<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_action</genre><author><first-name>John</first-name><last-name>Norman</last-name></author><book-title>Kampfsklave auf Gor</book-title><annotation><p>Beim Versuch, die sch�ne Beverly Henderson vor r�den Sklavenh�ndlern zu sch�tzen, landet Jason Marshall selbst auf dem Sklavenmarkt von Gor. Ausgestattet mit allen Vorz�gen eines Erdenmenschen, erzielt er einen aufsehenerregenden Preis und wird Seidensklave im Boudoir einer reichen Lady. Doch nicht lange, und sein Mut und seine K�rperkraft bef�rdern ihn zum m�chtigsten Kampfsklaven von Gor.</p><p>Als zwischen den beiden Hauptst�dten des Planeten ein blutiger Konflikt ausbricht, schl�gt f�r Jason Marshall die Stunde der Wahrheit.</p></annotation><date>1984</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Thomas</first-name><last-name>Schl�ck</last-name></translator><sequence name="Gor-Zyklus" number="14"/></title-info><src-title-info><genre>sf_action</genre><author><first-name>John</first-name><last-name>Norman</last-name></author><book-title>Fighting Slave of Gor</book-title><date>1980</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>N/A</nickname></author><date>2014</date><id>DB01F7D4-A0B6-4BE5-A61C-BFDAA1C52546</id><version>1.0</version><program-used>fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used></document-info></description><body><title><p>John Norman</p><p>Kampfsklave auf Gor</p></title><section><title><p>1</p></title><p>�K�nnte ich mal allein mit Ihnen sprechen, Jason?� fragte sie.</p><p>�Selbstverst�ndlich, Beverly�, gab ich zur�ck.</p><p>Wir sa�en an einem kleinen Tisch in einer Ecknische. Das Restaurant befindet sich an der 128. Stra�e. Auf dem Tisch brannte eine kleine Kerze. Das Tischtuch war wei�, das Besteck schimmerte angenehm im Kerzenschein.</p><p>Sie wirkte ziemlich zerstreut.</p><p>Nie zuvor hatte ich sie so erlebt. Normalerweise gab sie sich intellektuell, zur�ckhaltend, gefa�t, abweisend.</p><p>Jetzt sah sie mich an.</p><p>Wir waren eigentlich nicht befreundet, eher nur miteinander bekannt. Ich wu�te nicht, warum sie um die Zusammenkunft gebeten hatte.</p><p>�Nett, da� Sie gekommen sind�, sagte sie.</p><p>�Gern geschehen.�</p><p>Beverly Henderson war zweiundzwanzig Jahre alt und studierte an einer der gr��ten Universit�ten im Stadtbereich New York englische Literatur. Ich war an derselben Universit�t eingeschrieben, allerdings bereitete ich meine Doktorarbeit in Klassik vor, wobei griechische Historiker meine Spezialit�t waren. Beverly war ein nicht sehr gro�es M�dchen mit h�bschen Br�sten, schmalen Fu�gelenken und reizenden Kurven. Darin pa�te sie recht wenig zu den gro�en formenlosen Frauen, die an ihrer Fakult�t den Ton angaben. Allerdings gab sie sich gro�e M�he, dem allgemeinen Standard zu entsprechen. So hatte sie zwar das strenge �u�ere ihrer Lehrer angenommen, ohne allerdings wirklich von ihnen akzeptiert zu werden. Dazu pa�te sie zu wenig zu ihnen. Sie hatte sehr dunkles, beinahe schwarzes Haar, das zu einem engen Knoten zusammengebunden war. Ihre Haut zeigte sich hell, ihre Augen dunkelbraun. Ich hei�e Jason Marshall. Ich habe braunes Haar und braune Augen, eine helle Haut, bin gut ein Meter achtzig gro� und wiege etwa hundertundsiebzig Pfund. Zur Zeit des Treffens war ich f�nfundzwanzig Jahre alt.</p><p>Ich versuchte zwar, ruhig zu erscheinen, doch schlug mein Herz auf das heftigste. Ahnte sie etwas von den Gef�hlen, die in mir erbl�ht waren, seit ich sie vor einigen Monaten zum erstenmal gesehen hatte? F�r mich war sie eine der aufregendsten Frauen, die ich je gesehen hatte. Es f�llt schwer, solche Dinge zu erkl�ren. Nicht da� sie ausgesprochen attraktiv war. Vielmehr hatte es wohl eher mit den in ihr schlummernden Kr�ften zu tun, die ich nicht g�nzlich zu ergr�nden vermochte. Oft schon hatte ich davon getr�umt, ihren nackten K�rper in den Armen zu halten. Es kostete mich M�he, mir solche Gedanken aus dem Kopf zu schlagen. Nat�rlich hatte ich sie mehrfach gebeten, mich ins Theater oder in ein Restaurant zu begleiten, aber sie hatte stets abgelehnt. Doch solche Entt�uschungen bereitete sie anscheinend nicht nur mir. Offenbar gelang es auch keinem anderen, die Gunst der reizenden Mi� Henderson zu erringen. Soweit ich es beurteilen konnte, ging sie nur selten aus. Einoder zweimal hatte ich sie in m�nnlicher Begleitung gesehen � Erscheinungen, die wenig aufregend und g�nzlich harmlos wirkten. Ihre Ansichten entsprachen vermutlich der erwarteten Norm. Von ihnen hatte sie wenig zu f�rchten � au�er vielleicht Langeweile. Heute abend aber hatte sie mich �berraschend angerufen und vorgeschlagen, sie hier im Restaurant zu treffen. Ohne weitere Erkl�rung. Sie wolle mit mir reden. Verwirrt hatte ich die U-Bahn genommen und gedachte sie sp�ter mit dem Taxi nach Hause zu bringen.</p><p>Sie hatte mich allein sprechen wollen. Ich legte die Hand auf die ihre.</p><p>�Nicht�, sagte sie. �Ich mag das nicht. Versuchen Sie mir nicht m�nnlich zu kommen. Ich mag die M�nner nicht. Und ich gefalle mir nicht einmal selbst.�</p><p>�Dann verstehe ich nicht, was dieses Gespr�ch soll.� Ich machte Anstalten aufzustehen.</p><p>�Nein�, sagte sie. �Gehen Sie nicht. Ich mu� dringend mit Ihnen sprechen, Jason.�</p><p>Ich setzte mich. Wir kannten uns kaum, dennoch war ich irgendwie bes�nftigt. Und neugierig. Sie war h�bsch.</p><p>�Warum wollen Sie mich sprechen?� fragte ich. �Bisher haben Sie mich doch kaum gegr��t.�</p><p>�Es gibt Gr�nde.�</p><p>�Sie haben nicht einmal mit mir gesprochen.�</p><p>�Ich hatte Angst vor Ihnen, Jason.�</p><p>�Inwiefern?�</p><p>�Sie haben so etwas an sich�, gab sie zur�ck. �Ich wei� eigentlich nicht, was es ist. Eine Art Ausstrahlung, eine M�nnlichkeit.� Sie hob hastig den Blick. �Verstehen Sie das richtig, ich finde so etwas absto�end.�</p><p>�Schon gut.�</p><p>�Aber ich f�hle mich weiblich dabei, irgendwie schwach. Ich m�chte aber nicht weiblich sein, nicht schwach.�</p><p>�Tut mir leid, wenn ich vielleicht etwas gesagt oder getan habe, das Sie beunruhigt.�</p><p>�Das war es nicht. Es ging eher um etwas, das nur zu ahnen war. Da� Sie n�mlich anders sind als die anderen.�</p><p>�Inwiefern?�</p><p>�Na, eben ein Mann.�</p><p>�Das ist doch Unsinn!� erwiderte ich. �Sie m�ssen Hunderte von M�nnern kennen.�</p><p>�Keine wie Sie.�</p><p>�Wovor hatten Sie Angst?� wollte ich wissen. �Da� ich Ihnen befehlen w�rde, in die K�che zu gehen und zu kochen?�</p><p>�Nein�, erwiderte sie l�chelnd.</p><p>�Oder da� ich Sie ins Schlafzimmer schicken w�rde, sich auszuziehen?�</p><p>�Bitte, Jason�, sagte sie und senkte err�tend den Blick.</p><p>�Entschuldigen Sie�, sagte ich. Innerlich aber mu�te ich l�cheln. Es war sicher recht angenehm, der niedlichen Mi� Henderson zu befehlen, das Schlafzimmer meiner kleinen Studentenwohnung zu betreten und sich dort ihrer Kleidung zu entledigen.</p><p>�Es gibt verschiedene Gr�nde, warum ich mit Ihnen sprechen wollte�, sagte sie.</p><p>�Ich h�re.�</p><p>�Sie m�ssen wissen, ich mag Sie nicht.�</p><p>�Na sch�n.�</p><p>�Und wir Frauen haben vor M�nnern Ihres Schlages keine Angst mehr.�</p><p>�Gut.�</p><p>Aber sie sprach nicht weiter, sondern senkte den Kopf.</p><p>Heute abend trug sie Sachen, die ich an ihr noch nie gesehen hatte. Normalerweise hielt sie sich an die Uniform, die in ihren intellektuellen Studentenkreisen stillschweigend vorgeschrieben war � Hosen verschiedener Art, Blusen und Jacken, manchmal sogar Krawatten. Solche Imitation m�nnlicher Kleidung wird interessanterweise oft gerade von solchen Individuen getragen, die am lautesten darauf bestehen, da� sie Frauen sind. Nat�rlich ist es m�glich, da� diese Personen die am allerwenigsten weiblichen sind. Aber solche Er�rterungen �berl��t man am besten den Psychologen.</p><p>�Sie sehen heute abend sehr h�bsch aus�, bemerkte ich.</p><p>Beverly trug ein schulterfreies wei�es Satinkleid und dazu eine kleine silberbestickte Handtasche. Handgelenke und Hals lagen frei. Sie hatte h�bsch geformte Arme und zarte, schmale H�nde. An den F��en trug sie goldene Pumps mit schmalen goldenen Riemchen.</p><p>�Vielen Dank�, bemerkte sie.</p><p>Ich musterte sie. Sie hatte aufregende Schultern. Ihre Br�ste waren bestimmt sehr wei�.</p><p>�Das ist an Ihrer Fakult�t aber bestimmt nicht der �bliche Aufzug�, fuhr ich fort.</p><p>�Ich wei� nicht, was mit mir los ist�, erwiderte sie niedergeschlagen und sch�ttelte den Kopf. �Ich mu�te mit jemandem sprechen.�</p><p>�Warum aber mit mir?�</p><p>�Daf�r gibt es Gr�nde. Zum Beispiel sind Sie anders als die anderen. Was die anderen sagen und denken, wei� ich. Ich aber brauche jemanden, der in seinem Denken auf eigenen Beinen steht, der objektiv sein kann. In unserem kurzen Gespr�ch ist mir bereits klar geworden, da� Sie nicht in Worten denken, sondern in greifbaren, realit�tsbezogenen Begriffen.�</p><p>�Es gibt viele tausend Menschen, die in realistischen Kategorien denken � fest verwurzelt mit der Welt, ihrer Natur und ihren Versprechungen�, sagte ich. �Sie verabscheuen Schlagworte und Spr�che jeder Art. Und wer die Welt beherrscht, kann gar nicht anders denken. Er mag zwar leere Worte verwenden, um die Massen zu lenken, doch innerlich kann er sich nicht derma�en einengen lassen, sonst w�re er gar nicht erst in seine Machtposition aufgestiegen.�</p><p>�Ich bin den Umgang mit Menschen gew�hnt, die nur in Schlagworten denken�, sagte sie.</p><p>�Die akademische Welt ist oft Refugium und Tummelplatz f�r Leute, die nicht anders k�nnen. In den Kreisen gelten nicht dieselben Erfolgs- und Versagenskriterien wie beim praktischen Denken. Macht der Flugzeugkonstrukteur einen Fehler, st�rzt die Maschine ab. Ver�ffentlicht der Historiker aber ein dummes Buch, wird er wom�glich in den Himmel gehoben.�</p><p>Sie senkte den Blick. �Wir wollen bestellen�, sagte sie.</p><p>�Ich dachte, Sie wollten mit mir sprechen.�</p><p>�Bestellen wir!�</p><p>�Na sch�n. Etwas zu trinken vorweg?�</p><p>�Ja.�</p><p>Wir bestellten Getr�nke und sp�ter das Essen. Der Ober war aufmerksam, aber nicht aufdringlich. Wir tranken und a�en stumm. Zum Schlu� wurde Kaffee aufgetragen.</p><p>�Jason�, brach sie schlie�lich das Schweigen. �Ich habe Ihnen schon gesagt, da� ich nicht wei�, was mit mir ist. Und das stimmt wirklich. Und ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll.�</p><p>Ich trank meinen Kaffee. Es hatte sicher keinen Sinn, sie zur Eile anzutreiben. Ich war neugierig.</p><p>�Vor einigen Monaten fing es an�, sagte sie und warf mir einen schnellen Blick zu. �Mich �berkamen ungew�hnliche Gef�hle und Sehns�chte.�</p><p>�Welcher Art?�</p><p>�Na, es waren Gef�hle, die fr�her als feminin galten, als die Menschen noch an das Weibliche glaubten.�</p><p>�Das tun die meisten auch heute noch�, gab ich zur�ck. �Ihre offizielle Einordnung, welchen politischen Wert sie auch haben mag, ist eine Perversion, nicht nur der Realit�t, sondern auch der Biologie.�</p><p>�Glauben Sie das wirklich?�</p><p>�Und ob�, erwiderte ich. �Ich an Ihrer Stelle w�rde mir aber keine gro�en Sorgen machen �ber die Dinge, die die Leute f�r wahr halten, sondern mehr �ber das, was wirklich die Wahrheit darstellt. Wenn Sie tiefverwurzelte weibliche Begierden haben, dann haben Sie sie eben. So einfach ist das. Sollen sich doch die, die so etwas nie selbst erfahren haben, dar�ber streiten, ob es so etwas wie eine Weiblichkeit �berhaupt gibt. Und jene, die die Frage eindeutig beantworten k�nnen, weil sie sie n�mlich an sich erfahren haben, sollten sich lieber anderen Problemen zuwenden.�</p><p>�Aber ich habe Angst vor meiner Weiblichkeit�, wandte sie ein. �Ich erlebe schlimme Tr�ume.�</p><p>�Was f�r Tr�ume?�</p><p>�Ich traue mich kaum, sie einem Mann zu offenbaren, so schrecklich sind sie.�</p><p>Ich schwieg, denn ich wollte sie nicht unter Druck setzen.</p><p>�Ich habe oft getr�umt, ich w�re Sklavin und m��te einen metallenen Kragen tragen, ich m��te einem Manne dienen.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte ich. Meine H�nde umklammerten die Tischkanten. Einen Augenblick lang sah ich alles nur verschwommen. Ich hatte nicht geahnt, da� man eine so pl�tzliche Lust empfinden konnte, eine solche erstaunliche, verr�cktmachende Begierde nach einer Frau. Ich wagte nicht mich zu bewegen.</p><p>�Ich besuchte einen Psychiater�, fuhr sie fort, �aber der reagierte als Mann. Er sagte mir, solche Gedanken w�ren ganz normal und nat�rlich.�</p><p>�Aha.�</p><p>�Daraufhin wandte ich mich an eine Psychologin � und die reagierte sogar zornig. Sie nannte mich eine l�sterne Hexe.�</p><p>�Das war ja psychologisch nun wirklich nicht geboten�, sagte ich l�chelnd. �Aber anscheinend ber�hrte ihre Geschichte eine empfindliche Stelle in ihr. Oder sie f�hlte sich irgendwie bedroht � von etwas, das mit gewissen theoretischen Standpunkten wohl nicht vereinbar war.� Ich musterte mein Gegen�ber. �Es gibt auf diesen Gebieten eine gro�e Bandbreite von Auffassungen, besonders in der Psychologie. Wenn man sich gr�ndlich umsieht, findet man bestimmt jemanden, der einem genau das sagt, was man h�ren will.�</p><p>�Aber ich m�chte die Wahrheit wissen�, sagte sie. �Egal wie sie aussieht.�</p><p>�Vielleicht ist die Wahrheit gerade das letzte, was Sie h�ren wollen.�</p><p>�Wie das?�</p><p>�Nun ja, nehmen wir einmal an, die Wahrheit liefe darauf hinaus, da� Sie tief im Innern wirklich eine Sklavin w�ren.�</p><p>�Nein!� rief sie und senkte verlegen die Stimme. �Sie sind abscheulich!�</p><p>�Da� Sie tief im Innern Sklavensehns�chte haben, k�me wohl gar nicht in Frage?�</p><p>�Nat�rlich nicht.�</p><p>�Es pa�t politisch nicht ins Bild.�</p><p>�Ja!� sagte sie. �Aber abgesehen davon kann es nicht stimmen. Es darf nicht stimmen! Ich darf nicht einmal an die M�glichkeit denken!�</p><p>�Aber Sie sind sehr sch�n und sehr weiblich.�</p><p>�Ich glaube nicht einmal an die Weiblichkeit�, sagte sie.</p><p>�Haben Sie das schon den Hormonen gesagt, die in Ihrem wunderh�bschen kleinen K�rper so �berreichlich vorhanden sind?�</p><p>�Ich wei�, da� ich feminin wirke�, sagte sie abrupt. �Ich kann nicht �ber meinen Schatten springen. Das m�ssen Sie mir glauben. Ich wei�, es ist falsch und abscheulich, aber ich kann nicht anders. Ich sch�me mich ja so. Ich m�chte eine richtige Frau sein, aber ich bin zu schwach, zu feminin.�</p><p>�Es ist nicht falsch, man selbst zu sein.�</p><p>�Au�erdem habe ich Angst�, fuhr sie fort. �Letzten Sommer habe ich sogar auf eine Rundfahrt durch die Karibik verzichtet.�</p><p>�Sie hatten Angst vor dem ber�chtigten BermudaDreieck?�</p><p>�Ja�, gab sie zu. �Ich wollte nicht verschwinden. Ich wollte nicht entf�hrt und auf einem anderen Planeten versklavt werden.�</p><p>�Jedes Jahr durchqueren viele tausend Flugzeuge und Schiffe unbehindert das Bermuda-Dreieck.�</p><p>�Ich wei�.�</p><p>�Sie sehen also selbst, wie dumm Ihr Einwand ist.�</p><p>�Ja�, r�umte sie ein. �Haben Sie schon einmal von dem Planeten Gor geh�rt?�</p><p>�Ja�, sagte ich. �Eine ziemlich gut bekannte Romanwelt.� Pl�tzlich mu�te ich lachen. �Soweit ich wei�, haben das Bermuda-Dreieck und Gor nicht das geringste miteinander zu tun.� Ich l�chelte sie an. �Wenn die goreanischen Sklavenh�ndler es auf Sie abgesehen haben, meine Liebe, dann warten sie bestimmt nicht ab, bis Sie eine Reise in die Karibik antreten.�</p><p>�Ihre Worte sind ausgesprochen tr�stlich, Jason�, sagte sie dankbar.</p><p>�Au�erdem � sollten wirklich die Sklavenh�ndler �ber Sie herfallen, w�rden Sie bestimmt irgendwann einen Herrn finden, der Sie freundlich behandelt.�</p><p>�Die Goreaner behandeln ihre Sklaven sehr streng�, bemerkte sie erschaudernd.</p><p>�Das habe ich auch schon geh�rt.�</p><p>�Ich habe Angst. Glauben Sie, da� es Gor gibt?�</p><p>�Nat�rlich nicht�, gab ich zur�ck. �Es ist eine interessante Fiktion. Niemand glaubt, da� es diese Welt wirklich gibt.�</p><p>�Ich habe mich ein wenig damit besch�ftigt�, sagte sie. �Es gibt einfach zu viele unerkl�rte Dinge. Mir scheint da eine Art Plan sichtbar zu werden. W�re es nicht denkbar, da� die Gor-Romane auf eine Weise dazu bestimmt sind, die Erde und ihre V�lker auf die Enth�llung vorzubereiten, da� es wahrhaft eine Gegen-Erde gibt, sollte es eines Tages angebracht sein, die Existenz zu offenbaren?�</p><p>�Reden Sie keinen Unsinn!�</p><p>�Es gibt aber so viele Einzelheiten�, fuhr sie fort. �Kleinigkeiten, die einem Romanautor nicht einfallen w�rden, sinnlose Dinge wie die Konstruktion eines Sattels und die Art und Weise, wie M�nzen gepr�gt werden.�</p><p>�Ach, schlagen Sie sich das aus dem Kopf. Gor ist eine erfundene Welt.�</p><p>�Ich glaube nicht, da� John Norman der Autor der Gor-B�cher ist�, fuhr sie fort.</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Ich habe ihn kennengelernt, und mir scheint, da� seine Art zu sprechen und zu schreiben so gar nicht zu den B�chern pa�t.�</p><p>�Er hat sich stets nur als Herausgeber der B�cher bezeichnet. Soweit ich wei�, handelt es sich dabei um die Arbeiten anderer, in der Regel eines Mannes namens Tarl Cabot.�</p><p>�Es gab da einmal einen Cabot, der verschwunden ist.�</p><p>�Norman erh�lt die Manuskripte von einem gewissen Harrison Smith, nicht wahr? Vermutlich dem eigentlichen Autor.�</p><p>�Harrison Smith ist nicht der richtige Name�, widersprach sie. �Auch hier handelt es sich nur um ein Pseudonym, das den Freund sch�tzen soll. Aber ich habe mit diesem �Harrison Smith� gesprochen. Er erh�lt die Manuskripte, scheint �ber ihre Herkunft aber nicht mehr zu wissen als alle anderen.�</p><p>�Ich finde, Sie nehmen die Sache zu ernst�, meinte ich.</p><p>�Kann ich Ihnen erz�hlen, was mir widerfahren ist, Jason?� fragte sie.</p><p>Pl�tzlich war mir unwohl zumute. �Aber ja doch�, sagte ich l�chelnd. �Haben Sie etwa einen goreanischen Sklavenh�scher gesehen?�</p><p>�M�glich.�</p><p>Ich musterte sie.</p><p>�Ich wu�te ja gleich, da� Sie mich f�r verr�ckt halten w�rden!�</p><p>�Erz�hlen Sie�, forderte ich.</p><p>�Vielleicht war es dumm von mir, aber ich machte kein Geheimnis aus meinen Nachforschungen in dieser Angelegenheit�, begann sie. �Auf die eine oder andere Weise m�ssen Dutzende von Leuten von meinem Interesse erfahren haben. Damit erkl�rt sich auch der Anruf, den ich erhielt�, sagte sie. �Es war eine M�nnerstimme. Sie forderte mich auf, eine bestimmte Anschrift aufzusuchen, wenn ich mich f�r goreanische Dinge interessiere. Ich habe die Anschrift hier.� Sie �ffnete die Tasche und zeigte mir eine Adresse an der 55. Stra�e Ost.</p><p>�Haben Sie die Anschrift aufgesucht?� fragte ich.</p><p>�Ja.�</p><p>�Das war dumm von Ihnen. Was geschah?�</p><p>�Ich klopfte an die Wohnungst�r.�</p><p>�Die Wohnung lag im f�nften Stock�, bemerkte ich nach einem Blick auf die Nummer.</p><p>�Ja�, best�tigte sie. �Man hie� mich eintreten. Es war eine h�bsch eingerichtete Wohnung. Auf einem Sofa hinter einem Couchtisch sa� ein gro�er Mann. �Treten Sie ein�, sagte er. �Seien Sie unbesorgt. Sie sind im Augenblick nicht in Gefahr.��</p><p>��Im Augenblick?�� fragte ich.</p><p>�Genau so hat er sich ausgedr�ckt.�</p><p>�Hatten Sie Angst?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Was geschah dann?�</p><p>�Er sagte: �Treten Sie n�her. Stellen Sie sich hier vor den Tisch.� Ich gehorchte. �Du bist wirklich h�bsch�, fuhr er fort. �Vielleicht kann man etwas mit dir anfangen.��</p><p>�Was meinte er damit?� wollte ich wissen.</p><p>�Keine Ahnung�, erwiderte sie. �Ich wollte ihm meinen Namen sagen, aber er hob die Hand und sagte, er wisse, wie ich hei�e. Ver�ngstigt musterte ich ihn. Auf dem Couchtisch standen eine Weinkaraffe und ein schwerer, verzierter Metallkelch, wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Irgendwie primitiv und barbarisch. �Ich glaube zu wissen�, sagte ich, �da� Sie mir Informationen �ber Gor geben k�nnen.� �Knie nieder, meine Liebe�, erwiderte er.�</p><p>�Und was taten Sie?� fragte ich.</p><p>�Ich kniete nieder�, entgegnete sie und err�tete. Pl�tzlich beneidete ich den Mann auf das heftigste um seine Macht �ber die wundersch�ne Mi� Henderson.</p><p>�Dann fuhr er fort: �Gie� Wein in den Kelch, genau bis zum zweiten Ring.� An der Au�enseite befanden sich f�nf Ringe. Ich go� den Wein ein und stellte den Kelch auf den Tisch.�</p><p>�Warum taten Sie das alles?� fragte ich.</p><p>�Ich wei� es nicht�, erwiderte sie zornig. �Nie zuvor war mir ein Mann wie er begegnet. Eine besondere St�rke schien von ihm auszugehen, wie ich sie zuvor bei keinem anderen gesp�rt hatte. Es ist schwer zu erkl�ren. Ich hatte aber das Gef�hl, da� ich ihm gehorchen m��te, da� daran kein Weg vorbeif�hrte.�</p><p>�Interessant�, bemerkte ich.</p><p>�Als er ausgetrunken hatte�, berichtete sie weiter, �stellte er den Kelch auf den Tisch und sagte: �Dir fehlt es noch an Ausbildung, aber du bist h�bsch und kannst vielleicht noch lernen. Du darfst aufstehen und gehen.��</p><p>�Und?�</p><p>�Na, ich gehorchte wieder. Dann sagte ich: �Ich bin Beverly Henderson.� Vermutlich wollte ich damit meine Identit�t best�tigen. �Dein Name ist mir bekannt�, sagte er. �Gef�llt dir dein Name?� �Ja�, antwortete ich. �Dann erfreue dich des Namens, solange du noch kannst�, sagte er. �Vielleicht besitzt du ihn nicht mehr lange.��</p><p>�Wie war denn das gemeint?� fragte ich.</p><p>�Keine Ahnung. Ich stellte ihm diese Frage. Aber er wiederholte nur, da� ich gehen k�nne. �Was k�nnen Sie mir von Gor erz�hlen?� fragte ich zornig. �In den letzten Minuten hast du doch bestimmt schon einiges �ber Gor gelernt�, antwortete er. �Ich verstehe nicht, wie Sie das meinen�, erwiderte ich. �Schade, da� du so dumm bist, sonst k�nnte man mit dir einen h�heren Preis erzielen.� �Preis!� rief ich. �Ja, Preis�, erwiderte er l�chelnd. �Du wei�t doch sicher, da� es M�nner gibt, die f�r deine Sch�nheit bezahlen werden.��</p><p>�Und weiter?�</p><p>�Ich war sehr aufgebracht�, fuhr Beverly fort. ��Noch nie bin ich so beleidigt worden!� rief ich. �Ich hasse Sie!� Aber er l�chelte nur. �Bei einer freien Frau spielt es keine Rolle, wenn sie sich widerborstig und starrsinnig anstellt�, sagte er. �Genie�e das, solange es noch geht. Sp�ter wird es dir nicht mehr gestattet sein.� Er grinste mich an. �Bei richtigem Training und entsprechender Ern�hrung und Bewegung wirst du ein lohnendes Objekt sein. Du kannst jetzt gehen.� Weinend eilte ich davon.�</p><p>�Und wann geschah das alles?�</p><p>�Vorgestern. Was mag das wohl bedeuten?�</p><p>�Ich halte es f�r einen schlimmen Scherz.�</p><p>�Aber warum sollte sich jemand solche M�he damit machen? Glauben Sie, ich habe etwas zu f�rchten?� wollte sie wissen.</p><p>�Nein, bestimmt nicht.� Dann hob ich die Hand, um den Ober herbeizurufen.</p><p>�Ich �bernehme die H�lfte�, sagte sie.</p><p>�Ich erledige das schon�, widersprach ich.</p><p>�Nein!� brauste sie auf. �Ich will in nichts von einem Mann abh�ngig sein!�</p><p>�Na sch�n�, sagte ich. Mi� Henderson w�rde sich auf Gor, wenn es diese Welt wirklich gab, sehr schnell umstellen m�ssen.</p><p>�Um eins kommt man bei allem Diskutieren nicht herum: Sie sind eine sehr reizvolle, aufregende junge Frau.�</p><p>�Sie sind schrecklich!� erwiderte sie und senkte l�chelnd den Blick.</p><p>�Ich kann die Sklavenh�ndler Gors verstehen, wenn sie sich f�r Sie interessieren.�</p><p>�Was f�r ein Ungeheuer Sie sind!� lachte sie.</p><p>Es freute mich zu sehen, da� ich sie wenigstens in dieser Beziehung von ihren Sorgen abgebracht hatte.</p><p>�Und Ihre Aufmachung heute abend�, fuhr ich fort, �ist wie Sie selbst entz�ckend weiblich, ob es Ihnen gef�llt oder nicht.�</p><p>Sie blickte an sich herab und streifte unbewu�t das Kleid glatt. Es war eine sehr nat�rliche Geste. Ich fand mein Gegen�ber sehr aufregend. Unwillk�rlich fragte ich mich, ob es so etwas wie nat�rliche Sklaven gab. Wenn ja, dann geh�rte die liebliche Mi� Henderson bestimmt in diese Kategorie.</p><p>�Bisher habe ich Sie nie in wirklich weiblicher Kleidung gesehen�, fuhr ich fort. �Wie kam es zu diesem pl�tzlichen Sinneswandel? Hat es mit dem Erlebnis in jener Wohnung zu tun?�</p><p>�Ja�, antwortete sie nickend. �Es ist seltsam. Ich war mir noch nie so feminin vorgekommen wie in dem Augenblick, als er mich ganz selbstverst�ndlich zu seiner Dienerin machte.�</p><p>�In dem Augenblick wurde Ihre Weiblichkeit geboren?� fragte ich.</p><p>�Ja�, sagte sie. �Es ist seltsam. Ich habe keine Erkl�rung daf�r.�</p><p>�Sie wurden unter die m�nnliche Vorherrschaft gestellt�, sagte ich. �Wahrscheinlich geschah es zum erstenmal in Ihrem Leben, da� Sie sich in einer ganz nat�rlichen biologischen Beziehung sahen.�</p><p>�Diese Analyse kann ich nicht anerkennen�, sagte sie.</p><p>�Au�erdem waren Sie sexuell erregt.�</p><p>�Woher wollen Sie das wissen?� fragte sie. �Ich habe nichts davon gesagt.�</p><p>�Das brauchten Sie auch nicht. Ihr Gesicht, ihre Stimmlage, die Art und Weise, wie Sie den Vorfall schilderten, verriet mir alles.�</p><p>�Ich hasse Sie!� rief sie.</p><p>Kurze Zeit sp�ter standen wir vor dem Lokal auf dem B�rgersteig und warteten auf ein Taxi. Ich beobachtete sie und stellte mir vor, wie sie als Sklavin aussehen mochte, im Sklavenkragen auf den Fliesen eines Palastes. Wie seltsam erschien es mir in diesem Augenblick, da� die Gesellschaft solchen entz�ckenden, begehrenswerten Gesch�pfen jemals die Freiheit gegeben hatte. Ihr Platz war zu den F��en eines Mannes.</p><p>Beverly sp�rte meinen Blick, sah mich aber nicht offen an. Vielmehr warf sie den Kopf in den Nacken. Es war eine h�bsche Geste, die Bewegung eines M�dchens, das sich dem Blick des Mannes ausgesetzt wei�, die Geste einer Sklavin.</p><p>�Woran denken Sie?� fragte sie schlie�lich.</p><p>�Ich habe mir eben vorgestellt, wie Sie sich auf einem Sklavenblock machen w�rden.�</p><p>�Wie k�nnen Sie es wagen, so etwas zu sagen!� rief sie.</p><p>�W�re Ihnen eine unehrliche Antwort lieber gewesen?�</p><p>�Sie sind der schlimmste Mensch, den ich kenne!�</p><p>�Tut mir leid.�</p><p>Zornig trat sie an den Bordstein. �Kein Taxi!� sagte sie.</p><p>�Nein.�</p><p>Sie fuhr zu mir herum. �War ich h�bsch?� fragte sie.</p><p>�Wann?�</p><p>�Na, in Ihrer Phantasie.�</p><p>�Sensationell!�</p><p>Sie l�chelte. �Wie war ich gekleidet?�</p><p>�Sie wurden nackt zum Verkauf gestellt, wie alle Frauen.�</p><p>�Oh�, hauchte sie. �Und ich war sch�n?�</p><p>�Sehr aufregend und sch�n�, best�tigte ich ihr.</p><p>Sie err�tete und l�chelte. �Jason, h�tten Sie mich gekauft?�</p><p>�Was gab es denn noch zu kaufen?� fragte ich l�chelnd.</p><p>In einem Aufwallen des Zorns schlug sie mich ins Gesicht. �Ungeheuer!� fauchte sie und wandte sich zornig ab. �Ich bin keine Sklavin!� rief sie. �Ich bin keine Sklavin!�</p><p>In diesem Augenblick gingen die Scheinwerfer eines Wagens an. Er parkte etwa eine Querstra�e entfernt am Stra�enrand.</p><p>�He!� rief ich und hob den Arm, denn im N�herkommen sah ich, da� es sich um ein Taxi handelte.</p><p>Der Wagen hielt am Stra�enrand.</p><p>�Ich begleite Sie nach Hause.�</p><p>�Nicht n�tig�, antwortete sie. Sie war zornig, ver�ngstigt, beunruhigt.</p><p>Der Fahrer kam um den Wagen herum und �ffnete die rechte hintere T�r.</p><p>�Ich war grob zu Ihnen�, sagte ich. �Das tut mir wirklich leid. Ich wollte Sie nicht aufregen.�</p><p>Sie w�rdigte den Fahrer keines Blicks. �Ich geh�re nicht zu den Frauen, um die Sie herumschw�nzeln m�ssen�, sagte sie. �Ich bin eine echte Frau.�</p><p>W�tend stieg sie in den Wagen. Dabei erhaschte ich einen aufregenden Blick auf ihre zarten Kn�chel.</p><p>�Bitte geben Sie mir Gelegenheit, mich zu entschuldigen�, flehte ich und war nun meinerseits bek�mmert. Der Gedanke, da� ich sie vielleicht nicht wiedersehen w�rde, gefiel mir nicht. Seit Monaten hatte ich sie aus der Ferne bewundert und begehrt. Heute abend nun hatten wir uns n�her kennengelernt und ausf�hrlich miteinander gesprochen. �Ich m�chte mich entschuldigen�, sagte ich. �Ich habe mich gedankenlos und grob ge�u�ert.�</p><p>�Sparen Sie sich die M�he.�</p><p>�Bitte, bitte!� flehte ich.</p><p>�Nicht n�tig.� Ihr Ton war eisig.</p><p>Ich f�hlte mich elend. Sie war eine intelligente Frau. Wie sehr mu�te meine t�richte Frechheit sie beleidigt haben! Wie schockiert mu�te sie sein von meiner Zurschaustellung gro�sprecherischer M�nnlichkeit. Kannte ich denn keine R�cksicht auf ihre Gef�hle? Lag mir nicht an ihrem Verstand? Wie aufdringlich und erm�dend mu�te sie meine unangebrachten und unorthodoxen Ansichten gefunden haben! Ich w�nschte mir die Chance, sie zu �ndern, ihr Freude zu machen. Hoffentlich hatte ich nicht alles zunichte gemacht, das sich zwischen uns entwickeln mochte. War ich nicht stark genug, um auch r�cksichtsvoll, liebevoll, sanft, z�rtlich und feminin zu sein? Ich konnte nur hoffen, da� sie mich noch mochte, da� sie mir noch Gelegenheit geben w�rde, ihr zu gefallen. Und pl�tzlich ging mir mit ungeahnter Heftigkeit auf � vermutlich weil ich bisher noch keine so aufregende Frau gefunden hatte �, da� in unserer Gesellschaft der Mann einer Frau zu Gefallen sein mu�, da� er, um in Kontakt mit ihr zu treten, zu sein und zu tun hat, was die Frau sich w�nscht, weil sie sonst unnahbar bleibt. Die Frauen der heutigen Zeit waren eine v�llig neue Spezies und unterschieden sich auf magische Weise von den Frauen der Vergangenheit, so frei und unabh�ngig waren sie. Sie diktierten die Bedingungen, und der Mann mu�te darauf eingehen, wenn er sich der Frau n�hern wollte. Aber war das nicht recht so? Gewi� hatten doch die Frauen das Recht zu fordern, da� die M�nner ihre W�nsche erf�llten. Anderenfalls brauchten sie sich nicht mit ihnen einzulassen. In unserer Gesellschaft waren es die Frauen, die den Ton angaben, und die M�nner, die nach der Pfeife tanzten. Wenn die Frauen sich aus irgendeinem Grund w�nschten, da� wir wie Freunde waren, dann mu�ten wir uns eben gro�e M�he geben, so aufzutreten. Die Entscheidung fiel durch sie, indem sie ihre Gunst gew�hrten � oder eben nicht.</p><p>�Bitte!� flehte ich.</p><p>�Sie sind verachtenswert�, gab sie zur�ck.</p><p>Der Fahrer trat vor, um die T�r zu schlie�en. �Moment noch�, sagte ich zu ihm und hielt die T�r offen. Irgendwie hatte ich den Eindruck, da� er mich nicht in seinem Taxi haben wollte. Er fragte nicht, ob ich einsteigen und die Dame begleiten wolle. Am liebsten w�re er wohl losgefahren und h�tte mich allein zur�ckgelassen. Ich verstand das nicht, besch�ftigte mich aber nicht weiter mit der Beobachtung.</p><p>�Bitte, Mi� Henderson�, sagte ich. �Ich wei�, da� ich Sie gekr�nkt habe. Und das tut mir ehrlich leid.� Meine Gedanken �berschlugen sich. �Aber es ist schon sp�t, und vielleicht finde ich kein anderes Taxi. Wenn Sie schon nicht zulassen wollen, da� ich Sie nach Hause bringe, dann m�chte ich wenigstens den Wagen mit Ihnen teilen, damit ich mit dem Nachhausekommen keine Probleme habe.�</p><p>Der Fahrer reagierte gereizt. Ich verstand das nicht. Es mu�te doch in seinem Interesse sein, einen zus�tzlichen Fahrgast zu haben.</p><p>�Na sch�n�, sagte sie und blickte starr geradeaus. �Steigen Sie ein.�</p><p>Ich kam der Aufforderung nach. Der Fahrer schlo� die T�r, und es kam mir vor, als w�re er w�tend auf mich.</p><p>Mi� Henderson und ich sa�en nebeneinander im Taxi und wechselten kein Wort.</p><p>Der Fahrer ging um den Wagen herum. Gleich darauf war er hinter das Steuer geglitten.</p><p>Wir nannten ihm die Adressen. Mi� Henderson wohnte n�her am Restaurant als ich. Obwohl er nach vorn schaute, wu�te ich, da� der Fahrer zornig war, als ich ihm meine Anschrift nannte. Seine Reaktion gab mir R�tsel auf. Was machte es f�r einen Unterschied, welcher Fahrgast als erster ausstieg? Ein m�rrischer Bursche. Ziemlich gro�gewachsen.</p><p>�Tut mir leid, Mi� Henderson�, sagte ich.</p><p>�Schon gut�, erwiderte sie, ohne mich anzusehen.</p><p>In den Lehnen der Vordersitze gab es lange Schlitze. Oben am Taxidach zeigte sich interessanterweise ein �hnlicher Schlitz. Etwa einen Zoll breit.</p><p>Das Taxi fuhr los und f�delte sich in den Verkehr auf der 128. Stra�e ein.</p><p>�Ich bin eine Frau�, sagte Mi� Henderson betont. �Ich bin frei und unabh�ngig.�</p><p>�Ob ich Sie wohl eines Tages wiedersehen darf?� fragte ich.</p><p>�Nein�, erwiderte sie und musterte mich aufgebracht. �Ich finde Sie verabscheuungsw�rdig!�</p><p>Ich lie� den Kopf h�ngen. Mein primitives, r�cksichtsloses Benehmen, meine t�richten Ansichten hatten eine gute Beziehung unm�glich gemacht. Ich war niedergeschlagen. Ich gefiel ihr nicht.</p><p>�Ich werde mich in nichts von einem Mann abh�ngig machen, niemals�, sagte sie.</p><p>�Ja, Mi� Henderson�, erwiderte ich mit gesenktem Kopf.</p><p>�Fahrer!� rief sie pl�tzlich. �Sie fahren falsch!�</p><p>�Tut mir leid�, sagte er.</p><p>Gleichzeitig griff er unter das Armaturenbrett und bewegte zwei Hebel. In der T�r neben mir knackte etwas. Als der zweite Hebel einrastete, wiederholte sich das Ger�usch in der T�r auf Mi� Hendersons Seite.</p><p>Der Fahrer bog nicht erneut ab, sondern behielt die Richtung bei.</p><p>�Fahrer!� sagte Mi� Henderson. �Sie nehmen den falschen Weg!�</p><p>Er schien nichts zu h�ren.</p><p>�Biegen Sie hier ab!� forderte sie an der n�chsten Kreuzung. Aber er fuhr geradeaus weiter.</p><p>�H�ren Sie nicht?� rief sie und beugte sich vor.</p><p>�Halt den Mund, Sklavin!� sagte er.</p><p>�Sklavin!� rief sie aus.</p><p>Verbl�fft beobachtete ich, wie er einen Hebel bewegte, der sich neben ihm befinden mu�te. Eine dicke Glasscheibe stieg aus der Lehne des Vordersitzes empor und versenkte sich in dem Dachschlitz. Gleichzeitig vernahm ich ein zweimaliges Zischen, das ebenfalls aus der vor uns liegenden Lehne kam. Ich begann zu husten. Unter Druck entwich ein Gas in den hinteren Teil des Taxis.</p><p>�Anhalten!� forderte ich hustend und schlug mit der flachen Hand gegen die Glasbarriere. Es gab kaum ein Ger�usch, denn das Glas war dick. Ich glaube nicht, da� der Fahrer meine Stimme h�ren konnte.</p><p>�Was geht hier vor?� rief das M�dchen.</p><p>Der Wagen fuhr schneller. Pl�tzlich fiel mir auf, da� es keine Hebel gab, mit denen man die Fensterscheiben herunterkurbeln konnte!</p><p>�Anhalten!� schrie ich w�rgend.</p><p>�Ich kann nicht atmen!� rief das M�dchen. �Ich kann nicht atmen!�</p><p>Ich h�mmerte auf die T�rgriffe neben mir, die sich aber nicht bewegten. Ich versuchte, nicht zu atmen. Die Augen taten mir weh. Ich warf mich zur anderen Seite des Wagens hin�ber, quer �ber das M�dchen, und versuchte den anderen T�rgriff zu bewegen � umsonst. Nun begriff ich, was es mit dem metallischen Klicken auf sich hatte, das ich zuvor in den T�ren geh�rt hatte. Eine Verriegelung war eingerastet.</p><p>Ich kehrte auf meine Seite des Wagens zur�ck, wo ich mit mehr Kraft den T�rgriff bearbeiten konnte.</p><p>Das M�dchen weinte und hustete.</p><p>Ich bin stark, vermochte den Stahl aber nicht zu bewegen. Daraufhin h�mmerte ich wieder gegen die dicke Glasplatte, diesmal aber mit der geballten Faust. Es tat sich nichts.</p><p>�Anhalten, Fahrer!� rief das M�dchen.</p><p>Meine Lungen schmerzten zum Platzen. Ich ri� mir Mantel und Jacke herunter und pre�te den Stoff gegen eine der etwa zehn Zentimeter durchmessenden �ffnungen in den Sitzlehnen vor uns. Durch diese �ffnung drang das Gas herein. Vor der �ffnung sa� ein Stahlgitter und verhinderte, da� ich einen Pfropfen in die �ffnung stopfen konnte. Das Bet�ubungsmittel sickerte durch den Stoff und str�mte auch erbarmungslos durch die zweite �ffnung in das Wageninnere.</p><p>Ich versuchte das Stahlgitter von der Gas�ffnung zu rei�en. Aber ich fand keinen Ansatzpunkt.</p><p>Das M�dchen beugte sich vor und pre�te H�nde und Gesicht gegen die dicke Glasscheibe. �Bitte, bitte!� schluchzte sie. �Halten Sie an! Ich bezahle Sie!� Sie kratzte am Glas herum.</p><p>Ich h�mmerte auf meiner Seite gegen die T�rscheibe. Aber sie war ebenfalls sehr dick; die T�r, die �u�erlich ganz normal ausgesehen hatte, mu�te eine Spezialkonstruktion sein.</p><p>Pl�tzlich konnte ich nicht l�nger; krampfhaft lie� meine Lunge die Luft aus. In dem Ma�e, wie ich neu Luft einatmete, nahm das Gef�hl der �belkeit und des Erstickens zu. Wie immer die Molek�le des Gases auch aussehen mochten, bald w�rden sie sich in gro�er Zahl in meinem Blute tummeln. Ich sch�ttelte den Kopf. Meine Augen tr�nten.</p><p>Hustend fiel das M�dchen zur�ck. Sie zog die Beine an und blickte mich bedr�ckt an. �Was will man von mir, Jason?� fragte sie. �Was will man mir antun?�</p><p>�Keine Ahnung�, antwortete ich. �Ich wei� es nicht.� Die einzige L�sung, die mir einfallen wollte, war so schrecklich und phantastisch, da� ich es nicht �ber mich brachte, dem entsetzten M�dchen davon zu erz�hlen. Ich musterte sie, wie sie erschreckt auf dem R�cksitz hockte, die F��e unter sich geschlagen. Sie war eine attraktive junge Frau, die das Begehren der M�nner erwecken konnte. Ich schlug mir den Gedanken aus dem Kopf. Nein, das konnte nicht sein! Man wollte sie bestimmt nicht deswegen haben! Aber welchem Manne w�rde es anders ergehen? Nein, redete ich mir ein, nein! Unm�glich!</p><p>�Jason!� flehte sie, �helfen Sie mir!�</p><p>Ich wandte mich ab und versuchte mit den Fingern irgendeinen Halt zu finden, einen Spalt zwischen Glas und Stahl vor mir und seitlich vor mir, irgend etwas, das sich ausnutzen lie�. Aber vergeblich.</p><p>Beverly Henderson kniete inzwischen auf dem Sitz und hatte sich dem gegen�berliegenden Seitenfenster zugewandt. �Bitte lassen Sie mich aussteigen!� rief sie dem Fahrer verzweifelt zu. �Sie k�nnen alles von mir haben, wenn Sie mich freilassen.�</p><p>Ich wei� nicht, woher meine n�chsten Worte kamen. Aus irgendeinem Grund war ich pl�tzlich sehr w�tend auf sie.</p><p>�Halt den Mund, du dumme kleine Sklavin!� fauchte ich.</p><p>Sie warf mir einen entsetzten Blick zu.</p><p>�Wie kommst du nur darauf, da� du mit den Herrn schachern kannst, die dich besitzen?�</p><p>Begriff sie denn nicht, da� sie ihren H�schern g�nzlich geh�rte?</p><p>Warum war ich so w�tend auf sie? Warum kamen aus bisher unergr�ndeten Tiefen in mir urpl�tzlich solch schlimme Worte hervor?</p><p>Ich betrachtete sie und erkannte abrupt in h�chstem Entz�cken ihre Sch�nheit als die einer Sklavin. In jeder Frau steckt eine Sklavin, in jedem Mann ein Sklavenherr.</p><p>Sie senkte den Kopf, denn mein Blick war ihr in diesem Moment unertr�glich.</p><p>Warum war ich so w�tend auf sie? Weil andere sie besa�en � und nicht ich?</p><p>Mit gesenktem Kopf kniete sie auf dem R�cksitz. Verflogen war jeder Gedanke an politische �berzeugungen. Verflogen war die Illusion von Freiheit und Unabh�ngigkeit wie auch von Arroganz und Stolz. Sie war nichts anderes als ein ver�ngstigtes M�dchen und � wie ich bef�rchtete � wohl auch eine gefangene Sklavin.</p><p>Und abrupt verwandelte ich mich wieder in den Mann der Erde, unterw�rfig, niedergedr�ckt, voller Selbstzweifel, von Sorge �berkommen. Wie grausam hatte ich sie doch behandelt! Wie sehr hatte ich sie herabgew�rdigt. Wu�te ich denn nicht, da� sie eine Person war?</p><p>�Verzeihen Sie, Mi� Henderson!� schluchzte ich. �Ich wu�te ja nicht, was ich sagte.�</p><p>Sie sank auf dem Sitz zusammen, w�hrend ich auf dem Boden des Taxis kniete.</p><p>�Es tut mir leid�, sagte ich. Und das stimmte auch. Ich wu�te wirklich nicht, warum ich mich so heftig ge�u�ert hatte. In der Aufregung jener Minuten war es tief aus mir hervorgebrochen, grausam, unaufhaltsam, explosiv.</p><p>Selbstverst�ndlich war sie keine Sklavin! Doch als ich sie so anschaute, wie sie da bewu�tlos vor mir hockte, kam ich nicht um die Feststellung herum, wie aufreizend h�bsch ihre kompakten Rundungen waren. Ich konnte nicht anders, ich mu�te mir vorstellen, wie sie sich in Seide und Stahl der Sklavin machen w�rde. Lautlos raste das Taxi dahin. Mir war schon klar, warum es die M�nner auf Mi� Henderson abgesehen hatten. Sie war eine Zierde f�r jeden Kragen. Auf mich hatte man es vermutlich nicht abgesehen; hier lag auch der Grund f�r das Verhalten des Fahrers, der nicht damit gerechnet hatte, da� ich die Fahrt mitmachte. Nicht auf mich kam es den Leuten an, sondern auf die wundersch�ne Mi� Henderson. Reiner Zufall, da� man mich mitgefangen hatte. Es wurde dunkel ringsum. Ich k�mpfte darum, bei Bewu�tsein zu bleiben. Ich wei� noch, wie ich ein letztesmal Mi� Henderson anschaute, ich erinnere mich, da� ich zuletzt ihre h�bsche Fessel betrachtete, die sich in einer Schlinge oder in einem Sklavenring recht h�bsch ausmachen w�rde. Ich fragte mich, was aus mir werden w�rde. Dann verlor ich das Bewu�tsein.</p></section><section><title><p>2</p></title><p>Als die Taxit�r ge�ffnet wurde, sp�rte ich einen kalten Lufthauch.</p><p>Langsam und schmerzhaft kehrte ich in das Bewu�tsein zur�ck.</p><p>Ich sp�rte, wie Mi� Henderson aus dem Wagen gehoben wurde. Dann griffen auch bei mir zwei M�nner zu und zerrten mich heraus. Wir befanden uns im Inneren eines garagen�hnlichen Baus. Der Boden bestand aus Zement. Mi� Henderson lag flach ausgebreitet auf dem Bauch. Vier Gl�hbirnen, an langen Leitungen h�ngend, lieferten das Licht. Sie besa�en dunkle Metallschirme, deren Inneres mit wei�em Emaille bedeckt war, und wurden durch ein Drahtgeflecht gesch�tzt.</p><p>Ich wurde ebenfalls auf den kalten Boden gelegt. Man zog mir die H�nde auf den R�cken und fesselte sie zu meiner Verbl�ffung mit Handschellen.</p><p>Ich vermochte f�nf M�nner auszumachen. Da war zun�chst der Fahrer des Taxis, dann drei st�mmige Burschen, zwei in Jacken und einer mit Pullover, und schlie�lich ein f�nfter Mann in zerknittertem Anzug und mit gelockerter Krawatte. Er war gro�gewachsen und massig. Er hatte breite, schwere H�nde und wirkte ungemein kr�ftig. Trotz seines sp�rlichen Haares machte er einen sehr m�nnlichen Eindruck.</p><p>�Weckt die Sklavin�, befahl er.</p><p>Einer der M�nner schob von hinten die H�nde in Mi� Hendersons Haar und zerrte sie grob empor, was sie zu einem schmerzhaften Aufschrei veranla�te.</p><p>�Sie sind das!� rief sie in kniender Position. �Der Mann aus der Wohnung!�</p><p>�Niemand hat dir das Sprechen gestattet!� sagte er.</p><p>�Ich brauche dazu keine Erlaubnis!� rief sie. �Ich bin eine freie Frau! Ich bin keine Sklavin!�</p><p>�Oh!� schrie sie, denn die H�nde des Mannes, der sie hielt, verkrampften sich in ihrem Haar und zerrten ihren Kopf zur�ck.</p><p>Ihre kleinen H�nde legten sich nutzlos um seine dicken Unterarme.</p><p>�Sklavin, du solltest dich rechtzeitig daran gew�hnen, freie M�nner als �Herr� anzureden!� sagte der massige Mann.</p><p>�Ich bin aber keine Sklavin!� Und wieder schrie sie auf, so stark zerrte der Mann an ihrem Haar. Dann f�gte sie hinzu:</p><p>�� Herr.�</p><p>�Schon besser�, sagte der Mann. �Auf eine Weise bist du Sklavin, auf eine andere Weise noch nicht. Im nat�rlichen Sinne bist du Sklavin von Geburt. Erspar dir die Reaktion, meine Liebe. Ich habe recht. Das ist jedem bekannt, der solche Dinge kennt. So etwas wei� man bei einer Frau auf einen Blick. Und falls es dich irgendwie beruhigt: bei dir offenbart sich das nat�rliche Sklaventum so klar und deutlich wie bei kaum einer anderen. Dein Sklaventum tritt beinahe offen zutage.�</p><p>�Nein!� rief sie. �Nein!�</p><p>�Die Erdkultur bietet sehr wenig Gelegenheit, Sklavenbed�rfnisse zu befriedigen und zu erf�llen�, fuhr er fort. �Andere Kulturen, das wirst du feststellen, sind in dieser Beziehung toleranter und gro�z�giger.�</p><p>�Nein!� rief sie.</p><p>�Der Aspekt, unter dem du eigentlich noch nicht als Sklavin anzusehen bist, ist dagegen zweitrangig. Im Rahmen der Institution der Sklaverei bist du noch nicht offiziell versklavt, bist noch keine Sklavin nach dem Gesetz.�</p><p>Sie starrte ihn entsetzt an.</p><p>�Aber sei unbesorgt�, sprach er weiter. �Die gesetzlichen Bestimmungen werden auch in deinem Fall �ber kurz oder lang eingehalten � und dann bist du mit Haut und Haaren Sklavin und weiter nichts.� Er l�chelte sie an. �Du darfst jetzt antworten: �Ja, Herr�.�</p><p>�Ja, Herr�, fl�sterte sie.</p><p>Mit geschickter Bewegung warf der Mann, der das M�dchen festhielt, sein Opfer wieder auf den Bauch. An der Seite ri� er ihr das Kleid auf. Der andere nahm eine Ledertasche aus einem wei�en Schrank. In der Tasche befanden sich zwei Ampullen, Baumwolle und etliche Einmal-Spritzen. Der Mann kniete neben dem M�dchen nieder, benetzte einen Wattebausch mit Fl�ssigkeit aus einer der Ampullen und rieb ihr damit ein St�ck Haut oberhalb der rechten H�fte ein.</p><p>Dann �ffnete der Mann die H�lle einer Injektionsnadel und zog sie mit einer gr�nlichen Fl�ssigkeit auf, die in der anderen Ampulle enthalten war.</p><p>�Was machen Sie da?�</p><p>�Ich bereite dich f�r den Transport vor.�</p><p>�Transport?� rief sie. �Wohin denn?�</p><p>�Na, err�tst du das nicht, du kleiner Dummkopf?�</p><p>�Oh!� rief sie, als die Nadel in ihr Fleisch drang.</p><p>Ich versuchte mich aufzurichten, doch ein gestiefelter Fu� dr�ckte mich wieder zu Boden.</p><p>Der massige Mann injizierte geduldig das Mittel und zog die Nadel schlie�lich wieder heraus. Erneut desinfizierte er die Einstichstelle.</p><p>�Wohin werde ich gebracht, Herr?� rief das M�dchen.</p><p>�Na, auf den Planeten Gor, wohin sonst?� antwortete er.</p><p>�Gor existiert doch gar nicht!�</p><p>�Verzichten wir auf nutzlose Streitereien�, sagte er. �Du wirst die Wahrheit besser beurteilen k�nnen, wenn du angekettet in einem goreanischen Verlies erwachst.�</p><p>Er stand auf und reichte einem der M�nner die Injektionsspritze.</p><p>�Ich kann unm�glich Sklavin sein!� schluchzte sie.</p><p>�Das bist du bereits�, erwiderte er.</p><p>�Du hast mich bet�ubt�, sagte sie zitternd.</p><p>�Beruhige dich. Es ist besser so f�r den Flug.�</p><p>Sie begann laut zu schluchzen.</p><p>�Entspanne dich, kleine Sklavin�, sagte er beruhigend.</p><p>�Ja, Herr�, erwiderte sie und verlor das Bewu�tsein.</p><p>Entsetzt sah ich zu, wie Mi� Henderson die Kleidung vom Leib geschnitten wurde. Anschlie�end wurde sie seitlich in eine speziell vorbereitete Kiste gesetzt, mit ausreichenden Sicherungen f�r Kopf und Arme. Ein Paar Fu�fesseln mit eingravierter Nummer stellte die Identifikation sicher. Der Deckel wurde mit zwei Schnapphaken gesichert. Au�erdem drehten die M�nner zus�tzlich zehn Schrauben ein. Die Luftzufuhr erfolgte durch zwei kleine runde L�cher in der oberen H�lfte.</p><p>�Bringt die Kiste zum Wagen hinaus�, sagte der massige Mann.</p><p>Zwei M�nner hoben die Kiste an. Ein dritter ging voraus, vermutlich um auf den Weg zu achten und die T�r des Wagens zu �ffnen.</p><p>Am Boden sp�rte ich pl�tzlich einen frischen Luftzug. Irgendwo war eine T�r ge�ffnet worden. Ich spannte die Muskeln an. Im n�chsten Moment sp�rte ich einen Stiefel auf der Kehrseite. �Da� du mir nichts T�richtes versuchst�, sagte ein Stimme � es war der Fahrer des Taxis. Gleich darauf h�rte das Ziehen auf. Ich h�rte das leise Zuknallen einer T�r.</p><p>Nun wandte sich der massige Mann zu mir um.</p><p>�Sie haben sie behandelt wie eine Ware!� sagte ich zornig.</p><p>�Das ist sie auch, eine Sklavin�, erwiderte er.</p><p>�Was machen Sie mit ihr?�</p><p>�Sie wird auf eine andere Welt verschickt, die Gor hei�t�, antwortete er. �Dort erh�lt sie das Brandzeichen als Sklavin und wird auf einem offenen Markt verkauft.�</p><p>�Wie k�nnen Sie das tun?�</p><p>�Es ist mein Beruf�, erwiderte er. �Ich bin Sklavenh�ndler.�</p><p>�Aber haben Sie kein Mitleid mit Ihren armen Opfern?�</p><p>�Sie verdienen kein Mitleid. Es sind doch nur Sklaven.�</p><p>�Aber was ist mit ihrem Recht auf Gl�ck?� fragte ich.</p><p>�Das ist unwichtig�, gab er zur�ck. �Aber falls es dich interessiert � keine Frau ist wirklich gl�cklich, solange sie nicht wahrhaftig unterworfen und beherrscht wird.�</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Befreit man eine Frau�, sagte er, �wird sie versuchen, einen zu vernichten. Versklavt man sie aber, kriecht sie vor ihrem Herrn auf dem Bauch und erfleht sich die Gnade, ihm die Sandalen zu lecken.�</p><p>�Wahnsinn!� rief ich. �Das ist doch absolut falsch!�</p><p>Der massige Mann l�chelte den hinter mir stehenden W�chter an. �Er redet wie ein typischer Erdenmann, nicht wahr?�</p><p>�In der Tat�, erwiderte der andere. In diesem Moment sp�rte ich wieder den Luftzug. Gleich darauf kehrten die anderen drei M�nner zur�ck. �Die Kiste ist im Wagen bei den anderen�, meldete einer.</p><p>Ich war �berrascht. Offenbar mu�ten noch andere M�dchen das entsetzliche Schicksal Mi� Hendersons teilen.</p><p>Nun aber stand ich im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, was mich doch sehr erschreckte. Ich begann zu schwitzen. Mir ging auf, da� weder Mi� Henderson noch ich eine Augenbinde erhalten hatten. Den M�nnern schien es nichts auszumachen, da� ich sie zu einem sp�teren Zeitpunkt identifizieren konnte, ebenso wie das Innere dieses Geb�udes.</p><p>�Was � was haben Sie mit mir vor?� fragte ich.</p><p>Der Mann, der das Taxi gefahren hatte, wanderte um mich herum, bis er etwa drei Meter vor mir stand. Dabei sah ich, da� er mit einem Revolver bewaffnet war. Aus der Jackentasche zog er einen hohlen, zylindrischen Gegenstand und drehte ihn auf die M�ndung der Waffe. Es war ein Schalld�mpfer, der den Schu�l�rm vermindern w�rde.</p><p>�Was haben Sie mit mir vor?� fragte ich.</p><p>�Du hast zuviel gesehen, und du kannst uns nichts n�tzen�, sagte der massige Mann.</p><p>Ich versuchte auf die F��e zu kommen, wurde aber von zwei M�nnern zu Boden gedr�ckt.</p><p>Aus den Augenwinkeln sah ich den Revolver mit dem Schalld�mpfer. Dann sp�rte ich das stumpfe Ende der M�ndung an der linken Schl�fe.</p><p>�Erschie�en Sie mich nicht!� flehte ich. �Bitte!�</p><p>�Er ist die Kugel nicht wert�, meinte der massige Mann. �Hebt ihn auf die Knie. Nehmt eine Drahtgarrotte.�</p><p>Der Taxifahrer schraubte den Schalld�mpfer ab, lie� ihn in seiner Tasche verschwinden und steckte sich den Revolver wieder in den G�rtel. Man zerrte mich auf die Knie hoch, zwei M�nner hielten meine H�nde auf dem R�cken.</p><p>Der f�nfte Mann, der den Kistentr�gern die T�r ge�ffnet hatte, trat hinter mich. Abrupt wurde mir ein d�nner Draht um den Hals geschlungen.</p><p>�Ich mu� noch jemanden auflesen�, sagte der Mann, der das Taxi gefahren hatte.</p><p>�Wir treffen uns dann an der Autobahn�, erwiderte der massige Mann. �Du kennst die Stelle.�</p><p>Der andere nickte.</p><p>�Um vier Uhr fr�h sollen wir am neuen Startplatz sein�, fuhr der massige Mann fort.</p><p>�Sie hat um zwei Uhr Arbeitsschlu߫, antwortete der Taxifahrer. �Ich werde sie abfangen.�</p><p>�Die Zeit wird knapp werden, aber mach nur. Wir k�nnen sie im Wagen ausziehen, bet�uben und in die Kiste packen.�</p><p>Ich sp�rte, wie sich die Schlinge zusammenzog.</p><p>�Bitte nicht!� flehte ich.</p><p>�Es wird schnell vor�ber sein�, sagte der Massige.</p><p>�Bitte t�ten Sie mich nicht!�</p><p>�Flehst du um dein Leben?�</p><p>�Ja, ja, ja!�</p><p>�Aber was sollen wir mit dir anfangen?�</p><p>Der massige Mann betrachtete mich, wie ich hilflos vor ihm kniete. �Da seht, ein typischer Erdenmann!� sagte er.</p><p>�Wir sind nicht alle so schwach und feige�, sagte einer der M�nner m�rrisch.</p><p>�Das stimmt�, sagte der massige Mann. �Aber gibt es f�r ein M�nnchen wie dich denn �berhaupt eine Hoffnung?�</p><p>�Ich verstehe nicht, was Sie eigentlich meinen�, stammelte ich.</p><p>�Wie sehr ich deinen Typ verachte!� rief er. �Narren, Feiglinge, Schw�chlinge, von Schuldgef�hlen geplagt, verwirrt, selbstgef�llig, sinnlos lebend, Vorspiegelungen nachh�ngend, weich � M�nnchen, die sich die UrPrivilegien ihres Geschlechts haben nehmen lassen, des Geburtsrechts ihrer eigenen M�nnlichkeit, Kreaturen, die sich die Bed�rfnisse des eigenen Blutes nicht einzugestehen wagen, M�nnchen, die zu schwach, zu ver�ngstigt, zu besch�mt sind, um als M�nner aufzutreten.�</p><p>Seine Worte gingen mir durch und durch, denn ich hatte geglaubt, in meiner M�nnlichkeit etwas Besonderes zu sein. Oft hatte man mich verspottet, weil ich angeblich zu maskulin w�re. Dieser Mann sprach nun aber �ber mich, als ahnte ich bisher nicht einmal, was wahre M�nnlichkeit bedeute. Ich war ersch�ttert. Ich begann zu zittern. Was mochte diese biologische M�nnlichkeit sein, in der F�lle ihrer Durchdachtheit und St�rke? Ich ahnte bereits, da� eine solche M�nnlichkeit keine blo�e Vorspiegelung war, wie man mich gelehrt hatte, sondern eine Art Auslese in der langen, harten Realit�t einer brutalen Evolution � wie das Wesen des Adlers und des L�wen. Jetzt aber ging mir auf, da� meine Vorstellung von M�nnlichkeit, so fortschrittlich ich sie gefunden hatte, die Pracht einer bisher unterdr�ckten, verzerrten, gefolterten Realit�t nicht einmal im Ansatz erahnen konnte, einer Realit�t, die in jeder K�rperzelle des Mannes genetisch angelegt ist, einer Realit�t, die von einer anti-biologischen Kultur gef�rchtet und ausgemerzt worden war. Ich kam von einer Welt, in der die Adler nicht fliegen k�nnen. Ich senkte den Kopf. L�wen gedeihen nicht in einem Land voller Gifte.</p><p>�Schau mich an!� forderte der massige Mann.</p><p>Ich hob den Kopf.</p><p>�Ich wei� nicht recht, ob es f�r ein fehlgeleitetes Wesen wie dich �berhaupt Hoffnung gibt.�</p><p>�Er hat den Tod verdient�, sagte einer der anderen M�nner.</p><p>�Ist er nicht ein typischer Erdenwicht?� fragte der Massige.</p><p>�Ja, ja�, sagten die M�nner im Chor.</p><p>�Aber dar�ber hinaus scheinen seine Z�ge symmetrisch zu sein, und sein K�rper, wenn er sich auch weich und schwach darstellt, ist gro�.�</p><p>�Ja?� fragte einer der M�nner.</p><p>�Ob eine Frau wohl Gefallen an ihm finden k�nnte?� fuhr der gro�e Mann fort.</p><p>�Vielleicht�, l�chelte einer der anderen.</p><p>�Werft ihn auf den Bauch und fesselt ihm die Beine!� befahl der massige Mann.</p><p>Ich sp�rte, wie sich der Draht von meinem Hals l�ste. In Sekundenschnelle wurden mir die Fu�gelenke zusammengebunden. Dann ri� man mir auf der linken Seite die Kleider vom Leib, ich sp�rte die kalte Ber�hrung des alkoholgetr�nkten Wattebauschs und den Einstich der Nadel.</p><p>�Was haben Sie mit mir vor?� fragte ich entsetzt.</p><p>�Man wird dich auf den Planeten Gor schaffen�, antwortete er. �Ich glaube, ich kenne dort einen kleinen Markt, wo man Interesse an dir hat.�</p><p>�Gor gibt es doch gar nicht.�</p><p>Er stand auf und warf den Wattebausch und die zweite Injektionsspritze fort.</p><p>�Gor gibt es nicht!� rief ich.</p><p>�Schafft ihn in den Wagen�, sagte er zu den M�nnern.</p><p>�Ihr seid ja verr�ckt, ihr alle!� rief ich. Zwei M�nner hoben mich vom Boden auf. �Gor gibt es nicht!� rief ich. Man trug mich zur T�r. �Gor existiert nicht!� rief ich.</p><p>Dann verlor ich das Bewu�tsein.</p></section><section><title><p>3</p></title><p>Ich erwachte von meinem eigenen Schmerzensschrei und versuchte mich aufzurappeln. Aber ich kam nicht auf die F��e. Hand- und Fu�gelenke schienen irgendwo festzusitzen. Etwas beschwerte mir den Hals. Ich stemmte mich auf H�nde und Knie empor und wollte meinen Sinnen nicht trauen. Ich war nackt angekettet und trug einen Eisenkragen. Wieder traf mich die Peitsche, und ich schrie auf, wobei ich mich auf den Bauch fallen lie�. Ich lag auf gro�en Steinquadern, die ein Pflaster ergaben. Von meinen H�nden f�hrte eine Kette zu einem Eisenring, meine F��e waren mit einem anderen verbunden. Feuchtes Stroh lag unter mir. Der Raum war fensterlos. Die matte Beleuchtung ging von einer winzigen Lampe in einer kleinen Nische aus. Es war ein feuchter, �belriechender Ort, der vermutlich tief unter der Erde lag. Der schwere Halskragen wurde mir �beraus deutlich bewu�t.</p><p>Und die Peitsche traf mich immer wieder und trieb mir die Tr�nen des Schmerzes in die Augen.</p><p>�Bitte aufh�ren!� flehte ich. �Bitte aufh�ren!�</p><p>Die Schwerkraft dieser Welt war geringer als die meiner Heimat � eine grausame Best�tigung, da� ich mich nicht mehr auf der Erde befand.</p><p>Erschrocken drehte ich mich in den Ketten, um zu sehen, wer mich peitschte.</p><p>Eine kr�ftige Frau stand hinter mir; sie war etwa eins siebzig gro� und mochte an die hundertunddrei�ig Pfund wiegen. Sie atmete schwer. Mit beiden H�nden umklammerte sie die Peitsche. Sie hatte dunkle Haare und dunkle Augen und eine ausgepr�gte Muskulatur, ihre Figur aber war gro�artig. Sie trug einen ledernen B�stenhalter und schwarzlederne kurze Hosen; gegen diese Kleidung hob sich die Haut von Bauch, Armen und Beinen bleich ab. Um ihren linken Arm lag ein goldener Reif. Ein Lederband hielt ihr Haar zusammen. Um die H�fte lag ein schwerer, eng gezogener G�rtel mit massivem Metallbesatz; die F��e waren von schweren Sandalen gesch�tzt. Am G�rtel hingen ein Schl�sselring und eine zusammengelegte Kette mit Schnappverschlu�. An der rechten H�fte baumelten st�hlerne Handfesseln.</p><p>Ich versuchte mich von ihr abzuwenden, denn ich war nackt, doch sie hob die Peitsche und hieb erneut zu.</p><p>�Sie sind eine Frau�, sagte ich, als mir die Tr�nen in die Augen schossen.</p><p>�La� die Beleidigung!� erwiderte sie und schlug wieder zu. Dann wechselte sie die Position und baute sich vor mir auf. Wieder versuchte ich mich zur Seite zu drehen, um nicht so schamlos entbl��t vor ihr zu hocken.</p><p>�Knie vor mir nieder�, befahl sie. �Die Beine auseinander.�</p><p>Verlegen gehorchte ich.</p><p>�Freie Personen k�nnen dich anschauen, wie es ihnen gef�llt�, sagte sie.</p><p>�Sie sprechen Englisch�, stellte ich fest.</p><p>�Ein wenig�, sagte sie, �nicht viel. Vor etwa vier Jahren fanden es meine Vorgesetzten praktisch, mich die Sprache lernen zu lassen. Eine weibliche Gefangene, die ein abgeschlossenes Sprachstudium hatte, wurde gekauft, um mich auszubilden. Als ich gen�gend gelernt hatte, entledigte man sich ihrer.�</p><p>�Sie wurde get�tet?� fragte ich.</p><p>�Nein�, antwortete sie l�chelnd. �Sie war intelligent und attraktiv. Deshalb machten wir sie zur Sklavin und verkauften sie. Ein starker Herr erwarb sie. Sie wird ihm gut dienen.�</p><p>�Aber Sie gebrauchen Ihr Englisch nicht oft?�</p><p>�Nicht mehr�, sagte sie. �Eine Zeitlang kam es uns zupasse beim Training von Erdenfrauen als Sklavinnen. Neuerdings aber werden die Neuzug�nge von diesem wie von anderen Lagern gleich weitergeschickt, kaum da� sie zwei oder drei Tage ausgebildet wurden, um auf den verschiedensten M�rkten verkauft zu werden. Die Sklavinnen m�ssen dann die Sprache direkt von ihren neuen Herren lernen wie ein Kind � nicht durch das Medium ihrer alten Sprache. Eine wirksame Methode. Die M�dchen gew�hnen sich in einer einsprachigen Umgebung schnell an Ketten und Kragen.�</p><p>�Wird hier ein Erdenm�dchen namens Beverly Henderson gefangengehalten?� fragte ich.</p><p>�Sklavinnen haben keine Namen�, erwiderte sie, �sofern es ihrem Herrn nicht gef�llt, sie zu benennen.�</p><p>�Sie ist dunkelhaarig und hat dunkle Augen�, fuhr ich fort. �Sehr h�bsch. Etwa anderthalb Meter gro� und kaum neunzig Pfund schwer.�</p><p>�Ach, diese exquisite kleine Sch�nheit!�</p><p>�O ja�, sagte ich.</p><p>�Ich w�nschte, ich h�tte sie in meine Krallen bekommen.�</p><p>�Wo ist sie?�</p><p>�Keine Ahnung. Sie und die anderen wurden in Ketten und Kapuze l�ngst getrennt und zum Verkauf auf verschiedenen M�rkten geschickt. Sie werden sich sehr schnell in hervorragende Sklavinnen verwandeln!�</p><p>Ich betrachtete sie stumm.</p><p>�Es war eine pr�chtige Sendung�, fuhr sie fort. �Den Herren wird das gro�es Vergn�gen machen.�</p><p>Ich st�hnte auf. Was f�r ein schlimmes Schicksal drohte der lieblichen Mi� Henderson � und nat�rlich den anderen Mitgefangenen!</p><p>�Sie wissen nicht, wohin sie geschickt wurde?� fragte ich.</p><p>�Nein � solche Informationen erhalte ich nicht.�</p><p>Bedr�ckt sch�ttelte ich den Kopf. Mi� Henderson, diese hilflose kleine Sch�nheit, befand sich nun in der totalen Gewalt von M�nnern � sie konnte �berall auf diesem Planeten sein!</p><p>Ich hob die Arme. �Warum bin ich angekettet?� fragte ich.</p><p>�Was f�r ein Dummkopf bist du doch!� sagte sie. Dann ging sie um mich herum. �Und doch bist du recht h�bsch. Schon m�glich, da� eine Frau dich nicht absto�end findet.�</p><p>Sie trat einen Schritt vor und klopfte mit der Peitsche gegen das Metall, das meinen Hals beschwerte. �Dies ist der Kragen.� Nie zuvor war ich von einer Frau so n�chtern gemustert worden. �Ich glaube, du wirst dich gut machen.�</p><p>�Lassen Sie mich bitte frei�, sagte ich.</p><p>Das brachte mir neue schmerzhafte Peitschenhiebe ein.</p><p>Ich lie� mich nach vorn ins Stroh fallen und versuchte mit den angeketteten H�nden meinen Kopf zu sch�tzen. F�nfmal fiel die Peitsche, erbarmungslos.</p><p>�In die alte Position!� befahl sie dann.</p><p>Ich hockte mich vor sie. Erschrocken hob ich den Blick. Ihre Augen waren grausam, hart, dominierend. Nie zuvor hatte ich in den Augen einer Frau einen solchen unbeugsamen Willen ausgemacht. Ich senkte den Kopf, denn ihr Wille war st�rker als der meine. Ich hatte Angst, sie w�rde streng mit mir verfahren. Ich begann zu zittern. Ich hatte Angst vor ihr.</p><p>Dann sp�rte ich die Peitsche unter dem Kinn, die meinen Kopf hochzwang. Wieder begegnete ich ihrem Blick. �Du brauchst keine Angst zu haben�, sagte sie beruhigend, �Sklave.�</p><p>�Ich bin kein Sklave�, gab ich zur�ck.</p><p>Sie trat zur�ck und begann zu lachen. Dann ging sie nach links. Die Wand hatte dort die Form eines gro�en, konisch zulaufenden Bogens, der angef�llt war mit einem schweren Gitter, verst�rkt durch dicke Querstreben. In dieser Gitterwand befand sich ein m�chtiges Gittertor. Jenseits des Gitters war ein gut acht Fu� breiter Korridor auszumachen und auf der anderen Seite eine weitere Zelle. Soweit ich erkennen konnte, war diese Zelle leer. Meine H�scherin stand aufrecht neben dem schweren Tor.</p><p>�Prodicus!� rief sie. �Gron!�</p><p>Im n�chsten Moment eilten zwei sehr gro�e und kr�ftige M�nner herbei. Sie waren gekleidet wie sie, bis auf den B�stenhalter und das Band im Haar. Sie hatten eine breite nackte Brust; beim einen war sie kahl, beim anderen dicht mit Haar bewachsen. Arme und Schenkel wirkten wie aus Eisen. Sie hatten keine Peitsche bei sich. Der eine schien kaukasischer Herkunft zu sein, der andere ein Orientale. Der Kaukasier hatte zottiges braunes Haar, w�hrend sich der Orientale bis auf einen kleinen Knoten aus schimmernd schwarzem Haar den Sch�del geschoren hatte. Die beiden stapften in die Zelle, deren T�r nicht verschlossen gewesen war. Hastig �u�erte sich die Frau in einer Sprache, die ich nicht verstand. Das Wort �Sleen� allerdings bekam ich mit.</p><p>�Was haben Sie vor?� fragte ich erschrocken. Die M�nner kamen auf mich zu, und ich versuchte ihnen trotz der Ketten auszuweichen. Die M�nner behandelten mich, als w�re ich ein Kind. Nie zuvor hatte ich solche K�rperkr�fte erlebt. Ich wurde auf den Bauch geworfen. Man schlo� mich von den Ketten los und zerrte mir die H�nde auf den R�cken, um sie dort in Handschellen zu legen. Dann zerrten mich die beiden hoch, wobei sie mich links und rechts abst�tzten.</p><p>�Was haben Sie vor?� fragte ich die Frau.</p><p>Sie antwortete nicht; vielmehr machte sie kehrt und ging voran. Die beiden M�nner dr�ngten mich zwischen sich zum Ausgang und folgten ihr.
 �Nein!� schrie ich. �Nein!� Ich lag gefesselt auf der Seite. Eine schwere Tierh�lfte wurde an einem Haken an mir vorbeigehievt. Ich hatte in die Grube geschaut. Ich h�rte das Toben der Tiere. �Nein!� flehte ich. Ein Seil wurde mir fest um die H�fte gebunden und um die Handfesseln geschn�rt, die meine Arme auf dem R�cken zusammenhielten. Zwei M�nner hoben eine weitere Fleischladung auf einen Haken. Die Tierh�lfte wurde sodann mit einem Seilzug �ber den Rand der Barriere geschoben und n�herten sich dem Mittelpunkt der kreisf�rmigen Versenkung. Ich h�rte das Fauchen und Quietschen und schmatzende Zupacken. �Bitte nein!� rief ich. Nie zuvor hatte ich solche Ungeheuer gesehen. Die meisten waren dunkelbraun, einige aber auch schwarz. Sie erreichten eine L�nge von bis zu sechs Metern und ein Gewicht von zw�lfhundert bis vierzehnhundert Pfund. Sie besa�en sechs klauenbewehrte Beine und eine Doppelreihe scharfer Rei�z�hne. Die K�pfe waren breit und dreieckig geformt, �hnlich wie bei einer Erd-Viper, die langen, geschmeidigen K�rper aber waren von einem dicken Fell bedeckt. Sie umschw�nzelten einander. Die beiden M�nner hatten mich am Rand der Barriere festgehalten, denn ich sollte zuschauen, wie sich die Ungeheuer auf das erste Fleischst�ck st�rzten. Dabei sprangen einige Tiere bis zu vier Meter hoch. Ein oder zwei Ungeheuer klammerten sich sogar am Fleisch fest, das langsam hinabgelassen wurde, und zerrten mit dem hinteren Beinpaar daran. Der Ort war voller Gestank, Gefauche und Gejapse, das herausfordernde Gebr�ll der Wesen war ohrenbet�ubend.</p><p>�Nein!� schrie ich. Einer der beiden M�nner schob einen Haken unter die Seile, die meine Fu�gelenke zusammenhielten. Gleich darauf hob sich der Haken und zog mich, mit dem Kopf nach unten h�ngend, �ber den Weg, der die runde Vertiefung s�umte. Hilflos pendelte ich hin und her.</p><p>Die Frau in der schwarzen Lederkleidung gab ein Zeichen.</p><p>�Nein, bitte!� schrie ich.</p><p>Ich mu�te zulassen, da� ich h�her gehievt und mit den Seilz�gen �ber das tiefliegende Gehege gezogen wurde � dessen Boden etwa zwanzig Meter unter mir lag.</p><p>Ich sp�rte die Tiere unter mir, ihre Gr��e, ihren widerlichen Gestank, der beinahe unertr�glich war, das nerv�se Hin und Her, das unentwegte Umeinanderschleichen dieser f�rchterlichen Gesch�pfe. Ich legte den Kopf in den Nacken und machte mehrere pelzige K�rper aus. Die K�pfe waren gehoben, die Augen funkelten, die dunklen dreieckigen Zungen hingen heraus, die Zahnreihen waren gebleckt. Dann sp�rte ich, wie ein Ruck durch das Seil ging und ich gleichzeitig ein St�ck abw�rts sank.</p><p>Das erste Ungeheuer wagte einen Sprung, erreichte mich aber um mehrere Fu� nicht; er fiel zwischen seine Artgenossen zur�ck. Daraufhin wurde ich etwa zwei Meter tiefer hinuntergelassen. Ich begann vor Angst zu weinen. Dann ging es weitere drei Meter in die Tiefe, und noch einmal drei Meter.</p><p>Die Tiere waren erregter als zuvor; nur wenige waren hier und dort in kleinen Gruppen damit besch�ftigt Fleischbrocken zu zerrei�en, die bereits in die Grube hinabgelassen worden waren.</p><p>Und wieder glitt das Seil ein St�ck in die Tiefe.</p><p>�Bitte halt!� flehte ich. Oben auf der Barriere vermochte ich die Frau auszumachen, die Frau mit der hellen Haut und der Peitsche. Hinter ihr standen die beiden geistlosen Muskelpakete, die mich aus der Zelle geholt hatten.</p><p>Und nun hing ich zappelnd und schreiend etwa zw�lf Meter �ber dem Boden des Geheges.</p><p>Und immer weiter wurde das Seil ausgelassen.</p><p>Ich schrie vor Entsetzen.</p><p>Nun begannen die Tiere erneut zu springen. Ich h�rte M�uler zuschnappen � kaum einen Meter unterhalb meines Kopfes. Ich sah breite, ausgefahrene Krallen unter mir vorbeizucken. Ich war davon �berzeugt, da� die Raubtiere mir mit einem einzigen Prankenhieb den halben Kopf vom K�rper trennen konnten.</p><p>Mein Geschrei vermengte sich mit dem zornigen Fauchen und den schrillen Hungerlauten der Ungeheuer.</p><p>Wieder gab das Seil nach, und ich drohte das Bewu�tsein zu verlieren.</p><p>Doch pl�tzlich geriet ich in Schwingungen. Ich wurde emporgezerrt, �ber die Barriere geschwenkt und von dem Haken gel�st. Die beiden Muskelm�nner befestigten einen gro�en Fleischbrocken daran und senkten ihn in die Grube. Ich h�rte die Ungeheuer darum k�mpfen. Der riesige Orientale �ffnete meine Handschellen.</p><p>�Knie nieder�, sagte die bleichh�utige Frau in der Lederkleidung.</p><p>Entsetzt gehorchte ich. Aus der Tiefe t�nte das Schmatzen und Fauchen der fressenden Tiere.</p><p>�Beine auseinander!� befahl sie.</p><p>Zitternd tat ich, was sie befahl.</p><p>�Wei�t du jetzt, da� du Sklave bist?� fragte sie.</p><p>�Ja�, antwortete ich. �Ja!�</p><p>�Ja, Herrin!� forderte sie.</p><p>�Ja, Herrin!�</p><p>�Und du wei�t, auf welcher Welt du dich befindest?�</p><p>Ich wagte nicht zu antworten.</p><p>�Sie hei�t �Gor�.�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich zitternd und verlor beinahe das Bewu�tsein. Gor existierte also wirklich!</p><p>�Und auf Gor bist du mein Sklave!�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Auf Gor wird der Ungehorsam eines Sklaven nicht geduldet, auch nicht der kleinste Ungehorsam. Ist das klar?�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich.</p><p>�Au�erdem wird erwartet, da� ein Sklave seiner Herrin durch und durch gef�llt, begriffen?�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Die Tiere, die du da eben gesehen hast, hei�en Sleen�, fuhr sie fort. �Sie werden auf Gor f�r die verschiedensten Zwecke eingesetzt. In erster Linie aber dienen sie zur Verfolgung geflohener Sklaven, die keine �berlebenschance haben. Die Tiere sind auf die Sklavenjagd abgerichtet.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Begreifst du nun ein wenig von dem, was es bedeuten kann, als Sklave auf Gor zu leben?� fragte sie.</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Bedenke, allesentscheidend ist der Wille deiner Herrin.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Soweit ich wei�, bist du der erste Erdenmann, der als Sklave nach Gor gebracht wurde.�</p><p>�Da� ich hier bin, ist reiner Zufall�, sagte ich. �Ich bin Sklavenh�schern in die H�nde gefallen. Bitte schicken Sie mich zur Erde zur�ck.�</p><p>�Unbotm��iges Sprechen bringt normalerweise die Peitsche, Sklave!� sagte sie streng. Dann ging sie um mich herum.</p><p>�Ich war eine Zeitlang auf deinem Planeten�, bemerkte sie. �Vor anderthalb Jahren, im Dienste meiner Vorgesetzten. Ich verbrachte mehrere Monate auf deiner Welt.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Und dort erfuhr ich, wie es um die M�nner der Erde bestellt ist � und ich kann sie nur verachten.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Wie hei�t du?�</p><p>�Jason�, antwortete ich. �Jason Marshall.�</p><p>�Du hast keinen Namen�, widersprach sie.</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Aber �Jason� m��te gen�gen�, fuhr sie fort. �Du bist also Jason.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Dieser Name ist jetzt ein Sklavenname. Du tr�gst ihn, weil es mir so gef�llt.�</p><p>Ich blickte bedr�ckt zu ihr auf.</p><p>�Ich habe die M�nner der Erde erlebt�, fuhr sie fort. �Es gibt unter ihnen so wenige richtige M�nner. Ist das denn so schwer? Warum haben so viele m�nnliche Erdenbewohner ihre M�nnlichkeit aufgegeben und genie�en ihre Verst�mmelung auch noch? Zweifellos gibt es daf�r komplexe historische Gr�nde. Interessant, in welch groteske Formen sich die Biologie durch die Kultur zuweilen zw�ngen l��t!�</p><p>Sie begleitete mich in meine Zelle zur�ck.</p><p>�Armer h�bscher Jason�, sagte sie unterwegs. �Er ist verwirrt.� Sie l�chelte mich an. �Ich will dir ein Geheimnis verraten. Du warst schon auf der Erde ein Sklave, ohne es zu wissen. Du warst Sklave von Kultur, Wertanschauungen, Propaganda und Frauen. Da deine Ketten unsichtbar waren, tatest du, als g�be es sie nicht. Aber hast du nicht trotzdem ihr Gewicht gesp�rt? Stehen die Dinge hier f�r dich so wesentlich anders? Einen echten Unterschied gibt es doch wohl kaum. Nat�rlich sind die goreanischen Peitschen aus echtem Leder und die Ketten aus echtem Eisen. Wenn du sie sp�rst, brauchst du nicht so zu tun, als w�ren sie etwas ganz anderes.�</p><p>In der Zelle gab sie mir zu essen und zu trinken.</p><p>�Die Sklaven h�ngen total von ihrem Herrn ab, auch in der Ern�hrung�, erkl�rte sie dazu.</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Ich bin keine so �ble Herrin�, fuhr sie fort. �Ich kann durchaus freundlich sein.�</p><p>Ich hob den Kopf.</p><p>�Nun glaube nicht, da� ich dich milde behandeln werde. Alle meine Sklaven erleben ein strenges Regiment. Sie m�ssen prompt gehorchen � das gilt nat�rlich auch f�r dich. Aber ich kann auch freundlich sein. Es gibt auf Gor schlimmere Sklavenherrinnen als mich.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Nur mu�t du mir zu Gefallen sein.�</p><p>�Ich will versuchen, dir gef�llig zu dienen, Herrin�, sagte ich.</p><p>�Ob du lebst oder stirbst, liegt in meiner Hand. Du bist Sklave durch und durch, verstanden?�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Sie verriegelte die schwere Gittert�r meiner Zelle und betrachtete mich von drau�en.</p><p>�Ja�, bemerkte sie, �du bist wirklich h�bsch, Jason. Ich glaube, du wirst dich gut machen.�</p><p>�Wer sind Sie?� rief ich.</p><p>�Ich bin Lady Gina�, antwortete sie. �Deine Trainerin.�</p><p>�Trainerin?� rief ich.</p><p>�Hast du es nicht l�ngst erraten?� fragte sie. �Ich trainiere M�nner darauf, Frauen zu erfreuen.�</p><p>Entsetzt starrte ich sie an.</p><p>Sie nahm einen Schl�ssel vom G�rtel, steckte ihn ins Schlo�, drehte ihn herum.</p><p>�Schlaf gut, h�bscher Jason�, sagte sie. �Morgen fr�h beginnt dein Unterricht.�</p><p>Dann befestigte sie den Schl�ssel wieder an ihrem G�rtel und ging.</p></section><section><title><p>4</p></title><p>�H�nde auf den R�cken�, befahl Lady Gina.</p><p>Stillstehend, gehorchte ich. Mit geschickter Bewegung legte sie mir Handschellen an; anscheinend hatte sie darin Erfahrung. Nicht minder geschickt band sie mir dann einen Lendenschurz um.</p><p>�Es geht nicht darum, deine Gef�hle zu schonen, Jason�, erkl�rte sie. �Vielmehr wird dein GoreanischUnterricht vorwiegend von Sklavinnen bestritten.�</p><p>�Sklavinnen, Herrin?� fragte ich.</p><p>�Ja. Es sind stinkende, hirnlose, l�sterne kleine Dirnen, die schon in den Armen von Goreanern gelegen haben. Das hat sie f�r die Freiheit verdorben. Wertlose, sinnliche kleine Ungeheuer, deren Leidenschaften von grausamen goreanischen Herren geweckt worden sind. Ihre Sexualit�t, ihre Schamlosigkeit, ihr Begehren, ihre Hilflosigkeit � das alles beleidigt eine freie Frau. Ich m�chte nicht, da� sie �ber dich herfallen.�</p><p>�Nein, Herrin�, stimmte ich ihr zu.</p><p>Lady Gina l�ste eine Kette von ihrem G�rtel und hakte sie in den Ring, der an meinem Halskragen befestigt war.</p><p>�Komm, Jason�, sagte sie und f�hrte mich wie ein Haustier aus der Zelle.
 �Dies ist Lola. Und das Tela�, erkl�rte Lady Gina und deutete auf die beiden M�dchen.</p><p>Ich war erstaunt. Ich h�tte es nicht f�r m�glich gehalten, da� es solche Frauen geben konnte. Ich hatte M�he zu atmen, so heftig reagierte ich. Zum erstenmal in meinem Leben hatte ich goreanische Sklavinnen vor mir.</p><p>Ich begegnete ihrem Blick. Sie musterten mich mit m�rrischem Interesse. Beide M�dchen waren unglaublich sch�n und so gut wie nackt. Das besagte aber nicht viel. Wenn Sie noch keine Sklavin gesehen haben, kann ich Ihnen die Wirkung einer solchen Begegnung wohl nur ansatzweise wiedergeben. Stellen Sie sich die aufregendste und begehrenswerteste Frau vor, die Sie jemals gesehen haben; stellen Sie sich vor, da� sie nackt vor Ihnen steht, in einem Sklavenkragen, der Ihnen geh�rt, und da� sie Ihnen gehorchen mu�. Ich betrachtete die M�dchen. Gewi�, ihre K�rper waren anmutig und wohlgerundet, und beide waren ungew�hnlich, ja unglaublich sch�n; doch waren es nicht diese Attribute oder ihre Nacktheit, die sie so anders wirken lie�en. Was sie von anderen Frauen unterschied, was ihre Sch�nheit zehntausendmal st�rker und erregender wirken lie�, war die Tatsache, da� sie ganz konkret und real im Besitz eines Herrn standen: Sklavinnen durch und durch.</p><p>Die beiden knieten vor Lady Gina. Sie sprach mit ihnen auf goreanisch. Ich vernahm das Wort �Kajirus�, das ich sp�ter als Bezeichnung f�r einen m�nnlichen Sklaven kennenlernen sollte, und das Wort �Jason�, � den Namen, den man mir gegeben hatte. Wie sehr ich Lady Gina beneidete, vor der zwei solche Sch�nheiten knieten!</p><p>Unterw�rfig blickten die beiden zu ihr auf. Ich konnte den Blick nicht von ihnen abwenden. Sie waren die ersten Sklavinnen meines Lebens.</p><p>Lola, eines der M�dchen, stellte Lady Gina eine Frage, auf die sie prompt Antwort erhielt. Und dann gingen die goreanischen Anweisungen weiter.</p><p>Ich ballte die F�uste in den Handschellen. Am liebsten h�tte ich losgebr�llt vor Freude �ber diese Welt, auf der es solche Frauen gab. Sie waren �beraus sinnlich, durch und durch feminin, unertr�glich lasziv � und Sklavinnen.</p><p>Nun drehte Lady Gina die rechte Hand und hob sie leicht. Beide M�dchen reagierten sofort auf das Zeichen und erhoben sich.</p><p>Sie wandten sich zu mir um und musterten mich. Beide hatten dunkle Haare und dunkle Augen. Goreaner sind �berwiegend br�nett � �hnlich dem Erdentypus, von dem sie sich wohl im wesentlichen herleiten. Gr��ere Abweichungen gibt es nur in Torvaldsland und gewissen anderen n�rdlichen Bereichen. Lola sch�tzte ich auf etwa einen Meter sechzig, w�hrend Tela diese Gr��e nicht ganz erreichte.</p><p>�Gefallen dir die M�dchen, Jason?� fragte Lady Gina.</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Sie werden deine Goreanisch-Lehrerinnen sein.�</p><p>�Ja, Herrin. Vielen Dank, Herrin.�</p><p>�Nimm dich vor ihnen in acht�, sagte sie.</p><p>�Herrin?� fragte ich.</p><p>�Findest du sie sch�n?�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Begehrst du sie?�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Lady Gina gab den beiden M�dchen ein Zeichen, und sie st�rzten sich auf mich und begannen mit Ledergerten auf mich einzuschlagen.</p><p>Entsetzt zog ich den Kopf ein. Als die Z�chtigung vor�ber war, brannte mein K�rper an einem Dutzend Stellen.</p><p>Lady Gina sagte etwas zu Lola. Sofort legte das M�dchen die H�nde hinter den Kopf, beugte sich weit zur�ck, knickte ein wenig die Knie ein und pr�sentierte sich mir auf diese Weise. Vermutlich mu�ten sich so die Sklavinnen ihren Herren darbieten. Der Anblick reizte mich beinahe zum Schluchzen.</p><p>�Schade � deine H�nde sind gefesselt, Jason�, sagte Lady Gina. �Du w�rdest sie gern ber�hren, nicht wahr?�</p><p>Ich begann mich zu winden. �Bitte schlagen Sie mich nicht!� flehte ich.</p><p>�Antworte, Sklave!�</p><p>�Nein, Herrin, nein, Herrin!�</p><p>�Du m�chtest sie nicht in die Arme nehmen?� Sie versetzte mir einen Tritt. �Eine L�ge kann dich das Leben kosten, Sklave!� sagte sie.</p><p>�Verzeih, Herrin.�</p><p>�Hast du gelogen?�</p><p>�Ja, Herrin�, antwortete ich. �Ich habe gelogen! Verzeih mir.�</p><p>�Du m�chtest sie also in die Arme nehmen?�</p><p>Ich betrachtete das aufreizend dastehende M�dchen. �Ja, Herrin.�</p><p>Lady Gina sagte etwas zu den beiden M�dchen. �Du wirst jetzt zweimal gestraft�, verk�ndete sie. �Einmal, weil du es gewagt hast, deine Herrin anzul�gen, und ein zweites Mal, weil du das Begehren versp�rt hast, ein h�bsches M�dchen zu ber�hren.�</p><p>Daraufhin erhielt ich zweimal zwanzig Gertenschl�ge. Als ich mich schlie�lich japsend und blut�berstr�mt wieder aufrichtete, bemerkte ich zum erstenmal an Lolas linkem Oberschenkel ein deutliches Zeichen, ein h�bsches Zeichen, etwa anderthalb Zoll hoch und einen Zoll breit. Ein Brandzeichen. Das �u�ere Zeichen der Sklavenschaft.</p><p>Es war ein beinahe bl�tenartiges Muster, eine Art senkrechter Strich mit zwei Schlingen, die nach rechts f�hrten. Ich sollte sp�ter erfahren, da� es sich um den Anfangsbuchstaben des Wortes �Kajira� handelte, der gebr�uchlichen goreanischen Bezeichnung f�r eine Sklavin.</p><p>Ich schnappte nach Luft, der ganze K�rper tat mir weh. Doch vermochte ich sekundenlang den Blick vom Bein des M�dchens zu nehmen. Es war ein deutlich sichtbares, wundersch�nes Symbol, direkt ins Fleisch gebrannt.</p><p>Lola zerrte an meiner Halskette und brachte mich wieder zu mir. Tela versetzte mir mit ihrer Gerte einen Hieb auf die rechte Schulter. Ich schrie auf und blickte verwirrt zu meiner Herrin empor.</p><p>�Du hast dir das Brandzeichen angesehen�, sagte Lady Gina zu mir. �Vergi� nicht, da� du nur Sklave bist, Jason.�</p><p>Ich starrte sie an.</p><p>�Schau sie dir an, die Sklavinnen�, fuhr Lady Gina fort. �Sie sind doch begehrenswert, nicht wahr?�</p><p>�Ja, Herrin�, erwiderte ich und spannte die Muskeln an.</p><p>�Du w�rdest sie gern besitzen, habe ich recht?�</p><p>�Ja, Herrin.� Ich verkrampfte mich in Erwartung der Gertenhiebe, die prompt kamen.</p><p>�Ich bin verwirrt, Herrin!� rief ich. �Ich wei� nicht, was ich tun soll! Warum behandelst du mich so?�</p><p>�Hier geschieht nichts anderes als auf der Erde�, antwortete sie. �Ich bringe dir bei, wie es euch M�nnern von der Erde oft geschieht, deine Sexualit�t zu f�rchten und zu unterdr�cken. Ein einfacher Vorgang: locken und strafen. Locken und strafen. Nach kurzer Zeit wird sich ein nat�rlicher psychologischer Proze� einstellen, der Sexualit�t und Strafe miteinander verbindet. Du wirst deine sexuellen Gef�hle f�rchten lernen, sind sie doch Vorl�ufer f�r physischen oder seelischen Schmerz. Hieraus ergibt sich eine Angst vor erotischen Situationen, die die sexuelle Leistungsf�higkeit schm�lert. Nat�rlich werden in einer Kultur, wie es sie auf der Erde gibt, Vernunftgr�nde vorgeschoben, die solche Hemmungen, von Kindheit an eingeimpft, erkl�ren. Ein ganzes Mythengewebe sch�tzt den Einzelnen vor der Einsicht, da� er vor langer Zeit, als er sich noch nicht wehren konnte, entstellt und verkr�ppelt worden ist. Du kennst diese Mythen, diese Abwehrmechanismen. Es gibt sie in den verschiedensten Formen � die Bandbreite reicht von einem sinnlosen Z�libat bis hin�ber zu schmutzigen Witzen und Geschichten, als eine Art �berreaktion auf die unterdr�ckte Sexualit�t, die damit herabgew�rdigt und beschmutzt wird. Zwischen diesen beiden Verr�cktheiten liegt ein ganzes Spektrum Anti-Sex-Ansichten, die im Grunde noch gef�hrlicher sind, weil sie unauff�lliger auftreten � mit dem Ziel, das Denken zu bremsen und soziale Konformit�t zu f�rdern.�</p><p>�Aber was ist der Sinn all dieser Grausamkeit und Verr�cktheit?� fragte ich.</p><p>�Warum spucken die H��lichen auf die Sch�nheit?� fragte sie zur�ck. �Warum w�rdigen die Schwachen den Kr�ftigen herab?�</p><p>�Ich verstehe die Frage nicht.�</p><p>�Die M�nnlichkeit eines Mannes h�ngt direkt mit der Sexualit�t zusammen. Am besten attackiert man die M�nnlichkeit, indem man die m�nnliche Sexualit�t aufs Korn nimmt � und je genauer man dabei trifft, desto besser. Die M�nner sind die nat�rlichen Herren. Dies ergibt sich bereits aus dem Studium der Primaten. Folglich mu� der Mann behindert, gebrochen, verkr�ppelt werden. Kurz, man will ihn vernichten. Daraufhin k�nnen die Frauen dann ihren Platz neben oder �ber ihm einnehmen.�</p><p>�Warum hassen Sie die M�nner so sehr?�</p><p>�Ich bin keiner�, gab sie zur�ck.</p><p>�Warum vertreten Sie Ihr Anliegen nicht auch au�erhalb der Gehege?�</p><p>�Ich bin kein Dummkopf!� sagte sie auflachend. �Glaubst du, ich m�chte mit einem hei�en Eisen gebrandmarkt werden? Glaubst du, ich m�chte in einen Stahlkragen geschn�rt und nackt der Gnade der M�nner ausgeliefert werden? Nein, mein lieber Jason, das m�chte ich nicht. Es handelt sich hier nicht um Erdenm�nner, die sich nachdenklich-gelassen mit den Argumenten f�r die eigene Kastration auseindersetzen. Nein, es sind Goreaner.�</p><p>�Sie haben Angst vor ihnen�, stellte ich fest.</p><p>�Ja.�</p><p>Ich w�nschte mir, ein solcher Mann zu sein.</p><p>�Sie versuchen also, mir Angst vor meinen sexuellen Empfindungen einzugeben, damit ich sie unterdr�cke � und gleichzeitig auch meine M�nnlichkeit.�</p><p>�Es ist die beste Methode, die T�chtigkeit eines Mannes in allen gesellschaftlichen Konkurrenzsituationen zu schm�lern�, erwiderte sie.</p><p>�Und was ist der Sinn des Ganzen?�</p><p>�Liegt das nicht auf der Hand?� fragte sie. �Es geht darum, den Mann zu versklaven.�</p><p>�L��t sich die Biologie eigentlich so vollkommen ausl�schen?�</p><p>�Nicht ausschlie�lich durch Trainingsprogramme. Mit der Zeit wird es auf deiner Welt andere Dinge geben � Implantationsger�te, die automatisch Strafen austeilen, chemische �nderungen, die Kastration ungeeigneter m�nnlicher Nachkommen, Hormoninjektionen, Geschlechterbestimmung, genetische Kontrolle und dergleichen. Das alles d�rfte erreichbar sein, wenn die Frauen die Macht innehaben � was bei eurer Art Demokratie vermutlich unvermeidlich ist.�</p><p>�Warum begeben Sie sich dann nicht auf die Erde und schlie�en sich dieser Entwicklung an?� fragte ich.</p><p>�Ich bin doch nicht verr�ckt!�</p><p>�Dann w�nschen Sie sich im Grunde also nicht, da� sich solche scheu�lichen Pl�ne verwirklichen?�</p><p>�Nein�, erwiderte sie, �denn das w�rde mehr oder weniger das Ende der menschlichen Rasse bedeuten.�</p><p>�Sie sehen also mehr als nur Ihr eigenes Interesse?�</p><p>�Ich kann nicht anders�, entgegnete sie. �Ein wenig bin ich noch Mensch geblieben.�</p><p>�Ich glaube nicht, da� die Erde in einem Alptraum untergehen wird, wie Sie ihn eben beschrieben haben.�</p><p>�Sie ist bereits auf dem besten Wege dorthin�, bemerkte sie. �Erkennst du die Zeichen nicht?�</p><p>�M�nner und Frauen werden das verhindern.�</p><p>�Die Erdenwesen sind manipulierte Organismen. Hilflos treibend, werden sie von den gesellschaftlichen Str�mungen mitgerissen und reagieren haltlos auf Schlagworte und Rhetorik. Sie werden die ersten sein, die den eigenen Niedergang feiern. Erst wenn es zu sp�t ist, wird ihnen d�mmern, was mit ihnen passiert ist.�</p><p>�Ich hoffe, da� Sie sich irren�, sagte ich.</p><p>Sie zuckte die Achseln. �Vielleicht irre ich mich�, sagte sie. �Wollen wir es hoffen.�</p><p>Ich schwieg.</p><p>Pl�tzlich sah sie mich zornig an. �Wie t�richt ich zu dir gesprochen habe � der du doch nur ein Sklave bist!�</p><p>Sie wandte sich an die beiden M�dchen. Sie hatten unser Gespr�ch nicht verstehen k�nnen, weil sie kein Englisch konnten.</p><p>�Warum haben Sie sich so ge�u�ert, Herrin?� fragte ich. �Ihre Methoden w�ren doch sicher wirkungsvoller, wenn ich sie nicht so genau kennen w�rde. Es kommt mir beinahe vor, als wollten Sie mich warnen.�</p><p>Ohne mich anzuschauen, sagte sie leise: �Auf Gor w�rden wir nicht einmal unsere Sklaven so zerst�ren, wie die M�nner der Erde zerst�rt werden.�</p><p>Dann wandte sie sich an die beiden M�dchen, die mich mit schnellen Schritten von meiner Herrin fortf�hrten.</p></section><section><title><p>5</p></title><p>�Gie� ein, Jason�, sagte Lady Gina.</p><p>�Ja, Herrin�, erwiderte ich. Ich verlie� die Reihe der knienden Sklaven und n�herte mich mit dem Weingef��, das Tela mir gegeben hatte, dem Tisch. Hinter dem Tisch sa� Lola und spielte die freie Frau. Seitlich hatte sich Lady Gina niedergelassen, die Peitsche in der Hand.</p><p>Unterw�rfig n�herte ich mich dem Tisch und kniete vor Lola nieder.</p><p>�Wein, Herrin?� fragte ich.</p><p>�Ja, Sklave�, erwiderte sie.</p><p>�Du siehst h�bsch aus heute abend, Jason�, sagte Lady Gina.</p><p>�Vielen Dank, Herrin.�</p><p>Meiner Sch�tzung nach befand ich mich seit f�nf oder sechs Wochen in den Sklavengehegen. Der schwere Eisenkragen, den ich am Anfang getragen hatte, war durch ein leichteres Metallband mit wei�em Emaillebesatz ersetzt worden. Darauf befand sich eine Inschrift, die ich nicht lesen konnte, die man mir aber vorgelesen hatte: �Bringt mich zur Bestrafung zur�ck ins Haus des Andronicus.� Ich wu�te nicht, wo sich das Haus des Andronicus befand. Einmal hatte man mich geschlagen, weil ich danach zu fragen wagte, was einem Kragen nicht zustand.</p><p>Hinter mir gab es Bewegung unter den anderen m�nnlichen Sklaven, die wie ich kurze Seidentuniken trugen. Es gefiel ihnen nicht, da� die Herrin sich lobend �ber mich ausgesprochen hatte.</p><p>�Schenk ein�, sagte Lady Gina jetzt.</p><p>�Du gie�t zu schnell, Sklave�, bemerkte Lola.</p><p>Ich schaute zu Lady Gina hin�ber. Auf keinen Fall go� ich den Wein zu schnell.</p><p>�Der Wille der Herrin ist allesentscheidend�, sagte Lady Gina.</p><p>�Verzeih mir, Herrin�, sagte ich zu Lola, die mich hochm�tig musterte.</p><p>�Einen Hieb f�r den ungeschickten Sklaven!� rief Lola. Tela nahm eine Sklavenpeitsche von der Wand und versetzte mir von hinten einen Hieb �ber den R�cken.</p><p>Mein Blick fiel auf Lola. Wie hochm�tig wirkte sie doch in ihrer Rolle als freie Frau! Sie war ein aufregendes M�dchen, doch hatte sie mich stets boshaft behandelt. Oft hatte ich n�chtelang Schmerzen versp�rt vom Schlag ihrer Gerte. Im Gegensatz zu ihr war Tela stets sehr gelassen und sachlich geblieben; sie behandelte mich mit derselben Strenge und Verachtung, die sie allen anderen Sklaven entgegenbrachte. Ich wu�te nicht, warum Lola mich so ha�te. Sie schien mich auf das H�chste zu verachten und lie� keine Gelegenheit verstreichen, mich zu erniedrigen oder zu schlagen. Ich war allerdings nicht der einzige Sklave, den sie r�cksichtslos und boshaft behandelte. Sie war im Gehege nicht beliebt, weder bei den Sklaven noch bei den W�chtern.</p><p>�Er hat mich angeschaut!� rief Lola triumphierend und wandte sich an Lady Gina.</p><p>Sie hatte recht. Ich hatte sie angeschaut. Nach den Wochen im Sklavengehege f�hlte ich ein gewisses Aufbl�hen meiner Sexualit�t. Vielleicht lag es am einfachen Essen, an der st�ndigen K�rperbewegung und der Ausbildung. Nat�rlich versuchte ich dagegen anzugehen. Aber manchmal fand ich es doch recht sinnlos, immer wieder selbstqu�lerisch zu verharren. Was sollte das wirklich f�r einen Sinn haben. Was war so falsch daran, ein Mann zu sein?</p><p>�Zwanzig Streiche!� rief Lola.</p><p>Tela blickte zu Lady Gina hin�ber.</p><p>�Einer gen�gt�, sagte Lady Gina.</p><p>Lola erbleichte.</p><p>�Vergi� nicht, Lola�, fuhr Lady Gina fort, �da� du nicht wirklich frei bist. Nimm dir nicht zu viel heraus!�</p><p>�Ja, Herrin�, antwortete Lola angstvoll. Es machte mir Freude, sie ver�ngstigt zu sehen.</p><p>�Du kannst die Strafe vollstrecken!� befahl Lady Gina.</p><p>Tela schlug von hinten zu, und ich zuckte zusammen. Eine Frau vermochte die Peitsche allerdings nicht so energisch zu f�hren wie ein Mann.</p><p>�Nun gie� den Wein wieder in das Gef�߫, befahl Lady Gina, �und beginne die �bung von vorn.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Und wieder go� ich Wein in den Kelch, der vor Lola stand.</p><p>�Du gie�t zu langsam, Sklave�, sagte Lola.</p><p>�Verzeih mir, Herrin�, sagte ich. Aber sie forderte keinen neuen Peitschenhieb.</p><p>Als ich mich zur�cklehnte, streckte Lola die Hand aus und stie� den Kelch um. �Ungeschickter Sklave!� rief sie entsetzt.</p><p>Ich war erschrocken.</p><p>Lola blickte zu Lady Gina hin�ber. �Sieh doch, was er gemacht hat!� rief sie.</p><p>Ich musterte Lola in aufflackernder Wut.</p><p>�Verzeih mir, Herrin�, sagte ich hastig. �Ich wische das sofort auf.�</p><p>�Beeil dich, Sklave�, sagte Lola triumphierend. �Unterdessen will ich mir �berlegen, wie deine Strafe aussehen soll.�</p><p>Zornbebend begab ich mich in eine Ecke und stellte dort das Weingef�� ab. Mit einigen T�chern und Wasser kehrte ich zur�ck und wischte Tisch und Fu�boden sauber. Anschlie�end kniete ich wieder vor Lola nieder.</p><p>�Welche Strafe soll ich dir zumessen?� sagte sie vor sich hin. �Ach ja! Du kehrst in deine Zelle zur�ck und ziehst dich aus. La� dich in Zuchtketten legen. Abendessen und Nachtdecke fallen aus. Und sag den Wachen, sie sollen dir zwanzig Hiebe geben.� Sie machte eine Pause. �Mit der Schlange�, f�gte sie hinzu.</p><p>Ich blickte sie ungl�ubig an. Die Hiebe der Schlange konnten t�dlich sein. Ver�chtlich l�chelte sie mich an.</p><p>�F�nf gen�gen�, sagte Lady Gina.</p><p>�Na sch�n, f�nf�, sagte Lola.
 Nackt und blutend lag ich in meiner Zelle. Ich konnte kaum einen Muskel r�hren. Ich hatte f�nf Hiebe der Schlange erhalten, gef�hrt von einem Mann.</p><p>�Jason�, sagte jemand.</p><p>Ich arbeitete mich auf die Knie hoch und blickte nach links. Vor der Gitterwand meiner Zelle stand Lady Gina.</p><p>�Warum hast du nicht darauf hingewiesen, da� Lola den Wein versch�ttet hat?� fragte sie.</p><p>�Du wu�test, da� sie es war?�</p><p>�Nat�rlich�, gab sie zur�ck. �Ihre kleine Hand war zwar schnell, aber f�r mein Auge nicht schnell genug. Au�erdem hattest du deine H�nde am Weingef�� und h�ttest den Kelch gar nicht ber�hren k�nnen.�</p><p>�Ich wollte nicht, da� du sie strafst�, sagte ich.</p><p>�Gut!� rief sie. �Wie ich sehe, lernst du dazu. Du wolltest sie f�r dich haben, die Chance, sie vielleicht sp�ter einmal selbst zu bestrafen! Gut! Du lernst allm�hlich, was es bedeutet, ein Mann zu sein.�</p><p>�Warum ha�t Lola mich so?� fragte ich.</p><p>�Du unterscheidest dich sehr von den anderen M�nnern, die sie kennt. Sie findet dich abscheulich. Du wei�t die Sklavin in ihr nicht zu beherrschen.�</p><p>�Sie ist eine Person, ein Mensch�, sagte ich. �Sie hat Gef�hle.�</p><p>�Nat�rlich hat sie das�, best�tigte Lady Gina. �Sie hat die allesdurchdringenden, erregenden, umfassenden Gef�hle einer Frau, die Sklavin ist. Hast du auf diese Gef�hle in ihr reagiert?�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht.�</p><p>�Du bist eben ein Mann von der Erde�, sagte sie l�chelnd.</p><p>�Ja! Solche Gef�hle stehen ihr nicht zu! Sie sollte eine selbst�ndige Person sein!�</p><p>�Frauen sind Sklaven�, sagte Lady Gina. �Sie sehnen sich nach ihren Herren. Das geht tiefer als deine Mythen und politischen L�gengespinste, so gut sie auch in die dir bekannten Gesellschaftsformen passen m�gen.�</p><p>�Wie kannst du so sprechen?� fragte ich. �Du bist doch selbst eine Frau!�</p><p>�Sieh mich an, Jason�, erwiderte sie. �Bedenke meine Gr��e, meine St�rke, meine Strenge. Ich bin nicht so wie andere Frauen. Ich bin praktisch ein Mann, den eine Laune der Natur in einen Frauenk�rper gesperrt hat. Das ist sehr schmerzhaft, Jason. Vielleicht liegt da der Grund, warum ich M�nner wie Frauen so sehr hasse.�</p><p>�Ich glaube eigentlich nicht, Herrin�, sagte ich, �da� du beide wirklich ha�t.�</p><p>Sie musterte mich verwirrt. �H�te deine Zunge!�</p><p>�Ja, Herrin�, gab ich zur�ck. �Und doch finde ich, da� du seltsamerweise eine Frau voller Weitsicht und G�te bist.�</p><p>�Vorsicht, Sklave!� warnte sie mich. �Ich scheine dich wieder einmal verwirrt zu haben, Jason � das war nicht meine Absicht. Ich sollte wohl nicht so frei mit dir reden, wie ich es manchmal tue. Aus irgendeinem Grund scheine ich zuweilen zu vergessen, da� du nichts anderes bist als ein Erdenmann � und Sklave.�</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Als Sklave bist du gro� und kr�ftig, Jason�, fuhr sie fort. �Vielleicht vergesse ich deshalb manchmal, da� du als Erdenmann innerlich klein und schwach bist.�</p><p>�Es erfordert Mut, klein und schwach zu sein�, sagte ich zornig.</p><p>�Vielleicht. Ich wei� nichts davon. Ich bin weder klein noch schwach.�</p><p>Aufgebracht senkte ich den Kopf.</p><p>�Allerdings ist das ein interessanter Blickwinkel�, fuhr sie fort. �Vielleicht hat der Tor die Kraft, t�richt zu handeln. Vielleicht bringt der Feigling den Mut auf, feige zu reagieren. Aber es ist schon traurig genug, Narr und Feigling zu sein, ohne aus diesen negativen Charakterz�gen auch noch eine Tugend zu machen. Begreifst du nicht, da� du auf eine Moral der Schw�che getrimmt worden bist, auf eine Erfindung der Schwachen, die die Starken behindern und untergraben soll? Ach, ruh dich jetzt aus. Morgen wirst du von Sklavenh�ndlerinnen des Markts von Tima beschaut.�</p><p>�Was ist das � der Markt von Tima?� fragte ich.</p><p>�Das wirst du bald erfahren�, gab sie zur�ck. ��brigens m�chte ich dir zu deinen Goreanisch-Kenntnissen gratulieren. Du hast Sprachgef�hl.�</p><p>�Danke, Herrin.�</p><p>�Und auch k�rperlich entwickelst du dich gut�, fuhr sie fort. �Die �bungen und die Ern�hrung schlagen an. Du hast zugenommen, wirst aber schlanker, denn wo du fr�her Fett hattest, sind jetzt Muskeln entstanden.�</p><p>�Danke, Herrin�, wiederholte ich. Sie hatte recht � Muskelgewebe war schwerer und kompakter als Fett.</p><p>�Du bist so gro� wie viele Goreaner, Jason�, sagte sie. �Sogar gr��er als viele M�nner dieser Welt. Wirklich schade, da� du dich nur zum Sklaven eignest.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Leg dich jetzt schlafen, Jason.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p></section><section><title><p>6</p></title><p>�Interessant�, sagte die Frau. �Vielversprechend.�</p><p>Unwillk�rlich erschauderte ich, als die k�hle Lederpeitsche langsam an meiner Flanke emporfuhr.</p><p>�Wir nennen ihn �Jason��, erkl�rte Lady Gina, die sich im Hintergrund hielt.</p><p>Meine H�nde waren in dem niedrigen, fackelerleuchteten Raum an einen Deckenring gefesselt. Auch meine Fu�fesseln endeten in einem Ring dicht neben meinen Zehen. Ich war nackt.</p><p>�Ein netter Name�, sagte die Frau, �aber nat�rlich k�nnen wir den Tarsk nennen, wie wir wollen.�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Lady Gina.</p><p>Ich bildete den Anfang einer Reihe von einundzwanzig m�nnlichen Sklaven, die wie ich gefesselt waren und zur Schau standen. F�nf Frauen in Schleiern und schweren Roben begutachteten uns. Es waren Sklavenh�ndlerinnen.</p><p>�Mund auf�, sagte eine der Frauen zu mir.</p><p>Ich gehorchte.</p><p>Sie dr�ckte mit dem Daumen gegen meinen oberen Gaumen. Die Gew�nder und Schleier der Frauen waren aus kostbarer Seide und wiesen vorwiegend die Farben gelb und blau auf, die Farben der Sklavenh�ndler. Ein �rmel des Gewandes rutschte zur�ck, und ich bemerkte am linken Arm der Frau ein schweres, metallbesetztes Armband aus schwarzem Leder. Sie hatte kluge dunkle Augen, ungez�gelt, objektiv, absch�tzend, gnadenlos. Ich bezweifelte nicht, da� sie in ihrem eigenen Gehege so r�cksichtslos auftrat wie Lady Gina. Ich begegnete ihrem Blick nicht. Sie machte mir angst � �hnlich wie Lady Gina, wenn sie sich ernst gab. Solche Frauen, das wu�te ich, w�rden mich mit gro�er Strenge behandeln. Sie kannten keine R�cksicht mit M�nnern, die das Pech hatten, ihnen als Sklaven in die H�nde zu fallen. Ausgiebig untersuchte sie meinen Mund, wobei sie mir den Kopf hin und her drehte. �Nicht schlecht�, sagte sie schlie�lich und trat zur�ck. �Kopf hoch�, befahl sie.</p><p>�Ja, Herrin�, antwortete ich und gehorchte.</p><p>Die Frauen untersuchten uns als das, was wir waren � Tiere und Sklaven.</p><p>�Der hier hat gute Schenkel�, sagte eine Frau weiter unten an der Reihe.</p><p>�Gut�, bemerkte eine andere.</p><p>�W�chter�, sagte die Frau, die mich untersucht hatte.</p><p>�Hier�, antwortete Lady Gina.</p><p>�Dieser Sklave�, sagte die Frau und deutete auf mich, �hat am linken Oberarm eine Narbe und ein St�ck Metall in einem Zahn hinten links. So etwas habe ich bisher nur bei Kajirae von der Sklavenwelt erlebt.�</p><p>�Dies ist ein M�nnchen von der Sklavenwelt�, gab Lady Gina Auskunft.</p><p>�So etwas hatte ich mir gedacht�, meinte die Frau. �Aber wir zahlen deswegen nicht mehr f�r ihn.�</p><p>�Solche Fragen mu�t du mit meinen Vorgesetzten er�rtern�, sagte Lady Gina.</p><p>�Aber deine Vorgesetzten sind M�nner�, erwiderte die Frau sp�ttisch.</p><p>�Ja.�</p><p>�Ich k�nnte eine Frau wie dich gebrauchen.�</p><p>�Ich habe hier meine Arbeit.�</p><p>�Wie du willst�, sagte die Frau. �Sind sie vital?� fragte sie.</p><p>�Ich glaube schon � obwohl wir sie nat�rlich in den Gehegen sehr eingeschr�nkt haben, um sie als Sklaven besser lenken zu k�nnen.�</p><p>�Eine schwierige Sache�, sagte die Frau, die mich untersucht hatte. �Doch meine ich, da� eine intelligente Herrin das Problem stets zu ihrer Zufriedenheit l�sen wird.�</p><p>�Der hier ist munter�, sagte eine der Frauen weiter unten und begann zu lachen. Sie nahm die Hand vom K�rper eines Sklaven.</p><p>�Machen wir uns einen Spa߫, sagte die Frau, die mich untersucht hatte. �La� eine Kajira kommen.�</p><p>Lady Gina begab sich zur T�r des langen, niedrigen Raums. �Prodicus!� rief sie. �Lola soll erscheinen!�</p><p>Gleich darauf trat Lola ein. Ich hatte sie noch nie so unterw�rfig erlebt. Sie trug das Haar zur�ckgek�mmt und hatte es mit einem wei�en Band zusammengebunden. Sie war gewaschen und trug eine kurze �rmellose wei�e Tunika. Lola eilte zu Lady Gina und kniete vor ihr nieder. Die Anwesenheit freier Frauen erschreckte sie. Zum erstenmal gewann ich einen unmittelbaren Eindruck von dem Abscheu und Ha�, den die freien Frauen ihren versklavten Schwestern entgegenbringen.</p><p>�Eine h�bsche kleine Sklavin�, sagte eine der Frauen.</p><p>Da erkannte ich, da� Lolas zur�ckhaltende Aufmachung mit der Anwesenheit der Sklavenh�ndlerinnen zu tun hatte. Das Haus des Andronicus, in dem ich Sklave war, wollte die Besucherinnen offenbar nicht kr�nken.</p><p>Als Lola den Kopf hob, wies Lady Gina auf die Frau, die mich untersucht hatte. Hastig kniete Lola vor ihr nieder.</p><p>�Wie wirst du genannt?� fragte die Frau.</p><p>�Lola, Herrin.�</p><p>�Steh auf und zieh dich aus, Lola�, befahl die Frau.</p><p>�Ja, Herrin�, antwortete Lola, stand auf und lie� die Tunika zu Boden gleiten.</p><p>�Lola�, sagte Lady Gina. �Du beginnst am anderen Ende der Reihe. Du sagst jedem Sklaven, da� du seine Sklavin bist. Du k��t ihn, sagst ihm, da� du ihn liebst, und sprichst ihn als Herrn an. Dann k��t du ihn wieder.�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte Lola bedr�ckt und lief ans andere Ende der Reihe.</p><p>Lady Gina folgte ihr. Dabei l�ste sie die Peitsche von dem G�rtel, eine Bewegung, die Lola nicht entging.</p><p>�Sei begehrlich, Lola�, forderte Lady Gina. �Das d�rfte dir nicht schwerfallen�, f�gte sie sarkastisch hinzu.</p><p>�Ja, Herrin�, sagte Lola und warf einen angstvollen Blick in die Runde.</p><p>Dann trat sie vor den ersten Sklaven hin, umarmte ihn und blickte zu ihm auf. �Ich bin deine Sklavin, Herr!� sagte sie und k��te ihn. �Ich liebe dich, Herr!� sagte sie und k��te ihn ein zweitesmal.</p><p>�Ausgezeichnet, Lola!� sagte Lady Gina. Zwei Sklavenh�ndlerinnen lachten. Eine machte mit einem Markierungsstift eine Eintragung auf einem St�ck Papier, das sie auf einem Klemmbrett mitf�hrte.</p><p>�Zum n�chsten�, befahl Lady Gina.</p><p>Angstvoll-gehorsam besch�ftigte sich Lola mit dem n�chsten Sklaven. F�r jede Sklavin war es besch�mend, einen m�nnlichen Sklaven zu ber�hren, und noch schlimmer kam es sie an, ihn als Herrn zu bezeichnen. Sklavinnen verachten Sklaven. Sie sehen sich � sicher zu recht � als Besitz freier M�nner und Frauen � Herren und Herrinnen.</p><p>Endlich stand Lola auch vor mir. In ihren Augen standen Tr�nen. Sie schien kaum sprechen zu k�nnen. �Er nicht, Herrin!� flehte sie.</p><p>�Du z�gerst in der Aus�bung deiner Pflichten, Lola!� rief Lady Gina.</p><p>Hastig legte Lola die Arme um mich. Und hielt mich abrupt, eine Sekunde lang, ganz fest. Dabei sp�rte ich, wie ihr K�rper sich zuckend gegen den meinen bewegte. Ihre Wange lag an meiner Brust. �Interessant�, sagte eine der Sklavenh�ndlerinnen. Lola blickte zu mir auf.</p><p>�Weitermachen, Lola!� forderte Lady Gina.</p><p>�Mit einem so verachtenswerten Sklaven, Herrin?� fragte Lola.</p><p>�Weitermachen, Lola!�</p><p>�Ja, Herrin.� Wieder umarmte mich das M�dchen.</p><p>�Schaut euch die kleine Dirne an�, sagte eine Frau. �Sie ist erregt!� Lola war nackt, bis auf den Sklavenkragen. Barfu� stand sie auf den kalten Fliesen. �Ich bin deine Sklavin, Herr�, fl�sterte sie mir zu. Ich sp�rte ihren Bauch und ihre Br�ste. Sie war eine Frau, von der ein Mann auf der Erde nicht zu tr�umen gewagt h�tte. Ich mu�te ihr widerstehen! Dann aber dr�ckte sich das hei�e, sinnliche, nackte Gesch�pf an mich. Ich sp�rte ihre Lippen auf den meinen, geno� den feuchten, zerschmelzenden, unbeschreiblichen Ku� der Sklavin, der unfreien Frau. �Ich liebe dich, Herr�, fl�sterte sie.</p><p>�Aii!� rief eine der Frauen. In meiner Best�rzung stie� ich einen Schrei aus. Die Frauen lachten. �Der Bursche ist munter!� rief eine Sklavenh�ndlerin. �Bist du sicher, da� er von der Erde stammt?� fragte eine andere. �Gl�cklich die Herrin, die ihn einmal bekommt�, sagte eine dritte. Besch�mt schaute ich zu Boden. Die Frau mit dem Schreibstift lachte ebenfalls. Ich sah, wie sie sich eine Notiz machte.</p><p>�Begeben wir uns in einen bequemeren Raum�, sagte Lady Gina. �Dort k�nnen wir �ber die Sklaven sprechen.� Gefolgt von den meisten Sklavenh�ndlerinnen, verlie� sie den Saal. Nur eine blieb noch kurz zur�ck und sah mich an. Es war die Frau die mich am gr�ndlichsten untersucht hatte, die Frau, die unter ihrem seidenen �rmel ein metallbesetztes Lederband trug.</p><p>�Kommst du auch, Lady Tima?� fragte eine Frau, die an der T�r stehengeblieben war.</p><p>�Ja�, antwortete die Frau und ri� den Blick von mir los. Sie machte kehrt und verlie� den Raum.</p></section><section><title><p>7</p></title><p>Ich sa� allein in meiner Zelle, auf einer etwa f�nf Fu� langen, schweren Bank vor einem kompakten, rechteckigen Tisch. Diese Dinge hatte man mir zur Verf�gung gestellt. Auf dem Boden lag Stroh und darauf eine Decke. Auf dem Tisch standen zwei Schalen � eine mit billigem Wein und eine mit Fleischbrocken; daneben lag gelbes Brot.</p><p>Man hatte mich begutachtet.</p><p>Der besch�mende Gedanke erz�rnte mich noch immer. Ich war keine Frau! Dann l�chelte ich. Der Gedanke h�tte dem Kopf eines Goreaners entspringen k�nnen. Ich brachte mir in Erinnerung, da� ich ein Mann von der Erde war. Wie besch�mend mu�te so etwas f�r eine Frau sein! Wie beklagenswert, da� solche Sch�nheiten zum Vergn�gen ihrer Herren versklavt wurden.</p><p>Am liebsten h�tte ich selbst so eine Frau besessen. Aber schon vertrieb ich diesen Gedanken wieder aus meinem Kopf.</p><p>Ich kaute ein St�ck Fleisch und trank aus der flachen Tonschale, die den Wein enthielt.</p><p>Ich war ganz durcheinander. Heute war ich begutachtet und taxiert worden. Ich war �berzeugt, da� ich nicht mehr lange im Gehege bleiben w�rde. Dabei wu�te ich nicht einmal, wo diese Gehege �berhaupt lagen. Gar nicht zu reden von der Stadt, in der ich gefangengehalten wurde. Neugier stand einem Sklaven nicht an, das hatte man mir wiederholt gesagt. Ich l�chelte. Wie weit entfernt schien doch inzwischen die Erde mit ihren eitlen, kleinb�rgerlichen Z�gen! Irgendwie scherte es mich nicht, da� man mich nach Gor gebracht hatte. Ich verstand nicht, warum ich so empfand. Gewi� war meine Lage besch�mend, und ich war alles andere als in Sicherheit. In so mancher Beziehung war Gor eine schreckliche Welt. Ich mu�te an die Sleen denken. Ich hatte die Peitsche zu sp�ren bekommen. Trotzdem war ich im Grunde nicht ungl�cklich. Die Erde war ein vergiftetes, beflecktes Land gewesen. Die Luft, die die Menschen dort atmeten, die Nahrung, die sie zu sich nahmen, enthielt Gifte, die man erkannt hatte, aber erstaunlicherweise nicht entfernte. Ich hatte die Erfahrung gemacht, da� es eigentlich unm�glich war, solche Dinge zu �ndern. Was f�r eine unglaubliche Welt war doch die Erde! Begriff sie nicht, da� der Umweltverbrecher weitaus gef�hrlicher war als der einzeln agierende Verr�ckte oder M�rder, da� sein Verbrechen nicht isolierte, tragische Opfer traf, sondern Gemeinden, einen Planeten, ungeborene Generationen? War sein Profit wirklich so heilig? War es wirklich kostbarer als Menschenleben und die Zukunft? Die Menschen der Erde begl�ckw�nschten sich zur Macht ihrer Demokratien, in denen angeblich das Volk herrschte. Aber wenn das wirklich zutraf, wie konnten dann so viele Entwicklungen auf dem Planeten offensichtlich gegen das Wohlergehen der V�lker ablaufen? Wie war es m�glich, da� die Welt f�r ihre Bewohner so bedr�ckend war, wenn sie wirklich darin die K�nige waren? Vielleicht hatte man ihnen nur eingeredet, da� sie die f�hrende Rolle spielen � und sie waren damit zufrieden? Wer aber waren die wahren K�nige? Vielleicht gab es aber auch gar keine K�nige, sondern nur den Wahnsinn der frei wirkenden Maschine.</p><p>Ich war hier gefangen und versklavt worden. Ich trug einen Stahlkragen. Und doch war ich nicht unzufrieden. Ich war gespannt, die Welt zu sehen, auf die ich gebracht worden war. Ich hoffte, da� man mich am Leben lassen w�rde, wenn ich meinen Herren oder Herrinnen gehorchte und ihnen zu Gefallen war.</p><p>Warum f�hlte ich mich nicht elender? Ich besch�ftigte mich mit der Frage. Infolge der Ern�hrung und der Bewegung, die mir im Gehege zuteil wurden, war ich ges�nder und kr�ftiger als je zuvor. Vielleicht hatte dies mit meinen Gef�hlen zu tun. Schlichte Rezepte wie Di�t und viel Bewegung wirken oft Wunder � auch in bezug auf die eigene Einstellung. Und ich freute mich auf das Abenteuer einer neuen Welt, auch wenn es sich um eine Welt handeln mochte, in der ich nur Sklave war. Ich lachte.</p><p>Aufstehend umfa�te ich meine Sitzbank an einem ihrer Beine, hob sie mit einer Faust langsam empor, bis ich sie mit gestrecktem Arm hielt. Auf der Erde h�tte ich so etwas nie geschafft. Und es gelang mir nicht nur wegen der geringeren Schwerkraft dieses Planeten, auch meine neu erworbenen Kr�fte hatten damit zu tun. Ich setzte mich wieder auf die Bank und schob ein weiteres St�ck Fleisch in den Mund.</p><p>Der Grund, warum ich nicht unzufrieden war, lag in der Beschaffenheit Gors. Ich dachte an die Erde, an die engstirnige Gier und Eitelkeit, an die Selbstgef�lligkeit, die dort herrschte, die bedr�ckten, zu zahlreichen V�lkerscharen, an die weitverbreiteten �ngste, beispielsweise hinsichtlich der Energie, die doch nur dazu dienen sollte, eine teure und weitgehend �berfl�ssige Technologie in Gang zu halten, und die gerechtfertigte Angst vor dem nuklearen Damoklesschwert. Die Erde kam mir vor wie eine kranke Welt voller Fallen, eine Welt, die die Natur kr�nkte, eine Welt, in der die Atemluft von Menschenhand mit gef�hrlichen Gasen angef�llt war. Auf Gor dagegen sp�rte ich eine Jugend und Weitl�ufigkeit, die in meiner alten Welt gefehlt hatten. Hier gab es Ehrgeiz, Frische und Hoffnung, ein Funkeln, das auf der Erde vielleicht zuletzt gesp�rt worden war, als der Parthenon noch neu war. Zweifellos gibt es auch auf Gor viele Dinge, die abscheulich sind, doch ich kann mich nicht dazu �berwinden, sie abzulehnen. Gor ist zweifellos ungeduldig, grausam und herzlos, doch zugleich halte ich es f�r unschuldig. Es �hnelt dem L�wen, ungeduldig, grausam, herzlos und unschuldig. Es ist eben seine Natur. Gor ist eine Welt mit starken Muskeln, eine neue Welt, in der die Menschen die K�pfe zur Sonne erheben und lachen k�nnen, eine Welt, in der sie vern�nftigerweise wieder zu langen Reisen aufbrechen mochten. Es war eine Welt, wie Homer sie vielleicht besungen h�tte, ein Gesang �ber das Klirren von M�nnerstahl und die S��e des weindunklen Meeres.</p><p>Und in diese Welt sollte ich nun hinaus. Mein Verkauf an das Haus von Tima war besiegelt.
 Die T�r des Sklavenkastens, in dem ich bef�rdert worden war, �ffnete sich hinter mir. H�nde griffen nach mir und zerrten mich r�ckw�rts ins Freie. Vier M�nner hielten mich. Prodicus, der Anf�hrer des Transport-Trupps, stie� den Schl�ssel in das Schlo� meines Halskragens, �ffnete ihn und befreite mich davon. Beinahe �bergangslos lie� jemand einen anderen Stahlkragen um meinen Hals zuschnappen. Nun trug ich den Kragen des Hauses von Tima. Eine streng wirkende Frau in schwarzer Lederkleidung, geschm�ckt mit Lederarmb�ndern, unterzeichnete ein St�ck Papier. Prodicus lie� das Papier in seiner Tunika verschwinden. Zwei M�nner hoben mich hoch und setzten mich in kniender Stellung auf den harten Zementboden des gro�en Raumes. Der Deckel des Sklavenkastens wurde geschlossen, schwere Riegel zugeschoben. Prodicus machte den Tragsklaven ein Zeichen, die wieder die Stangen durch die Ringe steckten und nach kurzer Zeit, gef�hrt von Prodicus, den Kasten tragend, durch eine Eisent�r verschwanden.</p><p>Ich sp�rte die Peitsche der Frau unter dem Kinn und hob den Kopf.</p><p>�Sei gegr��t, h�bscher Sklave�, sagte sie.</p><p>�Sei gegr��t, Herrin�, antwortete ich.</p><p>�Ich bin Tima. Ich bin hier die Herrin.�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich.</p><p>Sie wandte sich an die M�nner, die sie umstanden, kr�ftige Burschen, die wohl geeignet schienen, in einem Sklavengehege f�r Ordnung zu sorgen.</p><p>�Peitscht ihn aus�, sagte sie. �Dann ist er zu s�ubern und in mein Gemach zu schicken.�</p><p>�Jawohl, Lady Tima.�</p><p>Ich wurde hochgehoben und aus dem Raum gezerrt.
 �Knie hier nieder�, sagte der Mann und deutete auf eine dicke Metallt�r, die einen dunklen Korridor abschlo�. �Wenn wir gegangen sind, machst du dich bemerkbar.�</p><p>�Ja, Herr�, antwortete ich bedr�ckt. Ich war erst wenige Ehn im Haus von Tima, da peitschte man mich bereits durch. Dann hatte man mich in eine kleine, niedrige Zelle gef�hrt, in der ich einige Ehn lang warten mu�te. Anschlie�end brachte ein Mann mir eine Schale Wasser und eine zweite Schale mit Sklavenbrei. Obwohl ich nicht hungrig war, folgte ich seinem Befehl und a�. Als ich zu seiner Zufriedenheit gegessen hatte, f�hrte er mich in einen warmen, feuchten Raum. Hier gab es in den Boden eingelassene Wasserbecken und Gef��e mit Hei�wasser. Au�erdem entdeckte ich Strigils, Handt�cher und Bade�l. Mein W�chter nahm mir den Kragen ab und befahl mir, in ein Bad zu steigen. Das Wasser war unangenehm hei�, doch ich wagte keine Einw�nde zu erheben. Goreanische Herren kennen kein Pardon, wenn es um die Gef�hle von Sklaven geht. Frisch von der Erde kommend, wu�te ich nicht einmal, wie man richtig badete. Lachend erkl�rte er mir den Gebrauch der Strigils, die Waschungen, die �le. Trotz meiner Angst empfand ich das langwierige Ritual des Badens als sehr angenehm � ein Vorgang, der bei den Goreanern sehr beliebt ist und sich in den �ffentlichen B�dern oft zum gesellschaftlichen Ereignis ausw�chst. Jedenfalls wurde ich den Gestank der Gehege los. Anschlie�end durfte ich mich mit Parfums und �len einreiben, die f�r gewisse m�nnliche Sklaven zugelassen waren. Zuletzt erhielt ich eine wei�e Seidentunika. �Knie nieder�, befahl der Mann. Ich gehorchte und bekam wieder den Kragen umgelegt. Wir verlie�en das Gemach. Es war ein langer Weg durch das Haus von Tima, bis wir schlie�lich den Eingang eines langen, dunklen Korridors erreichten. Und hier kniete ich nun vor der schweren T�r.</p><p>Mein W�chter machte kehrt und lie� mich allein. Zwei M�nner, die weiter unten am Korridor Wache gestanden hatten, folgten ihm.</p><p>Bedr�ckt hob ich die Hand, um zu klopfen, lie� sie aber wieder sinken. Ich hatte Angst. Nach meinem Aufenthalt in der Zelle hatte ich unter der Kontrolle eines einzigen Mannes gestanden. Er hatte mir zu essen gegeben, mich herumkommandiert und die Vorbereitungen f�r das Kommende geleitet. Er hatte mir den Kragen genommen und sp�ter wieder umgelegt. Er war nicht bewaffnet gewesen; trotzdem hatte ich ihn gef�rchtet und war gehorsam gewesen. Freie M�nner waren meine Herren, so wie freie Frauen meine absoluten Herrinnen waren. Wie ich nun dar�ber nachdachte, erz�rnte mich die Tatsache, da� man nur einen Mann geschickt hatte, wo sich zuvor vier oder f�nf st�mmige M�nner um mich hatten k�mmern m�ssen. Allerdings war ich ausgepeitscht worden � und anscheinend gen�gte das, um einen Erdenmann gef�gig zu machen.</p><p>Meine Angst steigerte sich, denn ich hatte noch nicht an die T�r geklopft.</p><p>Ich bewegte vorsichtig den Kn�chel dagegen. Aber der Laut war kaum zu h�ren. Zitternd senkte ich den Kopf.</p><p>Schwer atmend und mit pochendem Herzen hob ich zum zweitenmal die Hand und klopfte an die dicke T�r. Ich hoffte, da� niemand sich in dem Raum aufhielt.</p><p>�Wer da?� rief eine Frauenstimme.</p><p>�Ein � ein Sklave�, stammelte ich.</p><p>Sie �ffnete die T�r und blickte auf mich herab. In einer Hand hielt sie einige lange gelbe Papiere.</p><p>�Jason, nicht wahr?� fragte sie.</p><p>�Wenn es der Herrin gef�llt.�</p><p>�Wird schon�, sagte sie und musterte mich. Ihr schien gar nicht aufzufallen, da� ich im Korridor allein war. F�r sie war das offenbar nichts Au�ergew�hnliches. �Ich hatte das ja ganz vergessen�, sagte sie. �Du solltest heute abend in meine Gem�cher geschickt werden, nicht wahr?�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich.</p><p>�Tritt ein�, sagte sie. �Zieh deine Tunika aus und knie am Sofa nieder. Schlie� hinter dir die T�r.�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich. Sie trug goldene Sandalen und eine lange rote Robe mit einem hohen, verzierten Kragen, der von einer Silberspange zusammengehalten wurde.</p><p>Ich betrat den Raum und schlo� die T�r hinter mir. Ich zog die Seidentunika aus, die man mir gegeben hatte, und legte sie zusammengefaltet auf den Boden. Dann kniete ich nackt auf dem Boden.</p><p>Sie kniete vor einem niedrigen Tisch und hatte mir den R�cken zugewandt. Sie besch�ftigte sich mit den Papieren, die sie vor sich ausgebreitet hatte. In der rechten Hand hielt sie einen Schreibstift.</p><p>�Ich arbeite an den Einzelheiten f�r den Verkauf morgen abend�, sagte sie.</p><p>�Ja, Herrin�, erwiderte ich.</p><p>Sie arbeitete still und konzentriert. Zuweilen nahm sie ein Papier von dem Stapel und f�gte ein anderes hinzu. Gelegentlich machte sie sich eine Notiz. Mehrere Ehn vergingen. Ich st�rte sie nicht. Sie arbeitete. Sie war Gesch�ftsfrau und trug eine gro�e Verantwortung. Ich fragte mich, ob das eine oder andere Papier vielleicht mich betraf. Nat�rlich wagte ich nicht danach zu fragen. Ich hatte erfahren m�ssen, da� Neugier einem Kajirus nicht anstand. Sollte ich verkauft werden, w�rde man mir das mitteilen, wenn meine Herren oder Herrinnen es f�r richtig erachteten, vielleicht sogar erst im Augenblick des Verkaufs, wenn die Auktionsplakette an meinem Kragen befestigt wurde.</p><p>�Bringe mir Wein, Jason�, sagte sie geistesabwesend. �Wie eine Sklavin�, f�gte sie hinzu.</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich verbittert.</p><p>�H�re ich da einen Unterton der Bitterkeit?� fragte sie, ohne sich umzuwenden.</p><p>�Nein, Herrin�, erwiderte ich.</p><p>�Gut�, sagte sie. �Du bist ein echter Erdenmann, geboren zum Sklaven einer Frau.�</p><p>�Ja, Herrin.� Ich holte Wein und schenkte ihr einen Trunk ein. Dann erinnerte ich mich an meine Lektionen, dr�ckte mir den Kelch gegen den Bauch, hob ihn kurz an die Lippen und reichte ihn mit ausgestreckten Armen meiner Herrin.</p><p>�Ausgezeichnet, Jason�, sagte sie.</p><p>�Vielen Dank, Herrin�, erwiderte ich.</p><p>Sie trank einen Schluck Wein und musterte mich ver�chtlich. �Zur�ck an deinen Platz�, sagte sie.</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Ich kniete wieder neben der Couch nieder. Sie drehte sich um, stellte den Weinkelch auf den Tisch und war gleich darauf wieder in ihre Arbeit versunken. Ich nehme an, sie verga� meine Anwesenheit v�llig.</p><p>Ich wurde ignoriert und vernachl�ssigt. Sie w�rde mich rufen, wenn sie mich brauchte.</p><p>Mein Blick fiel auf die breite, mit Pelzen bedeckte Couch. Ketten mit Metallreifen lagen darauf.</p><p>Endlich schob sie m�de die Papiere zur Seite und legte den Stift aus der Hand. Sie stand auf, streckte sich und wandte sich zu mir um.</p><p>�Auf die Couch�, befahl sie. �In R�ckenlage.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Sie setzte sich auf den Rand der Couch und fesselte mir gelassen, als mache sie dies jeden Abend, Arme und Beine mit den Ketten, die sie festzog, bis ich mich kaum noch bewegen konnte.</p><p>�Erinnerst du dich an mich, Jason?� fragte sie schlie�lich.</p><p>�Ich glaube schon, Herrin�, erwiderte ich. �Du warst die Sklavenh�ndlerin, die mich im Haus des Andronicus gr�ndlich untersucht hat, nicht wahr?�</p><p>�Du hast ein gutes Auge f�r Frauen, Jason�, sagte sie. �Ich trug einen Schleier.�</p><p>�Vielen Dank, Herrin. Ja, Herrin.�</p><p>�Ich finde dich interessant, Jason�, fuhr Lady Tima fort. Sie ging zu einem Schrank, �ffnete ihn und nahm eine Sklavenpeitsche heraus.</p><p>Ich spannte die Muskeln an.</p><p>�Als ich dich zum erstenmal sah�, sagte sie, �dachte ich mir beim Blick in deine Augen, da� es wahrhaft m�nnliche Augen sein k�nnten. Dieser Gedanke kam mir, obwohl man mich unterrichtet hatte, da� du von dem Planeten Erde stammst.�</p><p>Ich sagte nichts.</p><p>�Eine Sekunde lang dachte ich, du h�ttest die Art von Augen, unter deren Blick eine Frau das Gef�hl hat, jeder Zug ihres Gesichts liege offen zutage, obwohl sie verschleiert ist. Sie f�rchtet sogar, ihre Sch�nheit und ihre Bed�rfnisse liegen wie bei einer Sklavin offen und wehrlos seinem Blick ausgeliefert, trotz der Roben, der umh�llenden Stoffschichten.�</p><p>Ich schwieg. Sie fuhr mir mit der zusammengerollten Peitsche sanft �ber den K�rper, halb liebkosend, halb erkundend.</p><p>�Bitte schlage mich nicht�, sagte ich.</p><p>�Dann aber�, fuhr sie fort, �mu�te ich feststellen, da� du kein Mann bist, sondern nur ein Sklave, der dar�ber hinaus abscheulich schwach ist.�</p><p>�Peitsche mich nicht aus, Herrin�, flehte ich.</p><p>Sie legte die Peitsche auf die Couch neben mich. �Sei unbesorgt, Jason, du bist es nicht wert, ausgepeitscht zu werden.�</p><p>Sie hob die H�nde an den hohen Kragen und �ffnete die Silberschnalle. Dann lie� sie die Robe von den Schultern gleiten. Sie war wundersch�n.</p><p>�Ich werde nicht lange mit dir spielen, Jason�, sagte sie, �sondern dich m�glichst bald wieder in deine Ketten schicken.�</p><p>�Was hast du mit mir vor?� fragte ich.</p><p>Sie lachte. Sie ging zum Weingef�� und go� den Kelch halb voll. Dann setzte sie sich wieder neben mich. Ich stemmte mich auf die Ellbogen hoch, so gut es ging, und beugte den Kopf zur�ck. Sie st�tzte meinen Kopf und setzte mir den Kelch an die Lippen. �Trink, h�bscher Jason�, sagte sie, �das entspannt.� Sie neigte den Kelch und sch�ttete mir langsam den Wein in den Mund. Angstvoll trank ich. Dann verlie� sie die Couch und stellte den Kelch auf einen kleinen Tisch. Gleich darauf kehrte sie an meine Seite zur�ck.</p><p>Schon sp�rte ich die Wirkung des Weins. �Was hast du mit mir vor?� fragte ich.</p><p>�Ich will dich als das behandeln, was du bist � ein Mann der Erde, ein Schw�chling, der Willk�r einer freien Goreanerin ausgeliefert.�</p><p>Ich betrachtete sie angstvoll.</p><p>�Leg dich zur�ck, h�bscher Jason�, sagte sie und schmiegte sich katzenhaft neben mich.</p><p>�Ich verstehe das nicht�, sagte ich. �Was willst du?�</p><p>�Dich besitzen�, fl�sterte sie. �Dich zu meinem Vergn�gen gebrauchen.�</p><p>Entsetzt blickte ich sie an.</p><p>Sie l�chelte und schob mir die Peitsche zwischen die Z�hne.</p><p>Dann reizte und vergewaltigte sie mich.</p></section><section><title><p>8</p></title><p>�Armer Sklave�, sagte das M�dchen. �Wie schlimm die Herrin dich mi�braucht hat!�</p><p>Ich hob den Kopf ein St�ck von den flachen Steinen. Ich lag auf der Seite. Der Raum war dunkel. Man hatte mich an den Fu�gelenken zusammengekettet, und die Kette lief anscheinend durch einen Ring am Boden. Ich war nackt. Ich trug meinen Kragen.</p><p>�Lieg still�, sagte das M�dchen.</p><p>�Ja, Herrin�, antwortete ich.</p><p>Ich sp�rte einen k�hlen, feuchten Lappen an der Stirn.</p><p>�Ich bin keine Herrin�, sagte sie lachend. �Ich bin auch nur eine arme Sklavin.�</p><p>�Was ist passiert?� fragte ich. �Wie sp�t ist es? Wo bin ich?�</p><p>�Gestern abend�, antwortete sie, �wurdest du in das Gemach der Herrin geschickt.�</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Ich wette, sie hat dir deutlich zu Bewu�tsein gebracht, da� du ein Sklave bist.�</p><p>�Ja�, sagte ich, �in der Tat.�</p><p>Das M�dchen k�hlte mir weiter die Stirn.</p><p>�Wie sp�t ist es?� fragte ich.</p><p>�Wir haben den fr�hen Abend des n�chsten Tages.�</p><p>�Wie ist das m�glich?� fragte ich.</p><p>�Als die Herrin mit dir fertig war�, sagte das M�dchen, �hat sie dir da die Ketten nicht abgenommen und dir eine Schale mit Essen ans Fu�ende der Couch gestellt?�</p><p>�Ja�, erwiderte ich. Ich hatte auf H�nde und Knie niedergehen und ohne Zuhilfenahme der H�nde essen m�ssen.</p><p>�Und hat sie dir dann nicht die Tunika unter den Kragen gestopft und dich angewiesen, die W�chter zu suchen, die dann schon w��ten, was mit dir zu geschehen habe? Und hat sie dich dann nicht fortgeschickt?�</p><p>�Ja � aber ich erinnere mich nicht, da� ich die W�chter gefunden habe.�</p><p>�Im Essen war ein Schlafmittel�, sagte sie.</p><p>�Wo bin ich?�</p><p>�In einem der R�ume der Sklavenvorbereitung�, erwiderte sie. �In diesen R�umen werden Sklaven oft auf ihren Verkauf vorbereitet.�</p><p>�Soll ich denn bald verkauft werden?�</p><p>�Ich f�rchte es, denn du bist nun mal hier.�</p><p>Verbittert richtete ich mich auf.</p><p>�Es tut mir ja so leid f�r dich�, fuhr sie fort, �verkauft zu werden ist eine ganz entsetzliche und erniedrigende Erfahrung, beinahe unbegreiflich!�</p><p>�Bist du denn schon verkauft worden?�</p><p>�Ja�, sagte sie, �oft.�</p><p>�Das tut mir leid.�</p><p>�Unwichtig�, sagte sie leise. �Ich bin nur eine Sklavin.�</p><p>Ich sp�rte, da� sie sich zur�cklehnte. �Soll ich dir weiter die Stirn k�hlen?� fragte sie.</p><p>�Nein. Aber du bist sehr nett zu mir.� Ich h�rte, wie sie einen Lappen auswrang, h�rte, wie Wasser in eine Schale tropfte. Dann stand sie auf und brachte Lappen und Wasser anscheinend in eine Ecke des Raumes. Gleich darauf war sie wieder bei mir.</p><p>�Hast du Durst?� fragte sie.</p><p>�Ja.�</p><p>Sie hielt mir eine Wasserflasche an die Lippen, und ich trank dankbar.</p><p>�Wie grausam man dich angekettet hat�, sagte sie. Im Sitzen mu�te ich die Handgelenke in der N�he meiner F��e halten, so knapp waren die Ketten berechnet.</p><p>�Hast du Hunger?� fragte sie.</p><p>�Ja.�</p><p>Sie brach St�cke von einem trockenen Brotlaib ab und f�tterte mich.</p><p>�M�chtest du noch etwas trinken?�</p><p>�Ja.� Sie hielt mir wieder die Flasche an den Mund.</p><p>�Ich habe Fleisch f�r dich gestohlen�, fl�sterte sie und steckte mir einige St�cke gekochtes Fleisch in den Mund.</p><p>�Du h�ttest ein solches Risiko nicht eingehen d�rfen!�</p><p>�I߫, dr�ngte sie mich. �Das gibt Kraft.�</p><p>�Was w�rde man dir antun, wenn man erf�hre, da� du Fleisch gestohlen hast?� wollte ich wissen.</p><p>�Keine Ahnung. Vermutlich w�rde man mich nur auspeitschen. Vielleicht mir aber auch die H�nde abhacken.�</p><p>�Warum begibst du dich in eine solche Gefahr � nur f�r mich?�</p><p>�Kommst du nicht von der Erde, Jason?�</p><p>�Ja, ich stamme von der Erde. Woher kennst du meinen Namen?�</p><p>�Ich habe geh�rt, da� du so genannt wurdest�, erwiderte sie. �Ist es nicht dein Taufname?�</p><p>�Doch�, sagte ich. �Kennst du die Erde?�</p><p>�Ja�, entgegnete sie sehnsuchtsvoll.</p><p>�Wie hei�t du?�</p><p>�Es ist ein sch�ndlicher Name�, sagte sie. �Bitte zwinge mich nicht, ihn auszusprechen.�</p><p>�Bitte!�</p><p>�Darlene.�</p><p>�Das ist der Name eines Erdenm�dchens!� sagte ich aufgeregt. Ich erzitterte unter der Last der Ketten.</p><p>�Ja.�</p><p>�Ein wundersch�ner Name.�</p><p>�Er scheint die Lust der goreanischen Herren zu wecken�, sagte sie.</p><p>�Warum gab man dir einen solchen Namen?�</p><p>�Um klarzustellen, da� ich nichts anderes bin als Dirne und Sklavin�, antwortete sie.</p><p>�Wie grausam doch die Goreaner sind!� rief sie. Und f�gte hastig hinzu: �Es tut mir leid. Verzeih mir.�</p><p>�Warum denn?�</p><p>�Ich wollte dich nicht kr�nken.�</p><p>�Ich verstehe nicht, was du damit meinst ��</p><p>�Du bist doch Goreanerin, oder?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Was denn dann?�</p><p>�Ein armes Erdenm�dchen, weiter nichts.�</p><p>Ich war starr vor �berraschung. �Dein Goreanisch ist fehlerfrei!�</p><p>�Die Peitsche hat mich viel gelehrt.�</p><p>�berw�ltigt von Mitleid, brachte ich kein Wort heraus. Wie tragisch, sagte ich mir, als M�dchen von der Erde auf diese Welt verpflanzt zu werden, als Sklavin.</p><p>�Auf der Erde�, fuhr sie fort, �hie� ich Darlene. Dort war es allerdings mein eigener Name, kein Sklavenname, den mir mein Herr gegeben hatte.�</p><p>�Ich mu� dich sehen�, sagte ich und zerrte an meinen Ketten.</p><p>�I�, Jason�, forderte sie. �Es ist noch etwas Fleisch �brig.�</p><p>Ich schlang das letzte St�ck Fleisch hinunter, das mir ihre zarten Finger vorsichtig in den Mund schoben.</p><p>�Mit dem Diebstahl des Fleisches hast du viel riskiert�, stellte ich fest. �F�r einen Mann, der nichts anderes als ein Sklave ist.�</p><p>�Unwichtig�, sagte sie. �Du bist ein Mann von meiner Welt.�</p><p>�Du bist ein mutiges M�dchen.�</p><p>�Eine elende Sklavin, weiter nichts�, widersprach sie.</p><p>�Ich mu� dich sehen�, sagte ich. �K�nnen wir hier nicht irgendwie Licht machen?�</p><p>�Wir haben eine kleine Lampe�, sagte sie. �Aber ich h�tte Angst, sie anzuz�nden.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Du bist ein Mann von der Erde. Er w�rde mich auf das �u�erste besch�men, wenn du mich, ein M�dchen von der Erde, hier so s�hst.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Ich trage nur die Fetzen und den Kragen einer Sklavin.�</p><p>�Mach die Lampe an�, sagte ich freundlich. �Bitte, Darlene.�</p><p>�Wenn ich es tue�, bat sie, �dann versuch mich bitte mit der R�cksicht eines Mannes von der Erde zu sehen.�</p><p>�Nat�rlich. Bitte, Darlene.�</p><p>�Ich mache die Lampe an�, sagte sie, stand auf und ging in eine Ecke.</p><p>Ich h�rte Steine gegeneinanderklicken, vermutlich Feuersteine, und sah Funken fliegen. Mir stockte der Atem, als ich im kurzen Aufzucken des schwachen Lichts einen kurzen Eindruck von dem pr�chtigen knienden M�dchen gewann. Sie trug aufreizend kurze Sklavenfetzen aus braunem Rep-Tuch, an der Seite � vermutlich absichtlich � aufgerissen, gehalten durch einen einzelnen schmalen Gurt �ber der linken Schulter. Unter diesem d�nnen braunen Tuch wogten kaum verborgen ihre s�� gerundeten, schweren Br�ste. Die Funken hatten zugleich auch den engen schmalen Halskragen aufblitzen lassen. Sie war barfu�.</p><p>Wieder trafen die Steine aufeinander, und wieder sah ich sie, �ber einen Ballen Moos gebeugt, Zunder, den sie in Flammen zu setzen versuchte. Sie hatte dunkles Haar, kurz, aber voll, das ihr vor das Gesicht fiel. Wieder gewahrte ich die angenehmen Rundungen ihres K�rpers, den Kragen, die nackten F��e.</p><p>Im n�chsten Moment glimmte das Moos auf, und sie dr�ckte einen Strohhalm hinein. Dieser Halm, an einem Ende brennend, entz�ndete den Docht einer kleinen �llampe aus Ton. Darlene sch�ttelte den Strohhalm wieder aus, breitete mit den Fingern das Moos auseinander und dr�ckte die dort entstehende winzige Flamme zu einer Reihe gl�hender Punkte auseinander, die schnell verl�schten. Sie nahm die Lampe auf und kam auf mich zu. Vor mir hockte sie sich nieder, stellte die Lampe seitlich ab und kauerte auf den Zehenspitzen. Im schwachen Lampenschein wurde ihre Sch�nheit offenbar, kaum verh�llt durch das zerfetzte Gewand, die Knie der nackten Beine eng zusammengepre�t.</p><p>Sie musterte mich in mitleiderregendem Protest.</p><p>Wie konnte ein Mann, der noch einen Tropfen Blut in den Adern hatte, der noch atmete, eine solche Frau mit Zur�ckhaltung anschauen?</p><p>Am liebsten h�tte ich ihr die Knie auseinandergedr�ngt, h�tte sie an den Haaren auf die Steine geworfen und sie besessen � erbarmungslos, vor Wonne schreiend. Ich ballte die F�uste. Ich war angekettet. Wie sehr beneidete ich in diesem Moment die Ungeheuer Gors, die solche Frauen zu ihrem Vergn�gen halten!</p><p>�Verzeih mir�, sagte ich.</p><p>Sie fuhr erschaudernd zur�ck. �Du schaust mich an wie ein Goreaner, den eine Frau als ihren Herrn ansieht, dem sie gehorchen mu�.�</p><p>�Nein, nein!� widersprach ist. �Das stimmt nicht.�</p><p>�Vielleicht kann ich mich gl�cklich sch�tzen�, sagte sie l�chelnd und entspannte sich, �da� du gefesselt bist.�</p><p>�Vielleicht.�</p><p>Sie lachte und blickte mich an. Dann ber�hrte sie den Fetzen, den sie trug: �Es ist wohl schwierig�, sagte sie, �ein M�dchen zu respektieren, das den Sklavenfetzen tr�gt, die Ta-Teera.�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht.�</p><p>�Und nicht mal ein M�dchen, das in einem Sklavenkragen steckt?�</p><p>�Selbstverst�ndlich nicht.�</p><p>Aber wie sollte man eine solche Frau anders behandeln, denn als Sklavin? Der Anblick einer so gekleideten Frau diente nicht gerade dazu, Respekt zu erwecken, sondern l�ste tiefere, primitivere Gef�hle aus, wie Liebe, Begehren und Lust und das Streben nach Dominanz und kompromi�loser Vorherrschaft.</p><p>�Ich respektiere dich voll und ganz�, sagte ich.</p><p>�Eben noch�, sagte sie tadelnd, �hast du mich angesehen, als w�re ich eine Sklavin.�</p><p>�Verzeih mir�, sagte ich l�chelnd.</p><p>�Ich verzeihe dir, wenn du mich wirklich respektierst.�</p><p>�Vielen Dank.� Ich war erleichtert, da� sie mir verziehen hatte: Einen Augenblick lang hatte ich sie angesehen, wie ein Mann eine Frau anblickt.</p><p>Sie l�chelte. �Ich mag dich wirklich sehr�, fuhr sie fort. �Du bist seit Jahren der erste Mann, der mich freundlich behandelt, der im Umgang mit mir sanft und respektvoll ist.�</p><p>Ich zuckte l�chelnd die Achseln.</p><p>�Au�erdem bist du f�r mich seit Jahren der erste Mann von meiner Heimatwelt. Welche angenehmen Erinnerungen an die M�nner der Erde weckst du in mir!�</p><p>�Dein Leben als Sklavin mu� anstrengend sein�, sagte ich.</p><p>Sie l�chelte. �Wir dienen und gehorchen�, sagte sie.</p><p>�Sicher hast du Herren gehabt, die sehr grob mit dir umgesprungen sind.�</p><p>�Bitte ein M�dchen nicht, von ihrer Sklaverei zu sprechen�, sagte sie und senkte den Kopf.</p><p>�Es tut mir leid.�</p><p>�Du ahnst ja nicht im entferntesten, was es bedeutet, auf einer Welt Sklavin zu sein, auf der es M�nner wie die Goreaner gibt. Sie sind �berw�ltigend. Und zuweilen habe ich mich ihnen sogar hingeben m�ssen.�</p><p>Ich schaute sie an.</p><p>�Als Sklavin�, fuhr sie verbittert fort.</p><p>�Das tut mir sehr leid�, erwiderte ich und h�tte am liebsten losgeschrien vor Freude �ber den Gedanken, da� die h�bsche Darlene als Sklavin unterworfen war. Wie sehr beneidete ich den Burschen, der sie in den Armen gehalten hatte!</p><p>�Jason�, sagte sie leise.</p><p>�Ja?�</p><p>�Ach, es ist nichts.�</p><p>�Was ist los?� wollte ich wissen. �Du scheinst beunruhigt zu sein, sogar ver�ngstigt.�</p><p>�Du wei�t doch, was dies f�r ein Raum ist?�</p><p>�Ein Raum zur Vorbereitung der Sklaven � das hast du mir selbst gesagt.�</p><p>�Ja, und du wei�t, was dein Aufenthalt in diesem Raum bedeutet?�</p><p>�Da� ich bald verkauft werden soll.�</p><p>�Ich f�rchte es.�</p><p>�Wie soll ich denn verkauft werden?�</p><p>�Keine Ahnung. Ich kenne die Geheimnisse der Herren nicht.�</p><p>�Aber es wird sicher bald geschehen�, mutma�te ich.</p><p>�Ich f�rchte es�, sagte sie und lie� ein Schweigen eintreten. �M�chtest du denn verkauft werden?� fragte sie dann.</p><p>�Nein, nat�rlich nicht.�</p><p>�Ich kann dir helfen zu fliehen�, fl�sterte sie.</p><p>Ich erbebte in den Ketten. �Wie denn?� fragte ich. �Nein!� rief ich. �Das ist zu gef�hrlich.�</p><p>�Ich habe den Schl�ssel zu deinen Ketten gestohlen�, sagte sie, �und auch den zu deinem Kragen. Ich habe Kleidung f�r dich gestohlen. Ich kann dir einen geheimen Ausgang zeigen.�</p><p>�Das ist ja Wahnsinn!� sagte ich. �Wie k�nnte ein Sklave auf Gor entfliehen?�</p><p>�M�chtest du es versuchen, Jason?� fragte sie.</p><p>Pl�tzlich musterten wir uns stumm. Wir h�rten zwei M�nner n�her kommen.</p><p>Gleich darauf erschienen vor dem Zellengitter zwei riesige W�chter mit nacktem Oberk�rper und kahlrasiertem Sch�del, bis auf einen Haarknoten hoch am Hinterkopf. Die Zellent�r stand offen � zweifellos hatte die Sklavin sie offengelassen.</p><p>Das M�dchen duckte sich kniend zusammen, die Handfl�chen auf den Boden gepre�t, den Kopf tief gesenkt. Es erregte mich, sie in dieser Stellung zu sehen. Sie war eine Sklavin in der Gegenwart von Herren.</p><p>�Hast du den Sklaven gef�ttert, Darlene?� fragte einer der M�nner, der gr��ere der beiden.</p><p>�Ja, Herren�, antwortete sie, ohne den Kopf zu heben.</p><p>�Dann verschwinde, Sklavin�, sagte er.</p><p>�Ja, Herren�, erwiderte sie und hob den Kopf nicht.</p><p>Die beiden M�nner wandten sich ab und gingen den Korridor entlang.</p><p>Hastig hob das M�dchen den Kopf, drehte sich um und schaute mich an. Ihre Augen waren weit aufgerissen, ihre Lippen bebten. �Ich f�rchte, wir haben nicht mehr viel Zeit�, fl�sterte sie.</p><p>Ich nickte.</p><p>�M�chtest du es versuchen, Jason?� fragte sie.</p><p>�Das bringt doch bestimmt unglaubliche Gefahren f�r dich�, sagte ich.</p><p>Sie zuckte die Achseln. �Niemand wei�, da� ich die Schl�ssel habe�, sagte sie. �Man wird nicht glauben, da� ich dich befreien k�nnte.�</p><p>�Aber wenn du nun gefangen w�rdest?� fragte ich.</p><p>�Ich bin Sklavin�, sagte sie. �Sicher w�rde man mich den Sleen zum Fra�e vorwerfen.�</p><p>�Ich kann es nicht zulassen, da� du ein solches Risiko eingehst�, sagte ich.</p><p>�Man wird nicht wissen, da� ich es war. Man wird es nicht f�r m�glich halten.�</p><p>�Glaubst du, es kann dir nichts geschehen?�</p><p>�Ja, es wird gutgehen. Die Gefahr liegt vielmehr bei dir.�</p><p>�Befreie mich�, forderte ich.</p><p>Sie stand auf und eilte in einen Winkel des Raums, in dem ein kleiner Vorrat Moos lag, Zunder zum Anz�nden der Lampe. Sie nahm zwei Schl�ssel aus dem Moos.</p><p>Ich ballte die Faust in den Fesseln.</p><p>Sie eilte zu mir und schob einen Schl�ssel in das Eisenband an meinem rechten Fu�gelenk. Das Schlo� �ffnete sich knackend. Mit demselben Schl�ssel �ffnete sie die Fesseln auf der anderen Seite und an den H�nden.</p><p>Wir lauschten. Im Korridor war nichts zu h�ren. Ich rieb mir die Handgelenke.</p><p>Ich sp�rte, wie sie den anderen Schl�ssel in das Schlo� meines Sklavenkragens schob. Sie drehte den Schl�ssel und �ffnete den Doppelriegel.</p><p>�Mit dem Kragen k�mst du nicht weit�, fl�sterte sie l�chelnd.</p><p>�Nein.�</p><p>Ich ri� mir den Kragen herunter.</p><p>Sie nahm das Band und legte es vorsichtig und lautlos zur Seite, wo es von der T�r aus nicht gesehen werden konnte.</p><p>�Ich bin nackt�, bemerkte ich. �Wo sind die Sachen?�</p><p>Darlene ging wieder in die Ecke und griff nach einem zugeschn�rten Sack. Der Faden war mit einem Wachspl�ttchen verschlossen, das einen Siegelabdruck trug. �Die W�chter haben gesagt, dies w�re etwas anzuziehen�, sagte sie. �Sie wu�ten nicht, da� ich in der N�he war. Es d�rfte also stimmen.�</p><p>Ich schaute sie an.</p><p>�Ich habe nicht gewagt, das Siegel zu erbrechen�, sagte sie. �Ich wei� doch erst seit eben, da� du �berhaupt fliehen willst.�</p><p>�Was ist das f�r ein Siegel?� fragte ich.</p><p>�Das Siegel des Hauses des Andronicus.�</p><p>�Wann ist der Sack in dieses Haus gekommen?�</p><p>�Am Tag vor deiner Ankunft�, erwiderte sie. �Meinst du, er enth�lt gar keine Kleidung?�</p><p>Ich brach das Siegel auf und l�ste den Knoten. Dann ri� ich den Sack auf. Entt�uschung �berkam mich.</p><p>�Ist es denn keine Kleidung?� fragte sie mit zitternder Stimme.</p><p>�O doch.�</p><p>�Was stimmt denn nicht? Selbst wenn es sich um Sklavenkleidung handelt, kann sie dir doch drau�en helfen.�</p><p>�Schau�, sagte ich.</p><p>�Oh!� rief sie best�rzt. �Das konnte ich nicht wissen!�</p><p>Niedergeschlagen nahm ich die Sachen aus dem Sack. Es war meine alte Kleidung, die ich getragen hatte, als Mi� Beverly Henderson von goreanischen Sklavenh�ndlern entf�hrt und ich ahnungslos in ihr Schicksal verstrickt wurde.</p><p>Zornig hielt ich mein altes Jackett in der Hand.</p><p>�Wie grausam sie sind!� sagte das M�dchen.</p><p>�Ich wei� nicht, was du meinst.�</p><p>�Zweifellos wurden die Sachen hierhergeschickt, um bei deinem Verkauf verwendet zu werden � zur Belehrung und Unterhaltung der K�ufer.�</p><p>�Da hast du bestimmt recht�, sagte ich und musterte sie niedergeschlagen.</p><p>�Das Siegel ist erbrochen�, stellte sie fest. �Was k�nnen wir tun?�</p><p>�Uns bleibt nichts anderes �brig, als weiterzumachen.�</p><p>�Das ist zu gef�hrlich�, sagte sie.</p><p>�Wir haben keine andere Wahl�, stellte ich fest. �Als ich vorhin erwachte und dich fragte, wie sp�t es sei, sagtest du, es sei fr�her Abend.�</p><p>�Ja.�</p><p>�Das ist jetzt einige Zeit her. Ob es wohl inzwischen dunkel ist?�</p><p>�Ja�, antwortete sie zitternd.</p><p>�Vielleicht falle ich in der Dunkelheit mit den Sachen nicht sofort auf � vielleicht gen�gt die Zeit, mir passende, weniger auff�llige Kleidung zu beschaffen.�</p><p>�Es ist alles meine Schuld�, sagte sie bedr�ckt.</p><p>�Sei unbesorgt�, sagte ich beruhigend, fa�te sie an den Schultern und schaute ihr tief in die Augen.</p><p>�Ich will versuchen, mich zu fassen, Jason�, sagte sie.</p><p>Sanft senkte ich den Kopf, um sie zu k�ssen, aber Darlene wandte den Kopf ab. �Bitte nicht, Jason�, sagte sie. �Ich trage zwar den Kragen einer Sklavin, doch vergi� nicht, da� ich eine Frau von der Erde bin.�</p><p>�Es tut mir leid�, sagte ich. �Aber ich werde die Situation nicht ausnutzen.� Innerlich schalt ich mich. Wie aufdringlich ich gewesen war! Ich kannte sie doch kaum! Au�erdem war ich nackt, und sie trug nichts au�er der unm�glichen Ta-Teera und ihrem Sklavenkragen.</p><p>�Wenn nur die M�nner Gors dir �hnlicher w�ren, Jason!� sagte sie dankbar. �Aber jetzt mu�t du dich anziehen. Die Zeit wird knapp.�</p><p>�Wieso?�</p><p>�Vielleicht machen die W�chter bald wieder ihre Runde.�</p><p>�Aha�, sagte ich, holte die Kleidung aus dem Sack und begann, mein Unterzeug anzuziehen.</p><p>�Woher kommst du?� fragte ich.</p><p>�Ich verstehe deine Frage nicht�, sagte sie.</p><p>�Du kommst von der Erde�, sagte ich. �Es w�rde mich interessieren, aus welchem Land.� Es gibt in der goreanischen Sprache keinen Ausdruck f�r �Land� im Sinne von Nation. Die Erdenmenschen sehen in den St�dten Aspekte von L�ndern. Die Menschen Gors stellen sich die St�dte vor und die L�ndereien, die von ihnen beherrscht werden. Die entscheidende politische Einheit auf Gor ist die Stadt oder das Dorf, der Ort, an dem die Menschen und die Macht zusammenkommen. Nat�rlich kann es B�ndnisse geben zwischen St�dten und angrenzenden Gebieten, aber das ist hier doch etwas anderes. Auf der Erde werden solche Territorien eher im Sinne einer umschlie�enden Grenze gesehen, w�hrend die Vorstellung auf Gor eher radial bestimmt ist � eine Zone im Bereich des Radius, der von einem zentralen Mittelpunkt aus geschaffen wird. Geometrisch m�gen beide Bilder identisch sein. Psychologisch aber gibt es da einen gro�en Unterschied. Die Goreaner denken eher in Einflu�sph�ren als in eingebildeten Landkartenlinien, die nicht immer die aktuellen historischen Wirklichkeiten wiedergeben m�gen. Gewisse positive Folgen dieser Denkungsart sind nicht zu verkennen. Zum Beispiel ist f�r einen durchschnittlichen Goreaner seine Ehre, die ihm viel bedeutet, nicht unbedingt mit der Ganzheit einer genau festgelegten Grenze verbunden. Solche Grenzen gibt es im allgemeinen auf Gor nicht, wenn auch �ber gewisse Dinge Einigkeit besteht � so zum Beispiel, da� der Einflu� der Stadt Ar im Norden traditionell nicht �ber den Vosk-Flu� hinausreicht. Als weitere Folge dieser Einstellung steigert sich das Ausma� der Zugeh�rigkeit eines Bereichs mit der N�he zu seiner Stadt oder seinem Dorf. Aus dieser Sicht heraus sind die meisten Kriege oder bewaffneten Auseinandersetzungen auf Gor ziemlich begrenzt und erfassen im allgemeinen nur wenige St�dte und die dazugeh�rigen D�rfer und Gebiete � riesige politische Einheiten wie ganze Nationen k�nnen davon nicht betroffen sein. Hierzu sei noch angemerkt, da� Kriege auf Gor weitgehend von ziemlich kleinen Gruppen Berufssoldaten ausgefochten werden, so da� auf dem Schlachtfeld selten mehr als einige tausend ausgebildete M�nner zusammenkommen, die einer eigenen Kaste angeh�ren. Ein totaler Krieg mit der Mobilisierung von Millionen und der sich daraus ergebenden T�tung ganzer V�lkerscharen ist auf Gor selbst in der Theorie nicht vorstellbar. Die Goreaner, oft wegen ihrer Grausamkeit gescholten, w�rden solche Ungeheuerlichkeiten undenkbar finden. Soweit es auf Gor Grausamkeiten gibt, sind sie zielgerichtet, beispielsweise bei dem Versuch, einen J�ngling durch strenges Regiment und Entbehrungen zum Manne werden zu lassen oder einer Frau beizubringen, da� sie Sklavin ist. Die Erkl�rung f�r die politischen Grundarrangements und Auffassungen liegt meiner Meinung nach in der Einrichtung des Heimsteins. Der Heimstein bildet f�r den Goreaner den absoluten Mittelpunkt. Wegen des Heimsteins sehen die Goreaner ein Territorium gewisserma�en mehr von innen heraus, als von au�en. Der Heimstein liegt in der Mitte und bestimmt den Wirkungskreis. Ohne Kreis kann es einen Punkt geben, doch keinen Kreis ohne Mittelpunkt. Aber ich will hier nicht von Heimsteinen sprechen. Wenn Sie einen haben, brauche ich dazu nichts zu sagen. Wenn Sie diese Einrichtung nicht kennen � wie k�nnten Sie verstehen, was ich sagen wollte?</p><p>�Ich komme von einem Ort namens England�, sagte das M�dchen.</p><p>Dieser Satz war typisch f�r die goreanische Sprache � die sie ja auch benutzte.</p><p>Ich hatte inzwischen Hose und Hemd angezogen und hakte meinen G�rtel zu. �Ich spreche Englisch�, sagte ich in dieser Sprache. �Ich wurde in Amerika geboren. Wir k�nnen uns auf englisch verst�ndigen. Gro�artig!�</p><p>Sie senkte den Blick. �Ich bin nur eine Sklavin�, sagte sie auf goreanisch. �Sprechen wir nur Goreanisch. Ich habe Angst, etwas anderes zu sprechen als die Sprache meiner Herren.�</p><p>Ich trat vor sie hin und ber�hrte z�rtlich ihr Gesicht.</p><p>�Du brauchst keine Angst zu haben. Es ist niemand hier au�er mir. Sprich Englisch mit mir!�</p><p>Sch�chtern sah sie mich an. �Es war viel Zeit vergangen, seit ich in dieser Sprache mich ge�u�ert habe�, sagte sie stockend auf englisch.</p><p>�Ich glaube dir!� erwiderte ich lachend. �Allerdings h�tte ich angenommen, du w�rdest dich knapper ausdr�cken, etwa: �Ich habe schon lange nicht mehr Englisch gesprochen�.�</p><p>Sie l�chelte. �Da siehst du, wie lange es her ist!�</p><p>�Dein Goreanisch ist perfekt.�</p><p>�Ist mein Englisch wirklich so schlecht, Jason?�</p><p>�Nein, sogar ziemlich gut. Pr�zise. Aber ich bringe den Akzent nicht unter.�</p><p>�Es gibt in England viele Dialekte�, sagte sie.</p><p>�Das stimmt�, erwiderte ich l�chelnd, �aber dein Akzent klingt gar nicht englisch.�</p><p>�Schade�, sagte sie l�chelnd. �Ich bin wohl schon zu lange auf Gor.�</p><p>Ich setzte mich und begann, Schuhe und Str�mpfe anzuziehen. �Das ist es�, sagte ich. �Dein Englisch hat einen goreanischen Unterton.�</p><p>Sie senkte den Kopf. �Ich habe meine Muttersprache seit Jahren nicht mehr sprechen d�rfen.�</p><p>Ich stand auf. �Ich bin fertig. Zeig mir den Ausgang.�</p><p>�Bitte�, sagte sie. �Willst du dieses Kleidungsst�ck nicht auch anlegen?� Sie hielt mir die Krawatte hin, die ich auf dem Boden hatte liegen lassen.</p><p>�Ich glaube kaum, da� ich eine Krawatte brauche.�</p><p>�Es ist lange her, seit ich einen Erdenmann darin gesehen habe.�</p><p>�Na sch�n.�</p><p>Sie kam auf mich zu und reichte mir den Schlips. Ich blickte ihr in die Augen. Dann klappte ich meinen Hemdkragen hoch. �M�chtest du ihn binden?� fragte ich.</p><p>�Ich wei� nicht, wie das geht, Jason.�</p><p>�Na sch�n�, sagte ich, nahm die Krawatte und band sie mit sicheren Bewegungen. Dann schlug ich den Hemdkragen wieder um und r�ckte den Schlips zurecht.</p><p>�Wie gut du aussiehst!� sagte sie.</p><p>Ihre Worte gefielen mir.</p><p>�Dein Bein!� sagte ich pl�tzlich. �Du tr�gst ja gar kein Brandzeichen!�</p><p>�Nein�, sagte sie und fuhr �rgerlich fort: �Nein, und auf dem rechten Bein auch nicht.� Ohne es zu merken, hatte ich mich vorgebeugt, um auch ihren anderen Oberschenkel in Augenschein zu nehmen.</p><p>�Bist du entt�uscht?�</p><p>�Nein, nein! Nur �berrascht. Die Sklavinnen, die ich bisher auf Gor gesehen habe, trugen das Zeichen.�</p><p>�Also, ich nicht�, sagte sie.</p><p>�Das sehe ich selbst.�</p><p>Unwillk�rlich versuchte sie ihre kurze Tunika �ber den Beinen zusammenzuraffen.</p><p>�Ich wollte dich nicht kr�nken. Bitte entschuldige!�</p><p>�Vielleicht trage ich ein Zeichen am linken Unterbauch�, sagte sie forsch. �Das gibt es manchmal. M�chtest du dich �berzeugen?�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht!�</p><p>Zornig ri� sie sich die Ta-Teera an der linken H�fte weiter auf und hielt den Stoff auseinander. �Na, gibt es dort ein Zeichen?�</p><p>�Nein, nein!�</p><p>Am liebsten h�tte ich sie in die Arme genommen, die rechte Hand in den Stoffri� geschoben, sie halb in die H�he gehoben und gegen die Wand gedr�ckt, bis sie weinend meine Aufmerksamkeit erflehte, die ich ihr dann am Fu�e der Wand h�tte zukommen lassen � als Sklavin.</p><p>�Bitte verzeih mir�, bat ich. �Entschuldige bitte!�</p><p>Sie sah mich an. �Ich verzeihe dir�, sagte sie. �Ich h�tte nicht zornig werden d�rfen. Ich bin nur so empfindlich, weil meine Sch�nheit, da ich nun mal sch�n bin, den Blicken meiner Herren so frei ausgesetzt ist.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte ich. �Und du bist wirklich wundersch�n.�</p><p>�Vielen Dank, Jason�, sagte sie. �Sehr freundlich von dir.�</p><p>�Aber immerhin tr�gst du ja noch ein Kleidungsst�ck�, fuhr ich fort.</p><p>�In der Ta-Teera kommt man sich manchmal nackter vor als nackt�, sagte sie verbittert.</p><p>Wie sehr beneidete ich die brutalen Goreaner, denen eine solche Frau auf ein Fingerschnipsen hin gehorchen mu�te!</p><p>�Ich bin nicht gebrandmarkt worden�, fuhr sie fort, �weil meine Herren der Ansicht waren, ein solches Zeichen w�rde meine Sch�nheit beeintr�chtigen.�</p><p>�Aha�, sagte ich und wandte mich um. �Die Jacke aber brauche ich nicht.�</p><p>�Bitte � f�r mich, Jason!�</p><p>Sie war so h�bsch!</p><p>�Na sch�n�, sagte ich und zog die Jacke an.</p><p>�Und jetzt den Mantel�, sagte sie.</p><p>�Der Mantel ist nun aber wirklich �berfl�ssig!�</p><p>�O bitte, bitte, Jason!� rief sie.</p><p>�Na sch�n.� Ich zog den Mantel an.</p><p>�Wie gut du aussiehst!� sagte sie. �Es ist lange her, da� ich einen so schick gekleideten Mann meiner Heimat gesehen habe.�</p><p>�Ich komme mir vor wie ein Dummkopf�, sagte ich. �Die Kleidung pa�t so gar nicht in diese Welt. Sie wirkt irgendwie hinderlich und fehl am Platze, beinahe primitiv und barbarisch im Vergleich zur flie�enden Schlichtheit goreanischer Gew�nder.�</p><p>�Nein, nein�, sagte sie, �die Sachen sind perfekt!�</p><p>�Wenn du es sagst�, meinte ich l�chelnd.</p><p>�Es ist wirklich sehr nett von dir�, sagte sie, �dich so f�r mich anzuziehen � ein Mann meiner geliebten Heimat. Du bereitest mir damit eine gro�e Freude.�</p><p>�Ach, es war nichts�, antwortete ich. �Aber jetzt solltest du mir vielleicht den Geheimausgang zeigen.�</p><p>�Beeil dich�, sagte sie und huschte vor mir aus der Zellent�r, die noch immer offenstand.</p><p>�Langsam�, sagte ich. �Vielleicht gibt es W�chter im Flur.�</p><p>�Nein�, widersprach sie. �Noch machen sie ihre neue Runde nicht � aber bald ist es soweit. Wir m�ssen uns beeilen.�</p><p>Eiligen Schrittes folgte ich dem M�dchen aus der Zelle. Den offenen Sklavenkragen und die Ketten lie� ich ge�ffnet hinter mir auf dem Boden liegen. Mit klopfendem Herzen folgte ich dem M�dchen durch die schwach erleuchteten Korridore. Zum Gl�ck stie�en wir auf keine W�chter. Sie kannte sich hier aus. Einmal h�rten wir aus der Ferne einen Gongschlag.</p><p>�Was war das?� fragte ich.</p><p>�Das Signal f�r die neue Runde der W�chter�, antwortete Darlene. �Beeilung!�</p><p>Wie mutig sie war! Sie riskierte viel f�r einen Mann aus ihrer Heimat.</p><p>Was f�r ein edelm�tiges, selbstloses M�dchen!</p><p>Vor einer gro�en, dicken T�r blieb sie stehen. Atemlos wandte sie sich zu mir um.</p><p>�Ist das die T�r?� fragte ich.</p><p>�Ja.�</p><p>Ich nahm sie in die Arme. �Du mu�t mich begleiten!� forderte ich. �Ich kann dich hier nicht zur�cklassen.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Ich kann nicht!� sagte sie. �La� mich hier! Flieh!�</p><p>�Du mu�t mich begleiten!�</p><p>�Ich bin doch nur eine halbnackte Sklavin�, sagte sie, �in Ta-Teera und Kragen. Man w�rde mich sofort wieder aufgreifen. Geh!�</p><p>�Bitte!� sagte ich, �begleite mich!�</p><p>�Kennst du die Strafe, die auf Flucht steht?� fragte sie.</p><p>�Nein.�</p><p>�Ich habe schon einmal zu fliehen versucht. Diesmal k�nnte man mir die F��e abschlagen.�</p><p>Ich erschauderte.</p><p>�Bitte beeil dich�, sagte sie. �Die Gefahr w�chst mit jedem Moment, den wir vertr�deln.�</p><p>�Du bist das beste und mutigste M�dchen, das ich je kennengelernt habe�, sagte ich.</p><p>�Beeil dich!� fl�sterte sie.</p><p>Wieder wollte ich sie k�ssen, doch wie schon einmal wandte sie den Kopf ab.</p><p>Ich �ffnete die T�r und schaute durch den Spalt. Auf der anderen Seite war es dunkel.</p><p>�Ich w�nsche dir alles Gute, Jason�, sagte sie.</p><p>�Ich dir auch. Ich werde dich nie vergessen.� Und schon trat ich �ber die Schwelle.</p><p>Augenblicklich wurden meine Arme ergriffen und brutal festgehalten. Hinter mir h�rte ich ein Frauenlachen.</p><p>�Fackeln anz�nden!� meldete sich die Stimme einer anderen Frau. Ich erkannte die meiner Herrin, Lady Tima.</p><p>Fackeln loderten auf. Ich befand mich auf einer halbrunden B�hne in einer Art Amphitheater. Zwei muskul�se Burschen hielten links und rechts meine Arme fest, W�chter, die ich nicht zum erstenmal zu Gesicht bekam. Lachen wurde laut, Frauenlachen, das von allen Seiten herabbrandete und mich einh�llte. Ich stand bald voll im Scheinwerferlicht. Ich vermochte nicht zu erkennen, wer sich in den Sitzreihen befand � sie schienen mit kostbar gekleideten, verschleierten Frauen besetzt zu sein. Ich versuchte mich zu befreien � aber sinnlos. Es wurde laut gelacht.</p><p>Ich beobachtete, wie das M�dchen, von dem ich angenommen hatte, da� es Darlene hei�e, sich mit Hilfe eines Schl�ssels den Sklavenkragen abnahm. Sie gab das Metallband samt Schl�ssel an einen Diener weiter, einen untersetzten Kerl mit einem Messer im G�rtel. Im Austausch reichte er ihr ein weites wei�es Gewand, das sie umlegte und mit einer Schnalle am Hals festmachte. Sie bekam au�erdem eine Peitsche gereicht, die sie kurz aussch�ttelte.</p><p>Ich blickte in die Zuschauerreihen und mu�te an die Worte des massigen Mannes von der Erde denken: �Ich glaube, ich kenne da einen kleinen Markt, wo man Interesse an dir hat.�</p><p>Ich �chzte.</p><p>Im n�chsten Moment fuhr mir die Peitsche der Lady Tima unter das Kinn. Sie trug knappe schwarze Lederkleidung.</p><p>�Willkommen auf dem Markt von Tima�, sagte sie.</p><p>Ich starrte sie entsetzt an.</p><p>Sie gab ein Zeichen, und auf einer Seite schlug ein Helfer mit einem Hammer gegen einen Gong. Es war der Laut, den ich schon in den Korridoren geh�rt hatte. Nun wu�te ich, was der Schlag bedeutete.</p><p>�Der Verkauf m�ge beginnen�, sagte Lady Tima.</p><p>Das M�dchen, das ich als �Darlene� gekannt hatte, trat vor. Sie deutete mit der Peitsche auf mich. �Hier haben wir einen Mann der Erde�, sagte sie. �Ich bin bereit, mir das erste Gebot anzuh�ren.�</p><p>�Vier Kupfer-Tarsks!� h�rte ich eine Frau rufen.</p><p>Ich sollte versteigert werden.</p></section><section><title><p>9</p></title><p>�Ich habe ein Gebot auf vier Tarsks!� rief das M�dchen in dem wei�en Gewand. Darunter trug sie die sch�ndliche Ta-Teera, in der sie das Erdenm�dchen gespielt hatte.</p><p>�F�nf!� vernahm ich.</p><p>�Er steht vor euch in der barbarischen Gewandung seiner Heimatwelt!� rief Lady Tima und deutete mit der Peitsche auf mich. �Wie h��lich diese Sachen sind, wie beengend!�</p><p>Es gab Gel�chter. In der Tat wirkte meine Kleidung bei den Goreanern, die schlichte, weite, wallende Stoffe bevorzugten, ausgesprochen starr, einschn�rend, phantasielos und unsinnig. Sch�mten sich die Erdenmenschen ihrer K�rper wirklich so sehr, wie die Kleidung vermuten lie�?</p><p>Ich versuchte mich zu befreien, aber die beiden Sklavenhelfer waren zu kr�ftig f�r mich; sie umklammerten meine Arme und hielten mich fest.</p><p>�Ein Silber-Tarsk!� rief eine Frau. �Wir wollen ihn sehen!�</p><p>�Ein Silber-Tarsk!� rief das wei�gekleidete M�dchen, das die Erdensklavin gespielt hatte. Sie freute sich sehr �ber dieses Angebot.</p><p>Lady Tima wandte sich l�chelnd an einen st�mmigen Mann, der auf ihr Gehei� eine gro�e flache Bronzeschale an der Seite der Plattform aufstellte. Darin befanden sich zahlreiche Holzst�cke. Er hielt eine Fackel an das Holz, das anscheinend mit �l getr�nkt worden war und sofort aufflammte. Ich wu�te nicht, wozu das Feuer gut sein sollte.</p><p>�Wir sind nun bereit, nicht wahr�, bemerkte Lady Tima, �ihm die Kleidung abzunehmen?�</p><p>Zustimmendes Geschrei kam von den R�ngen.</p><p>Lady Tima nickte den beiden M�nnern zu, die mich festhielten. Sie verlagerten ihren Griff an meine Handgelenke. Sofort begann der st�mmige Bursche, mir mit dem Messer Mantel und Jacke vom Leib zu schneiden und in die Schale mit brennendem Holz zu werfen!</p><p>�Mehr! Wir wollen mehr von ihm sehen!� rief eine Frau.</p><p>�Zuerst aber�, rief Lady Tima, �m�chte ich euch, meinen h�bschen und gro�z�gigen Kundinnen, daf�r danken, da� ihr bei dem Spa�, den wir uns mit diesem armen Sklaven erlaubt haben, so nett mitgemacht habt. Ihr habt euch still verhalten. Er vermeinte einen Fluchtversuch zu machen, unterst�tzt durch eine Frau aus seiner eigenen Welt, eine Rolle, die von der lieblichen Lady Tendite gespielt wurde.� Sie deutete auf das M�dchen im wei�en Gewand, das mir die Sklavin vorgespielt hatte, das in Wirklichkeit aber frei war, Tendite, eine Lady von Gor.</p><p>�Statt dessen�, fuhr Lady Tima fort, �sieht er sich hier nun im Mittelpunkt einer Auktion.� Es wurde laut gelacht. �Das Haus von Tima dankt euch.� Viele Frauen applaudierten. Tima hatte es geschickt angefangen. Das Publikum war bei guter Laune.</p><p>Pl�tzlich wurde der Zorn in mir �berm�chtig.</p><p>Ich begann mich heftig zu wehren. Zu meiner �berraschung vermochte ich mich beinahe zu befreien � gegen den Griff der beiden muskul�sen M�nner. Ich glaube, sie waren selber sehr �berrascht, denn sie wurden ein wenig zur Seite geschleudert. Aber schon hatten sie mich wieder fest gepackt. Zornig schaute ich ins Publikum hinaus. H�tte sich nur ein einziger W�chter um mich gek�mmert, w�re ich bestimmt losgekommen, davon war ich �berzeugt. Ich hatte gar nicht gewu�t, da� ich so kr�ftig war.</p><p>Die Frauen im Publikum und die Ladies Tima und Tendite schienen gleicherma�en �berrascht zu sein.</p><p>Sie blickten sich an.</p><p>�Ist er nicht zahm?� fragte eine Frau in der zweiten Reihe.</p><p>Zu meinem Erstaunen schienen mehrere Frauen beunruhigt zu sein. Ich sah zwei W�chter mit Speeren am Ende eines Trib�nenganges Aufstellung nehmen. Von dort konnten sie schnell zur B�hne herabeilen, sollte das n�tig werden.</p><p>Obwohl ich heftig atmete, war ich erfreut, was ich mir allerdings nicht anmerken lie�. Die vielen Bewegungen und die knappe Ern�hrung auf Gor hatten mir beachtliche k�rperliche Fortschritte gebracht, von denen ich auf der Erde nur h�tte tr�umen k�nnen.</p><p>�Viele von euch besitzen Tharlarions!� rief Lady Tendite frohgemut in die Menge. �Die sind viel st�rker als er. Und vielleicht auch kl�ger!�</p><p>Hier und dort wurde unsicher gelacht.</p><p>�Wer will schon einen dummen Sklaven?� rief eine Frau.</p><p>�Lady Tendite scherzt�, schaltete sich Lady Tima hastig ein. �Der Sklave ist hochintelligent. Das Haus von Tima b�rgt daf�r.�</p><p>�Ja!� sagte Lady Tendite. �Es war nur ein Scherz. Der Sklave ist intelligent.�</p><p>�Vielleicht zu intelligent!� rief eine Frau.</p><p>�Seht euch seine Augen an!� rief eine andere. �Er sieht nicht aus wie ein Sklave.�</p><p>�Vielleicht ist er ein Herr�, sagte eine andere Frau mit zitternder Stimme.</p><p>�W�rdest du uns f�rs Boudoir einen Sklavenherrn verkaufen?� fragte eine andere. Mehrere Frauen schnappten nach Luft, so k�hn erschien ihnen der Gedanke. Ich war �berrascht. In der Reaktion der Frauen war etwas ganz klar geworden, ein Ausdruck der Erregung, der aufgeregt-besorgten Wonne. War es das, was sie haben wollten � einen dominanten Herrn f�r ihr Boudoir? Aber wenn das so w�re, mu�ten sie auch wissen, da� sie in ihrem eigenen Boudoir nur Sklavinnen sein w�rden.</p><p>Ich mu�te mich irren.</p><p>�Nein, nein, nein, nein!� rief Lady Tima lachend. �Nein!� Sie schien am�siert zu sein, doch sp�rte ich, da� sie nicht erfreut war �ber die Wendung, die die Auktion genommen hatte. �Seine Intelligenz, die betr�chtlich ist, ist die eines Erdenmannes. Er ist darauf trainiert, seine F�higkeiten auf die Vorausahnung der W�nsche von Frauen zu verwenden und ihnen zu gehorchen und zu dienen. Die Intelligenz von Erdenm�nnern steht den Frauen zu Gebote. Sie tun, was Frauen ihnen sagen.�</p><p>�Gibt es denn keine Herren unter ihnen?� fragte eine Frau. �Sind es Seidensklaven?�</p><p>�So hat man mir berichtet�, antwortete Lady Tima. �Sie alle sind Seidensklaven der Frauen.�</p><p>Das konnte nicht stimmen, sagte ich mir. Auch auf der Erde hatte ich kr�ftige, selbst�ndige M�nner gekannt. Doch stimmte es, da� viele M�nner von maskuliner Auspr�gung Frauen gegen�ber gehorsam waren. Man hatte sie gelehrt, da� sie keine richtigen M�nner seien, wenn sie den W�nschen der Frauen nicht nachk�men. Auf Gor sind es nat�rlich die Frauen, die gehorchen, wenn sie versklavt worden sind.</p><p>�Nein!� rief ich. �Nein! Es mu� auch auf der Erde richtige M�nner geben!�</p><p>Im gleichen Augenblick traf mich die Peitsche der Lady Tendite an der Wange; sie hatte mit dem Stiel zugeschlagen, ohne die Schn�re loszulassen.</p><p>�O Jason!� rief Lady Tima mitleidig. �Hast du ohne Erlaubnis gesprochen?�</p><p>Wieder versuchte ich w�tend die M�nner abzusch�tteln, die mich festhielten � aber wieder vergeblich.</p><p>�Das ist kein Seidensklave�, sagte jemand.</p><p>�Schickt ihn in die Steinbr�che!�</p><p>�Kettet ihn auf einer Ruderbank fest!� rief eine Frau.</p><p>�Pr�sentiert den n�chsten Sklaven zum Verkauf!�</p><p>�Wartet! Wartet!� rief Lady Tima.</p><p>Es wurde still im Publikum.</p><p>�Haben wir euch wirklich hinters Licht gef�hrt, meine Damen?� fragte sie lachend.</p><p>Die Zuschauerinnen blieben stumm.</p><p>Lady Tima wandte sich zu mir um: �Du hast gut gespielt, Jason�, sagte sie. �Du hast geschickt so getan, als w�rst du nur unvollkommen gez�hmt.� Ich schaute sie an, im Griff der M�nner.</p><p>Wieder wandte sie sich an die Menge. �Verzeiht mir, meine Damen!� rief sie lachend. �Ich habe mir da leider einen schlechten Scherz erlaubt. Ich hatte geglaubt, ihr alle w��tet, da� die Erdenm�nner nur Sklaven sind � als dieser Sklave dann meinem Befehl gehorchte und sich wehrte, dachte ich, ihr w�rdet die Falschheit seines Handelns durchschauen. Ich mu� aber erkennen, da� ihr mit den M�nnern der Erde nicht wirklich vertraut seid in eurer Angst, einige von ihnen k�nnten doch richtige M�nner sein. Ist er kein guter Schauspieler?� Sie baute sich vor mir auf und schlug sich mit der Hand an die linke Schulter, als applaudiere sie mir zu meiner Leistung.</p><p>�Ist er denn zahm?� fragte eine Frau in der vierten Reihe.</p><p>�Er ist durchaus zahm�, erwiderte Lady Tima. �Ich habe ihn schon auf meiner eigenen Liegestatt benutzt.�</p><p>Ich senkte den Kopf. Nur zu gut erinnerte ich mich an das besch�mende Erlebnis.</p><p>�Garantierst du seine Zahmheit?� fragte jemand.</p><p>�O ja�, erwiderte Lady Tima. �Das Haus von Tima gibt diese Garantie.�</p><p>�Beweise uns, da� er zahm ist!� rief eine Frau.</p><p>�Das werden wir tun�, sagte Lady Tima l�chelnd und wandte sich zu mir um. Sie sprach leise weiter; ihre Worte waren im Publikum nicht zu h�ren: �Du hast deinen Spa� gehabt, Jason�, sagte sie. �Du hast den wilden Mann gespielt � aber jetzt wird es Zeit, daran zu denken, was du wirklich bist, ein Schw�chling von der Erde.�</p><p>Ich blickte sie zornig an.</p><p>�Es gibt im Haus von Tima zahlreiche Sleen�, fuhr sie fort. �Vielleicht sollte man dich ihnen zum Fra�e vorwerfen.�</p><p>�Nein!� rief ich und senkte erschrocken den Kopf. Nur zu gut erinnerte ich mich an die bedrohlichen, krummen Rei�z�hne, die langen, geschmeidigen K�rper, die spitzen Krallen, an die explosive Kraft, Wendigkeit und Schnelligkeit dieser Wesen.</p><p>�Schau mich an, Jason!� befahl sie.</p><p>Ich hob den Kopf und begegnete ihrem Blick. Sie � und alle anderen, die auf dieser Welt zu den Herren geh�rten � hatten die absolute Macht �ber mich. Sie waren alles, ich war nichts. Ich war Sklave.</p><p>�Was bist du, Jason?� fragte sie.</p><p>�Sklave.�</p><p>�Ihr braucht ihn nicht mehr festzuhalten�, sagte Lady Tima zu den beiden M�nnern. Sie lie�en mich los. Reglos blieb ich auf der Plattform stehen. Man hatte mir zu Bewu�tsein gebracht, da� ich gehorchen mu�te.</p><p>Lady Tendite machte sich nun daran, mir die anderen Kleidungsst�cke vom Leib zu schneiden. �Reg dich nicht auf, Jason�, sagte sie dabei liebensw�rdig. �Du erinnerst dich sicher an mich � an Darlene, die kleine Sklavin von der Erde?�</p><p>�Ich hatte dir vertraut�, sagte ich verbittert.</p><p>�Wie t�richt von dir!�</p><p>�Ja.�</p><p>�Ich hatte nicht angenommen, ich w�rde dich hinters Licht f�hren k�nnen.�</p><p>�Warum? Hattest du Angst, dein Englisch w�rde nicht ausreichen?�</p><p>�Mein Englisch ist ausgezeichnet!� sagte sie gekr�nkt.</p><p>Und damit hatte sie recht � es klang vielleicht ein wenig zu formell und pr�zise und war zu wenig umgangssprachlich, doch es hatte mich get�uscht.</p><p>�Die Sprache war es nicht�, fuhr sie fort, �aber hast du ernsthaft angenommen, eine echte Sklavin w�rde es wagen, sich auch nur in Gedanken mit einer solchen Fluchthilfe zu besch�ftigen?�</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Kennst du die Strafe, die auf dieses Verbrechen steht?� fuhr sie fort. �Die kleinen Dirnen wissen doch genau, was ihr Kragen bedeutet.�</p><p>Lady Tendite hatte mir die Krawatte abgenommen. �Jetzt zieh das Hemd aus, das deine Brust bedeckt�, befahl sie.</p><p>Ich sah sie an.</p><p>�Schnell!� fauchte sie.</p><p>Ich zog das gew�hnliche wei�e T-Shirt �ber den Kopf.</p><p>Einige der Frauen auf der Trib�ne lachten, als sie sahen, wie schnell ich Lady Tendite gehorchte. Sie trat vor mich ihn und streckte die Hand aus. Ich gab ihr das TShirt, und sie warf das Kleidungsst�ck ins Feuer.</p><p>�Seht ihr�, rief sie in die Menge, �wie breit seine Schultern sind! Wie schmal seine H�fte, wie flach sein Bauch!�</p><p>�Eins f�nf!� rief eine Frau. �Ich kann ihn bei den Stallk�mpfen gebrauchen.�</p><p>�Stallk�mpfe?� rief Lady Tendite lachend. �Das ist doch wohl ein Scherz!�</p><p>�Bist du sicher, da� er zahm ist?� fragte eine andere Frau.</p><p>�Ihr habt selbst gesehen, mit welcher Schnelligkeit er meinem Befehl gehorchte und sich das Hemd auszog.�</p><p>�Ein Silber-Tarsk, sechs Kupfer-Tarsks!� rief jemand.</p><p>�Zieh Schuhe und Str�mpfe aus!� befahl sie. �Dann knie nieder!�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich und ging auf ein Knie nieder.</p><p>�Dies ist kein gew�hnlicher Arbeitssklave�, pries Lady Tendite mich an, �sondern ein wertvoller und hochintelligenter Seidensklave. Au�erdem ein Sklave von der Erde � man braucht keine Angst zu haben, allein mit ihm zu sein. Er ist ein Erdenm�nnchen. Er wird euch stets ein netter, unterw�rfiger Sklave sein.�</p><p>�Tendite�, sagte Lady Tima leise zu mir, �ist noch nicht sehr erfahren beim Anpreisen unserer Waren. Ich bilde sie erst aus.�</p><p>Ich antwortete nicht.</p><p>�Sind ihre Englischkenntnisse gut?� fragte sie.</p><p>�Ja, Herrin�, antwortete ich leise, w�hrend ich mich mit dem anderen Schuh besch�ftigte. �Aber mit ihrer Leistung bist du nicht zufrieden?� fuhr ich fort.</p><p>�Ist sie nicht wundersch�n?� fragte Lady Tima.</p><p>�Ja.�</p><p>�Ich werde mir schon wiederholen, was sie mich an Lohn kostet�, fuhr Lady Tima fort, �obwohl sie noch viel lernen mu�. Und es wird die Zeit kommen, da sie sich bei der Sklavenauktion so geschickt anstellt wie jede andere Sklavenh�ndlerin.�</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Ich werde mindestens vier Tarsks f�r dich bekommen�, sagte Lady Tima, und ich vermutete, da� sie Silber-Tarsks meinte. Das war ein hoher Preis. So manche sch�ne Frau wechselte f�r nur einen oder zwei SilberTarsks den Besitzer.</p><p>�Das Gebot steht bei eins sechzehn�, sagte Lady Tendite. �Ihr vornehmen K�uferinnen, ihr werdet doch jetzt sicher realistischer bieten � bei einem solch pr�chtigen Besitz!�</p><p>�Warum geht der Preis nicht hoch?� fragte ich Lady Tima.</p><p>�Sie haben Angst vor dir.�</p><p>�Ich verstehe.�</p><p>�Aber ich werde ihnen klarmachen, da� sie nichts zu bef�rchten haben.�</p><p>Ich musterte sie angstvoll.</p><p>�Einen neuen Sklaven auf die B�hne!� rief eine Frau.</p><p>Bek�mmert wandte sich Lady Tendite an ihre Herrin. �Ich mu� das Bieten abschlie�en�, sagte sie. Sie wu�te, da� sie den Verkauf nicht gut geleitet hatte. Sie war sehr entt�uscht.</p><p>�Darf ich weitermachen?� fragte Lady Tima.</p><p>�Aber gewi߫, antwortete Lady Tendite dankbar.</p><p>�Wir wollen einen neuen Sklaven sehen!� rief eine Frau.</p><p>Unvermittelt knallte Lady Tima mit der Peitsche, was mich zusammenfahren lie�. Sofort wurde es still auf den R�ngen.</p><p>�Aufstehen!� befahl Lady Tima. �Ausziehen! Niederknien! Beine breit!�</p><p>�berrascht, ver�ngstigt, ohne recht zu wissen, was ich eigentlich tat, kniete ich vor den K�ufern.</p><p>�Kriech zu Lady Tendite!� befahl Lady Tima. �Bitte um deinen Sklavenkragen!�</p><p>Entsetzt gehorchte ich. Hinter mir knallte erneut die Peitsche.</p><p>�Bitte leg mir den Kragen um, Herrin�, bat ich.</p><p>�Lauter!� forderte Lady Tima.</p><p>Ich wiederholte die Bitte.</p><p>�Auf H�nden und Knien bleiben, den Kopf gesenkt halten!� kam die Anordnung.</p><p>Ein Sklavenkragen wurde gebracht, der mit anderen Utensilien am hinteren Ende der Plattform bereitgelegen hatte. Ich sp�rte, wie mir das Metall um den Hals gelegt und geschlossen wurde. Ich erschauderte.</p><p>Lady Tima warf die Kleidung, die ich mir zuletzt vom Leib gerissen hatte, in die Feuerschale. Goreanischer Applaus erklang von der Trib�ne.</p><p>Mit der Peitsche deutete meine Peinigerin auf die Schuhe und Str�mpfe, die auf der Plattform lagen. �Die bringst du nacheinander zum Feuer und wirfst sie hinein!�</p><p>Und wieder ert�nte die Peitsche.</p><p>Und w�hrend ich ihrer Aufforderung nachkam, belebte sich das Bieten. Immer lauter und dr�ngender wurden die Stimmen.</p><p>�F�nf Tarsks!� vernahm ich schlie�lich, als das letzte St�ck meiner Kleidung in Flammen aufging.</p><p>�Steh auf, Jason!� befahl Lady Tima.</p><p>Ich gehorchte.</p><p>�Hier ist der Sklave�, wandte sich Lady Tima an ihr Publikum. �Ihr habt gesehen, wie er nackt vor einer Frau kniete und den Sklavenkragen erbat. Hat eure h�bsche Auktionsleiterin, Lady Tendite, ihn gut auf den Verkauf vorbereitet?�</p><p>�Sechs Tarsks!� rief jemand.</p><p>Lady Tendite wurde mit Applaus bedacht. Verbittert erkannte ich, wie raffiniert man mich dazu gebracht hatte, mich als Mann von der Erde zu kleiden. Lady Tendite hatte gute Arbeit geleistet und mich zum Narren gemacht. Welch gelungener Scherz f�r die Goreanerinnen! Ich hatte zu fliehen gehofft. Dabei stand ich nun nackt hier auf der Plattform und wurde verkauft.</p><p>�Sieben Tarsks!� rief jemand. �Sieben � f�nf!� steigerte sich das Angebot.</p><p>Wie dumm von mir, nicht zu erkennen, da� sie keine Sklavin sein konnte � eine echte Sklavin h�tte nicht gewagt, sich so zu benehmen. Au�erdem haben die Sklavinnen f�r m�nnliche Sklaven nichts �brig; ihre Sorge gilt den freien M�nnern, ihren Herren.</p><p>�Sieben � sieben!� wurde geboten. �Sieben � acht!�</p><p>�Zeig dich ihnen wie im Raum der Vorbereitung�, wandte sich Lady Tima an Lady Tendite.</p><p>�Wie �?�</p><p>�Ich wei�, was ich tue�, sagte Lady Tima l�chelnd zu ihr.</p><p>�Aber ich finde es besch�mend, mich vor freien Frauen so zu pr�sentieren.�</p><p>�Es sind nur Frauen hier, dieser Sklave und unsere Leute�, erwiderte Lady Tima. �Gehorche � oder m�chtest du nicht l�nger f�r mich arbeiten?�</p><p>Lady Tendite l�chelte. Sie warf das wei�e Gewand wie ein Cape �ber die Schultern und bot sich den Blicken der Frauen in der Ta-Teera dar. Sie war aufregend sch�n.</p><p>Den Zuschauerinnen schien es im ersten Moment den Atem zu verschlagen. Dann begannen sie sich begeistert gegen die Schultern zu schlagen.</p><p>�Wie sch�n sie ist!� hauchte mehr als eine Frau.</p><p>Und ich begriff, wie klug die Frau war, die das Haus von Tima leitete. Die Frauen auf der Trib�ne identifizierten sich mit Lady Tendite. Obwohl die andere dort vor ihnen stand, waren sie es, die in ihrer Phantasie die sch�ndliche Ta-Teera trugen und jetzt auch noch den Sklavenkragen umgelegt bekamen.</p><p>So stand sie nun vor mir, das Sklavenm�dchen.</p><p>Es gab lauten Beifall.</p><p>�Meinen Gl�ckwunsch an die hervorragende Schauspielerin Lady Tendite!� rief Lady Tima.</p><p>�Liebkose den Sklaven!� forderte Lady Tima ihre Angestellte auf.</p><p>Lady Tendite trat vor mich hin. Sie blickte mir in die Augen. Sie war von exquisiter Sch�nheit. Ihre Br�ste, kaum verh�llt vom d�nnen, knappen Stoff der Ta-Teera, waren aufregend gerundet.</p><p>�Bitte ber�hre mich nicht!� flehte ich.</p><p>Sie trug einen Stahlkragen.</p><p>�Bitte!� flehte ich. Dann schrie ich vor Kummer und Scham.</p><p>�Zehn Tarsks!� rief jemand. Und das war erst der Anfang.</p></section><section><title><p>10</p></title><p>�Wie h�bsch er sich an deinem Steigb�gel ausmacht, Lady Florence�, sagte die verschleierte Frau, die in der S�nfte lag.</p><p>�Wenn erst sein Haar l�nger ist und von einem wei�en Band zusammengehalten wird und wenn er dann noch eine Seidentunika tr�gt, wird er sich noch wesentlich besser ausmachen, Lady Melpomene�, erwiderte Lady Florence.</p><p>�Wie ich sehe, hast du ihn nicht mehr angekettet�, bemerkte Lady Melpomene.</p><p>�Ich habe schnell gemerkt, da� das nicht erforderlich ist�, erwiderte Lady Florence.</p><p>Ich hielt den Kopf gesenkt.</p><p>�Ich beneide dich um einen so h�bschen Sklaven�, sagte Lady Melpomene.</p><p>�Nett von dir, da� du nicht verbittert bist�, bemerkte Lady Florence mit scharfer Stimme. Ich hielt die Z�gel ihres Tharlarion. Es war kein gro�es Tier. Der Steigb�gel befand sich neben meiner rechten Schulter.</p><p>�Hast du ihn schon branden lassen?� erkundigte sich Lady Melpomene.</p><p>�Nein. Ich ziehe bei meinen Sklaven einen blanken Schenkel vor.�</p><p>�Interessant�, stellte Lady Melpomene fest. �Taugt er etwas auf der Liege?� setzte sie hinzu.</p><p>�Ich benutze ihn, wenn es mir gef�llt�, sagte Lady Florence.</p><p>�Nat�rlich�, erwiderte Lady Melpomene.</p><p>�Nur schade, da� deine Mittel in letzter Zeit so begrenzt zu sein scheinen�, fuhr Lady Florence fort, �sonst h�ttest du mich �berbieten k�nnen.�</p><p>�Meine finanziellen Verh�ltnisse sind bestens geordnet�, erwiderte Lady Melpomene.</p><p>�Es geht das Ger�cht, da� du dem Bankrott nahe bist.�</p><p>�Solche Ger�chte sind b�sartig und falsch!� fauchte Lady Melpomene.</p><p>�Das dachte ich mir doch gleich�, erwiderte Lady Florence freundlich. �Bedauerlich, da� sie �berall zu h�ren sind.�</p><p>�Der Sklave hat mich nicht gen�gend interessiert, um sechzehn Tarsks zu bieten�, sagte Lady Melpomene.</p><p>�Nat�rlich�, bemerkte Lady Florence.</p><p>�Warst du l�ngere Zeit in Ar zum Einkaufen?� fragte Lady Melpomene.</p><p>�Etwa vier Tage�, erwiderte die andere. �Wir verlie�en unser Haus in Vonda vor einem Monat und zogen in meine Villa.�</p><p>Die Villa der Lady Florence aus Vonda lag etwa vierzig Pasangs s�dwestlich von Vonda. Vonda war eine der vier St�dte der Salerianischen Konf�deration. Die anderen St�dte dieses Bundes waren Ti, Port Olni und Lara. Diese St�dte haben eine gemeinsame Lage � n�mlich am Olni-Flu�, der in den Vosk m�ndet. Ti liegt von diesem Zusammenflu� am weitesten entfernt, weiter flu�abw�rts st��t man auf Olni; diese beiden St�dte fanden sich als erste zu dem B�ndnis zusammen, das urspr�nglich der Abwehr von Flu�piraten und dem Schutz der Bootsverbindung ins Binnenland diente; sp�ter kamen Vonda und Lara hinzu, wobei Lara am Zusammenflu� von Olni und Vosk liegt. Auf dem Olni-Flu� gibt es praktisch keine Flu�piraten mehr. Der B�ndnisschwur und die Festlegung der einfachen Regeln, die damit zusammenh�ngen, wurden auf der Wiese von Salerius geleistet und unterschrieben � am Nordufer des Olni gelegen, zwischen Port Olni und Vonda. Aus diesem Umstand leitet das B�ndnis seinen Namen als Salerianische Konf�deration her. Die wichtigste Stadt im B�ndnis ist Ti � es ist die Gemeinde mit der zahlreichsten Bev�lkerung; hier konzentriert sich auch die Leitung des B�ndnisses. Der Verwalter der Konf�deration ist ein Mann namens Ebullius Gaius Cassius aus der Kriegerkaste. Er ist zugleich Administrator der Stadt und des Staates Ti. Die Salerianische Konf�deration kennt man auch unter der Bezeichnung �Die vier St�dte von Saleria�. Der Begriff �Saleria� wird �brigens im weitesten Sinne so verstanden, da� er das von der Konf�deration beherrschte Gebiet betrifft. Ti, Port Olni und Vonda liegen am Nordufer des Olni � Lara befindet sich zwischen dem Olni und dem Vosk am Zusammenflu�. Es gilt strategisch als ungemein wichtig. Wenn es wollte, k�nnte es verhindern, da� Schiffe aus dem Olni zu den Voskh�fen durchkommen. Der �berlandtransport ist wie beinahe �berall auf Gor zeitaufwendig und teuer, au�erdem oft sehr gef�hrlich. Interessanterweise war die Ver�nderung der Piraten des Olni weitgehend auf den Beitritt Laras in den Bund zur�ckzuf�hren � diese Stadt vermochte den �belt�tern den Fluchtweg in den Vosk abzuschneiden. Was als Abwehrbund gegen die Piraten begonnen hatte, entwickelte sich allm�hlich zu einer sp�rbaren politischen Kraft im �stlichen Teil des bekannten Gor. Dabei waren auf diesem Planeten Eifers�chteleien und Streitereien zwischen St�dten eher die Regel. So bildete diese Liga, aus einem gemeinsamen Grundinteresse geboren, die Grundlage f�r die sp�ter sehr m�chtige Salerianische Konf�deration. Es hie�, viele goreanischen St�dte schauten voller Unbehagen auf die vier Riesen am Olni. Angeblich machte man sich sogar in Ar Gedanken �ber die Salerianische Konf�deration.</p><p>�Von meiner Villa reisten wir in mein Haus in Venna weiter�, sagte Lady Florence leichthin.</p><p>�Ich besitze ebenfalls ein Haus in Venna�, �u�erte Lady Melpomene.</p><p>�Angesichts des Zustands deiner Finanzen hatte ich nicht angenommen, da� du es halten konntest�, bemerkte Lady Florence. Venna ist ein kleiner, exklusiver Erholungsort zweihundert Pasangs n�rdlich von Ar. Bekannt ist er f�r seine B�der und Tharlarion-Rennen.</p><p>�Reist du oft nach Ar, um einzukaufen?� fragte Lady Melpomene.</p><p>�Zweimal im Jahr�, erwiderte Lady Florence.</p><p>�Ich komme viermal im Jahr�, sagte Lady Melpomene.</p><p>�Ich verstehe�, �u�erte Lady Florence liebensw�rdig.</p><p>�Ich kann es mir leisten.�</p><p>�Dann m�chte ich dich nicht vom Einkaufen abhalten.�</p><p>�Ich w�rde nicht zu lange in Ar bleiben�, meinte Lady Melpomene.</p><p>�Ich glaube nicht, da� es �rger gibt.�</p><p>�In den B�dern von Vonda wurde gemunkelt, da� Ar angreifen wird�, sagte Lady Melpomene. �S�dlich des Olni hat es bereits erste Scharm�tzel gegeben.�</p><p>�M�nner sind Barbaren�, stellte Lady Florence fest. �Immer m�ssen sie k�mpfen.�</p><p>�Wenn es zu Feindseligkeiten kommt�, sagte Lady Melpomene, �ist es nicht angebracht, wenn eine Frau aus Vonda in dieser Stadt erwischt wird.�</p><p>�Ich glaube nicht, da� es �rger gibt.�</p><p>�Meinetwegen kannst du den Stahlkragen riskieren � ich verlasse Ar heute abend noch.�</p><p>�Wir reisen morgen fr�h ab.�</p><p>�Ausgezeichnet!� sagte Lady Melpomene. �Vielleicht sehen wir uns dann in Venna.�</p><p>�Vielleicht.�</p><p>�Und vielleicht wirst du mir gestatten, deinen Sklaven zu genie�en.�</p><p>�Vielleicht � f�r eine Geb�hr�, erwiderte Lady Florence mit eisiger Stimme.</p><p>�Eine Geb�hr?� fragte Lady Melpomene.</p><p>�Sechzehn Tarsks!� sagte Lady Florence. �Der j�mmerliche Preis f�r den Sklaven, den du dir nicht leisten konntest.�</p><p>Sechzehn Tarsks waren tats�chlich ein hoher Preis f�r einen m�nnlichen Seidensklaven. Im allgemeinen wurden vier bis sechs Silber-Tarsks bezahlt.</p><p>�Ich w�nsche dir alles Gute�, sagte Lady Melpomene.</p><p>�Ich w�nsche dir alles Gute�, erwiderte Lady Florence.</p><p>Dann klatschte Lady Melpomene in die H�nde. �Weiter!� rief sie den Sklaven zu, die die Stangen der S�nfte auf den Schultern trugen. Gleich darauf war der kleine Trupp verschwunden.</p><p>�Was f�r eine abscheuliche Frau!� sagte Lady Florence. �Wie falsch sie ist! Wie sehr ich sie verachte! Ihr Verm�gen ist dahin. Sie besitzt kaum noch einen Tarsk. Wenn sie wirklich noch ein Haus in Venna unterh�lt, verliert sie es bestimmt bald. Wie k�hn von ihr, �berhaupt mit mir zu sprechen! Vermutlich ist sie in Ar, um das Haus in Venna zu beleihen oder zu verkaufen, wenn es ihr wirklich noch geh�rt. Sogar die Sklaven und die S�nfte waren gemietet! Mich t�uscht sie nicht! Wie sehr ich sie hasse! Hast du gesehen, wie reizend sie getan hat? Dabei ha�t sie mich ebenfalls. Unsere Familien sind seit Generationen verfeindet.�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich.</p><p>�Sie hat sogar gegen mich geboten�, fuhr Lady Florence fort. �H�tte eine Freundin das getan?�</p><p>�Ich wei� es nicht, Herrin.�</p><p>�Und sie hatte die Nerven, dich ausleihen zu wollen! Dich teile ich nur mit Frauen, die mir gefallen.�</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich.</p><p>�Hier entlang, Jason�, sagte sie. �Ich will im Laden des Publius Schleiernadeln kaufen. Dann m�chte ich in die Stra�e des Zentral-Zylinders, um mir bei Philebus Seide vorlegen zu lassen.�</p><p>�Ja, Herrin.� Ich setzte mich in der angegebenen Richtung in Bewegung und f�hrte dabei den Sattel-Tharlarion an den Z�geln. Solche kleinen Tiere werden allgemein mit Z�geln gelenkt, die riesigen Kampf-Tharlarions dagegen mit Rufen und Speerhieben gegen Kopf und Hals. Zug-Tharlarions stehen im Geschirr und werden durch M�nner oder Jungen gelenkt, die neben ihnen hergehen, oder mit Z�geln und Peitschen.</p><p>Wir kamen an einer Frau von Ar vorbei, die von ihrem Seidensklaven gefolgt wurde. Er musterte mich. Vermutlich fragte er sich, wieviel ich gekostet hatte.</p><p>Dann begegnete uns eine Sklavin, eine kurzbeinige Sch�nheit in einem grauen Fetzen. Im Vorbeigehen spuckte sie die Kerne einer Larmafrucht gegen die Wand.</p><p>�Beachte sie nicht, Jason�, befahl Lady Florence.</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich. Aber ich w�nschte, ich h�tte das M�dchen in die Finger bekommen k�nnen.</p><p>Die Sonne stand hoch, und die Mittagsstunde war bereits vorbei. Wir standen vor dem Laden des Philebus, der sich auf turische Seide spezialisiert hatte. Das Gesch�ft liegt an der gro�en Stra�e des Zentralzylinders, die gut vierhundert Fu� breit ist, eine Auffahrtsstra�e f�r Triumphz�ge, �berschattet vom Zentralzylinder Ars, der das Ende bildet. Zu beiden Seiten der Prachtstra�e erheben sich reihenweise B�ume, und zahlreiche Brunnen pl�tschern. Es ist eine sehr sch�ne und eindrucksvolle Stra�e. Sie erfreute meinen Blick. Wegen der hohen Mieten haben die L�den an dieser Stra�e nat�rlich ungemein hohe Preise.</p><p>Vorn am Laden des Philebus befanden sich Sklavenringe; an einem dieser Ringe war eine Sklavin festgemacht. Neben ihr ein St�ck weiter, hockte ein Seidensklave, ebenfalls gefesselt.</p><p>Meine Herrin betrat den schattigen Laden.</p><p>�Sie hat dich nicht angekettet�, sagte der Seidensklave zu mir.</p><p>�Nein.�</p><p>�Was hast du gekostet?� wollte er wissen.</p><p>�Sechzehn Tarsks.�</p><p>�Das ist nicht viel.�</p><p>�Silber.�</p><p>�L�gner!�</p><p>Ich zuckte die Achseln.</p><p>Ich f�hrte den Tharlarion an eine sandgedeckte, sonnige Stelle in der N�he des Ladens und wickelte die Z�gel zweimal um einen Ring.</p><p>Dann betrachtete ich den Tharlarion. Eine durchsichtige Membrane schob sich von unten vor das Auge, als ein breitfl�geliges Insekt �ber das Lid kroch. Lady Florence besa� zahlreiche Tharlarions; ihre St�lle geh�rten zu den gr��ten und besten in Vonda.</p><p>Ich kehrte vor den Laden des Philebus zur�ck.</p><p>�L�gner!� wiederholte der m�nnliche Sklave, der an der Mauer hockte. Vermutlich �rgerte es ihn, da� ich nicht angekettet worden war.</p><p>Vor dem Laden lehnte ich mich an die Wand. Die meisten goreanischen L�den haben keine Schaufenster. Viele sind zur Stra�e hin offen oder besitzen Verkaufstheken ins Freie hinaus. Nachts werden die Verkaufsr�ume vergittert oder mit L�den verschlossen. L�den, in denen kostbare Dinge verkauft werden, betritt man durch eine schmale T�r, woraufhin man dann nicht selten auf einen offenen Innenhof st��t, ges�umt von Baldachinen, unter denen die Waren zum Verkauf stehen. Auch Philebus besa� einen solchen Innenhof.</p><p>Gelassen betrachtete ich die Passanten. Es herrschte kein lebhafter Verkehr, doch gab es gen�gend zu sehen. Ab und zu wurden S�nften vorbeigetragen. Leichte, zweir�drige Wagen fuhren �ber die breite Stra�e, gezogen von Tharlarions. Ich bemerkte auch mehr als einen Boskwagen, gezogen von den riesigen, zottigen Bosks mit ihren gef�hrlich aussehenden H�rnern. Ihre Hufe waren poliert, Perlenschn�re hingen von den H�rnern herab. Einer dieser Wagen besa� eine blaugelbe Leinenabdeckung und war mit breiten Ledergurten zugeschnallt. Aus dem Inneren h�rte ich das Lachen von Sklavinnen. Ein Mann schritt hinter dem Wagen her; unter dem Arm trug er eine Peitsche.</p><p>Mein Blick fiel auf die Sklavin am Laden; sie schaute mich an. Sie trug eine leichte graue Tunika. Ich betrachtete ihre h�bschen Beine.</p><p>�Ich bin f�r freie M�nner da!� sagte sie �rgerlich. �Nicht f�r deinesgleichen!�</p><p>�Und gibst du dich deinen Herren wonnig hin, Sklavin?� fragte ich.</p><p>Sie wandte den Kopf ab und bi� sich auf die Unterlippe.</p><p>Ich betrachtete sie. Es h�tte mich nicht gest�rt, ihr Sklavenherr zu sein.</p><p>Ich begab mich zum Brunnen, der nur wenige Meter entfernt war, st�tzte mich auf H�nde und Knie und trank aus der unteren Schale, die f�r Sklaven und Tiere bestimmt war. Dann kehrte ich zum Laden des Philebus zur�ck, um weiter auf meine Herrin zu warten.</p><p>Vom Himmel t�nten Trommeln herab, und ich hob den Kopf. Eine Schwadron der Tarnkavallerie Ars rauschte vor�ber, die Fl�gelschl�ge entsprachen dem Trommelrhythmus. Es mu�ten etwa vierzig V�gel und Reiter sein. F�r eine Patrouille kam mir die Formation ziemlich gro� vor.</p><p>Ich betrachtete die Roben der freien Frauen, die auf der Stra�e vorbeikamen, die Wagen, die Scharen der Passanten, die immer dichter wurden, die S�nften der reichen M�nner, zuweilen gefolgt von h�bschen Sklavinnen in kurzen Tuniken.</p><p>Meine Herrin lie� sich Zeit. Vermutlich w�rde ich einige Pakete zu tragen haben.</p><p>Dann sah ich eine Kaiila vorbeigaloppieren. Es war ein hochm�tiges, vornehm aussehendes, seidiges Tier mit langen Hauern. Ich hatte von diesen Gesch�pfen schon geh�rt, doch hier sah ich eine Kaiila zum erstenmal: sie war gelb und hatte langes, flie�endes Haar. Der Reiter sa� in einem hohen purpurnen Sattel, in dessen zahlreichen Scheiden Messer steckten. Er trug eine lange schwarze Lanze. Neben seinem Helm baumelte ein zur Seite geschlagenes Metallnetz. Er war schlitz�ugig. Vermutlich geh�rte er zu den Wagenv�lkern, wahrscheinlich zu den Tuchuks. Die bunten Narben seines Gesichts formten die primitiven Symbole dieses fernen, wilden Reitervolkes.</p><p>�Sklave�, ert�nte eine Frauenstimme.</p><p>Ich kniete sofort nieder und senkte den Kopf. Vor mir erblickte ich die Sandalen und das Gewand einer freien Frau.</p><p>�Wo befindet sich der Laden des Silberschmieds Tabron?� fragte sie.</p><p>�Das ist mir nicht bekannt, Herrin�, erwiderte ich. �Ich stamme nicht aus dieser Stadt. Verzeih, Herrin.�</p><p>�Dummes Untier�, sagte sie.</p><p>�Ja, Herrin.� Doch schon war sie weitergegangen.</p><p>Ich stand auf und lehnte mich wieder an die Wand des Ladens von Philebus. Ich sp�rte den harten Stahlkragen an der Kehle. Er war wei� emailliert, und in der wei�en Fl�che befanden sich winzige kursive Buchstaben, die � so hatte man mir �bersetzt � auf goreanisch verk�ndeten: �Ich bin Eigentum der Lady Florence aus Vonda.� Das Schlo� im Nacken besa� eine doppelte Verriegelung, die allerdings mit einem Schl�ssel zu �ffnen war. Ich trug keine Sandalen. Die Tunika, die meine Herrin mir gegeben hatte, war aus wei�er Seide.</p><p>Unwillk�rlich richtete ich mich etwas auf, als ich einen prasselnden Rhythmus vernahm. Und schon marschierte in Viererreihe eine Soldatenkolonne an mir vorbei; ich z�hlte mit und kam auf zweihundert Mann. Sie trugen scharlachrote Tuniken und rote Kappen mit gelben Quasten. �ber runden Schildern hingen auf der linken Schulter Stahlhelme, darunter Kurzschwerter in der Scheide. An der rechten Schulter trugen die Soldaten einen Speer mit langer Bronzespitze; am Schaft waren leichte B�ndel befestigt. Die F��e steckten in schweren Sandalen mit dicken Sohlen, Fu�werk, das sich �hnlich wie Stiefel bis zu den Waden hochzog. Diese Sandalen erzeugten scharfe, knallende Laute auf dem Kopfsteinpflaster. Ich vermutete, da� die M�nner die Stadt verlie�en. Der goreanische Infanterist marschiert meistens mit leichtem Gep�ck. An den Hauptstra�en gibt es in regelm��igen Abst�nden befestigte Milit�rdepots. In der Tat geh�rte es zu den scheinbaren Ungereimtheiten auf Gor, wie gut erhalten und schnurgerade manche Stra�en verlaufen, auch wenn sie paradoxerweise durch wenig bev�lkerte Landstriche f�hren. Eine Erkl�rung daf�r bekommt man erst, wenn man sich anhand einer Karte vergegenw�rtigt, da� die meisten dieser Stra�en unmittelbar zu Grenzen f�hren, da� es sich somit, genau genommen, um Transportwege f�r das Milit�r handelt. Noch klarer wird das Bild, wenn man erkennt, da� die Versorgungsdepots in der Regel vierzig Pasangs voneinander entfernt sind. Vierzig Pasangs � das ist der durchschnittliche Tagesmarsch eines goreanischen Infanteristen. Ich fragte mich, warum die Truppen die Stadt verlie�en. Normalerweise h�tte man erwarten k�nnen, da� die Soldaten am fr�hen Morgen aufbrachen, um noch einen vollen Tagesmarsch absolvieren zu k�nnen. Ich schaute den K�mpfern nach. Sie wurden von zwei Offizieren gef�hrt, ebenfalls zu Fu�. Zwei weitere Offiziere, vermutlich Subalterne, bewegten sich links und rechts von der Kolonne. Die M�nner waren im Gleichschritt marschiert, und das verfehlte seine dramatische Wirkung nicht. Man sp�rte, da� es sich nicht um eine beliebige Ansammlung von M�nnern handelte, sondern um eine Einheit. Hinter den beiden Offizieren, einen oder zwei Schritte vor dem rechten Mann der ersten Reihe, schritt der Standartentr�ger aus � die Fahne zeigte die Abbildung eines silbernen Tarn. Solche Standarten sind zuweilen mehr als hundert Jahre alt. Der goreanische K�mpfer ist vorwiegend Berufssoldat und geh�rt der Kriegerkaste an. In Anbetracht der grausamen Auslese, die bei seinen Vorfahren geherrscht hat, war er gewisserma�en f�r seinen Beruf geboren. Speer und Krieg liegen ihm im Blut.</p><p>Die Kolonne war verschwunden. Sobald Soldaten die Hauptstra�e verlassen, kann man sie mit Bosk- oder Tharlarion-Wagen versorgen. Au�erdem ist ein Nachschub durch die Luft, mit Tarns, m�glich. Man sollte vielleicht noch erw�hnen, da� sich solche Einheiten, die in der Regel ziemlich klein sind, durchaus auch vom wildreichen goreanischen Land ern�hren k�nnen. Au�erdem lassen sich in bestimmten Gebieten die D�rfer zu Abgaben zwingen, um die Versorgung sicherzustellen. Beweglichkeit und �berraschungsschl�ge bestimmen die goreanischen Strategien � sie ziehen den �berfall der langen Belagerung oder dem offenen Konflikt gr��erer Truppenverb�nde in weitr�umigen Gebieten vor. So w�re es sehr ungew�hnlich, wenn eine goreanische Stadt mehr als f�nftausend K�mpfer gleichzeitig im Sold h�tte.</p><p>Unbehaglich fa�te ich mir an den Sklavenkragen. Ich hatte dem Gespr�ch zwischen meiner Herrin und Melpomene entnommen, da� es zwischen Ar und der Salerianischen Konf�deration gewisse Unstimmigkeiten gab. Lady Melpomene wollte Ar noch heute abend verlassen. Lady Florence h�tte beispielsweise durch die Aufschrift meines Kragens als B�rgerin Vondas identifiziert werden k�nnen, eine der St�dte der Konf�deration. Sollte es zu offenen Feindseligkeiten kommen, mochte sich das sehr nachteilig f�r sie auswirken � vielleicht w�rde man uns beide von ein und derselben Plattform verkaufen. Ich fragte mich, wie sie sich in einem Sklavenkragen machen w�rde. Wie sie nackt aussah, wu�te ich nat�rlich, denn ich war ihr Seidensklave. Jedenfalls mochte meiner Herrin zu raten sein, Ar so schnell wie m�glich zu verlassen und sich in ihr Haus im Urlaubsort Venna zu begeben. Meine Unruhe nahm zu. Je eher wir die Mauern Ars hinter uns lie�en, desto besser schien es mir. Meine Sorge galt nat�rlich nicht nur meiner Herrin, sondern auch mir selbst. Goreanische M�nner haben wenig Geduld mit Seidensklaven.</p><p>Etwa f�nfzig Meter entfernt wurde eine weitere S�nfte vorbeigetragen, gefolgt von etlichen h�bschen Sklavinnen, die daran festgekettet waren.</p><p>Mein Blick fiel auf das M�dchen, das vor dem Laden des Philebus am Boden festgemacht war. Zu meiner �berraschung, die ich mir nat�rlich nicht anmerken lie�, hatte sie mich angeschaut. Sie wandte den Kopf ab. Sie schien meinen Blick zu sp�ren, denn sie setzte sich unwillk�rlich aufrecht hin, den Kopf gegen die Wand gelehnt. Mein Gedanke wanderte von den M�dchen hinter der S�nfte zu der Sklavin vor mir. Was f�r eine herrliche Welt, auf der den M�nnern solche Frauen zur Verf�gung standen!</p><p>�Ich bin durstig�, sagte sie.</p><p>�Dann knie nieder.�</p><p>�Niemals!�</p><p>Ich wandte mich ab.</p><p>�Ich knie ja schon�, sagte sie.</p><p>Ich schaute sie an. Sie kniete.</p><p>�Sklavin!� sagte der m�nnliche Seidensklave, der am n�chsten Ring festgemacht war.</p><p>Irgendwie hatte ich gewu�t, da� das M�dchen mir gehorchen w�rde. Sie kniete vor mir. Sie hatte mir gehorcht.</p><p>Dennoch bemerkte ich ein w�tendes Funkeln in ihren Augen. �Ich bin sehr durstig�, sagte sie.</p><p>�Na und?�</p><p>�Ich habe Durst und bin angekettet. W�rdest du mir bitte Wasser vom Brunnen holen?�</p><p>�Daf�r mu�t du mich bezahlen.�</p><p>Der Sklave neben ihr stie� einen emp�rten Schrei aus.</p><p>�Du mu�t mich bezahlen, verstehst du?�</p><p>�Ja�, antwortete sie.</p><p>Ich ging zum Brunnen und sch�pfte mit zusammengelegten H�nden Wasser aus der unteren Schale. Ich brachte ihr den Trank. Kniend, die H�nde vor dem K�rper gefesselt, trank sie in tiefen Z�gen. Anschlie�end legte ich ihr die H�nde um den Kopf. Erschrocken blickte sie zu mir auf. �Ich kenne den Griff solcher H�nde�, sagte sie leise. �Du bist kein Seidensklave.�</p><p>�Ich�, sagte der Seidensklave am n�chsten Ring, �h�tte dir das Wasser umsonst geholt, wenn ich frei gewesen w�re.�</p><p>�Ich kenne deine Sorte�, sagte das M�dchen. �Ihr verlangt nichts, erwartet aber viel.� Ich dr�ngte das M�dchen gegen die Mauer zur�ck und k��te ihr den Hals. �Da ist mir ein Mann lieber�, japste das M�dchen, �der das Kommando �bernimmt und sich von einem M�dchen holt, was er will.� Keuchend drehte sie den Kopf zur Seite. �Nimm mich � Herr!�</p><p>�Halt!� rief der Seidensklave. �Ich werde alles erz�hlen!�</p><p>�Oh!� st�hnte das M�dchen in meinen Armen. �O Herr! Wie r�cksichtslos du bist, Herr!� Und sie k��te mich immer wieder.</p><p>Schlie�lich stand ich auf und lie� sie zu meinen F��en liegen. Ich atmete schwer.</p><p>�Warte nur, bis deine Herrin kommt�, sagte der Seidensklave. �Ich werde ihr alles verraten.�</p><p>Das M�dchen kniete halb und lehnte selig den Kopf an die Mauer.</p><p>Ich drehte mich um. Etwa zwanzig Meter entfernt hatten zwei S�nften nebeneinander angehalten, die in entgegengesetzte Richtungen unterwegs waren. Die M�nner darin unterhielten sich. Auch diesen S�nften folgten mehrere angebundene M�dchen in kurzen Tuniken und h�bschen Schmuckb�ndern.</p><p>�Ja, ich werde alles erz�hlen!� wiederholte der Sklave.</p><p>Eines der M�dchen schaute mich an. Sie war klein und exquisit und hatte schlanke Beine. Das kurze, weite Seidengewand war an der linken H�fte hochgerutscht.</p><p>Ihr Anblick ging mir durch und durch, und ich erschauderte. Ich hatte ja keine Ahnung gehabt, da� sie so wundersch�n sein konnte!</p><p>Sie blickte mich an.</p><p>Langsam, zitternd, mit klopfendem Herzen ging ich zu ihr.</p><p>�Komm zur�ck!� rief der Seidensklave. �Bleib an der Mauer. Ich werde alles verraten! Alles!�</p><p>Ich n�herte mich dem M�dchen. Die Herren bemerkten mich nicht, denn sie unterhielten sich angeregt. Auch Bedienstete sprachen miteinander in der N�he der S�nfte. Sie beachteten mich nicht.</p><p>Dann stand ich vor ihr. Ihre Augen musterten mich entsetzt. Sie wich zur�ck, so weit es ihre Fesseln erlaubten.</p><p>�Ich hatte nie gedacht, da� ich dich wiedersehen w�rde�, sagte ich.</p><p>Sie schwieg.</p><p>Ich betrachtete ihren schlanken Hals mit dem Sklavenkragen, die Rundungen ihres entz�ckenden K�rpers in der weiten, kurzen Seide, die Anmut und Ebenm��igkeit ihrer Z�ge, die Lieblichkeit ihrer empfindlichen, verwundbaren Augen, die Pracht des dunklen Haars, das l�nger gewachsen war und von einem Seidenband zusammengehalten wurde.</p><p>Objektiv gesehen war sie nicht sch�ner als viele tausend andere M�dchen � f�r mich aber war sie die aufregendste Frau, die ich je gesehen hatte.</p><p>�Freust du dich nicht, mich zu sehen?� fragte ich erstaunt.</p><p>�Du hast das M�dchen vergewaltigt�, sagte sie zornig.</p><p>�Genau genommen nicht�, gab ich zur�ck. �Sie bezahlte f�r einen Schluck Wasser, den ich ihr gebracht habe.�</p><p>�Ungeheuer!� rief sie.</p><p>�Du bist sehr sch�n�, sagte ich und trat dicht vor sie hin. Und ich log nicht. Dabei war sie hilflos gefesselt. Die Sklaverei ist dazu angetan, einer Frau ihre Verkrampfungen zu nehmen.</p><p>�Wenn du mir geh�rtest, w�rde ich dich ebenfalls hinter meiner S�nfte zur Schau stellen�, sagte ich.</p><p>�Ungeheuer!� sagte sie l�chelnd.</p><p>�Du tr�gst ein wei�es Band.�</p><p>�Du auch.�</p><p>�Ich bin aber kein wei�er Seidensklave�, sagte ich.</p><p>�Das Band soll nur zu meiner Tunika passen�, erwiderte sie. �Ich bin im Grunde auch keine wei�e Sklavin.�</p><p>�M�chtest du lieber Englisch sprechen? W�re das leichter f�r dich?�</p><p>Sie sah sich nerv�s um. Die anderen M�dchen beachteten uns nicht. �Nein�, antwortete sie auf goreanisch. Wie selbstverst�ndlich hatten wir uns in der Sprache unserer Herren verst�ndigt.</p><p>�Was ist mit dir geschehen?� fragte ich.</p><p>�Ich wurde im Haus des Andronicus ausgebildet�, sagte sie, �und in Vonda verkauft.�</p><p>�Ich ebenfalls�, sagte ich. �Mich erwarb die Sklavenh�ndlerin Tima, Inhaberin des Hauses von Tima. Ich wurde weiterverkauft � ebenfalls in Vonda.�</p><p>�Wir sind Sklaven, weiter nichts�, sagte sie.</p><p>Ich erkannte, da� man sie dazu ausgebildet hatte, M�nnern Wonnen zu bereiten. Sie war wundersch�n. Sie w�rde ihre Aufgabe gut erf�llen, und das freute mich. Ich beneidete den faulen Kerl in der S�nfte, der sie besa�.</p><p>�Du da!� rief eine Stimme. �Was machst du?�</p><p>Hastig trat ich von dem M�dchen zur�ck und drehte mich um. Einer der Diener winkte mich �rgerlich mit seiner Peitsche fort. Dann wandte er sich wieder seinen Kollegen zu.</p><p>�Wer ist dein Herr?� rief ich dem M�dchen zu.</p><p>Sie schaute mich angstvoll an. Starr stand sie da und richtete den Blick auf die R�ckseite der S�nfte.</p><p>��ngstliche Sklavin!� sagte ich zornig. Sie hatte Angst zu sprechen.</p><p>�Wem geh�rst du?� fragte ein blondes M�dchen, das an der Fessel die letzte Position einnahm.</p><p>�Meine Herrin ist Lady Florence aus Vonda�, antwortete ich.</p><p>�Du geh�rst einer Frau? Du bist Seidensklave?�</p><p>�Ja. Wer ist dein Herr?� fragte ich.</p><p>�Vorsicht!� sagte sie. �Strabar kommt!�</p><p>�Stehenbleiben!� rief eine Stimme.</p><p>Ich drehte mich um. Der Diener mit der Peitsche blieb ein Dutzend Fu� von mir entfernt stehen. �Keine Bewegung!� befahl er.</p><p>Ich r�hrte mich nicht.</p><p>Er wandte sich an die M�dchen. �Wer von euch Dirnen hat es gewagt, mit dem Sklaven zu sprechen?�</p><p>Die M�dchen schwiegen.</p><p>�Die hier, nicht wahr?� fragte er grinsend und ber�hrte mit der Peitsche das kleinw�chsige, exquisite dunkelhaarige M�dchen, mit dem ich gesprochen hatte. Sie erschauderte.</p><p>�Ja, sie habe ich bel�stigt�, sagte ich. �Wenn jemand daran Schuld tr�gt, dann ich, nicht sie.�</p><p>�K�hner Sklave!� sagte er l�chelnd.</p><p>�Wir sind beide von der Welt, die Erde hei�t�, sagte ich. �Wir kannten uns dort.�</p><p>�Sie durfte nicht mit dir sprechen.�</p><p>�Das wu�te ich nicht. Es tut mir leid, Herr.�</p><p>Er musterte mich. Ich bemerkte, da� die beiden M�nner in den S�nften auf mich aufmerksam geworden waren, und das machte mich nerv�s. Schon drehten sich die Sklaven und trugen ihre S�nften n�her heran. Auf eine Geste der Herren wurden die Lasten abgesetzt; die Tragsklaven, die nicht angekettet waren, stellten sich seitlich auf. Einige Passanten blieben stehen, um die Szene zu verfolgen.</p><p>�Wer ist dein Herr?� fragte der Mann aus der S�nfte, hinter der das dunkelhaarige M�dchen angebunden war.</p><p>Ich kniete nieder. Er war eindeutig Sklavenherr. �Lady Florence aus Vonda ist meine Herrin, Herr�, sagte ich.</p><p>Er bedeutete mir mit einer Handbewegung aufzustehen. Aus einem winzigen Kasten, der am Inneren der S�nfte festgemacht war, zog er ein rundes Glas mit einem perlenbesetzten Haltestab. Durch das Glas musterte er das M�dchen, mit dem ich gesprochen hatte. �Kanntest du das M�dchen aus deiner Heimat?� fragte er.</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�War sie dort frei?�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Na, dann schau sie dir jetzt an � sie ist eine Sklavin.�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>Pl�tzlich schnappte das M�dchen nach Luft und wich in ihrer Kette zur�ck. Angstvoll sah sie mich an. Ich fuhr mir mit der Zunge �ber die Lippen und sch�ttelte den Kopf, um die Vision zu vertreiben, die mich pl�tzlich befallen hatte. In einem Sekundenbruchteil hatte ich sie nicht voller Bewunderung und Vergn�gen angesehen, sondern wie ein absoluter Herrscher, der seine Sklavin mustert.</p><p>�Hast du diesen Blick gesehen?� fragte der Mann aus der S�nfte, dem das dunkelhaarige M�dchen geh�rte, seinen Freund.</p><p>�Ja�, sagte der andere.</p><p>Ich err�tete vor Scham. Nur einen Moment lang hatte ich das M�dchen als Sklavin gesehen. Wie besch�mt und gekr�nkt mu�te sie sein! Aber nat�rlich war sie Sklavin, nichts anderes als Sklavin!</p><p>�Granus, Turus�, sagte der Mann in der S�nfte, dem die Dunkelhaarige zu geh�ren schien.</p><p>Ich schaute auf das M�dchen, doch sie wollte sich meinem Blick nicht stellen.</p><p>Ich h�rte neben mir ein �chzen und fuhr herum. Eine Faust traf mich an der Schl�fe. Und schon empfing ich Tritte und weitere Hiebe in die Seite. Keuchend wich ich zur�ck. Zwei Tragsklaven st�rzten sich schlagend und tretend auf mich. Ich rollte mich unter einem hervor und sprang blut�berstr�mt auf die F��e.</p><p>�Granus hat ihm einen kr�ftigen Schlag versetzt�, sagte jemand.</p><p>�Habe ich gesehen�, antwortete ein anderer.</p><p>�Und er ist schon wieder auf den Beinen�, bemerkte ein dritter.</p><p>�Interessant.�</p><p>�Ein kr�ftiger Bursche.�</p><p>Ich wischte mir Blut von der Schl�fe. Unsicher stand ich da.</p><p>Der Mann in der S�nfte zeigte mit seinem runden Glas auf mich.</p><p>Der erste der beiden Tragsklaven r�ckte wieder vor; er hatte die m�chtigen F�uste zu hammer�hnlichen Waffen geballt. �Wenn ich dich das n�chstemal treffe�, sagte er, �bleib unten. Das gen�gt dann f�r die Herren.�</p><p>Ich schnappte nach Luft.</p><p>Und wieder st�rzte er sich auf mich. Ich versuchte mich zu wehren. Seine linke Faust traf meinen Magen und lie� mich zusammenklappen, woraufhin dann die rechte Faust gegen meine linke Gesichtsh�lfte schmetterte. Ich kippte zur Seite, verlor den Halt, glitt zu Boden. Halb kniete, halb hockte ich auf dem Pflaster.</p><p>Der Sklave wandte sich von mir ab.</p><p>�Seht!� rief jemand. �Er ist schon wieder aufgestanden!�</p><p>Torkelnd stand ich da.</p><p>Der Tragsklave, von dem ich vermutete, da� er Granus hie�, drehte sich �berrascht zu mir um. Er wechselte einen Blick mit dem anderen Sklaven.</p><p>�Lauf!� sagte der Diener, der Mann mit der Peitsche, der dicht neben mir stand. �Flieh!�</p><p>Niemand versperrte meinen Fluchtweg. �Nein�, sagte ich. �Nein.�</p><p>�Ein Kampf ist im Gange!� rief eine aufgeregte Stimme.</p><p>Wieder deutete der Mann in der S�nfte auf mich.</p><p>Und wieder stapfte der gro�gewachsene Sklave auf mich zu. Noch zweimal schlug er brutal zu, dann hatte ich ihn zur�ckstolpernd gepackt, hielt ihn fest und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, versuchte zu verhindern, da� er f�r seine vernichtenden Schl�ge wieder Raum bekam. Ich h�rte ihn �chzen. Meine Arme verkrampften sich um ihn. Ich begann ihn nach hinten zu biegen. Mein Blut f�rbte auf ihn und seine Tunika ab. �Nein!� st�hnte er. Pl�tzlich sah ich, da� er Angst hatte. Immer weiter zw�ngte ich ihn zur�ck � bis mir pl�tzlich entsetzt aufging, was ich da machte.</p><p>�Halt!� rief der Mann mit der Peitsche.</p><p>Ich lie� den Sklaven fallen. Sein R�ckgrat war nicht gebrochen. Ich kannte mich mit dem K�mpfen nicht aus, doch hatte ich zu meinem eigenen Entsetzen Kr�fte in mir entdecken m�ssen, die ich nicht verstand. Ich mu�te daran zur�ckdenken, wie ich im Hause des Andronicus die Zellenbank angehoben hatte. Die �bungen, die ich dort hatte absolvieren m�ssen, waren von mir fortgesetzt worden, ohne da� ich damit eine Absicht verband.</p><p>�Bist du Kampfsklave?� fragte jemand.</p><p>�Nein�, sagte ich.</p><p>Der Mann mit der Peitsche wandte sich dem Mann in der S�nfte zu. �Interessant�, sagte dieser.</p><p>�Genug?� fragte der Mann mit der Peitsche.</p><p>�Ja�, antwortete der vornehme Herr. Ich erkannte, da� er das Leben seines Sklaven nicht riskieren wollte.</p><p>Der Mann in der S�nfte hob erneut den perlenbesetzten Stab mit dem runden Glas � und schon nahmen die Sklaven wieder ihre Pl�tze ein. Der Mann mit der Peitsche kehrte zu den anderen Dienstboten neben der S�nfte zur�ck. Gleich darauf setzten sich beide S�nften in unterschiedlichen Richtungen in Bewegung. Blut�berstr�mt stand ich auf der Stra�e.</p><p>Die Menschenmenge verlief sich.</p><p>In aufwallendem Zorn lief ich pl�tzlich los, schob mich hinter die blonde Sklavin, die mit mir gesprochen hatte, und legte ihr die Hand in den Nacken.</p><p>Erschrocken japste sie auf.</p><p>�Wer ist dein Herr?� fragte ich.</p><p>�Wir d�rfen nicht sprechen�, erwiderte sie. �Oh!� schrie sie auf, als ich den Griff verst�rkte.</p><p>�Wer ist dein Herr?� fragte ich und hielt mit ihr Schritt.</p><p>�Oneander aus Ar�, sagte sie, �aus der Kaste der Kaufleute. Er hat in Vonda Gesch�fte.�</p><p>�Oneander aus Ar?� wiederholte ich.</p><p>�Ja.�</p><p>�Ja � was?� Meine Hand verkrampfte sich.</p><p>�Ja � Herr.� Ich lie� sie los, und sie stolperte weiter, wobei sie mir noch einen erschrockenen Blick zuwarf.</p><p>Ich l�chelte vor mich hin. Nun wu�te ich, wem das dunkelhaarige M�dchen geh�rte, das aufregendste, sch�nste, begehrenswerteste Gesch�pf, das ich jemals gesehen hatte. Oneander aus Ar war ihr Herr, ein Kaufmann, der offenbar in Vonda Gesch�fte hatte. Vermutlich hatte er sie dort erstanden.</p><p>Meine Gedanken verweilten bei dem exquisiten dunkelhaarigen M�dchen. Ich hatte nicht erwartet, sie jemals wiederzusehen. Welche Ver�nderung war mit ihr vorgegangen! Ihre Sch�nheit war �berw�ltigend.</p><p>Die S�nfte entfernte sich immer weiter. Ich wandte mich um und kehrte zum Laden des Philebus zur�ck.
 �Jason! Jason!� rief Florence zornig. �Wo hast du gesteckt?�</p><p>Hastig kniete ich vor ihr nieder und senkte den Kopf.</p><p>�Ein St�ck die Stra�e runter, Herrin�, erwiderte ich.</p><p>�Schau dich an!� rief sie. �Du hast gerauft!�</p><p>Ich warf einen kurzen Blick auf den Seidensklaven, der mich angrinste. Er mu�te Lady Florence alles erz�hlt haben.</p><p>�Keinen Moment kann ich dich allein lassen!� fuhr meine Herrin fort. �Ich wei� nicht, was ich mit dir machen soll. Du hast nicht auf mich gewartet. Du hast dich an diesem armen M�dchen vergangen. Du hast eine fremde Sklavin bedr�ngt, die an einer S�nfte angebunden war. Du hast gek�mpft. Deine Tunika ist befleckt und zerrissen. Das geht wirklich zu weit!�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Glaubst du etwa, du bist eine Arbeits- oder Tragsklave?� fragte sie.</p><p>�Nein, Herrin.�</p><p>�Ich bin eine Lady�, betonte sie. �Und du bist der Seidensklave einer Lady. Glaube nur nicht, da� du nicht bestraft wirst. Ich werde dich zwei Tage lang in Strafketten legen lassen.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Mein Blick war auf den anderen Seidensklaven gerichtet, der mich anl�chelte. Ich h�tte ihn windelweich schlagen m�gen.</p><p>�Jetzt bring den Tharlarion, Jason�, befahl Lady Florence.</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Kurze Zeit sp�ter hatte ich den Tharlarion losgebunden und vor den Laden gef�hrt. Ich half meiner Herrin in den Sitz, der sich an der Seite des Tharlarionr�ckens befand. Obwohl das Gebilde Steigb�gel hat, ist es kein Sattel, wie man ihn von der Erde kennt, auch nicht f�r den Damensitz. Der Tharlarionsattel �hnelt mehr einem Sitz mit Fu�b�geln. Von Gurten festgehalten, befindet er sich auf H�he des R�ckens und ist gepolstert.</p><p>�Philebus!� rief meine Herrin.</p><p>Begleitet von einem Diener, erschien ein Mann im Eingang des Ladens. Er hatte eine Halbglatze und wirkte gutm�tig. Ich reichte der Lady Florence die Tharlarionz�gel.</p><p>Philebus schien nerv�s zu sein. Sein Diener trat vor mich hin und reichte mir mehrere Pakete. Gereizt schaute er mich an. �Danke, Herr�, sagte ich.</p><p>�Ich w�nsche dir alles Gute, Lady Florence�, sagte der Ladenbesitzer.</p><p>�Und ich dir, Philebus�, antwortete sie. Philebus stammte aus Turia und lebte und arbeitete seit Jahren in Ar.</p><p>Lady Florence trieb den Tharlarion an und lenkte ihn auf die Stra�e hinaus. Ich folgte ihr mit den Paketen.</p><p>�Jason�, sagte sie.</p><p>�Ja, Herrin?�</p><p>�Wir verlassen Ar nicht erst morgen, sondern heute abend schon.�</p><p>�Warum, Herrin?�</p><p>�Ich habe mit Philebus gesprochen. Er r�t mir, der Stadt bald den R�cken zu kehren. Ich f�rchte, es k�nnte zwischen Ar und der Salerianischen Konf�deration �rger geben.�</p><p>Ich nickte. Solche Ger�chte waren mir auch zu Ohren gekommen. Und ich hatte Truppenbewegungen beobachtet.</p><p>�Wir verlassen die Stadt innerhalb der n�chsten Ahn. Durch das gro�e Tor.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p></section><section><title><p>11</p></title><p>Mit hochgereckten Armen war ich an den Deckenring gefesselt. Mein K�rper zuckte unter dem zweiten Schlag der Schlangenpeitsche. Anwesend waren zwei W�chter, von denen einer die Peitsche f�hrte, und Lady Florence.</p><p>Blut str�mte mir �ber den R�cken.</p><p>�Halt!� sagte Lady Florence und trat dicht neben mich. �Begreifst du, warum du ausgepeitscht wirst, Jason?� fragte sie.</p><p>�Ich habe den Unwillen meiner Herrin erregt�, sagte ich.</p><p>�Lange habe ich nachgedacht �ber die Ereignisse von gestern abend�, fuhr sie fort. �Ich konnte nicht gut schlafen.�</p><p>�Das tut mir leid, Herrin.�</p><p>�Genau besehen mi�f�llt es mir nicht unbedingt, da� du mich in die Arme genommen hast.� Ihre Stimme klang leise. Die anderen, die ein St�ck entfernt standen, konnten nichts h�ren.</p><p>�Ich hatte den Eindruck, meine Herrin h�tte mir befohlen, sie zu umarmen�, sagte ich. �Anscheinend war das ein Irrtum.�</p><p>�Es geht darum, wie du mich in die Arme nahmst. Immerhin bin ich eine Lady. Dein Griff war viel zu fest.�</p><p>�Du wolltest einem Mann vorschreiben, wie er dich nimmt?�</p><p>�Mich nimmt?� fragte sie zornig. �Ich bin eine freie Frau!�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Und doch waren mir deine H�nde nicht v�llig unangenehm�, fuhr sie fort.</p><p>�Meine Herrin sollte Sklavin sein�, sagte ich.</p><p>�Peitscht ihn!� rief sie aufgebracht und trat zur�ck. Dreimal traf die Schlange meinen R�cken.</p><p>Ich stand noch immer auf eigenen Beinen und war bem�ht, den Halt nicht zu verlieren. Ich konnte kaum noch etwas sehen. �Er ist kr�ftig, Lady Florence�, sagte der Mann mit der Peitsche, ein untersetzter, muskul�ser Mann namens Kenneth, ein freier Mann, der Erste Stallwart der Lady. Ich stand noch auf eigenen Beinen. Im Haus des Andronicus hatte ich einmal f�nf Hiebe der Schlange empfangen; nach dem zweiten Streich hatte ich bereits hilflos weinend in den Fesseln gehangen.</p><p>�Meinst du immer noch, deine Herrin sollte Sklavin sein?� fragte sie.</p><p>�Ja, Herrin�, sagte ich mit zusammengebissenen Z�hnen.</p><p>�Warum?�</p><p>�Weil du aufregend und wundersch�n bist.�</p><p>�Schmeichelei!� rief sie lachend.</p><p>Ich sagte nichts.</p><p>�Aber ich bin aufregend und sch�n � als freie Frau.�</p><p>�Das stimmt schon, Herrin�, gab ich zur�ck. �Aber die Anziehung und Sch�nheit einer freien Frau ist nichts im Vergleich zu der einer Sklavin.�</p><p>�Scheusal!� rief sie lachend. Aber sie begriff wohl, da� ich recht hatte.</p><p>�Soll er noch weitere Peitschenhiebe empfangen, Herrin?� fragte Kenneth.</p><p>�Nein, Herrin!� sagte ich.</p><p>�Bitte mich wegen deiner Aufdringlichkeit um Verzeihung.�</p><p>�Ich bitte um Vergebung�, sagte ich.</p><p>�Gut denn�, sagte sie. �Ich verzeihe dir.� Dann wandte sie sich an Kenneth. �Noch f�nf Hiebe.�</p><p>Ich sah sie an.</p><p>�Ich habe dir verziehen, Jason�, sagte sie. �Aber du verstehst sicher, da� du dennoch bestraft werden mu�t.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Wieder tat die Peitsche f�nfmal ihr Werk.</p><p>�Er steht noch immer�, sagte der Mann im Hintergrund. Meine Fesseln wurden durchgeschnitten, und ich hockte unter dem Ring. Ich brach nicht zusammen. Mir war �bel. Ich sah das Blut unter mir. Ich sp�rte mein Blut und meinen Schwei�.</p><p>�Du bist stark, Jason�, sagte meine Herrin leise. �Sehr stark. Das gef�llt mir. Du gef�llst mir�, f�gte sie leise hinzu. Es machte Frauen nichts aus, so mit ihren Seidensklaven zu sprechen, die f�r sie nur eine Art Haustier waren. �Bringt ihn ins Gehege zur�ck!� befahl sie laut. �Er soll dann sp�ter zu essen bekommen. Morgen wird er Besorgungen f�r mich machen. Und morgen abend schickst du ihn in meine Gem�cher.�</p><p>�Jawohl, Lady Florence�, antwortete Kenneth.</p><p>Mit wehender Robe verlie� Lady Florence den Raum.</p><p>�Hast du jemals gek�mpft?� fragte Kenneth und hob mich mit Hilfe des anderen vom Boden hoch.</p><p>�Nein�, erwiderte ich. �Nein.�</p></section><section><title><p>12</p></title><p>Ich kniete in der k�hlen Tiefe des Ladens von Turbus Veminius, eines Parfumherstellers in Venna. In dieser Stadt gibt es viele kleine und vornehme L�den f�r die wohlhabende Kundschaft, die die B�der und die Hotels der Umgebung frequentiert. Ich, Sklave, ohne Begleitung einer freien Person, mu�te warten, bis alle freien Kunden bedient waren. Aus dem langen Raum hinter der Theke wehten zahlreich Parfumd�fte herbei. An Arbeitsb�nken standen Parfumhersteller, die von Turbus ausgebildet wurden, und ma�en und r�hrten und vermischten. Obwohl man normalerweise in eine Kaste hineingeboren wird, darf man das dazugeh�rige Handwerk oft erst aus�ben, wenn man eine bestimmte Lehrzeit absolviert hat. Diese Regelung gew�hrleistet die Qualit�t der Kastenprodukte. Es ist auch m�glich, wenn es auch selten praktiziert wird, da� Kastenmitglieder spezifische Arbeiten nicht durchf�hren d�rfen, sondern sich auf Handreichungen beschr�nken m�ssen. So kann es vorkommen, da� ein Metallarbeiter Eisen nicht bearbeiten darf, es allerdings bemalen, transportieren oder verkaufen k�nnte. Das schr�nkt nat�rlich die allgemeinen, durch Geburt verliehenen Kastenrechte wie die Unterst�tzung in Not und Kastenzuflucht nicht ein. Die Frauen einer Kaste sind normalerweise in die Arbeit nicht eingespannt � so arbeitet zum Beispiel eine Frau aus der Kaste der Metallarbeiter �blicherweise nicht am Blasebalg, ebensowenig ist eine Frau aus der Kaste der Hausbauer auf einer Festungsbaustelle zu finden. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet die Kaste der �rzte, in der die Frauen oft selbst�ndig arbeiten. F�r die Goreaner ist die Kastenzugeh�rigkeit meistens eine Sache der Geburt; sie hat im allgemeinen nicht mit einem bestimmten Leistungsniveau zu tun. Das Wohl und Wehe der Kaste geht in der Regel �ber den Ehrgeiz des einzelnen. Das Wohl einer gr��eren Anzahl von Individuen, so argumentieren die Goreaner, ist wichtiger als der Vorteil einer kleineren Gruppe.</p><p>�Vielen Dank, Lady Tela�, sagte Turbus Veminius, der Besitzer des Ladens, nahm M�nzen entgegen und reichte einer vornehm gekleideten Frau ein Fl�schchen. Sie ging. Der Parfumhersteller wandte sich einer anderen Kundin zu.</p><p>F�r den Goreaner hat die Kaste eine Bedeutung, die f�r jemanden schwer erkl�rbar ist, in dessen eigener Heimat Kastenstrukturen unbekannt sind. So kann man in beinah jeder Stadt davon ausgehen, da� hier Kastenbr�der wohnen, auf die man sich verlassen kann. Zum Beispiel hat die Mildt�tigkeit fast ausschlie�lich mit Kastenrechten zu tun. Einer der Gr�nde, warum es auf Gor so wenig Gesetzlose gibt, liegt zweifellos in dem Umstand, da� der Ge�chtete durch sein Tun Kastenrechte aufgibt. Die Sklaven besitzen nat�rlich von vornherein keinerlei Kastenrechte. Sie stehen au�erhalb der gesellschaftlichen Strukturen. Es hei�t auf Gor, da� nur die Sklaven, Gesetzlosen und Priesterk�nige � die im fernen SardarGebirge leben und angeblich die Herrscher Gors sind � keine Kastenzugeh�rigkeit besitzen. Dies ist nat�rlich nur eine Binsenwahrheit. Zum Beispiel gibt es Individuen, die die Kastenzugeh�rigkeit verloren haben oder ausgesto�en wurden; andere sind au�erhalb einer Kaste geboren worden; dann wieder gibt es T�tigkeiten, die traditionsgem�� nichts mit einer Kaste zu tun haben, beispielsweise die G�rtnerei, der Dienst im Haushalt und das Herdentreiben; und tats�chlich gibt es auf Gor ganze Kulturen und V�lkerscharen, denen Kasten fremd sind. In �hnlicher Weise sind die Grenzen zwischen den Kasten zuweilen ungenau bestimmt, ebenso die Beziehungen zwischen Kasten und Unter-Kasten. So halten sich Sklavenh�ndler zuweilen f�r Mitglieder der Kaufmannskaste, manchmal allerdings auch f�r eine getrennte Gruppe. Sie haben eigene Farben, Blau und Gelb, w�hrend die Kaufleute sich mit Wei� und Gold schm�cken. Es soll nicht verschwiegen sein, da� es Methoden gibt, die Kaste zu wechseln oder seinen Status zu verbessern, doch nutzt der Goreaner so etwas selten aus. Den meistens ist der Gedanke, die Kaste zu wechseln, fremd. Sie sind im allgemeinen viel zu stolz auf ihre Kaste, die viel zu sehr ein Teil ihres Lebens ist, als da� sie sich jemals davon l�sen k�nnten. Jeder wei�, da� die Kasten, jedenfalls die meisten, n�tzliche, l�bliche, n�tige Funktionen erf�llen. So verschwendet der Lederarbeiter keine Zeit darauf, den Metallarbeiter zu beneiden, oder der Metallarbeiter den Lederarbeiter oder beide die Tuchwirker, und so weiter. Alle brauchen Sandalen und Geldb�rsen und Kleidung und metallenes Werkzeug. Allerdings h�lt jeder die eigene Kaste f�r etwas Besonderes, f�r etwas, das den anderen vielleicht ein wenig vorzuziehen w�re. Dieser Kastenstolz bringt es mit sich, da� die meisten Goreaner mit ihren Kasten �u�erst zufrieden sind. Ich bin sicher, da� die Kastenstruktur viel zur Stabilit�t der goreanischen Gesellschaft beitr�gt. Unter anderem mindert sie das Chaos des Wettbewerbs im sozialen und wirtschaftlichen Bereich und verhindert die Polarisierung von Intelligenz und Ehrgeiz auf eine kleine Anzahl begehrter Prestigeberufe. Wenn man von den Ergebnissen gro�er KaissaTurniere ausgeht � wohlgemerkt: Amateurturniere, an denen keine Mitglieder der Spielerkaste teilnehmen �, dann gibt es kluge M�nner in den meisten Kasten.</p><p>�Ist das Parfum f�r Lady Kita aus Bazi fertig?� rief Turbus Veminius nach hinten.</p><p>�Nein!� antwortete eine Stimme.</p><p>�La� dir Zeit�, rief Turbus Veminius. �Das Parfum mu� vollkommen sein!�</p><p>Turbus Veminius wandte sich daraufhin streng an Lady Kita, eine kleine zierliche braunh�utige Frau, die einen d�nnen gelben Schleier trug, wie er in Bazi gebr�uchlich war. Sie trat einen Schritt zur�ck. �Wann sollte dein Parfum fertig sein, Lady Kita?� fragte sie. Die beiden gro�en, dunkelh�utigen W�chter, die mit verschr�nkten Armen hinter ihr standen, schienen ihn nicht im geringsten zu st�ren.</p><p>�Zur f�nfzehnten Ahn�, antwortete sie sch�chtern.</p><p>�Wir haben jetzt die vierzehnte Ahn�, murrte er und warf einen vielsagenden Blick auf die Wasseruhr, die rechts von ihm auf der Theke stand.</p><p>�Ich bin zu fr�h gekommen�, sagte sie.</p><p>�Offensichtlich. Sei zur f�nfzehnten Ahn wieder zur Stelle.�</p><p>�Jawohl, Turbus�, sagte sie, machte kehrt und eilte mit ihren W�chtern hinaus.</p><p>Turbus Veminius schaute ihr nach. Wie viele Parfumhersteller und Kosmetiker, behandelte er seine Kundinnen beinah wie Sklavinnen. Er war ber�hmt f�r den Ausspruch: �Es sind doch alles nur Sklavinnen.� Obwohl sie barsch und autorit�r behandelt wurden, str�mten die Frauen von hoher Kaste nur so in seinen Laden � ich verstand das nicht. Nat�rlich geh�rte er zu den f�hrenden Parfumherstellern Ars und hatte Preise, die nur f�r die Verm�gendsten der Verm�genden erschwinglich waren. Au�erdem gab es in seinem Laden kein Sklavenparfum zu kaufen.</p><p>�Wird das Parfum der Lady Kita aus Bazi zur f�nfzehnten Ahn fertig sein?� rief Turbus nach hinten.</p><p>�Ich wei� es nicht�, antwortete die Stimme.</p><p>�Kein Grund zur Eile!� rief er. �Wenn es nicht fertig ist, wird sie warten oder morgen wiederkommen m�ssen. Die Ware mu� vollkommen sein.�</p><p>�Ja, Turbus.�</p><p>Ich mu�te l�cheln bei dem Gedanken, einer freien Frau zu sagen, sie m�sse warten oder morgen wiederkommen, und zu wissen, da� sie gehorchen werde.</p><p>Ich kniete auf den Kacheln. Drau�en war es hei�, im Laden jedoch angenehm k�hl. Ich geno� die Parfumd�fte, die durch den Laden wehten; viele davon wurden hinten im Laden aus Signaturrezepten verschnitten. Signaturrezepte sind einzigartig und geheim. Sie sind das Ergebnis der Beratungen und Versuche eines Parfumherstellers, die Folge des Bem�hens, f�r eine bestimmte Frau das vollkommene Duftmittel zu schaffen, m�glicherweise sogar auf eine Tageszeit und Stimmung bezogen. Eine reiche Frau kann bis zu f�nfzehn Signaturrezepte ihr eigen nennen, alle verschieden. Sie tragen diesen Namen nicht nur, weil sie auf eine Frau zugeschnitten sind, sondern weil das Rezept zugleich die Signatur des Herstellers tr�gt, worin die Auffassung zum Ausdruck kommt, da� er dieses Parfum f�r wert erachtet, den Namen seines Hauses zu tragen. Die Rezepte werden interessanterweise in den Tresoren der Parfumhersteller aufbewahrt. Zutaten und Herstellung bleiben das Geheimnis des Meisters. Nat�rlich gibt es auch Parfums eines bestimmten Hauses, die von mehr als einer Frau erworben werden k�nnen. Diese Parfums werden in Erweiterung des Begriffs manchmal auch Signaturrezepte genannt, weil sie ja in bezug auf den Hersteller einzigartig sein sollen. Darunter gibt es jede Menge Standardparfums, deren Herstellung allgemein bekannt ist, und dann nat�rlich den weiten Bereich der Sklavenparfums.</p><p>Turbus Veminius war nun mit der Kundin fertig und sah mich an. Ich senkte den Kopf. Da er mich nicht zu sich rief, mu�te ich weiter warten.</p><p>Von drau�en drang die Stimme eines Brotverk�ufers herein. Ich hob den Blick. Turbus Veminius beachtete mich schon nicht mehr.</p><p>�Ist das Parfum der Lady Kita aus Bazi bereit?� rief er nach hinten und blickte auf die Wasseruhr.</p><p>�Ja�, antwortete eine Stimme. �Du mu�t es nur noch testen.�</p><p>Daraufhin verlie� Turbus die Theke und verschwand im hinteren Bereich des Ladens.</p><p>Es ist auf Gor nicht ungew�hnlich, da� die Waren, die in einem Laden verkauft werden, auch im gleichen Haus hergestellt worden sind. Sehr oft ist dies im Handwerk der Fall und gilt beispielsweise f�r Glas- und Metallwaren, Gold- und Silberger�te, Teppiche und Matten, Sandalen und Schmuck. Der Verk�ufer hat somit einen unmittelbaren Einflu� auf die Qualit�t seiner Ware. Es gibt nat�rlich auch viele L�den, die sich auf den Verkauf ausl�ndischer G�ter spezialisiert haben, wenn man es einmal so ausdr�cken will. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Gor und der Erde besteht darin, da� es auf Gor kaum L�den mit einem breitgef�cherten Angebot gibt. So mu� man in der Regel von einem Gesch�ft zum anderen wandern und sich seinen Einkauf zusammensuchen. In mancher Beziehung ist das vielleicht nicht so angenehm, aber man hat wenigstens die Gew�hr, da� der Ladenbesitzer seine Ware kennt und die Quantit�t seines Einkommens unmittelbar mit der Qualit�t seiner Produkte zusammenh�ngt. Ein breiteres Angebot findet man im wesentlichen auf Bazaren und M�rkten, wo sich auf engstem Raum zahlreiche Verkaufsst�nde dr�ngen.</p><p>Turbus Veminius war noch nicht wieder in den Verkaufsraum zur�ckgekehrt.</p><p>Zur Seite blickend, machte ich zwei gro�e M�nner in braunen Tuniken aus, die im Ladeneingang innehielten. Sie machten nicht den Eindruck, als k�nnten sie sich f�r die Waren des Turbus Veminius interessieren. Sie schauten mich an, dann wieder nach hinten in den Laden. Schlie�lich warfen sie sich gegenseitig einen kurzen Blick zu, ehe sie wieder mich fixierten. Zuletzt machten sie kehrt und verlie�en den Laden. Ich wu�te nicht, was sie wollten. Ich hatte sie heute schon zweimal gesehen, als ich mit einem anderen Auftrag f�r meine Herrin unterwegs war. Lie� Lady Florence mich beobachten? Dabei war ich doch ein f�gsamer und eingesch�chterter Sklave, der die Peitsche kennengelernt hatte.</p><p>Turbus Veminius kehrte zur�ck. In der Hand hielt er eine kleine Parfumampulle. Er stellte sie seitlich in einen Schrank. Zweifellos befand sich darin das Parfum f�r die kleine braunh�utige Kita aus Bazi. Wieder blickte er auf die Wasseruhr. Es war f�nf vor der f�nfzehnten Ahn. Die goreanische Mittagsstunde ist die zehnte Ahn. Die Schatten drau�en waren lang geworden an diesem warmen Sommernachmittag.</p><p>Ich ver�nderte die Stellung, um ein wenig aus der T�r schauen zu k�nnen. Keine Spur von den beiden braungekleideten M�nnern. Sie machten mich irgendwie nerv�s.</p><p>Die H�nde waren mir auf dem R�cken gefesselt. Manchmal werden Sklaven gefesselt losgeschickt, um Eink�ufe zu erledigen. An einem Lederband hing mir ein kleiner Sack um den Hals. Darin befanden sich ein Zettel und M�nzen. Den Zettel konnte ich nat�rlich nicht lesen, da ich die goreanische Schrift nicht beherrschte.</p><p>Turbus Veminius besch�ftigte sich nun damit, Parfumfl�schchen zurechtzur�cken. Ich begann mir Sorgen zu machen. Heute abend sollte ich die Gem�cher meiner Herrin aufsuchen. Sie w�rde sich bestimmt nicht erfreut zeigen, wenn ich zu sp�t erschien. Ich hatte wenig Lust, erneut durchgepeitscht zu werden.</p><p>�Darf ich sprechen, Herr?� fragte ich.</p><p>Turbus Veminius sah mich an. �Komm n�her, Sklave!� sagte er barsch.</p><p>Ich eilte zu ihm und senkte den Kopf. Er nahm mir das Lederband mit dem Beutel ab.</p><p>�Du bist Jason�, fragte er, �der Sklave der Lady Florence aus Vonda?� Er blickte auf den Zettel, den er aus dem Beutel genommen hatte.</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Das Parfum war bereits gestern fertig�, sagte er und ging zu einem der Schr�nke. Aus dem Beutel nahm er die M�nzen. Es waren f�nf Silber-Tarsks. Er legte sie in eine Schublade, schrieb etwas auf den Zettel und tat das Papier und die Ampulle in den Beutel. Wieder neigte ich den Kopf, und er streifte mir das Band �ber.</p><p>�Sieh dich mit dem Parfum vor�, sagte er. �Es ist teuer. Es ist ein Signaturparfum.�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Ist deine Herrin sch�n?� fragte er.</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�W�rde sie sich in einem Sklavenkragen gut machen?�</p><p>�Ich bin nur ein armer Sklave�, antwortete ich. �Wie k�nnte ich mir dazu eine Meinung bilden?�</p><p>Er musterte mich streng.</p><p>�Ja, Herr�, sagte ich. �Sie w�rde sich in einem Kragen gut machen.�</p><p>�Ich finde es schade, da� eine sch�ne Frau ihre Zeit mit einem Seidensklaven vertut�, meinte er. �Sie sollte im Kragen zu den F��en eines echten Mannes liegen.�</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Lauf!� rief er pl�tzlich. �Lauf, Sklave!�</p><p>Ich hastete aus dem Laden.</p><p>Auf der Stra�e stie� ich sofort mit zwei M�nnern zusammen. �Verzeiht, ihr Herren�, sagte ich, doch schon wurden meine Arme festgehalten. �Ich wollte euch nicht ber�hren�, sagte ich. Ich wurde die Stra�e entlanggezerrt. Die Schatten waren schon sehr lang. Der warme Nachmittag ging dem Ende entgegen. Nur noch wenige Passanten waren unterwegs. Die M�nner, die mich festhielten, waren die beiden Burschen in den braunen Tuniken, die ich zuvor schon bemerkt hatte.</p><p>�Tut mir leid, ihr Herren�, sagte ich. �Schlagt mich und la�t mich gehen, bitte.� Jetzt erst bemerkte ich, da� sie mich zu einer Gasse zerrten. Meine nackten F��e scharrten �ber das Pflaster. Meine H�nde versuchten die Fessel zu sprengen, die ich schon den ganzen Tag trug. Ein vorbeigehender B�cker blickte uns erstaunt nach. �Was wollt ihr von mir?� fragte ich. �Ich bin Jason, Sklave der Lady Florence aus Vonda. Ihr k�nnt es unm�glich auf mich abgesehen haben. Seht euch den Kragen an! Ruft einen W�chter!� Ich wurde durch die Gasse gesto�en. Etwa f�nfzig Meter weiter stand ein Tharlarion-Wagen mit hohen Seitenbrettern und einer Leinenplane. Brutal dr�ckte man mich gegen eine Wand und schlug mir die Beine unter dem K�rper fort. Die beiden waren es offenbar gew�hnt, mit Sklaven umzugehen.</p><p>�Wer seid ihr?� fragte ich. Einer der M�nner zog eine Sklavenhaube aus seinem Gewand und streifte sie mir �ber den Kopf. Schon wurde mir das knebelnde Mundst�ck zwischen die Z�hne geschoben und mit einem Gurt hinten im Nacken verankert. Einer der M�nner warf mich auf die Ladefl�che des Wagens, zerrte mir die Haube �ber die Augen und fesselte mir die Beine. Dann wurde ich in einen Sklavenk�fig geschoben, dessen T�r hinter mir zuknallte.</p><p>�Plane herunter�, sagte einer der M�nner.</p><p>Gleich darauf sp�rte ich die Bewegung des eisenbereiften Wagens auf dem Pflaster.</p><p>Ich b�umte mich eine Weile in den Fesseln auf, vermochte aber nichts auszurichten. Widerstand war sinnlos.</p></section><section><title><p>13</p></title><p>�Ah, Jason�, sagte die Frau. �Du bist wach.�</p><p>Ich versuchte mich zu bewegen, war aber noch ziemlich eng gefesselt. Als der Tharlarion-Wagen vor einem Haus in Venna eintraf, hatte man mich aus dem Sklavenk�fig geholt und mir die Sklavenhaube abgenommen. Im Hof hockend, hatte ich einen Schluck Wasser trinken m�ssen, in den ein r�tliches Pulver gemengt worden war. Kurz darauf hatte ich das Bewu�tsein verloren.</p><p>Ich schlo� die Augen. Die Frau hatte ich nur sehr verschwommen wahrgenommen.</p><p>�Ich wei�, du bist wach�, sagte sie.</p><p>Wieder �ffnete ich die Augen und bewegte Arme und Beine, die aber recht wirksam gefesselt waren. Mit dem Gesicht nach oben lag ich auf einer gro�en runden Lagerstatt mit weichen Fellen. Ich war an H�nden und F��en angekettet.</p><p>�Kennst du mich?� fragte sie.</p><p>Ich erkannte sie, hielt es aber f�r ratsam, dies zu leugnen. Obwohl sie verschleiert gewesen war, als ich sie in Ar gesehen hatte, fiel es mir nicht schwer, die Augen, die Wangenknochen und die Stimme zu identifizieren.</p><p>�Nein, Herrin�, sagte ich.</p><p>�Ich bin Lady Melpomene aus Vonda�, sagte sie.</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>Sie stand neben der Liege und blickte auf mich herab. �Deine Herrin�, sagte sie schneidend, �hat in Ar behauptet, ich h�tte f�r dich keine sechzehn Tarsks bieten k�nnen. Das ist unzutreffend. Ich fand nur, da� du keine sechzehn Tarsks wert bist.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Du bist ihr Lieblings-Seidensklave, nicht wahr?�</p><p>�Ich nehme es an.�</p><p>�Du hast dich von dem Tassa-Pulver schneller erholt als erwartet�, sagte sie. �Aber egal. Du kannst zuschauen, w�hrend ich mich vorbereite.� Sie kniete vor einem Schminktisch nieder und begann, sich das lange dunkle Haar zu b�rsten.</p><p>Ich lie� den Blick durch das Zimmer wandern. Es war gro�, aber ziemlich sch�big. Die Vorh�nge waren alt. Manche W�nde wiesen Risse auf. Es schien niemand sauberzumachen.</p><p>Langsam und gen��lich k�mmte sich Lady Melpomene das Haar mit einem Kamm aus Kailiauk-Horn. Sie trug ein langes, gelbes und beinah durchsichtiges Gewand. Ihre F��e waren blo�.</p><p>Der Boden war staubig. Ich hatte ger�chteweise geh�rt, sie habe ihre Sklaven verkaufen m�ssen � oder wenigstens die meisten. Meine Herrin sprach gelegentlich von ihr. Die Familien der beiden Frauen waren in Vonda seit langem verfeindet. W�hrend die Familie meiner Herrin ihren Wohlstand mehren konnte, war die Familie der Lady Melpomene ins Ungl�ck geraten. Die meisten Verwandten von Lady Melpomene hatten im Laufe der Jahre die Stadt verlassen. Sie war in Vonda geblieben und gebot �ber die j�mmerlichen Reste eines einst betr�chtlichen Verm�gens.</p><p>Lady Melpomene legte den Kamm aus der Hand und tupfte hier und dort etwas Parfum an.</p><p>�Mein Gespr�ch mit deiner Herrin in Ar hat mir ganz und gar nicht gefallen�, sagte sie. �Sie unterstellte, meine Verm�genslage sei bedenklich.�</p><p>�Vielleicht meinte sie das nicht b�se�, sagte ich.</p><p>�Ich bin kein Dummkopf!� fauchte sie und setzte sich neben mich auf die Liege. �Du bist ein h�bscher Sklave.�</p><p>�Vielen Dank, Herrin.�</p><p>Sie ber�hrte mich. �Wie ich sehe, findest du mich attraktiv.� Sie beugte sich herab und lie� ihr Haar �ber mein Gesicht fallen. �Riechst du das Parfum?�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Es ist das deiner Herrin. Was hat es gekostet?�</p><p>�F�nf Silber-Tarsks�, antwortete ich. �Wie du vielleicht wei�t, wurde es im Laden des Veminius gekauft.�</p><p>�Es gab einmal eine Zeit, da ich mir ebenfalls Parfum zu f�nf Tarsks h�tte leisten k�nnen.�</p><p>�Dann stimmt es also, da� die Herrin in finanziellen Dingen vom Ungl�ck verfolgt ist?�</p><p>�Ich habe Probleme gehabt, Jason�, sagte sie. �Das ist allgemein bekannt. Ich war in Ar, um den Verkauf dieses Hauses auszuhandeln. Das ist mir gelungen, und ich ziehe morgen hier aus.�</p><p>�Die Herrin hat ihr Verm�gen nun geordnet?�</p><p>�Nur zu einem geringen Teil�, sagte sie l�chelnd. �Ich habe nach wie vor hohe Schulden.�</p><p>�Die Herrin besitzt ein Haus in Vonda. Vielleicht kann sie das ebenfalls verkaufen.�</p><p>�Ich k�nnte zehn H�user verkaufen, ohne aus den Schulden herauszukommen, die ich in einem Dutzend St�dte habe.�</p><p>�Was gedenkst du zu tun?�</p><p>�Morgen, wenn ich das Geld aus dem Verkauf dieses Hauses erhalte, werde ich alles zur�ckgewinnen, an einem einzigen Nachmittag. Ich werde wieder eine der reichsten Frauen Vondas sein.�</p><p>�Wie w�re das zu erreichen?�</p><p>�Ich wei� von sicheren Siegern bei den TharlarionRennen.�</p><p>�Ist es klug, sein Kapital so aufs Spiel zu setzen?�</p><p>�Ich werde damit tun, was mir gef�llt.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Von mir sind viele Wechsel in Umlauf�, sagte sie. �Ich mu� etwas unternehmen.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Aber sei unbesorgt, Lady Melpomene aus Vonda wird siegen � und dann kommt vielleicht der Tag, da sie deine Herrin ruiniert und deinen Verkauf erzwingt. Vielleicht nehme ich dich dann f�r mich.� Sie ber�hrte mich spielerisch, und ich b�umte mich auf.</p><p>�Sei unbesorgt, Jason, es passiert dir nichts.�</p><p>�Was hast du mit mir vor?�</p><p>�Bist du nicht Sklave genug, um das zu wissen?�</p><p>Zornig starrte ich sie an. Die Ketten machten mich wehrlos.</p><p>�Glaubst du, du kannst mir widerstehen?�</p><p>�Nein�, antwortete ich. Sie war pr�chtig anzuschauen.</p><p>Sie bestieg mich.</p><p>�Mach mich los�, sagte ich. �Ich m�chte dich in die Arme nehmen.�</p><p>�Ich bin doch kein Dummkopf!� erwiderte sie. �Ich lasse mich von keinem Mann zur Sklavin machen!�</p><p>�Aii!� rief ich.</p><p>�So nehme denn ich, Lady Melpomene, den Seidensklaven meiner Feindin, der abscheulichen Lady Florence aus Vonda!� rief sie.</p><p>Erschaudernd blickte ich zu ihr auf.</p><p>�Das ist erst der Anfang!� rief sie.</p></section><section><title><p>14</p></title><p>�Die Stallsklaven sind zur Inspektion bereit, Lady Florence�, sagte Kenneth, der Sklavenaufseher der Herrin. Barus, sein Assistent, stand neben ihm.</p><p>Wir knieten auf dem sonnenhellen Hof zwischen den weitl�ufigen Stallgeb�uden der Herrin. Wir waren umgeben von Scheunen, Ger�ten und F�tterungsschuppen. Die Geb�ude waren vorwiegend gelb gestrichen und mit blauer Farbe abgesetzt. Diese Farben waren nicht nur Sklavenfarben, sondern wurden auch � ob absichtlich oder nicht � im Zusammenhang mit Haustieren eingesetzt.</p><p>Ich kniete ziemlich am Ende der Reihe. Die Herrin, die eine lange Tharlarion-Gerte in der Hand hielt, begann die Inspektion.</p><p>Als Lady Melpomene nach einer langen Nacht mit mir fertig war, hatte sie mir wieder einen Trank mit TassaPulver einfl��en lassen. Meinen anf�nglichen Widerstand hatte sie mit einer Dolchspitze schnell �berwunden.</p><p>�Aufrechter knien, Sklave!� sagte Lady Florence weiter unten an der Reihe.</p><p>Anscheinend waren die beiden M�nner zur�ckgekehrt, die mich entf�hrt hatten. Ich kam erst wieder zu mir, als ich auf eine harte Oberfl�che geworfen wurde. Eilige Schritte entfernten sich. Ich war in einem Sklavensack gefesselt. �Was geht hier vor?� fragte eine Stimme. �Halt!� Es war die Stimme Kenneth�s, des Oberaufsehers meiner Herrin, der Lady Florence aus Vonda. �Was ist los?� fragte eine Frauenstimme, die meiner Herrin. Dann band jemand den Sack auf. �Es ist Jason�, hatte Kenneth gesagt und mich herausgezogen. �Da ist ein Zettel am Kragen�, stellte er fest. Allerlei M�nner und Frauen aus dem Haushalt, freie M�nner und Frauen wie auch Sklaven, hatten sich um mich versammelt. Der Zettel wurde meiner Herrin �berreicht. Zornbebend las sie den Text, kn�llte das Papier zusammen und warf es fort. Mit blitzenden Augen sah sie mich an. �Schick ihn in die St�lle�, sagte sie.</p><p>�Ja, Lady Florence�, hatte Kenneth erwidert.</p><p>�Habt ihr anderen denn nichts Besseres zu tun, als einen Stallsklaven anzustarren!� fauchte sie.</p><p>Hastig verlief sich die kleine Menge wieder. Lady Florence, Kenneth und ich blieben allein auf der Veranda zur�ck.</p><p>Kenneth l�ste meine Fu�fesseln. Ich hob den Blick nicht.</p><p>Kenneth stand auf. �Lady Florence�, sagte er.</p><p>�Ja?�</p><p>�Wenn wir in deine Villa in Vonda zur�ckkehren, soll er dann im gro�en Stall arbeiten � und nicht in deinem Privatstall?� Lady Florence besa� mehr als tausend Tharlarion. Sie z�chtete diese Tiere, und ihre St�lle geh�rten zu den besten in der Umgebung Vondas.</p><p>�Er ist Stallsklave�, sagte sie zornig. �Setze ihn entsprechend ein.� Und sie entfernte sich mit wallenden Roben.</p><p>Ich hob den Kopf. Kenneth lachte leise vor sich hin.</p><p>�Herr?� fragte ich.</p><p>�Ja?�</p><p>�D�rfte ich erfahren, was auf dem Zettel stand?�</p><p>�Ich bin ebenfalls neugierig�, sagte er grinsend und hob den Zettel auf. ��Meiner s��en Freundin und Landsm�nnin, Lady Florence aus Vonda��, las er vor. ��Vielen Dank f�r den Gebrauch deines niedlichen Seidensklaven Jason. Ich hatte gro�en Spa� mit ihm. Man kann schon verstehen, warum er dir soviel bedeutet. Auch vielen Dank f�r das nette Parfumgeschenk. Ich hatte es angelegt, w�hrend ich mit ihm meinen Freuden nachging. Noch einmal vielen Dank, s��e und verst�ndnisvolle und gro�z�gige Freundin, f�r deine liebe Gabe. Ich w�nsche dir alles Gute. Melpomene, Lady aus Vonda.��</p><p>Kenneth lie� den Zettel wieder fallen, ungef�hr an die Stelle, an der er gelegen hatte. Dann zog er mich hoch und zerrte mich die Treppe hinab und nach rechts auf die St�lle zu.</p><p>An der Hausecke blieben wir stehen.</p><p>�Schau�, sagte er.</p><p>Ich wandte den Kopf zur�ck. Lady Florence war wieder auf der Veranda erschienen. Sie sah sich um, entdeckte uns aber nicht, da wir schon ein gutes St�ck entfernt waren und durch die Hausecke und einige B�ume verdeckt wurden. Verstohlen b�ckte sie sich und hob den Zettel auf, der an meinem Kragen gesteckt hatte. Schlie�lich verschwand sie wieder im Haus.</p><p>�Sie ist eine Frau�, sagte Kenneth.</p><p>�Ja, Herr�, erwiderte ich.</p><p>�Sie ertr�gt den Gedanken nicht, da� jemand die Nachricht finden k�nnte. Vielleicht will sie sie auch bei sich behalten, um sie immer wieder anzuschauen, um die Lady Melpomene noch mehr zu hassen.�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Hast du gesehen, wie verstohlen sie getan hat?�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Trotz ihres Reichtums und ihrer Freiheit ist sie eben nur eine Frau.�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Ist sie gut auf den Fellen?�</p><p>�Als Seidensklave war es meine Aufgabe, Freude zu schenken�, sagte ich, �nicht umgekehrt.�</p><p>�Nat�rlich!� sagte er. �Aber w�rde sie sich in einem Sklavenkragen gut machen?�</p><p>Ich war �berrascht. �Darf ich auf eine solche Frage antworten?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Ja�, entgegnete ich, �sie w�rde sich in einem Kragen sehr gut machen.�</p><p>�Das hatte ich mir gedacht�, sagte er grinsend.</p><p>�Wenn ich sprechen darf, Herr�, fuhr ich fort, �du scheinst dich zu freuen, da� ich jetzt in den St�llen arbeiten mu�.�</p><p>�O ja�, erwiderte er. �Ich gehe davon aus, da� du mir und Barus einiges an Geld einbringst.�</p><p>�Wie das, Herr?�</p><p>�Kannst du k�mpfen?�</p><p>�Nein.�</p><p>Er lachte. �Du bist ein gro�er und kr�ftiger Bursche. Au�erdem scheinst du dich schnell bewegen zu k�nnen. Da� du intelligent bist, sieht man sofort. Das ist wichtig, wichtiger, als so mancher Dummkopf glaubt.�</p><p>�Ich verstehe nichts vom K�mpfen.�</p><p>�M�chtest du weiterleben?�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Dann wirst du tun, was man dir sagt!�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�In den St�llen haben wir auch einige Kajirae, Stalldirnen, wie wir sie nennen. �ber sie kann ich nach Belieben verf�gen.�</p><p>Ich schaute ihn an und dachte an goreanische Kajirae. Unwillk�rlich fuhr ich mir mit der Zunge �ber die Lippen.</p><p>Er lachte, wandte sich um und marschierte los. �Komm, Stallsklave�, sagte er.</p><p>�Ja, Herr�, antwortete ich und setzte mich in Bewegung.
 Ich kniete am Ende der Reihe von Stallsklaven. Die Herrin lie� sich Zeit bei ihrer Inspektion. Kenneth und Barus folgten ihr. Von Zeit zu Zeit blieb sie stehen und sprach mit einem Sklaven oder stellte ihm Fragen �ber seinen Dienst und seine Leistungen. Sie konnte recht gr�ndlich sein, meine Herrin, die hohe Lady Florence aus Vonda. Viele Sklaven hatten Angst vor ihr, vor ihren Forderungen und ihrer Gerte. Nat�rlich besa� sie die Macht �ber Leben und Tod. Inzwischen war sie nur noch wenige Sklaven von mir entfernt. Sie trug einen weiten beigefarbenen Rock, der ziemlich lang war, und schmale, hohe schwarze Lederstiefel; dazu eine beigefarbene Bluse und passende zugeg�rtete Jacke, die Oberschenkell�nge hatte; auf dem Kopf ruhte eine weite Kapuze, die mit Haken an der Jacke befestigt war, und das Gesicht verh�llte ein in der Farbe abgestimmter undurchsichtiger Schleier.</p><p>F�nf Sklaven trennten mich noch von meiner Herrin. Ich war der f�nfunddrei�igste in einer langen Reihe m�nnlicher Sklaven. In kurzen braunen Tuniken knieten wir auf der weichen Erde. Die Sonne strahlte hell; die Luft war prickelnd frisch, wie man es auf Gor nicht anders kannte. Der strenge Geruch des Stallhofes und der Geb�ude mit den strohgef�llten Boxen ist eigentlich ganz ertr�glich, hat man sich erst daran gew�hnt � ein Spektrum von Ger�chen nach Stroh, Heu, Leder und den Ausscheidungen unserer riesigen Z�glinge, vier verschiedenen Spezies von Zug-Tharlarions. Wir z�chteten hier keine Sattel-Tharlarions im gro�en Stil; einige Exemplare dieser Gattung gab es lediglich in den Hausst�llen unserer Herrin, vierzig Pasangs s�dwestlich von Vonda. Diese Tiere sind in der Regel gr��er und wendiger als die normalen Sattel-Tharlarions � und wiederum kleiner als die Zug- oder Kriegs-Tharlarions.</p><p>�brigens hatte ich vernommen � solche Geschichten verbreiten sich nat�rlich auch in den St�llen �, da� es der Lady Melpomene aus Vonda bei den Tharlarion-Rennen in Venna �bel ergangen war. Anscheinend war es ihr nicht gelungen, das verlorene Verm�gen zur�ckzugewinnen. Es hie�, sie habe ihre letzten finanziellen Reserven riskiert, die Ertr�ge aus dem Hausverkauf in Venna. Sie hatte geglaubt, sichere Tips zu bestimmten TharlarionRennen zu haben. Leider hatten diese Informationen nicht gestimmt, wie es wohl bei solchen Rennen oft geschieht. Ihre Eins�tze waren ausnahmslos verlorengegangen. Sie war ruiniert. Sie hatte im Schutze der Dunkelheit aus Venna fliehen m�ssen, um nicht in die H�nde ihrer Gl�ubiger zu fallen. Bei Frauen kommen Gl�ubiger oft gleich mit Sklavenkragen und Ketten. Inzwischen wohnte sie in einer sch�bigen Unterkunft in Vonda, wo sie als B�rgerin immerhin den Schutz des Heimsteins genie�en konnte, zumindest gegen�ber ausl�ndischen Gl�ubigern. Der Lady Melpomene aus Vonda, verarmt, ruiniert, war wenig geblieben au�er dem Namen ihrer Familie und der Vornehmheit ihrer Herkunft. Obwohl sie davon wissen mu�te, erw�hnte Lady Florence den Namen ihrer Feindin niemals, weder zu Hause, noch unterwegs. Vielleicht hatte sie die andere vergessen.</p><p>Meine Herrin war noch vier Sklaven von mir entfernt. Mit scharfen Fragen bedr�ngte sie einen meiner Leidensgenossen. Stammelnd und zuckend versuchte er ihr zu antworten.</p><p>Wir hatten in den letzten beiden Tagen schwer gearbeitet, um die St�lle und Tiere auf die Inspektion vorzubereiten. Ich wu�te nicht, ob sie etwas zu bem�ngeln finden w�rde � mir wollte jedenfalls scheinen, als w�re der Besitz in ausgezeichnetem Zustand. Kenneth schien immerhin zufrieden zu sein � und sein Ma�stab war sicher strenger als der unserer Herrin. Genau genommen war es ungew�hnlich, da� die Herrin solche Besichtigungen pers�nlich vornahm. Ich hatte auch den Eindruck, da� sie mehr Zeit auf die Sklaven verwandte, als man normalerweise erwarten durfte. Nat�rlich war sie die Herrin und konnte tun, was ihr beliebte.</p><p>Ich betrachtete das blankpolierte Leder ihrer Stiefel. Ihre Fesseln boten einen pr�chtigen Anblick. Dann bemerkte ich den tadelnden Blick Kenneth�s, und sofort wandte ich den Blick von meiner Herrin ab.</p><p>Ich l�chelte vor mich hin. Kenneth wollte nicht, da� ich wegen ungeb�hrlichen Betragens zwischen zwei Tharlarions in St�cke gerissen wurde.</p><p>Neben der Reihe von zweiundvierzig Stallsklaven, mit der sich meine Herrin gerade besch�ftigte, knieten nebeneinander f�nf Kajirae, Stalldirnen. Zwei Blondinen und drei Br�nette. Sie alle waren auf Gor geboren worden. Ihr Anblick erfreute mein Auge.</p><p>�Sklave!� rief Kenneth energisch.</p><p>�Ja, Herr!� antwortete ich zusammenzuckend.</p><p>Zornigen Blickes stand meine Herrin vor mir. Sie schlug sich mit der Gerte in die offene linke Hand. Es mi�fiel ihr sichtlich, da� ich nicht bemerkt hatte, wie sie vor mich hintrat.</p><p>Ich dr�ckte den R�cken durch. Starr blickte ich geradeaus. Unter dem beigefarbenen Rock war andeutungsweise die Linie ihrer Beine auszumachen. Den Blick hebend, erinnerte ich mich an die Kurve ihres Bauches, unter Rock, Bluse und Jacke verborgen. Ich sah die liebliche Rundung der Br�ste unter dem Stoff und erinnerte mich an die schlanke Weichheit von K�rper und Schultern, die Sch�nheit ihres Halses und Gesichts. Ich betrachtete sie ausgiebig. Sie war mir durch und durch bekannt, denn ich war ihr Seidensklave gewesen.</p><p>�ber dem Schleier machte ich das zornige Funkeln ihrer Augen aus. Dann aber nahm sie sich zusammen. Sie w�rde nichts sagen. Wie konnte sie in einer solchen Situation die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, da� nicht ich, sondern sie inspiziert worden war, als Frau � durch ein Wesen, das nur Sklave war.</p><p>�Ist dieser Sklave nicht neu in den St�llen?� fragte sie Kenneth.</p><p>�Ja, Lady Florence�, erwiderte dieser. �Allerdings ist er schon etwa f�nf Wochen bei uns.�</p><p>�Wie hei�t er?�</p><p>�Jason�, antwortete Kenneth.</p><p>�Er kommt mir irgendwie bekannt vor�, sagte sie leichthin.</p><p>�Vielleicht erinnerst du dich an ihn, Lady Florence. Er war einmal dein Seidensklave.�</p><p>�Ah!� rief sie, als erinnere sie sich pl�tzlich daran. �Bist du es wirklich, Jason?�</p><p>�Ja, Herrin�, antwortete ich.</p><p>Sie trat zwei oder drei Schritte zur�ck und schaute mich an. �Zu was f�r einem kr�ftigen Burschen hast du dich entwickelt!�</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Dein Gesicht scheint rauher geworden zu sein. Und dort an der linken Wange hast du eine Narbe.�</p><p>Ich sagte nichts. Die Narbe stammte von einem Schnitt, den ich vor etwa vier Wochen erhalten hatte. Ich war unvorsichtig gewesen.</p><p>�Hin und wieder habe ich, ohne es zu wollen, Sklaven tuscheln h�ren�, fuhr sie fort. �Stimmt es, da� du der Champion der St�lle bist?�</p><p>Ich l�chelte. In diesen Dingen war die Sklavin Taphris ihre Informantin. Kenneth hatte mir das mitgeteilt.</p><p>�Stimmt es?� hakte sie nach.</p><p>Ich blickte an der Reihe der M�nner entlang. �Ja, Herrin�, antwortete ich.</p><p>�Er ist gro�artig, Lady Florence�, schaltete sich Kenneth begeistert ein. �Er ist ein echter Champion. Er hat bereits die Meister von f�nf St�llen geschlagen � Kliomenes, Policrates, Gordon, Dorto und Miles.�</p><p>�Ich bin gegen Gewalt�, sagte sie erschaudernd.</p><p>�Selbstverst�ndlich, Lady Florence�, erwiderte Kenneth. �Verzeih mir. Nat�rlich sind es nur Sklaven, die man gegeneinander k�mpfen l��t.�</p><p>�Richtig�, sagte sie und fuhr in unschuldigem Ton fort: �Und wenn er Erfolg hat, wird er dann belohnt?�</p><p>�Ja�, entgegnete Kenneth. �Das macht sich beim Training bezahlt.�</p><p>�Und wie wird er belohnt?�</p><p>�Mit einer Zusatzration, ab und zu einem St�ck Geb�ck, manchmal sogar einer Schale mit billigem Wein.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte sie.</p><p>Ich betrachtete die Reihe der Stallsklavinnen, die schr�g vor uns auf dem weichen Boden knieten. Ich hatte sie alle mehr als einmal besessen. Kenneth war gro�z�gig. Mein Liebling war die blonde Telitsia.</p><p>�Und�, fragte Lady Florence weiter, �erh�lt er gelegentlich auch einen Lohn anderer Art?�</p><p>�Nat�rlich, Lady Florence�, antwortete Kenneth.</p><p>�Und das w�re?�</p><p>�Sinnlose kleine Dinge, einfacher Schmuck, Dinge, die keinen Wert haben.�</p><p>Lady Florences Blick streifte die f�nf Kajirae. �Das kann man wohl sagen�, bemerkte sie absch�tzend.</p><p>�Wenn die Lady Florence etwas dagegen hat, werden ihm diese Verg�nstigungen sofort gestrichen.�</p><p>�Warum sollte ich etwas dagegen haben?� fragte sie zornig. �Mir ist es gleich. Ob er nun k�mpft oder nicht � du sorgst daf�r, da� er bei der Arbeit seinen normalen Teil leistet.�</p><p>�Selbstverst�ndlich, Lady Florence.�</p><p>Daraufhin wandte sich die Herrin ab und nahm sich den n�chsten Sklaven in der Reihe vor, doch nach kurzem Blick ging sie weiter und war mit der Inspektion sehr schnell fertig.</p><p>�M�chte Lady Florence auch die Kajirae inspizieren?� fragte Kenneth.</p><p>Meine Herrin erstarrte sichtlich. �Ja�, sagte sie dann gepre�t.</p><p>Und schon stand sie vor den f�nf Kajirae, die scheu den Kopf gesenkt hielten.</p><p>�Welches dieser M�dchen�, fragte sie, �ist der Liebling des Kampfsklaven Jason?�</p><p>�Telitsia, diese hier�, antwortete Kenneth ratlos.</p><p>Erschrocken schaute die blonde Telitsia zu ihrer Herrin auf.</p><p>�Verkauf sie�, befahl Lady Florence und wandte sich ab.</p></section><section><title><p>15</p></title><p>Der Trainingsbaum, etwa einen goreanischen Fu� im Quadrat messend, einen Meter tief in die holzges�umte Grube versenkt, in der mit Holzboden ausgelegten, hohen Scheune zus�tzlich befestigt, erbebte unter den Schl�gen, die ihn trafen. An den H�nden trug ich �bungsger�te, Gunni genannt, die aus gekr�mmten Bleigewichten bestanden, mehrere Pfund schwer. Die Griffe waren mit Tuch abgesichert. Mit diesen Ger�ten wird zweierlei erreicht. Erstens kr�ftigen sie die Muskeln an Schultern, R�cken und Armen und wecken unglaubliche Kr�fte; zweitens kommt es einem vor, als k�nnten die H�nde wie Hornissen fliegen, sobald die Gewichte fortgenommen werden. Ich hielt mich dicht an den Stamm.</p><p>Die Faust bewegt sich ungemein schnell und hat innerhalb der ersten sechs Zoll ihrer Bewegung die gr��te Wirkungskraft, dann stecken noch Arm und R�cken hinter dem Hieb. Darin �hnelt sie dem Pfeil, der unmittelbar nach Verlassen der Bogensehne die gr��te Schnelligkeit und Durchschlagskraft besitzt. Die konkave Oberfl�che der Gunni sind dem Benutzer zugewendet, und die Griffe befinden sich in einer Vertiefung. Die Au�enfl�chen der Gunni, die Aufprallfl�che, ist leicht konvex gestaltet, was ein vorzeitiges Splittern des Stammes verhindert. Auf eine Weise komprimieren die Schl�ge das Holz des Stammes und verl�ngern sein Leben, bis er dann nach einigen letzten St��en bricht. Trainingsb�ume m�ssen immer wieder ausgewechselt werden. Es mag �berraschend erscheinen, doch ein kr�ftiger, entschlossener Mann, der gegen die Zeit arbeitet, kann innerhalb weniger Ehn einen Trainingsstamm zum Brechen bringen. Gewichtsm��ig �hneln die Gunni den K�pfen von Vorschlagh�mmern. Man kann mit ihnen W�nde durchbrechen oder Eisen biegen.</p><p>Ich h�mmerte auf den Stamm los, beulte ihn ein, lie� ihn im Fundament und in den St�tzen erbeben.</p><p>Gestern waren wir von unserer Herrin inspiziert worden. Nachdem sie mich beschaut hatte, war die Inspektion � so wollte mir scheinen � ziemlich schnell zu Ende gewesen. Die restlichen Sklaven in der Reihe hatte sie eher oberfl�chlich gemustert und sich die Kajirae kaum angesehen.</p><p>Immer wieder schlug ich gegen den Stamm. Dabei mu� man auf das Gleichgewicht achten, was einem die Beweglichkeit verschafft und dem Gegner kaum eine M�glichkeit l��t, einen Fehlschritt oder eine vor�bergehende Ungeschicklichkeit in der Verteilung des eigenen Gewichts auszunutzen; au�erdem bekommen die eigenen Hiebe dadurch eine bessere Wirkung. Ich nahm die F��e selten weiter als zwanzig Zoll auseinander; zu Beginn des Trainings hatte ich eine Fu�fessel getragen, jetzt gelang es mir auch ohne Ged�chtnishilfe, ohne �berhaupt dar�ber nachzudenken, einen vern�nftigen Abstand zwischen den F��en einzuhalten; dabei bewegte ich mich vorwiegend auf Zehenspitzen; dies mindert die Reibung und l��t schnelle Bewegungen zu. In der Kampfarena bohren sich die Zehen �berdies in den weichen Sand und geben besseren Halt. Viele Sklavenk�mpfe sind kaum mehr als blutige Schl�gereien, die gern von freien Personen verfolgt werden. Kenneth und Barus dagegen, die sich auf Wetten einlie�en, nahmen solche K�mpfe ernst. Im Laufe der Jahre hatten sie viel Zeit und �berlegung auf das Training und die Entwicklung von Kampfsklaven verwendet. In der Folge waren die St�lle der Lady Florence, besonders in den letzten vier oder f�nf Jahren, bei Stallk�mpfen ungew�hnlich erfolgreich gewesen. Dies hatte Kenneth und Barus ein kleines Verm�gen eingebracht. Die Angeh�rigen hoher goreanischer Kasten interessierten sich allerdings kaum f�r solche Dinge.</p><p>Der Stamm vor mir �chzte und begann zu knacken. Immer wieder hieb ich zu. Die Decke der hohen Scheune und die W�nde hallten von den Schl�gen auf das nachgebende Holz wider. Ich sp�rte, da� der Balken bald weichen w�rde, und erh�hte das Tempo meiner Schl�ge.</p><p>Es geschah zuweilen jeden vierten oder f�nften Tag, da� ich eine Haube �bergest�lpt bekam und angekettet in einen Wagen geschafft wurde, gew�hnlich mit anderen Sklaven, die ebenfalls K�mpfer waren. Wenn ich dann wieder losgekettet wurde, befand ich mich meistens in einer niedrigen Grube, um die sich freie Personen versammelt hatten, die zumeist aus niederen Kasten stammten. In der Grube stand mir ein anderer Sklave gegen�ber. Unsere H�nde waren in Leder gewickelt, damit sie nicht so schnell brachen. Es durfte getreten werden, doch waren t�dliche Umklammerungen verboten. Man k�mpfte, bis der Gegner nicht mehr konnte � unterbrochen durch kurze Pausen, die den Kampf in die L�nge zogen und in denen sich die K�mpfer ein wenig erfrischen konnten. Begleitet war der Kampf von lautem Gebr�ll und lebhaftem Wetten. In unseren St�llen hatte ich die ersten sechs K�mpfe verloren, doch je mehr meine Erfahrung in der Arena zunahm, desto positiver machte sich mein Training bemerkbar, und mit der Zeit schlug ich mich ganz gut. Die letzten siebzehn K�mpfe hatte ich gewonnen � davon hatten f�nf au�erhalb unserer St�lle stattgefunden. In der Regel geh�rte ich zu einer Mannschaft aus f�nf K�mpfern, die sich gewichtm��ig unterschieden. Ich k�mpfte in der schwersten Klasse. Auch unter den kleinen M�nnern gibt es ungew�hnlich gute K�mpfer, wenn sie auch nicht die Gr��e und das Gewicht mitbringen, um sich nachhaltig gegen gr��ere M�nner durchzusetzen, die etwa das gleiche Kampfgeschick besitzen.</p><p>Pl�tzlich spaltete sich der Stamm und brach splitternd vor den Gewichten in meinen H�nden weg.</p><p>Ich warf den Kopf in den Nacken und atmete schnell tief durch.</p><p>Im gleichen Augenblick sp�rte ich es neben mir, das kleine blonde Weib in dem braunen Fetzen.</p><p>�Telitsia�, sagte ich.</p><p>Sie nahm mir eine der Gunni ab, die von der linken Faust. Das Gebilde war schwer. Sie trug es mit beiden H�nden zu einem Regal an der Wand.</p><p>�Wei� Kenneth, da� du hier bist?� fragte ich.</p><p>Sie kehrte zur�ck und zog mir sanft das gekr�mmte Gewicht von der rechten Faust.</p><p>�Wei� Kenneth, da� du hier bist?� wiederholte ich meine Frage.</p><p>Sie stellte das zweite Gewicht in das Regal. Dann wandte sie sich um und schaute mich an. Ich erwiderte den Blick. Sie begann zu zittern, senkte den Kopf und ging zu einem wassergef�llten Holzeimer in der Ecke der Scheune. Sie senkte eine gro�e Sch�pfkelle hinein und brachte sie mir. Ich trank, gab ihr die Kelle zur�ck, die sie zum Eimer zur�cktrug. Ihre kleinen, blo�en F��e w�hlten die S�gesp�ne auf, die den Boden bedeckten. Sie brachte ein gro�es rauhes Handtuch und begann mich zart abzureiben. Ich war schwei�na�. Wir waren allein in der Scheune.</p><p>�Sprich, Frau!� forderte ich.</p><p>�Nein�, fl�sterte sie.</p><p>Pl�tzlich hob sie den Kopf. �Heute nachmittag soll mich der Wagen abholen�, sagte sie. �Ich soll auf dem Markt verkauft werden.�</p><p>�Ich wei߫, sagte ich.</p><p>�Aber ich m�chte nicht verkauft werden!� rief sie schluchzend.</p><p>�Du bist Sklavin. Deine W�nsche sind unwichtig.�</p><p>�Ich wei߫, fl�sterte sie. Pl�tzlich warf sie das Handtuch zur Seite und blickte schluchzend zu mir auf. Sie bot einen wundersch�nen Anblick. �Telitsia kniet zu deinen F��en�, fl�sterte sie mitleiderregend, �� Herr.�</p><p>Ich nahm sie in die Arme und trug sie in eine der leeren Boxen, wo ich sie sanft ins Stroh legte.
 �Sei gegr��t, Kenneth�, sagte Borto, der Fahrer des flachen Tharlarion-Wagens. �Wie ich sehe, ist die Sklavin bereit.�</p><p>�Sei gegr��t, Borto�, antwortete Kenneth.</p><p>�Ich bringe dir Ersatz�, meldete Borto und deutete auf eine Gestalt in einem Sklavensack.</p><p>�Gut�, meinte Kenneth. �Wir haben ohnehin zu wenig Stalldirnen.�</p><p>Borto l�chelte, zog einen Zettel aus seiner Tunika und reichte ihn Kenneth. Dieser las den Text und runzelte die Stirn.</p><p>�Aha�, sagte er und wandte sich an mich. �Setz sie auf den Wagen.�</p><p>�Ja, Herr�, sagte ich.</p><p>Telitsia blickte zu mir auf. In ihren Augen standen Tr�nen. Sie hob die Lippen den meinen entgegen. Ich k��te sie. Dann hob ich sie auf die Ladefl�che des Wagens und sicherte sie dort ab, wie mir befohlen worden war.</p><p>Das andere M�dchen zappelte unruhig in ihrem Sklavensack.</p><p>�Wei� sie nicht, da� sie sich nicht r�hren darf?� fragte Kenneth.</p><p>Borto lachte. �Anscheinend nicht�, sagte er.</p><p>�In der Nachricht steht nichts davon, da� sie keine Stallsklavin sei�, stellte Kenneth fest.</p><p>�Zweifellos mu� sie noch etliches lernen.�</p><p>Kenneth �berreichte Barus den Schl�ssel zu Telitsias Kragen. Dieser Kragen w�rde ihr erst abgenommen werden, wenn ein Ersatz bereit war, vermutlich das Eisen irgendeines Sklavenh�ndlers.</p><p>�Holt die Neue aus dem Sack�, befahl Kenneth. �Wir wollen sie uns mal ansehen.�</p><p>Borto �ffnete den Sack am unteren Ende, zog ihn ein St�ck hoch und schob das M�dchen in eine kniende Stellung. Schlie�lich raffte er den Sack ganz fort.</p><p>�Ah!� rief Kenneth.</p><p>Ich war ebenfalls �berrascht. Auf dem Wagen kniete Taphris, die H�nde auf dem R�cken gefesselt. An ihrem Emaillekragen baumelten zwei kleine Schl�ssel. Sie hatte zu den Leibsklavinnen der Lady Florence geh�rt.</p><p>�Anscheinend bist du bei der Herrin in Ungnade gefallen, Taphris�, sagte Kenneth.</p><p>�Mag sein.�</p><p>Kenneth nahm ihr die Schl�ssel ab und entfernte den Emaillekragen, den er auf dem Wagen deponierte. Anschlie�end legte er ihr den Stallkragen um. �Du bist keine Haussklavin mehr�, sagte er und betrachtete sie von Kopf bis Fu�. �Wir haben kr�ftige M�nner in den St�llen. Stell dich gerade hin, la� dich anschauen.�</p><p>�Ich nehme an, der Herr hat die Nachricht gelesen, die mich begleitet hat.�</p><p>Kenneth zog den Zettel aus seiner Tunika und studierte ihn erneut.</p><p>Sie warf den Kopf in den Nacken.</p><p>�Hier steht nicht, da� du keine Stalldirne bist�, bemerkte er.</p><p>�Herr!� protestierte sie.</p><p>�Na, bist du etwa keine Stalldirne?� fragte er.</p><p>Taphris warf mir einen kurzen Blick zu. �Doch, Herr�, antwortete sie. �Ich habe die Gunst meiner Herrin verscherzt. Ich bin nur noch eine einfache Stalldirne.�</p><p>Barus �ffnete die Handfesseln des M�dchens mit dem zweiten Schl�ssel, der am Emaillekragen gehangen hatte, und legte sie ebenfalls auf den Wagen.</p><p>�Ich mu� zur�ck�, sagte Borto zu den beiden freien M�nnern. �Ich w�nsche euch alles Gute.�</p><p>�Ich dir auch�, antworteten Kenneth und Barus.</p><p>Und schon hatte Borto den Wagen erstiegen und die beiden Zug-Tharlarion mit einem Peitschenknall in Bewegung gesetzt.</p><p>Ich blickte dem Wagen nach, der im weichen Sand des Stallhofs tiefe Spuren hinterlie�. Auf dem Wagen sa� mit zuckenden Schultern Telitsia, eine Sklavin, die auf den Markt gebracht werden sollte.</p><p>�Barus�, sagte Kenneth zu Taphris, �wird dir dein Gehege zeigen und dich in deine Pflichten einweisen.� Mit festem Griff packte er ihr Haar. �Und dazu geh�rt, da� wir dir das Haar abschneiden. Barus?�</p><p>�Ja, Herr?�</p><p>�Sorge daf�r, da� das neue M�dchen gut zu arbeiten hat�, sagte Kenneth.</p><p>�Der S�d-Stall m��te saubergemacht werden�, sagte Barus.</p><p>�Ausmisten und schrubben�, best�tigte Kenneth.</p><p>Barus grinste.</p><p>�Und dann m�ssen die Tanks in den St�llen sechs bis zehn mit Wasser aufgef�llt werden.�</p><p>�Ja�, sagte Barus, fa�te Taphris am Arm und zerrte sie mit.</p><p>Das Wasser wird aus Brunnen gesch�pft und mit Eimern in bestimmten St�llen in gro�e Bottiche gef�llt. Die Eimer werden an breiten Jochh�lzern getragen.</p><p>Ich beneidete die h�bsche Taphris nicht.</p><p>Kenneth wandte sich an mich. �Du kannst nicht lesen�, stellte er fest.</p><p>�Nein, Herr�, erwiderte ich. �Nicht das Goreanische.� Die Sklaven werden absichtlich nicht im Lesen unterrichtet. So etwas steigert das Gef�hl der Abh�ngigkeit, festigt die Kontrolle, die man �ber sie aus�bt. Warum sollte au�erdem ein Sklave lesen k�nnen?</p><p>�Ich glaube nicht, da� unsere kleine Freundin Taphris die Gunst der Herrin nicht mehr besitzt�, sagte Kenneth.</p><p>�Nein, Herr? Aber sie ist doch zu uns in die St�lle geschickt worden.�</p><p>�Sie soll auch erfahren, was es bedeutet, eine Stalldirne zu sein�, sagte Kenneth grimmig.</p><p>Ich l�chelte.</p><p>�D�rfte ich fragen, was auf dem Zettel stand, der mit dem M�dchen kam?� fragte ich. Ich vermute, da� Kenneth ihn mich h�tte lesen lassen, wenn ich gekonnt h�tte.</p><p>�Darin steht, da� sie keinen m�nnlichen Sklaven zugef�hrt werden darf.�</p><p>�Interessant�, sagte ich.</p><p>�Au�erdem wird angeordnet, da� sie sich unter bestimmten Umst�nden in gewissem Rahmen frei bewegen darf. Und sie soll einmal w�chentlich mit irgendeiner Aufgabe ins Haus der Herrin geschickt werden.�</p><p>�Was sind das f�r Umst�nde, unter denen sie sich halbwegs frei bewegen darf?� fragte ich.</p><p>�Umst�nde, die den Aufenthalt und die Umtriebe eines gewissen m�nnlichen Sklaven betreffen.�</p><p>�Meine?�</p><p>�Ja�, sagte Kenneth grinsend.</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Es sieht so aus�, stellte Kenneth fest, �als habe unsere h�bsche Taphris in den St�llen eine Aufgabe.�</p><p>Ich antwortete nicht.</p><p>�Es will mir scheinen, als habe die Herrin ihren ehemaligen Seidensklaven noch nicht vergessen.�</p><p>Ich blieb stumm.</p><p>�Taphris ist eine Spionin�, fuhr Kenneth fort. �Sie wurde von der Herrin zu uns in die St�lle geschickt, um dich zu bespitzeln.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte ich.</p><p>�Nimm dich vor ihr in acht.�</p><p>�Das werde ich tun.�</p></section><section><title><p>16</p></title><p>Ich torkelte r�ckw�rts und st�rzte in den Sand. Ich sp�rte Blut am Mund.</p><p>�chzend trat ich zu. Mit wirbelnden F�usten st�rzte er sich auf mich.</p><p>Ich h�rte das Geschrei der Zuschauer von den R�ngen. Ich lie� mich zur Seite rollen und wich dem Angreifer aus.</p><p>Unsicher kam ich wieder auf die F��e. Auch er war bereits wieder aufgesprungen. Keuchend versuchte ich ihn fortzusto�en. Er traf mich mit dem Kopf in den Unterleib und dr�ngte mich ein St�ck in Richtung Bande. Wieder senkte er den Kopf. Ich verschr�nkte die H�nde, ri� sie hoch und erwischte ihn unter dem Kinn. Er taumelte zur�ck. Ich spuckte Blut in den Sand. Wieder st�rmte er auf mich los, packte mich und dr�ngte mich gegen die niedrige Umrandung. �K�mpft! K�mpft!� schrien Stimmen. �Jason!� wurde ich angefeuert. �Kaibar!� br�llte es. �Jetzt hast du ihn!� tobte man. �Weg von der Bande!� kreischte Kenneth. In dem Augenblick pre�te der Sklave Kaibar, der aus den St�llen Shandus kam, die H�nde zusammen, hieb zur Seite und traf mich mit dem linken und dann dem rechten Ellenbogen. �Weg von der Mauer!� ert�nte der Schrei. Ich �chzte und steckte zwei Hiebe in den Unterleib ein � die F�uste meines Gegners bewegten sich wie Rammen. �Weg von der Bande!� Aber nicht er wurde dagegengedr�ckt, der Schweinehund, sondern ich. Keuchend klammerte ich mich an Kaibar fest; er versuchte mich abzusch�tteln. �Keine Verz�gerung im Kampf!� warnte der Schiedsrichter, der um uns herumt�nzelte. Ich sp�rte den schneidenden Hieb seiner Peitsche. Schon ging er zwischen uns und dr�ngte uns auseinander. Nun war ich wieder in der Mitte der Arena. Kaibar und ich sahen uns an. Wir waren beide blut�berstr�mt und ersch�pft. Mit geballter Faust schlug er nach mir. Ich blockte die Bewegung ab. Er war kr�ftig. Der Arm tat mir weh. Es ist anstrengend, die Hiebe eines solchen Gegners nur zu parieren. Schultern und Arme taten mir weh. Ich vermochte kaum noch die F�uste zu heben. Wieder taumelte Kaibar auf mich zu. Wieder klammerte ich mich an ihm fest.</p><p>Im n�chsten Augenblick wurde gegen die Metallstange geschlagen.</p><p>�Hier!� rief Kenneth. Ich drehte mich um, folgte dem Klang seiner Stimme und lie� mich wehrlos von ihm in die Box hinabziehen. Barus tauchte einen Schwamm in einen Eimer und benetzte meinen Kopf.</p><p>�Du machst dich gro�artig!� sagte Kenneth beruhigend.</p><p>Ich konnte ihm nicht mehr antworten.</p><p>Barus wusch mir Blut und Sand ab.</p><p>�Etwas zu trinken�, sagte Kenneth zu Taphris, die neben uns kniete.</p><p>Sie hielt Kenneth die Flasche hin. Darin befand sich mit reichlich Zucker versetztes Wasser, das er mir einfl��te. Ich spuckte einen Handvoll in den Sand.</p><p>Barus rieb meinen K�rper ab. Mit schwacher Bewegung schob ich ihn fort. An Schwei� und Wasser, so hoffte ich, w�rden die Schl�ge abgleiten, soweit sie in seitlichem Winkel auftrafen.</p><p>Dann trocknete er das Leder meiner F�uste, damit es nur gut Halt fand, wenn es auf Fleisch traf.</p><p>Wieder ert�nte das Zeichen, ein durchdringender, hallender Ton.</p><p>�Du hast ihn im Griff�, sagte Kenneth. �Mach ihn fertig!�</p><p>Ich wurde f�rmlich hochgesto�en und torkelte in die Mitte der Kampfgrube. Kenneth mu�te den Verstand verloren haben. Allerdings hatte er schon viele hundert K�mpfe dieser Art mitgemacht.</p><p>Ich steckte den ersten Hieb ein und torkelte zur Seite. Im Aufrichten, stolpernd, h�mmerte ich Kaibar die Faust in den Bauch. Er griff nach mir, doch ich schlug die H�nde zur Seite und traf ihn links am Gesicht. Schwankend standen wir im Sand.</p><p>�K�mpft!� rief der Schiedsrichter. �K�mpft!� forderte die Menge, ein aufgeregtes, buntes Gemisch von M�nnern aus niedriger Kaste, in dem man aber hier und dort auch verschleierte freie Frauen ausmachen konnte. Auf besonders g�nstigen Pl�tzen sa�en vereinzelt auch Angeh�rige hoher Kasten, erkennbar an den Farben und der Beschaffenheit ihrer Gew�nder. Hinter einem Gitter dr�ngten sich Sklavinnen, die dem jeweiligen Champion ihrer St�lle zujubelten.</p><p>�K�mpft!� forderte der Schiedsrichter. Seine Peitsche traf Kaibar.</p><p>Pl�tzlich war mir kalt. Ich erkannte, da� ich mich von Barus h�tte abtrocknen lassen m�ssen. Ich bekam Angst vor Muskelkr�mpfen. Schwei� und Wasser bildeten auf meiner hei�en Haut eine klebrige Schicht, an der Kaibars Leder wohl eher festhaken w�rde.</p><p>�K�mpft!� wiederholte der Schiedsrichter und hieb nun nach mir.</p><p>Kaibar und ich torkelten wieder aufeinander los. Ich hatte bisher achtzehn Kampfperioden �berstanden.</p><p>Und pl�tzlich wollte mir scheinen, als h�tte ich wieder die Gunni an den H�nden und st�nde in der Trainingsscheune vor dem m�chtigen Holzpfeiler. Wie aus der Ferne vernahm ich das Geschrei der Menge. Ich arbeitete gegen die Zeit. Wie eine Lawine prasselten Hiebe gegen den dr�hnenden Pfosten. Lachend, tobend, frohlockend, schrecklich � bis der Pfosten vor mir splitterte.</p><p>�Halt, halt!� rief Kenneth. Er lief zu mir und hielt mich fest. Blut�berstr�mt stand ich im Sand. Zu meinen F��en, sandbedeckt, lag Kaibar. Er war bewu�tlos.</p><p>�Ist er tot?� rief jemand.</p><p>�Nein!� gab der Schiedsrichter zur�ck.</p><p>Ich wurde in die Mitte des Rings gezerrt, und der Schiedsrichter und Kenneth hoben meine Arme in die H�he. Ich hatte gesiegt.</p><p>Den Kopf zur�cklegend, atmete ich tief ein. Meine H�nde waren angeschwollen. Die blutigen Lederstreifen wurden mir von den H�nden geschnitten.</p><p>�Ich werde einen Champion aufbieten, der deinen Jason besiegen kann!� br�llte Miles aus Vonda von der Bande.</p><p>�Dann bring ihn!� rief Kenneth. �Die St�lle der Lady Florence aus Vonda erwarten ihn!�</p><p>Ich hatte den Champion der St�lle des Miles aus Vonda schon vor zwei Wochen besiegt. Es war der Kampf gewesen, der meine f�hrende Position bei den St�llen aus der Umgebung Vondas festigte. Nach diesem Kampf hatte ich als Champion festgestanden. Miles aus Vonda aber hatte diesen Sieg nicht verwunden. Dabei ging es nicht nur darum, da� sein eigener Champion besiegt worden war und er beim Wetten ziemlich viel Geld verloren hatte, sondern auch darum, da� er vor l�ngerer Zeit einmal von Lady Florence abgewiesen worden war � wie etliche andere j�ngere Herren der Gegend, die sich um eine Gef�hrtenschaft bem�ht hatten.</p><p>Halb zerrte, halb schob man mich inmitten einer Menschenmenge durch das Gittertor, das den Ring abschlo�. Barus und Kenneth blieben neben mir, Taphris folgte nach. Dem Publikum w�rde sogleich ein neuer Kampf geboten werden. Zahlreiche Gl�ckw�nsche wurden ge�u�ert, von freien Personen wie auch von Sklaven.</p><p>�Gut gemacht, Jason�, sagte Kenneth. �Gut gemacht.�</p><p>Aus dem Ring t�nte der Glockenton der Metallstange. Ein neuer Kampf begann.</p><p>Wir gingen hinter der Trib�ne entlang. Kenneth scheuchte die hartn�ckigsten Bewunderer fort. In der N�he des Tors zu dem Gehege, in dem die K�mpfer vorbereitet wurden, blieben wir stehen.</p><p>�Die Herrin!� sagte Kenneth.</p><p>Ich hob den Blick. Vor uns standen zwei verschleierte freie Frauen in pr�chtigen Gew�ndern.</p><p>Hastig kniete ich nieder. Eine dieser Frauen war meine Herrin.</p><p>�Meinen Gl�ckwunsch, Jason�, sagte Lady Florence aus Vonda. �Du hast gut gek�mpft.�</p><p>�Vielen Dank, Herrin�, antwortete ich und blickte zu ihr auf. Mein Hals steckte in ihrem Sklavenkragen. Ich atmete noch immer schwer.</p><p>Trotz des Schleiers h�tte ich sie m�helos erkannt � ihre Augen, ihre Haltung, die Formen ihres K�rpers. Zu meiner �berraschung erkannte ich auch die Frau neben ihr.</p><p>�Kenneth�, fuhr Lady Florence fort, �ich m�chte dir meine liebe Freundin, Lady Melpomene aus Vonda, vorstellen.�</p><p>�Entz�ckt, Lady Melpomene�, sagte Kenneth und verbeugte sich.</p><p>�Jason�, sagte Lady Florence, �vielleicht erinnerst du dich an meine liebe Freundin, Lady Melpomene aus Vonda, meiner Heimatstadt.�</p><p>�Ja, Herrin�, erwiderte ich und senkte den Kopf.</p><p>�Wir haben unsere Differenzen beigelegt, Jason�, fuhr Lady Florence fort, �und sind jetzt ganz schnell die besten Freundinnen geworden.�</p><p>�Das freut mich zu h�ren, Herrin�, sagte ich.</p><p>�Lady Melpomene wird zwei oder drei Tage lang bei uns wohnen�, sagte Lady Florence. �In K�rze werden wir �berdies weitere Hausg�ste begr��en k�nnen.�</p><p>�Ja, Herrin.�</p><p>�Du wirst daf�r sorgen, da� das Grundst�ck und die St�lle in bestem Zustand sind, nicht wahr, Kenneth?�</p><p>�Selbstverst�ndlich, Lady Florence�, erwiderte dieser.</p><p>�Und du l��t die Sklavendirnen an den Ketten, nicht wahr, damit unsere G�ste durch ihren Anblick nicht gest�rt werden.�</p><p>�Wie Lady Florence befiehlt.�</p><p>�Oh, Kenneth � wie macht sich denn das neue M�dchen, wie hei�t es doch gleich?�</p><p>�Taphris�, sagte Kenneth.</p><p>�Ach ja! Stellt sie sich geschickt an?�</p><p>�Ja�, erwiderte Kenneth. �Sie hat die Anlagen zu einer hervorragenden Stalldirne.�</p><p>Taphris schnappte nach Luft und lief rot an.</p><p>�Lady Florence�, fuhr Kenneth fort, �ich wu�te gar nicht, da� du dich f�r Stallk�mpfe interessierst.�</p><p>�Das tue ich auch nicht�, erwiderte sie. �Nur hielten es Lady Melpomene und ich f�r ganz am�sant, uns einmal anzuschauen, wie niedere Kasten ihre freie Zeit verbringen.�</p><p>�Aha�, erwiderte Kenneth. �Hat der Kampf Lady Florence gefallen?�</p><p>�Einer Dame von Geschmack und Empfinden kann so etwas nicht gefallen. Solche K�mpfe sind viel zu brutal.�</p><p>�Mit deiner Erlaubnis, Lady Florence�, sagte Kenneth, �m�chte ich Jason jetzt ins Gehege bringen, um ihn abzutrocknen und aufzuw�rmen. Er soll sich nicht erk�lten.�</p><p>�Ich hoffe, du k�mmerst dich um meine Tharlarions so sehr wie um deine K�mpfer�, bemerkte Lady Florence.</p><p>�Selbstverst�ndlich�, antwortete Kenneth grinsend.</p></section><section><title><p>17</p></title><p>Ich war nackt und schwitzte am ganzen Leibe. In der Nisth�tte ist es hei�.</p><p>�Die Herrin scheint guter Laune zu sein�, bemerkte ich.</p><p>�Psst!� machte Barus, der den Oberk�rper freigemacht hatte. Er legte das Ohr an den warmen Sand.</p><p>Ich machte es ihm nach und lauschte. Unter dem warmen Sand, etwa einen Fu� unter der Oberfl�che, vernahmen wir ein leises Ger�usch, eine Art Kratzen.</p><p>�Er kommt bald�, stellte Barus grinsend fest und richtete sich auf.</p><p>�Ja, Herr�, sagte ich.</p><p>�Taphris!� befahl Barus. �Leg neues Holz in den Flammengraben.�</p><p>Sie blickte uns an. Sie war nackt. Im Nistschuppen hatte sie sich ausziehen m�ssen wie ich. Ihre Haut war schwei�feucht und schimmerte r�tlich im Widerschein des Feuergrabens, der die eingegrabene Brut beinahe vollst�ndig umschlo�. T�cher lagen bereit, aus alten S�cken gefertigt; mit ihnen sollten die geschl�pften Jungen abgetrocknet und gesch�tzt werden. Maulgurte lagen griffbereit.</p><p>�Ich d�rfte diese Arbeit eigentlich gar nicht tun!� sagte Taphris.</p><p>�Auf die H�nde und Knie!� befahl Barus. �So bringst du die Holzscheite an Ort und Stelle.�</p><p>�Ja, Herr�, sagte sie zornig, und ich l�chelte vor mich hin. Es befriedigte mich, die Spionin unserer Herrin so gehorsam zu sehen.</p><p>�Kenneth hat die Nase voll von ihr�, sagte Barus zu mir. �Er kann ja in den St�llen keinen Schritt tun, ohne da� dieser weibliche Sleen der Herrin davon Meldung macht.�</p><p>Ich nickte.</p><p>Wir sahen zu, wie Taphris das erste Holzst�ck ins Feuer warf. �Es geht an die Nerven�, fuhr Barus fort, �eine solche Spionin im Nacken zu haben. Au�erdem h�lt sie sich f�r wichtig. Sie meint, sie w�re immer noch Haussklavin. Ihre Anwesenheit hier im Stall ist nicht gut f�r die Disziplin der anderen M�dchen.�</p><p>Damit hatte er recht. Wenn ihr nicht dieselben Strafen drohten wie allen anderen, bestand bald die Gefahr, da� sich Unsicherheit, Ratlosigkeit und vielleicht sogar Unfriede einschlichen mit dem Wunsch, dieselben Privilegien zu besitzen.</p><p>�Wir m�ssen etwas unternehmen�, fuhr Barus nachdenklich fort.
 Am fr�hen Morgen hatte eine Arbeitsgruppe m�nnlicher Sklaven, zu der auch ich geh�rte, unter Barus� Aufsicht auf der S�dost-Wiese gearbeitet. Taphris war bei uns gewesen, um Wasser zu tragen. Am Rand der Wiese stellten wir angespitzte Pfosten auf, die nach innen wiesen und weidende Tharlarions vom Ausbrechen abhalten sollten.</p><p>�Seht!� rief Barus und deutete zum Himmel.</p><p>Dort hatten wir eine Tarn-Kavalkade entdeckt, die etwa hundertf�nfundzwanzig Mann umfa�te. Sie flogen auf S�dkurs. Wir sahen die Speere, die jeweils im rechten Steigb�gel standen und aus der Ferne wie Nadeln aussahen, und die Schilde, die sich klein und rund ausmachten. Der Wimpel des Standartentr�gers wehte lang und schmal am Lanzenschaft; er zeigte die Farben Vondas. Dabei wu�te ich, da� Vonda gar keine Tarntruppen hatte. Die M�nner waren S�ldner.</p><p>�Eine Patrouille�, sagte der Mann neben mir.</p><p>�Daf�r ist die Truppe ziemlich gro߫, stellte ich fest.</p><p>�Ich arbeite nun schon seit vier Jahren hier am Zaun�, sagte der Mann, �und habe die Truppe schon viermal gesehen. Normalerweise kehrt sie vor Dunkelwerden zur�ck.�</p><p>�Sicher hat auch Ar solche Patrouillen in der Luft�, schaltete sich ein anderer Mann ein.</p><p>�Gestern�, meldete sich ein weiterer, �habe ich einen einzelnen Tarnk�mpfer beobachtet, der nach Nordosten flog. Vielleicht ein Kundschafter Ars.�</p><p>�Glaubst du, da� es �rger gibt?� wandte sich ein Mann an Barus.</p><p>�Den hat es l�ngst gegeben�, erwiderte dieser. �Scharm�tzel in umstrittenen Grenzgebieten.�</p><p>�Aber solche Dinge sind doch auch schon fr�her vorgekommen, oder?� erkundigte sich jemand.</p><p>�Ja�, sagte Barus.</p><p>�Und es entwickelte sich nichts weiter daraus?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Du glaubst also nicht, da� es ernsthafte Probleme gibt?� fragte einer der M�nner.</p><p>�Nein�, antwortete Barus und blickte den verschwindenden Tarnk�mpfern nach. �Es gibt in Vonda eine Partei, die den Krieg anstrebt�, fuhr er fort. �Aber soweit ich wei�, findet der Gedanke an Krieg mit Ar in der Konf�deration sonst kaum Freunde.�</p><p>�Aber was ist mit dem Ubar Marlenus aus Ar?�</p><p>�Der kann auf den �rger mit der Konf�deration gut verzichten�, erkl�rte Barus. �Er hat alle H�nde voll zu tun mit Cos und den Schwierigkeiten im Vosk-Tal.� Er meinte die Rivalit�t zwischen Ar und Cos um die M�rkte und Bodensch�tze des weiten Vosk-Einzugsgebietes. Beide Staaten gedachten ihre Hegemonie in diese Bereiche auszudehnen. Zwischen diese M�hlsteine gerieten kleine St�dte und Flecken am Flu�, zum Beispiel Ven und Turmus, gew�hnlich energisch und sogar kriegerisch auf ihre Unabh�ngigkeit pochend. Sie wurden nun halb durch milit�rische �bermacht gezwungen, halb durch Allianzen und Vertr�ge dazu verlockt, in der Auseinandersetzung der Gro�m�chte Position zu beziehen.</p><p>�Ja!� lachte Barus pl�tzlich los. �Wie schlau von euch! Ihr verwickelt mich in ein Gespr�ch und la�t unterdessen in eurer niederen Arbeit nach! Haltet ihr euch f�r freie Personen, die jederzeit das Recht haben, miteinander zu plaudern? Nein, ihr seid Sklaven! Arbeitet, ihr Kragenburschen, wenn ihr den Sonnenuntergang noch erleben wollt, arbeitet!�</p><p>Gezwungen lachend arbeiteten wir weiter.</p><p>�Fort!� br�llte Barus und wirbelte mit seinem Mantel einem Tharlarion vor der Schnauze herum, der ganz in der N�he graste. Blinzelnd und mit zuckendem Schwanz wandte sich das riesige Wesen ab.</p><p>Zur Mittagsstunde wurde Barus auf der S�dostwiese abgel�st und nahm mich mit, weil er sp�ter Hilfe im Nistschuppen brauchte. Taphris lie� die Wasserhaut bei der Sklavengruppe zur�ck und folgte uns.</p><p>�Wer ist der Anf�hrer der S�ldner, die da f�r Vonda flogen?� fragte ich. �Handelt es sich um M�nner wie Terence aus Treve oder Ha-Keel, der fr�her einmal aus Ar stammte?� Ich hatte zwei bekannte S�ldnerf�hrer genannt; zu dieser Gruppe geh�ren noch Oleg aus Skjern, Leander aus Farnacium und William aus Thentis.</p><p>�So gut zahlt Vonda nicht�, hatte Barus l�chelnd erwidert. �Es handelt sich um einen gewissen Artemidorus.�</p><p>�Artemidorus aus Cos?� fragte ich.</p><p>�Ja.�</p><p>�Vonda spielt mit dem Feuer�, stellte ich fest.</p><p>�Mag sein�, erwiderte Barus. Obwohl S�ldnerf�hrer wie Artemidorus freie Menschen waren, begleitete ihn doch bestimmt die Sympathie von ganz Cos. Und wenn es Probleme gab, w�rde den Anh�ngern Ars nicht entgehen, da� sie es hier mit Cosianern zu tun hatten.</p><p>�Die Wahl dieses Mannes scheint mir Gefahr zu verhei�en�, �u�erte ich.</p><p>�Selbst wenn Vonda in der Lage w�re, sich M�nner wie Terence oder Ha-Keel zu leisten�, meinte Barus, �w�re doch kaum anzunehmen, da� jene bereit w�ren, sich gerade f�r diesen Namen in den Sattel zu schwingen. Terence, der aus Treve stammt, w�rde ungern gegen Ar reiten. Eine solche Handlungsweise k�nnte die Tarnk�mpfer Ars zu einer neuen Angriffsexpedition in die Voltai-Berge veranlassen.�</p><p>Vor mehreren Jahren, das wu�te ich, hatte es zwischen Ar und Treve einen Krieg gegeben. Die Tarnk�mpfer Treves hatten die Schwadronen Ars in den roten VoltaiBergen abwehren k�nnen � in einem der heftigsten und blutigsten K�mpfe, die in der Geschichte des Planeten jemals ausgetragen worden waren. Ar hatte nie vergessen, da� es in den Voltai-Bergen an seine Grenzen gesto�en war, noch hatte Treve jemals vergessen k�nnen, welcher Preis daf�r gezahlt worden war. Terence, so vermutete ich, w�rde nur gegen Ar vorgehen wollen, wenn er zuvor die Insignien von Helm und Schild entfernen durfte. Und da� er das tun w�rde, erschien mir nicht wahrscheinlich. Die M�nner aus Treve lehnen es in der Regel ab, ihre Identit�t zu verschleiern. �Und Ha-Keel�, sagte Barus, �ist zwar aus Ar vertrieben worden, ich glaube aber nicht, da� er gegen diesen Staat k�mpfen will.�</p><p>Ha-Keel war aus Ar verbannt worden. Dabei war es um einen Mordfall gegangen, in den eine Frau verstrickt war. Er hatte sie gefangengenommen, zu seiner Sklavin gemacht und sie dann verkauft. Es hie� aber, da� er die Frau in den langen Jahren seiner Verbannung niemals vergessen hatte. Er hatte sie auch nie wiedergefunden, denn es ist schwierig, einzelne Sklavinnen aufzusp�ren. Zu oft wechseln sie Namen und Herrn.</p><p>�Ich verstehe�, sagte ich.</p><p>�Ich f�rchte vielmehr, es ist kein Zufall, da� ausgerechnet Artemidorus in dieser Sache beauftragt wurde.�</p><p>�Du siehst darin das Bestreben jener Vondianer, die den Krieg mit Ar wollen, einen umfassenden Konflikt zwischen Cos und Ar zu provozieren, eine Auseinandersetzung, in der dann Cos und die Salerianische Konf�deration automatisch Verb�ndete w�ren?�</p><p>Barus betrachtete mich n�chtern. �Nat�rlich�, erwiderte er. �Dabei meine ich, da� weder Cos noch Ar noch die Konf�deration wirklich einen umfassenden Krieg wollen.�</p><p>�Vielleicht k�nnten jene, die anderen Sinnes sind, sie in eine Lage man�vrieren, in der Krieg der einzige Ausweg ist.�</p><p>�M�glich w�re es�, meinte Barus. �Eine schwierige Sache. Manchmal wird auch das Kaissa um hohe Eins�tze gespielt�, setzte er nachdenklich hinzu. Kaissa ist ein kompliziertes Brettspiel, das auf Gor weit verbreitet ist.</p><p>Barus schaute sich zu Taphris um. �Die h�bsche Spionin begleitet uns.�</p><p>�Ja, Herr�, erwiderte ich.</p><p>Taphris senkte den Kopf und err�tete.
 �Hier!� rief Barus nun im Nistschuppen. �Komm und lausch!�</p><p>Ich kniete mich neben ihn in den Sand. Vor ihm begann sich eine kleine Delle zu zeigen, in der sich etwas bewegte. Pl�tzlich brach die hornbesetzte Schnauze eines Tharlarion durch den hei�en Sand. Die Augen blinzelten, die Zunge zuckte vor und zur�ck und entfernte den Sand vom Maul. Der Kopf war etwa acht Zoll breit.</p><p>�Maulgurt!�, forderte Barus.</p><p>Ich griff nach einem der bereitliegenden Ledergurte.</p><p>Der Kopf des schl�pfenden Wesens, etwa einen Fu� lang, ragte inzwischen voll aus dem Sand. Ein Krallenfu� zuckte aus der Tiefe empor. Das Gesch�pf fauchte.</p><p>Ich wickelte dem kleinen Ungeheuer den Gurt um die Schnauze und band ihn fest. Es wand sich hin und her und befreite sich zur H�lfte von der ledrigen H�lle, in der es gesteckt hatte, und zog sie damit halb aus dem Sand.</p><p>�Ein Schutztuch, Taphris!� rief Barus.</p><p>Gemeinsam zogen Barus und ich das junge Wesen aus dem Sand. Mit dem Fu� stie� ich die klebrige H�lle zur�ck.</p><p>�Pa� auf den Schwanz auf!� sagte Barus zu Taphris, die einen Schritt zur�cktrat.</p><p>Barus und ich warfen den jungen Tharlarion auf den R�cken und rollten ihn in das dicke Leinen. Darin findet er auf dem Weg zum Jungtierraum Schutz vor der Tunnelluft. Ich b�ckte mich und wuchtete mir das Tier mit Barus� Hilfe auf die Schultern. Der Kopf bewegte sich an einem etwa zwei Fu� langen Hals und stie� gegen meinen Oberschenkel; das zugebundene Maul konnte keinen Schaden anrichten. Das Gewicht betrug hundertundzwanzig bis hundertunddrei�ig Pfund. Barus zog den Riegel zur�ck und �ffnete die gro�e Fallt�r an einer Seite des Schuppens. Im Lichte des im Nistschuppen lodernden Feuers ging ich vorsichtig die Rampe hinab. Der darunter verlaufende Tunnel war mit einer einzelnen Bohle ausgelegt, die eine Art Steg bildete. So konnte man sich darin auch bei Dunkelheit bewegen. Man brauchte nur mit beiden F��en auf dem Brett zu bleiben. Mit Hilfe des Holzes und ein wenig �bung, die man sich zulegt, indem man beim erstenmal einer Fackel folgt, bereitet es keine M�he, sich bei Dunkelheit in den Tunneln zurechtzufinden. Von der Decke herabh�ngende Schn�re, die man mit den H�nden streicht, deuten Abzweigungen an. Schr�gen weisen auf Ausg�nge hin. Die Schn�re besitzen Knoten an der Seite, auf der die Abzweigung kommt. Wenn man beispielsweise durch einen Nebengang geht und sich dem Haupttunnel n�hert, dann wird das durch eine verknotete Reihe Schn�re angedeutet, die einem eine klare Ank�ndigung gibt.</p><p>�Jason�, sagte Barus, den ich �ber mir in der �ffnung der Fallt�r erblickte.</p><p>�Ja, Herr?� erwiderte ich und drehte mich auf der Rampe um. Der junge Tharlarion hatte sich von seiner Verwirrung noch nicht erholt und lag reglos auf meiner Schulter.</p><p>�Wenn du den Burschen im Jungtierraum abgegeben hast, kommst du in den Nistschuppen zur�ck. Sicher schl�pfen in dieser Nacht noch andere Tiere.�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Morgen kannst du dich ausruhen.�</p><p>Ich war �berrascht. �Ja, Herr?�</p><p>�Und morgen abend meldest du dich im Haus.�</p><p>Diese Anweisung verstand ich nicht.</p><p>�Du hattest recht, als du vorhin sagtest, die Herrin sei guter Laune�, fuhr Barus fort. �Das ist sie in der Tat.�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>�Ihre G�ste treffen heute abend ein, anscheinend vorwiegend im Schutze der Dunkelheit.�</p><p>�Ja Herr.�</p><p>�Sie freut sich auf den morgigen Abend�, fuhr er fort. �Es hei�t, sie habe f�r ihre G�ste ein exotisches Vergn�gen vorbereitet.�</p><p>�Sollte ich eine Rolle dabei spielen?� fragte ich.</p><p>�Unm�glich ist es nicht.�</p><p>�Wei�t du, worum es geht?�</p><p>�Nein�, antwortete Barus, �aber ich kann es mir denken.�</p><p>Nachdenklich stand ich im Tunnel.</p><p>�Dem Jungen darf nicht kalt werden�, sagte Barus. �Bring es in den Jungtierraum.�</p><p>�Ja, Herr�, sagte ich und wandte mich ab.</p><p>�Warte, Herr!� h�rte ich Taphris rufen.</p><p>Wieder drehte ich mich um und sah das M�dchen, das sich die d�nne Sklaventunika �berstreifte und hastig die Rampe herabkam.</p><p>Ich kehrte ihr den R�cken zu und begann meinen Marsch durch den Tunnel. Ich h�rte, wie die Fallt�r �ber uns geschlossen wurde. Augenblicklich herrschte undurchdringliche Finsternis in dem unterirdischen Gang.</p><p>Ich marschierte ungezwungen los, wobei ich mit dem rechten Fu� auf dem Mittelbrett blieb.</p><p>�Warte, Sklave!� rief sie hochm�tig.</p><p>Aber ich wartete nicht. Ich kannte mich im Tunnel sehr gut aus.</p><p>�Warte, Sklave! Warte, Sklave!� rief sie zornig. Dann h�rte ich sie durch die Dunkelheit stolpern.</p><p>Taphris war eine Plage. Ich hatte es satt, unentwegt von ihr verfolgt zu werden. Kenneth und Barus hatten ebenfalls genug von ihrem Herumspionieren; nichts entging ihr, und st�ndig gab sie Meldungen an ihre Herrin durch. Die beiden h�tten nichts dagegen gehabt, das M�dchen aus den St�llen verschwinden zu sehen.</p><p>Ich spielte mit dem Gedanken, den jungen Tharlarion abzulegen und mich des M�dchens einmal gr�ndlich anzunehmen. Aber dann verzichtete ich doch darauf. Nicht da� ich Angst vor der Herrin hatte. Vielmehr durfte dem Jungtier nicht kalt werden. Ich hatte sein Schl�pfen �berwacht. Ich f�hlte mich f�r das Wesen verantwortlich. Au�erdem respektierte ich es. Es war ein freies Tier. Es war kein Sklave.</p></section><section><title><p>18</p></title><p>�Ich wei� nicht, wie ich dir jemals danken soll, Lady Florence�, sagte Lady Melpomene atemlos.</p><p>�Ach, keine Ursache�, erwiderte Lady Florence. �Immerhin haben wir einen gemeinsamen Heimstein und sind schnell wieder Freundinnen geworden.�</p><p>�Wie sehr ich unsere fr�heren Differenzen bedauere!� fuhr Lady Melpomene fort und umfa�te die H�nde ihres Gegen�bers.</p><p>Lady Florence nickte. Ihr Gesicht war deutlich zu sehen hinter dem d�nnen Hausschleier, der gut zu einem weniger formellen Abendessen unter Freunden pa�te. Lady Melpomene trug einen �hnlichen Schleier. Beide Frauen waren vornehm gewandet.</p><p>Ich stand mit Kenneth hinter einem Vorhang. Durch den Vorhangstoff konnten wir verfolgen, was sich im gro�en Saal des Hauses der Lady Florence aus Vonda abspielte. Es war nicht nur ein gro�er, sondern auch ein prachtvoll ausgestatteter Saal, mit Mosaiken und kunstvollen Kachelmustern, mit Wandbeh�ngen und schlanken S�ulen. In der Mitte war ein Kreis kleiner Tische errichtet, daran sa� auf Kissen und Matten eine Handvoll G�ste. Au�er der Gastgeberin und ihrem besonderen Hausgast, der Lady Melpomene, waren es vier M�nner und zwei Frauen. Schimmernde wei�e Decken h�llten die Tische ein, darauf lag goldenes Geschirr. Jedem Gast waren winzige Tospit- und Larma-Scheiben aufgetragen worden, au�erdem kleine Geb�ckst�cke und in einer winzigen goldenen Schale mit einem kleinen Goldl�ffel die winzigen schwarzen Eier des wei�en Grunt. Der erste Wein, ein leichter Wei�wein, wurde von Pamela und Bonnie dargereicht. Beide Sklavinnen sahen in ihren weiten, klassisch-wei�en Gew�ndern pr�chtig aus. Ihre Arme waren nat�rlich nackt, wie es bei Sklavinnen �blich ist, ebenso wie die F��e. Schmale Silberkragen zierten ihre H�lse.</p><p>�Wenn diese Papiere unterzeichnet sind�, sagte Lady Melpomene und hob lachend einige Dokumente hoch, die vor ihr auf dem Tisch lagen, �werde ich meine Schulden los sein.�</p><p>Es gab h�flichen Applaus, F�uste wurden gegen die linke Schulter geschlagen.</p><p>�Und all dies verdanke ich meiner lieben Freundin, Lady Florence!�</p><p>Wieder gab es Beifall, in den Lady Florence aber nicht einfiel; vielmehr verbeugte sie sich leicht.</p><p>�Ich hebe meinen Wein zum Wohl der Lady Florence aus Vonda!� sagte Lady Melpomene.</p><p>�Wir heben unseren Wein zum Wohl der Lady Florence aus Vonda�, wiederholten die G�ste.</p><p>Daraufhin tranken alle � nur Lady Florence blieb regungslos sitzen und l�chelte vor sich hin. Dann blickte sie in die Runde. �Ich danke euch, ihr B�rger Vondas und ihr anderen, meine Freunde. Nun m�chte ich meinerseits einen Trinkspruch ausbringen.�</p><p>Bis auf Lady Melpomene hoben alle die Becher.</p><p>�Ich trinke�, fuhr Lady Florence fort, �auf das Wohl der Lady Melpomene aus Vonda, die sch�n genug ist, um sogar einen Sklavenkragen tragen zu k�nnen!�</p><p>Dieser k�hne Spruch wurde mit Gel�chter beantwortet. Lady Melpomene err�tete und senkte l�chelnd den Blick. �Bitte, Lady Florence�, sagte sie, �es sind G�ste anwesend, die nicht aus Vonda stammen. Was werden sie denken?� Ihr Blick wanderte zu drei M�nnern, von denen einer aus Venna und zwei aus Ar kamen.</p><p>�Sei unbesorgt, Lady Melpomene�, sagte ein Gast aus Ar und hob den Becher. �Ich bin sicher, der Trinkspruch der Lady Florence ist in jeder Beziehung zutreffend.�</p><p>Wieder gab es Gel�chter, und alle tranken bis auf Lady Melpomene, die verlegen l�chelte.</p><p>Pamela und Bonnie machten erneut die Runde und schenkten Wein nach; es war noch der erste Wein. In reichem Hause werden auf Gor zum Abendessen bis zu zehn verschiedene Weine gereicht, die im Geschmack nicht nur zueinander passen m�ssen, sondern auch zu den jeweiligen G�ngen der Mahlzeit.</p><p>Durch den Vorhang schaute ich mir die G�ste der Lady Florence ein wenig genauer an. Der Mann aus Venna, der eine wei�e, mit Gold abgesetzte Tunika trug, hie� Philebus und war Schuldenaufk�ufer, bei den Kaufleuten mehrerer St�dte gut bekannt. Es war sein Gesch�ft, Forderungen mit Abschlag zu erwerben und dann die Papiere zum Nennwert zu kassieren, wenn er konnte. Ein harter Beruf. Was die beiden M�nner aus Ar beruflich machten, wu�te ich nicht. Tenalion hatte seinen Helfer Ronald mitgebracht. Der vierte Mann hie� Brandon. Er stammte aus Vonda und bekleidete dort das Amt des Pr�fekten. Gewisse Dokumente wurden nur durch seine Beurkundung g�ltig. Die beiden Ladies, Leta und Perimene, beide aus Vonda stammend, waren mit den Ladies Florence und Melpomene befreundet. Als freie B�rgerinnen Vondas konnten sie gesch�ftliche Abmachungen bezeugen.</p><p>�Lady Melpomene tr�gt ein kostbares Gewand�, sagte ich leise zu Kenneth, der neben mir stand.</p><p>�Es geh�rt Lady Florence�, erwiderte er.</p><p>�Aha.�</p><p>�Selbst das Parfum, das sie tr�gt, stammt aus dem Besitz unserer Herrin.�</p><p>�Ich verstehe.�</p><p>Unterdessen hatten f�nf Musiker den Raum betreten und nahmen in einer Ecke Platz. Es waren ein Czeharspieler, zwei Fl�tenspieler, ein Kalikaspieler und ein Mann mit einer Kaska, einer kleinen Handtrommel.</p><p>Zwischen den Tischen erstreckte sich ein runder Kreis von etwa zw�lf Fu� Durchmesser mit einem Eisenring in der Mitte.</p><p>�Was f�r ein Schauspiel hast du vorbereitet, Lady Florence?� erkundigte sich Lady Melpomene.</p><p>�Das soll eine �berraschung sein�, erwiderte die Angesprochene.</p><p>�Ich kann es kaum noch erwarten�, sagte Lady Melpomene.</p><p>�Du tust ja so geheimnisvoll, Florence!� sagte Lady Leta lachend, als wolle sie die Freundin tadeln. Doch glaubte ich an ihrem Lachen zu erkennen, da� sie wu�te, was uns erwartete.</p><p>Auf der anderen Seite des freien Mittelbereichs r�usperte sich Philebus. �Kommen wir zum Gesch�ftlichen�, sagte er. �Dann erst k�nnen wir uns den Vergn�gungen des Abends zuwenden.�</p><p>�Ein ausgezeichneter Gedanke!� sagte Lady Florence.</p><p>�Ein ausgezeichneter Gedanke!� wiederholte Lady Melpomene.</p><p>�Lady Melpomene aus Vonda�, begann Philebus, �vor dir liegen mehrere Papiere, die die Zusammenfassung deiner Schulden betreffen. Diese Papiere tragen die Best�tigung der Bank des Bemus aus Venna und die zweier B�rger jener Stadt als Zeugen. Best�tigst du, da� die Endsummen stimmen und die Schulden die deinen sind?�</p><p>�Ja�, sagte Lady Melpomene.</p><p>�Infolge der von mir erworbenen Rechte erhebe ich hiermit Anspruch auf diese Forderungen und verlange Zahlung.�</p><p>�Und dank meiner Freundin, der Lady Florence aus Vonda�, antwortete Lady Melpomene, �wirst du die Zahlung augenblicklich erhalten. Lady Florence hat sich gro�z�gig bereiterkl�rt, mir den f�lligen Betrag zinslos zu leihen.�</p><p>Dies kam mir unglaublich gro�z�gig vor. Kenneth, der mit mir hinter dem Vorhang stand, l�chelte.</p><p>�Ich unterschreibe hiermit unter Zeugen�, fuhr Lady Melpomene fort, �diese Schuldurkunde, ausgestellt auf Lady Florence aus Vonda, �ber die volle Summe von eintausendvierhundertundzwanzig Gold-Tarsks.�</p><p>�Und ich�, sagte Lady Florence, �unterschreibe hiermit unter Zeugen diese Zahlungsanweisung �ber denselben Betrag, gezogen auf die Bank des Reginald in Vonda, ordnungsgem�� best�tigt, ausgestellt auf Philebus aus Venna.�</p><p>Sie reichte Lady Melpomene die Verf�gung. Lady Melpomene �berreichte ihr den Schuldschein. Philebus aus Venna begab sich an den Tisch der Lady Melpomene und nahm die Geldanweisung an sich. Er betrachtete sie, erkl�rte sich zufriedengestellt und verstaute sie in seiner G�rteltasche. Lady Florence brachte den Schuldschein pers�nlich zum Pr�fekten, zur Lady Leta und Lady Perimene. Mit Unterschrift und seitens des Pr�fekten auch durch Stempel wurde der Schuldschein best�tigt und beurkundet.</p><p>�Du bist jetzt meine einzige Gl�ubigerin, Lady Florence�, sagte Lady Melpomene. �Ich hoffe, du wirst mich gn�dig und freundlich behandeln.�</p><p>�Du wirst so behandelt, wie du es verdienst�, versicherte ihr Lady Florence.</p><p>�Dann wollen wir jetzt zusammen feiern!� rief Lady Melpomene. �Wir wollen unsere Becher erheben zum Wohl unserer h�bschen und gro�z�gigen Gastgeberin, mit der ich den Heimstein teile, meine liebste Freundin, Lady Florence aus Vonda!� Lady Melpomene griff nach ihrem Weinbecher.</p><p>�Da� du mir nicht den Becher ber�hrst, Dirne!� fauchte Lady Florence.</p><p>�Florence!� rief Lady Melpomene.</p><p>�Hast du f�r den Wein bezahlt?� fragte Lady Florence. �Kannst du daf�r bezahlen?�</p><p>�Ich verstehe nicht, was das soll!�</p><p>Lady Florence griff nach ihren winzigen Weinkelch und schleuderte den Inhalt gegen den Gesichtsschleier der anderen.</p><p>�Was machst du?� fragte Lady Melpomene �rgerlich.</p><p>�Welches Parfum tr�gst du?� wollte Lady Florence zornig wissen.</p><p>�Nat�rlich das deine � und das wei�t du auch�, erwiderte Lady Melpomene in eisigem Ton. �Es stammt aus dem Laden des Turbus Veminius in Venna.� Ich mu�te an das Parfum denken, das ich f�r meine Herrin abgeholt hatte, ehe ich von den H�schern der Lady Melpomene entf�hrt wurde. Vermutlich war es dasselbe Parfum � aus einer anderen Bestellung.</p><p>�Mir geh�rt es nicht!� sagte Lady Florence. �Ich gebrauche es lediglich als Sklavenparfum. Ich �bersch�tte damit meine Stalldirnen, ehe ich sie den M�nnern �berlasse.� Das stimmte nicht. Lady Florence gestattete ihren Stallm�dchen kein Parfum, nicht einmal Sklavenparfum.</p><p>�Wem geh�ren die Sachen, die du tr�gst?� fragte Lady Florence.</p><p>Lady Melpomene sprang auf. �Ich dulde es nicht, da� man mich beleidigt!� tobte sie. Sie raffte die R�cke zusammen und wandte sich schluchzend ab, um zur T�r zu eilen. Doch schon stellten sich ihr zwei st�mmige M�nner in den Weg. �Durbar! Hesius!� rief sie. �Bringt mich heim!� Es waren die beiden M�nner, die mir vor langer Zeit in Venna aufgelauert und mich zu Lady Melpomene gebracht hatten, damit ich ihrem Vergn�gen diente.</p><p>Die beiden M�nner hatten Lady Melpomene an den Armen gefa�t. �Bringt mich nach Hause!� rief sie.</p><p>�Wir stehen jetzt in den Diensten der Lady Florence�, sagte einer der M�nner.</p><p>Dann drehten sie Lady Melpomene herum und f�hrten sie in den freien Raum zwischen den Tischen. Dort stand sie Lady Florence gegen�ber.</p><p>�Was soll das alles?� rief Lady Melpomene.</p><p>�Wessen Kleidung tr�gst du?� beharrte diese.</p><p>Lady Melpomene versuchte sich aus dem Griff der M�nner zu befreien, schaffte es aber nicht. �Die deinen!� rief sie.</p><p>�Dir geh�rt nichts mehr! Bin ich nicht deine einzige Gl�ubigerin?� fragte Lady Florence leise.</p><p>�Ja�, fl�sterte Lady Melpomene.</p><p>Mit gro�er Geste hob Lady Florence den Schuldschein, der vor ihr auf dem Tisch gelegen hatte.</p><p>�Ich verlange Zahlung�, sagte sie. �Ich verlange, da� du mir augenblicklich die Summe von eintausendvierhundertundzwanzig Gold-Tarsks zahlst.�</p><p>�Ich kann nicht sofort zahlen�, erwiderte Lady Melpomene. �Das wei�t du.�</p><p>Lady Florence wandte sich an Brandon, Pr�fekt in Vonda. Der Mann war damit besch�ftigt, sich auf einem Zettel eine Notiz zu machen.</p><p>�Das kannst du nicht tun!� rief Lady Melpomene.</p><p>�Ein solcher Schuldschein ist auf Verlangen zahlbar!� rief Lady Florence. �Das wei�t du sehr wohl.�</p><p>�Ja, ja!� rief die andere und ballte die kleinen F�uste. �Aber ich h�tte nicht gedacht, da� du die Forderung so bald stellen w�rdest.�</p><p>�Das ist mein gutes Recht.�</p><p>�Du mu�t mir Gelegenheit geben, mein Verm�gen zur�ckzugewinnen.�</p><p>�Das gedenke ich nicht zu tun.�</p><p>�Willst du mich denn v�llig ruinieren?�</p><p>�Meine Absicht geht weit dar�ber hinaus!� rief Lady Florence.</p><p>�Das verstehe ich nicht.�</p><p>�Das Zahlungsverlangen ist gestellt worden, Lady Melpomene�, schaltete sich Pr�fekt Brandon ein. �Kannst du zahlen?�</p><p>�Du hast mich hergelockt!� rief Lady Melpomene. �Du hast mich aus dem Schutz der Mauern Vondas gelockt!�</p><p>�Die Mauern Vondas w�rden dir keinen Schutz mehr bieten�, widersprach der Pr�fekt streng, �denn deine Schulden geh�ren nun zur G�nze einer B�rgerin dieser Stadt.�</p><p>Lady Melpomene erschauderte. �Man hat mich hereingelegt�, sagte sie.</p><p>�Kannst du bezahlen?� fragte der Pr�fekt.</p><p>�Nein!� jammerte Lady Melpomene. �Nein!�</p><p>�Dann knie nieder, Lady Melpomene, freie Frau aus Vonda�, sagte der Pr�fekt.</p><p>�Bitte nein!� schluchzte sie.</p><p>�Ist dir lieber, da� wir dies in aller �ffentlichkeit tun, auf dem gro�en Platz von Vonda, wo du deinem Heimstein Schande machen w�rdest?� fragte der Pr�fekt.</p><p>�Nein, nein!�</p><p>�Knie nieder!�</p><p>Furchtsam zitternd gehorchte Lady Melpomene.</p><p>�Ich erkl�re dich hiermit zur Sklavin�, sagte er.</p><p>�Nein!� rief sie. �Nein!� Aber es war bereits geschehen.</p><p>�Sie soll den Kragen tragen.�</p><p>Schluchzend senkte die Frau den Kopf.</p><p>Lady Florence stie� einen Freudenschrei aus und schlug triumphierend in die H�nde. Lady Leta und Lady Perimene machten es ihr nach und lachten. Sie schlugen sich applaudierend mit der Faust gegen die Schultern und begl�ckw�nschten damit Lady Florence zu ihrem Sieg �ber die langgeha�te Feindin.</p><p>�Auf H�nde und Knie, Sklavin!� befahl Tenalion aus Ar, der in diesem Moment aufgestanden war. Aus einem Kasten neben sich hatte er einen Kragen mit Kette genommen.</p><p>�D�rfte ich dir unseren Freund Tenalion in neuem Lichte vorstellen?� wandte sich Lady Florence an die zitternde Sklavin am Ring. �Er ist nat�rlich Sklavenh�ndler � wie auch sein Helfer Ronald. Aber ehe ich dich an ihn verkaufe, damit du in Ar an den Meistbietenden abgegeben werden kannst, sollst du erfahren, was es bedeutet, Sklavin zu sein.�</p></section><section><title><p>19</p></title><p>Ich stand in der absoluten Dunkelheit des Tunnels. Es war der Haupttunnel jenes Gewirrs von G�ngen unter dem Besitz der Herrin, durch das die verschiedenen Geb�ude wie Vorratsschuppen, Nistschuppen, Jungtierraum und gewisse St�lle miteinander verbunden sind.</p><p>Mein R�cken schmerzte. Zweimal war ich in dieser Woche gr�ndlich durchgepeitscht worden.</p><p>Gestern abend, angekettet in meiner Box liegend, hatte ich zwei Besucher empfangen � Taphris und sp�ter Kenneth.</p><p>�Erkennst du endlich die Macht, die ich �ber dich habe?� hatte die Sklavin gefragt.</p><p>�Ja�, hatte ich geantwortet.</p><p>�Ich stehe bei meiner Herrin nach wie vor in hohem Ansehen�, fuhr Taphris fort. �Ich kann dich auspeitschen lassen, wann ich will.�</p><p>�Stimmt.�</p><p>�Bist du nun bereit, mich im Tunnel zu treffen?� hatte sie gefragt.</p><p>�Nein.�</p><p>Sie stand am offenen Ende der Box. �Interessiert dich gar nicht, was ich mit dir vorhabe?�</p><p>�Was denn?�</p><p>�Ich trage einen Kragen. Ich bin eine Sklavin und mu� gehorchen. Aber ich m�chte gern Herrin sein.�</p><p>�Herrin?�</p><p>�Ich m�chte dich besitzen, in der Abgeschiedenheit des Tunnels, als meinen eigenen Seidensklaven�, sagte sie. �Dort wirst du mir gehorchen.�</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Ich finde deinen K�rper nicht unattraktiv, Jason�, sagte sie.</p><p>�Aha.�</p><p>�Au�erdem bist du ein kr�ftiger Mann. Ich hasse solche M�nner. Du geh�rst zu den M�nnern, in deren Armen sich eine Frau weinend wie eine Sklavin f�hlen kann. Ich hasse solche M�nner! Es wird mir ganz besonders gefallen, dich zu brechen und zu erniedrigen. Wir treffen uns im Tunnel.�</p><p>�Nein.�</p><p>�Na sch�n, du wirst es ja sehen.� Sie wandte sich ab und ging.
 Wartend stand ich in der Dunkelheit des Tunnels.</p><p>Ich h�rte nichts.</p><p>�Ich habe Taphris aus der Scheune schleichen sehen�, hatte Kenneth gesagt, als er mich gestern abend in meiner Box besuchte.</p><p>�Ja, Herr�, hatte ich erwidert und mich in eine kniende Stellung hochgestemmt.</p><p>�Was macht dein R�cken?� fragte Kenneth.</p><p>�Tut weh�, antwortete ich. �Barus hat ganze Arbeit geleistet.�</p><p>�Wir hatten keine andere Wahl�, sagte Kenneth. �Taphris hat genau aufgepa�t.� Kenneth warf mir einen Seitenblick zu. �Taphris war eben bei dir. Was wollte sie?�</p><p>�Nichts.�</p><p>�Sprich!�</p><p>�Sie will, da� ich mich mit ihr im Tunnel treffe�, antwortete ich. �Sie m�chte mich mit Gewalt zu ihrem Seidensklaven machen.�</p><p>�Dieser Sleen!� sagte Kenneth lachend. �Und was hast du geantwortet?�</p><p>�Ich habe mich geweigert.�</p><p>�Zweifellos wird sie wieder einen Vorwand finden, dich mit der Peitsche bestrafen zu lassen.�</p><p>�Zweifellos�, antwortete ich achselzuckend.</p><p>�Solche Dinge k�nnen dich f�r die Stallk�mpfe untauglich machen�, sagte er. ��berhaupt ist das v�llig �berfl�ssig und unsinnig. Es st�rt die Disziplin.� Kenneth l�ste eine Flasche von seinem G�rtel und reichte sie mir. �Wein.�</p><p>�Danke, Herr�, sagte ich und nahm einige Schlucke zu mir. Es war Ta-Wein aus den Ta-Trauben des h�geligen Cos. Ein solches Detail zeugte von den engen Handelsbeziehungen zwischen Vonda und Cos. Im letzten Jahr waren vom Hohen Rat Vondas hohe Importz�lle f�r die Weine bestimmter anderer St�dte beschlossen worden, insbesondere f�r Ka-la-na-Weine aus Ar.</p><p>Ich gab Kenneth die Flasche zur�ck.</p><p>�Ich bin kaum noch mein eigener Herr in den St�llen�, murrte Kenneth. �Dabei geht es nicht nur um dich. Taphris mischt sich in viele Dinge ein. Die M�nner trainieren durchwegs nicht mehr lange oder intensiv genug f�r die K�mpfe. Die Stalldirnen haben eine Todesangst vor ihr und ihren falschen Berichten an die Herrin. Selbst Barus und ich m�ssen aufpassen.� Kenneth legte den Kopf in den Nacken und leerte die Flasche, die er wieder an seinem G�rtel befestigte. Dann stand er auf. �Von Tag zu Tag wird die stolzer, k�hner und unversch�mter.�</p><p>�Sie ist entschlossen, sich durchzusetzen�, bemerkte ich.</p><p>�Dabei ist sie Sklavin�, stellte er fest.</p><p>Ich zuckte die Achseln.</p><p>�Ich finde, wir m�ssen eine Methode finden, unsere kleine Taphris an das zu erinnern, was sie ist.�</p><p>Ich musterte Kenneth.</p><p>�Morgen wirst du dich mit ihr im Tunnel treffen�, sagte er. �Unweit der Einm�ndung des Seitentunnels von Lagerschuppen vier in den Haupttunnel, zur f�nfzehnten Ahn.�</p><p>�Herr?� fragte ich.</p><p>�Ich habe einen Plan.�</p><p>�Ja, Herr.�
 Wartend stand ich in der absoluten Dunkelheit des Tunnels. Ich vernahm nichts. Die f�nfzehnte Ahn war beinahe erreicht. Die Einm�ndung des Nebentunnels, der vom vierten Lagerschuppen herbeif�hrte, lag rechts von mir, verborgen in pechschwarzer Nacht.</p><p>Pl�tzlich h�rte ich die sanften Bewegungen kleiner F��e auf dem Bodenbrett des Tunnels.</p><p>�Jason?� fragte jemand. Es war Taphris� Stimme.</p><p>�Herrin?� fragte ich.</p><p>�Ah, du nennst mich �Herrin��, erwiderte sie. �Ausgezeichnet.�</p><p>Vorsichtig kam sie n�her. Ihre kleine Hand ber�hrte mich an der Brust. �Du stehst�, sagte sie. �Knie nieder, Sklave!�</p><p>�Verzeih mir, Herrin�, sagte ich und kniete vor ihr nieder. Ich h�rte, wie sie sich die Sklaventunika �ber den Kopf zog und fortwarf.</p><p>�Ich geh�re nat�rlich der Lady Florence aus Vonda�, sagte ich zu ihr.</p><p>�Hier im Tunnel�, erwiderte sie, �geh�rst du mir.�</p><p>�Ich glaube nicht, da� Lady Florence das gern h�rt.�</p><p>�Wen schert es, was sie gern h�rt oder nicht!� rief Taphris lachend. �Ich hasse sie! Sie ist eine hartherzige, arrogante Frau. Sie m��te hier Sklavin sein, nicht ich! Der Gedanke, da� du einmal ihr Seidensklave warst, wird mir ein besonderes Vergn�gen sein! Indem ich dich erniedrige, treffe ich damit auch sie!�</p><p>�Die Taten, wegen derer du mich diese Woche angeschw�rzt hast, zum Beispiel, Tuka heimlich zu k�ssen, habe ich nicht begangen.�</p><p>Sie lachte. �Und doch wurdest du deswegen ausgepeitscht.�</p><p>�Warum hast du gelogen?�</p><p>�Es war mir ein Vergn�gen. Und es hat dazu gef�hrt, da� du jetzt hier im Tunnel vor mir kniest.�</p><p>�Es sieht so aus�, erwiderte ich. �Hast du denn die Herrin schon oft angelogen?�</p><p>�Hundertfach!� sagte Taphris. �Die dumme N�rrin glaubt mir immer wieder. Es wird die Zeit kommen, da ich die Herrin der St�lle sein werde, obwohl ich den Kragen trage.�</p><p>�Aha�, sagte ich.</p><p>�Und jetzt, Sklave!� forderte sie hochm�tig. �Jetzt dienst du meinem Vergn�gen!�</p><p>�Genug, genug!� rief Lady Florence in diesem Augenblick. �Licht! Licht!�</p><p>Ich h�rte einen Feuermacher in der Dunkelheit anschlagen. Funken spr�hten, dann entstanden winzige Flammen.</p><p>Taphris stie� einen Entsetzensschrei aus und versuchte sich meinem Griff zu entziehen.</p><p>�Ihr seid ertappt, Sklaven!� rief die Herrin.</p><p>�Verzeih mir, Herrin!� rief Taphris.</p><p>�Oft treffen sich Sklaven hier in den Tunneln�, sagte Kenneth.</p><p>�Das ist ja unertr�glich!� rief die Herrin.</p><p>�Verzeih mir, Herrin�, flehte Taphris. �Verzeih mir.� Sie sank auf die Knie und legte den Kopf an die F��e ihrer Herrin.</p><p>�Man sollte dich zur Strafe kopfunter in einen TurBaum h�ngen!� fauchte Lady Florence.</p><p>�Hast du alles geh�rt, Herrin?� fragt Taphris.</p><p>�Alles!� rief die Herrin heftig.</p><p>Aufst�hnend warf sich die Sklavin vor ihrer Herrin in den Dreck. �Gnade! Bitte erbarme dich meiner!�</p><p>�Verkauf sie!� kreischte die Herrin. �Verkauf sie! Als Topfsklavin! Oder noch besser: als Freudenm�dchen!�</p><p>�Ja, Lady Florence�, sagte Kenneth, packte die Weinende und f�hrte sie fort; mit einer Hand hielt er das M�dchen, mit der anderen die Fackel.</p><p>Lady Florence blickte sich im Tunnel um und musterte schlie�lich mich. Mit untergeschlagenen Armen stand ich da und erwiderte ihren Blick. Sie machte kehrt und lief hinter Kenneth und dem schw�cher werdenden Fackelschein her.</p></section><section><title><p>20</p></title><p>Wieder stand ich in der absoluten Dunkelheit des Tunnels und wartete.</p><p>�Begib dich um die f�nfzehnte Ahn in den Tunnel�, hatte mir Kenneth befohlen, �und warte dort an der Einm�ndung des Seitenganges, der zum vierten Lagerschuppen f�hrt.�</p><p>�Ja, Herr�, hatte ich �berrascht erwidert. An derselben Stelle hatte ich mich gestern mit Taphris verabredet, die nun bereits auf dem Weg zu einem Sklavenmarkt in Vonda war.</p><p>�Herr, darf ich fragen, warum ich zur f�nfzehnten Ahn in den Tunnel gehen soll?�</p><p>�Weil man es dir befiehlt.�</p><p>�Ja, Herr.�</p><p>Er l�chelte. �Es gibt da eine �neue Sklavin�. Die wird dir dorthin geschickt werden.�</p><p>�Aber w�re denn die Herrin damit einverstanden?�</p><p>�Sie hat es angeordnet.�</p><p>�Das ist interessant�, sagte ich.</p><p>Und jetzt stand ich im Tunnel und h�rte Schritte n�her kommen.</p><p>�Ich bin hier�, sagte ich in der Dunkelheit.</p><p>�Oh�, antwortete sie und blieb dicht vor mir stehen.</p><p>�Bist du nackt?� fragte ich.</p><p>�Ich trage ein d�nnes Sklavengewand.�</p><p>�Zieh es aus und knie nieder.�</p><p>�Niederknien?�</p><p>�Mu� ich einen Befehl wiederholen?�</p><p>Ich h�rte, wie sie gehorchte.</p><p>Ich hob die H�nde und betastete sie an Kopf und Schultern und dr�ckte sie dabei nach hinten auf den R�cken. Sie japste vor Wonne.</p><p>�Du bist eine neue Sklavin?� fragte ich.</p><p>�Ja.�</p><p>�Du tr�gst keinen Kragen.�</p><p>�Kenneth hat mich noch nicht in den Kragen gesteckt�, erwiderte sie.</p><p>�Und das Brandzeichen hast du auch noch nicht.�</p><p>�Deine H�nde sind so besitzergreifend!� sagte sie.
 �Noch einmal, Herr!� flehte sie. �Bitte, Herr!�</p><p>�Es wird sp�t. Du mu�t zu deiner Herrin zur�ck�, sagte ich. �Sie wundert sich bestimmt schon, wo du bleibst.�</p><p>�Die Herrin wird mich schon nicht bestrafen.�</p><p>�Woher wei�t du das?�</p><p>�Ich bin davon �berzeugt. Bitte, bitte, Herr!�
 Sie lag neben mir im Tunnel. Sie regte sich kaum.</p><p>Ich stand auf, ertastete meine Tunika und zog sie an.</p><p>�Auf die Knie!� befahl ich.</p><p>Sie gehorchte. Ich griff ihr ins Haar, hielt sie mit der anderen Hand fest und zerrte ihr ein B�schel Haare aus.</p><p>�Oh!� rief sie. �Warum hast du das getan?�</p><p>�Weil ich Spa� daran hatte.�</p><p>�Das hat weh getan.�</p><p>�Sei still! Ich entlasse dich jetzt. Nimm deine Sachen.�</p><p>�Du entl��t mich!� rief sie.</p><p>�Sollte ich dich nicht zu deiner Herrin zur�ckschicken?� fragte ich l�chelnd.</p><p>�Ja doch, Herr�, sagte sie �rgerlich.</p><p>Ich h�rte, wie sie aufstand, und gab ihr zum Abschied einen Klaps auf die Kehrseite. �Lauf zu deiner Herrin!� befahl ich.</p><p>Sie stie� einen �rgerlichen Laut aus.</p><p>Ich brachte das d�nne B�schel Haare an mich, das ich auf dem Tunnelboden abgelegt hatte, und steckte es in die Tunika.</p><p>Ich h�rte sie schluchzend durch den Tunnel laufen.</p><p>Ich l�chelte in der Dunkelheit.</p></section><section><title><p>21</p></title><p>Die lederne Sklavenhaube wurde mir vom Kopf gezogen. Ich h�rte den Aufschrei der Menge. Barus rieb mir den R�cken ein. Kenneth wickelte lange Lederstreifen um meine H�nde. Ich sah Sklavinnen am Gittertor stehen, einige auf den h�heren Querstreben. �Jason! Jason!� riefen einige. �Krondar!� br�llten etliche freie Personen in der Menge. �Jason!� setzten andere dagegen.</p><p>Neues Geschrei stieg vom Publikum auf, als ein untersetzter, st�mmiger Mann in die sandbedeckte runde Arena gef�hrt wurde. Er wehrte sich gegen die Handschellen, die seine Arme auf dem R�cken zusammenhielten. �Er scheint begierig zu sein, den Kampf zu beginnen�, dachte ich.</p><p>�Krondar! Krondar!� riefen M�nner im Publikum.</p><p>�Ich habe noch nie von diesem Sklaven geh�rt�, sagte ich zu Kenneth. �Ist nicht Gort der Champion des Miles aus Vonda?�</p><p>�Hier�, rief einer der Helfer des Schiedsrichters und deutete auf mich, �haben wir Jason, den Champion der St�lle der Lady Florence aus Vonda!� Jubelrufe wurden laut. �Jason! Jason!� riefen etliche Sklavinnen. Die Frauen im Publikum zeigten sich aufgeregt.</p><p>�Er scheint stark zu sein�, sagte ich zu Kenneth.</p><p>�Ja�, antwortete Kenneth, ohne sich zu mir umzudrehen; er besch�ftigte sich weiter mit den Lederb�ndern.</p><p>�Sein K�rper�, fuhr ich fort, �ist sehr vernarbt.�</p><p>�Kein Wunder�, sagte Kenneth. Ich verstand seine Bemerkung nicht.</p><p>�Krondar!� riefen freie Personen von den R�ngen.</p><p>�Jason!� br�llten andere.</p><p>Ich blickte zu den Trib�nen empor und entdeckte die pr�chtig herausgeputzte Gestalt des Miles aus Vonda. Er l�chelte. Ich mu�te daran denken, da� er einmal zu den abgewiesenen Freiern der Lady Florence aus Vonda geh�rt hatte. Er galt als einer der f�hrenden TharlarionZ�chter der Gegend. Ich konnte mir nicht vorstellen, da� ein so stolzer Mann die Abweisung gelassen eingesteckt hatte. Heute war Lady Florence bei den K�mpfen nicht zugegen. Aus Gr�nden, die ihrem Gesinde und den Sklaven nicht klar waren, hatte sie ein Unwohlsein angef�hrt und war in der Abgeschiedenheit des Hauses geblieben. Danach befragt, hatte Kenneth lediglich gegrinst und gefragt: �Wei�t du es nicht?�</p><p>�Vielleicht�, hatte ich l�chelnd geantwortet.</p><p>Miles aus Vonda gab einem der Schiedsrichterhelfer ein Zeichen, und er nahm dem st�mmigen Mann, der mir gegen�ber in der Arena stand, die Sklavenhaube ab.</p><p>�Aii!� fl�sterte ich.</p><p>Ein entsetztes Luftschnappen ging durch die Trib�nen.</p><p>�Und dies�, rief ein anderer Schiedsrichterassistent und deutete auf den untersetzten Mann, dessen Sekundanten ihm bereits die Handfesseln �ffneten, �ist Krondar, ein frisch erworbener Sklave Miles� aus Vonda, der neue Champion seiner St�lle!�</p><p>Krondar b�umte sich auf, wurde von seinen Sekundanten aber festgehalten. Einer der Schiedsrichterassistenten zog eine kurze, scharfe goreanische Klinge und bohrte sie dem St�mmigen ein St�ckchen in den Leib. Krondar beruhigte sich. Er wu�te, was es bedeutete, von goreanischem Stahl bedroht zu sein. Eine solche Klinge l��t sich m�helos in einen K�rper versenken.</p><p>Nun suchte Krondars Blick den meinen. Unter den vorgew�lbten Brauen wirkten seine Augen klein. Sein Gesicht war eine einzige Fl�che vernarbten Gewebes.</p><p>�Das ist kein gew�hnlicher Kampfsklave�, sagte ich zu Kenneth.</p><p>�Nein�, antwortete dieser, ohne mich anzuschauen. �Das ist Krondar, ein ber�hmter Kampfsklave aus Ar.�</p><p>�Sein Gesicht�, sagte ich beinahe ehrf�rchtig.</p><p>�In den Arenen Ars�, erkl�rte Kenneth, �hat er gegen das gespickte Leder und mit Messerhandschuhen gek�mpft.�</p><p>�Zweifellos hat er Miles aus Vonda eine gro�e Summe gekostet�, stellte Barus fest, der mir noch immer den R�cken einrieb.</p><p>�Warum sollte Miles aus Vonda einen solchen Sklaven kaufen?� fragte ich. �Ist es m�glich, da� ihm die Stallmeisterschaft dieser Stadt soviel bedeutet?�</p><p>�Es geht um mehr als eine Ortsmeisterschaft�, erwiderte Barus. �Es hat Miles sehr mi�fallen, da� sein fr�herer Champion Gort dir weichen mu�te. Er mi�billigt, da� seine St�lle gegen�ber denen der Lady Florence verloren haben, um die er einmal vergeblich geworben hat. Au�erdem ist allgemein bekannt, da� du zuvor Seidensklave der Lady Florence warst. So d�rfte er wohl nicht ganz unzufrieden sein, solltest du in der Arena erniedrigt und �berlegen besiegt, ja, vielleicht sogar zerschmettert, entstellt und vernichtet werden.�</p><p>�Er kann doch unm�glich auf mich eifers�chtig sein�, sagte ich staunend. �Er ist eine freie Person, ich aber nur ein einfacher Sklave.�</p><p>Kenneth lachte.</p><p>Auf der anderen Seite der Arena waren Krondars Sekundanten damit besch�ftigt, ihm Lederstreifen um die F�uste zu wickeln.</p><p>�Da� du dich nicht t�uschst�, sagte Kenneth. �Er wird jeden Schlag genie�en, der gegen deinen K�rper gef�hrt wird. Wenn du zerschmettert und blut�berstr�mt vor Krondar zu Boden sinkst und dich nicht mehr bewegen kannst � w�re das keine s��e Rache f�r ihn? An dir und gewisserma�en auch an Lady Florence?�</p><p>�Zweifellos.�</p><p>�Nimm keine R�cksicht � ziele auf sein Gesicht, Krondar!� rief Miles aus Vonda seinem Sklaven zu.</p><p>�Ja, Herr!� brummte der Sklave.</p><p>�Wenn Krondar mit ihm fertig ist, wird kein weiblicher Tharlarion ihn mehr als Seidensklaven haben wollen!� Dieser Ausruf l�ste lautes Gel�chter aus.</p><p>�Krondar scheint mir ein eindrucksvoller Gegner zu sein�, sagte ich.</p><p>Barus lachte auf.</p><p>�Er ist einer der besten Kampfsklaven Ars�, sagte Kenneth.</p><p>�Es sieht aus, als k�nne er mich in St�cke rei�en�, sagte ich l�chelnd.</p><p>�Ich halte das nicht f�r unm�glich�, erwiderte Kenneth und beendete seine Arbeit an meinen H�nden.</p><p>Ich versp�rte Unbehagen. �Meinst du, ich kann siegen?�</p><p>�Nat�rlich nicht.�</p><p>�Warum k�mpfe ich dann �berhaupt?�</p><p>�Du bist Champion�, stellte Kenneth fest. �Du mu�t k�mpfen.�</p><p>�Hast du auf mich gesetzt?� fragte ich.</p><p>�Nein�, antwortete Kenneth.</p><p>�Aber auf Krondar?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Eine solche Wette w�rde die Ehrlichkeit der Stallk�mpfe in Zweifel ziehen�, erwiderte Kenneth.</p><p>�Solche Wetten lie�en sich aber heimlich durch Mittelsm�nner plazieren.�</p><p>�Zweifellos.�</p><p>�Aber du hast das nicht getan?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Ich wette nicht gegen meine eigenen Leute�, sagte Kenneth.</p><p>�Sagt der Herr da die Wahrheit?�</p><p>�Eine k�hne Frage.�</p><p>�Und die Antwort?�</p><p>�Ja�, sagte Kenneth l�chelnd und schlug mir auf die Schulter, �ich sage die Wahrheit!�</p><p>�Dann wette!� forderte ich ihn auf.</p><p>�Ich soll wetten?�</p><p>�Ja�, sagte ich grinsend. �Ich werde n�mlich siegen.�</p><p>�Du bist ja verr�ckt!� rief Barus.</p><p>�Nach den ersten Hieben�, sagte Kenneth, �solltest du Desorientierung vort�uschen und dich nach einem weiteren Schlag in den Sand fallen lassen.�</p><p>�Und dann?�</p><p>�Na, den Bewu�tlosen spielen�, erwiderte Kenneth. �Oder so tun, als k�nntest du dich nicht mehr erheben.�</p><p>Ich schaute ihn an.</p><p>�Krondar wird dich vermutlich einige Male treten, und das k�nnte dir gebrochene Rippen einbringen, oder er zieht dich am Haar auf die Knie hoch, um dir die Z�hne zu lockern oder dir das Kinn zu zerschmettern, aber wenigstens wirst du es �berleben.�</p><p>�Als Sklave, der aufs sch�ndlichste erniedrigt und besiegt wurde.�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>�Gibt mir der Herr den Befehl dazu � mir, dem Sklaven?�</p><p>�Ich gebe dir den Rat�, antwortete Kenneth, �dich entsprechend zu verhalten, denn damit ist dir am besten gedient.�</p><p>�Gibt mir der Herr den Befehl?�</p><p>�Ich habe dich beobachtet, Jason�, sagte Kenneth. �An deinen Hals geh�rt kein Kragen. Du bist kein Jammerlappen, der sklavisch zu F��en eines anderen liegt. Du bist aus dem Stoff, aus dem Sklavenherren sind.�</p><p>�Es ist also nicht dein ausdr�cklicher Befehl�, stellte ich fest.</p><p>�Nein�, best�tigte Kenneth.</p><p>�Vielen Dank, Herr.� Ich musterte Krondar, der auf der anderen Seite der Arena wartete.</p><p>�Bald wird das Zeichen zum Beginn gegeben�, sagte Barus.</p><p>Krondar war begierig, den Kampf zu beginnen. Das freute mich. Ich nahm mir vor, ihn kurz abzufertigen.</p><p>�Ich habe getan, was ich konnte�, sagte Kenneth.</p><p>�Nicht alles�, erwiderte ich.</p><p>�Was k�nnte ich denn noch tun?�</p><p>�Nun ja, wetten!�</p><p>�Du hast wirklich den Verstand verloren!�</p><p>Pl�tzlich wurde der Gong geschlagen, und ich sprang auf und eilte in den Sand hinaus.</p><p>Allerdings stand ich meinem Gegner nicht im Weg, als sich Krondar tobend auf mich st�rzte. An die Schl�fe getroffen, geriet er ins Torkeln und prallte gegen die Holzbarriere, die die Arena umgrenzte.</p><p>Die Menge schien gel�hmt vor Verbl�ffung.</p><p>Ich nutzte den Vorteil nicht aus. �Auch au�erhalb von Ar gibt es K�mpfer�, sagte ich zu Krondar. �Ich hoffe, da� du das klar begreifst.�</p><p>Er starrte mich aufgebracht an.</p><p>�Eine goldene Tarsk-M�nze auf Jason!� h�rte ich Barus br�llen. �Akzeptiert!� rief ein Mann in den R�ngen.</p><p>�Aber zehn zu eins!� rief Barus zur�ck.</p><p>�Einverstanden!� rief der Mann.</p><p>�Ich will auch wetten!� rief ein anderer.</p><p>Zornig senkte Krondar den Kopf und st�rmte erneut vor. Folglich war er nicht in der Lage, sich gegen den nach oben gef�hrten Hieb zu sch�tzen, mit dem ich ihn erwischte. Zum Gl�ck k�mpften wir nicht mit Messerhandschuhen, sonst h�tte ich ihm den Kopf von den Schultern trennen k�nnen, aber auch so mochten die Lederb�nder gen�gen, ihm das Kinn zu zerschmettern. Ich sp�rte die Ersch�tterung des Aufpralls im ganzen rechten Arm und in der Schulter. Er taumelte r�ckw�rts und zur Seite. Wieder nutzte ich den g�nstigen Moment nicht aus. �Ich sage dir, auch in den Gebieten, die du die Wildnis oder das Ausland schimpfst, gibt es Leute, die das K�mpfen verstehen�, sagte ich. Er atmete heftig. �Sogar in den St�llen von Vonda findet man Champions.� Jubelschrei wurde in den R�ngen laut. Sogar die Sklavinnen machten ihrer Freude Luft.</p><p>�Eine goldene Tarsk-M�nze auf Jason!� rief Barus. �Zehn zu eins!� Keine Antwort. �Acht zu eins!� rief Barus. �F�nf zu eins!�</p><p>�Akzeptiert!� rief ein Mann unsicher.</p><p>Aufgebracht ging Krondar von neuem zum Angriff �ber. Diesmal schlug ich nicht zu, sondern lie� ihn mit sandwirbelnden Schritten an mir vorbeist�rzen. Hastig, erstaunt machte er an der Bande kehrt. Er wu�te, da� ich nicht zugeschlagen hatte.</p><p>�Wir wollen uns gegenseitig ernst nehmen�, sagte ich.</p><p>�Eine goldene Tarsk-M�nze auf Jason!� rief Barus. �F�nf zu eins! F�nf zu eins? Drei zu eins? Zwei zu eins? Eins zu eins!�</p><p>�Akzeptiert!� rief ein Mann. �Akzeptiert!� meldete sich ein anderer.</p><p>In dem kantigen, auf scheu�liche Weise vernarbten Gesicht Krondars zeigte sich eine Sekunde lang das Begreifen, da� er sich hier zwar in der N�he Vondas befand, da� aber der Mann, mit dem er die flache Sandarena teilte, vielleicht auch K�mpfer genannt werden konnte.</p><p>�Eine goldene Tarsk-M�nze auf Jason!� rief Barus. �Eins zu eins!�</p><p>Es kam keine Antwort von den R�ngen.</p><p>Wie von Sinnen griff Krondar an, doch ich erkannte, da� er meine Gef�hrlichkeit eingesehen hatte. Diesmal wich ich nach rechts aus und schlug mit der linken Faust von unten nach oben, als er die H�nde ausstreckte, um mich zu packen. Anschlie�end hieb ich mit der rechten Faust diagonal zu und dann noch einmal mit der Linken, diesmal in den Unterleib. Das brachte seinen Kopf in eine g�nstige Position f�r einen neuen Haken mit der Rechten. Die Kombination der Schl�ge kam schnell und wurde aus geringer Entfernung angesetzt. Das Publikum raste. Ich stellte mir vor, wie der Trainingspfosten in der Scheune zerbarst. Krondar sch�ttelte den Kopf und wich zur�ck. Vorsichtig folgte ich ihm. Hastig bohrte er die rechte Fu�spitze in den Sand, um mich mit den K�rnern zu �bersch�tten, aber ich reagierte zu schnell. Eine solche Handlungsweise schw�cht die Balance. Viermal schlug ich zu, ehe er gegen die Bande prallte und sich zur Seite abwandte.</p><p>�In den Arenen Ars w�rdest du es nicht wagen, diesen Trick zu versuchen�, schalt ich ihn. �Glaubst du, du kannst dich bei mir derma�en aus dem Gleichgewicht bringen � ohne Folgen?</p><p>Willst du mich besch�men? N�chstesmal werde ich meinen Vorteil nachdr�cklich nutzen!�</p><p>Krondar grinste und wischte sich das Blut aus dem Gesicht. �Du bist schnell�, sagte er achselzuckend.</p><p>�Auch in Vonda gibt es Champions!� rief ein Mann von den R�ngen. �Ja!� fielen andere ein.</p><p>�Ein Gold-Tarsk auf Jason!� rief Barus. �Eins zu eins! Eins zu eins!�</p><p>Aber niemand nahm die Wette an.</p><p>Vorsichtig n�herte sich Krondar der Mitte des Sandringes. Er winkte mir zu. �Komm her�, sagte er. �Wir wollen uns n�her miteinander bekannt machen.�</p><p>�Glaubst du, ich habe Angst, in deine N�he zu kommen?� fragte ich.</p><p>Pl�tzlich st�rmte er wieder los, und wir umklammerten einander mit lederumwickelten H�nden. Er �chzte, verzweifelt bem�ht, mich von den Beinen und gegen die Bande zu sto�en. Schwankend standen wir im Sand und japsten.</p><p>Die Sklavinnen schrien.</p><p>Krondar prallte heftig gegen die Bande. Die Holzbarriere wackelte und zeigte Blutspuren.</p><p>Das Publikum geriet in Ekstase. Krondar sch�ttelte den Kopf. Er war noch immer bei Bewu�tsein.</p><p>�Ein Silber-Tarsk auf Jason!� bot Barus. �Zwei zu eins f�r Jason! Vier zu eins? Zehn zu eins f�r Jason!�</p><p>In diesem Moment ert�nte der Gong, und die erste Kampfrunde war zu Ende. Das Publikum tobte.</p><p>Schwankend stand ich in der Mitte der Arena. Es war die vierte Kampfrunde. Kenneth und Barus liefen zu mir. Ich f�hlte, wie meine blutigen, ledergebundenen F�uste zum Sieg gehoben wurden. Gold regnete in die Arena. Halbnackte Sklavinnen knieten weinend vor mir nieder. M�nner jubelten. Viele schlugen in goreanischem Applaus die F�uste gegen die linke Schulter. Ich sah, da� Miles aus Vonda gegangen war. Ich l�ste mich aus der Menge und zerrte Krondar hoch, der aus vielen Wunden blutete. Wir umarmten uns. �Du k�nntest in Ar k�mpfen�, sagte er. Dann wurde er fortgezogen und angekettet und in eine Sklavenhaube gesteckt. Kenneth und Barus f�hrten mich aus der Kampfarena. Wir dr�ngten uns durch die Menge, die uns nicht fortlassen wollte.</p><p>Das Tor, das zu den Umkleideboxen f�hrte, wurde gegen den Druck der Begeisterten hinter uns geschlossen.</p><p>Barus warf mir ein Handtuch um die Schultern und begann mich abzutrocknen.</p><p>Gutgelaunt schob mich Kenneth den Korridor entlang und in die strohgef�llte Box. �Gut gemacht, Jason!� rief er.</p><p>Barus griff nach den Fesseln, die an einem Haken hingen.</p><p>�Ich will eine Frau�, japste ich, w�hrend mir die H�nde gefesselt wurden.</p><p>�Ich w�nschte, ich k�nnte dir ein M�dchen �berlassen�, sagte Kenneth. �Du h�ttest sie verdient.�</p><p>�Aber die Herrin ist dagegen?� fragte ich.</p><p>�Ich nehme es an.�</p><p>�Was ist mit der �neuen Sklavin��, fragte ich l�chelnd, �die zu mir in den Tunnel geschickt wurde?�</p><p>�Ich mu� davon ausgehen, da� die Herrin nicht einverstanden w�re�, sagte er und zog mir die Sklavenkapuze �ber den Kopf.</p><p>Barus trocknete mich weiter ab. Ich h�rte Geschrei aus der Richtung der Arena, doch es war nicht das �bliche L�rmen des Publikums, es war kein Geschrei der Begeisterung oder Aufregung, wie es oft bei den K�mpfen zu h�ren ist.</p><p>�Was geht da vor?� fragte Kenneth.</p><p>�M�nner aus Cos, Tarnk�mpfer, haben die Vororte Ars angegriffen!� rief ein Mann.</p><p>�Das bedeutet Krieg!� antwortete ein anderer.</p><p>�Infanteristen aus Vonda und Ar sind n�rdlich von Venna aufeinandergesto�en!� meldete eine Stimme.</p><p>�Krieg�, stellte Barus fest.</p><p>�Mit welchem Recht dringen die Vondianer so tief nach S�den vor?� fragte ein Mann.</p><p>�Es geschieht nun mal!� rief ein anderer.</p><p>�Vielleicht wird die gesamte Salerianische Konf�deration hineingezogen�, meinte Kenneth.</p><p>�Und auch Tyros�, bemerkte ein anderer.</p><p>�Ein ernstes Kaissa-Spiel ist da im Gange�, bemerkte jemand.</p><p>�Sind die Berichte zutreffend?� wollte Kenneth wissen.</p><p>�Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln.�</p><p>�Der erste Stahl ist blutbefleckt�, sagte Kenneth ernst. �Nun ist es soweit. Wir haben Krieg.�</p><p>�Ar und Venna sind weit von hier�, sagte ein Mann.</p><p>�Das ist unser Gl�ck�, bemerkte ein anderer.</p><p>Barus rieb weiter meinen K�rper ab. Nach kurzer Zeit h�rte ich wieder das gewohnte Kampfgeschrei des Publikums.</p><p>�Unsere M�nner sind fertig�, sagte Kenneth. �Wir wollen sie in den Wagen bringen.�</p><p>�Zuerst kassiere ich meine Wettgewinne�, sagte Barus.</p><p>�Gut, wir treffen uns dann am Wagen.�</p><p>�Einverstanden.�</p><p>Ich sp�rte Kenneth�s Hand am Arm. Er f�hrte mich aus der Box zu dem Sklavenwagen, in dem ich und meine Kameraden, andere Kampfsklaven, zu den K�mpfen gebracht worden waren.</p><p>�Die Auseinandersetzungen finden weit von hier statt�, h�rte ich einen Mann sagen. �Wir haben nichts zu bef�rchten.�
 Die R�ckfahrt zu den L�ndereien der Lady Florence aus Vonda dauerte bereits zwei Ahn.</p><p>Ich kenne den Burschen nicht, der uns anhielt. Vielleicht war er Bauer oder Tharlarion-Z�chter, vielleicht auch nur ein patrouillereitender W�chter. �Nehmt euch vor R�ubern in acht!� rief er. �Sie sind irgendwo in der N�he! Sie haben bereits die G�ter Gordons und Dortos angegriffen!�</p><p>�Unser Dank, mein Freund!� rief Kenneth ihm zu und wandte sich an Barus: �Pa� auf. Halte die Schl�ssel bereit.�</p><p>�Jawohl�, antwortete Barus.</p><p>Ich bewegte mich unbehaglich in den Ketten.</p><p>�Glaubst du, da� wir in Gefahr sind?� wandte sich Barus an Kenneth.</p><p>�Ich wei� es nicht�, antwortete Kenneth.</p><p>Der Wagen setzte sich wieder in Bewegung. In meiner N�he rasselten Ketten. Einer meiner Mitgefangenen bewegte sich zornig.</p><p>�Schau mal, dort rechts�, sagte Barus einige Zeit sp�ter.</p><p>�Aha�, sagte Kenneth.</p><p>�Und noch weiter rechts.�</p><p>�Ja�, sagte Kenneth.</p><p>Ich begriff den Sinn dieses Gespr�chs nicht � den anderen Sklaven auf dem Wagen erging es vermutlich ebenso.</p><p>�Und schau dort!� rief Barus pl�tzlich. �Am Himmel!�</p><p>�Ich seh�s�, antwortete Kenneth, und der Wagen hielt an.</p><p>Ich h�rte jemanden vom Kutschbock steigen. Gleich darauf ratterte hinten am Wagen ein Schlo�. In schneller Folge wurden Schl�ssel umgedreht. �Aus dem Wagen!� sagte Barus zu jemandem, der weiter unten an der Reihe angekettet war. Und schon wurden auch meine Hand- und Fu�fesseln ge�ffnet. �Aus dem Wagen!� befahl Barus.</p><p>�Schnell!� rief Kenneth. �Er wird gleich mit Verst�rkung zur�ck sein!�</p><p>Halb zerrte mich Barus aus dem Sklavenk�fig und zum Ende des Wagens. Ich trug noch immer die Sklavenhaube, die mir die Sicht raubte.</p><p>�Aus dem Wagen!� h�rte ich Barus einem anderen Mann zubr�llen.</p><p>Ich prallte gegen die Stangen an der R�ckseite des Wagens. Vorsichtig lie� ich mich auf den Boden sinken und glitt mit den F��en voran durch die kleine Gittert�r, die in der Gr��e so bemessen war, da� jeweils nur ein Mann hindurch pa�te. Barfu� stand ich dann im Staub der Stra�e.</p><p>Zu meiner Verbl�ffung �ffnete Kenneth auch das Schlo� meiner Handfessel.</p><p>�Er kommt mit den anderen zur�ck!� rief Kenneth.</p><p>�Aus dem Wagen!� befahl Barus.</p><p>Die Handfesseln wurden mir abgezogen und durch das Gitter in den Wagen geworfen.</p><p>�Haube ab!� befahl Kenneth, der bereits mit den Fesseln eines anderen Mannes besch�ftigt war. Ich hantierte an den Schnallen herum und streifte schlie�lich die Haube ab. Die frische Luft f�hlte sich wunderbar kalt an.</p><p>�Sp�testens in einer Ehn werden sie hier sein!� rief Kenneth.</p><p>Ich sah mich um. Rechts von uns stiegen zwei Rauchs�ulen auf. Au�erdem bemerkte ich Punkte, die auf den ersten Blick wie ein Vogelschwarm aussahen.</p><p>�Sie kommen schnell n�her!� sagte Kenneth.</p><p>Da erst ging mir auf, was ich da in der Ferne beobachtete: Es waren V�gel, aber Tarns, in deren S�tteln zweifellos entschlossene, bewaffnete M�nner sa�en.</p><p>�Was geht hier vor?� rief einer der Sklaven.</p><p>Kenneth deutete zum Himmel empor. �Tarnk�mpfer!� sagte er.</p><p>�Aus Ar?� fragte ein Sklave.</p><p>�Das, oder Schlimmeres�, erwiderte Kenneth und befreite den Mann. �Nimm die Haube ab�, befahl er. Blinzelnd gehorchte der Mann.</p><p>Ich beobachtete die n�herkommenden Flugreiter, die noch etwa einen Pasang entfernt waren, vier- bis f�nfhundert Fu� hoch.</p><p>�Was werden die wohl mit euch anstellen?� fragte Kenneth in die Runde.</p><p>Wir verharrten unsicher, verwirrt.</p><p>�Haltet ihr euch f�r h�bsche Frauen, nackt und begehrenswert, die von diesen M�nnern mit ins Lager genommen und mit h�bschen Sklavenkragen versehen werden?�</p><p>Wir starrten ihn verst�ndnislos an.</p><p>�Flieht!� rief Kenneth. �Verteilt euch!�</p><p>Verwirrt, �berrascht ergriffen wir die Flucht und liefen in verschiedene Richtungen auseinander.</p><p>Ich schaute nur einmal zur�ck und sah, wie auch Kenneth und Barus hastig den Wagen im Stich lie�en. Ich sah mich erst wieder um, als ich den Schutz eines weitl�ufigen Unterholz- und Baumbestandes am Rande eines kleinen Flusses erreicht hatte. Da brannte der Wagen bereits. Nach kurzer Pause stiegen die Tarnk�mpfer wieder in die L�fte empor. Sie verfolgten uns nicht. Sie flogen auf die doppelte Rauchs�ule in der Ferne zu. Der Tharlarion, der den Wagen gezogen hatte, war losgeschnitten worden und galoppierte beh�big davon. Ich atmete gepre�t. Das Herz schlug mir bis in den Hals. Mit den Fingern betastete ich den schweren Eisenkragen mitsamt seinem Ring, der meinen Hals beschwerte.</p></section><section><title><p>22</p></title><p>Stoff ri�. �Nein!� schrie sie, ri� sich entsetzt von ihm los und floh zur gegen�berliegenden Wand.</p><p>Mit der linken Hand winkte er sie zu sich. Seine Rechte umklammerte ein Schwert. �Komm her, meine S��e!� sagte er.</p><p>�Nein, bitte!� rief sie. Sie atmete heftig. Sie war in Panik. Mit der rechten Hand hielt sie �ber der Schulter das zerrissene Gewand zusammen.</p><p>Der b�rtige Bursche steckte grinsend das Schwert fort.</p><p>�Sei gn�dig!� flehte sie.</p><p>�Ich werde dir die Gnade erweisen, die ein Herr seiner Sklavin zeigt!� rief er lachend.</p><p>Er sprang vor und ri� ihr das Kleid von den Schultern.</p><p>Irgendwo drau�en h�rte ich ein M�dchen schreien. Vermutlich Bonnie.</p><p>Lachend lie� der B�rtige Sklavenhandschellen um Lady Florences Gelenk zuschnappen.</p><p>Sie schrie angstvoll auf, als ich den Kerl im Nacken ergriff, den Rand des Helms umfassend, und ihn mit dem Kopf voran gegen die Wand prallen lie�. Bet�ubt drehte er sich um, doch ich war bereits �ber ihm. Weder das Schwert noch den Dolch bekam er rechtzeitig heraus. Wieder h�mmerte ich das behelmte Gesicht seitlich gegen die Wand. Dann ri� ich den Helmgurt los und zerrte den Helm, oben zupackend, zur�ck, wobei ich dem Mann beinahe das Genick brach. Dann drehte ich ihn um und besah ihn mir. Er konnte sich nicht verteidigen. Er mu�te meinen Schlag erwarten. Ich traf ihn links auf die Wange. Der Kopf ruckte zur�ck, und er sank bewu�tlos zu Boden. Ich trat zur�ck.</p><p>�Jason!� rief Lady Florence.</p><p>Ich schaute sie an.</p><p>Sie err�tete. �Ich bin gefesselt�, sagte sie und hob die schmalen Handgelenke empor.</p><p>�Du machst dich gut in Sklavenfesseln�, sagte ich.</p><p>Die R�tung ihrer Haut verst�rkte sich. �Befreie mich!� bat sie.</p><p>Ich blickte mich zum G�rtelbeutel des Bewu�tlosen und fand dort die Schl�ssel zu den Handschellen. Ich nahm ihr die unwillkommene Last ab. Sie rieb sich die Arme.</p><p>�Es sind noch andere im Haus�, sagte sie angstvoll. �Noch mehr R�uber.�</p><p>�Das wei� ich�, erwiderte ich. �Dieselbe Horde � oder eine andere � hat auch schon die Besitzungen von Dorto und Gordon �berfallen.�</p><p>�Wo sind die W�chter Vondas?�</p><p>�Wenn es in der Gegend von Vonda �berlebende gegeben hat�, sagte ich, �sind sie vielleicht morgen abend hier.�</p><p>�Morgen abend?� fragte sie best�rzt.</p><p>�Vielleicht.�</p><p>Drau�en gingen zwei M�nner vorbei, und wir erstarrten.</p><p>�Befreie mich von diesen R�ubern�, st�hnte Lady Florence.</p><p>�Warum?�</p><p>�Weil sie mich zur Sklavin machen werden.�</p><p>�Du w�rdest eine h�bsche Sklavin abgeben�, erwiderte ich.</p><p>�Bitte, Jason!� flehte sie inbr�nstig und schaute zu mir auf. �Bitte, Jason!� Wie klein und schwach kam mir die Herrin in diesem Augenblick vor � wie wenig war doch �brig von der stolzen und hochm�tigen Frau, die mich zuvor ganz selbstverst�ndlich und unversch�mt herumkommandiert hatte.</p><p>Ich blickte sie wortlos an.</p><p>�Ich gebe dir die Freiheit�, sagte sie pl�tzlich.</p><p>Ich schwieg.</p><p>�Du bist frei!� wiederholte sie. �Du bist frei!�</p><p>Sie eilte zu einem kleinen Ankleidetisch in der N�he des Bettes, holte aus einer Schublade einen Schl�ssel und eilte zu mir, wobei sie mit der linken Hand ihr Kleid zusammenhielt.</p><p>�Nimm du mir den Kragen ab�, befahl ich.</p><p>�Bitte, Jason!�</p><p>�Nimm ihn ab!�</p><p>Err�tend lie� sie zu, da� das Oberteil ihres Gewandes wieder herabfiel, hob die H�nde und schlo� meinen Kragen auf.</p><p>�Du bist jetzt ein freier Mann, Jason�, fl�sterte sie l�chelnd.</p><p>�Vorhin�, sagte ich, �habe ich Krondar besiegt, einen Kampfsklaven aus Ar, der seit kurzem Miles aus Vonda geh�rt.�</p><p>�Ich begl�ckw�nsche dich zu deinem Sieg�, sagte sie.</p><p>�Ich brauche jetzt eine Frau�, sagte ich. �La� dein Kleid herunter.� Ihre H�nde z�gerten, fa�ten aber nicht zu. Ihr K�rper war zierlich und weich und wies pr�chtige Formen auf. Wie unglaublich sch�n doch die Frauen sind!</p><p>�Nat�rlich�, sagte sie nerv�s. �Das ist verst�ndlich. Du hast freie Wahl.�</p><p>Ich warf die Sklavenfesseln, die ich weiter in der Hand gehalten hatte, auf das Bett. �Ich w�hle dich�, sagte ich und machte einen Schritt auf sie zu. Die Frau, die meine Herrin gewesen war, keuchte und st�hnte in meinen Armen und atmete tief durch, den Kopf in den Nacken gebogen. Vergeblich wehrte sie sich gegen meinen Griff, aber ihre Gegenwehr hielt nicht lange an. �Wei�t du, was du getan hast?� fragte sie schlie�lich.</p><p>�Ja�, antwortete ich und hielt sie zur Stille an, denn ich h�rte M�nner sprechen. Ihre Stimmen drangen durch das Fenster herein.</p><p>�Habt ihr die Stalldirnen erwischt?� fragte ein Mann.</p><p>�Eine ist noch auf der Flucht�, lautete die Antwort.</p><p>�Und die Haussklaven?� wollte die erste Stimme wissen.</p><p>�Sie tragen unsere Ketten.�</p><p>�Macht sie an den Sattelringen fest�, befahl die erste Stimme. �Wir m�ssen bald starten.�</p><p>�Wo ist Orgus?� fragte jemand.</p><p>�Er wollte sich um die Hausherrin k�mmern�, antwortete eine dritte Stimme.</p><p>�Wo ist er?�</p><p>�Vermutlich hat er sein gro�es Vergn�gen mit ihr�, antwortete eine Stimme. Drau�en wurde gelacht, und ich mu�te l�cheln.</p><p>�Bist du eine Frau, mit der man sein gro�es Vergn�gen haben kann?� fragte ich das hilflose M�dchen in meinen Armen.</p><p>�Ich bin eine freie Frau!� fauchte sie. �Ich bin Lady Florence aus Vonda. Oh! Oh!�</p><p>Ich lachte leise vor mich hin. Wie wenig begriff sie doch die M�glichkeiten, die ihre Sch�nheit ihr er�ffneten.</p><p>�Du hast dich selbst untersch�tzt, Lady Florence�, sagte ich.</p><p>Aufgebracht blickte sie mich an. �Sleen!� fauchte sie, dann aber schlo� sie wieder die Augen und ergab sich den Wonnen, die ich ihr bereitete.</p><p>�Ach, �brigens�, fragte ich einige Zeit sp�ter. �Wo ist eigentlich die �neue Sklavin�, die du zu mir in den Tunnel schicken lie�est?�</p><p>Angstvoll blickte sie zu mir auf. �Ich habe sie verkauft!� rief sie hastig.</p><p>�Orgus! Orgus!� vernahmen wir eine Stimme.</p><p>�Bitte la� mich nicht wieder schwach werden!� flehte sie unter mir.</p><p>Und hilflos schrie sie auf.</p><p>�H�rst du sie?� lachte ein Mann vor dem Fenster.</p><p>�Orgus ist noch immer mit ihr besch�ftigt�, sagte ein anderer lachend.</p><p>�Trotzdem mu�t du ihn jetzt holen�, sagte die erste Stimme. �Wir m�ssen losfliegen.�</p><p>Ich l�chelte, l�ste mich von dem M�dchen und ging zur T�r. Unterwegs schnappte ich mir eine Sitzbank.</p><p>Das M�dchen hockte auf dem Bett. Ihr Gesicht war unter dem zerw�hlten Haar kaum zu erkennen.</p><p>�Ah!� sagte der Mann, der durch die T�r hereinkam. �Da ist ja unsere Sch�nheit.� Er sah sich um. �Orgus!� rief er. �Was ist passiert?�</p><p>�Sei gegr��t�, sagte ich.</p><p>Er fuhr herum und hatte das Schwert bereits halb aus der Scheide, als die Bank ihn in den Unterleib traf. Dann hob ich das M�bel an und zerschmetterte es auf seinem R�cken.</p><p>Ich kniete neben ihm nieder und nahm ihm Waffen und Ausr�stung ab. Dann zog ich ihm die Tunika �ber den Kopf und legte sie an, ebenso wie seine Sandalen.</p><p>�Du bist kr�ftig, Jason�, sagte Lady Florence und betrachtete die zerbrochene Bank. �Sehr kr�ftig.�</p><p>�Wenn diese Burschen erwachen�, sagte ich, �ist es wohl kaum ratsam, sich in ihrer N�he aufzuhalten.� Ich legte Lederzeug und Waffen an. Dabei ging es mir in erster Linie um die Verkleidung; wie man mit goreanischem Stahl umging, wu�te ich nicht. Ein Meister seines Waffenfachs konnte mich in St�cke hacken, daran zweifelte ich nicht.</p><p>�Wenn Orgus und Andar zur�ck sind, steckt ihr das Haus in Brand�, sagte eine Stimme drau�en.</p><p>�Haben wir denn alle Wertsachen und Sklaven drau�en?� erkundigte sich eine Stimme.</p><p>�Bis auf die Herrin des Hauses�, antwortete ein Mann. �Aber darum hat sich ja schon Orgus gek�mmert.�</p><p>Gel�chter ert�nte.</p><p>Erschrocken sah mich das M�dchen an. Ich setzte gerade Orgus� Helm auf. �Wie furchteinfl��end du in dem Helm aussiehst�, sagte sie.</p><p>Ich packte das M�dchen, als h�tte ich sie mir eben zur Sklavin gemacht, und schritt eilig durch die S�le des Hauses. �berall waren M�belst�cke aufgerissen und der Inhalt verstreut worden. Wandvorh�nge hingen in Fetzen herab. Truhen waren gewaltsam ge�ffnet. Ich trat durch die Hauptt�r ins Freie und marschierte mit schnellen Schritten um das Haus herum, wobei ich Richtung auf die St�lle nahm.</p><p>�Orgus!� rief eine Stimme aus dem Garten. �Ho, Orgus!�</p><p>�Wir sind hier!� rief eine andere Stimme.</p><p>Entschlossen setzte ich meinen Marsch zu den St�llen fort.</p><p>�Orgus! Orgus!� rief man hinter mir her.</p><p>�Wir sind startbereit!� rief eine Stimme. �Orgus!�</p><p>�Bist du das, Orgus?�</p><p>In diesem Augenblick fa�te ich den Arm des M�dchens fester und begann zu laufen, wobei ich sie mitzerrte. Ich war sicher, da� die Verfolgung sofort losgehen w�rde.</p><p>�Ihnen nach!� rief eine Stimme.</p><p>Ich schaute zur�ck. Vier M�nner liefen auf uns zu. �Beeil dich!� rief ich dem M�dchen zu.</p><p>Wir hasteten weiter.</p><p>Ich erreichte die T�r des Jungtierschuppens und dr�ckte sie auf. Ich stie� das M�dchen vor mir ins Innere und trat die T�r hinter mir zu, die ich mit einem schweren Holzriegel sicherte.</p><p>Schon wurden die Griffe von Kurzschwertern gegen die T�r geschlagen.</p><p>�Wir sind gefangen!� schluchzte sie.</p><p>�Du bist gefangen, nicht ich�, stellte ich richtig und sah mich um. Dann eilte ich, das gefangene M�dchen hinter mir herrei�end, zu der Fallt�r im Boden, durch die die frisch geschl�pften Tharlarions vom Nistschuppen in den Jungtierraum gebracht werden.</p><p>Fensterglas brach klirrend. �Halt!� riefen Stimmen.</p><p>Lady Florence und ich hasteten die glatte Rampe hinab und betraten den Tunnel. Wir h�rten, wie hinter uns die T�r aufgebrochen wurde.</p><p>�Beeil dich, Gefangene!� rief ich.</p><p>�Gefangene!� wiederholte sie.</p><p>Als wir etwa f�nfzig Meter tief in die Schw�rze des Tunnels eingedrungen waren, blieb ich stehen. Wie erwartet, folgten die M�nner uns nicht blindlings. Sie schienen anzunehmen, da� wir das Tunnelsystem kannten. Und ich war bewaffnet, denn der Stahl des R�ubers Orgus hing an meiner linken Schulter.</p><p>�Bringt Fackeln!� rief eine Stimme.</p><p>Leise lachend setzte ich meinen Weg durch die Dunkelheit fort.</p><p>�Ich bin nicht deine Gefangene!� sagte sie.</p><p>Ich wandte mich um, stie� sie zur Seite und begann sie zu fesseln.</p><p>�Was machst du?� fl�sterte sie.</p><p>�Ich binde dir die Beine zusammen�, antwortete ich.</p><p>�Nein, Nein!�</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Man wird mich finden.�</p><p>�Wer will schon eine Frau mitnehmen, die zu dumm ist, um zu erkennen, da� sie eine Gefangene ist�, bemerkte ich.</p><p>�Aber ich bin doch deine Gefangene!�</p><p>�Wirklich und wahrhaftig?�</p><p>�Na sch�n�, sagte ich und nahm ihr die Fu�fessel wieder ab. Dann ri� ich sie hoch und zog sie wieder hinter mir her.</p><p>Etwa eine Minute lang liefen wir weiter, dann blieb ich erneut stehen.</p><p>�Warum halten wir an?� fragte sie.</p><p>�Erinnerst du dich an die Stelle?� fragte ich.</p><p>�Es ist dunkel hier.�</p><p>�Hier hast du einmal zwei Sklaven bei einem Rendezvous �berrascht�, sagte ich. �Au�erdem schicktest du eine �neue Sklavin� an diesen Ort; sie sollte meine Bed�rfnisse befriedigen.�</p><p>Und schon hasteten wir weiter.</p></section><section><title><p>23</p></title><p>�Glaubst du, sie sind fort?� fragte sie.</p><p>�Ja�, gab ich zur�ck. �Wir haben lange genug gewartet. Solche M�nner m�ssen ebenfalls f�r ihr Entkommen sorgen. Sie d�rfen sich am Ort ihres sch�ndlichen Tuns nicht zu lange aufhalten.�</p><p>�Dann sind wir ja auf meinen Besitzungen allein�, sagte sie, �g�nzlich allein.�</p><p>�Auf den �berresten deiner Besitzungen�, stellte ich richtig. �Das Haus und etliche Nebengeb�ude sind abgebrannt.�</p><p>Sie begann zu schluchzen.</p><p>�Du bist ein kluger Mann, Jason�, sagte sie schlie�lich. �Ich hatte gedacht, man w�rde uns gefangennehmen. Doch du hast uns gerettet.�</p><p>�Nein!� hatte sie geschrien. �Es ist Wahnsinn! Nein!� Aber ich hatte sie im Nistschuppen auf den Boden geworfen und auf die geschw�rzte Asche des Flammengrabens gerollt. Anschlie�end hatte ich vom Rand der Vertiefung Sand �ber sie getreten, bis nur noch Augen, Mund und Nase frei waren. Schon hatten M�nner von unten gegen die Fallt�r des Nistschuppens geh�mmert, aber der Riegel hatte zun�chst gehalten. Ich hastete quer durch den Schuppen, �ffnete die Au�ent�r des Schuppens und verwischte die Spuren, die ich auf dem R�ckweg zum Flammengraben machte. Laut dr�hnten die Schl�ge gegen die Fallt�r. Mein Blick fiel auf Lady Florence, die mich entsetzt ansah. Dann schleuderte ich eine Tharlarion-Decke �ber sie. Im n�chsten Augenblick grub ich mich selbst in den Sand dicht neben ihr und zog die Tharlarion-Decke �ber mich, als die T�r sich eben splitternd �ffnete. Meine linke Hand war mahnend in Lady Florences Haar verkrampft. Wenn sie auch nur einen Muskel r�hrte, w�rde ich es merken.</p><p>Wir h�rten mehrere M�nner die Rampe heraufkommen und herumgehen. �Hier entlang�, sagte einer der Verfolger, die sodann durch die Au�ent�r verschwanden.</p><p>Mehrere Ahn lang waren wir im Sand liegengeblieben, wahrscheinlich noch lange nachdem die R�uber abgeflogen waren. Etwa um die siebzehnte Ahn hatte ich mich aus dem Sand gegraben und umgesehen. Und wirklich � die Fremden hatten sich abgesetzt � mit gef�llten Tarnsatteltaschen und hilflosen Sklavinnen in den Tarnringen. Daraufhin hatte ich Lady Florence aus dem Sand geholt.</p><p>Und jetzt legte sie meine Box mit frischem Stroh aus.</p><p>�Am�siert es dich, Jason, da� ich f�r dich saubermache?� fragte sie.</p><p>�Bist du fertig?� fragte ich zur�ck.</p><p>�Ja�, antwortete sie. Im Schein der kleinen Laterne, die an einem Metallarm hing, bot sie einen pr�chtigen Anblick.</p><p>�Sch�tte das Wasser aus�, befahl ich. �Dann sp�lst du den Eimer und trocknest ihn und die B�rste.�</p><p>Ich beobachtete sie, wie sie meinen Anordnungen nachkam. Gleich darauf stand sie wieder vor mir. �Ich habe getan, was du befohlen hast�, sagte sie. �Was willst du jetzt von mir?�</p><p>�Ich habe viele Stallk�mpfe gewonnen, f�r die ich nicht ausreichend entlohnt wurde�, sagte ich und brachte die H�nde hinter dem R�cken hervor.</p><p>�Nicht den Kragen!� flehte sie. �Bitte nicht!�</p><p>Sie war zur�ckgewichen und stand mit dem R�cken an der Querwand der Box. Ich legte ihr den Sklavenkragen um.</p><p>�Erinnerst du dich an Telitsia?� fragte ich.</p><p>�Bitte mach mich nicht zur Sklavin!� jammerte sie.</p><p>�Erinnerst du dich an Telitsia?�</p><p>�Ja, Jason.�</p><p>�Sie hat mir gefallen�, sagte ich. �Du aber hast sie verkauft!�</p><p>�Nein!� schluchzte sie, als der Kragen um ihren Hals zuschnappte.</p><p>�Ich habe viele Stallk�mpfe gewonnen � ohne angemessene Belohnung�, sagte ich. �Au�erdem war ich Telitsia zugetan, die du verkauft hast.�</p><p>�Was hast du mit mir vor?�</p><p>�Ich werde daf�r sorgen, da� du mir die Wonnen bereitest, die du mir von anderen vorenthalten hast.�
 �Ber�hre mich erneut�, sagte sie leise.</p><p>�Als freie Frau?�</p><p>�Nein, als deine Sklavin.�</p><p>�Erflehst du es?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Ja � was?�</p><p>�Ja � Herr�, fl�sterte sie.
 �Ho da!� rief eine Stimme. �Keine Bewegung!�</p><p>Wir l�sten uns voneinander.</p><p>�Keine Bewegung!� wiederholte die Stimme. Eine offene Laterne wurde angehoben. In ihrem Lichtschein lagen wir im Stroh. Das M�dchen japste und zog die Beine an. �Ein h�bsches Ding�, sagte eine Stimme. Ich spannte die Muskeln an. �Keine Bewegung!� rief eine andere Stimme warnend. Vage erkannte ich, da� f�nf M�nner vor der offenen Box standen. Drei hielten Armbr�ste im Anschlag. Die Bolzen waren auf mich gerichtet.</p><p>�Bist du ein R�uber?� fragte eine Stimme.</p><p>�Nein�, antwortete ich und f�gte hinzu: �Ihr geh�rt also auch nicht zu der Bande?�</p><p>�Ruf Miles�, sagte eine Stimme, und einer der M�nner verlie� das Geb�ude. Als er durch das gro�e Tor ins Freie trat, sah ich, da� es drau�en noch dunkel war. Das Licht der goreanischen Monde lag auf der Landschaft. Die Sterne standen strahlend am Himmel.</p><p>�Ihr geh�rt nicht zu den R�ubern?� wiederholte ich.</p><p>�Nein�, antwortete der Mann.</p><p>�Und seid ihr W�chter?� fragte ich. Ich nahm es nicht an; die W�chter konnten nicht vor dem Morgen hier sein. Au�erdem war anzunehmen, da� die R�uber �ber mehrere benachbarte Besitzungen hergefallen waren.</p><p>�Nein�, antwortete der Mann.</p><p>In diesem Moment betrat eine hochgewachsene Gestalt die Scheune. In ihrer Begleitung waren f�nf M�nner, von denen zwei Laternen trugen. Der Gro�gewachsene war bestimmt jener Miles, den der andere holen sollte. Ich vermutete in ihm den Anf�hrer der Gruppe.</p><p>�Diese beiden sind die einzigen Lebewesen auf dem Besitz�, sagte einer der M�nner. �Sogar die Tharlarion sind freigelassen worden und in alle Winde verstreut.�</p><p>�Die R�uber sind grausam und gr�ndlich vorgegangen�, sagte ein anderer Mann.</p><p>Zwei weitere Laternen wurden in die H�he gehoben. Ich blinzelte in das Licht. Ich vermochte das Gesicht des gro�en Mannes nicht auszumachen. In einer Hand hielt er ein blankes Schwert, in der anderen schimmernde Sklavenketten.</p><p>�Wer bist du?� fragte der Mann.</p><p>�Ich bin Jason�, antwortete ich.</p><p>�Der Kampfsklave?�</p><p>�Ich wurde freigelassen�, stellte ich fest.</p><p>Der Blick des gro�en Mannes richtete sich auf das M�dchen, das den Sklavenkragen trug. Sie erschauderte.</p><p>�Heb den Kopf, Jason�, forderte der Mann. �Halte die Laterne n�her heran�, sagte er zu einem seiner Begleiter.</p><p>Ich kam dem Befehl nach.</p><p>�In der Tat�, sagte der Mann. �Dein Hals weist keinen Kragen mehr auf.�</p><p>�Meine Herrin lie� mich frei, noch ehe die R�uber das Anwesen verlie�en.�</p><p>�Ob das wohl stimmt?� fragte der Mann.</p><p>�Es ist die Wahrheit�, sagte ich. �Als Sklave w�re es mir doch sicher um meine Flucht gegangen, dann h�tte ich mich auf keinen Fall hier l�nger aufgehalten.�</p><p>�Das stimmt�, sagte einer der M�nner. �Er ist in dieser Gegend bekannt.�</p><p>�Du hast heute gut gek�mpft, Jason�, sagte der Mann. �Du hast mich viele Tarsk-M�nzen gekostet.�</p><p>�Du bist Miles aus Vonda, nicht wahr?� fragte ich.</p><p>�Ja.�</p><p>�Er hat mich zwanzig Kupfer-Tarsks gekostet�, sagte ein Mann.</p><p>�Und mich f�nfzehn!� rief ein anderer.</p><p>�Es war ein gro�artiger Kampf�, meinte ein dritter bewundernd.</p><p>�Ja�, stimmte man ihm zu.</p><p>�Vielen Dank�, sagte ich mit einer gewissen Erleichterung. Ich hatte nicht das Gef�hl, da� mir diese M�nner sonderlich feindselig gesonnen waren. Wenn ich mich in acht nahm, hatte ich sicher nichts von ihnen zu bef�rchten.</p><p>�Warum bist du hier?� fragte ich Miles aus Vonda.</p><p>Er l�chelte. �Das geht dich nichts an�, antwortete er. �Wo ist die Frau, die deine Herrin war?�</p><p>�Das wei� ich nicht�, antwortete ich. Das M�dchen neben mir zitterte. Miles aus Vonda erkannte sie nat�rlich nicht, hatte er sie doch bisher nur in den Roben einer freien Frau gesehen, dazu unter dichten, z�chtigen Schleiern. Ich nahm nicht an, da� er die hochm�tige Lady Florence aus Vonda, eine reiche hochwohlgeborene Frau aus Vonda, mit diesem kaum bekleideten, aufregenden M�dchen gleichsetzen w�rde.</p><p>�Ist sie geflohen?� fragte er.</p><p>�Ich glaube, sie konnte den R�ubern entkommen�, sagte ich.</p><p>�Wo ist sie jetzt?�</p><p>�Vielleicht wohlbeh�tet in Vonda oder in der N�he der Stadt�, �u�erte ich. �Warum suchst du sie?�</p><p>�Wir haben schwere Zeiten�, sagte Miles aus Vonda. �Die alten Werte von Gesetz und Ordnung gelten nicht mehr.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte ich. �Aber warum solltest du in solcher Zeit nach der Frau suchen, die bisher meine Herrin war?�</p><p>�Wer vermag zu sagen, was in solchen Zeiten einer Frau alles zusto�en kann?� fragte er und hielt mir die d�nnen Sklavenketten hin. Sie rasselten in seiner Hand.</p><p>�Aha�, sagte ich.</p><p>�Sie ist nicht hier�, sagte Miles aus Vonda zu seinen Leuten. �Wir werden also anderswo suchen, in der n�heren Umgebung, im Unterholz links und rechts der Stra�e nach Vonda.� Wieder wandte er sich in meine Richtung. �Viel Spa� mit deiner Dirne, Jason�, sagte er l�chelnd. �Du hast sie dir verdient.�</p><p>�Vielen Dank�, antwortete ich, �Miles aus Vonda.�</p><p>Die M�nner verlie�en die Scheune. Ich hielt das M�dchen mit einer Hand am Kragen fest und legte ihr die andere �ber den Mund. Sie sollte erst weitersprechen, wenn ich sicher war, da� die M�nner fort waren. Mehrere Ehn sp�ter lie� ich sie los.</p><p>�Hast du das gesehen?� fl�sterte sie. �Er hat mich gesucht und hatte Sklavenketten in der Hand!�</p><p>�Ja�, sagte ich und l�chelte. Miles aus Vonda geh�rte zum Kreis der bedauernswerten Freier, die von der hochm�tigen Lady Florence aus Vonda abgewiesen worden waren. Er wie seine Mitbewerber hatte es nicht geschafft, sie f�r eine freie Gef�hrtenschaft zu gewinnen. Sie war der Meinung gewesen, zu gut f�r ihn zu sein � und jetzt wollte er sie zu seiner Sklavin machen.</p></section><section><title><p>24</p></title><p>Sie lag auf dem Bauch. �Warum fesselst du mich?� fragte sie.</p><p>Es war kurz vor Morgengrauen.</p><p>Sie m�hte sich in eine sitzende Position hoch, die H�nde auf dem R�cken gebunden. An ihrem Sklavenkragen hatte ich eine Leine befestigt.</p><p>�Du hast mich mi�braucht�, sagte sie. �Aber ich bin tolerant, ich kann verzeihen.�</p><p>�Lady Florence ist sehr gro�z�gig�, sagte ich.</p><p>�Ich bin bereit, dich gro�z�gig zu behandeln�, sagte sie, �und in gewissem Ma�e deine Zudringlichkeit des gestrigen Tages und dieser Nacht zu vergessen.�</p><p>�Sehr gro�z�gig�, wiederholte ich und war insgeheim am�siert �ber ihre Wortwahl.</p><p>�Ich bin sogar bereit, mir zu �berlegen, ob ich dich weiter auf meinen Besitzungen behalten m�chte.�</p><p>�Warum solltest du das tun?� fragte ich.</p><p>�Du hast mich immerhin vor den R�ubern gerettet�, antwortete sie, �und vor dem uns�glichen Schicksal der Sklaverei.� Sie l�chelte. �Ohne dich w�rde ich jetzt vielleicht das S�gemehl einer Auktionsb�hne f�r Sklavinnen unter den F��en sp�ren. Und zum Lohn f�r diesen Dienst bin ich nicht nur bereit, deine gelegentliche und r�cksichtslose Mi�achtung meiner W�rde zu vergessen, sondern dir auch eine gut bezahlte Stelle zu bieten.�</p><p>�Das ist wirklich beinahe �berw�ltigend�, sagte ich. �Und die Bedingungen?�</p><p>�Es gibt deren zwei�, sagte sie. �Erstens darfst du niemals etwas verlauten lassen �ber meine Schw�che, �ber meine Nachgiebigkeit als Weib.�</p><p>�Aber das ist unm�glich!� rief ich. �Du bist auf das augenf�lligste und entz�ckendste ansprechbar f�r diese Dinge. Das ist eine Tatsache, die dein K�rper immer wieder selbst verraten wird.�</p><p>Sie erschauderte.</p><p>�Und deine zweite Bedingung?�</p><p>�Da� du, als mein Angestellter, mir in allen Dingen gehorchst.�</p><p>�Ich soll also gewisserma�en dein Mietsklave sein?�</p><p>Sie warf den Kopf in den Nacken. �Ja�, sagte sie.</p><p>�Ich lehne das Angebot ab�, sagte ich.</p><p>Ich ging zum Tor der Scheune und �ffnete es. Die Morgend�mmerung hatte eingesetzt. Ich mu�te mich schleunigst auf den Weg machen. Obwohl ich mit der Ankunft der Stadtw�chter erst in einigen Stunden rechnete, wollte ich kein Risiko eingehen.</p><p>�Ich werde dich gut bezahlen�, sagte die Frau.</p><p>�Nein�, beharrte ich. Ihr Angebot interessierte mich wirklich nicht; aber Lady Florence war vermutlich ohnehin nicht in der Lage, mir den Lohn zu garantieren. Haus und Nebengeb�ude waren niedergebrannt. Die Tharlarions waren freigelassen. Obwohl sie sicher noch Verm�genswerte besa�, stand sie vermutlich doch am Rande des Ruins.</p><p>�Willst du vor den W�chtern fliehen?� fragte sie.</p><p>�Auf jeden Fall.�</p><p>�La� es sein�, forderte sie. �Ich werde mit ihnen reden. Ich lasse es nicht zu, da� sie dir etwas tun. Bleib bei mir hier auf dem Besitz.�</p><p>�Als dein Mietsklave?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Nein!�</p><p>�Du hast kein Ziel�, sagte sie. �Au�erdem hast du kein Geld!�</p><p>Mein Blick streifte ihren K�rper, und sie zuckte zusammen.</p><p>�Schau mich nicht so an�, sagte sie. �Ich bin keine Sklavin!�</p><p>Ich l�chelte nur.</p><p>�Das ist doch Wahnsinn!� rief sie. �Du kannst nicht ernsthaft beabsichtigen, mich mitzunehmen!�</p><p>Ich schaute sie nur ein wenig an, und sie begann zu zittern.</p><p>�Es w�re schwierig, f�r mich ein L�segeld zu erpressen�, fuhr sie fort.</p><p>�Das ist zweifellos richtig�, sagte ich.</p><p>�Dann gib den Gedanken auf!�</p><p>�Ich hatte nie die Absicht�, stellte ich fest.</p><p>�Ich verstehe dich nicht.�</p><p>�Ich suche ein Erdenm�dchen�, sagte ich. �Sie hei�t Beverly Henderson. Sie wurde zusammen mit mir nach Gor gebracht, als Sklavin. Soweit ich wei�, geh�rt sie einem gewissen Oneander aus Ar.�</p><p>�Es ist m�glich, da� sie seither viele Herren gehabt hat�, sagte Lady Florence.</p><p>Damit hatte sie recht. Sklavinnen wechseln oft den Besitzer.</p><p>�Ich mu� sie finden�, sagte ich.</p><p>�Um sie als Sklavin zu unterwerfen?� fragte Lady Florence.</p><p>�Nat�rlich nicht!� erwiderte ich. �Es ist meine Absicht, sie von ihrem Sklavenkragen zu befreien.�</p><p>�Aber sie ist ein M�dchen von der Erde�, sagte sie. �Erdenm�dchen sind nat�rliche Sklavinnen. Sie geh�ren in den Kragen.�</p><p>�Nein!� sagte ich. �Nein!�</p><p>�Das ist doch allgemein bekannt�, sagte sie.</p><p>�M�chtest du die Peitsche zu sp�ren bekommen?�</p><p>�Nein, Jason.�</p><p>Ich stie� sie zur Scheunent�r, und nach kurzer Zeit �berquerten wir die Wiese hinter den geschw�rzten Ruinen mehrerer Geb�ude. Die Sonne stand zu unserer Linken.</p><p>�Das ist nicht die Richtung nach Vonda�, stellte sie fest. �Du gehst nach S�den.�</p><p>�Ich wei߫, antwortete ich und schaute zum Himmel. Wieder versetzte ich ihr einen Sto�, damit sie vor mir blieb.</p><p>�Wir haben Krieg�, sagte sie. �Vielleicht n�herst du dich den Lagern der K�mpfer aus Ar.�</p><p>�Durchaus m�glich�, sagte ich.</p><p>�Aber ich stamme aus Vonda!�</p><p>�Ja.�</p><p>�Du wei�t doch sicher, welches Schicksal mich erwartet, wenn ich in die H�nde von Ar-Soldaten falle!�</p><p>�Ja.�</p><p>Abrupt blieb sie stehen und fuhr zu mir herum. Sie begann an ihren Fesseln zu zerren. �Warum f�hrst du mich von meinen Besitzungen fort, Jason?� fragte sie. �Welche Rolle spiele ich in deinen Pl�nen?�</p><p>�Hast du das nicht l�ngst erraten?�</p><p>�Warum wandern wir nach S�den?� fragte sie. �Was suchst du dort?�</p><p>�Erinnerst du dich an das M�dchen, das einmal Lady Melpomene war?� fragte ich.</p><p>�Nat�rlich!� erwiderte sie. �Diese schamlose Dirne!�</p><p>�Ich fand sie nicht mehr und nicht weniger erregbar als dich�, stellte ich fest.</p><p>Lady Florence err�tete. �Ich habe sie als Sklavin verkauft.�</p><p>�An wen?�</p><p>�An Tenalion aus Ar.�</p><p>�Sein Lager�, stellte ich fest, �d�rfte in Anbetracht der Zeit, die er f�r die Anreise und R�ckkehr ben�tigte, nicht weiter als zwei Tageswanderungen von hier entfernt sein.�</p><p>Sie starrte mich entsetzt an. �Mach bitte keine Scherze, Jason�, bat sie.</p><p>�Die Sklavenh�ndler�, sagte ich, �richten sich nach den Routen und vorgesehenen Aktionen der Armeen. In Anbetracht der allgemeinen Lage halte ich es nicht f�r einen Zufall, da� sich Tenalion aus Ar in der N�he Vondas aufhielt. Als Sklavenh�ndler d�rfte er au�erdem Kontakte in beide Richtungen unterhalten. In seinem Lager, so m�chte ich vermuten, landen nicht nur die Gefangenen von R�ubern und die entkleideten Frauen aus den Vororten der Salerianischen St�dte, erobert von den Angreifern aus Ar, sondern auch Frauen, die von Kriegern aus Cos und anderen Salerianischen St�dten erbeutet worden sind. Ein solches Lager ist in der Praxis eine Art Waffenstillstandszone, in der alle Parteien ihre Kriegsbeute in Ruhe losschlagen k�nnen.�</p><p>�Tenalion kennt mich�, sagte sie. �Er w�rde mich sicher schnell befreien.�</p><p>�Zweifellos hat er dich l�ngst mit den Augen des Sklavenh�ndlers gemustert. F�r ihn macht das doch keinen Unterschied!�</p><p>�Bring mich nicht zu Tenalion!� bat sie. �Ich habe Angst vor ihm!�</p><p>�Und dazu hast du guten Grund, Frau aus Vonda!� sagte ich.</p><p>�Du erlaubst dir mit mir doch einen grausamen Scherz!� lachte sie pl�tzlich.</p><p>�Und doch tr�gst du den Sklavenkragen und bist gefesselt�, sagte ich.</p><p>�Du beh�ltst mich zun�chst als Geisel�, sagte sie. �Das ist alles.�</p><p>�Und dann?�</p><p>�Dann wirst du mich freilassen.�</p><p>Wieder stie� ich sie weiter.</p><p>�Wohin gehen wir?�</p><p>�Ins Lager des Tenalion!�</p><p>�Du kannst mich nicht verkaufen!� schluchzte sie. �Ich bin keine Sklavin!�</p><p>�Wir haben schlimme Zeiten, Lady Florence�, antwortete ich. �Weitergehen!�</p><p>Pl�tzlich machte sie kehrt und kniete schluchzend im Gras vor mir. �Bring mich nach Vonda zu zur�ck!� bat sie. �Ich werde dir eine andere Frau beschaffen, die wirklich Sklavin ist.�</p><p>�Meinst du, du k�nntest eine finden, die deinen Platz einnimmt?�</p><p>�Ja, ja!� rief sie eifrig.</p><p>�Es gab da einmal ein M�dchen, das mich interessiert h�tte�, sagte ich. �Anscheinend geh�rte sie zu deinen Sklavinnen.�</p><p>�Ja?� fragte sie begierig.</p><p>�Du lie�est sie mir netterweise in den dunklen Tunnel schicken. Soweit ich mich erinnere, hatte sie noch keinen Namen, sondern wurde �neue Sklavin� genannt.�</p><p>Sie erbleichte.</p><p>�Sie machte sich sehr gut in meinen Armen und war h�bsch unterw�rfig und sinnesfreudig�, fuhr ich fort.</p><p>Lady Florence musterte mich aufgebracht.</p><p>�Sie war eine echte Sklavin, meinst du nicht auch?� fragte ich weiter.</p><p>�Ja�, antwortete sie �rgerlich.</p><p>�Glaubst du, du k�nntest sie mir besorgen?�</p><p>�Nein, das geht nicht.�</p><p>�Und warum nicht?�</p><p>�Ich habe sie verkauft!�</p><p>�Das kann nicht stimmen � hier schau! Dieses Haar ri� ich vor einigen Tagen dem M�dchen im Tunnel aus, der �neuen Sklavin�. Nun schau dir dein eigenes Haar an � schau dir an, wie gro� die �bereinstimmung ist. Du warst das M�dchen im Tunnel!�</p><p>Sie schaute mich bedr�ckt an.</p><p>�Sei gegr��t�, sagte ich, �neue Sklavin.�</p><p>�Sei gegr��t�, antwortete sie angstvoll.</p><p>�Sei gegr��t � was?�</p><p>�Sei gegr��t � Herr�, antwortete sie. �Aber ich habe doch wirklich nur so getan, als w�re ich Sklavin!� sagte sie weinend.</p><p>�Diese Einbildung wird dir im Lager des Tenalion abrupt ausgetrieben werden�, sagte ich, �wenn das Brandeisen deinen Schenkel ber�hrt, wenn sich Tenalions Sklavenkragen um deinen Hals schlie�t!�
 Wir lagen zusammen auf dem weichen Boden, auf einem Bett aus Laub, im Schutze einer kleinen Baumgruppe auf einer weiten Wiese. Auf dem R�cken liegend, starrte ich durch das Gewirr der �ste zu den goreanischen Monden auf. Die Sterne strahlten am schwarzen Himmel. Zum wiederholten Male pre�te sie sich an mich.</p><p>�Morgen�, fl�sterte sie zuversichtlich, �wirst du mich auf meinen Besitz zur�ckbringen und freilassen.�</p><p>�Nein�, antwortete ich.</p><p>�Du kannst mich doch nicht ernsthaft verkaufen wollen�, fuhr sie fort. �Das ist ja Wahnsinn.�</p><p>�Mit Wahnsinn hat das nichts zu tun�, antwortete ich. �Du wirst Gegenstand einer einfachen gesch�ftlichen Transaktion sein.�</p><p>�Nach allem, was ich gestern und heute nacht f�r dich getan habe�, flehte sie schluchzend, �kannst du mich unm�glich verkaufen! Ich habe f�r dich alles getan, was auch eine Sklavin tun w�rde!�</p><p>Ich zog sie an der Fessel zu mir, und sie begann zu st�hnen. Dann drehte ich sie auf den R�cken und legte ihr die Hand unter das Kinn. Ich k��te sie auf die vollen Lippen. �Und du wirst es wieder tun�, fl�sterte ich.
 Sie lag zuckend und st�hnend in meinen Armen. Begierig reckte sie mir ihren K�rper entgegen.</p><p>�Du wirst deinen k�nftigen Herren eine hei�e Sklavin sein�, sagte ich.</p><p>�Ich trage Fesseln�, sagte sie. �Ich mu� gehorchen.�</p><p>�Dein Zustand ist der einer Sklavin�, sagte ich. �Das geht �ber die Tatsache der Fesselung mit Schn�ren und Sklavenkragen weit hinaus.�</p><p>�H�r nicht auf, mich zu ber�hren!� flehte sie und pre�te sich an mich.</p><p>�Du bist gro�artig, Lady Florence�, sagte ich.</p><p>�Ich will � ich will ��, fl�sterte sie entsetzt.</p><p>�Ja?�</p><p>�Ich m�chte schreien wie eine unterworfene Sklavin!�</p><p>�Dann tu es!�</p><p>�Ich bin Sklavin!� schluchzte sie. �Ich gebe es zu!� Dann lag sie erschaudernd in meinen Armen, und ich vermochte sie kaum noch zu halten, und sie weinte und schluchzte freudvoll.</p><p>�Danke, Herr�, fl�sterte sie schlie�lich. �Ich bin Sklavin, nicht wahr?� fragte sie.</p><p>�Ja.�</p><p>�Das habe ich immer bef�rchtet.�</p><p>�Es ist nichts, was man f�rchten mu߫, gab ich zur�ck. �F�rchten mu�t du vielmehr den eigentlichen Zustand der Unterwerfung und jene, die deine Herren sein werden.�</p></section><section><title><p>25</p></title><p>�Dort�, sagte ich. �Das ist es.� Ich deutete auf das Blau und Gelb der fernen Zelte, die in einem flachen Tal sichtbar wurden, etwa einen halben Pasang von der S�dstra�e entfernt. Daneben standen K�fige und von Palisadenz�une umschlossene Gehege und Sklavenwagen. Am sp�ten Vormittag hatten wir uns bei einem m�rrischen Bewaffneten nach dem Weg erkundigt. Er f�hrte zwei gefesselte M�dchen in die Richtung, die auch wir eingeschlagen hatten. Wenig sp�ter war ein Tarnflieger �ber uns dahingehuscht, vier Sklavinnen an den Sattelringen. Nun standen wir auf einem H�gelkamm im Schatten mehrerer Ka-la-na-B�ume. �Das Lager Tenalions.�</p><p>�Ja, Herr�, erwiderte sie.</p><p>Ich blieb einen Moment lang stehen und lie� die Szene auf mich wirken.</p><p>�Glaubst du, ich werde eine gute Sklavin abgeben, Herr?� fragte sie.</p><p>�Ja.�</p><p>�Glaubst du, ich werde einen guten Preis erbringen?�</p><p>�Du bist eine freie Frau und noch untrainiert.�</p><p>Sie warf den Kopf in den Nacken. �O doch, ich werde einen guten Preis erzielen. Daf�r werden schon die M�nner aus Vonda sorgen, die Freier, die ich fr�her abgewiesen habe.�</p><p>Ich lachte sie aus.</p><p>�Ich will versuchen, meinen Herren zu gefallen�, fl�sterte sie.</p><p>�Komm, es wird Zeit, das Lager aufzusuchen.�</p><p>Wir betraten das Lager des Tenalion.</p><p>Hier und dort gingen Sklavinnen ihren Pflichten nach; sie trugen kurze Tuniken und Metallkragen. Sie betrachteten Lady Florence, die in meiner Begleitung war, als neues M�dchen. Beim Eintritt mu�ten wir zwei W�chter passieren, die ihr bewundernde Blicke zuwarfen. Dies ermutigte mich. Es waren Helfer eines Sklavenh�ndlers, die bei den meisten M�dchen im Lager freie Wahl hatten. �Hier entlang�, sagte ich zu Lady Florence und f�hrte sie in die Mitte des Lagers. Ich roch ein Feuer, in dem vermutlich die Brandeisen hei�gemacht wurden. Ich sah M�dchen in K�figen und Gehegen. Ich sah zwei Krieger aus feindlichen Lagern: einer kam aus Ar, der andere aus Cos. Sie unterhielten sich �ber irgend etwas. Im Lager des Tenalion herrschte Waffenstillstand. An einer anderen Stelle wurden M�dchen auf einen Sklavenwagen geladen und mit einer Plane abgesichert. Ein anderer Wagen, leer, n�herte sich dem Lager.</p><p>�Stell dich hinten an�, sagte ein Helfer des Sklavenh�ndlers vor der Ankaufsplattform.</p><p>Ich reihte mich ein und hielt Lady Florence neben mir fest.</p><p>Wir h�rten ein M�dchen schreien, das von einem Brandeisen ber�hrt wurde. �Ein guter Fang�, sagte der Mann vor mir und deutete mit der Kopfbewegung auf Lady Florence.</p><p>�Nicht uninteressant�, sagte ich und betrachtete die wohlgerundete dunkelhaarige Sch�nheit, die neben ihm kniete. �Hervorragend�, lobte ich.</p><p>�Du da!� sagte eine Stimme. Ein Sklavenhelfer n�herte sich. Hinter ihm sah ich Tenalion auf der Ankaufplattform sitzen. Er unterbrach seine T�tigkeit und schaute mich an.</p><p>�Du bist Jason, der Kampfsklave, nicht wahr?� fragte der Mann, der vor mir stehengeblieben war. Sein Oberk�rper war nackt, wie der Tenalions. Er trug ein blaugelbes Armband. In der rechten Hand hielt er eine zusammengerollte Peitsche. Ich erkannte ihn. Es war Ronald. Er hatte seinen Arbeitgeber in das Haus der Lady Florence begleitet.</p><p>�Ich bin Jason, der freie Mann�, antwortete ich.</p><p>�Jason!� rief Tenalion von der Plattform. �Bring deinen Fang herauf!�</p><p>Ich trat vor und zerrte Lady Florence mit. Gleich darauf stand sie zitternd auf der Plattform.</p><p>�Du bist jetzt frei, Jason?� fragte Tenalion.</p><p>�Ja�, sagte ich. Ich war vor der Plattform stehengeblieben.</p><p>Tenalion wandte sich einer dunkelhaarigen Frau zu, die mit gesenktem Kopf vor ihm gestanden hatte, und stie� sie fort. �Zehn Kupfer-Tarsks�, sagte er zu einem Schreiber an einem kleinen Tisch im Hintergrund. Der Mann z�hlte die M�nzen ab und gab sie einem Mann, der vor ihm stand.</p><p>Nun wandte sich Tenalion der anderen Frau zu, einer br�netten Sch�nheit, die zu zittern begonnen hatte.</p><p>�Was h�tten wir denn da?� fragte er mich.</p><p>�Eine Frau, wenn du sie kaufen magst�, antwortete ich.</p><p>�Steh gerade!� befahl er und legte ihr die Hand unter das Kinn. �Wie hei�t du?� fragte er.</p><p>�Ich bin Lady Florence aus Vonda�, antwortete sie.</p><p>�Warum bist du in mein Lager gebracht worden?�</p><p>�Um als Sklavin verkauft zu werden�, antwortete sie und musterte ihn mit Tr�nen in den Augen.</p><p>�Was willst du f�r sie haben?� fragte er mich.</p><p>Ich hatte nichts gegen Tenalion, aber ich brauchte Geld und nahm mir vor, einen unm�glichen Preis zu fordern, von dem ich mich dann notfalls noch sehr herunterhandeln lassen konnte. �F�nf Silber-Tarsks�, sagte ich k�hn.</p><p>�Gib ihm zehn!� sagte Tenalion zu seinem Schreiber. �Legst du Wert auf deine Fessel und den Kragen?�</p><p>�Nein.�</p><p>Daraufhin stie� er Lady Florence von der Plattform. Sie wurde von einem seiner Helfer in Empfang genommen und fortgef�hrt. Sie warf mir einen letzten beschw�renden Blick zu und war fort.</p><p>�Was gedenkst du mit soviel Geld anzufangen?� wollte Tenalion von mir wissen.</p><p>�Ich suche ein M�dchen�, antwortete ich. �Ich kannte sie fr�her auf einer fernen Welt, die Erde hei�t.�</p><p>�Eine Sklavin?�</p><p>�Ja�, gab ich zur�ck. �Das arme M�dchen ist in die Sklaverei geraten.�</p><p>�Eine hoffnungslose Aufgabe�, sagte er. �Auf Gor tragen viele M�dchen den Kragen.�</p><p>�Sie hei�t Beverly Henderson�, sagte ich.</p><p>Tenalion l�chelte. Sie konnte inzwischen jeden anderen Namen tragen. Sie mochte �berall sein. Wollte ich sie in jeder Stadt, in jedem Dorf dieses Planeten suchen, in jedem Geb�ude oder Zelt oder Boot? In welchen Winkel mochte sie verschlagen worden sein?</p><p>�Ich rechne nicht mit Schwierigkeiten�, sagte ich. �Ich kenne ihren Besitzer, einen Kaufmann namens Oneander aus deiner Heimatstadt, dem herrlichen Ar.�</p><p>�Einige M�dchen Oneanders befinden sich gerade jetzt in diesem Lager�, sagte er.</p><p>�Vielleicht ist die Gesuchte darunter.�</p><p>�Erdenm�dchen haben wir nicht dabei�, bemerkte er.</p><p>�D�rfte ich sie mir trotzdem ansehen? Und ausfragen?�</p><p>�Selbstverst�ndlich�, sagte er. Er begab sich zu dem Schreiber und sah einige Papiere durch. �Sie sind ausnahmslos in Gehege zwei�, sagte er. �Bezahl ihn!� wies er den Schreiber an. Der Mann reichte mir zehn Silber-Tarsks, eine gewaltige Summe. �Gib mir deine Peitsche�, sagte Tenalion zu seinem Helfer. �Du machst hier weiter.�</p><p>�Die n�chste!� rief der Mann, und ein neues M�dchen betrat die Plattform.</p><p>Ich folgte Tenalion zu einem widerstandsf�hig gebauten Gehege. Ein W�chter �ffnete ihm das Tor, und Tenalion trat ein und lie� die Peitsche ert�nen. Die M�dchen kauerten sich in einer Ecke zusammen.</p><p>�217, 218 und 219�, sagte Tenalion und zeigte mir die M�dchen. �Hierher und niederknien!�</p><p>Drei M�dchen eilten schluchzend herbei und gehorchten.</p><p>�Diese M�dchen kommen von Oneander�, erkl�rte Tenalion. �Sie wurden vor mehreren Tagen in der N�he Vondas verkauft.�</p><p>Ich erkannte sie nicht, aber zweifellos besa� ein Mann wie Oneander viele M�dchen.</p><p>�Warum wurdet ihr verkauft?� fragte ich sie.</p><p>�Das wissen wir nicht�, sagte ein M�dchen bedr�ckt.</p><p>�Oneander ist Salz- und Lederh�ndler. Ich kenne ihn. Er trieb lebhaften Handel mit Vonda. Wie du dir denken kannst, haben seine Gesch�fte in den letzten Monaten sehr gelitten.�</p><p>�Ob er wohl schnell Bargeld ben�tigt hat?�</p><p>�Ich k�nnte es mir denken�, meinte Tenalion.</p><p>�Wo steckt Beverly Henderson?� fragte ich die M�dchen.</p><p>�Wir kennen sie nicht�, antwortete ein M�dchen angstvoll.</p><p>�Die Frau Beverly? Die Sklavin Beverly?�</p><p>�Wir kennen sie nicht.�</p><p>�Sie ist klein und dunkelhaarig und von erlesener Sch�nheit�, fuhr ich fort.</p><p>�Veminia?� fragte eines der M�dchen.</p><p>�Sie kommt von der Erde�, sagte ich.</p><p>�Veminia!� best�tigte ein zweites M�dchen.</p><p>�Ja�, sagte ich.</p><p>�Das M�dchen, das angekettet von einem Markt in Vonda zu uns kam?� fragte die dritte.</p><p>�Das mu� sie sein�, sagte ich. �Wo ist sie?�</p><p>�Wissen wir nicht.�</p><p>Ich stie� einen zornigen Schrei aus, und Tenalion hob die Peitsche.</p><p>�Wir wissen es nicht!� rief das erste M�dchen und kauerte sich zusammen.</p><p>�Ist sie mit euch zusammen verkauft worden?� fragte ich.</p><p>�Nein, Herr!�</p><p>�Wo ist Oneander jetzt?�</p><p>�Das wissen wir nicht!� rief das erste M�dchen weinend. �Bitte peitsche uns nicht aus!�</p><p>�Wo vermutet ihr ihn?�</p><p>�Er wollte nach Ar zur�ckkehren�, sagte das erst M�dchen. �Vielleicht ist er dort.�</p><p>Mein Blick fiel auf Tenalion. �Ich vermute auch, da� er in Ar ist�, antwortete dieser. �Aber genau wei� ich es nicht.�</p><p>�Ich glaube nicht, da� ich die Sklavinnen weiter verh�ren mu߫, sagte ich.</p><p>Tenalion nickte, und wir verlie�en das Gehege.</p><p>�Ich mu� nach Ar�, sagte ich zu dem Sklavenh�ndler, als das Tor hinter uns geschlossen worden war. �Ich nehme an, die Gesuchte h�lt sich in der Stadt auf.�</p><p>�Mag sein�, sagte Tenalion.</p><p>Ich nickte. Mi� Henderson war Sklavin. Es war nat�rlich m�glich, da� sie verkauft worden war, einfach nur so. Sie konnte �berall sein.</p><p>�Wir kehren in etwa zwei Monaten nach Ar zur�ck�, sagte Tenalion.</p><p>�Wie meinst du das?� fragte ich.</p><p>�La� die Sklavin unterdessen, wo sie ist�, fuhr Tenalion fort und l�chelte. �An dieser oder jener Sklavenkette wird sie zweifellos Sicherheit finden.�</p><p>�Ich verstehe nicht, was du meinst.�</p><p>�Du bist ein kr�ftiger Bursche, Jason�, fuhr Tenalion fort. �Ich habe von dir geh�rt. Du hast sogar den ber�hmten Kampfsklaven Krondar besiegt. Ich k�nnte einen Mann wie dich gebrauchen. Bleib hier bei mir im Lager. Ich zahle gut. Au�erdem h�ttest du unter den meisten Frauen hier deine freie Auswahl.�</p><p>�Tenalion ist gro�z�gig�, antwortete ich, �und ich bin dir wirklich dankbar. Aber ich m�chte so schnell wie m�glich nach Ar aufbrechen.�</p><p>�Bist du wirklich so begierig, diese Frau nackt und angekettet zu deinen F��en zu sehen?� fragte Tenalion.</p><p>Ich l�chelte. Es erschien absurd, sich Mi� Henderson so vorzustellen. Und doch war sie sehr attraktiv. Als Sklavin w�rde sie sich bestimmt nicht �bel machen.</p><p>�Ich mu� aufbrechen�, sagte ich.</p><p>�Es h�lt sich ein Tarnk�mpfer im Lager auf�, sagte Tenalion. �Er hei�t Andar und wird bald nach Ar aufbrechen. Er ist scharf auf Geld. Zweifellos lie�e er sich f�r einen Silber-Tarsk �berreden, dich nach Ar mitzunehmen.�</p><p>�Vielen Dank, Tenalion�, sagte ich.</p><p>�In drei Tagen�, fuhr er fort, �wirst du in Ar sein.�</p><p>�Ich bin dir dankbar.�</p><p>In diesem Moment gellte der Schrei einer Frau auf, die gebrandet wurde.</p><p>�Ist das Lady Florence?� fragte ich.</p><p>�Noch nicht�, antwortete er. �Es sind noch mehrere vor ihr an der Reihe. Hier mu� sie warten, bis es soweit ist. Hier ist sie ein M�dchen unter vielen.� Er musterte mich. �M�chtest du zusehen, wie sie gebrandet und versklavt wird?�</p><p>�Nein�, antwortete ich, �sie ist nur ein M�dchen unter vielen.�</p></section></body><binary id="cover" 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