Und die Dha'vol sind die schlimmsten unter ihnen.� Er weckte die anderen auf.</p><p>Moiraine fing unger�hrt an, ihre Decken zusammenzufalten. �Wie viele? Wissen sie, da� wir hier sind?� Sie klang, als habe sie es gar nicht eilig.</p><p>�Ich glaube nicht�, antwortete Lan. �Es sind gut hundert, und sie haben solche Angst, da� sie alles t�ten w�rden, was sich bewegt, einschlie�lich anderer Trollocs. Die Halbmenschen m�ssen sie m�hsam vorw�rts treiben -vier, um nur eine Handvoll zu befehligen -, und selbst die Myrddraal scheinen sich nichts sehnlicher zu w�nschen, als die Stadt so schnell wie m�glich zu durchqueren und dann wieder zu verlassen. Sie weichen nicht von ihrem eingeschlagenen Weg ab, um nach uns zu suchen, und sie sind so nachl�ssig! Wenn sie nicht geradewegs auf uns zumarschierten, w�rde ich sagen, wir m��ten uns keinerlei Sorgen machen.� Er z�gerte.</p><p>�Gibt es noch etwas?�</p><p>�Nur soviel�, sagte Lan bed�chtig. �Die Myrddraal zwangen die Trollocs in die Stadt hinein. Was hat die Myrddraal gezwungen?�</p><p>Alle hatten schweigend gelauscht. Jetzt fluchte Thom leise vor sich hin, und Egwene hauchte eine Frage: �Der Dunkle K�nig?�</p><p>�Sei kein Narr, M�dchen�, fauchte Nynaeve. �Der Dunkle K�nig liegt in Shayol Ghul in Ketten, wo ihn der Sch�pfer gefangennahm.�</p><p>�Im Augenblick jedenfalls�, stimmte Moiraine zu. �Nein, der Vater der L�gen ist nicht dort drau�en, aber wir m�ssen in jedem Fall fort.�</p><p>Nynaeve blickte sie scharf an. �Den Schutz der Amulette verlassen und Shadar Logoth bei Nacht durchqueren.�</p><p>�Oder hier bleiben und uns den Trollocs stellen�, sagte Moiraine. �Sie von hier fernzuhalten, das k�nnte nur mit Hilfe der Einen Macht geschehen. Das w�rde die Amulette zerst�ren und genau das anlocken, wogegen sie uns sch�tzen sollen. Au�erdem k�nnten wir dann gleich auf einem der T�rme ein Leuchtfeuer entz�nden, das jeder Halbmensch auf zwanzig Meilen Umkreis sieht. Ich renne nicht gern weg, doch wir sind die Hasen, und die Hunde bestimmen die Jagd.�</p><p>�Was ist, wenn au�erhalb der Mauern noch mehr warten?� fragte Mat. �Was machen wir dann?�</p><p>�Wir werden uns an meinen urspr�nglichen Plan halten�, sagte Moiraine. Lan sah sie an. Sie hob eine Hand und f�gte hinzu: �Ich war nur zu m�de, um mich vorher schon daran zu halten. Aber nun bin ich dank der Seherin ausgeruht. Wir machen uns auf den Weg zum Flu�. Dort wird uns das Wasser den R�cken decken, und ich kann ein kleineres Amulett anfertigen, das die Trollocs und Halbmenschen abh�lt, bis wir Fl��e gebaut und den Flu� �berquert haben. Oder was noch besser w�re: Vielleicht k�nnen wir uns einem H�ndlerboot bemerkbar machen, das von Saldaea herunterkommt, und mitfahren.�</p><p>Die Gesichter der Emondsfelder dr�ckten Unverst�ndnis aus. Lan bemerkte das.</p><p>�Trollocs und Myrddraal verabscheuen tiefes Wasser. Trollocs haben schreckliche Angst davor. Keiner von ihnen allen kann schwimmen. Ein Halbmensch watet h�chstens durch h�fthohes Wasser, vor allem, falls eine Str�mung herrscht. Trollocs machen noch nicht einmal das, wenn sie es vermeiden k�nnen.�</p><p>�Also sind wir in Sicherheit, sobald wir �ber den Flu� kommen�, sagte Rand, und der Beh�ter nickte.</p><p>�Die Myrddraal werden beinahe genauso gro�e Schwierigkeiten damit haben, die Trollocs Fl��e bauen zu lassen, wie damit, sie nach Shadar Logoth hineinzubringen, und wenn sie trotzdem versuchen, sie auf diesem Weg �ber den Arinelle zu bringen, dann l�uft ihnen die H�lfte weg, und der Rest wird vermutlich ertrinken.�</p><p>�Auf die Pferde�, sagte Moiraine. �Wir sind noch nicht �ber den Flu�.�</p></section><section><title><p>20</p><p>Wie Staub im Wind</p></title><p>Als sie das wei�e Steingeb�ude auf ihren nerv�s t�nzelnden Pferden verlie�en, kam der eisige Wind in B�en, seufzte �ber die D�cher, peitschte Umh�nge wie Flaggen und trieb d�nne Wolkenfetzen �ber die feine Sichel des Mondes. Nach einem leisen Befehl, nahe beieinander zu bleiben, f�hrte Lan sie die Stra�e hinunter an. Die Pferde bewegten sich unruhig und zogen an ihren Z�geln. Sie wollten schnell weg von diesem Ort.</p><p>Rand lugte mi�trauisch hinauf zu den Geb�uden, an denen sie vorbeikamen. Sie ragten hoch in die Nacht hinein, und ihre leeren Fenster wirkten wie die Augenh�hlen eines Sch�dels. Schatten schienen sich zu bewegen. Gelegentlich h�rte man etwas klappern � Schutt, den der Wind zum Abrutschen gebracht hatte. <emphasis>Wenigstens sind die Augen weg.</emphasis> Es war nur eine kurze Erleichterung, die er da sp�rte. <emphasis>Warum sind sie weg?</emphasis></p><p>Thom und die Emondsfelder hielten sich dicht beieinander. Sie waren sich so nahe, da� sie sich fast ber�hren konnten. Egwenes Schultern waren eingezogen, als bem�he sie sich, den Hufschlag Belas auf dem Pflaster noch leichter zu machen. Rand h�tte am liebsten gar nicht geatmet. Ger�usche k�nnten die Aufmerksamkeit auf sie lenken. Pl�tzlich wurde ihm klar, da� sich vor ihnen eine L�cke aufgetan hatte, die sie von dem Beh�ter und der Aes Sedai trennte. Die beiden waren nur als undeutliche Gestalten gute drei�ig Schritte vor ihnen zu erkennen.</p><p>�Wir bleiben zur�ck�, murmelte er und klatschte mit den Stiefeln auf Wolkes Flanken, um diesen zu einer schnelleren Gangart zu bewegen. Ein d�nner, silbergrauer Nebelfaden trieb in geringer H�he �ber die Stra�e vor ihm. �Halt!� Das kam als ein unterdr�ckter Schrei von Moiraine, scharf und dringlich, aber so gehalten, da� er nicht weit h�rbar war.</p><p>Unsicher hielt er Wolke an. Der Nebelsplitter lag nun quer �ber der Stra�e und wurde langsam dicker, als qu�lle immer mehr davon aus den Geb�uden zu beiden Seiten der Stra�e. Jetzt war er so dick wie der Arm eines ausgewachsenen Mannes. Wolke wieherte leise und versuchte, nach hinten auszuweichen, w�hrend Egwene und Thom und die anderen sie einholten. Auch ihre Pferde warfen die K�pfe hoch und wehrten sich dagegen, dem Nebel zu nahe zu kommen.</p><p>Lan und Moiraine ritten langsam auf den Nebel zu, der mittlerweile so stark wie ein Bein geworden war, und hielten dann auf der gegen�berliegenden Seite in einigem Abstand an. Die Aes Sedai betrachtete den Nebelarm, der sie trennte, ganz genau. Rand zuckte nerv�s, als sich zwischen seinen Schulterbl�ttern ein Juckreiz, wohl aus Angst, bemerkbar machte. Der Nebel wurde von einem schwachen Leuchten umgeben, dessen Helligkeit zunahm, als der neblige Tentakel fetter wurde. Aber das Leuchten war trotzdem nicht viel st�rker als der Mondschein. Die Pferde waren unruhig; sogar Aldieb und Mandarb.</p><p>�Was ist das?� fragte Nynaeve.</p><p>�Das B�se an Shadar Logoth�, antwortete Moiraine. �Mashadar. Es sieht nichts, denkt nicht und bewegt sich genauso ziellos durch die Stadt wie ein Wurm sich durch den Boden bohrt. Wenn es dich ber�hrt, mu�t du sterben.� Rand und die anderen lie�en schnell ihre Pferde ein paar Schritte r�ckw�rtst�nzeln, aber nicht zu weit. So sehr sich Rand auch w�nschte, die Aes Sedai los zu sein: Verglichen mit dem, was da vor ihnen lag, wirkte sie wie ein Hort der Sicherheit.</p><p>�Wie sollen wir dann zu Euch hin�berkommen?� fragte Egwene. �K�nnt Ihr es t�ten... den Weg freimachen?�</p><p>Moiraines Lachen klang bitter und war kurz. �Mashadar ist riesengro�, M�dchen, so gro� wie Shadar Logoth selbst. Der ganze Wei�e Turm k�nnte es nicht t�ten. Wenn ich es in dem Ma�e verletze, wie es n�tig ist, um Euch her�berkommen zu lassen, dann w�rde die verbrauchte Menge der Einen Macht wie ein Signalfeuer die Halbmenschen anlocken. Und Mashadar w�rde herbeist�rzen, um den Schaden, den ich angerichtet h�tte, zu heilen und uns vielleicht in seinem Netz zu fangen.�</p><p>Rand tauschte einen Blick mit Egwene und stellte dann ihre Frage nochmals. Moiraine seufzte, bevor sie antwortete.</p><p>�Es gef�llt mir nicht, aber was sein mu�, mu� sein. Dieses Ding wird sich nicht �berall oben aufhalten. Andere Stra�en sollten frei sein. Seht Ihr diesen Stern?� Sie drehte sich im Sattel herum und deutete auf einen roten Stern, der sich in niedriger H�he am Osthimmel zeigte. �Haltet auf diesen Stern zu, und er wird Euch zum Flu� f�hren. Was auch geschieht, ihr m��t versuchen, den Flu� zu erreichen. Reitet so schnell Ihr k�nnt, doch macht vor allem keinen L�rm. Die Trollocs sind auch noch da, denkt daran. Und vier Halbmenschen.�</p><p>�Aber wie finden wir Euch wieder?� wandte Egwene ein.</p><p>�Ich werde Euch finden�, sagte Moiraine. �Ihr k�nnt sicher sein, da� ich Euch finden kann. Jetzt reitet los. Dieses Ding hat wohl �berhaupt keinen Verstand, aber es kann die Anwesenheit von Futter f�hlen.� Tats�chlich hatten sich silbergraue F�den aus dem gr��eren Nebelk�rper gel�st. Sie trieben, die Richtung st�ndig wechselnd, durch die Luft wie die Tentakel eines Hundertarms am Grund eines Wasserwald-Teiches.</p><p>Als Rand von dem dicken Strang durchscheinenden Nebels aufblickte, waren der Beh�ter und die Aes Sedai fort. Er leckte sich die Lippen und sah seinen Gef�hrten in die Augen. Sie waren genauso nerv�s wie er. Und noch schlimmer: Sie schienen alle darauf zu warten, da� einer von ihnen die F�hrung �bernahm. Nacht und Ruinen umgaben sie. Dort drau�en irgendwo waren die Blassen und die Trollocs; vielleicht schon hinter der n�chsten Ecke. Die Nebel-Tentakel trieben heran, waren schon auf halbem Weg zu ihnen und suchten nicht l�nger. Sie hatten ihre Beute ausgemacht. Pl�tzlich vermi�te er Moiraine sehr.</p><p>Alle sa�en immer noch auf den Pferden und beobachteten und fragten sich, welchen Weg sie w�hlen sollten. Er drehte Wolke um, und der Graue verfiel in einen leichten Trab. Er wehrte sich gegen die Z�gel und wollte schneller rennen. Als habe ihn die Tatsache, da� er die Initiative ergriffen hatte, zu ihrem Anf�hrer gemacht, folgten ihm alle.</p><p>Da Moiraine nicht dabei war, hatten sie niemanden, der sie besch�tzen konnte, sollte Mordeth wieder auftauchen. Und die Trollocs. Und... Rand zwang sich dazu, nicht mehr nachzugr�beln. Er w�rde dem roten Stern folgen. An den Gedanken konnte er sich klammern.</p><p>Dreimal mu�ten sie umkehren und sich einen neuen Weg suchen. Jedesmal war eine Stra�e komplett durch einen Schutth�gel und lose Steine blockiert. Die Pferde konnten diese Hindernisse nicht �berwinden. Rand konnte das Atmen der anderen h�ren; kurz und abgehackt, der Panik nahe. Er bi� die Z�hne zusammen, damit man sein Schnaufen nicht h�rte. <emphasis>Du mu�t sie wenigstens glauben machen, da� du keine Angst hast. Du leistest gute Arbeit, Wollkopf. Du wirst alle sicher hinausbringen.</emphasis></p><p>Sie kamen um die n�chste Ecke. Eine Nebelwand �bergo� das zerborstene Pflaster mit einem Leuchten, das so hell war wie das des Vollmonds. Nebelfinger, so stark wie der Leib ihrer Pferde, l�sten sich und trieben auf sie zu. Niemand wartete. Sie wirbelten herum und galoppierten in einer engen Traube los, ohne auf das Klappern der Hufe zu achten.</p><p>Zwei Trollocs traten vor ihnen auf die Stra�e, keine zehn Spannen entfernt.</p><p>Einen Augenblick lang starrten sich Menschen und Trollocs nur gegenseitig entgeistert an. Einer war �berraschter als der andere. Ein weiteres Paar Trollocs erschien und noch eines und noch eines. Die hinteren rempelten die vor ihnen Stehenden an, und es entstand eine durch den Anblick der Menschen erschreckte Menge. Allerdings erstarrten sie eben nur diesen Augenblick lang. Kehliges Heulen hallte von den Geb�uden wider, und die Trollocs st�rmten vorw�rts. Die Menschen stoben auseinander wie aufgescheuchte H�hner. Rands Grauer brauchte nur drei Schritte, um in vollem Galopp loszujagen. �Hier entlang!� schrie er, doch er h�rte den gleichen Ruf aus f�nf weiteren Kehlen. Ein hastiger Blick nach hinten zeigte ihm, da� seine Begleiter jeder in eine andere Richtung verschwanden. Trollocs verfolgten alle.</p><p>Drei Trollocs blieben ihm auf den Fersen. Ihre schlingenbewehrten Stangen wedelten durch die Luft. Ihm str�ubten sich die Haare, als er erkannte, da� sie Schritt f�r Schritt mit Wolke mithalten konnten. Er beugte sich tief �ber Wolkes Hals und trieb den Grauen voran, von kehligen Schreien gejagt.</p><p>Voraus verengte sich die Stra�e. Geb�ude mit eingest�rzten D�chern neigten sich gef�hrlich zur Stra�e hin. Langsam f�llten sich die leeren Fenster mit silbrigem Leuchten. Ein dichter Dunst schob sich aus ihnen hervor. Mashadar.</p><p>Rand riskierte einen weiteren Blick zur�ck. Die Trollocs rannten ihm immer noch in etwa f�nfzig Schritten Abstand hinterher; das Leuchten des Nebels reichte aus, um sie deutlich zu sehen. Hinter ihnen ritt nun ein Blasser, und sie schienen im gleichen Ma�e vor dem Halbmenschen zu fliehen, wie sie Rand verfolgten. Ein St�ck vor Rand schob sich ein halbes Dutzend grauer F�hler schwankend aus den Fenstern, dann ein Dutzend. Sie pr�ften die Luft. Wolke warf den Kopf hoch und wieherte, doch Rand hieb ihm brutal die Fersen in die Flanken, und das Pferd st�rmte wild vorw�rts.</p><p>Die F�hler versteiften sich, als Rand zwischen ihnen hindurchgaloppierte, aber er beugte sich tief �ber Wolkes Hals und weigerte sich, sie anzusehen. Der Weg dahinter war frei. <emphasis>Wenn einer davon mich ber�hrt... Licht!</emphasis> Er lie� Wolke noch h�rter die Stiefel f�hlen, und das Pferd sprang vorw�rts in die willkommenen Schatten hinein. In vollem Galopp blickte Rand zur�ck, sobald das Leuchten Mashadars nachlie�.</p><p>Die schwankenden grauen F�hler Mashadars versperrten die halbe Stra�e, und die Trollocs wichen zur�ck, doch der Blasse ri� eine Peitsche von seinem Sattelhorn und lie� sie wie einen Blitz �ber den K�pfen der Trollocs knallen. Funken stoben durch die Luft. Die Trollocs kr�mmten sich zusammen und st�rmten wieder hinter Rand her. Der Halbmensch z�gerte. Die schwarze Kapuze betrachtete Mashadars ausgestreckte Arme, bevor auch er seinem Pferd die Sporen gab.</p><p>Die sich verst�rkenden Nebeltentakel schwangen einen Augenblick lang unsicher hin und her, und dann schlugen sie wie Vipern zu. Mindestens zwei saugten sich an jedem der Trollocs fest und �bergossen sie mit grauem Leuchten; schnauzenbewehrte K�pfe legten sich in die Nacken, um zu heulen, doch der Nebel rollte in die ge�ffneten M�uler und verschlang das Heulen. Vier beinstarke Tentakel wickelten sich um den Blassen, und der Halbmensch und auch sein Pferd wanden sich wie im Tanz, bis die Kapuze zur�ckfiel und das blasse, augenlose Gesicht enth�llte. Der Blasse kreischte.</p><p>Das Kreischen war v�llig lautlos, genau wie bei den Trollocs, aber etwas kam doch durch: ein durchdringendes Schrillen gerade jenseits des H�rbereichs, wie das Surren aller Hornissen der Welt zusammengenommen, das in Rands Ohren drang und in ihm ein H�chstma� an Angst erzeugte. Wolke kr�mmte sich, als habe auch er den Laut geh�rt, und er galoppierte noch schneller als zuvor. Rand hielt sich �chzend fest. Seine Kehle war trocken wie Sand.</p><p>Nach einer Weile wurde ihm klar, da� er den lautlosen Todesschrei des Blassen nicht mehr h�ren konnte, und pl�tzlich kam ihm das Hufegeklapper so laut vor, als ob er schrie. Er ri� an den Z�geln, und Wolke blieb an einer zerbr�ckelnden Mauer stehen, genau an einer Stra�enkreuzung. Ein namenloses Standbild erhob sich vor ihm in der Dunkelheit. Im Sattel zusammengesunken, lauschte er, aber es gab nichts zu h�ren als das Blut, das in seinen Schl�fen pochte. Kalter Schwei� lief ihm �ber die Stirn, und er zitterte vor K�lte, als der Wind seinen Umhang flattern lie�.</p><p>Schlie�lich richtete er sich wieder auf. Sterne glitzerten am Himmel, wo sie nicht von den Wolken verdeckt wurden, und der rote Stern, der so niedrig im Osten stand, war leicht auszumachen. <emphasis>Lebt sonst noch irgend jemand, der ihn sehen kann?</emphasis> Waren sie frei oder den Trollocs in die H�nde gefallen? <emphasis>Egwene, Licht blende mich, warum bist du mir nicht gefolgt?</emphasis> Wenn sie am Leben und frei waren, w�rden sie diesem Stern folgen. Wenn nicht... Die Ruinenfelder waren ausgedehnt. Er k�nnte tagelang suchen, ohne jemanden zu finden, falls er sich von den Trollocs fernhalten konnte. Und von den Blassen und Mordeth und Mashadar. Z�gernd entschlo� er sich, zum Flu� zu reiten.</p><p>Er ergriff die Z�gel. Auf der Querstra�e fiel ein Stein mit einem scharfen Klicken auf einen anderen. Er erstarrte; atmete nicht einmal. Er war im Schatten verborgen, nur einen Schritt von der Ecke entfernt. Verzweifelt �berlegte er, ob er nach hinten ausweichen sollte. Aber was befand sich hinter ihm? Was konnte vielleicht ein Ger�usch verursachen und ihn damit verraten? Er konnte sich an nichts erinnern und f�rchtete sich davor, den Blick von der Ecke des Geb�udes zu wenden.</p><p>Die Dunkelheit an der Ecke beulte sich aus, und die l�ngere Dunkelheit einer Stange stach daraus hervor. Eine Schlaufenstange! Im selben Moment, als dieser Gedanke durch Rands Kopf fuhr, hieb er auch schon Wolke die Fersen in die Flanken, und das Schwert flog aus seiner Scheide. Sein Angriff wurde von einem wortlosen Schrei begleitet, und er schwang das Schwert mit aller Kraft. Nur mit einer verzweifelten Anstrengung hielt er das Schwert zur�ck, bevor es auftraf. Mit einem Aufschrei taumelte Mat r�ckw�rts, fiel beinahe vom Pferd und verlor fast seinen Bogen.</p><p>Rand atmete tief durch und senkte das Schwert. Sein Arm zitterte. �Hast du sonst noch jemanden gesehen?� brachte er heraus.</p><p>Mat schluckte schwer, bevor er sich wieder unbeholfen in den Sattel zog. �Ich... ich... Nur Trollocs.� Er legte eine Hand an seine Kehle und leckte sich die Lippen. �Nur Trollocs. Und du?�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. �Sie werden versuchen, den Flu� zu erreichen. Wir sollten das auch tun.� Mat nickte schweigend, wobei er immer noch �ber seine Kehle strich, und sie starrten den roten Stern an. Bevor sie auch nur hundert Spannen weit gekommen waren, h�rten sie den schrillen Ruf eines Trolloc-Horns hinter ihnen in den Tiefen der Stadt. Ein anderes antwortete von au�erhalb der Stadtmauer.</p><p>Rand zitterte, doch er behielt die langsame Gangart bei und beobachtete die dunkleren Stellen, um sie nach M�glichkeit zu umgehen. Nach einem Ruck an seinen Z�geln, so, als ob er weggaloppieren wolle, tat Mat es ihm nach.</p><p>Keines der H�rner erklang nochmals, und so kamen sie in v�lliger Stille an eine �ffnung in der von Ranken �berwachsenen Mauer, wo sich einst ein Tor befunden hatte. Nur die T�rmchen waren geblieben und ragten nun mit abgebrochenen Spitzen in den schwarzen Himmel.</p><p>Mat z�gerte an diesem Tor, doch Rand sagte leise: �Ist es hier drinnen sicherer als dort drau�en?� Er lie� den Grauen weiterschreiten, und nach einem Augenblick folgte Mat ihm aus Shadar Logoth hinaus. Er versuchte wieder, nach allen Richtungen gleichzeitig zu schauen. Rand stie� die Luft langsam aus; sein Mund war trocken. <emphasis>Wir werden es schaffen. Licht, wir schaffen es!</emphasis></p><p>Die Mauern verschwanden hinter ihnen, wurden von der Nacht und dem Wald verschluckt. Rand lauschte auf das kleinste Ger�usch und behielt immer den roten Stern vor sich. Pl�tzlich galoppierte Thom von hinten her an ihnen vorbei. Er verlangsamte sein Tempo nur lang genug, um zu rufen: �Reitet, ihr Narren!� Einen Augenblick sp�ter verrieten Jagdrufe und Krachen im Unterholz hinter ihm die Anwesenheit von Trollocs, die ihn verfolgten.</p><p>Rand gab Wolke die Fersen, und das Pferd galoppierte hinter dem Wallach des Gauklers her. <emphasis>Was geschieht, wenn wir ohne Moiraine an den Flu� kommen? Licht, Egwene!</emphasis></p><p>Perrin sa� im Schatten auf seinem Pferd, beobachtete den offenen Torbogen, der sich in geringer Entfernung zeigte, und fuhr abwesend mit dem Daumen an der Schneide seiner Axt entlang. Er schien einen ungehinderten Weg aus der Ruinenstadt zu bieten, doch nun sa� er schon f�nf Minuten lang hier und hielt Ausschau. Der Wind spielte mit seinen verfilzten Locken und bem�hte sich, seinen Umhang wegzuwehen, aber er zog ihn wieder um sich herum zusammen, ohne eigentlich zu bemerken, was er tat.</p><p>Er wu�te, da� Mat und die meisten anderen Leute in Emondsfeld ihn f�r ziemlich langsam im Denken hielten. Zum Teil kam das daher, weil er so gro� war und sich normalerweise bed�chtig bewegte � er f�rchtete immer, aus Versehen etwas zu zerbrechen oder jemanden zu verletzen, da er um so vieles gr��er war als die Jungen, mit denen er aufwuchs -, aber er zog es wirklich vor, die Dinge folgerichtig zu durchdenken, wenn er die Zeit hatte. Vorschnelle, leichtsinnige Entschl�sse hatten Mat ein ums andere Mal in Schwierigkeiten gebracht, und Mats Blitzentscheidungen hatten gew�hnlich Rand oder ihn oder sie beide mit in den Schlamassel hineingezogen. Sein Hals zog sich zusammen. <emphasis>Licht, jetzt blo� nicht soviel nachdenken!</emphasis> Er versuchte, sich wieder zu beruhigen. Sorgf�ltiges �berlegen war angesagt. Vor dem Tor hatte sich einst ein gro�er Platz befunden, in dessen Mitte ein riesiger Brunnen stand. Ein Teil des Brunnens war noch vorhanden; eine Gruppe abgebrochener Statuen stand in einem gro�en, runden Becken. Auch die Einfassung au�enherum war rund. Um das Tor zu erreichen, mu�te er fast einhundert Spannen weit reiten, nur durch die Nacht vor den Augen von Beobachtern gesch�tzt. Auch das war kein angenehmer Gedanke. Er erinnerte sich noch zu gut an die unsichtbaren Beobachter.</p><p>Er dachte an die H�rner, die er kurze Zeit zuvor in der Stadt geh�rt hatte. Beinahe w�re er zur�ckgeritten bei dem Gedanken daran, da� vielleicht einige der anderen gefangengenommen worden waren, doch dann wurde ihm klar: In diesem Fall konnte er allein nichts ausrichten. <emphasis>Nicht gegen � was sagte Lan? � hundert Trollocs und vier Blasse. Moiraine Sedai sagte, wir sollten zum Flu� kommen.</emphasis></p><p>Er wandte sich wieder dem Torbogen zu. Sorgf�ltiges Nachdenken hatte ihn nicht weitergebracht, doch sein Entschlu� stand nun fest. Er ritt aus dem tieferen Schatten in die etwas lichtere Dunkelheit. In dem Moment erschien auf der gegen�berliegenden Seite des Platzes ein anderes Pferd und verharrte. Er blieb ebenfalls stehen und f�hlte nach seiner Axt; ein besonderes Gef�hl der Sicherheit verlieh sie ihm allerdings nicht. Falls diese dunkle Gestalt ein Blasser war...</p><p>�Rand?� erklang ein leiser, z�gernder Ruf.</p><p>Er atmete langsam und erleichtert aus. �Hier ist Perrin, Egwene�, rief er genauso leise zur�ck. In der Dunkelheit klang es immer noch zu laut. In der N�he des Brunnens trafen sich die Pferde. �Hast du noch jemand anderes gesehen?� fragten sie beide gleichzeitig, und beide antworteten mit einem Kopfsch�tteln.</p><p>�Es wird ihnen schon gut gehen�, meinte Egwene und t�tschelte Belas Hals. �Oder?�</p><p>�Moiraine Sedai und Lan werden sich um sie k�mmern�, erwiderte Perrin. �Sie werden sich um uns alle k�mmern, sobald wir den Flu� erreichen.� Er hoffte es zumindest.</p><p>Er f�hlte sich erleichtert, als sie sich auf der anderen Seite des Torbogens befanden, selbst wenn sich wirklich Trollocs im Wald aufhielten. Oder Blasse. Er unterbrach diesen Gedankengang. Die kahlen �ste konnten nicht verhindern, da� er auf den roten Stern zuhielt, und letzten Endes befanden sie sich nun au�erhalb der Reichweite von Mordeth. Der hatte ihm mehr Angst eingejagt als alle Trollocs zuvor.</p><p>Bald w�rden sie den Flu� erreichen und Moiraine treffen, und sie w�rde sie auch aus der Reichweite der Trollocs hinausbringen. Daran glaubte er, weil er diesen Glauben einfach brauchte. Der Wind lie� �ste gegeneinanderknirschen und die Bl�tter rascheln. Der einsame Ruf eines Nachtfalken schallte durch die Dunkelheit, und Egwene und er brachten ihre Pferde n�her aneinander, als suchten sie W�rme. Sie waren sehr allein.</p><p>Ein Trolloc-Horn erklang irgendwo hinter ihnen -schnelle, klagende T�ne � und forderte die J�ger zur Eile auf. Dann ert�nte kehliges, halbmenschliches Heulen auf ihrer Spur, vom Horn angetrieben. Das Heulen wurde sch�rfer im Tonfall, als ihre Verfolger den Geruch von Menschen wahrnahmen.</p><p>Perrin lie� sein Pferd galoppieren und rief: �Komm! Los!� Egwene kam, und beide gaben ihren Pferden die Fersen, ohne auf das Ger�usch der Hufe oder die �ste zu achten, die ihnen ins Gesicht klatschten.</p><p>Als sie so zwischen den B�umen hindurchgaloppierten, gleicherma�en von ihrem Instinkt wie von dem d�steren Mondlicht geleitet, fiel Bela zur�ck. Perrin blickte nach hinten. Egwene trat die Stute und lie� die Z�gel auf den Hals des Tieres klatschen, aber es half nicht viel. Den Ger�uschen nach zu urteilen, kamen die Trollocs n�her. Er lie� sein Pferd langsamer galoppieren, um sie nicht zur�ckzulassen. �Beeil dich!� schrie er. Er konnte die Trollocs nun erkennen, riesige, dunkle Gestalten, die zwischen den B�umen einhersprangen und bellten und fauchten, da� einem das Blut gefrieren konnte. Er packte den Griff seiner Axt, die am G�rtel hing, so fest, da� seine Kn�chel schmerzten. �Schnell, Egwene! Schnell!�</p><p>Pl�tzlich wieherte sein Pferd, und er st�rzte, taumelte aus dem Sattel, als das Pferd unter ihm pl�tzlich wegsackte. Er breitete die Arme aus, um sich abzufangen, und klatschte mit dem Kopf voraus in eiskaltes Wasser. Er war geradewegs �ber die Kante einer steilen Klippe in den Arinelle geritten.</p><p>Der Schock des eisigen Wassers lie� ihn keuchen, und er schluckte eine ganze Menge, bevor er es schaffte, sich wieder an die Oberfl�che zu k�mpfen. Das andere Klatschen f�hlte er mehr, als da� er es h�rte. Er glaubte, Egwene m�sse gleich nach ihm in den Flu� gest�rzt sein. Schnaufend und prustend trat er Wasser. Es war nicht leicht, an der Oberfl�che zu bleiben; Mantel und Umhang waren bereits durchn��t, und seine Stiefel hatten sich mit Wasser gef�llt. Er sah sich nach Egwene um, doch er konnte nur das Glitzern des Mondscheins auf dem vom Wind gerippten schwarzen Wasser erkennen. �Egwene? Egwene!�</p><p>Ein Speer huschte gerade vor seinen Augen vorbei und spritzte ihm Wasser ins Gesicht. Weitere klatschten um ihn herum ins Wasser. Kehlige Stimmen stritten sich am Ufer herum, und es kamen keine Trolloc-Speere mehr geflogen, aber er gab es f�rs erste auf, nach Egwene zu rufen.</p><p>Die Str�mung trieb ihn flu�abw�rts, aber die gurgelnden Rufe und das Fauchen folgten ihm am Ufer, hielten Schritt mit ihm. Er l�ste seinen Umhang und �berlie� ihn dem Flu� � ein bi�chen weniger Gewicht, das ihn hinunterziehen konnte. Verbissen begann er, auf das entfernte Ufer zuzuschwimmen. Dort waren keine Trollocs � hoffte er.</p><p>Er schwamm so, wie sie es zu Hause in den Seen des Wasserwalds taten, zog beide Arme durchs Wasser und schlug kr�ftig mit beiden Beinen aus, wobei der Kopf aus dem Wasser schaute. Zumindest versuchte er, den Kopf �ber Wasser zu halten; es war nicht leicht. Auch ohne seinen Umhang schienen Mantel und Stiefel zusammen genausoviel zu wiegen wie er selbst. Und die Axt zerrte an seiner H�fte. Sie drohte, ihn herumzudrehen oder gar hinunterzuziehen. Er spielte mit dem Gedanken, sie auch dem Flu� zu opfern; mehrmals ging ihm das durch den Kopf. Es w�re leicht, viel leichter, als sich beispielsweise die Stiefel abzustreifen. Aber jedesmal, wenn ihm dieser Gedanke kam, stellte er sich vor, wie er auf das andere Ufer kroch und lauernden Trollocs in die H�nde fiel. Die Axt k�nnte ihm im Kampf gegen ein halbes Dutzend Trollocs kaum viel helfen � vielleicht noch nicht einmal gegen einen -, aber es war immer noch besser, als mit blo�en H�nden zu k�mpfen.</p><p>Nach einer Weile war er sich nicht mehr sicher, ob er die Axt �berhaupt noch schwingen konnte, falls dort Trollocs w�ren. Seine Arme und Beine wurden bleischwer; es kostete M�he, sie zu bewegen, und sein Gesicht hob sich nicht mehr bei jedem Armzug aus dem Wasser. Er hustete, als ihm Wasser in die Nase kam. <emphasis>Kein Vergleich mit einem Tag in der Schmiede,</emphasis> dachte er ersch�pft, und in diesem Augenblick traf sein Fu� auf irgend etwas Festes. Erst beim n�chsten Schwimmzug erkannte er, was es gewesen war: der Grund. Er war in seichtem Wasser. Er war am anderen Ufer angelangt.</p><p>Er holte durch den Mund Luft und versuchte, zu stehen. Als seine Beine fast versagten, mu�te er um sich schlagen. Er fuchtelte herum, bis er die Axt aus ihrer Schlaufe hatte, und stieg aus dem Flu�. Er zitterte im Wind. Trollocs sah er nicht. Er sah auch Egwene nicht. Nur ein paar vereinzelte B�ume am Ufer und einen Streifen Mondlicht auf dem Wasser.</p><p>Als er wieder zu Atem gekommen war, rief er wieder und wieder die Namen seiner Freunde. Schwach h�rbare Rufe von der anderen Seite her antworteten ihm; sogar auf diese Entfernung konnte er die harten Stimmen von Trollocs erkennen. Seine Freunde antworteten dagegen nicht.</p><p>Der Wind frischte auf. Sein Heulen �bert�nte die Trollocs, und er zitterte. Es war nicht kalt genug, um das Wasser in seiner durchn��ten Kleidung gefrieren zu lassen, aber er f�hlte sich trotzdem so; der Wind schnitt ihm mit einer eisigen Klinge bis auf die Knochen. Die Arme fest um den Oberk�rper zu schlingen war nur eine Geste, die das Zittern nicht verhindern konnte. Einsam und m�de erkletterte er die Uferb�schung, um einen Schutz vor dem Wind zu suchen.</p><p>Rand t�tschelte Wolkes Hals und fl�sterte beruhigend auf ihn ein. Das Pferd warf den Kopf hoch und t�nzelte leichtf��ig. Die Trollocs hatten sie hinter sich gelassen -so schien es jedenfalls -, aber Wolke sp�rte ihren Geruch noch in seinen N�stern. Mat ritt mit einem Pfeil auf der Sehne und hielt Ausschau, um nicht aus der Nacht heraus �berrascht zu werden, w�hrend Rand und Thom durch die Zweige sp�hten und nach dem roten Stern suchten, der ihnen die Richtung wies. Ihn im Auge zu behalten, war trotz der dichten Zweige �ber ihren K�pfen einigerma�en leicht gewesen, jedenfalls solange sie geradewegs auf ihn zu ritten. Aber dann waren weitere Trollocs vor ihnen aufgetaucht, und so galoppierten sie zur Seite weg; gefolgt von zwei heulenden Horden. Die Trollocs konnten mit einem Pferd Schritt halten, aber nur etwa hundert Schritte, und so lie�en sie schlie�lich die Verfolger und das Heulen hinter sich. Doch bei all dem Zickzackreiten hatten sie ihren Leitstern aus den Augen verloren.</p><p>�Ich behaupte immer noch, er ist dort dr�ben�, sagte Mat und zeigte nach rechts. �Wir sind am Ende nach Norden geritten, und das bedeutet, wir m�ssen uns jetzt in �stliche Richtung halten.�</p><p>�Da ist er�, sagte Thom pl�tzlich. Er deutete zwischen den verschlungenen Zweigen zu ihrer Linken hindurch genau auf den roten Stern. Mat fluchte unterdr�ckt.</p><p>Aus dem Augenwinkel bemerkte Rand die Bewegung, als ein Trolloc lautlos hinter einem Baum hervorsprang und seine Schlaufenstange schwang. Rand gab seinem Pferd die Fersen, und der Graue sprang vorw�rts, gerade als zwei weitere aus dem Schatten hinter dem ersten herausst�rmten. Eine Schlinge strich �ber Rands Nacken und jagte ihm einen Schauder �ber den R�cken.</p><p>Eine der Tierfratzen hatte pl�tzlich einen Pfeil im Auge, und dann war Mat an seiner Seite, als die Pferde durch den Wald galoppierten. Sie ritten auf den Flu� zu, das wurde ihm schnell klar, aber er war sich nicht sicher, ob ihnen das helfen wurde. Die Trollocs hetzten hinter ihnen her. Sie waren fast schon nahe genug, um nach den flatternden Pferdeschw�nzen zu greifen. Wenn sie noch einen halben Schritt aufholten, dann konnten sie sie beide mit ihren Fangstangen aus den S�tteln holen.</p><p>Er beugte sich tief �ber den Hals des Grauen, um mehr Abstand zwischen seinen Hals und die Schlingen zu bringen. Mats Gesicht war beinahe in der M�hne seines Pferdes vergraben. Aber Rand fragte sich, wo Thom abgeblieben war. Hatte sich der Gaukler �berlegt, da� er allein auf sich gestellt besser dran war, da alle drei Trollocs hinter den Jungen her waren?</p><p>Pl�tzlich galoppierte Thoms Wallach aus der Nacht heraus, direkt hinter den Trollocs. Die Trollocs hatten gerade noch Zeit, sich �berrascht umzusehen, doch dann hoben sich die Arme des Gauklers und fuhren in blitzschneller Bewegung wieder nach unten. Mondschein schimmerte auf blankem Stahl. Ein Trolloc taumelte vorw�rts und �berschlug sich mehrmals, bevor er unbeweglich liegenblieb, w�hrend ein zweiter mit einem Schrei auf die Knie fiel und sich mit beiden H�nden auf den R�cken griff. Der dritte knurrte und zeigte eine Schnauze voll scharfer Z�hne, doch als seine Begleiter fielen, rannte er fort, in die Dunkelheit hinein. Thoms Hand wiederholte die peitschende Bewegung, und der Trollocs schrie, doch die Schreie verklangen schlie�lich in der Ferne.</p><p>Rand und Mat verhielten ihre Pferde und sahen den Gaukler an.</p><p>�Meine besten Messer�, brummte Thom, aber er machte sich nicht die M�he, abzusteigen und sie wieder zu holen. �Der wird die anderen hierher f�hren. Ich hoffe, es ist nicht zu weit bis zum Flu�. Ich hoffe...� Statt zu sagen, was er noch hoffte, sch�ttelte er den Kopf und ritt in schnellem Trab los. Rand und Mat schlossen sich ihm an.</p><p>Bald erreichten sie eine niedrige Uferb�schung, wo B�ume bis an den Rand des nachtschwarzen Wassers wuchsen, dessen vom Mondschein �bergossene Oberfl�che im Wind kleine Wellen schlug. Rand konnte das entfernte Ufer nicht erkennen. Ihm gefiel es nicht, in der Dunkelheit auf einem Flo� den Flu� zu �berqueren, aber hier auf dieser Seite zu bleiben, gefiel ihm noch weniger. <emphasis>Wenn ich mu�, werde ich eben schwimmen.</emphasis></p><p>Irgendwo, ein St�ck vom Flu� entfernt, erklang ein Trolloc-Horn, scharf, schnell und dr�ngend durch die Dunkelheit. Es war der erste H�rnerklang, seit sie die Ruinen verlassen hatten. Rand fragte sich, ob das bedeutete, da� einige der anderen gefangen worden waren. �Es hat keinen Zweck, die ganze Nacht hierzubleiben�, sagte Thom. �W�hlt eine Richtung. Flu�aufw�rts oder flu�abw�rts?�</p><p>�Aber Moiraine und die anderen k�nnten �berall sein�, protestierte Mat. �Jeder Weg, den wir w�hlen, f�hrt uns vielleicht weiter von ihnen weg.�</p><p>�Das stimmt.� Thom schnalzte mit der Zunge und lenkte seinen Wallach flu�abw�rts am Ufer entlang. �Das stimmt.� Rand sah Mat an. Der zuckte die Achseln, und so ritten sie ihm nach.</p><p>Eine Zeitlang �nderte sich nichts um sie herum. Die Uferb�schung war an einigen Stellen h�her, an anderen niedriger, die B�ume wuchsen dichter oder lichteten sich, aber die Nacht und der Flu� blieben gleich: kalt und schwarz. Und keine Trollocs. Das war eine Abwechslung, �ber die Rand froh war.</p><p>Dann sah er ein Licht voraus; nur einen einzelnen Lichtpunkt. Als sie n�her kamen, konnten sie erkennen, da� sich das Licht in einiger H�he �ber dem Flu� befand, als sei es in einem Baum. Thom beschleunigte den Trab und summte leise vor sich hin.</p><p>Schlie�lich konnten sie die Lichtquelle ausmachen: eine Laterne, die hoch am Mast eines Frachtkahns hing, der f�r die Nacht neben einer kleinen Lichtung am Ufer festgemacht hatte. Der Kahn, gut achtzig Fu� lang, schwankte leicht in der Str�mung und zerrte an den an B�umen befestigten Haltetauen. Die Takelage summte und knarrte im Wind. Die Laterne verdoppelte die Helligkeit des Mondes auf dem Deck, aber es war niemand in Sicht.</p><p>�Also�, sagte Thom beim Absteigen, �das ist ja wohl nun besser als das Flo� einer Aes Sedai, oder?� Er stand da, die H�nde in die H�ften gest�tzt, und sogar in der Dunkelheit konnte man seine Selbstgef�lligkeit erkennen. �Es macht nicht den Eindruck, als sei dieses Schiff f�r Pferde geeignet, aber wenn man bedenkt, in welcher Gefahr er sich befindet, vor der wir ihn nat�rlich warnen werden, sollte der Kapit�n eigentlich vern�nftig sein. La�t mich nur mit ihm reden. Und bringt f�r den Fall der F�lle eure Decken und Satteltaschen mit.�</p><p>Rand stieg ab und begann, die Sachen hinter seinem Sattel abzuschnallen. �Du denkst doch nicht daran, ohne die anderen abzufahren?�</p><p>Thom hatte keine Gelegenheit, zu sagen, was er vorhatte. Zwei Trollocs brachen aus dem Unterholz heraus auf die Lichtung, heulten und schwenkten ihre Fangstangen, und hinter ihnen kamen nochmals vier. Die Pferde b�umten sich auf und wieherten. Rufe in der Ferne zeigten ihnen, da� noch mehr Trollocs unterwegs waren.</p><p>�Auf das Schiff!� schrie Thom. �Schnell! La�t alles zur�ck! Rennt!� Er hielt sich an seine eigenen Worte und rannte zu dem Kahn, wobei die Enden seines Flickenumhangs flatterten und die Instrumentenk�sten auf seinem R�cken h�pften. �Ihr da auf dem Schiff!� schrie er. �Aufwachen, ihr Narren! Trollocs!�</p><p>Rand ri� seine Deckenrolle und die Satteltasche von dem letzten Riemen los und war dem Gaukler im Nu auf den Fersen. Er warf sein Gep�ck �ber die Reling und sprang mit einem Satz hinterher. Er hatte gerade noch Zeit, einen Mann zu bemerken, der zusammengerollt an Deck lag und sich aufzurichten begann, als sei er erst in diesem Moment erwacht, und dann trat er auch schon mit beiden F��en auf den Burschen. Der Mann grunzte laut, Rand stolperte, und eine hakenbewehrte Fangstange krachte gerade dort auf die Reling, wo er dar�bergesprungen war. Auf dem ganzen Kahn wurden Rufe laut, und F��e trampelten �ber das Deck.</p><p>Haarige H�nde erfa�ten die Reling gleich neben der Fangstange, und ein Kopf mit Ziegenh�rnern tauchte dazwischen auf. Aus dem Gleichgewicht geraten und stolpernd konnte Rand trotzdem noch sein Schwert ziehen und schwingen. Mit einem Schrei fiel der Trolloc wieder zur�ck.</p><p>M�nner rannten �berall auf dem Kahn herum, schrien und hackten mit �xten auf die Haltetaue los. Der Kahn schwankte und schwang herum, als sei er froh, hier wegzukommen. Oben am Bug k�mpften drei M�nner mit einem Trolloc. Jemand stach mit einem Speer �ber die Bordwand, aber Rand konnte nicht erkennen, was er treffen wollte. Eine Bogensehne sang und sang nochmals. Der Mann, auf den Rand getreten war, kroch auf H�nden und Knien von ihm weg und hob dann die H�nde, als er sah, da� Rand ihn anblickte.</p><p>�Verschone mich!� rief er. �Nimm alles, was du willst, nimm das Schiff, nimm alles, aber verschone mich!�</p><p>Pl�tzlich schlug etwas auf Rands R�cken und schmetterte ihn auf das Deck. Das Schwert rutschte ihm aus der ausgestreckten Hand. Sein Mund war offen; er rang vergebens nach Luft und versuchte, das Schwert zu erreichen. Seine Muskeln reagierten mit schmerzerf�llter Langsamkeit; er wand sich wie eine Schnecke. Der Bursche, der verschont werden wollte, sah das Schwert kurz, �ngstlich und gleichzeitig gierig an und verschwand dann im Schatten.</p><p>Unter Schmerzen brachte Rand es fertig, �ber seine Schulter nach oben zu blicken, und da wu�te er, da� sein Gl�ck versagt hatte. Ein Trolloc mit Wolfsschnauze stand auf der Reling, blickte auf ihn hinunter und hielt das abgebrochene Ende der Fangstange in der Hand, mit der er Rand zu Boden geschlagen hatte. Rand bem�hte sich verzweifelt, das Schwert zu erreichen, sich �berhaupt zu bewegen, doch seine Arme und Beine bewegten sich nur zuckend und nicht so, wie er wollte. Sie gaben nach und standen in unm�glichen Richtungen ab. Seine Brust schien zwischen Eisenreifen eingespannt zu sein, und vor seinen Augen schwammen silberne Flecken. Er suchte voller Verzweiflung nach einer M�glichkeit, zu entkommen. Die Zeit schien sich zu verlangsamen, als der Trolloc die zersplitterte Stange hob, um ihn damit aufzuspie�en. Rand schien es, als bewege sich die Kreatur wie im Traum. Er beobachtete, wie sich der kr�ftige Arm nach hinten bewegte. Er konnte bereits den abgebrochenen Schaft durch sein R�ckgrat stechen f�hlen und den Schmerz, wenn er seinen K�rper aufri�. Er glaubte, seine Lunge m�sse bersten. <emphasis>Ich werde sterben! Licht hilf mir, ich werde...!</emphasis> Der Arm des Trollocs mit dem gesplitterten Schaft fuhr nach vorn, und Rand hatte genug Luft geholt, um zu schreien: �Nein!�</p><p>Pl�tzlich schwankte das Schiff stark, und aus dem Schatten schwenkte eine Segelstange heran und traf den Trolloc auf die Brust. Knochen barsten knackend, und er wurde �ber die Reling gefegt.</p><p>Einen Augenblick lang lag Rand keuchend da und betrachtete die Segelstange, die �ber ihm vor und zur�ck schwang. <emphasis>Jetzt habe ich all mein Gl�ck verbraucht,</emphasis> dachte er. <emphasis>Danach kann ich nicht noch mehr haben.</emphasis> Zitternd stand er auf und hob sein Schwert auf. Diesmal hielt er es in beiden H�nden, wie Lan es ihm beigebracht hatte, aber es war nichts mehr da, wogegen er h�tte k�mpfen k�nnen. Die mit schwarzem Wasser gef�llte L�cke zwischen dem Kahn und dem Ufer wurde schnell breiter; die Rufe der Trollocs verklangen hinter ihnen in der Nacht.</p><p>Als er sein Schwert in die Scheide steckte und sich an die Reling lehnte, schritt ein breitschultriger Mann in einem Mantel, der ihm bis an die Knie reichte, �ber das Deck auf ihn zu und sah ihn zornig an. Langes Haar, das ihm auf die breiten Schultern fiel, und ein Bart, der die Oberlippe frei lie�, umrahmten ein rundes Gesicht. Rund, aber nicht weich. Die Segelstange schwenkte wieder heran, und der B�rtige lenkte einen Teil seines Zornes darauf, als er sie abfing; sie klatschte in seine breite Handfl�che.</p><p>�Gelb!� br�llte er. �Gl�ck! Wo du sein, Gelb?� Er sprach so schnell und die Worte flossen alle ineinander, da� ihn Rand kaum verstehen konnte. �Du kann nicht verstecken vor mir auf eigenem Schiff! Bringt Floran Gelb her!�</p><p>Ein Besatzungsmitglied erschien mit einer runden Laterne, und zwei weitere schoben einen schmalgesichtigen Mann in deren Lichtkreis. Rand erkannte den Burschen, der ihm das Schiff angeboten hatte. Die Augen des Mannes blickten unruhig drein; er wechselte st�ndig die Blickrichtung und sah dem kr�ftigen Mann nicht in die Augen. Der Kapit�n, dachte Rand. Auf Gelbs Stirn wuchs eine Beule, wo ihn einer von Rands Stiefeln erwischt hatte. �Sollen du nicht diese Rahe befestigen, Gelb?� fragte der Kapit�n �berraschend ruhig, wenn auch genauso schnell wie vorher.</p><p>Gelb blickte ehrlich �berrascht drein. �Aber das habe ich getan. Hab sie richtig festgebunden. Ich geb' zu, Kapit�n Domon, da� ich hier und da mal ein bi�chen langsam bin, aber ich tue, was man mir aufgetragen hat.�</p><p>�Also sein du langsam, ja? Nicht so langsam im Schlafen. Schlafen, wenn du Wache solltest halten. Bei Wachsamkeit deiniges k�nnten wir alle ermordet sein.�</p><p>�Nein, Kapit�n, nein! Das war er.� Gelb deutete geradewegs auf Rand. �Ich war auf Wache, wie man es von mir erwartete, und dann schlich er sich an und schlug mich mit einem Kn�ppel nieder.� Er ber�hrte die Beule an seinem Kopf, zuckte zusammen und sah Rand b�se an. �Ich habe gegen ihn gek�mpft, aber dann kamen die Trollocs. Er arbeitet mit ihnen zusammen, Kapit�n. Ein Schattenfreund. Mit den Trollocs verb�ndet.�</p><p>�Mit meiner Gro�mutter verb�ndet!� br�llte Kapit�n Domon. �Nicht ich warnen dich letztes Mal, Gelb? In Wei�br�cke verschwinden du! Aus meinen Augen jetzt, sonst ich dich gleich rausschmei�en!� Gelb eilte aus dem Lichtkreis der Laterne, w�hrend Domon noch dastand und die H�nde �ffnete und schlo�, den Blick ins Leere gerichtet. �Diese Trollocs mir folgen. Warum sie mich nicht sein lassen k�nnen? Warum?�</p><p>Rand blickte �ber die Reling hinaus und bemerkte �berrascht, da� das Ufer bereits au�er Sicht war. Zwei M�nner standen an dem langen Steuerruder, das am Heck hinunter ins Wasser stach, und an der einen Seite ruderten nun sechs Besatzungsmitglieder, um das Schiff wie einen Wasserfloh weiter auf den Flu� hinauszudrehen.</p><p>�Kapit�n�, sagte Rand, �wir haben dort drau�en noch Freunde. Wenn Ihr zur�ckkehrt und sie aufnehmt, bin ich sicher, sie werden Euch reich belohnen.�</p><p>Das runde Gesicht des Kapit�ns wandte sich Rand zu, und als dann Thom und Mat auch noch erschienen, schlo� er sie in seinen ausdruckslosen Blick mit ein.</p><p>�Kapit�n�, begann Thom nach einer Verbeugung, �erlaubt mir... �</p><p>�Ihr kommen runter�, sagte Kapit�n Domon, �wo ich sehen, was f�r eine Art Ding auf mein Deck gefallen sein. Kommt. Gl�ck verla� mich, jemand sichern diese hornverfluchte Rahe!� Als Besatzungsmitglieder herbeieilten, um die Rahe festzuzurren, stampfte er in Richtung Heck los. Rand und seine beiden Begleiter folgten.</p><p>Kapit�n Domon hatte im Heck eine saubere und gut aufger�umte Kabine, die sie �ber eine kurze Leiter erreichten, wo alles an seinem Platz war, bis hin zu den M�nteln und Umh�ngen, die auf der R�ckseite der T�r an Haken aufgeh�ngt waren. Die Kabine erstreckte sich �ber die ganze Breite des Kahns. An einer Seite war ein breites Bett eingebaut und an der anderen ein massiver Tisch. Es gab nur einen Stuhl mit hoher Lehne und dicken Armst�tzen, und den beanspruchte der Kapit�n f�r sich. Er bedeutete den anderen, sich selbst Pl�tze auf verschiedenen Truhen und B�nken zu suchen, die das einzige Mobiliar darstellten. Ein lautes R�uspern hielt Mat davon ab, sich auf das Bett zu setzen.</p><p>�Also�, sagte der Kapit�n, als sie sich alle gesetzt hatten, �mein Name sein Bayle Domon, Kapit�n und Besitzer der <emphasis>Gischt,</emphasis> was sein dieses Schiff. Nun wer sein Ihr und was Ihr wollen hier in der Mitte von Nirgendwo und warum ich nicht sollen Euch werfen �ber Bord f�r Schwierigkeiten Ihr mir bringen?�</p><p>Rand hatte immer noch genausogro�e Schwierigkeiten, Domon zu verstehen, wie zuvor. Er sprach dazu noch sehr schnell. Als ihm klar wurde, was der Kapit�n zuletzt gesagt hatte, ri� er �berrascht die Augen auf. <emphasis>Uns �ber Bord werfen?</emphasis></p><p>Mat sagte schnell: �Wir wollten Euch keine Ungelegenheiten bereiten. Wir sind auf dem Weg nach Caemlyn und dann nach...�</p><p>�Und dann, wohin uns der Wind immer treibt�, unterbrach ihn Thom gewandt. �So reisen wir Gaukler, wie Staub im Wind. Damit wi�t Ihr, da� ich ein Gaukler bin. Mein Name ist Thom Merrilin.� Er zupfte an seinem Umhang, so da� sich die vielfarbigen Flicken bewegten, als k�nnte der Kapit�n sie vorher �bersehen haben. �Diese beiden Burschen vom Land wollen meine Lehrlinge werden, auch wenn ich da noch nicht sicher bin, ob ich sie �berhaupt will.� Rand sah Mat an, und der grinste.</p><p>�Das sein alles gut und sch�n, Mann�, sagte Kapit�n Domon gelassen, �aber es mir sagen nichts. Weniger. Gl�ck piekse mich, dieser Ort sein an keiner Stra�e nach Caemlyn von irgendwoher, von der ich jemals h�ren.�</p><p>�Also, das ist eine Geschichte f�r sich�, sagte Thom, und dann begann er sie auch schon lang und breit zu erz�hlen.</p><p>Thom erz�hlte, da� er vom Schneefall dieses Winters in einer kleinen Bergwerksstadt in den Verschleierten Bergen hinter Baerlon �berrascht worden war. Dort h�rte er Legenden �ber einen Schatz aus der Zeit der Trolloc-Kriege in den verschollenen Ruinen einer Stadt namens Aridhol. Nun ergab es sich, da� er die Lage Aridhols von einer Landkarte her kannte, die ihm viele Jahre zuvor von einem sterbenden Freund aus Illian anvertraut worden war, dessen Leben er einst gerettet hatte, ein Mann, der starb, nachdem er gerade noch hauchen konnte, die Karte werde Thom reich machen. Thom hatte das nicht geglaubt, bis er nun von der Legende h�rte. Als genug Schnee geschmolzen war, habe er sich mit einigen Begleitern auf den Weg gemacht, darunter auch seinen beiden M�chtegern-Lehrlingen, und nach vielen Strapazen schlie�lich die Ruinenstadt gefunden. Aber es stellte sich heraus, da� der Schatz einem der Schattenlords selbst geh�rt hatte und Trollocs ausgeschickt worden waren, um ihn nach Shayol Ghul zur�ckzuholen. Beinahe jede der Gefahren, denen sie wirklich ausgesetzt gewesen waren, tauchte in Thoms Geschichte an der einen oder anderen Stelle auf � Trollocs, Myrddraal, Draghkar, Mordeth, Mashadar � aber so, wie Thom es erz�hlte, war alles gegen ihn pers�nlich gerichtet und von ihm mit gro�em Geschick bew�ltigt worden. Mit gro�er K�hnheit � vor allem Thoms � waren sie entkommen, von Trollocs verfolgt, und waren in der Nacht voneinander getrennt worden. Schlie�lich suchten Thom und seine beiden �briggebliebenen Begleiter Zuflucht am letzten Ort, der ihnen noch geblieben war: Kapit�n Domons von Herzen willkommenen Schiff.</p><p>Als der Gaukler fertig war, kam es Rand zu Bewu�tsein, da� er eine ganze Weile mit offenem Mund dagesessen hatte. Er schlo� ihn mit h�rbarem Knacken.</p><p>Ein Blick auf Mat zeigte ihm, da� sein Freund den Gaukler mit gro�en Augen anstarrte.</p><p>Kapit�n Domon trommelte mit den Fingern auf die Armst�tze seines Stuhls. �Das sein eine Geschichte, die nicht glauben viele Leute. Nat�rlich, ich die Trollocs gesehen habe, ist richtig.�</p><p>�Jedes Wort daran ist wahr�, sagte Thom verbindlich, �und stammt von jemandem, der das selbst erlebt hat.�</p><p>�Kann sein, Ihr habt etwas von Schatz bei Euch?�</p><p>Thom spreizte bedauernd die H�nde. �Leider war das wenige, das wir mitnehmen konnten, bei unseren Pferden, und die rannten weg, als die letzten Trollocs erschienen. Alles, was ich noch habe, sind meine Fl�te und meine Harfe, ein paar Kupferm�nzen und die Kleider, die ich trage. Aber glaubt mir, dieser Schatz w�re nichts f�r Euch. Er ist vom Dunklen K�nig verflucht. Am besten ist es, ihn den Ruinen und den Trollocs zu �berlassen.�</p><p>�Also Ihr kein Geld haben, um die Reise zu bezahlen. Ich nicht mal eigenen Bruder mitfahren lassen, wenn nicht bezahlen f�r Passage, besonders, wenn er bringen Trollocs her, die Reling zerhacken und Takelage kappen. Warum ich nicht sollen Euch lassen zur�ckschwimmen, wo Ihr kommen her, um loszuwerden Euch?�</p><p>�Ihr w�rdet uns doch nicht am Ufer absetzen?� sagte Mat. �Nicht, wenn dort Trollocs warten!�</p><p>�Wer sagen etwas von Ufer?� antwortete Domon trocken. Er betrachtete sie einen Moment lang und legte dann die H�nde mit den Handfl�chen nach unten auf den Tisch. �Bayle Domon sein ein vern�nftiger Mann. Ich Euch nicht �ber Bord werfen, wenn anderer Weg m�glich. Nun, ich sehen, einer von euren Lehrlingen haben Schwert. Ich brauchen gutes Schwert, und ich sein gutherziger Mann. Ihr k�nnen Passage nach Wei�br�cke daf�r haben.�</p><p>Thom �ffnete den Mund, doch Rand kam ihm zuvor. �Nein!� Tam hatte es ihm nicht gegeben, damit er es weiterverh�kerte. Er fuhr mit der Hand �ber den Griff und f�hlte nach dem Bronzereiher. Solange er es hatte, war es, als sei Tam bei ihm.</p><p>Domon sch�ttelte den Kopf. �Na ja, wenn nein, dann eben nicht. Aber Bayle Domon nicht geben freie Passage, nicht mal eigene Mutter.�</p><p>Z�gernd leerte Rand seine Taschen. Es war nicht viel, was da zum Vorschein kam: ein paar Kupferm�nzen und die Silberm�nze, die Moiraine ihm gegeben hatte. Er hielt sie dem Kapit�n hin. Einen Moment sp�ter tat Mat es ihm nach. Thom blickte b�se drein, l�chelte dann aber ganz schnell wieder, so da� Rand sich nicht sicher war, ob er sich den w�tenden Blick nur eingebildet hatte. Kapit�n Domon nahm den Jungen flink die beiden dicken Silberm�nzen aus den H�nden und holte eine kleine Waage hervor und einen klimpernden Beutel, den er in einer messingbeschlagenen Truhe hinter seinem Stuhl verstaut gehabt hatte. Er wog die M�nzen sorgf�ltig ab, lie� sie in den Beutel fallen und gab jedem einige kleine Silber- und Kupferm�nzen heraus. Vor allem Kupferm�nzen. �Bis Wei�br�cke�, sagte er und trug alles s�uberlich in eine ledergebundene Kladde ein.</p><p>�Das ist aber eine teure Fahrt nach Wei�br�cke�, murrte Thom.</p><p>�Plus Besch�digung von Schiff meiniges�, antwortete der Kapit�n gelassen. Er legte Waage und Beutel in die Truhe zur�ck und schlo� sie befriedigt. �Plus etwas f�r bringen Trollocs zu mir, da� ich nachts flu�abw�rts mu� fl�chten, obwohl da sein genug Untiefen, wo ich kann auflaufen.�</p><p>�Wie steht es mit den anderen?� fragte Rand. �Werdet Ihr sie auch mitnehmen? Sie sollten mittlerweile den Flu� ebenfalls erreicht haben, oder sie werden ihn bald erreichen, und dann werden sie die Laterne an Eurem Mast entdecken.�</p><p>Kapit�n Domons Augenbrauen hoben sich �berrascht. �Ihr etwa glauben, wir stehen still, Mann? Gl�ck stech mich, aber wir sein drei, vier Meilen flu�abw�rts von wo Ihr gekommen an Bord. Trollocs haben meine Burschen gemacht rudern sehr stark � sie Trollocs besser kennen als m�gen � und Str�mung auch helfen. Aber das nichts machen. Ich nicht wieder an Ufer, selbst wenn alte Gro�mutter sein dort. Ich vielleicht nicht mehr an Ufer, bis wir in Wei�br�cke. Ich genug haben von Trollocs auf meinen Fersen schon vor heute nacht, und ich werde vermeiden, wenn ich kann.�</p><p>Thom beugte sich interessiert vor. �Ihr habt schon zuvor Zusammenst��e mit Trollocs gehabt? In letzter Zeit?�</p><p>Domon z�gerte und musterte Thom genau, doch als er dann antwortete, klang es lediglich etwas ver�rgert. �Ich �berwintern in Saldaea, Mann. Ich nicht wollen, aber Flu� fr�h gefroren und Eis brechen auf sehr sp�t. Leute sagen, du kannst sehen Gro�e F�ule von h�chsten T�rmen in Maradon, aber ich kein Interesse daran. Ich schon vorher mal dort sein und sie immer erz�hlen, da� Trollocs einen Bauernhof oder so haben �berfallen. Aber diesen Winter jede Nacht Bauernh�fe brennen. Ja, und ganze D�rfer manchmal auch. Sie sogar kommen bis an Stadtmauer. Und nicht schlimm genug, Leute alle sagen, bedeuten da� Dunkler K�nig kommt, da� Letzte Tage angebrochen.� Er sch�ttelte sich und kratzte sich am Kopf, als habe der blo�e Gedanke seine Kopfhaut zum Jucken gebracht. �Ich nicht kann warten um kommen zur�ck, wo Leute glauben, Trollocs sein nur M�rchen. Sie glauben, Geschichte ich ihnen erz�hlen sein nur Schiffergarn.�</p><p>Rand h�rte nicht mehr weiter zu. Er starrte die Wand gegen�ber an und dachte an Egwene und die anderen. Es schien ihm einigerma�en ungerecht, da� er sich in Sicherheit an Bord der <emphasis>Gischt</emphasis> befinden sollte, w�hrend sie noch immer irgendwo da hinten in der Nacht waren. Die Kabine des Kapit�ns erschien ihm nun nicht mehr so gem�tlich.</p><p>Er war �berrascht, als Thom ihn auf die F��e zog. Der Gaukler schob Mat und ihn in Richtung Leiter und entschuldigte sich bei Kapit�n Domon f�r die Landpomeranzen. Rand kletterte wortlos hinauf.</p><p>Gleich als sie an Deck waren, sah sich Thom schnell um, ob ihn jemand belauschen konnte, und schimpfte dann: �Ich h�tte uns die Passage mit ein paar Liedern und Geschichten erkaufen k�nnen, wenn ihr beide es nicht so eilig gehabt h�ttet, Silber vorzuzeigen.�</p><p>�Da bin ich nicht so sicher�, sagte Mat. �F�r mich hat er sich ernsthaft angeh�rt, als er etwas von �in den Flu� werfen� sagte.�</p><p>Rand ging langsam hin�ber zur Reling und lehnte sich dagegen. Er blickte hinauf in den nachtdunklen Himmel. Er konnte nur Schwarz erkennen � nicht einmal ein Ufer. Eine Minute sp�ter legte Thom ihm eine Hand auf die Schulter, doch Rand r�hrte sich nicht.</p><p>�Es gibt nichts, was du tun k�nntest, Junge. Au�erdem sind sie wahrscheinlich mittlerweile in Sicherheit bei der... bei Moiraine und Lan. Kannst du dir jemand Besseres vorstellen, um sie aus allem rauszuholen?�</p><p>�Ich habe versucht, sie zu �berreden, nicht mitzukommen�, sagte Rand.</p><p>�Du hast dein Bestes gegeben, Junge. Keiner kann mehr von dir verlangen.�</p><p>�Ich sagte, ich w�rde auf sie aufpassen. Ich h�tte mich mehr anstrengen sollen.� Das Knarren der Ruder und das Summen der Takelage im Wind f�gte sich zu einer traurigen Melodie zusammen. �Ich h�tte mich mehr anstrengen sollen�, fl�sterte er.</p></section><section><title><p>21</p><p>Lausche dem Wind</p></title><p>Sonnenschein, der sich �ber den Flu� Arinelle schob, fand den Weg in die Senke nicht weit von der Uferb�schung, wo Nynaeve mit dem R�cken an den Stamm einer jungen Eiche gelehnt sa� und ruhig atmend schlief. Auch ihr Pferd schlief, den Kopf gesenkt und die Beine leicht gespreizt, wie es die Art der Pferde ist. Die Z�gel hatte sie um ihr Handgelenk gewickelt. Als der Sonnenschein auf die Augenlider des Pferdes fiel, �ffnete das Tier die Augen und hob den Kopf, wobei es einen heftigen Ruck am Z�gel gab. Nynaeve erwachte schlagartig.</p><p>Einen Augenblick lang blickte sie orientierungslos um sich und fragte sich, wo sie sei, und als sie sich dann daran erinnerte, sah sie sich noch erschrockener um. Aber sie erblickte nur die B�ume und ihr Pferd und einen Teppich alter, trockener Bl�tter am Boden der Senke. Wo der Schatten am tiefsten war, wuchsen einige der noch aus dem letzten Jahr stammenden Schattenhand-Pilze in Ringen auf einem umgest�rzten Stamm.</p><p>�Das Licht erhalte dich, Frau�, murmelte sie und lie� sich zur�cksacken, �wenn du nicht einmal eine Nacht wach bleiben kannst.� Sie band den Z�gel los und massierte beim Aufstehen ihr Handgelenk. �Du h�ttest auch im Kochtopf eines Trollocs erwachen k�nnen.�</p><p>Die abgestorbenen Bl�tter raschelten, als sie den sanften Abhang der Senke hinaufkletterte und �ber den Rand sp�hte. Nur eine Handvoll Eschen standen zwischen ihrem Standpunkt und dem Flu�. Mit ihrer rissigen Rinde und den kahlen Asten wirkten sie wie tot. Dahinter flo� der breite Strom mit seinem blaugr�nen Wasser. Leer. Nichts zu sehen. Vereinzelte Gruppen von Nadelb�umen, Tannen und auch ein paar Weiden boten dem Auge auf der anderen Seite des Flusses etwas Abwechslung. Aber es schienen dort dr�ben weniger B�ume zu wachsen als hier auf ihrer Seite. Falls Moiraine oder irgendeiner der Jungen dort dr�ben war, hatten sie sich gut versteckt. Nat�rlich gab es keinen Grund, warum sie den Flu� ausgerechnet in ihrer Sichtweite h�tten �berqueren m�ssen oder es auch nur versuchen sollten Sie konnten sich �berall befinden, zehn Meilen flu�aufw�rts oder flu�abw�rts... <emphasis>Wenn sie �berhaupt noch am Leben sind nach dieser letzten Nacht.</emphasis></p><p>Sie �rgerte sich �ber sich selbst, da� sie �berhaupt an eine solche M�glichkeit dachte, und lie� sich zur�ck in die Senke hinunterrutschen. Nicht einmal die Winternacht oder die Schlacht vor dem Erreichen von Shadar Logoth hatte sie auf die vergangene Nacht und auf dieses Ding -Mashadar � vorbereitet. Diese verzweifelte Flucht, die st�ndige Frage, ob noch jemand von den anderen am Leben sei; das Warten darauf, da� sie pl�tzlich einem Blassen oder den Trollocs von Angesicht zu Angesicht gegen�berst�nde... Sie hatte die Trollocs in einiger Entfernung knurren und schreien geh�rt, und das zitternde Schrillen der Trolloc-H�rner war ihr eisiger den R�cken hinuntergelaufen, als es der Wind je fertigbringen w�rde, aber von jenem ersten Zusammentreffen mit den Trollocs in den Ruinen abgesehen sah sie nur einmal noch welche, und das au�erhalb der Stadt. Zehn oder mehr schienen pl�tzlich � keine drei�ig Spannen weit vor ihr -aus dem Boden aufzutauchen. Sie sprangen in der gleichen Sekunde auf sie zu, heulten und schrien und schwenkten hakenbewehrte Fangstangen. Doch als sie ihr Pferd herumri�, schwiegen sie unvermittelt und hoben die Schnauzen, um die Luft zu pr�fen. Sie war zu verbl�fft, um schnell wegzureiten. Statt dessen beobachtete sie, wie die Trollocs ihr den R�cken kehrten und in der Nacht verschwanden. Und das hatte sie von allem am meisten ge�ngstigt.</p><p>�Sie kennen den Geruch von denen, die sie verfolgen�, sagte sie zu dem Pferd, als sie wieder in der Senke stand, �und ich geh�re nicht dazu. Die Aes Sedai hatte recht, wie es scheint, der Sch�fer der Nacht verschlinge sie!�</p><p>Sie entschlo� sich, flu�abw�rts zu gehen und ihr Pferd hinter sich herzuf�hren. Sie bewegte sich langsam und beobachtete aufmerksam den sie umgebenden Wald. Nur, weil die Trollocs sie letzte Nacht hatten laufen lassen, mu�te das nicht bedeuten, da� sie sie auch bei einem erneuten Zusammentreffen wieder ungeschoren lassen w�rden. Soviel Aufmerksamkeit sie auch dem Wald schenkte � noch mehr widmete sie dem Boden vor ihr. Falls die anderen im Laufe der Nacht hier durchgekommen waren, sollte sie einige Anzeichen daf�r entdecken k�nnen, die sie vom R�cken des Pferdes aus nicht sehen konnte. Vielleicht traf sie ja auch auf dieser Seite des Flusses die ganze Gruppe. Wenn sie aber niemanden fand, dann w�rde der Flu� sie irgendwann nach Wei�br�cke f�hren, und von da gab es eine Stra�e nach Caemlyn und auch bis Tar Valon, falls es sein mu�te.</p><p>Die Aussichten waren schon ziemlich niederschmetternd. Fr�her war sie noch nie weiter von Emondsfeld weggewesen als die Jungen. Taren-F�hre war ihr fremd vorgekommen; in Baerlon h�tte sie sich nur staunend umgesehen, w�re sie nicht so darauf bedacht gewesen, Egwene und die anderen zu finden. Aber sie lie� nicht zu, da� irgend etwas ihren Entschlu� ins Wanken brachte. Fr�her oder sp�ter w�rde sie Egwene und die Jungen finden, oder einen Weg, die Aes Sedai f�r alles zur Rechenschaft zu ziehen, was ihnen zustie�. Entweder das eine oder das andere, schwor sie sich.</p><p>In Abst�nden fand sie Spuren, eine ganze Menge sogar. Doch f�r gew�hnlich konnte sie beim besten Willen nicht sagen, ob diejenigen, die sie verursacht hatten, gesucht oder etwas gejagt hatten oder vielleicht selbst verfolgt wurden. Einige stammten von Stiefeln, wie sie sowohl von Menschen als auch von Trollocs getragen wurden. Andere waren Hufspuren wie von Ziegen oder Rindern; das waren nat�rlich Trollocs gewesen. Aber es gab nie ein klares Anzeichen, um sicher behaupten zu k�nnen, es stamme von einem der Gesuchten. Sie hatte vielleicht vier Meilen zur�ckgelegt, als der Wind ihr den Geruch eines Holzfeuers zuwehte. Er kam von weiter drunten am Flu�, und das Feuer konnte nicht weit entfernt sein, dachte sie. Sie z�gerte nur einen Moment lang, dann band sie das Pferd an eine Tanne, ein ganzes St�ck vom Flu� entfernt in einem kleinen, dichten Nadelgeh�lz, in dem das Tier gut verborgen war. Der Rauch konnte Trollocs bedeuten, aber der einzige Weg, das herauszufinden, war, nachzusehen. Sie bem�hte sich, nicht dar�ber nachzudenken, wozu Trollocs m�glicherweise ein Feuer ben�tzten.</p><p>Geb�ckt schlich sie sich von einem Baum zum anderen und verfluchte im Geist den Rock, den sie hochheben mu�te, um nicht h�ngenzubleiben. Kleider waren nicht f�rs Anschleichen geeignet. Ein Ger�usch von einem Pferd lie� sie ihr Tempo verlangsamen, und als sie schlie�lich vorsichtig hinter dem Stamm einer Esche hervorsp�hte, stieg gerade der Beh�ter in einer kleinen Lichtung nahe dem Ufer von seinem schwarzen Streitro�. Die Aes Sedai sa� auf einem umgest�rzten Baumstamm neben einem kleinen Feuer. Das Wasser in einem Kessel begann gerade zu kochen. Ihre wei�e Stute fra� hinter ihr das d�rftige Unkraut ab. Nynaeve blieb, wo sie war.</p><p>�Sie sind alle weg�, verk�ndete Lan ernst. �Vier Halbmenschen sind etwa zwei Stunden vor Tagesanbruch nach S�den aufgebrochen, jedenfalls soweit ich das beurteilen kann � sie hinterlassen nicht viele Spuren -, aber die Trollocs sind verschwunden. Sogar die Leichen, und die Trollocs sind nicht gerade bekannt daf�r, da� sie ihre Toten mitnehmen. Es sei denn, sie haben Hunger.�</p><p>Moiraine warf eine Handvoll von irgend etwas in das kochende Wasser und zog den Kessel vom Feuer. �Man kann noch immer darauf hoffen, da� sie nach Shadar Logoth zur�ckgegangen sind und davon verschlungen wurden, aber wahrscheinlich w�re das zuviel verlangt von unserem Gl�ck.�</p><p>Der k�stliche Duft von Tee trieb zu Nynaeve her�ber. <emphasis>Licht, hoffentlich knurrt mein Magen nicht zu laut!</emphasis></p><p>�Es gab keine klare Spur der Jungen oder der anderen. Die Spuren sind einfach zu verwischt, um genaueres zu sagen.� In ihrem Versteck l�chelte Nynaeve; wenn der Beh�ter nichts herausgefunden hatte, war das Labsal auf ihre Wunden. �Aber etwas anderes ist wichtig, Moiraine�, fuhr Lan mit ernster Miene fort. Er lehnte das Angebot einer Tasse Tee von der Aes Sedai mit einer Handbewegung ab und begann, vor dem Feuer auf- und abzulaufen, eine Hand auf seinem Schwertknauf und mit einem bei jeder Drehung die Farbe �ndernden Umhang. �Ich kann ja noch Trollocs im Gebiet der Zwei Fl�sse akzeptieren, sogar hundert davon. Aber dies hier? Gestern m�ssen beinahe tausend an der Jagd auf uns beteiligt gewesen sein!�</p><p>�Wir hatten Gl�ck, da� nicht alle dablieben und in Shadar Logoth nach uns suchten. Die Myrddraal m�ssen Zweifel gehabt haben, da� wir uns gerade dort verbergen w�rden, aber sie hatten sicher auch Angst davor, nach Shayol Ghul zur�ckzukehren, ohne zuvor jede noch so kleine M�glichkeit untersucht zu haben. Der Dunkle K�nig war noch nie f�r seine Nachsicht bekannt.�</p><p>�Versuche nicht, auszuweichen. Du wei�t, was ich sagen will. Wenn diese tausend Trollocs hier waren, h�tte er sie auch zu den Zwei Fl�ssen schicken k�nnen. Warum tat er das nicht? Es gibt nur eine m�gliche Antwort. Sie wurden erst ausgesandt, als wir den Taren �berquert hatten und er wu�te, da� ein Myrddraal und hundert Trollocs nicht ausreichten. Wie? Wie wurden sie hierher ausgesandt? Wenn tausend Trollocs von der Gro�en F�ule aus so schnell und ungesehen so weit nach S�den gebracht werden k�nnen � ganz zu schweigen davon, da� sie genauso schnell wieder weggeholt werden k�nnen -, kann er dann nicht auch zehntausend ins Herz von Saldaea oder Arafel oder Schienar schicken? Die Grenzlande w�ren innerhalb eines Jahres �berrannt.�</p><p>�Die ganze Welt wird in f�nf Jahren �berrannt, wenn wir diese Jungen nicht finden�, sagte Moiraine ganz einfach. �Mir bereitet diese Frage auch Kopfzerbrechen, aber ich kenne die Antwort nicht. Die Wege des Geistes sind geschlossen, und seit der Zeit des Wahns hat es keine Aes Sedai mehr gegeben, die stark genug war, um auf diesem Weg zu reisen. Falls nicht eine der Verlorenen im Spiel ist � was das Licht verh�ten m�ge, jetzt und f�r immer -, gibt es immer noch niemanden, der das kann. Und au�erdem glaube ich nicht, da� selbst alle Verlorenen zusammen tausend Trollocs auf einmal bef�rdern k�nnten. La� uns versuchen, die Probleme zu l�sen, denen wir uns hier und jetzt gegen�bersehen; alles andere mu� warten.�</p><p>�Die Jungen.� Es war nicht als Frage gemeint.</p><p>�Ich war nicht unt�tig, w�hrend du weg warst. Einer ist auf der anderen Seite des Flusses und lebt. Was die anderen betrifft, so gab es flu�abw�rts eine schwache Spur, aber die verflog, als ich sie fand. Die Verbindung war schon Stunden vor Beginn meiner Suche abgebrochen.�</p><p>Hinter ihrem Baum zusammengekauert, zog Nynaeve verwirrt die Stirn in Falten. Lan h�rte mit dem Herumlaufen auf. �Glaubst du, da� die Halbmenschen, die nach S�den zogen, sie gefangen haben?�</p><p>�Vielleicht.� Moiraine go� sich eine Tasse Tee ein, bevor sie weitersprach. �Aber ich wehre mich gegen die M�glichkeit, da� sie tot sein k�nnten. Ich kann das nicht glauben. Ich wage es nicht. Du wei�t, wieviel auf dem Spiel steht. Ich mu� diese jungen M�nner haben. Nat�rlich erwarte ich, da� Shayol Ghul sie jagt. Auch eine Opposition innerhalb des Wei�en Turms erwarte ich, genauso wie Widerstand selbst vom Amyrlin-Sitz. Es wird immer Aes Sedai geben, die nur eine L�sung akzeptieren. Aber... � Pl�tzlich stellte sie ihre Tasse weg und richtete sich mit einer Grimasse auf. �Wenn du den Wolf zu scharf beobachtest�, stellte sie fest, �dann bei�t dich eine Maus in den Fu�.� Und damit sah sie genau den Baum an, hinter dem sich Nynaeve versteckte. �Frau al'Meara, Ihr k�nnt nun herauskommen, wenn Ihr w�nscht.�</p><p>Nynaeve stand auf und klopfte sich hastig abgestorbene Bl�tter vom Kleid. Lan war herumgewirbelt und hatte den Baum angesehen, sobald Moiraines Blick her�bergewandert war. Er hatte sein Schwert in der Hand, bevor sie Nynaeves Namen noch ausgesprochen hatte. Nun steckte er es etwas unbeherrschter als notwendig in die Scheide zur�ck. Sein Gesicht war beinahe so ausdruckslos wie immer, doch Nynaeve glaubte, im Ausdruck seines Mundes einen Hauch von �rger �ber sich selbst erkennen zu k�nnen. Sie f�hlte ein wenig Befriedigung; zumindest hatte der Beh�ter nicht gemerkt, da� sie dagewesen war.</p><p>Die Befriedigung hielt sich allerdings nur einen Moment lang. Sie wandte ihren Blick Moiraine zu und ging zielbewu�t zu ihr hin. Sie wollte k�hl und beherrscht bleiben, doch ihre Stimme zitterte vor Zorn. �In was habt Ihr Egwene und die Jungen da hineingezogen? F�r welche schmutzige Aes Sedai-Intrige wollt Ihr sie ben�tzen?�</p><p>Die Aes Sedai nahm ihre Tasse und schlurfte gelassen ihren Tee. Als Nynaeve ihr allerdings zu nahe kam, streckte Lan einen Arm aus und hinderte sie am Weitergehen. Sie versuchte, das Hindernis beiseitezuschieben, und war �berrascht, als sich der Arm des Beh�ters nicht mehr bewegte, als es der Ast einer Eiche getan h�tte. Sie war nicht schwach, doch seine Muskeln schienen wie aus Eisen.</p><p>�Tee?� bot ihr Moiraine an.</p><p>�Nein, ich will keinen Tee. Ich w�rde Euren Tee nicht trinken, und wenn ich vor Durst st�rbe. Ihr werdet keine Leute aus Emondsfeld f�r Eure schmutzigen Aes Sedai-Pl�ne mi�brauchen!�</p><p>�Ihr solltet lieber nicht soviel reden, Seherin.� Moiraine zeigte mehr Interesse an ihrem hei�en Tee als an dem, was sie sagte. �Ihr k�nnt schlie�lich selbst die Eine Macht auf gewisse Weise anwenden.�</p><p>Nynaeve dr�ckte wieder gegen Lans Arm. Der r�hrte sich noch immer nicht, und so entschlo� sie sich, ihn zu ignorieren. �Warum behauptet Ihr nicht gleich, ich sei ein Trolloc?�</p><p>Moiraines L�cheln war so �berlegen, da� Nynaeve sie am liebsten geschlagen h�tte. �Glaubt Ihr, ich kann mich Auge in Auge einer Frau gegen�bersehen, die die Wahre Quelle ber�hren und die Eine Macht lenken kann � wenn auch nur manchmal � ohne zu merken, was sie ist? Genau wie Ihr Egwenes F�higkeiten f�hlen konntet. Wieso, glaubt Ihr, habe ich gewu�t, da� Ihr hinter jenem Baum standet? Wenn ich nicht abgelenkt gewesen w�re, h�tte ich es schon in dem Moment gef�hlt, als Ihr n�her kamt. Ihr seid ganz sicher kein Trolloc, denn ich f�hle das B�se des Dunklen K�nigs, wenn es nahe ist. Also, was kann ich sonst gef�hlt haben, Nynaeve al'Meara, Seherin von Emondsfeld und unbewu�te Lenkerin der Einen Macht?�</p><p>Lan sah mit einem Ausdruck auf Nynaeve herunter, der ihr nicht gefiel; �berrascht und absch�tzend, so schien es ihr, obwohl sich an seinem Gesicht nichts ver�ndert hatte als nur der Ausdruck seiner Augen. Egwene war etwas Besonderes, das hatte sie immer schon gewu�t. Egwene w�rde eine feine Seherin abgeben. <emphasis>Sie arbeiten zusammen,</emphasis> dachte sie, <emphasis>um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen.</emphasis> �Ich werde mir das nicht l�nger anh�ren. Ihr... �</p><p>�Ihr m��t zuh�ren�, sagte Moiraine nachdr�cklich. �Ich vermutete das schon in Emondsfeld, bevor ich Euch traf. Die Leute erz�hlten mir, wie verst�rt ihre Seherin sei, da� sie den harten Winter und den sp�ten Fr�hling nicht vorhergesehen hatte. Sie sagten mir, wie gut sie �blicherweise das Wetter und die Ernte vorhersagen k�nne. Sie sagten mir, wie wunderbar ihre Heilmittel seien, wie sie manchmal Verletzungen heilte, die sonst einen Kr�ppel aus dem Betroffenen machen w�rden; dank ihrer Hilfe sehe man kaum eine Narbe, kein Hinken oder Zucken. Das einzig Negative, das ich �ber Euch h�rte, kam von einigen, die Euch f�r zu jung f�r diese Verantwortung hielten, und das best�rkte nur meinen Verdacht. So jung und schon solche F�higkeiten!�</p><p>�Frau Barran hat mich gut unterrichtet.� Sie versuchte, Lan anzusehen, doch dessen Blick machte sie immer noch unsicher. Also blickte sie �ber den Kopf der Aes Sedai hinweg zum Flu� hin�ber. <emphasis>Wie k�nnen die im Dorf es wagen, vor einer Ausl�nderin solchen Klatsch auszubreiten!</emphasis> �Wer behauptete, ich sei zu jung?� wollte sie wissen.</p><p>Moiraine l�chelte, lie� sich aber nicht ablenken. �Im Gegensatz zu den meisten Frauen, die behaupten, sie k�nnten aus dem Wind lesen, k�nnt Ihr das wirklich manchmal. Oh, nat�rlich hat das nichts mit dem Wind zu tun. Ihr f�hlt die Kr�fte von Luft und Wasser. Ihr brauchtet darin nicht unterrichtet zu werden; es ist Euch angeboren, genau wie bei Egwene. Doch Ihr habt gelernt, damit umzugehen, und das steht ihr noch bevor. Zwei Minuten, nachdem ich Euch erstmals gegen�berstand, wu�te ich Bescheid. Erinnert Ihr euch daran, wie ich Euch pl�tzlich fragte, ob Ihr die Seherin seid? Warum habe ich das wohl getan? Es gab nichts, woran man Euch von jeder anderen h�bschen jungen Frau h�tte unterscheiden k�nnen, die sich f�r das Fest zurechtmachte. Obwohl ich eine junge Seherin erwartet hatte, dachte ich doch, sie sei wenigstens um die H�lfte �lter als Ihr.�</p><p>Nynaeve erinnerte sich nur zu gut an dieses Zusammentreffen: diese Frau, selbstbewu�ter im Auftreten als jedes Mitglied des Frauenzirkels, in einem sch�neren Kleid, als sie jemals eines gesehen hatte, und dann sprach sie sie als �Kind� an. Und dann hatte Moiraine pl�tzlich ganz �berrascht dreingeschaut und aus dem Blauen heraus die Frage gestellt...</p><p>Sie fuhr sich mit der Zunge �ber die trockenen Lippen. Beide sahen sie an. Das Gesicht des Beh�ters war undurchschaubar wie ein Stein, w�hrend das der Aes Sedai bei aller Eindringlichkeit Sympathie verriet. Nynaeve sch�ttelte den Kopf. �Nein! Nein, das ist unm�glich. Ich w�rde es wissen. Ihr versucht nur, mich hereinzulegen, und damit habt ihr bei mir sicher keinen Erfolg.�</p><p>�Nat�rlich wi�t Ihr nichts davon�, sagte Moiraine beruhigend. �Wie solltet Ihr das auch nur vermuten? Euer ganzes Leben lang habt Ihr nur davon geh�rt, dem Wind zu lauschen. Au�erdem � Ihr w�rdet noch eher vor allen Emondsfeldern behaupten, Ihr seid ein Schattenfreund, als auch nur Euch selbst einzugestehen � und wenn es auch nur im letzten Hinterst�bchen Eures Verstands w�re -, da� Ihr etwas mit der Einen Macht oder den gef�rchteten Aes Sedai zu tun habt.� Etwas wie Belustigung huschte �ber Moiraines Gesicht. �Aber ich kann Euch sagen, wie alles begann.�</p><p>�Ich will Eure L�gen nicht mehr h�ren�, sagte sie, aber die Aes Sedai fuhr einfach fort.</p><p>�Vielleicht war es vor acht oder zehn Jahren � das Alter ist unterschiedlich, doch es kommt immer in der Jugend -, da gab es etwas, das Ihr unbedingt wolltet, mehr als alles in der Welt, etwas, das Ihr brauchtet. Und Ihr habt es bekommen. Ein Ast, der pl�tzlich herunterfiel, so da� Ihr Euch daran aus einem See ziehen konntet, anstatt zu ertrinken. Ein Freund oder ein Haustier, das wieder gesund wurde, obwohl jeder geglaubt hatte, es werde sterben...</p><p>Zu der Zeit habt Ihr nichts weiter gef�hlt, doch eine Woche oder zehn Tage sp�ter kam die Reaktion auf Eure erste Ber�hrung mit der Wahren Quelle. Vielleicht war es Fieber oder Sch�ttelfrost, was Euch pl�tzlich ans Bett fesselte und dann, nach nur ein paar Stunden, wieder verschwand. Keine der Reaktionen, und da gibt es eine ganze Reihe von M�glichkeiten, dauert l�nger als ein paar Stunden. Kopfschmerzen und ein taubes Gef�hl im Kopf und freudige Erregung, alles durcheinander, und Ihr riskiert irgend etwas ganz Dummes oder bewegt Euch taumelnd, schwindlig. �berhaupt dieses Schwindelgef�hl: Ihr seid bei jeder Bewegung herumgetaumelt und gestolpert und habt keinen vollst�ndigen Satz herausgebracht, sondern nur gelallt. Es gibt noch mehr Anzeichen. Erinnert Ihr Euch?�</p><p>Nynaeve sackte zu Boden. Ihre Beine trugen sie nicht mehr. Sie erinnerte sich an alles, und trotzdem sch�ttelte sie den Kopf. Es mu�te Zufall sein. Oder hatte Moiraine in Emondsfeld noch mehr herumgefragt, als sie dachte? Die Aes Sedai hatte eine Menge Fragen gestellt. Das mu�te es sein. Lan bot ihr seine Hand, doch sie bemerkte es noch nicht einmal.</p><p>�Ich gehe noch weiter�, sagte Moiraine, als Nynaeve schwieg. �Ihr habt die Macht einmal ben�tzt, um entweder Perrin oder Egwene zu heilen. Eine Verbindung ist entstanden. Ihr k�nnt die Gegenwart eines Menschen f�hlen, den Ihr geheilt habt. In Baerlon seid Ihr geradewegs zum Hirsch und L�wen gekommen, obwohl es keineswegs die n�chste Schenke an einem der Tore war, durch das Ihr die Stadt betreten konntet. Von den Emondsfeldern waren nur Perrin und Egwene bei Eurer Ankunft in der Schenke. War es Perrin oder Egwene? Oder beide?�</p><p>�Egwene�, murmelte Nynaeve. Sie hatte es immer f�r gegeben erachtet, da� sie manchmal wu�te, wer sich ihr n�herte, auch wenn sie die Person noch nicht sehen konnte. Bis jetzt war es ihr nie in den Sinn gekommen, da� es immer jemand war, den sie auf wunderbare Weise geheilt hatte. Und sie hatte auch immer gewu�t, wenn ein Medikament �ber alle Erwartungen gut anschlagen w�rde, war sich immer sicher gewesen, wenn sie behauptete, eine Ernte werde besonders gut ausfallen oder der Regen werde diesmal fr�her oder sp�ter eintreffen. So mu�te es doch sein, dachte sie. Nicht alle Seherinnen konnten dem Wind lauschen, aber die besten schon. Das hatte Frau Barran immer gesagt, und sie hatte hinzugef�gt, Nynaeve werde zu den Besten geh�ren.</p><p>�Sie hatte Wundfieber.� Sie sprach mit gesenktem Kopf. �Ich war immer noch Frau Barrans Lehrling, und sie lie� mich �ber Egwene wachen. Ich war jung und wu�te nicht, da� die Seherin alles gut im Griff hatte. Es ist furchtbar, jemanden mit Wundfieber zu beobachten. Das Kind war schwei�gebadet, st�hnte und wand sich, bis ich kaum noch verstand, warum ich ihre Knochen nicht brechen h�ren konnte. Frau Barran hatte mir gesagt, das Fieber werde in einem, h�chstens zwei Tagen nachlassen, doch ich glaubte, sie habe mich nur tr�sten wollen. Ich glaubte, Egwene l�ge im Sterben. Ich hatte sie manchmal beaufsichtigt, als sie noch ein Kleinkind war und wenn ihre Mutter weg mu�te, und so begann ich zu weinen, weil ich sie nicht sterben sehen wollte. Als Frau Barran eine Stunde sp�ter wiederkam, war das Fieber weg. Sie war �berrascht und k�mmerte sich mehr um mich als um Egwene. Ich dachte immer, sie glaubte, ich habe dem Kind etwas gegeben und traute mich nicht, es zuzugeben. Ich dachte immer, sie wolle mich beruhigen und mir klarmachen, da� ich Egwene nicht geschadet hatte. Eine Woche sp�ter kippte ich in ihrem Wohnzimmer um, zitterte und gl�hte abwechselnd. Sie brachte mich ins Bett, doch beim Abendessen war alles wieder in Ordnung.�</p><p>Sie lie� den Kopf in die H�nde fallen, als sie fertig war. <emphasis>Die Aes Sedai hat ein gutes Beispiel gew�hlt,</emphasis> dachte sie. <emphasis>Das Licht verbrenne sie! Die Macht wie eine Aes Sedai ben�tzen! Eine schmutzige, Schattenfreund-Aes Sedai!</emphasis></p><p>�Ihr habt viel Gl�ck gehabt�, sagte Moiraine, und Nynaeve setzte sich mit einem Ruck auf. Lan drehte sich weg, als ginge ihn das, wor�ber sie sprachen, nichts an, und machte sich an Mandarbs Sattel zu schaffen. Er sah nicht einmal zu ihnen her�ber.</p><p>�Gl�ck!�</p><p>�Ihr habt eine grobe Kontrolle �ber Eure Kr�fte erlangt, auch wenn die Ber�hrung der Wahren Quelle noch immer in unregelm��igen Abst�nden erfolgt. Wenn Ihr das nicht geschafft h�ttet, w�rt Ihr irgendwann daran gestorben. So, wie es Egwene umbringen wird, wenn Ihr es schafft, sie davon abzuhalten, da� sie Tar Valon erreicht.�</p><p>�Wenn ich lernte, die Gabe zu kontrollieren... � Nynaeve schluckte schwer. Das war, als g�be sie erneut zu, alles das tun zu k�nnen, was die Aes Sedai behauptete. �Wenn ich lernte, es zu kontrollieren, dann kann sie das auch. Sie mu� deswegen nicht nach Tar Valon gehen und sich in Eure Intrigen verwickeln lassen.�</p><p>Moiraine sch�ttelte bed�chtig den Kopf. �Die Aes Sedai suchen genauso dringend nach M�dchen, die die Wahre Quelle ohne Hilfe ber�hren k�nnen, wie auch nach M�nnern mit der gleichen F�higkeit. Es ist nicht der Wunsch, unsere Anzahl zu vergr��ern � oder zumindest nicht nur das � und auch nicht die Angst, da� diese Frauen die Macht mi�brauchen werden. Die geringe Kontrolle �ber die Macht, die sie erlangen k�nnen, wenn das Licht auf sie scheint, reicht kaum aus, um viel Schaden anzurichten, besonders weil die wirkliche Ber�hrung der Quelle von ihnen ohne Lehrer nicht bewu�t gemeistert werden kann und nur wahllos erfolgt. Und nat�rlich leiden sie nicht an dem Wahn, der die M�nner zu b�sen oder verr�ckten Taten treibt. Wir wollen ihre Leben retten. Die Leben jener, die niemals eine wirksame Kontrolle erlangen.�</p><p>�Das Fieber und der Sch�ttelfrost, die ich hatte, k�nnten niemanden t�ten�, beharrte Nynaeve. �Nicht in drei oder vier Stunden. Ich habe auch die anderen Wirkungen erlebt, und auch sie w�rden niemanden umbringen. Und nach ein paar Monaten h�rte alles auf. Wie steht es damit?�</p><p>�Das waren nur Reaktionen�, sagte Moiraine geduldig. �Jedesmal kommt die Reaktion schneller nach der Ber�hrung der Quelle, bis beides fast gleichzeitig geschieht. Danach gibt es keine weiteren sichtbaren Reaktionen, aber es ist, als habe eine Uhr zu ticken angefangen. Ein Jahr. Zwei Jahre. Ich kenne eine Frau, bei der es f�nf Jahre dauerte. Von vieren, die diese angeborene F�higkeit haben wie Ihr und Egwene, sterben drei, falls wir sie nicht finden und ausbilden. Ihr Tod ist nicht so furchterregend wie bei den M�nnern, aber sch�n ist er nicht, falls man �berhaupt einen Tod sch�n nennen kann. Kr�mpfe. Schreien. Es dauert Tage, und wenn es einmal begonnen hat, kann man nichts mehr dagegen tun, nicht einmal alle Aes Sedai in Tar Valon gemeinsam.�</p><p>�Ihr l�gt! Alle diese Fragen in Emondsfeld. Ihr habt von Egwenes Heilung und meinem Fieber und Sch�ttelfrost geh�rt! Ihr habt alles erfunden!�</p><p>�Ihr wi�t genau, da� das nicht stimmt�, sagte Moiraine sanft.</p><p>Z�gernd, eingesch�chterter als je zuvor in ihrem Leben, nickte Nynaeve. Es war ein letzter starrk�pfiger Versuch gewesen, zu leugnen, was eigentlich klar war, und so was ist niemals gut, so unangenehm die Wahrheit auch sein mag. Frau Barrans erstes Lehrm�dchen war so gestorben, wie die Aes Sedai es beschrieben hatte, als Nynaeve noch mit Puppen spielte, und in Devenritt war es vor nur wenigen Jahren einer jungen Frau ebenso ergangen. Auch sie war Lehrm�dchen bei einer Seherin gewesen, eine, die dem Wind lauschen konnte.</p><p>�Ich glaube, Ihr habt gro�e F�higkeiten�, fuhr Moiraine fort. �Richtig gef�hrt, k�nntet Ihr m�glicherweise noch m�chtiger werden als Egwene, und ich denke, aus Ihr kann schon eine der m�chtigsten Aes Sedai werden, die es in den letzten Jahrhunderten gegeben hat.�</p><p>Nynaeve zuckte vor der Aes Sedai zur�ck wie vor einer Giftschlange. �Nein! Ich will nichts zu tun haben mit... � <emphasis>Womit? Mir selbst?</emphasis> Sie sank zur�ck, und ihre Stimme wurde unsicher. �Ich m�chte Euch bitten, niemandem davon zu erz�hlen. Bitte!� Das Wort blieb ihr beinahe im Hals stecken. Ihr w�re es lieber gewesen, Trollocs w�ren gekommen, als da� sie zu dieser Frau �bitte� sagen mu�te. Aber Moiraine nickte nur zustimmend, und etwas von ihrem Kampfgeist kehrte wieder. �Nichts von dem allen erkl�rt, was Ihr mit Rand, Mat und Perrin anfangen wollt.�</p><p>�Der Dunkle K�nig will sie haben�, antwortete Moiraine. �Wenn der Dunkle K�nig etwas haben will, stelle ich mich dagegen. Kann es einen einfacheren oder besseren Grund geben?� Sie trank den Rest Tee aus und blickte Nynaeve �ber den Rand ihrer Tasse hinweg an. �Lan, wir m�ssen aufbrechen. Nach S�den, denke ich. Ich f�rchte, die Seherin wird uns nicht begleiten.�</p><p>Nynaeves Mund zog sich zu einer schmalen Linie zusammen, als sie h�rte, wie die Aes Sedai das Wort �Seherin� betonte, so, als ob sie den gro�en Dingen den R�cken kehrte und etwas Unbedeutendes vorzog. <emphasis>Sie will mich nicht dabei haben. Sie versucht mich abzuschrecken, so da� ich heimgehe und sie ihr �berlasse.</emphasis> �O ja, ich gehe mit Euch. Ihr k�nnt mich nicht davon abhalten.�</p><p>�Niemand wird Euch davon abhalten�, sagte Lan, als er wieder zu ihnen stie�. Er leerte den Teekessel �ber dem Feuer aus und stocherte mit einem Stock in der Asche herum. �Ein Teil des Musters?� fragte er Moiraine.</p><p>�Vielleicht�, sagte sie gedankenverloren. �Ich h�tte noch mal mit Min sprechen sollen.�</p><p>�Ihr seht, Nynaeve, Ihr seid uns willkommen.� Lan z�gerte kurz, als er ihren Namen sagte � da war eine Andeutung eines unausgesprochenen �Sedai� zu bemerken.</p><p>Nynaeve, die es als Spott auffa�te, schnaubte vor Wut, auch weil sie so vor ihr �ber Dinge sprachen, von denen sie nichts wu�te, ohne ihr die H�flichkeit einer Erkl�rung angedeihen zu lassen, doch sie wollte ihnen nicht den Gefallen tun, danach zu fragen. Der Beh�ter fuhr mit den Vorbereitungen f�r den Aufbruch fort. Seine Bewegungen waren sparsam, doch sicher und schnell, so da� er bald fertig war. Satteltaschen, Decken und alles andere waren hinter den S�tteln von Mandarb und Aldieb festgeschnallt.</p><p>�Ich werde Euer Pferd holen�, sagte er zu Nynaeve, als er den letzten Gurt angezogen hatte.</p><p>Er ging die B�schung hinauf, und sie erlaubte sich ein kleines L�cheln. Nachdem sie ihn unentdeckt beobachtet hatte, versuchte er nun, ohne Hilfe ihr Pferd zu finden. Er w�rde merken, da� sie wenig Spuren hinterlie�, wenn sie jemanden belauerte. Es w�re ein Vergn�gen, ihn mit leeren H�nden zur�ckkommen zu sehen.</p><p>�Warum nach S�den?� fragte sie Moiraine. �Ich h�rte Euch sagen, einer der Jungen sei auf der anderen Seite des Flusses. Woher wi�t Ihr das?�</p><p>�Ich gab jedem der Jungen eine M�nze. Das schuf eine Art von Verbindung zwischen ihnen und mir. Solange sie am Leben sind und diese M�nze bei sich tragen, werde ich in der Lage sein, sie zu finden.� Nynaeves Blick wanderte in die Richtung, in die der Beh�ter gegangen war, und Moiraine sch�ttelte den Kopf. �Nicht so. Es erlaubt mir nur herauszufinden, ob sie noch am Leben sind, und sie zu finden, falls wir getrennt werden. Eine wichtige Vorsichtsma�nahme unter den gegebenen Umst�nden, findet Ihr nicht auch?�</p><p>�Mir gef�llt nichts, was Euch mit jemandem aus Emondsfeld verbindet�, sagte Nynaeve stur. �Aber wenn es uns hilft, sie zu finden... �</p><p>�Es wird. Wenn ich k�nnte, w�rde ich zuerst den jungen Mann von der anderen Seite des Flusses aufgabeln.� Einen Moment lang pr�gte Entt�uschung die Stimme der Aes Sedai. �Er befindet sich nur ein paar Meilen von uns entfernt. Aber ich kann mir den Zeitaufwand einfach nicht leisten. Er sollte den Weg nach Wei�br�cke jetzt, wo die Trollocs fort sind, in Sicherheit zur�cklegen k�nnen. Die beiden, die sich flu�abw�rts bewegen, brauchen vielleicht meine Hilfe n�tiger. Sie haben ihre M�nzen verloren, und Myrddraal verfolgen sie entweder oder versuchen, uns in Wei�br�cke abzufangen.� Sie seufzte. �Ich mu� das N�tigste zuerst erledigen.�</p><p>�Die Myrddraal k�nnten... k�nnten sie get�tet haben�, sagte Nynaeve. Moiraine sch�ttelte leicht den Kopf und verwarf den Gedanken, als sei er zu unbedeutend, um ihm Beachtung zu schenken. Nynaeves Mund verzog sich. �Und wo ist dann Egwene? Ihr habt sie nicht einmal erw�hnt.�</p><p>�Ich wei� es nicht�, gab Moiraine zu, �aber ich hoffe, sie ist in Sicherheit.�</p><p>�Ihr wi�t es nicht? Ihr hofft? All das Gerede dar�ber, ihr Leben zu retten, indem Ihr sie nach Tar Valon bringt, und nun k�nnte sie genausogut auch schon tot sein!�</p><p>�Ich k�nnte nach ihr suchen und damit den Myrddraal mehr Zeit geben, bevor ich ankomme und den beiden jungen M�nnern helfe, die nach S�den unterwegs sind. Der Dunkle K�nig sucht nach ihnen, nicht nach ihr. Sie w�rden sich nicht um Egwene k�mmern, solange ihre wirkliche Beute ungefangen bleibt.�</p><p>Nynaeve erinnerte sich an ihr eigenes Zusammentreffen, doch sie weigerte sich, den Sinn von Moiraines Worten anzuerkennen. �Also ist das Beste, was Ihr mir bieten k�nnt, da� sie vielleicht noch am Leben ist, wenn sie Gl�ck hatte. Lebendig, vielleicht allein, ver�ngstigt, sogar verletzt, Tage vom n�chsten Dorf oder von Hilfe entfernt, au�er eben von uns. Und Ihr plant, sie im Stich zu lassen.�</p><p>�Genausogut k�nnte sie sich auch in Sicherheit bei dem Jungen auf der anderen Seite befinden. Oder auf dem Weg nach Wei�br�cke mit den beiden anderen. In jedem Fall befinden sich keine Trollocs mehr hier, die sie bedrohen, und sie ist stark und intelligent und durchaus in der Lage, notfalls allein nach Wei�br�cke zu gelangen. Wollt Ihr lieber hierbleiben, weil sie m�glicherweise Hilfe braucht, oder versuchen, denen zu helfen, von denen wir wissen, da� sie in Not sind? Wollt Ihr, da� ich sie suche, anstatt mich um die Jungen � und auch um die Myrddraal, die sie auf jeden Fall verfolgen � zu k�mmern? So sehr ich auch hoffe, Nynaeve, da� Egwene in Sicherheit ist, so gilt mein Kampf doch dem Dunklen K�nig, und das bestimmt jetzt meinen Weg.�</p><p>Moiraine verlor nie die Ruhe, w�hrend sie die schrecklichen Alternativen schilderte. Nynaeve h�tte sie anschreien k�nnen. Sie schluckte Tr�nen hinunter und drehte das Gesicht weg, so da� die Aes Sedai es nicht sehen konnte. <emphasis>Licht, man erwartet von einer Seherin, da� sie sich um all die ihr anvertrauten Menschen k�mmert. Warum stehe ich vor einer solchen Wahl?</emphasis></p><p>�Lan ist wieder da�, sagte Moiraine, erhob sich und zog sich den Umhang �ber.</p><p>Es war nur ein kleiner Schlag f�r Nynaeve, als der Beh�ter ihr Pferd aus dem W�ldchen f�hrte. Trotzdem hatte sie ganz schmale Lippen, als er ihr die Z�gel reichte. Es h�tte ihre Laune wenigstens ein kleines bi�chen verbessert, wenn auf seinem Gesicht nur eine Spur von �rger bemerkbar gewesen w�re, anstatt dieser unertr�glichen, steinernen Ruhe. Seine Augen weiteten sich, als er ihr Gesicht sah, und sie wandte ihm den R�cken zu, um sich die Tr�nen von den Wangen zu wischen. <emphasis>Wie kann er sich �ber mein Weinen lustig machen!</emphasis></p><p>�Kommt Ihr jetzt, Seherin?� fragte Moiraine k�hl.</p><p>Sie warf einen letzten langen Blick auf den Wald und fragte sich, ob Egwene dort drau�en sei, bevor sie traurig auf ihr Pferd stieg. Lan und Moiraine waren bereits aufgesessen und richteten ihre Pferde nach S�den aus. Sie folgte mit steifem R�cken und weigerte sich, noch einmal zur�ckzusehen. Statt dessen behielt sie Moiraine im Auge. Die Aes Sedai hatte soviel Vertrauen in ihre Kr�fte und ihre Pl�ne, dachte sie, aber wenn sie Egwene und die Jungen nicht f�nden, alle, lebendig und unversehrt, dann w�rde all ihre Kraft nicht reichen, um sie zu besch�tzen. Nicht einmal ihre Macht. Ich kann sie auch ben�tzen, Frau! Das habt Ihr mir selbst gesagt. Ich kann sie gegen Euch ben�tzen!</p></section><section><title><p>22</p><p>Der eingeschlagene Weg</p></title><p>In einem kleinen Hain, bedeckt von in der Dunkelheit grob zurechtgeschnittenen Zedernzweigen, schlief Perrin bis lang nach Sonnenaufgang. Es waren die Zedernnadeln, die durch seine immer noch feuchte Kleidung hindurchpieksten, die schlie�lich auch seine Ersch�pfung durchdrangen und ihn weckten. Direkt aus einem Traum von Emondsfeld gerissen � er hatte in Meister Luhhans Schmiede gearbeitet -, �ffnete er die Augen und blickte verst�ndnislos auf die s�� duftenden Zweige, die �ber seinem Gesicht lagen und durch die nun Sonnenschein hereinblinzelte.</p><p>Die meisten Zweige fielen herunter, als er sich �berrascht aufsetzte, aber ein paar blieben auch an seinen Schultern und sogar an seinem Kopf h�ngen, was ihn selbst wie eine Art Baum aussehen lie�. Emondsfeld verbla�te mit der R�ckkehr der Erinnerung, die ihn mit solcher Lebhaftigkeit �berfiel, da� die vergangene Nacht einen Moment lang realer wirkte als seine jetzige Umgebung.</p><p>Keuchend und verwirrt kramte er in dem Haufen Zweige nach seiner Axt. Er packte sie mit beiden H�nden und sah sich vorsichtig um, wobei er sogar die Luft anhielt. Nichts bewegte sich. Der Morgen war kalt und ruhig. Falls sich auf der Ostseite des Arinelle Trollocs befanden, dann waren sie nicht unterwegs, zumindest nicht in seiner N�he. Er holte tief Luft, um sich zu beruhigen, senkte die Axt auf Knieh�he und wartete einen Moment, bis sein Herz nicht mehr so h�mmerte.</p><p>Der kleine Nadelholzhain, der ihn umgab, hatte ihm vergangene Nacht das erste Obdach geboten, das er finden konnte. Es war so d�rftig, da� es kaum Schutz vor Beobachtern bot, wenn er aufstand. Er pfl�ckte sich die Zweige von Kopf und Schultern, schob den Rest seiner stachligen �Decke� zur Seite und krabbelte auf allen vieren zum Rand des Hains. Dort lag er, beobachtete das Ufer und kratzte sich, wo ihn die Nadeln gepiekst hatten.</p><p>Der schneidende Wind der Nacht hatte sich so weit gelegt, da� nur noch eine leichte Brise wehte, die kaum die Wasseroberfl�che bewegte. Der Flu� str�mte ruhig und glatt vorbei. Und breit. Sicherlich war er zu breit und tief f�r die Blassen, so da� sie ihn nicht �berqueren konnten. Das gegen�berliegende Ufer wirkte wie eine solide Wand aus B�umen, so weit er flu�aufw�rts und flu�abw�rts sehen konnte. Innerhalb seiner Sichtweite bewegte sich dort absolut nichts.</p><p>Er war sich nicht sicher, was er davon zu halten hatte. Er konnte ganz gut ohne die Gesellschaft von Trollocs und Blassen auskommen, selbst auf der anderen Flu�seite, aber seine Sorgen w�rden sich im Nu verfl�chtigen, wenn die Aes Sedai oder der Beh�ter oder noch besser einer seiner Freunde dort auftauchten. <emphasis>Wenn W�nschen Fl�gel w�chsen, w�rden Schafe fliegen.</emphasis> Das hatte Frau Luhhan immer gesagt.</p><p>Er hatte kein Lebenszeichen seines Pferdes entdeckt, seit er �ber die Klippe geritten war � er hoffte, da� es den Flu� sicher durchschwommen hatte -, aber er war sowieso mehr ans Laufen gew�hnt als ans Reiten, und seine Stiefel waren stabil und hatten gute Sohlen. Er hatte nichts zu essen, trug jedoch seine Schleuder noch an der H�fte und au�erdem die Fangschlinge in der Tasche. Da war doch sicher bald ein Kaninchen f�llig. Alles, womit er ein Feuer h�tte entz�nden k�nnen, war mit seinen Satteltaschen verschwunden, doch aus den Zedern w�rde sich mit ein bi�chen M�he Zunder und ein Feuerbogen herstellen lassen.</p><p>Er zitterte, als der Wind in sein Versteck blies. Sein Umhang befand sich irgendwo im Flu�, und sein Mantel, wie auch alles andere, was er am Leib trug, war immer noch klamm und feucht von dem unfreiwilligen Bad im Flu�. Letzte Nacht war er zu m�de gewesen, als da� ihn K�lte und Feuchtigkeit gest�rt h�tten, aber jetzt fror er erb�rmlich. Trotzdem entschied er sich dagegen, seine Kleider zum Trocknen �ber die �ste zu h�ngen. Der Tag war nicht unbedingt kalt; allerdings konnte man ihn auch nicht gerade warm nennen.</p><p>Es war eben eine Frage der Zeit, dachte er seufzend. Trockene Kleidung, ein wenig Ruhe, ein Kaninchen und ein Feuer, um es daran zu r�sten, und noch mal ein bi�chen Ruhe. Sein Magen grollte, und er bem�hte sich, jeden Gedanken an Essen fallenzulassen. Er hatte Wichtigeres zu tun. Alles zu seiner Zeit, und das Wichtigste hatte Vorrang. Das war typisch f�r ihn.</p><p>Sein Blick folgte der starken Str�mung des Arinelle flu�abw�rts. Er war ein besserer Schwimmer als Egwene. Falls sie es hier her�ber geschafft hatte... Nein, nicht <emphasis>falls.</emphasis> Der Ort, an dem sie angekommen sein <emphasis>mu�te,</emphasis> d�rfte sich weiter flu�abw�rts befinden. Er trommelte mit den Fingern auf den Boden, �berlegte, wog ab.</p><p>Als er seine Entscheidung getroffen hatte, verlor er keine Zeit mehr, sondern hob seine Axt auf und setzte sich den Flu� entlang in Marsch.</p><p>Auf dieser Seite des Arinelles gab es keinen dichten Wald wie auf der anderen. Baumgruppen erhoben sich vereinzelt aus etwas, das man, sollte der Fr�hling jemals kommen, als Grasland bezeichnen konnte. Manche waren gro� genug, da� man sie schon als Dickicht bezeichnen konnte. Gruppen von Nadelb�umen standen neben kahlen Eschen, Erlen und S��holzstr�uchern. Weiter unten am Flu� waren die Haine kleiner und noch nicht einmal so dicht wie diese hier. Sie gaben wenig Deckung, stellten aber immerhin die einzig m�gliche Deckung dar. Er huschte geb�ckt von einem W�ldchen zum anderen. Wenn er sich zwischen B�umen befand, warf er sich zu Boden, um die Ufer zu beobachten, sowohl die andere Seite als auch die, auf der er war. Der Beh�ter hatte behauptet, der Flu� werde f�r die Trollocs und Blassen ein un�berwindliches Hindernis darstellen aber stimmte das wirklich? Wenn sie ihn s�hen, w�rde das vielleicht ausreichen, um ihre Hemmungen, tiefes Wasser zu �berqueren, zu �berwinden. Also beobachtete er ganz genau und rannte von einem Versteck zum n�chsten, schnell und geduckt.</p><p>Auf diese Weise legte er mehrere Meilen zur�ck, bis er pl�tzlich auf halbem Weg zu einer Gruppe von Weiden stehenblieb und zu Boden starrte. Flecken nackter Erde durchsetzten das fahle Braun des letztj�hrigen Grases, und in der Mitte eines solchen Flecks, direkt vor seiner Nase, befand sich ein deutlich sichtbarer Hufabdruck. Langsam verbreitete sich ein L�cheln �ber sein Gesicht. Einige Trollocs hatten Hufe, doch er bezweifelte, da� sie beschlagen waren, und sie w�rden wohl kaum Hufeisen mit den doppelten Kreuzstreben tragen, die Meister Luhhan zur Verst�rkung daran anbrachte. Er verga� die m�glichen Beobachter auf der anderen Seite und suchte nach weiteren Spuren. Auf der d�nnen Matte abgestorbenen Grases hielten sich Spuren nicht sehr gut, doch seine scharfen Augen sp�rten sie trotzdem auf. Der d�rftige Pfad f�hrte ihn geradewegs vom Flu� weg zu einem dichten Geh�lz. Lederblattb�ume und Zedern bildeten eine Mauer gegen den Wind oder gegen neugierige Blicke. In der Mitte thronte mit ausgebreiteten Asten eine Schierlingstanne. Er grinste noch immer, als er sich seinen Weg durch die �bereinanderstehenden �ste bahnte, gleich, wieviel L�rm er auch machte. Pl�tzlich trat er in eine kleine Lichtung unter der Schierlingstanne und blieb stehen. Hinter einem kleinen Feuer kauerte Egwene mit grimmig entschlossenem Gesicht, einen dicken Ast wie einen Kn�ppel in den H�nden und den R�cken an Belas Flanke gelehnt.</p><p>�Ich sch�tze, ich h�tte doch rufen sollen�, meinte er mit verlegenem Achselzucken. Sie warf ihren Kn�ppel weg, rannte auf ihn zu und umarmte ihn. �Ich dachte, du w�rst ertrunken. Du bist ja immer noch na�. Hier, setz dich ans Feuer, und w�rme dich auf. Du hast dein Pferd verloren, nicht wahr?�</p><p>Er lie� sich von ihr ans Feuer schieben und rieb sich die H�nde �ber den Flammen, dankbar f�r die W�rme. Sie holte ein in �lpapier gewickeltes P�ckchen aus ihrer Satteltasche und gab ihm etwas Brot und K�se. Das P�ckchen war so gut eingewickelt gewesen, da� das Essen sogar nach dem Tauchbad noch trocken war. <emphasis>Und du hast dir ihretwegen Sorgen gemacht! Sie ist besser davongekommen als du.</emphasis></p><p>�Bela hat mich her�bergebracht�, sagte Egwene und t�tschelte die struppige Stute. �Sie ist vor den Trollocs davongerannt und hat mich mitgerissen.� Sie schwieg einen Moment lang. �Ich habe keinen von den anderen gesehen, Perrin.�</p><p>Er h�rte die unausgesprochene Frage. Er be�ugte bedauernd das P�ckchen, das sie nun wieder einwickelte, und leckte sich die letzten Kr�mel von den Fingern, bevor er sagte: �Ich habe seit gestern niemanden au�er dir gesehen. Immerhin auch keine Blassen und Trollocs.�</p><p>�Rand geht es bestimmt gut�, sagte Egwene und f�gte dann schnell hinzu: �Den anderen auch. Ganz bestimmt. Vielleicht suchen sie jetzt nach uns. Sie k�nnten uns jeden Moment finden. Schlie�lich ist Moiraine eine Aes Sedai.�</p><p>�Ich werde st�ndig daran erinnert�, sagte er. �Versengen soll mich das Licht, ich w�nschte, ich k�nnte es vergessen!�</p><p>�Ich habe nicht geh�rt, da� du dich beklagt hast, als sie die Trollocs davon abhielt, uns zu fangen�, sagte Egwene schnippisch.</p><p>�Ich w�nsche mir nur, wir k�nnten ohne sie auskommen.� Er zuckte die Achseln, von ihrem stetigen Blick unangenehm ber�hrt. �Aber das k�nnen wir wohl nicht. Ich habe nachgedacht.� Ihre Augenbrauen hoben sich, doch er war an die �berraschung gew�hnt, die andere zeigten, wenn er behauptete, eine Idee zu haben. Selbst wenn seine Ideen genauso gut waren wie die ihren, dachten sie immer daran, wie lange es dauerte, bis sie ihm eingefallen waren. �Wir k�nnen darauf warten, da� Lan und Moiraine uns finden.�</p><p>�Nat�rlich�, unterbrach sie ihn. �Moiraine Sedai sagte, sie werde uns finden, falls wir getrennt w�rden.�</p><p>Er lie� sie ausreden und fuhr dann fort: �Oder die Trollocs k�nnten uns zuerst finden. Moiraine k�nnte auch tot sein. Das gilt f�r alle. Nein, Egwene. Es tut mir leid, aber das ist durchaus m�glich. Ich hoffe sie sind alle in Sicherheit. Ich hoffe, sie kommen alle in ein paar Minuten hierher ans Feuer. Aber die Hoffnung ist wie ein d�nner Faden, wenn du ertrinkst; er reicht nicht aus, um sich daran herauszuziehen.�</p><p>Egwene schlo� den Mund und blickte ihn mit vorgeschobenem Kinn an. Schlie�lich sagte sie: �Du willst flu�abw�rts nach Wei�br�cke gehen? Wenn uns Moiraine Sedai hier nicht findet, wird das der n�chste Ort sein, an dem sie uns sucht.�</p><p>�Ich denke�, sagte er bed�chtig, �wir <emphasis>sollten</emphasis> nach Wei�br�cke gehen. Aber das wissen wohl auch die Blassen. Sie werden gerade dort suchen, und diesmal h�tten wir keine Aes Sedai und keinen Beh�ter dabei, um uns zu besch�tzen.�</p><p>�Also, dann schl�gst du vor, da� wir irgendwohin ins Blaue davonrennen, wie Mat es wollte? Uns irgendwo verstecken, wo Blasse und Trollocs uns nicht finden? Und auch Moiraine Sedai nicht, ja?�</p><p>�Glaube nicht, da� ich nicht daran gedacht habe�, sagte er ruhig. �Aber jedesmal, wenn wir glauben, wir h�tten sie los, finden uns die Blassen und die Trollocs wieder. Ich wei� nicht, ob es <emphasis>irgendeinen</emphasis> Ort gibt, an dem wir uns vor ihnen verstecken k�nnten. Es gef�llt mir wohl nicht sehr, aber wir brauchen Moiraine.�</p><p>�Dann verstehe ich nichts mehr. Wohin sollen wir gehen?�</p><p>Er blinzelte �berrascht. Sie wartete auf seine Antwort. Wartete darauf, da� <emphasis>er</emphasis> ihr sagte, was sie tun sollten. Der Gedanke war ihm v�llig neu, da� sie ihn die F�hrung �bernehmen lassen wollte. Egwene hatte es noch nie gepa�t, tun zu m�ssen, was jemand anderes geplant hatte, und sie lie� sich nie von anderen vorschreiben, was sie zu tun habe. Eine Ausnahme machte sie vielleicht nur bei der Seherin, und er glaubte, da� sie sich manchmal auch dagegen str�ubte. Er strich die Erde vor ihnen mit der Hand glatt und r�usperte sich ungeschickt.</p><p>�Das ist der Ort, an dem wir uns jetzt befinden, und hier ist Wei�br�cke.� Er dr�ckte mit dem Finger zwei Zeichen in den Boden. �Dann m��te Caemlyn irgendwo in dieser Gegend sein.� Er machte ein drittes Zeichen, diesmal ein St�ck entfernt von den anderen. Er hielt inne und sah die drei Abdr�cke in der Erde an. Sein gesamter Plan hing davon ab, wie gut er sich an die alte Landkarte ihres Vaters erinnern konnte. Meister al'Vere hatte gemeint, sie sei nicht genau, und au�erdem hatte er nie soviel dar�ber gehockt und getr�umt wie Rand und Mat. Doch Egwene schwieg. Als er aufblickte, beobachtete sie ihn immer noch und hatte die H�nde in den Scho� gelegt. �Caemlyn?� Ihre Stimme klang verbl�fft.</p><p>�Caemlyn.� Er verband zwei der Abdr�cke auf dem Boden durch eine Linie. �Weg vom Flu� und quer r�ber. Keiner w�rde das erwarten. Wir warten in Caemlyn auf sie.� Er klopfte sich den Schmutz von den H�nden und wartete. Er glaubte, es sei ein guter Plan, aber sicher hatte sie Einw�nde. Er erwartete, da� sie jetzt die F�hrung �bernahm � sie trieb ihn immer zu irgend etwas an -, und es war ihm recht.</p><p>Zu seiner �berraschung nickte sie. �Es mu� D�rfer geben. Wir k�nnen uns nach dem Weg erkundigen.�</p><p>�Was mir Kopfzerbrechen bereitet�, sagte Perrin, �ist: Was wollen wir tun, wenn uns die Aes Sedai dort nicht findet? Licht, wer h�tte je geglaubt, da� ich mir mal den Kopf �ber so was zerbrechen w�rde? Was geschieht, wenn sie nicht nach Caemlyn kommt? Vielleicht h�lt sie uns f�r tot? Vielleicht bringt sie Rand und Mat geradewegs nach Tar Valon?�</p><p>�Moiraine Sedai sagte, sie k�nne uns finden�, sagte Egwene mit Nachdruck. �Wenn sie uns hier finden kann, kann sie es auch in Caemlyn, und das wird sie.�</p><p>Perrin nickte langsam. �Meinst du? Aber wenn sie nach ein paar Tagen in Caemlyn nicht auftaucht, dann gehen wir weiter nach Tar Valon und bringen unseren Fall vor den Amyrlin-Sitz.� Er atmete tief durch. <emphasis>Vor zwei Wochen hast du noch nicht einmal eine Aes Sedai gesehen, und nun sprichst du �ber den Amyrlin-Sitz! Licht!</emphasis> �Nach Lans Aussage gibt es eine gute Stra�e von Caemlyn aus.� Er sah das �lpapierp�ckchen neben Egwene an und r�usperte sich. �Wie steht es mit noch ein wenig Brot und K�se?�</p><p>�Das mu� vielleicht ziemlich lange reichen�, sagte sie, �es sei denn, du hast mehr Gl�ck im Fallenstellen als ich vergangene Nacht. Na, wenigstens war es leicht, Feuer zu machen.� Sie lachte vergn�gt, als habe sie einen Scherz gemacht, und steckte das P�ckchen zur�ck in die Satteltasche.</p><p>Offensichtlich gab es eine Grenze in bezug auf ihre Bereitschaft, einen anderen die F�hrung �bernehmen zu lassen. Sein Magen grollte wieder. �In diesem Fall�, sagte er und stand auf, �k�nnen wir genausogut jetzt gleich aufbrechen.�</p><p>�Aber du bist noch na�!� wandte sie ein.</p><p>�Ich werde schon beim Laufen trocknen�, sagte er entschlossen und schob mit den F��en Erde auf das Feuer. Wenn er der Anf�hrer war, dann wurde es Zeit, das unter Beweis zu stellen. Der Wind vom Flu� her frischte auf.</p></section><section><title><p>23</p><p>Wolfsbruder</p></title><p>Gleich von Beginn an war Perrin klar, da� die Reise nach Caemlyn alles andere als bequem werden w�rde. Das begann schon damit, da� Egwene darauf bestand, sich mit ihm beim Reiten auf Bela abzuwechseln.</p><p>Sie wu�ten nicht, wie weit es war, sagte sie, aber es war auf jeden Fall zu weit, um sie als einzige reiten zu lassen. Das Kinn vorgestreckt, sah sie ihn an, ohne mit der Wimper zu zucken.</p><p>�Ich bin zu gro�, um auf Bela zu reiten�, sagte er. �Ich bin ans Laufen gew�hnt, und deshalb werde ich lieber zu Fu� gehen.�</p><p>�Bin ich vielleicht nicht ans Laufen gew�hnt?� fragte Egwene in scharfem Ton. �Das habe ich nicht... �</p><p>�Ich bin diejenige, die einen wunden Hintern abbekommen soll, wie? Und wenn du so lange l�ufst, bis dir die F��e abfallen, dann soll ich dich wohl pflegen.�</p><p>�Ach, h�r auf!� meinte er seufzend, als er den Eindruck hatte, sie wolle so weitermachen. �Jedenfalls bist du als erstes dran.� Ihr Gesicht wirkte noch sturer, doch er lie� sie nicht mehr zu Wort kommen. �Falls du nicht von allein aufsteigst, hebe ich dich hinauf.�</p><p>Sie warf ihm einen �berraschten Blick zu, und ein leichtes L�cheln umspielte ihre Lippen. �Wenn das so ist...� Sie h�rte sich an, als wolle sie lachen, aber sie kletterte hinauf.</p><p>Er wandte dem Flu� den R�cken zu und brummelte vor sich hin. Die Anf�hrer in den Abenteuergeschichten hatten sich nie mit solchen Problemen herumzuschlagen.</p><p>Egwene bestand darauf, da� er immer wieder dran kam und wenn er versuchte, es zu vermeiden, dann schimpfte sie. Als Schmied hatte man nicht unbedingt einen zarten K�rperbau und Bela war auch nicht gerade ein gro�es Pferd. Jedesmal, wenn er seinen Fu� in den Steigb�gel steckte, h�tte er schw�ren k�nnen, da� ihn die zottige Stute vorwurfsvoll anblickte. Eine Kleinigkeit vielleicht, aber es �rgerte ihn. Bald zuckte er jedesmal zusammen, wenn Egwene ank�ndigte: �Du bist dran, Perrin.�</p><p>In den Abenteuergeschichten zuckten die Anf�hrer selten zusammen, und sie lie�en sich nicht herumschubsen Allerdings, �berlegte er sich, hatten sie es auch nicht mit Egwene zu tun.</p><p>Sie hatten ja von Beginn an nur kleine Rationen von Brot und K�se zur Verf�gung, und das wenige war am Ende des ersten Tages aufgebraucht. Perrin stellte Fallen entlang einiger mutma�licher Kaninchenspuren auf � sie sahen alt aus, aber es war immerhin eine M�glichkeit -w�hrend Egwene Feuer machte. Als er fertig war, entschlo� er sich, es mit der Schleuder zu versuchen, bevor das letzte Tageslicht verschwunden war. Sie hatten bisher noch nichts Lebendiges gesehen, aber... Zu seiner �berraschung scheuchte er im Nu ein mageres Kaninchen auf. Er war so verbl�fft, als es aus einem Busch direkt vor seinen F��en heraushoppelte, da� er es beinahe entkommen lie�, doch dann traf er es auf etwa vierzig Fu� Entfernung, gerade als es hinter einem Baum verschwinden wollte.</p><p>Als er mit dem Kaninchen zum Lager zur�ckkehrte, hatte Egwene abgebrochene Zweige f�r das Feuer zurechtgelegt und kniete mit geschlossenen Augen neben dem Stapel. �Was tust du da? Du kannst ein Feuer nicht herbeiw�nschen.�</p><p>Egwene erschrak, als er sie ansprach, drehte sich um und blickte ihn an, die Hand an der Kehle an. �Du... du hast mich erschreckt.�</p><p>�Ich hatte Gl�ck�, sagte er und hielt das Kaninchen hoch. �Hol deinen Feuerstein und den Zunder. Heute abend k�nnen wir wenigstens mal gut essen.�</p><p>�Ich habe keinen Feuerstein�, sagte sie z�gernd. �Er war in meiner Tasche, und ich habe ihn im Flu� verloren.�</p><p>�Aber wie hast du dann...?�</p><p>�Es war so leicht dort hinten am Ufer, Perrin. Genauso, wie es mir Moiraine Sedai gezeigt hat. Ich habe das Holz nur im Geist ber�hrt, und... � Sie gestikulierte, als greife sie nach etwas, lie� dann aber seufzend die Hand fallen. �Jetzt kann ich es nicht mehr.�</p><p>Perrin leckte sich unsicher die Lippen. �Die... die Macht?� Sie nickte, und er starrte sie entgeistert an. �Bist du verr�ckt? Ich meine... Die Eine Macht? Du kannst doch mit so was nicht einfach herumspielen!�</p><p>�Es war so leicht, Perrin. Ich kann das. Ich kann die Macht lenken.�</p><p>Er atmete tief durch. �Ich werde einen Feuerbogen machen, Egwene. Versprich mir, da� du dieses � dieses <emphasis>Ding</emphasis> nicht wieder ausprobierst.�</p><p>�Das werde ich nicht tun.� Ihr Kinn stand wieder auf eine gewisse Art vor, die Perrin aufseufzen lie�. �W�rfest du deine Axt weg, Perrin Aybara? Liefest <emphasis>du</emphasis> herum mit einer hinter dem R�cken festgebundenen Hand? Ich jedenfalls nicht!�</p><p>�Ich werde den Feuerbogen machen�, sagte er m�de. �Versuch es wenigstens heute abend nicht mehr. Bitte!�</p><p>Sie stimmte ihm unwillig zu, und sogar als das Kaninchen an einem geschnitzten Spie� �ber dem Feuer brutzelte, hatte er das Gef�hl, sie glaube es besser machen zu k�nnen. Sie gab es nicht auf und versuchte es jeden Abend aufs neue, doch das beste, was sie erreichte, war ein d�nner Rauchfaden, der sofort wieder verschwand. Ihre Augen rieten ihm, er solle es ja nicht wagen, ein Wort zu sagen, und so hielt er in weiser Entscheidung den Mund.</p><p>Nach dieser einen Mahlzeit mu�ten sie sich wieder auf z�he wildwachsende Knollen und ein paar junge Sch��linge beschr�nken. Ohne ein einziges Anzeichen f�r den kommenden Fr�hling gab es selbst davon nicht viel, und diese Kost schmeckte auch nicht gerade gut. Sie beklagten sich nicht, aber es gab keine Mahlzeit, bei der nicht der eine oder andere bedauernd seufzte, und beide wu�ten, der andere sehnte sich genauso nach dem Geschmack von K�se und wenigstens dem Duft von Brot. Als sie eines Nachmittags in einem schattendunklen Teil des Waldes eine ganze Menge Pilze fanden � K�niginKronen, die besten von allen -, erschien ihnen das als ein gro�er Fund. Sie schlangen die Pilze hinunter, lachten und erz�hlten sich Geschichten, von zu Hause in Emondsfeld, Geschichten die so begannen: �Erinnerst du dich noch daran, als... � Aber die Pilze wie das Lachen hielten nur kurze Zeit vor. Hunger reizt kaum zum Lachen.</p><p>Derjenige, der zu Fu� ging, trug immer eine Schleuder, bereit, auf jedes Kaninchen oder Eichh�rnchen zu schie�en, das in Sicht kam, und das einzige Mal, als einer von beiden scho�, geschah es aus Langeweile. Die am Abend so sorgf�ltig ausgelegten Fallen waren am Morgen noch immer leer, und sie wagten es nicht, einen ganzen Tag am selben Fleck zu bleiben und die Fallen drau�en zu lassen. Keiner von beiden wu�te, wie weit es nach Caemlyn war, und beide f�hlten sich nicht sicher, solange sie nicht dort waren. Perrin fragte sich allm�hlich, ob sein Magen bald so weit schrumpfen w�rde, da� er schlie�lich ein Loch in der K�rpermitte bildete.</p><p>Sie kamen gut vorw�rts, soweit er das beurteilen konnte, doch als sie sich weiter und weiter vom Arinelle entfernten, ohne auf ein Dorf oder wenigstens einen Bauernhof zu sto�en, wo sie nach dem Weg h�tten fragen k�nnen, da wuchsen seine Zweifel an ihrem Plan. Egwene machte nach au�en hin den gleichen selbstbewu�ten Eindruck wie zu Beginn, aber er war sicher, fr�her oder sp�ter w�rde sie ihm vorwerfen, es w�re besser gewesen, ein Zusammentreffen mit den Trollocs zu riskieren, als den Rest ihres Lebens verirrt herumwandernd zu verbringen. Sie sagte es nicht, aber er erwartete es weiterhin.</p><p>Zwei Tagesm�rsche vom Flu� entfernt �nderte sich der Charakter der Landschaft. Sie kamen in ein dicht bewaldetes H�gelgebiet, das immer vom kalten Griff des Winters umklammert war. Einen Tag sp�ter wurden die H�gel niedriger, und der dichte Wald wurde durch Lichtungen unterbrochen, die manchmal eine Meile oder noch breiter waren. In verborgenen Senken lag immer noch Schnee, die Luft war morgenfrisch und der Wind immer kalt. Sie sahen nirgends eine Stra�e, ein gepfl�gtes Feld, Rauch aus einem Schornstein in der Ferne oder irgendein anderes Zeichen menschlicher Besiedlung -jedenfalls nichts, was noch bewohnt gewesen w�re.</p><p>Einmal fanden sie die �berreste m�chtiger steinerner Befestigungen, die sich um die Spitze eines H�gels herumzogen. Innerhalb des Rings umgest�rzter Steine standen Teile von H�usern, deren D�cher eingefallen waren. Der Wald hatte alles l�ngst geschluckt; B�ume wuchsen �berall, und spinnwebengleich bedeckten alte Ranken die gro�en Steinbl�cke. An einem anderen Tag entdeckten sie einen steinernen Turm, braun von altem Moos und mit eingest�rztem Dach, der schr�g an eine riesigen Eiche gelehnt stand, deren dicke Wurzeln ihn langsam zum Kippen brachten. Aber sie fanden keinen Ort, an dem zu ihren Lebzeiten noch Menschen gehaust hatten. Erinnerungen an Shadar Logoth hielten sie von den Ruinen fern und beschleunigten ihren Schritt, bis sie sich wieder tief im Wald in Gegenden befanden, die noch nie eines Menschen Fu� betreten zu haben schienen.</p><p>Tr�ume peinigten Perrin im Schlaf, Angsttr�ume. Ba'alzamon war darin, jagte ihn durch Labyrinthe, verfolgte ihn, aber soweit er sich sp�ter erinnern konnte, stand er ihm nie Auge in Auge gegen�ber. Und ihre Reise war ja nun auch derart verlaufen, da� man davon ein paar schlimme Tr�ume bekommen konnte. Egwene klagte �ber Alptr�ume von Shadar Logoth, besonders in den beiden N�chten, nachdem sie die verfallene Festung und den verlassenen Turm gefunden hatten. Perrin behielt alles f�r sich, wenn er schwitzend und zitternd in der Dunkelheit erwachte. Sie erwartete von ihm, da� er sie sicher nach Caemlyn f�hrte und nicht, da� er seine Sorgen, gegen die sowieso nichts zu machen war, mit ihr teilte.</p><p>Er ging vorn neben Bela her und fragte sich, ob sie heute abend irgend etwas zu essen finden w�rden, da fiel ihm zum ersten Mal dieser Geruch auf. Die Stute bl�hte die N�stern und drehte im n�chsten Moment den Kopf. Er packte ihr Zaumzeug, bevor sie wiehern konnte.</p><p>�Das ist Rauch�, sagte Egwene aufgeregt. Sie beugte sich im Sattel vor und holte tief Luft. �Ein Lagerfeuer. Jemand br�t gerade sein Abendessen. Kaninchen.�</p><p>�Vielleicht�, sagte Perrin vorsichtig, und ihr erfreutes L�cheln schwand. Er tauschte seine Schleuder gegen den b�sartig schimmernden Halbmond der Axt aus. Seine H�nde schlossen sich und l�sten sich unsicher wieder von ihrem dicken Schaft. Es war eine Waffe doch weder seine heimlichen �bungsstunden hinter der Schmiede noch der Unterricht Lans hatten ihn wirklich darauf vorbereitet, sie als solche zu ben�tzen. Selbst der Kampf vor Shadar Logoth war in seiner Erinnerung zu verschwommen, um ihm Selbstvertrauen einzufl��en. Und er konnte auch nie richtig mit dieser Leere arbeiten, �ber die Rand und auch der Beh�ter gesprochen hatten. Sonnenschein fiel schr�g zwischen den �sten hinter ihnen durch, und der Wald war immer noch eine ruhige Masse fleckiger Schatten. Der schwache Geruch eines Holzfeuers umgab sie, gew�rzt mit dem Aroma bratenden Fleisches. <emphasis>Es k�nnte Kaninchen sein,</emphasis> dachte er, und sein Magen knurrte. Es k�nnte auch etwas anderes sein, rief er sich in den Sinn. Er sah Egwene an, und sie beobachtete ihn. Anf�hrer zu sein bedeutete Verantwortung.</p><p>�Warte hier�, sagte er sanft. Sie zog die Stirn kraus, aber kaum hatte sie den Mund ge�ffnet, da schnitt er ihr das Wort ab. �Und sei leise! Wir wissen noch nicht, wer es ist.� Sie nickte � z�gernd zwar, aber immerhin. Perrin fragte sich, warum das nicht auch so sein konnte, wenn er versuchte, sie dazu zu �berreden, da� nur sie auf dem Pferd ritt. Er holte tief Luft und ging los, auf die Quelle des Rauchs zu.</p><p>Er hatte nicht soviel Zeit in den W�ldern um Emondsfeld herum verbracht wie Rand und Mat, aber er hatte durchaus auch eine Menge Kaninchen gejagt. Er schlich von Baum zu Baum, ohne auch nur ein winziges �stchen zu zertreten. Es dauerte nicht lang, und er sp�hte hinter dem Stamm einer hohen Eiche mit weit ausladenden, gekr�mmten Zweigen, die sich zum Boden hin senkten und dann wieder nach oben wuchsen, hervor. Dahinter befand sich ein Lagerfeuer, und ein gro�er, von der Sonne gebr�unter Mann lehnte nicht weit von den Flammen entfernt an einem der Eichenzweige.</p><p>Wenigstens war es also kein Trolloc, doch es war wohl der eigenartigste Bursche, den Perrin je gesehen hatte. Zum einen schienen seine Kleidungsst�cke ausnahmslos aus Tierh�uten gen�ht, mitsamt dem Fell darauf, selbst seine Stiefel und die seltsame runde, abgeflachte Kappe auf seinem Kopf. Sein Umhang zeigte ein verr�cktes Muster aus Kaninchen- und Eichh�rnchenfellen; die Hose schien er aus dem Fell langhaariger brauner und wei�er Ziegen gefertigt zu haben. Sein bereits graufleckiges braunes Haar hing ihm bis auf die H�ften hinunter und war im Nacken mit einem Lederstrick zusammengebunden. Ein dichter Bart reichte bis auf die halbe Brust herunter. An seinem G�rtel hing ein langes Messer, schon fast ein Schwert zu nennen, und Bogen und K�cher hatte er in Reichweite an einen Ast gelehnt.</p><p>Der Mann hatte sich mit geschlossenen Augen zur�ckgelehnt und schlief anscheinend, doch Perrin r�hrte sich nicht in seinem Versteck. Sechs St�cke hatte der Bursche �ber das Feuer geh�ngt, und an jedem Stock hing ein abgeh�utetes Kaninchen. Sie waren bereits braun ger�stet, und manchmal tropfte Saft herunter, der in den Flammen aufzischte. Der Geruch, noch dazu aus dieser N�he, lie� ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen.</p><p>�Hast du dich sattgesehen?� Der Mann �ffnete ein Auge und sah zu Perrins Versteck her�ber. �Du und deine Freundin, ihr k�nnt euch genausogut hersetzen und etwas essen. Ich habe die letzten Tage �ber nicht gesehen, da� ihr viel gegessen h�ttet.�</p><p>Perrin z�gerte und stand dann langsam auf, wobei er seine Axt mit festem Griff hielt. �Habt Ihr mich etwa zwei Tage lang beobachtet?�</p><p>Der Mann lachte kehlig. �Ja, ich habe dich beobachtet. Und dieses h�bsche M�dchen. Sie schubst dich herum wie einen jungen Gockel, nicht wahr? Habe euch vor allem geh�rt. Das Pferd ist das einzige von euch, das nicht so laut herumtrampelt, da� man es auf f�nf Meilen Entfernung noch h�ren kann. Willst du sie herbitten, oder m�chtest du alle Kaninchen allein essen?�</p><p>Perrin war emp�rt; er wu�te, da� er keineswegs viel L�rm verursachte. Man konnte im Wasserwald nicht nahe genug an ein Kaninchen herankommen, um es mit der Schleuder zu erlegen, wenn man L�rm machte. Aber der Geruch der brutzelnden Kaninchen erinnerte ihn daran, da� Egwene auch hungrig war, ganz davon zu schweigen, da� sie darauf wartete zu erfahren, ob es denn nun ein Trolloc-Feuer sei, das sie gerochen hatten. Er steckte den Schaft seiner Axt in die G�rtelschlaufe und hob die Stimme: �Egwene! Alles klar! Es ist tats�chlich Kaninchen!� Er streckte dem Mann die Hand hin und f�gte in normaler Lautst�rke hinzu: �Ich hei�e Perrin. Perrin Aybara.�</p><p>Der Mann blickte die Hand an, bevor er sie ungeschickt ergriff, als sei er nicht daran gew�hnt, H�nde zu sch�tteln. �Man nennt mich Elyas�, sagte er und blickte auf. �Elyas Machera.�</p><p>Perrin schnappte nach Luft und lie� Elyas Hand beinahe los. Die Augen des Mannes waren gelb, wie hellgl�nzendes Gold. Irgendeine Erinnerung kitzelte Perrins Verstand ganz kurz und war dann wieder verflogen. Alles, woran er in dem Moment denken konnte war, da� s�mtliche Trolloc-Augen, die er gesehen hatte, fast schwarz gewesen waren.</p><p>Egwene erschien, vorsichtig Bela am Z�gel hinter sich herziehend. Sie band die Z�gel der Stute an einen der kleineren �ste der Eiche und sprach ein paar h�fliche Worte, als Perrin sie vorstellte, doch ihre Augen kehrten immer wieder zu den Kaninchen zur�ck. Sie schien die Augen des Mannes nicht zu bemerken. Als Elyas sie zum Essen aufforderte, machte sie sich mit Eifer dar�ber her. Perrin z�gerte noch ein wenig, doch dann folgte er ihrem Beispiel. Elyas wartete schweigend, w�hrend sie a�en. Perrin hatte solchen Hunger, da� er ganze Fleischst�cke losri�, doch sie waren so hei�, da� er sie von Hand zu Hand jongliertes bis er sie in den Mund stecken konnte. Selbst Egwene zeigte diesmal nicht ihre sonst so einwandfreien Manieren; fettiger Saft rann ihr am Kinn herunter. Der Tag neigte sich zur D�mmerung, bis ihre Gier endlich ein wenig nachlie�. Eine mondlose Dunkelheit senkte sich �ber sie, und dann sprach Elyas.</p><p>�Was macht ihr hier drau�en? Es gibt auf f�nfzig Meilen in der Umgebung kein einziges Haus!�</p><p>�Wir gehen nach Caemlyn�, sagte Egwene. �Vielleicht k�nntet Ihr...� Ihre Augenbrauen hoben sich k�hl, als Elyas den Kopf zur�ckwarf und schallend lachte. Perrin starrte ihn an; mit einem Kaninchenbein hielt er auf halbem Weg zum Mund inne.</p><p>�Caemlyn?� Elyas Atem pfiff, als er wieder zu sprechen in der Lage war. �Der Weg, den ihr eingeschlagen habt, die Richtung, in der ihr die letzten beiden Tage gelaufen seid, werden euch zweihundert Meilen oder mehr n�rdlich an Caemlyn vorbeif�hren.�</p><p>�Wir wollten nach dem Weg fragen�, sagte Egwene rechtfertigend. �Aber wir haben noch kein Dorf und keinen Bauernhof gefunden.�</p><p>�Das werdet ihr auch nicht�, sagte Elyas lachend. �Wenn ihr so weitergeht, dann k�nnt ihr bis zum R�ckgrat der Welt laufen, ohne einen anderen Menschen zu treffen. Nat�rlich, falls ihr es fertigbringt, das R�ckgrat zu erklimmen � an ein paar Stellen kann man das schaffen -, findet ihr in der Aiel-W�ste Menschen, aber es w�rde euch dort nicht gefallen. Ihr w�rdet bei Tag vor Hitze vergehen und bei Nacht erfrieren und zu jeder Zeit verdursten. Man mu� schon ein Aielmann sein, um in der W�ste Wasser zu finden, und die m�gen Fremde nicht besonders. Nein, ganz bestimmt nicht, w�rde ich sagen.� Er brach erneut in noch schallenderes Lachen aus und w�lzte sich dabei doch tats�chlich am Boden. �Bestimmt nicht sehr�, brachte er heraus.</p><p>Perrin verlagerte unsicher sein Gewicht von einem Bein auf das andere. <emphasis>Essen wir hier mit einem Wahnsinnigen?</emphasis></p><p>Egwene runzelte die Stirn, aber sie wartete, bis Elyas Lachanfall schw�cher wurde, und sagte dann: �Vielleicht k�nnt Ihr uns den Weg zeigen? Ihr scheint sehr viel mehr �ber die Lage der Ortschaften zu wissen als wir.�</p><p>Elyas h�rte auf zu lachen. Er hob den Kopf, setzte seine runde Fellkappe wieder auf, die ihm heruntergefallen war, als er sich herumw�lzte, und sah sie etwas finsterer als vorher an. �Ich mag Menschen nicht besonders�, sagte er mit tonloser Stimme. �Die St�dte sind voll von Menschen. Ich n�here mich nur selten D�rfern oder auch Bauernh�fen. Dorfbewohner oder Bauern m�gen meine Freunde nicht. Ich h�tte auch euch nicht geholfen, wenn ihr nicht so hilflos und unschuldig wie neugeborene Welpen herumgestolpert w�rt.�</p><p>�Aber wenigstens k�nnt Ihr uns sagen, in welcher Richtung wir weitergehen sollen�, beharrte sie. �Wenn Ihr uns den Weg zum n�chsten Dorf zeigt, und sei es f�nfzig Meilen entfernt, wird man uns dort sicher sagen, wie wir nach Caemlyn kommen.�</p><p>�Seid still!� sagte Elyas. �Meine Freunde kommen.�</p><p>Bela wieherte pl�tzlich angstvoll und zerrte an ihren Z�geln. Perrin stand halb auf, als �berall um sie herum im d�steren Wald dunkle Gestalten erschienen. Bela b�umte sich auf und verdrehte sich laut wiehernd.</p><p>�Beruhigt die Stute�, sagte Elyas. �Sie werden ihr nichts tun. Euch auch nicht, wenn ihr ruhig seid.�</p><p>Vier W�lfe traten in den Feuerschein, zerzauste h�fthohe Gestalten mit Gebissen, die ein M�nnerbein brechen konnten. Als seien die Menschen nicht vorhanden, gingen sie zum Feuer und legten sich zwischen ihnen hin. In der Dunkelheit unter den B�umen spiegelte sich der Feuerschein auf allen Seiten in den Augen weiterer W�lfe.</p><p><emphasis>Gelbe Augen,</emphasis> dachte Perrin. Wie Elyas Augen. Das war es, was ihm vorher nicht mehr eingefallen war. Er beobachtete die W�lfe zwischen ihnen scharf und griff nach seiner Axt.</p><p>�Das w�rde ich nicht tun�, sagte Elyas. �Wenn sie glauben, du wolltest ihnen etwas tun, werden sie sich nicht mehr so freundlich verhalten.�</p><p>Perrin bemerkte, da� ihn alle vier W�lfe anblickten. Er hatte sogar das Gef�hl, da� ihn alle W�lfe, auch die zwischen den B�umen hinten, anstarrten. Seine Haut juckte. Vorsichtig bewegte er die H�nde von der Axt weg. Er bildete sich ein, da� er f�hlen konnte, wie die Anspannung unter den W�lfen nachlie�. Langsam setzte er sich wieder hin. Seine H�nde zitterten, und er umfa�te seine Knie, um das Zittern zu beenden. Egwene sa� so steif da, da� auch sie vor Anspannung beinahe zu beben schien. Ein Wolf, fast schwarz mit einem helleren, grauen Fleck am Kopf, lag so nahe bei ihr, da� er sie beinahe ber�hrte.</p><p>Bela hatte aufgeh�rt zu wiehern und sich aufzub�umen. Statt dessen stand sie jetzt zitternd und in st�ndiger nerv�ser Bewegung da und bem�hte sich, alle W�lfe gleichzeitig im Blickfeld zu behalten. Manchmal schlug sie ein wenig aus, um den W�lfen zu beweisen, da� sie das konnte und ihr Leben so teuer wie m�glich verkaufen w�rde. Die W�lfe schienen sie und die Menschen gar nicht zu beachten. Die Zungen hingen ihnen aus den Schnauzen, und sie warteten ganz entspannt.</p><p>�Jawohl�, sagte Elyas. �So ist es besser.�</p><p>�Sind sie zahm?� fragte Egwene leise und hoffnungsvoll. �Sind sie so was wie... Haustiere?�</p><p>Elyas schnaubte. �W�lfe kann man nicht z�hmen, M�dchen, jedenfalls nicht so gut wie Menschen. Sie sind meine Freunde. Wir leisten uns gegenseitig Gesellschaft, jagen miteinander und unterhalten uns in gewisser Weise. Wie eben unter Freunden �blich. Stimmt's, Scheckie?� Eine W�lfin mit einem Fell, das ein Dutzend verschiedener heller und dunkler Graut�ne aufwies, hob den Kopf und wandte ihn Elyas zu.</p><p>�Ihr sprecht mit ihnen?� staunte Perrin.</p><p>�Es ist eigentlich kein Sprechen�, erwiderte Elyas bed�chtig. �Die Worte spielen keine Rolle, und sie stimmen auch nicht ganz, wenn man es genau nimmt. Sie hei�t nicht wirklich Scheckie. In Wirklichkeit dr�ckt ihr Name etwa aus, wie die Schatten an einem Mitwinterabend �ber einen Waldteich spielen, dessen Oberfl�che sich im Wind kr�uselt, und dazu den Geschmack von Eis, wenn das Wasser die Zunge ber�hrt, und eine Andeutung von Schnee in der Luft, bevor die Nacht anbricht. Aber auch das dr�ckt es nicht vollst�ndig aus. Man kann es nicht in Worte fassen. Es ist mehr ein Gef�hl. So sprechen die W�lfe. Die anderen hier sind Brand, Springer und Wind.� Brand hatte eine alte Narbe an der Schulter, von der sein Name herr�hren mochte, aber an den beiden anderen W�lfen war nichts, was auf die Herkunft ihrer Namen h�tte schlie�en lassen.</p><p>Obwohl Elyas so barsch wirkte, glaubte Perrin, er sei dennoch froh �ber die Gelegenheit, mit anderen Menschen zu sprechen. Er schien es auf jeden Fall zu genie�en. Perrin be�ugte die im Feuerschein schimmernden Wolfsz�hne und entschied, es sei auf jeden Fall besser, Elyas durch ihr Gespr�ch bei Laune zu halten. �Wie... wie habt Ihr gelernt, mit den W�lfen zu sprechen, Elyas?�</p><p>�Sie haben das herausgefunden�, antwortete Elyas, �nicht ich. Jedenfalls nicht zuerst. Wie ich jetzt wei�, geht das immer so. Die W�lfe finden dich, nicht umgekehrt. Einige Leute glaubten, ich sei vom Dunklen K�nig besessen, weil immer W�lfe dort auftauchten, wo ich mich aufhielt. Ich glaube, manchmal dachte ich das auch. Die meisten anst�ndigen Leute mieden mich, und diejenigen, die den Kontakt mit mir suchten, waren so oder so nicht gerade solche Leute, wie ich sie eigentlich kennenlernen wollte. Dann bemerkte ich, da� die W�lfe manchmal zu wissen schienen, was ich dachte, und auf das reagierten, was in meinem Kopf vorging. Das war der echte Beginn. Sie waren neugierig in bezug auf mich. Die W�lfe f�hlen normalerweise das Herannahen von Menschen, aber nicht auf diese Weise. Sie waren froh, mich gefunden zu haben. Sie sagen, es sei lange Zeit her, seit sie mit Menschen zusammen jagten. Und wenn sie von �langer Zeit� reden, dann f�hlt sich das an wie ein kalter Wind, der seit dem Ersten Tag her die ganze Zeit �ber heult.�</p><p>�Ich habe noch nie davon geh�rt, da� Menschen zusammen mit W�lfen jagen�, sagte Egwene. Ihre Stimme klang nicht sehr fest, aber schon die Tatsache, da� die W�lfe einfach nur so dalagen, schien ihr Mut zu verleihen.</p><p>Elyas zeigte durch nichts, da� er sie geh�rt hatte. �Die W�lfe erinnern sich auf andere Art als die Menschen�, sagte er. Seine fremdartigen Augen blickten in die Ferne, als treibe er selbst auf dem Strom der Erinnerungen davon. �Jeder Wolf erinnert sich an die Geschichte aller W�lfe, oder zumindest an den ungef�hren Verlauf. Wie ich schon sagte: Man kann das schlecht in Worte fassen. Sie erinnern sich daran, Seite an Seite mit Menschen Beute gejagt zu haben, aber das war vor so langer Zeit, da� es eher schon der Schatten eines Schattens ist und keine unmittelbare Erinnerung.�</p><p>�Das ist sehr interessant�, sagte Egwene, und Elyas sah sie mit forschendem Blick an. �Wirklich, ich meine es so. Es ist interessant.� Sie befeuchtete sich die Lippen. �K�nntet... �h... k�nntet Ihr uns beibringen, mit ihnen zu sprechen?�</p><p>Elyas schnaubte wieder. �Das kann man niemandem beibringen. Einige k�nnen es, andere nicht. Sie sagen, da� er es kann.� Er deutete auf Perrin.</p><p>Perrin blickte auf Elyas Finger, als sei es ein Messer. <emphasis>Er ist wirklich verr�ckt.</emphasis> Die W�lfe starrten ihn wieder an. Er rutschte unruhig hin und her.</p><p>�Ihr sagt, ihr geht nach Caemlyn�, sagte Elyas, �aber das erkl�rt noch nicht, was ihr hier drau�en treibt, Tage entfernt von irgendwo.� Er warf seinen aus Fellst�cken gen�hten Umhang von den Schultern und legte sich hin. Er lag auf der Seite, hatte sich mit einem Ellenbogen aufgest�tzt und wartete gespannt.</p><p>Perrin sah hin�ber zu Egwene. Zuvor hatten sie sich eine Geschichte ausgedacht, die sie Leuten erz�hlen wollten, wenn sie welche fanden, um zu erkl�ren, was sie hier machten, ohne sich damit in Schwierigkeiten zu bringen. Ohne irgend jemanden wissen zu lassen, woher sie wirklich kamen oder wohin sie tats�chlich wollten. Wer konnte wissen, welches unvorsichtig ausgesprochene Wort das Ohr eines Blassen erreichte? Sie hatten jeden Tag daran gearbeitet, die Einzelheiten zusammengetragen und Fehlerquellen beseitigt. Und sie hatten beschlossen, da� Egwene erz�hlen sollte. Sie konnte besser mit Worten umgehen als er, und sie behauptete, sie k�nne ihm immer am Gesicht ablesen, wann er log.</p><p>Egwene begann sofort, fl�ssig zu erz�hlen. Sie kamen aus dem Norden, aus Saldaea, von Bauernh�fen in der N�he eines winzigen Dorfes. Keiner von ihnen war zuvor mehr als zwanzig Meilen weit von zu Hause weg gewesen. Aber sie hatten den Geschichten der Gaukler und der Kauffahrer gelauscht, und sie wollten etwas von der Welt sehen. Caemlyn und Illian. Das Meer der St�rme und vielleicht sogar die sagenhaften Inseln des Meervolkes.</p><p>Perrin h�rte zufrieden zu. Nicht einmal Thom Merrilin h�tte aus dem wenigen, was sie �ber die Welt au�erhalb der Zwei Fl�sse wu�ten, eine bessere Geschichte machen k�nnen, oder eine, die diesem Zweck besser entsprochen h�tte.</p><p>�Aus Saldaea, eh?� sagte Elyas, als sie fertig war.</p><p>Perrin nickte. �Das stimmt. Wir dachten daran, zuerst Maradon zu besuchen. Ich w�rde gern den K�nig sehen. Aber die Hauptstadt ist nat�rlich der erste Ort, an dem unsere V�ter suchen wurden.�</p><p>Das war sein Beitrag, um klarzustellen, da� sie nie in Maradon gewesen waren. Dann konnte n�mlich niemand von ihnen erwarten, da� sie etwas �ber diese Stadt wu�ten, falls sie jemandem begegneten, der wirklich schon dort gewesen war. Das war alles weit weg von Emondsfeld und den Ereignissen der Winternacht. Niemand, der diese Geschichte h�rte, w�rde dabei an Tar Valon oder die Aes Sedai denken.</p><p>�Eine ganz nette Geschichte.� Elyas nickte. �Ja, wirklich eine feine Geschichte. Ein paar Sachen daran stimmen nicht, aber die Hauptsache ist nat�rlich, da� Scheckie sagt, es sei alles ein Haufen L�gen. Jedes Wort erlogen.�</p><p>�L�gen!� rief Egwene. �Warum sollten wir wohl l�gen?�</p><p>Die vier W�lfe hatten sich nicht bewegt, doch nun schienen sie nicht mehr einfach nur so am Feuer zu liegen.</p><p>Statt dessen kauerten sie dort, und ihre gelben Augen starrten die Emondsfelder unverwandt an. Perrin sagte nichts, aber seine H�nde verirrten sich zu der Axt an seiner H�fte. Die vier W�lfe erhoben sich mit einer schnellen Bewegung, und seine H�nde erstarrten. Sie gaben keinen Laut von sich, doch die dichten Nackenhaare str�ubten sich. Einer der W�lfe unter den B�umen schickte ein grollendes Heulen in den Nachthimmel. Andere antworteten, f�nf, zehn, zwanzig, bis die Dunkelheit unter ihrem Heulen erzitterte. Dann schwiegen sie unvermittelt. Kalter Schwei� lief Perrin �bers Gesicht.</p><p>�Wenn Ihr glaubt...� Egwene unterbrach sich, um zu schlucken. Trotz der kalten Luft stand auch auf ihr Schwei� im Gesicht. �Wenn Ihr glaubt, da� wir l�gen, dann ist es euch wohl lieber, da� wir uns f�r die Nacht unser eigenes Lager bereiten, von Eurem ein St�ck entfernt.�</p><p>�Das w�re mir normalerweise schon lieber, M�dchen. Aber jetzt m�chte ich endlich etwas von den Trollocs und den Halbmenschen h�ren.� Perrin bem�hte sich, das Gesicht nicht zu verziehen, und er hoffte, da� es ihm besser gelang als Egwene. Elyas fuhr im leichten Plauderton fort: �Scheckie sagt, sie habe in euren K�pfen Halbmenschen und Trollocs gewittert, als ihr diese n�rrische Geschichte erz�hlt habt. Alle haben es gesp�rt. Ihr seid auf irgendeine Weise mit den Trollocs und den Augenlosen verwickelt. Die W�lfe hassen Trollocs und Halbmenschen noch mehr als einen Waldbrand, mehr als alles auf der Welt, genau wie ich.</p><p>Brand m�chte euch loshaben. Es waren Trollocs, die ihm diese Verwundung beibrachten, als er noch ein J�hrling war. Er sagt, da� Beute im Moment rar sei, und ihr seid fetter als alle Hirsche, die er in letzter Zeit gesehen hat; er schl�gt vor, wir sollten euch auffressen.</p><p>Aber Brand ist immer ungeduldig. Warum erz�hlt ihr mir nicht die Wahrheit? Ich hoffe, Ihr seid keine Schattenfreunde. Es gef�llt mir nicht, Leute zu t�ten, die ich zuvor gef�ttert habe. Denkt nur daran, da� sie wissen werden, wann ihr l�gt, und sogar Scheckie ist mittlerweile fast genauso aufgebracht wie Brand.� Seine Augen, gelb wie die der W�lfe, starrten sie ebenfalls ohne Zwinkern an. <emphasis>Das sind die Augen eines Wolfs,</emphasis> dachte Perrin.</p><p>Egwene sah ihn an. Er bemerkte, da� sie auf seine Entscheidung wartete, was zu tun sei. <emphasis>Aha, pl�tzlich bin ich wieder der Anf�hrer.</emphasis> Sie hatten gleich zu Beginn beschlossen, da� sie es einfach nicht riskieren konnten, jemandem die wahre Geschichte zu erz�hlen, aber er sah keine M�glichkeit, so davonzukommen, selbst wenn er es schaffte, seine Axt zu ziehen, bevor...</p><p>Scheckie grollte tief in der Kehle, und die anderen drei am Feuer und danach auch die W�lfe in der Dunkelheit schlossen sich dem Laut an. Das bedrohliche Grollen erf�llte die Nacht.</p><p>�In Ordnung�, sagte Perrin schnell. �In Ordnung!� Das Grollen brach scharf und schnell ab. Egwene entspannte die verkrampften H�nde und nickte. �Es begann alles ein paar Tage vor Winternacht�, fing Perrin an, �als unser Freund Mat einen Mann mit einem schwarzen Umhang sah... �</p><p>Elyas h�rte mit gleichbleibendem Gesichtsausdruck zu und ver�nderte auch seine Lage am Boden nicht, doch da war etwas an der Neigung seines Kopfes, das ein Ohrenspitzen andeutete. Die vier W�lfe setzten sich hin, als Perrin erz�hlte; er hatte den Eindruck, da� auch sie lauschten. Die Geschichte war lang, und er berichtete fast alles. Allerdings behielt er den Traum, den er und die anderen in Baerlon gehabt hatten, f�r sich. Er wartete darauf, da� die W�lfe mit irgendeinem Anzeichen zu erkennen gaben, da� sie das Auslassen bemerkt hatten, aber sie beobachteten ihn nur. Scheckie erschien ihm freundlich, w�hrend Brand zornig war. Als er schlie�lich geendet hatte, war er heiser.</p><p>�... und wenn sie uns in Caemlyn nicht findet, gehen wir weiter nach Tar Valon. Wir haben keine andere Wahl, als die Hilfe der Aes Sedai in Anspruch zu nehmen.�</p><p>�Trollocs und Halbmenschen so weit im S�den�, gr�belte Elyas laut. �Das ist nun etwas, wor�ber man sich Gedanken machen mu�.� Er griff nach hinten und warf Perrin einen ledernen Wasserbeutel zu, ohne ihn dabei anzusehen. Er schien nachzudenken. Er wartete, bis Perrin getrunken hatte, und steckte den St�psel wieder hinein, bevor er weitersprach: �Ich halte nicht viel von den Aes Sedai. Die Roten Ajah, das sind diejenigen, die nach M�nnern suchen, die mit der Einen Macht herumspielen. Sie wollten sich einst mit mir anlegen. Ich sagte ihnen ins Gesicht, sie seien Schwarze Ajah und dienten dem Dunklen K�nig, und das gefiel ihnen gar nicht. Sie konnten mich aber nicht fangen, als ich einmal im Wald war. Doch sie taten ihr Bestes. Allerdings, wenn ich richtig �berlege, bezweifle ich, da� mich irgendwelche Aes Sedai noch freundlich behandeln wurden. Die Roten Ajah haben ein paar Beh�ter verloren. War keine sch�ne Geschichte, Beh�ter zu t�ten. Ich mag das nicht.�</p><p>�Dieses Mit-den-W�lfen-Sprechen�, sagte Perrin gedr�ckt. �Hat... hat das mit der Macht zu tun?�</p><p>�Nat�rlich nicht!� grollte Elyas. �Sie h�tten mich niemals von etwas abbringen k�nnen, aber da� sie es versuchten, hat mich wild gemacht. Das hier ist eine alte Sache, Junge. �lter als die Aes Sedai. �lter als alle, die je die Eine Macht benutzten. So alt wie die Menschheit. So alt wie die W�lfe. Auch das gef�llt den Aes Sedai nicht. Da� alte Dinge wiederkehren. Ich bin nicht der einzige.</p><p>Es gibt noch andere Dinge, andere Leute. Das macht die Aes Sedai nerv�s; sie schimpfen, da� die alten Barrieren immer schw�cher werden. Alles bricht auseinander, behaupten sie. Sie haben Angst, da� der Dunkle K�nig freikommt, ganz bestimmt. So wie ein paar von denen mich ansahen, h�tte man denken k�nnen, es sei alles meine Schuld. Nat�rlich die Roten Ajah, aber auch ein paar andere. Der Amyrlin-Sitz... Aaaah! Ich halte mich von ihnen und den Freunden der Aes Sedai fern. Das solltet ihr auch, wenn ihr schlau seid.�</p><p>�Nichts lieber als das�, sagte Perrin.</p><p>Egwene blickte ihn durchdringend an. Er hoffte, sie werde nicht damit herausplatzen, da� sie eine Aes Sedai werden wolle. Aber sie sagte nichts, auch wenn sich ihre Mundpartie straffte, und Perrin fuhr fort: �Aber wir haben eben keine Wahl. Trollocs haben uns gejagt, ebenso Blasse und Draghkar. Alle au�er den Schattenfreunden. Wir k�nnen uns nicht verstecken, und wir k�nnen nicht allein dagegen ank�mpfen. Also, wer hilft uns dann? Wer sonst w�re stark genug, au�er eben den Aes Sedai?�</p><p>Elyas schwieg eine Weile und betrachtete die W�lfe -vor allem Scheckie und Brand. Perrin rutschte nerv�s hin und her und bem�hte sich, nicht hinzusehen. Wenn er hinblickte, hatte er das Gef�hl, er k�nne beinahe h�ren, was sich Elyas und die W�lfe zu sagen hatten. Selbst wenn es nichts mit der Macht zu tun hatte, wollte er nichts davon wissen. <emphasis>Er mu� sich da einen verr�ckten Scherz erlaubt haben. Ich kann nicht mit W�lfen sprechen.</emphasis> Einer der W�lfe, Springer, glaubte er, sah ihn an und schien zu grinsen. Er fragte sich, woher er den richtigen Namen gewu�t hatte. �Ihr k�nntet bei mir bleiben�, sagte Elyas schlie�lich. �Bei uns.� Egwenes Augenbrauen schossen nach oben, und Perrins Mund klappte auf. �Na ja, wo k�nntet ihr wohl sicherer sein?� sagte Elyas herausfordernd. �Die Trollocs ben�tzen jede Gelegenheit, einen einzelnen Wolf zu t�ten, aber sie machen einen meilenweiten Umweg, um ein ganzes Rudel zu meiden. Und ihr braucht euch auch keine Gedanken �ber die Aes Sedai zu machen. Sie kommen nicht oft in diese W�lder.�</p><p>�Ich wei� nicht.� Perrin vermied es, die W�lfe an seiner Seite anzublicken. Die eine war Scheckie, und er konnte ihren Blick auf sich ruhen f�hlen. �Es geht nicht nur um die Trollocs.�</p><p>Elyas lachte kalt. �Ich habe schon gesehen, wie ein Rudel sogar einen der Augenlosen zerrissen hat. Wir haben das halbe Rudel verloren, aber sie gaben nicht auf, sobald sie seine Witterung hatten. Trollocs, Myrddraal, das ist f�r die W�lfe alles dasselbe. Du bist es, den sie wirklich wollen, Junge. Sie haben von anderen M�nnern geh�rt, die mit den W�lfen sprechen k�nnen, aber du bist der erste au�er mir, den sie je getroffen haben. Sie werden auch deine Freundin akzeptieren, und hier seid ihr sicherer als in jeder Stadt. In den St�dten gibt es Schattenfreunde.�</p><p>�H�rt mal�, sagte Perrin nachdr�cklich. �Ich w�nschte, Ihr w�rdet aufh�ren, so was zu sagen. Ich kann nicht das tun was Ihr tut, wie Ihr sagt.�</p><p>�Wie du willst, Junge. Spiele ruhig den Esel, wenn es dir gef�llt. Willst du nicht in Sicherheit sein?�</p><p>�Ich betr�ge mich doch nicht selbst. Es gibt nichts, womit ich mich selbst betr�gen k�nnte. Alles, was wir wollen... �</p><p>�Wir gehen nach Caemlyn�, sagte Egwene mit fester Stimme. �Und dann nach Tar Valon.�</p><p>Er schlo� den Mund, und dann sah Perrin sie genauso �rgerlich an, wie sie ihn. Er wu�te, da� sie seiner F�hrung folgte, wenn sie wollte, und wenn sie nicht wollte, dann eben nicht, aber sie konnte ihn wenigstens f�r sich selbst sprechen lassen. �Wie steht's mit dir, Perrin?� sagte er und antwortete dann gleich selbst: �Ich? Na ja, la� mich mal �berlegen. Ja. Ich denke, ich werde mitgehen.� Er warf ihr ein L�cheln zu. �Also Egwene, dann sind wir schon zu zweit. Ich sch�tze, ich werde wohl mit dir zusammenbleiben. Gut, so was auszudiskutieren, bevor man sich entscheidet, nicht wahr?� Sie wurde rot, doch ihr Kinn blieb unver�ndert vorgestreckt.</p><p>Elyas brummte. �Scheckie hat gesagt, da� ihr euch so entscheiden w�rdet. Sie sagte, das M�dchen sei fest in der Welt der Menschen verankert, w�hrend du� � er nickte Perrin zu � �zur H�lfte zwischen den Welten stehst. Unter den gegebenen Umst�nden denke ich, wir gehen besser mit euch zusammen in den S�den. Sonst verhungert ihr vielleicht noch oder verirrt euch oder... �</p><p>Pl�tzlich stand Brand auf, und Elyas drehte den Kopf, um den gro�en Wolf anzublicken. Einen Moment sp�ter stand auch Scheckie auf. Sie stellte sich dicht neben Elyas, so da� auch sie Brands Blick erwidern konnte. Die Szene erstarrte minutenlang. Dann wirbelte Brand herum und verschwand in der Nacht. Scheckie sch�ttelte sich und nahm dann ihren Platz wieder ein. Sie lie� sich zu Boden fallen, als sei nichts geschehen.</p><p>Elyas sah in Perrins fragende Augen. �Scheckie ist Anf�hrerin dieses Rudels�, erkl�rte er. �Ein paar von den M�nnchen k�nnten sie besiegen, wenn sie sie herausforderten, aber sie ist kl�ger als alle anderen, und das wissen sie alle. Sie hat mehr als einmal das Rudel gerettet. Aber Brand glaubt, das Rudel verschwende nur seine Zeit mit euch dreien. Alles, woran er denken kann, ist sein Ha� auf die Trollocs, und wenn sich schon Trollocs so weit im S�den befinden, dann will er los und sie t�ten.�</p><p>�Wir verstehen das schon�, sagte Egwene, die erleichtert klang. �Wir k�nnen wirklich unseren eigenen Weg finden... wenn Ihr uns nur die Richtung zeigt.�</p><p>Elyas wehrte mit einer Handbewegung ab. �Ich sagte, da� Scheckie dieses Rudel f�hrt, oder? Am Morgen breche ich mit euch in den S�den auf, und sie gehen mit.� Egwene sah aus, als sei das nicht unbedingt die beste Nachricht, die sie je erhalten hatte.</p><p>Perrin h�llte sich in Schweigen. Er konnte <emphasis>f�hlen,</emphasis> wie Brand weglief. Und der R�de mit der Narbe war nicht der einzige; ein Dutzend andere, alles junge R�den, sprang ihm nach. Er wollte gern glauben, da� er das nur Elyas �berzeugungskraft und seiner eigenen Einbildung verdankte, doch es war umsonst. Bevor die aufbrechenden W�lfe aus seinem Geist verschwanden, f�hlte er noch einen Gedanken, von dem er wu�te, da� er von Brand stammte, so scharf und klar, als sei es sein eigener. Ha�. Ha� und den Geschmack von Blut.</p></section><section><title><p>24</p><p>Flucht auf dem Arinelle</p></title><p>Wasser tropfte in einiger Entfernung, hohles Klatschen, das widerhallte, und auch das Echo hallte wider, und so verlor sich die Quelle des Tropfens in der Ewigkeit. �berall gab es Steinbr�cken und Rampen ohne Gel�nder; alle begannen an breiten Steint�rmen mit flachen Spitzen; alle schimmerten glatt und wiesen rote und goldene Streifen auf. Schicht um Schicht erstreckte sich dieses Labyrinth durch die D�sternis nach oben und nach unten, ohne klar sichtbaren Beginn oder Ende. Jede Br�cke f�hrte zu einem Turm, jede Rampe zu einem anderen Turm und zu anderen Br�cken. In welche Richtung auch immer Rand blickte, so weit seine Augen in der D�mmerung sehen konnten: Es war immer dasselbe, oben genau wie unten. Das Licht war zu schwach, um alles genau zu sehen, und Rand war fast froh �ber diese Tatsache. Einige der Rampen f�hrten zu Plattformen, die sich genau �ber denen darunter befinden mu�ten. Er konnte bei keiner ein Fundament erkennen. Er wehrte sich dagegen, suchte die Freiheit; wu�te, da� es eine Illusion war. Alles war nur Illusion.</p><p>Er kannte diese Illusion; er war ihr schon zu oft gefolgt, um sie nicht zu kennen. Wie weit er auch ging, hinauf oder hinunter oder in irgendeine Richtung: Es gab immer nur den schimmernden Stein. Stein, und doch durchdrang der faulige Geruch tiefer, frisch aufgeworfener Erde die Luft � die ekelerregend s��e F�ulnis eines Grabes, das viel zu fr�h ge�ffnet wurde. Er bem�hte sich, die Luft anzuhalten, aber der Geruch f�llte seine Nase. Er klebte wie �l an seiner Haut.</p><p>Eine kaum sichtbare Bewegung erregte seine Aufmerksamkeit, und er erstarrte dort, wo er sich gerade befand, halb geb�ckt an das matt gl�nzende Gel�nder um eine der Turmspitzen herum gekauert. Es war kein Versteck. Von tausend Standorten aus h�tte ihn ein Beobachter sehen k�nnen. Schatten erf�llte die Luft, doch tiefere Schatten, in denen er sich h�tte verbergen k�nnen, gab es nicht. Das Licht entsprang keinen Lampen oder Laternen oder Fackeln; es war einfach da, als sickere es aus der Luft heraus. Stark genug, um in etwa sehen zu k�nnen, und stark genug, um gesehen zu werden. Nur die Stille gew�hrte ein wenig Schutz.</p><p>Wieder eine Bewegung, und diesmal war die Ursache klar. Ein Mann schritt eine weit entfernte Rampe hinauf. Er achtete nicht auf fehlende Gel�nder und den drohenden Sturz ins Nichts. Der Umhang des Mannes flatterte durch die gravit�tische Eile seines Schritts, und sein Kopf drehte sich suchend in allen Richtungen. Die Entfernung war zu gro�, als da� Rand in der tr�ben Luft mehr als die Umrisse h�tte erkennen k�nnen, aber er mu�te gar nicht n�her kommen, um zu wissen, da� der Umhang die rote Farbe frischen Blutes hatte und da� die suchenden Augen wie das Innere eines Brennofens flammten.</p><p>Er bem�hte sich, das Labyrinth mit den Augen abzusuchen, um festzustellen, wie viele �berg�nge Ba'alzamon noch brauchte, bevor er ihn erreichte, gab es dann aber auf. Entfernungen t�uschten hier; eine andere Lektion, die er gelernt hatte. Was fern schien, konnte vielleicht erreicht werden, wenn man um die n�chste Ecke kam, und was nahe lag, konnte sich v�llig au�erhalb jeder Reichweite befinden. Das einzige, was er tun konnte, war � wie schon seit Beginn -, in Bewegung zu bleiben. Sich fortbewegen, ohne zu denken. Denken war gef�hrlich, das wu�te er.</p><p>Und doch: Als er sich von Ba'alzamons ferner Gestalt abwandte, konnte er nicht anders, als sich �ber Mat Gedanken zu machen. Befand sich auch Mat irgendwo in diesem Irrgarten? <emphasis>Oder gibt es zwei Irrg�rten und zwei Ba'alzamons?</emphasis> Sein Verstand schreckte davor zur�ck; die Vorstellung war zu entsetzlich, um die Gedanken dort l�nger verweilen zu lassen. <emphasis>Ist das wie in Baerlon? Warum k�nnen sie mich dann nicht finden?</emphasis> Das war ein wenig besser. Eine kleine Erleichterung. <emphasis>Erleichterung? Blut und Asche, wo ist die Erleichterung daran?</emphasis></p><p>Zwei- oder dreimal waren sie sich beinahe begegnet, auch wenn er sich nicht mehr genau daran erinnern konnte, aber lange, lange Zeit � wie lang? � war er davongerannt, und Ba'alzamon hatte ihn vergebens verfolgt. War das nun wieder wie in Baerlon, oder war es einfach ein Alptraum, nur ein Traum wie der anderer Menschen?</p><p>Einen Augenblick lang � gerade lang genug, um Luft zu holen � wu�te er, warum es gef�hrlich war zu denken und woran er nicht denken sollte. Wie schon zuvor flimmerte die Luft, wenn er sich erlaubte, sich das in den Sinn zu rufen, was ihn als Traum umh�llte. Ein Schatten senkte sich �ber seine Augen. Die Luft wurde z�hfl�ssig und hielt ihn fest. Nur einen Augenblick lang.</p><p>Die dr�ckende Hitze lie� seine Haut prickeln, und sein Hals war schon lange ausgetrocknet, als er durch den Irrgarten von Dornenhecken trabte. Wie lange ging das jetzt schon so? Sein Schwei� verdunstete, bevor er noch Gelegenheit hatte, in Tropfenform herunterzurinnen, und seine Augen brannten. Oben � und nicht einmal sehr weit oben � kochten wilde, st�hlerne Wolken mit schwarzen Streifen, doch im Labyrinth r�hrte sich kein Lufthauch.</p><p>Einen Moment lang dachte er, es sei diesmal anders gewesen, aber der Gedanke verdampfte in der Hitze. Er war schon seit langer Zeit hier. Es war gef�hrlich, zu denken, das wu�te er.</p><p>Glatte, blasse, abgerundete Steine f�gten sich zu einem d�rftigen Pflaster, halbbegraben unter knochentrockenem Staub, der selbst beim leichtesten Schritt hochgewirbelt wurde. Er kitzelte ihn in der Nase. Beinahe w�re ihm ein verr�terisches Niesen entflohen; als er jedoch versuchte, durch den Mund zu atmen, verklebte ihm der Staub die Kehle, bis er fast erstickte.</p><p>Dies war ein gef�hrlicher Ort; auch das war ihm klar. Vor sich konnte er drei �ffnungen im hohen Dornengestr�pp erkennen, und dann machte der Weg eine Kurve, die ihm die Sicht nahm. Ba'alzamon konnte jeden Moment aus einer dieser Ecken auftauchen. Sie waren sich schon zwei- oder dreimal fast begegnet, auch wenn er sich �ber diese Tatsache hinaus an kaum etwas erinnern konnte, au�er da� er entkommen war... irgendwie. Gef�hrlich, zuviel nachzudenken.</p><p>Unter der dr�ckenden Hitze schwer atmend blieb er stehen und betrachtete die Wand des Irrgartens. Es waren dicht verwobene Dornb�sche, braun und abgestorben wirkend, mit bedrohlichen schwarzen Dornen wie zentimeterlange Haken. Zu hoch, um dar�ber hinwegblicken zu k�nnen; zu dicht, um hindurchzusehen. Vorsichtig ber�hrte er das Gestr�pp und keuchte �berrascht. Trotz aller Vorsicht stach ihm ein Dorn in den Finger und brannte wie eine hei�e Nadel. Er stolperte r�ckw�rts. Seine Fersen blieben an den Steinen h�ngen. Die verletzte Hand wurde durchgesch�ttelt und verspritzte dicke Blutstropfen. Das Brennen lie� allm�hlich nach, aber seine ganze Hand pulsierte.</p><p>Pl�tzlich verga� er den Schmerz. Seine Ferse hatte einen der glatten Steine umgeworfen, ihn aus dem trockenen Boden herausgetreten. Er sah auf ihn hinab, und leere Augenh�hlen blickten ihn an. Ein Sch�del. Ein menschlicher Sch�del. Er blickte den Weg entlang auf all die glatten, blassen Steine, die ziemlich gleich aussahen. Hastig nahm er die F��e herunter, doch er konnte nicht weitergehen, ohne auf sie zu treten, und er konnte nicht stehenbleiben, ohne auf ihnen zu stehen. Ein Nebengedanke formte sich undeutlich � die Dinge waren vielleicht nicht so, wie sie schienen -, doch er unterdr�ckte ihn r�cksichtslos. Denken war hier etwas Gef�hrliches.</p><p>Er ri� sich einigerma�en zusammen. Auf demselben Fleck zu bleiben, war auch gef�hrlich. Das war eine der Tatsachen, an die er sich zwar nur verschwommen erinnerte, deren er sich aber sicher war. Das Blut flo� nur noch in z�hen Tropfen aus seinem Finger, und das Pulsieren hatte auch schon beinahe aufgeh�rt. Er saugte an der Fingerspitze und setzte sich, den Weg in der Richtung hinunter in Bewegung, in die er zuf�llig schaute. Hier war ein Weg so gut wie der andere.</p><p>Er erinnerte sich daran, da� er einmal geh�rt hatte, man k�nne aus einem Irrgarten entkommen, indem man immer in der gleichen Richtung abbog. Nach der ersten �ffnung im Dornengestr�pp wandte er sich nach rechts und bei der n�chsten wieder. Und dann stand er Ba'alzamon gegen�ber.</p><p>�berraschung breitete sich auf Ba'alzamons Gesicht aus, und sein blutroter Umhang hing still, als er pl�tzlich stehenblieb. Flammen loderten in seinen Augen auf, doch in der Hitze des Labyrinths f�hlte Rand sie kaum. �Wie lang glaubst du, mir noch ausweichen zu k�nnen, Junge? Wie lange, glaubst du, kannst du deinem Schicksal noch entrinnen? Du geh�rst mir!�</p><p>W�hrend er r�ckw�rts stolperte, fragte sich Rand, warum er an seinem G�rtel herumfummelte, als suche er nach einem Schwert. �Licht, hilf mir�, murmelte er, �Licht, hilf mir.� Er konnte sich nicht daran erinnern, was das bedeutete.</p><p>�Das Licht wird dir nicht helfen, Junge, Und das Auge der Welt wird dir nicht dienen. Du bist mein Jagdhund, und wenn du nicht auf mein Kommando springst, dann werde ich dich mit dem Kadaver der Gro�en Schlange erw�rgen!�</p><p>Ba'alzamon streckte die Hand aus, und pl�tzlich fiel Rand ein Weg ein, wie er entkommen konnte � eine nebelhafte, halbausgeformte Erinnerung, die �Gefahr� schrie, aber das war nichts gegen die Gefahr, vom Dunklen K�nig ber�hrt zu werden.</p><p>�Ein Traum!� rief Rand. �Das ist ein Traum!�</p><p>Ba'alzamon ri� die Augen auf, �berrascht oder zornig oder beides, und dann flimmerte die Luft; seine Gesichtsz�ge verschwammen und verbla�ten.</p><p>Rand drehte sich auf dem Fleck herum und ri� nun seinerseits die Augen auf. Er erblickte sein eigenes Abbild, das tausendfach auf ihn zur�ckgeworfen wurde. Zehntausendfach. �ber ihm war Schw�rze, und unter ihm war Schw�rze, doch um ihn herum standen Spiegel, Spiegel, die in jedem m�glichen Winkel nebeneinanderstanden, Spiegel, so weit er blicken konnte, und alle zeigten ihn, geb�ckt und in der Drehung befindlich, wie er mit �ngstlich geweiteten Augen hineinblickte.</p><p>Ein roter Schleier trieb durch die Spiegel. Er wirbelte herum, versuchte, ihn zu fangen, doch in jedem Spiegel trieb er hinter sein eigenes Abbild und verschwand. Dann war er wieder da, aber nicht nur schleierhaft wie zuvor. Ba'alzamon schritt durch die Spiegel hindurch � zehntausend Ba'alzamons, suchend, zwischen den Spiegeln hin- und herkreuzend.</p><p>Er blickte das Spiegelbild seines eigenen Gesichts an, bla� und zitternd bei der bei�enden K�lte. Hinter seinem wuchs Ba'alzamons Bild empor, sah ihn an, sah nichts, aber starrte noch immer. In jedem Spiegel w�teten hinter ihm die Flammen von Ba'alzamons Gesicht, umh�llten sein Bild, verschlangen es, verschmolzen damit. Er wollte schreien, doch seine Kehle war wie zugeschn�rt. In den endlosen Spiegeln war nur noch ein Gesicht zu erkennen: sein eigenes Gesicht. Ba'alzamons Gesicht. Ein Gesicht.</p><p>Rand zuckte zusammen und �ffnete die Augen. Dunkelheit, nur ein wenig erhellt von einem blassen Licht. Er atmete kaum und bewegte nichts au�er den Augen. Eine rauhe Wolldecke bedeckte ihn bis zu den Schultern, und den Kopf hatte er auf die Arme gelegt. Unter den H�nden konnte er glatte Holzplanken f�hlen. Deckplanken. Die Takelage knarrte durch die Nacht. Er atmete langsam aus. Er war auf der <emphasis>Gischt.</emphasis> Es war vorbei... wenigstens f�r diese eine Nacht.</p><p>Ohne sich etwas dabei zu denken, steckte er den Finger in den Mund. Als er Blut schmeckte, blieb ihm die Luft weg. Langsam hob er sich die Hand vors Gesicht, so da� er sie im tr�ben Mondlicht betrachten und sehen konnte, wie sich der Blutstropfen an der Fingerspitze bildete. Blut, wo er sich an einer Dorne gestochen hatte.</p><p>Die <emphasis>Gischt</emphasis> bewegte sich langsam den Arinelle hinunter. Der Wind war stark, kam aber aus Richtungen, die die Segel zur Nutzlosigkeit verdammten. Trotz Kapit�n Domons Anordnungen, schneller zu fahren, kroch das Schiff nur den Flu� entlang. In der Nacht sa� ein Mann mit einer Laterne am Bug und meldete dem Steuermann in singendem Ton die Tiefen nach hinten, w�hrend die Str�mung das Schiff gegen den Wind bei eingezogenen Rudern den Flu� hinunter trieb. Im Arinelle mu�te man keine Riffe bef�rchten, doch es gab genug Untiefen und Sandb�nke, auf die ein Schiff leicht auflaufen konnte, und dort w�rde es dann mit dem Bug im Schlamm steckend auf Hilfe warten m�ssen. Falls es die erw�nschte Hilfe war, die zuerst eintraf... Tags�ber arbeiteten die Ruderer von fr�h bis sp�t, aber der Wind k�mpfte gegen sie an, als wolle er den Kahn wieder flu�aufw�rts zur�ckschieben.</p><p>Sie gingen nicht an Land, weder bei Tag noch bei Nacht. Bayle Domon trieb Kahn wie Besatzung pausenlos an, beklagte den Gegenwind und verfluchte die langsame Fortbewegung. Er beschimpfte die Besatzung als lahme Schnecken an den Riemen und zog ihnen mit Worten f�r jedes falsch festgezurrte Tau das Fell �ber die Ohren. Seine leise, harte Stimme malte ihnen zehn Fu� hohe Trollocs aus, die an Deck kamen und ihnen den Hals brachen. Zwei Tage lang gen�gte das, um jeden Mann kr�ftig anzutreiben. Dann verbla�te der Schock des Trolloc-�berfalls allm�hlich, und die M�nner fingen an, von einer Stunde an Land zu schw�rmen und dar�ber zu klagen, wie gef�hrlich es sei, nachts flu�abw�rts zu fahren.</p><p>Die Besatzung schimpfte aber nur leise. Sie schauten aus den Augenwinkeln, ob Kapit�n Domon nahe genug war, um sie h�ren zu k�nnen, und er schien tats�chlich alles zu h�ren, was auf seinem Kahn gesprochen wurde. Jedesmal, wenn das Murren wieder einsetzte, holte er schweigend das lange, sichelf�rmige Schwert und die Axt mit dem furchtbaren Haken daran hervor, die sie nach dem Angriff an Deck gefunden hatten. Er h�ngte sie eine Stunde lang am Mast auf, und die Verwundeten tasteten nach ihren Bandagen, und das Gespr�ch verstummte � wenigstens einen Tag lang oder so, bis es dem einen oder anderen Besatzungsmitglied einfiel, da� sie nun sicherlich die Trollocs lange hinter sich gelassen hatten. Dann begann das Ganze von neuem.</p><p>Rand bemerkte, da� sich Thom Merrilin von der Mannschaft fernhielt, wenn die Fahrensm�nner miteinander zu fl�stern begannen und finstere Gesichter machten, obwohl er ihnen sonst auf die Schultern klopfte und Witze erz�hlte und mit ihnen herumspa�te, da� selbst der am h�rtesten arbeitende Mann grinsen mu�te. Thom beobachtete diese geheimen Gespr�che sehr aufmerksam, w�hrend er sich auf das Entz�nden seiner langstieligen Pfeife, oder auf das Stimmen seiner Harfe oder irgend etwas anderes zu konzentrieren schien; nur die Besatzungsmitglieder interessierten ihn dann scheinbar �berhaupt nicht. Rand verstand nicht, warum er dieses Spiel trieb. Es waren ja nicht sie drei, die von Trollocs gejagt an Bord gekommen waren und denen von der Mannschaft die Schuld daran gegeben wurde, sondern vielmehr Floran Gelb. An den ersten ein oder zwei Tagen konnte man Gelbs drahtige Gestalt st�ndig dabei beobachten, wie er mit jedem Besatzungsmitglied sprach, das er zu diesem Zweck in eine Ecke dr�ngen konnte, und jedem erz�hlte er seine Version der Geschichte, wie Rand und die anderen an Bord gekommen waren. Gelbs Verhalten �nderte sich st�ndig � von Prahlerei zu Jammern und wieder zur�ck, und er verzog jedesmal den Mund ver�chtlich, wenn er auf Thom oder Mat deutete, aber besonders bei Rand. Nat�rlich versuchte er, ihnen die Schuld in die Schuhe zu schieben.</p><p>�Sie sind Fremde�, klagte Gelb ruhig und dabei immer nach dem Kapit�n Ausschau haltend. �Was wissen wir schon von ihnen? Die Trollocs sind mit ihnen gekommen, das ist gewi�. Sie geh�ren zusammen.�</p><p>�Gelb, halt mal die Luft an!� grollte ein Mann, der sein Haar zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte und einen kleinen blauen Stern auf eine Wange t�towiert trug. Er sah Gelb nicht an, w�hrend er ein Tau auf dem Deck einrollte. Er tat das mit Hilfe der nackten F��e. Alle Fahrensleute liefen trotz der K�lte barfu� herum; Stiefel konnten auf einem nassen Deck zu leicht wegrutschen. �Wenn man dich l��t, bezeichnest du noch deine eigene Mutter als Schattenfreund. Hau ab!� Er spuckte auf Gelbs Fu� und wandte sich wieder dem Tau zu.</p><p>Die ganze Besatzung hatte nicht vergessen, da� Gelb auf Wache geschlafen hatte, und die Reaktion des Mannes mit dem Pferdeschwanz war noch das H�flichste, was er zu h�ren bekam. Niemand wollte mit ihm zusammenarbeiten. Gelb wurden Arbeiten zugewiesen, die er allein erledigen konnte, und alle waren schmutzig, wie zum Beispiel das Ausschrubben der schmierigen T�pfe in der Komb�se, oder er mu�te auf allen vieren in den Kielraum kriechen, um unter dem Dreck von vielen Jahren nach Lecks zu suchen. Bald gab er die Bem�hungen auf, mit den anderen zu sprechen. Die Schultern abwehrend eingezogen, stand er in verletztem Schweigen herum � je mehr Menschen anwesend waren, desto anklagender seine Haltung -, aber das brachte ihm nicht mehr als ein kurzes Brummen ein. Wenn Gelbs Blick aber auf Rand oder auf Mat oder Thom fiel, dann stand �Mord� auf seinem langnasigen Gesicht geschrieben. Wenn Rand sich Mat gegen�ber �u�erte, da� Gelb ihnen fr�her oder sp�ter Schwierigkeiten bereiten werde, dann sah sich Mat auf dem Kahn um und sagte: �K�nnen wir einem von ihnen trauen? �berhaupt irgendeinem?� Dann ging er weg und suchte nach einem Pl�tzchen, um allein zu sein, so allein wie es eben auf einem Kahn m�glich war, der vom Bug bis zur Heckstange, wo das Steuerruder angebracht war, nur weniger als drei�ig Schritte ma�. Nach Rands Meinung, hatte Mat seit der Nacht in Shadar Logoth zu viel Zeit allein und gr�belnd verbracht.</p><p>Thom meinte: �Wenn wir in Schwierigkeiten kommen, Junge, dann nicht Gelbs wegen. Jedenfalls noch nicht. Keiner aus der Mannschaft steht hinter ihm, und er hat nicht den Mut, etwas auf eigene Faust zu unternehmen. Aber was die anderen betrifft...? Domon scheint fast zu glauben, da� die Trollocs hinter ihm pers�nlich her seien, doch der Rest glaubt, die Gefahr sei vor�ber. Sie k�nnten zu dem Entschlu� kommen, da� sie die Nase voll haben. Die Stimmung ist so schon kritisch genug.� Er zog sich seinen Flickenumhang �ber, und Rand hatte das Gef�hl, er �berpr�fe seine versteckten Wurfmesser � seinen zweiten Satz. �Sollten sie meutern, Junge, dann lassen sie keine Passagiere zur�ck, die alles ausplaudern k�nnten. Das Gesetz der K�nigin mag so weit von Caemlyn entfernt nicht viel Einflu� haben, aber selbst ein Dorfb�rgermeister wurde in so einem Fall eingreifen.� Nach diesem Gespr�ch bem�hte sich auch Rand, unbemerkt die Besatzungsmitglieder zu beobachten.</p><p>Thom tat, was er konnte, um die Leute nicht an Meuterei denken zu lassen. Er erz�hlte jeden Morgen und jeden Abend Geschichten, sch�n ausgeschm�ckt, und dazwischen spielte er jedes gew�nschte Lied. Um den Eindruck zu verst�rken, da� Rand und Mat wirklich Gaukler-Lehrlinge waren, nahm er sich jeden Tag Zeit, sie zu unterrichten, und auch das diente der Besatzung zur Unterhaltung. Er lie� nat�rlich keinen von beiden an seine Harfe heran, und ihr Fl�tenunterricht f�hrte zu schmerzhaftem Jaulen des Instruments, zumindest zu Beginn, und die Fahrensleute lachten und hielten sich die Ohren zu.</p><p>Er brachte den Jungen einige der leichteren Geschichten bei, dazu ein wenig einfache Akrobatik und nat�rlich das Jonglieren. Mat beklagte sich dar�ber, da� Thom zuviel von ihnen verlange, aber Thom pustete seine Schnurrbartenden weg und sah ihn zornig an.</p><p>�Ich spiele nicht, wenn ich versuche, euch etwas beizubringen, Junge. Entweder ich unterrichte euch, oder ich lasse es. Also! Selbst eine Landpomeranze sollte f�hig sein, einen einfachen Handstand zu machen. Hoch mit dir!�</p><p>Die Besatzungsmitglieder, die gerade nichts zu tun hatten, versammelten sich und hockten sich im Kreis um sie herum. Einige probierten die Dinge, die Thom lehrte, sogar selbst aus und lachten �ber die eigenen schwerf�lligen Bem�hungen. Gelb stand allein dahinter, beobachtete alles und ha�te sie alle.</p><p>Rand verbrachte einen gro�en Teil jedes Tages damit, an der Reling zu lehnen und die Ufer zu beobachten. Es war nicht so, da� er wirklich erwartet h�tte, Egwene oder einen der anderen pl�tzlich am Ufer auftauchen zu sehen, aber der Kahn bewegte sich so langsam fort, da� er manchmal schon darauf hoffte. Sie k�nnten sie einholen, ohne zu schnell reiten zu m�ssen. Falls sie entkommen waren. Falls sie noch am Leben waren.</p><p>Der Flu� str�mte ohne ein Anzeichen irgendwelchen Lebens dahin und es war au�er der <emphasis>Gischt</emphasis> auch kein anderes Schiff zu sehen. Das hie� aber nicht, da� es gar nichts zu sehen und zu bestaunen gab. Am ersten Tag flo� der Arinelle zwischen steilen Klippen hindurch, die sich zu beiden Seiten eine halbe Meile weit erstreckten. Diese ganze Strecke entlang waren aus dem Stein Figuren gehauen, hundert Fu� hohe M�nner und Frauen mit Kronen, die sie als K�nige und K�niginnen auswiesen. In dieser k�niglichen Reihe glichen sich keine zwei Figuren, und eine lange Zeitspanne trennte die ersten von den letzten. Der Wind und der Regen hatten diejenigen am Nordende glattgeschliffen und ihre Z�ge beinahe beseitigt; weiter nach S�den zu wurden die Gesichter und ihre Einzelheiten immer deutlicher. Der Flu� pl�tscherte um die F��e der Statuen herum, F��e, die bis auf glatte Stummel abgeschliffen waren, soweit der Flu� sie nicht ganz zerst�rt hatte. <emphasis>Wie lange stehen sie schon hier?</emphasis> fragte Rand sich. <emphasis>Wie lange braucht der Flu�, um soviel Stein wegzuschleifen?</emphasis> Keiner der Besatzung blickte auch nur von der Arbeit auf, so oft hatten sie die uralten Skulpturen schon gesehen.</p><p>Ein andermal, als das �stliche Ufer sich wieder zu flachem Grasland gewandelt hatte, gelegentlich von kleinen Hainen unterbrochen, wurde die Sonne von irgend etwas in der Ferne reflektiert. �Was kann das sein?� staunte Rand laut. �Es sieht wie Metall aus.�</p><p>Kapit�n Domon kam gerade vorbei; er blieb stehen und blinzelte zu dem Glei�en hin�ber. �Das sein Metall�, sagte er. Seine Sprache war noch immer radebrechend, aber Rand hatte mittlerweile gelernt, ihn zu verstehen, ohne jedesmal r�tseln zu m�ssen. �Ein Metallturm. Ich haben ihn nahe gesehen und so ich wei�. Flu�h�ndler ihn benutzen als Markierung. Wir sein zehn Tage vor Wei�br�cke, wenn so weiterfahren.�</p><p>�Ein Turm aus Metall?� sagte Rand, und Mat, der mit �bereinandergeschlagenen Beinen an ein Fa� gelehnt dasa�, unterbrach sein Gr�beln, um zu lauschen.</p><p>Der Kapit�n nickte. �Ja. Gl�nzender Stahl, so es sich anf�hlen und aussehen, aber kein bi�chen Rost daran. Er sein zweihundert Fu� hoch, so dick wie ein Haus und kein Zeichen darauf und keine �ffnung darin zu finden.�</p><p>�Ich wette, es liegt ein Schatz darin�, sagte Mat. Er stand auf und starrte hin�ber zu dem fernen Turm w�hrend die <emphasis>Gischt</emphasis> vom Flu� weitergetragen wurde. �So etwas mu� gebaut worden sein, um etwas Wertvolles zu sch�tzen.�</p><p>�Vielleicht, Junge�, polterte der Kapit�n. �Aber es sein seltsamere Dinge auf der Welt als das. Auf Tremalking, was ist eine Insel der Meerleute, da stecken eine Steinhand f�nfzig Fu� hoch aus einem H�gel und halten eine Kristallkugel, gro� wie dies Schiff. Da sein Schatz unter diese H�gel, wenn �berhaupt irgendwo sein Schatz, aber die Inselleute wollen nicht graben dort, und die Meerleute nichts anderes tun wollen, als mit ihre Schiffe segeln und nach Coramoor suchen, ihrer Auserw�hlten.�</p><p>�Ich w�rde graben�, sagte Mat. �Wie weit ist es nach diesem... Tremalking?� Eine Baumgruppe schob sich vor den gl�nzenden Turm, doch er blickte hin�ber, als k�nne er ihn immer noch erkennen.</p><p>Kapit�n Domon sch�ttelte den Kopf. �Nein, Junge, Schatz nicht sein so gut wie sehen die Welt. Wenn du finden eine Handvoll Gold oder Juwelen von tote K�nig, gut und sch�n, aber es sein das Fremde, das du sehen, was dich zu n�chstem Horizont hinziehen. In Tanchico � das sein Hafen an Aryth-Meer � Teil von Palast des Panarch war gebaut in Zeitalter von Legenden, man sagt. Da sein eine Wand mit Fries, der zeigt Tiere, die kein lebend Mann je gesehen haben.�</p><p>�Jedes Kind kann ein Tier zeichnen, das niemand je gesehen hat�, sagte Rand, und der Kapit�n schmunzelte.</p><p>�Ja, Junge, das sein so. Aber kann Kind machen die Knochen von diese Tiere? In Tanchico sie haben Knochen und haben befestigt zusammen, so, wie Tier war. Sie stehen in Teil von Panarch-Palast, wo jeder kann hineingehen und ansehen. Die Zerst�rung hinterlassen tausend Wunder, und es geben seither halbes Dutzend Weltreiche, manche beinahe so gro� wie das von Artur Falkenfl�gel; jedes hinterlassen Dinge zu sehen und finden. Lichtst�be und Schneidegewebe und Herzstein. Ein Kristallgitter, das ganze Insel bedecken, und es summen, wenn Mond am Himmel. Ein ausgeh�hlter Berg wie Sch�ssel, und in Mitte ein Silberdorn, hundert Spannen hoch, und jeder, wo kommt n�her als eine Meile, sterben mu�. Verrostete Ruinen und abgebrochene St�cke und Dinge, gefunden am Meeresgrund, Dinge, auch nicht �lteste B�cher wissen, was bedeuten. Ich selbst haben gefunden einiges. Dinge du nie tr�umen von, an mehr Orten als du kannst sehen in zehnmal Leben. Das sein das Fremde, was dich locken immer weiter.�</p><p>�Wir haben in den Sandh�geln nach alten Knochen gegraben�, sagte Rand bed�chtig. �Eigenartige Knochen. Da war einmal ein Teil eines Fisches � ich glaube, es war ein Fisch -, so gro� wie dieses Schiff. Einige behaupteten, es bringe Ungl�ck, in den H�geln zu graben.�</p><p>Der Kapit�n be�ugte ihn schelmisch. �Du schon denken an zu Hause, Junge, kaum du aufgebrochen, zu sehen Welt? Die Welt wird einen Haken dr�cken in deine Mund. Du werden aufbrechen und Sonnenuntergang jagen. Du schon sehen wirst... und wenn du je kommen zur�ck, dein Dorf werden sein zu klein, um dich zu halten.�</p><p>�Nein!� Er fuhr innerlich zusammen. Wie lange hatte er schon nicht mehr an Emondsfeld, an zu Hause gedacht? Und an Tam? Es mu�te Tage her sein. Es schien Monate her zu sein. �Ich werde eines Tages nach Hause zur�ckkehren, wenn ich kann. Dann werde ich Schafe z�chten wie... wie mein Vater, und wenn ich niemals mehr weggehe, ist es immer noch zu fr�h. Stimmt's, Mat? Sobald wir k�nnen, kehren wir zur�ck und vergessen, da� dies alles �berhaupt existiert.�</p><p>Mit sichtbarer M�he ri� sich Mat von dem Anblick des Landes flu�aufw�rts los, hinter dem sich der verschwundene Turm verbarg. �Was? Oh! Ja, nat�rlich.</p><p>Wir gehen nach Hause. Klar.� Als er sich abwandte, um wegzugehen, h�rte Rand ihn vor sich hin murmeln: �Ich wette, er will nicht, da� irgend jemand anders nach dem Schatz sucht.� Er schien gar nicht zu merken, da� er das laut ausgesprochen hatte.</p><p>Nach vier Tagen Fahrt den Flu� hinunter sa� Rand oben auf dem stumpfen Mastende und hatte die Beine um die Querstreben geschlungen. Die <emphasis>Gischt</emphasis> schwankte sanft, doch f�nfzig Fu� hoch �ber dem Wasser lie� dieses leichte Schwanken den Mast in weiten B�gen hin und her schwingen. Er warf den Kopf in den Nacken und lachte in den Wind hinein, der ihm ins Gesicht blies. Die Ruder waren drau�en, und von hier oben sah das Schiff aus wie eine zw�lfbeinige Spinne, die den Arinelle hinunterkrabbelte. Er war schon zuvor so hoch oben gewesen � daheim auf den B�umen der Zwei Fl�sse -, aber diesmal gab es keine Zweige, die seine Sicht behinderten. Alles an Deck, die Matrosen an den Rudern, M�nner auf ihren Knien, die das Deck mit Schleifsteinen schrubbten, M�nner, die an Tauen und Luken arbeiteten, sahen aus dieser H�he und diesem Winkel � in gerader Linie von oben � so eigenartig aus, alle zusammengedr�ckt und verk�rzt, da� er eine Stunde allein damit verbracht hatte, sie zu betrachten und zu lachen.</p><p>Er mu�te immer noch lachen, wenn er auf sie hinunterblickte, aber nun betrachtete er die vorbeischwimmenden Ufer. So schien es wenigstens, als stehe er still � au�er nat�rlich, was dieses Schwanken von einer Seite auf die andere betraf -, und die Ufer glitten langsam vorbei; H�gel und B�ume glitten auf beiden Seiten nach hinten weg. Er sa� still, und die ganze Welt bewegte sich an ihm vorbei.</p><p>In einem pl�tzlichen Anfall von Leichtsinn nahm er die Beine von den Querstreben am Mast und breitete Arme und Beine aus. So balancierte er das Schwanken aus. Drei vollst�ndige B�gen bew�ltigte er auf diese Art, und dann war pl�tzlich das Gleichgewicht weg. Er schlug mit Armen und Beinen wild um sich, kippte nach vorn und bekam gerade noch die Fockstag zu fassen. Seine Beine hingen frei zu beiden Seiten des Mastes. Nichts hielt ihn an seinem luftigen Platz als seine beiden H�nde an der Stange, und er lachte. Er sog sich die Lunge voll mit dem frischen, kalten Wind und lachte voll �berm�tiger Freude.</p><p>�Junge�, erreichte ihn Thoms Stimme, �Junge, wenn du versuchst, deinen dummen Hals zu brechen, dann falle wenigstens nicht auf mich!�</p><p>Rand blickte hinunter. Thom hielt sich an den Rattenscheiben direkt unter ihm fest und sah ihn ziemlich ernst von unten her an. Wie Rand hatte auch der Gaukler seinen Umhang unten gelassen. �Thom�, sagte er entz�ckt. �Thom, wann seid Ihr denn hier heraufgekommen?�</p><p>�Als du nicht darauf geachtet hast, da� die Leute dir etwas zuriefen. Junge, jeder denkt, du seist verr�ckt geworden!�</p><p>Er sah hinunter und war �berrascht, da� alle Gesichter zu ihm nach oben schauten. Nur Mat, der mit �berschlagenen Beinen und den R�cken an den Mast gelehnt am Bug sa�, sah ihn nicht an. Sogar die M�nner an den Rudern hatten die Augen erhoben und kamen dabei aus dem Rhythmus. Und niemand schimpfte deswegen. Rand verdrehte den Kopf und blickte unter dem Arm hindurch zum Heck. Kapit�n Domon stand am Steuerruder, hatte die kr�ftigen F�uste in die H�ften gest�tzt und sah b�se zu ihm hinauf. Er wandte sich wieder Thom zu und grinste. �Wollt Ihr, da� ich jetzt hinunterkomme?�</p><p>Thom nickte lebhaft. �Das w�rde ich sehr begr��en.�</p><p>�In Ordnung.� Er verlagerte den Griff an der Fockstag und sprang mit einem Satz von der Mastspitze weg. Er h�rte, wie sich Thom einen Fluch verbi�, als sein Fall aufgehalten wurde und er an beiden H�nden von der Stange herunterhing. Der Gaukler sah ihn mi�billigend an, eine Hand halb ausgestreckt, als wolle er ihn fangen. Er grinste Thom erneut zu. �Ich steige jetzt hinunter.�</p><p>Er schwang die Beine hoch, hakte sich mit einem Bein an einem dicken Tau fest, das vom Mast zum Bug herunterhing, warf einen Arm dar�ber, so da� er das Tau im Winkel zwischen Oberarm und Unterarm hatte, und lie� los. Langsam, dann immer schneller, glitt er hinunter. Direkt vor dem Bug lie� er sich fallen und landete geradewegs vor Mat auf dem Deck. Er machte einen Ausfallschritt, um das Gleichgewicht wieder zu erlangen, und dann drehte er sich dem �brigen Schiff mit weit ausgebreiteten Armen zu, wie es Thom nach einem akrobatischen Kunstst�ck immer tat.</p><p>Vereinzeltes Klatschen von der Mannschaft war zu h�ren, aber er blickte �berrascht auf Mat hinunter und darauf, was Mat in den H�nden hielt, durch seinen K�rper vor allen anderen verborgen: einen gekr�mmten Dolch mit einer Goldscheide und fremdartigen Schriftzeichen darauf. Der Griff war mit feinem Golddraht umwickelt, und obenauf sa� ein Rubin, so gro� wie Rands Daumennagel, gehalten von z�hnefletschenden Schlangen mit Goldschuppen. Mat fuhr noch einen Moment lang fort, den Dolch in die Scheide hineinzuschieben und wieder herauszuziehen. Er spielte immer noch damit, als er den Kopf langsam hob. Seine Augen schienen in weite Fernen zu blicken. Pl�tzlich jedoch richteten sie sich auf Rand, und er fuhr zusammen und steckte den Dolch rasch unter seinen Mantel. Rand hockte sich auf die Fersen und schlang die Arme um die Knie. �Wo hast du das her?� Mat sagte nichts, sondern sah sich nur hastig um, ob irgend jemand anders in der N�he sei. Erstaunlicherweise waren sie allein. �Du hast das doch nicht etwa aus Shadar Logoth, oder?�</p><p>Mat sah ihn an. �Es ist deine Schuld. Deine und Perrins. Ihr zwei habt mich von dem Schatz weggerissen, obwohl ich ihn bereits in der Hand hatte. Mordeth hat ihn mir nicht gegeben. Ich habe ihn genommen, also trifft Moiraines Warnung vor seinen Geschenken nicht zu. Du erz�hlst es doch niemandem, Rand. Sonst stehlen sie ihn mir vielleicht.�</p><p>�Ich sage es nicht weiter�, versprach Rand. �Ich halte Kapit�n Domon f�r ehrlich, aber den anderen traue ich nicht, besonders Gelb.�</p><p>�Niemandem�, beharrte Mat. �Nicht Domon, nicht Thom, niemandem. Wir sind die einzigen beiden aus Emondsfeld, die noch �brig sind, Rand. Wir k�nnen es uns gar nicht leisten, irgend jemand anderem zu trauen.�</p><p>�Sie sind am Leben, Mat. Egwene und Perrin. Ich wei�, da� sie noch leben.� Mat blickte besch�mt drein. �Aber ich werde dein Geheimnis bewahren. Nur unter uns beiden. Wenigstens m�ssen wir uns jetzt des Geldes wegen keine Gedanken machen. Wir k�nnen ihn so gut verkaufen, da� wir daf�r wie die K�nige nach Tar Valon reisen k�nnen.�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Mat nach einer Pause. �Wenn es sein mu�. Sag nur niemandem etwas, bevor ich es dir erlaube.�</p><p>�Ich habe schon mal gesagt, ich tu das nicht. H�r mal, hast du wieder neue Tr�ume gehabt, seit wir an Bord gegangen sind? Wie in Baerlon? Das ist jetzt die erste Gelegenheit, dich zu fragen, ohne da� sechs Leute zuh�ren.�</p><p>Mat drehte den Kopf weg und sah Rand von der Seite her an. �Vielleicht.�</p><p>�Was meinst du mit vielleicht? Entweder hast du oder nicht.�</p><p>�Ist schon gut, ja, ich hatte welche. Ich will nicht dar�ber sprechen. Ich will nicht mal daran denken! Es bringt nichts.�</p><p>Bevor einer von ihnen noch mehr sagen konnte, kam Thom �ber das Deck her, seinen Umhang �ber den Arm gelegt. Der Wind zerzauste sein wei�es Haar, und seine langen Schnurrbartenden schienen zu beben. �Es ist mir noch einmal gelungen, den Kapit�n davon zu �berzeugen, da� du nicht verr�ckt geworden bist�, verk�ndete er, �sondern da� es ein Teil deiner Ausbildung war.� Er ergriff die Fockstag und r�ttelte daran. �Dieser n�rrische Trick, am Tau herunterzurutschen, half dabei, aber du hast Gl�ck gehabt, da� du dir nicht den Hals gebrochen hast.�</p><p>Rands Blick ging zur Fockstag und dann hinauf zur Mastspitze, und die Kinnlade fiel ihm herunter. Er war daran heruntergerutscht. Und er hatte auf dem Mast ge...</p><p>Pl�tzlich stellte er sich vor, wie er da oben mit gespreizten Armen und Beinen sa�. Er setzte sich schwerf�llig hin und fing sich gerade noch ab, bevor er platt auf dem R�cken lag. Thom blickte nachdenklich auf ihn herunter.</p><p>�Ich wu�te gar nicht, da� du H�hen so gut vertr�gst, Junge. Wir k�nnen vielleicht in Illian oder Ebou Dar oder sogar in Tear damit Vorstellungen geben. Die Leute in den gro�en St�dten im S�den sehen gern Hochseilt�nzer und Schlappseilartisten.�</p><p>�Wir gehen aber nach... � Im letzten Moment erinnerte sich Rand daran, sich erst einmal umzusehen, ob jemand nahe genug war zum Lauschen. Ein paar Besatzungsmitglieder beobachteten sie, darunter auch Gelb, der wie gew�hnlich finster dreinblickte, aber keiner konnte h�ren, was er sagte. �Nach Tar Valon�, vollendete er. Mat zuckte die Achseln, als sei es ihm gleich, wohin sie gingen.</p><p>�Im Augenblick sieht es so aus, Junge�, sagte Thom und setzte sich neben sie. �Aber morgen... wer wei�? So ist das Leben eines Gauklers.� Er nahm eine Handvoll farbiger B�lle aus einem seiner weiten �rmel. �Nachdem du jetzt nicht mehr da oben bist, k�nnen wir ja am Dreierschnitt weiterarbeiten.�</p><p>Rands Blick wanderte noch einmal zur Mastspitze, und ein kalter Schauder lief ihm den R�cken hinunter. <emphasis>Was ist denn mit mir los? Licht, was geschieht mit mir?</emphasis> Er mu�te es herausfinden. Er mu�te nach Tar Valon gehen, bevor er wirklich �berschnappte.</p></section><section><title><p>25</p><p>Das fahrende Volk</p></title><p>Bela trottete gelassen unter der blassen Sonne einher, als seien die drei W�lfe, die unweit von ihr nebenherliefen, nur Dorfhunde, doch an der Art, wie sie von Zeit zu Zeit die Augen rollte, wenn sie die W�lfe ansah, merkte man, da� sie sich ganz anders f�hlte. Egwene, die auf dem R�cken der Stute sa�, erging es genauso. Sie beobachtete die W�lfe st�ndig aus den Augenwinkeln und drehte sich manchmal im Sattel nach hinten blickend um. Perrin war sicher, sie suche nach dem Rest des Rudels, als er das aber ihr gegen�ber andeutete, stritt sie es �rgerlich ab. Sie bestritt, sich vor den W�lfen zu f�rchten, die mit ihnen durch den Wald liefen; bestritt, sich Gedanken �ber den Rest des Rudels und sein weiteres Verhalten zu machen. Sie bestritt alles und sah sich weiter mit zusammengekniffenen Augen um, wobei sie sich andauernd die Lippen befeuchtete.</p><p>Der Rest des Rudels war weit entfernt; das h�tte auch er ihr sagen k�nnen. <emphasis>Was n�tzt es, selbst wenn sie mir glaubt? Oder gerade, wenn sie mir glaubt?</emphasis> Er hatte keine Lust, sich ihrem Zorn auszusetzen, solange es nicht n�tig war. Er wollte auch nicht dar�ber nachdenken, <emphasis>wieso</emphasis> er das wu�te. Der in Felle gekleidete Mann sprang vor ihnen her. Manchmal wirkte er beinahe selbst wie ein Wolf. Er sah sich nie um, wenn Scheckie, Springer und Wind auftauchten, aber es war auch ihm bewu�t.</p><p>Die Emondsfelder waren in der Morgend�mmerung des ersten Tages erwacht und hatten gesehen, wie Elyas weitere Kaninchen zubereitete und sie �ber seinen Vollbart hinweg ausdruckslos beobachtete. Au�er Scheckie, Springer und Wind waren keine W�lfe zu sehen. Im blassen Licht des fr�hen Tages lag unter der gro�en Eiche noch tiefer Schatten, und die kahlen B�ume dahinter wirkten wie Finger, die man bis auf die Knochen abgenagt hatte.</p><p>�Sie sind in der Gegend�, antwortete Elyas, als ihn Egwene fragte, wohin der Rest des Rudels verschwunden war. �Nahe genug, um zu helfen, falls es n�tig ist. Weit genug entfernt, um Problemen mit Menschen aus dem Weg zu gehen, selbst wenn wir darin verwickelt sind. Fr�her oder sp�ter gibt es immer Schwierigkeiten, wenn auch nur zwei Menschen zusammen sind. Wenn wir sie brauchen, sind sie da.�</p><p>Etwas kitzelte im hintersten Winkel von Perrins Verstand, als er einen Bissen R�stkaninchen mit den Z�hnen herausri�. Eine verschwommen wahrgenommene Richtung. <emphasis>Nat�rlich! Dort sind...</emphasis> Der hei�e Bratensaft in seinem Mund verlor pl�tzlich jeglichen Geschmack. Er a� ein wenig von den Knollen, die Elyas auf der Kohle ger�stet hatte � sie schmeckten ein bi�chen wie R�ben -, aber der Appetit war ihm vergangen. Als sie aufgebrochen waren, hatte Egwene darauf bestanden, da� sie sich alle beim Reiten abwechselten, und Perrin hatte sich nicht einmal die M�he gemacht, ihr zu widersprechen. �Zuerst bist du dran�, sagte er zu ihr. Sie nickte. �Und dann Ihr, Elyas.�</p><p>�Meine eigenen Beine sind gut genug f�r mich�, sagte Elyas. Er sah Bela an, und die Stute rollte die Augen, als sei er einer der W�lfe. �Au�erdem glaube ich nicht, da� sie mich auf ihr reiten lassen m�chte.�</p><p>�Das ist Unsinn�, erwiderte Egwene entschlossen. �Es hat keinen Zweck, in der Hinsicht stur zu sein. Es ist nur vern�nftig, wenn jeder von uns hin und wieder reitet. Nach Euren Worten haben wir noch einen langen Weg vor uns.�</p><p>�Ich habe nein gesagt, M�dchen.�</p><p>Sie atmete tief ein, und Perrin fragte sich, ob es ihr gelingen w�rde, Elyas genauso wie ihn herumzukommandieren, doch dann bemerkte er, da� sie mit ge�ffnetem Mund dastand und kein Wort herausbrachte. Elyas sah sie an; blickte sie einfach nur mit den gelben Wolfsaugen an. Egwene trat zur�ck, nur weg von dem grobknochigen Mann, leckte sich die Lippen und trat nochmals einen Schritt zur�ck. Bevor sich Elyas abwandte, war sie r�ckw�rts bis zu Bela gekommen und kletterte hastig auf den R�cken der Stute. Als der Mann sich abwandte, um sie weiter nach S�den zu f�hren, verglich Perrin dessen Grinsen ebenfalls mit dem eines Wolfs.</p><p>Drei Tage lang reisten sie so, gingen oder ritten den ganzen Tag nach S�dosten und rasteten erst, wenn sich die D�mmerung senkte. Elyas schien wohl die typische Betriebsamkeit der Stadtmenschen zu verachten, doch er verschwendete gewi� keine Zeit, wenn er irgendein Ziel anstrebte.</p><p>Die drei W�lfe lie�en sich selten sehen. Jede Nacht kamen sie f�r eine Weile ans Feuer, und manchmal tauchten sie auch am Tag kurz auf, wenn man sie am wenigsten erwartete, und verschwanden wieder auf die gleiche Art und Weise. Perrin wu�te allerdings, da� sie dort drau�en waren und wo. Er wu�te, wenn sie den Weg vor ihnen erkundeten und wenn sie ihnen den R�cken deckten. Er wu�te, wenn sie das �bliche Jagdrevier des Rudels verlie�en und wenn Scheckie das Rudel zur�ckschickte, um auf sie zu warten. Gelegentlich verbla�ten die drei �briggebliebenen in seinem Geist, aber nach kurzer Zeit, bevor sie wieder nahe genug waren, um sich blicken zu lassen, f�hlte er sie zur�ckkehren. Selbst als der Baumbestand d�nner wurde und sich in weit verstreute Haine aufl�ste, die durch weite Fl�chen winterwelken Grases voneinander getrennt waren, wirkten sie wie Gespenster, wenn sie nicht gesehen werden wollten. Er h�tte jedoch jederzeit geradewegs auf sie deuten k�nnen. Er wu�te nicht, woher diese F�higkeit kam, und er versuchte, sich selbst davon zu �berzeugen, da� ihm lediglich seine Phantasie einen Streich spielte, aber es half nichts. Genau wie Elyas wu�te er immer, wo sie sich befanden.</p><p>Er bem�hte sich, nicht an W�lfe zu denken, doch sie schlichen sich immer wieder in seine Gedanken. Er hatte nicht mehr von Ba'alzamon getr�umt, seit er Elyas und die W�lfe kennengelernt hatte. In seinen Tr�umen, soweit er sich in wachem Zustand daran erinnern konnte, ging es um allt�gliche Dinge, von denen er auch zu Hause getr�umt h�tte... vor Winternacht... vor Baerlon. Normale Tr�ume � mit einer Erg�nzung. In jedem Traum, an den er sich erinnern konnte, kam ein Punkt, wo er sich von der Arbeit an Meister Luhhans Ambo� aufrichtete, um sich den Schwei� von der Stirn zu wischen, oder vom Dorfgr�n ging, wo er mit den M�dchen getanzt hatte, oder seinen Kopf von einem Buch hob, das er vor dem Kamin las, und gleichg�ltig, ob er sich unter einem Dach oder im Freien aufhielt, es war immer ein Wolf in der N�he. Immer drehte ihm der Wolf den R�cken zu, und er wu�te auch immer � in den Tr�umen erschien ihm dies ganz selbstverst�ndlich, sogar bei Alsbet Luhhans Abendessen -, da� die gelben Augen des Wolfs danach Ausschau hielten, was kommen k�nnte, um ihn davor zu beh�ten. Nur im wachen Zustand erschienen ihm die Tr�ume eigenartig.</p><p>Drei Tage ging es so, und Scheckie, Springer und Wind brachten ihnen Kaninchen und Eichh�rnchen, und Elyas zeigte ihnen Pflanzen, von denen Perrin nur wenige erkannte, die sie gut essen konnten. Einmal brach ein Kaninchen fast unter Belas Hufen hervor. Bevor Perrin noch einen Stein in seine Schleuder legen konnte, nagelte Elyas es auf zwanzig Schritt Entfernung mit seinem langen Wurfmesser fest. Ein andermal scho� Elyas mit seinem Bogen einen fetten Fasan in der Luft. Sie a�en viel besser als zuvor allein, doch Perrin w�re auch mit den alten Kleinportionen zufrieden gewesen, wenn damit andere Gesellschaft verbunden gewesen w�re. Er war sich nicht sicher, wie Egwene dar�ber dachte, doch er w�re auch zum Hungern bereit gewesen, falls das ohne die W�lfe notwendig gewesen w�re. Bis zum Nachmittag des dritten Tages.</p><p>Ein Wald lag vor ihnen, ausgedehnter als die meisten zuvor, gute vier Meilen breit. Die Sonne stand niedrig am Westhimmel und sandte schr�ge Schatten nach rechts hin�ber. Der Wind frischte auf. Perrin f�hlte, wie die W�lfe die Nachhut aufgaben und ohne Eile nach vorne kamen. Sie hatten nichts Gef�hrliches gewittert und gesehen. Egwene war gerade mit dem Reiten auf Bela dran. Es war Zeit, sich nach einem Nachtlager umzusehen, und das gro�e Waldst�ck kam ihnen da gerade recht.</p><p>Als sie den B�umen n�her kamen, brachen drei Mastiff-Kampfhunde aus der Deckung des Waldes hervor, breit gebaute Hunde, genauso gro� wie die W�lfe und noch schwerer, die die Z�hne unter lautem, grollendem Knurren fletschten. Sie blieben stehen, sobald sie sich im Freien befanden, aber kaum mehr als drei�ig Fu� trennten sie von den drei Menschen, und in ihren dunklen Augen gl�hte die Lust, zu t�ten.</p><p>Bela, bereits durch die W�lfe nerv�s gemacht, wieherte und warf Egwene beinahe ab, aber Perrin hatte im Nu seine Schleuder in der Hand und lie� sie um seinen Kopf wirbeln. Unn�tig, bei Hunden eine Axt zu verwenden; ein Stein in die Rippen wurde den schlimmsten Hund vertreiben.</p><p>Elyas winkte ihm zu, ohne den Blick von den steifbeinigen Hunden abzuwenden. �Pssst! La� das jetzt!�</p><p>Perrin sah ihn erstaunt an, lie� aber die Schleuder langsamer kreisen und schlie�lich schlaff an seine Seite fallen. Egwene schaffte es, Bela wieder unter Kontrolle zu bringen; sie und die Stute beobachteten mi�trauisch die Hunde.</p><p>Die Nackenhaare der Mastiffs str�ubten sich, ihre Ohren waren angelegt, und ihr Knurren klang wie ein Erdbeben. Pl�tzlich erhob Elyas einen Finger auf H�he seiner Schulter und pfiff lang und durchdringend. Der Pfiff wurde im Ton h�her und h�her und wollte nicht enden. Das Knurren brach ungleichm��ig ab. Die Hunde traten zur�ck, winselten und drehten die K�pfe weg, als wollten sie gehen und w�rden doch festgehalten. Ihr Blick war starr auf Elyas Finger gerichtet.</p><p>Langsam senkte Elyas die Hand, und damit wurde der Ton seines Pfeifens tiefer. Die Hunde folgten dem Finger, bis sie platt auf dem Boden lagen und die Zungen aus den Schnauzen h�ngen lie�en. Drei Schw�nze wedelten.</p><p>�Siehst du�, sagte Elyas und ging zu den Hunden hin�ber. �Dazu braucht man keine Waffen.� Die Mastiffs leckten seine H�nde, und er streichelte ihre breiten K�pfe und kraulte sie hinter den Ohren. �Sie sehen schlimmer aus als sie sind. Sie sollen uns abschrecken, und sie h�tten uns nicht gebissen, au�er wir h�tten versucht, zwischen die B�ume zu gehen. Na ja, dar�ber brauchen wir uns jetzt keine Gedanken mehr machen. Wir k�nnen es bis zum Einbruch der Dunkelheit bis zu dem n�chsten Waldst�ck dort dr�ben schaffen.�</p><p>Als Perrin Egwene ansah, bemerkte er, da� ihr Mund aufklaffte. Er selbst schlo� den Mund mit h�rbarem Z�hneklicken.</p><p>W�hrend Elyas noch die Hunde streichelte, betrachtete er das angedeutete Waldst�ck. �Dort werden Tuatha'an sein. Das Fahrende Volk.� Sie blickten ihn verst�ndnislos an, und er f�gte hinzu: �Kesselflicker.�</p><p>�Kesselflicker?� rief Perrin. �Ich wollte immer schon Kesselflicker sehen! Manchmal lagern sie bei Taren-F�hre auf der anderen Seite des Flusses, aber soviel ich wei�, kommen sie nie ins Gebiet der Zwei Fl�sse. Ich wei� nicht, warum.�</p><p>Egwene schnaubte. �Vielleicht weil die Leute aus Taren-F�hre genauso gro�e Diebe sind wie die Kesselflicker. Zweifellos w�rden sie sich gegenseitig das letzte Hemd stehlen. Meister Elyas, wenn wirklich Kesselflicker in der N�he sind, sollten wir dann nicht weiterziehen? Wir wollen doch nicht, da� Bela gestohlen wird und... na ja, wir haben sonst nicht viel, aber jeder wei� ja, da� die Kesselflicker alles stehlen, was nicht niet-und nagelfest ist.�</p><p>�Auch Babys?� fragte Elyas trocken. �Entf�hren sie auch Kinder und so?� Er spuckte aus, und sie err�tete. Diese Geschichten �ber Babys wurden gelegentlich erz�hlt, am h�ufigsten von Cenn Buie oder einem der Coplins oder Congars. Die anderen Geschichten waren allgemein bekannt. �Die Kesselflicker machen mich auch manchmal krank, aber sie stehlen nicht mehr als andere Leute. Erheblich weniger als einige, die ich kenne.�</p><p>�Es wird bald dunkel, Elyas�, sagte Perrin. �Wir m�ssen irgendwo lagern. Warum nicht bei ihnen, wenn sie es uns erlauben?� Frau Luhhan besa� einen von den Kesselflickern reparierten Topf, von dem sie behauptete, er sei besser als je zuvor. Meister Luhhan war nicht sehr angetan davon, da� seine Frau die Kesselflicker lobte, aber Perrin wollte zusehen, wie sie arbeiteten. Und doch z�gerte Elyas, was Perrin nicht verstand. �Gibt es einen Grund, warum wir uns von ihnen fernhalten sollten?�</p><p>Elyas sch�ttelte den Kopf, doch das Z�gern war immer noch in der Haltung seiner Schultern und der schmalen Linie seines Mundes f�hlbar. �Na ja, wir k�nnen schon hin. Achtet einfach nicht auf das, was sie sagen. Eine Menge Quatsch. Meistens benimmt sich das Fahrende Volk ziemlich frei, aber manchmal legen sie auch Wert auf Formalit�ten. Also macht einfach nach, was ich mache. Und behaltet eure Geheimnisse f�r euch. Kein Grund, alles auszuplaudern.�</p><p>Die Hunde liefen schwanzwedelnd neben ihnen her, als Elyas sie zwischen die B�ume f�hrte. Perrin f�hlte, wie die W�lfe ihren Schritt verlangsamten, und wu�te, da� sie nicht mit hineinkommen w�rden. Sie hatten keine Angst vor den Hunden � sie verachteten die Hunde, die f�r einen Platz am Lagerfeuer ihre Freiheit aufgegeben hatten -, aber sie mieden Menschen.</p><p>Elyas schritt gezielt voran, als kenne er den Weg, und beinahe in der Mitte des Waldst�cks tauchten denn auch die Wagen der Kesselflicker auf, zwischen den Eichen und Eschen verteilt.</p><p>Wie alle in Emondsfeld hatte Perrin eine Menge von den Kesselflickern geh�rt, sie aber noch nie gesehen, und ihr Lager war genauso, wie er es sich vorgestellt hatte. Ihre Wagen waren kleine H�user auf R�dern, hohe Holzk�sten, lackiert und bunt bemalt in Rot und Blau und Gelb und Gr�n und einigen Farbt�nen, f�r die er keinen Namen wu�te. Das Fahrende Volk ging entt�uschend allt�glichen Arbeiten nach. Sie kochten, n�hten, beaufsichtigten Kinder, flickten Zaumzeug, doch ihre Kleidung war noch bunter als ihre Wagen und anscheinend v�llig planlos gew�hlt; einige trugen Mantel und Hose oder Kleid und Schal in Farbkombinationen, die in den Augen weh taten. Sie wirkten wie Schmetterlinge auf einer Blumenwiese.</p><p>Vier oder f�nf M�nner an verschiedenen Flecken des Lagers spielten Geige und Fl�te, und ein paar Leute tanzten wie regenbogenfarbene Kolibris. Kinder und Hunde rannten spielend zwischen den Lagerfeuern herum. Die Hunde waren Mastiffs wie jene, die die Reisenden empfangen hatten, aber die Kinder zogen sie an den Ohren und Schw�nzen und kletterten ihnen auf den R�cken, und die kr�ftigen Hunde ertrugen alles gelassen. Die drei neben Elyas blickten mit heraush�ngenden Zungen zu dem b�rtigen Mann auf, als sei er ihr bester Freund. Perrin sch�ttelte den Kopf. Sie waren immer noch gro� genug, um die Kehle eines Mannes zu erreichen, praktisch ohne die Vorderpfoten vom Boden zu heben.</p><p>Pl�tzlich h�rte die Musik auf, und er merkte, da� alle Kesselflicker ihn und seine Begleiter anblickten. Selbst die Kinder und die Hunde waren stehengeblieben und beobachteten sie mi�trauisch, beinahe fluchtbereit wirkend.</p><p>Einen Augenblick lang war es totenstill, und dann trat ein kleiner, drahtiger und grauhaariger Mann vor und verbeugte sich mit ernster Miene vor Elyas. Er trug einen roten Mantel mit hohem Kragen und eine ausgebeulte, hellgr�ne Hose, die er in kniehohe Stiefel gesteckt hatte. �Seid willkommen an unseren Feuern. Kennt Ihr das Lied?�</p><p>Elyas verbeugte sich auf die gleiche Art, beide H�nde an die Brust gedr�ckt. �Euer Willkommensgru� erw�rmt meinen Geist, Mahdi, so wie Eure Feuer das Fleisch erw�rmen, aber ich kenne das Lied nicht.�</p><p>�Dann suchen wir weiter�, intonierte der grauhaarige Mann. �Wie es war, so soll es sein, wenn wir uns nur erinnern, suchen und finden.� Er schwang einen Arm l�chelnd in Richtung auf die Feuer, und seine Stimme nahm einen fr�hlichleichten Tonfall an. �Das Mahl ist fast fertig. Bitte gesellt Euch zu uns.�</p><p>Als sei das ein Signal gewesen, begann die Musik aufs neue, und die Kinder lachten wieder und rannten mit den Hunden herum. Alle im Lager kehrten zu den vorherigen Besch�ftigungen zur�ck, als seien die Neuank�mmlinge langerwartete Freunde.</p><p>Der grauhaarige Mann z�gerte allerdings und sah Elyas an. �Eure... anderen Freunde? Sie werden drau�en bleiben. Sie jagen den Hunden solche Angst ein.�</p><p>�Sie werden bleiben, wo sie sind, Raen.� Elyas Kopfsch�tteln enthielt ein wenig Verachtung. �Das solltet Ihr allm�hlich wissen.�</p><p>Der grauhaarige Man spreizte die H�nde, als wolle er sagen, da� nichts jemals gewi� sei. Als er sich umdrehte, um sie ins Lager zu f�hren, stieg Egwene ab und n�herte sich Elyas. �Ihr beiden seid Freunde?� Ein l�chelnder Kesselflicker erschien, um Bela wegzuf�hren; Egwene reichte ihm widerstrebend die Z�gel, nachdem Elyas trocken geschnaubt hatte. �Wir kennen uns�, antwortete der in Felle gekleidete Mann.</p><p>�Er hei�t Mahdi?� fragte Perrin.</p><p>Elyas knurrte etwas in seinen Bart hinein. �Er hei�t Raen. Mahdi ist sein Titel. Sucher. Er ist der Anf�hrer dieses Stammes. Ihr k�nnt ihn Sucher nennen, wenn euch das andere Wort komisch vorkommt. Er hat nichts dagegen.�</p><p>�Wie war das mit diesem Lied?� fragte Egwene. �Deswegen ziehen sie herum�, sagte Elyas, �oder jedenfalls behaupten sie das. Sie suchen nach einem Lied.</p><p>Das ist es, wonach der Mahdi sucht. Sie behaupten, sie h�tten es bei der Zerst�rung der Welt verloren, und wenn sie es wiederfinden, dann wird das Paradies des Zeitalters der Legenden zur�ckkehren.� Er sah sich im Lager um und schnaubte wieder. �Sie wissen noch nicht einmal, um welche Art von Lied es sich handelt. Sie behaupten, sie w�rden es erkennen, wenn sie es f�nden. Sie wissen auch nicht, wie es das Paradies wiederbringen kann, und doch haben sie fast dreitausend Jahre lang danach gesucht � seit der Zerst�rung. Ich sch�tze, sie werden weitersuchen, bis das Rad aufh�rt, sich zu drehen.�</p><p>Dann erreichten sie Raens Feuer im Zentrum des Lagers. Der Wagen des Suchers war gelb mit roten R�ndern, und die Speichen der hohen, rot gestrichenen R�der waren abwechselnd gelb und rot. Eine mollige Frau, so grau wie Raen, doch ohne Falten im Gesicht, kam aus dem Wagen und blieb auf den Stufen am hinteren Ende einen Moment lang stehen, um eine Stola mit blauen Fransen auf ihren Schultern zurechtzur�cken. Ihre Bluse war gelb und ihr Rock rot � leuchtende Farben. Die Kombination brachte Perrin zum Blinzeln, und Egwene gab einen Laut von sich, als erw�rge man sie.</p><p>Als sie die Leute sah, die Raen folgten, kam die Frau mit einem warmen L�cheln herunter. Das war Ila, Raens Frau, einen Kopf gr��er als ihr Mann, und sie brachte es fertig, da� Perrin schnell die Farben ihrer Kleidung verga�. Sie erinnerte ihn in ihrer M�tterlichkeit an Frau al'Vere, und von ihrem ersten L�cheln an f�hlte er sich herzlich aufgenommen.</p><p>Ila begr��te Elyas als alten Bekannten, doch hielt sie einen f�r Raen schmerzlichen Abstand. Elyas grinste sie trocken an und nickte. Perrin und Egwene stellten sich vor, und sie nahm ihre H�nde in ihre beiden und zeigte dabei viel mehr W�rme als bei Elyas. Sie nahm Egwene sogar in die Arme.</p><p>�Du bist ja s��, mein Kind�, sagte sie, nahm Egwenes Kinn in die Hand und l�chelte. �Und halb erfroren, denke ich. Setz dich nahe ans Feuer, Egwene. Setzt euch alle hin. Das Essen ist fast fertig.�</p><p>Teile umgest�rzter Baumst�mme waren als Sitze um das Feuer herum gruppiert. Elyas weigerte sich, der Zivilisation auch nur soweit entgegenzukommen, und setzte sich statt dessen auf den blanken Boden. Zwei kleine Kessel hingen an dreibeinigen Eisenhaltern �ber den Flammen, und am Rand der Kohleschicht stand ein Ofen. Ila k�mmerte sich um alles.</p><p>Als Perrin und die anderen Platz nahmen, schlenderte ein schlanker junger Mann in gr�ngestreifter Kleidung zum Feuer her�ber. Er umarmte Raen, k��te Ila und musterte Elyas und die Emondsfelder k�hl. Er war ungef�hr genauso alt wie Perrin und bewegte sich, als werde er mit dem n�chsten Schritt zu tanzen beginnen.</p><p>�Na, Aram� � Ila l�chelte liebevoll � �hast du dich entschlossen, zur Abwechslung einmal mit deinen alten Gro�eltern zu speisen?� Ihr L�cheln erfa�te Egwene, als sie sich b�ckte, um in einem Kessel �ber dem Feuer herumzur�hren. �Ich frage mich, aus welchem Grund.�</p><p>Aram kauerte sich bequem, die Arme �ber den Knien verschr�nkt, gegen�ber von Egwene am Feuer nieder. �Ich bin Aram�, sagte er mit leiser, selbstbewu�ter Stimme zu ihr. Er schien nicht mehr zu bemerken, da� au�er ihr noch jemand zugegen war. �Ich habe auf die erste Rose des Fr�hlings gewartet, und nun finde ich sie an meines Gro�vaters Feuer.�</p><p>Perrin wartete darauf, Egwene kichern zu h�ren, sah aber dann, da� auch sie Aram ansah. Also blickte er den jungen Kesselflicker erneut an. Er mu�te zugeben, Aram sah mehr als nur einfach gut aus. Nach einer Minute fiel Perrin ein, an wen ihn dieser Bursche erinnerte: Wil al'Seen. Alle M�dchen sahen ihm nach und fl�sterten hinter seinem R�cken, wenn er von Devenritt nach Emondsfeld kam. Wil stellte jedem M�dchen nach, das er sah, und er brachte es fertig, jede davon zu �berzeugen, da� er eben nur h�flich zu den anderen sein wollte.</p><p>�Eure Hunde dort�, sagte Perrin so laut, da� Egwene zusammenfuhr, �sehen so gro� wie Baren aus. Ich bin ganz �berrascht, da� ihr die Kinder mit ihnen spielen la�t.�</p><p>Arams L�cheln verschwand, aber als er Perrin ansah, tauchte es wieder auf, noch selbstbewu�ter als zuvor. �Sie werden euch nichts tun. Sie spielen wild, um m�gliche Gefahren abzuschrecken und uns zu warnen, aber sie wurden nach dem Gesetz des Blattes dressiert.�</p><p>�Das Gesetz des Blattes?� sagte Egwene: �Was ist das?�</p><p>Aram deutete auf die B�ume, sah ihr aber dabei ganz fest in die Augen. �Das Blatt lebt die ihm zugeteilte Zeit und k�mpft nicht gegen den Wind an, der es forttr�gt. Das Blatt schadet niemandem, und wenn es schlie�lich f�llt, n�hrt es neue Bl�tter. So sollte es auch bei den Menschen sein. Und besonders bei den Frauen.� Egwene beantwortete seinen Blick, und eine leichte R�te stieg in ihre Wangen.</p><p>�Aber was bedeutet das?� fragte Perrin. Aram warf ihm einen verst�ndnislosen Blick zu, und es war Raen, der die Frage beantwortete. �Es bedeutet, da� kein Mensch einem anderen aus irgendeinem Grund Schaden zuf�gen sollte.� Der Blick des Suchers huschte hin�ber zu Elyas. �Es gibt keine Entschuldigung f�r die Anwendung von Gewalt. Keine einzige. Niemals.�</p><p>�Und wenn Euch jemand angreift?� beharrte Perrin. �Wenn euch jemand schl�gt oder versucht, Euch zu berauben oder zu t�ten?�</p><p>Raen seufzte � ein geduldiges Seufzen -, als sehe Perrin einfach nicht, was doch f�r ihn so klar war. �Wenn mich ein Mann schl�ge, dann w�rde ich ihn fragen, warum er das macht. Und wenn er mich immer noch schlagen wollte, w�rde ich wegrennen; genauso, wenn er mich berauben oder t�ten wollte. Viel besser, da� ich ihn nehmen lasse, was er will, sogar mein Leben, als da� ich Gewalt anwende. Und ich w�rde hoffen, da� ihm nicht zuviel Leid zugef�gt w�rde.�</p><p>�Aber Ihr habt gesagt, Ihr w�rdet ihn nicht verletzen�, sagte Perrin.</p><p>�Das w�rde ich auch nicht, aber Gewalt gef�hrdet denjenigen, der sie anwendet, genauso wie den, der sie empf�ngt.� Perrin blickte zweifelnd drein. �Ihr k�nntet mit Eurer Axt einen Baum f�llen�, sagte Raen. �Die Axt tut dem Baum Gewalt an und kommt ungeschoren davon. Seht Ihr das so? Holz ist weich, verglichen mit Stahl, aber der scharfe Stahl wird stumpf, wenn er draufloshackt, und der Saft des Baumes wird ihn verrosten und zerfallen lassen. Die m�chtige Axt tut dem hilflosen Baum Gewalt an und wird selbst dabei zu Schaden kommen. So ist es auch bei den Menschen, auch wenn der Schaden die Seele betrifft.�</p><p>�Aber... �</p><p>�Genug�, knurrte Elyas und schnitt Perrin das Wort ab. �Raen, es ist schon schlimm genug, da� du versuchst, Dorfjungen zu diesem Unsinn zu �berreden � das bringt euch �berall in Schwierigkeiten, nicht wahr? -, aber die hier habe ich nicht zu euch gebracht, damit du sie zu bequatschen versuchst. La� das.�</p><p>�Um sie dir zu �berlassen?� sagte Ila, die zwischen den Handfl�chen Kr�uter verrieb und sie in einen der Kessel rieseln lie�. �Wirst du sie dein Gesetz lehren, zu t�ten oder zu sterben? Wirst du sie dem Schicksal zuf�hren, das du suchst, allein bis auf die Raben und deine... deine Freunde zu sterben, die sich dann um deinen K�rper streiten k�nnen?�</p><p>�Halte Frieden, Ila�, sagte Raen sanft, als habe er das alles und noch mehr schon hundertmal geh�rt. �Er wurde an unserem Feuer willkommen gehei�en, Frau.�</p><p>Ila gab nach, aber Perrin bemerkte wohl, da� sie sich nicht entschuldigte. Statt dessen sah sie Elyas an und sch�ttelte traurig den Kopf. Dann klopfte sie sich die Kr�uterreste von den H�nden und nahm, aus einer roten Truhe an der Seite des Wagens L�ffel und Tonsch�sseln heraus.</p><p>Raen wandte sich wieder Elyas zu. �Mein alter Freund, wie oft noch mu� ich dir noch sagen, da� wir nicht versuchen, irgend jemanden zu bekehren. Wenn die Dorfleute neugierige Fragen �ber unsere Lebensweise stellen, beantworten wir sie. Sicher, es sind meistens die jungen Leute, die solche Fragen stellen, und manchmal kommt einer davon mit uns, wenn wir weiterziehen, doch es ist ihre freie Entscheidung.�</p><p>�Versuch das mal einer Bauersfrau zu erkl�ren, die gerade herausgefunden hat, da� ihr Sohn oder ihre Tochter mit den Kesselflickern weggelaufen ist�, sagte Elyas trocken. �Deshalb lassen euch die gr��eren St�dte noch nicht einmal in der N�he lagern. Die D�rfer dulden euch, weil ihr alles so gut repariert, aber in den St�dten werdet ihr nicht gebraucht, und sie wollen nicht, da� ihr die jungen Leute zum Weglaufen �berredet.�</p><p>�Ich wei� nicht, was die St�dte alles erlauben.� Raens Geduld schien unersch�pflich. Auf jeden Fall machte er nicht den Eindruck, als werde er w�tend. �Es gibt immer gewaltt�tige Menschen in den St�dten. Ich glaube au�erdem auch nicht, da� wir das Lied in einer Stadt finden k�nnten.�</p><p>�Ich will euch nicht zu nahe treten, Sucher�, sagte Perrin bed�chtig, �aber... Na ja, ich suche nicht gerade nach Gewalt. Ich habe, glaube ich, jahrelang noch nicht einmal mit irgend jemandem gerungen, au�er bei Wettbewerben an Festtagen. Doch wenn mich jemand schl�gt, schlage ich zur�ck. Wenn nicht, w�rde ich ihn nur in dem Glauben ermutigen, er k�nne mich schlagen, wann immer er will. Einige Leute denken, sie k�nnten andere ausn�tzen, und wenn man ihnen nicht klarmacht, da� das nicht geht, dann laufen sie eben herum und peinigen jeden, der schw�cher ist als sie selbst.�</p><p>�Einige Leute�, sagte Aram mit einer schwerf�lligen Traurigkeit in der Stimme, �k�nnen einfach ihre niedrigen Instinkte nicht �berwinden.� Er sagte es mit einem Blick auf Perrin, der deutlich machte, da� er nicht von den Schl�gern sprach, die Perrin meinte.</p><p>�Ich wette, du mu�t ganz sch�n oft wegrennen�, sagte Perrin, und das Gesicht des jungen Kesselflickers straffte sich auf eine Weise, die wohl kaum dem Gesetz des Blattes entsprechen konnte.</p><p>�Ich finde es interessant�, sagte Egwene mit einem b�sen Blick in Perrins Richtung, �jemanden kennenzulernen, der nicht der Meinung ist, jedes Problem mit den Muskeln l�sen zu k�nnen.�</p><p>Arams gute Laune kehrte zur�ck, und er stand auf und bot ihr l�chelnd die Hand. �La� mich dir unser Lager zeigen. Es wird getanzt.�</p><p>�Das w�rde ich auch gern.� Sie l�chelte zur�ck.</p><p>Ila richtete sich von ihrer T�tigkeit auf, Brotlaibe aus dem kleinen eisernen Ofen zu nehmen. �Aber das Essen ist fertig, Aram.�</p><p>�Ich werde bei Mutter essen�, sagte Aram �ber die Schulter hinweg, als er Egwene an der Hand vom Wagen wegzog. �Wir werden beide bei Mutter essen.� Er warf Perrin ein triumphierendes L�cheln zu. Egwene lachte, als sie wegrannten.</p><p>Perrin sprang auf und hielt dann doch inne. Es war ja nicht so, da� ihr irgend etwas Schlimmes geschehen k�nne, nicht, wenn das Lager diesem Gesetz des Blattes gehorchte, wie Raen gesagt hatte. Er sah Raen und Ila an, die beide ihrem Enkel niedergeschlagen hinterherblickten, und sagte: �Es tut mir leid. Ich bin hier Gast und h�tte nicht... �</p><p>�Sei kein Narr�, sagte Ila beruhigend. �Es war seine Schuld, nicht deine. Setz dich und i�.�</p><p>�Aram ist ein junger Mann mit Problemen�, sagte Raen traurig. �Er ist ein guter Junge, aber manchmal glaube ich, er findet das Gesetz des Blattes schwer einzuhalten. Ich f�rchte, das geht einigen so. Bitte. Mein Feuer ist dein.�</p><p>Perrin setzte sich langsam wieder hin. Es war ihm immer noch peinlich. �Was geschieht mit jemandem, der dem Gesetz nicht folgen kann?� fragte er. �Ich meine, wenn es sich dabei um einen Kesselflicker handelt.�</p><p>Raen und Ila tauschten einen besorgten Blick, und Raen sagte: �Sie verlassen uns. Die Verlorenen gehen in die D�rfer, um dort weiterzuleben.�</p><p>Ila blickte in die Richtung, in die ihr Enkel gegangen war. �Die Verlorenen k�nnen nicht gl�cklich sein.� Sie seufzte, doch ihr Gesicht erschien wieder ruhig, als sie ihnen die Sch�sseln und L�ffel reichte.</p><p>Perrin blickte zu Boden und w�nschte, er h�tte nicht gefragt. Es kam kein Gespr�ch mehr auf, w�hrend Ila ihre Sch�sseln mit einer dicken Gem�sesuppe f�llte und gewaltige Scheiben ihres knusprigen Brotes austeilte, und auch nicht beim Essen. Die Suppe schmeckte k�stlich, und Perrin a� drei Sch�sseln leer, bevor er aufh�rte. Elyas, so stellte er grinsend fest, leerte vier davon.</p><p>Nach dem Essen stopfte Raen seine Pfeife. Elyas holte die seine hervor und stopfte sie mit Tabak aus Raens �lzeugbeutel. Als sie mit dem Entz�nden und Nachstopfen und Wiederentz�nden fertig waren, lehnten sie sich schweigend zur�ck. Ila holte sich ein B�ndel Wolle zum Stricken.</p><p>Die Sonne war nur noch ein roter Fleck �ber den Baumwipfeln im Westen. Das Lager hatte sich auf die Nacht vorbereitet, aber die Betriebsamkeit wurde nicht geringer; sie �nderte sich nur. Die Musikanten, die bei ihrer Ankunft im Lager gespielt hatten, waren durch andere ersetzt worden, und noch mehr Menschen als zuvor tanzten im Feuerschein. Ihre Schatten tanzten an den W�nden der Wagen mit. Irgendwo im Lager erhob sich ein Chor m�nnlicher Stimmen. Perrin rutschte von dem Stamm, auf dem er gesessen hatte, auf den Boden und d�ste bald vor sich hin.</p><p>Nach einer Weile sagte Raen: �Hast du andere Tuatha'an besucht, seit du im letzten Fr�hling bei uns warst, Elyas?�</p><p>Perrins Augen �ffneten sich und schlossen sich wieder halb. �Nein�, antwortete Elyas, ohne die Pfeife aus dem Mund zu nehmen. �Ich halte mich nicht gern bei zu vielen Menschen gleichzeitig auf.�</p><p>Raen lachte leise. �Besonders, wenn es Menschen sind, deren Lebensart gerade das Gegenteil deiner eigenen darstellt, eh? Nein, mein alter Freund, mach dir keine Gedanken. Ich habe schon vor Jahren die Hoffnung aufgegeben, du k�nntest eines Tages nach dem Gesetz leben. Aber seit unserem letzten Treffen habe ich eine Geschichte geh�rt, und falls du sie noch nicht kennst, k�nnte sie dich wohl interessieren. F�r mich ist sie aufschlu�reich, und ich habe sie immer wieder geh�rt, jedesmal wenn wir andere St�mme des Volkes getroffen haben.� �Ich h�re.�</p><p>�Die Sache begann im Fr�hjahr vor zwei Jahren bei einem Stamm unseres Volkes, der die W�ste auf der Nordroute durchquerte.�</p><p>Perrin ri� die Augen auf. �Die W�ste? Die Aiel-W�ste? Sie durchquerten die Aiel-W�ste?�</p><p>�Einige Menschen k�nnen die W�ste betreten, ohne bel�stigt zu werden�, sagte Elyas. �Gaukler. H�ndler, falls sie ehrlich sind. Die Tuatha'an ziehen die ganze Zeit durch die W�ste. Vor dem Baum und dem Aiel-Krieg kamen auch Kaufleute aus Cairhien.�</p><p>�Die Aielm�nner meiden uns�, sagte Raen traurig, �obwohl sich viele von uns bem�ht haben, mit ihnen zu sprechen. Sie beobachten uns aus der Ferne, aber sie kommen uns nicht nahe, und sie lassen uns nicht nahe an sich herankommen. Manchmal gr�ble ich dar�ber nach, ob sie wohl das Lied kennen, aber ich denke doch, das ist unwahrscheinlich. Bei den Aiel singen die M�nner nicht, wu�tet ihr das? Ist das nicht eigenartig? Von der Zeit an, da ein Aieljunge zum Mann wird, singt er nichts anderes mehr als Schlachtges�nge oder die Totenklage f�r die Gefallenen. Ich habe geh�rt, wie sie f�r ihre Toten gesungen haben und f�r diejenigen, die sie get�tet hatten. Dieses Lied kann selbst die Steine zum Weinen bringen.� Ila, die zuh�rte, nickte zustimmend �ber ihrem Stricken. Perrin sah sich gezwungen, seine Meinung schnell zu revidieren. Er hatte geglaubt, die Kesselflicker m��ten die ganze Zeit �ber in Angst leben, weil sie st�ndig vom Weglaufen sprachen, aber niemand, der Angst hatte, w�rde auch nur daran denken, die Aiel-W�ste zu durchqueren. Nach dem zu urteilen, was er geh�rt hatte, w�rde �berhaupt niemand im Vollbesitz seiner geistigen F�higkeiten versuchen, durch diese W�ste zu ziehen.</p><p>�Falls das eine Geschichte �ber ein Lied werden soll�, begann Elyas, aber Raen sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Nein, mein alter Freund, kein Lied. Ich bin nicht sicher, worum es eigentlich geht.� Er wandte seine Aufmerksamkeit Perrin zu. �Junge Aiel wagen sich oftmals in die F�ule. Einige dieser jungen M�nner gehen allein, weil sie aus irgendeinem Grund glauben, sie seien dazu berufen, den Dunklen K�nig zu t�ten. Die meisten gehen in kleinen Gruppen, um Trollocs zu jagen.� Raen sch�ttelte traurig den Kopf, und als er fortfuhr, klang seine Stimme bedr�ckt. �Vor zwei Jahren fand ein Stamm unseres Volkes, der durch die W�ste zog, ungef�hr hundert Meilen s�dlich der F�ule eine dieser Gruppen.�</p><p>�Junge Frauen�, warf Ila genauso traurig wie ihr Mann ein, �kaum dem M�dchenalter entwachsen.�</p><p>Perrin gab einen Laut der �berraschung von sich, und Elyas grinste ihn unger�hrt an. �Aielm�dchen m�ssen sich nicht um das Haus k�mmern und kochen, wenn sie nicht wollen, Junge. Diejenigen, die statt dessen Kriegerinnen werden wollen, werden Mitglieder in einer der Kriegergemeinschaften, <emphasis>Far Dareis Mai,</emphasis> die T�chter des Speers, und k�mpfen Seite an Seite mit den M�nnern.�</p><p>Perrin sch�ttelte den Kopf. Elyas lachte �ber seinen Gesichtsausdruck.</p><p>Raen begann wieder mit der Geschichte, wobei in seiner Stimme sowohl Abscheu wie auch Unverst�ndnis mitschwangen. �Die jungen Frauen waren alle tot bis auf eine, und sie lag im Sterben. Sie kroch zu den Wagen hin. Es war klar, da� sie sie als Tuatha'an erkannte. Ihre Abscheu war gr��er als ihre Schmerzen, doch sie hatte eine Botschaft, die ihr so wichtig war, da� sie unbedingt an jemanden weitergegeben werden mu�te, selbst an uns, bevor sie starb. Es gingen auch M�nner hin zu den anderen, um zu sehen, ob man ihnen helfen konnte � sie konnten ihrer Blutspur leicht folgen -, aber sie waren alle tot, genauso wie die dreifache Anzahl von Trollocs.�</p><p>Elyas fuhr hoch, so da� ihm beinahe die Pfeife aus dem Mund gefallen w�re. �Hundert Meilen weit in der W�ste? Unm�glich! <emphasis>Djevik KSchar</emphasis> wird die W�ste von den Trollocs genannt. Die Sterbest�tte. Sie w�rden nicht einmal hundert Meilen weit in die W�ste hinausgehen, wenn alle Myrddraal der F�ule sie dorthin trieben!�</p><p>�Ihr wi�t eine ziemliche Menge �ber Trollocs, Elyas�, sagte Perrin.</p><p>�Fahr fort mit deiner Geschichte�, forderte Elyas Raen grob auf.</p><p>�Den Troph�en nach zu schlie�en, die von den Aiel mitgebracht worden waren, war es klar, da� sie aus der F�ule kamen. Die Trollocs waren ihnen gefolgt, aber den Spuren nach �berlebten nur wenige und konnten zur�ckkehren, nachdem sie die Aiel get�tet hatten. Was das M�dchen betrifft, so lie� sie sich von niemandem ber�hren, nicht einmal, um ihre Wunden zu versorgen. Doch sie packte den Sucher dieses Stammes am Mantel, und nun gebe ich euch w�rtlich wieder, was sie sagte: �Der Blattverderber will das Auge der Welt blenden, Verlorener. Er will die Gro�e Schlange t�ten. Warne die Menschen, Verlorener. Der Sichtblender kommt. Sag ihnen, sie sollen sich bereithalten f�r den, Der Mit der D�mmerung Kommt. Sag ihnen...� Und dann starb sie. Blattverderber und Sichtblender�, f�gte Raen f�r Perrin hinzu, �sind Aielnamen f�r den Dunklen K�nig, aber sonst verstehe ich kein Wort. Und doch hielt sie es f�r wichtig genug, um sich an die zu wenden, die sie offensichtlich verachtete, damit sie es mit ihrem letzten Atemzug weitergeben konnte. Aber f�r wen? Wir sind wir, das Volk, aber ich glaube kaum, da� es f�r uns bestimmt war. Die Aiel? Sie w�rden uns nicht dazu kommen lassen, es ihnen zu erz�hlen, auch wenn wir es versuchten.� Er seufzte schwer. �Sie nannte <emphasis>uns</emphasis> die Verlorenen. Ich hatte nicht gewu�t, wie sehr sie uns verachten.� Ila legte ihr Strickzeug in den Scho� und ber�hrte sanft seinen Kopf.</p><p>�Etwas, das sie in der F�ule erfahren haben�, �berlegte Elyas laut. �Aber nichts ergibt einen Sinn. Die Gro�e Schlange t�ten? Die Zeit selbst ermorden? Und das Auge der Welt blenden? Da kann man genausogut behaupten, er wolle einen Felsen aushungern. Vielleicht hat sie nur phantasiert, Raen? Verwundet, im Sterben � sie k�nnte den Kontakt mit der Wirklichkeit bereits verloren haben. Vielleicht wu�te sie nicht einmal, wer diese Tuatha'an waren?�</p><p>�Sie wu�te, was sie sagte und zu wem sie es sagte. Es war f�r sie wichtiger als ihr eigenes Leben, und wir verstehen es noch nicht einmal. Als ich dich in unser Lager kommen sah, dachte ich, wir k�nnten endlich die Antwort auf dieses R�tsel finden, denn du bist� � Elyas machte eine schnelle Handbewegung, und Raen sagte offensichtlich etwas anderes, als er vorgehabt hatte � �ein Freund und kennst viele seltsame Dinge.�</p><p>�Aber nichts dar�ber�, sagte Elyas in einem Ton, der eindeutig das Gespr�ch abschlo�. Die Stille am Lagerfeuer wurde nur noch von Musik und Gel�chter unterbrochen, die von anderen Teilen des nachtverh�llten Lagers her�bertrieben.</p><p>Als er dann mit der Schulter an einen der Baumkl�tze am Lagerfeuer gelehnt dalag, bem�hte sich Perrin, die Botschaft der Aielfrau zu entr�tseln, aber sie ergab f�r ihn auch nicht mehr Sinn als f�r Raen oder Elyas. Das Auge der Welt. Das hatte er mehr als einmal in seinen Tr�umen gesehen, aber �ber diese Tr�ume wollte er nicht nachdenken. Aber wie stand es mit Elyas? Da gab es eine Frage, auf die er gern eine Antwort gehabt h�tte. Was hatte Raen �ber den b�rtigen Mann sagen wollen, und warum hatte Elyas ihn dabei unterbrochen? Auch da hatte er kein Gl�ck. Er versuchte sich vorzustellen, wie die Aielm�dchen sein mochten � in die F�ule gehen, wo sich seines Wissens nur Beh�ter hineinwagten, um gegen Trollocs zu k�mpfen -, als er h�rte, da� Egwene vor sich hinsingend zur�ckkam.</p><p>Er rappelte sich hoch und empfing sie am Rand des Feuerscheins. Sie blieb stehen und sah ihn mit schr�g gehaltenem Kopf an. Im Dunklen konnte er ihren Gesichtsausdruck nicht sehen.</p><p>�Du warst lange weg�, sagte er. �Hast du dich am�siert?�</p><p>�Wir haben bei seiner Mutter gegessen�, antwortete sie. �Und dann tanzten wir... und lachten. Es ist eine Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal tanzte.�</p><p>�Er erinnert mich an Wil al'Seen. Du warst immer klug genug, um dich nicht von Wil einfangen zu lassen.�</p><p>�Aram ist ein lieber Junge, und es macht Spa�, mit ihm zusammenzusein�, sagte sie mit angespannter Stimme. �Er bringt mich zum Lachen.�</p><p>Perrin seufzte. �Es tut mir leid. Ich freue mich, wenn du dich beim Tanzen am�siert hast.�</p><p>Pl�tzlich lag sie in seinen Armen und weinte an seiner Brust. Ungeschickt streichelte er ihr Haar. <emphasis>Rand w��te, was man da am besten tut,</emphasis> dachte er. Rand hatte es leicht bei den M�dchen. Nicht so wie er, der niemals wu�te, was er machen oder sagen sollte. �Ich habe ja gesagt, es tut mir leid, Egwene. Ich freue mich wirklich, da� du dich beim Tanzen am�siert hast. Wirklich!�</p><p>�Sag mir, da� sie noch am Leben sind�, murmelte sie an seiner Brust. �Was?�</p><p>Sie dr�ckte sich auf eine Arml�nge von ihm weg, die H�nde auf seinen Armen, und blickte in der Dunkelheit zu ihm auf. �Rand und Mat. Die anderen. Sag mir, da� sie noch leben.�</p><p>Er atmete tief ein und sah sich unsicher um. �Sie leben�, sagte er schlie�lich.</p><p>�Gut.� Sie rieb sich mit geschickten Fingern die Wangen. �Das war es, was ich h�ren wollte. Gute Nacht, Perrin. Schlaf gut.� Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, hauchte ihm einen Ku� auf die Wange und eilte an ihm vorbei, bevor er etwas sagen konnte. Er drehte sich um und beobachtete sie. Ila erhob sich, um sie zu empfangen, und die beiden Frauen gingen, sich leise unterhaltend, in den Wagen. <emphasis>Rand w�rde es verstehen,</emphasis> dachte er, <emphasis>aber ich nicht.</emphasis></p><p>In der fernen Nacht heulten die W�lfe die erste d�nne Sichel des neuen Mondes am Horizont an, und er schauderte. Morgen wurde er sich wieder der W�lfe wegen Gedanken machen m�ssen. Er irrte sich. Sie warteten schon auf ihn und begr��ten ihn in seinen Tr�umen.</p></section><section><title><p>26</p><p>Wei�br�cke</p></title><p>Der letzte unsichere Ton dessen, was man kaum noch als �Der Wind, der die Weide beugt� hatte erkennen k�nnen, verklang zur Erleichterung der Zuh�rer, und Mat senkte Thoms mit Gold und Silber verzierte Fl�te. Rand nahm die H�nde von den Ohren. Ein Matrose, der nebenan auf dem Deck ein Seil zusammenrollte, seufzte laut vor Erleichterung. Einen Augenblick lang h�rte man nur das Klatschen des Wassers an die Bordwand, das rhythmische Quietschen der Ruder und von Zeit zu Zeit das Summen der vom Wind gezupften Takelage. Der Wind dr�ckte schnurgerade auf den Bug der <emphasis>Gischt,</emphasis> und die nutzlosen Segel waren eingerollt.</p><p>�Ich denke, ich sollte dir dankbar sein�, murmelte Thom Merrilin schlie�lich, �da� du den Beweis geliefert hast, wie wahr das alte Sprichwort ist: Wie auch immer du es unterrichtest, ein Schwein wird niemals lernen, Fl�te zu spielen.� Der Matrose lachte schallend auf, und Mat hob die Fl�te, als wolle er sie nach ihm werfen. Energisch entri� Thom das Instrument Mats Hand und legte es in seinen festen Lederbeh�lter. �Ich dachte immer, ihr Sch�fer verbringt die Zeit damit, der Herde auf dem Dudelsack oder der Fl�te vorzuspielen. Das wird mir eine Lehre sein, nie wieder etwas zu glauben, was ich nicht aus eigener Anschauung wei�.�</p><p>�Rand ist der Sch�fer�, grollte Mat. �Er spielt Dudelsack, nicht ich.�</p><p>�Ja, nun, er zeigt ein wenig Talent. Vielleicht sollten wir besser das Jonglieren �ben, Junge. Wenigstens scheinst du daf�r etwas Talent zu besitzen.�</p><p>�Thom�, sagte Rand, �ich wei� gar nicht, warum Ihr Euch immer noch so bem�ht.� Er blickte zu dem Matrosen hin�ber und senkte die Stimme. �Schlie�lich wollen wir ja nicht wirklich Gaukler werden. Das geben wir doch nur vor, bis wir Moiraine und die anderen gefunden haben.�</p><p>Thom zupfte an einem Schnurrbartende herum und schien das glatte, braune Leder des Fl�tenkastens auf seinen Knien einer genauen Betrachtung zu unterziehen. �Was wird, wenn du sie nicht findest, Junge? Es gibt keinen Hinweis darauf, da� sie �berhaupt noch am Leben sind.�</p><p>�Sie leben�, sagte Rand �berzeugt. Er wandte sich, um Unterst�tzung heischend, an Mat, aber Mats Augenbrauen waren fast bis zur Nase heruntergezogen, sein Mund bildete eine schmale Linie, und seine Augen waren auf das Deck gerichtet. �Jetzt sag doch was!� forderte Rand ihn auf. �Du kannst doch nicht so w�tend sein, nur weil du nicht Fl�te spielen kannst. Ich kann's auch nicht sehr gut. Du hast bisher auch nie Fl�te spielen wollen.�</p><p>Mat blickte mit gerunzelter Stirn auf. �Was ist, wenn sie tot sind?� fragte er leise. �Wir m�ssen mit den Tatsachen leben, oder?�</p><p>In diesem Moment meldete der Mann im Ausguck: �Wei�br�cke! Wei�br�cke voraus!�</p><p>Eine ganze Weile lang sah Rand seinem Freund in die Augen, obwohl um sie herum die Matrosen damit besch�ftigt waren, den Kahn auf das Anlegeman�ver vorzubereiten. Rand konnte nicht glauben, da� Mat so etwas so beil�ufig sagen konnte. Mat stierte ihn mit eingezogenem Kopf an. Es gab so vieles, was Rand in dem Moment sagen wollte, doch er brachte es nicht fertig, seine Gef�hle in Worte zu fassen. Sie mu�ten einfach daran glauben, da� ihre Freunde noch lebten. Sie mu�ten. <emphasis>Warum?</emphasis> bohrte eine Stimme in seinem Hinterkopf. <emphasis>Damit es alles so kommt wie in einer von Thoms Geschichten? Die Helden finden den Schatz und besiegen den B�sewicht, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute? Ein paar seiner Geschichten enden nicht auf diese Weise. Manchmal sterben sogar die Helden. Bist du ein Held, Rand al'Thor? Bist du ein Held, Schafhirte?</emphasis></p><p>Pl�tzlich wurde Mat rot und wandte sich ab. Befreit sprang Rand auf und ging durch das gesch�ftige Treiben zur Reling hin�ber. Mat kam ihm langsam nach und bem�hte sich nicht einmal, den Matrosen auszuweichen, die ihm �ber den Weg liefen.</p><p>M�nner hasteten auf dem Kahn herum. Ihre blo�en F��e klatschten auf dem Deck. Die einen zogen Taue ein, andere l�sten oder befestigten welche. Einige schleppten gro�e S�cke aus �lzeug an, die bis zum Bersten mit Wolle vollgestopft waren, w�hrend andere Kabel von der St�rke von Rands Handgelenken bereithielten. Trotz aller Eile bewegten sie sich mit der Sicherheit von M�nnern, die dies alles schon tausendmal zuvor getan hatten. Nur Kapit�n Domon stampfte auf dem Deck herum, schrie Befehle und verfluchte diejenigen, die sich seiner Meinung nach nicht schnell genug bewegten.</p><p>Rand konzentrierte seine Aufmerksamkeit auf das, was vor ihnen lag und klar in Sicht kam, als sie eine sanfte Kurve des Arinelle durchfahren hatten. Er hatte in Liedern und Geschichten und den Erz�hlungen von H�ndlern davon geh�rt, doch nun konnte er die Legende in Wirklichkeit sehen.</p><p>Die Wei�e Br�cke schwang sich in hohem Bogen �ber den breiten Flu�; doppelt so hoch wie der Mast der <emphasis>Gischt,</emphasis> und sie gl�nzte von einem Ende zum anderen milchwei� im Sonnenschein, ja, sie schien das Licht in sich zu sammeln, bis sie gl�hte. D�nne Pfeiler aus dem gleichen Material stemmten sich der starken Str�mung entgegen. Sie erschienen fast zu zerbrechlich, um das Gewicht und die Breite der Br�cke zu halten. Es wirkte alles wie aus einem St�ck gefertigt, als sei sie von der Hand eines Riesen aus einem einzigen Stein gehauen oder geformt worden, breit und hoch, und sie �berspannte den Flu� mit einer luftigen Eleganz, die beinahe ihre Gr��e vergessen machte. Alles in allem �berragte sie die Stadt, die sich am Ostufer zu ihren F��en ausbreitete, obwohl Wei�br�cke viel gr��er als Emondsfeld war, mit Naturstein- und Backsteinh�usern, so gro� wie die in Taren-F�hre, und mit h�lzernen Landestegen, die wie d�nne Finger in den Flu� hinausgriffen. Der Arinelle war von kleinen Booten �bers�t, und Fischer holten ihre Netze ein. Und �ber allem ragte die Wei�e Br�cke auf und gl�nzte.</p><p>�Sie sieht aus, als sei sie aus Glas�, sagte Rand zu niemand Bestimmtem.</p><p>Kapit�n Domon blieb hinter ihm stehen und hakte den Daumen in seinem G�rtel ein. �Nein, Junge. Was immer es sein, es sein nicht Glas. So stark es auch regnen, es sein nicht rutschig, und der beste Mei�el und st�rkste Arm nicht machen Kerbe hinein.�</p><p>�Ein �berrest aus dem Zeitalter der Legenden�, sagte Thom. �Ich habe sie jedenfalls immer schon daf�r gehalten.�</p><p>Der Kapit�n knurrte m�rrisch: �M�glich. Aber immer noch n�tzlich sein. K�nnte sein, jemand anders sie gebaut haben. <emphasis>Mu�</emphasis> nicht sein Aes Sedai Werk. Es nicht mu� sein so alt wie das alles. Streng dich gef�lligst an! Du sein verdammter Narr!� Er hastete das Deck hinunter.</p><p>Rand betrachtete die Br�cke noch staunender als vorher. <emphasis>Aus dem Zeitalter der Legenden.</emphasis> Also von den Aes Sedai gebaut. Deshalb hatte Kapit�n Domon so seine Bedenken, auch wenn er immer von der Gro�artigkeit und dem Zauber der Welt sprach. Ein Werk der Aes Sedai. Es war eine Sache, davon zu h�ren, aber eine ganz andere, es tats�chlich zu sehen und zu ber�hren. <emphasis>Das wei�t du doch, nicht wahr?</emphasis> Einen Augenblick lang schien es Rand, als flie�e ein Schatten durch das milchwei�e Bauwerk. Er wandte die Augen ab und sah die n�her kommenden Landestege an, doch am Rand seines Gesichtsfeldes ragte immer noch die Br�cke auf. �Wir haben es geschafft, Thom�, sagte er und lachte dann gezwungen. �Und das sogar ohne Meuterei.�</p><p>Der Gaukler r�usperte sich nur und pustete seine Schnurrbartenden weg, aber zwei Matrosen, die in Rands N�he ein Tau bereithielten, sahen Rand scharf an, wandten sich aber schnell wieder ihrer Arbeit zu. Er lachte nicht mehr und bem�hte sich, die beiden w�hrend ihrer Ankunft in Wei�br�cke nicht mehr anzusehen.</p><p>Die <emphasis>Gischt</emphasis> drehte elegant am ersten Landesteg bei -dicke Planken auf schweren, mit Teer bestrichenen St�tzbalken � und verhielt unter einem R�ckw�rtsschlag der Ruder, bei dem das Wasser um die Bl�tter aufsch�umte. Als die Ruder eingezogen wurden, warfen die Matrosen M�nnern auf dem Landesteg Taue zu, und die M�nner befestigten sie schwungvoll, w�hrend andere Besatzungsmitglieder die mit Wolle gef�llten S�cke �ber die Reling warfen, damit sie den Schiffsrumpf vor Besch�digungen durch die St�tzbalken des Landestegs sch�tzten. Bevor der Kahn noch an den Landesteg herangezogen war, erschienen an dessen Ende bereits Kutschen, hoch und gl�nzend schwarz lackiert, und auf jede T�r war in gro�en goldenen oder roten Lettern ein Name aufgemalt. Die Passagiere der Kutschen eilten die Laufplanke hinauf, kaum da� sie ausgelegt war: M�nner mit glatten Gesichtern in langen Samtm�nteln und mit Seide verbr�mten Umh�ngen und Stoffschuhen, jeder gefolgt von einem Diener in einfacher Kleidung, der seine mit Eisen beschlagene Geldkassette trug.</p><p>Sie gingen mit aufgesetztem L�cheln auf Kapit�n Domon zu, doch ihr L�cheln verschwand, als er ihnen pl�tzlich ins Gesicht br�llte: �Du!� Er zeigte mit einem dicken Finger an ihnen vorbei und brachte Floran Gelb am anderen Ende des Kahns damit zum Stehen. Die Beule auf Gelbs Stirn, die Rands Stiefel hinterlassen hatte, war mittlerweile verschwunden, doch er griff sich von Zeit zu Zeit an diese Stelle, wohl um sich selbst daran zu erinnern. �Du haben zum letztemal auf meinem Schiff auf Wache geschlafen! Oder auch auf irgendein anderes Schiff, wenn es gehen nach mir! W�hle eine Seite, den Steg oder den Flu�, aber runter von mein Schiff, <emphasis>und zwar sofort!�</emphasis></p><p>Gelb zog die Schultern ein, und seine Augen verspr�hten Ha� auf Rand und seine Freunde; Rand im besonderen bekam noch einen giftigen Blick ab. Der drahtige Mann sah sich an Deck nach Unterst�tzung um, aber es lag wenig Hoffnung in seinem Gesichtsausdruck. Einer nach dem anderen richteten sich alle Besatzungsmitglieder von ihrer Arbeit auf und sahen ihn kalt an. Gelb schrumpfte sichtbar zusammen, doch dann kehrte sein ha�erf�llter Blick zur�ck � doppelt so stark wie vorher. Mit einem leisen Fluch eilte er hinunter zu den Mannschaftsquartieren. Domon schickte ihm zwei M�nner nach, um sicherzugehen, da� er nichts anstellte, und wandte sich dann mit einem Knurren ab. Als sich der Kapit�n ihnen wieder zuwandte, kehrte das L�cheln der Kaufleute zur�ck, und sie verbeugten sich, als seien sie nicht unterbrochen worden.</p><p>Auf ein Wort Thoms hin begannen Mat und Rand, ihre Sachen zusammenzusuchen. Sie alle besa�en kaum etwas au�er den Kleidern, die sie am Leib trugen. Rand nannte seine Deckenrolle und die Satteltaschen sowie das Schwert seines Vaters sein eigen. Er nahm das Schwert eine Minute in die Hand, und das Heimweh �berkam ihn so stark, da� seine Augen brannten. Er fragte sich, ob er Tam jemals wiedersehen w�rde. Oder die Heimat. Heimat. <emphasis>Du wirst den Rest deines Lebens mit Weglaufen verbringen, mit Weglaufen und der Angst vor deinen eigenen Tr�umen.</emphasis> Mit einem zittrigen Seufzer schnallte er sich den G�rtel um die Taille �ber seinen Mantel.</p><p>Gelb kam zur�ck an Deck, gefolgt von seinen beiden Schatten. Er blickte geradeaus, aber Rand konnte Wellen von Ha� sp�ren, die von ihm ausgingen. Kerzengerade aufgerichtet und mit dunkel angelaufenem Gesicht schritt Gelb steifbeinig die Laufplanke hinunter und bahnte sich grob einen Weg durch die kleine Menschenansammlung hinter dem Landesteg. Nach einer Minute war er aus ihrem Blickfeld hinter den Kutschen der Kaufleute verschwunden.</p><p>Es waren nicht viele Leute am Landesteg, und die Wartenden waren ein Gemisch aus einfach gekleideten Arbeitern, Fischern, die ihre Netze flickten, und ein paar Zuschauern aus der Stadt, die gekommen waren, um das erste Schiff zu bestaunen, das dieses Fr�hjahr aus Saldaea herunterkam. Keines der M�dchen war Egwene, und niemand sah auch nur ein klein wenig nach Moiraine oder Lan oder sonst jemand aus, den Rand zu finden hoffte. �Vielleicht sind sie nur nicht herunter zur Anlegestelle gekommen�, sagte er.</p><p>�Vielleicht�, erwiderte Thom kurz angebunden. Er h�ngte sich sorgf�ltig die Instrumentenk�sten auf den R�cken. �Ihr zwei haltet die Augen offen in bezug auf Gelb. Wenn er kann, wird er uns Schwierigkeiten bereiten. Wir wollen so unauff�llig Wei�br�cke durchqueren, damit sich f�nf Minuten nach unserer Abreise niemand mehr daran erinnert, da� wir hier waren.�</p><p>Ihre Umh�nge flatterten im Wind, als sie zur Laufplanke gingen. Mat trug seinen Bogen quer vor der Brust. Selbst nach all diesen Tagen an Bord zog das noch immer die Blicke der Besatzungsmitglieder an; ihre Bogen waren im Vergleich dazu ziemlich kurz.</p><p>Kapit�n Domon lie� die Kaufleute stehen und fing Thom vor der Laufplanke ab. �Ihr mich jetzt verlassen, Gaukler? Kann ich nicht �berzeugen Euch zu bleiben hier? Ich gehen den ganzen Weg hinunter nach Illian, wo die Leute Gaukler wirklich sehr sch�tzen. Es sein kein besserer Ort auf der Welt f�r Eure Kunst. Ihr werden kommen zu richtige Zeit mit mir f�r Fest von Sefan. Der Wettkampf, ja? Hundert Goldmark f�r den, der erz�hlt am besten <emphasis>Die wilde Jagd nach dem Horn.�</emphasis></p><p>�Ein toller Preis, Kapit�n�, antwortete Thom mit einer schwungvollen Verbeugung und einem kurzen Schwenk seines Umhangs, so da� die Flicken ins Flattern kamen. �Und ein gro�artiger Wettbewerb, der zu Recht Gaukler aus der ganzen Welt anzieht. Aber�, f�gte er trocken hinzu, �ich f�rchte, wir k�nnten uns Eure Fahrpreise nicht leisten.�</p><p>�Ja, also, was das betrifft...� Der Kapit�n holte einen Lederbeutel aus seiner Manteltasche und warf ihn Thom zu. Es klimperte darin, als Thom ihn fing. �Euer Fahrgeld zur�ck und noch etwas mehr dazu. Der Schaden sein nicht so gro� wie ich denken, und Ihr f�r Eure Passage gearbeitet mit Euren Geschichten und Eurer Harfe. Ich vielleicht k�nnen noch einmal soviel zahlen, wenn Ihr bleiben an Bord bis zum Meer der St�rme. Und ich w�rden Euch setzen an Land in Illian. Ein guter Gaukler kann machen sein Gl�ck dort, sogar ohne den Wettbewerb.�</p><p>Thom z�gerte und wog den Beutel in seiner Hand, doch Rand �u�erte sich: �Wir werden hier Freunde treffen, Kapit�n, und dann zusammen nach Caemlyn reisen. Wir m�ssen unseren Besuch in Illian auf ein andermal verschieben.�</p><p>Thoms Mund verzog sich sarkastisch, doch dann pustete er seine langen Schnurrbartenden vom Mund weg und steckte den Beutel in die Tasche. �Vielleicht, wenn die Leute, die wir treffen wollen, nicht hier sind, Kapit�n.�</p><p>�Na ja�, sagte Domon s�uerlich. �Ihr Euch �berlegen. Zu schlimm ich kann nicht Gelb behalten an Bord, um �rger der anderen an ihm auslassen, aber ich tun, was ich sagen ich tun werden. Ich sch�tze, ich m�ssen jetzt mehr locker lassen, selbst wenn das hei�en, wir brauchen dreimal so lang wie n�tig nach Illian. Na ja, vielleicht die Trollocs wirklich <emphasis>waren</emphasis> her hinter Euch drei.�</p><p>Rand blinzelte, hielt aber den Mund. Mat war nicht so vorsichtig.</p><p>�Warum glaubt Ihr so etwas?� wollte er wissen. �Sie suchten den gleichen Schatz wie wir!�</p><p>�Vielleicht�, knurrte der Kapit�n, aber es klang nicht �berzeugt. Er fuhr sich mit den dicken Fingern durch den Bart und zeigte dann auf die Tasche, in die Thom den Beutel gesteckt hatte. �Zweimal das Geld, wenn Ihr kommen zur�ck und lenken ab die M�nner, damit nicht merken, wie hart ich sie arbeiten lassen. �berlegt es Euch. Ich segeln bei erstem Tageslicht morgen fr�h.� Er machte eine Kehrtwendung und ging zur�ck zu den Kaufleuten, die Arme weit gespreizt, w�hrend er sich daf�r entschuldigte, da� er sie hatte warten lassen.</p><p>Thom z�gerte noch, doch Rand schob ihn die Laufplanke hinunter, ohne ihm eine M�glichkeit zum Widersprechen zu geben, und der Gaukler lie� es sich gefallen. Ein Raunen ging durch die Menschenansammlung an der Anlegestelle, als sie den mit Flicken bedeckten Umhang Thoms bemerkten, und einige sprachen ihn an, um herauszufinden, wo er auftreten werde. <emphasis>Und wir wollten unbemerkt bleiben,</emphasis> dachte Rand best�rzt. Bis Sonnenuntergang w�rde ganz Wei�br�cke wissen, da� ein Gaukler in der Stadt war. Trotzdem schob er Thom schnell weiter, und dieser � in tr�bes Schweigen geh�llt � versuchte nicht einmal, die Eile zu bremsen, um die Aufmerksamkeit zu genie�en. Die Kutscher schauten interessiert von ihren hohen B�cken auf Thom hinunter, doch offensichtlich verbot ihnen die W�rde ihrer Stellung jegliche Zurufe. Rand hatte keine Ahnung, wo er genau hingehen sollte, und so bog er in die Stra�e ein, die am Flu� entlang unter der Br�cke hindurchf�hrte. �Wir m�ssen Moiraine und die anderen finden�, sagte er. �Und das schnell. Wir h�tten daran denken sollen, Thom einen anderen Umhang anziehen zu lassen.�</p><p>Thom sch�ttelte sich pl�tzlich und blieb unvermittelt stehen. �Ein Wirt d�rfte in der Lage sein, uns zu sagen, ob sie hier sind oder zumindest durchgekommen sind. Der richtige Wirt. Wirte h�ren alle Neuigkeiten und allen Klatsch. Wenn sie nicht hier sind... � Er blickte zwischen Rand und Mat hin und her. �Wir m�ssen miteinander sprechen, wir drei.� Mit flatterndem Umhang ging er los, in die Stadt hinein und weg vom Flu�. Rand und Mat mu�ten schnell laufen, um mit ihm Schritt zu halten.</p><p>Der breite, milchwei�e Bogen, der dieser Stadt ihren Namen verliehen hatte, beherrschte Wei�br�cke hier aus der N�he genauso, wie er aus der Ferne gewirkt hatte, aber nun, da Rand durch die Stra�en schritt, erkannte er, da� die Stadt genauso gro� wie Baerlon war, wenn auch nicht so dicht bev�lkert. Ein paar Karren bewegten sich durch die Stra�en, von Pferden oder Ochsen oder Eseln oder M�nnern gezogen, aber keine Kutschen. Die geh�rten h�chstwahrscheinlich alle den Kaufleuten und waren jetzt drunten am Anlegeplatz abgestellt.</p><p>L�den aller Art s�umten die Stra�en, und viele der Handwerker arbeiteten vor ihren Gesch�ften unter den im Wind pendelnden Schildern. Sie kamen an einem Mann vorbei, der gerade T�pfe reparierte, und an einem Schneider, der f�r einen Kunden Stoffbahnen gegen das Licht hielt. Ein Schuster, der in seiner T�r sa�, h�mmerte auf einem Stiefelabsatz herum. Marktschreier schrien Schilderungen ihres K�nnens im Sch�rfen von Messern und Scheren hinaus oder versuchten, die Passanten f�r ihr sp�rliches Angebot an Obst und Gem�se zu interessieren, doch sie stie�en nicht auf viel Gegenliebe. Lebensmittelgesch�fte zeigten genauso erbarmungsw�rdig wenige ausgestellte Waren, wie es Rand aus Baerlon noch im Ged�chtnis hatte. Selbst die Fischh�ndler hatten nur kleine H�ufchen kleiner Fische auf ihren Tischen, trotz der vielen Boote auf dem Flu�. Die Zeiten waren noch nicht wirklich schlecht, aber jeder konnte sehen, wie es kommen w�rde, sollte sich das Wetter nicht bald �ndern, und die Gesichter, die keine permanenten Sorgenfalten zeigten, schienen etwas Unsichtbares anzustarren, etwas Unangenehmes.</p><p>Wo die Wei�e Br�cke in der Ortsmitte endete, befand sich ein gro�er Platz, der mit generationenalten Spuren von F��en und Wagen versehenen Steinplatten gepflastert war. Schenken umgaben den Platz sowie L�den und hohe, rote Backsteinh�user mit Schildern, die die gleichen Namen zeigten, wie Rand sie auf den Kutschen am Anlegeplatz gesehen hatte. In den Eingang einer dieser Schenken, scheinbar willk�rlich ausgew�hlt, dr�ckte sich Thom. Das im Wind pendelnde Schild �ber der T�r zeigte auf einer Seite einen gehenden Mann mit einem B�ndel auf dem R�cken und auf der anderen Seite den gleichen Mann mit dem Kopf auf einem Kissen. Das sollte �Des Wanderers Ruheplatz� darstellen.</p><p>Der Schankraum war leer bis auf den fetten Wirt, der Bier aus einem Fa� zapfte, und zwei M�nner in Arbeitskleidung, die in tr�ber Stimmung an einem Tisch im Hintergrund in ihre Kr�ge starrten. Nur der Wirt blickte auf, als sie eintraten. Eine schulterhohe Trennwand teilte den Raum von vorne bis hinten. Auf beiden Seiten standen Tische und jeweils ein Kamin, in dem ein Feuer prasselte. Rand fragte sich beil�ufig, ob alle Wirte fett seien und ihnen die Haare ausfielen. Thom rieb sich heftig die H�nde, sprach den Wirt auf die erneute K�lte an und bestellte Gl�hwein. Dann f�gte er leise hinzu: �Gibt es hier irgendwo einen Platz, wo meine Freunde und ich uns unterhalten k�nnen, ohne gest�rt zu werden?�</p><p>Der Wirt nickte in Richtung auf die Trennwand. �Die andere Seite ist das Beste, was ich Euch daf�r anbieten kann, au�er Ihr wollt ein Zimmer nehmen. Das ist wegen der Matrosen, die vom Flu� heraufkommen. Es scheint, da� die H�lfte der Besatzungen etwas gegen die andere H�lfte hat. Ich will nicht, da� meine Einrichtung bei Raufereien zerst�rt wird, also halte ich sie fern voneinander.� Die ganze Zeit �ber hatte er schon Thoms Umhang be�ugt, und nun neigte er den Kopf zur Seite und blickte berechnend drein. �Bleibt Ihr l�nger? Habe schon lange keinen Gaukler mehr hier drinnen gehabt. Die Leute w�rden gut f�r etwas zahlen, das sie von ihren Problemen ablenkt. Ich wurde Euch sogar etwas vom Preis eines Zimmers und Eures Essens nachlassen.�</p><p><emphasis>Unbemerkt,</emphasis> dachte Rand betr�bt.</p><p>�Ihr seid zu gro�z�gig�, sagte Thom mit einer eleganten Verbeugung. �Vielleicht werde ich Euer Angebot annehmen. Aber jetzt brauchen wir ein ungest�rtes Pl�tzchen.�</p><p>�Ich bringe Euren Wein. Gutes Geld hier f�r einen Gaukler.�</p><p>Die Tische auf der gegen�berliegenden Seite der Trennwand waren alle leer, aber Thom w�hlte einen aus, der gerade in der Mitte lag. �Damit uns niemand belauschen kann, ohne da� wir es merken�, erkl�rte er. �Habt ihr diesen Burschen geh�rt? Er l��t uns etwas vom Preis nach. Dabei verdoppele ich die Zahl seiner G�ste allein schon, wenn ich nur hier sitze. Ein ehrlicher Wirt l��t einen Gaukler umsonst wohnen und essen und dr�ckt ihm noch einiges in die Hand dazu.�</p><p>Der ungedeckte Tisch war nicht allzu sauber, und der Fu�boden war tage- oder vielleicht wochenlang nicht mehr gefegt worden. Rand sah sich um und verzog das Gesicht. Meister al'Vere h�tte seine Schenke nie so schmutzig werden lassen, und wenn er aus dem Krankenbett h�tte klettern m�ssen, um daf�r zu sorgen. �Wir wollen nur einiges in Erfahrung bringen, ja?�</p><p>�Warum gerade hier?� wollte Mat wissen. �Wir sind an anderen Schenken vorbeigekommen, die sauberer aussahen.�</p><p>�Von der Br�cke weg geradeaus�, sagte Thom, �befindet sich die Stra�e nach Caemlyn. Jeder, der Wei�br�cke durchquert, kommt auch auf diesen Platz, es sei denn, er reist auf dem Flu� weiter, und wir wissen ja, da� eure Freunde das nicht machen. Wenn hier nichts �ber sie bekannt ist, dann nirgends. La�t mich nur reden. Das mu� hier vorsichtig angepackt werden.�</p><p>In diesem Moment erschien der Wirt wieder mit drei verbeulten Zinnkr�gen, die er an den Henkeln in der Faust hielt. Der fette Mann wedelte mit einem Handtuch kurz �ber den Tisch, stellte die Kr�ge ab und nahm Thoms Geld. �Wenn Ihr bleibt, m��t Ihr nichts f�r Eure Getr�nke bezahlen. Guter Wein hier.�</p><p>Thoms L�cheln huschte nur kurz um seinen Mund. �Ich werde es mir �berlegen, Wirt. Was gibt es Neues hier? Wir waren ziemlich aus der Welt.�</p><p>�Gro�e Neuigkeiten gibt es. Gro�e Neuigkeiten.�</p><p>Der Wirt legte sich das Handtuch �ber die Schulter und zog einen Stuhl heran. Er verschr�nkte die Arme auf dem Tisch, lehnte sich mit einem langen Seufzer zur�ck und erkl�rte, wie bequem es sei, sich einmal setzen zu k�nnen. Er hie�e Bartim, und dann fuhr er fort, von seinen F��en zu erz�hlen, von H�hneraugen und entz�ndeten Ballen und wie lange er immer stehen mu�te und worin er sie badete, bis Thom die Neuigkeiten wieder erw�hnte, und dann wechselte er �bergangslos das Thema.</p><p>Die Neuigkeiten waren tats�chlich so wichtig, wie er behauptet hatte. Logain, der falsche Drache, war nach einer gro�en Schlacht in der N�he der Grenze nach Lugard gefangengenommen worden, w�hrend er versuchte, sein Heer von Ghealdan nach Tear zu f�hren. Die Prophezeiungen, ob sie verst�nden? Thom nickte, und Bartim fuhr fort. Die Stra�en nach S�den seien vollgestopft mit Menschen, den Gl�cklichen, mit allem, was sie nur auf dem R�cken schleppen konnten. Tausende flohen in alle Richtungen.</p><p>�Niemand�, Bartim lachte trocken auf, �hat nat�rlich Logain unterst�tzt. O nein, da wird man kaum jemanden finden, der das zug�be, jedenfalls nicht jetzt. Nur Fl�chtlinge, die w�hrend der Unruhen nach einem sicheren Ort suchen.�</p><p>Nat�rlich waren an der Festnahme Logains Aes Sedai beteiligt gewesen. Bartim spuckte auf den Boden, als er das sagte, und noch einmal, als er erz�hlte, da� sie den falschen Drachen nach Norden, nach Tar Valon br�chten. Bartim sei ein anst�ndiger Mann, behauptete er wenigstens, ein angesehener Mann, und was ihn betraf, konnten die Aes Sedai alle zur�ck in die F�ule gehen, wo sie hergekommen waren, und auch noch Tar Valon mitnehmen. Wenn es nach ihm ginge, w�rde er sich nicht n�her als tausend Meilen an eine Aes Sedai heranwagen. Nat�rlich hielten sie bei jedem Dorf und jeder Stadt auf dem Weg nach Norden an, um Logain vorzuf�hren, wie er geh�rt hatte. Um den Leuten zu zeigen, da� der falsche Drache gefangen und die Welt wieder sicher sei. Er h�tte das schon gerne gesehen, selbst wenn er sich dabei den Aes Sedai n�hern m��te. Er sei also halb versucht, nach Caemlyn zu gehen.</p><p>�Sie werden ihn dorthin bringen, um ihn K�nigin Morgase vorzuf�hren.� Der Wirt ber�hrte respektvoll seine Stirn. �Ich habe die K�nigin noch nie gesehen. Ein Mann sollte seine eigene K�nigin kennen, meint Ihr nicht auch?�</p><p>Logain konnte Sachen machen, und die Art, wie Bartim die Augen verdrehte und sich mit der Zunge hastig �ber die Lippen fuhr, machte klar, was er meinte. Er hatte den letzten falschen Drachen vor zwei Jahren gesehen, als er im Land herum vorgezeigt wurde, aber das war nur so ein Bursche, der dachte, er k�nne sich selbst zum K�nig machen. Damals wurden keine Aes Sedai gebraucht. Soldaten f�hrten ihn in Ketten oben auf einem Wagen mit herum. Ein m�rrisch dreinblickender Kerl, der im Inneren des Wagens st�hnte und den Kopf mit den Armen sch�tzte, wenn die Leute Steinchen auf ihn warfen oder ihn mit St�cken traktierten. Das war ziemlich oft geschehen, und die Soldaten hatten nichts unternommen, um es zu unterbinden, jedenfalls solange niemand versuchte, den Burschen umzubringen. Das Beste war, die Leute selbst sehen zu lassen, da� er letzten Endes nichts Besonderes darstellte. Er konnte keine Sachen machen. Aber diesen Logain zu sehen w�rde sich lohnen. Etwas, wovon Bartim noch seinen Enkeln erz�hlen k�nnte. Wenn die Schenke es ihm nur erlauben w�rde, wegzukommen!</p><p>Rand lauschte mit einem Interesse, das er keineswegs vort�uschen mu�te. Als Padan Fain die Nachricht von einem falschen Drachen nach Emondsfeld gebracht hatte, von einem Mann also, der tats�chlich die Macht anwenden konnte, war das die wichtigste Neuigkeit seit Jahren f�r die Zwei Fl�sse gewesen. Was seither geschehen war, hatte das in einen hinteren Winkel seines Gehirns verdr�ngt, aber es war immer noch die Art von Ereignis, �ber das die Leute noch in Jahren sprechen und es schlie�lich auch noch ihren Enkeln einst erz�hlen w�rden. Bartim w�rde seinen vielleicht berichten, er habe Logain gesehen, ob es stimmte oder nicht. Niemand w�rde je auf die Idee kommen, etwas, das einigen Dorfbewohnern aus den Zwei Fl�ssen zugesto�en war, k�nne auch nur der Rede wert sein, au�er es waren selbst Menschen aus dieser Region. �Das�, sagte Thom, �ist etwas, woraus man eine Geschichte machen k�nnte, eine Geschichte, die noch in tausend Jahren erz�hlt wird. Ich w�nschte, ich w�re dabei gewesen.� Es klang bei ihm, als sei es ganz einfach die Wahrheit, und Rand glaubte das auch. �Ich werde vielleicht trotzdem versuchen, ihn zu sehen. Ihr habt nicht gesagt, welchen Weg sie nehmen. Vielleicht sind noch ein paar andere Reisende in der Gegend? Sie k�nnten davon geh�rt haben und den Weg kennen.�</p><p>Bartim machte eine abwertende Geste mit einer schmuddeligen Hand. �Nach Norden, das ist alles, was man hier in der Gegend wei�. Wenn Ihr ihn sehen wollt, dann geht nach Caemlyn. Mehr wei� ich auch nicht, und wenn es irgend etwas Wissenswertes in Wei�br�cke gibt, dann wei� ich es.�</p><p>�Kein Zweifel�, sagte Thom verbindlich. �Ich sch�tze, eine Menge Fremde auf der Durchreise bleiben hier h�ngen. Euer Schild erregte meine Aufmerksamkeit bereits, als ich am Fu� der Wei�en Br�cke stand.�</p><p>�Nicht nur vom Westen her, m��t Ihr wissen. Vor zwei Tagen war ein Bursche hier, ein Illianer mit einer mit Siegeln und B�ndern versehenen Proklamation. Hat sie gleich hier drau�en auf dem Platz verlesen. Sagte, er reise damit bis hin zu den Verschleierten Bergen, vielleicht sogar zum Aryth-Meer, falls die P�sse offen sind. Sagte, sie h�tten M�nner in alle L�nder der Welt geschickt, um sie zu verlesen.� Der Wirt sch�ttelte den Kopf. �Die Verschleierten Berge. Ich habe geh�rt, da� sie das ganze Jahr �ber von Nebel verh�llt sind, und es gibt in dem Nebel Dinge, die einem das Fleisch von den Knochen sch�len, bevor man wegrennen kann.� Mat kicherte, was ihm einen tadelnden Blick Bartims einbrachte.</p><p>Thom beugte sich gespannt vor. �Was beinhaltete diese Proklamation?�</p><p>�Ja, nat�rlich die Jagd nach dem Horn�, rief Bartim. �Habe ich das nicht gesagt? Die Illianer rufen alle auf, die sich der Suche nach dem Horn verschw�ren wollen, sich in Illian zu treffen. K�nnt Ihr Euch das vorstellen? Euch mit Eurem Leben einer Legende zu verschw�ren? Ich sch�tze, sie werden einige Narren finden. Es gibt immer Narren genug. Dieser Bursche behauptete, das Ende der Welt sei nahe. Die letzte Schlacht mit dem Dunklen K�nig.� Er lachte leise, aber es klang hohl, ein Mann, der lacht, um sich selbst davon zu �berzeugen, da� eine Sache das Lachen wert sei. �Ich sch�tze, sie glauben, sie m��ten davor noch das Horn von Valere finden. Was haltet Ihr denn von so was?� Er kaute �berlegend eine Minute lang an seinem Kn�chel herum. �Nat�rlich, nach diesem Winter w��te ich auch nicht, was ich dagegen sagen sollte. Der Winter und dieser Kerl Logain und nat�rlich auch die anderen beiden davor. Warum behaupteten alle diese Kerle in den letzten paar Jahren, sie seien der Drache? Und der Winter. Das mu� doch irgend etwas zu bedeuten haben. Was glaubt Ihr?�</p><p>Thom schien ihn nicht zu h�ren. Mit sanfter Stimme begann der Gaukler mehr f�r sich selbst zu zitieren:</p><p>In der letzten, einsamen Schlacht gegen den Anbruch der langen Nacht werden Berge sich beugen und die Toten sind Zeugen, und das Grab kann meinen Ruf nicht verhindern.</p><p>�Das ist es.� Bartim grinste, als k�nne er bereits die Menschenmengen sehen, die ihm ihr Geld aush�ndigten, w�hrend sie Thom lauschten. �Das ist es. <emphasis>Die Wilde Jagd nach dem Horn.</emphasis> Erz�hlt die Geschichte, und die Zuh�rer werden noch in Trauben an den Dachbalken h�ngen. Alle haben die Proklamation geh�rt.�</p><p>Thom schien sich noch immer tausend Meilen entfernt zu befinden, und so sagte Rand: �Wir suchen ein paar Freunde, die hierher kommen wollten. Aus dem Westen. Sind in den letzten ein, zwei Wochen viele Fremde hier durchgekommen?�</p><p>�Ein paar�, sagte Bartim bed�chtig. �Es gibt immer welche, sowohl aus dem Westen als auch aus dem Osten.� Er sah sie � pl�tzlich mi�trauisch geworden � einen nach dem anderen an. �Wie sehen sie denn aus, Eure Freunde?�</p><p>Rand �ffnete den Mund, doch Thom, der mit einem Schlag wieder voll da war, sah ihn scharf an, um ihn zum Schweigen zu bringen. Mit einem �rgerlichen Seufzer wandte sich der Gaukler an den Wirt. �Zwei M�nner und drei Frauen�, sagte er z�gernd. �Sie sind m�glicherweise beisammen, vielleicht aber auch nicht.� Er gab Kurzbeschreibungen ab, charakterisierte jeden in kurzen Worten, deutlich genug, damit jeder, der sie gesehen hatte, sie auch wiedererkennen konnte, aber ohne etwas dar�ber zu verraten, wer sie waren.</p><p>Bartim rieb sich mit einer Hand �ber den Kopf, wobei er sein sp�rliches Haar durcheinanderbrachte, und stand langsam auf. �Verge�t jeden Auftritt hier, Gaukler. Ich w�rde es sogar begr��en, wenn Ihr jetzt Euren Wein austrinkt und geht. Wenn Ihr klug seid, dann verla�t Ihr Wei�br�cke.�</p><p>�Hat jemand anders bereits nach ihnen gefragt?� Thom nahm einen Schluck, als sei die Antwort die unwichtigste Sache auf der Welt, und hob lediglich die Augenbrauen. �Wer k�nnte das sein?�</p><p>Bartim fuhr sich noch mal mit der Hand durchs Haar, trat von einem Fu� auf den anderen, bereit wegzugehen, und nickte dann leicht zu sich selbst. �Soweit ich mich erinnern kann, kam vor ungef�hr einer Woche ein schmierig aussehender Bursche �ber die Br�cke. Ein Verr�ckter, dachte jeder. F�hrte immer Selbstgespr�che und bewegte sich st�ndig, selbst noch im Stehen. Hat nach den gleichen Leuten gefragt... nach ein paar davon jedenfalls. Er fragte, als sei es wichtig, und dann benahm er sich, als sei ihm die Antwort v�llig gleichg�ltig. Einmal sagte er, er m�sse hier auf sie warten, und dann wieder, da� er weiter m�sse und in Eile sei. In einem Augenblick jammerte und bettelte er, und im n�chsten stellte er Forderungen wie ein K�nig. H�tte sich ein oder zweimal beinahe eine Tracht Pr�gel eingefangen, verr�ckt oder nicht. Fast h�tte ihn die Wache in Gewahrsam genommen, und zwar zu seinem eigenen Schutz. Er brach am selben Tag in Richtung Caemlyn auf. Auch da redete er mit sich selbst und weinte in sich hinein. Verr�ckt, wie ich schon sagte.�</p><p>Rand sah Thom und Mat fragend an, und beide sch�ttelten den Kopf. Falls dieser schmierige Bursche nach ihnen suchte, war es niemand, den sie kannten.</p><p>�Seid Ihr sicher, da� er nach denselben Leuten suchte?� fragte Rand.</p><p>�Ein paar davon. Der K�mpfer und die Frau in Seide. Aber die waren es nicht, die ihn so besonders interessierten. Das waren drei Jungen vom Land.� Sein Blick huschte zu Rand und Mat und so schnell wieder weg, da� Rand sich nicht sicher war, ob er den Blick wirklich gesehen oder sich nur get�uscht hatte. �Er wollte sie unbedingt finden. Ein Verr�ckter, wie ich schon sagte.�</p><p>Rand schauderte und fragte sich, wer dieser Verr�ckte sein mochte und warum er nach ihnen suchte. <emphasis>Ein Schattenfreund? W�rde Ba'alzamon einen Wahnsinnigen gebrauchen?</emphasis></p><p>�Er war verr�ckt, aber der andere... � Bartims Blick wanderte unstet von einem zum anderen, und seine Zunge fuhr immer wieder �ber die Lippen, als k�nne er nicht genug Speichel hervorbringen, um sie feucht zu halten. �Am n�chsten Tag... am n�chsten Tag kam der andere zum erstenmal.� Er schwieg.</p><p>�Der andere?� hakte ihn Thom schlie�lich nach.</p><p>Bartim sah sich um, obwohl dieser Teil des Raums immer noch bis auf sie unbesetzt war. Er stellte sich sogar auf die Zehenspitzen und blickte �ber die niedrige Trennwand hinweg. Als er schlie�lich sprach, war es ein hastiges Fl�stern.</p><p>�Er tr�gt nur Schwarz. L��t niemals die Kapuze seines Umhangs fallen, damit man sein Gesicht nicht sehen kann, aber man kann f�hlen, wie er einen anschaut. Das ist, als ob man einem einen Eiszapfen in das R�ckgrat steckt.</p><p>Er... er hat mit mir gesprochen.� Er schauderte und kaute an seiner Lippe, bevor er fortfuhr. Es klang, als ob eine Schlange durch abgestorbene Bl�tter kriecht. �Hat meinen Magen fast in einen Eisklumpen verwandelt. Jedesmal, wenn er zur�ckkommt, stellt er die gleichen Fragen. Dieselben Fragen, wie der Verr�ckte sie stellte. Keiner sieht ihn jemals kommen � er ist einfach pl�tzlich da, am Tag oder bei Nacht, und man erstarrt, wo immer man auch steht. Die Leute fangen schon an, st�ndig �ber die Schultern nach hinten zu schauen. Das Schlimmste daran ist, da� die Torw�chter behaupten, er sei niemals durch eines der Tore gekommen, weder hinein noch hinaus.�</p><p>Rand bem�hte sich, ein nichtssagendes Gesicht zu machen; er pre�te die Kiefer zusammen, bis sein Gebi� schmerzte. Mat schaute finster drein, und Thom versenkte den Blick in seinen Wein. Das Wort, das keiner von ihnen aussprechen wollte, hing zwischen ihnen in der Luft: Myrddraal.</p><p>�Ich glaube, ich w�rde mich daran erinnern, wenn ich schon einmal jemanden wie den getroffen h�tte�, sagte Thom nach einer kurzen Pause.</p><p>Bartim nickte energisch. �Versengen soll mich das Licht, ja, das wurdet Ihr. Wahrheit des Lichts, ganz gewi� w�rdet Ihr das. Er... er sucht die gleichen Leute wie der Verr�ckte, nur sagt er, es sei auch noch ein M�dchen dabei. Und� � er blickte Thom von der Seite her an � �ein wei�haariger Gaukler.�</p><p>Thoms Augenbrauen hoben sich in einer �berraschung, von der Rand sicher war, da� sie nicht gespielt sein konnte. �Ein wei�haariger Gaukler? Na ja, ich bin wohl kaum der einzige Gaukler der Welt, der schon ein wenig Alter zeigt. Ich versichere Euch, da� ich diesen Burschen nicht kenne und er keinen Grund haben kann, nach mir zu suchen.�</p><p>�Das kann schon sein�, sagte Bartim bedr�ckt. �Er hat es nicht so direkt ausgedr�ckt, aber ich hatte den Eindruck, er s�he es als �u�erst unfreundlich an, sollte jemand diesen Leuten helfen oder versuchen, sie vor ihm zu verstecken. Wie auch immer, ich sage Euch, was ich auch ihm gesagt habe. Ich habe keinen von ihnen gesehen und auch nichts �ber sie geh�rt, und das ist die Wahrheit. Keinen von ihnen�, betonte er noch einmal. Pl�tzlich knallte er Thoms Geld auf den Tisch. �Trinkt nur Euren Wein aus und geht. In Ordnung? Klar?� Und damit hastete er fluchtartig weg, wobei er sie �ber die Schulter hinweg beobachtete.</p><p>�Ein Blasser�, hauchte Mat, als der Wirt weg war. �Ich h�tte wissen sollen, da� die hier nach uns suchen werden.�</p><p>�Und er wird zur�ckkommen�, sagte Thom, lehnte sich �ber den Tisch und d�mpfte die Stimme. �Ich wurde sagen, wir stehlen uns an Bord des Kahns zur�ck und nehmen Kapit�n Domons Angebot an. Die Suche wird sich auf die Stra�e nach Caemlyn konzentrieren, w�hrend wir auf dem Weg nach Illian sind, tausend Meilen weit weg von dem Gebiet, in dem uns die Myrddraal vermuten.�</p><p>�Nein�, sagte Rand mit fester Stimme. �Entweder warten wir in Wei�br�cke auf Moiraine und die anderen, oder wir gehen weiter nach Caemlyn. Entweder oder, Thom. Das hatten wir beschlossen.�</p><p>�Das ist verr�ckt, Junge. Die Lage hat sich ge�ndert. H�rt doch auf mich. Gleich, was dieser Wirt sagt, wenn ihn ein Myrddraal anschaut, wird er alles �ber uns ausplaudern, bis zu unseren Getr�nken und wieviel Staub wir auf unseren Stiefeln hatten.� Rand schauderte, als er sich an den augenlosen Blick des Blassen erinnerte. �Was Caemlyn betrifft... Glaubt Ihr, die Halbmenschen w��ten nicht, da� wir nach Tar Valon wollen? Dies ist die richtige Zeit, um sich auf einem Schiff in Richtung S�den abzusetzen.�</p><p>�Nein, Thom.� Rand zwang sich zu diesen Worten, nachdem er sich vorgestellt hatte, tausend Meilen weit weg von dem Gebiet zu sein, wo ihn die Blassen suchten, aber er holte tief Luft, und seine Stimme klang wieder entschlossen. �Nein!�</p><p>�Stell dir doch vor, Junge: Illian! Es gibt keine gro�artigere Stadt auf dieser Welt! Und die Wilde Jagd nach dem Horn. Es hat beinahe vierhundert Jahre lang keine Jagd nach dem Horn mehr gegeben. Ein ganz neuer Geschichtenzyklus kann dar�ber gemacht werden. Denk doch nach! Du hast dir so etwas nie ertr�umt. Bis die Myrddraal herausbekommen, wo du bist, wirst du alt und grau sein und die Nase so voll davon haben, auf deine Enkel aufzupassen, da� es dir gleich ist, ob sie dich finden.�</p><p>Rands Gesichtsausdruck wurde unnachgiebig. �Wie oft soll ich noch nein sagen? Sie werden uns finden, wohin wir auch gehen. Dann warten eben Blasse in Illian auf uns. Und wie sollen wir den Tr�umen entkommen? Ich will wissen, was mit mir los ist, Thom, und warum. Ich gehe nach Tar Valon. Mit Moiraine, wenn es sich machen l��t, aber auch ohne sie, falls es sein mu�. Wenn es keine andere M�glichkeit gibt, auch allein. Ich mu� es wissen.�</p><p>�Aber Illian, Junge! Es gibt nur einen sicheren Weg hier hinaus � flu�abw�rts, w�hrend sie uns in einer ganz anderen Richtung vermuten. Blut und Asche, ein Traum kann dich nicht verletzen!�</p><p>Rand schwieg. <emphasis>Ein Traum kann nicht verletzen? K�nnen Traumdornen einen Finger zum Bluten bringen?</emphasis> Er w�nschte fast, er h�tte Thom auch von diesem Traum erz�hlt. <emphasis>Wagst du es, irgend jemandem davon zu erz�hlen? Ba'alzamon ist in deinen Tr�umen, aber was steht nun noch zwischen Traum und Wirklichkeit? Wem wagst du zu erz�hlen, da� der Dunkle K�nig dich ber�hrt?</emphasis></p><p>Thom schien zu verstehen. Das Gesicht des Gauklers nahm einen sanfteren Ausdruck an. �Sogar diese Tr�ume, Junge. Es sind doch immer noch nur Tr�ume, oder? Um des Lichts willen, Mat, sprich mit ihm. Ich wei�, da� zumindest du nicht nach Tar Valon willst.�</p><p>Mats Gesicht r�tete sich, halb aus Verlegenheit, halb vor �rger. Er vermied es, Rand anzusehen, und blickte Thom statt dessen b�se an. �Warum macht Ihr blo� solches Theater? Ihr wollt zur�ck zum Schiff? Geht doch zum Schiff zur�ck! Wir passen schon auf uns auf.�</p><p>Die schmalen Schultern des Gauklers zitterten in stummem Lachen, doch seine Stimme klang angespannt wie im Zorn. �Du glaubst, du w��test genug �ber die Myrddraal, um auf eigene Faust zu entkommen, ja? Und du bist so weit, da� du allein nach Tar Valon hineinmarschierst und dich dem Amyrlin-Sitz �bergibst? Kannst du wenigstens eine Ajah von der n�chsten unterscheiden? Versengen soll mich das Licht, Junge, wenn du glaubst, du k�nntest Tar Valon �berhaupt allein erreichen, dann sag mir, ich solle gehen.�</p><p>�Geht�, grollte Mat, und eine Hand glitt unter seinen Umhang. Rand erkannte erschreckt, da� er den Dolch aus Shadar Logoth in der Hand hielt und vielleicht sogar bereit war, ihn zu gebrauchen.</p><p>Heiseres Gel�chter erklang von der anderen Seite der niedrigen Trennwand her, und eine Stimme sagte laut und ver�chtlich: �Trollocs? Zieh doch gleich den Umhang eines Gauklers an, Mann! Du bist betrunken! Trollocs! Sagen aus den Grenzlanden!�</p><p>Die Worte k�hlten den Zorn ab wie eine kalte Dusche. Selbst Mat drehte sich mit gro�en Augen halb zu der Wand herum.</p><p>Rand stand so, da� er gerade �ber die Wand hinwegblicken konnte, duckte sich dann aber schnell wieder mit einem flauen Gef�hl im Magen. Floran Gelb sa� auf der anderen Seite der Wand am hinteren Tisch bei den beiden M�nnern, die schon bei ihrem Eintreten dort gesessen hatten. Sie lachten ihn aus, aber sie h�rten doch zu. Bartim wischte einen Tisch ab, der das auch sehr n�tig hatte, wobei er Gelb und die beiden M�nner wohl nicht ansah, aber auch er lauschte. Er wischte st�ndig mit seinem Handtuch �ber den gleichen Fleck und beugte sich zu ihnen hin, bis er beinahe vorn�ber zu fallen drohte.</p><p>�Gelb�, fl�sterte Rand, als er sich auf seinen Stuhl zur�ckfallen lie�, und die anderen strafften sich. Thom unterzog schnell ihren Teil des Schankraumes einer genaueren Betrachtung.</p><p>Auf der anderen Seite der Wand fiel die Stimme des anderen Mannes ein: �Nein, nein, es hat mal Trollocs gegeben. Aber sie wurden in den Trolloc-Kriegen alle get�tet.�</p><p>�Grenzland-Sagen!� wiederholte der erste Mann.</p><p>�Es ist wahr, sage ich Euch�, protestierte Gelb laut. �Ich war in den Grenzlanden. Ich habe Trollocs gesehen, und das waren wirklich Trollocs, so wahr, wie ich hier sitze. Diese drei behaupteten, die Trollocs jagten sie, aber das wei� ich besser. Deswegen sind sie nicht auf der <emphasis>Gischt</emphasis> geblieben. Ich habe Bayle Domon schon eine Weile mi�traut, aber diese drei sind ganz sicher Schattenfreunde. Ich sage Euch...� Gel�chter und rauhe Scherze erstickten den Rest dessen, was Gelb zu sagen hatte.</p><p>Wie lang w�rde es dauern, fragte sich Rand, bis der Wirt eine Beschreibung dieser drei h�rte? Wenn das nicht schon der Fall gewesen war. Wenn er nicht sowieso gleich an die drei Fremden dachte, die er bereits kennengelernt hatte. Der einzige Weg aus ihrer H�lfte des Schankraums w�rde sie direkt an Gelbs Tisch vorbeif�hren.</p><p>�Vielleicht ist das Schiff doch keine so schlechte Idee�, murmelte Mat, aber Thom sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Jetzt nicht mehr.� Der Gaukler sprach leise und schnell. Er zog den Lederbeutel heraus, den ihm Kapit�n Domon gegeben hatte und teilte hastig das Geld in drei Stapel. �Diese Geschichte wird sich in einer Stunde im ganzen Ort verbreitet haben, gleich ob jemand sie glaubt oder nicht, und der Halbmensch kann jederzeit davon erfahren. Domon segelt nicht vor morgen fr�h. Im besten Fall werden ihn die Trollocs bis nach Illian verfolgen. Na ja, er erwartet das aus irgendeinem Grund ja schon beinahe, aber das n�tzt uns nichts. Wir haben keine andere Wahl, als wegzurennen, und das schnell.�</p><p>Mat steckte rasch die M�nzen, die Thom vor ihn hingeschoben hatte, in seine Tasche. Rand nahm seinen Stapel etwas langsamer auf. Die M�nze, die ihm Moiraine gegeben hatte, war nicht dabei. Domon hatte ihnen das gleiche Gewicht in Silber gegeben, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund w�nschte sich Rand, er h�tte statt dessen die M�nze der Aes Sedai. Er steckte das Geld in seine Tasche und sah den Gaukler fragend an.</p><p>�Falls wir getrennt werden�, erkl�rte Thom. �Wahrscheinlich werden wir das nicht, aber falls es geschieht... na ja, ihr beide werdet es schon auch allein schaffen. Ihr seid gute Jungs. Haltet euch um eures Lebens willen aber von den Aes Sedai fern.�</p><p>�Ich dachte, Ihr bleibt bei uns�, sagte Rand.</p><p>�Bleibe ich, Junge. Bleibe ich. Aber sie kommen uns jetzt sehr nahe, und das Licht allein wei�, was geschieht. Na ja, es spielt keine Rolle. Wahrscheinlich wird gar nichts passieren.� Thom schwieg einen Moment und sah Mat an. �Ich hoffe, du hast nichts mehr dagegen, wenn ich bei Euch bleibe�, sagte er trocken.</p><p>Mat zuckte die Achseln. Er sah sie beide an und zuckte dann noch mal die Achseln. �Ich bin eben nur so nerv�s. Ich werde die Angst nicht los. Jedesmal, wenn wir Rast machen und Luft holen, sind sie da und jagen uns. Ich f�hle mich, als ob mir die ganze Zeit jemand auf den Hinterkopf starrt. Was sollen wir machen?�</p><p>Auf der anderen Seite der Wand erklang wieder lautes Lachen, wiederum von Gelb unterbrochen, der laut die beiden M�nner zu �berzeugen versuchte, da� er die Wahrheit sagte. Wie lange noch, �berlegte Rand. Fr�her oder sp�ter mu�te Bartim die drei aus Gelbs Erz�hlung mit ihnen in Verbindung bringen. Thom schob seinen Stuhl zur�ck und erhob sich, blieb aber geb�ckt stehen. Niemand, der von der anderen Seite der Wand aus Neugier her�berblickte, konnte ihn sehen. Er bedeutete ihnen, zu folgen und fl�sterte: �Seid ganz still.�</p><p>Die Fenster zu beiden Seiten des Kamins auf ihrer Seite der Trennwand gingen auf eine Gasse hinaus. Thom betrachtete eines der Fenster ganz genau, bevor er es gerade so weit aufzog, da� sie sich durchquetschen konnten. Sie machten kaum einen Laut, nichts, was man bei dem L�rm des heiteren Streits auf der anderen Seite der niedrigen Wand drei Fu� weiter noch h�tte h�ren k�nnen. Sobald er sich in der Gasse befand, wollte Mat zur Stra�e loslaufen, aber Thom packte ihn am Arm. �Nicht so schnell�, sagte der Gaukler zu ihm. �Wir m�ssen erst wissen, worauf wir uns einlassen.� Thom zog das Fenster soweit zu, wie er das von der Gasse aus konnte, und drehte sich dann um. Er betrachtete die Gasse.</p><p>Rand folgte Thoms Blick. An der Schenke und am n�chsten Geb�ude, einer Schneiderei, stand ein halbes Dutzend Regentonnen, doch ansonsten war die Gasse leer, der festgetretene Lehmboden trocken und staubig.</p><p>�Warum tut Ihr das?� wollte Mat wieder wissen. �Ihr w�rt sicherer, wenn Ihr uns verlie�et! Warum bleibt Ihr bei uns?�</p><p>Thom blickte ihn einen Moment lang �ber an. �Ich hatte einen Neffen, Owyn�, sagte er m�de und sch�lte sich aus seinem Umhang. Er wickelte ihn um seine Bettrolle, w�hrend er sprach, und legte vorsichtig seine Instrumentenk�sten obenauf. �Der einzige Sohn meines Bruders und mein einziger lebender Verwandter. Er hatte Schwierigkeiten mit den Aes Sedai, doch ich war zu sehr mit... anderen Sachen besch�ftigt. Ich wei� nicht, was ich h�tte unternehmen k�nnen, aber als ich es schlie�lich versuchte, war es zu sp�t. Owyn starb ein paar Jahre sp�ter. Man k�nnte sagen, die Aes Sedai t�teten ihn.� Er richtete sich auf, sah sie aber nicht an. Seine Stimme klang immer noch ruhig, aber Rand sah Tr�nen in seinen Augen, bevor Thom den Kopf wegdrehte. �Wenn ich euch zwei aus Tar Valon fernhalten kann, dann kann ich vielleicht aufh�ren, an Owyn zu denken. Wartet hier.� Er mied immer noch ihre Augen, eilte zum Ausgang der Gasse, verlangsamte aber seinen Schritt, bevor er ihn erreichte. Nach einem schnellen Blick in die Runde schlenderte er gleichm�tig auf die Stra�e hinaus und au�er Sicht.</p><p>Mat erhob sich halb, um ihm zu folgen, lie� sich dann aber zur�ckfallen. �Die wird er nicht im Stich lassen�, sagte er und ber�hrte die Lederbeh�lter der Instrumente. �Nimmst du ihm diese Geschichte ab?�</p><p>Rand hockte sich geduldig neben die Regentonnen. �Was ist los mit dir, Mat? Du bist doch sonst nicht so. Ich habe dich tagelang nicht mehr lachen geh�rt.�</p><p>�Ich mag es nicht, wenn man mich wie ein Kaninchen jagt�, fauchte Mat. Er seufzte und lehnte den Kopf an die Backsteinwand der Schenke. Sogar in dieser Stellung erschien er angespannt. Sein Blick huschte aufmerksam hin und her. �Tut mir leid. Das liegt am Wegrennen und all diesen Fremden und... ach, an allem halt. Es macht mich nerv�s. Ich sehe jemanden an und kann mir nicht helfen: Ich mu� mich einfach fragen, ob er den Blassen von uns berichten oder uns betr�gen oder ausrauben oder wird... Rand, macht dich das nicht auch nerv�s?�</p><p>Rand lachte, ein kurzes Bellen aus der Tiefe seiner Kehle heraus. �Ich habe zu viel Angst, um nerv�s zu sein.�</p><p>�Was, glaubst du, haben die Aes Sedai seinem Neffen angetan?�</p><p>�Ich wei� es nicht�, sagte Rand unsicher. Es gab nur eine Art von Schwierigkeiten, die ein Mann mit den Aes Sedai bekommen konnte. �Mit uns ist das etwas anderes, sch�tze ich.�</p><p>�Stimmt. Etwas ganz anderes.�</p><p>Eine Weile lang lehnten sie schweigend an der Wand. Rand war sich nicht sicher, wie lange sie warteten. Vielleicht nur ein paar Minuten, aber es erschien ihnen wie eine Stunde, als sie so auf Thom warteten und darauf, da� Bartim und Gelb das Fenster �ffneten und sie als Schattenfreunde denunzieren w�rden. Dann bog ein Mann in die Gasse ein, ein hochgewachsener Typ, der seine Kapuze hochgezogen hatte, um sein Gesicht zu verbergen. Sein Umhang war so schwarz wie die Nacht und stand im harten Kontrast zum Licht der Stra�e. Rand m�hte sich auf die F��e, und eine Hand ergriff den Knauf von Tams Schwert so verkrampft, da� seine Kn�chel schmerzten. Sein Mund war ausgetrocknet, und da half auch kein Schlucken. Mat erhob sich zu einer geb�ckten Haltung und hatte eine Hand unter seinem Umhang.</p><p>Der Mann kam n�her, und mit jedem Schritt zog sich Rands Kehle noch mehr zusammen. Pl�tzlich blieb der Mann stehen und warf seine Kapuze zur�ck. Rands Knie wurden ganz weich. Es war Thom.</p><p>�Also, wenn Ihr mich schon nicht erkennt� � der Gaukler grinste � �dann denke ich, ist die Verkleidung auch gut genug f�r die Torw�chter.�</p><p>Thom streifte an ihnen vorbei und begann, Sachen aus seinem mit Flicken besetzten Umhang in seinen neuen zu stecken, und zwar so geschickt, da� Rand nichts davon erkennen konnte. Der neue Umhang war dunkelbraun, das konnte Rand jetzt sehen. Er atmete tief, wenn auch stockend; seine Kehle schien immer noch von einer Faust umklammert zu werden. Braun, und nicht schwarz. Mat hatte immer noch die Hand unter seinem Umhang, und er starrte Thoms R�cken an, als d�chte er tats�chlich daran, den verborgenen Dolch zu gebrauchen.</p><p>Thom sah zu ihnen hoch und blickte sie dann etwas sch�rfer an. �Das ist der falsche Zeitpunkt, um �ber�ngstlich zu werden.� Entschlossen machte er sich daran, seinen alten Umhang um die Instrumentenk�sten zu wickeln, nat�rlich mit der Innenseite nach au�en, so da� die Flicken verborgen waren. �Wir werden hier einer nach dem anderen hinausgehen, dicht genug, um uns gegenseitig in Sicht zu behalten. Auf diese Art wird man uns kaum bemerken. Kannst du nicht etwas geb�ckter laufen?� f�gte er, an f�r Rand gewandt, hinzu. �Deine Gr��e ist genauso schlimm, als tr�gen wir eine Flagge mit herum.� Er hievte das B�ndel auf seinen R�cken und stand auf, wobei er seine Kapuze wieder hochzog. Er sah �berhaupt nicht wie ein wei�haariger Gaukler aus. Er war nur irgendein Reisender von vielen, ein Mann, der zu arm war, um sich ein Pferd zu leisten, geschweige denn einen Wagen. �Gehen wir. Wir haben schon zuviel Zeit verschwendet.�</p><p>Rand stimmte leidenschaftlich zu, aber trotzdem z�gerte er, bevor er aus der Gasse auf den Platz trat.</p><p>Keiner der wenigen �ber den Platz verstreuten Menschen schenkte ihnen gesteigerte Aufmerksamkeit. Die meisten sahen �berhaupt nicht her, doch seine Schultern verkrampften sich, und er wartete auf den Schrei �Schattenfreund�, der normale Menschen in einen wilden, mordl�sternen Mob verwandeln konnte. Er lie� den Blick �ber den Platz schweifen, �ber die Menschen, die ihren t�glichen Gesch�ften nachgingen, und als er sich wieder auf ihre n�chste Umgebung konzentrierte, hatte ein Myrddraal bereits den halben Platz �berquert. Er hatte nicht die geringste Ahnung, wo der Blasse hergekommen war, aber er schritt t�dlich langsam auf die drei zu, ein Raubtier, das die Beute im Blick hatte. Die Menschen traten vor der schwarzgekleideten Gestalt zur�ck und vermieden es, sie anzublicken. Der Platz leerte sich rasch, als ob die Leute zu der Auffassung kamen, da� sie anderswo ben�tigt wurden.</p><p>Die schwarze Kapuze lie� Rand auf dem Fleck erstarren. Er bem�hte sich, das Nichts heraufzubeschw�ren, aber es war, als griffe er nach Rauch. Der verborgene Blick des Blassen schnitt in seine Knochen und lie� sein Mark zu Eis gefrieren.</p><p>�Sieh sein Gesicht nicht an�, zischte Thom. Seine Stimme schwankte und klang, als zwinge er die Worte aus sich heraus. �Das Licht soll dich verbrennen � sieh sein Gesicht nicht an!�</p><p>Rand ri� den Blick los � er �chzte beinahe; es war ein Gef�hl, als rei�e er sich einen Blutegel vom Gesicht -, aber auch wenn er die Steinplatten des Platzes anstarrte, konnte er den Myrddraal kommen sehen, eine Katze, die mit M�usen spielt, sich �ber ihre schw�chlichen Fluchtversuche am�siert, bis schlie�lich die Kiefer zuschnappten. Der Blasse hatte die H�lfte der Strecke zwischen ihnen zur�ckgelegt. �Sollen wir blo� hier herumstehen?� murmelte er. �Wir m�ssen rennen... entkommen.� Aber er brachte seine F��e nicht dazu, sich zu bewegen.</p><p>Mat hielt den Dolch mit dem rubinbesetzten Griff endlich in der zitternden Hand. Seine Lippen waren hochgezogen und gaben den Blick auf seine Z�hne frei -ein Fauchen und gleichzeitig Zeichen verkrampfter Angst.</p><p>�Denkst du... � Thom unterbrach sich, schluckte und fuhr dann heiser fort: �Denkst du, da� du ihm davonrennen kannst, Junge?� Er begann, leise mit sich selbst zu sprechen. Das einzige Wort, das Rand verstehen konnte, war �Owyn�. Pl�tzlich grollte Thom: �Ich h�tte mich nie mit euch Jungen einlassen sollen. H�tte ich nicht.� Er sch�ttelte das B�ndel in dem Gauklerumhang von den Schultern und legte es in Rands Arme. �Pa� darauf auf. Wenn ich sage rennt, dann rennt ihr, und haltet nicht an bis Caemlyn. <emphasis>Der K�nigin Segen.</emphasis> Eine Schenke. Denkt daran, f�r den Fall... Erinnert euch blo� daran.�</p><p>�Ich verstehe nicht�, sagte Rand. Der Myrddraal war jetzt keine zwanzig Schritte mehr entfernt. Seine F��e f�hlten sich an wie Bleigewichte.</p><p>�Denkt einfach nur daran!� fauchte Thom. <emphasis>�Der K�nigin Segen.</emphasis> Jetzt, RENNT!�</p><p>Er gab ihnen jeweils einen Schubs auf die Schulter, um sie zum Laufen zu bringen, und Rand stolperte torkelnd mit Mat an der Seite los. �RENNT!� Thom sprang mit einem langen, wortlosen Aufbr�llen los. Nicht hinter ihnen her, sondern auf den Myrddraal zu. Seine H�nde bewegten sich flink, wie bei seinen besten Auftritten, und Dolche erschienen in ihnen. Rand blieb stehen, doch Mat zog ihn weiter.</p><p>Der Blasse war genauso �berrascht. Sein Schlendern brach mitten im Schritt ab. Seine Hand fuhr hinunter zum Griff des schwarzen Schwertes, das an seiner H�fte hing, aber die langen Beine des Gauklers legten die wenigen Schritte schnell zur�ck. Thom prallte auf den Myrddraal, bevor die schwarze Klinge zur H�lfte gezogen war, und zusammen st�rzten sie um sich schlagend zu Boden. Die wenigen Menschen, die sich noch auf dem Platz befanden, flohen. �RENNT!� Durch die Luft �ber dem Platz zuckte ein sengendes Blau, und Thom schrie laut auf, aber selbst mitten im Schreien schaffte er es noch, ein Wort hervorzubringen: �RENNT!�</p><p>Rand gehorchte. Die Schreie des Gauklers verfolgten ihn.</p><p>Er dr�ckte sich Thoms B�ndel an die Brust und rannte, so schnell er konnte. Panik breitete sich vom Platz durch die ganze Stadt aus, als Rand und Mat auf der Schaumkrone der Angstwoge flohen. Ladeninhaber lie�en ihre Waren im Stich, als die Jungen vorbeikamen. Fensterl�den krachten �ber den Schaufenstern in ihre Halterungen herunter, und in den Fenstern der Wohnh�user erschienen ver�ngstigte Gesichter und verschwanden wieder. Menschen, die zu weit entfernt gewesen waren, um alles zu sehen, rannten verst�rt durch die Stra�en und beachteten sie nicht. Sie rempelten einander an, und diejenigen, die umgerannt worden waren, m�hten sich auf die F��e oder wurden vollends niedergetrampelt. Wei�br�cke kochte wie ein Ameisenhaufen nach einem Fu�tritt.</p><p>Als Mat und er auf die Stadttore zuhasteten, dachte Rand pl�tzlich daran, was Thom �ber seine Gr��e gesagt hatte. Ohne den Schritt zu verlangsamen, duckte er sich, so gut es ging, ohne da� es aussehen durfte, als ducke er sich. Aber das Tor selbst � aus dickem Holz, mit schwarzen Eisenscharnieren � stand offen. Die beiden Torw�chter trugen Stahlkappen und Kettenpanzer �ber billig wirkenden roten M�nteln mit wei�en Kr�gen. Sie tasteten nach ihren Hellebarden und blickten unsicher in die Stadt hinein. Einer von ihnen sah Rand und Mat an, doch sie waren ja nicht die einzigen, die durch das Tor hinausrannten. Ein stetiger Strom hetzte schnaufend hindurch; schwer atmende M�nner klammerten sich an ihre Frauen, weinende M�tter trugen Babys und zerrten heulende Kinder hinter sich her; blasse Handwerker in ihren Arbeitssch�rzen trugen, ohne es selbst zu bemerken, ihre Arbeitsger�te mit hinaus.</p><p>Niemand w�rde sp�ter sagen k�nnen, auf welchem Weg sie die Stadt verlassen hatten, dachte Rand, als er halb bet�ubt weiterrannte. <emphasis>Thom! O Licht, rette mich, Thom!</emphasis></p><p>Mat taumelte neben ihm, fing sich wieder, und sie rannten, bis die letzten fliehenden Menschen hinter ihnen zur�ckgeblieben waren, rannten, bis die Stadt und die Wei�e Br�cke weit hinter ihnen au�er Sicht waren. Schlie�lich fiel Rand im Staub auf die Knie. Er sog in unregelm��igen Z�gen Luft in die schmerzende Kehle. Die Stra�e hinter ihnen war leer, bis zu den weit entfernten kahlen B�umen hin. Mat zupfte ihn. �Komm weiter! Komm schon!� sagte Mat schwer atmend. Schwei� und Staub rannen �ber sein Gesicht, und er sah aus, als werde er gleich zusammenbrechen. �Wir m�ssen weiter.�</p><p>�Thom�, sagte Rand. Er festigte den Griff um das B�ndel in Thoms Umhang; die Instrumentenk�sten waren harte Kl�tze darin. �Thom!�</p><p>�Er ist tot. Du hast es gesehen. Du hast es geh�rt. Licht, Rand, er ist tot!�</p><p>�Du glaubst, Egwene und Moiraine und die anderen sind auch tot. Wenn sie tot sind, warum jagt der Myrddraal sie dann immer noch? Kannst du mir das beantworten?�</p><p>Mat fiel im Staub neben ihm auf die Knie. �In Ordnung. Vielleicht leben sie noch. Aber Thom � du hast es doch gesehen! Blut und Asche, Rand, dasselbe kann auch uns passieren.�</p><p>Rand nickte bed�chtig. Die Stra�e hinter ihnen war immer noch leer. Er hatte halb erwartet � oder zumindest gehofft -, Thom auftauchen zu sehen, wie er vorw�rtsschritt, die langen Schnurrbartenden hochpustete und ihnen sagte, was f�r Schwierigkeiten sie ihm bereiteten. <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> in Caemlyn. Er stand m�hsam auf und warf sich Thoms B�ndel neben die Bettrolle �ber den R�cken. Mat blickte zu ihm auf, die Augen schmal und wachsam. �Gehen wir�, sagte Rand und setzte sich in Bewegung, die Stra�e hinunter in Richtung Caemlyn. Er h�rte, wie Mat etwas in seinen Bart murmelte, und einen Augenblick sp�ter holte er Rand ein. Sie stapften m�hsam die staubige Stra�e entlang, schweigend und mit gesenkten K�pfen. Der Wind brachte kleine Wirbel hervor, die �ber ihren Weg huschten. Manchmal blickte sich Rand um, doch die Stra�e hinter ihnen blieb leer.</p></section><section><title><p>27</p><p>Zuflucht vor dem Sturm</p></title><p>Perrin wurde ganz nerv�s in diesen Tagen, die sie bei den Tuatha'an verbrachten. Sie fuhren gem�tlich nach S�dosten. Das Fahrende Volk sah keinen Grund zur Eile; sie hetzten sich nie ab. Die bunten Wagen rollten keinen Morgen los, bevor nicht die Sonne ein gutes St�ck �ber dem Horizont stand, und sie hielten oft mitten am Nachmittag bereits an, wenn sie einen g�nstigen Lagerplatz fanden. Die Hunde liefen bequem neben den Wagen einher, und manchmal schafften das sogar die Kinder. Sie hatten keine Schwierigkeiten mitzuhalten. Jede Anregung, doch etwas weiter und etwas schneller zu fahren, wurde mit Gel�chter bedacht oder vielleicht einem: �Ach, m�chtest du die armen Pferde so hart arbeiten lassen?�</p><p>Er war �berrascht, da� Elyas seine Gef�hle nicht teilte. Elyas fuhr nicht im Wagen mit � er zog es vor zu laufen, und so manches Mal schritt er an der Spitze der Wagenkolonne einher -, aber er schlug kein einziges Mal vor, da� sie die Kolonne verlassen oder ihr vorauseilen sollten.</p><p>Der eigenartige b�rtige Mann in seiner ebenso eigenartigen Fellkleidung unterschied sich derma�en von den sanftm�tigen Tuatha'an, da� er auffiel, wo immer zwischen den Wagen er sich befand. Selbst von der anderen Seite des Lagers aus konnte man Elyas nicht f�r ein Mitglied des Volkes halten, und das nicht nur seiner Kleidung wegen. Elyas bewegte sich mit der l�ssigen Grazie eines Wolfs, was noch verst�rkt wurde durch die Lederkleidung und den Fellhut, und er strahlte Gefahr auf so nat�rliche Weise aus, wie das Feuer Hitze ausstrahlt. Der Kontrast zu dem Fahrenden Volk war auffallend. Jung wie alt machten die Mitglieder des Volkes einen fr�hlichen Eindruck. In ihrer Anmut lag keine Andeutung von Gefahr, sondern nur von purer Lebensfreude. Ihre Kinder rannten aus reinem Bewegungsdrang umher, ganz klar, aber auch die Graub�rte und Gro�m�tter unter den Tuatha'an schritten leichtf��ig wie in einem gravit�tischen Tanz einher, der trotz aller W�rde nicht weniger �berm�tig wirkte. Alle schienen beinahe zu tanzen, selbst im Stehen, selbst w�hrend der seltenen Zeiten, wenn im Lager keine Musik zu h�ren war. Fiedel und Fl�te, Hackbrett und Zither und Trommel spannen fast zu jeder Stunde ein Netz von Harmonie und Kontrapunkt um die Wagen, im Lager genau wie unterwegs. Freudige Lieder, fr�hliche Lieder, lachende Lieder, traurige Lieder; wenn im Lager jemand wach war, gab es gew�hnlich auch Musik.</p><p>Freundliches Kopfnicken und L�cheln begr��ten Elyas an jedem Wagen, neben dem er stehenblieb, und an jedem Feuer, an dem er sich niederlie�, wurden fr�hliche Worte an ihn gerichtet. Das mu�te es sein, was das Volk immer Au�enseitern gegen�ber zeigte: offene, freundliche Gesichter. Doch Perrin hatte erfahren, da� unter der Oberfl�che verborgen die Wachsamkeit eines halb gez�hmten Hirsches steckte. Etwas Tiefes lag unter dem L�cheln, das den Emondsfeldern entgegenstrahlte, etwas, das in diesen Tagen nur ganz wenig abgeschw�cht wurde. Bei Elyas war die Wachsamkeit stark f�hlbar, als flimmere tiefe Sommerhitze in der Luft, und das wurde auch nicht schw�cher. Wenn er nicht hinsah, dann blickten sie ihn offen an, als seien sie nicht sicher, was er machen werde. Wenn er durch das Lager schritt, schienen die zum Tanzen bereiten F��e auch zur Flucht bereit.</p><p>Elyas hatte sicherlich genausowenig ein inneres Verh�ltnis zu ihrem Gesetz des Blattes wie sie zu seiner Lebensauffassung. Sein Mund war immer leicht verzogen, wenn er sich bei den Tuatha'an befand. Es war nicht herablassend oder gar ver�chtlich, er wirkte aber, als w�re er lieber anderswo als hier, ganz gleich wo. Aber immer wenn Perrin vorschlug wegzugehen, sprach Elyas beruhigende Worte von Ausruhen und nur noch ein paar Tage...</p><p>�Ihr hattet schwere Tage hinter Euch, bevor Ihr mich fandet�, sagte Elyas beim vierten oder f�nften Mal, �und vor Euch liegen noch schwerere, verfolgt von Trollocs und Halbmenschen und mit Aes Sedai zum Freund.� Er grinste mit vollem Mund � Ilas Auflauf aus getrockneten �pfeln. Perrin fand seinen gelb�ugigen Blick immer noch beunruhigend, selbst wenn er l�chelte. Vielleicht besonders, wenn er l�chelte; das L�cheln ber�hrte kaum jemals die Augen dieses J�gers. Elyas lag an Raens Feuer. Wie gew�hnlich weigerte er sich, auf einem der daf�r herangeschleiften Holzbl�cke zu sitzen. �Ihr solltet es nicht so verdammt eilig haben, Euch wieder in die H�nde der Aes Sedai zu begeben.�</p><p>�Und was ist, wenn uns die Blassen finden? Was kann sie davon abhalten, wenn wir blo� hier herumsitzen und warten? Drei W�lfe k�nnen sie nicht von uns fernhalten, und das Fahrende Volk ist auch keine Hilfe. Sie verteidigen sich nicht einmal selbst. Die Trollocs werden sie abschlachten, und das ist dann unsere Schuld. Wie auch immer � wir m�ssen sie fr�her oder sp�ter verlassen. Dann kann es von mir aus fr�her sein.�</p><p>�Irgend etwas sagt mir, wir sollten warten. Nur ein paar Tage.�</p><p>�Irgend etwas!�</p><p>�Entspanne dich, Junge! Nimm das Leben, wie es kommt. Renn weg, wenn du mu�t, k�mpfe, wenn du mu�t, und ruhe dich aus, wenn du kannst.�</p><p>�Wovon sprecht Ihr... sprichst du eigentlich � irgend etwas?�</p><p>�Nimm ein wenig von diesem Auflauf. Ila mag mich nicht, aber sie n�hrt mich wahrlich hervorragend, wenn ich zu Besuch bin. Es gibt immer gutes Essen in den Lagern des Volkes.�</p><p>�Was hei�t �irgend etwas�?� wollte Perrin wissen. �Wenn du etwas wei�t, das du uns anderen nicht sagst... �</p><p>Elyas blickte finster auf das St�ck Auflauf in seiner Hand, legte es dann nieder und klopfte sich die H�nde ab. �Irgend etwas�, sagte er schlie�lich mit einem Achselzucken, als verst�nde er es selbst nicht ganz, �irgend etwas sagt mir, da� es wichtig ist zu warten. Noch ein paar Tage. Ich habe nicht oft eine solche Vorahnung, aber wenn, dann kann ich mich darauf verlassen. Das hat mir in der Vergangenheit das Leben gerettet. Diesmal ist es irgendwie anders, aber wichtig. Das ist ganz eindeutig. Wenn du wegrennen willst, dann tu's ohne mich. Ich bleibe.�</p><p>Das war alles, was aus ihm herauszubekommen war, gleich wie oft Perrin noch fragte. Er lag herum, plauderte mit Raen, a�, schlief mit dem Hut �ber den Augen und weigerte sich, �ber eine Abreise zu sprechen. Etwas sagte ihm, er m�sse warten. Etwas sagte ihm, es sei wichtig. Er w�rde wissen, wenn es an der Zeit war zu gehen. I� ein wenig Auflauf, Junge. Setze dich nicht selbst so arg unter Druck. Versuche ein wenig von diesem Eintopf. Entspanne dich.</p><p>Perrin konnte sich nicht entspannen. Nachts lief er zwischen den regenbogenfarbenen Wagen einher und gr�belte � einerseits, weil kein anderer irgendeinen Grund zur Besorgnis zu sehen schien, und andererseits, ach, �berhaupt. Die Tuatha'an sangen und tanzten, kochten und a�en an ihren Lagerfeuern � Obst und N�sse, Beeren und Gem�se; sie a�en kein Fleisch � und erledigten Unmengen von Alltagsarbeiten, als h�tten sie keinerlei Sorgen. Die Kinder tollten und spielten �berall herum, versteckten sich zwischen den Wagen, kletterten auf die B�ume, die das Lager umgaben, lachten und w�lzten sich mit den Hunden am Boden... Keiner schien irgendwelche Sorgen zu haben.</p><p>Wenn er ihnen zusah, dann juckte es ihn wirklich, sich fortzustehlen. <emphasis>Geh, bevor wir ihnen die J�ger auf den Hals hetzen! Sie haben uns aufgenommen, und wir vergelten ihre Freundlichkeit, indem wir sie in Gefahr bringen. Zumindest haben sie einen Grund, so fr�hlich zu sein: Niemand jagt sie. Aber wir anderen...</emphasis></p><p>Es war schwer, �berhaupt einmal mit Egwene zu sprechen. Entweder unterhielt sie sich mit Ila � sie steckten die K�pfe auf eine Art zusammen, die klar ausdr�ckte: M�nner sind nicht willkommen -, oder sie tanzte mit Aram, wirbelte ein ums andere Mal herum, zum Klang der Fl�ten und Fiedeln und Trommeln, nach Melodien, die die Tuatha'an aus der ganzen Welt mitgebracht hatten oder nach den eindringlichen trillernden Liedern des Fahrenden Volks selbst, gleich ob sie schnell oder langsam waren. Sie kannten viele Lieder. Manche erkannte er von zu Hause her, wenn auch h�ufig unter anderen Titeln als in den Zwei Fl�ssen. Zu Drei M�dchen auf der Wiese sagten die Kesselflicker beispielsweise H�bsche M�dchen beim Tanz, und sie behaupteten, Der Wind aus dem Norden hie�e in einigen L�ndern einfach Ein Regengu� und in anderen Berins R�ckzug. Als er sich, ohne nachzudenken, nach Der Kesselflicker hat meinen Topf erkundigte, �berschlugen sie sich fast vor Lachen. Sie kannten es, aber unter dem Titel �Wirf die Federn�.</p><p>Er konnte es verstehen, da� man zu den Liedern des Volkes tanzen mochte. Daheim in Emondsfeld betrachtete ihn niemand als besonders guten T�nzer, aber diese Lieder lie�en seine F��e zucken, und er glaubte, noch nie in seinem Leben so lang, so kraftvoll und so gut getanzt zu haben. Er war wie in Trance; sein Herz schlug im Rhythmus der Trommeln.</p><p>Es war am zweiten Abend, als Perrin erstmals auch Frauen zu einigen der langsamen Weisen tanzen sah. Die Feuer waren fast niedergebrannt, die Nacht umschlo� die Wagen, und Finger klopften einen schleppenden Rhythmus auf den Trommeln. Erst eine Trommel, dann eine weitere, bis alle Trommeln im Lager den gleichen leisen, mitrei�enden Rhythmus schlugen. Alles war still bis auf die Trommeln. Ein M�dchen in rotem Kleid wiegte sich in den Feuerschein hinein. Sie l�ste ihre Stola. Perlenschn�re hingen in ihrem Haar, und sie hatte die Schuhe abgestreift. Eine Fl�te begann mit der Melodie, leise, klagende T�ne, und das M�dchen tanzte. Ausgestreckte Arme breiteten die Stola hinter ihr aus; ihre H�ften schwangen, als ihre blo�en F��e sich zum Klang der Trommeln bewegten. Die dunklen Augen des M�dchens waren auf Perrin gerichtet, und ihr L�cheln war so langsam wie ihr Tanz. Sie drehte sich in kleinen Kreisen und l�chelte ihn �ber die Schulter hinweg an.</p><p>Er schluckte schwer. Die Hitze in seinem Gesicht kam nicht vom Feuer. Ein zweites M�dchen schlo� sich dem ersten an. Die Fransen an ihren Stolen flogen im Rhythmus der Trommeln zum bed�chtigen Kreisen ihrer H�ften. Sie l�chelten ihn an, und er r�usperte sich heiser. Er wagte es nicht, sich umzusehen; sein Gesicht war rot wie eine R�be, und alle, die nicht gerade dem Tanz zusahen, lachten ihn vielleicht aus. Da war er sicher.</p><p>So unauff�llig wie m�glich glitt er von dem Holzblock herunter, als wolle er sich nur bequemer hinsetzen, aber er sorgte daf�r, da� er schlie�lich vom Feuer und von den T�nzerinnen wegsah. So etwas gab es in Emondsfeld nicht. Bei einem Fest auf dem Gr�n mit den M�dchen tanzen, das konnte man �berhaupt nicht mit diesem hier vergleichen. Ausnahmsweise einmal w�nschte er sich, der Wind w�rde auffrischen und ihn abk�hlen.</p><p>Die M�dchen tanzten wieder in sein Gesichtsfeld hinein. Doch jetzt waren es drei. Eine zwinkerte ihm herausfordernd zu. Seine Augen wichen verzweifelt aus. <emphasis>Licht,</emphasis> dachte er, <emphasis>was mache ich jetzt? Was w�rde Rand tun? Der kennt sich mit M�dchen aus.</emphasis></p><p>Die tanzenden M�dchen lachten leise; Perlen klickten gegeneinander, als sie ihr langes Haar fliegen lie�en, und er glaubte, sein Gesicht werde verbrennen. Dann reihte sich eine etwas �ltere Frau bei den M�dchen ein, um ihnen zu zeigen, wie man richtig tanzt. Mit einem Aufst�hnen gab er auf und schlo� die Augen. Selbst hinter den geschlossenen Lidern verspottete und reizte ihn ihr Lachen. Sogar hinter den geschlossenen Lidern konnte er sie immer noch sehen. Schwei� rann ihm �ber die Stirn, und er sehnte sich nach dem Wind.</p><p>Raen erkl�rte sp�ter, da� die M�dchen diesen Tanz nicht oft und die Frauen fast nie tanzten, und Elyas meinte, Perrins Err�ten sei der Grund daf�r gewesen, da� sie es von nun an jede Nacht taten.</p><p>�Ich mu� dir danken�, sagte Elyas mit n�chterner und ernster Stimme zu ihm. �Bei euch jungen Burschen ist es anders, aber in meinem Alter ist mehr als ein Lagerfeuer n�tig, um meine Knochen zu erw�rmen.� Perrin machte ein finsteres Gesicht. Da lag etwas in Elyas Haltung beim Weggehen, das ihm sagte: Selbst wenn er sich nichts anmerken lie�, lachte er doch innerlich.</p><p>Perrin merkte bald, da� er besser nicht den Anblick der tanzenden Frauen und M�dchen meiden sollte, obwohl ihn das Zwinkern und das L�cheln immer noch w�nschen lie�, er k�nne sich einfach wegdrehen. Eine allein w�re schon in Ordnung gewesen, aber f�nf oder sechs, und alle schauten zu... Er konnte ein Err�ten nie vermeiden.</p><p>Dann begann Egwene, den Tanz zu lernen. Zwei der M�dchen, die am ersten Abend getanzt hatten, brachten es ihr bei. Sie klatschten den Rhythmus, w�hrend sie die schleppenden Tanzschritte wiederholte. Eine geborgte Stola flatterte hinter ihr her. Perrin wollte etwas sagen, beschlo� aber, lieber doch den Mund zu halten. Als die M�dchen den H�ftschwung hinzuf�gten, begann Egwene zu lachen, und die drei M�dchen fielen sich kichernd um den Hals. Aber Egwene machte beharrlich weiter. Ihre Augen glitzerten, und auf ihren Wangen brannten rote Flecke.</p><p>Aram sah ihrem Tanz mit hei�em, hungrigem Blick zu. Der gut aussehende junge Tuatha'an hatte ihr eine Kette blauer Perlen geschenkt, die sie die ganze Zeit trug. Ilas L�cheln war einem besorgten Blick gewichen, wenn sie das Interesse ihres Enkels an Egwene bemerkte. Perrin beschlo�, den jungen Meister Aram gut im Auge zu behalten.</p><p>Einmal konnte er Egwene allein erwischen. Sie standen neben einem gr�n und gelb bemalten Wagen. �Du am�sierst dich gut, nicht wahr?� fragte er.</p><p>�Warum auch nicht?� Sie f�hlte nach den blauen Perlen an ihrem Hals und l�chelte. �Wir m�ssen uns doch nicht alle so wie du bem�hen, uns m�glichst schlecht zu f�hlen. Haben wir keine Gelegenheit verdient, uns mal zu am�sieren?� Aram stand nicht weit von ihnen entfernt -er war immer nah bei Egwene zu finden -, hatte die Arme auf der Brust verschr�nkt und l�chelte ein wenig, teils triumphierend, teils �berheblich. Perrin senkte die Stimme. �Ich dachte, du wolltest nach Tar Valon. Hier lernst du nie, wie man eine Aes Sedai wird.�</p><p>Egwene warf den Kopf zur�ck. �Und ich dachte, du wolltest gar nicht, da� ich eine Aes Sedai werde�, sagte sie etwas �bertrieben s��.</p><p>�Blut und Asche, glaubst du etwa, wir sind hier sicher? Wie sicher sind diese Leute, solange wir uns hier befinden? Uns kann doch jederzeit ein Blasser aufst�bern.�</p><p>Ihre Hand an den Perlen zitterte. Sie nahm sie herunter und atmete tief ein. �Was auch geschehen mag, es wird sowieso geschehen, ob wir heute oder n�chste Woche abreisen. Das glaube ich jetzt ganz sicher. Am�siere dich, Perrin. Es k�nnte unsere letzte Gelegenheit sein.�</p><p>Traurig streichelte sie seine Wange. Dann streckte Aram eine Hand nach ihr aus, und sie eilte zu ihm und lachte bereits wieder. Als sie wegrannten, hin�ber, wo die Fiedeln sangen, grinste ihn Aram �ber die Schulter hinweg triumphierend an, als wolle er sagen: Dir geh�rt sie nicht, aber sie wird mir geh�ren.</p><p>Sie befanden sich alle bereits zu sehr unter dem Einflu� des Volkes, dachte Perrin. <emphasis>Elyas hat recht. Sie m�ssen gar nicht versuchen, jemanden f�r ihr Gesetz des Blattes zu gewinnen. Es sickert von allein in dich ein.</emphasis></p><p>Ila hatte einmal bemerkt, wie er sich vor dem Wind zusammenkauerte, und dann brachte sie ihm einen dicken Wollumhang aus ihrem Wagen. Er war dunkelgr�n, und das gefiel ihm. Er hatte sich an all den Rot- und Gelbt�nen sattgesehen. Als er ihn sich um die Schultern legte, dachte er, es sei schon ein Wunder, da� der Umhang gro� genug war f�r ihn, aber Ila sagte nur kurz: �Er k�nnte besser passen.� Sie blickte hinunter auf die Axt an seinem G�rtel, und als sie ihm wieder in die Augen sah, war ihr Blick trotz ihres L�chelns traurig. �Er k�nnte viel besser passen.�</p><p>Das war typisch f�r die Kesselflicker. Ihr L�cheln versagte nie, sie z�gerten nie, sie zum Trinken oder zum Musizieren einzuladen, aber ihr Blick ber�hrte immer die Axt, und er konnte f�hlen, was sie dachten. Ein Werkzeug der Gewalt. Es gibt niemals eine Ausrede f�r die Anwendung von Gewalt einem anderen menschlichen Wesen gegen�ber. Das Gesetz des Blattes.</p><p>Manchmal h�tte er sie am liebsten angeschrien. Es gab auch Trollocs und Blasse auf der Welt. Es gab diejenigen, die jedes Blatt abhacken w�rden. Da drau�en war der Dunkle K�nig, und das Gesetz des Blattes w�rde in Ba'alzamons Augen verbrennen. Stur fuhr er fort, die Axt zu tragen. Er gew�hnte sich an, den Umhang offen hinter den G�rtel zu stecken, selbst wenn es windig war, damit die Halbmondklinge nie verborgen war. Gelegentlich betrachtete Elyas fragend die Waffe, die schwer an seiner Seite hing, und grinste ihn an. Diese gelben Augen schienen seine Gedanken lesen zu k�nnen. Deshalb h�tte er beinahe seine Axt wieder bedeckt. Beinahe.</p><p>Wenn ihn auch das Lagerleben der Tuatha'an st�ndig verwirrte, so waren doch wenigstens seine Tr�ume dort normal. Manchmal erwachte er schwitzend aus einem Traum, in dem Trollocs und Blasse das Lager st�rmten und mit geschleuderten Fackeln die regenbogenfarbenen Wagen in Flammen setzten... Menschen st�rzten in Blutlachen, M�nner und Frauen und Kinder rannten weg und schrien und starben, bem�hten sich aber nicht, sich gegen die Sichelschwerter zu verteidigen. Nacht f�r Nacht fuhr er im Dunkeln hoch, atmete schwer und griff nach seiner Axt, bevor ihm klar wurde, da� die Wagen keineswegs in Flammen standen, da� keine Gestalten mit blutigen Schnauzen zerfetzte und verdrehte K�rper am Boden anknurrten. Aber das waren ganz gew�hnliche Alptr�ume, und das beruhigte ihn auf gewisse Weise. Wenn es jemals einen w�rdigen Platz f�r den Dunklen K�nig in seinen Tr�umen gegeben hatte, dann in diesen, doch er tauchte nicht auf. Kein Ba'alzamon. Nur ganz normale Alptr�ume.</p><p>Allerdings war er sich im wachen Zustand immer der W�lfe bewu�t. Sie hielten Abstand zum Lager und zum Wagenzug, wenn er unterwegs war, aber er wu�te immer, wo sie sich befanden. Er konnte ihre Verachtung f�r die Hunde sp�ren, die das Fahrende Volk sch�tzten. L�rmende Tiere, die vergessen hatten, wof�r ihre Kiefer da waren, die den Geschmack warmen Blutes nicht mehr kannten; sie jagten vielleicht Menschen Angst ein, aber sie w�rden auf dem Bauch wegkriechen, wenn das Rudel jemals k�me. Jeden Tag wurde diese innere Verbindung sch�rfer, klarer.</p><p>Mit jedem Sonnenuntergang wurde Scheckie ungeduldiger. Da� Elyas die Menschen nach S�den bringen wollte, war ja in Ordnung, aber wenn schon, dann doch schnell. Beendet dieses langsame Vorw�rtskriechen! W�lfe waren dazu bestimmt, das Land zu durchstreifen, und es gefiel ihr nicht, so lange vom Rudel weg zu sein. Auch in Wind brannte die Ungeduld. Die Jagd war hier mehr als armselig, und er ha�te es, von Feldm�usen zu leben. Denen konnten die Welpen auflauern, wenn sie das Jagen lernen sollten, oder die Alten konnten sie fressen, die keinen Hirsch mehr erlegen oder keinem wilden Stier die Sehnen durchbei�en konnten. Manchmal glaubte Wind, da� Brand recht gehabt hatte: �berla�t die Probleme der Menschen den Menschen selbst. Aber er h�tete sich vor solchen Gedanken, wenn Scheckie in der N�he war und noch mehr bei Springer. Springer war ein alter K�mpfer mit vielen Narben und ergrauter Schnauze. Die Last der Jahre lie� ihn teilnahmslos erscheinen, doch er war so schlau, da� er damit alles wettmachte, was ihm das Alter genommen haben mochte. Er k�mmerte sich nicht um Menschen, aber Scheckie wollte, da� sie dies taten, und Springer w�rde warten, wenn sie wartete, und rennen, wenn sie rannte. Wolf oder Mensch, Stier oder B�r, jeder, der Scheckie bedrohte, w�rde Springers m�chtige Kiefer zu sp�ren bekommen, um ihn in den ewigen Schlaf zu versenken. Das war Springers ganzes Leben, und das lie� Wind vorsichtig sein, und Scheckie mi�achtete beide.</p><p>Alles das war in Perrins Geist ganz deutlich zu f�hlen. Sehnsuchtsvoll w�nschte er sich Caemlyn und Moiraine und Tar Valon herbei. Selbst wenn er keine Antworten finden w�rde, so h�tte doch alles dort ein Ende. Elyas blickte ihn an, und er war sicher, da� der gelb�ugige Mann ihn verstand. <emphasis>Bitte, la� es enden.</emphasis></p><p>Der Traum begann angenehmer als die meisten anderen in letzter Zeit. Er sa� an Alsbet Luhhans K�chentisch und sch�rfte seine Axt mit einem Wetzstein. Frau Luhhan erlaubte ihnen nie, Schmiedearbeiten oder �hnliches ins Haus zu bringen. Meister Luhhan mu�te sogar die Messer mit nach drau�en nehmen, um sie zu schleifen. Aber nun k�mmerte sie sich um das Essen und sagte kein Wort wegen der Axt. Sie sagte nicht einmal etwas, als ein Wolf aus dem Inneren des Hauses kam und sich zwischen Perrin und der Hoft�r zusammenrollte. Perrin wetzte weiter; bald wurde die Zeit kommen, sie zu ben�tzen.</p><p>Pl�tzlich erhob sich der Wolf. Er grollte aus tiefster Kehle, und sein dichtes Nackenfell richtete sich auf. Ba'alzamon trat aus dem Hof in die K�che ein. Frau Luhhan kochte unber�hrt weiter.</p><p>Perrin rappelte sich hoch und erhob seine Axt, doch Ba'alzamon ignorierte die Waffe und konzentrierte sich statt dessen auf den Wolf. Flammen tanzten dort, wo seine Augen sein sollten. �Ist es das, was dich besch�tzen soll? Nun, ich habe dem zuvor schon gegen�bergestanden. Viele Male schon.�</p><p>Er kr�mmte einen Finger, und der Wolf heulte auf, als Feuer aus seinen Augen und aus seinen Ohren und seiner Schnauze und seiner Haut scho�. Der Gestank brennenden Fleisches und versengter Haare erf�llte die K�che. Alsbet Luhhan hob den Deckel von einem Topf und r�hrte mit einem h�lzernen Kochl�ffel um.</p><p>Perrin lie� die Axt fallen und sprang vor, um die Flammen mit den H�nden zu ersticken. Der Wolf zerfiel unter seinen Handfl�chen zu schwarzer Asche. Er starrte das formlose H�ufchen Asche auf Frau Luhhans sauber gefegtem Fu�boden an und trat zur�ck. Er w�nschte, er k�nne den schmierigen Ru� von seinen H�nden wischen, aber der Gedanke daran, ihn an seine Kleider zu schmieren, drehte ihm den Magen um. Er schnappte sich seine Axt und umklammerte den Schaft so kr�ftig, da� seine Kn�chel knackten.</p><p>�La� mich in Ruhe!� schrie er. Frau Luhhan klopfte den L�ffel auf dem Topfrand ab und legte den Deckel wieder auf. Sie summte vor sich hin.</p><p>�Du kannst mir nicht entkommen�, sagte Ba'alzamon. �Du kannst dich nicht vor mir verstecken. Wenn du derjenige bist, dann geh�rst du mir.� Die Hitze des Feuers in seinem Gesicht zwang Perrin, sich durch die ganze K�che zur�ckzuziehen, bis er mit dem R�cken an die Wand stie�. Frau Luhhan �ffnete den Backofen, um nach ihrem Brot zu sehen. �Das Auge der Welt wird dich verschlingen�, sagte Ba'alzamon. �Ich zeichne dich als mein Eigentum!� Er warf ihm die geballte Faust entgegen, als werfe er etwas nach ihm. Als sich seine Finger �ffneten, flatterte ein Rabe auf Perrins Gesicht zu.</p><p>Perrin schrie auf, als der schwarze Schnabel sein linkes Auge durchdrang... und setzte sich auf. Er griff nach seinem Gesicht, um ihn herum die schlummernden Wagen des Fahrenden Volkes. Langsam senkte er die H�nde wieder. Da war kein Schmerz, kein Blut. Aber er konnte sich daran erinnern, an den schrecklich stechenden Schmerz.</p><p>Er schauderte, und dann hockte pl�tzlich Elyas neben ihm in der ersten D�mmerung, eine Hand nach ihm ausgestreckt, als wolle er ihn wachr�tteln. Jenseits der B�ume, zwischen denen die Wagen standen, heulten die W�lfe � ein schneidender Aufschrei aus drei Kehlen. Er teilte ihre Gef�hle. <emphasis>Feuer. Schmerz. Feuer. Ha�. Ha�! T�te!</emphasis></p><p>�Ja�, sagte Elyas leise. �Es ist Zeit. Steh auf, Junge. Es ist Zeit, da� wir gehen.�</p><p>Perrin kroch unter seinen Decken hervor. W�hrend er noch seine Deckenrolle zusammenband, kam Raen aus seinem Wagen und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Der Sucher blickte zum Himmel auf und erstarrte auf halbem Weg die Stufen hinunter, die H�nde zum Gesicht erhoben. Nur seine Augen bewegten sich, als er eingehend den Himmel studierte, doch Perrin verstand nicht, wonach er suchte. Ein paar Wolken hingen im Osten, die Unterseiten rosa von einer Sonne beleuchtet, die bald aufgehen w�rde, aber sonst war nichts zu sehen. Raen schien auch zu lauschen und den Geruch der Luft zu pr�fen, aber es gab kein Ger�usch au�er dem des Windes in den B�umen und keinen Geruch au�er den rauchigen Resten der Lagerfeuer vom letzten Abend.</p><p>Elyas kam mit seinen sp�rlichen Besitzt�mern zur�ck, und Raen ging die letzten Schritte hinunter. �Wir m�ssen die Richtung unserer Reise �ndern, mein alter Freund.� Der Sucher blickte wieder unsicher zum Himmel hinauf.</p><p>�Heute gehen wir anderswohin. Wirst du mit uns kommen?� Elyas sch�ttelte den Kopf, und Raen nickte, als habe er das die ganze Zeit schon geahnt. �Also dann, pa� auf dich auf, alter Freund. Es liegt heute etwas in der Luft... � Er wollte schon wieder nach oben blicken, wandte den Blick aber schnell wieder nach unten, bevor er mehr als die Wagend�cher betrachtet hatte. �Ich denke, die Wagen werden nach Osten fahren. Vielleicht bis hin zum R�ckgrat der Welt. Vielleicht finden wir ein <emphasis>Stedding</emphasis> und bleiben eine Weile dort.�</p><p>�Das Ungl�ck kommt nicht in ein <emphasis>Stedding</emphasis> hinein�, stimmte Elyas zu. �Aber die Ogier m�gen Fremde nicht besonders.�</p><p>�Jeder mag das Fahrende Volk�, sagte Raen und grinste. �Au�erdem haben auch die Ogier T�pfe und andere Dinge, die geflickt werden m�ssen. Komm, la� uns fr�hst�cken, und wir reden dar�ber.�</p><p>�Keine Zeit�, sagte Elyas. �Auch wir ziehen heute weiter. So bald wie m�glich. Es ist der richtige Tag zum Weiterziehen, wie es scheint.�</p><p>Raen bem�hte sich, ihn zu �berreden, wenigstens zum Essen zu bleiben, und als Ila mit Egwene aus dem Wagen trat, tat sie das Ihre dazu, doch nicht mit soviel �berzeugungskraft vehement wie ihr Mann. Sie sagte die richtigen Worte, doch ihre H�flichkeit klang steif, und es war klar, da� sie froh sein w�rde, Elyas und wohl auch Egwene von hinten zu sehen.</p><p>Egwene bemerkte die bedauernden Seitenblicke Ilas in ihre Richtung nicht. Sie fragte, was los sei, und Perrin bereitete sich darauf vor, da� sie sagen w�rde, sie wolle bei den Tuatha'an bleiben, aber als Elyas ihr alles erkl�rte, nickte sie nur gedankenschwer und eilte in den Wagen zur�ck, um ihre Sachen zu holen.</p><p>Schlie�lich hob Raen resignierend die H�nde. �In Ordnung. Ich kann mich nicht erinnern, da� ich jemals einen Besucher dieses Lager ohne Abschiedsmahl verlassen lie�, aber... � Unsicher hob er die Augen erneut zum Himmel. �Na ja, ich glaube, wir sollten auch fr�h aufbrechen. Vielleicht essen wir unterwegs. Aber sagt wenigstens allen Lebewohl.�</p><p>Elyas setzte zu einem Widerspruch an, aber Raen eilte schon von Wagen zu Wagen und h�mmerte gegen die T�ren, wo noch niemand wach war. Als dann ein Kesselflicker mit Bela im Schlepptau ankam, war das ganze Lager in sch�nster Festtagskleidung angetreten -eine Farbsymphonie, gegen die Raen und Ilas rotgelber Wagen beinahe bla� erschien. Die gro�en Hunde liefen mit heraush�ngenden Zungen durch die Menge und warteten darauf, da� jemand sie hinter den Ohren kraulte, w�hrend Perrin und die anderen unz�hlige H�nde sch�ttelten und eine Umarmung nach der anderen �ber sich ergehen lie�en. Die M�dchen, die jede Nacht getanzt hatten, gaben sich nicht mit H�ndesch�tteln zufrieden, und ihre Umarmungen lie�en in Perrin pl�tzlich den Wunsch aufkommen, �berhaupt nicht mehr fortzugehen � bis ihm bewu�t wurde, wie viele andere zusahen. Dann nahm sein Gesicht beinahe die Farbe des Wagens hinter ihm an.</p><p>Aram zog Egwene ein wenig zur Seite. Perrin konnte �ber dem L�rm all des Abschiednehmens nicht h�ren, was er ihr zu sagen hatte, aber sie sch�ttelte wiederholt den Kopf, zu Beginn halbherzig, dann aber energischer, als er sie mit bittenden Gesten best�rmte. Sein Gesichtsausdruck wechselte von bittend zu streitend, aber sie sch�ttelte weiterhin eisern den Kopf, bis Ila sie durch ein paar scharfe an ihren Enkel gerichtete Worte erl�ste. Mit finsterer Miene schob sich Aram durch die Menge und lie� Abschied Abschied sein. Ila sah ihm nach und schien ihn beinahe zur�ckrufen zu wollen. <emphasis>Sie ist auch erleichtert,</emphasis> dachte Perrin. <emphasis>Erleichtert, da� er nicht mit uns und Egwene weggehen will.</emphasis></p><p>Als er schlie�lich jede Hand im Lager mindestens einmal gesch�ttelt und jedes M�dchen mindestens zweimal umarmt hatte, trat die Menge zur�ck und lie� einen freien Raum um Raen und Ila und die drei Besucher herum. �Ihr kamt in Frieden�, sprach Raen w�rdevoll, wobei er sich formell verbeugte, die H�nde auf der Brust. �Geht nun in Frieden. Immer werden unsere Feuer Euch in Frieden willkommen hei�en. Das Gesetz des Blattes ist der Friede.�</p><p>�Friede sei f�r immer mit Euch�, erwiderte Elyas, �und mit dem ganzen Volk.� Er z�gerte und f�gte dann hinzu: �Ich werde das Lied finden, oder ein anderer wird das Lied finden, aber das Lied wird gesungen werden, dieses Jahr oder ein zuk�nftiges. Wie es einst war, so soll es wieder sein, eine Welt ohne Ende.�</p><p>Raen zwinkerte �berrascht, und Ila sah total entgeistert drein, aber die anderen Tuatha'an murmelten zur Antwort: �Eine Welt ohne Ende. Welt und Zeit enden nicht.� Raen und seine Familie wiederholten das sehr hastig.</p><p>Dann war es wirklich Zeit zu gehen. Ein paar letzte Verabschiedungen, ein paar letzte Ratschl�ge, auf sich aufzupassen, ein letztes L�cheln und Winken, und sie gingen aus dem Lager. Raen begleitete sie bis zum Waldrand. An seiner Seite rannten zwei Hunde.</p><p>�Wahrlich, mein alter Freund, Ihr m��t sehr vorsichtig sein. Heute... Ich f�rchte, etwas B�ses ist in der Welt erwacht, und was Ihr auch vort�uschen m�chtet, Ihr seid nicht so b�se, da� es Euch nicht verschlingen w�rde.�</p><p>�Friede sei mit dir�, sagte Elyas.</p><p>�Und mit dir�, sagte Raen traurig.</p><p>Als Raen weg war, sah Elyas die beiden anderen ihrer fragenden Blicke wegen grimmig an. �Nat�rlich glaube ich nicht an ihr n�rrisches Lied�, grollte er. �Aber das ist kein Grund, sie zu besch�men, indem man ihre Zeremonie durcheinanderbringt, oder? Ich habe Euch gesagt, da� sie manchmal besonders viel Wert auf ihre Zeremonien legen.�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Egwene sanft. �Absolut kein Grund.� Elyas wandte sich ab und murmelte irgend etwas in sich hinein.</p><p>Scheckie, Wind und Springer kamen und begr��ten Elyas � nicht mit freudigem Schwanzwedeln wie die Hunde, sondern w�rdevoll, ein Wiedersehen unter Ebenb�rtigen. Perrin sp�rte, was zwischen ihnen vorging. <emphasis>Feueraugen. Schmerz. Herzfang. Tod. Herzfang.</emphasis> Perrin wu�te, was das bedeutete. Der Dunkle K�nig. Sie erz�hlten ihm von seinem Traum. Ihrem Traum.</p><p>Er schauderte, als die W�lfe vorausliefen, um den Weg zu erkunden. Egwene war an der Reihe, auf Bela zu reiten, und er ging nebenher. Elyas f�hrte sie wie gew�hnlich mit gleichm��igen, ausholenden Schritten an.</p><p>Perrin wollte nicht an seinen Traum denken. Er hatte geglaubt, die W�lfe k�nnten ihnen Sicherheit bieten. <emphasis>Nicht vollst�ndig. Akzeptiere. Volles Herz. Ganzer Verstand. Du k�mpfst noch dagegen. Nur vollst�ndig, wenn du akzeptierst.</emphasis></p><p>Er dr�ngte die W�lfe aus seinem Geist und zwinkerte �berrascht. Er hatte nicht gewu�t, da� er das konnte. Er beschlo�, sie nicht wieder hineinzulassen. <emphasis>Auch nicht in Tr�umen?</emphasis> Er war nicht sicher, ob das ihr Gedanke gewesen war oder seiner.</p><p>Egwene trug immer noch die Kette blauer Perlen, die ihr Aram gegeben hatte, und einen kleinen Zweig mit winzigen, leuchtend roten Bl�ttern in ihrem Haar, ein anderes Geschenk des jungen Tuatha'an. Perrin war sicher, da� Aram versucht hatte, sie zu �berreden beim Fahrenden Volk zu bleiben. Er war froh, da� sie nicht nachgegeben hatte, aber er w�nschte, sie w�rde die Perlen nicht st�ndig so liebevoll durch die Finger ziehen. Schlie�lich sagte er: �Was hast du eigentlich die ganze Zeit �ber mit Ila besprochen? Wenn du nicht gerade mit diesem langbeinigen Kerl getanzt hast, hast du dich mit ihr unterhalten, als h�ttet ihr Geheimnisse miteinander.�</p><p>�Ila hat mir einiges dar�ber gesagt, was es hei�t, eine Frau zu sein�, antwortete Egwene abwesend. Er begann zu lachen, und sie sah ihn mit einem verschleierten, warnenden Blick an, den er nicht bemerkte.</p><p>�Ha! Niemand sagt uns, was es hei�t, M�nner zu sein. Wir sind es einfach.�</p><p>�Das�, sagte Egwene, �ist vielleicht auch der Grund, warum ihr das so schlecht macht.�</p><p>Vorn lachte Elyas schallend auf.</p></section><section><title><p>28</p><p>Fu�spuren in der Luft</p></title><p>Nynaeve blickte staunend auf das, was flu�abw�rts vor ihnen lag: die Wei�e Br�cke, die mit milchigem Schimmern in der Sonne gl�nzte. Noch eine Legende, dachte sie mit einem Blick auf den Beh�ter und die Aes Sedai, die vor ihr herritten. Noch eine Legende, und sie scheinen es nicht einmal zu bemerken. Sie beschlo�, ihr Staunen nicht zu zeigen, wenn sie hersahen. Sie werden lachen, wenn sie mich wie eine Landpomeranze gaffen sehen. Die drei ritten schweigend weiter, auf die legend�re Wei�e Br�cke zu.</p><p>Seit jenem Morgen nach der Flucht aus Shadar Logoth, als sie Moiraine und Lan am Ufer des Arinelle gefunden hatte, hatte sie sich kaum jemals richtig mit der Aes Sedai unterhalten. Sie hatten nat�rlich miteinander gesprochen, aber nichts Wesentliches, jedenfalls nach Nynaeves Meinung. Zum Beispiel Moiraines Versuche, sie zu �berreden, nach Tar Valon mitzukommen. Tar Valon. Sie w�rde, wenn n�tig, dorthingehen und ihre Ausbildung mitmachen, aber nicht aus den Gr�nden, an die die Aes Sedai glaubte. Wenn Moiraine Unheil �ber Egwene und die Jungen gebracht hatte...</p><p>Manchmal war es Nynaeve bewu�t geworden, da� sie unfreiwillig doch daran dachte, was eine Seherin mit der Einen Macht alles anfangen konnte. Sobald sie sich jedoch bei diesem Gedanken ertappte, vergl�hte er in aufflammendem Zorn. Die Macht war eine schmutzige Sache. Sie wollte nichts damit zu tun haben. Nur wenn es gar nicht anders ging.</p><p>Die verfluchte Frau wollte von nichts anderem reden als davon, da� sie zur Ausbildung nach Tar Valon gebracht werden sollte.</p><p>�Wie wollt Ihr sie denn �berhaupt finden?� fiel ihr ihre Frage wieder ein. �Wie ich Euch gesagt habe�, antwortete Moiraine, ohne es f�r n�tig zu halten, sich nach ihr umzudrehen, �werde ich sp�ren, wenn ich den beiden, die ihre M�nzen verloren haben, nahe bin.� Es war nicht das erste Mal, da� Nynaeve diese Frage gestellt hatte, aber die Stimme der Aes Sedai klang wie ein ruhiger See, der sich weigerte, Wellen zu schlagen, so viele Steine Nynaeve auch hineinwerfen mochte; es brachte das Blut der Seherin jedesmal zum Kochen, wenn sie diesen Tonfall h�rte. Moiraine fuhr fort, als sp�re sie den Blick der Seherin auf ihrem R�cken gar nicht, doch Nynaeve wu�te, da� es anders war, und sie konzentrierte ihren Blick auch dementsprechend. �Je l�nger es dauert, desto n�her mu� ich kommen, aber ich werde es wissen. Und was denjenigen betrifft, der sein Zeichen noch tr�gt � ihm kann ich notfalls durch die halbe Welt folgen, solange er es in seinem Besitz hat.�</p><p>�Und dann? Was gedenkt Ihr zu tun, wenn Ihr sie gefunden habt, Aes Sedai?� Sie glaubte nicht eine Minute lang daran, da� die Aes Sedai sie so eifrig suchte, ohne gewisse Pl�ne mit ihnen zu haben.</p><p>�Tar Valon, Seherin.�</p><p>�Tar Valon. Tar Valon. Das ist alles, was ich von Euch zu h�ren bekomme, und ich bin langsam... �</p><p>�Ein Teil der Ausbildung, die Euch zuteil wird, Seherin, wenn wir in Tar Valon sind, wird Euch lehren, Eure Ungeduld zu z�geln. Ihr k�nnt mit der Einen Macht nichts anfangen, wenn Ihr euch von Gef�hlen beherrschen la�t.� Nynaeve �ffnete den Mund, doch die Aes Sedai redete weiter: �Lan, ich mu� dich einen Moment sprechen.�</p><p>Die zwei steckten die K�pfe zusammen, und Nynaeve wurde mit einem �bellaunigen Gesichtsausdruck zur�ckgelassen, den sie an sich selbst ha�te. Er war oft zu sehen, wenn die Aes Sedai entschlossen von ihren Fragen auf etwas anderes ablenkte, die Fallen, die Nynaeve ihr im Gespr�ch stellte, leicht vermied oder ihrem Toben keine Beachtung schenkte, bis sie endlich schwieg. Dieser b�se Gesichtsausdruck gab ihr das Gef�hl, sie sei wieder ein M�dchen, das bei irgendeiner Dummheit von jemandem aus dem Frauenzirkel erwischt worden war. Nynaeve kannte dieses Gef�hl an sich sonst nicht, und das ruhige L�cheln auf Moiraines Gesicht machte es nur noch schlimmer.</p><p>Wenn es nur einen Weg g�be, diese Frau loszuwerden! Lan w�re allein auch eher zu ertragen � sie f�hlte, wie sie bei dem Gedanken err�tete, und nur aus diesem Grund sagte sie sich hastig, da� ein Beh�ter ja schlie�lich mit allen Schwierigkeiten fertigwerden m�sse.</p><p>Und doch machte Lan sie noch w�tender als Moiraine. Sie verstand nicht, wie sie sich so leicht von ihm aus dem Gleichgewicht bringen lassen konnte. Er sagte selten etwas � manchmal kein Dutzend Worte an einem ganzen Tag -, und er mischte sich nie in die... Diskussionen mit Moiraine ein. Er war oft weg, erkundete das Land, aber selbst wenn er da war, hielt er sich meist ein wenig entfernt von ihnen, als beobachte er ein Duell. Nynaeve w�nschte, er w�rde damit aufh�ren. Falls es ein Duell war, dann hatte sie noch keinen einzigen Treffer erzielt, und Moiraine schien noch nicht einmal zu bemerken, da� sie sich in einem Kampf befand. Nynaeve h�tte sich ohne seine k�hlen blauen Augen und ohne einen schweigenden Zuschauer wohler gef�hlt.</p><p>So war ihre Reise zum gro�en Teil verlaufen. Ruhig, au�er zu Zeiten, da ihr Temperament mit ihr durchging, und manchmal, wenn sie herumschrie, klang ihre Stimme in der Stille wie berstendes Glas. Das Land selbst war ruhig, als hielte die Welt den Atem an. Der Wind �chzte in den B�umen, doch sonst war alles still. Auch der Wind schien irgendwie fern, selbst wenn er durch den Umhang auf ihrem R�cken schnitt.</p><p>Zuerst war die. Stille erholsam, nach alledem, was geschehen war. Es schien, als h�tte sie seit der Zeit vor der Winternacht keinen Augenblick Ruhe mehr gehabt. Am Ende ihres ersten Tages allein mit der Aes Sedai und dem Beh�ter blickte sie jedoch st�ndig nach hinten und rutschte im Sattel umher, als f�hle sie ein Jucken am R�cken und k�nne den Fleck nicht erreichen. Die Stille erschien ihr wie ein Kristall, der zum Zerspringen verdammt war, und auf den ersten Ri� zu warten, machte sie rasend.</p><p>Auch Moiraine und Lan litten darunter, selbst wenn sie nach au�en hin so unersch�tterlich erschienen. Sie erkannte bald, da� die beiden sich unter der ruhigen Oberfl�che von Stunde zu Stunde mehr spannten, wie die Feder einer Uhr, die bis zum Zerspringen aufgezogen wird.</p><p>Moiraine schien nach Ger�uschen zu lauschen, die gar nicht vorhanden waren, und was sie h�rte, lie� Runzeln auf ihrer Stirn erscheinen. Lan beobachtete den Wald und den Flu�, als ob er aus den kahlen B�umen und dem breiten, langsam flie�enden Wasser Anzeichen f�r Fallen und Hinterhalte vor ihnen herauslesen k�nne.</p><p>Etwas in ihr war froh, da� sie nicht die einzige war, die dieses Am-Rand-der-Welt-Angekommensein f�hlte; wenn es auch die anderen beeinflu�te, dann war es wohl Wirklichkeit, obwohl ein Teil ihres Bewu�tseins nichts sehnlicher w�nschte, als da� all dies ihrer Einbildung entsprungen sei. Etwas davon kitzelte sie am �u�ersten Rand ihres Bewu�tseins, genauso, wie sie es f�hlte, wenn sie dem Wind lauschte, aber mittlerweile wu�te sie: Das hatte mit der Einen Macht zu tun. So brachte sie es nicht fertig, diese Wellen an der Grenze des Bewu�ten freudig zu begr��en.</p><p>�Es ist nichts�, sagte Lan ruhig, als sie ihn danach fragte. Er sah sie nicht an, w�hrend er mit ihr sprach; seine Augen h�rten nie auf, die Umgebung abzusuchen. Dann f�gte er im Widerspruch zu dem vorher Gesagten hinzu: �Ihr solltet zu Euren Zwei Fl�ssen zur�ckkehren, wenn wir Wei�br�cke und die Stra�e nach Caemlyn erreichen. Es ist hier zu gef�hrlich. Aber nichts wird Euch davon abhalten, zur�ckzukehren.� Das war die l�ngste Rede, die er an diesem Tag gehalten hatte.</p><p>�Sie ist ein Teil des Musters, Lan�, sagte Moiraine scheltend. Auch ihr Blick ruhte irgendwo anders. �Es ist der Dunkle K�nig, Nynaeve. Der Sturm ist vor�ber -jedenfalls f�r eine Weile.� Sie erhob eine Hand, als wolle sie die Luft pr�fen, und dann wischte sie sie an ihrem Kleid ab, als habe sie Schmutz ber�hrt. �Er beobachtet alles aber immer noch� � sie seufzte � �und sein Blick ist st�rker geworden. Er ruht nicht nur auf uns, sondern auf der ganzen Welt. Wie lange wird es noch dauern, bis er stark genug ist, um... �</p><p>Nynaeve zog die Schultern ein; pl�tzlich konnte sie beinahe f�hlen, wie sie jemand von hinten anstarrte. Sie h�tte diese Erkl�rung lieber nicht von der Aes Sedai geh�rt.</p><p>Lan erkundete ihren Weg den Flu� hinunter, doch w�hrend er zuvor bestimmt hatte, welchen Weg sie w�hlten, war es nun Moiraine, die sie so sicher anf�hrte, als folge sie unsichtbaren Spuren, Fu�spuren in der Luft, dem Duft der Erinnerung. Lan �berpr�fte lediglich den von ihr erw�hlten Weg, um zu sehen, ob er sicher genug sei. Nynaeve hatte das Gef�hl, da� Moiraine auch dann darauf bestanden h�tte, wenn er gesagt h�tte, der Weg sei nicht sicher. Und er w�rde ihr folgen, das war klar. Geradewegs den Flu� hinunter nach...</p><p>Nynaeve schrak auf und ri� sich von ihren Gedanken los. Sie befanden sich am Fu� der Wei�en Br�cke. Der blasse Bogen leuchtete im Sonnenschein, ein milchiges Gespinst von Spinnweben, das sich �ber den Arinelle spannte, scheinbar zu zerbrechlich, um �berhaupt stehen bleiben zu k�nnen. Das Gewicht eines Mannes w�rde sie schon einst�rzen lassen, geschweige denn das eines Pferdes. Sicher mu�te sie jede Minute unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen.</p><p>Lan und Moiraine ritten unbeeindruckt voran, die wei� schimmernde Rampe hinauf und auf die Br�cke. Die Hufschl�ge erklangen nicht wie Stahl auf Glas, sondern wie Stahl auf Stahl. Die Oberfl�che der Br�cke sah sicherlich genauso glatt aus wie Glas, nasses Glas, bot aber den Hufen der Pferde einen festen und sicheren Halt. Nynaeve zwang sich dazu, ihnen zu folgen, aber vom ersten Schritt an wartete sie halb darauf, da� der gesamte Bau unter ihnen zerspringen werde. <emphasis>Wenn Spitzen aus Glas gefertigt w�rden,</emphasis> dachte sie, <emphasis>w�rde es wie das hier aussehen.</emphasis></p><p>Erst als sie schon beinahe den ganzen Weg �ber die Br�cke zur�ckgelegt hatten, bemerkte sie den teerigen Geruch von Ru�, der die Luft schw�ngerte. Einen Moment sp�ter sah sie den Grund.</p><p>Um das Ende der Wei�en Br�cke herum lagen geschw�rzte Balken, aus denen noch Rauchf�den emporstiegen, die Reste eines halben Dutzends H�user. M�nner in schlecht sitzenden roten Uniformen und angerosteten Brustpanzern patrouillierten durch die Stra�en, aber sie marschierten schnell, als h�tten sie Angst davor, etwas zu finden, und sie sahen sich beim Marschieren st�ndig um. Die Stadtbewohner � es waren nicht viele da � rannten fast, die Schultern eingezogen, als ob sie von etwas verfolgt w�rden.</p><p>Lan blickte grimmig drein, noch grimmiger als sonst, und die Leute machten den dreien Platz; sogar die Soldaten. Der Beh�ter schnupperte in die Luft und verzog das Gesicht. Er grollte leise vor sich hin. Nynaeve wunderte das nicht � bei dem starken Gestank nach Feuer.</p><p>�Das Rad webt, wie das Rad es will�, murmelte Moiraine. �Kein Auge kann das Muster erkennen, bis es gewoben ist.�</p><p>Im n�chsten Augenblick war sie von Aldieb abgesprungen und sprach mit Stadtbewohnern. Sie stellte keine Frage, zeigte aber ihr Mitgef�hl, und zu Nynaeves �berraschung schien es echt zu sein. Menschen, die Lan auswichen und gewillt erschienen, vor jedem Fremden davonzulaufen, blieben stehen und sprachen mit Moiraine. Sie schienen von sich selbst �berrascht zu sein, aber sie tauten auf gewisse Weise unter Moiraines klarem Blick und ihrer beruhigenden Stimme auf. Die Augen der Aes Sedai schienen den Schmerz der Menschen zu teilen, ihre Verwirrung zu f�hlen, und ihre Zungen l�sten sich.</p><p>Sie logen aber trotzdem. Die meisten von ihnen. Einige stritten ab, da� es �berhaupt Unruhen gegeben hatte. Gar nichts. Moiraine erw�hnte die brennenden Geb�ude, die den Platz umgaben. Alles war bestens, behaupteten sie beharrlich, und blickten an dem vorbei, was sie nicht sehen wollten.</p><p>Ein fetter Bursche sprach mit einer hohlen Herzlichkeit, doch seine Wange zuckte bei jedem Ger�usch hinter ihm. Mit einem Grinsen, das von Zeit zu Zeit versagte, behauptete er, eine umgesto�ene Lampe habe ein Feuer verursacht, das der Wind verbreitete, bevor man irgend etwas dagegen hatte unternehmen k�nnen. Ein Blick gen�gte Nynaeve, um zu erkennen, da� kein verbranntes Geb�ude direkt neben einem anderen stand.</p><p>Man h�rte beinahe so viele unterschiedliche Geschichten, wie es hier Menschen gab. Mehrere Frauen senkten verschw�rerisch die Stimmen. In Wirklichkeit gebe es hier im Ort einen Mann, der mit der Einen Macht experimentiere. Es sei an der Zeit, eine Aes Sedai herbeizurufen, ihrer Meinung nach sogar h�chste Zeit, was die M�nner auch �ber Tar Valon sagen mochten. La�t die Roten Ajah die Dinge wieder in Ordnung bringen.</p><p>Ein Mann behauptete, Banditen h�tten sie �berfallen, und ein anderer machte Ausschreitungen von Schattenfreunden verantwortlich. �Diejenigen, wi�t Ihr, die weg wollen, um den falschen Drachen zu sehen�, vertraute er ihnen mit d�sterer Miene an. �Sie sind �berall. Alles Schattenfreunde.�</p><p>Wieder andere erz�hlten, der �rger � sie waren recht vage, was die Natur dieses �rgers betraf � habe mit einem Schiff begonnen, das den Flu� heruntergekommen war.</p><p>�Wir haben's ihnen gezeigt�, �u�erte ein Mann mit schmalem Gesicht, der sich andauernd nerv�s die H�nde rieb. �La�t sie solche Sachen in den Grenzlanden machen, wo sie hingeh�ren. Wir sind hinunter zu den Anlegebr�cken gegangen und... � Er brach so unvermittelt ab, da� seine Z�hne gegeneinanderschlugen. Ohne ein weiteres Wort hastete er fort, wobei er sie �ber die Schulter hinweg anblickte, als f�rchte er, sie wollten ihn verfolgen.</p><p>Das Schiff war entkommen � soviel bekamen sie schlie�lich von anderen heraus -, man hatte die Taue gekappt und war erst gestern im letzten Moment flu�abw�rts geflohen, w�hrend der Mob bereits die Landestege erreichte. Nynaeve fragte sich, ob Egwene und die Jungen an Bord gewesen waren. Eine Frau meinte, ein Gaukler habe sich an Bord befunden. Falls das Thom Merrilin gewesen war...</p><p>Sie erz�hlte Moiraine von ihrer Vermutung, da� einige der Emondsfelder mit dem Schiff geflohen sein k�nnten. Die Aes Sedai h�rte geduldig zu und nickte, bis sie ausgeredet hatte.</p><p>�Vielleicht�, sagte Moiraine dann, doch sie klang nicht �berzeugt.</p><p>Am Platz stand immer noch eine Schenke, deren Schankraum durch eine schulterhohe Mauer in zwei Teile unterteilt war. Moiraine blieb einen Moment stehen, als sie in die Schenke eintrat. Sie f�hlte mit der Hand nach der Luft. Sie l�chelte, was immer sie auch dabei f�hlen mochte, aber sie sagte ihnen zu der Zeit nichts dar�ber.</p><p>Sie a�en stumm, aber nicht nur an ihrem Tisch herrschte Schweigen, sondern im gesamten Schankraum. Die Handvoll Menschen, die hier a�en, konzentrierten sich auf ihre eigenen Teller und ihre eigenen Gedanken. Der Wirt, der mit dem Sch�rzenzipfel Tische abwischte, f�hrte andauernd Selbstgespr�che, aber immer zu leise, als da� sie etwas davon h�tten verstehen k�nnen. Nynaeve fand, es sei nicht gerade angenehm, hier �bernachten zu m�ssen; selbst die Luft war von Angst geschw�ngert.</p><p>Ungef�hr zu der Zeit, als sie ihre Teller wegschoben, nachdem sie sie mit den letzten Brotresten saubergewischt hatten, erschien einer der rot uniformierten Soldaten in der T�r. Nynaeve kam er prachtvoll vor, mit seinem Pikenhelm und dem polierten Brustpanzer, bis er sich innerhalb des Eingangs zurechtstellte, eine Hand auf dem Knauf seines Schwertes und mit strengem Blick, und sich mit einem Finger in den zu engen Kragen fuhr. Das erinnerte sie an Cenn Buie, wenn er versuchte, sich wie ein richtiger Gemeinderat zu benehmen.</p><p>Lan warf einen Blick auf ihn und schnaubte: �Miliz. Unbrauchbar.�</p><p>Der Soldat lie� den Blick durch den Raum schweifen. Seine Augen ruhten schlie�lich auf ihnen. Er z�gerte und atmete dann tief durch, bevor er her�berstampfte und hastig zu wissen verlangte, wer sie seien, was sie in Wei�br�cke wollten und wie lange sie zu bleiben gedachten. �Wir reisen ab, sobald ich mein Bier ausgetrunken habe�, sagte Lan. Er nahm einen weiteren langen Schluck, bevor er zu dem Soldaten aufblickte. �Das Licht besch�tze die gute K�nigin Morgase.�</p><p>Der rot uniformierte Mann �ffnete den Mund, sah Lans Augen an und trat zur�ck. Er fing sich sofort wieder, nach einem Blick auf Moiraine und sie. Sie glaubte einen Augenblick lang, er werde irgend etwas N�rrisches tun, um nicht vor den beiden Frauen als Feigling dazustehen. Ihrer Erfahrung nach benahmen sich M�nner in solchen Situationen oft wie Idioten. Aber in Wei�br�cke war schon zuviel geschehen, zuviel Unsicherheit steig aus den Tiefen des Bewu�tseins dieser M�nner hoch. Der Milizsoldat blickte noch einmal zu Lan zur�ck und �berlegte. Das kantige Gesicht des Beh�ters war ausdruckslos, aber da waren diese kalten blauen Augen. So kalt.</p><p>Der Milizsoldat entschied sich schlie�lich f�r ein zackiges Nicken. �Seht, da� Ihr weiterkommt. Es sind heutzutage zu viele Fremde hier, um f�r den Frieden der K�nigin gut zu sein.� Er drehte sich auf dem Fu� um und stampfte wieder hinaus, wobei er unterwegs seinen strengen Blick ausprobierte. Keiner der G�ste in der Schenke schien davon Notiz zu nehmen.</p><p>�Wohin gehen wir?� wollte Nynaeve von dem Beh�ter wissen. Im Raum herrschte eine Atmosph�re, die sie die Stimme senken lie�, aber sie sprach trotzdem energisch genug. �Dem Schiff nach?�</p><p>Lan sah Moiraine an, die aber andeutungsweise den Kopf sch�ttelte, und sagte: �Zuerst mu� ich den finden, bei dem ich sicher bin, da� ich ihn tats�chlich finde, und im Moment h�lt er sich irgendwo n�rdlich von uns auf. Ich glaube au�erdem sowieso nicht, da� die anderen beiden mit dem Schiff gefahren sind.� Ein leichtes, befriedigtes L�cheln umspielte ihre Lippen. �Sie waren hier in diesem Raum, vielleicht vor einem Tag, h�chstens aber vor zweien. Sie hatten Angst, aber sie entkamen lebend. Die Spur h�tte sich ohne diese starken Gef�hlsregungen nicht gehalten.�</p><p>�Welche beiden?� Nynaeve beugte sich gespannt �ber den Tisch. �Wi�t Ihr das?� Die Aes Sedai sch�ttelte den Kopf, nur eine ganz leichte Bewegung, und Nynaeve sank zur�ck. �Wenn sie uns nur einen oder zwei Tage voraus sind, warum folgen wir ihnen dann nicht zuerst?�</p><p>�Ich wei�, da� sie hier waren�, sagte Moiraine in diesem unertr�glich ruhigen Tonfall, �aber abgesehen davon kann ich nicht sagen, ob sie sich nach Osten oder Norden oder S�den wandten. Ich hoffe, sie sind schlau genug, in Richtung Caemlyn zu gehen, nach Osten, aber ich wei� es nicht, und da sie ihre Zeichen nicht mehr haben, werde ich es auch nicht wissen, bis ich vielleicht auf eine halbe Meile an sie herankomme. In zwei Tagen k�nnten sie in jeder Richtung zwanzig Meilen zur�ckgelegt haben oder auch vierzig, falls die Angst sie treibt, und als sie hier wegliefen, hatten sie ganz sicher Angst.�</p><p>�Aber... �</p><p>�Seherin, wie ver�ngstigt sie auch gewesen sein mochten, in welche Richtung sie auch rannten, sie werden sich schlie�lich an Caemlyn erinnern, und dort werde ich sie finden. Aber zuerst werde ich dem helfen, den ich jetzt finden kann.�</p><p>Nynaeve �ffnete den Mund wieder, aber Lan unterbrach sie sofort mit sanfter Stimme. �Sie hatten allen Grund, sich zu f�rchten.� Er blickte sich um und senkte dann die Stimme. �Es war ein Halbmensch hier.� Er verzog das Gesicht so wie drau�en auf dem Platz. �Ich kann ihn immer noch �berall riechen.�</p><p>Moiraine seufzte. �Ich werde weiter hoffen, bis ich sicher wei�, da� es vergebens ist. Ich weigere mich, daran zu glauben, da� der Dunkle K�nig so leicht gewinnen kann. Ich werde alle drei lebendig und gesund finden. Ich mu� daran glauben.�</p><p>�Ich will die Jungen auch finden�, sagte Nynaeve, �aber was ist mit Egwene? Ihr erw�hnt sie niemals, und wenn ich frage, dann beachtet Ihr mich nicht. Ich dachte, Ihr wolltet sie� � sie blickte zu den anderen Tischen hin�ber und senkte die Stimme ebenfalls noch mehr -�nach Tar Valon mitnehmen.�</p><p>Die Aes Sedai betrachtete einen Moment lang die Tischfl�che, bevor sie die Augen zu denen Nynaeves erhob, und als sie das tat, schreckte Nynaeve vor dem zornigen Leuchten in ihnen zur�ck. Dann versteifte sich ihr R�cken, und auch in ihr wuchs der Zorn, doch bevor sie ein Wort herausbringen konnte, sagte die Aes Sedai kalt: �Ich hoffe, auch Egwene lebendig und gesund zu finden. Ich gebe nicht leicht junge Frauen auf, die solche F�higkeiten besitzen, wenn ich sie einmal gefunden habe. Aber es wird sein, wie das Rad es webt.�</p><p>Nynaeve f�hlte einen kalten Klumpen in ihrem Magen. <emphasis>Bin ich eine dieser jungen Frauen, die du nicht aufgeben wirst? Das werden wir ja sehen, Aes Sedai. Das Licht verbrenne dich, aber wir werden ja sehen!</emphasis></p><p>Sie beendeten ihr Mahl schweigend, und es waren drei schweigende Menschen, die durch das Tor hinaus und die Stra�e nach Caemlyn hinunterritten. Moiraines Blicke suchten den Horizont im Nordosten ab. Hinter ihnen kauerte die ru�geschw�rzte Stadt Wei�br�cke.</p></section><section><title><p>29</p><p>Gnadenlose Augen</p></title><p>Elyas lie� sie �ber die braune Grasebene hetzen, als wolle er die Zeit wieder aufholen, die sie beim Fahrenden Volk verbracht hatten. Sein Tempo Richtung S�den war so stramm, da� selbst Bela dankbar schient wenn sie beim Einbruch der D�mmerung anhielten. Trotz der angestrebten Eile traf er jedoch Vorsichtsma�nahmen, die er zuvor nicht getroffen hatte. Nachts entz�ndeten sie nur dann ein Feuer, wenn genug trockenes Holz am Boden lag. Er lie� sie nicht einmal ein winziges Zweiglein von einem Baum abbrechen. Seine Lagerfeuer waren klein und immer in einer Kuhle verborgen, die er sorgf�ltig grub, nachdem er ein St�ck Grasnarbe herausgeschnitten hatte. Sobald ihre Mahlzeit fertig war, vergrub er die Kohlen und schlo� die Kuhle wieder mit dem St�ck Grasnarbe. Bevor sie in der ersten D�mmerung aufbrachen, untersuchte er jeden Fingerbreit ihres Lagerplatzes, um sicherzugehen, da� es kein Anzeichen daf�r gab, da� sich hier jemand aufgehalten hatte. Er richtete sogar umgetretene Stein wieder auf und gl�ttete heruntergedr�ckte Halme. Das erledigte er schnell � er brauchte nie mehr als ein paar Minuten -, aber sie brachen erst auf, wenn er zufriedengestellt war.</p><p>Perrin glaubte nicht, da� diese Vorsichtsma�nahmen gegen Tr�ume helfen w�rden, aber wenn er dar�ber nachdachte, wogegen sie sch�tzen sollten, dann w�nschte er, sie w�rden nur der Tr�ume wegen getroffen. Beim ersten Mal fragte Egwene �ngstlich, ob die Trollocs zur�ckgekehrt seien, aber Elyas sch�ttelte den Kopf und trieb sie weiter voran. Perrin sagte nichts. Er wu�te, da� keine Trollocs in der N�he waren; die W�lfe witterten nur Gras und B�ume und Kleintiere. Es war nicht die Angst vor Trollocs, die Elyas so eilig vorw�rtstrieb, sondern dieses andere Gef�hl, dessen sich sogar Elyas nicht ganz sicher war. Die W�lfe wu�ten nichts dar�ber, aber sie f�hlten Elyas' dr�ngende Vorsicht, und deshalb erkundeten sie alles so genau, als klebe ihnen die Gefahr an den F��en oder als warte hinter dem n�chsten H�gel ein Hinterhalt.</p><p>Niedrige Landwellen, nicht hoch genug, um H�gel genannt zu werden, erhoben sich vor ihnen. Dar�ber breitete sich ein Teppich z�hen Grases aus, noch wintergelb und mit wucherndem Unkraut durchsetzt. Es wogte unter einem Wind, der hundert Meilen weit auf kein Hindernis stie�. Die Baumgruppen wurden seltener. Die Sonne ging z�gernd auf und verbreitete keine W�rme.</p><p>Zwischen diesen geduckten H�henz�gen folgte Elyas den Konturen des Landes so weit wie m�glich. Er vermied es nach M�glichkeit, die Erhebungen direkt zu �berschreiten. Er sprach selten, und wenn, dann...</p><p>�Wi�t ihr �berhaupt, wieviel Zeit uns das kostet, jeden verdammten kleinen H�gel einzeln zu umgehen? Blut und Asche! Ich werde bis zum Sommer brauchen, bis ich euch endlich los bin. Nein, wir k�nnen nicht einfach geradeaus laufen! Wie oft mu� ich euch das noch sagen? Habt ihr eine blasse Ahnung, wie sehr sich ein Mensch abhebt, wenn er in einer solchen Landschaft auf einem H�gelkamm steht? Seng mich, aber wir marschieren genausoweit seitw�rts und zur�ck wie vorw�rts! Kriechen wie eine Schlange! Ich k�nnte mich noch mit zusammengebundenen F��en schneller bewegen. Also was ist, wollt ihr mich angaffen oder weitergehen?�</p><p>Perrin wechselte einen schnellen Blick mit Egwene. Sie streckte die Zunge nach Elyas' R�cken aus. Keiner von beiden sagte etwas. Beim ersten Mal, als Egwene protestiert hatte, da� es ja Elyas sei, der um die H�gel herumlaufen wolle, und er sie nicht daf�r verantwortlich machen solle, hatte sie eine Lektion dar�ber erhalten, wie weit man sie h�ren k�nne, und das in einem grollenden Ton, den man bestimmt eine Meile weit h�ren konnte. Er belehrte sie �ber die Schulter weg und lief nicht einmal langsamer dabei.</p><p>Ob er nun gerade redete oder schwieg, immer suchten Elyas' Augen die Umgebung ab. Manchmal blickte er so eindringlich auf etwas, als gebe es au�er dem groben Gras wie unter ihren F��en noch etwas zu sehen. Falls er etwas sah, konnte ihm Perrin nicht folgen, und auch die W�lfe sahen nichts. Auf Elyas Stirn bildeten sich noch ein paar Runzeln mehr, aber er gab keine Erkl�rung ab, weder warum sie es so eilig hatten, noch vor wessen Verfolgung er sich so sehr f�rchtete.</p><p>Manchmal erstreckte sich ein noch l�ngerer H�henzug als sonst quer �ber ihren Weg und verlief meilenweit nach Westen und nach Osten. Dann mu�te ihnen sogar Elyas zugestehen, da� es ein zu gro�er Umweg sei, ihn zu umgehen. Aber er lie� sie auch nicht einfach dar�bersteigen. Er verlie� sie am unteren Ende des Abhangs, kroch auf dem Bauch bis zum Kamm hinauf und sp�hte so vorsichtig hin�ber, als h�tten die W�lfe nicht zehn Minuten zuvor hier alles abgesucht. Als sie so auf der Talsohle unten warteten, vergingen ihnen die Minuten so z�h wie Stunden, und die Ungewi�heit dr�ckte sie nieder. Egwene kaute auf der Lippe herum und klickte unbewu�t st�ndig mit den Perlen, die ihr Aram gegeben hatte. Perrin wartete hartn�ckig. Sein Magen war wie zu einem Knoten verschn�rt, aber er brachte es fertig, das Gesicht nicht zu verziehen und den Aufruhr im Inneren zu verbergen.</p><p><emphasis>Die W�lfe werden uns warnen, wenn eine Gefahr auftaucht. Es w�re wunderbar, wenn sie einfach wegliefen, wenn sie verschw�nden, aber jetzt in diesem Augenblick... jetzt w�rden sie uns warnen. Wonach sucht er blo�? Wonach?</emphasis></p><p>Nach langer Suche, w�hrend der er nur die Augen �ber den H�gelkamm erhob, bedeutete Elyas ihnen f�r gew�hnlich, nachzukommen. Jedesmal war der Weg nach vorn frei � bis zur n�chsten Erhebung, die sie nicht umgehen konnten. Als das zum dritten Mal geschah, verkrampfte sich Perrins Magen vollkommen. Er stie� sauer auf und wu�te, wenn er auch nur f�nf Minuten lang warten mu�te, w�rde er sich �bergeben. �Ich... � Er schluckte. �Ich komme auch.�</p><p>�Duck dich�, war alles, was Elyas sagte.</p><p>W�hrend er sprach, sprang Egwene von Belas R�cken.</p><p>Der in Felle geh�llte Mann schob seinen runden Hut nach vorn und sp�hte unter dem Rand hervor nach ihr. �Erwartest du, da� die Stute auf dem Bauch kriechen kann?� fragte er trocken.</p><p>Ihr Mund bewegte sich, doch sie brachte keinen Laut hervor. Schlie�lich zuckte sie die Achseln, und Elyas wandte sich wortlos ab und machte sich daran, den sanften Abhang zu erklimmen. Perrin eilte ihm nach.</p><p>Ein gutes St�ck vor Erreichen des H�gelkammes machte Elyas eine Bewegung nach unten, und einen Augenblick sp�ter lag er schon flach am Boden und wand sich die letzten paar Schritte vorw�rts. Perrin lie� sich auf den Bauch fallen.</p><p>Oben angekommen, nahm Elyas seinen Hut ab, bevor er den Kopf ganz langsam hob. Perrin lugte durch ein Dornengestr�pp hindurch, sah aber nur die gleiche wellige Ebene, wie sie hinter ihnen lag. Der Abhang auf der ihnen abgewandten Seite war kahl; nur unten an seinem Fu� stand eine kleine Baumgruppe � vielleicht hundert Schritte im Durchmesser � etwa eine halbe Meile s�dlich des Kammes. Die W�lfe waren bereits hier durchgekommen und hatten keine Witterung von Trollocs oder Myrddraal aufgenommen.</p><p>Im Osten wie im Westen sah das Land gleich aus, soweit Perrin blicken konnte � welliges Grasland und hier und dort etwas Unterholz. Nichts bewegte sich. Die W�lfe befanden sich mehr als eine Meile voraus au�er Sichtweite; auf diese Entfernung konnte er sie kaum f�hlen. Sie hatten nichts gesehen, als sie diesen Fleck erkundeten. <emphasis>Wonach sucht er? Es gibt hier nichts.</emphasis></p><p>�Wir verschwenden unsere Zeit�, sagte er und wollte sich aufrichten, da brach aus den B�umen unten ein ganzer Schwarm Raben hervor, f�nfzig, hundert schwarze V�gel, und kreiste zum Himmel empor. Er erstarrte zusammengekauert, als sie �ber die B�ume flatterten. <emphasis>Die Augen des Dunklen K�nigs. Haben sie mich gesehen?</emphasis> Schwei� lief ihm �bers Gesicht.</p><p>Als ob ein einziger Gedanke gleichzeitig hundert winzige Hirne erfa�t h�tte, so flogen alle Raben in die gleiche Richtung los: S�den. Der Schwarm verschwand hinter der n�chsten Erhebung, wobei er sich bereits wieder dem Boden entgegensenkte. Im Osten spie ein anderes Dickicht weitere Raben aus. Die schwarze Masse kreiste zweimal und flog dann nach S�den weiter.</p><p>Zitternd lie� er sich wieder am Boden nieder. Er versuchte zu sprechen, doch sein Mund war ausgetrocknet. Nach einer Minute brachte er wieder ein wenig Speichel hervor. �War es das, wovor du Angst hattest? Warum hast du nichts gesagt? Wieso haben die W�lfe sie nicht gesehen?�</p><p>�W�lfe schauen nicht oft in die B�ume hinauf�, grollte Elyas. �Und nein, danach habe ich nicht gesucht. Ich habe dir bereits gesagt, ich wu�te nicht, was... � Weit weg im Westen erhob sich eine schwarze Wolke �ber einem anderen Hain und schwang sich Richtung S�den durch die Luft. Sie waren zu weit weg, um einzelne V�gel ausmachen zu k�nnen. �Dem Licht sei Dank, da� es noch nicht so viele sind. Sie wissen nichts. Selbst nach dem... � Er drehte sich um und blickte zur�ck, woher sie gekommen waren.</p><p>Perrin schluckte. Selbst nach diesem Traum, hatte Elyas sagen wollen. �Nicht viele?� sagte er. �Zu Hause sehen wir so viele Raben nicht einmal in einem ganzen Jahr.�</p><p>Elyas sch�ttelte den Kopf. �In den Grenzlanden habe ich Schw�rme gesehen, das waren bestimmt tausend Raben auf einmal. Nicht zu oft � es gibt dort Raben im �berflu� -, aber es kam vor.� Er blickte immer noch nach Norden. �Ruhig jetzt!�</p><p>Perrin f�hlte es jetzt: das Bem�hen, Kontakt mit den entfernten W�lfen aufzunehmen. Elyas wollte, da� Scheckie und ihre Begleiter aufh�rten, das Land voraus auszukundschaften; statt dessen sollten sie zur�ckkommen und ihre Spur nach hinten absichern. Bei der Anstrengung wurde sein sowieso schon hageres Gesicht noch schmaler und spannte sich an. Die W�lfe waren so weit entfernt, da� Perrin sie nicht einmal f�hlen konnte. <emphasis>Beeilt euch. Beobachtet den Himmel. Schnell.</emphasis></p><p>Schwach empfing Perrin eine Antwort von weit weg aus dem S�den. <emphasis>Wir kommen.</emphasis> Ein Bild huschte durch seinen Verstand � rennende W�lfe, die Schnauze in den Wind gestreckt, als sei ein Steppenfeuer hinter ihnen her, rennen, rennen � blitzte auf und war einen Augenblick sp�ter wieder verschwunden.</p><p>Elyas sank in sich zusammen und atmete tief ein. Mit gerunzelter Stirn sp�hte er �ber den H�gelkamm hinweg und dann wieder nach Norden. Er murmelte etwas in seinen Bart.</p><p>�Glaubst du, da� hinter uns noch mehr Raben sind?� fragte Perrin.</p><p>�K�nnte sein�, antwortete Elyas unbestimmt. �Manchmal machen sie es so. Ich kenne einen Ort, den sollten wir bis zur Dunkelheit erreichen. Wir m�ssen sowieso bis tief in die Nacht weitergehen, auch wenn wir den Ort nicht erreichen, aber wir kommen nicht so schnell vorw�rts, wie ich es gern h�tte. Wir k�nnen es nicht riskieren, den Raben vor uns zu nahe zu kommen. Aber wenn sie auch hinter uns sind... �</p><p>�Warum bei Nacht?� fragte Perrin. �Was f�r ein Ort? Irgendwo, wo wir vor den Raben sicher sind?�</p><p>�In Sicherheit vor den Raben�, sagte Elyas, �aber zu viele Menschen kennen... Die Raben lassen sich die Nacht �ber nieder. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, da� sie uns in der Dunkelheit finden k�nnten. Das Licht wolle, da� wir uns nur �ber Raben den Kopf zerbrechen m�ssen.� Nach einem weiteren Blick �ber den H�gelkamm erhob er sich und winkte Egwene zu, sie solle Bela hochbringen. �Aber es ist noch lange nicht dunkel. Wir m�ssen weiter.� Er begann, den Abhang vor ihnen mit langen Schritten hinunterzurennen. Jeder Schritt lie� ihn beinahe st�rzen. �Bewegt euch, Licht noch mal!�</p><p>Perrin kam ihm, halb rennend, halb rutschend, hinterher. Egwene �berquerte den H�gelkamm hinter ihnen. Sie lie� Bela die Fersen sp�ren, und die Stute trabte hinunter. Ein L�cheln der Erleichterung �berzog ihr Gesicht, als sie sie sah. �Was ist los?� rief sie ihnen zu, wobei sie die zerzauste Stute vorw�rtstrieb, um aufzuholen. �Als ihr so pl�tzlich verschwunden seid, dachte ich... Was ist geschehen?�</p><p>Perrin ersparte sich die Antwort, bis sie bei ihnen war. Er erz�hlte ihr von den Raben und Elyas' sicherem Versteck, aber es war eine unzusammenh�ngende Erz�hlung. Nach einem erstickten �Raben!� unterbrach sie ihn st�ndig mit Fragen, auf die er genauso oft keine Antwort wu�te. So beendete er das Gespr�ch nicht, bevor sie den n�chsten H�gelkamm erreicht hatten.</p><p>Normalerweise � wenn auf dieser Reise irgend etwas normal genannt werden konnte � h�tten sie diesen H�gel umrundet, anstatt ihn zu �berqueren, aber Elyas bestand darauf, in jedem Fall zun�chst das Terrain zu erkunden.</p><p>�Willst du mitten unter denen landen, Junge?� war sein m�rrischer Kommentar.</p><p>Egwene sah den H�gelkamm an und leckte sich die Lippen, als wolle sie diesmal mit Elyas gehen und gleichzeitig lieber dort bleiben, wo sie war. Elyas war der einzige unter ihnen, der nicht z�gerte.</p><p>Perrin fragte sich, ob die Raben je zur Sicherheit noch einmal zur�ckfl�gen. Das w�re eine sch�ne Bescherung, wenn sie den Kamm zur gleichen Zeit erreichten wie ein Schwarm Raben.</p><p>Oben hob er ganz vorsichtig den Kopf, bis er gerade hin�berblicken konnte, und ein Seufzer der Erleichterung entrang sich ihm. Alles, was er sah, war eine Baumgruppe ein wenig westlich von ihnen. Es waren keine Raben zu sehen. Pl�tzlich brach ein Fuchs aus der Baumgruppe hervor und rannte weg, so schnell er konnte.</p><p>Raben erhoben sich von den �sten und folgten ihm. Ihr Fl�gelschlagen erstickte fast das �ngstliche Winseln des Fuchses. Ein schwarzer Wirbelwind tauchte ab und schw�rmte um ihn herum. Das Gebi� des Fuchses schnappte nach ihnen, aber sie stie�en zu und waren pfeilschnell wieder weg, ohne da� er sie auch nur ber�hren konnte. Ihre schwarzen Schn�bel gl�nzten feucht. Der Fuchs wandte sich wieder der Baumgruppe zu und suchte nach der Sicherheit seines Baus. Er rannte nun plump und mit gesenktem Kopf, das Fell dunkel und blutig, und die Raben umflatterten ihn in immer gr��erer Zahl. Die flatternde Masse verdichtete sich, bis sie den Fuchs vollkommen verbarg. So schnell, wie sie sich �ber ihn gesenkt hatten, erhoben sie sich nun, kreisten und verschwanden �ber die n�chste Bodenwelle im S�den. Ein verzerrter Klumpen zerrissenen Fells war alles, was von dem Fuchs �briggeblieben war.</p><p>Perrin schluckte schwer. <emphasis>Licht! Das k�nnten sie auch uns antun. Hundert Raben. Sie k�nnten...</emphasis> �Bewegt Euch!� brummte Elyas, der dabei aufsprang. Er winkte Egwene zu mitzukommen, und ohne zu warten setzte er sich in Trab auf die B�ume zu. �Macht schon, Licht noch mal!� rief er �ber die Schulter zur�ck. �Los!�</p><p>Egwene lie� Bela �ber die Anh�he galoppieren und holte sie ein, bevor sie die Talsohle erreicht hatten. Es gab keine Zeit f�r Erkl�rungen, aber ihre Augen ersp�hten den Fuchs sofort. Ihr Gesicht wurde wei� wie Schnee.</p><p>Elyas erreichte die B�ume und drehte sich dort am Rand des W�ldchens um. Er winkte ihnen lebhaft zu, sie sollten sich beeilen. Perrin versuchte, schneller zu rennen, und stolperte. Mit wild rudernden Armen fing er sich gerade noch, bevor er auf der Nase lag. <emphasis>Blut und Asche! Ich renne doch schon, so schnell ich kann!</emphasis></p><p>Ein einzelner Rabe flog aus dem Geh�lz auf. Er hielt auf sie zu, schrie und wirbelte Richtung S�den. Er wu�te, da� er zu sp�t dran war, aber trotzdem nestelte Perrin irgendwie seine Schleuder aus ihrer Halterung an seiner H�fte. Er bem�hte sich noch, einen Stein aus seiner Tasche in die Schlinge zu legen, als der Rabe pl�tzlich in der Luft die Fl�gel anlegte und wie ein Stein zu Boden st�rzte. Sein Mund klappte auf, und dann sah er die Schleuder in Egwenes Hand. Sie grinste ihn unsicher an.</p><p>�Steht nicht da herum und z�hlt eure Zehen!� rief Elyas.</p><p>Aufschreckend hastete Perrin unter die B�ume und sprang dann schnell aus dem Weg, um nicht von Bela mit Egwene darauf niedergetrampelt zu werden.</p><p>Fern im Westen, beinahe au�er Sichtweite, erhob sich etwas in die Luft, das wie ein dunkler Dunstschleier wirkte. Perrin f�hlte, wie die W�lfe auf dem Weg nach Norden dessen Weg kreuzten. Er f�hlte, wie sie zur Rechten und zur Linken Raben bemerkten, ihr Tempo aber nicht verringerten. Der dunkle Schleier schwirrte nach Norden, als wolle er die W�lfe verfolgen, drehte dann aber pl�tzlich nach S�den ab.</p><p>�Glaubst du, sie haben uns gesehen?� fragte Egwene. �Wir waren doch schon unter den B�umen, oder? Sie konnten uns auf die Entfernung bestimmt nicht sehen. Oder doch?�</p><p>�Wir haben sie auf die Entfernung gesehen�, sagte Elyas trocken. Perrin trat unsicher von einem Fu� auf den anderen, und Egwene atmete angstvoll ein. �Wenn sie uns gesehen h�tten�, grollte Elyas, �dann w�ren sie auf uns heruntergesto�en wie auf diesen Fuchs. Ihr m��t euren Verstand gebrauchen, wenn ihr am Leben bleiben wollt. Die Angst wird euch umbringen, wenn ihr sie nicht beherrscht.� Sein durchdringender Blick traf jeden der beiden einen Moment lang. Schlie�lich nickte er. �Sie sind jetzt weg, und das sollten wir auch sein. Haltet die Schleudern bereit. K�nnten wieder n�tzlich sein.�</p><p>Als sie aus dem W�ldchen heraustraten, lie� Elyas sie ein wenig westlich von ihrem bisherigen Kurs weitergehen. Perrin blieb beinahe die Luft weg: Es war, als jagten sie diese letzten Raben, die sie gesehen hatten. Elyas lief unerm�dlich weiter, und sie konnten nichts anderes tun, als ihm zu folgen. Schlie�lich kannte Elyas einen sicheren Ort. Irgendwo. Sagte er.</p><p>Sie rannten zur n�chsten Erhebung, warteten, bis die Raben weiterflogen, und rannten wieder, warteten und rannten. Die gleichm��ige Gangart von vorher war schon erm�dend genug gewesen, aber bei diesem unregelm��igen Rennen erlahmten alle au�er Elyas schnell. Perrins Brustkorb drohte zu zerspringen, und er sog gierig die Luft ein, als er auf einem H�gelkamm liegend ein paar Minuten Zeit hatte und Elyas die Suche �berlie�. Bela stand bei jedem Halt mit gesenktem Kopf und gebl�hten N�stern da. Die Angst trieb sie voran, und Perrin wu�te nicht, ob er sie beherrschte oder nicht. Er w�nschte nur, die W�lfe w�rden ihnen mitteilen, was hinter ihnen her war, falls etwas hinter ihnen her war, was es auch sein mochte.</p><p>Voraus befanden sich mehr Raben, als Perrin jemals wieder sehen wollte. Die schwarzen V�gel flogen in Wolken links und rechts und im S�den auf. Dutzendmal erreichten sie das Versteck eines W�ldchens oder den sp�rlichen Schutz eines Abhangs nur Augenblicke bevor Raben �ber den Himmel fegten. Einmal � die Sonne sank gerade von ihrer Mittagsh�he herab � standen sie im Freien wie zu Statuen erstarrt, w�hrend hundert gefiederte Spione des Dunklen K�nigs eine knappe Meile von ihnen entfernt nach Osten schossen. Trotz des Windes lief Perrin der Schwei� �bers Gesicht, bis der letzte schwarze Umri� zu einem Punkt zusammengeschrumpft und verschwunden war. Er z�hlte die Einzelg�nger nicht mehr, die sie mit ihren Schleudern erlegten.</p><p>Er sah auf dem Weg, den die Raben zur�ckgelegt hatten, gen�gend Anzeichen daf�r, da� ihre Furcht gerechtfertigt war. Mit aufsteigender �belkeit hatte er ein Kaninchen angestarrt, das zu Fetzen zerrissen worden war. Der augenlose Sch�del stand aufrecht, und die anderen St�cke � L�ufe, Eingeweide � waren in einem unregelm��igen Kreis darum herum verstreut. Auch V�gel hatten sie zu formlosen Federklumpen zerhackt. Und noch zwei weitere F�chse.</p><p>Er erinnerte sich an etwas, was Lan gesagt hatte. Alle Kreaturen des Dunklen K�nigs t�ten aus Lust daran. Die Macht des Dunklen K�nigs ist der Tod. Und falls die Raben sie fanden? Gnadenlose Augen, die wie schwarze Perlen schimmerten. Hackende Schn�bel �berall um sie herum. Nadelspitze Schn�bel, die sie blutig hackten. Hundert? Oder k�nnen sie noch mehr von ihrer Sorte herbeirufen? <emphasis>Vielleicht alle, die an der Jagd beteiligt sind?</emphasis> Ein Bild entstand in seinem Geist, das ihn krank machte: ein h�gelgro�er Haufen von Raben, wie W�rmer durcheinanderkrabbelnd, die sich um ein paar blutige Fetzen rissen.</p><p>Pl�tzlich wurde dieses Bild von anderen verdr�ngt, jedes zu Beginn einen Moment lang klar, die dann wirbelten und sich neue formten. Die W�lfe hatten im Norden Raben vorgefunden. Kreischende V�gel stie�en auf sie herab, flatterten auf und stie�en wieder herab. Bei jedem Angriff lie�en sie blutige Spuren zur�ck. Knurrende W�lfe wichen aus, sprangen hoch und drehten sich in der Luft mit schnappenden Kiefern herum. Wieder und wieder sp�rte Perrin Federn im Mund und den fauligen Geschmack flatternder Raben, die von den kr�ftigen Kiefern zermalmt wurden. Er sp�rte den Schmerz von blutenden Rissen am ganzen K�rper und wu�te � verzweifelt, doch nie auch nur in Gedanken aufgebend -, da� all seine M�he vergebens war. Pl�tzlich wirbelten die Raben davon, kreisten mit einem letzten Kreischen der Wut �ber den W�lfen. W�lfe starben nicht so schnell wie F�chse, und sie hatten eine Aufgabe zu erf�llen. Ein kurzes Schlagen schwarzer Fl�gel, und sie waren weg. Ein paar schwarze Federn trieben herunter und senkten sich auf ihre Toten. Wind leckte �ber ein Loch in seinem linken Vorderbein. Mit einem von Springers Beinen stimmte auch etwas nicht. Scheckie ignorierte ihre eigenen Verwundungen und trieb sie mit schmerzerf�llten S�tzen in die Richtung, die die Raben genommen hatten. Ihr Fell war blutverschmiert. <emphasis>Wir kommen. Gefahr kommt noch vor uns.</emphasis></p><p>In taumelndem Trab begriffen, sahen Perrin und Elyas einander an. Die gelben Augen des Mannes waren ausdruckslos, doch er wu�te Bescheid. Er sagte nichts, beobachtete lediglich Perrin und wartete, ohne dieses m�helos scheinende Laufen zu unterbrechen.</p><p><emphasis>Er wartet auf mich. Wartet darauf, da� ich zugebe, die W�lfe f�hlen zu k�nnen.</emphasis></p><p>�Raben�, schnaufte Perrin z�gernd. �Hinter uns.�</p><p>�Er hatte recht�, hauchte Egwene. �Du kannst mit ihnen sprechen.�</p><p>Perrins F��e schienen ihm wie Eisenklumpen an Holzpfosten zu h�ngen, doch er bem�hte sich, sie noch schneller zu bewegen. Wenn er nur schneller als diese Augen rennen k�nnte, schneller als die Raben, schneller als die W�lfe, aber vor allem schneller als Egwenes Blick! Nun hatte sie ihn durchschaut, wu�te, was er war. <emphasis>Was bist du denn? Gezeichnet, Licht noch mal! Verflucht!</emphasis></p><p>Seine Kehle brannte, wie sie selbst in Rauch und der Hitze von Meister Luhhans Schmiede nicht gebrannt hatte. Er taumelte und h�ngte sich an Egwenes Steigb�gel, bis sie herabkletterte und ihn trotz seiner Proteste beinahe in den Sattel hob. Allerdings dauerte es nicht lang, und sie hielt sich mit einer Hand am Steigb�gel fest, w�hrend sie mit der anderen ihre R�cke hochraffte. Kurze Zeit sp�ter stieg er mit wackligen Knien ab. Er mu�te sie hochheben, damit sie seinen Platz �bernehmen konnte, und sie war zu m�de, um sich dagegen zu wehren.</p><p>Elyas dachte nicht daran, langsamer zu gehen. Er trieb sie an, schimpfte mit ihnen, und sie hielten sich so nah hinter den suchenden Raben im S�den, da� Perrin glaubte, ein Blick eines der Raben nach hinten w�rde gen�gen. �Bewegt euch gef�lligst, Licht noch mal! Glaubt ihr, euch wurde es besser gehen als dem Fuchs, wenn sie uns fangen? Dem sie die Eingeweide auf den Sch�del geworfen haben?� Egwene wankte aus dem Sattel und �bergab sich ger�uschvoll. �Ich wu�te doch, da� ihr euch daran erinnert. Lauft nur noch ein St�ck weiter! Das ist alles. Nur ein bi�chen weiter noch. Das Licht versenge euch, aber ich dachte, Bauernkinder seien ausdauernd. Den ganzen Tag arbeiten und die Nacht durchtanzen. Es sieht eher so aus, als h�ttet ihr den ganzen Tag und die ganze Nacht �ber geschlafen! Bewegt eure blutigen F��e!�</p><p>Sie marschierten h�gelabw�rts, sobald der letzte Rabe �ber dem n�chsten H�gelkamm verschwunden war, und sp�ter sogar dann schon, wenn noch die letzten Nachz�gler �ber dem H�gel flatterten. <emphasis>Wenn ein Vogel zur�ckschaut!</emphasis> Die Raben suchten im Osten und Westen, w�hrend sie �ber die deckungslosen Landstriche dazwischen hasteten. <emphasis>Es ist nur ein einziger Vogel n�tig.</emphasis></p><p>Die Raben hinter ihnen holten schnell auf. Scheckie und die anderen W�lfe umgingen sie und rannten weiter, ohne anzuhalten und ihre Wunden zu lecken, aber sie hatten ihre Lektion in bezug auf das Beobachten des Himmels gelernt. <emphasis>Wie nah? Wie lange noch?</emphasis> Die W�lfe verstanden Zeit nicht so wie die Menschen. Sie hatten keinen Grund, den Tag in Stunden zu unterteilen. Ihnen gen�gten die Jahreszeiten und Helligkeit und Dunkelheit. Mehr brauchten sie nicht. Schlie�lich formte Perrin ein Bild in seinem Geist, wo die Sonne am Himmel stehen w�rde, wenn die Raben sie von hinten erreichten. Er blickte zur�ck zur sinkenden Sonne und leckte sich mit trockener Zunge �ber die Lippen. In einer Stunde, vielleicht sogar weniger, w�rden die Raben sie finden. Eine Stunde, und bis zum Sonnenuntergang waren es noch gut zwei Stunden; mindestens zwei bis zur v�lligen Dunkelheit.</p><p><emphasis>Wir werden mit dem Sonnenuntergang sterben,</emphasis> dachte er. Er rannte taumelnd voran. Wie der Fuchs gemetzelt. Er f�hlte nach seiner Axt und dann nach der Schleuder. Die wurde n�tzlicher sein. Aber es reicht trotzdem nicht. Nicht gegen hundert Raben, hundert pfeilschnelle Ziele, hundert hackende Schn�bel.</p><p>�Du bist mit Reiten dran�, sagte Egwene m�de.</p><p>�Wart noch ein bi�chen�, schnaufte er. �Ich kann noch ein paar Meilen rennen.� Sie nickte und blieb im Sattel. <emphasis>Sie ist m�de. Soll ich es ihr sagen? Oder lasse ich sie im Glauben, wir h�tten noch eine Chance zu entkommen? Eine Stunde Hoffnung, wenn auch verzweifelt, oder eine Stunde nur noch voller Verzweiflung?</emphasis></p><p>Elyas beobachtete ihn wieder, sagte aber nichts. Er mu�te es wissen, doch er sprach nicht dar�ber. Perrin sah Egwene wieder an und blinzelte sich hei�e Tr�nen aus den Augen. Er ber�hrte seine Axt und fragte sich, ob er den Mut aufbringen k�nne. W�hrend der letzten Minuten, wenn die Raben sich auf sie herabsenkten, wenn alle Hoffnung dahin war, w�rde er den Mut aufbringen, ihr das gleiche Ende zu ersparen, wie es der Fuchs erlebt hatte? <emphasis>Licht, gib mir Kraft!</emphasis></p><p>Die Raben vor ihnen schienen pl�tzlich zu verschwinden. Perrin konnte aber immer noch die dunklen Schleierwolken weit im Osten und im Westen ausmachen, doch vor ihnen... nichts. <emphasis>Wo sind sie hin? Licht, wenn wir sie �berholt haben...</emphasis></p><p>Pl�tzlich �berlief ihn ein Schauder, ein kaltes, sauberes Prickeln, als sei er mitten im Winter in den Weinquellenbach gesprungen. Es durchfuhr ihn und schien ihm etwas von der Ersch�pfung zu nehmen, ein wenig von den Schmerzen in seinen Beinen und dem Brennen seiner Lunge. Es hinterlie�... irgend etwas. Er konnte nicht sagen, was, er f�hlte sich einfach nur anders. Er blieb stolpernd stehen und blickte sich angsterf�llt um.</p><p>Elyas beobachtete ihn, beobachtete sie beide mit einem gewissen Glitzern in den Augen. Er wu�te, was es bedeutete, da war Perrin sicher, aber er beobachtete sie nur.</p><p>Egwene brachte Bela zum Stehen und sah sich unsicher um, halb staunend und halb �ngstlich. �Es ist... eigenartig�, fl�sterte sie. �Ich f�hle mich, als h�tte ich etwas verloren.� Sogar die Stute hielt den Kopf erwartungsvoll erhoben. Ihre N�stern bl�hten sich, als wittere sie den schwachen Geruch frischgem�hten Heus.</p><p>�Was... was war das?� fragte Perrin.</p><p>Elyas lachte pl�tzlich meckernd los. Er beugte sich mit zitternden Schultern vor und st�tzte die H�nde auf die Knie. �Sicherheit � das war es. Wir haben es geschafft, ihr blutigen Anf�nger. Kein Rabe wird diese Linie �berqueren... keiner, der die Augen des Dunklen K�nigs tr�gt! Einen Trolloc m��te man her�bertreiben, und es w�re schon etwas Gewaltiges n�tig, um einen Myrddraal dazu zu bringen, ihn her�berzutreiben. Auch keine Aes Sedai. Die Eine Macht wirkt hier nicht � sie k�nnen die Wahre Quelle nicht erreichen. K�nnen sie nicht mal f�hlen, so, als sei sie verschwunden. Das mu� sie innerlich ganz sch�n jucken, sage ich euch. L��t sie zittern wie einen, der sieben Tage lang besoffen war. Wir sind in Sicherheit.�</p><p>Zuerst erschien Perrin das Land unver�ndert � die gleichen welligen H�gel und H�henz�ge, die sie den ganzen Tag lang �berquert hatten. Dann bemerkte er gr�ne Triebe im Gras, nicht viele, aber sie schienen sich durchzusetzen, mehr als er sonst irgendwo gesehen hatte. Es war auch weniger Unkraut zwischen den Gr�sern. Er konnte sich nicht vorstellen, was es war, aber... irgend etwas war hier anders. Und etwas von dem, was Elyas gesagt hatte, nagte in seinem Ged�chtnis.</p><p>�Was ist das?� fragte Egwene. �Ich f�hle... Was ist das f�r ein Ort? Ich glaube nicht, da� er mir gef�llt.�</p><p>�Ein <emphasis>Stedding�,</emphasis> gr�lte Elyas. �H�rt ihr bei den Geschichten nie richtig zu? Klar, seit ungef�hr dreitausend Jahren war kein Ogier mehr bei Euch, seit der Zerst�rung der Welt, aber das <emphasis>Stedding</emphasis> bringt die Ogier hervor, und nicht die Ogier das <emphasis>Stedding.�</emphasis></p><p>�Nur eine Legende�, stammelte Perrin. In den Geschichten waren <emphasis>Steddings</emphasis> immer eine sichere Zuflucht, ein Ort, wo man sich verstecken konnte, ob es vor den Aes Sedai war oder vor den Kreaturen des Vaters der L�gen.</p><p>Elyas richtete sich auf. Wenn er auch nicht unbedingt frisch wirkte, so zeigte er auch kein Anzeichen, da� er den gr��ten Teil des Tages �ber gerannt war. �Kommt schon! Wir wollten noch tiefer in diese Legende hineingehen. Die Raben k�nnen nicht folgen, aber so nahe am Rand k�nnen sie uns immer noch sehen, und es k�nnten genug vorhanden sein, um die gesamte Grenze zu �berwachen. Lassen wir sie daran vorbeijagen.�</p><p>Perrin wollte am liebsten da bleiben, wo er sich befand, nachdem er nun einmal stehengeblieben war. Seine Beine zitterten und sagten ihm, er solle sich eine Woche lang hinlegen. Alle Erfrischung hatte nur kurze Zeit angehalten; Ersch�pfung und Muskelkater waren zur�ckgekehrt. Er zwang sich zu einem Schritt, dann einem weiteren. Es wurde nicht leichter, doch er gab nicht auf. Egwene sch�ttelte die Z�gel, um Bela wieder in Bewegung zu setzen. Elyas sprang m�helos vorw�rts und ging erst langsamer, als ihm klar wurde, da� die anderen nicht mithalten konnten. Ein schnelles Gehen.</p><p>�Warum � bleiben wir nicht hier?� keuchte Perrin. Er atmete durch den Mund und zwang die Worte zwischen tiefen, schmerzenden Atemz�gen heraus. �Wenn das wirklich ein � <emphasis>Stedding</emphasis> ist. Dann sind wir doch in Sicherheit. Keine Trollocs. Keine Aes Sedai. Warum bleiben wir � bleiben wir nicht hier � bis alles vorbei ist?� <emphasis>Vielleicht kommen auch die W�lfe nicht hierher?</emphasis></p><p>�Wie lange denn?� Elyas blickte sie �ber die Schulter hinweg mit hochgezogenen Augenbrauen an. �Was w�rdet ihr essen? Gras, wie die Pferde? Au�erdem gibt es andere, die diesen Ort kennen, und nichts h�lt Menschen davon ab, ihn zu betreten, nicht einmal die schlimmsten unter ihnen. Und es gibt nur einen Ort hier, wo man immer noch Wasser finden kann.� Er zog unsicher die Stirn in Falten und drehte sich einmal um die eigene Achse, wobei er das umliegende Land betrachtete. Als er fertig war, sch�ttelte er den Kopf und murmelte etwas in seinen Bart hinein. Perrin f�hlte, wie er nach den W�lfen rief. <emphasis>Schnell! Schnell!</emphasis> �Wir m�ssen zwischen zwei �beln w�hlen. Die Raben sind uns sicher. Kommt mit. Es ist nur noch ungef�hr eine Meile, vielleicht auch zwei.�</p><p>Perrin h�tte st�hnen k�nnen, sparte sich aber die Luft f�rs Laufen.</p><p>Gro�e Felsbl�cke lagen hier �berall auf den niedrigen H�geln; unregelm��ige Klumpen grauen, flechtenbewachsenen Steins, zur H�lfte im Boden vergraben � manche von der Gr��e eines Hauses. Dornb�sche umrankten sie, und niedriges Unterholz verbarg die meisten zum Teil. Hier und da im ausged�rrten Braun von Ranken und Unterholz bewies ein einzelner gr�ner Sch��ling, da� dies ein besonderer Ort war. Was auch das Land jenseits der Grenzen dieses Gebiets verwundet hatte, das hatte auch diesen Teil verletzt, doch die Wunden waren nicht so tief. Schlie�lich m�hten sie sich �ber eine weitere Anh�he, und am unteren Ende des folgenden Abhangs lag ein Teich. Jeder von ihnen h�tte ihn mit zwei langen Schritten durchwaten k�nnen, doch das Wasser war klar und sauber genug, um den sandigen Grund wie unter einer Glasscheibe zu zeigen. Selbst Elyas eilte erwartungsvoll den Hang hinunter.</p><p>Perrin warf sich der L�nge nach zu Boden, als er den Teich erreichte, und steckte den Kopf hinein. Einen Augenblick sp�ter prustete er, denn das aus den Tiefen der Erde emporquellende Wasser war kalt. Er sch�ttelte den Kopf. Aus seinen langen Haaren spritzte das Wasser. Egwene grinste und spritzte ihn na�. Perrins Blick wurde wieder n�chtern. Sie zog die Stirn kraus und �ffnete den Mund, doch er steckte das Gesicht wieder unter Wasser. <emphasis>Keine Fragen. Nicht jetzt. Keine Erkl�rungen. Niemals.</emphasis> Aber eine schwache Stimme lie� ihm keine Ruhe. <emphasis>Aber du h�ttest es getan, nicht wahr?</emphasis></p><p>Schlie�lich rief Elyas sie von dem Teich weg. �Falls jemand essen m�chte � ich brauche Hilfe.�</p><p>Egwene arbeitete fr�hlich. Sie lachte und scherzte, w�hrend sie ihr sp�rliches Mahl bereiteten. Es war nur noch K�se und Trockenfleisch �brig; zum Jagen hatten sie keine Gelegenheit gehabt. Wenigstens war noch Tee da. Perrin half mit, schwieg aber dabei. Er f�hlte Egwenes Blick auf sich ruhen, sah die wachsende Besorgnis auf ihrem Gesicht, vermied es aber soweit wie m�glich, ihr in die Augen zu sehen. Ihr Lachen wurde schw�cher, und die Scherze waren seltener und jedesmal mehr an den Haaren herbeigezogen. Elyas sah zu und sagte nichts. Eine d�stere Stimmung senkte sich �ber sie herab, und sie begannen, schweigend zu essen. Die Sonne im Westen f�rbte sich rot, und ihre Schatten streckten sich lang und d�nn.</p><p>Keine Stunde mehr bis zur Dunkelheit. Wenn nicht das <emphasis>Stedding</emphasis> gewesen w�re, dann w�rt ihr alle jetzt tot. H�ttest du sie gerettet? H�ttest du sie niedergehackt wie so viele B�sche zuvor? B�sche bluten nicht, oder? Sie schreien auch nicht, sehen dir nicht in die Augen und fragen nicht warum.</p><p>Perrin zog sich in sich selbst zur�ck. Er konnte f�hlen, wie ihn etwas aus den Tiefen des eigenen Verstands auslachte. Etwas Grausames. Nicht der Dunkle K�nig. Er w�nschte sich fast, es w�re nur das. Nicht der Dunkle K�nig � er selbst war es.</p><p>Ausnahmsweise hatte Elyas seine eigene Regel in bezug auf Feuer �bertreten. Es gab keine B�ume, aber er hatte abgestorbene Zweige aus dem Unterholz gebrochen und entz�ndete ein Feuer neben einem riesigen Felsklotz, der aus dem Abhang des H�gels ragte. Den Ru�schichten auf dem Stein nach zu schlie�en, dachte Perrin, war anzunehmen, da� Generationen auf Generationen von Reisenden diesen Fleck f�r ihre Feuer benutzt hatten.</p><p>Was von dem gro�en Felsen �ber dem Boden aufragte, war ein wenig abgerundet, und an der einen Seite brach er scharf ab. Dort bedeckte altes, braunes Moos die gezackte Oberfl�che. Die vom Wetter geschaffenen Rillen und Aush�hlungen auf dem runden Teil kamen Perrin eigenartig vor, aber er war zu sehr in seiner tr�ben Stimmung befangen, um sich damit zu besch�ftigen. Egwene aber betrachtete sie genau, w�hrend sie a�.</p><p>�Das�, stellte sie schlie�lich fest, �sieht wie ein Auge aus.� Perrin blinzelte; es sah <emphasis>wirklich</emphasis> unter all diesem Ru� wie ein Auge aus.</p><p>�Das ist es auch�, sagte Elyas. Er kehrte im Sitzen dem Feuer und dem Felsen den R�cken zu und betrachtete ihre Umgebung. Dabei kaute er auf einem St�ck Trockenfleisch herum, das so z�h wie Leder war. �Das Auge von Artur Falkenfl�gel. Das Auge des Hochk�nigs selbst. Das ist schlie�lich aus all der Macht und dem Ruhm geworden�, sagte er gedankenverloren. Sogar beim Kauen wirkte er abwesend; sein Blick und seine Aufmerksamkeit galten den H�geln.</p><p>�Artur Falkenfl�gel!� rief Egwene. �Du erlaubst dir einen Scherz mit mir. Das ist doch �berhaupt kein Auge. Warum sollte jemand Artur Falkenfl�gels Auge hier drau�en in einen Felsen hauen?�</p><p>Elyas blickte sie �ber die Schulter hinweg an und murmelte: �Warum bringen sie euch Dorfwelpen nichts bei?� Er schnaubte und richtete sich wieder auf, um sein Beobachten fortzusetzen, sprach aber weiter: �Artur Paendrag Tanreall, Artur Falkenfl�gel, der Hochk�nig, einte alle die L�nder von der Gro�en F�ule bis zum Meer der St�rme, vom Aryth-Meer bis zur Aiel-W�ste und sogar noch ein paar jenseits der W�ste. Er sandte sogar Heere auf die andere Seite des Aryth-Meeres. Die Geschichten behaupten, er herrschte �ber die ganze Welt, aber was er wirklich regierte, h�tte auch f�r jeden Menschen au�erhalb einer Legende gereicht. Und er brachte Frieden und Gerechtigkeit f�r das ganze Land.�</p><p>�Alle waren vor dem Gesetz gleich�, sagte Egwene, �und niemand erhob die Hand gegen einen anderen.�</p><p>�Also habt ihr die Geschichten wenigstens geh�rt.� Elyas lachte leise. Es klang trocken. �Artur Falkenfl�gel brachte Frieden und Gerechtigkeit, aber das tat er mit Feuer und Schwert. Ein Kind konnte ganz allein mit einem Beutel voll Gold vom Aryth-Meer zum R�ckgrat der Welt reiten und mu�te dabei keinen Augenblick lang Angst haben, aber die Gerechtigkeit des K�nigs war hart wie ein Fels, sobald jemand seine Macht in Frage stellte, selbst wenn sie sich eben nur so gaben, wie sie waren, oder dachten, sie k�nnten ihn herausfordern. Die einfachen Menschen hatten Frieden und Gerechtigkeit und volle B�uche, aber er belagerte Tar Valon zwanzig Jahre lang und setzte einen Preis von tausend Goldkronen auf den Kopf jeder Aes Sedai aus.�</p><p>�Ich dachte, du magst die Aes Sedai nicht�, sagte Egwene.</p><p>Elyas l�chelte sie trocken an. �Es spielt keine Rolle, wen ich mag, M�dchen. Artur Falkenfl�gel war ein stolzer Narr. Eine Aes Sedai-Heilerin h�tte ihn retten k�nnen, als er krank wurde � oder vergiftet, wie manche behaupten -, aber jede noch lebende Aes Sedai war hinter der Leuchtenden Mauer eingesperrt, und sie mu�ten all ihre Kr�fte gebrauchen, um einem Heer zu widerstehen, dessen Lagerfeuer die Nacht zum Tage machten. Er h�tte auch, davon abgesehen, keine in seine N�he gelassen. Er ha�te die Aes Sedai genauso inbr�nstig wie den Dunklen K�nig.�</p><p>Egwenes Lippen strafften sich, doch als sie sprach, sagte sie lediglich: �Was hat das alles damit zu tun, ob das hier Artur Falkenfl�gels Auge ist?�</p><p>�Nur soviel, M�dchen. Nachdem Friede herrschte, abgesehen von dem, was jenseits des Ozeans vorging, nachdem ihm die Menschen �berall zujubelten, wo er auch auftauchte � seht ihr, sie liebten ihn wirklich; er war ein strenger Mann, aber niemals zu den einfachen Leuten -also, in dieser Lage beschlo� er, es sei an der Zeit, sich eine Hauptstadt zu erbauen. Eine neue Stadt, die im Geist der Menschen nicht mit irgendeinem alten Zweck oder einem alten Zwist oder einer Rivalit�t verbunden war. Er wollte sie hier erbauen, im Mittelpunkt des vom Meer und der W�ste und der F�ule begrenzten Landes. Hier, wohin keine Aes Sedai jemals freiwillig kommen oder ihre Macht ben�tzen w�rde, falls sie doch kam. Eine Hauptstadt, aus der eines Tages die ganze Welt Frieden und Gerechtigkeit empfangen w�rde. Als sie seine Proklamation vernahmen, sammelten die einfachen Leute genug Geld, um ihm ein Denkmal zu setzen. Die meisten betrachteten ihn mit einer Ehrfurcht, als befinde er sich nur eine Stufe unterhalb des Sch�pfers. Eine kleine Stufe unterhalb. Es dauerte f�nf Jahre, bis sie aus Stein gehauen und fertig gebaut war. Eine Statue Falkenfl�gels, hundertmal gr��er als der Mann selbst. Sie stellten sie genau hier auf, und die Stadt sollte darum herum entstehen.�</p><p>�Hier stand niemals eine Stadt�, spottete Egwene. �Falls doch, w�re irgend etwas davon �briggeblieben. Irgendwas.�</p><p>Elyas nickte, gab aber seinen Beobachtungsposten nicht auf. �Sie wurde tats�chlich nicht gebaut. Artur Falkenfl�gel starb an dem Tag, an dem die Statue fertiggestellt wurde, und seine S�hne und der Rest seiner Familie stritten sich darum, wer auf Falkenfl�gels Thron sitzen solle. Die Statue stand verlassen inmitten dieser H�gel. Die S�hne und Neffen und Vettern starben, und die letzte Spur von Falkenfl�gels Blut verschwand vom Angesicht der Erde � abgesehen vielleicht von denjenigen, die �ber das Aryth-Meer fuhren. Es gab welche, die h�tten am liebsten sogar jedes Andenken an ihn ausradiert, h�tte es in ihrer Macht gestanden. B�cher wurden verbrannt, nur weil sie seinen Namen enthielten. Am Ende blieb von ihm nichts au�er den Geschichten �brig, und die meisten von ihnen stimmten nicht. So ging sein Ruhm zugrunde.</p><p>Die K�mpfe h�rten nat�rlich nicht auf, nur weil Falkenfl�gel und seine Familie tot waren. Es galt immer noch, einen Thron zu gewinnen, und jeder Lord und jede Lady, die ein Heer aufbieten konnten, wollten ihn besteigen. Das war der Beginn des Hundertj�hrigen Krieges. Er dauerte in Wirklichkeit hundertdreiundzwanzig Jahre, und das meiste Wissen �ber diese Zeit ging mit dem Rauch brennender St�dte zugrunde. Viele gewannen einen Teil des Landes, aber niemand das ganze, und irgendwann in dieser Zeit wurde die Statue niedergerissen. Vielleicht konnten sie es nicht mehr ertragen, an ihm gemessen zu werden.�</p><p>�Zuerst hast du danach geklungen, als verachtest du ihn�, sagte Egwene, �und nun klingt es so, als ob du ihn bewunderst.� Sie sch�ttelte ihren Kopf.</p><p>Elyas drehte sich um und sah sie an. Sein Blick schien nichtssagend. Er blinzelte nicht. �Nehmt euch jetzt noch mehr Tee, wenn ihr wollt. Ich m�chte, da� das Feuer vor Einbruch der Dunkelheit erloschen ist.�</p><p>Perrin konnte das Auge nun klar ausmachen, obwohl das Tageslicht schw�cher wurde. Es war gr��er als der Kopf eines Mannes und, in den dar�berfallenden Schatten erschien es ihm wie das Auge eines Raben: hart und schwarz und gnadenlos. Er w�nschte, sie w�rden irgendwo anders schlafen.</p></section><section><title><p>30</p><p>Kinder des Schattens</p></title><p>Egwene blieb am Feuer sitzen und blickte zu dem Rest der Statue auf, doch Perrin ging hinunter zum Teich, um allein zu sein. Der Tag verbla�te, und im Osten erhob sich bereits der Nachtwind und kr�uselte die Wasseroberfl�che. Er nahm die Axt aus der Schlaufe an seinem G�rtel und drehte sie in den H�nden um. Der Eschenholzschaft war so lang wie sein Arm und f�hlte sich glatt und k�hl an. Er ha�te sie. Er sch�mte sich, da� er daheim in Emondsfeld so stolz auf die Axt gewesen war. Bevor er wu�te, was er vielleicht einmal gewillt sei, mit ihr anzurichten.</p><p>�Ha�t du sie so sehr?� sagte Elyas hinter ihm.</p><p>�berrascht sprang er auf und hob die Axt, bevor er sah, wer ihn angesprochen hatte. �Kannst... kannst du auch in meinen Gedanken lesen? Wie die W�lfe?�</p><p>Elyas hielt den Kopf schr�g und betrachtete ihn absch�tzend. �Deinen Gesichtsausdruck k�nnte auch ein Blinder deuten, Junge. Also red schon! Ha�t du das M�dchen? Verachtest du sie? Das mu� es sein. Du warst bereit, sie zu t�ten, weil du sie verachtest. Du schleifst sie immer hinterher, und sie h�lt dich mit ihrem weiblichen Getue auf.�</p><p>�Ich mu�te Egwene noch nie hinterherschleifen�, widersprach er. �Sie leistet immer ihren Anteil. Ich verachte sie nicht, ich liebe sie.� Er funkelte Elyas an. Der sollte ja nicht lachen! �So war das wieder nicht gemeint. Also, sie ist nicht gerade wie eine Schwester f�r mich, aber sie und Rand � Blut und Asche! Wenn uns die Raben fingen � wenn � ich wei� nicht.�</p><p>�Nat�rlich wei�t du's. Wenn sie w�hlen k�nnte, auf welche Art sie sterben will, wie glaubst du, w�rde sie sich entscheiden? Ein sauberer Schlag mit deiner Axt oder ein Tod wie der der Tiere, die wir heute gesehen haben? Ich wei�, wie sie sich entscheiden w�rde.�</p><p>�Ich habe kein Recht, f�r sie zu entscheiden. Du sagt es ihr doch nicht, oder? Wegen... � Seine H�nde krampften sich um den Schaft der Axt; die Muskeln seiner Arme waren wie zu Seilen verknotet � starke Muskeln f�r sein Alter, aufgebaut in langen Stunden, w�hrend deren er in Meister Luhhans Schmiede den Hammer geschwungen hatte. Einen Moment lang glaubte er, der dicke Holzschaft werde brechen. �Ich hasse dieses blutige Ding�, murrte er. �Ich wei� nicht, was ich �berhaupt damit anfange. Ich renne damit herum wie ein alter Narr. Wei�t du, ich h�tte es nicht fertiggebracht. Solange es nur darum geht, sich das vorzustellen und vielleicht und so, da gebe ich eben an und tue, als ob... � Er seufzte, und seine Stimme wurde schw�cher. �Jetzt ist alles anders. Ich m�chte sie nie mehr benutzen.�</p><p>�Du wirst sie benutzen.�</p><p>Perrin hob die Axt, um sie in den Teich zu werfen, doch Elyas hielt seinen Arm auf.</p><p>�Du wirst sie benutzen, Junge, und solange du es gegen deinen Willen tust, wirst du sie �berlegter einsetzen als die meisten M�nner. Warte ab! Wenn du sie nicht mehr ha�t, dann ist es an der Zeit, sie so weit wie m�glich wegzuwerfen und in entgegengesetzter Richtung davonzulaufen.�</p><p>Perrin wog die Axt in beiden H�nden. Er war immer noch versucht, sie im Teich zur�ckzulassen. <emphasis>Leicht f�r ihn zu sagen, ich solle warten. Was ist, wenn ich warte und sie dann nicht mehr wegwerfen</emphasis> kann?</p><p>Er �ffnete den Mund, um Elyas zu fragen, brachte aber kein Wort heraus. Statt dessen empfing er eine Botschaft der W�lfe. Sie war so dringend, da� seine Augen ganz glasig wurden. In diesem Augenblick verga� er, was er hatte sagen wollen, da� er �berhaupt etwas sagen wollte, ja, er verga� sogar, wie man spricht und atmet. Auch Elyas Gesicht erschlaffte, und seine Augen schienen gleichzeitig nach innen hinein und in weite Ferne zu blicken. Dann war es vor�ber, so schnell, wie es gekommen war. Es hatte nur einen Herzschlag lang gedauert, aber das war genug.</p><p>Perrin sch�ttelte sich und sog tief Luft ein. Elyas lie� sich keine Zeit; sobald sich der Schleier von seinen Augen gehoben hatte, eilte er ohne zu z�gern ans Feuer. Perrin rannte schweigend hinter ihm her.</p><p>�L�sch das Feuer!� rief Elyas heiser Egwene zu. Er gestikulierte wild und bem�hte sich, fl�sternd zu schreien: �Mach's aus!�</p><p>Sie erhob sich, schaute ihn unsicher an und trat dann n�her an das Feuer, aber eben langsam. Sie verstand offensichtlich nicht, was vorging.</p><p>Elyas schubste sie grob zur Seite, ergriff den Teekessel und fluchte, als er sich die Finger verbrannte. Er balancierte den hei�en Kessel in den H�nden und leerte ihn �ber dem Feuer aus. Einen Schritt hinter ihm kam Perrin gerade rechtzeitig, um Erde �ber die zischenden Kohlen zu treten, w�hrend noch der letzte Tee ins Feuer platschte. Es zischte, und Dampfw�lkchen stiegen auf. Er h�rte nicht auf, bis die letzten �berreste des Feuers begraben waren.</p><p>Elyas warf Perrin den Kessel zu, der ihn sofort mit einem unterdr�ckten Schrei fallen lie�. Perrin blies auf seine H�nde und sah Elyas b�se an, aber der fellgekleidete Mann war zu sehr damit besch�ftigt, das Lager hastig zu �berpr�fen, um ihm Aufmerksamkeit zu schenken.</p><p>�Keine M�glichkeit zu verbergen, da� sich jemand hier befunden hat�, sagte Elyas. �Wir m�ssen uns eben beeilen und hoffen. Vielleicht k�mmern sie sich auch gar nicht darum. Blut und Asche, aber ich war so sicher, da� es die Raben sind.�</p><p>Hastig warf Perrin Bela den Sattel �ber und st�tzte die Axt gegen seine H�fte, w�hrend er sich b�ckte, um den Gurt anzuziehen.</p><p>�Was ist los?� fragte Egwene. Ihre Stimme zitterte. �Trollocs? Ein Blasser?�</p><p>�Geht entweder nach Osten oder Westen�, sagte Elyas zu Perrin. �Sucht euch ein Versteck; ich sto�e zu euch, sobald ich kann. Wenn sie einen Wolf bemerken... � Er hastete weg, geb�ckt, als wolle er auf allen vieren laufen, und verschwand in den l�nger werdenden Schatten des Abends.</p><p>Egwene suchte schnell ihre wenigen Habseligkeiten zusammen, aber sie wollte trotzdem noch eine Erkl�rung von Perrin. Ihre Stimme klang eindringlich, und je mehr er sich ausschwieg, desto �ngstlicher wurde sie. Auch er hatte Angst, doch die Angst lie� sie schneller vorw�rtskommen. Er wartete, bis sie in Richtung der untergehenden Sonne unterwegs waren. Er lief vor Bela her und hielt die Axt in beiden H�nden vor der Brust. Nun erz�hlte er ihr in kurzen Z�gen �ber die Schulter hinweg alles, was er wu�te, und dabei sah er sich st�ndig um und suchte nach einem Ort, wo sie sich niederlassen und auf Elyas warten konnten.</p><p>�Es kommen eine Menge berittener M�nner. Sie sind hinter den W�lfen hergekommen, haben sie aber nicht bemerkt. Sie reiten auf den Teich zu. Vielleicht haben sie gar nichts mit uns zu tun � es ist ja meilenweit die einzige Wasserstelle. Aber Scheckie sagt... � Er blickte sich um. Die Abendsonne warf eigenartige Schattenfiguren auf ihr Gesicht, Schatten, die ihren Gesichtsausdruck verbargen. <emphasis>Was denkt sie jetzt? Sieht sie dich an, als kenne sie dich nicht mehr? Kennt sie dich �berhaupt?</emphasis> �Scheckie sagt, sie riechen irgendwie schlecht. So... so wie ein tollw�tiger Hund.� Der Teich hinter ihnen war nicht mehr zu sehen. Er konnte immer noch Felsen in der tiefer werdenden D�mmerung erkennen � Fragmente der Statue Artur Falkenfl�gels -, wu�te aber nicht mehr zu sagen, neben welchem Stein sich das Feuer befunden hatte. �Wir werden uns von ihnen fernhalten und einen Ort finden, an dem wir auf Elyas warten k�nnen.�</p><p>�Warum sollten sie etwas von uns wollen?� fragte sie. �Wir sind doch angeblich hier sicher? Licht, es mu� doch wenigstens einen sicheren Ort geben!�</p><p>Perrin sah sich noch intensiver nach einem Versteck um. Sie konnten sich noch nicht sehr weit von dem Teich entfernt haben, aber die D�mmerung verdichtete sich. Bald wurde es zu dunkel zum Weitergehen sein. Die H�gelk�mme lagen noch unter erblassendem Sonnenschein. In den Niederungen � dort konnte man kaum noch etwas erkennen � erschien es hell. Zur Linken hob sich ein dunkler Umri� scharf vom Himmel ab, ein gro�er, flacher Felsblock, der aus einem Abhang herausragte und dessen unteren Teil die Dunkelheit einh�llte.</p><p>�Dorthin�, sagte er.</p><p>Er trabte auf den H�gel zu, wobei er sich umblickte, um zu sehen, ob er die ankommenden M�nner entdecken konnte. Es war noch nichts von ihnen zu sehen. Mehr als einmal mu�te er stehenbleiben und warten, da� ihm die beiden m�hsam nachstolperten. Egwene sa� tief �ber Belas Hals gekauert im Sattel, und die Stute suchte sich vorsichtig einen Weg durch das unebene Gel�nde. Perrin merkte, da� die beiden noch m�der sein mu�ten, als er geglaubt hatte. <emphasis>Hoffentlich ist das ein gutes Versteck. Ich glaube kaum, da� wir noch mal ein anderes suchen k�nnen.</emphasis></p><p>Vom Fu� des H�gels aus betrachtete er den sich vom Himmel deutlich abhebenden, massiven, flachen Felsvorsprung, der knapp unter dem Kamm aus dem Abhang ragte. Es kam ihm irgendwie bekannt vor, wie der obere Teil des gro�en Brockens unregelm��ige Stufen zu bilden schien � drei hinauf und eine hinunter. Er kletterte hinauf und tastete sich im Gehen an dem Stein entlang. Trotz der jahrhundertelangen Verwitterung konnte er immer noch vier verbundene S�ulen ertasten. Er blickte hinauf zu dem stufengleichen Oberteil des Steins, der wie eine riesige Lehne �ber seinem Kopf aufragte. <emphasis>Finger. Wir machen unser Lager in der Hand Artur Falkenfl�gels. Vielleicht ist ein wenig von seiner Gerechtigkeit hier �briggeblieben.</emphasis></p><p>Er winkte Egwene zu, sie solle herkommen. Sie r�hrte sich nicht, also rutschte er den H�gel zu ihr hinunter und sagte ihr, was er herausgefunden hatte. Egwene sp�hte mit vorgestrecktem Kopf h�gelaufw�rts. �Wie kannst du denn irgendwas erkennen?� fragte sie ihn.</p><p>Perrin �ffnete den Mund und schlo� ihn wieder. Er leckte sich �ber die Lippen, w�hrend er sich umsah. Zum erstenmal war ihm wirklich klar, was er da sah. Die Sonne war gesunken. Sie war nun vollst�ndig untergegangen, und der Mond wurde von Wolken verdeckt. Trotzdem erschien es ihm, als erhellten die Purpurfransen der D�mmerung die Nacht. �Ich habe den Felsen betastet�, sagte er schlie�lich. �Das mu� es wohl sein. Sie werden nicht in der Lage sein, uns in diesem Schatten zu erkennen, selbst wenn sie hierher kommen.�</p><p>Er nahm Bela am Zaumzeug und f�hrte sie in den Schutz der Hand. Er f�hlte Egwenes Blick im R�cken.</p><p>Als er ihr gerade aus dem Sattel half, h�rten sie Schreie vom Teich her. Sie legte eine Hand auf Perrins Arm, und er verstand ihre unausgesprochene Frage.</p><p>�Die M�nner haben Wind gesehen�, sagte er z�gernd. Es war schwierig, die richtige Bedeutung der Wolfsgedanken herauszulesen. Etwas �ber Feuer. �Sie haben Fackeln.� Er dr�ckte sie am Fu� der Finger zu Boden und kauerte sich neben sie. �Sie teilen sich in Suchtrupps auf. Sehr viele, und die W�lfe sind alle verwundet.� Er bem�hte sich, seine Stimme voller klingen zu lassen. �Aber Scheckie und die anderen sollten trotz ihrer Verwundungen in der Lage sein, ihnen zu entgehen, und mit uns rechnen sie sowieso nicht. Die Menschen sehen nicht, womit sie nicht rechnen. Sie werden bald aufgeben und ein Lager errichten.� Elyas war bei den W�lfen, und er w�rde sie nicht verlassen, solange sie gejagt wurden. <emphasis>So viele Reiter. So hartn�ckig. Warum sind sie so hartn�ckig?</emphasis></p><p>Er sah, wie Egwene nickte. �Es wird schon alles gutgehen, Perrin.�</p><p><emphasis>Licht,</emphasis> dachte er staunend, <emphasis>sie versucht ja, mich zu beruhigen!</emphasis></p><p>Die Schreie h�rten nicht auf. Kleine Gruppen von Fackeln bewegten sich in einiger Entfernung � flackernde Lichtpunkte in der Dunkelheit.</p><p>�Perrin�, sagte Egwene sanft. �Wirst du am Sonntag mit mir tanzen? Wenn wir bis dahin zu Hause sind?�</p><p>Seine Schultern bebten. Er machte kein Ger�usch und war sich selbst nicht klar dar�ber, ob er lachte oder weinte. �Das werde ich. Versprochen.� Gegen seinen Willen umklammerten seine H�nde die Axt kr�ftiger, was ihn daran erinnerte, da� er sie immer noch festhielt. Seine Stimme sank zu einem Fl�stern ab. �Versprochen�, wiederholte er, und er hoffte.</p><p>Gruppen von Fackeltr�gern ritten nun zwischen den H�geln hindurch; immer zehn oder zw�lf Mann. Perrin konnte nicht absch�tzen, wie viele Gruppen es waren. Manchmal sah man drei oder vier gleichzeitig, die hin-und zur�ckritten. Sie verst�ndigten sich weiterhin rufend, und gelegentlich war die Nacht von Schreien erf�llt � vom Wiehern der Pferde und von menschlichen Schreien.</p><p>Er sah alles von mehr als einem Standpunkt aus. Er kauerte mit Egwene am Abhang, beobachtete, wie die Fackeln gl�hw�rmchengleich durch die Dunkelheit flimmerten, und in seinem Geist rannte er mit Scheckie und Wind und Springer durch die Nacht. Die W�lfe waren durch die Raben zu schwer verwundet worden, um sehr weit oder sehr schnell zu rennen, also planten sie, die Menschen aus der Dunkelheit in den Schutz ihrer Feuer zur�ckzutreiben. Menschen suchten schlie�lich immer am Feuer Zuflucht, wenn W�lfe die Nacht durchstrichen. Einige der Berittenen f�hrten Gruppen reiterloser Pferde hinter sich her. Die Pferde wieherten und b�umten sich mit weit aufgerissenen Augen auf, wenn zwischen ihnen graue Gestalten auftauchten. Sie wieherten und rissen sich von den Leitriemen los und zerstreuten sich in alle Richtungen, so schnell sie galoppieren konnten. Auch die Pferde mit Reitern auf dem R�cken wieherten, wenn graue Schatten mit grauenerregenden Rei�z�hnen aus der Dunkelheit heranjagten, und manchmal schrien auch die Reiter, bevor ihre Kehlen von den m�chtigen Gebissen zerfetzt wurden. Elyas war ebenfalls dort drau�en, auch wenn er seine Anwesenheit nicht so deutlich sp�ren konnte, und schlich mit seinem langen Messer durch die Nacht � ein zweibeiniger Wolf mit einem scharfen Stahlzahn. Meistens wurde aus den Rufen bald Fl�che, aber die J�ger gaben nicht auf.</p><p>Pl�tzlich wurde Perrin klar, da� die M�nner mit den Fackeln einem Muster folgten. Jedesmal, wenn einer der Suchtrupps in Sicht kam, befand sich zumindest einer von ihnen wieder etwas n�her an dem Abhang, der ihn und Egwene verbarg. Elyas hatte gesagt, sie sollten sich verstecken, aber... <emphasis>Was geschieht, wenn wir weglaufen? Vielleicht k�nnen wir uns in der Dunkelheit verstecken, wenn wir st�ndig in Bewegung bleiben.</emphasis> Vielleicht. Dazu mu� es dunkel genug sein.</p><p>Er drehte sich zu Egwene um, doch in dem Moment wurde ihm die Entscheidung abgenommen. Geb�ndelte Fackeln, vielleicht ein Dutzend, kamen um den Fu� des H�gels herum und schwankten im Schritt der Pferde. Lanzenspitzen schimmerten im Fackelschein. Er erstarrte und hielt die Luft an. Seine H�nde umklammerten den Schaft der Axt.</p><p>Die Reiter ritten am H�gel vorbei, doch einer der M�nner rief etwas, und die Fackeln bewegten sich zur�ck. Er �berlegte krampfhaft; suchte nach einem Ausweg. Aber sobald sie sich bewegten, w�rde man sie sehen, falls das nicht schon geschehen war. Einmal erkannt, h�tten sie keine Chance. Nicht einmal die Dunkelheit k�nnte ihnen dann helfen.</p><p>Die Reiter versammelten sich am Fu� des H�gels. Jeder trug in einer Hand eine Fackel und in der anderen eine lange Lanze. Sie lenkten ihre Pferde durch Schenkeldruck. Im Fackelschein konnte Perrin die wei�en M�ntel der Kinder des Lichts erkennen. Sie hielten ihre Fackeln hoch und beugten sich in den S�tteln vor, um besser in die tiefen Schatten unter Artur Falkenfl�gels Fingern sp�hen zu k�nnen.</p><p>�Dort oben ist doch irgendwas�, sagte einer von ihnen. Seine Stimme klang zu laut, als habe er Angst vor dem, was sich au�erhalb des Scheins seiner Fackel befinden mochte. �Ich habe euch gesagt, da� sich dort jemand verbergen k�nnte. Ist das nicht ein Pferd?�</p><p>Egwene legte eine Hand auf Perrins Arm. Ihre Augen waren in der Dunkelheit weit aufgerissen. Trotz des Schattens, der ihre Gesichtsz�ge verbarg, war ihre stumme Frage klar. Was tun? Elyas und die W�lfe schlichen noch immer durch die Nacht. Die Pferde unter ihnen t�nzelten nerv�s. <emphasis>Wenn wir wegrennen, jagen sie uns, bis wir nicht mehr k�nnen.</emphasis></p><p>Einer der Wei�m�ntel lie� sein Pferd vortreten und schrie den H�gel hinauf: �Wenn Ihr die menschliche Sprache verstehen k�nnt, dann kommt herunter und ergebt Euch. Euch geschieht kein Leid, wenn Ihr im Licht wandelt. Wenn Ihr Euch nicht ergebt, werdet Ihr alle get�tet. Ihr habt eine Minute!� Die Lanzen wurden gesenkt, ihre langen Stahlspitzen gl�nzten im Fackelschein.</p><p>�Perrin�, fl�sterte Egwene. �Wir k�nnen ihnen nicht davonlaufen. Wenn wir nicht aufgeben, t�ten sie uns. Perrin?�</p><p>Elyas und die W�lfe waren noch frei. Ein weiterer r�chelnder Aufschrei in der Ferne verriet einen Wei�mantel, der Scheckie zu nahe gekommen war. Wenn wir wegrennen... Egwene blickte ihn an und wartete auf seine Entscheidung. <emphasis>Wenn wir rennen...</emphasis> Er sch�ttelte m�de den Kopf und stand auf wie in Trance. Er stolperte den H�gel hinunter auf die Kinder des Lichts zu. Er h�rte, wie Egwene seufzte und ihm mit z�gernden Schritten folgte. <emphasis>Warum jagen die Wei�m�ntel die W�lfe so hartn�ckig, als ha�ten sie sie besonders? Warum riechen sie schlecht?</emphasis> Er hatte beinahe das Gef�hl, er k�nne selbst etwas Ungutes, Gef�hrliches riechen, wenn der Wind von den Reitern herkam. �La� die Axt fallen!� schnauzte ihn der Anf�hrer an.</p><p>Perrin stolperte auf ihn zu und r�mpfte die Nase, um den Geruch loszuwerden, den er sich einbildete.</p><p>�La� sie fallen, Bauer!� Die Lanze des Anf�hrers richtete sich auf Perrins Brustkorb.</p><p>Einen Augenblick lang starrte er die Lanzenspitze an. Da war genug scharfer Stahl, um ihn vollst�ndig zu durchbohren. Pl�tzlich schrie er: �Nein!� Der Schrei galt nicht dem Reiter.</p><p>Aus der Nacht flog Springer heran, und Perrin war eins mit dem Wolf. Springer, der Welpe, der einst die Adler im Flug bewundert hatte und genauso �ber den Himmel segeln wollte wie ein Adler. Der Welpe, der geh�pft und gesprungen war, bis er sie h�her als jeder andere Wolf springen konnte, und der niemals die Sehnsucht der eigenen Jugend vergessen hatte. Aus der Nacht heraus erschien Springer und sprang in einem fliegenden Satz hoch. Den Wei�m�nteln blieb nur ein Moment zum Fluchen, dann schlo� sich Springers Gebi� um die Kehle des Mannes, der seine Lanze auf Perrin gerichtet hatte. Der Schwung des gro�en Wolfes lie� sie beide auf der anderen Seite des Pferdes herabst�rzen. Perrin sp�rte, wie der Hals aufgerissen wurde, schmeckte das Blut.</p><p>Springer landete leicht auf den F��en, bereits ein St�ck von dem Mann entfernt, den er get�tet hatte. Sein Fell war blutverkrustet � mit seinem Blut und dem anderer. Ein Ri� an seinem Kopf ging durch die leere Augenh�hle, in der sich sein linkes Auge befunden hatte. Er blickte einen Moment lang Perrin mit dem �briggebliebenen Auge an. <emphasis>Renn, Bruder!</emphasis> Er wirbelte herum, um erneut ein letztes Mal zu springen, und eine Lanze nagelte ihn am Boden fest. Eine zweite Stahlspitze durchdrang seinen Brustkorb und bohrte sich unter ihm in den Boden. Seine Beine zuckten, als er nach den Lanzensch�ften schnappte, die ihn am Aufstehen hinderten. <emphasis>Fliegen!</emphasis></p><p>Schmerz erf�llte Perrin, und er schrie auf. Es war ein wortloser Schrei, der etwas vom Heulen eines Wolfs an sich hatte. Ohne zu denken sprang er vor. Er schrie immer noch. Alle �berlegung war dahin. Die Reiter befanden sich zu dicht beieinander, um ihre Lanzen ben�tzen zu k�nnen, und die Axt lag wie eine Feder in seiner Hand, der Stahlzahn eines riesigen Wolfs. Etwas krachte auf seinen Kopf herab, und im Fallen wu�te er nicht, ob es Springer war oder er selbst, der in dem Moment starb.</p><p>�... fliegen wie ein Adler.� Vor sich hinmurmelnd und benebelt �ffnete Perrin die Augen. Sein Kopf schmerzte, und er erinnerte sich nicht, warum. Er blinzelte in das Licht und sah sich um. Egwene kniete an seiner Seite und beobachtete ihn. Sie befanden sich in einem quadratischen Zelt von etwa der Gr��e eines durchschnittlichen Zimmers in einem Bauernhaus. Der Boden war mit Segeltuch ausgelegt. �llampen auf hohen St�ndern in allen vier Ecken warfen helles Licht in den Raum.</p><p>�Dem Licht sei Dank, Perrin�, hauchte sie. �Ich hatte gef�rchtet, sie h�tten dich umgebracht.�</p><p>Statt zu antworten, sah er den grauhaarigen Mann an, der auf dem einzigen Stuhl im Zelt sa�. Aus einem gro�v�terlichen Gesicht blickten ihn dunkle Augen an. Das Gesicht pa�te gar nicht zu dem wei� und goldfarbenen Uniformrock, den der Mann trug, und zu dem gl�nzenden Brustpanzer, der �ber sein reinwei�es Unterhemd geschnallt war. Es schien ein freundliches Gesicht zu sein, gutm�tig und ehrw�rdig, und etwas an ihm pa�te doch zu der eleganten Strenge der Einrichtungsgegenst�nde im Zelt: ein Tisch und ein klappbares Feldbett, ein Waschtischchen mit einer einfachen wei�en Sch�ssel und einem Krug, eine einzige Holztruhe, die mit schlichten geometrischen Mustern verziert war. Wo immer Holz verwandt worden war, da hatte man es poliert, bis es matt schimmerte. Auch die Metallgegenst�nde gl�nzten, aber nicht zu stark. Nichts davon wirkte protzig. Alles im Zelt sah nach guter handwerklicher Arbeit aus, aber nur jemand, der wirklich erstklassige Handwerker bei der Arbeit beobachtet hatte -Leute wie Meister Luhhan oder Meister Aydaer, den Tischler � konnte das ermessen.</p><p>Mit gerunzelter Stirn stocherte der Mann mit einem Finger in zwei kleinen Stapeln von Gegenst�nden herum, die vor ihm auf dem Tisch lagen. Perrin erkannte in einem der beiden H�ufchen den Inhalt seiner Taschen und sein Messer. Die Silberm�nze, die ihm Moiraine gegeben hatte, fiel heraus, und der Mann schob sie in Gedanken zur�ck. Er sch�rzte die Lippen und wandte sich von den H�ufchen weg Perrins Axt zu. Er hob sie vom Tisch auf und wog sie in der Hand. Dann kehrte seine Aufmerksamkeit zu den Emondsfeldern zur�ck.</p><p>Perrin versuchte, sich aufzusetzen. Die Anstrengung war vergebens � seine Arme und Beine schmerzten h�llisch. Nun erst wurde ihm bewu�t, da� er an H�nden und F��en gefesselt war. Sein Blick wanderte zu Egwene. Sie zuckte bedauernd die Achseln und drehte sich ein wenig, so da� er ihren R�cken sehen konnte. Ein halbes Dutzend Lederschn�re fesselten ihre Handgelenke und Kn�chel. Die Schn�re schnitten ihr tief ins Fleisch. Die Schn�re an ihren Kn�cheln und an den Handgelenken waren durch ein Seil verbunden. Es war so kurz, da� sie sich nicht zu mehr als einer geb�ckten Haltung aufrichten konnte, falls sie auf die Beine kam. Perrin machte gro�e Augen. Es war schon erschreckend genug, da� man sie gefesselt hatte, aber man hatte so viele Stricke ben�tzt, da� sie auch ein Pferd gehalten h�tten. <emphasis>Was glauben die denn, wer wir sind?</emphasis></p><p>Der grauhaarige Mann beobachtete sie neugierig und nachdenklich, so wie Meister al'Vere, wenn er nach der L�sung eines Problems suchte. Er hielt die Axt gedankenverloren in den H�nden.</p><p>Der Zelteingang wurde zur Seite geschoben, und ein hochgewachsener Mann trat ein. Sein Gesicht war schmal und hager; die Augen lagen so tief, da� sie aus H�hlen hervorzublicken schienen. Er hatte kein bi�chen �berfl�ssiges Fleisch auf den Knochen, kein bi�chen Fett. Die Haut spannte sich straff �ber den Muskeln und Knochen.</p><p>Perrin konnte kurz in die Nacht drau�en blicken, sah Lagerfeuer und zwei in wei�e M�ntel geh�llte W�chter am Zelteingang, und dann war das Zelt wieder geschlossen. Sobald der Ank�mmling eingetreten war, blieb er stehen, stand stocksteif da und blickte geradeaus auf die hintere Zeltwand. Sein aus Metallplatten auf einem Kettenhemd bestehender Panzer schimmerte wie Silber zwischen dem schneewei�en Mantel und dem wei�en Unterhemd. �Mein Lordhauptmann.� Seine Stimme klang so steif, wie seine Haltung war, und knarrte irgendwie v�llig ausdruckslos. Der grauhaarige Mann machte eine lockere Handbewegung. �Steht bequem, Kind Byar. Ihr habt unsere Verluste bei diesem... Zusammentreffen �berpr�ft?�</p><p>Der hochgewachsene Mann stellte sich breitbeiniger hin, aber ansonsten sah Perrin nichts Bequemes in seiner Haltung. �Neun Mann tot, mein Lordhauptmann, und dreiundzwanzig verwundet, sieben davon schwer. Es k�nnen jedoch alle reiten. Drei�ig Pferde mu�ten get�tet werden. Ihre Sehnen waren durchgebissen.� Das betonte er mit seiner gef�hllosen Stimme besonders, als sei das, was den Pferden geschehen war, schlimmer als tote und verwundete Menschen. �Viele der Ersatzpferde sind weggelaufen. Wir finden m�glicherweise einige bei Tagesanbruch wieder, aber da W�lfe in der N�he sind und sie �ngstigen, kann es Tage dauern, sie alle wieder einzufangen. Die M�nner, die sie eigentlich h�tten bewachen sollen, sind bis zum Erreichen von Caemlyn zum Nachtdienst eingeteilt.�</p><p>�Wir haben nicht tagelang Zeit, Kind Byar�, sagte der grauhaarige Mann sanft. �Wir reiten bei Sonnenaufgang. Dabei bleibt es. Wir m�ssen rechtzeitig in Caemlyn sein, ja?�</p><p>�Wie Ihr befehlt, mein Lordhauptmann.�</p><p>Der grauhaarige Mann blickte zu Perrin und Egwene hin�ber und dann wieder weg. �Und was haben wir vorzuweisen, von diesen beiden Jugendlichen abgesehen?�</p><p>Byar atmete tief ein und z�gerte. �Ich habe den Wolf abh�uten lassen, der sich bei denen befand, mein Lordhauptmann. Das Fell sollte einen sch�nen Bettvorleger f�r das Zelt meines Lordhauptmanns ergeben.�</p><p><emphasis>Springer!</emphasis> Perrin knurrte und stemmte sich gegen seine Bande. Dabei war ihm nicht einmal bewu�t, was er tat. Die Seile schnitten ihm in die Haut � seine Handgelenke waren schl�pfrig von Blut -, aber sie gaben nicht nach.</p><p>Zum ersten Mal sah Byar die Gefangenen an. Egwene schreckte vor ihm zur�ck. Sein Gesicht war genauso ausdruckslos wie seine Stimme, aber in den eingesunkenen Augen glimmte ein grausames Licht, ebenso eindeutig wie in Ba'alzamons Augen Flammen loderten. Byar ha�te sie, als seien sie langj�hrige Feinde und nicht Menschen, die er vor dem heutigen Abend noch nie gesehen hatte. Perrin blickte trotzig zur�ck. Sein Mund verzog sich zu einem angespannten L�cheln, als er sich ausmalte, die Z�hne in die Kehle dieses Mannes zu schlagen.</p><p>Pl�tzlich verging ihm das L�cheln, und er sch�ttelte sich. <emphasis>Meine Z�hne? Ich bin ein Mensch und kein Wolf! Licht, dem mu� ein Ende gemacht werden!</emphasis> Aber er widerstand Byars ha�erf�lltem Blick und gab ihn in gleicher M�nze zur�ck.</p><p>�Ich bin nicht an Wolfspelz-Bettvorlegern interessiert, Kind Byar.� Die Zurechtweisung in der Stimme des Lordhauptmannes war sanft, aber Byar stand wieder stramm, die Augen stur auf die r�ckw�rtige Zeltwand gerichtet. �Ihr wart dabei zu berichten, was wir heute nacht erreicht haben, oder? Falls wir etwas erreicht haben.�</p><p>�Ich sch�tze, das Rudel, das uns angriff, d�rfte mindestens aus f�nfzig Tieren bestanden haben, mein Lordhauptmann. Davon haben wir zumindest zwanzig, wenn nicht sogar drei�ig, get�tet. Ich habe es nicht f�r wert gehalten, den Verlust weiterer Pferde zu riskieren, um die Kadaver noch heute nacht herbeizuschleifen. Morgen fr�h werde ich sie einsammeln und verbrennen lassen, jedenfalls diejenigen, die nicht bis dahin im Dunklen weggeschleppt wurden. Neben diesen beiden waren mindestens noch ein Dutzend weiterer M�nner beteiligt. Ich glaube, wir haben vier oder f�nf davon erledigt, aber es ist unwahrscheinlich, da� wir ihre Leichen finden. Die Schattenfreunde haben ja die Angewohnheit, ihre Leichen verschwinden zu lassen, um so ihre Verluste zu vertuschen. Es scheint sich um einen wohlgeplanten �berfall gehandelt zu haben, aber das l��t nat�rlich die Frage offen... �</p><p>Perrins Kehle war wie zugeschn�rt, als der hagere Mann fortfuhr. Elyas? Vorsichtig und z�gernd tastete er in Gedanken nach Elyas, nach den W�lfen... und fand nichts. Es war, als sei er niemals in der Lage gewesen, die Gedanken und Gef�hle eines Wolfs zu sp�ren. <emphasis>Entweder sind sie tot, oder sie haben dich verlassen.</emphasis> Er wollte lachen � ein bitteres Lachen. Jetzt hatte er endlich, was er wollte, doch der Preis daf�r war hoch.</p><p>In dem Augenblick lachte der grauhaarige Mann. Es war ein volles, sarkastisches Lachen, das Byar die R�te in die Wangen trieb. �Also, Kind Byar, Ihr sch�tzt, da� wir in einem geplanten Angriff von mehr als f�nfzig W�lfen und einem guten Dutzend Schattenfreunden �berfallen wurden? Ja? Vielleicht, na ja, wenn Ihr noch ein paar Kampfhandlungen erlebt... �</p><p>�Aber, mein Lordhauptmann Bornhald... �</p><p>�Ich w�rde sagen, es waren sechs oder acht W�lfe, Kind Byar, und vielleicht �berhaupt keine weiteren Menschen au�er diesen beiden. Ihr legt den wahren Eifer an den Tag, habt aber keine Erfahrung au�erhalb der St�dte. Es ist etwas anderes, das Licht zu bringen, wenn Stra�en und H�user weit weg sind. Es scheinen bei Nacht oft mehr W�lfe und auch mehr Menschen beteiligt zu sein. H�chstens sechs oder acht, glaube ich.� Byars R�te wurde langsam kr�ftiger. �Ich hege auch die Vermutung, sie waren aus dem gleichen Grund hier wie wir: wegen des einzigen gut erreichbaren Wassers im Umkreis eines Tagesmarsches. Eine viel einfachere Erkl�rung als Spione oder Verr�ter unter den Kindern, und f�r gew�hnliche ist die einfachste Erkl�rung die richtige. Mit mehr Erfahrung werdet Ihr das auch noch lernen.�</p><p>Byars Gesicht wurde totenbla�, als der gro�v�terliche Mann ausgeredet hatte, doch im Gegensatz dazu brannten die beiden Flecke auf seinen Wangen nun dunkelrot. Einen Moment lang blickte er zu den beiden Gefangenen hin.</p><p><emphasis>Jetzt ha�t er uns nur noch mehr,</emphasis> dachte Perrin, <emphasis>nachdem er das geh�rt hat. Aber warum hat er uns eigentlich von vornherein geha�t?</emphasis></p><p>�Was haltet Ihr davon?� sagte der Lordhauptmann und hielt Perrins Axt hoch.</p><p>Byar sah seinen Befehlshaber fragend an, und auf ein Kopfnicken hin gab er seine stramme Haltung auf und ergriff die Waffe. Er wog sie in der Hand und brummte �berrascht. Dann wirbelte er sie in engem Bogen �ber seinem Kopf und verfehlte das Zeltdach nur ganz knapp. Er ging damit so gewandt um, als sei er mit einer Axt in der Hand geboren worden. Widerwillige Bewunderung zeigte sich einen Augenblick lang auf seinem Gesicht, aber als er die Axt senkte, war seine Miene bereits wieder ausdruckslos.</p><p>�Hervorragend ausbalanciert, mein Lordhauptmann. Aus einfacher Fertigung, aber von einem sehr guten Waffenschmied, vielleicht sogar einem Meister seines Fachs.� Seine Augen gl�hten die Gefangenen d�ster an. �Nicht die Waffe eines Dorfbewohners und schon gar nicht die eines Bauern.�</p><p>�Bestimmt nicht.� Der grauhaarige Mann wandte sich mit einem m�den, leicht tadelnden L�cheln Perrin und Egwene zu: ein freundlicher Gro�vater, der wu�te, da� seine Enkel etwas angestellt hatten. �Ich hei�e Geofram Bornhald�, sagte er zu ihnen. �Du hei�t Perrin, wie ich geh�rt habe. Aber du, junge Frau, wie hei�t du?�</p><p>Perrin funkelte ihn an, doch Egwene sch�ttelte den Kopf. �Sei nicht dumm, Perrin. Ich hei�e Egwene.�</p><p>�Einfach Perrin und einfach Egwene�, murmelte Bornhald. �Aber ich sch�tze, wenn ihr wirklich Schattenfreunde seid, dann werdet ihr nach M�glichkeit eure wahre Identit�t verbergen.�</p><p>Perrin erhob sich auf die Knie; h�her ging es nicht, so wie er gefesselt war. �Wir sind keine Schattenfreunde�, protestierte er w�tend.</p><p>Die Worte waren noch nicht ganz ausgesprochen, als Byar schon bei ihm war. Der Mann bewegte sich wie eine Schlange. Er sah den Schaft seiner eigenen Axt auf sich zukommen und versuchte, sich zu ducken, aber der dicke Stiel erwischte ihn �ber dem Ohr. Nur die Tatsache, da� er sich von dem Schlag wegbewegte, bewahrte seinen Sch�del davor, gespalten zu werden. Auch so sah er erstmal Sterne. Die Luft blieb ihm weg, als er auf dem Boden aufschlug. Sein Kopf dr�hnte, und Blut rann ihm �ber die Wange.</p><p>�Dazu habt Ihr kein Recht�, begann Egwene und schrie auf, als der Schaft der Axt auf sie zuschnellte. Sie warf sich zur Seite, und der Schlag traf nur die leere Luft, w�hrend sie auf die Segeltuchunterlage st�rzte. �Du wirst dich h�flich ausdr�cken�, sagte Byar, �wenn du mit einem Gesalbten des Lichts sprichst, oder du hast bald keine Zunge mehr.� Das Schlimmste daran war, da� die Stimme immer noch v�llig gef�hllos klang. Ihre Zungen herauszuschneiden w�rde ihm weder Vergn�gen bereiten, noch w�rde er es bedauern; es war eben einfach etwas, was er tun mu�te.</p><p>�La�t es gut sein, Kind Byar.� Bornhald sah die Gefangenen wieder an. �Ich denke, ihr wi�t nicht viel �ber die Gesalbten oder �ber Lordhauptm�nner der Kinder des Lichts, oder? Nein, das dachte ich mir. Also, um Kind Byars willen, versucht wenigstens nicht zu streiten oder zu schreien, ja? Ich will nicht mehr, als da� ihr im Licht wandelt, und die Beherrschung zu verlieren, hilft niemandem von uns.�</p><p>Perrin blickte zu dem Mann mit dem hageren Gesicht �ber ihm auf. <emphasis>Um Kind Byars willen?</emphasis> Ihm wurde klar, da� der Lordhauptmann Byar nicht befohlen hatte, sie ungeschoren zu lassen. Byar erwiderte seinen Blick und l�chelte. Das L�cheln ber�hrte lediglich seine Mundwinkel, aber die Haut seines Gesichtes spannte sich, bis es wie ein Totensch�del wirkte. Perrin schauderte.</p><p>�Ich habe davon geh�rt, da� Menschen bei den W�lfen leben�, sagte Bornhald nachdenklich, �obwohl ich es noch nicht selbst erlebt habe. Menschen, von denen man annimmt, da� sie mit W�lfen und anderen Kreaturen des Dunklen K�nigs sprechen. Eine schmutzige Sache. Es l��t mich f�rchten, da� wirklich bald die Letzte Schlacht bevorsteht.�</p><p>�W�lfe sind keine... � Perrin stockte, als Byar den Fu� hob. Er atmete tief ein und fuhr dann ruhiger fort. Byar senkte den Fu� mit entt�uschter Miene. �W�lfe sind keine Kreaturen des Dunklen K�nigs. Sie hassen den Dunklen K�nig. Zumindest hassen sie Trollocs und Blasse.� Er war �berrascht, als er sah, da� der hagere Mann versonnen nickte.</p><p>Bornhald hob die Augenbrauen. �Wer hat euch das erz�hlt?�</p><p>�Ein Beh�ter�, sagte Egwene. Sie lehnte sich unter Byars gl�hendem Blick noch weiter zur�ck. �Er sagte, die W�lfe hassen Trollocs, und Trollocs haben Angst vor den W�lfen.� Perrin war froh, da� sie Elyas nicht erw�hnt hatte.</p><p>�Ein Beh�ter�, seufzte der grauhaarige Mann. �Eine Kreatur der Hexen von Tar Valon. Was sonst w�rde euch einer von der Sorte schon erz�hlen, wo er doch selbst ein Schattenfreund ist und ein Diener von Schattenfreunden? Wi�t ihr nicht, da� Trollocs die Schnauzen und Z�hne von W�lfen haben und auch einen Wolfspelz?�</p><p>Perrin blinzelte und bem�hte sich, wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Sein Hirn war immer noch eine wabbelige Masse von Schmerzen, aber hier stimmte irgend etwas nicht. Er konnte aber nicht klar genug denken, um darauf zu kommen.</p><p>�Nicht alle�, murmelte Egwene. Perrin sah Byar mi�trauisch an, aber der hagere Mann sah nur sie an. �Einige davon haben H�rner wie Widder oder Ziegenb�cke oder Falkenschn�bel oder... alle m�glichen Sachen.�</p><p>Bornhald sch�ttelte traurig den Kopf. �Ich gebe euch jede erdenkliche Chance, aber ihr verstrickt euch immer mehr.� Er hielt einen Finger hoch. �Ihr lebt bei W�lfen, also Kreaturen des Dunklen K�nigs.� Ein zweiter Finger. �Ihr gebt zu, einen Beh�ter zu kennen, eine weitere Kreatur des Dunklen K�nigs. Ich bezweifle, da� er euch all das gesagt h�tte, wenn ihr nur fl�chtige Bekannte gewesen w�rt.� Ein dritter Finger. �Du, Junge, tr�gst ein Zeichen Tar Valons in der Tasche. Die meisten Menschen au�erhalb Tar Valons versuchen, so was so schnell wie m�glich loszuwerden. Au�er eben, wenn sie den Hexen von Tar Valon dienen.� Ein vierter. �Du tr�gst die Waffe eines Kriegers, ziehst dich aber wie ein Bauernjunge an. Eine Verkleidung also.� Der Daumen hob sich. �Du kennst Trollocs und Myrddraal. So weit im S�den glauben nur ein paar Gelehrte und Leute, die die Grenzlande bereist haben, da� das mehr sind als nur Geschichten. Bist du vielleicht in den Grenzlanden gewesen? Falls ja, dann sag mir doch wo! Ich bin ein ganzes St�ck weit in den Grenzlanden herumgekommen und kenne sie gut. Du willst nicht? Auch gut.� Er blickte seine gespreizten Finger an und lie� die Hand hart auf den Tisch hinunterfallen. Der gro�v�terliche Gesichtsausdruck zeigte deutlich, da� die Enkel etwas sehr Schlimmes angestellt hatten. �Warum erz�hlt ihr mir nicht die Wahrheit dar�ber, wieso ihr mit den W�lfen zusammen die Nacht unsicher gemacht habt?�</p><p>Egwene �ffnete den Mund, aber Perrin sah bereits an der verbissenen Haltung ihres Kinns, da� sie eine der abgesprochenen Geschichten erz�hlen wollte. Das wurde nicht ausreichen. Nicht jetzt, nicht hier. Sein Kopf schmerzte, und er w�nschte, er h�tte mehr Zeit, um sich das gr�ndlich zu �berlegen. Wer wu�te schon, wo dieser Bornhald �berall gewesen war und welche L�nder und St�dte ihm bekannt waren? Wenn er sie bei einer L�ge ertappte, g�be es keine R�ckkehr zur Wahrheit mehr. Dann w�re Bornhald endg�ltig �berzeugt, da� sie Schattenfreunde waren.</p><p>�Wir kommen von den Zwei Fl�ssen�, sagte er schnell.</p><p>Egwene starrte ihn �berrascht an, fing sich dann aber wieder. Er machte mit der Wahrheit weiter � zumindest einer abge�nderten Fassung der Wahrheit. Sie beide hatten die Zwei Fl�sse verlassen, um Caemlyn zu sehen. Auf dem Weg dorthin hatten sie von den Ruinen einer gro�en Stadt geh�rt, doch als sie Shadar Logoth fanden, trafen sie auf Trollocs. Sie brachten es fertig, �ber den Arinelle zu fliehen, hatten sich von da ab allerdings v�llig verirrt. Sie schlossen sich einem Mann an, der ihnen angeboten hatte, sie nach Caemlyn zu f�hren. Er sagte, sein Name gehe sie nichts an, und er schien auch nicht gerade freundlich, aber sie brauchten eben einen F�hrer. Das erste Mal bekamen sie W�lfe zu sehen, nachdem die Kinder des Lichts erschienen. Sie hatten lediglich versucht, sich zu verstecken, damit sie weder von W�lfen aufgefressen noch von den Reitern get�tet w�rden.</p><p>�... wenn wir gewu�t h�tten, da� Ihr Kinder des Lichts seid�, beendete er seine Erz�hlung, �dann h�tten wir Euch um Hilfe gebeten.�</p><p>Byar schnaubte ungl�ubig. Das k�mmerte Perrin aber kaum; falls der Lordhauptmann �berzeugt werden konnte, w�rde Byar ihnen kein Leid zuf�gen. Es war klar, da� Byar zu atmen aufh�ren w�rde, sollte Lordhauptmann Bornhald es ihm befehlen.</p><p>�In dieser Geschichte kommt aber kein Beh�ter vor�, sagte der grauhaarige Mann einen Moment sp�ter.</p><p>Perrins Erfindergeist verlie� ihn; er wu�te, er h�tte sich zum Ausdenken mehr Zeit nehmen sollen. Egwene sprang f�r ihn in die Bresche. �Wir trafen ihn in Baerlon. Die Stadt war voll von M�nnern, die nach dem Ende des Winters aus den Bergwerksd�rfern heruntergekommen waren, und wir wurden in der Schenke an den gleichen Tisch gewiesen. Wir haben uns nur w�hrend des Essens mit ihm unterhalten.�</p><p>Perrin konnte wieder frei atmen. <emphasis>Danke, Egwene!</emphasis></p><p>�Gebt ihnen ihre Habseligkeiten zur�ck, Kind Byar. Nat�rlich nicht die Waffen.� Als Byar ihn �berrascht anblickte, f�gte Bornhald hinzu: �Oder geh�rt Ihr zu denen, die Unerleuchtete auszupl�ndern pflegen, Kind Byar? Das ist eine schlimme Sache, nicht wahr? Niemand kann ein Dieb sein und trotzdem im Licht wandeln.� Byar nahm den Hinweis etwas ungl�ubig entgegen.</p><p>�Dann la�t Ihr uns gehen?� Egwene klang �berrascht. Perrin hob den Kopf und sah den Lordhauptmann an.</p><p>�Nat�rlich nicht, Kind�, sagte Bornhald traurig. �Du sagst vielleicht die Wahrheit, da� du von den Zwei Fl�ssen kommst, denn du wei�t gut �ber Baerlon und die Bergwerke Bescheid, aber Shadar Logoth... ? Das ist ein Name, den nur sehr, sehr wenige kennen, die meisten davon Schattenfreunde. Und jeder, der genug wei�, um diesen Namen zu kennen, der geht nicht dorthin. Ich schlage vor, du denkst dir auf dem Weg nach Amador eine bessere Geschichte aus. Du wirst Zeit genug haben, denn wir unterbrechen die Reise in Caemlyn. M�glichst aber die Wahrheit, Kind. In der Wahrheit und dem Licht liegt auch Freiheit.�</p><p>Byar verga� einiges von seiner Unterw�rfigkeit dem grauhaarigen Mann gegen�ber. Er fuhr herum, weg von den Gefangenen, und in seinen Worten schwang Emp�rung mit: �Das k�nnt Ihr nicht! Das ist nicht erlaubt!� Bornhald hob fragend eine Augenbraue, und Byar ri� sich zusammen. Er schluckte. �Vergebt mir, mein Lordhauptmann. Ich habe mich vergessen, und ich erbitte untert�nigst Eure Vergebung und unterwerfe mich Eurer Gerechtigkeit. Aber, wie mein Lordhauptmann bereits festgestellt hat, m�ssen wir Caemlyn rechtzeitig erreichen, und da die meisten unserer Ersatzpferde weg sind, werden wir es schwer genug haben, auch ohne noch Gefangene mitzuschleppen.�</p><p>�Und was w�rdet Ihr vorschlagen?� fragte Bornhald ruhig.</p><p>�Die Strafe f�r Schattenfreunde ist der Tod.� Durch die ausdruckslose Stimme klang das noch erschreckender. Er h�tte mit der gleichen Ruhe vorschlagen k�nnen, einen K�fer zu zertreten. �Es gibt keinen Waffenstillstand mit dem Schatten. Es gibt keine Gnade f�r Schattenfreunde.�</p><p>�Eifer ist begr��enswert, Kind Byar, aber, wie ich auch oft meinem Sohn Dain sagen mu�: �bereifer kann ein ernsthafter Fehler sein. Erinnert Euch daran, was das Dogma auch sagt: Niemand ist so verloren, da� er nicht zum Licht gef�hrt werden k�nnte. Diese beiden sind jung. Sie k�nnen noch nicht so tief im Schatten verwoben sein. Sie k�nnen noch zum Licht gef�hrt werden, wenn sie nur gestatten, da� der Schatten von ihren Augen gehoben werde. Wir m�ssen ihnen Gelegenheit dazu geben.�</p><p>Einen Augenblick lang mochte Perrin den gro�v�terlichen Mann, der zwischen ihnen und Byar stand, direkt gut leiden. Dann drehte Bornhald sein Gro�vaterl�cheln Egwene zu.</p><p>�Wenn du dich weigerst, zum Licht zu kommen, bis wir Amador erreichen, bin ich gezwungen, dich den Vernehmern zu �berstellen, und denen gegen�ber wirkt Byars Eifer wie eine Kerze neben der Sonne.� Der Grauhaarige klang wie ein Mensch, der bedauert, was er tun mu�, der aber nicht die Absicht hatte, jemals etwas anderes als seine Pflicht zu tun, so, wie er sie sah. �Bereue, entsage dem Dunklen K�nig, komme zum Licht, gestehe Eure S�nden, und sage alles, was du wei�t, �ber diese schmutzige Sache mit den W�lfen, dann erspare ich dir das alles. Du wirst frei sein und im Licht wandeln.� Sein Blick kehrte zu Perrin zur�ck, und er seufzte traurig. Es lief Perrin eiskalt den R�cken hinunter. �Aber du, Perrin von den Zwei Fl�ssen. Du hast zwei der Kinder get�tet.� Er ber�hrte die immer noch in Byars Hand befindliche Axt. �Auf dich, f�rchte ich, wartet in Amador der Galgen.�</p></section><section><title><p>31</p><p>Verdiene dir dein Essen!</p></title><p>Rand kniff die Augen zusammen und beobachtete die Staubspur, die sich vorn, vielleicht drei oder vier Kurven voraus, auf der Stra�e erhob. Mat war schon auf dem Weg in die wild neben der Stra�e wuchernden Hecken. Die immergr�nen Bl�tter und dicht verwobenen �ste wurden sie genausogut verbergen wie eine Steinmauer, falls sie sich einen Weg hindurch zur anderen Seite bahnen konnten. Neben der gegen�berliegenden Stra�enseite sah man nur sp�rliche braune �berreste kopfhoher B�sche und dahinter eine halbe Meile freies Feld bis hin zum Waldrand. Es k�nnte Teil eines noch nicht allzu lange aufgegebenen Ackers gewesen sein, aber dort bot sich kein schnell erreichbares Versteck. Er versuchte, die Geschwindigkeit der Staubfahne und die des Windes einzusch�tzen.</p><p>Ein pl�tzlicher Windsto� wirbelte Stra�enstaub um ihn auf und nahm ihm die Sicht. Er blinzelte und verschob den einfachen, dunklen Schal, den er um Nase und Mund gebunden hatte. Er war mittlerweile nicht mehr ganz sauber � sein Gesicht juckte -, doch er verhinderte, da� er mit jedem Atemzug Staub einatmete. Ein Bauer hatte ihm den gegeben, ein Mann mit langem Gesicht und Sorgenfalten in den Wangen.</p><p>�Ich wei� nicht, wovor ihr weglauft�, hatte er mit bedenklicher Miene gesagt, �und ich will es auch nicht wissen. Versteht ihr? Meine Familie.� Pl�tzlich hatte der Bauer zwei lange Schals aus seiner Tasche gezogen und ihnen das wollige B�ndel hingehalten. �Es ist nicht viel, aber hier habt ihr etwas. Geh�ren meinen Jungen. Sie haben noch mehr davon. Ihr kennt mich nicht, verstanden? Es sind schwere Zeiten.�</p><p>F�r Rand war der Schal viel wert. Sie hatten in den Tagen seit Wei�br�cke nicht viel Freundlichkeit erlebt, und er glaubte auch nicht daran, da� sie noch mehr solcher Beispiele finden w�rden.</p><p>Mat, dessen Gesicht bis auf die Augen von dem Schal um seinen Kopf verdeckt wurde, rannte schnell an der hohen Hecke entlang und zog immer wieder an den dicht mit Bl�ttern bewachsenen Zweigen. Rand ber�hrte den Knauf mit dem Reiherzeichen an seinem G�rtel, lie� aber die Hand wieder fallen. Schon einmal hatten sie sich fast selbst verraten, weil sie ein Loch in eine Hecke gehauen hatten. Die Staubfahne bewegte sich auf sie zu und blieb immer dicht geschlossen. Es war nicht der Wind. Wenigstens regnete es nicht. Regen hielt den Staub am Boden. Wie stark es auch regnen mochte, die festgefahrene Stra�endecke wurde niemals zu Schlamm verwandelt, aber wenn es regnete, gab es keinen Staub. Staub war das einzige Warnsignal, da� sich irgend jemand n�herte. Wenn sie den Ank�mmling erst einmal h�ren konnten, war es manchmal schon zu sp�t.</p><p>�Hier�, rief Mat mit ged�mpfter Stimme. Er schien geradewegs durch die Hecke zu gehen.</p><p>Rand eilte zu dieser Stelle. Irgendwann einmal hatte dort jemand ein Loch hineingeschnitten. Es war teilweise zugewachsen, und bereits aus drei Fu� Entfernung wirkte es genauso geschlossen wie die �brige Hecke, aber aus der N�he sah man, da� es nur von einigen wenigen �sten verschlossen war. Als er sich hindurchschob, h�rte er das Getrappel von Pferdehufen. Es war nicht der Wind gewesen.</p><p>Er kauerte hinter der kaum bedeckten �ffnung und hielt den Knauf seines Schwertes in der Hand, als die Reiter vorbeikamen. F�nf... sechs... sieben Reiter. Einfach gekleidete M�nner, doch an Schwertern und Speeren konnte man sehen, da� es keine Dorfbewohner waren. Ein paar trugen Lederw�mse mit Metallbeschl�gen, und zwei hatten runde Stahlkappen. Vielleicht Leibw�chter von Kaufleuten, die sich gerade einen neuen Dienstherren suchten. Vielleicht.</p><p>Einer von ihnen sah im Vorbeireiten die Hecke ohne gro�es Interesse an, und Rand zog sein Schwert ein St�ck aus der Scheide. Mat fauchte leise wie ein in die Enge getriebener Dachs, w�hrend er �ber seinen Schal hinwegschielte. Seine Hand hatte er unter dem Mantel; wenn Gefahr im Verzug war, ergriff er immer den Dolch aus Shadar Logoth. Rand war nicht sicher, ob er das tat, um sich zu sch�tzen oder um den Dolch mit dem Rubingriff zu sch�tzen. In letzter Zeit verga� Mat manchmal, da� er einen Bogen besa�.</p><p>Die Reiter passierten sie in langsamem Trab, zielbewu�t wohl, aber ohne zu gro�e Eile. Staub trieb durch die Hecke.</p><p>Rand wartete, bis das Hufegeklapper verstummt war, bevor er den Kopf vorsichtig aus dem Loch hinaussteckte. Die Staubfahne befand sich ein gutes St�ck die Stra�e hinunter in der Richtung, aus der sie gekommen waren. Im Osten war der Himmel klar. Er kletterte hinaus auf die Stra�e und beobachtete, wie sich die Staubs�ule nach Westen bewegte.</p><p>�Nicht hinter uns her�, sagte er. Es war Feststellung und Frage zugleich. Mat kletterte ihm nach und sah sich mi�trauisch nach allen Seiten um. �Vielleicht�, sagte er. �Vielleicht.�</p><p>Rand wu�te nicht, wie er das meinte, nickte aber.</p><p>Vielleicht. So hatte ihre Reise die Caemlyn-Stra�e hinunter nicht angefangen.</p><p>Noch lange Zeit, nachdem sie Wei�br�cke verlassen hatten, wurde Rand immer wieder bewu�t, da� er sich umblickte und die Stra�e hinter ihnen beobachtete. Manchmal erblickte er jemanden, der ihm den Atem stocken lie� � einen gro�en, hageren Mann, der die Stra�e entlangeilte, oder einen schlacksigen, wei�haarigen Burschen oben auf dem Bock eines Wagens neben dem Fahrer -, aber immer war es ein Hausierer oder es waren Bauern auf dem Weg zum Markt; niemals Thom Merrilin. Als die Tage vergingen, verging auch die Hoffnung.</p><p>Auf der Stra�e herrschte beachtlicher Verkehr: Wagen und Karren, Reiter und Fu�g�nger. Sie kamen einzeln und in Gruppen, ein Wagenzug von Kaufleuten oder ein Dutzend Berittene. Sie verstopften die Stra�e nicht gerade, und oft sah man nichts au�er kahlen B�umen, die die festgetretene Stra�endecke einrahmten, aber sie wurde immerhin von mehr Leuten ben�tzt, als Rand jemals in den Zwei Fl�ssen gesehen hatte.</p><p>Die meisten reisten in der gleichen Richtung wie sie -nach Osten, auf Caemlyn zu. Manchmal wurden sie ein kurzes St�ck auf einem Bauernwagen mitgenommen, eine Meile weit oder f�nf, aber meistens liefen sie zu Fu�. Sie mieden Reiter; wenn sie in der Entfernung auch nur einen Reiter ersp�hten, rannten sie von der Stra�e weg und versteckten sich, bis er vorbei war. Keiner trug jemals einen schwarzen Umhang, und Rand glaubte auch nicht wirklich, da� ein Blasser ihnen gestattet h�tte, ihn rechtzeitig auszumachen, aber sie wollten kein Risiko eingehen. Zu Anfang f�rchteten sie nur die Halbmenschen.</p><p>Das erste Dorf nach Wei�br�cke sah Emondsfeld so �hnlich, da� Rand kaum noch weitergehen mochte, als er es sah. Strohgedeckte H�user mit hohen Giebeln, Hausfrauen in ihren Sch�rzen, die zwischen den H�usern �ber den Zaun hinweg mit der Nachbarin klatschten, und Kinder, die auf dem Dorfgr�n spielten. Das Haar der Frauen hing offen auf die Schultern herunter, und das Dorf unterschied sich auch in anderen Dingen, aber alles in allem war es wie zu Hause. K�he weideten auf dem Gr�n, und G�nse watschelten mit �berheblichem Getue �ber die Stra�e. Die Kinder tollten lachend im Staub umher, wo das Gras g�nzlich verschwunden war. Sie schauten sich noch nicht einmal um, wenn Rand und Mat vorbeikamen. Da lag ein weiterer Unterschied: Fremde waren hier nichts Ungew�hnliches � auch sie beide waren den Leuten keinen zweiten Blick wert. Die Dorfhunde hoben lediglich die K�pfe und nahmen ihre Witterung auf, als sie vorbeikamen, doch ansonsten r�hrten sie sich nicht.</p><p>Es war beinahe schon Abend, als sie durch das Dorf kamen, und ihn packte gewaltiges Heimweh, wenn er so die Lichter in den Fenstern aufleuchten sah. <emphasis>Gleich wie es aussieht,</emphasis> fl�sterte eine kleine Stimme in seinem Verstand, <emphasis>es ist nicht wirklich deine Heimat. Auch wenn du in eines der H�user gehst, wird dort kein Tam auf dich warten. Und wenn, k�nntest du ihm dann in die Augen sehen? Du wei�t doch mittlerweile Bescheid, oder nicht? Au�er �ber solche Kleinigkeiten, wo du herkommst und wer du eigentlich bist. Keine Fiebertr�ume.</emphasis> Er zog die Schultern vor dem sp�ttischen Gel�chter in seinem Kopf ein. <emphasis>Du kannst genausogut hierbleiben,</emphasis> h�hnte die Stimme. <emphasis>Ein Ort ist so gut wie der andere, wenn du aus dem Nirgendwo kommst und dich der Dunkle K�nig gezeichnet hat.</emphasis></p><p>Mat zupfte ihn am �rmel, aber er ri� sich los und betrachtete die H�user. Er wollte nicht dableiben, aber er wollte sie ansehen, um sich sp�ter daran erinnern zu k�nnen. <emphasis>So �hnlich wie zu Hause, aber so was wirst du wohl nicht mehr wieder zu sehen bekommen, oder?</emphasis></p><p>Mat zupfte noch mal. Sein Gesicht war angespannt; die Haut um seinen Mund und die Augen herum wei�. �Komm weiter�, murmelte Mat. �Komm schon!� Er sah das Dorf an, als bef�rchte er, da� sich etwas darin verstecke. �Komm jetzt! Wir k�nnen noch nicht ausruhen.�</p><p>Rand drehte sich um die eigene Achse, um den Anblick des ganzen Dorfes in sich aufzunehmen, und dann seufzte er. Sie waren noch nicht weit von Wei�br�cke entfernt. Wenn der Myrddraal schon die Mauern von Wei�br�cke passieren konnte, ohne gesehen zu werden, dann h�tte er auch keinerlei Schwierigkeiten, dieses kleine Dorf zu durchsuchen. Er lie� sich ins freie Land hinauszerren, bis die strohgedeckten H�user weit hinter ihnen lagen.</p><p>Die Nacht brach herein, und endlich fanden sie im Mondschein einen Schlafplatz unter einigen B�schen, an denen noch die abgestorbenen Bl�tter hingen. Sie schlugen sich die B�uche mit kaltem Wasser aus einem kleinen Rinnsal in der N�he voll und rollten sich am Boden zusammen, ohne Lagerfeuer und nur in ihre Umh�nge gewickelt. Ein Feuer k�nnte gesehen werden � besser, frierend zu schlafen.</p><p>Rand wurde von Erinnerungen geplagt und wachte �fters auf. Jedesmal h�rte er, wie Mat im Schlaf redete und sich herumw�lzte. Er tr�umte nichts, woran er sich sp�ter erinnern konnte, aber er schlief auch nicht gerade gut. <emphasis>Du wirst die Heimat nie wiedersehen.</emphasis></p><p>Es war nicht die einzige Nacht, in der nur ihre Umh�nge sie gegen Wind und manchmal auch kalten, durchdringenden Regen sch�tzten. Es war nicht ihre einzige Mahlzeit, die nur aus kaltem Wasser bestand. Zusammen besa�en sie wohl genug M�nzen, um damit ein paar Mahlzeiten in einer Schenke zu bezahlen, aber ein Bett f�r die Nacht war denn doch zu teuer. Au�erhalb der Zwei Fl�sse war alles teurer, und auf dieser Seite des Arinelle noch mehr als in Baerlon. Das �briggebliebene Geld mu�ten sie f�r einen Notfall sparen.</p><p>Eines Nachmittags erw�hnte Rand den Dolch mit dem Rubingriff, w�hrend sie mit schweren Beinen die Stra�e entlangliefen, die M�gen zu leer, um auch nur Energie zum Knurren aufzubringen. Die blasse Sonne stand tief am Himmel, und ihre einzige Aussicht auf die kommende Nacht waren weitere B�sche. Dunkle Wolken t�rmten sich �ber ihnen und versprachen n�chtlichen Regen. Er hoffte auf ein wenig Gl�ck: vielleicht nur ein eisiger Nieselregen. Er ging noch ein paar Schritte weiter, bevor ihm klar wurde, da� Mat stehengeblieben war. Also blieb er auch stehen und bewegte die Zehen in den Stiefeln. Wenigstens hatte er warme F��e. Er lockerte die Schulterriemen. Seine Deckenrolle und Thoms geb�ndelter Umhang waren nicht schwer, aber nach so vielen Meilen mit leerem Magen schienen auch ein paar Pfund schon wie ein schweres Gewicht. �Was ist los, Mat?� fragte er.</p><p>�Warum bist du so erpicht darauf, ihn zu verkaufen?� wollte Mat zornig wissen. �Ich habe ihn schlie�lich gefunden. Hast du je daran gedacht, da� ich ihn vielleicht behalten m�chte? Jedenfalls eine Weile lang. Wenn du etwas verkaufen willst, dann verkauf doch dieses verdammte Schwert!�</p><p>Rand strich mit der Hand �ber den Knauf mit dem Reiherzeichen. �Mein Vater hat mir dieses Schwert gegeben. Es geh�rte ihm. Ich w�rde dir nie vorschlagen, etwas zu verkaufen, das dir dein Vater geschenkt hat. Blut und Asche, Mat, gef�llt dir vielleicht dieser Hunger? Und au�erdem, selbst wenn ich jemanden f�nde, der es kaufen w�rde � wieviel w�rde ein Schwert schon bringen? Was kann ein Bauer mit einem Schwert anfangen? Dieser Rubin w�rde uns genug einbringen, um mit einer Kutsche bis nach Caemlyn zu fahren! Vielleicht sogar bis Tar Valon. Und wir w�rden jedesmal in einer Schenke essen und jede Nacht in einem Bett schlafen. Aber vielleicht macht es dir auch Spa�, �ber die halbe Welt zu marschieren und auf dem Boden zu schlafen?� Er funkelte Mat an, und sein Freund funkelte zur�ck.</p><p>So standen sie mitten auf der Stra�e, bis Mat pl�tzlich unsicher die Achseln zuckte und zu Boden sah. �Wem k�nnte ich ihn schon verkaufen, Rand? Ein Bauer w�rde uns mit H�hnern bezahlen m�ssen, und damit k�nnen wir keine Kutsche kaufen. Und selbst wenn ich ihn in irgendeinem Dorf herumzeigen w�rde, durch das wir gekommen sind, d�chten sie doch wahrscheinlich, wir h�tten ihn gestohlen. Das Licht mag wissen, was dann gesch�he.�</p><p>Nach einer Weile nickte Rand z�gernd. �Du hast recht. Ich wei�. Tut mir leid, ich wollte dich nicht so anfahren. Es ist halt nur, da� ich Hunger habe und mir die F��e weh tun.�</p><p>�Meine auch.� Sie gingen wieder los, die Stra�e hinunter, aber nun wom�glich noch m�der als vorher. Der Wind frischte auf und blies ihnen Staub ins Gesicht. �Meine auch�, keuchte Mat.</p><p>Ein paar Mahlzeiten und einige N�chte im Warmen bekamen sie schon auf Bauernh�fen. Ein Heustadel war fast genauso warm wie ein Zimmer mit einem Feuer im Kamin, jedenfalls wenn man ihn mit einem Lager unter B�schen verglich, und ein Heustadel, sogar eine ohne eine sch�tzende Abdeckung, hielt den schlimmsten Regen ab, wenn man sich tief genug hineingrub. Manchmal versuchte sich Mat darin, Eier zu stehlen, und einmal unternahm er einen Versuch, eine Kuh zu melken, die herrenlos herumstand, lediglich an einer langen Leine angebunden, um auf einem Feld zu weiden. Die meisten Bauern hielten allerdings Hunde, und die Hofhunde waren wachsam. Wie Rand die Sache sah, war ein Zwei-Meilen-Wettlauf mit kl�ffenden Hunden auf den Fersen ein zu hoher Preis f�r zwei oder drei Eier, besonders wenn es manchmal Stunden dauerte, bis sie die Hunde wieder los waren und sie aus dem Baum herabsteigen konnten, auf dem sie Zuflucht gesucht hatten. Die vergeudeten Stunden reuten ihn.</p><p>Es gefiel ihm wohl nicht, aber Rand zog es vor, sich einem Bauernhaus offen und im hellen Tageslicht zu n�hern. Gelegentlich hetzte man trotzdem die Hunde auf sie, ohne �berhaupt ein Wort mit ihnen zu reden, denn die umlaufenden Ger�chte und die schlechten Zeiten machten jedermann, der allein und von anderen ein St�ck entfernt wohnte, Fremden gegen�ber mi�trauisch. Aber oft gen�gte auch eine Stunde Holzhacken oder Wasserschleppen, um ihnen eine Mahlzeit und ein Bett einzubringen, selbst wenn es nur ein Strohsack in der Scheune war. Andererseits bedeuteten ein oder zwei Stunden solcher Arbeiten auch ein oder zwei Stunden Stillstand bei Tageslicht, also ein oder zwei Stunden, in denen der Myrddraal aufholen konnte. Manchmal fragte er sich, wie viele Meilen in der Stunde ein Blasser zur�cklegen konnte. Jede vers�umte Minute reute ihn -aber zugegebenerma�en nicht so sehr, wenn er dabei die hei�e Suppe einer Bauersfrau hinunterl�ffeln konnte. Und wenn sie nichts zu bei�en hatten, war das Wissen, da� sie sich mit jeder Minute Caemlyn ein bi�chen n�herten, ein schwacher Trost f�r einen leeren Magen. Rand konnte sich nicht entscheiden, was schlimmer war: ein leerer Magen oder verlorene Zeit. Nur Mat ging noch ein St�ckchen weiter, als sich nur �ber seinen Bauch oder die Verfolger Gedanken zu machen.</p><p>�Was wissen wir denn schon von ihnen?� fragte Mat eines Nachmittags, als sie auf einem kleinen Hof den Stall ausmisteten. �Licht, Mat, was wissen sie denn �ber uns?� �chzte Rand. Sie arbeiteten mit nacktem Oberk�rper und waren beide mit Schwei� und Stroh bedeckt. Die Luft war voll von Strohstaub. �Jedenfalls wei� ich, da� sie uns Lammbraten und ein richtiges Bett zum Schlafen geben.�</p><p>Mat stie� seine Mistgabel in den Haufen aus Stroh und Dung und sah den Bauer von der Seite her an. Der war aus dem hinteren Teil des Stalles gekommen, trug einen Eimer in der einen Hand und in der anderen seinen Melkhocker. Es war ein gebeugter alter Mann mit einer Haut wie Leder und d�nnem grauen Haar. Der Bauer verlangsamte seinen Schritt, als er bemerkte, da� Mat ihn ansah, blickte dann aber schnell zur Seite und eilte aus der Scheune, wobei Milch �ber den Eimerrand hinausschwappte.</p><p>�Ich sage dir, er f�hrt etwas im Schilde�, sagte Mat. �Hast du gemerkt, da� er mir nicht in die Augen sehen konnte? Warum sind sie so freundlich zu ein paar Wanderern, die sie zuvor noch nie gesehen haben? Sag's mir!�</p><p>�Seine Frau sagt, wir erinnern sie an ihre Enkel. H�r schon auf, dir dar�ber Gedanken zu machen. Was uns Sorgen bereitet, kommt hinter uns nach. Hoffe ich jedenfalls.�</p><p>�Er plant irgendwas�, murmelte Mat.</p><p>Als sie fertig waren, wuschen sie sich an dem Trog vor der Scheune. Ihre Schatten erstreckten sich lang unter der sinkenden Sonne. Rand trocknete sich mit seinem Hemd ab, w�hrend sie zum Haus gingen. Der Bauer erwartete sie an der T�r. Er lehnte sich etwas zu beil�ufig auf seinen Stock. Hinter ihm verkrampfte seine Frau die H�nde um den Sch�rzenrand und schaute ihm �ber die Schulter. Sie kaute unentschlossen auf der Unterlippe. Rand seufzte. Er glaubte nicht, da� Mat und er sie jetzt noch an ihre Enkel erinnerte.</p><p>�Unsere S�hne kommen heute abend zu Besuch�, sagte der alte Mann. �Alle vier. Ich hatte es vergessen. Sie kommen alle vier. Gro�e Burschen. Stark. K�nnen jede Minute ankommen. Ich f�rchte, wir haben kein Bett mehr frei, auch wenn wir es euch versprochen haben.�</p><p>Seine Frau schob ein kleines, in eine Stoffserviette geh�lltes B�ndel an ihm vorbei. �Hier. Da ist Brot und K�se und Gurke und Lammfleisch. Genug f�r zwei Mahlzeiten. Hier!� Ihr runzliges Gesicht flehte sie stumm an, es doch bitte anzunehmen und zu verschwinden.</p><p>Rand nahm das B�ndel. �Danke. Ich verstehe schon. Komm, los, Mat.�</p><p>Mat folgte ihm. Er murrte vor sich hin, w�hrend er sich das Hemd �berzog. Rand hielt es f�r das Beste, so viele Meilen wie m�glich zur�ckzulegen, bevor sie anhielten und a�en. Der alte Bauer hatte einen Hund.</p><p>Es h�tte schlimmer kommen k�nnen, dachte er. Vor drei Tagen hatte man die Hunde auf sie gehetzt, als sie noch an der Arbeit waren. Die Hunde und der Bauer mit seinen beiden S�hnen hatten sie kn�ppelschwingend hinaus zur Stra�e nach Caemlyn und noch eine halbe Meile weiter gejagt, bevor sie aufgaben. Sie hatten kaum Zeit genug gehabt, ihre Habseligkeiten zusammenzuraffen und loszurennen. Der Bauer hatte einen Bogen getragen und einen Pfeil mit breiter Spitze aufgelegt gehabt.</p><p>�Kommt ja nicht zur�ck!� hatte er ihnen nachgeschrien. �Ich wei� nicht, was ihr wollt, aber ich will eure Wieselaugen nicht mehr sehen!�</p><p>Mat hatte sich umdrehen wollen, fummelte bereits an seinem K�cher herum, aber Rand zog ihn weiter. �Bist du verr�ckt?� Mat warf ihm einen m�rrischen Blick zu, aber wenigstens rannte er weiter.</p><p>Rand fragte sich manchmal, ob es sich wirklich lohnte, zu Bauernh�fen zu gehen. Je weiter sie kamen, desto mi�trauischer wurde Mat Fremden gegen�ber und desto weniger konnte er es verbergen. Er gab sich auch kaum M�he dabei. Die Mahlzeiten wurden immer kleiner, bei gleicher Arbeit, versteht sich, und manchmal bot man ihnen noch nicht einmal die Scheune zum Schlafen an. Doch dann fiel Rand eine L�sung f�r all ihre Probleme ein � zumindest schien es eine zu sein -, und das geschah an Grinwells Hof.</p><p>Meister Grinwell und seine Frau hatten neun Kinder. Das �lteste davon war eine Tochter, die kaum mehr als ein Jahr j�nger war als Rand und Mat. Meister Grinwell war ein kr�ftiger Mann, und bei all den Kindern brauchte er wahrscheinlich keine weitere Hilfe, aber er musterte sie von oben bis unten, betrachtete ihre verschmutzten Kleider und staubigen Stiefel und gab zu, da� er immer noch Arbeit f�r weitere H�nde finden k�nne. Frau Grinwell meinte, wenn sie an ihrem Tisch essen sollten, dann nicht in diesen dreckigen Sachen. Sie sei gerade bei der W�sche, und bei der Arbeit w�rden ihnen auch ein paar alte Sachen ihres Mannes gen�gen. Sie l�chelte, als sie das sagte, und in dem Augenblick sah sie f�r Rand genauso aus wie Frau al'Vere, obwohl ihr Haar gelb war. Diese Farbe hatte er noch nie zuvor gesehen. Selbst aus Mat schien etwas von der Anspannung zu weichen, als ihr L�cheln ihn ber�hrte. Mit der �ltesten Tochter war das auch so eine Sache.</p><p>Else hatte dunkle Haare, gro�e Augen und war h�bsch. Wenn ihre Eltern gerade nicht hersahen, grinste sie frech her�ber. W�hrend sie arbeiteten � sie wuchteten F�sser und Getreides�cke in der Scheune herum -, lehnte sie sich �ber eine niedrige Stallt�re, summte vor sich hin, kaute auf dem Ende eines langen Pferdeschwanzes herum und beobachtete sie. Besonders oft sah sie Rand an. Er bem�hte sich, sie nicht zu beachten, aber nach ein paar Minuten zog er sich dann doch das von Meister Grinwell ausgeliehene Hemd an. Es war zu kurz und an den Schultern zu eng, aber besser als gar nichts. Else lachte laut auf, als er es �berzog. Ihm kam der Gedanke, da� es diesmal wohl nicht Mats Schuld sein w�rde, wenn man sie fortjagte.</p><p><emphasis>Perrin w��te, wie man das macht,</emphasis> dachte er. <emphasis>Er w�rde ein paar Witze rei�en, und bald w�rde sie sich schieflachen, anstatt ihn anzuhimmeln, wenn ihr Vater zuschaute.</emphasis> Nur fielen ihm halt gerade keine lustigen Geschichten oder gar Witze ein. Wann immer er in ihre Richtung blickte, l�chelte sie ihn auf eine Weise an, da� ihr Vater bestimmt die Hunde loslassen w�rde, wenn er es bemerkte. Einmal sagte sie ihm, da� ihr gro�e M�nner gefielen. Alle Burschen auf den H�fen in der Gegend seien klein. Mat grinste schelmisch. Rand w�nschte, ihm fiele ein Witz ein, und er versuchte, sich ganz auf die Heugabel zu konzentrieren.</p><p>Wenigstens waren die j�ngeren Kinder in Rands Augen ein Segen. Mats Mi�trauen lie� immer etwas nach, wenn Kinder in der N�he waren. Nach dem Abendessen setzten sie sich alle vor den Kamin. Meister Grinwell sa� auf seinem Lieblingsplatz, stopfte seine Pfeife, und Frau Grinwell kramte in ihrem N�hk�stchen und stopfte L�cher in den Hemden, die sie f�r ihn und Mat gewaschen hatte. Mat holte Thoms farbige B�lle hervor und begann zu jonglieren. Er tat das nur, wenn Kinder zusahen. Die Kinder lachten, als er so tat, als lie�e er die B�lle fallen und sie dann in letzter Sekunde doch auffing, und sie beklatschten die Springbrunnen und Achter und einen Ring mit sechs B�llen, die er wirklich beinahe fallen lie�. Aber es machte ihnen m�chtig Spa�, und auch Meister Grinwell und seine Frau klatschten so laut wie ihre Kinder. Als Mat fertig war und sich mit genauso weitschweifigen Verbeugungen wie Thom f�r den Beifall bedankt hatte, holte Rand Thoms Fl�te aus dem Kasten. Er war nie in der Lage, das Instrument zu spielen, ohne dabei traurig zu werden. Wenn er die Gold- und Silberverzierungen ber�hrte, war es ihm, als ber�hre er Thoms Andenken. Er nahm niemals die Harfe in die Hand, au�er um nachzusehen, ob sie sicher und trocken aufbewahrt sei � Thom hatte immer gesagt, die Harfe sei nichts f�r die ungeschickten H�nde eines Bauernjungen -, aber wenn ihnen ein Bauer das �bernachten gestattete, spielte er immer nach dem Essen ein oder zwei Lieder auf der Fl�te. Das war immer eine kleine Extrazahlung an den Bauer und vielleicht auch ein Weg, um das Andenken an Thom frischzuhalten.</p><p>Aus der lustigen Stimmung heraus, die Mat mit seinem Jonglieren heraufbeschworen hatte, spielte er �Drei M�dchen auf der Wiese�. Meister Grinwell und seine Frau klatschten mit, und die kleineren Kinder tanzten durch das Zimmer. Selbst der kleinste Junge, der kaum laufen konnte, stampfte im Rhythmus mit den F��en. Er wu�te, da� er beim Bel Tine noch keinen Preis gewinnen w�rde, aber nach der guten Lehre bei Thom m��te er sich auch nicht sch�men, an einem Wettbewerb teilzunehmen. Else sa� mit �bergeschlagenen Beinen vor dem Kamin, und als er nach dem letzten Ton die Fl�te senkte, beugte sie sich mit einem langen Seufzer vor und l�chelte ihn an. �Du spielst so sch�n! Ich habe noch nie etwas so Sch�nes geh�rt.�</p><p>Frau Grinwell unterbrach pl�tzlich ihr N�hen, hob eine Augenbraue in Richtung ihrer Tochter und sah Rand lang und absch�tzend an. Er hatte den Lederbeh�lter schon in der Hand, um die Fl�te wieder einzupacken, aber bei dem Blick lie� er den Beh�lter fallen und beinahe auch die Fl�te. Wenn sie ihn bezichtigte, ihrer Tochter sch�nzutun... Verzweifelt hob er die Fl�te wieder an die Lippen und spielte ein weiteres Lied, und dann noch eines und noch eines. Frau Grinwell beobachtete ihn weiterhin. Er spielte �Der Wind, der die Weide beugt�, �Heimkehr vom Tarwin-Paߋ, �Frau Aynoras Hahn� und �Der alte Schwarzb�r�. Er spielte alle Lieder, die ihm einfielen, aber sie sah ihn unverwandt an. Sie sagte nichts dabei, aber sie musterte ihn und �berlegte.</p><p>Es war schon sp�t, als Meister Grinwell schlie�lich aufstand. Er lachte und rieb sich die H�nde. �Also, das war schon ein seltenes Vergn�gen, aber es ist schon viel sp�ter, als wir normalerweise zu Bett gehen. Ihr Wanderburschen teilt euch die Zeit anders ein, aber auf einem Bauernhof kommt der Morgen schnell. Ich sage euch, ich habe in der Schenke schon mehr Geld bezahlt und mich schlechter am�siert als heute abend. Viel schlechter.�</p><p>�Ich glaube, sie sollten eine Belohnung daf�r bekommen, Vater�, sagte Frau Grinwell, w�hrend sie ihren J�ngsten auf die Arme nahm, nachdem er schon lange vor dem Feuer eingeschlafen war. �Die Scheune ist kein guter Schlafplatz. Sie k�nnen in Elses Zimmer schlafen, und Else schl�ft heute nacht bei mir.�</p><p>Else verzog das Gesicht. Sie h�tete sich aufzublicken, aber Rand bemerkte es. Er glaubte zu sehen, da� auch ihre Mutter es bemerkte.</p><p>Meister Grinwell nickte. �Ja, ja, viel besser als in der Scheune. Wenn ihr nichts dagegen habt, zu zweit in einem Bett zu schlafen.� Rand err�tete; Frau Grinwell sah ihn immer noch an. �Ich w�nschte, ich k�nnte mehr von dieser Fl�te h�ren. Und von euerem Jonglieren sehen! Wi�t ihr, morgen h�tte ich eine kleine Arbeit, bei der ihr mir helfen k�nntet, und... �</p><p>�Sie werden fr�h aufbrechen wollen, Vater�, warf Frau Grinwell ein. �Arien ist das n�chste Dorf auf ihrem Weg, und wenn sie dort ihr Gl�ck in der Schenke versuchen wollen, m�ssen sie den ganzen Tag wandern, damit sie vor Einbruch der Dunkelheit dort ankommen.�</p><p>�Ja�, sagte Rand, �das m�ssen wir. Und ich danke Euch!�</p><p>Sie l�chelte ihn mit aufeinandergepre�ten Lippen an, als wisse sie recht gut, da� sein Dankesch�n mehr galt als nur dem guten Rat, dem Essen und einem warmen Bett.</p><p>Den ganzen n�chsten Tag �ber neckte ihn Mat wegen Else, w�hrend sie die Stra�e entlangmarschierten. Er bem�hte sich, das Thema zu wechseln, und was Grinwell in bezug auf ihr Auftreten in Schenken vorgeschlagen hatte, lieferte ihm einen guten Vorwand. Am Morgen schmollte Else, als sie aufbrachen, und Frau Grinwell sah sie mit einem Blick an, der ihnen sagte: �Besser so, und sie wird schnell dar�ber hinwegkommen�, und Meister Grinwells Vorschlag hielt Mat eine Weile vom Sp�tteln ab. Als sie schlie�lich das n�chste Dorf erreichten, hatten sie an anderes zu denken.</p><p>Als sich die Abendd�mmerung herabsenkte, betraten sie die einzige Schenke in Arien, und Rand sprach mit dem Wirt. Er spielte �F�hr �bern Fluߋ � was der mollige Wirt �Liebling Sara� nannte � und einen Teil von �Die Stra�e nach Dun Aren�, und Mat jonglierte ein wenig, und das Ergebnis war, da� sie diese Nacht in einem Bett schliefen und Bratkartoffeln mit Rindfleisch a�en. Sicher, es war das kleinste Zimmer der Schenke, ganz hinten unter dem Dach, und das Essen kam erst mitten am Abend nach langem Spielen und Jonglieren, aber es war immerhin doch ein Bett unter einem richtigen Dach. Und was daran nach Rands Ansicht noch besser war: Sie hatten jeden Moment des Tageslichts zum Vorw�rtskommen ausgen�tzt. Und die G�ste in der Schenke schienen Mats mi�trauische Blicke nicht zu st�ren. Einige von ihnen be�ugten sogar ihrerseits die anderen mi�trauisch. Mi�trauen Fremden gegen�ber war in solchen Zeiten normal, und in einer Schenke traf man eben immer auf Fremde.</p><p>Rand schlief besser als je zuvor, seit sie Wei�br�cke verlassen hatten, obwohl er das Bett mit Mat teilen mu�te, der immer noch im Schlaf redete. Am Morgen versuchte der Wirt, sie zu �berreden, noch ein oder zwei Tage zu bleiben, aber als sie nicht darauf eingingen, holte er einen Bauern mit verschlafenen Augen herbei, der am Abend zu viel getrunken hatte, um noch mit seinem Karren heimzufahren. Eine Stunde sp�ter befanden sie sich f�nf Meilen weiter �stlich und lagen gem�tlich auf dem R�cken im Stroh auf Eazil Forneys Karren. So reisten sie von nun an weiter. Mit ein wenig Gl�ck und manchmal einer Mitfahrgelegenheit konnten sie bis Einbruch der Dunkelheit fast immer das n�chste Dorf erreichen. Wenn es im Ort mehr als eine Schenke gab, dann �berboten sich f�r gew�hnlich die Wirte gegenseitig, nachdem sie Rands Fl�te geh�rt und Mat jonglieren gesehen hatten. Auch zusammen konnten sie noch keinem Gaukler das Wasser reichen, aber sie boten immer noch mehr, als die Dorfbewohner sonst im ganzen Jahr zu sehen und zu h�ren bekamen. Zwei oder drei Schenken im gleichen Ort bedeuteten ein sch�neres Zimmer mit zwei Betten und gr��ere Portionen eines besseren Bratens und manchmal sogar ein paar Kupferm�nzen in der Tasche, wenn sie weiterzogen. Am Morgen fanden sie fast immer jemanden, der sie mitfahren lie�, einen weiteren Bauern, der zu lange geblieben war und zuviel getrunken hatte, oder einen H�ndler, der ihre Art von Unterhaltung gut genug gefunden hatte, um nichts dagegen zu haben, wenn sie hinten auf einem seiner Wagen aufsprangen. Rand begann zu glauben, da� ihre Probleme vorbei seien, jedenfalls bis sie Caemlyn erreichten. Aber dann kamen sie nach Vier K�nige.</p></section><section><title><p>32</p><p>Vier K�nige unter dem Schatten</p></title><p>Das Dorf war gr��er als die meisten anderen, aber immer noch ein viel zu sch�biges Kaff, um den Namen Vier K�nige zu verdienen. Wie gew�hnlich f�hrte die Stra�e nach Caemlyn mitten durch den Ortskern, aber vom S�den her m�ndete eine andere vielbenutzte Stra�e ein. Die meisten D�rfer waren vor allem M�rkte und Treffpunkte f�r die Bauern der Gegend, aber hier waren nicht viele Bauern zu sehen. Vier K�nige �berlebte als Haltepunkt f�r die Wagenz�ge der Kaufleute auf dem Weg nach Caemlyn und zu den Bergwerksorten in den Verschleierten Bergen jenseits von Baerlon und den D�rfern zwischendrin. Die Stra�e aus dem S�den war die Hauptschlagader des Handels von Lugard mit den Bergwerken im Westen; die Kaufleute aus Lugard, die nach Caemlyn wollten, benutzten einen k�rzeren Weg. Im Umland fand man wenige Bauernh�fe, kaum genug, um sich selbst und die Stadt zu versorgen, und im Ort selbst standen die Kaufleute und ihre Wagen im Mittelpunkt, dazu die M�nner, die sie fuhren, und die Verladearbeiter.</p><p>�berall in Vier K�nige fand man freie Pl�tze, auf denen der blanke Boden zu Staub zermahlen war, und dort hatte man die Wagen Rad an Rad geparkt. Sie standen verlassen da, nur von ein paar gelangweilten W�chtern beh�tet. Die Stra�en wurden ges�umt von Stallungen und eingez�unten, niedergetrampelten Wiesen f�r die Pferde. Sie waren alle breit genug f�r die durchfahrenden Wagen und zeigten tiefe, von zu vielen Wagenr�dern hinterlassene Furchen. Es gab kein Dorfgr�n, und die Kinder spielten in den Furchen. Sie mu�ten st�ndig den Wagen und den Fl�chen der Fahrer ausweichen.</p><p>Die Dorffrauen trugen Kopft�cher, hatten den Blick gesenkt und schritten schnell durch die Stra�en. Manchmal wurden sie von den Fahrern der Wagen auf eine Art angep�belt, da� Rand err�tete; sogar Mat fuhr bei manchen dieser �u�erungen zusammen. Es waren keine Frauen zu sehen, die �ber den Zaun hinweg mit der Nachbarin klatschten. Verwahrloste Holzh�user standen Seite an Seite. Zwischen ihnen befanden sich lediglich ganz schmale G��chen. Wo irgend jemand tats�chlich die verwitterten Bretterw�nde wei� get�ncht hatte, verbla�te die Farbe schnell und wirkte, als sei sie jahrelang nicht nachgestrichen worden. Schwere Fensterl�den waren offensichtlich so lange schon nicht mehr ge�ffnet worden, da� ihre Scharniere zu festen Rostklumpen verbacken waren. �ber allem hing L�rm; das H�mmern der Hufschmiede, Rufe der Wagenfahrer, rauhes Gel�chter aus den Schenken.</p><p>Rand schwang sich vom hinteren Ende eines Planwagens herunter, als sie an einer grellbemalten Schenke vorbeikamen � gr�n und gelb -, die schon von weitem unter all den bleifarbenen H�usern auffiel. Der Wagenzug fuhr weiter. Keiner der Fahrer schien zu bemerken, da� er und Mat weg waren. Die Abendd�mmerung senkte sich �ber die Stadt, und sie dachten alle nur daran, die Pferde auszuspannen und in eine Schenke zu gehen. Rand stolperte in einer Furche und sprang dann flink zur Seite, um einem schwerbeladenen Wagen auszuweichen, der in der Gegenrichtung heranklapperte. Der Fahrer schrie ihm einen Fluch zu, als der Wagen vorbeirollte. Eine Dorffrau wich ihm aus und eilte weiter, ohne ihn anzusehen.</p><p>�Ich bin mir bei diesem Ort nicht sicher�, sagte er. Er glaubte, durch all diesen L�rm hindurch Musik h�ren zu k�nnen, wu�te aber nicht, woher sie kam. Vielleicht aus der Schenke, aber es war schwer einzusch�tzen. �Es gef�llt mir hier nicht. Vielleicht sollten wir diesmal doch weitergehen.�</p><p>Mat warf ihm einen ver�chtlichen Blick zu und hob dann die Augen himmelw�rts. Oben t�rmten sich dunkle Wolken. �Und heute nacht unter einer Hecke schlafen? Bei dem Wetter? Ich bin wieder an Betten gew�hnt.� Er hielt den Kopf schief, um zu lauschen, und brummte dann: �Vielleicht gibt es in einer dieser Schenken keine Musikanten. Au�erdem k�nnte ich wetten, da� sie keinen Jongleur haben.� Er schob sich den Bogen �ber die Schulter und ging in Richtung der hellgelben T�r, wobei er alles mit zusammengekniffenen Augen genau betrachtete. Rand folgte ihm zweifelnd.</p><p>Drinnen befanden sich Musikanten. Ihre Zither- und Trommelkl�nge gingen fast in dem rauhen Gel�chter und angetrunkenen Geschrei unter. Auch in den n�chsten beiden Schenken spielten Musikanten, und es erklang die gleiche bet�ubende Dissonanz. M�nner in Arbeitskleidung f�llten die Tische und taumelten dazwischen herum. Sie winkten mit Bierkr�gen und versuchten, die Kellnerinnen zu betatschen, die ihnen mit starrem, leidgewohntem L�cheln auswichen. Die Geb�ude zitterten von dem Get�se, und der Geruch war s�uerlich � der Gestank alten Weins und ungewaschener K�rper. Es war nichts von Kaufleuten in Seide und Samt und Spitzen zu sehen; ihre Ohren und Nasen wurden durch die W�nde privater Speises�le im Obergescho� gesch�tzt. Er und Mat steckten lediglich die K�pfe kurz hinein und gingen dann wieder. Er kam allm�hlich zu dem Schlu�, da� sie diesmal wohl keine andere Wahl h�tten, als weiterzuziehen.</p><p>In der vierten Schenke, dem Tanzenden Fahrer, war alles ruhig.</p><p>Sie war so auffallend bemalt wie die anderen Schenken, gelb, mit leuchtendem Rot und giftigem Gr�n eingerahmt, aber hier hatte die Farbe bereits Spr�nge und sch�lte sich ab. Rand und Mat traten ein.</p><p>An den Tischen im Schankraum sa�en nur etwa ein halbes Dutzend M�nner �ber ihre Weinkr�ge gebeugt und in tr�be Gedanken versunken. Das Gesch�ft ging offensichtlich schlecht, war aber offenbar einst besser gewesen. Genauso viele Kellnerinnen wie G�ste dr�ckten sich in dem Raum herum. Es h�tte genug f�r sie zu tun gegeben � der Fu�boden war schmutzverkrustet, und in den Ecken hingen Spinnweben -, aber die meisten taten nichts wirklich N�tzliches. Sie bewegten sich eben nur, damit man sie nicht herumstehen sah.</p><p>Ein knochiger Mann mit schulterlangem, str�hnigem Haar drehte sich um und sah sie m�rrisch an, als sie eintraten.</p><p>Das erste lange Donnergrollen erklang �ber Vier K�nige. �Was wollt ihr?� Er wischte sich die H�nde an einer schmierigen Sch�rze ab, die ihm bis auf die Kn�chel herabhing. Rand fragte sich, ob er mehr Schmutz von seiner Sch�rze an die H�nde wischte oder umgekehrt. Es war der erste magere Wirt, den Rand je gesehen hatte. �Also? Sagt, was ihr wollt, kauft euch was zu Trinken oder haut ab! Seh ich aus wie ein Rarit�tenkabinett?�</p><p>Rand err�tete und begann mit seiner �blichen Rede, die er nun schon oft genug in anderen Schenken erprobt hatte. �Ich spiele Fl�te, und mein Freund jongliert, und Ihr werdet im n�chsten Jahr niemand Besseres zu sehen bekommen. F�r ein gutes Zimmer und eine gute Mahlzeit werden wir diesen Schankraum mit G�sten f�llen!� Er dachte an die vollen Schankr�ume, die er an diesen Abend bereits gesehen hatte, besonders an den Mann in der letzten Schenke, der sich direkt vor ihm erbrochen hatte. Er hatte schnell zur Seite springen m�ssen, um seine Stiefel zu retten. Er kam ins Stocken, fing sich aber wieder und fuhr fort: �Wir werden Eure Schenke mit M�nnern f�llen, die Euch das bi�chen, was wir kosten, zwanzigfach mit Essen und Trinken wieder einbringen. Warum solltet... �</p><p>�Ich habe einen Mann, der Zither spielt�, sagte der Wirt m�rrisch.</p><p>�Ihr habt einen S�ufer, Saml Hake�, sagte eine der Kellnerinnen. Sie kam gerade mit einem Tablett und zwei Kr�gen vorbei und blieb kurz stehen, um Rand und Mat anzul�cheln. �Meistens kann er nicht mal mehr genug sehen, um den Schankraum �berhaupt zu finden�, vertraute sie ihnen vernehmlich fl�sternd an. �Hab ihn schon zwei Tage lang nicht mehr gesehen.�</p><p>Ohne den Blick von Rand und Mat zu wenden, schlug ihr Hake ganz beil�ufig mit dem Handr�cken ins Gesicht. Sie keuchte �berrascht und fiel schwerf�llig auf den ungefegten Fu�boden. Einer der Kr�ge zerbrach, und der auslaufende Wein bildete Rinnsale im Schmutz. �Den Wein und das zerbrochene Geschirr ziehe ich dir vom Lohn ab. Hol ihnen neue Getr�nke. Und beeil dich. Die M�nner zahlen nicht f�rs Warten, w�hrend du dich herumdr�ckst.� Seine Stimme klang genauso beil�ufig, wie es der Schlag gewesen war. Keiner der G�ste blickte von seinem Wein auf, und die anderen Kellnerinnen sahen betont zur Seite.</p><p>Die mollige Frau rieb sich die Wange und warf Hake einen m�rderischen Blick zu, aber dann sammelte sie die Scherben und den leeren Krug auf und trug sie wortlos auf ihrem Tablett weg. Hake sog nachdenklich die Luft durch die Z�hne und be�ugte Rand und Mat. Sein Blick ruhte auf dem Schwert mit dem Reiherzeichen. Er ri� ihn wieder los und sagte schlie�lich: �Ich sag euch was. Ihr k�nnte ein paar Strohs�cke in einem leeren Lagerraum hinten haben. Die Zimmer sind zu teuer zum Verschenken. Ihr e�t, wenn alle weg sind. Es wird schon was �brigbleiben.�</p><p>Rand sehnte eine andere Schenke in Vier K�nige herbei, bei der sie es noch nicht versucht h�tten, aber es gab wohl keine. Seit sie Wei�br�cke verlassen hatten, waren sie auf Reserviertheit, Gleichg�ltigkeit und offene Feindseligkeit getroffen, aber nirgendwo hatte er ein solches Unbehagen empfunden wie bei diesem Mann und an diesem Ort. Er sagte sich, daran seien einfach nur der Schmutz, die Verwahrlosung und der L�rm schuld, aber sein Unbehagen wich deshalb noch nicht. Mat beobachtete Hake, als vermute er irgendwo eine Falle, aber er schien trotzdem den Tanzenden Fahrer nicht aufgeben und ein Bett unter einer Hecke vorziehen zu wollen. Donner r�ttelte an den Fenstern. Rand seufzte.</p><p>�Die Strohs�cke sind schon in Ordnung, falls sie sauber und genug saubere Decken vorhanden sind. Aber essen werden wir zwei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit, nicht sp�ter, und das Beste, das Ihr habt. Hier. Wir werden Euch zeigen, was wir k�nnen.� Er griff nach dem Fl�tenkasten, aber Hake sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Nicht wichtig. Diese Bande hier kann man mit jeder Art von Ger�usch zufriedenstellen, solange es nur ein wenig nach Musik klingt.� Sein Blick ber�hrte noch einmal Rands Schwert; sein d�rftiges L�cheln umspielte nur kurz die Lippen. �E�t, wann Ihr wollt, aber wenn Ihr hier keine Menge Leute reinbringt, fliegt Ihr raus.� Er deutete mit einem Nicken nach hinten auf zwei M�nner mit harten Gesichtern, die an der Wand sa�en. Sie tranken nichts, und ihre Arme waren so stark, da� es auch f�r Beine gereicht h�tte. Als Hake ihnen zunickte, sahen sie Rand und Mat ausdruckslos an.</p><p>Rand legte eine Hand auf den Knauf seines Schwertes und hoffte, da� sie das flaue Gef�hl in seinem Magen nicht von seinem Gesicht ablesen konnten. �Solange wir bekommen, was wir abgemacht haben�, sagte er mit ruhiger Stimme.</p><p>Hake blinzelte und schien selbst einen Moment lang unsicher zu werden. Doch dann nickte er. �Wie ich sagte, ganz klar. Also, dann fangt mal an. Ihr werdet niemanden hereinlocken, wenn ihr blo� da rumsteht.� Er stolzierte mit finsterer Miene weg und schrie die Kellnerinnen an, als w�rden sie mindestens f�nfzig G�ste vernachl�ssigen.</p><p>Am hinteren Ende des Raums, in der N�he des r�ckw�rtigen Ausgangs, befand sich ein kleines, leicht erh�htes Podium. Rand schleppte eine Bank hinaus und legte seinen Umhang, die Deckenrolle und Thoms B�ndel darauf und schlie�lich das Schwert obenauf.</p><p>Er fragte sich, ob es klug gewesen sei, das Schwert offen zu tragen. Schwerter sah man genug, doch das Reiherzeichen erregte Aufmerksamkeit und lie� Vermutungen aufkommen. Nicht jeder bemerkte es, aber jedes bi�chen Aufmerksamkeit machte ihn nerv�s. Es k�nnte sein, da� er dem Myrddraal eine eindeutige Spur hinterlie� � falls Blasse solche Spuren �berhaupt ben�tigten. Es schien ja nicht so. Andererseits z�gerte er, es abzulegen. Tam hatte es ihm gegeben. Sein Vater. Solange er das Schwert trug, bestand noch eine Verbindung zwischen Tam und ihm, eine Nabelschnur, die ihm das Recht gab, Tam immer noch Vater zu nennen. <emphasis>Jetzt ist es zu sp�t,</emphasis> dachte er. Er war sich nicht einmal sicher, was er damit meinte, aber es war schon wahr. <emphasis>Zu sp�t.</emphasis></p><p>Beim ersten Ton von �Hahn des Nordens� hob das halbe Dutzend G�ste im Schankraum die K�pfe und stierte nicht mehr in die Weinkr�ge. Selbst die beiden Rausschmei�er richteten sich etwas auf. Sie klatschten alle Beifall, als er fertig war � selbst die beiden Schl�ger -, und dann lie� Mat wieder einen Schwarm farbiger B�lle �ber seinen H�nden tanzen. Drau�en grollte der Himmel erneut. Der Regen hielt sich noch zur�ck, doch der Druck der Feuchtigkeit wuchs f�hlbar; je l�nger es noch dauerte, desto h�rter w�rde der Regen herunterprasseln. Es sprach sich herum, und als es drau�en dunkel war, war die Schenke voll von lachenden und sich unterhaltenden Menschen. Es war so laut, da� Rand kaum h�ren konnte, was er spielte. Nur der Donner �bert�nte noch den L�rm des Schankraums. In den Fenstern sah man Blitze aufzucken, und wenn es mal einen Moment still war, konnte man leise den Regen auf das Dach trommeln h�ren. M�nner, die jetzt noch hereinkamen, hinterlie�en nasse Spuren auf dem Fu�boden.</p><p>Wenn er eine Pause einlegte, erhoben sich Stimmen, die durch den L�rm hindurch nach bestimmten Melodien verlangten. Eine ganze Menge der Titel erkannte er nicht. Wenn er allerdings jemanden dazu brachte, einen Teil der Melodie zu summen, fand er h�ufig heraus, da� er das Lied unter einem anderen Titel kannte. Das war vorher auch schon anderswo so gegangen. �Der fr�hliche Jaim� hie� hier �Rheas Flirt�, und bei einem fr�heren Halt hatte er es als �Die Farben der Sonne� kennengelernt. Einige Titel waren gleich geblieben, andere �nderten sich alle zehn Meilen. Er lernte auch neue Lieder dabei. �Der betrunkene H�ndler� war einer davon, den man andernorts auch �Kesselflicker in der K�che� nannte. �Zwei K�nige bei der Jagd� wurde zu �Zwei Pferde im Galopp� und f�hrte noch einige weitere Titel. Er spielte, was er so kannte, und die M�nner trommelten auf die Tische und verlangten nach mehr.</p><p>Andere forderten Mat immer wieder zum Jonglieren auf. Manchmal gab es kleine Raufereien zwischen M�nnern, die Musik h�ren wollten, und solchen, denen das Jonglieren besser gefiel. Einmal blitzte ein Messer auf, und eine Frau schrie. Ein Mann taumelte mit blut�berstr�mtem Gesicht von einem Tisch weg. Jak und Strom, die beiden Rausschmei�er, kamen schnell her�ber und warfen total unparteiisch alle Beteiligten mit Beulen am Kopf auf die Stra�e hinaus. So machten sie es grunds�tzlich, wenn Probleme auftauchten. Unterhaltung und Gel�chter gingen weiter, als sei nichts geschehen. Niemand sah sich auch nur um, au�er denen, die von den Rausschmei�ern auf dem Weg zur T�r angerempelt wurden.</p><p>Viele G�ste liebten es auch, die Kellnerinnen zu betatschen, wenn eine gerade nicht aufpa�te. Mehr als einmal mu�ten Jak oder Strom einer der Frauen zur Hilfe kommen. Sie beeilten sich allerdings nicht gerade dabei. Hake schrie die entsprechende Frau dann auch noch an und sch�ttelte sie. Er gab ihnen grunds�tzlich die Schuld daran, und sie fanden sich unter Tr�nen und gestammelten Entschuldigungen mit seiner Auffassung ab. Die Frauen sprangen schon, wenn Hake nur die Augenbrauen hochzog, selbst wenn er irgendwo anders hinblickte. Rand fragte sich, warum sie sich das gefallen lie�en.</p><p>Hake l�chelte, wenn er Rand und Mat ansah. Nach einer Weile wurde es Rand aber klar, da� Hake nicht sie anl�chelte. Das L�cheln bezog sich auf das, was hinter ihnen auf der Bank lag: das Schwert mit dem Reiherzeichen. Einmal, als Rand die mit Gold und Silber verzierte Fl�te neben seinen Hocker legte, l�chelte er auch die Fl�te an.</p><p>Beim n�chsten Platztausch mit Mat auf dem Podium beugte er sich hin�ber und sagte Mat etwas ins Ohr. Sogar auf diese geringe Entfernung hin mu�te er laut sprechen, doch bei dem Hintergrundl�rm bezweifelte er, da� irgend jemand mith�ren konnte. �Hake wird versuchen, uns auszurauben.�</p><p>Mat nickte, als habe er das schon erwartet. �Wir m�ssen unsere T�r heute nacht verbarrikadieren.�</p><p>�Unsere T�r verbarrikadieren? Jak und Strom k�nnten eine T�r mit blo�en F�usten einschlagen. Hauen wir lieber ab!�</p><p>�Warte zumindest bis nach dem Essen. Ich habe Hunger. Hier drin k�nnen sie uns nichts tun�, f�gte Mat hinzu. Der vollgestopfte Schankraum rief ihnen ungeduldig zu, endlich weiterzumachen. Hake sah sie b�se an. �Wollt Ihr heute nacht drau�en schlafen?� Ein besonders starker Blitz lie� alles andere erblassen. Einen Augenblick lang war das Licht von drau�en heller als das der Lampen.</p><p>�Ich will hier nur mit heilem Kopf herauskommen�, sagte Rand, doch Mat schlich schon wieder zu seinem Hocker zur�ck, um eine Pause einzulegen. Rand seufzte und begann mit �Die Stra�e nach Dun Aren�. Das schien einer Menge Leute zu gefallen. Er hatte es schon viermal gespielt, und sie wollten es immer noch h�ren. Das Dumme war, da� Mat soweit durchaus recht hatte. Er hatte auch Hunger. Und er konnte sich nicht vorstellen, wie Hake ihnen Schwierigkeiten bereiten sollte, solange der Schankraum voll war, und er wurde ja immer noch voller. F�r jeden Gast, der die Schenke verlie� oder durch Jak und Strom hinausgeworfen wurde, kamen zwei von der Stra�e herein. Sie verlangten, da� Mat jonglierte, oder riefen nach einem bestimmten Lied, waren aber ansonsten vor allem am Trinken interessiert und daran, die Kellnerinnen zu bel�stigen. Ein Mann machte allerdings eine Ausnahme.</p><p>Er hob sich allenthalben von der Menge im Tanzenden Fahrer ab. Die Kaufleute interessierten sich offensichtlich nicht f�r die heruntergekommene Schenke. Soweit er das beurteilen konnte, gab es f�r sie nicht einmal private Speiser�ume. Die G�ste trugen alle grobe Kleidung, und ihre Haut lie� darauf schlie�en, da� sie st�ndig in Sonnenschein und Wind arbeiteten. Dieser Mann wirkte wohlgen�hrt, seine H�nde sahen weich aus, und um die Schultern trug er einen Samtmantel und dar�ber einen mit blauer Seide besetzten Umhang aus dunkelgr�nem Samt. Alle seine Kleidungsst�cke sahen ma�geschneidert aus. Seine Schuhe � keine Stiefel, sondern weiche Samthalbschuhe � waren nicht f�r die gefurchten Stra�en von Vier K�nige angefertigt oder, besser gesagt, �berhaupt nicht f�r irgendwelche Stra�en.</p><p>Er kam eine ganze Weile nach Einbruch der Dunkelheit herein, sch�ttelte den Regen von seinem Umhang ab, w�hrend er sich mit einem vor Abscheu verzogenen Mund umblickte. Er sah sich einmal im Raum um und wandte sich dann wieder zum Gehen, doch pl�tzlich fuhr er hoch � Rand konnte nicht sehen, warum � und setzte sich an einen Tisch, von dem gerade zuvor Jak und Strom aufgestanden waren. Eine Kellnerin blieb an seinem Tisch stehen und brachte ihm dann einen Krug Wein, den er aber auf die Seite schob und nicht mehr anr�hrte. Sie schien es sehr eilig zu haben, seinen Tisch wieder zu verlassen, obwohl er keineswegs versuchte, sie zu bel�stigen � er sah sie nicht einmal an. Was er auch an sich haben mochte, da� sie sich in seiner N�he nicht wohlf�hlte, das bemerkten offensichtlich auch andere, die sich ihm n�herten. Obwohl er so sanft wirkte, gen�gte ein Blick, um jeden Wagenfahrer mit schwieligen H�nden zu vertreiben, der sich an seinen Tisch setzen wollte. Er sa� da, als gebe es im ganzen Raum niemanden sonst � nur ihn, Rand und Mat. Er beobachtete sie �ber gefaltete H�nde hinweg. An jedem Finger glitzerte ein Ring. Er beobachtete sie mit einem L�cheln, das Wiedererkennen und Selbstzufriedenheit ausdr�ckte.</p><p>Rand murmelte Mat etwas zu, als sie wieder die Pl�tze tauschten, und Mat nickte. �Ich habe ihn gesehen�, �u�erte er sich. �Wer ist das? Ich habe das Gef�hl, da� ich ihn kenne.�</p><p>Das war auch Rand bereits aufgefallen. Etwas nagte in seinem Ged�chtnis, aber er konnte einfach nicht herausfinden, was es war. Und doch war er sicher, da� er gerade dieses Gesicht noch nie zuvor gesehen hatte.</p><p>Als sie, soweit Rand das sch�tzen konnte, etwa zwei Stunden lang aufgetreten waren, steckte er die Fl�te in ihren Beh�lter und Mat und er lasen ihre Besitzt�mer auf. Als sie von dem niedrigen Podium heruntertraten, kam Hake mit vor Zorn verzerrtem Gesicht angewuselt. �Es wird Zeit, da� wir essen�, kam ihm Rand zuvor, �und wir wollen nicht, da� unsere Sachen gestohlen werden. W�rdet Ihr dem Koch Bescheid sagen?� Hake z�gerte. Er war noch immer w�tend und bem�hte sich vergebens, den Blick von dem fernzuhalten, was Rand in den Armen trug. Beil�ufig nahm Rand das B�ndel in den einen Arm, so da� er eine Hand frei hatte, um sie auf den Griff des Schwerts zu legen. �Ihr k�nnt ja auch <emphasis>versuchen,</emphasis> uns hinauszuwerfen.� Er betonte das mit voller Absicht und f�gte hinzu: �Der Abend ist noch jung, und wir k�nnen noch lange auftreten. Wir brauchen Kraft, wenn wir gut genug sein wollen, um diese Menge Leute dazu zu bringen, ihr Geld auszugeben. Was glaubt Ihr, wie lange dieser Raum noch voll bleiben wird, wenn wir vor Hunger umfallen?�</p><p>Hakes Blick zuckte �ber den Raum voller Menschen hinweg, die ihm Geld in die Taschen stopften, und dann drehte er sich um und rief durch die Hintert�r: �Gebt ihnen was zu essen!� Er wandte sich wieder Rand und Mat zu und fauchte sie an: �Braucht nicht den ganzen Abend dazu. Ich erwarte von euch, da� ihr dort droben bleibt, bis der letzte Gast weg ist.�</p><p>Einige G�ste riefen bereits nach dem Musiker und dem Jongleur, und Hake wandte sich nun ihnen zu, um sie zu beruhigen. Der Mann im Samtumhang geh�rte zu den ganz eifrigen. Rand winkte Mat zu, ihm zu folgen.</p><p>Eine massive T�r trennte die K�che vom vorderen Teil der Schenke und au�er, wenn sie gerade f�r eine Kellnerin ge�ffnet wurde, war das Trommeln des Regens in der K�che lauter zu h�ren als das Geschrei vom Schankraum her. Es war ein gro�er Raum, hei� und voller Dampf von den Herden und Back�fen, mit einem riesigen Tisch, auf dem halbfertige Gerichte neben bereits fertigen standen, die gleich serviert werden sollten. Ein paar der Kellnerinnen sa�en auf einer Bank nahe dem Hinterausgang zusammen. Sie rieben sich die schmerzenden F��e und plauderten mit der fetten K�chin, die ihnen st�ndig ins Wort fiel und mit einem gro�en Kochl�ffel herumfuchtelte, um ihre Meinung zu unterstreichen. Sie blickten alle auf, als Rand und Mat hereinkamen, unterbrachen aber ihre Unterhaltung keineswegs und massierten sich auch weiterhin die F��e.</p><p>�Wir sollten hier raus, solange wir noch eine Gelegenheit haben�, sagte Rand leise, aber Mat sch�ttelte den Kopf und sah nur auf die beiden Teller, die gerade von der K�chin mit Rindfleisch und Kartoffeln und Erbsen gef�llt wurden. Sie sah die beiden kaum an und unterhielt sich weiter mit den anderen Frauen, w�hrend sie mit den Ellenbogen Sachen beiseite schob und die beiden Teller auf den Tisch stellte. Gabeln legte sie auch daneben.</p><p>�Nach dem Essen ist noch genug Zeit.� Mat setzte sich auf eine Bank und begann damit, seine Gabel wie eine Schaufel zu ben�tzen. Rand seufzte, tat es Mat aber schnell gleich. Seit dem vergangenen Abend hatte er nur eine Brotkruste gegessen. Sein Magen war so leer wie der Geldbeutel eines Bettlers, und der Geruch nach Essen, der sich durch die K�che zog, trug das seinige dazu bei. Er kaute hastig mit vollem Mund, aber bevor er seinen Teller zur H�lfte leer hatte, lie� Mat seinen bereits von der K�chin neu f�llen.</p><p>Er wollte das Gespr�ch der Frauen nicht belauschen, aber einiges von dem, was sie sagten, lie� ihn dann doch die Ohren spitzen.</p><p>�Das h�rt sich verr�ckt an, finde ich.�</p><p>�Verr�ckt oder nicht, so hat man es mir jedenfalls erz�hlt. Er hat die H�lfte aller Schenken im Ort durchgemacht, bevor er hierher kam. Ist nur hereingekommen, hat sich umgeschaut und ist dann ohne ein Wort wieder hinausmarschiert, sogar aus der K�niglichen Schenke. So, als ob es �berhaupt nicht regnen w�rde.�</p><p>�Vielleicht hat er die hier f�r die bequemste gehalten.� Das rief einen Sturm von Gel�chter hervor. �Wie ich geh�rt habe, ist er �berhaupt erst nach Anbruch der Dunkelheit in Vier K�nige angekommen, und seine Pferde m�ssen ganz sch�n fertig gewesen sein, so hart hat er sie rangenommen.�</p><p>�Wo ist der denn hergekommen, wenn er in der Dunkelheit noch drau�en war? Nur Narren oder Verr�ckte verreisen, ohne richtig zu planen.�</p><p>�Na ja, vielleicht ist er ja ein Narr, aber ein reicher! Ich habe geh�rt, da� er noch eine zweite Kutsche hat, f�r seine Diener und das Gep�ck. Da ist Geld zu holen, sage ich euch. Habt ihr seinen Umhang gesehen? Ich h�tte nichts dagegen, wenn der mir geh�rte.�</p><p>�F�r meinen Geschmack ist er ein bi�chen dick. Aber ich sage immer: Ein Mann kann gar nicht zu dick sein, wenn er daf�r genug Gold hat.� Sie bogen sich alle vor Kichern, und die K�chin legte den Kopf in den Nacken und lachte schallend. Rand lie� seine Gabel auf den Teller fallen. In seinem Kopf bohrte ein Gedanke, der ihm gar nicht gefiel. �Ich bin gleich wieder zur�ck�, sagte er. Mat nickte kaum sichtbar und stopfte sich ein St�ck Kartoffel in den Mund.</p><p>Rand nahm den G�rtel mit seinem Schwert und den Umhang. Er zog sich an und ging zum Hinterausgang. Niemand beachtete ihn.</p><p>Es go� in Str�men. Er legte sich den Umhang um und zog die Kapuze �ber den Kopf. Mit einer Hand hielt er den Umhang zu, w�hrend er �ber den Stallhof lief. Ein wahrer Wasservorhang verbarg alles, au�er wenn es gerade blitzte, aber er fand doch, wonach er gesucht hatte. Man hatte die Pferde in den Stall gebracht, doch die beiden schwarzlackierten Kutschen standen gl�nzendna� im Freien. Donner grollte, und ein Blitz zuckte �ber der Schenke auf. Der kurze Moment der Beleuchtung reichte ihm, um einen Namen in Goldschrift auf den Kutschent�ren ausmachen zu k�nnen. Howal Gode.</p><p>Ohne auf den Regen zu achten, der auf ihn herunterprasselte, starrte er den Namen an, den er nicht einmal mehr sehen konnte. Er erinnerte sich daran, wo er zum letzten Mal schwarzlackierte Kutschen mit den Namen ihrer Eigent�mer auf den T�ren und dazu aalglatte, �bergewichtige M�nner in seidenbesetzten Samtumh�ngen und Samtschuhen gesehen hatte. Wei�br�cke. Ein Kaufmann aus Wei�br�cke konnte durchaus einen legitimen Grund haben, nach Caemlyn zu fahren. <emphasis>Einen Grund, der ihn dazu f�hrt, die H�lfte aller Schenken im Ort abzuklappern und dann ausgerechnet dort einzukehren, wo du bist? Und dann starrt er dich an, als habe er gefunden, wonach er suchte?</emphasis></p><p>Rand schauderte, und es wurde ihm bewu�t, da� ihm Regenwasser den R�cken hinunterrann. Sein Umhang war wohl dicht, aber nicht f�r einen solch gewaltigen Regengu� geeignet. Er eilte zur Schenke zur�ck. Die Pf�tzen, durch die er platschte, wurden immer tiefer. Jak stand in der T�r, als er eintreten wollte.</p><p>�Na, na, na! Allein hier drau�en im Dunklen. Die Dunkelheit ist gef�hrlich, Junge.�</p><p>Regennasse Haarstr�hnen klebten an Rands Stirn. Bis auf sie beide war der Stallhof leer. Er fragte sich, ob Hake Schwert und Fl�te unbedingt jetzt schon haben wollte und sogar riskierte, da� ihm die Menge im Schankraum weglaufen w�rde.</p><p>Mit einer Hand wischte er sich die N�sse von der Stirn und aus den Augen, die andere griff nach seinem Schwert. Auch na� war das Noppenleder noch ausgesprochen griffig. �Meint Hake etwa, die Leute blieben alle nur seines Bieres wegen und nicht, weil ihnen Unterhaltung geboten wird? Wenn das so ist, dann nehmen wir eben das Essen als Bezahlung f�r die geleistete Arbeit und machen uns wieder auf den Weg.�</p><p>Der grobschl�chtige Mann, der im Trockenen stand, blickte in den Regen hinaus und schnaubte: �Bei dem Wetter?� Sein Blick glitt hinab zu Rands Hand auf dem Schwertgriff. �Wei�t du, ich und Strom haben gewettet. Er denkt, du hast das deiner alten Gro�mutter gestohlen. Ich glaube aber, deine Oma w�rde dich mit dem Besen um den Schweinestall hetzen und dann zum Trocknen aufh�ngen.� Er grinste. Seine Z�hne standen teilweise schief und waren ganz gelb. Das Grinsen lie� ihn noch b�sartiger erscheinen. �Der Abend ist noch lang, Junge.�</p><p>Rand schob sich an ihm vorbei, und Jak lie� ihn mit einem h��lichen Auflachen ziehen. Drinnen warf er seinen Umhang zur Seite und lie� sich auf die Bank am Tisch fallen, die er erst Minuten vorher verlassen hatte. Mat hatte seinen zweiten Teller geschafft und �arbeitete� an einem dritten. Er a� jetzt langsamer, aber sehr bewu�t, als plane er, jeden Bissen zu verzehren, und wenn er auch platzte.</p><p>Jak stellte sich an die T�r zum Stallhof, lehnte sich an die Wand und beobachtete sie. Selbst die K�chin versp�rte aber anscheinend kein Bed�rfnis, sich mit ihm zu unterhalten.</p><p>�Er kommt aus Wei�br�cke�, sagte Rand leise. Es war nicht n�tig, zu sagen, wen er mit �er� meinte. Mats Kopf drehte sich ihm zu. Ein auf die Gabel gespie�tes St�ck Rindfleisch hing auf halbem Weg zum Mund bewegungslos in der Luft. Rand war sich der Tatsache nur zu bewu�t, da� Jak sie beobachtete, und so r�hrte er im Essen auf seinem Teller herum. Er h�tte jetzt keinen Bissen mehr heruntergebracht, und wenn er am Verhungern gewesen w�re, aber er t�uschte gro�es Interesse an seinen Erbsen vor, w�hrend er Mat von den Kutschen berichtete und was die Frauen gesagt hatten, falls Mat das nicht mitbekommen haben sollte.</p><p>Offensichtlich hatte er das nicht. Mat zwinkerte �berrascht und pfiff durch die Z�hne, blickte dann finster das St�ck Fleisch an seiner Gabel an und warf es auf den Teller zur�ck. Rand w�nschte, er w�rde sich wenigstens etwas M�he geben, sich unverd�chtig zu benehmen.</p><p>�Er ist hinter uns her�, sagte Mat, als er fertig war. Die Runzeln auf Mats Stirn vertieften sich. �Schattenfreund?�</p><p>�Vielleicht. Ich wei� nicht.� Rand sah nach Jak, und der grobschl�chtige Mann streckte sich auff�llig. Er hatte Schultern wie ein Hufschmied. �Glaubst du, wir kommen an dem vorbei?�</p><p>�Nicht, ohne da� er Trubel veranstaltet und uns Hake und den anderen auf den Hals hetzt. Ich wu�te, wir h�tten nicht hierbleiben sollen.�</p><p>Rand blieb vor Verbl�ffung der Mund offen, aber bevor er etwas herausbringen konnte, schob sich Hake durch die T�r zum Schankraum. Hinter ihm ragte Stroms gro�e Gestalt auf. Jak stellte sich direkt vor die Hintert�r. �Wollt ihr die ganze Nacht lang essen?� bellte Hake. �Ich hab euch nichts zu essen gegeben, damit ihr euch hier drau�en auf die faule Haut legt!�</p><p>Rand sah seinen Freund an. Mat formte mit den Lippen das Wort �sp�ter�, und so packten sie unter den wachsamen Augen von Hake, Strom und Jak ihre Sachen. Sobald Rand und Mat erschienen, wurden durch den L�rm des Schankraums hindurch Rufe nach weiterem Jonglieren und die Titel neuer Lieder laut. Der Mann im Samtumhang � Howal Gode � schien immer noch alle anderen um sich herum zu ignorieren, aber er sa� trotzdem gespannt auf der Stuhlkante. Bei ihrem Anblick lehnte er sich mit einem befriedigten L�cheln auf den Lippen zur�ck.</p><p>Rand war als erster vorn auf dem Podium an der Reihe. Er spielte �Wasser aus dem Brunnen�, doch er war nur mit halbem Herzen dabei. Keiner schien die wenigen falschen T�ne zu bemerken. Er versuchte zu �berlegen, wie sie wohl entkommen k�nnten, und zu vermeiden, Gode direkt anzusehen. Wenn er wirklich hinter ihnen her war, hatte es keinen Sinn, ihm zu zeigen, da� sie Bescheid wu�ten. Und was das Entkommen betraf...</p><p>Ihm war fr�her noch nie so klar geworden, welch gute Falle eine solche Schenke darstellte. Hake, Strom und Jak mu�ten sie nicht einmal st�ndig im Auge behalten; die Reaktion der Menge w�rde ihnen zeigen, wenn er oder Mat das Podium verlie�en. Solange der Schankraum voll von G�sten war, konnte Hake ihnen Jak und Strom nicht auf den Hals hetzen, aber sie konnten sich auch nicht davonmachen, ohne da� es Hake wu�te. Und nun beobachtete auch noch Gode jede ihrer Bewegungen. Es war so komisch, da� er h�tte lachen k�nnen, wenn ihm nicht so zum Heulen zumute gewesen w�re. Sie mu�ten also h�llisch aufpassen und den richtigen Moment abwarten.</p><p>Als er den Platz mit Mat tauschte, st�hnte Rand innerlich. Mat funkelte Hake, Strom und Jak b�se an und achtete nicht darauf, ob sie es bemerkten oder sich fragten, aus welchem Grund er so dreinblicken mochte. Wenn er gerade keine B�lle jonglierte, hatte er immer die Hand unter seinem Mantel. Rand zischte zu ihm her�ber, doch er achtete nicht darauf. Wenn Hake auch noch den Rubin sah, wartete er vielleicht nicht mehr ab bis sie allein waren. Falls die G�ste im Schankraum ihn sahen, w�rde sich m�glicherweise die H�lfte Hake anschlie�en.</p><p>Was am schlimmsten war: Mat starrte den Kaufmann aus Wei�br�cke � den Schattenfreund? � derart an, da� Gode es bemerkte. Er konnte es gar nicht �bersehen. Aber er lie� sich davon nicht im geringsten st�ren. Wenn �berhaupt, dann wurde sein L�cheln noch breiter, und er nickte Mat wie einem alten Bekannten zu sah dann zu Rand hin�ber und hob fragend eine Augenbraue. Rand wollte gar nicht wissen, was er damit fragen wollte. Er bem�hte sich, den Mann nicht anzusehen, aber er wu�te, es war bereits zu sp�t. Zu sp�t. Wieder zu sp�t.</p><p>Nur eine Sache brachte den Mann im Samtumhang aus dem Gleichgewicht: Rands Schwert. Er hatte es nicht abgenommen. Zwei oder drei M�nner taumelten zu ihm hoch und fragten, ob er sein Spiel f�r so schlecht hielt, da� er sich sch�tzen m�sse, aber keiner davon hatte den Reiher auf dem Knauf bemerkt. Gode schon. Seine blassen H�nde verkrampften sich, und er blickte das Schwert eine ganze Weile finster an, bevor sein L�cheln zur�ckkehrte. Und dann war es nicht mehr so �berlegen wie vorher.</p><p><emphasis>Wenigstens etwas Gutes hat das,</emphasis> dachte Rand. <emphasis>Wenn er glaubt, da� ich als K�mpfer das Reiherzeichen verdient habe, dann l��t er uns vielleicht in Ruhe. Dann m�ssen wir uns lediglich �ber Hake und seine Schl�ger den Kopf zerbrechen.</emphasis> Der Gedanke trug auch nicht viel zu seiner Beruhigung bei, und � Schwert oder nicht � Gode beobachtete sie weiterhin. Und l�chelte.</p><p>Rand schien dieser Abend ein Jahr lang zu dauern. All diese Augen, die ihn anstarrten: Hake und Strom und Jak lauerten wie die Geier auf ein Schaf, das in einem Moorloch gefangen war. Gode wartete wie etwas noch Schlimmeres. Er bildete sich inzwischen ein, da� alle G�ste im Raum sie aus irgendeinem verborgenen Grund beobachteten. Saurer Weindunst und der Gestank ungewaschener, schwitzender K�rper lie�en seinen Kopf schwimmen, und das Stimmengewirr erschlug ihn, bis seine Augen schwammen und selbst der Klang des eigenen Fl�tenspiels seine Ohren schmerzen lie�. Das Donnergrollen schien aus dem Inneren seines Sch�dels zu kommen. Die Ersch�pfung hing wie ein Bleigewicht an ihm.</p><p>Schlie�lich zog die Notwendigkeit, in der Morgend�mmerung wieder aufstehen zu m�ssen, die M�nner z�gernd hinaus in die Dunkelheit. Ein Bauer konnte selbst bestimmen, was er wann tun mu�te, aber die Kaufleute zeigten kein Mitgef�hl, wenn ein von ihnen bezahlter Fahrer einen Kater hatte. Nach Mitternacht leerte sich so der Schankraum langsam, als sogar diejenigen, die oben ein Zimmer gemietet hatten, loswankten und nach ihren Betten suchten.</p><p>Gode war der letzte Gast. Als Rand g�hnend nach dem Lederbeh�lter f�r die Fl�te griff, stand Gode auf und legte sich seinen Umhang �ber den Arm. Die Kellnerinnen r�umten auf und schimpften �ber den vielen versch�tteten Wein und das zerbrochene Geschirr. Hake schlo� die Vordert�r mit einem gro�en Schl�ssel ab. Gode stand einen Moment lang mit Hake in einer Ecke und sprach mit ihm. Hake rief eine der Frauen, die ihm ein Zimmer zuweisen sollte. Der Mann mit dem Samtumhang l�chelte Rand und Mat verschw�rerisch an, bevor er nach oben verschwand.</p><p>Hake sah Rand und Mat an. Jak und Strom standen neben ihm.</p><p>Rand h�ngte sich hastig den Rest seiner Sachen �ber die Schulter und hielt alles ungeschickt mit der Linken nach hinten zur�ck, so da� er sein Schwert erreichen konnte. Er griff nicht danach, aber er wollte sichergehen, da� er kampfbereit war. Er unterdr�ckte ein weiteres G�hnen; wie m�de er wirklich war, brauchten die anderen nicht zu wissen.</p><p>Mat schulterte ungeschickt seinen Bogen und die anderen Habseligkeiten, aber er steckte die Hand unter seinen Mantel, als er sah, da� Hake und seine Schl�ger auf sie zukamen.</p><p>Hake trug eine �llampe, und zu Rands �berraschung verbeugte er sich kurz und wies mit der Hand auf eine T�r an der Seite. �Eure Strohs�cke sind dort.� Nur ein leichtes Verziehen der Lippen verdarb seine schauspielerische Leistung.</p><p>Mat zeigte mit dem Kinn auf Jak und Strom. �Braucht Ihr die beiden, um uns unsere Betten zu zeigen?�</p><p>�Ich bin ein Mann von Besitz�, sagte Hake und strich sich die verschmutzte Sch�rze �ber dem Bauch glatt. �Und M�nner von Besitz k�nnen nicht vorsichtig genug sein.� Ein Donnerkrachen lie� die Fenster erzittern. Er sah bedeutsam hinauf zur Decke und grinste sie dann breit an: �Wollt ihr eure Betten sehen oder nicht?�</p><p>Rand fragte sich, was gesch�he, wenn sie sagten, sie wollten lieber gehen. <emphasis>Wenn du wirklich mehr vom Gebrauch eines Schwertes verst�ndest, als das, was dir Lan an ein paar Abenden gezeigt hat...</emphasis> �Nach Euch�, sagte er und bem�hte sich, die Stimme hart klingen zu lassen. �Ich habe nicht gern jemanden im R�cken.�</p><p>Strom lachte durch die Nase, aber Hake nickte gelassen und wandte sich der Seitent�r zu. Die beiden gro�en M�nner stolzierten gro�spurig hinter ihm her. Rand holte tief Luft und blickte sehns�chtig zur K�chent�r hin�ber. Wenn Hake den Hinterausgang bereits verschlossen hatte, w�rde Wegrennen sie nur in die Lage bringen, die er zu vermeiden hoffte. Tr�bselig folgte er dem Wirt.</p><p>An der Seitent�r z�gerte er, und Mat rempelte ihn von hinten an. Der Grund, warum Hake eine Lampe trug, war klar: Die T�r f�hrte in einen unbeleuchteten Flur. Es war pechschwarz dort. Nur die von Hake hochgehaltene Lampe, in deren Schein sich Jak und Strom abzeichneten, gab ihm den Mut weiterzugehen. Wenn sie sich umdrehten, w�rde er es rechtzeitig sehen. <emphasis>Und was dann?</emphasis> Der Fu�boden knarrte unter seinen Stiefeln.</p><p>Der Flur endete vor einer einfachen, nicht einmal gestrichenen Brettert�r. Er hatte nicht sehen k�nnen, ob sich dazwischen noch andere T�ren befanden. Hake und seine Schl�ger gingen hinein, und er folgte ihnen schnell, bevor sie Gelegenheit hatten, ihnen eine Falle zu stellen. Doch Hake hob lediglich seine Lampe und deutete damit in den Raum hinein. �Da sind wir.�</p><p>Einen alten Lagerraum hatte er ihn genannt, und so, wie er aussah, war er schon eine Weile nicht mehr ben�tzt worden. Verwitterte F�sser und aufgebrochene Kisten bedeckten den halben Fu�boden. Gleichm��ig tropfte es an mehr als einer Stelle von der Decke, und eine zerbrochene Scheibe im schmutzigen Fenster lie� den Regen herein. Auf den Regalen stand undefinierbarer Krimskrams herum. Fast alles war von einer dicken Staubschicht bedeckt. Da� tats�chlich die versprochenen Strohs�cke vorhanden waren, �berraschte Rand.</p><p><emphasis>Das Schwert macht ihn nerv�s. Er wird nichts unternehmen, bis wir tief schlafen.</emphasis> Rand hatte nicht die Absicht, unter Hakes Dach einzuschlafen. Sobald der Wirt drau�en war, wollte er zum Fenster hinaus. �Es wird schon gehen�, sagte er. Er blickte unverwandt Hake an und wartete auf ein Signal an die beiden grinsenden M�nner an der Seite des Wirts. Es kostete Rand M�he, sich nicht st�ndig die Lippen zu befeuchten. �La�t die Lampe hier.�</p><p>Hake brummte, schob die Lampe aber doch auf ein Regalbrett. Er z�gerte, sah sie an, und Rand war sicher, da� er drauf und dran war, Jak und Strom das Zeichen zum Angriff zu geben. Doch dann blickte er berechnend auf Rands Schwert und wies die beiden gro�en M�nner mit einer schnellen Kopfbewegung zur T�r. �ber ihre breiten Gesichter huschte �berraschung, aber sie folgten ihm ohne einen Blick nach hinten aus dem Raum.</p><p>Rand wartete, bis das Knarren ihrer Schritte verklungen war, z�hlte dann bis f�nfzig und streckte den Kopf aus der T�r. Die Dunkelheit im Flur wurde nur von einem rechteckigen Lichtstreifen unterbrochen, der ihm so fern wie der Mond erschien: dem Umri� der T�r zum Schankraum. Als er den Kopf wieder einzog, bewegte sich etwas Gro�es im Dunkel in der N�he dieser T�r. Jak oder Strom. Einer stand Wache.</p><p>Eine kurze Untersuchung sagte ihm alles �ber die T�r, was er wissen mu�te, allerdings nichts Gutes. Die Bretter waren stark und fest, aber es gab kein Schlo� und keinen Riegel auf der Innenseite. Wenigstens �ffnete sie sich in den Raum hinein.</p><p>�Ich dachte, jetzt gehen sie auf uns los�, sagte Mat. �Worauf warten sie noch?� Er hatte den Dolch herausgeholt und hielt ihn in einer Faust. Die Kn�chel waren wei� vor Anstrengung. Das Licht der Lampe schimmerte auf der Klinge. Bogen und K�cher lagen vergessen am Boden.</p><p>�Da� wir einschlafen.� Rand kramte zwischen den F�ssern und Kisten herum. �Hilf mir, etwas zu finden, um die T�r zu verbarrikadieren.�</p><p>�Warum? Du willst doch nicht wirklich hier schlafen, oder? Klettern wir aus dem Fenster, und dann nichts wie weg. Ich bin lieber na� als tot.�</p><p>�Einer von ihnen ist am Ende des Flurs. Wenn wir irgendein auff�lliges Ger�usch machen, sind sie innerhalb eines Wimpernschlags hier drinnen. Ich glaube, Hake wird eher riskieren, uns wach gegen�berzustehen, als uns laufenzulassen.�</p><p>Leise fluchend machte sich auch Mat auf die Suche, aber in dem Abfall auf dem Boden war nichts Brauchbares zu finden. Die F�sser waren leer, die Kisten zersplittert, und auch wenn sie einfach alles vor die T�r schichteten, w�rde das keinen daran hindern, sie zu �ffnen. Dann entdeckte Rand etwas Bekanntes auf einem Regal: zwei Eisenkeile, rostig und mit Staub bedeckt. Er nahm sie grinsend herunter.</p><p>Eilig schob er sie unter die T�r, und als der n�chste Donnerknall die Schenke erzittern lie�, trieb er sie schnell mit kurzen Fersentritten hinein. Der Donner verhallte, und er hielt die Luft an und lauschte. Er h�rte nur das Trommeln des Regens auf dem Dach. Keine Bodenbretter, die unter rennenden F��en quietschten. �Das Fenster�, sagte er.</p><p>Es war, der es umgebenden Schmutzkruste nach zu schlie�en, seit Jahren nicht mehr ge�ffnet worden. Sie stemmten sich gemeinsam dagegen und dr�ckten mit aller Kraft. Rands Knie zitterten, bevor der Rahmen endlich nachgab und bei jeder Handbreit �ffnung knirschte. Als die �ffnung gro� genug war, um sich hindurchzuzw�ngen, duckte er sich und hielt dann inne.</p><p>�Blut und Asche!� grollte Mat. �Kein Wunder, da� Hake sich keine Gedanken machen mu�te, wir k�nnten hier herausschl�pfen.�</p><p>Eisenst�be in einem eisernen Rahmen gl�nzten na� im Licht der Lampe. Rand dr�ckte gegen das Gitter. Es war so fest wie ein Felsblock.</p><p>�Ich habe etwas gesehen�, sagte Mat. Er kramte hastig in dem Zeug auf den Regalen herum und kam mit einem rostigen Stemmeisen zur�ck. Er rammte das eine Ende unter den Eisenrahmen, und Rand fuhr zusammen.</p><p>�Denk an den L�rm, Mat!�</p><p>Mat verzog das Gesicht und fluchte wieder leise, wartete aber ab. Rand legte die H�nde um das Stemmeisen und versuchte, mit den F��en in der sich st�ndig erweiternden Pf�tze auf dem Boden einen sicheren Halt zu finden. Donner grollte und sie stemmten sich wieder gegen das Eisen. Unter dem gequ�lten Quietschen von N�geln, das Rand die Haare zu Berge stehen lie�, bewegte sich der Rahmen ein wenig � einen Fingerbreit vielleicht. Also n�tzten sie jedes Donnergrollen, jeden Blitzschlag, und stemmten sich ein ums andere Mal gegen das Eisen. Nichts. Ein Fingerbreit. Nichts. Eine Haaresbreite. Nichts. Nichts.</p><p>Pl�tzlich rutschte Rand in der N�sse aus, und sie fielen zu Boden. Das Stemmeisen klapperte wie ein Gong gegen das Gitter. Er lag in einer Pf�tze, hielt den Atem an und lauschte. Stille � bis auf den Regen.</p><p>Mat rieb sich die angeschlagenen Kn�chel und sah ihn b�se an. �Wenn es so weitergeht, kommen wir nie hier raus.� Der Eisenrahmen war kaum so weit herausgedr�ckt, da� man zwei Finger drunterklemmen konnte. Und selbst diese �ffnung war von Dutzenden starker N�gel versperrt.</p><p>�Wir m�ssen es eben weiter versuchen�, sagte Rand und stand auf. Doch als er wieder das Stemmeisen unter die Kante des Rahmens schob, quietschte die T�r, als versuche jemand, sie zu �ffnen. Die Keile hielten. Er tauschte einen besorgten Blick mit Mat. Mat zog wieder den Dolch heraus. Die T�r knarrte erneut.</p><p>Rand atmete tief ein und bem�hte sich, seine Stimme fest erscheinen zu lassen. �Geht weg, Hake. Wir versuchen, zu schlafen.�</p><p>�Ich f�rchte, das ist eine Verwechslung.� Die Stimme klang so aalglatt und von sich eingenommen, da� sie ihren Ursprung verriet: Howal Gode. �Meister Hake und seine... Lakaien werden uns nicht st�ren. Sie schlafen fest und werden am Morgen h�chstens in der Lage sein, sich dar�ber zu wundern, wohin Ihr verschwunden seid. La�t mich ein, meine jungen Freunde. Wir m�ssen miteinander sprechen.�</p><p>�Wir haben keinen Grund, mit Euch zu sprechen�, sagte Mat. �Geht und la�t uns schlafen.�</p><p>Godes Lachen klang b�sartig. �Nat�rlich m�ssen wir uns �ber etwas unterhalten. Das wi�t Ihr so gut wie ich. Ich habe es Euren Augen abgelesen. Ich wei�, was Ihr seid, vielleicht sogar besser als Ihr selbst. Ich kann f�hlen, wie es in Wellen vor Euch herflie�t. Ihr geh�rt jetzt schon halb meinem Herrn. H�rt auf wegzulaufen und findet Euch damit ab. Dann wird alles viel leichter f�r Euch. Wenn Euch die Weiber von Tar Valon finden, dann werdet Ihr Euch noch w�nschen, Ihr k�nntet Euch selbst die Kehle durchschneiden, und das, bevor sie mit Euch fertig sind. Aber Ihr k�nnt es nicht mehr. Nur mein Herr kann Euch vor ihnen besch�tzen.�</p><p>Rand hatte schwer zu schlucken. �Wir haben keine Ahnung, wovon Ihr sprecht. La�t uns in Ruhe.� Der Fu�boden im Flur knarrte. Gode war nicht allein. Wie viele M�nner konnte er in zwei Kutschen mitgebracht haben?</p><p>�H�rt auf, Euch wie Narren zu benehmen, meine jungen Freunde! Ihr wi�t es doch. Ihr wi�t es ganz genau. Der Gro�e Herr der Dunkelheit hat Euch als sein eigen gezeichnet. Es steht geschrieben, wenn er erwacht, dann werden ihn die neuen Schattenlords erwarten, um ihm zu huldigen. Ihr m��t zwei davon sein, sonst w�re ich nicht ausgesandt worden, Euch zu finden. Denkt daran: ewiges Leben und mehr Macht, als Ihr Euch ertr�umen k�nnt.� Seine Stimme klang gepre�t, als hungere er selbst nach eben dieser Macht.</p><p>Rand sah zum Fenster hinaus, als gerade ein Blitz den Himmel zerri�, und er h�tte beinahe laut gest�hnt. Der kurze Moment Helligkeit zeigte ihm, da� drau�en M�nner standen, die den Regen, der sie durchn��te, einfach mi�achteten und das Fenster beobachteten.</p><p>�Ich bin dieses Spiels m�de�, verk�ndete Gode. �Ihr werdet Euch meinem Meister unterwerfen � Eurem Meister -, oder Ihr werdet unterworfen. Das w�re nicht angenehm f�r Euch. Der Gro�e Herr der Dunkelheit herrscht �ber den Tod, und er kann Leben im Tod oder Tod im Leben gew�hren, wie er es w�nscht. �ffnet diese T�r. Auf die eine oder andere Weise ist Euer Wegrennen beendet! �ffnet sie, sage ich!�</p><p>Er mu�te auch noch etwas anderes gesagt haben, denn pl�tzlich prallte ein schwerer K�rper gegen die T�r. Sie bebte, und die Keile verschoben sich ein ganz klein wenig. Auf dem Holz zeigte sich eine Rostspur. Immer wieder wurde die T�r ersch�ttert, wenn K�rper dagegenprallten. Manchmal hielten die Keile, manchmal gaben sie wieder etwas nach, und so wurde die T�r ganz allm�hlich, aber unaufhaltsam nach innen gedr�ckt.</p><p>�Ergebt Euch�, verlangte Gode vom Flur aus, �oder verbringt die Ewigkeit damit, Euch zu w�nschen, Ihr h�ttet Euch ergeben!�</p><p>�Wenn wir keine andere Wahl haben... � Unter Rands Blick leckte sich Mat die Lippen. Sein eigener Blick huschte umher wie der eines Dachses in der Falle. Sein Gesicht war bla�, und er atmete schwer beim Sprechen. �Wir k�nnten einwilligen und sp�ter zu entkommen versuchen. Blut und Asche, Rand, es gibt keinen Weg nach drau�en!�</p><p>Die Worte schienen Rand wie durch eine Schicht von Watte zu erreichen, die er sich in die Ohren gestopft hatte.</p><p><emphasis>Kein Weg f�hrt nach drau�en.</emphasis> Oben donnerte es wieder, und ein weiterer Blitz zuckte �ber den Himmel. <emphasis>Mu� einen Weg finden.</emphasis> Gode rief nach ihnen, forderte, bat; die T�r rutschte wieder ein St�ckchen nach innen auf. <emphasis>Ein Ausweg!</emphasis></p><p>Licht erf�llte den Raum, blendete alle Sicht. Die Luft schrie auf und brannte. Rand f�hlte, wie er hochgehoben und gegen die Wand geschleudert wurde. Er rutschte wie ein H�ufchen Elend zu Boden. In seinen Ohren rauschte es, und jedes Haar an seinem K�rper stand zu Berge. Bet�ubt taumelte er hoch. Seine Knie gaben nach, und er st�tzte sich mit einer Hand an der Wand ab. Er sah sich erstaunt um.</p><p>Die Lampe, die umgekippt am Rand eines der wenigen �briggebliebenen Regalbretter lag, brannte noch immer und erhellte den Raum ein wenig. All die F�sser und Kisten lagen, teilweise ru�geschw�rzt und qualmend, irgendwo herum, wohin sie eben geschleudert worden waren. Das Fenster mit dem Gitter davor und auch der gr��te Teil der Wand waren verschwunden und hatten lediglich ein ausgefranstes Loch hinterlassen. Das Dach war eingesackt, und an den gesplitterten Kanten der �ffnung k�mpften Rauchf�den gegen den Regen an. Die T�r hing schief in den Angeln und hatte sich so in ihrem Rahmen verkeilt. Alles erschien ihm verschwommen unwirklich. Er stellte die Lampe wieder auf. Es schien ihm das wichtigste auf der Welt, sich zu vergewissern, da� sie nicht zerbrechen konnte.</p><p>Ein Kistenstapel w�lbte sich pl�tzlich und brach auf. Mitten drin stand Mat auf. Er wankte, blinzelte und bef�hlte seinen K�rper, als wolle er nachpr�fen, ob noch alles an seinem Platz sei. Er sp�hte in Richtung Rand. �Rand? Bist du das? Du lebst. Ich dachte, wir seien beide... � Er brach ab, bi� sich auf die Lippe und zitterte. Rand brauchte einen Augenblick, um zu erkennen, da� er lachte, allerdings am Rande der Hysterie.</p><p>�Was ist geschehen, Mat? Mat? Mat! Was ist geschehen?�</p><p>Mats K�rper wurde von einem letzten Zittern durchgesch�ttelt und dann war er ruhig. �Ein Blitz, Rand. Ich habe gerade aus dem Fenster geschaut, als er in das Gitter einschlug. Blitz. Ich kann mir nicht denken, was... � Er brach ab, schielte zu der schief in den Angeln h�ngenden T�r hin�ber, und seine Stimme wurde scharf. �Wo ist Gode?�</p><p>Nichts bewegte sich in dem Korridor vor der T�r. Es war weder von Gode noch seinen Begleitern ein Anzeichen zu entdecken � auch kein Laut -, obwohl sich in dieser Dunkelheit alles verbergen konnte. Rand ertappte sich dabei, da� er hoffte, sie seien tot; er h�tte jedoch den Kopf nicht in den Flur hinausgesteckt, um das nachzupr�fen, und wenn man ihm daf�r eine Krone geboten h�tte. Auch drau�en in der Nacht jenseits der ehemaligen Wand bewegte sich nichts, doch anderswo waren Menschen auf den Beinen und rannten herum. Verwirrte Schreie kamen aus dem oberen Stockwerk der Schenke, und man h�rte das Getrampel rennender F��e.</p><p>�Gehen wir, solange wir noch k�nnen�, sagte Rand.</p><p>Er half schnell, ihre Besitzt�mer aus dem Schutt herauszusuchen, packte Mat am Arm und zog ihn teils, teils f�hrte er ihn durch das klaffende Loch in die Nacht hinaus. Mat klammerte sich an seinen Arm und stolperte mit vorgestrecktem Kopf, um etwas sehen zu k�nnen, neben ihm her.</p><p>Als der erste Regentropfen Rands Gesicht traf, zuckte ein gespaltener Blitz �ber die Schenke hinweg, und er blieb verkrampft stehen. Godes M�nner waren noch da. Sie lagen mit den F��en zu der �ffnung hin am Boden. Ihre K�rper wurden vom Regen �bersch�ttet, und ihre ge�ffneten Augen starrten in den Himmel.</p><p>�Was ist los?� fragte Mat. �Blut und Asche! Ich kann kaum meine eigene verdammte Hand sehen!�</p><p>�Nichts�, sagte Rand. <emphasis>Gl�ck. Die im Licht wandeln... Tats�chlich?</emphasis> Zitternd f�hrte er Mat um die Leichen herum. �Nur der Blitz.�</p><p>Es gab keine andere Beleuchtung als die Blitze, und er stolperte in den Furchen der Stra�e, als sie von der Schenke wegtorkelten. Da Mat fast nur an ihm hing, f�hrte jedes Stolpern beinahe zum Sturz, aber sie rannten eben taumelnd und schwer atmend weiter.</p><p>Einmal blickte er zur�ck. Einmal, bevor der Regen zu einem dichten Vorhang wurde, der den Tanzenden Fahrer vor ihm verbarg. Im Blitzschein erkannte er die Silhouette eines Mannes am Hinterausgang der Schenke, der ihnen oder dem Himmel mit der Faust drohte. Gode oder Hake -er wu�te es nicht, aber einer war ihm so lieb wie der andere. Der Regen ergo� sich derart vom Himmel, da� sie wie in einer Wasserwand gefangen waren. Er eilte durch die Nacht und lauschte im Brausen des Sturms nach irgendwelchen Verfolgern.</p></section><section><title><p>33</p><p>Die Dunkelheit wartet</p></title><p>Der hochr�drige Karren rumpelte unter einem bleiernen Himmel die Stra�e nach Caemlyn entlang. Rand erhob sich aus dem Stroh, das hintendrauf lag, und blickte �ber die Seitenwand. Die Bewegung fiel ihm leichter als noch eine Stunde zuvor. Seine Arme f�hlten sich an, als wollten sie sich strecken, anstatt ihn hochzuziehen, und eine kleine Weile lang wollte sein Kopf die Bewegung fortsetzen und wegfliegen, aber es war trotzdem leichter. Er h�ngte sich mit den Armen �ber den niedrigen Seitenbrettern ein und beobachtete das vorbeirollende Land. Die immer noch hinter stumpfbleiernen Wolken verborgene Sonne stand hoch am Himmel, aber der Karren rumpelte bereits in ein weiteres Dorf mit H�usern aus rotem Backstein, deren W�nde von Ranken �berwuchert wurden. Seit Vier K�nige lagen die Ortschaften immer n�her beieinander.</p><p>Einige der Menschen hier winkten Hyam Kinch zu oder riefen dem Bauern, auf dessen Karren sie lagen, etwas nach. Meister Kinch, wortkarg und mit ledernem Gesicht, rief jedesmal ein paar Worte zur�ck, was er eben mit dem Pfeifenstiel im Mund herausbringen konnte. Der um die Pfeife herum zugeklemmte Mund lie� die Worte fast unverst�ndlich werden, aber sie klangen leutselig, und die Menschen waren es zufrieden. Sie kehrten zu ihrer T�tigkeit zur�ck, ohne den Karren eines zweiten Blickes zu w�rdigen. Keiner schien die beiden Passagiere des Bauern zu beachten.</p><p>Die Dorfschenke bewegte sich durch Rands Gesichtsfeld. Sie war wei� get�ncht und hatte ein graues Schieferdach. Leute traten ein oder kamen heraus, nickten sich beil�ufig zu oder winkten einander. Einige davon blieben stehen, um sich zu unterhalten. Sie kannten sich eben. Die meisten waren Dorfbewohner, nach ihrer Kleidung zu urteilen. Die Stiefel und Hosen und M�ntel unterschieden sich nicht sehr von dem, was er trug; allerdings liebten die Leute hier bunte Streifen sehr. Die Frauen trugen H�te mit breiten R�ndern, die ihre Gesichter verbargen, und wei�e � gestreifte � Sch�rzen. Vielleicht waren alle Ortsans�ssige und Bauern aus dem Umland. <emphasis>Spielt das irgendeine Rolle?</emphasis></p><p>Er lie� sich auf das Stroh zur�ckfallen und beobachtete, wie das Dorf zwischen seinen F��en immer kleiner wurde. Eingez�unte Felder und beschnittene Hecken rahmten die Stra�e ein, und er sah kleine Bauernh�user, aus deren roten Backsteinkaminen Rauch quoll. Die einzigen B�ume in der N�he der Stra�e bildeten eine Art von Niederwald, stark ausgeforstet � man hatte wohl Brennholz geschlagen � und garten�hnlich. Aber die �ste streckten sich kahl dem Himmel entgegen, genauso kahl wie die in den wildwachsenden W�ldern im Westen.</p><p>Ein Wagenzug auf der gegen�berliegenden Seite rumpelte die Stra�e herunter und dr�ngte den Karren zum Stra�enrand hin�ber. Meister Kinch schob seine Pfeife in den Mundwinkel und spuckte aus. Er behielt das Rad an der Au�enseite im Auge, um sicher zu gehen, da� es sich nicht in der Hecke verfing, hielt aber nicht an. Sein Mund verzog sich, als er den Wagenzug der Kaufleute betrachtete.</p><p>Keiner der Fahrer, die ihre langen Peitschen in der Luft �ber den jeweils acht Pferden ihrer Gespanne knallen lie�en, und keiner der Wachsoldaten mit ihren harten Gesichtern, die neben den Wagen einherritten, sah den Karren an. Rand beobachtete, wie sie weiterfuhren. In seiner Brust hatte sich etwas verkrampft. Seine Hand steckte unter dem Umhang und umklammerte den Griff seines Schwertes, bis der letzte Wagen vorbeigepoltert war.</p><p>Als der letzte Wagen in Richtung des Dorfes wegratterte, das sie gerade verlassen hatten, drehte sich Mat auf seinem Sitz neben dem Bauern um und lehnte sich zur�ck, bis er Rand in die Augen sehen konnte. Der Schal, mit dem er sich, wenn es notwendig war, gegen den Staub sch�tzte, war tief und mehrmals gefaltet um seine Stirn gebunden. Er rutschte ihm fast in die Augen. Selbst so gesch�tzt blinzelte er noch in das graue Tageslicht hinein. �Hast du da hinten irgendwas gesehen?� fragte er ruhig. �Was war mit dem Wagen?�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf, und Mat nickte. Er hatte ebenfalls nichts gesehen.</p><p>Meister Kinch beobachtete sie aus den Augenwinkeln, verschob dann wieder seine Pfeife im Mund und sch�ttelte die Z�gel. Das war alles, aber es entging den beiden nicht. Das Pferd ging ein wenig schneller.</p><p>�Tun deine Augen immer noch weh?� fragte Rand.</p><p>Mat ber�hrte den Schal an seinem Kopf. �Nein. Nicht sehr. Jedenfalls nicht, wenn ich nicht gerade in die Sonne schaue. Wie steht's mit dir? F�hlst du dich etwas besser?�</p><p>�Ein bi�chen.� Er f�hlte sich wirklich besser, merkte er zu seiner �berraschung. Es war ein Wunder, da� er die Folgen so schnell �berwunden hatte. Mehr als nur das: Es war ein Geschenk des Lichts. <emphasis>Es mu�te das Licht gewesen sein. Ganz bestimmt.</emphasis></p><p>Pl�tzlich kam eine Gruppe von Reitern vorbei, die wie die Wagen der Kaufleute nach Westen zogen. Lange wei�e Kr�gen hingen �ber ihre Kettenpanzer und Schulterplatten herab, und ihre Umh�nge und Unterm�ntel waren rot wie die Uniformen der Torw�chter in Wei�br�cke, jedoch von feinerem Schnitt, und sie pa�ten auch besser. Der kegelf�rmige Helm eines jeden Mannes schimmerte wie Silber. Sie sa�en hoch aufgerichtet auf ihren Pferden. Schmale rote B�nder flatterten gleich unterhalb ihrer Lanzenspitzen, und sie hielten ihre Lanzen alle im gleichen Winkel.</p><p>Einige von ihnen sahen in den Karren hinein, als sie in zwei Reihen vorbeiritten. Jedes Gesicht war in einem K�fig aus Stahlgitter eingesperrt. Rand war froh, da� sein Schwert von dem Umhang bedeckt war. Ein paar nickten Meister Kinch zu. Nicht, da� sie ihn kannten � es war eine Art neutraler Begr��ung. Meister Kinch nickte auf die gleiche Art zur�ck, aber obwohl sein Gesichtsausdruck sich nicht �nderte, lag in seinem Nicken etwas von wohlwollender Zustimmung.</p><p>Sie ritten nur im Schrittempo, aber durch die zus�tzliche Geschwindigkeit des Karrens waren sie schnell vorbei. Mit einem Teil seines Gehirns z�hlte Rand sie. Zehn... zwanzig... drei�ig... zweiunddrei�ig. Er hob den Kopf und beobachtete, wie die beiden Reihen sich die Stra�e von Caemlyn hinunterbewegten. �Wer war das?� fragte Mat teils erstaunt, teils mi�trauisch.</p><p>�Die Garde der K�nigin�, sagte Meister Kinch um seinen Pfeifenstiel herum. Er behielt die Stra�e vor ihnen im Auge. �Kommen nicht mehr viel weiter als bis Breens Quelle, au�er, man ruft sie herbei. Nicht so wie in den alten Tagen.� Er zog an seiner Pfeife und f�gte dann hinzu: �Ich sch�tze, heutzutage gibt es Teile des Reiches, in denen man die Garde ein ganzes Jahr oder l�nger nicht zu sehen bekommt. Nicht wie in den alten Tagen.�</p><p>�Was machen sie?� fragte Rand.</p><p>Der Bauer blickte ihn an. �Den Frieden der K�nigin wahren und die Gesetze der K�nigin durchsetzen.� Er nickte vor sich hin, als gefalle ihm der Klang dieser Worte, und f�gte hinzu: �Sie suchen nach �belt�tern und stellen sie vor Gericht. Mmmmmf!� Er lie� eine lange Rauchfahne aus dem Mund aufsteigen. �Ihr zwei m��t ja von ganz sch�n weit weg sein, wenn ihr nicht einmal die Garde der K�nigin erkennt. Wo kommt ihr denn her?�</p><p>�Von weit her�, sagte Mat im gleichen Augenblick, als Rand herausposaunte: �Von den Zwei Fl�ssen.� Er h�tte es am liebsten zur�ckgenommen, kaum da� es gesagt war. Er konnte immer noch nicht klar denken. Versucht, sich zu verstecken, und gibt dann einen Namen preis, bei dem ein Blasser sofort hellh�rig w�rde.</p><p>Meister Kinch sah Mat aus dem Augenwinkel an und paffte eine Weile schweigend seine Pfeife. �Das ist wirklich weit weg�, sagte er schlie�lich. �Beinahe an der Grenze des Reichs. Aber es mu� schlimmer um das Reich stehen, als ich dachte, wenn es Gegenden darin gibt, deren Einwohner die Garde der K�nigin noch nicht einmal <emphasis>erkennen.</emphasis> Gar nicht wie in den alten Tagen.�</p><p>Rand fragte sich, was Meister al'Vere wohl dazu sagen w�rde, wenn jemand ihm gegen�ber behauptete, die Zwei Fl�sse geh�rten zum Reich irgendeiner K�nigin. Der K�nigin von Andor wahrscheinlich. Vielleicht wu�te der B�rgermeister Bescheid � er wu�te eine Menge Dinge, die Rand �berraschten -, und vielleicht auch andere, aber er hatte nie geh�rt, da� jemand das erw�hnte. Die Zwei Fl�sse waren die Zwei Fl�sse. Jedes Dorf l�ste seine eigenen Probleme, und wenn etwas auftauchte, was mehr als ein Dorf betraf, dann wurde das von den B�rgermeistern und vielleicht noch den Gemeinder�ten gemeinsam gel�st.</p><p>Meister Kinch zog die Z�gel an, und der Karren blieb stehen. �Weiter fahre ich nicht.� Ein enger Pfad f�hrte nach Norden. In dieser Richtung waren mehrere Bauernh�user hinter Feldern sichtbar, die wohl gepfl�gt worden waren, auf denen sich aber noch keine Saat zeigte. �In zwei Tagen seid ihr in Caemlyn. Zumindest dann, wenn dein Freund wieder richtig laufen kann.�</p><p>Mat sprang herunter, hob seinen Bogen und die anderen Sachen vom Karren und half dann Rand, hinten abzusteigen. Rands B�ndel lasteten schwer auf ihm, und seine Beine zitterten noch, aber er wehrte die helfende Hand seines Freundes ab und versuchte, ein paar Schritte weit allein zu laufen. Er f�hlte sich noch unsicher, doch seine Beine trugen ihn. Sie schienen sogar kr�ftiger zu werden, je mehr er sie ben�tzte.</p><p>Der Bauer fuhr nicht gleich weiter. Er betrachtete sie eine Weile und zog an seiner Pfeife. �Ihr k�nnt euch ein oder zwei Tage bei mir ausruhen, wenn ihr wollt. Werdet in der Zeit auch nichts vers�umen, sch�tze ich. Von welcher Krankheit du dich auch erholen mu�t, junger Bursche... na ja, die alte Frau und ich, wir hatten schon so ziemlich jede Krankheit, die du dir vorstellen kannst, und wir haben auch unsere Kinder durchgebracht. Ich denke, du bist �ber die ansteckende Phase hinweg.�</p><p>Mats Blick wurde mi�trauisch, und Rand ertappte sich dabei, da� er die Stirn runzelte. <emphasis>Nicht jeder geh�rt dazu. Es kann ja wohl nicht jeder verwickelt sein.</emphasis></p><p>�Dankesch�n�, sagte er, �aber ich bin schon in Ordnung. Wirklich. Wie weit ist es zum n�chsten Dorf?�</p><p>�Carysfurt? Ihr k�nnt es zu Fu� noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen.� Meister Kinch nahm die Pfeife aus dem Mund und sch�rzte nachdenklich die Lippen, bevor er fortfuhr: �Zuerst habe ich euch f�r weggelaufene Lehrburschen gehalten, aber jetzt glaube ich, da� ihr vor etwas Ernsthafterem wegrennt. Ich wei� nicht, wovor. Es geht mich nichts an. Ich kann durchaus beurteilen, da� ihr keine Schattenfreunde seid und wohl kaum jemanden ausrauben oder verletzen werdet. Nicht so, wie andere, die heutzutage durchs Land ziehen. Als ich noch in eurem Alter war, bin ich auch ein oder zweimal in Schwierigkeiten gekommen. Wenn ihr einen Fleck sucht, an dem ihr ein paar Tage lang untertauchen k�nnt... Mein Hof liegt f�nf Meilen entfernt in dieser Richtung� � er nickte mit dem Kopf zu dem Pfad hin�ber � �und da kommt niemals jemand hin. Was euch auch verfolgt, es wird euch dort wohl kaum finden.� Er r�usperte sich verlegen, als sch�me er sich, soviel auf einmal gesagt zu haben.</p><p>�Woher wollt ihr wissen, wie Schattenfreunde aussehen?� fragte Mat. Er schob sich r�ckw�rts von dem Karren weg und seine Hand fuhr unter den Mantel. �Was wi�t ihr von Schattenfreunden?�</p><p>Meister Kinchs Gesicht spannte sich. �Macht, was ihr wollt.� Er schnalzte mit der Zunge. Der Karren rollte den engen Pfad hinunter, und er sah sich nicht mehr um.</p><p>Mat sah Rand an, und sein finsteres Gesicht hellte sich auf. �Tut mir leid, Rand. Du brauchst einen Ort zum Ausruhen. Vielleicht, wenn wir ihm nachlaufen... � Er zuckte die Achseln. �Ich kann einfach das Gef�hl nicht loswerden, da� jeder hinter uns her ist. Licht, ich wollte, ich w��te warum. Ich wollte, es w�re alles vorbei. Ich wollte... � Mit gequ�ltem Gesichtsausdruck brach er ab.</p><p>�Es gibt auch noch ein paar gute Menschen�, sagte Rand. Mat ging in Richtung des Pfades los. Er hatte die Z�hne zusammengebissen, als sei es das allerletzte, was er tun wolle, aber Rand hielt ihn auf. �Wir k�nnen es uns nicht leisten, uns einfach auszuruhen, Mat. Au�erdem glaube ich nicht, da� es irgendwo ein sicheres Versteck gibt.�</p><p>Mat nickte in offensichtlicher Erleichterung. Er versuchte, Rand etwas von seinen Lasten abzunehmen -die Satteltaschen und Thoms Umhang mit der darin eingewickelten Harfe -, aber Rand hielt sie fest. Seine Beine f�hlten sich wirklich schon kr�ftiger an. <emphasis>Was uns auch verfolgt?</emphasis> dachte er, als sie die Stra�e entlanggingen.</p><p><emphasis>Uns verfolgt nichts. Es wartet auf uns.</emphasis></p><p>Der Regen hatte in dieser Nacht nicht aufgeh�rt, als sie vom Tanzenden Fahrer weggetaumelt waren, sondern war in Str�men auf sie heruntergeprasselt, fast genauso schlimm wie der Donner, der aus dem von Blitzen zerrissenen Himmel auf sie herabdr�hnte. Ihre Kleider waren nach wenigen Minuten v�llig durchn��t, und nach einer Stunde glaubte Rand, auch seine Haut sei mittlerweile aufgeweicht, doch wenigstens hatten sie Vier K�nige inzwischen hinter sich gelassen. Mat war fast blind in dieser Dunkelheit. Er blinzelte unter Schmerzen in das harte Licht der Blitze, in dem sich f�r Momente die Umrisse der B�ume deutlich abhoben. Rand f�hrte ihn an der Hand, aber Mat tastete sich trotzdem noch mit jedem Schritt unsicher voran. Rands Stirn war von Sorgenfalten durchfurcht. Wenn Mat nicht bald wieder sehen konnte, w�rde sie das zum langsamen Vorw�rtskriechen verdammen. So k�nnten sie doch nie entkommen.</p><p>Mat schien seine Gedanken zu erraten. Trotz der Kapuze an seinem Umhang klebte Mats Haar regenna� an der Stirn. �Rand�, sagte er, �du verl��t mich doch nicht, oder? Wenn ich nicht mithalten kann?� Seine Stimme bebte.</p><p>�Ich werde dich doch nicht verlassen.� Rand fa�te die Hand seines Freundes fester. �Ich verlasse dich nicht, gleich was geschieht.� <emphasis>Licht hilf uns!</emphasis> �ber ihnen krachte der Donner, und Mat stolperte. Beinahe w�re er gest�rzt und h�tte Rand noch mitgerissen. �Wir m�ssen hierbleiben, Mat. Wenn wir weitergehen, brichst du dir noch ein Bein.�</p><p>�Gode.� Ein Blitz zerri� die Dunkelheit genau �ber ihnen, als Mat den Namen aussprach, und der Donnerknall rammte alle anderen Ger�usche in den Boden hinein. Im Licht des Blitzes konnte Rand den Namen von Mats Lippen ablesen.</p><p>�Er ist tot.� <emphasis>Er mu� tot sein. Licht, la� ihn tot sein.</emphasis></p><p>Er f�hrte Mat zu einigen B�schen hin�ber, die er im Licht des Blitzes gesehen hatte. Sie hatten genug Bl�tter, um ihnen ein wenig Schutz vor dem str�menden Regen zu gew�hren. Nicht so viel wie ein guter Baum, aber er wollte nicht riskieren, erneut von einem Blitz getroffen zu werden. Beim n�chsten Mal h�tten sie vielleicht nicht mehr soviel Gl�ck.</p><p>Sie kauerten sich unter dem Busch eng zusammen und versuchten, ihre Umh�nge so �ber die Zweige zu h�ngen, da� sie ein kleines Zelt bildeten. Es war viel zu sp�t, um auch nur daran zu denken, einen trockenen Fleck zu finden, aber es w�re schon gut, wenigstens das unaufh�rliche Str�men des Regens aufzuhalten. Sie dr�ckten sich aneinander, damit sie jedes bi�chen K�rperw�rme, das noch in ihnen wart miteinander teilen konnten. Sie waren klatschna�, und durch die Umh�nge hindurch tropfte es weiter. So zitterten sie sich in den Schlaf.</p><p>Rand war sofort klar, da� es sich um einen Traum handelte. Er war wieder in Vier K�nige, aber die Stadt war bis auf ihn ganz leer. Die Wagen waren da, aber keine Leute, keine Pferde, keine Hunde. Nichts lebte. Und doch wu�te er, da� jemand auf ihn wartete.</p><p>Er schritt die zerfurchte Stra�e hinunter, und die Geb�ude glitten verschwommen an ihm vorbei. Wenn er sich umdrehte, waren sie alle da, und zwar ganz erfa�bar, aber aus den Augenwinkeln betrachtet wurden sie undeutlich. Es war, als existiere nur das, was er sah, und auch nur, w�hrend er es sah. Er war sicher, sollte er sich ganz schnell umdrehen, dann w�rde er sehen... Er wu�te selbst nicht genau, was, aber schon der Gedanke daran machte ihn nerv�s.</p><p>Vor ihm erschien der Tanzende Fahrer. Die grellen Farben wirkten irgendwie grau und leblos. Er ging hinein. Gode sa� drinnen an einem Tisch.</p><p>Er erkannte den Mann nur an seiner Kleidung, der Seide und dem dunklen Samt. Godes Haut war rot, verbrannt und aufgerissen, und sie n��te. Sein Gesicht war fast nur noch ein Sch�del. Die Lippen waren geschrumpft, so da� der blanke Kiefer mit gebleckten Z�hnen sichtbar wurde. Als Gode den Kopf drehte, brach etwas von seinem Haar ab und fiel, zu Ru� zerbr�ckelt, auf seine Schulter. Die lidlosen Augen blickten Rand an.</p><p>�Also seid Ihr doch tot�, sagte Rand. Er war selbst davon �berrascht, da� er keine Angst hatte. Vielleicht lag es daran, da� er diesmal wu�te, es war ein Traum.</p><p>�Ja�, sagte Ba'alzamons Stimme, �aber er hat dich f�r mich aufgesp�rt. Daf�r hat er eine Belohnung verdient, nicht wahr?�</p><p>Rand drehte sich um und entdeckte, da� er doch noch Angst empfinden konnte, obwohl er wu�te, da� es ein Traum war. Ba'alzamons Kleidung hatte die Farbe getrockneten Blutes, und in seinem Gesicht stritten sich Wut und Ha� und Triumph um die Vorherrschaft.</p><p>�Du siehst, J�ngling, du kannst dich nicht immer vor mir verbergen. Auf die eine oder andere Art finde ich dich. Was dich sch�tzt, macht dich gleichzeitig auch verwundbar. Einmal versteckst du dich, und dann wieder entz�ndest du ein Signalfeuer. Komm zu mir, J�ngling.� Er hielt Rand die Hand hin. �Falls meine Jagdhunde dich auf die Knie zwingen m�ssen, gehen sie vielleicht nicht sehr sanft mit dir um. Sie sind eifers�chtig darauf, was du einst sein wirst, wenn du erst zu meinen F��en gekniet hast. Das ist dein Schicksal. Du geh�rst mir.� Godes verbrannte Zunge gab einen b�sen, eifriglallenden Laut von sich.</p><p>Rand versuchte, seine Lippen zu befeuchten, doch ihm war der Speichel ausgegangen. �Nein�, brachte er heraus, und dann gingen ihm die Worte leichter von der Zunge. �Ich geh�re mir selbst. Nicht Euch. Niemals. Nur mir selbst. Wenn Eure Schattenfreunde mich t�ten, bekommt Ihr mich nie.�</p><p>Die Feuer in Ba'alzamons Augen erhitzten den Raum, bis die Luft flimmerte. �Tot oder lebendig, J�ngling, geh�rst du doch mir. Das Grab ist mein. Leichter tot, aber besser lebendig. Besser f�r dich, J�ngling. Die Lebenden haben in den meisten F�llen mehr Macht.� Gode gab wieder einen erstickten Laut von sich. �Ja, mein guter Hund. Hier ist deine Belohnung.�</p><p>Rand sah gerade noch im rechten Moment zu Gode hin�ber, um zu sehen, wie der K�rper des Mannes zu Staub zerfiel. Einen Augenblick lang zeigte sich auf dem verbrannten Gesicht ein Ausdruck erhabenen Gl�cks, der sich im letzten Moment in Entsetzen verwandelte, als habe er etwas v�llig Unerwartetes auf sich zukommen gesehen. Godes leere Samtkleider sanken inmitten der Asche auf den Stuhl und zu Boden.</p><p>Als er sich wieder zur�ckwandte, war Ba'alzamons ausgestreckte Hand zur Faust geballt. �Du bist mein, J�ngling, tot oder lebendig. Das Auge der Welt wird dir niemals dienen. Ich zeichne dich als mein eigen.� Seine Faust �ffnete sich, und ein Feuerball scho� daraus hervor. Er traf Rand ins Gesicht, explodierte, brannte.</p><p>Rand fuhr erwachend im Dunkel hoch. Wasser tropfte durch die Umh�nge auf sein Gesicht. Seine Hand zitterte, als er seine Wangen ber�hrte. Die Haut war �berempfindlich wie bei einem Sonnenbrand.</p><p>Pl�tzlich wurde ihm bewu�t, da� Mat sich im Schlaf herumw�lzte und st�hnte. Er sch�ttelte ihn, und Mat erwachte wimmernd. �Meine Augen! Oh, Licht, meine Augen! Er hat mir meine Augen genommen!�</p><p>Rand dr�ckte ihn an seine Brust, als sei er ein Kind. �Du bist in Ordnung, Mat. Es ist alles gut. Er kann uns nicht verletzen. Wir lassen das nicht zu.� Er f�hlte, wie Mat zitterte und in seinen Mantel hineinschluchzte. �Er kann uns nicht verletzen�, fl�sterte er und h�tte es selbst gern geglaubt. <emphasis>Was dich sch�tzt, macht dich verwundbar. Ich werde langsam wirklich verr�ckt.</emphasis></p><p>Kurz vor der ersten D�mmerung lie� der Regen nach, und als der Morgen anbrach, verging auch das letzte Nieseln. Die Wolken blieben und drohten bis in den Vormittag hinein mit neuem Regen. Dann kam ein Wind auf, der die Wolken nach S�den verjagte, eine Sonne freilegte, die keine W�rme verbreitete, und mit Eisfingern durch ihre tropfnasse Kleidung griff. Sie hatten nicht mehr geschlafen, und nun h�ngten sie sich ersch�pft die Umh�nge um und brachen Richtung Osten auf. Rand f�hrte Mat an der Hand. Nach einer Weile f�hlte sich Mat sogar wieder gut genug, um sich dar�ber zu beklagen, was der Regen seiner Bogensehne angetan habe. Rand lie� ihn allerdings nicht anhalten und sie gegen eine trockene Sehne aus seiner Tasche austauschen � noch nicht.</p><p>Kurz nach Mittag erreichten sie ein anderes Dorf. Rand zitterte noch st�rker beim Anblick der gem�tlichen Backsteinh�user und des Rauchs, der aus den Schornsteinen quoll, aber er machte einen Bogen um das Dorf und f�hrte Mat durch W�lder und �ber Felder nach S�den. Ein einsamer Bauer, der in einem matschigen Feld mit einer Gabelhacke arbeitete, war der einzige Mensch, den er sah, und er bem�hte sich, nicht von dem Mann gesehen zu werden. Geduckt schlichen sie zwischen den B�umen hindurch. Der Bauer konzentrierte sich ganz auf seine Arbeit, aber Rand behielt ihn im Auge, bis er au�er Sicht war. Falls noch welche von Godes M�nnern am Leben waren, w�rden sie vielleicht glauben, Rand und Mat h�tten die Stra�e nach S�den von Vier K�nige aus gew�hlt, jedenfalls wenn niemand sie in diesem Dorf gesehen hatte. Sie kehrten au�er Sichtweite vom Dorf auf die Stra�e zur�ck und wanderten weiter, bis ihre Kleidung, wenn nicht gerade trocken, so doch wenigstens nur noch etwas feucht war.</p><p>Eine Stunde vor Anbruch der Abendd�mmerung lie� ein Bauer sie auf seinem halbleeren Heuwagen mitfahren. Rand war von dem Wagen �berrascht worden. Er war ganz in seine Sorgen um Mat versunken gewesen. Mat sch�tzte sich mit der Hand vor der Sonne, so schwach sie diesen Nachmittag auch war, und blinzelte mit zusammengekniffenen Augen. St�ndig beklagte er sich, wie hell die Sonne schiene. Als Rand das Poltern des Heuwagens h�rte, war es zum Verstecken bereits zu sp�t. Die aufgeweichte Stra�e d�mpfte alle Ger�usche, und der Wagen mit seinem Zweiergespann befand sich nur noch etwa f�nfzig Schritte hinter ihnen. Der Fahrer blickte sie bereits neugierig an.</p><p>Zu Rands �berraschung hielt er neben ihnen an und bot ihnen an, sie mitzunehmen. Rand z�gerte, aber es war ja schon zu sp�t, um noch zu vermeiden, da� man sie sah, und falls sie nicht mitfuhren, w�rde das dem Mann um so mehr auffallen. Er half Mat auf den Sitz neben dem Bauern und kletterte hinten hinauf.</p><p>Alpert Mull war ein st�mmiger Mann mit einem breiten Gesicht und breiten H�nden, beides gealtert und von harter Arbeit und Sorgen zerfurcht. Er brauchte jemanden, mit dem er sich unterhalten konnte. Seine K�he gaben keine Milch mehr, seine H�hner hatten das Eierlegen eingestellt, und es gab keine Weide mehr, die diesen Namen verdient h�tte. Zum erstenmal seit Menschengedenken hatte er Heu kaufen m�ssen, und die halbe Wagenladung war alles, was ihm der �alte Bain� zugestanden hatte. Er fragte sich, ob er wohl dieses Jahr �berhaupt noch auf seinem eigenen Land Heu oder irgendein anderes Produkt ernten k�nne.</p><p>�Die K�nigin sollte etwas dagegen tun, das Licht erleuchte sie�, �u�erte er sich, wobei er respektvoll, aber abwesend die Stirn mit dem Handgelenk ber�hrte.</p><p>Er sah Rand und Mat kaum an, aber als er sie an dem tief durchfurchten Feldweg absetzte, der zu seinem Hof f�hrte, z�gerte er und sagte dann beinahe so, als f�hre er ein Selbstgespr�ch: �Ich wei� nicht, wovor ihr davonrennt, und ich will es auch nicht wissen. Ich habe Frau und Kinder. Versteht ihr? Meine Familie. Es ist eine schlechte Zeit, Fremden zu helfen.�</p><p>Mat versuchte, die Hand schon wieder unter seinen Mantel zu stecken, aber Rand hielt sein Handgelenk fest. Er stand auf der Stra�e und blickte den Mann wortlos an.</p><p>�Wenn ich ein guter Mensch w�re�, sagte Mull, �w�rde ich zwei Burschen, die bis auf die Haut na� sind, einen Platz zum Trocknen und Aufw�rmen vor meinem Kamin anbieten. Aber die Zeiten sind schwer, und Fremde... Versteht ihr?�</p><p>�Ihr seid ein guter Mensch. Der beste, den wir in den letzten Tagen getroffen haben.�</p><p>Der Bauer blickte �berrascht und dann dankbar drein. Er nahm seine Z�gel auf und lenkte sein Gespann auf den engen Feldweg. Bevor er noch die Kurve genommen hatte, f�hrte Rand Mat bereits wieder die Stra�e nach Caemlyn hinunter. Der Wind wurde sch�rfer, als die D�mmerung niedersank. Mat begann zu n�rgeln, wann sie endlich anhielten, aber Rand ging weiter und zog Mat hinter sich her. Er suchte einen besseren Unterschlupf als einen Platz unter einem Busch. Ihre Kleidung war immer noch klamm, und der Wind wurde von Minute zu Minute k�lter. Er war nicht sicher, ob sie eine weitere Nacht im Freien �berleben k�nnten. Die Nacht brach herein, ohne da� er etwas Brauchbares entdeckte. Der Wind wurde eisig. Sein Umhang flatterte. Dann erblickte er in der Dunkelheit vor ihnen Lichter. Ein Dorf.</p><p>Seine Hand glitt in eine Tasche und f�hlte nach den M�nzen, die sich drin befanden. Mehr als genug f�r eine Mahlzeit und ein Zimmer f�r sie beide. Ein warmes Zimmer statt der kalten Nacht. Wenn sie im Freien blieben und in ihren feuchten Kleidern dem Wind und der K�lte ausgesetzt waren, w�rde jemand, der sie fand, vermutlich nur auf zwei Leichen sto�en. Sie mu�ten eben versuchen, nicht mehr Aufmerksamkeit zu erregen, als notwendig. Kein Fl�tenspiel, und bei seinen Augenschmerzen konnte Mat ganz gewi� nicht jonglieren. Er nahm wieder Mats Hand in seine und ging auf die lockenden Lichter zu.</p><p>�Wann werden wir uns endlich zur Nacht niederlassen?� fragte Mat wieder. So, wie er mit vorgeschobenem Kopf voransp�hte, war sich Rand nicht sicher, ob Mat ihn �berhaupt sehen konnte, geschweige denn die Lichter des Dorfes.</p><p>�Wenn wir an einem warmen Ort sind�, antwortete er.</p><p>Aus den H�usern fiel heller Lichtschein auf die Dorfstra�e, und die Menschen schritten durch den Ort, ohne daran zu denken, was sich drau�en im Dunkel befinden mochte. Die einzige Schenke war ein m�chtiges Geb�ude � alles auf einer Ebene -, das den Eindruck machte, als habe man im Laufe der Jahre planlos ganze Gruppen von R�umen einfach angebaut. Die Vordert�r �ffnete sich, um jemanden herauszulassen, und eine Welle des Gel�chters schwappte ihm nach.</p><p>Rand erstarrte drau�en auf der Stra�e. Das betrunkene Gel�chter aus dem Tanzenden Fahrer klang in seinem Kopf nach. Er beobachtete den Mann, der mit nicht mehr ganz sicheren Schritten die Stra�e hinunterging, atmete tief ein und stie� die T�r auf. Er achtete darauf, da� der Umhang sein Schwert verbarg. Gel�chter und L�rm umgaben ihn.</p><p>Der Raum wurde durch Lampen erhellt, die von der Decke herabhingen, und vom ersten Moment an konnte er den Unterschied zu Saml Hakes Schenke sehen und f�hlen. Zum einen gab es hier keine Betrunkenen. Der Raum war mit Menschen angef�llt, die wie Bauern oder Stadtbewohner aussahen. Sie waren vielleicht nicht ganz n�chtern, aber auch nicht weit davon entfernt. Das Gel�chter wirkte echt, wenn auch manchmal etwas gezwungen. Diese Menschen lachten, um ihre Sorgen zu vergessen, aber ein wenig echte Heiterkeit lag auch darin. Der Schankraum selbst sah ordentlich und sauber aus, und er war warm. Am anderen Ende prasselte ein Feuer in einem gro�en Kamin. Das L�cheln der Kellnerinnen war genauso warm wie das Feuer, und wenn sie lachten, dann merkte Rand, da� es ungezwungen und fr�hlich war.</p><p>Der Wirt war so sauber wie seine ganze Schenke. Er hatte eine leuchtendwei�e Sch�rze umgebunden. Rand war froh, als er sah, da� er ein molliger Mann war; er bezweifelte, jemals wieder einem mageren Wirt trauen zu k�nnen. Er hie� Rulan Allwine. Das war ein gutes Omen, dachte Rand, denn der Name klang so sehr nach Emondsfeld. Er musterte sie von oben bis unten und machte sie h�flich darauf aufmerksam, da� sie im voraus zu zahlen h�tten. �Ich will damit nicht sagen, da� ihr zu der zweifelhaften Sorte geh�rt, aber heutzutage befinden sich doch einige auf der Wanderschaft, die nicht gerade scharf darauf sind, am n�chsten Morgen zu bezahlen. Es scheint, da� eine Menge junger Leute auf dem Weg nach Caemlyn sind.�</p><p>Rand nahm keinen Ansto� an seinen Worten, so feucht und abgerissen, wie sie aussahen. Als Meister Allwine den Preis nannte, ri� er allerdings die Augen auf, und Mat gab einen erstickten Laut von sich. Die fetten Backen des Wirts wackelten, als er bedauernd den Kopf sch�ttelte, aber er schien daran gew�hnt zu sein. �Die Zeiten sind schwer�, sagte er in bedauerndem Tonfall.</p><p>�Es gibt nicht viel, und das bi�chen, was man bekommen kann, kostet f�nfmal soviel wie fr�her. N�chsten Monat wird es wieder mehr kosten, darauf k�nnte ich wetten.�</p><p>Rand holte sein Geld heraus und sah Mat an. Mats Mund verzog sich unwillig. �Willst du unter einem Busch schlafen?� fragte Rand. Mat seufzte und leerte z�gernd seine Taschen. Als er bezahlt hatte, schnitt Rand eine Grimasse. Es war so wenig �brig, was er mit Mat teilen konnte. Aber zehn Minuten sp�ter a�en sie Eintopf an einem Tisch in einer Ecke in der N�he des Kamins. Sie schoben das Essen mit Brotst�cken auf ihre L�ffel. Die Portionen waren nicht so gro�, wie Rand es gern gesehen h�tte, aber sie waren hei� und nahrhaft. Langsam durchdrang ihn die W�rme vom Kamin her. Er gab vor, nur Augen f�r seinen Teller zu haben, aber er behielt die T�r st�ndig ganz genau im Auge. Diejenigen, die eintraten oder hinausgingen, sahen ausnahmslos wie Bauern aus, aber das reichte nicht, um ihm alle Angst zu nehmen.</p><p>Mat a� langsam und geno� jeden Bissen, obwohl er sich �ber die hellen Lampen beklagte. Nach einer Weile holte er den Schal heraus, den der Bauer ihm gegeben hatte, und wickelte ihn um die Stirn. Er zog ihn so weit herunter, da� seine Augen fast verborgen waren. Das zog einige Blicke nach sich, die Rand lieber vermieden h�tte. Er leerte seinen Teller hastig, forderte Mat auf, es ihm gleichzutun, und bat dann Meister Allwine, ihnen ihr Zimmer zu zeigen.</p><p>Der Wirt schien �berrascht, da� sie sich so fr�h zur�ckziehen wollten, aber er sagte nichts weiter dazu. Er holte eine Kerze und f�hrte sie durch ein Labyrinth von Korridoren zu einem kleinen Zimmer mit zwei engen Betten, ganz hinten in einer Ecke des Gasthofes. Nachdem der Wirt sich entfernt hatte, lie� Rand sein B�ndel neben das Bett fallen, warf seinen Umhang �ber einen Stuhl und sackte, angezogen, wie er war, auf die Bettdecke. Seine Kleider waren noch feucht, und er f�hlte sich nicht wohl darin, aber er wollte vorbereitet sein, falls sie fliehen mu�ten. Er behielt auch den Schwertg�rtel an und schlief mit einer Hand am Knauf.</p><p>Am Morgen wurde er von einem kr�henden Hahn aus dem Schlaf gerissen. Er lag da, beobachtete, wie die D�mmerung das Fenster erhellte, und �berlegte, ob er es wagen sollte, noch ein Weilchen zu schlafen. Am Tag zu schlafen, wenn sie eigentlich unterwegs sein sollten! Er g�hnte, da� seine Kiefer knackten.</p><p>�He�, rief Mat, �ich kann ja sehen!� Er setzte sich in seinem Bett auf und blickte sich blinzelnd im Zimmer um. �Jedenfalls ein wenig. Dein Gesicht ist immer noch verschwommen, aber ich kann erkennen, wer du bist. Ich wu�te, es w�rde wieder gut werden. Heute abend sehe ich besser als du, wart's nur ab.�</p><p>Rand sprang aus dem Bett und kratzte sich, als er seinen Umhang aufhob. Seine Kleidung war ganz zerknittert, nachdem er sie am K�rper hatte trocknen lassen, und alles kratzte. �Wir verschwenden Tageslicht�, sagte er. Mat stand genauso schnell auf wie er, und auch er kratzte sich.</p><p>Rand f�hlte sich wohl. Sie waren eine Tagesreise weit von Vier K�nige entfernt, und es hatte sich noch keiner von Godes M�nnern gezeigt. Ein Tag weniger nach Caemlyn, wo Moiraine auf sie warten w�rde. Bestimmt w�rde sie warten. Wenn sie nur endlich wieder bei der Aes Sedai und dem Beh�ter w�ren, dann brauchten sie sich keine Sorgen wegen der Schattenfreunde mehr zu machen. Es war eigenartig, da� er sich so darauf freute, bei einer Aes Sedai zu sein. <emphasis>Licht, wenn ich Moiraine wiedersehe, werde ich sie k�ssen!</emphasis> Er lachte �ber seine Idee. Er f�hlte sich so gut, da� er ein paar der M�nzen aus ihrem schwindenden Vorrat in ein Fr�hst�ck investieren wollte � einen gro�en Laib Brot und eine Kanne Milch, kalt, direkt aus dem K�hlhaus.</p><p>Sie a�en im hinteren Teil des Schankraums, als ein junger Mann eintrat. Von seinem Aussehen her wirkte er wie ein Junge aus dem Dorf. Sein Gang war federnd und ein wenig geckenhaft, und an einem Finger wirbelte er eine Stoffm�tze mit einer Feder daran herum. Der einzige Mensch ansonsten im Raum war ein alter Mann, der den Boden fegte. Er blickte nicht von seinem Besen auf. Der Blick des jungen Mannes wanderte unbek�mmert durch den Raum, doch als er Rand und Mat sah, fiel ihm die M�tze vom Finger. Er starrte sie eine volle Minute lang an, bevor er die M�tze vom Boden aufhob. Dann starrte er noch ein bi�chen weiter und fuhr sich mit den Fingern durch das dichte, dunkle, lockige Haar. Schlie�lich kam er mit z�gerndem Schritt her�ber an ihren Tisch.</p><p>Er war �lter als Rand, stand aber sch�chtern da und blickte auf sie herunter. �Habt ihr was dagegen, wenn ich mich zu euch setze?� fragte er und schluckte sofort, als f�rchte er, etwas Falsches gesagt zu haben.</p><p>Rand dachte, er wolle vielleicht ein Fr�hst�ck schnorren, obwohl er so aussah, als k�nne er sich selbst eines kaufen. Sein blaugestreiftes Hemd hatte einen bestickten Kragen, und auch der Saum seines dunkelblauen Umhangs war rundherum bestickt. Seine Lederstiefel waren nie einer Arbeit zu nahe gekommen, bei der sie h�tten abgesto�en werden k�nnen, jedenfalls soweit Rand das beurteilen konnte. Er nickte in Richtung eines Stuhls.</p><p>Mat starrte den Burschen angestrengt an, als er einen Stuhl zu ihrem Tisch her�berzog. Rand wu�te nicht, ob Mat ihn b�se ansah oder sich nur bem�hte, ihn besser zu sehen. Jedenfalls tat Mats gerunzelte Stirn ihre Wirkung.</p><p>Der junge Mann erstarrte in der Bewegung, und er setzte sich nicht hin, bevor Rand ihm nicht noch einmal zugenickt hatte. �Wie hei�t du?� fragte Rand.</p><p>�Wie ich hei�e? Mein Name? �h... nennt mich Paitr.� Sein Blick huschte nerv�s von einem zum anderen. ��h... ich wollte das nicht, versteht ihr? Ich mu� es tun. Ich wollte nicht, aber sie haben mich gezwungen. Das m��t ihr verstehen. Ich... �</p><p>Rand wurde allm�hlich nerv�s, und Mat zischte: �Schattenfreund!�</p><p>Paitr zuckte zusammen und erhob sich beinahe von seinem Stuhl. Er blickte sich ver�ngstigt im Raum um, als w�ren da f�nfzig Leute, die lauschen k�nnten. Der Kopf des alten Mannes war noch �ber seinen Besen gebeugt, und seine Aufmerksamkeit galt dem Fu�boden. Paitr setzte sich wieder hin und sah erst Rand, dann Mat und dann wieder Rand unsicher an. Auf seiner Oberlippe bildeten sich Schwei�tr�pfchen. Die Beschuldigung reichte, um jeden zum Schwitzen zu bringen, aber er wehrte sich mit keinem Wort dagegen.</p><p>Rand sch�ttelte bed�chtig den Kopf. Nach Gode war ihm klar, da� Schattenfreunde nicht unbedingt den Drachenfang auf der Stirn trugen, aber von seiner Kleidung abgesehen h�tte Paitr auch gut nach Emondsfeld gepa�t. Nichts an ihm deutete auf Mord oder Schlimmeres hin. Niemand w�rde ihm gesteigerte Beachtung schenken. Gode war doch immerhin... anders gewesen.</p><p>�La� uns in Ruhe�, sagte Rand. �Und sag deinen Freunden, sie sollen uns in Ruhe lassen. Wir wollen nichts von ihnen, und sie werden nichts von uns bekommen.�</p><p>�Wenn nicht�, f�gte Mat leidenschaftlich hinzu, �werde ich dich als das entlarven, was du bist. Pa� auf, was deine Freunde aus dem Dorf davon halten!�</p><p>Rand hoffte, da� er das nicht ernst gemeint hatte. Das k�nnte sie genauso in Schwierigkeiten bringen wie Paitr.</p><p>Paitr schien die Drohung ernst zu nehmen. Sein Gesicht wurde bleich. �Ich... ich h�rte, was in Vier K�nige geschehen ist. Zumindest einiges dar�ber. Es spricht sich herum. Wir haben unsere eigenen Quellen. Aber hier will euch niemand eine Falle stellen. Ich bin allein und... und ich will nur mit euch reden.�</p><p>�Wor�ber?� fragte Mat zur gleichen Zeit, als Rand sagte: �Wir interessieren uns nicht daf�r.� Sie sahen sich an und Mat zuckte die Achseln. �Wir sind nicht interessiert�, sagte auch er.</p><p>Rand schluckte den Rest der Milch hinunter und stopfte sich den Rest seiner Broth�lfte in die Manteltasche. Da ihr Geld beinahe verbraucht war, k�nnte das ihre n�chste Mahlzeit werden.</p><p>Wie sollten sie die Schenke verlassen? Wenn Paitr bemerkte, da� Mat fast blind war, w�rde er es den anderen erz�hlen... anderen Schattenfreunden. Einmal hatte Rand beobachtet, wie ein Wolf ein verkr�ppeltes Schaf von der Herde trennte. Es waren noch andere W�lfe da, und er konnte weder die Herde verlassen, noch hatte er freies Schu�feld mit dem Bogen. Sobald das Schaf allein war und angsterf�llt bl�kte, w�hrend es verzweifelt auf drei Beinen einherhumpelte, wurden aus dem einen verfolgenden Wolf wie durch Zauberei zehn. Die Erinnerung daran drehte ihm den Magen herum. Sie konnten nicht hierbleiben. Selbst wenn Paitr die Wahrheit sagte, da� er allein war: Wie lange w�rde das so bleiben?</p><p>�Es ist Zeit zum Aufbruch, Mat�, sagte er und hielt den Atem an. Als Mat aufstand, lenkte er Paitrs Aufmerksamkeit auf sich, beugte sich vor und sagte: �La� uns in Ruhe, Schattenfreund. Ich sage es dir ein letztes Mal. La� uns in Ruhe!�</p><p>Paitr schluckte und kauerte sich auf seinem Stuhl zusammen. Sein Gesicht schien v�llig blutleer. Rand mu�te an einen Myrddraal denken. Als er sich wieder nach Mat umsah, stand dieser bereits, und seine Hilflosigkeit war nicht zu sehen. Rand h�ngte sich hastig die eigenen Satteltaschen und anderen B�ndel um, wobei er sich bem�hte, den Umhang �ber das Schwert zu ziehen. Vielleicht wu�te Paitr bereits davon; vielleicht hatte Gode Ba'alzamon davon erz�hlt, und Ba'alzamon hatte es Paitr gesagt, aber er glaubte das eigentlich nicht. Er glaubte, Paitr habe nur eine ganz blasse Ahnung davon, was in Vier K�nige geschehen war. Deshalb hatte er solche Angst.</p><p>Der relativ helle Umri� der T�r half Mat, in einer geraden Linie daraufzuzugehen, wenn auch nicht schnell, so doch auch nicht langsam genug, um unnat�rlich zu wirken. Rand folgte dicht hinter ihm und betete, er m�ge nicht stolpern. Er war dankbar daf�r, da� in Mats Weg keine Hindernisse wie Tische oder St�hle standen.</p><p>Hinter ihm sprang Paitr pl�tzlich auf. �Wartet�, sagte er verzweifelt. �Ihr m��t warten.�</p><p>�La� uns in Ruhe�, sagte Rand, ohne sich umzuschauen. Sie waren schon fast an der T�r, und Mat hatte noch keinen falschen Schritt getan.</p><p>�H�rt doch auf mich�, sagte Paitr und legte eine Hand auf Rands Schulter, um ihn aufzuhalten.</p><p>Bilder wirbelten ihm durch den Kopf. Der Trolloc, Narg, der in seinem eigenen Haus auf ihn losging. Der drohende Myrddraal im Hirsch und L�wen in Baerlon. �berall Halbmenschen, Blasse, die sie bis Shadar Logoth hetzten und sie in Wei�br�cke einfangen wollten. �berall Schattenfreunde. Er fuhr herum und ballte eine Hand zur Faust. �Ich sagte, du sollst uns in Ruhe lassen!� Seine Faust erwischte Paitr genau auf der Nase. Der Schattenfreund fiel auf den Hosenboden, sa� da und blickte zu Rand hoch. Aus seiner Nase rann Blut. �Ihr k�nnt nicht entkommen�, fuhr er sie w�tend an. �Ganz gleich, wie stark ihr seid, der Gro�e Herr der Dunkelheit ist st�rker. Der Schatten wird euch verschlingen!�</p><p>Aus dem Inneren des Schankraums h�rte man ein Keuchen und das Geklapper eines zu Boden fallenden Besenstiels. Der alte Mann mit dem Besen hatte ihre Auseinandersetzung schlie�lich doch geh�rt. Er stand da und starrte Paitr mit weit aufgerissenen Augen an. Sein runzliges Gesicht erbleichte, und sein Mund bewegte sich, doch es kam kein Laut heraus. Paitr schaute ihn einen Moment lang ebenfalls an, fluchte dann wild, sprang auf die F��e und hetzte aus der Schenke und die Stra�e hinunter, als seien ihm hungrige W�lfe auf den Fersen. Der alte Mann wandte seine Aufmerksamkeit Rand und Mat zu, wobei er kein bi�chen weniger ver�ngstigt wirkte.</p><p>Rand schob Mat aus der Schenke hinaus, und sie verlie�en das Dorf, so schnell sie nur konnten. Die ganze Zeit �ber lauschte Mat, ob sich Geschrei erheben werde, doch auch wenn ein Dr�hnen in seinen Ohren hallte, es kam nichts.</p><p>�Blut und Asche�, grollte Mat, �sie sind immer da, immer dicht auf unseren Fersen. So entkommen wir nie.� �Nein, sind sie nicht�, sagte Rand. �Wenn Ba'alzamon w��te, da� wir hier waren, glaubst du, er h�tte das diesem Burschen �berlassen? Da w�re eher ein anderer Gode gekommen, mit zwanzig oder drei�ig Schl�gern. Sie jagen uns noch, doch sie werden nichts erfahren, bis Paitr es ihnen erz�hlt, und vielleicht ist er ja auch wirklich allein. Er mu� m�glicherweise den ganzen Weg nach Vier K�nige zur�cklaufen, denke ich mir.� �Aber er sagte... �</p><p>�Es ist mir gleich.� Er war nicht sicher, wen Mat mit �er� meinte, aber es �nderte auch nichts. �Wir werden nicht stillhalten und uns von ihnen fangen lassen.�</p><p>Im Laufe des Tages wurden sie sechsmal mitgenommen, wenn auch immer nur f�r ein kurzes St�ck. Ein Bauer erz�hlte ihnen, da� ein verr�ckter alter Mann in der Schenke von Markt Scheran erz�hle, es gebe Schattenfreunde im Dorf. Der Bauer konnte sich vor Lachen kaum halten. Er wischte sich immer wieder Tr�nen von den Wangen. Schattenfreunde in Markt Scheran! Das war die beste Geschichte, die er geh�rt hatte, seit Ackley Farren sich hatte vollaufen lassen und dann die Nacht auf dem Dach der Schenke verbringen mu�te.</p><p>Ein anderer Mann � er war Wagner von Beruf, und an den Seitenw�nden seines Karrens hingen Werkzeuge und hinten drauf lagen zwei Wagenr�der � erz�hlte eine ganz andere Geschichte. Zwanzig Schattenfreunde hatten sich in Markt Scheran versammelt. Die K�rper der M�nner hatten ganz mi�gestaltet ausgesehen, und die der Frauen noch schlimmer, und sie seien alle schmutzig gewesen und in Lumpen einhergegangen. Wenn sie einen nur anschauten, wurde man schwach in den Knien und der Magen drehte sich einem um, und wenn sie lachten, hallte einem das dreckige Gegackere noch stundenlang in den Ohren nach und der Kopf schien einem zu zerspringen. Er hatte sie selbst gesehen, wenn auch nur auf einige Entfernung, weit genug, um in Sicherheit zu sein. Wenn die K�nigin nicht bald etwas unternehme, sollte man eben die Kinder des Lichts um Hilfe bitten. Irgend jemand m��te unbedingt etwas dagegen tun.</p><p>Sie waren erleichtert, als der Wagner sie heruntersteigen lie�.</p><p>Mit der tiefstehenden Sonne im R�cken gelangten sie in ein kleines Dorf, das Markt Scheran sehr �hnlich sah. Die Stra�e nach Caemlyn teilte den Ort sauber in zwei H�lften, aber auf beiden Seiten der breiten Stra�e standen Reihen kleiner Backsteinh�user mit strohgedeckten D�chern. Die Steine waren von Ranken �berwuchert, doch nur wenige Bl�tter hingen daran. Das Dorf wies eine Schenke auf, ein kleines Geb�ude, nicht gr��er als die Weinquellenschenke, von deren Vorderseite ein Schild herabhing, das im Wind hin- und herknarrte. Der K�nigin Diener.</p><p>Seltsam, nun auf einmal die Weinquellenschenke als klein zu betrachten. Rand konnte sich an Zeiten erinnern, als er geglaubt hatte, sie sei so gro�, wie ein Geb�ude �berhaupt nur sein konnte. Jedes gr��ere m�sse bereits ein Palast sein. Aber mittlerweile hatte er ein paar Dinge gesehen, und so wurde ihm pl�tzlich klar, da� f�r ihn nichts mehr so sein w�rde wie fr�her, wenn er nach Hause k�me. <emphasis>Falls das jemals geschieht.</emphasis></p><p>Er z�gerte, als sie vor der Schenke standen, aber selbst wenn die Preise in Der K�nigin Diener nicht so hoch waren wie in Markt Scheran, konnten sie sich doch keine Mahlzeit oder kein Zimmer leisten, weder beides zusammen noch eines davon.</p><p>Mat bemerkte seine Blickrichtung und klopfte sich auf die Tasche, in der er Thoms farbige B�lle aufbewahrte. �Ich kann gut genug sehen, solange ich nichts ganz Ausgefallenes versuche.� Seine Augen waren wieder besser geworden, doch er trug noch den Schal um die Stirn und hatte w�hrend des Tages immer blinzeln m�ssen, wenn er zum Himmel aufsah. Als Rand schwieg, fuhr Mat fort: �Es kann doch nicht in jeder Schenke bis Caemlyn Schattenfreunde geben. Au�erdem will ich nicht unter einem Busch schlafen, wenn ich ein Bett haben kann.� Er machte allerdings keine Anstalten, zur Schenke zu gehen, sondern stand nur da und wartete auf Rand.</p><p>Nach einem Augenblick nickte Rand. Er war so m�de wie nie zuvor, seit er die Heimat verlassen hatte. Wenn er nur an eine Nacht im Freien dachte, schmerzten schon seine Knochen. <emphasis>Das wirkt sich alles jetzt erst aus. Die ganze Rennerei, das st�ndige Nach-hinten-Ausschauen.</emphasis> �Sie k�nnen nicht �berall sein�, stimmte er zu.</p><p>Beim ersten Schritt in den Schankraum hinein fragte er sich, ob er einen Fehler begangen hatte. Es war sauber hier, aber voll. Jeder Tisch war besetzt, und einige M�nner lehnten an der Wand, weil sie keinen Sitzplatz gefunden hatten. An der Art, wie sich die Kellnerinnen mit gehetztem Blick zwischen den Tischen durchzw�ngten � und auch der Wirt � sah man, da� die Menge gr��er war als gewohnt. Zu viele Leute f�r dieses kleine Dorf. Es war leicht, die Leute herauszupicken, die nicht von hier waren. Sie waren nicht anders als die anderen gekleidet, aber sie konzentrierten sich aufs Essen und Trinken. Die Einheimischen beobachteten dagegen vor allem die Fremden.</p><p>Die Luft war erf�llt vom L�rm unz�hliger Gespr�che, so da� der Wirt sie in die K�che mitnahm, nachdem Rand ihm klargemacht hatte, da� sie mit ihm sprechen mu�ten. Der L�rm war dort fast genauso schlimm. Der Koch und seine Helfer hantierten mit klappernden T�pfen, und alle rannten durcheinander.</p><p>Der Wirt wischte sich mit einem Taschentuch das Gesicht ab. �Ich sch�tze, ihr seid auf dem Weg nach Caemlyn, um genau wie jeder andere Narr in der Gegend den falschen Drachen zu sehen. Also, es schlafen immer sechs in einem Zimmer und zwei oder drei in einem Bett, und wenn euch das nicht pa�t, habe ich nichts f�r euch.�</p><p>Rand zog seine Nummer mit einem unangenehmen Gef�hl im Magen ab. Wenn so viele Menschen unterwegs waren, konnte ja jeder zweite ein Schattenfreund sein, und es gab keine M�glichkeit, sie von den anderen zu unterscheiden. Mat f�hrte seine Jongleurkunstst�cke vor -er gebrauchte nur drei B�lle und war auch damit besonders vorsichtig -, und Rand holte Thoms Fl�te heraus. Nach nur wenigen Noten von �Der alte Schwarzb�r� nickte der Wirt ungeduldig.</p><p>�Das reicht schon. Ich brauche etwas, um die Idioten von diesem Logain abzulenken. Es hat schon drei Raufereien gegeben, weil sich welche stritten, ob er nun wirklich der Drache ist oder nicht. Stellt eure Sachen in die Ecke, und ich schaffe euch drin etwas Platz, falls das irgendwo m�glich ist. Die Welt ist voll von Narren, die nicht genug Hirn haben, um dort zu bleiben, wo sie sind. Deswegen gibt es einen solchen Wirbel. Leute, die nicht dort bleiben, wo sie hingeh�ren.� Er wischte sich wieder die Stirn ab und eilte, leise vor sich hin brummend, aus der K�che.</p><p>Der Koch und seine Helfer beachteten Rand und Mat nicht. Mat r�ckte immer wieder an dem Schal um seine Stirn, schob ihn hoch, blinzelte ins Licht und zog ihn dann wieder runter. Rand fragte sich, ob er wirklich gut genug sehen konnte, um etwas Komplizierteres zu jonglieren als nur drei B�lle. Was ihn selbst betraf...</p><p>Das flaue Gef�hl in seinem Magen wurde st�rker. Er lie� sich auf einen niedrigen Hocker fallen und hielt den Kopf in beiden H�nden. Die K�che erschien ihm kalt. Er zitterte. Dampf erf�llte die Luft; Herde und �fen strahlten knackend W�rme ab. Sein Zittern wurde st�rker; die Z�hne klapperten. Er schlang die Arme um seinen K�rper, aber es half nichts. Seine Knochen schienen einzufrieren.</p><p>Undeutlich bemerkte er, da� Mat ihn etwas fragte, seine Schulter r�ttelte und da� jemand fluchte und aus dem Raum rannte. Dann war der Wirt da und an seiner Seite mit d�sterer Miene der Koch, und Mat stritt sich lauthals mit beiden. Er konnte nicht verstehen, was sie sagten; die Worte verschwammen in seinen Ohren zu einem Summen, und dann konnte er �berhaupt nicht mehr denken.</p><p>Pl�tzlich packte ihn Mat am Arm und zog ihn auf die Beine. Alle ihre Sachen � Satteltaschen, Deckenrollen, Thoms geb�ndelter Umhang und die Instrumentenk�sten -hingen zusammen mit seinem Bogen an Mats Schulter. Der Wirt beobachtete sie und wischte sich �ngstlich �bers Gesicht. Torkelnd, mehr von Mat gest�tzt als aus eigener Kraft, lie� sich Rand von seinem Freund zur Hintert�r bugsieren.</p><p>�T-t-t-ut mmmir l-l-eid, Mmmat�, brachte er heraus. Er konnte sein Z�hneklappern nicht unterdr�cken. �Mm-mu� der R-r-r-egen gewe-sen sssein. Nnnoch 'ne N-n-nacht drrrrau-�en werddden wir a-a-auch nnnoch �bers-st-stehen, dddenke ich.� Der Himmel verdunkelte sich in der D�mmerung. Eine Handvoll Sterne funkelten.</p><p>�Keine Rede davon�, sagte Mat. Er bem�hte sich, ermutigend zu klingen, aber Rand konnte die versteckten Sorgen durchaus heraush�ren. �Er hatte Angst, die anderen Leute w�rden herausfinden, da� ein Kranker sich in seiner Schenke aufh�lt. Ich sagte ihm, wenn er uns hinauswerfe, w�rde ich dich in den Schankraum bringen. Dann w�re die H�lfte seiner Zimmer innerhalb von zehn Minuten leer. Auch wenn er immer von Narren spricht, will er das dann doch nicht.� �W-w-wohin gehen w-w-wir?�</p><p>�Hierher�, sagte Mat und zog mit einem lauten Knarren der Scharniere die Stallt�r auf.</p><p>Innen war es dunkler als drau�en, und es roch nach Heu und Getreide und Pferden und durch alles hindurch drang der Gestank von Pferdemist. Als Mat ihn auf den strohbedeckten Boden sinken lie�, kauerte er sich mit angezogenen Beinen zusammen, die Brust an den Knien und die Arme um die Beine geschlungen, und er zitterte von Kopf bis Fu�. Alle Kraft schien in dieses Zittern zu flie�en. Er h�rte, wie Mat stolperte und fluchte und noch mal stolperte, und dann ein metallisches Klappern. Pl�tzlich ergl�hte ein Licht. Mat hielt eine zerbeulte alte Laterne hoch.</p><p>Wenn die Schenke voll gewesen war, dann aber auch der Stall. In jeder Box stand ein Pferd. Einige davon hoben die K�pfe und blinzelten ins Licht. Mat sah �berlegend die Leiter zum Heuboden an und dann Rand, der am Boden kauerte, doch dann sch�ttelte er den Kopf.</p><p>�Dich krieg' ich da nie hinauf�, murmelte Mat. Er h�ngte die Laterne an einen Nagel, kletterte die Leiter hinauf und warf einen Armvoll Heu nach dem anderen hinunter. Dann kletterte er eilig wieder runter, bereitete ein Bett am hinteren Ende des Stalles und legte Rand darauf. Mat bedeckte ihn mit beiden Umh�ngen, aber Rand schob sie sofort wieder von sich.</p><p>�Hei߫, st�hnte er. Es war ihm undeutlich bewu�t, da� er einen Moment vorher noch gefroren hatte, aber nun f�hlte er sich wie in einem Ofen. Er ri� an seinem Kragen und warf den Kopf zur�ck. �Hei�!� Er f�hlte Mats Hand auf seiner Stirn.</p><p>�Ich bin gleich zur�ck�, sagte Mat und verschwand.</p><p>Er w�lzte sich krampfhaft auf dem Heu herum � er wu�te nicht, wie lange -, bis Mat mit einem gef�llten Teller in einer Hand und einem Krug in der anderen zur�ckkehrte. Zwei wei�e Tassen hingen an den Griffen von seinen Fingern herunter.</p><p>�Hier gibt es keine Seherin�, sagte er, als er neben Rand auf die Knie fiel. Er f�llte eine der Tassen und hielt sie an Rands Mund. Rand st�rzte das Wasser hinunter, als habe er tagelang nichts mehr getrunken; jedenfalls f�hlte er sich so. �Sie wissen nicht einmal, was eine Seherin ist. Was sie haben, ist jemand namens Mutter Brune, aber sie steckt irgendwo und bef�rdert ein Kind auf die Welt, und niemand wei�, wann sie zur�ck sein wird. Ich habe ein wenig Brot und K�se und Wurst bekommen. Der gute Meister Inlow wird uns alles geben, solange wir au�er Sicht seiner G�ste bleiben. Hier, versuch mal.�</p><p>Rand drehte den Kopf von dem Essen weg. Der blo�e Anblick, ja schon der Gedanke an Essen brachte ihn zum W�rgen. Nach einer Minute seufzte Mat und setzte sich, um selbst zu essen. Rand hielt den Blick abgewandt und bem�hte sich, nicht hinzuh�ren.</p><p>Der Sch�ttelfrost kehrte wieder und dann das Fieber, das wieder durch den Sch�ttelfrost ersetzt wurde, den das Fieber erneut abl�ste. Mat deckte ihn zu, wenn er zitterte, und gab ihm Wasser zu trinken, wenn er �ber Durst klagte. Die Nacht dehnte sich, und der Stall schien sich im flackernden Laternenschein st�ndig zu ver�ndern. Schatten nahmen Gestalt an und bewegten sich selbst�ndig. Dann sah er Ba'alzamon durch den Stall schreiten. Seine Augen brannten, und an jeder Seite schritt ein Myrddraal. Ihre Gesichter waren in den Tiefen ihrer schwarzen Kapuzen verborgen.</p><p>Seine Finger griffen nach dem Schwertgriff, und er versuchte, auf die Beine zu kommen, wobei er schrie: �Mat! Mat, sie sind hier! Licht, sie sind hier!�</p><p>Mat erwachte und fuhr hoch. Er hatte mit �berschlagenen Beinen an der Wand gelehnt. �Was? Schattenfreunde? Wo?�</p><p>Rand schwankte auf den Knien und zeigte verzweifelt auf etwas im Stall... dann ri� er den Mund vor Erstaunen auf. Schatten bewegten sich, und ein Pferd stampfte im Schlaf auf. Sonst nichts. Er fiel auf das Heu zur�ck.</p><p>�Es ist niemand da au�er uns�, sagte Mat. �Hier, la� mich das nehmen.� Er griff nach Rands Schwertg�rtel, aber Rand hielt den Griff krampfhaft fest.</p><p>�Nein. Nein. Ich mu� es behalten. Er ist mein Vater. Verstehst du? Er ist m-mein V-vater!� Der Sch�ttelfrost �berkam ihn wieder, aber er klammerte sich an das Schwert wie an einen Rettungsring. �M-m-mein Vater!� Mat gab den Versuch auf und zog die Umh�nge wieder �ber ihn.</p><p>Rand hatte diese Nacht noch weitere Visionen, w�hrend Mat d�ste. Er war nie sicher, ob sie wirklich vorhanden waren oder nicht. Manchmal sah er Mat an, dessen Kopf auf die Brust heruntergesunken war, und fragte sich, ob er sie auch sehen w�rde, falls er erwachte.</p><p>Egwene trat aus den Schatten hervor, das Haar zu einem langen, dunklen Zopf gebunden wie zuvor in Emondsfeld, das Gesicht bemalt und voller Trauer. �Warum hast du uns verlassen?� fragte sie. �Wir sind tot, weil du uns verlassen hast.�</p><p>Rand sch�ttelte schwach den Kopf auf dem Heu. �Nein, Egwene. Ich wollte euch nicht verlassen. Bitte.�</p><p>�Wir sind alle tot�, sagte sie traurig, �und der Tod ist das Reich des Dunklen K�nigs. Der Dunkle K�nig hat uns, weil du uns verlassen hast.�</p><p>�Nein. Ich hatte keine andere Wahl, Egwene. Bitte. Egwene, geh nicht! Komm zur�ck! Egwene!�</p><p>Doch sie wandte sich den Schatten zu und war ein Schatten.</p><p>Moiraines Ausdruck war ruhig, doch ihr Gesicht war bla� und blutleer. Ihr Umhang h�tte gut als Leichentuch dienen k�nnen, und ihre Stimme klang wie eine Peitsche. �Das stimmt, Rand al'Thor. Du hast keine Wahl. Du mu�t nach Tar Valon gehen, oder der Dunkle K�nig wird dich sein eigen nennen. Die Ewigkeit, im Schatten angekettet. Nur die Aes Sedai k�nnen dich jetzt noch retten. Nur die Aes Sedai.�</p><p>Thom grinste ihn boshaft an. Die Kleidung des Gauklers hing in verkohlten Lumpen herunter, so da� er die Lichtblitze vor Augen sah, als Thom mit dem Blassen gek�mpft hatte, um ihnen Gelegenheit zur Flucht zu verschaffen. Das Fleisch unter den Lumpen war geschw�rzt und verbrannt. �Vertraue den Aes Sedai, Junge, und du wirst dir w�nschen, tot zu sein. Denk daran, der Preis f�r die Hilfe der Aes Sedai ist immer geringer, als du glauben kannst, und immer gr��er, als du dir vorstellen kannst. Und welche Ajah werden dich zuerst finden, he? Rote? Vielleicht schwarze. Am besten, du l�ufst weg, Junge. Renn!�</p><p>Lans Blick war hart wie Granit, und sein Gesicht blutverschmiert. �Eigenartig, eine Klinge mit dem Reiherzeichen in den H�nden eines Schafhirten zu entdecken. Bist du sie wert? Es w�re besser, du w�rst ihrer w�rdig. Jetzt bist du allein. Nichts hinter dir, woran du dich halten kannst, und nichts vor dir. Jeder kann ein Schattenfreund sein.� Er l�chelte das L�cheln eines Wolfs, und Blut str�mte aus seinem Mund. �Jeder.�</p><p>Perrin kam, brachte Anschuldigungen vor, bat um Hilfe. Frau al'Vere weinte um ihre Tochter, und Bayle Domon verfluchte ihn, weil er Blasse zum Angriff auf sein Schiff verleitet hatte. Meister Fitch stand h�nderingend in der Asche seiner Schenke, und Min schrie in den Klauen eines Trollocs. Menschen, die er kannte, und Menschen, die er nur kurz kennengelernt hatte. Am schlimmsten war es bei Tam. Tam stand �ber ihm, runzelte die Stirn und sch�ttelte den Kopf, doch er sagte kein Wort.</p><p>�Du mu�t es mir sagen�, bat Rand ihn. �Wer bin ich? Sag es mir, bitte! Wer bin ich? <emphasis>Wer bin ich?�</emphasis> schrie er. �Beruhige dich, Rand!�</p><p>Einen Augenblick lang glaubte er, Tam habe geantwortet, aber dann sah er, da� Tam weg war. Mat beugte sich �ber ihn und hielt ihm eine Tasse Wasser an die Lippen. �Ruhe dich nur einfach aus. Du bist Rand al'Thor, ganz gewi�, und hast das h��lichste Gesicht und den gr��ten Dicksch�del von ganz Zwei Fl�ssen. He, du schwitzt ja! Das Fieber ist weg.�</p><p>�Rand al'Thor?� fl�sterte Rand. Mat nickte, und darin lag etwas so Beruhigendes, da� Rand einschlief, ohne das Wasser auch nur zu ber�hren.</p><p>Es war ein von Tr�umen unbel�stigter Schlaf -jedenfalls erinnerte er sich sp�ter an keine -, aber leicht genug, da� er immer die Augen ein wenig �ffnete, wenn Mat nach ihm sah. Einmal fragte er sich, ob Mat �berhaupt keinen Schlaf bek�me, aber er schlief selbst wieder ein, bevor der Gedanke weit ausgesponnen war.</p><p>Das Quietschen der T�rangeln weckte ihn auf, doch er lag einen Augenblick lang nur still im Heu und w�nschte sich, noch schlafen zu k�nnen. Im Schlaf k�nnte er seinen K�rper nicht f�hlen. Seine Muskeln schmerzten h�llisch und verliehen ihm ungef�hr die Kraft eines ausgewrungenen Lumpens. Er unternahm den schwachen Versuch, den Kopf zu heben. Es gelang ihm beim zweiten Mal.</p><p>Mat sa� an seinem gewohnten Platz an die Wand gelehnt und so nah, da� er Rand mit einem Griff erreichen konnte. Sein Kinn ruhte auf der Brust, und die hob und senkte sich im sanften Rhythmus tiefen Schlafes. Der Schal war ihm �ber die Augen gerutscht. Rand sah zur T�r hin�ber.</p><p>Dort stand eine Frau und hielt die T�r mit einer Hand auf. Einen Moment lang erschien sie ihm nur als dunkle Gestalt in einem Kleid, die sich im schwachen Licht des fr�hen Morgens abhob, dann aber trat sie ein und lie� die T�r hinter sich zufallen. Er konnte sie nun im Laternenschein besser sehen. Er glaubte, sie m�sse ungef�hr so alt sein wie Nynaeve, aber sie war kein Dorfm�dchen.</p><p>Die bla�gr�ne Seide ihres Kleids schimmerte bei jeder Bewegung. Ihr Umhang gl�nzte sanftgrau, und ihr Haar wurde von einem feinen Spitzennetz zusammengehalten. Sie strich mit den Fingern �ber eine schwere goldene Halskette, w�hrend sie Mat und ihn nachdenklich anblickte.</p><p>�Mat�, sagte Rand, und dann lauter: �Mat!�</p><p>Mat schnaubte und kippte beinahe um, als er erwachte. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen und sah die Frau an.</p><p>�Ich bin gekommen, um nach meinem Pferd zu sehen�, sagte sie und deutete unbestimmt in Richtung der Boxen. Sie wandte den Blick nicht von den beiden. �Bist du krank?�</p><p>�Er ist schon in Ordnung�, sagte Mat steif. �Er hat sich lediglich bei diesem Regen eine Erk�ltung geholt, das ist alles.�</p><p>�Vielleicht sollte ich ihn mir ansehen�, sagte sie. �Ich habe einige Kenntnisse... �</p><p>Rand fragte sich, ob sie eine Aes Sedai sei. Noch mehr als ihre Kleidung zeigte ihm ihr selbstsicheres Auftreten, die Art, wie sie den Kopf hielt, als wolle sie gerade einen Befehl erteilen, da� sie nicht hierher geh�rte. <emphasis>Und falls sie eine Aes Sedai ist, welcher Ajah geh�rt sie dann an?</emphasis></p><p>�Ich f�hle mich schon wieder gut�, versicherte er ihr. �Es ist wirklich nicht n�tig.�</p><p>Aber sie kam durch den Stall auf sie zu, hielt den Rock hoch und setzte vorsichtig einen in einen grauen Stoffschuh geh�llten Fu� vor den anderen. Sie verzog das Gesicht, als sie das Heu sah, kniete sich neben ihn und f�hlte seine Stirn.</p><p>�Kein Fieber�, sagte sie und betrachtete ihn mit gerunzelter Stirn. Sie war h�bsch, mit scharfgeschnittenen Gesichtsz�gen, aber in ihrem Gesicht lag keine W�rme. Es wirkte auch nicht direkt kalt; lediglich schien alles Gef�hl darin zu fehlen. �Aber du warst <emphasis>auf jeden Fall krank.</emphasis> Ja. Ja. Und du bist jetzt noch schwach wie ein neugeborenes K�tzchen. Ich glaube...� Sie griff unter ihren Umhang, und dann geschah alles so schnell, da� Rand nur einen erstickten Schrei von sich geben konnte. Ihre Hand scho� unter dem Umhang hervor. Etwas glitzerte darin, als sie �ber Rand hinweg auf Mat lossprang.</p><p>Mat fiel zur Seite � die Bewegungen erfolgten zu schnell, als da� Rand ihnen h�tte folgen k�nnen -, und man h�rte ein sattes <emphasis>Tschank,</emphasis> als Metall in Holz getrieben wurde. Alles geschah in einem einzigen Augenblick, und dann war es ruhig.</p><p>Mat lag halb auf dem R�cken. Eine Hand hatte ihr Handgelenk gepackt, gleich oberhalb des Dolches, den sie in die Wand gesto�en hatte, wo seine Brust gewesen war, und die andere Hand hielt die Klinge aus Shadar Logoth an ihre Kehle.</p><p>Sie bewegte nur ihre Augen und versuchte, auf den Dolch hinunterzublicken, den Mat hielt. Ihre Augen weiteten sich; sie atmete r�chelnd und versuchte, sich zur�ckzubeugen, weg von der Waffe. Doch er hielt die Schneide weiter an ihre Haut gedr�ckt. Danach war sie unbeweglich wie ein Stein.</p><p>Rand befeuchtete sich die Lippen und starrte die Szene �ber ihm an. Auch wenn er nicht so schwach gewesen w�re, h�tte er sich wohl kaum bewegen k�nnen. Dann fiel sein Blick auf den Dolch, und sein Mund trocknete aus. Das Holz um die Schneide herum schw�rzte sich; d�nne Rauchf�den erhoben sich von den verkohlten Stellen.</p><p>�Mat! Mat, ihr Dolch!�</p><p>Mats Blick zuckte zu dem Dolch hin�ber und dann zu der Frau zur�ck, doch sie hatte sich nicht bewegt. Nun leckte sie sich nerv�s die Lippen. Grob zerrte Mat ihre Hand vom Dolchgriff und gab ihr einen Sto�. Sie kippte nach hinten, weg von ihnen, und fing sich gerade noch mit den H�nden hinter dem K�rper ab. Sie beobachtete immer noch die Klinge in seiner Hand. �Nicht bewegen�, sagte er. �Ich werde das gebrauchen, wenn Ihr euch bewegt. Glaubt mir, ich werde nicht z�gern.� Sie nickte mit langsamer Bewegung. Ihr Blick blieb an Mats Dolch haften. �Pa� auf sie auf, Rand.�</p><p>Rand war sich nicht sicher, was Mat von ihm erwartete, wenn sie irgend etwas versuchte � vielleicht sollte er schreien, aber ganz sicher konnte er ihr nicht hinterherlaufen, wenn sie zu fliehen versuchte -, doch sie sa� da, ohne auch nur zu zucken, w�hrend Mat ihren Dolch aus der Wand zog. Der schwarze Fleck wuchs nicht weiter, aber es stieg immer noch eine d�nne Rauchfahne davon auf.</p><p>Mat sah sich nach einer Stelle um, an die er den Dolch legen konnte. Dann streckte er ihn Rand hin. Er nahm ihn vorsichtig in die Hand, als sei es eine lebendige Giftschlange. Er sah ganz gew�hnlich aus, freilich verziert, mit einem Griff aus bleichem Elfenbein und einer schmalen, schimmernden Schneide, die nicht l�nger war als seine Handfl�che. Nur ein Dolch. Aber er hatte gesehen, wozu er f�hig war. Der Griff war nicht einmal warm, doch in seiner Hand brach Schwei� aus. Er hoffte, er werde ihn nicht ins Heu fallenlassen.</p><p>Die Frau r�hrte sich nicht. Sie lag nur da und beobachtete Mat, der sich ihr langsam zuwandte. Sie betrachtete ihn, als frage sie sich, was er wohl als n�chstes tun werde. Doch Rand sah, wie Mat pl�tzlich die Augen zusammenkniff und sich seine Hand um den Dolchgriff krampfte. �Mat, nein!�</p><p>�Sie versuchte, mich zu t�ten, Rand. Sie h�tte dich auch get�tet. Sie ist ein Schattenfreund.� Mat spuckte das Wort richtig aus.</p><p>�Aber wir sind keine�, sagte Rand. Die Frau keuchte, als habe sie gerade erst begriffen, was Mat vorgehabt hatte. �Wir sind keine, Mat.�</p><p>Einen Moment noch stand Mat wie erstarrt da. Der Laternenschein spiegelte sich auf der Klinge in seiner Hand. Dann nickte er. �Geht dort hin�ber�, sagte er zu der Frau und zeigte mit dem Dolch auf die T�r zum Sattelraum.</p><p>Sie stand langsam auf und wischte sich das Heu vom Kleid. Selbst als sie in die Richtung ging, in die Mat gedeutet hatte, bewegte sie sich, als gebe es keinen Grund zur Eile. Aber Rand bemerkte, da� sie ganz wachsam den Dolch mit dem Rubingriff in Mats Hand beobachtete. �Ihr solltet wirklich aufh�ren, dagegen anzuk�mpfen�, sagte sie. �Es w�re schlie�lich das Beste. Ihr werdet ja sehen.�</p><p>�Das Beste?� sagte Mat trocken und rieb sich dort �ber die Brust, wo ihn ihr Dolch getroffen h�tte, wenn er sich nicht bewegt h�tte. �Dort r�ber!�</p><p>Sie zuckte l�ssig die Achseln, als sie gehorchte. �Ein Fehler. Es herrschte eine beachtliche... Verwirrung, seit das mit diesem eingebildeten Narren Gode passierte. Ganz zu schweigen von dem Idioten, wer es auch immer gewesen sein mag, der die Panik in Markt Scheran ausl�ste. Niemand wei� genau, was dort geschah oder wie. Das macht es f�r euch noch gef�hrlicher; ist euch das nicht klar? Ihr werdet Ehrenpl�tze erhalten, wenn ihr aus freien St�cken zum Gro�en Herrn kommt, aber solange ihr wegrennt, werdet Ihr verfolgt, und wer wei�, was dann geschehen kann?�</p><p>Rand �berlief es kalt. <emphasis>Meine Hunde sind eifers�chtig und werden mit euch vielleicht nicht sanft umspringen.</emphasis></p><p>�Also habt Ihr Probleme mit ein paar Bauernjungen.� Mats Lachen klang grimmig. �Vielleicht seid Ihr Schattenfreunde doch nicht so gef�hrlich, wie ich immer geh�rt habe.� Er ri� die T�r zum Sattelraum auf und trat zur�ck.</p><p>Sie blieb kurz stehen, als sie eingetreten war, und blickte ihn �ber die Schulter hinweg an. Ihr Blick war eisig und die Stimme noch k�lter. �Ihr werdet noch herausfinden, wie gef�hrlich wir sind. Wenn der Myrddraal erst hier ist... �</p><p>Was immer sie noch zu sagen hatte, wurde abgeschnitten, als Mat die T�r zuknallte und den Riegel in seine Halterungen senkte. Als er sich umdrehte, war sein Blick besorgt. �Blasser�, sagte er mit angespannter Stimme. Er steckte den Dolch wieder unter seinen Mantel. �Und er kommt her, sagt sie. Wie steht es mit deinen Beinen?�</p><p>�Ich kann nicht tanzen�, murmelte Rand, �aber wenn du mir aufhilfst, kann ich gehen.� Er sah die Klinge in seiner Hand an und schauderte. �Blut und Asche, ich werde auch rennen.�</p><p>Mat h�ngte sich eilig all ihre Besitzt�mer �ber und zog Rand auf die F��e. Rands Beine gaben nach, und er mu�te sich auf seinen Freund st�tzen, um nicht wegzusacken, doch er bem�hte sich, Mat nicht aufzuhalten. Er hielt den Dolch der Frau ein St�ck von sich weg. Vor der T�r drau�en stand ein Eimer Wasser. Er warf den Dolch im Vorbeigehen hinein. Die Klinge traf zischend auf das Wasser; Dampf erhob sich von seiner Oberfl�che. Er verzog das Gesicht und versuchte, schneller zu gehen.</p><p>Mit Anbruch des Tages hatten eine Menge Leute die Stra�en betreten, auch wenn es noch so fr�h war. Aber sie gingen ihren eigenen T�tigkeiten nach und verschwendeten keinen Blick auf die beiden jungen M�nner, die aus dem Dorf hinausgingen. Es waren ja so viele Fremde da. Trotzdem spannte Rand jeden Muskel an in dem Versuch, aufrecht zu gehen. Bei jedem Schritt fragte er sich, ob irgendwelche unter den vorbeihastenden Menschen Schattenfreunde waren. <emphasis>Warten welche davon auf die Frau mit dem Dolch? Auf den Blassen?</emphasis></p><p>Eine Meile au�erhalb des Dorfes war er mit der Kraft am Ende. Im einen Augenblick schleppte er sich noch schnaufend an Mats Arm voran, im n�chsten lagen sie beide am Boden. Mat zog ihn hin�ber an den Stra�enrand.</p><p>�Wir m�ssen weiter�, sagte Mat. Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar und zog dann den Schal wieder �ber die Augen. �Fr�her oder sp�ter wird jemand sie herauslassen, und dann sind sie wieder hinter uns her.�</p><p>�Ich wei߫, keuchte Rand. �Ich wei�. Hilf mir mal hoch.�</p><p>Mat zog ihn wieder hoch, doch er schwankte und wu�te, da� es nicht ging. Beim ersten Schritt, den er wagte, w�rde er wieder st�rzen.</p><p>Mat st�tzte ihn und wartete ungeduldig darauf, da� ein Pferdekarren, der vom Dorf her auf sie zu kam, an ihnen vorbeifuhr. Er brummte �berrascht, als der Karren langsamer wurde und vor ihnen anhielt. Ein Mann mit einem Gesicht wie aus Leder blickte vom Bock auf sie herunter. �Stimmt etwas nicht mit ihm?� fragte der Mann, ohne den Pfeifenstiel aus dem Mund zu nehmen. �Er ist nur m�de�, sagte Mat.</p><p>Rand sah ein, da� diese Erkl�rung nicht reichen w�rde, nicht, wenn er sich so auf Mat st�tzen mu�te. Er lie� Mat los und tat einen Schritt von ihm weg. Seine Beine zitterten, doch er hielt sich mit �u�erster Willenskraft aufrecht. �Ich habe zwei Tage nicht geschlafen�, sagte er. �Habe etwas gegessen, von dem mir schlecht wurde. Jetzt f�hle ich mich besser, aber ich habe nicht geschlafen.�</p><p>Der Mann blies eine Rauchfahne aus dem Mundwinkel. �Ihr geht nach Caemlyn, nicht wahr? In eurem Alter, sch�tze ich, w�rde ich mich auch aufmachen, um diesen falschen Drachen selbst zu sehen.�</p><p>�Ja.� Mat nickte. �Das stimmt. Wir wollen den falschen Drachen sehen.�</p><p>�Also, dann klettert mal herauf. Dein Freund kommt hinten hinein. Wenn er sich noch mal erbrechen mu�, dann besser auf dem Stroh als hier oben. Hei�e Hyam Kinch.�</p></section><section><title><p>34</p><p>Das letzte Dorf</p></title><p>Sie erreichten Carysfurt nach Einbruch der Dunkelheit, sp�ter als Rand nach der Schilderung Meister Kinchs geglaubt hatte, als dieser sie absetzte. Er fragte sich, ob sein ganzes Zeitgef�hl durcheinandergeraten sei. Es war nur drei N�chte her seit ihrer Begegnung mit Howal Gode in Vier K�nige, und zwei, seit Paitr sie in Markt Scheran �berrascht hatte. Nur ein einziger Tag war vergangen, seit die namenlose Schattenfreund-Frau versucht hatte, sie im Stall von Der K�nigin Diener zu t�ten, aber selbst das schien nun ein ganzes Jahr oder sogar ein ganzes Leben zur�ckzuliegen.</p><p>Was auch mit der Zeit los sein mochte, Carysford wirkte normal genug, jedenfalls an der Oberfl�che. Saubere, mit Ranken bewachsene Backsteinh�user und enge Gassen, au�er nat�rlich der Stra�e nach Caemlyn, ruhig und nach au�en hin friedlich. <emphasis>Aber was verbirgt sich unter der Oberfl�che?</emphasis> fragte er sich. Auch Markt Scheran hatte einen friedlichen Anblick geboten und genauso das Dorf, wo die Frau... Er hatte nie ihren Namen erfahren, und er wollte nicht einmal mehr daran denken.</p><p>Licht drang aus den Fenstern der H�user und fiel auf fast menschenleere Stra�en. Das war Rand recht. Sie schlichen sich von Ecke zu Ecke und mieden so die wenigen Leute, die unterwegs waren. Mat marschierte Schulter an Schulter mit ihm. Sie erstarrten, wenn das Knirschen von Kieselsteinen ihnen die Ann�herung eines Dorfbewohners ank�ndigte, und duckten sich von einem Schatten in den anderen, wenn die undeutlich sichtbare Gestalt an ihnen vorbei war. Der Flu� Cary war hier kaum drei�ig Schritte breit, und das schwarze Wasser flo� z�h dahin. Anstatt der Furt ben�tzte man schon lange eine Br�cke. Jahrhunderte von Regen und Wind hatten die steinernen Befestigungen verwittern lassen, bis sie nun beinahe wie nat�rliche Felsformationen wirkten. Jahrelanges Ben�tzen der Br�cke durch Frachtwagen und Wagenz�ge von H�ndlern hatten die dicken Holzplanken ebenfalls beansprucht. Ihre Stiefelschritte hallten auf losen Brettern so laut wie Trommelschl�ge wider. Als sie schon lange aus dem Dorf hinaus und in die dahinter liegende Landschaft gewandert waren, wartete Rand immer noch darauf, da� eine Stimme sie auffordere, zu sagen, wer sie waren. Oder, noch schlimmer, da� jemand sie anhielt, der wu�te, wer sie waren.</p><p>Je weiter sie gingen, desto dichter besiedelt erschien ihnen die sie umgebende Landschaft. Sie konnten zu jeder Zeit die Lichter von Bauernh�fen erkennen. Die Stra�e und die dahinterliegenden Felder wurden durch Hecken und Weidez�une abgegrenzt. Es waren immer Felder, aber keine Waldst�cke in der N�he der Stra�e zu sehen. Es schien ihnen, als bef�nden sie sich st�ndig am Rand eines Dorfes, auch wenn sie Wegstunden weit von der n�chsten Ansiedlung entfernt waren. Ordentlich und friedlich. Und es gab niemals einen Hinweis darauf, da� irgendwo Schattenfreunde oder noch schlimmeres lauern k�nnten.</p><p>Pl�tzlich setzte sich Mat mitten auf die Stra�e. Er hatte den Schal ganz oben auf seinen Kopf hinaufgeschoben, denn die einzige Beleuchtung jetzt kam vom Mond her. �Zwei Schritte f�r jede Spanne�, murmelte er. �Tausend Spannen ergeben eine Meile, vier Meilen eine Wegstunde... Ich werde keine zehn Schritte mehr laufen, wenn sich am Ende kein Schlafplatz befindet. Etwas zu essen k�me auch nicht ungelegen. Du hast nicht zuf�llig etwas in deinen Taschen versteckt, oder? Vielleicht einen Apfel? Ich nehme es dir nicht �bel, wenn du was aufgehoben hast. Du k�nntest wenigstens mal nachsehen.�</p><p>Rand sp�hte nach beiden Seiten die Stra�e hinunter. Au�er ihnen bewegte sich nichts in der Nacht. Er sah Mat an, der einen Stiefel ausgezogen hatte und sich den Fu� rieb. Seine F��e schmerzten ebenfalls. Ein Beben rann durch seine Beine, als wollten sie ihm mitteilen, da� er noch nicht soviel Kraft zur�ckgewonnen hatte, wie er glaubte.</p><p>Gerade vor ihnen erhoben sich dunkle H�gel in einem Feld. Heumieten, wohl geschrumpft wegen des Bedarfs an Winterfutter, doch immer noch Heumieten.</p><p>Er stupste Mat mit dem gro�en Zeh an. �Dort werden wir schlafen.�</p><p>�Wieder im Heu!� Mat seufzte, zog aber seinen Stiefel wieder an und stand auf. Der Wind frischte auf, und die K�lte der Nacht nahm zu. Sie kletterten �ber die glatten Querbalken des Zauns und gruben sich schnell in das Heu ein. Die Plane, die den Regen vom Heu abhielt, sch�tzte auch gegen den Wind.</p><p>Rand drehte sich so lange in der Kuhle, die er gemacht hatte, hin und her, bis er eine bequeme Stellung erreicht hatte. Das Heu piekste ihn immer noch durch die Kleidung hindurch, aber er hatte gelernt, sich damit abzufinden. Er bem�hte sich, die Heumieten zu z�hlen, in denen er seit Wei�br�cke geschlafen hatte. Die Helden in den Geschichten mu�ten nie in Heumieten oder unter Hecken schlafen. Aber es fiel ihm auch nicht mehr gerade leicht, sich auch nur f�r kurze Zeit selbst f�r einen solchen Helden zu halten. Seufzend zog er seinen Kragen hoch. Er hoffte, da� so kein Heu an seinem R�cken herunterrutschen werde.</p><p>�Rand?� fragte Mat leise. �Rand, glaubst du, wir schaffen es?�</p><p>�Tar Valon? Der Weg ist noch weit, aber... �</p><p>�Caemlyn. Glaubst du, wir schaffen es bis Caemlyn?�</p><p>Rand hob den Kopf, doch es war dunkel in ihrem Bau. Er konnte sich nur nach Mats Stimme richten, wenn er feststellen wollte, wo sich der Freund befand. �Meister Kinch sagte, in zwei Tagen. �bermorgen oder am Tag danach kommen wir hin.�</p><p>�Falls nicht hundert Schattenfreunde an der Stra�e auf uns warten, oder ein Blasser, vielleicht auch zwei.� Einen Moment lang waren sie still, dann sagte Mat: �Ich glaube, wir sind als letzte �briggeblieben, Rand.� Er klang ver�ngstigt. �Worum es auch immer gehen mag, jetzt sind nur noch wir zwei da. Nur wir.�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. Er wu�te, da� Mat dies im Dunkeln nicht sehen konnte, aber die Geste galt auch mehr ihm selbst als Mat. �Schlafe, Mat�, sagte er m�de. Aber er selbst lag noch lange wach, bevor endlich der Schlaf kam. <emphasis>Nur wir.</emphasis></p><p>Das Kr�hen eines Hahnes weckte ihn, und er krabbelte hinaus in die erste D�mmerung und wischte sich das Heu von den Kleidern. Trotz seiner Vorsicht war etwas seinen R�cken heruntergerieselt. Zwischen seinen Schulterbl�ttern hing Heu, und es juckte gewaltig. Er zog den Mantel aus und das Hemd aus den Kniebundhosen, um heranzukommen. In dem Moment � er hatte eine Hand im Nacken, und mit der anderen kratzte er sich am R�cken -wurde er auf die Menschen aufmerksam.</p><p>Die Sonne stand noch nicht einmal richtig am Himmel, und schon wanderte ein stetiger Strom von Menschen allein oder zu zweit in Richtung Caemlyn. Einige trugen Rucks�cke oder B�ndel auf dem R�cken, andere hatten nichts als einen Wanderstock oder noch nicht einmal das. Die meisten waren junge M�nner, aber hier und dort befand sich auch ein M�dchen oder eine �ltere Person darunter. Jeder einzelne wirkte von der Reise erm�det und abgerissen, als habe er schon einen langen Weg hinter sich. Einige blickten immer nur auf ihre F��e hinunter, und ihre Schultern waren unter der Last der Ersch�pfung eingesunken, obwohl es noch so fr�h war; andere schienen nach etwas in weiter Ferne vor ihnen Ausschau zu halten, in Richtung der D�mmerung.</p><p>Mat rollte aus der Heumiete heraus und kratzte sich lebhaft. Er unterbrach diese T�tigkeit nur lange genug, um den Schal um den Kopf zu wickeln. Heute morgen lie� er ihn weiter oben und sch�tzte seine Augen nicht mehr so sehr. �Glaubst du, heute bekommen wir etwas zu essen?�</p><p>Rands Magen zeigte seine Zustimmung mit einem deutlichen Knurren. �Dar�ber machen wir uns Gedanken, wenn wir unterwegs sind�, sagte er. Er brachte hastig seine Kleidung in Ordnung und grub seinen Teil ihres Gep�cks aus dem Heu.</p><p>Als sie den Zaun erreichten, hatte Mat die Menschen ebenfalls bemerkt. Er zog die Stirn kraus und blieb auf dem Acker stehen, w�hrend Rand hin�berkletterte. Ein junger Mann, nicht viel �lter als sie, sah sie im Vorbeilaufen an. Seine Kleidung war staubig, genau wie die Deckenrolle, die er sich auf den R�cken geschnallt hatte.</p><p>�Wohin gehst du?� rief ihm Mat zu.</p><p>�Na, nach Caemlyn nat�rlich, den Drachen sehen�, rief der Bursche zur�ck, ohne stehenzubleiben. Er zog die Augenbrauen hoch, als er die Decken und Satteltaschen sah, die an ihren Schultern hingen, und f�gte hinzu: �Genau wie ihr.� Lachend ging er weiter, und seine Augen blickten bereits wieder eifrig nach vorn.</p><p>Mat stellte den Tag �ber dieselbe Frage einige Male, und die einzigen Leute, die nicht dieselbe Antwort gaben, waren die Bewohner der hiesigen D�rfer. Wenn die �berhaupt antworteten, dann spuckten sie gew�hnlich aus und wandten sich angewidert ab. Sie wandten sich ab, beobachteten aber doch alles aufmerksam. Sie blickten alle Reisenden auf die gleiche Weise an: aus den Augenwinkeln. In ihren Gesichtern stand geschrieben, da� Fremde ja wohl alles anstellen k�nnten, wenn man sie nicht st�ndig beobachtete.</p><p>Die Menschen, die in diesem Gebiet wohnten, verhielten sich nicht nur mi�trauisch den Fremden gegen�ber, sie schienen sogar in erheblichem Ma�e ver�rgert. Es waren gerade genug Menschen auf der Stra�e unterwegs und auch gerade richtig verteilt, um die ohnehin schon m��ige Geschwindigkeit der Bauernkarren und Wagen, die mit Sonnenaufgang erschienen, auch noch zu verringern. Keiner der Lenker war in der Stimmung, irgend jemanden mitfahren zu lassen. Wahrscheinlicher waren zornig verzogene Gesichter und dazu ein Fluch, weil man soviel Arbeitszeit vertr�deln mu�te.</p><p>Die Wagen der H�ndler rollten mehr oder weniger unbehelligt vorbei � es wurden nur einige F�uste geschwungen � gleich, ob sie nach Caemlyn fuhren oder von dort kamen. Als die ersten dieser Wagenz�ge fr�h am Morgen erschienen und sich in schnellem Trab n�herten -die Sonne hatte sich hinter ihnen kaum �ber den Horizont erhoben -, schritt Rand auf die Stra�e hinaus. Sie machten keine Anstalten, aus irgendeinem Grund langsamer zu fahren. Er sah, wie andere Leute sich durch einen schnellen Sprung in Sicherheit brachten. Er ging ganz au�en am Stra�enrand entlang, aber er ging eben weiter.</p><p>Nur eine blitzschnelle Bewegung warnte ihn, als der erste Wagen heranrumpelte. Er warf sich platt zu Boden, und die Peitsche des Wagenlenkers knallte durch die Luft, wo sich eben noch sein Kopf befunden hatte. Von dort unten, wo er lag, konnte er einen Moment lang in die Augen des Fahrers blicken, w�hrend der Wagen vorbeirollte. Harte Augen �ber einer angespannten Mundpartie. Es k�mmerte ihn nicht, da� er ihm vielleicht eine blutende Wunde h�tte zuf�gen k�nnen oder sogar ein Auge ausschlagen.</p><p>�Das Licht blende dich!� schrie Mat dem Wagen nach. �Das kannst... � Ein berittener W�chter traf ihn mit dem Schaft seines Speers an der Schulter. Der Sto� schleuderte ihn auf Rand. �Aus dem Weg, du schmutziger Schattenfreund!� br�llte der W�chter, ohne deswegen langsamer zu reiten.</p><p>Danach hielten sie Abstand von den Wagen. Es gab auch wirklich genug davon. Das Rattern und Klappern von einem war kaum verklungen, da h�rte man schon den n�chsten herankommen. W�chter und Lenker gleicherma�en sahen auf die nach Caemlyn marschierenden Wanderer herab, als seien sie der letzte Schmutz.</p><p>Einmal versch�tzte sich Rand in bezug auf die Peitsche eines Wagenlenkers. Die �u�erste Spitze erwischte ihn. Er legte die Hand auf den oberfl�chlichen Ri� �ber der Augenbraue und mu�te ein paarmal schlucken. Beinahe h�tte er sich �bergeben, als ihm klar wurde, wie nahe das am Auge vorbeigegangen war. Der Fahrer grinste ihn an. Mit seiner anderen Hand hielt er Mat davon ab, einen Pfeil aufzulegen. �Gehen wir�, sagte er. Er nickte mit dem Kopf in Richtung auf die neben den Wagen herreitenden W�chter. Einige von denen lachten, andere bedachten Mats Bogen mit einem harten Blick. �Wenn wir Gl�ck h�tten, wurden sie uns nur mit ihren Speeren zusammenkn�ppeln. Mit Gl�ck!�</p><p>Mat knurrte m�rrisch, aber er lie� es zu, da� Rand ihn die Stra�e hinunterzog.</p><p>Zweimal kamen Schwadronen der Garde der K�nigin die Stra�e heruntergetrabt. Die B�nder an ihren Lanzen flatterten im Wind. Einige der Bauern begr��ten sie und wollten, da� sie etwas gegen die Fremden untern�hmen, und jedesmal hielten die Gardesoldaten geduldig an und h�rten zu. Es war beinahe Mittag, als Rand stehenblieb, um einer solchen Unterhaltung zu lauschen.</p><p>Hinter den Gitterst�ben seines Helms war der Mund des Gardehauptmanns eine schmale Linie. �Wenn einer von ihnen etwas stiehlt oder Euer Land unerlaubt betritt�, knurrte er den schlaksigen Bauern an, der mit finsterer Miene neben seinen Steigb�geln stand, �werde ich ihn vor den Magistrat schleppen. Aber sie brechen kein Gesetz der K�nigin, wenn sie ihre Stra�e betreten.�</p><p>�Aber sie sind einfach �berall�, protestierte der Bauer. �Wer wei� denn, wer sie sind oder was sie sind? Dieses ganze Geschw�tz von dem Drachen... �</p><p>�Licht, Mann! Ihr habt hier nur eine Handvoll von ihnen. Caemlyn platzt derentwegen aus allen N�hten, und jeden Tag kommen mehr.� Die Miene des Hauptmanns verfinsterte sich weiter, als er Rand und Mat entdeckte, die in ihrer N�he auf der Stra�e standen. Er zeigte mit einem durch Stahlst�cke verst�rkten Handschuh die Stra�e hinunter. �Geht gef�lligst weiter, oder ich nehme euch fest, weil ihr den Verkehr aufhaltet.�</p><p>Seine Stimme klang ihnen gegen�ber nicht grober als bei dem Bauern, aber sie gingen doch lieber weiter. Eine Weile lang folgte ihnen der Blick des Hauptmanns; Rand f�hlte ihn f�rmlich auf seinem R�cken. Er vermutete, da� die Garde nicht mehr viel Geduld mit den Wanderern haben werde und �berhaupt keine Sympathie f�r einen hungrigen Dieb. Er beschlo�, Mat davon abzuhalten, wenn er wieder Eier stehlen wollte.</p><p>Trotzdem hatten all diese Wagen und Menschen auf der Stra�e auch eine gute Seite � besonders all die jungen M�nner, die nach Caemlyn wanderten. F�r die Schattenfreunde, die nach ihnen suchten, w�rden sie bestimmt die Stecknadel im Heuhaufen darstellen. Wenn der Myrddraal in der Winternacht schon nicht genau gewu�t hatte, wen er eigentlich suchte, w�rde sein Kollege hier hoffentlich auch nicht besser abschneiden.</p><p>Sein Magen knurrte einige Male vernehmlich und erinnerte ihn daran, da� sie fast kein Geld mehr hatten, jedenfalls nicht genug f�r eine Mahlzeit zu den Preisen, die hier in der N�he von Caemlyn verlangt wurden. Einmal kam ihm zu Bewu�tsein, da� er eine Hand auf den Fl�tenbeh�lter gelegt hatte, aber er schob ihn entschlossen zur�ck auf seinen R�cken. Gode hatte von dem Fl�tenspiel und dem Jonglieren gewu�t. Man konnte ja nicht wissen, wieviel Ba'alzamon von ihm vor Godes Ende noch erfahren hatte � falls das, was Rand beobachtet hatte, wirklich sein Ende gewesen war � und wieviel davon an die anderen Schattenfreunde weitergegeben worden war. Er sah bedauernd zu einem Bauernhof hin�ber, an dem sie gerade vorbeikamen. Ein Mann hielt mit zwei Hunden Wache am Zaun. Die Hunde knurrten und zerrten an ihren Leinen. Der Mann erweckte den Eindruck, als w�nsche er nichts sehnlicher herbei, als eine Ausrede daf�r, sie loszulassen. Nicht jeder Bauernhof wurde von Hunden bewacht, aber niemand bot den Reisenden irgendwelche bezahlten Arbeiten an. Vor Sonnenuntergang durchschritten Mat und er noch zwei weitere D�rfer. Die Dorfbewohner standen in Gruppen herum, diskutierten und beobachteten den stetigen Strom von Passanten. Ihre Gesichter waren keine Spur freundlicher als die der Bauern oder der Wagenlenker oder der Gardesoldaten. All diese Fremden, die den falschen Drachen sehen wollten. Narren, die einfach nicht genug wu�ten, um zu bleiben, wohin sie geh�rten. Vielleicht Anh�nger des falschen Drachen. Vielleicht sogar Schattenfreunde. Falls es zwischen den beiden �berhaupt Unterschiede gab.</p><p>Als der Abend hereinbrach, wurde der Strom im zweiten Ort langsam d�nner. Die paar mit Geld verschwanden in der Schenke, obwohl es Streit darum zu geben schien, ob man sie �berhaupt einlassen solle, w�hrend andere sich daran machten, nach g�nstigen Hecken oder Feldern zu suchen, die nicht von Hunden bewacht wurden. Als die Sonne verschwand, hatten er und Mat die Stra�e f�r sich allein. Mat begann schon davon zu sprechen, da� sie wieder eine Heumiete suchen sollten, aber Rand bestand darauf, weiterzuziehen. �Solange wir die Stra�e sehen k�nnen�, sagte er. �Je weiter wir noch kommen, desto gr��er ist unser Vorsprung.� <emphasis>Falls sie dich �berhaupt noch jagen. Warum sollten sie das tun, wenn sie mittlerweile darauf gewartet haben, da� du zu ihnen kommst?</emphasis></p><p>Das war schwerwiegend genug f�r Mat. Er sah sich gelegentlich um und beschleunigte seine Schritte. Rand mu�te sich beeilen, um mitzuhalten.</p><p>Die Nacht wurde immer dunkler, und nur ein wenig Mondlicht hellte sie etwas auf. Mats Energieausbruch verging, und seine Klagen begannen von neuem. In Rands Waden verknoteten sich die Muskeln und schmerzten. Er sagte sich, da� er an einem harten Arbeitstag mit Tam auf dem Hof mehr gelaufen sei, aber so oft er sich das auch einzureden versuchte, er konnte es nicht glauben. So knirschte er mit den Z�hnen, ignorierte Muskelkater und Schmerzen und ging weiter.</p><p>Bei Mats ewigen Klagen und seiner st�ndigen Konzentration auf den jeweils n�chsten Schritt waren sie schon beinahe im Dorf, bevor sie die Lichter bemerkten. Er blieb taumelnd stehen. Pl�tzlich bemerkte er das Brennen, das sich von einem Fu� das ganze Bein hinaufzog. Er glaubte, er habe am rechten Fu� eine Blase.</p><p>Als er die Lichter des Dorfes sah, sank Mat st�hnend auf die Knie. �K�nnen wir jetzt Schlu� machen?� schnaufte er. �Oder willst du eine Schenke suchen und f�r die Schattenfreunde ein Schild hinaush�ngen? Oder f�r einen Blassen?�</p><p>�Auf der anderen Seite des Orts�, antwortete Rand Er betrachtete die Lichter. Aus dieser Entfernung in der Dunkelheit h�tte es auch Emondsfeld sein k�nnen. <emphasis>Was erwartet uns hier?</emphasis> �Nur noch eine Meile, das ist alles.�</p><p>�Alles? Ich gehe keine Spanne weiter!�</p><p>Rands Beine brannten wie Feuer, doch er qu�lte sich einen Schritt weiter und dann noch einen. Es wurde nicht leichter, aber er machte weiter, immer einen Schritt nach dem anderen. Bevor er zehn Schritte getan hatte, h�rte er, wie Mat ihm hinterherwankte, wobei er leise fluchte. Er sagte sich, es sei schon gut, da� er nicht verstehen k�nne, was Mat sagte. Es war sp�t genug, um leere Dorfstra�en anzutreffen, aber in den meisten H�usern brannte zumindest in einem Fenster ein Licht. Die Schenke in der Dorfmitte war hell beleuchtet und von einem goldenen Lichtsee umgeben, der die Dunkelheit zur�ckdr�ngte. Musik und Lachen, von dicken W�nden ged�mpft, drangen aus dem Geb�ude. Das Schild �ber der T�r knarrte im Wind. Am ihnen zugewandten Ende der Schenke standen ein Karren und ein Pferd auf der Stra�e nach Caemlyn. Ein Mann �berpr�fte gerade das Geschirr. Zwei M�nner standen am hinteren Ende des Geb�udes an der Kante der beleuchteten Zone. Rand blieb im Schatten eines unbeleuchteten Hauses stehen. Er war zu m�de, um sich durch die umliegenden Gassen hindurchzufinden. Es konnte nicht schaden, sich eine Minute auszuruhen. Nur eine Minute. Nur, bis die M�nner weggingen. Mat sackte mit einem dankbaren Seufzer gegen die Wand und lehnte sich daran, als wolle er gleich hier einschlafen.</p><p>Etwas an den beiden M�nnern, die am Rand des Schattens standen, machte Rand mi�trauisch. Er wu�te zun�chst selbst nicht, warum, aber er stellte fest, da� es dem Mann am Karren genauso erging. Er �berpr�fte den Gurt, den er in der Hand hatte, bis zum Ende, r�ckte ein wenig an der Trense des Pferdes und ging dann ein St�ck nach hinten, um wieder von vorne anzufangen. Er hielt die ganze Zeit �ber den Kopf gesenkt, blickte auf das, was er gerade zu tun hatte, und vermied es, die anderen M�nner anzusehen. Es h�tte sein k�nnen, da� er sich ihrer Gegenwart gar nicht bewu�t war, obwohl sie weniger als f�nfzehn Schritt von ihm entfernt standen, aber er bewegte sich so steif und drehte sich manchmal so �bertrieben bei der Arbeit um, als wolle er nicht in ihre Richtung blicken. Einer der M�nner am Schattenrand war nur als schwarze Gestalt sichtbar, aber der andere stand weiter im Licht und drehte Rand den R�cken zu. Auch dann war allerdings klar, da� die Unterhaltung f�r ihn nicht gerade einen erfreulichen Verlauf nahm. Er rang die H�nde und blickte zu Boden; manchmal nickte er ruckartig bei einer �u�erung seines Gegen�bers. Rand konnte nichts verstehen, aber er gewann den Eindruck, da� der Mann im Schatten die Unterhaltung fast allein bestritt. Der nerv�se Mann h�rte nur zu und nickte und rang �ngstlich die H�nde.</p><p>Schlie�lich wandte sich der in Dunkelheit geh�llte Mann ab, und der nerv�se Bursche kam weiter ins Licht. Trotz der K�lte wischte er sich mit seiner langen Sch�rze �ber das Gesicht, als sei er in Schwei� gebadet.</p><p>Rand hatte eine G�nsehaut, als er die Gestalt beobachtete, die in die Nacht hineinging. Er wu�te nicht, warum, aber seine eigene Nervosit�t bezog sich ganz auf diesen Mann. Die Haut im Nacken juckte, und die Haare an den Armen stellten sich auf, als erkenne er pl�tzlich, da� sich etwas angeschlichen habe. Er sch�ttelte kurz den Kopf und rieb sich kr�ftig die Arme. <emphasis>Jetzt stelle ich mich auch schon so dumm an wie Mat.</emphasis></p><p>In diesem Augenblick glitt die Gestalt an einem erleuchteten Fenster vorbei, und Rand lief ein kalter Schauder den R�cken hinunter. Das Schild �ber dem Eingang der Schenke knarrte unaufh�rlich im Wind, doch der dunkle Umhang blieb unbeweglich h�ngen.</p><p>�Blasser�, fl�sterte er, und das ri� Mat hoch, als habe er geschrien.</p><p>�Was...?�</p><p>Er legte Mat die Hand auf den Mund. �Leise!� Die dunkle Gestalt verlor sich in der Nacht. <emphasis>Wohin?</emphasis> �Ich glaube, er ist jetzt weg. Ich hoffe es.� Er nahm die Hand wieder weg; der einzige Laut, den Mat von sich gab, war ein langes Einatmen.</p><p>Der nerv�se Mann befand sich beinahe wieder am Eingang der Schenke. Er blieb stehen und gl�ttete seine Schurze. Offensichtlich bem�hte er sich, sich zusammenzurei�en, bevor er hineinging.</p><p>�Seltsame Freunde habt Ihr, Raimun Holdwin�, sagte der Mann am Karren pl�tzlich. Es war die Stimme eines alten Mannes, aber sie klang kr�ftig. Der Sprecher richtete sich auf und sch�ttelte den Kopf. �F�r einen Wirt seltsame Freunde im Dunkeln.�</p><p>Der nerv�se Mann fuhr zusammen, als der andere ihn ansprach. Er blickte sich um, als habe er den Wagen und den anderen Mann vorher nicht bemerkt. Er atmete tief ein und rappelte sich auf. Dann fragte er scharf: �Und was meint Ihr damit, Almen Bunt?�</p><p>�Nur, was ich gesagt habe, Holdwin. Seltsame Freunde. Er kommt nicht aus dieser Gegend. Eine Menge fremdartiger Leute kommen seit ein paar Wochen hier durch. Eine ganze Menge sogar.�</p><p>�Ausgerechnet Ihr m��t so etwas sagen.� Holdwin warf dem Mann am Karren einen kurzen Blick zu. �Ich kenne eine Menge Leute, sogar welche aus Caemlyn. Nicht wie Ihr, der Ihr abgeschlossen und allein auf Eurem Hof da drau�en lebt.� Er schwieg einen Moment und fuhr dann fort, als denke er, weitere Erkl�rungen seien angebracht. �Er ist aus Vier K�nige. Sucht nach ein paar Dieben. Junge M�nner. Sie haben ihm ein Schwert mit dem Reiherzeichen gestohlen.�</p><p>Rand stockte der Atem bei der Erw�hnung von Vier K�nige, und als das Schwert genannt wurde, blickte er Mat an. Sein Freund hatte sich mit dem R�cken an die Hauswand gedr�ckt und starrte mit so weit aufgerissenen Augen in die Dunkelheit, da� man fast nur noch das Wei�e darin sah. Rand h�tte am liebsten auch in die Nacht hineingestarrt � der Halbmensch konnte sich ja �berall befinden -, aber sein Blick wanderte zur�ck zu den beiden M�nnern vor der Schenke.</p><p>�Ein Schwert mit Reiherzeichen!� rief Bunt. �Kein Wunder, da� er es zur�ckhaben will.�</p><p>Holdwin nickte. �Ja, und die beiden auch. Mein Freund ist ein reicher Mann, ein... ein Kaufmann, und sie haben die M�nner aufgehetzt, die f�r ihn arbeiten. Haben wilde Geschichten erz�hlt und alle Leute beunruhigt. Sie sind Schattenfreunde und Anh�nger von Logain.�</p><p>�Schattenfreunde <emphasis>und gleichzeitig</emphasis> Anh�nger des falschen Drachen? Und erz�hlen auch noch wilde Geschichten? Das ist ja eine ganze Menge f�r junge Leute. Sie waren doch jung, sagtet Ihr?� In Bunts Stimme klang pl�tzlich Ironie mit, aber der Wirt schien das nicht zu bemerken.</p><p>�Ja. Noch keine Zwanzig. Es gibt eine Belohnung -hundert Kronen in Gold � f�r die beiden.� Holdwin z�gerte und f�gte dann hinzu: �Die beiden k�nnen ganz sch�n l�gen. Das Licht mag wissen, was f�r B�ren sie einem aufbinden werden. Sie versuchen, einen gegen den anderen auszuspielen. Und sie sind auch gef�hrlich, obwohl sie nicht so aussehen. B�sartig. Am besten haltet Ihr Euch von ihnen fern, falls Ihr sie seht. Zwei junge M�nner, einer davon tr�gt ein Schwert, und beide sehen sie sich st�ndig um. Wenn es die richtigen sind, wird mein... mein Freund sie festnehmen, sobald man wei�, wo sie sich aufhalten.�</p><p>�Ihr h�rt Euch beinahe so an, als w�rdet Ihr sie an ihrem Aussehen erkennen.�</p><p>�Wenn ich sie sehe, erkenne ich sie auch�, sagte Holdwin selbstbewu�t. �Versucht nur nicht, sie selbst zu fangen. Es mu� ja niemand verletzt werden. Kommt zu mir und sagt es mir, wenn Ihr sie seht. Mein... Freund wird sich schon mit ihnen auseinandersetzen. Hundert Kronen f�r die beiden, aber er will sie eben beide haben.�</p><p>�Hundert Kronen f�r die zwei�, sagte Bunt nachdenklich. �Und wieviel f�r dieses Schwert, das er so sehr begehrt?�</p><p>Pl�tzlich schien Holdwin zu bemerken, da� der andere ihn auf den Arm nahm. �Ich wei� nicht, warum ich Euch das alles erz�hle�, fuhr er ihn an. �Ihr wollt immer noch Euren idiotischen Plan durchf�hren, wie ich sehe.�</p><p>�Der Plan ist keineswegs idiotisch�, erwiderte Bunt ruhig. �Es wird vielleicht keinen weiteren falschen Drachen mehr zu meinen Lebzeiten zu sehen geben -Licht bewahre uns davor! -, und ich bin zu alt, um w�hrend der ganzen Strecke nach Caemlyn den Staub vom Wagen irgendeines Kaufmanns zu schlucken. Ich werde die Stra�e f�r mich allein haben und morgen fr�h strahlend in Caemlyn ankommen.�</p><p>�F�r Euch?� Die Stimme des Wirts hatte einen boshaften Unterton. �Ihr k�nnt nicht wissen, was sich da drau�en in der Nacht alles herumtreibt, Almen Bunt. Ganz allein auf der Stra�e und das im Dunkeln. Selbst wenn Euch einer schreien h�rt, wird niemand seine T�r aufschlie�en, um Euch zu helfen. Heutzutage nicht, Bunt. Nicht einmal Euer n�chster Nachbar.�</p><p>Nichts davon schien den alten Bauern irgendwie zu beeindrucken; er antwortete genauso ruhig wie zuvor. �Wenn die Garde der K�nigin die Stra�e so nahe bei Caemlyn nicht bewachen kann, dann ist auch niemand von uns im eigenen Bett sicher. Wenn Ihr mich fragt, dann w�re eine Ma�nahme der Garde, um die Sicherheit der Stra�e zu gew�hrleisten, Euren Freund in Ketten zu legen. In der Dunkelheit herumschleichen aus Angst, da� ihn irgend jemand sieht! Ihr k�nnt mir nicht weismachen, da� er nur Gutes im Schilde f�hrt.�</p><p>�Angst!� rief Holdwin. �Ihr alter Narr, wenn Ihr w��tet... � Er klappte unvermittelt den Mund zu und sch�ttelte sich. �Ich wei� nicht, warum ich meine Zeit mit Euch verschwende. Fahrt endlich los! H�rt auf, den Eingang meiner Schenke zu versperren.� Er knallte die T�r der Schenke hinter sich zu.</p><p>Bunt fluchte leise, ergriff die Kante seines Sitzes auf dem Karren und stellte einen Fu� auf die �berstehende Achse.</p><p>Rand z�gerte nur einen Augenblick lang. Mat packte ihn am Arm, als er hingehen wollte. �Bist du verr�ckt, Rand? Er wird uns ganz sicher erkennen!�</p><p>�M�chtest du lieber hierbleiben? Wo sich ein Blasser herumtreibt? Wie weit, glaubst du, werden wir zu Fu� kommen, bevor er uns findet?� Er bem�hte sich, nicht daran zu denken, wie weit sie kommen w�rden, wenn sie in einem Karren mitfuhren. Er sch�ttelte Mats Hand ab und ging die Stra�e hinauf. Er hielt sorgf�ltig seinen Umhang mit der Hand geschlossen, damit das Schwert verborgen blieb; der Wind und die K�lte lieferten ihm eine gute Ausrede f�r diese Geste.</p><p>�Ich konnte nicht vermeiden zu h�ren, da� Ihr nach Caemlyn fahrt�, sagte er. Bunt fuhr zusammen und ri� einen Bauernspie� vom Karren. Auf seinem ledrigen Gesicht waren unz�hlige Runzeln zu sehen, und die H�lfte seiner Z�hne fehlte, doch er hielt den Stock fest in den H�nden. Nach einer Weile st�tzte er ein Ende des Stocks auf den Boden und lehnte sich darauf. �Also seid ihr zwei nach Caemlyn unterwegs. Um den Drachen zu sehen, eh?�</p><p>Rand hatte nicht gemerkt, da� Mat ihm gefolgt war. Mat hielt sich allerdings im Hintergrund au�erhalb des Lichtscheins und beobachtete die Schenke und auch den alten Bauern mit genau demselben Mi�trauen wie die Nacht. �Den falschen Drachen�, sagte Rand betont.</p><p>Bunt nickte. �Nat�rlich. Nat�rlich.� Er warf einen Seitenblick auf die Schenke und schob dann mit einem Mal den Stock wieder zur�ck unter den Sitz. �Also, wenn ihr mitfahren wollt, dann steigt ein. Ich habe schon zuviel Zeit verschwendet.� Er kletterte bereits auf den Sitz.</p><p>Rand zog sich �ber die R�ckwand, als der Bauer auch schon die Z�gel schnalzen lie�. Mat rannte hinterher, um den Karren noch einzuholen. Rand packte ihn bei den Armen und zog ihn hinein.</p><p>Das Dorf verschwand schnell in der Nacht hinter ihnen, da Bunt sehr flott fuhr. Rand streckte sich auf den blanken Bodenbrettern r�cklings aus und k�mpfte gegen das einschl�fernde Rattern der R�der. Mat unterdr�ckte sein G�hnen mit einer Faust vor dem Mund und sah sich vorsichtig um. Die Dunkelheit lastete schwer auf den Feldern und Bauernh�fen, nur von den Lichtern einzelner H�user unterbrochen. Die Lichter erschienen ihnen fern; sie k�mpften vergebens gegen die Nacht an. Eine Eule schrie klagend auf, und der Wind heulte wie eine verlorene Seele im Schatten.</p><p><emphasis>Er k�nnte irgendwo dort drau�en lauern,</emphasis> dachte Rand.</p><p>Auch Bunt schien zu sp�ren, wie bedr�ckend diese Nacht war, denn pl�tzlich begann er zu sprechen. �Seid ihr zwei jemals in Caemlyn gewesen?� Er lachte ein wenig. �Ich sch�tze nicht. Na ja, wartet mal, bis ihr es zu sehen bekommt. Die tollste Stadt der Welt. O ja, ich habe von Illian und Ebou Dar und Tear und anderen geh�rt -es gibt immer Narren, die glauben, etwas sei gr��er und besser, nur weil es hinter dem Horizont liegt -, aber f�r mein Geld ist Caemlyn das absolut Gr��te. K�nnte nicht gro�artiger sein. Nein, bestimmt nicht. Au�er, wenn K�nigin Morgase, das Licht leuchte ihr, vielleicht diese Hexe aus Tar Valon endlich losw�rde.�</p><p>Rand lag mit dem Kopf auf der Deckenrolle und die wiederum auf dem B�ndel von Thoms Umhang, und er beobachtete, wie die Nacht vorbeidriftete. Er lie� die Worte des Bauern an sich vor�berziehen. Eine menschliche Stimme hielt die Dunkelheit zur�ck und d�mpfte den klagenden Laut des Winds. Er drehte sich um und blickte den dunklen Umri� von Bunts R�cken an. �Ihr meint, es sei eine Aes Sedai dort?�</p><p>�Was denn sonst? Sitzt dort im Palast wie eine Spinne. Ich bin ein treuer Anh�nger der K�nigin � keiner wird das Gegenteil behaupten -, aber das ist einfach falsch. Ich geh�re nicht zu denjenigen, die sagen, Elaidas Einflu� auf die K�nigin sei zu stark. Ich nicht. Und was die Narren betrifft, die behaupten, Elaida sei in Wirklichkeit die K�nigin, nur eben nicht dem Namen nach...� Er spuckte in die Nacht hinein. �Das halte ich von ihnen. Morgase ist keine Marionette, die am Faden irgendeiner Hexe aus Tar Valon tanzt.�</p><p>Noch eine Aes Sedai. Falls... wenn Moiraine nach Caemlyn kam, w�rde sie m�glicherweise zu ihrer Aes-Sedai-Schwester gehen. Falls es aber zum Schlimmsten k�me, k�nnte ihnen diese Elaida vielleicht helfen, nach Tar Valon zu kommen. Er sah Mat an, und Mat � als habe er den Gedanken laut ausgesprochen � sch�ttelte den Kopf. Er konnte Mats Gesicht nicht erkennen, aber er wu�te, da� es abweisend aussah.</p><p>Bunt redete weiter. Er lie� die Z�gel klatschen, wenn sein Pferd langsamer ging, aber ansonsten ruhten seine H�nde auf den Knien. �Ich bin ein treuer Anh�nger der K�nigin, wie ich schon sagte, aber manchmal sagen selbst Narren etwas Wahres. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Es mu� sich einiges �ndern. Dieses Wetter � die Saat geht nicht auf, K�he geben keine Milch mehr, K�lber und L�mmer werden tot geboren oder mit zwei K�pfen. Die blutigen Raben warten nicht einmal mehr ab, da� etwas stirbt. Die Menschen haben Angst. Sie suchen nach einem Schuldigen. Der Drachenzahn taucht auf den T�ren von einigen Leuten auf. Dinge kriechen durch die Nacht. Scheunen brennen ab. Kerle wie dieser Freund von Holdwin jagen den Leuten Angst ein. Die K�nigin mu� etwas unternehmen, bevor es zu sp�t ist. Das seht ihr doch auch so, oder?�</p><p>Rand gab einen nichtssagenden Laut von sich. Es klang, als h�tten sie noch mehr Gl�ck gehabt, als er schon glaubte, nachdem er diesen alten Mann und seinen Karren gefunden hatte. Wenn sie auf das Tageslicht gewartet h�tten, w�ren sie vielleicht nicht weiter als bis zum letzten Dorf gekommen. Dinge, die durch die Nacht kriechen. Er richtete sich auf und blickte �ber die Seitenwand des Karrens hinweg in die Nacht hinein. In der Schw�rze schienen sich Schatten und Umrisse zu winden. Er lie� sich zur�ckfallen, bevor ihn seine Einbildung davon �berzeugen konnte, da drau�en sei etwas.</p><p>Bunt sah das als Zustimmung an. �Richtig. Ich bin ein treuer Anh�nger der K�nigin, und ich stelle mich gegen jeden, der versucht, ihr Schaden zuzuf�gen, aber recht habe ich trotzdem. Nehmt nur zum Beispiel die Lady Elayne und den Lord Gawyn. Da k�nnte sich etwas �ndern, was niemandem schadet, aber vielleicht etwas Gutes bewirkt. Sicher, ich wei�, da� wir es in Andor immer so gehalten haben. Man schickt die Tochter-Erbin nach Tar Valon, um bei den Aes Sedai zu lernen, und den �ltesten Sohn schickt man mit zu den Beh�tern. Ich glaube auch an Traditionen, ganz bestimmt, aber ihr seht ja, wohin uns das letztes Mal gef�hrt hat. Luc ist in der F�ule gestorben, noch bevor er zum Ersten Prinz des Schwertes gesalbt werden konnte, und Tigraine verschwand -weggelaufen oder tot -, als es Zeit f�r sie wurde, den Thron zu �bernehmen. Das steckt uns immer noch in den Knochen.</p><p>Es gibt welche, die behaupten, sie sei noch am Leben, wi�t ihr, und da� Morgase gar nicht die rechtm��ige K�nigin sei. Verdammte Narren. Ich denke noch daran, was damals geschah. Ich erinnere mich, als sei es erst gestern gewesen. Keine Tochter-Erbin zur Hand, um den Thron zu besteigen, als die alte K�nigin starb, und jedes Haus in Andor intrigierte und k�mpfte um die Nachfolge. Und dann Taringail Damodred. Man konnte kaum glauben, da� er seine Frau verloren hatte, so scharf war er darauf herauszufinden, welches Haus gewinnen wurde, damit er wieder heiraten und doch noch Prinzgemahl werden konnte. Na ja, er hat es geschafft, aber warum Morgase ausgerechnet ihn... ach, kein Mann kann eine Frau verstehen, und eine K�nigin ist gleich in doppelter Hinsicht eine Frau, mit einem Mann und mit dem Land verheiratet. Er hat jedenfalls bekommen, was er wollte, wenn auch nicht so, wie er es wollte. Bezog Cairhien in seine Intrigen mit ein, bevor er es geschafft hatte, und ihr wi�t, was daraus geworden ist. Der Baum wurde gef�llt, und �ber die Drachenmauer kamen Aiel mit schwarzem Schleier. Na ja, er lie� sich wenigstens auf ehrliche Weise umbringen, nachdem er Elayne und Gawyn zeugte, also hat alles mal ein Ende. Aber warum sollte man sie nach Tar Valon schicken? Es wird Zeit, da� die Menschen nicht mehr den Thron von Andor und die Aes Sedai in einem Atemzug nennen. Wenn sie schon irgendwo anders hin m�ssen, um zu lernen, was n�tig ist, nun, dann hat Illian doch genauso gute Bibliotheken wie Tar Valon, und dort bringen sie Lady Elayne genauso viel �ber das Regieren und Intrigieren bei, wie es die Hexen k�nnten. Keiner versteht mehr vom Intrigieren als die Illianer. Und wenn die Garde Lord Gawyn nicht genug �ber die Kriegf�hrung beibringen kann, tja, dann gibt es ja in Illian auch Soldaten. Und, was das betrifft, in Schienar und Tear auch. Ich bin ein treuer Anh�nger der K�nigin, aber ich sage, h�rt auf, mit Tar Valon zu verkehren. Dreitausend Jahre sind genug. Zu lang. K�nigin Morgase kann uns ohne Hilfe des Wei�en Turms f�hren und die Dinge in Ordnung bringen. Ich sage euch, das ist eine Frau! Bei ihr ist jeder Mann stolz darauf, vor ihr niederzuknien und ihren Segen zu erhalten. Ha, einmal... �</p><p>Rand k�mpfte gegen den Schlaf an, nach dem sein K�rper verlangte, aber das rhythmische Knarren und Schwanken des Karrens schl�ferte ihn ein. So schlummerte er mit dem Klang von Bunts Stimme im Ohr. Er tr�umte von Tam. Zuerst sa�en sie an dem gro�en Eichentisch im Haus und tranken Tee, w�hrend Tam ihm von Prinzgemahlen und Tochter-Erbinnen und der Drachenmauer und Aielm�nnern mit schwarzem Schleier erz�hlte. Das Schwert mit dem Reiherzeichen lag zwischen ihnen auf dem Tisch, aber sie blickten es beide nicht an. Pl�tzlich war er im Westwald und zog die provisorische Bahre durch die mondhelle Nacht. Als er sich umblickte, sa� Thom mit �berschlagenen Beinen auf der Bahre und nicht sein Vater, und er jonglierte im Mondschein.</p><p>�Die K�nigin ist mit dem Land verheiratet�, sagte Thom, w�hrend B�lle in leuchtenden Farben im Kreis herum tanzten, �aber der Drache... der Drache ist eins mit dem Land, und das Land ist eins mit dem Drachen.�</p><p>Rand sah weiter hinten einen Blassen kommen. Sein schwarzer Umhang hing unbeweglich im Wind herunter, und das Pferd schob sich lautlos wie ein Geist zwischen den B�umen hindurch. Zwei abgeschlagene K�pfe hingen am Sattelhorn des Myrddraal. Blut rann aus ihnen und lief in dunklen Str�men an der kohlrabenschwarzen Schulter des Reittieres herab. Es waren Lan und Moiraine, die Gesichter zu schmerzverzogenen Grimassen verzerrt. Der Blasse zog beim Reiten eine Handvoll Leinen hinter sich her. Jede Leine war an den gebundenen H�nden eines derer befestigt, die hinter den lautlosen Hufen mit verzweifelten Gesichtern herrannten: Mat und Perrin. Und Egwene.</p><p>�Nicht sie!� schrie Rand. �Das Licht verbrenne Euch, aber ich bin es, nach dem Ihr sucht, und nicht sie!�</p><p>Der Halbmensch gestikulierte, und Flammen verschlangen Egwene. Ihr Fleisch wurde zu Asche ger�stet, die Knochen zerbr�ckelten ru�geschw�rzt.</p><p>�Der Drache ist eins mit dem Land�, sagte Thom, der immer noch unger�hrt jonglierte, �und das Land ist eins mit dem Drachen.�</p><p>Rand schrie... und �ffnete die Augen.</p><p>Der Karren rumpelte die Stra�e nach Caemlyn entlang, angef�llt mit der Nacht und der S��e lange verschwundenen Heus und schwachem Pferdegeruch. Auf seiner Brust sa� eine Gestalt, die schw�rzer als die Nacht war, und Augen, schw�rzer als der Tod, blickten in seine.</p><p>�Du geh�rst mir�, sagte der Rabe, und der scharfe Schnabel hackte in sein Auge. Er schrie, als ihm das Auge aus dem Kopf gerissen wurde.</p><p>Mit einem Schrei aus tiefster Kehle fuhr er hoch und schlug beide H�nde vors Gesicht. Der Karren wurde vom Licht des fr�hen Morgens �bergossen. Bet�ubt sah er seine H�nde an. Kein Blut. Kein Schmerz. Der Rest des Traums verflog bereits, doch das... Vorsichtig ber�hrte er sein Gesicht und schauderte.</p><p>�Wenigstens... � Mat g�hnte mit knackendem Kiefer. �Wenigstens hast du ein bi�chen geschlafen.� In seinen verquollenen Augen konnte Rand wenig Sympathie entdecken. Er hatte sich unter seinen Umhang gekuschelt und die Deckenrolle zusammengelegt unter den Kopf geschoben. �Er hat die ganze verdammte Nacht lang geredet.�</p><p>�Warst du den ganzen Weg lang wach?� fragte Bunt vom Fahrersitz aus. �Bin erschrocken, als du so geschrien hast. Na ja, wir sind da.� Er schwang eine Hand in einer umfassenden Geste. �Caemlyn, die gro�artigste Stadt der Welt.�</p></section><section><title><p>35</p><p>Caemlyn</p></title><p>Rand wand sich hoch und kniete hinter dem Fahrersitz. Er konnte sich nicht helfen: Er lachte vor Erleichterung. �Wir haben es geschafft, Mat! Ich habe dir doch gesagt, wir...�</p><p>Die Worte erstarben ihm im Mund, als sein Blick auf Caemlyn fiel. Nach Baerlon und noch mehr nach den Ruinen von Shadar Logoth hatte er zu wissen geglaubt, wie eine gro�e Stadt aussah, aber das... das war mehr, als er sich je vorgestellt hatte.</p><p>Au�erhalb der gro�en Mauer ballten sich die Geb�ude, als habe man jede Stadt, durch die sie gekommen waren, aufgesammelt und hier nebeneinander aufgestellt und sie dazu noch eng zusammengedr�ckt. Die oberen Stockwerke von Schenken ragten �ber den Ziegeld�chern von Wohnh�usern auf, und alle wurden eingezw�ngt von niedrigen, breiten, fensterlosen Lagerh�usern. Rote Backsteine und grauer Schiefer und wei�e Gipsw�nde, alles bunt durcheinander, und das zog sich hin, soweit das Auge sehen konnte. Baerlon h�tte darin verschwinden k�nnen, ohne �berhaupt bemerkt zu werden, und es h�tte Wei�br�cke wohl zwanzigmal schlucken k�nnen und keine Schluckbeschwerden bekommen.</p><p>Und dann die Mauer selbst. Bla�grauer Stein, mit Silber und Wei� durchsetzt, f�nfzig Fu� hoch und ganz senkrecht, erstreckte sich in einem gro�en Kreisbogen nach Norden und S�den. Er fragte sich, wie lang diese Mauer wohl sei. In geringen Abst�nden erhoben sich T�rme dar�ber. Sie waren rund und ragten weit �ber die H�he der Mauer selbst hinaus. Auf jedem flatterten rotwei�e Banner im Wind. Innerhalb der Mauer konnte man ebenfalls T�rme aufragen sehen, schmale T�rme, die noch h�her waren als die auf der Mauer. Kuppeln schimmerten wei� und golden im Sonnenschein. Tausend Geschichten hatten in seiner Vorstellung St�dte entstehen lassen, die gro�en St�dte der K�nige und K�niginnen, der Throne und M�chte und Legenden, und Caemlyn pa�te zu diesen tief in seinem Geist verankerten Bildern wie Wasser in einen Krug.</p><p>Der Karren rumpelte die breite Stra�e zur Stadt entlang. Dort erwartete sie ein gro�es, von T�rmen eingerahmtes Tor. Der Wagenzug eines Kaufmanns rollte gerade aus diesem Tor heraus. Er kam aus einem gemauerten Torbogen, der auch einem Riesen oder vielleicht sogar zehn Riesen nebeneinander Platz geboten h�tte. Auf beiden Seiten der Stra�e erstreckten sich offene M�rkte. Dachplatten gl�nzten rot und purpurn, und zwischen den H�usern standen Marktbuden und Gehege f�r die feilgebotenen Tiere. K�lber muhten sch�chtern, Rinder br�llten, G�nse kreischten, H�hner gackerten, Ziegen meckerten, Schafe bl�kten, und die Menschen feilschten in voller Lautst�rke. Durch L�rmw�nde eingeengt, fuhren sie zum Stadttor von Caemlyn. �Was habe ich euch gesagt?� Bunt mu�te beinahe schreien, damit sie ihn �berhaupt verstehen konnten. �Die gro�artigste Stadt der Welt. Von Ogiern erbaut, wi�t ihr? Zumindest die Innenstadt und der Palast. So alt ist Caemlyn schon, jawohl. Caemlyn, wo die gute K�nigin Morgase, das Licht leuchte ihr, die Gesetze erl��t und den Frieden in Andor erh�lt. Die tollste Stadt der Erde.�</p><p>Rand war bereit, ihm zuzustimmen. Sein Mund stand offen, und er wollte die H�nde auf die Ohren legen, um den L�rm zu d�mpfen. Es liefen so viele Leute auf der Stra�e herum, wie man in Emondsfeld zur Zeit des Bel Tine auf dem Gr�n sehen konnte. Er erinnerte sich daran, wie er gedacht hatte, in Baerlon hielten sich unglaublich viele Menschen auf, und bei dem Gedanken mu�te er beinahe lachen. Er sah Mat an und grinste. Mat hatte die H�nde tats�chlich auf den Ohren und die Schultern so weit hochgezogen, als wolle er die auch noch �ber die Ohren st�lpen.</p><p>�Wie k�nnen wir uns dort verstecken?� wollte er �berlaut wissen, als er bemerkte, da� Rand ihn ansah. �Woher wissen wir, wem wir unter so vielen trauen k�nnen? So verdammt viele! Licht, was f�r ein L�rm!�</p><p>Rand sah Bunt an, bevor er antwortete. Der Bauer war ganz in den Anblick der Stadt versunken, und bei dem L�rm hatte er Mats Worte vielleicht gar nicht geh�rt. Trotzdem brachte Rand seinen Mund ganz nah an Mats Ohr. �Wie k�nnen sie uns unter so vielen Menschen finden? Merkst du nichts, du wollk�pfiger Idiot? Wir sind in Sicherheit, falls du jemals lernst, deinen vorlauten Mund zu halten!� Er wies mit der Hand auf alles � die M�rkte, die Stadtmauer vor ihnen. �Sieh dir das an, Mat. Hier kann alles passieren. Alles! Vielleicht warten sogar Moiraine und Egwene und die anderen dort auf uns.�</p><p>�Falls sie noch leben. Wenn du mich fragst, dann sind sie genauso tot wie der Gaukler.�</p><p>Das Grinsen verschwand von Rands Gesicht, und er wandte sich dem immer n�her kommenden Tor zu. Alles konnte in einer Stadt wie Caemlyn geschehen. Er klammerte sich stur an diesen Gedanken.</p><p>Das Pferd konnte nicht schneller traben, so sehr auch Bunt die Z�gel auf seinen Hals klatschen lie�. Je n�her sie dem Tor kamen, desto dichter wurde die Menschenmenge. Schulter an Schulter schoben sie sich dahin, dr�ngten sich an die Karren und Wagen, die hineinfahren wollten. Rand war froh, als er bemerkte, da� recht viele davon staubbedeckte junge M�nner zu Fu� waren, die kaum Gep�ck dabei hatten. Wie alt sie auch immer sein mochten, so sahen doch viele in der Menge, die sich auf das Tor zuschob, nach einer anstrengenden Reise aus. Die Karren waren klapprig, die Pferde m�de, die Kleider zerknittert von vielen N�chten im Freien, die Schritte schleppend und die Augen matt. Doch ob ersch�pft oder nicht, aller Blicke waren auf das Tor gerichtet, als k�nnten sie drinnen alle Ersch�pfung abstreifen.</p><p>Ein halbes Dutzend Gardesoldaten standen am Tor. Ihre sauberen rotwei�en Waffenr�cke und der polierte Glanz ihrer Brustpanzer bildeten einen scharfen Kontrast zur Kleidung der meisten Leute, die unter dem Steinbogen durchstr�mten. Steif aufgerichtet, die K�pfe stolz erhoben, so betrachteten sie die Ank�mmlinge mit ver�chtlichem Mi�trauen. Es war klar, da� sie am liebsten die meisten dieser Menschen abgewiesen h�tten. Aber abgesehen davon, da� sie dem stadtausw�rts flie�enden Verkehr eine Fahrbahn freihielten und mit denen schimpften, die zu sehr dr�ngelten, behinderten sie niemanden.</p><p>�Haltet eure Pl�tze ein. Nicht dr�ngen. Nicht dr�ngen, Licht noch mal! Es ist genug Platz da f�r alle, das Licht helfe uns! Haltet eure Pl�tze ein.�</p><p>Bunts Karren rollte mit der langsamen Flut der Menge nach Caemlyn hinein.</p><p>Die Stadt erhob sich auf niedrigen H�geln und stieg stufenartig zur Mitte hin an. Dieses Stadtzentrum wurde von einer weiteren Mauer umschlossen, die blendend wei� leuchtete und sich �ber die H�gel zog. Innerhalb dieser Mauer befanden sich sogar noch mehr T�rme und Kuppeln; wei� und golden und purpurn. Von ihrer erh�hten Position auf den H�geln aus blickten sie auf den Rest von Caemlyn herab. Rand nahm an, das sei die Innenstadt, von der Bunt gesprochen hatte.</p><p>Die Stra�e nach Caemlyn �nderte ihren Charakter, sobald sie innerhalb der Stadt verlief. Sie wurde zu einer breiten Prachtstra�e, die in der Mitte durch einen mit Gras und B�umen bepflanzten Gr�nstreifen unterbrochen war. Das Gras war braun und die B�ume kahl, aber die Menschen hasteten vorbei, als s�hen sie nichts Ungew�hnliches. Sie lachten, unterhielten sich, stritten sich, verhielten sich also ganz normal. Gerade so, als h�tten sie keine Ahnung, da� es dieses Jahr keinen Fr�hling gegeben hatte und vielleicht auch keiner mehr k�me. Sie erkannten das nicht, das wurde Rand schnell klar. Sie konnten oder wollten es nicht erkennen. Ihre Blicke wandten sich ab von den kahlen �sten, und sie gingen �ber das abgestorbene und absterbende Gras hinweg, ohne auch nur einmal hinabzublicken. Was sie nicht sahen, das konnten sie ignorieren; was sie nicht sahen, gab es eben in Wirklichkeit nicht.</p><p>Da er die Stadt und ihre Menschen so bestaunte, wurde Rand v�llig davon �berrascht, da� der Karren in eine Seitenstra�e abbog, die wohl schmaler war als die Prachtstra�e dort drau�en, aber immer noch doppelt so breit wie jede Stra�e in Emondsfeld. Bunt lie� das Pferd anhalten und drehte sich um. Er sah die beiden Jungen z�gernd an. Der Verkehr war hier weniger dicht, und die Menge teilte sich und umging den Karren, ohne abzurei�en.</p><p>�Was verbirgst du unter deinem Umhang? Ist es wirklich das, was Holdwin behauptet hat?�</p><p>Rand war gerade dabei, sich die Satteltaschen auf die Schulter zu laden. �Was meint Ihr damit?� Auch seine Stimme klang fest. Sein Magen verknotete sich, und er stie� sauer auf, doch die Stimme klang fest und sicher.</p><p>Mat unterdr�ckte mit einer Hand ein G�hnen, doch die andere schob er unter seinen Mantel � Rand wu�te, da� er den Dolch aus Shadar Logoth ergriff -, und in seinen Augen unter dem um den Kopf gebundenen Schal stand ein harter, gehetzter Blick. Bunt vermied es, Mat anzusehen, als wisse er, da� sich in der verborgenen Hand eine Waffe befinde. �Ach, nichts, sch�tze ich. Aber seht mal, wenn ihr geh�rt habt, da� ich nach Caemlyn fahre, dann wart ihr lang genug da, um auch den Rest zu h�ren. Wenn ich hinter einer Belohnung hergewesen w�re, h�tte ich irgendeine Ausrede gebraucht, um in die Gans und Krone zu gehen und mit Holdwin zu sprechen. Aber ich kann eben Holdwin nicht sehr gut leiden und schon gar nicht seinen Freund, �berhaupt nicht. Es scheint, ihr seid ihm wichtiger als... irgendwas anderes.�</p><p>�Ich wei� nicht, was er will�, sagte Rand. �Wir haben ihn noch nie zuvor gesehen.� Das konnte sogar der Wahrheit entsprechen; er konnte einen Blassen nicht vom anderen unterscheiden.</p><p>�Na ja. Also, wie ich sagte, ich wei� von nichts, und ich denke, ich will auch gar nichts wissen. Es gibt schon genug Schwierigkeiten f�r uns alle, ohne da� ich noch nach weiteren suche.�</p><p>Mat suchte seine Sachen langsam zusammen, und Rand war schon unten auf der Stra�e, bevor er herunterkletterte. Rand wartete ungeduldig. Mat wandte sich steif vom Karren ab, pre�te sich Bogen und K�cher und die Deckenrolle an die Brust und f�hrte leise Selbstgespr�che. Unter seinen Augen lagen tiefe Schatten.</p><p>Rands Magen knurrte, und er verzog das Gesicht. Hunger und dazu ein saurer Geschmack vom Magen her lie�en ihn f�rchten, da� er sich �bergeben m�sse. Mat sah ihn nun erwartungsvoll an. <emphasis>Wohin nun? Was tun?</emphasis></p><p>Bunt beugte sich herunter und winkte ihn n�her zu sich. Er ging hin, auf n�here Ausk�nfte �ber Caemlyn hoffend.</p><p>�Ich w�rde es verstecken... � Der alte Bauer unterbrach sich und sah sich mi�trauisch um. Menschen schoben sich zu beiden Seiten des Karrens vorbei, aber abgesehen von ein paar Fl�chen im Vor�bergehen, weil sie den Weg blockierten, achtete niemand auf sie. �Trag das nicht mehr�, sagte er, �verstecke es oder verkaufe es. Gib's weg. Das rate ich dir. Sachen wie das ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, und ich glaube, gerade das willst du vermeiden.�</p><p>Pl�tzlich richtete er sich auf, schnalzte seinem Pferd mit der Zunge zu und fuhr langsam die belebte Stra�e hinunter, ohne noch ein Wort zu sagen oder sich umzublicken. Ein mit F�ssern beladener Wagen rumpelte auf sie zu. Rand sprang aus dem Weg, kam ins Stolpern, und als er sich wieder umsah, waren Bunt und sein Karren au�er Sicht.</p><p>�Was machen wir nun?� wollte Mat wissen. Er leckte sich �ber die Lippen und betrachtete mit weit aufgerissenen Augen all die Menschen, die sich vorbeidr�ngten, und die Geb�ude, die bis zu sechs Stockwerken hoch �ber der Stra�e aufragten. �Wir sind in Caemlyn, aber was machen wir nun?� Er hatte die H�nde von den Ohren genommen, aber sie zuckten, als wolle er sie gleich wieder dar�berlegen. Ein Summen lag �ber der Stadt, das tiefe, gleichm��ige Dr�hnen von Hunderten von L�den, in denen Menschen arbeiteten, und von vielen Tausenden von Gespr�chen. F�r Rands Ohren klang es, als bef�nden sie sich in einem riesigen Bienenstock, in dem es andauernd summte. �Selbst wenn sie hier sind, Rand, wie k�nnen wir sie dann in diesem Durcheinander finden?�</p><p>�Moiraine wird uns finden�, sagte Rand bed�chtig. Das Ausma� der Stadt lastete schwer auf seinen Schultern. Er wollte am liebsten fliehen, sich vor all diesen Menschen und dem L�rm verstecken. Trotz Tams Lehre konnte er das Nichts nicht heraufbeschw�ren; seine Augen saugten die Stadt immer wieder in die Vorstellung hinein. So konzentrierte er sich statt dessen auf seine n�here Umgebung und ignorierte alles Ferne. Wenn man nur eine einzige Stra�e betrachtete, schien es ihm beinahe wie Baerlon. Baerlon, der letzte Ort, an dem sie sich noch alle in Sicherheit glaubten. <emphasis>Niemand ist mehr in Sicherheit. Vielleicht sind sie alle tot. Was dann?</emphasis></p><p>�Sie sind am Leben! Egwene lebt!� sagte er nachdr�cklich. Mehrere Passanten blickten ihn mit gerunzelter Stirn an. �Vielleicht�, sagte Mat. �Vielleicht. Was wird, wenn Moiraine uns nicht findet? Wenn uns niemand findet, au�er den... den... � Er schauderte und war nicht in der Lage, das Wort auszusprechen. �Dar�ber denken wir nach, wenn es soweit ist�, sagte Mat mit fester Stimme. �Falls es dazu kommt.� Im schlimmsten Fall w�rden sie Elaida aufsuchen m�ssen, die Aes Sedai im Palast. Aber eher w�rde er nach Tar Valon gehen. Er wu�te nicht, ob sich Mat noch an das erinnerte, was Thom von den Roten Ajah erz�hlt hatte � und von den Schwarzen � aber er erinnerte sich ganz gewi�. Sein Magen hob sich dabei. �Thom sagte, wir sollten eine Schenke finden, die <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> hei�t. Dahin gehen wir zuerst.�</p><p>�Wie denn? Wir k�nnen uns mit dem, was wir haben, nicht einmal gemeinsam ein Essen bestellen.�</p><p>�Wenigstens k�nnen wir dort mit der Suche anfangen. Thom glaubte, wir k�nnten dort Hilfe finden.�</p><p>�Ich kann nicht... Rand, sie sind �berall.� Mat senkte den Blick auf die Pflastersteine und schien zu schrumpfen, als versuche er, sich vor den Leuten zur�ckzuziehen, die sie umgaben. �Wo immer wir auch hingehen, sie sind dicht hinter uns oder warten schon auf uns. Sie werden auch in <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> sein. Ich kann nicht... Ich... Nichts kann einen Blassen aufhalten.�</p><p>Rand packte Mat mit einer Faust beim Kragen. Er bem�hte sich sehr, ihn nicht sp�ren zu lassen, da� die Faust zitterte. Er brauchte Mat. Vielleicht lebten die anderen noch � <emphasis>Licht, bitte!</emphasis> � aber jetzt gerade gab es nur Mat und ihn. Der Gedanke daran, allein weiterzumachen... Er schluckte schwer, und sein Speichel schmeckte sauer.</p><p>Er sah sich hastig um. Niemand schien Mats Bemerkung �ber den Blassen geh�rt zu haben. Die Menge dr�ckte sich, in eigene Sorgen versunken, an ihnen vorbei. Er n�herte sein Gesicht dem Mats. �Wir haben es soweit geschafft, klar?� fragte er in einem heiseren Fl�sterton. �Sie haben uns noch nicht gefangen. Wir k�nnen auch den ganzen Weg schaffen, wenn wir nicht einfach aufgeben. Ich werde jedenfalls nicht aufgeben und wie ein Schaf auf der Schlachtbank warten. Ich nicht! Also? Bleiben wir hier stehen, bis wir verhungert sind? Oder bis sie kommen und deine Reste in einen Sack stecken?�</p><p>Er wandte sich von Mat ab. Die Fingern�gel hatte er in die Handfl�chen geschlagen, doch seine H�nde zitterten immer noch. Pl�tzlich war Mat an seiner Seite. Er ging mit gesenktem Blick nebenher, und Rand atmete langgezogen aus.</p><p>�Tut mir leid, Rand�, murmelte Mat.</p><p>�Vergi� es�, sagte Rand.</p><p>Mat blickte gerade oft genug auf, um zu vermeiden, Leute anzurempeln. Dabei sprudelte er mit lebloser Stimme heraus: �Ich kann nicht aufh�ren, mir vorzustellen, da� ich die Heimat niemals wiedersehen werde. Ich will nach Hause. Lach mich aus, wenn du willst; das macht mir nichts. Was w�rde ich nicht daf�r hergeben, wenn mich jetzt meine Mutter irgendeines Streiches wegen ausschimpfen w�rde. Das dr�ckt die ganze Zeit schwer auf meinen Geist � wie ein hei�es Gewicht. Von lauter Fremden umgeben, nicht zu wissen, wem man trauen kann, wenn �berhaupt jemandem... Licht, Zwei Fl�sse ist so weit weg, da� es genausogut auf der anderen Seite der Welt liegen k�nnte. Wir sind allein und wir kommen niemals mehr heim. Wir werden sterben, Rand.�</p><p>�Nein, werden wir noch nicht�, scho� Rand zur�ck. �Jeder mu� mal sterben. Das Rad dreht sich. Aber ich werde mich nicht hinlegen und darauf warten.�</p><p>�Du h�rst dich an wie Meister al'Vere�, brummte Mat, doch in seine Stimme kehrte ein klein wenig Kampfgeist zur�ck. �Gut�, sagte Rand. �Gut.� <emphasis>Licht, wenn es nur den anderen gut geht. La� uns nicht ganz allein sein.</emphasis></p><p>Er fragte mehrere Passanten nach dem Weg zu <emphasis>Der K�nigin Segen.</emphasis> Die Reaktionen waren �u�erst unterschiedlich. Am h�ufigsten fluchte man �ber Leute, die nicht blieben, wohin sie geh�rten, oder man zuckte die Achseln und hatte keine Ahnung. Einige stolzierten auch einfach vorbei, ohne sie eines Blickes zu w�rdigen. Ein Mann mit breitem Gesicht, beinahe so gro� wie Perrin, neigte den Kopf zur Seite und sagte: �Der K�nigin Segen, eh? Ihr Bauernburschen seid also M�nner der K�nigin?� Er trug eine wei�e Kokarde am breitrandigen Hut und ein wei�es Armband um den �rmel seines langen Mantels. �Also, da kommt ihr zu sp�t.�</p><p>Er ging weiter und lachte schallend dabei. Mat und Rand sahen sich entgeistert an. Rand zuckte die Achseln. In Caemlyn trieben sich die seltsamsten Typen herum, Leute, wie er sie nie zuvor erlebt hatte.</p><p>Einige hoben sich von der Menge ab. Ihre Hautfarbe war zu dunkel oder zu bla�, die M�ntel ungewohnt geschnitten oder in leuchtenden Farben gehalten, die H�te liefen oben spitz zu oder waren mit langen Federn geschm�ckt. Es gab Frauen, die einen Schleier vor dem Gesicht trugen, Frauen in aufgebauscht steifen Kleidern, die ebenso breit waren, wie die Tr�gerin gro�, und Frauen in Kleidern, die mehr von ihrem K�rper enth�llten, als er je zuvor selbst bei freiz�gigen Kellnerinnen gesehen hatte. Gelegentlich zw�ngte sich eine in lebhaften Farben bemalte und mit Goldr�ndern verzierte Kutsche durch die belebten Stra�en, gezogen von einem Gespann mit vier oder sechs Pferden, deren Geschirr mit Zierfedern geschm�ckt war. �berall waren S�nften zu sehen. Ihre Tr�ger schoben sich einfach durch die Menge, ohne R�cksicht auf die zu nehmen, die sie beiseite dr�ckten.</p><p>Rand beobachtete, wie aus diesem Grund eine Schl�gerei begann. Ein Haufen w�st schreiender M�nner schwang die F�uste, w�hrend ein bla�h�utiger Mann im rotgestreiften Mantel aus der S�nfte kletterte, die am Stra�enrand umgekippt auf der Seite lag. Zwei M�nner in grober Kleidung, die scheinbar nur zuf�llig vorbeigekommen waren, st�rzten sich auf ihn, bevor er ganz ausgestiegen war. Die Stimmung unter den vielen Zuschauern wurde langsam giftig. Die Leute schrien erregt und schwangen drohend die F�uste. Rand zog Mat am �rmel weiter, und sie hasteten davon. Mat ben�tigte keine zweite Aufforderung. Der L�rm eines kleineren Aufruhrs folgte ihnen die Stra�e hinunter.</p><p>Mehrmals wurden die beiden von anderen M�nnern angesprochen, anstatt umgekehrt. Ihre verstaubte Kleidung zeigte, da� sie Neuank�mmlinge waren, und sie schienen wie Magnete auf manche Typen zu wirken. Heimlichtuerische Kerle boten Andenken an Logain zum Kauf an. Ihre Blicke huschten unruhig hin und her, und ihre F��e schienen allzeit zum Rennen bereit. Rand sch�tzte, da� man ihm genug Fetzen vom Umhang des falschen Drachen und Bruchst�cke seines Schwertes anbot, um daraus zwei Schwerter und ein halbes Dutzend Umh�nge zu machen. Mats Gesicht hellte sich voller Interesse auf, jedenfalls beim ersten Mal, aber Rand beschied alle nur mit einem kurz angebundenen Nein, und sie nahmen es mit einem Kopfnicken und einem schnellen �Das Licht leuchte der K�nigin, guter Herr� hin und verschwanden. In den meisten Gesch�ften lagen Teller und Pokale aus, die mit phantasievollen Bildern geschm�ckt waren, auf denen man sah, wie der falsche Drache in Ketten der K�nigin vorgef�hrt wurde. Und man sah Wei�m�ntel auf der Stra�e. Jeder von ihnen schritt innerhalb eines Freiraums einher, wie es schon in Baerlon der Fall gewesen war.</p><p>Rand dachte viel dar�ber nach, wie sie wohl unbemerkt bleiben konnten. Er behielt den Umhang �ber dem Schwert, aber das w�rde nicht mehr lange ausreichen. Fr�her oder sp�ter w�rde sich jemand fragen, was er da verbarg. Er w�rde aber Bunts Ratschlag nicht befolgen -konnte ihn nicht befolgen -, das Schwert nicht mehr zu tragen. Sein Bindeglied zu Tam. Zu seinem Vater.</p><p>Viele andere in der Menge trugen Schwerter, aber keines mit einem aufsehenerregenden Reiherzeichen. Alle M�nner aus Caemlyn aber und auch einige der Fremden hatten ihre Schwerter, Scheide wie Griff, mit Stoffstreifen umwickelt, mit roter und wei�er Schnur umwunden oder in Wei� und Rot eingebunden. Unter diesen Umh�llungen konnte man hundert Reiherzeichen verbergen, und niemand w�rde sie bemerken. Au�erdem w�re es g�nstig, einer solchen �rtlichen Sitte zu folgen, um besser angepa�t zu erscheinen.</p><p>Vor einer ganzen Reihe der L�den standen Tische mit solchen Stoffbahnen und Schn�ren, und Rand blieb bei einem stehen. Der rote Stoff war billiger als der wei�e, obwohl er au�er der Farbe keinen Unterschied entdecken konnte, also kaufte er diesen und die dazugeh�rige wei�e Schnur. Mat beklagte sich, wie wenig Geld sie noch �brig h�tten. Der Ladeninhaber blickte sie mit zusammengepre�ten Lippen von oben bis unten an und verzog dann den Mund doch etwas, als er Rands Kupferm�nzen annahm. Er fluchte, als ihn Rand auch noch darum bat, sein Schwert im Inneren des Ladens umwickeln zu d�rfen. �Wir sind nicht gekommen, um Logain zu sehen�, sagte Rand geduldig. �Wir sind nur gekommen, um uns Caemlyn anzusehen.� Er dachte an Bunt und f�gte hinzu: �Die gro�artigste Stadt der Welt.� Die Grimasse des Ladeninhabers ver�nderte sich nicht. �Das Licht leuchte der guten K�nigin Morgase�, sagte Rand hoffnungsvoll.</p><p>�Wenn ihr mir irgendwelche Schwierigkeiten macht�, sagte der Mann m�rrisch, �dann wird meine Stimme hundert M�nner herbeirufen, die euch fertigmachen, wenn es die Garde nicht schon tut.� Er unterbrach sich, um auszuspucken, und verfehlte ganz knapp Rands Fu�. �K�mmert euch um eure schmutzigen Gesch�fte, und haut ab.�</p><p>Rand nickte, als habe der Mann ihnen freundlich Lebewohl gesagt, und zog Mat weg. Mat schaute sich noch weiter zum Laden hin um und grollte in sich hinein, bis ihn Rand in eine leere Einfahrt schleifte. Mit dem R�cken zur Stra�e, so da� kein Passant sehen konnte, was sie machten, nahm Rand den Schwertg�rtel ab und machte sich daran, Scheide und Griff zu umwickeln.</p><p>�Ich wette, er hat dir den doppelten Preis f�r diesen dummen Stoff abverlangt�, sagte Mat. �Oder den dreifachen.�</p><p>Es war nicht so leicht, wie es ausgesehen hatte, die Stoffstreifen und die Schnur so zu befestigen, da� das Ganze nicht wieder herunterfiel.</p><p>�Sie werden alle versuchen, uns �bers Ohr zu hauen, Rand. Sie glauben, wir seien wie alle anderen gekommen, um den falschen Drachen zu sehen. Wir haben Gl�ck, wenn uns nicht irgendeiner �ber den Kopf haut, w�hrend wir schlafen. Das ist kein Ort f�r uns. Es sind zu viele Leute hier. Machen wir uns doch gleich jetzt auf den Weg nach Tar Valon. Oder nach S�den, nach Illian. Ich h�tte nichts dagegen, zuzusehen, wie sie sich versammeln, um auf die Jagd nach dem Horn zu gehen. Wenn wir schon nicht heim k�nnen, dann la� uns jetzt gehen.�</p><p>�Ich bleibe�, sagte Rand. �Wenn sie nicht schon hier sind, dann kommen sie fr�her oder sp�ter und suchen uns.�</p><p>Er war nicht sicher, da� er das Schwert so umwickelt hatte wie die anderen, aber die Reiher auf der Scheide und dem Knauf waren verborgen, und er hielt es so f�r sicher genug. Als er zur Stra�e zur�ckging, hatte er keinen Zweifel daran, da� er sich um ein Problem weniger Gedanken machen mu�te. Mat ging an seiner Seite so z�gernd einher, als ziehe er ihn an einer Hundeleine voran.</p><p>St�ck f�r St�ck erlangte Rand die Ausk�nfte, die er brauchte. Zuerst waren die Angaben nur sehr vage, etwa �ungef�hr in dieser Richtung� und �dort dr�ben irgendwo�. Je n�her sie jedoch kamen, desto eindeutiger wurden die Richtungsangaben, bis sie schlie�lich vor einem breiten Steingeb�ude standen, �ber dessen Eingang ein Schild im Wind knarrte. Ein Mann war darauf zu sehen, der vor einer Frau mit rotgoldenem Haar und einer Krone kniete. Eine ihrer H�nde ruhte auf seinem gebeugten Haupt. <emphasis>Der K�nigin Segen.</emphasis></p><p>�Bist du dir auch sicher?� fragte Mat.</p><p>�Nat�rlich�, sagte Rand. Er holte tief Luft und stie� die T�r auf. Der Schankraum war gro� und mit dunklem Holz get�felt. Feuer in zwei Kaminen erw�rmte ihn. Eine Bedienung fegte den Boden, obwohl er sauber war, und eine andere polierte in der Ecke Kerzenhalter. Beide l�chelten die zwei Neuank�mmlinge an, bevor sie sich wieder ihrer Arbeit zuwandten.</p><p>Nur an wenigen Tischen sa�en G�ste, aber so fr�h am Tag war ein halbes Dutzend M�nner schon eine ganze Menge, und wenn auch niemand besonders gl�cklich �ber Mats und sein Eintreten zu sein schien, so wirkten sie doch sauber und n�chtern. Der Geruch nach Rinderbraten und frisch gebackenem Brot trieb aus der K�che herein, und Rand lief das Wasser im Mund zusammen.</p><p>Der Wirt war fett, wie er mit Freude feststellte; ein Mann mit rosafarbenem Gesicht und einer gest�rkten wei�en Sch�rze. Das ergraute Haar war zur�ckgek�mmt, um einen kahlen Fleck zu verbergen, der jedoch nicht ganz bedeckt war. Seine scharfen Augen betrachteten sie von Kopf bis Fu�, die staubigen Kleider und die B�ndel und die abgetragenen Stiefel, aber er l�chelte sofort und auf sehr nette Art und Weise. Er hie� Basel Gill.</p><p>�Meister Gill�, sagte Rand, �ein Freund von uns riet uns, hierher zu kommen. Thom Merrilin. Er... � Das L�cheln des Wirts verflog. Rand sah Mat an, doch der war zu sehr damit besch�ftigt, die D�fte aus der K�che in sich einzusaugen, als da� er etwas anderes bemerkt h�tte. �Stimmt etwas nicht? Ihr kennt ihn doch?�</p><p>�Ich kenne ihn�, sagte Gill kurz angebunden. Er schien im Moment mehr an dem Fl�tenbeh�lter an Rands Seite interessiert als an sonst etwas. �Kommt mit!� Er deutete mit einer Kopfbewegung nach hinten. Rand r�ttelte Mat kurz, um ihn aus seinem Schmachten zu rei�en, und folgte dem Wirt. Er fragte sich, was da los sei.</p><p>In der K�che blieb Meister Gill stehen und sprach mit der K�chin, einer rundlichen Frau, die das Haar zu einem Knoten am Hinterkopf zusammengebunden hatte und beinahe Pfund f�r Pfund ein Gegenst�ck zum Wirt darstellte. Sie r�hrte weiter in ihren Kocht�pfen herum, w�hrend der Wirt redete. Die D�fte waren so k�stlich -zwei Tage Hunger lieferten eine gute Sauce f�r beinahe alles E�bare, aber hier roch es ebenso gut wie in der K�che von Frau al'Vere -, da� Rands Magen vernehmlich knurrte. Mat beugte sich, Nase voraus, �ber die T�pfe. Rand stie� ihn an; Mat wischte sich schnell �ber das Kinn. Ihm war wirklich das Wasser aus dem Mund gelaufen.</p><p>Dann f�hrte sie der Wirt hastig aus dem Hinterausgang. Im Stallhof blickte er sich um, ob auch wirklich niemand in der N�he war, und dann wandte er sich Rand zu. �Was ist in dem Beh�lter, Junge?�</p><p>�Thoms Fl�te�, sagte Rand bed�chtig. Er �ffnete den Kasten, als werde es helfen, die mit Gold und Silber verzierte Fl�te vorzuzeigen. Mats Hand kroch unter seinen Mantel.</p><p>Meister Gill sah Rand unverwandt an. �Ja, ich erkenne sie. Ich habe ihn oft genug damit spielen sehen, und es gibt wohl kaum eine zweite von der Art au�erhalb eines K�nigshofes.� Das freundliche L�cheln war wie weggeblasen, und sein Blick war mit einem Mal messerscharf. �Wie bist du dazu gekommen? Thom w�rde eher seinen Arm hergeben als diese Fl�te.�</p><p>�Er hat sie mir gegeben.� Rand nahm Thoms geb�ndelten Umhang vom R�cken und legte ihn am Boden ab. Er entfaltete das B�ndel gerade soweit, um die farbigen Flicken und das Ende des Harfenbeh�lters zu zeigen. �Thom ist tot, Meister Gill. Wenn er ein Freund von Euch war, dann tut es mir leid. Er war auch meiner.�</p><p>�Tot, sagst du? Wie ist das geschehen?�</p><p>�Ein... ein Mann versuchte, uns zu t�ten. Thom gab mir das in die Hand und befahl uns wegzurennen.� Die Flicken flatterten wie Schmetterlinge im Wind. Rands Kehle war wie zugeschn�rt. Er faltete sorgf�ltig den Umhang zusammen. �Wir w�ren tot, wenn er nicht gewesen w�re. Wir wollten zusammen nach Caemlyn. Er sagte uns, wir sollten hierher, zu Eurer Schenke, kommen.�</p><p>�Ich glaube erst, da� er tot ist�, sagte der Wirt bed�chtig, �wenn ich seinen Leichnam sehe.� Er stie� mit dem gro�en Zeh gegen das B�ndel und r�usperte sich laut. �Nee, nee, ich glaube schon, da� ihr beobachtet habt, was immer es zu sehen gab, aber ich glaube einfach nicht, da� er tot ist. Er ist schwerer zu t�ten, als ihr glaubt, der alte Thom Merrilin.�</p><p>Rand legte eine Hand auf Mats Schulter. �Es ist schon gut, Mat. Er ist ein Freund.�</p><p>Meister Gill sah Mat an und seufzte. �Ich denke, das bin ich.�</p><p>Mat richtete sich langsam auf und verschr�nkte die Arme vor der Brust. Er beobachtete den Wirt immer noch mi�trauisch, und in seiner Wange zuckte ein Muskel.</p><p>�Er wollte nach Caemlyn, sagt ihr?� Der Wirt sch�ttelte den Kopf. �Das ist der letzte Ort auf der Welt, von dem ich annahm, da� Thom ihn besuchen werde, au�er vielleicht noch Tar Valon.� Er wartete, bis ein Stallbursche vorbeigegangen war, und senkte auch dann noch die Stimme. �Ich nehme an, ihr habt Probleme mit den Aes Sedai.�</p><p>�Ja�, antwortete Mat zur gleichen Zeit, als Rand sagte: �Wie kommt Ihr darauf?�</p><p>Meister Gill lachte trocken auf. �Ich kenne den Mann doch. Er wird sich in diese Art von Schwierigkeiten geradezu hineinst�rzen, besonders um ein paar Jungen in eurem Alter zu helfen... � Der Glanz der Erinnerungen verschwand aus seinen Augen, und sein Blick wurde zur�ckhaltender. �Nun, �h... ich will ja keine Anschuldigungen vorbringen, wirklich, aber... �h... ich nehme an, keiner von euch kann... �h... also, was ich sagen will, ist... �h... welche Probleme habt ihr nun eigentlich mit Tar Valon, falls ihr mir die Frage verzeiht?�</p><p>Rands Haut prickelte, als ihm klar wurde, was der Mann da annahm. Die Eine Macht. �Nein, nein, nichts dergleichen! Das schw�re ich. Uns hat sogar eine Aes Sedai geholfen. Moiraine war... � Er bi� sich auf die Zunge, aber der Gesichtsausdruck des Wirts �nderte sich nicht.</p><p>�Ich bin froh, das zu h�ren. Nicht, da� ich f�r die Aes Sedai sehr viel �brig h�tte, aber lieber sie, als... die andere Seite.� Er sch�ttelte bed�chtig den Kopf. �Man spricht zuviel von solchen Dingen, seit Logain hierhergebracht wurde. Ich wollte euch nicht kr�nken, das versteht ihr doch sicher, aber... na ja, ich mu�te doch sichergehen, nicht wahr?�</p><p>�Wir nehmen Euch das nicht �bel�, sagte Rand. Mats Gemurmel konnte alles bedeuten, aber der Wirt nahm es als Zustimmung zu dem, was Rand gesagt hatte.</p><p>�Ihr zwei seht schon so aus, als w�rt ihr in Ordnung, und ich glaube, da� ihr Freunde von Thom wart � seid -, aber die Zeiten sind schlecht, und die Tage m�hsam. Ich sch�tze, ihr k�nnt nicht zahlen? Nein, ich habe es auch nicht erwartet. Es gibt von nichts genug, und was es gibt, ist unwahrscheinlich teuer. Also gebe ich euch Betten -nicht die besten, doch warm und trocken � und etwas zu essen, aber mehr kann ich nicht versprechen, so leid mir das tut.�</p><p>�Ich danke Euch�, sagte Rand mit einem fragenden Blick zu Mat hin�ber. �Das ist mehr, als ich erwartet habe.� Wen betrachtete er als �in Ordnung�, und warum <emphasis>sollte</emphasis> er eigentlich mehr versprechen?</p><p>�Na ja, Thom ist ein guter Freund. Ein alter Freund. Ein Hitzkopf, der manchmal die schlimmsten Sachen ausgerechnet der Person an den Kopf wirft, bei der er das nicht tun sollte, aber trotzdem ein guter Freund. Wenn er nicht kommt... also, dann werden wir uns schon was �berlegen. Am besten, ihr erw�hnt nichts mehr davon, da� euch eine Aes Sedai hilft. Ich bin ein treuer Anh�nger der K�nigin, aber es gibt gerade jetzt in Caemlyn viele, die sowas in die falsche Kehle bekommen k�nnten, und damit meine ich nicht nur die Wei�m�ntel.�</p><p>Mat schnaubte. �Wenn's nach mir ginge, dann k�nnten die Raben jede Aes Sedai direkt nach Shayol Ghul bef�rdern!�</p><p>�H�te deine Zunge!� fauchte Meister Gill. �Ich sagte, ich liebe sie nicht gerade, aber ich habe nicht gesagt, da� ich ein Narr bin und glaube, sie steckten hinter allem Schlechten. Die K�nigin unterst�tzt Elaida, und die Garde steht zur K�nigin. Das Licht helfe uns, damit sich das nicht �ndert. Jedenfalls sind in letzter Zeit einige Gardesoldaten so weit gegangen, da� sie Leute, von denen sie h�rten, wie sie etwas gegen die Aes Sedai sagten, ziemlich rauh behandelt haben. Nicht im Dienst, dem Licht sei Dank, aber es ist trotzdem geschehen. Ich kann keine Gardesoldaten au�er Dienst gebrauchen, die meinen Schankraum auseinandernehmen, weil sie euch eine Lektion erteilen wollen, und ich kann keine Wei�m�ntel gebrauchen, die jemanden dazu anstiften, einen Drachenfang an meine T�r zu malen. Wenn ihr also wollt, da� ich euch helfe, dann behaltet eure Gef�hle f�r die Aes Sedai f�r euch, ob sie nun gut oder schlecht sind.� Er schwieg nachdenklich und f�gte dann hinzu: �Vielleicht ist es am besten, wenn ihr auch Thoms Namen nicht erw�hnt, wo ihn irgend jemand anders au�er mir h�ren kann. Einige Gardesoldaten haben ein gutes Ged�chtnis, und die K�nigin ebenfalls. Man mu� ja kein Risiko eingehen.�</p><p>�Hatte Thom Schwierigkeiten mit der K�nigin?� fragte Rand ungl�ubig, und der Wirt lachte.</p><p>�Also hat er euch doch nicht alles erz�hlt. Warum h�tte er das auch tun sollen? Andererseits wei� ich auch nicht, warum ihr das wissen m��t. Es ist nicht gerade ein Geheimnis. Glaubt ihr, da� jeder Gaukler so selbstbewu�t ist wie Thom? Na ja, vielleicht schon, aber ich habe mir immer gedacht, da� Thom noch eine Extraportion Selbstbewu�tsein abbekommen hat. Er war nicht immer Gaukler, m��t ihr wissen; es war nicht immer so, da� er von Dorf zu Dorf zog und die H�lfte der Zeit unter Hecken schlief. Es gab eine Zeit, da war Thom Merrilin der Hofbarde hier in Caemlyn und bekannt an jedem K�nigshof von Tear bis Maradon.�</p><p>�Thom?� fragte Mat.</p><p>Rand nickte bed�chtig. Er konnte sich Thom am Hof der K�nigin vorstellen � mit seinem h�fischen Benehmen und seinen gro�artigen Gesten.</p><p>�Das war er�, sagte Meister Gill. �Es war nicht lange nach dem Tod von Taringail Damodred, da... tauchten die Sorgen �ber seinen Neffen auf. Es gab Leute, die behaupteten, Thom st�nde der K�nigin n�her, als die guten Sitten gestatteten. Aber Morgase war eine junge Witwe, und Thom in seinen besten Jahren, und ich sehe es so, da� die K�nigin tun kann, was sie will. Aber sie ist ganz sch�n launisch, unsere gute Morgase, und er ging, ohne ihr etwas zu sagen, als er erfuhr, in welchen Schwierigkeiten sich sein Neffe befand. Das gefiel der K�nigin �berhaupt nicht. Es gefiel ihr auch nicht, da� er sich in Angelegenheiten der Aes Sedai einmischte. Ich kann auch nicht behaupten, da� ich es richtig fand, Neffe hin oder her. Als er jedenfalls zur�ckkehrte, sagte er ihr einige unfeine Dinge ins Gesicht. Sachen, die man einer K�nigin nicht sagt. Sachen, die man keiner Frau mit Morgases Temperament sagt. Elaida hatte etwas gegen ihn, weil er versuchte, sich in die Angelegenheit mit seinem Neffen einzumischen, und in der Klemme zwischen der Laune der K�nigin und der Feindseligkeit Elaidas verlie� Thom Caemlyn einen halben Schritt vor einer Reise ins Gef�ngnis oder sogar vor der Axt des Henkers. Soweit ich wei�, besteht das Urteil immer noch.�</p><p>�Wenn das vor so langer Zeit war�, sagte Rand, �erinnert sich vielleicht niemand mehr daran.�</p><p>Meister Gill sch�ttelte den Kopf. �Gareth Bryne ist Generalhauptmann der Garde der K�nigin. Er kommandierte pers�nlich die Gardesoldaten, die auf Befehl Morgases Thom in Ketten zur�ckbringen sollten, und ich zweifle daran, da� er jemals vergessen wird, wie er mit leeren H�nden zur�ckkehrte und herausfand, da� Thom bereits wieder im Palast gewesen und schon wieder weg war. Und die K�nigin vergi�t grunds�tzlich �berhaupt <emphasis>nichts.</emphasis> Habt ihr je eine Frau kennengelernt, die vergi�t? Meine G�te, Morgase war vielleicht w�tend! Ich schw�re euch, die ganze Stadt ging einen Monat lang auf Zehenspitzen, und alle fl�sterten nur. Viele andere Gardesoldaten sind auch alt genug, um sich noch daran zu erinnern. Nein, am besten behandelt ihr Thom genauso als Geheimnis wie eure Aes Sedai. Kommt, ich hole euch etwas zu essen. Ihr seht aus, als kauten eure M�gen schon an eurem R�ckgrat herum.�</p></section><section><title><p>36</p><p>Das Muster wird gewebt</p></title><p>Meister Gill f�hrte sie an einen Ecktisch im Schankraum und lie� ihnen von einer der Bedienungen Essen bringen. Rand sch�ttelte den Kopf, als er die Teller sah. Ein paar d�nne Scheiben Rindfleisch in Fleischsauce, ein L�ffel voll Gem�se mit Senfsauce und auf jedem noch zwei Kartoffeln. Sein Kopfsch�tteln war entt�uscht und schicksalsergeben, aber nicht �rgerlich. Nicht genug von allem, hatte der Wirt gesagt. Er nahm Messer und Gabel zur Hand und fragte sich, was wohl gesch�he, wenn nichts mehr �brig w�re. So gesehen wirkte sein halbvoller Teller wie ein Festmahl. Der Gedanke lie� ihn schaudern.</p><p>Meister Gill hatte einen Tisch gew�hlt, der sich ein gutes St�ck von allen anderen G�sten entfernt befand, und er setzte sich mit dem R�cken zur Ecke, von wo aus er den ganzen Raum beobachten konnte. Niemand konnte ihnen nahe genug kommen, um zu h�ren, was sie sagten, ohne da� er es gesehen h�tte. Als die Bedienung fortging, sagte er leise: �Also, warum erz�hlt ihr mir jetzt nicht von euren Schwierigkeiten? Wenn ich helfen soll, dann mu� ich auch wissen, was da auf mich zukommt.�</p><p>Rand sah Mat an, aber der betrachtete �rgerlich seinen Teller, als sei er w�tend auf die Kartoffel, die er gerade schnitt. Rand holte tief Luft. �Ich verstehe es eigentlich selbst nicht�, begann er.</p><p>Er hielt die Geschichte bewu�t einfach und lie� die Trollocs und die Blassen aus. Wenn ihm jemand Hilfe anbot, konnte er ihm schlecht erz�hlen, da� es eigentlich um Legenden ging. Aber er hielt es auch nicht f�r fair, die Gefahr zu untertreiben und jemanden hineinzuziehen, wenn sie selbst keine Ahnung hatten, auf was sie sich da einlie�en. Einige M�nner waren hinter ihm und Mat her und auch hinter ein paar ihrer Freunde. Diese M�nner erschienen, wenn man sie am wenigsten erwartete, und sie waren von t�dlicher Gef�hrlichkeit und wollten ihn und seine Freunde t�ten oder noch Schlimmeres... Moiraine behauptete, einige von ihnen seien Schattenfreunde. Thom traute Moiraine nicht ganz, blieb aber bei ihnen, wie er sagte, wegen seines Neffen. Sie waren w�hrend eines Angriffs getrennt worden, als sie versucht hatten, Wei�br�cke zu erreichen, und dann, in Wei�br�cke, starb Thom und rettete sie dabei vor einem weiteren Angriff. Und es hatte noch mehr Versuche gegeben. Er wu�te, da� seine Erz�hlung L�cken hatte, aber er tat sein Bestes, nicht mehr zu sagen, als ungef�hrlich war.</p><p>�Wir sind einfach weitergegangen, bis wir Caemlyn erreichten�, erkl�rte er. �Das hatten wir urspr�nglich so geplant. Caemlyn und dann Tar Valon.� Er rutschte unruhig auf der Stuhlkante hin und her. Nachdem sie das alles so lange geheimgehalten hatten, war es schon eigenartig, jemandem auch nur soviel zu erz�hlen. �Wenn wir auf diesem Kurs bleiben, werden uns die anderen fr�her oder sp�ter auch finden k�nnen.�</p><p>�Falls sie noch leben�, murmelte Mat in seinen Teller hinein.</p><p>Rand sah Mat nicht einmal an. Irgend etwas brachte ihn dazu hinzuzuf�gen: �Es k�nnte Euch in Schwierigkeiten bringen, wenn Ihr uns helft.�</p><p>Meister Gill winkte mit einer fetten Hand ab. �Ich kann nicht behaupten, da� ich mich nach Schwierigkeiten sehne, aber es w�ren auch nicht gerade die ersten. Kein verdammter Schattenfreund wird es fertigbringen, da� ich Thoms Freunden den R�cken zukehre. Eure Freundin aus dem Norden � nun, wenn sie nach Caemlyn kommt, werde ich das erfahren. Es gibt Leute hier, die genau beobachten, wer kommt oder geht, und das spricht sich dann herum.�</p><p>Rand z�gerte und fragte dann: �Was ist mit Elaida?�</p><p>Auch der Wirt z�gerte und sch�ttelte schlie�lich den Kopf. �Ich glaube nicht. Vielleicht, wenn es zwischen euch und Thom keinen Zusammenhang g�be. Sie bek�me es heraus, und was gesch�he dann mit euch? Kann man nicht sagen. Vielleicht w�rdet ihr euch in einer Zelle wiederfinden, vielleicht in einer noch schlimmeren Lage. Man sagt, sie k�nne Dinge f�hlen, die geschehen sind, die noch geschehen werden. Man sagt, sie k�nne erkennen, was ein Mann zu verbergen versucht. Ich wei� es nicht, aber ich w�rde es nicht riskieren. Wenn Thom nicht w�re, k�nntet ihr euch an die Garde wenden. Sie w�rden schnell genug mit Schattenfreunden fertigwerden. Aber selbst wenn ihr das mit Thom den Gardesoldaten verschweigen k�nntet, w�rde Elaida davon erfahren, sobald ihr nur Schattenfreunde erw�hnt, na ja, und dann seid ihr wieder am gleichen Punkt angelangt.�</p><p>�Nicht die Garde�, stimmte ihm Rand zu. Mat nickte lebhaft, w�hrend er eine volle Gabel in den Mund steckte und ihm die Sauce das Kinn hinunterlief.</p><p>�Das Problem ist nun mal, da� ihr euch im Netz der Politik verfangen habt, und Politik ist wie ein nebliger Sumpf voll Schlangen.�</p><p>�Wie ist es mit...�, begann Rand, aber der Wirt verzog pl�tzlich das Gesicht. Sein Stuhl knarrte unter seinem Gewicht, als er sich aufrichtete.</p><p>Die K�chin stand in der K�chent�r und wischte sich die H�nde an der Sch�rze ab. Als sie sah, da� der Wirt aufmerksam geworden war, winkte sie ihn zu sich und verschwand dann wieder in der K�che.</p><p>�Ich k�nnte genausogut mit ihr verheiratet sein�, seufzte Meister Gill. �Sie findet Sachen zum Reparieren, bevor ich �berhaupt wei�, da� etwas kaputt ist. Wenn nicht gerade der Abflu� verstopft ist oder der Wasserhahn tropft, dann sind es die Ratten. Ich halte meine Schenke sauber, m��t ihr wissen, aber da sich so viele Leute in der Stadt aufhalten, sind auch die Ratten �berall. Bringt viele Menschen auf engem Raum zusammen, und ihr bekommt auch Ratten, und in Caemlyn sind sie pl�tzlich zu einer Landplage geworden. Ihr werdet kaum glauben, wieviel eine gute Katze, eine Spitzenj�gerin, heutzutage kostet. Euer Zimmer ist oben im Speicher. Ich werde den M�dchen sagen, welches es ist. Jede von ihnen kann es euch zeigen. Und macht euch keine Sorgen wegen der Schattenfreunde. Ich kann nicht viel Gutes �ber die Wei�m�ntel sagen, aber sie und dazu die Garde sorgen daf�r, da� diese Art von schmutzigen Gestalten sich hier in Caemlyn nicht zeigen wird.� Sein Stuhl knarrte wieder, als er ihn zur�ckschob und aufstand. �Ich hoffe nur, es ist nicht schon wieder der Abflu�.�</p><p>Rand wandte sich wieder seinem Teller zu, aber er sah, da� Mat aufgeh�rt hatte zu essen. �Ich dachte, du h�ttest Hunger�, sagte er. Mat starrte weiter seinen Teller an und schob ein St�ck Kartoffel mit der Gabel im Kreis herum. �Du mu�t essen, Mat. Wir brauchen unsere Kraft, wenn wir Tar Valon erreichen wollen.�</p><p>Mat stie� ein leises, bitteres Lachen aus. �Tar Valon! Die ganze Zeit war es Caemlyn. Moiraine wird in Caemlyn auf uns warten. Wir werden Perrin und Egwene in Caemlyn finden. Alles wird gut, wenn wir nur Caemlyn erreichen. Also, hier w�ren wir, und nichts ist in Ordnung. Keine Moiraine, kein Perrin, niemand. Jetzt hei�t es, alles wird gut, wenn wir nur Tar Valon erreichen.�</p><p>�Wir sind am Leben�, sagte Rand in sch�rferem Ton, als er beabsichtigt hatte. Er atmete tief durch und bem�hte sich, seinen Ton zu m��igen. �Wir sind am Leben. Soweit ist alles in Ordnung. Und ich gedenke, am Leben zu bleiben. Ich will herausfinden, warum wir so wichtig sind. Ich gebe nicht auf.�</p><p>�All diese Menschen, und jeder davon k�nnte ein Schattenfreund sein. Meister Gill versprach, uns ganz schnell zu helfen. Welche Art von Mann hat f�r Aes Sedai und Schattenfreunde nur ein Achselzucken �brig? Das ist nicht nat�rlich. Jeder normale Mensch wurde uns sagen, wir sollten abhauen, oder... oder... oder irgendwas.�</p><p>�I�!� sagte Rand sanft und beobachtete Mat, bis dieser begann, auf einem St�ck Rindfleisch herumzukauen.</p><p>Er lie� die H�nde neben dem Teller auf dem Tisch ruhen. Er dr�ckte sie auf die Tischplatte, um sie am Zittern zu hindern. Er hatte Angst. Nicht wegen Meister Gill nat�rlich, aber es gab auch ohne ihn schon genug Gr�nde. Diese hohe Stadtmauer wurde einen Blassen nicht aufhalten. Vielleicht sollte er dem Wirt doch davon berichten. Aber selbst wenn Gill es ihnen glaubte, wurde er immer noch bereit sein, ihnen zu helfen, wenn er dachte, ein Blasser k�nne sich in <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> zeigen? Und die Ratten. Vielleicht f�hlten sich Ratten dort besonders wohl, wo es viele Menschen gab, aber er erinnerte sich an den Traum, der keiner war, damals in Baerlon, und an das Brechen eines kleinen R�ckgrats. <emphasis>Manchmal ben�tzt der Dunkle K�nig Aasfresser als Augen,</emphasis> hatte Lan gesagt. <emphasis>Raben, Kr�hen, Ratten...</emphasis></p><p>Er a�, doch als er fertig war, konnte er sich nicht an den Geschmack auch nur eines Bissens erinnern.</p><p>Eine Serviererin � es war diejenige, die bei ihrem Eintreten die Leuchter poliert hatte � f�hrte sie zu dem Zimmer am Dachboden hinauf. In der schr�gen Au�enwand befand sich ein vorgezogenes Mansardenfenster. Auf jeder Seite des Fensters stand ein Bett, und neben der T�r waren Haken zum Aufh�ngen von Kleidung angebracht. Das Servierm�dchen mit den dunklen Augen zupfte st�ndig an ihrem Rock herum und kicherte jedesmal, wenn sie Rand ansah. Sie war h�bsch, doch er wu�te, wenn er irgend etwas in dieser Richtung zu ihr sagte, w�rde er sich nur zum Narren machen. Er w�nschte, so wie Perrin mit M�dchen umgehen zu k�nnen und er war froh, als sie hinausging.</p><p>Er erwartete einen Kommentar von Mat, aber sobald sie drau�en war, warf sich Mat auf eines der Betten, immer noch in den Stiefeln und mit Umhang, und wandte sein Gesicht der Wand zu. Rand h�ngte seine Sachen auf und beobachtete Mats R�cken. Er glaubte zu sehen, da� Mat die Hand unter dem Mantel hatte und wieder den Griff des Dolches umklammerte.</p><p>�Wirst du nur hier herumliegen und dich verstecken?� fragte er schlie�lich.</p><p>�Ich bin m�de�, brummelte Mat.</p><p>�Wir m�ssen Meister Gill noch einiges fragen. Vielleicht kann er uns sogar sagen, wie wir Egwene und Perrin finden. Sie k�nnten bereits in Caemlyn sein, falls sie ihre Pferde nicht verloren haben.�</p><p>�Sie sind tot�, sagte Mat zu der Wand.</p><p>Rand z�gerte und gab es dann auf. Er schlo� leise die T�r hinter sich und hoffte, da� Mat auch wirklich schlafen w�rde.</p><p>Unten konnte er allerdings Meister Gill nirgendwo finden. Der Blick aus den Augen der K�chin sagte ihm, da� auch sie nach ihm suchte. Eine Weile lang setzte sich Rand in den Schankraum, aber er ertappte sich dabei, da� er jeden eintretenden Gast, jeden Fremden � der ja alles sein konnte � mi�trauisch anstarrte, besonders in dem Moment, da er ihn nur als in einen Umhang geh�llten, schwarzen Umri� im Lichtviereck der T�r erkennen konnte. Ein Blasser im Schankraum w�re wie ein Fuchs im H�hnerstall.</p><p>Ein Gardesoldat kam von der Stra�e aus herein. Der Mann in der roten Uniform blieb gleich an der T�r stehen und musterte k�hl diejenigen im Raum, die offensichtlich von au�erhalb kamen. Rand sah auf den Tisch hinunter, als der Blick des Gardesoldaten auf ihn fiel. Als er wieder aufblickte, war der Mann weg.</p><p>Das Stubenm�dchen mit den dunklen Augen kam mit einem Arm voll Handt�chern an ihm vorbei. �Das machen sie gelegentlich�, sagte sie mit verschw�rerischem Unterton im Vor�bergehen. �Nur um aufzupassen, da� es keine Schl�gereien und so gibt. Sie beh�ten die guten Untertanen der K�nigin, wirklich. Ihr m��t Euch keinerlei Sorgen machen.� Sie kicherte.</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. Nicht, weswegen er sich h�tte Sorgen machen m�ssen. Na ja, der Gardesoldat war ja wenigstens nicht her�bergekommen, um ihn zu fragen, ob er Thom Merrilin kenne. Ach, er war schon genauso schlimm wie Mat. Er schob seinen Stuhl zur�ck.</p><p>Ein anderes Stubenm�dchen k�mmerte sich um die �llampen an der Wand.</p><p>�Gibt es einen anderen Raum, in den ich mich setzen kann?� fragte er sie. Er wollte nicht wieder hinaufgehen und mit Mat in seiner m�rrischen Zur�ckgezogenheit allein sein. �Vielleicht ein privates Speisezimmer, das nicht benutzt wird?�</p><p>�Dort ist die Bibliothek.� Sie deutete auf eine T�r. �Dort hinaus und am Ende des Flurs nach rechts. Um diese Zeit d�rfte sie leer sein.�</p><p>�Dankesch�n. Wenn Ihr Meister Gill seht, w�rdet Ihr ihm dann bitte sagen, da� Rand al'Thor mit ihm sprechen mu�, wenn er eine Minute Zeit haben sollte?�</p><p>�Ich richte es ihm aus�, sagte sie, und dann grinste sie. �Die K�chin will auch mit ihm reden.�</p><p>Der Wirt versteckte sich m�glicherweise, dachte er, als er sich abwandte.</p><p>Als er in den Raum trat, zu dem sie ihn gewiesen hatte, blieb er zun�chst stehen und blickte sich stumm um. Auf den Regalen mu�ten bestimmt drei- oder vierhundert B�cher stehen, mehr, als er je zuvor an einem Ort gesehen hatte. In Leinen oder in Leder gebunden und mit vergoldeten Buchr�cken. Nur ein paar waren in Sperrholz gebunden. Seine Augen verschlangen die Titel. Er suchte nach seinen alten Lieblingsb�chern. <emphasis>Die Reisen des Jain Fernstreicher. Die Essays von William von Maneche.</emphasis> Sein Atem stockte, als er eine in Leder gebundene Ausgabe der <emphasis>Reisen zum Meervolk</emphasis> erblickte. Tam hatte das immer schon lesen wollen.</p><p>Er stellte sich Tam vor, wie er l�chelnd das Buch in den H�nden hielt und es umdrehte. Er wollte es f�hlen, bevor er sich mit seiner Pfeife vor dem Kamin niederlie�, um zu lesen. Seine Hand verkrampfte sich um den Schwertgriff, als er den Verlust und die innere Leere empfand, die seine Freude an all den B�chern d�mpfte.</p><p>Hinter ihm r�usperte sich jemand, und er bemerkte pl�tzlich, da� er nicht allein war. Er wollte sich f�r seine Unh�flichkeit entschuldigen und drehte sich um. Er war daran gew�hnt, gr��er zu sein als beinahe jeder, den er traf, aber diesmal mu�te er den Blick heben und heben und heben, und der Mund blieb ihm offen stehen. Dann sah er den Kopf, der beinahe die zehn Fu� hohe Decke erreichte. Die Nase war so breit wie das ganze Gesicht. Bei der Breite konnte man sie schon eher als R�ssel bezeichnen denn als Nase. Die Augenbrauen hingen wie Schw�nze herunter und rahmten blasse Augen von Teetassengr��e ein. Die Ohren schoben sich mit ihren behaarten Spitzen durch eine zerzauste schwarze M�hne. <emphasis>Trolloc!</emphasis> Er stie� einen Schrei aus, versuchte zur�ckzutreten und gleichzeitig sein Schwert zu ziehen. Doch er blieb mit den F��en h�ngen und setzte sich unversehens auf den Hosenboden.</p><p>�Ich w�nschte, ihr Menschen w�rdet sowas nicht machen�, grollte eine Stimme, so tief wie eine Ba�trommel. Die Ohren mit den Haarb�scheln an den Spitzen zuckten heftig, und die Stimme wurde traurig. �So wenige von euch erinnern sich an uns. Ich sch�tze, es liegt wohl an uns. Nicht viele von uns sind in die Welt der Menschen hinausgegangen, seit der Schatten auf die Wege fiel. Das ist nun... oh, sechs Generationen her. Gleich nach den Trolloc-Kriegen geschah es.� Der zerzauste Kopf wurde gesch�ttelt, und dann erklang ein Seufzen, das auch einem ausgewachsenen Bullen Ehre eingelegt h�tte. �Zu lang her, zu lang, und nur so wenige reisen umher und sehen � es k�nnten genausogut gar keine sein.�</p><p>Rand sa� eine volle Minute mit offenem Mund da und starrte hinauf zu der Gestalt in breiten, kniehohen Stiefeln und dunkelblauem Mantel, der vom Hals bis zur Taille zugekn�pft war und sich dann bis zu den Stiefelsch�ften weit ausbreitete wie ein Kilt �ber Pumphosen. In einer Hand hielt sie ein Buch, das im Vergleich winzig wirkte, da schon einer dieser Finger so breit war wie drei normale.</p><p>�Ich dachte, du bist...�, begann er und fing sich dann rechtzeitig. �Wer bist...?� Das klang auch nicht besser. Er stand auf und bot ihm vorsichtig die Hand. �Ich hei�e Rand al'Thor.�</p><p>Eine Hand � gro� wie ein m�chtiger Schinken -umschlo� die seine, begleitet von einer h�flichen Verbeugung. �Loial, Sohn des Arent, Sohn des Halan. Dein Name singt in meinen Ohren, Rand al'Thor.�</p><p>Das klang f�r Rand nach einer rituellen Begr��ungsformel. Er erwiderte die Verbeugung. �Euer Name singt in meinen Ohren, Loial, Sohn des Arent... �h... Sohn des Halan.�</p><p>Alles klang ein wenig unwirklich. Er wu�te immer noch nicht, was Loial eigentlich war. Der Griff der riesigen Hand Loials war �berraschend sanft, aber er war trotzdem erleichtert, seine Hand unversehrt zur�ckzubekommen.</p><p>�Ihr Menschen regt euch immer so schnell auf�, sagte Loial in seinem Ba�grollen. �Ich hatte wohl all die Geschichten geh�rt und nat�rlich die entsprechenden B�cher gelesen, aber das war mir einfach nicht bewu�t. An meinem ersten Tag in Caemlyn konnte ich all den Aufruhr kaum glauben. Kinder weinten, und Frauen kreischten, und ein Mob jagte mich quer durch die ganze Stadt. Die schwenkten doch tats�chlich Kn�ppel und Messer und Fackeln und schrien: �Trolloc!� Ich f�rchte, ich regte mich wirklich ein wenig auf. Ich wei� nicht, was geschehen w�re, wenn nicht eine Einheit der K�niglichen Garde mitgekommen w�re.�</p><p>�Ein Gl�cksfall�, sagte Rand mit schwacher Stimme.</p><p>�Ja, schon, aber selbst die Gardesoldaten schienen sich vor mir genauso zu f�rchten wie die anderen. Vier Tage lang bin ich nun in Caemlyn, und ich habe meine Nase nicht aus dieser Schenke hinausstrecken k�nnen. Der gute Meister Gill hat mich sogar gebeten, nicht in den Schankraum zu gehen.� Seine Ohren zuckten. �Nicht, da� er nicht gastfreundlich gewesen sei � versteht mich da nicht falsch. Aber am ersten Abend gab es nun mal ein paar Probleme. Alle Menschen schienen zur gleichen Zeit die Schenke verlassen zu wollen. Ein solches Gekreische und Schreien, und alle versuchten, sich gleichzeitig durch die T�r zu zw�ngen. Ein paar h�tten sich verletzen k�nnen!�</p><p>Rand blickte fasziniert diese zuckenden Ohren an.</p><p>�Ich kann dir sagen, da� ich mein <emphasis>Stedding</emphasis> nicht gerade zu diesem Zweck verlassen habe.�</p><p>�Du bist ein Ogier!� rief Rand. �Warte. Sechs Generationen? Du sprachst von den Trolloc-Kriegen! Wie alt bist du?� Er wu�te, sobald er das ausgesprochen hatte, da� es unh�flich war, aber anstatt beleidigt zu sein, ging Loial in Verteidigungsstellung.</p><p>�Neunzig Jahre�, sagte der Ogier f�rmlich. �In nur zehn weiteren Jahren werde ich in der Lage sein, den Stumpf direkt anzusprechen. Ich glaube, die �ltesten h�tten mich anh�ren sollen, da sie ja entschieden, ob ich abreisen durfte oder nicht. Aber letzten Endes machen sie sich ja �ber jeden Sorgen, der nach drau�en geht, gleich, welchen Alters er ist. Ihr Menschen seid so hektisch, so sprunghaft.� Er blinzelte und verbeugte sich dann kurz. �Bitte vergib mir. Ich h�tte das nicht sagen sollen. Aber ihr streitet euch eben die ganze Zeit, selbst wenn es keinen Grund daf�r gibt.�</p><p>�Das ist schon in Ordnung�, sagte Rand. Er bem�hte sich immer noch, Loials Alter zu begreifen. �lter als der alte Cenn Buie, und doch nicht alt genug, um... Er setzte sich auf einen der St�hle mit hoher Lehne. Loial nahm einen weiteren ein � gro� genug f�r zwei, doch er f�llte ihn. Im Sitzen war er so gro� wie die meisten M�nner im Stehen. �Zumindest lie�en sie euch gehen.�</p><p>Loial blickte zu Boden, r�mpfte die Nase und rieb sie mit einem dicken Finger. �Na ja, was das betrifft, also... Siehst du, der Stumpf hatte sich nicht lange zuvor erst getroffen, es lag nicht einmal ein Jahr zur�ck, aber ich wu�te vom H�rensagen, da� ich alt genug sein w�rde, um auch ohne ihre Erlaubnis zu gehen, wenn ich auf ihre Entscheidung wartete. Ich f�rchte, sie werden sagen, ich steckte meine Axt auf einen langen Schaft, aber ich... ging einfach. Die �ltesten haben schon immer behauptet, ich sei zu hitzk�pfig, und ich f�rchte, ich habe bewiesen, da� sie recht hatten. Ich frage mich nur, ob sie schon begriffen haben, da� ich weg bin? Aber ich mu�te einfach gehen.�</p><p>Rand bi� sich auf die Lippe, um nicht loszulachen. Wenn Loial schon ein hitzk�pfiger Ogier war, dann konnte er sich vorstellen, wie sich die meisten Ogier verhielten. Hatten sich erst vor kurzem getroffen, noch nicht einmal vor einem Jahr? Meister al'Vere h�tte wohl staunend den Kopf gesch�ttelt. Wenn eine Sitzung des Gemeinderats einen halben Tag lang dauerte, dann w�rde jeder schon nerv�s hin und her rutschen, selbst Haral Luhhan. Eine Welle von Heimweh �berkam ihn. Der Gedanke an Tam, an Egwene und die Weinquellenschenke und an Bel Tine in gl�cklicheren Zeiten raubte ihm den Atem. Er verdr�ngte die Gedanken aus seinem Kopf.</p><p>�Wenn du nichts dagegen hast, da� ich frage�, sagte er und r�usperte sich dabei, �warum willst du denn... �h, so sehr nach drau�en gehen? Ich selbst w�nschte, ich h�tte nie meine Heimat verlassen.�</p><p>�Nat�rlich, um alles zu sehen�, sagte Loial, als sei es das Selbstverst�ndlichste auf der Welt. �Ich las die B�cher, all die Berichte der Reisenden, und in mir begann es zu brennen. Ich mu�te das alles selbst sehen und nicht nur davon lesen.� Seine blassen Augen leuchteten auf, und die Ohren stellten sich auf. �Ich habe jeden Fetzen �ber das Reisen studiert, den ich finden konnte � �ber die Kurzen Wege und die Gebr�uche in den L�ndern der Menschen und �ber die St�dte, die wir nach der Zerst�rung der Welt f�r euch Menschen bauten. Und je mehr ich las, desto sicherer wu�te ich, da� ich nach drau�en mu�te, an die Orte, wo wir einst gewesen waren, und ich mu�te die Haine einmal selbst sehen.� Rand blinzelte. �Die Haine?�</p><p>�Ja, die Haine. Die B�ume. Nur einige der Gro�en B�ume, die in den Himmel ragen, um die Erinnerungen des <emphasis>Stedding</emphasis> frisch zu halten.� Sein Stuhl �chzte, als er nach vorn rutschte und mit den H�nden gestikulierte. In einer hielt er noch immer das Buch. Seine Augen leuchteten noch mehr als zuvor, und die Ohren zitterten beinahe. �Meist benutzten sie die B�ume, die in dem jeweiligen Land und an dem Ort wuchsen. Man kann das Land nicht gegen sich selbst zwingen. Nicht lange jedenfalls, und das Land wird sich dagegen auflehnen. Man mu� die Vision dem Land anpassen, nicht das Land der Vision. In jedem Hain wurden alle Arten von B�umen gepflanzt, die an jenem Ort wuchsen und gediehen, alles sorgf�ltig abgewogen und jeder von ihnen so gepflanzt, da� er die anderen erg�nzte, um auf diese Art das beste Wachstum zu erreichen, aber auch, damit die Ausgewogenheit in Auge und Herz singt. Ah, das Buch erz�hlte von Hainen, die unsere �ltesten gleichzeitig zum Lachen und Weinen brachten, Haine, die in der Erinnerung auf ewig gr�nen werden.�</p><p>�Was war mit den St�dten?� fragte Rand. Loial warf ihm einen fragenden Blick zu. �Die St�dte. Die von den Ogiern gebaut wurden. Hier, zum Beispiel. Caemlyn. Ogier haben doch Caemlyn gebaut, nicht wahr? Die Geschichten behaupten es.�</p><p>�Den Stein bearbeiten... � Seine Schultern hoben sich in einem massiven Achselzucken. �Das war nur etwas, das wir in den Jahren nach der Zerst�rung lernten, im Exil, als wir immer noch versuchten, das <emphasis>Stedding</emphasis> wiederzufinden. Es ist eine sch�ne Sache, glaube ich, aber trotzdem nicht das Wahre. Man kann versuchen, was man will � und ich habe geh�rt, da� die Ogier, die diese St�dte bauten, sich wirklich alle erdenkliche M�he gaben -, aber man kann Stein nicht zum Leben erwecken. Ein paar arbeiten immer noch mit Stein, aber nur, weil ihr Menschen die Geb�ude so oft in euren Kriegen besch�digt. Es gab eine Handvoll Ogier in... �h... Cairhien wird es jetzt genannt... , als ich durchkam. Gl�cklicherweise kamen sie von einem anderen <emphasis>Stedding,</emphasis> also wu�ten sie nichts von mir, aber sie mi�trauten mir trotzdem, weil ich noch so jung und doch schon allein drau�en war. Ich denke, es war gut, da� ich keinen Grund hatte, mich dort weiter aufzuhalten. Siehst du: Auf jeden Fall war das Bearbeiten von Stein etwas, da� uns von Gewebe des Gro�en Musters aufgezwungen wurde, w�hrend die Haine uns aus den Herzen erwuchsen.�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. Die H�lfte der Geschichten, mit denen er aufgewachsen war, waren soeben auf den Kopf gestellt worden. �Ich wu�te nicht, Loial, da� Ogier an das Muster glauben.�</p><p>�Nat�rlich glauben wir daran. Das Rad der Zeit webt das Muster der Zeitalter, und Leben sind die F�den, aus denen es gewoben wird. Niemand kann sagen, wie der Faden des eigenen Lebens ins Muster hineingewoben wird oder wie der Faden eines Volkes verwoben wird. So erlebten wir die Zerst�rung der Welt und das Exil und den Stein und die Sehnsucht, und schlie�lich gab es uns das <emphasis>Stedding</emphasis> zur�ck, bevor wir alle starben. Manchmal glaube ich, ihr Menschen seid so, weil eure F�den so kurz sind. Sie m�ssen ja beim Weben richtig herumh�pfen. O nein, jetzt habe ich wieder etwas angerichtet. Die �ltesten sagten, ihr Menschen m�gt es nicht, wenn man euch daran erinnert, welch kurze Zeit ihr lebt. Ich hoffe, ich habe deine Gef�hle nicht verletzt.�</p><p>Rand lachte und sch�ttelte den Kopf. ��berhaupt nicht. Ich glaube, es w�rde Spa� machen, so lange wie du zu leben, aber ich habe noch nie wirklich dar�ber nachgedacht. Ich sch�tze, wenn ich so lange lebe wie der alte Cenn Buie, dann ist das genug f�r jedermann.�</p><p>�Ist er ein sehr alter Mann?�</p><p>Rand nickte nur. Er war nicht bereit, zu erkl�ren, da� Cenn Buie nicht ganz so alt war wie Loial.</p><p>�Also�, sagte Loial, �vielleicht habt ihr Menschen ein so kurzes Leben, aber ihr fangt so viel damit an! Immer h�pft ihr herum und seid so umtriebig. Und ihr habt die ganze Welt daf�r zur Verf�gung. Wir Ogier sind an unser <emphasis>Stedding</emphasis> gebunden.�</p><p>�Du bist nun aber drau�en.�</p><p>�F�r eine Weile, Rand. Aber schlie�lich mu� ich zur�ckkehren. Die Welt geh�rt euch, euch und eurer Art. Das <emphasis>Stedding</emphasis> geh�rt mir. Drau�en geht es zu sehr drunter und dr�ber. Und so viel ist anders als das, wovon ich gelesen habe.�</p><p>�Na ja, die Dinge �ndern sich mit den Jahren. Jedenfalls einige.�</p><p>�Einige? Die H�lfte der St�dte, von denen ich gelesen habe, existiert nicht einmal mehr, und der gr��te Teil der �brigen tr�gt einen anderen Namen. Nehmt zum Beispiel Cairhien. Der richtige Name der Stadt lautet Al'cair'rahienallen, H�gel des Goldenen Sonnenaufgangs. Man erinnert sich dort nicht einmal mehr daran, trotz des Sonnenaufgangs auf ihrem Banner. Und der dortige Hain! Ich bezweifle, da� man sich seit den Trolloc-Kriegen �berhaupt darum gek�mmert hat. Jetzt stellt er nur irgendeinen weiteren Wald dar, in dem man Brennholz hackt. Die Gro�en B�ume sind alle weg, und niemand erinnert sich an sie. Und hier? Caemlyn ist immer noch Caemlyn, aber sie lie�en die Stadt direkt �ber den Hain hinwegwachsen. Hier, wo wir sitzen, befinden wir uns nicht einmal eine Viertelmeile von seinem Mittelpunkt entfernt, oder von der Stelle, wo sich der Mittelpunkt befinden sollte. Kein einziger Baum ist �briggeblieben. Und ich war weder in Tear noch in Illian. Ver�nderte Namen und keine Erinnerungen. In Tear findet man nur eine Weide f�r die Pferde, wo sich der Hain einst befand, und in Illian ist der Hain nun ein Park des K�nigs, wo er seine Hirsche jagt, und keiner darf ihn ohne seine Erlaubnis betreten. Es hat sich alles ge�ndert, Rand. Ich f�rchte sehr, da� es �berall das gleiche sein wird, wohin ich auch gehe. Alle Haine verschwunden, alle Erinnerungen vergangen, alle Tr�ume gestorben.�</p><p>�Du darfst nicht aufgeben, Loial! Ihr k�nnt niemals aufgeben! Wenn ihr aufgebt, seid ihr schon so gut wie tot.� Rand sank auf seinen Stuhl zur�ck und schob sich ganz nach hinten, soweit er nur konnte, und sein Gesicht lief rot an. Er erwartete, da� ihn der Ogier auslachen w�rde, aber statt dessen nickte Loial ernst.</p><p>�Ja, so ist eure Rasse eingestellt, nicht wahr?� Die Stimme des Ogiers ver�nderte sich, als zitiere er etwas. �Bis der Schatten vergangen, bis das Wasser dahin, in den Schatten hinein mit gefletschten Z�hnen, mit dem letzten Atemzug noch den Trotz hinausschreiend, am letzten Tag noch dem Sichtblender ins Angesicht spuckend.� Loial neigte erwartungsvoll den zerzausten Kopf, aber Rand hatte keine Ahnung, was er von ihm erwartete.</p><p>Eine Minute verging, w�hrend Loial wartete, dann eine weitere, und die langen Augenbrauen senkten sich verwundert. Aber er wartete weiter, und die Stille wurde Rand zur Qual.</p><p>�Die Gro�en B�ume�, sagte Rand schlie�lich, um das Schweigen endlich zu brechen. �Sind sie so wie <emphasis>Avendesora?�</emphasis></p><p>Loial richtete sich ruckartig auf. Sein Stuhl quietschte und knackte so laut, da� Rand glaubte, er werde auseinanderbrechen. �Das wei�t du doch wohl besser. Ausgerechnet du.�</p><p>�Ich? Wieso sollte ich etwas wissen?�</p><p>�Scherzt du mit mir? Manchmal haltet ihr Aielm�nner die seltsamsten Sachen f�r lustig.�</p><p>�Was? Ich bin kein Aielmann! Ich komme von den Zwei Fl�ssen. Ich habe noch nicht einmal je einen Aielmann gesehen!�</p><p>Loial sch�ttelte den Kopf, und die Haarb�schel an seinen Ohren standen nach au�en ab. �Siehst du? Alles ist ver�ndert, und die H�lfte dessen, was ich wei�, ist nutzlos. Ich hoffe, ich habe dich nicht beleidigt. Ich bin sicher, deine Zwei Fl�sse sind ein sch�ner Ort, gleich, wo er liegt.�</p><p>�Jemand hat mir gesagt�, antwortete Rand, �da� er einst Manetheren genannt wurde. Ich hatte noch nie davon geh�rt, aber vielleicht kennst du... �</p><p>Die Ohren des Ogier stellten sich fr�hlich auf. �Ach ja, Manetheren.� Die Haarb�schel senkten sich wieder. �Dort gab es einen sch�nen Hain. Dein Schmerz singt in meinem Herzen, Rand al'Thor. Wir konnten nicht rechtzeitig hingelangen.�</p><p>Loial verbeugte sich im Sitzen, und Rand verbeugte sich ebenfalls. Er vermutete, Loial sei beleidigt, wenn er das nicht t�te, und w�rde ihn zumindest f�r unh�flich halten. Er fragte sich, ob Loial glaube, er erinnere sich an die gleichen Dinge wie der Ogier. Die Mundwinkel und die Augen Loials zeigten gewi� nach unten, als teile er Rands Kummer �ber seinen Verlust, als habe die Zerst�rung von Manetheren nicht vor zweitausend Jahren stattgefunden. Rand wu�te ja auch nur durch Moiraines Erz�hlung davon.</p><p>Nach einer Weile seufzte Loial. �Das Rad dreht sich�, sagte er, �und niemand wei�, wohin. Aber du bist beinahe genausoweit von zu Hause entfernt wie ich. Eine geh�rige Entfernung, wie die Dinge liegen. Als die Kurzen Wege noch f�r alle offenstanden � aber das ist lange her. Sag mir, was bringt dich von so weit her? Willst auch du etwas Bestimmtes sehen?�</p><p>Rand �ffnete den Mund, um zu erz�hlen, da� sie gekommen waren, den falschen Drachen zu sehen � aber er brachte es nicht heraus. Vielleicht lag es daran, da� Loial ihn so behandelte, als sei er �berhaupt nicht �lter als Rand, neunzig Jahre alt oder nicht. Vielleicht waren neunzig Jahre f�r einen Ogier wirklich das gleiche Alter wie bei ihm. Es war schon lange her, da� es ihm m�glich gewesen war, sich mit jemandem wirklich frei dar�ber zu unterhalten, was geschah. Immer mu�te er f�rchten, seine Gespr�chspartner seien Schattenfreunde oder d�chten dasselbe von ihm. Mat war so in sich selbst zur�ckgezogen und n�hrte seine Angst durch die eigenen Bef�rchtungen, da� man mit ihm praktisch nicht reden konnte. Rand wurde bewu�t, da� er Loial von der Winternacht erz�hlte. Keine verschwommene Geschichte �ber Schattenfreunde, nein, die Wahrheit, wie die Trollocs die T�r niedergebrochen hatten und auf der Haldenstra�e ein Blasser aufgetaucht war.</p><p>Ein Teil seiner selbst war entsetzt �ber das, was er da tat, aber er f�hlte sich wie in zwei Pers�nlichkeiten gespalten. Die eine versuchte, den Mund zu halten, w�hrend die andere erleichtert dar�ber war, endlich alles erz�hlen zu k�nnen. Das Ergebnis f�hrte dazu, da� er herumstotterte und in der Geschichte von einem Ende zum anderen �bersprang. Shadar Logoth und wie sie in der Nacht ihre Freunde verloren hatten und nicht wu�ten, ob sie am Leben waren oder nicht. Der Blasse in Wei�br�cke und Thoms Tod, damit sie entkommen konnten. Der Blasse in Baerlon. Sp�ter die Schattenfreunde und Howal Gode und der Junge, der sich vor ihnen f�rchtete, und die Frau, die versucht hatte, Mat zu t�ten. Der Halbmensch vor der Gans und Krone.</p><p>Als er begann, �ber Tr�ume zu plaudern, f�hlte sogar der Teil in seinem Inneren, der sprechen wollte, wie sich ihm die Haare str�ubten. Er klappte den Mund zu und bi� sich auf die Zunge. Er atmete schwerf�llig durch die Nase und beobachtete mi�trauisch den Ogier, wobei er hoffte, dieser werde glauben, er habe Alptr�ume gemeint. Das Licht wu�te, da� es sich ja alles tats�chlich wie ein Alptraum anh�rte oder da� es jedenfalls gen�gte, um einem Alptr�ume zu verschaffen. Vielleicht dachte Loial auch, er sei einfach dabei �berzuschnappen. Vielleicht...</p><p><emphasis>�Ta'veren�,</emphasis> sagte Loial.</p><p>Rand blinzelte. �Was?�</p><p><emphasis>�Ta'veren.�</emphasis> Loial rieb sich mit einem dicken Finger einen Fleck hinter einem spitzen Ohr und zuckte die Achseln. �Der �lteste Haman behauptete immer, ich h�re niemals zu, aber manchmal habe ich doch zugeh�rt. Manchmal schon. Du wei�t nat�rlich, wie das Muster gewoben wird?�</p><p>�Ich habe noch nie wirklich dar�ber nachgedacht�, sagte er bed�chtig. �Es ist eben so.�</p><p>�Ah, ja, na gut. Nicht genau. Siehst du, das Rad der Zeit webt das Muster der Zeitalter und benutzt als F�den unsere Leben. Das Muster ist nicht festgelegt, jedenfalls nicht immer. Wenn ein Mann versucht, sein Leben zu �ndern, und es ist Platz genug im Muster daf�r vorhanden, dann webt das Rad einfach weiter und schlie�t die Ver�nderung ein. Es gibt immer Raum f�r kleine Ver�nderungen, aber manchmal nimmt das Muster eine gr��ere Ver�nderung einfach nicht an, ganz gleich, wie sehr man sich auch bem�ht. Verstehst du?�</p><p>Rand nickte. �Ich k�nnte auf dem Hof oder auch in Emondsfeld wohnen, und das w�re eine kleine Ver�nderung. Aber falls ich K�nig sein wollte... � Er lachte, und Loial grinste, da� sein Gesicht ganz breit wurde. Seine Z�hne waren wei� und so breit wie Mei�el.</p><p>�Ja, genau. Aber manchmal ergreift einen die Ver�nderung oder das Rad w�hlt sie f�r einen aus. Und manchmal kr�mmt das Rad einen Lebensfaden oder mehrere davon so, da� alle umgebenden F�den sich danach richten m�ssen, und diese zwingen wieder andere F�den in das neue Muster, und diese wiederum andere und immer weiter. Diese erste Kr�mmung, um das Muster zu bestimmen, das nennt man <emphasis>ta'veren,</emphasis> und man kann nichts dagegen tun, ohne das gesamte Muster selbst zu ver�ndern. Das Weben � <emphasis>ta'maral'ailen</emphasis> genannt � kann wochenlang dauern oder jahrelang. Es kann eine ganze Stadt mit einschlie�en oder sogar das gesamte Muster. Artur Falkenfl�gel war <emphasis>ta'veren,</emphasis> genauso wie Lews Therin Bruderm�rder auch, denke ich.� Er gab ein dr�hnendes Lachen von sich. �Der �lteste Haman w�re stolz auf mich. Er redete immer weiter, und die B�cher �ber Reisen waren viel interessanter, aber manchmal habe ich doch zugeh�rt.�</p><p>�Das ist alles gut und sch�n�, sagte Rand, �aber ich wei� nicht, was das mit mir zu tun hat. Ich bin Sch�fer und kein neuer Artur Falkenfl�gel. Und Mat und Perrin sind das auch nicht. Es ist einfach... l�cherlich.�</p><p>�Das habe ich auch nicht behauptet, aber als ich dir zuh�rte, konnte ich schon beinahe das Muster um dich herumwirbeln f�hlen, und ich habe an sich kein Talent f�r so etwas. Du bist schon wirklich <emphasis>ta'veren.</emphasis> Du, und deine Freunde vielleicht auch.� Der Ogier unterbrach sich und rieb sich gedankenverloren �ber den Nasenr�cken.</p><p>Schlie�lich nickte er, als sei er zu einem Entschlu� gekommen. �Ich m�chte mit dir kommen, Rand.�</p><p>Rand blickte ihn eine Weile entgeistert an und fragte sich, ob er richtig geh�rt habe. �Mit mir?� rief er, als er seiner Stimme wieder m�chtig war. �Hast du nicht geh�rt, was ich �ber...?� Er betrachtete pl�tzlich die T�r. Sie war fest geschlossen und so dick, da� jeder, der dort drau�en das Ohr gegen die Holzt�felung gepre�t hatte, nur ein Murmeln geh�rt h�tte. Trotzdem fuhr er mit gesenkter Stimme fort. �Dar�ber, was mich verfolgt? Au�erdem dachte ich, du wolltest deine B�ume sehen.�</p><p>�Es gibt einen sehr sch�nen Hain in Tar Valon, und ich habe geh�rt, da� er von den Aes Sedai sorgf�ltig gepflegt wird. Au�erdem will ich nicht nur die Haine sehen. Vielleicht bist du kein neuer Artur Falkenf�gel, aber zumindest eine Zeitlang wird sich ein Teil der Welt um dich herum formen. Vielleicht tut sie das jetzt bereits. Selbst der �lteste Haman w�rde das sehen wollen.�</p><p>Rand z�gerte. Es w�re schon gut, noch jemanden dabeizuhaben. So, wie Mat sich verhielt, k�nnte er genausogut allein sein. Die Gegenwart des Ogiers beruhigte ihn. Vielleicht war er nach der Zeitrechnung der Ogier jung, aber er schien so standhaft wie ein Fels zu sein, genauso wie Tam. Und Loial war an all diesen Orten bereits gewesen und wu�te �ber weitere Bescheid. Er sah den Ogier an, wie er dasa� mit seinem breiten Gesicht, das beinahe wie ein Sinnbild der Geduld wirkte. Er sa� da und war gr��er als die meisten M�nner im Stehen. <emphasis>Wie kann man jemanden verbergen, der fast zehn Fu� gro� ist?</emphasis> Er seufzte und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ich halte das nicht f�r eine gute Idee, Loial. Selbst wenn uns Moiraine hier findet, werden wir uns den ganzen Weg nach Tar Valon �ber in Gefahr befinden. Wenn sie uns nicht findet... � <emphasis>Wenn nicht, dann ist sie tot, und die anderen auch. O Egwene.</emphasis> Er sch�ttelte das Gef�hl ab. Egwene war nicht tot, und Moiraine w�rde sie finden.</p><p>Loial blickte ihn mitf�hlend an und ber�hrte seine Schulter. �Ich bin sicher, deinen Freunden geht es gut, Rand.�</p><p>Rand nickte zum Dank. Seine Kehle hatte sich zusammengezogen, und er konnte nicht sprechen.</p><p>�Wirst du wenigstens manchmal mit mir sprechen?� seufzte Loial in einem tiefen Ba�ton. �Und vielleicht auch mit mir ein Spielchen wagen? Ich habe seit Tagen niemanden zum Unterhalten gehabt au�er dem guten Meister Gill, und er ist die meiste Zeit �ber besch�ftigt. Die K�chin scheint ihn gnadenlos anzutreiben. Vielleicht geh�rt ihr in Wirklichkeit die Schenke?�</p><p>�Klar werde ich das.� Seine Stimme klang heiser. Er r�usperte sich und versuchte zu grinsen. Und falls wir uns in Tar Valon treffen, kannst du mir den Hain dort zeigen.� <emphasis>Es mu� ihnen gut gehen. Das Licht helfe uns, da� es ihnen gut geht.</emphasis></p></section><section><title><p>37</p><p>Die lange Hatz</p></title><p>Nynaeve packte die Z�gel der drei Pferde fester und sp�hte in die Nacht hinein, als k�nne sie irgendwie die Dunkelheit durchdringen und die Aes Sedai und den Beh�ter aufsp�ren. Skelettartige B�ume umgaben sie, vom tr�ben Mondlicht klar umrissen und schwarz. Die B�ume und die Nacht bildeten einen wirkungsvollen Schutz f�r alles, was immer Moiraine und Lan auch vorhatten. Nicht, da� einer von beiden sich die Zeit genommen h�tte, sie dar�ber aufzukl�ren. Ein leises �Sorgt daf�r, da� sich die Pferde ruhig verhalten� von Lan, und sie waren weg und lie�en sie wie einen Stallburschen stehen. Sie blickte die Pferde an und seufzte betr�bt.</p><p>Mandarb verschwand gegen den Hintergrund der Nacht beinahe im gleichen Ma�e wie der Umhang seines Herren. Der einzige Grund, warum der kampferfahrene Hengst sie so nahe herankommen lie�, war, da� Lan selbst ihr die Z�gel gereicht hatte. Er schien im Moment ruhig genug, aber sie erinnerte sich nur zu gut daran, wie er ihr lautlos die Z�hne gezeigt hatte, als sie, ohne auf Lans Zustimmung zu warten, nach seinen Z�geln gegriffen hatte. Die Lautlosigkeit der Geste lie� die gefletschten Z�hne um so bedrohlicher erscheinen. Nach einem letzten mi�trauischen Blick zu dem Hengst hin wandte sie sich um und sp�hte in die Richtung, in der sich die anderen beiden entfernt hatten. Dabei streichelte sie gedankenverloren ihr eigenes Pferd. Sie fuhr �berrascht zusammen, als ihr Aldieb die blasse Schnauze in die Hand schob, aber nach einer Weile streichelte sie auch die wei�e Stute.</p><p>�Nicht n�tig, es an dir auszulassen, sch�tze ich�, fl�sterte sie, �blo�, weil deine Herrin eine kaltschn�uzige... � Sie versuchte wieder, die Dunkelheit zu durchdringen. <emphasis>Was machten sie da eigentlich?</emphasis></p><p>Nachdem sie Wei�br�cke verlassen hatten, waren sie durch D�rfer geritten, die in ihrer Normalit�t schon unwirklich erschienen � ganz gew�hnliche Marktflecken, die nach Nynaeve Ansicht keine Beziehung zu einer Welt aufwiesen, in der es Blasse und Trollocs und Aes Sedai gab. Sie waren der Stra�e nach Caemlyn gefolgt, bis sich Moiraine schlie�lich in Aldiebs Sattel vorgebeugt und nach Osten ausgeschaut hatte, als k�nne sie die ganze L�nge der gro�en Stra�e � all die vielen Meilen bis Caemlyn � auf einmal sehen sowie auch das, was dort auf sie wartete.</p><p>Schlie�lich atmete die Aes Sedai langgezogen aus und richtete sich wieder auf. �Das Rad webt, wie das Rad es will�, murmelte sie, �aber ich kann nicht glauben, da� es ein Ende der Hoffnung webt. Ich mu� mich zuerst um das k�mmern, dessen ich sicher bin. Es wird geschehen, wie das Rad webt.� Und sie richtete ihre Stute nach Norden, von der Stra�e weg in den Wald hinein. Einer der Jungen befand sich in jener Richtung, und zwar mit der M�nze, die Moiraine ihm gegeben hatte. Lan folgte ihr.</p><p>Nynaeve warf einen langen letzten Blick auf die Stra�e nach Caemlyn. Nur wenige Menschen teilten die Stra�e mit ihnen � ein paar hochr�drige Karren und in der Entfernung ein leerer Wagen, dazu eine Handvoll Leute zu Fu�, die ihre Besitzt�mer auf den R�cken geschnallt oder in Handwagen gepackt hatten. Einige davon waren bereit zuzugeben, da� sie sich auf dem Weg nach Caemlyn befanden, um den falschen Drachen zu sehen, aber die meisten stritten das ganz entschieden ab, besonders diejenigen, die von Wei�br�cke gekommen waren. In Wei�br�cke hatte sie begonnen, Moiraine wirklich Glauben zu schenken. Ein wenig. Jedenfalls mehr als vorher. Und darin lag gar nichts Beruhigendes.</p><p>Der Beh�ter und die Aes Sedai waren zwischen den B�umen beinahe schon au�er Sicht, als sie ihnen endlich nachritt. Sie beeilte sich aufzuholen. Lan sah sich gelegentlich nach ihr um und winkte ihr zu, aber er hielt sich an Moiraines Seite, und die Aes Sedai hatte den Blick nach vorn gerichtet.</p><p>Eines Abends, nachdem sie die Stra�e verlassen hatten, verschwand die unsichtbare Spur, der sie gefolgt waren. Moiraine, die sonst nichts umwerfen konnte, erhob sich pl�tzlich neben dem kleinen Feuer mit dem kochenden Teewasser, die Augen weit aufgerissen. �Es ist weg�, fl�sterte sie in die Nacht hinein.</p><p>�Ist er...?� Nynaeve konnte ihre Frage nicht aussprechen. <emphasis>Licht, und ich wei� nicht einmal, welcher von ihnen es ist!</emphasis></p><p>�Er ist nicht gestorben�, sagte die Aes Sedai langsam, �aber er hat die M�nze nicht mehr.� Sie setzte sich. Ihre Stimme klang beherrscht, und ihre H�nde zitterten nicht, als sie den Kessel von den Flammen hob und eine Handvoll Tee hineinwarf. �Am Morgen reiten wir in dieselbe Richtung weiter, so wie bisher. Wenn ich nahe genug herankomme, finde ich ihn auch ohne die M�nze.�</p><p>Als das Feuer bis auf verkohlte Reste heruntergebrannt war, rollte sich Lan in seinen Umhang und schlief ein. Nynaeve konnte nicht schlafen. Sie beobachtete die Aes Sedai. Moiraine hatte die Augen geschlossen, sa� aber aufgerichtet da, und Nynaeve wu�te, da� sie wach war.</p><p>Lange nachdem die letzte Glut von der Holzkohle verschwunden war, �ffnete Moiraine die Augen und blickte sie an. Sie konnte das L�cheln der Aes Sedai sogar im Dunkeln f�hlen. �Er hat die M�nze wieder, Seherin. Alles wird gut.� Sie legte sich mit einem Seufzer auf ihre Decken und schlief fast augenblicklich tief atmend ein.</p><p>Es fiel Nynaeve schwer, es ihr gleichzutun, obwohl sie so m�de war. Ihr Verstand beschwor immer wieder die schlimmsten Visionen herauf, ganz gleich, wie sehr sie sich bem�hte, abzuschalten. <emphasis>Alles wird gut.</emphasis> Nach dem, was in Wei�br�cke geschehen war, konnte sie daran nicht mehr so leicht glauben.</p><p>Pl�tzlich wurde Nynaeve aus ihren Erinnerungen gerissen und in die Nacht zur�ckgeholt: Auf ihrem Arm lag nun wirklich eine Hand. Sie unterdr�ckte den Aufschrei, der ihre Kehle weitete, und griff ungeschickt nach dem Messer an ihrem G�rtel. Ihre Hand schlo� sich um dessen Griff, bevor sie noch erkannte, da� die Hand zu Lan geh�rte.</p><p>Die Kapuze des Beh�ters hing auf seinem R�cken, aber der Cham�leon-Umhang pa�te sich der Nacht so perfekt an, da� der tr�bhelle Fleck seines Gesichtes in der Dunkelheit zu schweben schien. Die Hand auf ihrem Arm schien direkt aus der Luft zu kommen.</p><p>Sie holte bebend Luft. Sie erwartete von ihm einen Kommentar dar�ber, wie leicht er sie hatte �berraschen k�nnen, aber statt dessen drehte er sich um und kramte in seiner Satteltasche. �Ihr werdet gebraucht�, sagte er und kniete nieder, um den Pferden Fu�fesseln anzulegen.</p><p>Sobald die Pferde festgemacht waren, richtete er sich auf, ergriff ihre Hand und zog sie mit sich wieder in die Nacht hinein. Sein dunkles Haar verschwand in der Nacht beinahe genauso wie sein Umhang, und er machte sogar noch weniger Ger�usche als sie. Z�hneknirschend mu�te sie vor sich selbst zugeben, da� sie ihm ohne seine f�hrende Hand niemals durch die Dunkelheit folgen gekonnt h�tte. Sie war sich nicht sicher, ob sie sich h�tte losrei�en k�nnen, solange er sie nicht loslassen wollte; seine H�nde waren sehr kr�ftig.</p><p>Als sie auf eine kleine Erhebung kamen, kaum hoch genug, um die Bezeichnung H�gel zu verdienen, sank er auf ein Knie und zog sie mit herunter. Sie brauchte einen Augenblick, bis sie bemerkte, da� auch Moiraine hier war. Sie bewegte sich nicht, und so h�tte man die Aes Sedai in ihrem dunklen Umhang auch f�r einen Schatten halten k�nnen. Lan deutete den Abhang hinunter auf eine gro�e Lichtung im Wald.</p><p>Nynaeve blickte angestrengt durch den tr�ben Mondschein und l�chelte dann pl�tzlich, als sie verstand. Jene blassen Flecken waren Zelte in regelm��igen Reihen: ein verdunkeltes Lager.</p><p>�Wei�m�ntel�, fl�sterte Lan, �zweihundert, vielleicht mehr. Es gibt gutes Wasser dort unten. Und den Burschen, den wir suchen.�</p><p>�In dem Lager dort?� Sie f�hlte Lans Nicken eher, als da� sie es sah.</p><p>�Mitten drin. Moiraine kann genau auf ihn zeigen. Ich bin nahe genug herangeschlichen, um zu sehen, da� er bewacht wird.�</p><p>�Als Gefangener?� fragte Nynaeve. �Warum?�</p><p>�Ich wei� es nicht. Die Kinder sollten sich normalerweise nicht f�r einen Dorfjungen interessieren, es sei denn, irgend etwas hat sie mi�trauisch gemacht. Das Licht wei�, wie wenig dazu notwendig ist, das Mi�trauen der Wei�m�ntel zu erwecken, aber es macht mir schon Sorgen.�</p><p>�Wie werdet Ihr ihn befreien?� Erst als sie seinen Blick bemerkte, wurde ihr klar, wie sicher sie angenommen hatte, da� er mitten unter zweihundert M�nnern marschieren und mit den Jungen zur�ckkommen k�nne.</p><p><emphasis>Na ja, er ist schlie�lich Beh�ter. Ein paar der Geschichten m�ssen ja wohl wahr sein.</emphasis></p><p>Sie fragte sich, ob er sie nun wohl auslachen werde, aber seine Stimme klang ausdruckslos und gesch�ftsm��ig. �Ich kann sie herausholen, aber sie werden kaum in der Lage sein, da� ich das heimlich bewerkstelligen kann. Wenn wir bemerkt werden, haben wir zweihundert Wei�m�ntel auf den Fersen, und wir reiten zu zweit auf unseren Pferden. Es sei denn, sie sind zu besch�ftigt, um uns zu jagen. W�rdet Ihr ein Risiko eingehen?�</p><p>�Um jemandem aus Emondsfeld zu helfen? Nat�rlich! Was f�r ein Risiko?�</p><p>Er deutete wieder in die Dunkelheit hinter den Zelten. Diesmal konnte sie nur Schatten erkennen. �Ihre Pferde. Wenn die Halteseile angeschnitten sind � nicht ganz durch, aber genug, um sie rei�en zu lassen, wenn Moiraine etwas zur Ablenkung anstellt � dann werden die Wei�m�ntel zu sehr damit besch�ftigt sein, ihre eigenen Pferde einzufangen, als uns zu verfolgen. Auf dieser Seite ihres Lagers befinden sich zwei Wachtposten jenseits der eigentlichen Postenkette, aber wenn Ihr auch nur halb so gut seid wie ich glaube, dann werden sie Euch niemals bemerken.�</p><p>Sie schluckte schwer daran. Kaninchen auflauern war eine Sache f�r sich, aber Wachtposten mit Speeren und Schwertern... <emphasis>Also h�lt er mich f�r gut, ja?</emphasis> �Ich versuche es.�</p><p>Lan nickte wieder, als habe er nichts anderes erwartet. �Noch etwas. Heute abend sind auch W�lfe in der Gegend gewesen. Ich habe zwei gesehen, und wenn ich so viele bemerkte, sind es wahrscheinlich noch mehr.� Er schwieg einen Moment lang, und obwohl sich der Klang seiner Stimme nicht �nderte, hatte sie das Gef�hl, er sei verbl�fft. �Es sah beinahe so aus, als wollten sie von mir gesehen werden. Jedenfalls sollten sie Euch nicht weiter bel�stigen. W�lfe meiden normalerweise die Menschen.�</p><p>�Das habe ich gar nicht gewu�t�, bemerkte sie mit s��licher Stimme. �Ich bin ja nur bei Sch�fern aufgewachsen.� Er knurrte, und sie l�chelte in die Dunkelheit hinein.</p><p>�Also fangen wir an�, sagte er.</p><p>Das L�cheln verging ihr, als sie hinunter in das Lager voll bewaffneter M�nner blickte. Zweihundert M�nner mit Speeren und Schwertern und... Bevor sie es sich anders �berlegen konnte, lockerte sie ihr Messer in der Scheide und wollte losschleichen. Moiraine packte sie am Arm. Ihr Griff schien fast genauso kr�ftig wie der Lans.</p><p>�Pa�t gut auf�, sagte die Aes Sedai leise. �Sobald Ihr die Seile durchschnitten habt, kommt so schnell wie m�glich zur�ck. Auch Ihr seid ein Teil des Musters, und ich m�chte � genau wie bei den anderen � Euer Leben nicht aufs Spiel setzen. Nur, da� heutzutage eben die ganze Welt auf dem Spiel steht.�</p><p>Verstohlen rieb sich Nynaeve den Arm, als Moiraine sie loslie�. Sie wollte sich vor der Aes Sedai nicht anmerken lassen, da� ihr Griff schmerzte. Aber Moiraine wandte sich wieder der Beobachtung des Lagers zu, sobald sie losgelassen hatte. Und aufschreckend bemerkte Nynaeve, da� der Beh�ter weg war. Sie hatte nicht geh�rt, wie er weggeschlichen war. <emphasis>Licht noch mal � so ein verdammter Kerl!</emphasis> Schnell band sie sich die R�cke hoch, um die Beine besser bewegen zu k�nnen, und hastete in die Nacht hinein.</p><p>Nach der ersten Eile ging sie jedoch langsamer, da unter ihren F��en st�ndig abgebrochene �stchen knackten. Sie war froh, da� niemand da war, der ihr Err�ten h�tte bemerken k�nnen. Letzten Endes sollte sie sich ja leise bewegen, und sie befand sich auch nicht in einem Wettkampf mit dem Beh�ter. <emphasis>Tats�chlich?</emphasis></p><p>Sie sch�ttelte solche Gedanken ab und konzentrierte sich darauf, ihren Weg durch den dunklen Wald zu suchen. Es war an sich nicht so schwer; das schwache Licht des abnehmenden Mondes reichte jedem, den ihr Vater unterrichtet hatte, und der Boden hob und senkte sich in sanften Wellen. Aber die sich kahl und scharf umrissen vom Nachthimmel abhebenden B�ume erinnerten sie st�ndig daran, da� es sich hier nicht um ein kindliches Spiel handelte, und der heulende Wind klang viel zu sehr nach den H�rnern von Trollocs. Jetzt � allein in der Dunkelheit � mu�te sie auch daran denken, da� sich diesen Winter die W�lfe in den Zwei Fl�ssen anders verhalten hatten als sonst und nicht mehr vor Menschen davongelaufen waren.</p><p>Eine warme Welle der Erleichterung �berlief sie, als ihr endlich der Geruch nach Pferden in die Nase stieg. Sie hielt beinahe den Atem an und kroch auf dem Bauch gegen den Wind dem Geruch entgegen.</p><p>Sie stolperte beinahe �ber die Wachen, bevor sie sie bemerkte. Sie marschierten aus der Nacht heraus geradewegs auf sie zu. Die wei�en Umh�nge flatterten im Wind und leuchteten beinahe im Mondlicht. Sie h�tten genausogut Fackeln tragen k�nnen � Fackelschein h�tte sie auch nicht sichtbarer werden lassen. Sie erstarrte und bem�hte sich, wie ein St�ck Boden auszusehen. Fast schon direkt vor ihr, kaum zehn Schritte entfernt, kamen sie mit aufstampfenden F��en zum Stehen, wandten sich mit geschulterten Speeren einander zu. Gleich hinter ihnen konnte sie Schatten ausmachen. Das mu�ten die Pferde sein. Der Stallgeruch nach Pferden und Mist war stark.</p><p>�Alles ist gut in der Nacht�, verk�ndete eine wei�umh�llte Gestalt. �Das Licht leuchte uns und beh�te uns vor dem Schatten.�</p><p>�Alles ist gut in der Nacht�, antwortete der andere.</p><p>�Das Licht leuchte uns und beh�te uns vor dem Schatten.�</p><p>Damit drehten sie sich um und marschierten wieder fort in die Dunkelheit.</p><p>Nynaeve wartete und z�hlte mit, w�hrend sie zweimal ihre Runde drehten. Jedesmal dauerte es genau gleich lang, und jedesmal wiederholten sie steif den gleichen Wortlaut � kein Wort mehr oder weniger. Keiner warf auch nur einen Blick zur Seite; sie starrten nach vorn, w�hrend sie heranmarschierten, und dann marschierten sie wieder weg. Sie fragte sich, ob sie �berhaupt � selbst im Stehen � bemerkt worden w�re.</p><p>Bevor die Nacht das blasse Flattern ihrer Umh�nge ein drittes Mal verschluckt hatte, war sie auch schon auf den Beinen und rannte geb�ckt zu den Pferden hin. Beim N�herkommen verlangsamte sie ihren Schritt, um die Tiere nicht aufzuscheuchen. Die Wei�mantel-Wachen sahen vielleicht nichts, was sich nicht gerade vor ihrer Nase befand, aber sie w�rden sicherlich nachsehen, wenn die Pferde pl�tzlich zu wiehern begannen.</p><p>Die Pferde an den Halteseilen � es gab mehr als nur eine Reihe davon � waren kaum erkennbare Umrisse, die mit gesenkten K�pfen in der Dunkelheit standen. Gelegentlich schnaubte eines oder stampfte im Schlaf mit einem Huf auf. Im tr�ben Mondschein befand sie sich beinahe am Befestigungspfahl des Halteseils, bevor sie ihn sah. Sie fa�te nach dem Seil und erstarrte, als das am n�chsten stehende Pferd den Kopf hob und sie ansah. Sein Z�gel war in einer gro�en Schlaufe um das daumenstarke Seil gebunden, das am Pfahl endete. <emphasis>Ein Wiehern nur.</emphasis> Ihr Herz versuchte, sich pochend aus dem Brustkorb zu befreien. Es klang laut genug, um die Wachen zu alarmieren. Sie wandte den Blick nicht von dem Pferd und schnitt unterdessen in das Halteseil. Sie testete vor ihrer Klinge her, um festzustellen, wie weit sie geschnitten hatte. Das Pferd warf den Kopf hoch, und ihr stockte der Atem. <emphasis>Nur ein Wiehern!</emphasis></p><p>Nur ein d�nner Hanfstrang blieb unzertrennt unter ihren tastenden Fingern. Langsam ging sie zum n�chsten Seil hin�ber und beobachtete dabei das Pferd, bis sie nicht mehr erkennen konnte, ob es sie immer noch anblickte oder nicht. Dann atmete sie zitternd ein. Wenn sie sich alle so verhielten, w�rde sie wohl kaum durchhalten.</p><p>Am n�chsten Halteseil jedoch und dann am �bern�chsten und am darauffolgenden schliefen die Pferde weiter, selbst als sie sich in den Daumen schnitt und gerade noch einen Aufschrei unterdr�cken konnte. Sie saugte an der Wunde und sah vorsichtig zur�ck, woher sie gekommen war. Da sie sich gegen den Wind bewegt hatte, konnte sie nicht mehr h�ren, wie die Wachen sich begr��ten, aber am richtigen Fleck konnten diese sehr wohl <emphasis>sie h�ren.</emphasis> Falls sie herkamen und nachschauten was das f�r ein Ger�usch gewesen war, w�rde der Wind verhindern, da� sie die beiden bemerkte, bis sie direkt vor ihr standen. <emphasis>H�chste Zeit zu gehen. Wenn vier von f�nf Pferden wegrennen, werden sie niemand anderes verfolgen.</emphasis></p><p>Aber sie r�hrte sich nicht. Sie konnte sich Lans Augen vorstellen, wenn sie ihm erz�hlte, was sie getan hatte. Es l�ge keine Anschuldigung in diesem Blick, da ihre Gr�nde ausreichten und er auch nichts anderes von ihr erwartete. Sie war eine Seherin und kein verdammter gro�er, unbesiegbarer Beh�ter, der sich beinahe unsichtbar machen konnte. Ihr Kinn schob sich vor, und sie ging zum letzten Halteseil. Das erste Pferd daran war Bela.</p><p>Diese geduckte, zottelige Gestalt konnte man nicht verwechseln, und da� hier und jetzt ein anderes Pferd dieser Art stand, das w�re doch ein zu gro�er Zufall gewesen. Pl�tzlich war sie so froh, dieses letzte Seil doch nicht ausgelassen zu haben, da� sie zitterte. Ihre Arme und Beine bebten � sie f�rchtete sich davor, das Halteseil zu ber�hren, doch ihr Verstand war so klar wie der Weinquellenbach. Welcher von den Jungen sich auch hier im Lager befinden mochte, Egwene war jedenfalls auch hier. Und wenn sie jeweils zu zweit auf einem Pferd wegritten, w�rden einige der Kinder sie erreichen und fangen, gleich wieweit die Pferde verstreut waren, und ein paar von ihnen w�rden sterben. Sie war so sicher, als lausche sie dem Wind. Das stie� ihr einen Stachel der Angst in den Bauch; Angst deswegen, weil sie sich fragte, <emphasis>wieso</emphasis> sie so sicher war. Das hatte nichts mit dem Wetter oder der Ernte zu tun oder mit Krankheiten. <emphasis>Warum hat mir Moiraine gesagt, da� ich die Macht einsetzen kann? Warum konnte sie mich nicht in Ruhe lassen?</emphasis></p><p>Seltsamerweise lie� die Angst ihr Zittern verschwinden. Mit H�nden, so sicher wie beim Zersto�en von Kr�utern bei sich zu Hause, zerschnitt sie das Halteseil wie die anderen zuvor. Sie steckte den Dolch in die Scheide zur�ck und band Belas Z�gel los. Die zottelige Stute erwachte erschrocken und warf den Kopf hoch, doch Nynaeve streichelte �ber die Nase und fl�sterte ihr beruhigende Worte ins Ohr. Bela schnaubte leise und schien zufrieden.</p><p>Andere Pferde am gleichen Seil waren ebenfalls erwacht und sahen sie an. Sie dachte an Mandarb und griff nur z�gernd nach dem n�chsten Z�gel, aber dieses Pferd wehrte sich nicht gegen die fremde Hand. Es schien sogar nach dem gleichen Streicheln zu verlangen, das sie Bela geg�nnt hatte. Sie ergriff Belas Z�gel ganz fest und wickelte den des anderen Pferdes um ihr Handgelenk, w�hrend sie nerv�s das Lager beobachtete. Die blassen Zelte befanden sich nur drei�ig Schritte entfernt, und sie konnte sehen, da� sich zwischen den Zelten M�nner bewegten. Falls sie bemerkten, da� sich die Pferde r�hrten, und nachschauten, warum...</p><p>Verzweifelt w�nschte sie sich, da� Moiraine nicht auf ihre R�ckkehr warten w�rde. Was auch immer die Aes Sedai vorhatte, sollte sie jetzt tun. <emphasis>Licht, la� es sie jetzt tun, bevor...</emphasis></p><p>Pl�tzlich zerri� ein Blitz die Nacht �ber ihr und verdr�ngte einen Augenblick lang die Dunkelheit. Donner bet�ubte ihr Geh�r so sehr, da� sie glaubte, ihre Knie m��ten nachgeben, und ein St�ck hinter den Pferden krachte ein zerrissener Dreizack in die Erde. Erdbrocken und Steine flogen wie aus einem Springbrunnen geschleudert herum. Das Bersten der zerfetzten Erde k�mpfte gegen den Donnerhall an. Die Pferde drehten durch, wieherten wild und b�umten sich auf. Die Halteseile zerrissen wie d�nne F�den an den Schnittstellen. Ein weiterer Blitz zuckte herunter, bevor noch das Licht des ersten verbla�t war.</p><p>Nynaeve hatte alle H�nde voll zu tun und keine Zeit, sich zu freuen. Beim ersten Donnerschlag zog Bela in die eine Richtung und das andere Pferd in die entgegengesetzte. Sie glaubte, ihre Arme w�rden aus den Schultern gerissen. Eine endlose Minute lang hing sie zwischen den Pferden, die F��e �ber dem Boden. Ihr Schrei wurde von dem zweiten Donnerschlag �bert�nt. Wieder schlug ein Blitz zu und dann wieder und wieder -ein andauernder Aufschrei der Wut aus dem Himmel. Der Weg, den die Pferde nehmen wollten, war blockiert, und sie gingen r�ckw�rts und lie�en sie fallen. Sie h�tte sich gern am Boden zusammengekauert und die schmerzenden Schultern gerieben, aber dazu war keine Zeit. Bela und das andere Pferd k�mpften gegen sie an. Sie rollten wild mit den Augen, bis nur noch das Wei�e zu sehen war. Beinahe h�tten sie sie zu Boden gesto�en und niedergetrampelt. Irgendwie hob sie die Arme, packte mit den H�nden Belas M�hne und zog sich auf den R�cken der sich aufb�umenden Stute. Der andere Z�gel war immer noch um ihr Handgelenk gewickelt. Er schnitt ihr tief ins Fleisch.</p><p>Ihr Mund klappte auf, als ein grauer Schatten vorbeifauchte, anscheinend sie und ihre beiden Pferde ignorierte, aber nach den durchdrehenden Tieren schnappte, die jetzt in alle Richtungen davongaloppierten. Ein zweiter t�dlicher Schatten folgte gleich dahinter. Nynaeve wollte wieder schreien, brachte aber keinen Ton heraus. <emphasis>W�lfe! Das Licht helfe uns! Was macht Moiraine denn?</emphasis></p><p>Es w�re gar nicht n�tig gewesen, Bela die Fersen zu geben. Die Stute rannte, und das andere Pferd war mehr als froh dar�ber, folgen zu k�nnen. Gleich wohin, Hauptsache rennen, Hauptsache, sie konnten dem Feuer aus dem Himmel entkommen, das die Nacht t�tete.</p></section><section><title><p>38</p><p>Rettung</p></title><p>Perrin w�lzte sich herum, so gut es eben mit hinter dem R�cken gefesselten Armen ging, aber schlie�lich gab er es seufzend auf. Jeder Stein, den er auf diese Art mied, brachte ihm zwei neue ein. Ungeschickt bem�hte er sich, seinen Umhang wieder �ber sich zu ziehen. Die Nacht war kalt, und der Boden schien alle W�rme aus seinem K�rper zu saugen, so wie jede Nacht, seit die Wei�m�ntel sie gefangen hatten. Die Kinder hielten nichts davon, da� Gefangene Decken oder einen warmen Unterschlupf ben�tigten. Besonders keine gef�hrlichen Schattenfreunde.</p><p>Egwene hatte sich der W�rme wegen an seinen R�cken gekuschelt und schlief den tiefen Schlaf der Ersch�pfung. Sie murmelte noch nicht einmal etwas, als er sich umdrehte. Die Sonne war schon vor vielen Stunden untergegangen, und sein ganzer K�rper schmerzte � von Kopf bis Fu� -, nachdem er den Tag �ber mit einem Ring um den Hals hinter einem Pferd hermarschiert war. Doch nun konnte er nicht schlafen.</p><p>Die Kolonne bewegte sich nicht so schnell. Da sie die meisten Reservepferde an die W�lfe im <emphasis>Stedding</emphasis> verloren hatten, konnten die Wei�m�ntel nicht so schnell nach S�den reiten, wie sie vorgehabt hatten. Auch diese Verz�gerung lasteten sie den Emondsfeldern an. Die doppelte Schlangenlinie bewegte sich gleichm��ig vorw�rts � Lord Bornhald wollte Caemlyn aus irgendeinem Grund rechtzeitig erreichen -, und Perrin sa� immer die Angst im Nacken, da� der Wei�mantel, der seine Leine hielt, nicht anhalten werde, falls er st�rzte, obwohl Lordhauptmann Bornhalds Befehl gelautet hatte, ihr Leben f�r die Folterknechte in Amador zu bewahren. Er wu�te, da� er sich in diesem Fall nicht selbst retten konnte. Seine H�nde wurden nur befreit, wenn man ihm zu essen gab oder wenn er die Latrinengrube besuchen durfte. Der Halsring machte ihm jeden Schritt zur Qual. Jeder lose Stein unter seinen F��en konnte zur Todesfalle werden. Er marschierte mit angespannten Muskeln und beobachtete mit �ngstlichen Blicken den Boden. Immer wenn er sich nach Egwene umsah, tat sie dasselbe. Wenn sich ihre Blicke trafen, wirkte ihr Gesicht angespannt und ver�ngstigt. Keiner von ihnen wagte es, mehr als einen kurzen Moment lang den Blick vom Boden zu heben.</p><p>Meist fiel er total ausgelaugt in sich zusammen, sobald ihn die Wei�m�ntel anhalten lie�en, aber heute abend drehte sein Verstand durch. Seine Haut kribbelte vor einer Angst, die sich �ber Tage hinweg gesteigert hatte. Wenn er die Augen schlo�, sah er nur die Dinge vor sich, die Byar ihnen angedroht hatte, sobald sie Amador erreichten.</p><p>Er war sicher, da� Egwene immer noch nicht glauben konnte, was ihnen Byar in seiner ausdruckslosen Stimme gesagt hatte. Wenn sie es glauben w�rde, k�nnte sie keinen Schlaf mehr finden, wie m�de sie auch sein mochte. Anfangs hatte auch er Byar nicht geglaubt. Er wollte eigentlich immer noch nicht daran glauben � Menschen taten so etwas anderen Menschen einfach nicht an! Aber Byar drohte eigentlich gar nicht; er sprach �ber gl�hende Brandeisen und Zangen, �ber Messer, die Haut absch�lten, und peinigende Nadeln so, als ob er nur erw�hne, er wolle sich ein Glas Wasser holen. Er schien sie nicht erschrecken zu wollen. In seinen Augen lag nie eine Spur von H�me. Es interessierte ihn gar nicht, ob sie Angst hatten oder nicht, ob sie gefoltert w�rden oder nicht, ob sie lebten oder nicht. Das war es, was Perrin den kalten Schwei� auf die Stirn trieb, sobald er es begriffen hatte. Das hatte ihn schlie�lich davon �berzeugt, da� Byar die Wahrheit sagte.</p><p>Die Umh�nge der beiden Wachsoldaten schimmerten grau im schwachen Mondschein. Er konnte ihre Gesichter nicht erkennen, doch er wu�te, da� sie alles beobachteten. Als ob sie irgend etwas anstellen k�nnten, an H�nden und F��en gefesselt, wie sie waren. Er erinnerte sich an die Verachtung in ihren Augen und ihren verkniffenen Gesichtsausdruck, als das Licht noch hell genug gewesen war, um das zu erkennen. Es war, als habe man sie als W�chter zu schmutzbedeckten, stinkenden und absto�enden Ungeheuern abkommandiert. Alle Wei�m�ntel sahen sie so an. Das �nderte sich nicht. <emphasis>Licht, wie kann ich sie davon �berzeugen, da� wir keine Schattenfreunde sind, wenn sie sich dessen doch bereits sicher sind?</emphasis> Sein Magen drehte sich bei dem Gedanken um. Am Ende w�rde er m�glicherweise alles gestehen, damit die Folterknechte von ihrem Tun ablie�en.</p><p>Jemand kam n�her � ein Wei�mantel, der eine Laterne trug. Der Mann blieb stehen und sprach mit den W�chtern, die voller Respekt antworteten. Perrin konnte nicht h�ren, was sie sagten, aber er erkannte die hochgewachsene, hagere Gestalt.</p><p>Er blinzelte, als ihm die Laterne direkt vors Gesicht gehalten wurde. Byar trug Perrins Axt in der freien Hand; er hatte die Waffe f�r sich selbst beansprucht. Jedenfalls sah ihn Perrin niemals ohne sie.</p><p>�Wach auf�, sagte Byar kalt, als glaube er, Perrin habe mit erhobenem Kopf geschlafen. Er begleitete die Worte mit einem heftigen Tritt in die Rippen.</p><p>Perrin st�hnte durch zusammengebissene Z�hne. Sein Oberk�rper wies eine Menge blauer Flecken von Byars Stiefeln auf.</p><p>�Ich sagte, wach auf!� Der Fu� hob sich noch einmal, und Perrin sagte schnell: �Ich bin wach.� Man mu�te Byars Worte best�tigen, oder er fand andere Wege, um die Aufmerksamkeit zu gewinnen.</p><p>Byar stellte die Laterne auf den Boden und b�ckte sich, um die Fesseln zu �berpr�fen. Der Mann ri� roh an seinen Handgelenken und verdrehte ihm die Arme in den Schultern. Nachdem er die Knoten noch genauso fest vorfand, wie er sie zur�ckgelassen hatte, zog Byar an seinem Halteseil, das an einem Fu� festgemacht war, und zerrte ihn �ber den steinigen Untergrund. Der Mann sah zu sehr wie ein Skelett aus, um Kraft zu haben, doch Perrin h�tte genausogut ein Kind sein k�nnen. Es war jede Nacht das gleiche.</p><p>Als Byar sich aufrichtete sah Perrin, da� Egwene noch schlief. �Wach auf!� rief er. �Egwene! Wach auf!�</p><p>�Wa...? Was?� Egwenes Stimme klang ver�ngstigt und schlaftrunken. Sie hob den Kopf und blinzelte in den Laternenschein. Byar zeigte keine Entt�uschung dar�ber, da� er sie nicht wachtreten konnte � das tat er nie. Er ri� nur an ihren Fesseln wie vorher an denen Perrins und ignorierte ihr �chzen. Schmerzen zu verursachen war eine weitere Sache, die ihn in keiner Weise zu beeindrucken schien. Nur Perrin qu�lte er offensichtlich mit Absicht. Obwohl Perrin sich nicht daran erinnern konnte, verga� Byar nicht, da� er zwei der Kinder get�tet hatte.</p><p>�Warum sollten Schattenfreunde denn schlafen?� fragte Byar leidenschaftslos, �wenn anst�ndige M�nner aufbleiben m�ssen, um sie zu bewachen?�</p><p>�Zum hundertsten Mal�, sagte Egwene m�de, �wir sind keine Schattenfreunde.�</p><p>Perrin verkrampfte sich. Manchmal brachte eine solche Erwiderung eine beinahe monoton heruntergerasselte Predigt ein � �ber Gest�ndnisse und Reue -, die mit einer Beschreibung dessen endete, mit welchen Methoden die Folterknechte dies erreichten. Manchmal wurde die Predigt von einem Tritt unterst�tzt. Zu seiner �berraschung ging Byar diesmal nicht auf die Bemerkung ein.</p><p>Statt dessen kauerte sich der Mann vor sie hin � �berall kantig und eingefallen -, und legte die Axt auf seine Knie. Die goldene Sonne auf der linken Brustseite seines Umhangs und die beiden goldenen Sterne darunter glitzerten im Laternenschein. Er nahm den Helm ab und legte ihn neben die Laterne. Zur Abwechslung stand etwas anderes in seinem Gesicht geschrieben au�er Verachtung und Ha�: etwas Eindringliches und nicht klar Erkennbares. Er st�tzte die Arme auf den Schaft der Axt und betrachtete Perrin schweigend. Perrin bem�hte sich, unter diesem hohl�ugigen Blick nicht hin und her zu rutschen.</p><p>�Ihr haltet uns auf, Schattenfreund, du und deine W�lfe. Der Rat der Gesalbten hat Berichte �ber solche Dinge vorliegen, und sie wollen mehr dar�ber wissen, also m��t ihr nach Amador gebracht und den Folterknechten �bergeben werden, aber ihr haltet uns auf. Ich hatte gehofft, wir k�nnten auch ohne die Reservepferde schnell genug vorw�rtskommen, aber ich habe mich geirrt.� Er schwieg und blickte sie finster an. Perrin wartete. Byar w�rde weitersprechen, wenn er soweit war.</p><p>�Der Lordhauptmann steckt in einer Zwickm�hle�, sagte Byar schlie�lich. �Der W�lfe wegen m�ssen wir euch zum Rat bringen, doch er mu� auch nach Caemlyn. Wir haben keine Pferde f�r euch zur Verf�gung, aber wenn wir euch weiterhin laufen lassen, werden wir Caemlyn nicht zum ausgemachten Zeitpunkt erreichen. Der Lordhauptmann sieht seine Pflicht sehr klar, und er beabsichtigt, euch vor den Rat zu bringen.�</p><p>Egwene gab einen Laut von sich. Byar sah Perrin unverwandt an, und er erwiderte den Blick. Er wagte dabei kaum zu zwinkern. �Ich verstehe nicht�, sagte er bed�chtig.</p><p>�Es gibt nichts zu verstehen�, antwortete Byar. �Nichts als Gedankenspiele. W�rdet ihr entkommen, dann h�tten wir keine Zeit, euch zu suchen. Wir k�nnen keine einzige Stunde verschwenden, wenn wir Caemlyn rechtzeitig erreichen wollen. Wenn ihr, sagen wir, eure Fesseln an einem scharfkantigen Stein aufscheuern und in der Nacht verschwinden w�rdet, w�ren die Probleme des Lordhauptmanns gel�st.� Er wandte den Blick nicht von Perrin, griff unter seinen Umhang und warf etwas auf den Boden.</p><p>Automatisch sah Perrin hin. Als er erkannte, was es war, keuchte er. Ein Stein. Ein gespaltener Stein mit einer scharfen Kante.</p><p>�Einfach nur Gedankenspiele�, sagte Byar. �Eure Wachen heute nacht spekulieren auch.�</p><p>Perrins Mund war pl�tzlich ganz trocken. <emphasis>Denk dar�ber nach! Licht, hilf mir, aber denk genau dar�ber nach, und mache keine Fehler!</emphasis></p><p>Konnte es wahr sein? Konnte die Notwendigkeit, schnell nach Caemlyn zu kommen, f�r die Wei�m�ntel so wichtig sein, da� sie als Schattenfreunde Verd�chtigte laufen lie�en? Es hatte keine Zweck, dar�ber zu spekulieren � er wu�te zu wenig. Byar war der einzige Wei�mantel, der mit ihnen sprach, au�er nat�rlich Lordhauptmann Bornhald, und keiner von beiden war geneigt, sie gro�z�gig zu informieren. Also andersherum. Wenn Byar wollte, da� sie entkamen, warum zerschnitt er nicht einfach ihre Fesseln? Falls Byar wirklich wollte, da� sie entkamen. Byar, der bis aufs Mark �berzeugt war, da� sie Schattenfreunde seien? Byar, der Schattenfreunde mehr ha�te als den Dunklen K�nig selbst? Byar, der jeden Grund suchte, um ihm Schmerzen zuzuf�gen, weil er zwei Wei�m�ntel get�tet hatte? <emphasis>Byar</emphasis> wollte sie entkommen lassen?</p><p>Wenn er vorher geglaubt hatte, sein Verstand arbeite schnell, dann wurde das Tempo seiner Gedanken nun halsbrecherisch. Trotz der K�lte rann ihm der Schwei� in Rinnsalen �bers Gesicht. Er sah zu den Wachen hin�ber. Sie waren nur bla�graue Schatten, aber es schien ihm, als warteten sie gespannt. Wenn Egwene und er bei einem Fluchtversuch get�tet w�rden, nachdem sie ihre Fesseln an einem Stein aufgeschnitten h�tten, der zuf�llig dort lag... Das Problem des Lordhauptmanns w�re dann allerdings gel�st. Und Byar h�tte sie get�tet, was er ja sowieso wollte.</p><p>Der hagere Mann hob seinen Helm vom Boden neben der Laterne auf und war im Begriff, sich zu erheben.</p><p>�Wartet�, sagte Perrin heiser. Seine Gedanken �berst�rzten sich, als er vergeblich nach einem Ausweg suchte. �Wartet, ich will mit Euch sprechen. Ich... �</p><p><emphasis>Es kommt Hilfe!</emphasis></p><p>Der Gedanke bl�hte in seinem Verstand auf, ein Lichtausbruch mitten im Chaos, so �berraschend, da� er einen Augenblick lang alles verga�, sogar wo er sich befand. <emphasis>Scheckie lebte! Elyas,</emphasis> sprach er den Wolf in seinen Gedanken an, und ohne Worte wollte er wissen, ob der Mann ebenfalls noch lebte. Ein Bild formte sich als Antwort. Elyas, der neben einem kleinen Feuer auf einem Bett aus den �sten von Nadelb�umen lag � in einer H�hle � und eine Wunde an seiner Seite verband. Es dauerte nur einen Augenblick lang. Er gaffte Byar an, und sein Gesicht verzog sich zu einem n�rrischen Grinsen. Elyas lebte. Scheckie lebte. Hilfe nahte.</p><p>Byar unterbrach seine Bewegung halb aufgerichtet und sah ihn an. �Dir ist ein Gedanke gekommen, Perrin von den Zwei Fl�ssen, und ich m�chte wissen, was er bedeutet.�</p><p>Einen Moment lang glaubte Perrin, er meine den Gedanken, den ihm Scheckie gesandt hatte. Panik �berzog sein Gesicht, von Erleichterung gefolgt. Byar konnte das auf keinen Fall wissen.</p><p>Byar beobachtete die Ver�nderungen seines Gesichtsausdrucks, und zum ersten Mal wanderte der Blick des Wei�mantels zu dem Stein hin, den er auf den Boden geworfen hatte.</p><p>Er �berlegte es sich doch noch einmal, erkannte Perrin. Wenn er seine Meinung in bezug auf den Stein �nderte, w�rde er dann riskieren, sie am Leben zu lassen, da sie ihn ja verraten konnten? Fesseln konnte man auch durchwetzen, wenn die Menschen, die sie trugen, tot waren, selbst wenn man damit die Entdeckung riskierte. Er blickte Byar in die Augen � durch die dunklen Ringe und die tief eingefallenen Augenh�hlen des Mannes wirkte es, als starre er ihn aus tiefen H�hlen heraus an -, und er sah, da� sein Tod beschlossen war.</p><p>Byar �ffnete den Mund, und w�hrend Perrin darauf wartete, da� er sein Todesurteil aussprach, begannen gedankenschnell viele Dinge auf einmal zu geschehen.</p><p>Pl�tzlich verschwand eine der Wachen. Im ersten Moment gab es noch zwei undeutliche Gestalten dort, im n�chsten verschluckte die Nacht eine davon. Der zweite Wachsoldat drehte sich um, seine Lippen formten einen Schrei, doch bevor noch die erste Silbe seiner Kehle entwich, h�rte man ein hartes <emphasis>Tschank,</emphasis> und er fiel wie ein gef�llter Baum. Byar fuhr schnell wie eine Viper herum.</p><p>Die Axt wirbelte so schnell in seinen H�nden, da� sie summte. Perrin machte gro�e Augen, als die Nacht in den Laternenschein hineinzuflie�en schien. Sein Mund �ffnete sich zu einem Schrei, aber seine Kehle war vor Angst zugeschn�rt. Einen Moment lang verga� er sogar, da� Byar sie t�ten wollte. Der Wei�mantel war ein menschliches Gesch�pf, und die Nacht war zum Leben erwacht, um sie alle zu verschlingen.</p><p>Dann entstand aus der Dunkelheit, die in das Licht eindrang, Lan, dessen Umhang bei seiner Bewegung verschiedene Grauschattierungen annahm. Die Axt in Byars Hand fuhr wie ein Blitz auf ihn zu... und Lan beugte sich nur ganz locker zur Seite. Die Schneide zischte so knapp an ihm vorbei, da� er den Luftzug gesp�rt haben mu�te. Byars Augen weiteten sich, als ihn die Wucht des Schlags aus dem Gleichgewicht brachte, als der Beh�ter in schneller Folge mit H�nden und F��en zuschlug, so schnell, da� Perrin nicht sicher war, was er eigentlich gerade gesehen hatte. Er war sich allerdings sicher, da� Byar wie ein Mehlsack zusammenbrach. Bevor noch der st�rzende Wei�mantel richtig am Boden lag, befand sich der Beh�ter bereits auf den Knien und l�schte die Laterne. In der pl�tzlich wieder eingebrochenen Dunkelheit konnte Perrin nichts erkennen. Lan war wieder verschwunden.</p><p>�Seid Ihr wirklich...?� Egwene schluchzte unterdr�ckt. �Wir dachten, Ihr seid tot. Wir glaubten, Ihr seid alle tot.�</p><p>�Noch nicht.� Das tiefe Fl�stern des Beh�ters klang am�siert.</p><p>H�nde ber�hrten Perrin, fanden seine Fesseln. Ein Messer zerschnitt die Seile; ein leichtes Ziehen, und er war frei. Seine schmerzenden Muskeln protestierten, als er sich aufsetzte. Er rieb sich die Handgelenke und sp�hte zu dem grauen B�ndel hin�ber, das Byar war. �Habt Ihr... ? Ist er...?�</p><p>�Nein�, antwortete Lans Stimme ruhig aus der Finsternis. �Ich t�te nicht, wenn ich es nicht will. Aber er wird eine Weile lang niemanden mehr bel�stigen. H�rt auf, Fragen zu stellen, und besorgt euch Umh�nge von denen. Wir haben nicht viel Zeit.�</p><p>Perrin kroch hin�ber, wo Byar lag. Er hatte Hemmungen, den Mann zu ber�hren, und als er das Heben und Senken der Brust des Wei�mantels sp�rte, zuckte seine Hand beinahe wieder zur�ck. Seine Haut prickelte, als er sich zwang, den wei�en Umhang zu l�sen und wegzuziehen. Trotz der Worte Lans stellte er sich vor, der Mann mit dem Totensch�delgesicht werde sich pl�tzlich aufrichten. Hastig tastete er herum, bis er seine Axt fand, und kroch dann zu einem anderen W�chter. Zuerst kam es ihm seltsam vor, da� er nicht z�gerte, den bewu�tlosen Mann zu ber�hren, aber der Grund wurde ihm schnell klar. Alle Wei�m�ntel ha�ten ihn, aber das war ein menschliches Gef�hl. Byar f�hlte nichts, er wollte nur seinen Tod; es lag kein Ha� darin � �berhaupt kein Gef�hl.</p><p>Er legte sich die beiden Umh�nge �ber den Arm und drehte sich um. Panik �berkam ihn. In der Dunkelheit hatte er pl�tzlich die Orientierung verloren und wu�te nicht, in welcher Richtung er Lan und Egwene suchen sollte. Seine F��e schienen Wurzeln zu schlagen. Er wagte nicht, sich zu r�hren. Sogar Byar war ohne seinen wei�en Umhang in der Nacht verborgen. Es gab nichts, woran er sich h�tte halten k�nnen. Jeder Weg, den er w�hlte, konnte ihn hinaus ins Lager f�hren.</p><p>�Hier.�</p><p>Er stolperte auf Lans Fl�stern zu, bis H�nde ihn aufhielten. Egwene war ein undeutlicher Schatten und Lans Gesicht verschwommen � der Rest des Beh�ters schien �berhaupt nicht vorhanden zu sein. Er konnte f�hlen, wie ihre Blicke auf ihm ruhten, und er fragte sich, ob er ihnen eine Erkl�rung schuldig sei.</p><p>�Legt die Umh�nge �ber�, sagte Lan leise. �Schnell. Rollt eure eigenen zusammen. Und macht keinen Laut. Ihr seid noch nicht in Sicherheit.�</p><p>Hastig reichte Perrin Egwene einen der Umh�nge. Er war erleichtert dar�ber, da� er nicht von seinen �ngsten hatte erz�hlen m�ssen. Er rollte seinen eigenen Umhang zu einem B�ndel zusammen, das er leicht tragen konnte, und schwang den wei�en Umhang statt dessen um seine Schultern. Seine Haut prickelte, als er sich auf seine Schultern legte. Es gab ihm einen Stich zwischen die Schulterbl�tter. War es Byars Umhang, den er erwischt hatte? Er bildete sich fast ein, den hageren Mann daran riechen zu k�nnen.</p><p>Lan bedeutete ihnen, sich an den H�nden zu halten, und so packte Perrin seine Axt mit einer Hand und nahm Egwenes in die andere. Er w�nschte, der Beh�ter werde schnell mit ihnen fliehen, damit seine Phantasie nicht inzwischen mit ihm durchginge. Aber sie standen nur so herum, von den Zelten der Kinder umgeben � zwei Gestalten in wei�en Umh�ngen und eine, die man f�hlen, aber nicht sehen konnte.</p><p>�Bald�, fl�sterte Lan. �Sehr bald.�</p><p>Ein Blitz zerri� die Nacht �ber dem Lager, so nah, da� Perrin f�hlte, wie sich ihm die Haare an den Armen und auf dem Kopf str�ubten, als der Blitzschlag die Luft auflud. Genau jenseits der Zelte explodierte der Boden unter dem Einschlag. Die Explosion am Boden verschmolz mit der am Himmel. Bevor das Licht verbla�te, f�hrte Lan sie auch schon los.</p><p>Beim ersten Schritt zerschnitt ein weiterer Blitz die Schw�rze. Nun hagelte es Blitze, so da� die Nacht flackerte, als k�me die Dunkelheit nur in sekundenschnellen Intervallen. Donner rollte wild. Ein Grollen ging in das n�chste �ber � ein fortw�hrendes, wellenschlagendes L�uten. Ver�ngstigte Pferde wieherten. Ihr Wiehern ging im Donner unter, bis auf die Momente, wenn der Donner verhallte. M�nner taumelten aus ihren Zelten, einige in ihren wei�en Umh�ngen, andere nur halb bekleidet. Einige rannten in Panik hin und her, andere standen wie bet�ubt da.</p><p>Lan zerrte sie im Laufschritt mitten durch das Durcheinander. Perrin bildete den Abschlu�. Wei�m�ntel sahen sie mit wildaufgerissenen Augen an, als sie vorbeikamen. Ein paar schrien ihnen etwas zu, doch die Schreie verloren sich im Trommelschlag des Himmels. Sie hatten ihre wei�en Umh�nge eng um sich gewickelt, und so versuchte niemand, sie aufzuhalten. Sie hasteten zwischen den Zelten hindurch, aus dem Lager hinaus und in die Nacht hinein, und keiner erhob seine Hand gegen sie.</p><p>Der Boden unter Perrins F��en wurde uneben, und Unterholz peitschte ihn, als er sich weiterziehen lie�. Der letzte Blitz zuckte krampfhaft und war verbla�t. Echos des Donners rollten �ber den Himmel und verklangen ebenfalls. Perrin sah nach hinten. Zwischen den Zelten brannten eine Handvoll Feuer. Einige der Blitze mu�ten dort eingeschlagen haben, oder vielleicht hatten M�nner in ihrer Panik Lampen umgesto�en. Immer noch schrien M�nner mit d�nnen Stimmen durch die Nacht, bem�hten sich, die Ordnung wiederherzustellen und herauszufinden, was geschehen war. Der Boden stieg an, und Zelte und Feuer und Schreie lagen bald hinter ihnen.</p><p>Pl�tzlich trat er beinahe Egwene in die Fersen, als Lan stehenblieb. Vor ihnen im Mondschein standen drei Pferde. Ein Schatten bewegte sich, und Moiraines Stimme erklang, angespannt und �rgerlich. �Nynaeve ist nicht zur�ckgekommen. Ich f�rchte, diese junge Frau hat eine Dummheit begangen.� Lan fuhr auf der Stelle herum, als wolle er zur�ck, woher sie gekommen waren, aber ein Ruf Moiraines, der wie ein Peitschenknall klang, hielt ihn zur�ck. �Nein!� Er stand da und sah sie von der Seite her an. Nur sein Gesicht und seine H�nde waren wirklich sichtbar, doch selbst sie nur als undeutliche und schattenhafte Flecke. Sie fuhr in sanfterem Tonfall fort; sanfter, aber nicht weniger fest. �Manche Dinge sind wichtiger als andere. Das wei�t du.� Der Beh�ter r�hrte sich nicht, und ihre Stimme wurde wieder h�rter. �Denk an deine Eide, al'Lan Mandragoran, Herr der Sieben T�rme! Wie steht es mit dem Eid eines mit dem Diadem ausgezeichneten Feldherrn der Malkieri?�</p><p>Perrin blinzelte. Das alles war Lan? Egwene murmelte etwas, aber er konnte den Blick nicht von der Szene vor ihm wenden. Lan stand da wie ein Wolf aus Scheckies Rudel, ein Wolf, der von der kleinen Aes Sedai in die Enge getrieben worden war und der vergeblich versuchte, dem Untergang zu entrinnen.</p><p>Die erstarrte Szene wurde durch das Krachen brechender �ste im Wald unterbrochen. Mit zwei langen Schritten befand sich Lan zwischen Moiraine und dem Ger�usch. Der blasse Mondschein spielte �ber sein Schwert. Unter dem Krachen und Knacken des Unterholzes brachen zwei Pferde aus dem Wald hervor; eines mit einem Reiter darauf.</p><p>�Bela!� rief Egwene zur selben Zeit, als Nynaeve vom R�cken der zotteligen Stute her sagte: �Ich h�tte euch beinahe nicht mehr gefunden. Egwene! Dem Licht sei Dank, da� du lebst!�</p><p>Sie glitt von Bela herunter, aber als sie auf die Emondsfelder zuging, packte Lan sie am Arm, und sie blieb abrupt stehen und sah zu ihm hoch.</p><p>�Wir m�ssen gehen, Lan�, sagte Moiraine, die nun wieder ruhiger klang, und der Beh�ter lie� Nynaeves Arm los.</p><p>Nynaeve rieb sich den Arm, w�hrend sie zu Egwene eilte und sie umarmte, aber Perrin glaubte, ein leises Lachen von ihr geh�rt zu haben. Das verbl�ffte ihn, denn er konnte sich nicht denken, da� es etwas mit ihrer Wiedersehensfreude zu tun gehabt hatte.</p><p>�Wo sind Rand und Mat?� fragte er.</p><p>�Woanders�, antwortete Moiraine, und Nynaeve �u�erte etwas in so scharfem Tonfall, da� Egwene vor �berraschung nach Luft schnappte. Perrin blinzelte. Er hatte einen Teil verstanden � einen Wagenlenkerfluch, und einen deftigen noch dazu. �Das Licht beh�te sie�, fuhr die Aes Sedai fort, als habe sie nichts bemerkt.</p><p>�Keinem von uns wird es gutgehen�, sagte Lan, �wenn uns die Wei�m�ntel finden. Wechselt eure Umh�nge und steigt auf die Pferde.�</p><p>Perrin kletterte auf das Pferd, das Nynaeve hinter Bela hergef�hrt hatte. Es st�rte ihn nicht, da� kein Sattel vorhanden war; zu Hause war er nicht oft geritten, aber wenn, dann meistens ohne Sattel. Er trug immer noch den wei�en Umhang, jetzt aber zusammengerollt und an seinen G�rtel geh�ngt. Der Beh�ter hatte gesagt, sie sollten so wenig Spuren wie m�glich f�r die Wei�m�ntel hinterlassen. Er glaubte immer noch, Byars Geruch daran zu spuren.</p><p>Als sie losritten, Lan auf seinem hohen schwarzen Hengst voraus, f�hlte Perrin noch einmal Scheckies gedankliche Ber�hrung. <emphasis>Noch ein Tag.</emphasis> Mehr ein Gef�hl als Worte, so hauchte es das Versprechen eines vorbestimmten Zusammentreffens, Vorfreude auf das Kommende, Entt�uschung �ber das, was kommen w�rde, alles in sich �berlagernden Schichten. Er versuchte, zu fragen, wann und warum, und stammelte vor Eile und pl�tzlich aufkommender Angst. Die Spur der W�lfe wurde schw�cher und verflog. Seine angsterf�llten Fragen brachten nur die gleiche schwerf�llige Antwort: <emphasis>Noch ein Tag.</emphasis> Sie verfolgte ihn noch, lange nachdem das Bewu�tsein der N�he der W�lfe aus seinem Verstand verschwunden war.</p><p>Lan f�hrte sie langsam, aber gleichm��ig, nach S�den. Die in tiefe Nacht geh�llte Wildnis � welliger Boden mit verborgenem Unterholz, das man erst zu sp�ren bekam, wenn man dar�ber stolperte, dazu schattenhafte B�ume, die sich in dichten Gruppen vom Nachthimmel abhoben -lie� sowieso keine schnellere Gangart zu. Zweimal verlie� der Beh�ter sie und ritt zur�ck in Richtung auf die Mondsichel. Er und Mandarb verschmolzen mit der Nacht hinter ihnen. Beide Male kehrte er zur�ck und hatte nichts von einer Verfolgung bemerkt.</p><p>Egwene hielt sich nahe bei Nynaeve. Leise Bruchst�cke einer erregten Unterhaltung drangen an Perrins Ohren. Die beiden waren so froh, als h�tten sie die Heimat schon wieder erreicht. Er hielt sich am Ende der kleinen Kolonne. Manchmal drehte sich die Seherin im Sattel um und sah ihn an, und jedesmal winkte er ihr zu, als wolle er sagen, er sei schon in Ordnung, aber er blieb, wo er war. Er mu�te �ber eine Menge nachdenken, auch wenn in seinem Kopf noch immer ein gro�es Durcheinander herrschte. <emphasis>Was w�rde kommen? Was w�rde kommen?</emphasis></p><p>Perrin glaubte, es k�nne nicht mehr lange bis zur Morgend�mmerung sein, als Moiraine sie endlich anhalten lie�. Lan fand ein ausgetrocknetes Bachbett, wo er in einer Aush�hlung in einer der Uferb�schungen ein Feuer entz�ndete.</p><p>Schlie�lich konnten sie ihre wei�en Umh�nge loswerden. Sie vergruben sie in einem Loch nahe dem Feuer. Als er gerade dabei war, den Umhang, den er benutzt hatte, hineinzuwerfen, fiel ihm die auf die Brust aufgestickte goldene Sonne auf und die beiden goldenen Sterne darunter. Er lie� den Umhang fallen, als sei er brennend hei�, und ging zur Seite, wobei er sich die H�nde an seinem Mantel abwischte. Er setzte sich abseits von den anderen hin.</p><p>�Aber jetzt�, sagte Egwene, w�hrend Lan Erde in das Loch schaufelte, �k�nnte mir doch jemand sagen, wo Rand und Mat sind!�</p><p>�Ich glaube, sie sind in Caemlyn�, sagte Moiraine vorsichtig, �oder auf dem Weg dorthin.� Nynaeve schnaubte laut und vernehmlich, aber die Aes Sedai fuhr fort, als habe es keine Unterbrechung gegeben: �Wenn nicht, werde ich sie trotzdem finden. Das verspreche ich.�</p><p>Sie a�en schweigend Brot und K�se und tranken hei�en Tee. Selbst Egwenes Begeisterung unterlag nun langsam der Ersch�pfung. Die Seherin holte eine Tinktur aus ihrer Tasche, die sie auf die Spuren der Fesseln an Egwenes Handgelenken auftrug, und eine andere f�r die �brigen Absch�rfungen. Als sie dorthin kam, wo Perrin am Rande des Feuerscheins sa�, blickte er nicht auf.</p><p>Sie stand eine Weile schweigend da und blickte auf ihn hinunter. Dann kauerte sie sich nieder � ihre Tasche neben sich � und sagte knapp: �Zieh deinen Mantel und dein Hemd aus, Perrin. Ich habe geh�rt, da� einer der Wei�m�ntel dich offensichtlich nicht leiden konnte.�</p><p>Er zog sich langsam aus, immer noch in Gedanken an Scheckie und ihre Botschaft versunken, bis Nynaeve erschreckt nach Luft schnappte. �berrascht sah er erst sie an und dann seinen nackten Oberk�rper. Er wirkte wie eine verf�rbte Masse. Die neueren blauen Flecken �berlagerten �ltere, die schon zu Braun- und Gelbschattierungen verbla�t waren. Nur dicke Muskelpakete, die er sich in den Stunden in Meister Luhhans Schmiede erworben hatte, hatten ihn vor Rippenbr�chen bewahrt. Da er sich innerlich mit den W�lfen besch�ftigt hatte, hatte er den Schmerz vergessen k�nnen, doch jetzt wurde er daran erinnert, und der Schmerz kehrte froh zur�ck. Unwillk�rlich holte er tief Luft und bi� die Z�hne zusammen, um nicht zu st�hnen.</p><p>�Wieso ha�te er dich denn so sehr?� fragte Nynaeve erstaunt.</p><p>Ich habe <emphasis>zwei Menschen</emphasis> get�tet. Laut sagte er: �Ich wei� nicht.�</p><p>Sie kramte in ihrer Tasche herum, und er zuckte zusammen, als sie ihm eine schmierige Paste auf die Schwellungen auftrug. �Jungfernrebe, roter Fingerhut und Rosettenwurzel�, z�hlte sie auf.</p><p>Es war gleichzeitig hei� und kalt und lie� ihn erschauern, w�hrend ihm gleichzeitig der Schwei� ausbrach, aber er protestierte nicht. Er hatte mit Nynaeves Tinkturen und Packungen schon fr�her Erfahrungen gesammelt. W�hrend ihre Finger die Mixtur sanft einmassierte, verschwanden Hitze und K�lte und nahmen den Schmerz mit. Die blauen Flecken verbla�ten zu braunen, die braunen und gelben verschwanden zum Teil ganz. Zur Probe holte er ganz tief Luft. Er versp�rte kaum noch ein Zwicken.</p><p>�Du wirkst �berrascht�, sagte Nynaeve. Auch sie selbst sah ein wenig �berrascht drein, und seltsamerweise schien sie sich zu f�rchten. �Das n�chste Mal gehst du eben zu <emphasis>ihr.�</emphasis></p><p>�Nicht �berrascht�, sagte er beruhigend. �Nur froh.� Manchmal wirkten Nynaeves Tinkturen schnell und manchmal langsam, aber sie wirkten immer. �Was... was ist mit Rand und Mat passiert?�</p><p>Nynaeve r�umte ihre Fl�schchen und Tiegel zur�ck in die Tasche. Sie stie� sie f�rmlich hinein, als m�sse sie damit eine Sperre durchbrechen. <emphasis>�Sie</emphasis> sagt, da� es ihnen gutgeht. <emphasis>Sie</emphasis> sagt, wir w�rden sie finden. In Caemlyn, sagt sie. <emphasis>Sie</emphasis> sagt, es sei wichtig f�r uns, keine Zeit zu verlieren, was das nun auch wieder hei�en mag. <emphasis>Sie</emphasis> sagt viel, wenn der Tag lang ist.�</p><p>Perrin mu�te nun doch grinsen. Was sich auch immer ge�ndert haben mochte, die Seherin war immer noch derselbe Mensch geblieben, und sie und die Aes Sedai waren nach wie vor alles andere als Freundinnen.</p><p>Mit einem Mal erstarrte Nynaeve und sah entgeistert sein Gesicht an. Sie lie� ihre Tasche fallen und pre�te die Handr�cken auf seine Wangen und seine Stirn. Er versuchte, zur�ckzuweichen, doch sie nahm seinen Kopf in beide H�nde und zog mit den Daumen seine Augenlider hoch. Sie sah sich seine Augen ganz genau an und murmelte etwas vor sich hin. Trotz ihrer geringen Gr��e konnte sie sein Gesicht leicht festhalten; es war niemals leicht, Nynaeve zu entkommen, wenn sie einen nicht loslassen wollte.</p><p>�Ich verstehe das nicht�, sagte sie schlie�lich, lie� ihn los und hockte sich zur�ck auf die Fersen. �H�ttest du Gelbaugenfieber, dann w�rst du nicht in der Lage, auch nur aufzustehen. Aber du hast �berhaupt kein Fieber, und das Wei�e in deinen Augen ist auch nicht gelb geworden -nur die Pupillen!�</p><p>�Gelb?� fragte Moiraine, und Perrin wie auch Nynaeve fuhren auf ihren Pl�tzen zusammen. Die Aes Sedai hatte sich v�llig lautlos gen�hert. Egwene lag schlafend am Feuer, in ihren Umhang geh�llt, wie Perrin sah. Seine eigenen bleischweren Lider wollten sich ebenfalls schlie�en.</p><p>�Es ist nichts�, sagte er, doch Moiraine hielt sein Kinn mit der Hand hoch und drehte sein Gesicht herum, so da� sie wie zuvor Nynaeve in seine Augen blicken konnte. Er zuckte mit prickelnder Haut zur�ck. Die beiden Frauen behandelten ihn wie ein Kind. �Ich sagte, es ist nichts.�</p><p>�Das war nicht vorauszusehen.� Moiraine sprach mehr zu sich selbst. Ihr Blick ging durch ihn hindurch in die Ferne. �Etwas, das im Gewebe vorgesehen war, oder eine �nderung im Muster? Wenn es eine �nderung ist, wer hat sie dann verursacht? Das Rad webt, wie das Rad es will. Das mu� es sein.�</p><p>�Wi�t Ihr, was es bedeutet?� fragte Nynaeve widerwillig. Sie z�gerte. �K�nnt Ihr etwas f�r ihn tun? Eure Heilkunst?� Die Bitte um Hilfe, das Zugest�ndnis, da� sie nichts tun konnte, entrangen sich ihr nur schwerf�llig.</p><p>Perrin funkelte die beiden Frauen an. �Wenn Ihr �ber mich sprechen wollt, dann sprecht gef�lligst mit mir. Ich sitze hier vor Euch!� Keine sah ihn an.</p><p>�Heilkunst?� Moiraine l�chelte. �Daran ist nichts, was man heilen k�nnte. Es ist keine Krankheit, und es wird nicht...� Sie z�gerte kurz. Dann blickte sie zu Perrin hin�ber; ein kurzer Blick, der vieles zu bedauern schien. Der Blick schlo� ihn aber nicht mit ein, und er knurrte beleidigt vor sich hin, w�hrend sie sich wieder Nynaeve zuwandte. �Ich wollte sagen, es wird ihm nicht schaden, aber wer wei� schon, was am Ende dabei herauskommt? Zumindest kann ich behaupten, da� es ihm nicht direkt schaden wird.�</p><p>Nynaeve stand auf, klopfte sich den Staub von den Knien, stellte sich vor die Aes Sedai und sah ihr in die Augen. �Das reicht mir nicht. Wenn etwas mit ihm nicht... �</p><p>�Was geschehen ist, ist geschehen. Was bereits gewebt wurde, kann man nicht mehr �ndern.� Moiraine wandte sich unvermittelt ab. �Wir m�ssen schlafen, solange wir k�nnen, und beim ersten Tageslicht aufbrechen. Wenn die Hand des Dunklen K�nigs zu stark wird... Wir m�ssen Caemlyn schnell erreichen.�</p><p>�rgerlich schnappte Nynaeve ihre Tasche und stolzierte weg, bevor Perrin den Mund aufbrachte. Er wollte grollend fluchen, doch dann traf ihn ein Gedanke wie ein Blitzschlag, und er sa� mit offenem Mund da. Moiraine wu�te Bescheid. Die Aes Sedai wu�te von den W�lfen. Und sie glaubte, es k�nne das Werk des Dunklen K�nigs sein. Ein Schaudern durchlief ihn. Hastig schl�pfte er wieder in sein Hemd, stopfte es ungeschickt in die Hose und zog Mantel und Umhang wieder an. Die Kleidung half nicht viel; er f�hlte sich eiskalt bis auf die Knochen. Sein Mark war wie zu Eis erstarrt.</p><p>Lan lie� sich mit �berkreuzten Beinen am Boden nieder und warf seinen Umhang zur�ck. Perrin war froh dar�ber. Es war unangenehm, wenn man den Beh�ter anschaute und der Blick dabei immer abglitt. Einen Augenblick lang sahen sie sich einfach nur an. Die kantigen Fl�chen des Gesichts des Beh�ters lie�en keinen R�ckschlu� auf seine Gedanken zu, aber Perrin glaubte, in seinen Augen etwas zu entdecken... irgend etwas. Sympathie? Neugier? Beides?</p><p>�Ihr wi�t Bescheid?� fragte er, und Lan nickte.</p><p>�Ich wei� einiges, nicht alles. Kam es einfach �ber dich, oder hast du einen Mittler getroffen, einen F�hrer?�</p><p>�Da war ein Mann�, sagte Perrin bed�chtig. <emphasis>Er wei� Bescheid, aber glaubt er dasselbe wie Moiraine?</emphasis> �Er sagte, sein Name sei Elyas. Elyas Machera.� Lan atmete tief durch, und Perrin warf ihm einen scharfen Blick zu. �Ihr kennt ihn?�</p><p>�Ich kannte ihn. Er hat mich viel gelehrt, �ber die F�ule und �ber all dies.� Lan ber�hrte seinen Schwertknauf. �Er war ein Beh�ter, bevor... bevor das geschah. Die Roten Ajah...� Er blickte hin�ber zu Moiraine, die vor dem Feuer lag.</p><p>Es war das erste Mal, da� Perrin an dem Beh�ter eine Unsicherheit entdeckte. In Shadar Logoth war Lan sicher und stark gewesen und auch dann, als er Blassen und Trollocs gegen�berstand. Er hatte auch jetzt keine Angst -davon war Perrin �berzeugt -, aber er war sehr vorsichtig, als k�nne er zuviel sagen. Als k�nne das, was er sagte, gef�hrlich sein.</p><p>�Ich hab von den Roten Ajah geh�rt�, sagte er zu Lan.</p><p>�Und zweifellos stimmt das meiste von dem nicht, was du geh�rt hast. Du mu�t verstehen, da� es... in Tar Valon verschiedene Parteien gibt. Einige wollen den Dunklen K�nig auf eine Art bek�mpfen, andere wieder auf eine andere Art. Das Ziel ist das gleiche, aber die Unterschiede... die unterschiedlichen Auffassungen bedeuten, da� Leben sich �ndern oder beendet werden k�nnen. Die Leben vieler M�nner oder Nationen. Geht es Elyas gut?�</p><p>�Ich denke schon. Die Wei�m�ntel behaupteten, sie h�tten ihn get�tet, aber Scheckie... � Perrin sah den Beh�ter unsicher an. �Ich wei� nicht.� Lan schien das z�gernd zu akzeptieren, und das wiederum ermutigte ihn fortzufahren. �Diese Verst�ndigung mit den W�lfen. Moiraine scheint zu glauben, es habe etwas... etwas mit dem Dunklen K�nig zu tun. Aber das stimmt doch nicht, oder?� Er wollte nicht glauben, da� Elyas ein Schattenfreund sei.</p><p>Doch Lan z�gerte, und Schwei� trat Perrin auf die Stirn, k�hle Tropfen, die von der Nachtk�lte noch k�hler wurden. Als der Beh�ter endlich wieder sprach, rannen sie ihm bereits die Wangen hinunter.</p><p>�An sich nicht, nein. Einige glauben das, aber sie irren sich; es war schon uralt, bevor der Dunkle K�nig gefunden wurde. Aber wie steht es mit der Wahrscheinlichkeit, Schmied? Manchmal scheint das Muster auf Zuf�llen zu beruhen � zumindest soweit wir das sehen k�nnen -, aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, da� man einen Mann trifft, der einen in diese Sache einf�hren kann, und da� man seiner F�hrung auch folgt? Das Muster formt sich zu einem Gro�en Gewebe, das von einigen Zeitgewebe genannt wird, und ihr Burschen spielt dabei eine zentrale Rolle. Ich glaube nicht, da� in deinem Leben der Zufall noch eine gro�e Rolle spielen wird. Bist du also auserw�hlt worden? Und wenn, vom Licht oder vom Schatten?�</p><p>�Der Dunkle K�nig kann uns nicht ber�hren, solange wir ihn nicht beim Namen nennen.� Sofort mu�te Perrin an die Tr�ume von Ba'alzamon denken, die Tr�ume, die mehr als nur Tr�ume darstellten. Er wischte sich den Schwei� vom Gesicht. �Er kann es nicht.�</p><p>�Stur bis zum letzten�, meinte der Beh�ter. �Vielleicht stur genug, um dich am Ende zu retten. Bedenke die Zeiten, in denen wir leben, Schmied. Denke daran, was Euch Moiraine Sedai gesagt hat. In diesen Zeiten l�sen sich viele Dinge auf, zerbrechen. Alte Grenzen wanken, alte Mauern zerbr�ckeln. Die Grenzen zwischen dem, was ist, und dem, was war, zwischen dem, was ist, und dem, was sein wird.� Seine Stimme wurde noch ernster. �Die Mauern um das Gef�ngnis des Dunklen K�nigs. Dies k�nnte sehr wohl das Ende eines Zeitalters sein. Vielleicht erleben wir ein neues Zeitalter, bevor wir sterben. Oder vielleicht ist es auch das Ende aller Zeitalter, das Ende der Zeit selbst. Das Ende der Welt.� Pl�tzlich grinste er, aber sein Grinsen war d�ster wie ein grimmiger Blick; seine Augen funkelten fr�hlich, lachten den Fu� eines Galgens an. �Aber es sind nicht wir, die sich dar�ber Gedanken machen m�ssen, wie, Schmied? Wir werden gegen die Schatten k�mpfen, solange wir atmen, und wenn sie uns �berrennen, dann gehen wir bei�end und kratzend unter. Ihr Leute von den Zwei Fl�ssen seid zu stur, um euch zu ergeben. Mach dir keine Gedanken dar�ber, ob sich der Dunkle K�nig in dein Leben eingemischt hat. Du bist jetzt wieder unter Freunden. Denke daran, das Rad webt, wie das Rad will, und das kann nicht einmal der Dunkle K�nig �ndern, solange Moiraine dich besch�tzt. Doch wir sollten eure Freunde m�glichst schnell finden.� �Was meint Ihr damit?�</p><p>�Sie haben keine Aes Sedai zum Schutz bei sich, die sich der Wahren Quelle bedienen kann. Schmied, vielleicht sind die Mauern nun schwach genug, so da� der Dunkle K�nig selbst die Dinge beeinflussen kann. Er hat noch keine v�llige Freiheit, sonst lebten wir nicht mehr, aber er sorgt vielleicht f�r viele winzige Ver�nderungen in den Webf�den. Ein zuf�lliges Abbiegen an einer Ecke, statt an der anderen, ein zuf�lliges Zusammentreffen, ein zuf�lliges Wort oder etwas, das eben wie Zufall wirkt, und sie k�nnten so weit unter dem Einflu� des Schattens stehen, da� nicht einmal Moiraine sie zur�ckbringen k�nnte.�</p><p>�Wir m�ssen sie finden�, sagte Perrin, und der Beh�ter lachte knurrig dazu.</p><p>�Was habe ich denn gesagt? Schlaf ein wenig, Schmied.� Lans Umhang schlang sich wieder um ihn, als er aufstand. Im schwachen Lichtschein des Feuers und des Mondes erschien er fast wie ein Teil der Schatten im Hintergrund. �Wir haben ein paar schwere Tage bis Caemlyn vor uns. Bete nur darum, da� wir sie dort finden.�</p><p>�Aber Moiraine... sie kann sie doch �berall aufsp�ren, nicht wahr? Sie behauptet, da� sie das kann.�</p><p>�Aber kann sie sie auch noch rechtzeitig finden? Falls der Dunkle K�nig stark genug ist, um selbst einzugreifen, wird die Zeit knapp. Bete darum, da� wir sie in Caemlyn finden, Schmied, oder wir sind vielleicht alle verloren.�</p></section><section><title><p>39</p><p>Das Gewebe formt sich</p></title><p>Rand blickte vom hochgelegenen Fenster seines Zimmers in <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> auf die Menschenmenge hinab. Sie rannten schreiend die Stra�e hinunter � alle in der gleichen Richtung -, schwenkten Wimpel und Flaggen, und so stand der wei�e L�we auf tausend roten Feldern gleichzeitig Wache. Einwohner von Caemlyn und Fremde rannten nebeneinander her, und zur Abwechslung einmal schien keiner dem anderen den Sch�del einschlagen zu wollen. Heute gab es vielleicht einmal nur eine einzige Partei.</p><p>Er wandte sich grinsend vom Fenster ab. Abgesehen von dem Tag, an dem Egwene und Perrin lebendig und lachend ob des Gesehenen hereinspazieren w�rden, war dies der Tag, auf den er vor allem gewartet hatte. �Kommst du mit?� fragte er noch einmal.</p><p>Mat sah ihn finster an. Er lag zusammengerollt auf seinem Bett. �Nimm doch den Trolloc mit, den du so gut leiden kannst.�</p><p>�Blut und Asche, Mat, er ist kein Trolloc! Du stellst dich einfach dumm und stur an. Wie oft sollen wir uns noch deswegen streiten? Licht, du hast doch schlie�lich fr�her schon von Ogiern geh�rt!�</p><p>�Ich habe nicht geh�rt, da� sie wie Trollocs aussehen.� Mat steckte das Gesicht ins Kopfkissen und rollte sich noch enger zusammen.</p><p>�Sturer Dummkopf�, murmelte Rand. �Wie lange willst du dich hier noch verstecken? Ich werde dir nicht die ganze Zeit �ber dein Essen all diese Treppen hochschleppen. Du k�nntest auch einmal baden.� Mat zappelte auf dem Bett herum, als wolle er sich noch tiefer eingraben. Rand seufzte und ging zur T�r. �Die letzte Chance, gemeinsam zu gehen, Mat. Ich breche jetzt auf.� Er schlo� die T�r langsam und hoffte immer noch, da� Mat seinen Entschlu� �ndere, doch sein Freund r�hrte sich nicht. Die T�r fiel ins Schlo�.</p><p>Im Flur lehnte er sich gegen den T�rrahmen. Meister Gill hatte gesagt, zwei Stra�en weiter wohne eine alte Frau, Mutter Grubb, die Kr�uter und Tinkturen verkaufte, Kinder zur Welt brachte, Kranke pflegte und die Zukunft voraussagte. Das klang ein wenig nach einer Seherin. Mat brauchte Nynaeve oder vielleicht Moiraine, aber er hatte eben nur Mutter Grubb. Wenn er sie in <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> brachte, w�rde das vielleicht die falsche Art von Aufmerksamkeit erregen, falls sie �berhaupt k�me. Das k�nnte f�r sie genau wie f�r ihn und Mat unangenehme Folgen haben.</p><p>Kr�uterweiblein und Quacksalber hielten sich zur Zeit in Caemlyn sehr zur�ck. Jede Art von Heilkunst oder Weissagung war gerade verrufen. Jede Nacht wurde gro�z�gig der Drachenzahn auf T�ren gekritzelt, manchmal sogar im hellen Tageslicht, und die Leute verga�en schnell, wer sie vom Fieber geheilt oder ihre Zahnschmerzen beseitigt hatte, wenn der Ruf �Schattenfreund� ert�nte. So war die Stimmung in der Stadt.</p><p>Es war ja nicht so, da� Mat wirklich krank war. Er a� alles, was ihm Rand aus der K�che heraufbrachte -allerdings nahm er nichts von anderen an -, und er klagte auch nie �ber Schmerzen oder Fieber. Er weigerte sich einfach, das Zimmer zu verlassen. Aber Rand war sich so sicher gewesen, da� er an diesem Tag herauskommen w�rde.</p><p>Er legte seinen Umhang �ber die Schultern und schob den Schwertg�rtel so herum, da� sein Schwert mit dem herumgewickelten roten Tuch besser verborgen war.</p><p>Am Fu� der Treppe traf er auf Meister Gill, der gerade hinaufgehen wollte. �Jemand hat euch in der Stadt gesucht�, sagte der Wirt. Er behielt dabei den Pfeifenstiel im Mund. Rand f�hlte Hoffnung in sich aufkeimen. �Hat nach euch und euren Freunden gefragt und sogar die Namen genannt. Von euch J�nglingen jedenfalls. Er scheint vor allem euch drei Jungen zu suchen.�</p><p>Angst verdr�ngte die Hoffnung. �Wer?� fragte Rand. Er konnte nicht umhin, den Flur nach beiden Seiten hin zu beobachten. Au�er ihnen beiden befand sich niemand darinnen. Er war leer � vom Hinterausgang bis zur T�r in den Schankraum.</p><p>�Ich kenne seinen Namen nicht. Habe nur von ihm geh�rt. Ich wei� meist schnell alles, was in Caemlyn herumgeht. Bettler.� Der Wirt knurrte. �Halb verr�ckt, wie man mir gesagt hat. Aber trotzdem k�nnte er Der K�nigin Spende im Palast in Empfang nehmen, selbst in so schweren Zeiten. An Feiertagen spendet die K�nigin mit eigener Hand den Armen, und keiner wird mit leeren H�nden weggeschickt. In Caemlyn mu� niemand betteln. Selbst ein Mann, der von der Garde gesucht wird, k�nnte nicht festgenommen werden, w�hrend er Der K�nigin Spende entgegennimmt.�</p><p>�Ein Schattenfreund?� fragte Rand z�gernd. <emphasis>Falls die Schattenfreunde unsere Namen kennen...</emphasis></p><p>�Ihr habt Flausen im Hirn mit Euren Schattenfreunden, mein Junge. Nat�rlich sind sie da, aber blo�, weil die Wei�m�ntel alles aufhetzen, braucht ihr nicht zu glauben, da� die Stadt voll davon ist. Wei�t du, welches Ger�cht diese Idioten als neuestes in die Welt gesetzt haben?</p><p>�Fremdartige Gestalten.� Kannst du so was begreifen? Fremdartige Gestalten, die sich in der Nacht au�erhalb der Stadt herumtreiben.� Der Wirt lachte, bis sein Bauch wackelte.</p><p>Rand war nicht nach Lachen zumute. Hyam Kinch hatte von solch eigenartigen Gestalten erz�hlt, und es war ja dann auch ein Blasser dort gewesen. �Was f�r Gestalten?�</p><p>�Welche Art? Ich wei� es nicht. Fremdartige Figuren. M�glicherweise Trollocs. Der Schattenmann. Lews Therin Bruderm�rder selbst, aber diesmal f�nfzig Fu� gro�. Was glaubst du denn, was sich die Leute alles vorstellen, wenn sie nun einmal solche Flausen im Kopf haben? Das sollte dich nicht k�mmern.� Meister Gill musterte ihn einen Moment lang. �Du willst ausgehen, nicht wahr? Na ja, ich kann nicht behaupten, da� ich mich darum rei�e � selbst heute nicht -, aber es ist au�er mir kaum noch jemand da. Dein Freund kommt nicht mit?�</p><p>�Mat f�hlt sich nicht wohl. Vielleicht kommt er sp�ter nach.�</p><p>�Na ja, wie auch immer. Pa� aber gut auf dich auf. Selbst heute werden die guten Anh�nger der K�nigin dort drau�en in der Minderheit sein. Das Licht versenge den Tag, an dem dieser Zustand begann. Am besten verl��t du das Haus durch die Gasse. Zwei von diesen verfluchten Verr�tern sitzen auf der anderen Stra�enseite und beobachten meinen Vordereingang. Sie wissen genau, wo ich stehe, beim Licht!�</p><p>Rand steckte den Kopf hinaus und sah sich nach beiden Seiten um, bevor er in die Gasse hinausschl�pfte. Ein grobschl�chtiger Mann, den Meister Gill daf�r bezahlte, stand am Ende der Gasse, st�tzte sich auf einen Speer und beobachtete gelangweilt die vorbeihastenden Leute. Das war aber nur der Schein, wie Rand wu�te. Der Bursche -er hie� Lambgwin � sah alles mit diesen von schweren Lidern halbbedeckten Augen, und trotz seiner unf�rmigen Gestalt bewegte er sich wie eine Katze. Er glaubte ebenfalls, K�nigin Morgase sei das fleischgewordene Licht, oder jedenfalls so �hnlich. Es gab etwa ein Dutzend solcher M�nner, die sich um <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> herum verteilten.</p><p>Lambgwins Ohr zuckte, als Rand den Ausgang der Gasse erreichte, aber er wandte seine Aufmerksamkeit nicht von der Stra�e ab. Rand wu�te, da� ihn der Mann hatte kommen h�ren.</p><p>�Haltet Euch heute den R�cken frei, Mann.� Lambgwins Stimme klang wie Kieselsteine in einer Pfanne. �Wenn die Ausschreitungen beginnen, seid Ihr der richtige Mann, um hier zu helfen, aber nicht, wenn Ihr irgendwo ein Messer in den R�cken bekommt.�</p><p>Rand sah den bulligen Mann an, doch seine �berraschung war ged�mpft. Er bem�hte sich immer, das Schwert nicht sichtbar zu tragen, aber dies war nicht das erste Mal, da� einer von Meister Gills M�nnern angenommen hatte, er k�nne damit in einem Kampf umgehen. Lambgwin sah ihn nicht mehr an. Der Mann sollte die Schenke bewachen, und das tat er auch.</p><p>Rand schob sein Schwert noch ein bi�chen weiter unter seinen Umhang und schlo� sich der str�menden Menge an. Er sah die beiden M�nner, die der Wirt erw�hnt hatte. Sie standen auf umgedrehten F�ssern auf der Stra�enseite gegen�ber der Schenke, so da� sie �ber die K�pfe der Menge hinwegsehen konnten. Er glaubte nicht, da� sie ihn bemerkten, als er aus der Gasse heraustrat. Sie machten kein Hehl aus ihrer politischen Bindung. Nicht nur, da� ihre Schwerter in Wei� geh�llt und mit roter Kordel gebunden waren, sie trugen auch wei�e Armbinden und wei�e Abzeichen an den H�ten.</p><p>Er hatte sich noch nicht lange in Caemlyn aufgehalten, da wurde ihm klar, da� ein rot umh�lltes Schwert, eine rote Armbinde oder ein rotes Abzeichen bedeutete, da� man K�nigin Morgase unterst�tzte. Wei� zeigte, da� die K�nigin und ihre Verbindung mit den Aes Sedai und Tar Valon schuld an allem waren, was ungl�cklich verlaufen war: am Wetter, an der Mi�ernte... vielleicht sogar an dem falschen Drachen.</p><p>Er wollte sich nicht in die politischen Probleme Caemlyns verwickeln lassen. Aber nun war es zu sp�t. Nicht nur, da� er bereits die Seite gew�hlt hatte � wohl mehr durch Zufall, aber immerhin. Die Lage in der Stadt lie� es kaum noch zu, da� man neutral blieb. Selbst Ausl�nder trugen Abzeichen und Armbinden oder verh�llten ihre Schwerter, und die Mehrheit von ihnen trug Wei�, nicht Rot. Vielleicht glaubten einige davon �berhaupt nicht daran, aber sie waren weit von zu Hause entfernt, und so hatte sich eben die politische Meinung in Caemlyn entwickelt. M�nner, die die K�nigin unterst�tzten, liefen zum eigenen Schutz in Gruppen umher, wenn sie �berhaupt ausgingen.</p><p>Heute war es allerdings anders. Zumindest an der Oberfl�che. Heute feierte Caemlyn den Sieg des Lichts �ber den Schatten. Heute brachte man den falschen Drachen in die Stadt, um ihn der K�nigin vorzuf�hren, bevor man ihn nach Tar Valon im Norden brachte.</p><p>�ber diesen Teil der Ereignisse sprach niemand. Nat�rlich konnten nur die Aes Sedai einen Mann beherrschen, der tats�chlich die Eine Macht anwenden konnte, doch dar�ber wollte niemand sprechen. Das Licht hatte den Schatten besiegt, und Soldaten aus Andor waren in der vordersten Kampflinie dieser Schlacht dabeigewesen. Heute z�hlte nur das. Heute verga� man alles andere.</p><p>Oder vielleicht doch nicht?, fragte sich Rand. Die Menge rannte singend und lachend und mit geschwenkten Fahnen durch die Stra�en, aber M�nner, die sich in Rot zeigten, hielten sich in Gruppen von zehn oder zwanzig zusammen, und sie hatten keine Frauen und Kinder dabei. Seiner Sch�tzung nach kamen auf jeden Anh�nger der K�nigin mindestens zehn M�nner, die Wei� trugen. Nicht zum ersten Mal w�nschte er sich, da� der wei�e Stoff damals der billigere gewesen sei. <emphasis>Aber h�tte Meister Gill geholfen, wenn ich mich in Wei� gezeigt h�tte?</emphasis></p><p>Die Menge war so dicht, da� es unvermeidlich war, sich gegenseitig anzurempeln. Selbst um die Wei�m�ntel herum gab es diesmal keinen freien Raum inmitten der Menschenansammlung. Als Rand sich von der Menge in die Innenstadt mittreiben lie�, erkannte er, da� keineswegs alle Feindseligkeiten unter Kontrolle waren. Er sah, wie eines der Kinder des Lichts, einer von dreien, so hart angerempelt wurde, da� er beinahe st�rzte. Der Wei�mantel fing sich gerade noch und wollte soeben den Mann, der ihn angerempelt hatte, w�tend anschreien, als ein anderer Mann ihn absichtlich mit einem gezielten Schultersto� ins Wanken brachte. Bevor die Situation eskalierte, zogen die Gef�hrten des Wei�mantels ihn auf die Seite der Stra�e hin�ber, wo sie sich unter einem Torbogen in Sicherheit brachten. Die drei schienen hin-und hergerissen zwischen ihrem �blichen finsteren Gesichtsausdruck und ungl�ubigem Staunen. Die Menge str�mte vorbei, als habe niemand etwas bemerkt, und vielleicht hatte das ja wirklich niemand.</p><p>Keiner h�tte noch vor zwei Tagen so etwas gewagt. Nicht genug, so erkannte Rand, denn die M�nner, die den Wei�mantel angerempelt hatten, trugen wei�e Abzeichen an den H�ten. Die Meinung war weit verbreitet, da� die Wei�m�ntel jene unterst�tzten, die sich gegen die K�nigin und ihre Aes-Sedai-Ratgeberin stellten, aber das machte wohl keinen Unterschied. M�nner stellten Dinge an, an die sie zuvor noch nie auch nur gedacht hatten. Heute � einen Wei�mantel anrempeln. Morgen � vielleicht eine K�nigin st�rzen? Pl�tzlich w�nschte er, es w�ren noch ein paar andere M�nner in Rot in der N�he. Von wei�en Abzeichen und Armbinden gesto�en, f�hlte er sich pl�tzlich sehr einsam.</p><p>Die Wei�m�ntel bemerkten, da� er sie ansah, und sie blickten herausfordernd zur�ck. Er lie� sich von einer singenden Gruppe in der Menge aus ihrer Sicht schwemmen und sang bei ihnen mit:</p><p>�Vor mit dem L�wen, vor mit dem L�wen, der Wei�e L�we zieht in den Kampf.</p><p>Fordere den Schatten heraus!</p><p>Vor mit dem L�wen, vorw�rts, und Andor siegt.�</p><p>Die Strecke, auf der man den falschen Drachen nach Caemlyn hereinbringen w�rde, war wohl bekannt. Diese Stra�en selbst hielt man durch dichte Reihen von Gardesoldaten der K�nigin und in Rot geh�llte Lanzentr�ger frei, aber hinter ihnen an den Stra�enr�ndern dr�ngten sich die Leute Schulter an Schulter, selbst in den Fenstern und auf den D�chern. Rand arbeitete sich in die Innenstadt vor. Er versuchte, n�her an den Palast heranzukommen. Er dachte entfernt daran, wirklich zuzuschauen, wie Logain der K�nigin vorgezeigt w�rde. Beide � den falschen Drachen und eine echte K�nigin � auf einmal zu sehen... das h�tte er sich zu Hause nie ertr�umt.</p><p>Die Innenstadt war auf H�geln erbaut, und vieles von dem, was die Ogier gemacht hatten, war noch immer erhalten. Wo in der Neustadt die Stra�en meistens wirr durcheinander und in alle m�glichen Richtungen verliefen, folgten sie hier den Neigungen der Abh�nge, als seien sie ein nat�rlicher Teil der Erde. Weitschweifende Anstiege und Senkungen pr�sentierten dem Auge nach jeder Kurve neue und �berraschende Anblicke. Man konnte Parks von verschiedenen Blickwinkeln aus sehen, selbst von oben herab, wo ihre Wege und Denkm�ler dem Auge wohltuende Muster ergaben. Allerdings war kaum irgendwo Gr�n zu sehen. Pl�tzlich enth�llten sich dem Blick T�rme. Ihre Kachelw�nde glitzerten in zahlreichen sich st�ndig ver�ndernden Farben im Sonnenschein. Unvermittelt stieg die Stra�e an, und die ganze Stadt bis zu den h�geligen Ebenen und W�ldern dahinter bot sich dem Blick dar. Alles in allem w�re das schon eine ganz besondere Sache gewesen, h�tte ihn nicht die Menschenmenge immer weiter gedr�ngt, bevor er den Anblick wirklich in sich aufnehmen konnte. Und all jene verschlungenen Stra�en machten es schwer, sehr weit vorauszublicken.</p><p>Die Menge trug ihn mit sich um eine Stra�enbiegung herum, und pl�tzlich stand er vor dem Palast. Die Stra�en waren so angelegt worden, da� sie spiralf�rmig auf den Palast zuliefen, obwohl sie ja den nat�rlichen Formen der Landschaft folgten. Der Palast selbst schien der Erz�hlung eines Gauklers zu entspringen: blasse T�rmchen und goldene Kuppeln und kompliziert in sich verschlungener und durchbrochener Steinzierat, und von jedem Vorsprung flatterte die Flagge von Andor � der Mittelpunkt all jener Schaust�cke der Baukunst und ihr H�hepunkt. Er schien eher von einem K�nstler als Skulptur entworfen, als nur einfach gebaut.</p><p>Ein Blick reichte, um ihm zu zeigen, da� er nicht n�her herankommen w�rde. Niemand wurde in die N�he des Palastes durchgelassen. Gardesoldaten der K�nigin standen � zehn scharlachrote Reihen stark � zu beiden Seiten der Palasttore. Oben auf den wei�en Mauern, auf hohen Balkonen und T�rmen, standen weitere Gardesoldaten in Habachtstellung, die Bogen in vorgeschriebenem Winkel vor die gepanzerte Brust gehalten. Auch sie sahen aus, als entspr�ngen sie der Erz�hlung eines Gauklers; eine Ehrengarde, doch Rand glaubte nicht, da� sie sich aus diesem Grunde dort befanden. Die l�rmende Menge an den Stra�enr�ndern trug fast nur in Wei� geh�llte Schwerter, wei�e Armbinden und wei�e Abzeichen. Nur hier und da wurde diese wei�e Mauer durch ein B�ndel Rot unterbrochen. Die rotuniformierten Wachen schienen all diesem Wei� gegen�ber nur wie eine sehr d�nne Sperre.</p><p>Er gab den Versuch auf, n�her an den Palast heranzukommen, und suchte sich einen Platz, an dem er seine Gr��e besser ausn�tzen konnte. Er mu�te nicht in der ersten Reihe stehen, um alles sehen zu k�nnen. Die Menge war st�ndig in Bewegung. Die einen schoben sich weiter nach vorn, andere wieder eilten weg zu einem, wie sie glaubten, besseren Standpunkt. Nach einer solchen Unterstr�mung befand er sich pl�tzlich nur drei Reihen von der offenen Stra�e entfernt, und beinahe alle, die vor ihm standen, waren kleiner als er, sogar die Lanzentr�ger. Menschen dr�ngten sich, schwitzend vom Druck so vieler K�rper, von beiden Seiten her gegen ihn. Die hinter ihm beschwerten sich, weil sie nichts sehen konnten, und versuchten, sich an ihm vorbeizuschieben. Er wich nicht, und zusammen mit denen an seiner Seite stellte er eine undurchdringliche Menschenmauer dar. Er war es zufrieden. Wenn der falsche Drache vorbeikam, w�rde er sich nahe genug am Geschehen befinden, um das Gesicht des Mannes klar erkennen zu k�nnen.</p><p>Auf der anderen Stra�enseite und unten beim Tor zur Neustadt schien eine Welle die dichte Menge zu durchlaufen. Vor der Kurve wichen die Leute gruppenweise zur�ck, um etwas vorbeizulassen. Das war nicht wie der Freiraum, der wohl nicht heute, aber sonst immer um die Wei�m�ntel herum verblieb. Diese Leute fuhren mit �berraschung im Blick zur�ck, und dann verzogen sich ihre Gesichter und zeigten Abscheu. Sie dr�ckten sich nach hinten und wandten die Gesichter von � was immer es auch war � ab. Doch aus den Augenwinkeln beobachteten sie weiter, bis es vorbei war.</p><p>Auch andere Augen in seiner N�he bemerkten die St�rung. Man war wohl ganz auf das Kommen des Drachens eingestimmt, aber da die Menge nun nichts anderes tun konnte als warten, wurde �ber jede Kleinigkeit geschwatzt. Er h�rte, wie die Vermutungen von einer Aes Sedai bis zu Logain selbst gingen, und au�erdem noch ein paar anz�gliche Bemerkungen, die bei den M�nnern rohes Gel�chter ausl�sten, w�hrend die Frauen verachtungsvoll schnaubten. Die Welle pflanzte sich in Schlangenlinien durch die Menge fort und kam dabei dem Stra�enrand immer n�her. Niemand schien zu z�gern, sie durchzulassen, wie sie wollte, selbst wenn das bedeutete, da� man einen guten Aussichtspunkt aufgeben mu�te, wenn die Menge dahinter in sich selbst zur�ckflutete. Schlie�lich w�lbte sich direkt Rand gegen�ber die Menge in die Stra�e hinein, schob rotgekleidete Lanzentr�ger zur Seite, die sich bem�hten, die Menschen zur�ckzudr�ngen, und �ffnete sich. Die geb�ckte Gestalt, die z�gernd ins Freie schlurfte, wirkte mehr wie ein Haufen dreckiger Lumpen denn wie ein Mann. Rand h�rte angeekelte Kommentare um sich herum.</p><p>Der zerlumpte Mann blieb am entfernten Stra�enrand stehen. Seine Kapuze, zerrissen und steif vom Schmutz, schwang hierhin und dorthin, als suche er etwas oder lausche. Pl�tzlich schrie er wortlos auf, hob die schmutzige Klaue, die eine Hand darstellte, und deutete genau auf Rand. Sofort krabbelte er wie ein K�fer �ber die Stra�e.</p><p><emphasis>Der Bettler.</emphasis> Welcher schlimme Zufall den Mann auch dazu gebracht hatte, ihn so zu finden: Rand war sicher, da� er ihm � Schattenfreund oder nicht � keinesfalls von Angesicht zu Angesicht gegen�berstehen wollte. Er konnte den Blick des Bettlers sp�ren. Er wirkte wie schmutziges Wasser auf seiner Haut. Und vor allem wollte er den Mann nicht gerade hier an sich herankommen lassen, wo sie von Menschen umgeben waren, die sich sowieso am Rand gewaltt�tiger Ausschreitungen befanden. Dieselben Stimmen, die vorher gelacht hatten, verw�nschten ihn nun, als er sich seinen Weg nach hinten bahnte, weg von der Stra�e.</p><p>Er beeilte sich, denn er wu�te, da� die dichte Menschenmasse, durch die er sich schieben und winden mu�te, den schmutzigen Mann durchlassen w�rde. Er erk�mpfte sich seinen Weg durch die Menge und taumelte � fast w�re er gest�rzt -, als er pl�tzlich abseits dastand. Er ruderte mit den Armen, um das Gleichgewicht zu halten, und aus dem Taumeln wurde Rennen. Menschen deuteten auf ihn; er war der einzige, der nicht in die entgegengesetzte Richtung dr�ngte, und dazu rannte er auch noch. Rufe folgten ihm. Sein Umhang flatterte hinter ihm her und gab den Blick auf sein rotumh�lltes Schwert frei. Als ihm das klar wurde, rannte er noch schneller. Ein einzelner Anh�nger der K�nigin, der auch noch wegrannte, konnte durchaus eine Menge mit wei�en Abzeichen in einen aufgebrachten Mob verwandeln, der ihn verfolgte, und das sogar heute. Er rannte, so schnell ihn seine langen Beine trugen, durch die gepflasterten Stra�en. Erst als er die Schreie weit hinter sich gelassen hatte, erlaubte er sich, schwer atmend gegen eine Mauer zu sacken.</p><p>Er wu�te nicht, wo er sich befand, au�er da� er immer noch in der Innenstadt war. Er konnte sich nicht erinnern, wie viele Biegungen und Abzweigungen er in diesen kurvenreichen Stra�en genommen hatte. Bevor er weiterrannte, blickte er dorthin zur�ck, woher er gekommen war. Nur ein Mensch bewegte sich auf der Stra�e: eine Frau, die gelassen mit einem Einkaufskorb einherschritt. Fast jeder in der Stadt war versammelt, um einen Blick auf den falschen Drachen zu erhaschen. <emphasis>Er kann mir nicht gefolgt sein. Ich mu� ihn abgeh�ngt haben.</emphasis></p><p>Der Bettler wurde nicht aufgeben, dessen war er sich sicher, obwohl er nicht wu�te, warum. Die zerlumpte Gestalt schob sich in dieser Minute weiter durch die Menge und suchte, und falls Rand zur�ckkehrte, um Logain zu sehen, riskierte er ein Zusammentreffen. Einen Augenblick lang �berlegte er sich, ob er zu <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> zur�ckgehen sollte, aber er war sicher, nie mehr eine M�glichkeit zu haben, eine K�nigin aus der N�he zu sehen, und er hoffte, er werde nie mehr eine haben, einen falschen Drachen zu sehen. Es schien ihm irgendwie feige, sich von einem geduckten Bettler, selbst wenn es ein Schattenfreund war, in sein Versteck zur�ckjagen zu lassen.</p><p>Er sah sich �berlegend um. So, wie die Innenstadt geplant war, hatte man die Geb�ude niedrig gehalten, falls �berhaupt welche dort standen, so da� jemand, der sich an einem bestimmten Punkt befand, wie vorgesehen einen freien �berblick hatte. Es mu�te Punkte geben, von denen aus er die Prozession mit dem falschen Drachen vorbeikommen sehen konnte. Wenn er schon die K�nigin nicht sehen konnte, dann doch Logain. Schnell entschlossen machte er sich auf den Weg.</p><p>W�hrend der n�chsten Stunde fand er mehrere solcher Punkte, doch jeder bereits vollgepackt mit Menschen, die der Dr�ngelei an der Prozessionsstrecke entgehen wollten. Sie bildeten eine einheitliche Linie wei�er Abzeichen und Armbinden. �berhaupt kein Rot. Er dachte daran, was der Anblick seines Schwertes in einer solchen Menge ausl�sen konnte, und verdr�ckte sich schnell und vorsichtig.</p><p>Rufe drangen aus der Neustadt empor, Rufe und das Schmettern von Trompeten und martialischer Trommelwirbel. Logain und seine Eskorte befanden sich bereits in Caemlyn und waren auf dem Weg zum Palast.</p><p>Entt�uscht wanderte er durch die beinahe menschenleeren Stra�en. Er hoffte immer noch ein wenig darauf, einen Weg zu finden, um Logain zu sehen. Sein Blick fiel auf einen unbebauten Abhang, der sich �ber der Stra�e erhob, durch die er gerade schritt. In einem normalen Fr�hling w�re dieser Abhang ein bunter Teppich von Gras und Blumen gewesen, aber jetzt war er braun bis hinauf zu der hohen Mauer ganz oben, einer Mauer, �ber die Baumwipfel hinwegragten.</p><p>Dieser Teil der Stra�e f�hrte nicht zu irgendwelchen gro�artigen Aussichtspunkten, aber geradeaus konnte er �ber den D�chern einige T�rmchen des Palastes sehen, auf denen Fahnen mit dem Wei�en L�wen im Wind flatterten. Er war nicht sicher, in welche genaue Richtung die Stra�e nach der n�chsten Kurve f�hren w�rde, wo sie den H�gel umrundete und aus seiner Sicht verschwand, aber ihm kam pl�tzlich eine Idee, als er die Mauer oben auf dem H�gel sah.</p><p>Die Trommeln und Trompeten n�herten sich; die Rufe wurden lauter. Erregt stieg er den Abhang hinauf. Er war nicht zum Begehen geeignet, doch er dr�ckte seine Stiefel in die abgestorbene Grasnarbe und zog sich hoch, wobei er kahle Str�ucher zum Festhalten ben�tzte. Er schnaufte schwer vor Aufregung und Anstrengung, als er die letzten Schritte zur Mauer zur�cklegte. Sie ragte �ber ihm auf, gut doppelt so hoch wie er gro� war, vielleicht auch mehr. Die Luft erzitterte unter dem Trommelschlag und dem Schmettern der Trompeten.</p><p>Man hatte die Steine der Mauer nur sehr wenig behauen. Die m�chtigen Bl�cke pa�ten so gut aufeinander, da� die Fugen fast unsichtbar waren. So rauh wie sie waren, schienen sie wie eine nat�rliche Klippe. Rand grinste. Die Klippen gleich hinter den Sandh�geln waren h�her, und trotzdem hatte sogar Perrin sie bestiegen. Seine H�nde suchten nach Ausw�chsen im Gestein, seine stiefelbewehrten F��e fanden Vorspr�nge. Die Trommeln spornten ihn beim Klettern an. Er wollte sie nicht gewinnen lassen. Er w�rde die Krone erreichen, bevor sie im Palast waren. In seiner Hast ri� er sich die H�nde am Stein auf und sch�rfte sich die Knie durch die Hosen hindurch auf, doch dann warf er die Arme �ber die Mauerkrone und zog sich mit dem Gef�hl hoch, gewonnen zu haben.</p><p>Schnell wand er sich herum, um sich auf die ebene, enge Mauerkrone zu setzen. Die mit unz�hligen Bl�ttern geschm�ckten �ste eines m�chtigen Baums ragten �ber seinen Kopf hinweg, aber er achtete nicht darauf. Er blickte �ber ziegelgedeckte D�cher hinweg, aber hier von der Mauer aus hatte er freie Sicht. Er beugte sich nur ein klein wenig vor und konnte die Palasttore sehen sowie die Gardesoldaten der K�nigin, die dort aufgestellt waren, und die erwartungsvolle Menge. Erwartungsvoll. Ihre Rufe gingen im Donnergrollen der Trommeln und Trompeten unter, aber sie warteten immer noch. Er grinste. <emphasis>Ich habe gewonnen.</emphasis></p><p>Im gleichen Moment, als er sich hinsetzte, umrundete der erste Teil der Prozession die letzte Kurve vor dem Palast. Zwanzig Reihen von Trompetern kamen zuerst und zerschnitten die Luft mit einem triumphierenden Schmettern, einer Siegesfanfare nach der anderen. Hinter ihnen donnerten genauso viele Trommler. Dann kamen die Banner von Caemlyn, wei�e L�wen auf rotem Grund, von Berittenen getragen, gefolgt von den Soldaten Caemlyns, unz�hligen Reihen von Reitern in gl�nzender R�stung mit stolz erhobenen Lanzen, an denen hellrote Wimpel flatterten. Lanzentr�ger und Bogensch�tzen, jeweils drei Reihen tief, flankierten die Reiter, und mehr und mehr von ihnen folgten, nachdem die Reiter bereits zwischen den wartenden Gardesoldaten durch die Palasttore ritten.</p><p>Die letzten Fu�soldaten kamen um die Kurve, und hinter ihnen befand sich ein massiver Wagen. Sechzehn Pferde in Viererreihen zogen ihn. In der Mitte der Ladefl�che stand ein gro�er K�fig mit Eisenstangen, und in jeder Ecke der Ladefl�che sa�en zwei Frauen, die den K�fig so konzentriert beobachteten, als existiere die Menge gar nicht. Aes Sedai, da war er sicher. Zwischen dem Wagen und den Fu�soldaten ritten auf beiden Seiten jeweils ein Dutzend Beh�ter. Ihre Umh�nge flatterten und verwirrten das Auge. Wenn auch die Aes Sedai die Menge ignorierten, so beobachteten die Beh�ter das Volk, als gebe es au�er ihnen keine W�chter mehr.</p><p>Trotz alledem war es der Mann im K�fig, der Rands Blicke fesselte. Er war nicht nahe genug, um Logains Gesicht sehen zu k�nnen, wie er eigentlich beabsichtigt hatte, aber mit einemmal wu�te er, da� er gar nicht n�her herankommen wollte. Der falsche Drache war ein hochgewachsener Mann mit langem, dunklem Haar, das in Locken auf seine breiten Schultern fiel. Er hielt sich trotz des schwankenden Wagens aufrecht, indem er sich mit einer Hand an den Gitterst�ben �ber seinem Kopf festhielt. Seine Kleidung schien ganz gew�hnlich: Umhang und Mantel und Kniebundhosen, die auf keinem Bauerndorf Aufsehen erregt h�tten. Aber wie er sie trug! Seine ganze Haltung! Logain war jeder Zoll ein K�nig. Der K�fig h�tte genausogut �berhaupt nicht vorhanden sein k�nnen. Er hielt sich aufrecht, mit hocherhobenem Kopf, und blickte �ber die Menge hinweg, als sei sie gekommen, ihm zu huldigen. Und wo auch immer sein Blick hinfiel, schwiegen die Menschen und sahen ihn ehrfurchtsvoll an. Wenn Logains Blick weiterwanderte, schrien sie doppelt so laut, als wollten sie ihr Schweigen vergessen machen, aber f�r den Mann spielte es keine Rolle, wie er so dastand, im L�rm oder in der ihn begleitenden Stille. Als der Wagen durch die Palasttore rollte, blickte er zur�ck auf die versammelte Volksmenge. Sie heulten ihm zu, fanden keine Worte mehr, eine Welle rein tierischen Hasses und Furcht �berschlug sich, und Logain warf den Kopf zur�ck und lachte, w�hrend ihn der Palast verschluckte.</p><p>Andere Truppenteile folgten hinter dem Wagen und zeigten die Banner weiterer, die gegen den falschen Drachen gek�mpft und ihn besiegt hatten. Die Goldenen Bienen von Illian, die drei Wei�en Mondsicheln von Tear, die Aufgehende Sonne von Cairhien, andere, viele andere, Nationen und St�dte und die Banner gro�er M�nner mit ihren eigenen Trompetern, ihren eigenen Trommlern, die zu ihrem Ruhm den Takt schlugen. Nach Logain war alles nicht mehr so wichtig.</p><p>Rand beugte sich noch ein St�ckchen weiter vor, um einen letzten Blick auf den Mann im K�fig erhaschen zu k�nnen. <emphasis>Er wurde besiegt, oder? Licht, er bef�nde sich wohl kaum in so einem blutigen K�fig, w�re er nicht besiegt worden.</emphasis></p><p>Er verlor das Gleichgewicht, rutschte weg, griff nach der Mauerkrone und zog sich zu einer etwas sichereren Stellung hinauf. Nun, da Logain weg war, bemerkte er das Brennen seiner H�nde, wo der Stein seine Handfl�chen und Finger aufgeschurft hatte. Aber er konnte sich noch nicht von dem Anblick befreien. Der K�fig und die Aes Sedai! Logain, unbesiegt! Trotz des K�figs war das kein geschlagener Mann gewesen. Er schauderte und rieb sich die brennenden H�nde an den H�ften.</p><p>�Warum haben ihn die Aes Sedai bewacht?� fragte er sich laut.</p><p>�Sie halten ihn davon ab, die Wahre Quelle zu ber�hren, Dummkopf.�</p><p>Er fuhr hoch auf die Stelle zu, von der die Stimme des M�dchens erklungen war, und pl�tzlich konnte er sich in seiner unsicheren Stellung nicht mehr halten. Er hatte gerade noch Zeit, zu erkennen, da� er nach hinten st�rzte; er fiel, und dann traf etwas seinen Kopf, und ein lachender Logain jagte ihn in die sich wild drehende Dunkelheit.</p></section><section><title><p>40</p><p>Das Gewebe festigt sich</p></title><p>Es schien Rand, als sitze er an einem Tisch mit Logain und Moiraine. Die Aes Sedai und der falsche Drache sa�en schweigend da und beobachteten ihn so, als wisse keiner von beiden, da� der andere anwesend war. Pl�tzlich bemerkte er, da� die W�nde des Raumes kaum noch erkennbar waren und zu Grau verbla�ten. Erregung stieg in ihm auf. Alles war am Verschwinden, am Verblassen. Als er zum Tisch zur�cksah, waren Moiraine und Logain verschwunden, und statt dessen sa� Ba'alzamon dort. Rands gesamter K�rper zitterte vor Erregung; sie summte in seinem Kopf, lauter und immer lauter. Das Summen wandelte sich zum Klopfen des Blutes in seinen Ohren.</p><p>Mit einem Ruck setzte er sich auf und st�hnte sofort und hielt sich schwankend den Kopf. Sein gesamter Sch�del schmerzte; seine linke Hand fand klebrige Feuchtigkeit in seinem Haar. Er sa� auf dem Boden auf gr�nem Gras. Das bereitete ihm irgendwie Kopfzerbrechen, aber in seinem Sch�del drehte sich noch alles, und alles, was er ansah, schwankte, und alles, woran er denken konnte, war, da� er sich hinlegen mu�te, bis es aufh�rte.</p><p><emphasis>Die Mauer! Die Stimme des M�dchens!</emphasis></p><p>Er st�tzte sich mit einer Hand auf dem Gras auf und blickte sich langsam um. Es mu�te langsam geschehen: Als er versuchte, den Kopf schneller zu drehen, verschwamm wieder alles vor seinen Augen. Er befand sich in einem Garten oder Park. Keine sechs Fu� von ihm entfernt zog sich ein gepl�ttelter Weg kreuz und quer zwischen bl�henden B�schen hindurch. Daneben stand eine wei�e Steinbank mit einer efeu�berwachsenen Laube, die Schatten spendete. Er <emphasis>war</emphasis> von der Mauer aus nach innen gefallen. <emphasis>Und das M�dchen?</emphasis></p><p>Er fand den Baum gleich hinter seinem R�cken und auch das M�dchen � sie kletterte gerade daraus hervor. Sie erreichte den Boden und drehte sich zu ihm um, und dann blinzelte und st�hnte er erneut. Auf ihren Schultern ruhte ein dunkelblauer Samtumhang, mit blassem Pelz besetzt. Die Kapuze hing ihr bis zur Taille herunter und hatte an der Spitze ein B�ndel Silbergl�ckchen. Sie bimmelten, wenn sie sich bewegte. Ein silberner, durchbrochener Reif hielt ihre rotgoldenen Locken zusammen, und an ihren Ohren hingen feine Silberringe. Um ihren Hals lag eine schwere Silberkette mit eingearbeiteten dunkelgr�nen Steinen, die er f�r Smaragde hielt. Ihr hellblaues Kleid hatte bei ihrer Kletterpartie in dem Baum Flecken abbekommen, aber es war in jedem Fall aus Seide und mit unendlich fein gearbeiteten Mustern bestickt. In den Rock waren Streifen von der Farbe reinster Sahne eingen�ht. Um ihre Taille lag ein breiter G�rtel aus Silberf�den, und unter dem Saum ihres Kleides lugten Samtschuhe hervor.</p><p>Er hatte in seinem Leben nur zwei Frauen gesehen, die so angezogen gewesen waren: Moiraine und die Schattenfreund-Frau, die versucht hatte, Mat und ihn zu t�ten. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wer in solcher Kleidung auf B�ume klettern w�rde, aber er war sicher, sie m�sse jemand Bedeutendes sein.</p><p>Die Art, wie sie ihn ansah, verst�rkte diesen Eindruck noch. Sie schien sich nicht das geringste Kopfzerbrechen dar�ber zu machen, da� ein Fremder in ihren Garten gefallen war. Sie zeigte eine Art von Selbstsicherheit, bei der er unwillk�rlich an Nynaeve oder Moiraine denken mu�te.</p><p>Er war so damit besch�ftigt, dar�ber nachzugr�beln, ob er sich nun in Schwierigkeiten gebracht hatte oder nicht, ob sie jemand war, der die Garde der K�nigin selbst an einem solchen Tag herbeirufen konnte und wollte, obwohl sie ja mit ganz anderen Dingen besch�ftigt war, da� er ein paar Augenblicke ben�tigte, um die kostbare Kleidung und adlige Haltung zu vergessen und das M�dchen selbst anzuschauen. Sie war vielleicht zwei oder drei Jahre j�nger als er, gro� f�r ein M�dchen und sch�n. Ihr Gesicht war ein perfektes Oval, von einer Masse sonnenstrahlenfarbiger Locken umrahmt, die Lippen voll und rot, die Augen blauer, als er glauben konnte.</p><p>Sie unterschied sich vollkommen in Gr��e und Gesicht und Figur von Egwene, war aber genauso sch�n. Er hatte ein etwas schlechtes Gewissen dabei, sagte sich dann aber, da� es Egwene auch nicht sicherer oder schneller nach Caemlyn bringen w�rde, wenn er leugnete, was seine Augen sahen.</p><p>Ein schabender Laut erklang aus dem Bl�tterwerk des Baumes heraus, und einige St�ckchen Rinde fielen herunter, von einem Jungen gefolgt, der hinter ihr behende am Boden landete. Er war einen Kopf gr��er als sie und ein bi�chen �lter, aber an seinem Gesicht und Haar konnte man die nahe Verwandtschaft ablesen. Sein Umhang und Mantel waren rot und wei� und golden, bestickt und mit Brokat besetzt und � erstaunlich bei einem jungen Mann � noch mehr verziert als ihre. Das steigerte Rands Nervosit�t. Irgendein gew�hnlicher Mann kleidete sich h�chstens an einem hohen Festtag auf diese Art, aber doch wohl nicht so prachtvoll. Dies war au�erdem kein �ffentlicher Park. Vielleicht war die Garde zu sehr besch�ftigt, um sich mit solchen Eindringlingen zu befassen?</p><p>Der Junge betrachtete Rand �ber die Schulter des M�dchens hinweg und f�hlte nach dem Dolch an seiner H�fte. Es schien allerdings mehr Nervosit�t zu sein, als da� er ihn wirklich gebrauchen wollte. Aber vielleicht doch nicht so ganz. Der Junge wirkte genauso selbstsicher wie das M�dchen, und sie sahen ihn beide an, als sei er ein R�tsel, das gel�st werden m�sse.</p><p>Er hatte das komische Gef�hl, da� zumindest das M�dchen ihn regelrecht absch�tzte � vom Zustand seiner Stiefel bis zur Qualit�t seines Umhangs.</p><p>�Wir werden niemals h�ren, was aus alledem geworden ist, Elayne, falls Mutter das herausfindet�, sagte der Junge pl�tzlich. �Sie hat uns befohlen, in unseren Zimmern zu bleiben, aber du mu�test ja unbedingt einen Blick auf Logain erhaschen, ja? Und jetzt schau, in welche Lage uns das gebracht hat.�</p><p>�Sei ruhig, Gawyn.� Sie war deutlich die j�ngere der beiden, aber sie benahm sich, als sei es selbstverst�ndlich, da� er gehorchen mu�te. Im Gesicht des Jungen arbeitete es, als wolle er mehr sagen, aber zu Rands �berraschung hielt er den Mund. �Ist dir nichts passiert?� fragte sie pl�tzlich.</p><p>Rand brauchte eine Weile, um zu begreifen, da� sie mit ihm sprach. Als es ihm klar war, versuchte er, auf die Beine zu kommen. �Mir geht's gut. Ich werde einfach... � Er taumelte, und seine Beine gaben nach. Er plumpste schwer zum Boden zur�ck. Sein Kopf schwamm. �Ich werde einfach �ber die Mauer zur�ckklettern�, murmelte er. Er versuchte erneut aufzustehen, aber sie legte ihm eine Hand auf die Schulter und dr�ckte ihn zur�ck. Ihm war so schwindlig, da� der leichte Druck ausreichte, um ihn am Boden festzuhalten.</p><p>�Du bist verletzt.� Anmutig kniete sie neben ihm nieder. Ihre Finger strichen sanft das blutverklebte Haar an seiner linken Kopfh�lfte zur Seite. �Du mu�t beim Fallen auf einen Ast aufgeschlagen sein. Du hast Gl�ck, wenn du dir nicht mehr getan hast, als die Kopfhaut aufzurei�en. Ich glaube nicht, da� ich jemals jemanden gesehen habe, der so geschickt im Klettern war wie du, aber im Fallen bist du nicht ganz so gut.�</p><p>�Du wirst dir die H�nde mit Blut beschmutzen�, sagte er und wich mit dem Kopf zur�ck.</p><p>Energisch zog sie seinen Kopf wieder vor, damit sie ihn erreichen konnte.�Halt still!� Sie sprach nicht in scharfem Ton, aber es lag etwas in ihrer Stimme, als sei sie gewohnt, da� man ihr gehorchte. �Es sieht nicht zu schlimm aus, dem Licht sei Dank.� Aus Taschen an der Innenseite ihres Umhangs nahm sie eine Anzahl winziger Fl�schchen und zerdr�ckter Papierbeutel heraus, gefolgt schlie�lich von einem aufgewickelten Verband.</p><p>Er sah die Sammlung erstaunt an. Das waren Sachen, die er bei einer Seherin erwartet h�tte und nicht bei einer Person, die so angezogen war wie sie. Sie hatte Blut an die Finger bekommen, wie er bemerkte, aber das schien sie nicht zu st�ren.</p><p>�Gib mir deine Wasserflasche, Gawyn�, sagte sie. �Ich mu� das auswaschen.�</p><p>Der Junge, den sie Gawyn nannte, schnallte eine Lederflasche von seinem G�rtel ab und gab sie ihr. Dann kauerte er sich ganz entspannt zu Rands F��en nieder und schlang die Arme um die Knie. Elayne tat, was getan werden mu�te, auf sehr professionelle Art und Weise. Er zuckte nicht zusammen, obwohl das kalte Wasser ein wenig bi�, als sie den Schnitt in seiner Kopfhaut auswusch, aber sie hielt seinen Kopf mit einer Hand fest, als erwarte sie, da� er wieder zur�ckweichen werde, und das wollte sie verhindern. Die Tinktur, die sie anschlie�end in die Wunde einmassierte � aus einem der kleinen Fl�schchen � linderte beinahe genauso gut die Schmerzen, wie es eine von Nynaeves Salben fertiggebracht h�tte.</p><p>Gawyn l�chelte, w�hrend sie arbeitete � ein beruhigendes L�cheln, so, als ob auch er erwarte, da� Rand auswich oder gar wegrannte. �Sie findet st�ndig verlorene Katzen und V�gel mit gebrochenen Fl�geln. Du bist der erste Mensch, den sie bearbeiten kann.� Er z�gerte und f�gte dann hinzu: �Nimm mir das bitte nicht �bel. Ich will dich nicht als Streuner bezeichnen.� Es war keine Entschuldigung, sondern einfach eine Feststellung.</p><p>�Ist schon in Ordnung�, sagte Rand f�rmlich. Aber die beiden benahmen sich, als sei er ein �bernerv�ses Rennpferd. �Sie wei� schon, was sie tut�, sagte Gawyn. �Sie hatte die besten Lehrer. Also hab keine Angst, du bist in guten H�nden.�</p><p>Elayne pre�te ein St�ck Verband an seine Schl�fe und zog einen Seidenschal hinter ihrem G�rtel hervor. Er war blau und beige und goldfarben. F�r jedes M�dchen in Emondsfeld w�re das ein Teil der sch�nsten Festtagskleidung gewesen. Elayne wickelte ihn geschickt um seinen Kopf und hielt damit die Bandage fest.</p><p>�Das ist doch zu schade daf�r�, protestierte er. Sie wickelte weiter. �Ich habe dir gesagt, du solltest stillhalten�, bemerkte sie gelassen.</p><p>Rand sah Gawyn an. �Erwartet sie immer von jedem, da� er tut, was sie will?�</p><p>Auf dem Gesicht des jungen Mannes zeigte sich einen Moment lang �berraschung, und sein Mund verzog sich am�siert. �Die meiste Zeit �ber schon. Und meistens gehorchen ihr auch alle.�</p><p>�Halt das mal�, sagte Elayne. �Dr�cke mit der Hand hier drauf, w�hrend ich es zubinde... � Sie stockte, als sie seine H�nde sah, und rief: �Das ist aber nicht beim Fallen passiert. Eher durch Klettern, wo du nicht h�ttest herumklettern d�rfen.� Sie verknotete den Schal schnell, drehte seine H�nde so, da� die Handfl�chen nach oben zeigten, und brummte in sich hinein, wie wenig Wasser nur noch da sei. Das Auswaschen bewirkte, da� seine Absch�rfungen brannten, aber ihre Ber�hrung war �berraschend sanft. �Halt diesmal wirklich still.�</p><p>Wieder holte sie das Fl�schchen mit der Tinktur hervor. Sie verteilte sie d�nn �ber die Sch�rfwunden und konzentrierte sich dabei ganz darauf, sie eindringen zu lassen, ohne ihm dabei wehzutun. K�hle verbreitete sich in seinen Handfl�chen, als reibe sie die aufgerissenen Stellen einfach weg.</p><p>�Meistens machen alle genau das, was sie will�, fuhr Gawyn mit einem wohlwollenden Grinsen in Richtung ihres Kopfes fort. �Die meisten Leute jedenfalls. Nat�rlich Mutter nicht. Oder Elaida. Und auch Lini nicht. Lini war ihr Kinderm�dchen. Man kann niemandem Befehle geben, der einen als kleines Kind �bers Knie gelegt hat, weil man Feigen klaute. Und selbst, als sie nicht mehr so klein war... � Elayne hob den Kopf lang genug, um ihn b�se anzufunkeln. Er r�usperte sich und bem�hte sich um einen ganz neutralen Gesichtsausdruck, w�hrend er weitersprach: �Und nat�rlich Gareth. Niemand kommandiert Gareth herum.�</p><p>�Nicht mal Mutter�, sagte Elayne und beugte sich wieder �ber Rands H�nde. �Sie macht Vorschl�ge, und er macht immer, was sie vorschl�gt, aber ich habe noch nie geh�rt, da� sie ihn herumkommandiert.� Sie sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ich wei� nicht, warum dich das immer noch �berrascht�, antwortete Gawyn. �Selbst du versuchst nicht, Gareth zu sagen, was er zu tun hat. Er hat unter drei K�niginnen gedient, und bei zweien war er Generalhauptmann und Erster Prinzregent. Ich m�chte behaupten, da� einige Leute glauben, er sei eher ein Symbol f�r den Thron Andors als die K�nigin selbst.�</p><p>�Mutter sollte sich einen Sto� geben und ihn heiraten�, sagte sie abwesend. Ihre Aufmerksamkeit galt Rands H�nden. �Sie m�chte doch � das kann sie vor mir nicht verbergen. Und es w�rde so viele Probleme l�sen.�</p><p>Gawyn sch�ttelte den Kopf. �Einer von ihnen mu� zuerst nachgeben. Mutter kann nicht, und Gareth will nicht.�</p><p>�Wenn sie es ihm bef�hle... �</p><p>�Er w�rde gehorchen, glaube ich. Aber das macht sie nicht. Du wei�t, da� sie das nicht macht.�</p><p>Pl�tzlich wandten sich beide Rand zu und sahen ihn an. Er hatte das Gef�hl, sie h�tten vergessen, da� er da war. �Wer...?� Er mu�te sich unterbrechen und seine Lippen befeuchten. �Wer ist eure Mutter?�</p><p>Elayne machte vor �berraschung gro�e Augen, aber Gawyn sprach in ganz selbstverst�ndlichem Ton, was seine Worte f�r Rand noch aufr�ttelnder klingen lie�. �Morgase, durch die Gnade des Lichts K�nigin von Andor, Besch�tzerin des Reiches, Verteidiger des Volkes, Hochsitz des Hauses Trakand.�</p><p>�Die K�nigin�, brachte Rand heraus, und der Schreck durchfuhr ihn und bet�ubte ihn. Beinahe glaubte er, in seinem Kopf werde sich wieder alles drehen. <emphasis>�Errege keine Aufmerksamkeit. Falle nur einfach in den Garten der K�nigin und la� deine Wunden von der Tochter-Erbin behandeln wie von einem Kr�uterweiblein.�</emphasis> Er wollte lachen, wu�te aber, da� er sich am Rand der Panik befand.</p><p>Er holte tief Luft und rappelte sich hoch. Er beherrschte sich sehr, um nicht einfach fortzurennen, war aber vom Bewu�tsein der Notwendigkeit erf�llt, zu entkommen, bevor ihn irgend jemand anders hier entdeckte.</p><p>Elayne und Gawyn beobachteten ihn ruhig, und als er aufsprang, erhoben sie sich anmutig und nicht im geringsten in Eile. Er hob die Hand, um den Schal von seinem Kopf zu nehmen, aber Elayne packte ihn am Ellenbogen. �La� das! Du wirst sonst wieder bluten.� Ihre Stimme klang immer noch ruhig, immer noch �berzeugt davon, er werde tun, was sie ihm gesagt hatte.</p><p>�Ich mu� gehen�, sagte Rand. �Ich klettere einfach �ber die Mauer zur�ck und... �</p><p>�Du hast es wirklich nicht gewu�t.� Zum ersten Mal schien sie genauso �berrascht wie er. �Willst du sagen, du bist auf diese Mauer geklettert, um Logain zu sehen, ohne zu wissen, wo du warst? Du h�ttest drunten auf der Stra�e viel besser sehen k�nnen.�</p><p>�Ich... ich mag keine Menschenansammlungen�, murmelte er. Er verbeugte sich ein wenig vor beiden. �Wenn Ihr mich entschuldigt, �h... Lady.� In den Geschichten waren die K�nigsh�fe immer voll von Leuten, die sich gegenseitig mit Lord und Lady und K�nigliche Hoheit und Majest�t anredeten, aber falls er jemals die korrekte Form der Anrede f�r die TochterErbin geh�rt hatte, konnte er nicht klar genug denken, um sich daran zu erinnern. Er konnte �berhaupt kaum einen klaren Gedanken fassen, au�er an die Notwendigkeit, ganz weit weg zu sein. �Wenn Ihr mich entschuldigt, dann werde ich jetzt gehen. �h... dankesch�n f�r die...� Er ber�hrte den Schal um seinen Kopf. �Dankesch�n.�</p><p>�Ohne uns wenigstens deinen Namen zu nennen?� sagte Gawyn. �Eine d�rftige Bezahlung f�r Elaynes Pflege. Ich habe mich schon gewundert. Du h�rst dich zwar an wie ein Andorianer, aber keiner aus Caemlyn, ganz klar, doch du weichst aus... Also, du kennst unsere Namen. Die H�flichkeit verlangt, da� du uns deinen nennst.�</p><p>Rand schaute sehns�chtig zu der Mauer hinauf und sagte dann seinen richtigen Namen, bevor ihm klar wurde, was er da tat, und dann f�gte er sogar noch hinzu: �Aus Emondsfeld in den Zwei Fl�ssen.�</p><p>�Aus dem Westen�, murmelte Gawyn. �Sehr weit im Westen.�</p><p>Rand blickte sich unvermittelt um. Im Tonfall des jungen Mannes hatte �berraschung gelegen, und Rand bemerkte einen Moment lang auch seinen erstaunten Gesichtsausdruck, als er sich zu ihm umdrehte. Allerdings l�chelte Gawyn schnell so gewinnend, da� er beinahe an seiner Wahrnehmung zweifelte.</p><p>�Tabak und Wolle�, sagte Gawyn. �Ich mu� die wichtigsten Produkte aller Teile des Reiches kennen. Und auch �berhaupt aller L�nder. Das ist Teil meiner Ausbildung. Hauptprodukte und Dienstleistungen sowie die letzten Charaktereigenschaften der Leute. ihre Sitten, ihre St�rken und Schw�chen. Man sagt, die Menschen von den Zwei Fl�ssen seien stur. Man kann sie f�hren, wenn sie glauben, da� man das Gehorchen wert ist, aber je h�rter man sie anpackt, desto widerspenstiger werden sie. Elayne sollte sich einen Mann von dort zum Heiraten aussuchen. Ihr Mann mu� schon einen eisernen Willen haben, um bei ihr nicht total unter die R�der zu kommen.�</p><p>Rand starrte ihn an. Elayne ebenfalls. Gawyn schien kein unvern�nftiger Mensch zu sein, doch er plapperte dummes Zeug daher. <emphasis>Warum?</emphasis></p><p>�Was ist denn hier los?�</p><p>Alle drei fuhren zusammen, als pl�tzlich diese Stimme erklang, und sie wandten sich ihr schnell zu.</p><p>Der junge Mann, der dort stand, war der bestaussehende Mann, den Rand je gesehen hatte, beinahe zu sch�n, um noch m�nnlich zu wirken. Er war gro� und schlank, aber seine Bewegungen verrieten Schnelligkeit, Kraft und Selbstvertrauen. Augen und Haare waren dunkel. Er trug seine Kleidung � rot und wei� und kaum weniger auff�llig als die Gawyns -, als sei sie v�llig unwichtig. Eine Hand ruhte auf dem Griff seines Schwertes, und er blickte Rand unverwandt an.</p><p>�Geh ein St�ck von ihm weg, Elayne�, sagte der Mann. �Du auch, Gawyn.�</p><p>Elayne stellte sich vor Rand, zwischen ihn und den Neuank�mmling, den Kopf hoch erhoben und so selbstbewu�t wie immer. �Er ist ein treuer Untertan unserer Mutter � ein guter Anh�nger der K�nigin. Und er steht unter meinem Schutz, Galad.�</p><p>Rand bem�hte sich, sich daran zu erinnern, was er von Meister Kinch geh�rt hatte und danach noch von Meister Gill. Galadedrid Damodred war Elaynes Halbbruder, das hei�t nat�rlich Elaynes und Gawyns, wenn ihn sein Ged�chtnis nicht trog. Die drei hatten den gleichen Vater. Meister Kinch hatte vielleicht Taringail Damodred nicht sehr gut leiden k�nnen � genau wie jeder andere, soweit er geh�rt hatte -, aber der Sohn stand sowohl bei den Roten als auch bei den Wei�en in gutem Ruf, falls man nach dem Klatsch in der Stadt gehen konnte.</p><p>�Mir ist klar, wie sehr dir Streuner am Herzen liegen, Elayne�, sagte der schlanke Mann in vern�nftigem Ton, �aber der Bursche ist bewaffnet und sieht au�erdem kaum vertrauensw�rdig aus. Heutzutage k�nnen wir nicht vorsichtig genug sein. Wenn er ein treuer Anh�nger der K�nigin ist, was tut er dann hier, wo er gewi� nicht hingeh�rt? Es ist leicht genug, ein Schwert mit anderer Farbe einzuh�llen, Elayne.�</p><p>�Er befindet sich hier als mein Gast, Galad, und ich b�rge f�r ihn. Oder hast du dich selbst zu meinem Kinderm�dchen ernannt, damit du entscheiden kannst, wann und mit wem ich spreche?�</p><p>Ihre Stimme klang �u�erst erz�rnt, doch Galad schien unbewegt. �Du wei�t, da� ich dich nicht bevormunden will, Elayne, aber dieser... dein Gast geh�rt nicht hierher, und das wei�t du so gut wie ich. Gawyn, hilf mir, sie zu �berzeugen. Unsere Mutter w�rde... �</p><p>�Genug!� fauchte Elayne. �Du hast recht, wenn du sagst, da� du mich nicht zu bevormunden hast, und es steht dir auch nicht zu, �ber meine Handlungsweise zu richten. Du darfst gehen. Sofort!�</p><p>Galad warf Gawyn einen wehm�tigen Blick zu. Er schien gleichzeitig um Hilfe zu bitten und zu sagen, da� Elayne zu starrk�pfig sei, als da� man ihr helfen k�nnte. Elaynes Gesicht lief dunkel an, aber als sie gerade ansetzte, den Mund wieder zu �ffnen, verbeugte er sich f�rmlich und geschmeidig wie eine Katze, trat einen Schritt zur�ck, drehte sich um und schritt den gepflasterten Weg hinunter. Seine langen Beine brachten ihn schnell au�er Sicht der in der Laube Verbliebenen.</p><p>�Ich hasse ihn�, hauchte Elayne. �Er ist b�sartig und voll von Neid.�</p><p>�Da gehst du zu weit, Elayne�, sagte Gawyn. �Galad wei� �berhaupt nicht, was Neid ist. Zweimal hat er mir das Leben gerettet, und niemand h�tte etwas davon erfahren, wenn er das nicht getan h�tte. Falls nicht, dann w�re er an meiner Stelle dein Erster Prinz des Schwertes.�</p><p>�Niemals, Gawyn. Ich w�rde jeden anderen erw�hlen, aber nicht Galad. Jeden anderen. Auch den letzten Stallburschen.� Pl�tzlich l�chelte sie und warf ihrem Bruder einen gespielt ernsten Blick zu. �Du behauptest, ich g�be gern Befehle. Also, dann befehle ich dir, auf dich aufzupassen, damit dir nichts zust��t. Ich befehle dir, mein Erster Prinz des Schwertes zu sein, wenn ich den Thron besteige � dem Licht sei Dank, wenn das noch lange dauert -, und das Heer Andors mit einer Ehrenhaftigkeit zu f�hren, von der Galad nur tr�umen kann.�</p><p>�Wir Ihr befehlt, Lady.� Gawyn lachte und parodierte Galads Verbeugung.</p><p>Elayne runzelte gedankenschwer die Stirn, als sie Rand anblickte. �Jetzt m�ssen wir dich schnell hier hinausschaffen.�</p><p>�Galad tut immer das Richtige�, erkl�rte Gawyn, �selbst wenn er das gar nicht soll. In diesem Fall, da ein Fremder im Garten aufgetaucht ist, w�re das Richtige, die Palastwache zu informieren. Und ich sch�tze, er befindet sich in dieser Minute auf dem Weg dorthin.�</p><p>�Dann wird es Zeit, da� ich �ber die Mauer zur�ckkomme�, sagte Rand. <emphasis>Ein wundervoller Tag, um unbemerkt zu bleiben. Ich k�nnte genausogut ein Schild um den Hals tragen!</emphasis> Er wandte sich der Mauer zu, aber Elayne ergriff seinen Arm.</p><p>�Nicht nach all der M�he, die ich mir mit deinen H�nden gemacht habe. Du wirst sie dir nur wieder aufs neue aufsch�rfen und dann irgend eine alte Hinterhofhexe irgendwas draufschmieren lassen. Es gibt eine kleine T�r auf der anderen Seite des Gartens. Sie ist �berwachsen, und au�er mir erinnert sich niemand daran.�</p><p>Pl�tzlich h�rte Rand schnelle Stiefeltritte auf den Pflastersteinen des Gartenwegs, die auf sie zukamen. �Zu sp�t�, murmelte Gawyn. �Er mu� losgerannt sein, kaum da� er au�er Sichtweite war.�</p><p>Elayne stie� grollend einen Fluch aus, und Rands Augenbrauen hoben sich. Er hatte den gleichen Fluch von dem Stallburschen in <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> geh�rt und war da schon schockiert gewesen. Im n�chsten Moment war sie wieder k�hl und beherrscht.</p><p>Gawyn und Elayne schienen es zufrieden, dort zu bleiben, wo sie waren, aber er konnte nicht einfach mit solcher Gelassenheit auf die K�nigliche Garde warten. Er ging wieder in Richtung Mauer los, wu�te aber, da� er kaum bis zur halben H�he hinaufk�me, bevor die Soldaten ihn erreichten. Still dastehen konnte er aber auch nicht.</p><p>Bevor er drei Schritte getan hatte, kamen die rotuniformierten M�nner in Sicht. Auf ihren Brustpanzern gl�nzte die Sonne, als sie den Gartenweg heraufeilten. Andere fluteten wie sich brechende Wellen von Scharlachrot und gl�nzendem Stahl heran. Sie kamen offensichtlich aus allen Richtungen. Einige hatten die Schwerter gezogen, andere warteten nur, bis sie einen sicheren Stand hatten, und hoben dann ihre B�gen mit bereits aufgelegten gefiederten Pfeilen. Hinter den heruntergeklappten Visieren blickten grimmige Augen hervor, und jeder Breitkopfpfeil war mit sicherer Hand auf ihn gerichtet.</p><p>Elayne und Gawyn sprangen sofort zwischen ihn und die Pfeile und breiteten die Arme aus, um ihn zu decken. Er stand ganz still und lie� die H�nde sichtbar und weit weg von seinem Schwert.</p><p>W�hrend noch das Trommeln der Stiefel und das Quietschen der Bogensehnen in der Luft hing, schrie einer der Soldaten � er trug den goldenen Knoten eines Offiziersabzeichens auf der Schulter: �Lady, Lord, herunter, schnell!�</p><p>Trotz ihrer ausgestreckten Arme richtete sich Elayne majest�tisch auf: �Du wagst es, in meiner Gegenwart blank zu ziehen, Tallanvor? Gareth Bryne wird daf�r sorgen, da� du mit dem niedrigsten Soldaten zusammen die St�lle ausmistest, wenn du Gl�ck hast!�</p><p>Die Soldaten sahen sich verbl�fft an, und einige der Bogensch�tzen lie�en ihre B�gen halb sinken. Erst dann nahm Elayne die Arme herunter, als habe sie sie nur hochgehalten, weil sie das eben so w�nschte. Gawyn z�gerte und folgte dann ihrem Beispiel. Rand konnte die Bogen z�hlen, die nicht gesenkt worden waren. Seine Bauchmuskeln spannten sich, als k�nnten sie einen Breitkopfpfeil aus zwanzig Schritt Entfernung aufhalten.</p><p>Der Mann mit dem Offiziersknoten schien am meisten �berrascht von allen. �Lady, vergebt mir, aber Lord Galadedrid berichtete, da� ein schmutziger Bauer sich bewaffnet in den G�rten herumtriebe und Lady Elayne und Lord Gawyn gef�hrdete.� Sein Blick ging zu Rand hin�ber, und seine Stimme wurde entschlossener. �Wenn die Lady und der Lord bitte zur Seite treten w�rden, kann ich den �belt�ter in Gewahrsam nehmen. Es treibt sich heutzutage in der Stadt zuviel Pack herum.�</p><p>�Ich bezweifle sehr, da� Galad etwas in der Art berichtet hat�, sagte Elayne. �Galad l�gt nicht.�</p><p>�Manchmal w�nsche ich mir, er w�rde gelegentlich l�gen�, sagte Gawyn leise, nur f�r Rands Ohren bestimmt. �Wenigstens einmal. Das k�nnte es erleichtern, mit ihm zusammenzuleben.�</p><p>�Dieser Mann ist mein Gast�, fuhr Elayne fort, �und steht unter meinem Schutz. Du kannst dich zur�ckziehen, Tallanvor.�</p><p>�Ich bedaure, aber das ist nicht m�glich, Lady. Wie die Lady wei�, hat die K�nigin, Eure Mutter, Anweisungen gegeben in bezug auf jeden, der sich ohne die Erlaubnis Ihrer Majest�t im Gel�nde des Palastes aufh�lt, und die Nachricht von diesem Eindringling wurde bereits an Ihre Majest�t weitergegeben.� Es lag eine geh�rige Portion Befriedigung in Tallanvors Worten. Rand vermutete, da� der Offizier schon andere Befehle von Elayne erhalten hatte, die er f�r unangebracht hielt. Diesmal w�rde der Mann nicht gehorchen, wenn er schon eine perfekte Ausrede hatte.</p><p>Elayne sah Tallanvor an, und diesmal schien sie ratlos.</p><p>Rand sah Gawyn fragend an, und Gawyn verstand, was er wissen wollte. �Gef�ngnis�, murmelte er. Rands Gesicht wurde bla�, und der junge Mann f�gte schnell hinzu: �Nur f�r ein paar Tage, und es wird dir nichts geschehen. Du wirst von Gareth Bryne, dem Generalhauptmann pers�nlich, vernommen, aber man l��t dich wieder laufen, sobald ihnen klar ist, da� du nichts B�ses im Schilde f�hrst.� Er unterbrach sich. In seinen Augen standen verborgene Zweifel. �Ich hoffe, du hast die Wahrheit gesagt, Rand al'Thor von den Zwei Fl�ssen.�</p><p>�Du wirst uns alle drei zu meiner Mutter begleiten�, verk�ndete Elayne pl�tzlich. Auf Gawyns Gesicht erbl�hte ein breites Grinsen.</p><p>Hinter den Stahlst�ben seines Visiers erschien das Gesicht Tallanvors verbl�fft. �Lady, ich... �</p><p>�Oder bringe uns alle drei in eine Zelle�, sagte Elayne. �Wir bleiben zusammen. Oder wirst du Befehle erteilen, da� man Hand an meine Person legen solle?� Ihr L�cheln war siegesgewi�, und so, wie Tallanvor sich umblickte, als erwarte er Hilfe aus den B�umen, schien es, als glaube auch er, da� sie gewonnen habe.</p><p><emphasis>Was gewonnen? Wie?</emphasis></p><p>�Mutter ist dabei, Logain unter die Lupe zu nehmen�, sagte Gawyn leise, als habe er Rands Gedanken erraten, �und selbst wenn sie nicht besch�ftigt w�re, w�rde Tallanvor es nicht wagen, Elayne und mich zu ihr zu bringen, als st�nden wir unter Bewachung. Mutter kann manchmal ein bi�chen zornig werden.�</p><p>Rand dachte daran, was Meister Gill �ber K�nigin Morgase erz�hlt hatte. Ein bi�chen zornig?</p><p>Ein weiterer rot uniformierter Soldat kam den Weg heruntergerannt und schlitterte, mit einem Arm salutierend �ber die Brust gelegt, zum Halt. Er sprach leise mit Tallanvor, und seine Worte lie�en dessen Gesicht wieder zufrieden dreinblicken.</p><p>�Die K�nigin, Eure Mutter�, verk�ndete Tallanvor, �befiehlt mir, den Eindringling unverz�glich zu ihr zu bringen. Es ist auch der Befehl der K�nigin, da� Lady Elayne und Lord Gawyn anwesend sein sollen. Unverz�glich!�</p><p>Gawyn verzog das Gesicht, und Elayne schluckte schwer. Ihr Gesicht war beherrscht, aber nun begann sie gesch�ftig, �ber die Flecken auf ihrem Kleid zu reiben. Abgesehen davon, da� sie ein paar Brocken Rinde wegwischte, erreichte sie nicht viel damit.</p><p>�Wenn die Lady bitte kommen w�rde?� sagte Tallanvor selbstzufrieden. �Lord?�</p><p>Die Soldaten formierten sich schachtelf�rmig um sie herum und gingen mit Tallanvor an der Spitze den Gartenweg hinunter. Gawyn und Elayne schritten jeder an einer Seite Rands einher. Beide schienen in tr�be Gedanken versunken. Die Soldaten hatten ihre Schwerter wieder in die Scheiden gesteckt und die Pfeile in den K�chern verstaut, doch sie waren nicht weniger wachsam als vorher, als sie die Waffen einsatzbereit in der Hand gehalten hatten. Sie beobachteten Rand, als erwarteten sie jeden Moment, da� er sein Schwert ziehen und versuchen werde, sich den Weg in die Freiheit zu erk�mpfen.</p><p><emphasis>Irgendwas versuchen? Ich werde gewi� nicht</emphasis> irgend etwas <emphasis>versuchen! Unbemerkt! Ha!</emphasis></p><p>Als er so die Soldaten beobachtete, wie sie seinerseits ihn beobachteten, wurde ihm pl�tzlich der Garten bewu�t. Er hatte seit dem Sturz sein Gleichgewichtsgef�hl wieder erlangt. Eins nach dem anderen war geschehen, jeder neue Schreck war gekommen, bevor der letzte noch vergangen war, und seine Umgebung hatte er nur verschwommen wahrgenommen � au�er nat�rlich der Mauer und seinem inbr�nstigen Wunsch, sich wieder auf deren anderer Seite zu befinden. Jetzt sah er das gr�ne Gras, das ihm vorher nur ganz vage bewu�t geworden war. <emphasis>Gr�n!</emphasis> Hundert verschiedene Gr�nt�ne. B�ume und B�sche waren gr�n und �ppig, trugen Bl�tter und Fr�chte. Saftige Ranken deckten die Laubeng�nge �ber dem Weg. �berall Blumen. So viele Blumen � der Garten war von Farbtupfern �bers�t. Einige der Blumen kannte er: hellgoldene Rosettenbl�ten und winzige rosa Kerzenspitzen, blutrote Sternenscheinchen und purpurne Emondspracht, dazu Rosen in allen Farben, vom reinsten Wei� bis zu dunkelstem Rot � aber andere waren ihm neu, so zauberhaft in Form und Farbe, da� er sich fragte, ob sie wohl echt seien.</p><p>�Es ist gr�n�, fl�sterte er. �Gr�n.� Die Soldaten gaben leise Kommentare ab, bis Tallanvor sie scharf �ber die Schulter anblickte und sie wieder schwiegen.</p><p>�Elaidas Verdienst�, sagte Gawyn abwesend.</p><p>�Es ist nicht richtig�, sagte Elayne. �Sie fragte mich, ob <emphasis>ich</emphasis> irgendeinen Bauernhof aussuchen wolle, f�r den sie das gleiche tun k�nne, w�hrend au�en herum die Saat immer noch nicht aufgeht, aber es ist trotzdem immer noch nicht richtig, da� wir Blumen haben, und andere Menschen haben nicht einmal genug zu essen.� Sie holte tief Luft und fand ihre Selbstbeherrschung wieder. �Halte dich aufrecht�, raunte sie Rand zu. �Sprich klar, wenn du angeredet wirst, und ansonsten halte den Mund. Und folge mir. Alles wird dann gut.�</p><p>Rand w�nschte, er k�nne ihre Zuversicht teilen. Es h�tte geholfen, wenn Gawyn ebenso zuversichtlich gewirkt h�tte.</p><p>Als Tallanvor sie in den Palast f�hrte, blickte er zum Garten zur�ck, zu all den bl�ten�bers�ten Gr�nt�nen, die von der Hand einer Aes Sedai der K�nigin beschert wurden. Er schwamm in tiefem Wasser, und es war kein Ufer in Sicht.</p><p>Palastdiener hasteten in roten Livreen mit wei�en Kr�gen und Manschetten, den Wei�en L�wen auf der linken Brust des Wamses, gesch�ftig durch die S�le und gingen ihren nicht gleich ersichtlichen Aufgaben nach. Als die Soldaten mit Elayne, Gawyn und Rand in der Mitte vorbeimarschierten, blieben sie unvermittelt stehen und starrten sie mit offenem Mund an.</p><p>Mitten durch all die Verwirrung tapste ein graugestreifter Kater unbeeindruckt den Flur hinunter und wand sich zwischen den neugierigen Dienern hindurch. Pl�tzlich kam der Kater Rand komisch vor. Er war lang genug in Baerlon gewesen, um zu wissen, da� selbst im miesesten Laden in jeder Ecke Katzen gewesen waren. Seit sie den Palast betreten hatten, war dieser Kater die einzige Katze, die er ersp�ht hatte.</p><p>�Habt Ihr keine Ratten?� fragte er ungl�ubig. An <emphasis>jedem</emphasis> Ort gab es Ratten. �Elaida mag keine Ratten�, murmelte Gawyn vor sich hin. Er blickte besorgt den Flur hinunter. Offensichtlich hatte er schon das bevorstehende Zusammentreffen mit der K�nigin vor Augen. �Wir haben niemals Ratten.�</p><p>�Seid beide ruhig.� Elaynes Stimme klang scharf, aber genauso abwesend wie die ihres Bruders. �Ich versuche nachzudenken.�</p><p>Rand beobachtete den Kater noch �ber seine Schulter hinweg, bis die Soldaten ihn um eine Ecke herumf�hrten, so da� er ihn nicht mehr sehen konnte. Eine Menge Katzen, und er h�tte sich besser gef�hlt � es w�re nett, wenn an dem Palast irgend etwas normal gewesen w�re.</p><p>Da h�tte er selbst Ratten in Kauf genommen.</p><p>Der Weg, den Tallanvor gew�hlt hatte, machte so viele Kurven, da� Rand jegliche Orientierung verlor. Endlich blieb der junge Offizier vor einer gro�en Doppelt�r aus dunklem, sanft schimmerndem Holz stehen. Sie war nicht so pr�chtig wie ein paar andere, an denen sie vorbeigekommen waren, aber immer noch auf der ganzen Fl�che mit Reihen von fein und detailliert geschnitzten L�wen geschm�ckt. An jeder Seite stand ein Diener in Livree.</p><p>�Wenigstens nicht im gro�en Saal.� Gawyn lachte unsicher. �Ich habe noch nie geh�rt, da� Mutter von hier aus befahl, jemandem den Kopf abzuschlagen.� Er klang, als rechne er damit, da� sie das zum ersten Mal tun k�nne.</p><p>Tallanvor griff nach Rands Schwert, aber Elayne trat dazwischen. �Er ist mein Gast, und Sitte und Gesetz erlauben es, da� G�ste der k�niglichen Familie sogar in Mutters Gegenwart bewaffnet sein d�rfen. Oder willst du meinem Wort widersprechen, da� er mein Gast ist?�</p><p>Tallanvor z�gerte, sah ihr in die Augen und nickte dann. �Sehr wohl, Lady Elayne.� Sie l�chelte Rand an, als Tallanvor zur�cktrat, aber das dauerte nur einen Moment. �Der erste Zug wird mich begleiten�, kommandierte Tallanvor. �Meldet Ihrer Majest�t Lady Elayne und Lord Gawyn�, sagte er zu den T�rstehern. �Dazu Gardeleutnant Tallanvor, unter Befehl Ihrer Majest�t, mit dem Eindringling, der unter Bewachung steht.�</p><p>Elayne funkelte Tallanvor an, doch die Torfl�gel schwangen bereits auf. Eine vollt�nende Stimme erklang und meldete, wer angekommen war. Elayne schritt voller W�rde hindurch und verdarb ihr k�nigliches Auftreten nur ein wenig, als sie Rand bedeutete, nah hinter ihr zu bleiben. Gawyn straffte die Schultern und schritt an ihrer Seite hinein, genau um einen Schritt hinter ihr versetzt.</p><p>Rand folgte auf ihrer anderen Seite und glich seinen Schritt etwas unsicher dem Gawyns an. Tallanvor blieb in Rands N�he, und zehn Soldaten betraten mit ihm den Saal. Die Torfl�gel schlossen sich lautlos hinter ihnen.</p><p>Pl�tzlich beugte Elayne die Knie zu einem tiefen Knicks, wobei sie auch den Oberk�rper vorbeugte und ihren Rock mit den H�nden ausbreitete. So verharrte sie. Rand erschrak und imitierte dann schnell Gawyn und die anderen M�nner. Er stellte sich ungeschickt an, brachte es aber dann doch einigerma�en richtig hin. Runter auf das rechte Knie, den Kopf neigen, vorbeugen und die Kn�chel der rechten Hand auf die Marmorplatten des Bodens pressen, die linke Hand am Griff des Schwertes. Gawyn, der kein Schwert trug, legte statt dessen die Hand genauso auf den Griff seines Dolches.</p><p>Rand gratulierte sich schon selbst, da� ihm alles so gut gelang, da bemerkte er, da� Tallanvor � immer noch mit gesenktem Kopf � ihn unter seinem Visier hindurch von der Seite her w�tend anblitzte. <emphasis>H�tte ich etwas anders machen sollen?</emphasis> Er �rgerte sich, da� Tallanvor von ihm erwartete, er wisse, wie er sich verhalten solle, obwohl niemand es ihm gesagt hatte. Und er �rgerte sich, da� er Angst vor den Gardesoldaten hatte. Er hatte nichts getan, vor dessen Folgen er sich f�rchten mu�te. Er wu�te, da� Tallanvor nicht an seiner Angst schuld war, aber trotzdem war er w�tend auf ihn.</p><p>Alle blieben wie zu Eiskl�tzen erstarrt in Position, als warteten sie auf das Tauwetter. Er wu�te nicht, worauf sie warteten, aber er ben�tzte die Gelegenheit, den Saal zu betrachten, in den man ihn gebracht hatte. Er behielt den Kopf unten und drehte sich nur genug, um alles sehen zu k�nnen. Tallanvors Gesicht wurde noch w�tender, doch das ignorierte er.</p><p>Der quadratische Raum war etwa so gro� wie der Schankraum in <emphasis>Der K�nigin Segen.</emphasis> Die W�nde waren mit Reliefs auf Stein vom reinsten Wei� geschm�ckt, die Jagdszenen darstellten. Die Wandbeh�nge dazwischen wirkten mit ihren Bildern leuchtender Blumen und Kolibris mit gl�nzenden Federn sehr sanft, mit zwei Ausnahmen am hinteren Ende des Raums, auf denen der Wei�e L�we von Andor einen Mann auf scharlachrotem Feld �berragte. Diese beiden rahmten ein Podest ein, und auf diesem Podest stand ein geschnitzter und vergoldeter Thron. Darauf sa� die K�nigin. Ein derber, st�mmiger Mann ohne Kopfbedeckung stand zur rechten Seite der K�nigin. Er trug das Rot der k�niglichen Garde und vier goldene Knoten auf der Schulter seines Umhangs. Das Wei� seiner Manschetten wurde von breiten Goldstreifen unterbrochen. Seine Schl�fen zeigten viel Grau, doch er wirkte so stark und standhaft wie ein Fels. Das mu�te Generalhauptmann Gareth Bryne sein. Auf der anderen Seite sa� hinter dem Thron auf einem niedrigen Hocker eine Frau in tiefgr�ner Seide und strickte etwas aus dunkler, fast schwarzer Wolle. Zuerst dachte Rand � des Strickens wegen � sie sei alt, aber auf den zweiten Blick hin konnte er sie �berhaupt keiner Altersstufe mehr zuordnen. Jung, alt, er wu�te es nicht. Ihre Aufmerksamkeit schien ausschlie�lich ihren Stricknadeln und dem Garn zu gelten, gerade so, als ob sich in Arml�nge vor ihr gar keine K�nigin bef�nde. Sie war eine gutaussehende Frau, nach au�en ruhig, doch in ihrer Konzentration lag etwas Unheimliches. Man h�rte keinen Laut im Raum au�er dem Klicken ihrer Nadeln.</p><p>Er bem�hte sich, alles zu sehen, aber sein Blick kehrte immer wieder zu der Frau zur�ck, die einen schimmernden Kranz feingewirkter Rosen auf der Stirn trug � die Rosenkrone von Andor. Eine lange rote Sch�rpe, �ber deren ganze L�nge der L�we von Andor marschierte, war um ihr Seidenkleid mit den roten und wei�en Falten geschlungen, und als sie mit der linken Hand den Arm des Generalhauptmannes ber�hrte, glitzerte daran ein Ring in Form der Gro�en Schlange, die ihren eigenen Schwanz verschlang. Aber es war nicht die Pracht ihrer Kleidung, die Rands Blicke wieder und wieder anzog: es war die Frau, die sie trug.</p><p>In Morgase zeigte sich die Sch�nheit ihrer Tochter, nur gereift und erwachsen. Ihr Gesicht, ihre Figur, ihre Gegenwart, beherrschten den Raum wie ein Licht, das die anderen neben ihr �berstrahlte. W�re sie eine Witwe in Emondsfeld gewesen, h�tten die Freier bei ihr bis vor die T�r Schlange gestanden, selbst wenn sie die schlechteste K�chin und die schlampigste Hausfrau der ganzen Zwei Fl�sse gewesen w�re. Er sah, da� sie ihn betrachtete, und duckte sich. Er f�rchtete, sie k�nne seine Gedanken von seinem Gesicht ablesen. <emphasis>Licht, ich denke an die K�nigin, als sei sie eine Frau aus dem Dorf! Narr!</emphasis></p><p>�Ihr m�gt Euch erheben�, sagte Morgase mit voller, warmer Stimme, in der die Sicherheit des Gehorsams noch hundertmal st�rker als bei Elayne mitschwang. Rand stand mit den anderen auf.</p><p>�Mutter...�, begann Elayne, doch Morgase unterbrach sie.</p><p>�Es scheint, du bist auf B�ume geklettert, Tochter.� Elayne strich ein einzelnes Rindenst�ckchen von ihrem Kleid und, da sie keinen Platz fand, wo sie es hinstecken konnte, hielt sie es in der geschlossenen Faust. �Es scheint tats�chlich�, fuhr Morgase ruhig fort, �als h�ttest du es im Widerspruch zu meinem Befehl fertiggebracht, doch einen Blick auf diesen Logain zu werfen. Gawyn, von dir h�tte ich Besseres erwartet. Du mu�t nicht nur lernen, deiner Schwester zu gehorchen, sondern sie auch vor sich selbst zu besch�tzen.� Der Blick der K�nigin wanderte kurz zu dem st�mmigen Mann neben ihr, aber sie schaute schnell wieder weg. Bryne blieb unber�hrt, als habe er es nicht bemerkt, doch Rand glaubte, diesen Augen entgehe nichts. �Auch das, Gawyn, ist die Aufgabe des Ersten Prinzen, und nicht nur die F�hrung des Heeres von Andor. Wenn deine Ausbildung vielleicht etwas intensiviert wurde, f�ndest du weniger Zeit daf�r, dich von deiner Schwester in Schwierigkeiten bringen zu lassen. Ich werde den Generalhauptmann darum bitten, da� es dir nicht an Dingen ermangele, die du zu tun hast, wenn ihr nach Norden reist.�</p><p>Gawyn trat von einem Fu� auf den anderen, als wolle er protestieren, neigte dann aber doch lieber den Kopf. �Wie Ihr befehlt, Mutter.�</p><p>Elayne verzog das Gesicht: �Mutter, Gawyn kann mich nicht vor Schwierigkeiten bewahren, wenn er nicht bei mir ist. Nur deshalb hat er seine Gem�cher verlassen. Mutter, es kann doch sicher nicht schaden, einen Blick auf Logain zu werfen. Beinahe jeder in der Stadt war ihm n�her als wir.�</p><p>�Jeder in der Stadt ist nicht dasselbe wie die TochterErbin.� Die Stimme der K�nigin klang scharf. �Ich habe diesen Burschen Logain aus der N�he gesehen, und er ist gef�hrlich, Kind. Im K�fig eingesperrt und jede Minute von Aes Sedai bewacht, ist er immer noch so gef�hrlich wie ein Wolf. Ich w�nschte, er w�re niemals auch nur in die N�he von Caemlyn gebracht worden.�</p><p>�Man wird sich in Tar Valon um ihn k�mmern.� Die Frau auf dem Hocker hob die Augen beim Sprechen nicht von ihrem Strickzeug. �Wichtig ist nur, da� die Leute sehen: Das Licht hat wieder einmal die Dunkelheit besiegt. Und sie sehen, da� Ihr ein Teil dieses Sieges seid, Morgase.�</p><p>Morgase winkte ab. �Trotzdem w�re es mir lieber, er w�re nie in die N�he Caemlyns gekommen. Elayne, ich wei�, was du im Schilde f�hrst.�</p><p>�Mutter�, protestierte Elayne, �ich will dir wirklich gehorchen. Ganz bestimmt!�</p><p>�Tats�chlich?� fragte Morgase in gespielter �berraschung, und dann lachte sie leise. �Ja, du bem�hst dich, eine folgsame Tochter zu sein. Aber du probierst st�ndig, wie weit du gehen kannst. Na ja, ich habe das gleiche bei meiner Mutter gemacht. Dieser Ehrgeiz wird dir helfen, wenn du den Thron besteigst, aber noch bist du nicht K�nigin, Kind. Du hast mir nicht gehorcht und statt dessen deinen Blick auf Logain geworfen. Gib dich zufrieden damit. Auf der Reise nach Norden wird man dich nicht einmal auf hundert Schritt Entfernung an ihn heranlassen, weder dich noch Gawyn. Wenn ich nicht w��te, wie schwer das ist, was an Unterricht in Tar Valon auf dich wartet, dann w�rde ich ja Lini mitschicken, damit sie aufpa�t, da� du gehorchst. Zumindest sie scheint in der Lage, dich dazu zu bringen, da� du tust, was du tun sollst.�</p><p>Elayne neigte schmollend den Kopf. Die Frau hinter dem Thron schien damit besch�ftigt, ihre Maschen zu z�hlen. �Nach einer Woche�, sagte sie pl�tzlich, �wirst du wieder nach Hause zu deiner Mutter wollen. Nach einem Monat willst du dann mit dem Fahrenden Volk weglaufen. Aber meine Schwestern werden dich von dem Ungl�ubigen fernhalten. So etwas ist noch nichts f�r dich, noch nicht.� Pl�tzlich drehte sie sich auf ihrem Hocker um und sah Elayne eindringlich an. All ihre Gelassenheit war gewichen, als habe es sie nie gegeben. �Du hast die F�higkeit, die gr��te K�nigin zu werden, die Andor je gesehen hat, die es in den letzten mehr als tausend Jahren in irgendeinem Land gegeben hat. Darauf bereiten wir dich vor, falls du stark genug daf�r bist.�</p><p>Rand starrte sie an. Das mu�te Elaida sein, die Aes Sedai. Pl�tzlich war er froh, da� er sich nicht um Hilfe an sie gewandt hatte, ganz gleich, welcher Ajah sie angeh�rte. Sie strahlte eine Strenge weit jenseits der Morgases aus. Er hatte sich manchmal Moiraine als Stahl vorgestellt, der mit Samt �berzogen war; bei Elaida war der Samt nur eine Illusion.</p><p>�Genug, Elaida�, sagte Morgase und runzelte zweifelnd die Stirn. �Das hat sie mehr als einmal zu h�ren bekommen. Das Rad webt, wie das Rad will.� Einen Augenblick lang schwieg sie und sah ihre Tochter an. �Kommen wir zu dem Fall dieses jungen Mannes� � sie deutete auf Rand, ohne ihren Blick von Elaynes Gesicht zu wenden � �wie und warum er hierherkam und warum du ihm deinem Bruder gegen�ber Gastrecht gew�hrt hast.�</p><p>�Darf ich sprechen, Mutter?� Als Morgase zustimmend nickte, erz�hlte Elayne in einfachen Worten, was vorgefallen war, und zwar von dem Moment an, als sie Rand zuerst dabei beobachtete, wie er den Abhang zur Mauer hinaufgeklettert war. Er erwartete, da� sie damit enden w�rde, die Unschuld seiner Handlungen zu beteuern, doch statt dessen sagte sie: �Mutter, du sagst mir oft, da� ich unser Volk kennenlernen mu�, die einfachen Menschen wie die hochgestellten, aber wann immer ich welche von ihnen treffe, stehen ein Dutzend Bedienstete daneben. Wie kann ich unter solchen Umst�nden erfahren, was wahr und wirklich ist? Im Gespr�ch mit diesem jungen Mann habe ich bereits mehr �ber die Menschen der Zwei Fl�sse erfahren, welcher Menschenschlag sie sind, als ich jemals aus B�chern lernen k�nnte. Es sagt doch einiges aus, da� er von so weit herkommt und Rot tr�gt, wo so viele andere Neuank�mmlinge aus Angst Wei� tragen. Mutter, ich bitte dich, einen treuen Untertanen nicht zu mi�brauchen, der mich viel �ber die Menschen gelehrt hat, die du regierst.�</p><p>�Ein treuer Untertan von den Zwei Fl�ssen�, seufzte Morgase. �Mein Kind, du solltest mehr auf diese B�cher geben. In den Zwei Fl�ssen war seit sechs Generationen kein Steuereintreiber mehr und die k�nigliche Garde hat die Gegend seit sieben Generationen nicht mehr besucht. Ich wage zu behaupten, da� sie sich nicht einmal mehr daran erinnern, ein Teil des Reiches zu sein.� Rand zuckte unangenehm ber�hrt die Achseln, als er sich an seine �berraschung erinnerte, nachdem man ihm erz�hlt hatte, die Zwei Fl�sse seien ein Teil des Reiches von Andor. Die K�nigin bemerkte seine Geste und l�chelte ihre Tochter bedauernd an: �Siehst du, Kind?�</p><p>Elaida hatte ihr Strickzeug weggelegt und musterte ihn, wie Rand jetzt bemerkte. Sie erhob sich von ihrem Hocker und trat langsam vom Podest herunter auf ihn zu. �Von den Zwei Fl�ssen?� fragte sie. Sie streckte eine Hand nach seinem Kopf aus. Er zuckte vor ihrer Ber�hrung zur�ck, und sie lie� die Hand fallen. �Bei dem Rot seiner Haare und den grauen Augen? Die Menschen von den Zwei Fl�ssen haben dunkle Haare und Augen und sie werden selten so gro�.� Ihre Hand scho� heraus und schob den �rmel seines Mantels hoch. Seine Haut war hell und zeigte, da� sie nicht oft der Sonne ausgesetzt gewesen war. �Noch haben sie eine solche Hautfarbe.�</p><p>Es kostete ihn M�he, nicht die F�uste zu ballen. �Ich bin in Emondsfeld geboren�, sagte er steif. �Meine Mutter war Ausl�nderin, daher habe ich diese Augen. Mein Vater ist Tam al'Thor, ein Sch�fer und Bauer, genau wie ich es bin.�</p><p>Elaida nickte bed�chtig, sah ihm aber weiterhin ins Gesicht. Er begegnete ihrem Blick mit einer Ruhe, die das saure Gef�hl in seinem Magen L�gen strafte. Er sah, da� sie seinen festen Blick wohl bemerkte. Sie sah ihm immer noch in die Augen und streckte langsam wieder die Hand nach ihm aus. Er beschlo�, diesmal nicht zur�ckzuweichen.</p><p>Es war sein Schwert, das sie ber�hrte, und nicht er. Ihre Hand umschlo� den Knauf ganz oben am Ende. Ihre Finger verkrampften sich, und sie machte vor �berraschung gro�e Augen. �Ein Sch�fer von den Zwei Fl�ssen�, sagte sie leise in einem Fl�sterton, den trotzdem alle verstehen sollten, �mit einem Schwert, das ein Reiherzeichen tr�gt.�</p><p>Diese wenigen letzten Worte hinterlie�en im Raum eine Wirkung, als habe sie das Kommen des Dunklen K�nigs gemeldet. Hinter Rand knarrten Leder und Metall, und Stiefel schoben sich �ber Marmorplatten. Aus dem Augenwinkel konnte er erkennen, wie sich Tallanvor und ein anderer Gardesoldat ein St�ck von ihm entfernten, um Raum zu gewinnen, die H�nde an den Schwertern, bereit, zu ziehen und, nach ihren Gesichtern zu schlie�en, zu sterben. Mit zwei schnellen Schritten stand Gareth Bryne vor dem Podest � zwischen Rand und der K�nigin. Selbst Gawyn schob sich mit einem besorgten Blick und einer Hand am Dolch vor Elayne. Elayne selbst blickte ihn an, als sehe sie ihn zum ersten Mal. Morgases Gesichtsausdruck �nderte sich nicht, aber ihre H�nde strafften sich um die vergoldeten Armlehnen ihres Throns.</p><p>Nur Elaida zeigte eine noch geringere Reaktion als die K�nigin. Die Aes Sedai tat so, als habe sie nichts Au�ergew�hnliches gesagt. Sie nahm ihre Hand vom Schwert, was die Soldaten offensichtlich in noch gr��ere Spannung versetzte. Ihre Augen blickten ihn unverwandt an, unbeeindruckt und berechnend.</p><p>�Sicher�, sagte Morgase mit gleichm��ig ruhiger Stimme, �ist er zu jung, um sich eine Klinge mit Reiherzeichen verdient zu haben. Er kann nicht �lter als Gawyn sein.�</p><p>�Es geh�rt zu ihm�, sagte Gareth Bryne.</p><p>Die K�nigin blickte ihn �berrascht an. �Wie kann das sein?�</p><p>�Ich wei� nicht, Morgase�, sagte Bryne bed�chtig. �Er ist zu jung, aber trotzdem geh�rt es zu ihm und er zu dem Schwert. Seht seine Augen an. Seht, wie er dasteht, wie das Schwert ihn erg�nzt und er das Schwert. Er ist zu jung, aber das Schwert ist sein.�</p><p>Als der Generalhauptmann wieder schwieg, fragte Elaida: �Wie bist du an diese Klinge gekommen, Rand al'Thor von den Zwei Fl�ssen?� Sie brachte es so heraus, als zweifle sie sowohl an seinem Namen als auch an dem Ort seiner Herkunft.</p><p>�Mein Vater hat es mir gegeben�, sagte Rand. �Es war seines. Er dachte, drau�en in der Welt ben�tigte ich ein Schwert.�</p><p>�Also <emphasis>noch</emphasis> ein Sch�fer von den Zwei Fl�ssen mit einem Reiherschwert.� Elaidas L�cheln lie� seinen Mund austrocknen. �Wann bist du in Caemlyn angekommen?�</p><p>Er hatte es satt, dieser Frau die Wahrheit zu sagen. Er hatte vor ihr genausoviel Angst wie vor einem Schattenfreund. Es war Zeit, die Wahrheit wieder zu verbergen. �Heute�, sagte er. �Heute morgen.�</p><p>�Gerade rechtzeitig�, murmelte sie. �Wo wohnst du? Behaupte nicht, du h�ttest nicht irgendwo ein Zimmer gefunden. Du siehst ein wenig angegriffen aus, aber du hattest Gelegenheit, dich zu waschen. Wo?�</p><p>�Im Gasthaus Krone und L�we.� Er erinnerte sich daran, an einer Schenke dieses Namens vorbeigekommen zu sein, als er <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> suchte. Sie lag in der Neustadt auf der entgegengesetzten Seite von Meister Gills Schenke. �Dort habe ich ein Bett oben unter dem Dach.�</p><p>Er hatte das Gef�hl, sie wisse, da� er log, aber sie nickte nur.</p><p>�Ist das nun ein Zufall?� sagte sie. �Heute bringt man den Ungl�ubigen nach Caemlyn. In zwei Tagen wird man ihn nach Norden, nach Tar Valon, f�hren, und die Tochter-Erbin reist mit, um dort ausgebildet zu werden. Und gerade an diesem Wendepunkt taucht ein junger Mann im Palastgarten auf und behauptet, ein treuer Untertan von den Zwei Fl�ssen zu sein... �</p><p>�Ich komme von den Zwei Fl�ssen!� Sie sahen ihn alle an, und doch beachteten sie ihn nicht. Alle au�er Tallanvor und seinen Soldaten; deren Augen waren starr auf ihn gerichtet. �... und erz�hlt eine Geschichte, um Elayne zu umgarnen. Au�erdem tr�gt er ein Schwert mit dem Reiherzeichen. Er besitzt weder Armbinde noch Abzeichen, um seine politische Bindung zu zeigen, daf�r aber wickelt er das Schwert rot ein und verbirgt sorgf�ltig den Reiher vor neugierigen Blicken. Ist das ein Zufall, Morgase?�</p><p>Die K�nigin bedeutete dem Generalhauptmann, zur Seite zu gehen, und dann musterte sie Rand mit besorgtem Blick. Sie sprach dann allerdings Elaida an: �Als was willst du ihn bezeichnen? Schattenfreund? Einer von Logains Anh�ngern?�</p><p>�Der Dunkle K�nig r�hrt sich in Shayol Ghul�, erwiderte die Aes Sedai. �Der Schatten liegt �ber dem Muster, und die Zukunft balanciert auf einer Nadelspitze. Der hier ist gef�hrlich.�</p><p>Pl�tzlich r�hrte sich Elayne. Sie warf sich vor dem Thron auf die Knie. �Mutter, ich bitte dich, ihm nichts zu tun. Er w�re sofort wieder gegangen, h�tte ich ihn nicht aufgehalten. Er wollte gehen. Ich habe ihn zum Bleiben �berredet. Ich kann nicht glauben, da� er ein Schattenfreund ist.�</p><p>Morgase machte eine beruhigende Bewegung zu ihrer Tochter hin, doch ihr Blick ruhte weiter auf Rand. �Ist das eine Voraussage, Elaida? Hast du das Muster studiert? Du sagst, es k�me �ber dich, wenn du es am wenigsten erwartest, und es vergeht so pl�tzlich, wie es kommt. Falls das eine Weissagung ist, Elaida, dann befehle ich dir, klar und deutlich die Wahrheit zu sagen, ohne deine sonstige Angewohnheit, es so durch Geheimnistuerei zu verschleiern, da� hinterher niemand mehr wei�, ob du ja oder nein gesagt hast. Sprich! Was siehst du?�</p><p>�Dies weissage ich�, antwortete Elaida, �und ich schw�re beim Licht, da� ich nichts Eindeutigeres sagen kann. Vom heutigen Tage an bewegt sich Andor auf eine Zeit des Schmerzes und der Spaltung zu. Der Schatten wird sich erst zu Schwarz vertiefen, doch ich kann nicht sagen, ob ihm dann das Licht nachfolgt. Wo die Welt eine Tr�ne geweint hat, wird sie k�nftig tausende weinen. Dies weissage ich.�</p><p>Eine Mauer des Schweigens hing �ber dem Raum und wurde erst durch Morgase gebrochen, die so laut ausatmete, als sei es ihr letzter Atemzug gewesen.</p><p>Elaida sah weiterhin Rand in die Augen. Sie sprach wieder. Dabei bewegte sie die Lippen kaum und sprach so leise, da� er sie � kaum eine Arml�nge von ihr entfernt -fast nicht verstehen konnte. �Auch das weissage ich: Schmerz und Spaltung kommen �ber die ganze Welt, und dieser Mann steht dabei im Mittelpunkt. Ich gehorche der K�nigin�, fl�sterte sie, �und spreche es klar und deutlich aus.�</p><p>Rand f�hlte sich, als habe er im Marmorboden Wurzeln geschlagen. Die K�lte und H�rte des Bodens kroch ihm in die Beine und lie� ihn bis oben hin schaudern. Niemand sonst konnte das geh�rt haben. Aber sie sah ihn immer noch an, und er hatte es geh�rt.</p><p>�Ich bin Sch�fer�, sagte er zu allen im Raum. �Von den Zwei Fl�ssen. Nur ein Sch�fer.�</p><p>�Das Rad webt, wie das Rad es will�, sagte Elaida laut, und er war nicht sicher, ob ein sp�ttischer Unterton darin lag oder nicht.</p><p>�Lord Gareth�, sagte Morgase, �ich brauche den Rat meines Generalhauptmanns.�</p><p>Der st�mmige Mann sch�ttelte den Kopf. �Elaida Sedai sagt, der Junge sei gef�hrlich, meine K�nigin, und wenn sie mehr dazu sagen k�nnte, w�rde ich den Henker bestellen. Aber alles, was sie sagt, ist nur das, was jeder von uns auch mit eigenen Augen sehen kann. Es gibt wohl keinen Bauern im Reich, der nicht vorhersagt, da� alles immer noch schlimmer werden wird, und dazu braucht er keine Weissagung. Ich pers�nlich glaube, der Junge ist nur durch puren Zufall hierhergekommen, auch wenn es f�r ihn ein ungl�cklicher Zufall war. Um sicherzugehen, meine K�nigin, w�rde ich sagen: Werft ihn in eine Zelle, bis Lady Elayne und Lord Gawyn eine Weile unterwegs sind, und dann la�t ihn laufen. Oder, Aes Sedai, habt Ihr noch mehr auf Lager, was Ihr �ber ihn weissagen k�nntet?�</p><p>�Ich habe alles gesagt, was ich im Muster �ber ihn gelesen habe, Generalhauptmann�, sagte Elaida. Sie l�chelte Rand bitter an, ein L�cheln, das kaum ihre Lippen verzog, und spottete seiner Unf�higkeit zu behaupten, sie sage nicht die Wahrheit. �Ein paar Wochen im Gef�ngnis werden ihm nicht schaden, und sie k�nnten mir Gelegenheit geben, mehr herauszubekommen.� Gier stand in ihren Augen und lie� ihn noch mehr schaudern. �Vielleicht ergibt sich eine weitere Weissagung.�</p><p>Morgase �berlegte eine Weile lang, das Kinn auf die Faust gest�tzt und den Ellenbogen auf der Armlehne ihres Thrones. Rand h�tte sich unter ihrem Blick am liebsten hin und her bewegt, wenn er sich nur �berhaupt h�tte r�hren k�nnen. Doch Elaidas Blick lie� ihn wie erstarrt dastehen. Schlie�lich sprach die K�nigin.</p><p>�Das Mi�trauen erstickt Caemlyn und vielleicht ganz Andor. Angst und blankes Mi�trauen. Frauen denunzieren ihre Nachbarn als Schattenfreunde. M�nner kritzeln den Drachenzahn auf die T�ren von Menschen, die sie schon jahrelang kennen. Ich werde das nicht mitmachen.�</p><p>�Morgase...�, begann Elaida, aber die K�nigin unterbrach sie.</p><p>�Ich werde das nicht mitmachen. Als ich den Thron bestieg, schwor ich, Gerechtigkeit an hochgestellten wie niedrigen Leuten zu �ben, und daran werde ich mich halten, und wenn ich der letzte Mensch in Andor sein sollte, der noch Gerechtigkeit �bt. Rand al'Thor, schw�rst du beim Licht, da� dein Vater, ein Sch�fer im Gebiet der Zwei Fl�sse, dir dieses Reiherschwert gegeben hat?�</p><p>Rand bewegte die Zunge, um seinen Mund zu befeuchten, damit er sprechen konnte. �Das schw�re ich.� Da er sich pl�tzlich daran erinnerte, mit wem er da sprach, f�gte er hastig: �Meine K�nigin� hinzu. Lord Gareth hob eine schwere Augenbraue, aber Morgase schien es nicht zu st�ren.</p><p>�Und da� du die Gartenmauer nur deshalb erklommen hast, weil du den falschen Drachen sehen wolltest?�</p><p>�Ja, meine K�nigin.�</p><p>�Willst du dem Thron von Andor oder meiner Tochter oder meinem Sohne Schaden zuf�gen?� Ihr Tonfall sagte ihm, da� im zweiten Fall mit ihm noch k�rzerer Proze� gemacht werde als im ersten.</p><p>�Ich will �berhaupt niemandem schaden, meine K�nigin. Euch und den Euren noch weniger als allen anderen.�</p><p>�Dann will ich dir gerecht werden, Rand al'Thor�, sagte sie. �Zuerst einmal habe ich Elaida und Gareth eines voraus, denn ich habe in meiner Jugend den Dialekt der Zwei Fl�sse geh�rt. Du siehst zwar nicht so aus, aber falls mich meine tr�be Erinnerung daran nicht t�uscht, tr�gst du die Zwei Fl�sse auf der Zunge. Zum zweiten w�rde niemand mit deinem Haar und deinen Augen behaupten, er sei ein Sch�fer von den Zwei Fl�ssen, wenn es nicht wahr w�re. Und da� dir dein Vater ein Reiherschwert gab, ist zu unwahrscheinlich, um eine L�ge zu sein. Und zum dritten: Die Stimme, die mir zufl�stert, da� die beste L�ge oft gerade das ist, was zu l�cherlich erscheint, um erlogen zu sein... diese Stimme stellt keinen Beweis dar. Ich werde mich an die Gesetze halten, die ich selbst schuf. Ich schenke dir deine Freiheit, Rand al'Thor, aber ich rate dir, gr�ndlich zu �berlegen, bevor du in Zukunft fremden Boden betrittst. Wenn man dich noch einmal auf dem Grund und Boden des Palastes erwischt, wirst du nicht so leicht davonkommen.�</p><p>�Ich danke Euch, meine K�nigin�, sagte er heiser. Er konnte Elaidas Unzufriedenheit wie Hitze auf seinem Gesicht sp�ren. �Tallanvor�, sagte Morgase, �eskortiert diesen... den Gast meiner Tochter aus dem Palast und erweist ihm jede H�flichkeit. Ihr anderen, geht jetzt auch. Nein, Elaida, du bleibst! Und wenn Ihr bitte auch bleiben wurdet, Lord Gareth. Ich mu� entscheiden, was mit diesen Wei�m�nteln in der Stadt zu geschehen hat.�</p><p>Tallanvor und die Gardesoldaten steckten ihre Schwerter z�gernd zur�ck in die Scheiden, schienen aber jeden Moment bereit, sie augenblicklich zu ziehen. Trotzdem war Rand froh, als sie sich um ihn herum formierten und Tallanvor folgten. Elaida h�rte der K�nigin nur so halb zu; er konnte ihren Blick auf seinem R�cken f�hlen. <emphasis>Was w�re geschehen, wenn Morgase keine Aes Sedai am Hofe gehabt h�tte?</emphasis> Bei dem Gedanken w�nschte er, die Soldaten w�rden schneller marschieren.</p><p>Zu seiner �berraschung wechselten Elayne und Gawyn vor der T�r einige Worte und schlossen sich ihm dann an. Auch Tallanvor war �berrascht. Der junge Offizier blickte von ihnen zur�ck zur T�r, doch die schlo� sich jetzt.</p><p>�Meine Mutter�, sagte Elayne, �befahl, ihn aus dem Palast zu eskortieren, Tallanvor. In aller H�flichkeit. Worauf wartest du?�</p><p>Tallanvor blickte finster die T�r an, hinter der die K�nigin nun mit ihren Ratgebern beriet. �Auf nichts, Lady Elayne�, sagte er s�uerlich und befahl unn�tigerweise der Eskorte weiterzugehen.</p><p>Die Wunder des Palastes schwammen ungesehen an Rand vorbei. Er war wie bet�ubt. Gedankenfetzen flogen viel zu schnell durch seinen Kopf, um sie zu fassen. <emphasis>Du siehst nicht so aus. Dieser Mann steht im Mittelpunkt.</emphasis></p><p>Die Eskorte blieb stehen. Er blinzelte und war �berrascht, da� er sich im gro�en Vorhof des Palastes befand und vor dem hohen, vergoldeten Tor stand, das in der Sonne gl�nzte. Dieses Tor w�rde man nicht f�r einen einzelnen Mann �ffnen, ganz bestimmt nicht f�r einen Eindringling, selbst wenn ihm die Tochter-Erbin Gastrecht gew�hrte.</p><p>Wortlos �ffnete Tallanvor den Riegel eines Ausfalltores, einer kleinen T�r, die sich innerhalb eines gro�en Torfl�gels befand.</p><p>�Es ist Sitte�, sagte Elayne, �einen Gast bis zum Tor zu geleiten, aber ihm nicht nachzublicken. Es ist die Freude an der Gesellschaft eines Gastes, an die man sich erinnern sollte, und nicht der traurige Abschied.�</p><p>�Ich danke Euch, Lady Elayne�, sagte Rand. Er ber�hrte den Schal, der immer noch als Bandage um seinen Kopf gewickelt war. �F�r alles. Es ist in den Zwei Fl�ssen Sitte, da� ein Gast ein kleines Geschenk mitbringt. Ich f�rchte, ich habe nichts. Obwohl ich�, f�gte er trocken hinzu, �Euch offensichtlich etwas �ber die Menschen der Zwei Fl�sse gelehrt habe.�</p><p>�Wenn ich Mutter gesagt h�tte, da� ich dich f�r gut aussehend halte, dann h�tte sie dich ganz sicher in eine Zelle sperren lassen.� Elayne warf ihm ein bet�rendes L�cheln zu. �Leb wohl, Rand al'Thor.�</p><p>Mit offenem Mund sah er ihr nach, einer j�ngeren Verk�rperung von Morgases Sch�nheit und W�rde.</p><p>�Versuche nicht, dich mit Worten an Elayne zu messen.� Gawyn lachte. �Da gewinnt sie immer.�</p><p>Rand nickte abwesend. <emphasis>Gutaussehend? Licht, und das von der Tochter-Erbin des Thrones von Andor!</emphasis> Er sch�ttelte sich, um den Kopf wieder frei zu bekommen.</p><p>Gawyn schien auf etwas zu warten. Rand sah ihn einen Augenblick lang an.</p><p>�Lord Gawyn, als ich Euch sagte, ich k�me von den Zwei Fl�ssen, da wart Ihr �berrascht. Und auch alle anderen � Eure Mutter, Lord Gareth, Elaida Sedai� � ein Schauer rann ihm den R�cken hinunter � �keiner von ihnen... � Er konnte den Satz nicht beenden; er war sich noch nicht einmal sicher, warum er ihn begonnen hatte. <emphasis>Ich bin der Sohn Tam alThors, auch wenn ich nicht in den Zwei Fl�ssen geboren wurde.</emphasis></p><p>Gawyn nickte, als habe er genau darauf gewartet. Doch er z�gerte noch. Rand �ffnete den Mund, um die unausgesprochene Frage zur�ckzunehmen, da sagte Gawyn: �Wickle eine <emphasis>Schufa</emphasis> um deinen Kopf, Rand, und du siehst aus wie ein Aielmann. Das ist seltsam, da Mutter zu glauben scheint, da� du zumindest wie ein Mann von den Zwei Fl�ssen <emphasis>klingst.</emphasis> Ich w�nschte, wir h�tten uns besser kennenlernen k�nnen, Rand al'Thor. Leb wohl.�</p><p><emphasis>Ein Aielmann!</emphasis></p><p>Rand stand da und beobachtete, wie Gawyn zur�ckging, bis ein ungeduldiges H�steln Tallanvors ihn wieder daran erinnerte, wo er sich befand. Er duckte sich und durchschritt das Ausfalltor. Tallanvor schlug es ihm beinahe auf die Fersen beim Schlie�en. Der Riegel wurde drinnen laut und vernehmlich vorgeschoben.</p><p>Der ovale Platz vor dem Palast war nun leer. Alle Soldaten waren weg, die ganze Menschenmenge, Trompeten und Trommeln waren lautlos verschwunden. Nichts war �brig, bis auf verstreute Abf�lle, die der Wind �ber das Pflaster fegte, und ein paar Leute, die nun, da die Aufregung vor�ber war, wieder ihrem Gesch�ft nachgingen. Er konnte nicht erkennen, ob sie Rot oder Wei� trugen.</p><p><emphasis>Aielmann.</emphasis></p><p>Erschreckt wurde ihm klar, da� er immer noch direkt vor dem Palasttor stand, wo Elaida ihn am leichtesten finden konnte, wenn sie ihr Gespr�ch mit der K�nigin beendet hatte. Er zog seinen Umhang enger um sich herum und trabte los � �ber den Platz und in die Stra�en der Innenstadt hinein. Er sah sich gelegentlich um, weil er sehen wollte, ob ihm jemand folgte, doch durch die weitgeschwungenen Kurven konnte er nicht sehr weit zur�ckblicken. Aber er erinnerte sich nur zu gut an Elaidas Augen und stellte sich vor, da� sie ihn beobachteten. Als er schlie�lich die Tore zur Neustadt erreichte, rannte er.</p></section><section><title><p>41</p><p>Alte Freunde und neue Bedrohungen</p></title><p>Zu <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> zur�ckgekehrt, lie� sich Rand an den T�rrahmen fallen und atmete tief durch. Er war den ganzen Weg gerannt, hatte nicht darauf geachtet, ob jemand sah, da� er Rot trug, und nicht einmal geschaut, ob jemand in seinem Rennen einen Grund sah, ihn zu verfolgen. Er glaubte nicht, da� selbst ein Blasser ihn eingeholt h�tte.</p><p>Lambgwin sa� auf einer Bank neben der T�r und trug eine gestreifte Katze auf den Armen, als er herangerannt kam. Der Mann stand auf und sah in die Richtung, aus der Rand gekommen war, um zu erkennen, ob es Schwierigkeiten geben w�rde. Dabei kraulte er die Katze ganz gelassen hinter den Ohren. Da er nichts sah, setzte er sich wieder, wobei er sorgf�ltig darauf achtete, das Tier nicht zu st�ren. �Idioten versuchten vor einer Weile, einige der Katzen zu stehlen�, sagte er. Er betrachtete seine Handgelenke, bevor er sich wieder dem Kraulen widmete. �Katzen sind heutzutage eine Menge Geld wert.�</p><p>Die beiden Wei� tragenden M�nner standen immer noch auf der anderen Stra�enseite, wie Rand sah, doch einer hatte ein blaues Auge, und sein Unterkiefer war geschwollen. Er trug einen finsteren Gesichtsausdruck zur Schau und streichelte in m�rrischem Eifer �ber seinen Schwertgriff, wenn er zur Schenke her�bersah.</p><p>�Wo ist Meister Gill?� fragte Rand.</p><p>�In der Bibliothek�, antwortete Lambgwin. Die Katze begann zu schnurren, und er grinste. �Eine Katze l��t sich von nichts lange beeindrucken, nicht einmal, wenn jemand versucht hat, sie in einen Sack zu stecken.�</p><p>Rand eilte hinein und durchquerte den Schankraum, der nun wie gew�hnlich von M�nnern besetzt war, die Rot trugen und sich �ber ihren Bierkr�gen unterhielten � �ber den falschen Drachen und ob die Wei�m�ntel Schwierigkeiten machen w�rden, wenn man ihn nach Norden brachte. Es interessierte keinen, was mit Logain geschah, aber sie wu�ten alle, da� die Tochter-Erbin und Lord Gawyn mitreisen w�rden, und niemand wollte, da� die beiden irgendein Risiko eingingen.</p><p>Er fand Meister Gill in der Bibliothek, wo er mit Loial ein Brettspiel spielte. Auf dem Tisch lag eine mollige Katze und beobachtete ihre H�nde, wie sie sich �ber das gemusterte Spielbrett bewegten. Der Ogier r�ckte wieder einen Stein mit einer Bewegung vor, die eigenartig feinf�hlig f�r seine dicken Finger wirkte. Meister Gill sch�ttelte den Kopf und benutzte Rands Erscheinen als Ausrede, um sich vom Tisch abzuwenden. Loial gewann fast immer bei diesem Spiel. �Ich habe mir schon Sorgen gemacht, wo du steckst, mein Junge. Ich dachte, du k�nntest Schwierigkeiten mit einigen von diesen Verr�tern in Wei� bekommen haben oder diesem Bettler begegnet sein oder sowas.�</p><p>Rand stand eine Weile mit offenem Mund da. Er hatte dieses Lumpenb�ndel von einem Mann total vergessen. �Ich habe ihn gesehen�, sagte er schlie�lich, �aber das ist noch gar nichts. Ich habe auch die K�nigin gesehen und Elaida; da lag das Problem.�</p><p>Meister Gill lachte schnaubend. �Die K�nigin, eh? Was du nicht sagst. Bei uns war vor einer Stunde oder so Gareth Bryne im Schankraum und hat mit dem LordHauptmann, der die Kinder befehligt, Armdr�cken gespielt. Aber nat�rlich die K�nigin... das ist schon was.�</p><p>�Blut und Asche�, grollte Rand, �jeder denkt heute, da� ich l�ge.� Er warf seinen Umhang �ber eine Stuhllehne und lie� sich auf einen anderen Stuhl fallen. Er war zu aufgedreht, um sich zur�ckzulehnen. Er rutschte auf der Stuhlkante herum und wischte sich das Gesicht mit einem Taschentuch ab. �Ich sah den Bettler, und er sah mich und ich glaubte... Das ist nicht wichtig. Ich bin auf eine Mauer um einen Garten herum geklettert, wo ich den Vorplatz des Palastes �berblicken konnte, als sie Logain hereinbrachten. Und ich bin runtergefallen, und zwar nach innen.�</p><p>�Ich glaube beinahe, du willst dich �ber uns lustig machen�, sagte der Wirt bed�chtig. <emphasis>�TaVeren�,</emphasis> murmelte Loial.</p><p>�Oh, es ist so geschehen�, sagte Rand. �Licht, hilf mir, es ist wahr.�</p><p>Meister Gills Zweifel schmolzen langsam dahin, als er fortfuhr, und wandelten sich zu leichter Unruhe. Der Wirt beugte sich immer weiter vor, bis er genau wie Rand nur noch auf der Kante seines Stuhls sa�. Loial h�rte gleichm�tig zu, nur manchmal rieb er sich die breite Nase, und die Haarb�schel auf seinen Ohren zuckten ein wenig.</p><p>Rand erz�hlte alles, was geschehen war � alles, au�er dem, was Elaida ihm zugefl�stert hatte. Und was Gawyn am Palasttor gesagt hatte. An das eine wollte er selbst nicht erinnert werden, das andere stand in keinem Zusammenhang mit den �brigen Geschehnissen. <emphasis>Ich bin der Sohn Tam alThors, auch wenn ich nicht in den Zwei Fl�ssen geboren wurde. Ich bin es! In mir ist das Blut der Zwei Fl�sse, und Tam ist mein Vater.</emphasis></p><p>Pl�tzlich wurde ihm klar, da� er verstummt war � ganz in Gedanken versunken -, und sie blickten ihn beide an. Einen beklemmenden Augenblick lang fragte er sich, ob er zuviel gesagt hatte.</p><p>�Also�, sagte Meister Gill, �jetzt kannst du nicht mehr auf deine Freunde warten. Du wirst die Stadt verlassen m�ssen, und zwar schnell. Sp�testens in zwei Tagen. Kannst du in dieser Frist Mat wieder auf die Beine bringen, oder sollte ich Mutter Grubb bestellen?�</p><p>Rand sah ihn verbl�fft an. �In zwei Tagen?�</p><p>�Elaida ist K�nigin Morgases Ratgeberin und kommt gleich nach Generalhauptmann Gareth Bryne selbst. Vielleicht sogar vor ihm. Wenn sie die Garde der K�nigin aussendet, um nach dir zu suchen � Lord Gareth wird sie nicht aufhalten, solange sie sie nicht in der Aus�bung ihrer anderen Pflichten behindert � na ja, die Garde kann alle Schenken in Caemlyn in ungef�hr zwei Tagen absuchen. Und ich rechne einmal ein, da� kein ungl�cklicher Zufall sie bereits am ersten Tag oder in der ersten Stunde hierher f�hrt. Vielleicht dauert es ein wenig l�nger, wenn sie mit dem Gasthaus Krone und L�we beginnen, aber es ist keine Zeit zum Herumtr�deln.�</p><p>Rand nickte bed�chtig. �Wenn ich Mat nicht aus dem Bett herausbringe, schickt Ihr nach Mutter Grubb. Ich habe noch ein wenig Geld �brig. Vielleicht reicht es.�</p><p>�Ich k�mmere mich um Mutter Grubb�, sagte der Wirt barsch. �Und ich denke, ich kann euch ein paar Pferde ausleihen. Wenn ihr versucht, nach Tar Valon zu laufen, dann werdet ihr schon nach der H�lfte des Weges das, was von euren Stiefeln noch �brig ist, durchgelaufen haben.�</p><p>�Ihr seid ein guter Freund�, sagte Rand. �Es scheint, wir bringen Euch nur in Schwierigkeiten, und trotzdem seid Ihr bereit zu helfen. Ein guter Freund.�</p><p>Meister Gill schien verlegen. Er zuckte die Achseln, r�usperte sich und blickte zu Boden. Das f�hrte seinen Blick zur�ck zum Spielbrett, doch er ri� sich gleich wieder davon los. Loial war tats�chlich im Begriff zu gewinnen. �Also gut, Thom ist ja auch immer ein guter Freund f�r mich gewesen. Wenn er gewillt ist, euch so zu helfen, dann kann ich auch ein wenig dazu beitragen.�</p><p>�Ich w�rde gern mit dir kommen, wenn du abreist, Rand�, sagte Loial pl�tzlich.</p><p>�Ich dachte, das sei entschieden, Loial.� Er z�gerte -Meister Gill kannte die ganze Gefahr immer noch nicht -und f�gte dann hinzu: �Du wei�t, was auf Mat und mich wartet, was uns verfolgt.�</p><p>�Schattenfreunde�, antwortete der Ogier in seinem gelassenen Grollton, �und Aes Sedai und das Licht wei� was noch. Oder der Dunkle K�nig. Du gehst nach Tar Valon, und dort befindet sich ein sehr sch�ner Hain, von dem ich geh�rt habe, da� ihn die Aes Sedai gut pflegen. Au�erdem gibt es noch mehr in der Welt zu sehen als nur die Haine. Du bist wahrhaftig <emphasis>taVeren,</emphasis> Rand. Das Muster formt sich um dich herum, und du stehst in der Mitte.�</p><p><emphasis>Dieser Mann steht in der Mitte.</emphasis> Rand schauderte. �Ich stehe in �berhaupt keiner Mitte�, widersprach er grob.</p><p>Meister Gill blinzelte, und sogar Loial schien vor seinem �rger zu erschrecken. Der Wirt und der Ogier sahen einander an und blickten dann zu Boden. Rand zwang sich, das Gesicht zu entspannen, und atmete ein paarmal tief ein. Zu seinem Erstaunen konnte er das Nichts heraufbeschw�ren, was er zuletzt meist nicht fertiggebracht hatte, und gewann wieder an Ruhe. Sie hatten seinen �rger nicht verdient.</p><p>�Du kannst mitkommen, Loial�, sagte er. �Ich wei� zwar nicht, warum du das willst, aber ich bin dankbar f�r deine Gesellschaft. Du... du wei�t, in welchem Zustand Mat ist.�</p><p>�Ich wei߫, sagte Loial. �Ich kann mich immer noch nicht auf die Stra�e wagen, ohne da� der Mob mir �Trolloc� nachschreit. Aber Mat gebraucht wenigstens nur Worte. Er hat nicht versucht, mich umzubringen.�</p><p>�Nat�rlich nicht�, sagte Rand. �Doch nicht Mat.� <emphasis>So weit w�rde er nicht gehen. Mat nicht.</emphasis></p><p>Es klopfte an der T�r, und eine der Bedienungen, Gilda, steckte den Kopf ins Zimmer. Ihre Mundpartie war angespannt, und ihre Augen blickten besorgt. �Meister Gill, kommt bitte schnell. Es sind Wei�m�ntel im Schankraum.�</p><p>Meister Gill sprang mit einem Fluch auf. Die Katze sprang erschrocken vom Tisch und stolzierte mit steif erhobenem Schwanz beleidigt aus dem Raum. �Ich komme schon. Renn und sag ihnen, da� ich komme, und dann halte dich von ihnen fern. H�rst du, M�dchen? Halt dich von ihnen fern.� Gilda nickte und verschwand. �Ihr solltet am besten hierbleiben�, sagte er zu Loial.</p><p>Der Ogier schnaubte, ein Laut, als zerrissen Leint�cher. �Ich lege keinen Wert auf weitere Zusammentreffen mit den Kindern des Lichts.�</p><p>Meister Gills Blick fiel auf das Spielbrett, und seine Stimmung schien sich zu bessern. �Sieht so aus, als m��ten wir sp�ter noch einmal zu spielen beginnen.�</p><p>�Nicht n�tig.� Loial streckte einen Arm nach dem B�cherregal aus und nahm sich ein Buch herunter. Seine H�nde waren viel gr��er als der in Leinen gebundene Band. �Wir k�nnen so weitermachen, wie die Steine liegen. Ihr seid dran.�</p><p>Meister Gill verzog sein Gesicht. �Wenn nicht das eine schiefgeht, dann das andere�, schimpfte er leise, als er aus dem Raum eilte.</p><p>Rand folgte ihm, jedoch langsam. Er hatte nicht mehr Lust als Loial, mit den Kindern zusammenzutreffen. <emphasis>Dieser Mann steht in der Mitte.</emphasis> Er blieb an der T�r zum Schankraum stehen, wo er sehen konnte, was drinnen vor sich ging, aber weit genug hinten, da� er hoffen konnte, nicht bemerkt zu werden. Totenstille herrschte in dem gro�en Raum. F�nf Wei�m�ntel standen mitten drin und wurden von den Leuten an den anderen Tischen betont mi�achtet. Einer von ihnen trug den silbernen Blitz eines Unteroffiziers unter dem Sonnensymbol an seinem Umhang. Lambgwin lehnte an der Wand neben der Eingangst�r und reinigte ganz konzentriert seine Fingern�gel mit einem Holzsplitter. Vier weitere der von Meister Gill angeheuerten W�chter hatten sich mit ihm an der Wand entlang verteilt. Alle gaben sich gr��te M�he, den Wei�m�nteln keinerlei Aufmerksamkeit zu schenken. Falls die Kinder des Lichts etwas bemerkt hatten, lie�en sie es sich nicht anmerken. Nur der Unteroffizier zeigte �berhaupt eine Regung, denn er klatschte sich seine mit Stahl verst�rkten Stulpenhandschuhe st�ndig ungeduldig in die Handfl�che, w�hrend er auf den Wirt wartete.</p><p>Meister Gill durchquerte schnell den Raum zu ihm her�ber. Er blickte vorsichtig neutral drein. �Das Licht erleuchte Euch�, sagte er und verbeugte sich h�flich, doch nicht zu tief, aber auch nicht zu nachl�ssig, um bereits als Beleidigung zu wirken, �und unsere gute K�nigin Morgase. Wie kann ich Euch helfen... �</p><p>�Ich habe keine Zeit f�r Euer Geschw�tz, Wirt�, fauchte der Unteroffizier. �Ich war heute schon in zwanzig Schenken, und eine ist ein gr��erer Saustall als die letzte. Bevor die Sonne untergeht, werde ich noch zwanzig mehr sehen. Ich suche nach Schattenfreunden -einem Jungen von den Zwei Fl�ssen... �</p><p>Meister Gills Gesicht f�rbte sich bei jedem Wort dunkler. Er blies sich auf, als wolle er explodieren, und das tat er schlie�lich auch, als er den Wei�mantel nun seinerseits unterbrach: �In meinem Haus gibt es keine Schattenfreunde! Jeder hier ist ein guter Untertan der K�nigin!�</p><p>�Ja, und wir wissen ja alle, wo Morgase steht� � die Stimme des Unteroffiziers triefte vor Hohn, als er ihren Namen nannte � �sie und ihre Hexe aus Tar Valon, oder?�</p><p>Das Schaben der Stuhlbeine �ber den Boden war laut. Pl�tzlich war jeder Mann im Raum auf den Beinen. Sie standen still wie Statuen, aber jeder starrte die Wei�m�ntel grimmig an. Der Unteroffizier schien es nicht zu bemerken, aber die vier hinter ihm blickten sich unsicher um.</p><p>�Es wird Euch vieles erleichtern, Wirt�, sagte der Unteroffizier, �wenn Ihr mithelft. Die Zeit verf�hrt unbarmherzig mit jenen, die Schattenfreunde beherbergen. Ich glaube kaum, da� eine Schenke mit dem Drachenzahn auf der T�r noch viele G�ste bek�me. K�nntet ein wenig Probleme mit Br�nden bekommen, wenn Ihr das auf der T�r habt.�</p><p>�Ihr verla�t jetzt das Haus�, sagte Meister Gill ruhig, �oder ich lasse die k�nigliche Garde holen, damit sie das, was von Euch noch �brig ist, auf den Abfall karren.�</p><p>Lambgwins Schwert wurde mit einem schabenden Ger�usch aus der Scheide gezogen, und dieses Schaben von Stahl auf Leder wiederholte sich im ganzen Raum. Alle H�nde hielten Schwerter und Dolche. Die Kellnerinnen huschten zu den T�ren.</p><p>Der Unteroffizier sah sich in ver�chtlicher Ungl�ubigkeit um. �Der Drachenzahn... �</p><p>�Hilft Euch f�nfen nicht�, beendete Meister Gill seinen angefangenen Satz. Er hielt eine Faust hoch und streckte den Zeigefinger aus. �Eins.�</p><p>�Ihr m��t wahnsinnig sein, Wirt, wenn Ihr die Kinder des Lichts bedroht!�</p><p>�Wei�m�ntel haben in Caemlyn nichts zu sagen. Zwei.�</p><p>�Glaubt Ihr wirklich, damit w�re alles f�r Euch ausgestanden?�</p><p>�Drei.�</p><p>�Wir kommen zur�ck�, brauste der Unteroffizier nochmals auf, und dann lie� er seine M�nner schleunigst kehrtmachen, wobei er sich bem�hte, alles nach einem geordneten R�ckzug aussehen zu lassen, dessen Tempo er allein bestimmte. Allerdings wurde er durch den Eifer seiner eigenen Leute L�gen gestraft, die wohl nicht gerade rannten, aber kein Hehl daraus machten, da� sie raus wollten.</p><p>Lambgwin stand vor der T�r mit seinem Schwert in der Hand und lie� sie erst durch, nachdem Meister Gill ihm erregt zugewunken hatte. Als die Wei�m�ntel drau�en waren, lie� sich der Wirt schwerf�llig auf einen Stuhl fallen. Er rieb sich mit einer Hand die Stirn und sah die Hand dann an, als sei er �berrascht, da� sie nicht schwei�bedeckt war. Im ganzen Raum setzten sich die M�nner wieder und lachten dar�ber, was sie getan hatten. Einige kamen her�ber und klopften Meister Gill auf die Schulter.</p><p>Als er Rand sah, wankte der Wirt vom Stuhl weg zu ihm hin. �Wer h�tte gedacht, da� ich das Zeug zum Helden habe?� sagte er staunend. �Das Licht erleuchte mich.� Pl�tzlich sch�ttelte er sich, und seine Stimme klang beinahe wieder normal. �Ihr werdet euch verbergen m�ssen, bis ich euch aus der Stadt herausbringen kann.� Nach einem scharfen Blick zur�ck in den Schankraum schob er Rand weiter in den Flur hinein. �Diese Kerle werden zur�ckkommen, oder sie schicken ein paar Spione herum, die f�r einen Tag Rot tragen. Nach dem Schauspiel, das ich ihnen geliefert habe, wird es ihnen vermutlich gleich sein, ob ihr hier seid oder nicht � sie werden sich einfach so verhalten, als w�rt ihr hier.�</p><p>�Das ist doch verr�ckt!� protestierte Rand. Als der Wirt die Hand warnend erhob, senkte er die Stimme. �Die Wei�m�ntel haben doch gar keinen Grund, hinter mir her zu sein.�</p><p>�Ich wei� nichts �ber ihre Gr�nde, Junge, aber sie sind ganz todsicher hinter dir und Mat her. Was <emphasis>habt</emphasis> ihr denn nur angestellt? Elaida <emphasis>und</emphasis> die Wei�m�ntel!�</p><p>Rand erhob protestierend die H�nde, lie� sie aber wieder fallen. Es ergab keinen Sinn, aber er hatte den Wei�mantel ja geh�rt. �Was wird mit Euch? Die Wei�m�ntel werden Euch Schwierigkeiten bereiten, auch wenn sie uns nicht finden.�</p><p>�Mach dir deshalb kein Kopfzerbrechen, Junge! Die k�nigliche Garde sorgt immer noch daf�r, da� die Gesetze eingehalten werden, selbst wenn sie Verr�ter in Wei� herumstolzieren lassen. Und was die Nacht betrifft... na ja, Lambgwin und seine Freunde bekommen vielleicht nicht viel Schlaf, aber ich habe beinahe Mitleid mit jedem, der versucht, ein Zeichen auf meine T�r zu kritzeln.�</p><p>Gilda erschien neben ihnen und knickste vor Meister Gill. �Meister, da ist... da ist eine Dame. In der K�che!� Sie h�rte sich ob dieser Tatsache schockiert an. �Sie fragt nach Meister Rand und Meister Mat � sie hat ihre Namen genannt.�</p><p>Rand und der Wirt blickten sich fragend an.</p><p>�Junge�, sagte Meister Gill, �wenn du es tats�chlich fertiggebracht hast, Lady Elayne aus dem Palast in meine Schenke zu locken, dann enden wir alle beim Henker.� Gilda quietschte auf, als er die Tochter-Erbin erw�hnte, und starrte Rand mit gro�en Augen an. �Raus mit dir, M�dchen�, sagte der Wirt in scharfem Ton. �Und halt den Mund �ber das, was du geh�rt hast. Es geht niemanden was an.� Gilda nickte wieder und huschte durch den Flur, wobei sie sich nach hinten zu Rand umblickte. �In f�nf Minuten� � Meister Gill seufzte � �wird sie den anderen Frauen erz�hlen, du seist ein Prinz in Verkleidung. Bei Einbruch der Nacht wei� es die ganze Neustadt.�</p><p>�Meister Gill�, sagte Rand, �ich habe Elayne gegen�ber Mat nicht erw�hnt. Es kann nicht sein...� Pl�tzlich wurde sein Gesicht von einem breiten L�cheln erhellt, und er rannte zur K�che.</p><p>�Warte!� rief ihm der Wirt nach. �Warte, bis du Bescheid wei�t. Warte doch, du Narr!�</p><p>Rand ri� die T�r auf, und da waren sie. Moiraine blickte ihn �berlegen und ruhig an, ohne �berraschung zu zeigen. Nynaeve und Egwene rannten lachend zu ihm hin und umarmten ihn. Perrin dr�ngte noch hinterher, und alle drei klopften ihm auf die Schultern, als wollten sie sich davon �berzeugen, da� er wirklich da war. An der T�r zum Stallhof lehnte Lan, hatte einen Stiefel gegen den T�rrahmen gest�tzt und teilte seine Aufmerksamkeit zwischen der K�che und dem Hof drau�en.</p><p>Rand versuchte gleichzeitig, die beiden Frauen zu umarmen und Perrin die Hand zu sch�tteln, und das Ergebnis war ein Durcheinander von Armen und Gel�chter, das dadurch noch verwirrender wurde, weil Nynaeve versuchte, seine Stirn zu f�hlen, ob er Fieber habe. Sie sahen alle ein wenig schlechter und angestrengter aus als �blich � auf Perrins Gesicht waren Schrammen zu sehen, und er schlug die Augen auf eine Art nieder, die er nie zuvor an ihm bemerkt hatte -, aber sie lebten und waren wieder beisammen. Seine Kehle war wie zugeschn�rt, und er konnte kaum sprechen. �Ich hatte gef�rchtet, ich w�rde euch niemals wiedersehen�, brachte er schlie�lich heraus. �Ich hatte Angst, ihr w�rt alle... �</p><p>�Ich wu�te, da� du lebst�, sagte Egwene, die den Kopf an seine Brust gelegt hatte. �Ich habe es immer gewu�t. Immer.�</p><p>�Ich nicht�, sagte Nynaeve. Ihre Stimme klang in diesem Augenblick scharf, doch im n�chsten schon wieder bes�nftigt, und sie l�chelte zu ihm hoch. �Du siehst gut aus, Rand. Nicht gerade gut gen�hrt, aber doch gut, dem Licht sei Dank.�</p><p>�Na�, sagte Meister Gill hinter ihm, �es scheint, da� du diese Leute doch kennst. Sind es die Freunde, nach denen du suchtest?�</p><p>Rand nickte. �Ja, meine Freunde.� Er stellte alle einander vor. Es war immer noch ein eigenartiges Gef�hl, Lan und Moiraine beim richtigen Namen zu nennen. Beide blickten ihn scharf an, als sie es h�rten.</p><p>Der Wirt begr��te alle mit einem offenen L�cheln, aber er war auch entsprechend beeindruckt, einen Beh�ter kennenzulernen, und dann auch noch Moiraine. Sie starrte er mit offenem Mund an � es war <emphasis>eine</emphasis> Sache, zu wissen, da� eine Aes Sedai den Jungen geholfen hatte, aber eine ganz andere, sie pl�tzlich in der K�che zu haben -, und dann verbeugte er sich tief. �Seid willkommen in <emphasis>Der K�nigin Segen,</emphasis> Aes Sedai. Seid mein Gast. Obwohl, ich glaube, Ihr werdet eher mit Elaida und den anderen Aes Sedai, die den falschen Drachen gebracht haben, im Palast wohnen wollen.� Er verbeugte sich wieder und warf Rand einen schnellen und besorgten Blick zu. Es war ja sch�n und gut, zu sagen, da� man nichts gegen die Aes Sedai habe, aber das hie� nat�rlich nicht, da� man gleich eine unter seinem Dach schlafen lassen wollte.</p><p>Rand nickte ermutigend und versuchte, ihm auf diese Weise unh�rbar mitzuteilen, da� alles in Ordnung sei. Moiraine war nicht wie Elaida, bei der jeder Blick eine verborgene Drohung enthielt, genau wie jedes Wort. <emphasis>Bist du sicher? Bist du selbst jetzt wirklich sicher?</emphasis></p><p>�Ich glaube, ich werde hier bleiben�, sagte Moiraine. �Jedenfalls die kurze Zeit �ber, die ich mich in Caemlyn aufhalte. Und Ihr m��t mir erlauben zu bezahlen.�</p><p>Eine gescheckte Katze tapste vom Flur aus herein und rieb sich schnurrend an den Beinen des Wirts. Kaum hatte sie damit begonnen, sprang eine zerzauste graue Katze unter dem Tisch hervor, machte einen Buckel und fauchte. Die gescheckte duckte sich und knurrte drohend, worauf die graue an Lan vorbei auf den Hof fl�chtete.</p><p>Meister Gill entschuldigte sich wegen der Katzen, und gleichzeitig protestierte er und sagte, da� Moiraine ihn ehren w�rde, wenn sie sein Gast w�re, und ob sie sicher sei, da� sie nicht doch den Palast vorziehe, was er durchaus verst�nde, aber er hoffe, sie werde sein bestes Zimmer als Geschenk annehmen. Alles geriet derart durcheinander, da� Moiraine gar nicht richtig darauf achtete. Statt dessen b�ckte sie sich und kraulte die wei�-und orangefarbene Katze. Die verlie� prompt Meister Gills Beine und wandte sich ihren zu.</p><p>�Ich habe hier schon vier andere Katzen gesehen�, sagte sie. �Habt Ihr eine M�useplage? Oder Ratten?�</p><p>�Ratten, Moiraine Sedai.� Der Wirt seufzte. �Ein schreckliches Problem. Wi�t Ihr, nicht, da� mein Haus nicht sauber w�re. Es sind die vielen Leute. Die ganze Stadt ist voll von Menschen und Ratten. Aber meine Katzen erledigen das. Ihr werdet nicht bel�stigt, das verspreche ich.�</p><p>Rand und Perrin sahen sich kurz an, aber Perrin schlug sofort die Augen nieder. Es war etwas Seltsames an Perrins Augen. Und er war so schweigsam. Perrin brauchte schon immer lange, bis er etwas sagte, aber jetzt sagte er �berhaupt nichts mehr. �Es k�nnte an den vielen Leuten liegen�, sagte Rand.</p><p>�Wenn Ihr erlaubt, Meister Gill�, sagte Moiraine ganz selbstverst�ndlich, �es ist eine ganz einfache Sache, die Ratten von dieser Stra�e fernzuhalten. Wenn Ihr Gl�ck habt, werden die Ratten �berhaupt nicht bemerken, da� sie ferngehalten werden.�</p><p>Meister Gill runzelte die Stirn, als er das letztere vernahm, doch dann verbeugte er sich und nahm ihr Angebot an. �Wenn Ihr sicher seid, da� Ihr nicht im Palast wohnen wollt, Aes Sedai?�</p><p>�Wo ist Mat?� fragte Nynaeve pl�tzlich. �Sie sagte, er sei auch hier.�</p><p>�Oben�, sagte Rand. �Er... f�hlt sich nicht wohl.�</p><p>Nynaeve hob den Kopf. �Er ist krank? Ich werde <emphasis>ihr</emphasis> die Ratten �berlassen und mich um ihn k�mmern. Bring mich jetzt zu ihm, Rand.�</p><p>�Ihr geht alle nach oben�, sagte Moiraine. �Ich komme in ein paar Minuten nach. Wir stehen alle in Meister Gills K�che herum, dabei w�re es das beste, wir w�rden uns eine Weile lang an einem ruhigen Ort aufhalten.� Es lag ein Unterton in ihrer Stimme. <emphasis>Bleibt versteckt. Das Versteckspiel ist noch nicht vor�ber.</emphasis></p><p>�Kommt�, sagte Rand. �Wir gehen die Hintertreppe rauf.�</p><p>Die Emondsfelder dr�ngten sich hinter ihm auf die Hintertreppe und lie�en die Aes Sedai und den Beh�ter mit Meister Gill in der K�che zur�ck. Rand kam nicht dar�ber hinweg, da� sie wieder vereint waren. Es war beinahe, als seien sie wieder zu Hause. Er konnte nicht aufh�ren zu grinsen.</p><p>Die gleiche beinahe freudige Erleichterung schien auch die anderen gepackt zu haben. Sie lachten in sich hinein und ergriffen immer wieder seinen Arm. Perrins Stimme schien gedr�ckt, und er hielt den Kopf noch immer gesenkt, aber beim Hinaufgehen fing er an zu sprechen. �Moiraine behauptete, sie k�nne dich und Mat aufsp�ren, und das gelang ihr auch. Als wir in die Stadt hineinritten, konnten wir anderen uns nicht sattsehen � na ja, au�er Lan nat�rlich � all die vielen Leute, die Geb�ude und einfach alles.� Seine dichten Locken schwangen herum, als er ungl�ubig den Kopf sch�ttelte. �Es ist alles so gro�. Und so viele, viele Menschen. Einige starrten uns die ganze Zeit an und schrien �rot oder wei�?�, als ob das irgendeinen Sinn erg�be.�</p><p>Egwene ber�hrte Rands Schwert und fuhr mit dem Finger �ber die rote Umh�llung. �Was bedeutet das?�</p><p>�Nichts�, sagte er. �Nichts Wichtiges. Wir m�ssen nach Tar Valon, denk bitte daran.�</p><p>Egwene sah ihn an, doch dann nahm sie ihre Hand vom Schwert und fuhr fort, wo Perrin aufgeh�rt hatte: �Moiraine hat sich genausowenig umgesehen wie Lan. Sie f�hrte uns derart im Zickzack durch diese Stra�en � wie ein Hund, der eine Witterung sucht -, da� ich schon dachte, ihr k�nntet nicht hier sein. Dann, ganz pl�tzlich, ging es eine Stra�e geradewegs hinunter, und das n�chste, was ich wu�te, war, da� wir die Pferde Stallburschen �bergaben und in die K�che marschierten. Sie fragte nicht einmal, ob ihr hier seid. Sagte einfach zu einer Frau, die gerade Eierkuchenteig r�hrte, sie solle Rand al'Thor und Mat Cauthon sagen, da� sie jemand sehen wollte. Und dann warst du da� � sie grinste � �tauchtest auf, wie ein Ball aus dem Nichts in der Hand eines Gauklers auftaucht.�</p><p>�Wo ist der Gaukler?� fragte Perrin. �Ist er bei euch?�</p><p>Rand sp�rte einen Klo� im Magen, und das sch�ne Gef�hl, seine Freunde um sich zu haben, schw�chte sich etwas ab. �Thom ist tot. Ich glaube jedenfalls, da� er tot ist. Da war ein Blasser... � Er konnte nicht weitersprechen. Nynaeve sch�ttelte den Kopf und murmelte etwas in sich hinein.</p><p>Die Stille um sie herum verdichtete sich, unterdr�ckte das Schmunzeln, minderte die Freude, bis sie den obersten Treppenabsatz erreichten.</p><p>�Mat ist an sich nicht direkt krank�, sagte er dann. �Er ist... ihr werdet ja sehen.� Er schwang die T�r zu dem Raum auf, den er mit Mat teilte. �Schau mal, wer hier ist, Mat!�</p><p>Mat lag immer noch zur Kugel zusammengerollt auf dem Bett, wie ihn Rand verlassen hatte. Er hob den Kopf und sah sie an. �Woher wei�t du, da� sie wirklich diejenigen sind, nach denen sie aussehen?� fragte er heiser. Sein Gesicht war ger�tet, die Haut spannte sich �ber die Knochen und war schwei�na�. �Woher wei�t du, da� du der bist, nach dem du aussiehst?�</p><p>�Nicht krank?� Nynaeve warf Rand einen vernichtenden Blick zu, als sie sich an ihm vorbeischob. Sie nahm bereits ihre Tasche von der Schulter.</p><p>�Jeder wandelt sich�, schnarrte Mats Stimme. �Wie kann ich sicher sein? Perrin? Bist du das? Du hast dich ver�ndert, nicht wahr?� Sein Lachen klang mehr nach Husten. �O ja, du hast dich ver�ndert.�</p><p>Zu Rands �berraschung lie� sich Perrin auf die Kante des anderen Betts fallen, bedeckte das Gesicht mit beiden H�nden und blickte zu Boden. Mats bei�endes Lachen ging ihm durch und durch.</p><p>Nynaeve kniete sich an Mats Bett und legte eine Hand auf sein Gesicht. Sie schob sein Kopftuch hoch. Er zuckte mit einem ver�chtlichen Blick vor ihr zur�ck. Seine Augen gl�nzten glasig. �Du gl�hst ja�, sagte sie, �aber bei einem solchen Fieber solltest du nicht so schwitzen.� Sie konnte die Sorge in ihrer Stimme nicht verbergen. �Rand, du und Perrin, besorgt mir schnell ein paar saubere T�cher und so viel k�hles Wasser, wie ihr tragen k�nnt. Ich werde zuerst deine Temperatur senken, Mat, und... �</p><p>�H�bsche Nynaeve�, fauchte Mat. �Eine Seherin sollte sich doch nicht als Frau betrachten, oder? Nicht als h�bsche Frau. Aber das tust du doch, nicht wahr? Jetzt. Du kannst nicht vergessen, da� du eine h�bsche Frau bist, gerade jetzt, und das jagt dir Angst ein. Jeder ver�ndert sich.� Nynaeve erbla�te, als er sprach � ob aus Zorn oder einem anderen Grund, konnte Rand nicht sagen. Mat stie� ein hinterh�ltiges Lachen aus, und sein fiebernder Blick wanderte zu Egwene. �H�bsche Egwene�, kr�chzte er. �So h�bsch wie Nynaeve. Und ihr habt noch mehr gemeinsam, ja? Andere Tr�ume. Wovon tr�umst du jetzt?� Egwene trat einen Schritt von dem Bett zur�ck.</p><p>�Wir sind f�r eine Weile vor den Augen des Dunklen K�nigs sicher�, verk�ndete Moiraine, als sie mit Lan auf den Fersen ins Zimmer trat. Ihr Blick fiel auf Mat, gleich als sie durch die T�r kam, und sie zischte, als habe sie einen hei�en Ofen ber�hrt. �Weg von ihm!�</p><p>Nynaeve r�hrte sich nicht, drehte sich lediglich um und sah die Aes Sedai �berrascht an. Mit zwei schnellen Schritten war Moiraine bei der Seherin, packte sie bei den Schultern und schleifte sie wie einen Sack Getreide �ber den Fu�boden. Nynaeve wehrte sich und protestierte, aber Moiraine lie� sie nicht los, bevor sie nicht ein ganzes St�ck vom Bett entfernt war. Die Seherin protestierte immer noch, als sie wieder auf den Beinen stand. Sie brachte ver�rgert ihre Kleidung wieder in Ordnung. Doch Moiraine beachtete sie gar nicht. Die Aes Sedai beobachtete ausschlie�lich Mat und sah ihn an, als betrachte sie eine Viper.</p><p>�Bleibt alle von ihm weg�, sagte sie. �Und seid ruhig.�</p><p>Mat sah sie genauso eindringlich an wie sie ihn. Er bleckte die Z�hne in einem lautlosen, starren Grollen, rollte sich wom�glich noch enger zusammen, doch er lie� dabei die Augen nicht von ihren. Mit einer langsamen Bewegung legte sie eine Hand ganz leicht auf ein bis zu seiner Brust hochgezogenes Knie. Bei ihrer Ber�hrung wurde er von einem Krampf gesch�ttelt. Ein Schauder des Ekels erfa�te seinen ganzen K�rper, und schlagartig zog er eine Hand hervor und hieb mit dem rubinverzierten Dolch nach ihrem Gesicht.</p><p>Im ersten Moment befand sich Lan an der T�r, im n�chsten stand er schon neben dem Bett, als gehe ihn der Abstand dazwischen gar nichts an. Seine Hand fing Mats Arm am Handgelenk ab und hielt den Streich so pl�tzlich auf, als sei er auf Stein getroffen. Und immer noch blieb Mat zu einer Kugel zusammengerollt. Nur die Hand mit dem Dolch versuchte er zu bewegen. Er k�mpfte gegen den eisernen Griff des Beh�ters an. Mat blickte unverwandt nur Moiraine an. Sein Blick gl�hte vor Ha�.</p><p>Moiraine bewegte sich ebenfalls nicht. Sie zuckte nicht vor der Klinge zur�ck, die sich nur wenige Handbreit vor ihrem Gesicht befand, genausowenig, wie sie bei seinem Streich zur�ckgezuckt war. �Wie ist er daran gekommen?� fragte sie mit einer Stimme, die nach Stahl klang. �Ich hatte gefragt, ob euch Mordeth irgend etwas gegeben hat. Ich habe gefragt und euch gewarnt, und du sagtest, er h�tte nichts bekommen.�</p><p>�Hat er auch nicht�, sagte Rand. �Er... Mat nahm ihn aus der Schatzkammer mit.� Moiraine blickte ihn an. Ihre Augen schienen genau wie die Mats zu gl�hen. Er w�re beinahe r�ckw�rts gestolpert, doch dann wandte sie sich wieder dem Bett zu. �Ich wu�te es nicht, bis wir voneinander getrennt wurden. Ich habe es nicht gewu�t.�</p><p>�Du wu�test es nicht.� Moiraine betrachtete Mat. Er lag da mit an die Brust angezogenen Knien, knurrte sie immer noch lautlos an, und seine Hand dr�ckte immer noch gegen die Lans, um sie mit dem Dolch zu erreichen. �Es ist ein Wunder, da� ihr soweit gekommen seid, obwohl er dies hier trug. Ich habe das B�se daran sofort gef�hlt, als ich ihn sah. Es ist die Ber�hrung Mashadars -ein Blasser k�nnte sie meilenweit entfernt noch sp�ren. Auch wenn er nicht genau w��te, wo es ist, so w��te er doch, es ist in der N�he, und Mashadar w�rde seinen Geist anlocken, w�hrend er noch das Gef�hl in den Knochen haben m��te, da� dieselbe b�se Kraft eine Armee verschluckt hat � Schattenlords, Blasse, Trollocs � alles. Auch einige Schattenfreunde k�nnten es vermutlich sp�ren. Diejenigen, die wirklich und endg�ltig ihre Seele verkauft haben. Ohne es verhindern zu k�nnen, w�rden einige ein Gef�hl empfinden, als jucke die sie umgebende Luft. Sie w�ren gezwungen, es zu suchen. Es sollte sie anziehen wie ein Magnet Eisensp�ne.�</p><p>�Es kamen auch Schattenfreunde�, sagte Rand, �mehr als einmal, aber wir entkamen ihnen. Und da war ein Blasser, in der Nacht, bevor wir Caemlyn erreichten, aber der sah uns nicht.� Er r�usperte sich. �Es gibt Ger�chte �ber fremdartige � Dinge � in der Nacht, au�erhalb der Stadt. Es k�nnten Trollocs sein.�</p><p>�O ja, es sind Trollocs, Schafhirte�, sagte Lan trocken, �und wo Trollocs sind, gibt es auch Blasse.� Die Sehnen zeichneten sich deutlich auf seinem Handr�cken ab, da er sich anstrengen mu�te, Mats Handgelenk festzuhalten, aber seine Stimme klang nicht angestrengt. �Sie haben sich bem�ht, ihr Kommen und Gehen zu verbergen, aber ich habe zwei Tage lang schon die Anzeichen bemerkt. Und ich habe geh�rt, wie die Bauern und Dorfbewohner sich �ber Dinge in der Nacht ge�u�ert haben. Der Myrddraal hat es irgendwie fertiggebracht, ungesehen in den Zwei Fl�ssen zuzuschlagen, aber nun n�hern sie sich immer mehr denjenigen, die Soldaten aussenden k�nnen, um sie zu jagen. Trotzdem lassen sie sich jetzt nicht aufhalten, Schafhirte.�</p><p>�Aber wir sind doch in Caemlyn�, sagte Egwene. �Sie k�nnen uns nicht erreichen, solange... �</p><p>�Tats�chlich?� fiel ihr der Beh�ter ins Wort. �Die Blassen ziehen drau�en auf dem Land immer mehr von ihnen nach. Das geht ganz klar aus den Anzeichen hervor, falls du wei�t, wonach du suchen mu�t. Es sind bereits mehr Trollocs da, als sie brauchen, um gleichzeitig alle Wege aus der Stadt hinaus zu beobachten � mindestens ein Dutzend F�uste. Das kann nur einen Grund haben: Wenn genug Blasse da sind, kommen sie in die Stadt, um euch zu holen. Die Folge k�nnte wohl sein, da� die H�lfte aller Armeen aus dem S�den in die Grenzlande geschickt wird, aber die Anzeichen sind vorhanden, da� sie bereit sind, das zu riskieren. Ihr drei seid ihnen schon zu lange entwischt. Es sieht so aus, als h�ttet ihr einen neuen Trolloc-Krieg nach Caemlyn gebracht, Schafhirte.�</p><p>Egwene schluchzte und schnappte gleichzeitig nach Luft, und Perrin sch�ttelte den Kopf, als wolle er es einfach nicht wahrhaben. Rand hatte ein flaues Gef�hl im Magen, als er sich Trollocs in den Stra�en Caemlyns vorstellte.</p><p>Alle diese Menschen, die sich gegenseitig an den Kragen wollten und dabei die wirkliche Bedrohung nicht erkannten, die nur darauf wartete, �ber die Mauern zu klettern. Was w�rden sie tun, wenn pl�tzlich Trollocs und Blasse mitten unter ihnen waren und sie t�teten? Er konnte sich die brennenden T�rme vorstellen, wie die Flammen durch die Kuppeln brachen, wie Trollocs durch die gewundenen Stra�en und Pl�tze der Innenstadt w�teten. Selbst der Palast in Flammen. Elayne und Gawyn und Morgase... tot.</p><p>�Es ist noch nicht soweit�, sagte Moiraine abwesend. Sie konzentrierte sich immer noch auf Mat. �Wenn wir einen Weg aus Caemlyn hinaus finden, haben die Halbmenschen kein Interesse mehr an der Stadt. Falls. Es gibt so viele Unsicherheitsfaktoren.�</p><p>�Es w�re besser, wenn wir alle tot w�ren�, sagte Perrin pl�tzlich, und Rand fuhr zusammen, da er seine eigenen Gedanken ausgesprochen hatte. Perrin sa� immer noch da und blickte zu Boden � ein b�ser Blick war es nun -, und seine Stimme klang bitter. �Wo immer wir hinkommen, verbreiten wir Schmerz und Leiden. Es w�re besser f�r alle, w�ren wir tot.�</p><p>Nynaeve wollte mit einem Gesichtsausdruck, aus dem zur H�lfte Zorn und zur H�lfte Besorgnis ersichtlich war, auf ihn losgehen, aber Moiraine kam ihr zuvor. �Was glaubst du denn, w�re gewonnen � sowohl f�r dich als auch f�r alle anderen � wenn ihr sterbt?� fragte die Aes Sedai. Ihre Stimme klang ruhig, war aber nicht ohne Sch�rfe. �Wenn der Herr der Gr�ber mittlerweile soviel Freiheit erlangt hat, um das Muster zu beeinflussen, wie ich f�rchte, dann kann er euch jetzt im Tod noch leichter erreichen als im Leben. Tot k�nnt ihr niemandem mehr helfen, auch nicht den Menschen, die euch geholfen haben, auch nicht euren Freunden und Familien zu Hause in den Zwei Fl�ssen. Der Schatten f�llt �ber die Welt, und keiner von euch kann ihn aufhalten, wenn er tot ist.�</p><p>Perrin hob den Kopf, um sie anzusehen, und Rand fuhr zusammen. Die Pupillen seines Freundes waren eher gelb als braun. Bei seinem zerzausten Haar und der Eindringlichkeit seines Blicks war etwas an ihm... Rand war nicht in der Lage, genau festzustellen, was es war.</p><p>Perrin sprach in einer sanften Tonlosigkeit, die seinen Worten mehr Gewicht verlieh, als er mit Schreien erreicht h�tte. �Lebend k�nnen wir es auch nicht mehr aufhalten, oder?�</p><p>�Ich werde mir sp�ter die Zeit nehmen, mit euch dar�ber zu diskutieren�, sagte Moiraine, �aber jetzt braucht euer Freund mich.� Sie trat zur Seite, so da� sie alle Mat gut beobachten konnten. Sein wuterf�llter Blick lastete immer noch auf ihr; er hatte sich nicht ger�hrt und seine Position auf dem Bett nicht ver�ndert. Schwei� lief ihm �bers Gesicht, und die Lippen, immer noch zu einem erstarrten Knurren verzogen, waren blutleer. All seine Kraft schien in dem Versuch aufzugehen, Moiraine mit dem Dolch zu erreichen, den Lan festhielt. �Oder hattet ihr ihn vergessen?�</p><p>Perrin zuckte besch�mt die Achseln und zeigte wortlos die ge�ffneten H�nde.</p><p>�Was stimmt nicht mit ihm?� fragte Egwene, und Nynaeve f�gte hinzu: �Ist es ansteckend? Ich kann ihn immer noch behandeln. Ich stecke mich nie an, gleich, was es ist.�</p><p>�O ja, es ist ansteckend�, sagte Moiraine, �und dein... Schutz w�rde dich nicht retten.� Sie deutete auf den Dolch mit dem Rubingriff, h�tete sich aber, ihn mit dem Finger zu ber�hren. Die Klinge zitterte, als Mat sie mit aller Kraft zu erreichen versuchte. �Das stammt aus Shadar Logoth. Kein noch so kleines Steinchen in jener Stadt, das nicht verdorben und gef�hrlich w�re, wenn man es nach drau�en bringt, und das hier ist viel mehr als nur ein Steinchen. Das B�se, das Shadar Logoth abt�tete, ist darin enthalten und nun auch in Mat. So starkes Mi�trauen, so starker Ha�, da� selbst die am n�chsten Stehenden als Feinde betrachtet werden, und das sitzt ihm so tief in den Knochen, da� am Ende der einzige �briggebliebene Gedanke sein wird, zu t�ten. Dadurch, da� er den Dolch aus Shadar Logoth herausbrachte, befreite er diesen Samen des B�sen, und nun ist es nicht mehr an diesen Ort gebunden. Es wird in ihm einmal st�rker und einmal schw�cher durchgekommen sein. Sein ganzes Wesen, sein Inneres, k�mpft gegen das an, was Mashadars Gift aus ihm machen will, aber jetzt ist die Schlacht in seinem Inneren beinahe beendet und seine Niederlage besiegelt. Bald schon, falls es ihn nicht zuvor umbringt, wird er dieses B�se �berall um sich verbreiten, wo er nur hingeht. So wie ein Kratzer von dieser Klinge gen�gt, zu infizieren und zu zerst�ren, so werden bald ein paar Minuten in Mats Gegenwart t�dlich wirken.�</p><p>Nynaeves Gesicht war totenbla�. �Kannst du etwas dagegen tun?� fl�sterte sie.</p><p>�Ich hoffe.� Moiraine seufzte. �Um der ganzen Welt willen hoffe ich, da� es nicht zu sp�t ist.� Ihre Hand kramte in ihrer G�rteltasche und kam mit dem in Seide geh�llten <emphasis>Angreal</emphasis> wieder heraus. �La�t mich allein. Bleibt zusammen und findet einen Raum, in dem man euch nicht beobachten kann, aber la�t mich allein. Ich werde f�r ihn tun, was ich kann.�</p></section><section><title><p>42</p><p>Erinnerungen an Tr�ume</p></title><p>Es war eine niedergeschlagene Gruppe, die Rand wieder die Treppe hinunterf�hrte. Jetzt wollte keiner mehr mit ihm oder einem der anderen reden. Auch er hatte keine gro�e Lust, sich zu unterhalten.</p><p>Die Sonne stand nun so tief am Himmel, da� es d�ster auf der Hintertreppe war, aber man hatte die Lampen noch nicht entz�ndet. Streifen von Sonnenschein und Schatten lagen �ber den Stufen. Perrins Gesicht war genauso verschlossen wie die der anderen, aber wo die anderen Sorgenfalten auf der Stirn trugen, war Perrins Stirn glatt. Rand glaubte, Perrins Gesichtsausdruck zeige Resignation. Er fragte sich, warum, und er wollte ihn danach fragen, doch wann immer Perrin durch ein St�ck tieferen Schattens kam, schien sich alles Licht in seinen Augen zu sammeln, und sie gl�hten sanft wie polierter Bernstein. Rand schauderte und versuchte, sich auf seine Umgebung zu konzentrieren, auf die mit Walnu�holz get�felten W�nde und das Treppengel�nder aus Eichenholz, auf die handfesten Dinge des Alltags. Er wischte sich mehrmals die H�nde an seinem Mantel ab, aber jedesmal schwitzten seine Handfl�chen gleich wieder. <emphasis>Jetzt wird schon alles gut werden. Wir sind wieder beisammen und... Licht, Mat!</emphasis></p><p>Er brachte sie hinten an der K�che vorbei zur Bibliothek. Den Schankraum mied er. Nicht viele Reisende benutzten die Bibliothek � die meisten derer, die lesen konnten, wohnten in eleganteren Schenken in der Innenstadt. Meister Gill behielt sie eher zum eigenen Vergn�gen als f�r die Handvoll von G�sten, die von Zeit zu Zeit ein Buch wollten. Rand wollte nicht dar�ber nachdenken, warum Moiraine w�nschte, da� sie sich verbargen, aber er mu�te immer wieder daran denken, da� der Wei�mantel-Unteroffizier gesagt hatte, er werde wiederkommen, und er erinnerte sich an Elaidas Blick, als sie fragte, wo er wohne. Das war schon Grund genug, gleich, was Moiraine wollte.</p><p>Er machte f�nf Schritte in die Bibliothek hinein, bevor ihm auffiel, da� alle anderen stehengeblieben waren, sich in der T�r zusammendr�ngten, die M�nder offen, und mit gro�en Augen starrten. Im Kamin prasselte ein helles Feuer, und Loial lag lesend auf der Couch. Eine kleine schwarze Katze mit wei�en F��en lag zusammengerollt und halb schlafend auf seinem Bauch. Als sie eintraten, schlo� er das Buch, wobei er einen riesigen Finger als Buchzeichen drinnenlie�, und setzte die Katze sanft am Boden ab. Dann stand er auf und verbeugte sich h�flich.</p><p>Rand war so an den Ogier gew�hnt, da� er eine Weile brauchte, um zu begreifen, da� er das Ziel der Blicke der anderen war. �Das sind die Freunde, auf die ich gewartet habe, Loial�, sagte er. �Das hier ist Nynaeve, die Seherin meines Dorfes. Und Perrin. Und hier ist Egwene.�</p><p>�Ah, ja�, dr�hnte Loials Stimme. �Egwene. Rand hat eine Menge von dir erz�hlt. Ja. Ich bin Loial.�</p><p>�Er ist ein Ogier�, erkl�rte Rand und beobachtete, wie sich der Ausdruck des Erstaunens auf ihren Gesichtern �nderte. Auch nachdem sie Trollocs und Blasse h�chstpers�nlich kennengelernt hatten, erstaunte es sie immer noch, eine lebende Legende anzutreffen. Er erinnerte sich an seine erste Reaktion auf den Anblick Loials und grinste verlegen. Sie hielten sich besser als er.</p><p>Loial ging �ber ihr neugieriges Starren ohne weiteres hinweg. Rand glaubte, da� er es kaum bemerkte, verglichen mit einem Mob, der �Trolloc� schrie. �Und die Aes Sedai, Rand?� fragte Loial. �Ist oben bei Mat.�</p><p>Der Ogier hob gedankenschwer eine buschige Augenbraue. �Dann ist er wirklich krank. Ich wurde vorschlagen, da� wir uns alle setzen. Wird sie auch noch herkommen? Ja. Dann bleibt nichts anderes �brig, als zu warten.�</p><p>Das Hinsetzen schien in den Emondsfeldern eine Sperre zu l�sen, als f�hlten sie sich wie zu Hause, nun, da sie auf gut gepolsterten St�hlen sa�en, da im Kamin ein Feuer brannte und eine Katze sich auf dem Sims zusammengerollt hatte. Sobald sie sich niedergelassen hatten, begannen alle, aufgeregt dem Ogier Fragen zu stellen. Zu Rands �berraschung war Perrin der erste, der sprach.</p><p>�Die <emphasis>Steddings,</emphasis> Loial. Sind sie wirklich solche Zufluchtsst�tten, wie es in den Geschichten hei�t?� Seine Stimme klang eindringlich, als habe er einen besonderen Grund zu fragen.</p><p>Loial freute sich, da� er von den <emphasis>Steddings</emphasis> erz�hlen konnte und wie er in <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> aufgetaucht war und was er auf seinen Reisen alles gesehen hatte. Rand lehnte sich bald zur�ck und h�rte nur noch teilweise zu. Er hatte das alles bereits ausf�hrlich geh�rt. Loial erz�hlte gern und lang, wenn er nur die geringste M�glichkeit dazu sah, und au�erdem schien er zu glauben, da� eine Geschichte wenigstens zwei- oder dreihundert Jahre der Vorgeschichte ben�tigte, damit man sie auch verstand. Sein Zeitverst�ndnis war ganz eigenartig; f�r ihn waren dreihundert Jahre eine ganz normale Zeitspanne f�r den Verlauf einer Geschichte oder eine Erkl�rung. Er erz�hlte immer davon, wie er sein <emphasis>Stedding</emphasis> verlassen hatte, als sei das nur ein paar Monate zuvor gewesen, aber es war ihm schlie�lich entschl�pft, da� er schon mehr als drei Jahre von zu Hause fort war.</p><p>Rands Gedanken waren bei Mat. <emphasis>Ein Dolch. Ein verdammtes Messer, das ihn vielleicht umbringt, nur, wen er es tr�gt. Licht, ich habe genug von allen Abenteuern. Falls sie ihn heilen kann, sollten wir alle... nicht heimgehen, aber... wir k�nnen nicht heim... irgendwohin. Wir gehen alle irgendwohin, wo man niemals etwas von Aes Sedai oder dem Dunklen K�nig geh�rt hat. Irgendwo.</emphasis></p><p>Die T�r ging auf, und einen Augenblick lang glaubte Rand, der Anblick sei noch seinen Gedanken entsprungen. Da stand <emphasis>Mat,</emphasis> blinzelte unter dem um seine Stirn gewickelten Schal ins Licht und trug seinen Mantel bis oben hin zugekn�pft. Dann erblickte Rand Moiraine, die ihre Hand auf Mats Schulter gelegt hatte, und Lan kam hinter ihnen her. Die Aes Sedai beobachtete Mat genau, wie man jemanden beobachtet, der sich gerade von seinem Krankenbett erhoben hat. Wie immer beobachtete Lan alles, gab sich aber den Anschein, als gehe ihn das alles nichts an.</p><p>Mat sah aus, als sei er noch nicht einmal einen Tag lang krank gewesen. Sein erstes z�gerndes L�cheln beim Eintreten umfa�te alle. Allerdings blieb ihm dann vor �berraschung der Mund beim Anblick Loials offen stehen, als sehe er den Ogier zum ersten Mal. Er sch�ttelte sich, zuckte die Achseln und wandte seine Aufmerksamkeit wieder seinen Freunden zu. �Ich... �h... das hei�t... � Er holte tief Luft. �Es... �h... es scheint, als habe ich mich... �h... ein bi�chen eigenartig benommen. Ich kann mich aber wirklich kaum an etwas erinnern.� Er sah Moiraine unsicher an. Sie l�chelte ihm Mut zu, und er fuhr fort: �Alles nach Wei�br�cke ist verschwommen. Thom und der... � Er schauderte und sprach hastig weiter:</p><p>�Je weiter weg von Wei�br�cke, desto verschwommener wird es. Ich erinnere mich �berhaupt nicht mehr daran, in Caemlyn angekommen zu sein.� Er be�ugte Loial mi�trauisch. �Wirklich nicht. Moiraine Sedai sagt, da� ich oben... da� ich... �h... � Er grinste, und pl�tzlich war er wirklich wieder ganz der alte Mat. �Man kann doch einen Menschen nicht f�r das verantwortlich machen, was er tut, wenn er verr�ckt ist, oder?�</p><p>�Du warst doch schon immer verr�ckt�, sagte Perrin, und in diesem Moment klang auch er wieder ganz wie fr�her.</p><p>�Nein�, sagte Nynaeve. Tr�nen lie�en ihre Augen gl�nzen, aber sie l�chelte. �Keiner von uns macht dich verantwortlich.�</p><p>Rand und Egwene begannen dann gleichzeitig zu sprechen und sagten Mat, wie gl�cklich sie seien, da� er sich so erholt habe und wie gut er aussehe, und sie streuten lachend ein paar Kommentare ein, wie: Sie hofften, da� er jetzt keine Streiche mehr spielen werde, nachdem ihm ein so h��licher gespielt worden war. Mat blieb ihnen nichts schuldig, nachdem er sich einen Stuhl gesucht und sich mit seiner alten Gro�spurigkeit draufgesetzt hatte. Doch beim Hinsetzen, wobei er immer noch grinste, ber�hrte er unbewu�t seinen Mantel, als wolle er sichergehen, da� etwas immer noch am richtigen Fleck war, wo er es in seinen G�rtel gesteckt hatte. Rand stockte der Atem.</p><p>�Ja�, sagte Moiraine leise, �er hat den Dolch immer noch.� Das Gel�chter und Geschw�tz der anderen Emondsfelder ging weiter, doch sie hatte sein pl�tzliches hastiges Einatmen bemerkt und auch den Grund daf�r. Sie trat n�her an seinen Stuhl heran, damit sie nicht lauter sprechen mu�te und er sie doch deutlich verstand. �Ich kann ihn ihm nicht wegnehmen, ohne ihn zu t�ten. Die Verbindung besteht schon zu lange und ist zu stark geworden. Das mu� in Tar Valon getrennt werden; ich kann es nicht und auch keine andere einzelne Aes Sedai, selbst mit Hilfe eines <emphasis>Angreals.�</emphasis></p><p>�Aber er sieht gar nicht mehr krank aus.� Er mu�te an etwas denken und sah zu ihr auf. �Solange er den Dolch hat, wissen die Blassen, wo wir sind. Auch ein paar der Schattenfreunde. Das hast du selbst gesagt.�</p><p>�Ich habe das auf gewisse Art abgeblockt. Wenn sie jetzt nahe genug kommen, um ihn zu sp�ren, dann stehen sie praktisch schon vor uns. Ich habe ihn von der Befleckung gereinigt, Rand, und alles getan, was in meiner Macht steht, da� sie so langsam wie m�glich zur�ckkehrt, aber mit der Zeit wird es wieder so wie zuvor, es sei denn, ihm wird in Tar Valon geholfen.�</p><p>�Gut, da� wir gerade dorthin ziehen, nicht wahr?� Er glaubte, es sei vielleicht der resignierende Tonfall seiner Stimme und die Hoffnung auf eine andere L�sung, da� sie ihm einen so scharfen Blick zuwarf, bevor sie sich abwandte.</p><p>Loial stand vor ihr und verbeugte sich. �Ich hei�e Loial, Sohn des Arent, Sohn des Halan, Aes Sedai. Das <emphasis>Stedding</emphasis> bietet den Dienerinnen des Lichts seinen Schutz.�</p><p>�Ich danke dir, Loial, Sohn des Arent�, antwortete Moiraine trocken, �doch ich w�re mit diesem Gru� nicht so freigiebig, falls ich an deiner Stelle w�re. In diesem Augenblick befinden sich vielleicht zwanzig Aes Sedai in Caemlyn, und jede au�er mir geh�rt zu den Roten Ajah.� Loial nickte weise, als verstehe er. Rand konnte nur verwirrt den Kopf sch�tteln. Er w�re vom Licht geblendet, wenn <emphasis>er</emphasis> verst�nde, was sie meinte. �Es ist seltsam, dich hier anzutreffen�, fuhr die Aes Sedai fort. �Nur wenige Ogier haben in den letzten Jahren die <emphasis>Steddings</emphasis> verlassen.�</p><p>�Die alten Geschichten haben mich gepackt, Aes Sedai. Die alten B�cher f�llten meinen unw�rdigen Kopf mit Bildern. Ich will die Haine sehen. Und auch die St�dte, die wir bauten. Es scheinen von beiden nicht mehr viele zu existieren, aber auch wenn Geb�ude ein schlechter Ersatz f�r B�ume sind, so sind sie doch wert, gesehen zu werden. Die �ltesten glauben, ich sei wunderlich, da ich reisen will. Ich wollte das immer schon, und sie glaubten das immer schon. Keiner von ihnen glaubt, da� es au�erhalb des <emphasis>Stedding</emphasis> etwas Sehenswertes gibt. Vielleicht werden sie ihre Meinung �ndern, wenn ich zur�ckkomme und ihnen erz�hle, was ich gesehen habe. Ich hoffe. Mit der Zeit.�</p><p>�Vielleicht sehen sie es ein�, sagte Moiraine verbindlich. �Nun, Loial, du mu�t mir vergeben, da� ich so kurz angebunden bin. Es ist ein typischer Fehler der Menschen, das wei� ich. Meine Begleiter und ich m�ssen unbedingt und schnell unsere Weiterreise planen. Wenn du uns entschuldigen w�rdest?�</p><p>Nun war es an Loial, verwirrt dreinzublicken. Rand rettete ihn. �Er kommt mit uns. Ich habe es ihm versprochen.�</p><p>Moiraine stand da und sah den Ogier an, als habe sie nicht richtig verstanden, doch schlie�lich nickte sie. �Das Rad webt, wie das Rad will�, murmelte sie. �Lan, pa� auf, da� wir nicht �berrascht werden.� Der Beh�ter verschwand lautlos, bis auf das Klicken der sich schlie�enden T�r, aus dem Raum.</p><p>Lans Verschwinden wirkte wie ein Signal: Alle Gespr�che erstarben. Moiraine ging zum Kamin, und als sie sich wieder dem Raum zuwandte, ruhten alle Blicke auf ihr. Obwohl sie so zierlich war, beherrschte sie den Raum. �Wir k�nnen nicht lang in Caemlyn bleiben und sind selbst hier in <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> nicht sicher. Die Augen des Dunklen K�nigs sind bereits in der Stadt. Sie haben bisher nicht gefunden, wonach sie suchen, sonst w�rden sie nicht mehr weitersuchen. Das ist unser Vorteil. Ich habe Amulette ausgelegt, um sie fernzuhalten, und wenn der Dunkle K�nig schlie�lich bemerkt, da� es einen Teil der Stadt gibt, den die Ratten nicht mehr betreten, sind wir schon weg. St�rkere Amulette jedoch, die auch einen Menschen abschrecken k�nnten, w�rden sich einem Myrddraal wie ein Leuchtfeuer zeigen, und dann sind ja auch noch Kinder des Lichts in Caemlyn, die nach Perrin und Egwene suchen.� Rand stie� einen Laut aus, und Moiraine hob eine Augenbraue in seiner Richtung.</p><p>�Ich glaubte, sie suchen nach Mat und mir�, sagte er.</p><p>Diese Erkl�rung lie� die Aes Sedai nun beide Augenbrauen heben. �Wie kommst du auf die Idee, da� die Wei�m�ntel nach euch suchen?�</p><p>�Ich h�rte, wie einer sagte, sie suchten nach jemandem von den Zwei Fl�ssen. Schattenfreunde, sagte er. Was konnte ich denn sonst glauben? Bei all dem, was geschehen ist, bin ich froh, �berhaupt denken zu k�nnen.�</p><p>�Es war sehr verwirrend, das wei� ich, Rand�, warf Loial ein, �aber du kannst schon klarer denken, als du jetzt tust. Die Kinder hassen die Aes Sedai. Elaida w�rde nicht... �</p><p>�Elaida?� mischte sich Moiraine mit harter Stimme ein. �Was hat Elaida Sedai mit alledem zu tun?�</p><p>Sie blickte Rand so scharf an, da� er sich beinahe zur�ckgelehnt h�tte. �Sie wollte mich ins Gef�ngnis werfen�, sagte er bed�chtig. �Alles, was ich wollte, war lediglich, einen Blick auf Logain zu werfen, aber sie wollte nicht glauben, da� ich nur durch einen Zufall in den Palastgarten zu Elayne und Gawyn geraten war.� Alle starrten ihn an, als sei ihm pl�tzlich ein drittes Auge gewachsen � alle au�er Loial. �K�nigin Morgase hat mich laufen lassen. Sie sagte, es g�be keinen Beweis daf�r, da� ich B�ses im Schild f�hre, und da� sie sich an das Gesetz halten wolle, gleich, was Elaida vermuten mochte.� Er sch�ttelte den Kopf. Die Erinnerung an Morgase in all ihrer Pracht lie� ihn f�r kurze Zeit vergessen, da� ihn alle ansahen. �K�nnt ihr euch vorstellen, da� ich die K�nigin kennengelernt habe? Sie ist so sch�n wie die K�niginnen in M�rchen. Und genauso Elayne. Und Gawyn... dir w�rde Gawyn gefallen, Perrin. Perrin? Mat?� Sie stierten ihn immer noch an. �Blut und Asche, ich bin doch nur auf die Mauer geklettert, um den falschen Drachen zu sehen. Ich habe nichts B�ses getan.�</p><p>�Das sage ich auch immer�, meinte Mat n�chtern, obwohl er pl�tzlich breit grinste, und Egwene fragte in betont neutralem Tonfall: �Wer ist Elayne?�</p><p>Moiraine fluchte leise vor sich hin. �Eine K�nigin�, sagte Perrin kopfsch�ttelnd. �Du hast ja wirklich Abenteuer erlebt. Alles, was wir trafen, waren Kesselflicker und ein paar Wei�m�ntel.� Er vermied es so offensichtlich, Moiraine anzusehen, da� Rand es ganz deutlich bemerkte. Perrin ber�hrte die Bluterg�sse auf seinem Gesicht. �Insgesamt betrachtet hat es mehr Spa� gemacht, mit den Kesselflickern zu singen als mit den Wei�m�nteln.�</p><p>�Das Fahrende Volk lebt f�r seine Lieder�, sagte Loial. �F�r alle Lieder, mu� man sagen. Zumindest f�r die Suche nach ihnen. Ich traf vor einigen Jahren einige Tuatha'an, und sie wollten die Lieder erlernen, die wir den B�umen singen. Tats�chlich h�ren die B�ume nicht mehr auf sehr viele von ihnen, und nicht viele Ogier lernen die Lieder. Ich habe ein wenig dieses Talents, und so bestand der �lteste Arent darauf, da� ich sie lerne. Ich brachte den Tuatha'an bei, was sie erfassen konnten, aber die B�ume h�ren niemals auf Menschen. F�r das Fahrende Volk waren es eben nur Lieder, und sie kamen als solche auch gut bei ihnen an, doch keines war das Lied, nach dem sie suchen. So nennen sie auch den Anf�hrer jedes Stammes: den Sucher. Manchmal besuchen sie das <emphasis>Stedding</emphasis> Schangtai. Sehr wenige Menschen kommen dorthin.�</p><p>�Darf ich dich unterbrechen, Loial�, sagte Moiraine, aber er r�usperte sich und fuhr in einem so schnellen Grollton fort, als f�rchte er, sie werde ihn zum Schweigen bringen.</p><p>�Mir ist gerade etwas eingefallen, Aes Sedai, etwas, das ich immer schon eine Aes Sedai fragen wollte, falls ich eine treffe, da ihr so viele Dinge kennt und in Tar Valon gro�e Bibliotheken habt, und nun habe ich halt dich getroffen, und... Darf ich?�</p><p>�Wenn du dich kurz fa�t�, bemerkte sie knapp.</p><p>�Kurz�, sagte er, als frage er sich, was dieses Wort bedeute. �Ja. Nun gut. Kurz. Vor kurzer Zeit kam ein Mann ins <emphasis>Stedding</emphasis> Schangtai. Das war zu der Zeit an sich nichts Au�ergew�hnliches, da eine gro�e Zahl von Fl�chtlingen zum R�ckgrat der Welt gekommen war. Sie flohen vor dem, was ihr Menschen den Aiel-Krieg nennt.� Rand grinste. Vor kurzer Zeit � das war etwa zwanzig Jahre her. �Er war dem Tod nah, obwohl keine Wunde, kein �u�eres Zeichen an ihm zu entdecken war. Die �ltesten glaubten, es k�nne von Aes Sedai getan worden sein� � Loial warf Moiraine einen entschuldigenden Blick zu -, �da er sich sofort erholte, nachdem er das <emphasis>Stedding</emphasis> betreten hatte. Nur ein paar Monate. Eines Nachts schlich er sich einfach davon, ohne ein Wort zu sagen, als der Mond gesunken war.� Er sah Moiraine ins Gesicht und r�usperte sich wieder. �Ja. Kurz. Bevor er ging, erz�hlte er eine seltsame Geschichte. Er sagte, diese Nachricht wolle er nach Tar Valon bringen. Er sagte, der Dunkle K�nig habe vor, das Auge der Welt zu blenden und die Gro�e Schlange zu t�ten, also die Zeit selbst. Die �ltesten meinten, er sei geistig genauso gesund wie k�rperlich, aber er behauptete solche Dinge. Die Zeit selbst t�ten? Und das Auge der Welt? Kann er das Auge der Gro�en Schlange blenden? Was bedeutet das?�</p><p>Rand erwartete jede m�gliche Reaktion von Moiraine, aber nicht das, was er sah. Anstatt Loial zu antworten oder ihm zu sagen, da� sie im Moment daf�r keine Zeit habe, stand sie einfach da, blickte durch den Ogier hindurch und runzelte gedankenverloren die Stirn.</p><p>�Das haben uns die Kesselflicker auch erz�hlt�, sagte Perrin.</p><p>�Ja�, sagte Egwene. �Die Aiel-Geschichte.�</p><p>Moiraine drehte langsam den Kopf. Kein anderer K�rperteil bewegte sich. �Welche Geschichte?�</p><p>Ihr Blick war ausdruckslos, aber er brachte Perrin dazu, tief einzuatmen. Als er dann sprach, klang er so bed�chtig wie immer. �Einige Kesselflicker, die die W�ste durchquerten � sie sagten, das k�nnten sie tun, ohne etwas bef�rchten zu m�ssen � fanden Aiel, die nach einem Kampf mit Trollocs im Sterben lagen. Bevor die letzte Aiel starb � es waren offensichtlich alles Frauen � erz�hlte sie den Kesselflickern genau dasselbe wie Loial gerade eben. Der Dunkle K�nig � sie nannten ihn Sichtblender -habe vor, das Auge der Welt zu blenden. Und das war vor nur drei Jahren und nicht vor zwanzig. Bedeutet es etwas?�</p><p>�Vielleicht alles�, sagte Moiraine. Ihr Gesicht verriet nichts, doch Rand hatte das Gef�hl, da� der Verstand hinter diesen dunklen Augen rasend arbeitete. �Ba'alzamon�, sagte Perrin pl�tzlich. Der Name brachte jeden Laut im Zimmer zum Ersterben. Keiner schien auch nur zu atmen. Perrin sah Rand an und dann Mat. Seine Augen blickten eigenartig ruhig drein und waren gelber als je zuvor. �Zu der Zeit fragte ich mich, wo ich den Namen schon einmal geh�rt hatte... das Auge der Welt. Jetzt erinnere ich mich. Ihr auch?�</p><p>�Ich will mich an gar nichts erinnern�, sagte Mat angespannt. �Wir m�ssen es ihr erz�hlen�, fuhr Perrin fort. �Jetzt ist es wichtig. Wir k�nnen es nicht l�nger geheimhalten. Das siehst du doch ein, nicht wahr, Rand?�</p><p>�Was m��t ihr mir erz�hlen?� Moiraines Stimme klang rauh, und sie schien sich auf einen Schlag gefa�t zu machen. Ihr Blick ruhte auf Rand. Er wollte nicht antworten. Genau wie Mat wollte er sich an nichts erinnern, aber er erinnerte sich halt doch � und er wu�te, da� Perrin recht hatte. �Ich habe... � Er sah seine Freunde an. Mat nickte z�gernd, Perrin entschlossen, doch zumindest hatten beide zugestimmt. Er mu�te ihr nicht allein gegen�berstehen. �Wir haben... Tr�ume gehabt.� Er rieb sich den Fleck an seinem Finger, wo ihn der Dorn einst gestochen hatte, und dachte an das Blut beim Aufwachen. Mit flauem Gef�hl im Magen dachte er an jenes andere Mal und das Gef�hl, sein Gesicht sei von der Glut aus Ba'alzamons Augen verbrannt worden. �Allerdings waren es vielleicht doch nicht nur Tr�ume. Ba'alzamon kam darin vor.� Er wu�te, warum Perrin diesen Namen benutzt hatte: Es fiel leichter als zu sagen, der Dunkle K�nig sei in deinen Tr�umen gewesen, im Inneren deines Kopfes. �Er sagte... er sagte eine ganze Menge, aber einmal sagte er eben, das Auge der Welt werde mir nie dienen.� Eine Minute lang war sein Mund staubtrocken.</p><p>�Er sagte mir dasselbe�, stellte Perrin fest, und Mat seufzte erst schwer und nickte dann. Rand merkte, da� er wieder Speichel im Mund hatte. �Du bist uns nicht b�se?� fragte Perrin, und es klang �berrascht. Rand sah, da� Moiraine wirklich nicht b�se zu sein schien. Sie betrachtete sie, und ihre Augen blickten klar und ruhig, wenn auch eindringlich, drein.</p><p>�Mehr auf mich selbst als auf euch. Aber ich habe euch doch gefragt, ob ihr eigenartige Tr�ume hattet. Gleich zu Beginn habe ich euch danach gefragt.� Obwohl ihre Stimme gleichm��ig blieb, zeigten ihre Augen einen Moment lang Zorn, der aber gleich wieder verschwand. �H�tte ich es gleich nach dem ersten gewu�t, w�re ich vielleicht in der Lage gewesen... Es hat seit beinahe tausend Jahren in Tar Valon keine Traumwandlerin mehr gegeben, aber ich h�tte es wenigstens versuchen k�nnen. Jetzt ist es zu sp�t. Jedesmal, wenn euch der Dunkle K�nig ber�hrt, macht es ihm die n�chste Ber�hrung leichter. Vielleicht kann euch meine Gegenwart immer noch ein wenig sch�tzen, aber selbst dann... Erinnert ihr euch an die Geschichten �ber die Verlorenen, die Menschen an sich binden? Auch starke M�nner, M�nner, die von Beginn an gegen den Dunklen K�nig gek�mpft hatten. Diese Geschichten sind wahr, und dabei hatte keiner der Verlorenen die Kraft seines Herrn, weder Aginor noch Lanfear, weder Balthamel noch Demandred und noch nicht einmal Ishamael, der Verr�ter aller Hoffnung selbst.�</p><p>Nynaeve und Egwene sahen ihn an, ihn und Mat und Perrin, wie Rand jetzt bemerkte. Die Gesichter der Frauen waren ein blutleeres Gemisch aus Angst und Entsetzen. <emphasis>Haben sie Angst um uns oder vor uns?</emphasis></p><p>�Was k�nnen wir tun?�, fragte er. �Es mu� doch etwas geben.�</p><p>�Ganz nahe bei mir blieben�, antwortete Moiraine, �das wird helfen. Jedenfalls ein bi�chen. Der Schutz durch die Ber�hrung der Wahren Quelle umgibt mich ein St�ck weit � denkt daran. Aber ihr k�nnt nicht immer nah bei mir bleiben. Ihr k�nnt euch selbst verteidigen, falls ihr stark genug seid, aber diese Kraft und diesen Willen m��t ihr in euch selbst finden. Ich kann sie euch nicht geben.�</p><p>�Ich glaube, ich habe meinen eigenen Schutz bereits gefunden�, sagte Perrin, und es klang eher resignierend als froh.</p><p>�Ja�, sagte Moiraine, �das hast du wohl.� Sie sah ihn an, und er senkte den Blick, und selbst dann noch stand sie nachdenklich da. Schlie�lich wandte sie sich den anderen zu. �Die Macht des Dunklen K�nigs in euch hat ihre Grenzen. Gebt nur einen Augenblick nach, und er hat schon euer Herz an einem Faden, einem Band, das ihr vielleicht nie wieder zertrennen k�nnt. Gebt nach, und ihr geh�rt ihm. Widersteht ihm, und seine Macht versagt. Es ist nicht leicht, wenn er in eure Tr�ume eindringt, aber es ist zu schaffen. Er kann immer noch Halbmenschen gegen euch aussenden und Trollocs und Draghkar und andere, aber ihr geh�rt ihm nicht, solange ihr nicht nachgebt.�</p><p>�Blasse sind schlimm genug�, sagte Perrin.</p><p>�Ich will ihn nicht mehr in meinem Kopf sp�ren�, grollte Mat. �Gibt es keinen Weg, um ihn auszusperren?�</p><p>Moiraine sch�ttelte den Kopf. �Loial hat nichts zu bef�rchten, und auch Egwene und Nynaeve nicht. In der Masse der Menschheit kann der Dunkle K�nig ein Individuum nur durch Zufall finden, es sei denn, diese Person sucht ihn. Aber zumindest f�r eine gewisse Zeit seid ihr drei ein Herzst�ck des Musters. Ein Schicksalsgewebe entsteht, und jeder Faden f�hrt geradewegs zu euch. Was hat der Dunkle K�nig noch zu euch gesagt?�</p><p>�Ich kann mich nicht so gut daran erinnern�, sagte Perrin. �Da war etwas, da� einer von uns auserw�hlt sei oder so �hnlich. Ich erinnere mich, da� er dar�ber lachte�, endete er d�ster, �durch wen wir ausgew�hlt w�rden. Er sagte, ich � wir k�nnten ihm entweder dienen oder sterben. Und dann w�rden wir ihm immer noch dienen.�</p><p>�Er behauptete, der Amyrlin-Sitz werde versuchen, uns zu ben�tzen�, f�gte Mat hinzu, und seine Stimme versagte, als ihm klar wurde, wem er das sagte. Er schluckte und fuhr fort: �Er sagte, genau wie Tar Valon andere ben�tzte � er nannte ein paar Namen. Davian, glaube ich. Ich kann mich auch daran nicht gut erinnern.�</p><p>�Raolin Dunkelbann�, sagte Perrin.</p><p>�Ja�, sagte Rand mit gerunzelter Stirn. Er hatte sich bem�ht, diese Tr�ume zu vergessen. Es war unangenehm, sie zur�ckzuholen. �Yurian Steinbogen war ein anderer und ebenso Guaire Amalasan.� Er hielt pl�tzlich inne, hoffte aber, Moiraine werde nicht bemerken, wie pl�tzlich. �Ich erkenne keinen davon.�</p><p>Aber er hatte einen erkannt, jetzt, da er sie aus den Tiefen seiner Erinnerungen hervorzerrte. Er hatte sich gerade noch bremsen k�nnen, um den Namen nicht auszusprechen: Logain. Der falsche Drache. <emphasis>Licht! Thom sagte, das seien gef�hrliche Namen. Ist es das, was Ba'alzamon meinte? Da� Moiraine einen von uns als falschen Drachen ben�tzen will? Aes Sedai</emphasis> jagen <emphasis>falsche Drachen und ben�tzen sie nicht. Oder doch? Licht, hilf mir, ben�tzen sie die falschen Drachen?</emphasis></p><p>Moiraine sah ihn an, aber aus ihrem Gesicht konnte er nichts ablesen. �Kennst du sie?� fragte er. �Bedeuten sie etwas?�</p><p>�Vater der L�gen ist ein guter Name f�r den Dunklen K�nig�, antwortete Moiraine. �Er bem�ht sich immer, den Wurm des Zweifels zu pflanzen, wo er nur kann. Das nagt am Verstand eines Menschen wie ein Krebsgeschw�r. Wenn du dem Vater der L�gen glaubst, ist das der erste Schritt zur Kapitulation. Denkt daran, wenn ihr euch dem Dunklen K�nig ergebt, geh�rt ihr ihm.�</p><p><emphasis>Eine Aes Sedai l�gt nie, aber die Wahrheit, die sie ausspricht, ist vielleicht nicht die Wahrheit, die du zu h�ren glaubst!</emphasis> Das hatte Tam gesagt, und sie hatte seine Frage nicht richtig beantwortet. Er behielt seine ausdruckslose Miene bei und lie� die H�nde ruhig auf den Knien liegen, ohne den Schwei� an seiner Hose abzuwischen.</p><p>Egwene weinte leise. Nynaeve hatte die Arme um sie gelegt, aber auch sie sah so aus, als wolle sie weinen. Rand w�nschte beinahe, er k�nne das auch.</p><p>�Sie sind alle <emphasis>ta'veren�,</emphasis> sagte Loial pl�tzlich. Die Aussicht schien ihn froh zu stimmen. Er freute sich wohl darauf, aus der N�he zusehen zu k�nnen, wie das Muster um sie herum gewebt wurde. Rand sah ihn entgeistert an, und der Ogier zuckte besch�mt die Achseln. Es reichte jedenfalls, um seinen Eifer zu d�mpfen.</p><p>�Das sind sie�, sagte Moiraine. �Gleich <emphasis>drei,</emphasis> wo ich einen erwartete. Eine gro�e Zahl von Dingen hat sich ereignet, mit denen ich nicht rechnete. Diese Nachricht in bezug auf das Auge der Welt �ndert viel.� Sie schwieg einen Moment lang und runzelte die Stirn. �Eine Weile lang scheint sich das Muster um euch drei herum zu formen, so wie Loial sagt, und der Wirbel wird noch st�rker werden, bevor er sich beruhigt. Manchmal bedeutet <emphasis>ta'veren</emphasis> sein, da� das Muster gezwungen ist, sich euch zu beugen, und manchmal zwingt euch das Muster auf den notwendigen Weg. Das Gewebe kann immer noch auf vielerlei Art gewebt werden, und einige dieser Muster k�nnten katastrophale Auswirkungen haben � f�r euch und f�r die Welt.</p><p>Wir k�nnen nicht in Caemlyn bleiben, aber welche Stra�e wir auch ben�tzen: Die Myrddraal und die Trollocs werden uns erreichen, bevor wir auch nur zehn Meilen weg sind. Und gerade zu diesem Zeitpunkt erfahren wir von einer Bedrohung des Auges der Welt, und nicht nur aus einer Quelle, sondern aus dreien, und jede anscheinend unabh�ngig von den anderen. Das Muster zwingt uns auf einen Weg. Das Muster bildet sich immer noch weiter um euch herum, doch welche Hand schert nun die Kette an, und welche Hand f�hrt das Schiffchen? Sind die Gef�ngnismauern um den Dunklen K�nig so br�chig geworden, da� er eine solche Kontrolle aus�ben kann?�</p><p>�Es ist nicht n�tig, so etwas auszusprechen!� sagte Nynaeve in scharfem Ton. �Du jagst ihnen damit nur Angst ein.�</p><p>�Dir nicht?� fragte Moiraine. �Ich habe Angst. Na ja, vielleicht hast du recht. Wir d�rfen unseren Weg nicht durch Angst beeinflussen lassen. Ob dies nun eine Falle ist oder eine rechtzeitige Warnung, wir m�ssen tun, was notwendig ist, und das bedeutet: Wir m�ssen das Auge der Welt schnell erreichen. Der Gr�ne Mann mu� von dieser Bedrohung erfahren.�</p><p>Rand fuhr hoch. <emphasis>Der Gr�ne Mann?</emphasis> Die anderen sahen sie ebenfalls �berrascht an, nur Loial nicht, dessen breites Gesicht sorgenvoll dreinblickte.</p><p>�Ich kann noch nicht einmal riskieren, nach Tar Valon zu kommen, um Hilfe zu holen�, fuhr Moiraine fort. �Die Zeit ist zu knapp. Selbst wenn wir ungehindert aus der Stadt reiten k�nnten, w�rden wir viele Wochen brauchen, um die F�ule zu erreichen, und ich f�rchte, wir haben nicht mehr wochenlang Zeit.�</p><p>�Die F�ule!� Rand h�rte, wie die anderen im Chor zu seinem Echo wurden, aber Moiraine beachtete sie nicht.</p><p>�Das Muster wirft uns in eine Krise und zeigt uns gleichzeitig einen Weg, sie zu �berwinden. Wenn ich nicht w��te, da� es unm�glich ist, w�rde ich beinahe glauben, der Sch�pfer selbst habe eingegriffen. Es gibt einen Weg.� Sie l�chelte, als habe sie einen ihr ganz eigenen Scherz gemacht, und wandte sich Loial zu. �Es gab einen Ogier-Hain hier in Caemlyn und auch ein Wegetor. Heute breitet sich die Neustadt dort aus, wo einst der Hain wuchs, also mu� sich das Wegetor innerhalb der Mauern befinden. Ich wei�, da� heutzutage nicht mehr viele Ogier lernen, wie man die Kurzen Wege ben�tzt, aber einer, der ein Talent besitzt und die alten Wachstumslieder lernt, mu� sich doch von solchem Wissen angezogen f�hlen, selbst wenn er glaubt, sie w�rden nie mehr ben�tzt. Kennst du die Kurzen Wege, Loial?�</p><p>Der Ogier trat unsicher von einem Fu� auf den anderen. �Ja, ich kenne sie, Aes Sedai, aber... �</p><p>�Kannst du dich mit Hilfe der Kurzen Wege nach Fal Dara durchfinden?�</p><p>�Ich habe noch nie von Fal Dara geh�rt�, sagte Loial, und es klang erleichtert.</p><p>�In den Tagen der Trolloc-Kriege war es auch als Mafal Dadaranell bekannt. Kennst du <emphasis>diesen</emphasis> Namen?�</p><p>�Den kenne ich�, sagte Loial z�gernd. �Aber... �</p><p>�Dann kannst du unseren Weg auch finden�, sagte Moiraine. �Das ist schon wirklich eine seltsame Wendung des Schicksals. Wenn wir weder bleiben noch uns auf irgendeinem normalen Weg fortstehlen k�nnen, h�re ich von einer Bedrohung des Auges, und es befindet sich auch noch jemand bei uns, der uns in wenigen Tagen dorthin bringen kann. Ob es nun der Sch�pfer selbst ist oder nur das Schicksal oder selbst der Dunkle K�nig: Das Muster hat unseren Weg bestimmt.�</p><p>�Nein!� sagte Loial. Es klang wie ein aus dem tiefsten Inneren stammendes Donnergrollen. Jeder wandte sich ihm zu, und er blinzelte unter all der Aufmerksamkeit, doch in seinen Worten lag kein Z�gern. �Wenn wir die Kurzen Wege betreten, werden wir alle sterben � oder vom Schatten verschlungen.�</p></section><section><title><p>43</p><p>Entscheidungen und Erscheinungen</p></title><p>Die Aes Sedai schien zu wissen, was Loial meinte, aber sie sagte nichts dazu. Loial sah zu Boden und rieb sich mit einem dicken Finger unter der Nase, als sei er von seinem eigenen Ausbruch peinlich ber�hrt. Niemand wollte etwas sagen.</p><p>�Warum?� fragte Rand schlie�lich. �Warum w�rden wir sterben? Was <emphasis>sind</emphasis> die Kurzen Wege?�</p><p>Loial sah Moiraine an. Sie wandte sich ab und stellte einen Stuhl vor den Kamin. Die kleine Katze streckte sich � die Krallen kratzten �ber den Stein des Kaminunterbaus -, und dann tapste sie gelangweilt her�ber, um ihren Kopf an ihren Beinen zu reiben. Moiraine kraulte sie mit einem Finger hinter dem Ohr. Das Schnurren der Katze bildete einen seltsamen Gegensatz zu der gleichm��igen Stimme der Aes Sedai. �Es ist dein Wissen, Loial. Die Kurzen Wege stellen f�r uns den einzigen Weg in die Sicherheit dar, den einzigen Weg, um dem Dunklen K�nig zuvorzukommen, wenn auch nur f�r kurze Zeit, doch es ist an dir, dies zu erkl�ren.�</p><p>Den Ogier schien das, was sie sagte, nicht gerade zu beruhigen. Er rutschte ungeschickt auf seinem Stuhl hin und her, bevor er begann. �W�hrend der Zeit des Wahns, als die Welt noch immer zerst�rt wurde und die Erde sich aufb�umte, wurde die Menschheit wie Staubk�rner im Wind verstreut. Auch wir Ogier wurden verstreut, aus den <emphasis>Steddings</emphasis> vertrieben, hinein ins Exil und die Lange Wanderung, als das Sehnen sich in unsere Herzen grub.�</p><p>Er blickte wieder Moiraine von der Seite her an. Seine langen Augenbrauen zogen sich zu zwei Punkten zusammen. �Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen, aber das ist keine Sache, die man so kurz erz�hlen kann. Ich mu� nun von den anderen erz�hlen, den wenigen Ogiern, die in ihren <emphasis>Steddings</emphasis> blieben, obwohl um sie herum die Welt zerrissen wurde. Und von den Aes Sedai� � diesmal vermied er es, Moiraine anzusehen � �den m�nnlichen Aes Sedai, die starben, w�hrend sie in ihrem Wahn die Welt zerst�rten. Diesen Aes Sedai � denen, die bis dahin dem Wahn entgangen waren � machten die <emphasis>Steddings</emphasis> das Angebot, in ihnen Zuflucht zu suchen. Viele nahmen dieses Angebot an, denn in den <emphasis>Steddings</emphasis> waren sie vor dem Fluch des Dunklen K�nigs, der ihre Art ausrottete, gesch�tzt. Aber sie waren auch von der Wahren Quelle abgeschnitten. Es war nicht nur, da� sie die Eine Macht nicht mehr ben�tzen oder die Quelle ber�hren konnten, nein, sie konnten noch nicht einmal mehr f�hlen, da� die Quelle �berhaupt existierte. Am Ende konnte keiner diese Isolation ertragen, und einer nach dem anderen verlie�en sie die <emphasis>Steddings.</emphasis> Sie hofften, da� der Fluch mittlerweile verflogen sei. Das war eine T�uschung.�</p><p>�Einige in Tar Valon�, sagte Moiraine ruhig, �behaupten, da� die Hilfe der Ogier die Zerst�rung verl�ngerte und noch schlimmer machte. Andere sagen, wenn man all diesen M�nnern gestattet h�tte, auf einmal dem Wahn zu verfallen, w�re von der Welt nichts �briggeblieben. Ich geh�re zu den Blauen Ajah, Loial. Im Gegensatz zu den Roten Ajah teilen wir die zweite dieser Meinungen. Die Zuflucht half, alles zu retten, was gerettet werden konnte. Fahr bitte fort.�</p><p>Loial nickte dankbar. Er war erleichtert, erkannte Rand.</p><p>�Wie ich schon sagte�, fuhr der Ogier fort, �verlie�en uns die Aes Sedai � die m�nnlichen Sedai � wieder. Aber bevor sie gingen, gaben sie den Ogiern zum Dank f�r die gebotene Zuflucht ein Geschenk. Die Kurzen Wege. Betrete ein Wegetor, laufe einen Tag lang weiter, und du kannst den Weg wieder durch ein anderes Wegetor verlassen, das hundert Meilen von dem entfernt ist, durch das du kamst. Oder f�nfhundert. Zeit und Entfernung verhalten sich bei den Kurzen Wegen anders. Verschiedene Wege, verschiedene Br�cken, f�hren zu unterschiedlichen Orten, und wie lange man braucht, um dorthin zu gelangen, h�ngt vom gew�hlten Weg ab. Es war ein wundervolles Geschenk, das mit der Zeit immer wertvoller wurde, denn die Kurzen Wege sind kein Teil der Welt, die wir sehen, und vielleicht auch kein Teil irgendeiner anderen Welt au�er der eigenen. Nicht nur, da� die Ogier, die dieses Talent besa�en, k�nftig nicht mehr durch die Welt drau�en reisen mu�ten � wo die Menschen sogar nach der Zerst�rung noch wie die Tiere um ihr Leben k�mpften -, um ein anderes <emphasis>Stedding</emphasis> zu erreichen, nein, innerhalb der Wege gab es keine Zerst�rung. Das Gebiet zwischen zwei <emphasis>Steddings</emphasis> konnte sich zu tiefen Schluchten aufspalten oder zu neuen Bergen t�rmen, aber im Kurzen Weg zwischen ihnen �nderte sich nichts.</p><p>Als die letzten Aes Sedai ein <emphasis>Stedding</emphasis> verlie�en, gaben sie den �ltesten einen Schl�ssel, einen Talisman, der ben�tzt werden konnte, weitere Wege wachsen zu lassen. In gewisser Weise sind es lebende Gesch�pfe: die Kurzen Wege und die Wegetore. Ich verstehe es nicht, und kein Ogier hat das je verstanden. Man hat mir gesagt, selbst die Aes Sedai h�tten es vergessen. Mit den Jahren endete f�r uns die Zeit des Exils. Wenn die Ogier, die von den Aes Sedai so beschenkt worden waren, ein <emphasis>Stedding</emphasis> fanden, zu dem Ogier nach der Langen Wanderung zur�ckgekehrt waren, dann lie�en sie einen Kurzen Weg dorthin wachsen. Mit Hilfe der Kunst der Steinbearbeitung, die wir im Exil erlernt hatten, bauten wir St�dte f�r die Menschen und pflanzten die Haine an, damit die beim Bau besch�ftigten Ogier sich wohlf�hlten und die Sehnsucht sie nicht �berkam. Zu diesen Hainen lie� man Kurze Wege wachsen. Es gab einen Hain und ein Wegetor in Mafal Dadaranell, aber diese Stadt wurde w�hrend der Trolloc-Kriege geschleift. Kein Stein blieb auf dem anderen, und der Hain wurde gef�llt und in Trollocfeuern verheizt.� Er lie� keinen Zweifel daran, welches das gr��ere Verbrechen gewesen war.</p><p>�Wegetore sind fast unzerst�rbar�, sagte Moiraine, �und die Menschheit nicht viel weniger Es leben immer noch Menschen in Fal Dara, wenn auch nicht in der gro�en, von Ogiern erbauten Stadt, und auch das Wegetor steht noch.�</p><p>�Wie haben sie die denn gemacht?� fragte Egwene. Ihr verbl�ffter Blick erfa�te gleichzeitig Moiraine und Loial. �Die Aes Sedai, die M�nner. Wenn sie in einem <emphasis>Stedding</emphasis> die Eine Macht nicht ben�tzen konnten, wie konnten sie dann die Kurzen Wege machen? Oder haben sie die Macht vielleicht �berhaupt nicht ben�tzt? Ihr Teil der Wahren Quelle war befleckt. Ist immer noch befleckt. Ich wei� noch nicht soviel dar�ber, was Aes Sedai leisten k�nnen. Vielleicht ist es eine dumme Frage.�</p><p>Loial erkl�rte: �Jedes <emphasis>Stedding</emphasis> hat an der Grenze ein Wegetor, aber au�erhalb! Deine Frage ist keineswegs dumm. Du hast den wunden Punkt getroffen, warum wir es nicht wagen, die Kurzen Wege zu ben�tzen. Kein Ogier hat w�hrend meines Lebens und auch schon vorher die Wege ben�tzt. Es war ein Beschlu� der �ltesten, aller �ltesten aller <emphasis>Steddings,</emphasis> da� es keinem gestattet wird, weder Ogier noch Mensch.</p><p>Die Kurzen Wege wurden von M�nnern geschaffen, die eine vom Dunklen K�nig befleckte Macht ben�tzten. Vor ungef�hr tausend Jahren, w�hrend einer Zeit, die ihr Menschen den Hundertj�hrigen Krieg nennt, begannen sich die Wege zu ver�ndern. Zu Anfang geschah das so langsam, da� es niemand richtig bemerkte. Sie wurden feucht und tr�b. Dann kam Dunkelheit �ber die Br�cken. Einige, die hineingingen, wurden nie wieder gesehen. Reisende erz�hlten davon, da� sie aus dem Dunkel heraus beobachtet wurden. Die Anzahl der Verschwundenen wuchs, und einige, die herauskamen, waren dem Wahnsinn verfallen. Sie phantasierten etwas von <emphasis>Machin Shin,</emphasis> dem Schwarzen Wind. Aes-Sedai-Heiler konnten einigen von ihnen helfen, aber trotz der Hilfe durch die Aes Sedai wurden sie nie wieder ganz hergestellt. Und sie erinnerten sich nicht mehr an das, was vorgefallen war. Und doch war es, als sei die Dunkelheit in ihre Knochen eingesickert. Sie lachten nie wieder und f�rchteten das Heulen des Windes.�</p><p>Einen Augenblick lang herrschte Stille, nur vom Schnurren der Katze neben Moiraines Stuhl unterbrochen und nat�rlich dem Prasseln und Knacken des Feuers, wenn die Funken stoben. Dann brach es zornig aus Nynaeve heraus: �Und du erwartest, da� wir dir dorthinein folgen? Du mu�t wahnsinnig sein!�</p><p>�Was w�rdest du statt dessen vorschlagen?� fragte Moiraine ruhig. �Die Wei�m�ntel in Caemlyn oder die Trollocs drau�en? Denke daran, da� allein meine Gegenwart schon einen gewissen Schutz gegen die Untaten des Dunklen K�nigs darstellt.�</p><p>Nynaeve lehnte sich mit einem ergebenen Seufzer zur�ck. �Du hast mir immer noch nicht erkl�rt�, sagte Loial, �warum ich die Regel der �ltesten brechen soll.</p><p>Und ich versp�re auch keinerlei Wunsch, die Wege zu betreten. Auch wenn sie oft schlammig sind, so haben mir doch die von Menschen gemachten Stra�en bisher gut genug gedient, seit ich das <emphasis>Stedding</emphasis> Schangtai verlie�.�</p><p>�Ob Menschheit oder Ogier, alles was lebt befindet sich im Krieg mit dem Dunklen K�nig�, sagte Moiraine. �Der gr��ere Teil der Welt wei� das noch nicht einmal, und die meisten jener, die es wissen, k�mpfen in blo�en Gepl�nkeln und glauben, es seien Schlachten. Solange die Welt sich weigert, an diesen Krieg zu glauben, befindet sich der Dunkle K�nig am Rande des Sieges. Das Auge der Welt enth�lt genug Macht, um sein Gef�ngnis zu �ffnen. Falls der Dunkle K�nig irgendeinen Weg gefunden hat, um das Auge der Welt seinem Willen zu unterwerfen... �</p><p>Rand w�nschte, die Lampen im Raum w�ren entz�ndet worden. Der Abend kroch �ber Caemlyn dahin, und das Feuer im Kamin gab nicht genug Licht. Er wollte keine Schatten im Raum.</p><p>�Was k�nnen wir tun?� platzte Mat heraus. �Warum sind wir so wichtig? Warum m�ssen wir in die F�ule gehen? Die F�ule!�</p><p>Moiraine erhob die Stimme keineswegs, doch sie f�llte den Raum und appellierte an sie. Ihr Stuhl beim Feuer erschien ihnen pl�tzlich wie ein Thron. In diesem Moment w�re sogar Morgases Pracht in ihrer Gegenwart verbla�t. �Eines k�nnen wir tun: Wir k�nnen es versuchen. Was wie Zufall aussieht, ist oft einfach das Muster. Drei Schicksalsf�den haben sich hier getroffen, und jeder enthielt eine Warnung: das Auge. Das kann kein Zufall sein, das ist ein Muster! Ihr drei habt nicht gew�hlt; ihr wurdet vom Muster erw�hlt. Und ihr befindet euch hier, wo die Gefahr bekannt ist. Ihr k�nnt euch dr�cken und vielleicht die Welt dem Untergang preisgeben. Wegrennen und Verstecken wird euch nicht vor dem Weben des Musters bewahren. Oder eben, ihr versucht es. Ihr k�nnt zum Auge der Welt gehen, drei <emphasis>ta'veren,</emphasis> drei Herzst�cke des Musters, um dort zu sein, wo die Gefahr liegt. La�t das Muster sich dort um euch herum formen, und ihr k�nnt m�glicherweise die Welt vor dem Schatten bewahren. Es liegt bei euch. Ich kann euch nicht zum Gehen zwingen.�</p><p>�Ich gehe�, sagte Rand und bem�hte sich dabei, entschlossen zu klingen. So sehr er auch versuchte, das Nichts heraufzubeschw�ren � immer huschten st�rende Bilder durch seinen Kopf. Tam und der Hof und die Herde auf der Weide. Es war ein gutes Leben gewesen; er hatte niemals wirklich h�her hinaus gewollt. Es half ein wenig � sehr wenig -, da� Perrin und Mat dem zustimmten. Sie klangen, als seien ihre M�nder genauso ausgetrocknet wie seiner.</p><p>�Ich sch�tze, Egwene und ich haben auch keine andere Wahl�, sagte Nynaeve.</p><p>Moiraine nickte. �Auch ihr seid ein Teil des Musters, ihr beide, auf gewisse Weise jedenfalls. Vielleicht nicht <emphasis>ta'veren</emphasis> � vielleicht -, aber auf jeden Fall sehr stark. Das wei� ich seit Baerlon. Und zweifellos wissen das mittlerweile auch die Blassen. Und Ba'alzamon. Und doch steht ihr zumindest vor der gleichen Wahl wie die jungen M�nner: Ihr k�nntet hier bleiben und nach Tar Valon weiterziehen, sobald wir anderen weg sind.�</p><p>�Zur�ckbleiben!� rief Egwene. �Euch alle in die Gefahr hineinrennen lassen, w�hrend wir uns hier unter der Bettdecke verstecken? Nein danke!� Der Blick der Aes Sedai traf sie, und sie schreckte ein wenig zur�ck, aber ihr Widerstandsgeist verflog nicht. �Das werde ich nicht�, murmelte sie stur.</p><p>�Ich sch�tze, das bedeutet, wir beide werden euch begleiten.� Nynaeves Stimme klang nach Resignation, aber ihre Augen blitzten, als sie hinzuf�gte: �Ihr braucht noch immer meine Kr�uter, Aes Sedai, au�er ihr habt pl�tzlich noch eine Fertigkeit entwickelt, die ich nicht kenne.� In ihrer Stimme schwang eine Herausforderung mit, die Rand nicht verstand, aber Moiraine nickte blo� und wandte sich dem Ogier zu.</p><p>�Also, Loial, Sohn des Arent, Sohn des Halan?�</p><p>Loial �ffnete zweimal den Mund, und seine behaarten Ohren zuckten, bis er endlich antwortete: �Ja, nun gut. Der Gr�ne Mann. Das Auge der Welt. Sie werden nat�rlich in den B�chern erw�hnt, aber ich glaube nicht, da� irgendein Ogier sie seit, oh, eben seit sehr langer Zeit gesehen hat. Ich denke... Aber m�ssen es wirklich die Kurzen Wege sein?� Moiraine nickte, und seine langen Augenbrauen sackten herunter, bis ihre Enden seine Wangen ber�hrten. �Also gut dann. Ich glaube, dann mu� ich euch f�hren. Der �lteste Haman w�rde sagen, ich h�tte auch nichts anderes verdient, wenn ich schon immer so vorschnell bin.�</p><p>�Dann haben wir uns also entschieden�, sagte Moiraine. �Und nun, da das abgekl�rt ist, m�ssen wir uns entscheiden, was zu tun ist und wie wir es anpacken.�</p><p>Sie planten bis lange in die Nacht hinein. Moiraine arbeitete am h�rtesten. Loial beriet sie, was die Wege anbetraf, aber sie h�rte auch die Fragen und Vorschl�ge aller. Sobald die Dunkelheit anbrach, kam auch Lan dazu und f�gte seine Kommentare in seinem typischen stahlgef�rbten Tonfall hinzu. Nynaeve machte eine Liste, welche Vorr�te sie brauchten. Sie stippte mit ruhiger Hand ihre Feder in das Tintenfa�, wobei sie immer wieder vor sich hinmurmelte.</p><p>Rand w�nschte, er k�nne alles so selbstverst�ndlich nehmen wie die Seherin. Er konnte nicht aufh�ren, hin und her zu gehen, als habe er zuviel Energie, die aus ihm herauswollte. Er wu�te, da� sein Entschlu� feststand, wu�te, da� ihm bei seinem Wissensstand nichts anderes �brigblieb, aber deshalb gefiel es ihm noch lange nicht. Die F�ule. Shayol Ghul befand sich irgendwo in der F�ule, jenseits der Versengten L�nder.</p><p>Er konnte die gleichen Sorgen an Mats Augen ablesen, die gleiche Angst, von der er wu�te, da� sie sich auch in seinen Augen zeigte. Mat sa� mit gefalteten H�nden da. Die Kn�chel waren wei� vor Anstrengung. Wenn er loslie�e, dachte sich Rand, dann w�rde er wieder den Dolch aus Shadar Logoth ergreifen.</p><p>Auf Perrins Gesicht zeigte sich dagegen �berhaupt kein Unbehagen, doch daf�r etwas Schlimmeres: Es war eine Maske ersch�pfter Resignation. Perrin wirkte, als habe er gegen etwas gek�mpft, bis er nicht mehr konnte und nur noch darauf wartete, da� es mit ihm Schlu� mache. Und doch, manchmal...</p><p>�Wir tun, was sein mu�, Rand�, sagte er. �Die F�ule...� Einen Moment lang blitzte in diesen gelben Augen Eifer auf. Sie durchbrachen die starre Ersch�pfung seines Gesichts, als f�hrten sie ein Eigenleben � getrennt von dem des gro�en Schmiedlehrlings. �Die Jagd am Rand der F�ule entlang ist gut�, fl�sterte er. Dann schauderte er, als habe er gerade erst bemerkt, was er da sagte, und wieder wirkte sein Gesicht resigniert.</p><p>Und Egwene. An einem Punkt zog Rand sie zur Seite, hin�ber zum Kamin, wo die anderen, die am Tisch sa�en und planten, sie nicht h�ren konnten. �Egwene, ich... � Ihre Augen, die ihn wie zwei gro�e, dunkle Seen in sich aufnahmen, lie�en ihn innehalten und schlucken.</p><p>�Ich bin es, hinter dem der Dunkle K�nig her ist, Egwene. Mat und Perrin und ich. Es ist mir gleich, was Moiraine Sedai sagt. Morgen fr�h k�nnen Nynaeve und du die Heimreise antreten oder nach Tar Valon ziehen oder wo auch immer ihr hinwollt, und niemand wird versuchen, euch davon abzuhalten. Keine Trollocs, keine Blassen, niemand. Solange ihr nicht bei uns seid. Geh heim, Egwene. Oder geh nach Tar Valon. Aber vor allem � geh!�</p><p>Er wartete darauf, da� sie ihm entgegenhielt, sie habe das gleiche Recht wie er, hinzugehen, wo sie wolle, und da� er kein Recht habe, ihr zu sagen, was sie zu tun habe. Zu seiner �berraschung l�chelte sie und ber�hrte seine Wange.</p><p>�Danke, Rand�, sagte sie sanft. Er blinzelte und schlo� den Mund, als sie weitersprach: �Aber du wei�t, da� ich nicht kann. Moiraine Sedau erz�hlte uns, was Min damals in Baerlon sah. Du h�ttest mir sagen sollen, wer Min ist. Ich dachte... Na ja, Min behauptet, auch ich sei ein Teil dieses Ganzen. Und Nynaeve. Vielleicht bin ich nicht <emphasis>ta'veren�,</emphasis> sie stolperte �ber dieses Wort, �aber das Muster schickt auch mich zum Auge der Welt, wie es scheint. Was immer dich betrifft, betrifft auch mich.�</p><p>�Aber, Egwene... �</p><p>�Wer ist Elayne?�</p><p>Eine Minute lang blickte er sie einfach nur an, und dann sagte er schlicht die Wahrheit: �Sie ist die TochterErbin des Thrones von Andor.�</p><p>Ihre Augen schienen Feuer zu fangen. �Wenn du nicht einmal eine Minute lang ernst bleiben kannst, Rand al'Thor, dann will ich nicht mit dir sprechen.�</p><p>Ungl�ubig sah er zu, wie sie mit steifem Kreuz zum Tisch zur�ckkehrte und sich neben Moiraine auf ihre Ellenbogen st�tzte, um zu h�ren, was der Beh�ter sagte. <emphasis>Ich mu� mit Perrin sprechen,</emphasis> dachte er. <emphasis>Er wei�, wie man mit Frauen umgeht.</emphasis></p><p>Meister Gill kam mehrmals herein � zuerst, um die Lampen zu entz�nden, dann, um selbst das Essen hereinzutragen, und sp�ter, um zu berichten, was drau�en vorging. Wei�m�ntel hielten die Schenke in beiden Richtungen die Stra�e hinunter unter Beobachtung. Am Tor zur Innenstadt hatte es Ausschreitungen gegeben, und die k�nigliche Garde hatte sowohl wei�e als auch rote Abzeichentr�ger festgenommen. Irgend jemand hatte versucht, den Drachenzahn auf die Eingangst�r zu kritzeln, und war daf�r von Lambgwins Stiefel wegbef�rdert worden. Falls der Wirt es eigenartig fand, da� Loial bei ihnen war, dann lie� er sich das nicht anmerken. Er beantwortete die wenigen Fragen, die ihm Moiraine stellte, ohne zu versuchen herauszufinden, was sie planten, und jedesmal, wenn er kam, klopfte er an die T�r und wartete, bis Lan sie ihm �ffnete, gerade so, als seien das nicht seine Schenke und seine Bibliothek. Bei seinem letzten Erscheinen gab ihm Moiraine das Blatt Pergament, das mit Nynaeves sauberer Schrift bedeckt war.</p><p>�Das wird um diese Zeit in der Nacht nicht leicht werden�, sagte er und sch�ttelte den Kopf, w�hrend er die Liste �berflog, �aber ich werde mich um alles k�mmern.�</p><p>Moiraine f�gte einen kleinen Beutel aus Waschleder hinzu, in dem es klimperte, als sie ihn an den Schn�ren hielt und ihn ihm reichte. �Gut. Und sorgt bitte daf�r, da� wir vor Tagesanbruch geweckt werden. Dann werden die Beobachter am wenigsten wachsam sein.�</p><p>�Wir werden sie eine leere Schachtel bewachen lassen, Aes Sedai.� Meister Gill grinste.</p><p>Rand g�hnte, als er schlie�lich zusammen mit den anderen aus dem Raum schlurfte und nach Bad und Bett suchte.</p><p>Als er sich mit einem rauhen Lumpen in der einen und einem gro�en Brocken gelber Seife in der anderen Hand abschrubbte, wanderte sein Blick hin�ber zu dem Hocker neben Mats Badewanne. Das Ende des in eine goldene Scheide gesteckten Dolches aus Shadar Logoth lugte unter dem Zipfel von Mats sauber zusammengefaltetem Mantel hervor. Auch Lan blickte von Zeit zu Zeit dorthin. Rand fragte sich, ob er wirklich nun so unsch�dlich sei, wie Moiraine behauptete.</p><p>�Denkst du, da� mein Pa mir das jemals glauben wird?� Mat lachte und schrubbte sich den R�cken mit einer langstieligen B�rste. �Ich und die Welt retten? Meine Schwestern werden sich nicht entscheiden k�nnen, ob sie lachen oder weinen sollen.�</p><p>Es klang nach dem alten Mat. Rand w�nschte, er k�nne den Dolch vergessen.</p><p>Es war pechschwarze Nacht, als er und Mat endlich ihr Zimmer unter den Dachbalken betraten. Die Sterne wurden von Wolken verdeckt. Zum ersten Mal nach langer Zeit zog sich Mat aus, bevor er ins Bett ging. Aber er steckte auch ganz selbstverst�ndlich den Dolch unter sein Kopfkissen. Rand pustete die Kerze aus und kroch in sein Bett. Er konnte sp�ren, da� sich im anderen Bett etwas B�ses verbarg � nicht Mat jedoch; es kam durch sein Kopfkissen. Er machte sich immer noch Sorgen deswegen, als ihn der Schlaf �berfiel.</p><p>Gleich von Beginn an wu�te er, da� es ein Traum war, einer von der Sorte, die nicht nur Tr�ume waren. Er stand da und sah die Holzt�r an, deren Oberfl�che dunkel und rissig und von Splittern bedeckt wirkte. Die Luft war kalt und feucht, und der Geruch nach F�ulnis durchzog sie. In einiger Entfernung tropfte Wasser. Das Klatschen der Tropfen warf ein hohles Echo in den Steing�ngen.</p><p><emphasis>Widerstehe. Widerstehe ihm, und seine Macht versagt.</emphasis></p><p>Er schlo� die Augen und konzentrierte sich auf <emphasis>Der K�nigin Segen,</emphasis> auf sein Bett und auf sich selbst, wie er schlafend im Bett lag. Wenn er die Augen �ffnete, war die T�r immer noch da. Das hallende Klatschen der Tropfen kam im Rhythmus seines Herzschlags, als ob sein Puls die Sekunden f�r sie z�hle. Er suchte Flamme und Nichts, wie Tam es ihm beigebracht hatte, und fand innere Ruhe, doch au�erhalb seines Geistes �nderte sich nichts. Langsam �ffnete er die T�r und ging hinein.</p><p>Alles war gleich geblieben in dem Raum, der aus dem Fels selbst herausgebrannt schien. Hohe Bogenfenster f�hrten auf einen Balkon ohne Gel�nder, und dahinter str�mten die Schichtwolken wie ein Flu� bei Hochwasser. Die Lampen aus schwarzem Metall schimmerten schwarz, und doch silbrig hell. Ihre Flammen leuchteten zu hell, als da� er sie direkt h�tte anblicken k�nnen. Das Feuer in dem furchterregenden Kamin prasselte, gab aber keine W�rme ab. Jeder Stein des Kamins erinnerte schwach an ein vor Qual verzerrtes Gesicht.</p><p>Alles war gleich, bis auf eine Sache. Auf der gl�nzenden Tischoberfl�che standen drei kleine Statuen -die rohen, unbehauenen Gestalten menschen�hnlich, als sei der Bildhauer zu schnell mit seinem Ton umgegangen. Neben der einen stand ein Wolf. Die gut erkennbaren Einzelheiten betonten noch die Grobheit der menschlichen Formen. Eine andere hielt einen winzigen Dolch, auf dessen Griff ein roter Punkt leuchtete. Die letzte hielt ein Schwert. Seine Nackenhaare str�ubten sich. Er n�herte sich der Figur, bis er das in allen Einzelheiten sichtbare Reiherzeichen auf der winzigen Klinge sehen konnte.</p><p>Sein Kopf fuhr in pl�tzlicher Panik hoch, und er blickte direkt in den einzigen Spiegel des Raumes. Immer noch war sein Spiegelbild verschwommen zu sehen, aber nicht so sehr wie zuvor. Beinahe konnte er seine Gesichtsz�ge erkennen. Wenn er sich vorstellte, da� er die Augen zusammengekniffen hatte, konnte er fast erkennen, wer es war.</p><p>�Du hast dich zu lange vor mir verborgen.�</p><p>Er wirbelte vor dem Tisch herum. Der Atem rasselte in seiner Kehle. Einen Moment zuvor war er noch allein im Raum gewesen, aber nun stand Ba'alzamon vor den Fenstern. Wenn er sprach, dann ersetzten Flammenh�hlen seine Augen und seinen Mund.</p><p>�Zu lang, aber nicht mehr lange.�</p><p>�Ich widerstehe dir�, sagte Rand heiser. �Ich bestreite, da� du Macht �ber mich besitzt. Ich bestreite, da� du existierst.�</p><p>Ba'alzamon lachte. Es war ein volles Lachen, das ihn vom Feuer her �berrollte. �Glaubst du, es sei so leicht? Aber das hast du ja immer geglaubt. Jedesmal, wenn wir uns so gegen�berstanden, hast du geglaubt, du k�nntest mir widerstehen.�</p><p>�Was meinst du damit � jedesmal? Ich widerstehe dir!�</p><p>�Das tust du immer, jedenfalls zu Beginn. Diese Auseinandersetzung zwischen uns hat sich schon unz�hlige Male abgespielt. Jedesmal tr�gst du ein anderes Gesicht und einen anderen Namen, aber du bist doch immer derselbe.�</p><p>�Ich verweigere mich dir.� Es war ein verzweifeltes Fl�stern.</p><p>�Jedesmal setzt du deine Zwergenkr�fte gegen mich ein, und jedesmal wei�t du zum Schlu�, wer von uns der Meister ist. Zeitalter auf Zeitalter kniest du schlie�lich vor mir, oder du stirbst und w�nschst dir dabei, du h�ttest noch die Kraft, niederzuknien. Armer Narr, du kannst mich niemals besiegen.�</p><p>�L�gner!� schrie er. �Vater der L�gen! Vater der Narren, wenn du nichts Besseres vorbringst als das! Die Menschen fanden dich im letzten Zeitalter, im Zeitalter der Legenden, und banden dich dort, wo du hingeh�rst.�</p><p>Ba'alzamon lachte wieder und immer wieder h�hnisch, bis Rand sich die Ohren bedecken wollte, um es nicht mehr h�ren zu m�ssen. Er dr�ckte sich gewaltsam die H�nde an die Seiten. Ob er das Nichts heraufbeschwor oder nicht: Seine H�nde zitterten, als das Gel�chter endlich aufh�rte.</p><p>�Du Wurm, du wei�t �berhaupt nichts. So unwissend wie ein K�fer unter einem Stein und genauso leicht zu zerdr�cken. Dieser Kampf hat seit dem Augenblick der Sch�pfung stattgefunden. Immer glauben die Menschen, es sei ein neuer Krieg, aber es ist nur derselbe wie vorher, den sie wiederentdeckt haben. Nur jetzt ergreift eine Ver�nderung die Winde der Zeit. Ver�nderung.</p><p>Diesmal wird es kein Zur�ck mehr geben. Diese stolzen Aes Sedai, die glauben, sie k�nnten dich gegen mich stellen. Ich werde sie in Ketten kleiden und nackt herumrennen lassen, um meine Forderungen zu erf�llen, oder ich werde ihre Seelen in die H�lle schicken, wo sie in Ewigkeit schreien werden. Alle au�er denen, die mir bereits dienen. Sie werden nur eine Stufe unter mir stehen. Du kannst dich entscheiden, neben ihnen zu stehen und die Welt zu deinen F��en kriechen zu sehen. Ich biete es dir noch einmal an, ein letztes Mal. Du kannst �ber ihnen stehen, �ber jeder Macht und jeder Herrschaft au�er meiner. Es hat Zeiten gegeben, da du dich so entschieden hast und wo du lange genug lebtest, um deine Macht zu erkennen.�</p><p><emphasis>Widerstehe ihm!</emphasis> Rand griff nach allem, dem er widersprechen konnte. �Dir dienen keine Aes Sedai. Wieder eine L�ge!�</p><p>�Haben sie dir das erz�hlt? Vor zweitausend Jahren f�hrte ich meine Trollocs �ber die Welt, und selbst unter den Aes Sedai fand ich jene, deren Verzweiflung gro� genug war, die wu�ten, da� die Welt Shai'tan nicht widerstehen kann. Zweitausend Jahre lang haben die Mitglieder der Schwarzen Ajah unentdeckt in den Schatten unter den anderen gelebt. Vielleicht sogar diejenigen, die behaupten, dir zu helfen.�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf und bem�hte sich, damit auch die in ihm aufsteigenden Zweifel abzusch�tteln, all die Zweifel in bezug auf Moiraine, was die Aes Sedai mit ihm anstellen wollten und was sie f�r ihn plante. �Was willst du von mir?� rief er. <emphasis>Widersteh ihm! Licht, hilf mir, ihm zu widerstehen!</emphasis></p><p>�Knie nieder!� Ba'alzamon deutete auf den Boden vor seinen F��en. �Knie nieder, und erkenne mich als deinen Herrn an. Schlie�lich wirst du es doch tun. Du wirst zu meiner Kreatur, oder du stirbst.�</p><p>Das letzte Wort hallte durch den Raum, kehrte als Echo zur�ck, wieder und wieder, bis Rand die Arme hochri�, als wolle er seinen Kopf gegen einen Schlag sch�tzen. Er taumelte zur�ck, bis er gegen den Tisch prallte, und schrie, um den Klang in seinen Ohren zu �bert�nen: �Neeeeeiiiiin!�</p><p>Bei diesem Aufschrei fuhr er herum und fegte die Figuren zu Boden. Etwas stach in seine Hand, doch er beachtete es nicht und stampfte den Ton zu formlosen Klumpen zusammen. Aber als sein Schrei verflog, war das Echo immer noch da und wurde st�rker: stirb-stirb-stirb-stirb-stirb-Stirb-Stirb-Stirb-Stirb-Stirb-STIRB-STIRB-STIRB-STIRB-STIRB. Der Klang zog ihn an wie ein Wasserwirbel, zog ihn in sich hinein und zerfetzte das Nichts in seinen Gedanken. Das Licht verd�sterte sich, und er blickte wie in einen dunklen Tunnel, an dessen Ende Ba'alzamon im letzten Fleckchen Lichtschein stand. Der Tunnel schrumpfte zur Gr��e seiner Hand zusammen, zur Gr��e eines Fingernagels, verschwand. Das Echo ri� ihn in einem Strudel hinunter in Schw�rze und Tod.</p><p>Sein dumpfer Aufschlag am Boden weckte ihn auf. Er k�mpfte immer noch darum, aus dieser Dunkelheit auftauchen zu k�nnen. Das Zimmer war dunkel, aber nicht so dunkel wie diese andere Dunkelheit in ihm. Verzweifelt bem�hte er sich, die Flamme heraufzubeschw�ren, die Angst hineinzuleeren, doch das Nichts zerrann. Ein Beben durchlief seine Arme und Beine, aber er konzentrierte sich so lange auf das Bild der einzelnen Flamme, bis das Blut nicht mehr in seinen Ohren pochte.</p><p>Mat warf sich auf seinem Bett hin und her und st�hnte im Schlaf. �... widerstehe dir, gib mich nicht hin, widerstehe... � Es verschwamm zu undeutlichem St�hnen.</p><p>Rand fa�te hin�ber, um ihn wachzur�tteln. Bei der ersten Ber�hrung fuhr Mat mit einem w�rgenden R�cheln hoch. Eine Minute lang blickte er wild um sich, dann atmete er lang und zittrig ein und senkte den Kopf in seine H�nde. Pl�tzlich drehte er sich um, steckte die Hand unter sein Kopfkissen und sank dann zur�ck. Er hielt den Dolch mit dem Rubingriff in beiden H�nden vor seiner Brust. Er drehte den Kopf, um Rand anzublicken. Sein Gesicht war durch Schatten verborgen. �Er ist wieder da, Rand.�</p><p>�Ich wei�.�</p><p>Mat nickte. �Da waren diese drei Figuren... � �Ich habe sie auch gesehen.�</p><p>�Er wei�, wer ich bin, Rand. Ich nahm die eine mit dem Dolch in die Hand, und er sagte: �Also, das bist du.� Und als ich wieder hinschaute, hatte die Figur mein Gesicht. Mein Gesicht, Rand! Es wirkte wie Fleisch und Blut. Es f�hlte sich wie Fleisch an. Licht, hilf mir, ich konnte f�hlen, wie meine eigene Hand mich ergriff, als sei ich die Statue.�</p><p>Rand schwieg einen Moment lang. �Du mu�t ihn weiterhin verleugnen, Mat.�</p><p>�Das tat ich, und er lachte. Er erz�hlte st�ndig von einem ewigen Krieg und behauptete, wir h�tten uns so schon tausendmal gegen�bergestanden und... Licht, Rand, der Dunkle K�nig kennt mich.�</p><p>�Er hat mir das gleiche erz�hlt. Ich glaube nicht, da� er uns kennt�, f�gte er bed�chtig hinzu. �Ich glaube nicht, da� er wei�, welcher von uns...� <emphasis>Welcher von uns was ist?</emphasis></p><p>Als er sich aufrichtete, stach ein scharfer Schmerz durch seine Hand. Er ging zum Tisch, brachte es beim dritten Versuch fertig, die Kerze zu entz�nden, und �ffnete seine Hand in ihrem Licht. In seiner Handfl�che steckte ein dicker Splitter aus dunklem Holz, auf einer Seite glatt und gl�nzend. Er starrte ihn an, und der Atem stockte ihm. Dann schnaufte er laut und zupfte ungeschickt und hastig an dem Splitter. �Was ist los?� fragte Mat.</p><p>�Nichts.�</p><p>Schlie�lich bekam er ihn zu fassen und ri� ihn mit einem Ruck heraus. Mit einem angeekelten Knurren lie� er ihn fallen, doch das Knurren erstarb ihm in der Kehle. Sobald der Splitter aus seinem Finger heraus war, verschwand er. Allerdings hatte er immer noch die Wunde in seiner Hand, und sie blutete. In einem irdenen Krug befand sich Wasser. Er f�llte damit die Waschsch�ssel. Seine H�nde zitterten so stark, da� er Wasser auf dem Tisch versch�ttete. Eilig wusch er sich die H�nde. Er knetete seine Handfl�che durch, bis unter seinem Daumen noch mehr Blut emporquoll, und dann wusch er sie nochmals. Der Gedanke daran, da� auch nur ein kleiner Splitter in seinem Fleisch zur�ckgeblieben sein k�nnte, �ngstigte ihn. �Licht�, sagte Mat, �ich f�hlte mich auch so schmutzig bei ihm.� Aber er lag noch immer wie vorher dort und umklammerte den Dolch mit beiden H�nden.</p><p>�Ja�, sagte Rand. �Schmutzig.� Er kramte in dem Stapel neben der Waschsch�ssel nach einem Handtuch. Es klopfte an die T�r, und er erschrak. Es klopfte nochmals. �Ja?� sagte er.</p><p>Moiraine steckte den Kopf ins Zimmer. �Ihr seid schon wach? Gut. Zieht euch schnell an und kommt runter. Wir m�ssen vor Anbruch der Morgend�mmerung weg sein.�</p><p>�Jetzt schon?� st�hnte Mat. �Wir haben kaum eine Stunde lang geschlafen.�</p><p>�Eine Stunde?� sagte sie. �Es waren vier Stunden. Jetzt beeilt euch; wir haben nicht viel Zeit.�</p><p>Rand wechselte einen verwirrten Blick mit Mat. Er konnte sich ganz deutlich an jede Sekunde des Traumes erinnern. Er hatte begonnen, sobald er die Augen geschlossen hatte, und er hatte nur Minuten lang gedauert.</p><p>Etwas an ihren Blicken mu�te sich auch Moiraine mitgeteilt haben. Sie blickte sie durchdringend an und kam nun ganz herein. �Was ist geschehen? Die Tr�ume?�</p><p>�Er wei�, wer ich bin�, sagte Mat. �Der Dunkle K�nig kennt mein Gesicht.�</p><p>Rand hob wortlos die Hand, so da� sie die Handfl�che sehen konnte. Selbst in dem d�steren Licht der einen Kerze war das Blut klar zu erkennen.</p><p>Die Aes Sedai trat vor und ergriff seine hochgehaltene Hand. Ihr Daumen bedeckte die Wunde. K�lte schnitt ihm bis in die Knochen. Es war so kalt, da� sich seine Finger verkrampften und er sich anstrengen mu�te, um die Hand offen zu lassen. Als sie ihre Finger wegnahm, verschwand auch die K�lte.</p><p>Dann drehte er wie bet�ubt die Hand um und rubbelte den d�nnen Blutschmierer weg. Die Wunde war verschwunden. Langsam hob er den Blick und sah der Aes Sedai in die Augen. �Beeilt euch�, sagte sie leise. �Es bleibt nicht viel Zeit.�</p><p>Er wu�te, sie sprach nicht mehr von der Zeit f�r ihre Abreise.</p></section><section><title><p>44</p><p>Dunkelheit �ber den kurzen Wegen</p></title><p>In der Dunkelheit kurz vor Beginn der D�mmerung folgte Rand Moiraine hinunter zum r�ckw�rtigen Flur, wo Meister Gill und die anderen bereits warteten. Nynaeve und Egwene wirkten genauso �ngstlich wie Loial, w�hrend Perrin ebenso ruhig erschien wie der Beh�ter. Mat blieb Rand auf den Fersen, als habe er Angst davor, auch nur ein wenig allein zu sein, auch nur wenige Schritte entfernt zur�ckgelassen zu werden. Die K�chin und ihre Helferinnen richteten sich auf und sahen neugierig zu, wie die Gesellschaft leise in die K�che ging, die bereits hell erleuchtet war und wo die Fr�hst�cksvorbereitungen auf vollen Touren liefen. Es war nichts Ungew�hnliches, da� zu dieser Stunde bereits G�ste auf den Beinen und unterwegs waren. Meister Gill sagte etwas Beruhigendes, und die K�chin schniefte vernehmlich und klatschte ihren Teig kraftvoll auf den Tisch. Sie waren alle bereits wieder damit besch�ftigt, Backbleche einzufetten und Teig zu kneten, als Rand die T�r zum Stallhof erreichte.</p><p>Drau�en herrschte immer noch pechschwarze Nacht. Rand nahm die anderen h�chstens als noch dunklere Schatten wahr. Er folgte blind dem Wirt und Lan und hoffte, Meister Gills Kenntnis seines eigenen Stallhofs und Lans Instinkt w�rden sie hin�berbringen, ohne da� sich irgend jemand ein Bein brach. Loial stolperte mehr als einmal.</p><p>�Ich sehe nicht ein, warum wir nicht wenigstens ein kleines Licht mitf�hren sollten�, murrte der Ogier. �Im <emphasis>Stedding</emphasis> rennen wir auch nicht einfach in der Dunkelheit herum. Ich bin ein Ogier und keine Katze.� Rand stellte sich vor, wie Loials behaarte Ohren dabei nerv�s zuckten.</p><p>Pl�tzlich ragte der Stall in der Nacht vor ihnen auf -eine bedrohlichdunkle Masse, bis die Stallt�r sich knarrend �ffnete und sich ein schmaler Lichtstreifen in den Hof ergo�. Der Wirt �ffnete sie nur gerade so weit, da� sie sich einzeln hindurchschieben konnten, und schlo� sie hastig wieder hinter Perrin, dem er beinahe noch die Fersen eingequetscht h�tte. Rand blinzelte in das unvermittelt helle Licht im Inneren.</p><p>Die Stallburschen waren bei ihrem Erscheinen nicht so �berrascht wie die K�chin. Ihre Pferde waren bereits gesattelt und warteten. Mandarb stand arrogant da und beachtete niemanden au�er Lan, aber Aldieb streckte die Nase in Moiraines Hand. Da standen noch ein Packpferd, das mit seinen auf beiden Seiten herunterh�ngenden Transportk�rben unf�rmig wirkte, und ein riesiges Tier mit langem, zotteligem Haar selbst an den Fesseln -gr��er noch als der Hengst des Beh�ters -, das f�r Loial bestimmt war. Es sah gro� genug aus, um ganz allein einen vollbeladenen Heuwagen zu ziehen, doch verglichen mit dem Ogier war es ein Pony.</p><p>Loial be�ugte das gro�e Pferd und murmelte zweifelnd: �Meine eigenen F��e sind bisher immer gut genug gewesen.�</p><p>Meister Gill winkte Rand heran. Der Wirt lieh ihm einen Braunen, der beinahe dieselbe Haarfarbe aufwies wie Rand selbst, mit gro�em, kr�ftigem K�rperbau, jedoch � Rand war froh, das zu sehen � ohne das Feuer im Gang wie bei Wolke. Meister Gill sagte, er hie�e Roter. Egwene ging geradewegs zu Bela hin�ber und Nynaeve zu ihrer hochbeinigen Stute. Mat f�hrte seinen Grauen zu Rand her�ber. �Perrin macht mich nerv�s�, meinte er leise. Rand sah ihn durchdringend an. �Na ja, er benimmt sich so komisch. Merkst du das nicht auch? Ich schw�re dir, da� es keine Einbildung ist, oder... oder... �</p><p>Rand nickte. <emphasis>Dem Licht sei Dank, da� es nicht schon wieder der Dolch ist, der von ihm Besitz ergreift.</emphasis> �Das stimmt, Mat, aber nimm es nicht so schwer. Moiraine wei� Bescheid �ber... was es auch ist. Perrin geht es gut.� Er w�nschte, er k�nne das glauben, aber Mat schien sich damit zufriedenzugeben, f�rs erste jedenfalls.</p><p>�Nat�rlich�, beteuerte Mat schnell, w�hrend er Perrin aus den Augenwinkeln beobachtete. �Ich habe ja auch nie behauptet, er f�hle sich nicht wohl.�</p><p>Meister Gill beriet sich mit dem Stallmeister. Der Mann mit der gegerbten Haut, dessen Gesicht auch an ein Pferd erinnerte, hob das Handgelenk an die Stirn und eilte zur R�ckseite des Stalles. Der Wirt wandte sich mit einem zufriedenen L�cheln auf dem runden Gesicht an Moiraine. �Ramey sagt, da� der Weg frei ist, Aes Sedai.�</p><p>Die R�ckwand des Stalles schien solide und stark gebaut. Schwere Gestelle zum Aufh�ngen von Ger�ten standen vor ihr. Ramey und ein weiterer Stallbursche r�umten die Rechen, Harken und Schaufeln zur Seite und fa�ten dann hinter die Gestelle, um verborgene Riegel wegzuschieben. Pl�tzlich schwang ein ganzer Teil der Wand an so gut verborgenen Angeln nach innen, da� Rand noch nicht einmal sicher war, er k�nne sie auch jetzt, bei ge�ffneter Geheimt�r, finden. Der Lichtschein aus dem Stall beleuchtete eine Ziegelsteinwand nur ein paar Schritte vor ihnen.</p><p>�Es ist nur ein schmaler Durchgang zwischen den Geb�uden�, sagte der Wirt, �aber au�erhalb dieses Stalles kann niemand sehen, da� es von hier aus einen Weg da hinein gibt. Wei�m�ntel oder wei�e Abzeichen � es wird keine Beobachter geben, die sehen, wo Ihr herauskommt.�</p><p>Die Aes Sedai nickte. �Denkt daran, guter Wirt, falls Ihr bef�rchtet, deswegen in Schwierigkeiten zu kommen, dann schreibt an Sheriam Sedai von der Blauen Ajah in Tar Valon, und sie wird Euch helfen. Ich f�rchte, meine Schwestern und ich haben bereits eine Menge gutzumachen an denjenigen, die mir geholfen haben.�</p><p>Meister Gill lachte. Es war nicht das Lachen eines besorgten Mannes. �Aber, Aes Sedai, Ihr habt mir doch schon die einzige Schenke in Caemlyn verschafft, in der es keine Ratten gibt. Was kann ich mir sonst noch w�nschen? Damit allein kann ich die Zahl meiner G�ste verdoppeln.� Sein Grinsen verflog, und er wurde ernst. �Was immer Ihr auch vorhabt: Die K�nigin h�lt zu Tar Valon, und ich halte zur K�nigin, und so w�nsche ich Euch Gl�ck. Das Licht leuchte Euch, Aes Sedai. Das Licht leuchte Euch allen.�</p><p>�Das Licht leuchte auch Euch, Meister Gill�, antwortete Moiraine, und sie nickte ihm zu. �Aber wenn das Licht auf uns scheinen soll, dann m�ssen wir uns nun beeilen.� Sie wandte sich kurz und b�ndig an Loial. �Bist du bereit?�</p><p>Nach einem mi�trauischen Blick auf das Gebi� des Pferdes nahm der Ogier die Z�gel des gro�en Tieres in die Hand. Er bem�hte sich, das Pferdegebi� auf Z�gell�nge von seiner Hand entfernt zu halten. So f�hrte er das Tier zu der �ffnung in der Stallr�ckwand. Ramey h�pfte vor Ungeduld von einem Fu� auf den anderen. Er wollte die T�r wieder schlie�en. Einen Moment lang hielt Loial mit schr�ggehaltenem Kopf inne, als sp�re er einen Lufthauch auf seiner Wange. �Hier entlang�, sagte er und bog in den schmalen Durchgang ein.</p><p>Moiraine folgte gleich hinter Loial. Danach kam Rand, dann Mat. Rand war als erster dran, das Packpferd zu f�hren. Nynaeve und Egwene bildeten den Mittelteil der Gruppe, Perrin kam dahinter, und am Ende ritt Lan. Die verborgene T�r schlo� sich hastig, sobald Mandarb in den Schmutz der Gasse geschritten war. Das <emphasis>Klick-Klack</emphasis> der vorgeschobenen Riegel, das sie von der Schenke abschnitt, klang f�r Rand unnat�rlich laut.</p><p>Der Durchgang, wie ihn Meister Gill genannt hatte, war tats�chlich sehr eng und noch dunkler als der Stallhof, falls das �berhaupt m�glich war. Auf beiden Seiten befanden sich hohe Ziegelsteinmauern oder Holzw�nde, und �ber ihnen war nur ein schmaler Streifen Himmel zu erkennen. Die gro�en, grobgeflochtenen K�rbe, die man dem Packpferd umgeschnallt hatte, schabten zu beiden Seiten an den Geb�uden entlang. Die K�rbe waren voll von Vorr�ten f�r ihre Reise. Vor allem Tonkr�ge mit �l befanden sich darinnen. Ein B�ndel Stangen war der L�nge nach auf den R�cken des Pferdes geschnallt, und an jedem Ende baumelte eine Laterne. In den Kurzen Wegen, so hatte Loial gesagt, sei es dunkler als in der dunkelsten Nacht.</p><p>In den zum Teil gef�llten Laternen schwappte das �l bei jeder Bewegung des Pferdes, und sie schlugen mit einem blechernen Ger�usch gegeneinander. Es war kein sehr lautes Ger�usch, doch in der Stunde vor Beginn der D�mmerung herrschte in Caemlyn Stille. Die ged�mpften, metallischen Ger�usche klangen, als k�nne man sie eine Meile weit h�ren.</p><p>Als der Durchgang sie schlie�lich auf eine Stra�e hinausf�hrte, w�hlte Loial ohne Z�gern eine Richtung. Er schien nun genau zu wissen, wohin er sich wenden mu�te, als werde ihm die Strecke, der er folgen mu�te, immer klarer. Rand verstand nichts wie der Ogier das Wegetor finden konnte, und Loial hatte es auch nicht richtig erkl�ren k�nnen. Er wu�te es einfach, sagte er; er k�nne es f�hlen. Loial behauptete, es sei genauso schwer wie zu erkl�ren, auf welche Weise er atme.</p><p>Als sie die Stra�e schnell hinaufritten, blickte Rand zur�ck in die Richtung, wo <emphasis>Der K�nigin Segen</emphasis> lag. Wie Lambgwin behauptet hatte, befanden sich immer noch ein halbes Dutzend Wei�m�ntel nicht weit von der n�chsten Ecke entfernt. Sie konzentrierten sich ganz auf die Schenke, doch ein lautes Ger�usch w�rde sie schnell aufmerksam machen. Zu dieser Stunde befand sich niemand drau�en, jedenfalls nicht aus einem anst�ndigen Anla�. Die Hufeisen klangen wie Glocken auf dem Pflaster. Die Laternen klapperten, als sch�ttle sie das Packpferd mit Absicht. Er h�rte erst auf sich umzusehen, als sie eine weitere Ecke hinter sich hatten. In dem Moment h�rte er auch die erleichterten Seufzer der anderen Emondsfelder.</p><p>Loial schien den direktesten Weg zum Wegetor zu w�hlen, wo auch immer er sie hinf�hrte. Manchmal ritten sie breite Stra�en entlang, die bis auf einen gelegentlichen Hund, der sich im Dunklen herumtrieb, leer waren. Manchmal trabten sie durch enge Gassen, die genauso schmal waren wie der Durchgang hinter dem Stall, wo Dinge unter den unbedachten Tritten der Pferde zermatscht wurden. Nynaeve beklagte sich leise �ber die davon herr�hrenden Ger�che, aber keiner ritt deswegen langsamer.</p><p>Die Dunkelheit wich allm�hlich und wandelte sich zu einem dunklen Grau. �ber den D�chern im Osten war der Himmel gesprenkelt von dem ersten schwachen Lichtschimmer der D�mmerung. Ein paar Leute erschienen auf den Stra�en, der Morgenk�lte wegen vermummt, die K�pfe gesenkt und mit den Gedanken noch im Bett. Die meisten achteten nicht auf andere. Nur eine Handvoll warf einen Blick auf die von Loial angef�hrte Reihe der Menschen und Pferde, und nur einer davon nahm sie wirklich wahr.</p><p>Dieser eine Mann blickte sie wie die anderen uninteressiert an und wollte schon wieder in seine eigenen Gedanken versinken, doch dann stolperte er pl�tzlich und w�re beinahe gest�rzt, als er herumfuhr und sie noch einmal anblickte. Das Licht reichte gerade aus, um die Umrisse zu erkennen, aber selbst das war schon zuviel. Wenn man ihn einzeln auf eine gewisse Entfernung gesehen h�tte, h�tte man ihn f�r einen gro�en Mann mit einem normalen Pferd halten k�nnen oder f�r einen normalgro�en Mann mit einem etwas kleingeratenen Pferd. Doch sie alle bewegten sich in einer Linie hintereinander, und aus dieser Perspektive sah Loial so gro� aus, wie er tats�chlich war, n�mlich um die H�lfte gr��er, als ein Mann sein durfte. Dieser Mann also sah sie an und rannte mit einem erstickten Schrei und flatterndem Umhang weg.</p><p>Bald w�rden sich mehr Menschen auf den Stra�en befinden � zu bald. Rand beobachtete eine Frau, die auf der anderen Stra�enseite vorbeihastete und nichts als das Pflaster vor ihren F��en sah. Bald w�rden weitere Leute sie bemerken. Der Himmel im Osten wurde heller.</p><p>�Dort�, verk�ndete Loial schlie�lich. �Es ist da drunter.� Er zeigte auf einen Laden, der immer noch von der Nacht her geschlossen hatte. Die Tische vor der T�r waren leer, die Markise dar�ber war fest zusammengerollt und die T�r verrammelt. Die Fenster oben, wo der Ladeninhaber wohnte, waren nach dunkel.</p><p>�Drunter?� fragte Mat ungl�ubig. �Wie beim Licht k�nnen wir...?�</p><p>Moiraine hob eine Hand und schnitt ihm das Wort ab. Dann bedeutete sie ihnen, ihr in die Gasse neben dem Laden zu folgen. Die Pferde und sie zusammen f�llten die Gasse zwischen den beiden Geb�uden. Im Schatten der Hausw�nde war es dunkler als auf der Stra�e, beinahe wieder wie in der Nacht.</p><p>�Es mu� doch eine Kellert�r geben�, murmelte Moiraine. �Ah, ja.�</p><p>Pl�tzlich gl�hte ein Licht auf. Ein k�hl glimmender Ball von der Gr��e einer M�nnerfaust schwebte �ber der Handfl�che der Aes Sedai und bewegte sich, wenn sich ihre Hand bewegte. Rand dachte bei sich, da� es schon deutlich zeigte, was sie durchgemacht hatten, wenn jeder das als ganz selbstverst�ndlich hinnahm. Sie hielt es nahe an die T�r, die sie entdeckt hatte. Die befand sich als Fallt�r beinahe waagrecht angebracht im Boden und wurde durch ein Schlie�band mit dicken Bolzen und einem Eisenschlo� gesichert, das gr��er als Rands Hand war und von altem Rost verkrustet. Loial zog an dem Schlo�. �Ich kann es wegrei�en, mitsamt dem Verschlu� und allem, aber das wird so viel L�rm machen, da� die ganze Nachbarschaft aufwacht.�</p><p>�Wir sollten das Eigentum dieses B�rgers nicht besch�digen, wenn wir es vermeiden k�nnen.� Moiraine betrachtete eine Weile lang das Schlo� ganz intensiv. Pl�tzlich ber�hrte sie das rostige Eisen leicht mit ihrem Stab, und das Schlo� �ffnete sich problemlos. Schnell nahm Loial das Schlo� ab, schwenkte die T�rfl�gel auf und lehnte sie nach hinten, wo sie von den Scharnieren festgehalten wurden. Moiraine ging die so enth�llte Rampe hinunter und leuchtete mit dem gl�henden Ball voraus. Aldieb schritt vorsichtig hinter ihr her. �Z�ndet die Laternen an, und kommt herunter�, rief sie leise. �Es ist genug Platz. Bald wird es drau�en hell.�</p><p>Rand band hastig die Laternen an den Stangen vom Packpferd los, aber schon bevor die erste entz�ndet war, wurde ihm bewu�t, da� er Mats Gesichtsz�ge erkennen konnte. In wenigen Minuten w�rden die Stra�en mit Menschen angef�llt sein, und der Ladeneigent�mer w�rde herunterkommen, um sein Gesch�ft zu �ffnen. Alle w�rden sich fragen, wieso die Gasse mit Pferden verstopft sei. Mat murmelte nerv�s irgend etwas dar�ber, Pferde ins Haus mitzunehmen, aber Rand war froh, als er seines die Rampe hinunterf�hrte. Mat folgte, zwar brummelnd, aber nicht weniger schnell.</p><p>Rands Laterne baumelte an der Stange hin und her, und wenn er unvorsichtig war, schlug sie gegen die Decke. Weder Roter noch das Packpferd fanden sich so leicht mit der Rampe ab. Aber dann war er unten und wich Mat aus. Moiraine lie� ihr schwebendes Licht ersterben, aber als die anderen sich zu ihnen gesellten, erleuchteten die Laternen den sie umgebenden Raum.</p><p>Der Keller war genauso lang und breit wie das Haus dar�ber. Eine Menge Raum wurde von gemauerten S�ulen eingenommen, die sich von einem schmalen Sockel nach oben hin erweiterten, bis sie unter der Decke f�nfmal so dick waren. Der Raum schien aus einer ganzen Reihe von Gew�lbeb�gen zu bestehen. Es gab eine Menge Platz, und doch f�hlte sich Rand eingeengt. Loials Kopf ber�hrte die Decke. Wie sie schon an dem verrosteten Schlo� gesehen hatten, war der Keller lange Zeit �ber nicht ben�tzt worden. Der Boden war leer, abgesehen von ein paar kaputten F�ssern, die mit allem m�glichen Kram gef�llt waren, und einer dicken Staubschicht. Staubk�rner, von so vielen F��en aufgewirbelt, tanzten im Laternenschein.</p><p>Lan war der letzte, der eintrat, und sobald er Mandarb die Rampe hinuntergef�hrt hatte, stieg er zur�ck und zog die T�rfl�gel zu.</p><p>�Blut und Asche�, grollte Mat. �Wieso haben sie eines dieser Wegetore an einem Ort wie diesem erbaut?�</p><p>�Er war nicht immer so wie jetzt�, sagte Loial. Seine polternde Stimme hallte in dem h�hlen�hnlichen Raum wider. �Nicht immer. Nein!� Der Ogier war zornig, erkannte Rand v�llig �berrascht. �Einst haben hier B�ume gestanden. Alle Arten von B�umen, die an diesem Ort gedeihen konnten; jede Art von Baum, den die Ogier hier zum Wachsen bringen konnten. Die Gro�en B�ume, hundert Spannen hoch! Schatten unter den Zweigen und eine k�hle Brise, die den Duft von Blatt und Bl�te auffing und das Angedenken an den Frieden im <emphasis>Stedding</emphasis> bewahrte. All das hat man daf�r gemordet!� Seine Faust krachte gegen eine S�ule.</p><p>Die S�ule schien unter dem Schlag zu erzittern. Rand war sicher, da� er das Brechen von Ziegelsteinen geh�rt hatte. Eine Sturzflut trockenen Zements staubten die S�ule herunter.</p><p>�Was bereits gewebt ist, kann nicht mehr ungewebt werden�, sagte Moiraine sanft. �Es wird die B�ume nicht wieder wachsen lassen, wenn du das Geb�ude �ber uns zum Einst�rzen bringst.� Loials herunterh�ngende Augenbrauen lie�en ihn zerknirschter aussehen, als es ein menschliches Gesicht jemals fertiggebracht h�tte. �Mit deiner Hilfe, Loial, k�nnen wir vielleicht die Haine, die immer noch stehen, davor bewahren, unter den Schatten zu fallen. Du hast uns dorthin gebracht, wohin wir wollten.�</p><p>Als sie sich auf eine der W�nde zubewegte, erkannte Rand, da� diese Wand sich von den anderen unterschied. Sie bestanden aus gew�hnlichem Ziegelstein, diese jedoch aus fein behauenem Stein, mit verspielt verschlungenen Reben und Bl�ttern verziert, die selbst unter dieser Staubschicht bla� hervorschimmerten. Ziegelstein und Zement waren alt, doch etwas an diesem Stein sagte aus, da� er lange dort gestanden hatte, lange, bevor der Ziegelstein gebrannt wurde. Sp�tere Baumeister, die auch schon vor Jahrhunderten dahingegangen waren, hatten das, was bereits bestand, in etwas Neues eingebaut, und wiederum sp�ter hatten Menschen es zum Teil eines Kellers gemacht.</p><p>Ein Teil der reliefgeschm�ckten Wand, genau im Zentrum, war noch �ppiger geschm�ckt als der Rest. So gut ausgearbeitet der Rest auch war, im Vergleich hierzu erschien er wie eine rohe Kopie. Obwohl sie aus dem harten Gestein herausgearbeitet waren, erschienen diese Bl�tter weich, in einem Augenblick eingefangen, als sie gerade von einer sanften Sommerbrise bewegt wurden. Trotzdem f�hlte man das Alter an ihnen � so viel �lter als der Rest des Steins, wie dieser �lter als die Ziegelsteine war. So alt und noch �lter. Loial sah sie an, als bef�nde er sich lieber irgendwo anders, selbst drau�en auf der Stra�e, wieder mal mit einem Mob auf den Fersen.</p><p>�Avendesora�, murmelte Moiraine, und ihre Hand ruhte dabei auf einem in Stein gehauenen dreiteiligen Blatt. Rand suchte die verzierten Teile ab: Es war das einzige Blatt dieser Art, das er finden konnte. �Das Blatt vom Baum des Lebens ist der Schl�ssel�, sagte die Aes Sedai, und das Blatt l�ste sich und fiel in ihre Hand. Rand blinzelte, und von hinten her h�rte er �berraschtes Nach-Luft-Schnappen. Das Blatt schien genauso wie alle anderen ein Teil der Wand gewesen zu sein. Ganz selbstverst�ndlich f�gte die Aes Sedai es nun eine Handspanne tiefer in das Muster ein. Das Blatt mit seinen drei Spitzen pa�te hinein, als sei dieser Platz daf�r vorgesehen gewesen, und so war es nun wieder Teil eines Ganzen. Sobald es sich dort befand, �nderte sich die gesamte Natur der zentralen Steinplatte.</p><p>Er war jetzt sicher, da� er sah, wie die Bl�tter von einer nicht f�hlbaren Brise bewegt wurden. Er bildete sich beinahe ein, sie gr�nten unter dem Staub � ein Gewebe kr�ftigen Fr�hlingsgr�ns hier in dem von Laternen erleuchteten Keller. Zuerst fast unmerklich �ffnete sich ein Spalt in der Mitte des uralten Frieses. Er weitete sich, als die beiden H�lften langsam herausklappten, bis sie in rechtem Winkel abstanden. Die R�ckseiten des Tores waren genauso geschm�ckt wie die Vorderseiten; das gleiche �ppige Gewirr von Ranken und Bl�ttern, die beinahe zu leben schienen. Dahinter, wo sich Erdboden oder der Keller des n�chsten Geb�udes befinden sollte, spiegelten sich ihre Gestalten schwach in einem matten, reflektierenden Glimmen. �Ich habe geh�rt�, sagte Loial halb trauernd und hab �ngstlich, �da� die Wegetore einst wie Spiegel gl�nzten. Einst ging der, der die Wege ben�tzte, durch die Sonne und den Himmel. Einst.�</p><p>�Wir haben keine Zeit zu warten�, sagte Moiraine.</p><p>Lan ging an ihr vorbei. Er f�hrte Mandarb und hatte die an der Stange befestigte Laterne in der Hand. Sein schattenhaftes Spiegelbild kam auf ihn zu und f�hrte ein Schattenpferd. Mensch und Spiegelbild schienen an der schimmernden Oberfl�che ineinander zu flie�en, und dann waren beide verschwunden. Einen Augenblick lang scheute der schwarze Hengst, als ihn ein scheinbar ununterbrochener Z�gel mit dem tr�ben Umri� seines eigenen Spiegelbilds verband. Der Z�gel straffte sich, und auch das Streitro� verschwand.</p><p>Eine Weile lang standen alle da und starrten das Wegetor an. �Beeilt Euch�, trieb Moiraine sie an. �Ich mu� als letzter durch. Wir k�nnen das nicht offen stehen lassen und riskieren, da� es jemand durch Zufall findet.</p><p>Schnell!�</p><p>Mit einem schweren Seufzer schritt Loial in das Schimmern hinein. Das gro�e Pferd warf den Kopf auf und versuchte, sich von der Oberfl�che fernzuhalten, aber es wurde einfach hindurchgezogen. Sie waren genauso vollst�ndig verschwunden wie der Beh�ter und Mandarb. Z�gernd streckte Rand seine Laterne in Richtung auf das Tor aus. Die Laterne sank in ihr Spiegelbild ein. Die beiden verschmolzen, bis sie verschwunden waren. Er zwang sich weiterzugehen, beobachtete, wie die Stange St�ck um St�ck verschwand, und dann schritt er auf sich selbst zu und betrat das Tor. Er �ffnete �berrascht den Mund. Etwas Eisiges glitt an seiner Haut entlang, als schreite er durch einen Vorhang aus kaltem Wasser. Die Zeit dehnte sich; die K�lte umschlo� ein Haar nach dem anderen und zitterte sich Faden um Faden durch seine Kleidung.</p><p>Mit einem Schlag zerplatzte die K�lte wie eine Blase, und er blieb stehen, um Luft zu sch�pfen. Er befand sich innerhalb der Kurzen Wege. Ein St�ck vor ihm warteten Lan und Loial geduldig neben ihren Pferden. Um sie herum war eine Schw�rze, die sich in die Unendlichkeit zu erstrecken schien. Ihre Laternen warfen kleine Lichtkreise um sie, zu klein; als dr�cke jemand das Licht weg oder verzehre es.</p><p>Pl�tzlich �ngstigte er sich und ri� an dem Z�gel. Roter und das Packpferd sprangen durch und �berrannten ihn beinahe. Er stolperte, fing sich und eilte zu dem Beh�ter und dem Ogier hin�ber. Die scheuenden Pferde zog er hinter sich her. Die Tiere wieherten leise. Selbst Mandarb schien die Gegenwart der anderen Pferde gutzutun.</p><p>�Geh ganz entspannt hinein, wenn du durch ein Wegetor willst, Rand�, ermutigte ihn Loial. �Es ist drinnen in den Wegen... anders als drau�en. Schau!�</p><p>Er blickte nach hinten, wohin der Ogier deutete. Er glaubte, er werde von hier aus das gleiche matte Schimmern sehen. Statt dessen jedoch blickte er in den Keller wie durch eine gro�e, geschw�rzte Glasscherbe. Es beunruhigte ihn, da� der ebenfalls schwarze Rahmen um dieses Fenster in den Keller hinein einen Eindruck von Tiefe erweckte, als st�nde die �ffnung im leeren Raum -nichts daneben oder dahinter als die Dunkelheit. Er sprach das mit unsicherem Lachen aus, doch Loial nahm es durchaus ernst.</p><p>�Du k�nntest ganz au�en herumgehen und w�rdest von der anderen Seite her absolut nichts sehen. Ich w�rde dir das aber nicht raten. Die B�cher dr�cken sich nicht gerade klar dar�ber aus, was sich hinter den Wegetoren befindet. Ich glaube, dort k�nntest du dich verirren und nie wieder den Weg zur�ck finden.�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf und bem�hte sich, sich auf das Wegetor selbst zu konzentrieren und nicht auf das, was dahinter lag. Aber auf gewisse Weise wirkte auch das ziemlich beunruhigend. Wenn es in der Dunkelheit neben dem Wegetor etwas zum Ansehen gegeben h�tte, h�tte er dorthin geblickt. Der Blick durch die rauchige D�sternis in den Keller hinein zeigte ihm wohl Moiraine und die anderen ganz deutlich, doch sie bewegten sich wie in einem Traum. Jedes Augenzwinkern erschien wie eine bewu�te, �bertriebene Geste. Mat ging zum Wegetor, als schreite er durch einen See aus durchsichtiger Gelatine. Seine Beine bewegten sich wie schwimmend vorw�rts.</p><p>�In den Kurzen Wegen dreht sich das Rad schneller�, erkl�rte Loial. Er sah in die sie umgebende Dunkelheit hinein, und sein Kopf sank tiefer zwischen seine Schultern. �Kein Lebender kennt mehr als nur Bruchst�cke davon. Ich habe Angst vor dem, was ich �ber die Kurzen Wege nicht wei�, Rand.�</p><p>�Man kann den Dunklen K�nig nicht besiegen�, sagte Lan, �wenn man kein Risiko eingeht. Aber jetzt sind wir am Leben, und wir k�nnen darauf hoffen, am Leben zu bleiben. Gib nicht auf, bevor du nicht geschlagen bist, Ogier.�</p><p>�Du w�rdet nicht so selbstsicher dar�ber sprechen, wenn du schon jemals die Kurzen Wege betreten h�ttest.� Loials normalerweise nach fernem Donner klingende Stimme klang nun ged�mpft. Er blickte in die Dunkelheit hinein, als sehe er dort etwas. �Ich bin auch noch nie drinnen gewesen, aber ich habe Ogier gesehen, die durch ein Wegetor gegangen und wieder herausgekommen waren. Du w�rdest nicht so sprechen, h�ttest du dasselbe hinter dir.�</p><p>Mat schritt durch das Tor und gewann an Geschwindigkeit. Einen Augenblick lang sah er in die scheinbar endlose Dunkelheit hinein, und dann rannte er hin�ber zu den anderen. Seine Laterne h�pfte an ihrer Stange, und sein hinter ihm hergaloppierendes Pferd h�tte ihn beinahe zu Fall gebracht. Einer nach dem anderen kam nun durch: Perrin und Egwene und Nynaeve. Jeder hielt in erschreckter Lautlosigkeit inne und beeilte sich dann, sich zu den anderen zu gesellen. Jede Laterne verst�rkte den Lichtschein, doch nicht in dem Ma�e, wie es h�tte sein sollen. Es schien, als verdichte sich die Dunkelheit, je mehr Licht in sie fiel, als k�mpfe sie gegen jede Verminderung an.</p><p>Diesen Gedankengang wollte Rand nicht weiter verfolgen. Es war schon schlimm genug, �berhaupt hier zu sein. Da mu�te man nicht auch noch der Dunkelheit einen Eigenwillen zuschreiben. Alle schienen aber diese erdr�ckende Stimmung zu f�hlen. Hier kamen keine trockenen Kommentare von Mat, und Egwene sah aus, als w�nschte sie, sie k�nne ihre Entscheidung mitzukommen noch einmal �berdenken. Sie beobachteten alle schweigend das Wegetor, dieses letzte Fenster in die Welt, die sie kannten.</p><p>Schlie�lich befand sich nur noch Moiraine im Keller, der von ihrer mitgebrachten Laterne schwach beleuchtet wurde. Die Bewegungen der Aes Sedai wirkten traum�hnlich. Ihre Hand kroch m�hsam vorw�rts, als sie das <emphasis>Avendesora-Blatt</emphasis> gefunden hatte. Auf dieser Seite befand es sich niedriger im Steinfries, bemerkte Rand. Es war genau dort, wo sie es auf der anderen Seite angedr�ckt hatte. Sie pfl�ckte es und brachte es in die urspr�ngliche Position zur�ck. Er fragte sich, ob sich das Blatt auf der anderen Seite gleich mit zur�ckbewegt habe.</p><p>Die Aes Sedai kam mit Aldieb im Schlepptau hindurch, und dann begannen sich die Torfl�gel hinter ihr langsam, ganz langsam zu schlie�en. Sie kam zu ihnen her�ber. Der Lichtschein ihrer Laterne auf dem Tor verschwand, bevor es sich ganz geschlossen hatte. Der immer kleiner werdende Anblick des Kellers wurde schlie�lich von der Schw�rze verschlungen. Der eingeschr�nkte Lichtkreis ihrer Laternen war v�llig von Schw�rze umgeben.</p><p>Pl�tzlich schien es ihnen, als seien die Laternen das einzige Licht, das in der Welt noch vorhanden war. Rand fiel erst jetzt auf, da� er Schulter an Schulter zwischen Perrin und Egwene eingequetscht war. Egwene sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an und dr�ckte sich noch mehr an ihn, w�hrend Perrin sich nicht bewegte, ihm aber auch nicht Platz machte. Es lag etwas Beruhigendes darin, einen anderen Menschen zu ber�hren, wenn die ganze Welt gerade von der Dunkelheit verschluckt worden war. Selbst die Pferde schienen zu f�hlen, da� sie von den Kurzen Wegen immer enger aneinander gedr�ngt wurden. Nach au�en hin unbeeindruckt, schwangen sich Moiraine und Lan in die S�ttel, und die Aes Sedai beugte sich nach vorn, den Arm auf ihren geschnitzten Stab gest�tzt, der quer �ber dem hohen Sattelhorn lag. �Wir m�ssen uns auf den Weg machen, Loial.�</p><p>Loial fuhr hoch und nickte lebhaft. �Ja. Ja, Aes Sedai, du hast recht. Wir sollten keine Minute l�nger als notwendig verharren.� Er deutete auf einen breiten, wei�en Streifen unter ihren F��en, und Rand trat hastig von ihm herunter. Alle von den Zwei Fl�ssen sprangen ab. Rand glaubte, der Boden sei einst ganz glatt gewesen, aber die Gl�tte war jetzt durchbrochen, als habe der Stein die Pocken. Die wei�e Linie war an mehreren Punkten unterbrochen. �Dies f�hrt uns vom Wegetor zum ersten Wegweiser. Von hier... � Loial sah sich �ngstlich um. Dann kletterte er ohne die zuvor an den Tag gelegte Zur�ckhaltung auf sein Pferd. Das Pferd trug den gr��ten Sattel, den der Stallmeister hatte finden k�nnen, aber Loial f�llte ihn von einem Ende zum anderen aus. Seine Beine hingen auf beiden Seiten beinahe bis zu den Fesseln des Tieres herunter. �Keine Minute l�nger als notwendig�, murmelte er. Z�gernd sa�en die anderen auf.</p><p>Moiraine und Lan flankierten den Ogier, als dieser der wei�en Linie durch die Dunkelheit folgte. Alle anderen dr�ckten sich dahinter so nahe heran wie m�glich. Die Laternen h�pften �ber ihren K�pfen auf und ab. Die Laternen h�tten an sich genug Licht abgeben m�ssen, um ein ganzes Haus zu beleuchten, aber der Lichtschein reichte nur zehn Fu� weit. Die Schw�rze hielt ihn so unvermittelt zur�ck, als sei er auf eine Wand getroffen. Das Knarren der S�ttel und das Klappern der Hufeisen schien mit dem Ende des Lichtscheins ebenfalls zu enden.</p><p>Rands Hand kehrte immer wieder zu seinem Schwert zur�ck. Es war nicht so, da� er glaubte, hier gebe es irgend etwas, wogegen er sein Schwert h�tte gebrauchen k�nnen, um sich zu verteidigen. Es schien vielmehr, da� es �berhaupt nichts gab, wo dieses Etwas h�tte sein k�nnen. Die Lichtblase um sie herum h�tte auch eine von Stein umh�llte H�hle sein k�nnen, aus der heraus es keinen Weg gab. Die Pferde h�tten sich genauso um eine Tretm�hle herum bewegen k�nnen, so wenig abwechslungsreich war ihre Umgebung. Er umklammerte den Knauf, als k�nne der Druck seiner Hand den Stein wegdr�cken, dessen Last er auf sich ruhen f�hlte. Wenn er das Schwert ber�hrte, konnte er sich an die Lehren Tams erinnern. Eine Zeitlang fand er die Ruhe im Nichts. Aber die Last kehrte immer wieder zur�ck und zerdr�ckte das Nichts zu einer blo�en H�hle in seinem Geist, und dann mu�te er wieder von vorn beginnen und Tams Schwert ber�hren, um sich erneut darauf konzentrieren zu k�nnen.</p><p>Es war eine echte Erleichterung, als sich schlie�lich doch etwas �nderte, auch wenn es nur eine hohe Felsplatte war, die hochkant vor ihnen aus der Dunkelheit auftauchte. Die breite wei�e Linie h�rte an ihrem unteren Ende auf. Die breite Oberfl�che wurde von eingelegten, elegant gekr�mmten Metallf�den durchzogen, die Rand in ihrer Anmut an Ranken und Bl�tter erinnerten. Verf�rbte Pockennarben verunzierten sowohl Stein als auch Metall.</p><p>�Der Wegweiser�, sagte Loial, und er beugte sich aus dem Sattel, um finster auf die geschwungene Metalleinlage zu starren.</p><p>�Ogierschrift�, sagte Moiraine, �aber so weit zerst�rt, da� ich kaum lesen kann, was da steht.�</p><p>�Mir f�llt es auch schwer�, sagte Loial, �aber ich kann genug erkennen, um zu wissen, da� wir dort hin�ber m�ssen.� Er drehte sein Pferd von dem Wegweiser weg.</p><p>Am Rand des Lichtscheins waren andere Steingegenst�nde zu sehen. Es schien sich um Br�cken mit Steingel�ndern zu handeln, die in die Dunkelheit hineinf�hrten, und manchmal auch um sanft geneigte Rampen ohne irgendein Gel�nder, die hinauf oder hinab f�hrten. Zwischen den Br�cken und den Rampen zog sich eine brusthohe Balustrade entlang, als sei die Gefahr des Fallens dort in jedem Fall gegeben. Die Balustrade bestand aus einfachem wei�en Stein, dessen sanfte Kurven und Rundungen zu komplizierten Mustern zusammengef�gt waren. Etwas daran kam Rand irgendwie bekannt vor, aber er wu�te, da� seine Einbildung nach allem griff, was in dieser fremdartigen Umgebung nach Bekanntem aussehen mochte.</p><p>Am Fu� einer der Br�cken hielt Loial sein Pferd an und las die einzige Zeile auf der engen Steins�ule am Aufgang. Er nickte und ritt auf die Br�cke hinaus. �Das ist die erste Br�cke auf unserem Weg�, sagte er nach hinten zu.</p><p>Rand fragte sich, was die Br�cke �berhaupt vor dem Einsturz bewahrte. Die Pferdehufe knirschten derart, als bl�tterte bei jedem Tritt Stein ab. Alles, was er sah, war mit flachen Aush�hlungen bedeckt, manche nur wie winzige Nadelstiche, w�hrend andere unregelm��ig geformten, flachen, einen vollen Schritt breiten Kratern glichen. Hatte es hier S�ure geregnet, oder verfaulte der Stein? Auch das Gel�nder wies Risse und L�cher auf. An manchen Stellen war es bis zu einer Spanne weit ganz verschwunden. Die Br�cke mochte ja aus festem Stein bestehen, der bis hinunter zum Mittelpunkt der Erde reichte, aber das, was er sah, lie� ihn hoffen, da� sie wenigstens noch lange genug stehen w�rde, damit sie das andere Ende noch erreichten. <emphasis>Wo auch immer das sein mag.</emphasis></p><p>Die Br�cke war dann schlie�lich zu Ende, und es sah dort nicht anders aus als an ihrem Anfang. Alles, was Rand sehen konnte, war das, was von ihrem kleinen Lichtkreis ber�hrt wurde, aber er gewann den Eindruck, da� sie sich auf einer gro�en Fl�che befanden, wie ein abgeflachter H�gel, von dem nach allen Seiten Br�cken und Rampen wegf�hrten. Loial nannte das eine Insel. Ein weiterer von Schriftzeichen bedeckter Wegweiser war auch vorhanden. Rand nahm an, da� er in der Mitte der Insel stand, hatte aber keine M�glichkeit, die Richtigkeit seiner Annahme zu �berpr�fen. Loial las und f�hrte sie dann eine der Rampen hinauf, die sich immer weiter nach oben wand.</p><p>Nach einer endlosen, st�ndig gewundenen Klettertour f�hrte sie die Rampe auf eine weitere Insel, die genauso aussah wie die am Anfang ihres Weges. Rand versuchte, sich die Lage der Rampe vorzustellen und die Windungen nachzuvollziehen, doch gab er es bald auf. <emphasis>Diese Insel kann sich doch nicht direkt auf der anderen befinden. Das</emphasis> kann nicht <emphasis>sein.</emphasis></p><p>Loial studierte eine weitere mit Ogierschrift bedeckte Felsplatte, fand wieder eine Wegweisers�ule und f�hrte sie auf die n�chste Br�cke. Rand hatte keine Ahnung mehr, in welche Richtung sie sich eigentlich bewegten.</p><p>In ihrem heimeligen kleinen Lichtkreis inmitten des Dunkels sah eine Br�cke genauso aus wie die andere, mit dem Unterschied, da� bei einigen das Gel�nder L�cken aufwies und bei anderen nicht. Nur der Grad der Besch�digung der Wegweiser lie� die Inseln unterschiedlich aussehen. Rand verlor jegliches Zeitgef�hl. Er war sich nicht einmal mehr sicher, wie viele Br�cken sie �berquert und wie viele Rampen sie erklommen hatten. Doch der Beh�ter mu�te wohl eine Uhr im Kopf haben. Gerade als Rand den ersten Hunger versp�rte, verk�ndete Lan ruhig, da� es Mittag sei. Er stieg ab und verteilte Brot und K�se und Trockenfleisch von den Vorr�ten auf dem Packpferd. Perrin war gerade mit dem F�hren des Tieres an der Reihe. Sie befanden sich auf einer Insel, und Loial war damit besch�ftigt, die Inschrift auf dem Wegweiser zu entziffern.</p><p>Mat wollte schon aus dem Sattel steigen, doch Moiraine sagte: �Die Zeit in den Kurzen Wegen ist zu kostbar, als da� wir sie verschwenden k�nnten. Viel zu kostbar f�r uns. Wir werden anhalten, wenn es an der Zeit ist zu schlafen.� Lan sa� bereits wieder auf Mandarb.</p><p>Rand verging der Appetit, als er sich vorstellte, in den Kurzen Wegen zu schlafen. Hier herrschte wohl immer Nacht, aber es war keine Nacht zum Schlafen. Aber er a�, wie auch die anderen, beim Reiten. Es war eine ziemlich schwierige Angelegenheit zu versuchen, das Essen, die Laternenstange und die Z�gel gleichzeitig zu halten, aber trotz seiner eingebildeten Appetitlosigkeit leckte er sich die letzten Brot- und K�sekr�mel von den H�nden, als er fertig war. Er stellte sich mit Vergn�gen vor, mehr davon zu essen. Er neigte sogar allm�hlich zu der Ansicht, da� die Kurzen Wege doch nicht so schlimm seien, jedenfalls lange nicht so schlimm, wie Loial behauptete. Sie l�sten ja vielleicht das schwere Gef�hl der Stunde vor einem Sturm aus, aber es �nderte sich nichts. Nichts geschah. Die Kurzen Wege waren schon beinahe langweilig.</p><p>Dann wurde die Stille von einem �berraschten Laut Loials gebrochen. Rand stand in seinen Steigb�geln auf, um an dem Ogier vorbeischauen zu k�nnen, und er schluckte schwer bei dem Anblick. Sie befanden sich in der Mitte einer Br�cke, und ein paar Fu� weit vor Loial brach die Br�cke mit einem Mal an einer zerfetzt erscheinenden Kante ab.</p></section><section><title><p>45</p><p>Was im Schatten folgt</p></title><p>Der Lichtschein ihrer Laternen reichte gerade bis auf die andere Seite der L�cke, wo das gegen�berliegende Ende wie der abgebrochene Zahn eines Riesen aus der Dunkelheit ragte. Loials Pferd stampfte nerv�s mit einem Huf auf, und ein loser Stein fiel in die bodenlose Schw�rze hinunter. Falls es einen Laut gab, als der Stein auf festen Boden krachte, h�rte ihn Rand nicht.</p><p>Er lie� den Braunen ein wenig n�her an die L�cke herant�nzeln. Soweit er seine Laterne an ihrer Stange hinunterschieben konnte, gab es nichts zu sehen. Schw�rze unten und Schw�rze oben, die das Licht abschnitt. Falls es einen Grund gab, konnte der tausend Fu� tiefer liegen. Oder auch nirgendwo. Andererseits konnte er wenigstens sehen, was unter der Br�cke war und sie st�tzte: Nichts. Weniger als eine Spanne dick war sie, und es gab absolut nichts darunter.</p><p>Pl�tzlich erschien ihm der Steinbogen unter seinen F��en d�nn wie Papier, und der endlose Fall von der Kante zog ihn an. Laterne und Stange zusammen schienen mit einemmal schwer genug, um ihn aus dem Sattel zu ziehen. Mit schwimmendem Kopf lie� er den Braunen genauso vorsichtig r�ckw�rts gehen, wie er sich vorher nach vorn geschoben hatte.</p><p>�Wohin hast du uns gef�hrt, Aes Sedai?� fragte Nynaeve. �Alles nur, damit wir herausfinden, da� wir schlie�lich doch nach Caemlyn zur�ckkehren m�ssen?�</p><p>�Wir m�ssen nicht zur�ckkehren�, sagte Moiraine.</p><p>�Jedenfalls nicht bis Caemlyn. In den Kurzen Wegen gibt es viele Pfade zu allen Zielen hin. Wir m�ssen lediglich weit genug zur�ck, da� Loial einen anderen Weg findet, der uns nach Fal Dara f�hrt Loial? Loial!�</p><p>Der Ogier ri� sich mit sichtlicher Anstrengung vom Anblick der Tiefe los. �Was? Oh! Ja, Aes Sedai. Ich kann einen anderen Weg finden. Ich hatte... �</p><p>Sein Blick wanderte zur�ck zu dem Abgrund, und seine Ohren zuckten. �Ich hatte mir nicht tr�umen lassen, da� der Verfall schon so weit geht. Wenn die Br�cken selbst einst�rzen, kann ich vielleicht den Weg, den wir suchen, nicht mehr finden. M�glicherweise kann ich dann noch nicht einmal einen Weg zur�ck finden. Die Br�cken k�nnten ja in diesem Moment hinter uns einst�rzen.�</p><p>�Es mu� einen Weg geben�, sagte Perrin mit tonloser Stimme. In seinen Augen fing sich das Licht, und sie gl�hten golden. <emphasis>Ein in die Enge getriebener Wolf,</emphasis> dachte Rand �berrascht. <emphasis>Genauso sieht er aus.</emphasis></p><p>�Es wird, wie das Rad es webt�, sagte Moiraine, �aber ich glaube nicht, da� der Verfall so schnell vonstatten geht, wie du f�rchtest. Sieh den Stein doch an, Loial. Selbst ich kann erkennen, da� es sich um einen alten Bruch handelt.�</p><p>�Ja�, sagte Loial schwerf�llig. �Ja, Aes Sedai. Ich kann es erkennen. Hier gibt es weder Regen noch Wind, aber dieser Stein an der Abbruchkante war zumindest zehn Jahre lang der Luft ausgesetzt.� Er nickte mit erleichtertem Grinsen. Er war so gl�cklich �ber diese Erkenntnis, da� er einen Augenblick lang seine Angst zu vergessen schien. Dann sah er sich um und zuckte unsicher die Achseln. �Ich k�nnte viel leichter andere Wege finden als ausgerechnet den nach Mafal Dadaranell. Nach Tar Valon zum Beispiel? Oder zum <emphasis>Stedding</emphasis> Schangtai? Von der letzten Insel aus sind es nur drei Br�cken nach Schangtai. Ich denke, mittlerweile m�chten die �ltesten gern mit mir reden.�</p><p>�Nach Fal Dara, Loial�, sagte Moiraine bestimmt. �Das Auge der Welt liegt jenseits von Fal Dara, und das Auge ist unser Ziel.�</p><p>�Also Fal Dara�, stimmte der Ogier z�gernd zu.</p><p>Auf die Insel zur�ckgekehrt, studierte Loial die mit Schriftzeichen bedeckte Platte sehr eingehend. Die Augenbrauen hingen weit herunter, und er murmelte st�ndig vor sich hin. Bald f�hrte er dann ausgiebige Selbstgespr�che in der Ogier-Sprache. Diese musikalische Sprache klang, als ob V�gel mit tiefer Stimme s�ngen. Es erschien Rand eigenartig, da� so grobschl�chtige Leute eine so musikalische Sprache hatten. Schlie�lich nickte der Ogier. Als er sie zu der auserw�hlten Br�cke f�hrte, drehte er sich noch einmal um und blickte sehns�chtig hin�ber zu einer anderen Wegweisers�ule, die neben der befolgten stand. �Drei Br�cken bis zum <emphasis>Stedding</emphasis> Schangtai.� Er seufzte. Aber dann f�hrte er sie ohne anzuhalten daran vorbei und bog auf die dritte Br�cke danach ein. Als sie losgingen, warf er einen bedauernden Blick zur�ck, obwohl die Br�cke in seine Heimat im Dunkeln verborgen lag.</p><p>Rand lie� den Braunen neben dem Ogier hertraben. �Wenn dies alles vorbei ist, Loial, dann zeigst du mir dein <emphasis>Stedding,</emphasis> und ich zeige dir Emondsfeld. Allerdings werden wir dazu die Kurzen Wege nicht ben�tzen. Wir laufen oder reiten, auch wenn wir den ganzen Sommer dazu brauchen.�</p><p>�Glaubst du, da� es jemals vorbei sein wird, Rand?�</p><p>Er sah den Ogier mit gerunzelter Stirn an. �Du hast gesagt, wir brauchen zwei Tage nach Fal Dara.�</p><p>�Nicht das mit den Kurzen Wegen, Rand � alles andere meine ich.� Loial blickte nach hinten zur�ck zu der Aes Sedai, die sich leise mit Lan unterhielt, der Seite an Seite mit ihr ritt. �Wieso glaubst du, da� es jemals vorbei sein wird?�</p><p>Die Br�cken und Rampen f�hrten sie hinauf und hinunter und kreuz und quer. Manchmal zog sich von einem Wegweiser eine wei�e Linie in die Dunkelheit hinein, so wie die, der sie vom Wegetor in Caemlyn aus gefolgt waren. Rand bemerkte, da� er nicht der einzige war, der diese Linien neugierig und auch ein wenig wehm�tig betrachtete. Nynaeve, Perrin, Mat und sogar Egwene verlie�en nur z�gernd diese Linien. Am Ende von jeder befand sich ein Wegetor, ein Tor zur�ck in die Welt, wo es einen Himmel und Sonne und Wind gab. Selbst der Wind w�re ihnen willkommen gewesen. Aber sie ritten unter dem scharfen Blick der Aes Sedai weiter. Doch Rand war nicht der einzige, der zur�ckblickte, sogar dann noch, nachdem die Dunkelheit sowohl Insel als auch Wegweiser und Linie verschluckt hatte.</p><p>Als Moiraine schlie�lich verk�ndete, da� sie die Nacht auf einer der Inseln verbringen w�rden, g�hnte Rand l�ngst. Mat sah sich in der sie umgebenden Schw�rze um, lachte h�hnisch und schnaubte laut durch die Nase, doch er stieg genauso schnell wie die anderen vom Pferd. Lan und die Jungen sattelten die Pferde ab und legten ihnen Fu�fesseln an, w�hrend Nynaeve und Egwene einen kleinen �lofen aufstellten, um Tee zu bereiten. Der Ofen sah wie das Unterteil einer Laterne aus. Lan sagte, die Beh�ter ben�tzten so etwas in der F�ule, wo es gef�hrlich sein konnte, das dort gewachsene Holz zu verbrennen. Der Beh�ter holte dreibeinige Stative aus einem der K�rbe, die sie dem Packpferd umgeschnallt hatten, und so konnten sie ihre Laternenstangen im Kreis um ihren Lagerplatz herum aufstellen. Loial betrachtete kurze Zeit lang den Wegweiser, setzte sich dann aber mit �bergeschlagenen Beinen hin und strich mit einer Hand �ber den staubigen, pockennarbigen Stein. �Einst wuchsen auf den Inseln Pflanzen�, sagte er traurig. �All die B�cher erz�hlen davon. Es gab gr�nes Gras, um darauf zu schlafen, weich wie ein Federbett. Obstb�ume wuchsen hier, die einem das mitgebrachte Essen durch einen Apfel oder eine Birne oder eine Quitte erg�nzten � s�� und knusprig und saftig, ganz gleich, welche Jahreszeit drau�en herrschte.�</p><p>�Nichts, was man jagen k�nnte�, murrte Perrin, und dann sah er �berrascht drein, weil er das ausgesprochen hatte.</p><p>Egwene gab Loial eine Tasse Tee. Er hielt sie in der Hand, ohne zu trinken. Er starrte darauf, als k�nne er in ihren Tiefen die Obstb�ume finden. �Wirst du keine Amulette um uns herum aufstellen?� fragte Nynaeve Moiraine. �Sicher gibt es hier drinnen Schlimmeres als Ratten. Auch wenn ich nichts gesehen habe, kann ich es immer noch f�hlen.�</p><p>Die Aes Sedai rubbelte angeekelt mit den Fingerspitzen in ihren Handfl�chen. �Man kann die Verderbnis f�hlen, die furchtbare Verwandlung der Macht, die die Wege geschaffen hat. Ich werde in den Wegen die Eine Macht nicht ben�tzen, wenn ich nicht mu�. Das Verderben ergreift alles derart, da� auch alles, was ich versuchen k�nnte, ganz sicher mit hineingezogen w�rde.�</p><p>Das lie� alle so wie Loial verstummen. Lan machte sich methodisch �ber sein Mahl her, als lege er die Scheite f�r ein Feuer nach. Das Essen an sich war weniger wichtig -der K�rper brauchte eben Nahrung. Auch Moiraine a� kr�ftig und auf so vornehm gesittete Art und Weise, als s��en sie nicht mitten im Nichts auf einer blanken Steinplatte. Rand stocherte nur in seinem Essen herum. Die winzige Flamme des �lofens gab gerade genug Hitze ab, um Wasser zum Kochen zu bringen, aber er dr�ckte sich ganz nahe heran, als k�nne er die W�rme in sich aufsaugen. Er sa� Schulter an Schulter mit Mat und Perrin. Sie sa�en in einem engen Kreis um den Ofen herum. Mat hielt Brot und Fleisch und K�se gedankenverloren in den H�nden, und Perrin stellte seinen Blechnapf nach nur wenigen Bissen weg. Die Stimmung wurde immer gedr�ckter, und jeder sah zu Boden und mied den Blick in die sie umgebende Dunkelheit.</p><p>Moiraine betrachtete sie beim Essen. Schlie�lich stellte sie ihren Teller weg und tupfte sich mit einer Serviette die Lippen. �Ich kann euch eine erfreuliche Sache mitteilen. Ich glaube gar nicht, da� Thom Merrilin tot ist.�</p><p>Rand blickte sie scharf an. �Aber... der Blasse...�</p><p>�Mat erz�hlte mir, was in Wei�br�cke vorgefallen ist�, sagte die Aes Sedai. �Die Leute dort erw�hnten einen Gaukler, aber sie sagten nichts davon, da� er gestorben sei. Ich glaube, wenn ein Gaukler get�tet worden w�re, dann h�tten sie es gesagt. Wei�br�cke ist nicht so gro�, da� ein Gaukler keine wichtige Figur w�re. Und Thom ist ein Teil des Musters, das sich um euch drei herum bildet. Ein zu wichtiger Teil, wie ich glaube, um so schnell abgeschnitten zu werden.�</p><p><emphasis>Zu wichtig?</emphasis> dachte Rand. <emphasis>Wie kann Moiraine wissen...?</emphasis> �Min? Hat sie etwas in bezug auf Thom gesehen?�</p><p>�Sie hat eine Menge gesehen�, sagte Moiraine trocken. �Von euch allen. Ich w�nschte, ich verst�nde nur die H�lfte von dem, was sie sah, aber selbst sie versteht es nicht. Die alten Beschr�nkungen sind gefallen. Aber gleich, ob das, was Min macht, alt oder neu ist � sie sieht die Wahrheit. Eure Schicksale sind miteinander verkn�pft. Auch Thom Merrilins.�</p><p>Nynaeve schniefte unbeeindruckt und go� sich noch eine Tasse Tee ein. �Ich kann nicht verstehen, wieso sie etwas �ber uns sehen konnte�, sagte Mat grinsend. �Wie ich mich erinnere, hat sie die meiste Zeit �ber Rand angehimmelt.�</p><p>Egwene zog die Augenbrauen hoch. �Oh? Das hast du mir gar nicht erz�hlt, Moiraine Sedai.�</p><p>Rand blickte sie an. Sie sah ihn wohl nicht an, aber ihr Tonfall hatte etwas �bertrieben unbeteiligt geklungen. �Ich habe einmal mit ihr gesprochen�, sagte er. �Sie zieht sich wie ein Junge an, und ihr Haar ist so kurz wie meines.�</p><p>�Du hast mit ihr gesprochen. Einmal.� Egwene nickte langsam. Sie sah ihn immer noch nicht an und hob die Tasse an die Lippen.</p><p>�Min war eben nur jemand, der in der Schenke in Baerlon arbeitete�, sagte Perrin. �Nicht so wie Aram.�</p><p>Egwene verschluckte sich an ihrem Tee. �Zu hei߫, murmelte sie.</p><p>�Wer ist Aram?� fragte Rand. Perrin l�chelte. Es sah sehr nach Mats altem L�cheln aus, wenn er fr�her etwas ausgeheckt hatte. Er versteckte es hinter seiner Tasse.</p><p>�Einer vom Fahrenden Volk�, sagte Egwene leichthin, aber auf ihren Wangen waren rote Flecke zu sehen.</p><p>�Einer vom Fahrenden Volk�, sagte Perrin verbindlich. �Er tanzt. Wie ein Vogel. Hast du das nicht gesagt, Egwene? Es war, als ob man mit einem Vogel fl�ge?�</p><p>Egwene stellte ihre Tasse energisch hin. �Ich wei� nicht, ob sonst noch jemand m�de ist, aber ich gehe jetzt schlafen.�</p><p>Als sie sich in ihre Decken rollte, streckte Perrin die Hand aus und stupfte Rand in die Rippen. Dabei blinzelte er ihm zu. Rand stellte fest, da� er zur�ckgrinste. <emphasis>Verseng mich, aber diesmal hab ich das bessere Ende f�r mich gehabt. Ich w�nschte, ich verst�nde soviel von Frauen wie Perrin.</emphasis></p><p>�Rand�, sagte Mat trocken, �vielleicht solltest du Egwene von Bauer Grinwells Tochter Else erz�hlen.� Egwene hob den Kopf und sah erst Mat und dann ihn an.</p><p>Er stand schleunigst auf und holte seine Decken. �Ich w�rde jetzt auch gern schlafen.�</p><p>Alle Emondsfelder suchten sich nun ihre Decken zusammen. Loial schlo� sich ihnen an. Moiraine blieb sitzen und schl�rfte ihren Tee. Lan auch. Der Beh�ter wirkte nicht, als habe er jemals vor schlafenzugehen oder als brauche er �berhaupt Schlaf.</p><p>Selbst zum Schlafen zusammengerollt, wollte keiner sich weit von den anderen entfernen. Sie bildeten einen engen Kreis deckenumh�llter Erhebungen um den Ofen herum. Beinahe ber�hrten sie sich gegenseitig.</p><p>�Rand�, fl�sterte Mat, <emphasis>�war</emphasis> irgend etwas zwischen dir und Min? Ich habe sie kaum einmal richtig gesehen. Sie <emphasis>war</emphasis> h�bsch, aber sie mu� fast so alt wie Nynaeve sein.�</p><p>�Wie steht es mit dieser Else?� f�gte Perrin von der anderen Seite her hinzu. �'ne H�bsche?�</p><p>�Blut und Asche�, nuschelte er. �Kann ich noch nicht einmal mit einem M�dchen sprechen? Ihr zwei seid genauso schlimm wie Egwene.�</p><p>�Wie die Seherin bemerken w�rde�, schimpfte Mat scherzend, �h�te deine Zunge! Also, wenn du nicht erz�hlen willst, dann schlafe ich jetzt ein wenig.�</p><p>�Gut�, brummte Rand. �Das ist das erste vern�nftige Wort, das du herausgebracht hast.�</p><p>Aber das Einschlafen fiel ihm nicht leicht. Der Stein war hart, gleich auf welche Seite sich Rand legte, und er konnte die L�cher durch seine Decke hindurch f�hlen. Es gab keine M�glichkeit sich vorzustellen, da� man sich anderswo als in den Kurzen Wegen befand, die von den M�nnern gebaut worden waren, die vom Dunklen K�nig gezeichnet waren und die Welt zerst�rt hatten. Er stellte sich immer wieder die zerst�rte Br�cke vor und das Nichts darunter.</p><p>Wenn er sich nach der einen Seite drehte, dann sah er, wie Mat ihn anblickte, oder besser, wie er durch ihn hindurchblickte. Aller Spott war vergessen, wenn man sich an die Dunkelheit um sie herum erinnerte. Also rollte er sich zur anderen Seite herum, und da hatte Perrin die Augen ebenfalls offen. Perrins Gesicht wirkte nicht so �ngstlich wie das Mats, aber er hatte die H�nde vor der Brust und klopfte st�ndig besorgt mit den Daumen gegeneinander.</p><p>Moiraine machte eine Runde, kniete sich neben jedem Kopf nieder und sprach leise auf die betreffende Person ein. Rand konnte nicht h�ren, was sie zu Perrin sagte, aber die Bewegung seiner Daumen h�rte auf. Als sie sich �ber Rand beugte und ihr Gesicht seines beinahe ber�hrte, sagte sie mit leiser, beruhigender Stimme: �Selbst hier besch�tzt dich dein Schicksal. Nicht einmal der Dunkle K�nig kann das Muster v�llig ver�ndern. So lange ich dir nahe bin, bist du vor ihm sicher. Deine Tr�ume sind sicher. Eine Weile lang sind sie das noch.�</p><p>Als sie zu Mat weiterging, fragte er sich, ob sie sich das wirklich so leicht vorstellte, da� sie ihm sagen konnte, er sei sicher, und er w�rde das glauben. Aber irgendwie f�hlte er sich sicher � sicherer zumindest. Bei dem Gedanken schlief er ein, und er tr�umte nichts.</p><p>Lan weckte sie. Rand fragte sich, ob der Beh�ter geschlafen hatte. Er wirkte nicht m�de, nicht einmal so m�de wie diejenigen, die ein paar Stunden auf dem harten Stein gelegen hatten. Moiraine gestattete ihnen genug Zeit, um Tee zu bereiten, aber nur eine Tasse f�r jeden. Sie fr�hst�ckten im Sattel. Loial und der Beh�ter f�hrten sie an. Es war das gleiche Essen wie sonst � Brot und Fleisch und K�se. Rand dachte sich, wie leicht es doch sei, dessen �berdr�ssig zu werden.</p><p>Nicht lang, nachdem der letzte Kr�mel vom Finger abgeleckt war, sagte Lan ruhig: �Jemand folgt uns. Oder etwas.� Sie befanden sich in der Mitte einer Br�cke. Die beiden Enden waren verborgen.</p><p>Mat ri� einen Pfeil aus seinem K�cher und, bevor ihn jemand aufhalten konnte, scho� er ihn in die Dunkelheit hinter ihnen.</p><p>�Ich wu�te, da� ich das nie h�tte tun sollen�, murmelte Loial. �Gib dich nie mit einer Aes Sedai ab, au�er in einem <emphasis>Stedding.�</emphasis></p><p>Lan dr�ckte den Bogen herunter, bevor Mat einen weiteren Pfeil auflegen konnte. �H�r damit auf, du Idiot! Man kann doch nie wissen, wer das ist.�</p><p>Der Ogier setzte hinzu: �Das ist der einzige Ort, an dem sie harmlos sind.�</p><p>�Was sonst kann es an einem solchen Ort geben, als etwas B�ses?� wollte Mat wissen.</p><p>�Das behaupten auch die �ltesten, und ich h�tte auf sie h�ren sollen.�</p><p>�Zum Beispiel gibt es uns hier�, sagte der Beh�ter trocken.</p><p>�Vielleicht ist es ein anderer Reisender�, sagte Egwene voller Hoffnung. �Vielleicht ein Ogier?�</p><p>�Ogier sind zu vern�nftig, um die Kurzen Wege zu ben�tzen�, grollte Loial. �Alle au�er Loial, der �berhaupt nicht vern�nftig ist. Das hat der �lteste Haman immer gesagt, und er hatte recht.�</p><p>�Was hast du f�r ein Gef�hl, Lan?� fragte Moiraine. �Ist es etwas, das dem Dunklen K�nig dient?�</p><p>Der Beh�ter sch�ttelte bed�chtig den Kopf. �Ich wei� es nicht�, sagte er, als �berrasche ihn diese Tatsache. �Ich kann es nicht sagen. Vielleicht liegt es an den Wegen und an dem verderblichen Einflu�. Alles ist irgendwie falsch.</p><p>Aber wer es auch sein mag oder was � es versucht nicht, uns einzuholen. Beinahe h�tte er uns an der letzten Br�cke eingeholt, und dann ist er �ber die Br�cke zur�ckgehetzt, um das zu vermeiden. Allerdings k�nnte ich ihn vielleicht �berraschen, wenn ich zur�ckbliebe, und sehen, wer oder was er ist.�</p><p>�Wenn du zur�ckbleibst, Beh�ter�, sagte Loial mit fester Stimme, �dann wirst du den Rest deines Lebens in den Kurzen Wegen verbringen. Selbst wenn du die Ogierschrift lesen kannst, habe ich doch noch nie von einem Menschen geh�rt oder gelesen, der sich auch nur von der ersten Insel aus ohne einen Ogierf�hrer zurechtgefunden h�tte. <emphasis>Kannst</emphasis> du die Ogierschrift lesen?�</p><p>Lan sch�ttelte erneut den Kopf, und Moiraine sagte: �Solange er uns nicht bel�stigt, solange tun wir ihm auch nichts. Wir haben keine Zeit. Keine Zeit.�</p><p>Als sie von der Br�cke auf die n�chste Insel ritten, sagte Loial: �Wenn ich mich richtig an den letzten Wegweiser erinnere, gibt es von hier aus einen direkten Weg nach Tar Valon. H�chstens einen Halbtagesritt weit. Nicht so lang, wie wir nach Mafal Dadaranell brauchen werden. Ich bin sicher, da�... �</p><p>Er brach ab, als der Schein ihrer Laternen den Wegweiser erreichte. Nahe der Spitze der Platte schnitten tief eingemei�elte Linien scharfe und eckige Wunden in den Stein. Pl�tzlich trat Lans Wachsamkeit klar zutage. Er hielt sich entspannt aufgerichtet im Sattel, aber Rand hatte pl�tzlich den Eindruck, da� der Beh�ter alles um sie herum f�hlen k�nne, ja, sogar f�hlte, wie sie atmeten. Lan lenkte seinen Hengst um den Wegweiser herum und ritt dann in Spirallinien weiter nach drau�en. Er ritt, als sei er auf einen Angriff vorbereitet oder darauf, selbst angreifen zu m�ssen.</p><p>�Das erkl�rt viel�, sagte Moiraine leise, �und es �ngstigt mich. So viel! Ich h�tte es wissen m�ssen. Die Verderbnis, der Verfall. Ich h�tte es wissen m�ssen.�</p><p>�Was wissen?� fragte Nynaeve im gleichen Moment, als Loial fragte: �Was denn? Wer hat das gemacht? Ich habe niemals etwas �hnliches gesehen oder davon geh�rt.�</p><p>Die Aes Sedai blickte sie ruhig an. �Trollocs.� Sie mi�achtete ihr �ngstliches Nach-Luft-Schnappen. �Oder Blasse. Das hier sind Trolloc-Runen. Die Trollocs haben herausgefunden, wie man die Kurzen Wege betritt. So m�ssen sie unentdeckt auch die Zwei Fl�sse erreicht haben; durch das Wegetor in Manetheren. Es gibt in der F�ule auch zumindest ein Wegetor.� Sie blickte zu Lan hin�ber, bevor sie fortfuhr. Der Beh�ter war weit genug entfernt, da� man nur noch den schwachen Schein seiner Laterne sehen konnte. �Manetheren wurde zerst�rt, aber es gibt fast nichts, was ein Wegetor zerst�ren k�nnte. Auf diese Weise konnten die Blassen eine kleine Armee in die Umgebung von Caemlyn bringen, ohne in jeder Nation zwischen der F�ule und Andor einen Alarm auszul�sen.� Sie schwieg und ber�hrte in Gedanken ihre Lippen. �Aber sie kennen bestimmt noch nicht alle Wege, sonst w�ren sie durch das gleiche Tor nach Caemlyn hineingest�rmt, das wir ben�tzten. Ja.�</p><p>Rand schauderte. Durch ein Wegetor gehen, und dann warteten Trollocs in der Dunkelheit � Hunderte davon, vielleicht Tausende, hybride Giganten mit halb tierischen Fratzen, die sie anfauchten, wenn sie aus der Schw�rze sprangen, um zu t�ten. Oder noch Schlimmeres taten.</p><p>�Es f�llt ihnen nicht leicht, die Kurzen Wege zu ben�tzen�, rief Lan ihnen zu. Seine Laterne befand sich nicht mehr als zwanzig Spannen weit entfernt, aber ihr Lichtschein war nur wie ein verfilzter, tr�ber Ball, der jenen am Wegweiser sehr weit entfernt schien. Moiraine f�hrte sie zu ihm hin. Rand w�nschte, sein Magen sei leer, als er sah, was der Beh�ter gefunden hatte.</p><p>Am Fu� einer der Br�cken erhoben sich die erstarrten K�rper von Trollocs, die in dem Moment eingefangen waren, als sie mit Haken�xten und Sichelschwertern um sich schlugen. Grau und rissig wie der Stein selbst, waren die riesigen K�rper halb in die geschwollene, blasendurchsetzte Oberfl�che eingesunken. Einige der Blasen waren geplatzt, und darin sah man weitere Gesichter mit Tierschnauzen, die in ewiger Furcht fauchten. Rand h�rte, wie jemand hinter ihm w�rgte, und er mu�te ganz sch�n schlucken, um es demjenigen nicht gleichzutun. Selbst f�r Trollocs war das ein f�rchterlicher Tod gewesen.</p><p>Wenige Fu� hinter den Trollocs war die Br�cke zu Ende. Die Wegweisers�ule war in tausend Scherben zerschlagen.</p><p>Loial stieg �bervorsichtig vom Pferd und be�ugte die Trollocs, als glaube er, da� sie wieder zum Leben erwachen k�nnten. Er untersuchte eilig die �berreste der S�ule, wobei er versuchte, die in den Stein eingelassene Metallschrift zu entziffern. Dann kletterte er in den Sattel zur�ck. �Das war die erste Br�cke des Wegs von hier nach Tar Valon�, sagte er.</p><p>Mat rieb sich mit dem Handr�cken den Mund, von den Trollocs abgewandt. Egwene verbarg ihr Gesicht in den H�nden. Rand lie� sein Pferd n�her an Bela herantreten und ber�hrte ihre Schulter. Sie wand sich herum und klammerte sich schaudernd an ihn. Er h�tte auch am liebsten gezittert, aber ihre Umklammerung bewahrte ihn davor.</p><p>�Dann ist es ja gut, da� wir noch nicht nach Tar Valon gehen�, sagte Moiraine.</p><p>Nynaeve fuhr die Aes Sedai an: �Wie kannst du das so gelassen hinnehmen? Uns k�nnte dasselbe passieren!�</p><p>�Vielleicht�, sagte Moiraine ernst, und Nynaeve knirschte so laut mit den Z�hnen, da� Rand es noch h�ren konnte. �Es ist allerdings wahrscheinlicher�, fuhr Moiraine unbeeindruckt fort, �da� die M�nner, die Aes Sedai, die die Wege gemacht haben, sie auch sch�tzten und f�r die Kreaturen des Dunklen K�nigs Fallen einbauten. Sie m�ssen das doch damals schon bef�rchtet haben, bevor die Halbmenschen und Trollocs in die F�ule getrieben wurden. Auf jeden Fall k�nnen wir hier nicht verweilen, und jeder Weg, den wir auch w�hlen, vorw�rts oder r�ckw�rts, k�nnte uns in eine Falle f�hren. Loial, wei�t du, welche Br�cke wir als n�chste nehmen m�ssen?�</p><p>�Ja. Ja, den entsprechenden Teil des Wegweisers haben sie, dem Licht sei Dank, nicht zerst�rt.� Zum ersten Mal schien Loial genauso darauf bedacht, schnell weiterzureiten, wie Moiraine. Sein gro�es Pferd war schon in Bewegung, als er noch nicht einmal ausgeredet hatte.</p><p>Egwene hing noch zwei Br�cken lang an Rands Arm. Er fand es schade, als sie ihn schlie�lich mit einer leisen Entschuldigung und einem verlegenen Lachen wieder loslie�, und das nicht nur, weil es ein sch�nes Gef�hl gewesen war, da� sie sich so an ihm festgehalten hatte. Es war leichter, tapfer zu sein, das war ihm klar geworden, wenn jemand seinen Schutz ben�tigte.</p><p>Moiraine glaubte vielleicht nicht, da� sie in eine Falle liefen, aber trotz aller Hast lie� sie die Gruppe langsamer vorr�cken als bisher und wartete, bevor sie jemand auf eine Br�cke oder von einer Br�cke auf eine Insel lie�. Sie lie� Aldieb jedesmal vortreten und pr�fte die Luft vor sich mit einer ausgestreckten Hand. Nicht einmal Loial oder Lan erlaubte sie vorw�rtszureiten, bevor sie den Weg freigegeben hatte.</p><p>Rand mu�te sich in bezug auf Fallen auf ihr Urteilsverm�gen verlassen, doch er sp�hte angestrengt in die Dunkelheit hinein, als k�nne er weiter als nur zehn Fu� blicken, und er lauschte genauso angespannt. Wenn die Trollocs die Kurzen Wege benutzen konnten, dann war ihr Verfolger m�glicherweise eine weitere Kreatur des Dunklen K�nigs. Oder mehr als eine. Lan hatte gesagt, in den Wegen k�nne er das einfach nicht feststellen. Aber als sie eine Br�cke nach der anderen �berquerten, ihr Mittagessen im Sattel verzehrten und dann weitere Br�cken hinter sich lie�en, war alles, was er h�ren konnte, das Knarren ihrer eigenen S�ttel, das Klappern der Pferdehufe und manchmal das Husten eines der anderen. Gelegentlich f�hrte der eine oder andere auch Selbstgespr�che. Sp�ter h�rte er auch den fernen Wind irgendwo in der Schw�rze drau�en. Er wu�te nicht, aus welcher Richtung das Ger�usch kam. Zuerst dachte er, er bilde sich das nur ein, doch mit der Zeit war er sicher.</p><p><emphasis>Es w�re gut, wieder Wind zu sp�ren, selbst wenn er kalt ist.</emphasis></p><p>Pl�tzlich ri� er die Augen auf. �Loial, hast du nicht gesagt, in den Wegen gebe es keinen Wind?�</p><p>Loial brachte sein Pferd kurz vor der n�chsten Insel zum Stehen und neigte den Kopf, um zu lauschen. Langsam wich die Farbe aus seinem Gesicht, und er leckte sich die Lippen. <emphasis>�Machin Shin�,</emphasis> fl�sterte er heiser. �Der Schwarze Wind. Das Licht leuchte und besch�tze uns. Es ist der Schwarze Wind.�</p><p>�Wie viele Br�cken noch?� fragte Moiraine in scharfem Ton. �Loial, wie viele Br�cken sind es noch?�</p><p>�Zwei. Ich glaube, zwei.�</p><p>�Also, dann schnell�, sagte sie und lie� Aldieb auf die Insel traben. �Findet schnell den Weg!�</p><p>Loial f�hrte ein Selbstgespr�ch, oder er redete mit dem, der eben gerade zuh�rte, w�hrend er die Schrift auf dem Wegweiser las. �Sie kamen wahnsinnig heraus und schrien etwas von <emphasis>Machin Shin.</emphasis> Licht, hilf uns! Selbst die von den Aes Sedai geheilten... � Hastig �berflog er die Schrift im Stein und galoppierte los, auf die erw�hlte Br�cke zu, wobei er rief: �Hier entlang!�</p><p>Diesmal wartete Moiraine nicht, um sich erst zu orientieren. Sie lie� sie hinterhergaloppieren. Die Br�cke erzitterte unter den Hufen ihrer Pferde, und die Laternen schwankten wild an ihren Stangen. Loial �berflog gehetzt die Schrift an der n�chsten S�ule und ri� wie ein Rennreiter sein gro�es Reittier herum, bevor es �berhaupt noch richtig zum Stehen gekommen war. Das Ger�usch des Windes hinter ihnen wurde lauter. Rand konnte es �ber den L�rm der Hufschl�ge auf dem Steinboden hinweg h�ren. Und die Windst��e kamen naher.</p><p>Sie k�mmerten sich nicht um den letzten Wegweiser. Sobald im Laternenschein die davon ausgehende wei�e Linie sichtbar wurde, bogen sie im Galopp in diese Richtung ein. Die Insel verschwand hinter ihnen, und es gab nur noch den zerkl�fteten, grauen Steinboden unter ihren F��en sowie die wei�e Linie. Rand atmete so schwer, da� er sich nicht mehr sicher war, ob er den Wind noch h�rte.</p><p>In der Dunkelheit vor ihnen tauchte das Tor auf; mit Ranken verziert stand es einsam in der Schw�rze wie ein winziges St�ck Mauer in der Nacht. Moiraine beugte sich aus dem Sattel und streckte die Hand nach den Verzierungen aus. Pl�tzlich fuhr sie zur�ck. �Das <emphasis>Avendesora-Blatt</emphasis> ist nicht da!� sagte sie. �Der Schl�ssel ist weg!�</p><p>�Licht!� schrie Mat. �Verdammtes Licht!� Loial warf den Kopf in den Nacken und stie� einen traurigen Laut aus, �hnlich einem Todesschrei.</p><p>Egwene ber�hrte Rand am Arm. Ihre Lippen zitterten, aber sie sah ihn nur an. Er legte seine Hand auf die ihre und hoffte, da� er nicht noch �ngstlicher dreinblickte als sie. Er f�hlte es. Hinter dem Wegweiser heulte der Wind. Er bildete sich fast ein, er k�nne darin Stimmen unterscheiden, Stimmen, die unsagbar Furchtbares riefen, das ihm � wenn er es auch nur halb verstand -Magenkr�mpfe bereitete.</p><p>Moiraine hob ihren Stab, und von seinem Ende stach eine Flamme hervor. Es war nicht die reine, wei�e Flamme, an die sich Rand von Emondsfeld und von dem Kampf vor Shadar Logoth her erinnerte. Das Feuer war von krankhaftem Gelb und langsam hindurchtreibenden schwarzen Flecken durchsetzt, die wie Ru�flocken wirkten. D�nner, s�uerlich riechender Rauch erhob sich von der Flamme, lie� Loial husten und die Pferde nerv�s t�nzeln, aber Moiraine richtete die Flamme auf das Tor. Der Rauch bi� in Rands Kehle und brannte in ihm in der Nase.</p><p>Stein schmolz wie Butter. Blatt und Ranke verschmorten in der Flamme und verschwanden. Die Aes Sedai f�hrte die Flamme, so schnell sie nur konnte, aber eine �ffnung hineinzuschneiden, die gro� genug war, da� alle hindurchkommen konnten, war keine schnell zu l�sende Aufgabe. Rand schien es, als kr�che die Schnittlinie geschmolzenen Steins im Schneckentempo vorw�rts. Sein Umhang flatterte, als sei er von einer leichten Brise erfa�t worden, und sein Herz erstarrte.</p><p>�Ich kann ihn f�hlen�, sagte Mat mit bebender Stimme. �Licht, ich kann ihn verdammt noch mal f�hlen!�</p><p>Die Flamme erlosch, und Moiraine senkte ihren Stab. �Geschafft�, sagte sie. �Zur H�lfte jedenfalls.�</p><p>Eine d�nne Schnittlinie zog sich �ber die verzierte Steinplatte. Rand bildete sich ein, er k�nne Licht � d�ster, aber doch eben Licht � durch den Spalt sehen. Aber trotz des Schnittes standen die beiden gro�en, geschwungenen Steinb�gen immer noch fest da. Die �ffnung w�rde gro� genug sein, da� jeder durchreiten konnte � nur Loial mu�te sich wohl platt auf sein Pferd legen. Wenn die beiden Steinpfeiler weg waren, w�rde es passen. Er fragte sich, wieviel sie wohl wiegen mochten. Tausend Pfund? <emphasis>Vielleicht m�ssen wir uns alle b�cken und schieben. Vielleicht k�nnen wir einen der beiden wegbekommen, bevor der Wind da ist.</emphasis> Ein Windsto� zerrte an seinem Umhang. Er bem�hte sich, nicht zuzuh�ren, was die Stimmen schrien.</p><p>Als Moiraine zur�cktrat, sprang Mandarb nach vorn, geradewegs auf das Tor zu. Lan duckte sich im Sattel. Im letzten Moment drehte sich das Streitro� zur Seite und prallte mit der Schulter gegen den Stein, so wie es gelernt hatte, im Kampf andere Pferde zu rammen. Mit einem Krachen kippte der Stein nach au�en, und der Beh�ter und sein Pferd wurden von ihrem Schwung durch das rauchige Schimmern eines Wegetores getragen. Das Licht, das von au�en hereinfiel, war der blasse, d�nne Lichtschein eines tr�ben Vormittags, aber Rand schien es, als brenne ihm die Mittagssommersonne ins Gesicht.</p><p>Auf der anderen Seite des Tors verlangsamten sich die Bewegungen von Lan und Mandarb. Sie kamen ins Wanken, als der Beh�ter sein Pferd in Richtung auf das Tor herumri�. Rand wartete nicht. Er schob Belas Kopf in Richtung auf die �ffnung und klatschte der ewig zerzausten Stute auffordernd auf die Kruppe. Egwene hatte gerade noch genug Zeit, um sich �berrascht nach ihm umzuschauen, dann trug Bela sie aus den Kurzen Wegen heraus.</p><p>�Ihr alle � raus!� befahl Moiraine. �Schnell! Reitet!�</p><p>Beim Sprechen erhob die Aes Sedai ihren Stab und hielt ihn mit ausgestrecktem Arm von sich. Sie zeigte damit zur�ck zu dem Wegweiser. Etwas fuhr aus dem Ende des Stabs � wie fl�ssiges Licht, zu z�hfl�ssigem Feuer verwandelt -, ein leuchtender, wei�er, roter und gelber Speer, der in die Schw�rze hineinzuckte, explodierte, wie zerschmetterte Diamanten in tausend Kristallen funkelte. Der Wind kreischte in Todesangst und schrie vor Wut. Die tausend verschiedenen Stimmen, die sich im Wind verbargen, br�llten donnernd auf. Es war das Br�llen Wahnsinniger. Halb h�rbare Stimmen lachten gackernd und heulten Versprechen, bei denen Rand schwindelte, sowohl der Freude wegen, die darin lag, als auch der Dinge wegen, die er beinahe verstand.</p><p>Er lie� den Braunen die Stiefel sp�ren und dr�ngte sich hinter den anderen in die �ffnung. Alle zw�ngten sich gleichzeitig durch das rauchige Schimmern. Wieder durchlief ihn der eisige Schauer, das eigenartige Gef�hl, langsam mit dem Gesicht nach unten in einen winterlichkalten Teich gelegt zu werden. Das kalte Wasser kroch St�ckchen f�r St�ckchen an seiner Haut hoch. Wie zuvor schien es ewig so weiterzugehen, w�hrend sein Verstand raste. Er fragte sich, ob der Wind sie wohl einholen k�nne, w�hrend sie so festgehalten wurden.</p><p>So pl�tzlich wie eine Blase platzte, verschwand die K�lte, und er war drau�en. Sein Pferd bewegte sich einen Moment lang zweimal so schnell wie vorher, stolperte, und er flog beinahe �ber seinen Kopf nach vorn weg. Er warf dem Braunen beide Arme um den Hals und klammerte sich verzweifelt an ihn. W�hrend er sich dann wieder richtig in den Sattel zog, sch�ttelte der Braune sich und trabte so gelassen, als sei gar nichts Besonderes geschehen, zu den anderen hin�ber. Es war kalt � nicht die bei�ende K�lte des Wegetores, sondern eine willkommene, nat�rliche Winterk�lte, die ihnen langsam, aber stetig in die Knochen zog.</p><p>Er zog seinen Umhang enger um sich. Sein Blick ruhte auf dem matten Gl�nzen des Wegetores. Neben ihm beugte sich Lan im Sattel vor, eine Hand am Schwert. Mann und Pferd waren angespannt, als rechneten sie damit, zur�ckreiten zu m�ssen, falls Moiraine nicht auftauchte.</p><p>Das Wegetor stand in einer Ger�llhalde am Fu� eines H�gels, von B�schen verdeckt, au�er an den Stellen, wo die fallenden Steinbrocken die kahlen, braunen �ste abgebrochen hatten. Neben den Verzierungen auf den �berresten des Tores wirkte das Unterholz lebloser als der Stein.</p><p>Langsam beulte sich die rauchige Oberfl�che aus, als steige eine eigenartige, lange Blase in einem Teich hoch. Moiraines R�cken brach durch die Blase. Zeitlupenhaft traten die Aes Sedai und ihr Spiegelbild getrennt hervor. Sie hielt immer noch ihren Stab vor sich gestreckt und lie� ihn auch dort, als sie Aldieb hinter sich aus dem Wegetor zog. Die wei�e Stute t�nzelte mit angstvoll verdrehten Augen. Moiraine zog sich zur�ck, beobachtete aber immer weiter das Tor.</p><p>Das Wegetor verdunkelte sich. Das verschwommene Schimmern wurde tr�ber, wandelte sich von Grau zu Anthrazit und dann zu einem so tiefen Schwarz wie im Herzen der Wege. Wie aus gro�er Entfernung heulte der Wind zu ihnen her�ber, versteckte Stimmen, von einer unstillbaren Gier nach lebendigen Dingen erf�llt, einer Gier nach Schmerz, doch voller Entt�uschung.</p><p>Die Stimmen schienen Rand direkt in die Ohren zu fl�stern, am Rande der Verst�ndlichkeit und sogar innerhalb des Verst�ndlichen. <emphasis>So feines Fleisch, so fein zu zerfetzen, die Haut zu schlitzen; Haut zum Abziehen, zum Flechten, so sch�n, die Streifen zu flechten, so sch�n, so rot sind die fallenden Tropfen; so rot das Blut, so rot, so s��; s��e Schreie, singende Schreie, schrei dein Lied, sing deine Schreie...</emphasis></p><p>Das Fl�stern verflog, die Schw�rze lichtete sich, verbla�te, und das Wegetor war wieder ein verschwommenes Schimmern, das man durch einen verzierten Steinbogen hindurch sah.</p><p>Rand atmete lang und bebend aus. Er war nicht der einzige, der so aufatmete � er h�rte das auch von anderen. Egwene hatte Bela neben Nynaeves Pferd treten lassen, und die beiden Frauen hatten sich in die Arme genommen und jeweils den Kopf an die Schulter der anderen gelehnt. Selbst Lan wirkte erleichtert, obwohl sein kantiges Gesicht nichts aussagte. Es lag mehr an der Art, wie er auf Mandarb sa�; seine Schulterpartie wirkte entspannter, als er Moiraine ansah, der Kopf war etwas geneigt.</p><p>�Er konnte nicht durchkommen�, sagte Moiraine. �Ich dachte es mir und hoffte darauf. Pffffff!� Sie warf ihren Stab zu Boden und wischte sich die H�nde an ihrem Umhang ab. Mehr als die H�lfte der L�nge des Stabes war von dickem, schwarzem Ru� bedeckt. �Das Mal des Dunklen K�nigs verdirbt alles an jenem Ort.�</p><p>�Was war das?� wollte Nynaeve wissen.</p><p>Loial schien verwirrt. �Na, <emphasis>Machin Shin</emphasis> nat�rlich. Der Schwarze Wind, der die Seelen stiehlt.�</p><p>�Aber <emphasis>was</emphasis> ist das?� bohrte Nynaeve weiter. �Selbst bei einem Trolloc ist es doch so, da� man ihn anschauen kann und sogar ber�hren, wenn man keinen schwachen Magen hat. Aber das...� Sie zitterte krampfartig.</p><p>�Vielleicht etwas, das aus der Zeit des Wahns �briggeblieben ist�, antwortete Moiraine. �Oder sogar vom Schattenkrieg her, dem Krieg um die Macht. Etwas, das sich schon so lange in den Kurzen Wegen versteckt gehalten hat, da� es nicht mehr herauskann. Niemand, nicht einmal unter den Ogiern, wei�, wie weit oder wie tief die Wege wirklich f�hren. Es k�nnte sogar ein Teil der Wege selbst sein. Wie Loial schon sagte, sind die Wege lebendige Wesen, und alles, was lebt, hat auch Parasiten. Vielleicht sogar eine Kreatur der Verderbnis, etwas, das aus dem Verfall geboren wurde. Etwas, das Leben und Licht ha�t.�</p><p>�Halt!� rief Egwene. �Ich will nichts mehr h�ren! Ich konnte h�ren, wie <emphasis>es</emphasis> sagte... � Sie brach zitternd ab.</p><p>�Es gibt noch Schlimmeres, dem wir die Stirn bieten m�ssen�, sagte Moiraine sanft. Rand glaubte nicht, da� diese Bemerkung f�r ihre Ohren bestimmt gewesen war.</p><p>Die Aes Sedai kletterte ersch�pft in ihren Sattel zur�ck und setzte sich mit einem dankbaren Seufzer zurecht. �Das ist gef�hrlich�, sagte sie und blickte zu dem zerschmetterten Tor hin�ber. Ihrem verkohlten Stab widmete sie nur einen kurzen Blick. �Das Wesen kann nicht hinaus, aber irgend jemand k�nnte hineingeraten. Agelmar mu� M�nner ausschicken, die es einmauern, sobald wir Fal Dara erreichen.� Sie deutete nach Norden, wo sich in dunstverh�llter Entfernung �ber den kahlen Baumwipfeln T�rme erhoben.</p></section><section><title><p>46</p><p>Fal Dara</p></title><p>Das Umland des Wegetores bestand aus bewaldeten H�geln, aber von dem Tor selbst abgesehen gab es kein Anzeichen f�r einen Ogier-Hain. Die meisten B�ume wirkten wie graue Skelette, die in den Himmel griffen. Es waren weniger Nadelb�ume zu sehen, als Rand das gewohnt war, und auch sie wiesen zum Teil nur tote, braune Nadeln auf. Loial sagte nichts dazu. Er sch�ttelte lediglich traurig den Kopf.</p><p>�Ebenso tot wie das Versengte Land�, sagte Nynaeve mit gerunzelter Stirn. Egwene zog den Umhang um sich zusammen und schauderte.</p><p>�Zumindest sind wir drau�en�, sagte Perrin, und Mat f�gte hinzu: �Aber wo drau�en?�</p><p>�In Schienar�, sagte Lan. �Wir sind in den Grenzlanden.� In seiner harten Stimme schwang etwas mit, das ihnen sagte: beinahe zu Hause.</p><p>Rand raffte seinen Umhang um seine Schultern, weil es so kalt war. Die Grenzlande. Dann war auch die F�ule nah. Die Gro�e F�ule. Das Auge der Welt. Und das, was sie dort tun mu�ten.</p><p>�Wir sind in der N�he von Fal Dara�, sagte Moiraine. �Es ist nur ein paar Meilen entfernt.� �ber den Baumwipfeln im Norden und im Osten erhoben sich T�rme. Sie hoben sich dunkel vom Vormittagshimmel ab. Als sie �ber die H�gel und durch die W�lder ritten, verschwanden die T�rme oftmals aus ihrer Sicht, tauchten aber wieder auf, wenn sie eine besonders hohe Erhebung �berschritten.</p><p>Rand bemerkte B�ume, die wie vom Blitz gespalten schienen. �Es ist die K�lte�, antwortete Lan, als er ihn danach fragte. �Manchmal ist der Winter hier so kalt, da� der Saft der B�ume gefriert und die Baumst�mme bersten. Es gibt N�chte, da kannst du sie wie Feuerwerk krachen h�ren, und die Luft ist dann so bei�end, da� du glaubst, sie k�nne ebenfalls zerspringen. Im vergangenen Winter war das noch h�ufiger als sonst der Fall.�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. <emphasis>Berstende</emphasis> B�ume? Und das in einem normalen Winter! Wie mu�te es dann erst in diesem Winter ausgesehen haben? F�r ihn unvorstellbar.</p><p>�Wer behauptet, da� der Winter vorbei sei?� fragte Mat mit klappernden Z�hnen.</p><p>�Aber das hier ist doch ein sch�ner Fr�hling, Schafhirte�, sagte Lan. �Ein sch�ner Fr�hling, in dem man sich so richtig lebendig f�hlt. Aber wenn dir W�rme lieber ist, na ja, in der F�ule ist es schon warm.�</p><p>Leise murmelte Mat: �Blut und Asche. Blut und blutige Asche!� Rand konnte ihn kaum verstehen, aber es klang, als komme es von Herzen.</p><p>Ihr Weg f�hrte sie an Bauernh�fen vorbei, aber obwohl es Mittagessenszeit war, stieg kein Rauch aus den hohen gemauerten Schornsteinen. Auf den Feldern sah man weder Mensch noch Tier � nur manchmal stand ein verlassener Pflug oder Karren da, als k�nne der Eigent�mer jede Minute zur�ckkommen.</p><p>Auf einem nahegelegenen Hof scharrte eine einsame Henne nach Futter. Ein T�rfl�gel der Scheune wurde vom Wind hin und her gezerrt, der andere war am unteren Scharnier abgebrochen und hing schief. Das hohe Haus, das den Zwei-Fl�sse-Augen Rands mit seinem spitzgiebligen, mit gro�en Holzschindeln gedeckten und beinahe bis zum Boden reichenden Dach eigenartig vorkam, lag still da. Kein Hund kam heraus, um sie anzukl�ffen. Mitten im H�hnerhof lag eine Sense. Neben dem Brunnen lagen umgeworfene Eimer.</p><p>Moiraine blickte im Vorbeireiten das Bauernhaus finster an. Sie hob Aldiebs Z�gel, und die wei�e Stute beschleunigte ihren Schritt.</p><p>Die Emondsfelder und Loial ritten in einer dichten Gruppe gleich hinter der Aes Sedai und dem Beh�ter.</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. Er konnte sich nicht vorstellen, da� hier �berhaupt jemals etwas wuchs. Aber andererseits konnte er sich die Kurzen Wege ja auch nicht vorstellen. Selbst jetzt nicht, da er sie hinter sich hatte.</p><p>�Ich glaube nicht, da� sie dies erwartet hat�, sagte Nynaeve ruhig, und ihre Geste umfa�te alle die leeren Bauernh�fe, die sie gesehen hatten. �Wohin sind sie alle gegangen?� fragte Egwene. �Und warum? Sie k�nnen noch nicht lange weg sein.�</p><p>�Warum sagst du das?� fragte Mat. �Nach dem Aussehen dieses Scheunentors zu schlie�en, k�nnten sie schon den ganzen Winter weg sein.� Nynaeve und Egwene sahen ihn mitleidig an, als sei er geistig zur�ckgeblieben. �Die Vorh�nge an den Fenstern�, sagte Egwene geduldig. �Sie sehen zu leicht aus f�r den Winter, selbst hier. So kalt, wie es hier ist, h�tte keine Frau sie vor mehr als ein oder zwei Wochen aufgeh�ngt � eher weniger.� Die Seherin nickte.</p><p>�Vorh�nge.� Perrin lachte leise. Doch das L�cheln verschwand sofort aus seinem Gesicht, als ihn die beiden Frauen stirnrunzelnd anblickten. �Oh, ich bin der gleichen Meinung wie ihr. Auf dieser Sense befand sich nicht genug Rost, als da� sie mehr als eine Woche im Freien gelegen haben kann. Das h�ttest du bemerken m�ssen, Mat. Selbst wenn dir die Vorh�nge nicht aufgefallen sind.�</p><p>Rand sah Perrin von der Seite her an. Er bem�hte sich, nicht aufdringlich dreinzuschauen. Seine Augen waren sch�rfer als die Perrins � oder waren es gewesen, als sie noch zusammen Kaninchen jagten -, aber er hatte die Schneide der Sense nicht gut genug erkennen k�nnen, um Rost zu bemerken.</p><p>�Es ist mir wirklich gleich, wohin sie gegangen sind�, beklagte sich Mat. �Ich will nur irgendeinen Ort finden, an dem es ein Feuer gibt. Bald.�</p><p>�Aber warum sind sie weg?� fragte Rand mehr sich selbst. Die Gro�e F�ule lag nicht weit weg von hier. Die F�ule, wo sich alle Blassen und Trollocs aufhielten, die nicht in Andor waren, um sie zu jagen. Die F�ule, und dorthin mu�ten sie.</p><p>Er erhob die Stimme, damit ihn die in seiner unmittelbaren N�he Reitenden verstehen konnten. �Nynaeve, vielleicht solltest du und auch Egwene nicht unbedingt mit uns zum Auge weiterziehen.� Die beiden Frauen sahen ihn an, als fasele er Unsinn, aber da die F�ule nun schon so nahe war, mu�te er doch einen letzten Versuch unternehmen. �Vielleicht reicht es, wenn ihr schon so nahe seid. Moiraine hat nicht gesagt, da� ihr dorthin gehen m��t. Oder auch du, Loial. Du k�nntest in Fal Dara bleiben, bis wir zur�ck sind. Oder dich auf den Weg nach Tar Valon machen. M�glicherweise findest du den Wagenzug eines Kaufmanns, oder Moiraine k�nnte f�r dich eine Kutsche mieten. Dann treffen wir uns in Tar Valon, wenn alles vorbei ist.�</p><p><emphasis>�Ta'veren.�</emphasis> Loials Seufzer klang nach fernem Donnergrollen. �Du beeinflu�t die Menschenleben in deiner Umgebung, Rand al'Thor � du und deine Freunde. Euer Schicksal bestimmt unseres.� Der Ogier zuckte die Achseln, und pl�tzlich �berzog ein breites Grinsen sein Gesicht. �Au�erdem ist es schon eine tolle Sache, wenn man den Gr�nen Mann treffen kann. Der �lteste Haman spricht immer davon, wie er den Gr�nen Mann einst getroffen hat, und mein Vater auch, wie die meisten unserer �ltesten.�</p><p>�So viele?� sagte Perrin. �In den Sagen hei�t es, der Gr�ne Mann sei schwer zu finden, und niemand k�nne ihn ein zweites Mal aufsp�ren.�</p><p>�Kein zweites Mal, das ist richtig�, stimmte Loial zu. �Aber schlie�lich habe ich ihn noch nie getroffen und ihr auch nicht. Und er meidet die Ogier auch nicht in dem Ma�e wie euch Menschen. Er wei� soviel �ber B�ume. Er kennt sogar die Baumlieder.�</p><p>Rand sagte: �Was ich eigentlich sagen wollte, ist... �</p><p>Die Seherin unterbrach ihn. <emphasis>�Sie</emphasis> behauptet, Egwene und ich seien auch ein Teil des Musters. Alles sei mit euch dreien verwoben. Falls man ihr glauben kann, dann k�nnte vielleicht etwas dran sein, da� die Webart dieses St�cks Muster den Dunklen K�nig aufhalten kann. Und ich f�rchte, ich glaube ihr tats�chlich � zuviel ist schon eingetroffen, um ihr nicht zu glauben. Aber wenn Egwene und ich gehen, was k�nnen wir dann im Muster noch bewirken?�</p><p>�Ich wollte doch nur... �</p><p>Wieder unterbrach ihn Nynaeve in scharfem Ton: �Ich wei�, was du versuchen wolltest.� Sie sah ihn so lange an, bis er unruhig im Sattel umherzurutschen begann. Dann bes�nftigten sich ihre Zuge. �Ich wei�, was du versuchen wolltest, Rand. Ich habe wenig f�r die Aes Sedai �brig und f�r diese hier am wenigsten, denke ich. Noch weniger habe ich daf�r �brig, in die Gro�e F�ule zu gehen, aber am wenigsten �berhaupt kann ich den Vater der L�gen leiden. Wenn ihr Jungen... ihr M�nner, das vollbringen k�nnt, was getan werden mu�, obwohl euch alles andere lieber w�re, na, glaubt ihr, da� ich dann weniger tun werde? Oder Egwene?� Sie schien keine Antwort zu erwarten. Sie raffte die Z�gel und runzelte die Stirn, als sie nach vorn zu der Aes Sedai hinblickte. �Ich frage mich, ob wir diesen Ort � Fal Dara � bald erreichen werden. Oder will sie uns die Nacht hier drau�en verbringen lassen?�</p><p>Als sie zu Moiraine hin trabte, sagte Mat: �Sie hat uns M�nner genannt. Es scheint erst gestern gewesen zu sein, da� sie behauptet hat, wir sollten noch an Mamas Sch�rzenzipfel h�ngen, und nun nennt sie uns M�nner.�</p><p>�Du solltest immer noch an Mamas Sch�rzenzipfel h�ngen�, sagte Egwene, aber Rand glaubte nicht, da� sie es wirklich so meinte. Sie brachte Bela ganz nahe an seinen Braunen heran und senkte die Stimme, damit sie keiner der anderen verstehen konnte, obwohl sich zumindest Mat bem�hte. �Ich habe nur mit Aram getanzt, Rand�, sagte sie leise, wobei sie ihn nicht ansah. �Das nimmst du mir doch nicht �bel, wenn ich mit jemandem tanze, den ich nie wiedersehen werde, oder?�</p><p>�Nein�, sagte er. <emphasis>Wie kommt sie jetzt gerade darauf?</emphasis> �Nat�rlich nicht.� Doch pl�tzlich erinnerte er sich an etwas, das Min in Baerlon gesagt hatte. Es schien schon hundert Jahre her zu sein. <emphasis>Sie ist nicht f�r dich bestimmt, und du nicht f�r sie; jedenfalls nicht so, wie ihr es beide w�nscht.</emphasis></p><p>Die Stadt Fal Dara war auf H�geln erbaut, die sich �ber das umliegende Land erhoben. Sie war auch nicht ann�hernd so gro� wie Caemlyn, aber die Stadtmauer war genauso hoch wie die dortigen. Ringsum vor der Mauer befand sich ein Streifen � eine ganze Meile breit -, auf dem nichts H�heres wuchs als Gras, und selbst das war kurzgeschnitten. Nichts konnte sich n�hern, ohne von einem der vielen hohen T�rme mit ihren h�lzernen Wehrbauten an der Spitze gesehen zu werden. Wo die Mauer von Caemlyn eine gewisse Sch�nheit aufgewiesen hatte, da schienen die Erbauer von Fal Dara keinen Wert darauf gelegt zu haben, ob irgend jemand ihre Mauer sch�n fand. Der graue Naturstein wirkte wuchtig und unverr�ckbar und sagte durch seinen Anblick allen Betrachtern, da� er nur zu einem Zweck existierte: zu halten, zu widerstehen. Auf den Turmspitzen flatterten Flaggen im Wind, so da� der geduckte Schwarze Falke von Schienar die ganze Mauer entlangzufliegen schien.</p><p>Lan streifte die Kapuze an seinem Umhang nach hinten und bedeutete den anderen, es ihm trotz der K�lte gleichzutun. Moiraine hatte ihre bereits entfernt. �Das ist in Schienar Gesetz�, sagte der Beh�ter. �In allen Grenzlanden. Keiner darf innerhalb der Stadtmauern sein Gesicht verbergen.�</p><p>�Sehen sie alle derart gut aus?� lachte Mat.</p><p>�Ein Halbmensch kann sich nicht verbergen, wenn man sein Gesicht sehen kann�, sagte der Beh�ter mit teilnahmsloser Stimme.</p><p>Rand verging das Grinsen. Mat schob hastig seine Kapuze zur�ck.</p><p>Das Tor stand offen. Es war hoch und mit dunklem Eisen beschlagen. Ein Dutzend bewaffneter M�nner stand Wache. Sie trugen gelbe Wappenr�cke mit dem Schwarzen Falken darauf. Die Griffe von Langschwertern, die sie auf dem R�cken trugen, ragten �ber ihren Schultern hervor, und an jeder H�fte hing ein Breitschwert oder ein Streitkolben oder eine Axt Ihre Pferde hatten sie gleich in der N�he angebunden. Sie wirkten grotesk mit ihren von Ro�panzern bedeckten K�pfen und H�lsen, den Kampfdecken, Lanzen in Halterungen neben den Steigb�geln... alles bereit, um sofort loszureiten. Die Wachen machten keine Anstalten, Lan, Moiraine und die anderen aufzuhalten. Im Gegenteil:</p><p>Sie winkten und jubelten ihnen zu.</p><p>�Dai Shan!� rief einer und sch�ttelte seine in stahlbewehrten Handschuhen steckenden F�uste �ber seinem Kopf, als sie vor�berritten. �Dai Shan!�</p><p>Einige unter den anderen schrien: �Ehre den Erbauern!� und <emphasis>�Kiserai ti Wansho!�</emphasis> Loial blickte �berrascht drein, und dann grinste er �ber das ganze Gesicht und winkte den W�chtern zu.</p><p>Ein Mann rannte ein kurzes St�ck neben Lans Pferd einher, als hindere ihn die R�stung dabei �berhaupt nicht. �Wird der Goldene Kranich wieder fliegen, Dai Shan?�</p><p>�Friede, Ragan�, war alles, was der Beh�ter darauf sagte, und der Mann blieb zur�ck. Er erwiderte das Winken der W�chter, doch sein Gesicht wirkte noch ernster als vorher.</p><p>Als sie durch gepflasterte Stra�en ritten, die mit Menschen und Wagen angef�llt waren, blickte Rand sorgenvoll drein. Fal Dara platzte aus allen N�hten, doch diese Menschen glichen weder den neugierigen Menschenmassen von Caemlyn, die in der Dr�ngelei noch die Pracht der Stadt bewundern konnten, noch den wimmelnden Menschenmengen Baerlons. Dicht gedr�ngt beobachteten diese Leute ihre vorbeireitende Gruppe mit bleischweren Blicken und ausdruckslosen Mienen. Karren und Wagen verstopften jede Gasse und die H�lfte der Stra�en. Auf sie hatte man M�bel und andere Haushaltsutensilien und beschnitzte Truhen so hoch aufgestapelt, da� die Kleidung herausquoll. Obendrauf sa�en die Kinder. Die Erwachsenen sorgten daf�r, da� die Kleinen oben blieben, wo man sie sehen konnte, und sie lie�en sie nicht einmal zum Spielen runter. Die Kinder waren noch stiller als die Erwachsenen, ihre Augen gr��er. Der Ausdruck ihrer Augen verfolgte Rand. Die L�cken und Durchg�nge zwischen den Wagen waren mit zotteligen Rindern und schwarzgefleckten Schweinen in provisorischen Gehegen angef�llt. K�fige mit H�hnern und Enten und G�nsen sorgten in unregelm��igen Abst�nden daf�r, da� trotz des Schweigens der Menschen L�rm herrschte. Jetzt wu�te er, wohin all die Bauern gegangen waren.</p><p>Lan f�hrte sie zu der Festung in der Mitte der Stadt, einem wuchtigen Steinklotz auf dem h�chsten H�gel. Ein trockener, tiefer und breiter Burggraben zog sich um die Festungsmauer mit ihren vielen T�rmen. Im Boden des Burggrabens steckte ein mannshoher Wald von scharfen Stahldornen mit Spitzen wie Rasiermesser. Ein letzter Zufluchtsort, wenn der Rest der Stadt gefallen war. Von einem der Tort�rme rief ein Mann in R�stung herunter: �Willkommen, Dai Shan!� Ein anderer rief ins Innere der Festung hinein: �Der Goldene Kranich! Der Goldene Kranich!�</p><p>Die Hufe polterten auf den schweren Holzbohlen der heruntergelassenen Zugbr�cke, als sie den Graben �berquerten und unter den scharfen Spitzen der m�chtigen Fallgitter hindurchritten. Als sie aus dem Torbau herauskamen, schwang sich Lan aus dem Sattel und f�hrte Mandarb weiter. Er gab den anderen ein Zeichen, ebenfalls abzusteigen.</p><p>Der erste Innenhof war ein riesiger quadratischer Platz, mit gro�en Steinplatten gepflastert und von so wehrhaften T�rmen und Zinnen umrahmt, da� sie denen drau�en nicht nachstanden. So gro� diese Fl�che war, so erschien der Innenhof doch genauso �berf�llt wie die Stra�en der Stadt, und es herrschte die gleiche Betriebsamkeit. Doch hier war eine gewisse Ordnung sp�rbar. �berall sah man ger�stete M�nner und Pferde in Kampfausr�stung. In einem halben Dutzend Schmieden rund um den Innenhof dr�hnten die H�mmer, und gro�e, jeweils von zwei M�nnern in Ledersch�rzen bediente Blaseb�lge lie�en die Schmiedefeuer aufprasseln. Ein stetiger Strom von Jungen rannte dazwischen herum und brachte den Hufschmieden neue Hufeisen. Pfeilmacher waren flei�ig am Werk, und jedesmal, wenn ein Korb voll war, wurde er sofort weggerissen und ein leerer hingestellt.</p><p>Uniformierte Lakaien in Schwarz und Gold erschienen, eifrig und l�chelnd. Rand band schnell seine Besitzt�mer hinter dem Sattel los und �bergab den Braunen einem der Lakaien. In dem Moment verbeugte sich ein ledergekleideter Mann mit einem Schuppenpanzer h�flich vor ihnen. �ber seiner R�stung trug er einen hellgelben Umhang mit rotem Besatz. Auf der Brust prangten der Schwarze Falke und ein abgebildeter gelber Wappenrock mit einer grauen Eule darauf. Er trug keinen Helm, und sein Kopf war wahrhaftig kahl, denn er hatte sich die Haare abgeschoren bis auf einen Knoten obenauf, der mit einer Lederschnur zusammengebunden war. �Es ist lange her, Moiraine Aes Sedai. Es ist gut, Euch zu sehen, Dai Shan. Sehr gut.� Er verbeugte sich erneut, diesmal vor Loial, und murmelte: �Ehre den Erbauern. <emphasis>Kiserai ti Wansho.�</emphasis></p><p>�Ich bin unw�rdig�, erwiderte Loial dem Protokoll entsprechend, �und die Arbeit gering. <emphasis>Tsingu ma choba.�</emphasis></p><p>�Ihr ehrt uns, Erbauer�, sagte der Mann. <emphasis>�Kiserai ti Wansho.�</emphasis> Er wandte sich wieder Lan zu. �Lord Agelmar wurde von Eurem Kommen benachrichtigt, Dai Shan, sobald man Euch sah. Er erwartet Euch. Hier entlang, bitte.�</p><p>W�hrend sie ihm in die Festung hinein folgten und durch zugige Korridore mit bunten Wandbeh�ngen und langen Seidenvorh�ngen gingen, die Jagd- und Schlachtenszenen zeigten, fuhr er fort: �Ich bin froh, da� Euch unsere Botschaft erreichte, Dai Shan. Werdet Ihr das Banner des Goldenen Kranichs noch einmal enth�llen?� Die S�le waren bis auf die Wandbeh�nge leer, und selbst auf diesen hatte man nur so wenige Figuren und so wenige Linien wie m�glich verwendet, um die Bedeutung gerade noch klar werden zu lassen � aber alles in bunten Farben.</p><p>�Steht es wirklich so schlecht, wie es aussieht, Ingtar?� fragte Lan ruhig. Rand fragte sich, ob seine Ohren auch so zuckten wie die Loials.</p><p>Der Haarknoten des Mannes schwankte, als er den Kopf sch�ttelte, aber er z�gerte, bevor er schlie�lich doch grinste. �Die Lage ist niemals so schlimm, wie es aussieht, Dai Shan. In diesem Jahr stehen die Dinge ein wenig schlimmer als gew�hnlich, das ist alles. Die �berf�lle setzten sich den ganzen Winter hindurch fort, selbst in den k�ltesten Perioden. Aber sie waren nicht schlimmer als sonst irgendwo an den Grenzen. Sie kommen immer noch in den N�chten, aber was k�nnte man auch sonst im Fr�hling erwarten, falls man das Fr�hling nennen kann? Kundschafter kehren aus der F�ule zur�ck � diejenigen, die es zur�ck schaffen � und bringen Berichte �ber Trolloc-Lager mit. Immer neue Berichte �ber immer neue Lager. Aber wir werden am Tarwin-Pa� auf sie warten, Dai Shan, und sie zur�ckschlagen, wie wir das immer getan haben.�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Lan, aber es klang nicht �berzeugend.</p><p>Ingtars Grinsen versagte, er ri� sich aber gleich wieder zusammen. Schweigend f�hrte er sie in Lord Agelmars Arbeitszimmer, und dann erkl�rte er, ihn riefen dringende Pflichten, und er entfernte sich.</p><p>Der Raum war genauso zweckm��ig angelegt wie der ganze Rest der Festung: Schie�scharten in der Au�enwand und ein schwerer Riegel f�r die dicke T�r, die ihre eigenen Schie�scharten aufwies und mit Eisenb�ndern verst�rkt war. Hier gab es nur einen einzigen Wandbehang. Er bedeckte eine ganze Wand und zeigte M�nner, im Zeichenstil ger�stet wie die von Fal Dara, die auf einer Pa�h�he gegen Myrddraal und Trollocs k�mpften.</p><p>Ein Tisch, eine Truhe und ein paar St�hle waren die einzigen M�belst�cke, abgesehen von zwei Halterungen an der Wand, und die zogen Rands Blicke genauso stark an wie der Wandbehang. An der einen hingen ein Zweihandschwert, gr��er als ein Mann, ein normaleres Breitschwert und darunter ein Morgenstern und ein langer, drachenf�rmiger Schild, auf dem drei F�chse abgebildet waren. An der anderen hing eine vollst�ndige R�stung ganz so, wie man sie sonst trug. Ein Helm mit Helmbusch und heruntergeklapptem Visier �ber einem mit zwei Schichten von Metallschuppen versehenen Halsschutz. Ein Kettenhemd mit Schlitzen zum Reiten und ein ledernes Wams, das vom vielen Tragen abgewetzt gl�nzte. Brustpanzer, Handschuhe mit aufgen�hten Stahlst�cken, Knie- und Ellenbogenkappen und offene Panzerplatten f�r Schultern, Arme und Beine. Selbst hier im Herzen der Festung schienen Waffen und R�stungen bereitzustehen, um jeden Moment angelegt werden zu k�nnen. Wie die M�bel waren auch sie schlicht und w�rdig mit Gold verziert.</p><p>Agelmar selbst erhob sich bei ihrem Eintreten und kam um den Tisch herum zu ihnen her�ber. Auf dem Tisch lagen Landkarten und Papiere und Federn in Tintenf�ssern durcheinander. Auf den ersten Blick erschien Agelmar f�r diesen Raum als zu friedlich � in seinem blauen Samtmantel mit dem hohen, weiten Kragen und den weichen Lederstiefeln -, aber ein zweiter Blick �berzeugte Rand vom Gegenteil. Wie bei allen Kriegern, die Rand hier gesehen hatte, war auch Agelmars Kopf bis auf den Haarknoten kahlgeschoren, und sein Haar war von reinstem Wei�. Sein Gesicht wirkte ebenso hart wie das Lans. Die einzigen Falten befanden sich an den Augenwinkeln, und diese Augen blickten drein, als best�nden sie aus braunem Stein, obwohl jetzt ein L�cheln in ihnen lag.</p><p>�Friede! Es ist wirklich gut, Euch zu sehen, Dai Shan�, sagte der Herr von Fal Dara. �Und Euch, Moiraine Aes Sedai, vielleicht noch mehr! Eure Gegenwart erw�rmt mich, Aes Sedai.�</p><p><emphasis>�Ninte calichniye no domashita, Agelmar Dai Shan�,</emphasis> erwiderte Moiraine f�rmlich, aber ein Unterton in ihrer Stimme verriet, da� sie alte Freunde waren. �Euer Willkommen erw�rmt mich, Lord Agelmar.�</p><p><emphasis>�Kodome calichniye ga ni Aes Sedai hei.</emphasis> Eine Aes Sedai ist hier immer willkommen.� Er wandte sich Loial zu. �Ihr seid fern von Eurem <emphasis>Stedding,</emphasis> Ogier, aber Ihr ehrt Fal Dara mit Eurer Anwesenheit. Ewige Ehre den Erbauern. <emphasis>Kiserai ti Wansho hei.�</emphasis></p><p>�Ich bin unw�rdig�, sagte Loial mit einer Verbeugung. �Ihr seid es, der mir Ehre erweist.� Er blickte die kahlen Steinw�nde an und schien mit sich selbst zu k�mpfen. Rand war froh, da� der Ogier es fertigbrachte, sich weitere Kommentare zu verkneifen.</p><p>Diener in Schwarz und Gold erschienen auf leisen Sohlen. Einige brachten hei�e, feuchte, zusammengefaltete T�cher auf Silbertabletts, mit denen sie sich den Staub von Gesichtern und H�nden wischen konnten. Andere trugen Gl�hwein und Silberschalen mit getrockneten Pflaumen und Aprikosen. Lord Agelmar beauftragte sie, Zimmer vorzubereiten und ihnen B�der zu richten.</p><p>�Eine lange Reise von Tar Valon hierher�, sagte er. �Ihr m��t m�de sein.�</p><p>�Der Weg, den wir nahmen, war nur kurz�, sagte Lan zu ihm, �doch anstrengender als die lange Reise.�</p><p>Agelmar blickte �berrascht drein, als Lan nichts hinzuf�gte, sagte aber lediglich: �Ein paar Tage Ruhe werden Euch alle wieder in einen guten Zustand versetzen.�</p><p>�Ich bitte nur um Unterkunft f�r eine Nacht, Lord Agelmar�, sagte Moiraine, �f�r uns und unsere Pferde. Und frische Vorr�te am Morgen, wenn Ihr sie entbehren k�nnt. Ich f�rchte, wir m�ssen Euch fr�hzeitig verlassen.�</p><p>Agelmar runzelte die Stirn. �Aber ich dachte... Moiraine Sedai, ich habe kein Recht, das von Euch zu verlangen, aber am Tarwin-Pa� w�rt Ihr soviel wert wie tausend Krieger. Und Ihr, Dai Shan. Und tausend M�nner <emphasis>werden</emphasis> kommen, wenn sie h�ren, da� der Goldene Kranich wieder fliegt.�</p><p>�Die Sieben T�rme sind zerst�rt�, sagte Lan grob, �und Malkier ist tot. Die wenigen Menschen, die noch am Leben sind, sind �ber die ganze Erde verstreut. Ich bin Beh�ter, Agelmar, und habe auf die Flamme von Tar Valon geschworen, und ich bin auf dem Weg in die F�ule.�</p><p>�Nat�rlich, Dai � Lan. Nat�rlich. Aber sicher machen doch ein paar Tage oder h�chstens ein paar Wochen Verz�gerung nicht viel aus. Ihr werdet gebraucht. Ihr und Moiraine Sedai.�</p><p>Moiraine nahm von einem der Diener einen silbernen Pokal entgegen. �Ingtar scheint der Meinung zu sein, da� Ihr diese Bedrohung beseitigen werdet, wie Ihr im Laufe der Jahre schon viele beseitigt habt.�</p><p>�Aes Sedai�, meinte Agelmar trocken, �wenn Ingtar allein zum Tarwin-Pa� reiten m��te, w�rde er den ganzen Weg �ber verk�nden, da� die Trollocs erneut zur�ckgeschlagen w�rden. Er ist beinahe stolz genug, um zu glauben, da� er es allein schaffen <emphasis>k�nnte.�</emphasis></p><p>�Diesmal ist er sich nicht so sicher, wie Ihr glaubt, Agelmar.� Der Beh�ter hielt einen Pokal in der Hand, trank aber nicht. �Wie schlimm sieht es aus?�</p><p>Agelmar z�gerte und zog eine Landkarte aus dem Durcheinander auf dem Tisch. Einen Moment lang sah er sie an, ohne wirklich zu sehen, was da gezeichnet war, und dann warf er sie zur�ck. �Wenn wir zum Pa� reiten�, sagte er ruhig, �dann werden die Menschen in den S�den nach Fal Moran geschickt. Vielleicht k�nnen wir die Hauptstadt halten. Friede, sie mu� einfach. Etwas mu� gehalten werden.�</p><p>�So schlimm?� fragte Lan, und Agelmar nickte m�de.</p><p>Rand tauschte besorgte Blicke mit Mat und Perrin. Es war nicht schwer, sich einzureden, da� die Trollocs in der F�ule hinter ihm her waren � hinter ihnen. Agelmar fuhr ernst fort: �Kandor, Arafel, Saldaea � die Trollocs haben sie alle den ganzen Winter hindurch st�ndig �berfallen. So etwas ist seit den Trolloc-Kriegen nicht mehr vorgekommen; die �berf�lle wurden noch nie so brutal, mit so vielen Kriegern und derart hartn�ckig durchgef�hrt. Jeder K�nig und jede Ratsversammlung ist �berzeugt, da� ein gro�er Angriff aus der F�ule heraus kommen wird, und jedes der Grenzlande glaubt, er werde ihm gelten. Keiner ihrer Kundschafter und keiner der Beh�ter berichtet �ber solche Massierungen von Trollocs wie hier, aber sie glauben es eben, und jeder hat zuviel Angst, um K�mpfer irgendwo anders hin zu entsenden. Die Leute fl�stern sich zu, da� das Ende der Welt nahe und der Dunkle K�nig wieder frei sei. Schienar reitet allein zum Tarwin-Pa�, und sie werden uns zahlenm��ig mindestens zehn zu eins �berlegen sein. Mindestens. Es k�nnte die letzte Musterung der Lanzentr�ger werden.</p><p>Lan � nein! � Dai Shan, denn was immer Ihr auch sagt, Ihr seid ein mit dem Diadem gekr�nter Kriegsherr von Malkier. Dai Shan, das Banner des Goldenen Kranichs in der Vorhut w�rde die M�nner ermutigen, die wissen, da� sie nach Norden reiten, um zu sterben. Die Nachricht wird sich wie ein Lauffeuer ausbreiten, und obwohl ihre K�nige ihnen befohlen haben, zu bleiben, wo sie sind, werden aus Arafel und Kandor und sogar aus Saldaea Soldaten kommen. Auch wenn sie zu sp�t k�men, um uns auf dem Pa� zu helfen, k�nnten sie doch Schienar retten.�</p><p>Lan starrte in seinen Wein. Sein Gesichtsausdruck �nderte sich nicht, aber Wein lief ihm �ber die Hand; der silberne Pokal wurde von seinem Griff zerdr�ckt. Ein Diener nahm ihm das zerst�rte Gef�� ab und wischte die Hand des Beh�ters mit einem Tuch ab; ein zweiter dr�ckte ihm einen neuen Pokal in die Hand, w�hrend der andere weggeschafft wurde. Lan schien es nicht zu bemerken. �Ich kann nicht!� fl�sterte er heiser. Als er den Kopf hob, brannte eine wilde Flamme in seinen blauen Augen, doch seine Stimme klang wieder ruhig und teilnahmslos. �Ich bin Beh�ter, Agelmar.� Sein scharfer Blick strich �ber Rand und Mat und Perrin hin�ber zu Moiraine. �Beim ersten Tageslicht reite ich zur Gro�en F�ule.�</p><p>Agelmar seufzte tief. �Moiraine Sedai, wollt Ihr nicht wenigstens kommen? Eine Aes Sedai k�nnte den Kampf entscheiden.�</p><p>�Ich kann nicht, Lord Agelmar.� Moiraine wirkte verst�rt. �Es mu� wirklich eine Schlacht geschlagen werden, und es ist kein Zufall, da� sich die Trollocs in der N�he von Schienar sammeln, doch unsere Schlacht, die wirkliche Schlacht mit dem Dunklen K�nig, wird in der F�ule stattfinden, am Auge der Welt. Ihr m��t Eure Schlacht bestehen, und wir die unsere.�</p><p>�Ihr wollt doch nicht sagen, da� er frei ist!� Der felsengleiche Agelmar schien ersch�ttert, und Moiraine sch�ttelte schnell den Kopf.</p><p>�Noch nicht. Falls wir am Auge der Welt gewinnen, vielleicht nie mehr.�</p><p>�K�nnt Ihr denn das Auge �berhaupt finden, Aes Sedai? Falls es davon abh�ngt, ob der Dunkle K�nig aufgehalten werden kann, k�nnten wir genausogut tot sein. Viele haben es versucht und sind gescheitert.�</p><p>�Ich kann es finden, Lord Agelmar. Noch ist die Hoffnung nicht verloren.�</p><p>Agelmar betrachtete erst sie und dann die anderen. Er schien mit der Anwesenheit von Nynaeve und Egwene nichts anfangen zu k�nnen; ihre Bauernkleidung bildete einen scharfen Kontrast zu Moiraines Seidenkleid, auch wenn alle von der Reise mitgenommen aussahen. �Sind sie auch Aes Sedai?� fragte er zweifelnd. Als Moiraine den Kopf sch�ttelte, schien er noch verwirrter. Sein Blick �berflog die jungen M�nner aus Emondsfeld und blieb bei Rand h�ngen, wobei er kurz das in Rot geh�llte Schwert an seiner H�fte streifte. �Ihr f�hrt eine eigenartige Leibwache mit Euch, Aes Sedai. Nur ein einziger K�mpfer.� Er musterte Perrin und die Axt, die an seinem G�rtel hing. �Vielleicht zwei. Aber beides kaum mehr als junge Burschen. La�t mich Euch M�nner mitgeben. Hundert Lanzen mehr oder weniger werden am Pa� keinen Unterschied machen, aber Ihr werdet mehr als einen Beh�ter und drei Jungen brauchen. Und zwei Frauen werden keine Hilfe darstellen, au�er es w�ren verkleidete Aiel. Die F�ule ist dieses Jahr noch schlimmer als gew�hnlich. Sie � r�hrt sich.�</p><p>�Hundert Lanzen w�ren zuviel�, sagte Lan, �und tausend w�ren nicht genug. Je gr��er die Gruppe, mit der wir in die F�ule hineinreiten, desto gr��er w�re die Wahrscheinlichkeit, da� wir Aufmerksamkeit erregen. Wir m�ssen das Auge m�glichst ohne Kampf erreichen.</p><p>Ihr wi�t, da� das Ergebnis schon vorher feststeht, wenn uns Trollocs in der F�ule den Kampf aufzwingen.�</p><p>Agelmar nickte grimmig, aber er weigerte sich, so schnell aufzugeben. �Also, dann eben weniger. Selbst zehn gute M�nner w�rden Eure Aussichten verbessern, Moiraine Sedai und die anderen beiden Frauen zum Gr�nen Mann zu bringen � bessere Aussichten als nur mit diesen jungen Burschen.�</p><p>Rand wurde pl�tzlich klar, da� der Herr von Fal Dara annahm, es seien die beiden Frauen, die mit Moiraine zusammen gegen den Dunklen K�nig k�mpfen w�rden. Das war ein ganz nat�rlicher Irrtum. Diese Art von Kampf bedeutete, die Eine Macht einsetzen zu m�ssen, und das war Frauensache. <emphasis>Diese Art von Kampf bedeutet, da� man die Macht einsetzen mu�.</emphasis> Er hakte seine Daumen hinter dem Schwertg�rtel ein und packte die Schnalle ganz fest, damit seine H�nde nicht zitterten.</p><p>�Keine M�nner�, sagte Moiraine. Agelmar �ffnete den Mund wieder, und sie fuhr fort, bevor er etwas sagen konnte. �Es ist die Natur des Auges und die Natur des Gr�nen Mannes. Wie viele aus Fal Dara haben den Gr�nen Mann und das Auge jemals gefunden?�</p><p>�Jemals?� Agelmar zuckte die Achseln. �Seit dem Hundertj�hrigen Krieg k�nntet Ihr sie an den Fingern einer Hand abz�hlen. Nicht mehr als einer in f�nf Jahren, und das aus allen Grenzlanden zusammengenommen.�</p><p>�Keiner findet das Auge der Welt�, sagte Moiraine, �wenn nicht der Gr�ne Mann will, da� er es findet. Not -das ist der Schl�ssel, und nat�rlich die damit verbundene Absicht. Ich wei�, wohin wir gehen m�ssen � ich war bereits zuvor dort.� Rands Kopf fuhr �berrascht herum, und er war nicht der einzige Emondsfelder, der so reagierte. Doch die Aes Sedai schien es nicht zu bemerken. �Aber wenn nur einer von uns nach Ruhm strebt und seinen Namen diesen vieren hinzuf�gen will, werden wir es niemals finden, auch wenn ich uns genau zu dem Punkt f�hre, an den ich mich erinnere.�</p><p>�Ihr habt den Gr�nen Mann gesehen, Moiraine Sedai?� Der Herr von Fal Dara klang beeindruckt, aber im n�chsten Augenblick runzelte er die Stirn. �Doch wenn Ihr ihn bereits einmal getroffen habt... �</p><p>�Die Not ist der Schl�ssel�, sagte Moiraine leise, �und es kann keine gr��ere Not geben als meine. Als unsere. Und ich habe etwas, das diese anderen Suchenden nicht haben.�</p><p>Sie wandte den Blick kaum von Agelmars Gesicht ab, und doch war Rand sicher, da� sie ganz kurz Loial angeblickt hatte � nur einen Augenblick lang. Rand sah dem Ogier in die Augen, und Loial zuckte die Achseln.</p><p><emphasis>�Ta'veren�,</emphasis> sagte der Ogier leise.</p><p>Agelmar hob entt�uscht die H�nde. �Wie Ihr wollt, Aes Sedai. Friede! Aber wenn die wirkliche Schlacht am Auge der Welt geschlagen wird, bin ich in Versuchung, das Banner des Schwarzen Falken dorthin zu bringen und nicht zum Pa�. Ich k�nnte Euch den Weg freik�mpfen... �</p><p>�Das w�rde zu einer Katastrophe f�hren, Lord Agelmar. Sowohl am Tarwin-Pa� als auch am Auge. Ihr habt Eure Schlacht, und wir haben unsere zu schlagen.�</p><p>�Friede! Wie Ihr wollt, Aes Sedai.�</p><p>Nachdem er sich zu diesem Entschlu� durchgerungen hatte, auch wenn es ihm schwergefallen war, schien der kahlgeschorene Herr von Fal Dara das Ganze zu vergessen. Er lud sie ein, mit ihm zu speisen, und machte die ganze Zeit �ber h�fliche Konversation �ber Falken und Pferde und Hunde, erw�hnte aber keine Trollocs, keinen Tarwin-Pa� und kein Auge der Welt.</p><p>Das Zimmer, in dem sie a�en, war genauso kahl und einfach eingerichtet wie Lord Agelmars Arbeitszimmer.</p><p>Es gab kaum mehr M�bel als den Tisch und die St�hle. Auch sie waren in strenger Form gehalten. Sch�n, aber streng. Ein gro�er Kamin erw�rmte den Raum, aber doch nicht so sehr, da� ein pl�tzlich nach drau�en gerufener Mann von der dortigen K�lte bet�ubt worden w�re. Diener in Livree brachten Suppe und Brot und K�se, und man sprach �ber B�cher und Musik, bis es Lord Agelmar auffiel, da� die Emondsfelder so schweigsam waren. Wie ein guter Gastgeber fragte er sie ein wenig aus, um sie aus der Reserve zu locken.</p><p>Rand wetteiferte bald mit den anderen, von Emondsfeld und den Zwei Fl�ssen zu erz�hlen. Es kostete M�he, nicht zuviel zu sagen. Er hoffte, die anderen w�rden ebenfalls ihre Zungen h�ten, besonders Mat. Nur Nynaeve blieb zur�ckhaltend und a� und trank schweigend.</p><p>�Es gibt ein Lied in den Zwei Fl�ssen�, sagte Mat, �das hei�t �R�ckkehr vom Tarwin-Paߋ.� Er endete z�gernd, als werde ihm pl�tzlich klar, da� er von dem sprach, was sie alle gemieden hatten, doch Agelmar ging elegant dar�ber hinweg: �Kein Wunder. Nur wenige L�nder haben keine M�nner ausgesandt, um in all diesen Jahren die F�ule immer wieder zur�ckzudr�ngen.�</p><p>Rand sah Mat und Perrin an. Mat formte mit den Lippen lautlos das Wort Manetheren.</p><p>Agelmar fl�sterte mit einem der Diener, und w�hrend andere den Tisch abdeckten, verschwand dieser Mann und tauchte bald darauf mit einem Beh�lter und Tonpfeifen f�r Lan, Loial und Lord Agelmar auf. �Tabak von den Zwei Fl�ssen�, sagte der Herr von Fal Dara, als sie ihre Pfeifen stopften. �Hier ist er schwer zu bekommen, aber er ist den Preis wert.�</p><p>Als Loial und die beiden �lteren M�nner zufrieden pafften, sah Agelmar den Ogier an. �Ihr wirkt besorgt, Erbauer. Doch nicht vom Heimweh gepackt, hoffe ich?</p><p>Wie lange seid Ihr schon von Eurem <emphasis>Stedding</emphasis> weg?�</p><p>�Es ist nicht das Heimweh � so lange bin ich noch nicht weg.� Loial zuckte die Achseln, und bei dieser Geste drehte sich eine blaugraue Rauchwolke aus seiner Pfeife spiralf�rmig �ber dem Tisch. �Ich erwartete � hoffte -, der Hain hier w�rde noch stehen. Wenigstens ein �berbleibsel von Mafal Dadaranell.�</p><p><emphasis>�Kiserai ti Wansho�,</emphasis> murmelte Agelmar. �Die Trolloc-Kriege hinterlie�en nichts als Erinnerungen, Loial, Sohn des Arent, und Menschen, die darauf aufbauten. Sie konnten die Werke der Erbauer nicht nachmachen, genausowenig wie ich das k�nnte. Diese ausgefeilten Kr�mmungen und Muster, die Euer Volk erschuf, k�nnen von menschlichen Augen und menschlichen H�nden nicht nachgeahmt werden. Vielleicht wollten wir es auch vermeiden, da� uns eine schlechte Imitation immer daran erinnern w�rde, was wir verloren hatten. Es liegt eine andere Art von Sch�nheit in der Schlichtheit, in einer einzelnen Linie, die gerade so verl�uft, in einer einzelnen Blume zwischen den Felsen. Die H�rte des Steins l��t die Blume noch wertvoller erscheinen. Wir versuchen, nicht zu sehr dem Vergangenen nachzutrauern. Unter dieser Belastung w�rde das st�rkste Herz brechen.�</p><p>�Das Rosenblatt treibt auf dem Wasser�, zitierte Lan leise. �Der Eisvogel glitzert �ber dem Teich. Leben und Sch�nheit bewegen sich inmitten des Todes.�</p><p>�Ja�, sagte Agelmar. �Ja. Diese Zeilen haben auch f�r mich immer das Ganze symbolisiert.� Die beiden M�nner nickten sich zu.</p><p><emphasis>Poesie, und das von Lan?</emphasis> Der Mann war wie eine Zwiebel: Jedesmal, wenn Rand glaubte, etwas �ber den Beh�ter erfahren zu haben, entdeckte er darunter eine neue Schicht.</p><p>Loial nickte bed�chtig. �Vielleicht h�nge ich auch zu sehr am Vergangenen. Und doch, die Haine waren sch�n.� Doch er sah den kahlen Raum an, als sehe er ihn erst jetzt und als finde er ihn jetzt sehenswert.</p><p>Ingtar erschien und verbeugte sich vor Lord Agelmar. �Entschuldigt, Herr, aber Ihr wolltet informiert werden, wenn irgend etwas Ungew�hnliches geschieht, so unwichtig es auch sein mag.�</p><p>�Ja, was ist geschehen?�</p><p>�Eine Kleinigkeit, Herr. Ein Fremder versuchte, in die Stadt zu gelangen. Keiner aus Schienar. Nach seinem Akzent zu schlie�en, kommt er aus Lugard. Manchmal jedenfalls scheint er so zu sprechen. Als die W�chter am S�dtor versuchten, ihn zu befragen, lief er weg. Er wurde gesehen, als er in den Wald lief, doch nur kurze Zeit sp�ter fand man ihn an der Mauer, als er gerade hochklettern wollte.�</p><p>�Eine Kleinigkeit!� Agelmars Stuhl schabte �ber den Boden, als er aufstand. �Friede! Die Turmwache vernachl�ssigt derart ihre Pflichten, da� ein Mann ungesehen die Mauer erreichen kann, und das nennt Ihr eine Kleinigkeit?�</p><p>�Es ist ein Verr�ckter, Herr.� In Ingtars Stimme klang Scheu mit. �Das Licht beh�tet Wahnsinnige. Vielleicht hat das Licht die Augen der Turmwache geblendet und ihm gestattet, die Mauer zu erreichen. Sicherlich kann ein armer Verr�ckter keinen Schaden anrichten.�</p><p>�Ist er schon zur Festung gebracht worden? Gut. Bringt ihn her zu mir. Jetzt gleich.� Ingtar verbeugte sich und ging. Agelmar wandte sich Moiraine zu. �Verzeiht mir, Aes Sedai, aber ich mu� mich darum k�mmern. Vielleicht ist es nur eine arme Kreatur, deren Verstand vom Licht geblendet wurde, aber... Vor zwei Tagen erst fand man f�nf unserer eigenen Leute, wie sie die Scharniere eines der Reitertore ans�gten. Nur ein wenig, aber genug, um Trollocs hereinzulassen.� Er verzog das Gesicht. �Schattenfreunde, denke ich, obwohl ich es hasse, das von Leuten aus Schienar anzunehmen. Sie wurden von der Menge in St�cke gerissen, bevor die Wachen sie gefangennehmen konnten, deshalb werde ich die Wahrheit nie erfahren. Wenn schon Schienarer Schattenfreunde sein k�nnen, mu� ich mich gegen Ausl�nder heutzutage besonders vorsehen. Falls Ihr Euch zur�ckziehen m�chtet, werde ich Euch zu Euren R�umen bringen lassen.�</p><p>�Schattenfreunde kennen weder Grenzen noch Abstammung�, sagte Moiraine. �Man kann sie in jedem Land finden, und doch geh�ren sie zu niemandem. Ich bin auch daran interessiert, diesen Mann zu sehen. Das Muster formt sich zu einem Gewebe, Lord Agelmar, doch die endg�ltige Form des Gewebes ist noch nicht festgelegt. Es k�nnte vielleicht die ganze Welt umfassen oder sich wieder aufl�sen und das Rad dazu zwingen, aufs neue zu weben. An diesem Punkt k�nnen selbst Kleinigkeiten die Form des Gewebes ver�ndern. In dieser Zeit bin ich au�ergew�hnlichen Kleinigkeiten gegen�ber sehr mi�trauisch.�</p><p>Agelmar sah Nynaeve und Egwene an. �Wie Ihr w�nscht, Aes Sedai.�</p><p>Ingtar kehrte mit zwei Wachen zur�ck, die lange Hellebarden trugen und einen Mann begleiteten, der aussah wie ein Haufen schmutziger Lumpen. Sein Gesicht war dreckverkrustet, und Schmutz verklebte sein zotteliges Haar und den Bart. Er schlich geduckt in den Raum. Der Blick aus den eingesunkenen Augen huschte hierhin und dorthin. Ein ranziger Geruch wehte ihm voran.</p><p>Rand beugte sich aufmerksam vor und versuchte, durch all den Dreck hindurchzublicken. �Ihr habt keinen Grund, mich so festzusetzen�, jammerte der schmutzige Mann.</p><p>�Ich bin nur ein armer Bettler, vom Licht verlassen, der wie jeder andere einen Ort sucht, an dem er vor dem Schatten sicher ist.�</p><p>�Die Grenzlande sind ein komischer Ort, wenn man Sicherheit...�, begann Agelmar, als Mat ihn unterbrach.</p><p>�Der H�ndler!�</p><p>�Padan Fain�, stimmte Perrin zu und nickte.</p><p>�Der Bettler�, sagte Rand mit pl�tzlich heiserer Stimme. Er fiel unter dem pl�tzlich in Fains Augen aufblitzenden Ha� auf seinen Stuhl zur�ck. �Das ist der Mann, der in Caemlyn nach uns gefragt hat. Das mu� er sein.�</p><p>�Also hat diese Sache doch etwas mit Euch zu tun, Moiraine Sedai�, sagte Agelmar bed�chtig.</p><p>Moiraine nickte. �Ich f�rchte, ja.�</p><p>�Ich wollte es nicht.� Fain begann zu weinen. Dicke Tr�nen hinterlie�en ihre Spuren im Schmutz auf seinen Wangen, aber sie konnten die unterste Dreckschicht nicht erreichen. �Er hat mich dazu gezwungen! Er und seine brennenden Augen!� Rand zuckte zusammen. Mat hatte die Hand unter seinem Mantel, wo er zweifellos wieder den Dolch aus Shadar Logoth hielt. �Er hat mich zu seinem Sp�rhund gemacht! Sein Sp�rhund, der jagt und verfolgt, ohne einen Moment Ruhe. Nur sein Sp�rhund, selbst nachdem er mich weggeworfen hatte.�</p><p>�Es betrifft uns alle�, sagte Moiraine ernst. �Gibt es einen Ort, wo ich mit ihm allein sprechen kann, Lord Agelmar?� Ihr Mund verzog sich angewidert. �Und la�t ihn zuerst waschen. Ich mu� ihn vielleicht ber�hren.� Agelmar nickte und sprach leise mit Ingtar, der sich verbeugte und durch die T�r verschwand.</p><p>�Ich lasse mich nicht zwingen!� Die Stimme war die Fains, aber er weinte nicht mehr, und das Jammern war von einem arroganten Tonfall abgel�st worden. Er stand aufrecht da und nicht mehr geb�ckt wie vorher. Er warf den Kopf in den Nacken und schrie die Decke an: �Niemals mehr! Ich � lasse � mich � nicht � zwingen!� Er stand Agelmar gegen�ber, als seien die M�nner an dessen Seite seine eigenen Leibw�chter und der Herr von Fal Dara ihm gleichgestellt und nicht der, der ihn gefangengenommen hatte. Sein Tonfall wurde verbindlich und schleimig. �Hier liegt ein Mi�verst�ndnis vor, gro�er Herr. Ich werde manchmal von Anf�llen �berrascht, doch das vergeht bald. Ja, bald wird es vor�ber sein.� Ver�chtlich schnippte er mit den Fingern nach den Lumpen, die er trug. �La�t Euch von denen nicht t�uschen, gro�er Herr. Ich mu�te mich verkleiden, weil es die gab, die mich aufhalten wollten, und meine Reise war lang und beschwerlich. Aber endlich habe ich L�nder erreicht, wo die Menschen immer noch die von Ba'alzamon ausgehende Gefahr einsch�tzen k�nnen und wo die Menschen immer noch gegen den Dunklen K�nig k�mpfen.�</p><p>Rand starrte ihn mit offenem Mund an. Es war Fains Stimme, aber seine Worte klangen �berhaupt nicht nach dem H�ndler. �Also seid Ihr hierhergekommen, weil wir gegen Trollocs k�mpfen�, sagte Agelmar. �Und Ihr seid so wichtig, da� Euch jemand aufhalten will. Diese Leute hier behaupten, da� Ihr ein H�ndler namens Padan Fain seid und da� Ihr ihnen folgt.�</p><p>Fain z�gerte. Er blickte Moiraine an und ri� den Blick dann sofort wieder von der Aes Sedai los. Er sah die Emondsfelder an und dann zur�ck zu Agelmar. Rand f�hlte den Ha� in diesem Blick und auch die Angst. Als Fain weitersprach, klang seine Stimme jedoch unbeeindruckt. �Padan Fain ist lediglich eine der vielen Verkleidungen, die zu tragen ich w�hrend der letzten Jahre gezwungen war. Freunde des Schattens verfolgen mich, denn ich habe erfahren, wie man den Schatten besiegt. Ich kann Euch zeigen, wie man ihn besiegt, gro�er Herr.�</p><p>�Wir tun, was wir k�nnen�, sagte Agelmar trocken. �Das Rad webt, wie es das Rad w�nscht, aber wir haben beinahe seit der Zerst�rung der Welt gegen den Dunklen K�nig gek�mpft, ohne da� uns H�ndler zeigen mu�ten, wie man das macht.�</p><p>�Gro�er Herr, Eure Macht ist unumstritten, doch kann sie auf ewig dem Dunklen K�nig standhalten? Findet Ihr Euch nicht oft mit dem R�cken zur Wand? Vergebt mir meine K�hnheit, gro�er Herr, doch am Ende wird er Euch zerschmettern, wie Ihr dasteht. Ich wei� es; glaubt mir, ich wei� es. Doch ich kann Euch zeigen, wie Ihr den Schatten aus dem Land treibt, gro�er Herr.� Sein Tonfall wurde noch �liger, auch wenn die Stimme hochn�sig klang. �Wenn Ihr nur ausprobiert, was ich Euch rate, werdet Ihr es erleben, gro�er Herr. Ihr werdet das Land s�ubern. Ihr, gro�er Herr, k�nnt es schaffen, wenn Ihr Eure Macht in die richtige Richtung leitet. Vermeidet es, Euch von Tar Valon einwickeln zu lassen und Ihr k�nnt die Welt retten. Gro�er Herr, Ihr werdet der Mann sein, den die Geschichte feiert, weil er dem Licht den endg�ltigen Sieg gebracht hat.� Die Wachen standen unbeweglich da, aber ihre H�nde glitten an den langen Sch�ften der Hellebarden entlang, als wollten sie sie gleich benutzen.</p><p>�Er h�lt gro�e St�cke auf sich, jedenfalls f�r einen H�ndler�, sagte Agelmar nach hinten zu Lan gewandt. �Ich glaube, Ingtar hat recht. Er ist verr�ckt.�</p><p>Fains Augen zogen sich zornig zusammen, aber seine Stimme blieb weiterhin �lig. �Gro�er Herr, ich wei�, da� meine Worte Euch gro�spurig vorkommen m�gen, doch falls Ihr nur... � Er brach mit einemmal ab und trat zur�ck, als Moiraine sich erhob und langsam um den Tisch herumkam. Nur die gesenkten Hellebarden der Wachen hielten Fain davon ab, sich nach hinten aus dem Raum zu schleichen.</p><p>Moiraine blieb hinter Mats Stuhl stehen, legte ihm eine Hand auf die Schulter und fl�sterte ihm etwas ins Ohr. Was sie auch gesagt haben mochte, jedenfalls wich die Anspannung aus seinem Gesicht, und er nahm die Hand unter seinem Mantel hervor. Die Aes Sedai ging weiter, bis sie neben Agelmar und genau Fain gegen�ber stand. Als sie stehenblieb, sank der H�ndler wieder zu seiner geb�ckten Haltung in sich zusammen.</p><p>�Ich hasse ihn�, wimmerte er. �Ich will frei von ihm sein. Ich will wieder im Licht wandeln.� Seine Schultern bebten, und Tr�nen str�mten ihm noch st�rker als zuvor �bers Gesicht. �Er hat mich dazu gebracht.�</p><p>�Ich f�rchte, er ist mehr als nur ein H�ndler, Lord Agelmar�, sagte Moiraine. �Weniger als ein Mensch, schlimmer als das B�se, gef�hrlicher, als Ihr Euch ausmalen k�nnt. Er kann gebadet werden, nachdem ich mit ihm gesprochen habe. Ich wage es nicht, auch nur eine Minute zu verschwenden. Komm, Lan!�</p></section><section><title><p>47</p><p>Noch mehr dar�ber, was das Rad schon webte</p></title><p>Die Ruhelosigkeit trieb Rand dazu, neben dem E�tisch auf und ab zu gehen. Zw�lf Schritte. Der Tisch war genau zw�lf Schritte lang, ganz gleich, wie oft er die L�nge abschritt. Gereizt zwang er sich dazu, mit dem Z�hlen aufzuh�ren. <emphasis>Dummes Zeug, sowas zu tun. Es ist mir gleich, wie lang der blutige Tisch sein mag.</emphasis> Ein paar Minuten sp�ter ertappte er sich dabei, wie er die Anzahl seiner Tischrunden z�hlte. <emphasis>Was erz�hlt er denn nun Moiraine und Lan? Wei� er, warum der Dunkle K�nig hinter uns her ist? Wei� er,</emphasis> welchen <emphasis>von uns der Dunkle K�nig haben will?</emphasis></p><p>Er sah seine Freunde an. Perrin hatte ein St�ck Brot zerkr�melt und schob abwesend mit einem Finger die Kr�mel auf der Tischfl�che herum. Seine gelben Augen blickten ohne zu blinzeln auf die Kr�mel, doch sie schienen etwas Fernes wahrzunehmen. Mat hing mit halb geschlossenen Augen und einem nicht ganz vollendeten Grinsen auf dem Gesicht auf seinem Stuhl. Es war ein nerv�ses Grinsen, das nicht von Vergn�gen zeugte. Nach au�en hin wirkte er wie der alte Mat, doch von Zeit zu Zeit ber�hrte er unbewu�t durch seinen Mantelstoff hindurch den Dolch aus Shadar Logoth. <emphasis>Was sagt ihr Fain? Was wei� er?</emphasis></p><p>Wenigstens wirkte Loial nicht besorgt. Der Ogier betrachtete die W�nde. Zuerst hatte er sich in die Mitte des Raums gestellt und sich langsam beim Betrachten im Kreis herum gedreht. Jetzt dr�ckte er beinahe seine breite Nase am Stein platt, und dabei fuhr er sanft mit Fingern, die dicker waren als die Daumen der meisten Menschen, eine bestimmte Linie nach. Manchmal schlo� er die Augen, als sei das Gef�hl dabei wichtiger als der Anblick. Seine Ohren zuckten gelegentlich, und er f�hrte Selbstgespr�che in der Ogiersprache. Er schien vergessen zu haben, da� sich noch andere mit ihm im Raum befanden.</p><p>Lord Agelmar stand mit Nynaeve und Egwene vor dem langen Kamin am Ende des Raumes und unterhielt sich leise mit ihnen. Er war ein guter Gastgeber, geschult darin, die anderen ihre Sorgen vergessen zu machen. Einige seiner Geschichten brachten Egwene zum Kichern. Einmal lachte sogar Nynaeve schallend los. Rand fuhr bei dem unerwarteten Ger�usch hoch und dann noch mal, als Mats Stuhl krachend zu Boden fiel.</p><p>�Blut und Asche!� grollte Mat und ignorierte die Art, wie Nynaeve ob seiner Ausdrucksweise den Mund verzog. �Warum braucht sie so lang?� Er richtete seinen Stuhl wieder auf und setzte sich hin, ohne irgend jemanden anzuschauen. Seine Hand verirrte sich zu seinem Mantel.</p><p>Der Herr von Fal Dara blickte Mat mi�billigend an -sein Blick schlo� auch Rand und Perrin ein, ohne freundlicher zu werden -, und dann wandte er sich wieder den Frauen zu. Rands nerv�ses Hin- und Hergehen hatte ihn in deren N�he gebracht.</p><p>�Lord Agelmar�, sagte Egwene gewandt, als habe sie ihr ganzes Leben lang schon solche Titel ben�tzt, �ich dachte, er sei einfach Beh�ter, aber Ihr nennt ihn Dai Shan und sprecht vom Banner des Goldenen Kranichs, genau wie die anderen M�nner. Manchmal sprecht Ihr von ihm, als sei er ein K�nig. Ich erinnere mich, da� Moiraine ihn einmal den letzten Herrn der Sieben T�rme nannte.</p><p>Wer ist er eigentlich?�</p><p>Nynaeve betrachtete pl�tzlich eingehend ihren Pokal, aber f�r Rand war es ganz offensichtlich, da� sie noch genauer hinh�rte als Egwene. Rand blieb stehen und bem�hte sich zuzuh�ren, ohne den Eindruck zu erwecken, da� er sie belausche.</p><p>�Herr der Sieben T�rme�, sagte Agelmar mit gerunzelter Stirn. �Ein uralter Titel, Lady Egwene. Nicht einmal die Hochlords von Tear f�hren einen �lteren, obwohl die K�nigin von Andor dem nahekommt.� Er seufzte auf und sch�ttelte den Kopf. �Er spricht nicht dar�ber, aber man kennt die Geschichte hier an der Grenze recht gut. Er ist K�nig, oder h�tte es sein sollen, al'Lan Mandragoran, Herr der Sieben T�rme, Herr der Seen, ungekr�nter K�nig von Malkier.� Sein geschorener Kopf war hoch erhoben, und in seinen Augen gl�nzte etwas wie der Stolz eines Vaters. Seine Stimme wurde kr�ftiger, erf�llt von der Macht seiner Gef�hle. Der ganze Raum konnte mith�ren, ohne da� sich jemand anstrengen mu�te. �Wir aus Schienar nennen uns Grenzleute, aber vor weniger als f�nfzig Jahren geh�rte Schienar noch nicht zu den Grenzlanden. N�rdlich von uns und Arafel lag Malkier. Die Lanzen von Schienar ritten nordw�rts, doch es war Malkier, das die F�ule zur�ckhielt. Malkier, Friede seinem Angedenken und das Licht erleuchte seinen Namen!�</p><p>�Lan kommt aus Malkier�, sagte die Seherin sanft und blickte auf. Sie schien beunruhigt.</p><p>Es war keine Frage gewesen, aber Agelmar nickte. �Ja, Lady Nynaeve, er ist der Sohn von al'Akir Mandragoran, dem letzten gekr�nten K�nig von Malkier. Wie das aus ihm wurde, was er jetzt ist? Am Anfang stand wohl Lain. In einem k�hnen Angriff f�hrte Lain Mandragoran, der Bruder des K�nigs, seine Lanzen durch die F�ule in das Versengte Land, vielleicht sogar bis Shayol Ghul selbst. Lains Frau, Breyan, hatte ihn dazu getrieben, denn in ihrem Herzen brannte der Neid, da al'Akir statt Lain auf den Thron erhoben worden war. Der K�nig und Lain hatten sich so nahegestanden, wie Br�der nur k�nnen, nah wie Zwillinge; sogar noch, nachdem Akirs Name das k�nigliche al' dazuerhalten hatte, aber Breyan wurde von Eifersucht geplagt. Lain war ob seiner k�hnen Taten ein gefeierter Held, und das zu Recht, aber selbst er konnte den Ruhm al'Akirs nicht �bertreffen. Er war, als Mann wie als K�nig, ein Mensch, wie man ihn, wenn �berhaupt, nur alle hundert Jahre einmal antrifft. Friede seinem Namen und dem el'Leannas!</p><p>Lain starb im Versengten Land, zusammen mit den meisten jener, die ihm gefolgt waren. Das waren M�nner, deren Verlust Malkier kaum verkraften konnte, und Breyan machte den K�nig daf�r verantwortlich und behauptete, Shayol Ghul selbst w�re gefallen, wenn al'Akir den Rest der Malkieri zusammen mit ihrem Mann nach Norden gef�hrt h�tte. Als Rache verschwor sie sich mit Cowin Gemallan, den man Cowin Edelherz nannte, um den Thron f�r ihren Sohn Isam zu erwerben. Nun war Edelherz ein Held, fast so beliebt wie al'Akir selbst, und einer der Gro�herren, aber als die Gro�herren den K�nig erw�hlt hatten, hatten ihn zwei Stimmen von Akir getrennt, und er verga� nie, da� es gen�gt h�tte, wenn nur zwei M�nner eine andere Farbe auf den Kr�nungsstein gelegt h�tten, damit er statt dessen auf dem Thron gesessen h�tte. Miteinander zogen Cowin und Breyan Soldaten aus der F�ule ab, um die Sieben T�rme im Handstreich zu nehmen. Dabei aber entbl��ten sie die Grenzfestungen und machten sie zu blo�en Garnisonen.</p><p>Doch Cowins Eifersucht brannte noch schlimmer.� Verachtung f�rbte Agelmars Stimme. �Edelherz, der Held, von dessen Vorst��en in die F�ule man in allen Grenzlanden sang, war ein Schattenfreund. Als die Grenzfestungen geschw�cht waren, str�mten Trollocs wie eine Flut nach Malkier hinein. K�nig al'Akir und Lain zusammen h�tten vielleicht das Land zum Widerstand f�hren k�nnen � das hatten sie schon zuvor fertiggebracht. Aber Lains Untergang im Versengten Land hatte die Menschen ersch�ttert, und die Invasion der Trollocs brach ihren Willen und Widerstandsgeist. Zu viele M�nner. Die �berw�ltigende Anzahl trieb die Malkieri zur�ck ins Kernland.</p><p>Breyan floh mit ihrem kleinen Sohn Isam und wurde auf dem Ritt nach S�den von den Trollocs �berrannt. Niemand kennt ihr Schicksal genau, doch es l��t sich leicht erraten. Ich kann nur f�r den Jungen Bedauern empfinden. Als der Verrat Cowin Edelherzens aufgedeckt wurde und der junge Jain Charin � den man bereits Jain Fernstreicher nannte � ihn gefangennahm, brachte man Edelherz in Ketten zu den Sieben T�rmen, und die Gro�herren wollten seinen Kopf auf einer Pike stecken sehen. Da er aber in den Herzen der Menschen gleich nach al'Akir und Lain gekommen war, stellte sich ihm der K�nig zum Zweikampf und t�tete ihn. Al'Akir weinte, als er Cowin t�tete. Einige meinen, er habe eines Freundes wegen geweint, der sich dem Schatten verschrieb, und andere behaupten, er habe Malkiers wegen geweint.� Der Herr von Fal Dara sch�ttelte traurig den Kopf.</p><p>�Der erste Schlag zum Untergang der Sieben T�rme war gef�hrt worden. Es war keine Zeit geblieben, Hilfe aus Schienar oder Arafel herbeizuholen, und es gab keine Hoffnung, da� Malkier allein widerstehen konnte. F�nftausend seiner Lanzentr�ger lagen tot im Versengten Land, und die Grenzfestungen waren �berrannt.</p><p>Al'Akir und seine K�nigin, el'Leanna, lie�en Lan in seiner Wiege zu sich bringen. In seine Kinderh�nde legten sie das Schwert der K�nige von Malkier, das Schwert, das er heute tr�gt. Eine Waffe, die w�hrend des Kriegs um die Macht, des Schattenkriegs, der das Zeitalter der Legenden beendete, von Aes Sedai hergestellt worden war. Sie salbten sein Haupt mit �l und ernannten ihn zum Dai Shan, einen mit dem Diadem gekr�nten Kriegsherrn, sie weihten ihn zum n�chsten K�nig von Malkier, und in seinem Namen schworen sie den uralten Eid der K�nige und K�niginnen von Malkier.� Agelmars Gesichtsausdruck verh�rtete sich, und er sprach diese Worte, als habe auch er diesen Eid oder einen sehr �hnlichen geleistet. �So lang gegen den Schatten anzuk�mpfen, wie Eisen hart bleibt und Stein widersteht. Die Malkieri zu verteidigen, solange auch nur ein Tropfen Bluts verbleibt. Zu r�chen, was nicht gehalten werden kann.� Die Wort hallten im Raum wider.</p><p>�El'Leanna h�ngte ein Medaillon um den Hals ihres Sohnes, um ihn immer daran zu erinnern, und das Kind wurde von der K�nigin selbst in Windeln gewickelt und zwanzig ausgew�hlten M�nnern aus der k�niglichen Leibgarde �bergeben, den besten Schwertk�mpfern, den t�dlichsten Kriegern. Ihr Befehl: das Kind nach Fal Moran zu bringen.</p><p>Dann f�hrten al'Akir und el'Leanna die Malkieri hinaus, um ein letztes Mal dem Schatten gegen�berzutreten. Dort starben sie, bei Herots Kreuzweg, die Malkieri starben mit ihnen, und die Sieben T�rme wurden geschleift. Schienar und Arafel und Kandor trafen an der Treppe des Jehaan auf die Halbmenschen und Trollocs und warfen sie zur�ck, doch nicht so weit, wie es vorher der Fall gewesen war. Der gr��te Teil von Malkier verblieb in den H�nden der Trollocs, und Jahr um Jahr, Meile um Meile, wurde es von der F�ule verschlungen.� Agelmar atmete schwer und lang ein. Als er fortfuhr, lag ein trauriger Stolz in seinem Blick und seiner Stimme.</p><p>�Nur f�nf der Leibwachen erreichten Fal Moran lebendig, jeder Mann verwundet, aber sie hatten das unbeschadete Kind dabei. Von der Wiege an brachten sie ihm alles bei, was sie wu�ten. Er lernte, mit Waffen umzugehen, wie andere Kinder mit Spielzeugen, und die F�ule lernte er kennen, wie andere Kinder den Garten ihrer Mutter. Der Eid, der �ber seiner Wiege geschworen wurde, ist in seinem Verstand eingebrannt. Es gibt nichts mehr zu verteidigen, wohl aber zu r�chen. Er f�hrt seine Titel nicht, aber in den Grenzlanden nennt man ihn den Ungekr�nten, und falls er je den Goldenen Kranich von Malkier hissen sollte, w�rde eine Armee kommen, um ihm zu folgen. Doch er wird keine M�nner in den Tod f�hren. In der F�ule flirtet er mit dem Tod wie ein Freier mit einem M�dchen, doch andere f�hrt er nicht hinein.</p><p>Wenn Ihr die F�ule betreten m��t und das mit nur wenigen Begleitern, dann gibt es keinen besseren Mann, Euch sicher dorthin und wieder zur�ck zu bringen. Er ist der Beste unter den Beh�tern, und das bedeutet: der Beste der Besten. Ihr k�nntet genausogut diese Jungen hierlassen, um ein wenig Erfahrung zu sammeln, und Euch nur noch auf Lan verlassen. Die F�ule ist kein Ort f�r unerfahrene Jungen.�</p><p>Mat �ffnete den Mund und schlo� ihn nach einem Blick Rands wieder. <emphasis>Ich w�nschte, er w�rde lernen, ihn nicht mehr aufzumachen.</emphasis></p><p>Nynaeve hatte mit genauso gro�en Augen gelauscht wie Egwene, doch nun starrte sie wieder mit blassem Gesicht in ihren Pokal. Egwene legte ihr eine Hand auf den Arm und sah sie mitf�hlend an.</p><p>Moiraine erschien in der T�r, gefolgt von Lan.</p><p>Nynaeve wandte ihnen den R�cken zu. �Was hat er gesagt?� wollte Rand wissen. Mat und Perrin erhoben sich.</p><p>�Dorftrottel�, murmelte Agelmar, und dann hob er die Stimme zu seiner normalen Lautst�rke. �Habt Ihr irgend etwas erfahren, Aes Sedai, oder ist er einfach ein Verr�ckter?�</p><p>�Er ist verr�ckt�, sagte Moiraine, �oder zumindest beinahe verr�ckt, aber es ist nichts Einfaches an Padan Fain.� Einer der Diener in schwarzgoldener Livree verbeugte sich vor Agelmar. Er trug eine blaue Waschsch�ssel und einen Krug, ein St�ck gelbe Seife und ein kleines Handtuch auf einem Silbertablett. Er sah Agelmar unsicher an. Moiraine bedeutete ihm, alles auf den Tisch zu stellen. �Verzeiht mir, da� ich Eurem Diener diesen Auftrag erteilte, Lord Agelmar�, sagte sie. �Ich nahm mir die Freiheit, um dies zu bitten.�</p><p>Agelmar nickte dem Diener zu, der das Tablett auf den Tisch stellte und schnell wegging. �Meine Diener stehen Euch zur Verf�gung, Aes Sedai.�</p><p>Das Wasser, das Moiraine in die Sch�ssel go�, dampfte, als habe es gerade noch gekocht. Sie schob ihre �rmel hoch und wusch sich energisch die H�nde, ohne R�cksicht auf die Wassertemperatur. �Ich sagte, er sei schlimmer als schlimm, doch das kam der Wahrheit nicht nahe genug. Ich glaube nicht, da� ich jemals jemanden kennengelernt habe, der so j�mmerlich und verdorben und gleichzeitig so gemein war. Ich f�hle mich beschmutzt, da ich ihn ber�hrt habe, und ich meine damit nicht den Dreck auf seiner Haut. Innerlich beschmutzt.� Sie ber�hrte ihre Brust. �Der Verfall seiner Seele l��t mich beinahe daran zweifeln, da� er jemals eine hatte. An ihm ist etwas Schlimmeres als an jedem Schattenfreund.�</p><p>�Er sah so erbarmungsw�rdig aus�, sagte Egwene leise.</p><p>�Ich erinnere mich daran, wie er jeden Fr�hling in Emondsfeld ankam, immer lachte und Neuigkeiten von au�en mitbrachte. Es gibt doch sicherlich noch Hoffnung f�r ihn? �Kein Mensch kann so lange im Schatten stehen, da� er nicht zum Licht zur�ckfinden k�nnte��, zitierte sie.</p><p>Die Aes Sedai trocknete sich mit schnellen Bewegungen die H�nde ab. �Das habe ich auch immer geglaubt�, sagte sie. �Vielleicht ist Padan Fain noch zu retten. Aber er geh�rt schon mehr als vierzig Jahre zu den Schattenfreunden, und was er in dieser Zeit f�r sie getan hat, in Blut und Schmerz und Tod gemessen, w�rde Euch das Herz erfrieren lassen, wenn Ihr es h�rtet. Zu seinen unwesentlichsten Taten � wenn auch nicht f�r Euch, denke ich � geh�rt, da� er die Trollocs nach Emondsfeld gef�hrt hat.�</p><p>�Ja�, sagte Rand leise. Er h�rte Egwene nach Luft schnappen. <emphasis>Ich h�tte es wissen m�ssen. Verseng mich, aber das h�tte ich gleich wissen m�ssen, als ich ihn wiedererkannte.</emphasis></p><p>�Hat er auch hierher welche mitgebracht?� fragte Mat. Er blickte die Steinmauern um sie herum an und schauderte. Rand glaubte, da� er noch mehr an die Myrddraal als an die Trollocs dachte, denn in Baerlon oder Wei�br�cke hatten Mauern die Blassen nicht aufhalten k�nnen.</p><p>�Falls er das getan hat�, lachte Agelmar, �werden sie sich die Z�hne an den Mauern von Fal Dara ausbei�en. Das ist auch schon anderen so gegangen.� Er sprach alle an, aber seinen Blicken nach zu schlie�en, galten seine Worte vor allem Egwene und Nynaeve. �Und macht Euch auch keine Gedanken �ber die Halbmenschen.� Mat err�tete. �Jede Stra�e und Gasse in Fal Dara wird bei Nacht erleuchtet. Und kein Mensch darf innerhalb der Mauern sein Gesicht verh�llen.�</p><p>�Warum sollte Meister Fain das tun?� fragte Egwene.</p><p>�Vor drei Jahren... � Mit einem tiefen Seufzer setzte sich Moiraine hin und zwar derart ersch�pft, als habe das, was sie mit Fain getan hatte, ihr alle Energie geraubt. �Diesen Sommer sind es drei Jahre. So lange ist das schon her. Das Licht bevorzugt uns ganz eindeutig, denn sonst h�tte der Herr der L�gen schon triumphiert, w�hrend ich noch in Tar Valon sa� und Pl�ne schmiedete. Drei Jahre lang hat Fain Euch f�r den Dunklen K�nig gesucht.�</p><p>�Das ist doch verr�ckt!� sagte Rand. �Er ist regelm��ig wie ein Uhrwerk jeden Fr�hling zu den Zwei Fl�ssen gekommen. Drei Jahre? Wir waren die ganze Zeit direkt vor seiner Nase, und er hat keinen von uns eines zweiten Blickes gew�rdigt � bis zum letzten Jahr.� Die Aes Sedai deutete mit einem Finger auf ihn.</p><p>�Fain hat mir alles erz�hlt, Rand. Oder beinahe alles. Ich glaube, er hat es fertiggebracht, etwas zur�ckzuhalten, etwas Wichtiges, trotz all meiner Bem�hungen, aber er hat genug gesagt. Vor drei Jahren kam ein Halbmensch zu ihm. Das war in einer Stadt in Lugard. Fain hatte nat�rlich schreckliche Angst, aber unter Schattenfreunden gilt es als sehr gro�e Ehre, wenn man so berufen wird. Fain glaubte, er sei zu gro�en Taten erw�hlt worden, und das stimmte auch, wenn auch nicht so, wie er sich das dachte. Man brachte ihn nach Norden in die F�ule und ins Versengte Land. Nach Shayol Ghul. Dort traf er einen Mann mit Augen aus Feuer, der sich Ba'alzamon nannte.�</p><p>Mat rutschte nerv�s auf seinem Stuhl herum, und Rand mu�te schwer schlucken. Es mu�te nat�rlich so gewesen sein, aber das machte es auch nicht leichter, sich damit abzufinden. Nur Perrin blickte die Aes Sedai an, als k�nne ihn nichts mehr �berraschen.</p><p>�Das Licht sch�tze uns!� sagte Agelmar inbr�nstig.</p><p>�Es gefiel Fain nicht, was man in Shayol Ghul mit ihm anstellte�, fuhr Moiraine ruhig fort. �W�hrend wir miteinander sprachen, schrie er oft etwas von Feuer und Brennen. Es h�tte ihn fast umgebracht, als ich es aus ihm herausholte, wo er es so lange verborgen hatte. Trotz meiner Heilkunst ist er eine gebrochene Ruine von Mensch. Es wird lange dauern, um ihn wiederherzustellen. Ich werde mich aber darum bem�hen, und sei es nur, um zu erfahren, was er noch vor mir verbirgt. Er war erw�hlt worden, weil er gerade dort als H�ndler t�tig war. Nein�, sagte sie schnell, als die Emondsfelder sich beunruhigt zeigten. �Nicht nur in den Zwei Fl�ssen. Damals noch nicht. Der Vater der L�gen wu�te ungef�hr, wo er das finden konnte, was er suchte, aber nicht viel genauer als wir in Tar Valon.</p><p>Fain sagte, er sei zum Sp�rhund des Dunklen K�nigs gemacht worden, und auf gewisse Weise stimmt das auch. Der Vater der L�gen sandte Fain aus, um zu jagen, doch zuerst ver�nderte er ihn, damit er dieser Jagd gewachsen war. Es sind die Dinge, die man mit ihm angestellt hat, um ihn so zu ver�ndern, vor denen sich Fain so f�rchtet, da� er sich nicht daran erinnern will. Deshalb ha�t er seinen Meister genauso, wie er ihn f�rchtet. Also schickte man Fain los, um in allen D�rfern um Baerlon herum zu schn�ffeln und zu jagen, und danach bis zu den Verschleierten Bergen und hinunter zum Taren und �ber ihn in die Zwei-Fl�sse-Region.�</p><p>�Vor drei Fr�hlingen?� fragte Perrin bed�chtig. �Ich erinnere mich an diesen Fr�hling. Fain kam sp�ter als gew�hnlich, aber das Eigenartige war, da� er l�nger blieb. Er blieb eine ganze Woche, ohne etwas zu tun, au�er da� er z�hneknirschend ein Zimmer in der Weinquellenschenke mietete. Fain h�ngt an seinem Geld.�</p><p>�Ich erinnere mich jetzt auch daran�, sagte Mat. �Jeder fragte sich, ob er krank sei oder sich in eine Frau aus dem Ort verliebt hatte. Nicht da� eine davon jemals einen H�ndler heiraten w�rde. Da k�nnte man ja genausogut einen aus dem Fahrenden Volk heiraten.� Egwene zog eine Augenbraue in seiner Richtung hoch, und er verstummte.</p><p>�Danach brachte man Fain erneut nach Shayol Ghul, und sein Verstand wurde � destilliert.� Rand drehte sich der Magen um, als er den Tonfall der Stimme der Aes Sedai h�rte; das sagte mehr dar�ber aus, was sie meinte, als ihr ganz kurz verzogenes Gesicht. �Was er... wahrgenommen... hatte, wurde konzentriert und ihm wieder eingegeben. Als er im n�chsten Jahr wieder das Gebiet der Zwei Fl�sse betrat, war er in der Lage, seine Ziele bewu�ter zu w�hlen. Sogar noch eindeutiger, als selbst der Dunkle K�nig erwartet hatte. Fain wu�te mit Sicherheit, da� der, den er suchte, einer von dreien in Emondsfeld sein mu�te.�</p><p>Perrin knurrte und Mat fluchte, sanftmonoton vor sich hin. Selbst Nynaeves tadelnder Blick hielt ihn nicht davon ab. Agelmar blickte sie neugierig an. Rand f�hlte nur ein leichtes Schaudern, und das erstaunte ihn. Drei Jahre lang hatte ihn der Dunkle K�nig gejagt... hatte sie gejagt. Er war sicher, da� ihm eigentlich die Z�hne h�tten klappern sollen.</p><p>Moiraine lie� sich nicht durch Mat unterbrechen. Sie erhob die Stimme, so da� man sie trotzdem verstehen konnte. �Als Fain nach Lugard zur�ckkam, erschien ihm Ba'alzamon in einem Traum. Fain erniedrigte sich und vollf�hrte Riten � Ihr w�rdet taub, h�rtet Ihr auch nur die H�lfte davon -, die ihn noch enger an der Dunklen K�nig banden. Was im Traum getan wird, kann noch gef�hrlicher sein als das, was man im wachen Zustand tut.� Rand wurde es unter ihrem scharfen, warnenden Blick unbehaglich zumute, aber sie hielt sich nicht damit auf. �Ihm wurden reiche Belohnungen versprochen. K�nigreiche sollte er nach Ba'alzamons Sieg beherrschen. Wenn er nach Emondsfeld zur�ckkehrte, sollte er die drei bezeichnen, die er aufgesp�rt hatte. Ein Halbmensch w�rde dort mit Trollocs auf ihn warten. Jetzt wissen wir, wie die Trollocs zu den Zwei Fl�ssen kamen. Es mu� in Manetheren einen Ogierhain und ein Wegetor gegeben haben.�</p><p>�Den sch�nsten von allen�, sagte Loial, �au�er dem in Tar Valon.� Er hatte genauso aufmerksam wie die anderen gelauscht. �Die Ogier erinnern sich gern an Manetheren.� Agelmar formte den Namen schweigend mit den Lippen, und seine Augenbrauen hoben sich staunend. Manetheren.</p><p>�Lord Agelmar�, sagte Moiraine. �Ich werde Euch sagen, wie Ihr das Wegetor von Mafal Dadaranell findet. Es mu� zugemauert und eine Wache davorgestellt werden, und niemand darf sich ihm n�hern. Die Halbmenschen kennen noch nicht alle Kurzen Wege, aber dieses Wegetor befindet sich s�dlich von Fal Dara, nur wenige Stunden davon entfernt.�</p><p>Der Herr von Fal Dara sch�ttelte sich, als erwache er aus einer Trance. �S�dlich? Friede! Wir brauchen so was nicht, das Licht leuchte uns. Es wird getan werden.�</p><p>�Ist Fain uns durch die Kurzen Wege gefolgt?� fragte Perrin. �Es mu� so sein.�</p><p>Moiraine nickte. �Fain w�rde Euch dreien ins Grab folgen, weil er es tun mu�. Als der Myrddraal in Emondsfeld versagte, brachte er Fain mit den Trollocs auf unsere F�hrte. Der Blasse lie� Fain nicht mitreiten. Obwohl er der Meinung war, er sollte das beste Pferd der Zwei Fl�sse haben und an der Spitze der Horde reiten, zwang ihn der Myrddraal, mit den Trollocs zu rennen, und die Trollocs mu�ten ihn tragen, wenn ihm die Beine versagten. Sie sprachen so, da� er es verstehen konnte, und stritten sich dar�ber, wie man ihn am besten kochen sollte, wenn er seine Schuldigkeit getan hatte. Fain behauptet, er habe sich noch vor dem Erreichen des Taren gegen den Dunklen K�nig entschieden. Doch manchmal trieft er f�rmlich vor Gier nach den versprochenen Belohnungen.</p><p>Als wir �ber den Taren entkommen waren, brachte der Myrddraal die Trollocs zur�ck zum n�chsten Wegetor in den Verschleierten Bergen und schickte Fain allein hin�ber. Da glaubte er, er sei frei, doch bevor er Baerlon erreichte, fand ihn ein anderer Blasser, und der war nicht so freundlich. Er lie� ihn zusammengerollt in einem Trolloc-Kessel schlafen, um ihn daran zu erinnern, was ihn erwartete, sollte er versagen. Dieser Blasse ben�tzte ihn bis Shadar Logoth. Zu der Zeit h�tte Fain dem Myrddraal auch seine eigene Mutter preisgegeben, wenn er daf�r freigekommen w�re, aber der Dunkle K�nig l��t niemals freiwillig jemanden laufen, der ihm bereits geh�rt.</p><p>Was ich dort tat, n�mlich ein Trugbild unserer Spuren und unseres Geruchs in Richtung Berge zu senden, t�uschte den Myrddraal, aber nicht Fain. Die Halbmenschen glaubten ihm nicht und schleiften ihn schlie�lich an einer Leine hinter sich her. Erst als wir ihnen immer ein St�ck voraus zu sein schienen, gleich wie schnell sie auch marschierten, begannen einige, ihm Glauben zu schenken. Das waren die vier, die nach Shadar Logoth zur�ckkehrten. Fain behauptet, es sei Ba'alzamon selbst gewesen, der die Myrddraal dorthin trieb.�</p><p>Agelmar sch�ttelte ver�chtlich den Kopf. �Der Dunkle K�nig? Pah! Der Mann l�gt oder spinnt. Wenn Herzensbann frei w�re, dann w�ren wir alle mittlerweile tot oder noch schlimmer dran.�</p><p>�Fain sagte die Wahrheit, wie er sie sah�, sagte Moiraine. �Er konnte mich nicht anl�gen, auch wenn er viel verbarg. Er sagte w�rtlich: �Ba'alzamon erschien wie die flackernde Flamme einer Kerze, verschwand und erschien wieder und befand sich niemals wieder am selben Platz. Seine Augen versengten die Myrddraal, und die Feuer seines Mundes peinigten uns.��</p><p><emphasis>�Etwas�,</emphasis> sagte Lan, �trieb vier Blasse an einen Ort, den sie f�rchteten � einen Ort, den sie beinahe genauso f�rchten wie den Zorn des Dunklen K�nigs.�</p><p>Agelmar st�hnte auf, als habe man ihm einen Tritt versetzt, und er wirkte, als sei ihm schlecht.</p><p>�Es hie� B�ses gegen B�ses in den Ruinen von Shadar Logoth�, fuhr Moiraine fort, �Verderbtheit k�mpfte gegen Gemeinheit. Als Fain davon erz�hlte, klapperten seine Z�hne, und er winselte richtig. Viele Trollocs wurden get�tet und von Mashadar und anderen �Dingen� verschlungen, darunter auch der Trolloc, der Fains Leine gehalten hatte. Er floh aus der Stadt, als sei sie der Abgrund des Verderbens in der N�he von Shayol Ghul.</p><p>Fain glaubte, er sei endlich frei. Er hatte vor wegzurennen, bis Ba'alzamon ihn nicht mehr finden konnte, wenn n�tig bis zum Ende der Welt. Stellt Euch seinen Schreck vor, als ihm klar wurde, da� der Zwang zum Jagen nicht geringer wurde. Statt dessen wurde er mit jedem Tag, der verging, st�rker. Er hatte nichts zu essen � nur das, was er aufsammeln konnte, w�hrend er Euch verfolgte: K�fer und Eidechsen, die er beim Rennen aufschnappte, und halbverfaulten Abfall, den er bei Nacht aus den M�llhaufen zog � aber er konnte auch nicht aufh�ren, bis er vor Ersch�pfung wie ein leerer Sack in sich zusammenfiel. Und sobald er wieder genug zu Kr�ften gekommen war, um aufzustehen, trieb es ihn weiter. Als er schlie�lich Caemlyn erreichte, konnte er seine Beute selbst dann noch <emphasis>f�hlen,</emphasis> wenn sie eine Meile entfernt war. Hier, dort drunten in der Zelle, blickte er manchmal nach oben, ohne es selbst zu bemerken. Er blickte in Richtung dieses Raumes.�</p><p>Rand juckte es pl�tzlich zwischen den Schulterbl�ttern. Ihm war, als k�nne er Fains Blick auf sich ruhen f�hlen, und das durch die Steinmauern hindurch. Die Aes Sedai bemerkte sein unsicheres Achselzucken, aber sie fuhr unbeirrt fort:</p><p>�Wenn Fain schon halb verr�ckt war, als er Caemlyn erreichte, so sank er noch tiefer, denn er erkannte, da� sich nur zwei der Gesuchten dort befanden. Er war gezwungen, Euch <emphasis>alle</emphasis> zu finden, aber andererseits konnte er auch nichts anderes tun, als den beiden zu folgen, die da waren. Er erz�hlte davon, geschrien zu haben, als sich das Wegetor in Caemlyn �ffnete. Doch die Kenntnis, wie man es �ffnet, war in seinem Verstand, auch wenn er nicht wei�, woher sie kam. Seine H�nde bewegten sich selbst�ndig, und wenn er versuchte, sie still zu halten, brannten sie unter dem Feuer Ba'alzamons. Fain ermordete den Eigent�mer des Ladens, als der herunterkam, um zu sehen, was diesen L�rm verursachte. Nicht weil er unbedingt mu�te, nein, er war neidisch auf einen Mann, der frei und ungebunden aus dem Keller steigen konnte, w�hrend ihn seine Beine unweigerlich in die Kurzen Wege hineintrugen.�</p><p>�Dann war Fain derjenige, den du wahrgenommen hast, als er uns folgte�, sagte Egwene. Lan nickte. �Wie entkam er... dem Schwarzen Wind?� Ihre Stimme zitterte, und sie unterbrach sich, um Speichel herunterzuschlucken. �Er war doch am Wegetor ganz nah hinter uns.�</p><p>�Er entkam � und auch wieder nicht�, sagte Moiraine. �Der Schwarze Wind fing ihn � und er behauptet, die Stimmen verstanden zu haben. Einige begr��ten ihn, da er ihnen �hnlich war, andere f�rchteten sich vor ihm. Der Wind hatte Fain kaum umh�llt, da floh er schon.�</p><p>�Das Licht beh�te uns!� Loials Fl�stern klang, als brumme eine riesige Hummel. �Betet darum, da� es uns besch�tzt�, sagte Moiraine. �Es ist noch viel an Padan Fain verborgen geblieben, vieles, das ich herausfinden mu�. In ihm reicht das B�se tiefer und ist st�rker als in jedem Menschen, den ich bisher kennengelernt habe. Es kann sein, da� der Dunkle K�nig bei dem, was er Fain angetan hat, etwas von sich selbst dem Mann aufgepr�gt hat � vielleicht sogar unbewu�t -, einen Teil seiner Absichten. Als ich das Auge der Welt erw�hnte, schlo� Fain den Mund ganz fest, doch hinter seinem Schweigen f�hlte ich ein Wissen. Wenn ich jetzt nur genug Zeit h�tte. Aber wir k�nnen nicht warten.�</p><p>�Wenn dieser Mann etwas wei߫, sagte Agelmar, �dann kann ich es aus ihm herausbekommen.� In seinem Gesicht stand kein Mitleid f�r Schattenfreunde geschrieben, und seine Stimme versprach auch kein Mitleid f�r Fain. �Wenn Ihr nur einen Teil dessen herausbekommen k�nnt, was in der F�ule auf Euch wartet, dann ist das einen weiteren Tag wert. Schlachten sind schon verloren gegangen, weil man nicht wu�te, was der Feind vorhatte.�</p><p>Moiraine seufzte und sch�ttelte bedauernd den Kopf. �Lord Agelmar, wenn wir nicht eine Nacht Schlaf br�uchten, bevor wir uns in die F�ule hineinwagen, w�rde ich noch in dieser Stunde losreiten, obwohl das bedeuten w�rde, da� wir einen Trolloc�berfall in der Nacht riskierten. �berdenkt einmal, was ich von Fain erfahren habe. Vor drei Jahren mu�te der Dunkle K�nig Fain nach Shayol Ghul bringen lassen, um ihn direkt zu ber�hren, obwohl Fain ja bis aufs Mark ein Schattenfreund war. Vor einem Jahr konnte der Dunkle K�nig dem Schattenfreund Fain in seinen Tr�umen Befehle erteilen. Dieses Jahr geht Ba'alzamon durch die Tr�ume von Menschen, die im Licht wandeln, und erscheint pers�nlich, wenn auch unter Schwierigkeiten, in Shadar Logoth. Nat�rlich nicht in seinem eigenen K�rper, aber selbst ein Trugbild aus dem Geist des Dunklen K�nigs, sogar eines, das flackert und sich nicht h�lt, ist von t�dlicherer Gefahr f�r die Welt als alle Trollochorden zusammen. Die Siegel von Shayol Ghul werden immer schw�cher, Lord Agelmar. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren.�</p><p>Agelmar nickte zustimmend, aber als er den Kopf wieder hob, lag immer noch ein widerspenstiger Zug um seinen Mund. �Aes Sedai, ich kann es hinnehmen, da� es -wenn ich die Lanzen zum Tarwin-Pa� f�hre � nicht mehr als ein Ablenkungsman�ver sein wird oder ein Scharm�tzel im Randbereich der wirklichen Schlacht. Genauso wie das Muster f�hrt auch die Pflicht M�nner, wohin sie eben mu�, und in keinem von beiden F�llen ist gew�hrleistet, da� unsere Taten von historischer Gr��e sein werden. Doch unser Scharm�tzel ist nutzlos, selbst wenn wir gewinnen, falls Ihr die Schlacht verliert. Wenn Ihr sagt, da� Eure Gruppe klein sein mu�, dann sage ich: Gut und sch�n, doch ich bitte Euch, alles zu tun, um sicherzugehen, da� Ihr gewinnen <emphasis>k�nnt.</emphasis> La�t diese jungen M�nner hier, Aes Sedai. Ich schw�re Euch, ich kann drei erfahrene M�nner finden, die keinen Gedanken an Ruhm und Ehre verschwenden, um sie zu ersetzen � gute Schwertk�mpfer, die sich in der F�ule fast genauso gut zurechtfinden wie Lan. La�t mich in dem Bewu�tsein zum Pa� reiten, da� ich alles getan habe, was in meiner Macht steht, um Euch zum Sieg zu verhelfen.�</p><p>�Ich mu� sie und keine anderen mitnehmen, Lord Agelmar�, sagte Moiraine mit sanfter Stimme. �Sie sind es, die die Schlacht am Auge der Welt schlagen werden.�</p><p>Agelmars Kinnlade klappte herunter, und er starrte Rand und Mat und Perrin an. Pl�tzlich trat der Herr von Fal Dara einen Schritt zur�ck, und seine Hand griff unbewu�t nach dem Schwert, das er innerhalb der Festung niemals trug. �Sie sind doch nicht... Ihr seid keine Rote Ajah, Moiraine Sedai, aber sicher w�rdet nicht einmal Ihr...� Schwei� glitzerte auf seinem kahlen Kopf.</p><p>�Sie sind <emphasis>ta'veren�,</emphasis> sagte Moiraine beruhigend. �Das Muster webt sich um sie herum. Der Dunkle K�nig hat bereits mehr als einmal versucht, jeden der drei zu t�ten. Drei <emphasis>ta'veren</emphasis> am gleichen Ort reichen aus, um das Leben um sie herum so zu ver�ndern, wie ein Wasserstrudel den Kurs eines Strohhalms �ndert. Wenn der Ort das Auge der Welt ist, k�nnte das Muster vielleicht sogar den Vater der L�gen in sich einweben und ihn damit wieder zur Harmlosigkeit verdammen.�</p><p>Agelmar h�rte auf, nach seinem Schwert zu tasten, sah aber immer noch Rand und die anderen zweifelnd an. �Moiraine Sedai, wenn Ihr sagt, da� nur sie die Richtigen sind, dann stimmt das, aber ich kann nichts davon erkennen. Bauernjungen. Seid Ihr sicher, Aes Sedai?�</p><p>�Das alte Blut�, sagte Moiraine, �hat sich geteilt wie ein Flu�, der in tausendmal tausend B�che ausl�uft, doch manchmal flie�en die B�che wieder ineinander und bilden wieder einen Flu�. Das alte Blut von Manetheren flie�t stark und rein in fast allen diesen jungen M�nnern. Zweifelt Ihr an der Kraft des Bluts von Manetheren, Lord Agelmar?�</p><p>Rand sah die Aes Sedai von der Seite her an. <emphasis>Fast alle.</emphasis> Er riskierte einen Blick zu Nynaeve hin�ber. Sie hatte sich Moiraine zugewandt, um sie zu sehen und ihr zu lauschen, vermied es aber immer noch, Lan anzublicken. Er erhaschte den Blick der Seherin. Sie sch�ttelte den Kopf; sie hatte der Aes Sedai nicht erz�hlt, da� er nicht im Gebiet der Zwei Fl�sse geboren war. <emphasis>Was wei� Moiraine?</emphasis></p><p>�Manetheren�, sagte Agelmar bed�chtig und nickte. �Dieses Blut stelle ich nicht in Zweifel.� Dann, etwas hastiger: �Das Rad bringt uns seltsame Zeiten. Bauernjungen tragen die Ehre von Manetheren in die F�ule, und doch, wenn irgendein Blut dem Dunklen K�nig einen schweren Schlag versetzen kann, dann ist es das Blut von Manetheren. Es wird getan, wie Ihr es w�nscht, Aes Sedai.�</p><p>�Dann la�t uns jetzt in unsere Zimmer gehen�, sagte Moiraine. �Wir m�ssen bei Sonnenaufgang weg, denn die Zeit l�uft uns davon. Die jungen M�nner m�ssen in meiner N�he schlafen. Die Zeit vor der Schlacht ist zu knapp, um dem Dunklen K�nig zu gestatten, nochmals einen Schlag gegen sie zu f�hren. Zu knapp.�</p><p>Rand f�hlte ihren Blick auf sich ruhen, wie sie ihn und seine Freunde betrachtete und ihre St�rke absch�tzte, und er schauderte. Zu knapp.</p></section><section><title><p>48</p><p>Die gro�e F�ule</p></title><p>Der Wind peitschte Lans Umhang, so da� er manchmal sogar im Sonnenschein kaum zu erkennen war. Ingtar und die hundert Lanzen, die Lord Agelmar mitgeschickt hatte, um sie f�r den Fall eines Trolloc-�berfalls bis an die Grenze zu begleiten, sahen prachtvoll aus, wie sie in einer Doppelreihe in gl�nzenden R�stungen mit roten Wimpeln und ihren stahlbewehrten Pferden einherritten, angef�hrt von Ingtars Banner mit der Grauen Eule. Sie sahen genauso gut aus wie hundert Reiter aus der k�niglichen Garde, doch Rand sah nicht sie an, sondern die T�rme, die gerade vor ihnen in Sicht kamen. Er hatte schon den ganzen Vormittag Zeit gehabt, die Lanzentr�ger aus Schienar zu betrachten.</p><p>Jeder Turm stand hoch aufragend und massiv auf einer H�gelspitze, eine halbe Meile vom n�chsten entfernt. Im Osten und im Westen erhoben sich weitere, und dahinter noch mehr. Um jeden Steinzylinder herum zog sich spiralf�rmig eine breite Rampe mit einer Au�enmauer. Sie wand sich einmal ganz herum, bevor sie das schwere Tor auf halber H�he unter der zinnenbewehrten Turmspitze erreichte. Ein Ausfall aus der Garnison w�rde durch die Mauer bis unten hin zum Boden gesch�tzt, doch die Feinde, die versuchten, das Tor zu erreichen, m��ten unter einem Hagel von Pfeilen und Steinen und hei�em �l aus den gro�en Kesseln, die �ber ihnen auf nach au�en gerichteten Plattformen standen, emporklimmen. Ein gro�er Stahlspiegel, im Moment vorsichtigerweise von der Sonne weggerichtet, schimmerte auf jeder Turmspitze unter der auf einem Sockel angebrachten Eisensch�ssel, in der man Signalfeuer entz�nden konnte, wenn die Sonne nicht schien. Das Signal w�rde von Turm zu Turm weitergespiegelt, weg von der Grenze und immer weiter zu den Festungen im Herzland, von wo aus die Lanzen losreiten w�rden, um den �berfall abzuwehren. Jedenfalls w�rden sie das in normalen Zeiten schaffen.</p><p>M�nner beobachteten ihren Anmarsch von den beiden n�chsten Turmspitzen aus. Nur ein paar Posten standen auf jeder und sp�hten neugierig �ber die Zinnen. In den besten Zeiten waren die T�rme nur wenig bemannt, eben genug zur Selbstverteidigung, da man sich mehr auf die starken Mauern verlie� als auf die starken Arme, doch jetzt ritt jeder Mann, den man entbehren konnte, zum Tarwin-Pa�. Der Fall der T�rme w�rde keine Rolle mehr spielen, falls die Lanzen den Pa� nicht halten konnten.</p><p>Rand schauderte, als sie zwischen den T�rmen hindurchritten. Es war beinahe, als sei er durch eine Wand aus k�hler Luft geritten. Das hier war die Grenze. Das Land jenseits sah nicht anders aus als in Schienar, doch dort drau�en, irgendwo jenseits der kahlen B�ume, lag die F�ule.</p><p>Ingtar hob eine st�hlerne Faust, um die Lanzen kurz vor einem einfachen Steinpfosten in Sichtweite der T�rme anhalten zu lassen. Es war ein Grenzpfosten, der die Grenze zwischen Schienar und dem, was einst Malkier gewesen war, markierte. �Verzeiht, Moiraine Aes Sedai. Verzeiht, Dai Shan. Verzeiht, Erbauer. Lord Agelmar befahl mir, nicht weiter zu reiten.� Er klang, als sei er ungl�cklich und �berhaupt vom Leben angewidert.</p><p>�Das planten wir so, Lord Agelmar und ich�, sagte Moiraine.</p><p>Ingtar brummte verdrie�lich. �Verzeiht, Aes Sedai�, entschuldigte er sich, auch wenn es nicht ernsthaft klang. �Euch hierher zu begleiten bedeutet, da� wir m�glicherweise den Pa� nicht erreichen werden, bevor der Kampf vor�ber ist. Ich habe keine Gelegenheit, mit den anderen zu k�mpfen, und andererseits habe ich den Befehl, keinen Schritt weiter als bis zum Grenzpfosten zu reiten, als ob ich noch nie in der F�ule gewesen sei. Und Lord Agelmar verschweigt mir den Grund.� Hinter den Gitterst�ben seines Visiers blickten seine Augen bei den letzten Worten die Aes Sedai fragend an. Er weigerte sich, Rand und die anderen anzublicken, da er erfahren hatte, da� sie Lan in die F�ule begleiten w�rden.</p><p>�Er kann an meiner Statt gehen�, murmelte Mat Rand zu. Lan sah sie beide scharf an. Mat schlug die Augen nieder und wurde knallrot.</p><p>�Jeder von uns hat seinen Anteil am Muster, Ingtar�, sagte Moiraine mit fester Stimme. �Von hier aus m�ssen wir unseren Faden allein weben.�</p><p>Ingtars Verbeugung fiel steifer aus, als es selbst die R�stung zulie�. �Wie Ihr w�nscht, Aes Sedai. Ich mu� Euch nun verlassen und scharf reiten, um den Tarwin-Pa� zu erreichen. Zumindest dort ist es mir... <emphasis>gestattet...,</emphasis> gegen Trollocs zu k�mpfen.�</p><p>�Seid Ihr wirklich so kampfbegierig?� fragte Nynaeve. �Um gegen Trollocs zu k�mpfen?�</p><p>Ingtar sah sie verbl�fft an und blickte dann zu Lan hin�ber, als solle der Beh�ter die Erkl�rung abgeben. �Das ist meine Aufgabe, Lady�, sagte er dann bed�chtig. �Das ist Sinn und Zweck meines Daseins.� Er erhob eine Hand in ihrem schweren Kampfhandschuh gr��end in Richtung Lan. Die offene Handfl�che war dem Beh�ter zugewandt. <emphasis>�Suravye ninto manshima taishite, Dai Shan.</emphasis> Der Friede begleite Euer Schwert.� Dann ri� er sein Pferd herum und ritt mit seinem Bannertr�ger und seinen hundert Lanzen nach Osten. Sie ritten in ruhigem, gleichm��igem Tempo, so schnell die gepanzerten Pferde konnten, wenn man die gro�e Entfernung ber�cksichtigte, die sie noch zur�ckzulegen hatten.</p><p>�Welch eigenartiger Gru߫, meinte Egwene. �Warum sagen sie so was? Friede!�</p><p>�Wenn man etwas bisher nur im Traum erlebt hat�, sagte Lan und trieb Mandarb an, �dann bedeutet es schon etwas mehr als nur ein gutes Omen.�</p><p>Als Rand dem Beh�ter an dem steinernen Grenzpfosten vorbei folgte, drehte er sich im Sattel um und blickte zur�ck. Ingtar und seine Lanzen verschwanden hinter kahlen B�umen, dann verschwanden der Grenzpfosten und zuletzt die T�rme auf ihren H�gelspitzen, die bis dahin noch �ber den Baumwipfeln sichtbar gewesen waren. Nur zu bald waren sie ganz allein und ritten unter den entlaubten Wipfeln des Waldes einher. Rand gab sich einem wachsamen Schweigen hin, und endlich einmal wu�te auch Mat nichts zu sagen.</p><p>An diesem Morgen hatten sich die Tore von Fal Dara mit der Morgend�mmerung ge�ffnet. Lord Agelmar, nun wie seine Soldaten ger�stet, ritt vor den Bannern mit dem Schwarzen Falken und den Drei F�chsen aus dem Osttor auf die Sonne zu, die immer noch nur als roter Schein �ber den B�umen sichtbar war. Wie eine st�hlerne Schlange, die sich zu den Wirbeln der an Pferde geh�ngten Kesselpauken wand, schob sich die vier Glieder tiefe Reihe der Soldaten aus der Stadt heraus. Agelmar, der an der Spitze ritt, war bereits im Wald verborgen, bevor noch der Schwanz der Schlange die Festung von Fal Dara verlassen hatte. Es gab keine Hurrarufe auf den Stra�en, um sie zu verabschieden. Nur ihre eigenen Pauken und das Knattern der Wimpel im Wind begleiteten sie, und ihre Augen blickten ganz bewu�t hin zur aufgehenden Sonne. Im Osten w�rden sie sich anderen st�hlernen Schlangen anschlie�en, die aus Fal Moran kamen, gef�hrt von K�nig Easar selbst mit seinen S�hnen an der Seite, und aus Ankor Dail, das die �stlichen Moore und das R�ckgrat der Welt bewachte; aus Mos Shirare und Fal Sion und Camron Caan und all den anderen Festungen von Schienar, gro� oder klein. Zu einer noch gr��eren Schlange vereint w�rden sie sich nach Norden wenden, auf den Tarwin-Pa� zu.</p><p>Zur gleichen Zeit hatte ein anderer Auszug begonnen, und zwar vom K�nigstor aus, das auf die Stra�e nach Fal Moran f�hrte. Karren und Wagen, Berittene und Fu�g�nger, sie trieben ihr Vieh, trugen die Kinder auf dem R�cken, und ihre Gesichter waren so lang wie die Morgenschatten. Z�gern, ihre Heimat � vielleicht f�r immer � zu verlassen, verlangsamte ihre Schritte, doch die Angst vor dem, was kommen mochte, trieb sie an, so da� sie sto�weise vorw�rtsmarschierten, einmal mit schleppenden Schritten, dann rannten sie ein Dutzend Schritte weit, nur um gleich wieder langsam durch den Staub zu schlurfen. Ein paar von ihnen blieben au�erhalb der Stadt stehen und beobachteten, wie sich die gepanzerte Schlange von Soldaten in den Wald hineinwand. In einigen Augen glimmte Hoffnung auf, und es wurden Gebete gemurmelt, Gebete f�r die Soldaten, Gebete f�r das eigene Leben. Dann wandten sie sich wieder m�hselig stapfend nach S�den.</p><p>Der kleinste Zug kam aus dem Malkier-Tor. Zur�ckgelassen wurden nur wenige, die bleiben wollten, Soldaten und vereinzelte �ltere M�nner, deren Frauen gestorben waren und deren erwachsene Kinder sich auf dem langsamen Weg nach S�den befanden. Eine letzte Handvoll, damit unabh�ngig von dem, was am Tarwin-Pa� geschah, Fal Dara nicht ungesch�tzt in die H�nde des Gegners fallen w�rde. Ingtars Graue Eule f�hrte sie an, doch es war Moiraine, die sie nach Norden brachte. Der wichtigste von all diesen Z�gen und zugleich der verzweifeltste.</p><p>Mindestens eine Stunde lang, nachdem sie den Grenzpfosten hinter sich gelassen hatten, blieben Landschaft und Wald unver�ndert. Der Beh�ter schlug ein scharfes Tempo an, so schnell die Pferde eben gehen konnten, aber Rand fragte sich die ganze Zeit, wann sie wohl die F�ule erreichten. Die H�gel wurden ein wenig h�her, doch die B�ume und die Ranken und das Unterholz unterschieden sich in nichts von denen, die sie in Schienar gesehen hatten. Alles war grau und fast v�llig kahl. Allm�hlich f�hlte er sich w�rmer, warm genug, um seinen Umhang �ber das Sattelhorn zu legen.</p><p>�Das ist das beste Wetter, das wir dieses Jahr erlebt haben�, sagte Egwene und wand sich aus ihrem eigenen Umhang.</p><p>Nynaeve sch�ttelte den Kopf und runzelte die Stirn, als lausche sie dem Wind. �Ich f�hle, da� es irgendwie schlecht ist.�</p><p>Rand nickte. Auch er konnte es f�hlen, auch wenn er nicht h�tte sagen k�nnen, was er eigentlich genau f�hlte. Das Gef�hl der Verderbtheit, das er empfand, bezog sich nicht nur auf die erste W�rme im Freien, an die er sich dieses Jahr erinnern konnte � es war auch mehr als die einfache Tatsache, da� es so weit im Norden nicht so warm sein d�rfte. Es mu�te die F�ule sein, aber die Landschaft war unver�ndert.</p><p>Die Sonne stieg h�her, ein roter Ball, der trotz des wolkenlosen Himmels nicht so viel W�rme abgeben konnte. Eine kleine Weile sp�ter kn�pfte er seinen Mantel auf. Schwei� lief ihm �ber das Gesicht.</p><p>Er war nicht der einzige. Mat zog den Mantel aus und stellte offen den Gold-und-Rubin-Dolch zur Schau. Er wischte sich mit dem Ende seines Schals �ber das Gesicht. Zwinkernd wickelte er sich den Schal neu als schmales Band um die Stirn. Nynaeve und Egwene f�cherten sich Luft zu; sie ritten zusammengesunken, als verwelkten sie. Loial kn�pfte seine Jacke mit dem hohen Stehkragen von oben bis unten auf und auch noch sein Hemd. Der Ogier hatte mitten auf der Brust einen schmalen Haarstreifen, so dicht wie Fell. Er murmelte nach allen Seiten hin Entschuldigungen.</p><p>�Ihr m��t mir vergeben. <emphasis>Stedding</emphasis> Schangtai liegt in den Bergen und es ist dort k�hl.� Seine breiten Nasenfl�gel bebten und sogen Luft ein, die st�ndig w�rmer wurde. �Ich mag diese feuchte Hitze nicht.�</p><p>Es <emphasis>war</emphasis> feucht, das bemerkte auch Rand jetzt. Er hatte ein Gef�hl wie im Sumpf mitten im Sommer, daheim in den Zwei Fl�ssen. In diesem mit gro�en Lachen durchsetzten Sumpf atmete man wie durch eine mit hei�em Wasser durchtr�nkte Wolldecke. Hier gab es keinen schlammigen Boden � nur ein paar Teiche und B�che, Rinnsale f�r jemanden, der an den Wasserwald gew�hnt war -, aber die Luft war genauso wie in jenem Sumpf. Nur Perrin, der seinen Mantel noch an hatte, atmete frei. Perrin und der Beh�ter.</p><p>Man sah nun auch einige Bl�tter, auch an B�umen, die nicht das ganze Jahr �ber Laub trugen. Rand streckte die Hand aus, um einen Ast anzufassen, und hielt inne, kurz bevor er die Bl�tter ber�hrte. Das Rot des neuen Wuchses war von krankhaftem Gelb und schwarzen Flecken durchsetzt. �Ich sagte doch, da� du nichts anfassen sollst.� Die Stimme des Beh�ters klang ausdruckslos. Er trug immer noch seinen farbver�ndernden Umhang, als k�nne ihn die Hitze genausowenig beeindrucken wie die K�lte. Sein kantiges Gesicht schien beinahe frei �ber Mandarbs R�cken zu schweben. �In der F�ule k�nnen Blumen t�ten und Bl�tter Wunden schlagen. Es gibt da ein kleines Ding, das man Stock nennt. Das verbirgt sich gern dort, wo die Bl�tter am dichtesten stehen, und sieht so aus, wie es hei�t. Es wartet darauf, da� jemand es anfa�t. Wenn das geschieht, bei�t es zu. Kein Gift. Der Saft beginnt, das Opfer des Stocks zu verdauen. Das einzige, was dich dann retten kann, ist, den gebissenen Arm oder das Bein abzuschneiden. Aber ein Stock bei�t nicht, wenn er nicht ber�hrt wird. Andere Dinge in der F�ule dagegen tun es.�</p><p>Rand ri� seine Hand zur�ck, bevor er ein Blatt ber�hrt hatte, und dann wischte er sie an einem Hosenbein ab.</p><p>�Dann sind wir jetzt in der F�ule?� fragte Perrin. Seltsamerweise h�rte er sich nicht �ngstlich an.</p><p>�Nur am Rand�, sagte Lan ernst. Sein Hengst bewegte sich weiter, und er sprach nach hinten gewandt: �Die wirkliche F�ule liegt noch vor uns. Es gibt Dinge in der F�ule, die nach dem Geh�r jagen, und einige davon k�nnten auch so weit nach S�den gewandert sein. Manchmal �berqueren sie die Berge des Verderbens. Viel schlimmer als die St�cke. Verhaltet euch leise und bleibt auf den Pferden, wenn Ihr am Leben h�ngt.� Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern ritt stramm weiter.</p><p>Mit jeder zur�ckgelegten Meile wurde der Verfall des Landes in der F�ule deutlicher. Die B�ume wiesen einen immer �ppigeren Blattwuchs auf, doch sie waren fleckig, gelb und schwarz verunziert, und Streifen lebhaften Rotes zogen sich wie die Streifen bei einer Blutvergiftung �ber sie hinweg. Jedes Blatt und jede Ranke schien aufgeschwemmt, als k�nnten sie bei einer leichten Ber�hrung bereits platzen. Bl�ten hingen in einer Parodie von Fr�hling von den B�umen und Unkr�utern, kr�nklich, bla� und fleischig, Wachsblumen, die unter Rands Augen zu verfaulen schienen. Wenn er durch die Nase einatmete, dann machte ihn der s��liches schwere Verwesungsgeruch krank; wenn er durch den Mund atmete, w�rgte er beinahe. Die Luft schmeckte wie ein Mundvoll verdorbenen Fleisches. Unter den Hufen der Pferde platschte es leise, wenn �berreife Fr�chte bei jedem Schritt zerplatzten.</p><p>Mat beugte sich aus dem Sattel und �bergab sich, bis sein Magen leer war. Rand beschwor das Nichts herauf, doch Ruhe half wenig gegen die �tzende S�ure, die ihm st�ndig die Kehle hoch kam. Leer oder nicht � Mat w�rgte eine Meile weiter schon wieder, doch es kam nichts mehr. Trotzdem wiederholte sich das sp�ter. Egwene machte ebenfalls den Eindruck, als wolle sie sich �bergeben, so wie sie st�ndig schluckte, und Nynaeves Gesicht war eine bleiche Maske, doch voller Entschlossenheit. Ihr Kinn war vorgeschoben, und sie sah unverwandt Moiraines R�cken an. Die Seherin w�rde nie zugeben, da� ihr schlecht war, wenn die Aes Sedai es nicht auch zugab, aber Rand glaubte nicht, da� sie darauf lange warten m�sse. Moiraines Augen waren zusammengekniffen und ihre Lippen bla�.</p><p>Trotz der feuchten Hitze wickelte Loial sich einen Schal um Nase und Mund. Als sein Blick den Rands traf, standen Zorn und Ekel in den Augen des Ogiers. �Ich hatte geh�rt...�, begann er, die Stimme durch die Wolle ged�mpft, und dann hielt er inne, um das Gesicht zu verziehen und sich dabei zu r�uspern. �Pfui! Es schmeckt wie... Pfui! Ich hatte von der F�ule geh�rt und gelesen, aber nichts entsprach... � Seine Geste umfa�te irgendwie sowohl den Gestank als auch den krankhaften Pflanzenwuchs. �Da� selbst der Dunkle K�nig B�umen so etwas antun kann! Pfui!�</p><p>Der Beh�ter war nat�rlich von alledem nicht betroffen, jedenfalls nicht f�r Rand sichtbar, aber zu seiner �berraschung zeigte sich auch Perrin unbeeindruckt.</p><p>Oder jedenfalls nicht so, wie die anderen alle. Der gro�gewachsene J�ngling blickte den Wald der Verderbnis, durch den sie ritten, so b�se wie einen Feind an oder das Banner eines Feindes. Er streichelte die Axt an seinem G�rtel, als sei ihm nicht bewu�t, was er da tat, und f�hrte Selbstgespr�che. Dabei knurrte er ein wenig, und zwar auf eine Art, die Rand die Nackenhaare zu Berge stehen lie�. Selbst im prallen Sonnenschein gl�hten seine Augen golden und wild.</p><p>Die Hitze legte sich nicht, als die blutige Sonne dem Horizont entgegenfiel. In einiger Entfernung erhoben sich im Norden Berge, h�her als die Verschleierten Berge. Sie hoben sich schwarz vom Himmel ab. Manchmal fauchte eine eisige B�e von den scharfumrissenen Gipfeln bis herunter zu ihnen. Die stickige Feuchtigkeit schluckte fast alle Gebirgsfrische, doch was an K�hle sp�rbar war, war winterkalt, verglichen mit der Schw�le, die sie nur einen Moment lang verdr�ngte. Der Schwei� auf Rands Stirn fror geschwind zu Eisk�rnern, und wenn der Wind erstarb, schmolz das Eis wieder und rann ihm in gezackten Linien die Wangen hinunter. Die dr�ckende Hitze kehrte noch st�rker zur�ck, als er sie vorher empfunden hatte. Wenn der Wind auffrischte, wurde der Gestank vertrieben, doch er h�tte auf den Wind gern verzichtet. Seine K�lte war die K�hle des Grabes, und er wehte ihm den dumpfen Modergeruch einer soeben ge�ffneten Gruft in die Nase.</p><p>�Wir k�nnen die Berge nicht vor Einbruch der Dunkelheit erreichen�, sagte Lan, �und es ist gef�hrlich, bei Nacht weiterzureiten, selbst f�r einen Beh�ter allein.�</p><p>�Es gibt einen Platz, der nicht sehr weit weg ist�, sagte Moiraine. �Es wird ein gutes Omen f�r unsere Aufgabe, wenn wir dort unser Lager aufschlagen.�</p><p>Der Beh�ter warf ihr einen ausdruckslosen Blick zu und nickte z�gernd. �Ja. Irgendwo m�ssen wir ja lagern. Es kann genausogut dort sein.�</p><p>�Das Auge der Welt lag jenseits der Pa�h�he, als ich es fand�, sagte Moiraine. �Es ist besser, die Berge des Verderbens bei hellem Tageslicht zu �berqueren, am Mittag, wenn die Macht des Dunklen K�nigs auf dieser Welt am schw�chsten ist.�</p><p>�Ihr sprecht, als sei das Auge nicht immer am selben Fleck.� Egwene hatte die Aes Sedai angesprochen, doch es war Loial, der antwortete: �Keine zwei Ogier haben es jemals an genau dem gleichen Fleck gefunden. Man kann offensichtlich den Gr�nen Mann dort finden, wo man ihn braucht. Aber es war immer jenseits der Pa�h�he. Die P�sse dort oben sind tr�gerisch und werden von Kreaturen des Dunklen K�nigs bevorzugt.�</p><p>�Wir m�ssen die P�sse erst einmal erreichen, bevor wir uns dar�ber Gedanken machen�, sagte Lan. �Morgen kommen wir endg�ltig in die F�ule hinein.�</p><p>Rand sah sich in dem sie umgebenden Wald um, wo jedes Blatt und jede Bl�te krank war, wo jede Ranke verfaulte, w�hrend sie noch wuchs, und er konnte ein Schaudern nicht unterdr�cken. <emphasis>Wenn das noch nicht die echte F�ule ist, was dann?</emphasis></p><p>Lan lie� sie nach Westen reiten, in einem Winkel zur sinkenden Sonne. Der Beh�ter behielt das zuvor eingeschlagene Tempo bei, aber in der Haltung seiner Schultern lag ein Z�gern.</p><p>Die Sonne war nur noch ein d�sterroter Ball, der gerade die Baumwipfel ber�hrte, als sie den Kamm eines H�gels erreichten und Lan sein Pferd anhielt. Im Westen unter ihnen lag ein Labyrinth von Seen. Das Wasser glitzerte dunkel im Schein der tiefstehenden Sonne. Es wirkte wie Perlen unterschiedlicher Gr��e an einer mehrfach um den Hals geschlungenen Kette. In der Entfernung lagen, von den Seen eingerahmt, H�gel mit gezackten Spitzen, die sich in den kriechenden Abendschatten zusammendr�ngten. Einen kurzen Moment lang erfa�ten die Sonnenstrahlen die zerrissenen Spitzen, und Rand stockte der Atem. Keine H�gel. Die zerfetzten �berreste von sieben T�rmen. Er war sich nicht sicher, ob einer der anderen das auch gesehen hatte; der Anblick war so schnell vor�ber, wie er gekommen war. Der Beh�ter stieg vom Pferd. Sein Gesicht zeigte so wenig Gef�hlsregung wie ein Stein.</p><p>�K�nnten wir unser Lager nicht unten bei den Seen aufschlagen?� fragte Nynaeve, die ihr Gesicht mit einem Taschentuch abtupfte. �Drunten am Wasser mu� es doch k�hler sein.�</p><p>�Licht�, sagte Mat, �ich w�rde so gern meinen Kopf in einen davon stecken. Vielleicht w�rde ich ihn nie wieder herausnehmen.�</p><p>In diesem Moment bewegte etwas das Wasser im n�chstgelegenen See. Das dunkle Wasser phosphoreszierte, als sich ein riesiger K�rper unter der Oberfl�che herumw�lzte. L�nger und immer l�nger zeigte sich der Kolo�. Wellenringe breiteten sich aus. Immer noch w�lzte er sich herum, und schlie�lich erhob sich ein Schwanz, der in einem Stachel wie dem einer Wespe auslief, einen Moment lang in die D�mmerung hinein. Er war mindestens f�nf Spannen lang. An der ganzen L�nge des Schwanzes zeigten sich dicke Tentakel, die sich wie monstr�se W�rmer wanden � so viele, wie ein Tausendf��ler Beine hat. Dann glitt er langsam unter die Oberfl�che zur�ck und war verschwunden. Nur die ausrollenden Wellen zeugten davon, da� er jemals dagewesen war.</p><p>Rand klappte den Mund zu und wechselte einen Blick mit Perrin. Perrins gelbe Augen blickten genauso ungl�ubig drein, wie seine eigenen wirken mu�ten. Nichts derart Gro�es konnte in einem See dieser Gr��e leben. <emphasis>Das k�nnen doch keine</emphasis> H�nde <emphasis>gewesen sein, am Ende dieser Tentakel! Das kann nicht sein.</emphasis></p><p>�Auf den zweiten Blick�, sagte Mat schwach, �gef�llt es mir hier oben doch recht gut.�</p><p>�Ich werde rund um diesen H�gel Amulette als W�chter aufstellen�, sagte Moiraine. Sie war bereits von Aldieb abgestiegen. �Eine st�rkere Abwehr w�rde unerw�nschte Aufmerksamkeit auf sich ziehen, so wie Fliegen vom Honig angezogen werden, aber auf diese Weise werde ich es wissen, falls irgendeine Sch�pfung des Dunklen K�nigs oder etwas, das dem Schatten dient, auf eine Meile an uns herankommt.�</p><p>�Ich w�re �ber eine magische Sperre froh�, sagte Mat, als seine Stiefel den Boden ber�hrten, �wenn sie nur dieses... dieses Ding abhalten k�nnte.�</p><p>�Ach, sei endlich ruhig, Mat�, sagte Egwene kurz angebunden zur gleichen Zeit, als Nynaeve bemerkte: �Und dann warten sie auf uns, wenn wir am Morgen aufbrechen? Du <emphasis>bist</emphasis> ein Narr, Matrim Cauthon.� Mat funkelte die beiden Frauen an, w�hrend sie abstiegen, aber er hielt den Mund.</p><p>Als er Belas Z�gel ergriff, grinsten sich Rand und Perrin an. Einen Augenblick lang war es fast wie zu Hause, wenn Mat zum unm�glichsten Zeitpunkt etwas sagte, das er besser nicht gesagt h�tte. Dann verflog das L�cheln auf Perrins Gesicht. In der D�mmerung gl�hten seine Augen <emphasis>wirklich,</emphasis> als schiene ein gelbes Licht hinter ihnen. Auch Rands Grinsen verschwand. <emphasis>Es ist doch �berhaupt nicht wie zu Hause.</emphasis></p><p>Rand und Mat und Perrin halfen Lan beim Absatteln und legten den Pferden Fu�fesseln an, w�hrend die anderen sich daran machten, das Lager herzurichten.</p><p>Loial f�hrte schon wieder Selbstgespr�che, als er den winzigen Herd des Beh�ters aufstellte, aber seine dicken H�nde langten kr�ftig zu. Egwene summte vor sich hin, w�hrend sie den Teekessel aus einem bauchigen Wasserschlauch f�llte. Rand wunderte sich nicht mehr, warum der Beh�ter so viele volle Wasserschl�uche mitgebracht hatte.</p><p>Er legte den Sattel des Braunen neben die anderen, schnallte seine Satteltaschen und die Deckenrolle von der Hinterpausche ab und hielt, von pl�tzlicher Angst gepackt, inne. Der Ogier und die Frauen waren verschwunden, genauso wie der Herd und all die Korbbeh�lter, die das Packpferd getragen hatte. Die H�gelspitze war bis auf die abendlichen Schatten leer.</p><p>Mit einer tauben Hand griff er nach seinem Schwert. Er h�rte undeutlich, wie Mat fluchte. Perrin hatte die Axt gez�ckt, und sein zerzauster Kopf drehte sich, um die Gefahr auszumachen.</p><p>�Schafhirten�, knurrte Lan. Unbeirrt schlenderte der Beh�ter �ber den Kamm des H�gels, und beim dritten Schritt verschwand er.</p><p>Rand wechselte Blicke aus weit aufgerissenen Augen mit Mat und Perrin, und dann rannten sie pl�tzlich alle auf den Fleck zu, an dem der Beh�ter verschwunden war. Rand kam schlitternd zum Stehen, machte noch mal einen Schritt, und dann prallte Mat auf seinen R�cken. Egwene blickte auf. Sie stellte gerade den Kessel auf den winzigen Herd. Nynaeve schlo� den Zylinder einer zweiten entz�ndeten Laterne. Sie waren allesamt anwesend. Moiraine sa� mit �bergeschlagenen Beinen da, Lan st�tzte sich auf einen Ellenbogen, und Loial nahm gerade ein Buch aus seiner Tasche.</p><p>Vorsichtig blickte sich Rand um. Der Abhang des H�gels lag so da wie vorher, genau wie die im Schatten liegenden B�ume und die Seen, die dahinter in der Dunkelheit versanken. Er f�rchtete sich davor zur�ckzutreten, f�rchtete, alle w�rden dann wieder verschwinden, und diesmal w�re er vielleicht nicht mehr in der Lage, sie wiederzufinden. Perrin atmete erleichtert auf und schob sich vorsichtig um Rand herum.</p><p>Moiraine bemerkte, da� sie alle drei mit offenem Mund dastanden. Perrin blickte reum�tig drein und steckte die Axt zur�ck in die schwere G�rtelschlaufe, als glaube er, da� sie dort von niemandem bemerkt w�rde. Ihre Lippen verzogen sich zu einem L�cheln. �Es ist eine ganz einfache Sache�, sagte sie. �Das Licht wird gebeugt, so da� jedes Auge, das uns anschaut, statt dessen um uns herum blickt. Wir k�nnen es nicht zulassen, da� die Augen, die sich dort drau�en befinden werden, heute abend unsere Lichter sehen. Doch die F�ule ist kein Ort, an dem man sich im Dunkeln aufhalten kann.�</p><p>�Moiraine Sedai meint, ich k�nne es schaffen.� Egwenes Augen strahlten. �Sie sagt, ich beherrsche jetzt schon genug von der Einen Macht.�</p><p>�Nicht ohne gezielte �bung, Kind�, warnte Moiraine. �Auch die einfachste Sache kann f�r Unge�bte gef�hrlich werden, wenn es um die Eine Macht geht � und auch f�r Menschen aus ihrer Umgebung.� Perrin schnaubte, und Egwene blickte so betr�bt drein, da� Rand sich fragte, ob sie nicht vielleicht ihre F�higkeiten bereits ausprobiert habe.</p><p>Nynaeve stellte die Laterne zu Boden. Die winzige Flamme des Herdes und dazu die beiden Laternen � das ergab doch einen relativ gro�en Lichtkreis. �Wenn du nach Tar Valon gehst, Egwene�, sagte sie bed�chtig, �gehe ich vielleicht auch mit.� Sie warf Moiraine einen seltsam trotzigen Blick zu. �Es wird gut f�r sie sein, zwischen all den Fremden ein bekanntes Gesicht zu sehen.</p><p>Sie wird jemanden brauchen, der ihr mal einen Rat gibt und keine Aes Sedai ist.�</p><p>�Vielleicht ist es das Beste, Seherin�, sagte Moiraine schlicht.</p><p>Egwene lachte und klatschte in die H�nde. �Oh, das w�re wirklich wundervoll. Und du, Rand. Du kommst doch auch mit, oder?� Er wollte sich gerade auf der anderen Seite des Herdes ihr gegen�ber niederlassen, hielt bei ihrer Frage kurz inne und setzte sich dann langsam. Er hatte ihre Augen noch nie als gr��er empfunden oder strahlender als jetzt. Sie waren wie Seen, in denen er sich verlieren konnte. Rote Flecken erschienen auf ihren Wangen, und sie lachte ein wenig zur�ckhaltender. �Perrin, Mat, ihr beide kommt auch mit, ja? Wir werden alle vereint sein.� Mat knurrte undeutlich etwas, das alles bedeuten konnte, und Perrin zuckte nur die Achseln. Sie nahm es als Zustimmung. �Siehst du, Rand? Wir werden alle zusammen sein.�</p><p><emphasis>Licht, ein Mann k�nnte in diesen Augen mit Wonne ertrinken.</emphasis> Verlegen r�usperte er sich. �Gibt es in Tar Valon Schafe? Ich kann doch sonst nichts und verstehe nur etwas von Schafzucht und Tabakanbau.�</p><p>�Ich denke�, sagte Moiraine, �man wird in Tar Valon etwas f�r dich zu tun finden. F�r euch alle. Nicht gerade Schafeh�ten, aber doch etwas Interessantes.�</p><p>�Seht ihr?� sagte Egwene, als alle sa�en. �Ich wei� schon. Wenn ich eine Aes Sedai bin, mache ich dich zu meinem Beh�ter. Du w�rst doch gern ein Beh�ter, nicht wahr? Mein Beh�ter?� Sie klang selbstbewu�t, doch er sah die Frage, die in ihren Augen stand. Sie wollte eine Antwort haben, brauchte eine Antwort.</p><p>�Ich w�re gern dein Beh�ter�, sagte er. <emphasis>Sie ist nicht f�r dich bestimmt und du nicht f�r sie. Warum mu�te Min mir das sagen?</emphasis></p><p>Die Dunkelheit senkte sich schwer �ber sie, und alle waren m�de. Loial war der erste, der sich zur Seite rollte und einschlief, doch die anderen folgten bald seinem Beispiel. Keiner ben�tzte die Decken, au�er als Kopfkissen. Moiraine hatte etwas in das �l der Lampen getan, das den Gestank der F�ule auf der Spitze des H�gels zerstreute, aber nichts konnte die Hitze vertreiben. Der Mond gab einen ungleichm��igen, w��rigen Lichtschein ab, aber was die K�hle einer Nacht betraf, so h�tte genausogut die Sonne im Zenith stehen k�nnen.</p><p>Rand fand keinen Schlaf, obwohl die Aes Sedai sich keine Spanne weit entfernt ausgestreckt hatte, um seine Tr�ume zu besch�tzen. Die erdr�ckend schw�le Luft hielt ihn wach. Loials leichtes Schnarchen wurde zum Donnern, das Perrins Schnarchen �bert�nte, aber die anderen wurden trotzdem von der Ersch�pfung �bermannt. Der Beh�ter war noch wach und hatte sich unweit von ihm hingesetzt, das Schwert auf den Knien. Er blickte in die Nacht hinein. Zu Rands �berraschung hatte sich Nynaeve ihm angeschlossen.</p><p>Die Seherin betrachtete Lan schweigend eine Weile lang, dann go� sie ihm eine Tasse Tee ein und brachte sie ihm hin�ber. Als er sie ihr mit einem gemurmelten Dankesch�n aus der Hand nahm, wandte sie sich nicht gleich wieder ab. �Ich h�tte wissen m�ssen, da� Ihr ein K�nig seid�, sagte sie leise. Ihre Augen blickten dem Beh�ter ruhig ins Gesicht, doch ihre Stimme zitterte etwas.</p><p>Lan blickte sie genauso eingehend an. Es erschien Rand, als wiese sein Gesicht jetzt sanftere Z�ge auf. �Ich bin kein K�nig, Nynaeve. Nur ein Mann. Ein Mann, der weniger sein eigen nennen kann, als selbst der erb�rmlichste kleine Bauer, der wenigstens einen Hof besitzt.�</p><p>Nynaeves Stimme klang nun fester. �Manche Frauen fragen nicht nach Land oder Gold. Nur nach dem Mann.�</p><p>�Und der Mann, der von ihr verlangt, da� sie sich mit so wenig bescheidet, w�re ihrer nicht w�rdig. Ihr seid eine bemerkenswerte Frau, so sch�n wie der Sonnenaufgang, so wild wie ein Krieger. Ihr seid eine L�win, Seherin.�</p><p>�Eine Seherin ist nur in seltenen F�llen verheiratet.� Sie schwieg einen Moment und holte tief Luft, als bereite sie sich innerlich auf etwas vor. �Doch wenn ich nach Tar Valon gehe, werde ich etwas anderes sein als eine Seherin.�</p><p>�Aes Sedai heiraten genauso selten wie Seherinnen. Kaum ein Mann kann mit einer so m�chtigen Frau leben, die ihn mit ihrer Ausstrahlung derartig in den Schatten stellt, ob sie nun will oder nicht.�</p><p>�Einige M�nner sind stark genug. Ich kenne einen solchen.� Falls noch irgendein Zweifel blieb, so wurde er durch ihren Blick ausger�umt, der bewies, wen sie meinte.</p><p>�Alles, was ich habe, ist ein Schwert und ein Krieg, den ich nicht gewinnen kann, aber ich kann doch nicht aufh�ren, zu k�mpfen.�</p><p>�Ich habe Euch gesagt, da� das f�r mich keine Rolle spielt. Licht, Ihr habt mich bereits mehr sagen lassen, als schicklich ist. Werdet Ihr mich so weit besch�men, da� <emphasis>ich</emphasis> Euch fragen mu�?�</p><p>�Ich werde Euch niemals besch�men.� Der sanfte Tonfall, wie eine Liebkosung, klang f�r Rands Ohren ganz eigenartig, brachte aber Nynaeves Augen zum Strahlen. �Ich werde den Mann hassen, den Ihr erw�hlt, weil er es ist und nicht ich, und ich werde ihn lieben, wenn er Euch zum L�cheln bringt. Keine Frau verdient es, sicher sein zu k�nnen, da� sie statt des Brautschleiers einen Witwenschleier tragen wird � Ihr am wenigsten von allen.� Er stellte den unber�hrten Tee zu Boden und erhob sich. �Ich mu� nach den Pferden sehen.�</p><p>Nynaeve kniete noch immer am gleichen Fleck, nachdem er l�ngst weg war.</p><p>Schlaf oder nicht, jedenfalls schlo� Rand die Augen. Er glaubte, die Seherin werde nicht w�nschen, da� sie jemand beim Weinen beobachtete.</p></section><section><title><p>49</p><p>Der Dunkle K�nig r�hrt sich</p></title><p>Rand erwachte in der Morgend�mmerung. Tr�ber Sonnenschein hatte seine Augenlider zum Prickeln gebracht, als die Sonne z�gernd �ber die Baumwipfel der F�ule hinwegsp�hte. Selbst zu dieser fr�hen Stunde lastete die Hitze wie eine schwere Decke auf dem gepeinigten Land. Er lag auf dem R�cken, den Kopf auf der Deckenrolle, und blickte zum Himmel hinauf. Der Himmel war immer noch blau. Selbst hier schien er unber�hrt geblieben zu sein.</p><p>�berrascht stellte er fest, da� er tats�chlich geschlafen hatte. Eine Minute lang erschien ihm die verschwommene Erinnerung an ein belauschtes Gespr�ch wie der Teil eines Traumes. Dann sah er Nynaeves rotger�nderte Augen. Offensichtlich hatte sie nicht geschlafen. Lans Gesicht wirkte h�rter als je zuvor, als habe er sich wieder eine Maske aufgesetzt und denke nicht daran, sie je wieder abzunehmen.</p><p>Egwene ging hin�ber und kauerte sich mit besorgtem Gesicht neben der Seherin nieder. Er konnte nicht verstehen, was sie sagten. Egwene sprach, und Nynaeve sch�ttelte den Kopf. Egwene sagte noch etwas, und Nynaeve bedeutete ihr mit einer Handbewegung, sie solle gehen. Statt dessen beugte sich Egwene noch weiter zu Nynaeves Kopf hinunter, und ein paar Minuten lang unterhielten sich die beiden Frauen ein wenig leiser als vorher. Nynaeve sch�ttelte wieder den Kopf. Die Seherin beendete die Unterhaltung mit einem kurzen Auflachen, umarmte Egwene und � nach ihrem Gesichtsausdruck zu schlie�en � beruhigte sie. Als Egwene sich dann erhob, sah sie den Beh�ter b�se an. Lan schien es nicht zu bemerken; er blickte �berhaupt nicht in Nynaeves Richtung.</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf und las seine Siebensachen zusammen. Er wusch Gesicht und H�nde hastig und putzte sich die Z�hne mit dem wenigen Wasser, das ihnen Lan f�r solche Dinge zugestanden hatte. Er fragte sich, ob Frauen wohl die Gedanken der M�nner erraten k�nnten. Der Gedanke war beunruhigend. <emphasis>Alle Frauen sind Aes Sedai.</emphasis> Dann sagte er sich, da� er wohl schon zu sehr unter dem Eindruck der F�ule stehe, sp�lte seinen Mund aus und beeilte sich, den Braunen zu satteln.</p><p>Es konnte einen erheblich durcheinanderbringen, wenn man bemerkte, da� ihr Lager verschwand, bevor er auch nur die Pferde erreicht hatte, aber als sein Sattelgurt festgezurrt war, erschien mit einem Schlag alles wieder, was sich auf der H�gelspitze befand. Jeder beeilte sich.</p><p>Die sieben T�rme waren im Licht des Morgens klar zu erkennen, ferne, abgebrochene St�mpfe wie riesige, unregelm��ig geformte H�gel, die nur einen Schatten ihrer einstigen Gr��e darstellten. Die hundert Seen leuchteten in klarem, durch keine Welle unterbrochenen Blau. An diesem Morgen durchbrach nichts ihre Oberfl�che. Wenn er die Seen und die Ruinen der T�rme so betrachtete, war er fast in der Lage, die kr�nklichen Dinge zu ignorieren, die um den H�gel herum wuchsen. Lan schien den Anblick der T�rme nicht zu meiden, genausowenig wie er den Anblick Nynaeves mied, aber irgendwie blickte er doch nie richtig hin und konzentrierte sich ganz darauf, ihren Aufbruch vorzubereiten.</p><p>Nachdem die Tragek�rbe am Packpferd festgemacht waren, nachdem jeder Kr�mel und jeder Fleck und jede Spur beseitigt war und alle anderen auf ihren Pferden sa�en, stellte sich die Aes Sedai mitten auf die H�gelspitze, schlo� die Augen und schien nicht einmal mehr zu atmen. Es geschah nichts, das Rand h�tte sehen k�nnen � nur Nynaeve und Egwene zitterten trotz der Hitze und rieben sich heftig die Arme, als wollten sie sich aufw�rmen. Egwenes H�nde erstarrten pl�tzlich auf ihren Unterarmen, und sie �ffnete den Mund und sah die Seherin an. Bevor sie etwas sagen konnte, h�rte Nynaeve ebenfalls mit dem Reiben auf und blickte sie scharf an. Die beiden Frauen sahen sich an, und dann nickte Egwene und grinste, und einen Moment sp�ter tat Nynaeve es ihr gleich, auch wenn ihr L�cheln eher halbherzig wirkte.</p><p>Rand fuhr sich mit den Fingern durchs Haar, das bereits mehr vom Schwei� durchn��t war als von dem Wasser, das er daraufgespritzt hatte. Er war sicher, an diesem lautlosen Gedankenaustausch war etwas, das er verstehen sollte, aber die federleichte Ber�hrung in seinem Geist verging, bevor er weiter darauf eingehen konnte.</p><p>�Worauf warten wir noch?� wollte Mat wissen. Er hatte sich den Schal wieder um die Stirn gewickelt. Sein Bogen war �ber das Sattelhorn gelegt, und einen Pfeil lag schu�bereit auf der Sehne. Den K�cher hatte er an seinem G�rtel nach vorn gezogen, damit er ihn leichter erreichen konnte.</p><p>Moiraine �ffnete die Augen und blickte den H�gel hinunter. �Damit ich die letzten �berreste dessen beseitigen konnte, was ich gestern abend hier tat. Sie w�ren wohl auch im Verlauf eines Tages von allein verflogen, aber ich werde jetzt kein Risiko mehr eingehen, das ich vermeiden kann. Wir sind zu nahe, und der Schatten ist hier zu stark. Lan?�</p><p>Der Beh�ter wartete nur lange genug, damit sie sich in Aldiebs Sattel zurechtsetzen konnte, und f�hrte sie dann nach Norden auf die Berge des Verderbens zu, die unweit von ihnen aufragten. Selbst im Sonnenaufgang wirkten die Gipfel schwarz und leblos wie Zahnst�mpfe. Sie erstreckten sich wie eine riesige Wand nach Osten und nach Westen � soweit sie sehen konnten.</p><p>�Werden wir heute noch das Auge erreichen, Moiraine Sedai?� fragte Egwene.</p><p>Die Aes Sedai sah Loial von der Seite her an. �Ich hoffe schon. Als ich es damals entdeckte, befand es sich gleich auf der anderen Seite der Berge, am Fu� der hohen P�sse.�</p><p>�Er sagt, es bewegt sich�, sagte Mat und nickte in Richtung Loial. �Was ist, wenn es sich gar nicht dort befindet, wo du glaubst?�</p><p>�Dann werden wir weitersuchen, bis wir es finden. Der Gr�ne Mann f�hlt die Not, und es kann wohl keine gr��ere Not geben als die unsere. Unsere Not ist die Hoffnung der Welt.�</p><p>Als die Berge n�herr�ckten, kamen sie auch der eigentlichen Gro�en F�ule n�her. Wo vorher die Bl�tter schwarz und gelb gefleckt ausgesehen hatten, da fielen sie jetzt schwer und feucht unter ihrem eigenen Gewicht faulend zu Boden. Die B�ume selbst waren gequ�lte, verkr�ppelte Dinge mit verdrehten �sten, die sich dem Himmel entgegenstreckten, als b�ten sie eine Macht um Gnade, die sich weigerte, ihre Bitte zu erh�ren. Schleim rann wie Eiter aus aufgesprungener Rinde. Die B�ume zitterten von der Ersch�tterung durch die vorbeitrabenden Pferde, als sei an ihnen nichts wirklich Festes mehr.</p><p>�Sieht aus, als wollten sie nach uns greifen�, sagte Mat nerv�s. Nynaeve sah ihn aufgebracht und zornig an, worauf er heftig hinzuf�gte: �Na ja, sie sehen eben so aus!�</p><p>�Und einige davon wollen das tats�chlich�, sagte die Aes Sedai. Einen Augenblick lang wirkten ihre nach hinten gerichteten Augen h�rter als die Lans. �Aber sie wollen absolut nichts von mir, und meine Gegenwart sch�tzt euch.�</p><p>Mat lachte unsicher, als glaube er, sie habe gescherzt. Rand war sich da nicht so sicher. Dies <emphasis>war</emphasis> schlie�lich die F�ule. <emphasis>Aber B�ume bewegen sich nicht. Warum sollte ein Baum einen Menschen ergreifen, selbst wenn er es k�nnte? Wir bilden uns doch so was nur ein, und sie will uns lediglich wachsam halten.</emphasis></p><p>Blitzschnell blickte er nach links hin�ber, in den Wald hinein. Dieser Baum, kaum zwanzig Schritt entfernt, <emphasis>hatte</emphasis> gezittert, und das entsprang nicht seiner Einbildung. Er wu�te nicht, welche Art von Baum das war oder gewesen war, so verdreht und gequ�lt war seine Gestalt. Noch w�hrend er ihn betrachtete, ruckte der Baum wieder vor und zur�ck und neigte sich dann. Die �ste peitschten den Boden. Etwas schrie schrill und durchdringend. Der Baum richtete sich mit einem Ruck wieder auf. Seine �ste hatten sich um eine dunkle Masse geschlossen, die sich wand und fauchte und schrie.</p><p>Er schluckte heftig und bem�hte sich, den Braunen wegzulenken, aber auf jeder Seite standen B�ume, und alle bebten nun. Der Braune rollte die Augen, bis man nur noch das Wei�e darin sah. Rand befand sich inmitten eines wirren Kn�uels von Pferden, da alle anderen dasselbe versuchten wie er. �Bewegt Euch!� befahl Lan und zog sein Schwert. Der Beh�ter trug nun seine stahlverst�rkten Handschuhe und sein graugr�nes Schuppenhemd. �Bleibt bei Moiraine Sedai!� Er ri� Mandarb herum, nicht in Richtung des Baumes und seiner Beute, sondern in entgegengesetzter Richtung. Mit seinem farbver�ndernden Umhang wurde sein Anblick bereits von der F�ule verschlungen, bevor der schwarze Hengst au�er Sicht war.</p><p>�N�her�, forderte Moiraine die anderen auf. Sie lie� ihre wei�e Stute den Schritt nicht verlangsamen, bedeutete aber den anderen, sich dicht bei ihr zu halten. �Haltet euch so nahe wie m�glich bei mir.�</p><p>Ein Br�llen erhob sich aus der Richtung, in die der Beh�ter geritten war. Es lie� Luft und B�ume erzittern, und als es verflog, hallte ein Echo nach. Dann erklang das Br�llen wieder, erf�llt von Wut und Tod.</p><p>�Lan�, sagte Nynaeve. �Er... �</p><p>Der schreckliche Laut schnitt ihr das Wort ab, doch es lag ein neuer Klang darin: Angst. Mit einem Schlag verstummte er.</p><p>�Lan kann auf sich selbst aufpassen�, sagte Moiraine. �Reitet, Seherin!�</p><p>Zwischen den B�umen tauchte der Beh�ter wieder auf. Er hielt das Schwert am ausgestreckten Arm � weg von sich und seinem Ro�. Schwarzes Blut klebte an der Klinge, und Dampf stieg davon auf. Sorgf�ltig wischte Lan die Klinge mit einem Tuch ab, das er einer Satteltasche entnahm. Er betrachtete den Stahl eingehend, um sicher zu sein, da� er jeden Fleck erreicht hatte. Als er das Tuch fallenlie�, zerfiel es, bevor es den Boden ber�hrte, und selbst die einzelnen Fetzen l�sten sich noch auf.</p><p>Lautlos sprang ein massiger K�rper zwischen den B�umen hindurch auf sie zu. Der Beh�ter ri� Mandarb herum, doch in dem Moment, als sich das Streitro� aufb�umte, bereit, mit stahlbewehrten Hufen loszuschlagen, zischte Mats Pfeil an ihnen vorbei und durchbohrte das einzige Auge in einem Kopf, der im wesentlichen aus Rachen und Z�hnen bestand. Das Ding fiel zuckend und schreiend einen Sprung weit von ihnen entfernt zu Boden. Rand betrachtete das Ding, als sie vorbeihasteten. Es war bedeckt von einem borstigsteifen Pelz, und es besa� entschieden zu viele Beine, die in eigenartigen Winkeln aus einem K�rper hervorwuchsen, der so gro� war wie der eines B�ren. Einige dieser Gliedma�en zumindest � die aus seinem R�cken herausragten � waren zum Laufen nicht zu gebrauchen, aber die fingerlangen Klauen an ihren Enden w�hlten die Erde im Todeskampf auf.</p><p>�Guter Schu�, Schafhirte.� Lans Augen hatten bereits vergessen, was hinter ihnen lag, und suchten den Wald ab. Moiraine sch�ttelte den Kopf. �Es h�tte eigentlich nicht freiwillig jemandem so nahe kommen sollen, der Kraft aus der Wahren Quelle sch�pft.�</p><p>�Agelmar sagte, da� sich in der F�ule einiges r�hrt�, meinte Lan dazu. �Vielleicht sp�rt auch die F�ule, da� sich im Gro�en Muster ein neues Gewebe formt.�</p><p>�Beeilt euch!� Moiraine grub die Fersen in Aldiebs Flanken. �Wir m�ssen die oberen P�sse schnell �berqueren.�</p><p>Doch noch w�hrend sie sprach, erhob sich die F�ule gegen sie. B�ume peitschten mit ihren �sten, versuchten, sie zu erreichen, und sie k�mmerten sich nicht darum, ob Moiraine die Wahre Quelle ber�hrte oder nicht. Rand hielt sein Schwert in der Hand. Er erinnerte sich nicht daran, es gezogen zu haben. Er schlug immer wieder zu. Die Klinge mit dem Reiherzeichen durchschnitt faulende Zweige. Hungrige �ste zuckten als abgehackte, sich windende St�mpfe zur�ck � er glaubte beinahe, sie schreien zu h�ren -, aber immer neue kamen, wanden sich wie Schlangen, versuchten, sich um seine Arme, seine Taille, seinen Hals zu wickeln. Die Z�hne in starrem Knurren gefletscht, suchte er das Nichts und fand es in dem steinigen, z�hen Erdboden der Zwei Fl�sse.</p><p>�Manetheren!� Er schrie es den B�umen zu, bis sein Hals schmerzte. Die Klinge mit dem Reiherzeichen blitzte im kraftlosen Sonnenschein. �Manetheren! Manetheren!�</p><p>Mat stand in den Steigb�geln und sandte einen Pfeil nach dem anderen in den Wald, zielte auf verformte Gestalten, die knurrten und unz�hlige Z�hne auf den Pfeilen zerbissen, die sie t�teten, scho� auf die klauenbewehrten Umrisse, die sich �ber die Gest�rzten hinwegqu�lten, um die berittenen Figuren zu erreichen. Auch Mat nahm die Welt um sich herum nicht mehr richtig wahr. <emphasis>�Carai an Caldazar!�</emphasis> schrie er, w�hrend er die Sehne an die Wange zog und loslie�. <emphasis>�Carai an Ellisande! An Ellisande! Mordero daghain pas duente cuebiyar! An Ellisande!�</emphasis></p><p>Auch Perrin stand in den Steigb�geln, schweigend und ernst. Er hatte die F�hrung �bernommen, und seine Axt hieb ihnen einen Pfad durch Holz und faulendes Fleisch, was auch immer sich vor ihnen befand. Um sich schlagende B�ume und jaulende Wesen scheuten vor dem st�mmigen Axttr�ger zur�ck, sowohl vor den wilden goldenen Augen als auch vor der durch die Luft pfeifenden Axt. Er zwang sein Pferd entschlossen vorw�rts, Schritt f�r Schritt.</p><p>Feuerb�lle schossen aus Moiraines H�nden hervor, und wo sie aufkamen, da wurde ein sich windender Baum zur Fackel, da schrie eine zahnbewehrte Gestalt auf und schlug mit menschlichen H�nden auf sich ein, zerkratzte das eigene brennende Fleisch mit grimmen Klauen, bis es verendete.</p><p>Wieder und wieder lenkte der Beh�ter Mandarb zwischen die B�ume. Seine Klinge und Handschuhe trieften von blasenschlagendem, dampfendem Blut. Wenn er nun zur�ckkehrte, sah man h�ufiger Risse in seinem Schuppenpanzer und blutende Kratzer in seiner Haut, und auch sein Streitro� stolperte und blutete. Jedesmal hielt die Aes Sedai inne und legte ihre H�nde auf seine Wunden, und wenn sie sie wieder wegnahm, war nur das Blut auf heiler Haut zur�ckgeblieben. �Ich entz�nde Signalfeuer f�r die Halbmenschen�, sagte sie in bitterem Tonfall. �Weiter voran! Weiter voran!� Langsam, Schritt f�r Schritt, kamen sie vorw�rts.</p><p>Wenn die B�ume nicht so blindw�tig auf die gesamte Masse angreifenden Fleisches und nicht nur auf die Menschen eingeschlagen h�tten, wenn die Kreaturen, von denen keine der anderen glich, nicht auch gegen die B�ume und die anderen ihrer Art gek�mpft h�tten, sondern ausschlie�lich gegen die Menschen, dann � da war Rand sicher � w�ren sie �berw�ltigt worden. Er war aber keineswegs sicher, ob das nicht doch noch geschehen w�rde. Dann erhob sich hinter ihnen ein fl�tenartiger Schrei. Fern und d�nn drang er durch das Fauchen der Bewohner der F�ule um sie herum. Das Fauchen und Knurren war mit einem Schlag beendet � wie mit einem Messer abgeschnitten. Die angreifenden Gestalten erstarrten; die B�ume verharrten bewegungslos. So pl�tzlich, wie die Dinge mit den vielen Beinen aufgetaucht waren, verschwanden sie auch wieder in den verkr�ppelten Wald hinein.</p><p>Der schrille Ton erklang erneut, wie eine gesprungene Hirtenfl�te, und wurde von einem ganzen Chor der gleichen Art begr��t. Ein halbes Dutzend, die vor sich hin sangen � weit hinter dem ersten.</p><p>�W�rmer�, sagte Lan grimmig, was Loial zum Aufst�hnen brachte. �Sie haben uns eine Pause verschafft, falls wir Zeit genug haben, sie zu nutzen.� Seine Augen ma�en die Entfernung zu den Bergen. �Wenige Dinge in der F�ule werden sich einem Wurm entgegenstellen, wenn es vermieden werden kann.� Er grub die Fersen in Mandarbs Flanken. �Reitet!� Die ganze Gesellschaft galoppierte hinter ihm her durch eine F�ule, die ihnen pl�tzlich wirklich tot erschien, au�er nat�rlich, was das Fl�ten hinter ihnen betraf.</p><p>�Sie wurden von den W�rmern verscheucht?� fragte Mat ungl�ubig. Er h�pfte im Sattel auf und ab und versuchte, sich den Bogen �ber den Oberk�rper zu h�ngen.</p><p>�Ein Wurm� � die Art, wie der Beh�ter das aussprach, klang ganz anders als bei Mat � �kann einen Blassen t�ten, falls der Blasse nicht alles Gl�ck des Dunklen K�nigs auf seiner Seite hat. Wir haben ein ganzes Rudel auf den Fersen. Reitet! Reitet!� Die dunklen Gipfel waren nun n�her. Eine Stunde, sch�tzte Rand, bei dem Tempo, das der Beh�ter anschlug.</p><p>�Werden uns die W�rmer nicht in die Berge folgen?� fragte Egwene atemlos, und Lan lachte bitter.</p><p>�Das werden sie nicht. Die W�rmer haben Angst vor dem, was auf den oberen P�ssen lauert.� Loial st�hnte wieder.</p><p>Rand w�nschte, der Ogier w�rde damit aufh�ren. Es war ihm durchaus klar, da� der Ogier mehr �ber die F�ule wu�te als alle au�er Lan, selbst wenn es nur aus B�chern stammte, die er in der Sicherheit des <emphasis>Steddings</emphasis> gelesen hatte. <emphasis>Aber warum mu� er mich immer daran erinnern, da� noch Schlimmeres auf uns wartet als das, was wir bereits gesehen haben?</emphasis></p><p>Die F�ule flog an ihnen vorbei. Unkraut und Gras klatschte fauligz�h unter den galoppierenden Hufen. B�ume von der Art, die sie zuvor angegriffen hatten, zuckten noch nicht einmal, selbst wenn sie direkt unter ihren verdrehten Zweigen einherritten. Die Berge des Verderbens f�llten den Himmel vor ihnen, schwarz und kahl und fast schon nahe genug, um sie zu ber�hren, so schien es. Das Fl�ten klang scharf und klar, und hinter ihnen erklangen matschige Ger�usche, lauter als von den Dingen, die unter den Pferdehufen zerquetscht wurden. Zu laut; als w�rden die halbverfaulten B�ume von riesigen K�rpern zerdr�ckt, die �ber sie hinwegglitten. Zu nahe. Rand blickte nach hinten. Dort hinten b�umten sich die Baumwipfel auf und wurden wie Gras niedergedr�ckt. Es ging langsam aufw�rts, auf die Berge zu, in einem Winkel, der ihm sagte, da� ihr Aufstieg begann.</p><p>�Wir schaffen es nicht�, verk�ndete Lan. Er hielt Mandarbs Galopp nicht zur�ck, hatte aber pl�tzlich wieder sein Schwert in der Hand. �Sei auf den Pa�h�hen besonders vorsichtig, Moiraine, dann kommst du durch.�</p><p>�Nein, Lan!� rief Nynaeve.</p><p>�Schweig, M�dchen! Lan, selbst du kannst kein Wurmrudel aufhalten. Ich lasse das nicht zu. Ich brauche dich am Auge.�</p><p>�Pfeile�, rief Mat atemlos.</p><p>�Die W�rmer w�rden sie nicht einmal f�hlen�, schrie der Beh�ter. �Man mu� sie in St�cke hacken. Sie f�hlen nicht viel � nur Hunger. Manchmal Angst.�</p><p>Rand klammerte sich furchtsam an seinen Sattel. Er zuckte die Achseln in dem Versuch, die Verspannung seiner Schultern zu l�sen. Sein ganzer Brustkorb war im Griff einer eisernen Klammer, so da� er kaum atmen konnte, und seine Haut schmerzte unter hei�en Nadelstichen. Die F�ule hatte sich zu einem niedrigen Vorgebirge gewandelt. Er konnte den Weg sehen, den sie emporklimmen mu�ten, sobald sie die Berge erreicht hatten; einen sich windenden Pfad und die Pa�h�he an seinem Ende. Der Pa� sah aus, als habe eine Axt den schwarzen Fels gespalten. Licht, was ist dort droben, das sogar die hinter uns das F�rchten lehren kann? <emphasis>Licht, hilf mir, ich habe noch nie solche Angst gehabt! Ich will nicht weiter dort hinauf. Nicht weiter!</emphasis> Er suchte die Flamme und das Nichts und schimpfte dabei auf sich selbst. <emphasis>Narr! Angsthase! Feiger Narr! Du kannst nicht hierbleiben, und du kannst nicht zur�ck. Willst du Egwene im Stich lassen, damit sie alledem allein gegen�ber steht?</emphasis> Das Nichts entwich ihm, formte sich, zerplatzte in tausend Lichtpunkte, formte sich erneut und zerbrach wieder. Jeder Lichtpunkt brannte sich in seine Knochen ein, bis er vor Schmerz zitterte und glaubte, er m�sse zerbersten. <emphasis>Licht, hilf mir, ich kann nicht weiter! Licht, hilf mir!</emphasis></p><p>Er straffte schon die Z�gel des Braunen, um ihn wenden zu lassen und sich den W�rmern und allem zu stellen, nur nicht dem, was vor ihm lag, als sich der Charakter der Landschaft ver�nderte. Zwischen einem H�gelabhang und dem n�chsten, zwischen Kamm und Gipfel, war die F�ule verschwunden.</p><p>Gr�ne Bl�tter verdeckten friedlich sich ausbreitende �ste. Wildblumen bildeten einen bunten Fleckenteppich in Gras, das von einer s��duftenden Fr�hlingsbrise bewegt wurde. Schmetterlinge flatterten von Bl�te zu Bl�te, zusammen mit summenden Bienen, und V�gel zwitscherten ihre Lieder.</p><p>Mit offenem Mund galoppierte er weiter, bis ihm pl�tzlich zu Bewu�tsein kam, da� Moiraine und Lan und Loial und die anderen angehalten hatten. Langsam brachte er den Braunen zum Stehen, das Gesicht in Erstaunen erstarrt. Egwene fielen beinahe die Augen aus dem Kopf, und Nynaeves Kinnlade hing herunter. �Wir sind in Sicherheit�, sagte Moiraine. �Das ist der Wohnort des Gr�nen Mannes, und das Auge der Welt befindet sich auch hier. Nichts aus der F�ule kann hier eindringen.�</p><p>�Ich dachte, es sei auf der anderen Seite der Berge�, nuschelte Rand. Er konnte die Gipfel noch sehen, die den Horizont im Norden f�llten, und die P�sse dazu. �Ihr sagtet, es sei immer jenseits der P�sse.�</p><p>�Dieser Ort�, sagte eine tiefe Stimme von den B�umen her, �ist immer, wo er ist. Alles was sich �ndert, ist der Ort, an dem sich die befinden, die ihn in Not suchen.�</p><p>Eine Gestalt trat aus dem Laub hervor, menschlich geformt, doch um so vieles gr��er als Loial, wie dieser Rand �berragte. Eine menschliche Gestalt aus verwobenen Ranken und Bl�ttern, gr�n und wachsend. Sein Haar war Gras, das bis auf die Schultern herunter fiel; seine Augen waren riesige Haseln�sse; seine Fingern�gel Eicheln. Sein Hemd und seine Hose bestanden aus gr�nen Bl�ttern, seine Stiefel aus glatter Rinde. Schmetterlinge umflatterten ihn, setzten sich auf seine Finger, seine Schultern, sein Gesicht. Nur eine Sache verhinderte die blumige Perfektion: Ein tiefer Ri� zog sich �ber seine Wange, durch die Schl�fe und �ber den Kopf, und dort waren die Ranken braun und verwelkt.</p><p>�Der Gr�ne Mann�, fl�sterte Egwene, und das zernarbte Gesicht l�chelte. Einen Moment lang schien es, als s�ngen die V�gel lauter.</p><p>�Nat�rlich bin ich das. Wer sonst w�rde sich wohl hier befinden?� Die Haselnu�augen betrachteten Loial. �Es ist gut, dich zu sehen, kleiner Bruder. In der Vergangenheit kamen viele von euch, mich zu besuchen, doch in j�ngster Zeit nur noch wenige.�</p><p>Loial kletterte von seinem gro�en Pferd und verbeugte sich h�flich. �Du ehrst mich, Baumbruder. <emphasis>Tsingu ma choshih, T'ingshen.�</emphasis></p><p>L�chelnd legte der Gr�ne Mann einen Arm um die Schultern des Ogiers. Neben Loial wirkte er wie ein Mann neben einem Jungen. �Es sind keine Ehrenbezeugungen n�tig, kleiner Bruder. Wir werden zusammen Baumlieder singen und uns an die Gro�en B�ume und die <emphasis>Stedding</emphasis> erinnern, und wir werden uns der Sehnsucht verweigern.�</p><p>Er betrachtete die anderen, die jetzt gerade von den Pferden stiegen, und sein Blick ruhte auf Perrin. �Ein Wolfsbruder! Werden die alten Zeiten wirklich wieder wahr?�</p><p>Rand starrte Perrin an. Perrin wandte sein Pferd um, so da� es sich zwischen ihm und dem Gr�nen Mann befand, und beugte sich nieder, um den Gurt zu �berpr�fen. Rand war sicher, da� er lediglich den forschenden Blick des Gr�nen Mannes meiden wollte. Pl�tzlich sprach der Gr�ne Mann Rand an: �Seltsame Kleider tr�gst du, Kind des Drachens. Hat sich das Rad schon so weit gedreht? Kehrt das Drachenvolk wieder zum Ersten Pakt zur�ck? Aber du tr�gst ein Schwert. Das geh�rt weder der Gegenwart noch der Vergangenheit an.�</p><p>Rand mu�te erst wieder Speichel im Mund sammeln, bevor er zu sprechen in der Lage war. �Ich wei� nicht, wovon Ihr sprecht. Was meint Ihr damit?�</p><p>Der Gr�ne Mann ber�hrte die braune Narbe an seinem Kopf. Einen Augenblick lang schien er verwirrt. �Ich... kann es nicht sagen. Meine Erinnerungen sind zerrissen und oft nur fl�chtig, und viel von dem, was noch �brig ist, ist wie ein Blatt, das von Raupen besucht wurde. Und doch bin ich sicher... Nein, es ist wieder weg. Aber du bist hier willkommen. Du, Moiraine Sedai, bist mehr als eine �berraschung f�r mich. Als dieser Ort geschaffen wurde, wurde er so geschaffen, da� niemand ihn zweimal finden konnte. Wie bist du hierher gekommen?�</p><p>�Not�, antwortete Moiraine. �Meine Not, die Not der Welt. Vor allem ist es die Welt, die in Not ist. Wir sind gekommen, um das Auge der Welt zu sehen.�</p><p>Der Gr�ne Mann seufzte. Der Wind seufzte durch dicht bebl�tterte Zweige. �Dann ist es wieder geschehen. Diese Erinnerung ist vollst�ndig. Der Dunkle K�nig r�hrt sich. Ich habe das bef�rchtet. Mit jedem Jahreswechsel versucht die F�ule energischer, hier einzudringen, und dieses Mal war der Kampf, sie fernzuhalten, h�rter als je zuvor seit Anbeginn. Kommt, ich werde euch hinbringen.�</p></section><section><title><p>50</p><p>Zusammentreffen am Auge</p></title><p>Rand f�hrte den Braunen am Z�gel und folgte zusammen mit den anderen Emondsfeldern dem Gr�nen Mann. Alle blickten drein, als k�nnten sie sich nicht entscheiden, wen sie zuerst betrachten wollten: den Gr�nen Mann oder den Wald. Der Gr�ne Mann war nat�rlich eine legend�re Gestalt, �ber die man sich Geschichten erz�hlte � �ber ihn und den Baum des Lebens. Man erz�hlte sich vor jedem Kamin in den Zwei Fl�ssen davon, und die Geschichten waren nicht nur f�r Kinder bestimmt. Doch nach dem Anblick der F�ule h�tten auch die B�ume und Blumen ein Wunder an Normalit�t dargestellt, auch wenn der Rest der Welt noch im Winter gefangen war.</p><p>Perrin hielt sich ein wenig zur�ck. Als Rand sich nach ihm umsah, sah der gro�e, wollk�pfige J�ngling aus, als wolle er nichts mehr von dem h�ren, was der Gr�ne Mann zu sagen hatte. Er konnte ihn verstehen. <emphasis>Kind des Drachens.</emphasis> Mi�trauisch betrachtete er den Gr�nen Mann, der mit Moiraine und Lan voranschritt. Schmetterlinge umflatterten ihn in einer Wolke aus Gelb und Rot. <emphasis>Was meinte er damit? Nein. Ich will es nicht wissen.</emphasis></p><p>Trotzdem war sein Schritt beschwingter, und die Beine federten elastischer. Das Unbehagen r�hrte sich noch in seinen Eingeweiden und lie� seinen Magen flattern, doch die Angst hatte sich so weit aufgel�st, da� sie fast nicht mehr zu bemerken war. Er glaubte nicht, da� es noch besser werden k�nne � wenn die F�ule nur eine halbe Meile entfernt war -, obwohl Moiraine nat�rlich recht damit hatte, da� nichts aus der F�ule hier eindringen k�nne. Die tausend brennenden Lichtpunkte, die sich in seine Knochen gebohrt hatten, waren erloschen, und zwar in dem Moments als sie das Reich des Gr�nen Mannes betreten hatten, da war er ganz sicher. <emphasis>Er hat sie ausgeblasen,</emphasis> dachte er � <emphasis>der Gr�ne Mann und dieser Ort hier.</emphasis></p><p>Egwene f�hlte es und Nynaeve auch, diesen beruhigenden Frieden, die Ruhe, die in der Sch�nheit lag. Er sah es ihnen an. Ihre Gesichter zeigten ein leichtes, heiteres L�cheln, und ihre Finger streichelten �ber Blumen. Sie blieben stehen, um tief atmend den Duft einzusaugen.</p><p>Als der Gr�ne Mann das bemerkte, sagte er: �Bl�ten sind zum Dekorieren da. Pflanzen oder Menschen, das ist beinahe dasselbe. Keiner hat etwas dagegen, solange man nicht zu viele nimmt.� Und er begann, von dieser oder jener Pflanze Bl�ten abzupfl�cken, aber niemals mehr als zwei von einer Pflanze. Bald trugen Nynaeve und Egwene Bl�tenkr�nze im Haar, rosa Heckenrosen und gelbe Glockenblumen und wei�e Morgensternchen. Der Zopf der Seherin, der ihr bis zur H�fte reichte, schien wie ein wei�- und rosafarbener Garten. Selbst Moiraine nahm f�r ihre Stirn einen Kranz von Morgensternchenbl�ten entgegen, der so stark in sich verwoben war, da� die Bl�ten immer noch zu wachsen schienen. Rand war sich nicht sicher, ob sie nicht vielleicht wirklich wuchsen. Der Gr�ne Mann k�mmerte sich im Vorbeigehen um seinen Waldgarten und unterhielt sich dabei leise mit Moiraine. Er tat, was eben gerade getan werden mu�te, ohne sich dessen wirklich bewu�t zu sein. Seine Haselnu�augen ersp�hten an einer rankenden Heckenrose einen krummen Trieb, der von dem bl�ten�bers�ten Ast eines Apfelbaums in eine Ecke gedr�ckt wurde, und er blieb beim Sprechen stehen und fuhr mit der Hand den Trieb entlang. Rand war sich nicht ganz klar dar�ber, ob ihm seine Augen einen Streich spielten oder ob sich die Dornen tats�chlich wegdrehten, damit sie diese gr�nen Finger nicht verletzten. Als die hoch aufragende Gestalt des Gr�nen Mannes weiterging, war der Trieb kerzengerade und steckte seine roten Knospen zwischen die wei�en Apfelbl�ten. Er beugte sich hinunter und umschlo� mit seiner riesigen Hand ein winziges Samenkorn, das auf einem H�ufchen Kieselsteine lag. Als er sich wieder aufrichtete, war daraus ein kleiner Trieb geworden, der eine Wurzel zwischen den Kieseln hindurch in guten Boden steckte.</p><p>�Alle Dinge m�ssen wachsen, wo sie hinfallen, so will es das Muster�, erkl�rte er nach hinten, als entschuldige er sich. �Und dort m�ssen sie die Drehung des Rades erwarten, doch der Sch�pfer wird nichts dagegen haben, wenn ich ein klein wenig nachhelfe.�</p><p>Rand f�hrte den Braunen um den Trieb herum und achtete darauf, da� er nicht von den Pferdehufen zerquetscht wurde. Es schien ihm nicht richtig, zu zerst�ren, was der Gr�ne Mann geschaffen hatte, nur um einen Schritt mehr zu vermeiden. Egwene l�chelte ihn an � ein so vertrautes kleines L�cheln � und ber�hrte seinen Arm.</p><p>Sie sah so h�bsch aus mit ihrem offenen, blumengeschm�ckten Haar, da� er zur�ckl�chelte, bis sie err�tete und die Augen niederschlug. <emphasis>Ich werde dich besch�tzen,</emphasis> dachte er. <emphasis>Was auch geschieht, ich werde dich doch in Sicherheit bringen. Das schw�re ich.</emphasis> Der Gr�ne Mann f�hrte sie ins Herz des Fr�hlingswaldes zu einem Torbogen am Hang eines H�gels. Es war ein einfacher Steinbogen, hoch und wei�, und auf dem Schl�sselstein sah man einen Kreis, der von einer Schlangenlinie halbiert wurde. Die eine H�lfte war glatt, die andere rauh. Das uralte Symbol der Aes Sedai. Die �ffnung selbst lag im Schatten.</p><p>Einen Augenblick betrachteten alle schweigend den Torbogen. Dann entfernte Moiraine den Bl�tenkranz aus ihrem Haar und h�ngte ihn an einen Zweig eines S��holzbusches neben dem Bogen. Es war, als l�se diese Bewegung ihre Zungen.</p><p>�Ist es da drinnen?� fragte Nynaeve. �Weswegen wir gekommen sind?�</p><p>�Ich w�rde wirklich gern den Baum des Lebens sehen�, sagte Mat, der seinen Blick nicht von dem halbierten Kreis �ber ihnen wandte. �Solange k�nnen wir doch warten, oder?�</p><p>Der Gr�ne Mann sah Rand eigenartig an und sch�ttelte dann den Kopf. <emphasis>�Avendesora</emphasis> ist nicht hier. Ich habe seit zweitausend Jahren nicht mehr unter seinen rauhen �sten geruht.�</p><p>�Der Baum des Lebens ist auch nicht der Grund unseres Kommens�, sagte Moiraine bestimmt. Sie deutete auf den Bogen: �Dort drinnen ist er.�</p><p>�Ich werde nicht mit euch hineingehen�, sagte der Gr�ne Mann. Die Schmetterlinge wirbelten um ihn herum, als teilten sie seine Erregung. �Es wurde mir vor langer, langer Zeit aufgetragen, es zu beh�ten, doch ich f�hle mich nicht so wohl, wenn ich ihm zu nahe komme. Ich f�hle, wie ich mich aufl�se. Irgendwie h�ngt mein Ende damit zusammen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie es geschaffen wurde. Ein wenig jedenfalls. Ein bi�chen.� Seine Haselnu�augen blickten gedankenverloren ins Leeres und er f�hlte nach seiner Narbe. �Es war in den ersten Tagen der Zerst�rung der Welt. Die Freude ob des Sieges �ber den Dunklen K�nig erhielt als bitteren Beigeschmack das Bewu�tsein, da� immer noch alles durch die Last des Schattens zerst�rt werden konnte. Hundert von ihnen schufen es � M�nner und Frauen gemeinsam. So wurden die gr��ten Werke der Aes Sedai immer geschaffen, indem sie <emphasis>Saidin</emphasis> und <emphasis>Saidar</emphasis> zusammenf�gten, so wie in der Wahren Quelle. Sie alle starben, damit es rein blieb, w�hrend die Welt um sie herum zerrissen wurde. Sie wu�ten, da� sie sterben w�rden, und so trugen sie mir auf, es f�r den Fall zu besch�tzen, da� es gebraucht wurde. Das war nicht das, wof�r ich geschaffen worden war, aber alles zerbrach, und sie waren allein und ich war alles, was sie hatten. Es war nicht das, wof�r ich geschaffen worden war, aber ich habe ihm die Treue gehalten.� Er sah Moiraine an und nickte in sich hinein. �Ich habe die Treue gehalten, bis es gebraucht wurde. Und jetzt geht diese Zeit zu Ende.�</p><p>�Ihr seid treuer gewesen als viele von uns, die Euch diese Aufgabe anvertrauten�, sagte die Aes Sedai. �Vielleicht wird alles nicht so schlimm, wie Ihr bef�rchtet.�</p><p>Der genarbte, blattbehangene Kopf sch�ttelte sich langsam. �Ich erkenne ein Ende, wenn es kommt, Aes Sedai. Ich werde einen anderen Ort finden, an dem ich Pflanzen z�chten kann.� Nu�braune Augen blickten traurig in den gr�nen Wald hinein. �Vielleicht einen anderen Ort. Wenn ihr herauskommt, werde ich euch noch einmal begr��en, falls noch Zeit ist.� Damit schritt er fort, Schmetterlinge im Schwarm hinter sich herziehend, und wurde in einem Ma�e eins mit dem Wald, wie es selbst Lans Umhang nicht vermochte.</p><p>�Was hat er gemeint?� wollte Mat wissen. �Falls noch Zeit ist?�</p><p>�Kommt�, sagte Moiraine, und sie durchschritt den Torbogen. Lan folgte ihr auf dem Fu�.</p><p>Rand war sich nicht sicher, was er eigentlich erwartete, als er ihnen folgte. Die Haare an seinen Armen zuckten unruhig, und die in seinem Nacken str�ubten sich. Aber es war nur ein Korridor, dessen mattgl�nzende W�nde oben im gleichen Bogen wie das Tor zusammentrafen und sich in sanfter Neigung nach unten zogen. Selbst Loial hatte mehr als genug Platz nach oben; sogar der Gr�ne Mann h�tte hereingepa�t. Der ebene Fu�boden sah f�rs Auge glatt aus wie ge�lte Platten, aber irgendwie bot er den F��en genug Halt. Auf fugenlosen wei�en W�nden glitzerten unz�hlige Lichtpunkte in ebenso vielen Farben und gaben ein mattes, sanftes Licht ab, obwohl der sonnenbeschienene Torbogen um eine Biegung hinter ihnen herum verschwunden war. Er war sicher, da� dieses Licht nichts Nat�rliches war, aber er f�hlte auch, da� es gutartig war. <emphasis>Warum hast du dann dieses Kribbeln auf der Haut?</emphasis> Weiter und weiter hinunter ging es.</p><p>�Dort�, sagte Moiraine schlie�lich und zeigte nach vorn. �Vor uns.�</p><p>Der Korridor weitete sich zu einer enormen Kuppelhalle. Der rauhe, lebende Fels ihrer Decke war mit Gruppen von glimmenden Kristallen �bers�t. Darunter nahm ein See fast die ganze H�hlenfl�che ein. Am Rand entlang war lediglich ein Rundweg von vielleicht f�nf Schritten Breite �briggeblieben. Der See wies den ovalen Umri� eines Auges auf, und am Rand entlang zog sich ein niedriger, flacher Saum von Kristallen, die wohl in einem matteren, aber gleichzeitig drohenderen Licht leuchteten als die an der Decke. Die Oberfl�che des Sees war so glatt wie Glas und so klar wie der Weinquellenbach. Rand hatte das Gef�hl, sein Blick k�nne ihn bis in die Unendlichkeit durchdringen, und er konnte auch keinen Grund entdecken.</p><p>�Das Auge der Welt�, sagte Moiraine leise neben ihm. Als er sich voller Staunen umblickte, bemerkte er, da� die langen Jahre, seit es erschaffen wurde � dreitausend -, nicht spurlos an ihm vor�bergegangen waren, und niemand war gekommen. Nicht alle Kristalle in der Kuppel gl�hten mit der gleichen Intensit�t. Einige gl�hten st�rker, andere schw�cher; einige flackerten, und andere waren nur noch kantige Brocken, die lediglich im Lichtschein schimmerten. W�ren alle gleich hell gewesen, die Kuppel h�tte so hell gestrahlt wie die Mittagssonne. Jetzt schien es nur wie das Licht am sp�ten Nachmittag. Der Rundweg war von Staub �berkrustet, auf dem kleine Steinchen und sogar einzelne Kristallsplitter lagen. Lange Jahre des Wartens, w�hrend sich das Rad drehte und mahlte. �Aber <emphasis>was</emphasis> ist das eigentlich?� fragte Mat unsicher. �Das sieht nicht aus wie Wasser, jedenfalls wie ich es kenne.� Er gab einem faustgro�en, dunklen Steinbrocken einen Tritt, da� er �ber den Rand rutschte. �Es... �</p><p>Der Stein durchschlug die glasige Oberfl�che und glitt in den See, ohne zu klatschen, ohne auch nur die kleinste Welle hervorzurufen. Beim Sinken schwoll der Stein an, wurde gr��er und gr��er und zeichnete sich deutlich ab. Schnell war er kopfgro�. Rand konnte beinahe hindurchsehen. Dann sah er nur noch einen armlangen, verschwommenen Fleck, und auch der verschwand. Er hatte noch nie eine solche G�nsehaut gehabt.</p><p>�Was ist das?� wollte er wissen. Er war �berrascht von der rauhen H�rte seiner eigenen Stimme.</p><p>�Man k�nnte es das Wesen des <emphasis>Saidin</emphasis> nennen.� Die Worte der Aes Sedai wurden als Echo in der Kuppel zur�ckgeworfen. �Die Essenz der m�nnlichen H�lfte der Wahren Quelle, die pure Essenz der Macht, die von den M�nnern vor der Zeit des Wahns beherrscht worden war. Die Macht, das Siegel an dem Gef�ngnis des Dunklen K�nigs zu erneuern oder es vollst�ndig zu brechen.�</p><p>�Das Licht leuchte und besch�tze uns�, fl�sterte Nynaeve. Egwene klammerte sich an sie, als wolle sie sich hinter der Seherin verstecken. Selbst Lan bewegte sich unruhig, obwohl in seinen Augen keine �berraschung stand.</p><p>Rands Schultern prallten gegen Stein, und ihm wurde bewu�t, da� er bis zur R�ckwand zur�ckgetreten war, so weit vom Auge der Welt entfernt wie m�glich. Wenn er gekonnt h�tte, w�re er durch die Wand hindurch entkommen. Mat ging es genauso. Er dr�ckte sich so platt gegen die Felswand, wie es nur ging. Perrin starrte mit halb gezogener Axt in den See. Seine Augen leuchteten gelb und wild.</p><p>�Ich habe mich immer gefragt�, sagte Loial unsicher, �als ich dar�ber las, da habe ich mich immer gefragt, was es eigentlich sei. Warum? Warum haben sie das geschaffen? Und wie?�</p><p>�Niemand unter den Lebenden wei� das.� Moiraine blickte nicht mehr in den See. Sie beobachtete Rand und seine beiden Freunde eingehend mit absch�tzendem Blick. �Weder wei� man, wie es geschaffen wurde, noch warum, au�er da� es eines Tages ben�tigt werden w�rde und da� diese Not die gr��te und verzweifeltste sein w�rde, der sich die Menschheit bis zu dieser Zeit je gegen�ber gesehen hatte. Vielleicht die gr��te Not, die es jemals geben w�rde.</p><p>Viele in Tar Valon haben sich bem�ht, einen Weg zu finden, diese Macht zu verwenden, aber sie ist so unerreichbar f�r eine Frau wie der Mond f�r eine Katze. Nur ein Mann k�nnte sie beherrschen, aber der letzte m�nnliche Aes Sedai ist seit fast dreitausend Jahren tot. Und doch war es eine verzweifelte Notwendigkeit, die sie dazu trieb. Sie arbeiteten sich durch das Gift des Dunklen K�nigs hindurch, das <emphasis>Saidin</emphasis> verdorben hatte, um es wieder zu heilen, obwohl sie wu�ten, da� ein Erfolg sie alle get�tet h�tte. M�nnliche und weibliche Aes Sedai gemeinsam. Der Gr�ne Mann hat die Wahrheit gesagt. Die gr��ten Wunder des Zeitalters der Legenden wurden auf diese Art geschaffen, <emphasis>Saidin</emphasis> und <emphasis>Saidar</emphasis> zusammen. Alle Frauen in Tar Valon, alle die Aes Sedai an all den K�nigsh�fen und in allen St�dten, selbst die eingerechnet, die jenseits der W�ste leben, selbst die eingerechnet, die vielleicht noch jenseits des Aryth-Meeres leben, konnten nicht einen L�ffel mit der Macht anf�llen, wenn sie keine M�nner zur Zusammenarbeit hatten.�</p><p>Rands Kehle brannte, als habe er geschrien. �Warum hast du uns hierher gebracht?�</p><p>�Weil Ihr <emphasis>ta'veren</emphasis> seid.� Aus dem Gesichtsausdruck der Aes Sedai lie� sich nichts ablesen. Ihre Augen gl�nzten und schienen ihn zu ihr hinzuziehen. �Weil die Macht des Dunklen K�nigs hier zuschlagen wird und weil wir ihr gegen�bertreten m�ssen und sie aufhalten, sonst wird der Schatten die Welt bedecken. Es gibt keine zwingendere Notwendigkeit als das. Gehen wir wieder hinaus ins Sonnenlicht, solange wir noch Zeit haben.� Sie wartete nicht, um zu sehen, ob sie ihr folgten, und ging mit Lan den Korridor wieder hinauf. Lans Schritt war vielleicht ein wenig schneller als sonst �blich. Egwene und Nynaeve eilten ihr hinterher.</p><p>Rand schob sich an der Wand entlang � er konnte sich nicht dazu zwingen, auch nur einen Schritt n�her an das heranzutreten, was der See sein mochte � und stolperte zusammen mit Mat und Perrin auf den Korridor hinaus. Er w�re sogar gerannt, doch dann h�tte er Egwene und Nynaeve, Moiraine und Lan �berrannt. Sein Zittern h�rte aber auch nicht auf, als er wieder drau�en war.</p><p>�Mir gef�llt das nicht, Moiraine�, sagte Nynaeve �rgerlich, als die Sonne wieder auf sie herunterschien.</p><p>�Ich glaube schon, da� die Gefahr so gro� ist, wie du behauptest, sonst w�re ich nicht hier, aber das ist... �</p><p>�Endlich habe ich euch gefunden.�</p><p>Rand zuckte, als h�tte sich ein Seil um seinen Hals zusammengezogen. Die Worte, die Stimme... einen Augenblick lang glaubte er, es sei Ba'alzamon. Aber die beiden M�nner, die zwischen den B�umen hervortraten, die Gesichter unter Kapuzen verborgen, trugen keine Umh�nge von der Farbe getrockneten Blutes. Der eine Umhang war dunkelgrau, der andere von einem beinahe genauso dunklen Gr�n, und sogar an der frischen Luft wirkten sie muffig. Und die M�nner waren keine Blassen; die Brise bewegte ihre Umh�nge.</p><p>�Wer seid Ihr?� Lans Haltung sprach von Vorsicht. Seine Hand lag auf dem Griff seines Schwertes. �Wie seid Ihr hierhergekommen? Falls Ihr den Gr�nen Mann sucht... �</p><p>�Er f�hrte uns.� Die Hand, die auf Mat deutete, war alt und verschrumpelt und fast nicht mehr menschlich zu nennen. Ein Fingernagel fehlte, und die Kn�chel standen heraus wie Knoten in einem St�ck Tau. Mat trat mit weit aufgerissenen Augen einen Schritt zur�ck. �Ein altes Ding, ein alter Freund, ein alter Feind. Aber er ist nicht derjenige, den wir suchen�, erkl�rte der Mann mit dem gr�nen Umhang. Der andere Mann stand da, als w�rde er niemals sprechen.</p><p>Moiraine richtete sich zu voller Gr��e auf. So reichte sie wohl immer noch den M�nnern nur bis zu den Schultern, aber sie erschien ihnen mit einemmal so gro� wie die H�gel. Ihre Stimme klang wie eine Glocke. Sie verlangte zu wissen: �Wer seid Ihr?�</p><p>H�nde schoben Kapuzen zur�ck, und Rand fielen fast die Augen aus dem Kopf. Der alte Mann war �lter als alt; neben ihm h�tte Cenn Buie wie ein vor Gesundheit strotzendes Kind gewirkt. Seine Gesichtshaut sah aus wie d�nnes Pergament, das man fest �ber den Sch�del gezurrt hatte und dann noch einmal etwas fester. Vereinzelte B�schel br�chigen Haares waren �ber seine vernarbte Kopfhaut verteilt. Seine Ohren waren verwitterte Bruchst�cke wie Fetzen uralten Leders, die Augen eingesunken. Sie sp�hten aus seinem Kopf hervor wie vom hinteren Ende eines Tunnels her. Und doch sah der andere noch schlimmer aus. Ein enger schwarzer Leder�berzug bedeckte Kopf und Gesicht des Mannes vollst�ndig, aber dessen Vorderseite war in Form eines Gesichts gearbeitet. Es war das Gesicht eines jungen Mannes, das wild, ja wahnsinnig lachte � ein f�r immer erstarrtes Lachen. <emphasis>Was verbirgt der, wenn der andere schon zeigt, was er da eben vorf�hrt?</emphasis> Dann erstarrten sogar seine Gedanken, wurden zu Staub zermalmt und weggeblasen.</p><p>�Man nennt mich Aginor�, sagte der Alte. �Und er ist Balthamel. Er spricht nicht mehr mit seiner Zunge. Das Rad mahlt extrem fein, wenn man dreitausend Jahre lang im Gef�ngnis steckt.� Der Blick aus seinen eingesunkenen Augen glitt zum Torbogen hin�ber. Balthamel beugte sich vor, die Augen unter seiner Maske auf die wei�e Stein�ffnung gerichtet, als wolle er geradewegs hineingehen. �So lange unfrei�, sagte Aginor leise. �So lange.�</p><p>�Das Licht sch�tze...�, begann Loial mit zitternder Stimme und brach dann schnell ab, als Aginor ihn anblickte.</p><p>�Die Verlorenen�, sagte Mat heiser, �sind in Shayol Ghul gefangen... �</p><p>�Waren gefangen.� Aginor l�chelte; seine vergilbten Z�hne wirkten wie Raubtierf�nge. �Einige von uns sind nicht mehr gefangen. Die Siegel werden br�chig, Aes Sedai. Wie Ishamael wandeln wir wieder unter den Lebenden, und bald kommt der Rest von uns nach. Ich war dieser Welt in meiner Gefangenschaft zu nahe, ich und Balthamel, zu nahe dem Mahlen des Rads, aber bald wird der Gro�e Herr der Dunkelheit frei sein und uns neues Fleisch verleihen, und die Welt wird wieder unser sein. Diesmal werdet ihr keinen Lews Therin Bruderm�rder mehr haben. Kein Herr des Morgens wird euch retten. Wir wissen nun, wen wir suchen, und den Rest von euch brauchen wir nicht mehr.�</p><p>Lans Schwert fuhr zu schnell aus der Scheide, als da� Rand die Bewegung h�tte verfolgen k�nnen. Doch noch z�gerte der Beh�ter, und sein Blick wanderte von Moiraine zu Nynaeve. Die beiden Frauen standen ein ganzes St�ck voneinander entfernt. H�tte er sich zwischen eine von ihnen und die Verlorenen gestellt, h�tte er sich damit weiter von der anderen entfernt. Das Z�gern dauerte nur einen Herzschlag lang, doch als sich der Beh�ter bewegte, hob Aginor die Hand. Die Geste wirkte ver�chtlich � nur ein Schnippen seiner schwieligen Finger, wie um eine Fliege zu verscheuchen. Der Beh�ter flog nach r�ckw�rts durch die Luft, als habe ihn eine riesige Hand geschleudert. Mit einem dumpfen Aufschlag prallte Lan gegen den steinernen Torbogen und hing einen Augenblick lang dort, bevor er zu einem schlappen H�ufchen zusammensackte. Sein Schwert lag neben seiner ausgestreckten Hand.</p><p>�NEIN!� schrie Nynaeve.</p><p>�Sei ruhig!� befahl ihr Moiraine, aber bevor sich irgend jemand bewegen konnte, hatte das Messer der Seherin ihren G�rtel verlassen, und sie rannte auf die Verlorenen zu, die kleine Klinge hoch erhoben.</p><p>�Das Licht blende Euch�, schrie sie und hieb nach Aginors Brust. Der andere der Verlorenen bewegte sich wie eine Viper. Noch w�hrend sie zuzuschlagen versuchte, scho� Balthamels in Leder geh�llte Hand heraus und ergriff ihr Kinn. Die Finger gruben sich in ihre eine Wange, w�hrend sich der Daumen in die andere bohrte. Durch den Druck pre�ten sie das Blut aus den Wangen und hinterlie�en blasse Schwielen. Ein Krampf sch�ttelte Nynaeve von Kopf bis Fu�, als habe man sie wie einen Kreisel gepeitscht. Ihr Messer fiel nutzlos aus kraftlosen Fingern, als Balthamel sie mit diesem Griff vom Boden hochhob, bis die Ledermaske in ihr immer noch zitterndes Gesicht starrte. Ihre Zehen zuckten einen Fu� hoch �ber dem Boden. Es regnete Blumen aus ihrem Haar.</p><p>�Ich hatte die fleischlichen L�ste schon beinahe vergessen.� Aginors Zunge fuhr �ber die geschrumpften Lippen. Es klang, als schleife Stein �ber rauhes Leder. �Aber Balthamel erinnert sich noch an vieles.� Das Lachen der Maske schien noch wilder zu werden, und Nynaeves klagender Aufschrei brannte in Rands Ohren wie Verzweiflung, die direkt aus ihrem lebendigen Herz gerissen wurde.</p><p>Pl�tzlich r�hrte sich auch Egwene, und Rand sah, da� sie Nynaeve zur Hilfe eilen wollte. �Egwene, nein!� schrie er, doch sie blieb nicht stehen. Seine Hand hatte sich bei Nynaeves Aufschrei zu seinem Schwert hin bewegt, aber nun gab er das auf und warf sich auf Egwene. Er prallte auf sie, bevor sie noch den dritten Schritt gemacht hatte, und beide fielen zu Boden. Egwene landete mit einem Japsen unter ihm und schlug sofort um sich.</p><p>Auch andere waren in Bewegung, wie er jetzt erkannte. Perrins Axt wirbelte in seinen H�nden, und seine Augen gl�hten golden und wild. �Seherin!� heulte Mat, und er hielt den Dolch aus Shadar Logoth in der Faust.</p><p>�Nein!� rief Rand. �Ihr k�nnt nicht gegen die Verlorenen k�mpfen!� Aber sie rannten an ihm vorbei, als h�tten sie ihn nicht geh�rt. Sie hatten nur Augen f�r Nynaeve und die beiden Verlorenen.</p><p>Aginor sah sie unber�hrt an... und l�chelte.</p><p>Rand f�hlte, wie sich die Luft �ber ihm auflud und wie die Peitsche eines Riesen knallte. Mat und Perrin, die noch nicht einmal den halben Weg zu den Verlorenen zur�ckgelegt hatten, blieben so unvermittelt stehen, als seien sie auf eine Wand gerannt. Dann prallten sie zur�ck und fielen platt zu Boden.</p><p>�Gut�, sagte Aginor. �Der passende Ort f�r euch. Wenn ihr lernt, euch niederzuwerfen und uns anzubeten, wie es sich geh�rt, dann lasse ich euch vielleicht am Leben.�</p><p>Hastig rappelte Rand sich hoch. Vielleicht konnte er die Verlorenen nicht bek�mpfen � das konnte kein gew�hnlicher Mensch -, aber er w�rde sie nicht eine Minute lang in dem Glauben lassen, er krieche vor ihnen. Er versuchte, Egwene beim Aufstehen zu helfen, doch sie schlug seine H�nde zur Seite und stand allein auf. Zornig strich sie sich das Kleid glatt. Auch Mat und Perrin hatten sich trotzig, wenn auch unsicher, aufgerichtet.</p><p>�Ihr werdet es lernen�, sagte Aginor, �wenn ihr �berleben wollt. Nun, da ich gefunden habe, was ich brauche� � sein Blick wandte sich dem Torbogen zu -�nehme ich mir vielleicht die Zeit, es euch beizubringen.�</p><p>�Das wird nicht geschehen!� Der Gr�ne Mann schritt aus dem Wald hervor. Seine Stimme klang, als schlage der Blitz in eine alte Eiche ein. �Ihr geh�rt nicht hierher!�</p><p>Aginor warf ihm einen kurzen, ver�chtlichen Blick zu. �Geht! Eure Zeit ist beendet. Alle von Eurer Rasse au�er Euch sind l�ngst Staub. Lebt, was Euch an Leben noch bleibt, und seid froh, da� es unter unserer W�rde ist, Notiz von Euch zu nehmen.�</p><p>�Dies ist meine Heimstatt�, sagte der Gr�ne Mann, �und Ihr werdet hier nichts Lebendiges verletzen.�</p><p>Balthamel schleuderte Nynaeve weg wie einen alten Lumpen, und so fiel sie auch, mit leeren, offenen Augen, schlaff, als seien all ihre Knochen geschmolzen. Eine lederumh�llte Hand hob sich, und der gr�ne Mann br�llte auf, als sich aus den Ranken, aus denen er gewebt war, Rauch erhob. Der Wind in den B�umen warf ein Echo seiner Schmerzen zur�ck.</p><p>Aginor wandte sich wieder Rand und den anderen zu, als sei er mit dem Gr�nen Mann fertig, doch ein langer Schritt, und kr�ftige, bl�ttrige Arme schlangen sich um Balthamel, hoben ihn hoch, dr�ckten ihn gegen eine Brust aus dicken Ranken. Die schwarze Ledermaske lachte in Haselnu�augen, die vor Zorn dunkel waren. Wie Schlangen entwanden sich Balthamels Arme dieser Umklammerung. Seine behandschuhten H�nde ergriffen den Kopf den Gr�nen Mannes, als wollten sie ihn ausrei�en. Flammen schlugen hoch, wo diese H�nde des Gr�nen Mann ber�hrten. Ranken verwelkten, Bl�tter fielen. Der Gr�ne Mann br�llte laut, als dichter, dunkler Rauch zwischen den Ranken seines K�rpers herausquoll. Weiter und weiter br�llte er, als br�lle er sich selbst aus sich heraus, zusammen mit dem Rauch, der zwischen seinen Lippen hervorquoll.</p><p>Pl�tzlich zuckte Balthamel im Griff des Gr�nen Mannes. Die H�nde des Verlorenen versuchten, ihn wegzuschieben, statt ihn festzuhalten. Eine Hand flog zur Seite... und ein winziger, gr�ner Trieb brach durch das schwarze Leder. Ein Pilz, so wie er im tiefen Schatten des Waldes ringf�rmig um die B�ume w�chst, umklammerte seinen Arm, wuchs aus dem Nichts zu voller Gr��e heran, schwoll an und bedeckte die ganze L�nge des Arms. Balthamel schlug um sich, und ein Stinkkraut-Trieb ri� seine Lederh�lle auf. Flechten schoben ihre Wurzeln hinein und sprengten winzige Risse in das Ledergesicht.</p><p>Nesseln durchbrachen die Augen der Maske; Totenkopfpilze rissen den Mund auf.</p><p>Der gr�ne Mann schleuderte den Verlorenen zu Boden. Balthamel wand sich und zuckte, als all diese Dinge, die an d�steren Orten wuchsen, all die Dinge mit Sporen, all die Dinge, die Feuchtigkeit liebten, anschwollen und wuchsen, Stoff und Leder und Fleisch aufrissen � war es Fleisch, was man in diesem kurzen Augenblick pflanzlichen Zorns sehen konnte? -, bis nur noch zerlumpte Fetzen �brig waren; die ihn �berwucherten, bis nur noch eine Erhebung �brigblieb, die man kaum von anderen in den schattigen Tiefen des Waldes unterscheiden konnte, und diese Erhebung bewegte sich genausowenig wie die anderen. Mit einem Aufst�hnen wie dem eines Astes, der unter seinem zu hohen Gewicht abbricht, krachte der Gr�ne Mann zu Boden. Die H�lfte seines Kopfes war schwarz verkohlt. Rauchfinger erhoben sich noch von ihm wie graue F�hler. Verbrannte Bl�tter fielen von seinem Arm herunter, als er schmerzerf�llt seine geschw�rzte Hand ausstreckte, um sanft eine Eichel zu umschlie�en.</p><p>Die Erde grollte, als zwischen seinen Fingern ein Eichensch��ling emporwuchs. Der Kopf des Gr�nen Mannes sackte herunter, doch der Sch��ling streckte sich der Sonne entgegen. Wurzeln schossen heraus und festigten sich, gruben sich in den Boden, schoben sich wieder heraus und wurden immer dicker, w�hrend sie wieder einsanken. Der Stamm verbreiterte sich und streckte sich nach oben. Die Rinde wurde grau und rissig und alt. �ste breiteten sich aus und wurden schwer, armdick, mannsgro�, erhoben sich, den Himmel zu liebkosen, dicht mit gr�nem Laub bewachsen, voll von Eicheln. Das massive Netzwerk von Wurzeln warf die Erde auf wie ein Pflug, w�hrend es sich vergr��erte; der sowieso schon riesige Stamm zitterte, verbreiterte sich erneut zum Durchmesser eines Hauses. Stille verbreitete sich. Und eine Eiche, die auch f�nfhundert Jahre alt sein konnte, bedeckte den Fleck, an dem der Gr�ne Mann gelegen hatte. Sie war das Zeichen f�r das Grab einer Legende. Nynaeve lag auf den knorrigen Wurzeln, die krumm gewachsen waren, um ihre Gestalt zu umfassen, um ein Bett f�r sie zu bilden, auf dem sie ruhen konnte. Der Wind seufzte durch die Zweige der Eiche; er schien ein Lebewohl zu murmeln.</p><p>Selbst Aginor schien wie bet�ubt. Dann hob er den Kopf, und die H�hlenaugen gl�hten vor Ha�. �Genug! Es ist h�chste Zeit, dies zu beenden!�</p><p>�Ja, Verlorener�, sagte Moiraine mit einer Stimme, die so kalt klang wie das Eis im tiefsten Winter. �H�chste Zeit!�</p><p>Die Hand der Aes Sedai hob sich, und der Boden brach unter Aginors F��en ein. Flammen erhoben sich prasselnd aus der Kluft, wurden von dem aus allen Richtungen heranheulenden Wind aufgepeitscht, saugten einen Strudel von Bl�ttern in sich hinein, der sich zu einem rotge�derten, fl�ssigen gelben Strahl purer Hitze verfestigte. In der Mitte stand Aginor, die F��e nur von Luft gehalten. Der Verlorene sah �berrascht aus, doch dann l�chelte er und trat einen Schritt vor. Es war ein langsamer Schritt, als versuche das Feuer, ihn am gleichen Fleck festzuhalten, aber er tat ihn, und dann noch einen.</p><p>�Rennt!� befahl Moiraine. Ihr Gesicht war vor Anstrengung wei�. �Rennt alle weg!� Aginor schritt durch die Luft auf die Kante der Flammen zu.</p><p>Rand konnte am Rand seines Gesichtsfeldes erkennen, wie andere sich bewegten, wie Mat und Perrin weghetzten, wie Loials lange Beine ihn in den Wald hineintrugen, doch alles, was er wirklich sah, war Egwene. Sie stand starr da mit bleichem Gesicht und geschlossenen Augen. Es war nicht die Angst, die sie dort festhielt, erkannte er. Sie versuchte, ihre winzige, unge�bte Kraft in der Anwendung der Macht gegen den Verlorenen einzusetzen.</p><p>Grob packte er sie am Arm und zog sie herum, bis ihr Gesicht ihm zugewandt war. �Renn weg!� schrie er sie an. Ihre Augen �ffneten sich, blickten ihn an. Zorn war darin zu sehen, weil er sich eingemischt hatte, und blinder Ha� auf Aginor, aber auch Furcht vor dem Verlorenen. �Renn!� sagte er und schob sie in Richtung auf die B�ume. Er tat es so kr�ftig, da� sie losstolperte. Kaum da� sie sich in Bewegung gesetzt hatte, rannte sie auch schon.</p><p>Aber Aginors verwittertes Gesicht wandte sich ihm zu und auch der davonrennenden Egwene hinter ihm, w�hrend der Verlorene durch die Flammen wandelte, als ginge ihn das, was die Aes Sedai tat, �berhaupt nichts an. Er blickte hinter Egwene her.</p><p>�Nicht sie!� schrie Rand. �Das Licht verbrenne Euch, aber sie bekommt Ihr nicht!� Er schnappte sich einen Felsbrocken und warf ihn. Er hoffte, damit Aginors Aufmerksamkeit zu erregen. Auf halbem Weg zum Gesicht des Verlorenen verwandelte sich der Stein in eine Handvoll Staub.</p><p>Er z�gerte nur einen Augenblick lang, lang genug, um nach hinten zu blicken und zu sehen, da� Egwene zwischen den B�umen verborgen war. Die Flammen umgaben Aginor immer noch, Fetzen seines Umhangs glimmten, aber er schlenderte einher, als habe er alle Zeit der Welt, und das Feuer war nah. Rand drehte sich um und rannte los. Hinter sich h�rte er, wie Moiraine laut aufschrie.</p></section><section><title><p>51</p><p>Gegen den Schatten</p></title><p>Der Weg, den Rand gew�hlt hatte, f�hrte stetig aufw�rts, aber die Angst verlieh seinen Beinen Kraft, und er kam mit langen Schritten schnell voran. Er bahnte sich seinen Weg durch bl�hende B�sche und Gestr�pp von Heckenrosen, lie� abgefallene Bl�tenbl�tter hinter sich zur�ck und achtete nicht darauf, ob die Dornen seine Kleider zerrissen und vielleicht sogar seine Haut ritzten. Moiraine hatte aufgeh�rt zu schreien. Es schien, als h�tten die Schreie eine Ewigkeit angedauert, jeder durchdringender als der letzte, aber er wu�te, da� sie zusammen nur wenige Augenblicke gedauert hatten. Augenblicke, bevor Aginor sich an seine Fersen heftete. Er wu�te, da� Aginor gerade ihm folgen w�rde. Er hatte die Gewi�heit in den hohlen Augen des Verlorenen erblickt, in dieser letzten Sekunde, bevor die Angst seine F��e zum Rennen zwang.</p><p>Der Abhang wurde noch steiler, aber er kletterte weiter, zog sich an Kr�uterb�scheln hoch; Steine und Erdboden und Bl�tter wurden von seinen F��en losgetreten und rollten den Hang hinunter. Schlie�lich kroch er auf H�nden und Knien weiter, als es zu steil wurde. Vor ihm � �ber ihm � wurde das Land etwas ebener. Schnaufend krabbelte er die letzten paar Spannen hoch, stand auf und blieb stehen. Er h�tte am liebsten ein lautes Heulen von sich gegeben.</p><p>Zehn Schritte vor ihm brach der H�gel an einer scharfen Kante abrupt ab. Er wu�te, was er sehen w�rde, noch bevor er die Kante erreichte, aber er machte trotzdem die notwendigen Schritte, einen schwerf�lliger als den anderen, in der Hoffnung, es gebe vielleicht einen Weg, einen Ziegenpfad oder was auch immer. Oben angekommen, blickte er einen drei�ig Schritte tiefen Steilhang hinab, eine Steinmauer, so glatt wie abgeschliffenes Holz.</p><p><emphasis>Es mu� einen Weg geben. Ich gehe zur�ck und suche mir einen Weg au�en herum. Gehe zur�ck und...</emphasis></p><p>Als er sich umdrehte, war Aginor da. Er hatte gerade den Kamm des H�gels erreicht. Der Verlorene erklomm den H�gel ohne jede Schwierigkeit. Er schritt den steilen Abhang hinauf, als sei es ebener Boden. Tief eingesunkene Augen in diesem Pergamentgesicht gl�hten ihn an. Irgendwie schien es jetzt nicht mehr so verwittert wie vorher, ein wenig voller, als habe Aginor gut gegessen. Diese Augen waren auf ihn gerichtet, aber als Aginor sprach, war es mehr zu sich selbst.</p><p>�Ba'alzamon versprach eine Belohnung jenseits aller Tr�ume sterblicher Menschen f�r den, der euch nach Shayol Ghul bringt. Aber meine Tr�ume schweiften immer schon jenseits derer anderer Menschen, und die Sterblichkeit habe ich vor Jahrtausenden hinter mir zur�ckgelassen. Welchen Unterschied macht es schon, ob ihr dem Gro�en Herrn der Dunkelheit lebendig oder tot dient? F�r die Ausbreitung des Schattens spielt das keine Rolle. Warum sollte ich meine Macht mit euch teilen? Warum sollte ich das Knie vor euch beugen? Ich, der in der Halle der Diener selbst Lews Therin Telamon gegen�berstand? Ich, der meine Macht gegen den Herrn des Morgens einsetzte und ihm Schlag f�r Schlag Pari bot? Ich denke, ich habe das nicht n�tig.�</p><p>Rands Mund war staubtrocken. Seine Zunge f�hlte sich so verschrumpelt an, wie Aginor aussah. Die Kante des Abgrunds knirschte unter seinen Abs�tzen. Steine fielen hinunter. Er wagte es nicht, zur�ckzublicken, doch er h�rte, wie die Steinbrocken ein ums andere Mal von der Steilwand zur�ckprallten, genau wie es mit seinem K�rper geschehen w�rde, wenn er sich auch nur ein paar Handbreit vorw�rts bewegte. Er war sich vorher �berhaupt nicht bewu�t gewesen, da� er sich vor dem Verlorenen zur�ckgezogen hatte. Seine Haut prickelte, so da� er meinte, er k�nne sie Blasen schlagen sehen, wenn er nur hinsah, wenn er den Blick nur von dem Verlorenen wenden k�nnte. <emphasis>Es mu� doch einen Weg geben, ihm zu entkommen. Irgendeinen Fluchtweg! Es mu� einen geben! Irgendeinen Weg!</emphasis></p><p>Pl�tzlich f�hlte er etwas, sah es auch, obwohl er wu�te, da� es gar nicht sichtbar vorhanden war. Ein gl�hendes Seil ging von Aginor aus, hinter ihm, wei� wie Sonnenschein, der durch eine hellstrahlende Wolke hindurch gesehen wird, schwerer als der Arm eines Schmieds, leichter als Luft, und verband den Verlorenen mit etwas unsagbar Fernem, etwas in Reichweite von Rands H�nden. Das Seil pulsierte, und mit jedem Pulsschlag wurde Aginor st�rker, sein Gesicht voller, wurde er zu einem Mann, der genauso gro� und stark war wie er selbst, h�rter als ein Beh�ter, t�dlicher als die F�ule. Doch neben dieser leuchtenden Nabelschnur schien der Verlorene kaum bestehen zu k�nnen. Die Schnur war alles. Sie summte. Sie sang. Sie lockte Rands Seele. Ein heller Fingerstrang trieb von ihr weg durch die Luft, ber�hrte ihn, und er keuchte auf. Licht erf�llte ihn, und Hitze, die eigentlich h�tte brennen sollen, w�rmte ihn lediglich, als wolle sie die Grabesk�hle aus seinen Knochen vertreiben. Der Strang verdickte sich. <emphasis>Ich mu� entkommen!</emphasis></p><p>�Nein!� schrie Aginor. �Ihr sollt das nicht haben! Es geh�rt mir!�</p><p>Rand bewegte sich nicht, genau wie der Verlorene, aber sie k�mpften miteinander, als h�tten sie sich im Staub gew�lzt. Schwei�tropfen rannen von Aginors Stirn, die nicht mehr verschrumpelt wirkte, sondern die eines starken Mannes in seinen besten Jahren war. Rand war vom Pulsschlag der Schnur erf�llt, als sei das der Herzschlag der Welt. Er erf�llte sein ganzes Wesen. Licht durchflutete seinen Geist, bis nur noch eine Ecke f�r seine wahre Pers�nlichkeit �brigblieb. Er wickelte das Nichts um diesen Haltepunkt, barg ihn in der Leere. <emphasis>Nur weg!</emphasis></p><p>�Meins!� schrie Aginor. �Es geh�rt mir!�</p><p>W�rme stieg in Rand auf, die W�rme der Sonne, das Strahlen der Sonne, brach auf in einer wahnsinnigen Lichtexplosion: das Licht. <emphasis>Weg!</emphasis></p><p>�Meins!� Flammen schossen aus Aginors Mund, brachen wie Feuerspeere aus seinen Augen, und er schrie.</p><p><emphasis>Weg!</emphasis></p><p>Und Rand befand sich nicht mehr auf der Spitze des H�gels. Er bebte mit dem Licht, das ihn durchdrang. Sein Verstand arbeitete nicht richtig; Licht und Hitze blendeten ihn. Das Licht. Mitten im Nichts blendete das Licht seinen Verstand, bet�ubte ihn mit Ehrfurcht. Er stand auf einem breiten Bergpa�, der von zerrissenen schwarzen Gipfeln, die wie die Z�hne des Dunklen K�nigs waren, umgeben war. Es war echt; er befand sich wirklich dort. Er f�hlte die Felsen unter seinen Stiefeln und den eisigen Wind in seinem Gesicht.</p><p>Eine Schlacht umtobte ihn, oder zumindest die Nachhut einer Schlacht. Ger�stete M�nner auf gepanzerten Pferden � gl�nzender Stahl, mittlerweile von Staub verkrustet -schlugen und stachen auf fauchende Trollocs ein, die Dornen�xte und sichelgleiche Schwerter schwangen. Einige M�nner k�mpften zu Fu�, da ihre Pferde ums Leben gekommen waren, aber es rannten auch reiterlose, gepanzerte Pferde zwischen den K�mpfenden hindurch. Inmitten der Schlacht ritten Blasse umher. Ihre nachtschwarzen Umh�nge hingen unbeweglich herunter, so schnell auch ihre Reittiere galoppierten, und wo immer auch ihre lichtfressenden Schwerter auftrafen, da starben M�nner. L�rm drang auf Rand ein, schlug auf ihn ein und prallte zur�ck von der Fremdartigkeit, die ihn gepackt hatte. Das Aufklingen von Stahl auf Stahl, das schwere Atmen und Grunzen von k�mpfenden M�nnern und Trollocs, die Schreie der sterbenden Menschen und Trollocs. �ber dem L�rm flatterten Banner in der stauberf�llten Luft. Der Schwarze Falke von Fal Dara, der Wei�e Hirsch von Schienar, andere. Und Trolloc-Flaggen. Im engsten Umkreis konnte er den geh�rnten Sch�del der Dha'vol erkennen, den blutroten Dreizack der Ko'bal, die eiserne Faust der Dhai'mon.</p><p>Und doch war es wirklich die Nachhut der Schlacht, ein Atemholen, als sich Menschen und Trollocs zur�ckzogen, um sich neu zu formieren. Keiner schien Rand zu bemerken. Sie wechselten ein paar letzte Schl�ge und l�sten sich vom Gegner, galoppierten oder rannten oder taumelten fort zu den Enden des Passes.</p><p>Rand blickte direkt auf die Seite des Passes, wo sich die Menschen sammelten. Wimpel flatterten unter glitzernden Lanzenspitzen. Verwundete wankten in ihren S�tteln. Reiterlose Pferde b�umten sich auf und galoppierten umher. Klar ersichtlich waren sie einem erneuten Zusammentreffen nicht gewachsen, und genauso klar war es, da� sie sich auf einen letzten Angriff vorbereiteten. Einige von ihnen sahen ihn nun. M�nner standen in den Steigb�geln und deuteten auf ihn. Ihre Rufe drangen wie leises Piepsen zu ihm herauf.</p><p>Leicht taumelnd drehte er sich um. Die Truppen des Dunklen K�nigs f�llten das andere Ende des Passes. Wie Igel bedeckten schwarze Piken und Speerspitzen die Bergh�nge, die durch die gro�e Anzahl von Trollocs schwarz �berzogen schienen. Ihre Armee �bertraf die von Schienar bei weitem. Hunderte von Blassen ritten vor der Horde einher. Die wilden Schnauzengesichter der Trollocs wandten sich furchtsam ab, w�hrend sie vorbeiritten. Riesige K�rper schoben sich nach hinten und machten ihnen Platz. Obendr�ber kreisten Draghkar mit ledrigen Schwingen. Ihre Schreie forderten den Wind heraus. Jetzt sahen ihn auch einige der Halbmenschen, deuteten auf ihn, und Draghkar kippten ab und st�rzten auf ihn herunter. Zwei. Drei. Sechs davon stie�en mit schrillen Schreien im Sturzflug zu ihm herunter.</p><p>Er blickte sie an. Hitze erf�llte ihn, die brennende Hitze der Sonne, die er ber�hrt hatte. Er konnte die Draghkar klar erkennen: seelenlose Augen in blassen Menschengesichtern an gefl�gelten K�rpern, die nichts Menschliches an sich hatten. Schreckliche Hitze. Funkenspr�hende Hitze.</p><p>Aus dem heiteren Himmel kamen Blitze, jeder einzelne kurz und scharf umrissen, fuhren ihm sengend in die Augen. Jeder Blitz traf eine gefl�gelte schwarze Gestalt. Aus Jagdrufen wurden Todesschreie, und verkohlte Gestalten fielen herab und lie�en den Himmel wieder sauber hinter sich zur�ck.</p><p>Die Hitze. Die schreckliche Hitze des Lichts.</p><p>Er fiel auf die Knie nieder. Er glaubte, seine Tr�nen auf den Wangen zischen zu h�ren. �Nein!� Er klammerte sich an B�schel z�hen Grases, um nicht den Kontakt mit der Wirklichkeit zu verlieren, doch das Gras ging in Flammen auf. �Bitte, neeeeeeiin!�</p><p>Der Wind erhob sich mit seiner Stimme, heulte mit seiner Stimme, br�llte mit seiner Stimme den Pa� hinunter, peitschte die Flammen zu einer Feuerwand hoch, die sich von ihm weg bewegte und auf die Trollocs zu. Sie war schneller, als ein Pferd galoppieren konnte. Das Feuer brannte sich in die Trollocs hinein, und die Berge erzitterten vor ihren Schreien, Schreie, die fast so laut waren wie der Wind und seine Stimme. �Das mu� aufh�ren!�</p><p>Er schlug mit der Faust auf den Boden, und die Erde klang auf wie ein Gong. Er sch�rfte sich die H�nde auf steiniger Erde auf, und die Erde bebte. Wellen rollten durch die Erde vor ihm, stiegen immer h�her, Wellen von Schmutz und Felsbrocken, die �ber den Trollocs und Blassen aufragten und �ber sie hereinbrachen und die Berge unter ihren Hufen und F��en zerschmetterten. Eine kochende Masse von Fleisch und Schutt ergo� sich �ber die Trolloc-Armee. Was schlie�lich stehen blieb, war immer noch ein m�chtiges Heer, aber nicht mehr als doppelt so gro� wie das Heer der Menschen, und alle liefen in Angst und Verwirrung durcheinander.</p><p>Der Wind legte sich. Die Schreie erstarben. Die Erde bewegte sich nicht mehr. Staub und Rauch zogen sich zu einer Wolke zusammen, die den Pa� heraufwirbelte und ihn umgab.</p><p>�Das Licht blende dich, Ba'alzamon! Das mu� ein Ende finden!�</p><p><emphasis>DAS ENDE IST NICHT HIER.</emphasis></p><p>Es war nicht Rands Gedanke, der seinen Sch�del vibrieren lie�.</p><p><emphasis>ICH WERDE NICHT EINGREIFEN. NUR DER AUSERW�HLTE KANN TUN, WAS GETAN WERDEN MUSS, WENN ER WILL.</emphasis></p><p>�Wo?� Er wollte es nicht aussprechen, aber er konnte sich nicht davon abhalten. �Wo?�</p><p>Der ihn umgebende Dunst lichtete sich. Eine Kuppel klarer, reiner Luft formte sich, zehn Spannen hoch, von wogendem Rauch und Staub umrahmt. Stufen erhoben sich vor ihm � jede davon stand frei und ohne irgendeinen Halt � und erstreckten sich nach oben in die Tr�be hinein, die die Sonne verbarg.</p><p><emphasis>NICHT HIER.</emphasis></p><p>Durch den Dunst kam ein Schrei wie vom fernen Ende der Erde her: �Das Licht w�nscht es!� Der Boden grollte unter dem Donner von Hufen, als das Herr der Menschen zum letzten Angriff ritt.</p><p>Inmitten des Nichts verfiel sein Verstand einen Moment lang in Panik. Die angreifenden Reiter konnten ihn im Staub nicht erkennen; sie w�rden vielleicht �ber ihn hinwegtrampeln. Der gr��ere Teil seines Ichs ignorierte den bebenden Boden als eine nichtige Sache unter seiner W�rde. Stumpfer Zorn trieb seine F��e die ersten Stufen hoch. <emphasis>Es mu� damit Schlu� gemacht werden!</emphasis></p><p>Dunkelheit umgab ihn � die absolute Dunkelheit im totalen Nichts. Die Stufen waren immer noch da, hingen in der Schw�rze unter seinen F��en und vor ihm. Als er zur�ckblickte, waren die hinter ihm weg, hatten sich im Nichts seiner Umgebung aufgel�st. Doch die Schnur war noch da, erstreckte sich hinter ihm. Das gl�hende Seil wurde in der Ferne immer d�nner und verschwand schlie�lich. Es war nicht so dick wie zuvor, pulsierte aber immer noch, pumpte Kraft in ihn hinein, pumpte Leben, f�llte ihn mit dem Licht. Er schritt weiter hinauf.</p><p>Er schien ewig weiterzuklimmen. Ewig, minutenlang. Die Zeit stand im Nichts still. Die Zeit lief schneller ab. Er kletterte weiter, und pl�tzlich stand ein Tor vor ihm, ein Tor mit rauher, gesplitterter und alter Oberfl�che, ein Tor, an das er sich nur zu gut erinnerte. Er ber�hrte es, und es zerbarst zu Splittern. Noch w�hrend die Teile herabfielen, schritt er hindurch. Splitter zerschmetterten Holzes fielen von seinen Schultern.</p><p>Auch der Raum entsprach seinen Erinnerungen: der wahnsinnige, streifige Himmel jenseits des Balkons, die geschmolzenen W�nde, der gl�nzende Tisch, der furchtbare Kamin mit seinen tosenden, kalten Flammen. Einige der Gesichter, aus denen der Kamin bestand, die sich in Folter verzerrten und lautlos schrien, zupften an seinem Ged�chtnis. Ihm war, als kenne er sie. Doch er hielt das Nichts um sich herum fest und trieb in sich selbst zur�ckgezogen in der Leere. Er war allein. Als er in den Spiegel an der Wand blickte, konnte er dort sein Gesicht so klar erkennen, als sei er es wirklich. <emphasis>Es ist Ruhe im Nichts.</emphasis></p><p>�Ja�, sagte Ba'alzamon von einem Platz vor dem Kamin her, �ich dachte mir schon, da� Aginor seiner eigenen Gier zum Opfer fallen w�rde. Aber schlu�endlich spielt das gar keine Rolle mehr. Eine lange Suche, doch jetzt ist sie zu Ende. Du bist hier, und ich kenne dich nun.�</p><p>Mitten im Licht schwebte das Nichts, und in der Mitte des Nichts schwebte Rand. Er f�hlte nach der Erde seiner Heimat und erfa�te harten Fels, unnachgiebig und trocken, Stein ohne Mitleid, wo nur der Starke �berleben konnte, nur derjenige, der ebenso hart war wie der Fels. �Ich bin des Rennens m�de.� Er konnte selbst nicht glauben, da� seine Stimme so ruhig klang. �Ich habe es satt, da� meine Freunde bedroht werden. Ich werde nicht mehr weglaufen.� Auch Ba'alzamon hatte eine Schnur, wie er jetzt bemerkte. Eine schwarze Nabelschnur, weitaus dicker als seine, so dick, da� sie einen menschlichen K�rper �berragt h�tte, doch statt dessen wurde sie von Ba'alzamon �berragt. Jeder Pulsschlag dieser schwarzen Vene fra� Licht.</p><p>�Glaubst du, es macht einen Unterschied, ob du wegl�ufst oder bleibst?� Die Flammen aus Ba'alzamons Mund lachten. Die Gesichter des Kamins weinten �ber die Freude ihres Herrn. �Du bist oft schon vor mir geflohen, und jedesmal habe ich dich eingeholt und dich deinen eigenen Stolz fressen lassen � mit erb�rmlichen Tr�nen als Gew�rz. Viele Male hast du dich gestellt und mit mir gek�mpft und bist dann besiegt vor mir gekrochen und hast um Gnade gebettelt. Du hast die Wahl, Wurm, und nur diese eine Wahl �berhaupt: Knie vor mir nieder und diene mir gut, dann werde ich dir Macht verleihen, oder bleibe die n�rrische Marionette Tar Valons und schreie, w�hrend du zum Staub der Zeit zermalmt wirst.�</p><p>Rand trieb ein St�ckchen weiter und blickte durch die T�r zur�ck, als suche er nach einem Fluchtweg. Sollte das doch der Dunkle K�nig glauben! Jenseits der T�r befand sich immer noch die Schw�rze des Nichts, nur von dem leuchtenden Faden aus seinem K�rper unterbrochen. Und dort drau�en war auch Ba'alzamons schwerere Schnur, so schwarz, da� sie sich vom Dunkel wie von Schnee abhob. Die beiden Schn�re pulsierten abwechselnd wie Adern voll Herzblut, gegeneinander gerichtet, und das Licht widerstand nur mit M�he den Wellen von Dunkelheit.</p><p>�Es gibt noch andere M�glichkeiten�, sagte Rand. �Das Rad webt das Muster, nicht du. Ich bin aus jeder Falle entkommen, die du f�r mich gelegt hast. Ich bin deinen Blassen und Trollocs entkommen und deinen Schattenfreunden. Ich habe dich hierher verfolgt und auf dem Weg dein Heer zerst�rt. Du webst das Muster nicht.�</p><p>Ba'alzamons Augen loderten wie zwei Brenn�fen. Seine Lippen bewegten sich nicht, aber Rand glaubte, einen Fluch an die Adresse Aginors zu h�ren. Dann erstarben die Feuer, und dieses gew�hnliche menschliche Gesicht l�chelte ihn auf eine Art an, die ihn selbst durch die W�rme des Lichts hindurch erschauern lie�. �Neue Heere k�nnen zusammengezogen werden, du Narr. Heere, die du dir nicht ertr�umt hast, werden noch folgen. Und du h�ttest mich verfolgt? Du Larve unter einem Felsen -mich verfolgen? Ich fing an dem Tag an, deinen Weg zu bestimmen, als du geboren wurdest, einen Weg, der dich in dein Grab f�hren w�rde oder hierher. Aiel, denen die Flucht gestattet wurde, und einer sollte �berleben, um die Worte auszusprechen, die ihr Echo durch die Jahre werfen sollten. Jain Fernstreicher, ein Held� � er zerrte den Namen h�hnisch in die L�nge � �den ich zum Narren machte und zu den Ogiern schickte, als er glaubte, er habe mich los. Die Schwarzen Ajah, die wie W�rmer auf den B�uchen um die Welt krochen, um dich zu finden. Ich ziehe an den F�den und der Amyrlin-Sitz tanzt und glaubt, da� er die Ereignisse im Griff hat.�</p><p>Das Nichts erzitterte. Hastig festigte Rand es wieder. <emphasis>Er wei� alles. Er k�nnte das getan haben. Es k�nnte so gewesen sein, wie er behauptet.</emphasis> Das Licht erw�rmte das Nichts. Zweifel erhob sich und wurde gestillt, bis nur noch ein K�rnchen davon �brig war. Er k�mpfte mit sich, wu�te nicht, ob er das K�rnchen begraben oder zum Wachsen bringen sollte. Das Nichts stand wieder fest und sicher, wenn auch kleiner als zuvor, und er trieb in einem Meer der Ruhe.</p><p>Ba'alzamon schien nichts davon zu bemerken. �Es spielt kaum eine Rolle, ob ich dich lebendig oder tot bekomme -au�er nat�rlich f�r dich � und welche Macht du besitzen magst. Du wirst mir dienen, oder zumindest deine Seele wird mir dienen. Aber mir w�re es lieber, du w�rdest lebendig vor mir knien. Eine einzige Faust Trollocs, die ich zu deinem Dorf entsandte, obwohl ich tausend h�tte schicken k�nnen. Ein Schattenfreund, der dir gegen�berstand, obwohl hundert dich im Schlaf �berraschen k�nnten. Und du Narr erkennst sie nicht einmal alle, weder die vor dir, noch die hinter dir, noch diejenigen an deiner Seite. Du geh�rst mir, hast mir schon immer geh�rt, ein Hund an der Leine, und ich brachte dich hierher, um vor deinem Herrn niederzuknien oder zu sterben und deine Seele niederknien zu lassen.�</p><p>�Ich widerstehe dir. Du hast keine Macht �ber mich, und ich werde weder lebendig noch tot vor dir knien.�</p><p>�Schau�, sagte Ba'alzamon. �Schau!� Unwillig drehte Rand den Kopf.</p><p>Da standen Egwene und Nynaeve, bla� und ver�ngstigt, mit Blumen im Haar. Und eine andere Frau, wenig �lter als die Seherin, dunkel�ugig und sch�n, mit einem typischen Kleid von den Zwei Fl�ssen bekleidet, um dessen Kragen leuchtende Bl�ten gestickt waren. �Mutter?� hauchte er, und sie l�chelte � ein L�cheln ohne Hoffnung. Das L�cheln seiner Mutter. �Nein! Meine Mutter ist tot, und die anderen beiden sind in Sicherheit, fern von hier. Ich glaube dir nicht!� Egwene und Nynaeve verschwammen, wurden zu verwehendem Dunst, l�sten sich auf. Kari al'Thor stand immer noch mit �ngstlich geweiteten Augen da.</p><p>�Zumindest sie�, sagte Ba'alzamon, �geh�rt mir, und ich kann mit ihr machen, was ich will.�</p><p>Rand sch�ttelte den Kopf. �Ich glaube dir nicht.� Er mu�te die Worte aus sich herauspressen. �Sie ist tot und ruht, f�r dich unerreichbar, im Licht.�</p><p>Die Lippen seiner Mutter bebten. Tr�nen rannen ihr �ber die Wangen; jede davon brannte in ihm wie S�ure. �Der Herr des Grabes ist st�rker als fr�her, mein Sohn�, sagte sie. �Seine Reichweite ist gr��er. Der Vater der L�gen spricht mit einer Stimme wie Honig zu den nichtsahnenden Seelen. Mein Sohn! Mein einziger Lieblingssohn! Ich w�rde es dir gern ersparen, wenn ich nur k�nnte, doch jetzt ist er mein Herr, und sein Wunsch ist das Gesetz meiner Existenz. Ich kann nicht anders � mu� ihm gehorchen und um seine Gnade winseln. Nur du kannst mich befreien. Bitte, mein Sohn! Bitte hilf mir!</p><p>Hilf mir! Hilf mir! BITTE!�</p><p>Der Schrei entri� sich ihr, w�hrend sie von Blassen mit bleichen, augenlosen, enth�llten Gesichtern flankiert wurde. Ihre Kleidung wurde von deren blutlosen H�nden weggefetzt, H�nden, in denen Zangen und Klammern und andere Dinge ruhten, die stachen und brannten und gegen ihre nackte Haut klatschten. Ihr Schrei wollte nicht enden.</p><p>Rands Aufschrei war ein Echo des ihrigen. Das Nichts kochte in seinem Geist. Sein Schwert war in seiner Hand. Nicht die Klinge mit dem Reiherzeichen, sondern eine aus Licht bestehende Klinge, eine Klinge des Lichts. Schon als er sie erhob, scho� ein feuriger, wei�er Strahl aus ihrer Spitze, als habe die Klinge sich von selbst gestreckt. Er ber�hrte den am n�chsten stehenden Blassen, und eine blendende Lichtexplosion f�llte den Raum, schien durch die Halbmenschen hindurch wie eine Kerze durch Papier, brannte durch sie hindurch und machte seine Augen blind f�r das, was sich abspielte.</p><p>Aus der Mitte des Leuchtens heraus h�rte er ein Fl�stern: �Danke, mein Sohn. Das Licht. Das gesegnete Licht.�</p><p>Der Blitz verbla�te, und er war allein mit Ba'alzamon in dem Raum. Ba'alzamons Augen brannten wie der Abgrund des Verderbens, aber er scheute vor dem Schwert zur�ck, als sei es wirklich das Licht selbst. �Narr! Du wirst dich selbst zerst�ren! Du kannst es nicht f�hren, noch nicht! Nicht, bis ich es dir beigebracht habe!�</p><p>�Es ist vorbei�, sagte Rand, und er hieb mit dem Schwert nach Ba'alzamons schwarzer Schnur.</p><p>Ba'alzamon schrie, als das Schwert herunterfuhr, schrie, bis die Steinw�nde zitterten, und das endlose Heulen verst�rkte sich noch, als die Lichtklinge seine Schnur durchschnitt. Die abgeschnittenen Enden zuckten auseinander, als h�tten sie unter Spannung gestanden. Das Ende, das sich nach drau�en in das Nichts erstreckte, schrumpfte im Zur�ckschnellen, w�hrend das andere in Ba'alzamon hineinpeitschte und ihn gegen den Kamin schleuderte. In den lautlosen Schreien der gequ�lten Gesichter lag stilles Lachen. Die W�nde bebten und rissen auf; der Fu�boden w�lbte sich auf, und aus der Decke krachten Steinbrocken zu Boden.</p><p>Als alles sich um ihn herum aufzul�sen begann, zeigte Rand mit seinem Schwert auf Ba'alzamons Herz: �Es ist vollbracht.�</p><p>Licht tanzte von der Klinge weg und ergo� sich als Schauer feuriger Funken wie Tropfen geschmolzenen, wei�en Metalls. Heulend warf Ba'alzamon die Arme hoch in dem vergeblichen Versuch, sich zu sch�tzen. Flammen loderten in seinen Augen, vereinten sich mit anderen Flammen, als sich der Stein entz�ndete, der Stein der berstenden W�nde, der Stein des sich aufb�umenden Fu�bodens, der von der Decke herabst�rzende Stein. Rand f�hlte, wie der hellstrahlende Strang, der an ihm hing, d�nner wurde, bis nur noch das Gl�hen selbst verblieb, aber er bem�hte sich noch mehr, obwohl er nicht wu�te, was er tat oder wie er es fertigbrachte, nur, da� er endlich Schlu� machen wollte. <emphasis>Es mu� einmal ein Ende sein!</emphasis></p><p>Feuer erf�llte den Raum, eine einzige kr�ftige Flamme. Er konnte sehen, wie Ba'alzamon wie ein Blatt welkte, h�rte ihn heulen, f�hlte, wie die Schreie von seinen Knochen widerhallten. Die Flamme wurde zu reinem wei�en Licht, heller als die Sonne. Dann war das letzte Aufflackern des Strangs vergangen, und er fiel durch endlose Schw�rze und Ba'alzamons verfliegendes Heulen.</p><p>Etwas traf ihn mit enormer Gewalt, verwandelte ihn zu Gelatine, und der Gelatinehaufen zitterte und schrie, weil in seinem Inneren ein Feuer tobte, ein endloses hungriges, kaltes Brennen.</p></section><section><title><p>52</p><p>Es gibt weder Anfang noch Ende</p></title><p>Er wurde als erstes auf die Sonne aufmerksam, die �ber einen wolkenlosen Himmel zog und seine aufgerissenen Augen f�llte. Sie schien sich ruckartig vorw�rtszubewegen, tagelang stillzustehen, dann in einem Lichtstreifen vorzuschie�en, auf den fernen Horizont zu, und den Tag mit sich zu rei�en. Licht. <emphasis>Das hat etwas zu bedeuten.</emphasis> Der Gedanke stellte wieder etwas Neues dar. <emphasis>Ich kann denken. Das Ich bezieht sich auf mich.</emphasis> Als n�chstes kam der Schmerz, die Erinnerung an w�tendes Fieber, die Absch�rfungen, wo ihn Sch�ttelfrost wie eine Stoffpuppe herumgerissen hatte. Und ein Gestank. Ein schmieriger Brandgeruch, der seine Nase und seinen Kopf f�llte.</p><p>Mit schmerzenden Muskeln w�lzte er sich herum und st�tzte sich auf H�nde und Knie. Verst�ndnislos starrte er die �lige Asche an, in der er gelegen hatte. �ber den Fels auf der H�gelspitze war diese Asche verteilt und geschmiert. Fetzen dunkelgr�nen Stoffs waren unter den Ru� gemischt, an den Kanten angesengte Fetzen, die den Flammen entgangen waren.</p><p><emphasis>Aginor.</emphasis></p><p>Ihm drehte es den Magen um. Er bem�hte sich, schwarze Aschenschmierer von seiner Kleidung zu wischen, und er schleppte sich von den �berresten des Verlorenen weg. Seine H�nde flatterten schw�chlich, und er kam nicht recht voran. Er versuchte, beide H�nde gleichzeitig einzusetzen, und fiel prompt vorn�ber. Unter seinem Gesicht brach der H�gel zu einem Abgrund ab.</p><p>Die glatte Felswand drehte sich vor seinen Augen, und die Tiefe zog ihn an. Sein Kopf schwamm, und er �bergab sich �ber die Kante der Klippe hinweg.</p><p>Zitternd kroch er b�uchlings nach hinten, bis sich wieder festes Gestein unter seinen Augen befand, und dann warf er sich auf den R�cken herum und atmete tief durch. Mit einiger M�he zog er schlie�lich sein Schwert aus der Scheide. Von dem roten Stoff war nur etwas Asche �brig. Seine H�nde zitterten, als er es sich vor die Augen hob. Er mu�te beide H�nde dazu ben�tzen. Es war eine Klinge mit dem Reiherzeichen � <emphasis>Reiherzeichen? Ja. Tam. Mein Vater</emphasis> � aber wenigstens war sie nur aus Stahl. Er mu�te dreimal zitternd ansetzen, bis er sie in die Scheide zur�ckschieben konnte. <emphasis>Es</emphasis> mu�te <emphasis>etwas anderes gewesen sein. Oder es gab noch ein anderes Schwert.</emphasis></p><p>�Ich hei�e�, sagte er nach einer Weile, �Rand al'Thor.� Weitere Erinnerungen krachten in seinen Kopf zur�ck wie eine Bleikugel, und er st�hnte auf. �Der Dunkle K�nig�, fl�sterte er in sich hinein. �Der Dunkle K�nig ist tot.� Es gab keinen Grund zur Vorsicht mehr. �Shai'tan ist tot.� Die Welt schien zu rucken. Er sch�ttelte sich in lautloser Freude, bis ihm Tr�nen aus den Augen quollen. �Shai'tan ist tot!� Er lachte in den Himmel hinein. Andere Erinnerungen. �Egwene!� Der Name bedeutete etwas Wichtiges.</p><p>Mit schmerzenden Muskeln stand er auf, schwankte wie eine Weide im Wind und taumelte an Aginors Asche vorbei, ohne sie anzublicken. <emphasis>Nicht mehr wichtig.</emphasis> Den ersten, steilen Teil des Abhangs fiel er mehr hinunter, als da� er kletterte. Er strauchelte und schlitterte von Busch zu Busch. Als er schlie�lich einen ebeneren Teil erreichte, schmerzten seine Absch�rfungen doppelt so sehr wie vorher, aber er fand gen�gend Kraft, um gerade eben stehen zu k�nnen. <emphasis>Egwene.</emphasis> Er rannte schwerf�llig los. Es regnete Bl�tter und Bl�tenteile, als er durch das Unterholz brach. <emphasis>Mu� sie finden. Wer ist sie?</emphasis></p><p>Seine Arme und Beine schwangen eher wie Grashalme umher, als da� sie sich dorthin bewegten, wohin er wollte. Taumelnd fiel er gegen einen Baum und knallte so hart auf den Stamm, da� er �chzte. Laub regnete auf seinen Kopf herab, als er das Gesicht an die rauhe Rinde pre�te und sich festklammerte, um nicht zu fallen. <emphasis>Egwene.</emphasis> Er schob sich vom Baumstamm weg und eilte weiter. Beinahe im gleichen Moment kippte er schon wieder, doch er zwang seine Beine, sich schneller zu bewegen, in die Fallbewegung hineinzurennen, so da� er recht schnell vorw�rtstaumelte, wenn auch immer nur einen Schritt weit davon entfernt, platt aufs Gesicht zu st�rzen. Die Bewegung brachte seine Beine dazu, ihm wieder besser zu gehorchen. Mit der Zeit stellte er fest, da� er wieder aufrecht und mit schwingenden Armen rannte. Seine langen Beine f�hrten ihn in gro�en S�tzen den Hang hinunter. Er brach auf die Lichtung hinaus, die nun zur H�lfte von der gro�en Eiche eingenommen wurde, die das Grab des Gr�nen Mannes zierte. Da war der wei�e Steinbogen mit dem eingemei�elten uralten Symbol der Aes Sedai und die ru�geschw�rzte, offene Grube, wo Feuer und Wind versucht hatten, Aginor zu besiegen, und wo dieser Versuch fehlschlug.</p><p>�Egwene! Egwene, wo bist du?� Ein h�bsches M�dchen blickte mit gro�en Augen auf. Sie kniete unter den weit ausgebreiteten �sten und hatte Blumen und Eichenlaub im Haar. Sie war schlank und jung und ver�ngstigt. <emphasis>Ja, das mu� sie sein. Nat�rlich.</emphasis> �Egwene, dem Licht sei Dank, da� es dir gut geht!�</p><p>Zwei andere Frauen waren noch bei ihr; eine mit verschleierten Augen und einem langen Zopf, der immer noch mit ein paar wei�en Morgensternchen geschm�ckt war. Die andere lag ausgestreckt am Boden, den Kopf auf zusammengefaltete Umh�nge gelegt. Ihr himmelblauer Umhang konnte das zerrissene Kleid nicht ganz verbergen. In dem schweren Stoff zeigten sich Risse und angesengte Flecke, und ihr Gesicht war bla�, doch die Augen waren ge�ffnet. <emphasis>Moiraine. Ja, die Aes Sedai. Und die Seherin, Nynaeve.</emphasis> Alle drei Frauen sahen ihn unverwandt und gespannt an.</p><p>�Du bist doch in Ordnung, Egwene, oder? Er hat dir doch nichts getan?� Er konnte jetzt laufen, ohne zu stolpern � bei ihrem Anblick h�tte er trotz aller Verletzungen tanzen k�nnen -, aber es tat trotzdem gut, sich neben ihr in den Schneidersitz fallen zu lassen.</p><p>�Ich habe ihn nicht einmal mehr gesehen, nachdem du ihn... � Ihr Blick ruhte unsicher auf seinem Gesicht. �Wie steht es mit dir, Rand?�</p><p>�Mir geht's gut.� Er lachte. Er ber�hrte ihre Wange und fragte sich, ob er sich das leichte Zur�ckzucken eingebildet hatte. �Ein wenig Ruhe, und ich bin so gut wie neu. Nynaeve? Moiraine Sedai?� Die Namen f�llten seinen Mund mit einem neuen Geschmack.</p><p>Die Augen der Seherin waren alt, uralt, in einem jungen Gesicht, aber sie sch�ttelte lediglich den Kopf. �Ein bi�chen durchgesch�ttelt�, sagte sie, wobei sie ihn weiterhin beobachtete. �Moiraine ist die einzige... die einzige von uns, die wirklich verletzt wurde.�</p><p>�Mein Stolz ist mehr verletzt als der Rest von mir�, sagte die Aes Sedai gereizt und zupfte an ihrer Decke aus Umh�ngen. Sie sah aus, als sei sie lange Zeit krank gewesen oder habe sich �beranstrengt, doch trotz der dunklen Ringe blickten ihre Augen scharf und kraftvoll. �Aginor war �berrascht und zornig, weil ich ihn so lange festhalten konnte, aber gl�cklicherweise hatte er keine Zeit, sich um mich zu k�mmern. Ich bin selbst �berrascht, da� ich ihn so lange binden konnte. Im Zeitalter der Legenden kam Aginor gleich nach dem Bruderm�rder und Ishamael, was Macht betraf.�</p><p>�Der Dunkle K�nig und all die Verlorenen�, zitierte Egwene mit schwacher, zittriger Stimme, �sind in Shayol Ghul gebunden, vom Sch�pfer gebunden... � Sie atmete nerv�s ein.</p><p>�Aginor und Balthamel m�ssen nah an der Oberfl�che gefangen gewesen sein.� Moiraine klang, als habe sie das bereits erkl�rt und sei ungeduldig, weil sie es noch mal erkl�ren mu�te. �Die Decke auf dem Gef�ngnis des Dunklen K�nigs wurde so schwach und durchl�ssig, da� sie entkamen. La�t uns dankbar daf�r sein, da� nicht noch mehr der Verlorenen befreit wurden. W�re das der Fall gewesen, dann h�tten wir sie kennengelernt.�</p><p>�Es spielt keine Rolle�, sagte Rand. �Aginor und Balthamel sind tot, genauso wie Shai... �</p><p>�Der Dunkle K�nig�, unterbrach ihn die Aes Sedai. Krank oder nicht, ihre Stimme war fest, und ihre dunklen Augen blickten dominierend drein. �Am besten nennen wir ihn auch weiterhin den Dunklen K�nig. Oder h�chstens Ba'alzamon.�</p><p>Er zuckte die Achseln. �Wie du w�nschst. Aber er ist tot. Der Dunkle K�nig ist tot. Ich habe ihn get�tet. Ich verbrannte ihn mit... � Die restlichen Erinnerungen �berkamen ihn jetzt, und sein Mund blieb offen stehen. <emphasis>Die Eine Macht. Ich habe die Eine Macht ben�tzt. Kein Mann kann...</emphasis> Er leckte �ber seine pl�tzlich trockenen Lippen. Ein Windsto� wirbelte gefallene und zu Boden fallende Bl�tter um sie herum, aber der Wind war auch nicht k�lter als sein Herz. Sie blickten ihn an, die drei. Beobachteten ihn. Sie zuckten nicht einmal mit den Lidern. Er streckte die Hand nach Egwene aus, und diesmal war es gewi� keine Einbildung, da� sie sich vor ihm zur�ckzog. �Egwene?� Sie wandte das Gesicht ab, und er lie� die Hand fallen.</p><p>Doch pl�tzlich warf sie die Arme um ihn und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. �Es tut mir leid, Rand. Es tut mir so leid. Es ist mir gleichg�ltig. Es ist mir wirklich egal.� Ihre Schultern zuckten. Er f�hlte, wie sie weinte. Ungeschickt t�tschelte er ihr Haar und sah �ber ihren Kopf hinweg die beiden anderen Frauen an.</p><p>�Das Rad webt, wie das Rad es will�, sagte Nynaeve bed�chtig, �aber du bist immer noch Rand al'Thor aus Emondsfeld. Aber � Licht, hilf, Licht, hilf uns allen � du bist zu gef�hrlich, Rand.� Er zuckte unter dem traurigen, bedauernden und den Verlust beklagenden Blick der Seherin zusammen.</p><p>�Was ist geschehen?� fragte Moiraine. �Erz�hl mir <emphasis>alles!�</emphasis></p><p>Und unter ihrem auffordernden Blick erz�hlte er alles. Er h�tte sich gern abgewandt und alles in Kurzform erz�hlt und Dinge ausgelassen, aber die Augen der Aes Sedai sogen alles aus ihm heraus. Tr�nen rannen ihm �ber das Gesicht, als er zu Kari al'Thor kam. Seiner Mutter. Das betonte er. �Er hatte meine Mutter. Meine Mutter!� Auf Nynaeves Gesicht zeigten sich Sympathie und Schmerz, aber die Augen der Aes Sedai trieben ihn weiter, zu dem Lichtschwert, zum Durchschlagen der schwarzen Schnur und den Flammen, die Ba'alzamon verzehrten. Egwenes Arme schlossen sich noch fester um ihn, als wolle sie ihn von dem, was geschehen war, fortziehen. �Aber ich war es eigentlich nicht�, beendete er seinen Bericht. �Das Licht... zog mich einfach weiter. Ich war es wirklich nicht selbst. Macht das einen Unterschied?�</p><p>�Ich hatte von Anfang an einen Verdacht�, sagte Moiraine. �Aber ein Verdacht ist noch kein Beweis.</p><p>Nachdem ich dir das Abzeichen, die M�nze, gegeben hatte und zwischen uns damit ein Band kn�pfte, h�ttest du eigentlich alles freiwillig mitmachen m�ssen, was ich wollte, aber du hast dich widersetzt, Dinge in Frage gestellt. Das hat mir einiges verraten, aber nicht genug. Das Blut von Manetheren war immer schon halsstarrig und noch mehr, seit Aemon starb und Eldrenes Herz gebrochen wurde. Und dann war da noch Bela.� �Bela?� fragte er. <emphasis>Nichts spielt wirklich eine Rolle.</emphasis> Die Aes Sedai nickte. �In Wachh�gel hatte es Bela �berhaupt nicht n�tig, durch mich von ihrer Ersch�pfung befreit zu werden. Jemand anders hatte das bereits besorgt. In jener Nacht h�tte sie selbst Mandarb hinter sich lassen k�nnen. Ich h�tte daran denken sollen, wer auf Bela ritt. Trollocs auf unseren Fersen, ein Draghkar �ber uns und ein Halbmensch das Licht wei� wo in der Gegend, da mu�test du doch f�rchten, da� Egwene zur�ckbleiben k�nne. Du brauchtest etwas n�tiger als je im Leben. Also hast du dich an das eine gewandt, das es dir geben konnte: <emphasis>Saidin.�</emphasis></p><p>Er schauderte. Er f�hlte sich so kalt, da� seine Finger schmerzten. �Wenn ich das nie mehr mache, wenn ich es nie wieder ber�hre, dann werde ich nicht... � Er konnte es nicht aussprechen. Verr�ckt. Das Land und die Menschen um sich herum in den Wahn st�rzen. Sterben und verfaulen, w�hrend er noch am Leben war.</p><p>�Vielleicht�, sagte Moiraine. �Es w�re viel leichter, wenn dich jemand lehren w�rde, es zu beherrschen, aber es kann auch so gehen, wenn auch nur mit einer �bermenschlichen Willenskraft.�</p><p>�Du kannst mich lehren. Sicherlich kannst du... � Er brach ab, als die Aes Sedai den Kopf sch�ttelte.</p><p>�Kann eine Katze einem Hund beibringen, wie man auf einen Baum klettert, Rand? Kann ein Fisch einem Vogel das Schwimmen beibringen? Ich kenne <emphasis>Saidar,</emphasis> doch ich kann dich nichts in bezug auf <emphasis>Saidin</emphasis> lehren. Diejenigen, die das k�nnten, sind seit dreitausend Jahren tot. Aber vielleicht bist du widerstandsf�hig genug. Vielleicht ist dein Wille stark genug.�</p><p>Egwene richtete sich auf und wischte sich mit dem Handr�cken �ber die ger�teten Augen. Sie sah aus, als wolle sie etwas sagen, aber als sie den Mund �ffnete, kam kein Laut heraus. <emphasis>Wenigstens zieht sie sich nicht zur�ck. Wenigstens kann sie mich ansehen, ohne zu schreien.</emphasis></p><p>�Die anderen?� fragte er.</p><p>�Lan hat sie mit in die H�hle genommen�, sagte Nynaeve. �Das Auge ist verschwunden, aber es ist irgend etwas in der Mitte des Sees, eine Kristalls�ule und Stufen, um zu ihr zu kommen. Mat und Perrin wollten zuerst nach dir suchen � Loial hat das auch getan -, aber Moiraine sagte... � Sie sah die Aes Sedai besorgt an. Moiraine erwiderte ihren Blick ruhig. �Sie sagte, wir d�rften dich nicht st�ren, w�hrend du... �</p><p>Seine Kehle zog sich zusammen, bis er kaum noch Luft bekam. <emphasis>Werden sie auch, wie Egwene, die ihre Gesichter abwenden? Werden sie schreien und weglaufen, als sei ich ein Blasser?</emphasis> Moiraine sprach weiter, als bemerke sie gar nicht, wie sein Gesicht erbla�te.</p><p>�Es war eine ungeheure Menge der Einen Macht im Auge gespeichert. Selbst im Zeitalter der Legenden h�tten nur wenige eine solche Menge ohne Hilfe beherrschen k�nnen. Sehr wenige. Die meisten h�tten sich selbst zerst�rt.�</p><p>�Hast du es ihnen gesagt?� fragte er heiser. �Wenn es alle wissen... �</p><p>�Nur Lan�, sagte Moiraine sanft. �Er mu� es wissen. Und Nynaeve und Egwene, um dessentwillen, was sie sind und was sie werden. Bei den anderen bestand noch keine Notwendigkeit.�</p><p>�Warum nicht?� Sein Hals war so rauh, da� seine Stimme ganz hart klang. �Ihr werdet doch wohl wollen, da� man mir Beschr�nkungen auferlegt, oder? Das machen doch die Aes Sedai mit M�nnern, die die Eine Macht lenken k�nnen. Sie so ver�ndern, da� sie das nicht mehr k�nnen? Sie �sicher� machen? Thom sagte, M�nner, denen Beschr�nkungen auferlegt wurden, sterben, weil sie nicht mehr weiterleben wollen. Warum erz�hlst du nichts davon, da man mich nach Tar Valon bringen und mir Einhalt gebieten wird?�</p><p>�Du bist <emphasis>ta'veren�,</emphasis> antwortete Moiraine. �Vielleicht ist das Muster noch nicht mit dir fertig.�</p><p>Rand setzte sich steif und aufrecht hin. �In den Tr�umen sagte Ba'alzamon, Tar Valon und der Amyrlin-Sitz w�rden versuchen, mich zu ben�tzen. Er hat Namen genannt, und an einige davon erinnere ich mich jetzt. Raolin Dunkelbann und Guaire Amalasan. Yurian Steinbogen. Davian. Logain.� Den letzten Namen auszusprechen, fiel ihm am schwersten von allen. Nynaeve wurde bleich, und Egwene schnappte nach Luft, doch er fuhr zornig fort: �Jeder von ihnen ein falscher Drache. Versuche nicht, das abzustreiten. Also, ich werde mich nicht ben�tzen lassen. Ich bin kein Werkzeug, das ihr auf den M�llhaufen werfen k�nnt, wenn es abgewetzt ist.�</p><p>�Ein Werkzeug, das zu einem bestimmten Zweck angefertigt wurde, wird nicht herabgesetzt, wenn man es zu eben diesem Zweck ben�tzt.� Moiraines Stimme klang genauso hart wie die seine. �Aber ein Mann, der dem Vater der L�gen Glauben schenkt, setzt sich selbst herab. Du sagst, du wirst dich nicht ben�tzen lassen, und dann l��t du deinen Weg von dem Dunklen K�nig vorbestimmen, wie ein Hund, den sein Herr ein Kaninchen jagen l��t.�</p><p>Er ballte die F�uste und drehte den Kopf weg. Das klang zu sehr nach den Dingen, die Ba'alzamon gesagt hatte. �Ich werde f�r niemanden den Jagdhund spielen. Verstehst du mich? F�r niemanden!�</p><p>Loial und die anderen erschienen im Torbogen, und Rand stand m�hsam auf, den Blick auf Moiraine gerichtet.</p><p>�Sie werden es nicht erfahren�, sagte die Aes Sedai, �bis das Muster es anders will.�</p><p>Dann waren seine Freunde nah. Lan f�hrte sie an. Er sah so hart aus wie immer, aber etwas mitgenommener als sonst. Er trug eine von Nynaeves Bandagen um die Schl�fen gewickelt und lief ziemlich steif einher. Hinter ihm trug Loial eine gro�e, goldene Truhe, die mit Silber eingelegt und fein verziert war. Keiner au�er einem Ogier h�tte sie ohne Hilfe aufheben k�nnen. Perrin trug ein gro�es B�ndel zusammengefalteten wei�en Stoffes in den Armen, und Mat hielt vorsichtig etwas in beiden H�nden, das wie die Bruchst�cke eines Keramikgegenstandes aussah.</p><p>�Also lebst du doch noch.� Mat lachte. Sein Gesichtsausdruck wurde finsterer, und er nickte in Richtung Moiraine. �Sie hat uns nicht nach dir suchen lassen. Sagte, wir sollten herausfinden, was das Auge verbarg. Ich w�re trotzdem losgegangen, aber Nynaeve und Egwene schlossen sich ihr an und warfen mich beinahe durch den Bogen.�</p><p>�Aber jetzt bist du hier�, sagte Perrin, �und so, wie du aussiehst, bist du nicht zu schlecht davongekommen.� Seine Augen gl�hten wohl nicht, aber die Pupillen waren jetzt ganz gelb. �Das ist das Wichtigste. Du bist hier, und wir sind mit dem fertig, was wir hier zu erledigen hatten, was das auch gewesen sein mag. Moiraine Sedai sagt, wir seien fertig und wir k�nnten gehen. Heim, Rand. Licht, verseng mich, aber ich will nach Hause.�</p><p>�Gut, dich lebendig vorzufinden, Schafhirte�, sagte Lan m�rrisch. �Wie ich sehe, hast du dein Schwert nicht verloren. Vielleicht wirst du jetzt lernen, es richtig zu ben�tzen.� Rand f�hlte sich auf einmal zu dem Beh�ter hingezogen; Lan wu�te Bescheid, aber an der Oberfl�che wenigstens hatte sich nichts ge�ndert. Er dachte, vielleicht habe sich f�r Lan auch inwendig nichts ge�ndert.</p><p>�Ich mu� schon sagen�, sagte Loial und stellte die Truhe auf den Boden, �mit <emphasis>ta'veren</emphasis> zu reisen hat sich als noch interessanter erwiesen, als ich erwartete.� Seine Ohren zuckten lebhaft. �Falls es noch ein wenig interessanter werden sollte, gehe ich schnurstracks zur�ck zum <emphasis>Stedding</emphasis> Schangtai, gestehe dem �ltesten Haman alles und verlasse meine B�cher nie mehr.� Pl�tzlich grinste der Ogier. Sein breiter Mund spaltete sein Gesicht in zwei H�lften. �Es ist so gut, dich wiederzusehen, Rand al'Thor. Der Beh�ter ist der einzige von diesen dreien hier, der �berhaupt etwas von B�chern h�lt, und er spricht nicht dar�ber. Was ist mit dir geschehen? Wir rannten alle weg und versteckten uns im Wald, bis Moiraine Sedai Lan ausschickte, um uns aufzusp�ren, aber sie hat uns nicht nach dir suchen lassen. Warum warst du so lange weg, Rand?�</p><p>�Ich bin gerannt und gerannt�, sagte er bed�chtig, �bis ich einen H�gel runterfiel und mit dem Kopf gegen einen Stein prallte. Ich glaube, ich bin bei dem Sturz so ziemlich gegen jeden Stein gesto�en, der h�gelabw�rts lag.� Das sollte seine Absch�rfungen erkl�ren. Er versuchte, die Aes Sedai und Nynaeve und Egwene im Auge zu behalten, aber ihr Gesichtsausdruck �nderte sich nicht. �Als ich wieder zu mir kam, wu�te ich nicht mehr, wo ich war. Schlie�lich bin ich dann doch hierher zur�ckgestolpert. Ich glaube, Aginor ist tot, verbrannt. Ich habe Asche gefunden und Fetzen von seinem Umhang.�</p><p>Die L�gen klangen f�r ihn so leicht durchschaubar. Er konnte nicht verstehen, warum sie nicht ver�chtlich lachten und verlangten, da� er die Wahrheit sage, aber seine Freunde nickten nur, akzeptierten sie und gaben ein paar mitleidige Worte von sich, w�hrend sie zu der Aes Sedai gingen, um ihr zu zeigen, was sie gefunden hatten.</p><p>�Helft mir auf�, sagte Moiraine. Nynaeve und Egwene hoben sie in eine sitzende Stellung, mu�ten sie aber auch dann noch st�tzen.</p><p>�Wie konnten diese Sachen im Inneren des Auges sein�, fragte Mat, �ohne wie dieser Stein zerst�rt zu werden?�</p><p>�Sie waren nicht dorthingelegt worden, um zerst�rt zu werden�, sagte die Aes Sedai kurz angebunden und blockte mit ihrem Stirnrunzeln weitere Fragen ab. Sie nahm Mat die schimmernden schwarzen und wei�en Scherben ab.</p><p>F�r Rand sahen sie einfach wie Schutt aus, aber sie setzte sie entschlossen am Boden neben sich zusammen. Sie ergaben einen perfekten Kreis von der Gr��e einer M�nnerhand. Das uralte Symbol der Aes Sedai, die Flamme von Tar Valon, zusammengef�gt mit dem Drachenzahn; Schwarz Seite an Seite mit Wei�. Einen Augenblick lang sah Moiraine es sich nur mit ausdruckslosem Gesicht an, dann nahm sie das Messer aus ihrem G�rtel und gab es Lan, wobei sie in Richtung des Kreises nickte.</p><p>Der Beh�ter klaubte das gr��te St�ck heraus, und dann hob er das Messer und stie� es mit aller Kraft darauf herunter. Ein Funken stob auf, die Scherbe h�pfte unter der Gewalt des Hiebs, und die Klinge zerbrach mit einem scharfen Knall. Er betrachtete den Stumpf, der noch am Griff festsa�. Dann warf er ihn beiseite. �Der beste Stahl aus Tear�, sagte er trocken.</p><p>Mat hob die Scherbe auf und brummte. Dann zeigte er sie herum. Es war keine Spur des Messerhiebs darauf zu sehen.</p><p><emphasis>�Cuendillar�,</emphasis> sagte Moiraine. �Herzstein. Seit dem Zeitalter der Legenden hat niemand es mehr fertiggebracht, ihn herzustellen, und selbst zu der Zeit wurde er nur f�r die wichtigsten Zwecke angefertigt. Wenn er einmal fertig ist, kann ihn nichts mehr zerst�ren. Nicht einmal die Eine Macht selbst, auch wenn sie von der gr��ten Aes Sedai gelenkt w�rde, die es jemals gab, unterst�tzt vom st�rksten <emphasis>sa'angreal,</emphasis> der je gemacht wurde. Jede Kraft, die man gegen Herzstein einsetzt, macht ihn nur noch st�rker.�</p><p>�Wie ist es dann...?� Mats Geste mit der Scherbe in der Hand umfa�te die anderen Bruchst�cke am Boden.</p><p>�Das war eines der sieben Siegel am Gef�ngnis des Dunklen K�nigs�, sagte Moiraine. Mat lie� die Scherbe fallen, als gl�he sie. Einen Augenblick lang schienen daf�r Perrins Augen wieder zu gl�hen. Die Aes Sedai sammelte gelassen die Scherben auf.</p><p>�Es spielt keine Rolle mehr�, sagte Rand. Seine Freunde blickten ihn fragend an, und er w�nschte, er h�tte den Mund gehalten.</p><p>�Selbstverst�ndlich�, antwortete Moiraine. Aber sie legte sorgf�ltig alle Bruchst�cke in ihre Tasche. �Bringt mir die Truhe.� Loial hob sie n�her zu ihr.</p><p>Der Quader aus Gold und Silber schien keine �ffnung zu haben, aber die Finger der Aes Sedai glitten �ber die feinen Verzierungen, dr�ckten, und mit einem pl�tzlichen Klicken sprang der Deckel wie von einer Feder gehoben auf. Innen lag ein gekr�mmtes goldenes Horn. Trotz seines Schimmers erschien es neben der Truhe, in der es sich befand, ganz unauff�llig. Die einzige Markierung war eine Zeile eingelegter silberner Schrift um das Mundst�ck herum. Moiraine nahm das Horn so vorsichtig heraus, als trage sie ein Baby. �Das mu� nach Illian gebracht werden�, sagte sie leise.</p><p>�Illian!� murrte Perrin. �Das ist schon beinahe am Meer der St�rme, fast genauso weit s�dlich von zu Hause, wie wir jetzt im Norden sind.�</p><p>�Ist es...?� Loial hielt inne, um Luft zu holen. �Kann es sein, ...?�</p><p>�Ihr k�nnt die Alte Sprache lesen?� fragte Moiraine, und als er nickte, gab sie ihm das Horn.</p><p>Der Ogier nahm es ebenso sanft in die Hand wie sie und fuhr mit einem breiten Finger vorsichtig die Schrift entlang. Seine Augen wurden immer gr��er, und seine Ohren stellten sich senkrecht auf. <emphasis>�Tia mi aven Moridin isainde vadin�,</emphasis> fl�sterte er. �Das Grab ist keine Grenze f�r meinen Ruf.�</p><p>�Das Horn von Valere.� Diesmal schien der Beh�ter wirklich ersch�ttert. In seiner Stimme schwang ein Hauch von Ehrfurcht mit.</p><p>Gleichzeitig sagte Nynaeve mit zittriger Stimme: �Um die Helden aller Zeitalter von den Toten zur�ckzurufen, gegen den Dunklen K�nig zu k�mpfen.�</p><p>�Seng mich!� hauchte Mat.</p><p>Loial legte ehrf�rchtig das Horn in sein goldenes Nest zur�ck. �Ich frage mich langsam�, sagte Moiraine, �ob das Auge der Welt, das ja f�r den gr��ten Notfall gemacht wurde, den die Welt je erleben w�rde, wirklich f�r den Zweck da war, zu dem wir es... verwendeten, oder um diese Sachen zu bewahren? Schnell, zeigt mir den letzten Gegenstand.�</p><p>Nach den ersten beiden �berraschungen konnte Rand Perrins Z�gern verstehen. Lan und der Ogier nahmen ihm das wei�e Stoffb�ndel ab und entfalteten es miteinander. Ein langes und breites Banner wurde da entfaltet und bauschte sich im Wind auf. Rand konnte es nur mit gro�en Augen anstarren. Das Ganze schien aus einem St�ck zu bestehen, weder gewebt noch eingef�rbt noch bemalt. Eine Gestalt in der Form einer Schlange, mit roten und goldenen Schuppen, erstreckte sich �ber die ganze L�nge, aber sie hatte dazu noch schuppenbesetzte Beine und F��e mit jeweils f�nf langen, goldenen Klauen, und einen m�chtigen Kopf mit goldener M�hne und Augen wie die Sonne. Das Aufbauschen der Flagge bewegte die Gestalt. Mit Schuppen, die wie Edelsteine und Metall glitzerten, wirkte sie wie lebendig. Er bildete sich fast ein, er k�nne sie voller Stolz br�llen h�ren. �Was ist das?� fragte er.</p><p>Moiraine lie� sich mit ihrer Antwort Zeit. �Die Flagge des Herrn des Morgens, unter der er die Streitkr�fte des Lichts gegen den Schatten f�hrte. Das Banner von Lews Therin Telamon. Das Banner des Drachens.� Loial lie� beinahe sein Ende fallen.</p><p>�Verseng mich!� entfuhr es Mat kleinlaut.</p><p>�Wir werden diese Dinge mitnehmen, wenn wir aufbrechen�, sagte Moiraine. �Sie liegen hier nicht aus Zufall herum, und ich mu� mehr dar�ber in Erfahrung bringen.� Ihre Finger streichelten �ber die Tasche, in der sich die Bruchst�cke des zersprungenen Siegels befanden. �Es ist schon zu sp�t, um heute noch aufzubrechen. Wir werden uns ausruhen und essen, morgen aber dann fr�h losreiten. Um uns herum befindet sich immer noch nur die F�ule, und hier ist sie st�rker als an der Grenze. Ohne den Gr�nen Mann wird dieser Ort nicht mehr lange Bestand haben. Legt mich wieder hin�, sagte sie zu Nynaeve und Egwene. �Ich mu� ruhen.�</p><p>Rand wurde auf etwas aufmerksam, das er schon die ganze Zeit gesehen, aber nicht bemerkt hatte: Abgestorbene braune Bl�tter fielen von der gro�en Eiche. Eine dicke Schicht abgestorbener Bl�tter am Boden raschelte im Wind � braun, vermischt mit den Bl�tenbl�ttern Tausender Blumen. Der Gr�ne Mann hatte die F�ule zur�ckgehalten, aber nun t�tete sie bereits das, was er geschaffen hatte.</p><p>�Es ist vollbracht, nicht wahr?� fragte er Moiraine. �Es ist beendet.�</p><p>Die Aes Sedai drehte den Kopf auf dem Polster aus Umh�ngen. Ihre Augen schienen so tief wie das Auge der Welt. �Wir haben getan, weswegen wir hier waren. Von hier an kannst du dein Leben leben, wie das Muster es bestimmt. Also i� und schlafe, Rand al'Thor. Schlafe und tr�ume von zu Hause.�</p></section><section><title><p>53</p><p>Das Rad dreht sich</p></title><p>In der Morgend�mmerung zeigte sich das Ausma� der Zerst�rung im Garten des Gr�nen Mannes. Eine dichte, an einzelnen Stellen kniehohe Schicht abgefallener Bl�tter bedeckte den Boden. Alle Blumen waren verschwunden, abgesehen von einigen wenigen, die sich verzweifelt am �u�ersten Rand der Lichtung hielten. In der Erde unter einer Eiche konnte wohl nicht viel wachsen, aber um den dicken Stamm �ber dem Grab des Gr�nen Mannes herum wuchs ein d�nner Ring von Blumen und Gras. Die Eiche selbst besa� vielleicht noch die H�lfte ihrer Bl�tter, und das war weit mehr als jeder andere Baum in der Umgebung. Es war, als k�mpfe an diesem Fleck immer noch ein �berrest des Gr�nen Mannes um das �berleben. Die k�hle Brise hatte sich gelegt und wurde von immer st�rker werdender stickiger Hitze abgel�st. Die Schmetterlinge waren weg, die V�gel verstummt. Es war eine stille Gruppe, die sich da auf den Aufbruch vorbereitete.</p><p>Rand kletterte bedr�ckt in den Sattel des Braunen. <emphasis>Es sollte nicht so sein. Blut und Asche, wir haben doch gewonnen!</emphasis></p><p>�Ich w�nschte, er h�tte seinen neuen Ort gefunden�, sagte Egwene, als sie sich auf Belas R�cken setzte. Lan hatte eine Bahre f�r Moiraine gebaut, und diese war zwischen der zerzausten Stute und Aldieb befestigt. Nynaeve w�rde nebenher reiten und die Z�gel der wei�en Stute halten. Die Seherin schlug jedesmal die Augen nieder, wenn sie bemerkte, da� Lan sie ansah. Sie mied seinen Blick. Der Beh�ter seinerseits blickte sie immer dann an, wenn ihr Blick abgewandt war, aber er sprach sie nicht an. Niemand mu�te erst fragen, auf wen sich Egwenes Aufmerksamkeit konzentrierte.</p><p>�Es ist nicht richtig�, sagte Loial und betrachtete die Eiche. Der Ogier war der einzige, der noch nicht aufgestiegen war. �Es ist einfach nicht richtig, da� der Baumbruder der F�ule zum Opfer fallen soll.� Er gab Rand die Z�gel seines gro�en Pferdes in die Hand. �Nicht richtig.�</p><p>Lan �ffnete den Mund, als der Ogier zu der m�chtigen Eiche hin�berging. Moiraine auf ihrer Bahre hob schwach die Hand, und der Beh�ter sagte nichts.</p><p>Loial kniete vor der Eiche nieder, schlo� die Augen und streckte die Arme aus. Die Haarb�schel an seinen Ohren str�ubten sich, als er das Gesicht zum Himmel erhob. Und er sang.</p><p>Rand war nicht in der Lage festzustellen, ob es Worte waren, die Loial sang, oder einfach eine wortlose Melodie. Bei dieser tiefen, grollenden Stimme klang es, als singe die Erde unter ihnen, und dann war er sicher, die V�gel wieder zwitschern und die Fr�hlingsbrise seufzen und die Schmetterlinge flattern zu h�ren. Er verlor sich in diesem Lied und glaubtet es habe nur Minuten lang gedauert, doch als Loial die Arme senkte und die Augen �ffnete, war er �berrascht, da� die Sonne bereits ein gutes St�ck �ber dem Horizont stand. Als der Ogier begann, hatte sie gerade die B�ume gek��t. Die an der Eiche verbliebenen Bl�tter schienen nun gr�ner und fester mit ihren Zweigen verbunden als vorher. Die Blumen, die den Baum umringten, standen straffer aufrecht, die Morgensternchen leuchteten wei� und frisch, die Liebesknoten in kr�ftigem Scharlachrot.</p><p>Loial erhob sich, wischte sich den Schwei� von seinem breiten Gesicht und nahm Rand die Z�gel wieder ab. Seine langen Augenbrauen hingen zerknirscht herunter, als k�nnten sie glauben, da� er h�tte angeben wollen. �Ich habe niemals zuvor so stark gesungen. Das h�tte ich auch nicht geschafft, wenn nicht ein Rest des Baumbruders noch hier zur�ckgeblieben w�re. Meine Baumlieder haben nicht seine Urgewalt.� Als er sich in den Sattel setzte, lag Befriedigung in dem Blick, mit dem er die Eiche und die Blumen musterte. �Wenigstens dieser kleine Fleck wird der F�ule nicht zum Opfer fallen. Die F�ule bekommt den Baumbruder nicht.�</p><p>�Ihr seid ein guter Mann, Ogier�, sagte Lan.</p><p>Loial grinste. �Ich nehme das als Kompliment, aber ich wei� nicht, was der �lteste Haman dazu sagen w�rde.�</p><p>Sie ritten in einer Linie los, Mat hinter dem Beh�ter, wo er seinen Bogen, falls notwendig, wirksam einsetzen konnte, und Perrin ganz hinten mit seiner Axt, die er quer �ber den vorderen Teil des Sattels gelegt hatte. Sie �berquerten einen H�gel, und kaum waren sie �ber den Kamm, da befanden sie sich wieder mitten in der F�ule mit ihren gequ�lten, faulenden Pflanzen in giftigen Regenbogenfarben. Rand sah nach hinten, doch man konnte den Garten des Gr�nen Mannes nirgends mehr erkennen. Nur die F�ule, die sich hinter ihnen genau wie vor ihnen erstreckte. Und doch glaubte er, einen kurzen Moment lang den m�chtigen Wipfel der Eiche � gr�n und �ppig � aufragen zu sehen, bevor er verschwamm und endg�ltig weg war. Dann gab es nur noch die F�ule.</p><p>Er erwartete so halb, da� sie sich ihren Weg hinaus genauso erk�mpfen m��ten wie den hinein, aber die F�ule lag ruhig und totenstill da. Nicht ein einziger Ast zitterte, als wolle er nach ihnen schlagen, nichts schrie oder heulte, weder in ihrer N�he, noch in der Ferne. Die F�ule schien sich zu ducken, nicht �ber sie herzufallen, als sei sie von einem schweren Schlag getroffen worden und erwarte den n�chsten. Sogar die Sonne schien weniger rot.</p><p>Als sie an der Halskette von Seen vorbeikamen, stand die Sonne nicht weit hinter dem Zenith. Lan lie� sie in einer guten Entfernung an den Seen vorbeireiten und blickte nicht einmal hin, aber Rand schien es, als seien die sieben T�rme h�her als beim ersten Mal, wo sie sie erblickt hatten. Er war sicher, da� sich die zerkl�fteten Turmspitzen h�her �ber dem Boden befanden, und �ber ihnen konnte man fast die fugenlosen T�rme in der Sonne schimmern sehen, wie sie einst gewesen waren, und Flaggen mit dem Goldenen Kranich wehten dar�ber im Wind. Er blinzelte und sah noch mal hin, aber die T�rme verschwanden nicht ganz. Sie befanden sich dort an der Sichtbarkeitsgrenze und verblieben auch dort, bis die F�ule das Seengebiet wieder verbarg.</p><p>Vor dem Sonnenuntergang suchte der Beh�ter einen Lagerplatz aus, und Moiraine lie� sich von Nynaeve und Egwene dabei helfen, Amulette als W�chter rundherum aufzustellen. Die Aes Sedai fl�sterte den anderen Frauen etwas ins Ohr, bevor sie damit anfing. Nynaeve z�gerte, aber als Moiraine dann die Augen schlo�, taten sie es ihr gleich.</p><p>Rand bemerkte, wie Mat und Perrin gafften, und fragte sich, wieso sie eigentlich so �berrascht waren. <emphasis>Jede Frau ist eine Aes Sedai,</emphasis> dachte er � ohne einen Anflug von Heiterkeit. <emphasis>Licht hilf mir, ich bin es ja auch.</emphasis> Der tr�be Gedanke lie� ihn den Mund halten.</p><p>�Warum ist jetzt alles anders?� fragte Perrin, w�hrend Egwene und die Seherin Moiraine auf ihr Bett halfen. �Es ist ein Gef�hl...� Er zuckte seine m�chtigen Schultern, als fehlten ihm die richtigen Worte.</p><p>�Wir haben dem Dunklen K�nig einen gewaltigen Schlag versetzt�, antwortete Moiraine und lie� sich mit einem Seufzer nieder. �Der Schatten wird lange brauchen, um sich zu erholen.�</p><p>�Wie?� wollte Mat wissen. �Was haben wir denn getan?�</p><p>�Schlaft�, sagte Moiraine. �Wir sind noch nicht aus der F�ule heraus.�</p><p>Aber am n�chsten Vormittag �nderte sich auch nichts, soweit Rand erkennen konnte. Nat�rlich war die F�ule auf dem Weg nach S�den langsam schw�cher ausgepr�gt. Verkr�ppelte B�ume wurden durch gerade gewachsene abgel�st. Die erdr�ckende Hitze wurde geringer. Fauliges Laub machte anderem � lediglich kr�nklichen � Platz; und schlie�lich gesundem, wie ihm bald klar wurde. Der sie umgebende Wald f�rbte sich rot mit neuen Trieben. Die �ste waren dicht belaubt. Am Unterholz waren Knospen zu sehen, gr�ne Ranken bedeckten die Steine, und frische Blumen bildeten kr�ftige, leuchtende Farbflecken im dichten Gras, ebenso sch�n wie dort, wo der Gr�ne Mann gewandelt war. Es schien, als wolle der bisher vom Winter abgehaltene Fr�hling nun alles auf einmal aufholen.</p><p>Er war nicht der einzige, der das verwundert feststellte. �Ein harter Schlag�, murmelte Moiraine. Mehr wollte sie nicht sagen.</p><p>Kletterrosen umrankten die Steins�ule an der Grenze. M�nner traten aus den Wacht�rmen und begr��ten sie. Ihr Lachen klang irgendwie �berw�ltigt, und ihre Augen leuchteten �berrascht, als k�nnten sie nicht glauben, da� unter ihren stahlgesch�tzten F��en neues Gras wuchs.</p><p>�Das Licht hat den Schatten besiegt!�</p><p>�Ein gro�er Sieg am Tarwin-Pa�! Wir haben die Botschaft erhalten! Sieg!�</p><p>�Das Licht ist uns wieder gn�dig!�</p><p>�K�nig Easar steht voll im Licht�, antwortete Lan auf alle ihre Rufe.</p><p>Die W�chter wollten sich um Moiraine k�mmern oder ihnen wenigstens eine Eskorte mitschicken, aber das lehnte sie alles ab. Selbst im Liegen auf der Bahre war die Pers�nlichkeit der Aes Sedai so stark, da� die bewaffneten M�nner einen Schritt zur�cktraten, sich verbeugten und ihrem Wunsch Folge leisteten. Ihr Lachen folgte ihnen, als Rand und die anderen weiterritten.</p><p>Am Sp�tnachmittag erreichten sie Fal Dara und fanden die von trutzigen Mauern gesch�tzte Stadt im Taumel einer Siegesfeier vor. Es l�utete �berall. Rand bezweifelte, da� irgendeine Glocke in der Stadt stillstand. Sie erklangen alle � vom kleinsten Silbergl�ckchen am Pferdegeschirr bis zu dem gro�en Bronzegong auf der Spitze jedes Turms. Die Stadttore standen weit offen, und Menschen rannten lachend und singend durch die Stra�en. Die M�nner hatten sich Blumen in die Haarknoten und die Scharniere ihrer R�stungen gesteckt. Die �brigen Bewohner der Stadt waren noch nicht aus Fal Moran zur�ckgekehrt, aber die Soldaten waren gerade vom Tarwin-Pa� her angekommen, und ihr Jubel reichte aus, um die Stra�en zu f�llen.</p><p>�Sieg am Pa�! Wir haben gewonnen!�</p><p>�Ein Wunder am Pa�! Das Zeitalter der Legenden ist zur�ckgekehrt!�</p><p>�Fr�hling�, lachte ein ergrauter alter Soldat, als er eine Girlande aus Morgensternchen um Rands Hals h�ngte. Sein Haarknoten war ein einziges B�ndel der kleinen Bl�mchen. �Das Licht segnet uns wieder mit einem Fr�hling!�</p><p>Als sie h�rten, da� sie zur Festung unterwegs waren, umringte sie eine Gruppe von M�nnern, die in Stahl und Blumen gekleidet waren, und bahnten ihnen einen Weg durch die Feiernden.</p><p>Rand erblickte zum erstenmal ein Gesicht, das nicht lachte, als er Ingtar ersp�hte. �Ich kam zu sp�t�, sagte Ingtar entt�uscht und ernst zu Lan. �Eine lumpige Stunde zu sp�t, um alles mit anzusehen. Friede!� Seine Z�hne knirschten h�rbar, doch dann entspannte sich sein Gesichtsausdruck. �Vergebt mir. Der Schmerz l��t mich meine Pflichten vergessen. Willkommen, Erbauer. Ein Willkommen Euch allen. Es ist gut, zu sehen, da� Ihr der F�ule heil entkommen seid. Ich werde die Heilerin zu Moiraine Sedai in ihre R�ume schicken und Lord Agelmar informieren... �</p><p>�Bringt mich zu Lord Agelmar�, befahl Moiraine. �Uns alle.� Ingtar �ffnete den Mund, um zu protestieren, aber dann verbeugte er sich unter ihrem dominierenden Blick.</p><p>Agelmar war in seinem Arbeitszimmer. Schwert und R�stung standen wieder in ihrem Gestell, und sein Gesicht war das zweite, das nicht l�chelte. Er trug eine besorgte Miene zur Schau, und das verst�rkte sich noch, als er sah, da� Moiraine von livrierten Dienern auf einer Bahre hereingetragen wurde. Frauen in Schwarz und Gold regten sich dar�ber auf, da� die Aes Sedai zu ihm gebracht wurde, ohne Gelegenheit gehabt zu haben, sich vorher zu erfrischen und von der Heilerin behandeln zu lassen. Loial trug die goldene Truhe herein. Die St�cke des Siegels befanden sich noch in Moiraines Tasche. Lews Therin Telamons Flagge war in ihre Decken eingerollt und noch hinter Aldiebs Sattel geschnallt. Der Stallbursche, der die wei�e Stute weggef�hrt hatte, hatte den strikten Befehl erhalten, daf�r zu sorgen, da� die Deckenrolle unversehrt in die der Aes Sedai zugewiesenen Gem�cher gebracht wurde.</p><p>�Friede!� knurrte der Herr von Fal Dara. �Seid Ihr verwundet, Moiraine Sedai? Ingtar, warum hast du nicht daf�r gesorgt, da� die Aes Sedai in ihr Bett kommt und die Heilerin zu ihr gebracht wird?�</p><p>�Haltet ein, Lord Agelmar�, sagte Moiraine. �Ingtar hat mir lediglich gehorcht. Ich bin nicht so krank, wie jeder hier zu glauben scheint.� Sie bedeutete zweien der Frauen, ihr auf einen Stuhl zu helfen. Einen Augenblick lang rangen sie die H�nde und riefen, sie sei zu schwach daf�r, sie solle in einem warmen Bett liegen und ein hei�es Bad nehmen und die Heilerin solle kommen. Dann hoben sich Moiraines Augenbrauen, und die Frauen hielten den Mund und beeilten sich, ihr in einen Stuhl zu helfen. Sobald sie bequem sa�, gab sie einen Wink, da� die Frauen verschwinden sollten. �Ich mu� mit Euch sprechen, Lord Agelmar.�</p><p>Agelmar nickte, und Ingtar schickte die Diener aus dem Raum. Der Herr von Fal Dara musterte die Verbliebenen erwartungsvoll, besonders, wie Rand zu bemerken glaubte, Loial und die goldene Truhe.</p><p>�Wir haben geh�rt�, sagte Moiraine, sobald sich die T�r hinter Ingtar geschlossen hatte, �da� Ihr am Tarwin-Pa� einen gro�en Sieg errungen habt.�</p><p>�Ja�, sagte Agelmar bed�chtig, und seine besorgte Miene kehrte zur�ck. �Ja, Aes Sedai, und nein. Die Halbmenschen und ihre Trollocs wurden bis zum letzten vernichtet, aber wir haben kaum gek�mpft. Meine M�nner nennen es ein Wunder. Die Erde verschlang sie: die Berge begruben sie. Nur ein paar Draghkar blieben �brig, und sie waren zu ver�ngstigt, um irgend etwas anderes zu versuchen, als geradewegs und so schnell wie m�glich nach Norden zu fliehen.�</p><p>�Also wirklich ein Wunder�, sagte Moiraine. �Und der Fr�hling ist auch eingekehrt.�</p><p>�Ein Wunder�, sagte Agelmar kopfsch�ttelnd, �aber...</p><p>Moiraine Sedai, die M�nner erz�hlen sich vielerlei dar�ber, was am Pa� geschah. Das Licht habe menschliche Gestalt angenommen und f�r uns gek�mpft. Der Sch�pfer sei zum Pa� gekommen, um den Schatten zu schlagen. Aber ich habe einen Mann gesehen, Moiraine Sedai. Ich habe einen Mann gesehen, und was er tat, das kann nicht sein, das darf nicht sein.�</p><p>�Das Rad webt, wie es das Rad will, Herr von Fal Dara.�</p><p>�Wie Ihr meint, Moiraine Sedai.�</p><p>�Und Padan Fain? Ist er sicher verwahrt? Ich mu� mit ihm sprechen, wenn ich ausgeruht bin.�</p><p>�Er wird verwahrt, wie Ihr es befahlt, Aes Sedai. Die H�lfte der Zeit jammert er seinen W�chtern etwas vor, und die andere H�lfte �ber versucht er, sie herumzukommandieren, aber... Friede, Moiraine Sedai, was war mit Euch in der F�ule? Habt Ihr den Gr�nen Mann gefunden? Ich sehe sein Werk in den neuen Dingen, die jetzt wachsen.�</p><p>�Wir fanden ihn�, sagte sie tonlos. �Der Gr�ne Mann ist tot, Lord Agelmar, und das Auge der Welt ist weg. Es wird keine jungen M�nner mehr geben, die es aus Ehrgeiz suchen k�nnen.�</p><p>Der Herr von Fal Dara runzelte die Stirn und sch�ttelte verwirrt den Kopf. �Tot? Der Gr�ne Mann? Er kann doch nicht... Dann wurdet Ihr besiegt? Aber was ist mit den Blumen und den anderen Dingen, die jetzt wachsen?�</p><p>�Wir haben gesiegt, Lord Agelmar. Wir haben gesiegt, und der Beweis ist ein Land, das vom Winter befreit ist, doch ich f�rchte, die letzte Schlacht ist noch lange nicht geschlagen.� Rand r�hrte sich, und die Aes Sedai blickte ihn scharf an, so da� er sich ruhig verhielt. �Die F�ule existiert immer noch und die Schmieden von Thakan'dar rauchen immer noch, unter Shayol Ghul. Es gibt noch viele Halbmenschen und unz�hlige Trollocs. Glaubt niemals, da� es in den Grenzlanden nicht mehr notwendig sei, Wachsamkeit zu �ben.�</p><p>�Das habe ich auch nicht geglaubt, Aes Sedai�, sagte er verletzt.</p><p>Moiraine bedeutete Loial, die goldene Truhe zu ihren F��en abzustellen, und als er das getan hatte, �ffnete sie den Beh�lter und enth�llte das Horn. �Das Horn von Valere�, sagte sie, und Agelmar schnappte nach Luft. Rand glaubte beinahe, der Mann wolle auf die Knie niederfallen.</p><p>�Damit, Moiraine Sedai, spielt es keine Rolle mehr, wie viele Halbmenschen und Trollocs �brig sind. Wenn die Helden der alten Zeit aus ihren Gr�bern steigen, um uns zu helfen, marschieren wir in das Versengte Land und walzen Shayol Ghul platt.�</p><p>�NEIN!� Agelmar �ffnete �berrascht den Mund, aber Moiraine fuhr ruhiger fort: �Ich habe Euch das nicht gezeigt, um Euch in Versuchung zu bringen, sondern um Euch wissen zu lassen, da� unsere Macht genauso gro� sein wird wie die des Schattens, wenn wir vor neuen Schlachten stehen. Sein Platz ist jedoch nicht hier. Das Horn mu� nach Illian gebracht werden. Dort mu� es im Fall neuer Schlachten die Kr�fte des Lichts zusammenrufen. Ich werde Euch um eine Eskorte Eurer besten M�nner bitten, um daf�r zu sorgen, da� es sicher nach Illian kommt. Es gibt immer noch Schattenfreunde und Halbmenschen und Trollocs, und diejenigen, die dem Ruf des Horns folgen, werden demjenigen gehorchen, der es bl�st. Es mu� nach Illian.�</p><p>�Es wird geschehen, wie Ihr sagt, Aes Sedai.� Aber als sich der Deckel der Truhe schlo�, sah der Herr von Fal Dara aus wie ein Mann, dem man einen letzten Blick auf das Licht verweigert.</p><p>Sieben Tage sp�ter l�uteten immer noch die Glocken in Fal Dara. Die Bewohner waren aus Fal Moran zur�ckgekehrt und feierten mit den Soldaten. Von dem langen Balkon aus, auf dem Rand stand, vermischte sich das L�uten der Glocken mit den Rufen und dem Singen der Menschen. Der Balkon befand sich �ber dem privaten Garten Agelmars, der kr�ftig gr�nte und bl�hte, aber Rand schenkte dem Garten keine Aufmerksamkeit. Obwohl die Sonne hoch am Himmel stand, war der Fr�hling in Schienar k�hler, als er es gewohnt war, und doch gl�nzten seine nackte Brust und Schultern vor Schwei�, als er die Klinge mit dem Reiherzeichen schwang. Jede Bewegung war ganz pr�zise, doch er betrachtete sie aus einiger Entfernung, wo er im Nichts schwebte. Selbst hier aber fragte er sich, ob in der Stadt wohl genausoviel Jubel herrschen w�rde, wenn die Menschen die Flagge zu sehen bek�men, die Moiraine immer noch versteckte.</p><p>�Gut, Schafhirte.� Der Beh�ter lehnte mit vor der Brust verschr�nkten Armen am Gel�nder und beobachtete ihn kritisch. �Du machst es gut, aber treibe dich selbst nicht so! Man kann nicht in ein paar Wochen zum Schwertmeister heranreifen.�</p><p>Das Nichts zerplatzte wie eine angestochene Blase. �Ich will doch gar kein Schwertmeister werden.�</p><p>�Es ist das Schwert eines Meisters, Schafhirte.�</p><p>�Ich will nur, da� mein Vater stolz auf mich ist.� Seine Hand verkrampfte sich um das rauhe Leder des Schwertgriffs. <emphasis>Ich will doch nur, da� Tam mein Vater ist.</emphasis> Er schob das Schwert klatschend in die Scheide. �Und au�erdem habe ich nicht einmal ein paar Wochen Zeit.�</p><p>�Dann bist du nicht von deinem Entschlu� abgewichen?�</p><p>�W�rdet Ihr das?� Lans Gesichtsausdruck hatte sich nicht ver�ndert � die Fl�chen seines Gesichts wirkten, als k�nne sich da gar nichts ver�ndern. �Ihr werdet nicht versuchen, mich aufzuhalten? Oder wird Moiraine Sedai es versuchen?�</p><p>�Du kannst machen, was du willst, Schafhirte, oder was das Muster f�r dich webt.� Der Beh�ter richtete sich auf. �Ich werde dich jetzt verlassen.�</p><p>Rand drehte sich um, damit er Lan beim Weggehen beobachten konnte, und sah, da� Egwene dort stand.</p><p>�Von deinem Entschlu� abgewichen � worum geht es denn, Rand?�</p><p>Er schnappte sich sein Hemd und den Mantel, da er mit einem Mal die K�lte sp�rte. �Ich gehe fort, Egwene.� �Wohin?�</p><p>�Irgendwo hin. Ich wei� nicht.� Er mied ihren Blick, konnte aber auch nicht aufh�ren, sie anzusehen. Sie hatte sich rote Heckenrosen ins Haar gebunden, das ihre Schultern umschmeichelte. Sie hielt ihren Umhang mit der Hand zu. Er war dunkelblau und am Saum entlang mit einer feinen Linie wei�er Blumen umh�kelt, wie es in Schienar Mode war. Die Blumen zeigten in einer geraden Linie auf ihr Gesicht. Sie waren auch nicht blasser als ihre Wangen. Ihre Augen waren gro� und dunkel. �Fort.�</p><p>�Ich bin sicher, da� Moiraine Sedai etwas dagegen haben wird, wenn du so einfach weggehst. Nach dem... nach dem, was du getan hast, hast du eine Belohnung verdient.�</p><p>�Moiraine wei� nicht einmal, da� ich �berhaupt ein lebendiger Mensch bin. Ich habe getan, was sie wollte, und damit Schlu�. Sie spricht nicht einmal mit mir, wenn ich zu ihr gehe. Nicht, da� ich versucht h�tte, in ihrer N�he zu bleiben, aber sie hat mich gemieden. Es wird ihr gleich sein, wenn ich gehe, und es interessiert mich nicht, was sie davon h�lt.�</p><p>�Moiraine ist immer noch nicht ganz gesund, Rand.� Sie z�gerte. �Ich mu� nach Tar Valon gehen, meiner Ausbildung wegen. Nynaeve kommt auch mit. Und Mat mu� immer noch von dem geheilt werden, was ihn an diesen Dolch fesselt, und Perrin m�chte Tar Valon sehen, bevor er... irgendwo hingeht. Du k�nntest mit uns kommen.�</p><p>�Und darauf warten, da� eine andere Aes Sedai herausfindet, was ich bin, und mir Beschr�nkungen auferlegt?� Seine Stimme klang rauh und beinahe h�hnisch; er konnte es nicht �ndern. �Willst du das?�</p><p>�Nein.�</p><p>Er wu�te, er w�rde nie in der Lage sein, ihr zu sagen, wie dankbar er daf�r war, da� sie geantwortet hatte, ohne zu z�gern.</p><p>�Rand, hast du keine Angst... � Sie waren allein, aber sie blickte sich trotzdem um und senkte die Stimme. �Moiraine Sedai sagt, du mu�t die Wahre Quelle nicht unbedingt ber�hren. Wenn du <emphasis>Saidin</emphasis> nicht ber�hrst, wenn du nicht versuchst, die Macht anzuwenden, dann bist du sicher.�</p><p>�Oh, ich werde sie ganz gewi� nie mehr ber�hren. Und wenn ich mir zuerst die Hand abhacken mu�.� <emphasis>Und was ist, wenn ich nicht damit aufh�ren kann? Ich habe mich niemals bem�ht, sie zu lenken, nicht mal am Auge. Was ist, wenn ich nicht aufh�ren kann?</emphasis></p><p>�Wirst du heimgehen, Rand? Dein Vater wartet bestimmt sehns�chtig darauf, dich wiederzusehen. Selbst Mats Vater d�rfte nun wohl allm�hlich Sehnsucht nach seinem Sohn haben. Ich werde n�chstes Jahr nach Emondsfeld zur�ckkommen. Jedenfalls f�r kurze Zeit.�</p><p>Er rieb mit der Handfl�che �ber den Griff seines Schwerts und f�hlte deutlich den Bronzereiher. <emphasis>Mein</emphasis></p><p><emphasis>Vater. Heimat. Licht, wie gern w�rde ich...</emphasis> �Nicht nach Hause.� <emphasis>Irgendwo hin, wo es keine Menschen gibt, denen ich weh tun kann, falls ich mich nicht beherrsche. Ich mu� allein sein.</emphasis> Pl�tzlich war es winterkalt auf dem Balkon. �Ich gehe fort, aber nicht nach Hause.� <emphasis>Egwene, Egwene, warum mu�test du zu denen geh�ren, die... ?</emphasis> Er legte die Arme um sie und fl�sterte in ihr Haar: �Niemals mehr nach Hause.�</p><p>In Agelmars privatem Garten unter einer Laube, die von wei�en Bl�ten �bers�t war, drehte sich Moiraine auf ihrer Liege herum. Die Bruchst�cke des Siegels lagen auf ihrem Scho�, und der kleine Edelstein, den sie manchmal im Haar trug, glitzerte und drehte sich an seiner Goldkette, die sie mit den Fingerspitzen hielt. Das schwache blaue Gl�hen verging in dem Stein, und ein L�cheln ber�hrte ihre Lippen. Der Stein hatte an sich keine besonderen Kr�fte, aber das erste, was sie in bezug auf die Anwendung der Einen Macht als M�dchen im K�nigspalast von Cairhien gelernt hatte, war, den Stein dazu zu ben�tzen, Leute zu belauschen, die glaubten, zu weit entfernt zu sein, als da� man sie noch h�ren k�nne. �Die Prophezeiungen werden eintreffen�, fl�sterte die Aes Sedai. �Der Drache ist wiedergeboren worden.�</p></section><section><title><p>Glossar</p></title><p><strong>�bemerkung zur Datierung.</strong> Der <emphasis>Tomanische Kalender</emphasis> (von Toma dur Ahmid entworfen) wurde ungef�hr zwei Jahrhunderte nach dem Tod des letzten m�nnlichen Aes Sedai eingef�hrt. Er z�hlte die Jahre <emphasis>Nach der Zerst�rung der Welt</emphasis> (NZ). W�hrend der Trolloc-Kriege wurden viele Aufzeichnungen zerst�rt, so da� man sich nach dem Ende dieser Kriege nicht mehr sicher war, in welchem Jahr der alten Zeitrechnung der neue Kalender einsetzte. Tiam von Gazar schlug die Einf�hrung eines neuen Kalenders vor, der die damals angenommene Befreiung von der Bedrohung durch die Trollocs feierte und jedes Jahr als ein <emphasis>Freies Jahr</emphasis> (FJ) z�hlte. Innerhalb der zwanzig auf das Kriegsende folgenden Jahre fand der <emphasis>Gazarenische Kalender</emphasis> weitgehende Anerkennung. Artur Falkenfl�gel bem�hte sich, einen neuen Kalender durchzusetzen, der auf seiner Reichsgr�ndung basierte (VG, <emphasis>Von der Gr�ndung an),</emphasis> aber dieser Versuch ist heute nur noch den Historikern bekannt. Nach weitreichender Zerst�rung, Tod und Aufruhr w�hrend des Hundertj�hrigen Kriegs wurde ein vierter Kalender von Uren din Jubai Fliegende M�we entworfen, einem Gelehrten der Meerleute, und von dem Panarch Farede von Tarabon weiterverbreitet. Der <emphasis>Farede-Kalender,</emphasis> der von dem willk�rlich angenommenen Ende des Hundertj�hrigen Kriegs an rechnet und die Jahre seither als <emphasis>Neue �ra</emphasis> (N�) f�hrt, ist momentan in Gebrauch.</p><p><strong>Adan, Heran</strong> (Ei-dan): Gouverneur von Baerlon.</p><p><strong>Aera-Gewebe:</strong> siehe <a l:href="#idx19">Muster eines Zeitalters</a>.</p><p id="idx22"><strong>Aes Sedai</strong> (Aies Sehdai): Tr�ger der Einen Macht. Seit der Zeit des Wahnsinns sind alle �berlebenden Aes Sedai Frauen. Man mi�traut ihnen und f�rchtet, ja, ha�t sie. Viele geben ihnen die Schuld an der Zerst�rung der Welt, und allgemein glaubt man, sie w�rden sich in die Angelegenheiten ganzer Staaten einmischen. Gleichzeitig aber findet man nur wenige Herrscher ohne Aes Sedai-Berater, selbst in L�ndern, wo schon die Existenz einer solchen Verbindung geheimgehalten werden mu�. Als Anrede wird ben�tzt: Sheriam Sedai; als Ehrentitel: Sheriam Aes Sedai (siehe auch: <a l:href="#idx03">Ajah</a>; <a l:href="#idx20">Amyrlin-Sitz</a>).</p><p><strong>Agelmar; Lord Agelmar</strong> (Eigelmar) aus dem Hause Jagad: Herr von Fal Dara. Im Wappen f�hrt er drei rennende Rotf�chse.</p><p><strong>Aiel</strong> (Aiiehl): die Bewohner der Aiel-W�ste; gelten als wild und z�h. Man nennt sie auch Aielm�nner. Vor dem T�ten verschleiern sie die Gesichter. Das f�hrte zu der Redensart: �Er benimmt sich wie ein Aiel mit schwarzem Schleier�, um einen gewaltt�tigen Menschen zu beschreiben. Sie nehmen kein Schwert in die Hand, sind aber t�dliche Krieger, ob mit Waffen oder mit blo�en H�nden. W�hrend sie in die Schlacht ziehen, spielen ihre Spielleute Tanzmelodien auf. Die Aielm�nner ben�tzen f�r die Schlacht das Wort �der Tanz�.</p><p><strong>Aiel-W�ste:</strong> das rauhe, zerrissene und fast wasserlose Gebiet �stlich des R�ckrats der Welt. Nur wenige Au�enseiter wagen sich dorthin, weil es f�r jemanden der nicht dort geboren wurde, fast unm�glich ist Wasser zu finden, und weil die Aiel sich im st�ndigen Kriegszustand mit allen anderen V�lkern befinden und Fremde ablehnen.</p><p id="idx03"><strong>Ajah:</strong> Gesellschaftsgruppen unter den Aes Sedai. Jede Aes Sedai geh�rt einer solchen Gruppe an. Sie unterscheiden sich durch ihre Farben: Blaue Ajah, Rote Ajah, Wei�e Ajah, Gr�ne Ajah, Braune Ajah, Gelbe Ajah und Graue Ajah. Jede Gruppe folgt ihrer eigenen Auslegung in bezug auf die Anwendung der Einen Macht und die Existenz der Aes Sedai. Zum Beispiel setzen die Roten Ajah ihre ganze Kraft dazu ein, M�nner zu finden und zu beeinflussen, die versuchen, die Macht auszu�ben. Eine Braune Ajah andererseits leugnet alle Verbindung zur Au�enwelt und verschreibt sich ganz der Suche nach Wissen. Es gibt Ger�chte (vehement verneint und um keinen Preis vor einer Aes Sedai zu erw�hnen) �ber eine Schwarze Ajah, die dem Dunklen K�nig dient.</p><p><strong>Aldieb:</strong> in der Alten Sprache �Westwind�, der Wind, der den Fr�hlingsregen bringt.</p><p><strong>Al Ellisande!:</strong> in der Alten Sprache �F�r die Rose der Sonne!�</p><p><strong>al'Meara, Nynaeve</strong> (Almehra, Nainiev): die Seherin von Emondsfeld.</p><p><strong>al'Thor, Rand:</strong> ein junger Bauer und Sch�fer aus dem Gebiet der Zwei Fl�sse.</p><p><strong>al'Vere, Egwene</strong> (Alwier, Egwain): j�ngste Tochter des Wirts von Emondsfeld.</p><p id="idx20"><strong>Amyrlin,</strong> die: (1.) Titel der Anf�hrerin der Aes Sedai. Auf Lebenszeit vom Turmrat gew�hlt, dem h�chsten Gremium des Aes Sedai; dieser besteht aus je drei Abgeordneten der sieben Ajahs. Die Amyrlin hat, jedenfalls theoretisch, unter den Aes Sedai beinahe uneingeschr�nkte Macht; in etwa vom Rang einer K�nigin.</p><p>(2.) Thron der Anf�hrerin der Aes Sedai.</p><p><strong>Andor:</strong> das Reich, innerhalb dessen das Gebiet der Zwei Fl�sse liegt. Im Wappen f�hrt Andor einen sprungbereiten wei�en L�wen auf rotem Feld.</p><p><strong>Angreal:</strong> ein sehr seltenes Objekt. Es erlaubt einer Person, die die Eine Macht lenken kann, einen st�rkeren Energieflu� zu meistern, als das sonst ohne Hilfe und ohne Lebensgefahr m�glich ist. Relikte des Zeitalters der Legenden. Es ist heute nicht mehr bekannt, wie sie angefertigt wurden (siehe auch: <a l:href="#idx21">sa'Angreal</a>).</p><p><strong>Arafel:</strong> eines der Grenzlande. Im Wappen f�hrt Arafel drei wei�e Rosen auf rotem Feld und diagonal gegen�ber drei rote Rosen auf wei�em Feld.</p><p><strong>Aram</strong> (Eiram): ein junger Mann der Tuatha'an.</p><p><strong>Augenlosen,</strong> die: siehe <a l:href="#idx01">Myrddraal</a>.</p><p><strong>Avendesora:</strong> in der alten Sprache der Baum des Lebens; wird in vielen Geschichten und Legenden erw�hnt.</p><p><strong>Aybara, Perrin:</strong> ein junger Schmiedlehrling aus Emondsfeld.</p><empty-line/><p><strong>Ba'alzamon:</strong> in der Trolloc-Sprache �Herz der Dunkelheit�. Es wird angenommen, dies sei der Trolloc-Name f�r den Dunklen K�nig.</p><p><strong>Baerlon:</strong> eine Stadt in Andor an der Stra�e von Caemlyn zu den Minen in den Nebelbergen.</p><p><strong>Barran, Doral:</strong> die Seherin von Emondsfeld vor Nynaeve al'Meara.</p><p><strong>Beh�ter:</strong> ein Krieger, der einer Aes Sedai zugeschworen ist. Das geschieht mit Hilfe der Einen Macht, und er gewinnt dadurch F�higkeiten wie schnelles Heilen von Wunden, er kann lange Zeitr�ume ohne Wasser, Nahrung und Schlaf auskommen und den Einflu� des Dunklen K�nigs auf gr��ere Entfernung sp�ren. So lange er am Leben ist, wei� die mit ihm verbundene Aes Sedai, da� er lebt, auch wenn er noch so weit entfernt ist, und sollte er sterben, dann wei� sie den genauen Zeitpunkt und auch den Grund seines Todes. Allerdings wei� sie nicht, wie weit von ihr entfernt er sich befindet oder in welcher Richtung. Die meisten Ajahs gestatten einer Aes Sedai den Bund mit nur einem Beh�ter. Die Roten Ajah allerdings lehnen die Beh�ter f�r sich selbst ganz ab, w�hrend die Gr�nen Ajah eine Verbindung mit so vielen Beh�tern gestatten, wie die Aes Sedai es w�nscht. An sich mu� der Beh�ter der Verbindung freiwillig zur Verf�gung stehen, es gab jedoch auch F�lle, in denen der Krieger dazu gezwungen wurde. Welche Vorteile die Aes Sedai aus der Verbindung ziehen, wird von ihnen als streng geh�tetes Geheimnis behandelt. (siehe auch <a l:href="#idx22">Aes Sedai</a>).</p><p><strong>Bel Tine</strong> (Behltein): Fr�hlingsfest im Gebiet der Zwei Fl�sse.</p><p><strong>Biteme:</strong> ein winzig kleines, stechendes, sehr l�stiges Insekt.</p><p><strong>Blassen,</strong> die: siehe <a l:href="#idx01">Myrddraal</a>.</p><p><strong>Blattverderber:</strong> siehe <a l:href="#idx02">Dunkler K�nig</a>.</p><p><strong>Blaue Ajah:</strong> siehe <a l:href="#idx03">Ajah</a>.</p><p><strong>Bornhald, Dain:</strong> ein Offizier der Kinder des Lichts, Sohn von Geofram Bornhald.</p><p><strong>Bornhald, Geofram:</strong> ein Oberkommandierender Hauptmann der Kinder des Lichts.</p><p><strong>Bryne, Gareth:</strong> General und Hauptmann der k�niglichen Garde von Andor. Dient Morgase auch als der Erste Prinz des Schwertes. Im Wappen f�hrt er drei goldene Sterne mit jeweils f�nf Strahlen.</p><p><strong>Byar, Jaret:</strong> ein Offizier der Kinder des Lichts.</p><empty-line/><p><strong>Caemlyn:</strong> die Hauptstadt von Andor.</p><p><strong>Cairhien:</strong> sowohl eine Nation am R�ckrat der Welt wie auch die Hauptstadt dieser Nation. Die Stadt wurde im Aielkrieg (976-978 N�) niedergebrannt und gepl�ndert. Im Wappen f�hrt Cairhien eine goldene Sonne mit vielen Strahlen, die sich vom unteren Rand eines himmelblauen Feldes erhebt.</p><p><strong>Carai an Caldazar!:</strong> In der Alten Sprache �Zur Ehre des Roten Adlers!� Der uralte Schlachtruf von Manetheren.</p><p><strong>Carai an Ellisande!:</strong> In der Alten Sprache �Zur Ehre der Rose der Sonne!� Der Schlachtruf des letzten K�nigs von Manetheren.</p><p><strong>Cauthon, Matrim</strong> (Mat): ein junger Bauer von den Zwei Fl�ssen.</p><p><strong>Charin, Jain</strong> (Dschain): siehe <a l:href="#idx04">Fernstreicher, Jain</a>.</p><p><strong>Cuendillar:</strong> siehe <a l:href="#idx05">Herzstein</a>.</p><empty-line/><p><strong>D�mpfung:</strong> Wenn ein Mann die Anlage zeigt, die Eine Macht zu beherrschen, m�ssen die Aes Sedai seine Kr�fte �d�mpfen�, also komplett unterdr�cken, da er sonst wahnsinnig wird, vom Verderben der <emphasis>Saidin</emphasis> getroffen, und m�glicherweise schreckliches Unheil mit seinen Kr�ften anrichten wird. Ein Mann, der der D�mpfung unterzogen wurde, kann die Eine Macht noch sp�ren, sie aber nicht mehr benutzen. Wenn vor der D�mpfung der beginnende Wahnsinn eingesetzt hat, kann er durch den Akt der D�mpfung aufgehalten, jedoch nicht geheilt werden. Hat die D�mpfung fr�h genug stattgefunden, kann das Leben des Mannes gerettet werden.</p><p id="idx08"><strong>Damodred, Lord Galadedrid:</strong> der einzige Sohn von Taringail Damodred und Tigraine; Halbbruder von Elayne und Gawyn. Im Wappen f�hrt er ein gefl�geltes silbernes Schwert, das nach unten zeigt.</p><p><strong>Damodred, Prinz Taringail:</strong> ein k�niglicher Prinz von Cairhien; er heiratete Tigraine und zeugte Galadedrid. Als Tigraine verschwand und f�r tot erkl�rt wurde, heiratete er Morgase und zeugte Elayne und Gawyn. Er verschwand unter mysteri�sen Begleitumst�nden und wird seit vielen Jahren f�r tot gehalten. Sein Wappen war eine doppelschneidige goldene Streitaxt.</p><p><strong>Dha-vol, Dhai-mon:</strong> siehe <a l:href="#idx06">Trollocs</a>.</p><p><strong>Djevik K'Shar:</strong> in der Trolloc-Sprache �Der Sterbende Boden�; Trollocname f�r die Aielw�ste.</p><p><strong>Domon, Bayle</strong> (Beil): Kapit�n der <emphasis>Gischt.</emphasis></p><p id="idx14"><strong>Drache,</strong> der: Ehrenbezeichnung f�r Lews Therin Telamon w�hrend des Schattenkriegs. Als der Wahnsinn alle m�nnlichen Aes Sedai befiel, t�tete Lews Therin alle Personen, die etwas von seinem Blut in sich trugen, und jede Person, die er liebte. So bezeichnete man ihn anschlie�end als Bruderm�rder. Heute wird die Redensart �vom Drachen besessen� benutzt, wenn man sagen will, da� jemand seine Mitmenschen grundlos gef�hrdet oder bedroht (siehe auch <a l:href="#idx23">Wiedergeborener Drache</a>).</p><p><strong>Drache, falsch:</strong> Manchmal behaupten M�nner, der Wiedergeborene Drache zu sein, und manch einer gewinnt so viele Anh�nger, da� ihn nur eine Armee besiegen kann. Einige haben schon Kriege begonnen, in die viele Nationen verwickelt wurden. In den letzten Jahrhunderten waren die meisten falschen Drachen nicht in der Lage, die Eine Macht richtig anzuwenden, aber es gab doch ein paar, die es konnten. Alle jedoch verschwanden oder wurden gefangen oder get�tet, ohne eine der Prophezeiungen erf�llen zu k�nnen, die sich um die Wiedergeburt des Drachen ranken. Diese M�nner nennt man falsche Drachen (siehe auch <a l:href="#idx23">Wiedergeborener Drache</a>).</p><p><strong>Drachenzahn:</strong> ein stilisiertes Zeichen, meist schwarz, in Form einer auf der Spitze stehenden Tr�ne. Wenn es auf eine T�r oder ein Haus gezeichnet wird, gilt das als Anschuldigung, da� die Bewohner dem B�sen dienen.</p><p id="idx02"><strong>Dunkler K�nig:</strong> gebr�uchlichste Bezeichnung, in allen L�ndern verwendet, f�r Shai'tan, die Quelle des B�sen, Antithese des Sch�pfers. Im Augenblick der Sch�pfung wurde er vom Sch�pfer in ein Verlies am Shayol Ghul gesperrt. Ein Versuch, ihn aus diesem Kerker zu befreien, f�hrte zum Schattenkrieg, dem Verderben der <emphasis>Saidin,</emphasis> der Zerst�rung der Welt und dem Ende des Zeitalters der Legenden.</p><p><strong>Dunklen K�nig nennen,</strong> den: Wenn man den wirklichen Namen des Dunklen K�nigs erw�hnt (Shai'tan), zieht man seine Aufmerksamkeit auf sich, was unweigerlich dazu f�hrt, da� man Pech hat oder schlimmstenfalls eine Katastrophe erlebt. Aus diesem Grund werden viele Euphemismen verwendet, wie z. B. der Dunkle K�nig, der Vater der L�gen, der Sichtblender, der Herr der Gr�ber, der Sch�fer der Nacht, Herzensbann, Herzfang, Grasbrenner und Blattverderber. Jemand, der das Pech anzuziehen scheint, �nennt den Dunklen K�nig�.</p><empty-line/><p><strong>Easar, K�nig Easar aus dem Hause Togita:</strong> K�nig von Schienar. In seinem Wappen f�hrt er den wei�en Hirsch, der nach einer schienarischen Sitte auch � zusammen mit dem schwarzen Falken � das gesamte Land repr�sentiert.</p><p id="idx18"><strong>Eine Macht,</strong> die: die Kraft aus der Wahren Quelle. Die gro�e Mehrheit der Menschen ist absolut unf�hig, zu lernen, wie man die Eine Macht anwendet. Eine sehr geringe Anzahl von Menschen kann die Anwendung erlernen, und noch weniger besitzen diese F�higkeit von Geburt an. Diese wenigen m�ssen ihren Gebrauch nicht lernen, denn sie werden die Wahre Quelle ber�hren und die Eine Macht benutzen, ob sie wollen oder nicht, vielleicht sogar ohne zu bemerken, was sie da tun. Diese angeborene F�higkeit taucht meist zuerst w�hrend der Pubert�t auf. Wenn man dann nicht die Kontrolle dar�ber erlernt � durch Lehrer oder auch ganz allein (extrem schwierig, die Erfolgsquote liegt bei eins zu vier) -, ist die Folge der sichere Tod. Seit der Zeit des Wahns hat kein Mann es gelernt, die Eine Macht kontrolliert anzuwenden, ohne dabei auf die Dauer auf schreckliche Art dem Wahnsinn zu verfallen. Selbst wenn er in gewissem Ma� die Kontrolle erlangt hat, stirbt er an einer Verfallskrankheit, bei der er bei lebendigem Leib verfault. Auch diese Krankheit wird, genau wie der Wahnsinn, von dem Verderben hervorgerufen, das der Dunkle K�nig �ber die <emphasis>Saidin</emphasis> brachte. Bei Frauen ist der Tod mangels Kontrolle der Einen Macht etwas ertr�glicher, aber sterben m�ssen auch sie. Die Aes Sedai suchen nach M�dchen mit diesen angeborenen F�higkeiten, zum einen um ihre Leben zu retten und zum anderen, um die Anzahl der Aes Sedai zu vergr��ern. Sie suchen nach M�nnern mit dieser F�higkeit, um zu verhindern, da� sie Schreckliches damit anrichten, wenn sie dem Wahn verfallen (siehe auch <a l:href="#idx24">Zeit des Wahns</a>, die <a l:href="#idx12">Wahre Quelle</a>).</p><p><strong>Elaida:</strong> eine Aes Sedai-Ratgeberin der K�nigin Morgase von Andor.</p><p><strong>Elayne:</strong> K�nigin Morgases Tochter, die Tochter-Erbin des Throns von Andor. Sie f�hrt im Wappen eine goldene Lilie.</p><p><strong>Else, Else Grinwell:</strong> eine Bauerntochter, die in der N�he der Stra�e nach Caemlyn wohnt.</p><p><strong>Erster Prinz des Schwertes:</strong> Titel � normalerweise � des �ltesten Bruders der K�nigin von Andor, der seit seiner Kindheit darauf vorbereitet wurde, im Krieg die Armee der K�nigin zu kommandieren und im Frieden als ihr Ratgeber zu fungieren. Falls die K�nigin keinen �berlebenden Bruder hat, bestimmt sie jemanden f�r diese Position.</p><p><strong>F�ule:</strong> siehe <a l:href="#idx07">Gro�e F�ule</a>.</p><p><strong>Fain, Padan:</strong> ein Hausierer, der gerade rechtzeitig zur Winternacht in Emondsfeld ankommt.</p><p id="idx13"><strong>Falkenfl�gel, Artur:</strong> ein legend�rer K�nig, der alle L�nder westlich des R�ckgrats der Welt und einige von jenseits der Aiel-W�ste einte. Er sandte sogar eine Armee �ber das Aryth-Meer, doch verlor man bei seinem Tod, der den Hundertj�hrigen Krieg ausl�ste, jeden Kontakt mit diesen Soldaten. Er f�hrte einen fliegenden goldenen Falken im Wappen (siehe auch: <a l:href="#idx25">Hundertj�hriger Krieg</a>).</p><p><strong>Far Dareis Mai:</strong> w�rtlich �T�chter des Speers�, eine von mehreren Kriegergemeinschaften der Aiel. Anders als bei den �brigen werden ausschlie�lich Frauen aufgenommen. Sollte sie heiraten, darf eine Frau nicht mehr Mitglied bleiben. W�hrend einer Schwangerschaft darf ein Mitglied nicht k�mpfen. Jedes Kind eines Mitglieds wird von einer anderen Frau aufgezogen, so da� niemand mehr wei�, wer die wirkliche Mutter war. (�Du darfst keinem Manne angeh�ren, und kein Mann oder Kind darf dir angeh�ren. Der Speer ist dein Liebhaber, dein Kind und dein Leben.�) Diese Kinder sind hochangesehen, denn es wurde prophezeit, da� ein Kind einer Tochter des Speers die Clans vereinen und zu der Bedeutung zur�ckf�hren wird, die sie im Zeitalter der Legenden besa�en.</p><p><strong>Faust:</strong> grundlegende milit�rische Einheit der Trollocs. Die Anzahl der Krieger ist unterschiedlich: Es sind immer mehr als 100, aber nie mehr als 200. Eine Faust wird gew�hnlich, wenn auch nicht immer, von einem Myrddraal befehligt.</p><p id="idx04"><strong>Fernstreicher, Jain:</strong> ein Held aus dem hohen Norden, der viele L�nder bereiste und viele Abenteuer erlebte; Autor mehrerer B�cher und selbst Hauptperson in B�chern und Geschichten. Er verschwand 994 N�, nachdem er von einer Reise in die Gro�e F�ule zur�ckgekehrt war, von der behauptet wird, sie habe ihn bis zum Shayol Ghul gef�hrt.</p><p><strong>Flamme von Tar Valon:</strong> das Symbol f�r Tar Valon und die Aes Sedai. Die stilisierte Darstellung einer Flamme; eine wei�e, nach oben gerichtete Tr�ne.</p><p id="idx29"><strong>Frauenzirkel:</strong> eine Gruppe von Frauen, die von den Frauen des Dorfs gew�hlt werden und die f�r Frauenangelegenheiten im Dorf verantwortlich sind (z. B. wann Aussaat und Ernte durchgef�hrt werden). Der Frauenzirkel ist dem Gemeinderat gleichgestellt, hat aber ganz klar vorgeschriebene Sachgebiete und Verantwortlichkeiten. Steht oft im Gegensatz zum Gemeinderat (siehe auch <a l:href="#idx26">Gemeinderat</a>).</p><p><strong>F�nf M�chte:</strong> die Str�nge der Einen Macht. Jeder, der die Eine Macht anwenden kann, wird einige dieser Str�nge besser als die anderen handhaben k�nnen. Diese Str�nge nennt man nach den Dingen, die man durch ihre Anwendung beeinflussen kann: Erde, Luft, Feuer, Wasser, Geist � die F�nf M�chte. Wer die Eine Macht anwenden kann, beherrscht gew�hnlich einen oder zwei dieser Str�nge besonders gut und hat Schw�chen in der Anwendung der �brigen. Einige wenige beherrschen auch drei davon, aber seit dem Zeitalter der Legenden gab es niemanden mehr, der alle f�nf in gleichem Ma�e beherrschte. Und auch dann war das eine gro�e Seltenheit. Das Ma�, in dem diese Str�nge beherrscht werden und Anwendung finden, ist individuell ganz verschieden; einzelne dieser Personen sind sehr viel st�rker als die anderen. Wenn man bestimmte Handlungen mit Hilfe der Einen Macht vollbringen will, mu� man einen oder mehrere bestimmte Str�nge beherrschen. Wenn man beispielsweise ein Feuer entz�nden oder beeinflussen will, braucht man den Feuer-Strang; will man das Wetter �ndern, mu� man die Bereiche Luft und Wasser beherrschen, w�hrend man f�r Heilungen Wasser und Geist benutzen mu�. W�hrend M�nner und Frauen in gleichem Ma�e den Geist beherrschten, war das Talent in bezug auf Erde und/oder Feuer besonders oft bei M�nnern ausgepr�gt und das f�r Wasser und/oder Luft bei Frauen. Es gab Ausnahmen, aber trotzdem betrachtete man Erde und Feuer als die m�nnlichen M�chte, Luft und Wasser als die weiblichen. Im allgemeinen werden die F�higkeiten als gleichwertig betrachtet, doch unter den Aes Sedai gibt es ein Sprichwort: �Es gibt keinen Felsen, der so fest ist, da� Wind und Wasser ihn nicht abtragen k�nnten, und kein Feuer, das nicht von Wasser oder Wind gel�scht werden kann.� Es soll nicht unerw�hnt bleiben, da� dieses Sprichwort erst lange nach dem Tod des letzten m�nnlichen Aes Sedai aufkam. Irgendein m�gliches �quivalent bei den m�nnlichen Aes Sedai ist nicht mehr bekannt.</p><empty-line/><p><strong>Galad:</strong> siehe <a l:href="#idx08">Damodred, Lord Galadedrid</a>.</p><p><strong>Gaukler:</strong> fahrende M�rchenerz�hler, Musikanten, Jongleure, Akrobaten und Alleinunterhalter. Ihr Abzeichen ist die aus bunten Flicken zusammengesetzte Kleidung. Sie besuchen vor allem D�rfer und Kleinst�dte, da in den gr��eren St�dten schon zuviel andere Unterhaltung geboten wird.</p><p><strong>Gawyn:</strong> Sohn der K�nigin Morgase, Bruder von Elayne, der bei Elaynes Thronbesteigung Erster Prinz des Schwertes wird. Er f�hrt einen wei�en Keiler im Wappen.</p><p id="idx26"><strong>Gemeinderat:</strong> In den meisten D�rfern wird eine Gruppe von M�nnern in den Gemeinderat gew�hlt, der f�r alle Entscheidungen zust�ndig ist, die das gesamte Dorf oder Verhandlungen mit anderen D�rfern betreffen. Vorsitzender ist der B�rgermeister oder Dorf�lteste. Der Gemeinderat streitet h�ufig mit dem Frauenzirkel des Dorfes. Diese Auseinandersetzungen haben schon fast Tradition (siehe auch Frauenzirkel).</p><p><strong>Gewebe der Zeiten:</strong> auch Zeitgewebe genannt (siehe <a l:href="#idx09">Gro�es Muster</a>).</p><p><strong>Grenzlande:</strong> die an die Gro�e F�ule angrenzenden Nationen: Saldaea, Arafel, Kandor und Schienar.</p><p id="idx07"><strong>Gro�e F�ule:</strong> eine Region im hohen Norden, die durch den Dunklen K�nig vollst�ndig verdorben wurde. Sie stellt eine Zuflucht f�r Trollocs, Myrddraal und andere Kreaturen des Dunklen K�nigs dar.</p><p><strong>Gro�er Herr der Dunkelheit:</strong> Diese Bezeichnung verwenden die Schattenfreunde f�r den Dunklen K�nig. Sie behaupten, es sei Blasphemie, seinen wirklichen Namen zu ben�tzen.</p><p id="idx09"><strong>Gro�es Muster:</strong> Das Rad der Zeit verwebt die Muster der einzelnen Zeitalter zum Gro�en Muster, in dem die gesamte Existenz und Realit�t, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft festgelegt sind. Auch als Gewebe der Zeiten oder Zeitengewebe bekannt (siehe auch <a l:href="#idx19">Muster eines Zeitalters</a>, <a l:href="#idx27">Rad der Zeit</a>).</p><p><strong>Gro�e Schlange:</strong> ein Symbol f�r die Zeit und die Ewigkeit, das schon uralt war, bevor das Zeitalter der Legenden begann. Es zeigt eine Schlange, die den eigenen Schwanz verschlingt.</p><empty-line/><p><strong>Halbmensch:</strong> siehe <a l:href="#idx01">Myrddraal</a>.</p><p><strong>Herzensbann, Herzfang:</strong> siehe <a l:href="#idx02">Dunkler K�nig</a>.</p><p id="idx05"><strong>Herzstein:</strong> eine unzerst�rbare Substanz, die w�hrend des Zeitalters der Legenden erschaffen wurde. Jede bekannte Kraft, die dazu benutzt wird, den Herzstein zu zerst�ren, wird von ihm absorbiert und st�rkt die Kraft des Herzsteins.</p><p><strong>Horn von Valere:</strong> das legend�re Ziel der Wilden Jagd nach dem Horn. Man nimmt an, das Horn k�nne tote Helden zum Leben erwecken, damit sie gegen den Schatten k�mpfen.</p><p><strong>Hundert Gef�hrten:</strong> hundert m�nnliche Aes Sedai, ausgew�hlt aus den M�chtigsten des Zeitalters der Legenden, die � von Lews Therin Telamon gef�hrt -den letzten Angriff durchf�hrten und den Schattenkrieg beendeten, indem sie den Dunklen K�nig erneut in seinen Kerker sperrten und diesen versiegelten. Der Gegenangriff verdarb die <emphasis>Saidin;</emphasis> die Hundert Gef�hrten verfielen dem Wahnsinn und begannen mit der Zerst�rung der Welt.</p><p id="idx25"><strong>Hundertj�hriger Krieg:</strong> eine Reihe sich �berschneidender Kriege, gepr�gt von sich st�ndig ver�ndernden B�ndnissen, ausgel�st durch den Tod von Artur Falkenfl�gel und die darauffolgenden Auseinandersetzungen um seine Nachfolge. Er dauerte von 994 FJ bis 1117 FJ. Der Krieg entv�lkerte weite Landstriche zwischen dem Aryth-Meer und der Aiel-W�ste, zwischen dem Meer der St�rme und der Gro�en F�ule. Die Zerst�rungen waren so schwerwiegend, da� �ber diese Zeit nur noch fragmentarische Berichte vorliegen. Das Reich Artur Falkenfl�gels zerfiel, und die heutigen Staaten bildeten sich heraus.</p><empty-line/><p><strong>Illian:</strong> ein gro�er Hafen am Meer der St�rme, Hauptstadt der gleichnamigen Nation. Im Wappen von Illian findet man neun goldene Bienen auf dunkelgr�nem Feld.</p><p><strong>Ingtar, Lord Ingtar aus dem Hause Schinowa:</strong> ein Krieger aus Schienar, der in Fal Dara auftaucht.</p><empty-line/><p><strong>Kandor:</strong> eines der Grenzlande. Im Wappen f�hrt Kandor ein sich aufb�umendes rotes Pferd auf bla�gr�nem Feld.</p><p><strong>Kesselflicker:</strong> siehe <a l:href="#idx10">Tuatha'an</a>.</p><p><strong>Kinch, Hyam</strong> (Kinsch, Haiam): ein Bauer, der nahe der Stra�e nach Caemlyn wohnt.</p><p id="idx15"><strong>Kinder des Lichts:</strong> eine Gemeinschaft von Asketen, die sich den Sieg �ber den Dunklen K�nig und die Vernichtung aller Schattenfreunde zum Ziel gesetzt hat. Die Gemeinschaft wurde w�hrend des Hundertj�hrigen Kriegs von Lothair Mantelar gegr�ndet, der gegen die ansteigende Zahl der Schattenfreunde als Prediger anging. W�hrend des Kriegs entwickelte sich daraus eine vollst�ndige milit�rische Organisation, extrem streng ideologisch ausgerichtet und fest in dem Glauben, nur sie dienten der absoluten Wahrheit und dem Recht. Sie hassen die Aes Sedai und halten sie sowie alle, die sie unterst�tzen oder sich mit ihnen befreunden, f�r Schattenfreunde. Sie werden geringsch�tzig Wei�m�ntel genannt. Im Wappen f�hren sie eine goldene Sonne mit Strahlen auf wei�em Feld.</p><p><strong>Ko'bal:</strong> siehe <a l:href="#idx06">Trollocs</a>.</p><empty-line/><p><strong>Lan, al'Lan Mandragoran:</strong> ein Krieger aus dem Norden, Gef�hrte von Moiraine.</p><p><strong>Luc, Lord Luc aus dem Hause Mantear:</strong> Tigraines Bruder, der ihr Erster Prinz des Schwertes geworden w�re, h�tte sie den Thron bestiegen. Man glaubt allgemein an eine Verbindung zwischen seinem Verschwinden in der Gro�en F�ule und Tigraines sp�terem Verschwinden. Er f�hrte eine Eichel im Wappen.</p><p><strong>Lurk:</strong> siehe <a l:href="#idx01">Myrddraal</a>.</p><empty-line/><p><strong>Macherax Elyas:</strong> ein Mann, den Perrin und Egwene im Wald treffen.</p><p><strong>Mahdi:</strong> in der Alten Sprache �Sucher�; Titel eines Karawanenf�hrers bei den Tuatha'an.</p><p><strong>Malkier:</strong> eine Nation, einst eins der Grenzlande, mittlerweile Teil der Gro�en F�ule. Im Wappen f�hrte Malkier einen fliegenden goldenen Kranich.</p><p><strong>Mandarb:</strong> in der Alten Sprache �Klinge�. <strong>Manetheren:</strong> eine der Zehn Nationen, die den Zweiten Pakt schlossen; Hauptstadt des gleichnamigen Staates. Sowohl die Stadt als auch die Nation wurden in den Trolloc-Kriegen vollst�ndig zerst�rt.</p><p><strong>Maradon:</strong> Hauptstadt von Saldaea.</p><p><strong>Meerleute, Meervolk:</strong> Bewohner der Inseln im Aryth-Meer und im Meer der St�rme. Sie verbringen wenig Zeit auf diesen Inseln und leben statt dessen meist auf ihren Schiffen. Sie beherrschen den Seehandel fast vollst�ndig.</p><p><strong>Meile:</strong> L�ngenma�, gleich eintausend Spannen (siehe auch <a l:href="#idx11">Spanne</a>).</p><p><strong>Merrilin, Thom:</strong> ein Gaukler, der nach Emondsfeld kommt, um dort seine Kunst beim Bel Tine zu zeigen.</p><p><strong>Min:</strong> eine junge Frau im <emphasis>Hirsch und L�wen</emphasis> in Baerlon.</p><p><strong>Moiraine</strong> (Moar�n): eine Besucherin, die vor Winternacht nach Emondsfeld kommt.</p><p><strong>Morgase</strong> (Morgeis): von der Gnade des Lichts, K�nigin von Andor, Hochsitz des Hauses Trakand. Sie f�hrt drei goldene Schl�ssel im Wappen. Das Wappen des Hauses Trakand zeigt einen silbernen Grundpfeiler.</p><p id="idx19"><strong>Muster eines Zeitalters:</strong> Das Rad der Zeit verwebt die Str�nge menschlichen Lebens zum Muster eines Zeitalters, das die Substanz der Realit�t dieser Zeit bildet; auch als Zeitengewebe bekannt (siehe auch <a l:href="#idx28">Ta'veren</a>).</p><p id="idx01"><strong>Myrddraal:</strong> Kreaturen des Dunklen K�nigs, Kommandanten der Trolloc-Heere. Nachkommen von Trollocs, bei denen das Erbe der menschlichen Vorfahren wieder st�rker hervortritt, die man benutzt hat, um die Trollocs zu erschaffen. Trotzdem deutlich vom B�sen dieser Rasse gezeichnet. Sie sehen �u�erlich wie Menschen aus, haben aber keine Augen. Sie k�nnen jedoch im Hellen wie im Dunklen wie Adler sehen. Sie haben gewisse, vom Dunklen K�nig stammende Kr�fte, darunter die F�higkeit, mit einem Blick ihr Opfer vor Angst zu l�hmen. Wo Schatten sind, k�nnen sie hineinschl�pfen und sind nahezu unsichtbar. Eine ihrer wenigen bekannten Schw�chen besteht darin, da� sie Schwierigkeiten haben, flie�endes Wasser zu �berqueren. Man kennt sie unter vielen Namen in den verschiedenen L�ndern, z. B. als Halbmenschen, als die Augenlosen, Schattenm�nner, Lurk und die Blassen.</p><empty-line/><p id="idx17"><strong>Pakt der Zehn Nationen:</strong> eine Liga, die in den Jahrhunderten nach der Zerst�rung der Welt entstand (ca. 200 NZ); dem Sieg �ber den Dunklen K�nig verschrieben; zerbrach w�hrend der Trolloc-Kriege.</p><empty-line/><p id="idx27"><strong>Rad der Zeit:</strong> Die Zeit stellt man sich als ein Rad mit sieben Speichen vor � jede Speiche steht f�r ein Zeitalter. Wie sich das Rad dreht, so folgt Zeitalter auf Zeitalter. Jedes hinterl��t Erinnerungen, die zu Legenden verblassen, zu blo�en Mythen werden und schlie�lich vergessen sind, wenn dieses Zeitalter wiederkehrt. Das Muster eines Zeitalters wird bei jeder Wiederkehr leicht ver�ndert, doch auch wenn die �nderungen einschneidender Natur sein sollten, bleibt es doch das gleiche Zeitalter.</p><p><strong>Rote Ajah:</strong> siehe <a l:href="#idx03">Ajah</a>.</p><p><strong>R�ckgrat der Welt:</strong> eine hohe Bergkette, �ber die nur wenige P�sse f�hren. Sie trennt die Aiel-W�ste von den westlichen L�ndern.</p><empty-line/><p id="idx21"><strong>Sa'angreal:</strong> ein extrem seltenes Objekt, das es einem Menschen erlaubt, die Eine Macht in viel st�rkerem Ma�e als sonst m�glich zu benutzen. Ein Sa'angreal ist �hnlich, doch ungleich st�rker als ein Angreal. Relikt des Zeitalters der Legenden. Es ist nicht mehr bekannt, wie es angefertigt wurde.</p><p><strong>Saidar, Saidin:</strong> siehe <a l:href="#idx12">Wahre Quelle</a>.</p><p><strong>Saldaea:</strong> eines der Grenzlande. Im Wappen f�hrt Saldaea drei silberne Fische auf dunkelblauem Feld.</p><p><strong>Sch�fer der Nacht:</strong> siehe <a l:href="#idx02">Dunkler K�nig</a>.</p><p><strong>Schattenfreunde:</strong> die Anh�nger des Dunklen K�nigs. Sie glauben, gro�e Macht und andere Belohnungen zu empfangen, wenn er aus seinem Kerker befreit wird.</p><p><strong>Schattenkrieg:</strong> auch als der Krieg um die Macht bekannt; mit ihm endet das Zeitalter der Legenden. Er begann kurz nach dem Versuch, den Dunklen K�nig zu befreien, und erfa�te bald die ganze Welt. In einer Welt, die selbst die Erinnerung an den Krieg vergessen hatte, wurde nun der Krieg in allen seinen Formen wiederentdeckt. Er war besonders schrecklich, wo die Macht des Dunklen K�nigs die Welt ber�hrte, und auch die Eine Macht wurde als Waffe verwendet. Der Krieg wurde beendet, als der Dunkle K�nig wieder in seinen Kerker verbannt werden konnte.</p><p><strong>Schattenlords:</strong> diejenigen M�nner und Frauen, die der Einen Macht dienten und sie anwenden konnten, aber w�hrend der Trolloc-Kriege zum Schatten �berliefen und die Trolloc-Streitkr�fte kommandierten.</p><p><strong>Schattenm�nner:</strong> siehe <a l:href="#idx01">Myrddraal</a>.</p><p><strong>Schicksalsgewebe:</strong> eine gro�e �nderung im Muster eines Zeitalters, von einem oder mehreren Menschen ausgehend, die Ta'veren sind.</p><p><strong>Schienar:</strong> eines der Grenzlande. Im Wappen von Schienar sieht man einen sich herabst�rzenden schwarzen Falken.</p><p><strong>Schufa:</strong> ein Kleidungsst�ck der Aiel, ein Tuch, gew�hnlich sand- oder felsfarben, das man um Kopf und Hals wickelt. Nur das Gesicht bleibt frei.</p><p><strong>Schwarze Ajah:</strong> siehe <a l:href="#idx03">Ajah</a>.</p><p><strong>Seherin:</strong> eine Frau, die in den Frauenzirkel ihres Dorfs berufen wird, weil sie die F�higkeit des Heilens besitzt, das Wetter vorhersagen kann und auch sonst als kluge Frau anerkannt ist. Ihre Stellung fordert gro�es Verantwortungsbewu�tsein und verleiht ihr viel Autorit�t. Allgemein wird sie dem B�rgermeister gleichgestellt, in manchen D�rfern steht sie sogar �ber ihm. Im Gegensatz zum B�rgermeister wird sie auf Lebenszeit gew�hlt. Es ist �u�erst selten, da� eine Seherin vor ihrem Tod aus ihrem Amt entfernt wird. Ihre Auseinandersetzungen mit dem B�rgermeister sind auch zur Tradition geworden (siehe auch <a l:href="#idx29">Frauenzirkel</a>).</p><p><strong>Shadar Logoth:</strong> in der Alten Sprache �der Ort, an dem der Schatten wartet�. Eine seit den Trolloc-Kriegen verlassene und gemiedene Stadt. Wird auch �Wartende Schatten� genannt.</p><p><strong>Shai'tan:</strong> siehe <a l:href="#idx02">Dunkler K�nig</a>.</p><p><strong>Shayol Ghul:</strong> ein Berg im Versengten Land; dort befindet sich der Kerker, in dem der Dunkle K�nig gefangengehalten wird.</p><p><strong>Sheriam:</strong> eine Aes Sedai von den Blauen Ajah.</p><p><strong>Sichtblender:</strong> siehe <a l:href="#idx02">Dunkler K�nig</a>.</p><p id="idx11"><strong>Spanne:</strong> L�ngenma�; entspricht ungef�hr zwei Schritten. Tausend Spannen ergeben eine Meile.</p><p><strong>Sonnentag:</strong> ein weithin verbreitetes Mittsommerfest.</p><p><strong>Stedding:</strong> eine Ogier-Enklave. Viele <emphasis>Stedding</emphasis> sind seit der Zerst�rung der Welt verlassen worden. In Erz�hlungen und Legenden werden sie als Zufluchtsst�tte bezeichnet, und das aus gutem Grund. Auf eine heute nicht mehr bekannte Weise wurden sie abgeschirmt, so da� in ihrem Bereich kein Aes Sedai die Eine Macht anwenden kann und nicht einmal eine Spur der Wahren Quelle wahrnimmt. Versuche, von au�erhalb eines <emphasis>Stedding</emphasis> mit Hilfe der Einen Macht im Inneren einzugreifen, bleiben erfolglos. Kein Trolloc wird ohne Not ein <emphasis>Stedding</emphasis> betreten, und selbst ein Myrddraal betritt es nur, wenn er dazu gezwungen ist, und auch dann nur z�gernd und mit gr��tem Abscheu. Sogar echte Schattenfreunde f�hlen sich in einem <emphasis>Stedding</emphasis> nicht wohl.</p><p><strong>Stein von Tear:</strong> die Festung �ber der Stadt Tear. Man sagt, sie sei die erste Festung gewesen, die nach der Zeit des Wahns gebaut wurde. Manche behaupten sogar, sie sei <emphasis>w�hrend</emphasis> der Zeit des Wahns erbaut worden (siehe auch <a l:href="#idx30">Tear</a>).</p><p><strong>Tallanvor, Martyn:</strong> Gardeleutnant aus der Leibgarde der K�nigin; wir treffen ihn in Caemlyn.</p><p><strong>Ta'maral'ailen:</strong> in der Alten Sprache �Schicksalsgewebe�.</p><p><strong>Tanreall, Artur Paendrag:</strong> siehe <a l:href="#idx13">Falkenfl�gels Artur</a>.</p><p><strong>Tar Valon:</strong> eine Stadt auf einer Insel im Flu� Erinin. Mittelpunkt der Macht der Aes Sedai. Von hier aus regiert der Amyrlin-Sitz.</p><p id="idx28"><strong>Ta'veren:</strong> eine Person im Zentrum des Gewebes von Lebensstr�ngen aus ihrer Umgebung, m�glicherweise sogar <emphasis>aller</emphasis> Lebensstr�nge, die vom Rad der Zeit zu einem Schicksalsgewebe zusammengef�gt wurden (siehe auch Muster eines Zeitalters).</p><p id="idx30"><strong>Tear:</strong> ein gro�er Hafen am Meer der St�rme. Das Wappen von Tear zeigt drei wei�e Halbmonde auf rot- und goldgemustertem Feld.</p><p><strong>Telamon, Lews Therin:</strong> siehe auch <a l:href="#idx14">Drache</a>.</p><p><strong>Thakan'dar:</strong> ein ewig von Nebel verh�lltes Tal unterhalb des Shayol Ghul.</p><p><strong>Tigraine</strong> (Tigr�n): Als Tochter-Erbin von Andor heiratete sie Taringail Damodred und gebar seinen Sohn Galadedrid. Ihr Verschwinden im Jahr 972 N�, kurz nachdem ihr Bruder Luc in der F�ule verschwand, l�ste einen Kampf um ihre Nachfolge in Andor aus und verursachte die Geschehnisse in Cairhien, die schlie�lich zum Aiel-Krieg f�hrten. Sie zeigte im Wappen eine Frauenhand, die den Stiel einer Rose mit wei�er Bl�te umfa�t.</p><p><strong>Tochter-Erbin:</strong> Titel der Erbin des Throns von Andor. Die �lteste Tochter der K�nigin folgt ihrer Mutter auf den Thron. Sollte keine Tochter geboren werden oder am Leben sein, geht der Thron an die n�chste Blutsverwandte der K�nigin �ber.</p><p><strong>Trolloc-Kriege:</strong> eine Reihe von Kriegen, die etwa gegen 1000 NZ begannen und sich �ber mehr als 300 Jahre hinzogen. Trolloc-Heere verw�steten die Welt. Schlie�lich aber wurden die Trollocs entweder get�tet oder in die Gro�e F�ule zur�ckgetrieben. Mehrere Staaten wurden im Rahmen dieser Kriege ausgel�scht oder entv�lkert. Alle Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind fragmentarisch (siehe auch <a l:href="#idx17">Pakt der Zehn Nationen</a>).</p><p id="idx06"><strong>Trollocs:</strong> Kreaturen des Dunklen K�nigs, die er w�hrend des Schattenkriegs erschuf. Sie sind k�rperlich sehr gro� und au�erordentlich b�sartig. Sie stellen eine hybride Kreuzung zwischen Tier und Mensch dar und t�ten aus purer Mordlust. Nur diejenigen, die selbst von den Trollocs gef�rchtet werden, k�nnen diesen trauen. Trollocs sind schlau, hinterh�ltig und verr�terisch. Sie essen alles, auch jede Art von Fleisch, das von Menschen und anderen Trollocs eingeschlossen. Da sie zum Teil von Menschen abstammen, sind sie zum Geschlechtsverkehr mit Menschen imstande, doch die meisten einer solchen Verbindung entspringenden Kinder werden entweder tot geboren oder sind kaum lebensf�hig. Die Trollocs leben in stammes�hnlichen Horden. Die wichtigsten davon hei�en: Ahf'frait, Al'ghol, Bhan'sheen, Dha'vol, Dhai'mon, Dhjin'nen, Ghar'ghael, Ghob'hlin, Gho'hlem, Ghraem'lan, Ko'bal und Kno'mon.</p><p id="idx10"><strong>Tuatha'an:</strong> ein Nomadenvolk, auch als die Kesselflicker oder das Wandernde Volk bekannt. Sie wohnen in buntbemalten Wagen und folgen einer pazifistischen Weltanschauung, die sie den Weg des Blattes nennen. Die von den Kesselflickern reparierten Gegenst�nde sind h�ufig besser als vorher, aber viele D�rfer bleiben ihnen verschlossen, da Geschichten im Umlauf sind, sie st�hlen Kinder und verf�hrten junge Leute, ihnen zu folgen.</p><empty-line/><p><strong>Vater der L�gen:</strong> siehe <a l:href="#idx02">Dunkler K�nig</a>.</p><p><strong>Verlorenen,</strong> die: Name f�r die dreizehn der m�chtigsten Aes Sedai, die es jemals gab, die w�hrend des Schattenkriegs zum Dunklen K�nig �berliefen, weil er ihnen daf�r die Unsterblichkeit versprach. Sowohl Legenden wie auch fragmentarische Berichte stimmen darin �berein, da� sie zusammen mit dem Dunklen K�nig eingekerkert wurden, als dessen Gef�ngnis erneut versiegelt wurde. Ihre Namen werden heute noch gebraucht, um Kinder zu erschrecken.</p><p><strong>Versengte Land:</strong> verw�steter Landstrich in der Umgebung des Shayol Ghul, jenseits der Gro�en F�ule.</p><empty-line/><p id="idx12"><strong>Wahre Quelle:</strong> die treibende Kraft des Universums, die das Rad der Zeit antreibt. Sie teilt sich in eine m�nnliche <emphasis>(Saidin)</emphasis> und eine weibliche H�lfte <emphasis>(Saidar),</emphasis> die gleichzeitig miteinander und gegeneinander arbeiten. Nur ein Mann kann von <emphasis>Saidin</emphasis> Energie beziehen und nur eine Frau von <emphasis>Saidar.</emphasis> Seit dem Beginn der Zeit des Wahns ist <emphasis>Saidin</emphasis> von der Hand des Dunklen K�nigs gezeichnet (siehe auch <a l:href="#idx18">Eine Macht</a>).</p><p><strong>Wanderndes Volk:</strong> siehe <a l:href="#idx10">Tuatha'an</a>.</p><p><strong>Wei�e Ajah:</strong> siehe <a l:href="#idx03">Ajah</a>.</p><p><strong>Wei�e Burg:</strong> der Palast des Amyrlin-Sitzes in Tar Valon.</p><p><strong>Wei�m�ntel:</strong> siehe <a l:href="#idx15">Kinder des Lichts</a>.</p><p id="idx23"><strong>Wiedergeborener Drache:</strong> Nach der Prophezeiung und der Legende wird der Drache dann wiedergeboren werden, wenn die Menschheit in gr��ter Not ist und er die Welt retten mu�. Das ist nichts, worauf sich die Menschen freuen, denn die Prophezeiung sagt, da� die Wiedergeburt des Drachen zu einer neuen Zerst�rung der Welt f�hren wird, und au�erdem erschrecken die Menschen beim Gedanken an Lews Therin Bruderm�rder, den Drachen, auch wenn er schon mehr als dreitausend Jahre tot ist (siehe auch Drache).</p><p><strong>Wilde Jagd nach dem Horn:</strong> ein Zyklus von Erz�hlungen �ber die legend�re Suche nach dem Horn von Valere in den Jahren zwischen dem Ende der Trolloc-Kriege und dem Beginn des Hundertj�hrigen Kriegs. Um sie vollst�ndig zu erz�hlen, ben�tigt man viele Tage.</p><empty-line/><p id="idx24"><strong>Zeit des Wahns:</strong> siehe <a l:href="#idx16">Zerst�rung der Welt</a>.</p><p><strong>Zeitalter der Legenden:</strong> das Zeitalter, welches von dem Krieg des Schattens und der Zerst�rung der Welt beendet wurde. Eine Zeit, in der die Aes Sedai Wunder vollbringen konnten, von denen man heute nur tr�umen kann (siehe auch: Rad der Zeit).</p><p id="idx16"><strong>Zerst�rung der Welt:</strong> Als Lews Therin Telamon und die Hundert Gef�hrten das Gef�ngnis des Dunklen K�nigs wieder versiegelten, fiel durch den Gegenangriff ein Schatten auf die <emphasis>Saidin.</emphasis> Schlie�lich verfiel jeder m�nnliche Aes Sedai auf schreckliche Art dem Wahnsinn. In ihrem Wahn ver�nderten diese M�nner, die die Eine Macht in einem heute unvorstellbaren Ma�e beherrschten, die Oberfl�che der Erde. Sie riefen furchtbare Erdbeben hervor, Gebirgsz�ge wurden eingeebnet, neue Berge erhoben sich, wo sich Meere befunden hatten, entstand Festland, und an anderen Stellen drang der Ozean in bewohnte L�nder ein. Viele Teile der Welt wurden vollst�ndig entv�lkert und die �berlebenden wie Staub vom Wind zerstreut. Diese Zerst�rung wird in Geschichten, Legenden und Geschichtsb�chern als die Zerst�rung der Welt bezeichnet (siehe auch Hundert Gef�hrten).</p><p><strong>Zweifler:</strong> ein Orden innerhalb der Gemeinschaft der Kinder des Lichts. Sie sehen ihre Aufgabe darin, die Wahrheit im Wortstreit zu erkennen und Schattenfreunde zu entdecken. Ihre Suche nach der Wahrheit und dem Licht, so wie sie die Dinge sehen, wird noch eifriger betrieben, als das bei den Kindern des Lichts allgemein �blich ist. Ihre normale Befragungsmethode ist die Folter, wobei sie der Auffassung sind, da� sie selbst die Wahrheit bereits kennen und ihre Opfer nur dazu bringen m�ssen, sie zu gestehen. Die Zweifler bezeichnen sich als die Hand des Lichts und verhalten sich gelegentlich so, als seien sie v�llig unabh�ngig von den Kindern und dem Rat der Gesalbten, der die Gemeinschaft leitet. Das Oberhaupt der Zweifler ist der Hochinquisitor, der einen Sitz im Rat der Gesalbten hat.</p><p><strong>Zweiter Pakt:</strong> siehe <a l:href="#idx17">Pakt der Zehn Nationen</a>.</p></section></body><binary id="cover" content-type="image/jpeg">/9j/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7/wAARCAGkAQkDASIAAhEBAxEB/8QAHQAAAQMFAQAAAAAAAAAAAAAABgQFBwABAgMICf/EAGIQAAEDAgMFAwcGCAgJCQUJAQIBAwQABQYREgcTISIyFDFCCCNBUVJichUzYXGCkiRDU4GRorLCCRYlNHN1obEXNTc4Y7PB0vAmNkRUdNHh4vInRVVkw1ZlZoOFk5TE8bT/xAAaAQADAQEBAQAAAAAAAAAAAAABAgMABAUG/8QAKREAAgICAgEEAgIDAQEAAAAAAAECEQMSITFBBBMiYTJRBTMUI0JxFf/aAAwDAQACEQMRAD8A5T3LH5Nv7iVfcsfkw+4lZ1VdNHLZjuWPyYfdq25j/k2/uUqiRn5cgI0ZonHTLSIimaqtENqYs0S6Q4CozNnOuC25J62Y5ly8o/jC+PloJWFuhjt+H5kxd9Ete8aX8YoZCH5y5aU/xY0p5+dZml9nfiZfqZrT1Mst5uprMG5sOwcz85Jd3AAQ9QkPLpKmxyywRTN3EUDX7LaGf+yn1TJe5LyxKeGXlT8F+TZX0NuihfoJNVIZtsehOq1Mt+4NPQbeVOPyKhEnY7pb3T9SOkJfoLT/AH0QzMrTaUNhe09lkhHlR5Wk2XC06i0p4dC8OT2a2g24C9mY/Jh9xKrszH5MPuJRG5b7deMysCoj/esDq+6Xi+o6YM8lyVKWh9jDcsfkw+4lVuWPyYfcStlVQBZr7Ox+Tb+4lUsdj8k39xKzWqrBs19nY/JN/cSqSOx+Sb+4lbKqsNZh2dj8i391Krs7H5Fv7qVlxquNY1mPZ2PyLf3UquzsfkW/upWXGq41jWY9nY/It/dSq7Ox+Rb+6lZcarjWNZj2dj8i391Krs7H5Fv7qVlxquNY1mPZ2PyLf3UquzsfkW/upWXGq41jWY9nY/It/dSq7Ox+Rb+6lZcarjWNZj2dj8i391Krs7H5Fv7qVlxquNY1mPZ2PyLf3UquzsfkW/upWXGq41jWYqy1kvmm/uJTD+ZKIi6V+qhzOlfJSIRVQiREmnjnwRKvTzhFhO3vXN9fMwW998Zdwfr6f0U8e7IyYouf8gRBs7fG6v8A89VOtv8A0Q/vUrRiNhUWZM9jf3xeLUZzoj+yRe0XspTZYOMyRe5K77sn4Rn7bxF5sf08fslTVMmSZkx2XLdN590lIzNc1VaaxIqx8tJLiGQ/brguUx7W604ncB+IS0+g/wBX9NMUlh2LIOO82Tbja6SFU4otbLW6ceWy71btxCojx6y0brkllMnmHijOe/o6C+7y/moPlA/6S/YLMCbz4tNiqmS5Jl30UXa5JZ7slmWMzNgtNA29756dREJeEsyKs8I25i3D8pXBMn91vE/0Y+0Re0fhoany3Jkl193JTcMiIkTiqlTVQOxzulvYi5XqySVdh7zPeJyHHPwiX/fWd6RL1bfllERJbP8APETx6+537Xi96kuGZwRZnZ5XPAkebkh6k/KfZ76coluuFour6zI69gJwob7u6LcueFOb+2tVi3QNeirUonR1iynWCXmbMhVPVSbjSl2XqqqqoMJVVVVVAxVVVVbOsYvVVbOqzrGL1VWzq+dYxVVVZ1bOsYvVVbOqzrBL1VWzqs6xi9VVs6rOsYvVVbOqRaxi7ndQ5n9FEbnctDlKykQjp/sfY2LHvpv81duDDb/taUzVaYKfYcUrhh3s0Z1tVbma3DffBsdKh75fRVY8HLNDniNbaxa2Mtz2B50912DUHM37W9Tm6qSRWMISMme23BpV/L6Wh+8gn+tprViKMTGHrXE3rb7jbjuaMqJigrpy4j3+nvofIDFciFUX6UpmZRoLpOE48hN1bJD7L6cUbkt8HB9oXA4fq06XaREtsJiNf1dnzORxxvd6C+Hu5tGrl9rT7K0wYbfvJEjHygrNracDeewZcvKPpL4KdsXYe7a4lwtx5tLq81nx82OktPg6ve96sIZXnf3rD0JizoykdfNurvOIaeYdXsgGoqa4+B5k9N5abhFlNt/OIoOCRfn06V+yRU+tx7hZ8O/JwbjtCufOuadLfu8eHtd/+xaE7zfMQhvLZKuko0bMgNtDyHV9Q0ZOgQYsl4dttl43i9sPveiNAbIz+0RadP2hpbiK5yIuHo+Svfyi3mm9dI92LZaRER7vCPGg7QpIpaVU/SuVPeKFVLVYWl9EFC/S4S/7KmmPJWa8YGjtyCQjWhJDDTy/SStjr/XQqaKd8TcsqG0vggsiv5wQv3qaKWRSBSVfhVZVbKsGy/Cq4VaqoGsvlVqvVLWCWqqqqomKq+VUlXoWYtlVqyqypWMWqqqqohKqqqqrGKqqqqrAKq2VXq2dYxc+5aHKIz7locpZFYdEjRbJBtUftuKFcaVPm4ba+dP4vUn61ZMXm7yH/wDk/bGIIejs7Wsv/wBwuekxMtMfypfVelzHOduOvUXvH6gpMt+nHKbM932dtwSCKg+ZTL3attRy1Y9b/HO/4T5G8/7SP7OqtUi8X+OO4v8AbEmh6VkM85/C4PPRJEuVwfxVCJbgPyJKQnG93Ga1GojzNd3Vq4U33n5XguOybcrB7vW5NtjfnxDVzcw9GkR4cOmtQq+RlIuUd22tScMtME5Gb0OxnR1PN+8IdJD9OSFTbgYHyjz3WFLtSOsA2hdHM6mer3eHGkqMMXFflKy/gU+L5x2L7GnxN+79FEmHHhuEJZ7Sbi5S9bRereiPKQj4fnMy+EqoTcRjtKyv42zmIOU5lxT3u9d82Yj4iIvY8J0oxDd7OsxHrZbGp0/5t1zIlZ1+y2PeX1nWpWFuMxbBYF3MNn+dy+gXNPUThewPhSslvAwEW2YNjOq875tZWWcl8/Fp/Jj8FJY9DvhwcVkT6zBOGw61u47OQMgZFy6tKewPP9mhi9EzesXDDi8WkcGKz8IDo/dp4CYxZ9Me5XNXrmureOdnF7d+0LhaubX+r7VJrt2CzLNvUGPuSmam7Y0vJoHTpcd0+HxINECQqxCGHklI3cd+zJlNa25PWDfNpZ1D7OkRoSu9vk2x/dvoJovEHW1zbNPWK+ml43GPckGNevzSm2/PN/F7Q/FW/wDmK/I1w8/bHudp0Oj3XGyoSdjxQPJV/RW64xXYM92I+mRgvD6R8K1oqbKFVfKr1VKGiyVeqqqASypVZVerUbMXqqqrVjF6qqqqBi2VVlV6qjZi2VVlV6qtZi2VUqVesaKMVVsqvV0SsEsfctDlEZ9y0OUsikOgsuEuTcJjkyY8TshwtRmvppNV1qkpiPmh1sN1aYYdg3Jne29/rBO9svbH3q3y49xsEpq4W+SpR1/m8lviGXsr7JfRTFTha7nOtmSQn8m162XBA2j+sS5aZMm4hPhCTb7nKV9Y/Yp0Vo3Fkxvxgjy6dPiz1eCld2uKMWmcQxmIW6/B4racnnXvni05lzaRy93VTJbr3Z2XZb/yNuJD0cms4rpaPi0l082mnfFNvekwytMBPOtTkd49bm80gRffEvvDVo8E5FWm3R0tDNmjq+Pa2hkT3fGfstd3KPUvi8NNd4e+R5vybZrb2FXWwTeNub55/l5SEvZP6Bonf38WHc7hK+YZQkjf6QhEWdX7KD9qhaXi3OT2iBbmGX8gbblO85tgI6REdXAfrpZOjRdm2Fh6Ph/+VMVEmpf5ra883n19ovyY0a2LY/jTaWi3ixXnDk5EEN6ykvjHFR4Bpy5dPTURy335TyvSHTdcXvIyzVfz11J/B58bzjFP/l4v7TlSlIvBEWXHYZiSDfCscrE+Do90TgUZ26IJpy6u7T6uNWxlshx/hLDbzOKrYqx2k3kSWy6LjAe0JEPTr7+f2a3eV8Sh5QeIyBVRUWPkqej8HbrrPZc//GTyY7W9flR9ZFjcB43fTp1iJL+YUpFPVhcPi2cDTPwnD8KR+Pia47q/rN/vJ92luBcD4pxxPOJh23FMVlM33iPdssfGZoIjS/Z9hubi+/rhS2iu+nzmQQ08IIpay+yGovs10J5VsiLsu2U2LZ1gxtLZEnuOrNNskF1wAQVVD9K6yLNfqy6aeUxYxIXt2yJuXNbgrtOwA3KPl3SznuBerXutH61NG0/ZbjHZxIQMTW3dxzPSzLYLeMOfa9C/QuVBBjqSu1fJJvre0/ZPecFYuaS7fJmmKSyefUwY8nf4h0rx+qkvUdOzjG3sdrnMRt+yyjriBvXT0gGpctRL6ETvzqYcO+Tbj7ENpC62S44anwXfm32J6kJfqUC7YcFns/2i3XCyuE41EdzYcX8YyXM2X3VQV94SrrzyDlVdjEzPiiXh79huhJhiuaOXrLsZvd7ufyVZcU4PudyzMOyxrnz6w6h5hTuoax5gfFWBrolvxRaihOlnujTIgcRPZJOC1qtjz7G0WM9BeeZlhd1NlxrkIXN7yZafHXY3l4fJLWyOOkndLcSuTPY0XqHgu8y+znWcjVZx/gLCMrGNxW3wr1YoElSEGguEtWd6S+gcx4rUgYn8nHG2GbYt0xDd8NWyEhoG+emqg6l7k6ai3C3/ADqs6p/15j/WDXcHl0f5DX/6xY/eoSMmcv4c2H4ixGEk7FiTCNx7MJGYMXPM9I+LLTUc2a3FcL6zanZcWArikhyJbmhtvLPqL81Pmzi93LCeJ4mKIjD7rEUlalZdHnEIdJF3DrES0/D9FDMgkN1w8uojX71UFkTVE8mLaHMtAXWJccNSIbje9B5ucqgo+vPTTNh7Yfim/uOR7LiHB9zlgOrs8WfqNfo5kSuvNgSZ+S1ZfX8jvfv1wls5udysu0ey3C3EozI10a3bTSlrc88IkPL4S5ky96ksdqjHHuDcSYHvC2jEduWJLTjlnmBD7Yn0qP050UYV2M4ov2A4mNluFitdmkqaI9Pm7rLSWjuy48yF92uofLqhWqTsdCbJ0jPj3BpYefeZEmgxT7PN9iuO8T4ymXnCOHsKbrs9psbBCywjhKhukZGbpce9VX+yslYNdQ1whsCxXi9ZiYbv+Frj2TRvd1NLhq1afB6dBfopA/sXvLF/dw+/i7BbV1ae3DkY7poIHPZXMUyqbf4PH5vG/wBdv/ukVAPlCLltwxiSLkvys9xTv6qwwg2o7Pb7s6vka0X4opPSYqSmyju6xUFMg7/rBaEuNE+L8YTsT2HD9uuQb1+ysORm5RmquOMqWYAXw8f00M08eBWUfctDlEZdy0O0suGUh0EVVnThemGEVJkDNYjnDIl1E0XqWm+nlGkc6lbszVawWqzq/DKlG7LLnln9KVJ9yfjxkG7ypDyM5IbadBnyiJC2PfpLSKkv3fXWjYxh3Ad0CXccfYtdw+xGdbGIARidWSvFTTlRVTLl/TXQVn8mjC+JVj4li43lXi3unvI6i0hMkGrPSnN0+imjJw7Qso7nOm1O6R1tEG3wFXz3nV83o5PxY6fV/u/TUfj3ca7D2g+T/s/tMFLjizHL9vR2SZpJdZHnIvAIj1cojwT2a5n2oWrB1lvjcHBWIZN8hC1mb0mITBC5nxHSQiX6a0pbhjj0dgqtdV/weX+PMY/9li/tOVypXVf8Hl/jzGP/AGWL+05Sy6Gx/kZbU9lVr2heU1dbeWNoEGa+LbrluSO4b4ALLfHPgC8vN1J6qedvG0STg6N/grw3Z5EC3W20oj01zQm9ZENItt+jiukCLq6uX01GHlD3244X8rabiO1EvaoEuI4IJ+OTs7epv7Q6k/PXQG33BKbX9k8a74VQEuOluVGXh5wMuLJF+dfhIaVdKQZfKLiQh5DOS7T3ScEc3oz27z70UdK5/rZfnp3/AIQKO/8Axyw2/wDiXLa437hmLmZftDUTbPcals82r2K4MirkO0PKzM0fjEc5Xyy+jwp7g10t5X2G42PdjtvxhYpCz/k13tLbkXpOM5pEiH6iFtfo0lRmCBxJp410v/B9SD/j/iNjNd2tpzVPpR4cv2lrmhVy4L6K6x8iq3RsGYCxZtLxO8kGE9oaYce4ZtM6iLL2tREI/wD5dBhQD+XPp/w5jlln8jx8/vOVOHkEqn+BiZn3fLD37Ddce7WsXu482j3fFToKCTXPNB7DQcgD+ZBSuwPIJ/yLzE/+93v2G6EugxXyRAuzDEmx2zbSQn3TDd9ZfbnnupTtwB5lg9XWQ6A4J9qjbystlWL5jP8AhCHEpYmtrbSFuXGxbOGwvFCHTymPNzLkPh7/AEcz3nW1eZzBtFrGa8BAic2rWXDL116G3WQlh8mJxMRyERxvDW7eMvQZR8hH7xCNAMUefGE/+dFo/rBj9sa7z8r1zDzeyN1cTs3J63/KDGbcBwAcUubLiaKmVcG4U/502j+sGP2xruDy6cl2Gv8A9YMfvUX0gR/JnOeJHtnDvk+ShwNBukWYl+i/KHyi4JvEm6f3fEeVU6svz1DK9VKIr8zshwGn3UadcBwmQJUFwxRUBVH0qmssviWiDaNhR3Bd6iWOW9vrgtvZkzQ/IOuop7v8wqH6acU7o2Boi+TDZEVck+SX+Pq4nUHeTfsZw5esUMYwXFjF9ZsstHm4URogXfdQoW8y5dXP72mpw2Df5r1ly4/yQ/8A3nXKvkrY6XB+14I9wkqxabwaQXfU2efKRfaLL7X0Ui5Ks1+Uttdu+0G/LazhPWiz2x40agOlqd3ycpG4iJ1d4oPh1Kua91Q7XUflxbMOzzGNpFoi5x3vN3XSnzZ+F3l9roIva0+1XLlMhJHXH8Hd046+OB+y/UB+UN/lxxl/W7/7VT5/B292Ovjgfsv1AnlDJ/7ccZf1u/8AtVl2Z/gAKJxq6VfKrVTsUo+5aHKIz7locqbKw6JAW3PwE+ULNI7fB6HfN8/wuD4aS5Wuf37y3PJ3+Nkv3h/WpNAmyrc9v4Tm5XuX0io+yQ9yjS/5UsslMrpat26n4yGe71fZ6arZyUW+Rbbln/GW2Z+rzmf7NXRMPQF3iE9dnsuhQ3TWf3tRJ92sdOFMstV0y9XJp/TVym2uJk5b7Vqf/KSnUc/sRBrAXIqldon7i4Xl5IMFrkaFv0h7LY/vV3f5IkoJmweyPssgwwr0pGmx9A9ocrz4uM2VcHkelu7wkTSgr0iPsinoSu/vIy/zerH/AE8v/XnSZHdFsaoGPLyjtyMA4faKU2w4t381r5RMty5kOvw/7a42lyP/AHfebd83+O6Hg/2FXXv8IT/k7w5/XP8A9ByuPkvUjsnZ7juJrLXze962w9kXO/8ANWxOlRpxMfk2Cq7yDdWyb9T7ZCX6eYf1qlzZntjLZ1BKPhvDeE2H3UFHnl7S89I0+Ii15fm5abdjeyCTtQkK5CjTrbZmHNL9xec1NoXsiJfOfu+Kld8vWw/Bs6TasPYQkYzNjza3S4TybZcMerQDenl97xeGtKQENG03agm0G4Oz2sG2qDfHtCO3BozV4tPDoz09KCn5qetme3XE+y7Di4ctzEK76nN7lL16I/tC2QlRTsok7Etpf/JKXhP+KN+mfMvQJZfhC+yJFnp+HxUC7ftil+2an8ob1bhYXi0MzstBtqnhMfCvo1eKhsaKAbHuI0xXiN69/JMG0OyV1SG4CEIOGvUWRKunP6MqKNlW2fGuzgFi2mQxPthcpW+ahuN/UPHUP5uWo8iGwE+M/Jj79lo0Im9aprT1Z+iusvJ7wHsb2s2ifM/iXMt0iA4LbrRXF0hXUmaKioX0LSyHRDV42ibOZcz5U/wMwWbiq55/LLvZd4PtMiA8vu50P7QdpWI8aDFiXI2YtniJ+D2qIG7is/CH+9nUzbbbPsV2Z42TDkjZ7crhnDCVvgvDg9REmWnj7Pr9NPuCNjmx3a7g6ReMGld7PJFEacadd3nZncs+KL1J+ejZqOUIbrDMll1+Oj7TbombRqQg4Kd4qQ8yZ/R+epwwd5S17wfZGrPhvBGG4UQF1aU3yqZe0S6+K1Fm0zBd5wFjCVhy9Iu8YVN24nS+C9zo+6X+zTT5skk4CK7x7Ji3CT92emzwaalNTyZNsCIWxHSPvcftUXyBcDi9tYgOYtXFf+C3CaXZXSfVzORu1dItSuaN5p1Z/RSDavthxltIRGr5O3EJD1pCi8jKF68u9fzqtdRbVdh+yfBmz+64qawq/K+T2N8rK3B0dfFEyz1cO+uboeLNjhFldNl0xppfTGvLmtPvctL2PVAlgfE8TC9zGc9he2314CFxrtquaWlH4CTvzTv9VS1inyor9ie0OWm/YEwrcITnWw6j2gv16IsN7Fdku07DL9x2bYlu0K5NJm5CmJrVtfZIeH3kNRqBNo2BMR4AxEtlxHCVlxVzadbXUDoe0K+n/jVWirBdBbhza9BsVwauELZTgcJTK5tuqDxEK/aNaG8a44exhtNexxfbLAkuP6N7A1ugwSC2gImYkh+FF6qD8uNOOHrTMvuILdZICZyrhJCMwmXjNckp2hEycbF5U+JbFYY1gteC8LRbbGa3TLDaPaRH1df0rUNYtvsO+Xbt8GwQbCRFrMILjqgR6tWrzhll+bKulfKp2IYYwnsji33ClpSLJtjzSTndZKr7OnQpFmXVq0r9oq5OpIjyJ3ieVBjT+KyYeudisF2i9k7K45LRzOQHTzaSyqDprrD9xfksxhjtuHqFoSUkFM89OarnlS7DEyzQrwzJv1mW8QQXnib8mkP7Sca612LbNdgG1DDa3W04blxpLB6JcR2c6pMkvfx1cUL0LRfAI8kP7Odv1y2eWh2DhvBOGoSO/Pmm/U3zTpIsz+kv00GbUtobOPLi7dH8KWm13J9zeSZcQ3db2odORCRqHNkPHTmmXfR75VGxT/B5eGb1huKaYZmcq6nNaxnu/QufHSXhX7Pq1QYOSKiqmaZ8UrRNdGNZV0T5P1r2PbRsThhW54FdiT0iq8DzVyfycVOpMtXCo220TdnLt1ft+AMNPQ2oEk21mOTHHSf0lp1CK9IctHewkfn00OUSH00N0rHh0EiVXCrVenZEstVV1q1MAr016F+Rh/m+WP8AppX+vOvPNa9C/Iw/zfbH/Tyf9edTydFIfkBf8IR/k6w7/Xf/APXOuStneGZGMsdWbC0Uee5SUaUvZBEUjL7IIRfZrrT+EI/ydYd/rr/+udQ15E8eM/t2hrI72rdJNrj48hT+5SoQ/E0+zpfygSg7N/JyuESws9kbbjhb4otplp3i5Ev6NVefC5rnn3rXfvlx/wCQCZl/8Qi/t1wElGAJmyG69ClMzIrpsyY5CbLra5EBD3Ki16T4Ycg7V9hlueuzO9ZvduRJGpOl3pMh+oxJR+pK81l6a9CPIzlSJPk/WFH/AMWroBw8Otcv760zQOCcV2h7DWKrnYpme8gSXWE+yRJXVv8AB6f4pxX/ANoY/uOoG8phY7u3XFyxvm0nKhfHkiH+tnU9fwef+KMV5f8AWWP7joSFiR15dK/+24ERf/csf9t2jj+Dp32jG2rPc64eWfteez/sypy8pTZnZscbYoeraDYrDdHoDMZu3y8yec53NJJx9OrJPhohl/I/kzbIGuyW2dfJUyTzS8hACkqPjXwjpFdPBemtJ3Gh4kUeX69bH9pNmjxsu3R7f+E5eypKof7agfA//Paw/wBZxv8AWjVY3xHdcXYruGJLs+rsyc6rhr7Kdwin0ImSInqSscDf89rBn/8AE43+tGmUaQux6H+U5/m/4w/q5f2hrzYQuVK9J/Kc/wAgGMP6uX9oa82RHlSlh5DKQf8Ak/YznYK2qWe8R33hiSXhjTWk6HGTMRL9GeofpSuyfK1wWxi3Y9cp7TOq5WdtZsVcuKoPWP5xz/RXAll3vyxBRn5ztTWj4t4Nemm0xVTZNiRJPf8AIUoXsvXuC1Vpo0GeX2eXGpa8nYBtsnE20STHRxjClqOREXjzzXB0ND94qiYu8cu6pgxkDeCfJ8w3hoRJm7Ylkne5mSDr3I8rAfd5viIqpInE7C2VXaLtV2GW2ZcESSs6AsWYjmRKrwioGX158a88cWWiTYMTXWyykTewJjsY/iAtK8K6r/g/8Wk/ab9gpx8kciKE6I0SeAl0uZfQhaPv0CeXBhJLNtMZxIyOli9MIrnDhv28kPL7Kgv151OPBV/I56zqefJVv0jC2GdpGJITTZy7bZmn20c6SyPiC/F3VBOmpj2Df5MNrif/AIfD9sqeUScODsXD14wntn2VI6TQyYNyZ3cmM5pI455dy+okXiJfUtcFbYtn1x2a4yfsFwFx+Op72DIJNASGV6S+L2h9qnjyetpsvZdjEH3yzsM3Q1cGcy+y6I+0ldmbasAWPbLs9ZCLJaKSob61zwTUIEqcPsl3LU6ofs5O8iv/ADgrd/2N/wDZKoakfzt7+lP+/wD8KnDyRrRcLL5SzFqusZ2JMiMSGnWnByIVQVqD5H87d/pT/vL/ALqeIrNRdNDtEZdNDlCS5KYn8QkWqSqzqkoomylq1VVU4pVehXkX/wCb7Y/6eT/rzrz1r0K8jD/N8sf9PJ/151PIUx9gZ/CDf5PcO/10v/8AznXL+w3FQYM2r2C/PfMMyN2//RuCoEv2UJS+zXSX8IXcGkwjhS3+N+5OOgXwNaf/AKtcb8UXOmxrizTfJ6WbdsMljbY5fbNDFHZT0bfw1Tjm435wUT4tOn7VeaZ5iWSp6clroXye/KMnYMjNYaxczLudmDSkeQC+dhD7Pvh+t8VLNqGzXA2Pru/iXZfjrDAPTfwmVb5krs+71dRDqTMNfsqKUi4DLk5wbTLinHP0V6H7JzY2Z+TRZJ96IWQg2pZb2fLmTmZiP18wjXLGF8EYBwfdxv8AtFxzYp7MJcxstk1SnpDg82lzlERHl8XKXtU27fNtN62oSUht/wAnYeYc1sQ05jMvaIv+NNFR2EjKiOcUXiTf8RXG9TCUn50p2Q4v0kSr/trq7+Dw/wAT4u/7Sx/cdcjNt9okMRd60zvnEDeOdIZ8uovoTPjXY/ktrgrZbZLm3fNp2DJcu4ONmSRLkigGlFTLM0HPvpsiuNC4+JWRh5cLz8Tbu3LiuE08zaYrjbg9QqjpcUrpLBVwsu3LYWLM4xI5zG6mt+lt8PT9HNpJKgjyq7XhvHGJTxhh7aThJ0Yts3RwFnCrzm63h8mnXrItSIg8tDPkmbWGNn+JHrLfZCtWC5qik5nn2Z5OksvUXSX2V9FJrZSyKsc4YuWDcZ3PDd1FRfhOaF9k09Bj9BJktasD/wDPewf1rF/1w11j5SEXZNtJsxXW249wsxiaEz+Cudub0vB1bpz6fV6q582LYOg3a+RL3dcaYasMSFOaM2p0vRILQqHmDeXEV4Jnn6/VVU7ROXB235T3HyfsX5f/AA/94a83E6U+qvRPaJjPZli3Z9eMNHtEw2wlyhnHR5ZwKLaqnAss+OS5Ll9Fchx9kVqCR+G7Wdn7UNPxjc8pB6fg0jn96kxvV2NPkY9gmFH8ZbVbFZ2mXXGxkDKkqKZEDLXOZEXozyQU94hrr3yzMbx8MbKJNkjP5XK+osdtEXijfjL9HL9qogwbtL2W7GLRIj4JSbi3EEtkUduLrRMsIfNpHn0lp1eEB5vaqCsfYsveOMRvX2/zDfmOrkiZ+baD0AA+EUzX9NHXZtg21M9mGFncaY6tGGmkz7bIEXVy6Wk5nF/MCFU1bSNv70TG1ytNnwdhC4QLSaW+I9cIZPvOA1w6kMeXVq5dPip58mrD2AcGMycRXzaThpLvOtqssNNzm84WtMyP+k6fh6a50xfZ0sWKZ1uC9W29tgWYzYL29bczz8Xr9f0506WwrdE4YD8pC5RcZW35UwhhKBAfdFqU7bYhMvICmPdqPJcy0lx9dTl5YeEf427G5c+K1rk2bK4h690Ked/UzX81cNYVsny7iKPa1vNqtO8Ej7VcnSaZDSOriSCuXqrv6xbQtnETBkKxXPaNhu4m1BGLIeOcCb/k0kqpn6alONFIS2POc+7hUw7Bv8mO1j+oB/1hUO7XMH4dw7fmVwpi60Xy1Tnz3SxZOs4wZj85l/f4qm7YvhnAOGsAYss+I9qOE3p+JYfYkcizh0Rg0lpz1Zai1Fn01Sb+NE0jlJOJJnxTKumvI02vLabk3s9xDOXsUs/5JdLuYd/Iqvsl6Pe+KoU2iYKYwgUdI2MsN4kakm5pW0yd4rSDp+cHjpzz4cxZ5L3ZcRRsyAxcYJRJtc0JOCotM1Yqep6U3PZzbJW1K1bQ4uUe6RWjYlZJ/OAy5c/pTu+qvNWYn4W7/Sl/etdveTjt5sd2wU3BxxfIttvMHIDfmPoKShy4Hmvp9f8A41xFKVCkuEPFFdJUX860mKHyaKZJfA0l3UN0TImaUN5VsnY2F/EIaqqTvqlrCWV3VdMlququyvJJb2d4x2RPYMl2aC9Njvkd0Yd6n815JCKvqRdPDuypXwNH5HGyd9eiPkht7vyfMNejX2o/0yXahXaH5JUkLws3CeI4MezKubqXMiE2E91QTSf2tNFuPttWC9lez2DgnBFyYvt3t0UYTasfNtqKaTdc08ueeZZJ4q0vlQ0fgRn5dmKGr3tFt+HI7mpuxRyV1PU87pVf1RCue92RemlF0nS7lc5NxnSHH5Ul0nXXTXNSIuKrWtMkyq8MdnNPJXJrJlUXJU1J9C1pVkUzJRRV9eXdUo7BrkcbaphmNHcNg3LiG8Nk1QjH2S09Se7RtZcSXpPKSuuHJ1zkXOyTcSvQZNrnKr0Y2Sf06d2XJw8Ps6aaUdScZnPIt+mtqiTa6TFRVPQqZVJWNMJ2m17cLxYWY38jWuYbxtbzuaAdSj9ZIOWftENPPlJ29m5y8K7QmGtDWJbY2/IEUyDtAcriJ+gaUrHkhxGnCEi3Lih356V05VkDQmaoI58OCIldObSI90xNg+3Y+2X3ZSs8LDxW27WVpEFYY6CFxd2P0F7PhQumub4ByYc1mXDlux3mTQgcaJRMVz70JOKUVyTnwI0bREVVRRy+iqVpSDgmar6K7XxY/erbthi3q8SJH8Q2cKoV1SSRnEcUxcHSTfECcUiHw6irljBaRSxd8tBG1RbcZzkjOIuWQLm2JKnvaUoqVo0lUkwNUNJaVHIvSipxSsiASy1Iqr9VS75T1kbibRBxTb21C3YliM3aOSJozMxHeafF1c326ItrWK8U2vAmy24xMQ3WO87ZTcdc7Wetw9acxceb89C/ggNUyAiZBQyUclT0KlYI3wTIeH1VNG3G1W2fg3BWPQisRp1+iGk9GuHaHm+UndI+1zU5+Su/Ojjj5kJD4NNYWlPtALqoKOjp0uD7Je9TJ/6tjJckDqPCrgK92Xf3VO2w52XtBg4rwfjCWd5ZCxuS7e7MNHX4bwE2nKS8Rz1DqT3aX4Bl4hleSXOcgXyRDnM4l0Rn3bikZWw3bKbsSIxyHUXTnQWT6M4X5OezbQVVNKIvp4VYRUeOS10HsFm3VPKuONJnE+7vJcOQ5muUncMkAk4mfHoFcvaSsMZy7nE2L3pnaAcmZNm31XMPNzCUnm2RPS4QkvEW+kdOY0ZTvgXUgA01lpqyx1Tiopw+inbD9xl2O9RrvANAlRi1tEqZ5F6Fqbp2JMQYH2Gb+93m7TMT4zbPcjKlmawoXtCJdOv/AG1n8TQ+Rz2LfFMh/sqnQReGlM0+iui8Nliu4eTFY4tnxI/bJJ4mNht5bskbzOhzlQiUdQ6uOn3emmjycr3c5/lCOTJUyUT02PLSTuyQUfMGS5yEerm5qCY+tEEiOWYqKpkuS8O6siBNOfcnrXhUs7KcW4ld2j4dtC3qcEM73rfbbkuD2snDVSJ7m84WlBHm8IrSLbZifEjuO8Z4emXSTLtXy89uo0h9SCPu3HBHdivTykXRTRkLJEZIJEuWSqXoREzqwgpKq55pU6eRY645tfZhG3GJhYzzqkTAKaEI5iomo6k/MVQm51uf0pftVoupSQqVJMSoHfQzlRcqcFoUyqeWPJ1enlcR80qi8S1VdV9VW/NlVZr3ZUmpjLOnCwXq8WGak+x3WVbZY8BejuKBf2Ug01tcRtdG7DRpHLv719dGhZMeL9i7FOIP8e4ku9x5NHnpRry+qmRB0p662JWwBzXLKqRiTlNeTHzaoiKX9lbmmgJOCrVtyRInCt4MkGXKtVjE5cmSvISbL7jDw7tAs19uCPFHgSBfIGgFSPL0J6qO7VMtabXp+Prfb7pMf7e9OiRXVFtlt4iJzU44JFyjq1cOrT6Kjy2I+66nY3CYX2sq2Ynt06E81KkTVkHITnNA0p9XLTe2kLHPa6Hy4XyM0WJbmd5efxJeVXzrTXI2GrUWos/F3fZpdIxzbLjsUjYQvgzZt0hXHtsWUjQnk30k0REueldXo0+Go5QFTqzrIGtfAa3tX5B/k6+CUMA44w9gKff7ph5Z76T4Rsx4klscuKfjC1cwpzdHV9FBODMH3C/yhZix3kYU0RyRlwCjLZjs4W8KlyvCbqAnQHSTv/lqcbfCjRI4R4rDTLTaZCAjkiUrVFvzHCb8lvYxW+v9segv2MbPNgnp0PNihc2Xr5qZLNhfDVjizFw9GVl2WopxaHUjaZrpUtXr0/op23KrW0GcvRUUqOnsvdgst3wXCtN2ipKuEPVunXGhJEQiz0/VSPGlhwXiaxWCDPgP7qzRiYDwdWnpyOlqMcc9NZoxw6EoaxXSDywA2pYK/jbGtDFpm/JsOzQuyW6MfMOkfES+0XiKgvAEpNl7mI2sT2yevytanbey5GbQhTX49Wr0eqp2bj+jKtNytMO4xHYstht5kh0mBjmhJR46FeNyXBzThzE8bCOHLvGw4L791vTXZnZ7ukOzseIWxHUuovERl4eml1nxRh2PsIm4Aldv7TLu/b9/uh0N8ojp7/d/WpbtR2YyMNl8qWhHZduJfONpzEx/3pQrd8GXGBGikfGQ63r3Cc2irrHZxzm4eAg2aYtwpgnadasVMpdZseHEMXs2x3r75gYkXfyjzp7XdWL2M7NcNnl4wbdY0+Q03MenWSWGneRjMiImiHP5sy9j2ioDl26XBVO0CoKvcOdagblOmIRmzdMi0oiDWWL7FWd/oeMEysOW/FEKViuC9LtzK5uR4+nWZj0/Yz/Votxli3DGN9opYovz11kQ983ogJFFECOCZIyJa+XPqJURO8iy45UF3GyrEDN13eStfQHSFNiR5DLSu6C3fTry5c6eWJNWxVmadUHzuKcMy9jMPALqTo8yJc1nnK3Y6DLSQ6O8fa7/AHa37NcW4TwXtEhYhjx53YYtucZ+bHfSHjQkIi45CPNyp7Ij9dRoop7X9lbl4RnUXhkOql9ql2P71ySofsH3O12TaTb74+jzsSFP7S3u2x1noLUnDVwrRtHu0G/Y4u98g77dXOY7L3bjekg1mS6er3qYm5bJEKEa5L6dPdW9xowc5tK1lHiwSyeKDfYBi+z7PcdBia4hLlCEdxns7ADx1JlnqVU/uoClx4faHeyOuONGeQaw0kma+zWagbpCDaajJchRK1kBtKYHyGPKVNCFuxXmtdGggTLhQblR1u0QaCK5s8aZ3ehntBj4I58ayRPXW1xd4uaBoSrZJ6qOo2xZB41dU4VkI5lWat5jRjGicpWXbFE7/wCytyM6Yu9Q+Jrkg+oaxQFy/wC6trbLqNq4o+bRMlX1JVkjmlIs2qoOaGv56cIT3DInA/OlI0FdKJpGtrTaoqFlTIjKd+AgiQnXg1Mrq+qlzMmfud0Sbxvo5w1U22u6uQEzZYZ1etUp1dxTLcY3fZoyfTopxI0Xt4stSMlYT2+Lfho6i4NwreLhb5rLzUXpWWwPKJaPY+KhWHiq2tqjkq19qVeHO9p1/q1N9jwlbX7dEkOw90462Lhhr6PdqU3R1YYbWPMSMwDIttAggI6RFO5A+qlgR/ordBtzMQNDIcvqpeMdMq5dj0FEbgYSs0ZHLPNMvXnSm39imsq60+042mrP6CDkUaFsVWKSkxiHAuCw7dO1eDl7RykPp8Wn+/3K35ACUWE9ms0Y91ath97fRER/zUxo93IbXwF/3F1jTmDdENCDc0lnSWIOntCnzeyOdPW5rNY6L3oi0mwQKlYkscgDiPNOE24hCaEHBUSg/DNhtdtv1zJm7PP2/wCTZrjUdxsfyPTqXm5cqlyRabfIPU7EZX7NDWIcLpHizbhat6y6jR7ttvSOsNPMPEC6kqkWSyQIQjjLnYPbYWMjsv5aYZhZoO9No2XVdbFV8OoWy90iD26UyINrjsWdH7isONOjysz1amt8DhAHMiatGenV9S0hJ+PIRbh/GRiBOZX8FZbk87a6tXLyiI/YpklX295pvrqj2WoE+bMU18xaR6eZearxRwuVCc46QsbBabtk3nKabkfhAkCiRDzCfSqZFq1ezRiaIO3eRaH4ydgS4rDcjZeY7HnpJfZ0g0OrV4dOqo1nuvzZpvyXideNdRuEuaqtbpN4uzzHY3Z+9b3Yhny69PTp19WWjw6qaSsjGYT3VvDMfCtvu7tteeeelyWEydENaMqyolpEPZIqV3mw4emYkxAU1w1Rm9tsOichtnJhx5xCIi05ak0jp4fZ08KBvlOWsSPDOQJR4riuNtq0GaEWnUXT7qfdGiaxYwnwklOlcZIT5MkH5D7CCpPoI9JiXKqf8c1CUSkZg/fY1sPCNycgDOGFGxHFbbb7SOlxk23kEujUJeZ7+nm6eFE96w3h2KziaFZ4s/tFkuYw297KE+0ArjwdOgdJebHjq9r10L4svkp8pqgxuIb0vtPZkaEgzHp9Hg1F7vMVNZ4vxC525TmKvbnAdf5fnDHxF6y+mp60XctiSbXhe3268YUubI7h8sTrBdaVzX82kdzm5ermJC8NR/fWP5cuLiJ/0t7h9oqXJjLEMwWZc26OuOMyO1N8B+d5fOfXyjzUzSbxLmz1dbTeOOH5x7Rp1/TVYuiDSZoUOXinooD4VJLqATfBOOVRxknrqOftHX6GtGEKJy51kg1mCcV9VZAGfCnUaJykYsN63xFVXuWt7Y6UQjTgiVi2Ol0HBNE85pz+ulEhpBeJtD1qhKn0U0YiSdmAt6UH1EmdbAFURdPdWThm60AoHQKJwrY3kok3oUF9a06ISZijOpKWK9vYDcNd35s9Yciai1+2dYI0qs5+kPD7lZggqnro0IZtGYgbSZaF0Zj7VbNC6iREXj9FbGGWxAniXgGjSPpSlDTjjfzbhtuaCHl9mjVA7F+zu3/KGOLTAd8629JHWHw81dfg0iIgonclcz7CoartLtLi7tdGZ/qVKsfaPOgY7mWK72lNy3ceydobc5wEuIEQ+kdBc1c+d/No9H0fEdiSQa9Fbha45VuFtFTguefctbBaWuezt1Idxlf7hs6xPLnu2pbhZ5zm/fVptQJsuCcPDo6ftEdDmJ9v1km20mYVjkvKvEFNwQUC8Kp31Ke251tnZNiBxyKElRiFpQhz0ES6EP7OrV+aufNky4AtuGJ9xvdtSfd955lp3nT7NVXJzzlQfYP2sDd4se4S7c86/E/n/ZnRRQD3hz5k6dJ/Z4aqmqyzYN6tUe6W18nI0gBMNQKKfoWua8TW6yvA1cQsq3S6SIgyd1b9LDEMCHlAiHiRf+apK8n6VJj4TZjSc2WM/NNc34Pq6dRF1CvN8OnTx8IkjQmStu+NZIA0p0KtW3S1GzqoToCZ9OVX3fIoqvBUyrejJZ1s3Pro7UCpHEe0G0BZcbXe1DwZjyTAE9SZ5j/YtN8BmzPruX1ntuacs2R183w0aeUO1utqFyy8aiS/oSglIL/ryVxvWHhNPZL7Xhrux9WeHk4m4/oWvw7ZDj7rOS78YaS0/BSBfkze5c7Ye1VSIUhGe2P77d69Gtz2tNYbpxGO1dk3rWvRr8Orry105O68CZyOB/MmOXvJlWlAdZXmXNPoWl+/hknzCgn0LnWpwWj6DXL3krGpGOamnfSu3JbNxK7Yw467uNEXQekQcz6l9ukWkR9Na01IepFVF9FMgudFOstmmRhVA22CaRTJK2KaqOle+k74Hp4llSsHRscyNsvrWozqRxNRbXOo3z+iuX1K5R6f8e/gwwQMxyrNtMl499ZDWxsNSqtdFHE52aRZIhXPj9FKfNvsNk5m3oDQYdPMKaf2cv1qxETIeHLyZ51iqbrzRfN9YBr8VZxNGRUUSIUQzUcu7KlcpHXFIjVSIlzVVXvrCD8x9OotHvU42/c8e2M8NBcgZatWXD9ashZKxLB3ra7robcHx+HT71bxaUfdrMBy0d3fq7176UFqM9ZrmSlqVcu9aIhiIp71bmgqhQfppXBdaaZc3rW81hpDn06C1jx97xUTWF2xWQEXaPZkIl0k8rSZ+8JJ/fUz7XtmUfFkN+6WvOPfhXNp1HS0SNPhcHu+18Nc62mcVqvLExlxHijPi6Kp6NPN/dXSeO9o72FytE1i1dvsc6LvnJaO5KLipyAiChZFp481c2XtM7/Tu4SiCuxnaK+cn+KWLl7HcWT3Ed1zkLVq0oyfv+yXi+LrmvLP6KiDbDhqw4ow07tCsEqONwiRSdeyUNL+kekh8LieH7NRlhjaxi6SEDDsjErFpRNbbUp3UfT07whEi/8ATU1DYr7mp0ZtFuVlsmDLnJvwC7DKObZM+J7UKpoHmHiuf091cm7PLRBcljeZcH+TlkL2YX5GkU5vF66JNuWMrfiW0WmKl+kXCdCa880kUQYce/GFvtQr9wNNAlsxVd2wZCFMt9rH224+ZB9Zr/vVSEaJZXvQ8xsXyLM0VuZFX2IqvRwc8OWotOnp5fr8PqqcPJhusO+x7w9Fj8zW6YDnIvN8+XLr/d/ZrmsrXiBmT8qMSAmOOOa3D3gkWr3hrqjyb0uvyA6/dMJQ7Ojuk+3NaQKVp6cw/f6a2TqzYnctSWNCJVlH6ayyzXvq+n6a5aPR2MNPxVdB+urk6231Kmf01FG1LbdYcK76LblYnXFvhu95mGf1jWjCb6QsppOyJdtLkeXtJvr+5cNIwt84dwadPX8XT8RBUb/xuYQX48ezb6dJnb3NehvTp0j8IaaO5t9vmKLY/IaSIyyUgZToR2x1m6Ql1Z85chUJzMN/J2H37hFk/wAoOrocSTp0GOrVp5vFyjw90q7EecuBVap9xxDaH5N4egoOe6HOSIG3qLmIW+/m5R1H0j8VaSw3exR0WYbspgPOGcNRkAP16DLR9qhIZ1w1qxeHX2WfxeScgF1co9H/AKqMLJdVt0bJmL2iIubjel4SNNIlnlp4p39Po9qjFkskLGd3ebsANrdaR0pqHTWhR4UWwsWNjJ7c+4xKh69CtXBFf4ezx/dIabcQX+x325p8lWJLRFdPQHUIcOGrqL/y9PN1VRzJLFzdjHpptuF17HJ0boD1jq5ioqWyIqfzuOp+xzjQdi1pI1y3XuJUPUSrHsdPocKnn56Mflw17mBX7VYre3P+rJ+laL9iGPLDgC63CbesKNYjblMi22y8reltULPVzgX+yuqr/irB0DCOEMRRNktvu7GJlyVtqI1+BatPVpaX/Z015/8AkZP2et/h4Y+DiY7y44KosQE4e1QTv19lK6Y8tq22u17W4LFstca3MLY2V3MVoWwz3z3NkKd/dXMvL66Dzyl2UjhhD8USBoTR3ZVdB5cxXJfVWWeYipNkAp9NKo5gEU290Jmfca+ivaPmhIDu6bRUHURd30VhMVCBHXCTV6UWtju7EAz4aRpM+aKQ6ERUVM+b0UJBxiiAu74/Z6Kc2HmXfN5+c9nwlTTHTNjeq95xf3aWIzDf80z890B7J+7l6D+1QQziORD0ZZ92rqStxCSNgp8oL05U1wxlRCUEQTFOCiRacqchIiBCLlL0DTk2K5sCTBfBiaCMuloLSS+Augq18N1vO8D1B1+zWBGiJqcd46fSvdSS1K68++ghrRTT6c1oGHFtvgOR6a6M8nnEsW84YLCFyFl92NxaaeRFFxr/AMpF+tXOTfR7tO+Gr1Mw9eWbzCeykx1/V8YrSSWyL4p6Ssk7a/s7l4Js8/EmHLorVoX/ABhb8/aIeUR/GDq08D5vernYjl3S9tRYdr3spzzLcSPqHWX7WuuxMR360452Qz5cHzxKsftMbrMC3wauX71Ae1bYHb7ZbpmJ8JXyRBkRBKUrTvOPKmotJDxGuVSO9xs53huOSJzIbttshXJ0XE0h1eIerlT1aqlBbxZbbhxYl7tdoJuX807Akiax+XpLL4h6dXN71DezBtx+5ybg7iGNCmOIvnCQnnnDL2cjHmocxjd40uQwwy1HRyOBA7uUzF4tS82rxVci0NMolZuW+gEuW84cevmqcthu16RhqUzY8R74oZOC2m9/6L7RD9Fc9tmaLnUlYE+Sb3bJkOf/ADtpv8Dc8Sun4f2aTszTXZ3C1IYegt3BmQ0UR0BcB7UiCqKOalqTlQfz0L4huNpnXK3Mx7+zvXHPwfdTRy1CQkXcvfl+1XPWF9p0iDsovGEX1VZbcjcNLvOgNWZDl9kvvUj2aWC/4lvCM295t5lp3epvmjRlvT4dQKK/+mprH9lZZ/oU+UxiWU/ihYJ29YktkN3vGXiHWJjy6h6aghEJ18BNVVV9a1JO1u3fJ95USa3UjemjrrbxGGvxD5wRL9qhqJhqa+naEfie51FVqIqdBvge6jAwTPmP5fOIfwec8VN+MJDLeIJLrK5uKfa45+jTp6v1i/RSa2WG7jY3mH+ybqS2W7/CBpAVixTMtsRpuF52NqBtd43xH2eropyXYnW/yYvzzAyml8DnVSuJKwbcZTL7zC2p/kyyXkXwlq9Gnq8I/FTJIw5ihVyW3ufpGlEfBE/veizXPgZOkdselDthiuHYlxtMiQLMfcMN571F6+rlEhLIun4aC0tU11jJhXeyGuts5AaS+ytPdsssi1C4MiJcGmHWyQ81IE+L4xpNun4cjsT0hXk/F6FHSfpQk+xpovknv9G3euNNaeK5D30LYpMiniZ8V0USumoKgKmfChnE6otwBR9hKj65XhK/xvGdlrHYb/iCS9Gw/Y7ndnmh1m1BiOSDActOZIIkqJnXQ+yfaJttwLhRnDZbJ7/c4sVNEQnLXIAmwzVdK5BzcVXj31EuxfGuNcFXS5TsE2pbjMkxxbdyjk7oDVn6PpqVU8oHygP/ALHov/6O9XlHvyIa2yXnGV+x9Mu+OrVLtN2ktAoRZEZyPoZTMQ0gaZ6eC8fSudRRUv7a8XYqxpi1m64xtZW65tQAjg2sYmfMoRknKXvGfPUPUYiskwR1KmaL9FbXNAJpQR05cyZ1rcR1txGG0VUTqVfRVwZVdRECH6lz76+gPlBMIo5GEVXiIcNVJ0FsWsusyTLj6KUbhTiC5mqKvBUX0Uke82ioioij66WXBaCsyhSGGm3G3B1OEKEKiueS1duS8SLpIhVF79NJGwRDRwl4JTuxIFkSbQWi15d/FanGWxXLwjdAfeUFBwVcUk9K5U8NGriCptiKonoWm9iSymZ7pSEm1FCQO5UrbDfV2aY5KIqI6U1ZZ1VHKKbkLaxiNBXgmRZ03YddIJhgLqt5cR0+kqXJb7tcZfYI6d+nzm7LT/Zq4UjvdpuuG767apzHnl+b9k/ZIaOw2vNjw0gNSQdcHWAlxEl05+7W157N9xWmt204ZaGfZ9hObmrG2xHVHsr6/hWvPR4dOmrq2quEA8SH0eKsIh8wpiS74ZuA3C0yd2Y5a2y+bc+gqmW67WrPibZvebeW9h3h2EWhv0GWnm0LXP4AvUg05W21zJu6ZiFDR3m0Nq4Ovp9nq/8A9qbgmdGPLKPQFI9EmbpoUVMuQMkHURfe1VnJwje5lt+WoMf5QZ/GIjgkbP1ihakonulrTDxii21C7ZGdzdZ4+HUI/wCj8Kl7tPT8Kda7Qy/aldiTFTk82QkA+94SAqWXI8HqQsgOCWRJkvqWniPN7Gw1uF3a9Z/FUm4ksMi44S7febWwM5pvedva8xvPEWocuYuriAjUUXa3OxZzkXvMOip9FJXIknycGLRfdq7Nsv7PamJzZOKH+lDnQv1V+9XSuMto+HMLCtpw7HC4XH5tuHGb6PiUf2Rrj7ALMhlZc8V3RNt7htUc0nqMub9RDH89FywHbcTUhZDrcpePIJaR+sva/wDNWWNTC80odCXa7cmLxclnTYTsS4rxcTQQhq8Xf6aj2Bcrkw6gw5Dor6tXL93uqQNpkezxrNAlMdokTpjR71XtWgPh+D976OYAsbQuSB1cNXcpcKetlQseGElsxLekTzzDMvdfOdQn8Ps/oGnBMeQnd01NhS2d30AiiQh98f8AjjTHZISuvK5n3iVIp1uUXlb9apRoksr/AEH0bGmGH47MffrE4kbjjkfmNdPTqTUWinOHPw0b7uufBezThrkEwHxc4j/wtQw+1ul7qJsMzHCsbzCoK9LbgKms9OrMdP26WLbdNFcq0i5BnihWhsybmRFlIur5uQL4gWlUHuMsuahZM8k1aAVE8PRWSImWSJl+qJaKxz01aKo5JZLLenl76H8S/wCMfsDRALeSo57esf8Aj71MuLtw9PZ3DO6yj+c6i1lqXmrm9d/Udf8AGf22E2xDahc9lF1uFxtluiz3JsdGDB8lTSKEhKSZerKuykx/ju6YDwhf8IYai3Y7yorPHf6eygvpHmX1F92uH9mWz3FO0S5ybbhSE1JkRmN88L74s6R1afEvtV0Fs8wV5UOBLIlkw8MBu3N/NNuSWHdPry1d35q8mJ78gT8ux9F2zxU4a27Cwhonr3ry/sqNcr51MO3Ox42smPHV2gPb2+XGMM013gmigREI8U7stCpp9GVQ7TIVkgvPyXCR5HVIlXmROOX56Wx5OcctYKhpnkvfnTPE5gVEfEfoT00rbecJjShCKBmiqle3GR85OLbs1Mb5RzQNQoWfHjlWl8DE9R82pc04VvjPEAqjeal6S7krRKlGQ7vr9eVLIaMbRodzI8s80+il0Z9tpW1Udaj6CpACoI5rwz9C1u1iiCi8ET1UkJclcmO8Y+R/w4V3OTTrXzfh1j/vjlSTfqkr6f2PapIxKVF/Y0HppwynPefyy+701TY52iTdkju63suPdHt8upD823yavr8ArzU17Zrgh4wZtaKy85BjtNvyfEZEIkWf26GLHdX4EjKFvmOHzm85jL4azuhMTiiSPOtXfefhm85he7tJj75CvN8NGyvaH+0W3t0JyQjXY4yKkXtGZGrxaciLT6v++ld7ts2M87NR7tbKP/ON+Aj930aub7tZ4WWFaUduM5rfJJ8YKPJ7un7v3aK7lO+TLYzIYgNPC9pZ69IaSLx6+77XuUdiaVkdo5kuj96tE+1TXb4l6YLeI7oQDzyIC6eb9FFmMWbStthzYMLsi7wm3ePKfiQh9Xs0NPNq6wfm1cb8fHl9zXR12E/AV3JtbbFccakyyVuQ4y4AcoMkgqn63N9mifBVyW9ENxWM/OQVZR1pvo1jqHUXu0IRGCk/yWua+czUG+XWOnmH7nxdNHOGr7/FmE/bLbZURl9MnPH9oupdVI0VhKw523yLdGwbfJL0ZU7Wyy21l6D1DpEfCI6vR7NcrXFXidJ189b59SZZGtSHf5GK7tBdskjEm+iSQJW2g5h4cwtly6vDQ5iKLITDo9oRhmRDdJvdJ1ryjzEX/HTS66lJT2E2zF5SvnYPxbvOefTyCp836KLe1quI38OvssuvPL5p3fCjPSPURIWkdQ5+9Qxsny/jcmeW+Vp3de3r06i8JeHV4aeMSQJ7WJhnRoTTu7kecDdkQ+vmTqyrQNN8GnaqE2C3b7FJuqXBuKC6ADnESLIjVPXxX8/5qHMPsKme/RUb6w5NVSzA2P4lvstLlcHmXk+dakxtOjR1aNJEKj7v7NTBZtmGGUsaJfVZ7Q5qBtN2IrxEeX2V/wDN00u1G9uzlkFGOqSWCQNHjPmzpNK7c8jslY/Lu9Buez9f+7XTGPdmOBbdbGGtxMivTnN3Gbb0+cL3UX4qFW8H229RLrAdVITVsdBpmA5yAXLqLUReLVq1L7OnmSqKdknhryc73MzeTnz1LxzX01lhdzd3JGT4C8O7X4vRR9tXwziJJDM6VY3Lew0xobBGxEBH1CQ9VRuBE08hDmJCWaL6lpX2in/LDORHeZc0utEHDhrTKtD5CqijTQjkPSK6k1eunZi9uvNCbhC4Bj0uDqqnJEVRXKGyJEnUPBUqxxVQxKnFMqZMQqqzQT3KJnoyEaK3wShnEoaZ4J/o65vW/wBR2/xy/wBzJZ8kfGGHsEX3FMrEN7ZtRzLYrUNXNXzmrlHlH3aJC2+OpsesduTG87+NSXoVnvc3801lqHVlo6dPCoy2GWXZ1e7vcA2j3srJGCOPZjF7dq4erp7i8FT3e9g2wayQ4My84lu9vjXHliE/IEd4Xqy3XCvJR7hE/lf4uw9jXadBu2GrozcYLVlZjE6CL84jrpL3p6jGub6n3yn8AWLZvtCh2HD70t2I9aGpSrIcEjQlccD0CPDIE9dQFTIZhmIIjRLpyXPhlVMk4iKnDj66sZK2itimfH9FVpJGtaJwz416h4jSZnmZgLXchFzL6Ks9GJsSXlVB7slrAHeVclVE9FY74lLr4emjsaMTBC1lrUa3JmiZ5d9YiiKlUnFM1KlDRvt6b2S013cfH4qPhSCzebPCfYRzeP8AH2Tyz7/t6aBLPpGY04oalSnu/vPfK8B1jzjqBrD9NUiRn0FeM7DHYVZzGSbvv82RaPUPXQu0zbPlm1PwpDzrqp+ENueA/d9yl97u0qNHFqarfnetE6uHroYjm67dYjpcoE55sA8I+7TtmjEcbxIlQmEjkilvE1IqL3c1FPacVxsOMWeTHmsel1vrNxlwdQ8pe77HtDTNe2OzP/PdAa00cv5qJ5TN8gWSxSb5vXe0t7xpxxzmNrUn+7WZOMuRqkbrgOb+56zRzq1aRzrN9Gikbm3o+8z7/UZaebl+OiO2YZS6fy5d33YdtccI20D50x9Ogf3+mlL9/iQZY2PDkdiAhuAG8XneVD8RGv7tNYKGKSk2CywrG9RuKH4YHSpq6PNmScyBoIerl4HRbYcNRb9d4EW4Sn4EZWjkuykd0P6G9Orl1dOoh40Pw3oc3G7sZ9Xt3OfcR0OrzYlT/hEo1kxfcEUsuxxFaib3n182oeYviHjpqcikC+KbHhG2YhWPZLpdX0ZRc1ldesREh5ss/wAx9PSVRfe0kXI1fY86/u+PV58ObSX6v/GVFWIZHYrLNfVHXZcpT5/FzdThfrUjwyxEkYb7Qyr3bYnFUDgeSl+LUtWrSKatOnxFTC/RH9qgz0ubKwXlGWjnI4nLkXxV1BsswO/PiNXeVOThpzbXnIx1Z+j3y1e7UabOH2VxNLhNQIaxHHB3azY5b37KIXDq97pqYLlf1tNuSKL+5jLwM229Gv3RFKk+DogE/wApyJMv5Cse4ZRODzqfiw9otP3fbp6jQbTh+H8q3GTukT5x+Tzl+kv3aR7PrAlqjdqfYVt15N4548yLm5vhq+KcMSMTSk7fJ3Ns/wCreL4iqB1QI8214lj3TDlquDEZcnZRpa3d6TJxi08rvL4T/ZKg/DVvt11i2mAuJ3lUHd7Lbi6hebPUTZEXDm5h9vpo1i/IdxxZf7I+u/gwYaxhiu9CKREOv9XvSmHYfGw1Hdki/H/D4ktW5LnL3F0kOrp9Re9V71OZ8jZtmkTsJ2lqKUlma0LgC1mwLamBCRa9I8iDy9+nxD66gC4XE7jdFfUUQjPilTz5UeGbh8ixLqmp5I2rzieMC/3eX73u1zrERU84PfRcgONhdaXG3IXIgchkI/tVvc8S+zTNYr4wwvYpzG9iflG+sPe+kfdL9Wn3K1yE3MG+ROKF/ONTWj1Z5+OqRyWc08P2Yb3NkaG8UcbkPwURssonFt9qTo5D3Lmr9SkMyFFkPbxxszPTp6qTPjllhrHsb02aPp5XIK/JxxPgXBuIrziPGduG4OxYo/JrW61kr6kmWWfKPo516fz1KuHvKXwjiKM6G1TCCSzYm9qt/Zozb4Np4U51HmH2vTXPnyTaz8B/eKrLabWHgP7xVxL0OQ9L/wCjiHvygcfptL2jv4jYjdmhMxAgxGi692CmepfrVxV/s9FQtnUnHbLboLJpzu9tajjcj66m/Tyh2Xx+qhl6CprirhF3rVnF4DlWbyAhloXNKxLPQmSd1egvxPL8mBNqQcUyqhROlayPNQREKrZIifTU/A9liy6Uq4aumsR45+iiPBdtsM2eTWIpkmM1p5d1pQs/tUYgchihIQyEPXoRPRRxc7FdPlG2zYUNx3tMf5sFES+16qfbRs/w2N37TJub82AjYutNfMno8O8Lw/mpjmSWRx4yNukyHoCOgjSZkfV7PpIaqlROQ2y7HOG8Nrfc0c8DfiP1Zf7tZ4ZtD80nrpuPNNfN0b7UCj/IkNUVFLtH2+nj+zTbs5nMPyHY7/47U2jfTp9dNYvkF7k488W9VF5AJA9mpdxA1CfwLg6ddFTs0WNokIvWenLS2nr1c33ajvaMqWO4rax3Kym9LmafifZH46EpN+uE4UGbOedRvuTefq0ZMRKmE2J8XvTpDyGpIKebabTlEAHw/BW/ZTAeuF6K+SC3UO2NG+5vA8XS2P2j/ZOhWx2eXebj2OKKqWearl0j4yL1JUgyjhWG1/xcgLvm185MkZ8zmkf7EHwj71AN6gvJvHyXjRmezllGId54SPm1fvD92ptx3bbdc4FvxdYo/oD5R3UYnurpLSXEer9n1VzjPPfvGZeMs1+mpr8n2/Tmos20Kva2Say7OurSY/8ArKlmUhLkSYxjWtbZuBdf3zqfi01CZd/tEQ+Hl+OhO1YJxRe2kg2jDV0N/QOTm7IGj5l5lJdI9Gn7tdLbN7Vg+yW5ZNxfjrNV0g1yecg0FlpES6dOmia97QcLWiLvpV2YBG9XKnUOn0ZUm9lvYvyQfE2TY+sNlfvhXK0JNYTebnm3nTzDq06S/wCOag2DiSZIxfBuN7QpEeEu8VppwcuXpHm5dWr0avD9VFOPtrL+Nr8zYrVIW2x5Tgx957AatREX2tP3alTBbGzjDli+Q5U+1PkqF2neaTJ4ukiXV46O1CRjGX4sW4Y2s4JvINRXLn8lPlw3U4d2Rl6tXEC+8lGNyuMYbG/co0ph9ttC0GiidRjizYjhG+REew7cQtOtNQsshvIxfYzTR9lRqIcT4HxlghxIqlKaj7vhKjPHuHOrlL0j8JiXxVNRtsu8lceAcxTd7rhy7v3eCSo7KkmDgc2kx79NOmxnE3aMd9vkkkd5/XG+a/KFq06h8RFw+1TbiDtEze2y8Juiak8JKci6y9rhoIfsh8VJ7cwxY5c1wfwiYMZ1W1TkJsxb1CXiHVkJLyF4atI5YnRl9xJbGgW1X59h55dabnmDWzoEdXN7eoeH+7XLO0WxwbJf5kO0v9shqG8j5dQavCXw5fsUWYvxfJvUpLjeo7zT8qIyjrrTY75zxCTfHIS06kLl9qg22yY8y8yZKio6iNWhVc+X1UqgPky3XAy2wliva3oYyAXvAvTS6WkJ7N9UaT/5cI+6L8xAhDRG42rgIepEL15U03R1XU3KDll84uXJp76rpqR9210DivtDIFxhwsgLuolYJXRAlTLMc6F2UJ+4DuwEQUsskorQEDlz6UyoY/JvV/8ABRhpTgtZJkSZLxrB7IW171XPKrj3ZJwqlnKlTLGI6CVEqLcqlRzNGyqLK5vUdo9L+O4Uv/QmHpyXgtXJUQeqsMvTnVImaUt2HUyQhq5J6c61oKotbOBDlWA4mBU5YcVr5Zii+iqAuIp/SHpSm06dcIeevsdtfyZaA+zTJglGmHCSbzcJbFsHcINydy3vjyEtRafZ5dP3abtx2HFzzO/3qtavdE9PDUJejlH9ulNuffjsNPr/ANFB0/fDWGWr9WmPfrJlK/xz/Fr7fu/tV0UcSkIb7Peef3bqqSbzUiqtP1pYZSQyqZo82m8by6dXu0N4lTOWywiZbhj4ubvJa6P2L7LEnWGJfr/5lpGxcjxl5DMdXKReoSqfual5YJSfBz+VmxBiS6OrDt82W7vC4qmr9JdNE9p2avw1zvb27VvirTfHR+f73T96ulcXYptODLO45KskdmMAZI2211j9k6IAfwVYbfHul6Zs9tefHU6mYKurRq0j4vaqW9nT7P2c1K7O+TvkmxDEt0BD1ucBFT94y6/vUB3gJYKuiNIca6O0K0QCZeyNTHhnHGG7FjG/3qRYflGPLdXsibkfEXL1dPLp+9W7HG0MsVTIgfxZGE00G9ZbmP5AvRzadP8AZqqjdxaOd46IVw3grEF7nR40GC6faOILoLp9fdSt8r7g+6Smo68Yjm4kON6tOpc+X9WpUiOYnxrOQbK4sZWWgT8ATcB08wkXhL7VMt1s5MSblabgitS9404ra6TMyAVROb7R01iSh+gQud2vF0tbV7ZfLOQ4SSN3yiDurNC+5p+7Q+sW6TV3rxE79a0fYYgIMmZY28nWZrZPg2urUDoCpadPwav0UpWHGBGtSozrb5EbYV0upU8HT00ySfaBJOQJWG0tBcWimcAQ9B/Cvi/21KGDNljONIq3Ry5LDkiA9ob3GsuotJaveQdX56EJTjPadPzrLaa88ubVpz0cPH4anLyfLjAhWJ6DIzR4nODmjTry5v3tH2anklRTBG5agrbtm83DRKtixU6w28aLrZEgQiHwlkVF82NtIj2R+PcozGJo2R73pU8vd6dPh5vdo/u0C0JxfYy3vJvPAZ+ESpgW4raLp2ftGcNfNuec52a527OvWjj3Fo3FL4tztwzInEmMiQhcZPL5sl8XLWlX7q+w62+9uVPrBjlF4veAOX9Wpz8oB6LNsayAjojvaGgcVE0CfKZCXxcpDrqDRPMdWWVdUPkrOPPLWWo3pIfflJ23530ewGkcq2yGUSTvkXcvJ9w/hWsY7TT29adXjr5Pd+CsJKNMR3Uezd/JOdXxCVGiN2EuGCS6vu5kidmbI321UQ+1x6qEb9dXXlWEiZNI53tmWl3m8Wqk0wgYUdDi8DzXKk0lNbpKh9S6qRs6Yw1N9nAW5COKmenmWn9CR3N1FXnXupgZJGwMU4KWSU92wh7MelxCIckpsbo5/UPfj9FpzhIbQa8tRUqHiqcabJxgsgCQ0LTTkJDp1ISJy51SiV8lpCkiLx9FRdUnPmiotRjXN6ntHpfx/Uv/AEJR4VWnj9VKJkV2G4DcgVAyHUiKnhrToL6eatoDYpS41bSi8yFxqlFELNONZJ+igwbWanFpXYpXZb3Hk+AD/VpE731eNwcz9mtXyGkyRrtcG4lqekswyfRVVCeQ0QR1UyYYez3r2abltvWYeIi8I/aPTSq5Lls+ZyVPwlwdfVq5eNMlrnLCjOsInFTE06eoc/8Avq5zVySTsXwexjfGSS7gmli0O5yWusHPEP3y1V0vima+AMxQFRckJrRE9CCP7NRz5Mtnmx7I/fpz2TktwW2292gaNPMRcn/HLR/iK7o/dHuw5O5N7jee2Pi/NXNPk7oKgD2uKk3Z/Pa36OqkPn8RmQ6S1fu0i2bbHYtxw8xfb9KJ9yQ1v0FtdZGJjmOar46atsch5iI/HYXLdwvOZdPMWf7tSP5MOIUuGzK3xyVN9BU2Fz+jp/s/Zot0rJLnJoRzhl5614+eiMWKO/Hde7Nun018hEPKPoLxLl/wMy7RI9nw7gmRMi2m2M6XADIYgCvMuXDSNO7mErG9iJu+nG1SW9KgiLyISeLL1/TUUeVljIbZbYliiSR7VvN+62JcwaelCT4l1fZoOW6oqlpFyFNi2mW3D2JHYOIQFgXU+cRF6v8AgqdcfYQjY33OJsLXZhZG70GiOaBeb+n/AI/Yrl52/T7o4g3jQ7yogqYIhqP00Q4Yxbe8Lrv7FORd2aKjbuagKVb2/s5PevwEF5tOLbFLZfuNjni6y7r3yNC9rQS1EOodWrXp7z9qmS5mCytYstpFd9QajQSHxlp08v8AtqQLb5QDsqH2W/2FFRUNHXG+YTpBAxts3iYZkWxmzy2iebPdr1lrLpIv1fu0Y7L8lQFpP8WI9nuDnscXns0e5JAjw2w33jPm9kff8VHONLO1glYawFmTLc1yOq2ekmDLuLV9nxVC+znF82z4pVWJG4GUBNuObvVoTv1Ze3y1MuIcf2OfhWXa4d3ZeeVvRuHWxAz+LkKlkh8ZI2ErzaMW2FIE6Qsp9GxbPjo1+y4PvUmxLglm4NGcG6SW5zAiQkRcHEHu1VzJh7aLOw1fmJCMLrjLocy7jDuL6lyqepG0W33+KP8AFuTKzVvzvIIOh8OerVpqTx0XWaL74IO2hYlkTbeVokfPRXfwjP2g1J+9QCy8jkHeGPMOupl2yYY+VbC7iOB525Rueb5sQN9j2iHxEPtD1D8NQJvicFRA8kL0V0xkcOSA4WUX3pxsR2d84fcOnOlqMS2lVi4M/Hq9+tHbX7TbGUhPRd87zm4DemQHu69XRpWmxm83AXXXmnyF51eZxeK6vVQ9z6G9v7MXvwJ5yFwcZEtWXdSZ3L4D9msG1QV3h8VWru6V4j6aRljEiLVxXh6qVwZCDqFF0qo5UlXPPuq+S5ZqmSpWhLXgEoqTsUI8iOppThlkS07ww80huJqVC5aHk5s1Vck9NOUZ9WmlEjzTTmNPGVOyE8Y4T38xbBF71qO86L4729fb1L3ItB+aeuo5pW0dvo40mdE3i4ji3CLFwtqR3p9taPeo5FaI3GfaES8IauZKZL5HgP7KXX0YT5RjSGt45uxAtBZ8uad/ORfopBD7RacCu3xhptHO0fJ+e70EW8bMiL6eUSGmWLf3mbZcbW951JUfR5z3SQhL9qqnNF7A9zKWlMkqjRUXu1VkmQ9/fVtWleqpWOYm2RrxXTV9GhMuqsnOPHPTVgVE4qudYbYeVeVcLttKvzb4mAfeGlGCkiLiKB2xnetg/wBHt0gj+dsEn2G5Tf2taF/uUqw7vULzX9vKIF8dWOeXLR1zaLzGt8Lci+zvW00I3+JZD2feKg1bw/NKZxy4ll4AD7VR8OIIUGMnypPzXd6N234aR/xtefR551ndRG/m2+nef7gUmhaeW/Av2iz2Pk2WiyFly14K5zafo0/73u08eTvHuJWy7PMTm4cRuQHZzc6DdT/yavvUyYYtCY0sb6M5pL193UIEJfRzd3hqW8MXi07OsH2+FJjx2l0bwG3G/On7RF7OqhN/GgY1bsWY1xhcMFWF5glWYr2rdutuaRDl9r0BXL8h48TXe5XB0BRsYpvEojlo05Lq+/y/bp72zbQ5uOsQaWcgtza5NiCaQ+uiPBcK0QcMyoavM7uSn4Q4rmlXtJdI+4Rj+p71ZLhoM5WCsKy2wG48p5FmbwERdaqhKlN2IOx2dCZg70JSmhICuZgI/TRFtEvlpgKIWpjJ3d6/qLTwGo9jE9dX3SkecdyJQ8Ov3apJ0JHHYu/jDKaTz0RtxPc5apcQJ+KhtRv1qa3FybyVPsezSVxNI0kpSCoYmP8AbYU28z22Lau/7S4IqicCHP6Kkq+YZh2+1sz5DTSB82wB+yI6dRfdHqoJ2S2t9++fKzC+agtkq9Xsrn+rRftIvD11tr0FhndLy7tv7OZ6fvc32KaLM40Rvfp3aCWGzl2WN0eHWXiKtNivdwss5qVAeVs2z1ivegl6xpB1ouforBFyXKksbZfs6r2T3wcYwZANSo7M5pN4TL2jQ77Wn2feEOX3airaFs/KyYkW523IrLmrsprl1xBHmIfeHLp+79JRvZ7nPtVwGfbZTkaQHSQL3VJuD9oUaXDkWzFyrk+6DjTyNiYa9ItkLntNmIihJSjWRfeZ7lzuDssxbbE15W2x0gCepE9FJNOdFOMsNrZjW5W/cP2SWp9mdZ1GCe6Xq/P1fpoVNS9lawWi7nL3VdOYasnMvGq7l4VgGY5J1VcnOGnLPjWKIRJ3+itSKaFllwrbG1cujMh9IrVC4SJklWUxTvXitUiJ3pQs1VwbWDQSz9VCedEo6k/PQvnUssjr9NGkyb7myn8UIljnX1mI01IKW423583i05CXDl6NXi8VD7bGF2uOi4v/AGwT92sVtTiam3zAXRTgGdJmmJI6kJAHJe6u7U8hzf6F3/JZ1eNtnNZB0MvaiL71LYqbP32N09bLy27+UB5P2KZnklNPbtxr3viGlsS4q0Qsm22LachEgZZpRob3a8BFctmsGRbUn2O+tNNOfi7hy6Pe1Bq93w0K3rCeIrWxvpdqcKKn/SGudr4tQ8tP8W9iUVyORGIpzkKFlmNOuEcU/JYuo2y0UNz+cISkvLqy6denxVKWMqsiYBW1FS1S3sl+cH/w/epF2p1E3aOfZqRsQPYaxHbV+QkS2zE747jnmnO9eT1HzFy0FR7Q+j+qRuog+tzmzL6qYVWaoC55uvrnyenq+xW2TIeRjLdZNufNmfs0n/Au05Mvu/0h/ujRthyfhG17spdn+VG3A3eqW4JaS9Q8vCmsWUfsRbN7hdLeUqbBkOokbzjiIukuoeX7RINZ7WsaycS3JGSZVlprnUOGo+Xl1Zd+ml6FBnXuYUCCzDhrpBttvlABHmXv5veo0bwXgOdY0nYikupMc65EaTp1Fp5dQLq8PLU5FYfJEAormWhOGmnOBdnUKOkl3NG15EqRbpgrZ/w7DiSZ85o8JDq+6NM8vZ7Hf/xXfmXur5xjSQafgrGcWjViSPGxVCYW3sdnmsp5tvr7R4tIl7Xs/wD+UAAhMlkSKhJ3otHQYcxHa4ryvsb6EjZOb5l0T3Zj4h9PxVliyLGvWG0xACfh0PQkpwU5JAF4i95CEUL16vvK3Y0XYHxcn/M77zvNo3nT/wCFJJDbgOE26BAYrkqZVr3vp/upbCeWcbEF5G1zXQ24fhz9dKpWH29Qz2axLg5AuAQnVabKIb0g16QbHvJfu0Hy7nOk3YZ5yTV4FVBPPimnuqT70wzYdk9wJnfb+fM7C2vTpaDmIf0hURo3kqZ0wE/AqnOK9cJLulAQjI0FO5OakrtKHG3Dfc7OBF7GSayp6tOB8XXaL2qPY5RMJ+MUUAf19NKNF0DSkSInpqlItSeijFdmOL0aVz5OH4d+Gf8AfTdJwTiKJxetEno18mRfs0DUwq2T4lhaXbFduybiSha+0N62nvSgn4hLl5SGsMebPd1b/l3DS7+KvPIhJzuxebLVw7x1eKo93bscs1bNrJfUo0ZYD2gXHDl/ZnLvlYbQ0dRdOtQ5uXmojdAQpqiqioqKnfVbyju9HbMSRpFxfYYtL/OsVE6H/aFwhTmL05/+FC1oslwuhGkVjNttEVxwjEQbzFC4qq8OlaGozlY351bVr4VINjwbAR5pZ0hLg7kXmwUgDlHVzF1Ly+zTQqWPtTzD1qiIiavONyHRy5urqKmSJbagooCtYLpCiOTYoL6p8l3WI7/o3NQn97Tppoutvftsko0oCbdElEhJMlRUpWnEoqfgTKfKv1UKZ0VNAbziNAmZF3UMaK58iOzA+w2j3I24+gVUdXp9dZxrkf41zMRXp9dN4BukzJN4SeH1VrcE89SgqZ11KbicHtY5hLIluvJ/SHrBdfQXs1vsOG7pd2Jc5sojUSCBG6445p7h8IhSPC8CbfpPYmE+bDW44nSAj1EVPECDbh7baJNzfYmI6atqi6EkIJDpEm/WS/apticMdCJUatOI2mVe7XFcT4dbZj/ZTTIfHmVtBUUVckq9ymPuXmVcWkdc1mSAbnNyryp+rSHJMkzJFX05U3uPwH2of9GcOZu3UJwS0qi8Bp1S++ZaZf3sq3hq0MOeD6vVTMsYgFHGSLUSdy1eQyqIjWe96vi01NycR1CL/Ec3Y8UiKTHNTZVcwBOofoWtT4GbQrmgohZqKdw01xpDsd1CbLjl3ehafrbElXhsxhR9TiJmY58C+qnhPYjkxa9BJFVmPgZ6TufPSZHmw+yKf71MreIpzbW5BthG9OnLRRBY2JuI7JKtO5SI9G063HF0NAQ9OZdPTqrfEwxBtcb+W32Sz1bwE5SAvV/6aYScX4BWPdn2M3mkadz1aEc5tHvDWtH52e+3yoqh0Iemiz/k1A4pae1/0mr0ZeGmi6TnbtJytUBET6ub0+mmJ2EeDpD5C0N1nstRFTuccEf76ts3ukW34kn26VbdUd7fN5N6dAAPiIS5S6R8VCb9neZydmv5N+BM6WxZEGA/21ld1LbQtB9QnqHLSWZ1pRKQm0GN4DZzdIivfJSsv5HkrDejn+EOWokGJLizRNtCbUSzEh70pVdL1JlLkTvInSCJypW+03mXEj7ptnP6dFJqvBX3JP8AJ2SzZitmPsNsYblrMjLDdB1r/SHp0kJF7Rj+tW66Yb2YWiLlud7MTvRxwi5hqE37/PFd0D6ohr5zLlIi+vqpYU52cyT77iuPr1lrzzpVyFvQkNzHLlkTKy26DGa/F7hBE9PTzEHN4qYfl/Et0RZiT3hHm4HI/W56Eo8okLMgNB9NZTJjjo6VNwV8FVRCUhc7PvS6iK5SnF/pVrSOJL0wQj8oyEQfQri99JITkjIVJ9UT1fRW9ViPEQusmqp3KnrpdTKWo8t49luEKTmklAi9xlqX9C8tXmYjsE97XMszLaejNoRX9I0NuR295oTgntVrdZTVob/TQoeORslfATey83Uen2h9yT3jm8Rj+haWYmxJYUuTrDcdlhl3Vryb5DHTp6R08ahpAea1K24qKPqrcsx+Qyjbq5l663HgaTCaTcWcnmRVUZ5t3kHPwLq+imhgYiC4yQc5fFn3ivd+amztZx3kB3uy4VvtbsqaYNCCa1+vLuJer81O5k/bHFIkR1/dIraLr9fLWxX9zb1YnMtPNhq3YOc6jzeEvB1Vpj7pyO7mz53m1n7Fa9yrvnd830a/hHophFKhMUOIgqqbxOHj5qBNKVIbXnmHSc4oA/pqPuHqrizxppHo+jdphM0OochPilUTzx+bPmVO6sFRxpc0RM/TWOktevJUzo+RYwSlYRYD/jEt1fj4dYeeVUNx1trSfII82rp5atdbbebWXaZ9teb1ERtOpx5/UJfEWvTT7sUiuhjB5Uz0FbJur/8AjuU6W3VA2X4gG6x1WJMuUXsDSrym6KlqIR6ujgSp7VCPAbsj25W+fb579unR3I77BKLrLqaVAvUtaGWHXpLMZhpx594hAG2xUiUy6Ry9OdTFiTDlnt91xncWrYRlb50QGx7N2oYrDzREZaT16uIiOo9ejV7SiogqOrb9p/y5gi2qTUWSVwhQ3ufQy2JOmJe6IiSdWrlplKlRooYJ0SdbtHylH3G91IzkWrVpLJfqrSyhjnvG0T1Z5LnUmQsPYXm3fD1+tkCQ1br+zcFK1POlnDlMtdQkijqbIt3p+Eh8NasMYYt91tGEkl27dyJMq55qrhB2tW2t4w0SkXLrPSPJo6vaqe40sV+SN7babhd33GbRAckuNMk+4gcdLYDqMvhEa0QZbsT5oss+vj31Kmxac5OxjJG52uG29Ew/dkc3cXs2/TcFpBwQ0Z9Puuc3VwTThYcOW/EcPCDkm3Qm35SXCO4rTQshLOM0RMiQppTUZaQz6j1e1S3qV0sjhyXJA1ZCQ4rZlrMdS5EXrWnuNiV9Y6doez3be597T6ErRiKXDlRoA/J7ke5ABtz3QijGB1EJEDS0KIIEiKqFyjq0p4tRFIuHbHZnb7ZLf8hQtxd8PPOys0Iz3wo8Qm2RKRNlqEV5Or4avGZyzxfZHj9yckPkqqiNgKaVPxfRThDF2RcWgY5XnCTSIeL/AI/eovw3YIbWFnG7hbIqgdgdvEVxmPvD1i8YgRO949JJoAtOkdWnUh0ixaLdovke0RYjXYH2ILsZ42R3xrpEiLeZZ+0mnVp93VVnl+jnlg+wZxSrsZ9yHdVcbnRDJo2z6gIepKFd8r0hE9fJ0VMmNY0C5zNpnaLbDR623FHYru65+Z7dl5zvITHUuXSJdIpQfh62IxgC84iiRu3XCJcYsZEkRd8Mdlxt7UZCqKBZkIhziWnUXiUalKZeOGvIO3W1zbLLK23OM5FlsoKutH4NYoYfpAh+9SCTMUwVsHM0qcNolkjndMXYlWMpX23sWbdW9IwvAyyUNkTdRk+BZFpDmE9Or2stIlGiYekYWxtiK1YYVShlb0hOykIuzm4ZC7y6tBCRCXKoHU99i3s6+SOYLQuHpENRU72puRLmR4UOK5IkSHhFpttMyIiTSgon11JWN7XZ2Lhje3R8Nw4LMSzwrnG3SFrYecKPq0uEvSe/JNPTpEeXUmdBmBpIQjm3l41Y7IzpjvC3q0vlwHR9KJqL7FWwy2jscmWPKQx3CLLaMhdjuNGBEBgaZEJD3oqVo7U648maZeGprxHDjXm54ju0e29oW44ZS9RHN0QaH94yL+n7RPr49P2aa42GYzs3DTEex5T5eDFnN+aJ5ntQm95whLVq5BHlPl7uWhKY6wX5ImlRZzKq6ioYe3WmE95/UvIvpKpclQ7Qluud3tMRtZMRuEjrC28TFgnBc7S6LBDoId6IhzjpHVyinLpZcJ2XC+IdsUO3s76DZpcwQ3T3DQuXT7uouA/FWizS4BqJY50iP292E6tuSRuO0p0a9Ord/XoGr3G0Te0u5JukTn5+XXnxGpXhdpe2exLXebcza4w4yjxn+zQBZ0t7khQSyTPl1Zaj1l7RLW59LPcMaWvC1wtitOpfWo5BuSZRYpOCLjZEOSkXslnq5eqjuJLGQ/a7Y/JkjHcA1NwtIIg55r6q24hwjeLNdH7dJhPhJjsk+83lmTTYjqJTTw5DT/fjV+9yI7FsYgxgdMRix1MG1QF5TNFNNR/TwqQ59wYZu+G8Yy1R5vEsNmJc+OnU0IlGlfRz6RL2umjIEIIg+5WqZCsjVzmQ3OyyTII77nTqTSRD8fMP3qzsVjusjDcy+MQ3uyQdKuuIukQ1GgD949I1KM3DkY7tfbLMkszLhhuzZtI1GEyfdJ0SUt30vELZe/yiPfSeG/Be2cbQ3rRDMf5KtXaxeTQBvDMHUQinzYn6ky0+HIcqjKVnVGNkaQ5CizuZAqiL18OfPqrZKkruEZb716vay6qKNrFwjPXSAUe1R4CLaoa75pHMl8w3y85knJzd3N7WugFZyvE138OheUavGZzyw/Y5yn+RYrK+by6Pe8dR/mnrotkq3vF+Kg3OoZp9HZ6SFWE+vIs1JV+mljYZs7x00T2UpvVdS6U6U9NZt7wzQRRSJOlKyfyEaeljrbrpNhP5wrnKiOKmW8jvkBZerlpV2idNfaeenS3HIwZt9ofIi4cUQabgFpolAusRQuTT6aVuSXGh1plki5JnlVkcsnQqev15ZuCT2r7dm5bjelyQM0keL7XVppu7bMSctySbKana9fa+0FvNXiXPq8XtVrkvov4jP/Sc3J7vwUiIuWpSLwXNC5Lnc+2R5SXWdv4/zL2/LeNfAvhrO6Xu9Tclm3qdLUXd6m8kkWR9OrivVkI8aQAiCOr0l31gS6RUe9FpaLRlQ/Dd79NRZ72ILmMxWjbbccmuF1dQ6s+k/VTSlzuiRY8b5VnoEZzeMj2gtLJe0CeFfpqk3rsfctfi+czPw1qk7nPzP5P3erTzVskfgwQlyOci73K5yxkXK4zZ7jYaBdlPk44ieoSLw/mpXHvt8F5uQl3nq+21uAPtR5gK+AU1dPu0Px8/SvD1U6xiaFsdA6Sy76tjOfNKh1hy7y0yDIXq4tR20cEWAkGjYo4nMIjq8XHV9dKCdvTcBmK1e7g3Ga842wstd2BeHSmrlpnZe3n3Oetb8tXD0tebTd1QjsOkqbdRYe3t7lOrO/nf4QZb/wCP2vtUktcqda5JSLZcpMJ0kyImXSDUnq5aSNOHpUVXwfXWbSto6BH6e/0URNmLo95vLM3taXS5BKAEEZDcg94ID0iBauA+7V1udzkMPsFeJ+7kuI68iyF0vEncRJ6T+kuNNjkoNWe76dSVdw29GW76dK0vRUVTbxd1efeO9XFXJLaMvKsglV0E7hLMuI/R3U3JNmJHdhdtcRpxzXu9ZaTIfEqdNYOGLy8G0RV/sqxsNkOpTyJf7aSY+MdbffruBtGd3ngcQSSKYSjEmRLqEF1cM6drLjC8xFmq/KnPZxd0y6kot9DIiEiISLVp1+Lp1e1QY7rVck1KmdbowoSKOQoufHOkQzWoXXbGt4uFzZnRp90R1qL2ZZPaS3znN1E4PP4u74aZjKdLuBOSHXXJbha0cM1UyL2tXfn9Na7dLaYZ3OXE+vX7PVSvtaOPb3zm818nw1eKs58kqo2Xm43+WLseffbjKaNEIgdfNwSUengRVZy935xY5yMRXM3Y382M5Tiqx8HNwrCRIQlXLimdM0gR3i5Z5550GqDGWw8SbxIfV1Xl335Rw+sy9oi9NKm50uY2CNuZI03yiq8tMistKnmnuPse7W0UejICiqpmHendTRkTkmx7uN+ubEpqbbJzzNxjJrWQj5a/zFTFc8SX+4vy3Jl1mH2xvRJTtLqb34ubm/PnWp2STj6Ga5KvUPqrTMbFxdBpki9JeqozhF9cHVibRjPuVzmxIcWTcJUhiJwZZfdJxtofUCKvLWoDRGzThWURlw19ytLiaXDSpP48nRup/FGyS4LgjqXToHIaFfz0Sr0rQ5UcnZ04fIRJSmH+N/PVVVPE5ma/xy/WtZl3B9S1VVVGCZtgEqNPZelqkhdNVVU8hYdoyFeQkq3srVVVJIeJbNfXVqqqpCpnF4nx9dOx5IyGSeiqqq6MR5/qujSfzlZvAOWrLjqIfzctVVUwrMI3Ex+pa0SyUSLJfRVVVCZo9FISqiLWLhkryJnVVVSKwN5tgKakTjSbLMuPoXhVVVNIaIoBMlrAhFHc0SqqqZEmbFRNQfVWS8A/PVVVUIzN8dM0VF9Nb1Ya156e9KqqooD6FTMdnc56E8X7A01zHD5EzqqqszeBBn52nzDMViVK0vAipu3P1UPKqqqhi7Ov1H9bNUgUa0aOH/qpnmLrfXV6qqqps4vpOhOXSv1UP1VVXHM9PGf/2Q==</binary>
<binary id="1" content-type="image/jpeg">/9j/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7/wAARCALvAhoDASIAAhEBAxEB/8QAHQAAAwACAwEBAAAAAAAAAAAAAAYHBQgBAwQCCf/EAG4QAAEDAwIEAgUFBgwNDg0DBQECAwQABREGEgcTITEiQQgUMlFhFSNCcYEWM1JikdEXJDdDcnWCobGys9IlNDVTc3SSk6KktMLTJic2OERUVWWDhZSVo8EYKEVGVmNkZnaEluHxV8Pi8Eel44b/xAAUAQEAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA/8QAFBEBAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAP/aAAwDAQACEQMRAD8A3Loory3a4wbTbJFzuUpqJDjNlx551W1KEjuSaD1EgAkkADzNS/iJxy0TpGSbXHff1Be1eFu22pHPcKvccdB/D8KQZuote8eLg7bdEuvaa4fIKm5N5IxIuHkUtfgj/wDo+6qpw64baG4ZWdXyPBjxVJQVSrhJUC650ypS3D/+KCfDVHpF6vO6waLsmjoSuz15f5rw/cJ/NX19xPpGzus3izYYvwjWhP8A3ppvkcX7LMkvQtGWi76wktq2qVbI+YyT8X1YR+Qmj5Z4zTlb4ejNMWpr8C4XVbrn/ZIx+/QKzfDzj0n/APvVEx+0yK5/Q949b/1aYmP2mRTWJHG/P9TdBY/tmV/NoTI437+tt0Ht/tmV/NoFUcPuPWcjjTE/6mRXLugePhTgcaII/wCZUU2GTxo7fJ2h/wDpEn+bXyXuNp7QNCfa/J/m0CkjQHHsDB41wvssqK+hw9479zxsj/ZZkU1c3jd/vLQY/wCXk/zaOdxs7ep6F/v8n+bQKX6HXHnfuPG6Pj9pm6+lcO+PG4KHG5jH7TN018zjd2MTQOP7NK/NQtzjb0AiaBx/ZpX5qBRXw64+bwRxvj4/aZuj9Drj3v3HjfHx+0zdNi3OOOcCJoHH9mlfmrnmccOxiaBx/ZpX5qBVc4c8d1J6cbmv+p0fnrrHDXjtgZ44pH1WhH56buZxvAH6X0F/fJVfKlccj2b0EP3Un81ApL4Z8clHB45rH1WlH56Bww42jH+vs/n9qkfnptP6OfT/AGBD7ZNcpTxxz1XoL/GaBURwx43BJB45un/mtuvhXC/jbkD9HZ8f81t037eOHXDmgv7mVXwWuOav90aBH7iVQKqeGPG1J/V1fP12puuV8MeN2dyOOTufjakU1No45YOX9An9xKrltPHH6bugv7iVQKSuGXHPpjjmv/qpH56+V8L+OJyU8dHc/C1o/PTfs444+/6Bz/Y5X56C1xyx0k6BB/sUr89AnnhZxvVtzx2kj34tiPz1z+hVxpJO7jxMx8Lcj89NhZ47FXSZoED+wyfz19BjjiT1naC/vEn89ApDhTxl8+PdxP8Azc3+evkcJOMZOTx7uY+q3o/PTf6vxxwf6I6CT/8ALSfz18mNxz2ki66Dz/akn+dQK6OEnFzHznHm7qP9oI/PXCeEnFsuePjxedvwgp/nU0iHxzKOt70Kk/2lIP8AnV8It/Hbf49QaGKf7QkfzqBf/Qk4o+fHfUH2REfnr5Vwi4oHtx51CB/aiP51NBt/GzH+yHRX/QH/AOfXWbdxxz4dR6LA/a57+fQLCuDvFBXs8ftSA/2qn+dXz+g1xQ7H0gNS/ZFT/OptFr41466p0cD8LW8f8+vr5L4zY66t0kD8LS7/AKSgVf0GuI3Lwvj7qwn4MI/PR+gxr8AFXHzV/wDeUfzqZUWjjaSd2s9JY/aZz/SV9/I/GcjrrTSn/Urn+koFdzgtr4kEcetYY/saPz1y5wX12prb+jzrLP7BH56Z12bjP02630sP+ZF/6Wj5G4zZA+7nTH/Ua/8AS0CqnglrXGF8etbKP1I/PX0rgfrHGf0eNbp/uPz0zqsnGcq6a702B+0qv9JX18h8YyMK13pz/qQ/6SgVV8DdWrKSvjvrlWPxkfnoc4G6tUoBPHbXSf3afz00LsXGMgBGv9PJ/wCYj/pK4+QeMvnxC0//ANQn/SUCwOB+sN239HjXJH7JP564/QM1b1H6O2ucfsk/nppFg4x9jxDsWf2h/wD9lc/c/wAYdvXiJYs/tD//ALKBVZ4GarSCBx11x/dJ/PX2ngfq0AgcdNcf3Sfz0zJ09xix+qNYv+oB/pK+fud4y5/VIsWP2gH+koFhPA3Vu7J4665/u0/nrlXA7VxVj9HXXO39mn89M405xj3deJVlx/8ADw/0lcL07xjJwniVZf8A6eH+koFpHA7VY9njrrnP7NP56+hwO1WFdeOmuCT+On89MqdOcX//ANSbNn/4eH+koGneMAV14lWb/wCnh/pKBYPA3VAVkccNb5/sifz1x+gZqkqyrjhrf++J/PTV9z3F7H6pNn/+n0/6SuDp3jBjI4k2f/6fT/pKBZTwM1MDn9G/W/8AfE/noVwM1OTn9HDW/wDfE/npnGneL2OvEmz/AP0+n/SV8q07xhI8PEqz/wD0+n/SUCyOB2qc5PHDW2P7In89cK4GaoUenHDW4H9kT+emRWm+MvlxMso//wCeT/pK+kac4xlPi4mWbPw08n/SUCz+gVqYjpxw1yP+UT+euFcB9SK6Hjhrr++p/PTKNN8Y93i4m2cD4aeT/pK+/ub4wHp+ibaAPhp5P+koFX9AO/f/AK3a+/6SK4PArVjAKoHHTXLTnvW4lQ/hpt+5jizj9U+Bn9oG/wCfXSbJxrieJjXembh+JLsqmv321/8AdQKZ0z6RmlyX7RrSx6xjj/c90ich0/uh+eu6x+kCm0XRFm4s6SuGh5a1bGpbuXYbx94WB4R+UfGmT7vNcabQFa50G4uKkYXcbC8ZbYP4SmiA4hP5aZI8vQnE/TbrKF2vUFuc8LrSwFls+5ST1QoZ8wDQMsGZFnwmZsGQ1JjPpC2nWlhSFpPYgjuK761wu2k9X8AnndQcP1yL9ogq33GxSXFLdip+ktg//wBfHNXHQerbJrbTUXUGn5aZMOQn902rzQoeSh5igz1FFFAEgAk9K1y1jIncd+JruhbVLcZ0Hp90G+Pt9p7wP3gH3D/7+6qH6R+tJWjOGkp20kqvlyWLfa0JPiL7nQEfV3+vFffDnTto4PcIW0TnAj1SOZl1k+bj5GXFfl6D7KDLar1FpfhhpKM3yEstICY1utsRsF2Q5jCW20DqScdT5dzSzbdC3zXb7d74oPn1JR3xNMx3CmMwny55GC8vHcHwj3UcKtOztSXxXFPWMZSblKTtssB3tbIh7H+yLHVR+yqvQdFvhQ7fEbiQIrMWO2MIaZQEJSPgB0rvoooCiiigKKKKAooooCiiigKKKDQFFFFAUUUUBRXFfEp5uNGdkOkhtpBWrAycAZNB2UVOdN8TjeLfb5q7KqEmZdkW/kvyE81KHUb2XQAMKCk4JGcgZ74NUWg5ooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKK8t1nR7ZbZVxmLLcaKyp55eCdqEjJOB1PQUijjJoB+626zs3aS5IuR2tKRDdCUZwAVKKQEgkgZ95FBRKK1a4gSJ9n1PcbLEvOupbcFIbXLXqRtpBICFKPKUnKsJcHTpu647VtGz1aQck+EdTQfVFFFAUUUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFT7WvDWJPnuah0pIGmtTgbkz4ycJfI+i+2PC6k/EZqg0UCHw81q/dJbuktXQmrXquI3l+KFbmpbf8AXmSfaQfMdwehqX6utznAfiSnW9nD50RfnuVeYSPYhOqPR5Cfd/8AiqxxU0V91NvjzbY8mBqO1r9YtNwHRTLg7pV70KAwoedefTk6BxS4ay4d7t6G3HkuW+5wXB1YkJ8Kx9hwoH3EGgeIr7MqM1JjupdZdQFtrSchSSMgg/VXZUX9F273ONbL5w61C9vuuk5pioVn75GVktH8gP2Yq0UEH4hf6r/Sn0fpgnmQtOQ3LzIb8g72bz/g0wcTVq1jxL09w4AC7a0j5ZvaO4W0hWGWj8FLGSPcmsDwq5dy9KXildzkLhsQren7E5P8WmbhAk3fXvEHVjgzzbqm1xle5qMgA/4SjQU9CUoSEpACQMADyFc0UUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFa7cYp2r7Rrd317UakW19DztsZRfWoHLc2p5W5PRasHd08QVWxNa98Qbzo7UPEa62jVN7h6fVEb9WjzWn0KdJbOVIcQpJ27g6ce8D34oLlpqcq6aegXFbL7K5EdC1NvJ2rSSOoI9+ayVdcYJTGbCF70hAAV7xjvX3Qc0UUUBXChlJGcZHeuaxd5N6FwtZtYjmL6wRcA57XK2KwUfHft+zNBI75a34Gto+lf0QeIUm4XEOyErZkNojsKO5TTRVs8IVsWAOvsmm7St8dtvB2JdY8PUGpFttrStt3Y7MeVzFJVu6gKwc9vIdBU64hyJusL+0n7gdbw7zCbDz3yRdY8damg44lvflXi7KIx23Gq5oJgN8NIMP5Hf06lERTSYclzc5HA3AbleZx4ifj3oIrw6Ztqtf2K5WzhNqi13OW+lyQu5LV6lDRsO9xpJX0I7J8PY4rZUVq3w8j2862sm/V+mrre0To8aKIE8rDEJltW7bnqpx5XVVbRig5ooooFPiu3fXNHvuafu6LXJYUHXXlOJb+aGd3jUCE+RyR2BHxpH9H++vzLxc7aJb0+MmIy8t/5VE9IkEqDpKh0bKvCQgdOhxTNx2vqLDoRwuNxVouD6YK/WXChCUuBWTkA9emB5ZIz0rH8DmtGuLuly0peZExUxDLj8R3p6kCFENgYGOpX+THYCgp1FFcdaDmiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKDEa1MUaPvJnNvORRBe5yGfvikbDkJ+OO1RPh/pa/alutqmahlaiXFMNp6PJXcIi0FptTag1y209MqCSVZydtUzjTffkDRq5Lky1RYr7nq8hVwadcbWhSFZSA14snHftjNTDgKLI1xAYZtqdKtLNrdKW7ZaZsVe3cj6T3RQoFniPqS6J1Bqq36gtWlS5CmsuetIt8l5aNraVJV4UYUrar6R+Hatl9J3yFqKwRbvAS+hh5JGx9otuIUCQUqSeqSCD0qI8SIV4unEG/QLIzdV24Fhdzii8R4jTrnLSUrTzAVgYSnOCAdhHvq06MsSNP2Bm3ImSZit63nX5Cgpxxa1FaicYHc+VBmqKKKArgiuaKAorHW29W+4XW5WyM6oy7atCJLakkFO9O5JGe4I8x7jWRoCiiigKK461zQFFFFAUUUUBUxf/1H8c47iQpNt1kwptYHsonMJyD+7bz/AHFU6pd6UcHn8HLtdWJcmFcLIE3KDJjq2uNPNnpg+4gkH66Bb1AFaW9Lywz2Bsiass7kWT7lPNdU/vBNXWoR6QRUxqTg9egSX0agZaJ/FcQN38FXeghnANOeNXGR7y+W46c/U2aZvRpXz+Gjkv8A3zeLg7+WS5+al/0ewFcTOLz34WoWx+Rs1n/RfSlPBy3FP0pk1X+NO0FOooooCiiigKKKKAooooCivLdpzFstsmfJVtZjtKdWfgkZ/L0rw6Z1JaL/AGaPcoM6O4h1KAtIWMtuKAPLUO6VdQNp60GYpG1dqO122/LtcfSLt8nGOJL3q6GAEpKikbi4odeh9/lTBcL6xD1Ta9PlG9+4NPvJIUPAloJySO5yVAVIuK9lsjWun2I9mhodkwBLkSU2B25OrUXCnx4PgT4en7qgubSstIVs2ZSPD7vhX3XVG/pdvr9EfR2+Xu8qm2r9UPx+MGnrcxInItcVqQbmtoEshwoTy0uY7AbgrcegyPfQUSLcoEqbLhRpbL0mGUpktIWCpoqGUhQ8sjrSxL1FcxxZi6SjRkGCqzOTn3ykkhfNShABzgDv086m9nvQsOotR8Ro7rzNuusnkvw3E/MrdS18yvf9EnakHy8ddHFF3VLVwkv6aujxudv5Eu4PNKV82OnOabHXdlO07PxfjQbADt1r4U42hxCFOJStZOxJPVWOpxSq/re3tav0/plltyTIu8NyWlxPQNtpTkEj4/vVP+ImvdEQuKdrk6ju8mCjTbyksqbG5pyQ8kIUF4ztCUqA64HVXXpQYvizqPRquISJ9t4gX9N+SyLam06baQ668sKKtqiQUk5PQK7fbWYXFcc4U6XkaxvdwtSm5bTrnyrkvqeS4rY06rt4+x8vdTDO4TWFM8X3SUp/T91Mlc1LrJ5jDjywQpbjSspUSFHr0PWuviGjUtr4Vxkz9YadhXluQjnXS5xEmIs5V4dh7EjoKBf01pfVd21Jpy6PN8PoES2SBICrKypT+zaUqbCu2FA4NWs961L4RP2SVxftr91uFz1Fe0vHF0sIDdpR4f1wBCP381trQFFY7Ul2YsllkXOQCpDKeiR3Wo9EpH1kilHgtcprmnXbRebvHuF4hSHFPbHt6g04ouNnr1xtWAD8KDO6qviIbD6YcGNdX4eHJbC5TbPq7ZSpQcUV9APDj9/yrF8MdaI1cq4hFtgw/VdnWLcWpQXu3dy32xjz75pH1RdoEXWevWZbTkiHdLMA0UrSnmKjtkOtpz3++Jwe2dw8q8WgtRtaR1VcGPkYs26YlvlIamMyFoXy1rS2gMjqPa79RuR5UFotF9t11uN0gQnVLetb6Y8nw4AWUBeAfPoofbWRdcbZbU464ltCRlSlHAH21IuETsm0cQ9QaflFG6cn5UkA5IZkObSWUrz4sJV2PXwk9qznpByI7nDS52FUsxpl4YXFhqAzl3G5IwCD1ICenmoUD3OnRIMb1mZJaYZ3JTvWoAZUQEjPvJIH216Kjjr9+1zoaNp5u2N+uwmGheEqd2JRKbVjloWPpgjmZ+CPfTJoDXFtkM23TkuXMl3lorgyniySj1hkELCljw7jtKh7xQP9FYXW95Ni0xOuDSS5KS0pMVodS68RhtAHnlWPsyaNJXR+dou2Xi5Btt96C2/ICD4UqKAVAfUc0GaorF/dDZ/ucGovXmfkssh71gKynYfPp9dely4wm7oza1vpTLfaU823g5UhJAUfs3D8tB66Kx2o71BsNqduE91KEISdiSfE6vBIQkeajjAFdNrvsOZpKPqR4KixHoaZag53bQU7jn4gUGXoqNSuIs6x67uF0v6nGtPyjFgW6Duw6h5RJLi0kAJOD1GSR4QcVQdSaxtNhnsQ5bcx3ejmvOsNcxEVskJC3cdUpJOM4Pn5UDJRXCCkjKTkEZpYtGpn53Ei+6YEdsRrXDivc4E7lOO7yUn4YSP36Boopdh6iMniHcNMI5CkRLazKUUqytK1uLTtI8hhINdz+p7ezraLpJYc9fkwXJyCANobQtKTnzBJV0+o0GbGa5r4feaYaLr7qGm091LVgD7a5UtCVpQpaQpXsgnqfqoFbiveIll0TOfn2W53eI60tp9m3tpW4hsoO5fUgAAZ61O+FMi5r4hW5F/Z1Q6/8iuptr10jMMNtMhTe4YaUre4cpypWOw6VWdZSGYmk7vJkxPXGGoTy3I+PvqQg5R9vaox6Psq1qvkZMFAmz/kp4zB8qOTTbtjwSlhsrP3tXcefSgWuOwce1/cpUixacbYQpmO3JftS3pMlW1JT84CAM5UE9D1TjzrZ9ro2hOMeEfwVrfqW5X27alulzuunOJsS3hxn1ZuLPYjIj9eiVNk+avFurZFvohI69vOg+q4KkggEgE9h76Ttaa9tljucjT7alOXs21UyMyB0WorDbaM+9SyOnuyanGmr7qv9FrQOmtVWmZHfi2uSp2Y4d6JUlTIK8KHTp16d6C80VP+FGsrjq266nVIjPR7dEncq3c2Py1LbGUlWfpAqSev2VQPKgQrCqRbuM+oo89tYReIcd+3OjBQW2E7HEH3KCnM/EH4U+0mcQLHqKTebJf9LOQPlG3c9lTU4qDS2nkgE5SCcpKUqx54xXo4dajnXiNNtt+ZZi3+1vlmcw0CEEHq26jJJ2rThQ69Oo8qBroorhedpwcdKDqMuMHA3z2t5XywneMlWM7frx1xXdWvelrLfYOqU6Yl2+2M275Zj3N66Luzbi3n0KJKkt537nPACCBjr3zWwlAUUUUBRRRQFTv0lv1BtY/tav8AhFUSp36S36g2sf2tX/CKBR9ILqOFqT56jiY/uBVyqFekEf0zwkT5K1HF/iCrrQQ70b1FWvuMPuGpun97pm9GTA4M2fHm7Kz/ANIcpa9HQFOveMQxjGpv/wBumT0Yz/rL2XI7uSv8ocoKZRRRQFFFFAUUUUHGK5opc4gOy2rEkx0y+QuQhE1UTPORH671Ix1z0AyOwJNAta81A3OhyHYi2nY0GSpllspKi/LQQOwBBCCeiT7SgPKkW6wbu7NjadSEvTXZTN09ZY2NvyJ7bSlAOeW3w9/xfjWEiX1Nsi3B9q3k6imKxa40b5xtthRVyyn6Knvfu8eKZnNOQI1/03qTTEwi4lh6dIXPey00ylrluq2/hBak+H7Om2gymotX26Vcl3Zgep3lq1sIiyS1zBELit8lHu3Jb2k1j+OE64saqafhw5LTaYCGXZyZslhKt7i8I2s+12I8XmoAdzWL08nShsOm5LNxnFBuTkmMHXPG6d/i3bfZU5t2hHXpWSlet6i1vebY1KRthIBkurv8ltDDrh3cjYPpJ+HQDFBRJOrytmDBtUdK7lOefYjNSlbAUsnDjp8yke7z99TrV9vhWp66t3a9l6JclRrbPd5Z3/OFTzyvrx5J9lO2vrWVknwdV3O6Wh2a64JLKs2s86S2FeF1CUueBKtni/uvOvfpGA01aZE+PZdX3eV60toM3tTW9sLG5ZQlHhAOceLHfoR1oGG5aktd2t7mm7AwLgucPU2i+1+lWwG8kq94CeuPPtXWxYNN2G0wrWGzLh2+Ov1+QvO1adoUouHBCiVJ9nORn8qwmzXGzyvudsEqN8r26X8qc1w/0tG27Uoc/C5niT0/GNK981dcEasi2f5GhPXyPcUTLih1sICFAE4JT0KfEkgnqT9ZoMhpSRHXZ5tl2qZ1M1KTNt6p7XWG0lPzavLwttp2Zz1UqvBo282bUF/03Z9S2mOIcRC45kSWMouD6vDn9lu9/wBLfTPoLW+nmNDNXjW0vkalupcjXAuDxpPUpR57G9ikkeWOteCwW7VNy0xpu0Ntot0dmQRAnt7fn0Nry3IV/wAn2HclWegoK/r2+p0rom53xtlC1QYxWy1tOFK7JThPXqSBgUQI8TVmkrRJv9pjOl9lmYuK83vQ24Ug9le4k96m3EfUjV5acis3KSyykFqN6s1zOp8KpSvxR2b958VZbhprYuaLgWaILhqC/wAJlDD6XWlMqV4cpcWtYCQkjse5HUA0Ht4rvwJOnLhpaAt6FIeQhsuxUpQhGcq2qV2SkJSVKPkj6xnjR/EGTO03a2XYAuGo32HFuxIa0oQkNucsq3LV0T7J8yQcgUrG4iE5fW2b0JkmZvnXBZClxmv/AFLX4vh2k/jdRSBfdE3vUmvbPqOwSp9ody3y8N7OXu2p5v2qSrCcY2poK1qq1a0u0ve3H59xODEXzEog2v8AGOfE+s9j0HTtisPrBqbp/WTmoYMiJHuK7Ar5bRGay6pW5vbtPmpSvCk46d8GslZ5q0a2kaTk6rL0iCv1mUsnAWlQ3bVJ7I9/u92KVndTwnbKbYkQ3Yr0z+jF6blYO/f80+rcglTfs9R0B6dqDvcturLtZ4Mx3SAtTlutz7sYvOoGxQSrYtxSvpDd0Se53KVivTwuu9isEOQ41b7tNcaCeWyiRDlqQ4ptRXsDHsZ24Oe/hr06q1T8qQpdjut0LktnEWbFhvsMsSm1J3c9Knfcn2kZpOkR49rhXVq1NTrRcEy2/wChrzTCwtKkqKUhbPh9nccr7UD5Ha9S+55+4RszbldUT5hc7w0FXzYCem1WVIQrA/CzXovDkmXp5vVtx5TlymL/AKDRnI6pCITSz3CB7buzqf7kdK8bsiXqCNHh6tlGzWuU1GQmTGH9MuDr9+J8GVdRgDIph17c4NssEnTdsusKEYkNDimPWD6wWB3Sgd8kDAOfpUGJs9iuWp77qJHPcstjefaW/DCNkl+RyU7isg+FHs9B7RB64rqtVustj03K07Ji36CmzySqJdHm+Tzn3PDuZLfcFSu1LhZurGuLexFbWy7Ft3r16U2V72EEfNtbR985aU4HvO6su3apeoWplznSLwINstaxCky1LbC5Clb1LCMkqTjwgqyQOmTQeNu9Xn5Hk6mvs8m4sBlm3sMNh1YKvC+hrIAUvP65ggdsV13nVMqwWSdYAZqLGwyiS4620oymUvq8ML8Ved3iPZNeVnUFx1feI0+TabvFgsFtqRDgtn1hlCupSrAB2E+YBz2zXr4o6l07E0ahWgU2T1wOiOzLUOsN1SsFW1SfEfCrd9Kgylij44Zv6QuVvfjNC1Ca0hpfMUhJUra02OmQFJBTnuOnxrMWvVaXbfZ9cPTpfqE+KiN8mkJzzD1W4lPVRWFDZsFKrEIsaoZsjKp78wrHrc9Tfzriz7T7ClK9n2UJ8hurr1bIgJvSQ8+pmxruIhuuOjwiGlO1xtP0m1F1WPJS+/agbWL/ADJMxvUmprd8l2ppamYrMxe1xskKyvbjqo4xnPQdvM0l23XCHND25F4SbTAEdQt8R9w8+6EK+bd2+0lodzu7n4U735qE9b3rve4s5FrQtEa2QwneEDbt5ymh7XX35wkdqV7RcNQ2a+WGyX1enl2Itk2+67eY+42n9a9279hQZHTlstabHIakWx/VV3di5nIlbVtsFz5wJUr2U53bjjJrHaH05ZrkxOlT/X5s5MBcdwRDl50OHapS/opX9FKD7KU1lruZCZshSSiC1f3Ehq0yeagyPo88qT95WfD4fy14hcZdu0LcPkK1M6ckuK9Vbkgl9+S8nwqCW+u3B/CV8aDI2u9q0/O1ZHYuT93vS5QUWX9iUQ0JYb2rdUnwISM9ffisZaV/JEO1aysy7rdLtcZXq81pR8Vw3buvi9lDXkrsE19v3w2RiNZbjoaQzbVRkLuznrIyXFe1u/rifx9/7KvHc7tIi8SUWe8WSPM0+IDpjtRNuGmXVbd/L/XE7fa69PF0xQFilK05qS66/duNvlC6PIF0jslTj7bO7ltKaSn6O7+6716badVyeIkrUrbMGPKZa3TG5YU4tqF3QyCnwoX0Uop75UrNZAxYGnpMGVZI8G4lvctuLGipaQ2hXhS4ztT4tnn3Pirw3UylWu7SZz/6fU3y5dzgFWDu9lqO2v8AFUneryoPVrLVmnNZXZGmGr421bXWDh5CyEvSOhbHluQkjPTOT0rwOX6febpZ9VqntpRpCO67dYoZyuQpWW5CkdfZQE5B+Nc6hflS7NGfSLNa7rEAtrQtWJrrCle0lPZDavdn8tZi0aWh26JItTzjtstEWKiVcVLcC5M4KCioOqHZI2kYSAD1welBl9b6mmTNBpm6ZuEW2yLk4lm3yLhDcdQ6lQ9rYkZAPcE56dcUi+j1d5F01NKmLnWaJEMNakxbdZlwm52HNqpQUr76ApKgCO24++s9dYGmta6fdsGnU3hmBDCpC7pbztcQ4Unc2nf1WtSFKSenTd3r70smzW64RX7axcpjsO0Jt1vtTTBCYzfh3b3M8sqJSnJz0x50CZrG/tzdXTbLarm2/YtRLZm3SV8lurXCZyln2vZ2L2dFHtnNXq63i3WyC9KlSEhDJCVJT4lbzjagJHXccjA881KU8P4mnLFdIvrV9eVc0sPy2/C88IzO0eqtqxt2jP1kZrI6xFinX4XK2X6xW0yBHE+W8VGRsCvClo52oUU5GfaoJ1qu6fdPeofE16wRVsMvCz21tAUuQXCsL5i09lbCDgY86fuZcb2i1Roj0uJOccLlukrOVoQMKefKvpbkrCdvxx5U3y5ukmLTEtDcVEttxnMSCw0VrWjHcJHYH3nA+NIl+03c7ii2OyFGzuhr1OKQ66h9v8Fj5sbdq0+0odilOO1B6+EK7XYdRXSwCRKKiWvn5Ln3+RuXv25P7321Xa110tF/1U6Zlz3pMgQpiQuWjupLiVtsiR/6wOLWk/VWxGUhQTkZPYZoPqkDiNDVp+4NcRLcC05BCUXlCP8AdcEe1kfhN53g+4KHnXvunEzRVvlPwnL209OaXyxEYSpbzy842tpA+cOenhzjzxWW05qKyaoguOW+QHdpLcmM6ja6yrzQ42eqT8DQeLTevtG6kuRt9i1FBnydnMCGl53J89p7Kx0zjOPOmRwbkFPvBFQrjzrnR1p06zb9Lpiyr9HuLSYirXtHyc8c4cc2g4HvR9IEisL6P/E+4sQbrF1QbzcYq7uy1EuuFOtYfwkFSj7G5fUJ8gsdKD2cPrHLts21w53DzRikx7wWDdvlNtcrclzdn2cqeHmN1bDVr9w905dZWpBaoNx08rTsS6MXFWzeJrjrRzuLagNql7U7lZOdtbA0BXkkXS2x5Koz9witPpSFFtbyUqAOcHBPwNeuobxyt1sha5bvl10tYdStzYCIzbE64tRnYy21rO8BwgKQd/UjqMDoaCxWu+We6ypUa23SHMeiKCZCGHkrLSj2CgD0rIVHuBeml2uc3cYcKxtW4wnUKk2t1K233XH9/LGPJoDZk96sNAVO/SX/AFBdZftav+EVRKnfpLfqC6x/a1f8IoE3j4P05wfSev8Aqii/yYq7VDuOo/oxweSOv+qFj95sVcaCKej0sHXvGA4wRqTr/e6z/oxkq4L2fIx85K/yhyl70fDjX/GEny1H1/vdMPoxqKuC9lPkVyf8ocoKZRRXGaDmiiig4rrmB9UR5MVaESCghpSxlIVjoSPdmu2igiuk7zftK67YtusL23InXV4+sMNpcdQlKyrkubs7WjkBsIAwR171TNe31endLyrmyzz5CdqGWgCorWogdEjqrAyrA8gaX9Y2LV0rW8O5WBdnEFUblSFTmQssqSokLSkDKldRjqAMH30amvMj1ezqtd1tsifEuiYsmQ595Sotq3JXt9gq9ke4qFBMdZp0W0bbabHqJly4NesSJKEe28Vp5iXM9Oyu3w6CsjdtEtl23F++sydUPuZlpZOwY5Xb2vm2vDlX4Zpfhy2tRT3p6bZAtTUi4Ii8lxveltS871pHmoKBygdOoUKZ9PRbBpi8yXFo1Hd2ojLkJk/I7i0OJ+luUEeI/R3DoRQLJvRA+ULJbAzKZlPNeqOOoQxb0s7W23fnPpfOJUVeafhTE4hi46GF1u9ntUe+ktoMtEZia9Kd37HClKR4tifd7vdXlmvHTcO13txFiXbrnz3XWbyOUtwONNp2+wtfg9j9j3os+prjbn3L3pfTVtns2+ztOSLfBWtXLY3O8sx9yR1Pi3Dz6e6g7r+3p6dbp2kp133xReYsk3GSr7+mQPF4k9E/OdvL2RWHbiHRcJcZ6VCRATJcmJRapK1MrdS02lrmH+uOK64PQeXavLp+TEl6Bs1wfi2xmJf44clyZNvbcTBSl3bzFN/Hyz7J3Vl4zFgb4dXWSxYUakblXBu2W9yz29EU3BQ8SX0p9jcg7vH2+boObrpC7u8LtO3W2FLGp7g6yl1W/YHwtW9HNP09vfr3ye2aytsvtrgajcRpqwvPajDQbnokrKBJkjHRRUOpSSo7x0A+sV6ZOvHNYQY+l9G6PvNwbQtpiZNe/SiLcUlO7xHu4jHZPnSeq469u+r126NItNvvsESpJdJ67I21tvmeL2nPElX4nWg6LWXtVlTF9THYu12uLyHneV/S0ZO4PtK/GQlKtq+/irMobuV9dftNluV3vsYwNtldHRuEFp2jnq6eJPnnxY24rw2eTI1Ha4L8eMJN4vzy40txmLy/k6S3+uq/C/XM49sVn+G151Fpu8S/WLK/KsE195rdGRuW3JY6Lc2pz4F9Bnv4c4oPrXDa9NwI2loCTPlPNCRcdoLi3Hu6BtGSlGc4SMZHTPnXj0TcbjDlvaktV6jsmbI/oq1PCuW7I2/0q00nxB1se0R9WKZ9dTbzeGmXIdwQ1aA8lycxHCmpy2APFyVBRDgI7p6H66L/AH7QhsMS22SOMIQp+3yYjW1qK52DhWPYzu9rseuaBZHqi9Ry9Q362zoQMQyGRIUla23PFuUtP4PhTsRj4kU96PtNv03oRj5dWxBkusuOreSrxtbhuPznclI6599JltTdG5rFj1BY7ZBVJkctcuOzsZvI2Z8A6+I9cjzHUZ7V6LLHiOquHyuWjpuwPENGd1XLcbT4UeP8AbUq95TQIVmt1uVCk/K6p7sn1p716Y5GUiAOa3tYW+9nc74cdB1y5XrmRLS4mBFN5fuOqmy9C3zukV2FylbcbcNBpZ247nKvfXmftE9m+ybNbZd7ud5u7vOkhttC2n4yvnuUl5xQQ2pG74kdxXSUMqjQdQ6oTOjtW5v1xcpspkrTuPzSG21J2Ib37gSgd0/RoG27aMtd4sFusmiZDtlnW2OqSebGUtZWtOclXTqVdM/bjyrxa2khVyj3OF6iqPOYhiYQ6mMwZj42u85WDtVsa/wutZa1P/c8+3qubKURf2Gn0PRpKdgmkf0uVZ2qyrsntXk0U7pG+Rbbo29EyZ8B1xE6AqNtiuT/ABfOqH0lE9s9PtoPBoi4Wi6Qnbv6lBOloUOYv7n3Lj63LcSkpVkM+wlsKT0H7Gskwt60amQ29bLOq2XmUi24dvXMkJjOK8I5WNwUnsMK6VnOGtijwi5e3LZabSGs2dj1WK2h5x/fy3nd3TupPhT7qx2mPVoStVrullsY1XZlKCJRitl995RVynx0+nuT9tBmbtPsdrvV8iSZrMaRY2m7hEE6V4JK1NK6cvzT4fo/SUrzrr1Fr6FoSFAjy3vlGPIiFKoblwbbeYdeKSyg78ENgEp358Ix0NdOo9zl0gQNTNwhqCAn9IXCREbWwr+tuOZT0SVeFWzG0/sk1hdSXuPPjS5l7gWG3Soxa9dX6qkyX9qtrgQlQPiSrpjPXKff0DLXC43eLw+smpoD9pdvci4LhJci3UKittuqUnaX1A7tu1P7uliBfHYdzES5aZ0+qNp5mSUbLn61Kek8hUhZLmOqT9L4q69Ko+hdOR9S8NJsK6+rPWi7uOORIiYaENx2SolGE4wokjfkgd6TbTLVw/u6rDfNIwCtrnC33C2wUJPq6kKU5hPx2/l6GgzfDK58NtVxbFbbPcZ8ifGbFwQiSHQ+gp+gtSkjwpK+iPZ+FLVi1M9edXrtXyDGjQLvdjGnypc5K5MtHzjfRjZhOeXg7eo86zNtuOuIThcv12ccS/G9axEQyDyNvtMq+kofSR9orvvERRt0LVrfPgl1zECSu1sLfjuOI2+sL/B5qu/u3daDBXm48II6JcG2XC421+2u8luFGS5scVnGEoUkpP19D8asNt0laGHbfKQh5RhR1txUuOFXKLhBUpOckK8vgOgpJha0utquVpjX4qQ18lbrp6zHHMQ8noCnb3UvarAxg+Ve9V31Np7UCJV4luzbLcmC6yp5lLfqLmCrlqUMDH7LqR07jqGO1QzctCT7OxZNPW27Rpb6I6rne7ksutOq3kDJSrphPljJIGK+rDerjDg6qv8AORGb+R3FrfgWmVz48hZaS53Unwryrris1rJ9cnhyxfLtamrxFXEQ9Ot3LSppSVAKKwFeafrrCyHpWg9NCBb4Fubdd5spFqixlFptPh8O5I92fEoeI0HGkdTMcQLrDhzPV9wtxkSGor4X6lIbeKFJzjxJcGcZ6FI7VjdG6h4c6gQ3Z1uyot3ky3IvJS07ubdQopQpDmzalKQnCcYAHTFZuILTaJDE7SSbXYrZcWPWVFhpsmWe5GMe19Hv3rF6M1TdkapaVdtVImQJp5ceOzHQr1ZavG2l9SfZUW6ClW3TNut17XdIZeZKowYEdC9rCfEVFYQOgWSep88VDtb3y56Q1LPtmnDeH3TLed/otb2m7X8/tUpPrasFKaoOp+JD+nLs7bzan7wyjc45Njfe46c52uJ7lSU/gZ8s4zU8v9ijapud7vlyuE++2d9gOmI3cH0QhgjxMnt28Kmj2NBlrkxbdF8OLdq1enLXIvU2Q24+qLPPqzZSFKzz/pJ2pwM9ycVkb1qDTuoVSrzPi3m4w4U/5OYXp8OOonNKbQ7tdCPaSk9D1xms3bvkOJoK82iTZYU/T0WcqFbYjbQWy+hRTy2gk9MBatue3TOa748XUlq0dbrVaLdabFcW1bvVrdG/SvsqXyk7inqdvU0GF0ZN00E3QIjawtsduG65JcuMJxtHIPTltjHTG7OEDNc6a1/oi9Nac07Y5F1lc5XqhiFlbKmUpSfnHCEgdNvkfOshJvupF2NqZEmJflsO85+M4llHLZT98bfPXapP4QAz7qyli1/bpFpFwmwiwC+GG+SN6t6t2GynooL6fUcjaTmgLCuVEuU22y7U0q1euEMTGJheIKc9HUq+97ce896xHErT1rl3KO1a4DdwlXR1K5kAr/S0htIzzHPJGDjCvMnFeSZLda1ip21OR4bl1nIiuMOK3NrBQpbjjrfRQXsSFJJxkeHtXxwvgXGXfZ6pJkRWWJi/YPKLiGz83uT35fXogbE/XQfej7pb7Ahi+PKeW16k3DuDIb+dhuNLU3uUnPsnODjODg9QaykuVH15Lj/JF5SmIhxW+N6zs523B6pSN+fhkdOtY2baF6kny7gXnURH7iiKYUEkFCgrauSpWOhKRjGMDvnPWu1NltWiuILLkWAseuJV8ltR0byvw/OtHPs48KwfwcigXNTLs1psklifbjHmx718pwC0Tvuk4ObkqTt9pvCtpz50z6e0Y7q2A3q+/wB2dbu1xZjyYT1vy0bejaFctG4qCsknOR1z26DCoxafk1i/uyPWZqoJZFvzu5LTKJHNLXb6Odu7zpo09qdjh49F0PqGLcwwJqYtqnpjqcZWw4o8vmLHRBSTsOT+CfOgetOaYtFjtNtt8WK258nNcuO+8gLdGfaVuPUFRyTjvmvJqHRNgvNw+VHGX4Vz2hPr0B9Ud/A7AqSRuHwVkV6Pursx1onSLcgO3T1RUtxCCCGkBSR4vcTuGB5jNZmU+1GiuyXlBLbSCtZPkAMmg1P4zcL5dm1pJnwH5r1vftbzoccbUsPPpQU7FhpGOZ1ylak9jjIIrK+jdAi3XS9tRAbXOske5pvFxlurOWJKGTti8tXfYvxbh09nzqsWtjXOr7exqJvUbenY0lHNgwo8VLx5SuqC+peQolOCQkDGe5r4TrG4WTSN/S5pQ3C72F5tE6Ha0bBJDmDzWxg/QVuI64wevSgl9gNr1fqCDKv1o1ld5z7wiR7vMeaiRoZdG5Km0NKCh06gedbD6Vt821abt9tuNxXcpcZhLb0tadqnlAYKiPjUX0o2q9ag0xd4HDW+xbey6lCZYvrS44byrCnG0KO/l7jt91XlxaG21OOLShCRlSlHAA95NB9EgAk9AKhvEWUmRxOjX21ucO5qBafVSL3cU5V88o+AYO3Hn7/sqzWq5W67RDJts6NOj7iguMOBxO4dCMjpmtdtcaz0BaNSqttjgcOrgmQfVmn5KEEW97c4p1bydv3vr9HzoLVwq2q0VFWGLAzl17KbIrdE++K9g/w/HNNdJvBpEVPD6B6ndrbdmlLdUJVujhmOslxRIQgdAASR9lOVAVOvSX/UF1j+1q/4RVFpC9IVlL/A7WTa+wtD6/tSkqH74oEzjiM6j4NY7DULP8mKt5qFcWXC/ceCjx7rvkdX5WAaupoIjwAyvWvGF7GAvUi0j7GzTH6MCFN8ELDu6lRkKH/SHKwHo/D/AFVcWwP/AEmdP/Z0yejSf9ZXT4PkJA/xhygo9FFFBi9VXCfarDJn2uzvXiW0AW4bTiW1OkkDAUroPf1pF09xOuly1farDM0xEhJnrcSXmr5HlKRsQVdUNnPljNUx372rt2PftWtXCubY5HFyxyG3tNMymlTWG0WOxPs84qT15j6/CQNvl3NBsvRRRQcLSFIUk9iMGoe663oy+rt16jT2NKylepNJkhJQUr3dfDhCEo8Sio5WfOrjWB1xYTqOwuW4PJZWFoebUtG5G9CgpIWn6SCQAR7qCAtaWsVsTdYd9ahqgvhyHHeaeWVW5zKw1IWgdi4VZC+uMDrWcd0dbNQsR4mnuTKkWSCmN6jLnPt8x7fl4hY9oHdjf1woCsOm2y5HEWcNU256fzpXqz8pbvJDhHhaxt/GV82jr06mvmZb9WWy4T7s1P1MmbDb5M8RJTCIsdSilQ25QfCR1PuPwoHO/wAOWm2WewRLHc514s9tSxIVbXG0sxyQ2pHjdV1OW0qAA64646Uz8GrFHg2Zy+NXOVPVc2kB4SY6WltrQpe9JA7YUpQ29hjp3qfaknO6e17pLSzmsb8zO1M02ZYDyOY0tLW0OdW+uVJ2n+CrRo6xI05p9m0InSpwbW4syJKgXHFLWVkqIAGcqPlQQnW9sVoPV60s61mR5N8mOvR7JbmkNrUwopyvmOAoRsOT18J+ynt7RrV20quDD4n3N4sXJqYi5LfYedjKSnHLSUgJSDnPamDVd90QxcGfli3Jub6kKQhbVrXM2BKiFJJQhW3Cgeh+NLmqLFoPiBoaVZgHdO275QbO/wBT9Q5j6U5T0Wkb/wAnXtQTt2bZrBqWPZrTxl1Nf7nMurbr0K2stvIK1Op3l1TY8KT59RVBk8PTKZ1s/Mhfp2ZcVyIspR8TzBZQOX08sBSMH66xWi7PdOH13lLsidIXuFcZEZlbjDrcF6O2kBBOxO5KgPawCCST0q3kZGPfQSPhLYrWdG27V8AS3Zr8lc14HwqXjc1y9vYbUdP3NT3XmuNVhu+RtNu/JMa2yEXKU6XOd6vlfXbt8LjK+5z23VbdOQGrNqo2Vhe5hm281G95W/Lkhwq8Hs49x7+VJF+0vCHFI6UQhp21X+F63Jiveyhtp7cttI9yiv7PyUHe1axqpKb7cm5ts0uw2Lg6gJLTsiQEErU2R40sqSeo6FX1UrytPjU8CNqO3NosVzuLWLXYUOAtvxkg9FgeypQTkq6BPvzTNxIt2vLJpQW6HcEXKwBpTEl5DRTLYZIwCe6VhKehIA9/TvSVomaxpD1a+yZTUiPDPKDvL8bbLivEjxeSz1HuX07KoGbUkhWr71ZrDZI0kot9kk3B9pJV+ln1NbY6PF+uJV291NLVif0fw0Q3BadlqXsfu3rrinSrcMvr79DnxdPPrWR4VWOJGaueqG4zjEjUElUohSycs5JaJB7HaRmnZxCHW1NuICkLBSpJGQQfKg124lGPa9HpktEzWZFwRIUzdG1IJV9JTSm/Ft2eFRH4temyr1JfrNDXcdN2EjTTiXUW+U27DQhhTXzailQPse0Pf8CK8fEKPCtpVb75bbjfZES4rjaegM+AR2fa8Ss5V4P8Hp769/DTUMtKrwpV2tl1uU1J5sWUJEl5sNq28px3bs6J3dAOpoO9VruGpeGGoYlmECROTdGLlFiRIqmWWlfMvbE7vf3z09pVe3iBppk6geubDBamszGJiXFncXd6iCge5IWEn92aX4VjRaNCxdRL1TdrPLu8suNMRHMIcbC1BlrHwCs5+zFUu2zV6o0rbZ5lsIuKW3Y9wYyAVgK5b6ceRCkEj4igWLderrZ4a94abhP3SS5EOE7Pv7m/mK+ioK+vp199eFuPJl8U35txkwGIz7vrMxTnUNohclPhV09tXc/ipp/uWm4zfC2TadPn1t1mK67AekAPqU+dygo56KJUSD27kV5XrCI/B+VDlOtRJ8m1rXLkzVEpaecQFOqUR1CQrJwPdQe6JqfQmrrxGgW+8W+53BkKfabbVuO0Dar60+LqD07UocV79I4fF6fE0ZZLhbVFlbYcfDUiROU50Q0nadx6JPljFevhlKvDt2spu2o9L3FqVblvQlQbY4w9ISNoKwpRIAHTKRg9uleLifpoXzjLYpkfW7FrudvgKciW9cH1kDKiFPnPhT5AE+6ga9J3vX8+7w2r7o+3Wi2usqU6tq4891tQA2pKQkAeecZ7V98WbNKm2IXa1QPXrrbAtyPHz1dBGFIHx7EfEAedYzTkjUUPiFHsl61audtiuPIjm0pjpkjwjehxJO7aTgp6Hr7qpFBrBMi33R83D3yvdH7Xb2XILTn3tPNUnHM6eQ5qD+x+NZ9N4usKLM0Vabn8q2i3xkKflOte0laeYtpKvclPwPhVjuKqep9NzLjrWw3eO6BDihaJzJdKQ8kEKaynGFbVjODjv9lTbW1vY0zqm52q05IusiPc0W/B3uBCv0yWleXgTgjt4qD70Xuj68i6kTPgmEl1Vt3Ic+ckQ3P6WkOA/jbUBXnuqlcWNPvaq4eXmwRQlUqVGIYClbUlwYKcnB6ZApDSbfq6dGuEOMI0OZMRbEp5Wx8NCMpXb8FPgWPdTvLtmsmIrcpvUbcp+G3lMZuGlCZhHcOEkkE9gU7QCexoGCLAQqwtWya2hxBjBh5HdKhtwR9VSJenfky83u2Tlreny1tRbZOA8aYbqgnaoZwop2qSVYz0Gc5quWG6R7zambhGCghwEKSoYUhQOFIUPIgggj4VxNstqm3aDdZUJt2bB3erPHOW9wwfr+2gSNc6eVYbY1N07LlWmG2s+tNRF7UpBAHMwfIEDPXzzU6unrEnXd1hOWwQ7DeR6k424OXsc2N7V7U+5Tm/p/BWwF8hC5Wabb1KCRKjuMlWM43JIz+/U5Y0SvS/Di3MyH03B+1JW7cXV7leuNqb2Pe2SQdmCP2AFBjNNqtR1jatJuQmbVNsUVyM9HJJZlIcR4ij4kJSrxeX1V0aguFts+rl6HZbTarFcwZkieh3Iy2nc4gpPsknb9dYaTaLgdIu6on6d9clQL2gseJSC5BbSlvmqV55Cc//AGp60fYY12ukS7zLWv1eIt2W068wpsyJT5yXEpV12JRhIJAzn4UGX0lZU3Phhb7XPYVG3MAtkJ2uN4WVNOfBeAlX10sS5OrLPxG36pv8SHZnre4hmQMhla0p79fvbmTuxnr2GarYwAAOgryXe2wLvbZFtuUVqVDkoLbzLicpWk9waCVCCm42tnTEWDItIuDfNlP8tL7F1Dicq+f6kZxu69evwrJXSImFebL8wlhKYDoebd5X6YS1t5bHi8G5HtBf4tYu02Ruzz7nomddGoUIcty0uk5eadUoFtbY93TapPvR+PWdu7dllwJdh1DHLSk/OJaUsEKaHZ9HboPP3UH2zpSffL/KdusSNAsAdUr1FtQcVcVqSMPuuDB6Z6J8sd6wOltKr0Nr19m13RpVtTFEiYmWNygypxScFfcKTs6HsoJwRnrWVs7l3B+UH7+GIzTPqN0Yz80wpv2ZDSvobk7T1yKw8eNKkxZOpmZb7z9tjPLbgS+0yEpW5XNyke3t3J6dPtoMfqFUqbaHeLOkn27RL2qYkfrodYC8IcWnsVDzHu7HpWTmaj1XqG3RFDTUu1XKI9s9eHj9WdUj2tuDubUNwPu/Ia9dsu8HV2n7bAhRvVmXLkw47Fbb5KHmPb8Pbej34/B619LS/ZF3e0QJMg3ac8YjSeWpaG0q8Tbn7hte3J/rdAo2nVlyuenpJ1ctiPIQtliTcZLXLbRGeX3AThJ8Ku9KHFrjNZr/AHq9abj6s9WsDUBn1MxrdzlzJOSrelxXs7VJSB8asmquFFr1DdbM3cmkS7PEtSoMllxxSVOKTt5LmE+EqT4up7Z6VNpvALRTmo5Vki3O8PFEAGVIkPpW3b0+Iox4RhSsk47ADPnQTrg1xRmQuLKLnLhXDUVwvqzb47iHA2ZGSnY4pJSAEpSnA6eZrYm4HU2utSOWZQ1HpeyptyhM/S7Sec4tWC2HDuz4PNHb31GPReszkLjfdmZztqnuMesoDjKNyUKQpshbSsnwq3fvVtv1oOi2xGLfb40CKkpYjNJZaSfJKQAP3hUtl2/UN+XxCjaWvgs11du0dluZszy0oZa3fbgmq1SLbmmXeNlzlQsNoj2dpqaG+zjy3CpG78ZKEefkqgw2jdNX7h1Zl8s6dbtra1y7k42iQuQ/03LUCteN5ry6Ma1PxGsDN3vl6THsdxmOO/JDlv5a3IqXDy07irdtUACcjqDjtVafbbfZWy6gLbcSUqSRkEHuKl144bwNMMwb5pG2Tp1xtstp0MqmqU6qMnIUw0Vq2hOFZCT0OMedBjOJL1k0TqJD2ndQXG2XyUWXU2SI3vizPGEeNAQQgqTkZyOwPlXh4qvXOxatEWxydPadtTEVqRJW7ZkPFYcdWhx3t2QdpV+yzTno1c+78Srpf3NP3W1QnLXHj/0RZShS3kOOk7QCegCh1pDvDOq7brifaNUcZU2uM9FD8FbtsjJS4lSlcxsFffbhHQd8igpHA+a7ceGtumvzYk51xb26RFYSyy6Q6sbkJT0CTjI+Bp2pJ4HuyHuGltdkT1XDct7lSiwGec2HVhCghIASCkDAHlTtQFI3H/8AUR1p+0sr+TNPNI/H/wDUR1p+0sr+TNBP+J7gRJ4H9Pau0b+QFXc1BeKKd8ngf+Ldo38gKvRoIp6PZ3ay4uJPQfdMsf8AZ0yejP8AqLWPzwqR/lDlLPo7hR1/xgaPUDUmR9rZpi9GUqHBm0J80vSU/wDbuUFMooooFfivNat/D67y3rjcLchDQzJgIC5CPEPYB6Ent9tRnhbDvFk1npeE5a9c2q2yJUkpj3Wcw9GV804rO1PjSrz91XjWFnt+oNMz7NdVFEOWyW3FpXsKc9lA+RBwRSbovRDdn1FGul815cdUTmWlsW5uc42kMBQ8e1KMblFI6k9cCgpFFFcL3bFbcbsdM++g5rFavgS7npmfAgvKZkvMlLakrKOvu3DqM9sj31MrVq/XrWr41mvk3Tqn/lMRnYEOG9z1sH9fCicBGOucfCrD59KCEQb3aI+rmbhfCrT6LZJU03aiPWGWSlG3mnb97V5b+o8XvVTNor7pTqNX3Tqt5jXNl55xrl7FuoT0Rub/AGKupPklIrw6wixI981JaE2Fc67X1KOZI5vLCoyhtSEZ7qSpOCBjPQk9q6dG3G9zZTwvE5lElhhwMboyG/W2glSFK65IAUk5CScdM96Cd3rRGnr5xg0VfvWXIN5F2W1dIze9AWGypxh1JV7O7w9u+7pVw43ai1JpvQs6ZpjT826ziysJXH2n1bp98KSdysdTgA9utdku1P3Lg+1GWtkzxbGnm3m0hIS8hIWlSc9sKApgsdzbvOlIl2bQtCJcNLwSsYI3Izg0Gtno+3y+6m4LRNPLnTIE35XeLUkyuQ9Mj7suOb/g4rr79uKZdSxJmmeD9wb1FpN26TX7q0IcKfKXcEh3aEc5Xc7AQtYT7q8mkeH89TNnt8bUH3PBSRMgpXERJ9YXzC6seIjaUr3Kx1yD8KceI8zUmitERpd816XObeGEvXAwUM8lkg5bCUA+0QBu7jNApcOLRwQslvtlrXAN4vKZDalSzaZAUqQpQ6p8A2JCuw7ACtivdWvr3FTTGqrHp55Oso8HVyp0YCNbw8gYceQlbCgfb6d81VuHd1uT3ylYr+667d7ZJUFvKZCA+wpSiy6nHTBSMfApOaBs2jduwM9s4rxP2i2v3mNeHoTK7hGaW0zIKfGhC8bkg+44H5K91FBwoBSSkgEEYINROZo8p44xLIwy0dNPMC7SIj8PmMl1BWgJTnwJ6qz2z7qttGBnOBn30GKsN9t93l3SHBVldqleqPjpgL2JV0wfcoVlaX9S3mBpuMpUaEh+5znQGIbACXZTqsJBPwHTKz2ArHH9E1bDnXSjK3PY+/q5P1/h/wCDQKHFm6XL7qfXbWyHG9OJZDza8Zcfkqw2W/x0gY6/1zHSla3ouTF5fsDetNR2iaqWvmQWrcPVo7r/AIkqBSg7m8q8196edSWVnR1qt+oLldHrquLOEmcuYr+mHlI2IWEp6DYcFIwcDJ7jNTXUVxgK1XelxpElmDIbb+6CNGiSpLkf2Vb21J8CfElWF/sjQcM2ibpe1XjUT195dkt13UIHO6rLTbqfm/3akuY9x+Cqr+t9NWgWWRqazW+JFu8dxFzTKQ0EuLKMKWCfxkbgffmlviibFfuGTmn7VILPLUlIjmGpTpaaV32d9nT2/Zqk3mOkaVmxeZgGA43ux5csjOKDDWCai3atXaUKCLbdIyZtsTjA3AfPIHu7oVj4qr64n3awxbE/aL5JlRm7hGe2uMxVvbQhOSTtSR7uh79qxb8SXceE1iumxDF2tsKNNYWkhRQtLY3gHp0UncD9dezijqlFj0e4Ikp9i6z2FptxZhrkqLoA+ikH3+fSgROCj7C9VsRJWqJd3cYakqt7CbE7CZZQtSVOElzuScYA6Dr769HGLS2ubzrnn6VttkmRFQYokG4SC2dzchTgSnGTggYORjBrv4WXD1vWLCF6y1tcnREc3wrvbPV2R7PXdsT1Hl37+XnjuNrWkTr9lzUeltW3RaoDTaJFpdcDSCp1QShQQpPiJPTJP79BndKx+I0viPaLlrOzWC3xIcGSyybbLLmVLLZwUqwcYR5VVqhvCm2aaicR4j1o0dra0PmE+PWLyXOVjwZA3KV1PT3dquVAV4H7RbX71GvT0RtdwitLZYfI8SELIKgPr2j8le+igRNM6WnwuIl1uMuPEVZ2WkfIe0J3MKcyZAx3GTjr7jjtT3SNxH4r6E4ftkajvjLckjKIbHzr6h79g6j7cVLbN6Vdj1BqmNp7Tmjb1cpUpeyOOa03vPu6np099BXb5Z7lZDdL9paQlLzw9Zk295G9mQtI6lOMFC1AYyOhOCR3pktE5i52yNcIygtmSyl1CgcghQzSjZeI1vfJjaktz+m5nTexOeaVtz2yUKOPtAr0epXjTdsff08uNcLalwyGreW/GEKO5SGnArHmSkEEZOMigcK65TDMqK7GfQFsuoKFpPZSSMEfkrzWa5w7tBTMhO72iSlQIwpCh3SoHqlQ7EGsRerhdpGqG7FZpkOKtEIy33H45d6FYQgABScdln7KBfa0+47qZvTDV2lv6dgR0vSobxSvKio8tnfjfsATkgk56VQ0gBIAGABgCsVpqzfJLD65EkzJ8t0vSpKk7eYrGAAPJIAAA8sVlqAoorwX64s2u3LkOvx2XFfNsc9wISt0+wnJ95oFHXEJ68asisM3Jm0m2xTKXIU2HFuoVkFKUnoAkpSrPXB20q6WhQ9VWO9zLVc5BfadW1AvLrm8rU17ThUfFtUpRSUK6YRXo0avW2s44evrEiy3C1tj1eY7EDeZPMVkoGfE0tvaFD8lId6VcdO3+SxcJ11biSj/AEUDXiVEz7StnRK2VeSkjPxz0oG/Q+nrJdJKdQxZMk3tEXlORrwjcy84nwpeSgYygbTt2ADBrzPaimXBq9SVtl6Z6jLS22ylbAbG3ap1xtWV/Vvx8BWR1hq6Qw/b4UuHAAW4hSbs05s9XYUBhxvd5E9M5x5EV59MOauGm7horUV1j3C4zLoYMd5I2qbiKClhZz3HLQoD3nNA12mLcbfxBt0FiKHbG7b1y0P8v7w9hCFIB8t3tflrvuFklnjda78n1r1MWZ5lzb96DgWMbviQs4+qnhpAbaQ2OoSkD8lfVB47zcY9ptEu5y1bWIrKnV9fJIzj66kd7aubmj42mI8FR1HrdTkyQ7zNqYycpUvf8EoKW8DvVF4jBt3TJgObv09JYijanJ8biQen1ZrG3oJTxe04PMWicE/3bFBOtUWyLedRrutm4W31Jtbr9sEu1XJq3+sJ7KO1JC1JG3pTy1YOIFkcEXTupLfKtJGUIvTLj0iOceyFoI3p/ZdR7zUk1a3ztQ6gk27Sl9DLslbkmWNVKYbyl7kuOhgfRQo/krZpr72nrkYFBKlax1ZqaNE0vYmDa9Slam7zMMRZYt6EKwpSN/RRX9Ade+T2p90dpqDpi1qiRFvSHnnC/LlyFbnpLp9paz5noPgAABWZ6A5x3rmgKKKKDgdqinGq9sq11FsFz1ZpjT8NMJMxg3O1olqccDhB9sgIxgY9+T7qtas4ODg46Gox8la41FIkXe3ao0nNYZC2FyRYA866pC1/Njcoez27980FB4XS3JuiYT7uoIeoFlTifX4jIaacAWoAJSOgAAA6e6melThQZH3ExhLlRpL6XXg4tiF6qjIcVkcr6JHYj3g010BSNx+/UR1p+0sr+TNPNI3H/wDUR1p+0sr+TNBPuKntcEMf8Mxf5AVeTUH4qDK+CHwvMT+QFXg0EW9H3ejiDxd933RAj+91nPRg3Hg1ayruZEs/4w5WB9H3crX3F07un3RYH97rPei+f9Zm1Z78+V/lDlBTqKKKDHaks9uv9lkWm6xhJhyEgOtFRG8A5x069xWunCJi2NcVbS5Gh2P1tb8pL1tiW91l+0AJUEqW4e+eqSD+F0rZpzohRIyMGtVNEasv0LVLsDRuoIUyfJdCGNLhDr7QQglS1KlOY24TnokqHwoNrfOiuEFRQkrACsdQPI1w4oIQVqOAkZJ+FBDJ18XH43i3zJ8iQ65eGkRm2dQJb5bRbT4VRh7Sc7sg9TV0HeoDNk6Bm8ULBe9MarhTpcy9pMuG0pJWsKScYVjdtSsbsfEjODir8O9AlcUHX47lqkWaN63qFDx9SjgY5rZwHQtXZKACCSfMJx1qTXZcyJc7dpLUfrz0Vy7slyWlvwhmVuU/FVt6bSrb9lPOvLubhqWKbfPVDeiLkxoxQ9tL+1G6QV9PC2lKMAj6eD5YKkpm43S9wr07ZLuWW3UzosdyNzPWEgK2b15yFKWUnHUJSnIHXFBcb8lLenZ6GkhCUw3AhKRgABBwBWJ0O4k8MbRs2kJtDWcHseUKzdolm4WqPKdiuxlvNJU5HeGFtEjqhQ947UjWe22zTF51nGtMZESMIDMgMoPTcUvZUM/V+9QMNstke96EtkeSjYow2lNLT0Uy4EDatJ8lA9aWNdT70zpRm3Ju+mol7izWuY/eR+lyg79q+v0lbemOxyKftPMqj2G3sK9puM2k/WEik/jRG059zaJGoNIydTB19DCI0WNz3N2FFJ256pByftoEuHL1ou5wky9YcKH4nrTPMQ1Hw6sFYylGVkbu2OneqFe1G18S7JOSr5q7R3Lc8n8ZGXW1fyg+2pDw/Z0PCtmnoEngne2ru2qO2uWqyBCEO5A5hdz5Hrmqff2GXuLthN19c9VMZS7Vtcw0mWjfv3D3ltXT9iaB/rha0oSVrUEpHck4AoUQlJJ7AZqcabsMPXluVqbUD06TFuDy1x7d64sRkMJVtQlbaSEqPh3HPmceVA3XHVenYFimXx27xXIEPo+6w4Hdqs4CcJySokgAd8msQ1rC9zGUuW7QV9UFo3IVKcYjp+GcrJH5M161aC0mb3GvCbMw1LjBIRysobO3O0qQCEqKcnBIJFM1Ai6RY1LO1xJ1BetNxrOy5bkR8LlokOlxKyfAUjwowo595Ap6oqecTNXXSw6ht1shXXTFpalRnHjIvLqgHFJUBsQEkdcHOSfqoOzjfpmde9LKuVklSI15tYL0VbRyVJ6cxIHvKQcHvn66h9xv7Fztfrse/NsqctzK248199D1xj+LY0pLXtYUHE9e2Pia2T0PcJN10xGmzZ1quDzpWFv2xRVHVhRHhJJPlg/HNRByPJ0pqy6xtDm8FUNuRzwuKy4wGebzFbVLWPvalYA/G91B6418N2ShiO0oKuUlUGyOTwrJ5nzckbfa+b3Kx+L+xq6swWm7W3b1DeylgMEH6Sdu3+Cp606zdeKemLf8nJej2u0O3FE1SMDmubUDZ9hVmqCq621NwRb1XCKmasZTHLyQ4rpnonOT0oFLTFkesN7d0ubzOuNqdtpcYZl7FGOkL2BCVAAlO1QHiyelYG+XWHE4XuaZud6VFuK40qKxMUh0glg7eYSjr+CfjTOxdIMjiPLUzLZe9WsiVjluBXRTq93Y/iJrEsm6wOCkubbXXk3B1h2Y2S1zXE8xZWQE/SUEqIA8yBQYfhPrC/XjVzVquOqbTdY6YTitse0yozq1Ap8SlOjHn2FZDizF1zcb/At+nLvpiLEw1JSzcyvnLeacK/AE904Cc1guErmoE8SX4V51Jqa7uMW9z1hufDSzHby4ktLSpIAUVo/JtxXn442W7XHW65Ft0JcNQOpsqWoVxjSUsKt8jmLIUhSvpdRnHl370DBpDUms1cSI2nNR3XSj+6I887FtSlqebKdm0r3+yDuOPfTxbtRMzNXXTThivtPwGmng6oDY8hY7pPvB6EH4e+pfwRiTLXe49te4RStNBMRzm3iVLRIdeX4chSx16/H3fXXZxtdtdku5vbOp5cC5pjlLcOIhwuOrUlQSC4j2RhJVtV0O2gs9Rn0qOLq+Gekmo9nSHNQXQKTDyAQyke06oeeMgD4/Ua8Wj+JN/Ng0/pLnMztZyYq5ktyWhQTEjJUTvfAA8RHQAEZ70natsNl1Vap2odXMm7pDa5ipbJ2rVt8DbTfcpSSrsP63QaaXe4T7zcnrhPkuyZb6yt51xRKlKPxrcrgv6OmlonC626n1IbjB1G5HVMdkIkKSWEEEhO1OMjZ9vXvWV09wI4Gy2Y15szRmstONB1T9xW22P2X459x704a6u0I36a0zOcwEi1w2g983vUjmyCB/Y9iP3VBgOHX3OWaRIu8SXYbzBmx4zcSRNKmZRU30+c3IPU9/j0p1sVwvNvu9yuXJiM6c5qGXITL3N9WcIClPhWBtQdwyjAxjd51MkN2WVxSsVtdfscyTaWvVorXqk1SkTAlTivZ+aT851+qr5BtCE2Z+1XOX8pOPtbJBcAG8Yx2HXz7kk/GgVuIEi4aMs+or/BZekwpUVbqwwkb4z4b2hzGeqTgE9sEZ6+TTpKz2u3QG5MFhIeksNl58qKlu4T0JUSSe5P2mvnSoMvRsRicA4fVzHez9LblB/LivFwmkPSeH1qceQpIShTbW5WSWkrUls5/YBNA1UYoooCsDxBtVuvOjrlDulrRdGAwp0RVAnmLQCpIGOucgdqz1eDUilJ07clIKkqER0pKVFJB2HsR2PxoI5wLkxrJqJy0C0XMi5x23ESRaJEdthSUqKmVlwkYGOivPOKp+ubAm7wUvxmmFTo2S2l1GUvoIwtlf4qx0+BAPlUz9GtttL0tZVCMhVuj+sBliYhwq3K6rMjuT19jp+9VvIyMUEl0ha7XqHRdxvhzMkc2Q00iW30jNoUvMfZgYTgkEeeRWM0pa2tT8QLdqjSd1RJs1pcZZS5zVK5kb1cgN9ehKVqVknr1pm4YWqVbbjrTS0xZVCRPL8bw4VypCNx6+fXI+GKbNC6ci6S0rB0/DdceZiIKUuOABSsknJx086DN0UVweiST5UC1NkG76oi26KCpi1uiRNd6bAvaQhoHvu6hR9wxnvWD1+5dVcRtOIscdp+exbrg+hLyylona2lIWQCQCo10RrxJt/DZ692cD1y63M+rqfR2L0jloKh8E7azmi9P32Nd5l/1VcIcy6vtpjNCG2pDDLCSSAkKJO5ROVfYPKgj+p2r1e9H3G/3rT+ikKttydW8kTJO4vBYSr3e3tT4D0PhrYpk7mmzgDKQcD6q19vVuMnUt14jvjSYi266FsW1cZXPkcpWzctW/HOPdPhP0a2EQdyUqxjIzQc0UUUBRSBxP1Fqa2ak0tYNN+pIVeHpHrUiQ0pxTDLTe9SkJBAUryAPnivbpy8scRdJKl29V6tsF7oxMwI7y1JUUqUlOSQApJ9oYPuNA5VHIMzilpFt7Slo0HGvkZEh0wbobihlrluLK081JG4FO4g4znHSmjg9cNTSYl/tmqrgzcZtpu7kNqU20G+ayEIUhSgOm7CutPdAv8PLNPsWk4kC6yW5NxJcelutjCFOuLUte0fggqIHwFMFFFAUj8f8A9RLWn7Syf5M08Uj8f/1EdaftLK/kzQT7iqsIPBM/hXmJ/Iirwag/FVG9jgoo/RvMT+RFXg0EV4AICdd8XsHp90eR/e6zvovpI4MWjPcvSj/jDlYL0fhnXHF//wCIyB/e6z/oxZ/QYs+f67J/yhygplFFFB0zZEeNFcflOttMpHiU4sJSPrJ7VrVwcLM/iTZLrbLdKYtoflMNFy9MLPhS4MqZSN3TsPh3rYrUdott+s0m03eE1NhSEbXWHfZX1yAftAqD8M7TFlcQtNtR9Fi1XqwKlm+Pi3tx2khaVBkIUn28/RPu70GxNBAIIIyDWDuDn+rS1M+stIBiyF8oqUFuEFsZAHQgZ65+GKzlBN42tNPJ1c9p+PYYzMiHcmYaFZbSpW/PziEd8JIx9XXtVH7gg1D2BId42SbjIZksOt3QRWnWdNJWlxkJGAZJ6gHzV5VcBQR3X2nmbPcIscNuyTLRJj2xSEoLhU9lbsdZI9lYBwv6ODk9s+e38SblK0zbWFsqakoQr1lxAUkvhrPMKBt6I8JAV16jGKa+Ijk3T13+6mPa2Lmw6wmI8lwEqjjccKT8FE4P1Jqb6p1Ncp1xhXRCY1og2lTsZMUBK1yEeHnp5ak+Lw+BOMdVfCgtOgoMeJp1t1mBLgLmrVMfYlPFx1Djh3KCiSeuT27Vj+IdjZct8y9xFyGLgiGqMVMrCQ42o9UrBBBAySOmR199J+v2+IP3QS5Nqn3oWvKURo1vDAxltO1SisZxu3hXu6GqTqN0JsZZcbU4uUUR0pCQrxLOOx8h3+ygx+j7tM9akacvZa+VIKQpDqBtTLYPRLqU+R6YUPIj3EV4OKdxetzenVG6rtUB+8tMzpKVBOGyle1JUfZClhCc/GszqjTca+NMOesyoM+KlXqsyK6UONEjBGfNJ6ZSehxSFO1Fe5c6TonVOmrTcnn3o0flh1RYeZcDhU44Sk4PzSlbcfDyzQZnihfbWmPZ4TE1KrzJusdFuRHd+cUrmJ3np9AIKt3lg188WL9C03ddLXS4Dc23LkBCB3W4Y69iR8ScD7ak3CzFsuUnXGm9G6dg6XN7+S2AGlrmKb5nK5wdUs48R9nH21R7o2vVPF+wW+/2T1UWKM7c2g4sONuvqUlCC2fPaNx6gEH6qDNO27X19jMw7w/ZrXBk4VLEFTvrKUebSVHp1HQrGPPApytsKJboDECDHbjxWEBDTTYwlCR2AFeiigK4oFc0BUt4rpRO1fbLU5erNp5AhrkGdOhtPrdwrHKb5vhGPaPn1GPOqlUR4sPz4l9+TL7f/lFmasuxLexpVM3ko3YTlWe/kPfQUThZPM/QkKQlqIEgupQuI0G2XwlxQDqEjolK8bsfGoJrGRp+9XC83aHY2XHUzBBufMC0uuS5ICUNJIPXYcZI8hV74TzV3DQNtluSH5G9Kwhb0NMVewLISC0kkIwABipRq20z7NckWq1RIjUuLeFXl2a48lIcDpUA8pJ77RlAA8xQMXA+zy4OrL/GedU5EtLTVvjKQ5ubWohKln9l4UDvWInqVJ45OOtb4yX1KhSVIBXjwKbSvdyfD/fBTvwLAVpCTLQHuXKuDzrS3FbuYkYSFpPmk7eh7Y7dKwvpAtzITFtvkafcsB0RV2+OyFIkZUHPEpSglvHL9s5xntQc6AhQI3BOTc4NrhRJzlteYcmR43KMpLRWhDpJ8R3Ab+v4RrIa0usbSZ0dcLnJmMWGOSzKWzu5aXC2OUp3b9AYX36ZxXRpNxtUKbpkqItWoITs6zZ7todHzrH1oUvI/FPwrv1PxDsOkeFzV3ub7ch5EVLTcQLTznnk4QpIQTnorOfdQcab1Jb9Z8TWrjphUh+2W63uNTZwQtEeQtxSS20nON5SEqUVAEDOM108W9OWqVcxqC9cRLvpaI1GSyWolwEZK8KUdxz7R8WMAeVej0b9RS9T8H7Ncrk7zLknmszemNrqXFAj8mK6+J3C6zau1RD1Gbl6pfYcYsROcyiQyE5UclpQ6nqeuaBJ4Sv2G668SzpvVuvL9bnLdIS5MuDqlRVHcgfNrUkZUPfinOVwN0RMcluT3L7NMt0Ouh+6uqBUBgHv5D31xwxe1Jp66weH1xiWRyFb4JIlw3ShasY25ZPbdkkkEjNU+g1s1FpSNwl4hwLui3zbppe6Mu2xbgWpbsVx8j76onxNe0cntXOhNO2h60y0l5xlgutJ/S10MVAy74lfgfrififKtkFoQ4natCVD3EZqGcW9A8QLJZb1feGuppJlKf8AW02dUdtTSh3KUgg5UD1TQJ+vtGxdLTVPagvd2vdu7uuIlK6bUq+afyv2uXu2Gi1HhfcNfQoUEWiBaE6bzb333T41OJTtU/4/Er2u/WtdHOLGvzc5Td4vSnG7g+hV2aVGaHN2nqPZ6Yrbnia78m2CxsWZizxrQ5IjyjKlMoX6yzjmLAWRhLh9lIOc0DNYrjom1WiPI+X4N0clz2uS7FUolb3sghO8/S3fZ76y9jt0O1X28TrgHZ01xsTZFwU0EIbSjKUNDHXpy1KI7Ak57io7oq/yLDreFcLqY1ttDiF27lrcK34iQ4VtuqRt5afcSMYqiaQgyLrdL1Z41zNytb8tTtzuQZLZcc3HMdPl225I7D66B90Q0+jSUD1tOHXWi8tPuLhK8fZuxSrdol24eiTd7BGkXXTmHHpdqSscyKeqlOMFRHh97efiPdVEQkJQEpGABgV8vtIeZWy4kKQ4kpUD5gjBFB0WqdHudti3CKoqYlMoebJ80qSFD9416qUOE7zjenHrHIVufsUty2lX4SGyOUr7Wyim+gKWOJuBpR0m8rtADreXk5+c8QHKOOuF525HUZzTPWE11ZbTftLTbfe3HWoJRzHHWnC2tsJ8W4KHYjFBMPRyMeTc75cI742utR0IZD8t4FKSvDqVSOpSrOBt6eGrVUv4IyLPKkXJcD1z5ltuPCDkRxlpMBBVyAjekblYKiojzNVCg4AAJIAye9eO/Xa32KzybvdZKIsKKguPOqzhKfs6mvbSxxRtd2vWhbjbbG3HcuLvKMdMhW1vclxKvEfd0OaDF3ji3oS3QIcpN5TPXOTuixoKC++4O2dieqQPMqxis5rydKh6MnzIDhZlFkJYWU52LWQkHHwKs1GJVs13oO7XfVUifwttUy7Otl9xwutuD2UlKCrvnvj31a9YQZt10dPhwXg3NdjEsLHYOAbk/ZuAoE+Db5Vz1TE0zDTHZselno7r5WtRekPcsqbAGMADcFE57+VO2r7ubBpi43kMh8w2FOhoq2hZHYZwcZ99TS16jvdtuuodTw9LyrhEnRmJTjgdS0hsstbHkHd1DgUk+HH21Tlot2pdNlDiUSbdcouFDOQttxPv+o0Eg1lpvU8WdM1zItXD5D0ZxMht1cRx184KdvjyElfuOPdVwbJLaSe5AzU4t/ChtFziOXjWOpL3bIDqXYdsmSE8htSPYKtqQpzb5biapA6DAoCiiigl/GzSusdRXvTMrRV7h2W5W8yXPWpB3YSpKUkBH0s5+oefekWxcLuP9ktEe1W3ixaWIsfdsQm3Z9pRUepST3Jpt9I/h3qnXMaxyNKXldtk2x5xbwakKYeebUBlCFjoM48+naprpDhha9UzZVpi8ZNf2+8QlFEy1SpgD7Kh3yM4I+IyKCxcDtNar01br6xrK7xrvdJd0MlcxgbQ4FNNgeHA24xjFUWkTg1oF7h9aLjbHr/NvvrMwyUypisvEFCU4UfgU090BRRRQFI/H/8AUR1p+0sr+TNPFI/H/wDUR1p+0sr+TNBP+KufVeCn7cwv5EVdzUK4qf0twV/bmF/IirrQRjgAD92/FvcO+pVfxKYPRoGODVm/skn+Xcpf4AOBzWvFtSf/AElV/Eph9Gsn9BqyE/hSP8ocoKPRRXBoFvifaLpftA3i02V5LNxkMYjqU4UAqBBwVDqAcYyPfUv4ScN9Q6X1TZLhPtLKLg4Zkm+XFqQChXN+9RkJzlSUYT1wBV1rD6xuybPZHHwpYfePIjbUZy6sEIz5AZ8yQKCR6n1wq18eWX3bRcprEb+hCeV7DKneUvmfjZ659wTVzz0BqII03qFdzecukZ6HOahPSre7Fn70OvKT84jb/XM9dx7n4JqzRSZdrZUrmsl5hJOei05T+8RQRSNHcHHR6OxeGFWqTdUy1ueqPKUZTba/0ul372Oh6jPZOMZq6edQnSlrhQeIjdndOunnYN3dkNBckOwl7t3zznn13K8u9XegVOIoj3JmBpZ4qULu/wAt9tJwVRkjLvXy6YHv69OtKOs4ljhn1uSLaw7ai2lpqH+sMrdbzu+JwPIdjT1rm3xZlkVJelLgSIR58aa2nK46x0yB5ggkFJ6EE1LUW+dri1TW7mRpx2CVQpb3N+/TB7KvxkpSr7SrH0aDHayh6Ls+s7naXtO2oOmKHbU2t94vS3ztUem72TuKRjzSatGosqRaWwlwOqnMlIQnOMZUrPuG0KqQ3u8XWXcJk1SNaMP25LbdqZi2VQQ4UpBUXCpKioKV07jAqwvOLOp4CFKKQYjqtvxyj89Bl6lPFjTLjk+4XKXarjd7FOjtGWi2SOTNhus7wl1s5BUkoWoFIOfgQaq1YnVl3csdkfuibbIuDcdJceaYKeZywCVFIURuIx2zQJadMaFiaHsCmruq3aStCGpbDLcnlMuK3b0LcV3Ud3XGe9dDjVs4h8SGbhbXEu2uwxHGF3GOer8h3BCEL8w3gLyMgKI+NLV0YXF1JYLQ3aHlWC+alj3O3r8PKQn1crcaU33T1G73Zq4xIzERhLEZltlpPZDaQlI+wUGEZdvlmAalMuXiIhPSS1j1j90joFH4p/JXutF7t90cdZjOrTIZ++MPNqbdQMkZKVAHGQevaslWGvtlVOkt3KDKMC6MNqaZkBG9JQrqUrT9JOQD5EHsaDM0VhdP3Kc6s229x2Y9zQlS8Mub23mwrAcT5jyyD2J8+9ZqgKj3FFblrcuFz1YuO3BLSm2pdsnhiUy0HN6Fctz2lpPUbD9lWGkWLobQDOt5cl+BGnahlpVNWZpL60tlW3KAvIQkHoNoFB7uES7Q9w9tb9jnz7hBeStxEqckpfeKlqKlKBAwSonyFTL0gZnOvtqXZ4UiVyLpGjXp1cPfCDAVnxunohbfMz+661RmuH0DLrkm/akkPKV8y6bktCo6fwEbMDH1gmmCy2G12mzC0RY+6L4isPKLhdUo5UpZVkqJJ6k0CLo5y5wdNsaZ0HJt13aszQZXcp7iuS6rvsb5ec7QQM5wOg8jjjWGt0tabk2+8xnrJqED5lr1dyQM/wBcaWlBSTjOFfROCao1vhQ7fFRFgRGIsdHstMthCU/UB0r0YGc0Eg0jpi36nss95z1612x+U2/aH0XLdM3hOFv8wE7S4cZTn6PWpprvh8jiPoezC1ylHVT8Z+Q85lOxamDyVbvwXF9jjue9WLV3DrhlERO1BdrEgOLXzCtt1wKDpPQtJSrwrKj02jOax2mOE0Bi1vXSDKvmn75KeMlL4nlxaFeXNSfAsqGN4I69s0CR6G67Npbh1MeuVzMd+4XFaAZfze7lJCOg7Drn66eNSak01pPi45f9TPNxYFwtDUeFcy2VtJUhxaltlSQdpIUkj34rt03H1hp+0Pabc0VEubj0p55c31xKIj4dWVLUUkFSMknwYP114zerZYPW4epWrZp2e3hbdrJVJhTGiSEuNpCQoqyDnCTtPkc0GV0pqe0654jovOmw5KtVqtzsZdx5CkNvuurQdiFKAKgkIySOnWqVSrZNRQ02SHMatYTbnkhSJFvSHI4B88ABQA88pFMVvnQ7hGEmDKYksqOA404FpP2ig9FBoooJNxb4A6E4hvruEiKu1XcjHrsI7Cv9mj2V/WRn41In/REvcec29b+Jby2GXUuNNyIqjjacjI3EHt7q22ooJdwxZ0nNdudsnRbXMuZnOvZfjI5jyF4VuwckgEqT8NuKpcKJFhRkRocdqMwj2W2kBKU/UB0rHWrTdntd0k3ODFUzIlZ5uHFFBydxwknanr16AVl6ArGamuxstocnJgyJq0kJS0yBkk+aiSAlI81E4ArJ10zosadEdiTI7ciO6na404kKSoe4g96CaaJ1ApzWzrsr1VDd7b6rjhXIMhr2di1Y5uW1YKh0yiqjUJ4ow4OntTu3i5v3KTamnErbbf8AmmYji8YEZxPjU54PC2nwjuqn/hVfPXokm0u3JVyVE2vRJa1blSojmS04T5qGFIPxRQO9Y/Un+x64/MOSB6q7lls4W54T4U/E+VZClfioq3J0NcPlPUD1gYUgJE9qQWFNLJ8PiHYZxkeYoEP0dQtl64QzcWZ7TUZgsqjT35DbCTv+ZPNJ2rT54xnPUdBVkqM8Apsa5325yIt1kPBmIyhbDly9aDisqzIGOiQry8zg57CrNQFYHiDabrfdG3K0WS8Ls1xks7GJyM5YVkHcMdewP5az1JPHRbrfCy8ra9eO0Nb0wt3OUjmo3pRt65Kcjp76CPWnQyNH6xRc9faKe1IgxAxGmsyflBbj27K3VNukKBPhxgHFbLIxsGBgY6D3VrTc9ds3Phk/ZLzpHVy5RecNvfFmUhEQb/mfH5YSBlX11soxn1dvOc7RnP1UCfqiIbHd2tQwwoxJLqY90hhOUOpcO0OAdt4UQCfME57CunT0GJpniAvT9s5se1TLZ6yxELpU00425tXywfZBC05A6fAVlOJaVPaSdiJyFSpMdgEZyNzyBnp7q8XzV14sMuMLCk2S2LDhT25khacJz+xaz9ooHKiiigKKKKCO+kyriO/Cslq4fquaBMeWLkq3oTzUsDbkpWrok9enUZpa4bQl6CWXrPwR1XIubgPPukyYw9JeJ75WVdM/DFUDjNP10qfp7TmgbhbrbPubr63pc1ouJbbaQFEYHvKgKR1a040aoujug7BY4ViutqIbvV9kjfH69UmOg9VbkkK69s+WOoVPh1qa76laua7zpt/T78SUGUxX3UrcKdiVBZKenXccY91NlJPCHR940daLhGvupHNQzZk0ylzHW9izlKU7SMntt6fCnagKKKKApH4//qI60/aWV/Jmnikfj/8AqI60/aWV/Jmgn/FhQRG4K5/4ahfyIq7moHxbbK4vBTr/AOWYX8iKvhoIp6POE6s4tuDt90rn7yKZfRpUFcFrCff6wf8AGHKWeACT8v8AFlfv1M//ABKZ/RsSE8E9O480PH/t3KCjUUUUBXVMSpcV1CENrWpBCUuDKScdM/Cu2ig1mtN+k2TV6rXIVd+e0hbUVqZF8Dc9wp5jUc9vaUlST5IrY1DioFmD09wqMaPvfWAVE7U5Ufj2NI2pdD2i+cUY1zlGW083AS82pklIDzbwwvd79uU48wTVFx0wev10Gv8ApG72e7cT4txtq44jSrm683cTbJCJTylBX6XUtSQjYO3fsntWwFRq0ZRxRejzbXqJLSb26qGgSG/k8KUnPO2537sbunbKs4qy0CvrxyXCES78h6dbYZUqXDZ9tXbY4B9LaR7Pxz3TSAbab5qSFGbZ22m8uG5yi6VNrH0vCnsrKdqT+WqfrCROiaffft4XzgpAUpCAtSEFQC1BJ7kJycfCplDhSIF6euelbsmRa7cEQW2W2+ev5zape1Wfa+mfj0oFPTNyl2SXMh2fW9/v10lyHf0pZre3KYTtX0+ecSB4U7UnrVrlTUHiRbYRdwr5KkPcs4z98ZH10qSbDER69e4rdwsM+EcNu2paAZyVBKlDkK8HVX7/AJ1ILDxWu979KpHq+m5wdbtz1uRb31JbcCU4Wok9s7h393Sg2f1OppGm7mt+U5EaTEdK32xlTSdhysfEd/sqFCzTbpoeXdoHFHXdyQ1FzJhNrjJeQ0odfBt6HZ1CSd1Va/3C8v6SuLd2sCoaHobyHltSkPclJbIKsdN2PcKkegdKX/UFknRdOcW7jDeXtM6M7ZWQtBU2lKd+DgEoCTjOcY99BSXww9e+HEWHznW2mXZaHFdw0mLy8q+J5qaodTV/Ng1jpFEpp79K26Tb+aRu5yUpZO5KUZI9k/ZTg5qvTrTiWpN4iRXFdkyF8onpnsvHlQZqisONTWNxoLiXBqduO1IhnnknGfoZ/frwua1tbMQzJUO7xYqVbXXn4DiEtH8bIzj4gEfGg9+pI8rlsXG3tB2XEcCgjdt5jZOFoz9XUfECubJqSyXp51i23Bp6QyAXWDlLjefwknBFZGM+xJYQ/GeQ80tIUlaFZCgexFYLWke4IYgz7Q0pUmLNaceS0BucYzhxPx8Jzj3gUDEe1RnjUEOa6tC4tq1JLntQ+SH7ZdkwkMpec2jdn2iVJ+zHxqnWDUtovb78aE+4mUxgux32VMupB7K2LAOPj2qXy9RWq5XW/o1Npa+3gomSbay7AtS1NpjIWMIK0q6nICs+RHTFA/cJlur4f21ySiY29h3mpmSvWHUKDigQtzpkgg/wVy9xC0YxNkRHdQRELjJJeUSeWnHcb8bcj3ZzS9bpllOltOaTtMabp+HeFvMNsTNzUkNN7lOJGSTvXg9Sc4UT3p6hItDCE2iKIg5CABHTglI8ulAhXbjDbGozD1psF7noefU0iQuMWo+1Gd7nMPQpGPLqRTAl/iC4lSUQNOR1nBStcp5xPn5BA+HnSHZIFuuuupse4WSxy4q7tJjplNXF3cAPnAgM42BX4WD1q0AAAADoKBXtGm7i9d2b3qi4MXCbHB9VYjsluPGJGCpIJJUojpuPbyAppoooCpvxD1lctP6/s0NGnmpFrLJXLuD2EBoFQB2LPYpAKiPPIA61SK6J0WPNjORpLSXWnAUqChQS+ILahX3d6UYvHq4d578Pm4ZkRnPbdbYz0/D7AnbXqGqOGLlybNp1IzCmy/AVW/KUgntzAElKTn8LrmvHedD3zTUmRdtMSZU2OhpAat7Kw29hKQhKApWUrQlO5QSR1UrNY5XEQR7PJt2sNEs8/wBXKXmUqQrnPBoOKbKcfjtp3DI3KxQUd9rUVtZclwZfy40lA2RXghtxXQZIcGAT3OCOue4rIWK+QLwlxMdam5LOBIiuja6wojOFJ8v4D5VJLE3b7ogWVvW9x06/zHlW60ty0/pd7crAKsblpCkqw0fwVVnn3tVy4zN1m6SiPSYiADMtN1TznMe0W07MKGR7CjQVCikyzawRyG5NxeZdtbxxHubQwjOdux1PdtwHv5fV2ptmS4sOE7NlyG2IzSC446tQCUpHUkn3UCLqDWmpIN7mQYlp04plhe1tcu/oZWvoD1RtJT386YtDXa43qyGZdGLcxIDy29kGaJTeAenjAHX3jHSpnxDTb7VdBcLnI4cMC6POPxnrnbFOOvNYRtyU9yM9T55FMfBnVVgnsP2G33C0yJLLjjo+S4C40RQ3DcG9wwopKhuwT3FBR6K4UQkFSiAB1JNeW3XS2XHmC3XGJM5StrnIeS5sPuOD0NB5dU2ODqG0rt85htwA8xorTuDbgB2qx8M9vMEjzqVaX0rd9RT1TVTZlmagoXGjXK3Mepbk7glbLLBB+Z8JO5XXd1T0q1UYGMCgR9DypFm1HcdF3S5yJhaSmZbH5r+99+OvIUkqPVRQsEZ74UmmXVKIjunbimbGMqOIrinWUgFS0hJJA+Purxaz0naNUQuVcIyTJaSr1SUjwvRlnsttY6pOQD074pXdul4uvCN5Cjdhf4mIkxFrKfWUyEKCSRu6YVgLOfoqoMH6Pl0fuV5vLc9EoS4sWOy36zIbcWhkFexBDaUgY6nJ6nOaslTbhFb58O4zXbhH1U3KeixzIXd+SW1uAKzyy33+OfhVJoCkfjvKfh8KL29Gc2PbGkoPOLQJU6gYKx7IOcE+407qUlKSpRCUgZJPYCpbrHjdwahxFQr1qq1TWHiUOMoQZCTjuFAAjFB52tQcZYTEeLD4ZWIRkISlGy+b9qfL6PXpVZQVFIKwArHUe41gNCap0pqewNTtKXSFNtzQDSSwcBvA6JIPVJAx0NZi6zGIFtkzpJIYjsrdcI77UpJP7woIT6VPEZ6Bo+2MaNubEiVIuSm5JYRzVsJazvUfwClQ7n3Z8qc/RqtFttnC2I7bi64Jj7zzjrrnMWshxSRlfZWEpAyOlanJvidY8QrxqG3x7npbSjsdxyQzAby64ltvKUq6bfnPEc9fpVth6MtzFy4QWzCXUKjOvMKS8kJcGHFFO4DpnapJ6e+gy0nidpS26ou9gv13t9qk28oUkPyAC62pAVu+HmMd+nxpyiSGZUVqVHWHGXkBbah2UkjIP5KgnF263u3arvE5zUTFjtbB5QxYm5ClrLKVNFa1AkhZDiAewKQPOrnY1FyywVlK07ozatq0gKGUjoQOxoPbRRXCjgE9PtoJPx707fL9etKK0/rONpOZEdkuCY4QVqSUJBSlJ6KznrmkpjhlxIF1k3WL6QTaZkpCEPrTDa8YRnbkbvLJpw0xE0/xo08mbraHZ7oq13SZHjsRHnOWAlQTlWSDuwB8OtZVHAzhK31RoyAn4813+dQezgxpvVembXdo2sNRfdDOkTy+3Oxt3tFtASNv0cYIwOnnT7U94JuraY1JYkT3Z0GzXhyJCdcc5ikNbELDZX3VtKiMnrgY8qoVAUUUUBSNx+/UQ1p+0sr+TNPNI/H79RLWn7Syv5M0E84r5LfBBI/4Zh/yAq9GoRxQG6RwPTj/AMsxv5AVdzQRX0flbpvFVw9/umk/xBTR6OCs8EtMYHT1VX8oqk/0cySnioonP+qaX1/cCnH0ccfoIaVx/vM/x1UFCooooCiiig+Cy0Xw+W0l1KSkLx1AOMjPu6D8lcSFOIjuLaQFuJSShJVtCjjoCfL667K65LLciO5HdBLbiChYzjIIwaCC6eMNnjCiPebmi1yLlNTcW7WhCZKnZQSr9fQcAAK80pOABV+qa6RvPDbT2pkaO03a0RJYcUwtbEE7UrSSMLdIzklKgCT1INUqgwevLku06UnTWlbXUIAbA6qWokDakeajnAHvxU/iW6wts2+96Ls5MW3LUZ0QtLbU6T36dNzqPF5Hr0p81zBVIt7FwRJDCrY4qWCUg52trHn0BGcgnpkUh6NtiZ8qCh64XhTz8AzpSn/mxIydowjujOfLuAn3UCVf4dgg3R1bto0paExFMkWaVHU/KuCnDu+bc3DvnA2g9e9Pd54coi8W2uJllgsMSYtseQ40jw+suqUOhHxRu6+8ClG4XC6y7vlxGv7ZChMMC3mFp9paPCnarxuJKva+oYrYFrq0jJJykZz50GMlLi6h0i+qM+kR7hCWlLqh0SFoIyfqz1+qtdLybPoRxy2wuNuqJt2lq5nyfaIzEpxakoSn2UpOOiU9zV/QmE6i8aakshiIGiskL2hTD27cfhg7x9lRaDbNGcOoLesdDa0sLkCOy/FiRbiEuJX4ty0odbw5vynb13UFF15GeVw4t+qYr8/5UscVE9lwgB1YDfzqVg/hIzu+NO62Lbe7dHekQ4syO6hLrYebS4nBAIIzkVgdSX5lnhdKv8yAZCHbWHnYyFY3BxsZTk9h4up91erhhAm2vh5YbbcVNKlRoLTbhbXvTkJHZXmMY60GchwokNHLiRWI6PwWmwgfkFdykpUkpUkKB7gjvXNFAqv6S+TpZuGlJCLS+rJdilBVFkEnJKkAjCvxk4P11yb1qW2sb7vpz1xKEZW5aXeac+4NrCVdvdmmmsLqW/t2dDbDMR+4XGTkRoccDe4feSeiUjzUen19qDB3i46RvXqs9y6ptdxj7jHkLyw+z+EkhWOnvSelKdz11D0PYb1OtFutd0edeL6fUrgViTIcOPEnB2E9OgOCe3U04SzqJ/T7lw1FcLTYG2klx5TA5xaQB1y4vCf8Gk602mRrmbJfg327qssBDCoMiXFCWXpaXS5zEtYSlaEgJA6Dv36UGuV21rqvXXpG2CTqyzTYMe3SvUnLSy6pC29yTu9nx/E/DpWxtztWgGkokWe3ytLXdAUuNd3IDrfKUnHtlWNyTnBB7jIqbzeGjli9JCDrPTbhv2TJkXCM47s9Xf2q8fwQFKSPfTtw/VeZnEljUd4jzZ6LmZlo3PnY2002lLgVy/wVq3JA93U0GMslvseoNZPKt13RuuXObiqjXNalxJbfi9bDPYJUrdjr2V8apWkdR6jt+pk6V12q2CbKZD1tlQkrDUgDots7uzgxux5hXTtWD09cLnE1s8q8vXGPBZmSWmiBCbhIR+tjP33dtzT5rLTFu1XaG4kt19h1lxMiHMjL2vRnR7LiFeR6n4EGgz1FS1LHEvRUx6LbWJOvoMsBxt6fObjvRHB0UknbhSD0IwOhzXs03ry8RtSSbHr+BZtPOiAmdHU3cCtCkbilSSpaU5UMZ6eVBRqKRU8SIl0UpvSFkuuoyjqp5hnkxwPg67tCvhtzTFpXUMDUUJciJzGnWXCzKjPDa7HdHdC0+R/ePcUGYrH3my2q8Rlx7nAYktrSUnenrgkHoR1HUA9D5CshXylaFKKUqSSO4B7UE0vvCaI/GlIslyVaXnrhHltPIQSqOltJSpKTnJKgtZyT3VVDtNuh2q2R7dAZSzGjoCG0DyArtU+wJIjF9sPlO8NlQ3FPvx7qTdW6g1M7qM6b0XAt8iazHD82VOdUlmMlZIQNqeq1HBOOnQdT1FAu6wu87Q0u9JWzp9y1TnjP5MyellS2tiEOtobUMbyoFWexz16mpRrri3Av+kFaU0vb77eYaz61Glg7FrQlW7kFP0seeemwVSeIXDbVWsI7Nu1DB0dqNCVDZcZUZxl+OD3whBwoD3bh9tS/i1wcvOlLFNnw4SdS2qKymVLeelrYkYCSlxKAg52BIGEjPn7qB6i67avujtI6ht+orcdSORVsuxY9ocmIVjaXEctHib2+GvfZbhMt820zrUm5326ShMQ3DetqogMlakl19xSvvbICUpAwT7t3kraXsMDTuitJ2m3vaos1ygh9Rcs1jLypKlhC925QO5AQUpz54q08J5j03S6nZM2+THUSnEF28QxGfOMfQAA2+4+dBg39C6u1Iyfut1zKbjSFYlWy0tBmOpv+thwjmdexORkeVGrdEaM0pp6VqCzRHdOSIDBUH7QsMuOe5CgfCvJwPGD3qlV0zIsabGXGmR2pDCxhbbqApKvrB6Ggj9uvupm1BNm1zBuakKKVxNQREs7yF8vCJDJCerngGQcms+jW+sSzuTo61KUNqSlOomFeI+WcfA49+KyNy4cWeUp4R3XLY3iP6uISUo5BaeU9kZBB3LVk5HlWHtfCxiO+WflNfye1JivJaU0hRk8lJHznhGMlSs7e9Bh7BpO6a+1Jer5q293KHCLrSIdotd+C2mkJQN3MLXmpXXGe3112XngPbpF+fuNl1nqyxsTtiblFjXFZTJQnsNyiVJ6dOh7U08LdK3vT0u+S70/alKuDza2mrexykNpQnaBjA8gKeaCG6o4Nv6XftuqeGsq8PXa2S0vLt0u7OqZmNYIU2d5OCcjrXoHETjXJVy4vBTlq3e1Iu7aU4/JVqooIff5XpA6rsU+yo0jpnTyJjKmFSnbmp1baVDBKQkHrgmmThpwU0Jo+ww4atPWu4XFphKJE2RGStby/M+LOOv71UyigimtfRy0hdnZUzTUy4aVmSV73RAeKWFnv1bzjv16YpN4j8JeJkSxybrM4t3O8sIcSt+E4hTaFoyAoJSF+I47I7HtWwWo9Qs2pSYkeO7PubwPq8RkeJXxUeyE/E1P9R6j1hFnOp+Q7NdXrKwifcufM5SWd+Sltjp4lBKVfOKxQa4cM3dJWSczqC+3mG/Z4Ul2O3aCAy/NeUpXLLrf622gK+mSB2qycD9Racs/E2Rpqz3Fme5fGTMmN291KokSVkq2o7DHLwklOc7AfPpgvSOYtVk1DpnXNo07zfl+P6tcQ4ynkrZKQtCCo+wpfY+8fGsnwbtk+9cQm76zFcixNP22Rb5EWSy2h1iQoD5tJR4nAMffFdxtxQMevb7f7Vrq6tu27Ut2hXSJ6pAj29jmMZKBy3EryAhQWVBRJHce7rXdONzmrDb2ro6XZyIzaZK/wnNo3H8uak2gLfxbVoe2Lsl90vFiernlR5NseS4g5PRfi75znpVigeteosevcr1rlp53Lzs348WM+Wc0HfQRkYNcCuaCK8fNM2J57S9tj3a6abedlyfVW7BHxIkvLSkqA24SB0JUVGsY76PEyRH5b3F/XfLcT1QZX8PWmDj2nVjmrdDN6IkWyPfC9O5S7gkqa2cjxdPf2xS+YPpVZ/qxobH9gP5qCscNtFWTQOk4+nLC26IzRLjjrq9zjzivacWfNRNMtIPBhjiGxb7sOJD8V+5qm7mXIvRktbE4CB5dc56d6fqAooooClHjRHblcIdYMPbtirLLzjv8AeVGm6lfi7+pTq39pZn8iqglOsXXJbHAeURjfOiOr+2Omr7WvWqifkngH/bcL/Jk1sJn4UEL9G/JhcU//AIlmfxBTp6OHTgdpXI6+p/56qT/RyCSniihJ6fdNL/iCnL0dRjgnpdJ7+pn+OqgoFFFFAUUUUBRRU31hq1T3Eq3aHtsmSxLaaVOf5KSeYA2ooQojskkZPvwB50CYlF6b44hYtkFqBIvW/EW2rDytja08x13OB7QPUYO4461eqiOlLHqBi8aduv6H8m23QS0G6XU3Nt1TyFIVzCtIOSCfL6NW7zoJPxQ+W/WpMe8QhMtT24QwCtTG4pwlK20DctwHJAJIV2HUUryrXLhylz9O6vfjmbblLi3O4PY9XQ2pO5narruO5P1fuaqvECSiS5E006pDDFxQ4t6Qv6KG8EpR5Bw5yCe20nuBUgmRtM3aC1pq4/K69RXGUWrSJPtwcHmJVuT/AIS/PtQe+4XadbGV2aRfbXcfl+M2gzxLWv1PlpSy4valJG0K+llPiq8sDDKBu3YSBn39O9RfQ2hZC9P3AfKrkKfdbf6k1CuEdPOt8MOL3DaD4ypaz4z8Ks8ZpLEZphPstoCB9QGKBD4mXFtq8wrPHd3TLtAmwwwnqVFTRKCfcNyCM1KIGk9eaauTGq5eh+G8R+FbG4gefuK0IRs7u427Qo9j9Xeq5qvT0WPc486K4+LlcLiCmQ46pfKUGHQkJBPhSMnoPealp4b3q2aijXfiNbLpr2DGiucx9qSX9zhPQ+qKwAAnPs7jmgpi9UalXa0Q3uH8m5SJLSStUaW36m40pPUhxWMd8bcfbjrXm4C6mZm6WRp24NO2y82t12Oq3yztkJZSshtWD3GwpGRkdO9P1lVHds8NyIwqPGXHQWmVI2FtBSMJKfIgYGPKsbq7Sdp1MwymaJEeTHXzI0yI6WpDCvehY6j4jsaDPZ64ryXS5W61RTLuk+LCYBCebIdS2nJ7DJOKUJPC3T0uMoTp+oJUsncmc5dng+2fekpUAPyVi5Ol4Nrv0Bmfdbnqy7ctQt0a6lLjMZP0nlBKQPhuPXyFA73q7BqE2m2Kbky5Y2xQkhSMn6ZwfYGQSR/30pakRO0vaY1qsshc3VF/f5CZzyQooONy3insEITk7R0yQPOuiPw91DbXTbrFqVm32R9YW6Ux8y4/cqQws+FKST0ynKQTjyrq4caXZi8Rb5cWbhdZkS1tptsYXCYuQpt1QDjxSVHoCFNj7KDtk8L7lLgi3TuIN/nW98tGdGlpadD+xQJAVtBQlWOoFUhIS2MABKQOgHYCvul3WV5MNtu0W5IkXq4JUmKwDjCegW4o4ISlIOcnucAZJoJ5e7HGlcPGdWvypYltvOvPBl5UcSm1yFnlqKCCOquih2+IpJDir5aX9P6auU9bum75IlAz23V+sMqSPvi/1zdzHCPeE1sbDtkWNY2rQlpCoyI4Y2KG4FOMdQe9Q5fylYtRK044mCli3x/Vm2mgoesqfW2nmufheBX2baDK6ZtcObxGuaPVbpPsb82RzQ5Da9VEnCkublbt59pQHT8Gn6K29o7mc+4Jc05+tmSvaqAPJIUfab8hnqMgdR2nNhhWjSmpXBA0KW7pBmSl5jNJPOYO7lJb8fiWdyOvTGFZximq5WvUHEKZBi6hsz1j05GX6xIirlJU9NcHsIVyyQlsHxEZ6kDyoPS1q7WF3aNy0xpKLLtCl7Y782cYzkhOOriUFBwnPQZwSOteBnh1edSXi13fiNeoV3bt7i5DFqZgoSwy6rITlw+JwJT06gdevXpTKw/J0jFjwpy5E60oTsTOWStxnr0Dv4uMAKHu6++mhCkqSFJIIIyCOxoOG0IbQENpShCRgJSMAClq/wCiLJd7t8rFc+3z1JCHZFvlLjreSOwXt9ofXTPRQJErQ94abWzZdf6ggMrBBQ/y5e3P4KnElQ/LXnh8I9IxI7Bji5x57acLnx7g80+8o91LIVgk9T2p/ooJ/wDoP6Hedck3OHOu8xeB63OnvOPpSPohe4EJ+ArtvVptHDfh/qC6aTgQ7fIbirfLjylLBUlPQrKjkge7Pwp7rCa6UwjSNyVJ9e5Qa6+pMc5/uMbEYO45x0xQIfCnVky+X9tt7iXY9QtuxFOpgxbcGHgcp8ZO4kAZxjA9qnrXj0ZOk7gxKZQ+mU0YqWVjIcU74Epx8SoVOrBqfV1mIu2o9Fo+SDITHZmqQ2zcPGoJ8TCcjv7lA/CqLqJn1q72Jne0Epll8oc7q2Nqxj4gkH7KBH4lqh6eGnpqdd2nTDlpaUx+m2eeXwUoTsS3vTnOz4ntimfhNd5V80qbjMubtyWuU6lL7luMI7QegDSuoHxPesLqvhJZ7pqOZqa2yDCvEt5h19brQfacLRBSClXUDwjO0inXTZvnqK06gTAEtLqgkwyrYpHkfF1B75FBk6VNUatuFmunqcbR96ujexKhIjcoNknPhG9YJIx2AprqYcdiVPaeTCedTeGZKpUJHqL0lslvaVFQa8QI6YPbqR50D5pa6uXuxRrm7b5FuU+CfV3ykrQASBnaSOuM9/OsPxTVdE6SU1Z7o5a5UiSywJLSQVoC3Ak7c9M9fOpszq2WjQUOFp56+xpLFx/og9Gs295aHOYpTrbKvZb5nTr1FZq6uyrnwaeE5ubfX5M0NgXllUBSvnQASlrqEjHTHegz/BVjVEfT05vVbl3clicrlLuS0KcKAlI8Ozps3BWPPHXzp7qa+j5Ibk6auTiGIjKhcChYjPvOoJDaPN0lQI9kj3pqlUHBOEk+4VAUa11rOjR2W+Imm4cyVNMdyKm27pUNIWd5WCvCdiQSSpOOlX+oHpy5JkanXJuN9vguzt2XGdifc5sYkI5u1KeZys8vb9IqoKtoC/O3LQNsvd4eZaW8wFOPKwhDgBIDgz2CgAofXXdNu12kthNjtSlJUQDLlOJbaQk91pHVSse7Arrg6cXKlMT7+WnXY3SNEYUoRmB5eE9FK+JH1AVl782HbFOaKmkJVGcSS4ragApPcjsKDCaOa03bSuLBvMK4XWWS7KeEhC3pCx3UQD2HuHQdKjvExmdctS3YavOgEP22KHoPrXrAXJbVlSU7QoczBTjHXr5VkuAbRYuNkkBjRq4b9ufYYmW6A43JdU0oJXuWrz6ZPvFe/i7Oda1wyw9Z59zZdhKbt3qdtTIWxJ6lLgXg7DvSkdcDHWgetWaab1pwxdsU9tpt6bCRtPLwlp4AKSoJ8sK8qS4169U4jWA3WCxa7y04u3XFtkEpfbeT8w5vwNw3t4+G6qxZxL+SYnr5BmchHrBHbmbRux9uaUeK2nbfeGID814sJQ+lpTjatjg3qTtUlXkpKkpUOnlQPGBjAGK5pd4a3CbddEWyfcHOa+62fndu3mpCiErwO25ICvtpioCiiignHGMWmTdtMW1/T1wu15flLXbHYUn1dcNSQCt0uZ8IAx5HPbFJN94jcStQcU7hoThdHshFhjoN1mXTepPOP634fP8A+9O3GNjVlvnWXV+j7Ii/TbZz2HbcXNhdbdSPEk+8KQnp7jSv6Pmmrtw70detR60gyPl+/wByVLkR4rZkOjdkpRhGeuSo+4Z70FD4XaqlapsLxu1v+TL3bpCodzhhW4NPJwcpPmlQIUD7jTZU+4LQ75ydR33UNnctEy83ZcluK4sKUhkNoQ3nB6HCeopn118sHR12FgJF1MVz1UjGQvHTGemfd8aDNeeKKhHBi8zrvfbXaUp1Q65Y1ymZs+5IcaD7P60leThbm5Xu6bau9AUr8Xf1KdW/tLL/AJFdNFK3F39SrVv7SzP5FVBItXLQmy8AvCf6fg/5OmthTWvGuVqRZOARwP6fg/5Oith6CHejgNq+KQ92p5X8QU4ejgc8EdME9/VVfyi6T/R0P6Z4sD3anlfxBTb6NR/1jdL57+rL/lV0FForAa41AnT1n9YRItqJbq0tx25sgtJdWTgJGASTkjsPOvTEvcYWKLcrq7HtpeZS4tLzoSEZGcZVigyq1JQkqWoJSO5JwBXRcp0S3QHZ819DEZlO9x1R8KR7zUF4461k3C4J0uzqGyQ7S6kuvqiyee++jcnYkpwNoOcnaTn314p1y4w6m0YL4qVFsFpAkCSXnvVitndhKsYUU+H40DVfuK79+1q7w+0eWo06Q0lUa7reQpCRtypSWyMqx7q8MPSjN21ou0Kvsm43R2Huvl2aV49qHAjkIP634kkkDtipfoJFo0zfBqF/lesttcpn5MCpLju5XhaT2CVbU+1jupVbBcHtEWvSwu94t1vcgqvryJim33VOPJBSDhaleeSTt8iT1NA+xWERozUdsqKGkBCdyio4Ax1J6k/GpJq3ihfoeqp1hscG0OvwFvPyUSX1BTcRptKlLUB7JWVYR37fGq/5Vr3xAvbFx1hqS2XLVeg7GmO+0wWLhC5jzrYQFJUte5OfaPh64oLJqSHCv2lSZjy4jfKTKQ+k4VHUE7gv7PMdiMjsakdy09c4407qyfFMSS1PQA03JK9sUbnDy/wdyvHt93hqvX+dHjW1u1hgTpU5hTTERJ281O3CiT9FAB6n/vIFRZ+PqW2anhwL/cbvOt1pefUw0tzHyokNBKUoT5lJUOnXI6jqDQMGmnbhC1Va71qB0NXf1flyua9823Ccd2tNL/8AXbvH+9VnHUdKjvDuwxGdSvRZjNrkP3FlufILjXzz6AdyTn3JcUOnTqjI6E1Yh0GKDB35Jk36yREhXzby5S8Z6JQgpH+EsdKzlJ8DWOnU3HUSpWp7aBbXw3IbMkfpVIT9L3EndWR0Nq+xa1tDt307JXKgtyVxw8WygOKRjJTnqU9ehoM/Xkudyt9sjGTcpsaGwnu4+6EJ/Ka8t2v1vtzojOPB2asfNRGvG8vyHhHUDPmcD414bLYVSHHrpqOPGlXGSR82pAUiO2PZbTnIz1JJ8yfcBQdKtTLu7WzSKE3BS/8AdawRFQPwt30/qT394rJabsotbK3JMt24XB7rIlvY3r6khIA6JSM9AP4ayqEIbTtQhKUjyAwK+icDJoMbqO8wLBZpFzuUlMeO0n2iMkqPRKUjupROAAO5rCcJrdMgaNjP3NL6bpcVKnT+f0XznOpBHlgbRjyxXj1fcbXcdSaQix5sSWU3lZU226leFIjunqAe4OD8DinhRCQSogADJJ8qDpuEpmDCelvrCWmUFaj8AM1htFMynreb1ciDNuOHikIKQy2fYbAPUYGM5+kTXnt/M1PcFTpDWLNGX+kkkgpkqBBD/wBQI8P2n3U0DtQFSLjRAsR1jZJd1EhqIIsqbPXH6LWiLy1o6/sjjHnnFVl59hlKlPPNthKStRUoDCR3J+FQbiE9P1nOhX62qnlouuRbLb0M+GewgJcfedB9ptWxISBjOB76DjhlBtb/ABQZvS4c633KTLmOuNyrUpS3AoKUnEgDYlISrBA77E1fCpKQcnAAzUT03Lm2W9RrhFtuqmcRJDt3Xd5aS26QhSkDYXFbVb04G0eavdXsncSNWDUCkR7HEcsq7Yt9t3xc1b5XyUNJ8ur3Tr5UFF0hfEamtUqZ6k61EMp5hgvJGJDSTt5gH4KuuM+6sVBauOi4Ii8hqVp6MtRS6hai/GaKlKwU4O5KcgZBGE+XSk3R2qbjKtFgslkdgKudlazcmi5saW2MspHn7R8Y+qrGBlOFAdR1FBjNP6hseoG3HLJdolwQ0drhYdCth9x91ZSl28aSgypbdxtrztmuTWcSoSUpKwe6XEkbVj4EV0vr1pbCpxtEG/xkoHgT+lpBV5nqSg/V07UDRRWK05fYV8jrcjhxl5pRQ/GeTtdZUDjCk/Z0PY+VZNSgnqpYA+JoPqkTjNZ7VK02u+XRN6fFqbU43Gts5cZTxVgYJSRny79B1NPKFoWMoWlWPcc0p8ZIsmdwxv0SHGmyn3YpQliGcOu5IyhJ8sjIz5A5oFnhbY5dr1S47J0tf7Y2qH0fuF+E1vJUPClIUrxfH3U16+ltWl2zX11a0tRZvLcAIAKXEKR1z8Smkzg/Agxr6txrTmt7QsQMH5Zml6OBuT4UkrV4vj7hS/6UesrTL0onSVufhzXZbqVy1+tbGmG05ISpxJyla1pCUjucGgtunLoxfLDAvEZKkszY6H20q7hKgCAfy176wPD15l3Q9mLTrDgbhttLUwvcjehISoAjuAoEfZWd3JzjcPy0HNSrjBcn3ZSY7cqBYnILqTHuU2e5ELpWg70tKQk5wOigfeKqTrrbTZcdcQ2gd1KOAPtqL8TtXQY2uocf7trxBguRlc9EO1pkso77VJXy1dSen7mgxZtVukcObJfH2WJYubzPrMN+4utxZG1LgCUud0jqV7j0Uck1mZ8C8WXhnanGLvOhLbuPMbjWZbUtPzjnzbHNe6bEe/tXrcuumLxoO2tXDXd/bhJPzk0R1RFTU+Lwqw2On7HHasTeVaQj6Hj6csrlnsuneWuS2i9QJPJcKVJVuClKTu9r2fPNA/cLGrg3ari7eE3JuY5MK3DOXHKj4EdQGfCB++Tk+dJuitVXO/2LiIoXJxu7MzpjcfMhKUMIa+bbKPwE9OpPnk0jXvST9y4DalmWBly1yESuY2YqpFvZkMIDalO8txfXw7sZ71ieCzFhjaKvUp0Nsw7xCZtIlRglxkltpxxT734w+mKCiwNc6k1NaJNlaXYbpObh84fc7fd8pxaFo7bkAIByeuax9huGopdzsN5kW3XLFunXFpO+TqFlbKCXMBKmkpzt+FMVg0lqHTUyXqXTaLNc2HLf/Q+A0yIi3FOrStQcdP62k7lJ6ZGcUr6XYvzuoLDqiVpUxbTOuTSkR/uiLseM8tSklxDGz2va6Z6UGwnnXiv/AKr8hzzNQ45FEZznoQMqUjadwAHnjNe6sfqR1tiwXB11Dy20RXVLSyrCyAg5CT5H3Ggj3Aq1uIvrc4xNZOQlx3JFveuiGRGZS4EAhOw5K1ADqfKvFxhvEq0a8ubtjc1mzNXbEB02tEb1bKAtzKuYCorCQeg8qOBDmn06gtXyS0lqWqJLbkxmLs9KQxsUjYo7jjCknp0HWsfqFrUmstXag0xc7XpH5bIQ5HjyJMoKcjJzy3NzXhT3I9/i60GwNicW7ZILzjhcW5GbUpec7iUgk0h8d7hc7bY40y2ojLWwVu4k55SCcN8xWOpCUuKVj4U/2tlbFsiMONttKbZQgtt+ykhIGB8BWB4lWz13Ty5bcVMl+Fl3lHHzrePnGuo7KRkY+qgyulLeq06XtdrU8l9USI0yXEDCVlKQMj4HFZOkjgzLLmknbUuQt9VnmvQApasr5aTloE+Z5akdad6AooooOCQB1OKFbQklRAA65NSnj3aX9T3vRukxfbhZYlwmPuSH4T3LcIaaKkpz9eD9lJUjS/E7WF/laGv2ul2/TVlCQ7KhrxMurbmSjeryxtIV8QaC+Wi8Wu6uy27bOZlmG7yZBaVuCF4CtpI6ZwRSvxth3WToOc5bdSuWBDDS3JT7cL1hamgk5ASDkHzynrX3wl0LpfQFqnWfSzz6mVyedIQ8/wA1aHCkA5PcZABwaz2s5DkXSl0kM3Ni1uNRVrTMeb3oYwCd6k+YHuoI3w71G/f+Jdkj3bW14usmMw89HiK0yuCg/N7VKU4e4/76vdRnQVyk3i/6Uv1z1xLvEaYiUm3tpsiYqFOYwoLVkqScJJCSOuPhVmoClfi5+pVqz9pZn8iumilfi5+pVq39pZn8iugj3ERsnR3Ax4frdztn+Titia1510rdo3gYz/XLnbP8nFbDUEP9HlO2fxb9/wB1Er+IKavRo/UM0v8A2sv+VXSl6PCyq4cWTjqdTyv4gpt9GnpwN0v/AGsv+VXQMmotEaW1DcW7jebQ1MltJCW3VrWCgA5G3B6devSlm/cFdC3V6RK9SkR5b7JaLwfU7gHucObhn49/dVIooNc+JvDNy1Q0C3xp01xDKgh+LDSlACUDal5XjV9HulIHXypLu+o0yrXYWNQ6Yucu7Wi6bWRa1PCP6tjxKdX7O5Lni7fRrb19pDzK2XUhba0lKkkdCD3BqP634L6TNuuD8c/J0KQ+JMsNxC+4gBO3ayE9UjzwAetBiNE2yXF13p+26x1pYdQ3iOXZrCE28IXHBT02uJIzlKk9x5VeUqSrO1QODg4PnWrybpaW9R2+06gsEhu1WLYm03x2E6xKUln2EE7DvSfMdM1X+E51O27LNyt9ujWmekXGGqKVqJU941hSlKJCsqzjGOvTtQULzqAa21jAt2r9UWW7ItkaTIB+SYvyUlb7z6S3tOSk8znbsfuDV7mSGYkR6XIXsZZQXHFYzhIGSfyVrpq/iJZrtLumpY3ERVukWt8i025uECmShASfGVIJO8+4jFBZNa2p2VZo92YU4xcba2XW3G1bFcsp+cRnyyB09ygk+VSHTtzgMR4XyVPN2julduhLuMr9NKecWpxTqeZ9JSVJTu/F/BqxatQ9M09DkuNKlQgUOzoaenPaI8X1hOd236W3FTK8LtVx1K3O09E9ac3KEOK2lIYmISlIcSpz3Hd0+PT30FE4fW1r1m4XxUeU04/y4jPrBTu5DKcJ6J6DxFw/bTNdLhGtsZL8pRSlTqGk4GSVKIAAH1muLLb4dqtUa3wI4jRmUYbaBJCfMjJ69yaULbqW2ar4jT7VBffLelFgTThPKXIcT4U57kpTu+00Ee1HpbUUS9tGfYeHSTGvUudBF2uIbflIcdUob04wfeO9V3SqtdydNNQrxbrXaJ7z68uW5W9hiP0xs96zk493fypEsdj4WTZ+o7zxCetci/JuL6JIvEhBUw0FHlBtKj0QUYIx76eeArsZ3RUg2vnGxouclNnU5u6xAvwbd3XZncE/ACgcLNZbZaUKEGKlDivbdWStxfXPiWck9feayNFFAVgNeXf5J03ILSHXp0pKo0FlpO5br6knakD7CSewAJrOPL5bLjm1S9qSdqRknHkKS4EJIDWstYOOCcgKXFhlXzcIHshCPpOkdCepJ6DAoPZbbBpbSsBi8O22BBehRUtKllpPN24wQVdyT+/Xnk3Fq8SwzdZQtcNthUxUMufOvsJ/XHPwEfi9/fXut0aTfZ6brd4io8VhZ9ShughWc/fXE9t3TwjyB9/ZM4rOO3rUdth6M1Db27+puRb328B0IZWkFanMHKdu3p8VUH1rvi3BtLvyTp6OqdMcCWmngnLTS1pBQdvtLT4kZ25wFZ8sVm9B6nWIj0LUN2jKnpSp9tt9SW5KW9oWpLyR4UqTkjp3ABpDsugdK2GZsul93TIimecG5Pq3LaKPDtcOXVJCfiPdTLqJyywootNnscGfFjSl8yO9t5TfLa5jjpWr9kjr3NAad0ppbXFoXqbU0Rq5TZ7ylkOPKAYT9BjAI6BG3IPQnrXplToNu1fcrrMAELTNoSuBDjt+JaXU+Nwe/wBhLaf3VJEPUM196xacfDCby45cHFOMncyHC56u2r8ilY+Ca+Jry7vbzB5Dim5VvYt3LQ5tW3BbC3FEKPtOEISo+4E0GHLqU3NvUNxfVLZehOzExG+rYRzUrCSf68d0hIHmRXZb9Q3ZtTdwvkAwIFslxY7kTYFKcaEhbzjqCPaCCkAjy2msiuLb7HohVtZO6yzINp9Zf++GMlS3HFKT/wB2fOslandOORrdNuhDs2yLlsXR1KCrmre+bSgIB++uh1CgPLJoO+0WmONY6WnXe5R4Ds11dyiR3OinPvmGs+yfC8lXvymrbWtM656g1hdI9ket18XBgxPVkQBEwVS0p24kKT95PsrCwQMdq2A0ha5Vm03Ctky5S7k+w2ErkylBTiz8SAM47Z+FBlqKK4WtKElSlBIHmTigweo9MQL081JVJnQJjIUluVCfLTgBGCCexHwINeS3aHs8dRcmuz7u7+HcJSnvLHY9Pf5VlJF/szExuG7cY4kOLQhLaV7iSskJHT3kH8lZSgV1aFsTZSq2mdaFJOSbfLWyF/sgDg/krw6301Od0dco1uuN0lPvIwW3ZxRvRnxoCj0SSnIBPTrTtSpxTtqr3pJ+ytNokuSXGiqJ6xyVSG0uJU4gKyCMpBoETQtmuerWDF1PY7jZITNq+TFtuzNsibtc9o7D7AHTPmVGo5x14aaf4aXWzqQtdyslxjuwmIcxJIbk4yhalt4JSConJBI29zVb4UaXn6fv9+tVltUKyTYsZpn1p58yfWhzCpK9hVuQko7/AI1ZDiMBq31bTOpkCxvsJVJ9Y3hTSXdyUsLSv3E7uhwfI0Hfwf0dAi6basV5kOPTbW0mM7DYluiMhBytsoSTkgpWOp6kjrinlGjtNJUFC0slQIIKlKUQR7iT0qe6q1JATrWdZm31MXOTDisxVtSTzZhDqVb20p/A3fb4gaabOnVd4jrej6wtwjtrU3vj2opdK0nBDiXVHafgAKD2o4faX2sofiSZbLLnNbZlTHXmwryOxSiDj4iurQ99t63X9OypkVu7RJL7PqhKEOLQlRUlYQPolBSe1fMS/wB3sl6tdi1OqJMeujjjcSXCQpOShG48xs529AfECRkgdK54jIiNGySlRWucq8xEeskYLIK++fj7H7qgbyhJTtKQR7sUmcTtCK1uzAjq1BOtUeI6H+XGbbVzHEqSpCjvScbSOmPfWS4h/dINLSXtKz4sO4MJLoVIjF9K0pSSUBII6np1qe6Y1VqN/Umk0q1/Zr6xdlrMiHCgpQtCAypRKlb1FO1W0HIHU4oKDpzTLsGwy7Rfr1M1K3KWrmLuCEElCgAW8JAG3v5edTiFwcaeTedLSJl0tljROEy1vW+SGtrTiFJVGCcHaEkqz08QUKtVFAmaS0I9p67fKCtZanu6QwpoR7jLDreCQc42jr0qRaQl8/idCnHStpgMO3JK2W3b08vZzi5863GPzaXNyVA47FVV/U99v7DlxstvjwYl1djOPWeTKcKo7xQE7g5gApIznHUY8+hqdcN4motWSbbey9opwW2Y4JCmLM4l+M6rdzeUvcUnJ+mOhoLtS1xI1bbdF6Sl3u5PttlKFIjJcSoh14pJQjwgnqRXy4/qWyDfIZF8i70jfGb2SEJ8yUZ2qx+Lg/ClTi1qh6Vw+iXfTCZ0tRuTba2osUuPjG7KCgjKTkAHscedAtcBbhaPuxdatGpbNeXbjCVLmtQbOInq7oUnpuAG4fOEeLJ6UzxOEWnrRJnv23VOorS/cpC5EpUa4hsuKV9Y7DyrHcNdRzrzr63Jctmorc8bS78pJlWxUeI47uQUlG4nBHiHSlXjPHtSOKclF9sWnbuZ0ZhEBNzvq4q0qG4EIQkHocjv5igvV0uELT+n3bjPkOmHCY3uvKBWrakdVHHUnz6Ujvca+Gy25DaL+44tpB5raIL5Uj6xs6fbTPqYXeLw/lpsUNpy7NwCmHHV40F0IwlJz3GcdTUu0INX8OtESpN10IJlxeK5l3ub97YCpbx7qOc4GMADsAKBk4Luxhd76Iiy7GmsQpzDyhhTiS0Wskf8iKp9SI5j6mgXlK3mJAu8ZjIdV85GlNlwsrGcKSlw+Hp0xVcPeg5rgmuaj/Geyv3TW9scf0bfNT21FvWFohXH1Zth3eNp9tO5RAI79Big7/SL0ro7VMGwq1jqldjgw5Timiw8G3n3FJACUHv08wAT1FJVx9GzQlvtRvUafru4p5YUWY8/54oPXISoAkj3d/hmuzV8vSemIXDGVqOA/pi1RZ1wIanPesLiPbVbCpXi88n4V8cHuNvC61aVRJv/ABGcmXmUtZlLnLcWvAWrYAMYSNpHb30Dt6NNr0Xa9NXZGiL7PusJy4EvpnZ58Z4ISFNryAcjA8qYeMOoNLWnTDlq1TKlR2Lw25FbMeMt5eduScIBxgdevSl70fLzYNQz9dXrTTiHrbLvxcbdQkgOEsNbldevVWTTvxHiOzdC3uPGcZakLgvJadde5SW1FBAUV/RA99BFeCtxtsniHFYm60n315T0l63RE2JyEy04ps73FqV3OwEADoMn31sVUW4bao11KvWmYV4uWi5lnlsL5Eq3l4vSg2kpygr6eXXzwTVpoClfi5+pVq39pZn8iumilfi5+pVq39pZn8iqgj+tP6icAv7fg/5Omth6141of6CcAf7fg/5OmthzQQz0c3Qp/isvHs6kk/xKb/RqIPA/S6gO8ZR/7RdJPo4A+qcWHT9LUkz95FOno0JI4E6Twf8AcZP+Gqgo9FFFAUUUUHVJjx5LXKksNvNn6DiAofkNKsdtOiZkeI1n7nZj/LbC1E+oOq7DJ/W1K6DPskjyPRlu9xhWi1ybncpCI0OK2XXnVnAQkDJJrBW/V2mr7Cs6m3DIiX1BVBWtklt7aCSk+5WAehx2NAzKCVJIICkkdQeoIqJ6iuWsbFqbVotMjSE6G0tqV6vcJrhehNKQlOSkIwhJI7VaZL7UWK5IfWENNIK1qPZKQMk1rDqzUmmpGrbrcdN8StPwrfeEOM3HnwnnJSEOBvmBJCceynw7u26guOvL8q2WK3uN8t1yQ8jnMBYSpxj9c2knA6Ed++cdyKwFjkx71cICosSBymnmcssu4NvZTu5Y8PTcpxPs4HTvWJu8h+3LlxW7f6y4wEvsuKcwuVET97Tux4Up93XPwryyHtl3lSIbj0jdNhSUTGm0oZnSVujI8PfakI/LQMnEPWEe5s3TSVmc1PGubbqI651vtK3kNLOCU7ug6g46Ed+9RT0K9Mpkar16q7tyHW4NxY5bEnIJdTzPGtOTlQ+Oe9Pl5Yu7muH7g/ZtQ2iRLfjrlMs6wjss52pT968/++qRw/hQ7dqnWkeKnC37qiW7kfScYb/e6UE81npO/cUNT3C5Wm3aQi263Prhsybta/WnpTjeApXcbUAgge+qbwvuc646WS1dIUSFcbc85BlsxBhgLbOMtjySU7SB5ZxULv0PSUHWS7Q6ri5DuV2nTJDEK2yAlp35zxrQkH2PiasHA62xbVpOXEiRdRx0/KLzivl7BlLUraSokd0nyPfvQPtFFdM6UxChPTJKwhllBccUfJIGTQeLUN4ZtEMOFl6VIcUEMRmE7nHVHyA93vJ6Ad68NssDj05q8314TJ6QCy2BhiKf/VpP0veo9T8BX1pJqRMY+Xbkn9MSyVx0KTgx2FYKUdeoJABV8Tjyrs1Jqe12J1EeY6fWnWHH2WUjxOJRgHH2qSPtoOjWNylNci0W9xDEqYlSlSnFAJjNJwFude6huAA95+FSm964h2WCbJpKOgoYRvUv/dEhJjLWpat3423KvOvnU9xZeuIuF6vcv5x1EWQEtZaYbclhLexP/JElXc4pasen4sldwkOzWlX+Qy2iOENnlvMZUxjP0Oik58+lB3N33l3p2W8mQy4SiO3zYnQSVsK5O7y2hKt/ur0NS03J+6NxvXw49OkW1w8raHyn5z5v6PUNtp+qmO5qhPy5cZ+O5HanSHP0u4FffjHLbmN39ZwlRx0wo4roZ1DH0to1ti32V24OR5ccttvPbG/WeQ2obXOpc3/RwOu6gxL+lbqqdFm23JvEpv5QeuEXbsVLUx0ZV9FPj7D8asnftPJTLudpuKnY77VvCrY7lLandyUoKW/xwhsoI/GrE6QvM662bVCLOpUCF6gb1Ag2ob5Uhx7cVJ39du11KkbRWRsPDvVV5XZr7J2rLFsYj8jURLi2pTfi9aShOd3iUrCVkHKQaDD6wYvhlah0JpGyQ4Qu1vYulsLrq8uxmsFbG1Q8J3D2BjG6vHZNJXrXaLTKgRWkRFyvXU3bwsD1dfVyMtKOvNaeHhVj41eNU6QjXsw57rjibvborzcKUhZRynHEbSvA79QDjtXbw3muT9HQnHoyI7rO+OtKF7gVNrKCoHA7lJP20Cxw44eXey6ulap1Fdkz7k4yqMlxp1ZLze4bFO5ATuSkAAAe85OaolwmRbfCemzX0MR2EFx1xZwEJHUk131GPSntGqb/AGC3WnT9ik3iMtTjktpl0t9k4RkpIJ6qzjscUFkLrQZ5xcSG8btxPTHvrWriprQ8ROKMTROmjPm6ctTZk3qZb0rUh1Q8XIKk9NqtoTnr1Jr08TdZSdQaMtFlg26TYrYzcGo9xTPYWpZSyklbKkJ6FPhOcqGdteG2aR1HZWrnJRCsQ05drNOC1WqO6wd6vE1uS5+N0FBkuGGgY+mtNXXUuoHfkh929tzmGkLJGGd3Kbyc+2paqv0Wa2IsZUtxlmQ+Ego3AZcIztHvPQ/kqEcLNIwrBprXGhoV7k3G7TNyUxZDhK21pYSfCR0Sneqs1abXcjxJ0upOkYumxEZfekF1QX605tQhWwtqPZKjjdQWqp7xEkv6e1pZ9XLsNxvEFmI9CeFvYDz0dTikKS4EZyQdpScds0z6d1Ai+XK6Mw46lQoL3q4l7wUvPDPMSke5JwM+/I8qzdBPdHSLxqrUly1T8kTLDD9Q+T7f66ja+/496nVt90gHASCc9VVqLxKf4j6e4iPC6aou0i8xJCI7TPM2hxlS/m+x8SF/vbsVv5SHrLT0e68TdKXBDEbnwQ++8txlSi42AAlIUDgKCylQznGDQSvUsm2zNQtxY8pcJ2Whjkpg3ExkQVY+eY2JTnctW4ZH4WapGmtF2u6wgi9SLibs0yhi7tMzXW0SFhPh5mCN5AON3n8awGvJ1wa4pm3OvrkMyFRfU4qb2IuPw9zW3xg/E+LtTzP0gIVyc1Bpp5yNdi3sW268pUeQkHIQpJzt69inGMnvQLOp+Fk95CBYtXTYiIyy5b2JaOeIjhGNzbmQ6nHkndj3giuu46im2pk6P4mwUXCNJiblXWE2QhSQdpUtAO5CgfFlBOO/SmNi423WIfsc9mZbLxb1pW62lxTTrK/w2nB7Se4yOnXqK72tBwk3WBPcvd+lCE7zkMSZxdbU4OyjkZ6ZPQEA+YoF/T0jUTSUm26kc1fapMRTYkJcjtuxVjoheR3yO5OTnrjypf4Xy7rbr1a4kmzcP2p8xXKuM233RtyVIASpW7YlCckkZPvzT/q7SGnpTEy7La+TZQju8+XE+bUtBQQeZt9sAHODmoNpW7aB05rKx3K0ztMmO0rmOqt0R5c0ucja422AjxMnbzM+VBtOVJBAJAz2ye9c1POMUqPJ0la50K2Xi7yXZba7YLS9ynkOqQood3HoEAZznpg149AMcZTdLadWXXSsm1hKjNREbX6wDtOwbvZJzjOAO1Bl+MFjiXmyxflBl9+3tvFuc2xu3mO4koWRs8Xh3BXTyBry6I0nphpmJ9zWqr2/Dt7idsZF0UplOPoKR7vhVCIBGCOlKF9U3Ydbw76+Es26ZFMGS6kAJbd3gtKcPu6qSD5E/Ggb6XNQQ7tBnm9afjsyHCg+twlL5frOPZKVYICx7z9VMSSCkEEEHsa5oFW2a2tsmRHiXKHPs0p4eFucwUJKsZKQv2SR9dT3iVHlPaxvUCLM0/b2ruyyw/LvkJfzfgx+l3PYX0+iSMK61Y7rBj3K3SIEpJLL7ZbXtOCAR3B8j8ajSNC6ZXqddn4i3u73UNlK7ZGudxIhvNAYThAICnAQcg/DvQVK/wAG6L0VKgWOeli5+pFqJKc6hLoThKz0Png9jWvStGSYd7E7jTB1FqGA3DyuQmSuZCXI3e0GmgOUkJ7ZTWxF9hfLel51ptV1MB1+MWWpcZQK45IwFpwe48qk+s9C6v09pqXd18U9bT2IzZW+0xyCsNgeJQBSN2B1x3xmgynElL0GXYtQ2torbaU1KixnRhlwobKeWo+Syhfg/GAp50jrfTWqVli03JC5aGg67EcSW3mh2O5CgD0JwfjXvhRItw0vEizMzWHYzeVOpwpfhBCj7j5/A1I7pf16Q4lWyVqlbphwTNhomojrX+l3eUtkuFIOAMLRuPTKfroLLe5E2LZ5cm2wfX5jTKlsRuYEc5YHRO49Bntmo5xVtbOo7jb7tdIbM4x4La1W4XlLKW3gv55n2xlSgrAV70VbEqCyCkZQQCFAjBrXLVNz041qO5Q3bjwnTyJjvLbmW15bqPHk8zHTfnOfjQNUBnQ9i4LWm/a0tMB632VD3IjEpmBJcc9gdwt3y+vNT5HEG7OpE6D6MLvyB7YecgNpWWvwtvL+3FZvVuq9LafsPDG4ailWc6f+VJLrztpikReahK+VsR3A3HrTOPSb4LgbRqo47Y9Td/m0GZ4I6s4b39mWdDx2rdJlJEydbxHLS2Vfe8qSBtCvDjp7s04a9t8S76KvNsnTEwo0iG4h2QrGGk7TlRz0wPOp96Nl6sGpk611BpxQXb5eoXFNK5PLJHKbycd+qtxpn4xXnSULSr1k1bfmbLHvbbkRmQ6DtCtue/YHHv70E44NN3CRqCxS7lqXT71kecmSrDGtTDqRIcUkpcUVOeyEgqwke81fa1x4KyLe9ryBCk8RNN3ssSZL9rt1ojKGFLaPMWtR9kBIVgDp1OK2OoClfi5+pVq39pZn8iumilfi5+pVq39pZn8iugjev0FeneAWP+E7f/k6a2KNa58QXOVpzgEfdc7f/k6a2NoIT6OeBYeKSsf+cs/+IKdfRuGOBmkun+4Af8JVJXo6pI09xQBPfU1w/iCnb0cRjgbpHH/B6f4TQUGiiigKKKKBM4tzdOHS8iyX3Utusbs9vMZyW8lI3oUFA7VHxJBCcjzBxUy4Vy35msbdGv2utGTG2J0iXbbfZXt63X3EqySPopSkuYHxNVbiLZHZ9nfm2q0WW4XxpvlwzdWQ4ygKUndnzAwPL3VPdMs6rtPEnTsLU9o4fRI0vnliRa4ZTIU6hv72nPs9Oufd0oLUtKVoKFpCkqGCCMgioZfEXCTqPVunNP6o0xZrfJlhFxauTQTJZK2kb1M4VhSVJ7buxzV1rXLXTmkXuIWsBfrRpOO6iOXITk2Ol2S/IaSnoUnulzcAMdfAaCl63t/3Qoa0jbyyyWIiH3Jzh9lk+DanHU7tuFeWPjivHYITUXUNuttpjxn4i2nHZLR2qREeR7C0hKjt3K6464rza0nSLnZxe7AQj5DirXJeaT0eykboqT+D+Eeu0pFe/hwpDd2jR2H4zryo0hye5GaCGnHUraQkIGB4UpAAI6K70CeLJdYtwvmobgvQ09wXJkTXDZ3XFx3stghClK6/R+qqlpsrOstUKUcfORdqdmOnJHXPnk5/JUn1jcRG4hzRHtkgWlVyQJbTt7DLMl9PL3K5O3JxuScZ8e2qroIl6dqWU7JbefVd3WlJT+soQlIQg/HHi/dUE8g6X1xpfWeo9aSrtpEG5yV8mTdluhcWKPYaBGEpHmafOE2qHtWackXF+42i4KanOxw/awvkKCcYwV9SevftUv1nwfulx1M/f1vRtaxnLkmWYVwlOIUw0lzcplnxFv4dQPdVY4b3KDcrPLXB0+bCI81yO9FIbGHE4yfmyU+dAzkgDOQPrrB3hyPd5x094XEhIdnJz7LecpSf2RH5Aa69QWyNfLxHgzuYuKwwp5TSXCkKWTtSVY748RAPTNZCx2eNakOltbr8iQoKkSHjlx1QAAJP1AdKDIAAAADAHatd9WPzbxqu+OXWRIZlNz37ZZAj8AKbWv8AebSf3VbE1K9aaYnq1jDuDFrjzI6boiW0svbFMrcSlpwnoe21KunfJFAowdMBS7TcflyPOfiPRvVhLcShub4eY34vZ9rnpyATWdvEdN4nasscUJtSITG6RePWghcCU4lLyUI8PiZ3dTmvrU3C6NBt0d6zybrAt0EyVOwYDSZT8gOr5hLRX97XnzHXHQEV8RNBRIuhLle7hAmKuzKHXYjtweK5SGEnc2h4g4WpI3e1nGaDA2TSmqtbWoKkyJ6G5sDntT7gcP2m6t7m3OUn+sufgjpinvS/BvSdpsj9omJkXSI9KZlpafdVtjutthA5ZBBSnv0z54qixlpejtvI9lxAUPqIrsoEO2RxoKUIKLXDbsMycG40hjagxS4QENrRgeHf0CgT7QzXzdr5qPTutWYkp+DcLPNBcbQoBqQx84hBSkjotI3pIyAe/XpmmfWdja1JpidZXXVM+sN4Q6nu2sEKQsfEKAP2VIbTYLjcuI6/lZy127VkAKksmTHMkSGnQlIU0d6fAgtq8OPDuoLoogdVEAfGtf7Zxhttk0dcbNpyM1Ju9qaW64mbLQyjxOq8Se5cxnJxWZ17G1HviQdWW66X1lxx7bIsk/1VIAbKhlncCTtCuhKs+RpV1DK4exprDke56eNlMB4IaWgyjHHKZSkKSk787OaProM9c9X8TIer7hpZy+6cS403EWzJXAWlTnNByUjftCARgqIVj3Vifub4z3aE9u1tAVvcUVCNeD7BV4U/NtDHTHWuljU3BnTUR6cyi0JivQkPRxcrS8884oZ8QcWo5Sc+WMV4dc2/Q+nnrZIt1jiepzGhKjOCIvky8r3HxN+1lDivAf63QL5fYuNwajPcOWLcW7m8h6VOuz5VJWwhzmK5iR4sbVZz33Vjl6hRd79YrpHlSkJhx0XX1WB6xyA7v8LaedkOEbk58h4qZNUXHh3N1YgWqDe2IJW6BJ08hxC1uIG15/qrYtsBWM7c1lE27VerLfbrVpOOZMCDHVFjXS4NmK4whKm1JbWjBSs+DuPwqB3tl+mHUEtjSd/Yuk+4ykIeD0IJZLiGkcxYWD5IwSMdSPLNLmvY/wByGt9IP6p1ROurOyU7PC1KShK9nRxOPvad21O3PnWPuNqt1j1FaLZL1MNLX+P6zcpj0dx2Q2gvK2/NpWkjcpPn+LXl1xdnLnGmxpdii3Z65RmUM6qbiOtxn+W6kcpxB7HKfFtPagdPRUXNk8KfBfYcxfyg4fA3v5YKt6kqII3EhXf3++rMHWilSg4gpT7R3DAqD+jTbpOiWdS6Il2/1d6Kv1xt7p88CVoPb3bB+WpNEvOgHrRZYH3RazhQJ6lO6qjQWZC/WJAH4WDtSTuB2dxtoNx7VdbbdRIVbJ0eYmM8WHiysKCHAASkkeYBH5axL76HOJMaMArezanXSfLxOoGP3qX+AsrQ0nScscP7S9bLS3NUlTbrS2ytzYnK8L8XUbe9MbUdKuIMqVzk7k2tprl+fidWc/4NBJnGivVos+nV6hkK+UmXL1FfjIy3y3fCpUlSvCk9wlOSR2xV2fLgZWWkpU4EnaCcAnyFSydY+D8bWUqHdGocK+JeYkLL81xpTy1r3NlPjG7xA9AOnaqsMADHagjuvNRzbwdNPwLdKiyF7pCJMWMqQ+2+0va7GCfCkDAUFKWQMeXufbDqR1y6iyXmKIk9TYcYdQcsS04yS2r3jzSevn1HWk/ippiW1CedhSH5ESbO53IUsJ9VkLTtDiF5BwSSCgnBKhXjszz110g5Dt4/ovpt1E22N7EBXITna2sN+ELWkLSUjyKaCp6gZZkWOexJWtDDsZxDqkDKgkpIJA8zite9OXC6Xq+2TTZ1M4h9qM8iy40q9F8aW9vOeLh29EeQ81VsDbZyL1p9qfAe5Ylx97S8ZLZUOmQfMHuPhU2fsd7t+vNMjUuqr3eGi+4ITqGGGWkSCysELCEhWNm4jqRmg6+K0f7ldG2yNNvt4+SpUiHbJiIiFKWllLat5aCBuCllIyeuAenalrh/L4fWXiPZkaDi322syI8oXREiNJDTzaGt4Wrmd1Ap8uvWmLis/dtFaPdlStaXXkCY0i0uIbbVLXJWFJDLjik7C2c5yQCAD1r1cPRcI6rM7qjisi7XblrVIgx1x+Q6rlqKgNid2E985+jQUTTN/tOpLQ3dbLMRLirUpG9IKSlSThSVAgFJB6EEZr2T40abDdhS20OsPoKHG1jIUkjqMVMytnT98uOodDTIF8ts9frN0tEWW3zeZjq8yd2Mn6STjd76VJGq5FunydchmbqWMp9DcJ117kiDhO19gs90vFSsBGDn30FCjTtXaZiKtSdLu3mBbmyW5yZyQ46yOqUhChuU4E9Mdjjv1pusd1gXu0x7pbJCZEWQje2se73EeRHYjyNfOn7xb79Zo12tkhEiJITlCgfccEH4gggj3ily46ExPkTtN6huenFyllySzEKFMOLPdfLWkhKj5lOM+dA514rvarZd4pi3SBGmMn6DzYUP3+1JQ1FqvSU5UHU0CVqGE4gqhXG1wiXVKH6060OiVe5Y6H4V4xxx0BGL0a+TpFiubBActs5giTk9tqE7t32UDTL0Zam9O3S1WBpFhduDBaVKho2rQcEBQx5jJIqXa84ears+kLjLc4la4vMVLCzKYYcjpcDW07lJCgArHuyKZJ3EzRustCalRaL7NhyIcB1cpsR1NzIqQMbw2rBz7qj921HoaRZ5cN/jrxFU04wpCwYi8Yx/YqDYPSes9MS4US3NXRLD7UdCQ1NSY7ihgAEBeM/Zml/ihElSLjqC3tMhSblpWTyvx3WlZCR/fK8F84gcG41js1h1TfrTNQ5EbSjmp3lKUpAy5tzy8/HFZ0aIhzDbrxpjVE2LyGyYTjbgktJbWOoSFk9D9dB6I/EHTtu0rZZC5Ds2VNiNqZhwGjIfcIQNwCE9ennnGD0qduaqTNu7ihxagWnnyVlqDcNMhC4+49G1rcA6j3nvXwnXOjOG+r7pb5N80ML246RJIYXDe+CVqSFpo1Hx/wBE3Cz3OE5BekNORlMN3GOzz4Spih82xzCkYUTg5UMDFBRdIW7S+prTEE+52TWM2zPuoVKbZaLbbiySfm05Sk7SBn4H40wfcjpXOfuas2ff6i3/ADa1+9Gl5vSmsoGkGLfHC5EN5u6yYUr1hkzEeMBStoAVguggZAyOtbOUGOs1is9lXKXabbGg+tuB18MNhCVrCQncQOmcAVMfSglFGmbTAj6Gc1VOlTP0ty21qVAUlOfWBsG7w9OxFV+sTrC8fc/pW6XwMJf+T4rkktqcDYWEJKsbj27UE64T3nkRbNZb1Z75NvbgWF3WTYEw0JwknqR26DGfPNVsdqSNG8VdCaqctsS1ajt8i4z2g4iG07ucSdu5QI8sde/up3oClfi5+pVq39pZn8iumilfi5+pVq39pZn8iugjXE9tCuHvBFavK7WnH94FbG1rpxPWlHDTgkV/8LWn+QrYsdqCGejx1tXFFHu1NO/iCnL0cFBXA7ShH+8QP8JVJno6EKY4qI/95pn76BTj6NuBwO0qB29TP8dVBQ6KKKAoopcXrSxfdXN0u0+4/dYUP1t5ltsnCOnhB7FfUHbnPUUGI4v3uyxdOTLNd7fMn+txS4mMwot80BxCQnmAjaSpafPtmpdwqjtxuIdpca4VQdP81+SwLg9d1S1oU1uC0JSfZWf4opt4jX6xXd21yXLI1Ptk2zuyX5mD6y1H5jfgbSCPEVlJ79CkU0xNA2Ya1jav51xZkpSXBCW+OQHVI2KcKB9Pb0zmgbLmGvk6Vz3FNNFle9aTgoTg5IPkQK18du3PukJzQtrkcSXoykBD1ytqR6ujP0Ziko/762LWlK0KQtIUlQwQRkEe6km/cR9H6ZkptzypHMS+qMW4sRSw2UIC1k7R7KEkbiO1At8UrbAsdstYdl3GNbJdwQPkq3vct1chZJSEbR4kb+qkdB1zXr0fBvdiEJfqrfMZe5cuN6zvSw28eY5t/sfgSPf4q41+wGdRxrizOMhyQBNi8/8A3FyNviR/6te7Ck9/FkV6NLSdQ31mVdYk9ENtyUWktSGd3iQV84g/g5KUpP4vbrigTLvqaHqLVclwXy2R4ka5NOQmnNLOvqewAN/OI9v2k5x0FVfRoaF51PypPOBuSSpOzby1chrKfjip8jW7F205A0dEl3hWs0qaDqFxltrYcSob1uLA27B4j36iqNw+Lq9MMyJDzjz8h1111bncqLiun1AAAfACggl51Han9UTdOnUOsGdKGXMcuDUW3uhwyeb1aDzafvJ8XQdfjVW4RzNGs6OSzoiE/b7eu4uMNsyEOBSnyApSiFndjHXqR2+NUJKG2kEIShtHUkAAD4mpdrXiroCwXqPJlX6K+tlXzMWB+mHpDq07fZRnsOnUjr0oKJZ4D8XmvzZQlS3iN7gRsSAOyUjrgD6z1JrIUvcP9SP6q08Lu/Y7hZSt5aExZzex4JScBSk+We+KYaAowPdRRQLMi/XG16ncgXS2um2SXWW4E1kAoCljBbc8WQdw6HGPEKyGsG1P6SvLKAStcB9KQPeW1V5eIDSjp1U1CVLVb32puxP0g0sKUP7kGszHlRnw2pl9twOthxGFDxJPZQ+FB4NHSmpulLTKZWlxDsJpW5J6HwCstStoSPHhXLUsGHHRHjNXPc22jokFTLalYHl4iTge+mmgKV+JNlk3KxGdaGG1X63KEm2uHormJOdmfcsZSQenWmiigm1s1CjUfEexKQFtsNW+StUZXR2PLSpKVpdT5YSrA9+TT3Ds1ohlxUS1QY5d++FqOlO/68Dr3NJdvhxYXpA3VxkJ59y0+w+78OW8pv8AfBH5KoVAvHRGjvWEyfuWsxeScpWYaMg/kqAcc1QY/EC82lyO3Y4rOnS5AeiN7HC/u3c1OPoJIShWOoz16VtBSjxM4e6f19bmo14Y+eYJ5EhAG9APtJ+KSO4oNNNK2K0z9J6VQ6vTb1wu8eQ2JK5RHJWFBScjyUdxQfqFUbhhoe36kylvTzy51qOLrF+UlxUOlxPg5e1Xh2qSoHIqrM8C7Za7Kmyaa1FPtNtBWeQYsd8gq74W42VD8tI0m23TRer7tGu+urxZPlASJLMplhvkyVJS2G93hISr2sjpQZ2xaGRpLiRYL9Fsc6xNzHVwpR+WvWkOgo3NpVu6+0ms9xugXG7XFhtq7rt0K3xWpa0pG7nK9aa7pPTaAnr+ypKstkm8UdOXmz3vU94u79vdiToMZZSwhxKmkuI3KSnuVbhnyr2RdFwk6Oiar09a7+H5EKZElwn5qpcg7jtQCFEggKRnp160FG+Sr3D4tfLkh5ybZJNqdaOWk4hqBQopz3UlW3OMd6RrIjjTrYJ1HYb9ZdG2FaibZAXbg+88yDhK3enhCgAQB5EVYNPTHLvZErk22fblLRy1tS0JSs9ME4BNSeTdOJ3DuINMQ4Gm7xAa+btlxn3VMRaWs4Sl1CsbikYGU98UFD4aXi43K3zoV+jRGL7bZRjXD1UENOr2JUlxOeuFIUk4PUdq99jHrGo71P2FKAtuInKUjdywSTkHJ6rI6+6sbws0/d7LZ5czUdxjXC+XaSZk56MkhkEpCUIQD9FKEpA9+M17tFKTm9Mjm727q9u3oI9rChj3jBHWgmevpxkcQQWp9mkW+ciO23JM6Okwltve1g+MrPiT0+qqnqC6yLO9CkOMIXalKKJb4J3R8jwLx5pz0J8sg9s1Ow3qGRq51GmtLOPQG536dkX+K203t3eIxyPnFfDIxVdKQU7VJBGOo8qBb1Q5F1BpC5N2aUxcHEoCkpjOpcJWkhYT3xk48z50hcIbDckaimz22GrGwzNwq3JQpoljk9Ms+yjK9q89T8addUQfkKSjVVojtt8gbbow03j1iPnJVgd1o6qB7kZHnWL1E5aLtFn6t0nf1uXK3sJU8mBKSpt9LeVpbdTgjsVDyPioOq7WD1m7zNIvXC5W22Sz8pQXbdJ5LqFBXzze73Eq3/ujSfo+w2tXG/1GPftU3KJZI/rDbky4rkMrk52LT7vCF4+v6qXuOvHbQrlh26evN1Te7a60/Dnw4u5pt1XdtSl9PEncD0NJXot6v5HExqdcL5Ldi3iI604uS3ymFP8A31as9sg9CfMqoNk+Nd6bsGkG7grRytVqEptDcMNBYQo5+cVlJwkY6nHnU/4M/K+sNQI1NKb0daLbbZkiK3arXDStbvzZQVKdOFY8XQAAHHaqLr3VL8HT8KVpuXZJD8ye3DbelSMxkEhRO5ST3wkj6zU90DKf1txDtmtZDGlLA1HXIaTBbeS9cZKghba1rWkgBIIUQME4GTigqMrQWiZQ+e0pZiT5piISfygA1M+KWiougrVN1PpKzJk2xzxXmzqUtbTp+jJAzuC0eeCPDn3dbHZrtbbxE9atc1iYxuKd7SsjI7j666b1fbLalcm5z4zC1tlaWlqytaR3IT3P5KCc8H9TaSm6puUHT7sC1w3mGVRbYiU2VOLwpTjqW0KISCFJGO/hyQKqdwlx7fAkTpbqWo8dpTrq1HolKRkn8gqeah/QwvWlXp/ynbba1BX62ifDUhl6K6k53pOM5JHUY8XY5pOs8HiLr+0XCFP1K2xom4AMtyJ0EM3OUwR48JGEoSryJGceVB7Itu4r8SrAq7O6ta0lZrv0Yt8aGlb6IR7L5ucpdUn7BmqNpLQOjtJw2m7VY4LLjeFKlONhb6146rU4rKio985ryPazsFrDen7GxIu02K0hpESC3vDaQMDcv2UgAdST0FYqx2afrtRuer5q0Roz60M2WI6tptsjp8/1y4odcdk4OQDmgzdx1Johqc46Vw501xtTCxFj+sOrSOqkHaCcfA/Cuj7sYDqcsaR1E+n4Wop/hxTOlm12S3PPNR40KKw2XHOU2EhKUjJPQe6k6NqfXF7im5ad0rbzbHcKiOXC4KYeeQR0WWw2raD3GTnGOgoMbCh6XffmKt3CaS4qandK9YtjLAc+BK8dfhSVL4PocuLy7JadZacRnwNW/UaWmR+xHXaP/wChVLjniy1BMh1OkpUlaM+qfPNJaP4PM8W769orGzL5xFuUxmVA07NtItaA5NhPhpabisrCVNNO5PQJClBWBkkA4oMJo/gpbLVDebXbLc2uQ6p5+TcWkXGW44RjdzFgY+rFJ/GLgzHsxturbfDF7iwCn5QtAYU1HkKyQJK22MdUA5OB2FWCVxMs1uKU3+0ahsu7PilW1xTfT8dvcK+Y/FHRMyBKVcZ67ShKMlm5tmO680rstCFeJaT5YGfhQRT0WIdy/RLemTZ3gbtrzUe3q8PqsUONllQA6HeFE7u6sdewraWpT6OukrZY7Lcr1EtcmMq5TXfVXpYUH1wgs8gFKuqQAThPTpiqtQFYHiI+7F0Je5DEBm4ONwnVJjOo3odISfCpPmPh51lYs6HKkyI8eS267FWEPoQrJbUQCAfccEGk3jY7rWHpF666NvES3OQG3JErnxA+XUJTnakHt5kn4UE94TaktF6v2nbdCuFnuN+guTEXJdvhNoQpoJ+bd8KfB7SEjr+EKvo7VDdFuXuBrnT7DWubBeol3Dz8li12lmOtSQ2SFrW2T03lPerlQFK3F79SnVv7Sy/5FdNNL/EqOmXw71LFWopS7aZSCR3GWlCgifE7YeGXBJRT1N3s5/7EVsZWtut3VzuEnA6UE4T8qWjP2M4/7q2SFBBvRu8bnFcf+88r+JTp6NfTgbpYd/0qr+VXSZ6OQxI4tFPY6nlY/uKcfRnSpPAzS4V39WX/ACq6Cjiiiig811nw7XbZFxuEhuNEjNl155w4ShIGSSfdWv8ArW7xE6yVftGcVND24PgylN3NXjbU6yEEpwfEClKFYPmKv93MQWuUZ7aHYgZWX0LTlKkAEqBHmMVDommOJF8iI1NbWdD2WK82HYdmcsqHS4yB4A699ElAT26CgYIvCnRmtNHaYXJvVxusGFAW0zJhylMIlhxQUpZKepBUCcZxWZ07wj0xYdRQL3AnagXJglZabkXV15o7klJyhZI7E9sUTrk9M4JfKVkYctZct6CpEFvxRUnHN5afekbsfVSXwu1XG1RqXTMCy3O63OVZkyWblOWl1Db0ZOUNF3cAFLUSlXvGD2oLrUC1ZCs8jVGvnoDNxhS2oK8S1Pp5SzlPrSWkkHYojYCrzq8TnH2obzkZkPvpbUW2yrbvUB0Tnyyema1x1C1Pvky56zuHDaC2/aHHWZ4+6VQZcW2U7tzSUYV9Hv3oKbxUgQLzpmFZ0xXXZ4Qh1hSSpCWmwPHvdAOxJRuHvPl2pbkapt002C2WuMbUxKItzbnhc9ULiVbtvn+CncSB84K7OKeoIshp+zpROjx5SU26fIB2NtbUczcjb4t4z08j2619W+wMW2GifJ/Ss25yoUa0xXSnmNsNuJXtUPwvaJ7mgsAQ0y3lW0bU4K1e4DzNYnRCW06cZ5IVyVOvLaUpe7clTilBWfcQciuzWLga01MUsp2lISsKOAUqUEkHPvBrtvUxuy2CRJZZBEdrDLKRgFXsoSAOwJIFB4pS1XbUKrcQtMGAEuPKCsB10jKUfUkYUfiU+6pRa+F+mLMlVz4d6kSqNAuRuEiOppM5pclIV3Uj5zpu7AnB8qsdkhSolmbZlu86YpJW+v3uK6qx8Mnp8Kg3C62cVNMKRLTw1iuNtwxFZaXew0SeYta3FNlJAUrckH9j8aCw8O9Tu37S7V2uj1rQ49KWw2qG+VtLwrakAqwdx/BIBB6YprFSPRq5z2iIsu5Q40OQ7q0vPMR30vIaJleyFp6HHvqt5xkk4FB475drbZLW/dLtNYhQo6St155YSlI+s1KrLxiuGvJFyb4W6XF5Zt2A5NuUgxGHFHsG+iir7cVONQ3B3jxxqvGjm+XI01pgYEdchxpmS+FbS4tSAd3Xoke7rTdpU6s4cXFNitGknxaGI5cmLn3FsRiv6KmH9oJwMAhYGAAAKBcunpNaj0nf1WniHwvl2cfScQ+VJWn3oynC/sNOejb9oHUFthar4boL8iFOSqZFbJ9aQwvo43yyc7euQkdOnSl3UOv77r/QSZVp0PpnVrbklMeRbHX1h1nfnaVbgPD0PUHBxUh0rZLtpHi0J9z04rh/Dt+ESZtncVJZircHg5yVKPzZwc/99BtFp/UEEcUX4tvu0V+JfmlvGOpJRJjSWEoSpKkq6gKQQcEAgp+NUmpjqONGY07Ztasv2+8XG2ymH5N3jR20LlRz4F42+WxfbP0apwOQD76Ar4fdajsuPvuJaabSVLWs4CQOpJPur7ryXdhqTaZkZ+N6006wtC2OnzoKSCnr069utBNbxdIb/EPT2uNOXJmXHkujTststK2uIWS6lxtfbwlPcZBzjyqq1rpETcTLVZnoN0jXlhKJNriP7n3lKiqyhSnMhtCSkqSEhPXOc+VXTSeoIOpLSmdC5iFJUW32HkFDrDg9ptaT1Soe7/uoMvRRXy4rY2pZBO0E4AyTQYS76x0paLj8nXPUNsiTcpHq7shKXMq9nw5z1yKzTiEOdHG0rHxGa1+v1ylsasuV7jQbvGjXKVFdU3J0qh0NYSlKsuKXkHoMnsMdKoPGq+ah03Es16tZkKtsaYDcmY7aFOPIJACPF2GCrqOudtAtaXa+57VV/isvGEFQHu3iX8264rcn6kKqoWK2QWGY8mIh1KRGSw2VOlW5sHKSevUnOc9+teHREJ52xW253mOtd1LDieY+oLdS0te4IUU9CdoQDjzFMqQAkAAADoAPKg+XlFtlah9FJI/JWu+l7HwZ1VAVqbiBebPe75cVF18XC4bPVep+ZQjcNqU9vsrYeSkqYWlI3EpIx7+la3Q3LVD1FD0aOAVok30xee4huUw6GW89FPLIykn45JoKjwG+S4+m7raLDdE3Ky2y6uxre4H+dsZKELCN+TkJKyB7h0pttpCNRXZBTtBQw5u9+Qof91YDhDAettouLD2i4ekgZxUmLFeDjbo2I+cGAAM9u30a9dou8ZSb7qKbIajW5Mgx2nHVBKdjQ2FWT5FZXQZS0aksV4U0m23FmVzubyy3khfKUEuYPboSKych9iOkKfebaSpQSCtQAJPQDr5mojwLl2qXry4i0BaIbCHkIZk3ZDym3NyN/IbSBlo9PGSc4FWe8W2Hd7a/bp7CXo76dq0kfvj3EdwfI0HVqC9WmxW5c68zmIkVPQrdPcnyA7k/AVNp9yuc/U9tv2gtHz3WmSpma8+kQWJbB7BIUApRSrqFFOB1HnTlYtLOxbki43q7LvcmO0GIa3mUo5CPM9O61dMq+HlTOAAMAYFBq/xe0ZdrlIdbe0o9pm3vRnFGayoTW23CCNqw140oIUT2wCPj08Pov2R7UnEBeobkxBDVjtTUWIuGgFiY04FIBWkkkL2oHfB+FbUyw8qK6I+znFB5e/2d2OmfhWu/DHhpqOw6nvSNVSY1mut4uK5dsullVt3q2De2pvGzZ5hKh76Cn8QtBwbxaY8WzWvTzDxnokOonRSph3oc5bQU7ldj9lLumNKs6O15ZDc9P6PEiet5qFLtEBcZ5hYaUpQUCohSSkKHfoa8nFjR0TT2iHJ5tWpdcLM1lyVGXdXErON251O3ogDOSEgCsXwwt62NQ2+72LhO1GZcbe5d1VqT14N+H2R1O3cQBmgsNw0taZEmTNb9YgS5DXLdfhvKZUoZzk46E9O5GaSbPrDhhY50tqyynL3dgSJCojTk6U4pPfKgD/CBXsOldeajjlWq9ZOWZt3P6Q0+jl7R7i+rKlfYBTdovTFn0jp6LYrJHLUSKkhG47lqJJJKldySTkmgk0DTt517xZfvmodHyYOkm7WmPHjXFaW3OfzM8xCGye4/CNUlPDzRwWlxVijOrSMBTxUs/vk01VgtU6x0tpaIuVqK/wButjaOqufISk/YM5P2UGRs9rt9ngNQLZCYhxWk7W2mUBKUil4S2WeKphRz45Fp50pCcd0uBKFH+6UK+OH3EG0a4mXBFliXFMSGltSJcmMpluSF7sFvcAVJ8Pf4198PWWZLd1vx3rlXCe8FLX3CG1ltCAPIAJ+3vQYbiFaW9Y64h6NuU2fHtKrS9NcRCkKYWtwOobGVJ6kYUroenXrVAhRmYcNmJHTtZYbS22n3JAwB+SlLSLguPETVlx8oZjWxH7lvmr/fd/epzoCiiigCAe4BrzSbfAlPtPyYUZ91r72txpKlI+okdK9NFBMOOFvv2oblpTS9j1RN00mfLfclS4Zw6UNNEhA+skUjmHxq1dfXuHUnULFjtlk5YuN+iH9N3FC05RsH0Dt9o++mz0idJWPVA08b7rh3SjUR91TTsd0NyHlqSkBLZPu88AnqKRLl6OdttcV6/ucQuIU/c2nf6pI3vrR5HHdWB1x3+FBXuEPD2x8O7bcbZZLjcJwkS+fIVNfDrgcKUjqQB3AB+2nSStlEdxchSEspSS4pZwkJ8858ql/o1W3TFu0jcRpXVkvUsR64KW7Il7ue05sSFNr3AHIwPKmXjBKtiOH15t9wnW+MufCejsJmTEx0urUggAKV8SKDxaKVwotl6MfSDml2bnN3Dbb1tF10DxEeHrjz91PlQHhFOKNT2CAqx8LGXg2ptyTY5jbsrwtnqAkDvjr1NX6gKwmvf9g9/wD2sk/ySqzdYXXn+we//tZJ/klUEbmJz6OfCsD/AH5Y/wDNq/CoO4nd6PXCof8Atlj/AM2rxQQr0ck8triurOR91M3H9wKdfR0OeCWlj2/Sf+eqkr0dMi3cVCfLU84/4Ap09HI7uCGlFf8AsX+eqgoNFFFB473AFzss62qcLQlxnGCsDJTvSU5+zNSiJwIbjwWYqOJuv0oaaDaUouuEjAwMDb0qx0UEZ1rcbnws0np+xWvUMKJFiQnk+uXaKpaJjqNuxlbiSA2VAqO49yKwPC3VcGFqjTcdPE86huF7LvytDLiDGbd5al/NdBswvwj8IVX+KF0VZdCXO5NsxHnWm0hpMpOWgtSglJX+KCrJ+qpxZdPX623u02PV98st+jXRzcw3DtrcRcN1r51LjZSMqT4cdfePfQWzvSLqDhnom7ajcvNyivesvuNuSWkTXG2ZCk4CC40FBKjlI7jrjzp5A6YHlWuWsH5MDiHqONFcsc2Pe0LjzZ0u+NtohAbdu5pR3JU385jHegoHGCxm93O32SA5Givz2HXHi6CUPBkAoTtBBKgtSSFZyBuro4c3dbgt8rWr9tbu5cW2hLpPNjyVFCFNJz0AIKRkY6nHvJ8IvLN1s1vS5rdiMuaHhAu0ZKVsL2eSVfragn39/jXntd6eLky53nTAnqthYmJnNNbEzPHy3JSUr9nwpzt/F/Y0FP1k1Fnwo9mlJWtM+ShG1IzkJUHFZ+GE12ahO+XaoYQVhyWHFAeSWwVZPUdAoJ9/XFddwRztYWgg9GY8hz8uxP8AnV1ttoma9dfW2lXyfBShte/OFOqJUMeXRCevxoM+rcUHbgKx0zWsup7fxLlusM8Trjqhi3m44kO2AJEL1LxdHeT87uPhB8q2aOetSGNaOIPEDn6hj6+kaXtipDibZCgRUOFTaFlIW8pY6lRTnA7A0DPoiw6Lf4fptGi3UN2UPKUyuMsq5boXuJBVnqFdxWQs90nytJ3N6WpKpUNctguJRtDnKKkpVjJxnA6e+unhTJuT+l3GrwmIblFmvxpb0ZsNtyHELILoSO27uR765hJk2jWEi1uoS7bb3zZLKt3iZeCRzEEfgqHiB9+R7qCDej1Y7fpfRmm9TRbymXK1XeVRLtGQ5vbeDpc2oKSOi0dz9tN/pLyLBe7RZX5Uhq4WGDcnW52xwKYRJSj5pL2Po5yD+yGakegIMDhD6R15t+o4y34m4u2YPOkeF76baT4FK+ifP3VU79qad8qaWgWO2Nw7c4/+lbXLaAkXFzxfO/N9Eto9o570Eu4ePcP5U7XNl0xp+XJhJ5rtolNxip6MtO35wvbvC2HPZ6dB51n+LOrNKWGJqSfL1izfJN9srURFujTUrQ9KCAhRUlPspGBj6zVP05wgnM6Zvdtu90twkajDxvMqLEPOd5nZKVKOEpSOgG2oxru1cIOG9wRZdIcP29YXyGfnZE+UtTEdwEHCse0r4Dt50F34caGfsfo9RNGiO2mebStLgSvIU8tJUDn9kRTZoHUjl6goh3G2zrZd4sVlUyNJZ2YUoEEpOSFJ3JUAfhWI09qq+RuHz2oL7bELk7m/Vo0ZnkoUlzYlsAqWoEZV3z9lee13tVx1zYbwpsRBKYmWmUxzAsB9tSXEgLHRQwlzBHvoKNRRRQSrjg1cbLH+X7PMaimYUQpLSGCXX1KUNiwpPiK0BJ2jIT3z0r38P7rHl6/ubzJ5SLva404Mnul1Clsug46FQ2tg4+FMfEluUvR81cJUND7CeelcqMp9KNniyEJ6lXTp8amUCLdladZ1YxCv1tl2ZkS2HrhymhKSrap9jkIHgawnp269aC4VwtQQhS1dkjJrqgyWpkNmWw4hxp5tLiFoOQoEZBFdx7UGs2s2LLqfWh1BBlPSnJFyihhci3zRyWtzXseHZkKSr4EL69qpHHnkRjZLnKYs85iOt5HqNxS64lxSkjxpbbQsqKQD3GADSzqG16kuXE24uQrxNXFi3aKyuKbyYzDLWGnd3K7L+kCPPcKeOKrnKvely3cbpb5DkpxoPQkskIQoJCivmA+HJSOgz1oMXw+lansOg2JE5uxv2hlxpcd62rdcxFUtRWSFgEFAKcADsDVB0/e7dfIapVudWtCFltaXGlNrSrAOClQBHQg9uxpY4PW16Jp9Uv5duNyiSlq5LMtLXzBS4sL2lsAEKVk/krJpIicSiyyNwuFt5z4/AU0sJSftDmP3FAyPBZZWGzhZSdp+NQ3QGjOKGhIt1nLk6Llz7nLXMn3Gc9IU8vJ8KSrAG1I6AVcXgssrDZwspO0+4+Vaual0LrB5+3v8Wl6k1BCTcA5LftksqhsxwCQkx2wHDk4CjgjrnyoLxwuvVyv1mmy7nd7FdFomrZQ5aCosoCQnKMq6lQJOa9VhTGhWy5RHnG0x4090JK0AJQFHeBjrnBX3ry8KXtDu6dfGgGojVrRLWlxEZlTSA9hO7wkDBxjPSuWmWbq/qm1ymuY2mW2QB3PzLSh+/QLPCrUMi86gTBdlQXHLdCWh1yO+Vql5WkB1Q2JCe3TvnJ91VOpTwelsXG+rkzHNVPXtmDyZXyjs5DHjyUJKQMknr1z0qreVAYorgqSE7iQAPM1w24hxO5taVj3pOaD6pX4nRJEnSjr8JDi5cF5uWyGzhRLawogHyyncPq6VltR3y22C1Sbjc5keMyw0pwl11KAcDOOpqTLgp1RpyLrXiZqiRBtkxlDsKywn1x2Wg4nKAsp+cedIPw+AoPbrqRduJjk/SWhNatWhuPGZcmTYzZWQpSlbmwsEdSnbkA5Ga40bb5/DR+1acl6k0vDtRVkw4ltW264pYUAtS1OK6qUOqiOpGM5rD2LXTtitEawaYh2t1DDDbDCm0krfcRt5pQgYUv5ohSCQCopVntWSZ4a6uv8AKkOay1ACRKW41JikFamVKyG0JKcNABKT9IhYyKCh6F1jZtZW9ydZ1ullKyEc5IQpxGcBxIznYSCAfgaYqxWndPWWwNOItFtjQ+bguqabCS4fecfb+U1laAqI8R+Dtk1HrC9Xy26ljRtQzWEJlMTmWpLSWgAAAg4U2Dt9odat1ax8XNHanuuvNQP23hjMunOuEZ35WZuwiKfjJaQHI/kSg4Ofj9VBX+F+rpOoF3m2ymLGl6zFpguWmb6wyvKCceyNuMez1xWd4fpQjRNs5eP6XBP7LqT9uSaWOBzkhMG5W+Rw8haK9VcbQmNHfbdLoKThSlIHl269a69Th5HDq/NRy9b2o932ktOlCi0ZCCvCh1GQpVBleDDAVo5V5cWpybeZj06Yo/1wrKNoHkEpQlOPhTtWM0vY4GnLDFstsDoiRgQ3zXC4rqoqOVHqepPesnQFFFFAUUUUEZ9IC86T0/rrh/dtYS/UobD04sydhVyHiykIXgA9s+7vilng/wAb+Glr0m2vVPEtydfJC1qlKm81SkjeralKQCEgAjtT/wAabpZYF90rGm6Qj6juUx59qCJKkBmKAgLcdWVA4ASnuBnGa7bdD0TquzvPaJi6Rens7SX0W5t+OlX4JUEjP2HIoPB6OF109fYesbzpYpVaZmo3nWVpQUhZLTW5WD16qyaZuLlutL2kpl6uGn4V7k2qM6/EZlMhxAWU9SU9enTr8BWK4E3E3C135EjS0LTdxh3h2NPjQ17mnXkpR86kYGApJT5eWfOmjiFPuNr0PerhaI/rE6PCccYa5e/coJJ9n6X1edBIOE9wscrUumo0eHpJWoY7kxi5fJUFtOEoT4X0KT1QlW5A6981fa1/4L3ec7rGNdYzMOJbb9IkssQmrU3GddjsNj9OOEAKBU7kYPTr8K2AoAVhdef7B79+1kn+SVWaFYXXn+we/ftZJ/klUEjbOPR74VZ/33Y/4U1dqgrhx6PXCr+3LH/Cmr1QQv0dlA2rikR1xqad/EFOXo4eLgdpMjpmCP46qR/RyynTvFBQ7/dLPz/cCnb0bD/rF6SPvgD+MqgolFFFAUUUUCjxkkKicMb/ACgwxI5URSiy9HLyXRkeDYOp3dvhnNTfhCrhhbtUwXrBpLU8G83NKm0OXKHIKY427lJC3OiR08u9P+uZt8lapt+lLPcmraJ9ulPrkljmOJUjYlOzJAGCvJ6HsKUoNo1tpbiFpaLduJ9wv7NwkPIXBehtMgoSytW7KOpAOPyigslQK76Uk32+6us9p0xpeU09c1B68y20pkwy6lKnPCU5WRnKVA1fPKtctawNFzdZ60uN3scBiQwyXY8ly7uJVLdaASsLQleEA7khIxQMkbSqUtagtupDAcE6cxJYs0RxIW3jwpKVOeFW7bv2pHtVzJNxRNvbt1Ic9fbhNMJMXkreZU+lO9Q/C+ioeXhx7VO3EKywbnpdF1djKXJtzHPQG17VqQE5WgK+oZB8lAGpxHgSrxcYd9vcqROjiTAMNcRSXHm/FuQh/Hh6jbux5qzQO7up7UON8uyubkSbbp8PuHJO5LjyeiU+eMfv/CmfSECVHjSZ9xSn1+4PF93CcbE9kN/uUgD681qRpbX1/wBWelTczKtarHc3bLNtsaKRh5CkIy37X09wzV+4NKmLmlyZH1E281DDclU6/NzmublORtQo4X8enSgqigCCO2RipIvgNoxEJzkOXp95W5SSu7vIQVEk9kKAHX3VWlAEHccZFauait/BPTyyh7Xmr7zNU8Uep2m6POqU4pWNuxvwo69hkUFq4GQYlr0Qu1xLa7bvVLhKZdYclmRhwOHcQ4epST1GeuDWf1bbJktEO4WlTYudueLzCXDhDoKSlbaj5BQPfyIB8qX+BtuRa9DeqtWO72VHrj60x7q/zZJ3KzvUrzz37n3Zp8oI1xS0VZeL0M6V1laDY76yOfbJSVpdJT9Laoe0PwkH4GtdtRcJePeg7b8kWBlWoLfFmty4MqG5lcZxH0kIJ3IyOhHUGt29Q2G135hpq4sLUWV8xl1p1TTjasYylaSFDoSO9Ynhk499z8iE844tdvuEmIOYsqUEodVsBUSSfAU9TQQzR9z4s67h3BvWEPW+lJS4nKjG3sJSwV9uqSPMHqVEfYBirpw708izaStUafabbFuTLPz4jNjaHCBvOepJOOpz1NNFFBi9VJgHTFwTcXGmYfq6uatxSUpSnHclQKR9ZGKjel7m65aGn7ZIiXd6wXBmai32uAQhuMrc04lLgSlDjm1ZV4QMbevcVdZDLMhlbD7SHWljC0LSClQ9xB71y2hDbYQ2hKEJGAlIwAKDB6T1ZZNULnItD7y1wXEtyEPR1sqSSMg4WAcHr1+BrPUkafmx2+L+qLe44luQ9CgvNIUQC4gBxJKR54PenegCAe9cLQlaChaQpJGCkjII91c0UCD8jXfR93WrRdnal2iY0S7b1TOUiM8DkLbCsgBQyCkeYB99NemL1Gv9kj3SKlaEughbbgwtpYJC0KHkpKgQfqrJ0giYjSOsZ9tny40S1X4rk291a9vLl4+dbJ/G9sfuqCZ6/beTxgL7tgsvLeu8Ntp9yzuvSHVp5avv2dqfDux5fNqpo4/3RscqFdLXpi7WVtSA6xLlPCWH1/ewhLSFKGcH6667HdZ18sNq0e3pu9uTIktkzLkshcVBQ5ucdS/u8ZPXAHXxdabLvw+TL163q1m8SEqYTzWoLqd7HrQbLaHlHO44SfZz5d6DMcNStWhbQtaoB3RwUiD94Sn6IR0HQJwO3lXTr1K4S7ZqKLCkSH7fJAe9Wb3uerLGHBtHVQHhVjv4elZDRdlOntMw7QuWqYthKit9SAnmKUoqUcDoOqj0rMUCtbOIeibncY9vgakgvypB2tNJWdylfg9R0V8D1pnWtCEqLikpSASSo4AFIHFaKzNj2fSTS24C79PLYloSOYxykF7c37l+DofLqa7hwvsUpaXL/cr9f1juJ9xcLavgW0FKCPrFBjpvF3QlpTLebblMRlKcUmcYK2okp5KclIeI2qUcDB8/eakHBziAu66y1tPJVaXLnbDMbly3VymWtrm1P4PTatO3b0NbQPW63O24W96DFchJSEiOtpJbCR2G0jGBUk0zoRiI1q2/2xtl+Hd3ihi3yX1NRkR23PaQpGSj2VEY+FB5+Fkm3WiXLnwfV7yY9vDObTaVsuTcOJC3d7isPFJ77TkEnGc04tcVtJPPvx2E3t96OvlvttWiQtTS/wAFWEdDSLo5j1Vhep7cGGhDs02RBDV1fmIfR+DtcASlKV7e3WuzTmj9cQ5TTttvk122wpMOZEinwIkpdQn1jc59L2nDg+e2gYDZ3NdSnrnrB68Wqzes8m22pyT6ol9G323UjCyVEnCSeye1Jtxk6U0s1OZ0HN1A1CXGXP5UOZsiuclbYeDalDdu2Kz0OKzVk4Uasl3J6TqrU7b8dalKQyjc+40SpCklDjg8OFISR08z76+7zeeFGh7uu2XqyXBtTEpKIvNguyGQ454whnoQM7uwoFBNhulzucyXYNIO+sKadYbuTzpuKzL6bVb5CtraNu1YWlNUKycLJHy3IvVyvchZnORpLiF/OSGFtBJDaXiSNoWM525NOmjNU27UzMpdugXSIiKtKFCbBXG3EjPhCgCQKyt69ZFomGGkqk8hzlAea9p2/v4oMBoO3WkRH5cOz2+MpuY+yy603lam0OqAyo9ff5491NdLnDP5POg7Mq2IUiMqMkgL9rd9Pd8d27NMdAUUUUBUA40t8WpN6u7EW4XaLpoJR6n8gob9ZHshanc/ObQNx8I61f6iKZvEFHE7Wv3E2vTFwKZbCX13SW4h5AEdvaAEg+DqcfHdQM3Aq3aAt1vuaNDXGXPWp1Hyk7KfdcdU9t7r5nUKI7jp9VeC/wBztEXhpxAXMuBbaXcZsXcGlKIeUkBKAnGSdxAGO9M3DN3V8qHOl6vg6diyHXU8k2d1TiHEY7qUoZJyTStf0wbba9SLbHL+TdUxbnJz+Opg7vyUFK03Idk6dtkl9CkOvRGlrSoYIUUAkEeVZCgEEAjsaS9T8RrHaVSoMFEy7XZpRZaiRIriw492DfMCdgOSM5PSgdKKm8C9a20xLjyNePW+Za5+Ap+BHU2m2ukgJbXkkrQc43nGCOuAao4IwMHI8qDmiig0El46zNXWzUmkLno3TH3RTmTMD0VStiS0ptKTlR6DqR3qf6B1Hx30npGLp+PwPYWiOVnmIujaN25al9sn8LFPvpG3TiZZGLLdeHjBdQyt0XMqa5qG2iE+NTY8SsYJ8IJ6Gli0PekZfbc3cbHq7QM6K4OjjbK8A+4+HoRnqD2oHf0f3NUSrfqW5av0+bDdJt6W+qIFbglBaaCcK+l2PWmviTLmwtA32Xbpa4cxmC6tl9De9SFBJwQMHJ+ysLwYj8QotpujfEiZGl3UziplyLgMcnYnAQPIZBzkd81ktf6e1FfnLYLBq6VptMZ1apK2GUuqfSU4CcK6dD1zQS7hNcLTM1lZVtav4j3CeuO5uiXmKpEYHl+LcS2kZHlgmr2O1ImnNH6st2oodxuPEe53iGwFhyE/EabQ5uSQDlAB6HrT3QArC68/2D379rJP8kqs1WF15/sHv37WSf5JVBIeXv8AR/4Vf23Y/wCFNXioSFbPR/4U/wBuWP8AhTV2oIJ6NjgVo/iUfdqS5Z/uRTv6NbiHOBmklNqSpPqA9nt7Rqd+jE4VaP4o58tSXL+LTV6HP+110v8AsH/5dygr1YvVF0kWa0OXGPbJFyDJCnWY+OZy8+JSQfaIHXaOpx0rKUHqMGg8dkukC82uPc7ZJRIiSEBbbifMfH3H3g9q9lTq8tStA6oc1DEDatL3SQgXVgJIMJ1Xh9ZTjptJ2hYwPwvfVESoKSFJIKSMgjzoFjiBom3awixefMn22fCWXIdwgPFp9hRGFYPmCO4PQ1i9B8M7fpu8m/3C93nUd75RZROukjmKabJ6pQkdE5wMnuafKKDy3iX6haZk7Zv9XYW7tzjO1JOP3q10ucmXqiQ9ridpnREW5aeSzIlJlD1lc3I5ieWvps8HbOfFWx82MzMhvRJCAtl9tTbic+0lQwR+Q0hr4KcLCxyfuKtm3p12qz+XNBlNe6gYtcCEJClx4ssK9ckJ6CMxt8SyfLqUj7amXrXqk29s2KxP22HDRGRDdceStkNMOpcccS2knHhV1Vk59wrL6/i3aHqNVruEOE/Y7xcWHxNfSXA2lvG5hSDkdkkgj49KwtjkWVqfOdiy57KmhcpDsRtr5jk+JDaW/wAU+355P1UGV4rWO1wuIUXiNMuzEG3y7BIs5mA/eXHRlpzp3GN3nXi4WxoV3vUpFlk2TTLyLcGlt2IblShuGXVBxoAYyMdCeveqZeIUIcMX4t7QtMZFo2SNgytADWFEfEeVT7hVe7zdrzzXGbhOnQ4BjxfX4aIKA2l0Jc3lKllS8pT5AdO1BR4Gm5drejrtd9n8kEesMzVmSl0e8FR3JV8QcfCpHqKw8NNEPxLnYtYiyOG7mQIbafXmH5gCs7mk+PI3eShirTarnLkPyYVzgiFJaypIS7vStvOAsHA+0eVR3h9ojULGv4V/u8OE7ZdKwJEa1pt76HjOfdcKlvFJxsXj3nv50FBsCr9qewQL+xqKAiSFuKaVAClw5DROAFoX4t3T3gg5HvFZO36ikRrmi06kiC3ynlbYshtRVGknyCVH2V/iq6+7NefhXBusOwTHLxbhbJE25yZYiBxK+ShxZKQSnpnHU48ya6det3C+F3RzNumstTm0qF2Q2FtRgCSTnIw4ClO34kHsDQOdIV5hztMa2h3e3XJSLVfLkhm4QHGgpAdU0pIdQruklSGwR2Jr3sxtewGkwWJ9luaEgBM2alxD37pCBtUfiCn6qVtTSdba1ttx0rE0/bIj0dXJk3KRMVyUSEhK0KZCBvJB2nrjHbrQVeilPhhfrnebEuLqNpiPqK2umLc2mT4OYOocT+KtJCh9ePKmygKK8tvuESd6x6q7zPV31MOjBBStOMjr9Yr1UGG1Hpix6gDarrBQ4+yCGZKCW32c/gOJwpP2GsXwlnz7ho5CrhK9ccjy5MVEo9322nloQs/EhIyfOm0jNI3CRUy2xbnpCewwl2ySSlt1lzcl5l0qcbJGAUqwcEfb50DzRRRQFeO62y23aKYt1t8WcxuCuVIaS4nI7HBGM17KKBKuWkxYXFXvQsKNBmIT8/b2khuPNQO6dowlLn4K/f0PSvhrifpx9CGI7N1euqjs+TRAdEhK/wAFWU7R+yJ2/GnigCgSpfEJi1r5eoNO3+2KPVtQhmShf1KZ3AEfHFdd/wBSxb+LLatL6mYYcvDy8SY5C3Qy2gqWUA9AroBkjpntTXfbrb7HaX7pdJSI0RgZW4r4nAAA6kkkAAd81NNMRLLf+LUXU1g0q7b40KHIMu6PwTFVJfdKQGwlYClYTlRVjHagcbBoaz2m7i8LfuN0uSUlLcq4ylPraBGCEZ6Iz54ApoorFaguy7eGo0OMZlwkEiPHCtoVj2lKV9FIHc/UBkkUHOoprkKGluK2HZspfJjIVnaVEHqojqEgAkn4VjdRFOnNAOpYDQREjJbIXGckJKegVlCPGrIJ7da5tUJdtfcu+p7zGdmuZSgkhplhBwdiAT8OpPU/DtWJut1laxmz7Bp/Yq2MNN+s3Rmatk8wqzy2VoSckAeIg9N2KBA4UQEX+FqW22RmVbGpDHJZuj8j1jDS/abRHcwtr91VwtEJFttMO3NKUtEVhDKVK7kJSEgn49KmWrRpPhbbplysCrFAv1wUyhx+7TlFS2y4ElxeVFxaU5J6e6mDhfqC7XtdwTdNQaTu3JDewWNxauVndnmbie+On1Ggd6jGqNNcRnuMr2qk2yzXqyQGUps8edcCwmM4UjmPBKUKBV3AJ6jyqzkgDJ7Vr9xd4f6q1lNuWobVqlN2s0tssxrQ9NdiNRynwLWnZ0WrKT0V0oKfw31RctQvXaPdBYEvwHUN7LXcDK2ZTnCzgYV8KbpLgajuOKIAQgqJPYYFIPCg2W3Jdtdq0FctMEhAWXIaQ27tT0VzUEhf1k9aznFC4M2/Q9yDg3uTGjCYaCsKdce+bSlPxO796g7OGiVJ0JaCptDZXHDm1Ktw8RKu/wAc5pirHaYtbNj07brNH3FmDFbjoKjkkJSB1/JWRoCiiigKld/4iXi0awukKDwk1FdVR1oaVcoTLeyQnYFDxKIJxuxjriqpWv3HC/cXoV5u8aF65ZtMoS16hcbZb0ynVqVt5nNOSW0p8R3BNA48EnJsm8atmP6UuWl2ZMthxuDMI9oteNaQnwgE+7zrLaut0FGpA3cIAftepmfk25FR8IWkHk/3W5Sfr214eBkDRkKDc16T1bM1M9IcbduEmVNU+vmbSATn2CQCdtNHEDS8PWOlpVhmvPsIe2rbeYWUOMuJO5C0keYIFAnQrVrDScq62HTMOZOiTloct0+fO57UHwBKwsLJWQCMhIBz26U86QsLOnrG1bW3nZCgtbzrzuNzrriitajjp1UT08qWbbqTU+nYTcXWFhkSW2DsVdbeQ62psDHNcR7aT0ycAinW1XCFdYDU+3SmpUV5O5t1tWUqH10CHx9vcGJoiVp9aJkm53llbMGJDYLrzqk4JwB2A6ZJ6DNP8MERWQoEENpyD5dKQ+MMc26ZpzXDEaW+7Y54TITGbK1eqvfNu+EAkgZSrA/BpzsN3t19tEe7WmUmVDkJ3NuJBGeuCCD1BBBBB6jFB76KKKCQ+knxPvXDmFY2bDb4UiXeJC2A/LK+XGCQDzCEgkgZqfcIb9w90jf7hqq/cUJVzv8AdRvmsRYLzEEKxjwtJRgkY9o1svIgw35TUt+Ky7IZSpLTi0AqQFYyAfLOBX36ux/WW/7gUC7w+1zp/XcSdM06+7IjQpPqy3VtKbClhKVHAUAceIdxTPXRFiRYzjy48ZllT697pQgJK1YAycdzgAV30BXBrmigKwuvP9g9+/ayT/JKrNVhdef7B79+1kn+SVQSBz/a/wDCb+37H/m1eagzn+1/4Tf2/Y/82rzQa8ejEhf3HcVNyCP9VF02/kpz9Etptr0eNIBAxviKWfrLqyaTfRxmrXo7ioUoAA1PdSnH1U++i/t/8H/Rm0Y/oanP15Of36Ck0UUUHnuUONcbfIt81pL0aS0pp1tXZSVDBH5DSzwtnSFWJ2w3Eq+UrE+YD5V+uJSAWnB8FNlB+vNN1KeqdOXNd3Go9L3FMG7pbDb7Lyd0ec2nJShwd0kZOFjqMnuOlA2VxWF0PqFrU+nWbohhUZ3etmTHUcqYebUUuIP1KB6+YwazdAUUUUClxXTHVpJa50NqZbmXm3prKvaUyk5Vs6jxDoR1z0wOpqfztHWeAxK1XEfuEFtUFPqanGlrRHhpUHHg82rA8fuPX3U8cYL8NO6ZFzYfjibFX6w1HfWEofQgEuA58gjcc+8Jqbu8QbxqlZasjjIjxGWZDt5SPvaHFfeVN/14+aPxfjQWbUuZekLgmI23IL0FwNIWAUOZQcA5IGD8SKnfBx2A9qh2R9y8e1XNy2oEl5q8tSwraUJwEIWcZwPFgdgCTXq+662WPhAXtTO3lTbYFsmLej82Uh1aceNCPPxJ7e8VgeD6og4i7YBvDUY25Q5MnTqoaC54N6uae4O3IR5EmgreobDbL8yhq5MKWEZ2qbcU2sAjBG5JBwR3HY1jrZEt+n9TmBDYaixp0VJZabRtTva8JHTpnaU/3JpkWpKElS1BKR3JOAKxt4UiTa+fGkN72yHWVJc6KKeu3I8iOn20GSGa5pOXrj13KNM2KffVJbSpbrKkNsIUoAhBcWRlQB6hIOPPr0rok3C/6mS1Yl2C72ELX/RGUtxvaGh3Q0tKiVFfQZAG0EnvQMWqb7GsFncuDrbklW9DTTLWCt11aglCB9ZIHWsdw9h3iPEukq9wm4MmfcnJSYyHw9ykFCEgFQABPhJ6e+vS3o/TLaopRZo26KsOMkpJKVDsc9yR8c1nqBS1LoWFd72b3Du94sVycbSzIkW2QGzIbT7KVhQIOMnBxkZ7118Ob7MeNx0xflrN7srmxxxzAMphRJafHv3J6HHZQIpxrA6y0jZtWQ2412bfHLVuS7HfWy6PIjegg4I6EedBjxab7BvFxm6dlW16LcXQ+61MK/mnQkJJSUdwQkZBxgj4152texLRNk2rWS2bXcGVJLSm0rUzKbV2W2cZ6HIUPo49xzS88bjwy1ZIj2TTF4vWnbwlC4sS2tpUIElIw4DuICULSkKzn2gR51QNK3y06psce9WtfNjvAjDiMONqBwpC0/RUkggigyDEuK/FalNSGlsOgFtwKG1QPbB+NJ/C5wzZ2r7srxc+/vMtq97bKENDHwyk0v8AFCzv2y+2y5SVtP6KkT0G8wnEklp1SVNtuox9ArWjckdsBQ86pVjtdustsZttqioixGgdjac4GTknr1JJOc0HtopN4ta5jaC0+i6voadKlqShlZWFPEIKtiClJAUQOmcCsVaeLNpuKpTRtFxaXHYW8pB2AkJLQKfEoYOXQOuOxoKKhaFjKFpUB7jmvqpfo3WnD2EJs+1z3IkSQlhxcf1ZSW21q5iRgAe0eWrd7tgp1gat03OlxocW8xFyZTLb7DJXhbiHElSCkHvlKSfqBoM3RXXHfYksh6O8282c4WhQIOPiKV+IWqJ1ictFstFuamXW8yVRonrDvKjtqSgrJcV1PYHAAJJoPLrZ83fVen9MREJeLUpF0uAPZphonZn4qcxgfimsM7rvVMnUt1t1rtOmm4tuneqLVOvBafUBg7+Xs6Ag5HXrXvsFr10/xCj3zUDFkhRmILkZ02+S64ZWVJUgFKkgJCDvOep6n31N+J85Leq9Q3F/UWnLPIt0hv1WyybQy8/dfCnqpSvGrmewnb220Fw1FdZERcSBbmmnbhNUQyHc8tCUjKlqx5AeXmcfXWIuRc041GUX3Lpe7pJ9VZkScAIKsrIwkAJQkJJwBk4Gc10Wu9mdqO53aXCfh2myRSz6zIbU2HHDhTpQCPEhISkbvfkD31xZbDJ1I2xftTSpx5j6ZUS2pd2MR0A5a3JABUvGCckjPYdKDPRdOW1DqZUxhM+bsCVyJI3qOBjoD0T3PYCss02202G2m0toHQJSnAFfdFAh8ZIbpsLEi1Wu1vXZ6S1DalzLcmV6shau+09cZwPcM5Pap3ww1u1pazaoumololOQoqHloh2RMEpUhJ5jBAA3LSpQGT0O4Yqj8ZXZUvRNzstjffcvbrKHWYkOWlmS62HE79pJBSkjIKvIZ86m1n0dFvE+NbZug7/BhPzGzO+V9QmTzW0pcVhIS6o9FYNB7+JPFmbcre1ZNIWLU7cl1pqZcpPyY4lcSGTlRSMZKlBKgCOg75pEvN04VydWKtPFF2VAh2qKw3bbGkPKjtpcRzFLWW/bUrenOe2K2K0vojTWmp702ywFxnXo6I6gX3FpDaCSkAKJx1UaUNe8XNM6U1dI09cNJ6kuUplpt0vW+0mS2QsHA3DsennQYPgjqrRtntmpTZb9Kd0lEmtotqZXMJbUtvcplrf41DcCQPLNZvU826xlQ9eXe0y5sGJITyrW2ypS4cdXtSVIHd4YHT6IKhXk4LXqBqTXeqp9rtuoYFsdYiuJiXeEthKHzzOYppKvI+HOOmRVeUUpQSogJAyc+6gR0cWNEOKKWrhNdUE7sN2ySr7Ojfevt7VGo7s20zpjS05kP4/T92QGGmUn6QbzzFn8XCfrryXbjFoGC4iLFu5utwee9XjQYDSnHZDv4COgST9uBXk1Jr7VNttC5M3S9u06l3DbEq8XdvYlSu2W2wVKI/BB+2g5uzuruH7C75LusrVlmSypy4tOhpp+OQM8xn2QU+WwnPuJrtsHGTSNybjKmM3mxesYDZu1ucjoJPYbyCjJ+upzedQwLJcmLldpNw1Bcoslfyou6O8liI0lzkkNMJVg/OLbV2WdvWspwx1PxQ1xqO0Sr7ZJFu0+zIkc/lsBtqS2WwplSg74zhW5JA+BoH+4cSLa/dk2TSMY6pu2NzrUJ5IZjJ/CdePhR9XVR91eZV54uKB2aJ02hXkF3tZ/gap9YYYj5DDDbW45OxIGfyV20Eyi6i1XZXnlK4PyhJkEKfdtcyKtDhAxkklBJ+sV7bNxb0pInKtt8M3S90ScGHeWDHUr4oV1SsfEGvfd9bg3p2waZtrl9urOPWA04ER4ue3NcPsn4AE/ClfXczXdi0rMv14utkXKOxuBbI9s5xU+shKWkrUrJJJ748s9qBkuvFbhzb3/AFaVqy2qcKclDKi8QPedgOB9dePhNc7TJueoGLDLhP2dclEqGY7u5PzifHj3eJJOPjWF0zoviDptmRcIVzsNwl3B1yZPiyYZb3OKSkJQhxJ8KU4x2x8BWO1TadTXSaX7zo9bZ9WSGl2m7JTKiOJ3KLjIAySe2KC2EZGMZB71GYGr5+gL5qrT0vTN2locuSp9oW01tjuNPkFaS6cIQEr3dz9IUg6uudos2gLheJ/EzWlk1PFaUtmLfZ5aWp1OChssJGHEkdMp+2ljjL6SI1toSy6a0Ap35SvrC2rq0mOXHox245aQRg7lddw647UG2GitQt6lsabgIjsJ9Dq2JMV0grYdQrapBI6Hr2I7gg1m6hXowXLUesbfbdXz2zEgxbN8jlPM/p19t3xSNn0R4cDPXvV1oCiiigKKKKAooooAVhdef7B79+1kn+SVWarC68/2D379rJP8kqgksVsOcBeEqCenrtk6/YKulaz8SXlM+h/oJTaiDzLIAf3SK2XoNc/RtYH3A8WGye+orqM/uKovowo2ej9otAPa2I/hNTz0Z1f63vFMk/8AnFdM/wBxVE9GUg8A9GY7fJiMflNBR6KKKAooooJ9qHRmpY14uV30NqZFnVcvnpkR6Il5tx9KcBaM+wVYSFdDkDPQ9a8OntV65GtIB1VZUWizXTdBixlFK3W5SEbytS0qIKXMLCQOuEgnvVPpY4lWidd9KuC0obXdYLzc6Alw4Sp5pQUlJPkFYKc/jUDPRS1w91NK1NapT1xs7tmuMKWuLKhOOpcU2oBKgdyehBSpJ+2mWgUp7Vgvl2mMXqKPW4BCG2JCspUg+JLiB9IK7EdfZwfjLuHmt3ITEmxLhpTM+VXgLpOt7jLcyQV8zlbfa5gCtv5Pqp248WH5ettiYbkG2vJurahdgceogJUSr6zjaM9NxGaQnE2hqz3a9CQIultNtLat0p535+dObVuUtzcnye7e8p91A2FvUeq9LawgaWl221XR28lh2Q5+mEI+Za5nwKh7PbyrPcM7DqzTMGDYpjloctEOOUBxEh96SpeQQSpwAY6q+roBXXwCuAunDC2zXbZFtU5anPX4bCslp/ed2/zCz0UQevip/oPBf7PAvtqdtdzaL0R4p5rYWUhYBBwceRx1HmOlLquGmjjKU6q0pXHIOyCpajEaUfaWhrO1Kj7wPq86caKBJ0/boegJyrVFaai6bnPlyMS5gRpKz4muvZCj1T1PUke6nYdRkV5btb4V1tz9uuEdEiLIQUOtrHRQNYLSEqdBkPaavK0Kfi9YL6nAVS43koj8NPsq+w+dAz0UUUHHnXNFBOBk0Cnr/Xti0axypzr79yeYW7FgxY63nncdB4UA7QVYTuOBnzpS0vwslJiPaikamv8Aa9T3X9NTDEk8uO26oZ28jGwhPQdRk461l478G6ccW5VmlxpHqljcYuS2HErwS+gtIVjOFDa6cHrVCoJTrDSvFfUGlzZVah0olaVtL9YVCeJdLbgWCpO7Cc7cHGa9+OLGnkmfIctOs0LOFQozIgOtZ/ralKUlQ+CsHA71R6DgDJ6Cgmb0bifeIpudzuemtNx0YcFteheugY/rrpWkD9yOnvpA05bp2vbrqONbdLaVVCQtyJcLpIlvS4kt5bgeWWGvCcpVjqTgEAdcU+a0v1n11JjaGsEtq5c+cn5XUyCUR47St7iXD28ZSEAeeT7qo8GFDgRUxYMVmKwj2W2kBCR9QHSggl+01FsUcx9R6NK5bMdEezSdPNPqjPLCVttJcZSfCsc09+hycqrAXgWAtTIk25ag0ZqGPJt7zS72fnVtNtraUiLyc7k7FqTgZ6mtoQAOlfDjDLigtxltah2KkgkUCVoHV+i8Q9KWZb8BTEf9LsTIbkUupT0JRzEp3nJycZPXNY70iL9p61cLrrLuM5hEthsvW4IVl0SkeJstgddwIz9WadNUabsWp7eIF+tkefHCgpKXB1QodlJUMFJ+IINS3iBw/wBL2afYmIWl40WwTZBi3qawkF9KFYDaFLJ3hC1HapQJOCBQVa2yHrlpuNLZe2OSoaHEObc7VKQCFYPxOcVrjernDhavuVq1rxnet15tUhCYrzlojrUttaErCklLZKTklJGfL41sVfJbWntLSJEWMVIhx8MMNpJzgYQkAA/AVDb/AHfVdq1VerDOjX+dMucEN2sxrYChLqS3y3Oftx1Knd2/sE0FW184m5vaf0uhXM+VJaXpPTGYzA5iz8MqDaf3VOKQAkADAHQCp/drsqzcU7H8pI5zdzt4iIWjr6q7v67vg4pSEg+9OKoNB8rUEJUtRwlIyTWvXFDjKm/QEWfQ1w9WlMJbnTZyXk7GRz+Wyxk91OLABHknPvyHHjPxJtdj0zrW2PSGIs6BbEGOlx4BUlT4KUpSD3OcA49/lS/orhnpLWHDbVbUKSytGpJ3MU+I6d8NxrYOWPeELQSMHGDQYrV3DDX5XftU3OfZrvcLo20lyMy65ES20nZmMlxSiA0dnUnB8Rps4HW+1RtQ3T1LQ1q0442y1lcK+Im8zO72gk+HHln3mmrjFbYMvhfPg3Kbb4sFtLKn3Z6yiOpDbiFFLhHYK27ftqZ+j67o+wXPWL9ouWlTboMVlRdtLilOOMoLpDrwxjdghPh/B95oLVqXUVo08w07dJXK5qtraEoUta/eQlIJwB1J7DzqCcTuL3ExphyTpKwMRdOuQVSWr8uE9J8YKvmtiMgK6d1dB54rNWbVMbiVJukezvvrn3JQtLkmOPBa4vL5jni/DV5/jbR9GspqniHM0pxEb00lyym0oEOI1HkvJZc3PIcJdUs9kJDXXCTkqA6UHTwmU7p+2O6kl62u3EW7XtiOFsRVIdSwsBSsNgEJaR4vpbe1Z7VjnE/UtquWn4mmLZZI85hccXF+7cxbSVjBUG0I9oAnpmvPwoj2qJxM1gizTbNOiSGIkpLsJKC6ncXfm3Vo9rGPDnqAap0yQzEiOypLzbLLSCtbi1AJSAOpJPYUEzbtibnxTtOm9rbVu0ZBYnNhtISXpDiXGkfUlKErOPMq+FZ/i1opGttPR4zaobNygTGpsB6UzzW23EKz4k/SSU5BHxro4P21C7IdWy1uSbxf0pkS5LnmgZ5baR2ShKT0A95PnXsvV2v90vDtk0qIzDbKP03dnsOIYXn72hH03MdTnoMjvnFB47HoTTNhivXPUC4t1uTr3rcu5XBCer34aAro2MYGE46JGc17HdfWsQHp8a2X6fEbBPOi21xaV4/B6Aq+BAwa8lu4a2xc9Nz1PdLnqialW9AuLwMdlXvbZSAhP2g01Xu622w2h643J9EWGwBuUfLyAA8yT0AHc0CnqPiO3aLGu8DSuoH46FoSAWENLXvAI2oWoKJycYxnoaxWv9YsJjwoV5v7WjmJykJCFSEG4PlRwGkIGdmfwgc+7FYTWej9acVrG7OXdndGracSuysoJU43+E87jHjUOgH0frpG0ZoscKb/AHq9az4cSL604iP6tcoH9E+WlHtrXzfnEqKvGSBQbIR2LLpiyrKfV7dBjo3uurUEgAd1LUe58yTU64euWniBry+amkXJF4Zsc9MezJadS5DZRy0q5yNpIU6dygVH2ewxXxLusLivrZOl4qXXNMWhpuZeUPsuMLffUSWGFIWkEo6Fageh8Iqm2OzWmxQfUbLbYlui7ivkxmUto3E5JwkYyaDH8RrvIsOg73eIYR6zEhOOM7+28J8OftxSDceELXyFGvVinOK1zHWzMavU51a1vPJOVIXg9GlgqSUjoAfOn/iHajfNDXy0gKKpUB5tAT33FB2/v4rq4ZXr7odAWO7qUC7IhNF8D6LoSAtJ9xCgRQa98XeHrmpLnDtnF4wufcRy7PqW2RuSiHJV/uV9JV4m/wAFR71INf8ACJ3hTd7JbJl+t1y9e3tWp2GoRJPrL+1vmOdyWkfCt+L9aLXfrU/arzAjz4L4w6w+gKQr7DUk4gej/oydEh3DTFijwr3b5zMuMtT7hQoJcSVIIUogJIBOBjrQZvgSzF0bpOzcNLiluNfbXa0PygkYbd3uOAqSr6Rykk+7IqmNOIdQFtrStB7KScg1rrx+j+u8T0kaW0pOLEOMwube5TzeznLd2Y2EbUbk4J95FVfgWhtvhLp1LTcdsGJkojkltBKiSE5JJSDkA+dA60UUUBRRRQFFFFAVhde/7B7/APtZJ/klVmqwuvP9g9//AGsk/wAkqg154q/7UDh3/Z7J/m1tBWrvFY/+KBw6/tiyf5tbRUGuno0JA0NxXbPYajuf8SqF6MOBwB0WP+LEfwmkH0akqGlOLTavaGpbiCP3FP3oxfqA6N94tqf4xoKTRRRQFFFFAUUUUCdot1tWu9bNgJbWmZGJR2Ur9Lo8ePce2fPbTjU9adI49O85tqADZA2yTndcfnNxx9H5r3e14/dVCoPDqEwE2Keu6soegIjrVIbUgKCkBJKhg9+grWlpN6Z1DdbJcbKRa1FFy0/bHBvEySOqSpX0tnhUrZ3+ytj9XXeJYdNT7vNaLzEZkqU2Bnf5BP2kgfbUWWrUtllvaSuTajYZAZWxcm19bM6pRUrYdvsI8KU9c5+FA9cKvk+36o1Vp2J6uJEVcSRLLSccx5xhO9z7Sk/kqiVHuD9rt9p1WJVuXJeVeYsh2Q/IdQtcjY4gpe8AATu5h6Y6YqwigKKKKArCaqs/yg0zOihLd0gK5sN3Gevmg/iqHQj81Zuig8VkuCLpao05CFN85sKKFDBQfNJ+IORXtpa0hLAn361LAbcg3BawOmOW6A4k/lUofYazVsuVvukX1q2zY8xjJHMZcC05HxFB59SX23WC1uzrg+hASk8tvcAt5XkhAPdROAB8aSnNRXTW7TulYMSXYZ2VovLpWFLgtg42oUOinHB7JGQBk98VmWWIt04oTX14e+Sbe01y1p+9uOrK9w/cpFNwABJCQCe599BjNOaesenYpi2O1Q7e0rBWGGUoLhAxlRAyo/E9aylFFAUuaylTHkx7DaLg3CuNw3hL5ZLvJaSPGsJyBkZAGTjJFY24Xy5X/UEzT2nZUBpmEWhcJnO3ON7iolCEjpnCSkkkYJ7dOuP085EtMKPdLXpWK1d5T/JuTTEgExWEuqCiST1IxnaBkmgd7FbI1ntMS3RhlEZlLQWQNy9oxk/E9691L2udUM6YsKLn6o/OcdebZZjsJKlrKlDJAAPRKcqPwFdOodXos95btxtM+WXo5WwthIPNez0ZSCRlW3KiewA6kUDOa4yKT0apv8hKoTWj5ke6gkbJL6BHCcA7+aM7h4uoSCQehx3rtcf15Dzm3Wa6c1GEch1Ufkr/ABt+7cn6jn4UGY1Fe4tjhtPyGpMhb7yWGGIze911ZycJH1AknsADSTPuUbXl+XADs2HZLAtEi6trbU245ISd6GVDGdiQN6sd/CBSLrK3X6825j7sdS3OBKs0t2ZJ+THUIQGEnDa07EhSd4PmfCAontimC0zNRwL1c9duw3WmbmhCXLWgblulJCGFIT0wolXU+aetBCuLPpCXK56/eu+g5Lz8K2RDGjw30K2yHnQcO8k+2UFIwMeXceb/AK8tmpJxi3y5zL25MuYabiQot+EJDilstYUG8jssOpWnzCxWPmcO0X3ibpjVl1tXydcoER1zUbhaEdgrb9iS2r6WF9D7x1roi6Wv1u0/Naf4aWV8XOIzHtj8rUzTnLex4lsbvZ3L8e1HnQWHU0F++3HVUO2gvzI9khsIbbc27JAccdCd/kr2D8OlOVk1Va7jbZUxzn28ws+uszUcpyNgZ8YPljqFDII7GsLo+5WSwy4ek1TVTr7NDkqc80yVBTufGp1ScpQcjaAT9HHlXqsLbUbXeoo0xtSpVwS0+yspyhcZCEo257ZStS8j8cUELl6ytutONEeGxZ4U+wrvrTsG6y2ssOhmN+mAknzCegHn3q5cOmNK25EtvTl4iy2bxIcurLTLiSgIUQk8sJ6bApPl5mvPxZveitOabP3VJQ2y828GEMxS67nlK3qbSkZBCSevTv3qG8O7lOtUVUvRVyu2pnbdDbdisP2ZcGNHjuSUlyP7PiUUndlOcYoK76Q8G+zdEyPUr9aLRaGmy5cVzbeqWtW1SS3y0pPVW4Dpg5OBipHxNOuBw/vaZWsrMIAtLFyl/J+n1RH5ENSuuxzJG77Onwqq6y1Yq76c9RmaN1U96xMksJVbIoeWwuM6Nj3XGAVAEZ92OtTq02W23PTt20lerlrT5RvRjW1bl2gJYejwnHVbeWkeDbzNwJ70E/8ARFmy7LrCfcbZEmXyDNtqltRY8lLslolxGxDu7alJGDlQ6eL4VS+KrVyk67izZ3AqxX/5VEeHGl3Ge2lwOFK1crqCOgT3AABOMnvXs9Hfh/auG/EbWNh+VXrrcWocZTSuUAEQznYkgfTynrjv0Ncce4lkj6pavl54r6gsqY3qy49ptLQeWw740Je2YJ67lDtQZvhPpvUVqk3L5O4dad4eF1bBcdjO+t+tI8e4bU7QCPLP4VeqIdXX6/XJEsWjVdrtkr1QRw4YyHF+BalLT40L2g4wfPypJ0pqBB0/rF2z8RtXalkIbhc0XGIWFxGVu7Vrb6DqUlXl9Gntd2i6W4m2u02xt2HpiFDdjzG46MR233FNqbccPvA6EntuoMdrniTeIWro+l7hZLjZ4KYC7hMchOtOumKk7VEHI2bVfg5UR7qYn+JvDvSWkmJaJ5TEG0JjMtKVIyrsVN+0CT0JPnWB43aaVcBI1ki2xFzbOgBluWd7U6Jg81shIyM71dPPpWR1U3b9VcOH2fkVtbzbbaXgsCO6A3tcQ4jPtJykEAmgpttmxrjCamRHOYy6MpOMH6iD2NTy9uSL3xRdgOQw8uyMsyYUeS4UR1lzcDJOASspIKAB2Iz7q6eHd+9V1FCszKmTabyxJutteHiVJDi0OYHXw7N6gQe5Ix0FMeoEqj8TNNzERXViRGlRHHUjwoGEuJ3H60ED66Bb4zRrpI0IhN71M9YUrmMoLliYcckvOFxPLbbz1BJ6dj3pO1dwxkaYtMa9P8R+JEyI3JZ9ZT8pp+bQpYGVoONyckAgdcEnriqdxkttwuOjQqzTIUW7QpseZBVMVtZW824CltR8grqn7aQLhdeJOuGWbDqSw2LSNjU827c5fyu3KdebQoL5bSU+ySUjqrsO3Wgz/wAruaR4ka8fchOXEP2xi8MoZPzig2nkFnHvynI+s0zcJtanXml13pVmk2haJTkZcZ9YUoKRjPUD44x5EVJdSQ73qjQWpuJEgsvvyWkM2WLD3ILbDUpW3LiVhSivcc4x0qkejxNXcuE1puDsMQ3H1PKW0JC3gCHVDopZKiOnmaCg1OrUmLp/jhcLawyiKxfrSiYyhtO1Dj7TikvHHbeUrbJPcgCqLWA1ppS3aqhx2pb8yHIiu86JMhPcp+OvGCUq+IOCOxFBn6CcDJpA4ZibbtXar0yq73C6262qiuRnZz3NebU62VLbK+5AwFDPbdin80ECn2qbxLXdb9cdd2yywXg7Cg21EaO5llDih+mS5lStxTnaMYzVU4TTW7jw5scpqPEjo9VS2G4icMjYSg7B+CSkkfAilu48MeC0KStN005plmQ+tTyjLUgOOFSiSrxHJ6k086Ug2S26dhQNONxm7Sy3tiojK3NhGT0ScnpnNBlKKKKAooooCiiigKxmq2BJ0vdo5UUh2E8gnHbKCM1k68V//qDcP7Vc/img1h4lO870PuHCv/b7OP3zW1ea1M1+c+iDwzbH0rhaP4xrbI/VQa/+jQocri+1j2dUzen1t06+i6sHgFpI/wDsih/2q6TfRsBF24ys47aok/vt03eioQrgDpYfgsup/I+5QVCiiigKKKKAoorg96Bf11p77oLOERnvVbpEWJNuljuy+n2Sfek9lDzBNKs7iLyeHzd6lNuRLnGuke33GInG5p8upStHXukg5BHUgg1S6nXE/hJYNauOT1zbhbLluaeS9GkFLanmjlpbjfsqKe3kcedA9y24c+2utSUtuxH2yHAo+FSCOua121xfWYHylp8asuz7MRpd1tzYWtaJkZKdqo7jnbb9IHPbrXNr0lq+/wCmL7H0neIUaRHKmTPjr5sW7qKiVMpGfmUNlOwDrjca7o7+rZdv1LfbzarXp+8QI59ejvvc2IuGUJCmNmfBkJyD0yQKBw9HTSMmyW6TcLpDT628zHTHlYBLjJZSs4IPUblEHtkpz51WwRnHTIqJ6w4o3SxaR0+7a4UX1e6WYyWrgpPhYIbTtywOuPEPP4YpO4P2fiC7cbuwb3PaulunevT5zuVvSUutbkR0tueAJ+zpQbC6Y1RY9SNSnLPcGJJiynIr6ErBU24hRSUkeXb8lZWQ62ww4+84ltptJWtajgJSBkk/ZWvOm9AX+zN6dOm2nobNxnyLnJdmDMiBPLWeS5tHiZK0q3f/AIpp4m6G4j6wuFkP3T26JAhlS5sONHcDUzpnY4lS/Ek424z0yTQVuFIYmw2ZkV0OsPtpcaWnspJGQR9YruqO2m+at4Z6fmW+7aQu98gx7gUWty2FD2yGRnxjOUJR4gBg9ABnzqrWW5wbxa49ztshuTEkoC2nUHIUDQYTV2jIeoZXrJuNwt7i2fV5JhuhHrDW4K2L6fAjIwcKI8681ngxYfFC4CJyWEGyxgqO2nHUOu4UenuwKcKVNZuKsdxh6qSnMZn9K3EJTk+rrIwv9wvr9RVQZB20P/drHvTIYbYEFxiQQSHHlFSC3kdiEgL79Ru6edZuuEkKSFJIIIyCPOuaArF6gu8W1tNh+SlhbwWEqOMICUlSnDkjwpAyaylKnFC1OXXTYbipbRNTIb5EpWD6sVLCVLxg7htJBT2IODQS21PLuMDVLpNqXEktx1W9ptvlvzcFRU7u7dV8zHx71mrDq3TdstD2rp8lks3Jp2RPDW7wSUr/AKXT+MN23H0j4q8mrbazIv03Td6wJ91S6xFlpZ5ynI2MttNp/W9v0vf+6pcstiFviWm6rsrNwEhC3fU23cIDUdZ+bCV+0pW/cMeTYTQPtnvyrGF/KUCRIv8AKiLk2+D4ziKj722e4S4PpfHzrwIls3yVdIci/wAQ3W2Rm5KJIlY9XleLoNvspG7Yc+1Xh07qXVrkU6+t+jPXGJxeDiS5sfeZHiZLSVfR9rqcZ3dqwi56H32rnb7hb7Bai3Guz3O8bhmq8PJS3nZu3+11z859tA4xb/fLpcrdqSTaU224sHlfJi5SXCiGpaOfIyPCM7W9ufca77zr66Jn3DTjL0QPrivSY93YIUy0nepKGwkn5x4Db0HTJ9w64eYxf7sidLRb4Fo05MSv5UVyv6cPiSpW5Kt23r4Tg58xX3aE6gssbTWnU3qNdkTY64zTbcNpG3b4t29Ofmtp2lWOv1mg8OnbfdL5a7JqcaeetsCDGPypAlHC7k99I/sQ548r77fdWYVORrXTP6dW6GmL0sXRppsNuR+V7A7+z97ysd0qryahevmkbfLRDnPXe2XGYLc4jpstzjhBU4kJAIT48bM9Md+tOP6FWiXYqkvWpa3nk5ffEl1K3FkYKyQr2vj/AN1Am3NqWqzTrheYiZ8iNHbEWyLUr1NgZ27/AI9FJPuQK+OIlnkx4DUuYbQ3b2pUVqzLYVlFqe5qUoc8X7Lrgdex6U0x+Duj4FqMe1MSYs9GVMXMyVuSm14wCVqJyMdCkjBHTFRLX8O8aNi3mXOhuS478tuTdrc2JDcYBsD5yKvaUIUpfjyojHbr3oKvHMm0cTZd8mNerjUtvXDYQpWwsuRitSSU+9xKyv4Hp1718af1Ou1uWq4X5pz1u32FxF0aBKnmEpUkmRtGSptW0YOc/Dvheuja9UW+yyo8a4vWOHIEkpMVva0hvardzPaVv3ZOz9jXn4h2xmyabtWoXJ3qD67ghUF62QUrejsrUpxLR5n0QFOKVu+qgddYr09rl23T23ZLabQy/O5vKUlRjrZUhXgUBlKgftx9tSzS3KucPTkeTxD1CIDUP1gxbjKa/S/JeS3hXJA8W32dxxT5o5u8OJvM5rV4lXSK85DkyZ8BBYUw2d3h5WPo/wD4qeablNactQns2XTl5h35hc3lQLD6ukct7ap15TizjZ+D0oPbxB1a9Y+Lt6gy9VRFW1/1UuOv3gtqt/J5atqY48fMUN3b2+YKpzS9IHUzetUiXdZUsNlh0vlxEOOUk8wNnAQ2MnKvI1OtSPWKTxFvdolXabaWHLlGkCO1p71vmOlppSdslKcITnbkfv04XpuZpPTjEaxsom3wxvkzmOqaQt8c377t+J7Jz03UGan36zJuUHUN+t9xsD7r/q8Ihzwz/wADmcvv8EKNK7+qbppzVb+p4+hrrfo99iMNqixUITNjPRypOSys+yoK3ZCjj41mdQ2+OrQVst2pLM9dZ7spA5a5m9CCk+0pzwpG1GeuKnWqLrarNatQoRY5T4+UhFa1UJZfeakpKdqnOXhbexG3GD1oHTTV01VqN+86kuMK26dcvXJtcCBPf3PNMp5njc2frhUpWEZ+jXXqmPoWxaSZ0+Lkt6YwUMrawr+ir+7dsc/rhKk9fdWStWrLdKt14s2pLiZjUSS3BUv1T+mN6Pm1pV/XN3c+SqXm7BqCbr9Ns1JqR5F1t7UhWnuXbk8kN7Etc5xzruV4vY6DdQYzR3Fa46pv4tF/hwrfITzvVLmWcIhuN+JxpwZ8KgnssdCE1n9E37Ss9q9aidltM2rY+zMt4juh9varLePpZWncv47vhXGrdBFN70/ddZ3d+XZIkVUe6upQ2whxxtXMbfc5fZJ8ST+yx9Kl1qxWG+cV7p8oXwytOz3Q6HorXIbXIcSnYw45n2djfTGOu6gxmg7bcr1qLTpfvM2BZE2x+PY3JXMYktnfzm/EfbXjbnHk3jzqpagvky5W3T82RHehXez36M3c4qDnYF5aUrP9bVvBB+OPjX1qjmXJVyctemwZkZTYt0oFB3hK07lN9T4tqfcMUp+mHe9MWLSz0hvUzVm1eppPqiEHc5JQlYWELT+DuSOp7fbQU7jS1pdzhvdBrCM/Ls6UoU7GYUoOPrCwUNp29dyl7QB8a14jaKs9tejXPVPAAad049JaBntX1TsiEVEJQt1sKzgqIBx2ql6Nh6m156NmnorN1is39aYshyXIVz0pcbfDnMUB3yEhQHxxStxZk6ts9qVbtacctKoZfeZ5sH5HSh11IcSdo2qKk9u+KBjuUa8WjhXc9F2u6xbejTsyPHkznd/jjuKQ7kFBBSfnME57A1QOCSGWuHUJmP6sWmnX20KjFRZWA8sb0FalHae/UnvU8bZ1Vc7lqlGmr0wwvUjarlBL43shptz1c/uVt7VVQeDEBm16Tct8K8xbrAYlLRFWw+XQ2kBIUgqPnvC1Y8t2KB3ooooEPSjaInGTWbDRVslQ7fLWD5ObXWzj9yhP5KfKkb1+uWi+J2pLhfNOXN60XeXCaj3dkoUxHa2BsJWM7hhxR7A+3mq4OoyKCD+kJdNO2rVkf5f0joq5Jlw0oalXq4hl32lAhKdijgdPEMd/yU/hLb5Nq4bWC3SnoLzseGhG+EcsFP0dhwMjbjr59/Oplxy1HH4e60OpHbdYbuq8wUQxHuEnlORggqyseFWWlb/F0GCKp3Ce3JtXDqyQkS4stKYqVh2Kcsnf4sN/iDOE/ACgaKKKKAooooCiiigK8V//AKhXD+1XP4pr214r/wD1CuH9rOfxTQaq8QD/AOKXwlT77ra/4VVtuK1G4gn/AMVXg+j8K72v+FVbc0EJ9HJsjWfGZn/3nc/fbNMPooKP6A+nk/gmSn8khysF6OR/1yOMqP8A3m/hbNZv0TCTwLsw9z8sf4y5QVeiiigKKKKAooooCggEYPUUUUC2trT2gdOTZUSB6nBMlUh1qOjO551YHhTnupRHToOtSO5Ktc7W828avZkRIIW7FcdbSeRPdQrchhafaUlny6dVb+1XO+w7fPs8qJdW2nILjZD4cOE7R1JJ8sYznyxUOtlhjz5Fxt7kkOW5bjnyTucWzJlvbUuesez82U+Eb/Mde6qBt4YGK9dbWY0165NMadQ2qQ8n2t0gkD7NpH1AVSWocRma/NaYQmRICQ64B1WE525+rNTPhHIurGoFRbyLa6J1paegy4RwmUltxW9ZRgbFHmpOPjVUoCiuB3rmgKnT3L0XxEtsK2SQi26jdkvyoLo+bjrbaLjj7as4QD4QpHYkkjzqi0t8QtHWrWtl+Tbkp9haCVMSY7hbdZUUlJKVDyIJBHYg0Gegy4s6I1MhSWZMZ1O5t1pYWhY94I6GuZsZmZDfhyEb2X21NuJ96VDBH5DU74RW5Wjb1fNAhlti3R1pn2VCCSn1VwALQM+aXASR+OKpNAucOnpC9LtR5TqnnIbz0PmKAClpacUhJIHY7UimOlNpz7mtWKjO+G1Xp3dHWVdGpZHib+pYG4fEKHmKbKDyXSc1boyZDzby0qdQ3htG4grUEgn4ZPX4V6z1FYfWrjzGmZkiPHVIdaSlwNpzlQSoE4x1zgHtXdY73brwZSYLq1KiuBt5LjSm1JJSFA4UAcEEEGgnPEy1Ju13YiN3tyBcRcoe1yOdshncrCVo+BTzEnPesfeYUux6Xg6ivFkUgMXp6RLjDc++jmOctpTKU5Hi8JUn3KV506S4Dl84lNrLjTMSxoafWlLI5kh9aXAkKX3CUJJIHvV8K7eMb2rGeHV1VoZnnahUlKISdqThSlgE+I4GAScntigmkDiboxcR63NP6lkToCwJPqtmkrFvX1+aSkAcvCeg86YbboK06x0DPttyiyWm37rJmwnZEfluNlTmQsIPUDp51gtEydccOtHqhReFhKUbpE6dM1HGC5Lx6rcWrzJP5OlW2JK5ltalupS2pbIcWlKgoJynJAPn9dBr9Ct/EybDh2+z3pv5OskhtmZBcbb3qcGVq5u7OEgBGAfNQUMgVl3ZcWK7pt+5KdtS7+0VpMVQ5ESY44lLCx8V7tpx0PnWUsXEVjUsaYqyaYaYdubjbSn1vsupc37k7nUtqK/ChtXQ491apcb9cWK43OzWqw2+8WlqxFtUN15ssrdeQofraj820B7IT50G07qZVts9qTKVDj3az3ZqVcIyvvDoed5PM7/gq3JUeuU1QpuuNJQ7k/b5d/hMSGB86HF4Sk99u72d34uc/Cvtem7NdZJu1wi+suzLcmG+24ctONZ34Ke2c1kIFks8C1t2uHbIjMJs5QwloBAOc5x789c0C2derkRhLtGkdR3GJjeX0x0tpU1+GgLUCv4ADJHlWL1Nr1i5RTYrdp6+OOXbfAjSJUT1ZjmqaUcEu4PQAn2TnGKo4AA6AADsBXivlpt98tq7fc4yZEdZCtpJBSoHIUkjqCD1BHUUE2tNlueloQivLgRWraFymzlSIvqwCealHuUO/i/gpS4ual0dqy1wPkmfP1EbrBwxZ4drMxuVtX7ThTjlqB8O7cMU36w0I6bjblv2y4astsVTqmGl3HlyIxcTtWgqUoB5pSTghZyMdMjpTJoB2xW99emoGm/udlRY6VoiKaQN7IwgLStJIWBgA9cjz70Ey09bL7K4aw7lZtFWyw3yzyHIT1mNzIjGKofOB/Oe+7d+F8awnBuGxKuN/skFenX3LhZ5IYRE1Cqe42VbUlI3ABCTuGfftHuq6cR4Vyk6QnN2i8N2Z0ILj0lURMgckAlxOwkAkpzUv4btq0tedOW266uamxLpZFC1oVbo7GCeXt3rb8WdvbyP10C5crteLdr216cTqG3LgXxuE0w+Lzt9RXH5fhQhPZXhcT+MVda9OvdOLXbJeofufXAuFtvb0FmM2pX9FWXsp8O76R5nRSTWJh8Pr5pjT9/jo1Zo2K60uOqY0bWpLpWyEuDYoryVKynrjvVo0NoeCzDtN8u5uEy7hpMpaZctxxtmStHjWhtRwlXUjoOnkBQKVs0ROtmqTaY9tvJsibD62A7PJjeu87cprz9vJz8K9nB1hm82KfarhaWYjVwgx5k6MlvaovvKd5ilZ6lXgSMn8Gq7SOmbHtXE66vuTbUWJsRhDu6e2h6OtvdgKbJyQoKyD8KBNf4f62uWm7tZrpNQoW+5KVZHOZ/TUTajbzcdnMg+L3g9MGvR6xadUvSLzYLlcJupG7cr1Jxr7y3yHPGhPxWvwq9+34VU7ferNcJDsaBdoMt5lAW6hiQlZQk5AJweg6H8lIXBGyWmC9qW5W2L6qld2fiNx0u8xLSW1qJIPvWpaln9kB5UGETrVy/cBrlf2tO3Vlne9CMObjn7QeXnz6bvrNYvUVo07d7TG0bdLlJZutzukVq9NRmOXzHG2969mEnCeoXkHHXPnTDqu1xWOKNo06uCuba9RPOXB6OXFJajPsJBLmB7QXkZScDIz1zisnrOJLtvFC3aqUYkexxrTKTcXVLSlanSEhvoep6DHSgmPC1vUdw17O0Y3dLehqAtuRNmQU8t12KlZWwUdDjmA4UodfDjzqa+lvwrlaW1tJ17CBesV2ebachMvKD6n3FDegEhRwsAnI7dse/aTg1pOFZNOQrwqKtq73C2xkTVrUdxCEnYnB7bdxFeb0kbbGunBjUMSSGgVMJ5LriikMOlaQl3I6jaTu+yglPAXRq9TejHM00nUNxsF4lXFaJzpSUPQnm3Eo5X0foNpH7qu/SXD65cLb/PuUrh5a9VQ5SGIwnW5YLzaUnClutyCSd27KilR9mst+hxC0n6NM/SOv8AWIhQY8pUn5Zi7kuJSXAttXXJ37qV+DXDrSutNOuy74xquAzGfT6nc3ry62i5tg9HQytRKB07EeYwT1oNiNSaVtN9CPWxIYUllUffFeLSlMqKSpslP0TtGRWE0xDYsHFC82qK00zDucBidHZaTtS0WsMrGO3XwHPwPup4SAEgDqMUu6gs8lN+Z1RbpKUy4kF6OuO4jKJCDhSU57pIUkHIz59KBjorHaYugvenoF2EdyN63HQ8WXBhTZUMlJ+rtWRoED0glFrhNdpXdMZyM+v9iiQ2o/vCnxpW9tKx2UkEViNdWlN+0XerKoZ9dgvMAfFSCB+/ivNw2uyL3oCx3RvpzoTYUPctI2qH2KBoJU4jiI/dtRaytcjh/eWClULCWZMhxptlSstgDv7XiCfOqJwObDXCfTyBNizR6r9+jJUlpXiPRAUAQB2wR5VONO8N+MGn75JuVnv2jWC42Y7SXoLqyhovOO4yCMklzqfPaKrHDSy3LT2iLZZrtIjSJ0ZtQfdjghtaytSiUg9QOtAx0UUUBRRRQFFFFAV4r/8A1CuH9qufxTXtrxX/APqFcP7Vc/img1S18M+i7wZHvvNr/hVW3Oa1I1wM+i/wZz/w1a/4VVtqT1oIb6On6qvGgf8AvE3/ABF1nPRK/URto/8AbZv+UuVg/R0/VY40f/ELf8RdZz0S/wBRO3f27O/ylygrNFFFAUUUUBRRRQFFFFB5L1bo13tEu1zAoxpbKmXQlWDtUMHB8qjetIupZ99h6AuDKng2kybfeYoxy2B4XPWU5/BVtwPbOKt9THVci4Lv1zkaYmsKQ6PUbkJL/K2OoT82lhf4Z34PkO/egWNNvRE/cbMR8xNtzCX0Yd3oajLVyS0U9k7kqByrqNvvqt2DUCLvdbtBRb5kdFveDSX3kbW5HcEoPmAoEfZ8ajNyh2u1vy5+u4MpmGtlh9y32gb4/rKQeignxlZUDgnwnPvqjcOJkOTJQi2oltw02eIttDz2/ZuU6dp8t4BGcH3UD1RRRQFFFFAl37Nv4s6euT/SNMgSbaheOzxUh1IP1pbXj6vjTpSdxPK2xpmQejDN/iqeX5pB3IH5VKSPqNONB4b7a4l4tjsCYyl1tYyMjqlQ6pUPcQcEGvNo64ruenYsp7pIALUgeYdQShYPu6g1l6WLCfk/Wd6tHq/KYlBFxYUPZUpXhd+3ckE/sqBnqZ3u/P6dv99gMw5hul7nMN21xMdRZBW0hsLU5jaNpSo4J8gPOqZS/ruM+9ZWX4/3yHNjysYzlKHUlQ/uc0GKYTpXhtClzbjdZCVTXUuS5Ut1by1KxtST3KU9MDpgE486xWrp/E676LmXbQ7cCFLfa/ofFmtfOYKhtcUScJynJ2kHGR50x6LdYvnr2pEviTGnPFuKM7kBlolKSP2R3K+2uziSjVC9E3FOiXI7V/CEqhF/HL3BaSQrPTBGRQa1/Inyhq0H0gbzqn5NZtmSLhli3uSt/i5fq/g2gdsnJrZq4vwYehXZMJxpMJq3FTC1rIRs5fhJVgkDGOuCaillunFXWkW66da4gaPa1DBTsuVnk2IqLJPvPMIUn3HBFVDXU75E4YFF3mRWHUxmmZD4dcYaSfCFKCmhuQPcQOmRQTLgq8tF1txmltcNi4LhsSWS0426ttkJaAcbbQSnDigN471h+O/B37stZ6Y1MQHXpN49RuAf3YTHDqlJ7fsdn7qmu0ajatujtOM3Oc69KMuRdeWpTrq0R20uFAJcSFHqUgbh3rI6X1DrzS8W4WeVoe+6jix5SlQLg0phnmtqAVhSVLByFFQzjr9lBStR3q0aU067dbq76rb4iUpUUNqWRkhKUhKQSSSQABXRpHVdr1O1Idtrc9tMdwNq9chuRySRnwhYBPSsJxuEZ/hXdGZbTykyAy2lLcgMkLU6gJy59ABWMq8hmlPhxBQqwX62amu1w9es8tD8icm8qlpZ+b3pWy6oAo8PtJI+vvQWWiptpfVc3UMhcPSerbVdi0yl/wDT1rfbXyycAlQKUnJ9w+ys98lanvCTHv8AOhQoRxvYtanN7oznBdVgpHT6IBwT1oPq7amuK7y/aNNWhF0kw0hUxx1/kstEjKWwvBy4R1xjAGMkZFL2prrfpot12tmhr2m/QF5SlamUtLbPR1or3+yoAYOO4SfKn2y2q32aF6nbYrcZjcV7U+aj3JJ6kn3nrXtoEq2a/s94S9avV5EG/CKtw2q4sFpZUE9UZPhWMkDKSRUg4FaUdl32c1edHG1W+7RS4GFRHGXY/IcRsVzNx2bnN6ktjtsBq48QtMN6nsJjtOIjXGM4mTb5ZTkx30HKFe/GehHmCRS8dXay06WZWuNPW1mzghuTc7bLW6GCegcW0pAKW89yCducnp1oPHw80/aomvtWqvCHJV7kTg/HVOQFLMRCEpbU0ojqArcCR1zgGqgOgxSXenFL4raUfYdQqO9bpwJT13D5lQIPup0oA9q1i44w9OX/AI2t2m/aUkt2K3oYnXW4xbW7JduDu35qPvQk7EDur31sXqm7MWLTdyvUkpS1BiuSFbjgHaknH71RmVA1RxX1GYMzVlw0taLbbYLsuJaF8qRKkPt7zuX3CE9APjmg8ktqz36zXXT/AAa0Wxa7jNQwzdJMqI5bUeq7j28IKz7Q6Dpup7tc7WNgtCbHbOG0GK6khMUw5yBAQD3Us4CxjzASSffXHDEXLT2srtoOXqSdqGJCgx5kV+cQuSwHFOJLbixjcPACCevU1SaBHae4oNL2SbVpOcf1uQzKeYDefelSVE/YRmubNogTLrI1Brdm1Xe7uEIYCGVKYiNAdENhZPUkkk+ZNO9eC53eDbpUGLKcUl6e9yI6UpKipW0qPbsAAST5UHvAAAAGAOwFS3jndYj9tXp+S1OlQlQ3XrkzBc2OKQfm2mt/0S44oAfsTTlrW7S4TEO3WlyMm7XN/wBXic8+FOElS3MfS2pBOPPpU+4rxpejtHyVRdKo1WzdPBe5cqcmO51UlKTuxnurw4Hhx0oEFy1adsEWSxxf05PtVrMMOttfLj1xjvIS43lK0q9lSVFvt0OenasSWNP6vnLtnDPgy4UMJYkm4XOSuMAyV+Fbbe7JyE9M4rM2yPeNP6hl2XUumflC5Xq3hi3uXW8qumAX22+Vt2Da34txPnt71UDwki2suStD3udpKZI5frSYh5kd3b5ctwnb0yBtIxmgpSBgYxjoOlfVcJBA6nJ99ck4FBwcJT1wAKApJGQQR8DSFxpnRH9JyNKs3qJDvl4QGoMVcrkuSeuVIBHVIUlKk7+wzSzwS+W7HYrhcdaoj2Rm0QY9udjC4CSUFkKPNWUkgKKVoGOpIAOTmgb+LNzvtvgWVix3Fi3LuV2ZgPSlsc5TaXAoApTkDO7aM+VZ7R9ijaa0zb7FEWpxqGyG96u61d1KPxJJP20oWpD+vtVou8hubG09ZJKFQGHmi0ZkkJyXlpUNwSjdhI6ZOT7qo1AUUDvRQfLjjbeOY4lGTgbjjNYG/wCs9MWO+QLJdLszHuE9aURmCCoqKjhOcAhOT0BOMmkjjdZ4Gotb6CstyQRFdkzHVuF8thJSx02468zJBSfLB99JfDbSWq9TP3m36imSlW+fGaXIurU2O4+1OjOp5CmVN58O1OSFjv8AXQbF1IbtrDifO1fqK1aaiaOhxLO+llHyrJdD7+5sLSvanolJzgfUfdXfw9vEi18SZWh2NWydVQWYa35D0shb8B5Kkp5S3R7W7d2PVOPjU/1dpYHiTqu4T+C07WTEyWh1q4uz22j0bSOWnKvYHlQbFWJyY9ZYTtxMYzFsIU+Y6stFZSN2w/g5zj4V7axWkglGl7UhFuNsSIbQEMub/VxsHze7z29s/CsrQFeK/wD9Qrh/azn8U17a8V//AKhXD+1nP4poNVtdf7Vng8f+OLX/AAqrbQjrWpOvif8AwV+D2P8Ahi1/wqrbjFBCfRyOeLHGg/8AvC3/ABF1nfRL/UTt39uzv8pcrAejh+qpxnP/ALwt/wARdZ/0S/1Ebcf/AG2b/lLlBWaKKKAooooCiiigKKKKAqdcWHo+mUJ1HDhrMtzchexI2OLISlKlk9ilJUQR1O3HnVFpZ4oRJU7RU2HEYW8t1TaV8tAUtDe8b1oHmtKckfECgkmo7i1JsKbYIrWYEUOOy3pJX+mVtfXuU6pSkqSnt51TOFlhvlgZuUe7iHtU42GXI2Eh/agJLpQAAhSsDKR0yM+dTDS13vz2qot509YFyNJC5vM3GY4oOOOBKVJS5lfUpyEkkezjFbBgjaCOxoOaK4zXNAUUUUCfxg3NaLcuQUzy7XKYuDyHV7A6hlxKygHyUcYHxwKZ7XMauVsi3BlLiWpLKHkJcTtUApIIBHkevasfraxo1JpS42VTymFSmSG3U923AQpCvsUEn7K8fDfUX3RaabdkEIukNZh3NnGCzJb6LBHkCfEPgRQMtKvEND8CLH1VAhuS5tnJWWWydzsdWA6gDsTtG4fFIpqoIBBBGQe4oPPbZsa4wGJ0N5D0d9AcbWk5Ckkd6Xdb60g6ckxbb6hMuVxmtOOsxWAlILaMcxa1qIShI3DqT5iujRjblh1FdNMOuuLiuOKn21Sz0S2s+NlPwQskj3BQrx8cNKxNSaRU8ba3MnW9YejKUgLU2kkB0pSo7VHZuISroSBQHBWfF+Q5+nY7qFiyzXGGSlYUFxl/OsKBHkULSPsrK8VrRKv3D672qFezYnZDG03ALKTHQCCtYIIx4QfMVDdAa+XatfiVb4FxvUN2CqDJQwlpDiGmCTFWUAhJcKecjaOuAiqpxVfZ1jwPnzrGp6ZCnRWpG1gfOPx96VOIA95QFDHfPSgiGgL7pPTaPuZ0Pxjs8Nbp5apr2mT+mXfx31HCjn41TuONs1VIt9oQnT2nb5BRHDdxuEqK465EV03uJZQQVJwM9Dn4VjdWcUODiuHL2mrA5CucibFVEg2WHDJfLqk7Ugt7coIURkntVh09zLXo+3/Kyw27Ft7Xra1qztUlsbyT59j1oJvZrZHZuCLG/idGXGtbLzniRvCec7kDOU9U9s+dT7iVoK7TLjf9Ru6fl3pS5shoOJvhQGRlCmXdu/bsR4kLRVU0o18v6nm3FznMrdPrUjHgUhK29kZv3hXJ8Z9xXUl1FFgQLrf7Jb9Ia1u1paceXLdd1Uplp7YtIfVy85UgFXi8yKC68UkrVw1ls+qXCXzG2m1MwYqJDq9ykjAbX4VDr1z5ZqaWq26khcFLrBu2kpGlQiVlqHpxptyVNYV+EjxhtRz174qo8Rbxc9OcOJ130/BRJmxoySw0tKlpSOg3EJ8SgkHOB1OKV9G60e17ozUswSvUoAhJbYnmMtnlOqj/AD3fvsX5j/uoPFwJmuybzJjQZ+s5dqhwG2f6PMobS24FdEo2gZO3GfhVhqHejxLgvajnt2+LYba0mA2hUa1vOL9aKVH9Mr3pTjPYdz4jk9qsl5ukGzwTNuD/ACWd6GwdpJKlKCUgAdSSSKBcuV/u7tp1a/amYjU20lTMUynCGFrS0lwKWcZAyvB+qoY7xv4xN6NjapVpbSvyaVMp9Y9YcHrZdc5aQ0M+1ny69OtUIXiRpnR2sPu7YV/Ra9zm4KEBI5zCmvm/awANiO5Nau2m+qb0xZlS49+aGnll2yNzfn4JmNnPIUz33/EdKDbfQnGjSGovXIVxmsWO7W9a2pkWa+hvC0KIXsJIK0jGc4HQiqK+lqbAWgct5p9ogZwpK0qH5CCDX57zFLc0lqDV10Gnb05qOVyZkuE0l+bEkFKlKQlGAGEnd7WFdu1bX+jBc5ydFsaZuMiLJctrCUsOxnS4nlBSm9pUT3BRn6lDpQY/h9cJ8rWWj9LbCzddKQZbd7bdBSOSrDTSkH6W4oSofCrhSNrgfJfEHSN+bTy0SHnbVMcx0LbiCtsKP9lQnHxUffTZerjEs1omXac4W4sNlTzqgMkJSMnA8zQIOo4H3e8SXtNT3Hzpuxx2ZEyM2spRMlLVuQ25j2kJSncU9iVDOcUj8dJ+jjr5cHl60g6mbiNMNTNO7mzJU5ktxFr9nJ6lO7GMnBFUzhZDuokaivtxty7a3ergmZGjOrC3kI5LaMrI6Anbnb1x2pH4t6FuzupblqtXFVvR1re9WcW0Y7agFsDwublkeL6vKg9fo2xItoev1mlaVvFj1C2pqRcHrncROemJXu2OF4d+yhjyxVkqEejremLzr/Ur7HECVrfbb4rapzltEVCdrj3hRgALHXuKuyiEjJIFAKUACT5UkaNSvVN9Vrd8IMBLa41kbzkpb3YcfPuUspwPckAeZr71FLmXjWh0qxcHrXDjQEzpklggPLCllKUJUQdg8JJOM+7FeKzJjX21O6a0hJftenYIDK50cnmPE9VIZWfd13L6nJOOvWgyeoS3N4jabhteJyAmRMfIAPLSWy2kHpkFRX5Y6JNd3FmRAj8O7wu5WcXmKpkNKglzYHytQSlJV9HqodfLvWQ0xpiy6baeTaYhbXIIU+846px10gYBUtRJNY/izKMLhvfZYtUW7cqKpRiSfvToyM7/AIAdff06UEo4AOSW9fOMPaTTavWLc4RKm31dwkgMvcox0bvYSk9x9VbAVFeE9veRxOfvrznDxb90t61uLssl1ySvCkYVhZICevUp79M9hVqoCiuDQvG09cZ8/dQQj0obZdL7cLFBt9ntc+MgPLky5DbaxA9lPNcz49gClnCOpUE1h7f8j23hppeySGV7xKTe7umI2s85ltSuW64lWfvh5GEKP8FK+qLZa50p7TkZOjrhz5z0C3vXC5uxL2y+XcLWcDqN/iSBgYpx1ChkM6ndgvvQYtsuke2OMKcTvcaYiqSnmcz2m1OK3D3hOaB74GWGTDhP6gFxZkxbw026AmKpl1xY3ZceBUQXDkAkfgiqZWI0W2GtJWlAYhMYhtktw1ZYSSkEhB8057Vl6AooooMNq7S9i1ZbE23UFvRNjIdDqEqUUlKxnBCkkEHBI6HsTStN4M8P3lIMS0O2lISEvItkpyKmQkdkuBBAUM+/r8aoVFAsWXQmm7Rox7SEKI6m0vIdQ6hT6y4sOElZLmd2SSeuc1rrqyxWSPqm7Wix8IReI0WQ7Gbky9SyGS660ylxSUpyfonI69a2rnSmIMJ+bKcDbDDanXVnslKRkn8grW3VN0d1VarxqufwkP3DSymZKuDl19VnOJbTtTKbb+j4PiCoUF44brju6A0+7FYRHjrtsdTbSFlYQktpISFHqcdsnrTBSVwPmyZ/C6ySn7ai3MqZxDZSCn9LAkMqKSSUkthJIye9OtAV4r//AFCuH9rOfxTXtrxX/wDqFcP7Wc/img1U1709FXg/+3Fr/hVW22TWpuuMf+Cpwhz/AML2v+FVbYmghvo35PEjjOrHfU3+Yqs/6KKSnghZx75Ev/KXKwXo7KCeJnGdHmNRpP5W1VnvRSVu4JWv8WVNH+NO0FVooooCiiigKKKKAooooCsTqq8RLNbQ7KS+4qQ4mOwzHTuddcV2Skds9CcnoACay1YHXdoi3jTr7Uh5yM5HBkR5Led8dxIOFjHXpk5HmCaCe6agGzuxbNqSUl2OpLCUvIVyG21B5QZjEo6KURuK8+2oVYABjHlWtgGr73IsYvSxEsS0xpyI6S0+84tyQ2ltfX97z9/Wtkx2oCiiigK4IrmigKnuhv6G8TtaQrh83cbg+1NjeSZEUNpQlSfeUqylR7+z5YqhUv6z038uNRpUKYq23iCsuQpyEBRbJGFJUD7SFDoU+fTzAoGAUUo6T1W9Iua9O6jhptd+aTkNpUSxLR/XWFH2h70+0nz99N1Ap8QU/J7lq1O30NskhMg/+zOkIc/J4VfuaaH2mpEdxh5CXGXUFC0nqFJIwR9WK6rpDauFukwXxlqQ0ppY+CgQf4awvDic5O0hCTITslRN0OSjr4XGiUHv167QftoIui03nSvFqIhcZ53SloejxY3O2pLLSvZXu8CAhCj8ScdabNEaqt+jNB6jse5p6dpiXJbZgqdSlxxC3StjIz0SeagZ64zXV6QVtvkjUGnZttZiOpClxI7TjQkOPyHOoCGl4bSUpQVc1RO0A9KWtWwIWrLtp+HcDNt7ssyNN315PK9abeKW3m1Kcb8PXl9FfjUHsd0lxZsXrPEKZq2xC4Rm1SZFmj2RpLCmwncpnn/fP3VZ929aw1kYzDNtieoOhuRyGiotbVJ3ITJdOM+8toSc9iaTmuGOntRTbnbLdqTiJPgpeEUO/L6uRJV+veXso8z5npV70rYoOm9PQrJb0kMRWkthRxuWQOqlY7k+dB44kCRYNMS3IbHyjcg25JcAwgypG3OPgCQAPcMVEtVohcRXpNs0nw+nSbimSJFzkz5rkBiDKKE8xk46uLI270p8J6ZrYK8whcrRMt5fejiSwtnmsq2rb3JI3JPkRnpUwi8BdLRWJCWNR6zbdkq3vvJvjoU6vbjcryJxjvQMvGFd0i8Kbuu1PuxpjMZJDjUlDBCQpO/Dq+iPDu8XlSvodpz7itWMvt3ptwx/Yul1buJJUz4dqUdgenT6VNfFi226XwwuNsuTshUcsoQkpZ57jiwpOxOz6ZUoAbemc1INLQ5MPhfd1X7St21jfYsqI1JssmOI5bQ2nax4U7tyUp8WeuaBu4CyLqbi3Dur+ry81Z28N3mOyhpHiTnYpvqo/X5U88Qn9SRFWWZYIwmtt3BCZ0XZkrZUCNwPkUq2n9/yqZ+jk2xL1DPvxb07Z5LkMxhYrcwpD0ZtD3tuleFHPllI71SeIsq9wPkqfaIM24Nx5C1vRontuHlLDYV+JvKQfdkHsKBa49R4WotIx9KyYTUm4z1JkJjqf2Bltohby1LA8KQkFOR+EKleioJk8cbBYdCPW9vR9rYY1GhlAyuOX2lNuoS59LfuSSK2StU+PPt7L8pgQ5S2Ereiv4DjO4dUqH1g9exrXduRo/RvETUVr0nq6JCuNzmwmVOJDS24hedcccSkZwU7e4yMZT7+gSvU+idO36CuTpVN4VqK6c5U9u32pckIkhatyivf82j3ACq56Htvun3WazuVwsa7GtDcSE/FKFISqQlJU44EqPh3bkqI95JrGRI18l3ubpTgtcZ1qt6GvVplxEDeDJS+5zXXHXMePxfQz9lbE6C0zG0lpmPZ2JEiW4nLkmXIWVuyXldVuLUe5J/ewPKg8nFi0zb1w+usK2o3zw2l+KAcEutqDiRnyyU4+2p7rniVp7VditWjrRNV8q6hnsW5+M80pt6Mgne8VoUARhKSPrPwq11P+OUVpjRqNRtR0mTp+fHuqSlI3bW1jmf9mpdA/pSEpCR2AwKinF7gvZta6xl3pjUDEfUMmByG401tEllKANu8NK6g/jjtVpjvNyI7b7Kw424gLQodlAjIIrWfjrp2/XXiFqN2Dw0vF8dejw0QbzDm+rKiBKTzW0HIJCgSDtz369hQUvhDqYOXu4aI+T9PR/kKDGw5aJoeQvOU4I2goI29jk9TSx6UOsn4k/SWlLPcTGmSrszMnKbSpZaisq3Eq2+WQOhxnFLqIEiTpC6cO7FwvmaDmXmPFjMy2H0rcKFuHmuuqa6pShI+l1O7HnUu1tw84g6S4lDT1siPyo01paUXCKMLcZ6JLgaBAUtCVHKcq9rNBeuGzk/iFbmFyrXcIVtnLVNnzpRyu5Mbz6s0lXTwFGFFIwE5A8zm1xY7EWOiPGZbZZQNqEISAlI9wAqIaa15obg9puFw/mKvc+ZZYifWnYdteeSVbQtWVdQk+MZTnw5HarfCfEqGzJShaEvNpcCVjCkgjOCPfQdtK/FezytQ8Ob7ZITDL8mZDW00h53loUo9tyvIe/3jpTRSBxj4eyNfxba01qGZa24LynHIzalhmaDjwPBKkkp6eR86BH4RrZhcT27S9prh5brkLY8X3bDI5khISpvoobRtBJ+3FXcVJeCulpuhX2tNO6GtkVCWnnTfYLiVJeUVg7FBQDiSQexyPCOpqtUBSfxmdsrPDS8v6gZdft7bQU4y1KMZTigobUhwEbcqwM5pwPbrUQ9IvVjKEWS1pkRX7BInti7OphonNpAWghtxPXYCnec4+hgd6DCcKtMJ07rKbfZtuv1obTDcnz/lZUe4sPJQPAtuXjmJKe+DgkV6LdZ512uEGZdLXLuE+9qhXCStxKwCFbujS0qAZS02rt4t+OtMej9O6cg8KNTSnrWu02e5NynOSp1xOIid3LUlDn3vKeu33msFw2nO3rifYZVyfkyJUO0oYUrwYEj1cLV7JyEbXevTBVQXS2wo1ut8eBCZSzGjNpaabT2SlIwB+SvRRRQFFFFAUUUUHjvdvZutnm2uRnkzI7kdzH4K0lJ/eNRG/wCm+NFw0e3w6RbNLi3oQzHF/wDWTu5bZThXq+32/COmcVeqKDHaZtbVj07brKytTjcGM3HStXdQQkJyfyVkaKKArxX/APqFcP7Vc/imvbXiv/8AUK4f2q5/FNBqrrn/AGqvCH9trV/GVW2xrUnXP+1V4Q/ttav4yq22oIb6PmP0XuNKP+PmT+VtVZz0UOnBiEn8G4Th/jTlYH0fP1aONA/47j/yaqz/AKKhH6D0b4XO4f5U5QVaiiigKKKKAooooCiiig460LSFJKVDIIwRXNFBAdXaaXw84jQrzb3pjthvlyhNmJlS/V30OAJbb/BQpKirHkWzjvV+rHXqzwbu5b1zULUYEtMtjaspAcSCATjuPEehrI0BRRRQFFFFAUUUUGH1Zpy36jtvqszmNOtq5kaSyrY9GdHZxCvIj8h7GlBF21/pi52pjUz1iuFkemJgrnspcRKUpeQ0tSPYTlWEnBPVQPTtVHpe4jWV6/6JulsirCJa2d8VZ+g8ghbZ+xSRQMNK9kTHtmubvamm0tfKDabmMZ8az8258PooJx+FXv0Ve2NRaUtt5YUCJTCVLAOdi8YWk/EKBH2VirySOKun/m8j5NmeP3eJqgyesdM2zVNtahXRclttl9L6HIz5ZcSpOR0WnqAQSDjyJqKa3uWnY0dVp0NCtTMDTlwE24LUdvrkltOEst/ScVvUnevy+us/xdvdy1HxAi8NrJeFwmVQudcTHWUuOrcUUtslafEhO1K1KI6noOmc1nLjww0LaeGk+wyyza4L8dtu4XEuBte1KkknefYzjGR7/f1oFA8O+I2nbMrVTfElUefboynkWmPAbRbUtoBUWMZztP4Wc1bbHO+U7JAuQRsEuM2+E/g70hWP361M1PH4HKlP2LSitd64ushte2HabnIdQoJHi8ZO3Hv71tZpJHK0paG/VnYu2CynkOnK2sIHhV8R2P1UGUor5WtKBlagke8nFYi66osNta5km5sk52hDJ5q1H3BKcnNBO/SQuVht8TTqNQszXIrs4/0vc1xNpAyFeEgLIOMAnp1Ne3gizZomoNYRLLMauLCZTC/XkXNcxTu5s4SoqUrBT1HQ9e+Kz0lm5arfZU5ZbXHtSUlbLtzjB98qPuaOAj7Tn4V22+x3mzcwWh7T7Lbp+cCbWWckdvYV18+9AzJhxEzVTUxmRKUjlqeCBvKc52k98Z8q5XJjNupZXIaS4r2UKWAT9QpXuce8NRVzdRauj2yA2MuGG0GAB8XHFKI+zFLNtuvBqTelR2p1olT5C+r0oKcUtXwdX5/UaB4vWmrdc5L9waUuDdHovqnyhH281LW7cUjcCk9feDjJxWP09w50TYrDJslu09CTDl7jKC0b1PqUMKUpR6kmseq3aFcvKrRF1E4zPQMKgMXtxKx+435rJzdLyIrKZenrrOjzmRlCJMlbzL4GPA4lRPQ4xuGCO9BmdO2W26ftLFqtEVMaGwCENgk9zkkk5JJJJJNZClvTur4U9Rg3NtVou7Qw9ClHYcgkFTaj0cR06KT5Y7UyAgjIORQFS/0gzd2rAwuDKuaoksOwJMGGhoesB1BwVLWlRQAEqHhBJ3YHXFVClbirbLreNETrdaH2Y77wTuec3/NoBBUoBHVRwO3TPagRuA1xEa6CwxrjcHrU/YIlxgRpkjnGKd62nW0rI3FIKUYz76xnHccX3b5MRpudNjaXEHe18jIaVcFyAk5B3kKDfxT1rBcKb1C/RR02jJYK40uIylUZuPzGnUpeT82gnHiaWrqSfFWW1BK11H4/aiXoe1adustu3RApu7TVNOMpIX96SPonz+oUGR9Gq1cP7a5cTpu9Xe6alciMfLSrkt7nJOVYyhz2PEV9BXv9InSy9TTNC+pvNMXKHf2n461rUglKUkuJBHvSDWZ4ZPcS5GoLg/rzT+nbY2qM2I7lsdU4pxQUrIWpXXoD0Hbqayup0MXDXumoSX2jJgl64OMk+MN7C2FfVuXj7KCN8RbppA601jZrzfL1pySJbbiZUCGt8OMuRkpeR7BHjGMj8VJFbCWIxjZYJhqWqKYzZZK87ijaNuc9c4xUI4mzmGta6hcveutSafurKW/kG3wXFcuQNo2qDSfvxUrKSD22j31ebIuS5ZoLk1vlylx21PIxjaspG4fYc0HsooooCiivlxW1tSgMkAnHvoMPri7MWPSVzuki4N25LEdRTJcZLqW1EYSdg6q6keEd+1ay8KbadTyg3Z5M+JKvkx129TtPyk/J0hnPi3tOeNlY8KMYB+NPOq9e33Vc+RYk6IKPkptqdNtM2RslySHCUriLSS25s2g4Pc9Ka+C2j4+jNMSb/ci0i4zo7Tkh1yMmOtDLbeG0OAE+ID2jnqaBe4iz1XqZqJy7aliwbBZJQiQ7epKdtwmBhLieYtXtALV7Hbw9aauEKLiubdXrlbbo2sBkImXSM23JdUUnmJBR0U2MJKfduKfKptb2hfFae0w5DK3Lo6i7T3WXFesFckL56iOyEhJHfuCnHnWxcVluNGajMp2ttICED3ADAoO2iiigKKKKAooooCiiigKKKKArw6g/qDcP7Vc/imvdXlujfPtktn8NlafypIoNUtdH/wAVThD+NdrUPy7jW29ai65Vn0VOFJ/rV8t6f7lxaa26oIT6O3i40caF+Xy6yP8AAVWf9FA54ORj77lPP+MuUv8Ao59OLPGdX/vAgfkQqs/6Jw/1loJ98+cf8ZcoKxRRRQFFFFAUUUUBRRRQFcGuaKAoorzXSfEtltkXGc8liLHbLjrh7JSO9B6HFobQVuKShKRklRwAKWnNbWl17k2iPPviwcKNuY5jafrcJCP8KvDAt03WTaLjqJpTFoWrfFtSuhWnPhVI95PfZ2Hnk00SH7dZ7eXHVxoMNlPdRS22gfvAUGA+6e9ttqkStGz40ZA3LccmRxtHxHMpH1hxeXcZkLROh7dMOsLtnY1NjKQIEfsqU55ED6IB615OOfEm1WHdaYkR+/X6bG9etcMIS4w0EJ++rT3wB4+vfyqZei7b9XDiinVOrVvSbhqELmh9yOOYqLylbFFX0Ek9kCg2X0s8xZ2YelJ18kXO7R46eY/IHzjxIUc5Ax9E/ZimSteb7ra7WT0hnUXS0ut2iCp16RPBGz1UxkbenfKSpRPwrYOO63IYbfZWlxpxIWhSTkKBGQQaD7oNFFBPEwYukeLUNVuaMa3anZeRIYR0a9cb+cS4B5KUjeDjvgHyrMXpqX+ibp59tAMQQpiHVe5R5ZT/AAGvjizBkv6TVc7ezzbjZn0XOIkd1Ka6qT+6QVp+2vjU8ld60JH1Pp9eX2WU3CIfw0FOVJ+1ClD66Cc8Abexcdb6qvrbPN5F6nLbuJ6+uhbmxAz+ChLagP2VVnX1qsN80bc7XqlbaLLIYImqW9ykhseIkqz0HTvUF4FautmlHV6TcT6xNt3MhqfY9iYkn1hl78XwOqCs9ttZniFL1HrrR1+ctGn5N8iutoQytMspYc2rBU2w0E5cChkFw9MHp0FB8zrVC4ZWtOudJcQbGqzItnqkGLenErjFvdv2sutYVkn9lmqTp2DqDU1ohXa835yGxLjNPoiWvLSQFJCurisrOc9hjFQmDZL5btYzNQo9HiQ/E5CfUbe/dmORCX4uYW2z4U7vD2FWK2r4vPxolxgjR7MN5lCk2x9p9CmE7RhHMSTkjz8OPdQNTGi9OIWlx+Eqa8E7ebLeW8ojOepUTWTh2+22iGW4ECPFYQCrYw0Ej39hSY7fuJlljP3G/aZsVwhNeJaLRMc56EDuoJcSAvAycAg+6nezXKBebVGulsktyoclsOMuoOQpJoJw1xusDrHrDGk9dOs5IS4mwO7VY91USxXBN3s0O5pjSIqZTKHgzIRtcQFDO1Q8iM9RUU4nXfUmmOKy7m7bdWXq2z4yocaHb0lUYNqZ+HsO84dz9FXTtVh0THnRNH2iLdCszmoTSZG9wrVzNo3AqPc586DAa2Zbl8QNHw5cVqTEPrj2xzqnnJbTs6dicFXemq42u3XS2OW+4wI8iK8jY4y42FJII7YpVnKud84msQWkxI8DTym5bjhUpT0hTzTqAkDGEpHUnqSSBTvQKjHDjQzNjRZUaXthhIO5KFshSgrOd28+LOfPNYx/Sd90y2uXom7yHGWwVfI1wdLzDg/BbWo72z7upHwp+ooEvTupLBrd+ZaZ9hmRZ0RpCn4l0h8te1RIynPtJCgRuHTIrItuO6YaSy+tb9pGeW5tUpUUZyAs9cox0B8sdffXXrTSLN9WzcoE16036IkiJcY58SRnJbWnstsnuk/Zg1zoG/u3y3yolzQyzeba+qJcWEKykODqFpz12LSQoZ9+PKgYYkmPLjokRXm3mljKVtqCkn7RX1IQpxhxtDimlKSQFpAJST5jNYKbpSEp71u1yJNpl53FcRzYhz4LR7Kh9ma7NK3Z+amRb7nyW7tBUG5TbedqgfZcTnrtUOo+OR5UEA1Xo1UTVb9hVKl3SezFcfaujilBxl0+KKFdEtNYWnps6n3VdNCP2/UunbHq9cKIbjJgNqMhKUqWgqSN6AsdcZz0qd8dtL6g1BrexuW7RqJ1tZ5bk26x5DYmICFlSWmkrISk7gCVHPQ9MVk/RqfdZs+qtPqaU1Hs+o5TEZCyNzba9robOOnhLhHTp0oKv50p8PGVzmp+p5aFCXc5LgQFEKLLDaihDYIJwPCVEe9RpomPJjxHn1EBLbalkk4AAGe9LHClTqOG1nfkoKXHI5fUnucLUpf8BoJRr2/pRxG1Rbrzr3VVrahtsqhtWaBzkspU1k7lBpRDmfFjI6FPxq5aadQ7p22vNyH5KHIjSkvPp2uOAoBCljyUe5+Na76k1y+vVV31Bp6/62sUe4oaTyI+h1yAVNpKQtSl9z8enQAVsLpV11/TFqffededdhMrW463sWtRQCVKT9Ek9ceXagylFFdcuQzFiuyZCw2yygrcUeyUgZJ/JQdla+8RONKZ0DV9gsjEt6VEZeYbNujuvSIykdFuP4G1tBG7BBJwM0+6y4pRLa5YY2nYCb9KvmxcRCZAaS40paU7kk+17WcAdgc4rwcQ0WeVZXL3AudwRAlzBBl2+0st77o7zC1yyogEEnIJz2FAuMus40hd9UaMVa2bcgfIVnt5TKkPyeiitG3s2E9cKPxNZjW2tJOr9PXDTljsMqM1cY6oj867q9SSwVpIVsbWN7ygPJI+2l/UV8uCZy5chi5W67hkxrFFBbKbawrCRnOR6w7scSjJPsim/SnD6ZMuFv1Fqu5SZcxDbavVZDLalo2LUpoKWBnKQRu24yruTQYThXYdMam1nJ1nbn7k2/Gejult5psIWoRuUkpWkk4KfEpHcHbntVrqR8QLHcdP6sa1jboDEq2xuW440l9TBjlIUjoEgjlqLgWs46bCcHNO+jNX2zUdohyhIjRpcjcPVS8CrckkHbnBUnpkHHUEGgZaKKKAooooCiiigKKKKAooooCuqV/S7n7BX8FdtdUv+lnP2Cv4KDUfWYz6InDZf4OoIv8AlLtbeYrUXWfT0N+H6/wb7FP+Mu1t0k5SD8KCFejmM8UOM6v/AHhT/EVWf9E79RS3f27N/wApcrAejr04p8aEf+8CP5NVZ70T+nBa3D/26d/lLlBWKKKKAooooCiiigKKKKAoorhQ3JKTnqMdDg0ARSZq2fCkartlnuMlhiBH2zHw46E850khhrafayUqVj3oFKXGHSuqo0W3ydHa+v1ndenpZcS/KDzJC87U+MEjKsJBz03VGNZfLWniq5R+KmonNeuqRGaskmysPzHHPop8P63+OOlBtHcL5MesLtxtjbMBttRBdumWUhA7r8+nuzjNa2614m3KY4q36BlM6svCzg36V/Srf4kZr2d/i27sd6wuoF66uaoL3GeEm7Xd1rl2XStvOwvrPtOykt/rY/Bz1q58DeDVh0fAavNxtUU6heWt5ZQnDcYFRKEIbztSUg4yPPPWgQrZwzvWjLZZJM+/qk6v1TdmoVynKZStbUZxC1PoQVZOSlAG7Ix5AVSeIl6n6b1TpdnTEBN5VEiyvW7Uw+hEhUYNp2uJz3wU4A6ZzWK9KTWVv0vZ7RCki5es3BbyYqobLa1BYRgZK/YzvxuHbNQnhtqeDY9SHV1wARcRt27GiWWGtu7p36BHgB8yoqoOXrlJ1Lr3WmqhqJ96DMZcix2HmeT4OW382ofhId5aPid1bX6KUq0XW46XdcWpljZKt4WclMdzOUD4IWCPqKa1Z4d3WPq1Oo9T3hMO33SLfW79brft8BUAlL3tfhp2r2+XtVtZc0cviLZJA7vQZbK/qBaUKBnrg1zRQcKAUkgjoRg0hcNXRZLndtASByzBcVKtuT9+hOqJG39goqQfd4ffT9SLxT0lPvCrfftPLabv1rLiWg4soTIjuJKXWFKHUbhgg9cKSDQakcSTctBcTuJFjMRT8y+wttledc+9sqKQ4fL9b8P7mtq7Vfr5cuA0O/aNhR5d7NqbMSM6fAp5KQkpPUeYPnWpPpEtXS0SoEsr1LIUYYts+Bel59TTlO1pt7bhSV7c5HU1tX6MFtulp4Q2+Lc7e5bsvuuxorjexbTK1bkgpycdSo49xFBHWl6h1fq9i08YdbXnTcByAp2VbEtfJkVb27bykPdQ6AOp69a2k06zCYsFvYtz3PhNxW0R3d+7e2EgJVnzyMHNdl2tlvu8F2Dc4UeZFdSUrafbC0qB+BrsgRY8GCxCiNJajx20tNNp7ISkYAHwAFB3YHnUxcvMfhjqqZFu5XH0jdFGVCkoYUtEOST86yvaDtSo+JPlkkVT6+XNgQSvG0DJz2oNeeL1sud61gtU64xm9ISw1c1/0Y9VffS2x81GS2pQ27nPGTVo4bmUdAWEzn0yJRt7PNdS8HQpWwZO8e19fnUb1vBj3DiJer9GsfDjUNsmQmBGevV0b3qUlJCtnhVtT5fWM1Z+H6UjRFl2xIMMGE1hiC5vjt+EeFtXmkeR91BiNaaRuEydMv2ndQXG03VcRLfLZKCzIU3uU2FhSSe5IOCOhrP6TvDV+01b7u0kpEplK1IPdC+ykn4hQI+ysp3NTnQOpbHab9fNJzLo1GmfLj/qUZ4lKlIWEueHPcFSl4xQUeuMVzRQFKWrdKvP3ROp9OSU27UDDZRvUCWZiMdG30j2h7ld0+XmKbeuaKBSt2uravSE6/XJtcNy1bkXSL7bkZxHRScDuPMHzBBrzRE27VrjOsNMXNUWe20uKrmI8KsK6tPtnrlKh06gjJx0NdmtuHGmtWrfdmidCfkthmU9b5KmFyW/wHMdFjHTqM12XDhxpCY+qUbYuNLW2G1SYchyO4oAADJQobjgDqcmg9TF7uFtdhxtRsRk+sHZ63EKiylzyCtwygEdjkjPSkWQXNEekDCVG2/Iuu23Oe3/AFuewgbXE/s28A/VXueuUbRkt/S+triuTpqcwfUbjchv/ZxnXPeB1SpXUj6qTOIOnbiIVki2u+etx4M9q4aUu77u9Dbyf9xPueaHE9Er+w0FX4lLTMt0XSyH1tO3171VRRjKWACp49fxElP7qmINNRrTyIYShtljY0EdkhKcADH1Vq83xk/RH1DZrVHaNvkOQzDvbSVqC4S1zGmlhteB1UjIz5Zqs2lM7hbPttouV8RJ0jKcdYiLeikKgOFW9ptboJBScqSCoDsBmgnVi4gXF3Rd0seoLTxBmfpJIjymrU/zg9t3Lc5nuC/Zx5VfdCPSJGibFIluOuSHLdHU6p32ystp3FWfPOc0ar1PYdMwkSr1cGoyHFbWkAFbjp9yEJBUo/UDXmtuuNIzrWLizqC3Nxh0Vz3gyps+5SV4Uk/AgUDHUk1fqfUs3iW/odq7jRza4yV2ma9DRITdHPppG7wp2/g+0e9Uqy32zXtpbtmusG4obOFqjPpcCT8dpOK8OuNJ2HWVoFqvsbmtB1DqFIVsdbUlQIKVDqntjp5E0ET4e8PX9XzWrnqGNBkWlmZK3hp91tcWY24ULdiKSQUNPYypHYeVe7iLqO22jULVriquL0CxuRhbrNamU/piUjctRUraejaeWr401a51xF0xy9N6UftDHqrDyprzwUWbc22lJ6pQPEs56IyCaXNCwW77rOzm2B+TZbTvKpwQtKpS/m3ec44pOFbndw2JwRtOenSgYOEHDO12+yR7pekLuk2Q6mc0qWlwKZ3YWApClEbgoqV1HhKjjFVaiig4UAoEKAIPcGorxjgwNOa0s+qUWdohx4Ovr5bq/WZKChLTadigEubN5SSMHaBVrr5cQhwbVoSod8EZoFnQ2tbbqttaYzEiJKQ2l71aRt3llXsODaSCD9fQ5BwaaKnGvdAkhd50rIlWmQww4p2DakoYM9WMpClAjxA5xnI69jWX0JrJq8MLi3Npq2T2XvV0sPSklx4hIyQnorOcjBA6g0DhRRRQFFFFAUUUUBRRRQFdUv8ApZ39gr+Cu2uqX/Szv7BX8FBqPrs49CzQp916iH/GXa25azy0/UK1G17/ALSfRR914if5S7W3bP3lH7EUEN9HwbeMPGhA/wCHmT+VpVZz0Tv1GIY/BuE8f405WF4A+Hjjxnb/AOOIqvytKrN+in4eEaUD6F2uCf8AGXKCr0UUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQIXEmNq/Ub6NN6aTFtsUhL0q8SmissLSoKQGUdAteRnJ6J6dz0qNTNIscH718oQLeNe63mvb4DsuUovpWrw71I7JT4vIj4VsFrqZqONammNLW9uTcJTyWEvOqHKiJPd5YzlQT7h3OKStOcMXNJaqe1gZsjVFxksj15c9fzoWncd0cDCU5z7B+wigyvCbRc2zMvX/VjUGVqyf1lzG8rUlPQhoKP0QewAAHx71QKWtJa303qdsm2XAB9KihyLISWn21A4IKFde/uyKZaCYcW9IQ9Xax09DkyH4zwhzFRZDBAcYdSplSVpJB7EDp5jNTTQWnNSQNd6uZ1HfYbNptwaTKlt7EMo5rTm9Kfwcczd17eGrTrxC4+otMXVDvKCJL0JS++znNK2qx54UhPSsVo7hVpGEt+7yYT9znT3xNeeuG4lxwgHcptRKd3TzHT4UE64MWaLA4gxHpt3cvj0xEq2hMiMltDaY6Ecl5Ccdd7G0E+dWIETuJqQnqi021W7H9cfWOn9y3n7ak7cS5p9IWdrWdcQGLa09BYtTI3ArUEpaSP/WuDxfVVm0dbpcG3OSLkUquU50yZZSchKldkD4JSAkfVnzoM3RRRQFBoooI1xiuNwveqntD83SMGGiGxPbdvb5C3nA4r70kdtpSnJ+NVDSUmZN07BmT5VvlSnmUqdegLKo61eZbJ6lPuqL8bZUv7uZDca0aBbZaisIkTtQwuas7+bs8X0W8p2596qqfCRxLnDPTziURUBcBpWyK1y2U5TkhCfJPu+FA1UUUUBXy4lKkKSvG0jrn3V9V8PAlpYSkKJScA+dBrnqmz6alahvEXSbPDK1QbQ0jmOXCI3IXLcUjeUJ8SeWkdBkZ6n4U+tSpdt0dYddWN/1e1s29n1yzJVmN6uUjJa6ZStPce/GDUrvTf3OOiHqbSvBGyy3ElxEefIWXinyKsJ/fq86Lj2/UXCy2RJdvgtQp1tQhyLCyI6UKTgpbPcJ93njFA2IUFJCh2IyKx+obJbb9a37dcoyXmHk4V5KSfJSVDqFA4II6gilrQyJlq1be9NKus24wIkaK9GVMcDjrRXzApBV3UPACM9etO1AoaFu89iUvSOolOrvEForblKT4Z0cEJS8D+F1AUPI9exFN9ImrbbG1JrZiHa9Uz7NfLTCUt31RtCiWH1YG7ekjqprPv6VmOHl5fvOnErmkfKMN5yFOATjDzailRx8cBX7qgY6MdaKKAooooPh9lp9pTL7SHW1DCkLSFAj3EGonxf4WagXpO6xuFmpXLEqQQ85aMIMVSgcqLfhJaUens4GQO1Wx0KLagg4VtOPrrXrSEGBH1dZYtvsuqo2sW54+WpskOiO6jPz2Vk8taCPYCfhig1jjsX7SOt1uW6ctU8GMuV6xEUy56xzeeWnG15cc9n20DrX6EXa3p1Vol63Tm3IvylC2uJ+kypSc+fmk/wAFdi9NWJeq29UKtjBvDUYxUStviDRVu2/l8+9ZigQdA6c1OnUUm/a3+SX5seM3Atq4gJ2spyVund7K3CRkDsEgZpiuej9KXO6C6XHTdqlzhjEh6IhS+nbqRk1nKKBUvmgdPXF71yIy9ZLkE7Uz7Uv1Z4J9xKeih8FA14WOFmmlkP3h67XueDkzZtwd5vwA2FIAHuAp5rHQ77ZZt1lWmHdoMi4RMesRm30qdaz+EkHI+2gUpPCTRj10tUswVCNbW3UIhZBYdLntLWCMqV8c5OB7qb9P2a2WC1NWu0RERYbOdjSSSASSScnqSSSaWtc8T9GaPnxbbdb1GN0lSGo7MBpYU+pTiglOUj2R17nFOYOcH3ig5ooooCiiigKRLvwu0/Nmh+PInW9lT/rDsaOtJbW5v3lQCwSgk+aCmnuigB2ooooCiiigKKKKAooooCuqX/Szv7BX8FdtdUv+lnf2Cv4KDUbiASPQj0codhdYv+UuVt2wcsoPvSP4K1F1/wBfQg0gPL5Vi/5S5W3TH3hv9iP4KCIcCDjj1xmH/GcM/wDZGs16KnThY8D5Xu4j/GV1heA36vXGY/8AGcT+SNZr0VP1LpGf+HLj/lK6CsUUUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAl6u0HbbrIcuEeHBckOdXo8lvLEgjsSR4kKH4aevvzS9GjG0r5TM3VmlFgewR8owv3KlBY/i1VcUEAjBGRQR7UZj6js7lquPFKA4hTrToLMBttxKm3ErBB3HBynuMGnheqnZyeRp20Tbk7jHPcbUxHH/KLA3fuQaZuW3/W0/wByK+gOmMYoFfS+nJkO9XK73t+HMlzVMuJLTW1LCkJUnCQfgcbs5PXtTTRRQcHvXNB70UBXHYEntXNB7GggXEHW1g1Pqe5WlriVZ7BChRwyd0dl5Up0qVuQrmj2E7RkDuVfAVWuGVyVedAWO6LDAVJgtLPIGG/ZA8I8h7hUfs/FDSciberDqe+6dtjkdb4E0NIQ6wvnLQltKCgglKUblKJOdwqscIbi7d+GlguT77Mhx+GlReZbCEOdwFBI6AHviga6KKKAr5WoJSpSuyRk19V8u5DaylIUdpwD5/Cg1j4gX/hvfL/dtRWvWuilzXW2VNMXVokhaG1tLac8Odikq+sKTmrtwnKDwz02G57VwQm2sJEloEIdwgDKc9ce6pHZ4/FGJeLhchwY00pMttptLXyk2gI5e7rjYcZ3VbdGKmq0vbjcbSxZ5nITzoLCgW46sdUJI6ED4UGE1parzFuzWrtLMtybnHZ5EmAtexM5jdnbu8nE5JST06kHoanvFTj07pjTizE0ldIl7dBQzGuqAwQSccwJGeYgdyRjyz3q6Un8S9CxNZRorgleo3KGVCPK5QdTy1jDjS21eFaFDoQfMA+VBrTwT4zIteqNSXvUk1+VFnRUOPTZTW2TIfS4pttmO2nptwfLoDWz3Dy0zYMOfcrolLVwvEozZDCDlLGUJSlsHzISkZPmc1AbRwi1HoWRrJpWmXNTm7xHI1plW99tlmKlZ3bSws/N4Xg5G74VszYW5rVjgN3JxLk1EZtMlaR0U4EjcR9uaD20UUUBRRRQdE95hmMr1iS3HS582la1BI3K6ADPnnyqJ6cuN2lr03o2bFtkNu1XJp166/K7LnrZaJ28tCTvK3PPIGMnvmrBqeJZZlqKL+zDdhtuIdAlbeWlaTlB8XQEHGKhmhYcK5XKx3mFpjhXAZNy3YQ5+nmQlSvZ6Y5lBsNXAorkUBRRRQcK9k491aaTIWgYOk9V6os+s4mmuJcS7XJZleubHljnq+b5ZPiSW+2B3rcw9jmtftLaY4IasvGoFr0OwtuDPebl3e7BLaZEnflxKVFWTgqPXAA6CgxvDa2ejtp62w5cjUdj1PqCc4y47OnPiTMefWRjCSSUncewHTzrZIdunatd9eaJ4c6DulsnPcLbQ7Zpdxisxrla8+tRZClp2KVu+hnzB+ytiR26UBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAmcapMyFw5uEqBdnbO80tgmc2ncY6OcjesjzATnIPTGaj+qo71yulhsMvj1cLrEnyVLlpt62I6mmENqUXFOteyAoJ9rpVr4rXCdauHd7n262xLlJajHbGl9WVgkBW8eaQkkkeYFSrh9oPV1sukUv2jhSxp+47kTxaoSw5KaUk+FKj0IoKjwguUy8cNbJcLhKVMkOxyFSSBl8JUUpc6fhABWfjTZXRb4kW3wWIMGO3Hix2w2y02kJShIGAAB2AFd9AV1S/wClnf2Cv4K7a6pf9LO/sFfwUGo+v/8AaRaOPl8qxf8AKXK26ZI5SP2IrUbX4z6EGjx/xpF/ylytuGE/Mo6/RH8FBEuAmTxx4zEf8LxR/wBkaz3ouISOFeQPau9wJ/6U5WC4BI2ca+MuFZJvEb+SNZ70Xf1KEY/4VuH+VOUFSooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCg0UUE105xh0k7Nvdr1Le7JYrjari7EUw9PR842n2HATjuPLrgg0+WC72y/WiPd7PNamwJKSpl9o5Q4ASMg+YyDWs0pV0uOqJxsfBfQMtqbOn+rSLqve9MWw6Q73B8RUTgdKu3BR5t/hZYHWosCIFRsmPBbKGGTuOUIB6gJOR9YNA40UUUBRRRQLChpFWo37A7a7aJyY4mLDkNAC0LUobgSMKOQc/X8az9vZiR4bUeAyyzGbTtbQykJQke4AdAKhPHpuPN4gNMt6O0vdJDUZhl6be57rKW0ul0tpSEdANyCConupIqp8IXGHeGWn1xo0SM0YSMMxVKUy2fNKCokkA56k9aBrooooCiiignmp9eami6ynab0zoN++qgx2nn5C7i1FR85nASF9Vdu486c9OSp82xQ5d0gpgTnWkrfjJdDgaWR1TuHRWPeK1943MQZ3FWXytBv3uemOxFVKc1EuCjcW1uoaQlPvCVfWqrVwnLJ4Z6cVHZDDSrcyUNB0u7AUDw71dVY7ZPegaKkXFdWqrVr61aitdgvmoITaQwItuUkpSlQWl4OIUQDnKCD5bT76rtRXixbI9z4ntsuaHumrUizpJbauIjNxsvK6pypOSrz7+yKCi8L4FytmhLXCu68zUNEup5vM5ZKidm7z2525+FMtL/DmImDom1xEWNyxJaZ2i3uP85UfxHwleTu9+c+dMFAUUUUBRRRQY3UtntV+sz1uvVuj3GGrC1R30bkLKTuTkefUCotp48PUnSUm0ad0c3qiRc2w7DhxEc1geLmnHtIKPefNPxq8uZ2qIxkDIzWuvDzVMW5ajtU5/iBAYvcy5liXCh6dQnnfOK+Z5+3cUHyXmg2MFdE+XFgQnps19uPGYQVuuuKwlCR3JPurvFLPFK13C98Pb3arS2h2bJiqQyhagkLV3xk9ATjGTQZDS+pbFqaGuXYbpHnstr2LU0eqFe4g9R9tZapvw6YnXXX141ZIsNwsDXqMe2+rS2ghchxBK1OnaSlQTuCAodwDVINAHsa0ql6tdh3iFEHC2/3pOndYXGaZLMYrbkIUtzonw9epT7/AGa3VHaotpnilekXOW7qCCtyHNv0mzWGFbYZUp0srUC444pWAVbT06YAJ60CLrPjVeNX2aPYv0JdVWhl+4Q982WzhplKZDZJPhGO1bRipZxmOprHDi6t05eZEZwzokebb5YD8ZbTjiWyUoPsLGQcpOD1qpigKKKKAooooCiiigKKKKAooooJtxivCFx52lbho3UV5tUy2Keffthxvw4kFgEEEKP8GamuhdPaUha304u08Gtd2ZxqV4Jk10hiN4T4lDmKyPsql8a9ZWOyW1FiuF3udpuE1AfiSIVvdklHLcSckIB6ZwCMjoalvDHVqNWa9tVy1tqPVBuouCm7Xa4trfiW5GNwSpeU+LKRnxmg2aFFFFAV1S/6Wd/YK/grtrql/wBLO/sFfwUGpeuElXoSaP8AhdIx/wAacrbZj7yj9iP4K1P1enPoR6VJ+jPjH/Gl1thH+8N/sR/BQRLgAUq418Zsdxeo4/7I1nfRcIPCZpQ87pcP8qcpf9HzH6NXGdWeny2x/Jms/wCiutK+ETJSenypcP8AKnKCqUUUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAUUh64l6mm63tWnNO3pm0ocgSJsh71VL6tyFoS2lSVeyhW5XUdTjpWe0DfHtQ6Qt93ksoakPIUl1Ledm9KihRTn6JKSR8CKDPVwe9GfKsBxBa1U9ph9rRkuFEvSlthl2W3vaSneN5I8/Dmggutr3oCRJv9kt9i4iTg1eXJKp9liqX6nO9l3kr+jnzHarVwYagMcMLC1a4V0hRExsNMXL+mUjcrPM/GJyT9dS3TWmuK9ocvr1k4m6TeQuSqTPZYtZdbYfKfHhKVEpUduSOvXyqv8ADKVcpuhbVKu94hXmc40S7Oho2MvHceqU4GOmBj3igY6KKKAoOcHHeijNBA9Xo1NJ1debBqzVehI0Vy3h1PyjZh8/GLijs3KcG4JKevx64qo8IJTkzhnYJLrTDZXDSUpYZ5Te3rtKUD2UlOCB7jU344Xu3r1/DsN/u+jLXFZtwmR3L1axMWpxTikqCQVAJACUn45+FVXh7L9f0VapfyrDu3MjpPrkNrlsvY6ZQnyHTtQZ6iiigKD2oooIfxPjyL9r286bZsOkfnLXHcfk3qc6y5KTuc28sN/gH6XcZqo8OWFxdCWWK6m3oWzDbbKYDhcjjAxhtRySn4mofxuh2y3cWZN5v2kNKXiNOhMMR1329Nxlbkbs8pKgfD4uvxq4cO4yoeiLRGXaYloLcZA9SiOhxljp7KFDun40GfPbpUQ1zAvl71L8q3fh+407HQuNFeTrEQ9zQUTuCU+/oTn4Vbz2qF680zZ+IuqJd7t1st2oXoLKWWYc90tBa2XVpcb2qHsK3e32Cm096CncLUcvQVpbMdUcpaI5Sp/rhR41dOd+ufsqZqWuF9nmaf4f2azXBiKxJiRg2tqL97b6khIOOuAQM+eM+dMtAUUUUBXB71zRig+XSQ0op9oA4+utcdP6i1j922nYt41dc1JuM1pYtjVhSyhxGVcxPN29OUtPX3iq3xtVJRw4nqibeal2OfHzNmOcjO7l+LbjvjyzWPtn6Mblzt6rgjQ3ycHk+smOJPN5X0tm7pnt3oGnWupYGlbKq4TStx1xXKiRm0lTsp4glLSEjJKjj/vrA6U1ZqEXSDadZ2Jq2yrkjfCfhrU4wpW3eWV5G5DiQD3yDg4PTFMWqtNWPU8JqJfLeiY0w6HmcqUlTbgBAUlSSCDgnqDU1v1r1hpxoOvOsyNL6dlqu0eT624ucthDav0rhQx9IjcVezQVGHe7PNucu1w7rDkToZAkxm3kqcZz+EkHI71kTUOgRJkGKnW10058ivuarbk8zmtuOpiP7ELytHtIK1dvtq4g5GRQFawyOEnGmTfXZli1xY7ZbY98k3K3R3mC8pha1LGSQkjJC1ZGelbPeVai634Y6g0pqe93/VevdT2fSc+cuQ1JsUg8mAXHOzzZwQMqHiSMe+gb7rw89IGe0w1qDibp+bbGpbD8iMmJyuclDiVbd+zp2rYsZwM961utvAFd1t8K7WbjNqW8RVOtvtc+SH4shKVhWFYPUdMVsgOnSg5ooooCiiigKKKKAooNcCg5ooooJ7xSY12iWzc9OassOmrNEiOKnyLjDDxCtwIIJI2pwOvXvip3onXt3umurLbF8b9K3sOyfFb4dmKHJKdpylK+u366sPFGyuah4fXqzMmOHZMYhHrBw1uBChu6Hw5HWpNb7ZIjcSLAm2r0ZHiLuQnuGPNbEuMtaCl6K2lPtIUo5+00F+FFAooAV1Sv6Xc/YK/grtrrlf0u5+wP8FBqdrb/AGiunz7pcf8AyxVbXW/+kI/9iT/AK1S1r/tE7J8JbH+WKra23f1Pjf2JP8AoIl6PAzxf40HP/l9r+TVWc9E9G3g1CPvnzv8AKXKwXo7DPF/jOM/+cDX8mqmD0UxjgzBH/t07/KnKCq0UUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFcKIAya5oIyMUEJRqqZqPXdu1BZYEixPz2nrVEXckh2HdGkKUooJbVuYdSpKyNw9/eu+R90ehrRp6x6k1kixWmPAkFy4QY6Nq3kL3Ns7nQf1rPl4imsNqMXHSkgaZYjXaRLs95buem3RalONyw4Vc1pxxvw/rjg3HB86vV0ttvvEH1K7QI0yOopUpmQ0HEbgcg4PToaCY6C03OuetIWsHTf4ceI2vau7St8i4cxGBltJ2NNgYIAGSQPLvXO9QiO5cl3N7VjN2uPyo5q/wCR4g9YV6m7EC9hb5WdgASlfXBO9Oau9BDDetf8OZl2sFv0BGu0KXPkS4V2bntx2QXnCsCQFdlDdjPmAKqXDmzyrBom12uc+0/MbaK5C2hhBcWorXt/F3KOPhWv83Qt3vfERVk1To+YNKWy5XC+XmetwqaugUP0shG3xK2J+hVs4GtyWeFllZkx5kcobWlpmXnmttBxXLSrPXIRtH2UDrRRRQFFFB7UET41z77H1csx9QM6ftUaGy7JlfIzctexS3EqcKlAkJQQgEDsFk+VUPhLIfl8N7FJkvuSHXIiSp1bQbLh6+LaAAAe4GOxFQKbri23zVN0sWsuJF4jWn1iapyNCiuMuR3G3S221zUJJUjb4gMDJ71d+C9zdvHC6wXB6U5LW5G289xOFOhKikKI95ABNA30UUUBRRXB6igh+oUSbvqm56r0xoazcQIF0YTCaekPNo9VWzlKkfOg5bKic7fNJ+FVXQNqk2PRVntExSDIiRG2nNhJSFAdQCfIdh8BUr0Dwv1S5plDc3XOtNOSGn30mEzJYLKAXFKCm8JPgIUO5z3qu6Wtb1l07BtUi4ybk7FaDa5cg5ceI+kr4mgyZGQRUkgcKtVW67TLhauJkuAX1uBDYtTDgbaU6p3Z48noVnrmq3RQYvScC52zT8SDeLuu8T2kkPTVNBsvHJOdo6DpgdPdWUoooCiiigKKKKAIBGCAR7jRgUUUBXRcIjE+BIgymw5HkNqadQfpJUMEfkNd9FAhWjhZp+KplV1l3S/GIUCELjKK0xm2zlCEpThJwcHKgScCn0DAxRRQB7VqNd9NcSdZ68u9x1rpDU2rdNMT3W7Pb2rqzCiltK1AKcbOCrtjyrbmvFDutrmMlyLcIrzYWpBUh1JAUkkKHfuCCKCQR9Za805ZY0K18EJFpt0dbbSQ3cmHGmEFYCjy2/EcAk9POrYDkdqmvCC3TtIwNSs6knRmYz9/kSbetc0LQI7hSUJGT4OuRt/JVKoCiiigKKKKAorhZ2pKj2AzUbHEDXLFtXrt632Z7SjqFcuB63ypTQQcb96hhSlYI5fkfOgstdD02Gy+1HelMNPOnDba3AFLPwB6n7K+orofjNPhKkhxAWAoYIyM9amul9KaZ1g5qG73iAiVcVXiRHRIWSJERDS9qEoV3bxjcMY7g0FCu13tVoZS9dbnDgNKOErkvpbBPuBURmp7prXOo0CDetQwYp07epJRDfjJUHIQUtSWecCTlK/DhQ7EgEda77bw+vDmqLfL1TfYmpbZbmJDcZMyAkP/ADu3os5KVgBOM4BOa9XGGWTYGNK2y2yZlyui20xmY6BtbQ24gqcWeyUJGM/WKD2caxCVwn1MLip9MX5Oc38kZWTjoAPPJwPqNSTh6xaRebA6fRzuFlmofbULgGEJbiq/rm4eI4+I+urVxLbW/wAPr40m5RLYVQnAqXKa5jTIx1UpPmAM1HNBOalA0neFcaLpfdPTbihlpCrMltT6h+tOKB3oB+P20GwwooFFAV8up3NqT7wRX1RQan6s8foKxx/vSWlH2onqTW01qObZEPvZR/FFatanH/iPTx5Nz3lH/rJRraHT5zYbeffFa/iCgjPo6nHF/jQQP/L7X8mqs96KZzwag5/3/O/ylysF6Oxxxj40J/4/Z/iKpg9Fnpwdggf7/nf5U5QVOiiigKKKKAooooCiiigKKKKArHam+VfucuXyFyjdfVXPU+b7HN2nZn4ZxWRooILoZcn/AFKXu23TUnypKuq7bdYt0n89t8t7vWMJyUJ2KRuQUY91dlp1pqbT0K46nvV2fukaLeHbddbTIaQ05FcU5816srpvGxSPCc7s9Dmmx3hlKjaut9ys+oXIlpj3Y3RVvWzv2OqCg6lteQUpXvJKTkZ7Ypbk3ThrF4iybpcrneoMZN1U4pctOy0rntt7FKCyPbA95xnt1oHO2cMrLF1Gxe2bjefVm5KpzNqXK/STUhWSXEt46HKlHvjJp7pS0hxB05qe7rtdsVPQ/wAgyWTJhuMokshQSXGioDekEgZ+IrI6+v8A9y+jbpfxGVKVCjlxDCTguL7JTnyySBQaxastUBWoNQak1TrPWMSE3epsK8CDOdSi2IV/SjqUp/W8DB+urr6NzzMjgpppyOXFserqS245u3OpDigFnd1yrG77aSFcPuN14ZVfp/FFi33N5PMRaGbclcJI7hpe7qoY6E1VuF97d1DoW2XSRCagyVoU1Ijtfe23W1FCwn8Xck4+FAy0UUUBRRRQdKIsZvPLjtIySTtQBknua7GkNtICG0JQkdgkYFfVFAUUUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAUUUUARkEVq9xD9H7RrerrG/LuF5kP6j1C4maWpfKRtW245hKUjpgpFbQ1qnH4Wfd9rK9i0cXNQsv268yX+TDjueqW51TivmkrUR4wFK7UDe76LHDqOpqTBueooz7DyHW3HbhzEJKVA9Ukde3vq+gYGO9a4v+jtrRQQpzjNqC4JbeQ56tL3Fp0JWFbV+Psce6tjR0zQc0UUUBRRRQFRxWl7RonUcvUmur5aV2FqS+5Z47zRBZefd5izjsVeQ2p7U/3fXejrRevka6ajt0OdtyWnnQnHTOCT0Bx1wTmsJrZld/Ys2sNHSYF4esz7i0sJcS41LbUna42lQyA50G0+R6Gg9Wl9fsX5u7AWefbFQYyZbQmJSnnMKCyhzAOUg7CcKwcYrp4L2+5DTjupb3KYkXXUSkT3yw0W220ltKW20pJPspAyfM0l3u3Srdwsn6k1Qw9Dk325x39Qhxzxx4ReSjk5HspS3tBx+EurLanIK7ZGXbXGFwuUnkLZUC2UY8O0joRj3UHqpH11L+SNd6Suq2+a1IddtZQhXziVP7ClYT5pBb6+4HNNNsvVpuj8pi23KHMdiOlmShl5Kyysd0qAPQ/XSalhN14+uyu6LFY0tYPbmyHCrP2Jb/AH6DN8U2LfJ4e3tm63BNuhKiL5spaSpLIHUKIHUgHGR7ql2jNJ8U7lqBoX77m7bpdN3Res25wurlrCU4SnIGxBUOZ7+uKofFK4JkQ29ExvXkXLUkeRHjvx2kKDCAkcxxW84ACVduuewpV0jwau+n5dqUOLGsZkG3uoc9QedRyXUp+gRjO34ZoK8KKKKAooooNVb+2HPQYvJUcYkyT/8A5BVbMaWOdMWo++Eyf8AVrVemy56C16wcYfkn/wDyCq2S0ac6Qsx98Bj+TTQSH0fs/o18ZwOn9Gox/wCyVWf9FwY4StDPa63Ef425WB4DYHHXjMgHvdYqv+yVWd9FoY4VFIPs3i4j/GnKCq0UUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAVIb7ZJmjdVX652rQ0jVFpv/LfcgxnUENS07tzikOnaN+4dR229fKq9RQIXCvS13iNp1RrF9yRqeWwWlt7wWYLJWVBhpKQAMDbuPXJHes1xM0/L1VoW66egzxb5M1kIalbc8lQUCFAeZGKY6KCLJ4RcQg0M8fNV7sf70ZxVC4WaYkaO0NA07Kuaro9ELm6WpGxT25xS9xGT18XWlmz6+vt14lXTTrdnYh2ltuQxbp7y9xky2CkOgoByEJ3D4nBpp4bX+ZqXSjVzuEeNHlh95h1Edwrb3NOKbJST1wduftoGSiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigK1o07O42wbjqZPD/TOlZloOop/zsyQUOlfN67uv5K2XqCaEvkfhvrLUjGsLTfbFBvV4kPx7k8svW15SnPCskA8hRGB18JwD0oPJcb16U5QjmaU0uwxvRzlw5PMdCNw3bElXfFbCjJAJHXzrHyb7ZY0JUx+6wm46UhZcL6du3yOc1kEkKSFA5BGQaDmiiigKKKKCU6007qqzyr1MsFug6hiXl4PCPJZbLkCSUJbDw3eFxAwCUnqMZ61m9OytEcPbeuyytV25Et2St+UqVKbQ44+vG5RQMBHl0AAxj66e6lVzsh0hrXnMxrZcrZqu6q5zEmPl9h9TKlKUleCFIPL9lXbPQ9aB91MwLzo+4x4Hq0szITiY5VtW0tSkHYeuQRnBqR6NsLuvLb8iyoGp9L22x2qPEhAb4nLmjdzHEAHDm3ajBOR1NOnAydDRwxt0N6SyzLghbUyMs7FRHC4o8opPVIGQB7xjHSn9OMZHUH3UEl1VpK1cP7LadT6fc9Tn2l1liQ4raDc2nHEoW28fpKUpW4K7hXWvbq2bdNEcQpOqnbaZem7sxEhy32Vp5kR8OlCFlBOVIPNA6dj5VmeOLjCOFGokSQyW3YamsOEYyohPTPn1yPiKy9z0zbrpoj7lpipC4aoqI/M5nzo2gbV7j9IEA599AiccdJSdTam0gVN6iRbo7klEmXZJHKfjqcSkIKsdSjIOcdsVxA4G2mHd7fchrXW8lcGU3JS1KuxdacKTnCkkdQazujFz7Hry56Sm3yfeGVwGbjDdnLSt1A3KbcTlIGRlKT28zT7QFFFFAUedFHnQavXNJV6Ct+x5euK/JPXWwOgZIXoXT69p8VsjH/sk1BHRv9B2/Dy5NwP5J66uHDpw/ofac/aqL/JJoJtwNIT6QnGRA7GbCV+VpVZ/0WyP0M5KR9G+3If4yul7ghuT6RvGJP8A7RAP/ZmmL0X/ANTqcMYxqC5D/GV0FUooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCsRq7UVp0pp2ZqC9vqYt8NIW84lsrKQSAOiQSepFZel7iLD1HO0hNiaTdtjN4cCfV13FrmMDCgTuTg56A4+OKDWzXd34d6h1T8u2LiTrTTKXH1yH48SzPqQXVo2LW3uR82pSehIznvWwfBdzTLvDa0/cf6z8ioQpuOZDakOq2rUFKUFdclQJ6++kjUzXGyPLnzHdcaHslqaVhhc2Eo5TjqSSoCnXgvc5144ewp9xvNuvUlx1/dOt7eyO9h1QBQnyGB/wDnvQOdFFFAUUUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFJvEa732Hc9OWewyY0N27zVsOSXo/O5SUtLcyEZGclOM/Glb9FG8fc89Dg6fdu2r4frAlw2m1NstpZUfnFKwcBYAKUgkkqAoK3RSfoviDZtTSI0KPHuUaZIiespTJhOsoWE7QsIUtI3bSoA/XThQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAUUUUAa1v1Gzxn4t3m+aOaVB0zopi4PQ5Nz5JMiYwleNiEnofD0yMA++tjzWvdwuPFaNqDVnEK0aiZuNhs1ykRjptbSUhyOwMLUHO6XOmR0OaDqV6J3DiBGEn5b1A06xtWh56aktoUnqCUkez8M1sQ0MNpAOcADPvrW2NoDihxghJvuvtYO6as0gIkQbLazuRt9pKnVef1dfsrZFlGxpCd2dqQM++g+6KKKAooooCkPjxEtzvDmdPmOvR5du/TNtfYcKHW5YBS1sI6klStuPPNMWsdT2vSlrRcLoX1JdeSwy1HZLrrziuyUJHUnoT9lTq63uBr7Xmj3rJbLxc4NsmOPTC/CcZht7mjtWouBOXEKA2gA9zQN1z4faW1MiFcNVafhzbkI6EyFKBAWraM7gCArB7ZzjypZGiuInyI9Zfu1MaPbmnE2Z6JlDzx/WfWVEHKUDCSE+13NVeignVt03ftTakh3TX1otiYdrjBESGHvWEuSSRukKGAkYCcJBBI3E1RegxjtRXB6DPuoJGbZftFa5cvymbFKa1BfW4q5a+aZpZdUdjQ+gkI8gOhHxquYqXcObKNXWu26wvV8vMp9U5yUmIZOIqVNvLDfzePCUgDoCOveqlQFFFFACiiuFHGProNZmPnfQc1KlP0UXIfkmOGqjw1dV+h1pr5w/1Ii+f/AKlNTuDCMb0P9Z24ncWPlhJx+LJcNMPDO7gcN9MDp0s8T+RR8aDp4O9PSZ4uo7ZNvV/2Rph9Gk/6irwn8HUt0H+MKpc4TnZ6VfFhv3xrer/s6YvRr6aU1Cn8HVV0H/bmgqVFFFAUUUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAVhNeR75L0Zd42mZCI16ciLTBdWcJQ7jwknB86zdFBqU/ol+NrGwXDjJA1Tc2IoW5cZ8h0zbe494eWlLTX3tv2j4k/RrZPh3I0rJ0pHe0UIosiluer+qt7Gs7zv2pwMDdmmE10wokaEzyIcZqO1uUrY0gJTlRyTge8kmg76KKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigS+IdtvKbraNUWLkypdr5iDb3yEpkoc27tq/ouAJ8JPTqR51iZKuLV0lNvg2PTzEY+sIZ5pketf8AqXjt8AxuypHniunjLb7S3f7JqHU0NUzT7DUiLOCtym429IUh7anscpKd3lu8qVbZo283jRt8u9lhyIduucBg26zP3B11b4bd5mXVLPgLifBtHTB60D5oePdLxq5/VV1vVgmpYhqgRY1oeLzbOVhS1KWe6jtSMYGMU/VIdGWnU/6IltvH3AQtIwEsPom+rTkKEhpSRykKaQAOYlYyT1ABOCc1XqAooooCiiigKKKKAooooCiiig4PStfrzwI1ZctRajukXipcrFCvdwekrt0FoloJUMAElQySO/StgTWq3EjV3Ea5cSr1p296wc4eaQiy1sw7mi1OEy0f2YdE49+RQdOseELui9N7b56Qd5gw2mwmPBeVtbcSD0bDYXkg9ulbVw8eps4VuHLT19/StW+AHBDQ+stIzNV6pkztRyJ8p1MKRJmlS2Y6VbUKGOyzgnr762maQltlDaPZSkAfUKD7ooooCiiign/FdwWW66d1lIt8q4wbQ68iU1HZLy2UuowHkoHUlJSB0GcKNYrTXFWSwl1vXmnLhYXXnOdA5EJ6QhcVQykuKQlQQsddwPY1VSARgjIrrkMtvsOMOD5txBQoA46EYNB1WufDuduj3GA+iRFkthxl1ByFpIyCK9NSuRw9e0bbmrzpK7ahnTLVtLNvkTytl2Mk+OOEY2jw5wcZyB1r3yuLdldbzYbZdb2tltT09DEZTZhtJGVFfM25UO2wZUcHpQUWkHidN1MNS6Wsumr41bF3B9/1kmMl5fLQ0VBW1XTYFAA9j4h1rrk8XdGKiKciXNxKXGyGJciI83E5pTlKFOlISkk/Gurgqy3f7NH4gTLzLvFxucYNpW+0ltuIkK8bTKUjonePaJJUADmgZ9Caec01ZFwn7iq4SHpLsp54tJaSXHFblBKE9Epz5UwUUUBRRRQFcHuK5ooIDCJ/8GPiJnr+mb3/ACzlL3Dl9X6Hum+p/qTF/kk0ww0g+jJxEGf903v+WcpY4dNp/Q+0587/AOSov8kmgb+GQ2+l3xRHvttvP+DTJ6Oadlj1ajOcauuX8oKXuHQ2+l9xKH4Vnt5/wRTFwB+Yk6/tyykLj6umK2jyS4ELH8JoKiKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiig4WlK0lK0hST3BGRXIASAAAAPIUUUBRRRQFFFFAUUUUBRRRQFFFFAUUUUBXXJZZksLYkMtvNLGFocSFJUPcQe9dlFBKdZcDNJ3SLLd02uXpK6PoUPWbS8plCyfJxseFSfeAAfjVQhtFiIywpRWW0JSVe/A713UUBRRRQFFFFAUUUUBXASkHISAT3OK5ooOt5hl5ksvMtuNq7oWkFJ+w1y02202lpptLaEjCUpGAB8BX3RQFFFFAUUUUBQaK65DiWWlvOKCUNpKlE+QHU0EFtnX0aeIv8AbN9/lXKVeHKv9b3TnzY/qTF/kk01aYTy/RA1Jcnzj5Sg3Wd1P9cW6U/vYpO4dIf/AEPtOfNq/qVF/kk0DzaFeoemzfWc7Rc9LMOAfhFCwP8Aupi0kfkL0hNW2V0bGL/Bj3iLk+042OS9j/ANKnH8K0nxz4Z8QxlENT7lluDo8ku+xn7Sqm/jtCkW1Nk4lW5pbsvSz6nZDaO7sJwbZAHxCfF+5oKhRXktNwh3a1xbnbpCJESU0l1l1JyFoUMg/kNeugKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKM0UYoCiiigKKKKAooooCiiigKKOtHWgKKOtHWgKKOtHWgKKOtHWgKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKKKKAooooCiiigKn3H6+v2bhtOi27x3a9KTabc2O63n/AMfUCpX7mqAtSUIKlEBIGST5VI9MOniZxUOq20k6V0wXI1pWfZmTT0dfHvSgeBJ9+TQYv0jkxdDeipcNPxjj9IMWmN+OpRSg/vbqeNDaIgW/RNigOp+cjW2Oyrp5pbSD/AAVOeOy1a841aK4XxvnIsF8Xy8p+iltHsJJ9569PjV/AAGABigReO+iEcQOF1306lI9cU3zoKz05chHVCvy9PtrD+jprccQOGbCLskJvNsBt14jL7peR4SSPxgM/XmqlWuvF+1XPhDxIXxj0vCdlWS4ANaotzPQEZGJA+I8//v0Bh09Od4OatTpG7FZ0RdpGbHcFnwwHln+lHD5JJ9g/ZVoSQRkEGlqM7pTiXoNDiRFvFiurGcHCkqB8j7lA/aCKnzH3c8IMslidrbRST4Fo8VytqfcR+vNj4dRQWeuD3pd0XrnSmsYvP07e4k1Q9tkL2vNnzCmz4kkfEUx0BRRRQFFFFAUUUUB1o60ZFFAdaOtFGfhQFFcdaOtBzRXHWjrQc0VxXNAUUUUBRRn4UUBRRRQFFFFAUUUdM0BRRmjIoDFFGR7xXG5P4Q/LQc0V88xH4afy0cxv+uI/LQfVFfPNb/riPy18l1r+uI/uhQdlFdXrDH9eb/uxQZMcd32h+7FB20V0GXFHeUwP+UFceuw/99sf3wUHo60V5lXGAO86N/fU/nr4NztvncIg/wCWT+eg9lFeJV4tKfaukEfXIT+evg32yjveLf8A9JR+egyFFYz7obD/AMOWz/pSPz1wdQWH/h22f9Kb/PQZSisT90umx/5wWn/pjf564+6fTf8A6Q2j/prf56DL0Vh1ar0ukZVqSzj65zf86uhetNHpPi1XY0/XcGv51Bn6KXfu50SP/PDT/wD1kz/Org680SP/ADv0/wD9YtfzqBjopaOv9CjvrLT3/WLX86vk8Q9BDvrPT/8A1g1/OoGeilJXEzh2lRSrXGngR3/og1+eutXFLhuP/PrTn/WLX56BxopLPFbhsE7vu609j+32/wA9eOXxo4VxejmubOs+5l0un/ABoKBXy44httTji0oQkEqUo4AHvJqWr4xN3dPJ0Ho7UepnldEveqGLFT8VOu7Rj6ga63NDav1y4l3iTeW4doByNPWdxQZc/s73RTn7EYTQeHUmobtxXubuktCyXIul23OVetRIGA4B7UeKfNR7KX2Hl8XDVd90pwh4YOTFNswbVao4aixkHBcUBhLafeon/vJrIajvmk+HGjjMuL0Oz2eE2EttoSEjoOiEJHdRx2FQ/RtmvXH7WkbXOrYTlu0Ja3uZYrU57U1X9edHu/8AwOlA0ei9pK5mLduKOrWnE6l1a56xsc/3NF/WmwPLp1+rFW6uEJShIQkAJAwAPIVzQFdUyNHmxHYktlt+O8gocbcTlK0noQR5iu2ig1vvuh9Z8EL1J1PwnjLvGlpDnNuemT1U171sfmHX6xVN4V8YdFcQ44btlw9Uuiej9smDlSG1eY2n2vszVDqacVOCOheICzOmwF229J6tXS3q5MhKveSOivtBoMtq7hZofU875Sn2ZEe59xcISzGkj/lEYJ+3NYA8MNW287NO8XtTxWPJue0zN/fWkGkuJoP0h9FZa0pxFtuqoCDhuNe2VB0J92/r/DRI4j+kRZ3hDuvDHTcp3GQ4zd0oB+zcaB7To3iqE4/RgBP/AMPsfnrk6P4qbcfovdfhp9j89I6OJ3HtR8HCiwZP/Haf51fR4k+kGTgcJtPf9do/nUDmNEcT/PjA+fqsbH565Oh+JhxnjBLH1WSP+elAcQ/SCOMcLdOA/G8J/nVwrXvpFqzs4ZaXH13Yfz6Bu+4LiQc7uM1yH1WaNX2nQfELpnjJdT/zPG/NScnWvpKLI28NdJDPvun/APOvQjVHpMLBI4d6PT/zmf59A1J0Br7JKuMV66+62RR/m18K4d65V7fGTUQH4sKKP8ylpOovSaxlWhNGj/nE/wA+uHL36TyzhGi9EoHxnqP+dQMw4bau+lxk1Yf2LMYf5lcp4aaox4+L2sj9QjD/APbpY+UvShI6aZ0Ig/GWs/51HrvpSlX9RtApH9nc/PQNSeGN8x4uLGuD/wAuyP8A9uuf0L7pu8XFPXavqmtD/MpU9Z9KZRP9DtAJH9ldrrT/AOFQpaiU6BbB7dXDQN6uFk1XfidxAP1XNA/zK6zwlfON3E7iHj9twP8ANpXDHpTKHWboFP8Aybh/7qPU/SlKMG66CSf7A5+agazwkbV7fEXiGr/nxX82vkcH4mOuu9fq+u+L/NSmu2elGof7JtDI+qGo/wCbX23ZPSgJ8es9FJ+qCo/5tA0K4N21Y8etddn6765+avn9Baxk+LVmt1fXfXaXF6e9JpY/2eaPR9VuP8yvOdK+k0cn9ErSaPqtn/8ACgbP0FNN5wrUWtFfXf3/AM9fJ4H6X3ZVftZEe439/wDPS4nRvpHFHj4r6e3fC0j+bXH3E+kcR14u2IfVaE/zaBiVwM0etWVXPVh+Jv0j+dX2eBmjSMKn6pUPjfpP86lg6E9ItXQ8YrQk/C0J/m1wNA+kV2Vxntf2WdH82gaRwN0SDkSdSk+/5dk/z64VwL0KeqndRKPxvkn+fS0nQPpAj2uM8D/qdH5q+Bw54+7ys8aovXyFpR+agakcDNBBP3u+H671J/n0J4F8P89Y14z7zeZP8+lRfDjj4cn9GxgfAWpH5q5Rw346qADnG1Gfha0UDYeB3D//AHndT/zvJ/n19jgjw9xj1G5nH/G0n/SUs/obcbNmP0bV5/apH564/Q141/8A63uj/mlH56BnPBLh2roq2XA/87Sf9JXz+gbw4Bz8lTz/AM6yf9JSw5wz41KIxxyfT9Vpb/PXA4YcasjPHaTj9qW/z0DQOBvDM+1YZB+u4SP59H6BnDDOfuddP1zpH8+lh7hbxmONvHiePfi0tD/Or6Z4V8Xz9948XP7LW3/OoGpHBDhikYGm8/XMf/n0K4I8MFHxaYQf/mn/AOfSqvhLxXV//fq9D6re2P8AOo/Qj4q9P9fq+/8AQUfzqBrTwR4XJ7aVZ+2S9/Pr6/QT4Xeek45+t97+fSieEHFBXU8ftRg/CC3j+NXwrg3xNX984/6n/cxED/OoG79BHhUT10hEP1vO/wA6uRwR4VDtouD/AHxz+dSd+gpxGUfnOP2qz9TCR/nV9/oLcRMbTx81bt/sSf51A3jgjwpHU6Kt2fiV/wA6g8EeE56q0Pazj3hf86kz9BDXSs7uPWsCf2A/nVwjgbrbJCuO+sSPhj89A5s8GuEzzCHGdEWZxtYBSoIJBHv712Dgrwq/9A7J/eP/AL0jN8BtWJX145a2+xY/nV6V8DNT7MK4363I/sg/PQOaeDXCtPs6Csg/+WFfaeDvC8HI0LYv+iikj9AS7r9rjJrr/pIr5Po+3A+1xi14f/mxQPyeE3DJPQaFsH/Q0fmrn9Cfhn/6C6e/6Ej81ISfR9lJ9ri7r5X/AM8BQr0fXVd+LWv/APrAfmoH4cKuG2cfcJp7H9oo/NX3+hZw2/8AQbT3/QG/zVOlejtk+LizxAP/ADgPzV8n0cIyyN/FLiAoj/jL/wC1BSEcMOHKFeHQ2nc/te3+avr9DXh7nA0Lp7H7XNfmqao9Gu1pd5i+JOv1/wDOp/NX2PRtspzniDr45/42P5qCnfoeaD/9DNP/APV7X5qBw90IDkaNsA/5va/m1Mj6NVg89d69/wCt/wD+NfCvRk02VZVrnXih7vlc/wA2gqv3C6JSMDSNh/6va/m19J0do5v2dK2JH/N7X82pUr0Y9IrHXV2uT/zyr81fSPRi0QBhzUmt3PrvSvzUFY+5nSQ76fsg/wDk2vzV3Rbbp2IcxYFrY/sbTaf4BUhV6L3D1Ryu56rV9d4X+avpXoucMlDC3tSq+u7ufmoKbqDW+i9NxluXfUtnt6G/aSuUgKH7kHP71Sa/ekXGu1wcsnCbS1z1ncj4EykNKRCbV71LPUj8n10x2H0dOD9nWlxvSDE15P67OecfV/hKx+9VOtVqtlphph2qBFgx09mo7QbT+QUEO0rwSv2qtQNat423tF+mNr3xLLHJEGJ8CPpH6vtzV6ZabZbS002lttACUpSMBIHYAeQr7ooCiiig/9k=</binary>
</FictionBook>