<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Roger</first-name><last-name>Zelazny</last-name></author><book-title>Die Gewehre von Avalon</book-title><date>1977</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Thomas</first-name><last-name>Schl�ck</last-name></translator><sequence name="Amber-Zyklus" number="2"/></title-info><src-title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Roger</first-name><last-name>Zelazny</last-name></author><book-title>The Guns of Avalon</book-title><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>N/A</nickname></author><date>2015</date><src-ocr/><id>6D6E5A3D-DE7E-4210-9F82-58244B111966</id><version>1.0</version><program-used>fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used></document-info></description><body><title><p>Roger Zelazny</p><p>Die Gewehre von Avalon</p></title><section><title><p>1</p></title><p>Ich stand am Ufer an der K�ste und sagte: �Leb wohl, <emphasis>Schmetterling!�</emphasis>, und das Schiff wendete langsam und glitt wieder ins tiefe Wasser hinaus. Ich wu�te, da� es an den Steg des Leuchtturms von Cabra zur�ckkehren w�rde, denn jener Ort lag den Schatten nahe.</p><p>Als ich mich abwandte, fiel mein Blick auf die schwarze Linie der B�ume in der N�he. Mir war klar, da� mich ein langer Marsch erwartete. Ich setzte mich in diese Richtung in Bewegung und nahm dabei die notwendigen Anpassungen vor. N�chtliche K�hle lag �ber dem stummen Wald, und das war gut.</p><p>Ich hatte etwa f�nfzig Pfund Untergewicht und konnte von Zeit zu Zeit nicht richtig sehen, doch mein Zustand besserte sich allm�hlich. Ich war mit der Hilfe des verr�ckten Dworkin den Verliesen Ambers entkommen und hatte mich in Gesellschaft des trinkfesten Jopin wieder etwas erholt. Jetzt mu�te ich mir einen Ort zum Verweilen suchen, einen Ort, der einem anderen Ort �hnlich war � einem Ort, den es nicht mehr gab. Ich machte den richtigen Weg ausfindig. Ich schlug ihn ein.</p><p>Kurze Zeit sp�ter verweilte ich an einem gro�en Hohlbaum, mit dessen Vorhandensein ich gerechnet hatte. Ich griff hinein, nahm meine versilberte Klinge heraus und g�rtete sie um. Es z�hlte nicht, da� sich die Waffe irgendwo in Amber befunden hatte � jetzt war sie hier, denn der Wald, durch den ich schritt, befand sich in den Schatten.</p><p>Ich wanderte mehrere Stunden lang dahin; die unsichtbare Sonne stand dabei irgendwo links hinter mir. Dann ruhte ich mich eine Zeitlang aus und marschierte weiter. Ein h�bscher Anblick, die Bl�tter und Felsen und die toten Baumst�mpfe, die lebenden St�mme, das Gras, die dunkle Erde. Es war angenehm, all die zarten Ger�che des Lebens aufzunehmen und sein Summen, Surren und Zwitschern zu h�ren. Bei den G�ttern! Wie teuer mir meine Augen waren? Nach fast vierj�hriger Blindheit wieder sehen zu k�nnen, war einfach unbeschreiblich! Und mich in Freiheit zu bewegen . . .</p><p>Mein zerschlissener Umhang flatterte im Morgenwind, w�hrend ich t�chtig ausschritt. Ich mu� �ber f�nfzig Jahre alt ausgesehen haben, mit meinem faltigen Gesicht, dem abgemagerten, d�rren K�rper. Wer h�tte in mir den Mann erkannt, der ich wirklich war?</p><p>Meine Schritte f�hrten mich durch die Schatten, auf einen Ort zu. Doch so sehr ich die F��e bewegte, so sehr ich durch die Schatten schritt, einem bestimmten Ort entgegen � ich erreichte dieses Ziel nicht. Offenbar war ich doch etwas weichherzig geworden. Es geschah das folgende . . .</p><empty-line/><p>Ich stie� auf sieben M�nner am Stra�enrand. Sechs waren tot, grausig zerst�ckelt. Der siebente lehnte halb zur�ckgeneigt mit dem R�cken am moosbedeckten Stamm einer alten Eiche. Er hielt die Klinge im Scho�, und an seiner rechten Flanke schimmerte eine gro�e Wunde, aus der Blut str�mte. Im Gegensatz zu etlichen Toten trug er keine R�stung. Seine grauen Augen waren offen, wirkten allerdings ziemlich glasig. Die Kn�chel seiner Schwerthand waren auf geschunden, und er atmete nur sehr langsam. Unter buschigen Brauen hervor beobachtete er die Kr�hen, die den Toten die Augen aushackten. Mich schien er nicht wahrzunehmen.</p><p>Ich streifte die Kapuze �ber und senkte den Kopf, um mein Gesicht zu verbergen. Dann trat ich n�her.</p><p>Ich hatte ihn fr�her einmal gekannt � ihn oder einen Mann, der ihm sehr �hnlich war.</p><p>Als ich mich n�herte, begann seine Klinge zu zucken; die Spitze wurde gehoben.</p><p>�Ich bin ein Freund�, sagte ich beg�tigend. �M�chtet Ihr einen Schluck Wasser?�</p><p>Er z�gerte einen Augenblick lang und nickte dann.</p><p>�Ja.�</p><p>Ich �ffnete meine Flasche und reichte sie ihm.</p><p>Er trank und hustete, setzte die Flasche erneut an.</p><p>�Sir, ich danke Euch�, sagte er und gab mir die Flasche zur�ck. �Ich bedaure nur, da� das Getr�nk nicht kr�ftiger war. Verdammte Wunde!�</p><p>�Auch damit bin ich versorgt. Seid Ihr sicher, da� Ihr so etwas vertragt?�</p><p>Er streckte die Hand aus. Ich entkorkte eine kleine Flasche und reichte sie ihm. Nach einem Schluck von dem Zeug, das Jopin immer trinkt, hustete er etwa zwanzig Sekunden lang.</p><p>Dann l�chelte die linke Seite seines Mundes, und er blinzelte mir zu.</p><p>�Das ist schon viel besser�, sagte er. �H�ttet Ihr etwas dagegen, wenn ich ein paar Tropfen davon auf die Wunde sch�tte? Ich verschwende ungern guten Whisky, aber . . .�</p><p>�Nehmt alles, wenn Ihr m��t. Doch wenn ich es mir recht �berlege � Eure Hand scheint ziemlich zittrig zu sein. Vielleicht sollte ich das lieber besorgen.�</p><p>Er nickte, und ich �ffnete seine Lederjacke und schnitt mit dem Messer sein Hemd auf, bis ich die Wunde freigelegt hatte. Es war ein b�se aussehender tiefer Schnitt, der sich einige Zentimeter �ber dem H�ftknochen bis zum R�cken herumzog. An Armen, Brust und Schultern hatte er weitere, weniger schlimme Verwundungen erlitten.</p><p>Aus der gro�en �ffnung quoll das Blut, ich tupfte es ab und wischte mit meinem Taschentuch die Wundr�nder sauber.</p><p>�Gut�, sagte ich. �Jetzt bei�t die Z�hne zusammen und wendet den Blick ab.� Ich lie� den Whisky herabtropfen.</p><p>Ein gewaltiger Ruck ging durch seinen K�rper, dann sank er herab und begann zu zittern. Doch kein Laut kam �ber seine Lippen, womit ich auch nicht gerechnet hatte. Ich faltete das Taschentuch zusammen und dr�ckte es mitten auf die Wunde. Dort band ich es mit einem langen Stoffstreifen fest, den ich mir unten von meinem Umhang abgerissen hatte.</p><p>�Noch einen Schluck?� fragte ich.</p><p>�Wasser�, sagte er. �Dann mu� ich wohl schlafen.�</p><p>Er trank, dann neigte sich sein Kopf nach vorn, bis das Kinn auf der Brust ruhte. Er schlief ein, und ich machte ihm ein Kissen und bedeckte ihn mit den M�nteln der Toten.</p><p>Schlie�lich sa� ich an seiner Seite und beobachtete die h�bschen schwarzen V�gel bei ihrem grausigen Mahl.</p><empty-line/><p>Er hatte mich nicht erkannt. Aber wer konnte mich in meinem Zustand schon erkennen? H�tte ich mich ihm offenbart, w�re ihm mein Name vielleicht bekannt vorgekommen. Wir hatten uns wohl nie richtig kennengelernt, dieser Verwundete und ich. Doch auf eine seltsame Weise waren wir doch miteinander vertraut.</p><p>Ich schritt durch die Schatten und suchte einen Ort, einen ganz besonderen Ort. Dieser Ort war vor langer Zeit zerst�rt worden, doch ich besa� die Macht, ihn wiedererstehen zu lassen, denn Amber strahlt eine Unendlichkeit von Schatten aus. Ein Kind Ambers � und das bin ich � kann sich zwischen den Schatten bewegen. Nennen Sie sie Parallelwelten, wenn Sie wollen, Alternativuniversen, wenn Ihnen das lieber ist, Produkte eines verwirrten Geistes, wenn Ihnen der Sinn danach steht. Ich nenne sie Schatten, ich und auch alle anderen, die die Macht besitzen, sich inmitten dieser Erscheinungen zu bewegen. Wir erw�hlen eine M�glichkeit und schreiten aus, bis wir sie erreichen. Auf gewisse Weise erschaffen wir sie. Lassen wir es f�r den Augenblick dabei bewenden.</p><p>Ich war �ber das Meer gefahren und hatte meinen Marsch nach Avalon begonnen.</p><p>Vor vielen Jahrhunderten hatte ich dort gelebt. Das ist eine lange, komplizierte, stolze und schmerzhafte Geschichte, auf die ich sp�ter vielleicht noch eingehe � wenn ich in der Lage sein sollte, meinen Bericht solange fortzusetzen.</p><p>Ich befand mich bereits in der N�he Avalons, als ich den verwundeten Ritter und die sechs Toten fand. W�re ich vorbeigegangen, h�tte ich einen Ort erlangen k�nnen, da die sechs Toten am Stra�enrand lagen und der Ritter unverwundet gewesen w�re � oder eine Stelle, da er tot war und sie lachend um ihn herumstanden. Manche Leute sind der Meinung, da� es darauf eigentlich gar nicht ankomme, da es sich bei all diesen Dingen nur um verschiedene M�glichkeiten handelte und es sie deshalb ausnahmslos irgendwo in den Schatten gibt.</p><p>Meine Br�der und Schwestern � ausgenommen vielleicht G�rard und Benedict � h�tten sich nicht weiter um den Vorfall gek�mmert. Ich aber bin wohl etwas weich geraten. So war ich nicht immer, doch es kann sein, da� mich die Schatten-Erde, auf der ich so viele Jahre verbracht habe, ein wenig gem��igt hat, und vielleicht erinnerte mich die Zeit in den Verliesen Ambers doch etwas an die schreckliche Pein menschlichen Leidens. Ich wei� es nicht. Ich wei� nur, da� ich nicht an der Qual eines Mannes achtlos vorbeigehen konnte, der gro�e �hnlichkeit hatte mit einem guten Freund aus der Vergangenheit. H�tte ich dem Verwundeten meinen Namen ins Ohr gesagt, h�tte er mich vielleicht verflucht; auf jeden Fall w�re mir eine Leidensgeschichte zu Ohren gekommen.</p><p>Folglich gedachte ich den Preis zu zahlen: ich wollte ihn wieder hochp�ppeln, dann aber meines Weges ziehen. Damit war kein Schaden anzurichten, und vielleicht wurde sogar etwas Gutes getan.</p><p>Ich sa� am Stra�enrand und beobachtete ihn, und mehrere Stunden sp�ter erwachte er.</p><p>�Hallo�, sagte ich und �ffnete meine Wasserflasche. �Noch etwas zu trinken?�</p><p>�Vielen Dank.� Er streckte die Hand aus.</p><p>Ich sah ihm beim Trinken zu, und als er mir die Flasche zur�ckgab, sagte er: �Entschuldigt, da� ich mich nicht vorgestellt habe. Das war kein gutes Benehmen . . .�</p><p>�Ich kenne Euch�, sagte ich. �Nennt mich Corey.�</p><p>Er sah mich an, als wolle er fragen: �Corey von Woher?�, doch er �berlegte es sich anders und nickte.</p><p>�Sehr wohl, Sir Corey�, sagte er. �Ich m�chte Euch danken.�</p><p>�Mein Dank ist die Tatsache, da� Ihr schon besser ausseht�, sagte ich. �M�chtet Ihr etwas zu essen?�</p><p>�Ja, bitte.�</p><p>�Ich habe Trockenfleisch dabei und auch Brot, das nicht mehr ganz frisch ist�, sagte ich. �Au�erdem ein gro�es St�ck K�se. E�t nach Belieben.�</p><p>Ich reichte ihm die Nahrungsmittel, und er griff zu.</p><p>�Was ist mit Euch, Sir Corey?� fragte er.</p><p>�Ich habe gegessen, w�hrend Ihr schlieft.�</p><p>Vielsagend sah ich mich um. Er l�chelte.</p><p>�. . . Und Ihr habt die sechs allein erledigt?� fragte ich.</p><p>Er nickte.</p><p>�Ein gro�artiger Kampf. Was soll ich jetzt mit Euch machen?�</p><p>Er versuchte mir ins Gesicht zu schauen, was ihm aber nicht gelang.</p><p>�Ich verstehe nicht, was Ihr meint�, sagte er.</p><p>�Wohin wolltet Ihr?�</p><p>�Ich habe Freunde�, sagte er, �etwa f�nf Meilen im Norden. Ich war dorthin unterwegs, als diese Sache passierte. Ich bezweifle sehr, ob mich ein Mensch, und sei er der Teufel selbst, auch nur eine Meile weit auf dem R�cken schleppen k�nnte. Und k�nnte ich stehen, Sir Corey, verm�chtet Ihr besser zu erkennen, wie gro� ich eigentlich bin.�</p><p>Ich stand auf, zog meine Klinge und hieb mit einem Streich einen jungen Baum um, dessen Stamm etwa zwei Zoll durchma�. Ich hackte �ste und Rinde ab und schnitt die Stange auf die richtige L�nge zurecht. Dann schnitt ich eine zweite und flocht aus den G�rteln und M�nteln der Toten eine Art Bahre.</p><p>Er sah mir zu, bis ich fertig war. Dann bemerkte er: �Ihr f�hrt eine gef�hrliche Klinge, Sir Corey � und offenbar eine silberne, wenn ich mich nicht t�usche . . .�</p><p>�Haltet Ihr einen Transport aus?� fragte ich.</p><p>F�nf Meilen sind in dieser Welt etwa f�nfundzwanzig Kilometer.</p><p>�Was geschieht mit den Toten?� wollte er wissen.</p><p>�Wollt Ihr ihnen etwa ein anst�ndiges christliches Begr�bnis verschaffen?� fragte ich. �Zum Teufel mit ihnen! Die Natur sorgt f�r sie. Wir sollten hier verschwinden. Die Kerle stinken ja schon.�</p><p>�Ich h�tte es gern, wenn wir sie zumindest bedeckten. Sie haben gut gek�mpft.�</p><p>Ich seufzte.</p><p>�Also gut, wenn Ihr dann besser schlafen k�nnt. Ich habe keinen Spaten und mu� ihnen daher ein Felsengrab bauen. Das Begr�bnis wird sich allerdings nur einfach gestalten.�</p><p>�Einverstanden�, sagte er.</p><p>Ich legte die sechs Leichen nebeneinander. Ich h�rte ihn etwas murmeln, vermutlich ein Gebet f�r die Toten.</p><p>Dann zog ich einen Ring aus Steinen um die reglosen Gestalten. Es gab gen�gend Felsbrocken in der N�he. Ich suchte mir die gr��ten Steine aus, damit ich schneller vorankam. Und das war ein Fehler. Einer der Steine mu� gut dreihundert Pfund gewogen haben, und ich verzichtete darauf, ihn zu rollen. Ich stemmte ihn vom Boden hoch und setzte ihn ab.</p><p>Ich h�rte ein erstauntes Schnaufen aus seiner Richtung und machte mir klar, da� ihm das Gewicht meiner Last nicht entgangen war.</p><p>Sofort fluchte ich los.</p><p>�H�tte mich fast verhoben!� sagte ich und achtete darauf, da� ich nur noch nach kleineren Steinen griff.</p><p>�Also gut�, sagte ich, als ich fertig war. �Seid Ihr bereit?�</p><p>�Ja.�</p><p>Ich nahm ihn auf die Arme und setzte ihn auf die Bahre. Dabei bi� er die Z�hne zusammen.</p><p>�Wohin?� fragte ich.</p><p>Er machte eine Handbewegung.</p><p>�Zur�ck auf den Weg. Folgt ihm bis zur Gabelung. Dort geht rechts. Wie wollt Ihr denn �berhaupt . . .?�</p><p>Ich nahm die Bahre in die Arme und hielt ihn wie einen S�ugling in einer Wiege. Dann machte ich kehrt und ging auf den Weg zu.</p><p>�Corey?�</p><p>�Ja?�</p><p>�Ihr seid einer der kr�ftigsten M�nner, die ich je gesehen habe � und mir will scheinen, da� ich Euch kenne.�</p><p>Ich antwortete nicht sofort. Dann sagte ich: �Ich versuche eben in Form zu bleiben. Ein vern�nftiges Leben, ein bi�chen Bewegung � und so weiter.�</p><p>�. . . Eure Stimme kommt mir auch ziemlich bekannt vor.�</p><p>Er starrte nach oben, versuchte noch immer mein Gesicht zu erkennen.</p><p>Ich wollte so schnell wie m�glich das Thema wechseln.</p><p>�Wer sind die Freunde, zu denen ich Euch bringe?�</p><p>�Unser Ziel ist die Burg von Ganelon.�</p><p>�Dieser falsche Jakob!� sagte ich und h�tte meine Last beinahe fallen gelassen.</p><p>�Ich verstehe zwar den Ausdruck nicht, den Ihr gebraucht habt, doch es scheint sich um eine Beschimpfung zu handeln�, erwiderte er. �Jedenfalls nach Eurem Tonfall zu urteilen. Wenn das der Fall ist, mu� ich zu seiner Verteidigung eintreten . . .�</p><p>�Moment�, sagte ich. �Ich habe das Gef�hl, da� wir �ber verschiedene M�nner sprechen, die nur denselben Namen tragen. Tut mir leid.�</p><p>Durch die Bahre sp�rte ich, wie sich eine gewisse Anspannung verfl�chtigte.</p><p>�Das ist zweifellos der Fall�, sagte er.</p><p>Ich trug ihn vor mir her, bis wir den Weg erreichten, und dort wandte ich mich nach links.</p><p>Nach kurzer Zeit schlief er wieder ein, und w�hrend er schnarchte, bewegte ich mich im Trab dahin und wandte mich an der Weggabelung nach rechts, wie er gesagt hatte. Ich begann mir Gedanken zu machen �ber die sechs Burschen, die ihn angefallen und fast besiegt hatten. Ich hoffte, da� sich nicht noch Freunde von ihnen in der Gegend herumtrieben.</p><p>Als sich sein Atemrhythmus ver�nderte, ging ich wieder langsamer.</p><p>�Ich habe geschlafen�, sagte er.</p><p>�. . . und geschnarcht�, f�gte ich hinzu.</p><p>�Wie weit habt Ihr mich getragen?�</p><p>�Etwa zwei Meilen, w�rde ich sch�tzen.�</p><p>�Und Ihr seid noch nicht m�de?�</p><p>�Ein bi�chen�, sagte ich, �aber es ist noch nicht so schlimm, da� ich ausruhen m��te.�</p><p><emphasis>�Mon Dieu!�</emphasis> sagte er. �Ich bin froh, da� ich Euch nie zum Feind gehabt habe. Seid Ihr sicher, da� Ihr nicht der Teufel seid?�</p><p>�O ja, ganz sicher�, erwiderte ich. �Riecht Ihr nicht den Schwefel? Und mein rechter Huf brennt wie verr�ckt.�</p><p>Er schn�ffelte tats�chlich ein paarmal durch die Nase, bevor er zu lachen begann, was mich doch etwas kr�nkte.</p><p>In Wirklichkeit hatten wir nach meiner Berechnung bereits �ber vier Meilen zur�ckgelegt. Ich hoffte, da� er wieder einschlafen w�rde und sich �ber die Entfernungen keine weiteren Gedanken machte. Meine Arme begannen zu schmerzen.</p><p>�Was waren das f�r M�nner, die Ihr umgebracht habt?� fragte ich.</p><p>�W�chter des Kreises�, erwiderte er. �Aber es waren keine M�nner mehr, sondern Besessene. Betet zu Gott, Sir Corey, da� ihre Seelen in Frieden ruhen.�</p><p>�W�chter des Kreises?� fragte ich. �Was f�r ein Kreis ist das?�</p><p>�Der schwarze Kreis � der Ort der Schlechtigkeit, ein Ort voller widerlicher Ungeheuer . . .� Er atmete tief ein. �Der Quell der Krankheit, die auf diesem Land liegt.�</p><p>�Mir scheint die Gegend nicht besonders krank zu sein�, sagte ich.</p><p>�Wir sind fern von jenem Ort, und Ganelons Macht ist f�r die Eindringlinge noch zu gro�. Doch der Kreis breitet sich aus. Ich sp�re, da� die entscheidende Schlacht eines Tages hier ausgetragen wird.�</p><p>�Ihr habt meine Neugier geweckt.�</p><p>�Sir Corey, wenn Ihr nichts davon wi�t, w�re es besser f�r Euch, wenn Ihr meine Worte schnell wieder verge�t, um den Kreis einen Bogen macht und Eures Weges zieht. Zwar t�te ich nichts lieber, als an Eurer Seite zu fechten, doch dies ist nicht Euer Kampf � und wer vermag zu sagen, wie die Auseinandersetzung endet?�</p><p>Der Weg begann sich hangaufw�rts zu winden. Durch eine L�cke zwischen den B�umen sah ich pl�tzlich eine ferne Erscheinung, die mich stocken lie� und meine Erinnerung auf einen anderen �hnlichen Ort richtete.</p><p>�Was . . .?� fragte mein Sch�tzling und drehte sich um. Dann rief er aus: �Ihr seid ja viel schneller vorangekommen, als ich ahnte! Das ist unser Ziel, die Burg von Ganelon!�</p><p>Und da dachte ich an Ganelon, an <emphasis> einen</emphasis> Ganelon. Ich sehnte diese Gedanken nicht herbei, doch ich konnte nichts dagegen tun. Er war ein gemeiner M�rder und Verr�ter gewesen, und ich hatte ihn vor vielen Jahrhunderten aus Avalon versto�en. Ich hatte ihn durch die Schatten in eine andere Zeit und an einen anderen Ort verbannt, so wie es mein Bruder Eric sp�ter mit mir getan hatte. Ich hoffte, da� ich ihn nicht gerade hier abgesetzt hatte. Das war zwar nicht anzunehmen, doch immerhin m�glich. Zwar war er ein Sterblicher mit begrenzter Lebensspanne, und ich hatte ihn vor etwa sechshundert Jahren aus jenem Reich verbannt, doch schien es m�glich, da� nach den Gegebenheiten dieser Welt erst wenige Jahre vergangen waren. Auch die Zeit ist eine Funktion der Schatten, und selbst Dworkin kannte sich nicht hundertprozentig damit aus. Vielleicht aber doch. Vielleicht war er gerade deswegen wahnsinnig geworden. Das gr��te Problem mit der Zeit ist meiner Erfahrung nach die Notwendigkeit, sie zu durchleben. Jedenfalls hatte ich das Gef�hl, da� dieser Mann nicht mein alter Feind und fr�herer Vertrauter sein konnte, denn <emphasis>der</emphasis> h�tte sich zweifellos keiner Woge der Schlechtigkeit widersetzt, die sich �ber das Land auszubreiten drohte. Jener Mann w�re mitten in den Kreis vorgedrungen und h�tte sich mit den widerlichen Ungeheuern verb�ndet, davon war ich �berzeugt.</p><p>Probleme bereitete mir auch der Mann, den ich in den Armen hielt. Sein Doppelg�nger hatte zur Zeit meines Exilspruchs in Avalon gelebt � und dieser Umstand deutet darauf hin, da� der Zeitsprung so ziemlich stimmen konnte.</p><p>Ich hatte keine Lust, jenem Ganelon gegen�berzutreten, den ich aus fr�herer Zeit kannte, und wom�glich von ihm erkannt zu werden. Er wu�te nichts von den Schatten. Sein Wissen beschr�nkte sich auf die Erkenntnis, da� ich ihn mit Schwarzer Magie beeinflu�t hatte, als Alternative zur Hinrichtung � und obwohl er diese Alternative �berlebt hatte, mochte der Weg f�r ihn schlimmer gewesen sein als der schnelle Tod.</p><p>Doch der Mann in meinen Armen brauchte eine sichere Bettstatt und Ruhe; ich stolperte also weiter. Meine Gedanken kreisten allerdings immer wieder um die gro�e Frage.</p><p>Ich schien etwas an mir zu haben, das dem Verwundeten vage bekannt vorkam. Wenn es an diesem Ort, der Avalon zugleich �hnelte und nicht �hnelte, Erinnerungen an einen Schatten meiner selbst gab � welche Form hatten diese Erinnerungen? Zu welchem Empfang des tats�chlichen Corwin w�rden sie f�hren, sollte meine Identit�t wirklich enth�llt werden?</p><p>Die Sonne begann unterzugehen. Ein k�hler Wind machte sich bemerkbar, Vorbote einer k�hlen Nacht. Da mein Sch�tzling wieder zu schnarchen begonnen hatte, beschlo� ich den Rest der Strecke im Laufschritt zur�ckzulegen. Mir mi�fiel der Gedanke, da� es in diesem Wald nach Einbruch der Dunkelheit von den scheu�lichen Bewohnern eines Kreises wimmeln mochte, von dem ich nichts wu�te, die sich aber von ihrer unangenehmsten Seite zeigten, wenn man sich in diese Gegend verirrte.</p><p>So hastete ich durch die l�nger werdenden Schatten und versuchte das aufsteigende Gef�hl abzusch�tteln, da� ich verfolgt, in einen Hinterhalt gelockt, beobachtet w�rde � bis es nicht mehr ging. Das Gef�hl schwoll zur St�rke einer Vorahnung an, und pl�tzlich vernahm ich die Ger�usche hinter mir � ein leises <emphasis>Pat-pat-pat</emphasis>, wie Schritte.</p><p>Ich setzte die Bahre ab und zog im Umdrehen meine Klinge.</p><p>Sie waren zu zweit � Katzen.</p><p>Ihre Fellzeichnung erinnerte mich an Siamkatzen; die Tiere hatten allerdings die Gr��e von Tigern. Die Augen waren durchgehend hellgelb und zeigten keine Pupillen. Als ich mich umwandte, hockten sich die Gesch�pfe hin und starrten mich ohne zu blinzeln an.</p><p>Sie waren etwa drei�ig Schritte von mir entfernt. Mit erhobener Klinge stand ich seitlich zwischen ihnen und der Bahre.</p><p>Im n�chsten Augenblick �ffnete das Wesen links das Maul. Ich wu�te nicht, ob ich mich auf ein Schnurren oder ein Br�llen gefa�t machen sollte.</p><p>Statt dessen waren Worte zu h�ren: �Mensch, h�chst sterblich�, sagte es. Die Stimme hatte nichts Menschen�hnliches. Sie klang zu schrill.</p><p>�Aber es lebt noch�, sagte das zweite Gesch�pf in einem �hnlichen Tonfall.</p><p>�T�ten wir es hier�, meinte die erste Katze.</p><p>�Was ist mit dem, der es mit der b�sen Klinge bewacht?�</p><p>�Sterblicher Mensch?�</p><p>�Kommt, verschafft euch Gewi�heit�, sagte ich leise.</p><p>�Es ist d�nn und vielleicht alt.�</p><p>�Aber es hat den anderen vom Grab an diesen Ort getragen, schnell und ohne Rast. Wir wollen es umzingeln.�</p><p>Als sich die beiden Gesch�pfe in Bewegung setzten, sprang ich vor, und das Wesen zu meiner Rechten kam auf mich zu.</p><p>Meine Klinge spaltete ihm den Sch�del und bohrte sich bis tief in die Schulter. Als ich meine Waffe freizerrte und kehrtmachte, huschte die andere Katze an mir vorbei. Ihr Ziel war die Bahre. Mit einer heftigen Bewegung schwang ich die Waffe.</p><p>Die Schneide traf den R�cken und fuhr durch den ganzen K�rper. Das Wesen stie� einen Schrei aus, der an das schrille Quietschen von Kreide �ber eine Tafel erinnerte, und st�rzte, in zwei Teile gespalten, zu Boden. Dort begann es augenblicklich zu brennen.</p><p>Das andere Wesen loderte ebenfalls.</p><p>Das Gesch�pf, das ich halbiert hatte, lebte allerdings noch. Der Kopf wandte sich in meine Richtung, und die funkelnden Augen begegneten meinem Blick und lie�en ihn nicht los.</p><p>�Ich sterbe den letzten Tod�, sagte die Kreatur, �und so erkenne ich dich, Wegbereiter. Warum t�test du uns?�</p><p>Und im n�chsten Augenblick h�llten die Flammen auch den Kopf ein.</p><p>Ich machte kehrt, reinigte meine Klinge und steckte sie wieder in die Scheide, nahm die Bahre auf die Arme, ignorierte alle Fragen und setzte meinen Weg fort.</p><p>Eine erste Erkenntnis hatte sich in mir gebildet, eine Erkenntnis dar�ber, was das Ding war, was es gemeint hatte.</p><p>Und noch heute sehe ich den brennenden Katzenkopf zuweilen in meinen Tr�umen, und dann erwache ich schwei�gebadet und zitternd, und die Nacht kommt mir viel dunkler vor und scheint von Gestalten zu wimmeln, die ich nicht zu definieren vermag.</p><empty-line/><p>Die Burg von Ganelon stand im Schutze eines tiefen Grabens und verf�gte �ber eine Zugbr�cke, die im Augenblick angehoben war. An den vier Ecken, wo die hohen Mauern zusammenstie�en, erhob sich je ein gewaltiger Turm. Hinter den Mauern ragten andere T�rme viel h�her empor, schienen den Bauch der tiefh�ngenden dunklen Wolken aufzuschlitzen, welche die ersten fr�hen Sterne verh�llten und pechschwarze Schatten �ber den H�gel warfen. In mehreren T�rmen zeigte sich bereits Licht, und der Wind wehte leises Stimmengemurmel her�ber.</p><p>Ich stand vor der Zugbr�cke, setzte meine Last ab, legte die H�nde um den Mund und rief: �Holla! Ganelon! Zwei Reisende ohne Unterkunft in der Nacht!�</p><p>Ich h�rte Metall auf Stein prallen und hatte das Gef�hl, von oben gemustert zu werden. Mit zusammengekniffenen Augen starrte ich empor, doch mein Sehverm�gen lie� noch viel zu w�nschen �brig.</p><p>�Wer ist da?� t�nte die laute, dr�hnende Stimme.</p><p>�Lance, der verwundet ist, und ich, Corey von Cabra, der ihn hierhergetragen hat.�</p><p>Ich wartete, w�hrend er die Information einem anderen W�chter zurief, und h�rte den Klang anderer Stimmen, die die Botschaft weitergaben ins Innere der Burg.</p><p>Etliche Minuten sp�ter kam auf demselben Wege eine Antwort.</p><p>Schlie�lich br�llte der W�chter zu uns herab: �Tretet zur�ck! Wir lassen die Zugbr�cke hinunter! Ihr d�rft eintreten!�</p><p>Noch ehe er zu Ende gesprochen hatte, begann das laute Knirschen, und nach kurzer Zeit knallte das eisenbeschlagene Gebilde auf unserer Seite des Grabens auf den Boden. Ein letztesmal hob ich meinen Sch�tzling auf und trug ihn hin�ber.</p><p>So brachte ich Sir Lancelot du Lac in die Burg Ganelons, dem ich vertraute wie einem Bruder. N�mlich �berhaupt nicht.</p><empty-line/><p>�berall bewegten sich Menschen, und ich fand mich von Bewaffneten eingekreist. Doch sie strahlten keine Feindseligkeit aus, sondern waren lediglich besorgt. Ich befand mich in einem gro�en kopfsteingepflasterten Innenhof, der voller Schlafs�cke lag. Fackeln verbreiteten ein unruhiges Licht. Ich roch Schwei�, Rauch, Pferde und K�chend�nste. Eine kleine Armee hatte hier ihr Lager aufgeschlagen.</p><p>So mancher Mann war herbeigekommen und hatte mich mit aufgerissenen Augen murmelnd und fl�sternd angestarrt, doch schlie�lich kamen zwei, die voll bewaffnet waren, als wollten sie in den Kampf ziehen. Einer ber�hrte mich an der Schulter.</p><p>�Hier entlang�, sagte er.</p><p>Ich setzte mich in Bewegung, und sie nahmen mich in die Mitte. Der Menschenwall teilte sich. Die Zugbr�cke bewegte sich bereits wieder rasselnd empor. Wir n�herten uns dem d�steren Hauptgeb�ude.</p><p>Drinnen schritten wir durch einen Flur und passierten eine Art Empfangszimmer. Dann erreichten wir eine Treppe. Der Mann zu meiner Rechten bedeutete mir, da� ich emporsteigen solle. Im ersten Stockwerk blieben wir vor einer massiven Holzt�r stehen, und der W�chter klopfte an.</p><p>�Herein!� rief eine Stimme, die mir leider nur allzu bekannt vorkam.</p><p>Wir traten ein.</p><p>Er sa� an einem schweren Holztisch vor einem breiten Fenster, durch das man auf den Hof hinabblicken konnte. Er trug eine braune Lederjacke �ber schwarzem Hemd; die Hosen waren ebenfalls schwarz und bauschten sich �ber den Sch�ften seiner dunklen Stiefel aus. Um die H�ften trug er einen breiten G�rtel, in dem ein Dolch mit Horngriff steckte. Ein Kurzschwert lag auf dem Tisch vor ihm. Sein Haar und Bart waren rot und zeigten erste graue Str�hnen. Die Augen waren dunkel wie Ebenholz.</p><p>Er blickte mich an und wandte sich dann zwei W�chtern zu, die mit der Bahre eintraten.</p><p>�Legt ihn auf mein Bett�, sagte er und fuhr fort: �Roderick, k�mmere dich um ihn.�</p><p>Roderick, sein Arzt, war ein alter Mann, der nicht den Eindruck machte, als k�nne er gro�en Schaden anrichten, was mich doch etwas erleichterte. Ich hatte Lance nicht die weite Strecke getragen, um ihn hier etwa unter den H�nden eines Kurpfuschers verbluten zu lassen.</p><p>Schlie�lich wandte sich Ganelon wieder an mich.</p><p>�Wo habt Ihr ihn gefunden?� fragte er.</p><p>�F�nf Meilen s�dlich von hier.�</p><p>�Wer seid Ihr?�</p><p>�Ich werde Corey genannt�, erwiderte ich.</p><p>Er musterte mich ein wenig zu eingehend, und unter dem Schnurrbart deuteten seine wurm�hnlich zuckenden Lippen ein L�cheln an.</p><p>�Was ist Eure Rolle bei dieser Sache?� wollte er wissen.</p><p>�Ich wei� nicht, was Ihr meint�, entgegnete ich.</p><p>Ich lie� absichtlich die Schultern h�ngen und sprach langsam und stockend. Mein Bart war l�nger als der seine und v�llig verschmutzt. Ich bildete mir ein, da� ich wie ein alter Mann aussehen m��te. Seine Haltung deutete darauf hin, da� er ebenfalls diesen Eindruck hatte.</p><p>�Ich m�chte wissen, warum Ihr ihm geholfen habt�, sagte er.</p><p>�N�chstenliebe und so weiter�, erwiderte ich.</p><p>�Ihr seid Ausl�nder?�</p><p>Ich nickte.</p><p>�Nun, Ihr seid hier willkommen, solange Ihr bleiben m�chtet.�</p><p>�Vielen Dank. Ich werde wahrscheinlich schon morgen weiterziehen.�</p><p>�Zun�chst setzt Euch aber auf ein Glas Wein zu mir und erz�hlt mir von den Umst�nden, unter denen Ihr ihn gefunden habt.�</p><p>Und das tat ich.</p><p>Ganelon unterbrach mich nicht, und die ganze Zeit �ber waren seine stechenden Augen auf mich gerichtet. W�hrend mir der Vergleich �Blicke wie Dolchspitzen� bisher immer recht t�richt vorgekommen war, belehrte mich dieser Abend doch eines anderen. Sein Blick war tats�chlich stechend.</p><p>Ich fragte mich, was er �ber mich wissen mochte oder welche Vermutungen er anstellte.</p><p>Schlie�lich fiel mich urpl�tzlich die M�digkeit an und lie� mich nicht mehr los. Die Anstrengung, der Wein, das warme Zimmer � all diese Dinge wirkten zusammen, und ich hatte pl�tzlich den Eindruck, irgendwo in einer Ecke zu stehen, mir selbst zuzuh�ren und mich zu beobachten, als sei ich ein anderer Mensch. Zwar vermochte ich kurzzeitig schon wieder einiges zu leisten, doch wurde mir klar, da� mein Durchhalteverm�gen noch nicht wieder das alte war. Auch bemerkte ich, da� meine Hand zu zittern begonnen hatte.</p><p>�Es tut mir leid�, h�rte ich mich sagen. �Die M�hen des Tages machen sich bemerkbar . . .�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Ganelon. �Wir unterhalten uns morgen weiter. Geht zu Bett. Schlaft gut.�</p><p>Dann rief er einen W�chter und gab Befehl, mich in einen G�steraum zu f�hren. Ich mu� unterwegs getaumelt haben, denn ich erinnere mich an die st�tzende Hand des W�chters an meinem Ellbogen.</p><p>In jener Nacht schlief ich den Schlaf eines Toten. Es war ein gro�es schwarzes Gebilde, das auf mir lastete, etwa vierzehn Stunden lang.</p><empty-line/><p>Am Morgen tat mir der ganze K�rper weh.</p><p>Ich wusch mich. Auf der Kommode stand ein Becken, und ein aufmerksamer Bediensteter hatte Seife und Handtuch daneben zurechtgelegt. Ich hatte das Gef�hl, S�gemehl im Hals zu haben und Sand in den Augen.</p><p>Ich nahm Platz und �berdachte meine Lage.</p><p>Es hatte einmal eine Zeit gegeben, da ich Lance die ganze Strecke h�tte tragen k�nnen, ohne hinterher schlappzumachen. Es hatte eine Zeit gegeben, da ich mich am Hang Kolvirs emporgek�mpft hatte und ins Zentrum Ambers vorgesto�en war.</p><p>Doch diese Zeiten waren vorbei. Pl�tzlich f�hlte ich mich so mitgenommen, wie es meinem �u�eren entsprach.</p><p>Es mu�te etwas geschehen.</p><p>Ich hatte bisher nur langsam an Gewicht und Kr�ften zugenommen. Das mu�te nun beschleunigt werden.</p><p>Eine oder zwei Wochen vern�nftiges Leben und mit ausreichend Bewegung mochten mir guttun. Ganelon hatte eigentlich nicht den Eindruck gemacht, als ob er mich erkannt h�tte.</p><p>Also gut, dann wollte ich die angebotene Gastfreundschaft ausnutzen.</p><p>Diesen Entschlu� im Herzen suchte ich die K�che auf und verschaffte mir ein herzhaftes Fr�hst�ck. Nun, eigentlich hatten wir bereits die Mittagsstunde, aber wir wollen doch die Dinge beim richtigen Namen nennen. Ich hatte gro�e Lust auf ein Pfeifchen und empfand eine gewisse perverse Freude angesichts der Erkenntnis, da� ich meinen Tabak aufgebraucht hatte. Das Schicksal half mir, meinen guten Vors�tzen treu zu bleiben.</p><p>Ich schlenderte in den Burghof hinaus. Es war ein frischer, sonniger Tag. Eine Zeitlang beobachtete ich die hier stationierten M�nner, die ihr Training absolvierten.</p><p>Am anderen Ende entdeckte ich Bogensch�tzen, die sirrende Pfeile auf Ziele abschossen, welche an Heuballen befestigt waren. Mir fiel auf, da� sie Daumenringe verwendeten und die Bogensaite auf orientalische Art fa�ten, w�hrend ich die Dreifingertechnik vorzog. Diese Entdeckung weckte erste Zweifel in mir �ber diesen Schatten. Die Schwertk�mpfer setzten sowohl die Schneiden als auch die Spitzen ein, und es waren verschiedene Schwertformen und Kampftechniken zu beobachten. Ich machte eine Sch�tzung und sagte mir, da� etwa achthundert M�nner im Hof waren � ohne sagen zu k�nnen, wie viele Soldaten noch in der Burg stecken mochten. Die F�rbung von Haut, Haaren und Augen war ganz verschieden � von hell bis dunkel. �ber dem Sirren und Klirren vernahm ich manchen Akzent, wenn auch die meisten die Sprache Avalons sprachen, die ein Dialekt Ambers ist.</p><p>W�hrend ich die Szene beobachtete, sah ich, wie ein Schwertk�mpfer die Hand hob, seine Klinge senkte und sich den Schwei� von der Stirn wischte. Dann trat er zur�ck. Sein Gegner machte keinen besonders ersch�pften Eindruck. Hier lag meine Chance, mir die Bewegung zu verschaffen, die ich brauchte.</p><p>L�chelnd trat ich vor und sagte: �Ich bin Corey von Cabra. Ich habe Euch beobachtet.�</p><p>Dann wandte ich mich dem gro�en, dunkelhaarigen Mann zu, der seinen ruhenden Kameraden angrinste.</p><p>�H�ttet Ihr etwas dagegen, wenn ich mit Euch ein<emphasis/> bi�chen trainiere, w�hrend sich Euer Freund ausruht?� fragte ich.</p><p>Er grinste noch breiter und deutete auf seinen Mund und seine Ohren. Ich versuchte es mit mehreren anderen Sprachen, doch eine Verst�ndigung kam nicht zustande. Schlie�lich deutete ich auf die Klinge und auf ihn und dann auf mich, bis er begriff, was ich wollte. Sein Gegner schien den Einfall f�r gut zu halten, denn er bot mir seine Waffe an.</p><p>Ich nahm sie. Das. Schwert war k�rzer und weitaus schwerer als Grayswandir<a l:href="#fn1" type="note">[1]</a>.</p><p>Zur Probe schwang ich die Klinge ein paarmal hin und her, zog meinen Mantel aus, warf ihn zur Seite und schlug <emphasis>en garde.</emphasis></p><p>Der gro�e Bursche griff an. Ich parierte und attackierte. Er parierte und ripostierte. Ich parierte die Riposte, fintete und griff erneut an. Und so weiter. Nach f�nf Minuten wu�te ich, da� mein Gegner gut war � und da� ich ihn besiegen konnte. Er unterbrach zweimal den Kampf, um sich ein vor mir angewandtes Man�ver erkl�ren zu lassen. In beiden F�llen begriff er sehr schnell, worum es ging. Doch nach einer Viertelstunde wurde sein Grinsen breiter. Vermutlich war dies der Augenblick, da er die meisten Gegner mit seinem Durchhalteverm�gen zum Aufgeben zwang, wenn sie sich �berhaupt schon so lange gehalten hatten. Er wu�te mit seinen Kr�ften zu haushalten und sie richtig einzusetzen, das mu� ich zugeben. Nach zwanzig Minuten trat ein verwirrter Ausdruck auf sein Gesicht. Ich sah wohl nicht aus wie ein Mann, der einen Kampf so lange durchstand. Doch was vermag ein Mensch �ber die Kr�fte zu sagen, die in einem Abk�mmling Ambers schlummern?</p><p>Nach f�nfundzwanzig Minuten war er in Schwei� gebadet, setzte den Kampf aber tapfer fort. Mein Bruder Random wirkt und handelt gelegentlich wie ein asthmatischer jugendlicher Raufbold � doch einmal hatten wir gut sechsundzwanzig Stunden miteinander gek�mpft, nur um festzustellen, wer zuerst aufgab. (Wenn Sie es unbedingt wissen wollen: ich war es. Ich hatte am n�chsten Tag eine Verabredung, zu der ich in einigerma�en guter Verfassung antreten wollte.) Wir h�tten weiterk�mpfen k�nnen. Zwar war ich keiner Leistung f�hig, wie ich sie damals zustande gebracht hatte, doch wu�te ich, da� ich diesem Manne �berlegen war. Immerhin war er nur ein Mensch.</p><p>Nach etwa einer halben Stunde, als er bereits schwer atmete und in seinen Gegenz�gen langsamer wurde und sicher bald erriet, da� ich mich zur�ckhielt, hob ich die Hand und senkte die Klinge, wie ich es bei seinem ersten Gegner gesehen hatte. Er kam ebenfalls langsam zum Stillstand und st�rzte dann auf mich zu und umarmte mich. Was er sagte, verstand ich nicht, doch ich vermutete, da� unsere �bung ihm gefallen hatte. Und das traf auch f�r mich zu. Das Schlimme war nur, da� ich die Anstrengung sp�rte. Mir war leicht schwindlig zumute.</p><p>Aber ich brauchte mehr. Ich gab mir das Versprechen, da� ich mich an diesem Tage bis zum �u�ersten anstrengen, mir an Abend den Bauch vollschlagen und dann in einen tiefen Schlaf sinken w�rde. Und morgen dasselbe Programm.</p><p>Daraufhin begab ich mich zu den Bogensch�tzen. Nach eine Weile lieh ich mir einen Bogen aus und scho� im Dreifingerstil etwa hundert Pfeile ab. Meine Trefferquote war nicht schlecht. Anschlie�end schaute ich eine Zeitlang den Berittenen zu, die mit Lanzen, Schilden und Morgensternen hantierten, und ging dann weiter, um mir die Ringk�mpfe anzuschauen.</p><p>Schlie�lich rang ich mit drei M�nnern hintereinander. Danach f�hlte ich mich wirklich ausgelaugt. Ich konnte nicht mehr.</p><p>Schwei��berstr�mt, schweratmend setzte ich mich auf eine schattige Bank. Ich dachte an Lance, an Ganelon, an das Abendessen. Nach etwa zehn Minuten begab ich mich ins Zimmer, das man mir zugewiesen hatte, und wusch mich gr�ndlich.</p><p>Ich versp�rte einen Hei�hunger und machte mich schlie�lich daran, mir ein Abendessen und Informationen zu beschaffen. Ich hatte mich kaum von der T�r entfernt, als ein W�chter herankam � es handelte sich um einen der M�nner, die mich am Abend zuvor hierhergef�hrt hatten. �Lord Ganelon bittet Euch, heute abend beim Schlag der Essensglocke mit ihm in seinen Gem�chern zu speisen�, sagte er.</p><p>Ich dankte dem Mann, sagte, ich w�rde zur Stelle sein, kehrte in mein Zimmer zur�ck und ruhte mich auf meinem Bett aus, bis es soweit war. Dann machte ich mich auf den Weg.</p><p>Meine Muskelschmerzen waren st�rker geworden, hatte ich doch heute keine R�cksicht darauf genommen und mir einige neue empfindliche Stellen zugezogen. Ich kam zu dem Schlu�, da� dies nur gut f�r mich sein k�nne, weil es mich �lter erscheinen lie�. Ich klopfte an Ganelons T�r, und ein Page lie� mich ein und eilte zu einem anderen J�ngling, der in der N�he des Kamins den Tisch deckte.</p><p>Ganelon, der von Kopf bis Fu� in Gr�n gekleidet war, sa� in einem Stuhl mit hoher Lehne. Als ich eintrat, stand er auf und kam mir zur Begr��ung entgegen.</p><p>�Sir Corey, ich habe von Euren heutigen Leistungen geh�rt�, sagte er und ergriff meine Hand. �Das alles l��t mir glaubhaft erscheinen, da� Ihr Lance getragen habt. Ich mu� sagen. Ihr seid ein besserer Mann, als Euer Aussehen vermuten l��t � und das soll beileibe keine Kr�nkung sein.�</p><p>Ich lachte leise vor mich hin. �Ich bin auch nicht beleidigt.�</p><p>Er f�hrte mich zu einem Stuhl, reichte mir ein Glas Wei�wein, der f�r meinen Geschmack etwas zu s�� war, und fuhr fort: �Wenn man Euch so anschaut, k�nnte man meinen, Ihr w�rt mit einer Hand zu besiegen � dabei habt Ihr Lance f�nf Meilen weit getragen und unterwegs noch zwei von den widerlichen Katzenwesen get�tet. Au�erdem hat er mir von dem Grabh�gel erz�hlt, den Ihr gebaut habt, von den gro�en Steinen . . .�</p><p>�Wie geht es Lance heute?� unterbrach ich ihn.</p><p>�Ich mu�te ihm einen W�chter ins Zimmer geben, damit er auch wirklich im Bett blieb. Der Muskelprotz wollte doch tats�chlich aufstehen und herumlaufen! Aber bei Gott � mindestens eine Woche lang bleibt er im Bett!�</p><p>�Dann mu� er sich ja schon wieder besser f�hlen.�</p><p>Er nickte.</p><p>�Auf seine Gesundheit!�</p><p>�Darauf trinke ich gern.�</p><p>Wir tranken.</p><p>�H�tte ich doch nur eine Armee aus M�nnern wie Euch und Lance�, sagte Ganelon schlie�lich. �Dann s�he die Lage vielleicht anders aus.�</p><p>�Welche Lage?�</p><p>�Der Kreis und seine W�chter�, sagte er. �Ihr habt davon noch nicht geh�rt?�</p><p>�Lance hat den Kreis erw�hnt. Das ist alles.�</p><p>Einer der Pagen k�mmerte sich um ein riesiges St�ck Rindfleisch an einem Spie� �ber dem niedrigbrennenden Feuer. Von Zeit zu Zeit go� er etwas Wein dar�ber, w�hrend er das Fleisch wendete. Immer wenn mir der Duft in die Nase stieg, begann mein Magen laut zu knurren, und Ganelon lachte leise vor sich hin. Der andere Page verlie� das Zimmer, um aus der K�che Brot zu holen.</p><p>Ganelon schwieg lange Zeit. Er trank aus und schenkte sich nach. Ich geno� mein erstes Glas.</p><p>�Habt Ihr schon einmal von Avalon geh�rt?� fragte er schlie�lich.</p><p>�Ja�, erwiderte ich. �Es gibt da einen Vers, den ich vor langer Zeit von einem reisenden Barden geh�rt habe: �Hinter dem Flusse der Gesegneten setzten wir uns und weinten bei der Erinnerung an Avalon. Die Schwerter in unserer Hand waren zerschmettert, und wir hingen unsere Schilde an den Eichbaum. Die schlanken Silbert�rme verschlungen von einem Meer von Blut. Wie viele Meilen bis Avalon? Keine, sage ich, und doch unendlich viele. Die Silbert�rme sind gefallen.�</p><p>�Avalon vernichtet . . .?� fragte er.</p><p>�Ich glaube, der Mann war verr�ckt. Ich wei� nichts von einem Avalon. Sein Gedicht ist mir aber in Erinnerung geblieben.�</p><p>Ganelon wandte das Gesicht ab und schwieg einige Minuten lang. Als er schlie�lich wieder das Wort ergriff, klang seine Stimme ver�ndert.</p><p>�Es hat . . .�, sagte er, �. . . es hat einmal einen solchen Ort gegeben. Ich habe dort gelebt . . . vor vielen Jahren. Ich wu�te nicht, da� er nicht mehr existiert.�</p><p>�Wie seid Ihr dann hierhergekommen?� fragte ich.</p><p>�Ich wurde von dem dort herrschenden Zauberer Corwin von Amber ins Exil verbannt. Er schickte mich auf dunklen, verr�ckten Wegen an diesen Ort, auf da� ich hier litte und st�rbe � und ich habe viel gelitten und bin dem letzten Augenblick oft nahe gewesen. Nat�rlich habe ich den Weg zur�ck finden wollen, doch niemand wei� Bescheid. Ich habe mit Zauberern gesprochen und sogar ein Gesch�pf aus dem Kreis befragt, ehe wir es t�teten. Doch niemand kennt die Stra�e nach Avalon. Euer Barde hat durchaus recht: �Keine Meile und doch unendlich viele�.� Er bekam das Zitat nicht genau hin. �Wi�t Ihr noch den Namen des S�ngers?�</p><p>�Tut mir leid � nein.�</p><p>�Wo liegt Cabra, Eure Heimat?�</p><p>�Weit im Osten, jenseits des Meeres�, sagte ich. �Die Entfernung ist wirklich sehr gro�. Ein Inselk�nigreich.�</p><p>�Best�nde die Chance, da� man uns von dort mit Truppen versorgt? Ich k�nnte ganz gut zahlen.�</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Es ist ein kleines Land mit einer kleinen Miliz � und der Weg von dort ist nur in mehreren Monaten zur�ckzulegen � �ber Meer und Land. Die Leute haben au�erdem nie als S�ldner gek�mpft und sind nicht besonders kriegerisch.�</p><p>�Dann scheint Ihr Euch von Euren Landsleuten sehr zu unterscheiden�, meinte er und musterte mich offen.</p><p>Ich nippte an meinem Wein. �Ich war Waffenmeister der k�niglichen Garde�, sagte ich dann.</p><p>�Seid Ihr wom�glich geneigt, Euch anwerben zu lassen, meine Truppen auszubilden?�</p><p>�Ich bleibe gern ein paar Wochen�, erwiderte ich.</p><p>Er nickte, und auf seinen Lippen spielte ein gepre�tes L�cheln, das sofort wieder verflog. �Eure Andeutung, da� das sch�ne Avalon vernichtet sei, stimmt mich traurig�, sagte er schlie�lich. �Aber wenn das der Fall ist, kann ich hoffen, da� der, der mich verbannte, wahrscheinlich ebenfalls tot ist.� Er leerte sein Glas. �So hat denn auch dieser D�mon einen Augenblick erlebt, da er sich nicht zu verteidigen wu�te�, sagte er nachdenklich. �Das ist ein ganz angenehmer Gedanke. Er l��t mich hoffen, da� wir im Kampf gegen unsere D�monen vielleicht eine Chance haben.�</p><p>�Verzeihung�, sagte ich und riskierte meinen Kopf � doch aus Gr�nden, die ich f�r gut hielt. �Wenn Ihr eben Corwin von Amber meintet, so mu� ich Euch sagen, da� er nicht umgekommen ist bei den Ver�nderungen, die vielleicht eingetreten sind.�</p><p>Das Glas in seiner Hand zerbrach.</p><p><emphasis>�Ihr kennt Corwin?�</emphasis> fragte er.</p><p>�Nein, doch ich habe von ihm geh�rt�, erwiderte ich. �Vor mehreren Jahren lernte ich einen seiner Br�der kennen � einen Burschen namens Brand. Er erz�hlte mir von der Stadt Amber und von der Schlacht, in der Corwin und ein anderer Bruder namens Bleys eine Armee gegen ihren Bruder Eric f�hrten, welcher die Stadt in der Gewalt hatte. Bleys st�rzte dabei vom Kolvir-Berg, und Corwin wurde gefangengenommen. Nach Erics Kr�nung wurden Corwin die Augen ausgebrannt, und er landete in den Verliesen unter Amber, wo er vielleicht noch immer dahinvegetiert, wenn er nicht gestorben ist.�</p><p>Ganelons Gesicht hatte jede Farbe verloren.</p><p>�All die Namen, die Ihr eben erw�hntet � Brand, Bleys, Eric�, sagte er. �Ich habe davon sprechen h�ren, vor langer Zeit. Wie lange ist es her, da� Ihr von diesen Ereignissen erfuhret?�</p><p>�Etwa vier Jahre.�</p><p>�Er h�tte ein besseres Schicksal verdient.�</p><p>�Nach allem, was er Euch angetan hat?�</p><p>�Nun�, sagte der Mann. �Ich hatte inzwischen Gelegenheit, gr�ndlich dar�ber nachzudenken. Es ist ja nicht so, da� seine Handlungsweise unbegr�ndet gewesen w�re. Er war stark � st�rker noch als Ihr oder sogar Lance � und schlau. Au�erdem konnte er im richtigen Augenblick fr�hlich sein. Eric h�tte ihm einen schnellen, schmerzlosen Tod schenken sollen. Ich liebe den Burschen nicht, aber mein Ha� ist doch verflogen. Der D�mon h�tte ein g�tigeres Schicksal verdient, das ist alles.�</p><p>In diesem Augenblick kehrte der zweite Page mit einem Korb voller frischem Brot zur�ck. Der andere Knabe, der auf das Fleisch aufpa�te, streifte es vom Spie� und setzte es auf einem Teller in der Mitte des Tisches ab.</p><p>Ganelon deutete mit einem Kopfnicken darauf.</p><p>�Wir wollen essen�, sagte er.</p><p>Er stand auf und begab sich an den Tisch.</p><p>Ich folgte ihm. W�hrend der Mahlzeit sprachen wir kaum. Nachdem ich mich vollgestopft hatte, bis mein Magen nichts mehr aufnehmen wollte, und nachdem ich die K�stlichkeit mit einem zweiten Glas des zu s��en Weins hinuntergesp�lt hatte, begann ich zu g�hnen. Nach dem drittenmal stie� Ganelon eine Verw�nschung aus.</p><p>�Verdammt, Corey! H�rt auf damit! Es steckt an!�</p><p>Er unterdr�ckte ein G�hnen.</p><p>�Gehen wir doch ein bi�chen an die frische Luft�, sagte er und stand auf.</p><p>So unternahmen wir einen Spaziergang auf den Mauern; vorbei an den W�chtern, die ihre Runden machten. Sobald die M�nner sahen, wer ihnen da entgegenkam, nahmen sie Haltung an und salutierten, worauf Ganelon mit einem Gru�wort reagierte, ehe wir weitergingen. Wir erreichten schlie�lich einen Wehrgang, setzten uns auf eine Balustrade und genossen die Abendluft, die k�hl und feucht und voller Waldd�fte war. Wir beobachteten, wie am dunkler werdenden Himmel nacheinander die Sterne erschienen. Die Mauersteine f�hlten sich kalt an. In der Ferne glaubte ich den Schimmer des Meeres auszumachen. Von irgendwo unter uns h�rte ich den Schrei eines Nachtvogels. Ganelon nahm Pfeife und Tabak aus einem Beutel an seinem G�rtel. Er f�llte den Pfeifenkopf, dr�ckte den Tabak fest und ri� ein Streichholz an. Sein Gesicht h�tte im Flackerlicht geradezu satanisch ausgesehen, wenn nicht irgendein Einflu� seine Mundwinkel nach unten gezogen und die Wangenmuskeln in jenen Winkel gehoben h�tte, der von den Innenseiten der Augen und dem scharfen Nasenr�cken gebildet wird. Ein Teufel stellt angeblich ein b�ses Grinsen zur Schau; dieses Gesicht aber wirkte viel zu bedr�ckt.</p><p>Ich roch den Rauch. Nach einer Weile begann er zu sprechen, zuerst leise und sehr langsam.</p><p>�Ich erinnere mich an Avalon�, begann er. �Meine Geburt dort war nicht unstandesgem��, doch die Tugend geh�rte nicht zu meinen St�rken. Ich brachte schnell mein Erbe durch und trieb mich schlie�lich auf den Stra�en herum, wo ich Reisende �berfiel. Sp�ter schlo� ich mich einer Bande Gleichgesinnter an. Als ich feststellte, da� ich der st�rkste war und die besten F�hrungsqualit�ten besa�, stieg ich schnell zum Anf�hrer auf. F�r unsere Ergreifung waren Belohnungen ausgesetzt. Mein Kopfgeld war das h�chste.�</p><p>Die Worte kamen nun schneller, die Stimme wurde klangvoller,<emphasis/> die Formulierungen schienen ein Echo aus seiner Vergangenheit zu sein.</p><p>�Ja, ich erinnere mich an Avalon�, sagte er, �an einen Ort voller Silber und Schatten und k�hlen Gew�ssern, wo die Sterne die ganze Nacht hindurch wie Feuerstellen flackerten und das Gr�n des Tages zugleich immer das Fr�hlingsgr�n war. Jugend, Liebe, Sch�nheit � all diese Dinge erlebte ich in Avalon. Herrliche Reittiere, schimmerndes Metall, weiche Lippen, dunkles Bier, Ehre . . .� Er sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Einige Zeit sp�ter�, fuhr er fort, �als im Reich der Krieg ausbrach, bot der Herrscher allen Ge�chteten, die ihm gegen die Aufst�ndischen halfen, die Begnadigung an. Dieser Mann war Corwin. Ich schlug mich auf seine Seite und ritt in den Krieg. Ich wurde Offizier und � sp�ter � ein Mitglied seines Stabes. Wir gewannen unsere Schlachten, schlugen den Aufstand nieder. Schlie�lich hatte Corwin wieder Frieden im Lande, und ich blieb an seinem Hof. Nun begann eine Reihe guter Jahre. Sp�ter kam es zu Grenzscharm�tzeln, die aber stets gewonnen wurden. Sein Vertrauen in mich war so gro�, da� er mir diese Aktionen �berlie�. Schlie�lich vergab er einen Herzogtitel, um einen unbedeutenden Edelmann zu ehren, dessen Tochter er zu heiraten w�nschte. Doch diesen Posten hatte ich haben wollen; er hatte auch schon Andeutungen gemacht, da� ich eines Tages darauf rechnen k�nnte. Ich war zornig und lie� mein Kommando im Stich, als ich das n�chstemal losgeschickt wurde, um eine Auseinandersetzung an der S�dgrenze zu kl�ren, wo es immer wieder zu Unruhen kam. Viele meiner M�nner mu�ten das Leben lassen, und die Invasoren drangen in das Land ein. Ehe man sie aufhalten konnte, mu�te auch Lord Corwin wieder zu den Waffen greifen. Die Angreifer waren mit einer gro�en Streitmacht vorgesto�en, und ich dachte schon, da� sie das ganze Land erobern w�rden. Ich hoffte sogar darauf. Doch Corwin, der schlaue Fuchs, wendete raffinierte Taktiken an und setzte sich wieder einmal durch. Ich floh, wurde aber gefangengenommen und zur Verurteilung zu ihm gebracht. Ich verw�nschte ihn und spuckte ihn an. Ich weigerte mich, die vorgeschriebene Verbeugung zu machen. Ich ha�te den Boden, auf dem er sich bewegte � ein zum Tode Verurteilter hat eben keinen Grund, sich nicht nach besten Kr�ften zu schlagen, nicht wie ein Mann in den Tod zu gehen. Corwin sagte, er wolle Milde walten lassen angesichts der Dinge, die ich fr�her getan hatte. Ich erwiderte, er solle sich seine Milde sonstwohin stecken, und erkannte schlie�lich, da� er sich �ber mich lustig machte. Er befahl, da� man mich loslie�, und trat auf mich zu. Ich wu�te, da� er mich mit blo�en H�nden t�ten konnte. Trotzdem versuchte ich gegen ihn zu k�mpfen, aber vergeblich. Er landete einen Schlag, und ich st�rzte zu Boden. Als ich wieder zu mir kam, war ich auf den R�cken seines Pferdes gebunden. Er ritt hinter mir und verspottete mich immer wieder. Ich antwortete auf keine seiner Bemerkungen, w�hrend wir durch wundersame L�nder ritten, die Alptr�umen zu entstammen schienen � und so erfuhr ich �berhaupt erst, da� er Zauberkr�fte besitzt. Kein Reisender, den ich bisher gesprochen habe, hat jemals solche Landschaften erlebt, wie ich sie an jenem Tag sah. Dann verk�ndete er seinen Bannspruch und lie� mich an diesem Ort frei, machte kehrt und ritt davon.�</p><p>Er hielt inne, um seine erloschene Pfeife neu anzuz�nden, zog ein Weilchen daran und fuhr schlie�lich fort: �An diesem Ort habe ich von Menschen und Ungeheuern manchen Schlag, Bi� und Stich hinnehmen m�ssen, und es ist mir manchmal schwergefallen, mit dem Leben davonzukommen. Corwin hatte mich in der schlimmsten Ecke des Landes abgesetzt. Doch eines Tages erfuhr mein Gl�ck eine Wende. Ein Ritter in R�stung bat mich, ihm den Weg freizugeben. Zu jener Zeit war es mir gleich, ob ich weiterlebte oder starb, und ich nannte ihn einen pockennarbigen Hurensohn und forderte ihn auf, zum Teufel zu gehen. Er griff an, und ich packte seine Lanze, deren Spitze ich in den Boden dr�ckte, woraufhin er aus dem Sattel gehebelt wurde. Ich zog ihm mit seinem eigenen Dolch ein neues L�cheln unter das Kinn und verschaffte mir auf diese Weise ein Reitpferd und Waffen. Anschlie�end machte ich mich daran, es jenen heimzuzahlen, die mir Schwierigkeiten bereitet hatten. Ich nahm das alte Stra�enr�uberhandwerk wieder auf und versammelte eine neue Schar Gefolgsleute um mich. Die Bande wuchs. Bald z�hlten wir viele hundert K�pfe, und unsere Bed�rfnisse waren gro�. In manche kleine Stadt ritten wir ein und machten sie zu der unseren. Die �rtliche Miliz begann uns zu f�rchten. Auch dies war eine sch�ne Zeit, wenn auch nicht ganz so prunkvoll wie die Jahre in Avalon, das ich nun nie wiedersehen werde. Die Landsch�nken begannen das Hufgrollen unserer Bande zu f�rchten, und die Reisenden machten sich in die Hosen, wenn sie uns kommen h�rten. Ha! Dieses Leben w�hrte mehrere Jahre. Schlie�lich schickte man gro�e Abteilungen Bewaffneter aus, die uns aufsp�ren und vernichten sollten, doch wir vermochten ihnen immer wieder zu entkommen oder sie in einen Hinterhalt zu locken. Doch eines Tages tauchte der schwarze Kreis auf � und niemand wei� eigentlich, warum.�</p><p>Heftig zog er an seiner Pfeife und starrte in die Ferne.</p><p>�Man hat mir erz�hlt, die Erscheinung h�tte als winziger Kreis von Giftpilzen begonnen, fern im Westen. In der Mitte dieses Kreises wurde ein totes Kind gefunden, und der Vater dieses Kindes starb mehrere Tage sp�ter unter Kr�mpfen. Die Stelle wurde daraufhin f�r verflucht erkl�rt. In den folgenden Monaten wuchs die Stelle sichtbar an, bis ihr Durchmesser eine halbe Meile betrug. Das Gras verf�rbte sich dunkel und schimmerte wie Metall, doch ohne v�llig abzusterben. Die B�ume kr�mmten sich und ihre Bl�tter wurden schwarz. Sie bewegten sich, auch wenn kein Wind wehte, und Flederm�use huschten zwischen ihnen herum. Bei D�mmerung sah man seltsame Umrisse in Bewegung und Lichter wie von kleinen Feuerstellen waren die ganze Nacht hindurch zu sehen. Der Kreis setzte sein Wachstum fort, und die meisten jener, die in der N�he lebten, ergriffen die Flucht. Einige blieben allerdings, und von ihnen hie� es, sie h�tten sich mit den Wesen der D�sternis arrangiert. Der Kreis weitete sich immer mehr, breitete sich aus wie die Wellen, die ein ins Wasser geworfener Stein verursacht. Immer mehr Menschen verzichteten auf die Flucht, lebten innerhalb des Kreises weiter. Ich habe mit diesen Menschen gesprochen, mit ihnen gek�mpft, sie auch get�tet. Es ist, als sei in ihnen etwas gestorben. Ihren Stimmen fehlt die Regung von Menschen, die sich ihre Worte �berlegen und sie auskosten. Mit ihren Gesichtern stellen sie kaum noch etwas an, sondern tragen sie wie Totenmasken. Sie begannen den Kreis hordenweise zu verlassen, begannen die Umgebung auszur�ubern und dabei willk�rlich zu morden. Zahlreiche Scheu�lichkeiten begingen sie und zerst�rten dabei heilige St�tten. Im Zur�ckweichen hinterlie�en sie gewaltige Br�nde. Nur Dinge aus Silber lie�en sie stets liegen. Nach vielen Monaten griffen nicht nur Menschen an, sondern auch andere Wesen � seltsame Gestalten wie die H�llenkatzen, die Ihr get�tet habt. Schlie�lich verlangsamte sich das Wachstum des Kreises und kam fast zum Stillstand, als n�here er sich einer Art Grenze. Doch inzwischen st�rmten daraus alle m�glichen Scheusale hervor � manche sogar w�hrend des Tages. Sie vernichteten das Land au�erhalb des Kreises. Als das Gebiet rings um den Kreis in Schutt und Asche lag, r�ckte die Erscheinung vor, um auch diese Fl�chen zu verschlingen, und begann auf diese Weise erneut zu wachsen. Der alte K�nig Uther, der mich seit langer Zeit verfolgte, verga� mich v�llig und setzte seine Streitkr�fte darauf an, den H�llenkreis zu bewachen. Auch ich begann mir Sorgen dar�ber zu machen, da ich keine rechte Freude bei dem Gedanken hatte, im Schlaf wom�glich von einem h�llengezeugten Blutsauger �berrascht zu werden. Ich versammelte also f�nfundf�nfzig meiner M�nner um mich � mehr wollten sich nicht freiwillig melden, und ich konnte keine Feiglinge gebrauchen � und ritt eines Nachmittags an den unheimlichen Ort. Wir stie�en auf eine Horde der totgesichtigen Menschen, die im Begriff waren, auf einem Steinaltar eine lebendige Ziege zu verbrennen, und griffen sofort an. Wir machten einen Gefangenen, fesselten ihn auf seinen eigenen Altar und verh�rten ihn an Ort und Stelle. Er sagte uns, der Kreis w�rde sich ausdehnen, bis er das ganze Land bedecke, von Ozean zu Ozean. Eines Tages w�rde er sich auf der anderen Seite der Welt begegnen und schlie�en. Wenn wir unsere Haut retten wollten, m��ten wir uns ihnen anschlie�en. Daraufhin verlor einer meiner M�nner die Beherrschung und stach zu, und das Wesen starb. Er starb wirklich; ich wei�, wenn ein Mensch tot ist, habe ich diesen Zustand doch oft genug selbst herbeigef�hrt. Doch als sein Blut auf den Altarstein tropfte, �ffnete sich sein Mund und das lauteste Lachen ert�nte, das ich je geh�rt habe. Es umgab uns wie Donnergrollen. Dann richtete sich die Gestalt auf, ohne zu atmen, und begann zu brennen. Dabei ver�nderte sich die Gestalt, bis sie an die brennende Ziege auf dem Altar erinnerte, nur war sie gr��er. Im n�chsten Augenblick sprach das Wesen zu uns. Es sagte: �Flieh, Sterblicher! Aber du wirst den Kreis niemals verlassen!� Und das k�nnt Ihr mir glauben � wir sind tats�chlich geflohen. Der Himmel verdunkelte sich vor Flederm�usen und anderen � Wesen. Wir h�rten Hufschlag. Wir ritten mit den Klingen in der Hand und t�teten alles, was sich in unserer N�he sehen lie�. Wir sahen Katzen, wie jene, die Ihr get�tet habt, und Schlangen und h�pfende Gebilde � Gott allein wei�, was sich alles auf uns st�rzte. Als wir uns dem Rand des Kreises n�herten, entdeckte uns eine Patrouille K�nig Uthers und kam uns zu Hilfe. Sechzehn von den f�nfundf�nfzig, die mit mir losgeritten waren, kamen mit dem Leben davon. Au�erdem verlor auch die Patrouille etwa drei�ig Mann. Als die Soldaten mich erkannnten, brachten sie mich sofort vor Gericht. Hierher. Dies war fr�her einmal Uthers Palast. Ich erz�hlte ihm, was ich getan und gesehen und geh�rt hatte. Er tat das gleiche wie Corwin. Er bot mir und meinen M�nnern die Begnadigung an, wenn ich mich mit ihm gegen die W�chter des Kreises verb�ndete. Angesichts der Dinge, die ich erlebt hatte, war mir klar, da� die Gefahr beseitigt werden mu�te. Ich erkl�rte mich einverstanden. Doch zun�chst wurde ich krank; man sagte mir, ich h�tte drei Tage lang im Delirium gelegen. Nach meiner Genesung war ich schwach wie ein Kleinkind und erfuhr jetzt erst, da� die �brigen M�nner, die mit mir im Kreis gewesen waren, eine �hnliche Krankheit durchmachten. Drei waren daran gestorben. Ich besuchte meine Leute, erz�hlte ihnen die Geschichte, und sie lie�en sich anwerben. Die Patrouillen rings um den Kreis wurden verst�rkt. Trotzdem konnten wir die weitere Ausdehnung nicht verhindern. In den folgenden Jahren wuchs der Kreis immer mehr. Zahlreiche Scharm�tzel wurden ausgefochten. Ich wurde bef�rdert, bis ich als Uthers rechte Hand galt � eine Laufbahn, die ich schon unter Corwin durchgemacht hatte. Schlie�lich weiteten sich die Scharm�tzel aus. Immer gr��ere Gruppen brachen aus dem H�llenloch hervor. Wir begannen K�mpfe zu verlieren. Der Gegner eroberte einige unserer Vorposten. Und eines Nachts st�rmte eine Armee heran, eine Horde aus Menschen und anderen Wesen, die dort leben. In dieser Nacht bek�mpften wir die gr��te Streitmacht, mit der wir es je zu tun gehabt hatten. Gegen meinen Rat ritt K�nig Uther pers�nlich in die Schlacht � er war schon ziemlich alt � und fiel. Das Land war ohne Herrscher. Ich wollte Lancelot, meinen Ersten Mann, zum Regenten ernennen lassen, wu�te ich doch, da� er viel ehrenwerter war als ich . . . Doch jetzt kommt ein seltsamer Punkt. Ich hatte zuvor in Avalon einen Lancelot gekannt, einen Mann wie ihn � doch dieser Mann kannte mich nicht, als wir uns zum erstenmal sahen. Wirklich seltsam . . . Jedenfalls lehnte er meinen Vorschlag ab, und der Titel fiel mir zu. Ich hasse diese Situation, aber so ist es nun mal. Seit �ber drei Jahren halte ich die unheimlichen Kr�fte, so gut es geht, im Zaum. Alle meine Instinkte raten mir zur Flucht. Was schulde ich diesen Menschen? Was schert es mich, ob sich der verfluchte Kreis ausweitet oder nicht? Ich k�nnte �ber das Meer in ein Land fahren, welches der Kreis zu meinen Lebzeiten bestimmt nicht mehr erreicht, und die ganze Sache vergessen. Verdammt! Ich habe mir diese Verantwortung nicht gew�nscht! Doch ich mu� sie tragen!�</p><p>�Warum?� frage ich, und meine Stimme klang mir seltsam in den Ohren.</p><p>Er leerte schweigend seine Pfeife, f�llte sie von neuem und z�ndete sie wieder an. Er begann zu rauchen. Das Schweigen dehnte sich in die L�nge.</p><p>�Ich wei� es nicht�, sagte er schlie�lich. �Ich w�rde einen Mann wegen seiner Stiefel hinterr�cks erdolchen, wenn ich sie brauchte, um meine F��e warm zu halten. Ich wei� das, weil ich so etwas einmal getan habe. Aber . . . diese Sache ist etwas anderes. Diese Attacke schadet allen, und ich bin der einzige, der etwas dagegen tun kann. Verdammt! Ich wei�, da� man mich hier eines Tages zusammen mit allen anderen begraben wird. Doch ich kann sie nicht im Stich lassen. Ich mu� diese Erscheinung eind�mmen, solange es geht.�</p><p>Die klare Nachtluft hatte meine Gedanken belebt, obwohl sich mein K�rper noch immer leicht bet�ubt anf�hlte.</p><p>�K�nnte Lance nicht die F�hrung �bernehmen?� fragte ich.</p><p>�Gewi�. Er ist ein guter Mann. Aber es gibt noch einen anderen Grund. Ich glaube, das Ziegenwesen auf dem Altar, oder was immer es war, hatte Angst vor mir. Ich war in den Kreis gest�rmt, und es hatte mir versichert, da� ich es nicht hinaus schaffen w�rde � aber dann habe ich es doch geschafft. Die nachfolgende Krankheit habe ich ebenfalls �berstanden. Das Wesen wei�, da� ich hinter der erbitterten Gegenwehr stehe. Wir gewannen die blutige Schlacht in jener Nacht, in der Uther starb, und ich stand dem Wesen, das eine andere Form hatte, wieder gegen�ber, und es erkannte mich. Vielleicht geh�rt das zu den Gr�nden, warum es sich im Augenblick zur�ckh�lt.�</p><p>�Eine andere Form?�</p><p>�Ein Wesen mit einem menschen�hnlichen K�rper, doch mit Ziegenh�rnern und roten Augen. Es sa� auf einem gescheckten Hengst. Wir k�mpften eine Zeitlang miteinander, doch im Kampfget�mmel wurden wir getrennt. Nur gut so, denn der andere war im Begriff zu siegen. W�hrend wir Schwerthiebe tauschten, sprach es zu mir, und ich erkannte die dr�hnende Stimme wieder. Das Wesen nannte mich einen Dummkopf und versicherte mir, da� ich niemals siegen k�nne. Doch als der Morgen graute, geh�rte das Schlachtfeld uns, und wir trieben die Ungeheuer in den Kreis zur�ck und brachten dabei noch viele fliehende Gegner um. Der Reiter des Schecken konnte entkommen. Seither hat es andere Vorst��e gegeben, doch nicht mehr in der St�rke jener Nacht. Wenn ich dieses Land verlie�e, w�rde sofort eine andere solche Armee � die sich im Augenblick schon versammelt �hervorsto�en. Das Wesen w�rde irgendwie wissen, da� ich mich zur�ckgezogen habe � so wie es auch wu�te, da� Lance mit einem neuen Bericht �ber die Verteilung der Truppen im Kreis zu mir unterwegs war, und ihm unterwegs jene W�chter entgegenschickte. Das Wesen wei� inzwischen auch von Euch und macht sich bestimmt Gedanken �ber diese Entwicklung. Es fragt sich, wer Ihr seid, woher Ihr die Kr�fte nehmt. Ich werde bleiben und k�mpfen, bis ich falle. Ich mu�. Fragt mich nicht nach dem Grund. Ich kann nur hoffen, da� ich vor jenem letzten Tag zumindest erfahre, wie es zu dieser Erscheinung gekommen ist � <emphasis>warum</emphasis> sich der Kreis dort drau�en ausbreitet.�</p><p>Im n�chsten Augenblick ert�nte ein Flattern dicht neben meinem Kopf. Hastig duckte ich mich, um der unbekannten Erscheinung auszuweichen � eine �berfl�ssige Bewegung. Es war nur ein Vogel. Ein wei�er Vogel. Er landete auf meiner linken Schulter und verharrte dort und stie� einen leisen Ruf aus. Ich streckte ihm das Handgelenk entgegen, und das Tier sprang herab. An seinem Bein war ein Zettel festgebunden. Ich l�ste ihn, las ihn, zerkn�llte ihn in der Hand. Dann starrte ich in die Ferne, ohne etwas zu sehen.</p><p>�Was ist los, Sir Corey?� rief Ganelon.</p><p>Der Zettel, den ich zu meinem Ziel vorausgeschickt hatte, von mir selbst geschrieben, �berbracht von einem Vogel meiner Sch�pfung, konnte nur den Ort erreichen, der mein n�chster Aufenthalt sein sollte. Allerdings war dies nicht der Ort, den ich im Sinn gehabt hatte. Doch ich vermochte mein eigenes Omen zu deuten.</p><p>�Was ist?� fragte er. �Was habt Ihr da in der Hand? Eine Nachricht?�</p><p>Ich nickte und reichte ihm den Zettel. Ich konnte ihn nicht gut fortwerfen, nachdem er gesehen hatte, wie ich die Botschaft in Empfang nahm.</p><p>�Ich komme�, stand darauf, und darunter meine Unterschrift.</p><p>Ganelon stie� eine Rauchwolke aus und studierte das Blatt im Schimmer der Pfeife.</p><p>�Er lebt? Und er will <emphasis>hierher</emphasis> kommen?� fragte er.</p><p>�Sieht so aus.�</p><p>�Sehr seltsam�, sagte er. �Das verstehe ich nun wirklich nicht . . .�</p><p>�H�rt sich wie ein Hilfeversprechen an�, sagte ich und entlie� den Vogel, der zweimal gurrte, meinen Kopf umkreiste und dann davonflatterte.</p><p>Ganelon sch�ttelte den Kopf. �Ich verstehe das nicht.�</p><p>�Wozu dem Pferd ins Maul schauen, das Euch geschenkt wird?� fragte ich. �Ihr habt es bisher nur geschafft, das Ding im Zaum zu halten.�</p><p>�Das ist wahr�, erwiderte er. �Vielleicht k�nnte er es vernichten.�</p><p>�Und vielleicht ist das Ganze nur ein Scherz�, wandte ich ein. �Ein grausamer Scherz.�</p><p>Wieder sch�ttelte er den Kopf.</p><p>�Nein. Das ist nicht sein Stil. Ich frage mich, worauf er es abgesehen hat?�</p><p>�Schlaft dr�ber�, schlug ich vor.</p><p>�Es bleibt mir im Augenblick wohl kaum etwas anderes �brig�, sagte er und unterdr�ckte ein G�hnen.</p><p>Dann standen wir auf und schritten �ber die Mauer. Wir w�nschten uns eine gute Nacht, und ich taumelte dem Abgrund des Schlafes entgegen und lie� mich kopf�ber hineinfallen.</p></section><section><title><p>2</p></title><p>Tag. Neue Schmerzen. Neue empfindliche Stellen.</p><p>Jemand hatte mir einen ungebrauchten Mantel aus braunem Stoff dagelassen, und das schien mir eine gute Sache zu sein. Besonders wenn ich noch weiter zunahm und Ganelon sich an meine Farben erinnerte. Den Bart rasierte ich nicht ab, hatte er mich doch in einem etwas weniger struppigen Zustand gekannt. In seiner Gegenwart gab ich mir M�he, meine Stimme zu verstellen. Grayswandir versteckte ich unter dem Bett.</p><p>In der folgenden Woche trieb ich mich von einer Anstrengung zur n�chsten. Ich qu�lte mich ab und schwitzte und h�pfte, bis die Schmerzen nachlie�en und meine Muskeln wieder fest wurden. Ich glaube, in dieser Woche nahm ich f�nfzehn Pfund zu. Langsam, sehr langsam begann ich mich zu f�hlen wie fr�her.</p><p>Das Land hie� Lorraine � und so hie� auch sie. W�re ich jetzt in der Stimmung, Sie etwas an der Nase herumzuf�hren, w�rde ich sagen, wir h�tten uns auf einer Wiese hinter der Burg getroffen, w�hrend sie Blumen pfl�ckte und ich an der frischen Luft einen Spaziergang machte. Bl�dsinn!</p><p>H�flich ausgedr�ckt, konnte man sie wohl als Marketenderin bezeichnen. Ich begegnete ihr am Ende eines harten Tages, den ich vorwiegend mit S�bel und Netz verbracht hatte. Als mein Blick auf sie fiel, stand sie abseits und wartete auf den Mann, mit dem sie verabredet war. Sie l�chelte, und ich l�chelte zur�ck, nickte, blinzelte ihr zu und ging vorbei. Am n�chsten Tag bekam ich sie wieder zu Gesicht, sagte �Hallo� und ging an ihr vorbei. Das ist alles.</p><p>Nun, ich lief ihr immer mal wieder �ber den Weg. Am Ende der zweiten Woche, als die Schmerzen ausgestanden waren und ich gut hundertundsiebzig Pfund wog und mich wieder entsprechend zu f�hlen begann, verabredete ich mich auf einen Abend mit ihr. Inzwischen war mir ihr Status nat�rlich bekannt, und ich hatte nichts dagegen. Aber an jenem Abend taten wir nicht das �bliche. O nein. Statt dessen unterhielten wir uns, und sp�ter passierte etwas ganz anderes.</p><p>Ihr Haar war rostfarben und wies schon einige graue Str�hnen auf. Trotzdem sch�tzte ich sie auf unter Drei�ig. Die Augen sehr blau. Ein etwas spitz zulaufendes Kinn. Saubere, gleichm��ige Z�hne in einem Mund, der mich viel anl�chelte. Ihre Stimme klang leicht nasal, sie trug das Haar zu lang, das Make-up lag zu dick �ber zu tiefen Spuren der M�digkeit, ihre Haut war ein wenig zu sommersprossig, ihre Kleidung zu bunt und zu eng. Doch ich mochte sie. Als ich mich mit ihr verabredete, wu�te ich noch nicht, da� sie mir gefallen w�rde; wie gesagt, ich hatte eigentlich nicht die Absicht gehabt, ihr den Hof zu machen.</p><p>Es gab keine andere M�glichkeit als mein Zimmer, und wir waren dorthin gegangen. Ich war inzwischen zum Captain ernannt worden und nutzte nat�rlich meine Stellung aus, indem ich uns das Essen und eine Extraflasche Wein servieren lie�.</p><p>�Die M�nner haben Angst vor dir�, sagte sie. �Sie sagen, du erm�dest niemals.�</p><p>�Das tue ich aber�, erwiderte ich. �Glaub mir!�</p><p>�Nat�rlich�, sagte sie, sch�ttelte die zu langen Locken und l�chelte. �Trifft das nicht bei uns allen zu?�</p><p>�Kann man wohl sagen�, erwiderte ich.</p><p>�Wie alt bist du?�</p><p>�Wie alt bist <emphasis>du?�</emphasis></p><p>�Ein Gentleman stellt diese Frage nicht.�</p><p>�Eine Dame aber auch nicht.�</p><p>�Als du hier auftauchtest, hielt man dich f�r �ber f�nfzig.�</p><p>�Und . . .?�</p><p>�Jetzt ist man sich nicht mehr sicher. F�nfundvierzig? Vierzig?�</p><p>�Nein�, sagte ich.</p><p>�Das hatte ich auch nicht angenommen. Aber dein Bart hat alle get�uscht.�</p><p>�Das haben B�rte oft so an sich.�</p><p>�Du siehst mit jedem Tag besser aus. Gr��er . . .�</p><p>�Danke. Ich f�hle mich tats�chlich besser als bei meiner Ankunft.�</p><p>�Sir Corey von Cabra�, sagte sie. �Wo liegt Cabra? Was ist Cabra? Nimmst du mich dorthin mit, wenn ich dich nett darum bitte?�</p><p>�Versprechen w�rd� ich�s dir�, erwiderte ich. �Aber es w�re eine L�ge.�</p><p>�Ich wei�. Aber ich w�rd�s trotzdem gern h�ren.�</p><p>�Na gut. Ich nehme dich mit dorthin. Es ist ein mieses Land.�</p><p>�Bist du wirklich so gut, wie die M�nner behaupten?�</p><p>�Wohl kaum. Und du?�</p><p>�Eigentlich nicht. M�chtest du jetzt zu Bett gehen?�</p><p>�Nein, ich m�chte mich lieber mit dir unterhalten. Hier, ein Glas Wein.�</p><p>�Vielen Dank � auf deine Gesundheit.�</p><p>�Und die deine.�</p><p>�Wieso bist du ein so guter Schwertk�mpfer?�</p><p>�Naturtalent und gute Lehrer � deshalb.�</p><p>�. . . und du hast Lance die ganze weite Strecke getragen und die Ungeheuer get�tet . . .�</p><p>�Je �fter man eine solche Geschichte erz�hlt, desto gewaltiger wird sie.�</p><p>�Aber ich habe dich beobachtet. Du bist wirklich besser als die anderen. Deshalb hat dir Ganelon ja auch seinen Vorschlag gemacht � was immer es ist. Er wei� etwas Gutes zu erkennen, wenn es ihm vor Augen kommt. Ich habe schon viele Schwertk�mpfer zum Freund gehabt und habe ihnen beim �ben zugeschaut. Du k�nntest sie alle fertigmachen. Die M�nner sagen, du w�rst ein guter Lehrer. Sie m�gen dich, obwohl du ihnen angst machst.�</p><p>�Warum mache ich ihnen angst? Weil ich kr�ftig bin? Es gibt viele kr�ftige M�nner auf der Welt. Weil ich mein Schwert lange Zeit schwingen kann?�</p><p>�Sie glauben, da spielt etwas �bernat�rliches mit.�</p><p>Ich lachte.</p><p>�Nein, ich bin nur der zweitbeste Schwertk�mpfer, den es gibt. Verzeihung � vielleicht der drittbeste. Aber ich will mir k�nftig noch mehr M�he geben.�</p><p>�Wer ist denn besser?�</p><p>�M�glicherweise Eric von Amber.�</p><p>�Wer ist das?�</p><p>�Ein �bernat�rliches Wesen.�</p><p>�Er ist der beste?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Wer dann?�</p><p>�Benedict von Amber.�</p><p>�Ist er auch eins?�</p><p>�Ja � wenn er noch lebt.�</p><p>�Seltsam � du bist seltsam�, meinte sie. �Und warum? Sag�s mir! Bist auch du ein �bernat�rliches Wesen?�</p><p>�Komm, wir trinken noch ein Glas Wein.�</p><p>�Der Alkohol steigt mir zu Kopf.�</p><p>�Um so besser.�</p><p>Ich schenkte ein.</p><p>�Wir werden alle sterben�, sagte sie.</p><p>�Fr�her oder sp�ter.�</p><p>�Ich meine hier und bald, im Kampf gegen dieses Ding.�</p><p>�Warum sagst du das?�</p><p>�Es ist zu stark.�</p><p>�Warum bleibst du dann hier?�</p><p>�Ich wei� nicht, wohin ich sonst sollte. Deshalb habe ich dich auch nach Cabra gefragt.�</p><p>�Und deshalb bist du heute abend zu mir gekommen?�</p><p>�Nein. Ich wollte sehen, wie du so bist.�</p><p>�Ich bin ein Athlet, der sich gegen sein Training vers�ndigt. Bist du hier in der Gegend geboren?�</p><p>�Ja. Im Wald.�</p><p>�Warum hast du dich mit den Burschen hier eingelassen?�</p><p>�Warum nicht? Es ist doch besser, als jeden Tag Schweine zu h�ten.�</p><p>�Hast du keinen eigenen Mann gehabt? Einen st�ndigen, meine ich?�</p><p>�Doch. Aber er ist tot. Er ist der Mann, der den . . . den Hexenring gefunden hat.�</p><p>�Tut mir leid.�</p><p>�Mir aber nicht. Immer wenn er genug Geld zusammengestohlen oder -geborgt hatte, ist er sich besaufen gegangen, und dann kam er nach Hause und schlug mich. Ich war froh, da� ich Ganelon kennengelernt habe.�</p><p>�Du meinst also, das Wesen sei zu stark � da� wir den Kampf verlieren?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Da magst du recht haben. Aber ich glaube, du irrst dich.�</p><p>Sie zuckte die Achseln.</p><p>�Du wirst mit uns k�mpfen?�</p><p>�Ich f�rchte, ja.�</p><p>�Niemand wu�te das genau oder hat sich eindeutig dar�ber ge�u�ert. Das kann interessant werden. Ich w�rde dich gern mit dem Ziegenmann k�mpfen sehen.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Weil er der Anf�hrer zu sein scheint. Wenn du ihn t�test, h�tten wir eine bessere Chance. Du k�nntest es sogar schaffen.�</p><p>�Ich werde es m�ssen�, sagte ich.</p><p>�Aus besonderen Gr�nden?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Private Gr�nde?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Dann viel Gl�ck.�</p><p>�Vielen Dank.�</p><p>Sie leerte ihr Glas, und ich schenkte nach.</p><p>�Ich wei�, da� <emphasis>er</emphasis> ein �bernat�rliches Wesen ist�, meinte sie.</p><p>�Wechseln wir lieber das Thema.�</p><p>�Na sch�n. Aber tust du mir einen Gefallen?�</p><p>�Welchen denn?�</p><p>�Lege morgen deine R�stung an, nimm dir eine Lanze, besorg dir ein Pferd und mach den Kavallerieoffizier Harald fertig!�</p><p>�Warum denn?�</p><p>�Er hat mich letzte Woche geschlagen, so wie es Jarl fr�her getan hat. Schaffst du das?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Tust du�s?�</p><p>�Warum nicht? Der Mann ist schon so gut wie abgeworfen!�</p><p>Sie r�ckte n�her heran und lehnte sich gegen mich.</p><p>�Ich liebe dich�, sagte sie.</p><p>�Unsinn!�</p><p>�Na sch�n. Wie gef�llt dir: �Ich mag dich�?�</p><p>�Schon besser. Ich . . .�</p><p>In diesem Augenblick fuhr mir ein kalter, l�hmender Wind das R�ckgrat entlang. Ich erstarrte und widersetzte mich dem Kommenden, indem ich meinen Geist v�llig leerte.</p><p>Jemand suchte nach mir. Es handelte sich zweifellos um einen Angeh�rigen des Hauses von Amber, wahrscheinlich um eins meiner Br�derchen, und er benutzte meinen Trumpf oder etwas Ahnliches. Das Gef�hl war nicht zu verkennen. Wenn sich dort Eric meldete, hatte er mehr Mut, als ich ihm zutraute, da ich ihm bei unserem letzten Kontakt fast das Gehirn ausgebrannt hatte. Um Random konnte es sich nicht handeln, es sei denn, er war inzwischen aus dem Gef�ngnis geholt worden, was ich doch bezweifelte. Wenn es Julian oder Caine waren, sollten sie sich zur H�lle scheren. Bleys war vermutlich tot, wahrscheinlich auch Benedict. Damit blieben G�rard, Brand und unsere Schwestern. Aus dieser Gruppe mochte mir nur G�rard gesonnen sein. Folglich widersetzte ich mich einer Entdeckung, und mit Erfolg. Dazu brauchte ich etwa f�nf Minuten, und als es vorbei war, zitterte ich am ganzen K�rper und war in Schwei� gebadet. Lorraine starrte mich seltsam an.</p><p>�Was ist los?� fragte sie. �Du bist doch noch l�ngst nicht betrunken, und ich auch nicht!�</p><p>�Nur ein Anfall, wie ich ihn manchmal bekomme�, sagte ich. �Eine t�ckische Krankheit, die ich mir auf den Inseln zugezogen habe.�</p><p>�Ich habe ein Gesicht gesehen�, sagte sie. �Vielleicht auf dem Boden, vielleicht auch nur in meinem Kopf. Ein alter Mann. Der Kragen seines Gewandes war gr�n, und er sah dir ziemlich �hnlich, au�er da� sein Bart grau war.�</p><p>Da versetzte ich ihr einen Schlag.</p><p>�Du l�gst! Du kannst unm�glich . . .�</p><p>�Ich berichte doch nur, was ich gesehen habe! Schlag mich nicht! Ich wei� nicht, was es bedeutet hat! Wer war das?�</p><p>�Ich glaube, es war mein Vater. Gott, das ist seltsam . . .�</p><p>�Was war eigentlich los?� wiederholte sie.</p><p>�Ein Anfall�, erkl�rte ich. �Ich habe so etwas �fter, dann bilden sich die Leute ein, sie s�hen meinen Vater an der Burgmauer oder auf dem Boden. Mach dir keine Gedanken. Es ist nicht ansteckend.�</p><p>�Unsinn!� meinte sie. �Du l�gst mich an!�</p><p>�Ich wei�. Aber bitte, vergi� das Ganze.�</p><p>�Warum sollte ich?�</p><p>�Weil du mich magst�, erkl�rte ich. �Wei�t du noch? Und weil ich Harald morgen f�r dich in den Staub werfe.�</p><p>�Das stimmt�, sagte sie, und als ich erneut zu zittern begann, holte sie eine Decke vom Bett und legte sie mir um die Schultern.</p><p>Sie reichte mir mein Glas, und ich trank. Schlie�lich nahm sie neben mir Platz und lehnte den Kopf an meine Schulter, und ich legte den Arm um sie. Ein teuflischer Wind begann zu kreischen, und ich h�rte das schnelle Prasseln des Regens, der davon herangetragen wurde. Eine Sekunde lang hatte ich den Eindruck, als schl�ge etwas gegen die Fensterfl�gel. Lorraine wimmerte leise vor sich hin.</p><p>�Mir gef�llt nicht, was da heute nacht im Gange ist�, sagte sie.</p><p>�Mir auch nicht. Bitte lege den Balken vor die T�r. Sie ist nur verriegelt.�</p><p>W�hrend sie meiner Bitte nachkam, verschob ich unseren Sitz, bis er dem einzigen Fenster des Raums gegen�berstand. Dann holte ich Grayswandir unter dem Bett hervor und zog blank. Schlie�lich l�schte ich die Lichter im Zimmer bis auf eine letzte Kerze auf dem Tisch zu meiner Rechten.</p><p>Ich nahm wieder Platz und legte die Klinge �ber die Knie.</p><p>�Was tun wir?� fragte Lorraine und setzte sich zu meiner Linken.</p><p>�Wir warten�, sagte ich.</p><p>�Worauf?�</p><p>�Ich wei� es nicht genau � jedenfalls ist die Nacht daf�r g�nstig.�</p><p>Sie erschauderte und kuschelte sich an mich.</p><p>�Vielleicht solltest du lieber verschwinden�, sagte ich.</p><p>�Ich wei߫, entgegnete sie, �aber drau�en h�tte ich Angst. Wenn ich hierbleibe, kannst du mich doch besch�tzen, nicht wahr?�</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf. �Ich wei� nicht einmal, ob ich mich selbst sch�tzen kann.�</p><p>Sie ber�hrte Grayswandir.</p><p>�Was f�r eine herrliche Klinge! So eine Schneide hab ich noch nie gesehen.�</p><p>�Es gibt auch keine zweite dieser Art�, erwiderte ich, und mit jeder kleinen Bewegung fiel das Licht in anderem Winkel auf den Stahl, der eben noch mit orangerotem Blut nichtmenschlicher Herkunft bedeckt zu sein schien und im n�chsten Augenblick kalt und wei� schimmerte wie Schnee oder die Brust einer Frau und in meiner Hand erbebte, sobald mich ein K�lteschauer packte.</p><p>Ich fragte mich, wie es m�glich war, da� Lorraine w�hrend des Kontaktversuches etwas gesehen hatte, das mir entgangen war. Etwas, das der Wirklichkeit so nahe kam, da� es sich nicht um Einbildung handeln konnte.</p><p>�Auch du bist irgendwie seltsam�, sagte ich.</p><p>Sie schwieg, w�hrend die Kerze vier- oder f�nfmal flackerte; dann sagte sie: �Ich besitze so etwas wie das zweite Gesicht. Bei meiner Mutter war das Talent noch gr��er. Die Leute sagen, meine Gro�mutter sei eine wahre Zauberin gewesen. Von solchen Sachen wei� ich allerdings nichts. Na ja, nicht viel. Ich hab�s seit Jahren nicht mehr versucht. Es lief immer wieder darauf hinaus, da� ich letztlich nur Nachteile davon hatte.�</p><p>Sie schwieg, und ich fragte: �Was meinst du damit?�</p><p>�Ich setzte einen Zauberspruch ein, um meinen ersten Mann an mich zu binden�, erz�hlte sie, �und nun sieh doch, was er f�r einer war. H�tte ich es nicht getan, w�re ich viel besser dran gewesen. Ich hatte mir eine h�bsche Tochter gew�nscht und lie� es dazu kommen . . .�</p><p>Abrupt hielt sie inne, und ich erkannte, da� sie weinte.</p><p>�Was ist los? Ich verstehe nicht . . .�</p><p>�Ich dachte, du w��test es�, sagte sie.</p><p>�Nein � ich wei� nichts.�</p><p>�Sie war das kleine M�dchen, das im Hexenkreis tot . . . Ich dachte, du w��test Bescheid . . .�</p><p>�Es tut mir leid.�</p><p>�Ich w�nschte, ich h�tte diese F�higkeit nicht. Ich setze sie auch gar nicht mehr ein. Aber sie l��t mir keine Ruhe. Noch immer bringt sie mir Tr�ume und seltsame Zeichen, und dabei geht es nie um Dinge, auf die ich Einflu� nehmen kann. Ich w�nschte, die F�higkeit w�rde verschwinden und jemand anders plagen!�</p><p>�Und das ist etwas, was nicht passieren wird, Lorraine. Ich f�rchte, du mu�t dich damit abfinden.�</p><p>�Woher wei�t du das?�</p><p>�Ich habe Menschen gekannt, die in deiner Lage waren � das ist alles.�</p><p>�Du hast selbst solche F�higkeiten, nicht wahr?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Dann sp�rst du also auch, da� sich da drau�en etwas herumtreibt?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Ich auch. Wei�t du, was das Wesen gerade macht?�</p><p>�Es sucht nach mir.�</p><p>�Ja, das sp�re ich auch. Warum?�</p><p>�Vielleicht will es mich auf die Probe stellen. Es wei�, da� ich hier bin. Wenn ich ein neuer Verb�ndeter Ganelons bin, fragt es sich nat�rlich, was sich hinter mir verbirgt, wer ich bin . . .�</p><p>�Ist es der Geh�rnte pers�nlich?�</p><p>�Keine Ahnung. Aber ich nehme es nicht an.�</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Wenn ich wirklich derjenige bin, der das Wesen vernichten k�nnte, w�re es doch t�richt von ihm, mich hier in der Burg des Gegners aufzusuchen, wo ich sofort Hilfe finden kann. Ich glaube eher, da� einer seiner Helfer nach mir sucht. Vielleicht h�ngt das irgendwie damit zusammen, da� das Gespenst meines Vaters . . . ich wei� es nicht. Wenn der Helfer mich findet und identifiziert, wei� das Wesen, welche Vorbereitungen es treffen mu�. Wenn es mich findet und vernichtet, ist das Problem ja schon gel�st. Vernichte ich den Gesandten aber, wei� das Wesen schon etwas mehr �ber meine Kr�fte. Wie immer sich die Sache entwickelt � der Geh�rnte wird um eine Nasenl�nge vorn liegen. Warum also sollte er in diesem Stadium des Spiels seinen geh�rnten Kopf riskieren?�</p><p>Wir warteten in der schattengef�llten Kammer, w�hrend unsere Kerze die Minuten niederbrannte.</p><p>Sie regte sich neben mir. �Was hast du gemeint, als du sagtest: �Wenn es dich findet und identifiziert?� Identifiziert als was?�</p><p>�Als den, der beinahe nicht gekommen w�re�, erwiderte ich.</p><p>�Glaubst du, das Wesen k�nnte dich von irgendwoher kennen?�</p><p>�M�glich ist es.�</p><p>Da r�ckte sie von mir ab.</p><p>�Du brauchst keine Angst zu haben�, sagte ich. �Ich werde dir nicht weh tun.�</p><p>�Ich habe aber Angst, und du <emphasis>wirst</emphasis> mir weh tun!� sagte sie. �Ich wei� es! Aber ich sehne mich nach dir! Warum sehne ich mich nur nach dir?�</p><p>�Ich wei� es nicht.�</p><p>�Dort drau�en ist etwas!� sagte sie, und in ihrer Stimme lag ein Hauch von Hysterie. �Es ist schon ganz nahe! Ganz nahe! H�r doch!�</p><p>�Halt den Mund!� sagte ich, w�hrend sich in meinem Nacken ein kaltes Kribbeln bemerkbar machte und sich um meinen Hals zog. �Geh auf die andere Seite des Zimmers, hinter das Bett!�</p><p>�Ich f�rchte mich vor der Dunkelheit�, sagte sie.</p><p>�Los, geh schon, sonst mu� ich dich bewu�tlos schlagen und hinschleifen. Hier bist du mir nur im Weg!�</p><p>Ich h�rte ein schweres Klatschen durch den L�rm des Unwetters, und dann kratzte etwas �ber die Mauersteine; Lorraine hatte mir gehorcht.</p><p>Im n�chsten Augenblick blickte ich in zwei glutrote Augen, die mich starr ansahen. Hastig senkte ich den Blick. Das Wesen stand auf dem �u�eren Fenstersims und sah mich an.</p><p>Das Gesch�pf war gut sechs Fu� gro�; riesige F�hler entsprangen der breiten Stirn. Es trug keine Kleidung; das Fleisch hatte eine einheitliche graue F�rbung. Das Wesen schien geschlechtslos zu sein und besa� ledriggraue Fl�gel, die �ber eine gro�e Spannweite verf�gten und mit der Nacht verschmolzen. In der rechten Hand hielt es ein kurzes Schwert aus dunklem Metall. Die Klinge war mit seltsamen Runenzeichen bedeckt. Mit der linken Hand klammerte sich das Wesen am Fenster fest.</p><p>�Betreten auf eigene Gefahr!� sagte ich laut und richtete Grayswandirs Spitze auf die Brust des Wesens.</p><p>Das Gesch�pf kicherte. Es stand �ber mir und kicherte und lachte mich an. Es<emphasis/> versuchte noch einmal meinen Blick in seinen Bann zu ziehen, doch ich wehrte mich. Wenn es mir eine Zeitlang in die Augen starrte, mu�te es mich erkennen, wie es<emphasis/> schon der H�llenkatze gelungen war.</p><p>Als der n�chtliche Besucher das Wort ergriff, h�rte es sich an, als spr�che er mit Posaunenkl�ngen.</p><p>�Du bist nicht der Gesuchte�, sagte das Wesen. �Du bist kleiner und �lter. Trotzdem . . . die Klinge . . . Sie k�nnte ihm geh�ren. Wer bist du?�</p><p>�Wer bist du?� fragte ich zur�ck.</p><p>�Strygalldwir ist mein Name. Wenn du in diesem Namen fluchst, fresse ich dein Herz und deine Leber.�</p><p>�In deinem Namen fluchen? Ich kann ihn ja nicht mal aussprechen�, erwiderte ich, �und meine Leberzirrhose w�rde dir nur Durchfall verursachen. Verschwinde!�</p><p>�Wer bist du?� wiederholte es.</p><p>�<emphasis>Misli, gammi gra�adil, Strygalldwir�</emphasis>, sagte ich, und das Wesen zuckte wie von einem gl�henden Brandeisen getroffen zusammen.</p><p>�Mit einem so einfachen Zauberspruch willst du mich vertreiben?� fragte es, als es sich wieder gefangen hatte. �Ich geh�re nicht zu den kleinen Fischen!�</p><p>�Trotzdem schien dir eben ein bi�chen hei� zu werden.�</p><p>�Wer bist du?� fragte es noch einmal.</p><p>�Sag mir, was du willst, Bursche. V�gelchen, V�gelchen, flieg zur�ck nach Hause . . .�</p><p>�Viermal mu� ich dich fragen, viermal mu�t du die Antwort verweigern, ehe ich eindringen darf, um dich zu t�ten. Wer bist du?�</p><p>�Nein!� sagte ich und stand auf. �Komm herein und brenne!�</p><p>Im n�chsten Augenblick ri� der Eindringling die Fensterf�llung heraus, und der Wind, der den Angreifer ins Zimmer begleitete, lie� die Kerze verl�schen.</p><p>Ich st�rzte vor, und Funken spr�hten zwischen uns, als Grayswandir auf das dunkle Runenschwert traf. Die Klingen klirrten zusammen, und ich sprang zur�ck. Meine Augen hatten sich an das Halbdunkel gew�hnt, so da� mich der Lichtverlust nicht blendete. Das unheimliche Gesch�pf vermochte ebenfalls gut zu sehen. Es war kr�ftiger als ein normaler Mensch, aber da das auch auf mich zutraf, machte es mir nichts aus. Wir umkreisten uns in dem engen Zimmer. Ein eiskalter Wind umtoste uns, und als wir wieder am Fenster vorbeikamen, klatschten mir kalte Tropfen ins Gesicht. Als ich das Wesen zum erstenmal verletzte � mit einem langen Schnitt in die Brust �, blieb es stumm, obwohl die Wundr�nder von winzigen Flammen bekr�nzt waren. Beim zweiten Stich � in den Oberarm � stie� es einen Schrei aus und begann mich zu verfluchen.</p><p>�Heute abend sauge ich dir das Mark aus den Knochen!� sagte es. �Ich werde sie trocknen und voller Raffinesse zu einem Musikinstrument umgestalten! Und jedesmal, wenn ich darauf spiele, windet sich deine Seele in k�rperloser Qual!�</p><p>�Du brennst recht h�bsch�, sagte ich.</p><p>Das Wesen stockte einen Sekundenbruchteil lang, und das war meine Chance.</p><p>Ich hieb die d�stere Klinge zur Seite, und mein Stich ging genau ins Ziel, bohrte sich in die Mitte der Brust. Ich stie� kr�ftig zu.</p><p>Da begann das Wesen aufzuheulen, doch es sank nicht zu Boden. Grayswandir wurde mir aus der Hand gerissen. Flammen zuckten um die Wunde. Das Wesen stand da und stellte das Feuerlodern zur Schau. Es machte einen Schritt auf mich zu, und ich ri� einen kleinen Stuhl hoch und hielt ihn zwischen uns.</p><p>�Ich habe mein Herz nicht an der Stelle, wo ihr Menschen es vermutet�, sagte das Ungeheuer.</p><p>Dann griff es an, doch ich wehrte den Hieb mit dem Stuhl ab und stie� ihm eins der Stuhlbeine in das rechte Auge. Dann warf ich das M�belst�ck fort, trat vor, packte das rechte Handgelenk meines Gegners und drehte es herum. So fest ich konnte, lie� ich die Handkante gegen den Ellbogen schnellen. Ein lautes Knacken ert�nte, und das Runenschwert polterte zu Boden. Im n�chsten Augenblick traf seine linke Hand mich am Kopf, und ich st�rzte zu Boden.</p><p>Es sprang auf die Klinge zu, doch ich packte es an den Fu�gelenken und brachte es zu Fall.</p><p>Das Wesen wand sich am Boden, und ich warf mich dar�ber und umklammerte seinen Hals. Ich drehte den Kopf zur Seite, das Kinn gegen die Brust gedr�ckt, w�hrend es mir mit der linken Hand und dem linken Fl�gel das Gesicht zu zerkratzen suchte.</p><p>Als sich mein t�dlicher Griff festigte, versuchte sich sein Blick in meine Augen zu bohren � und diesmal wich ich dem Angriff nicht aus.</p><p>Im tiefsten Innern meines Gehirns versp�rte ich einen leichten Schock, als wir beide die Wahrheit erkannten.</p><p>�Du!� vermochte das Wesen noch zu keuchen, ehe ich die H�nde verdrehte und das Leben aus den roten Augen pre�te.</p><p>Langsam richtete ich mich auf, stellte den Fu� auf die Leiche und zog Grayswandir heraus.</p><p>Als sich die Klinge l�ste, flammte das Wesen auf und brannte, bis nur noch ein schwarzer Fleck auf dem Boden zu sehen war.</p><p>Im n�chsten Augenblick eilte Lorraine zu mir, und ich legte ihr den Arm um die Schultern, und sie sagte, ich solle sie in ihre Unterkunft und ins Bett bringen. Und das tat ich, doch wir lagen nur nebeneinander, bis sie sich in den Schlaf geweint hatte. Ja. So lernte ich Lorraine kennen.</p><empty-line/><p>Lance, Ganelon und ich sa�en auf unseren Reittieren auf einem hohen Berg; die sp�tmorgendliche Sonne schien uns auf den R�cken, w�hrend wir auf die Stelle hinabblickten. Die Szene brachte mir Best�tigung.</p><p>Der Kreis �hnelte dem kranken kahlen Wald im Tal s�dlich von Amber.</p><p>O <emphasis>Vater! Was habe ich getan?</emphasis> fragte ich tief in meinem Innern, doch es gab keine Antwort au�er dem schwarzen Kreis, der sich unter mir dehnte, soweit das Auge reichte.</p><p>Durch die Schlitze meines Visiers blickte ich auf die Fl�che � verkohlt wirkend, �de, nach Verfall stinkend. Inzwischen setzte ich den Helm kaum noch ab. Die M�nner hielten das f�r eine Marotte, doch mein Rang gab mir das Recht auf gewisse exzentrische Z�ge. Seit gut zwei Wochen trug ich die R�stung, seit meinem Kampf mit Strygalldwir. Ich hatte den Helm am folgenden Morgen aufgesetzt, ehe ich Harald besiegte und damit mein Versprechen Lorraine gegen�ber einl�ste, und war zu dem Schlu� gekommen, da� ich mein Gesicht lieber verbergen sollte, w�hrend ich langsam weiter zunahm.</p><p>Ich mochte inzwischen an die hundertundachtzig Pfund wiegen und f�hlte mich allm�hlich kr�ftig wie fr�her. Wenn ich dazu beitragen konnte, die Probleme des Landes Lorraine zu beseitigen, gab mir das zumindest eine Chance, das Ziel zu erstreben, das mir besonders am Herzen lag, und es vielleicht sogar zu erreichen.</p><p>�Das ist also der Kreis�, sagte ich. �Ich sehe aber gar keine Truppenbewegungen.�</p><p>�Dazu m��ten wir wohl weiter nach Norden reiten�, sagte Lance. �Au�erdem sehen wir die Wesen bestimmt erst nach Einbruch der Dunkelheit.�</p><p>�Wie weit nach Norden?�</p><p>�Drei oder vier Meilen. Sie sind ziemlich wendig.�</p><p>Zwei Tage lang waren wir geritten und hatten nun den Kreis erreicht. Einige Stunden zuvor hatten wir eine Patrouille getroffen und erfahren, da� die Truppen im Innern sich jede Nacht versammelten. Sie vollf�hrten verschiedene Man�ver und verschwanden dann gegen Morgen � zu einem weiter drinnen gelegenen Platz. Ich erfuhr auch, da� �ber dem Kreis ein st�ndiges Donnergrollen lag, ohne da� sich ein Unwetter entlud.</p><p>�Wollen wir hier fr�hst�cken und dann nach Norden reiten?� fragte ich.</p><p>�Warum nicht?� fragte Ganelon. �Ich bin hungrig, und wir haben Zeit.�</p><p>Wir stiegen ab, a�en Trockenfleisch und tranken aus unseren Flaschen. �Die seltsame Nachricht verstehe ich immer noch nicht�, sagte Ganelon, nachdem er ausgiebig ger�lpst, sich den Magen get�tschelt und eine Pfeife angez�ndet hatte. �Wird er uns im entscheidenden Kampf zur Seite stehen � oder nicht? Wo ist er denn, wo er uns doch helfen will? Der Tag der Auseinandersetzung r�ckt immer n�her!�</p><p>�Verge�t ihn!� sagte ich. �Das Ganze war vermutlich ein Scherz.�</p><p>�Verdammt, das kann ich nicht!� rief er. �Die Sache ist irgendwie seltsam!�</p><p>�Worum geht es denn?� fragte Lance, und mir wurde bewu�t, da� Ganelon ihm noch gar nichts gesagt hatte.</p><p>�Mein alter Lehnsherr Lord Corwin schickt eine seltsame Botschaft mit einem Vogel. Angeblich will er kommen. Ich hatte ihn f�r tot gehalten, und nun diese Nachricht!� s�gte Ganelon. �Aber ich wei� immer noch nicht, was ich davon halten soll.�</p><p>�Corwin?� fragte Lance, und ich hielt den Atem an. �Corwin von Amber?�</p><p>�Ja, von Amber und Avalon.�</p><p>�Verge�t die Nachricht.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Er ist ein Mann ohne Ehre, und seine Versprechungen sind nichts wert.�</p><p>�Ihr kennt ihn?�</p><p>�Ich habe von ihm geh�rt. Vor langer Zeit einmal herrschte er auch �ber dieses Land. Erinnert Ihr Euch nicht an die Geschichten vom D�monenherrscher? Das ist er! Das war Corwin lange vor meiner Zeit. Seine beste Tat war es, abzudanken und zu fliehen, als der Widerstand gegen ihn zu stark wurde.�</p><p>Das stimmte nicht!</p><p>Oder doch?</p><p>Amber wirft eine Vielzahl von Schatten, und mein Avalon hatte infolge meines dortigen Aufenthalts zahlreiche eigene Schatten beherrscht.</p><p>Ich mochte auf vielen Erdenwelten bekannt sein, auf denen sich Schatten meiner selbst bewegt und meine Taten und Gedanken nur unvollkommen nachge�fft hatten.</p><p>�Nein�, sagte Ganelon. �Ich habe nie auf die alten Geschichten geh�rt. Allerdings frage ich mich, ob er wirklich derselbe Mann sein kann wie der, der fr�her einmal hier geherrscht hat. Eine interessante �berlegung.�</p><p>�Sehr�, stimmte ich zu, um aus der Diskussion nicht ausgeschlossen zu werden. �Aber wenn er vor so langer Zeit geherrscht hat, m��te er l�ngst tot oder greisenhaft alt sein.�</p><p>�Er war ein Zauberer�, sagte Lance.</p><p>�Der Corwin, den ich kannte, war in der Tat ein Zauberer�, sagte Ganelon. �Er verbannte mich aus einem Land, das weder mit Beschw�rung noch mit normalen Mitteln wiederzufinden ist.�</p><p>�Ihr habt bisher nie davon gesprochen�, sagte Lance. �Wie ist es dazu gekommen?�</p><p>�Das geht Euch nichts an�, sagte Ganelon unwirsch, und Lance schwieg.</p><p>Ich zog meine Pfeife heraus � vor zwei Tagen hatte ich mir eine zugelegt �, und Lance tat es mir nach. Es war eine Tonpfeife, die schlecht zog und in der Hand ziemlich hei� wurde. Wir entz�ndeten den Tabak, und zu dritt sa�en wir da und rauchten vor uns hin.</p><p>�Nun, er hat jedenfalls klug gehandelt�, sagte Ganelon. �Wir wollen die Sache f�r den Augenblick vergessen.�</p><p>Nat�rlich taten wir das nicht. Doch wir lie�en das Thema ruhen.</p><p>Ohne das schwarze Gebilde hinter uns w�re es sehr angenehm gewesen, dort zu sitzen und gelassen zu rauchen. Pl�tzlich f�hlte ich mich den beiden M�nnern sehr verbunden. Ich wollte etwas sagen, doch mir fiel nichts ein.</p><p>Ganelon erl�ste mich aus meinem Dilemma, indem er die Sprache auf eine aktuelle Frage brachte.</p><p>�Ihr wollt sie also packen, ehe sie angreifen?� fragte er.</p><p>�Genau�, erwiderte ich. �Wir wollen den Kampf in ihr Gebiet tragen.�</p><p>�Das Problem liegt darin, da� es eben ihr Gebiet <emphasis> ist�</emphasis>, erwiderte er. �Sie kennen sich dort viel besser aus als wir, und wer kann schon sagen, welche M�chte sie dort zu Hilfe rufen k�nnen?�</p><p>�Wenn wir den Geh�rnten umbringen, bricht der ganze Angriff zusammen�, sagte ich.</p><p>�Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht k�nnt Ihr es schaffen�, sagte Ganelon. �Ob ich es k�nnte, wei� ich nicht; ich m��te mich wohl auf das Gl�ck verlassen. Er ist zu schlecht f�r einen leichten Tod. Zwar nehme ich an, da� ich noch so gut k�mpfe wie vor einigen Jahren � doch das kann immerhin ein Irrtum sein. Vielleicht bin ich zu verweichlicht und zu bequem geworden. Ich habe mir diesen Schreibtischposten nicht gew�nscht!�</p><p>�Ich wei߫, sagte ich.</p><p>�Ich wei߫, sagte Lance.</p><p>�Lance�, fragte Ganelon, �sollen wir dem Rat unseres Freundes folgen? Sollen wir angreifen?�</p><p>Er h�tte die Achseln zucken und sich herausreden k�nnen.</p><p>Doch das tat er nicht.</p><p>�Ja�, sagte er. �Beim letztenmal h�tten sie uns fast �berrannt. In der Nacht, als K�nig Uther starb, war der Ausgang sehr knapp. Wenn wir sie jetzt nicht angreifen, k�nnen sie uns beim n�chstenmal wohl niederk�mpfen. Gewi�, leicht w�rde es ihnen nicht fallen, und sie m��ten mit vielen Ausf�llen rechnen. Doch ich glaube, da� sie es schaffen k�nnten. Am besten versuchen wir uns einen �berblick zu verschaffen, dann k�nnen wir unsere Angriffspl�ne im einzelnen festlegen.�</p><p>�Also gut�, sagte Ganelon. �Ich habe auch keine Lust mehr zum Warten. Sagt mir nach unserer R�ckkehr noch einmal, was Ihr dazu meint, dann sehen wir weiter.�</p><p>Und das taten wir.</p><p>Am Nachmittag ritten wir nach Norden, versteckten uns auf den Bergen und blickten auf den Kreis hinab. Jenseits der Grenze gaben die Wesen auf ihre Art der Anbetung Ausdruck, und sie �bten sich im Kampfeinsatz. Ich sch�tzte ihre Zahl auf etwa viertausend K�mpfer. Wir verf�gten �ber zweitausendf�nfhundert Mann. Die Gegenseite setzte seltsame fliegende, kriechende und h�pfende Wesen ein, die in der Nacht unheimliche Ger�usche ausstie�en. Wir besa�en ein mutiges Herz. O ja.</p><p>Dabei brauchte ich nur einige Minuten im Zweikampf mit dem gegnerischen Anf�hrer, um die Sache zu entscheiden � so oder so. Die ganze Sache. Das konnte ich meinen Gef�hrten zwar nicht sagen, doch es stimmte.</p><p>Ich war n�mlich verantwortlich f�r die Erscheinung dort unten. Ich hatte sie ausgel�st, und es lag an mir, sie ungeschehen zu machen, wenn es ging.</p><p>Ich hatte nur Angst, da� ich es nicht schaffen w�rde.</p><p>In einem Anfall der Leidenschaft, gen�hrt von Wut, Entsetzen und Schmerz, hatte ich dieses Etwas entfesselt, ein Gebilde, das auf irgendeine Weise seine Entsprechung fand auf jeder Erde, die es gab. Das sind die Folgen des Blutfluchs eines Prinzen von Amber.</p><p>Wir beobachteten sie die ganze Nacht hindurch, die W�chter des Kreises � und am n�chsten Morgen zogen wir uns zur�ck.</p><p>Das Urteil lautete: Angriff!</p><p>Wir ritten den ganzen Weg zur�ck, und nichts folgte uns. Als wir die Burg von Ganelon erreichten, schmiedeten wir Pl�ne. Unsere Truppen waren bereit � vielleicht mehr als bereit �, und wir beschlossen, innerhalb der n�chsten zwei Wochen zuzuschlagen.</p><empty-line/><p>Neben Lorraine liegend, erz�hlte ich ihr von diesen Dingen. Ich war der Meinung, da� sie Bescheid wissen m��te. Ich besa� die Macht, sie in die Schatten zu entf�hren, noch diese Nacht, wenn sie sich nur bereit erkl�rte. Doch sie war nicht einverstanden.</p><p>�Ich bleibe bei dir�, sagte sie.</p><p>�Na gut.�</p><p>Ich sagte ihr nicht, da� meinem Gef�hl nach alles in meinen H�nden ruhte, doch ich hatte so eine Ahnung, als ob sie es w��te und mir aus irgendeinem Grund vertraute. Ich h�tte mir nicht vertraut, aber das war ihre Sache.</p><p>�Du wei�t ja, wie es ausgehen kann�, sagte ich.</p><p>�Ich wei߫, sagte sie, und ich wu�te, da� sie es wu�te, und das war alles.</p><p>Wir wandten uns angenehmeren Dingen zu, und sp�ter schliefen wir ein. Sie hatte getr�umt.</p><p>Am n�chsten Morgen sagte sie zu mir: �Ich habe getr�umt.�</p><p>�Wovon?� fragte ich.</p><p>�Von dem bevorstehenden Kampf�, sagte sie. �Ich sehe dich und den Geh�rnten im Kampf vereint.�</p><p>�Wer siegt?�</p><p>�Das wei� ich nicht. Aber w�hrend du schliefst, habe ich etwas getan, das dir vielleicht hilft.�</p><p>�Das h�ttest du lieber nicht tun sollen�, sagte ich. �Ich kann auf mich selbst aufpassen.�</p><p>�Dann tr�umte ich von meinem eigenen Tod, in dieser Zeit.�</p><p>�Ich m�chte dich an einen Ort bringen, den ich kenne.�</p><p>�Nein, mein Platz ist hier�, erwiderte sie.</p><p>�Ich will ja nicht so tun, als geh�rtest du mir�, sagte ich, �aber ich kann dich vor den Dingen sch�tzen, die du getr�umt hast. Soviel liegt in meiner Macht, das mu�t du mir glauben.�</p><p>�Ich glaube dir. Aber ich gehe nicht.�</p><p>�Du bist ein verdammter Dicksch�del!�</p><p>�La� mich bleiben.�</p><p>�Wie du willst . . . H�r mal, ich w�rde dich sogar nach Cabra schicken . . .�</p><p>�Nein.�</p><p>�Du bist ein verdammter Dicksch�del!�</p><p>�Ich wei�. Ich liebe dich.�</p><p>�. . . und ein Dummkopf obendrein. Wir haben uns auf �m�gen� geeinigt, wei�t du noch?�</p><p>�Du wirst es schaffen�, sagte sie.</p><p>�Geh zur H�lle!�</p><p>Und sie begann leise zu weinen, und ich mu�te sie wieder tr�sten.</p><p>Das war Lorraine.</p></section><section><title><p>3</p></title><p>Eines Morgens dachte ich zur�ck an all die Dinge, die fr�her geschehen waren. Ich stellte mir meine Br�der und Schwestern vor, als spielten sie Karten, was nat�rlich nicht stimmte. Ich dachte an das Krankenhaus, in dem ich erwacht war, an den Kampf um Amber, an meinen Marsch durch das Muster in Rebma und an meine Zeit mit Moire, die jetzt vielleicht in den Armen Erics lag<a l:href="#fn2" type="note">[2]</a>. Meine Gedanken schweiften an jenem Morgen zu Bleys und Random, Deirdre, Caine, G�rard und Eric. Es war der Morgen vor der gro�en Schlacht, und wir lagerten in den Bergen in der N�he des Kreises. Unterwegs waren wir mehrfach angegriffen worden, doch die Scharm�tzel waren nur kurz gewesen. Wir hatten die Angreifer zur�ckgeschlagen oder vernichtet und waren weitergezogen. Als wir das vorher festgelegte Gebiet erreicht hatten, schlugen wir unser Lager auf, stellten Wachen aus und legten uns hin. Unsere Nachtruhe blieb ungest�rt. Ich erwachte und stellte mir die Frage, ob meine Br�der und Schwestern wohl dieselbe Meinung von mir hatten wie ich von ihnen. Es war ein trauriger Gedanke.</p><p>In der Abgeschlossenheit eines kleinen Hains, den Helm voller Seifenwasser, rasierte ich mir den Bart ab. Dann kleidete ich mich an, legte meine ureigenen mitgenommenen Farben an. Wieder einmal war ich hart wie Stein, d�ster wie der Erdboden und zornig wie die H�lle � wie fr�her. Heute war der entscheidende Tag. Ich setzte den Helm auf, zog das Kettenhemd �ber, schlo� den Gurt um meine H�fte und legte Grayswandir an. Dann schlo� ich den Umhang vor meinem Hals mit einer Silberrose und wurde schlie�lich von einem Melder entdeckt, der mir mitteilen sollte, da� alles bereit sei.</p><p>Ich k��te Lorraine, die sich nicht hatte davon abbringen lassen, uns zu begleiten. Dann stieg ich auf mein Pferd, einen Braunen namens Star, und ritt in die vorderste Reihe.</p><p>Dort stie� ich auf Ganelon und Lance. �Wir sind fertig�, sagten sie.</p><p>Ich rief meine Offiziere zusammen und gab meine Befehle. Sie salutierten, machten kehrt und ritten davon.</p><p>�Bald�, sagte Lance und z�ndete seine Pfeife an.</p><p>�Wie geht es Eurem Arm?�</p><p>�Wieder sehr gut�, erwiderte er, �nach dem Kampf, den Ihr mir gestern geliefert habt. Ausgezeichnet.�</p><p>Ich �ffnete mein Visier und z�ndete mir ebenfalls eine Pfeife an.</p><p>�Ihr habt Euch ja den Bart abrasiert!� sagte Lance. �Damit seid Ihr Euch gar nicht mehr �hnlich.�</p><p>�Ohne Bart sitzt der Helm besser�, sagte ich.</p><p>�Das Gl�ck sei mit uns allen�, warf Ganelon ein. �Ich kenne zwar keine G�tter, doch wenn sich welche auf unsere Seite stellen wollen, hei�e ich sie willkommen!�</p><p>�Es gibt nur einen Gott�, sagte Lance. �Ich bete, da� Er uns beisteht.�</p><p>�Amen�, sagte Ganelon und hielt eine Flamme an seinen Pfeifenkopf. �F�r heute.�</p><p>�Der Sieg wird uns geh�ren.�</p><p>�Ja�, sagte ich, als die Sonne im Osten h�her stieg und die V�gel des Morgens sich in die Luft schwangen. �Es f�hlt sich so an.�</p><p>Als wir fertig waren, klopften wir unsere Pfeifen aus und steckten sie in die G�rtel. Dann zogen wir zum letztenmal die Schnallen und Schn�re unserer R�stungen nach, und Ganelon sagte: �Also los. Gehen wir ans Werk.�</p><p>Meine Offiziere machten Meldung. Meine Abteilungen waren bereit.</p><p>In langer Kolonne ritten wir den Berg hinab und versammelten uns au�erhalb des Kreises. Drinnen r�hrte sich nichts; Truppen waren nicht zu sehen.</p><p>�Was mag mit Corwin sein?� wandte sich Ganelon an mich.</p><p>�Er ist bei uns�, erwiderte ich, und er sah mich seltsam an, schien zum erstenmal die Rose an meinem Hals wahrzunehmen. Er nickte abrupt.</p><p>�Lance�, sagte er, als wir uns formiert hatten, �gebt den Befehl!�</p><p>Und Lance zog seine Klinge. Sein Schrei �Angriff!� wurde ringsum wiederholt.</p><empty-line/><p>Wir waren eine halbe Meile weit in den Kreis eingedrungen, ehe etwas geschah. F�nfhundert Berittene bildeten unsere Vorhut. Eine dunkelgekleidete Kavallerie erschien, die wir in einen Kampf verwickelten.</p><p>Nach f�nf Minuten brach der Widerstand zusammen, und wir ritten weiter.</p><p>Dann h�rten wir den Donner. Blitze zuckten, Regen rauschte hernieder. Das seit langer Zeit �ber dem Kreis lauernde Gewitter brach endlich los.</p><p>Eine d�nne Kette Fu�soldaten, zumeist Lanzentr�ger, versperrte uns den Weg, wartete in stoischer Ruhe. Vielleicht ahnten wir die Falle, trotzdem griffen wir an.</p><p>Gleich darauf best�rmte die feindliche Kavallerie unsere Flanke. Wir wirbelten herum, und der Ernst des Soldatenlebens begann.</p><p>Etwa zwanzig Minuten sp�ter . . .</p><p>Wir hielten durch, warteten auf die Hauptmacht unserer Armee.</p><p>Schlie�lich ritt unsere zweihundertk�pfige Gruppe weiter . . .</p><p>Menschen. Wir t�teten Menschen an diesem Ort, Menschen, die die Unsrigen t�teten � graugesichtige Menschen mit ausdruckslosen starren Mienen. Ich wollte mehr. Noch einen mehr . . .</p><p>Die logistischen Probleme des Gegners mu�ten halb metaphysischer Art gewesen sein. Wie viele K�mpfer konnten durch dieses Tor gef�hrt werden? Ich wu�te es nicht genau. Kurz darauf . . .</p><p>Wir kamen �ber eine Anh�he, und tief unter uns lag eine unheimliche Zitadelle.</p><p>Ich hob meine Klinge.</p><p>Als wir den Hang hinabsprengten, griffen sie an.</p><p>Sie zischten und kr�chzten und flatterten. Ihr Anblick verriet mir, da� er nicht mehr genug K�mpfer hatte. Grayswandir war eine Flamme in meiner Hand, ein Blitz. Ich t�tete die Wesen, sobald sie in meine N�he kamen, und im Sterben flammten sie auf. Zu meiner Rechten sah ich Lance ein �hnliches Chaos anrichten, dabei murmelte er unverst�ndliche Worte vor sich hin. Waren es Gebete f�r die Toten? Zu meiner Linken hieb Ganelon um sich, und eine Kette von Br�nden kennzeichnete den Weg, den er genommen hatte. Inmitten der aufzuckenden Blitze r�ckte die Zitadelle langsam n�her, ragte immer h�her vor uns auf.</p><p>Die etwa hundert Mann, die von uns noch �brig waren, st�rmten weiter, und links und rechts sanken die scheu�lichen Ausgeburten der H�lle zu Boden.</p><p>Als wir das Tor erreichten, stellte sich uns eine Infanterie aus Menschen und Ungeheuern entgegen. Wir griffen an.</p><p>Die Gegenseite war uns zahlenm��ig �berlegen, doch wir hatten keine andere Wahl. Vielleicht hatten wir die Entfernung zu unserer eigenen Infanterie zu gro� werden lassen. Aber ich nahm es eigentlich nicht an. Wie ich die Lage sah, war die Zeit nun allein entscheidend.</p><p>�Ich mu� durch!� rief ich. �Er ist drinnen!�</p><p>�Er geh�rt mir!� sagte Lance.</p><p>�Ihr beide k�nnt mit ihm tun, was Ihr wollt!� sagte Ganelon und lie� seine Klinge kreisen. �Dringt ein, sobald Ihr k�nnt! Ich begleite Euch!�</p><p>Wir hieben um uns und t�teten, doch dann schlug sich das Kriegsgl�ck auf die Seite der anderen. Sie bedr�ngten uns, all die h��lichen Wesen, die nicht ganz Menschen waren oder nicht mehr, vermengt mit menschlichen K�mpfern. Wir wurden auf einen kleinen Kreis zusammengedr�ngt und mu�ten uns nach allen Seiten verteidigen, bis endlich unsere ersch�pfte Infanterie eintraf und loszulegen begann. Wieder stie�en wir auf das Tor zu und schafften es diesmal, alle vierzig oder f�nfzig Mann.</p><p>Wir k�mpften uns durch, und nun stellten sich uns die Soldaten im Innenhof entgegen.</p><p>Das letzte Dutzend von uns, das es bis zum Fu� des d�steren Zitadellenturms schaffte, sah sich einer letzten Gruppe W�chter gegen�ber.</p><p>�Ran!� rief Ganelon, als wir von unseren Pferden sprangen und zum Nahkampf vorst�rmten.</p><p>�Ran!� br�llte Lance, und wahrscheinlich meinten beide mich � oder jeweils den anderen.</p><p>Ich l�ste mich aus dem Scharm�tzel und hastete die Treppe hinauf.</p><p>Ich wu�te, da� er sich dort oben befand, im h�chsten Turm; ich mu�te mich ihm zum Kampf stellen und ihn besiegen. Ich wu�te nicht, ob ein Sieg in meiner Macht lag, doch ich mu�te es versuchen. Wu�te ich doch als einziger, woher er wirklich kam und da� ich derjenige war, der ihn hierhergef�hrt hatte.</p><p>Oben an der Treppe stie� ich auf eine massive Holzt�r. Ich versuchte sie zu �ffnen, doch sie war von innen verschlossen. Ich trat mit voller Kraft zu.</p><p>Krachend st�rzte sie einw�rts.</p><p>Und da sah ich ihn am Fenster stehen, einen menschen�hnlichen K�rper in leichter R�stung, mit einem Ziegenkopf auf breiten Schultern.</p><p>Ich trat �ber die Schwelle und blieb stehen.</p><p>Als die T�r nachgab, war er herumgefahren und hatte die Augen aufgerissen � und jetzt versuchte er durch das Visier meinen Blick zu bannen.</p><p>�Sterblicher, du bist zu weit gegangen�, sagte er. �Oder bist du gar kein sterblicher Mensch?� In seiner Hand funkelte eine Klinge.</p><p>�Frag Strygalldwir�, sagte ich.</p><p>�Du also hast ihn get�tet�, stellte er fest. �Hat er dich erkannt?�</p><p>�Vielleicht.�</p><p>Auf der Treppe hinter mir hallten Schritte herauf. Ich trat nach links in den Schutz des T�rrahmens.</p><p>Ganelon st�rmte ins Zimmer, und ich rief: �Halt!� Er blieb sofort stehen.</p><p>Er wandte sich in meine Richtung.</p><p>�Dies ist das Wesen�, sagte er. �Was ist es?�</p><p>�Meine S�nde gegen etwas, das ich einst geliebt habe�, sagte ich. �La� es in Ruhe. Es geh�rt mir.�</p><p>�Oh, bitte sehr!�</p><p>Er r�hrte sich nicht.</p><p>�Hast du das wirklich ernst gemeint?� fragte das Gesch�pf.</p><p>�Finde es doch heraus!� sagte ich und sprang vor.</p><p>Doch das Wesen stellte sich nicht zum Kampf. Statt dessen tat es etwas, das jeder sterbliche K�mpfer f�r t�richt gehalten h�tte.</p><p>Es schleuderte seine Klinge in meine Richtung, mit der Spitze voran, wie einen Blitz. Und die Bewegung wurde von einer Art Donnerschlag begleitet.</p><p>Die Elemente au�erhalb des Turms stimmten in das Echo ein, eine ohrenbet�ubende Reaktion.</p><p>Ich parierte den Angriff mit Grayswandir. Die Waffe bohrte sich in den Boden und begann sofort zu brennen. Drau�en zuckten im gleichen Moment Blitze auf.</p><p>Einen Augenblick lang war das Licht so grell wie eine Magnesiumsfackel, und in dieser Sekunde fiel das Gesch�pf �ber mich her.</p><p>Es dr�ckte mir die Arme an die Flanken, und seine H�rner hieben gegen mein Visier, einmal, zweimal . . .</p><p>Dann richtete ich meine Kr�fte gegen die m�chtigen Arme, und ihr Griff begann sich zu lockern.</p><p>Ich lie� Grayswandir fallen und l�ste mich mit einer letzten gewaltigen Anspannung aus der Umarmung meines Gegners.</p><p>Doch im gleichen Augenblick begegneten sich unsere Blicke.</p><p>Wir hieben beide zu, gerieten ins Taumeln.</p><p>�Lord von Amber�, sagte das Wesen nun. �Warum bek�mpft Ihr mich? Ihr wart es doch selbst, der uns diese Passage er�ffnet hat, diesen Weg . . .�</p><p>�Ich bereue eine voreilige Handlung und versuche sie r�ckg�ngig zu machen.�</p><p>�Dazu ist es nun zu sp�t � und dies ist ein seltsamer Ort, um damit zu beginnen.�</p><p>Wieder hieb das Wesen zu, so schnell, da� es meine Deckung durchbrach. Ich wurde gegen die Wand geschleudert. Das Gesch�pf war gef�hrlich schnell.</p><p>Und dann hob es die Hand und machte ein Zeichen, und ich hatte eine Vision der Gerichte des Chaos vor Augen � eine Vision, die mir die Nackenhaare str�ubte, die meine Seele einem kalten Wind aussetzte, in der Erkenntnis, was ich getan hatte.</p><p>�. . . Seht Ihr?� fragte mein Gegner. �Ihr habt uns dieses Tor aufgetan. Wenn Ihr uns jetzt helft, verschaffen wir Euch, was Euch rechtm��ig geh�rt.�</p><p>Einen Augenblick lang war ich in Versuchung. Durchaus m�glich, da� das Wesen sein Versprechen wahrmachen konnte, da� es mir helfen w�rde, wenn ich ihm half.</p><p>Aber danach w�rde es immer eine Gefahr f�r mich sein. F�r kurze Zeit verb�ndet, w�rden wir uns sp�ter wieder bek�mpfen, sobald wir das Gew�nschte erhalten hatten � und die Kr�fte der Finsternis waren dann weitaus st�rker. Trotzdem � wenn ich Herrscher �ber die Stadt war . . .</p><p>�Machen wir das Gesch�ft?� lautete die scharfe, fast schrille Frage.</p><p>Ich dachte an die Schatten und die Orte jenseits der Schatten . . .</p><p>Langsam hob ich den Arm und l�ste meinen Helm . . .</p><p>Ich schleuderte ihn, als das Wesen aufzuatmen schien. Ich glaube, Ganelon sprang im gleichen Augenblick vorw�rts.</p><p>Ich warf mich quer durch das Zimmer und trieb das Wesen gegen die Wand.</p><p>�Nein!� br�llte ich.</p><p>Die menschen�hnlichen H�nde fanden meinen Hals � etwa in dem gleichen Augenblick, da sich meine Finger um seinen Hals schlossen.</p><p>Ich dr�ckte mit voller Kraft, drehte die H�nde zur Seite. Vermutlich tat die Kreatur das gleiche.</p><p>Ich h�rte etwas brechen wie einen trockenen Ast. Ich fragte mich, wessen Hals da eben gebrochen sein mochte. Meiner tat jedenfalls f�rchterlich weh.</p><p>Ich �ffnete die Augen, und �ber mir w�lbte sich der Himmel. Ich lag auf dem R�cken; eine Decke sch�tzte mich vor der K�hle des Bodens.</p><p>�Ich f�rchte, er schafft es�, sagte Ganelon, und ich drehte den Kopf m�hsam in die Richtung, aus der ich seine Stimme geh�rt hatte.</p><p>Er sa� am Rand der Decke, ein Schwert �ber den Knien. Lorraine war bei ihm.</p><p>�Wie steht der Kampf?� fragte ich.</p><p>�Wir haben gesiegt�, sagte er. �Ihr habt Euer Versprechen gehalten. Als Ihr das Ding umgebracht hattet, war alles vorbei. Die graugesichtigen Menschen sanken bewu�tlos zu Boden, die Ungeheuer verbrannten.�</p><p>�Gut.�</p><p>�Ich habe hier gesessen und mich gefragt, warum ich Euch nicht mehr hasse.�</p><p>�Seid Ihr dabei zu Ergebnissen gelangt?�</p><p>�Nein, eigentlich nicht. Vielleicht liegt es daran, da� wir uns im Grunde sehr �hnlich sind. Ich wei� es nicht.�</p><p>Ich l�chelte Lorraine an. �Ich bin froh, da� deine prophetischen Gaben nicht die besten sind�, sagte ich. �Der Kampf ist vorbei, und du lebst immer noch.�</p><p>�Der Tod hat bereits begonnen�, sagte sie, ohne mein L�cheln zu erwidern.</p><p>�Was meinst du damit?�</p><p>�Noch heute werden Geschichten erz�hlt �ber den grausamen Lord Corwin, der meinen Gro�vater �ffentlich vierteilen lie�, weil er einen der ersten Aufst�nde gegen ihn angezettelt hatte.�</p><p>�Das war nicht ich�, sagte ich, �sondern einer meiner Schatten.�</p><p>Doch sie sch�ttelte den Kopf. �Corwin von Amber�, sagte sie, �ich bin, was ich bin.� Mit diesen Worten stand sie auf und entfernte sich.</p><p>�Was war das f�r ein Wesen?� fragte Ganelon, ohne sich um ihren Abgang zu k�mmern. �Was war das f�r ein Gesch�pf im Turm?�</p><p>�Es war mein Gesch�pf�, erwiderte ich. �Eins von den Dingen, die entfesselt wurden, als ich Amber meinen Fluch auferlegte. Ich gab den Elementen, die jenseits der Schatten lauern, den Weg frei in die reale Welt. Die Wege des geringsten Widerstands zeichnen sich in diesen Erscheinungen ab, durch die Schatten nach Amber. Hier war der Kreis dieser Weg. Woanders mag sich der Vorgang anders �u�ern. Den Weg durch diesen Schatten habe ich nun versperrt. Ihr k�nnt aufatmen, Ihr habt Eure Ruhe.�</p><p>�Seid Ihr deshalb zu uns gekommen?�</p><p>�Nein�, sagte ich. �Eigentlich nicht. Ich war unterwegs nach Avalon, als ich Lance fand. Ich konnte ihn nicht liegen lassen, und als ich ihn zu Euch gebracht hatte, wurde ich in diesen Aspekt meines �blen Tuns verwickelt.�</p><p>�Avalon? Es war also eine L�ge, als Ihr sagtet, es w�re vernichtet worden?�</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf.</p><p>�O nein. Unser Avalon wurde zerst�rt, doch in den Schatten mag sich durchaus ein Avalon finden, das dem alten gleicht.�</p><p>�Nehmt mich mit Euch!�</p><p>�Seid Ihr verr�ckt?�</p><p>�Nein, ich m�chte das Land meiner Geburt wiedersehen, so gro� die Gefahr auch sein mag.�</p><p>�Ich gedenke dort nicht zu verweilen�, sagte ich, �sondern mich lediglich zum Kampf zu r�sten. In Avalon gibt es ein rosafarbenes Pulver, welches Juweliere verwenden. Ich habe einmal eine Handvoll davon in Amber angez�ndet. In Avalon will ich mir nur dieses Pulver beschaffen und dann Gewehre bauen, mit denen ich Amber belagern will, um den Thron zu erringen, der rechtm��ig mir geh�rt.�</p><p>�Was ist mit den Elementen au�erhalb der Schatten, die Ihr erw�hntet?�</p><p>�Um die k�mmere ich mich sp�ter. Wenn ich vor Amber unterliege, sind sie Erics Problem.�</p><p>�Ihr sagtet, er h�tte Euch geblendet und in ein Verlies geworfen.�</p><p>�Das ist wahr. Mir sind neue Augen gewachsen. Dann konnte ich fliehen.�</p><p>�Ihr seid wirklich ein D�mon.�</p><p>�Das hat man schon oft von mir behauptet. Jetzt leugne ich es nicht mehr.�</p><p>�Nehmt Ihr mich mit?�</p><p>�Wenn Ihr wirklich wollt? Unser Ziel wird sich allerdings von dem Avalon unterscheiden, das in Eurer Erinnerung lebt.�</p><p>�Nach Amber!�</p><p>�Ihr seid ja wirklich verr�ckt!�</p><p>�Nein. Seit langem ersehne ich die R�ckkehr in die sagenhafte Stadt. Wenn ich Avalon wiedergesehen habe, m�chte ich einmal etwas Neues probieren. Habe ich mich nicht als guter General erwiesen?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Dann unterweist mich an den Gebilden, die Ihr eben Gewehre nanntet � und ich helfe Euch bei Eurem gr��ten Kampf. Ich habe nicht mehr allzu viele gute Jahre zu erwarten, das wei� ich. Nehmt mich mit.�</p><p>�Es mag dazu kommen, da� Eure Knochen am Fu�e Kolvirs bleichen � neben den meinen!�</p><p>�Welcher Kampfausgang ist schon gewi�? Das Risiko gehe ich ein.�</p><p>�Wie Ihr wollt. Ihr d�rft mitkommen.�</p><p>�Vielen Dank, Lord.�</p><p>In jener Nacht blieben wir in unserem Lager an Ort und Stelle und ritten am n�chsten Tag in die Burg zur�ck. Dort machte ich mich auf die Suche nach Lorraine. Ich erfuhr, da� sie mit einem ihrer fr�heren Liebhaber geflohen war, einem Offizier namens Melkin. Obwohl sie ziemlich best�rzt gewesen war, mi�fiel mir der Umstand, da� sie mir keine Gelegenheit gegeben hatte, Dinge zu erl�utern, die sie lediglich als Ger�chte kannte. Ich beschlo� den beiden zu folgen.</p><p>Ich bestieg Star, drehte meinen schmerzenden Hals in die Richtung, die sie angeblich eingeschlagen hatten, und nahm die Verfolgung auf. In gewisser Weise konnte ich ihr nicht gram sein. Mein Empfang in der Burg war nicht so ausgefallen, wie es der Sieger �ber den Geh�rnten h�tte erwarten k�nnen, w�re er ein anderer gewesen als ich. Die Geschichten vom hiesigen Corwin hatten sich ziemlich hartn�ckig gehalten, und jede dieser Geschichten hatte etwas D�monisches. Die M�nner, mit denen ich gearbeitet hatte, die mit mir im Kampf gewesen waren, musterten mich nun mit Blicken, in denen mehr lag als Angst � kurze Blicke nur, denn sie senkten immer wieder hastig die Augen und richteten sie auf etwas anderes. Vielleicht hatten sie Angst, da� ich zu bleiben und sie zu beherrschen w�nschte. Als ich aus der Burg ritt, waren sie wom�glich erleichtert � mit Ausnahme Ganelons. Ganelon mochte annehmen, da� ich nicht wie versprochen zur�ckkehren w�rde, um ihn abzuholen. Dies war meinem Gef�hl nach der Grund, warum er sich erbot, mich auch bei der Verfolgung Lorraines zu begleiten. Aber dies war eine Sache, die ich allein erledigen mu�te.</p><p>Wie ich jetzt zu meiner �berraschung erkannte, hatte mir Lorraine einiges bedeutet � ihre Handlungsweise kr�nkte mich ziemlich. Ich war der Meinung, sie m�sse mich zumindest anh�ren, ehe sie ihres Weges zog. Wenn sie sich dann immer noch f�r ihren sterblichen Offizier entschied, konnte sie auf meinen Segen rechnen. Wenn nicht, dann wollte ich sie bei mir behalten � das machte ich mir nun klar. Das sch�ne Avalon mu�te warten, bis ich diese Angelegenheit geregelt hatte � und zum Ende oder Neubeginn.</p><p>Ich folgte der Spur, und in den B�umen ringsum sangen die V�gel. Der Tag war hell, erf�llt von einem himmelblauen, baumgr�nen Frieden, denn die Plage war vom Land gewichen. In meinem Herzen regte sich so etwas wie Freude, da� ich zumindest einen kleinen Teil des �bels getilgt hatte, welches auf meinem Gewissen lastete. �bel? H�lle und Verdammnis, ich habe in meiner Zeit mehr B�ses angerichtet als die meisten Menschen, doch ich hatte mit der Zeit auch ein Gewissen entwickelt, irgendwie, und diesem Gewissen g�nnte ich nun einen der seltenen Augenblicke der Zufriedenheit. Sobald ich Amber beherrschte, konnte ich ihm wieder etwas mehr die Z�gel schie�en lassen, meinte ich. Ha!</p><p>Die Spur f�hrte mich nach Norden, und die Gegend war mir fremd. Ich folgte einem gutausgetretenen Weg, auf dem sich die frischen Spuren zweier Reiter abzeichneten. Ich folgte diesen Spuren den ganzen Tag lang, durch die Abendd�mmerung bis in die Dunkelheit. Von Zeit zu Zeit stieg ich ab und untersuchte den Weg. Schlie�lich begannen mir die Augen Streiche zu spielen, und ich suchte mir eine kleine Senke einige hundert Meter links vom Weg und schlug dort mein Nachtlager auf. Zweifellos war es auf meine Halsschmerzen zur�ckzuf�hren, da� ich von dem Geh�rnten tr�umte und den ganzen Kampf noch einmal durchfechten mu�te. �Helft uns, dann verschaffen wir Euch, was Euch rechtm��ig geh�rt�, sagte das Gesch�pf. An dieser Stelle erwachte ich abrupt, und ein Fluch lag auf meinen Lippen.</p><p>Als der Morgen den Himmel bleichte, stieg ich auf und setzte meinen Weg fort. Es war eine kalte Nacht gewesen, und ein k�hler Hauch aus dem Norden hielt mich nach wie vor in seinem Bann. Das Gras glitzerte von leichtem Frost, und mein Umhang war feucht, da er w�hrend der Nacht auf dem Boden unter mir gelegen hatte.</p><p>Gegen Mittag war etwas W�rme in die Welt zur�ckgekehrt, und die Spur war frischer. Ich holte langsam auf.</p><p>Als ich sie schlie�lich fand, sprang ich von meinem Reittier und rannte zu ihr. Sie lag unter einem Wildrosenbusch ohne Bl�ten, dessen Dornen sie an Wange und Schulter zerkratzt hatten. Sie war noch nicht lange tot. Dort, wo die Klinge eingedrungen war, schimmerte das Blut noch feucht auf ihrer Brust, ihre Haut f�hlte sich noch warm an.</p><p>Es gab keine Felsbrocken, mit denen ich ihr ein Steingrab h�tte bauen k�nnen; also hieb ich mit Grayswaridir auf den Boden ein und bettete sie in die flache Grube. Er hatte ihr Armb�nder, Ringe und den juwelenbesetzten Aufsteckkamm abgenommen � ihr ganzes Verm�gen. Ich mu�te ihr die Augen schlie�en, ehe ich provisorisch meinen Mantel �ber sie legte und mit Zweigen bedeckte; dabei begannen meine H�nde zu zittern, und mein Blick tr�bte sich. Ich brauchte lange, um dar�ber hinwegzukommen.</p><p>Ich ritt weiter, und es dauerte nicht lange, bis ich ihn einholte; er galoppierte dahin, als sei der Teufel hinter ihm her, was ja auch stimmte. Ich sprach kein Wort, als ich ihn vom Pferd holte, und auch hinterher nicht, und ich beschmutzte auch nicht meine Klinge, obwohl er die seine zog. Ich schleuderte seinen entstellten Leichnam in eine hohe Eiche, und als ich sp�ter zur�ckschaute, war die Baumkrone schwarz von V�geln.</p><p>Ehe ich das Grab schlo�, gab ich ihr die Ringe, Armb�nder und K�mme zur�ck � und das war Lorraine. Ihr ganzes Leben, all ihre W�nsche, hatten hier gem�ndet, zu diesem Ort gef�hrt � und das ist die ganze Geschichte unserer Begegnung und Trennung in jenem Land, das Lorraine hei�t. Eine Geschichte, die wohl zu meinem Leben pa�t, hat doch ein Prinz von Amber Anteil und Verantwortung an allem �bel, das in der Welt lauert � worin auch der Grund zu suchen ist, warum ein Teil meiner selbst mit einem sp�ttischen �Ha!� reagiert, sobald ich einmal von meinem Gewissen spreche. In vielen Urteilen �ber mich wird gesagt, meine H�nde seien blutig. Ich bin ein Teil des B�sen, das in der Welt und in den Schatten existiert. Ich sehe mich zuweilen als ein �bel, dessen Daseinszweck es ist, sich anderen b�sen Einfl�ssen entgegenzustellen. Ich vernichte Menschen wie Melkin, wenn ich sie aufsp�ren kann, und an jenem Gro�en Tag, von dem die Propheten sprechen, an den sie aber eigentlich gar nicht glauben, an jenem Tag, da die Welt ges�ubert wird von allem B�sen, werde auch ich in die D�sternis hinabsinken, z�hneknirschend und meine Fl�che murmelnd. Neuerdings habe ich das Gef�hl, da� es sogar schon vorher dazu kommen k�nnte. Wie dem auch sei . . . Bis zu jenem Augenblick werde ich mir nicht die H�nde waschen und sie auch nicht nutzlos in den Scho� legen.</p><p>Ich wendete mein Pferd und kehrte zur Burg des Ganelon zur�ck, der dies alles wu�te, aber nie begreifen w�rde.</p></section><section><title><p>4</p></title><p>�ber die unheimlichen und verr�ckten Wege nach Avalon ritten wir, Ganelon und ich, durch Gassen aus Tr�umen und Alptr�umen, unter der hallenden Stimme der Sonne und den wei�en Inseln der Nacht, bis diese zu Gold- und Diamantbrocken wurden und der Mond wie ein Schwan dahinsegelte. Der Tag schrie das Gr�n des Fr�hlings hinaus, wir �berquerten einen breiten Strom, und die Berge vor uns waren mit Nacht �berkrustet. Ich schickte einen Pfeil meiner Sch�pfung in die mittern�chtliche Schw�rze empor, und der Schaft fing �ber mir Feuer und brannte sich wie ein Meteor nach Norden. Der einzige Drache, auf den wir stie�en, war lahm und humpelte hastig in ein Versteck, wobei sein keuchender, quietschender Atem G�nsebl�mchen versengte. Schimmernde Vogelscharen deuteten pfeilf�rmig unser Ziel an, kristallklare Stimmen aus den Seen lie�en unsere Worte widerhallen, w�hrend wir vor�berritten. Ich sang im Sattel, und nach einer Weile fiel Ganelon ein. Wir waren nun schon �ber eine Woche unterwegs, und das Land und der Himmel und die Windst��e verrieten mir, da� wir Avalon nahe gekommen waren.</p><p>Als sich die Sonne hinter den Felsen verbarg und der Tag zu Ende ging, lagerten wir in einem Wald in der N�he eines Sees, Ich ging zum Wasser, um zu baden, w�hrend Ganelon unsere Sachen auspackte. Das Wasser war kalt und atemberaubend erfrischend. Ich pl�tscherte eine Weile darin herum.</p><p>Dabei glaubte ich, mehrere Schreie zu h�ren � doch es blieb bei einem vagen Gef�hl. Wir befanden uns in einem unheimlichen Wald, aber ich machte mir keine gro�en Sorgen. Trotzdem zog ich mich hastig an und kehrte ins Lager zur�ck.</p><p>Unterwegs vernahm ich es erneut: ein Jammern, ein Flehen. Als ich n�her kam, erkannte ich, da� ein Gespr�ch im Gange war.</p><p>Schlie�lich betrat ich die kleine Lichtung, die wir als Lagerplatz erw�hlt hatten. Unsere Sachen lagen im Gras, eine Feuerstelle war halb fertiggestellt.</p><p>Ganelon hockte unter einem alten Eichenbaum auf den Fersen. Der Mann hing an einem Ast.</p><p>Er war jung und blond. Mehr vermochte ich auf den ersten Blick nicht festzustellen. Es ist schwierig, sich einen Eindruck von den Gesichtsz�gen und der Gr��e eines Mannes zu machen, wenn er mehrere Fu� �ber dem Boden kopfunter an einem Baum h�ngt.</p><p>Die H�nde waren ihm auf dem R�cken gefesselt worden, und er hing an einem Seil, das an seinem rechten Fu�kn�chel befestigt war.</p><p>Er stie� hastige, kurze Antworten auf Ganelons Fragen hervor, und sein Gesicht war feucht von Speichel und Schwei�. Er hing nicht schlaff herab, sondern pendelte hin und her. Seine Wange wies eine Absch�rfung auf, an seiner Brust waren mehrere Blutflecken zu sehen.</p><p>Ich blieb stehen, zwang mich dazu, nicht einzugreifen, und beobachtete die beiden. Ganelon behandelte den Mann sicher nicht ohne Grund auf diese Weise, so da� ich nicht gerade von Mitleid f�r den Burschen �berw�ltigt wurde. Was immer Ganelon auf diese Verh�rmethode gebracht hatte, in jedem Fall waren die Informationen auch f�r mich interessant. Au�erdem interessierten mich die Erkenntnisse, die mir das Verh�r �ber Ganelon bringen w�rde, der nun immerhin eine Art Verb�ndeter war. Und ein paar weitere Minuten mit dem Kopf nach unten konnten dem Burschen nicht gro� schaden . . .</p><p>Als das Pendeln nachlie�, stie� Ganelon seinen Gefangenen mit der Schwertspitze an und lie� ihn erneut heftig ausschwingen. Dies f�hrte zu einer weiteren leichten Brustwunde; ein neuer roter Fleck breitete sich aus. Gleichzeitig stie� der J�ngling einen Schrei aus. An seiner Gesichtsfarbe erkannte ich, da� er noch ziemlich jung war. Ganelon streckte sein Schwert aus und hielt die Spitze mehrere Zoll �ber die Stelle, die der Hals des Jungen beim Zur�ckschwingen passieren mu�te. Im letzten Augenblick lie� er die Schneide zur�ckschnellen und lachte leise, als der Junge sich hin und her warf und zu flehen begann. �Bitte!�</p><p>�Ich will alles h�ren�, sagte Ganelon.</p><p>�Das ist schon alles�, sagte der Gepeinigte. �Ich wei� wirklich nicht mehr!�</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Sie sind dann an mir vorbeigaloppiert! Ich konnte nichts mehr sehen!�</p><p>�Warum bist du ihnen nicht gefolgt?�</p><p>�Sie waren beritten � ich war zu Fu�.�</p><p>�Warum bist du ihnen nicht zu Fu� gefolgt?�</p><p>�Ich war durcheinander.�</p><p>�Durcheinander? Du hattest Angst! Du bist desertiert!�</p><p>�Nein!�</p><p>Ganelon streckte die Waffe aus und zog sie wieder im letzten Augenblick zur�ck.</p><p>�Nein!� rief der J�ngling.</p><p>Wieder hob Ganelon die Klinge.</p><p>�Ja!� kreischte der Junge. �Ja, ich hatte Angst!�</p><p>�Und dann bist du geflohen?�</p><p>�Ja! Ich bin immer weiter geflohen! Ich bin seither auf der Flucht . . .�</p><p>�Und du wei�t nicht, wie sich die Sache weiterentwickelt hat?�</p><p>�Nein!�</p><p>�Du l�gst!�</p><p>Wieder geriet die Klinge in Bewegung.</p><p>�Nein!� flehte der Junge. �Bitte . . .�</p><p>Ich trat vor. �Ganelon�, sagte ich.</p><p>Er sah mich an und senkte grinsend seine Waffe. Der Junge sah mich an.</p><p>�Was haben wir denn hier?� fragte ich.</p><p>�Ha!� rief Ganelon und klatschte dem Jungen eins auf den Sack, da� er aufschrie. �Einen Dieb, einen Deserteur � mit einer interessanten Geschichte.�</p><p>�Dann schneide ihn los und erz�hl mir, was du erfahren hast�, sagte ich.</p><p>Ganelon machte kehrt und durchtrennte mit einem einzigen Schwerthieb die Schnur. Der Junge fiel zu Boden und begann zu schluchzen.</p><p>�Ich habe ihn erwischt, wie er unsere Vorr�te stehlen wollte, und kam auf den Gedanken, ihn nach der Gegend zu befragen�, sagte Ganelon. �Er kommt von Avalon � auf schnellstem Wege.�</p><p>�Was meinst du damit?�</p><p>�Er war Fu�soldat in einer Schlacht, die dort vor zwei N�chten geschlagen wurde. W�hrend des Kampfes gewann seine Feigheit die Oberhand, und er ist desertiert.�</p><p>Der J�ngling wollte widersprechen, und Ganelon versetzte ihm einen Tritt.</p><p>�Sei still!� sagte er. �Ich erz�hle doch nur, was du mir gesagt hast!�</p><p>Der junge Mann bewegte sich seitw�rts wie ein Krebs und starrte mich mit weitaufgerissenen Augen flehend an.</p><p>�Schlacht? Wer hat denn gek�mpft?� fragte ich.</p><p>Ganelon l�chelte grimmig.</p><p>�Die Geschichte d�rfte Euch bekannt vorkommen�, sagte er. �Die Streitkr�fte Avalons gingen in die schwerste � und vielleicht letzte � einer ganzen Reihe von Auseinandersetzungen mit Wesen, deren Herkunft nicht nat�rlich zu erkl�ren ist.�</p><p>�Oh?�</p><p>Ich musterte den Jungen, der den Blick senkte � doch ich sah die Angst in seinen Augen, ehe die Lider herabglitten.</p><p>�. . . Frauen�, sagte Ganelon. �Bleichgesichtige Furien aus einer unbekannten H�lle, lieblich und kalt. Bewaffnet und in R�stung. Langes, helles Haar. Augen wie Eis. Sie reiten auf dem R�cken wei�er feuerspeiender Reittiere, die sich von Menschenfleisch ern�hren. Sie st�rmen nachts aus einem H�hlengewirr in den Bergen hervor, welches vor einigen Jahren von einem Erdbeben ge�ffnet wurde. Sie veranstalteten zahlreiche �berf�lle und nahmen junge M�nner als Gefangene mit, brachten alle anderen um. Viele tauchten sp�ter als seelenlose Infanterie in ihrem Gefolge wieder auf. Das alles h�rt sich sehr nach den Menschen des Kreises an, mit denen wir es zu tun hatten.�</p><p>�Aber von denen waren viele noch am Leben, als sie befreit wurden�, sagte ich. �Im Kampf wirkten sie gar nicht so seelenlos, nur irgendwie bet�ubt � so wie es mir auch einmal ergangen ist. Seltsam�, fuhr ich fort, �da� man die H�hlen nicht am Tage versperrt hat, wo die Reiterinnen ihr Unwesen doch nur nachts getrieben haben . . .�</p><p>�Der Deserteur hat mir berichtet, da� man so etwas versucht hat�, sagte Ganelon. �Doch die unheimlichen Wesen seien nach einer gewissen Zeit stets wieder aufgetaucht, st�rker denn je zuvor.�</p><p>Das Gesicht des Jungen war gespenstisch bleich, doch als ich ihn fragend ansah, nickte er.</p><p>�Sein General, den er den Protektor nennt, hat sie oft besiegt�, fuhr Ganelon fort. �Er hat sogar den Teil einer Nacht mit der Anf�hrerin, einer bleichen Hexe namens Lintra, verbracht � ob im Liebesspiel oder zu Verhandlungen, wei� ich nicht genau. Jedenfalls ist nichts dabei herausgekommen. Die �berf�lle gingen weiter, und die Macht der unheimlichen Wesen wuchs. Der Protektor fa�te schlie�lich den Plan, einen umfassenden Angriff einzuleiten, um den Gegner v�llig zu vernichten. Und w�hrend dieses Kampfes ist unser Freund hier geflohen� � er deutete mit dem Schwert auf den jungen Mann �, �weshalb wir jetzt nicht wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist.�</p><p>�Verh�lt es sich so?� fragte ich den Gefangenen.</p><p>Der Junge wandte sich von der Spitze des Schwerts ab, hielt einen Augenblick lang meinem Blick stand und nickte langsam.</p><p>�Interessant�, sagte ich zu Ganelon. �Sehr interessant. Ich habe das Gef�hl, da� die Probleme Avalons mit den Gefahren zu tun haben, die wir vor kurzem bannen konnten. Wenn ich nur w��te, wie der Kampf hier ausgegangen ist!�</p><p>Ganelon nickte und fa�te seine Waffe fester.</p><p>�Also, wenn wir mit ihm fertig sind . . .�, sagte er.</p><p>�Moment � Ihr habt gesagt, er wollte sich etwas zu essen stehlen?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Bindet ihn los. Wir geben ihm zu essen.�</p><p>�Aber er wollte uns bestehlen!�</p><p>�Habt Ihr mir nicht erz�hlt, Ihr h�ttet einmal einen Mann wegen eines Paars Schuhe umgebracht?�</p><p>�Ja, aber das war doch etwas anderes.�</p><p>�Inwiefern?�</p><p>�Na, ich � ich habe mich nicht erwischen lassen.�</p><p>Ich lachte schallend. Zuerst blickte er mich ver�rgert an, dann verwirrt. Schlie�lich begann er ebenfalls zu lachen. Der junge Mann sah uns an, als h�tten wir den Verstand verloren.</p><p>�Also gut�, sagte Ganelon schlie�lich, �also gut.� Er b�ckte sich, drehte den Jungen mit einer kr�ftigen Handbewegung herum und schnitt die Schnur durch, die seine Handgelenke zusammenhielt.</p><p>�Komm, mein Junge�, sagte er. �Ich besorge dir etwas zu essen.� Er besch�ftigte sich mit unserer Ausr�stung und �ffnete mehrere Proviantpakete.</p><p>Der Junge stand auf und humpelte langsam hinter ihm her. Er ergriff, was ihm gereicht wurde, und begann es hastig hinunterzuschlingen, ohne den Blick von Ganelon zu wenden. Seine Informationen, sollten sie stimmen, warfen etliche Komplikationen f�r mich auf � als erstes den Umstand, da� ich in einem vom Krieg �berzogenen Land meine Absichten wahrscheinlich nicht so schnell verwirklichen konnte. Auch verst�rkten sich meine Bef�rchtungen hinsichtlich Art und Ausma� der St�rungen, die ich hervorgerufen hatte.</p><p>Ich half Ganelon ein kleines Feuer anzufachen.</p><p>�Wie beeinflu�t dies Eure weiteren Pl�ne?� fragte er.</p><p>Ich sah eigentlich keine Alternative. Die Schatten in der N�he dessen, was ich erstrebte, waren sicher �hnlich beeintr�chtigt. Ich konnte mein Ziel nat�rlich in einem Schatten suchen, der nicht heimgesucht wurde � aber wenn ich dann dort eintraf, w�re es der falsche Ort f�r mich. Was ich erstrebte, w�re dort nicht vorhanden. Wenn die Vorst��e des Chaos auf meinem Wunschweg durch die Schatten eintraten, hingen sie mit der Art meiner W�nsche zusammen und mu�ten fr�her oder sp�ter bew�ltigt werden, so oder so. Ausweichen konnte man ihnen nicht. So lief das Spiel nun mal, und ich durfte mich nicht beschweren � hatte ich doch die Regeln selbst aufgestellt.</p><p>�Wir reiten weiter�, sagte ich. �Avalon ist mein Ziel.�</p><p>Der junge Mann stie� einen kurzen Schrei aus und begann warnend auf mich einzureden � vielleicht aus einem Gef�hl des Verpflichtetseins heraus, weil ich Ganelon davon abgehalten hatte, ihn zu durchbohren. �Reitet nicht nach Avalon, Sir! Dort gibt es nichts, was Ihr erstreben k�nntet! Man w�rde Euch t�ten!�</p><p>Ich l�chelte ihn an und dankte ihm. Ganelon lachte leise vor sich hin und sagte: �Nehmen wir ihn doch mit, damit er sich als Deserteur verantworten kann.�</p><p>Daraufhin rappelte sich der J�ngling auf und rannte davon. Immer noch lachend, zog Ganelon seinen Dolch und machte Anstalten, die Klinge zu schleudern. Ich hieb ihm gegen den Arm, und er traf weit daneben. Der junge Mann verschwand im Wald, und Ganelon lachte noch immer.</p><p>Er brachte den Dolch wieder an sich. �Ihr h�ttet mich nicht aufhalten sollen�, sagte er.</p><p>�Ich habe anders entschieden.�</p><p>Er zuckte die Achseln.</p><p>�Wenn er heute nacht zur�ckkehrt und uns die H�lse durchschneidet, seid Ihr vielleicht anderer Ansicht.�</p><p>�Dann allerdings. Aber er kommt nicht zur�ck, und das wi�t Ihr auch.�</p><p>Wieder hob er die Schultern, schnitt sich ein St�ck Fleisch ab und erw�rmte es �ber den Flammen.</p><p>�Nun, der Krieg hat ihm wenigstens beigebracht, wie man die Beine unter den Arm nimmt�, sagte er anerkennend. �Vielleicht erleben wir den morgigen Tag doch noch.�</p><p>Er bi� ab und begann zu kauen. Sein Beispiel spornte mich an, und ich versorgte mich ebenfalls mit einem St�ck Fleisch.</p><p>Sp�ter erwachte ich aus unruhigem Schlaf und starrte durch das Dach der Bl�tter auf die Sterne. Ein in die Zukunft schauender Teil meines Geistes besch�ftigte sich mit dem Jungen und nahm uns t�chtig ins Gebet. Es dauerte lange, bis ich wieder einschlafen konnte.</p><empty-line/><p>Am Morgen h�uften wir Erde �ber die Feuerstelle und ritten weiter. Bis zum Nachmittag schafften wir es in die Berge und lie�en sie am folgenden Tag hinter uns.</p><p>Auf unserem Weg zeigten sich da und dort frische Spuren � doch wir begegneten niemandem.</p><p>Am n�chsten Tag kamen wir an mehreren Bauernh�usern und Siedlungen vorbei, ohne uns aufzuhalten. Ich hatte mich gegen die wilde, d�monische Route entschlossen, der ich bei der Verbannung Ganelons gefolgt war. Zwar w�re dieser Weg viel k�rzer gewesen, doch h�tte sich mein Begleiter bestimmt dar�ber aufgeregt. Au�erdem brauchte ich Zeit zum Nachdenken, so da� ein solcher Ausflug nicht in Frage kam. Inzwischen ging auch der lange Weg seinem Ende entgegen. An diesem Nachmittag erlangten wir Ambers Himmel, und ich bewunderte stumm den Anblick. Es sah beinahe so aus, als ritten wir durch den Wald von Arden. Allerdings war kein H�rnerklang zu vernehmen, und kein Julian, kein Morgenstern, keine gierig hechelnden Hunde tauchten auf, wie damals, als ich zum letztenmal durch Arden kam. Wir nahmen nur den Vogelgesang in den m�chtigen B�umen wahr, das Keckem eines Eichh�rnchens, das Bellen eines Fuchses, das Pl�tschern eines Wasserfalls, das Wei� und Blau und Rosa von Blumen in den Schatten.</p><p>Der Nachmittagswind war angenehm k�hl; er stimmte mich derart friedlich, da� mich der Anblick der frischen Gr�ber am Wegesrand hinter einer Kurve ziemlich unvorbereitet traf. In der N�he befand sich eine zertrampelte Lichtung. Wir verweilten kurze Zeit, erfuhren aber auch nicht mehr, als auf den ersten Blick erkennbar gewesen war.</p><p>Ein St�ck weiter passierten wir eine �hnliche Stelle mit mehreren verkohlten Grasflecken und B�schen. Der Weg zeigte inzwischen Spuren intensiver Benutzung, und das Geb�sch links und rechts war geknickt und niedergetrampelt, als seien hier zahlreiche M�nner und Tiere durchgekommen. Von Zeit zu Zeit roch die Luft nach Asche, und einmal kamen wir an einem Pferdekadaver vorbei, der bereits ziemlich verwest und von Raben zerfleddert war. Wir hielten eine Zeitlang den Atem an.</p><p>Der Himmel Ambers schenkte mir keine Kraft mehr, obwohl der Weg in der n�chsten Zeit keine �berraschungen mehr brachte. Der Tag neigte sich dem Abend entgegen, und der Wald war schon viel lichter geworden, als Ganelon im S�dosten die Rauchs�ulen bemerkte. Wir schlugen den ersten Seitenweg ein, der in die Richtung zu f�hren schien, auch wenn uns das von Avalon fortf�hrte. Es war schwierig, die Entfernung zu sch�tzen, doch wir erkannten bald, da� wir unser Ziel erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichen w�rden.</p><p>�Die Armee � noch im Lager?� fragte Ganelon.</p><p>�Oder die der Eroberer.�</p><p>Er sch�ttelte den Kopf und lockerte die Klinge in der Scheide.</p><p>In der D�mmerung verlie� ich den Weg, um ein Wasserpl�tschern zu erkunden. Es war ein heller, klarer Bach, der von den Bergen herabst�rzte und noch etwas Gletscherk�lte mit sich f�hrte. Ich badete darin, stutzte meinen neuen Bart zurecht und befreite meine Kleidung vom Staub der Reise. Da nun das Ende unseres Ritts bevorstand, wollte ich nat�rlich einen zivilisierteren Eindruck machen, soweit das m�glich war. Ganelon wu�te meinen Wunsch zu sch�tzen und benetzte sein Gesicht mit Wasser und schneuzte sich einmal vernehmlich.</p><p>Schlie�lich stand ich am Ufer, blinzelte mit frischausgesp�lten Augen zum Himmel empor und sah den Mond pl�tzlich ganz deutlich hervortreten, sah seine R�nder scharf werden. Das widerfuhr mir zum erstenmal! Ich h�rte auf zu atmen und blickte reglos hinauf. Dann suchte ich den Himmel nach ersten Sternen ab, suchte den Rand von Wolken, die Gipfel ferner Berge, weit entfernte B�ume. Noch einmal blickte ich auf den Mond, der sich noch immer klar und deutlich am Himmel zeigte. Ich konnte wieder normal sehen!</p><p>Als ich zu lachen begann, wich Ganelon zur�ck � und erkundigte sich weder jetzt noch sp�ter nach dem Grund.</p><p>Ich unterdr�ckte meinen Wunsch zu singen, stieg wieder auf mein Pferd und kehrte zum Weg zur�ck. Die Schatten wurden dunkler, und zwischen den �sten �ber unseren K�pfen bl�hten Sternenwolken auf. Ich atmete ein sch�nes St�ck der Nacht ein, hielt es einen Augenblick lang in meinen Lungen, gab es wieder frei. Ich war wieder ganz der alte � ein herrliches Gef�hl!</p><p>Ganelon lenkte sein Pferd neben mich und sagte leise: �Wir m�ssen mit Posten rechnen.�</p><p>�Ja�, sagte ich.</p><p>�Sollten wir dann nicht lieber den Weg verlassen?�</p><p>�Nein. Ich m�chte nicht heimlichtuerisch erscheinen. Mir macht es nichts aus, notfalls auch mit einer Eskorte einzutreffen. Wir sind eben nur zwei einfache Reisende.�</p><p>�Vielleicht erkundigt man sich nach dem Grund f�r unsere Reise.�</p><p>�Dann geben wir uns als S�ldner aus, die von den Auseinandersetzungen in der Gegend geh�rt haben und eine Anstellung suchen.�</p><p>�Ja. Das k�nnte nach unserem Aussehen klappen. Hoffentlich nimmt man sich �berhaupt die Zeit, uns anzuschauen.�</p><p>�Wenn man uns so schlecht erkennen kann, bieten wir auch kein gutes Ziel.�</p><p>�Das ist wahr � trotzdem tr�stet mich der Gedanke wenig.�</p><p>Ich lauschte auf unseren Hufschlag. Der Weg verlief nicht geradlinig, sondern wand sich hierhin und dorthin, streckte sich ein St�ck, um sich dann erneut zu kr�mmen. Als wir die n�chste Anh�he erreichten, traten die B�ume noch weiter auseinander.</p><p>Als wir den Gipfel des n�chsten H�gels erreichten, sahen wir vor uns ein ziemlich offenes Gel�nde. Gleich darauf befanden wir uns an einer Stelle, von der aus wir mehrere Meilen weit zu blicken vermochten. Wir z�gelten unsere Tiere an einem Abgrund, der sich nach zehn oder f�nfzehn steilen Metern zu einem gem�chlichen Hang neigte und zu einer gro�en Ebene hinabf�hrte, die etwa eine Meile entfernt begann und in ein h�geliges, da und dort bewaldetes Gebiet m�ndete. Die Ebene war mit Lagerfeuern �bers�t, und zur Mitte hin erhoben sich etliche Zelte. In der N�he grasten zahlreiche Pferde. Meiner Sch�tzung nach sa�en viele hundert M�nner an den Feuern oder bewegten sich im Lager.</p><p>Ganelon seufzte. �Wenigstens scheint es sich um gew�hnliche Menschen zu handeln�, sagte er.</p><p>�Ja.�</p><p>�Und wenn es ganz normale Soldaten sind, werden wir wahrscheinlich l�ngst beobachtet. Dieser Aussichtspunkt ist einfach zu g�nstig, um unbewacht zu bleiben.�</p><p>�Ja.�</p><p>Hinter uns ert�nte pl�tzlich ein Ger�usch. Wir wollten uns eben umdrehen, als eine Stimme ganz in der N�he sagte: �Keine Bewegung!�</p><p>Ich erstarrte, vollendete aber meine Kopfbewegung und erblickte vier M�nner. Zwei hatten Armbr�ste auf uns gerichtet, die beiden anderen hielten Schwerter in den F�usten. Einer der Schwertk�mpfer trat zwei Schritte vor.</p><p>�Absteigen!� befahl er. �Auf dieser Seite! Langsam!�</p><p>Wir stiegen von unseren Pferden und standen ihm gegen�ber, wobei wir darauf achteten, die H�nde von den Waffengriffen zu lassen.</p><p>�Wer seid Ihr? Woher kommt Ihr?� fragte er.</p><p>�Wir sind S�ldner�, erwiderte ich. �Aus Lorraine. Wir h�rten, da� hier gek�mpft w�rde. Wir suchen Arbeit. Unser Ziel ist das Lager dort unten. Es ist doch hoffentlich das Eure!�</p><p>�. . . Und wenn ich nein sagte, wenn ich behaupten wollte, wir seien die Patrouille einer Armee, die das Lager gleich �berfallen will?�</p><p>Ich zuckte die Achseln. �In dem Fall die Frage � ist vielleicht Eure Seite an ein paar frischen M�nnern interessiert?�</p><p>Er spuckte aus. �Der Protektor braucht M�nner wie Euch nicht�, sagte er und fuhr fort: �Aus welcher Richtung kommt Ihr?�</p><p>�Aus dem Osten�, entgegnete ich.</p><p>�Habt Ihr letztlich � Schwierigkeiten gehabt?�</p><p>�Nein�, sagte ich. �W�re das zu erwarten gewesen?�</p><p>�Schwer zu sagen�, erwiderte er. �Legt die Waffen ab. Ich schicke Euch ins Lager hinab. Man wird Euch dort befragen wollen, ob Ihr vielleicht im Osten � ungew�hnliche Dinge gesehen habt.�</p><p>�Wir haben nichts Besonderes bemerkt�, behauptete ich.</p><p>�Wie dem auch sei � man gibt Euch wahrscheinlich ein Essen. Allerdings glaube ich nicht, da� man Euch anwerben wird. Zum K�mpfen seid Ihr ein bi�chen zu sp�t gekommen. Und jetzt die Waffen ablegen.�</p><p>W�hrend wir die Schwertgurte l�sten, rief er zwei weitere M�nner aus dem Wald herbei. Er wies sie an, uns zu Fu� nach unten zu bringen. Dabei sollten wir unsere Pferde an den Z�geln f�hren. Die M�nner ergriffen unsere Waffen, und als wir uns zum Gehen wandten, rief der Mann, der uns verh�rt hatte: �Wartet!�</p><p>Ich drehte mich um.</p><p>�Ihr! Wie lautet Euer Name?� wandte er sich an mich.</p><p>�Corey.�</p><p>�Bleibt stehen!�</p><p>Er kam auf mich zu und pflanzte sich dicht vor mir auf. Zehn Sekunden lang starrte er mich an.</p><p>�Was ist los?� fragte ich.</p><p>Anstelle einer Antwort fummelte er in einem Beutel an seinem G�rtel herum. Er zog eine Handvoll M�nzen heraus und hielt sie sich dicht vors Gesicht.</p><p>�Verdammt! Zu dunkel�, sagte er. �Und Licht d�rfen wir nicht machen.�</p><p>�Wozu?� fragte ich.</p><p>�Ach, es ist nicht weiter wichtig�, gab er Auskunft. �Allerdings kamt Ihr mir bekannt vor, und ich wollte den Grund feststellen. Ihr seht aus wie der Mann, der auf manchen unserer alten M�nzen abgebildet ist. Ein paar sind noch im Umlauf.</p><p>Meinst du nicht auch?� wandte er sich an den neben ihm stehenden Armbrustsch�tzen.</p><p>Der Mann senkte die Armbrust und trat vor. Aus zusammengekniffenen Augen starrte er mich an.</p><p>�Ja�, sagte er.</p><p>�Wer war das � der Mann, den wir meinen?�</p><p>�Einer von den Alten. Vor meiner Zeit. Ich wei� es nicht mehr.�</p><p>�Ich auch nicht. Nun ja . . .� Er zuckte die Achseln. �Ist auch unwichtig. Geht weiter, Corey. Antwortet ehrlich auf alle Fragen, dann geschieht Euch nichts.�</p><p>Ich wandte mich ab und lie� ihn im Mondlicht stehen. Er kratzte sich am Kopf und blickte mir irritiert nach.</p><p>Die M�nner, die uns bewachten, geh�rten nicht zum gespr�chigen Typ. Was mir nur recht war.</p><p>W�hrend wir den Hang hinabstiegen, dachte ich an die Aussage des jungen Soldaten und an die L�sung des Konflikts, den er beschrieben hatte � ich hatte hier nun die physische Analogie der gew�nschten Welt erreicht und mu�te mit der existierenden Situation fertig werden.</p><p>Im Lager herrschte ein angenehmer Geruch nach Mensch und Tier, nach Holzrauch, gebratenem Fleisch, Leder und �l. All dies vermengte sich im Feuerschein, wo die M�nner sich unterhielten, Waffen schliffen, ihre Ausr�stung reparierten, a�en, spielten, schliefen, tranken � und uns beobachteten, wie wir unsere Pferde mitten durch das Lager f�hrten und uns einem fast in der Mitte gelegenen Trio zerschlissener Zelte n�herten. Die Sph�re des Schweigens um uns wurde immer gr��er, je weiter wir vordrangen.</p><p>Vor dem zweitgr��ten Zelt hielt man uns an, und einer unserer W�chter sprach mit einem Posten, der vor dem Zelt auf und ab ging. Der Mann sch�ttelte mehrmals den Kopf und deutete auf das gr��te Zelt. Das Gespr�ch dauerte einige Minuten, ehe unser W�chter zu uns zur�ckkehrte und mit seinem Begleiter sprach, der links von uns wartete. Schlie�lich nickte unser Begleiter und kam auf mich zu, w�hrend die anderen vom n�chstgelegenen Lagerfeuer einen Mann herbeiriefen.</p><p>�Die Offiziere halten im Zelt des Protektors eine Versammlung ab�, sagte er. �Wir werden Eure Pferde anbinden und grasen lassen. Nehmt die S�ttel ab und legt sie hierhin. Ihr m��t warten. Sp�ter wird der Hauptmann Euch rufen lassen.�</p><p>Ich nickte, und wir machten uns daran, unsere Besitzt�mer abzuschnallen und die Pferde trockenzureiben. Ich t�tschelte Star am Hals und sah zu, wie ein kleiner humpelnder Mann ihn und Ganelons Feuerdrachen zu den anderen Pferden f�hrte. Dann lie�en wir uns auf unseren B�ndeln nieder und warteten. Einer der Posten brachte uns hei�en Tee und erhielt daf�r eine Pfeifenf�llung von meinem Tabak. Anschlie�end zogen sich die beiden W�chter ein St�ck zur�ck.</p><p>Ich beobachtete das gro�e Zelt, trank meinen Tee und dachte an Amber und den kleinen Nachtclub in der Rue de Char et Pain in Br�ssel, auf jener Schatten-Erde, die solange meine Heimat gewesen war. Sobald ich mir das Juweliersrouge beschafft hatte, das ich brauchte, wollte ich nach Br�ssel zur�ckkehren, um noch einmal Gesch�fte zu machen mit den H�ndlern der Waffenb�rse. Meine Bestellung war kompliziert und teuer, das war mir klar, denn sie setzte voraus, da� ein Munitionsfabrikant einen speziellen Herstellungsgang f�r mich einrichtete. Auf jener Erde hatte ich dank meiner zeitweiligen milit�rischen T�tigkeit au�er Interarmco noch andere Verbindungen, und ich nahm an, da� mich die Beschaffung des Gew�nschten nur einige Monate kosten w�rde. Ich begann mich mit den Einzelheiten zu befassen, und die Zeit verging fast unbemerkt.</p><p>Nach etwa anderthalb Stunden gerieten die Schatten des gro�en Zelts in Bewegung. Es dauerte aber noch mehrere Minuten, bis die Eingangsplane zur Seite geworfen wurde und M�nner ins Freie traten, langsam, sich unterhaltend und �ber die Schulter ins Zelt blickend. Die letzten beiden verweilten am Eingang, ins Gespr�ch vertieft mit jemandem, der im Innern blieb. Die �brigen M�nner verteilten sich auf die anderen Zelte.</p><p>Die beiden am Eingang schoben sich seitlich ins Freie. Ich h�rte ihre Stimmen, doch ich vermochte nicht zu verstehen, was sie sagten. Als sie weiter herauskamen, bewegte sich auch der Mann, mit dem sie sprachen, und ich vermochte einen Blick auf ihn zu werfen. Er hatte das Licht im R�cken, und die beiden Offiziere standen im Wege, doch ich vermochte zu erkennen, da� er d�nn und sehr gro� war.</p><p>Unsere W�chter hatten sich noch nicht geregt, was mir darauf hinzudeuten schien, da� einer der beiden Offiziere der vorhin erw�hnte Hauptmann sein m�sse. Ich starrte weiter in das Zelt, versuchte die M�nner durch meine Willenskraft dazu zu bringen, sich weiter zu entfernen und mir einen klaren Ausblick auf ihren Befehlshaber zu verschaffen.</p><p>Nach einer Weile geschah dies auch, und Sekunden sp�ter machte der Unbekannte einen Schritt nach vorn.</p><p>Zuerst wu�te ich nicht zu sagen, ob mir Licht und Schatten nicht etwa einen Streich spielten . . . Aber nein! Wieder bewegte er sich, und ich konnte ihn eine Sekunde lang deutlich sehen. Ihm fehlte der rechte Arm, der unmittelbar unter dem Ellbogen abgetrennt worden war. Die Wunde war so dick verbunden, da� die Verst�mmelung wohl erst vor kurzem geschehen sein mu�te.</p><p>Dann machte die gro�e linke Hand eine weite, abw�rtsgerichtete Bewegung und verharrte ein St�ck vom K�rper entfernt. Der Armstumpf zuckte im gleichen Augenblick hoch, und etwas regte sich im Hintergrund meines Geistes. Das Haar des Mannes war lang, glatt und braun, und ich sah, wie sein Kinn sich vorreckte . . .</p><p>Im n�chsten Augenblick trat er ins Freie, und ein Windhauch verfing sich in seinem weiten Mantel und lie� ihn nach rechts ausschwingen. Ich sah, da� er ein gelbes Hemd und braune Hosen trug. Der Mantel selbst erstrahlte in einem grellen Orangeton, und er fa�te mit einer unnat�rlich schnellen Bewegung der linken Hand zu und zog ihn wieder �ber den Armstumpf.</p><p>Hastig stand ich auf, und sein Kopf richtete sich ruckhaft in meine Richtung.</p><p>Unsere Blicke begegneten sich, und mehrere Herzschl�ge lang r�hrte sich keiner von uns.</p><p>Die beiden Offiziere machten kehrt und starrten uns an, und schon schob er sie zur Seite und kam mit gro�en Schritten auf mich zu. Ganelon stie� einen unverst�ndlichen Laut aus und stand hastig auf. Unsere W�chter erhoben sich ebenfalls �berrascht.</p><p>Er blieb mehrere Schritte vor mir stehen, und seine haselnu�braunen Augen musterten mich von Kopf bis Fu�. Seine Lippen verzogen sich selten � doch in diesem Augenblick brachte er ein schwaches L�cheln zustande.</p><p>�Kommt mit�, sagte er und wandte sich seinem Zelt zu.</p><p>Wir folgten ihm und lie�en unsere Sachen liegen.</p><p>Er entlie� die beiden Offiziere mit einem Blick, blieb neben dem Zelteingang stehen und winkte uns an sich vorbei. Er folgte und lie� die Zeltplane hinter sich zufallen. Meine Augen erfa�ten seinen Schlafsack, einen kleinen Tisch, B�nke, Waffen, eine Feldherrntruhe. Auf dem Tisch befanden sich eine �llampe, B�cher, Landkarten, eine Flasche und etliche Becher. Eine zweite Lampe flackerte auf der Truhe.</p><p>Er umfa�te meine Hand und l�chelte wieder.</p><p>�Corwin�, sagte er. �Lebendig wie eh und je.�</p><p>�Benedict�, sagte ich und l�chelte nun ebenfalls. �Und atmet wie eh und je. Es ist teuflisch lange her!�</p><p>�Kann man wohl sagen! Wer ist dein Freund?�</p><p>�Er hei�t Ganelon.�</p><p>�Ganelon�, sagte er und nickte in seine Richtung, machte aber keine Anstalten, ihm die Hand zu reichen.</p><p>Er trat an den Tisch und f�llte drei Becher mit Wein. Einen reichte er mir, den zweiten Ganelon. Dann hob er den dritten.</p><p>�Auf deine Gesundheit, Bruder�, sagte er.</p><p>�Auf die deine.�</p><p>Wir tranken.</p><p>�Setzt euch�, sagte er dann, deutete auf die n�chste Bank und nahm am Tisch Platz. �Und willkommen in Avalon.�</p><p>�Vielen Dank � Protektor.�</p><p>Er schnitt eine Grimasse.</p><p>�Die Bezeichnung besteht nicht zu unrecht�, sagte er tonlos, ohne den Blick von meinem Gesicht zu wenden. �Ich wei� nur nicht, ob der fr�here Protektor dieser Gegend von sich dasselbe behaupten k�nnte.�</p><p>�Er hat eigentlich nicht genau an diesem Ort geherrscht�, sagte ich. �Und ich glaube, er k�nnte das von sich sagen.�</p><p>Er zuckte die Achseln.</p><p>�Nat�rlich�, sagte er. �Aber genug davon! Wo hast du gesteckt? Was hast du gemacht? Warum bist du hierhergekommen? Erz�hl mir von dir! Unser letztes Gespr�ch liegt Jahre zur�ck.�</p><p>Ich nickte. Es war bedauerlich, geh�rte aber zur Familienetikette wie auch zur Aus�bung der Macht, da� ich seine Fragen beantworten mu�te, ehe ich selbst Fragen stellte. Er war �lter als ich, und ich war � wenn auch ahnungslos � in seinen Einflu�bereich eingedrungen. Nicht da� ich ihm die Geste nicht g�nnte. Er geh�rte zu den wenigen Verwandten, die ich respektierte und sogar mochte. Nur lagen mir zahlreiche Fragen auf der Zunge. Wie er schon gesagt hatte � es war viel zu lange her.</p><p>Und wieviel durfte ich ihm verraten? Ich hatte keine Ahnung, welcher Seite er seine Sympathien geschenkt hatte. Ich wollte die Gr�nde f�r sein selbstgew�hltes Exil nicht etwa erfahren, indem ich die falschen Themen anschnitt. Also mu�te ich mit etwas Neutralem anfangen und ihn dann Zug um Zug aushorchen.</p><p>�Es mu� doch irgendwo einen Anfang geben�, sagte er im gleichen Moment. �Mir ist egal, wie du die Sache anpackst.�</p><p>�Es gibt viele Anf�nge�, sagte ich. �Es ist schwierig . . . am besten hole ich wohl ganz weit aus . . .�</p><p>Ich kostete einen Schluck Wein.</p><p>�Ja�, fuhr ich fort. �Das scheint mir das einfachste zu sein � obwohl ich einen gro�en Teil der Ereignisse erst k�rzlich begriffen habe.</p><p>Es geschah mehrere Jahre nach dem Sieg �ber die Mondreiter von Ghenesh und deinem Verschwinden, da� Eric und ich uns ernsthaft zu streiten begannen�, setzte ich an. �Ja, es war ein Streit um die Nachfolge. Vater hatte wieder einmal von Abdankung gesprochen und weigerte sich wie eh und je, einen Nachfolger zu benennen.</p><p>Nat�rlich kam es sofort wieder zu den altbekannten Diskussionen dar�ber, wer wohl der rechtm��ige Erbe w�re. Eric und du, ihr seid nat�rlich �lter als ich, doch w�hrend Faiella, meine und Erics Mutter, nach dem Tod von Clymnea seine Frau wurde, haben sie . . .�</p><p>�Es reicht!� br�llte Benedict und schlug so heftig auf den Tisch, da� die Platte zersplitterte.</p><p>Die Lampe h�pfte herum und begann zu flackern, st�rzte aber wie durch ein Wunder nicht um. Sofort wurde der Vorhang vor dem Ausgang zur Seite geschoben, und ein Posten sp�hte besorgt herein. Benedict warf ihm einen Blick zu, und er zog sich hastig wieder zur�ck.</p><p>�Ich habe keine Lust, mir unsere jeweilige BastardVergangenheit anzuh�ren�, sagte Benedict leise. �Dieser obsz�ne Zeitvertreib war einer der Gr�nde, warum ich mich �berhaupt aus dem Scho� der Familie und Amber entfernt habe. Bitte erz�hl deine Geschichten ohne solche Fu�noten.�</p><p>�Nun � ja�, sagte ich und mu�te mich r�uspern. �Wie ich schon sagte, hatten wir ziemlich heftige Auseinandersetzungen �ber die Sache. Eines Abends blieb es dann nicht bei Worten. Wir k�mpften.�</p><p>�Ein Duell?�,</p><p>�So formell war es nun auch wieder nicht. Eher k�nnte man sagen, da� wir gleichzeitig beschlossen, uns gegenseitig zu ermorden. Jedenfalls k�mpften wir ziemlich lange miteinander, und Eric gewann schlie�lich die Oberhand und machte Anstalten, mir den Garaus zu machen. Auch wenn ich meiner Geschichte wieder vorgreife, mu� ich hinzuf�gen, das mir all diese Einzelheiten erst vor etwa f�nf Jahren wieder ins Ged�chtnis zur�ckgebracht wurden.�</p><p>Benedict nickte, als verst�nde er, was ich meinte.</p><p>�Ich kann nur vermuten, was unmittelbar nach meiner Bewu�tlosigkeit geschah�, fuhr ich fort. �Jedenfalls hielt sich Eric im letzten Augenblick zur�ck und t�tete mich nicht. Als ich erwachte, befand ich mich auf einem Schatten Welt namens Erde, in einem Ort, der London hei�t. Die Stadt wurde gerade von der Pest heimgesucht, und ich steckte mich an. Ich erholte mich jedoch und hatte keine Erinnerung an die Zeit vor meinem Aufenthalt in London. Auf dieser Schattenwelt lebte ich viele Jahrhunderte lang und suchte nach Anhaltspunkten f�r meine Identit�t. Ich reiste viel herum, nahm oft an milit�rischen Feldz�gen teil. Ich besuchte die dortigen Universit�ten, sprach mit den kl�gsten K�pfen, suchte die ber�hmtesten �rzte auf. Doch nirgendwo fand sich ein Schl�ssel zu meiner Vergangenheit. Mir war bewu�t, da� ich nicht wie die anderen Menschen war, und ich gab mir gr��te M�he, diese Tatsache zu verheimlichen. Es stimmte mich w�tend, da� ich alles haben konnte, was ich wollte � au�er dem, was ich mir am sehnlichsten w�nschte: Aufschlu� �ber meine Identit�t, meine Erinnerungen.</p><p>Die Jahre vergingen, doch mein Zorn und meine Sehnsucht blieben. Es bedurfte eines Unfalls, der meinen Sch�del verletzte, um jene Ver�nderungen auszul�sen, die die ersten Erinnerungen zur�ckbrachten. Dies geschah vor etwa f�nf Jahren, und die Ironie besteht darin, da� ich guten Grund habe, Eric als Urheber f�r den Unfall zu verd�chtigen. Flora hatte wahrscheinlich die ganze Zeit auf jener Schatten-Erde gelebt und mich im Auge behalten.</p><p>Um zu meinen Vermutungen zur�ckzukehren � Eric mu� sich im letzten Augenblick gebremst haben, denn er w�nschte sich wohl meinen Tod, wollte aber nicht, da� die Tat auf ihn zur�ckfiel. Folglich schaffte er mich durch die Schatten an einen Ort, wo ein schneller Tod auf mich wartete � er wollte wohl nach Amber zur�ckkehren und sagen k�nnen, wir h�tten uns gestritten und ich w�re trotzig davongeritten und h�tte etwas davon gemurmelt, ich wolle wieder einmal verschwinden. Wir hatten an jenem Tag im Wald von Arden zusammen gejagt � nur wir beide.�</p><p>�Ich finde es seltsam�, unterbrach mich Benedict, �da� zwei Rivalen wie ihr unter solchen Umst�nden zusammen auf die Jagd geht.�</p><p>Ich trank einen Schluck Wein und l�chelte.</p><p>�Vielleicht war doch etwas mehr dahinter, als ich eben erkennen lie߫, sagte ich. �Vielleicht hie�en wir beide die Gelegenheit zur Jagd willkommen � nur wir beide allein im Wald.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte er. �Es w�re also denkbar, da� die Situation auf den Kopf gestellt worden w�re?�</p><p>�Nun�, erwiderte ich, �das ist schwer zu sagen. Ich glaube nicht, da� ich soweit gegangen w�re. Nat�rlich spreche ich von heute. Immerhin �ndern sich die Menschen. Und damals . . .? Ja, vielleicht h�tte ich ihm dasselbe angetan. Ich vermag es nicht mit Sicherheit zu sagen, aber m�glich ist es.�</p><p>Wieder nickte er, und ich sp�rte einen Anflug von Zorn in mir, der sofort in Belustigung umschlug.</p><p>�Zum Gl�ck kommt es mir hier nicht darauf an, meine Motive zu erl�utern�, fuhr ich fort. �Um meine Mutma�ungen fortzusetzen � ich glaube, da� Eric mir danach auf der Spur blieb. Gewi� war er zuerst entt�uscht, da� ich seinen Anschlag �berlebt hatte, doch zugleich mu�te er annehmen, da� ich ihm nicht mehr schaden konnte. Er sorgte also daf�r, da� Flora mich im Auge behalten konnte, und die Welt drehte sich friedlich weiter, eine lange Zeit. Dann hat Vater vermutlich abgedankt und ist verschwunden, ohne die Frage der Nachfolge zu kl�ren . . .�</p><p>�Ach was!� sagte Benedict. �Eine Abdankung hat es nie gegeben! Er ist einfach verschwunden. Eines Morgens war er nicht mehr in seinen R�umen. Sein Bett war unber�hrt. Ein Brief oder ein sonstiger Hinweis war nicht zu finden. Man hatte ihn am Vorabend bemerkt, wie er die Zimmer betrat, doch niemand hat ihn fortgehen sehen. Sein Fehlen wurde zuerst nicht mal f�r absonderlich gehalten. Man nahm einfach an, er sei wieder einmal in den Schatten unterwegs, um sich wom�glich eine neue Braut zu suchen. Es dauerte ziemlich lange, ehe jemand ein Verbrechen zu vermuten wagte oder den Umstand als eine neuartige Form der Abdankung hinzustellen beliebte.�</p><p>�Das war mir nicht bekannt�, sagte ich. �Deine Informationsquellen waren dem Kern der Dinge offenbar n�her als meine.�</p><p>Daraufhin nickte er nur und l�ste damit in mir unangenehme Spekulationen �ber seine Kontakte in Amber aus. Vielleicht stand er neuerdings auf Erics Seite!</p><p>�Wann warst du denn zum letztenmal dort?� wagte ich mich vor.</p><p>�Gut zwanzig Jahre ist das jetzt her�, erwiderte er. �Doch ich halte Kontakt und lasse mich informieren.�</p><p>Nicht mit jemandem, der diesen Umstand mir gegen�ber hatte erw�hnen wollen! Und das mu�te ihm bekannt sein; sollte ich seine Worte nun als Warnung verstehen � oder etwa als Drohung? Meine Gedanken �berschlugen sich. Nat�rlich besa� er ein Spiel mit den Haupttr�mpfen. Ich bl�tterte sie im Geiste vor mir auf und ging sie hastig durch. Random hatte ahnungslos getan, als ich ihn nach Benedicts Verbleib befragte. Brand wurde schon lange vermi�t. Ich hatte einen Hinweis darauf, da� er noch lebte, als Gefangener an einem unbekannten �blen Ort, unf�hig, Informationen �ber die Geschehnisse in Amber zu erlangen. Flora konnte seine Kontaktperson auch nicht gewesen sein, da sie bis vor kurzem in den Schatten praktisch im Exil gelebt hatte. Llewella hielt sich in Rebma auf, Deirdre ebenfalls; als ich sie zum letztenmal sah, war sie au�erdem in Amber in Ungnade gewesen. Fiona? Julian hatte mir gesagt, sie sei �irgendwo im S�den�. Er wu�te nicht genau, wo. Wer blieb nun noch �brig?</p><p>Eric selbst, Julian, G�rard oder Caine. Eric kam nicht in Frage. Der h�tte niemals Einzelheiten �ber Vaters Nichtabdankung auf eine Weise verbreitet, die es Benedict erm�glichte, sich eine solche Meinung zu diesem Thema zu bilden. Julian stand hinter Eric, war allerdings nicht ohne pers�nlichen Ehrgeiz. Wenn es ihm n�tzen konnte, w�rde er Informationen weitergeben. Das gleiche galt f�r Caine. G�rard dagegen hatte auf mich immer den Eindruck gemacht, als interessiere ihn das Wohl Ambers mehr als die Frage, wer denn auf seinem Thron sa�. Seine Sympathie f�r Eric hielt sich allerdings in Grenzen, und er war einmal bereit gewesen, Bleys oder mich gegen ihn zu unterst�tzen. Meiner Auffassung nach h�tte er Benedicts Informiertheit �ber die Ereignisse als eine Art R�ckversicherung f�r das ganze Land angesehen. Ja, mit ziemlicher Sicherheit war es einer dieser drei. Julian ha�te mich, Caine mochte mich nicht besonders, hatte aber auch nichts gegen mich, und G�rard und ich teilten angenehme Erinnerungen, die bis in meine Kindheit zur�ckreichten. Ich mu�te schleunigst herausfinden, wer dahintersteckte � und Benedict war nat�rlich nicht so ohne weiteres bereit, mir klaren Wein einzuschenken, kannte er doch meine jetzigen Beweggr�nde nicht. Eine Verbindung zu Amber konnte dazu verwendet werden, mir zu schaden oder zu n�tzen, je nach seinen W�nschen, je nach der Person am anderen Ende. So war diese Information f�r ihn zugleich Waffe und Schild, und es kr�nkte mich doch etwas, da� er es f�r richtig hielt, mir diesen Umstand so deutlich vor Augen zu f�hren. Ich rang mich schlie�lich zu der Annahme durch, seine k�rzliche Verwundung habe ihn unnat�rlich vorsichtig gemacht � denn ich hatte ihm bisher niemals Grund zur Sorge gegeben. Allerdings f�hrte dies dazu, da� ich ebenfalls ungew�hnlich vorsichtig war � eine traurige Erkenntnis, wenn man nach vielen Jahren einen Bruder wiedersieht.</p><p>�Interessant�, sagte ich und lie� den Wein in meinem Becher kreisen. �So gesehen hat es den Anschein, als habe jedermann voreilig gehandelt.�</p><p>�Nicht jeder�, sagte er.</p><p>Ich sp�rte, da� sich mein Gesicht r�tete.</p><p>�Verzeihung�, sagte ich.</p><p>Er nickte knapp. �Bitte setze deinen Bericht fort.�</p><p>�Nun, zur�ck zu meinen Vermutungen�, setzte ich an. �Als Eric zu dem Schlu� kam, der Thron habe nun lange genug leer gestanden und es w�re Zeit, danach zu greifen, mu� er sich zugleich �berlegt haben, da� meine Amnesie nicht ausreichte und da� es besser w�re, meinen Anspruch ein f�r allemal zu unterbinden. Daraufhin sorgte er daf�r, da� ich auf der Schatten-Erde in einen Unfall verwickelt wurde, der t�dlich h�tte sein m�ssen � es aber nicht war.�</p><p>�Woher wei�t du das alles? Wieviel vermutest du nur?�</p><p>�Als ich sie sp�ter befragte, hat Flora diesen Plan gewisserma�en eingestanden � einschlie�lich ihrer Rolle dabei.�</p><p>�Sehr interessant. Sprich weiter.�</p><p>�Der Schlag auf den Kopf sorgte f�r etwas, das mir nicht einmal Sigmund Freud hatte verschaffen k�nnen�, fuhr ich fort. �Erinnerungsfetzen regten sich in mir, die mit der Zeit immer st�rker wurden � besonders als ich Flora wiedersah und allen m�glichen Dingen ausgesetzt wurde, die mein Ged�chtnis anregten. Ich �berzeugte Flora schlie�lich, da� ich mich wieder an alles erinnern konnte, und brachte sie dazu, offen �ber Menschen und Umst�nde zu sprechen. Dann tauchte Random auf. Er war auf der Flucht vor etwas . . .�</p><p>�Auf der Flucht? Wovor? Warum?�</p><p>�Vor irgendwelchen seltsamen Kreaturen aus den Schatten. Den Grund habe ich nie erfahren.�</p><p>�Interessant�, meinte er, und ich mu�te ihm zustimmen. In meiner Zelle hatte ich oft dar�ber nachgedacht und mich gefragt, warum wohl Random, von den Furien gehetzt, �berhaupt auf der B�hne erschienen war. Vom Augenblick unserer Begegnung an bis zu unserer Trennung hatten wir in einer Art Gefahr geschwebt; ich war zu der Zeit mit meinen eigenen Sorgen besch�ftigt, und er hatte nichts verlauten lassen �ber die Gr�nde f�r sein pl�tzliches Auftauchen. Ich hatte mir im Augenblick seines Erscheinens nat�rlich Gedanken gemacht, doch ich wu�te nicht, ob es sich um etwas handelte, das ich h�tte wissen sollen, und lie� die Frage zun�chst offen. Die sp�teren Ereignisse lenkten mich davon ab, bis ich mich dann in der Zelle und jetzt in diesem Augenblick wieder damit befassen konnte. Interessant? In der Tat. Aber auch beunruhigend.</p><p>Ich vermochte Random �ber meinen Zustand zu t�uschen�, fuhr ich fort. �Er nahm an, ich erstrebte den Thron, w�hrend ich mich zun�chst nur darum bem�hte, mein Ged�chtnis wiederzufinden. Er erkl�rte sich einverstanden, mir bei der R�ckkehr nach Amber zu helfen, und brachte mich auch tats�chlich zur�ck. Na ja, fast�, korrigierte ich mich. �Wir landeten in Rebma. Doch inzwischen hatte ich Random reinen Wein eingeschenkt, und er schlug vor, ich solle das Muster noch einmal abschreiten und mich auf diese Weise v�llig wiederherstellen. Die Gelegenheit bot sich mir, und ich ergriff sie. Das Ergebnis war positiv, und ich nutzte die Macht des Musters, um mich nach Amber zu versetzen.�</p><p>Er l�chelte. �In diesem Augenblick mu� Random ein sehr ungl�cklicher Mensch gewesen sein�, bemerkte er.</p><p>�Jedenfalls ist er nicht gerade in Jubelrufe ausgebrochen�, sagte ich. �Er hatte Moires Urteil akzeptiert � er mu�te eine Frau ihrer Wahl heiraten, ein blindes M�dchen namens Vialle, und mindestens ein Jahr lang bei ihr bleiben. Ich lie� ihn zur�ck und erfuhr sp�ter, da� er das Urteil erf�llt hatte. Deirdre war ebenfalls dort. Wir hatten sie unterwegs getroffen; sie war aus Amber geflohen, und wir suchten zu dritt in Rebma Schutz. Auch sie blieb dort.�</p><p>Ich leerte meinen Becher, und Benedict deutete mit einer Kopfbewegung auf die Flasche, die aber schon fast leer war. Er nahm eine neue aus seiner Truhe, und wir f�llten unsere Becher. Ich trank einen gro�en Schluck. Dieser Wein war noch besser als der erste � vermutlich sein Privatvorrat.</p><p>�Im Palast�, fuhr ich fort, �schlug ich mich in die Bibliothek durch, wo ich mir ein Spiel Tarockkarten verschaffte. Dies war der Hauptgrund f�r meinen Vorsto�. Doch Eric �berraschte mich gleich darauf, und wir k�mpften in der Bibliothek. Ich verwundete ihn und h�tte ihn wohl auch besiegen k�nnen, doch nun traf Verst�rkung f�r ihn ein, und ich mu�te fliehen. Ich setzte mich mit Bleys in Verbindung, der mich zu sich in die Schatten holte. Den Rest wei�t du sicher von deinen Informanten. Da� Bleys und ich uns zusammentaten, Amber angriffen und die Schlacht verloren. Er st�rzte vom Kolvir in die Tiefe. Ich warf ihm meine Karten zu, und er fing sie auf. Soweit ich geh�rt habe, wurde seine Leiche bis jetzt nicht gefunden. Doch es war ein tiefer Sturz � wenn ich auch annehme, da� in jenem Augenblick Flut herrschte. Ich wei� nicht, ob er an jenem Tag gestorben ist oder nicht.�</p><p>�Ich auch nicht�, sagte Benedict.</p><p>�Ich wurde gefangengenommen, und Eric wurde gekr�nt. Man zwang mich, der Kr�nung beizuwohnen, obwohl ich mich eigentlich nicht dazu bereitfinden wollte. Es gelang mir, mich zu kr�nen, bevor der Bastard � genealogisch gesprochen � das Ding wieder an sich nahm und es sich auf den Kopf setzte. Dann lie� er mich blenden und ins Verlies werfen.�</p><p>Benedict beugte sich vor und starrte mir ins Gesicht.</p><p>�Ja�, sagte er. �Ich habe davon geh�rt. Wie hat man es gemacht?�</p><p>�Mit gl�henden Eisen�, sagte ich und zuckte unwillk�rlich zusammen. Ich versp�rte den Drang, meine Augen zu ber�hren. �Ich bin ohnm�chtig geworden.�</p><p>�Sind die Aug�pfel verletzt gewesen?�</p><p>�Ja�, sagte ich. �Ich glaube schon.�</p><p>�Und wie lange hat die Regeneration gedauert?�</p><p>�Es dauerte etwa vier Jahre, bis ich wieder verschwommene Umrisse sehen konnte�, sagte ich. �Und erst jetzt ist die Sehsch�rfe wieder normal. Alles in allem etwa f�nf Jahre, w�rde ich sagen.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck, seufzte und l�chelte schwach.</p><p>�Gut�, sagte er. �Du machst mir Hoffnung. Nat�rlich haben schon andere von uns K�rperteile verloren und eine Regeneration erfahren � doch ich bin bisher noch nie so schlimm verst�mmelt worden.� Er hob den Armstumpf.</p><p>�O ja�, sagte ich. �Eine eindrucksvolle Serie, die mich immer sehr interessiert hat. Allerlei Kleinigkeiten, sicher nur noch den Beteiligten und mir in Erinnerung: Fingerkuppen, Zehen, Ohrl�ppchen. Ich w�rde meinen, da� du wegen deines Arms hoffen darfst. Aber es wird seine Zeit dauern. � Nur gut, da� du Rechts- <emphasis>und</emphasis> Linksh�nder bist�, f�gte ich hinzu.</p><p>Er l�chelte unbehaglich und trank von seinem Wein. Nein, er war noch nicht bereit, mir zu sagen, was ihm widerfahren war.</p><p>Auch ich griff wieder nach meinem Becher. Ich wollte ihm nichts von Dworkin sagen. Ich hatte Dworkin als eine Art Trumpf im �rmel behalten wollen. Keiner von uns kannte die volle Macht dieses Mannes, der offensichtlich verr�ckt war. Doch er war beeinflu�bar. Offensichtlich hatte sogar Vater mit der Zeit Angst vor ihm bekommen und ihn einsperren lassen. Was hatte er mir doch in meiner Zelle gesagt? Da� Vater ihn ins Gef�ngnis geworfen h�tte, nachdem er verk�ndet hatte, ein Mittel zur Vernichtung von ganz Amber gefunden zu haben. Wenn es sich hierbei nicht nur um das Geplapper eines Wahnsinnigen handelte und wenn dies der eigentliche Grund f�r seinen Aufenthalt in einer Zelle war, dann war Vater gro�z�giger gewesen, als ich es h�tte je sein k�nnen. Der Mann war zu gef�hrlich, um am Leben zu bleiben. Andererseits hatte Vater versucht, ihn von seiner Krankheit zu heilen. Dworkin hatte von �rzten gesprochen � von M�nnern, die er verscheucht oder vernichtet hatte, indem er seine Macht gegen sie richtete. Meine Erinnerungen zeigten ihn als klugen, freundlichen alten Mann, Vater und dem Rest der Familie treu ergeben. Es w�re wahrlich schwierig, einen solchen Menschen umzubringen, solange es noch Hoffnung gab. Er war in ein Quartier verbannt worden, das eigentlich als fluchtsicher galt. Doch als er die Sache eines Tages �ber hatte, war er einfach ins Freie marschiert. Da kein Mensch in Amber durch die Schatten schreiten kann, wo es nun mal keine Schatten gibt, mu�te er etwas bewirkt haben, das ich nicht begriff und das mit dem Prinzip hinter den Tr�mpfen zusammenhing, woraufhin er dann sein Quartier verlassen konnte. Ehe er dorthin zur�ckkehrte, vermochte ich ihn zu �berreden, mir einen �hnlichen Ausgang aus meiner Zelle zu verschaffen, einen Ausgang, der mich zum Leuchtturm von Cabra versetzte, wo ich mich erholte, ehe ich jene Reise antrat, die mich nach Lorraine f�hrte. Wahrscheinlich hatte man seine Umtriebe noch gar nicht entdeckt. Meines Wissens hatte unsere Familie schon immer besondere Kr�fte besessen, doch es war an ihm gewesen, sie zu analysieren und ihre Funktionen im Muster und in den Tarockkarten zu formalisieren. Oft hatte er die Sprache auf dieses Thema gebracht, doch den meisten von uns war der Stoff schrecklich abstrakt und langweilig vorgekommen. Wir sind eben eine sehr pragmatische Familie. Brand war der einzige, der offenbar Interesse f�r diese Dinge aufbrachte. Und Fiona. Das hatte ich fast vergessen. Auch Fiona h�rte ihm manchmal zu. Und Vater. Vater besa� erstaunliche Kenntnisse �ber Dinge, die er niemals erw�hnte. Er hatte nie viel Zeit f�r uns und hatte so viele Seiten, die wir nicht kannten. Doch hinsichtlich der Prinzipien, die hier angewendet wurden, war er vermutlich ebenso kenntnisreich wie Dworkin. Der Hauptunterschied zwischen den beiden M�nnern lag in der Anwendung dieser Kenntnisse. Dworkin war ein K�nstler. Was Vater war, wei� ich eigentlich nicht. Obwohl er kein unzug�nglicher Patriarch war, lud er uns nie zur Aussprache ein. Sobald er uns einmal wahrnahm, war er gro�z�gig mit Geschenken und unterhaltenden Einfallen. Doch unsere Erziehung �berlie� er Angeh�rigen seines Hofs. Meinem Gef�hl nach tolerierte er uns als gelegentliche unvermeidliche Folgen der Leidenschaft. Im Grunde bin ich einigerma�en �berrascht, da� unsere Familie nicht viel gr��er ist. Wir dreizehn, au�erdem zwei Br�der und eine Schwester, die inzwischen tot waren, stellten nahezu f�nfzehnhundert Jahre elterlicher Fortpflanzung dar. Da gab es noch einige andere Geschwister lange vor uns, von denen ich hatte sprechen h�ren und die nicht mehr lebten. Kein sensationelles Ergebnis f�r ein so lustvolles Familienoberhaupt � allerdings waren wir selbst auch nicht besonders fruchtbar geworden. Wir waren kaum in der Lage, f�r uns selbst zu sorgen und durch die Schatten zu schreiten, als Vater uns ermutigte, diese F�higkeiten auszunutzen, uns Orte zu suchen, wo wir gl�cklich leben konnten, und uns dort niederzulassen. Dies war meine Verbindung zu jenem Avalon, das es heute nicht mehr gibt. Soweit ich wei�, war Vaters Herkunft nur ihm selbst bekannt. In meinem ganzen Leben war ich keinem Menschen begegnet, dessen Ged�chtnis in eine Zeit zur�ckreichte, da es keinen Oberon gegeben hatte. Ist das seltsam? Nicht zu wissen, woher der eigene Vater kommt, nachdem man Jahrhunderte zur Verf�gung gehabt hat, die Neugier walten zu lassen? Ja. Aber er war geheimnisvoll, m�chtig, schlau � Aspekte, die wir alle zum Teil in uns wiederfanden. Er wollte uns gut versorgen und zufriedenstellen, das sp�re ich � doch durften wir nicht so gut gestellt sein, da� wir zur Gefahr f�r seine Herrschaft werden konnten. In ihm regte sich vermutlich ein Element des Unbehagens, ein nicht unberechtigtes Gef�hl der Vorsicht angesichts der M�glichkeit, da� wir zuviel �ber ihn und die alten Zeiten erfuhren. Ich nehme nicht an, da� er sich jemals eine Periode vorgestellt hatte, da er nicht mehr in Amber herrschen w�rde. Zwar sprach er von Zeit zu Zeit scherzhaft oder grollend von seiner Abdankung. Doch meinem Gef�hl nach stand immer eine k�hle Berechnung dahinter, der Wunsch zu sehen, welche Reaktion darauf erfolgte. Er mu�te die Situation erkannt haben, die sein Tod hervorrufen w�rde, weigerte sich aber anzuerkennen, da� es je soweit kommen w�rde. Und keiner von uns hatte einen �berblick �ber all seine Pflichten und Verantwortungen, �ber seine heimlichen Aufgaben. So unangenehm mir dieses Eingest�ndnis auch war, ich kam langsam zu der �berzeugung, da� keiner von uns wirklich geeignet war, den Thron zu �bernehmen. Nur zu gern h�tte ich Vater die Schuld an dieser Unf�higkeit zugeschoben, doch leider war ich seit meinem Aufenthalt auf der Schatten-Erde zu gut mit Freud bekannt, um nicht einen Teil der Schuld auch bei mir zu suchen. Au�erdem kamen mir Zweifel �ber die G�ltigkeit unserer Anspr�che. Wenn es keine Abdankung gegeben hatte und er tats�chlich noch lebte, konnte einer von uns bestenfalls auf eine Regentschaft hoffen. Es w�re sicher kein angenehmer Augenblick � und schon gar nicht, wenn man auf dem Thron sa�<emphasis> �</emphasis>, ihn in eine andere Situation zur�ckkehren zu sehen. Sagen wir es ganz offen � ich hatte Angst vor ihm, und das nicht ohne Grund. Nur ein Dummkopf hat keine Angst vor einer realen Macht, die er nicht versteht. Doch ob es nun um den K�nigstitel oder die Regentschaft ging, mein Anspruch war fundierter als der von Eric, und ich war noch immer entschlossen, ihn durchzusetzen. Wenn eine Macht aus Vaters d�sterer Vergangenheit, die keiner von uns wirklich verstand, mir helfen konnte, diesen Anspruch zu sichern, und wenn Dworkin eine solche Macht war, dann mu�te er im verborgenen bleiben, bis ich ihn zu meinen Gunsten einsetzen konnte.</p><p>Galt das aber auch, wenn die von ihm vertretene Macht die F�higkeit war, ganz Amber zu vernichten � und damit s�mtliche Schatten-Welten, das gesamte Universum, wie ich es kannte?</p><p>Dann besonders, gab ich mir zur Antwort. Denn wem sonst konnte man eine solche Macht anvertrauen?</p><p>Wir sind wirklich eine sehr pragmatische Familie.</p><p>Ich trank mehr Wein, dann fummelte ich an meiner Pfeife herum, s�uberte sie, stopfte sie von neuem.</p><p>�In den Grundz�gen ist das meine Geschichte bis heute�, sagte ich, stand auf und holte mir Feuer von der Lampe. �Als ich wieder sehen konnte, gelang mir die Flucht aus Amber. Ich trieb mich eine Zeitlang in einem Land namens Lorraine herum, wo ich Ganelon kennenlernte, dann kam ich hierher.�</p><p>�Warum?�</p><p>Ich nahm Platz und sah ihn an.</p><p>�Weil dieser Ort dem Avalon nahe ist, das mir einmal am Herzen lag�, sagte ich.</p><p>Ich hatte absichtlich nicht erw�hnt, da� ich Ganelon von fr�her kannte, und hoffte, da� mein Begleiter sich entsprechend verhielt. Dieser Schatten war unserem Avalon nahe genug, da� sich Ganelon in der Landschaft und mit den meisten Lebensgewohnheiten auskennen mu�te. Was immer ich daraus gewinnen mochte, mir schien es jedenfalls geraten, Benedict diese Information vorzuenthalten.</p><p>Er ging dar�ber hinweg, wie ich es erwartet hatte, stand dieser Aspekt doch im Schatten interessanterer Details.</p><p>�Und deine Flucht?� fragte er. �Wie hast du das geschafft?�</p><p>�Mir wurde bei<emphasis/> meiner Flucht aus der Zelle nat�rlich geholfen. Als ich erst einmal drau�en war . . . Nun, es gibt noch einige Passagen, die Eric nicht kennt.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte er verst�ndnisvoll nickend � nat�rlich in der Hoffnung, ich w�rde nun die Namen meiner Helfer nennen, doch klug genug, um nicht offen danach zu fragen.</p><p>Ich zog an meiner Pfeife und lehnte mich l�chelnd zur�ck.</p><p>�Es ist angenehm, Freunde zu haben�, sagte er, als stimme er Gedanken zu, die mir jetzt durch den Kopf gehen mochten.</p><p>�Wir alle d�rften ein paar Freunde in Amber haben.�</p><p>�Das bilde ich mir jedenfalls ein�, sagte er und fuhr fort: �Wie ich geh�rt habe, hast du die zum Teil angekratzte Zellent�r verriegelt zur�ckgelassen, nachdem du deine Bettstatt angez�ndet hattest. Au�erdem hast du Bilder an die Wand gemalt.�</p><p>�Ja�, sagte ich. �Das lange Eingesperrtsein bleibt nicht ohne Einflu� auf den Geist. Ich bekam die Folgen jedenfalls sehr zu sp�ren. Ich machte lange Perioden durch, in denen ich nicht ganz bei Verstand war.�</p><p>�Ich beneide dich nicht um diese Erfahrung, Bruder�, sagte er. �Ganz und gar nicht. Was hast du jetzt f�r Pl�ne?�</p><p>�Die sind noch ungewi�.�</p><p>�Versp�rst du vielleicht den Wunsch, hierzubleiben?�</p><p>�Ich wei� es nicht�, entgegnete ich. �Wie stehen die Dinge hier?�</p><p>�Ich habe die F�hrung�, sagte er � eine einfache Feststellung, keine Prahlerei. �Ich glaube, es ist mir soeben gelungen, die einzige wirkliche Gefahr f�r das Territorium zu beseitigen. Wenn ich recht habe, steht uns eine einigerma�en ruhige Zeit bevor. Der Preis war hoch� � er deutete auf seinen Armstumpf �, �aber der Einsatz hat sich gelohnt, wie sich bald erweisen wird, wenn das Leben wieder in seine normalen Bahnen zur�ckkehrt.�</p><p>Er beschrieb mir eine Situation, die in den Grundz�gen mit der Schilderung des jungen Soldaten �bereinstimmte. Sein Bericht gipfelte in dem Sieg �ber die h�llischen Frauen. Die Anf�hrerin war umgekommen, ihre Reiter waren geflohen und auf der Flucht get�tet worden. Das H�hlensystem war von neuem verschlossen worden. Benedict hatte sich vorgenommen, eine kleine Streitmacht im Feld zu belassen, um jedes Risiko auszuschlie�en, w�hrend seine Kundschafter die Gegend nach �berlebenden absuchten.</p><p>Von seiner Zusammenkunft mit Lintra, der gegnerischen Anf�hrerin, sprach er nicht.</p><p>�Wer hat die Anf�hrerin get�tet?� wollte ich wissen.</p><p>�Das ist mir gelungen�, sagte er und machte eine heftige Bewegung mit dem Armstumpf. �Allerdings habe ich beim ersten Hieb ein wenig zu lange gez�gert.�</p><p>Ich wandte den Blick ab. Ganelon tat es mir nach. Als ich meinen Bruder wieder ansah, hatte sich sein Gesicht beruhigt, und der verst�mmelte Arm hing wieder an seiner Seite herab.</p><p>�Wir hatten nach dir gesucht. Wu�test du das, Corwin?� fragte er. �Brand suchte in vielen Schatten nach dir, ebenso G�rard. Du hattest recht mit deiner Vermutung �ber die �u�erungen, die Eric am Tag nach deinem Verschwinden machte. Doch wir waren nicht geneigt, sein Wort ohne weiteres hinzunehmen. Wiederholt bem�hten wir deine Trumpfkarte, doch es kam keine Antwort. Offensichtlich kann ein Gehirnschaden den Trumpf blockieren. Eine interessante Vorstellung. Die mangelnde Reaktion auf den Trumpf f�hrte uns schlie�lich zu der �berzeugung, da� du umgekommen w�rst. Dann schlossen sich Julian, Caine und Random der Suche an.�</p><p>�Ihr alle? Wirklich? Ich bin erstaunt!�</p><p>Er l�chelte.</p><p>�Oh�, sagte ich und mu�te ebenfalls l�cheln.</p><p>Ihr Mitmachen bei der Suche bedeutete, da� es ihnen nicht um mein Wohl gegangen war, sondern um die M�glichkeit, Beweise f�r einen Brudermord zu finden, Beweise, mit denen Eric entmachtet oder erpre�t werden konnte.</p><p>�Ich habe in der N�he Avalons nach dir gesucht�, fuhr Benedict fort. �Und da fand ich diesen Ort und blieb hier h�ngen. Er war damals in einem j�mmerlichen Zustand, und generationenlang m�hte ich mich, dem Land wieder zu seiner fr�heren Pracht zu verhelfen. W�hrend ich die Arbeit im Gedenken an dich begann, entwickelte sich in mir mit der Zeit eine Zuneigung zu dem Land und seinem Volk. Die Menschen hier sahen mich bald als ihren Protektor an � und ich mich ebenfalls.�</p><p>Seine Worte beunruhigten und r�hrten mich zugleich. Wollte er sagen, ich h�tte die Sache hier vermasselt, und er habe sich ins Geschirr gelegt, um alles wieder in Ordnung zu bringen � gewisserma�en als Aufr�umaktion f�r den j�ngeren Bruder? Oder wollte er mir mitteilen, er habe erkannt, da� ich diese � oder eine ihr sehr �hnlich sehende � Welt geliebt hatte, und er habe f�r Ruhe und Ordnung gesorgt, um damit sozusagen meine W�nsche zu erf�llen? Vielleicht war ich nun doch etwas zu empfindlich.</p><p>�Es ist ein angenehmes Gef�hl, zu wissen, da� man mich gesucht hat�, sagte ich, �und da� du das Land hier besch�tzt. Ich w�rde mir diesen Ort gern einmal ansehen � denn er erinnert mich tats�chlich an das Avalon von fr�her. H�ttest du etwas gegen einen Besuch einzuwenden?�</p><p>�Ist das alles, was du m�chtest? Einen Besuch machen?�</p><p>�Mehr hatte ich nicht im Sinn.�</p><p>�Dann solltest du dir klarmachen, da� die hiesige Meinung �ber den Schatten deiner selbst, der einmal hier geherrscht hat, nicht besonders gut ist. In dieser Welt erh�lt kein Kind den Namen Corwin, auch trete ich nicht als Corwins Bruder auf.�</p><p>�Ich verstehe�, sagte ich. �Mein Name ist Corey. K�nnen wir alte Freunde sein?�</p><p>Er nickte.</p><p>�Alte Freunde sind hier immer gern gesehen�, sagte er.</p><p>Ich l�chelte und nickte. Ich war gekr�nkt �ber seine Vorstellung, da� ich wom�glich Absichten auf diesen Schatten eines Schatten h�tte � ich, der ich das kalte Feuer der Amber-Krone auf meiner Stirn gesp�rt hatte, wenn auch nur eine Sekunde lang.</p><p>Ich �berlegte, wie er sich verhalten w�rde, wenn er von meiner eigentlichen Schuld an diesen �berf�llen erfuhr. So gesehen, war ich vermutlich auch am Verlust seines Arms schuld. Doch ich zog es vor, die Situation noch um einen Schritt zur�ckzustufen und Eric als Gesamtverantwortlichen zu sehen. Schlie�lich war es sein Vorgehen, das meinen Fluch ausgel�st hatte.</p><p>Trotzdem hoffte ich, da� Benedict niemals die Wahrheit erfuhr.</p><p>Ich h�tte zu gern gewu�t, wie er zu Eric stand. W�rde er ihn unterst�tzen oder sich hinter mich stellen oder sich aus der Sache ganz heraushalten, wenn ich zu handeln begann? Er seinerseits fragte sich bestimmt, ob mein Ehrgeiz erloschen war oder noch immer glomm � und was ich, wenn ich noch Pl�ne hatte, zu unternehmen gedachte. Also . . .</p><p>Wer w�rde die Sprache auf das Thema bringen?</p><p>Ich zog mehrmals kr�ftig an meiner Pfeife, leerte den Becher, schenkte mir nach, rauchte weiter. Ich lauschte auf die Ger�usche des Lagers, auf den Wind . . .</p><p>�Was hast du langfristig vor?� fragte er mich dann fast beil�ufig.</p><p>Ich konnte antworten, ich h�tte mich noch nicht entschlossen, ich sei es zufrieden, frei zu sein, zu leben, sehen zu k�nnen . . . Ich konnte ihm weismachen, das w�re mir im Augenblick genug, ich h�tte keine speziellen Pl�ne . . .</p><p>. . . Und er h�tte gewu�t, da� ich ihm L�gen auftischte. Denn er kannte mich besser.</p><p>�Du kennst meine Pl�ne�, sagte ich also.</p><p>�Wenn du mich um Hilfe bitten w�rdest�, sagte er, �m��te ich sie dir verweigern. Amber ist auch ohne einen neuen Machtkampf �bel genug dran.�</p><p>�Eric ist ein Usurpator�, sagte ich.</p><p>�Ich betrachte ihn eher als Regenten. Im Augenblick ist jeder von uns ein Usurpator, der Anspruch auf den Thron erhebt.�</p><p>�Dann nimmst du also an, da� Vater noch am Leben ist?�</p><p>�Ja. Am Leben und ziemlich mitgenommen. Er hat mehrmals versucht, Verbindung aufzunehmen.�</p><p>Es gelang mir, mein Gesicht unbewegt zu halten. Ich war also nicht der einzige. Jetzt meine eigenen Erfahrungen zu offenbaren, h�tte sich heuchlerisch, opportunistisch und geradezu unwahr angeh�rt � hatte er mir doch bei unserem Kontakt vor f�nf Jahren den Weg zum Thron freigegeben. Allerdings konnte er auch eine Regentschaft gemeint haben . . .</p><p>�Als Eric den Thron �bernahm, hast du ihm nicht geholfen�, sagte ich. �W�rdest du ihn jetzt unterst�tzen, da er auf dem Thron sitzt, wenn ein Versuch unternommen w�rde, ihn zu st�rzen?�</p><p>�Ich habe es schon gesagt�, erwiderte er. �Ich betrachte ihn als Regenten. Das soll nicht hei�en, da� ich die Situation billige, doch ich m�chte in Amber keine weiteren Unruhen erleben.�</p><p>�Du w�rdest ihn also unterst�tzen?�</p><p>�Ich habe gesagt, was ich in dieser Sache sagen wollte. Du bist herzlich eingeladen, mein Avalon zu besuchen, doch nicht, es als Ausgangspunkt f�r einen Angriff auf Amber zu benutzen. Kl�rt das die Lage hinsichtlich der Dinge, die du vielleicht in deinem K�pfchen bewegst?�</p><p>�Allerdings�, sagte ich.</p><p>�Und m�chtest du uns noch immer besuchen?�</p><p>�Ich wei� nicht recht�, sagte ich. �Wirkt sich dein Wunsch, in Amber Unruhen zu vermeiden, auch zur anderen Seite hin aus?�</p><p>�Was meinst du damit?�</p><p>�Ich meine, wenn man mich etwa gegen meinen Willen nach Amber zur�ckbr�chte, w�rde ich dort nat�rlich denkbar viel Unruhe schaffen, um eine R�ckkehr in meine fr�here Lage zu verhindern.�</p><p>Sein Gesicht entspannte sich, und er senkte langsam den Kelch.</p><p>�Ich wollte nicht andeuten, da� ich dich verraten w�rde. Glaubst du etwa, ich h�tte keine Gef�hle, Corwin? Ich m�chte nicht, da� du wieder in Gefangenschaft ger�tst und erneut geblendet wirst � oder da� etwas Schlimmeres mit dir passiert. Als Gast bist du mir stets willkommen, und du kannst an unseren Grenzen au�er deinem Ehrgeiz auch deine �ngste zur�cklassen.�</p><p>�Dann m�chte ich dir meinen Besuch nach wie vor abstatten�, sagte ich. �Ich habe keine Armee und bin auch nicht in der Absicht gekommen, Soldaten auszuheben.�</p><p>�Dann bist du herzlich willkommen, das wei�t du.�</p><p>�Vielen Dank, Benedict. Ich habe zwar nicht erwartet, dich hier vorzufinden � doch ich bin froh dar�ber.�</p><p>Sein Gesicht r�tete sich etwas, und er nickte.</p><p>�Ich freue mich ebenfalls�, sagte er. �Bin ich der erste aus der Familie, den du � nach deiner Flucht zu sehen bekommst?�</p><p>Ich nickte. �Ja, und ich bin nat�rlich neugierig, wie es den anderen geht. Irgendwelche wichtigen Neuigkeiten?�</p><p>�Es hat keine neuen Todesf�lle gegeben�, sagte er.</p><p>Wir lachten leise vor uns hin, und ich wu�te, da� ich den Familienklatsch auf anderem Wege in Erfahrung bringen mu�te. Der Versuch hatte sich aber gelohnt.</p><p>�Ich gedenke noch eine Zeitlang im Felde zu bleiben�, sagte er; �und die Patrouillenritte fortzusetzen, bis ich sicher bin, da� von den Angreifern niemand mehr im Freien unterwegs ist. Es dauert vielleicht noch eine Woche, bis wir uns endg�ltig zur�ckziehen.�</p><p>�Oh? War euer Sieg denn nicht total?�</p><p>�Ich glaube schon � doch ich gehe niemals unn�tige Risiken ein. Es lohnt sich, ein wenig mehr Zeit aufzuwenden, um ganz sicherzugehen.�</p><p>�Klug gehandelt�, sagte ich und nickte.</p><p>�. . . Wenn du also nicht unbedingt bei uns im Lager bleiben m�chtest, sehe ich keinen Grund, warum du nicht zur Stadt vorausreiten und dich dem Kern der Dinge n�hern solltest. Ich besitze mehrere Wohnungen in Avalon und denke daran, dir ein kleines Landhaus zur Verf�gung zu stellen, das ich ganz h�bsch finde. Es liegt nicht weit von der Stadt.�</p><p>�Ich freue mich darauf.�</p><p>�Ich gebe dir morgen fr�h eine Karte und einen Brief an meinen Hausverwalter.�</p><p>�Vielen Dank, Benedict.�</p><p>�Ich sto�e zu dir, sobald ich hier fertig bin�, fuhr er fort. �Au�erdem schicke ich t�glich Boten in die Stadt. Durch sie bleibe ich mit dir in Verbindung.�</p><p>�Einverstanden.�</p><p>�Dann such dir ein bequemes Pl�tzchen�, sagte er. �Ich bin sicher, du wirst den Gong zum Fr�hst�ck nicht verschlafen.�</p><p>�Das passiert mir selten�, erwiderte ich. �Ist es dir recht, wenn wir dort schlafen, wo unsere Sachen liegen?�</p><p>�Aber ja�, sagte er, und wir leerten unsere Becher.</p><p>Als wir das Zelt verlie�en, packte ich den Vorhang beim �ffnen ganz oben und vermochte ihn ein St�ck zur Seite zu zerren, als ich ihn beiseite stie�. Benedict w�nschte uns eine gute Nacht und wandte sich ab, w�hrend ich die Plane zur�ckfallen lie�. Er �bersah den mehrere Zoll breiten Schlitz, den ich an einer Seite geschaffen hatte.</p><p>Ich schlug mein Lager ein St�ck rechts von unseren Besitzt�mern auf, wobei ich zu Benedicts Zelt hin�bersah, und ich stapelte die Sachen um, w�hrend ich sie durchsah. Ganelon warf mir einen fragenden Blick zu, doch ich nickte nur und machte mit den Augen eine Bewegung zum Zelt. Er blickte in die Richtung, gab mir das Nicken zur�ck und machte sich daran, seine Decke weiter rechts auszulegen.</p><p>Ich ma� die Entfernung mit den Augen, ging zu ihm und sagte: �Wi�t Ihr, ich m�chte doch lieber hier schlafen. H�ttet Ihr etwas dagegen, mit mir zu tauschen?� Ich unterstrich meine Worte mit einem Augenzwinkern.</p><p>�Mir egal�, sagte er achselzuckend.</p><p>Die Lagerfeuer waren ausgegangen oder brannten nieder, und die meisten Soldaten hatten sich schlafen gelegt. Der Posten k�mmerte sich kaum um uns. Im Lager war es sehr still, und keine Wolke verdeckte den Glanz der Sterne. Ich war m�de und empfand den Geruch nach Rauch und feuchter Erde als sehr angenehm, f�hlte ich mich doch an fr�here Zeiten und �hnliche Orte erinnert, an die Rast am Ende eines langen Tages.</p><p>Doch anstatt die Augen zu schlie�en, nahm ich mein B�ndel und stellte es mir in den R�cken. Ich f�llte meine Pfeife erneut und entz�ndete sie.</p><p>Zweimal mu�te ich die Stellung wechseln, w�hrend Benedict im Zelt hin und her schritt. Einmal verschwand er aus meinem Blickfeld und war einige Sekunden lang nicht zu sehen. Doch dann bewegte sich das hintere Licht, und ich erkannte, da� er seine Truhe ge�ffnet hatte. Im n�chsten Augenblick kam er wieder in Sicht und r�umte den Tisch ab. Er trat einen Augenblick zur�ck, kehrte zur�ck und setzte sich an seinen alten Platz. Ich schob mich so zurecht, da� ich seinen linken Arm im Auge behalten konnte.</p><p>Er bl�tterte in einem Buch oder sortierte etwas, das ungef�hr die gleiche Gr��e h�tte.</p><p>Etwa Karten?</p><p>Nat�rlich!</p><p>Ich h�tte viel gegeben f�r einen Blick auf den Trumpf, den er schlie�lich ausw�hlte und vor sich hinhielt. Ich h�tte viel daf�r gegeben, Grayswandir in meiner Hand zu f�hlen, f�r den Fall, da� pl�tzlich eine weitere Person in dem Zelt erschienen w�re � und zwar nicht durch den Eingang, durch den ich die Szene verfolgte. Meine Handfl�chen und Fu�sohlen begannen zu kribbeln in Erwartung des Kampfes.</p><p>Doch er blieb allein.</p><p>Reglos sa� er da, etwa eine Viertelstunde lang, und als er sich schlie�lich wieder bewegte, legte er die Karten in seine Truhe zur�ck und l�schte die Lampen.</p><p>Die W�chter setzten ihren monotonen Dienst fort, und Ganelon begann zu schnarchen.</p><p>Ich klopfte meine Pfeife aus und rollte mich auf die Seite.</p><p>Morgen, so sagte ich mir. Wenn ich morgen hier erwache, ist alles in Ordnung . . .</p></section><section><title><p>5</p></title><p>Ich kaute auf einem Grashalm herum und sah, wie sich das M�hlenrad drehte. Ich lag auf dem Bauch am gegen�berliegenden Ufer des Flusses und hatte den Kopf in die H�nde gest�tzt. Im Dunst �ber dem Gischten und Sch�umen am Fu�e des Wasserfalls hatte sich ein winziger Regenbogen gebildet, und ab und zu flog ein Tropfen sogar bis zu mir. Das gleichm��ige Rauschen und das Knarren des Rades l�schten alle anderen Ger�usche des Waldes aus. Die M�hle lag heute verlassen da, und ich starrte nachdenklich hin�ber, hatte ich doch ein solches Bauwerk seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Das Rad zu beobachten und dem Wasser nachzulauschen � das war mehr als eine Erholung. Es war irgendwie hypnotisch.</p><p>Es war unser dritter Tag als Benedicts G�ste. Ganelon war auf einer Vergn�gungstour in der Stadt. Ich hatte ihn am Vortag begleitet und alle Erkundigungen eingezogen, die ich brauchte. Jetzt hatte ich keine Zeit mehr, den Touristen zu spielen. Ich mu�te nachdenken und so schnell wie m�glich handeln. Im Lager hatte es keine Probleme mehr gegeben. Benedict hatte uns zu essen vorgesetzt und uns, wie versprochen, eine Karte und ein Einf�hrungsschreiben �berreicht. Wir waren bei Sonnenaufgang losgeritten und gegen Mittag am Landhaus eingetroffen. Man empfing uns zuvorkommend, und nachdem wir unsere Sachen ausgepackt hatten, waren wir in die Stadt gegangen, wo wir den Rest des Tages verbrachten.</p><p>Benedict gedachte noch einige Tage im Feld zu bleiben. Wenn er zur�ckkam, mu�te ich die mir gestellte Aufgabe erledigt haben. Folglich stand ein H�llenritt auf dem Programm. Zeit f�r eine gem�chliche Reise blieb mir nicht. Ich mu�te mich an die richtigen Schatten erinnern und mich bald auf den Weg machen.</p><p>Es h�tte sehr angenehm sein k�nnen, an diesem Ort zu verweilen, der mich so sehr an mein Avalon erinnerte, wenn meine dunklen Pl�ne nicht f�rmlich zur Besessenheit geworden w�ren. Die Erkenntnis dieser Tatsache war jedoch nicht gleichbedeutend mit ihrer Bew�ltigung. Die vertrauten Szenen und Ger�usche hatten mich nur kurz ablenken k�nnen, ehe ich mich wieder meinen Pl�nen zuwandte.</p><p>Soweit ich es �berschauen konnte, w�rde es keine Schwierigkeiten geben. Mit dem geplanten Ausflug m��ten sich zwei Probleme l�sen lassen, wenn ich ihn vollenden konnte, ohne Verdacht zu erregen. Dies bedingte, da� ich �ber Nacht ausblieb, doch ich hatte so etwas schon geahnt und Ganelon gebeten, meine Abwesenheit zu decken.</p><p>Im Rhythmus der quietschenden Ger�usche des M�hlrades sank mir der Kopf herab, und ich verdr�ngte alles andere aus meinem Geist und machte mich daran, die richtige Beschaffenheit des Sandes heraufzubeschw�ren, seine F�rbung und Temperatur, die Winde, den Geschmack von Salz in der Luft, die Wolken . . .</p><p>Und ich schlief ein und begann zu tr�umen � doch nicht von dem Ort, den ich erstrebte.</p><p>Ich beobachtete ein riesiges Roulette, und wir alle sa�en darauf � meine Br�der, meine Schwestern, ich selbst und andere, die ich kannte oder einst gekannt hatte; wir stiegen auf und st�rzten hinab, jeder in der ihm zugeteilten Sektion. Wir alle forderten lautstark, das Rad m�ge f�r uns anhalten, und begannen zu jammern, wenn wir die Spitze passierten und wieder abw�rts schossen. Die Fahrt des Rades begann sich zu verlangsamen, und ich befand mich auf dem Weg nach oben. Ein blonder J�ngling hing mit dem Kopf nach unten vor mir, flehte mich an und �u�erte d�stere Warnungen, doch seine Worte gingen in der Kakophonie der Stimmen unter. Sein Gesicht verdunkelte sich, zerschmolz, verwandelte sich in etwas unbeschreiblich Schreckliches, und ich hieb nach der Schnur, die sein Fu�gelenk hielt, und er st�rzte aus meinem Blickfeld. Als ich mich der Spitze n�herte, verlangsamte das Rad die Fahrt noch mehr � und in diesem Augenblick sah ich Lorraine. Sie schwenkte die Arme, gab mir verzweifelt Zeichen, rief meinen Namen. Ich sah sie ganz deutlich und beugte mich in ihre Richtung, ich sehnte mich nach ihr, wollte ihr helfen. Doch als das Rad seine Drehung fortsetzte, verschwand sie wieder.</p><p>�Corwin?�</p><p>Ich versuchte ihren Schrei zu ignorieren, denn ich war fast oben. Der Laut ert�nte von neuem, doch ich spannte die Muskeln an und bereitete mich darauf vor, nach oben zu springen. Wenn das Rad nicht f�r mich anhielt, wollte ich das verdammte Ding hereinlegen, wenn es ging � auch wenn ein Sturz in die Tiefe meinen v�lligen Ruin bedeutet h�tte. Ich setzte zum Sprung an. Noch ein Klicken . . .</p><p>�Corwin!�</p><p>Das Rad wich zur�ck, kehrte zur�ck, verbla�te, und ich blickte wieder auf das M�hlrad, w�hrend mir mein Name in den Ohren nachklang und sich mit dem Pl�tschern des Bachs vermischte, damit verschmolz, darin verhallte.</p><p>Ich blinzelte und fuhr mir mit den Fingern durchs Haar. Dabei fielen mir einige G�nsebl�mchen auf die Schultern, und irgendwo hinter mir ert�nte ein Kichern.</p><p>Verbl�fft drehte ich mich um.</p><p>Sie stand etwa ein Dutzend Schritte von mir entfernt, ein gro�es, schlankes M�dchen mit dunklen Augen und kurzgeschnittenem braunem Haar. Sie trug eine Fechtjacke und hielt in der rechten Hand ein Rapier, in der linken eine Maske. Sie sah mich lachend an. Ihre Z�hne waren wei�, ebenm��ig und ein wenig zu lang; ein Streifen Sommersprossen zog sich �ber ihre schmale Nase und den oberen Teil der gebr�unten Wangen. Sie war von einer Aura aus Vitalit�t umgeben, die eine andere Anziehungskraft aus�bte als blo�e Anmut. Und vermutlich besonders, wenn sie mit dem Auge langj�hriger Erfahrung gesehen wird.</p><p>Sie gr��te mich mit der Klinge.</p><p>�<emphasis>En</emphasis><emphasis>garde</emphasis>, Corwin�, sagte sie.</p><p>�Wer seid Ihr, zum Teufel?� fragte ich. Im gleichen Moment fiel mein Blick auf Jacke, Maske und Rapier neben mir im Gras.</p><p>�Keine Fragen, keine Antworten�, sagte sie. �Erst m�ssen wir miteinander fechten.�</p><p>Sie setzte die Maske auf und wartete.</p><p>Ich stand auf und nahm die Jacke zur Hand. Mir war klar, da� es leichter sein w�rde, mit ihr zu k�mpfen, als mit ihr zu diskutieren. Die Tatsache, da� sie meinen Namen kannte, beunruhigte mich, und je mehr ich dar�ber nachdachte, desto bekannter kam sie mir irgendwie vor. Sicher war es am besten, ihr die Freude zu machen, sagte ich mir, zog die Jacke an und kn�pfte sie zu.</p><p>Dann nahm ich die Klinge zur Hand und setzte die Maske auf.</p><p>�Na gut�, sagte ich, deutete einen Salut an und trat vor. �Also gut.�</p><p>Sie kam mir entgegen, und wir begannen zu k�mpfen. Ich lie� sie angreifen.</p><p>Sie attackierte schnell mit Schlag � Finte � Finte � Sto�. Meine Riposte kam zweimal ebenso schnell, doch sie vermochte zu parieren und mit gleichem Tempo erneut vorzusto�en. Ich reagierte darauf mit einem langsamen R�ckzug, um sie aus der Reserve zu locken. Sie lachte und folgte mir, begann mich zu bedr�ngen. Sie war gut, was sie auch wu�te. Sie wollte ein bi�chen angeben. Tats�chlich w�re es ihr zweimal fast gelungen, mich zu treffen, zweimal auf dieselbe Weise, sehr tief, was ich nicht so mochte. Danach gab ich mir M�he und erwischte sie schlie�lich mit einem angehaltenen Sto�. Sie fluchte leise vor sich hin, best�tigte den Treffer und fiel sofort wieder �ber mich her. Normalerweise fechte ich nicht gern mit Frauen, so gut sie auch sein m�gen � doch diesmal hatte ich zu meiner �berraschung Spa� an der Sache. Die Geschicklichkeit und die Anmut, mit der sie ihre Angriffe vortrug und durchhielt, bereitete mir Freude, lie� mich lebhaft reagieren, und ich dachte unwillk�rlich an den Verstand, der hinter diesem Kampfstil stecken mu�te. Zuerst war ich bestrebt gewesen, sie schnell zu erm�den, den Kampf zu beenden und dann meine Fragen zu stellen. Doch jetzt beherrschte mich der Wunsch, die Auseinandersetzung in die L�nge zu ziehen.</p><p>Sie erm�dete nur sehr langsam. In diesem Punkt brauchte ich mir keine Sorgen zu machen. W�hrend wir am Ufer des Flusses vor- und zur�cksprangen, ging mir jedes Zeitgef�hl verloren; unsere Klingen klirrten in st�ndigem Rhythmus gegeneinander.</p><p>Es mu�te ziemlich viel Zeit vergangen sein, als sie schlie�lich mit dem Fu� aufstampfte und die Klinge zu einem letzten Gru� hob. Dann ri� sie sich die Maske vom Gesicht und l�chelte mich an.</p><p>�Vielen Dank�, sagte sie schweratmend.</p><p>Ich erwiderte den Gru� und warf die Netzmaske ab. Dann drehte ich mich um und fummelte an den Jackenschnallen herum, und ehe ich etwas merkte, war sie heran und k��te mich auf die Wange. Dazu brauchte sie sich nicht einmal auf die Zehenspitzen zu stellen. Im ersten Augenblick war ich verwirrt, dann l�chelte ich. Ehe ich etwas sagen konnte, hatte sie meinen Arm ergriffen und mich in die Richtung gedreht, aus der wir gekommen waren.</p><p>�Ich habe einen Picknickkorb f�r uns mitgebracht�, sagte sie.</p><p>�Ausgezeichnet. Ich bin hungrig. Au�erdem bin ich neugierig . . .�</p><p>�Ich erz�hle Euch alles, was Ihr wissen wollt�, sagte sie fr�hlich.</p><p>�Wie war�s mit Eurem Namen?�</p><p>�Dara�, erwiderte sie. �Ich hei�e Dara, wie meine Gro�mutter.�</p><p>Dabei sah sie mich an, als hoffe sie auf eine Art Reaktion von mir. Es tat mir fast leid, sie entt�uschen zu m�ssen, doch zumindest nickte ich und wiederholte den Namen. �Warum habt Ihr mich Corwin genannt?� fragte ich.</p><p>�Weil Ihr nun mal so hei�t�, sagte sie. �Ich habe Euch erkannt.�</p><p>�Woran?�</p><p>Sie lie� meinen Arm los.</p><p>�Hier ist er�, sagte sie, griff hinter einen Baum und nahm einen Korb zur Hand, der dort zwischen den Wurzeln gestanden hatte.</p><p>�Ich hoffe, da� sich die Ameisen nicht schon dar�ber hergemacht haben�, sagte sie, ging zu einer schattigen Stelle am Flu� und breitete ein Tuch auf dem Boden aus.</p><p>Ich h�ngte die Fechtausr�stung auf einen Busch in der N�he.</p><p>�Ihr scheint eine ganze Menge Sachen mit Euch herumzuschleppen�, bemerkte ich.</p><p>�Mein Pferd steht dort hinten�, erwiderte sie und deutete mit einer Kopfbewegung flu�abw�rts.</p><p>Dann widmete sie sich wieder der Aufgabe, das Tuch zu beschweren und den Korb auszupacken.</p><p>�Warum dort hinten?� fragte ich.</p><p>�Damit ich mich an Euch heranschleichen konnte, nat�rlich. Bei Hufschlag w�rt Ihr doch sicher sofort aufgewacht.�</p><p>�Da habt Ihr wahrscheinlich recht�, sagte ich.</p><p>Sie schwieg einen Augenblick lang, als hinge sie ernsten Gedanken nach, um diesen Eindruck schlie�lich mit einem Kichern verfliegen zu lassen.</p><p>�Trotzdem � beim erstenmal habt Ihr mich nicht geh�rt. Aber immerhin . . .�</p><p>�Beim erstenmal?� fragte ich, da sie die Frage offenbar von mir erwartete.</p><p>�Ja. Ich h�tte Euch vorhin fast niedergeritten�, sagte sie. �Ihr habt fest geschlafen. Als ich Euch erkannte, bin ich nach Hause zur�ckgeritten und habe den Picknickkorb und die Fechtsachen geholt.�</p><p>�Ich verstehe.�</p><p>�Kommt und setzt Euch�, sagte sie. �Und �ffnet doch bitte die Flasche, ja?�</p><p>Sie stellte eine Flasche vor mich hin und packte vorsichtig zwei Kristallkelche aus, die sie auf das Tuch stellte.</p><p>Ich begab mich an meinen Platz und setzte mich.</p><p>�Das ist Benedicts bestes Kristall�, stellte ich fest, als ich die Flasche �ffnete.</p><p>�Ja�, sagte sie. �Seid vorsichtig beim Eingie�en. Vielleicht sollten wir lieber nicht ansto�en.�</p><p>�Da habt Ihr sicher recht�, sagte ich und schenkte ein.</p><p>Sie hob das Glas.</p><p>�Auf das Wiedersehen�, sagte sie.</p><p>�Was f�r ein Wiedersehen?�</p><p>�Das unsere.�</p><p>�Ich habe Euch noch nie zuvor gesehen.�</p><p>�Seid nicht so prosaisch�, bemerkte sie und trank einen Schluck.</p><p>Ich zuckte die Achseln. �Auf unser Wiedersehen.�</p><p>Daraufhin begann sie zu essen, und ich tat es ihr nach. Sie hatte so viel Spa� an der Atmosph�re der R�tselhaftigkeit, die sie geschaffen hatte, da� ich gern auf ihr Spiel einging, nur um sie fr�hlich zu sehen.</p><p>�Wollen mal sehen � woher k�nnten wir uns kennen?� fragte ich. �Von einem gro�en Hof? Vielleicht aus einem Harem . . .?�</p><p>�Vielleicht aus Amber�, sagte sie. �Ihr wart dort . . .�</p><p>�Amber?� fragte ich und mu�te daran denken, da� ich hier Benedicts Glas in der Hand hielt, und beschr�nkte meine Emotionen auf die Stimme. �Wer seid Ihr eigentlich?�</p><p>�. . . Dort standet Ihr � gutaussehend, eingebildet, von allen Damen bewundert�, fuhr sie fort. �Und ich � ein unansehnliches kleines Ding, das Euch aus der Ferne anhimmelte. Ein graues, ganz und gar nicht lebhaftes Gesch�pf, die kleine Dara � ein Sp�tentwickler, wie ich noch schnell hinzuf�gen m�chte �, die sich nach Euch verzehrte . . .�</p><p>Ich murmelte eine Verw�nschung vor mich hin, und sie lachte erneut.</p><p>�War es nicht so?� fragte sie.</p><p>�Nein�, entgegnete ich und tat mich noch einmal an Fleisch und Brot g�tlich. �Es d�rfte sich eher um jenes Freudenhaus gehandelt haben, in dem ich mich am R�cken verletzte. In dieser Nacht war ich betrunken . . .�</p><p>�Ihr erinnert Euch also!� rief sie. �Ich habe dort ausgeholfen. Tags�ber ritt ich Pferde ein.�</p><p>�Ich geb�s auf�, sagte ich und schenkte Wein nach.</p><p>Am meisten irritierte mich die Tatsache, da� sie mir wirklich verdammt bekannt vorkam. Nach ihrem Aussehen und Verhalten sch�tzte ich ihr Alter allerdings auf etwa siebzehn Jahre � und das schlo� eine fr�here Begegnung so ziemlich aus.</p><p>�Hat Euch Benedict das Fechten beigebracht?� fragte ich.</p><p>�Ja.�</p><p>�Was bedeutet er Euch?�</p><p>�Er ist nat�rlich mein Liebhaber�, erwiderte sie. �Er beh�ngt mich mit Schmuck und Pelzen.�</p><p>Wieder lachte sie.</p><p>Ich nahm den Blick nicht von ihrem Gesicht.</p><p>Ja, m�glich war es . . .</p><p>�Ich bin gekr�nkt�, sagte ich schlie�lich.</p><p>�Warum?� fragte sie.</p><p>�Benedict hat mir keinen reinen Wein eingeschenkt.�</p><p>�Reinen Wein?�</p><p>�Ihr seid seine Tochter, nicht wahr?�</p><p>Ihr Gesicht r�tete sich, doch sie sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Nein�, sagte sie. �Aber Ihr kommt der Sache schon n�her.�</p><p>�Enkelin?�</p><p>�Na ja . . . gewisserma�en.�</p><p>�Das verstehe ich nicht ganz.�</p><p>�Gro�vater � so soll ich ihn immer nennen. Doch in Wirklichkeit ist er der Vater meiner Gro�mutter.�</p><p>�Ich verstehe. Habt Ihr noch Geschwister?�</p><p>�Nein, ich bin allein.�</p><p>�Was ist mit Eurer Mutter � und Gro�mutter?�</p><p>�Beide tot.�</p><p>�Wie sind sie gestorben?�</p><p>�Gewaltsam. Beide Male geschah es, als er in Amber war. Deshalb ist er wohl seit langer Zeit nicht mehr dortgewesen. Er l��t mich nicht gern ohne Schutz hier � auch wenn er wei�, da� ich selbst auf mich aufpassen kann. Und Ihr wi�t das jetzt auch, nicht wahr?�</p><p>Ich nickte. Damit fanden verschiedene Dinge ihre Erkl�rung � unter anderem die Frage, warum er hier Protektor war. Er mu�te seine Enkelin irgendwo aufwachsen lassen, da er sie zweifellos nicht nach Amber bringen wollte. Sicher wollte er auch nicht, da� die �brigen Familienangeh�rigen von ihrer Existenz erfuhren. Zu leicht konnte man sie als Waffe gegen ihn mi�brauchen. Es konnte nicht seinem Willen entsprechen, da� ich so leicht mit ihr bekannt wurde.</p><p>�Ich glaube nicht, da� Ihr jetzt hiersein solltet�, sagte ich daher. �Ich habe das Gef�hl, da� Benedict sehr zornig w�re, wenn er es erf�hre.�</p><p>�Ihr seid genauso wie er! Ich bin erwachsen, verdammt noch mal!�</p><p>�Habt Ihr mich ein Wort dagegen sprechen h�ren? Trotzdem solltet Ihr jetzt an einem anderen Ort sein, nicht wahr?�</p><p>Anstelle einer Antwort stopfte sie sich einen Bissen in den Mund. Ich tat es ihr nach. Nach mehreren unbehaglichen Minuten des Kauens beschlo� ich, das Thema zu wechseln.</p><p>�Wie habt Ihr mich erkannt?� fragte ich.</p><p>Sie trank einen Schluck aus ihrem Glas und grinste.</p><p>�Nat�rlich von Eurem Bild.�</p><p>�Welches Bild?�</p><p>�Auf der Karte�, erwiderte sie. �Als ich noch klein war, haben wir immer damit gespielt. Auf diese Weise habe ich meine Verwandten kennengelernt. Ihr und Eric seid zusammen mit Benedict die guten Schwertk�mpfer. Das wu�te ich. Deshalb habe ich auch . . .�</p><p>�Ihr habt einen Satz Tr�mpfe?� unterbrach ich sie.</p><p>�Nein�, sagte sie und sch�rzte die Lippen. �Er gibt mir kein Spiel � dabei hat er mehrere, das wei� ich.�</p><p>�Wirklich? Wo bewahrt er sie auf?�</p><p>Sie kniff die Augen zusammen und sah mich starr an.</p><p>Verdammt! So begierig h�tte meine Stimme nicht klingen sollen!</p><p>Doch sie antwortete mir ganz unbefangen. �Die meiste Zeit hat er ein Spiel bei sich, und wo er die anderen verwahrt, wei� ich nicht. Warum? L��t er Euch die Karten nicht sehen?�</p><p>�Ich habe ihn deswegen noch nicht angesprochen�, erkl�rte ich. �Versteht Ihr die Bedeutung dieser Tarockkarten?�</p><p>�Es gab da gewisse Dinge, die ich nicht tun durfte, wenn ich in ihrer N�he war. Soweit ich wei�, kann man sie auf besondere Art einsetzen, aber er hat mir nie N�heres erkl�rt. Sie sind ziemlich wichtig, nicht wahr?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Das dachte ich mir. Er stellt sich immer damit an. Habt Ihr ein Spiel? Ich sollte wohl du zu dir sagen, wo wir doch verwandt sind.�</p><p>�Ja, ich habe ein Spiel � aber es ist gerade ausgeliehen.�</p><p>�Ich verstehe. Und du m�chtest die Karten f�r etwas Kompliziertes und Unheimliches einsetzen?�</p><p>Ich zuckte die Achseln.</p><p>�Ich m�chte sie schon benutzen, doch f�r etwas sehr Einfaches und Langweiliges.�</p><p>�Zum Beispiel?�</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Wenn Benedict nicht m�chte, da� du die Funktion der Karten erf�hrst, werde ich sie dir nicht verraten.�</p><p>�Du hast Angst vor ihm?� fragte sie.</p><p>�Ich habe gro�en Respekt vor Benedict, ganz zu schweigen von meiner Zuneigung.�</p><p>Sie lachte.</p><p>�Ist er ein besserer K�mpfer als du, ist er besser mit dem Schwert?�</p><p>Ich wandte den Blick ab. Sie mu�te erst vor kurzer Zeit von einem ziemlich entlegenen Ort zur�ckgekehrt sein. Die Leute in der Stadt hatten von Benedicts Verst�mmelung gewu�t. Diese Art Nachricht verbreitet sich immer sehr schnell. Doch ich wollte nicht derjenige sein, der ihr davon erz�hlte.</p><p>�Mach daraus, was du willst�, sagte ich. �Wo bist du gewesen?�</p><p>�Im Dorf�, erwiderte sie. �In den Bergen. Gro�vater hat mich dorthin gebracht, zu Freunden, die Tecys hei�en. Kennst du die Tecys?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Ich bin schon fr�her dortgewesen�, erz�hlte sie. �Er bringt mich immer ins Dorf, wenn es hier Probleme gibt. Der Ort hat keinen Namen. Ich nenne ihn einfach Dorf. Alles ist dort irgendwie seltsam � die Leute, das Dorf. Sie scheinen uns irgendwie anzubeten. Sie behandeln mich, als w�re ich etwas G�ttliches, und antworten nie richtig auf meine Fragen. Der Ritt dorthin ist nicht lang, aber die Berge sind ganz anders, der Himmel ist ganz anders, alles! � und es ist, als g�be es keinen Weg zur�ck, sobald ich einmal dort bin. Schon fr�her habe ich versucht, aus eigener Kraft zur�ckzukehren, aber dabei habe ich mich nur verirrt. Stets mu�te Gro�vater mich holen kommen, und dann machte der Weg keine Probleme. Die Tecys folgen allein seinen Anweisungen und verraten mir nichts. Sie behandeln ihn, als w�re er eine Art Gott.�</p><p>�Das ist er auch�, sagte ich. �F�r sie.�</p><p>�Du hast gesagt, du kennst sie nicht.�</p><p>�Das brauche ich auch nicht. Aber ich kenne Benedict.�</p><p>�Wie schafft er das? Sag�s mir.�</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Wie hast du es denn geschafft?� fragte ich sie. �Wie hast du diesmal zur�ckkehren k�nnen?�</p><p>Sie leerte ihr Glas und hielt es mir hin. Als ich es vollgeschenkt hatte und mein Blick ihrem Blick begegnete, hatte sie den Kopf auf die rechte Seite gelegt und die Stirn gerunzelt; ihre Augen blickten in die Ferne.</p><p>�Eigentlich wei� ich es nicht�, sagte sie, hob das Glas und kostete von dem Wein. �Ich wei� gar nicht mehr, wie ich es �berhaupt angefangen habe . . .�</p><p>Mit der linken Hand begann sie an ihrem Messer herumzuspielen und nahm es schlie�lich zur Hand.</p><p>�Ich war w�tend, ausgesprochen w�tend, da� er mich wieder einmal aus dem Weg geschafft hatte�, fuhr sie fort. �Ich sagte ihm, ich wolle hierbleiben und k�mpfen, doch er ritt mit mir aus, und nach einer Weile trafen wir im Dorf ein. Ich wei� nicht, wie. Es war kein langer Ritt, doch pl�tzlich waren wir am Ziel. Ich kenne die Gegend. Immerhin bin ich hier geboren und aufgewachsen. Ich bin �berallhin geritten, Hunderte von Meilen in allen Richtungen. Doch auf diesen Ausfl�gen habe ich das Dorf niemals finden k�nnen. Verstehst du: <emphasis>niemals.</emphasis> Trotzdem kam <emphasis>es</emphasis> mir so vor, als w�ren wir nur kurze Zeit unterwegs gewesen, und pl�tzlich waren wir wieder bei den Tecys. Allerdings waren seit meinem letzten Besuch mehrere Jahre vergangen, und mit dem �lterwerden hat sich auch mein Wille gefestigt. Ich beschlo�, allein zur�ckzukehren.�</p><p>Mit dem Messer kratzte sie nun in der Erde neben sich herum, anscheinend achtlos.</p><p>�Ich wartete bis zum Einbruch der Dunkelheit�, erz�hlte sie, �und betrachtete die Sterne, die mir einen Anhalt geben sollten. Es war ein unheimliches Gef�hl. Die Sterne sahen ganz anders aus! Ich vermochte keine einzige Konstellation zu erkennen. Ich ging ins Haus zur�ck und dachte dar�ber nach. Ich hatte ein wenig Angst und wu�te nicht, was ich tun sollte. Den n�chsten Tag verbrachte ich mit dem Versuch, die Tecys und die anderen Leute im Dorf zu befragen.</p><p>Aber das Ganze war wie ein b�ser Traum. Entweder waren die Menschen strohdumm, oder sie legten es bewu�t darauf an, mich zu verwirren. Es gab nicht nur keinen Weg von dort nach hier, sie hatten auch keine Ahnung, wo das �Hier� lag und waren sich �ber das �Dort� noch weniger im klaren. In dieser Nacht sah ich mir von neuem die Sterne an, um mich zu vergewissern, was ich da gesehen hatte � und da war ich fast bereit, den Leuten zu glauben.�</p><p>Sie bewegte das Messer hin und her, als versuche sie es zu schleifen. Dabei gl�ttete sie den Boden und klopfte ihn fest. Dann begann sie Linien zu zeichnen.</p><p>�In den n�chsten Tagen versuchte ich den R�ckweg zu finden�, setzte sie ihren Bericht fort. �Ich hoffte unseren Weg finden und ihm folgen zu k�nnen � doch er verschwand einfach irgendwie, ich wei� nicht, wie. Dann tat ich das einzige, was mir noch einfiel. Jeden Morgen ritt ich in einer anderen Richtung davon, ritt bis zur Mittagsstunde und kehrte um. Doch nichts kam mir bekannt vor. Die ganze Situation war sehr verwirrend. Mit jedem Abend steigerten sich mein Zorn und meine Verwirrung �ber die Entwicklung � und ich war entschlossener denn je, den Weg zur�ck nach Avalon zu finden. Ich mu�te Gro�vater beweisen, da� er mich nicht l�nger wie ein Kind zur Seite schieben und erwarten konnte, da� ich friedlich blieb.</p><p>Nach etwa einer Woche begann ich Tr�ume zu haben. Alptr�ume, so mu� ich sie wohl nennen. Hast du schon einmal getr�umt, endlos zu laufen, ohne je irgendwohin zu gelangen? So etwa waren meine Tr�ume �ber das brennende Spinngewebe. Eigentlich war es gar kein Spinngewebe � es gab keine Spinne, und gebrannt hat es auch nicht. Aber ich war darin gefangen und lief darauf herum und hindurch. Dabei bewegte ich mich eigentlich gar nicht. Diese Beschreibung ist sehr ungenau, aber ich wei� nicht, wie ich es anders ausdr�cken soll. Und ich mu�te den Versuch fortsetzen � ich wollte den Versuch fortsetzen, darin vorw�rtszukommen, heraus aus dem Gewebe. Als ich erwachte, war ich m�de, als h�tte ich mich tats�chlich die ganze Nacht hindurch angestrengt. So ging es viele N�chte hindurch, und jedesmal kam mir der Traum st�rker und l�nger und realer vor.</p><p>Dann kam der Morgen, da ich aufstand und mir der Traum noch im Kopf herumspukte. Und ich wu�te, da� ich nach Hause reiten konnte. Noch halb in dem Traum befangen, ritt ich los. Ich ritt die ganze Strecke, ohne einmal anzuhalten, doch diesmal k�mmerte ich mich nicht besonders um die Umgebung, sondern dachte nur an Avalon � und im Reiten wurde die Gegend immer bekannter, bis ich wieder hier war. Erst jetzt hatte ich das Gef�hl, v�llig wach zu sein. Und inzwischen kommen mir das Dorf und die Tecys, der fremde Himmel, die Sterne, der Wald und die Berge wie ein Traum vor. Ich bin gar nicht sicher, da� ich dorthin zur�ckfinden w�rde. Ist das nicht seltsam? Kannst du mir sagen, was da passiert ist?�</p><p>Ich stand auf und ging um den Rest unserer Mahlzeit herum. Dann hockte ich mich neben ihr nieder.</p><p>�Erinnerst du dich an das Aussehen des brennenden Spinngewebes, das eigentlich gar kein Spinngewebe war und auch gar nicht brannte?� fragte ich.</p><p>�Ja � einigerma�en schon.�</p><p>�Gib mir das Messer.�</p><p>Sie reichte es mir.</p><p>Mit der Spitze begann ich ihre Zeichnung im Sand zu erweitern, verl�ngerte hier eine Linie, verwischte dort eine andere, f�gte eigene hinzu. Sie sagte kein Wort, doch sie verfolgte jede meiner Bewegungen. Als ich fertig war, legte ich das Messer zur Seite und wartete einen stummen Augenblick lang.</p><p>Schlie�lich sagte sie mit leiser Stimme: �Ja, das ist es�, wandte sich von der Zeichnung ab und starrte mich an. �Woher wu�test du das? Woher wu�test du, was ich getr�umt habe?�</p><p>�Weil ich . . .�, sagte ich. �Weil du ein Gebilde getr�umt hast, das in deiner Erbmasse niedergelegt ist. Warum und wie � das wei� ich nicht. Diese Erscheinung beweist aber, da� du in der Tat eine Tochter Ambers bist. Dein Erlebnis nennt man �durch die Schatten gehen�. Und getr�umt hast du das Gro�e Muster von Amber. Dieses Muster verleiht Menschen von k�niglichem Gebl�t die Macht �ber die Schatten. Wei�t du, wovon ich spreche?�</p><p>�Nicht genau�, sagte sie. �Ich glaube nicht. Ich habe Gro�vater auf die Schatten fluchen h�ren, aber ich habe ihn nie richtig verstanden.�</p><p>�Dann wei�t du nicht, wo Amber wirklich liegt.�</p><p>�Nein. In dieser Frage ist er mir immer ausgewichen. Er hat mir wohl von Amber erz�hlt und von der Familie. Aber ich kenne nicht einmal die Richtung, in der Amber zu finden ist. Ich wei� nur, da� es weit entfernt liegt.�</p><p>�Es liegt in allen Richtungen�, sagte ich, �oder in jeder Richtung, die man sich aussucht. Man braucht nur . . .�</p><p>�Ja!� unterbrach sie mich. �Ich hatte es vergessen, oder dachte, er wolle nur geheimnisvoll oder herablassend tun � doch Brand hat vor langer Zeit einmal genau dasselbe gesagt. Aber was steht dahinter?�</p><p>�Brand! Wann war Brand hier?�</p><p>�Vor Jahren�, entgegnete sie. �Ich war damals noch ein kleines M�dchen. Er kam oft zu Besuch. Ich war sehr in ihn verliebt und fiel ihm auf die Nerven. Er erz�hlte mir viele Geschichten, brachte mir Spiele bei . . .�</p><p>�Wann hast du ihn zum letztenmal gesehen?�</p><p>�Oh, ich w�rde sagen, vor etwa acht oder neun Jahren.�</p><p>�Hast du noch andere kennengelernt?�</p><p>�Ja�, sagte sie. �Julian und G�rard waren vor nicht allzu langer Zeit hier. Das ist erst wenige Monate her.�</p><p>Ich kam mir pl�tzlich sehr ungesch�tzt vor. Benedict hatte mir manches verschwiegen. Es w�re mir lieber gewesen, er h�tte mir L�gen aufgetischt, als mich v�llig im dunkeln tappen zu lassen. Wenn man dann die Wahrheit herausfindet, kann man sich leichter aufregen. Der �rger mit Benedict war der Umstand, da� er zu ehrlich war. Er zog es vor, mir lieber nichts zu erz�hlen, als mich anzul�gen. Doch ich hatte das Gef�hl, etwas Schlimmes w�lze sich auf mich zu, und ich wu�te, da� ich nicht z�gern durfte, da� ich so schnell wie m�glich handeln mu�te. Ja, es w�rde ein harter H�llenritt werden, an dessen Ende mich die Steine erwarteten. Doch zun�chst gab es mehr zu erfahren. Die Zeit . . . verdammt!</p><p>�Hast du sie bei dieser Gelegenheit zum erstenmal gesehen?� fragte ich.</p><p>�Ja�, sagte sie. �Und ich war sehr gekr�nkt.� Sie schwieg einen Augenblick lang und seufzte.</p><p>�Gro�vater hat mir verboten, unsere Verwandtschaft zu erw�hnen. Er stellte mich als seinen Sch�tzling vor. Und er weigerte sich, mir den Grund zu nennen. Verdammt!�</p><p>�Ich bin sicher, er hatte gute Gr�nde.�</p><p>�Oh, die hatte ich auch. Aber das hilft einem trotzdem nicht weiter, wenn man sein ganzes Leben lang darauf gewartet hat, Verwandte kennenzulernen. Wei�t <emphasis>du</emphasis>, warum er mich so behandelt hat?�</p><p>�Amber macht im Augenblick eine schwere Zeit durch�, sagte ich, �und die Lage d�rfte sich noch verschlimmern, ehe sie wieder besser wird. Je weniger Leute von deiner Existenz wissen, desto geringer ist die Chance, da� du in die Sache hineingezogen wirst und Schaden nimmst. Er wollte dich nur sch�tzen.�</p><p>Sie tat, als spucke sie aus.</p><p>�Ich brauche keinen Schutz�, sagte sie. �Ich kann selbst auf mich aufpassen.�</p><p>�Du bist eine vorz�gliche Fechtmeisterin�, sagte ich. �Leider ist das Leben komplizierter als ein Duell, bei dem es fair zugeht.�</p><p>�Das wei� ich auch. Ich bin ja kein Kind mehr! Aber . . .�</p><p>�Nichts �aber�! Ich h�tte an seiner Stelle genauso gehandelt. Er sch�tzt sich und dich. Ich bin �berrascht, da� er Brand eingeweiht hat. Er wird sich ziemlich aufregen, wenn er erf�hrt, da� ich ebenfalls die Wahrheit kenne.�</p><p>Ihr Kopf fuhr herum, und sie starrte mich mit aufgerissenen Augen an.</p><p>�Aber du w�rdest uns doch nicht schaden wollen!� sagte sie. �Wir . . . wir sind doch immerhin verwandt . . .�</p><p>�Woher, zum Teufel, willst du wissen, warum ich hier bin oder was ich denke!� rief ich aus. �Vielleicht hast du dich und deinen Gro�vater soeben ans Messer geliefert!�</p><p>�Du machst doch einen Scherz, nicht wahr?� fragte sie und hob wie abwehrend die linke Hand.</p><p>�Ich wei� nicht. Es mu� durchaus kein Scherz sein � doch ich w�rde wohl kaum dar�ber sprechen, wenn ich etwas �bles im Schilde f�hrte, nicht wahr?�</p><p>�Nein . . . wahrscheinlich nicht�, sagte sie.</p><p>�Ich will dir etwas sagen, das dir Benedict l�ngst h�tte offenbaren m�ssen�, fuhr ich fort. �Du darfst niemals einem Verwandten vertrauen. Das ist viel schlimmer als Vertrauen gegen�ber Fremden. Bei einem Fremden besteht immerhin die M�glichkeit, da� du nicht in Gefahr bist.�</p><p>�Das meinst du ja ernst, oder?�</p><p>�Und ob!�</p><p>�Und du selbst beziehst dich ein?�</p><p>Ich l�chelte. �F�r mich gilt das nat�rlich nicht. Ich bin ein Muster an Ehre, Freundlichkeit, Gnade und G�te. Du kannst mir r�ckhaltlos vertrauen.�</p><p>�Das werde ich tun�, sagte sie; ich lachte.</p><p>�O doch!� beharrte sie. �Du w�rdest uns kein Leid antun. Das wei� ich.�</p><p>�Erz�hl mir von G�rard und Julian�, sagte ich. Mir war unbehaglich zumute wie immer, wenn mir jemand ungebeten Vertrauen entgegenbrachte. �Weshalb waren sie hier?�</p><p>Sie schwieg einen Augenblick lang, ohne den Blick von mir zu nehmen. �Ich habe dir schon ziemlich viel anvertraut�, sagte sie schlie�lich, �nicht wahr? Du hast recht. Man kann nie vorsichtig genug sein. Ich glaube, jetzt bist du mal an der Reihe!�</p><p>�Gut. Du lernst den Umgang mit unseresgleichen rasch. Was willst du wissen?�</p><p>�Wo liegt das Dorf wirklich? Und wo Amber? Die beiden sind sich irgendwie �hnlich, nicht wahr? Was sollte das hei�en, als du vorhin sagtest, Amber liege in allen Richtungen oder in jeder, die man sich aussucht? Was sind Schatten?�</p><p>Ich stand auf und blickte auf sie hinab. Dann streckte ich die Hand aus. Sie wirkte pl�tzlich sehr jung und ver�ngstigt, doch sie ergriff mutig meine Hand.</p><p>�Wohin . . .?� fragte sie im Aufstehen.</p><p>�Hier entlang�, sagte ich und f�hrte sie an die Stelle, wo ich geschlafen hatte. Wir betrachteten den Wasserfall und das M�hlrad.</p><p>Sie wollte etwas sagen, doch ich unterbrach sie.</p><p>�Schau hin�, sagte ich. �Du mu�t nur schauen.�</p><p>Und so standen wir da und starrten auf das Wirbeln, Pl�tschern und Drehen, w�hrend ich meine Gedanken ordnete. Dann sagte ich: �Komm�, ergriff sie am Ellbogen und ging mit ihr auf den Wald zu.</p><p>Als wir uns zwischen den B�umen bewegten, verdunkelte eine Wolke die Sonne, und die Schatten wurden tiefer. Die Stimmen der V�gel klangen schriller, und Feuchtigkeit stieg aus dem Boden auf. Wir gingen von Baum zu Baum, und die Bl�tter wurden l�nger und breiter. Als die Sonne zur�ckkehrte, wirkte ihr Licht gelber, und hinter einer Wegbiegung stie�en wir auf Pflanzenranken. Die Stimmen der V�gel erklangen nun zahlreicher und heiserer. Der Weg f�hrte pl�tzlich bergan, und ich geleitete sie an einer Steinformation vorbei auf h�heres Gel�nde. Ein fernes, kaum vernehmliches Grollen schien sich hinter uns bemerkbar zu machen. Das Blau des Himmels ver�nderte sich, w�hrend wir �ber eine Lichtung schritten und eine gro�e braune Eidechse verscheuchten, die sich auf einem Felsen gesonnt hatte. Als wir um eine andere Felsgruppe bogen, sagte sie: �Ich wu�te gar nicht, da� es hier so etwas gibt. Dabei dachte ich, ich kenne mich gut aus, aber hier bin ich noch nie gewesen.� Doch ich antwortete ihr nicht, denn ich war mit meiner ganzen Willenskraft besch�ftigt, die Substanz der Schatten zu ver�ndern.</p><p>Kurz darauf sahen wir uns wieder dem Wald gegen�ber, doch jetzt f�hrte der Weg hangaufw�rts zwischen B�umen hindurch. Die B�ume waren tropische Riesen, durchsetzt mit Farngew�chsen, und neue Ger�usche � Gebell, Zischen, Summen � wurden laut. W�hrend wir weiter ausschritten, verst�rkte sich das Grollen ringsum, der Boden begann f�rmlich davon zu vibrieren. Dara klammerte sich fester an meinen Arm; sie sagte nichts mehr, verschlang aber jedes Detail mit den Augen. Gro�e, flache helle Blumen wuchsen im Unterholz zwischen Pf�tzen, in denen sich die von oben herabtropfende Feuchtigkeit niederschlug. Die Temperatur war ziemlich angestiegen, und wir schwitzten nicht wenig. Das Grollen wurde zu einem �berm�chtigen Tosen, und als wir an den Rand des Waldes kamen, wurden wir von dem L�rm best�rmt wie von st�ndigem Gewitterdonner.</p><p>Ich f�hrte das M�dchen an den Rand des Abgrunds und deutete in die Tiefe.</p><p>Vor uns fiel der Wasserfall gut tausend Fu� hinab � ein m�chtiger Katarakt, und der Flu� dr�hnte unter dem m�chtigen Aufprall wie ein Ambo�. Die Str�mung trug das Wasser kraftvoll dahin, lie� Luftblasen und m�chtige Gischtwolken �ber weite Strecken wirbeln, ehe sie sich schlie�lich aufl�sten. Uns gegen�ber, etwa eine halbe Meile entfernt, halb verdeckt durch Regenbogen und Wasserdunst, einer von Riesenhand geformten Insel �hnlich, rotierte langsam ein gigantisches Rad, bed�chtig und schimmernd. Hoch �ber uns lie�en sich gro�e V�gel wie schwebende Kruzifixe in den Luftstr�mungen dahintreiben.</p><p>Wir verweilten ziemlich lange an dieser Stelle. Ein Gespr�ch war unm�glich, was mir nur recht sein konnte. Als sie sich schlie�lich von dem Bild abwandte, um mich mit zusammengekniffenen Augen absch�tzend anzusehen, nickte ich und deutete mit den Augen wieder auf den Wald. Wir machten kehrt und schritten in die Richtung, aus der wir gekommen waren.</p><p>Bei der R�ckkehr liefen dieselben Vorg�nge umgekehrt ab, wobei ich es nicht ganz so schwer hatte. Als wir endlich wieder sprechen konnten, schwieg Dara dennoch, da sie offenbar inzwischen erkannt hatte, da� ich ein Teil der Ver�nderungsprozesse war, die ringsum abliefen.</p><p>Erst als wir wieder an dem alten Flu� standen und das kleine M�hlrad beobachteten, ergriff sie das Wort.</p><p>�War das ein Ort wie das Dorf?�</p><p>�Ja. Ein anderer Schatten desselben Orts.�</p><p>�Und wie Amber?�</p><p>�Nein. Amber wirft diese Schatten. Wenn man sich darauf versteht, l��t es sich in jede gew�nschte Form bringen. Jener Ort war ein Schatten, ebenso dein Dorf � und auch <emphasis>dieses</emphasis> Fleckchen ist ein Schatten. Jeder Ort, den du dir nur vorstellen kannst, existiert irgendwo in den Schatten, du mu�t nur die Kunst beherrschen, dorthin zu gelangen.�</p><p>�. . . Und du und Gro�vater und die anderen � ihr k�nnt euch in diesen Schatten bewegen und euch nehmen und aussuchen, was ihr wollt?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Und ich habe dasselbe getan, als ich aus dem Dorf zur�ckkehrte?�</p><p>�Ja.�</p><p>Ihr Gesicht war eine Studie aufd�mmernder Erkenntnis. Ihre fast schwarzen Augenbrauen senkten sich um einen Zentimeter, und ihre Nasenfl�gel weiteten sich mit einem pl�tzlichen Atemzug.</p><p>�Ich kann es also auch . . .� sagte sie. �Ich kann mich �berallhin bewegen, kann alles tun, was ich will!�</p><p>�Die F�higkeit schlummert in dir�, sagte ich.</p><p>Da k��te sie mich in einer impulsiven Geste und wirbelte davon; ihr Haar umtanzte den schlanken Hals, als sie versuchte, sich alles auf einmal anzusehen.</p><p>�Ich kann alles!� sagte sie und blieb stehen.</p><p>�Es gibt Grenzen und Gefahren . . .�</p><p>�So ist das Leben nun mal�, sagte sie. �Wie lerne ich die Gabe einzusetzen?�</p><p>�Der Schl�ssel dazu ist das Gro�e Muster von Amber. Du mu�t es durchschreiten, um die F�higkeit voll zu erringen. Es ist in den Boden eines Saales unter dem Palast von Amber eingezeichnet. Es ist ziemlich gro�. Man mu� au�en beginnen und ohne stehenzubleiben zur Mitte gehen. Dabei tritt ein ziemlich starker Widerstand auf, und man mu� sich sehr anstrengen, um ihn zu brechen. Wenn man stehenbleibt oder das Muster zu verlassen versucht, ehe man es zu Ende beschriften hat, vernichtet es den Betreffenden. Doch begeht man es, wird die angeborene Macht �ber die Schatten der bewu�ten Kontrolle unterworfen.�</p><p>Sie eilte zu unserem Picknicklager und betrachtete das Muster, das wir dort in den Boden geritzt hatten.</p><p>Ich folgte ihr langsam. Als ich n�her kam, sagte sie: �Ich mu� nach Amber reisen und das Muster beschreiten!�</p><p>�Ich bin sicher, da� Benedict entsprechende Pl�ne mit dir hat � eines Tages.�</p><p>�Eines Tages?� fragte sie. �Nein, jetzt! Ich mu� das Muster sofort beschreiten! Warum hat er mir nie etwas von diesen Dingen erz�hlt?�</p><p>�Weil du dieses Ziel noch nicht erreichen kannst. Die Verh�ltnisse in Amber sind so, da� es f�r euch beide gef�hrlich w�re, deine Existenz dort bekanntwerden zu lassen. Amber ist vor�bergehend gesperrt f�r dich.�</p><p>�Das ist nicht fair!� sagte sie und starrte mich m�rrisch an.</p><p>�Nat�rlich nicht�, sagte ich. �Aber so liegen die Dinge nun mal. Mir darfst du keine Schuld daran geben.�</p><p>Die Worte wollten mir nicht so recht �ber die Lippen, lag doch ein Teil der Schuld tats�chlich bei mir.</p><p>�Fast w�re es besser, wenn du mir nichts erz�hlt h�ttest�, sagte sie, �wenn ich doch noch nicht die Erf�llung finden kann.�</p><p>�So schlimm ist es nun auch wieder nicht�, sagte ich. �Die Situation in Amber wird sich stabilisieren � es dauert nicht mehr lange.�</p><p>�Wie erfahre ich davon?�</p><p>�Benedict wird es wissen. Er wird dir davon erz�hlen.�</p><p>�Er hat mir bisher nie viel erz�hlen wollen!�</p><p>�Wozu auch! Nur damit du dich benachteiligt f�hlst? Du wei�t, da� er<emphasis/> dich gut behandelt hat, da� er sich Sorgen um dich macht. Wenn die Zeit reif ist, wird er die n�tigen Schritte unternehmen.�</p><p>�Und wenn er es nicht tut? Wirst du mir dann helfen?�</p><p>�Ich werde tun, was ich kann.�</p><p>�Wie kann ich dich finden? Wie kann ich es dich wissen lassen?�</p><p>Ich l�chelte. An diesem Punkt des Gespr�chs waren wir angelangt, ohne da� ich bewu�t darauf abgezielt hatte. Den wichtigen Aspekt brauchte ich ihr nicht zu verraten. Nur genug, um mir vielleicht sp�ter zu n�tzen . . .</p><p>�Die Tarockkarten�, sagte ich. �Die Familientr�mpfe. Die sind mehr als eine sentimentale Narretei. Sie sind ein Verst�ndigungsmittel. Besorge dir meine Karte, blicke sie fest an, konzentriere dich darauf, versuche alle anderen Gedanken aus deinem Geist zu vertreiben, tu so, als h�ttest du es wirklich mit mir zu tun, ehe du mich ansprichst. Dabei wirst du feststellen, da� dein Wunsch Wirklichkeit geworden ist, da� ich dir tats�chlich antworte.�</p><p>�Das sind alles Dinge, die mir Gro�vater beim Umgang mit den Karten verboten hat!�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>�Wie funktioniert das?�</p><p>�Das erz�hle ich dir sp�ter einmal�, sagte ich. �Eine Hand w�scht die andere, wei�t du noch? Ich habe dir von Amber und den Schatten erz�hlt. Jetzt erz�hl du mir von G�rards und Julians Besuch.�</p><p>�Ja�, sagte sie. �Da gibt es allerdings nicht viel zu berichten. Vor f�nf oder sechs Monaten hielt Gro�vater eines Morgens mitten in seiner T�tigkeit inne. Er war gerade dabei, einige B�ume im Obstgarten zu beschneiden � das macht er gern selbst �, und ich half ihm dabei. Er stand auf einer Leiter und schnipselte herum, und pl�tzlich erstarrte er, senkte die Schere und bewegte sich mehrere Minuten lang nicht. Ich dachte schon, er ruhe sich aus, und harkte weiter. Dann h�rte ich ihn sprechen � er murmelte nicht nur vor sich hin, sondern sprach, als w�re er an einer Unterhaltung beteiligt. Zuerst dachte ich, er meinte mich, und fragte, was er gesagt habe. Doch er k�mmerte sich nicht um mich. Jetzt kenne ich die Tr�mpfe und wei�, da� er mit einem von ihnen gesprochen haben mu�. Wahrscheinlich mit Julian. Jedenfalls stieg er anschlie�end hastig von der Leiter, sagte mir, er m�sse auf einen oder zwei Tage fort, und ging zum Haus. Doch gleich darauf blieb er stehen und kehrte zur�ck. Dann sagte er mir, da� er mich, falls Julian und G�rard auf Besuch k�men, als verwaiste Tochter eines getreuen Bediensteten vorstellen w�rde. Wenig sp�ter ritt er davon und nahm zwei reiterlose Pferde mit. Er hatte das Schwert angelegt.</p><p>Er kehrte mitten in der Nacht zur�ck und hatte beide Br�der bei sich. G�rard war nur noch so eben bei Bewu�tsein. Sein linkes Bein war gebrochen, und die gesamte linke K�rperh�lfte wies Prellungen auf. Julian war ebenfalls ziemlich mitgenommen, hatte aber nichts gebrochen. Die beiden sind fast einen Monat lang bei uns geblieben; sie haben sich schnell wieder erholt. Dann liehen sie sich zwei Pferde aus und verschwanden. Seither habe ich sie nicht wiedergesehen.�</p><p>�Was haben sie �ber die Gr�nde ihrer Verwundungen gesagt?�</p><p>�Nur, da� sie in einen Unfall verwickelt worden seien. Sie wollten mit mir nicht dar�ber sprechen.�</p><p>�Wo? Wo ist das geschehen?�</p><p>�Auf der schwarzen Stra�e. Ich habe sie mehrmals davon sprechen h�ren.�</p><p>�Wo liegt die schwarze Stra�e?�</p><p>�Das wei� ich nicht.�</p><p>�Was haben sie dar�ber gesagt?�</p><p>�Sie haben sie lauthals verflucht. Das war alles.�</p><p>Ich blickte hinab und sah einen Rest Wein in der Flasche. Ich b�ckte mich, schenkte zwei letzte Gl�ser voll und reichte ihr eins.</p><p>�Auf unser Wiedersehen�, sagte ich und l�chelte.</p><p>�. . . Auf das Wiedersehen�, wiederholte sie, und wir tranken.</p><p>Sie begann unser Lager aufzur�umen, und ich half ihr. Pl�tzlich machte sich wieder das Gef�hl bemerkbar, da� mir die Zeit zwischen den Fingern hindurchrinne.</p><p>�Wie lange soll ich warten, bis ich mich mit dir in Verbindung setze?� fragte sie.</p><p>�Drei Monate. La� mir drei Monate Zeit.�</p><p>�Wo wirst du dann sein?�</p><p>�Hoffentlich in Amber.�</p><p>�Wie lange bleibst du hier?�</p><p>�Nicht sehr lange. Offen gesagt mu� ich auf der Stelle einen kleinen Ausflug unternehmen. Bis morgen m��te ich zur�ck sein. Und dann bleibe ich wahrscheinlich nur noch ein paar Tage.�</p><p>�Ich w�nschte, du bliebest l�nger.�</p><p>�Ich auch. Es w�rde mir sicher Spa� machen, wo ich dich jetzt kenne.�</p><p>Sie err�tete und schien sich ganz auf den Korb zu konzentrieren, den sie packte. Ich suchte unsere Fechtsachen zusammen.</p><p>�Kehrst du jetzt zum Haus zur�ck?� fragte sie.</p><p>�In die St�lle. Ich reite sofort los.� Sie nahm den Korb auf.</p><p>�Dann gehen wir zusammen. Mein Pferd steht in dieser Richtung.�</p><p>Ich nickte und folgte ihr zu einem Pfad, der sich rechts von uns entlangzog.</p><p>�Wahrscheinlich w�re es das beste, wenn ich niemandem etwas sage, und schon gar nicht Gro�vater, nicht wahr?�</p><p>�Das w�re ratsam.�</p><p>Das Pl�tschern und Gurgeln des Fl��chens auf seinem Wege zum Meer verhallte, nur noch das Quietschen des M�hlrads, welches die Wasserfl�che zerteilte, war eine Zeitlang zu h�ren.</p></section><section><title><p>6</p></title><p>Meistens ist das gleichm��ige Vorankommen wichtiger als Geschwindigkeit. Solange es eine regelm��ige Folge von Anreizen gibt, in die sich der Geist nacheinander verbei�en kann, ist auch Platz f�r eine laterale Bewegung. Hat dieser Vorgang erst einmal begonnen, ist das Tempo eine Sache des pers�nlichen Geschmacks.</p><p>Ich bewegte mich also langsam, doch gleichm��ig voran und setzte mein Urteilsverm�gen ein. Es w�re sinnlos gewesen, Star unn�tig zu erm�den. Schnelle Ver�nderungen fallen schon einem Menschen ziemlich schwer. Tiere, die sich nicht leicht etwas vormachen, haben gr��ere Schwierigkeiten damit und drehen manchmal sogar durch.</p><p>Ich �berquerte den Flu� auf einer kleinen Holzbr�cke und bewegte mich eine Zeitlang parallel zu ihm. Ich hatte vor, die eigentliche Stadt zu umgehen und der ungef�hren Richtung des Wasserlaufes zu folgen, bis ich in K�stenn�he war. Es war ein sch�ner Nachmittag. Mein Weg lag im k�hlen Schatten. Grayswandir hing an meiner H�fte.</p><p>Ich ritt nach Westen und erreichte schlie�lich die H�gel, die sich dort erhoben. Ich wollte mit der Verschiebung erst beginnen, wenn ich eine Stelle erreicht hatte, von der ich auf die gro�e Stadt hinabblicken konnte, die immerhin die gr��te Bev�lkerungskonzentration darstellte in diesem Land, das meinem Avalon �hnelte. Die Stadt trug denselben Namen, und mehrere hunderttausend Menschen lebten und arbeiteten hier. Etliche Silbert�rme fehlten, und der Flu� durchschnitt die Stadt weiter s�dlich in einem etwas anderen Winkel, nachdem er sich seither um das Zehnfache verbreitert hatte. Rauch stieg auf von den Schmieden und Sch�nken, leicht bewegt in der Brise aus dem S�den; die Menschen bewegten sich zu Fu�, im Sattel oder auf dem Bock von Wagen oder Kutschen durch die schmalen Stra�en, betraten und verlie�en L�den, Herbergen, H�user; Vogelscharen wirbelten durcheinander, stie�en hinab und stiegen wieder auf �ber den Pl�tzen, wo Pferde angebunden waren; bunte Wimpel und Banner regten sich, Wasser schimmerte, Dunst lag in der Luft. Ich war zu weit entfernt, um Stimmen zu h�ren oder das Klappern, H�mmern, S�gen, Rasseln und Quietschen; nur ein sehr vages Summen schlug an mein Ohr. Zwar vermochte ich keine individuellen D�fte auszumachen, doch als Blinder h�tte ich schon am Geruch bemerkt, da� eine Stadt ganz in der N�he lag.</p><p>Der Anblick erf�llte mein Herz mit einer gewissen Nostalgie, mit der vagen Sehnsucht nach jenem Ort, der genauso hie� wie diese Stadt, der aber in einem Schattenland der Vergangenheit untergegangen war, ein Ort, an dem das Leben so einfach und ich gl�cklicher gewesen war als in diesem Augenblick.</p><p>Doch man lebt nicht so lange wie ich, ohne jene besondere Erkenntnisf�higkeit, die naive Gef�hle im Entstehen erfa�t und im allgemeinen verhindert, da� Sentimentalit�ten aufkommen.</p><p>Die damalige Zeit war vorbei und erledigt, und mein Streben zielte jetzt voll und ganz auf Amber ab. Ich zog das Pferd herum und setzte meinen Weg nach S�den fort. Der Wunsch zu siegen regte sich st�rker in mir. Amber, ich vergesse dich nicht . . .</p><p>Die Sonne wurde zu einem grellen Wundmal �ber meinem Kopf, und der Wind begann mich zu umtosen. Der Himmel wurde immer gelber und strahlender, bis ich den Eindruck hatte, als erstrecke sich �ber mir eine W�ste von Horizont zu Horizont. Die H�gel wurden zum Tiefland hin felsiger und boten sich den Blicken in windgeformten Skulpturen von grotesker Gestalt und d�sterer F�rbung dar. Als ich die Vorberge verlie�, h�llte mich ein Sandsturm ein, so da� ich das Gesicht in meinem Mantel verbergen und die Augen zu Schlitzen zusammenkneifen mu�te. Star wieherte, schnaubte mehrmals, m�hte sich weiter. Sand, Felsbrocken, Wind, und das Orangerot des Himmels vertiefte sich, eine d�stere Wolkengruppe, auf die sich die Sonne zubewegte.</p><p>Dann lange Schatten, das Ersterben des Windes, Ruhe . . . Nur das Klappern der Hufe auf dem Gestein und die Ger�usche der Atemz�ge . . . D�mmerung, als Sonne und Wolken zusammentreffen . . . Die Grundfesten des Tages, von Donner ersch�ttert . . .</p><p>Ferne Objekte in unnat�rlicher Deutlichkeit sichtbar . . . Ein kaltes, blaues, elektrisierendes Gef�hl in der Luft . . . Wieder Donner . . .</p><p>Jetzt ein wogender, glasiger Vorhang zu meiner Rechten, der Regen, der Regen, der auf mich zukommt . . . Blaue Bruchstellen in den Wolken . . . Die Temperatur im Absinken, unsere Schritte gleichm��ig, die Welt ein einfarbiger Hintergrund . . .</p><p>Dr�hnender Donner, grellwei�es Blitzen, der Vorhang, der nach uns greifen will . . . Zweihundert Meter . . . dann hundertundf�nfzig . . . genug!</p><p>Die untere Kante des Vorhangs pfl�gt, furcht sich sch�umend dahin . . . Der feuchte Erdgeruch . . . Das Wiehern Stars . . . Ein Voranst�rmen . . .</p><p>Kleine Wasserrinnsale, die sich vorwagen, einsinken, den Boden beflecken . . . Zuerst schlammig blubbernd, dann dahinrinnend . . . und schon ein gleichm��iger Strom . . . Ringsum kleine pl�tschernde B�che . . .</p><p>Vor uns eine Anh�he, und Stars Muskeln spannen und entspannen, spannen und entspannen sich unter mir, w�hrend er die Spalten und Wasserl�ufe �berspringt, sich durch die dahinrasende Wasserwand st�rzt und den Hang erreicht, mit funkenspr�henden Hufen auf Felsgestein, w�hrend wir h�her klettern, w�hrend die Stimme des gurgelnden, dahinsch�umenden Stroms zu einem gleichm��igen Tosen absinkt . . .</p><p>Immer h�her und schlie�lich Trockenheit, eine kurze Pause, um die S�ume meines Umhangs auszuwringen . . . Unter und rechts von uns leckt ein graues, sturmzerzaustes Meer am Fu� der Klippe, auf der wir halten . . .</p><p>Ins Binnenland nun, auf die Kleefelder und den Abend zu, das Dr�hnen der Brandung im R�cken . . .</p><p>Die Verfolgung von Sternschnuppen im dunkler werdenden Osten, nach einiger Zeit Stille und Nacht . . .</p><p>Klar ist der Himmel, hell die Sterne, bis auf einige feine Wolkenfetzen . . .</p><p>Eine heulende Schar rot�ugiger Gesch�pfe, die sich auf unserer Spur winden . . . Schatten . . . Gr�n�ugig . . . Schatten . . . Gelb . . . Schatten . . . Und fort . . .</p><p>Doch dunkle Gipfel mit Schneer�cken bedr�ngen sich gegenseitig ringsum . . . Festgefrorener Schnee, trocken wie Staub, von den eisigen Windst��en des Gebirges wogenhaft angehoben . . . Schneewogen, die �ber Felsh�nge getrieben werden . . . Ein wei�es Feuer in der Nachtluft . . . Meine F��e, die in den nassen Stiefeln schnell zu erstarren beginnen . . . Star schnaubend und verwirrt, einen Huf vorsichtig vor den anderen setzend, den Kopf sch�ttelnd, als k�nne er das alles nicht fassen . . .</p><p>Schatten hinter den Felsen, ein leichterer Hang, ein ersterbender Wind, weniger Schnee . . . Ein sich windender Weg, immer wieder in die Kurve, ein Weg in die W�rme . . . Hinab, hinab in die Nacht, unter den sich ver�ndernden Sternen . . .</p><p>Fern ist der Schnee der letzten Stunde; jetzt ausgetrocknete Pflanzen und eine Ebene . . . Weit ist der Schnee, und die Nachtv�gel erheben sich taumelnd in die Luft, wirbeln �ber der Aasmahlzeit durcheinander, werfen heiseres Protestgeschrei ab, als wir vorbeireiten . . .</p><p>Wieder langsamer, zu dem Ort, wo das Gras wogt, bewegt von dem weniger kalten Wind . . . Das Fauchen einer jagenden Katze . . . Die schattenhafte Flucht eines h�pfenden reh�hnlichen Wesens . . . Sterne, die ihre Pl�tze einnehmen, und das zur�ckkehrende Gef�hl in meinen F��en . . .</p><p>Star b�umt sich auf, wiehert, flieht im Galopp vor einer unsichtbaren Erscheinung . . . Es dauert lange, ihn zu beruhigen, und noch l�nger, bis das Zittern vergangen ist . . .</p><p>Eislichtzapfen des zunehmenden Mondes auf fernen Baumwipfeln . . . die feuchte Erde, die einen schimmernden Nebel ausatmet . . . Motten, die im Nachtlicht tanzen . . .</p><p>Der Boden momentan in pendelnder, sich w�lbender Bewegung, als tr�ten Berge von einem Bein aufs andere . . . Jedem Stern ein Double . . . Ein Lichtkranz um den runden Mond . . . Die Ebene, die Luft dar�ber, alles voller fliehender Umrisse . . .</p><p>Die Erde, eine abgelaufene Uhr, tickt und verstummt . . . Stabilit�t . . . Tr�gheit . . . Die Sterne und der Mond wieder eins mit ihrem Geist . . .</p><p>Ein Bogen um den Waldrand, nach Westen . . . Impression eines schlummernden Dschungels: Delirium von Schlangen unter �ltuch . . .</p><p>Nach Westen, nach Westen . . . Irgendwo ein Flu� mit breiten sauberen Ufern, die mir den Weg zum Meer erleichtern . . .</p><p>Hufschlag, wirbelnde, zuckende Schatten . . . Die Nachtluft in meinem Gesicht . . . Ein kurzer Blick auf Nachtwesen auf hohen, dunklen Mauern und schimmernden T�rmen . . . Die Luft schmeckt pl�tzlich s��er . . . Die Szene verschwimmt vor den Augen . . . Schatten . . .</p><p>Zentaurenhaft sind Star und ich unter einer gemeinsamen Schwei�schicht verschmolzen . . . Wir saugen die Luft ein und geben sie in gemeinsamen Explosionen der Anstrengung wieder von uns . . . Der Hals in Donner geh�llt, schrecklich ist die Pracht der N�stern . . . Den Boden verzehrend . . .</p><p>Lachend, der Geruch des Wassers ringsum, die B�ume links schon sehr nahe . . .</p><p>Dann dazwischen . . . Schmale St�mme, H�ngeranken, breite Bl�tter, tropfende Feuchtigkeit . . . Spinngewebe im Mondlicht, sich m�hende Schatten darin . . . Schwammhafter Boden . . . Phosphoreszierender Fungus auf umgest�rzten B�umen . . .</p><p>Eine freie Stelle . . . Raschelnde lange Grashalme . . .</p><p>Mehr B�ume . . .</p><p>Wieder der Flu�geruch . . .</p><p>Sp�ter Ger�usche . . . Laute . . . das glasige Lachen von Wasser . . .</p><p>N�her, lauter, endlich daneben herreitend . . . Der Himmel, der sich aufb�umt und seinen Bauch einzieht, und die B�ume . . . Sauber, mit einem k�hlen, feuchten Duft . . .</p><p>Im gleichen Tempo links daneben her . . . Leicht und schwebend, folgen wir . . .</p><p>Trinken . . . In den Untiefen herumpl�tschernd, dann bauchhoch mit gesenktem Kopf. Star im Wasser, trinkend wie eine Pumpe, Gischt aus den N�stern prustend . . . Flu�aufw�rts pl�tschert es gegen meine Stiefel, tropft mir aus dem Haar, l�uft an meinen Armen herab. Stars Kopf wendet sich beim Klang des Lachens . . .</p><p>Dann wieder flu�abw�rts, langsam, gewunden . . . Zuletzt gerade, sich ausbreitend, langsamer werdend . . .</p><p>B�ume dichter, dann gelichtet . . .</p><p>Lang, gleichm��ig, gem�chlich . . .</p><p>Ein schwaches Licht im Osten . . .</p><p>Jetzt nach unten geneigt und weniger B�ume . . . Felsiger, die Dunkelheit wieder komplett . . .</p><p>Der erste schwache Hinweis auf die See, ein verlorener Dufthauch . . . Klappernd weiter, in der K�hle der sp�ten Nacht . . . Wieder ein fl�chtiger Salzgeschmack der Luft . . .</p><p>Gestein, das Fehlen von B�umen . . . Hart, steil, kahl, abw�rts . . . Immer unzug�nglicher . . .</p><p>Ein Blitzen zwischen Felsw�nden . . . Losgetretene Steine in der jetzt dahinrasenden Str�mung, das Pl�tschern vom Echo des Dr�hnens verschluckt . . . Immer tiefer der Schlund, dann sich ausbreitend . . .</p><p>Hinab, hinab . . .</p><p>Und weiter . . .</p><p>Jetzt wieder Helligkeit im Osten, sanfter der Hang . . . Wieder der Hauch von Salz, diesmal st�rker . . .</p><p>Schiefer und Dreck . . . Um eine Ecke, hinab, immer heller.</p><p>Vorsicht, weich und locker der Boden . . .</p><p>Windhauch und Licht, Windhauch und Licht . . . Hinter einem Felsvorsprung . . .</p><p>Z�gel anziehen.</p><p>Unter mir lag die �de K�ste, endlose Reihen gerundeter D�nenr�cken, gegei�elt vom Wind, der aus S�dwesten herandr�ngt, Sandstreifen emporschleudert, den Umri� des fernen kahlen, d�steren Morgenmeeres teilweise verwischt.</p><p>Ich sah zu, wie sich die rosa Schicht von Osten her �ber das Wasser legte. Da und dort entbl��te der sich bewegende Sand d�stere Kiesflecken. �ber den anrennenden Wellen erhoben sich zerkl�ftete Felsmassen. Zwischen den m�chtigen D�nen, die Hunderte von Fu� hoch waren, und mir, der ich hoch �ber der abweisenden K�ste hockte, befand sich eine wilde, zerschmetterte Ebene aus zerkl�fteten Felsen und Kies, im ersten Schimmer des Morgens aus der H�lle oder der Nacht emportauchend, belebt von Schatten.</p><p>Ja. Hier war ich richtig.</p><p>Ich stieg ab und sah zu, wie die Sonne die Szene mit einem trostlosen grellen Tag belegte. Dies war das harte wei�e Licht, das ich gesucht hatte. Hier, ohne Menschen, war der richtige Ort, wie ich ihn Jahrzehnte zuvor auf der Schatten-Erde meines Exils gesehen hatte. Keine Bulldozer, keine Siebe, keine besenschwingenden Farbigen, keine hermetisch abgeriegelte Stadt Oranjemund. Keine R�ntgenmaschinen, kein Stacheldraht, keine bewaffneten Posten. Hier gab es nichts von alledem. Nein. Denn dieser Schatten hatte niemals einen Sir Ernest Oppenheimer erlebt, und es hatte auch nie eine Firma �Consolidated Diamond Mines of South West Africa� gegeben, auch keine Regierung, die eine solche Anh�ufung von K�stensch�rfinteressen gutgehei�en h�tte. Hier erstreckte sich die W�ste, die Namib hie�, etwa vierhundert Meilen nordwestlich von Kapstadt, ein Streifen D�nen und Felsgestein, bis zu etlichen Dutzend Meilen breit und etwa dreihundert Meilen lang an dieser elenden K�ste, an der meerw�rts gelegenen Flanke der Richtersveld-Berge, in deren Schatten ich stand. Hier lagen Diamanten wie Vogelkot im Sand. Nat�rlich hatte ich eine Harke und ein Sieb mitgebracht.</p><p>Ich schn�rte meine Vorr�te auf und machte ein Fr�hst�ck. Ein hei�er, staubiger Tag stand mir bevor.</p><empty-line/><p>W�hrend ich in den D�nen arbeitete, dachte ich an Doyle, den kleinen Juwelier aus Avalon mit den d�nnen Haaren und dem feuerroten, mit Geschw�lsten bedeckten Gesicht. Juweliersrouge? Wozu wollte ich all das Juweliersrouge � genug, um eine Armee von Juwelieren ein Dutzend Leben lang zu versorgen? Ich hatte die Achseln gezuckt. Was interessierte es ihn, wozu ich das Zeug brauchte, solange ich daf�r zahlte? Nun, wenn es eine neue Verwendung f�r das Zeug gab, die viel Geld zu bringen versprach, w�re man ja ein Dummkopf . . . Mit anderen Worten, er war nicht in der Lage, mich innerhalb einer Woche mit der gew�nschten Menge zu versorgen? Kleine gepre�te Kicherlaute zwischen Zahnl�cken. Eine Woche? O nein! Nat�rlich nicht! L�cherlich, kam gar nicht in Frage . . . Ich begriff. Nun, vielen Dank, und vielleicht war der Konkurrent ein St�ck weiter oben in der Lage, das Zeug zu beschaffen; au�erdem mochte er sich f�r ein paar ungeschliffene Diamanten interessieren, die ich in einigen Tagen erwartete . . . Diamanten, sagten Sie? Moment. Er interessierte sich stets f�r Diamanten . . . Ja, aber in Sachen Juweliersrouge lie�en seine Leistungen doch zu w�nschen �brig! Eine erhobene Hand. Vielleicht hatte er sich etwas zu voreilig �ber seine F�higkeit ge�u�ert, das Poliermittel zu liefern. Die Menge hatte ihn doch etwas stutzig gemacht. Die Ingredienzien gab es allerdings reichlich, und die Formel war ziemlich simpel. Ja, eigentlich gab es keinen Grund, warum man nicht etwas arrangieren k�nnte. Und innerhalb einer Woche. Aber nun zu den Diamanten . . .</p><p>Ehe ich seinen Laden verlie�, hatten wir etwas arrangiert.</p><p>Ich habe viele Menschen kennengelernt, die der Meinung waren, da� Schie�pulver explodiert � was nat�rlich nicht zutrifft. Es brennt sehr schnell ab und entwickelt dabei einen Gasdruck, der ein Gescho� aus dem offenen Ende einer H�lse pre�t und es durch den Lauf einer Waffe treibt, nachdem es von der Z�ndkapsel entz�ndet worden ist, die das eigentliche Explodieren besorgt, wenn der Z�ndhebel hineingetrieben wird. Mit der typischen Voraussicht meiner Familie hatte ich im Laufe der Jahre mit einer Reihe von Brennstoffen experimentiert. Meine Entt�uschung angesichts der Entdeckung, da� sich Schie�pulver in Amber nicht entz�nden lie� und da� alle ausprobierten Z�ndkapseln dort ebenfalls nicht funktionierten, wurde nur durch die Erkenntnis abgemildert, da� auch keiner meiner Verwandten Feuerwaffen nach Amber bringen konnte. Erst viel sp�ter bot sich mir w�hrend eines Besuchs in Amber die L�sung. Ich hatte ein Armband poliert, das f�r Deirdre bestimmt war � und als ich das verschmutzte Tuch in einen Kamin warf, erlebte ich die in Amber so wundersame Eigenschaft des Juweliersrouges aus Avalon! Zum Gl�ck flog nur eine kleine Menge in die Luft, und ich war in jenem Augenblick allein.</p><p>Das Mittel war ein ausgezeichneter Z�ndstoff. Mit einer ausreichenden Menge nichtz�ndf�higen Materials verschnitten, konnte man es auch richtig zum Abbrennen bringen.</p><p>Ich behielt die Entdeckung f�r mich, nahm ich doch an, da� sich das Mittel eines Tages dazu einsetzen lie�, um in Amber gewisse grunds�tzliche Entscheidungen herbeizuf�hren.</p><p>Leider hatten Eric und ich unseren Zusammensto�, ehe dieser Tag heranr�ckte, und die Entdeckung wurde zusammen mit all meinen anderen Erinnerungen auf Eis gelegt. Als ich mein Ged�chtnis endlich zur�ckgewonnen hatte, tat ich mich mit Bleys zusammen, der einen Angriff auf Amber plante. Er brauchte mich eigentlich nicht, hatte mich aber als Partner akzeptiert � wohl um ein Auge auf mich zu haben. H�tte ich ihm Waffen geliefert, w�re er unbesiegbar und ich �berfl�ssig gewesen. Und h�tten wir Amber tats�chlich erobert, wie es seine Pl�ne vorsahen, w�re die Situation noch unhaltbarer geworden, da der gr��te Teil der Besatzungsmacht und nat�rlich das Offizierskorps auf seiner Seite standen. Dann h�tte ich etwas Besonderes aufbieten m�ssen, um das Kr�fteverh�ltnis wieder auszugleichen. Zum Beispiel ein paar Bomben und etliche automatische Waffen.</p><p>W�re ich einen Monat fr�her wieder zu mir gekommen, h�tte sich alles anders entwickelt. Dann s��e ich jetzt vielleicht in Amber und w�re nicht ausgegl�ht und ersch�pft in dem Bewu�tsein, da� ein weiterer H�llenritt und ein ganzer Sack voll Sorgen vor mir lagen, mit denen ich mich befassen mu�te.</p><p>Ich spuckte Sand, um nicht zu ersticken, wenn ich lachte. Himmel, unser �W�re doch nur� war wirklich etwas Besonderes! Ich konnte an andere Dinge denken als an das, was h�tte geschehen k�nnen. Zum Beispiel an Eric . . .</p><p>Ich erinnere mich an jenen Tag, Eric. Ich stand in Ketten und war vor dem Thron auf die Knie gezwungen worden. Eben hatte ich mich selbst gekr�nt, um dich zu verspotten, und war daf�r geschlagen worden. Als ich die Krone das zweitemal in der Hand hielt, schleuderte ich sie in deine Richtung. Aber du hast sie aufgefangen und gelacht. Ich war froh, da� sie wenigstens nicht besch�digt war, wenn sie dich schon nicht verwunden konnte. Ein so sch�nes Ding . . . Ganz aus Silber, mit sieben langen Zacken besetzt mit Smaragden, die sch�ner sind als alle Diamanten. An jeder Schl�fe ein gro�er Rubin . . . An jenem Tag hast du dich selbst gekr�nt, eine Geste der Arroganz, des hastig arrangierten Pomps. Deine ersten Worte als Herrscher wurden mir zugefl�stert, noch ehe das Echo �Lang lebe der K�nig!� im Saal verhallt war. Ich erinnere mich an jedes einzelne Wort. �Deine Augen haben den sch�nsten Anblick genossen, den sie jemals sehen werden�, hast du gesagt, gefolgt von dem Befehl: �Wachen! Bringt Corwin in die Schmiede und brennt ihm die Augen aus! Er soll sich an die Szenen dieses Tages als die letzten erinnern, die er jemals vor Augen hatte! Dann werft ihn in die Schw�rze des tiefsten Verlieses unter Amber, auf da� sein Name vergessen sei!�</p><p>�Jetzt herrschst du in Amber�, sagte ich laut. �Doch weder habe ich mein Augenlicht verloren, noch bin ich vergessen!�</p><p>Nein, dachte ich. Sieh zu, wie du mit deinem Titel fertig wirst, Eric. Die Mauern Ambers sind hoch und m�chtig. Versteck dich dahinter. Umgib dich mit dem nutzlosen Stahl von Klingen. Wie eine Ameise panzerst du deine Behausung mit Staub. Du wei�t jetzt, da� du nicht sicher leben kannst, solange ich lebe, und ich habe dir versprochen, da� ich zur�ckkehren werde. Ich komme, Eric! Ich bringe Waffen aus Avalon, und ich werde deine Tore niedertreten und deine Verteidiger ausl�schen. Und dann wird es so sein wie schon einmal vor langer Zeit, eine Minute lang, ehe deine M�nner dich retteten. An jenem Tage holte ich mir nur wenige Tropfen deines Blutes. Diesmal soll es alles sein.</p><p>Ich scharrte einen weiteren Rohdiamanten frei, etwa den sechzehnten, und schob ihn in den Beutel an meinem G�rtel.</p><empty-line/><p>W�hrend ich auf die untergehende Sonne starrte, dachte ich an Benedict, Julian und G�rard. Was f�r eine Verbindung bestand zwischen diesen M�nnern? Wie immer sie aussah � jede Interessenverbindung, die Julian einschlo�, war mir zuwider. G�rard war in Ordnung. Ich hatte ruhig einschlafen k�nnen damals im Lager, als ich mir vorstellte, da� sich Benedict mit ihm in Verbindung gesetzt hatte. Doch wenn er jetzt mit Julian verb�ndet war, lag hier ein Grund zur Besorgnis. Wenn mich ein Mensch noch mehr ha�te als Eric, dann Julian. Wenn er erfuhr, wo ich steckte, war ich in gro�er Gefahr. F�r eine Konfrontation war ich noch nicht ger�stet.</p><p>Vermutlich h�tte Benedict einen moralischen Grund gefunden, mich in diesem Augenblick zu verraten. Schlie�lich wu�te er, da� mein Tun darauf gerichtet war, Unruhe nach Amber zu tragen � und er wu�te sehr wohl, da� ich etwas im Schilde f�hrte. Ich vermochte seine Einstellung sogar zu verstehen. Ihm ging es in erster Linie um die Erhaltung des Reiches. Im Gegensatz zu Julian war er ein Mann mit Prinzipien, und ich bedauerte es, nicht auf seiner Seite zu stehen. Ich konnte nur hoffen, da� mein Coup so schnell und schmerzlos ablaufen w�rde wie eine Zahnziehung bei Bet�ubung und da� wir dann hinterher wieder am selben Strang ziehen konnten. Nachdem ich nun Dara kennengelernt hatte, w�nschte ich mir dies auch um ihretwillen.</p><p>Er hatte mir zu wenig verraten. Ich wu�te einfach nicht, ob er die ganze Woche �ber im Feld bleiben wollte oder ob er sich wom�glich schon mit Streitkr�ften Ambers zusammengetan hatte, um mir eine Falle zu stellen, um mein Gef�ngnis zu mauern, um mein Grab auszuheben. Ich mu�te mich beeilen, so gern ich noch in Avalon verweilt h�tte.</p><p>Ich beneidete Ganelon, der jetzt in irgendeinem Gasthaus oder Freudenhaus trank, hurte oder k�mpfte oder in den Bergen jagte. Er war zu Hause. Sollte ich ihn seinen Vergn�gungen �berlassen, obwohl er sich erboten hatte, mich nach Amber zu begleiten? Doch nein, bei meinem Verschwinden w�rde man ihn verh�ren, ihm Schlimmes antun, wenn Julian in der Sache steckte � und dann war es nicht mehr weit bis zu dem Augenblick, da er in dem Land, das er f�r seine Heimat hielt, als Ausgesto�ener gelten w�rde � wenn man ihn �berhaupt am Leben lie�. Daraufhin w�rde er sich zweifellos wieder au�erhalb des Gesetzes stellen, und dieses dritte Mal mochte sein Verderben sein. Nein, ich wollte meine Versprechen halten. Er sollte mich begleiten, wenn er das noch immer mochte. Wenn er seinen Entschlu� ge�ndert hatte, nun . . . Ich beneidete ihn sogar um die Aussicht auf ein gesetzloses Dasein in Avalon. Zu gern w�re ich noch l�nger geblieben, um mit Dara durch die Berge zu reiten, um �ber Land zu reisen, auf den Fl�ssen zu fahren . . .</p><p>Ich dachte an das M�dchen. Das Wissen um ihre Existenz lie� das Bild doch etwas anders aussehen. Das Ausma� dieser Ver�nderung war mir allerdings nicht ganz bewu�t. Trotz unserer starken Ha�gef�hle und kleinkr�merischen Auseinandersetzungen sind wir Geschwister aus Amber doch ziemlich familienbewu�t, stets interessiert an Neuigkeiten �ber die anderen, bestrebt, die Position der �brigen Familienmitglieder im wechselhaften Bild des Geschehens zu kennen. So mancher Austausch von Klatschgeschichten hat zwischen uns einen entscheidenden Schlag verz�gert. Zuweilen vergleiche ich uns im Geiste mit einer Gruppe boshafter alter Damen in einem Altersheim, die ein abgefeimtes Hindernisrennen veranstalten.</p><p>Ich vermochte Dara in das gro�e Ganze nicht einzuordnen, da sie selbst nicht wu�te, wohin sie geh�rte. Oh, mit der Zeit w�rde sie das schon lernen. Sobald ihre Existenz sich herumsprach, w�rde sie hervorragende Lehrer finden. Nachdem ich sie nun auf ihre Einzigartigkeit aufmerksam gemacht hatte, war es nur eine Sache der Zeit, bis sie bei dem gro�en Spiel mitmischte. W�hrend unseres Gespr�chs im W�ldchen war ich mir zuweilen vorgekommen wie die Schlange der Verf�hrung � doch immerhin hatte sie ein Recht auf dieses Wissen. Fr�her oder sp�ter w�rde sie die Wahrheit erfahren, und je eher sie sie erkannte, desto eher konnte sie damit beginnen, ihre Verteidigung vorzubereiten. Es war also nur zu ihrem Vorteil.</p><p>Nat�rlich war es m�glich � und sogar wahrscheinlich �, da� ihre Mutter und Gro�mutter �berhaupt nichts gewu�t hatten von der eigenen Herkunft . . .</p><p>Und was hatte es ihnen gen�tzt? Nach Daras Auskunft waren sie beide eines gewaltsamen Todes gestorben.</p><p>War es m�glich, da� der lange Arm Ambers aus den Schatten nach ihnen gegriffen hatte? Und da� er wieder zuschlagen wollte?</p><p>Wenn er wollte, konnte Benedict so hart und r�cksichtslos sein wie wir alle. Vielleicht sogar brutaler. Er w�rde k�mpfen, um seine Familie zu sch�tzen, w�rde zweifellos auch einen von uns t�ten, wenn er es f�r n�tig hielt. Er hatte offenbar angenommen, da�<emphasis/> es ausreichte, Daras Existenz geheimzuhalten und ihr die Wahrheit zu verschweigen � da� dieser Schutz f�r sie gen�gte. Er war sicher w�tend auf mich, wenn er erfuhr, was ich getan hatte � ein weiterer Grund zur Eile. Doch ich hatte ihr nicht aus reiner Gemeinheit die Wahrheit gesagt. Ich wollte, da� sie mit dem Leben davonkam; war ich doch der Meinung, da� er bisher nicht den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Wenn ich zur�ckkam, hatte sie bestimmt Zeit gefunden, die Situation zu �berdenken. Sicher best�rmte sie mich dann mit vielen Fragen, und ich wollte die Gelegenheit nutzen, sie zur Vorsicht anzuhalten und ihr Gr�nde daf�r zu nennen.</p><p>Dies alles brauchte eigentlich nicht zu geschehen. War ich erst in Amber, sollte sich die Situation gr�ndlich �ndern. Es gab keine andere M�glichkeit . . .</p><p>Warum hatte bisher niemand eine M�glichkeit gefunden, die grundlegende Natur des Menschen zu ver�ndern? Selbst die Ausl�schung all meiner Erinnerungen und das neue Leben in einer neuen Welt hatte nur wieder zu demselben alten Gorwin gef�hrt. Wenn ich nicht gl�cklich war mit dem, was ich darstellte, mochte ich wahrlich Grund zum Verzweifeln haben.</p><p>An einer ruhigen Stelle des Flusses reinigte ich mich von Staub und Schwei� und dachte gr�ndlich �ber die schwarze Stra�e nach, die meinen beiden Br�dern Schwierigkeiten gemacht hatte. Mir fehlten noch viele Informationen.</p><p>W�hrend des Bades lag Grayswandir in Reichweite. Ein Familienangeh�riger vermag einem Verwandten durch die Schatten zu folgen, solange die Spur noch warm ist. Doch meine W�sche blieb ungest�rt, wenn ich auch Grayswandir auf dem R�ckweg dreimal einsetzen mu�te, allerdings gegen weniger allt�gliche Dinge als Br�der.</p><p>Aber damit war zu rechnen gewesen, hatte ich doch das Tempo erheblich beschleunigt . . .</p><empty-line/><p>Es war noch dunkel, kurz vor Einsetzen der Morgend�mmerung, als ich die St�lle hinter dem Landhaus meines Bruders erreichte. Ich k�mmerte mich um Star, der zuletzt doch etwas nerv�s geworden war, redete ihm gut zu und beruhigte ihn, w�hrend ich ihn abrieb und ihm schlie�lich ausreichend Hafer und Wasser hinstellte. Ganelons Feuerdrache gr��te mich aus der benachbarten Box. Ich s�uberte mich an der Pumpe im hinteren Teil des Stalls und versuchte mir dar�ber schl�ssig zu werden, wo ich mich zum Schlafen niederlegen sollte.</p><p>Ich brauchte dringend Ruhe. Ein paar Stunden Schlaf mochten mich f�r eine Weile wieder auf die Beine bringen, doch ich gedachte die Augen nicht unter Benedicts Dach zu schlie�en � so leicht wollte ich mich denn doch nicht hereinlegen lassen. Zwar hatte ich oft ge�u�ert, ich wollte einst im Bett sterben; in Wirklichkeit w�nschte ich aber in hohem Alter von einem Elefanten zertrampelt zu werden, w�hrend ich mich den Liebesfreuden hingab.</p><p>Benedicts Alkohol gegen�ber war ich weniger ablehnend eingestellt; ein kr�ftiger Schluck war geboten. Das Haus lag im Dunkeln; ich trat lautlos ein und tastete mich zur Kommode vor.</p><p>Ich schenkte mir ein gutes Glas voll, leerte es, go� nach und ging zum Fenster. Von hier aus hatte ich einen gro�artigen Ausblick. Das Landhaus stand an einem Hang, und Benedict hatte die Umgebung geschickt gestalten lassen.</p><p>��Wei� liegt die lange Stra�e im Mondenschein��, zitierte ich, �berrascht vom Klang meiner Stimme. ��Der Mond steht leer �ber dem Land . . .��</p><p>�Kann man wohl sagen. Kann man wohl sagen, Freund Corwin�, h�rte ich Ganelon sagen.</p><p>�Ich habe Euch gar nicht bemerkt�, sagte ich leise, ohne mich umzudrehen.</p><p>�Der Grund daf�r ist, da� ich so still sitze�, meinte er.</p><p>�Oh�, hauchte ich. �Wie betrunken seid Ihr?�</p><p>�Fast gar nicht�, erwiderte er. �Jedenfalls nicht mehr. Aber wenn Ihr ein netter Kerl w�rt und mir einen Drink holen w�rdet . . .�</p><p>Ich wandte mich um.</p><p>�Warum k�nnt Ihr Euch nicht selbst versorgen?�</p><p>�Mir tun alle Knochen weh!�</p><p>�Na gut.�</p><p>Ich schenkte ihm ein Glas ein, brachte es ihm. Er hob es langsam, nickte mir dankend zu, trank einen Schluck. �Ah, das tut gut!� seufzte er. �Hoffentlich lassen sich ein paar K�rperteile davon bet�uben.�</p><p>�Ihr habt Euch in einen Kampf verwickeln lassen?� fragte ich.</p><p>�Aye�, entgegnete er. �In mehrere.�</p><p>�Dann erduldet Eure Wunden wie ein mutiger Soldat, damit ich mir mein Mitleid ersparen kann!�</p><p>�Aber ich habe gewonnen!�</p><p>�Gott! Wo habt Ihr die Leichen gelassen?�</p><p>�Oh, so schlimm war es auch wieder nicht. Ein M�dchen hat mir das angetan.�</p><p>�Dann la�t mich sagen, da� Ihr f�r Euer Geld wohl gut versorgt worden seid.�</p><p>�Um so etwas ging es gar nicht. Ich glaube, ich habe uns in ein schlechtes Licht ger�ckt.�</p><p>�Und? Wie denn?�</p><p>�Ich wu�te nicht, da� sie die Dame des Hauses war. Ich kam zur�ck und war so richtig in Stimmung. Ich hielt sie f�r ein Hausm�dchen . . .�</p><p>�Dara?� fragte ich aufhorchend.</p><p>�Aye, so hie� sie. Ich klopfte ihr auf das Hinterteil und ging auf einen Ku� oder zwei aus . . .� Er st�hnte. �Sie packte mich, hob mich vom Boden hoch und hielt mich �ber ihren Kopf. Dann sagte sie, sie sei die Dame des Hauses � und lie� mich los. Ich wiege fast zwei Zentner, wenn nicht mehr, und es war ein langer Weg nach unten.�</p><p>Er trank aus seinem Glas, und ich lachte leise.</p><p>�Sie hat auch gekichert�, sagte er reuig. �Sie half mir auf die Beine und war im gro�en und ganzen nicht unfreundlich. Ich habe mich nat�rlich entschuldigt . . . Euer Bruder mu� ein ziemlich harter Bursche sein. Ein so kr�ftiges M�dchen ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht �ber den Weg gelaufen! Was die mit einem Mann so anstellen kann . . .!�</p><p>Ehrf�rchtiges Staunen schwang in seiner Stimme mit. Langsam sch�ttelte er den Kopf und kippte den Rest des Alkohols hinunter. �Es war erschreckend � und nat�rlich schrecklich peinlich�, schlo� er.</p><p>�Hat sie Eure Entschuldigung angenommen?�</p><p>�O ja. Sie war ziemlich aufgeschlossen. Sie sagte mir, ich solle den Zwischenfall vergessen � sie w�rde dasselbe tun.�</p><p>�Warum liegt Ihr dann nicht im Bett und versucht die Sache zu �berschlafen?�</p><p>�Ich wollte auf Euch warten, falls Ihr noch k�mt. Ich wollte Euch abfangen.�</p><p>�Nun, das habt Ihr getan.�</p><p>Langsam stand er auf und griff nach seinem Glas.</p><p>�Wir wollen ins Freie gehen�, sagte er.</p><p>�Guter Gedanke.�</p><p>Unterwegs lie� er noch die Brandykrugflasche mitgehen, was ich ebenfalls f�r einen guten Einfall hielt.</p><p>Gleich darauf folgten wir einem Weg durch den Garten hinter dem Haus. Schlie�lich setzte er sich �chzend auf eine alte Steinbank unter einem gro�en Eichenbaum, f�llte unsere Gl�ser nach und kostete.</p><p>�Ah! Eurer Bruder versteht sich auch auf Alkohol�, sagte er.</p><p>Ich setzte mich neben ihn und stopfte meine Pfeife.</p><p>�Nachdem ich mich entschuldigt und ihr meinen Namen gesagt hatte, kamen wir ein bi�chen ins Reden�, fuhr Ganelon fort. �Sobald sie erfuhr, da� ich Euch begleite, wollte sie alle m�glichen Sachen von mir wissen � �ber Amber und Schatten und Euch und die �brige Familie.�</p><p>�Habt Ihr dem M�dchen etwas gesagt?� fragte ich und z�ndete die Pfeife an.</p><p>�V�llig unm�glich, selbst wenn ich�s gewollt h�tte�, erwiderte er. �Ich wei� ja nichts von den Dingen, die sie wissen wollte.�</p><p>�Gut.�</p><p>�Doch ich habe dar�ber nachgedacht. Ich glaube nicht, da� Benedict ihr allzuviel erz�hlt, und begreife auch den Grund. An Eurer Stelle w�rde ich sehr darauf achten, was ich ihr sage, Corwin. Sie scheint ausgesprochen neugierig zu sein.�</p><p>Ich nickte und blies den Rauch durch die Nase.</p><p>�Daf�r gibt es einen Grund�, sagte ich. �Einen sehr guten Grund. Es freut mich zu wissen, da� Ihr ein k�hles K�pfchen bewahrt, auch wenn Ihr getrunken habt. Vielen Dank f�r die Nachricht.�</p><p>Er zuckte die Achseln und trank von seinem Brandy.</p><p>�Ein t�chtiger Sturz ist ziemlich ern�chternd. Au�erdem ist Euer Wohlergehen zugleich das meine.�</p><p>�Das ist wahr. Findet diese Version Avalons Eure Zustimmung?�</p><p>�Version? Dies ist mein Avalon�, sagte er. �Eine neue Generation ist herangewachsen, gewi�, doch es ist derselbe Ort. Ich habe heute das Feld der Dornen besucht, wo ich in Euren Diensten Jack Haileys Truppe besiegte. Es war dieselbe Stelle.�</p><p>�Das Feld der Dornen . . .�, sagte ich und erinnerte mich.</p><p>�Ja, dies ist mein Avalon�, fuhr er fort. �Und ich kehre sp�ter hierher zur�ck � wenn wir die Sache in Amber �berstehen.�</p><p>�Ihr wollt noch immer mitkommen?�</p><p>�Schon mein ganzes Leben lang habe ich mir gew�nscht, Amber zu sehen � na ja, seit ich zum erstenmal davon h�rte, und zwar von Euch, in gl�cklicheren Tagen.�</p><p>�Ich wei� eigentlich nicht mehr, was ich damals sagte. Mu� eine gute Geschichte gewesen sein.�</p><p>�Wir waren an jenem Abend herrlich betrunken, und es kommt mir wie gestern vor, da� Ihr mir � zum Teil unter Tr�nen � von dem m�chtigen Kolvir-Berg und den gr�nen und goldenen T�rmen der Stadt erz�hltet, von den Promenaden, Pl�tzen und Terrassen, Blumen und Brunnen . . . Eure Geschichte kam mir nur kurz vor � doch sie nahm den gr��ten Teil der Nacht in Anspruch. Als wir schlie�lich ins Bett taumelten, war es schon Morgen. Gott! Ich k�nnte Euch fast eine Karte der Stadt zeichnen! Ich mu� Amber sehen, ehe ich sterbe!�</p><p>�Ich erinnere mich nicht an den Abend�, sagte ich langsam. �Ich mu� sehr betrunken gewesen sein.�</p><p>Er lachte leise. �Oh, wir haben in der guten alten Zeit so allerlei miteinander unternommen!� sagte er. �Und man erinnert sich hier an uns. Doch als Menschen, die vor langer, langer Zeit gelebt haben � und viele Geschichten sind ganz verkehrt. Aber was soll�s! Wer beh�lt die Dinge schon so in Erinnerung, wie sie wirklich waren?�</p><p>Ich rauchte stumm vor mich hin und dachte an die Vergangenheit.</p><p>�. . . Und das alles bringt mich auf ein paar Fragen�, fuhr er fort.</p><p>�Bitte.�</p><p>�Euer Angriff auf Amber � wird der Euch mit Eurem Bruder Benedict verfeinden?�</p><p>�Ich w�nschte, ich w��te darauf eine Antwort�, entgegnete ich. �Zuerst wohl ja. Doch meine Attacke m��te l�ngst abgeschlossen sein, ehe er einem Notruf folgen und Amber erreichen kann. Das hei�t � mit Verst�rkung. Er allein kann im Nu nach Amber gelangen, wenn ihm von der anderen Seite jemand hilft. Aber das br�chte ihn nicht weiter. Nein. Ihm liegt bestimmt nichts daran. Amber zu zerrei�en; folglich wird er jeden unterst�tzen, der es zusammenhalten kann, davon bin ich �berzeugt. Wenn ich Eric erst einmal vertrieben habe, ist es sein Wunsch, da� die Auseinandersetzungen sofort beendet werden, und er wird mich auf dem Thron akzeptieren, nur um dieses Ziel zu erreichen. Nat�rlich billigt er die Tatsache der Thron�bernahme nicht.�</p><p>�Darauf will ich ja hinaus. Wird es als Folge Eures Vorsto�es sp�ter b�ses Blut mit Benedict geben?�</p><p>�Ich glaube nicht. In dieser Sache geht es ausschlie�lich um Politik � und mein Bruder und ich kennen uns schon seit langer Zeit und sind stets besser miteinander ausgekommen als jeder von uns etwa mit Eric.�</p><p>�Ich verstehe. Da wir beide in dieser Sache stecken und Avalon nun Benedict zu geh�ren scheint, habe ich mir Gedanken gemacht, was er dazu sagen w�rde, wenn ich eines Tages hierher zur�ckkehrte. W�rde er mich hassen, weil ich Euch geholfen habe?�</p><p>�Das m�chte ich doch bezweifeln. So etwas entspricht nicht seiner Art.�</p><p>�Dann m�chte ich meine Frage noch erweitern. Gott wei�, da� ich ein erfahrener Offizier bin, und wenn es uns gelingt, Amber zu erobern, gibt es f�r diese Tatsache einen guten Beweis. Nachdem nun sein Arm verletzt ist, glaubt Ihr, da� er mich als Feldkommandant seiner Miliz in Betracht ziehen w�rde? Ich kenne die Gegend hier sehr gut. Ich k�nnte ihn zum Feld der Dornen f�hren und ihm den Kampf dort beschreiben. Himmel! Ich w�rde ihm gut dienen �, so gut wie ich Euch gedient habe.�</p><p>Da lachte er.</p><p>�Verzeihung. Besser, als ich Euch gedient habe.�</p><p>�Das w�re nicht leicht�, erwiderte ich. �Nat�rlich gef�llt mir der Gedanke. Aber ich bin mir gar nicht sicher, ob er Euch jemals vertrauen w�rde. Er k�nnte meinen, ich stecke dahinter und wolle ihn hereinlegen.�</p><p>�Diese verdammte Politik! Das wollte ich damit nicht sagen! Das Soldatendasein ist mein ein und alles � und ich liebe Avalon.�</p><p>�Ich glaube Euch ja. Aber k�nnte er Euch glauben?�</p><p>�Mit nur einem Arm braucht er einen guten Mann. Er k�nnte . . .�</p><p>Ich begann zu lachen und beherrschte mich sofort wieder, denn Laute dieser Art sind noch aus gro�er Entfernung vernehmbar.</p><p>Au�erdem ging es hier um Ganelons Gef�hle.</p><p>�Es tut mir leid�, sagte ich. �Entschuldigt bitte. Ihr versteht das noch nicht richtig. Ihr begreift noch nicht, mit wem wir uns damals am ersten Abend im Zelt unterhalten haben. Euch ist er vielleicht wie ein ganz normaler Mensch vorgekommen � wom�glich noch wie ein Kr�ppel. Aber das ist nicht der Fall. Ich habe Angst vor Benedict. Kein Wesen in den Schatten oder in der Realit�t kommt ihm gleich. Er ist der Waffenmeister Ambers. K�nnt Ihr Euch ein Millennium vorstellen? Tausend Jahre? Mehrere Jahrtausende? K�nnt Ihr einen Mann begreifen, der an fast jedem Tag eines solchen Lebens einen Teil seiner Zeit im Umgang mit Waffen, Taktiken und Strategien verbracht hat? Ihr seht ihn hier in einem winzigen K�nigreich als Kommandant einer kleinen Miliz, mit einem gepflegten Obstgarten hinter dem Haus � la�t Euch dadurch nicht t�uschen! Was immer die Milit�rwissenschaft ausmacht � er hat sie im Kopf. Oft ist er von Schatten zu Schatten gereist und hat unz�hlige Variationen derselben Schlacht beobachtet, mit kaum ver�nderten Voraussetzungen, um seine Theorien �ber die Kriegf�hrung auszuprobieren. Er hat Armeen von solcher Gr��e befehligt, da� Ihr sie Tag um Tag an Euch vorbeimarschieren lassen k�nntet, ohne da� ein Ende der Kolonnen abzusehen w�re. Auch wenn ihn der Verlust des Arms jetzt beeintr�chtigt, w�rde ich nicht gegen ihn k�mpfen wollen, weder mit Waffen noch mit den blo�en F�usten. Nur gut, da� er selbst keine Absichten auf den Thron hat � sonst s��e er l�ngst darauf. Und wenn er dort s��e, h�tte ich meinen Anspruch wohl in diesem Augenblick aufgegeben und mich ihm unterworfen. Ich habe Angst vor Benedict.�</p><p>Ganelon schwieg eine lange Zeit, und ich trank einen tiefen Schluck, denn mein Hals war trocken geworden.</p><p>�Das wu�te ich nat�rlich nicht�, sagte er schlie�lich. �Ich will es zufrieden sein, wenn er mich nur nach Avalon zur�ckkehren l��t.�</p><p>�Und das tut er bestimmt. Das wei� ich.�</p><p>�Dara sagte, sie h�tte heute von ihm geh�rt. Er hat beschlossen, seinen Aufenthalt im Felde abzuk�rzen. Wahrscheinlich kehrt er schon morgen zur�ck.�</p><p>�Verdammt!� sagte ich und stand auf. �Dann m�ssen wir uns beeilen! Ich hoffe, Doyle hat das Zeug bereit. Wir m�ssen ihn morgen fr�h aufsuchen und die Angelegenheit beschleunigen. Ich m�chte fort sein, wenn Benedict zur�ckkehrt!�</p><p>�Ihr habt also die Klunker?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Darf ich sie mal sehen?�</p><p>Ich l�ste den Beutel von meinem G�rtel. Er �ffnete die Schnur und nahm mehrere Steine heraus, die er in der linken Hand hielt und mit den Fingerspitzen langsam wendete.</p><p>�Die sehen ja nicht gerade umwerfend aus�, sagte er. �Soweit ich sie in diesem Licht �berhaupt erkennen kann. Halt! Da ist ein Schimmer! Nein . . .�</p><p>�Sie sind nat�rlich im Rohzustand. Ihr haltet ein Verm�gen in den H�nden.�</p><p>�Erstaunlich�, sagte er, tat die Steine wieder in den Beutel und schlo� ihn. �Und es hat Euch keine M�he gemacht.�</p><p>�So leicht war es nun auch wieder nicht.�</p><p>�Trotzdem will es mir etwas unfair erscheinen, da� Ihr so schnell an ein Verm�gen gekommen seid.�</p><p>Er gab mir den Beutel zur�ck.</p><p>�Ich will daf�r sorgen, da� Ihr ein Verm�gen erhaltet, wenn unsere Arbeit beendet ist�, sagte ich. �Das d�rfte ein kleiner Ausgleich sein, falls Benedict Euch keine Stellung anbietet.�</p><p>�Nachdem ich nun wei�, wer er ist, bin ich entschlossener denn je, eines Tages f�r ihn zu arbeiten.�</p><p>�Wir wollen sehen, was sich tun l��t.�</p><p>�Jawohl. Vielen Dank, Corwin. Wie f�deln wir unsere Abreise ein?�</p><p>�Am besten legt Ihr Euch jetzt hin, denn ich werde Euch fr�h wecken. Star und Feuerdrache m�gen es bestimmt nicht, vor einen Wagen gespannt zu werden � doch wir m�ssen uns eines von Benedicts Fahrzeugen ausborgen und in die Stadt fahren. Vorher sorge ich noch f�r etwas, das von unserem geordneten R�ckzug ablenkt. Dann treiben wir Juwelier Doyle zur Eile an, beschaffen uns unsere Fracht und verschwinden m�glichst schnell in die Schatten. Je gr��er unser Vorsprung ist, desto schwerer wird es Benedict fallen, uns aufzusp�ren. Wenn wir einen halben Tag herausholen k�nnen, ist es f�r ihn praktisch unm�glich, uns in die Schatten zu folgen.�</p><p>�Warum sollte ihm �berhaupt daran liegen, uns zu folgen?�</p><p>�Er mi�traut uns � zu Recht. Er wartet darauf, da� ich handle. Er wei�, da� ich mir hier etwas beschaffen will, doch er wei� nicht, was. Er m�chte es aber wissen, damit er Gefahr von Amber abwenden kann. Sobald er erkennt, da� wir endg�ltig verschwunden sind, wei� er, da� wir das Gew�nschte bekommen haben, und wird nach uns suchen.�</p><p>Ganelon g�hnte, reckte sich, trank sein Glas aus.</p><p>�Ja�, sagte er schlie�lich. �Wir sollten uns wirklich hinlegen, um f�r die gro�e Hatz ger�stet zu sein. Nachdem Ihr mir nun einiges �ber Benedict anvertraut habt, finde ich jene andere Sache, die ich Euch noch er�ffnen wollte, weniger �berraschend � wenn ich auch nicht weniger beunruhigt bin.�</p><p>�Und das w�re . . .?�</p><p>Er stand auf, ergriff vorsichtig die Flasche und deutete den Weg entlang.</p><p>�Wenn Ihr in dieser Richtung weitergeht�, sagte er, �vorbei an der Hecke, welche das Ende dieses Grundst�cks kennzeichnet, und wenn Ihr dann noch etwa zweihundert Schritte in den angrenzenden Wald hineingeht, erreicht ihr zur Linken eine kleine Gruppe junger B�ume in einer �berraschend auftauchenden Senke, etwa vier Fu� tiefer als der Weg. Dort unten befindet sich an frisches Grab � die Erde ist festgetrampelt und mit Bl�ttern bestreut. Ich habe die Stelle vorhin gefunden, als ich dort . . . �h . . . dem Ruf der Natur folgen wollte.�</p><p>�Woher wi�t Ihr, da� es sich um ein Grab handelt?�</p><p>Er lachte leise.</p><p>�Wenn in einem Loch Leichen liegen, nennt man das im allgemeinen so. Das Grab ist nicht sehr tief, und ich habe ein bi�chen mit einem Ast darin herumgestochert. Vier Leichen liegen dort � drei M�nner und eine Frau.�</p><p>�Wie lange sind sie schon tot?�</p><p>�Nicht sehr lange. H�chstens ein paar Tage.�</p><p>�Ihr habt nichts ver�ndert?�</p><p>�Ich bin doch kein Dummkopf, Corwin!�</p><p>�Es tut mir leid. Aber Eure Entdeckung beunruhigt mich doch sehr, denn ich verstehe sie nicht.�</p><p>�Offensichtlich haben diese Leute Benedict ver�rgert, und er hat sich revanchiert.�</p><p>�M�glich. Wie sahen sie aus? Wie sind sie gestorben?�</p><p>�Nichts Besonderes zu berichten. Sie waren im mittleren Alter, und man hatte ihnen die Kehle durchgeschnitten � bis auf einen Burschen, der einen Stich in den Leib bekommen hat.�</p><p>�Seltsam. Ja, es ist gut, da� wir hier bald verschwinden. Wir haben schon genug eigene Sorgen und k�nnen auf die hiesigen Probleme gern verzichten!�</p><p>�Wahr gesprochen. Gehen wir zu Bett!�</p><p>�Geht ruhig schon vor. Ich bin noch nicht soweit.�</p><p>�Befolgt den eigenen Rat � legt Euch zur Ruhe�, sagte er und wandte sich wieder dem Haus zu. �Bleibt nicht etwa auf und macht Euch Sorgen.�</p><p>�Nein.�</p><p>�Also gute Nacht.�</p><p>�Bis morgen.�</p><p>Ich blickte ihm nach. Er hatte nat�rlich recht, doch ich war noch nicht bereit, mein Bewu�tsein fahrenzulassen. Noch einmal ging ich meine Pl�ne durch, um sicherzugehen, da� ich nichts �bersehen hatte. Ich leerte das Glas und setzte es auf die Bank. Dann stand ich auf und schlenderte herum, wobei Tabakrauch meinen Kopf umw�lkte. Mondlicht fiel herab, und die Morgend�mmerung war meiner Sch�tzung nach noch ein paar Stunden entfernt. Ich war fest entschlossen, den Rest der Nacht im Freien zu verbringen, und hoffte ein passendes Pl�tzchen zu finden.</p><p>Nat�rlich schritt ich schlie�lich doch den Weg hinab zu der Gruppe junger Sch��linge. Dort st�berte ich ein bi�chen herum und fand tats�chlich frische Erdspuren, aber ich hatte keine Lust, beim Mondenschein Leichen zu exhumieren, und war durchaus bereit, auf Ganelons Aussage hinsichtlich seiner Funde zu vertrauen. Ich bin mir gar nicht sicher, warum ich diese Stelle �berhaupt aufsuchte. Vermutlich ein morbider Zug meines Unterbewu�tseins. Allerdings wollte ich mich nicht gerade hier zum Schlafen niederlegen.</p><p>Dann begab ich mich in die Nordwestecke des Gartens und fand dort ein Eckchen, das vom Haus nicht eingesehen werden konnte. Hecken ragten hoch auf, das Gras war lang und weich und roch angenehm. Ich breitete meinen Mantel aus, setzte mich darauf und zog meine Stiefel aus. Dann schob ich die F��e ins Gras und seufzte.</p><p>Lange konnte es nicht mehr dauern. Durch die Schatten zu den Diamanten zu den Waffen nach Amber. Ich war unterwegs. Noch vor einem Jahr hatte ich hilflos in einer Zelle gelegen und war so oft zwischen Vernunft und Wahnsinn hin und her gependelt, da� ich die Grenze zwischen den beiden Zustandsformen f�rmlich ausradiert hatte. Inzwischen war ich wieder frei und bei Kr�ften, ich konnte sehen und hatte einen Plan. Ich war eine Gefahr, die sich von neuem bemerkbar zu machen suchte, eine gr��ere Gefahr als je zuvor. Diesmal hing mein Geschick nicht von den Pl�nen eines anderen ab. Diesmal war ich f�r Erfolg oder Fehlschlag allein verantwortlich.</p><p>Das Gef�hl war angenehm � angenehm wie das Gras und auch der Alkohol, der sich inzwischen meines K�rpers bem�chtigt hatte und mich mit einer warmen Flamme erf�llte. Ich s�uberte meine Pfeife, steckte sie fort, reckte mich, g�hnte und wollte mich schon zum Schlafen niederlegen.</p><p>Da bemerkte ich in der Ferne eine Bewegung, stemmte mich auf die Ellbogen hoch und versuchte genauer hinzuschauen, versuchte die Ursache zu erkennen. Ich brauchte nicht lange zu warten. Eine Gestalt bewegte sich langsam und lautlos auf dem Weg. Immer wieder blieb sie stehen. Sie verschwand unter dem Baum, wo Ganelon und ich gesessen hatten, und war eine Zeitlang meinen Blicken entschwunden. Dann ging sie mehrere Dutzend Schritte weiter, verharrte und schien in meine Richtung zu blicken. Schlie�lich kam sie auf mich zu.</p><p>Sie passierte ein Geb�sch und verlie� den Schatten; ihr Gesicht wurde pl�tzlich vom Mondlicht erfa�t.</p><p>Offenbar bemerkte sie die Ver�nderung, denn sie l�chelte in meine Richtung und begann langsamer zu gehen und blieb schlie�lich vor mir stehen.</p><p>�Dein Quartier scheint dir nicht zu liegen, Lord Corwin.�</p><p>�O doch�, erwiderte ich. �Nur haben wir eine so sch�ne Nacht, da� der Naturmensch in mir die Oberhand gewonnen hat.�</p><p>�Auch letzte Nacht mu� etwas in dir die Oberhand gewonnen haben�, sagte sie. �Trotz des Regens.� Sie setzte sich neben meinen Mantel. �Hast du drinnen geschlafen oder drau�en?�</p><p>�Die Nacht habe ich im Freien verbracht�, sagte ich. �Doch zum Schlafen bin ich nicht gekommen. Um ehrlich zu sein, habe ich seit unserer letzten Begegnung noch nicht geschlafen.�</p><p>�Wo bist du gewesen?�</p><p>�Unten am Meer. Ich habe Sand gesiebt.�</p><p>�H�rt sich trostlos an.�</p><p>�Das war es auch.�</p><p>�Ich habe viel nachgedacht, seit wir durch die Schatten gegangen sind.�</p><p>�Das kann ich mir vorstellen.�</p><p>�Allzuviel geschlafen habe auch ich nicht. Deshalb habe ich dich nach Hause kommen und mit Ganelon sprechen h�ren, deshalb wu�te ich auch, da� du hier irgendwo sein mu�test, als er allein zur�ckkam.�</p><p>�Richtig vermutet.�</p><p>�Ich mu� nach Amber, wei�t du. Ich mu� das Muster beschreiten!�</p><p>�Ich wei�. Und das wirst du auch.�</p><p>�Bald, Corwin. Bald!�</p><p>�Du bist noch jung, Dara. Du hast viel Zeit.�</p><p>�Verdammt! Ich habe schon mein ganzes Leben darauf gewartet � ohne es �berhaupt zu wissen! Gibt es denn keine M�glichkeit, jetzt zu reisen?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Warum nicht? Du k�nntest mich auf kurzem Wege durch die Schatten f�hren, nach Amber, k�nntest mich das Muster abschreiten lassen . . .�</p><p>�Wenn wir nicht auf der Stelle get�tet werden, haben wir vielleicht das Gl�ck, f�r die erste Zeit in benachbarten Zellen � oder auf benachbarten Streckb�nken � unterzukommen, ehe man uns hinrichtet.�</p><p>�Weshalb denn nur? Du bist ein Prinz der Stadt. Du hast das Recht zu tun, was dir beliebt.�</p><p>Ich lachte.</p><p>�Ich bin ein Ge�chteter, meine Liebe. Wenn ich nach Amber zur�ckkehre, richtet man mich hin � das w�re noch ein Gl�ck f�r mich � oder stellt etwas weit Schlimmeres mit mir an. Wenn ich mir allerdings �berlege, wie sich meine Gefangenschaft beim letztenmal entwickelt hat, m�chte ich doch annehmen, da� man mich schnell t�tet. Dieses Entgegenkommen h�tte sicher auch meine Begleiterin zu erwarten.�</p><p>�Oberon w�rde so etwas nicht tun.�</p><p>�Bei entsprechender Provokation w�re er dazu wohl durchaus in der Lage. Aber diese Frage ist akademisch. Oberon herrscht l�ngst nicht mehr. Mein Bruder Eric sitzt auf dem Thron und nennt sich Herrscher.�</p><p>�Wann ist es dazu gekommen?�</p><p>�Nach der Zeitrechnung in Amber vor mehreren Jahren.�</p><p>�Warum sollte er dich umbringen wollen?�</p><p>�Nat�rlich um zu verhindern, da� ich ihn umbringe.�</p><p>�W�rdest du ihn denn t�ten?�</p><p>�Ja � und ich tue es auch. Und ich glaube, schon sehr bald.�</p><p>Sie sah mich an. �Warum?�</p><p>�Damit ich selbst auf den Thron komme. Du mu�t wissen, da� der Titel eigentlich mir geh�rt. Eric hat ihn sich widerrechtlich angeeignet. Ich bin erst vor kurzem aus einer mehrj�hrigen Gefangenschaft geflohen, die er angeordnet hatte. Er machte allerdings den Fehler, mich am Leben zu lassen, weil er sich an meiner Qual weiden wollte. Er hatte nicht erwartet, da� ich mich befreien und ihn eines Tages erneut herausfordern w�rde. Ich hatte die Hoffnung selbst schon aufgegeben. Doch seit ich das Gl�ck einer zweiten Chance genie�e, m�chte ich nat�rlich seinen Fehler vermeiden.�</p><p>�Aber er ist dein Bruder!�</p><p>�Nur wenigen Menschen ist diese Tatsache deutlicher bewu�t als uns beiden, das kann ich dir versichern.�</p><p>�Wie schnell rechnest du damit, dein � Ziel zu erreichen?�</p><p>�Wie ich neulich schon sagte: wenn du an die Tr�mpfe herankommst, solltest du dich in etwa drei Monaten mit mir in Verbindung setzen. Wenn das nicht geht und sich die Dinge plangem�� entwickeln, melde ich mich, sobald ich die Herrschaft angetreten habe. Du m��test innerhalb eines Jahres die Chance erhalten, das Muster zu beschreiten.�</p><p>�Und wenn dir dein Vorhaben nicht gelingt?�</p><p>�Dann mu�t du l�nger warten � bis Eric seine Herrschaft gefestigt und Benedict ihn als K�nig anerkannt hat. Dazu ist Benedict im Augenblick n�mlich nicht bereit. Er hat sich schon lange nicht mehr in Amber blicken lassen � und Eric glaubt vielleicht, da� er gar nicht mehr unter den Lebenden weilt. Wenn er jetzt in Amber erscheint, mu� er sich f�r oder gegen Eric erkl�ren. Stellt er sich auf Erics Seite, ist Erics weitere Herrschaft gesichert � aber daf�r m�chte Benedict nicht verantwortlich sein. Spricht er sich gegen ihn aus, mu� das K�mpfe zur Folge haben � und das will er ebenfalls nicht. Er selbst hat keine Ambitionen auf die Krone. Nur indem er sich von der B�hne fernh�lt, kann er die Ruhe gew�hrleisten, die im Augenblick herrscht. L��t er sich blicken, ohne Stellung zu beziehen, k�me er wahrscheinlich damit durch, doch eine solche Haltung w�re gleichbedeutend mit einer Ablehnung von Erics Anspruch und w�rde ebenfalls zu Problemen f�hren. N�hme er dich mit auf die Reise nach Amber, w�rde er sich damit seines freien Willens berauben, denn Eric w�rde durch dich Druck auf ihn aus�ben.�</p><p>�Wenn du den Kampf also verlierst, komme ich vielleicht �berhaupt nie nach Amber?�</p><p>�Ich beschreibe dir die Situation, wie ich sie sehe. Es sind zweifellos viele Faktoren im Spiel, die ich nicht kenne. Ich bin lange ausgeschaltet gewesen.�</p><p>�Du <emphasis> mu�t</emphasis> siegen!� sagte sie und f�gte abrupt hinzu: �W�rde Gro�vater dich unterst�tzen?�</p><p>�Das bezweifle ich. Aber die Situation w�re dann ganz anders. Ich wei� von seiner Existenz � und von der deinen. Ich werde ihn nicht bitten, mich zu unterst�tzen. Solange er sich nicht gegen mich stellt, bin ich zufrieden. Und wenn ich schnell, wirksam und erfolgreich handle, wird er nicht gegen mich vorgehen. Es wird ihm nicht gefallen, da� ich �ber dich Bescheid wei�, aber wenn er erkennt, da� ich dir nicht schaden m�chte, ist alles in Ordnung.�</p><p>�Warum willst du mich nicht als Hebel benutzen? Ich w�re doch der logischste Ansatzpunkt.�</p><p>�Richtig. Aber ich habe inzwischen erkannt, da� ich dich mag�, erwiderte ich. �Das kommt also nicht in Frage.�</p><p>Sie lachte. �Ich habe dich bezaubert!� sagte sie.</p><p>Ich lachte leise. �Ja, auf deine spezielle zarte Weise � mit dem Degen in der Hand.�</p><p>Pl�tzlich wurde sie wieder ernst.</p><p>�Gro�vater kommt morgen zur�ck�, sagte sie. �Hat Ganelon dir davon erz�hlt?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Wie beeinflu�t das deine unmittelbaren Pl�ne?�</p><p>�Ich gedenke ein h�bsches St�ck weg zu sein, wenn er hier eintrifft.�</p><p>�Was wird er tun?�</p><p>�Zuerst wird er sehr zornig auf dich sein, weil du hier bist. Dann wird er wissen wollen, wie du den R�ckweg gefunden hast und wieviel du mir �ber dich erz�hlt hast.�</p><p>�Was sollte ich ihm antworten?�</p><p>�Sag ihm die Wahrheit �ber deinen R�ckweg durch die Schatten. Das gibt ihm Stoff zum Nachdenken. Was deinen Status angeht, so hat dich deine frauliche Intuition hinsichtlich meiner Vertrauensw�rdigkeit veranla�t, mir dasselbe aufzutischen wie Julian und G�rard. Und wenn das Thema unseres Verbleibs zur Sprache kommt � Ganelon und ich haben uns einen Wagen ausgeliehen, um in die Stadt zu fahren. Wir haben gesagt, wir k�men erst sp�t zur�ck.�</p><p>�Aber wohin wollt ihr wirklich?�</p><p>�Oh, in die Stadt � aber nur kurz. Zur�ckkommen tun wir allerdings nicht. Mein Vorsprung mu� m�glichst gro� sein, denn Benedict kann mich bis zu einem gewissen Punkt durch die Schatten verfolgen.�</p><p>�Ich werde ihn nach besten Kr�ften aufhalten. Wolltest du mich vor deiner Abreise nicht noch aufsuchen?�</p><p>�Ich wollte morgen fr�h noch mit dir besprechen, was wir eben geregelt haben. In deiner Unruhe bist du mir zuvorgekommen.�</p><p>�Dann freue ich mich, da� ich � unruhig gewesen bin. Wie gedenkst du Amber zu erobern?�</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf. �Nein, meine liebe Dara. R�nkeschmiedende Prinzen m�ssen ein paar Geheimnisse auch f�r sich behalten. Und dieses Geheimnis geh�rt mir allein.�</p><p>�Es �berrascht mich, da� in Amber soviel Mi�trauen und Mi�gunst herrschen.�</p><p>�Warum? So ist es doch �berall, mehr oder weniger. Du bist stets von solchen Dingen umgeben, denn alle Orte sind nach dem Bilde Ambers geformt.�</p><p>�Das ist schwer zu verstehen . . .�</p><p>�Eines Tages wirst du es verstehen. La� es damit zun�chst genug sein.�</p><p>�Noch etwas. Da ich in der Lage bin, irgendwie mit den Schatten fertigzuwerden, obwohl ich das Muster noch nicht bew�ltigt habe, sag mir doch bitte genau, wie du das anf�ngst. Ich m�chte mich noch verbessern.�</p><p>�Nein!� sagte ich. �Ich darf es nicht zulassen, da� du mit den Schatten herumspielst, ehe du richtig darauf vorbereitet bist. Selbst sp�ter ist das noch gef�hrlich genug � und jeder vorherige Versuch w�re tollk�hn. Du hast Gl�ck gehabt, aber jetzt la� lieber die Finger davon. Und dabei will ich dir helfen � indem ich dir n�mlich nichts mehr davon erz�hle.�</p><p>�Na sch�n!� sagte sie. �Tut mir leid. Dann mu� ich wohl warten.�</p><p>�Das d�rfte ja auch nicht unm�glich sein. Und du bist nicht b�se?�</p><p>�Nein. Na ja . . .� Sie lachte. �Es w�rde ja auch nichts n�tzen. Du wei�t sicher, wovon du sprichst. Ich bin froh, da� du um mich besorgt bist.�</p><p>Ich brummte etwas vor mich hin, und sie hob die Hand und ber�hrte mich an der Wange. Ich wandte den Kopf zur Seite, und ihr Gesicht n�herte sich langsam dem meinen; ihr L�cheln war verschwunden, die Lippen �ffneten sich, die Augen waren fast geschlossen. Ich sp�rte, wie sich ihre Arme um meinen Hals und meine Schultern legten, wie die meinen sie in einer �hnlichen Geste umschlossen. Meine �berraschung ging in der S��e unter, in W�rme und einer gewissen Erregung, der ich bereitwillig nachgab.</p><p>Wenn Benedict jemals davon erfuhr, w�rde er mehr als zornig auf mich sein . . .</p></section><section><title><p>7</p></title><p>Der Wagen quietschte monoton, und die Sonne stand bereits tief im Westen, von wo sie uns noch mit einem grellen hei�en Streifen Tageslicht versorgte. Auf der Ladefl�che schnarchte Ganelon zwischen den Kisten, und ich beneidete ihn um seine lautstarke Besch�ftigung. Er schlief bereits seit mehreren Stunden � w�hrend ich schon den dritten Tag ohne Ruhepause auskommen mu�te.</p><p>Wir hatten etwa f�nfzehn Meilen zwischen uns und die Stadt gebracht und fuhren weiter nach Nordosten. Doyle hatte die erbetene Menge noch nicht fertig gehabt, doch Ganelon und ich hatten ihn veranla�t, seinen Laden zu schlie�en und die Produktion zu beschleunigen. Dies verz�gerte die Aktion unerw�nschterweise um mehrere Stunden. Ich war zu aufgeregt gewesen, um zu schlafen, und bekam auch jetzt kein Auge zu, w�hrend ich mich vorsichtig durch die Schatten man�vrierte.</p><p>Ich k�mpfte die M�digkeit und den Abend zur�ck und holte einige Wolken herbei, die mir Schatten spendeten. Wir bewegten uns auf einer trockenen, tiefausgefahrenen Lehmstra�e. Der Boden hatte eine h��liche gelbe F�rbung und knirschte und br�ckelte unter den Hufen und R�dern. Braunes Gras hing zu beiden Seiten schlaff herab, und die B�ume waren klein und knorrig, die Rinde dick und bemoost. Wir kamen an zahlreichen Schiefertonformationen vorbei.</p><p>Ich hatte Doyle f�r sein Mittel gut bezahlt und zugleich ein h�bsches Armband erworben, das Dara am folgenden Tag zugestellt werden sollte. Meine Diamanten baumelten mir am G�rtel, der Griff Grayswandirs ruhte in der N�he meiner Hand. Star und Feuerdrache schritten gleichm��ig und energisch aus. Ich war auf dem Weg zum Erfolg.</p><p>Ich fragte mich, ob Benedict schon nach Hause zur�ckgekehrt war. Ich �berlegte, wie lange er sich wohl hinsichtlich meines Aufenthaltsortes t�uschen lie�. Ich war vor ihm noch lange nicht sicher. Er vermochte einer Spur sehr weit in die Schatten zu folgen � und ich hinterlie� eine ziemlich breite Spur. � Aber ich hatte keine andere Wahl. Ich brauchte den Wagen. Ebenso mu�te ich mich mit unserer jetzigen Geschwindigkeit abfinden, war ich doch beileibe nicht in der Verfassung f�r einen weiteren H�llenritt. Langsam und vorsichtig machte ich mich an die Verschiebungen, im Bewu�tsein meiner abgestumpften Sinne und der zunehmenden Ersch�pfung und in der Hoffnung, da� die allm�hliche Steigerung von Ver�nderung und Entfernung zwischen mir und Benedict eine Barriere errichtete, die hoffentlich recht schnell un�berwindlich wurde.</p><p>Auf den n�chsten zwei Meilen suchte ich mir einen Weg vom Sp�tnachmittag zur�ck in die Mittagsstunde, die ich allerdings bew�lkt hielt, denn ich w�nschte mir nur das Licht des Mittags, nicht seine Hitze. Schlie�lich vermochte ich eine kleine Brise ausfindig zu machen.</p><p>Inzwischen mu�te ich st�ndig gegen die Schl�frigkeit ank�mpfen. Ich war in Versuchung, Ganelon zu wecken und unsere Flucht zun�chst nur in die Entfernung gehen zu lassen, w�hrend er kutschierte und ich schlief.</p><p>Doch so fr�h wagte ich das nun doch nicht. Es gab noch zu viele Dinge zu tun.</p><p>Ich w�nschte mir mehr Tageslicht, zugleich eine bessere Stra�e. Ich hatte den gottverdammten gelben Lehm satt, und ich mu�te auch etwas an den Wolken ver�ndern und durfte dabei nicht unser Ziel vergessen . . .</p><p>Ich rieb mir die Augen und atmete mehrmals tief durch. Die Bilder in meinem Kopf begannen zu tanzen, und das st�ndige dumpfe Pochen der Pferdehufe und das Quietschen des Wagens begannen eine einschl�fernde Wirkung auszu�ben. Das Rucken und Schwanken nahm ich fast kaum noch wahr, die Z�gel hingen mir locker in der Hand, und ich war schon einmal eingeschlummert und hatte sie zu Boden gleiten lassen. Zum Gl�ck schienen die Pferde zu wissen, was ich von ihnen wollte.</p><p>Nach einer Weile erklommen wir einen langen, flachen Hang, der in einen Vormittag hineinf�hrte. Der Himmel war inzwischen ziemlich dunkel, und es kostete mehrere Meilen und ein halbes Dutzend Kehren, die Wolkendecke etwas aufzul�sen. Ein Unwetter konnte den Weg im Handumdrehen in einen Sumpf verwandeln. Bei dem Gedanken zuckte ich zusammen, lie� den Himmel in Ruhe und konzentrierte mich wieder auf die Stra�e.</p><p>Wir erreichten eine bauf�llige Br�cke, die �ber ein ausgetrocknetes Flu�bett f�hrte. Am gegen�berliegenden Ufer war die Stra�e glatter und weniger gelb. Im Laufe der n�chsten Stunde wurde sie noch dunkler, flacher, h�rter, und das Gras am Rain nahm eine frische gr�ne Farbe an.</p><p>Doch inzwischen hatte es zu regnen begonnen.</p><p>Ich k�mpfte eine Zeitlang dagegen an, entschlossen, mein Gras und die dunkle, leichte Stra�e nicht aufzugeben. Der Kopf begann mir zu schmerzen, doch der Schauer endete eine Viertelmeile sp�ter, und die Sonne lie� sich wieder blicken.</p><p>Die Sonne . . . o ja, die Sonne.</p><p>Wir ratterten weiter und kamen in ein k�hles Tal, in dem wir schlie�lich eine weitere schmale Br�cke �berquerten. Diesmal zog sich in der Mitte des Flu�betts ein schmaler Wasserlauf hin. L�ngst hatte ich mir die Z�gel um die Handgelenke gebunden, da ich immer wieder f�r kurze Perioden einschlief. Wie aus gro�er Entfernung kommend, begann ich mich zu konzentrieren, richtete mich auf, ordnete meine Eindr�cke . . .</p><p>Aus dem Wald zu meiner Rechten erkundeten die V�gel z�gernd den Tag. Tautropfen hingen schimmernd an den Grashalmen, den Bl�ttern. Ein kuhler Hauch machte sich in der Luft bemerkbar, und die Strahlen der Morgensonne fielen schr�g zwischen den B�umen hindurch.</p><p>Doch mein K�rper lie� sich durch das Erwachen dieses Schattens nicht t�uschen, und ich war erleichtert, als sich Ganelon endlich hinter mir reckte und zu fluchen begann. W�re er nicht bald zu sich gekommen, h�tte ich ihn wohl wecken m�ssen.</p><p>Ich hatte genug. Vorsichtig zupfte ich an den Z�geln. Die Pferde begriffen, was ich wollte, und blieben stehen. Ich leierte und zog die Bremse fest, da wir uns auf einer Steigung fanden, und griff nach der Wasserflasche.</p><p>�He!� sagte Ganelon, w�hrend ich trank. �La�t mir auch einen Tropfen!�</p><p>Ich reichte ihm die Flasche nach hinten.</p><p>�Jetzt fahrt Ihr weiter�, sagte ich. �Ich mu� schlafen.�</p><p>Er trank eine halbe Minute lang und atmete heftig aus.</p><p>�Gut�, sagte er, schwang sich �ber das Wagenbord auf die Stra�e. �Aber bitte noch einen Augenblick Geduld. Die Natur fordert ihr Recht.�</p><p>Er verlie� die Stra�e, und ich kroch nach hinten auf die Ladefl�che und streckte mich dort aus, wo er eben noch gelegen hatte. Den Mantel faltete ich mir zu einem Kissen zusammen.</p><p>Gleich darauf h�rte ich ihn auf den Bock steigen, und es gab einen Ruck, als er die Bremse l�ste. Ich h�rte, wie er mit der Zunge schnalzte und die Z�gel aufklatschen lie�.</p><p>�Haben wir Morgen?� rief er mir zu.</p><p>�Ja.�</p><p>�Gut! Dann habe ich ja den ganzen Tag und die ganze Nacht hindurch geschlafen!�</p><p>Ich lachte leise.</p><p>�Nein � ich habe ein bi�chen an den Schatten herumgeschoben�, sagte ich. �Ihr habt nur sechs oder sieben Stunden geruht.�</p><p>�Das verstehe ich nicht. Aber egal � ich glaube Euch. Wo sind wir jetzt?�</p><p>�Wir fahren noch immer nach Nordosten�, antwortete ich, �und stehen etwa zwanzig Meilen vor der Stadt und vielleicht ein Dutzend Meilen von Benedicts Haus entfernt. Gleichzeitig haben wir uns quer durch die Schatten bewegt.�</p><p>�Was soll ich jetzt tun?�</p><p>�Folgt der Stra�e, weiter nichts. Wir brauchen die Entfernung.�</p><p>�K�nnte uns Benedict noch einholen?�</p><p>�Ich glaube ja. Deshalb d�rfen wir die Pferde noch nicht ausruhen lassen.�</p><p>�Na sch�n. Soll ich nach etwas Bestimmtem Ausschau halten?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Wann soll ich Euch wecken?�</p><p>�Nie.�</p><p>Da schwieg er, und w�hrend ich darauf wartete, da� mein Bewu�tsein aufgesaugt w�rde, dachte ich nat�rlich an Dara. Schon w�hrend des Tages waren meine Gedanken immer wieder zu ihr gewandert.</p><p>Die Erkenntnis war ganz �berraschend gekommen. Ich hatte sie nicht als Frau gesehen, bis sie sich in meine Arme sinken lie� und meinen Gedanken in diesem Punkt eine neue Richtung gab. Ich konnte nicht einmal den Alkohol daf�r verantwortlich machen, da ich gar nicht viel getrunken hatte. Warum wollte ich die Schuld �berhaupt woanders suchen? Weil ich mir irgendwie schuldbewu�t vorkam � deswegen. Sie war zu weitl�ufig mit mir verwandt, als da� ich sie mir wirklich als Familienmitglied vorstellen konnte. Und das war auch nicht der springende Punkt. Ich hatte au�erdem nicht das Gef�hl, die Situation ausgenutzt zu haben, denn als sie mich suchen kam, wu�te sie durchaus, was sie tat. Es waren vielmehr die Umst�nde, die Zweifel an meinen Motiven aufkommen lie�en. Als ich sie kennenlernte und auf den Spaziergang durch die Schatten f�hrte, hatte ich mehr erringen wollen als ihr Vertrauen und ihre Freundschaft. Ich versuchte einen Teil ihrer Treue, ihres Vertrauens, ihrer Zuneigung von Benedict auf mich zu lenken. Ich hatte sie auf meiner Seite sehen wollen, als eine m�gliche Verb�ndete in diesem Haus, das schnell zum feindlichen Lager werden konnte. Ich hatte gehofft, sie im Notfall ausn�tzen zu k�nnen. All dies stimmte. Doch ich konnte mir einfach nicht vorstellen, da� ich sie auf jene Weise besessen hatte, nur um diesen Zielen n�herzukommen, als Mittel zum Zweck. Vielleicht aber doch � allerdings nicht nur. Jedenfalls machte mich diese Erkenntnis unruhig und weckte das Gef�hl, niedertr�chtig gehandelt zu haben. Warum? Ich hatte in meinem Leben viele Dinge getan, die objektiv betrachtet viel schlimmer waren � und diese Dinge machten mir nicht sonderlich zu schaffen. Ich k�mpfte mit mir und rang mich nur m�hsam zu der Antwort durch, an der kein Weg vorbeif�hrte. Mir lag an dem M�dchen � ganz einfach. Mein Gef�hl war etwas anderes als die Freundschaft, die mich mit Lorraine verbunden hatte, eine Freundschaft mit einem Hauch weltm�den Einvernehmens zwischen zwei Veteranen; auch unterschied sich mein Empfinden von der beil�ufigen Sinnlichkeit, die kurz zwischen mir und Moire aufgeflackert war, ehe ich zum zweitenmal durch das Muster schritt. Dieses Gef�hl war ganz anders. Ich kannte Dara erst so kurze Zeit, da� es mir fast unlogisch vorkam. Ich war ein Mann, der Jahrhunderte und Dutzende von Frauen hinter sich hatte. Und doch . . . hatte ich seit Jahrhunderten nicht mehr so empfunden. Ich hatte dieses Gef�hl vergessen � bis es sich jetzt wieder regte. Ich wollte mich nicht in sie verlieben. Noch nicht. Vielleicht sp�ter. Am besten �berhaupt nicht. Sie war nicht die richtige f�r mich. Im Grunde war sie noch ein Kind. Alles, was sie sich w�nschte, alles, was sie neu und faszinierend fand, hatte ich irgendwann bereits getan. Nein, unsere Verbindung stimmte nicht. Es war nicht richtig, mich in sie zu verlieben. Ich h�tte es eigentlich nicht dazu kommen lassen d�rfen . . .</p><p>Ganelon summte eine freche Melodie vor sich hin. Der Wagen h�pfte und knirschte, wandte sich bergauf. Die Sonne strahlte mir ins Gesicht, und ich bedeckte das Gesicht mit dem Unterarm. Irgendwo in dieser Gegend griff endlich die Bewu�tlosigkeit zu und zog ihre Decke �ber mich.</p><empty-line/><p>Als ich erwachte, war die Mittagsstunde vorbei, und ich f�hlte mich wie ger�dert. Ich nahm einen gro�en Schluck aus der Flasche, sch�ttete mir etwas in die Handfl�che und rieb mir damit die Augen aus, fuhr mir mit den Fingern durch die Haare. Dann sah ich mir die Umgebung an. Viel Gr�n erstreckte sich auf allen Seiten, kleine Baumgruppen und offene Fl�chen mit hohem Gras. Wir fuhren auf einem Lehmweg dahin, der hier allerdings ziemlich fest und glatt war. Der Himmel war bis auf einige Wolken klar; Licht und Schatten wechselten in ziemlich regelm��igen Abst�nden. Ein leichter Wind wehte.</p><p>�Weilt Ihr wieder unter den Lebenden? Gut!� sagte Ganelon, als ich �ber die Trennwand nach vorn kletterte und mich neben ihn setzte . . .</p><p>�Die Pferde werden langsam m�de, Corwin, und ich m�chte mir gern etwas die Beine vertreten�, sagte er. �Au�erdem bin ich sehr hungrig. Ihr nicht auch?�</p><p>�Ja. Haltet dort vorn links im Schatten. Wir wollen ein Weilchen rasten.�</p><p>�Ich m�chte aber gern noch ein St�ck weiterfahren�, sagte er.</p><p>�Hat das einen besonderen Grund?�</p><p>�Ja. Ich m�chte Euch etwas zeigen.�</p><p>�Na sch�n.�</p><p>Wir fuhren vielleicht eine halbe Meile weiter und erreichten schlie�lich eine Kurve, die uns ein wenig mehr nach Norden f�hrte. Nach kurzer Zeit kamen wir an einen H�gel, von dessen Gipfel aus wir eine weitere Anh�he erblickten, die sich noch h�her emporschwang.</p><p>�Wie weit wollt Ihr denn noch fahren?� fragte ich.</p><p>�Bis auf den n�chsten H�gel�, erwiderte er. �Vielleicht k�nnen wir es von dort ausmachen.�</p><p>�Na gut.�</p><p>Die Pferde m�hten sich mit der Steigung des zweiten H�gels, und ich stieg aus und half von hinten nach. Als wir den Gipfel endlich erreichten, z�gelte Ganelon die Pferde und zog die Bremse fest. Er stieg auf die Ladefl�che des. Wagens und stellte sich auf eine Kiste. Nach links blickend, legte er die Hand �ber die Augen.</p><p>�Kommt doch einmal herauf, Corwin!� rief er.</p><p>Ich kletterte �ber die hintere Klappe, und er hockte sich hin und streckte mir die Hand entgegen. Ich ergriff sie, und er half mir auf die Kiste. Ich folgte seinem erhobenen Finger mit den Blicken.</p><p>Etwa eine dreiviertel Meile entfernt verlief von links nach rechts, soweit ich schauen konnte, ein breiter schwarzer Streifen. Wir befanden uns mehrere Meter h�her als die Erscheinung und vermochten sie etwa eine halbe Meile weit gut zu �berschauen. Der Durchmesser betrug mehrere hundert Fu� und schien konstant zu bleiben, obwohl sich der Streifen auf der Strecke, die wir einsehen konnten, zweimal drehte und wendete. In der Erscheinung standen B�ume � allerdings v�llig schwarz. Auf dem Streifen schien Bewegung zu herrschen, doch ich vermochte nicht zu sagen, was dort geschah. Vielleicht war es nur der Wind, der das schwarze Gras am Rand bewegte. Doch in der ganzen Erscheinung schien sich zugleich etwas zu regen, dahinzuflie�en � wie Str�mungen in einem flachen, dunklen Flu�.</p><p>�Was ist das?� fragte ich.</p><p>�Ich hoffte, da�<emphasis/> Ihr mir das sagen k�nntet�, erwiderte Ganelon. �Ich nahm an, da� es vielleicht zu Eurem Schatten-Zauber geh�rt.�</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf. �Ich war ziemlich schl�frig, doch ich w�rde mich erinnern, wenn ich so etwas Seltsames eingef�delt h�tte. Woher habt Ihr gewu�t, da� das Ding hier sein w�rde?�</p><p>�W�hrend Ihr schlieft, sind wir dem Streifen schon mehrmals nahe gekommen und haben uns wieder von ihm entfernt. Ich mag die Aura nicht, die davon ausgeht � ein allzu vertrautes Gef�hl. Erinnert Euch das nicht an etwas?�</p><p>�Ja, allerdings. Leider.�</p><p>Er nickte. �Dieses Ding f�hlt sich an wie der verdammte Kreis in Lorraine. Ja, dem ist es sehr �hnlich.�</p><p>�Die schwarze Stra�e . . .� sagte ich.</p><p>�Was?�</p><p>�Die schwarze Stra�e�, wiederholte ich. �Ich wu�te nicht, was sie meinte, als sie davon sprach, aber jetzt beginne ich zu verstehen. Dies ist leider keine angenehme Entdeckung.�</p><p>�Ein anderes schlechtes Vorzeichen?�</p><p>�Ich f�rchte ja.�</p><p>Er fluchte. �Wird es uns sofort �rger machen?�</p><p>�Ich glaube nicht, aber genau kann man das nie wissen.�</p><p>Er stieg von der Kiste, und ich folgte ihm.</p><p>�Wir wollen die Pferde grasen lassen�, sagte er, �und dann unsere M�gen versorgen.�</p><p>�Ja.�</p><p>Wir gingen nach vorn, und er nahm die Z�gel. Am Fu�e des H�gels fanden wir eine gute Stelle zur Rast.</p><p>Wir verweilten dort fast eine Stunde lang. Die schwarze Stra�e erw�hnten wir nicht, obwohl ich mich in Gedanken sehr damit besch�ftigte. Nat�rlich mu�te ich mir das Ding noch n�her ansehen.</p><p>Als wir zur Weiterfahrt bereit waren, �bernahm ich wieder die Z�gel. Die Pferde, die sich etwas erholt hatten, zogen energisch an.</p><p>Ganelon sa� links von mir und war noch immer ziemlich gespr�chig. Erst mit der Zeit ging mir auf, wieviel ihm seine seltsame R�ckkehr bedeutet hatte. Er hatte viele Orte besucht, die ihm aus der Zeit seines R�uberlebens bekannt waren, au�erdem Schlachtfelder, auf denen er sich in seiner ehrbaren Zeit ausgezeichnet hatte. Seine Erinnerungen r�hrten mich in mancher Hinsicht. Eine ungew�hnliche Mischung von Gold und Ton war dieser Mann. Er h�tte ein Angeh�riger Ambers sein sollen.</p><p>Die Meilen glitten schnell vorbei, und wir kamen allm�hlich der schwarzen Stra�e n�her, als ich pl�tzlich einen vertrauten Stich im Kopf versp�rte.</p><p>Ich reichte Ganelon die Z�gel.</p><p>�Nehmt!� sagte ich. �Fahrt weiter!�</p><p>�Was ist?�</p><p>�Sp�ter! Fahrt!�</p><p>�Soll ich die Pferde antreiben?�</p><p>�Nein. Fahrt ganz normal weiter. Seid mal ein paar Minuten still.�</p><p>Ich schlo� die Augen, stemmte den Kopf in die H�nde, leerte meinen Geist und errichtete eine Mauer um die entstehende Leere. Der Ansturm lie� nach und setzte erneut mit voller Macht ein. Ich blockierte ihn ein zweitesmal. Es folgte eine dritte Welle, die ich ebenfalls stoppte. Dann war es vorbei.</p><p>Ich seufzte und massierte mir die Augen.</p><p>�Alles in Ordnung�, sagte ich.</p><p>�Was war los?�</p><p>�Jemand versuchte sich auf einem ganz besonderen Wege mit mir in Verbindung zu setzen. Mit ziemlicher Sicherheit war es Benedict. Offenbar hat er eben ein paar Dinge herausgefunden, die ihm den Wunsch eingeben k�nnten, uns aufzuhalten. Ich �bernehme wieder die Z�gel. Ich f�rchte, da� er uns bald auf der Spur sein wird.�</p><p>Ganelon �berlie� mir die F�hrung des Wagens.</p><p>�Wie stehen unsere Chancen?�</p><p>�Mittlerweile nicht schlecht, w�rde ich sagen. Wir haben immerhin schon ein h�bsches St�ck zur�ckgelegt. Sobald das Schwindelgef�hl in meinem Kopf aufgeh�rt hat, mische ich noch ein paar Schatten durcheinander.�</p><p>Ich steuerte den Wagen, und der Weg wand sich hierhin und dorthin, verlief eine Zeitlang parallel zu der schwarzen Stra�e und r�ckte schlie�lich n�her heran. Wir waren nur noch wenige hundert Meter von ihr entfernt.</p><p>Ganelon betrachtete die Erscheinung stumm und sagte schlie�lich: �Das Ding erinnert mich zu stark an jenen anderen Ort. Die winzigen Nebelfetzen, die um alles herumwallen, das Gef�hl, da� sich jemand links oder rechts von einem bewegt, ohne da� man ihn richtig sehen kann . . .�</p><p>Ich bi� mir auf die Lippen. Der Schwei� brach mir aus. Ich versuchte mich von dem Ding durch die Schatten fortzubewegen � doch ich f�hlte Widerstand. Nicht dasselbe Gef�hl monolithischer Unbeweglichkeit, wie es eintritt, wenn man in Amber durch die Schatten zu treten versucht. Nein, es war etwas v�llig anderes. Es war ein Gef�hl der � Unentrinnbarkeit.</p><p>Dabei bewegten wir uns tats�chlich durch die Schatten. Die Sonne wanderte �ber den Himmel, r�ckte zur Mittagsstunde zur�ck � der Gedanke an eine Nacht in der N�he des schwarzen Streifens mi�fiel mir �, und der Himmel verlor etwas von seiner blauen Farbe, die B�ume schossen h�her neben uns empor, und in der Ferne ragten Berge auf.</p><p>War es m�glich, da� sich die Stra�e durch mehrere Schatten zog?</p><p>Es mu�te so sein. Warum sonst h�tten Julian und G�rard sie finden und sich so daf�r interessieren sollen?</p><p>Lange Zeit fuhren wir parallel zu ihr und kamen ihr allm�hlich immer n�her. Bald trennten uns noch etwa hundert Fu�. Dann f�nfzig . . .</p><p>. . . Und ich hatte es geahnt: schlie�lich kam der Augenblick, da sich die Pfade kreuzten!</p><p>Ich zog die Z�gel an. Ich stopfte meine Pfeife, z�ndete sie an und rauchte vor mich hin, w�hrend ich die Erscheinung studierte. Star und Feuerdrache mochten das schwarze Gebiet offenbar nicht, das unseren Weg kreuzte. Sie wieherten und wollten zur Seite ausbrechen.</p><p>Wenn wir auf der Stra�e bleiben wollten, mu�ten wir diagonal �ber die schwarze Fl�che fahren. Ein Teil des Terrains lag au�erdem hinter einer Reihe Felsen und konnte nicht eingesehen werden. Hohes Gras stand am Rande des schwarzen Gebiets, da und dort auch ein B�schel am Fu�e der Felsformationen. Nebelschwaden bewegten sich dazwischen, und �ber den Senken hingen Dunstwolken. Der Himmel, den man durch die Atmosph�re �ber dem Streifen sehen konnte, war um etliches dunkler und hatte ein seltsam ru�iges, verschmiertes Aussehen. Eine unnat�rlich anmutende Stille lag vor uns, fast als sei hier ein unsichtbares Wesen zum Angriff bereit und habe den Atem angehalten.</p><p>Dann h�rten wir den Schrei. Es war die Stimme eines M�dchens! Der alte Trick mit der Frau in Not?</p><p>Er kam von irgendwo rechts, von einer Stelle hinter den Felsen. Die Sache roch mir nach einer Falle. Aber Himmel! Vielleicht war dort wirklich jemand in Gefahr! Ich warf Ganelon die Z�gel zu, sprang zu Boden und zog Grayswandir.</p><p>�Ich sehe mich mal um�, sagte ich, schritt nach rechts und sprang �ber den Graben, der neben der Stra�e verlief.</p><p>�Beeilt Euch.�</p><p>Ich dr�ngte mich durch lichtes Unterholz und erstieg einen Felshang. Auf der gegen�berliegenden Seite mu�te ich ein weiteres Geb�sch �berwinden und erreichte schlie�lich eine h�here Felsformation. Von neuem ein Schrei, und diesmal h�rte ich auch andere Ger�usche.</p><p>Schlie�lich war ich auf der Anh�he und vermochte ziemlich weit zu blicken.</p><p>Das schwarze Territorium begann etwa vierzig Fu� unter mir, und die Szene, die meine Aufmerksamkeit erregte, spielte sich ungef�hr hundertundf�nfzig Fu� jenseits der Grenze ab.</p><p>Bis auf die Flammen war es ein einfarbiges Bild. Eine Frau mit schwarzem Haar, das ihr bis zu den H�ften herabhing, war an einen der schwarzen B�ume gefesselt, glimmende �ste lagen um ihre F��e aufgeh�uft. Ein halbes Dutzend haariger Albinom�nner, die schon fast v�llig nackt waren und sich beim Herumtanzen weiter entkleideten, stocherten knurrend und lachend mit St�cken nach der Frau und griffen sich dabei auch immer wieder an die Genitalien. Die Flammen waren inzwischen so hoch, da� sie das wei�e Gewand der Frau versengten und den Stoff glimmen lie�en. Das Kleid war zerrissen, so da� ich ihren herrlich geformten K�rper erkennen konnte, w�hrend der Rauch sie derma�en einh�llte, da� ihr Gesicht nicht auszumachen war.</p><p>Ich st�rzte vorw�rts, betrat das Gebiet der schwarzen Stra�e, sprang �ber die langen Grasb�schel und warf mich zwischen die Gestalten. Ich k�pfte den ersten und spie�te einen zweiten auf, ehe mein Angriff �berhaupt bemerkt wurde. Die anderen drehten sich um und hieben br�llend mit den St�cken auf mich ein.</p><p>Grayswandir w�tete zwischen ihnen, bis sie zerst�ckelt zu Boden sanken und keinen Ton mehr von sich gaben. Ihr Blut war schwarz.</p><p>Ich wandte mich um und stie� mit einem Fu�tritt das Feuer beiseite. Dann n�herte ich mich der Frau und durchtrennte ihre Fesseln. Schluchzend fiel sie mir in die Arme.</p><p>Erst jetzt bemerkte ich ihr Gesicht � oder eher das Fehlen eines Gesichts. Sie trug eine elfenbeinerne Vollmaske, eine Maske ohne jede Andeutung von Gesichtsz�gen, bis auf zwei winzige rechteckige Schlitze anstelle der Augen.</p><p>Ich zog sie von dem Feuer und den Toten fort. Sie klammerte sich schweratmend an mich, wobei sie sich mit dem ganzen K�rper an mich dr�ngte. Nach einer mir angemessen erscheinenden Zeit versuchte ich mich von ihr zu l�sen. Doch sie gedachte nicht, mich loszulassen und entwickelte dabei �berraschende Kr�fte.</p><p>�Schon gut�, sagte ich. Sie antwortete nicht.</p><p>Ihre festen H�nde bewegten sich fordernd �ber meinen K�rper, vollf�hrten rauhe Liebkosungen, die eine �berraschende Wirkung auf mich hatten. Von Sekunde zu Sekunde stieg ihre Anziehung auf mich. Ich ertappte mich dabei, da� ich ihr Haar und ihren begehrlichen K�rper streichelte, ihre festen Br�ste, ihren Leib.</p><p>�Es ist alles vorbei�, sagte ich mit rauher Stimme. �Wer seid Ihr? Warum wollte man Euch verbrennen? Was waren das f�r M�nner?�</p><p>Doch sie antwortete nicht. Sie hatte zu schluchzen aufgeh�rt, wenn sie auch noch immer heftig atmete, nun allerdings aus anderen Gr�nden. Sie dr�ngte ihren Leib fordernd an mich.</p><p>�Warum tragt Ihr die Maske?� fl�sterte ich.</p><p>Ich griff danach, aber sie warf den Kopf zur�ck.</p><p>Doch dieses Detail kam mir nicht sonderlich wichtig vor. W�hrend ein n�chterner, logischer Teil meines Ich genau wu�te, da� diese Leidenschaft unvern�nftig war, war ich zugleich so machtlos wie die G�tter der Epikur�er. Ich wollte sie auf der Stelle besitzen und war dazu bereit. Meine Erregung hatte ihren H�hepunkt erreicht. Ich wollte nicht l�nger z�gern, nestelte an meinen Hosen . . .</p><p>In diesem Augenblick h�rte ich Ganelon meinen Namen rufen und versuchte, mich in seine Richtung zu wenden.</p><p>Doch sie hielt mich zur�ck.</p><p>Ihre Kr�fte verbl�fften mich.</p><p>�Kind von Amber�, ert�nte ihre vertraut klingende Stimme. �Wir schulden dir dies f�r die Dinge, die du uns gegeben hast, und wir werden dich jetzt ganz besitzen.�</p><p>Wieder drang Ganelons Stimme an meine Ohren, eine endlose Hut von Verw�nschungen.</p><p>Ich lehnte mich unter Aufbietung s�mtlicher Kr�fte gegen ihren Griff auf, der schw�cher wurde. Meine Hand scho� vor, und ich ri� die Maske ab.</p><p>Als ich mich befreite, ert�nte ein kurzer zorniger Schrei � und vier letzte, verhallende Worte<emphasis>:</emphasis></p><p><emphasis>�Amber mu� vernichtet werden!�</emphasis></p><p>Hinter der Maske war kein Gesicht. Dahinter war �berhaupt nichts.</p><p>Das Gewand der Frau sank schlaff �ber meinen Arm. Sie oder es � oder was immer es war � war verschwunden.</p><p>Ich machte hastig kehrt und sah Ganelon am Rand der schwarzen Fl�che liegen. Seine Beine waren in unnat�rlicher Haltung verdreht. Seine Klinge hob und senkte sich langsam, doch ich vermochte nicht zu erkennen, mit was er k�mpfte. Ich eilte zu ihm.</p><p>Das lange schwarze Gras, das ich �bersprungen hatte, lag um seine Kn�chel und Unterschenkel. W�hrend er sich freizuhacken versuchte, wippten andere Grashalme hin und her, als wollten sie seinen Schwertarm einfangen. Es war ihm gelungen, sein rechtes Bein teilweise zu befreien, und ich beugte mich vor und vermochte seine Arbeit zu vollenden.</p><p>Dann trat ich au�er Reichweite der Gr�ser hinter ihn und warf die Maske fort, die ich, wie ich in diesem Augenblick erkannte, noch immer umklammert hielt. Sie fiel innerhalb der schwarzen Fl�che zu Boden und begann sofort zu glimmen.</p><p>Ich packte Ganelon unter den Armen und versuchte ihn fortzuzerren. Das Gras widersetzte sich, doch ich ri� ihn los. Ich schleppte ihn �ber das restliche Gras, das uns von der friedlicheren gr�nen Abart am Stra�enrand trennte.</p><p>Er kam wieder auf die F��e, mu�te sich aber noch schwer auf mich st�tzen. Er b�ckte sich und beklopfte seine Beine.</p><p>�Bet�ubt�, sagte er. �Mir sind die Beine eingeschlafen.�</p><p>Ich half ihm zum Wagen zur�ck. Er klammerte sich am Wagenkasten fest und begann mit den F��en aufzustapfen.</p><p>�Es kribbelt!� verk�ndete er. �Ich habe langsam wieder Gef�hl darin . . . autsch!�</p><p>Schlie�lich humpelte er zum vorderen Teil des Wagens. Ich half ihm auf den Kutschbock und folgte ihm.</p><p>�Das ist schon besser�, seufzte er. �Meine F��e kommen langsam wieder zu sich. Das Zeug hat mir f�rmlich die Kraft aus den Beinen gesogen � und aus dem Rest meines K�rpers. Was war los?�</p><p>�Unser schlechtes Omen hat sein Versprechen wahrgemacht.�</p><p>�Was nun?�</p><p>Ich ergriff die Z�gel und l�ste die Bremse.</p><p>�Wir fahren hin�ber�, sagte ich trotzig. �Ich mu� mehr �ber diese Erscheinung erfahren. Haltet Eure Klinge bereit.�</p><p>Er knurrte etwas vor sich hin und legte sich die Waffe �ber die Knie. Den Pferden gefiel mein Kommando gar nicht, doch als ich ihre Flanken mit der Peitsche t�tschelte, setzten sie sich in Bewegung.</p><p>Wir erreichten das schwarze Territorium, und mir war, als w�ren wir pl�tzlich in eine Wochenschau aus dem Zweiten Weltkrieg geraten. Vage, doch ganz in der N�he, d�ster, deprimierend, bedr�ckend. Selbst das Quietschen des Wagens und der Hufschlag klangen irgendwie ged�mpft, schienen pl�tzlich aus der Ferne zu kommen. In meinen Ohren setzte ein schwaches, nachdr�ckliches Klingen ein. Das Gras am Stra�enrand bewegte sich, wenn wir vorbeifuhren, doch ich achtete darauf, den Halmen nicht zu nahe zu kommen. Wir durchquerten mehrere Nebelfelder. Obwohl sie geruchlos waren, vermochten wir kaum darin zu atmen. Als wir uns dem ersten H�gel n�herten, begann ich mit der Verschiebung, die uns durch die Schatten bringen sollte.</p><p>Wir umrundeten den H�gel.</p><p>Nichts.</p><p>Die d�stere H�llenszene hatte sich nicht ver�ndert.</p><p>Da wurde ich w�tend. Aus dem Ged�chtnis zeichnete ich das Muster auf und hielt es mir flammend vor das innere Auge. Und wieder probierte ich eine Verschiebung.</p><p>Sofort begann mein Kopf zu schmerzen. Von der Stirn bis zum Hinterkopf scho� ein Schmerz und verharrte dort wie ein gl�hender Draht. Aber das stachelte meinen Zorn nur noch mehr an und verst�rkte meine Bem�hungen, die schwarze Stra�e im Nichts verschwinden zu lassen.</p><p>Die Umgebung verschwamm. Der Nebel verdichtete sich, wallte in Schwaden �ber die Stra�e. Die Umrisse wurden undeutlich. Ich sch�ttelte die Z�gel, und die Pferde griffen schneller aus. In meinem Kopf begann es zu dr�hnen, als wollte mir der Sch�del zerspringen.</p><p>Statt dessen zersprang sekundenlang alles andere . . .</p><p>Der Boden erbebte, begann da und dort Risse zu zeigen � aber es war mehr als nur das. Durch alles schien ein pl�tzliches Zucken zu gehen, und die Risse waren nicht nur blo�e Bruchstellen im Boden. Es war, als habe jemand gegen einen Tisch getreten, auf dem sich ein lose zusammengelegtes Puzzle befunden hatte. L�cken erschienen in der ganzen Szene: hier ein gr�ner Stamm, dort ein Wasserflirren, die Ecke eines blauen Himmels, absolute Schw�rze, ein wei�es Nichts, die halbe Front eines Backsteinhauses, Gesichter hinter einem Fenster, Feuer, ein St�ck sternenheller Himmel . . .</p><p>Die Pferde jagten dahin, und ich mu�te an mich halten, um vor Schmerz nicht aufzuschreien.</p><p>Ein Chaos an Ger�uschen � tierisch, menschlich, mechanisch � umtoste uns. Ich glaubte Ganelon fluchen zu h�ren, aber ich war meiner Sache nicht sicher.</p><p>Ich glaubte, der Schmerz m��te mir das Bewu�tsein rauben, doch aus Sturheit und Zorn beschlo� ich, so lange wie m�glich durchzuhalten. Ich konzentrierte mich auf das Muster, so wie ein Sterbender sich vielleicht an seinen Gott klammert, und setzte meinen gesamten Willen gegen die Existenz der schwarzen Stra�e.</p><p>Im n�chsten Augenblick war der Druck von mir gewichen, und die Pferde st�rmten dahin, zerrten uns �ber ein gr�nes Feld. Ganelon griff nach den Z�geln, doch ich zog sie bereits an und br�llte den Pferden zu, bis sie anhielten.</p><p>Wir hatten die schwarze Stra�e �berquert.</p><p>Ich drehte mich um und blickte zur�ck. Die Szene war schwankend und zuckend, als betrachtete ich sie durch aufgew�hltes Wasser. Unser Weg durch die Schw�rze zeichnete sich jedoch scharf und reglos ab, wie eine Br�cke oder ein Damm, und das Gras am Rand war gr�n.</p><p>�Das war ja schlimmer�, sagte Ganelon, �als der Ritt, auf dem Ihr mich damals ins Exil f�hrtet.�</p><p>�Das glaube ich auch�, sagte ich und redete leise auf die Pferde ein, brachte sie schlie�lich dazu, auf den Weg zur�ckzukehren und weiterzutrotten.</p><p>Die Welt war nun wieder heller. Wir bewegten uns zwischen gro�en Pinien, deren frischer Geruch in der Luft lag. Eichh�rnchen und V�gel bewegten sich in den �sten. Der Boden war dunkler und fruchtbarer. Wir schienen uns in gr��erer H�he zu befinden als vor der �berquerung. Es freute mich, da� wir wirklich eine Verschiebung durchgemacht hatten � und noch dazu in der gew�nschten Richtung.</p><p>Der Weg kr�mmte sich, f�hrte ein St�ck zur�ck, verlief wieder gerade. Ab und zu vermochten wir einen Blick auf die schwarze Stra�e zu werfen. Sie lag nicht allzuweit entfernt zu unserer Rechten. Noch immer fuhren wir etwa parallel dazu. Die Erscheinung zog sich eindeutig durch s�mtliche Schatten. Soweit wir erkennen konnten, schien sie wieder in ihren unheimlichen Normalzustand zur�ckgefunden zu haben.</p><p>Meine Kopfschmerzen lie�en nach, meine Stimmung verbesserte sich etwas. Wir erreichten eine h�herliegende Fl�che und hatten einen herrlichen Ausblick auf ein gro�es Waldgebiet, das mich an Teile von Pennsylvanien erinnerte, durch die ich vor vielen Jahren gefahren war.</p><p>Ich reckte mich. �Wie geht es Euren Beinen?� fragte ich.</p><p>�Gut�, sagte Ganelon, der sich umgedreht hatte. �Ich kann ziemlich weit schauen, Corwin . . .�</p><p>�Ja?�</p><p>�Und ich sehe einen Reiter, der schnell dahingaloppiert.�</p><p>Ich stand auf und drehte mich um. Vielleicht st�hnte ich, als ich mich wieder auf den Sitz fallen lie� und die Z�gel sch�ttelte.</p><p>Er war noch zu weit entfernt, um deutlich sichtbar zu sein � auf der anderen Seite der schwarzen Stra�e. Aber wer konnte es sonst sein, wer sonst konnte mit solchem Tempo unseren Spuren folgen?</p><p>Ich fluchte.</p><p>Wir n�herten uns einer Anh�he. Ich wandte mich an Ganelon und sagte: �Macht Euch auf einen weiteren H�llenritt gefa�t.�</p><p>�Ist das Benedict?�</p><p>�Ich glaube schon. Wir haben vorhin zuviel Zeit verloren. Allein kann er sich sehr schnell bewegen � und besonders durch die Schatten.�</p><p>�Glaubt Ihr, da� wir ihn noch absch�tteln k�nnen?�</p><p>�Das werden wir feststellen�, erwiderte ich. �Und zwar ziemlich bald.�</p><p>Ich trieb die Pferde mit einem Schnalzen an und sch�ttelte erneut die Z�gel. Wir erreichten die Kuppe, und ein eisiger Wind fuhr uns entgegen. Der Weg flachte ab, und der Schatten eines Felsbrocken zu unserer Linken verdunkelte den Himmel. Als wir daran vorbei waren, hielt sich die Dunkelheit, und feine Schneekristalle prickelten uns auf Gesichtern und H�nden.</p><p>Wenige Minuten sp�ter fuhren wir wieder bergab, und das Schneetreiben war zu einem tobenden Sturm geworden. Der Wind kreischte uns in den Ohren, und der Wagen ratterte und rutschte zur Seite weg. Hastig richtete ich ihn wieder aus. Rasch waren wir von Schneewehen umgeben, und die Stra�e war wei�. Unser Atem dampfte, Eis schimmerte an B�umen und Felsen.</p><p>Bewegung, vor�bergehende Verwirrung der Sinne. Das brauchten wir jetzt . . .</p><p>Wir rasten weiter, und der Wind bedr�ngte uns, schmerzte und br�llte. Die Schneewehen r�ckten bis auf die Stra�e vor.</p><p>Wir kamen um eine Kurve und verlie�en den Sturm. Noch war die Welt ein eisbedecktes Etwas, noch wehte dann und wann eine Schneeflocke vorbei, doch die Sonne l�ste sich aus den Wolken, sch�ttete ihr Licht �ber das Land, und wieder fuhren wir bergab . . .</p><p>. . . Kamen durch einen Nebel und erreichten eine schroffe schneelose Felsein�de . . .</p><p>. . . Wir hielten uns rechts, gelangten wieder in die Sonne, folgten einem gewundenen Weg durch hohes, glattes, blaugraues Gestein auf eine Ebene . . .</p><p>. . . Wo fern zur Rechten die schwarze Stra�e Schritt hielt. Hitzewogen �berrollten uns, und das Land dampfte. Blasen platzten in brodelnden Massen, die die Krater f�llten, entlie�en ihre giftigen D�mpfe in die stickige Luft. Flache Pf�tzen erstreckten sich vor uns wie eine Handvoll verstreuter alter Bronzem�nzen.</p><p>Die Pferde galoppierten dahin, halb irrsinnig vor Angst, als neben dem Weg Geysire auszubrechen begannen. Kochendhei�es Wasser spr�hte in schimmernden, dampfenden Kaskaden �ber die Fahrspur, verfehlte uns knapp. Der Himmel schien aus Messing zu bestehen, und die Sonne sah aus wie ein verfaulter Apfel. Der Wind war ein hechelnder Hund mit �belriechendem Atem.</p><p>Der Boden erzitterte, und in der Ferne spuckte ein Berg seinen Gipfel zum Himmel empor und warf ihm Feuersbr�nste hinterher. Ein ohrenbet�ubendes Krachen folgte, und Luftwogen best�rmten uns.</p><p>Der Wagen schwankte und brach aus der Spur.</p><p>Wir rasten auf eine Reihe schwarzer Berge zu, und die ganze Zeit �ber bebte der Boden, und der Wind bedr�ngte uns mit der St�rke eines Hurrikans. Als sich das, was von dem Weg noch �brig war, in die falsche Richtung wandte, verlie�en wir die Spur und fuhren holpernd und dr�hnend �ber die Ebene. Die Berge wuchsen langsam vor uns empor, tanzten in der aufgew�hlten Luft.</p><p>Ich wandte mich um, als ich Ganelons Hand auf meinem Arm sp�rte. Er br�llte irgend etwas, doch ich vermochte ihn nicht zu verstehen. Dann deutete er nach hinten, und ich blickte in die Richtung. Aber dort zeigte sich nichts �berraschendes. Die Luft war turbulent, bewegte Staub, Erdbrocken und Asche. Ich zuckte die Achseln und konzentrierte mich wieder auf die Berge.</p><p>Am Fu�e der n�chsten Anh�he tat sich eine tiefe Dunkelheit auf. Ich hielt darauf zu.</p><p>Als sich der Boden wieder abw�rts senkte, wuchs die Schw�rze vor mir empor, eine gewaltige H�hlen�ffnung, verdeckt durch einen Vorhang aus Staub und fallenden Steinen.</p><p>Ich lie� die Peitsche knallen, und wir legten die letzten f�nf- oder sechshundert Meter zur�ck und st�rzten uns hinein.</p><p>Dann hielt ich die Pferde zur�ck, lie� sie im Schritt gehen.</p><p>Der Weg f�hrte weiter nach unten. Wir bogen um eine Ecke und befanden uns in einer breiten und hohen Grotte. Durch L�cher, die sich hoch �ber uns befanden, sickerte Licht herein, beleuchtete Stalaktiten und fiel auf zuckende gr�ne Seen. Der Boden beruhigte sich nicht. Mein Geh�r erholte sich. Ich sah einen gewaltigen Stalagmiten zusammenbrechen und vernahm ein leises Klirren.</p><p>Wir �berquerten einen schwarzen Abgrund auf einer Br�cke, die aus Kalkstein zu bestehen schien � ein Bauwerk, das hinter uns zusammenbrach und in der Tiefe verschwand.</p><p>Felsbrocken regneten von oben herab. In Ecken und Spalten schimmerte es gr�n von Moos und rot von Pilzkulturen. Streifen von Mineralien kr�mmten sich funkelnd, gro�e Kristalle und flache Blumen aus hellem Gestein trugen zu der feuchten, unheimlichen Sch�nheit dieses Ortes bei. Wir rollten durch H�hlen, die mich an eine Folge von Seifenblasen erinnerten, und fuhren mit einem sch�umenden Strom um die Wette, der schlie�lich in einem schwarzen Loch verschwand.</p><p>Ein langer, gewundener Tunnel f�hrte uns schlie�lich wieder nach oben, und ich h�rte schwach und widerhallend Ganelons Stimme: �Ich glaube, ich habe eine Bewegung gesehen � k�nnte ein Reiter sein � oben auf dem Berg � nur einen Augenblick lang.�</p><p>Wir erreichten eine etwas hellere H�hle.</p><p>�Wenn das Benedict war, hat er alle M�he, uns auf der Spur zu bleiben!� rief ich, gefolgt von einem Beben und ged�mpften Krachen, als weitere Felsmauern hinter uns zusammenbrachen.</p><p>Wir fuhren aufw�rts, bis sich schlie�lich �ffnungen �ber uns zeigten und den Blick auf einige Stellen des blauen Himmels freigaben. Das Klirren der Hufe und das Grollen des Wagens klangen wieder einigerma�en normal, und wir nahmen wieder ein Echo wahr. Das Beben h�rte auf, kleine V�gel schwirrten �ber uns dahin, und das Licht wurde st�rker.</p><p>Dann noch eine Wegbiegung, und der Ausgang lag vor uns, eine breite niedrige �ffnung in den Tag. Wir mu�ten die K�pfe einziehen, als wir unter dem ausgezackten �berhang hindurchfuhren.</p><p>Wir h�pften und tanzten �ber einen Vorsprung aus moosbedecktem Gestein und schauten schlie�lich auf ein Kiesbett hinab, das sich wie eine Sensenspur �ber den Hang zog und zwischen Riesenb�umen unter uns verschwand. Ich schnalzte mit der Zunge, trieb die Pferde von neuem an.</p><p>�Die Tiere sind sehr m�de�, bemerkte Ganelon.</p><p>�Ich wei�. Sie k�nnen bald ausruhen � so oder so.�</p><p>Der Kies knirschte unter unseren R�dern. Die B�ume dufteten angenehm.</p><p>�Habt Ihr es bemerkt? Dort unten, zur Rechten?�</p><p>�Was . . .?� begann ich und wandte den Kopf. �Oh�, sagte ich dann.</p><p>Die widerliche schwarze Stra�e war noch immer neben uns, etwa eine Meile entfernt.</p><p>�Durch wie viele Schatten zieht sie sich?� fragte ich.</p><p>�Offenbar durch alle�, meinte Ganelon.</p><p>Grimmig sch�ttelte ich den Kopf. �Hoffentlich nicht.�</p><p>Und wir fuhren in die Tiefe, unter einem blauen Himmel und einer goldenen Sonne, die sich ganz normal dem Westen entgegensenkte.</p><p>�Ich hatte beinahe Angst, die H�hle zu verlassen�, sagte Ganelon nach einer Weile. �Was h�tte uns hier drau�en nicht alles auflauern k�nnen!�</p><p>�Die Pferde machen nicht mehr lange mit. Ich mu� die Sache abschlie�en. Wenn wir vorhin Benedict gesehen haben, mu� sein Pferd in ausgezeichneter Verfassung sein. Er hat es ziemlich stark angetrieben. Und dann all die Hindernisse . . . Ich glaube, er ist zur�ckgefallen.�</p><p>�Vielleicht kennt sich das Tier mit solchen Hindernissen aus�, sagte Ganelon, w�hrend wir knirschend in eine Rechtskurve fuhren und der H�hlenschlund unseren Blicken entschwand.</p><p>�Die M�glichkeit besteht nat�rlich�, sagte ich, dachte an Dara und fragte mich, was sie in diesem Augenblick wohl machte.</p><p>Allm�hlich kamen wir immer tiefer, dabei schoben wir uns langsam und unmerklich durch die Schatten. Der Weg f�hrte immer mehr nach rechts, und ich fluchte, als ich erkannte, da� wir uns wieder der schwarzen Stra�e n�herten.</p><p>�Verdammt! Das Ding ist ja so aufdringlich wie ein Versicherungsvertreter!� sagte ich, und mein Zorn schlug in eine Art Ha� um. �Im geeigneten Augenblick werde ich das Ding vernichten!�</p><p>Ganelon antwortete nicht. Er trank gerade einen gro�en Schluck Wasser. Dann reichte er mir die Flasche, und ich tat es ihm nach.</p><p>Schlie�lich erreichten wir ebenes Terrain, und wie bisher kr�mmte und wand sich der Weg beim geringsten Anla�. Ich gab den Pferden die Z�gel frei. Hier mu�te sogar ein berittener Verfolger das Tempo m��igen.</p><p>Etwa eine Stunde sp�ter lie� meine Spannung nach, und wir machten Rast, um zu essen. Wir waren gerade fertig, als Ganelon � der unentwegt den Berg beobachtete � aufstand und die Hand �ber die Augen legte.</p><p>�Nein!� sagte ich und sprang auf. �Ich glaube es einfach nicht!�</p><p>Ein einsamer Reiter war aus der H�hle gekommen. Ich sah, wie er einen Augenblick z�gerte und dann unserem Weg folgte.</p><p>�Was jetzt?� fragte Ganelon.</p><p>�Wir suchen unsere Sachen zusammen und fahren weiter. Auf diese Weise k�nnen wir das Unvermeidliche vielleicht noch ein Weilchen hinausschieben. Ich brauche noch etwas Zeit zum Nachdenken.�</p><p>Und wieder rollten wir dahin, noch immer in einem gem�chlichen Tempo, das so gar nicht zur Hast meiner Gedanken pa�te. Es mu�te eine M�glichkeit geben, ihn aufzuhalten! Wenn m�glich, ohne ihn umzubringen!</p><p>Doch mir fiel nichts ein.</p><p>Abgesehen von der schwarzen Stra�e, die sich wieder einmal heranschl�ngelte, war es ein herrlicher Nachmittag an einem wundersch�nen Ort. Es war eine Schande, diese Erde mit Blut zu beflecken, besonders wenn es mein eigenes Blut sein sollte. Obwohl Benedict die Klinge nur noch links f�hren konnte, hatte ich Angst, ihm gegen�berzutreten. Ganelon konnte mir da gar nichts n�tzen. Benedict w�rde kaum Notiz von ihm nehmen.</p><p>An der n�chsten Kurve schob ich uns weiter durch die Schatten. Gleich darauf stieg mir schwacher Rauchgeruch in die Nase. Wieder nahm ich eine leichte Verschiebung vor.</p><p>�Er kommt schnell n�her!� verk�ndete Ganelon. �Ich habe ihn eben noch gesehen, wie er . . . Da steigt Rauch auf! Flammen! Der Wald brennt!�</p><p>Ich lachte und blickte zur�ck. Die H�lfte des Hangs war unter Rauchwolken verborgen, und ein orangerotes Phantom raste durch das Gr�n, und erst in dieser Sekunde erreichte das Krachen und Knistern meine Ohren. Aus eigenem Antrieb erh�hten die Pferde die Geschwindigkeit.</p><p>�Corwin! Habt Ihr . . .?�</p><p>�Ja! Wenn der Hang steiler und unbewaldet gewesen w�re, h�tte ich es mit einer Steinlawine versucht.�</p><p>Minutenlang war die Luft voller V�gel. Wir n�herten uns dem schwarzen Weg. Feuerdrache warf den Kopf hoch und wieherte. Schaumflocken flogen ihm vom Maul. Er versuchte auszubrechen, stieg auf die Hinterhand und lie� die Vorderl�ufe durch die Luft wirbeln. Star stie� einen erschreckten Laut aus und zog nach rechts. Ich k�mpfte einen Augenblick lang dagegen an, gewann die Kontrolle zur�ck, beschlo�, die Tiere ein Weilchen laufen zu lassen.</p><p>�Er kommt trotzdem!� rief Ganelon.</p><p>Ich fluchte, und wir holperten dahin. Schlie�lich f�hrte uns der Weg unmittelbar an der schwarzen Stra�e entlang. Wir befanden uns auf einer langen Geraden, und ein Blick �ber die Schulter zeigte mir, da� der ganze Berg in Flammen stand � ein rotes Meer, durch das sich wie eine f�rchterliche Narbe der Weg zog. Und jetzt sah ich den Verfolger. Er war auf halbem Wege nach unten und galoppierte wie ein Derbyreiter dahin. Gott! Was f�r ein Pferd das sein mu�te! Ich fragte mich, welcher Schatten das Tier geboren hatte.</p><p>Ich zog die Z�gel an, zun�chst sanft, dann fester, bis wir schlie�lich wieder langsamer fuhren. Wir waren nur noch wenige hundert Fu� von der schwarzen Stra�e entfernt, und ich hatte daf�r gesorgt, da� es ganz in der N�he eine Stelle gab, wo die Entfernung nur noch drei�ig oder vierzig Fu� betrug. Es gelang mir, die Pferde an diesem Punkt zum Stehen zu bringen. Schweratmend standen sie vor dem Wagen. Ich reichte Ganelon die Z�gel<emphasis/>, zog Grayswandir und sprang auf die Stra�e.</p><p>Warum auch nicht? Es war ein gutes, ebenes Fleckchen, und vielleicht sprach das schwarze, verkohlte St�ck Erde, das so sehr von den Farben des Lebens und Wachsens daneben abstach, einen morbiden Instinkt in mir an.</p><p>�Was nun?� wollte Ganelon wissen.</p><p>�Wir k�nnen ihn nicht absch�tteln�, sagte ich. �Und wenn er es durch das Feuer schafft, ist er in wenigen Minuten hier. Eine weitere Flucht w�re sinnlos. Ich erwarte ihn an dieser Stelle.�</p><p>Ganelon drehte die Z�gel um einen Pflock und griff nach seinem Schwert.</p><p>�Nein�, sagte ich. �Ihr k�nnt das Ergebnis des Kampfes nicht beeinflussen, so oder so. Ich bitte Euch um folgendes: Fahrt mit dem Wagen ein St�ck weiter und wartet dort auf mich. Wenn die Sache zu meiner Zufriedenheit ausgeht, reisen wir weiter. Wenn nicht, m��t Ihr Euch Benedict sofort ergeben. Er hat es auf mich abgesehen, und er w�re der einzige, der Euch nach Avalon zur�ckf�hren k�nnte. Er wird es tun. Wenigstens k�nntet Ihr auf diese Weise in Eure Heimat zur�ckkehren.� Er z�gerte.</p><p>�Fahrt los�, sagte ich. �Tut, was ich gesagt habe.�</p><p>Er blickte zu Boden. Er l�ste die Z�gel. Er sah mich an.</p><p>�Viel Gl�ck�, sagte er und trieb die Pferde an.</p><p>Ich verlie� den Weg, nahm vor einer kleinen Gruppe junger B�ume Aufstellung und wartete. Ich behielt Grayswandir in der Hand, schaute einmal kurz auf die schwarze Stra�e und richtete schlie�lich den Blick auf unseren Weg.</p><p>Nach kurzer Zeit erschien er am Rand der Flammen, umgeben von Rauch und Feuer und brennenden �sten. Es war Benedict; er hatte das Gesicht zum Teil verdeckt, der Stumpf seines rechten Arms war zum Schutz der Augen hochgewinkelt � und er galoppierte herbei wie ein Fl�chtling aus der H�lle. Er brach durch einen Schauer aus Funken und glimmenden Aschest�cken und erreichte schlie�lich das Freie und st�rmte auf dem Weg herbei.</p><p>Schon bald vermochte ich den Hufschlag zu h�ren. Es w�re nun eines Gentlemans w�rdig gewesen, die Klinge in der Scheide stecken zu lassen, solange ich wartete. Doch wenn ich das tat, hatte ich vielleicht keine Gelegenheit mehr, sie zu ziehen.</p><p>Unwillk�rlich �berlegte ich, wie Benedict seine Klinge tragen mochte und was f�r ein Schwert er wohl mitf�hrte. Eine gerade Klinge? Oder gekr�mmt? Lang? Kurz? Er verstand sich auf alle. Er hatte mir den Umgang mit Hieb- und Stichwaffen beigebracht . . .</p><p>Es mochte nicht nur h�flich, sondern auch klug sein, Grayswandir wegzustecken. Vielleicht wollte er sich zuerst nur mit mir unterhalten; die blanke Waffe mochte ihn zur Unbedachtsamkeit herausfordern. Doch als der Hufschlag lauter wurde, machte ich mir klar, da� ich Angst hatte, die Klinge wegzustecken.</p><p>Ehe er in Sicht kam, wischte ich mir einmal kurz die Handfl�che trocken. An der Kurve hatte er sein Tier gez�gelt, und er mu�te mich im gleichen Augenblick gesehen haben wie ich ihn. Er ritt direkt auf mich zu und lie� sein Pferd dabei immer langsamer gehen. Doch er schien nicht die Absicht zu haben, sein Tier anzuhalten.</p><p>Es war geradezu ein mystischer Augenblick, ich wei� nicht, wie ich es anders ausdr�cken soll. W�hrend er n�her kam, lief mein Verstand schneller als die Zeit, so da� ich den Eindruck hatte, als st�nde mir eine Ewigkeit zur Verf�gung, die Ann�herung dieses Mannes zu verfolgen, der mein Bruder war. Seine Kleidung war verschmutzt, sein Gesicht geschw�rzt, der Stumpf des rechten Arms erhoben, wild hin und her zuckend. Das gro�e Tier unter ihm war schwarz und rot gescheckt und besa� eine wilde rote M�hne und einen ebensolchen Schwanz. Doch es war wirklich ein Pferd, das die Augen rollte, Schaum vor dem Maul hatte und rasselnd atmete. Im n�chsten Augenblick erkannte ich, da� er die Klinge auf dem R�cken trug; der Griff ragte �ber seiner rechten Schulter empor. Sein Pferd z�gelnd, den Blick starr auf mich gerichtet, verlie� er die Stra�e und steuerte auf eine Stelle links von mir zu, zog einmal die Z�gel<emphasis/> an und lie� sie dann los, lenkte das Pferd nur noch mit den Knien. Die linke Hand fuhr in einer gru��hnlichen Bewegung an seinem Kopf vorbei nach oben und packte den Griff der Waffe. Sie l�ste sich ger�uschlos und beschrieb einen anmutigen Bogen �ber ihm, ehe sie in einer t�dlichen Position schr�g vor seiner linken Schulter zur Ruhe kam � wie ein einzelner Fl�gel aus mattem Stahl mit einer winzigen Vorderkante, die wie ein Streifen Spiegelglas schimmerte. Sein Anblick brannte sich mit einer gewissen Pracht in meinen Verstand, mit einer Gro�artigkeit, mit einem Glanz, der irgendwie anr�hrend war. Die Klinge war eine lange sensen�hnliche Waffe, mit der ich ihn schon im Kampf beobachtet hatte. Nur hatten wir damals als Verb�ndete gegen einen gemeinsamen Gegner gek�mpft, den ich f�r unbesiegbar gehalten hatte. Benedict hatte mir in jener Nacht das Gegenteil bewiesen. Als sich die Waffe nun gegen mich erhob, �berfiel mich der Gedanke an meine Sterblichkeit � ein Gedanke, der mich nie zuvor in dieser Weise betroffen hatte. Es war, als sei ein Schutz von der Welt genommen worden, als werfe pl�tzlich jemand ein grelles Schlaglicht auf den Tod h�chstpers�nlich.</p><p>Der Augenblick war vorbei. Ich wich zwischen die B�ume zur�ck. Ich hatte mich dort aufgestellt, um die jungen St�mme auszunutzen. Ich wich etwa zehn, zw�lf Fu� weit zwischen die St�mme zur�ck und machte zwei Schritte nach links. Das Pferd stieg im letzten Augenblick auf die Hinterhand und schnaubte und wieherte mit gebl�hten N�stern. Dann wandte es sich zur Seite, wobei es gro�e Erdbrocken aufwirbelte. Benedicts Arm bewegte sich mit unglaublicher Geschwindigkeit, wie die Zunge einer Schildkr�te, und seine Klinge fuhr durch einen jungen Baum, dessen Stamm ich auf drei Zoll sch�tzte. Der Baum blieb noch einen Augenblick lang stehen, ehe er langsam umkippte.</p><p>Seine Stiefel prallten auf den Boden, und er schritt auf mich zu. Auch aus diesem Grund hatte ich mir die Baumgruppe ausgesucht � er sollte zu mir kommen m�ssen an einen Ort, da eine lange Klinge durch �ste und St�mme behindert werden mu�te.</p><p>Doch im Voranst�rmen schwang er die Waffe geradezu beil�ufig hin und her, und ringsum st�rzten die B�ume. Wenn er nur nicht so schrecklich gut gewesen w�re . . .! Wenn er nur nicht Benedict gewesen w�re . . .!</p><p>�Benedict�, sagte ich ganz ruhig. �Sie ist l�ngst erwachsen und kann ihre eigenen Entscheidungen treffen.�</p><p>Doch er lie� nicht erkennen, ob er mich geh�rt hatte. Er schritt weiter und schwang dabei die m�chtige Klinge hin und her. Sie sirrte durch die Luft, und immer wieder war ein weicher Laut zu h�ren, wenn sie einen weiteren Baum durchtrennte und davon nur geringf�gig verlangsamt wurde.</p><p>Ich hob Grayswandir und richtete es auf seine Brust.</p><p>�Nicht weiter, Benedict�, sagte ich. �Ich m�chte nicht mit dir k�mpfen.�</p><p>Er hob die Waffe in Angriffsposition und sagte nur ein Wort: �M�rder!�</p><p>Dann zuckte seine Hand vor, und fast gleichzeitig wurde mein Schwert zur Seite geschlagen. Ich parierte den nachfolgenden Stich, und er fegte meine Riposte zur Seite und griff von neuem an.</p><p>Diesmal machte ich mir nicht die M�he einer Riposte. Ich parierte einfach, zog mich zur�ck und trat hinter einen Baum.</p><p>�Ich verstehe das nicht�, sagte ich und schlug seine Klinge nieder, die an dem Stamm entlangglitt und mich beinahe aufgespie�t h�tte. �Ich habe in letzter Zeit niemanden get�tet. Jedenfalls nicht in Avalon.�</p><p>Wieder ein dumpfer Laut, und der Baumstamm st�rzte auf mich zu. Ich brachte mich in Sicherheit und wich, seine Schl�ge abwehrend, zur�ck.</p><p>�M�rder!� sagte er wieder.</p><p>�Ich verstehe nicht, was das soll, Benedict!�</p><p>�L�gner!�</p><p>Nun endlich blieb ich stehen und verteidigte meine Position. Verdammt! Es war so sinnlos, f�r etwas zu sterben, das gar nicht stimmte. Ich ripostierte, so schnell ich konnte, suchte �berall nach einer Ansatzm�glichkeit. Doch die gab es nicht.</p><p>�Dann sag�s mir wenigstens!� rief ich. �Bitte!�</p><p>Doch er schien nicht mehr reden zu wollen. Er bedr�ngte mich, und ich mu�te erneut zur�ckweichen. Es war, als versuchte ich mit einem Gletscher zu k�mpfen. Mit der Zeit festigte sich meine �berzeugung, da� er den Verstand verloren hatte � was mir allerdings nicht im geringsten weiterhelfen konnte. Bei jedem anderen h�tte der Wahnsinn die Reaktionsf�higkeit beeintr�chtigt. Doch Benedict hatte im Laufe der Jahrhunderte seine Reflexe perfektioniert.</p><p>Unbarmherzig trieb er mich zur�ck. Ich duckte mich zwischen den B�umen hindurch, und er hieb sie nieder und bedr�ngte mich weiter. Ich machte den Fehler anzugreifen und vermochte seine Gegenattacke erst im letzten Augenblick von meiner Brust abzulenken. Ich k�mpfte eine Woge der Panik nieder, als ich erkannte, da� er mich auf den Rand der Baumgruppe zutrieb. Bald hatte er mich im Freien, wo ihn keine B�ume mehr behinderten.</p><p>Meine Aufmerksamkeit war so total auf ihn gerichtet, da� ich die St�rung von au�en erst mitbekam, als es zu sp�t war.</p><p>Mit lautem Schrei sprang Ganelon von irgendwo herbei, legte die Arme um Benedict und hielt seinen Schwertarm fest.</p><p>Selbst wenn ich es wirklich gewollt h�tte � es fehlte mir in diesem Augenblick die Gelegenheit, ihn zu t�ten. Er war zu schnell, und Ganelon kannte die Kr�fte dieses Mannes nicht.</p><p>Benedict wendete sich nach rechts und brachte Ganelon auf diese Weise zwischen sich und mich. Gleichzeitig lie� er seinen Armstumpf wie einen Kn�ppel herum wirbeln und traf Ganelon an der linken Schl�fe. Dann zerrte er den linken Arm frei, packte Ganelon am G�rtel, ri� ihn von den F��en und schleuderte ihn in meine Richtung. Als ich zur Seite trat, b�ckte er sich, nahm die Waffe wieder auf, die vor ihm niedergefallen war, und griff erneut an. Ich hatte kaum Zeit f�r einen Blick nach hinten, wo Ganelon zehn Fu� entfernt zu Boden gegangen war.</p><p>Ich parierte und setzte meinen R�ckzug fort. Ich hatte nur noch einen Trick im �rmel, und es betr�bte mich, da� Amber seines rechtm��igen Herrschers beraubt sein w�rde, wenn der Versuch mi�lang.</p><p>Es ist irgendwie schwieriger, mit einem guten Linksh�nder zu k�mpfen als mit einem guten Rechtsh�nder; dieser Umstand wirkte sich zus�tzlich gegen mich aus. Doch ich mu�te einen kleinen Versuch wagen. Ich mu�te etwas ausprobieren, auch wenn ich damit ein Risiko einging.</p><p>Ich machte einen gro�en Schritt zur�ck, entfernte mich vor�bergehend aus seiner Reichweite. Dann beugte ich mich vor und griff an. Der Zug war sorgf�ltig �berlegt und wurde sehr schnell vorgetragen.</p><p>Ein unerwartetes Ergebnis, das sicher zum Teil auf Gl�ck beruhte, war der Umstand, da� ich ihn tats�chlich traf, allerdings nicht dort, wo ich wollte. Einen Augenblick lang rutschte Grayswandir �ber eine seiner Paraden und traf ihn am linken Ohr. Dies machte ihn vor�bergehend langsamer, doch die Verwundung war minimal und f�hrte sogar dazu, da� er sich noch intensiver einsetzte. Obwohl ich weiter angriff, kam ich einfach nicht mehr durch. Es war nur ein kleiner Schnitt, doch das Blut trat ihm aus dem Ohrl�ppchen und rann tropfenweise herab.</p><p>Nun kam der gef�hrliche Teil, doch ich mu�te es wagen. Ich bot ihm eine kleine Chance, nur einen Sekundenbruchteil lang � wu�te ich doch, da� er die M�glichkeit sofort ausnutzen w�rde.</p><p>Das tat er auch, und ich parierte im letzten Augenblick. Ungern erinnere ich mich daran, wie nahe seine Klingenspitze meinem Herzen kam.</p><p>Dann gab ich erneut nach, wich zur�ck, verlie� r�ckw�rts die Baumgruppe. Parierend und mich zur�ckziehend bewegte ich mich an Ganelon vorbei, der am Boden lag. Ich gab weitere f�nfzehn Fu� nach, defensiv und konservativ k�mpfend.</p><p>Dann offerierte ich Benedict eine zweite M�glichkeit.</p><p>Wie schon einmal griff er an, und ich vermochte ihn noch einmal abzuwehren. Nun verst�rkte er seine Bem�hungen noch mehr, dr�ngte mich bis zum Rand der schwarzen Stra�e zur�ck.</p><p>Dort hielt ich inne und wehrte mich ernsthafter, wobei ich langsam an die Stelle r�ckte, die ich ausgesucht hatte. Ich mu�te ihn noch ein paar Sekunden lang halten, mu�te ihn in die richtige Position bringen . . .</p><p>Diese Sekunden fielen mir sehr schwer, doch ich k�mpfte verzweifelt und hielt mich bereit.</p><p>Dann gab ich ihm zum drittenmal dieselbe Chance.</p><p>Ich wu�te, da� er versuchen w�rde, sie auf die gleiche Art zu nutzen. Mein rechtes Bein stand hinter dem linken, spannte sich an, als er attackierte. Ich versetzte seiner Klinge nur einen leichten seitlichen Schlag, w�hrend ich r�ckw�rts auf die schwarze Stra�e sprang und dabei sofort den Arm auf volle L�nge ausstreckte, um ein Nachsto�en zu verhindern.</p><p>Und er tat, was ich gehofft hatte. Er hieb auf meine Klinge ein und r�ckte normal vor, als ich eine Quarte vollf�hrte . . .</p><p>. . . und er trat zwischen die schwarzen Grasb�schel, die ich im Zur�ckweichen �bersprungen hatte.</p><p>Im ersten Augenblick wagte ich nicht nach unten zu blicken. Ich setzte mich zur Wehr, ohne zur�ckzuweichen, und gab der Flora eine Chance.</p><p>Es dauerte nur wenige Sekunden. Benedict merkte es, als er sich das n�chstemal zu bewegen versuchte. Ich sah den verwirrten Ausdruck auf seinem Gesicht, dann die Anstrengung. Da wu�te ich, da� er in meiner Gewalt war.</p><p>Doch ich bezweifelte, da� ihn das Hindernis lange aufhalten w�rde, und schritt sofort zur Tat.</p><p>Ich t�nzelte au�erhalb der Reichweite seiner Klinge zur Seite, st�rmte vor und sprang �ber den Grasrand von der schwarzen Stra�e. Er versuchte sich zu drehen, doch die Halme hatten sich bis zu den Knien um seine Beine gewunden. Er schwankte einen Augenblick, konnte sich aber auf den Beinen halten.</p><p>Ich ging hinter ihm nach rechts. Mit einem Stich h�tte ich ihn nun m�helos t�ten k�nnen, aber dazu bestand nat�rlich keine Veranlassung mehr.</p><p>Er schwang den Arm hinter sich, drehte den Kopf und richtete die Klinge auf mich. Er begann sein linkes Bein freizuziehen.</p><p>Doch ich fintete nach rechts, und als er zu parieren versuchte, hieb ich ihm mit aller Kraft die Breitseite Grayswandirs in den Nacken.</p><p>Er war bet�ubt, und ich vermochte mich zu n�hern und ihm mit der linken Hand in die Nieren zu schlagen. Er kr�mmte sich leicht zusammen, und ich blockierte seinen Schwertarm und versetzte ihm einen zweiten Hieb in den Nacken, diesmal mit der Faust. Bewu�tlos st�rzte er zu Boden, und ich nahm ihm die Klinge aus der Hand und warf sie zu Boden. Das Blut aus dem Ohrl�ppchen zog sich wie ein exotischer Ohrring an seinem Hals entlang.</p><p>Ich legte Grayswandir zur Seite, packte Benedict an den Achselh�hlen und zog ihn von der schwarzen Stra�e fort. Das Gras leistete heftigen Widerstand, doch ich stemmte mich dagegen und vermochte ihn schlie�lich loszurei�en.</p><p>Ganelon hatte sich langsam aufgerichtet. Er humpelte herbei, stellte sich neben mich und starrte auf Benedict hinab.</p><p>�Was f�r ein Bursche!� sagte er. �Was f�r ein Bursche . . . Was machen wir nur mit ihm?�</p><p>Ich stemmte mir meinen Bruder im Feuerwehrgriff auf die Schultern und richtete mich auf.</p><p>�Ich bringe ihn zun�chst zum Wagen�, sagte ich. �Schafft Ihr bitte die Waffen herbei.�</p><p>�Ja.�</p><p>Ich schritt die Stra�e entlang, und Benedict blieb bewu�tlos � was ich sehr begr��te, wollte ich ihn doch nicht noch einmal niederschlagen, wenn es sich vermeiden lie�. Ich deponierte ihn am Stamm eines gro�en Baumes neben der Stra�e.</p><p>Als Ganelon mich eingeholt hatte, steckte ich die Klingen wieder in die Scheiden und bat ihn, von mehreren Kisten die Seile zu entfernen. W�hrend er damit besch�ftigt war, durchsuchte ich Benedict und fand das Gew�nschte.</p><p>Anschlie�end fesselte ich ihn an den Baum, w�hrend Ganelon sein Pferd holte. Wir banden das Tier an einen benachbarten Busch, an den ich auch seine Klinge h�ngte.</p><p>Dann bestieg ich den Kutschbock des Wagens, und Ganelon kam herbei.</p><p>�Wollt Ihr ihn einfach so zur�cklassen?� fragte er.</p><p>�Zun�chst.�</p><p>Wir fuhren weiter. Ich schaute nicht zur�ck; daf�r sah sich Ganelon um so �fter um.</p><p>�Er hat sich noch nicht bewegt�, berichtete er und fuhr fort: �Noch nie hat mich ein Mann so vom Boden hochgerissen und fortgeschleudert. Und dazu noch mit einer Hand!�</p><p>�Deshalb habe ich Euch auch gebeten, am Wagen zu warten und nicht gegen ihn zu k�mpfen, falls ich besiegt worden w�re.�</p><p>�Was soll nun aus ihm werden?�</p><p>�Ich sorge daf�r, da� er gerettet wird � bald.�</p><p>�Er kommt doch durch, oder?�</p><p>Ich nickte.</p><p>�Gut.�</p><p>Wir fuhren etwa zwei Meilen weiter, ehe ich die Pferde z�gelte. Ich stieg vom Wagen.</p><p>�Regt Euch jetzt nicht auf�, sagte ich, �egal was passiert. Ich hole f�r Benedict Hilfe.�</p><p>Ich entfernte mich von der Stra�e und stellte mich in den Schatten. Dann nahm ich die Trumpfkarten zur Hand, die Benedict bei sich gehabt hatte. Ich bl�tterte sie durch, fand G�rard und nahm die Karte aus dem Stapel. Den Rest legte ich wieder in den seidenbespannten Intarsienkasten, in dem Benedict das kostbare Spiel aufbewahrte.</p><p>Ich hielt G�rards Trumpf vor mich hin und betrachtete ihn.</p><p>Nach einer Weile wurde das Bild real und schien sich zu bewegen. Ich sp�rte G�rards Gegenwart. Er war in Amber. Er schritt durch eine Stra�e, die ich kannte. Er sah mir ziemlich �hnlich und war nur gr��er und massiger. Ich bemerkte, da� er noch immer seinen Bart trug.</p><p>Er blieb stehen und ri� die Augen auf.</p><p>�Corwin!�</p><p>�Ja, G�rard. Du siehst gut aus.�</p><p>�Deine Augen! Du kannst sehen?�</p><p>�Ja, ich kann wieder sehen.�</p><p>�Wo bist du?�</p><p>�Komm zu mir, dann zeige ich es dir.�</p><p>Er kniff die Augen zusammen.</p><p>�Ich wei� nicht recht, ob ich das wirklich tun sollte, Corwin. Ich bin im Augenblick ziemlich besch�ftigt.�</p><p>�Es geht um Benedict�, sagte ich. �Du bist der einzige, bei dem ich mich darauf verlassen kann, da� er ihm hilft.�</p><p>�Benedict? Ist er in Not?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Warum ruft er mich dann nicht selbst?�</p><p>�Das k�nnte er gar nicht. Er ist verhindert.�</p><p>�Warum? Wie denn?�</p><p>�Die Geschichte ist zu lang und zu kompliziert, um sie jetzt zu erz�hlen. Glaub mir, er ben�tigt deine Hilfe, auf der Stelle.�</p><p>Er bi� sich auf die b�rtige Unterlippe.</p><p>�Und du wirst allein nicht damit fertig?�</p><p>�Auf keinen Fall.�</p><p>�Und du glaubst, ich schaffe es?�</p><p>�Ich wei� es.�</p><p>Er lockerte seine Klinge in der Scheide.</p><p>�Ich will nicht hoffen, da� das eine Art Trick ist, Corwin.�</p><p>�Ich versichere dir, da� nichts dahintersteckt. Die lange Zeit, die seither vergangen ist, h�tte mir doch sicher Gelegenheit gegeben, eine raffiniertere List auszut�fteln.�</p><p>Er seufzte. Dann nickte er.</p><p>�Na gut. Ich komme zu dir.�</p><p>�Bitte.�</p><p>Er verharrte einen Augenblick lang, dann machte er einen Schritt vorw�rts.</p><p>Und schon stand er neben mir. Er streckte die Hand aus und ber�hrte mich an der Schulter. Er l�chelte.</p><p>�Corwin�, sagte er. �Es freut mich, da� du dein Augenlicht wieder hast.�</p><p>Ich wandte den Blick ab.</p><p>�Mich auch. Mich auch.�</p><p>�Wer ist das auf dem Wagen?�</p><p>�Ein Freund. Er hei�t Ganelon.�</p><p>�Wo ist Benedict? Was hat er f�r Probleme?�</p><p>Ich machte eine Armbewegung.</p><p>�Dort hinten�, sagte ich. �Etwa zwei Meilen von hier an der Stra�e. Er ist an einen Baum gefesselt. Sein Pferd grast in der N�he.�</p><p>�Was machst du hier?�</p><p>�Ich fliehe.�</p><p>�Wovor?�</p><p>�Vor Benedict. Ich bin derjenige, der ihn gefesselt hat.�</p><p>Er runzelte die Stirn.</p><p>�Ich verstehe das alles nicht . . .�</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Es gibt da zwischen uns ein Mi�verst�ndnis, das ich nicht habe aufkl�ren k�nnen. Er wollte mir nicht zuh�ren, und da haben wir gek�mpft. Ich habe ihn bewu�tlos geschlagen und gefesselt. Befreien k�nnte ich ihn nicht � er w�rde mich sofort wieder angreifen. Andererseits kann ich ihn nicht hilflos zur�cklassen. Er k�nnte Schaden nehmen, ehe er sich selbst befreien kann. Deshalb habe ich dich gerufen. Bitte geh zu ihm, befreie ihn, begleite ihn nach Hause.�</p><p>�Was tust du inzwischen?�</p><p>�Ich verschwinde von hier, so schnell ich kann, und verliere mich in den Schatten. Wenn du ihn davon abh�ltst, mir erneut zu folgen, w�rdest du uns beiden einen Gefallen tun. Ich m�chte nicht noch einmal gegen ihn k�mpfen m�ssen.�</p><p>�Ich verstehe. Kannst du mir nicht sagen, was geschehen ist?�</p><p>�Ich wei� es nicht genau. Er hat mich einen M�rder genannt. Ich gebe dir mein Wort, da� ich w�hrend meines Aufenthalts in Avalon keinen Menschen get�tet habe. Bitte berichte ihm, da� ich das gesagt habe. Ich h�tte gar keinen Grund, dich anzul�gen, und ich schw�re, da� ich die Wahrheit sage. Es gibt da noch eine andere Sache, die ihn vielleicht erz�rnt hat. Wenn er darauf zu sprechen kommt, sag ihm, dabei m��te er sich mit Daras Erkl�rung begn�gen.�</p><p>�Und die w�re?�</p><p>Ich zuckte die Achseln. �Du wei�t schon Bescheid, wenn er das Thema anschneidet. Wenn nicht, vergi� die Sache.�</p><p>�Dara war der Name?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Na sch�n. Ich tue, was du von mir erbittest . . . Sagst du mir noch schnell, wie du deine Flucht aus Amber bewerkstelligt hast?�</p><p>Ich l�chelte. �Ist das ein rein akademisches Interesse? Oder hast du das Gef�hl, da� du dieses Wissen eines Tages brauchen k�nntest?�</p><p>Er lachte leise. �Die Information k�nnte eines Tages ganz n�tzlich sein.�</p><p>�Es tut mir leid, lieber Bruder, da� die Welt f�r diese Erkenntnis noch nicht reif ist. Wenn ich es jemandem erz�hlen m��te, dann dir � aber es gibt keine M�glichkeit, da� dir die Erkenntnis n�tzen k�nnte, w�hrend mir meine Verschwiegenheit auch k�nftig noch von Vorteil sein kann.�</p><p>�Mit anderen Worten � du kennst einen Geheimweg von und nach Amber. Was hast du vor, Corwin?�</p><p>�Was glaubst du denn?�</p><p>�Die Antwort liegt auf der Hand. Allerdings sehe ich die Sache mit gemischten Gef�hlen.�</p><p>�W�rdest du mir das bitte erkl�ren?�</p><p>Er deutete auf einen Teil der schwarzen Stra�e, die von unserem Standort aus sichtbar war.</p><p>�Das Ding�, sagte er. �Es f�hrt bereits bis zum Fu�e Kolvirs. Eine Unzahl von Gesch�pfen benutzt diese Stra�e, um Amber anzugreifen. Wir verteidigen uns, wir sind noch immer siegreich. Doch die Angriffe werden heftiger und kommen h�ufiger. Es w�re kein g�nstiger Augenblick f�r einen Staatsstreich, Corwin.�</p><p>�Oder genau der richtige Zeitpunkt�, erwiderte ich.</p><p>�F�r dich gewi�, aber nicht unbedingt f�r Amber.�</p><p>�Wie wird Eric mit der Situation fertig?�</p><p>�Angemessen. Wie ich schon sagte, wir sind immer noch siegreich.�</p><p>�Ich meine nicht die Angriffe. Ich meine das ganze Problem � die Ursachen.�</p><p>�Ich bin selbst schon auf der schwarzen Stra�e gereist � ein weites St�ck.�</p><p>�Und?�</p><p>�Ich vermochte sie nicht bis zum Ende zu beschreiten. Du wei�t doch, da� die Schatten wilder und unheimlicher werden, je weiter man sich von Amber entfernt?�</p><p>�Ja.�</p><p>�. . . Bis einem der Verstand verdreht und zum Wahnsinn hin gezwungen wird.�</p><p>�Ja.�</p><p>�. . . Und irgendwo dahinter liegen die Gerichte des Chaos. Die Stra�e f�hrt weiter, Corwin. Ich bin �berzeugt, sie �berspannt die volle Strecke.�</p><p>�Dann haben sich meine Bef�rchtungen also bewahrheitet�, sagte ich.</p><p>�Das ist der Grund, warum ich unabh�ngig von meiner Einstellung zu dir davon abrate, jetzt zu handeln. Die Sicherheit Ambers mu� �ber allem anderen stehen.�</p><p>�Ich verstehe. Dann brauchen wir uns im Augenblick nicht weiter dar�ber zu unterhalten.�</p><p>�Und deine Pl�ne?�</p><p>�Da du sie nicht kennst, ist es sinnlos, dir zu er�ffnen, da� sie unver�ndert sind. Aber das sind sie.�</p><p>�Ich wei� nicht, ob ich dir Gl�ck w�nschen soll � jedenfalls w�nsche ich dir alles Gute. Ich freue mich, da� du wieder sehen kannst.� Er ergriff meine Hand. �Jetzt sollte ich mich aber um Benedict k�mmern. Er ist doch nicht etwa schwer verletzt?�</p><p>�Von mir nicht. Ich habe ihn nur geschlagen. Vergi� nicht, ihm meine Worte auszurichten.�</p><p>�Nein.�</p><p>�Und bring ihn nach Avalon zur�ck.�</p><p>�Ich werd�s versuchen.�</p><p>�Dann zun�chst Lebewohl, G�rard,�</p><p>�Leb wohl, Corwin.�</p><p>Er machte kehrt und ging die Stra�e entlang. Ich blickte ihm nach, bis er nicht mehr zu sehen war. Dann erst kehrte ich zum Wagen zur�ck, schob seinen Trumpf zwischen die anderen Karten und setzte meinen Weg nach Antwerpen fort.</p></section><section><title><p>8</p></title><p>Ich stand auf der Spitze des H�gels und blickte auf das Haus hinab. Da ich ringsum von Geb�sch umgeben war, fiel ich nicht besonders auf.</p><p>Ich wei� eigentlich nicht, was ich zu sehen erwartete. Eine ausgebrannte Ruine? Einen Wagen in der Auffahrt? Eine Familie auf den Rotholzst�hlen der Veranda? Bewaffnete W�chter?</p><p>Mir fiel auf, da� das Dach an einigen Stellen neue Schindeln vertragen konnte und da� der Rasen vor langer Zeit in seinen Naturzustand zur�ckgefallen war. Es �berraschte mich, da� ich an der R�ckseite nur eine zerbrochene Glasscheibe sehen konnte.</p><p>Das Haus sollte also verlassen aussehen. Interessant.</p><p>Ich breitete mein Jackett auf dem Boden aus und setzte mich darauf. Dann z�ndete ich mir eine Zigarette an. Die n�chsten H�user lagen ziemlich weit entfernt.</p><p>F�r die Diamanten hatte ich fast siebenhunderttausend Dollar bekommen. Das Gesch�ft war in anderthalb Wochen erledigt gewesen. Von Antwerpen waren wir nach Br�ssel gereist und hatten mehrere Abende in einem Klub an der Rue de Char et Pain verbracht, ehe mich der Mann aufst�berte, den ich sprechen wollte.</p><p>Arthur zeigte sich ziemlich erstaunt �ber meine W�nsche. Er war ein schlanker, wei�haariger Mann mit gepflegtem Schnurrbart, ein ehemaliger RAF-Offizier mit Oxford-Erziehung, und er hatte schon nach den ersten beiden Minuten den Kopf zu sch�tteln begonnen und mich mit Fragen �ber die Form der Lieferung unterbrochen. Er war zwar kein Sir Basil Zaharoff, doch machte er sich Sorgen, wenn ihm die Pl�ne eines Kunden zu unausgereift vorkamen. Es beunruhigte ihn, wenn zu bald nach der Lieferung etwas schiefgehen konnte. Er schien anzunehmen, so etwas k�nnte auf ihn zur�ckfallen. Aus diesem Grund war er bei der Verschiffung von Waffen n�tzlicher als die anderen. Und er hakte bei meinen Transportpl�nen ein, weil ich �berhaupt keine zu haben schien.</p><p>Bei einem solchen Arrangement braucht man normalerweise eine Art Endverbraucher-Zertifikat. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein Dokument mit der Best�tigung, da� das Land X die fraglichen Waffen bestellt hat. Man braucht diese Bescheinigung, um eine Exporterlaubnis des Herstellerlandes zu bekommen. Mit dem Dokument wahrt der Hersteller den Anschein der Seriosit�t, auch wenn die Sendung in das Land Y umgeleitet wird, sobald sie die Grenze �berquert hat. Zur Beschaffung der Papiere versichert man sich �blicherweise durch entsprechende Zahlungen der Hilfe eines Botschaftsmitgliedes von Land X � vorzugsweise eines Mannes, der zu Hause Verwandte oder Freunde beim Verteidigungsministerium hat. Die Bescheinigung kostet ziemlich viel, und meinem Gef�hl nach hatte Arthur die derzeit g�ltigen Tarife ausnahmslos im Kopf.</p><p>�Aber wie wollen Sie die Waffen versenden?� fragte er immer wieder. �Wie wollen Sie sie ans gew�nschte Ziel bringen?�</p><p>�Das�, erwiderte ich, �ist mein Problem. Dar�ber zerbreche ich mir den Kopf.�</p><p>Doch er setzte sein Kopfsch�tteln fort.</p><p>�Es ist nicht ratsam, sich die Sache in diesem Punkt leichtzumachen, Colonel�, sagte er. (F�r ihn galt ich seit unserer ersten Begegnung vor einigen Dutzend Jahren als Colonel. Den Grund wei� ich nicht genau.) �Das ist absolut nicht empfehlenswert. Wenn Sie auf diese Weise ein paar Dollar sparen wollen, k�nnen Sie die ganze Ladung verlieren und sich wirklichen �rger einhandeln. Ich k�nnte Sie durch eines der jungen afrikanischen L�nder problemlos absichern lassen . . .�</p><p>�Nein � beschaffen Sie mir nur die Waffen.�</p><p>W�hrend des Gespr�chs sa� Ganelon dabei und trank Bier, rotb�rtig und d�ster-eindrucksvoll wie eh und je, und er nickte zu allem, was ich sagte. Da er kein Englisch verstand, hatte er keine Ahnung vom Stand der Dinge. Ihm war das im Grunde auch egal. Er befolgte allerdings meine Anweisungen und wandte sich von Zeit zu Zeit in Thari an mich, woraufhin wir uns einen Augenblick lang in dieser Sprache �ber Belanglosigkeiten unterhielten. Der arme alte Arthur war ein vorz�glicher Sprachenkenner und wollte nat�rlich wissen, f�r welches Land seine Waffen bestimmt waren. Ich sp�rte deutlich, da� er sich gro�e M�he gab, die unbekannten Laute zu identifizieren. Schlie�lich begann er vor sich hinzunicken, als h�tte er eine L�sung gefunden.</p><p>Nach weiteren Diskussionen wagte er sich vor. �Ich kenne die Zeitungsberichte�, sagte er. �Ich bin sicher, seine Anh�nger k�nnen sich die Versicherungskosten leisten.�</p><p>Das war es fast wert, ihm die Wahrheit zu sagen.</p><p>Doch ich hielt mich an meinen Plan. �Nein�, sagte ich. �Glauben Sie mir � wenn ich die automatischen Gewehre �bernehme, werden sie von der Erdoberfl�che verschwinden.�</p><p>�Das w�re ein h�bscher Trick�, sagte er, �zumal ich noch nicht einmal wei�, wo wir sie �bernehmen.�</p><p>�Der Ort ist egal.�</p><p>�Selbstvertrauen ist eine gute Sache. Die n�chste Stufe ist die Tollk�hnheit . . .� Er zuckte die Achseln. �Wie Sie wollen � Ihr Problem.�</p><p>Dann er�ffnete ich ihm meine W�nsche hinsichtlich der Munition, und das schien ihn nun endg�ltig zu �berzeugen, ich m�sse den Verstand verloren haben. Er starrte mich sekundenlang verdattert an und verzichtete diesmal sogar darauf, den Kopf zu sch�tteln. Es kostete mich fast zehn Minuten, ihn nur dazu zu bringen, sich die Detailangaben anzusehen. Daraufhin begann er doch wieder mit dem Kopf zu sch�tteln und murmelte etwas von Silberkugeln und nichtz�ndenden Z�ndern.</p><p>Der wirksamste Anreiz, Bargeld, lie� ihn schlie�lich auf meine W�nsche eingehen. Mit den Gewehren oder Lastwagen gab es keine Schwierigkeiten; doch eine Waffenfabrik dazu zu bringen, meine ulkige Munition herzustellen � das w�rde teuer werden, meinte er. Er war nicht einmal sicher, ob er eine finden w�rde, die so etwas mitmachte. Als ich ihm sagte, die Kosten spielten keine Rolle, schien ihn das noch mehr aufzuregen. Wenn ich es mir leisten k�nnte, mit verr�ckter Versuchsmunition herumzuspielen, meinte er, k�nnte ein Endverbrauchszertifikat doch auch nicht mehr soviel ausmachen . . .</p><p>Ich blieb hart. �Nein�, sagte ich. �Mein Problem, denken Sie daran.�</p><p>Er seufzte ergeben und zupfte an seinen Schnurrbartspitzen. Dann nickte er. Also gut, alles sollte so geschehen, wie ich es w�nschte.</p><p>Nat�rlich berechnete er mir viel zuviel. Da ich in allen anderen Dingen vern�nftig auftrat, schien die Alternative zu einer Psychose darin zu bestehen, da� ich mich auf eine raffinierte Gaunerei eingelassen hatte. Diese �berlegung erregte sicher sein Interesse, doch kam er offenbar zu dem Schlu�, er solle lieber die Nase nicht zu tief in ein so kitzliges Unternehmen stecken. Er war sogar bereit, jede Chance zu ergreifen, sich von dem Projekt abzusetzen. Sobald er den Munitionshersteller gefunden hatte � er �berzeugte schlie�lich eine Firma in der Schweiz �, erkl�rte er sich einverstanden, da� ich direkten Kontakt aufnahm. Auf diese Weise hatte er nichts mehr damit zu tun � nat�rlich bis auf das Geld.</p><p>Ganelon und ich reisten mit falschen Papieren in die Schweiz. Mein Begleiter trat als Deutscher auf, ich als Portugiese. Mir war im Grunde gleichg�ltig, was meine Papiere auswiesen, solange die F�lschungen gut waren, doch ich hatte Deutsch als die Sprache bestimmt, die Ganelon am besten lernen konnte; schlie�lich mu�te er eine Sprache dieser Schatten-Welt beherrschen, und die deutschen Touristen schienen in der Schweiz besonders zahlreich zu sein. Er machte schnelle Fortschritte. Wenn Ganelon von einem Deutschen oder einem Schweizer nach seiner Herkunft gefragt wurde, sollte er antworten, er sei in Finnland aufgewachsen.</p><p>Wir brachten drei Wochen in der Schweiz zu, ehe ich mit der Qualit�tskontrolle meiner Munition zufrieden war. Wie angenommen, tat das Zeug in diesem Schatten bei der Z�ndung keinen Muckser. Doch ich hatte die Formel bis ins letzte Detail ausgearbeitet, worauf es jetzt einzig und allein ankam. Das Silber war nat�rlich ziemlich teuer. Vielleicht war ich zu vorsichtig. Doch immerhin gibt es in Amber einige Dinge, die man am besten mit diesem Metall beseitigt; au�erdem konnte ich�s mir leisten. Ganz abgesehen davon: Gab es eine bessere Kugel � einmal abgesehen von Gold � f�r einen K�nig? Wenn es dazu kam, da� ich Eric erschie�en mu�te, beging ich auf diese Weise wenigstens keine Majest�tsbeleidigung. Habt Nachsicht mit mir, Br�der.</p><p>Anschlie�end �berlie� ich Ganelon ein wenig sich selbst, da er sich geradezu mit Begeisterung in seine Touristenrolle gefunden hatte. Ich setzte ihn in Italien ab, eine Kamera vor dem Bauch und einen abwesenden Blick in den Augen, und flog zur�ck in die Vereinigten Staaten.</p><p>Zur�ck? Ja, das heruntergekommene Geb�ude am Hang unter mir war fast zehn Jahre lang mein Zuhause gewesen. Zu diesem Haus war ich seinerzeit unterwegs gewesen, als ich von der Stra�e gedr�ngt und in den Unfall verwickelt wurde, welcher zu allen bisherigen Ereignissen f�hrte.</p><p>Ich zog an meiner Zigarette und betrachtete das Geb�ude. Damals war es nicht heruntergekommen gewesen. Ich hatte mich immer gut darum gek�mmert. Das Haus war voll bezahlt. Sechs Zimmer und eine angebaute Garage f�r zwei Wagen. Ein Grundst�ck von etwa sieben Morgen, praktisch der ganze Hang. Ich hatte dort die meiste Zeit allein gelebt � ein Zustand, der mir gefiel. Einen gro�en Teil meiner Zeit verbrachte ich im Arbeitszimmer und in der Werkstatt. Ich fragte mich, ob der Holzschnitt von Mori noch im Arbeitszimmer hing. <emphasis>Von Angesicht zu Angesicht</emphasis> hie� er � die Darstellung zweier Krieger in t�dlichem Kampf. Es w�re nett, wenn ich das Bild zur�ckhaben k�nnte. Aber sicher war es l�ngst gestohlen; das sagte mir ein Gef�hl. Wahrscheinlich waren die Dinge, die man nicht gestohlen hatte, zur Begleichung ausstehender Steuern versteigert worden. Ich konnte mir vorstellen, da� der Staat New York so etwas fertigbrachte. Es �berraschte mich etwas, da� das Haus selbst noch keine neuen Bewohner hatte. Ich setzte meine Wacht fort, um ganz sicherzugehen. Himmel, ich hatte keine Eile. Ich wurde nirgendwo erwartet.</p><p>Kurz nach meiner Ankunft in Belgien hatte ich mich mit G�rard in Verbindung gesetzt. Ich hatte �berlegt und dann zun�chst auf den Versuch verzichtet, mit Benedict zu sprechen. Ich hatte Angst, da� er mich sofort wieder angreifen w�rde, so oder so.</p><p>G�rard hatte mich seltsam lauernd angesehen. Er war irgendwo in offenem Gel�nde und schien allein zu sein.</p><p>�Corwin?� fragte er schlie�lich. �Ja . . .�</p><p>�Ja. Was war mit Benedict?�</p><p>�Ich fand ihn, wie du gesagt hattest, und lie� ihn frei. Er wollte dich sofort verfolgen, doch ich konnte ihn �berzeugen, da� seit meinem Gespr�ch mit dir ziemlich viel Zeit vergangen sei. Da du gesagt hattest, er w�re bewu�tlos gewesen, hielt ich das f�r den besten Weg. Au�erdem war sein Pferd sehr ersch�pft. Wir sind dann gemeinsam nach Avalon zur�ckgekehrt. Ich bin bis nach der Beerdigung bei ihm geblieben und habe mir dann ein Pferd ausgeliehen. Jetzt reite ich nach Amber zur�ck.�</p><p>�Beerdigung? Was f�r eine Beerdigung?�</p><p>Von neuem traf mich sein lauernder Blick.</p><p>�Du wei�t es wirklich nicht?�</p><p>�Verdammt � w�rde ich fragen, wenn ich es w��te?�</p><p>�Seine Dienstboten. Sie wurden alle ermordet. Er behauptet, du h�ttest es getan.�</p><p>�Nein!� rief ich. �Nein. Das ist l�cherlich! Warum sollte ich seine Bediensteten umbringen? Ich begreife das alles nicht . . .�</p><p>�Kurz nach seiner R�ckkehr begann er die Leute zu suchen, da sie nicht zur Begr��ung erschienen waren. Er fand sie ermordet vor � und du warst mit deinem Begleiter verschwunden.�</p><p>�Ich kann mir vorstellen, wie das auf ihn gewirkt haben mu߫, sagte ich. �Wo waren die Leichen?�</p><p>�Vergraben, nicht sehr tief, in dem W�ldchen hinter dem Garten.�</p><p>Aha . . . Aber ich sollte lieber nicht erw�hnen, da� ich von dem Grab gewu�t hatte.</p><p>�Welchen Grund sollte ich wohl haben, so etwas zu tun?� fragte ich.</p><p>�Er ist inzwischen ziemlich verwirrt, Corwin. Er begreift nicht, warum du ihn nicht umgebracht hast, als du die Gelegenheit dazu hattest, und warum du mich geholt hast, wo du ihn doch h�ttest liegen lassen k�nnen.�</p><p>�Ich verstehe jetzt, warum er mich w�hrend unseres Kampfes immer wieder einen M�rder genannt hat, aber . . . Hast du ihm meine Worte ausgerichtet: da� ich niemanden get�tet habe?�</p><p>�Ja. Zuerst hat er das als Schutzbehauptung abgetan. Ich sagte ihm, du schienst es ehrlich zu meinen und w�rst ziemlich ratlos gewesen. Ich glaube, es hat ihm zu schaffen gemacht, da� du so beharrlich gewesen bist. Er fragte mich mehrmals, ob ich dir glaubte.�</p><p>�Und glaubst du mir?�</p><p>Er senkte den Blick. �Verdammt, Corwin! Was soll ich wohl glauben? Ich bin mitten in diese Sache hineingeraten! Wir waren <emphasis>so</emphasis> lange getrennt . . .�</p><p>Er hielt meinem Blick stand.</p><p>�Das ist aber noch nicht alles�, sagte er dann.</p><p>�Was meinst du damit?�</p><p>�Warum hast du mich gerufen? Du hattest Benedict ein komplettes Spiel Tarockkarten abgenommen. Du h�ttest dich an jeden von uns wenden k�nnen.�</p><p>�Du machst Witze�, sagte ich.</p><p>�Nein. Ich m�chte eine Antwort haben.�</p><p>�Na sch�n. Du bist der einzige, dem ich noch traue.�</p><p>�Ist das alles?�</p><p>�Nein. Benedict m�chte nicht, da� sein Aufenthaltsort in Amber bekannt wird. Du und Julian, ihr seid die beiden einzigen, von denen ich wu�te, da� ihr Benedicts Wohnort kanntet. Und Julian mag ich nicht, ich traue ihm nicht. Also habe ich dich gerufen.�</p><p>�Woher wu�test du, da� Julian und ich �ber Benedict Bescheid wu�ten?�</p><p>�Er hat euch vor einiger Zeit beigestanden, als ihr auf der schwarzen Stra�e Probleme hattet, und er bot euch Unterkunft, w�hrend ihr wieder zu Kr�ften kamt. Dara hat mir davon erz�hlt.�</p><p>�Dara? Wer ist das �berhaupt?�</p><p>�Die Waisentochter eines Ehepaars, das einmal f�r Benedict gearbeitet hat�, sagte ich. �Sie war im Haus, als du und Julian dort wart.�</p><p>�Und du hast ihr ein Armband geschickt. Du hast schon einmal von ihr gesprochen, am Stra�enrand, als du mich gerufen hattest.�</p><p>�Richtig. Was ist denn los?�</p><p>�Nichts. Ich erinnere mich nur gar nicht an sie. Sag mir, warum bist du so pl�tzlich abgereist? Du mu�t doch zugeben, da� das der Handlungsweise eines schuldbewu�ten Menschen entspricht.�</p><p>�Ja�, sagte ich. �Ich war auch schuldig � doch nicht eines Mordes. Ich war nach Avalon gekommen, um mir etwas zu besorgen. Ich bekam es und verschwand. Du hast ja selbst meinen Wagen gesehen, auf dem ich eine Ladung hatte. Ich bin vor Benedicts R�ckkehr verschwunden, um ihm keine Fragen beantworten zu m�ssen �ber die Ladung. Himmel! Wenn ich einfach nur h�tte ausrei�en wollen, w�rde ich doch nicht einen hinderlichen Wagen mitgenommen haben! Ich w�re auf dem Pferder�cken geflohen, schnell und m�helos.�</p><p>�Was war denn auf dem Wagen?�</p><p>�Nein�, entgegnete ich. �Ich wollte Benedict nichts dar�ber sagen, und ich werde dir auch nichts verraten. Oh, er kann es sicher herausfinden. Doch dazu soll er sich ruhig anstrengen, wenn er unbedingt will. Die Frage ist aber unwichtig. Die Tatsache, da� ich aus einem bestimmten Grund nach Avalon gekommen war und mir das Gew�nschte geholt habe, m��te eigentlich ausreichen. In Avalon ist das Material nicht besonders wertvoll � um so mehr aber an einem anderen Ort. Gen�gt das?�</p><p>�Ja�, sagte er. �Das scheint mir jedenfalls einen Sinn zu ergeben.�</p><p>�Dann beantworte meine Frage: Glaubst du, da� ich die Leute umgebracht habe?�</p><p>�Nein�, entgegnete er. �Ich glaube dir.�</p><p>�Was ist mit Benedict? Was glaubt er heute?�</p><p>�Er w�rde dich nicht noch einmal auf der Stelle angreifen � er w�rde erst mit dir sprechen. Ihn bewegen Zweifel, das wei� ich.�</p><p>�Gut. Das ist ja wenigstens etwas. Vielen Dank, G�rard. Ich unterbreche jetzt die Verbindung.�</p><p>Ich machte Anstalten, die Karte zu verdecken.</p><p>�Warte, Corwin! Warte!�</p><p>�Was ist?�</p><p>�Wie hast du die schwarze Stra�e durchtrennt? An der Stelle, an der du sie �berquert hast, ist ein St�ck zerst�rt worden. Wie ist dir das gelungen?�</p><p>�Mit dem Muster�, sagte ich. �Wenn du je �rger mit dem Ding bekommst, verwende das Muster als Waffe. Du wei�t doch, da� man es sich manchmal im Geiste vorstellen mu�, wenn einem die Schatten zu entgleiten drohen und die Lage unhaltbar wird.�</p><p>�Ja. Ich hab�s versucht, aber es klappte nicht. Ich bekam nur Kopfschmerzen davon. Die Stra�e ist kein Teil der Schatten.�</p><p>�Ja und nein�, sagte ich. �Ich wei�, was sie ist. Du hast dich nicht genug angestrengt. Ich habe das Muster eingesetzt, bis sich mein Kopf anf�hlte, als w�rde er zermalmt, bis ich vor Schmerzen halb blind und einer Ohnmacht nahe war. Doch statt dessen l�ste sich die Stra�e ringsum pl�tzlich auf. Die Sache war beileibe nicht leicht, doch sie hat funktioniert.�</p><p>�Ich werd�s mir merken�, sagte er. �Wirst du jetzt noch mit Benedict sprechen?�</p><p>�Nein�, sagte ich. �Er wei� schon all die Dinge, die wir eben besprochen haben. Da er sich etwas beruhigt hat, wird er sich wieder mehr mit den Tatsachen besch�ftigen. Mir ist lieber, wenn er das allein tut � und ich m�chte keinen neuen Kampf riskieren. Wenn ich jetzt Schlu� mache, werde ich mich lange nicht mehr melden. Ich werde mich auch allen Kontaktversuchen widersetzen.�</p><p>�Was ist mit Amber, Corwin? Was ist mit Amber?�</p><p>Ich senkte den Blick.</p><p>�Bleib mir aus dem Weg, wenn ich zur�ckkehre, G�rard. Glaub mir, die Sache wird kein Wettstreit . . .�</p><p>�Corwin . . . Warte. Ich m�chte dich bitten, dir die Sache noch einmal gr�ndlich zu �berlegen. Greif Amber nicht gerade jetzt an. Es ist schwach, doch aus anderen Gr�nden.�</p><p>�Tut mir leid, G�rard. Aber ich bin sicher, da� ich in den letzten f�nf Jahren mehr und �fter �ber das Problem nachgedacht habe als ihr alle zusammen.�</p><p>�Dann tut es mir leid.�</p><p>�Ich sollte jetzt lieber gehen.�</p><p>Er nickte. �Auf Wiedersehen, Corwin.�</p><p>�Auf Wiedersehen, G�rard.�</p><p>Nachdem ich mehrere Stunden lang auf den Sonnenuntergang gewartet hatte, der das Haus in ein vorzeitiges D�mmerlicht h�llte, dr�ckte ich meine letzte Zigarette aus, zog meine Jacke an und stand auf. Auf dem Grundst�ck hatte sich nichts ger�hrt, niemand bewegte sich hinter den Fenstern, hinter der zerbrochenen Scheibe. Vorsichtig stieg ich den H�gel hinab.</p><p>Floras Haus in Westchester war bereits vor einigen Jahren verkauft worden � ein Umstand, der mich nicht �berraschte. Aus reiner Neugier hatte ich mich dort umgesehen, da ich zuf�llig in der Gegend war. Ich war sogar einmal an dem Grundst�ck vorbeigefahren. Sie hatte schlie�lich keinen Grund, auf der Schatten-Erde zu bleiben. Nachdem ihr langes W�chteramt mit einem Erfolg geendet hatte, stand sie nun am Hofe Ambers in hohen Gnaden; das war jedenfalls der Stand der Dinge, als ich sie zum letztenmal gesehen hatte. Meiner Schwester solange so nahe gewesen zu sein, ohne von ihr zu wissen, war doch ziemlich �rgerlich.</p><p>Ich hatte �berlegt, ob ich mich mit Random in Verbindung setzen sollte, war aber davon abgekommen. Er konnte mir im Grunde nur mit Informationen �ber die aktuellen Ereignisse in Amber n�tzen. Das mochte zwar ganz unterhaltsam sein, war aber nicht absolut erforderlich. Ich war ziemlich sicher, da� ich ihm trauen konnte. Schlie�lich hatte er mir schon einmal geholfen. Zugegeben, seine Motive waren nicht gerade altruistisch gewesen � doch immerhin war er etwas weiter gegangen, als er es n�tig gehabt h�tte. Das Ganze lag allerdings schon f�nf Jahre zur�ck, und seither war viel geschehen. Er wurde in Amber wieder geduldet und hatte inzwischen eine Frau. Vielleicht lag ihm daran, sich etwas Ansehen zu verschaffen. Ich wu�te es nicht. Doch als ich die m�glichen Vorteile gegen die Risiken aufwog, hielt ich es doch f�r besser zu warten und ihn bei meinem n�chsten Besuch in Amber pers�nlich zu sprechen.</p><p>Ich hatte mein Wort gehalten und mich allen Kontaktversuchen widersetzt. In den ersten beiden Wochen auf der Schatten-Erde versp�rte ich das vertraute Bohren fast t�glich. Doch inzwischen waren mehrere Wochen vergangen, ohne da� ich bel�stigt worden war. Warum sollte ich jemandem freien Zugang zu meiner Denkmaschine gew�hren? Nein danke, Br�der.</p><p>Ich n�herte mich der R�ckseite des Hauses, schob mich von der Seite an ein Fenster heran, wischte es mit dem Ellbogen sauber. Drei Tage lang beobachtete ich das Haus nun schon und hielt es f�r sehr unwahrscheinlich, da� sich jemand im Innern aufhielt. Trotzdem . . .</p><p>Ich lugte hinein.</p><p>Drinnen herrschte nat�rlich ein f�rchterliches Durcheinander, und ein gro�er Teil der Einrichtung fehlte. Einige St�cke waren allerdings noch vorhanden.</p><p>Ich bewegte mich nach links und drehte den T�rknopf. Verschlossen. Leise lachte ich vor mich hin.</p><p>Ich ging auf die Terrasse. Neunter Stein von links, vierter Stein von unten. Der Schl�ssel lag noch dort. Ich wischte ihn an meiner Jacke sauber und kehrte zur�ck. Dann betrat ich das Haus.</p><p>�berall lag Staub, der allerdings da und dort Spuren aufwies. Kaffeedosen, Sandwichh�llen und die �berbleibsel eines versteinerten Hamburgers im Kamin. In meiner Abwesenheit hatte sich die Natur durch den Schornstein Einla� verschafft. Ich ging hin�ber und schlo� die Klappe.</p><p>Ich stellte fest, da� das Schlo� der Vordert�r aufgebrochen worden war. Ich dr�ckte dagegen. Die ganze F�llung schien zugenagelt zu sein. An die Flurwand hatte jemand einen obsz�nen Spruch gemalt. Ich ging in die K�che, die v�llig versaut war. Was von den Dieben nicht mitgenommen worden war, lag auf dem Boden herum. Herd und Eisschrank waren fort, der Fu�bodenbelag zeigte noch die Kratzspuren, die die Einbrecher dabei hinterlassen hatten.</p><p>Ich kehrte in den Flur zur�ck und sah mich in meinem Arbeitszimmer um. Auch dort hatten die Langfinger t�chtig zugegriffen; es war praktisch nichts mehr �brig.</p><p>Ich ging weiter und war �berrascht, mein Bett vorzufinden, noch immer ungemacht, und zwei teure St�hle, die niemand anger�hrt hatte.</p><p>Und eine noch angenehmere �berraschung wartete auf mich. Der gro�e Tisch war mit Unrat und Staub bedeckt � aber das war auch schon fr�her so gewesen. Ich z�ndete mir eine Zigarette an und setzte mich dahinter. Wahrscheinlich war der Tisch zu schwer zum Mitnehmen. Meine B�cher standen auf den Regalen. Nur Freunde stehlen B�cher. Und dort . . .</p><p>Ich traute meinen Augen nicht! Ich stand auf und ging quer durch das Zimmer und starrte aus der N�he darauf.</p><p>Yoshitoshi Moris herrlicher Holzschnitt hing dort, wo er immer gehangen hatte, sauber, eindrucksvoll, elegant, gewaltt�tig. Der Gedanke, da� sich niemand mit einem meiner Lieblings st�cke davongemacht hatte . . .</p><p>Sauber?</p><p>Ich starrte auf das Bild. Ich fuhr mit dem Finger �ber den Rahmen.</p><p>Zu sauber. Hier fehlten der Staub und der Schmutz, die alles andere bedeckten.</p><p>Ich suchte nach Alarmdr�hten, ohne welche zu finden, nahm das Bild vom Haken, senkte es.</p><p>Nein, die Wand dahinter war nicht heller als der Rest � die Tapete war grau wie �berall.</p><p>Ich stellte Moris Werk auf die Fensterbank und kehrte an meinen Tisch zur�ck. Unruhe hatte mich befallen � und das war zweifellos beabsichtigt. Jemand hatte das Bild offenbar an sich genommen imd gut aufbewahrt, was ich nicht ohne Dankbarkeit vermerkte, und hatte es erst k�rzlich wieder hierhergeh�ngt. Es war, als h�tte jemand meine R�ckkehr erwartet.</p><p>Was eigentlich ein Grund zur sofortigen Flucht war, nehme ich an. Aber das war dumm. Wenn dies zu einer Falle geh�rte, war sie l�ngst zugeschnappt. Ich zerrte die Automatic aus meiner Jackentasche und steckte sie griffbereit in den G�rtel. Ich hatte ja selbst nicht gewu�t, da� ich hierher kommen w�rde. Ich hatte mich kurzfristig dazu entschlossen, weil ich etwas Zeit hatte. Ich war mir nicht einmal sicher, warum ich das Haus eigentlich wiedersehen wollte.</p><p>Es handelte sich also um eine Art Vorsichtsma�nahme. Wenn ich an den alten Herd zur�ckkehrte, dann vielleicht, um den einzigen Gegenstand an mich zu bringen, dessen Besitz sich lohnte. Also galt es diesen Gegenstand zu erhalten und so aufzuh�ngen, da� ich ihn bemerken <emphasis> mu�te.</emphasis> Sch�n, ich hatte das Bild bemerkt. Man hatte mich noch nicht angegriffen, also schien es sich nicht um eine Falle zu handeln. Was sonst?</p><p>Eine Nachricht. Eine Art Botschaft.</p><p>Was? Wie? Und von wem?</p><p>Der sicherste Ort im Haus war, wenn man ihn nicht aufgebrochen hatte, der Safe. Allerdings war er vor den F�higkeiten meiner Geschwister nicht sicher. Ich n�herte mich der r�ckw�rtigen Wand, dr�ckte auf die Verkleidung und lie� das Paneel aufschwingen. Ich drehte das Zahlenschlo�, stellte die Kombination ein, �ffnete behutsam und aus sicherer Deckung die T�r mit meinem alten Offiziersstab.</p><p>Keine Explosion. Gut. Ich hatte eigentlich auch keine erwartet.</p><p>Im Safe hatten sich keine sonderlich wertvollen Dinge befunden � ein paar hundert Dollar in bar, etliche Wertpapiere, Quittungen, Korrespondenz.</p><p>Ein Umschlag. Ein frischer wei�er Umschlag lag ganz obenauf. Ich konnte mich nicht daran erinnern . . .</p><p>Er enthielt einen Brief und eine Karte.</p><p><emphasis>Bruder Corwin</emphasis>, begann der Brief, <emphasis>wenn Du dies liest, ist unser Denken noch insoweit �hnlich, als ich in mancher Beziehung Deine Schritte vorausahnen kann. Ich danke Dir f�r die Leihgabe des Holzschnitts � nach meiner Auffassung einer von zwei m�glichen Gr�nden f�r Deine R�ckkehr in diesen trostlosen Schatten. Ich trenne mich ungern davon, da auch unser Geschmack in mancher Beziehung �hnlich ist und das Bild nun schon seit einigen Jahren meine R�ume schm�ckt. Die Darstellung r�hrt etwas ganz Besonderes in mir an. Die R�ckgabe des Bildes m�ge als Zeichen meines guten Willens verstanden werden und als Bitte um Deine Aufmerksamkeit. Da ich ehrlich sein mu�, wenn ich die Chance haben will, Dich von irgend etwas zu �berzeugen, werde ich mich f�r nichts entschuldigen. Ich bedaure nur, da� ich Dich nicht umgebracht habe, als ich die M�glichkeit dazu hatte. Es war die Eitelkeit, die mich schlie�lich als Narren dastehen l��t. Zwar mag die Zeit Deine Augen geheilt haben, doch ich bezweifle, da� sie es jemals vermag, unsere Gef�hle f�reinander wesentlich zu beeinflussen. Dein Brief �Ich komme zur�ck� liegt in diesem Augenblick auf meinem Schreibtisch. H�tte ich ihn geschrieben, dann w��te ich, da� ich zur�ckkehren w�rde. Da wir in mancher Beziehung gleich sind, erwarte ich also Dein Auftauchen � und nicht ohne einen Anflug von Sorge. Da ich wei�, da� Du kein Dummkopf bist, rechne ich damit, da� Du m�glicherweise mit einer Armee eintriffst. Und das ist der Punkt, da die Eitelkeit der Vergangenheit den Stolz der Gegenwart zunichtemacht. Ich w�rde mir Frieden zwischen uns w�nschen, Corwin, im Interesse des ganzen Landes � nicht in meinem Interesse. Aus den Schatten sind starke Kr�fte hervorgebrochen, die Amber vernichten wollen, und ich begreife nicht, was dahintersteckt. Zur Abwehr dieser Attacken, die schlimmste Gefahr, die meiner Erinnerung nach Amber jemals bedroht hat, ist die Familie geschlossen hinter mich getreten. Ich m�chte auch Dich bitten, mir in diesem Kampf Deine Unterst�tzung zu gew�hren. Wenn Du Dich dazu nicht bereit erkl�ren kannst, bitte ich Dich, auf Deine Invasion zun�chst zu verzichten. Entschlie�t Du Dich zur Mithilfe, erwarte ich nicht, da� Du Dich unterwirfst, sondern Du solltest lediglich meine F�hrung f�r die Dauer der Krise anerkennen. Dir w�rden Deine normalen Ehren zuteil. Es ist wichtig, da� Du Dich mit mir in Verbindung setzt, um Dich zu �berzeugen, da� ich die Wahrheit sage. Da ich Dich durch Deinen Trumpf nicht erreichen konnte, lege ich den meinen bei f�r Deinen Gebrauch. Zwar wird Dich die M�glichkeit besch�ftigen, da� ich l�ge, doch ich gebe Dir mein Wort, da� das nicht der Fall ist. � Eric, Lord von Amber.</emphasis></p><p>Ich las den Brief ein zweitesmal und lachte leise vor mich hin. Was glaubte er denn, wozu ein Fluch gut war?</p><p>Das gen�gt nicht, liebes Br�derchen. Es war nett von dir, in der Not an mich zu denken � und ich glaube dir, keine Sorge, denn wir sind doch alle M�nner von Ehre � doch unser Zusammentreffen wird nach <emphasis> meinem</emphasis> Plan ablaufen, nicht nach dem deinen. Und was Amber angeht, so bin ich mir seiner Bed�rfnisse durchaus bewu�t, und ich werde mich zu einem von mir gew�hlten Zeitpunkt und auf meine Weise darum k�mmern. Eric, du begehst den Fehler, dich f�r unersetzbar zu halten. Die Friedh�fe sind voll mit M�nnern, die in der irrigen Auffassung lebten, es g�be keinen Ersatz f�r sie. Doch ich will warten und dir diese Wahrheit ins Gesicht sagen.</p><p>Ich schob seinen Brief und den Trumpf in meine Jackentasche. Dann dr�ckte ich in dem schmutzigen Aschenbecher auf dem Tisch meine Zigarette aus. Schlie�lich holte ich ein Laken aus dem Schlafzimmer, um meine �K�mpfenden� einzuwickeln. Sie sollten diesmal an einem besser gesicherten Ort auf mich warten.</p><p>Als ich noch ein letztesmal durch das Haus ging, fragte ich mich, warum ich wirklich hierher zur�ckgekehrt war. Ich dachte an einige Menschen, die ich gekannt hatte, als ich hier lebte, und �berlegte, ob sie jemals an mich dachten, ob sie sich wohl fragten, was aus mir geworden war. Eine Frage, die nat�rlich niemals eine Antwort finden w�rde.</p><p>Die Nacht war hereingebrochen, der Himmel war klar, und die ersten Sterne schimmerten hell, als ich ins Freie trat und die T�r hinter mir verschlo�. Ich ging um die Ecke und legte den Schl�ssel ins Versteck zur�ck. Dann erstieg ich den H�gel.</p><p>Als ich einen letzten Blick in die Tiefe warf, schien das Haus in der Dunkelheit eingeschrumpft zu sein, schien zu einem St�ck der ganzen Trostlosigkeit ringsum geworden zu sein, wie eine leere Bierdose am Stra�enrand. Ich ging �ber den Kamm und stieg wieder hinab, ging auf die Stelle zu, wo ich meinen Wagen abgestellt hatte, und w�nschte mir, ich h�tte nicht zur�ckgeschaut.</p></section><section><title><p>9</p></title><p>Ganelon und ich verlie�en die Schweiz in zwei Lastwagen. Wir hatten sie von Belgien aus dorthin gefahren � wobei ich die Gewehre transportierte. Die dreihundert St�ck wogen etwa anderthalb Tonnen. Nachdem wir auch die Munition �bernommen hatten, blieb genug Platz f�r Treibstoff und andere Vorr�te. Nat�rlich hatten wir eine Abk�rzung durch die Schatten gew�hlt, um jenen Leuten zu entgehen, die an den Grenzen den Verkehr verz�gern. Auf die gleiche Weise reisten wir wieder ab, wobei ich die F�hrung �bernahm, um gewisserma�en den Weg zu bereiten.</p><p>Ich steuerte uns durch ein Land d�sterer Berge und langgestreckter D�rfer, in denen wir nur an Pferdewagen vorbeikamen. Als der Himmel in einem hellen Zitronengelb schimmerte, boten sich die Lasttiere den Blicken gestreift und manchmal sogar gefiedert dar. Stundenlang fuhren wir dahin und stie�en schlie�lich auf die schwarze Stra�e, bewegten uns eine Zeitlang parallel zu ihr und schlugen dann wieder eine andere Richtung ein. Der Himmel machte ein Dutzend Ver�nderungen durch, und die Konturen der Landschaft verschmolzen und flossen von H�geln in Ebenen und w�lbten sich wieder auf. Wir krochen auf schlechten Stra�en dahin und rutschten �ber ebene Stellen, die so hart und glatt waren wie Glas. Wir m�hten uns einen Berghang hinauf und wichen einem weindunklen Meer aus. Wir kamen durch Unwetter und ausgedehnte Nebelgebiete.</p><p>Es kostete mich einen halben Tag, um sie wiederzufinden � zumindest einen Schatten, der ihrer Welt so nahe war, da� es keinen Unterschied machte. Ja, die Welt jener Wesen, die ich schon einmal ausgenutzt hatte. Es waren st�mmige gedrungene Gestalten, sehr haarig, sehr dunkel, mit langen Schneidez�hnen und einziehbaren Krallen. Doch sie hatten Finger, mit denen sich ein Abzug bet�tigen lie�, und sie verehrten mich. Meine R�ckkehr freute sie sehr. Dabei kam es wenig darauf an, da� ich vor f�nf Jahren die besten M�nner dieses Volkes in ein fremdes Land gef�hrt hatte � zum Sterben. G�ttern stellt man keine Fragen, sondern verehrt sie, betet sie an und gehorcht ihnen.</p><p>Sie waren sehr entt�uscht, da� ich diesmal nur ein paar hundert Mann brauchte. Tausende von Freiwilligen mu�te ich wieder nach Hause schicken.</p><p>Diese Soldaten hatten nicht viel zu f�rchten, waren sie doch die einzigen K�mpfer mit Schu�waffen. In ihrer Heimat war die Munition allerdings noch immer unentz�ndbar, und wir mu�ten mehrere Tage weit durch die Schatten wandern, ehe wir ein Land erreichten, das Amber so weit �hnelte, da� die Z�ndung endlich klappte. Das einzige Problem lag darin, da� die Schatten einem Gesetz der Kongruenz folgen, so da� dieser Ort schon ziemlich nahe bei Amber lag. Dieser Umstand machte mich w�hrend der Ausbildung meiner Soldaten etwas nerv�s. Zwar war es unwahrscheinlich, da� einer meiner Br�der zuf�llig gerade durch diesen Schatten streifte, doch es hatte schon schlimmere Zuf�lle gegeben.</p><p>Wir �bten fast drei Wochen lang, ehe ich zu dem Schlu� kam, da� wir ausreichend gewappnet waren. An einem sch�nen, frischen Morgen hoben wir unser Lager auf und bewegten uns in die Schatten. Die Kolonne der M�nner marschierte hinter den Lastwagen. Die Motoren der Lkws w�rden vollends streiken, wenn wir uns Amber n�herten � sie begannen bereits erhebliche Schwierigkeiten zu machen �, doch wir hatten vor, sie zu benutzen, solange sie unsere Ausr�stung bef�rdern konnten.</p><p>Diesmal gedachte ich Kolvir vom Norden her zu bezwingen und mich nicht noch einmal an den Hang, der zum Meer hin liegt, zu wagen. Die M�nner kannten die Gegend von meinen Beschreibungen, und der Aufmarsch der Gewehrbrigaden war genauestens festgelegt und ge�bt.</p><p>Wir machten Mittagspause, a�en gut und setzten unseren Weg fort, wobei die Schatten langsam an uns vorbeiglitten. Der Himmel nahm ein leuchtend dunkles Blau an � der Himmel Ambers. Der Boden schimmerte schwarz zwischen dem Felsgestein und dem hellgr�nen Gras. Das Laub von B�umen und B�schen hatte einen feuchten Schimmer. Die Luft war s�� und rein.</p><p>Bei Anbruch der Nacht hielten wir zwischen den m�chtigen B�umen am Rande des Waldes von Arden. Wir schlugen unser Lager auf und teilten ausreichend Wachen ein. Ganelon, der eine Khakiuniform mit K�ppi trug, sa� bis sp�t in die Nacht bei mir und ging ein letztesmal die Pl�ne durch, die ich gezeichnet hatte. Bis zum Berg waren es noch etwa vierzig Meilen.</p><p>Die Lkws gaben am folgenden Nachmittag den Geist auf. Sie machten mehrere schnelle Ver�nderungen durch, blieben wiederholt stehen und lie�en sich schlie�lich nicht mehr starten. Wir schoben sie in ein enges Tal und tarnten sie mit �sten. Dann verteilten wir Waffen und Munition und den Rest der Rationen auf die M�nner und marschierten weiter.</p><p>Dabei verlie�en wir den festgetretenen Lehmweg und arbeiteten uns durch den Wald voran. Nat�rlich kamen wir nicht mehr so schnell von der Stelle, und die Chance, da� uns eine von Julians Patrouillen �berraschte, wurde gr��er. Die B�ume ragten riesig empor, da wir inzwischen schon ziemlich weit nach Arden vorgedrungen waren, und nach und nach kam mir die Gegend immer bekannter vor.</p><p>Wir sahen an diesem Tag jedoch nichts Gef�hrlicheres als F�chse, Rotwild, Kaninchen und Eichh�rnchen. Der Geruch des Waldes, seine gr�nen, goldenen und braunen Farbt�ne weckten die Erinnerung an angenehmere Zeiten. Kurz vor Sonnenuntergang erstieg ich einen riesigen Baum und vermochte die Bergkette auszumachen, �ber der sich Kolvir erhob. �ber den Bergen entlud sich gerade ein Unwetter, dessen Wolken die h�chsten Gipfel einh�llten.</p><p>Zur Mittagsstunde des n�chsten Tages stie�en wir auf eine Patrouille Julians. Ich wei� nicht mehr, wer wen �berraschte oder wer mehr �berrascht war. Es wurde sofort geschossen. Ich schrie mich fast heiser bei dem Versuch, die Knallerei zu unterbinden, da jedermann begierig zu sein schien, seine Waffe an einem lebendigen Ziel zu erproben. Es war nur eine kleine Truppe von achtzehn Mann, und wir t�teten alle. Auf unserer Seite gab es nur einen Ausfall; ein Mann verwundete einen anderen. Anschlie�end marschierten wir mit erh�htem Tempo weiter: hatten wir doch ziemlich viel L�rm verursacht, und ich wu�te nicht, ob vielleicht noch weitere Einheiten in der N�he waren.</p><p>Bis zum Beginn der Dunkelheit legten wir eine gro�e Strecke zur�ck und bew�ltigten einen ansehnlichen H�henunterschied, und bei klarer Sicht konnten wir die Berge erkennen. Noch immer wallten die Gewitterwolken um die Gipfel. Meine M�nner waren aufgeregt von der Schie�erei und brauchten einige Zeit zum Einschlafen.</p><empty-line/><p>Am n�chsten Tag erreichten wir die Vorberge, wobei wir zwei Patrouillen rechtzeitig entdeckten und ihnen aus dem Weg gingen. Ich lie� bis tief in die Nacht weitermarschieren, um eine besonders gesch�tzte Stelle zu erreichen, die ich von fr�her kannte. Als wir uns endlich schlafen legten, waren wir etwa eine halbe Meile h�her als in der Nacht zuvor.</p><p>Obwohl wir uns dicht unter einer Wolkendecke befanden, gab es keinen Regen; allerdings machte sich jene atmosph�rische Spannung bemerkbar, wie sie oft einem Unwetter vorausgeht. In dieser Nacht schlief ich sehr unruhig. Ich tr�umte von dem brennenden Katzenkopf und von Lorraine.</p><p>Am Morgen setzten wir den Marsch unter einem grauen Himmel fort. Unbarmherzig trieb ich die M�nner zur Eile an; dabei f�hrte der Weg steil bergauf. Fernes Donnergrollen drang an unsere Ohren, und die Luft bebte und war elektrisch geladen.</p><p>Einige Stunden sp�ter f�hrte ich unsere Kolonne einen gewundenen Felsweg hinauf. Da h�rte ich pl�tzlich einen Schrei hinter mir, gefolgt von mehreren Gewehrsalven. Sofort hastete ich zur�ck.</p><p>Eine kleine Gruppe von M�nnern, zu der auch Ganelon geh�rte, starrte auf etwas am Boden, unterhielt sich mit leisen Stimmen. Ich dr�ngte mich zwischen sie.</p><p>Ich wollte meinen Augen nicht trauen. Soweit ich mich zur�ckerinnern konnte, war ein Wesen dieser Art in der N�he Ambers noch nicht gesehen worden. Etwa zw�lf Fu� lang, mit der scheu�liche Parodie eines Menschengesichts auf den Schultern eines L�wen, mit adlergleichen Fl�geln, die die blutigen Flanken bedeckten, ein noch immer zuckender Schwanz, der mich an einen Skorpion denken lie�. Ein einziges Mal hatte ich bisher einen Manticora gesehen auf einer Insel, die im tiefen S�den lag � ein f�rchterliches Ungeheuer, das auf meiner Liste gr��licher Lebewesen ziemlich weit oben stand.</p><p>�Es hat Rail zerrissen, es hat Rail zerrissen�, wiederholte einer der M�nner immer wieder.</p><p>Etwa zwanzig Schritt entfernt sah ich die �berreste Rails. Wir bedeckten ihn mit einer Plane, die mit Felsbrocken beschwert wurde. Mehr konnten wir nicht tun. Wenn der Zwischenfall �berhaupt einen Nutzen hatte, dann den, da� wir die Welt mit neuer Vorsicht betrachteten, etwas, das uns nach dem gestrigen leichten Sieg verlorengegangen war. Die M�nner marschierten stumm und wachsam dahin.</p><p>�Ein scheu�liches Wesen�, sagte Ganelon. �Besitzt es die Intelligenz eines Menschen?�</p><p>�Das wei� ich nicht.�</p><p>�Ich habe so ein merkw�rdiges Gef�hl, ich bin nerv�s, Corwin. Als w�rde etwas Schreckliches passieren. Ich wei� nicht, wie ich es sonst ausdr�cken soll.�</p><p>�Ich wei�.�</p><p>�F�hlt Ihr es auch?�</p><p>�Ja.�</p><p>Er nickte.</p><p>�Vielleicht ist es das Wetter�, sagte ich.</p><p>Wieder nickte er, diesmal z�gernder.</p><p>W�hrend wir unseren Aufstieg fortsetzten, wurde der Himmel immer dunkler, und das Donnergrollen h�rte �berhaupt nicht mehr auf. Im Westen zuckten Hitzeblitze auf, und der Wind wurde kr�ftiger. Wenn ich aufblickte, vermochte ich die gewaltigen Wolkenmassen �ber den h�heren Gipfeln zu erkennen. Schwarze, vogel�hnliche Gestalten zeichneten sich st�ndig davor ab.</p><p>Kurz darauf stie�en wir auf einen zweiten Manticora, den wir aber zu t�ten vermochten, bevor er uns angreifen konnte. Etwa eine Stunde sp�ter wurden wir von einer Horde riesiger Ungeheuer mit rasiermesserscharfen Schn�beln angegriffen. Solche Wesen kamen mir zum erstenmal unter die Augen. Wir konnten sie zwar verscheuchen, doch der Zwischenfall beunruhigte mich noch mehr.</p><p>Wir kletterten weiter und fragten uns immer wieder, wann das Unwetter losbrechen w�rde. Der Wind wurde immer heftiger.</p><p>Es dunkelte, obwohl die Sonne noch nicht untergegangen sein konnte. Als wir uns den Wolkenb�nken n�herten, bekam die Luft etwas Nebliges, Dunstiges. Ein Gef�hl der Feuchtigkeit machte sich �berall bemerkbar. Die Felsen wurden glitschiger. Ich war geneigt, die Kolonne halten zu lassen, doch Kolvir war noch ziemlich weit, und ich wollte unsere Versorgungslage nicht gef�hrden.</p><p>Wir bew�ltigten noch etwa vier Meilen und mehrere tausend Fu� H�henunterschied, ehe wir schlie�lich doch rasten mu�ten. Inzwischen war es stockdunkel geworden, und die einzige Beleuchtung stammte von den immer wieder aufflammenden Blitzen. Wir lagerten in einem gro�en Kreis auf einem harten, kahlen Hang, umgeben von Posten. Der Donner erdr�hnte wie Kriegsmusik � eine L�rmkulisse ohne Ende. Die Temperatur sank ins Bodenlose. Es w�re sinnlos gewesen, das Anz�nden von Lagerfeuern zu erlauben � wir hatten keinen Brennstoff. Wir machten uns auf eine kalte, feuchte, d�stere Nacht gefa�t.</p><p>Manticoras griffen mehrere Stunden sp�ter an, �berraschend, lautlos. Mehrere M�nner kamen ums Leben, und wir t�teten sechzehn Ungeheuer. Ich habe keine Ahnung, wie viele Angreifer fliehen konnten. Ich verfluchte Eric, w�hrend ich meine Wunden verband und mich fragte, aus welchem Schatten er diese Gesch�pfe herbeigerufen hatte.</p><p>W�hrend der Zeit, die hier als Vormittag galt, legten wir auf unserem Weg zum Kolvir noch etwa f�nf Meilen zur�ck, ehe wir nach Westen abbogen. Wir w�hlten eine von drei m�glichen Routen; ich hatte sie stets f�r diejenige gehalten, die sich am besten zu einem Angriff eignete. Wieder bel�stigten uns die V�gel � und zwar mehrmals und in gr��erer Zahl und viel beharrlicher als tags zuvor. Doch wir brauchten nur ein paar zu erschie�en, um die ganze Schar zu verscheuchen.</p><p>Schlie�lich umrundeten wir den Fu� eines riesigen Felsvorsprungs. Eben noch bewegten wir uns in schwindelnder H�he durch Donnergrollen und Nebel � doch pl�tzlich hatten wir freie Sicht, weit hinab und in die Ferne, Dutzende von Meilen �ber das Tal des Garnath, das sich rechts von uns erstreckte.</p><p>Ich lie� die Truppen halten und trat vor, um mir einen �berblick zu verschaffen.</p><p>Als ich dieses einst so sch�ne Tal zum letztenmal gesehen hatte, war es eine verdorrte Wildnis gewesen. Inzwischen war die Lage noch schlimmer geworden. Die schwarze Stra�e zog sich durch das Tal, verlief bis zum Fu�e Kolvirs und endete dort. Mitten im Tal tobte eine Schlacht. Berittene Streitkr�fte galoppierten durcheinander, k�mpften, trennten sich wieder. Infanteristen r�ckten reihenweise vor, stie�en aufeinander, wichen zur�ck. Blitze zuckten und trafen zwischen den K�mpf enden auf. Die schwarzen V�gel umschwirrten die M�nner wie Ascheflocken im Wind.</p><p>�ber allem lag die Feuchtigkeit wie eine kalte Decke. Die Echos des Donners rollten zwischen den Gipfeln hin und her. Verwirrt starrte ich auf den Konflikt tief unter uns.</p><p>Die Entfernung war zu gro�, um die K�mpfenden zu erkennen. Zuerst kam mir der Gedanke, da� dort vielleicht jemand dasselbe versuchte wie ich � da� Bleys seinen damaligen Sturz vielleicht �berlebt hatte und nun mit einer neuen Armee vorr�ckte.</p><p>Aber nein. Diese Gesch�pfe kamen von Westen heran, auf der schwarzen Stra�e. Und ich erkannte nun auch, da� die V�gel die Angreifer begleiteten, ebenso herumh�pfende Gestalten, die weder Pferde noch Menschen waren. Vielleicht Manticoras.</p><p>Die Blitze st�rzten sich auf die heraneilenden Soldaten, zersprengten die Kolonnen, verbrannten und vernichteten sie. Als mir klar wurde, da� sie niemals in der N�he der Verteidiger einschlugen, fiel mir ein, da� Eric offenbar eine gewisse Kontrolle �ber jenes Gebilde gewonnen hatte, das Juwel des Geschicks genannt wird. Mit diesem Juwel hatte Vater dem Wetter rings um Amber seinen Willen auf gezwungen. Eric hatte diese Waffe schon vor f�nf Jahren mit erheblicher Wirkung gegen uns eingesetzt.</p><p>Die Angreifer aus den Schatten, von denen ich geh�rt hatte, waren also doch st�rker, als ich angenommen hatte. Ich hatte mir Scharm�tzel vorgestellt � doch keine Entscheidungsschlacht am Fu�e des Kolvir. Ich starrte auf das Gewirr in der Schw�rze. Die Stra�e schien sich unter der herrschenden Aktivit�t f�rmlich zu winden.</p><p>Ganelon erschien neben mir. Er sagte lange Zeit nichts.</p><p>Ich wollte nicht, da� er mir die Frage stellte, doch ich brachte es nicht �ber mich, die Worte auszusprechen, ohne dazu aufgefordert zu sein.</p><p>�Was jetzt, Corwin?�</p><p>�Wir m�ssen das Tempo steigern�, sagte ich. �Ich m�chte heute abend noch in Amber sein.�</p><p>Wir setzten den Marsch fort. Eine Zeitlang kamen wir schneller voran, und das war uns eine Erleichterung. Das regenlose Unwetter ging weiter, Blitz und Donner nahmen an Helligkeit und Lautst�rke zu.</p><p>Durch D�mmerlicht setzten wir unseren Weg fort.</p><p>Als wir am Nachmittag einen sicher aussehenden Ort erreichten � eine Stelle knapp f�nf Meilen vor den n�rdlichen Ausl�ufern Ambers �, lie� ich erneut halten, zur letzten Rast und Mahlzeit. Da wir einander anbr�llen mu�ten, wenn wir uns verst�ndigen wollten, konnte ich nicht zu den M�nnern sprechen. Ich lie� die Parole ausgeben, da� wir ziemlich nahe vor der Stadt st�nden und uns zum Kampf bereit halten m��ten.</p><p>W�hrend die anderen rasteten, nahm ich meine Rationen und kundschaftete das Gebiet vor uns aus. Etwa eine Meile entfernt erkletterte ich eine steile Felsformation. Auf den vor uns liegenden H�ngen war ebenfalls eine Art Schlacht im Gange.</p><p>Ich blieb in Deckung und beobachtete. Eine Streitmacht Ambers war in einen Kampf gegen Angreifer verwickelt, die entweder vor uns den Hang erstiegen haben mu�ten oder auf einem g�nzlich anderen Weg gekommen waren. Ich vermutete das letztere, da uns �berhaupt keine frischen Spuren aufgefallen waren. Der Kampf erkl�rte auch, warum wir bei unserem Aufstieg bisher keinen Patrouillen begegnet waren � ein gro�es Gl�ck f�r uns.</p><p>Ich schlich n�her heran. Zwar h�tten die Angreifer einen der beiden anderen Wege benutzen k�nnen, doch fand ich jetzt einen weiteren Hinweis darauf, da� dies wohl nicht der Fall war. Die Angreifer trafen n�mlich noch immer ein � ein schrecklicher Anblick: Sie kamen aus der Luft!</p><p>Sie wehten aus dem Westen herbei wie gewaltige Wogen vom Wind getriebener Bl�tter. Die Flugbewegungen, die ich aus der Ferne wahrgenommen hatte, stammten von gr��eren Wesen als den angriffslustigen V�geln. Hier oben schwebten die Fremden auf gefl�gelten Zweibeinern heran, die sich am ehesten mit einem heraldischen Flugdrachen vergleichen lie�en. Nie zuvor hatte ich solche Tiere gesehen.</p><p>In den Reihen der Verteidiger taten zahlreiche Bogensch�tzen ihr Werk. Sie forderten ihren Tribut in den Reihen der heranst�rmenden Flugwesen. Auch hier tobte die H�lle der Elemente; die Blitze zuckten und lie�en die Angreifer wie Kohlest�cke aufflammen und zu Boden st�rzen. Doch immer weiter r�ckten die Ungeheuer vor und landeten, so da� Soldat und Ungeheuer die Verteidiger getrennt angreifen konnten. Ich suchte und fand den pulsierenden Schimmer, den das Juwel des Geschickes verstrahlt, wenn es eingeschaltet ist. Das Licht gl�hte mitten in der gr��ten Verteidigergruppe, die sich am Fu�e einer hohen Klippe festgesetzt hatte.</p><p>Ich starrte hinab, verfolgte die Entwicklung und konzentrierte mich schlie�lich auf den Tr�ger des Juwels. Nein, ein Zweifel war unm�glich: es war Eric.</p><p>Ich warf mich zu Boden und kroch auf dem Bauch weiter. Ich sah, wie der Anf�hrer der n�chsten Verteidigergruppe zu einem gewaltigen Schwerthieb ausholte und den Kopf eines landenden Drachen vom Rumpf trennte. Mit der linken Hand packte er die R�stung des Reiters und schleuderte ihn gut drei�ig Fu� weit fort, �ber die Kante des Felsplateaus. Als er sich dann umwandte, um einen Befehl zu geben, erkannte ich G�rard. Er schien einen Flankenangriff auf eine Gruppe Angreifer zu leiten, die die Streitkr�fte am Fu� der Klippe bedr�ngte. Auf der gegen�berliegenden Seite vollf�hrte eine andere Einheit ein �hnliches Man�ver. Noch ein Bruder?</p><p>Ich fragte mich, wie lange die Schlacht schon im Gange war � im Tal und hier oben. Vermutlich schon ziemlich lange, wenn man bedachte, seit wann uns der unnat�rliche Sturm begleitete.</p><p>Ich schob mich nach rechts und wandte meine Aufmerksamkeit dem Westen zu. Der Kampf im Tal ging mit unverminderter Heftigkeit weiter. Aus der Entfernung lie� sich nicht mehr erkennen, wer zu welcher Seite geh�rte, geschweige denn beurteilen, welche Partei im Vorteil war. Allerdings zeichnete sich ab, da� keine neuen Soldaten aus dem Westen eintrafen, um die Truppen der Angreifer zu verst�rken.</p><p>Ich wu�te nicht, was ich machen sollte. Auf keinen Fall konnte ich Eric angreifen, solange er in einen Kampf verwickelt war, der f�r den Bestand Ambers entscheidend sein konnte. Es war sicher am besten, abzuwarten und sp�ter die �berreste aufzusammeln. Doch schon nagten die spitzen Z�hne des Zweifels an diesem Plan.</p><p>Selbst ohne neue Verst�rkung f�r die Angreifer war der Ausgang der Schlacht keinesfalls klar. Die Invasoren waren kampfstark und zahlreich. Ich hatte keine Ahnung, ob Eric noch �ber eine Reserve verf�gte. In diesem Augenblick war nicht zu beurteilen, ob es sich lohnte, auf Ambers Sieg zu setzen. Wenn Eric verlor, mu�te ich mich sp�ter gegen die Invasoren durchsetzen, nachdem ein gro�er Teil von Ambers Streitkr�ften sinnlos aufgerieben worden war.</p><p>Schaltete ich mich jedoch mit meinen automatischen Waffen in die Auseinandersetzung ein, konnten wir die Drachenreiter sofort niederringen, daran bestand f�r mich kein Zweifel. �berhaupt mu�te sich einer oder zwei meiner Br�der unten im Tal befinden. Auf diese Weise lie� sich �ber die Tr�mpfe ein Tor f�r meine Truppen schaffen. Sicher waren die unbekannten Angreifer �berrascht, wenn Amber pl�tzlich mit Gewehrsch�tzen auftrumpfte.</p><p>Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf den Konflikt in meiner N�he. Nein, die Sache stand nicht gut. Ich versuchte mir �ber die Folgen meines Eingreifens schl�ssig zu werden. Eric war bestimmt nicht in der Lage, sich gegen mich zu wenden. Zus�tzlich zu dem Mitgef�hl, das mir f�r die von seiner Hand erlittene Pein entgegenschlug, hatte ich ihm dann auch noch die Kastanien aus dem Feuer geholt. F�r die Errettung aus einer gef�hrlichen Situation mochte er mir zwar dankbar sein, doch die allgemeine Stimmung, die sich daraus ergab, w�rde ihm weniger behagen. O nein. Corwin frei in Amber, begleitet von einer gef�hrlichen pers�nlichen Leibwache und den Sympathien der Bev�lkerung. Ein interessanter Gedanke. Hier bot sich mir ein viel eleganterer Weg zu meinem Ziel als der bisher vorgesehene brutale Angriff, der mit meiner Thronbesteigung enden sollte.</p><p>Ja.</p><p>Ich l�chelte. Ich gedachte, mich zum Helden aufzuschwingen.</p><p>Doch ich mu� um Nachsicht bitten. Vor die Wahl gestellt zwischen einem Amber mit Eric auf dem Thron und einem vernichteten Amber, war es nat�rlich keine Frage, da� meine Entscheidung in jedem Falle dieselbe sein mu�te � n�mlich Angiiff. Der Kampf stand nicht gut genug, um des Ausgangs sicher zu sein. Zwar mochte es zu meinem Vorteil sein, den Sieg zu gew�hrleisten, doch in letzter Konsequenz waren meine Interessen nicht wichtig. Eric, ich k�nnte dich nicht so hassen, w�rde ich Amber nicht so lieben!</p><p>Ich zog mich zur�ck und hastete den Hang hinab. Die Blitze lie�en Schatten in alle Richtungen zucken.</p><p>Am Rand unseres Lagers blieb ich stehen. Auf der gegen�berliegenden Seite unterhielt sich Ganelon schreiend mit einem einzelnen Reiter. Ich erkannte das Pferd.</p><p>Ich eilte weiter, und auf ein Zeichen des Reiters hin setzte sich das Pferd in Bewegung, suchte sich einen Weg zwischen den Soldaten, wandte sich in meine Richtung. Ganelon sch�ttelte den Kopf und folgte.</p><p>Der Reiter war Dara. Kaum war sie in H�rweite, da begann ich auch schon zu br�llen.</p><p>�Zum Teufel, was machst du hier?�</p><p>L�chelnd stieg sie ab und stand im n�chsten Augenblick vor mir.</p><p>�Ich wollte doch nach Amber�, sagte sie. �Jetzt bin ich hier.�</p><p>�Wie bist du hierhergekommen?�</p><p>�Ich bin Gro�vater gefolgt�, sagte sie. �Ich habe festgestellt, da� es leichter ist, einem anderen durch die Schatten zu folgen, als selbst den Weg zu finden.�</p><p>�Benedict ist hier?�</p><p>Sie nickte.</p><p>�Unten. Er f�hrt die Streitkr�fte im Tal. Julian ist bei ihm.�</p><p>Ganelon kam herbei und blieb in der N�he stehen.</p><p>�Sie sagt, sie sei uns hier herauf gefolgt!� rief er. �Sie ist schon seit Tagen hinter uns.�</p><p>�Stimmt das?� fragte ich.</p><p>Wieder nickte sie. Sie l�chelte immer noch.</p><p>�Das war nicht weiter schwer.�</p><p>�Aber warum das alles?�</p><p>�Um nach Amber zu gelangen! Ich m�chte das Muster beschreiten! Dorthin gehst du doch auch, nicht wahr?�</p><p>�Nat�rlich. Aber leider ist auf dem Weg dorthin noch ein Krieg im Gange!�</p><p>�Was tust du dagegen?�</p><p>�Ich werde ihn nat�rlich gewinnen!�</p><p>�Gut. Ich warte solange!�</p><p>Ich fluchte einige Sekunden lang, um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen. Dann fragte ich: �Wo warst du, als Benedict zur�ckkehrte?� Das L�cheln verbla�te.</p><p>�Ich wei� es nicht�, entgegnete sie. �Als du abgefahren warst, bin ich ausgeritten und den ganzen Tag fortgeblieben. Ich wollte allein sein und nachdenken. Als ich am Abend zur�ckkehrte, war er nicht mehr da. Am n�chsten Tag bin ich wieder ausgeritten. Ich habe dabei eine ziemlich weite Strecke zur�ckgelegt, und als es dunkel wurde, beschlo� ich im Freien zu �bernachten. Das tue ich oft. Ehe ich am n�chsten Nachmittag nach Hause zur�ckkehrte, hielt ich auf eine Bergspitze zu und sah ihn unten vorbeireiten, in Richtung Osten. Ich beschlo�, ihm zu folgen. Der Weg f�hrte durch die Schatten. Ich wei� nicht, wie lange wir unterwegs waren. Die Zeit geriet v�llig durcheinander. Er kam hierher, und ich erkannte den Ort von einem der Bilder auf den Karten. In einem Wald im Norden traf er sich mit Julian, und beide st�rzten sich in die Schlacht dort unten!� Sie deutete in das Tal hinab. �Ich hielt mich mehrere Stunden lang im Wald auf � wu�te ich doch nicht, was ich tun sollte. Ich hatte Angst, mich zu verirren, wenn ich auf unserer Spur zur�ckritt. Dann sah ich deine Armee den Berg ersteigen. Ich sah dich und Ganelon an der Spitze. Da ich wu�te, da� in dieser Richtung Amber lag, bin ich euch gefolgt. Mit der Ann�herung habe ich bis jetzt gewartet, weil ich wollte, da� du Amber zu nahe bist, um mich zur�ckzuschicken.�</p><p>�Ich glaube nicht, da� du mir die ganze Wahrheit sagst�, erwiderte ich. �Doch ich habe jetzt keine Zeit, mich damit zu besch�ftigen. Wir reiten in K�rze weiter, und es wird zu einem Kampf kommen. Es w�re das sicherste, wenn du hier bliebst. Ich stelle einige Leibw�chter f�r dich ab.�</p><p>�Die will ich aber nicht!�</p><p>�Mir ist egal, was du willst. Du wirst dich mit den Leibw�chtern abfinden m�ssen. Wenn der Kampf vor�ber ist, lasse ich dich holen.�</p><p>Ich wandte mich um, w�hlte zwei M�nner aus und befahl ihnen zur�ckzubleiben und das M�dchen zu bewachen. Sie waren nicht sonderlich begeistert von dieser Aufgabe.</p><p>�Was sind das f�r Waffen, die deine Soldaten da haben?� fragte Dara.</p><p>�Sp�ter�, erwiderte ich. �Jetzt habe ich zu tun.�</p><p>Ich gab meinen Soldaten die notwendigsten Anweisungen und teilte die Einheiten ein.</p><p>�Du scheinst nur wenige M�nner zu haben�, sagte sie.</p><p>�Sie gen�gen jedenfalls�, erwiderte ich. �Bis sp�ter!�</p><p>Ich lie� sie mit den W�chtern zur�ck.</p><p>Wir schlugen den Weg ein, den ich vorhin schon zur�ckgelegt hatte. Ein St�ck weiter h�rte das Donnern pl�tzlich auf, und die Stille war weniger eine Erleichterung als ein Grund zu weiterer Besorgnis. D�mmerlicht umgab uns, und unter der feuchten Decke der Luft begann ich zu schwitzen.</p><p>Kurz bevor wir meinen ersten Beobachtungspunkt erreichten, lie� ich halten. In Deckung schlich ich voran, begleitet von Ganelon.</p><p>Die Drachenreiter waren praktisch �berall, und ihre Flugtiere griffen ebenfalls in den Kampf ein. Sie dr�ngten die Verteidiger am Fu�e der Felswand zusammen. Ich versuchte Eric und den gl�henden Edelstein zu finden, konnte aber nichts entdecken.</p><p>�Welches sind denn die Feinde?� wollte Ganelon wissen.</p><p>�Die Monsterreiter.�</p><p>Nachdem die himmlische Artillerie das Feuer eingestellt hatte, begannen die Angreifer nun gezielt zu landen. Kaum ber�hrten sie festen Boden, griffen sie auch schon zielstrebig an. Ich suchte die Reihen der Verteidiger ab, doch G�rard war nicht mehr zu sehen.</p><p>�Holt die Soldaten�, sagte ich und hob mein Gewehr. �Und sagt ihnen, sie sollen sowohl auf die Reiter als auch auf die Tiere schie�en!�</p><p>Ganelon zog sich zur�ck, und ich zielte auf einen landenden Drachen und scho�. Mitten im Landeanflug begann das Tier wild mit den Fl�geln zu schlagen. Es prallte gegen den Hang, �berschlug sich und blieb zuckend am Boden liegen. Ich scho� ein zweitesmal. Im Sterben begann das Ungeheuer zu brennen. Innerhalb k�rzester Zeit hatte ich vier Br�nde entfacht. Ich kroch in meine zweite Stellung vor. Dort angekommen, hob ich die Waffe und scho� von neuem.</p><p>Ich erlegte einen weiteren Angreifer, doch schon waren einige Wesen in meine Richtung geschwenkt. Ich verfeuerte den Rest meiner Munition und lud hastig nach. Mehrere Flugtiere rasten auf mich zu. Sie waren ziemlich schnell.</p><p>Ich vermochte sie aufzuhalten und lud gerade nach, als die erste Sch�tzeneinheit eintraf. Gleich darauf wehrten wir uns mit verst�rkter Feuerkraft und r�ckten weiter vor.</p><p>Nach zehn Minuten war alles vorbei. Sehr schnell erkannten unsere Gegner, da�<emphasis/> sie keine Chance hatten, und begannen auf den Rand des Plateaus zuzurennen, wo sie sich in die Luft warfen und davonflogen. Doch erbarmungslos schossen wir sie herunter, und ringsum lagen brennendes Fleisch und glimmende Knochen.</p><p>Links von uns erhob sich das feuchte Felsgestein zu einer steilen Klippe, die in den Wolken verschwand und daher kein Ende zu haben schien. Noch immer tobte der Wind durch Rauch und Nebel, und der Boden war voller Blut. Als wir schie�end vorr�ckten, erkannten die Streitkr�fte Ambers sofort, da� wir Hilfe brachten, und begannen ihrerseits vom Fu� des Felsens her vorzur�cken. Ich sah, da� sie von meinem Bruder Caine angef�hrt wurden. Einen Augenblick lang trafen sich von ferne unsere Blicke, dann st�rzte er sich in den Kampf.</p><p>Als die Angreifer weiter zur�ckwichen, fanden sich verstreute Amber-Gruppen zu einer zweiten Streitmacht zusammen. Sie verengten allerdings unser Schu�feld, indem sie begannen, die gegen�berliegende Flanke der Monstermenschen auf ihren Drachenv�geln anzugreifen, doch ich sah keine M�glichkeit, ihnen das verst�ndlich zu machen. Wir r�ckten weiter vor und bem�hten uns, genau zu zielen.</p><p>Eine kleine Gruppe von M�nnern blieb am Fu� der Felswand zur�ck. Ich hatte den Eindruck, Eric sei vielleicht verwundet worden, da das Unwetter sehr pl�tzlich aufgeh�rt hatte. Ich l�ste mich von den anderen und schlug die Richtung ein.</p><p>Als ich in die N�he der Gruppe gelangte, lie� die Schie�erei bereits wieder nach. Was nun geschah, bemerkte ich erst, als es zu sp�t war.</p><p>Etwas Gro�es raste von hinten heran und war in Sekundenschnelle an mir vorbei. Ich st�rzte zu Boden und lie� mich abrollen, wobei ich automatisch das Gewehr hob. Doch mein Finger kr�mmte sich nicht um den Abzug. Es war Dara, die soeben auf dem Pferder�cken an mir vorbeigaloppiert war. Als ich ihr nachbr�llte, drehte sie sich im Sattel um und lachte.</p><p>�Komm zur�ck! Verdammt! Du wirst dich noch umbringen!�</p><p>�Wir sehen uns in Amber!� rief sie und galoppierte �ber das graue Gestein auf den Weg, der dahinter begann.</p><p>Ich war zornig. Aber ich konnte im Augenblick nichts unternehmen. Wutschnaubend rappelte ich mich wieder auf und setzte meinen Weg fort.</p><p>Als ich die Gruppe erreichte, h�rte ich mehrmals meinen Namen. K�pfe wandten sich in meine Richtung. M�nner traten zur Seite, um mich durchzulassen. Ich erkannte viele Gesichter, doch ich k�mmerte mich nicht um die Umstehenden.</p><p>Ich glaube, ich entdeckte G�rard in demselben Augenblick wie er mich. Er hatte mitten in der Gruppe gekniet und stand jetzt auf und wartete. Sein Gesicht war ausdruckslos.</p><p>Als ich n�her kam, sah ich, da� meine Vermutungen richtig gewesen waren. G�rard hatte am Boden gekniet, um einen Verwundeten zu versorgen. Es war Eric.</p><p>Ich erreichte die Gruppe, nickte G�rard zu und blickte dann auf Eric hinab. Widerstreitende Gef�hle tobten in mir. Das Blut mehrerer Brustwunden schimmerte sehr hell � und er verlor sehr viel. Das Juwel des Geschicks, das noch an einer Kette um seinen Hals hing, war damit besudelt. Wie ein herausgerissenes Herz pulsierte es weiter unter der roten Schicht. Erics Augen waren geschlossen, sein Kopf lag auf einem zusammengerollten Mantel. Er atmete schwer.</p><p>Ich kniete nieder, unf�hig, den Blick von dem aschgrauen Gesicht zu wenden. Ich versuchte meinen Ha� beiseite zu schieben, da er so offenkundig im Sterben lag, damit ich eine Chance hatte, diesen Mann, der mein Bruder war, in den Minuten, die ihm noch blieben, ein wenig besser zu verstehen. Ich stellte fest, da� ich so etwas wie Mitleid aufbringen konnte, indem ich an all die Dinge dachte, die er zusammen mit dem Leben verlieren w�rde, und indem ich mich fragte, ob ich wohl jetzt an seiner Stelle l�ge, wenn ich vor f�nf Jahren gesiegt h�tte. Ich versuchte etwas zu finden, das zu seinen Gunsten sprach, fand aber nur die Worte: <emphasis> Er starb im Kampf um Amber.</emphasis> Das war immerhin etwas. Der Satz ging mir immer wieder durch den Kopf.</p><p>Er kniff die Augen zusammen, �ffnete sie zuckend. Sein Gesicht blieb ausdruckslos, als er den Blick auf mich richtete. Ich war nicht sicher, ob er mich �berhaupt erkannte.</p><p>Doch er sagte meinen Namen und fuhr fort: �Ich wu�te, da� du es sein w�rdest.� Er schwieg einige Atemz�ge lang und fuhr fort: �Sie haben dir Arbeit abgenommen, nicht wahr?�</p><p>Ich antwortete nicht. Er wu�te, was ich gesagt h�tte.</p><p>�Eines Tages bist auch du an der Reihe�, fuhr er fort. �Dann sind wir wieder gleich.� Er lachte leise und erkannte zu sp�t, da� er das lieber nicht h�tte tun sollen. Ein gurgelnder Hustenreiz packte ihn. Als es vorbei war, starrte er mich d�ster an.</p><p>�Ich habe deinen Fluch gesp�rt�, sagte er. ��berall. Die ganze Zeit. Du brauchtest nicht einmal zu sterben, um ihn wirksam werden zu lassen.�</p><p>Als k�nnte er meine Gedanken lesen, l�chelte er gespenstisch. �Nein�, sagte er. �Ich werde dich nicht mit meinem Todesfluch belegen. Den habe ich mir f�r die Feinde Ambers aufgehoben � dort drau�en.� Er machte eine Bewegung mit den Augen. Dann sprach er fl�sternd den Fluch, und ich erschauderte, als ich die Worte h�rte.</p><p>Schlie�lich kehrte sein Blick zu meinem Gesicht zur�ck; einen Augenblick lang starrte er mich an. Er zupfte an der Kette, die um seinen Hals lag.</p><p>�Das Juwel . . .� sagte er. �Nimm es mit in die Mitte des Musters. Halte den Stein empor. Ganz dicht � vor ein Auge. Blicke hinein � und stell dir vor, es w�re eine SchattenWelt. Versuche dich selbst � hineinzuprojizieren. Du dringst nicht ein. Doch es gibt � ein Erleben . . . Dann wei�t du, wie du den Stein nutzen kannst . . .�</p><p>�Wie . . .?� sagte ich und stockte. Er hatte mir bereits gesagt, wie man sich auf den Edelstein einstellte. Warum sollte er seinen Atem mit der Erkl�rung verschwenden, wie er darauf gekommen war? Doch er erkannte, was ich wissen wollte. �Dworkins Notizen . . . unter dem Kamin . . . mein . . .�</p><p>Dann �berkam ihn ein neuer Hustenreiz, und Blut quoll ihm aus Nase und Mund. Er holte tief Atem und stemmte sich mit rollenden Augen in eine sitzende Position hoch.</p><p>�F�hre dich so gut, wie ich es getan habe � Bastard!� sagte er, sank in meine Arme und machte seinen letzten blutigen Atemzug.</p><p>Ich verharrte mehrere Sekunden lang und brachte ihn dann in die fr�here Stellung. Seine Augen waren noch offen, und ich hob die Hand und schlo� sie. Fast automatisch legte ich seine H�nde auf dem erloschenen Edelstem zusammen. Ich brachte es nicht �ber mich, ihm das Schmuckst�ck jetzt schon abzunehmen. Dann stand ich auf, zog meinen Mantel aus und bedeckte ihn damit.</p><p>Als ich mich umdrehte, sah ich, da� alle mich anstarrten. Viele altvertraute Gesichter, einige unbekannte dazwischen. Doch viele, die in jener Nacht dabeigewesen waren, als ich in Ketten zum Bankett gef�hrt wurde . . .</p><p>Nein. Jetzt war nicht der Augenblick, daran zu denken. Ich schlug mir den Gedanken aus dem Kopf. Das Schie�en hatte aufgeh�rt. Ganelon zog die Truppen zur�ck und brachte sie in Formation.</p><p>Ich trat vor und ging zwischen den Amberianern hindurch. Ich schritt zwischen Toten dahin, ging an meinen Soldaten vorbei und trat an den Rand der Klippe.</p><p>Im Tal unter uns ging der Kampf weiter. Die Kavallerie str�mte hierhin und dorthin wie ein aufgew�hltes Gew�sser, vorsch�umend, stockend, Strudel bildend, zur�ckweichend, umschw�rmt von der insektengleichen Infanterie.</p><p>Ich nahm die Karten zur Hand, die ich Benedict abgenommen hatte. Ich zog sein Abbild aus dem Spiel. Es schimmerte vor mir, und nach einer Weile kam es zum Kontakt.</p><p>Er sa� auf dem mir bekannten rotschwarzgescheckten Tier, mit dem er mich verfolgt hatte. Er war in Bewegung, ringsum wurde gek�mpft. Da ich sah, da� er einem anderen Reiter gegen�berstand, blieb ich still. Er sagte nur ein einziges Wort.</p><p>�Warte!�</p><p>Er erledigte seinen Gegner mit zwei schnellen Klingenbewegungen. Dann lie� er das Pferd herumwirbeln und begann sich aus dem Kampf zu l�sen. Ich sah, da� die Z�gel des Tieres verl�ngert und um den Stumpf seines rechten Arms gebunden waren. Es kostete ihn gut zehn Minuten, sich an eine einigerma�en sichere Stelle zur�ckzuziehen. Als er soweit war, sah er mich an, und ich erkannte, da� er sich zugleich die Szene hinter mir ansah.</p><p>�Ja, ich bin auf dem Plateau�, sagte ich. �Wir haben gesiegt. Eric ist in der Schlacht gefallen.�</p><p>Sein Blick blieb starr auf mich gerichtet; er wartete darauf, da� ich weitersprach. Sein Gesicht war reglos.</p><p>�Wir haben gesiegt, weil ich Gewehrsch�tzen in den Kampf f�hren konnte�, sagte ich. �Ich habe schlie�lich doch einen Explosivstoff gefunden, der hier funktioniert.�</p><p>Er kniff die Augen zusammen und nickte. Ich hatte das Gef�hl, da� er sofort wu�te, worum es sich bei dem Zeug handelte und woher es stammte.</p><p>�Es gibt zwar viele Dinge, die ich mit dir besprechen m�chte�, fuhr ich fort, �aber zun�chst will ich mich deiner Gegner annehmen. Wenn du den Kontakt h�ltst, schicke ich dir mehrere hundert Sch�tzen hinunter.�</p><p>Er l�chelte.</p><p>�Beeil dich�, sagte er.</p><p>Ich rief nach Ganelon, der mir ganz aus der N�he antwortete. Ich trug ihm auf, die M�nner zusammenzuholen und hintereinander Aufstellung nehmen zu lassen. Er nickte, entfernte sich und begann Befehle zu br�llen.</p><p>W�hrend wir auf seine R�ckkehr warteten, sagte ich: �Benedict. Dara ist hier. Sie vermochte dir durch die Schatten zu folgen, als du von Avalon hierherrittest. Ich m�chte . . .�</p><p>Er bleckte die Z�hne und br�llte: �Zum Teufel, wer ist diese Dara, von der du andauernd redest? Ich kannte sie �berhaupt nicht, ehe du zu mir kamst! Bitte, sag�s mir! Ich m�chte es wirklich gern wissen!�</p><p>Ich begann zu l�cheln.</p><p>�Sinnlos�, sagte ich und sch�ttelte den Kopf. �Ich wei� �ber sie Bescheid � doch ich habe niemandem verraten, da� du eine Enkelin hast.�</p><p>Unwillk�rlich �ffneten sich seine Lippen, und seine Augen waren pl�tzlich weit aufgerissen.</p><p>�Corwin�, sagte er. �Entweder bist du verr�ckt, oder du hast dich h�bsch hinters Licht f�hren lassen. Soviel ich wei�, besitze ich eine derartige Verwandte nicht. Und was die M�glichkeit betrifft, mir durch die Schatten zu folgen � ich bin durch Julians Trumpf hierhergelangt.�</p><p>Nat�rlich! Meine einzige Entschuldigung, warum ich sie nicht sofort entlarvt hatte, war meine Konzentration auf die Auseinandersetzung. Benedict hatte nat�rlich durch den Trumpf von der Schlacht erfahren. Warum sollte er auf einer weiten Reise kostbare Zeit verschwenden, wenn eine schnelle Transportm�glichkeit zur Verf�gung stand?</p><p>�Verdammt!� sagte ich. �Sie mu� inzwischen in Amber sein! H�r zu, Benedict! Ich hole G�rard oder Caine � die sollen den Transport der Truppen zu dir durchf�hren. Ganelon wird die M�nner begleiten. Gib deine Befehle durch ihn.�</p><p>Ich sah mich um und entdeckte G�rard, der sich mit mehreren Edelleuten unterhielt. Ich rief ihn mit lauter Stimme zu mir. Hastig wandte er den Kopf und rannte in meine Richtung.</p><p>�Corwin! Was ist?� Benedict hatte ebenfalls die Stimme erhoben.</p><p>�Ich wei� nicht! Jedenfalls stimmt etwas nicht!�</p><p>Ich schob G�rard den Trumpf in die Hand.</p><p>�Sieh zu, da� die Soldaten zu Benedict durchkommen!� sagte ich. �Ist Random im Palast?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Frei oder eingesperrt?�</p><p>�Frei � mehr oder weniger. Er ist sicher in Begleitung einiger W�chter. Eric traut � traute ihm noch immer nicht.�</p><p>Ich machte kehrt. �Ganelon!� rief ich. �Tut, was G�rard Euch sagt. Er wird Euch dort hinabschicken � zu Benedict.� Ich machte eine Handbewegung. �Sorgt daf�r, da� meine M�nner Benedicts Befehle ausf�hren. Ich mu� sofort nach Amber.�</p><p>�Gut!� gab er zur�ck.</p><p>G�rard lief auf ihn zu, und ich bl�tterte erneut die Spielkarten durch. Ich fand Randoms Bild und konzentrierte mich. In diesem Augenblick begann es endlich zu regnen.</p><p>Augenblicklich hatte ich Kontakt.</p><p>�Hallo, Random�, sagte ich, als sein Bild sich belebte. �Erinnerst du dich an mich?�</p><p>�Wo bist du?� fragte er.</p><p>�In den Bergen�, entgegnete ich. �Diese Schlacht haben wir gerade gewonnen, und ich schicke Benedict die Hilfe, die er braucht, um im Tal aufzur�umen. Doch zun�chst brauche ich deine Hilfe. Hol mich zu dir!�</p><p>�Ich wei� nicht recht, Corwin. Eric . . .�</p><p>�Eric ist tot.�</p><p>�Wer f�hrt dann das Kommando?�</p><p>�Na, was glaubst du wohl? Hol mich zu dir!�</p><p>Er nickte hastig und streckte die Hand aus. Ich hob den Arm, ergriff sie und tat einen Schritt. Im n�chsten Augenblick stand ich neben ihm auf einem Balkon, der auf einen der Innenh�fe hinabblickte. Die Balustrade bestand aus wei�em Marmor, und der Hof unten war ziemlich kahl. Wir befanden uns im zweiten Stockwerk.</p><p>Ich schwankte, und er ergriff meinen Arm.</p><p>�Du bist ja verletzt!� sagte er.</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf und bemerkte, wie m�de ich war. In den letzten N�chten hatte ich nicht besonders gut geschlafen. Das und noch viel mehr . . .</p><p>�Nein�, sagte ich und starrte auf die blutige Hemdbrust. �Ich bin nur m�de. Das Blut stammt von Eric.�</p><p>Er fuhr sich mit der Hand durch das strohfarbene Haar und sch�rzte die Lippen.</p><p>�Du hast ihn also doch erledigt . . .�, sagte er leise.</p><p>Wieder sch�ttelte ich den Kopf.</p><p>�Nein � als ich ihn erreichte, lag er bereits im Sterben. Komm mit! Beeil dich! Es ist wichtig!�</p><p>�Wohin? Was ist denn los?�</p><p>�Zum Muster�, sagte ich. �Warum? Den Grund kenne ich nicht genau. Ich wei� nur, da� es wichtig ist. Komm schon!�</p><p>Wir betraten den Palast und n�herten uns der Treppe. Zwei W�chter standen an der obersten Stufe, doch sie salutierten bei unserer Ann�herung und versuchten uns nicht aufzuhalten.</p><p>�Ich bin froh, da� die Ger�chte �ber deine Augen stimmen�, sagte Random unterwegs. �Kannst du wirklich wieder gut sehen?�</p><p>�Ja. Wie ich geh�rt habe, bist du noch immer verheiratet.�</p><p>�Ja.�</p><p>Als wir das Erdgescho� erreichten, hasteten wir nach rechts. Unten an der Treppe warteten zwei weitere W�chter, doch sie k�mmerten sich nicht um uns.</p><p>�Ja�, wiederholte er, w�hrend wir zur Mitte des Palasts strebten. �Das �berrascht dich, nicht wahr?�</p><p>�Allerdings. Ich dachte, du wolltest das Jahr hinter dich bringen und die Sache dann beenden.�</p><p>�Das dachte ich zuerst auch�, sagte er. �Doch ich habe mich in sie verliebt. Wirklich und wahrhaftig.�</p><p>�Es hat schon seltsamere Dinge gegeben.�</p><p>Wir durchquerten den marmornen Speisesaal und betraten den langen schmalen Korridor, der scheinbar endlos durch Schatten und Staub f�hrte. Ich unterdr�ckte einen Schauder, als ich daran dachte, in welchem Zustand ich gewesen war, als ich diesen Weg das letztemal benutzt hatte.</p><p>�Sie mag mich wirklich�, sagte er. �Wie nie jemand zuvor.�</p><p>�Das freut mich f�r dich.�</p><p>Wir erreichten die T�r, die zu der Plattform am oberen Ende der langen Wendeltreppe f�hrte. Sie stand offen. Wir schritten hindurch und begannen mit dem Abstieg.</p><p>�Mich nicht�, sagte er. �Ich wollte mich nicht verlieben. Damals nicht. Wie du wei�t, waren wir die ganze Zeit in Gefangenschaft. Darauf kann sie doch niemals stolz sein!�</p><p>�Damit ist es nun vorbei�, sagte ich. �Du bist gefangengesetzt worden, weil du meinem Beispiel gefolgt bist und Eric t�ten wolltest, nicht wahr?�</p><p>�Ja. Aber dann kam sie hierher zu mir.�</p><p>�Das werde ich nicht vergessen�, sagte ich.</p><p>Wir eilten weiter. Es war ein weiter Weg in die Tiefe, und nur etwa alle vierzig Fu� brannte eine Laterne. Es war eine riesige, nat�rlich gewachsene H�hle. Ich fragte mich, ob �berhaupt ein Mensch wu�te, wie viele Tunnel und Korridore sie enthielt. Pl�tzlich �berkam mich Mitleid mit den armen Gesch�pfen, die in den Verliesen dort unten verkamen � aus welchen Gr�nden auch immer. Ich beschlo�, sie freizulassen oder eine bessere Verwendung f�r sie zu finden.</p><p>Minuten vergingen. Ich sah das Flackern der Fackeln und Laternen unter mir.</p><p>�Es geht um ein M�dchen�, sagte ich. �Sie hei�t Dara. Sie hat mir erz�hlt, sie sei Benedicts Urenkelin � und zwar �u�erst glaubhaft. Sie besitzt eine gewisse Macht �ber die Schatten und war sehr darauf aus, das Muster abzuschreiten. Als ich sie zuletzt sah, galoppierte sie zur Stadt. Benedict hat mir inzwischen geschworen, sie sei nicht seine Enkelin. Und pl�tzlich habe ich Angst. Ich m�chte sie vom Muster fernhalten. Ich m�chte sie ausfragen.�</p><p>�Seltsam�, sagte er. �Sehr seltsam, da mu� ich dir recht geben. Glaubst du, da� sie schon unten ist?�</p><p>�Wenn nicht, dann kommt sie bestimmt bald. Das sagt mir mein Gef�hl.�</p><p>Endlich erreichten wir den Boden, und ich hastete durch die Dunkelheit auf den richtigen Tunnel zu.</p><p>�Warte!� br�llte Random mir nach.</p><p>Ich blieb stehen und wandte mich um. Es dauerte einen Augenblick, bis ich ihn entdeckte, da er sich hinter der Treppe befand. Ich kehrte um.</p><p>Meine Frage blieb unausgesprochen. Ich sah, da� er neben einem gro�en b�rtigen Mann kniete.</p><p>�Tot�, sagte er. �Eine sehr schmale Klinge. Ein geschickter Stich. Gar nicht lange her.�</p><p>�Weiter!�</p><p>Wir rannten zu dem Tunnel und bogen ein. Die siebente Abzweigung war die gesuchte. Im Laufen zog ich Grayswandir, denn die gro�e metallbeschlagene T�r stand weit offen.</p><p>Ich st�rmte hindurch, dicht gefolgt von Random. Der Boden des gewaltigen Raums ist schwarz und wirkt eben wie Glas, wenn er auch nicht so glatt ist. Das Muster brennt auf diesem Boden, in diesem Boden, ein komplizierter, schimmernder Irrgarten aus gekr�mmten Linien, etwa hundertundf�nfzig Meter lang. Mit weit aufgerissenen Augen blieben wir am Rand stehen.</p><p>Etwas war dort drau�en, etwas beschritt das Muster. Ich sp�rte den kribbelnden K�ltehauch, der mich immer �berf�llt, wenn ich das Gebilde betrachte. War es Dara? Ich vermochte die Gestalt nicht zu erkennen inmitten der Funkenfont�nen, die immer wieder ringsum emporsprangen. Wer immer es war � es mu�te jemand von k�niglichem Blute sein, denn es war allgemein bekannt, da� jeder andere vom Muster vernichtet wurde, und dieser Mensch hatte bereits die Gro�e Kurve �berwunden und besch�ftigte sich gerade mit der komplizierten Serie von B�gen, die zum Letzten Schleier f�hrte.</p><p>Die Flammengestalt schien mit der Bewegung auch die Form zu ver�ndern. Eine Zeitlang widersetzten sich meine Sinne den winzigen unterbewu�ten Eindr�cken, die zu mir durchdrangen. Ich h�rte Random neben mir keuchen, und dieser Laut schien den Damm meines Unterbewu�tseins zu brechen. Eine Horde von Impressionen �berflutete meinen Geist.</p><p>In dem durchscheinend wirkenden Raum schien es zu riesiger Gr��e anzuschwellen. Dann schien es zu schrumpfen, zu ersterben, bis es fast nur noch ein Nichts war. Einen Augenblick lang sah es aus wie eine schlanke Frau � vielleicht Dara, deren Haar von dem Schimmer erhellt war, wehend, flatternd, knisternd von statischer Elektrizit�t. Doch im n�chsten Augenblick waren das keine Haare mehr, sondern m�chtige H�rner auf einer breiten gew�lbten Stirn. H�rner, deren krummbeiniger Besitzer Hufe �ber den funkenspr�henden Weg zu ziehen versuchte. Dann wieder etwas anderes . . . Eine riesige Katze . . . Eine gesichtslose Frau . . . Ein hellgefl�geltes Gebilde von unbeschreiblicher Sch�nheit . . . Ein Ascheturm . . . �Dara!� rief ich. �Bist du das?�</p><p>Meine Stimme wurde zur�ckgeworfen, und das war alles. Wer immer, was immer sich dort drau�en befand, es m�hte sich mit dem Letzten Schleier. In automatischer Reaktion auf die Anstrengung regten sich meine Muskeln.</p><p>Schlie�lich brach es durch.</p><p>Ja, es war Dara! Gro� und herrlich anzuschauen. Sch�n und zugleich schrecklich. Ihr Anblick r�ttelte an den Grundfesten meines Verstandes. Freudig hatte sie die Arme gehoben, w�hrend ein unmenschliches Lachen �ber ihre Lippen kam. Ich wollte den Blick abwenden, konnte mich aber nicht bewegen. Hatte ich wahrlich dieses � <emphasis> Wesen</emphasis> in den Armen gehalten, liebkost, beschlafen? Ich war von einem schrecklichen Widerwillen erf�llt und zugleich von einer starken Sehnsucht, wie nie zuvor. Ein �berw�ltigender Widerstreit der Gef�hle tobte in mir, den ich nicht verstand.</p><p>Dann sah sie mich an.</p><p>Das Lachen h�rte auf. Ihre ver�nderte Stimme erklang.</p><p>�Lord Corwin. Seid Ihr jetzt Herr von Amber?�</p><p>Von irgendwoher verschaffte ich mir die Kraft zu einer Antwort.</p><p>�Gewisserma�en schon�, sagte ich.</p><p>�Gut! Dann erschaut Eure Nemesis!�</p><p>�Wer seid Ihr? <emphasis>Was</emphasis> seid Ihr?�</p><p>�Das werdet Ihr niemals erfahren�, sagte sie. �Dazu ist es nun ein bi�chen zu sp�t.�</p><p>�Das verstehe ich nicht. Was meint Ihr?�</p><p>�Amber�, sagte sie, �wird vernichtet werden.�</p><p>Und sie verschwand.</p><p>�Was war denn das, zum Teufel?� fragte Random.</p><p>Ich sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ich wei� es nicht. Wirklich, ich wei� es nicht. Dabei habe ich das Gef�hl, da� es auf dieser Welt nichts Wichtigeres gibt als die Aufgabe, eine Antwort auf diese Frage zu finden.�</p><p>Er ergriff meinen Arm.</p><p>�Corwin�, sagte er. �Sie . . . es . . . hat jedes Wort im Ernst gesprochen. Und es w�re durchaus m�glich, wei�t du.�</p><p>Ich nickte. �Ich wei�.�</p><p>�Was machen wir jetzt?�</p><p>Ich steckte Grayswandir in die Scheide zur�ck und wandte mich zur T�r.</p><p>�Wir sammeln die Scherben auf�, sagte ich. �Das, was ich seit jeher zu erstreben glaubte, d�rfte nun leicht zu erringen sein � ich mu� es mir nun sichern. Und ich darf nicht auf die Dinge warten, die auf Amber zukommen. Ich mu� die Gefahr suchen und beseitigen, bevor sie Amber erreicht.�</p><p>�Wei�t du, wo du sie suchen mu�t?� wollte er wissen.</p><p>Wir bogen in den Tunnel ein.</p><p>�Ich glaube, sie lauert am anderen Ende der schwarzen Stra�e�, sagte ich.</p><p>Wir schritten durch die H�hle zur Treppe, an deren Fu� der tote W�chter lag, und bewegten uns in der Dunkelheit �ber ihm immer wieder im Kreise, stiegen die Spirale empor zum Tageslicht.</p></section></body><body name="notes"><section id="fn1"><title><p>1</p></title><p>Das ist der Name meiner Klinge, den ich bis jetzt noch gar nicht erw�hnt habe. Damit verbindet sich eine eigene Geschichte, die ich vielleicht noch erz�hle, ehe Sie erfahren, was mich zu diesem letzten Pa� gef�hrt hat. Aber sollte ich den Namen noch einmal verwenden, dann wissen Sie wenigstens, wovon ich spreche.</p></section><section id="fn2"><title><p>2</p></title><p>Roger Zelazny, <emphasis>Corwin von Amber</emphasis></p></section></body><binary id="cover" content-type="image/jpeg">/9j/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7/wAARCAJYAagDASIAAhEBAxEB/8QAHAAAAAcBAQAAAAAAAAAAAAAAAQIDBAUGBwAI/8QAXhAAAgEDAgMEBgUHBwgHAwoHAQIDAAQRBRIGITEHEyJBFDJCUWFxI1JigZEVM3KhscHRCCRDU4Ky8BYlNHOSosLhF0RUY7PS8TV1gzY3RWR0k5Sj4vImJ2WEpMPT/8QAGgEAAgMBAQAAAAAAAAAAAAAAAgMAAQQFBv/EAC0RAAICAgIBBAIDAAIBBQAAAAABAgMREgQhMQUTIkEyYRRCURUzcSM0Q1Ji/9oADAMBAAIRAxEAPwDznGCEUnd5U9t3ZomHOmMWWA9bkPfT2xXw4OeppSRGxxG3PktOo2kxyWpvhjgvWuIYGn09ITErY3M+Ksdn2V6+6YlubRfkelDuVpkof2/Zod/t+BP7Oa0g9kWpCILJqVuuerBSacR9j940YxrMBx/3ZqnZD6CUWZcjD2uv6Nc7H2un6Naw/Y/cO6q+sxnb/wBwazbijSpNF1ufTWl7wwnBb30UJp9IFxwMHYtGN3lXRkiQYb1eXL7qKPaz0IOPwNCcgna3PJH66LwLDMTuGfOu5qvL30U5yc8yK5zy5dAOdX+RAw5K2DjNF8RZfcKOqDbnqPjRzEy4z0NVkrOBKbBPXNLRHcyFzgD3UlKuCQB95oyKdoPUfCicUol7SHca925cnKlsZxRQVWNmQePdgcvjSMkjKCucx7dy8/Ol7YqVIYeLZnr86Wwd5PwIusm7bnOedBsI69QM0aAsGIJyAeZz8DSk2RyI68qOP6I2v7BYZDtI60aNQzMB5Unjb05UaIboWYHBamqLZWAytzwxxjpRdxY5xQMwEYAGSpwTXEAZBPWhaRA27Z/xVqHZFMDZ913fqbvfWUmT+rk9r91at2KWZNjLMfzX19m3xfCuX6lFKro18L8zTogSoDDqOVGukDW/d45qOVKRgLGrnJZORH3Vz7d7E9Mtn/ZrzcZ7eD0KiHOBI5z1A+/lQLHFhlbBJGa5yqsPUJBwB91GgiYs0hI8S4x7qbVNzBl5yISGELhUxg1F3xVYZ5dg2KrGpmWMK2Q4K+fLpUZryxRaTdyEnYsZJIp9azLsDKyeb9QlMmozyHqxbNI95/dG6i6jIPTJ5F6MWxRJZIzCP8bsf+tesh/1o83P/sYsj5POiSElpAfuorgh8DyoWywJ9w50bgAO9OtEutRPezPHEsTs2xdxOBu6f2atlnwfql1ZxTwaTrckciBkItk5g8x7dVfh3/Sn/wDs0nvX+javXvA8eOEdKJ/7HF+ykz+I+uGx5yh4A1gddE1//wDDR/8AnpY8C6uP/oTX/wD8NH/569F65rejaSVGo6jb2Zk9TvWxmmcPGPCc1wIYOINOOW25M4GaR7jZo9iJ5pvuHJ7TvNy3dk46pe27R/rG4frqN1GxnssRTQ93mBu7P2d3rLjPKvYE1ra39i0W2C4jlTChl3KfjWMdqvA8WhwTX9iC2knaJY/+xS+y6fY+sKuFmzE20qMcoybTrZLm87u4lkjjWEvuiOW5Z586sFtwXdX8KS22ia66Mwfd6Inqnz9eonTIGttau7aYRs6xEBwcnnnn+jXpPhnV9JTh3T1OrWKkQLv/AJynLl060cngGqrOTzVxFo8Onx3FrLDf21zbvGzx3dv3frIfcT9UfhVfHtVpfbQ9jf8AE2sXFtcxXg/mfOIq/sv7VZr3ew8vZXxbqOCysi7FrLAqoDRksdpz0oHO5SGGBjrS9vbT3S7YYZJZPqxqzfrFKPoWrhd/5PuSoGW+jPKjA8jEp4/DyDDpRo1lUbS3gHkKGdXixFIhRwemKJEdshVZPmDReSHMCHG9sKOlAVYnoDk8jXSd45bHQUVjlcDORQ4IE3K1dQP69dUGYK0owDTyxyTTVdrBjT2xZNq4FKGG6dhURPDt53Uv/WK0iCFlkxtK/M+tWZdjWqWGkcE3V5qNx3MPpjIfjkrV21fjLh6w9I769B9E2d/3cbErv6fOsbXZqqxjBYCqFeZYZ8ytLiFAqqPCPNqzbROM5dQ1PiHBkFvb2Znh3oy9Pn91L8G9otlPw7t1SYy3dtD38/0fs+r/AOWr0QWUaX6P9FsrzL2pD/8AjXUo/wDvf3VusHHWlXGux6RbW97NM6K2UizjIzWGdqX/AMu9Sb/vf3VdMcMVa8oqKDCY+16tXLs04e0ziHUbuLVUmSG2t2n2xNhvDVPbk+PtetV+7Hsy3mtf+75fbrTZ4wZ0GgXsy1K4SyEusaZM8ipHO+1lX51GanwXqcHF0Ohj6V5ecUnh5o3tVX7Ownu7yKGC2d5ZZNqIoySc1uRNvFxVHDnvptH0PnJ9SXHq/wB6g8DMZKKJuAdDuRpM+knUTHyuLnvP9plFRHaDw1a6HPDe6ZMZdPvYd8D/AH+rVamn724eTbg72Y/eedaMom1bsl0zI/NX3dx/2mxRYwV+QysNF4f4d4etdZ4hsfynd3v+i2ve7MD6zUpq+g8O61wxc6/w5amyuLP89YmTfz+stF7avoOKbbTovzdrZRJF+BzVb0HiS70izv7WOJZUvYu7kLk7gM55GqccgfiXe6sODdC4M0XU9S0K41Ge7T6TZPt86htb1LgqewuLfTeGJ7Sd0+jka43bedSPHUU1x2c8JJ3UzkwknC5xzX3VQSHW4KndFnAw6kE8z76qKxAKTUTUeJNO4B4cSwhvNAurqS5tUlLx3JGCR7qjdW4W4Z1rhW51rhGe4hnsvFdWkzbmVffmj9tSNHeaLtUkHTo+gpXs7tzoPB/Eut6h9Ba3VstvED/Tbvs0QEmZrJHy68/q7atfCercI2Gl+i61w0dRuN/r99tqrABGY91jNJqdueXStGRC6Ng4PPA3Ek08X+ScUENrE5klkl+r6v40ysLDhDTeCp9ev+HPyjuvjFGBcbNo/A5pvqeOE+zK0sx/7S16TMn+qRd341225uewyIQW5Y/lH+jFKmjSiKveI+DJrKW3h4GjiLJtjb0rOz4+rzrVuEdOsrPgLRjaxbXubcPK31mrztLZ3EP56KSPPQspwT869LcPD/8Al3w7j/s1c31Dqo0cBZtHSljMwyNuQT+FPtOtlv7pouQG5iR/ZpllW2xKPX55qa0Hbbrd3DL4kTlXmuK19noJ9B9ZgtZYY7mG32ozEYFN7Ke3t4WV4FlOeWfKnKOs3D8gx+bkAHP31FMqqgIPOtmq2WplUtlL9EzZXFrd3Wx9NjEYTLn3U2lt9IvrS8ju44kt5JTGHzy5ii3M6aXoDzSAiWYYX4iqFxRqu3s412SB2WS1uo2BHlkVt48NpPIu3MYxf+mIcdaNJo/Fl9pp6IzbPlWp3Og8KWXFXDWlT6XF3eq6REc/98c4x/j3VBdrtuNY0bSeMIiGFzFsmx5MKDtfuGtm4PuIiVlg0uNs/aArvuWxxNNSj8R6Z+R+I7rTZQfoJGRh/jyq0cY6TpWhcDaPB3H+c7/dPI77tyRezV0v+Gv8uNY0Di2CAdzOB6d/Z27v7tZr2lax+V+L765H+iq/dwD7Kn/lTHLIGMERw822/l/1Mv8A4T17C4JG/hLRyT0so8f7NePtC/8AaD//AGW5/Yxr2DwHgcGaNnqLFP2UrkP4j+NLPZln8ovH5X03IyBYzbfnvQ1iovJJDGZBE/d/X/YPdW2/yigTq2mHHIWM/wDwGsFC8+tBTHMcC7pOMujduwPjBhefkFpybS6j32/eybu5lXqqt7q2PVra2vdLubS6t5Jbe4Ro3jI5FWHMH+1zrzP2QDHEOg/bvpP0tuyvUZmxB/3g2/r5UiS1ZoqntHJ5XltxZa8whXEtsZbHeY92/umbazL8mX/Zq3aT2QX19psF5Hrmmwd/GJAv5IQ4B++o3jTEvHmsAYH89/8A9GW/vVuvByKvDenFv+yx4/2aKUgoQPN3F+hTcOR6voM01vMYZLSYSRWohzvWXqBu93wqI0DRri5uYRBb+l3dzJ/N7ff925vhV+7cIPSuK9XixjvDp2f/AM4VcuwnTIJdLuuJGA3XFw1vb8vzcCcvD8+tO3E6DfSOyeBbaF+JNVlkOP8AQrKT0eJG+GObGpQdmfBbZUWLL6w3JLIGyVyMmrB2iQcQ3vDV5Hw0U9JkfaGZsMB5lW8qy7TeDeOdLvrHULKzjs5YZMzyflaR1nXGOaHln40nOw5xwOeNOzaW10wmwll1Gz9c29wF9IT7SOvNvkeVYlqtithdLtGbabPdMUy3LqrfEZFezEEpVdwHe4+k/Srzx2z6BBYcUajBb4itO79OEf8Aaw347qbTd56M86/2ZYwOzdkhSelcM4YthuXIUowVkIY5B6UmyBVGDzp5lyA3qL4a6jMPAvirqhMFWAyW2jkTT3TwAFUrz5mo+GQsevnin9kRvGDjGRSjQaNYwn/oTuYlxu/KaYpK/e9MOvzXgX8o+kWyNs9Td5Y+FWbsu0ODiLs9l0xrgQY1HvO8Pi9XxVZta4P0j+dLd6vdWp1PunyOezZ7uVIz2aKvwRQuM7vU9C1CRtXFuLnUdI7tu79Xd5Y+NV3XxNpepz9wOtokMnre3EpH6w1aFxbw7eXDrw7bWN5rs3epJ+ULqaL+bou3dtXcCq+GrlqnAfDF/HePqkk8HpSwRuVkVQrRjC5PlyB9rzoiFX4QstZbtCc6fewQotraekxldxdQvlWf9qef8udTAGR3p+6tok4Y4aHElvqkGpSw3qQQhYxPgOoUYzWL9qQX/LXUl2Nnvf8AaohT6KsGDJsf61aR2HELqd9LGB9HZSHx+JazaNkZske1Wg9iTZ1zUh5fk+b+7RsUiydn3Ekmt3WqaUbeytL2S3f0KS3tudQ/ZZPcflLiEXDNNdvZS94T1bHh/fVS4Y1b8lcVWupwnElvdYP1tjeFqvRnsuFu2OU//R2rRf8AiYxQJDkZSzjd9rdgj3VqmhSdz2R2bn29XjH+8TVP4o4Q1zTuJjZ29hNMrH+bkDk+5vrCrHxlPFw/wxo/Cay95eQk3UyfaC86KfyFJCPbjg8esT0McX7MZp5onCfB+u6VeyaXqeod/a2+6TvFXGcV3alaz8Q6LpfFVgO+tGgSKcRcyjfW99OeyPS5rXh7iG7ugYY3tHQCTkXH1vfQ+A2skjrnEWp8OdnPCx08xKWgYEyIH8x76zrWuKdR167ifVDE0sR8HdQBQeZ91XnizR9T1ns34XXT7C5utsZB7tSfOqXJwhxNYxTTy6FfxxKuS5iPLnVx/ACxdmmdonFd5w7LokFmtkYZbVJPpYt/i/SaoPtknnvk0HVVmxpt1Zfmx6m9VXd+tl/2qb9tn53h/wD92p+v50OlkcS9i2o2OZfTdBuO8i9b803rL0/TqoDJ9mbxSEtgruPkAatPZzo/5d4ktoWwLa3BmnbyCjnzqqgER7nRWf8A5VsPBvDOq2PZld32hw+l6lrO2P6Pb4IvaXrTk9ROMlI7SteGvcS3c9uMQWxMMA+qoXGVq86HrmqaH2JemWUwilN75iqh/wBGvHeTGdBl8G4r408/vq1QaBrV72OyaXFbSm+i1FleLw8sffVTe0XEiRR+I+LNa4gtkg1O5WVF9y4rcuHZO77O+Hc8x6NWMt2dcauhJ0C6jDDPl9Wtr4P0u8u+y/h2CztMkQnvPqo27mM1zebHaGps4XVmQ9qyxsmGVuQ5kdOYqy6fEr6JOxuYo+9lJy/nyWoWLQ9UjjDtbu2OpHQ1JcQbbbT7K3XCApmQY6EgVwKYKqbR2LszlHA+trMRW10npUUxZNyqhqF06JrqdIwhYLzb8aU0NgNUhWNgVfwHd51NaZpz20NyyrmR3IUbvLJrTv7k1JfQtRdblkp3aRfRAcuVrF4E3/o+tWdadN33ZPxRLzPeXy/o1a+1Th7izVdP7nS7DvfpPpO7kX+7mqho9tc6V2YcX2GoRCK5jmj3pvU4/XXU4dMk9pdGLm2dqI17Oj/lJwLrnCkh3TwxG5tc+RUjOKJ23Lug4YMy7CumqH+YbFVvsx1n/JzjGw1HP0Rk2T/o7qvf8p1kfW9KZCMej55fHDfvrqSMLlkR7M9TvLTsn4pEU3K3Tcn9qshuJN024Pty2a03gQj/AKJ+LuYj8K/vrLphyyqbvFUrjgzyfRI6Ax9OndRn+aTf+G1exOABu4J0Z/P0KP8Au1490AAahNuO3+Zzcv8A4bV7E4BkU8G6KvID0KP+7QXjuIZn/KD9H/K2lpczRQJNbTRd7KG2r6p8vlWKR6VZbot+u6f4+fgLNuH2eXiPw5V7Plt7Sa5AubeC4UENtlQMOXzppb2OnwN9BZQ/m/qp/hTS1ZgfOrb7Mm7FeD5xc/l64sJYbOGP+bRyeu7M3OTaelazc3QsrSW8uiBHCN7fojrRtUv9P07TpLm9vILaGMZLO2BWC9rvaRHxHYfkjSCV0USfzi42c7nb/Rp9j4+dC1uwq/hHBV5b86pxC97n/SGuLr+zKmEX57FWvSfBrKeFNJ5t/okfn9mvJ3DM802tYl6d22Nn6L+H8OVeqeCGJ4V0rnH/AKGnn9j51dscIqmfyMk7bLsWvHN6+Mgx6e5+4y/+art2Fv3nAxswf9CuZYZPvZmX9W2s87defEOsZ9f0Ox/vPUb2W8bnhrVZJp//AGc3dQXkXyXAmX7qtrEM/wCFS7lk13tf1DXtJ0qzn0ec2kPpGy4kG36p29feeVYvddo3GcEoifVJ9xbbjavXyHSvRW7R+KtC27obvTrr+r9VvC23n7LfKqKnZArXLLFxLeR2QBJU20ZlCDqDMFyP8cqqEcFvsoqcV8ZOBjiVg/1fRpH/AFpGw/XUHxHf39815fanqQvJvR+5KtE0bDxL1BVa3PVb7h/s84ZMAKIuP5tB1d3/AET5/Hn8q838U6zLrGoXU1zyuLiTfN0+4A02vsVPoiJ9gPhwKQlUEDnzrmYHoDXMCQwBwMdacYwwZTsz5DFdRZAMDFdV6hFTij8923nnlT/TztQ+11NMbcjPMe1jnUhbkhQAtKwO2NZ4J0m/1Xsru4NPJE/pu/kfZHrNU/acK8V2unxQtGzu8LQsBcY7oBt2W5fGnH8n/wD+TGJT/wBak/u52/qrUO6z5+rt/UKzb6M2Uw+CM5h4NvV9OsZ9MtpDc95/nIS+MKV5Lt/x6tJatwDq7ekhbs6jiaCaPv5ApAjXDYO3A549k9a1KBEChR5fV57vl76Vl8Vwp6Zzy+e3+C1XuYDdZm68B3c/E0GrTm1hiiki/m+R7K43bhjzrJu1VQvHOqpnk0teopR9JvxXlvtQBfjfVVPVZaZTPORF/grMaqgXD79rBv108sr++06d5rC6kt3eNo2KHGVOKYhSgXK7dzBf10Z2yB58v4U/UyBJc7gc89p5+1zp/d6hf32w3t69wYAO7LewoI5UwZcsv0uzw0XdtQ/W/wD1Cr1LyWyx494otIPydFrlz3ez4ftqvT3M89xJcXE0k07sCXdsmm+dzLy510oDNkDbVYJkmuGeJdX0MY0nUpLceLfGcbevuNG1DifXr+7N3c6pcvOU2Fg+PB8qhYo1DL4E24/GjeEBfAu3P4VGVuTljxdxRZxR2lrrV5BDGuEVZPVo9/xdxLfW8kN1rF88Ug2sO8z3nM+tUGm9rjwKxdhhcR8s8uWffVy4J4Pv9cvBFY2y3Ew9aeQHu4DzyDjzoH15IrM/iVqdtV1OW2E11Pd7F7uBZNwCj3U6hsuINPhn9HhuLZJ02SmMkCRfDyOK3zQuyDRrcBtVuLq9lxklHKRj3gedS112ccItbmNdOmQAZz6U6svq9c0uVmPA9VbfkeWGXD93LG8bf8qeafr2sWdvHZwatewQKcIqTEY/XW58QdkAltmOj3sspwsno14/eq/h9h+o/GsU1/QZ9PkmgMEsJi/OW8/sN+8fKnZ2EyrwG/yo4jz/AO27/wBXb/pD/wAaC04k4ig3ej6zfQ4Zm8MxGc7fj8Khm5FT9fFHbkGX3OKLXAuMifi4p4mIIPEGpHP/ANZf+Nap2O6tey6A0Pp0v0fhSPPwwaw7P0mfUdvDWkdjl5/ncwZ5dwZfH9asHqMdqMmvjPNiNUTUtSebHpczY6+Kj3txNKgZ3Z2OOZOfIVXL+LU7ZPStJZGwwDRschqUS71i9RIZLIWRG0Fs58h0rzPeNn9noU1t0T8M0qlHwVRWJwPuqVF1cxWplhmdcqW61D2lsLW3MEtxvYBiWY9eYpe6uNtt3athSMUHu+10gnhv5GN9qXE+v/5TyxQ6zdRRp4Po5293z+NUa41C9njkikvLh0lx3od895j31LccSy3nFF/JJzTv22Y9X3dfupzoPA3FWt23pljphW1H9PLhF+eW28q9nxP+pHmuTPe1sqwyOneeL+NOri7u7/u/S5pbju8BN77vd/Ci3wlsL2S1lktzJH7cMu78D50RJfCGrUzPkVS5u4YnsILmSOGT84ufC33U2HL1m60s7ZYPSTfaXpQleehXT7v0WcSxpv37lYe8FSv76mLbXb2GOKOHUNUiSJdqhL5xge6oOJM7EH92lpNmB4GceRoF2iKeCY/yj1bvv/a2s+P/AOvyUZNf1ySRpI9S12RVGW23shxVfWRkuB42B8hV+7MdOGry2mmtdT28VzqG12hba23buxUwkGpN+Ss3T6jeSrLdx3szj1WuS8hX8ajzJOs8iXYId+je1t93y+zXqGTsn0pYmYaxreQpI/nNeceKe+a4hae4kndCw3yHLEB9vWqhNMuyLXkY2N96DfLcxoG25BAb4EdfvqTg4u1mGJIo9W1WNEHgCXbDA91QAfcNuPFQLyO32qJx2AU9CV1HWrq9jmE01zPLOIxJJczGRiEzjn99R3eyRj6P118K/o+6gwVOR4RRWIXxjxGr0LlLrJL6dxPqmmgSadezWMg9qGT1v7GMZqc/6SeNZbfujxNfRjz2Qx5/HFU3oxPvrhkDFRxJ7o81HVJ73vJbieWa4f25JGaT/l/Zpr6zZPtUjJ/+740sOSZ91U1qVtkBPzfhf/dpNgcjnypRuSY/x6xH7q7GEwV5H31bfyZQV8DGT1rqC4QlAceEe6uo8lYKqu/epdSCTmn1t6vM0wTLNvIYbTjnT6wJ75QxG0ikjj0B2DmEcISEnH86f7Xs4/fVj4t7QdA4dXuvTBeXf9VbDeB8z5V59tOJtYstFfSLG59FtnkLsYhhzn41DmWYnMpJL+f76zRpj9j/AHC/cVdpvEesXEc0M/oEUb/RpB7X31YeDO2bUrLuoNftPTotngnT84Ofn76yHxez63Q7qEb8+Pp05U324i1bYevOGOJtF4hi7zTNQgkPtR95tdfmK849qH0nHGq/67xe0q/fVZsbu4sp1mtZZInT1NrYxSt9eXV/dSXV5O000hyzGrjTr9lyuTWGJkeNc88NkfjXDLBxnBzSYY5yaVYYCsvmMmj7EhFJ3YLY5V20rgk7gf41xGcZFcxyojPIio8kFUZhLgpyPnR12sXyp3eVJ4OwYJOK54yCJBuGetCVILzBwU5ij+LJ5YQ9RRgN7kqTyoV7t8792R0FQHBaOC9Am1fU7O2s+ct9J3ED/Uxzdm+Q5Ka9S8N6Jp/D+kwadp0IiiiQBve7fWJ95rG/5P8AaD8vTXqx7HtLFFVfdvya3NwVwc4Oc7fdSpSw8GyqODJO17tHvtKufyRoM/ond/6RcDb4PsrnPPHPNZhpnH2uwalu/L2uEn/tFwssXl4WTbyHh8iKh+NppptbnkmPed5cSS/7xFQUa+IBju3dfjToxBlYeu+zXij/ACm0LvpzF6ZF4Lju9v1fZ6dRVe7aOHre40P8uQW+LuxjbP8A38TeFg3/ACxWHaTxHdaUM6fe6la/RqkndY9n1evupzJxvrV0pS41vWpoSMSZdNv6PTpS1DAas/RXNXhMV8MjEaep9bbjIpzZae10nfOxSInw4XLOfcBSluItQvfpoJXjtIY4R49zO4GFX769F9mnA9tomlLfX6C71CaPLzn+jX2VX3ftonLAjXYx/RezfV79DNHoGpEgnPplylp+ClHLf7tTnD3COs8I3/p93w7qPoxRtxs7iO7/ANocitaLxRx1baHr50SzsBeXAHjYzqgTl7RapLgDjGz4l9Jt1h9FvLY/TQs2dv31nlNyRshVGBW9Mv7K+hikspopE8wY/DH4fa/wKh9RvdKi1OWFdV1KKW2uNlz3UU0viHrLtIOPW8sVZe0jRxb44j0ex23Vqf57GPUuYtviPxI65+zTLgzUI7Ljm3dpVaz4gtcxy+TyxrnB+fWuTHha/wBjbO79DRdT4fse9m71+f8ASSW03tN9seGpo2k91HJEipGkSsd5/HPmKvXFenLqvD95piou54tnT37mVv7tZVcaxPPwNFZxI6ahcM1kWHXf6vwFM/hJkXLa8jThO17N9MuX1O8mm1e9kfLzPaybF+QAwKhu1zirU+JHfTNGvFstOiXEcDCQNIPgSMCt90DSodL0Wx09Sqi3jSPp1Izn9tV7tZ0mPUOFZjCii5t/po8DyHWunCejSMfk8madYG+ujDF9GQm8mTaq7frfPOKljw3KO6/zhb/SbdnNvNf0PeRVp4D0A3/GEOl2Y/064XOf6pWDt+vFem1hghslLmMRoq58P6A/d+unyngyRr2PGN3o7WsEsrXlrcmPaJAm7f4m+qRy5UFnorO0UkoMZ9gDc7v1PJBknp7qvGrOOIuIn1EAXMt9dKLOMDwu3qpu+Q51unZ/wNp/DdqJ3QXepd39Jd48Tff7IHwqvdcSLjxl5MI0rs5v7kAw8M8Rzet9J9Fb/wC6xqP13ga5seV5bazpJ+vqFsHt/wDbjJx94Hzr0BrPaLa2us3mmaZpN7qj2Lst00K/m8ftPwFT/DmuaVxVoy3Vqe/gmGx42wzqfNSPIUPutDVxYHjLULKbTp4/S4uXsH6/xT3ir72IgHijS4xyH5ROP/ujVr7auCIdIb0m3Hd6TcyKjx/9ll9l1+qp91VnsYtzDxdp8U5wYdRbJ9/0Rpm+UKjXiSPT85cQO2B0NePdY0m+v7hpB3UVsWfE7+r+cbw5x4j8BmvYF0GMbR7TzQ1iOn3PCHBeqEXJute1aCZ3wibo7Lc25du7kKRXIfOGTN04KaOz76WXUMn200yZovVz62P3VCXmgT2BMvfRXUf9dB4l/E81+/n8K9e8H8QaXxPYPPYllaJissTpgqcVn3bVwvZpF+XbC2ih3ziG82gYkV+QJHvBI502NrYqfGj9nn+y0S8ntY7meaxtUfd+eu406fMil24elwC+paQvzvYz++tF7D7W2l4ytY7i3SRfyXdcpEDf0qe/51tes6Fpv+T19Cml2G7ujjEK5zt+VG7MAQpz9nkwaDfG6lSXuoo4/XnkkXuvVB3K/tcvL/epRtGRV7o6zpYk+UnrfpEAfrrfezngC2t7C21XiT+d3/cExRSRrsh8A8Pz9WkO3aKKPhaw7uNBI2oxOuFHmDSfe/Rfsfs83hJJ22Rp3jh9m1OeT8PfVgsuF2ZRHLLMbr/sltH6RLt+1jkPkSKsfZlwv+WL+O2iHdS3MJnuLhPYi8l+yT769BWemaPwnpHd2kEVvaRrmRtviJx6zHqTRzs/wqFCfk8//wDR3fbYZ/8AJvinGOZ7uL3k8kyff5kVCaxwqbaTubaeZLr/ALLfwm3k/aQfuJrerbtK0fu4rqe01CHT7k4jvO5+if2d3XpVj13R9H4g0MWt5AJbUx/RPjmm71WT3UPu/oL2v2eOrwSW8ncSx7XXr5Z/s+VdV27SuHLnTNWl0qd9z22Jobr+uhZgB+Gf111O9wr2zG0UkMB0LZpa2BEi/A0jbszM4Hvpe3J3GqAH/Rce+gEgBx8MUXns60YAbRnrUIcOQyfdzpUHmCPJaT9aPd03UryAwB0WrRRxOGyBzou0nJHM4rlOSaOTgkDzFGRAHGwDzoHyRgNzAxRkbeu3GTQLnd051WGyhTd4VHurgd0hGKDawPMYoGYKTt5k1GmiC6oyt1O33UYjLgDJFEEhRVPrE9RQLKTJzAApZBTcY5BjIBoNp3FjzojMd4JJxXYOCGY4arB8G2/yebjGrdxnnf6Wrx//AApHR1+fStxcEu0n2SPxJ/dXk/gXWrjSLu2u7BsX9kTNAp9WUMDuQ/MAn+zXqLQNasdcsI9RsbnvIWG3AXaQfcR76zXdz2/03UtKOp5S41sJ7LVrgTg97Hcyp/xo3yxVfQCDblcAHaAK9O9pPZ8dek/Kml+ixXvqvFceGOT7/JqzG17IuJWuTnSRad3Jzkn1DeifaVQM5pkbBU6xx2W8LycUsbSe9lsYbS3U5t+RdnbI3e84z+FXu+7J9NjsbhhretZWJz63u8X1KtnAPDcHDWhpZxAPK3ill9qRvePhUzqJ/wA33Wc47l/7tLcx0KzzVw4Em4g0Yzc2kvbXe/vBVju/Fa9P4iit8D6SOvJml3fot4skZ3SpBFPap7yu47fwavUvDesQ6vw9BfWeO7kA2fp/Vb5UVjzHAEF82Z9xRxB2cS6rd+maRHqF5H9BcSSWcjep63iUEfspTSuNuzDSuek27Wk0v5zu9PkO/wCy3hqB7XOFb63u7u+tl1A2l1J3npFuG3I+3xrtUerUPwHw9qeo6ksWjG9aZ/8ASb2aJoraD/V7gN330KaaCcpQk00aTcdqHBV1byWwurjmpH+gye7b7qofDtrdzdmtpfQITdaVKbi1U9XEb5OPmvKrXxlpN1wlokl4OMb7ceUUfosP08v1fU9WmdpcakYoZr+YSXqDm4jXqNu7wr+NYuTcq0jTTXK14RrOh31tq2j2WpWkmILi3Vx8/Os/tuD7/wD6We//APoaL+dxx/8Aety3fOnnZDfrBFqfDSn6GzuO8s8/9mly6ftNX8csf0hk3f3uVaK5ZghUo4ZE8Z63Z8M6FJq+oNthjkVMfWYkD99SsYjvbUqFEiSJjn7iKybt91i2N/pujyv3lpB/ObxOmSWCKv62P3VaexvUxf8ACi20kpe4092tm+CBiyfqai1KTwQfZxwvfaVxpqlzfL9FYlYLL/Vbg275+VSvbRq6aXwNLbq+2a/PcxBTggEncfuA/WKvTDuVJx5f8Q/dyrzt/KE4gN5rwsYXPc2ECxgHp3r5Ln7gF/Gjg92DL4Ia9isEF1x1oYmw0CNcMgPQEAY/A4r0k7KqkseQGT8vF632a8l9mOurpWsadqF3krZz4lx1EcuA34GvVlvtngimUgq6kfpoftfKjsjjBVXeTL72bsYnvGn9IthPMe/bG/6Tdubd/wA6l+GOK+y3hq2MGi63YwRNzMaLJ1+ZWsp444d1jQp/yal9dWscZcwyhmSKVC5xlhyDL6pyR0pbs/4b4g1q82elyywf0t/MsmyP9Hn4m+Rq1DIMrMF97SeOeC9X4G1exGv2U08qZi8B9dfEtZ52ZzbuOdJUc++nV2f6zdxzqe7QNHfhmxEj6lZ3907osVsRNGzhep/PHAqu9ld7FedodleRLvjGotsffu3L3Zx1+FRFZPTMxdICV8W2I9flXi7iuVmvYm3FSzSyynPVt7V7JuZZJIZs+LEZ6fKvGfFeDd24HmJN3w8bUNUV9hXOTjlG7/yemLflNx0aG1kI957pqtvavj/Ie45f0sX/AIi1Tv5N8gA1IHobe0XPu+jard2vHbwVcf62L/xFqnhPolblr2Zl2FgnjiD7OmXA/wDz1H7q3bVJ0s7aS4kyUiiDtj3bQawvsMbdxv7v823B/wD8ha2XjLd/krqcqcytnJ+pVFSfyDq6MU4r7XtXmuyLGeGzhkOLeMW/ey7dvrP5D1apeq8d6trIit9Wv5Z4Y7hXjj7tfWGfNB9qq9q/O+J+rEn9nkKjVPdsy95swc+6nV0QflGOy+xfZ6N7A4gbHVJx+dN13P6GAPDV94xbSk0i4Gv3CQ2b4Rtz4zn/AJ4rKf5PmtxRajd6fKwDXxFxE3vf1SP1VpnaXoz65wjdwQLiUfSQp9Yp4j+ykzWrwbYTc4bMo0+kdjJAi9P00wjd3cfph9n7Ocdas9jxtwJZadFBb8S6esMWAiGcHaB0FYPq9lq51KU2+pR2EbvJ3ltI+xod2MeDzxg1fOCuCdS1bTO+LW0MX9HJexS97P8AaVQ42L86vApMS7Zte0DVr7QTo2pWmoSd+8MiIScLIuOfwrqg+ODLw3qkmnO9lcSCHE0kayp3TFsAbjI2cjnXUWpMGCRDY5506tEA27j63Omsag+I9N2KdRY3J7gDTBGBwwIJANHYMjqG8zzpJVO4NnpRiWc5NQmBcchiuJBDEHnQRjw8+tJseeBTNcAh25Z99GiYtgeZorc2BHl1owUg7hyqywVPNufXpQx9TzrtoD4ZgAF91dER3nI5+6hbwyC07ksCmCAAKTVW73DAA591dIhZsjIGR50YENzAORVsoVKHcvKgVNkjBhRoiXORlcGhlPMAndzpZQUHxBiOQPlQll3HZnmaImRIQGwPjR0TCswYMc1aIxW3JVgwk2Y9vzVvhV34T42utK1I3ttcrBdNzmilOIZv0fdVFiOfo/ec/qP/AJaVYd3y6ktgfhQTjkuD1PRuldrmlyWgGp6Vdwz9WMK94hHwp5J2scJw2xMX5Smb+qS0K/7x5CsR0LhO/uBEIPyxeXUkffyR2dv+Y3N4dxz1/dT3/IvXpI2UaXxPIzb8t6Cg8mH9Z8KW4YNbtz9Fz1DtU1e51G0ubMRWtrBJultWlHezrn38gKmb7tdtp7KaH8g3amSNkz38Xny+tWKa9w2dPEpb8pQzRDZJb3MaJ16MrBj5r7qi9O0y+1Lu4oImI97eqvzaiUUJjbJeBW9eaKa2YfnI1P1fW2Jz3D9KtB7P9f4l04SXuiE4d/pbK4k8EzfWT3Gq+ND0vQvp9cn74v8ASR28ft9BybqfVpO94zlkhkh0+GO2j8vB4ttFL5LAClrJM3KDtd0yOBoL/S9Ts5XxuX0cycx6x5UN12saaRjR9Hvru4KbPGncj58684m4v5ect2ZH3j2zUno90/pUTNOTtPPNInDVZNEORs8YNLv7m/1jUvytrtwZpYv9Gsk291B4vZ95qRmm72EYMYkkRt376ryupUsztuG4ru+dSk0yrLCcq3LbyHxFeZ5ct7XI9BQsQQtY6zPoOvWOsLbtdd2jWs8UfVouqn8d341ZbjteshjOjanD63Upu6+XOqaZWaFN2EIUAEL8Wqi9plxbvd2qIrl0U5Pl1rpcK2U+mjncuqNayhz2jcQHWdUmvpou6N1cNNsz0iRNqL/j31Z+yvjleHz388EssN1HskEe3f3iNjdtJ8x+ysg3GQsdhO7w1btK4aa9EItrLWNRlkt+/k9GjTwZc+8iu5rg4ylk3KTti0gxsBpWoZwcHK+8bdy5rztxVfSXmos0py7kzSfpP4v2basN1wlc2Vv6ZfaHxJDDHtEkhSL2vD4udVPWLWKwv7mxiye58OTj1enPHyoq45Lss/QlYXfok/exZ9renrK2fLFat2b9qFxoMENk8Uuo6bH4PRzt72PruVc9RyrIdjJKpz4B5+VGJwCQee4L93OjlHIEZ6nqxO1Tgi4VfS72S068ri1kHVz9n40x1/tX0C1tNujW8l1L5fR7E/tE15kj1G6jhQRzSJjb1+IJrpbqWSH+cSyPv+//AIqD2P2O979Fk404uvte1M3FxP3svqeD1IVPsoff8aleyu5TTtRtdSmjkeKG+3vsGTzjIrPCgPSlAzL0Yj9A7fF/g01QE7nrCXtQ4YNk6A33fFSP9FPtV5n4mV2khYRucqV9Qr4d71G+kS4zvk3H1jvPOkCjHqx3/P1v8Zpag15CnPKwbj2McTaTw96adUkeFJra22FYy/MIc9OnWrD2hcc6Dq+gGwsbiWaWR4+7/m7f1gbd0rzksz5GXfanIjNLekSessrBuijPQUPtBxtNQ7NNfs+G+JU1DUo7juHsJo90URfDGfcAcfCtC4h7T+HL7h7UbW2lvGeW3lRP5uebEYxXmvdNj1j+d+v50bvpu67vvZPXb26iq/ZFbj6HesERX/d/YX7XkPKo9duSMUbZ391nPret/wCtNVd+Rx7ZFMXRml2TmjarNZzxSrL6ORL3scqey48623hLtdgFv3PElrIZP6+BNyv9rHlXnlmcbU9YClElcZZCVNVOvI6E9Vg9TT8c9nd1axTTaxYyO3i2ypvcfvqucXdrVj+TJYNAhdww2i5l8CD5edefvTZ/oz383tL61dLJJON0km8eyzNWdVj/AHv0PtW1dr+6JuMy9745JPrt9b/y11RrDL7cr+NdWldIy2fOWSrwrzp2q8qd6HBDPuSVS0hmESqDjB+t8qvmndmmpNg9zbc/U/nJb91JUsjzP4wRyNKFGHNanuMNCbSbmWynt+6mtvBJ4/fzV+dOeCtIOrzxWy2xubi5cLFGTgDaMOeXXDVHLCyW44K4oyM0DYPKtjn7JrruDlNPAAyT3slZ/eaNbzvBDbRJEcnvnR2aMR+fX47aNSyLwyugFPHjw/WpXuWk8e0/W3bDWx8F9nBubYTEeh2cn/WLiPfLN9pUPQVcv+i7QCMem6h9H/Sd/s/2VAxVO39B+2eZpwsXUH1kX9a12/wepurdeK+yG9W1NxpN6NRHd57ufbv8P1SOWaxrUdOmtSWIO1X2OGGGjb3MPKrTAawMZOe3mF+BpV0GBjlWjcFcFniiLudOOnQd3BG8vfpuYs+TUvxN2a3Wj6PLfyLYXawOCYYoWDyLnbtX486jmFpkySPwnG5vvo86lQDkffWycPdlVxqFwLgwfky0lH0fpEfey/2VzgffU9qnZBFcwobXW5SyLgRywKRn+zig3L9rrGTz5/SZ7v7PyoP939GpfivQLzRtSls5oTHLAfGnNoyvPDj4ZqG7z9D7S0YmXQaL/H2f8Zp5oFr6Vq9tbdYxzf7K9Sfwpinik8FXXs40aTVr2GJB/OLuT0RPl6xb+yM/jVTeAom/9j+neiaD6bN+e1KTvn/Q9VF+5KtQP83/ADHm3/HQ20aW9vFbxRhEjUKAOgqr6RxfDfcearw56o0+33g/1z89y/dmsDlsdJxwVntr0WxlvdP1a/Qm0kb0W5A8lPq/rrNNU4zt9M0+bQ9DsBaxR+DPqq+362K9B8d6Quu8LX9iUzI6b0HuZen66832yQh+7MEUXeXKtcXEkasyK7bX/A0yC2EzKnqF5eXt9300veSfs/hScX5t+Xh+tXouz7KLYqGGrwESjI/mS/VrLu0fQDp2pzWJgi+i5xy28fdb4jyxt+BrWpr6M8oT/sUdNjhevUU50iV0ZDsDDZnaeo51ceAtFOrGFAsXfXMndxyY37Ik8b+GtQPZhBAu/wDK0MQ7rMn8yjoLHlYKhX3kziwmkkZ3nfqCEY9BzqZhkYLEVLvydunxFFXTjcWHo+O+PpMsdv6PHtaf6i8ui+FjV90zs9uZLVDqd+9mynb6PZjZ3fIc93Unn1ri/wARSk22daHJcFgz24S6NgsrWs29EyVKn3NWa8QTT3V2zzRGMtuABDV6ifsy4ZCFu91UyjzN+4qG1fskt/RS1hqkuf6u8Her9/nWvi1qpYM3Isd0s+Dy+p+mHPb7NeiuwA/5wdf/AOmr/wCI9Y9xlwy2hS3atAbSW2P0kfrZ5EhlP1a2X+T+g/Kzny/JsX65HrpWLoxVL5Fw7XF7ns51b/VDr8xXl3ibYOI747/D3x5V6n7awP8Ao51bH9UP2ivMF5YTarxhcWUP5yS6OT7ufrbvL5/xpdC8jOU34RDSIHLEZI9/s0smkX7KskcE/I5x3R51s3AXZu1ye9tBi087yWPxv9bYjcsfGtFHZfw+gHp51G6z/SekH6r+ynSme4l5EqmT8Hky4smiGZVMfjX10ZfI0z/+J7P1a9W8Q9k2mXFuPyLqVzbXDDCR3H08Zb3bT0/GsK404RuNOuZoGtzDdxeunsSf94v8KZCzJThgpqKxxn3daNhWAB9551eOy7h08QfzSDuBdy3BHeTx7gFRN2MffWlP2L30KFvTdHPLOPQm8l+dW7MEhVl5yYDjBxnyokatt35PI+6th0Ls3v8AXXim/JMWmyg93JLcRt3Tsv1Eq7Sdj1ottg63c97jr3Eez8MfvoHYX7R5oCsuSoUjzNCqA+DIBcYBz0rRe0Hgi40C4jinHKSP+b3MY2994dxV08j8azuISOmPdH61HHsU44APecx+g39z+NCfzf6LUcRyYeRD7Q/x+qkvGm//AMtQgPjxnNEVML3b+/cKKXYRkZ5t0oyl2O9uijFQEFMiIY5k8hmjqDtO7rQHvcDKdOdcxbYz9D51AjhIokHdLkYwaMzYAyOROOVEDd3tyPCwzQ8iAobmeYzVYDQPj8gV+ZzXUGT54HyrqsmCH0IkERfmjJ4PZ9Zej16S7MdUGqaHZu/OeHMUvzXl+6vMML4GB1HStm7CNZiXV5LOX/rad7H+kOTfurNNZNNbwTXbZofpFxbapEN3pg9GkX+qlHKL8elOOxXQRa6tdahL4hZQ+iRv9aUc5fw6VdeNtGbiDha+sojsue77yE/VlBGP1057P9DXQuErSxmO652tJM31pW9b9dKyMfY17TtSax4UljgkCG5cQp9j634CqL2baDZavrubjnaWsaySx/XPSFW+AC5++m3bfrazX0lishVbVDEgB9aR/WP3Cp3sMnXGqCRPHi3bP/wwKLOCOODReIL38kaBNergeix7xH/dVfs1hV5xnq1xr6RDVtQjuJnVQ6SKIIs/Z28+fLrWydqHPgnUMexEP72a813f0uqmLHr3IP47TVwF3S8HpzgPVrjiDhW3vZxGksbPDOgX83KjDkD8QM1n/b7w/brcWmrW4AF99BcfbdVyG/3auXY2NvDd/KfzUur3Hd//AHv791R/bpPHHo2nWbfnHuwV+5Sf3UvyHjJEdgVri4vt3LFta/vrReKtY/IPDl5qhiEvo6M6IfNyxUfhuz91UHsIl765v9vL+bWv76svbN/83Wpfop/fNGg10ZJccc63PxJ3Q1bURdE/no5FS3Rvd3eCSK3Lg3VJtY4ctL+5x30iePaMA/KvLenEDjDdnn3/AO+vSvZaR/kNpTN07o/toprAqDyZ5/KAs4vy5ZyJ4e80+Xd92DWJSd2CPo/7O6t3/lBbTrenoeW/TrjH6hWQaVoF3qeHZRbwL600g5D5GihhIVOtzl0RaLLNehYR9J/RYTduOOlb12F6B3Wp+lsp22Mfcr9ud13yN8MeFPurO+GLzRtF1rbp8AvGjjZ5riT2APZX4nmuft16J7ONKm0rhW2S6GLufM91/rn8TfhkD7qVbPIyNeB9xDqA0jQr7VJfFFbwlmX6x8krCNI1yey1iy1CRCPQ71vSzj8/3u/vVb3bC6fhW48Y8PJxHw9Lpsl5NaxysCWiODyORVUvuyZHgeGTizVZS5G+PC+P1W91Li8DpPJokaq8Zj6hjkfGvN3aPpX5H4svbaXL23eBwPfFNyP+ya9I2cBtYEtnYsVTarnrlRj9dZX266Z3sNlrQTEY3W1w2OisPB/vUcF8gproneyHWX1XhZLe58V1YsbaU+8KMKfvGKiu2/RVnsLLU0blEe4nf3o45H7jVQ7IOIGsOI1jun7uC9T0aZfdcAeE/wCPfW18Q6Smr6FeaZOBtuIti/A46/jQy6mDB5KF2NaHHZXVxewgTR2KNaRfbwpLN+urP2paq2m8M3FtEBHJdO1tH9jLEO34GpPgrQIuHuH7bSlIJjTa595PU1l3bPrwuNVkQHla7rcf6+XaX/3Nv41TRcpalf0niW4sNcs7jS7e0ve57yD0OS79HZOmPLnyX/eq56t2m67Z2Ld5oWh2k8w6vrKnu/V9Vcbmx63Kobs+4QGpXUtoQIrS153MqevO7LuWNfcgHu61outW3C/Bmgi/XR4LcgKkUcMal55WbCru+bZ51ecCdcmPN3+s3vpFvqOs6nOY/wA5bRXDP321fVbaEjX5mvQfC35TThrTodYB9NW3Xvs8zu/Syc1kc/aZxDdzm2tLWx06T6ryNNt/S2nlWq8E6rLqnCNhqF9/pEqHf4NviHWqkMrWDJv5R0SCWeQYydMX1v8AXJT3sFTD3GOpsLf1fm1R/wDKIDGWck8hpg9b/XJUn/J/OZ7hz0Fhb+r82p+PiCv+wuPa6o/6NdU3HxMI/wC+KyTs60D8q8UTw9I9RvD3hxzEUaguvycsorW+2YZ7NtTIOGXu/wC+Kz7sk1aC343QNy71ru3j/SBilX8djfhQxLmjbTBBFDHCBgM2zEf415v7U+NtQ9OSUXU8neHdHbxXDRRJEm5fDj2j7+flyr0tJzUp57T+sV497QbZo9Yt8Anu1eN+X1C2flVVvJLXjBvPYnxHd6vYyafd3QuvRkgmhmn5yNHJG+N7e04KsCcDoKke1/RV1Hhn04gC7036eA/Aesv3iqp/J9su4juS4I7vTYe//SaSVh+oitA7RbqOx4M1N3/7O6D8Mf8AFS7I4m9USKyjG+xy0On8drHF6hupnT9Huc16DuW7mMtL5Df/AGttYJ2Wd2O0C3hjOWSSVH+63ArdtVb+bzfoP+xqZLINb8nnTtI7S9Wnvtvp93BCD9HHbOsX2fEff8K1TsV1i/1fSZoL++N56LOvjk+q65XfXmrjXdJf25P9V/xtW+dgik2WqAdcwf8AhCnOOIbFKeZYH/baAeBzyERjuY3z9RhhWX8GxXmHU+7t5p8epvr1B26Af5ETgLzM8P7RXmDUsflG68PPeRRUdAcnxgaBkHhzhSfP30aTO5izZ+FFlJ2SDaGG7dQp4xuNMM2Apj3dMVyqIlPPG4+VKNHiPcUySck56Ckkj5Bd3InIb3VZMB2JWBRuzzrnUBNxNEPJMHmQa7mzZYjbgftqEwcXzswQeVKRnLA4ApuCgVCi+yM0tuO3OKgSAPX8fhXUj6/+1XVC8lejbHdtjkfWFW3gS89DkWaKbElpJ3yfaw3jX8DVTjbdyxUhpEvok8cv5yNH8afY8wKTgang9k6ZcJd6dBfRnMVzCJAR8xR9avodM0i6v5DhLdHkz99edNO49n0yzS0s9a1e1i/q/R4X/wB4mj6rx7calALW71rVrmLr3ZtoUz96mkqv9j1MhOLL2W91EtKe8kJ3v+k7Zqf7OOJjpN5DPk/Rp3d5H9eDdkSfMbfwzVFnm72eSWTo+71/WyTRRNNEfope72bfs/rHiFaMGdzPYff2OuadG9kRdWN5HzfPMqeq7apR7KBDqZMGqjuOuHjVm8TervNYzoPF9zp9wssL3lpI3rvZkeL7TqfC/wA+tXX/AKXddgAEOvWmP/c/j/tL3u00lwf0NjOP2bVHHpHD+ir3s8VjaWMYy8rYVRtBLE+TZOM1hvapxd+V71rw97FEIO408fUU+tJ8zVe17jy51C4Ms9xeajs9R7zb4PtJEBt+8uflVSvLi4muXuLqeS4kdgxkkOXb5n/0qVwwHKeTfewc/T3eDn6C1/ZirP2wf/N1c/KP+9/GsB0Li86UF9CfVrSVgqP6PLGAdikg81NOtS40u9StVsb691y4tyM92Z4h7W7+q+tRKIHufoh7TYOLCATnvz++vSvZX/8AIXSg39Wf7xrA9N0hYr/8taqfyfab98cbyHvX+yaWXjc6QBYaZqvFCWcR+jRb9F28/LMZzUfzKisGl9tlzBZcU6XcXNt6Qiabc5T7jWKa9r93qw8P0NtHu2QR/Vp/rHF51GV5biXV7u4MLxI97epIFDDpyjFVeA83J+K/Zq4wwVOxxWUad2QcP/le902ED/SZWu7g/UgiX1f7UnL+xXpxQFQSHkAxryFpXFkOn38T6edXsMW6wSG2vFj8IJY4BQ9TT48e65Pkfl3iSVf/AHhF0+r+aoZQcmDC2MY4ZrXE/aTrNnf3xsItFTTYJHVJLqV1ZtnrHAFQK9r+sHB7/hz/APO/hWYa/q5uNN+jhxEdsKd5Izb8N58hnJ9blVa7zu4/APctVGsKVuPo9T9nHH15xJrM2malFZo3c9/byW5Yq4zg9RVo4q0lda0G90xmyZYWKD3MOleS9E4hOnbDGb2CWJiYpLOcRSKp6jdtNTI7RNWlI/ztxHy3d3/nRf8A/nV+z+ye/n6Fj3sOq8+VzOVeP7FzByZfv2Nu/SFemOEtVTW+G7LVIz4Z03N+l515K1HiCKWECKG4Fx6TJcGe4uDK25xluq++pC24uazhWK0GsQp5pb6o0S/gFq3XknuYPWerX8em6Pe31wcRQQPI59wAJryvxnqUlxq30p8aFp7j/Xv6/wCHgFN/8tXm/PHWLqP+ruNYkZPs7l29Krr3DXk5nuWaW4meRp3Ybs7mJA/Wf9kUPtYfkC63eOD0B2JcQ266jdaTckD08d9bySn1/Cobxe/w1oXG/DlrxTo6WNxJJC8MqTxyx9YpEfkw99eUtJ1AqRDLEe6D/Ro59Rt3rI45rVui4r1W3VEtuIuI444/VQX0bbefkzR7x9xpE1hl03fHGC/twHZ6HEdQ4k4vEMPdp3i90sJk3KvrN63NvdWp8O+gNpNmLY93Z92vo2Pq/pHma8m69xXdyyGa3Q3E/nNeP6S3+/gfqpPTeN9Qis4oorzV7eNUGUtdU7pQ3n4e7pvtZ+x3u4+jVP5Sn53uh56d+yZKkewD15//AHdbf3TWMScWenzxzat+V9R7sYjS41Devi5eL6P7WaQs+KpYHjFrJf2LQQiICzvzHvVT7Xg+NE44F+4emu2ZgvZ3qWc8wn99a87yatcabxNdlZe7kW6E0LfUkT1SPhzI+RNaLwfpC8acKJdX/EXEZL5KW8upMyEjnjpWZcc6Lc2GuahJMrcnbHL3tnmcdf40muWOn5HW1ykvcXg9NdnvGOncS6UqI4iv05TWxbLJ8fiPqmmfFfZ5p+oan6db30tpNLJvk7sK8Ttt9baff768tabq95Zzd4pIUerJG7Ryr/bBxWgcLdp3Fn5RhsoNWuyPzY9Is45WTwfWBTJ+JzTnW14Fwui/J6F4c0Oy4e0NojIxLndcTStlpTtyCT8uVZR2v8b2WoYtLZz+TrWTe5/7VLtbCD7Hxqv8Z6xxDOYYdUbVLoyycoHkRLd9y/UiXn8nzTK27OuJtX7qecRwwmP6PKD/AHUAxWeNmHkKy3aOMDjsIuHuOMreVz9NJLcyP/8AdivQmqsfR5uR9R/2GvOB4U4r4YO6GxvJJYpGkjvbe4WLquOfhqF1PtC130j0e41bXfaB/wA4D6vwWtHuQt/EXDMfJC8Ykm8t3H9V/wAbV6B/k/RuLLVZT0zD/wCEK83a5q3p1zCe5P0cez6ST9+B9apix431GxDLYXmp2SyIEkWC6ChiBjPq/YFPcMw1AjPEtj0F26ZTguVdx3G4h/vivMGqKVvrhi3iM7D9dWG640v79e4v77V7yKN9/wBJqH0XhPh3KFzVZuZvS7iWb83I7+D2l5mgpjgl8thIqQAKGRlyVTOSvP4UDAsMu3PfgYoSmQ24YPRfjThYpEj7AyneCmME0m+e7KjyFHWRe6RRGwOCMiklLhWIwBggk1CBQQcgZI59PnQFTt6GklLKDtPU04eTMa5PPH76hAqghQCmML5V0jDYoFIrzYDeTypRtgTDA9etQga3/wAbq6j/APKuqFlWg3hcH307tBucZPKkBz5jpS1mQXzQOQY6ZW3YC5pRg5jI2+dHBITGevnRDlR62TmhJk4K2Fbbz88Urv5n3YokTEgrnZ86MEy3XNX9ACmAWyV5EiisFLFTyPPGKF2xkZyMjFA0R3qwO086vfVEBjTZ18+lKet4F8+tXXgbhPUNTitrqcRW1rJ/We34h0q8X/ZPpE3eGzvZLY/8VZpcymP2alxbpeEZLomi3mqzsiqkYU+KRxtCip2W80HhoGGzi9NvyMPMeifI0fjXROIOHZEsrmWRbRhhZFHhYfE1R5Q2/KkkA45jrVwl7naAmnV8WSGpaheanO0l3MWBbIC8qZN69Bv9X9GiM3ip0VgQ5NvoNIcMcDIxR0JdCPPrRdxLBR0IxQqjqq92uTt5g1ZUuxY82APvxmpCyhaBMO+UfLfJPdTa0tJZmaP+jQnf+kQAP10814paTNbRyA49f4N7qgKQy1G69J2qrEKuBH8F5U0Q4VsV0b4YBiAuBn4dK6MYVs0UUFnUBSdzDJIIoy8vPpRS3hOOVFi5ucg9KJsFiwDE5DHmKBs5GV9UVxywA37eVc5QBSXJqZKQZ5CxOBjLDmKPA7BAT9Uj9dIofEDHyHxpQyBY4x6xINDLyF5RJWbDyPPrT64mRGDkZJQDBpjYvGih2HMrTbUZzKQS2FHmKyzW0heuBO6lzDsyQ2On3UkAV+8ULg806nb50EiyNCqopLY6A1pj10Wu30BnPg5g++gJCuV5k+80YELOUc7Xx6vnXMefqkn3VbiVjV9m2dgmoR3el3mhs4S6jJmhYHHiIOQK0biawl1Upq1nGPTYmKSxMN3eKARmvO/Z9Pf2vF2mtabhJ34VwnPA55zXrGGz9H1We8jORsAIbkCWY1xfUa+/idz067FfzMt1zgvQeJ7QLpVhDo+sd59KPF4/reGrDpnAXCPCOnQXGpNBC8cf0kkknhfw+tTO616y0LirWZrwZe229yP6x29VVpppXBl/r+pnibjm5aZ/zltpufooRtDVKLLGvm8jOVTXKScC3Pr3BV8okG27EY2xyJbtkHC+dG1DjThqxlitbi+SF3HgLqRnnin9l3M1gYLCzjtYvXwwCjGBWYduWi2cempqV3qMKTRybbWFRzfJPnVyalMijKK6NB4sSTUeHybCRZkkQ5Efi3cq81X3B2tStd6jJbejWkTknvvDg/AVduAO0K84ShFpq1lObMN4JR1jz5mpLtCvLDWtLgupL6Tu7iUiCWLmrE+TCm1TjU9kxdtXuR/EwuWJVmBDg7ffyospzjHLNWzjDhHUtDt4tTkg3WNwn5yN87fn7qqU4DHrgnoK6sGrFlHGlF1ywwqFkdlZ9wIowJZz4uSkftoETKZx0oiqe8fngED9tRBjlgqogGd2ef8Au0R87h4vZrlbcMA880cqQzZIPg/hVkCyN3arSUqZXaPPnilV58m/XRZVONx6D3VCBI4ufy50dUHItkqW548hRA/kDSlvkOkeRg8m5/GoQSKJjMe4Ajz8xQsAduT0FAvigVTk+yM+4ZpUYdVYDAPL9VQgLMnsiupNm+qK6oUV+Nt67Qu1aVtkUZFJRIBFzkpeywWYdedKGDpGPckLzOa5VZlDe1RV8KHb76Mh8GT1qFZDZ3L4l8NBbttY7V8NHjxJs2fV8S080vT7q/n9Gtoi/wBv+j++ryRQTGh5+MR+q3iqe0LQ7oNbXl4fRrYFX+kTxOo8gKfeiadoQ+l7q6vvD+ijVDapqt1fcpJeXi8FJsntHAyMdTRbXiyxSfvh+ZH5vvJPF/ZQcsU64W7TIpdYMN5/NovYm37l++shjk9j6tDaH+dfV+q3urP/AA1L7Nq57R6LvNW0Li7T30q4g3q42wS7sAN78Vh/GHD+rcOakbW+t32Z8Eqr4GHzqY4V1lYbooZMMPb8lrVrZNM4t0JtI1QRytj6KTd4gaGqfsdMq2K5PyR59cKki71wV8qRnjw6fHrVk404Y1HQL8xFTLDv8En8arbuWcZ8+ldCDUkc+Vbg8MLINk2SwADchShKgMpcktyBFIOe9bG08qWtNpmXdy2HpViyYjfuX8RwiMfvbyFRkgRs78GRxljS1+fpPB7PtU2XE7jBC5BoSBWBcKuSSwxyrgNvOjyK0G5TkchtIorc/DV7YIJnHPNcSNqjOOfOlGTwcyCR7qT2jftA8s0zIWAxIYcj0oQBsHLNc67R5KcZoASVB8qhWA8h2w4G7r50WMSTRbBt9bzo5OB+lhaU0y2e+uYYIThpDjn5VUmo9sr6wSmlaTdahN3VrF3mzb/g1ZP8jbOzh9L1jUoo/gj7V8qk9QuIeENNtrSziEl3cBd/49TVGv2v9QJubqWSRyf9n/Gayuas7g+hzrhDyXK11Ps5svoZtHNz630mzvP1k0pNxD2c/mpeGreX/wCCy+H7jVAFt5/U8NKSoPUQP4vV2+dRUd+QFyVFYaL1d6PwRrMO7Q5rnSz/AFBn3L+uqzPw33N+BNNmAH1oj6wpjpum3FzfxQWoeWaVgqRqPESfKtev+x+caJJcTazLJfxx57r2f0ak/g9cgSbseUiw9jq8IwWzm0EP5Ry2CfzvqmtXmkijMkp/NqzGsC7NuHrxNUU3cuMHxw7/AFa3LWnji0i9k/o1iY1lnHDyb+L8oamY8AWdrxD2ja5rlzEJUtjsh7w/m2+H+zVp1PtG4M0q6ltu9J7rlL3cTP7Kr63nWW9jXEiW/FGuaZJcLG11l7bf5v8AH8arHEVrx/w9qt7B6Lu72TvJLi3tt6+rhV+FXoa1al5Nc4w43sry1jj0a6hKF+ZDexhahO0vSvylrehTG49Ht2t90bs+5A+fMVF8KaV+X7LRf5ibW9jbu7tWUKeW3yrU+MNBs+I9Nl0y4Pcxw845I8Bkx7qwyg1YaYWxx2ZDeRwXWlSO+bsRue+MYzuwemKV7LNQ0e41fU9Gu0STTmzJF3g2m3bFMjYa/pFlc6ZpjxzJC5cydHCE9TVyi4P07SeFTqdvKt9eSEyTXKjw8x6prNXCyt6TNN11Vsc1stWj6dYQ20mhSbZrKRC0SsuQVPlXnPtR0Gy0Hii7g0vIXa2I5I/F0x4W861NNbvLIXJm736SNu7/AO6YfurO+0HiuLiCC2hu4IvSYN2yf2lbd5V0/TLMvT6OT6nx2mpLspAA2FS3Okghyy04kiEQbluOM5++kkYEkmuucfIVBsccudHjLBDv6/8A7a6IdSeZ3cqWRVMbb15+X6qrIQkcMvIc6TOd3XIKqKXyCmUGB8aQkBUDHM5qZIEkG1ByByfKjRKiOWVcn3k9OddsXavM5oGDBgmM7vMeVEXkFuUSKdrHGeRoFBAVV5IMYFCoB6jpyoQeoA5eVQrIUKwK/wCPKupVgw211QvJWomBXkM06ts5IwMCmcXgX4DpTu3JLHZ1Izz86XgZ5F2z3Z6dcGuCkqm3c+RgCnul6PfagVWCLC58TNyUVZD+SuHIQYtl5fFeZb1UNBKePxCjHPkZWHDQEUd5qT+hQLz2+01KXmvgRSWmmr6HAvLf7TVEapqF1f8A0lzKXk939Ht+FM/qf4FUoZCnPAtLK7t4pC2ffSJY7cMSCDyNHGVI3Y59KCQFgWPUUxLAvyBtAJ99GUMoDLyx5GhdcNz8XOiszKCBU8domRxA2AuMI3XIq+cH6/hER2xLGeRPyrPVZuvU08t5NsokDFWx7NJvqVi68hQt9tnpm4hTXNEW21W0iKsufCeZFY92hdnd9oqrf6cxu9Pzu3IMtGPcRVz7M+LIr7T0026lQ3UQ2+L26v0DvbOZAqFcYZGXIYe6uJ/Nsot1kvid3+LXya9o+TyW7AvtGQQfFypzaEW3eyseq+EEdTW3doPZrp2tQyapw2qQ3x8UtqOSt+jWIara3FpdvZ3cEkUkBw8bcia7dN8LO4vo4tvFnB4+xLfu5sTuPWjxKObLSLuhkDFSPCM10APMKzYPOnNoTgUO494zK2BRE3SBnUkHliljJjkc4PWixqWSQRhs7hiq6KcQYfzj9503Dw0rLbA+rz/S8H96tC4F4C9NhF9qYPo/IiFfCW+daXbcM6HHpRgPBcRs5fzlzbx/TR+z4cnJrE/Uq1LWPbNi4Fjhv9Hm3u32M4HOP1weYX7vOic+7/u+Gtc4r7K/QdDbXeGtW/KdnH4zF3fjjX2vjy86yq+kxyIk/u+Kt0LdjJOGBJMBSp9YYOauHZRZq99NfMislvGfAfeedUdN+H3NjcQRn5Vfuy6Qpp99DuVWbYBj4rQX5Uei6X8ssjtVmk1XiKSWVs+MEAeQ5U8kgjSBBgpsBIHvwopKGPu53uERSxk2tn3UsksciZZ8qEPIefICh6wsCpSzb2R8N5Hnu7iLwOvi+zTj8nTySxwW0b3MUnJEiXdlvdQaTo9zrWoCy05Jpps+qFwPvrWbTsba30kXP5XmGpde6Hqp+FKsswPqp2ySvZDwBNw5jUNWEJ1E7SI/6nw7tvP2qu2pX2lyX62F1cxR3ancInfDbffWRHjbibhm3Mhv/S47W4WPu7nb9UL8/Zas/tY9e404y3AtLdTStkj+hH2fdWKMXe8nSnZXxY4wej9NsoDrUt5Bgjwjl5nFPO0i5NpwTrEp5YtCv4inXCHD8WjcPw2StuaPGXJ+FQPbxciLgHUUX+k2r+qijLIEY4PM2g3fonE9tdoWV0uIyWH1SVzXpTiW61DSoItUsJUltZIyZNwzk7eVeWJJQZgU3d4qgAD38s16f7EdeseJuCo7O6jSWWJGjdH55wvI0fKjgrjyyPuEI5IVS9u7mOe7uFEkhHRD7/nUF2j2vEd5Ep0bvJYTJmRV9dv+VWGPTrfSb6LTXOJJU70l2wqL86g+LeO7HT4Jo4J279Vw868htB8vjWCOdzc4pojuD2TRNEvZteAtZ3nBWOVvG2PcKreo9pSWU9xplvpfeacWYsM4ZWPmKiOP+J9N1rWLO70q3lZrRFLzTtyYke6q9FomrcQLPdw2c1wpVmeXG0Jj3VrjxouWzE+5jpExxHxfZ39q62iyKSo8JNUG7kaWPcY+eG5E/GnlxZtbTN3kW3APPNR90+cDwAbTzz8a18atVGDm2zkcCZFyRRI4yjFifMVyqVUAHHI0Z9xRgGHIit+DBqsZDKCA3Lo37qGKQHABxhcHNNzJJtcqcYY5/wBqj9CT8aB9FisTMxRQBldxpIF3G5iV8XP5UA3ttZcDyoAcgHmBsAP41EQIfVG0jrXKdp5nNGbwewCuKJ63lijyQONxXwjzo6BtnkDmkkADAhjgUoxV/CDgZqECzd5lfb8I/u11KfsNdUIVq2jaXKxqWJ6AdasulaPDbIs+ryBQOaQKfEabwzWekoVso+9uivjkPlUS17PcXJkmlJkycMTWRTdn4mjXUsWp8QzvaiysY/RYA3LHWoQszoe8YsW95rlDrsLE5zzLdaMVBG8fLFHCOC32GjAVcfvrmKkc/M4pJRtb1cYNKFGPIPjBz0oxbDFgWUKCCPfSqSMAwKgikupGfKjHChjmoUCSGfIyBQE+Pn0oYgdpJGFPSjMBzBHKp+yBUADZJzS8BAblyFIAbSAPOhjX3npVr/SYyPra6nt7xZbdzG68wwPOte7O+0KO8jg0rVGRbgH6OYnk/wADWKbyH3AZpaB2DK6HaUOVI8jWXlcWF0cGnj8mXHl14PUkc3d3QlgfBXmAPP5Uw414Q03jPSTNBEsGsQjdG6r+cPxqn9kvF3pxGlaiVNzGPo3Y9RWj20xs7pbiNu7iZtrHPSvN0uzg3Pd9HoJ68yrMDyzq1hPY39zaXUHczRkbl++kcf0n+POvQnbbwGNe0yXX9Ig/ndtH9LHF7e3/APbXn3BEUisMHxZb5eyfdXrIXwurjKJ5q6DrlqzlcMwXJI+VW3gHRxeajHNOCsCHly9qoDStNM8u1VYOSOW01rvCtp6JbIoiY7V58vari+q81UwlD7Op6Vxvenn6LDf3gsQJIcCLp+LU91LWdU0rR++s2baki965Y/RKxzvwOq1XtE0U6nBdXt5MZIhdtsR38PL4VP6dd2Mcssks/wBGm1XPhGxR5NuIxXDqr9uW2ez0M5bLAfhm/s7W9jvrORm03U3aO4jx4QzY2sPnz/Cso7b+D30LXXuIUJsLos8RHRH+rW728I1DhqW3meB45E+jltm5Ee+q+0cPHfZlPHKoa+tt6DPVpPrV3eJfhtnn+XT8Ty8hUTfSKSOgq19nV0lvepFtDLLGhPvBxUBrFmbO+a1kDJKjBT8Ca7Srv0K5tblMl1CM5PQgLXaue9eUcddF2vonTBjiXaTnA86T4d4dutf1y0sY0MMbttYjy5in9lIbye2igjy0hBQDnk4zWv8ABPCMOirHf3DNJeOMsPJM8653I5Cqj0Op4vuPJOcGcM2HDtiYLOJUl6PK3WXn1p1xLrllw9pMl9eyCOOLmxJ6/AU14j4j0zh/SWv9TuNqgZVD169K84cbcWapx3rOxndLLdi3hzybn51krh/IOhOfsEwthP2lcUyzgdzBLLmST2vL9db5wTwtpnD1uItOsoi2G+kPr/pZqC7LOF/yLpoYjEsjfw/jV+idd4U8hTnc28JGeEVNZYPSP+z+6s7/AJQW8cCyrj85eRD/AB+NaJPyT+z+6qJ28lZeBZTj83eRf8H8aOEQzALjQodD49k0rVrKWWKYD8wfreptqycP2nFPCeqXbaRZjvLFO8kt5JF9Rl8P6VF/lDWFxNxJok9vkek2Mewj22XafWprPdPYaIsXpEcrRxsklxIfm3re161OtecFUwxkleJu1DWdTb0C9t7eExjc5UeMY9nNNOGNIn1hRr/EFtIukxqxjHqhiemap7DUtZ1GeeCzknlUl5niTls+tVp1fjC8veDdO0PcN0alHjUYyoPX50Eq01kbsyV7LeF7Pijihy8TtplnLvz0BYdF+IrTuJjpsN5Hp90TZ6e5KSPbYHdn3GqDb9oWj8BcJ2umadbpd6rKoklXoIwfM083azxtw7DqkMdnDFOSsxR/VI9o0u1S0ygoQ2Yn2kdn/CmgaDPfSaheTPNzjYLyrDGA72THr+X44r1HxTqem6jwyNNeaOVYxhGIrzjqMH8/lA9h2Gz2mw+adx7903/grlcZKGX5IeEhcLISx20XmrOw5ggcjTm9jNtMQwBOzOKSfxDmMV0lYpdnH1cXqwiDdvXmMtuFLxjEZLHzpIEAY93OlI23QEEDJ6UMlkINtJCFBy3Umy4j8R25AX9dKBtqBW5YorKHULnJzQlBMeHrmibCckkj4U4ACvgkbs0ncDa24nqaJMgSNTtbANGVcHxkDlQo3LkaNLgkMOZHKpkiOKKsSqD4hXVzoy7ST4jXVeS8laE23O0esMGlISWOdookUeVZmI8NKxnacjmNuKrJoxgXaQLGvgy2ME0Zc93jyHOgDBoVVhgg86HkVIFAUBk4yPOjAcgPOu8KqFFCoO5fjViwVO1wKO+DzogzvLY+FKHyBHlUIBjxISMcs0Lkg8qEPuxgdKAsCw5VCA5G+N2+VFCk9eXM0oUBdRnlzoniYZ+FQsMpwcc/xo+7Bxg/jSe3nnlQjmauXRB3pGoy6bqUN5GSDE2Tjzr0Zw3qket6LDep496gN9mvNkftbeXvq9dlHFJ0XVY7S6l/md0/9lWrk+o8Z3x6N/p/IdMsfR6B4Y1NEL6dP4SrEo3xw3Ks97a+zm1CHiHR4Cly5drqADkRkc6tVyjGVbq3dRImWHuPJql7XV11HSWjuAO+iWTcre1zFcric909M7d/AV08owTgayQXHfyOVwM4I6HHStAjLd1GyMVJbJPv+FQ11aRrqMvoSYYPvePHI/KrDo1tJfWd4hJS+gxKsJHLFZ+Xa7bMjuJD+P8AEHg+5Y6jf2EsuEExkCnkNp8qda462z28ti6DYeccXLPPo1U3ibvbW5jvLVmSU4LkZ9b3VJaHqseo20iCNvTUQFl8pKkFk0WRSNBstf0240K7ffFbPDbkTKTkhvhUD2FsWstUjc+FrguM1Vb0u8MenRwkTXDbpnB5KPdVr7MIRZ2tyz5CmfaPLJAqSu9oxXV7eTLu3HQH0fjOdkQLFOBKhA5HJqk6Fpl5fXkVnbRySvKQuwD3jzr0n23cI3PEyaQLCIzz94Edscox7zUlwFwHpnCsHsT3pRd8xHLO3oK78OdD2cnBlxJO3EfBB9nfCdpwZpcN3qkMk13Io7x+qx9MCtBs5FePcGQo0feB/hTO4KyQmCXaY22gITnqBzqh8Ta5c8KabqFi0pdtm2zJ6EkVx5zlyrcI61dEeOsmbdunE35a4i/JkB3w2hwMfW86s/YxwMHI1K7x3g6B6yrQ4jPqRvbv6QofU9p5K9A9jhH0vez95cbFd4/F4G+rXanHWlQRw52u23s0lRgOB8f2D+FF3qWRR1ru9OGVeqtTgxDuUZfzjNSFHBukgO9j/bVe7UrKO+7PtViBWIhFcFunLHL9VT0kixWr3MhCJGniJOMCsl4s1/UOLdUOn6T3ws5Po44/67ovi/2qvbUkI7vBVuINfvL+002C+7mMWlt3D3EfseEeGqn6Bf6paNrksP8AmiL6CMv9c7vEy/2aku0/Rte0Iwiawiis/wCkx7bbfa+NQfC+rX5tbrQ7LN3Z3R7z0Q/0Mqq/te6m1RaLnNTWEW3QrBbLsW1PVtPvpfTJLlReD7G7Hh+GFqsdjdhY67x1DBqpmxnl3f2WzU7wE8EF9rvC2rXBiW5GfR7fa+/w7m8XkfC1V3g3w9p1ouhGWK2e5xb7+u0+y1PV3XgyOGskyz9pHZ/qi6pqV7by99CJN7/oN/Cl+zrV9W4LEfDmqAzWeqRfR7N3g31rmoj03vLKcYujBsf7flTi64e0mC40a4vrfvjYRbP979tY6rto4waJ162bZMJ16/MVwYcyDuHag4TtbSTS+IdauR3vo0WIw/m5OMinva1aRW+rTTQ4Vp3ZhEVwU+dVeDUJI7K5sh9BDcQ4fd5kHORTK447Dtsc1hlf1GcTXe/Pi24ppnBG/qppSWPbcrz5MNwNEQkyMCMgNmulSlBYONN7T2YooUhSBgYz99cvJAaIGyABy58v8fdRwcLgiiAh2DNIT+a9kDOa4qW+lHi8iKLMBuJHXAyBXBpDu7vwKGHKqCwCsmFAXlk9DRZcsF3UUA5Q5zg4z91KOVaJtwOUxjFQoDaVG4mhjcSFuZo0YO5Q2SCvLNcV7s+Hkat+SQXxCyrv611GB311WEVpCwj6cjSsJ5ZAGc86Kg8BUsPCcCjR805dc0I8XYsUUNge+hCuOpXmKIis6sG6UqQRhguQeVQjCjxANnyo8bEkAHpRQvLAHSjKAHHLrUF4F1jbauWHM5osu4qCD8KMhJZCRyGaCYo8KqowagWAsLbW2jnijMQTnFAcKAR1PWik7QfhVlyQZhhgQflRs7Y2XzAJogYrsJHIGlJgrMSTjK1QBwJ8XhxigjJWTcT1oXZsfOgiVugGamcrBP8AyFU828VLwEEYx8qb7fpWY8qXhYkDl0q8JrBalKPg1rsw4xN08Wg6vIRL/wBXlJ9bkeRq8aqXt1aSMkMytux781gelQXF1eQ90Cjbxsx1B99bfw5fPc6ebW+w1wsZCH315X1LiKE8o9P6XzXJYkI6PAl1q8Ymk2OTnkOp5cqtXEmmy29ut3Yyql9G/jIHrry5V2g6bFAskzRqX3ZDH2eYqWnJkiPeAevjHv5VgViawbbnmZXEt4NQt4LmS1XuZDiceaGoniPg5rayW+066RblR3iAcsx+Y+dWCSddNmn3wsbacZKxrnaaSsbeGeMXMN/uiU4jVmyVb6pFMomKsbi+ygaLO73c0hjfuxGW3EdTV84MkiGmmKXcwMxkFRur8PSTwzXGnXiW1wMloXOA/v2imXDepz2cMmm3S4nbOHdcDHzqrkmypvZG0pNuUGM7PCD86jr2+gMUXiCyRqpK5+zSXDV2Lu0VndANoJI9/uqo9oqvpM8OpqZBayIjMc8k8NMsaUFFGerqew61PXbSzjkkldREMEyk/CsH444pk4k1ppVLrCo2xqx5cvOluL9evNSjSdRKNMyqhcYDnPWqoXPpCHbGEbHT3Z6V1/TuDKD2Zy/VOds9YE1bRjvIljO2UEZA99b92U6THpuhxTuCZp2Lybuuayjsy4YbUb4X99kwwgBAvtNW/aRHGtsI8YYj8K23rVHJ4sMzJCEfSZ9WnaMsUbSSMFVRkk03hGI8nxVQe0Xiee+YaJpeZPpNhx7bfCsM3odiC2eBvxTxDe8Qar+SdLMjW3tkDk9Qi2/aRw/cSnQuErO7xzjuZNrv6w8LLvxitP4M4aj0XShuMbXJ5yMR6lVXtI4vnurkcM8I5OoS/Ryyxbfoavj1PLbG2WR10RnurcfcZap3+g6tpOmJN/SR+jZ9nb4WDVQdQ1DUdOim02ysWtjJ68gi248Jr0fwJwHp/Dq+m3Qju9QlH0khGamZLa176ZPRbclwVfvIvninWWGeHR5U/nHDmvabexwEzJbxTnPnuz637MfarQdTstL0viXRtestL/J0t13Vxm327PF63l4SKqXFt5daj2gM913QDp3f0fq+HooqzWOqJNwvbaRcqc20+Ff6ynnigseuBsIP7Nhsbsakix3LxSTxeNJPetP9Y1QWtjcXFwfDFGWX7ulZXoPFFtcSQQ20kcdzD4HXPVates3ZvtMmikPhKYOKXV2iWfl5MK1HUZNV1O5vLmQyO8h3N718v31EcRHuoY4/Pm2zy2mpDV7qwtdVlx7H97NV7UbmTULkzv8AID3CulVBuWDJyJRjB99jiaMy6bEyjxIOZ+FMo+W4GrBw0izW8izDwuNoqN1Sz9HumVfVJ21sUo/Ry9vpjLO5gcjHID58v40qWUrzHly+dIpHs27vLB+/l/ClMMsQ+ZNUHEIHaRy3qZUcqcTIqqHXmepFIMhMi8+hxSrbjhvW5dKpoITlZVVdvIbsnNcuGVsH1qKgXDFhy8qPGFKDHlUKSyLSEbeT7doxzoz5OYyw5jkfupIg7PfSgZpJkkCjPTlVfYcfxE2Vm9bd9nw11KuGX1932fFXVXuF4K2hygIGc1yhSvToedBFuO7JwAOVHgA9XrnrVjRdFxHn30tEW24A6UgVLIAH6dBSynbgHlyqFBHDh25+ddGxL55gijOS0rZHtVysykgL1HWoLBYlSMk+qaEbTsQ59TNFYltucnANKqESQMSfV6VZaEySe7xzOMn8DSzqNuwpzyedGl2+yAAMj9ooLksR4Ty3nnVfYTfQiUJcKKFkVuTHxA4FGCEAtn3URgSfvzUF/QL7t+0chR42UIdxHT30lnzwSaUjOQqj+7Vg/oA4LE04s4Hmkwp8wKCOHeeXLnVg0C0zeImMcwTypN9mkch19vBY+ENLa1lWSdefUfDnVt0yzksV9Ij8Qfdu+HiFNNPGDiMZHIDPl1qXOY43w2QrNy93OvI8nke68npuHSq+y2aPdx3FmZQxZicFTUkQ23O44zVN4cupIL3bKwKy42qPuq5zOzJlCMYNZY+cnQ8vYY7sZwSN3wqW0WSyHdwTCLnt/o/vppaqB6xDYrte5QxzQ9Y9v9nlTahU4bC2vcOyyzenWFxiVEI7gr4W++qoMTQy2up26WdzHzUA+t99Tmk8bq1w1vcyJ3+Nnq+Go7jq2t7nTX1Rm2yWg3Fg3hYe6mcmuq9RWCoOdUvkPLPRNT0+1jv9L1VJ4n8TwS9D8qlr21t+LuGprPUNLdYm5OJOpI91Vbg3iH8sad3sxx3Xset0q3aFq+mC37nvvpfX+krTGXt2+2xE6HYso8/dqfEVvNdRaPpWny6baWH0fd4XefD7VVjhfTvyiZJ5f6M7fH8eX76u3b3p4fiKDWVt44BeOy7k+yP+dNuBrL/NPffRd3/+rBr08ZqVTaPL8uEqp6y8mh8ExJbWUU+AsRk8QrQrOeJmQhhlnwnuIrObd7Wxgga5ciNM5APWrVwVLJdut13imHce6Q+QrJey+LJxeqJnWpLmZV0uzbdNJ6z49Ue4UHDvDlnpV13vdiaUjkx6qaWvtRstEsGvtTuooCxJDt1I9wFUa71fivj1jacOWkulaMSVlvZPDJL+j8Ky+wpz2Op7kq1gc8fcay3l7Nwtwnm5vpGCSzJzWMeeDVg4C4VsuEdNSSYBtUcB3nHPBKnrT3hng/TOFrMxWFuJJ5ecty/Nyal9m2M7hzfkd3yNamkjMrHnC8icshc5AwMcqrd3eXKMVjTc3Lb7uhqxRwl7ckSAtuYYz5bjURqMDW1sZmO2PZn45zWO35GqmB5w41006dxzH/VySKf7RyP3VOWsSq+DgCo/iOb8s9px7n81b7v1Ej9uamBEiR4ETKfjS7OsBQnjJnusx3UPEf0RIfKt4PnWirrkx0/Esv0nd/sqi8Ys9vrqSBT4l6USLWnMeGB9XGK6tMVOvH+HF5E5QsTRCcQyb7yWTbgtJzpnEzLjHTzpa9bvbj1TtLZ5mkRjxjPStyUUuhEm5Mk9Mu2i3nmfENtKag7yxtKXI8WRyqPgORyBBU07dgy92HbnigZMDVSFc7m6gBfuo4AMKhiMkKfxNdzEuWUYFccMozgYOB91RoaFVWaRA2NoY/sorKGRl3Yyox99KRnxBj0ro2Yl12KNpULUKYSI+BlKBh1oTs7pT0GaUAVFP1tlJ7WKoOW3GTULhkVLElzjIIoysqbTg5opA7oEZxRH3Y3ZwoFRh4DyNvf1a6ixjxc2rqmSYK/HuWAHGSTR4h4gPPNAhDD6M+HHKjwjPizzBqhoowO8YHQmj4LjOOlJqp5sx69KMpePp0NCpkD4Uu+MjDZrmOG64o4A3MTyorbdgJG740QoMXOcchy60ZTliNwOUHWk88+XOlGYJhio6VCB2VXjIyRzJP4E0eVB3m1CNpOf1UDDejeXX9hFEXwuDnOBVhfRxxkgnlRdy4245muBG0sR1NGchWRuQ86gP0FZMNlWzjrRoSN3OkyWLZByrdaMmNylck5waiKfXY8tgCSFPMnPSrVw8SLgucHK8uVVa3LB842/fUzo96qMu4N5+dZOUsxwVGWHk0G0naOLA9diMn8acT3i90O+kAJyQF8+fnVS/LbEbY1Hxo2nStLKGlciM+0fn0rgLhrJ24cz6LjYSXDRG4wB4gFI8uQq68P6gbq0AMfjh9YfWqj2UgWHcg5FwAPfT3SNW/JN0bm4BNu6vuH1SDWCyvFmqOvXatC/bOXed3/5qr+s6wIpTF3cm/l/a5edQd1xRe6mCbP6KH7HrOtMri6t2gPImTlv9ZvKrwM2IwTXd/qBSzRi8rbVkC9KtevWN6ODpNIeZXYc5ZCeZ+FVCz1W40lQlvfRxRh/o2dOR++rHp2velwMl0sZEh8UpPhNPt3pUMIuD92T2KXwxeXvD5l73Pc5qzXvEVq2MHn4f0ttHmubVreWOFbdon+sM0hq/D2kXXD11rFoYwYoGfEOPNeVMlZvZnHkmrrg5RfgqPHGsjUr6KGI5Fv/AHvNvnipzQ9Qgg4Q7iCAZj/OSfpNlv1c/nWYtLzkk9vl4/uzU7pN2fQpBIfzjfwNekppVdbgvs8Nz+VO+7eXksmnXOoatq5jjcm3Vti56YrYtM/zLosCQxl5j4YwPaas/wCzyFIbdQYwd7lt+K0SwcvdWwcNvMmYovd8a43I5qd2h0uDwpa+4xxpXB51e6i1Tit2uZEH0NqfUT51dpIY4EjihZEVU2rGgwFoLZyNqyeJsczSGq6hZ6fA9xdAJDg9erH4U+uTayOllsJq2oQaZbekXUzOQwCRj2z8Kr15oGvcRM89/qLWUDqDDGpwQMHrR9HEvEGpDWb9RHDGfoLc9B8asx3SE5bcMDxeQ5HlTMOXf0BmNS1f5FGHAjAf+3NQ73xefxPxqB7RpdR4Y4XuXl1S4dIoPAjtne3u+FatPGBJknkA2fxrzb2z65NxZxlHoemzRm0stucfWqOvJddzeckXwPa3JmuNQupN8kgfxe02STVl8f6f6NNtKtu7gx91PFGwd176RyHu8hVRcX2UftKth3sMyq2QMZqkrPgshDfOta4o0/0/T2ITa8Y5fiKyZhkH4GurwHmODn8yGJJiSE5GTmjKPDIx8yKDGFzkZpSNGYEEcjW3r6M+B0oVVdzu64FdI4UDwk5YGkwzbdgyVzzoxfAJUOWC5AoP/JQJZipJx4gMUCjkuRSe494EyMLgGlG5KwLAYxj9dUXFZDlMKCOua6MuQ2QBuGV+6ihmDKTICcc/uzScUhYKH95VajLFXfLDCkLjHOgwwGxuhHI0HLvAGLMuM1yhm8QyBjzqibo7c4QL7NDuZ12YGB/yoMnZg4xmjDkvhIIPX9VQvYWSIHk7nPv6V1FEinkW5V1QLBVrTIjBYc6exD6I4HWk4k+iwByJpeNSqMOtQZEIFIC7Tijx5ZTuOcGujU90uffR1iPdjH1udQthkXcpK86AqwOCKWhyGwBgYojnEgJqFYBwiqC3I0WQhifpTg0Lyd4wGBgda5uSZIHM1CDiNfonyx9YUlKEByDg0rE3eNsBAxg/qojKW2kqDy54qFMSfOw5cEDpmiYDYyMmjrGhfmDRpcBhgchUAOYZAzyNFZWVzk5A6V2ct1o7e8mrRMAoytnmeflTyz3MNpGAPfTWNVyuAcmlGYhgM4xUa2BZIxSJHuJbxdBT21u3U5Lcivix0A5dPjUCjknLGndrIjK0ZB9459KTOpYK2a8Ft0bWpvSEjkfKJ1ap+SeO5gdUIKFCRJ7qz23nCn3FfP31IyaoDHDHbyFTs8Y8q5NvD2fR0+Py/h8zTeA9El1mw768m/mofwJH7bD34q9xWdhp6bLW3CeFVyRk1Uuw67Nzw9dY9Rbjl+Aq3X5K9Dk5Fcbkz1kd7jRzBMjdYlkv/wCbCNXAG0bgMVW9F0WKC4I1KK2vh3n5t4R/CrfbIveb2wTuz4etR+sd3Ge8pHvZNqr+xpotvBpGtSw2ihLY+Pu1jUr4qbdoUMA4W1nvIO5k9Fbxx/pVYLbTZfypHd/R91JCtL8d6J6dwFrUEQMlw9nlPmOdbqK3JpHP5FsYRkeU9nL7FSejnASP/HXFMi22PcfYOftVYODLI6vqo0/+jkdv0tuRXqbrdE4o8b7c7ZJM0/s4hkj4djnuGChQWJb6uM1o3Z1YvevJrlxCV7xu7tVb6oHrVU7HR5pV0bh+eVYYZ+bt5kYx+6tS1GWLRNCghsoi86/R2ynpnHrV5yjj5lk9PZP2q9Brr+rRaGhmum3SlhhPrnI6VAWml32v6kdV15TBZ7QYLP64wOtSejcMd3P6brU/p+p9cHomee0VYMR4+kHj2VvayZHLAVBBGjIsaxjHhAHIV0JWSItGojA6jyPXnTHXtZ0nRdNa71O9it4V5+I8z8BWR6lxxxVx/cPpXBdibLTs7Zb1h0HLnTYwyJcvsku1vjvukfhjh92utSnO1mh5930qrWXB8HDnChvLyUtqMvinZfWOccqv3AvZ/p/CLG9dzf6nIMyXDc/wqt9ol/ZTXctvbGT0oE5PlnnS77NUOoj7hWNMmHdM8hyuML8aVVt0pCnB28qj0Jjgt4SMMUzg/dR7dysinH5vmzZ99ZkssOf55JzTZFA7uRd27Ib481rJ+NdKGlcQSopIgfLge7NaXY3GJxhuoOD+H8Kiu0/TXuNITUURZJYXw+PdT+NP27BXJr3ryZUq4kPjpxEWy2HpuojUHcMndSyAHmi45867/k44ZQScmgUbkIPLnXd5zwPfXFiHUAcs1ReA6pud2bkeua5VLKwJLEqMGujYsxx0Iro3KQMwxleWKAsIu7cTsyc4x+NGTeX3Z2gH1aUL7Y2wviJzn8aJG45jz8zUIG9dhkYxR3JHiYcqTzg7EyT1o7t4Bkjl5VMgjeXBkDc8L7PlXDvO85EBW8qXdiyc0HOkOjfChIDmTcBv/VXUePx/a8NdRBERDuUICfDilITuhbng7qBFL7AfDSirgEAcqXk0gxKwjJB3YNHjB25JwCelBGgbIRtpxQxr4GyckGiBFZW2gkcudF9Zc5ohJY8hkCjbzjG2oUJ4wzAAHPSjMxKbWXGKEICFJQgg0KoA7c/xqtslCsXKUkjkAB+qlU2L3bdPD0FJJuA8QxRCWY/Dyqywc5kPMACgUqw5c6VjRVHMZb40m6sCioNu9qhTCpGzSBWIUNQsFVsHBC8s0f15Ohz5Vz4IJJA586gIRGCnqR7qEMSDlqEqvLNFKHvCykY91QoWEqgKg8hknHTpQxMQ3TkRkUg2T06edCrEbTnkKtJtdlNf4Oe+BJwVXl0o0TMRHgIvPrSJ6LJ9qn3Cdp+VtThtMfn5VX9Hc2D/ALWKTNarJcFlpHoDsj04afwPaGXvI5LjdL+s4qxn4/D9lOWt4LOyjjiIVETaFA6CmF5J9E/d+zXkOZH3LWz2PG+EFEIWMUuUCMN3s0tYw214226UFc9DTT0VkjEwYKd3QGk4b9YpQTIiHPnWeDS8mqcpP8SR00X1pxHdacYG/JncK9rI3Qc+a1bLZlDE45FMEVXPy9D3MYMoz/w09tdViuJQkX1a6ldiViwcmyMpfkYt2qdld/Br5n4bsvS4bs/m/D9C3tVaey3s5XQu6n4luAt6X+jij6+xWoatd21vpEt1IY1IBbe1Zt2cX9xxBx22qXxN2LaN/H7HhZNtdKXJcljBhjxIwllFp7QLb8lSaPq1uPobAxIZP0gP/NVg0jOs6kL8/wChxD+bD6/1mqB4j1CfWtUPCWk2/LZElzc/Z2q21aj9R4P7QbD+baBxp3VmfZuLdd8I+y461KqsySQdvIzHEi7axqlho9s11ql3BZQIxd5JnChQKzXVu1xtQuDpXBWjz6ld9PSpA3det7KjqPj0pa17JrO+1E33FGsXmsuvqhztA/Wav2iaTpWiwd1pljDaxiPqg+1+umLCM0jEJuz7jziPW01LiSL0lQwPdzyqg6j3VpOlaTxbpdjHBZ2+j2lsqgd2JCxPIe6rZcmPBPP/AAaTH5rvs/0PqfcKqc9i4lYutR4u08TTz6TZzQ4+k/2vurNtSm/KWtG8lGO89dE/9a1ji247qzlBn7vIbx7PUrHIJfFJmXzbY/q7qx2WbNdGtQ1WRLV4Y4buK5lYvExxkeQ5UxTJ2BYmCSkbT7xU7eqJLRomAcqoyPcahbW65Rxghl5L8qkZAuOR5ZRqpPPxe73VLvb+m2j2s65imQ8/jUfbIpldkPNQN1S9hOjxgEYI5Cg21+QbWfiYnxHpVxp2oy2cylWQ+Ee9ajx09bI91bRxxoCa3prXUKgXcQ8Le8e6sYkGGIkXYw8q7vD5HvVKJwuRxvZt2ABxKCKXdtz5TIOaQjHhIyN1OEPhIYgHNPs6ACS7MOysUP1RRY4zj6Q8mPLFK7QPDkbWXJJrkMawpjOd2ATQhoTkI3FsYwcVyPiM7lGccqGVfFtHioqqcZ2nOKsXMMDIxBVfwpKX1wPbzzFONrbF7s4B6ikpFCrnkTn76NdFYOUHvCuT0rihVlXcN1HwMAg5NAwzjyNXgjCksmcV1GCt4c+ddUwAMw6+1yJHLFAF2FcAtuY5JotsuNpQ5yqnDUuuCwLnoegrJjJ0AvT3hh0oqDamScZPOjTlsgryPlQR7tp73BfPIUaAOA+hJQnPnSyE8iPq0B2q4BbAI5ii5ymQ3Tyo/JAGYg7iSAKESALk5onrDO7n7qCcSAHmOnIVWhQ6Zu8IJBwBmkHcK4UZx1rlySwD4woFGcDeu7nyqwWxUMpbdnPKkZPHIq7sYOaMwAlXb0xSchxLk8qgAdw4YIrnFCQomA2ljXdcnkCPjRQwLBvaFXhkbSOiJ3rlsDzoZie8YeQ86KZAVICc89aFj4j78VWQJPYUjRiGXPhokYUNz6UaJgqtnzpNCreGr+w0viKooIHwxnd51I8Kaj+TtTsLr+ouI3f7Kh+X7ajbZSdmfLGN3nWjdjHCLa/rMmpXcMcljbv7ft/AD7NIunojRx45aNxn76/tAbP6KIx57x/WdW57QKifyNNL/wBauf1LVyt7OGEYHkn6K/cKEgbDXmlFSZ6OM5RWMlSaylWFIYz3UiNty/JT99QN/Ya9GSwse+j27t0L7qu2rWkWoQSWsneje/rp633VV7vSOJtI/wBAv5ryy/s7/wC0tVOCXgveb/Ijrfhziu5iWdNPWFDkhpDzNWXR+G9ah2ve3sMHMLhOZPyppp3FE0/o9jLqKWccaEO0p8Uh91LcWcYRERaXorCS9aVQHfovM5NalXU61kyTuti+xj2xao+m6TZ6asqFpZOreswGKQ7Im1UaTPHpulBZJ3O65l5ALt8qqnbXcGXim3inmEs8Nuj7s8g3hzW08CGNeCNLyQrtaZ93VK0KMcLUr3PtiXZ/Fssbm/kPeXNxL9K3vIOKskkp6N4se1UBwhm1n1nTTz7i7Oz9FsGp6OLlLt549mjj8RE3kSkZXt23EnmK6XZGGRADyP7aMqQxxkENz99FVld2IZByPX50YrAQMpYDcEww5f2qi77UPRYirDdleR+5adTTNGMsGbJGTj7VVzXL6MxqGlxgY/UtKttxEOuv3JlT4+1x5Ymhhz9IMNVN70GNlkJJA5YpzrMyTXLqrkneedR0siRlTy+JrnwlszfKGpJ3MgSykc73YAeGq/ZRhLYSkhGJJx99TVq8TI7tIwD8sH5Uxggj7qUROsxz5+XOnRl1gGFeew9tdBGfvJA564qYs5z3ZZm2E8zj3VBSIiSMhVQWXn8KdWjAxd4HPLligbx0C4fLJarJ1iZVfxKwxj4msX49030DiW4jBZFZsqPnWraY4kKS7yD7j76qfbJbIXstRWRdzDu25e1WrgXa24M3NozDYzxAykjlyFHbKKG2g7vKgjKGUhh86Vkbfl4wPAcAV3pLPZxIdBVkIPOhYBgCCAKKA+094ADnzoJNq8lyAD1oQmzkO3nnnmhVHRhnHI8qTBGeYzSyFWA3HGG6GiAO2uZcMTjDGgGzJJJ51247yzKcnl1ojEIViKjcTnOahQd2ULiMlhnmKR8WAQPgM0d12JvjYZPI0DOvdxk8yG51akVqC7bm8ddXFdz866hyWNI33BGXDHYuaIjkzcgc5pOPJg8Ph8FHhY71MZBNK0wbHIWnLNHvZcbaJE2eXP4Gj3W5V9bkRzFIoTsHPkDTEhQ4mUlQWIpKU4wAeRozEsorpwuNqgYIqEyEAAwueo60Z8bdo5kedAH8KchgcjR0xzwOdQrIUkBCBHg4FLgBlGCOYpGTOOQ50pbKQ2G93KoVkOY9vTrkGkpnG8YGctnpS0j7U5qTyIpOILGVLZNWgWDtbfkDAoSQTjIA+NKxx5fwbmJ8gtHFlPhlNqxc9Ny0E5xh5ZcYOY2EMYBIlyc8uWaUWKSQkDm+OXnVv0XgnUTb9/qC90E2+v8AuFXPh3hzR+/70wxkj+j2eH51h5HqtNeMdm+n0vkS8GX2Oj6jeA+iQSyck8j7zTefTbm2K+kQyJ9xrV7p9WgvDb2GnraCI+CT/e/81J3FxZT31134BPdr4O78K/aFYK/VJyydL/htfsyS3tnnlEadWIXOeQNerOzTRotF4Zs7SIAERh2bPtEc686S20K38lwAYVWTKx7eRHwr0hwVfR3elRSBiEeFQAfgKPmXOxLAHEp9mTUifdC+X3B2XlmheJlT35GaSvbi30/TxNLMoXbnHv61VIePIWuFiMTFTyz91ZMavs2RW/yRZFMyIDkhdvT7qSiuMHIIJI8/lSsd1bXMHfQbjuABB8qoHGXG9hotybNJFEiDLfhSoLeeESXw7kQPbVHb2OpafqFqiMt0GLkey4x0qj2urznUYLnDTOkodsnGOZoOOuKf8oEtlGAIixyOnSoCxRpbiOLvGy7gZJx5tXVo4sY05mcq/kyc8GsdsGk2t3Z2mu2aGK5ugkbgnI6eVbNwjZta8J6ZFc47yO0wwHu2msiv/TLrRNG06RIpNl+sfeZ6its0vJsI0kRgApU581C0Dsi5YiHOLUcsZrGbLjS7iB5XkSOvzAqZDFRiT2jk/cKiONoJrbUtN1RDju5O7b5EcqkbiUPC2euGYfcKZDqxlWrKiCzAwPubJDY/XTVxF378hhVBo5UE8gwDHPP51FapedzcFdyjcAOdVOeCYyK6hOgiLiQCM/8AKqXrsdudJlv2Y4R8Ae/1akOJbxGngtrYj6Zset8qheP7iK0srfTY2G8Dc65/RrBbZlGzjV4eSiawzM6NCAAxJNNHhBUqzZOOVOLhjLK7scDb4Vx866fxAFRggc+XWhgsIbdLLwF4dJkW5WVC+zAGflUZanuL50UEK+c1MaKhE0ki7sMRy+6ojUUe2ut55DIODTIvaWAFZqx1FmZ2dsY5A0/to0aICMDaTgfOo+zO535YDAYqSRzEEWNByGR86XYvlgOK2exKaYpLrUL2qxekcLd5j8zKjL8zUzoIkaRedNO0sRjg+bxf00P45qqHi1Mu+GKWYshJjJ8/I0rESludzeItSSyAEqcAY5UrC+LeQttPur1v9Dya8hid5PVqKgBU5yvLPOhUsJmwNmEz4aDO87cZ8iTQlnKnNiDjnyosmQvi8ODR1ZUznJzRXI7vBB6+dQgUFzuyNxO7zoqeI8x6p65pYuqr9HhietJnxOrKoGeoo8FCkSjB3Nhd3KgTbvOVyK4glBnlXKABjdS2iCjAHHLFdXO5O3A3V1UURUbKFKAdCP7tGtm5nLYwBQbNrZ99HCr1xQ7GnTIu6q/Ind8K62XLFQNuPfQKcSgjpS7xgozn8aiZMBX5w5A6GkVz6xFKna0Kgk4yM4rmjyQVPI9M0XQHYiQSfcKXjQbevl+8UWGJ/MZpyEUgfR4Gf3ihbROxHuyQxIOM9aN3bE4JydpxzpWWNl8Kbuatyzy60VT4xhee3BqKReFg5o/EqHz60aGFmk2qEBU8iaO48IYnoKPDJtZXjAHLmDUk00DLKXRo/AlpbXcXd9zZmZfWcDn+qrBrmmaXbXsNxdyBpo0XaORH66zHQ9avtP3CzuVty3NioxV30XjHRb1Vt+J7BLiMIoE6eJq4nM4lln4s6vA51MfziWjEt7pom0297rx+e1v3UySe4tdQC9ypJ3b3ycHrRTrHCo0+aGy12xEcm3uI3DL4fKkLc3Qse81aaCKA7u7cTjJ61w16bcvzR6aHPol4kN9TNpaX5vLycxcve21l59RUHp8NqrgwO0m/mNz5zV94c0bhfVBLNHrA1E+pJEZVarFp3BvBdoI5YbC1ll/1vvrp18aSgp/6Is9SpUsGO39vG06vLsjiVsAE9RVs7KteMbScOXDgSKGeCQtzIzyAqS4s4IU280lg4kb1kix5ZrLrd59F1mO5w6NaygEMOZyeYp8anjDM1t0LZOSNa4nu7t4hDKWYKuAaqMiESIC4Qnlk1PPqqXCGWUEiRdyDFVrUZe/kMix429BXOis2M19KGTSODpAlkcnwqGP9qvPfGN5+UuItQu4+9+nkb/ZHStv4JuDNolyntBW/2qxy70S73ukcNw/M7zs9WujwsVy2OZzcyj0Vp+78f+PKpfRP9Ph7od5/6tzp5YcL3U0chZoowFJ58/2VIcOwWlnfdz3v0oDeP8T5115zycZfEvOiy+kSRqH7xoHMvPyJPKt3tEdtNtjI/dt6OS2PMnrWIcFaey6f6TKuXuZWJx5Lnw1ttpJINNgBTxC3KjPma41Fm97OxyI/+lEU4otDd6dNaDJJJZfhjFR+iXRm0mIupLrmJj7sCpWYFZNvjLlyCfhyqB0DwwXcGxwFnJHxp6jieyM3ubR7JaeRkMZGSDmq1xcAbWSeQKqrnqanLstuj8XhXPKom40xdVnf0xm9GIPhFBKWWwoRW+StcJaLeanPHrV7/osT/QJ/xVSO0XVopOJZe68j/tVtCWSW1sYLWR1UjAXPy/hXnvi7h/WdO1Oae8spe6znvPuFDCnrz2NduZPr4iplWZGdSyNt5g02M7M6osiquOZNR9pfYHdJ439ahhuZNj5j9k/sNKdTQcJpeSx6VhZgpVvC4/fTLi9FMEQCDKuDn7qdaPJmRVkJy0gb9tE4wkjWwXDrncD+qhrlKNuoc05IZWIMaDcASRyqRMLIMytyxnFNNIAlEJJB5Zp/rc8dtCJXBOeWBQ27St1G1JpDzTUKtC8RI88VGdrEzLwtBbgL9JPlj59KNoOpQPEqvIysqnAPWoXtOvBMllGhJVckmq41WeQgOXLHGkZwI2LkbeXvpVVaIbSwIPTlS1uyMjEEHI5866QhkJDcgeS5r1Ge8HlPyjsJvtw3s7fZoi7PD7W72aVEneb+7k+vSQ7tvLl61GQ4K20ZBAY9aVicp3iMokYHkWom7MeAcnPlRiMAYYMHPMe6hKwEIChiXXPuFBKQQAnL5UZ9jNnaBQLGQ3PktEmWDlmAU4I+NCqKMclOPfQSAKxK8xiiRgnniogRb/CtXUT6n6J9rlXUzBBmc7fEK5Ac4NH2b8Hd0oUG4jHlWU3CyKEUZGaGVg0ZCkj4UMeM4flQNtbIBx8ajQAkgAzgcg2KVldSiY8qSZB4sSZwc0Zx4FA586N4BHlrGch9xZaWdtkaorNzyeY+IpO2PgAOKPdqzBQihvLAPPqKzzeCxO4jIjVFJbG4ZPzpWO2Pe7uZULnlTmNSUOU5s2akLVS4BUKpAOR76Xu4oFyWOiOt9PeWUDafF0rrrSriGQd4SuPMirtpdmGTvPMEcsVPPYQygLLCrqBnpQfyAFJtGRSW09upG2Xb5uF5UeOQKM/VUda1I8N20u54g+HH5th0qJ1Ts99IQm2a5VyBg45DnVx5EV5DcZGenmUOO89lqNA7HkUbEftZHxq6js+17H0MEcvreplfP3Yqa4K7JdY1LUQdYEdra5UnZ6zqM+HHxpzshjJcI2t4GHZjwTfcV6ks8btaWgIMlxHyZhk+rW82XBnD+n6WLexsmYhRvuJD42O0+tU9oen2unafDYWdjFDbQpsWNOQxz5/PnTg/mUi+zt/VSNzXCGp5x41iv9B4nmn0u/vLUD83kt636JNV7iHi99RQC90+2kkC7S+MbviPfWo9qGlxTNKf8dKy6+4bjk7zmns+zS4SyRvBa9DvFvtFSQIPANqGuv7VZEymFwvX41FcISiKCTT3cDuxkCpKRgzFVJNc2VetrO5TNzpHvAeoeiXskJl9d91QnaLJrGmazLFDLiwvdr7PWXpzxSj3CQXCMwwVbAINWriK1h1vhuI91zg8WfqqfKqhbpJolkN68mV2umymJpBK4kYMDjoVxR9P+huHlkUIgcByPPw4q86Zp6sTaog2lMKuOeDVXXRrmLV5rN4mRInzNu93lWlcpy+Jzp8WKxNGodlUSapZiB22tbL3jH3jHKtVaZRG0ax5PcsBnz8NYbwHrEeha0jtJttnHdyt7h5Vr/f9+Vkiferw94jD3UNaSDt2eGha9u2hmJcvs70ZPu6UMfdIu9GbDeIH30y4guCI5AejsM/DkKbcPXYn0NGdye7bGatTxPUFw2j0LpK1xe+J8LnpUhuVWUKARioqF92pFGxszyx8qlSiiIeE599HWvkxc2/IXEf1T61IX0FtfQdxPAs0cgwQadbhj1fOmU8vNMf45j+FPQkq2p9nXC95OzC1a3lI5GPliqdrXZl3VwRY6gWBYYRl3Y5VrbzJGpYBQxHMtUQdW0yLUDvnDXBIyqJ0qpsbEpWndnesw3uDe6X08Hr+8n3UhqXZTr94Y5fynYeA/m+f7a09p5QLacdPD6/ib1TSMV5LLmWGL83j7XiqRSCdkv8ATFuIuHNZ4S+lux3v24/4VVtR1K5v5fpD/wCVa1TXtR1i+u5ItYeOW13ttSFMZ+dZlq9j6BfyR92kf2Nm3wnnWaFlbllvwbePvrtkW4bXZfRQgekXEj16C4a4cs7bRYEvbOGecsN++Pdisd7KhbNxWMxAmNNyfOt9hP0P0nr0ypKU3NGe+beEyk8b2ulaLoxlstFsFfaAT3XkPOsu1G2sdYtiZIIR9Tuwqsn4eVbPxpc2CaS9vfNGJGHJG6mstvVs47Vjagox8m6UjlXWVzzFmviU1yp7RidwJLW+likH0aO277S0UJg5A8OzFSPEH0uoy/m/Vk/2uX8aZQyfSfRybN/+OVdzjy3TZ5q6GksCUabcuAeZ6VzkBnKARr72oUZQok7wkbsYopYAMGAcjng08UAduSEcHPSjyoVgGD4jSb4Mq+qmPKjSSDZtzn41Eigu5miCnr76PFIyBlyre6kCxC7erUoiv3ZY7RirIK+ZFdXD848n+OtdQgjZVDQeMrnu6TgUIeoI20MchMextuVXHzrsEYIxih2No6dCQGGenOkBuBOAaVkywZgSDjGKCMGOIBgxyetBkgUB0GVHh86OAcqoHInP66VjPIjlijRZVVwo3YOB99DkDUUs4+YDVIQIYzG45ePpj4imcWQ3xFP0YyJCW3A7uZ+8UMyClqodowAcu3PPwA/hUraWwBY5HP8A82aYRlhNuUg8jj8TUtaOSsYwM45/hWWTEv8AEmLAN3m3I2ZxyqyWzFtuGyj8qq1tcrHLGqtgltxqwWdwGihCMD4qV3klfgsVggd49ocgDDH31ZobJTENqnngZqD0mRIFSNgOZBxmrRZ3UMdvuZQFypOT0pb6R0akkOtNtVgRgY/a5Yp/Db5TdkjnmktIuRdRCaFBsZgMn76kF5Z8hjlTofiMz2GjOxDuY4OMGkblwrockDJB+6h2/RBd53Aj5HOf4U2l8c21iQDk4/CiXYBXOJrdbtC7KpbdjNZ/daLMb2UW8YmIToBWjaleDvHj7vP0nkKV0qOGJ3lWMK7qBzFZn+YyVXxMu0nhPWBrFxLJYPGohypz50xklCTOsqFXUkGt6bBXcpz5Vk3aHpAstVFxGn0M/U+5qltfWyNHHt1epTLt1uLgHOMchV04E7u6jbTpnUhscsVS5FCsTjmrkCrBwXdtba9Cd2FZhk1hl8nk6UV0zVLDRre0u4ZwoLghWGKqPa7pHdJ/lBZI+GO25VR8sVodzGy4O7JODTa4gjvdJeznXcJsh1PuzW9QWOjkOf0YLJ4ofCp2lQR8TVm7Ptdaw1BLeSUtbTAxIrey26oXXdNueHtYmsLrPdrn0d/JlPlUeolUE7sMGG3Hl4jWDSUJ5NXuZgbprseIO6QjkCxNR/CjhY7iItuXcWA+dF4Q1M8RaOjmL6aNNkgz76jVvPyZrzLgJCOTCtNrUPmKrW2YxJVpe5vUXcCDzzuqfEzm3T41WLyJH1WKWFiVPPOPDUtdXno7xM3qHkDnw1ISxZItwyOppZI13DmPiahr6S8nYQWMaLIzZZ25hal53jmXexG3HNQaYX9/b6ZEZZykcOMgE8zWhd9tifvWKIyfRbaHM2sXrzSfYfA/CnulC1iVGtLRUA9plwW++kbGS2vXbUd4NvjIAIIH41VONePGQtZaQu4xn1sdKHaKGultYaL3rUs6WMO2PLM6q+PIc6VsoIbbTIiDtVhlix+dVDg7iptVslgu5Y3uEkCIB1OB/wA6W44k1GXhyF7IyRtEx74fCorXtgW6GnqRXGt9HJNE1pLG8akkhT0NVDjSBJ9P9PJYXKKEcnzWhstqXGzadrHB+dI8aXKi0t4QxJdzkfCsacpXYN0aVXAsnY9Yhbe/1qGES3Qj2Ro9Xrhrif8Ayhgv7eaL0W6t/Xx9/i/VWH6HxLqOkb7a1l2W83rir/2PNNPd6xcE/wDV/s+0r+tjnW74wb1RndalHLEe0azMOWmupLgu+Is+VVy1WWK2Idlcn9VWLjJ5NQ1JiG3LBJgAdKzvjbVXtV9AtAFk3Zc5rE07bsI37Rq42WUy/cy3k8m7mS2P92m4BOF91AGUxsOZfaf+CjLgDPma9JVD21g8nOfuSyCR6rDHLNJ4JYcuv/OjMrABRnqT+qgmGMEKeXX8Wo8ipRyw2zD7nwBjpXHCjIHWjRkdSdykdTRC6iQL1G7lRECPjkQKFtzLhcZozeM/CgYJHH6x3HpUICzMg2j/ABzNdRSG9Y11Qggq72weWP10fxYIA6GlxCcZZsEYosKuQM+bmkGs4KxVX+tyo7EBdvxpXChOflSDIGUFRzLjNQg5VdnLGfjR5AQEdB0GDR8qHwQCM++umdVQAdKAFhEDM+c+I04iLwkLLzJPIffSMIBwxJzR55GIJJzg8qjWQR7FOO6G1/ErY/X/AM6kLK4ZGDA5qAiO1Tt9+akLFkY92Q+5hyP31nsh2LfgsFvJum35wDgVYrCcLCIwQpUnnVNtZRtWMsQQ/wC+pkXOzkD99KfQHhFxt9UjTbvfmhBJoZ+Lg0ctipzLcSIsfyqjSX8pd03qSBn7qccMwvqHFOnxL43aUEfAClT8GmiTbPSXDUS2+l2FupwuwFuXninkbbkCNnIPTFGtI9kcXPkox+qlY3bu2YOPChxyqRfRvl4CkLtOCPCASPln+NN3UJHk8xz+flThAWjVWxuYDP8Aj7qaX8kiI+MElTg+6icsFalXeNm1PJbAY5xj4VK2kiyQjaDkHHSmsSPLeRuwJ2oSTj4UbSZcp4JCcE8vvrHCWZmqS+JKozCLaRzznNMeJNLi1fRLi2KHcFZ4zj2hUgnQ+YGP2UrCXKnPLAP4V0YxzHVmZS1aked7pJUd45FCvE7BwfdRbKc297DKcbVcH9dXHtQ0b8m6i+pRpm3ukY/J6oDS+PBA51zLa9LMHZontU2ekonNxZQsrZBVXz7hy5UdF+hYggnNQ/BV8upcNW85c7gmMjzPuqQm3RryIUnoa3wbUezjywrGipdpmiyapo4uIot0sDEp9Yj3VlMJb0ho3dkkTHeIRzBz0r0FDKZogCBuA5k1lHaXoV7balNrtrbgxbgj7RyIyedIvri3kOEviyL4Z1m50PUg9vLIsDuDIp91Xm4sl1uU3tnJmNwC331l8UrMu4urBxnl5VcOy/XhaXgsrw5glwF+GDWVJv4SNVeI5ki76NEIM6benpHv8H1Ty/fVT1TimGyabSz9LHnfBJ9SrBrnc2t/HqUBO8x+P7eCKrN1wv8AlW5jntJu6z7b0U4vHRdesXmQ1m4n1KFdsdzCYyPCxTJqG1e6udTYPc3bytjAUN4fwq1RcF6baqzX2oTrEoyxHIVU9ZutOju5YdMiJgXkHcYJoXTKH2a67qn2kM5Y3itzayTyhG8lcimqRFcgeHHv86VmndyAsPMMOe/FKiPvGz8aFykukNlJLvA19IbTZY72GPY6ZK7T54rZuFNSj4h4ZWV0HJCJV95xWHce3UdlohQIe+foVqw/yZNUuJtQ1DT5Z2aJoxJtY9K11cebhucrlcqMZLA6vIdupS4AVFYmqbxzdEXlrb78MIuR+Z/5VpXEumm1114+8B7w55CsW7RriSTiOWFWGI1jU48qDhVSstY3lX6cfcRutZjGz0bxnZ/ZqycBXWoPY3EgvJY/SiPVcLnAb3fOs7RWaVI0HiLbV8q1vh7TmsNHtoJBvIiWQjrg863eo61RbX2YOBO2+Xfgkrm6ktbC4uZpDyGcnzNZHfXcl/evck5eRyOfuq/doN+ltpXo4Yh5X/VWbx5WVjkEMcD4UPptSzl+S/VLnH4rwGhGAwIG7GP7lKvGoi9bxUjFsO7DHcD/AOSuc4Y866+TkfWUK+EMSWOQK4nKsOfi6fi1ILk5JNcsjKUYnlVfZf0Lu26QLjauMHlSMysrJg4QnkaX6kJ1yxBNAyhYUDgkZOKmMECwxqTkvjlQ9cKBu5daEJgGQZI91BkZUjKZNXkFxycyoyiTyPUV1CqgMefXoK6plFe3ITiOUPLPgXPzGP4UFrIzFiQM7+X4UQHah7sEr1P30FqpB3gHrn91JNeBw43R7h7zQZJIpXwgEIOXT8TmkD4Sccz0/Z/GoVkcEkKMij53AAqKKCrRlSBy6GiHkOpNVgXnAvsySwYADpzpvKzLk0dWUkDacCjsIHVFIY5bngVSJnIVGc7vYJPrY+NP4G2yKBuprj21wR1I++nAl2hWb7qGXZMDx5BHtfn1504WceuN3lknyqNaTvI+RDKTypYynYyPhchfVNK0yAx56QpkV5cbjjyq8diUKXvGKzkcoFYjl76zTvA8r7nfwmtU/k8bPy9fnJ5QjH41m5MNKsmviQ2mb9GrBAvnzNKByI42EZ3BaR3ETj6Q9Bj8KXWQCBPF0XmfvpVctoo3WR1kkIE7ZskY3fxNR+tXIVI0CgZj25/Cnd44WPkc/Gqxd3AnvYrZGLSf+tByJJR1G0xb+RLhXhjideh5P+FQ9uyWuoS26+uzFh8qsEjK2n488g1Aa/bOL2O8gHiEfOkaOMchJxb7JtZVeIndg7iR+FKpMdoz99VvS7sSBWlbAU8/wqVgmLMxU5UgVppvTjgTdTKPy+g/FGlpq/D95aMgYtE0kanlg76wAQGG5dZFAMbMpBr0dayqybpCWXDr926sW4j0HUIdVvu9iQo0r90B55q+Qk1uaeLPV6stPZHqn83k0bvfpEdng/fn8avk3Tn8fDWPcMQ3eicc2nfTY9Igkfu0rRhrHTP26uE+hV8G5dEmZAts4I8WOVQt9E92kttJJ3cLEIxPwYUpc6lEY9zNgnyFV7XNdhZlWe4ECiZeXvyaG2z49C4VyKHxfoVzw7qAiEiPbyudrR9AM0ztmDxqQqBEXIPmTmrhdarocmnvHdhrxpFAT4EmqDfWl5ZMsluT3QJCqefLNZm4S6NOs4F00fiQyiOyvN7x7Sqt5Cp+TWkSzK2MIIiIwffWNHVGU5JdZA3qVMaLxZcWzqjW3eJjPWrjTJdxDc0/JcuItYvNStu5mwqfVFVgxMpOCCV6Y86VuuIbKcgZ7tjz2mms1/aSqrrKkQ3dR1qWVTk8PwHVPSOA0ZfeGKhcHnUvax7sXEhABPIVB2dylxN3duskpL43MPDUlf3aaHpcl7fzLu34SMc6RFby9tFTn1lsovajcPNrwgBG4KvT41Zf5Nr7OP3t2OGe0YfrrMdQv3vNSa6mDMdqcz8q0j+Tqnedo8d1kle5kr01dcIUYZ55z3tybfxlp8ayRyjmwGSfxrzJ2mRNBxnebXJMgTH4V6r41QDTpJM+WBXnbivQJuIeP7GwgYK08QJb5VyONaquT8vxOryJb8fBUuC9Mlv9eiYnKW/0jDrnrWw3LoLXcQE3AqD05DdV34H7M9E4fsDA8Xp0pGZJWG0E4ziqzxlZafZahPFZRmJAuNvX3/xoPUU7X56GemzVccY6Mp7Q5xNq+FdW2eHA8qqrp7I+dOuIb43GpXEgGAZSR8s01STxEn5V1OJFKBx+Y3O3IYAoWG1SCmM/7NBcZVSdo9XFBcOC2dnLb5fd/CjRWsk5LrG/mRz5VrTRnSkI94GCAD50nHyOx3+DfCnl5bsoHdr09arBwJwTecR3ImmHdWI575PWf4AUu2+FazJjK6ZWT1SIaKBzGJWVcvkhSeZFFliaNVjY5Hl8K0PjvTLXSneYRRsYYwsQxis/PeXbhEUtKzZVUFIp5iuhvHwOu4rps0muxNMbT4jgHnRh3YB3kHzyPKrbb8KSWWilroKJ7iPciN1qs2+lXb3TRS2pyBh8dMVceXXJ9Mp8S9LuPQ89Bk/Jkcslty2bvtda6rKLH0iwcd1vwK6kLmP/AE0/8fYZxDkR7l6E0tEuJcydD5Ck4vBHny91OIGBTJ8q2ZMoQjBZPItyo00fdKgXm2c5/ClDEZIspyJ5g0EpCKCOvl8+dXksRRm3MCuAfjS5bZtHLmOZzQQojMQY3blzJop2xlVKDHxqCmLqNwzkAUmULYRWxuPUGhL+qtDFERMoClgDuNRlQQpcvKqmTlsHhwoxRo1QTrvyUAyc/KlLle6eJd+5XG4k/KjfSyPKSOXkMeWKAMOkZjiYxxhQ2SCTSDPJGwVvaxk4p9A7tzeRNiodq4qNu2mI3FizuQFX3VSBlEURT3rtkYJ6Vp3YXKYOIJSpXbJGARWbW9tI4klD+ooJGKuvY7cmLi9Yg3rRk4xWTnf+3bNnA/7Uj0fayF59zsNtPJJAUCr6vnUbbISu7PiB6UpPcdygUjPKuXxrfjE6N1ebGNNevDHHIqkErHnI++q/oLl7mfUZGBEa8v1034k1BlR1Xq6hefyenqW6waJHaRLtmuCMn7qz32uVmDbXVpXgdaBdzXfy3tUhfsOn0n97w8v41W9Q4i0vhq2xd3oQx/1e01ULntY0qFsCxvJ4v6yQrF9X35+rWityXSZkurWc5Lpf6fdIxm085J9ZaZ2WrT2lx3NwphB6moODtZsHVli0KWSUjlmcH9xpeLi6+1G2LXHB948RPIx7T+8UF1Kh9jK7W+sdFz07VoAu+Vjz3AgdPWqN1J4by6kkPhXxEMfI1EG2yyzxpLAkisVjY9PHTmdM2zR7wUfcxb3VUbZzWgcqa4y2M34y1WabjKHUbM/6P9D/ALwzVgvtZkcAxu2znVd1UWltf3Eoizs3f+tNfyhI+Njrs50c5yYzSv6Jy41y+2rtOVPU+6oy9laa7K3JEi5Ugk+40SEtIqKwKLvx86WuYdzxyvCc7QVUeeTQu3SHZcXELYt9EEjXIjwASOtO7iQtDlgdwUn76CCQTSLtjaNhglVHTw09e33gMzBfCRj30qTT7iFJ58lfubGOdWE6xq/LxYx1qP8AyLsfbGxC55NmrW9qjAErnGM5pARRxy43qQx5KPKmV8ia6M1kIlZPD49Y3LMfjTiz0VRIOZ7wHlnpU9KIYdzSDHxPQVAarxXY2OY4MzSDnkdK2wnO1YMdk4wZPQKtnBuuGVAh6+VZxxrrk+pXYjh8UMUnLPnTPXeIr7U5GSV3SMnICnpULG75ZmYnn510uJwvaW0jn3cnZ4TOQ79qn2fDWv8A8mXu/wDLOcf/AFQ1kUojz3gk8CKW8XRa3f8AkycM3kTXOvzw91E8eyDvPb+18q22voyUr5ms8Ysn5KnLMC23Cj3YFZ1wXpyXnHun3BVM2LFjnzyKvHHzPb2BlkZCsz7R8OWapHDl9Hb6zb3kYGA4V8eeeVeVus9u89NRVvSaBruvxabnHd95J66VQNVvhcyXGpTD6RA77/klPeOdRs31WPuiPUWsp7RuJbyBrjSIeUUkO13+sp8qOUZ8i7PhBr2aePn7KeYo5WeTGC3PnRI4A2QeWATnFEQrIzhmIHVcUuJhHEQu9iF58q9FXDC6PNOTk8iaFF3IhDcsnIpxDNIiuAhwpHIH50gTlpBkHwkfqzRj1bPkT+3FXjskc4HbaiBH4LdfVzipDTeMNYs+5WKZgg592OlQL792VxtIxypEPIXDAcsYwKGzi1T6aChyLY/LJetX4nTXG/zhar3eMHDc6JoOuaTpAElrZKzrkkuMnFVKHvCxZV28uWfdQSkBTtbJ86QuHD2tY9If/MnvtL5Mv+p9ol7eMdljaAKoCs45gVCNxpqGJDGtqS3LJjqrxugYMVIbzJ6USWTfnJUr8KlfBqhHwVPn3z+y23vFFzcjlFbiTw79nhWuqph/W+6uqfwawP8AkL/9G0ZJA5Gni4VeYpnCzrDt5ZA86cwu0seNy5HvrQyhUEBtz5xtwMUjOS9uuI+7wfLzpZJSz7CVPLmKQu9yjCk4oclCxl3xhHAGOfKgfapLYI9YDl7iKLG+8Jtx5A0rJIHQHf8AWJ5e8/8AKjUAA5OWUllU+4UJ3B+82Bvvpqh3ONuCR76XJLHG07vnQkj0OJucPeepsl2+P5D+Ncxcpjd7/wBVG5AfSb3+lH2vKiqULkZ9366HwECCrhWBw2KLLD3zgPJzyMtigClIXcc2LYA91JCVsNGGIJY5qRWCMkGZ0j7sSgDGS2PZqe4Fljs+LrGVmZoy+3I+NVd3DxhVdumDmnmn3MsMsDRk7g2VPuxS+RWrKmi6nrNHqpbn6TG07OWDml7u4TuWyrMMDHPzqk8J6/FrGjxTrIO9ICEE9GAqWup2trSSWV8gDIFeRjZZCThg9VCuM0plf4umiiv7fn7afv8A41VuPONpzqPoGkz90BHiS4/smo/jLX92rmIc5JPB9lPjVLhz6QTNzj8W/wD3uddPi8Zz+TMnM5UY/FBrqRhG8jMXduWCep5c6gbgM+wufHGvj+PT+NL38k0kgOdmT4Plypu7Y7yQeLdHjHu6c/1V36YayOBbfvI0DsnhExkmte6lurfb9GfVdT1/CtA4g1MyaOJVyMbt+KzDsslMXEH0WY/A37KvEt1cxvLu+lQ+z0rznPWbT0fB7oTE11AT3FnNZahd/SRtnYf6VW9XbSHEMWpy6PctDrN1+hyrP+ILw2mrS2kJMQj+o+1tx59ab2PEur2rsi3cjoFxtY5U1tq4kmsoxXc2Kmwo1LUYpudy5/T8W6l4uIp09RUH9kU0nHp8XpluY9hzkZwwPnyqLktnXm4Yf2a6kKMRxJHMXJmn0WAcVXwVkbaMnOfvpOTiC+lBxKce/wC+oFAqtl1JGKEPgsqghcZonxoLwMXKs+y0aVxPrECrGkqSxhvbTnVqg4huHRWntk2e8HHOs9smQoMAfHBqzae8K2byzMGghXPxzWK6iOcYNdfIm1lyJjiLim00qKALF3s0gyUDcxVbv+Or10AisoYT5EnJqt6vfC91BrmQuApwgK+VR7sXYnljPKtNHp9KWcGG7m2N4ZI6lr+q3sv0tzJsx0HIVFTSZj59eW2h3YcUZ1wS9bo1Qh4Ric5SeGElyr8hil4+Uin4fw60SLez+Ibqs/AHDR4p1dbdX7u1jdPSG9yk/wDKhlaoLLLhHJaey/sqbiOxstf1K6aDT5wG7r2nAFbTA9/p87Q6ZaOdNtUCRD3gCpDQbSGz063so03RwIBGF6AYqWvZFjs5S21QEOV+6uPdyJXPK8HWoojUu/Jk3G3E0+uTJauGhhglPgU+scVE3FwNPtkmzzK5A9/Ko2ZJbm/lZRiIzMQy024u79LyxRJNiFPEG9XGPOuVGuFl2svJ2YTcYbf1GUN6baY3l2e88eeb+z7qpfEOr/ljVTckef0Sezto3E2o+lT4H+jx/U9pqjIht2/CvR8WiOVKXk4PO5MXLReB9gDxgqFB8q7P0pZdxU+6m5dvEoIYYzjFDHKDk9CBWowKQdlC98ck5Tl94xRh6rszklskZ8vHSSyN9JvxjbkUEchVHKENzKnd881RcfiGdsDwnNEU4O08laihwig+ZBrpc7hjmKLIA7jcMDz6DFFl7tFLEg5GKR3ETbeaqTR3XIYbT15GpgvJyBWI8eAVxik3whKjBFGDFVBIyc4FJyMSckYqIpnK25srz+ddRGBK5WupgGQLZvBllJPvpzAMI0h/Ckrcs6gv4R7qMjZjZfjWXBrFo2VWDsg59MV07d4mMbcnrQEkBdqYxyOaF8OgBUjFWimJgiNAVY+t7vjSlvzgIaTPhHl7s/xoE27cHpQROADimZBDbgI1OCDSQOZdrMcfA0TJJDZPypzFEj+IYRvjSskYpHh/CedKxyMh3od2eWP8fOkZFWN2/THtfbFHgVZI2/QT2vhUk0DGLF0l2wuAMsX5k0jcRuZCyqu0ZOaVgijD7Dnrz50QSOWYKCVUchiqiMkAF2Rk+s1GhlcZwOYHLnQmKQLuJO4pkiku6JuTsyGXBI+6rePAtvrJauCtT1GyuZIbHk8hBjUn2sc6s2qcRcUujw3iFJVxyVeWKq3ANsJOJLIqjse9yST05VdeM5pBcR905JOQ5HkK89ysR5GEj0PClJ8fJnVzOrmaRg245LN5kYFMrq4eWQFSyjJx8Rz6061JAmo3kShsbsq3kwyKirk5uJHJZSBg/EeKu3RHZHF5E9piT7h3e5ssHJzQEhtwLbSfP30LKOTbsgU0nJMi7TyFa0lgzOPZpXYxbPdXd42SFij61a9VKRW8hlU7QGNRfYssttpFzNsBWbA3VKcXMx0292sAiwOQa8lzZR/lnreBDHHMOv7qS4vZT3n55/F892M03DEHD7j/AGqM/wCcFJowB9o/2a9fSlCCR5K6cnY2Lxgb89PPOaWSWRchjvA6A01LHZLy57Wx8OVKZZACT3g3NnHlzo5L/RW3/wBSQbZIGKbdoFN3O4FmYAYxTZehKZHPpXKrMTk/dSsDYzk/JzTd2EWNioPupxdaheXFmtpO2Il8l5ZptjDbaTk5vto9UDtL7Ay3RelcAR0ocYriaMFBcbuRNHcgKFzReZfKjyNc2G27lxzqYyQOT9qtS/k73SxazqEWRvcI237Iz/GssXB9mrH2c6sdF4ut7vOI5F7p/lWPlQTqY/i2Sjaj1DZ3DJKqhwox1qp8d67qUV96IJEjik5F/eMVE8QcUwW8G2OfZIyk7h7vdWZatxJqU9+80tw0qqRsQ+Qrg1U2yXxO9O6qE8yLtpc4hBDuhEeW3AciKznjfiKXV7+SOFxHbplf0vlTzU9dvvyNLs8LTYGQOgqolQW5jPKt/A4ajP3LPJl53N+PtQ8BSqk5U9aHcycsZFARhmPQA0BLAFvLNdnz4OHrH+wogAGFOC1dOO7iwXoY8Oxx5ChYhtyFMnFAMikwMlsoyl2IYAj4JkUBRmLHou7JH30ckY5eH6PPL8KKchDiqGHEeEg+Wa7IJIFcyEgYO7Ncox5VBQUggA5Jo5LMvrHHnRTkMPNaHq+QQB7qhDvCSAu7aOprgw3YDbh8aDaee0iiquS3QEUSRMiyqHZDkjD9AvwrqPASi5BAxzyTXUYIjGyHw7iV2j7qWtVV/Eqjlnr500hKqTnxK3Q0+sAm58g4UcqyeTYJyMAxJVlDcuVHTDHbg4+PnTtNm3afM8uVcI/FnI5GqyUMQGBZCMAedCYjkYPKnU0W52PvFIqcEKfENvSjzkHUSMR6Zp3bDZGneIAG5bqSbaVB/VTiPDKeeQuCBQNkwKyIo2yAEtuXcp/SFJbZMFo1UHzX4UJMjEHBwSD+ulVwTz5EjFLCEwVWTerAr4cj3UZtqqCpPM86DEYSSNEGVb8aMyF8hDgAZIq8kDSjdtZGwcUgMs+QW3E45VIWxSSNWBVSBhs01ZW9IO4+fh20WAJPUu3ZbpnezNezb1MZZVI6VM8XrKhDRkhVHM1HdnV2IIWtHbaTlhzp3xVebohHgEH1sHnXmORs+Tvg9RTBfxdMlD1WKQmO6cbA3rn486i7pHDt4wwz4z8OdTmu3Km2ubdsBi3g+HI1BSIA5XJYsOvv5mvS8Z5h0ed5PxkNWwOWDyolorSXfk2WChcdedSNnYSz3Xo0KM80zbdvlirVpPA2tQatZyxxQvtIdh9UA+dL5PNhSmmyU0Tsakl0aFpeiz6XwVaMkxjuVIMiDoQaYXcZudJnjkGd8RBxV+V4Z7QxyqoDKA+enKqdLJDp09yz7XtUBK868nKcp2bRPV0pRrw0YBOMPIPcaRHgblzpa6lzc3Usf5t5Ds/26atv38/DXva+60eLn+bFwQVOfcc0aTG1wDyDPj8aRB2ggnORilIzyC467j+uowGhSNBuc45UGDtJU4Aoys652jIyM0m4JAXOOXP8TQpEA7zkGGcnzox5hiwB55zRI/WCt0z0p0ShgIVRR7YBGbBg27OB7zQAZBJ/VS4QMGB/A0CwksADyq8kEAGVhjpSrruAOMEnnSvdqJNp6qMUMhAGMVZBuQqq31sGlVBaNRjxYpLaASc86UiLb158sUuUMhw67LVpzPdRRyXFwryjmoJ6U01WWHv+8VQAg8bDzqGedl8IyvjI5Gis7uSm7w46HzrOuMlLJpfKk4YD39y11LuLYRRlRTUsxboOYrpTvb1fhypeCJMsXOMJha0xSRhecZGoVixxShVyjc/dShiXqCRRQhXvPHy5VbkEmGhTajsW8WKCIMynJ51wI24JzQrsXybHvFAMiHVCfCfWHxoxPhIyyn30CFA7Bk8J9XnRgxnG1wq7OhqgxvGCD0o4J8Snw4NdswS2/GM10uPGRz6VBQK7T1FJyFQR0+6ihlc45jFHdEJBB9kn9VQgKJmIybiPhRZU8IYHqKEeIbcEAKOYNFEmy32lM8uRPWiQIpDyx8q6gXxbc8uVdRlhYEUxAdBS9kuAX3FgMj50lZMShGBT63QyKFUAE1jyagYpGEY6Hn5+VKMGNuoxvYk8qBEbbscA0tjauCeWOWOooHIg3fczcx5UmV5jPKlpjEuGjcgcv203BLKjcz4Rz+80yLIKhI9oJGaUUZCALjI50ijKmA2TS6yguSOnl+BpcvJA7uNsoUnlj9tBKzEB41GQB1+QpJ1Manc+A2P7xrgSS3PcAFxj5CpEgpuZ2G8AZ91BhkYmJufuNBEy5yRmhR0UFpM4IPiq8EF4vH+i1cU2zoX6Ddkj5Vwk7wex+zbSgO2AFfUfdgn5GoUSWkXrWjicRZwQOvwo+o6mkmrSSIpQYxgnl0qNg7wWvdtIibip5/Kg1aWEuREFbu+bt/ZrO6YS+RqXKsjDTA2m7yaRpSSxJ6GgjhaSfxcsDlS0DxK8av6oHjHxo1qjPdBVbHPp8KcnpD4maXzl2W/s5sdt0bloiXPgjLez8a0jTIisjOOQKFSffzqn8ML3UUaKGO1cZHvz1pxb8UwW2lSwd+pmiyoU9c7jXluWpX2M9PRXGqpJMm9deVYmCBgm4A8/Ksa43164ub6W1juGjt4yFCqfW51b7viYzafNLLetlchEHtEis0vnjYq7Rks/iJ9xrq+lcP23maMHqHLzU4Vvsj5mPJd3hoh2lwGblS8uwp4W/VTbOOeeXyr0MelqeffcthaPu2ZRnnuA/VQocRoz8sqf20RVUbW892aOQrWylzzVf31eSCrMBAcHmcUBI27T13YzSYGUcnoV5UbZ4gSeWQf1VWSgyhdpdubDpmlO7Mi5II+VJxAsy4IwfI0t4nZkBIx7qnkF9BGABxQo21uVAyEvtc7cUKA8/jVIo5mxOHHvo3Nju2+saSjRi67vKlxI3KPAGBkUce4ljSU+IjFFjcggEeR/YaVMQKht3io6w4TJ9x/umpkLb6AC5nOeXiJocpsGBk0MrKsgyDgEiiEHCsBzJqsgKf0HjRgpyvXpR9pKDPXzpaBQyDc58OedEUAkMcgDqPfVE7EnDMSMNy8qUMYEWduSaKWKtyJOTgmlshldWbG0Ag1RY2jVVMiOmH8qNy27R1o6rh+Z3Mw5GjBN2FIIbPWoMrE5/WlPhGTjp9qgPq7lxjCj9lAVwGDOWY8+nxoyruTBOBlf3UOwwBmGAT0ojAHJ+NKKngIChlwDz+Zoso5AKgDcj1qxbQQrzCjAopKgHvOmGAIrlT2mNLKU7jamMjrmoCIEiMArnmBzpTbmPPnXPsIHPn7qFDkkk7V91EiYOijAG7ac/Ouo/doDu3jHzrqMoXsLQRxEkAmnVmmZ84x7uVFthiEMST4qdQ8go3dWrnmkUCoqgB+YwcH30zc5CbiuQxJxTq4RtwDL4iQD8s0lcw9wFUKTJuz91CWMZMEk550DNhYQCMk/hSk2DzZAAPIUjId0abVC86bEgqxxk4BpVJF2ZIDHHT3UkoJFHgD7JHAGR0qSWSBnJIJRvDvB/bRYiu7LKT4RkmjEx7WGDzfln9I0SRyVAV8AovhxQohxxtBHLnijHAC7hypMvyZCvNWpSRlKpy5nyqyBlYkeWBTqAgKe9VSMchTMqR6vL30tHvZlUnkBzJqmUKzYLxhFAznPPpSIUM+ASMnmSaVKDIcBeRoiqJJyYznHlVRLCDY0mS46ADPzpewfZJkDxBjg/Cmj7WbnGSQ2QRS9vjY0gbaR0q5LLLjLXtE7Dr1zZCSO3Vcjnk/Koa+1aW4kmJjRjIMk0g0hUu+Gcnz+6kQCY3YAAEgA0Cpg32MlfbJYTE2kQlsDHwzTSd1z4jS8gYGUb/DnpmmcykKTWmKRnk5CTsu7GcCgcKRy60LRsWXIwaNty3kKdFCgozjGaDPLDcxQy+E8hmhPKLIHOoyxRWVk2gYoFO0HAyffRrYoybW/Gl44ARtzy99CCHGwnJO1CRQkLG+5GLA0LR4GM5xQzD6LIPUcqqUmXq8iUgJBckZooDABgw5eVKxxd5uwBnI60S5VkdvDgVa7QDwmE8/HJ7/2UHLxcva/cK4qWYAcyaVAPi8PtURAIfpP0Of9rlRZJObx/Z/caOxdCRCu0eRzTvTdOu7/AGmCLds9alykorLLipWPEUNUAIfegY7jiixsySbcYLEYzS91bT2l4I54XQjmwouIyjZ8LhsgjnUjZlfEqyvR9iqwNjaz9SWOOVIsV3sAOuKkbaD0hSjEEqMkk4pFoY0myBnyAqKffyJjK6GEhLEjaRluopVIgwJQ4Zfd1NL7o3du8O3a3LHSuRfGVVhk8wwouwoxQ1jBDeMYNK+HJKkkAULocGR3GemTRIHDMREcMo556Gp4HxaQOxSNxxmgijAjJRcNlcgn7Io8gMjMY1x8QK5kAXazkk7fL4ClkwJkKsZVyM46g/Omj83JHLlTmQFgPgD++ke5yc5osisnL4jyx0pTuzyajIEAXJBPnSvWTu1wPdmjfRQ1ZfpByrjkPuJJAPlSkqMjEyuMfCkO8w+ADtPnVxwQUl9SPfzUV1D+cTwc1FdTMAZH1mS0Pi5n3U6tRIVEmBgPjFMYQFTryp5aSICkYRlycg561g1NYNxI0hyQdwYZOfjSLStgTO7Mckc6NMyGYruApFl8GMg8+lWkQI8u4nHI++k2545g0aTHJyB15rSaYYt7J8hRY1ByG37fDnFLByICUIHvNN7jARAyhm8zReZRkLciOQqEDyO5YhxvO/cD95NcjtMiB/DlQAMUIPhJYggHn+FHk2qykDyyKHUvByqqFnYncrnPxo7lWk3kZGOVdtAffyIds4+NcMBtoBL5wRV4LFVdRiPwrk86U3okxk7wMMYxSEoYMzeEP5jFchjKhcc2PnVIgrE6tukdgOfKihdrtJGZM9cDzrpQBmIKnLFCoff6+eXs+VWkQT2D0lZCrqm7dgHyrhzdlQnBOaBBIr7tx2bfVNCJQSSEwQKmOyCiiRFcowOR0PypqySd2/hJ5A4z55owZgMlutFW42KTyIA5/PdRRjswcfsQ2+Dd5+6pDTuHNe1Oz9J0/T55k/QYUPC0aXGv2ofBj7wEg+dbrca/ax2yxWqpEO7249X9dc7m86XGnrFZN3C4sb45bMGl4a1uMgHTbnd5+Gmt3ouqwAg2E5bz8FbFc6sWkVpZGXPQKc1I6cl1cIz91I8Z6MRWSPrNsfMTdL0mE/7GAmGeISRmEx/poV+6kufu9nNegtb0y3ntmW5ih2FRgY+FUzWOH9Lg0cuYY4H2DDffWyv1WEnjUxcj0qyuOVIzu3tpXlHd2xwV5j4U/txFF9JLJ3nTl9XpRSSt1NDbySZK8m+FMWuiJFHnu/teutblLexGHGkReW4t2nbxMFZj+FOYlt22oJNy586hIpNojDAlu7Gc04SXGGU9McqPSQuM8skrqNYnKqOvQ0yZn3YYg07neO4tVkLbXSmD+LkD4utHHKXYMsNhskuNrAN16Uqd8e2RAAduDy610SsrbGU52ZzilpCEiQu53ZwBjrV9C5bDdsd5gKd3n8eVXKy1PUtD0qNLfTDkczLiqiSUlBIG4er8eVXrTtZtG0N4tQuhgezisHL8fo6fA6ljPYy1TV7jVJotYn01IoyuA68kNVnU75by8c91Eiqw5J51ddYm02+0O4iDxW0UYHdQZwxqlvc2ptDAbCOOQH85nmavi/7gnNj/AF2DacyuO7HJvM1IQiNz3gPeLH1FQkJ7r/c/aafO/e52fRdN23zxWuXZirWOhKWOON2dHGC3tdaQW4EalEc5Le10rrnwVLcPrw5CO+1ISXMknz8OHpVtsq45SyXRByt1IPvzL7R/A0IKg+CQ5+VaIdV0I2/e6dbd3/8A29Rxv7K67zLwvs2+W3zrPDmOX9TY+Fj+xVHZxmPkV8yK4N9EGAp9qndd45hUIhHkOlRcRPIg5UEcz861QeyyZrNoPDQo7ArkBckHzondkkFTSsoHdBioGS3ICuWRAAGHMnrirTb6FuEX3kIkJ7vBj6H1qGaURD6JVdz1z5V07StyAYCmkwI6gZpq2+wMHOZHdjI658hXYLesyqKKV3LyO0n30CnavjTPxpq+IORWJhFPkc66i7lC7lGa6g2LJEMgUqoBBTGQOlK2rNJsiGQAS2fkKjYpWCl1HPJVudO7JmMEhjZhtXbz95rLqaQpfbM2Rk4o4wyMSvLGOtJKrMWaVwCxAHxo210KqCCGzRIgnIAqNGCeXOi7CkUbMrEsOeKDD92y48XmaXUOY423jCjp76srUQUplEYEu3qk+VHjDrI3Q7RzriPG7tgNjw/CjSgsCCy7mToDUJgDr3n9j8Bn+FHQSbmO7p0pOXuxj/VH9e/+NLR953aHb061MlgKAG8fmMr8KFVEkpw+OXioTtkk8HPJx8qNGAGzt88ZoHKROgMYfZjBNHK4kCgnIXpRWPXwE7TyNHVZBcnJHNahAEcI5BbAzQrlyZFCuoBGDQHCDOAQffRYiXYgKMD3USeCArkjJYY8gKMAFHiXmemKKWyw2jlQtIgiL+YU8s/Khzjsn/gI+Nx8GSKaTsCWUkA4p3bQXF5MqW6M7t0C1oXCfAqrMLzW1RtqqQijl6560i7m10LZs0U8S236KhwFoeqXOrW1zb2jtbo43SHktabecKW99Mj6hdkLGpKxwcgPmasFwVgg7mzhAj9hB7OKYfSy/m5Nn95a8xfzHfZsz0XE4aphgHTLDRdL7uK3tY2+2fzlS73GByH8KiobVIJc947n3Gngb1uXSss5uTyzVooxwhjey/1ttI4+zVV44ms4uGO8im5vuRB9bxk/vq6y/wC3VL4+0D0qASjwO/rhK28WxOayZOVW3U8GWaNL6NraSz+Ibx6tW59J0PW9QPcziCbw955Nt5eHnVUuofybqiCLnhl9anWqRz6qfypDHII264+6vSX07YeThVS0ymh/qHC0kJJWYEfb+Q91Qd4O7+j7v+DV1lqN7CNkccpVBz/AUjcC/kh9KlhlEf13Hho6VKL7YnkSrlH4oDIEZVwCemaOpUqo2gjpSexUjLOck+VHiJLptXlit0jnxHGwllYFguDzNTGkcNapq8ayW1m5tscnPtGmenWr313HaqATI4XIPICty062Wy023trYqiRReEA+fma43qXqD40cI63p/AXJWz+zGNS4X1SykCSwblHQg0rZaZeWcDtdRcsZHPyq0au10dVZGn3wk5UE091PSXk4WkberMqlgS3M/CkrnStUW/s1P0+uuzC+ika3NGLYQlQHzkNmq+cvlh63mMUoUlvNQ8KsXc52Dnil47eUTeBWWXdjbiunS1X02cuyPv8AaiNYXXYwkyMe0etOVmUW2Y3Vm8s0vfwRmQNPbd3L7x0NN4khSXEysqN0wKammJUHH7GctxIz7SV93Spi30e6tbO1ujju5D/ulqjjZeMsCvd4xu+NWHSJu8sbaK65hZFd/rbaXfN1pYHceCnLDNFntotK4dSOOKDK25BYnb59MVQdVUapNMRaxxkYUvjAXl1zV21a5tdT0F42Qc03KZTz61A6+8VtwrJGlttDuoEg57uVcPjW6y/Z3uTR8P8A8lDPed8bbven+98qUs7V5cqiNK+T9GoyQacaHpf5Q1q3sT9GJn27/s1s2h6NoujacDCieAEiVhl/vrdy/UHQkoo5HG4Pvy2bM70LgPVdQRXvV9GixkfWIqxHs2sO4jzfz/2cVdNNvWvi/ow+iQgbz1b5U4eP6P8Atba89Z6pyJS+Tweir9LojDODMNR7PRAB3OoO+feKgNS4SvUcrBJ320c/hWx3eH8GcAc6hZhCZGdVyG93vrVxvVbV39GS30yl/XZiuoWM1s4imQxt8aayF1QbeflWp8T6ampwFjEqyKOvurN9UtRaXJgafIPPIr0fC5y5K7ODy+G6H2+hnF33g9b7VdUtB6Dcyx/43fGurW5GTQjYthgfxbVILLy8xTmzkPcFOe4vnOPLFN4QTbgciefPPkaXtDzCA459aE0hXdhkKAwByc+VAzlgwWMtjoM1zj1veDQbSoHIj40JYeMMuSBzzgfGjNIdgi25YH3VxkGwKgbcOYNAwmcxmPk79c1MEOmGAuCPjQoqmUHAJA6mlSNi9w8fj6killt0KAg5JHiFLlIjENgWOMMeYUfvNLzxq0h2tiNR+vGaEQlmXcAoCZ5/eKLIhjcFASD76p+Cgpg+gEqn6VW5j4UcMBH3KHw5JI/GkZpSXLuCHLHkOmKNu3NkD3DH40X9SBXyU6N5GhaXdKWwQQuKAFtpXDAeeaTXkGBPWqiQWVleIKw54roSV3grg45EUSNWCDb4yOWKJuZS5zg+Yq2UOVdA0Y2HJ/D1aX0uza/udqhe6VWzy+AptGjzokaDJzyq3aDE9rYpEsaGRs7iBz8qyci5VR1N3F4/uyyWXhHT7fT4O/EEYJXCkDnUwLiWR3B8KFV5D9M1H6JeCaw7ptp2ZyAOY5inRnUASDHd4wxHl4j1ryd6lZPDZ6uitRikh2+4rlXOaS711wNxyKR75NpCsabT3IRSWzmr9vPkqT/wdnUWWQkZ91Oxc95CDvx76rc0zOgYKc0a21GBSVnZgy+VPhT/AIZrJ/6TBuwXDxupUee6unuQeRx/jP8ACq/d6hpfc8tVt49/sfj/ABpATSyj6A97j208Xmf40ao6yhUrnF4bIvjLRLe6zdW2e8XmRUDod29nYNZPhXDYXPxxVpubmUR93LjefWqtz2cN+hfmshblj4YrsUz+OrZzbKsT31DnubSH0CICTvE3zyfcPCPwpHi/V7O70G106zkk+j9dPlURP+UbOH0WX2/P1vj++mgG5/D4ifIVtro+8mG7k4eMBCyhSCm7PnS0TBFUbc5pqObHmQOmKdIu4oTkeWK3s5yLVwVaoNTE8XNEXcd3vrU4ZibSLcF5jrWa8GxuYLhu82rglc1ZmuzFa7XceoAB8a8x6i1ZY4s9RwGqaeit8byS/lnIbu1j5eGnltrSXHDSW0gHeDIJz5VFcVJen+eXUDrE/JftCoGG5WONhDktnIB8xWyFUZVxx9GK25wm2/smuEBFDrclxIquB6pIpzrN5BbTvcJEHdm8OPKoqK7dXAY92N3hxy3U6tLQ3mqhzFmJTllzjNHbFx7YuuefjEcWej3msXAkvXEUajITFSEugWEMKiTc6Z+8VKxyuvKMbjjAGKcHT9QuVgKwKSx55rI+W/8ATWuGn9FFNsomki7sYHi/s++ngksBYH0ORHLoN21cYxmnV/wRrVzOZfoI/wC37NVjVLa+0abufBv5+7xLW+u2q3qM+zmyqsq8romYdajezjFzbd4kfqbv30zudeu9Rm7mXu4ot64T1qgHZ3dn77PPpRVDM6tnPirVVxop5QqzlSksTJiK4Nq4nhn2urZPxapwcYXl5FFbzR/nFUb0qpxgbGzHuIbl8aGA90VbrsIP4UHIpjLtkpua+KPROg24sNJit/q8/wC0RTi4bY7n2Fwy0lw9eR33D1tcJ6jIrfqpW9XcjnPhbCrXhrcyn2e2hrotSPw00qoWyuPIc+lHaxhjQKUGDS9mgtgwVsybSAxrOuKuPNXs724sBZxrImQjnzHvrRx+O+RPFfkzci9UQzIjO0zWTDfPpto4RYxhmQ82qiXEneEMSSfPNDc3Et1cyzTsO8fxFifOk2f6FQ64J55r23E4yogk/J5Dk3+/N9ht5j7sKeY866kTh+QPSurXgxji2ZRBuxjALfhXWrMC24efKlVj/muCAG2EfjXWy9GI8qRvk2HLsBdtp8QBrjG+07ThcZrllYcyvLGPwpePEqnng4ockA6RheZz1oskSIVZepXINHbKqSSRz60BZTgAE7RVbldZDDcshffgA4NOYNsibyyggZAPnXRANGrAAbmyQacd0HRnZAUUYyKS8jcLAgwbaoWQw4iAI8z1P76FDNKrsQNqKQPf1FLFojHkDDlNwz7sH+FJ3LvFFJjaVZB4R154q1IUBqNssLMvecmG8bfLlSMSZLS7gR1G7ry5fvpMh3OVyoI86cQoDguAzLgA/M/8qhQmSwdiGzn3imzg53Yyc0/t4F9LZJegHLJoGgRQSx69MGiTLGJdlUlfDnrXNIhI7vmceZom0uSd2MHz86Hb4xuGR8BReSif4Zt99+GV1IC8wR8qsEe2CYMG8W3mMfGoLhpiJWI3F2x0HvIqz3FuJo+8iPMdRXD5uXM7fFSVQqbmS2SK5hjyHPiI93Kg/KlvKzblZjjnzpjBfd08lowBj7vqfLBFVzUrqMXX80YMrDnz99Jr43ufRtjyVUvyLbJqIUjBXB6AtSNzqwKM8ic16YNUTv8AMoLg8umTQ3N6jrtwwPzrbH01GWfqeey0y8QiVim1UXHLnULqGqtLKx3HdjHM1BEqwG84APkedLWIt2ctIM7jgZNaocJQMc+f7vQV8MIyA7hs8xUtpDXFkGmSd0UtnY3n1o0TxRBd0e1AWAIpvdXYeNlTJxkii7msamdzjB5NEsZNO15NkknduhAIXzpne6BDZIJIpWaNU9RvurP7O9uLaUywu8cm5SSKtGncSNeRmK6YuQoBP4Vz7uHKt7JHRo58bFhnX9kJLSOOQKVIxuQcxyqq3tqbO7aPxvFzw3n0rQ4+6mYGAkjkDUbrulI1se9AKA+sOtFTyXGeGL5fFUodFGa0y25NqKeZJPPpXQRBiGDd5gnlint/p5il2RspUgEKTzpK3TZkQlgB6yeddr3VKJwpVSh4LtwsfQeHcltxIO8n2jT/AEtmuoI2li2jcRTTQ4e90ZRIuQFbA/fTi0uGi7uFSAqtzP3V5uWbJtnq44rqig3Fohm0cxO+ZFBxWYSoyJgNzHQVetXusxyxlDLKy8gPIZqraPoepaneslvEcksGJ9kV0eLJQj2cnmRds8IQ0+OS5eOxt7YSykeEoMj8a07hHg+WGzQ37FGJywVsmh4Y0CLR4BkfS/X+41cLZhgAAg++uXz/AFBv4xOr6f6dFreZ1vYWlpF9FEgI91EuLkhUGDyNGlG4sNzCjxQwBfpMHw+0a4K2s8na1jH8SPN7slP0ng9asm47uu9m2fR+l73/ANnNa3dQ2ud8ag7SAwFVrXuHNNvYNxiIZmJNdb0yyNVm7OXz6JXQ1iZAqbfpPE29vOlFGPqrhvOn/EWktpd/mM97F8eVMogShYDPPNeyrsUlmJ5D2pRlrMUZiUxv9Wnui2X5Tv4oO8+kkfYvXxLnr+FMlYF8FPWrS+yi0s+4l1ExCOUOqfoKErDzbvZhsauHR789S+aHYxaRocFhC7MsS7fFSayd7P19T91Mrm52gGKTqx8qb6RM8srbGywBzyrx2km9pI9Z7yisRZYNSdFtyUUBgM5rEOOhcT64bhkJJGOQrXri6UJsYEt0zUNrUFhMu1o03lebAc6f6bYuPOTMvqFbvgjErhPfyapCz0fUL21M8CF0Qc2UVdLThS3lu981q/ck53t0NXGGxitrHba26om3G1B1rv2erxilg5VXpMpYMNksJk9Ud59bAINdW3R6ZaN69hEv1twINdVf85H/AAP/AIb9mKwoEVse5qVRzsOK6urqnNgBEWK893U9adWyqU8uldXVVgCBkKxJj7NEUIy5+FdXUlsdGKFgFhaL57ttOYpldsfaztrq6pJjIxQlJHILdVO1MpsBBzy5/wAaPL3cgA7vvJPr/fXV1DEqQjcbwx2J8zQPIQi7V+Zrq6mIQFMhyNrZGOnupJpBgbXyc9fdXV1EvBb/ACG29lIXG4e+jAuu5c4Uc8ffXV1EgUTvDkkkcv4N+B/51arC6ZXaFPWXpXV1cXm/kju8P8CL1O2nmlPo1tlyBtbpn76q96JrO6MNzF3TkjcvXPh99dXVo43jBi5H5EcJZGbmvhpRxuHNeVdXV1II57k9RPu8ADPiJxihtOv/AK11dRMAfXLu0CqpwieVM+9ZomCjaD511dUrG3fQMUn0Wz2+S0hLKQfovzn94Y/511dVrwK/+Qn+HdeuYpgLn83/AL1XuWWyvtN+kkTx+H1q6urlc6KVmUdSibknkoOvRpZai8ccmYaZWX0jDEfjc11dWv8AqjNP8zXdI0n/ADfHHL/V+xVN1L+bXpi7z29y11dXF4/cmdzk/gia4eWJWaV48ch+2l77WrS0DPvCnxdPnXV1XBZYiPgS0bU7vX9RFnD3kYHjnf7Plj49avE5YLtiXw++urq4fM/I63EfwBitZZM/S+7938a5rbEJ9v2q6upETaV2JpI9TDAEQ5AcH31D8Xa8bbU7eGCQKisS/wAq6urq8GCnLs5nKslBdFY4luLbWLLc570Z6jlVbuhbx7hbx/wrq6vR8TrKR5zmRUllnQx/SZkjk9YL+NS2gaydNaMQnvA58fX3Yrq6n2RUo9mWubjNYLe2qvdwI9uOvxq48N2ptrHvHX6SQe+urq83zUorCPScNbeRnr/d20X/AA/WpLQbSI3vpV30fbsrq6s/9EPl+bLjNDFLBgD9Coa2iktj3fz/AG11dXHh+R0JfiO7yLvB3kXj611dXVpTAP/Z</binary>
</FictionBook>