<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_action</genre><author><first-name>Edgar</first-name><middle-name>Rice</middle-name><last-name>Burroughs</last-name></author><book-title>Die Prinzessin vom Mars</book-title><date>1996</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Franziska</first-name><last-name>Willnow</last-name></translator><sequence name="John Carter vom Mars" number="1"/></title-info><src-title-info><genre>sf_action</genre><author><first-name>Edgar</first-name><middle-name>Rice</middle-name><last-name>Burroughs</last-name></author><book-title>A Princess of Mars</book-title><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>N/A</nickname></author><date>2015</date><src-ocr>BOOKS 'R' US</src-ocr><id>CE1E5E7C-4DF4-4F6E-8790-371EBCACCEF9</id><version>1.0</version><program-used>fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used></document-info></description><body><title><p>Edgar Rice Burroughs</p><p>Die Prinzessin vom Mars</p></title><section><title><p>Vorwort</p></title><p>Dem Leser dieser Seiten: Ich glaube, einige Worte zu Hauptmann Carters au�ergew�hnlicher Pers�nlichkeit sagen zu m�ssen, wenn ich Ihnen nun sein bemerkenswertes Manuskript vorlege.</p><p>Meine ersten Erinnerungen an ihn stammen aus den Monaten, die er kurz vor Ausbruch des B�rgerkrieges in meinem Elternhaus in Virginia verbrachte. Obwohl ich damals gerade f�nf Jahre alt war, kann ich gut mich an den hochgewachsenen, bartlosen und athletischen Mann erinnern, den ich Onkel Jack nannte.</p><p>Er schien immer guter Dinge zu sein und beteiligte sich an den Spielen der Kinder mit derselben Aufgeschlossenheit, wie er sie den Vergn�gungen seiner Altersgenossen und Altersgenossinnen entgegenbrachte. Auch konnte er ganze Stunden bei meiner Gro�mutter sitzen und ihr von seinem seltsamen, wilden Leben in allen Teilen der Welt erz�hlen. Wir alle liebten ihn, und unsere Sklaven beteten f�rmlich den Boden an, den er betrat.</p><p>Er war eine sehr m�nnliche Erscheinung, gut zwei Zoll �ber sechs Fu� gro�, mit breiten Schultern, schmalen H�ften und der Haltung des durchtrainierten Soldaten. Er hatte regelm��ige, markante Gesichtsz�ge und schwarzes, kurzgeschnittenes Haar, und die stahlgrauen Augen verrieten einen starken und best�ndigen Charakter voller Leidenschaft und Unternehmungsgeist. Mit seinen makellosen Umgangsformen und seiner Eleganz verk�rperte er den hochgebildeten Gentleman der S�dstaaten.</p><p>Seine Reitkunst, besonders bei der Treibjagd, sorgte sogar hier, im Land der erstklassigen Reiter, f�r Aufsehen und Bewunderung. Oft h�rte ich, wie mein Vater ihm ungez�gelten Leichtsinn vorwarf, doch er lachte nur und meinte, da� das Pferd noch nicht geboren sei, das ihn abwerfen und t�ten konnte.</p><p>Bei Ausbruch des Krieges verlie� er uns, und ich sah ihn erst nach f�nfzehn, sechzehn Jahren wieder. Seine R�ckkehr kam unerwartet, und es �berraschte mich sehr, da� er offensichtlich in keiner Weise gealtert war und �u�erlich unver�ndert schien. In Gesellschaft war er wie immer der originelle und lustige Mensch, den wir von fr�her kannten. W�hnte er sich indes allein, starrte er stundenlang in den Himmel, das Gesicht voller Sehnsucht und trauriger Resignation. Auch des Nachts konnte er oft so sitzen und nach oben blicken, wohin, erfuhr ich erst, als ich Jahre sp�ter dieses Manuskript las.</p><p>Er erz�hlte uns, da� er nach dem Krieg eine Zeitlang in Arizona auf Goldsuche gegangen war. und nicht ohne Erfolg. Davon zeugte die unbegrenzte Menge an Geld, �ber die er verf�gte. Wie sein Leben in diesen Jahren im einzelnen verlaufen war, dar�ber h�llte er sich indes in Schweigen.</p><p>Etwa ein Jahr lang blieb er bei uns und ging dann nach New York, wo er ein kleines St�ck Land am Hudson erwarb. Dort besuchte ich ihn einmal j�hrlich, wenn ich zum New Yorker Markt fuhr�� mein Vater und ich betrieben zu jener Zeit eine Kette von Gemischtwarengesch�ften in ganz Virginia. Hauptmann Carters kleines, aber sch�nes Landhaus stand am Steilufer des Flusses, �ber den man einen sch�nen �berblick hatte. Bei einem meiner letzten Besuche im Winter 1885 sah ich, da� der Hauptmann sehr viel mit Schreiben besch�ftigt war, ich vermute nun, an diesem Manuskript.</p><p>Damals �u�erte er mir gegen�ber den Wunsch, da� ich mich um das Anwesen k�mmern sollte, falls ihm etwas zustie�e. Er gab mir den Schl�ssel zu einem Fach des Safes in seinem Arbeitszimmer. Dort w�rde ich seinen Letzten Willen und einige pers�nliche Anweisungen finden, wobei ich ihm versprechen mu�te, diese genauestens zu befolgen.</p><p>Als ich mich zur Nachtruhe begab, sah ich ihn von meinem Fenster mit fast flehentlich zum Himmel gestreckten Armen am Rand des Steilufers stehen. Damals dachte ich, er bete, obwohl ich ihn nie als einen streng religi�sen Menschen kennengelernt hatte.</p><p>Einige Monate nach der R�ckkehr von meinem letzten Besuch, ich glaube, es war am 1. M�rz 1886, erhielt ich ein Telegramm, in dem er mich bat, sofort zu ihm zu kommen. Da er mich von allen Carters schon immer bevorzugt hatte, beeilte ich mich, seiner Bitte Folge zu leisten.</p><p>Am Morgen des 4.M�rz 1886 traf ich auf dem kleinen Bahnhof ein, von dem es noch ungef�hr eine Meile zu seinem Anwesen war. Als ich den Mietstallbesitzer bat, mich zu Hauptmann Carter zu bringen, erwiderte dieser, da� er, falls ich ein Freund des Hauptmannes sei, eine sehr schlechte Nachricht f�r mich habe. Der Hauptmann sei heute morgen kurz nach Tagesanbruch vom W�chter des angrenzenden Grundst�ckes tot aufgefunden worden. Seltsamerweise �berraschte mich das nicht. Doch eilte ich so schnell wie m�glich zu seinem Haus, um mich um den Leichnam und die �brigen Angelegenheiten zu k�mmern.</p><p>Ich fand den W�chter, der ihn entdeckt hatte, zusammen mit dem Polizeichef des Ortes und einigen Ortsbewohnern in dem kleinen Arbeitszimmer vor. Der Wachposten berichtete kurz, wie er den Toten aufgefunden hatte, der nach seinen Worten noch warm war, als er auf ihn stie�. Er lag der L�nge nach im Schnee, die Arme �ber den Kopf in Richtung des Ufers ausgestreckt, und als der Mann mir die Stelle zeigte, fiel mir auf, da� es eben jener Platz war, von wo ich ihn in jenen N�chten mit ausgestreckten Armen in den Himmel hatte starren sehen.</p><p>Der K�rper trug keine Anzeichen von Gewalt, und mit Hilfe des Ortsmediziners kam die Leichenschaukommission schnell zu der Entscheidung, da� der Tod durch Herzversagen eingetreten war. Allein gelassen �ffnete ich den Safe und durchst�berte die Schublade, in der ich nach seinen Worten die Anweisungen finden w�rde. Sie waren teilweise recht merkw�rdig, doch hatte ich ihnen bis ins letzte Detail so genau wie m�glich Folge zu leisten.</p><p>Er ordnete an, seinen Leichnam ohne Einbalsamierung nach Virginia zu �berf�hren und in einem offenen Sarg in einem Grabmal beizusetzen, das er schon zuvor hatte errichten lassen und das, wie ich sp�ter erfuhr, gut bel�ftet war. Den Verf�gungen zufolge mu�te ich pers�nlich daf�r sorgen, da� dies genau so durchgef�hrt wurde, wie er es verlangte, wenn n�tig sogar unter Geheimhaltung.</p><p>Sein Eigentum sollte wie folgt verteilt werden: Zun�chst sollten mir nur die Eink�nfte der n�chsten 25 Jahre zufallen, sp�ter der gesamte Nachla�. Die weiteren Anweisungen bezogen sich auf das Manuskript, das ich so, wie ich es vorfand, 11 Jahre lang versiegelt und ungelesen aufbewahren sollte; auch sollte ich den Inhalt fr�hestens 21 Jahre nach seinem Tode ver�ffentlichen. Das Grabmal, in dem sein Leichnam noch ruht, besitzt eine Besonderheit: Die massive T�r ist mit einem riesigen, vergoldeten Schnappschlo� versehen, das nur von innen ge�ffnet werden kann.</p><cite><text-author>Hochachtungsvoll, Ihr Edgar Rice Burroughs</text-author></cite></section><section><title><p>1. Auf den H�geln von Arizona</p></title><p>Ich bin sehr alt: wie alt, wei� ich nicht. M�glicherweise einhundert, m�glicherweise �lter; aber ich kann es nicht genau sagen, denn ich bin nie gealtert wie andere M�nner, auch kann ich mich nicht an meine Kindheit erinnern. Soweit ich mich entsinne, war ich schon immer erwachsen, ein Mann um die Drei�ig. Ich sehe noch heute aus wie vor vierzig und mehr Jahren, und dennoch f�hle ich, da� ich nicht ewig weiterleben kann, und da� ich eines Tages den wirklichen Tod sterben werde, von dem es kein Zur�ck mehr gibt. Ich wei� nicht, warum ich den Tod f�rchten soll, ich, der ich zweimal gestorben und noch immer am Leben bin; und dennoch habe ich dieselbe Furcht davor wie du, der du noch nie gestorben bist, und ich glaube, da� ich wegen dieser Angst vor dem Tode von meiner Sterblichkeit �berzeugt bin.</p><p>Deswegen habe ich mich entschlossen, �ber die interessanten Abschnitte meines Lebens und meines Todes zu berichten. Ich kann die phantastischen Vorf�lle nicht erkl�ren; ich kann nur mit den Worten eines einfachen Soldaten jene seltsamen Geschehnisse aufzeichnen, die mir w�hrend der zehn Jahre widerfuhren, als mein lebloser K�rper unentdeckt in einer H�hle in Arizona lag.</p><p>Ich habe diese Geschichte noch nie erz�hlt, auch soll kein Sterblicher dieses Manuskript zu Gesicht bekommen, bevor ich in die Ewigkeit abgerufen worden bin. Ich wei�, da� der menschliche Verstand seine Grenzen hat, und ich m�chte nicht von der �ffentlichkeit, der Kirche und der Presse angeprangert und als L�genbaron hingestellt werden, wenn ich nur die Wahrheit erz�hle, die die Wissenschaft einmal beweisen wird. Wahrscheinlich werden die Anregungen, die ich auf dem Mars erhielt, und das Wissen, das ich in dieser Geschichte niederschreibe, dereinst dabei helfen, die Geheimnisse unseres Schwesternplaneten besser zu verstehen, Dinge, die f�r dich r�tselhaft sind, f�r mich indes nichts Unerkl�rliches mehr an sich haben.</p><p>Mein Name ist John Carter, aber man kennt mich eher als Hauptmann Jack Carter aus Virginia. Am Ende des B�rgerkrieges befand ich mich im Besitz von einigen hunderttausend Konf�deriertendollar und einem Offizierspatent der Kavallerie einer Armee, die es nicht mehr gab, als Diener eines Staates, mit dem die Hoffnungen des S�dens untergegangen waren. Ohne einen Vorgesetzten, ohne einen Pfennig in der Tasche, und. da der Kampf vorbei war. ohne eine M�glichkeit, mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen, beschlo� ich. mich nach S�dwesten durchzuschlagen und zu versuchen, mein verlorengegangenes Gl�ck durch Goldsuche wiederzuerlangen.</p><p>Gemeinsam mit einem anderen Offizier der S�dstaaten. Hauptmann James K. Powell aus Richmond. war ich fast ein Jahr unterwegs. Wir hatten sehr gro�es Gl�ck, denn nach vielen Schwierigkeiten und Entbehrungen machten wir Ende des Winters 1865 die gr��te Goldader ausfindig, wie wir sie uns in unseren k�hnsten Tr�umen nicht ausgemalt hatten. Powell, von seiner Ausbildung nach Bergbauingenieur, stellte fest, da� wir innerhalb von knapp drei Monaten Erz im Wert von �ber einer Million Dollar freigelegt hatten.</p><p>Da unsere Ausr�stung �u�erst mangelhaft war, beschlossen wir, da� sich einer von uns in zivilisierte Gegenden aufmachen sollte, um die n�tigen Maschinen zu erwerben und eine ausreichende Anzahl von Mannern anzuheuern, um den Abbau richtig zu betreiben.</p><p>Da sich Powell im Land auskannte und wu�te, welche Maschinen f�r den Bergbau notwendig waren, hielten wir es f�rs beste, wenn er sich auf den Weg begab. Ich sollte inzwischen am Ort bleiben, damit nicht zuf�llig ein umherziehender Goldsucher von dem Land Besitz ergriff.</p><p>Am 3. M�rz 1866 beluden Powell und ich zwei unserer Esel mit Proviant. Wir verabschiedeten uns, er sa� auf und begann mit dem Abstieg ins Tal, durch das ihn der erste Teil seiner Reise f�hrte.</p><p>Wie fast alle Vormittagsstunden in Arizona war auch der Morgen seiner Abreise klar und sch�n, ich konnte Powell und die kleinen Lasttiere beobachten, wie sie sich ihren Weg den Bergabhang ins Tal hinabbahnten. Sie waren den ganzen Vormittag �ber gelegentlich zu sehen, wenn sie eine Bergkuppe erklommen oder ein flaches Plateau �berquerten. Gegen drei Uhr nachmittags sah ich Powell zum letzten Mal, als er sich in den Schatten des Gebirgskammes auf der anderen Talseite begab.</p><p>Etwa eine halbe Stunde sp�ter blickte ich zuf�llig ins Tal und war sehr �berrascht, die drei kleinen Punkte an genau jener Stelle zu finden, wo ich meinen Freund und die zwei Lasttiere zuletzt ausgemacht hatte. Ich neige nicht dazu, mir unn�tze Gedanken zu machen, doch je mehr ich mich zu �berzeugen versuchte, da� mit Powell alles in Ordnung sei und da� die drei Punkte, die ich auf dem Weg gesehen hatte, Antilopen oder Wildpferde waren, desto unruhiger wurde ich.</p><p>Seit wir uns in dem Land aufhielten, hatten wir nicht einen feindlichen Indianer gesehen und waren demzufolge �u�erst sorglos geworden. So pflegten wir uns �ber die unz�hligen Geschichten lustig zu machen, die wir �ber die niedertr�chtigen Pl�nderer vernommen hatten, welche �berall ihr Unwesen treiben sollten. Angeblich sollte jeder Wei�e, der in ihre H�nde fiel, die Begegnung mit seinem Leben oder mit Folterung bezahlen.</p><p>Wie ich wu�te, war Powell gut bewaffnet und au�erdem erfahren im Kampf mit Indianern. Aber auch ich hatte jahrelang unter den Sioux im Norden gelebt, und mir war klar, da� er gegen�ber einer Gruppe hinterlistiger Apachen kaum eine Chance hatte. Schlie�lich konnte ich die Ungewi�heit nicht l�nger ertragen, bewaffnete mich mit meinen zwei Colts und einem Gewehr, streifte mir zwei Patronengurte �ber, fing mein Reitpferd ein und ritt den Pfad hinab, den Powell am Morgen genommen hatte.</p><p>Sobald ich verh�ltnism��ig ebenen Boden erreicht hatte, trieb ich mein Pferd an und fiel in kurzen Galopp, wo der Weg es zulie�, bis ich kurz vor Einbruch der D�mmerung an die Stelle kam, wo sich den Spuren Powells noch andere zugesellten. Es waren Abdr�cke dreier unbeschlagener Mustangs.</p><p>Diesen folgte ich unverz�glich, bis es dunkel wurde und ich gezwungen war, auf das Aufgehen des Mondes zu warten. So fand ich Zeit, zu �berlegen, ob es ratsam war, die Verfolgung fortzusetzen. Vielleicht hatte ich mir unm�gliche Gefahren eingeredet wie ein nervenschwaches altes Weib, holte ich dann Powell ein, w�rde er �ber meine Bef�rchtungen gewi� herzhaft lachen. Dennoch bin ich nicht sonderlich empfindsam, und es war schon immer meine Lebensmaxime gewesen, meinem Pflichtgef�hl Folge zu leisten, wo auch immer es mich hinf�hren m�ge. Das mag die Auszeichnungen von drei Republiken erkl�ren, die Orden und die Freundschaft eines alten und m�chtigen Kaisers und einiger kleinerer K�nige, in deren Dienst sich mein Schwert so manche Male rot gef�rbt hatte.</p><p>Gegen neun schien der Mond gen�gend hell, um den Weg fortzusetzen. Ich konnte unschwer schnellen Schrittes und stellenweise im flotten Trab der Spur folgen, bis ich gegen Mitternacht unerwartet zu jener Wasserstelle kam, an der Powell sein Lager aufschlagen wollte. Ich fand sie menschenleer und keinerlei Hinweis, da� hier k�rzlich jemand gelagert hatte. Mir fiel auf, da� die Verfolger�� deren konnte ich mir nun sicher sein�� den Spuren nach zu urteilen Powell nach nur kurzem Halt an der Wasserstelle im gleichen Tempo nachgeritten waren.</p><p>Da f�r mich feststand, da� es Apachen waren, die Powell lebend gelangen nehmen wollten, um ihr grausames Spiel mit ihm zu treiben und ihn zu qu�len, trieb ich mein Pferd zu einem h�chst gef�hrlichen Galopp an und hoffte trotz aller Aussichtslosigkeit, die roten Banditen einzuholen, bevor sie ihn angriffen.</p><p>Meine Mutma�ungen wurde pl�tzlich durch den schwachen Widerhall zweier Sch�sse weit vor mir unterbrochen. Ich wu�te, da� Powell wenn �berhaupt, mich jetzt brauchte, und hetzte mein Pferd in schnellstem Tempo den schmalen und unwegsamen Gebirgspa� hinauf.</p><p>Ich hatte vielleicht eine Meile m�hsam hinter mich gebracht, ohne weitere Laute zu vernehmen, als der Pfad pl�tzlich zu einer kleinen Ebene kurz unterhalb des Gipfels f�hrte. Ich war gerade durch eine schmale, �berh�ngende Schlucht geritten, und der Anblick, der sich meinen Augen nun bot, best�rzte und entsetzte mich zutiefst.</p><p>Das kleine Landst�ck war wei� von Indianertipis, und etwa f�nfhundert Krieger hatten sich in der Mitte des Lagers um etwas versammelt, das ihre Aufmerksamkeit derart in Anspruch nahm, da� sie mich nicht bemerkten. Ich h�tte mich problemlos in die Dunkelheit der Schlucht zur�ckziehen und unbehelligt entkommen k�nnen. Die Tatsache, da� mir dieser Gedanke erst am Folgetag kam, macht jeglichen Anspruch zunichte, als Held zu gelten, wozu mich die Schilderung dieses Zwischenfalls andernfalls berechtigte.</p><p>Ich glaube nicht, da� ich aus dem Holz gemacht bin, aus dem Helden geformt werden, da ich mich in den Hunderten von F�llen, bei denen mein spontanes Handeln mich mit dem Tod konfrontierte, nicht an ein einziges Mal erinnern k�nnte, wo mir eine andere M�glichkeit nicht erst einige Stunden sp�ter einfiel. Wahrscheinlich ist mein Verstand so angelegt, da� ich mich ganz instinktiv moralisch richtig verhalte, ohne erm�dende Denkprozesse zu durchlaufen. Wie auch immer, ich habe nie bedauert, kein Feigling sein zu k�nnen.</p><p>In diesem Fall war ich mir sicher, da� sich Powell im Mittelpunkt des Geschehens befand, aber ob ich zuerst �berlegte oder handelte, wei� ich nicht, in dem Moment, als sich meinen Augen die Szene darbot, hatte ich jedenfalls bereits die Revolver gezogen und st�rmte schnell schie�end und aus voller Lunge schreiend auf die Kriegerschar zu. So ganz allein h�tte ich keine bessere Taktik verfolgen k�nnen, denn die Roth�ute, �berzeugt, von einem regul�ren Regiment angegriffen zu werden, wandten sich um und st�rzten in alle Richtungen zu ihren Pfeilen, B�gen und Gewehren.</p><p>Der Anblick, der sich mir nach ihrem �berst�rzten Davonst�rmen bot, erf�llte mich mit Entsetzen und Wut. Im hellen Schein des Mondes von Arizona lag Powells K�rper schier gespickt von feindlichen Pfeilen. Ich mu�te davon ausgehen, da� er bereits tot war, und wenn ich ihn schon nicht vor dem Tode retten konnte, wollte ich seinen K�rper vor der Verst�mmelung durch die Apachen retten. Ich ritt dicht an ihn heran, griff nach seinem Patronengurt und zog ihn vor mich aufs Pferd. Ein Blick nach hinten �berzeugte mich, da� es gef�hrlicher war, auf dem Weg zur�ckzukehren, den ich gekommen war. als weiter �ber das Flachland zu reiten. Also gab ich meinem armen Pferd die Sporen und st�rmte auf den Pa� zu, dessen Beginn ich auf der gegen�berliegenden Seite des Flachlandes erkennen konnte.</p><p>Inzwischen hatten die Indianer entdeckt, da� ich allein war, und nahmen fluchend, mit Pfeil, Bogen und Gewehrkugeln die Verfolgung auf. Da es schwierig ist, im Mondlicht wirkungsvoll zu zielen, die Indianer meines unvermuteten Auftauchens wegen emp�rt waren und ich mich sehr schnell bewegte, verfehlten mich die zahlreichen feindlichen Geschosse, und ich hatte die Schatten der Berge erreicht, bevor eine geordnete Verfolgung organisiert werden konnte.</p><p>Mein Pferd bewegte sich praktisch f�hrerlos, da ich wu�te, da� es den Pfad zum Pa� wahrscheinlich ohne mich eher finden w�rde, und so geschah es, da� wir in einen Hohlweg einbogen, der zum Gipfel der Gebirgskette f�hrte und nicht zu dem Pa�, der mich, wie ich gehofft hatte, ins Tal und in Sicherheit bringen w�rde. Wahrscheinlich habe ich aber gerade dieser Tatsache mein Leben und die bemerkenswerten Erfahrungen und Abenteuer zu verdanken, die mir in den folgenden zehn Jahren zuteil wurden.</p><p>Da� ich auf dem falschen Weg war, kam mir erst zu Bewu�tsein, als die Schreie der Verfolger weit hinten zu meiner Linken mit einemmal immer schw�cher wurden.</p><p>Mir wurde klar, da� sie an der zerkl�fteten Gesteinsformation am Rand des Plateaus nach links geritten waren, w�hrend mein Pferd mich und Powell nach rechts getragen hatte.</p><p>An einem kleinen, flachen Vorgebirge, von dem man den Pfad unten und zu meiner Linken �berblicken konnte, zog ich die Z�gel an und beobachtete die wilden Verfolger, wie sie hinter der Spitze des benachbarten Berges verschwanden.</p><p>Ich wu�te, die Indianer w�rden bald bemerken, da� sie auf der falschen F�hrte waren, und die Suche in der richtigen Richtung aufnehmen, sobald sie meine Spuren gefunden hatten.</p><p>Nur ein kurzes St�ck sp�ter begann bei einer hohen Felswand ein offensichtlich gut begehbarer Pfad. Er war eben, ziemlich breit und f�hrte, leicht ansteigend, in die Richtung, in die ich wollte. Zu meiner Rechten ragte der Felsen einige hundert Fu� in die H�he, auf der anderen Seite befand sich eine kleine Felsschlucht.</p><p>Ich folgte diesem Weg einige hundert Yards, bis er pl�tzlich scharf nach rechts bog und vor einer gro�en H�hle endete. Der H�hleneingang war etwa vier Fu� hoch und drei bis vier Fu� breit.</p><p>Fs war nun Tag. Wie f�r Arizona so typisch ist, war es mit einemmal hell geworden, ohne da� die D�mmerung den Morgen angek�ndigt h�tte.</p><p>Ich sa� ab und bettete Powell auf den Boden, doch ergab auch die sorgf�ltigste Untersuchung nicht das geringste Lebenszeichen. Fast eine Stunde lang m�hte ich mich mit ihm ab, go� aus meiner Feldnasche Wasser behutsam zwischen seine leblosen Lippen, wusch ihm das Gesicht und rieb ihm die H�nde, obwohl ich wu�te, da� er tot war.</p><p>Ich hatte Powell sehr gemocht, er war in jeder Hinsicht vollkommen, ein eleganter Gentleman des S�dens und ein zuverl�ssiger und treuer Freund; so da� ich in tiefstem Schmerz, meine unbeholfenen Wiederbelebungsversuche schlie�lich einstellte.</p><p>Ich lie� seinen Leichnam am H�hleneingang liegen und kroch zur Erkundung in die H�hle. Vor mir lag ein riesiges Gew�lbe, vielleicht einhundert Fu� breit und etwa drei�ig oder vierzig Fu� hoch. Der Boden war glatt und abgewetzt, und vieles wies darauf hin, da� die H�hle vor langer Zeit bewohnt gewesen war. Der hintere Teil lag so im Dunkeln, da� ich nicht erkennen konnte, ob es noch andere Kammern gab.</p><p>W�hrend ich meine Erkundung fortsetzte, f�hlte ich eine angenehme Schl�frigkeit �ber mich kommen, die ich der Erm�dung durch den langen und anstrengenden Ritt sowie der Aufregung des Kampfes und der Verfolgung zuschrieb. Ich f�hlte mich an meinem gegenw�rtigen Standort verh�ltnism��ig sicher, da ich wu�te, da� selbst ein einzelner den H�hleneingang gegen eine ganze Armee zu verteidigen vermochte.</p><p>Bald wurde ich so m�de, da� ich dem starken Wunsch kaum widerstehen konnte, mich f�r einige Augenblicke hinzulegen und auszuruhen, aber ich wu�te, da� ich dem nicht nachgeben konnte, da das den sicheren Tod von den H�nden meiner roth�utigen Freunde bedeutet h�tte, die jeden Moment bei mir sein konnten. Mit letzter Kraft strebte ich dem H�hlenausgang zu, um benommen gegen eine Wand zu taumeln und zu Boden zu sinken.</p></section><section><title><p>2. Die Flucht des Toten</p></title><p>Ich befand mich in einem k�stlichen Traumzustand, meine Muskeln entspannten sich, und ich war drauf und dran, dem Verlangen zu schlafen nachzugeben, als Hufgetrappel an meine Ohren drang. Ich wollte aufstehen, doch zu meinem Entsetzen versagten die Muskeln meinem Willen den Dienst. Augenblicklich war ich hellwach, aber ich konnte mich nicht bewegen, als sei ich versteinert. Nun bemerkte ich auch zum ersten Mal, da� ein leichter Nebelschleier in der H�hle hing. Er war �u�erst fein und nur gegen das Tageslicht zu erkennen, das durch den H�hlenausgang hereinfiel. Dann stieg mir ein leicht bei�ender Geruch in die Nase, und ich konnte nur annehmen, da� ich von einem giftigen Gas �berw�ltigt worden war. Warum ich aber meine geistigen F�higkeiten beibehielt und mich nur nicht bewegen konnte, war mir schleierhaft.</p><p>Ich lag dem H�hlenausgang gegen�ber, von wo aus ich bis zu dem Felsen sehen konnte, an dem der Weg abbog. Das Hufgetrappel war verklungen, ich sch�tzte, die Indianer pirschten sich unauff�llig den Felsvorsprung entlang, der zu meinem Grab f�hrte. Ich entsinne mich, da� ich hoffte, sie w�rden kurzen Proze� mit mir machen, da mir der Gedanke an die unz�hligen Dinge nicht sonderlich behagte, die sie mir antun w�rden, wenn ihnen danach war.</p><p>So brauchte ich auch nicht lange zu warten, bis mich ein leises Ger�usch von ihrer Anwesenheit in Kenntnis setzte. Dann lugte ein Gesicht mit Kriegsbemalung und einer Art Federstutz �ber den Felsrand, und wilde Augen hefteten sich auf mich. Ich konnte sicher sein, da� er mich im tr�ben Licht der H�hle sehen konnte, denn die Morgensonne fiel durch den H�hleneingang voll auf mich.</p><p>Anstelle sich mir zu n�hern, blieb der Kerl stehen und glotzte mich offenen Mundes an. Dann tauchte ein weiteres wildes Gesicht, ein drittes, viertes und f�nftes auf, und alle reckten die H�lse �ber die Schultern ihrer Vorderm�nner, an denen sie auf dem schmalen Felssims nicht vorbeikamen. Jedes Gesicht spiegelte Ehrfurcht und Angst, warum, erfuhr ich erst zehn Jahre sp�ter. Da� sich hinter ihnen noch andere Krieger befanden, wurde daran deutlich, da� die Anf�hrer den hinten Stehenden etwas zuraunten. Pl�tzlich drang ein leises, aber deutliches St�hnen aus dem hinteren Teil der H�hle, und als die Indianer es vernahmen, fuhren sie angstvoll herum und st�rzten von panischem Entsetzen gepackt davon. Ihre Flucht vor dem unbekannten Wesen hinter mir verlief derart �berst�rzt, da� einer der Krieger kopf�ber von der Klippe in die felsige Tiefe geschleudert wurde. Kurze Zeit war im Canon noch das Echo ihrer wilden Schreie zu vernehmen, dann war wieder alles ruhig.</p><p>Das St�hnen, das sie erschreckt hatte, wiederholte sich nicht, aber es gen�gte, mich Vermutungen �ber die m�gliche Gefahr anstellen zu lassen, die in der Finsternis hinter mir lauerte. Angst ist ein relativer Begriff. Dabei kann ich meine Empfindungen zu jenem Zeitpunkt nur daran messen, was ich in vorhergehenden gef�hrlichen Situationen erlebt hatte, und was ich seitdem durchgemacht habe. Dennoch kann ich ohne Scham sagen, da�, wenn das Angst war, was ich in den folgenden Minuten empfand, nur Gott dem Feigling helfen kann, denn Feigheit ist ganz gewi� eine Strafe.</p><p>F�r einen Mann, der es gewohnt war, sein Leben unter Einsatz aller Kr�fte zu verteidigen, stellte die Tatsache, da� er wie gel�hmt und den R�cken einer schrecklichen und unbekannten Gefahr zugewandt dalag, nachdem ein einziges Ger�usch die grausamen Apachenkrieger panikartig davonst�rzen lie�, �hnlich einer Schafherde, die wie von Sinnen vor einem Rudel W�lfe flieht, etwas nie Dagewesenes dar.</p><p>Einige Male glaubte ich, da� sich hinter mir etwas vorsichtig bewege, aber schlie�lich h�rte auch das auf, und ich wurde ohne weitere St�rung meinen Gedanken �berlassen. Ich konnte den Grund meiner L�hmung nur erraten, und meine einzige Hoffnung lag darin, da� sie so pl�tzlich vor�bergehen mochte, wie sie mich befallen hatte.</p><p>Am sp�ten Nachmittag trottete mein Pferd, das gez�gelt vor der H�hle gestanden hatte, offensichtlich auf der Suche nach Futter und Wasser langsam den Pfad hinab, so da� ich mit dem geheimnisvollen unbekannten Gef�hrten und dem Leichnam meines Freundes allein blieb, der f�r mich gerade noch sichtbar dort lag, wo ich ihn am fr�hen Morgen hingelegt hatte.</p><p>Von da an war bis etwa um Mitternacht Totenstille. Dann drang das furchteinfl��ende St�hnen vom Vormittag erneut an meine Ohren, auch h�rte ich, wie sich im Dunkeln etwas bewegte und schwach wie welkes Laub raschelte. Da meine Nerven ohnedies stark angegriffen waren, bekam ich einen f�rchterlichen Schreck. Mit �bermenschlieher Kraft versuchte ich, meine entsetzlichen Fesseln zu sprengen. Mein Verstand, mein Wille und meine Nerven m�hten sich ab, nicht jedoch die Muskeln, denn obwohl ich mich im Vollbesitz meiner K�rperst�rke befand, konnte ich nicht einmal den kleinen Finger bewegen. Dann gab etwas nach, mir wurde kurz �bel, ein scharfes Klicken wie das Zerrei�en von Stahldraht war zu h�ren, und ich stand mit dem R�cken zur Wand, das Gesicht dem unbekannten Feind zugewandt.</p><p>Mondlicht �berflutete die H�hle, und vor mir erblickte ich mich selbst, wie ich in all diesen Stunden dagelegen haben mu�te, den Blick starr zum H�hlenausgang gerichtet, die H�nde schlaff auf dem Boden liegend. �u�erst best�rzt schaute ich zuerst auf den leblosen Klumpen, dann an mir herunter; denn dort war ich bekleidet, und hier stand ich nackt wie zur Stunde meiner Geburt.</p><p>Die Verwandlung war so pl�tzlich und unerwartet von sich gegangen, da� ich f�r einen Augenblick nur an meine seltsame Metamorphose dachte. Als erstes fragte ich mich, ob der Tod denn so verlaufe. Ich war wohl wirklich f�r immer aus dieser Welt gegangen. Indes konnte ich das nicht recht glauben, da mein Herz nach meinen Anstrengungen, mich von der bet�ubenden L�hmung zu befreien, gegen die Rippen h�mmerte. Ich atmete in schnellen, kurzen St��en; kalter Schwei� trat aus allen Poren; ich kniff mich in den Arm, und dieser uralte Trick verriet mir, da� ich alles andere als ein Gespenst war.</p><p>Erneut zog die Umgebung meine Aufmerksamkeit auf sich, da sich das unheimliche St�hnen wiederholte, das aus den Tiefen der H�hle drang. Nackt und unbewaffnet wie ich war, versp�rte ich nicht den geringsten Wunsch, mich der unbekannten Bedrohung zu stellen.</p><p>Meine Revolver waren noch an meinem leblosen K�rper festgeschnallt, den ich aber aus r�tselhaftem Grund nicht zu ber�hren vermochte. Mein Gewehr befand sich in der H�lle am Sattel, aber da mein Pferd weggetrabt war, stand ich ohne Waffe da. Die einzige M�glichkeit bestand darin, zu fliehen, und meine Entscheidung war gefallen, als ich erneut das Rascheln vernahm, mit dem das Wesen aus der Dunkelheit in meiner wilden Phantasie auf mich zukroch.</p><p>Ich konnte der Versuchung nicht l�nger widerstehen, von diesem entsetzlichen Ort zu fliehen, und sprang schnell durch den Ausgang in das Sternenlicht der klaren Nacht. Die reine, frische Gebirgsluft wirkte wie ein St�rkungsmittel, ich f�hlte, wie mich neue Lebenskr�fte und neuer Mut durchstr�mten. Am Felsrand blieb ich stehen und schalt mich f�r meine offenbar v�llig unbegr�ndeten Bef�rchtungen. Ich sagte mir, da� ich schlie�lich viele Stunden hilflos in der H�hle gelegen hatte, ohne da� mich etwas bel�stigt hatte. Meinem Urteilsverm�gen zufolge, das nun wieder klar und logisch zu denken vermochte, hatten die Laute, die ich vernommen hatte, v�llig nat�rliche und harmlose Ursachen. Wahrscheinlich besa� die H�hle eine derartige Form, da� ein leichter Luftzug entsprechende Ger�usche hervorrufen konnte.</p><p>Das wollte ich herausfinden, aber zuerst hob ich den Kopf, um meine Lungen mit der reinen, belebenden, n�chtlichen Gebirgsluft zu f�llen. Dabei fiel mein Blick auf die wundersch�ne Landschaft, die sich weit unter mir erstreckte, die Felsschlucht und die weite, von Kakteen �bers�te Ebene, der das Mondlicht zu m�rchenhafter Pracht und au�ergew�hnlichem Zauber verhalf.</p><p>Nur wenige Wunder des Westens begeistern mehr als eine Landschaft in Arizona mit den versilberten Bergen in der Ferne und den seltsamen Lichtern und Schatten, die auf die Felsk�mme und zerkl�fteten Abgr�nde geworfen werden. Die bizarren Formen der abweisenden und dennoch sch�nen Kakteen f�gen sich zu einem Bild, das einen gleichzeitig bezaubert und belebt, als erblicke man zum ersten Mal eine verlassene und vergessene Welt. So sehr unterscheidet sich Arizona von jedem anderen Ort auf unserer Erde.</p><p>W�hrend ich so meinen Gedanken nachhing, wandte ich den Blick von der Landschaft auf das Firmament, das mit unz�hligen Sternen einen pr�chtigen und passenden Baldachin f�r die wundervolle Szenerie auf der Erde ergab. Meine Aufmerksamkeit wurde bald von einem gro�en, roten Stern am fernen Horizont auf sich gezogen. Als ich ihn sah, f�hlte ich mich von ihm �berm��ig angezogen. Es war der Mars, der Kriegsgott, der f�r mich, den Soldaten, schon immer eine unwiderstehliche Anziehungskraft besa�. In jener weit zur�ckliegenden Nacht schien er mich �ber das unvorstellbare Nichts zu sich zu rufen und anzuziehen wie ein Magnet das Eisen.</p><p>Ich konnte meinem Sehnen nicht widerstehen, schlo� die Augen, streckte dem Schirmherren meines Berufsstandes die Arme entgegen und f�hlte mich mit der Schnelligkeit des Gedankens durch die weglose Unerme�lichkeit des Weltalls gezogen. Es wurde einen Moment �u�erst kalt und dunkel.</p></section><section><title><p>3. Meine Ankunft auf dem Mars</p></title><p>Als ich die Augen aufschlug, umgab mich eine fremdartige und bizarre Landschaft. Ich wu�te, da� ich mich auf dem Mars befand, und zweifelte weder an meinem Verstand, noch fragte ich mich, ob ich schlafe oder tr�ume. Ich war hellwach und mu�te mich nicht erst in den Arm zwicken. Eine innere Stimme teilte mir so deutlich mit, da� ich mich auf dem Mars befand, wie dein Verstand dir sagt, da� du auf der Erde stehst. Niemand stellt diese Tatsache in Frage, ich tat es damals auch nicht.</p><p>Ich lag b�uchlings auf gelblichen, moosartigen Pflanzen gebettet, die sich meilenweit in jeder Richtung ausbreiteten. Offensichtlich befand ich mich in einer tiefen, runden Bodensenke, umgeben von ungleichf�rmigen, niedrigen H�geln.</p><p>Es war Mittag, die Sonne schien mir direkt ins Gesicht und brannte auf meiner unbedeckten Haut wie unter �hnlichen Verh�ltnissen in der W�ste von Arizona. Hier und da ragte quarzhaltiges Felsgestein empor, das im Sonnenlicht glei�te. Etwa einhundert Yards zu meiner Linken befand sich eine flaches, von einer Mauer umgebenes Bauwerk von etwa vier Fu� H�he. Ich sah weder Wasser noch andere Pflanzen als das Moos, und da ich Durst hatte, beschlo� ich, eine kleine Erkundung durchzuf�hren.</p><p>Ich sprang auf und erlebte meine erste �berraschung, denn dieselbe Bewegung, die mich auf der Erde in die aufrechte Haltung gebracht h�tte, bef�rderte mich etwa drei Yards nach oben in die Marsluft. Dennoch landete ich unverletzt und ohne gro�en Schrecken wieder sanft auf dem Boden. Nun begann ich eine Reihe von Drehungen und Wendungen auszuf�hren, die �u�erst komisch ausgesehen haben m�ssen. Ich stellte fest, da� ich noch einmal Laufen lernen mu�te, denn der Muskeleinsatz, der mich auf der Erde m�helos und sicher vorw�rts bef�rderte, spielte mir auf dem Mars seltsame Streiche.</p><p>Anstelle mich vern�nftig und w�rdevoll vorw�rtszubewegen, resultierten meine Gehversuche in einer Reihe von Spr�ngen, die mich bei jedem Schritt einige Fu� vom Boden abheben und nach jedem zweiten oder dritten H�pfer ausgestreckt auf dem Gesicht oder R�cken landen lie�en. Meine Muskeln, v�llig auf die Erdanziehungskraft eingestellt, spielten mir �bel mit, als ich zum ersten Mal versuchte, mit der geringeren Anziehungskraft und dem ver�nderten Luftdruck auf dem Mars zurechtzukommen.</p><p>Dennoch war ich entschlossen, das flache Bauwerk zu erkunden, weit und breit der einzige Hinweis auf Leben. Mir kam die einzigartige Idee, auf die Grundprinzipien der Fortbewegung zur�ckzugreifen und zu kriechen. Damit hatte ich mehr Erfolg, so da� ich nach einigen Augenblicken die flache Einfriedung erreicht hatte.</p><p>Auf der mir zugewandten Seite gab es weder T�ren noch Fenster, aber da die Wand nur vier Fu� hoch war, richtete ich mich vorsichtig auf, warf einen Blick dar�ber und sah etwas derart Merkw�rdiges, wie ich es noch nie zu Gesicht bekommen hatte.</p><p>Das Dach des Bauwerkes bestand aus festem, etwa vier bis f�nf Zoll dickem Glas, darunter lagen einige Hundert gleichgro�e, kugelrunde und schneewei�e Eier mit einem Durchmesser von etwa zwei und einem halben Fu�.</p><p>F�nf oder sechs waren bereits ausgebr�tet, und die grotesk aussehenden Gestalten, die dort sa�en und ins Sonnenlicht blinzelten, gen�gten, um mich an meinem Verstand zweifeln zu lassen. Sie schienen nur aus K�pfen zu bestehen, mit kleinen, mageren K�rpern, langen H�lsen und sechs Beinen, oder, wie ich sp�ter sah, zwei Beinen, zwei Armen und einem dazwischen liegenden Paar von Gliedma�en, das nach Wunsch entweder als Arme oder Beine verwandt werden konnte. Die Augen befanden sich oben an der Au�enseite der K�pfe und standen derart hervor, da� sie nach vorn oder hinten und auch unabh�ngig voneinander bewegt werden konnten, so da� es diesem ungew�hnlichen Wesen ohne Drehung des Kopfes m�glich war, in jede beliebige oder gar gleichzeitig in zwei verschiedene Richtungen zu blicken.</p><p>Die Ohren, etwas �ber den Augen stehend, aber etwas n�her beieinander, glichen schalenartigen Antennen, die bei diesen soeben geschl�pften Exemplaren nicht mehr als einen Zoll hervortraten. Als Nasen dienten zwei senkrechte Schlitze mitten im Gesicht zwischen dem Mund und den Ohren.</p><p>Ihre K�rper war unbehaart und von einer sehr hellen, gelbgr�nen F�rbung. Wie ich bald erfahren sollte, wurden die Erwachsenen sp�ter dunkelgr�n. Die Weibchen blieben etwas heller als die M�nnchen. Au�erdem war das Gr��enverh�ltnis zwischen Kopf und K�rper bei den Erwachsenen anders als bei den Kindern. Die Augen waren wie bei den Albinos blutrot, die Pupille dunkel. Der Augapfel selbst war sehr wei�, wie auch das Gebi�. Letzteres verlieh dem bereits furchteinfl��enden Gesicht ein schreckliches Aussehen, da von unten zwei scharfe Z�hne hauerartig nach oben ragten und etwa dort endeten, wo sich beim Erdenmenschen die Augen befinden.</p><p>Die Z�hne hatten nicht die Farbe von Elfenbein, sondern waren schneewei� und gl�nzten wie Porzellan. Vor dem dunklen Hintergrund ihrer olivfarbenen Haut fielen die Sto�z�hne sehr auf und wirkten ausgesprochen bedrohlich.</p><p>Die meisten Dinge bemerkte ich erst sp�ter, da ich nur wenig Zeit hatte, �ber die unerkl�rlichen neuen Entdeckungen nachzudenken. Ich hatte festgestellt, da� die Winzlinge gerade schl�pften, und w�hrend ich die entsetzlichen kleinen Monster dabei beobachtete, wie sie sich aus den Schalen befreiten, entging mir, da� sich mir von hinten zwanzig ausgewachsene Marsbewohner n�herten.</p><p>Da sie �ber das weiche und d�mpfende Moos kamen, das mit Ausnahme der vereisten Pole und der wenigen kultivierten Gebiete praktisch die ganze Marsoberfl�che bedeckte, h�tten sie mich leicht gefangen nehmen k�nnen, doch trugen sie sich mit weitaus finstereren Absichten. Es war das Rasseln der Ausr�stung des vordersten Kriegers, wodurch ich gewarnt wurde.</p><p>Mein Leben hing an einem seidenen Faden, so da� ich mich oft dar�ber wundere, �berhaupt entkommen zu sein. W�re nicht das Gewehr des Anf�hrers der Truppe am Sattelhalfter herumgeschwungen und gegen den metallbeschlagenen Schaft des gro�en Speers gesto�en, so h�tte ich mein Leben ausgehaucht, ohne je erfahren zu haben, wie nahe mir der Tod war. Aber das leise Ger�usch lie� mich herumfahren, und dicht vor mir, keine zehn Fu� vor meiner Brust erblickte ich die gl�nzende Metallspitze eines riesigen Speeres von etwa vierzig Fu� L�nge, die ein berittenes Ebenbild der kleinen Teufel, die ich soeben beobachtet hatte, gesenkt neben sich hielt.</p><p>Aber wie winzig und harmlos sahen diese nun neben dem riesigen und furchteinfl��enden Inbegriff von Ha�, Rache und Tod aus. Der Mann selber, als solchen will ich ihn bezeichnen, ma� reichlich f�nfzehn Fu� und h�tte auf der Erde etwa vierhundert Pfund gewogen. Er sa� auf seinem Reittier wie wir auf einem Pferd, klammerte sich mit den unteren Gliedma�en an dessen Rumpf fest, hielt mit den zwei rechten H�nden den gigantischen Speer flach neben dem Tier und streckte die zwei linken Arme seitw�rts aus, um die Balance zu halten. Das Wesen, das er ritt, trug weder Zaum noch Z�gel irgendwelcher Art.</p><p>Und dieses Reittier erst! Wie soll man es mit den uns gegebenen Worten beschreiben! Bis zur Schulter ma� es zehn Fu�, hatte auf jeder Seite vier Beine, einen flachen, breiten Schwanz, der an der Spitze dicker war als am Ansatz, und ein klaffendes Maul, das erst an dem langen, feisten Hals endete und den Kopf in zwei H�lften teilte.</p><p>Wie sein Reiter war es g�nzlich unbehaart, von der Farbe dunklen* Schiefers, au�erordentlich glatt und gl�nzend. Der Bauch war wei�, bei den Beinen verbla�te das Grau der Schultern und H�ften und ging an den F��en in ein lebendiges Gelb �ber. Diese waren dick gepolstert und ohne N�gel, was sicherlich zu dem lautlosen Auftauchen beigetragen hatte und ebenso wie die zahlreichen Gliedma�en eine charakteristische Eigenschaft der Marsbewohner ist. Allein das h�chstentwickelte Lebewesen und ein anderes Tier, das einzige S�ugetier auf dem Mars, haben wohlgeformte N�gel. Huftiere gibt es �berhaupt nicht.</p><p>Hinter diesem ersten Angreifer standen neunzehn weitere, die sich in jeder Hinsicht glichen, aber wie ich sp�ter feststellte, ebenfalls individuelle Eigenschaften hatten wie wir, obwohl wir doch in derselben Weise geschaffen wurden. Dieses Bild, besser gesagt, dieser Wirklichkeit gewordene Alptraum, den ich lang und breit geschildert habe, beeindruckte mich aufs schrecklichste.</p><p>Unbewaffnet und nackt wie ich war, konnte die einzig m�gliche L�sung, der Spitze des angreifenden Speeres zu entkommen, nur im ersten Gesetz der Natur liegen. Und zwar machte ich einen sehr irdischen und gleichzeitig �bermenschlichen Satz auf das Dach des Inkubators, denn ein solcher Brutapparat mu�te es meiner Meinung nach sein.</p><p>Meine Bem�hungen wurden von einem Erfolg gekr�nt, der mich nicht weniger als die kriegerischen Marsbewohner �berraschte, denn er bef�rderte mich volle drei�ig Fu� in die Luft und lie� mich einhundert Fu� von meinen Angreifern auf der gegen�berliegenden Seite des Bauwerkes wieder aufkommen.</p><p>Sanft und unverletzt landete ich auf dem weichen Moos, wandte mich um und sah meine Feinde auf der anderen Seite aufgereiht stehen. Einige begutachteten mich mit einem Ausdruck, den ich sp�ter als �u�erstes Erstaunen kennenlernen sollte, andere waren augenscheinlich bereits damit zufriedengestellt, da� ich die Jungen in Frieden gelassen hatte.</p><p>Leise berieten sie sich und zeigten gestikulierend auf mich. Die Entdeckung, da� ich die kleinen Marsmenschen nicht bel�stigt hatte und unbewaffnet war, lie� sie weniger wild dreinblicken. Wie ich sp�ter erfahren sollte, gewann ich in ihrer Gunst vor allem durch meine sportliche Darbietung.</p><p>Obwohl die Marsbewohner sehr gro� sind und ihre Knochen sehr lang, sind ihre Muskeln nur daf�r entwickelt, die Anziehungskraft ihres Planeten zu �berwinden. Folglich sind sie im Verh�ltnis zu ihrem Gewicht weniger beweglich und schw�cher als ein Erdenmensch, und ich zweifle, da� einer von ihnen, w�rde er pl�tzlich zur Erde gebracht, imstande w�re, sich vom Boden zu erheben�� eigentlich bin ich von seinem Unverm�gen �berzeugt.</p><p>Mein Bravourst�ck sorgte demzufolge auf dem Mars ebenso f�r Bewunderung, wie es auf der Erde der Fall gewesen w�re, und anstelle mich umzubringen, sahen sie in mir nun eine wundersame Entdeckung, die sie fangen und ihren Artgenossen zeigen wollten.</p><p>Den Aufschub, den mir meine unerwartete Beweglichkeit verschafft hatte, erlaubte mir, Pl�ne f�r die unmittelbare Zukunft zu schmieden und das �u�ere der Krieger genauer zu betrachten, denn ich kam nicht umhin, diese mit jenen zu assoziieren, die mich erst gestern verfolgt hatten.</p><p>Ich bemerkte, da� jeder au�er mit dem bereits beschriebenen riesigen Speer noch mit einigen anderen Waffen ausger�stet war. Die Waffe, die mich gegen einen Fluchtversuch stimmte, war einem Gewehr nicht un�hnlich, und meinem Gef�hl nach konnten sie besonders gut damit umgehen.</p><p>Diese Gewehre bestanden aus wei�en Metall und einem Kolben aus sehr leichtem und ausgesprochen hartem Holz, das, wie ich sp�ter erfuhr, auf dem Mars sehr gesch�tzt wird und uns Erdbewohnern g�nzlich unbekannt ist. Den Lauf bildete eine Legierung aus Aluminium und Stahl, die sie so zu h�rten vermochten, da� sie die Festigkeit des Stahles, wie wir sie kennen, weit �bertrifft. Die Gewehre besa�en ein vergleichsweise geringes Gewicht, die kleinen, explosiven Radiumgeschosse waren auch in Entfernungen, wie sie auf der Erde undenkbar sind, �u�erst gef�hrlich. Die theoretische Reichweite dieser Waffe betrug dreihundert Meilen. In der Praxis, wenn sie mit ihren drahtlosen Suchern ausger�stet waren, brachten sie es auf� reichlich zweihundert Meilen.</p><p>Das war v�llig ausreichend, mir gro�en Respekt f�r dieses Schie�ger�t der Marsbewohner einzufl��en, und irgendeine �berirdische Macht mu� mich davor gewarnt haben, am hellichten Tage vor den M�ndungen zwanzig dieser todbringenden Waffen die Flucht anzutreten.</p><p>Die Marsbewohner machten nach einer kurzen Beratung kehrt und ritten au�er einem in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Nach etwa zweihundert Yards blieben sie stehen, wendeten die Tiere und beobachteten den bei der Brutstation Zur�ckgebliebenen. Es war derjenige, dessen Speer mir so nahe gekommen war, anscheinend der Anf�hrer der Gruppe, denn ich hatte beobachtet, wie sie sich auf seinen Befehl hin zu ihrer derzeitigen Position begeben hatten. Als seine Streitmacht zum Stillstand gekommen war, sa� er ab, warf den Speer und die kleinen Waffen von sich und kam vollkommen unbewaffnet um den Inkubator auf mich zu, vom Schmuck auf dem Kopf, der Brust und an den Gliedma�en abgesehen ebenso nackt wie ich.</p><p>Als er sich mir bis auf f�nfzig Fu� gen�hert hatte, l�ste er ein riesiges Metallarmband, hielt es mir auf der offenen Handfl�che hin und sprach mich mit klarer, vollt�nender Stimme in einer Sprache an, die ich, das brauche ich nicht zu sagen, nicht verstehen konnte. Dann hielt er inne, als warte er auf meine Antwort, richtete dabei die Ohren antennenartig auf, w�hrend er seine merkw�rdig wirkenden Augen noch eindringlicher auf mich richtete.</p><p>Als die Stille langsam schmerzhaft wurde, beschlo� ich, ebenfalls eine kleine Rede zu riskieren, denn ich vermutete, da� er seine friedlichen Absichten bekunden wollte. �berall auf der Erde h�tte das Ablegen der Waffen und der Truppenr�ckzug vor der Ansprache an mich eine friedliche Botschaft signalisiert, warum dann nicht auf dem Mars?</p><p>Ich legte die Hand ans Herz, verbeugte mich tief in seine Richtung und erkl�rte, zwar sei seine Sprache mir unbekannt, doch seine Handlungsweise zeuge von Frieden und Freundschaft. Dies bedeute mir gegenw�rtig sehr viel. Das Pl�tschern eines Baches h�tte ihm dieselben Informationen vermittelt wie meine Worte, aber er verstand die Handlung, die ich meinen Worten folgen lie�.</p><p>Ich trat mit ausgestreckter Hand auf ihn zu, ergriff das Armband, machte es mir oberhalb des Ellenbogens an den Arm, blieb l�chelnd stehen und wartete. Sein gro�er Mund zog sich zu einem Antwortl�cheln auseinander. Er schob einen Arm des mittleren Paares unter den meinen, wir wandten uns um und begaben uns zu seinem Reittier. Gleichzeitig hie� er sein Gefolge n�herkommen. In wildem Galopp st�rmten sie auf uns zu, wurden aber durch ein Zeichen von ihm gebremst. Offenbar f�rchtete er, mich damit so sehr zu erschrecken, da� ich endg�ltig aus seiner Reichweite sprang.</p><p>Er wechselte mit seinen M�nnern einige Worte, gab mir durch Gesten zu verstehen, da� ich hinter einem von ihnen reiten w�rde, und sa� auf. Der Angewiesene reichte mir zwei oder drei H�nde und hob mich hinter sich auf den glatten R�cken seines Tieres, wo ich mich, so gut ich konnte, an den Gurten und Riemen festhielt, mit denen die Waffen und der Schmuck des Marsbewohners befestigt waren.</p><p>Inzwischen hatte die ganze Reihe kehrtgemacht, und wir galoppierten auf die H�gelkette in der Ferne zu.</p></section><section><title><p>4. Ein Gefangener</p></title><p>Nach etwa zehn Meilen stieg der Boden steil an. Wie ich sp�ter erfahren sollte, n�herten wir uns dem Rand eines der l�ngst ausgetrockneten Meere, in dessen Mitte mein Abenteuer mit den Marsbewohnern stattgefunden hatte.</p><p>Binnen kurzer Zeit befanden wir uns am Fu� des Gebirges. Hinter einer engen Schlucht erreichten wir ein offenes Tal, das in eine nied-* rige Hochebene �berging. Weit vor uns lag eine riesige Stadt. Wir ritten darauf zu und auf einer verfallenen Stra�e ein, die kurz davor mitten im Flachland bei einigen breiten Stufen begann.</p><p>Bei n�herer Betrachtung sah ich, da� die Geb�ude, obwohl noch gut erhalten, leer waren. Sie sahen so aus, als w�ren sie seit Jahren, vielleicht sogar Jahrhunderten, unbewohnt. In Stadtmitte befand sich ein riesiges Forum, das ebenso wie die angrenzenden H�user von etwa neunhundert oder tausend Kreaturen jener Gattung, der auch meine W�chter angeh�rten, belagert wurde, denn trotz der zuvorkommenden Art, mit der sie mich mitgenommen hatten, sah ich mich nun doch als ihren Gefangenen.</p><p>Au�er Schmuck trugen alle keine Kleidung. Die Frauen unterschieden sich nur unwesentlich von den M�nnern. Lediglich die Sto�z�hne der letzteren waren im Verh�ltnis zur Gr��e viel l�nger und kr�mmten sich in einigen F�llen fast bis zu den hoch angesetzten Ohren. Die Frauen waren von kleinerer Gestalt und besa�en eine hellere Hautfarbe, und an Fingern und Zehen waren noch Rudimente von N�geln festzustellen, die bei den M�nnern v�llig fehlten. Die erwachsenen Frauen waren zwischen zehn bis zw�lf Fu� gro�.</p><p>Die Kinder waren noch viel heller als die Frauen und sahen f�r mich alle gleich aus, abgesehen von einigen, die gr��er, und wie ich annehme, auch �lter waren.</p><p>Ich sah keinen Greis unter den Leuten, auch gab es dem �u�eren nach keine nennenswerten �u�erlichen Unterschiede zwischen Vierzigj�hrigen und Eintausendj�hrigen. In diesem Alter treten sie freiwillig ihre letzte ungew�hnliche Pilgerfahrt zum Flu� Iss an, von dem kein lebender Marsbewohner wei�, wohin er f�hrt, und von dem niemand je zur�ckgekommen ist. Auch h�tte man denjenigen nicht mehr unter sich geduldet, der sich einmal zu dem kalten und dunklen Wasser begeben hatte. Nur einer von tausend Marsbewohnern stirbt an einer Krankheit oder einem Gebrechen, ungef�hr zwanzig treten die freiwillige Wallfahrt an. Die anderen neunhundertundneunundsiebzig sterben eines gewaltsamen Todes beim Zweikampf, bei der Jagd, beim Fliegen und im Krieg. Die bei weitem meisten Todesf�lle gibt es in der Kindheit, wo unz�hlige den gro�en, wei�en Affen des Mars zum Opfer fallen.</p><p>Die durchschnittliche Lebenserwartung des erwachsenen Marsmenschen liegt bei etwa dreihundert Jahren, sie l�ge aber weitaus h�her, g�be es nicht die zahlreichen gewaltsamen Todesarten. Auf Grund der schwindenden Bodensch�tze des Planeten war es offensichtlich notwendig geworden, der ansteigenden Lebenserwartung entgegenzuwirken, die den bemerkenswerten Fertigkeiten in der Heilkunst und Chirurgie zu verdanken ist. So gilt ein Menschenleben auf dem Mars wenig, wie man aus den gef�hrlichen Spielarten und dem fast immer anhaltenden Kriegszustand zwischen den verschiedenen Gemeinschaften ersehen kann.</p><p>Es gibt auch andere und nat�rlichere Gr�nde des Bev�lkerungsr�ckganges, aber nichts tr�gt letztendlich so sehr dazu bei wie die Tatsache, da� es unter den Marsbewohnern niemanden gibt, der von sich aus die Waffen ablegt.</p><p>Als wir uns dem Platz n�herten, und man mich entdeckte, umringten uns Hunderte, die es offenbar darauf abgesehen hatten, mich hinter meinem Bewacher von dem Reittier zu ziehen. Ein Wort des Anf�hrers gebot dem Geschrei Einhalt, und im Trab setzten wir unseren Ritt zu dem Eingang eines der pr�chtigsten Geb�ude fort, das je ein Sterblicher zu Gesicht bekommen hat.</p><p>Das Bauwerk war flach, nahm indes eine riesige Fl�che ein. Es bestand aus gl�nzendem wei�en Marmor, der mit Gold und Brillanten verziert war, die im Sonnenlicht funkelten und glitzerten. Das Hauptportal war einige hundert Fu� breit und ragte so weit nach vorn, da� es der Eingangshalle ein riesiges Vordach verschaffte. Keine Treppe, nur eine flache Schr�ge f�hrte zum ersten Gescho� in einen riesigen Saal, der von Balkons umgeben war.</p><p>In diesem Saal, in dem hier und da einige hohe, geschnitzte Tische und St�hle standen, hatten sich ungef�hr vierzig bis f�nfzig m�nnliche Marsmenschen um eine Rednerb�hne versammelt. Auf dieser hockte ein h�nenhafter Krieger, angetan mit Metallschmuck, farbenfrohen Federn und wundersch�n verarbeitetem, mit kostbaren Steinen kunstvoll besetzten Lederzeug. Von seinen Schultern hing ein kurzer wei�er Fellumhang, der mit gl�nzender, scharlachroter Seide gef�ttert war.</p><p>Angesichts dieser Horde und des Audienzzimmers fiel mir sofort auf, da� die Tische, St�hle und anderen M�bel in keinem Verh�ltnis zur Gr��e der Anwesenden standen. Sie pa�ten eher zu menschlichen Wesen wie mir, w�hrend diese H�nen von Marsbewohnern sich nicht in einen Stuhl h�tten zw�ngen, geschweige denn ihre langen Beine unter den Tischen ausstrecken k�nnen. Offenbar gab es auf dem Mars noch andere Einwohner als jene wilden und seltsamen Kreaturen, in deren H�nde ich gefallen war, denn die antiken Gegenst�nde um mich herum bewiesen, da� diese Geb�ude in grauer Vorzeit einer lang ausgestorbenen und vergessenen Marsrasse geh�rt haben mochten.</p><p>Unsere Gruppe war im Eingang stehengeblieben. Auf ein Zeichen unseres Befehlshabers setzte man mich ab, er schob wieder den Arm unter den meinen, und wir betraten gemeinsam die Halle. Als wir uns dem Anf�hrer der Marsbewohner n�herten, konnte ich die nur kurze Begr��ungszeremonie mitverfolgen. Mein Bewacher schritt ohne viel Aufhebens energisch auf das Pult zu, die anderen traten bei seinem Kommen auseinander. Der Anf�hrer erhob sich und nannte meinen Begleiter beim Namen, der seinerseits stehenblieb und den Namen des Herrschers sowie seinen Titel aussprach.</p><p>Zu jener Zeit sagten mir diese Handlungsweise und die Worte gar nichts, sp�ter aber verstand ich, da� sich gr�ne Marsmenschen �blicherweise auf diese Art begr��ten. W�ren die Ank�mmlinge Fremde und demzufolge nicht in der Lage gewesen, einander beim Namen zu nennen, so h�tten sie, falls sie in friedlicher Absicht gekommen waren, wortlos Schmuck ausgetauscht. Andernfalls h�tten sie Sch�sse gewechselt oder ihre Vorstellung mit Waffengewalt ausgefochten.</p><p>Mein Bewacher hie� Tars Tarkas, er war so etwas wie der Vizek�nig der Gesellschaft, ein Mann mit gro�en staatsm�nnischen und kriegerischen F�higkeiten. Offenbar fa�te er nun zusammen, was sich neben meiner Gefangennahme auf seiner Expedition noch abgespielt hatte. Als er geendet hatte, sprach mich der Herrscher schlie�lich an.</p><p>Ich antwortete in unserem guten alten Englisch, nur um ihn davon zu �berzeugen, da� keiner von uns den anderen verstehen k�nne; doch als ich am Ende meiner Rede etwas l�chelte, erwiderte er mein L�cheln. Jene Tatsache und das �hnliche Vorkommnis w�hrend meines ersten Gespr�chs mit Tars Tarkas �berzeugten mich, da� wir zumindest eine Sache miteinander gemein hatten: die F�higkeit zu l�cheln und demzufolge zu lachen. Dies zeigte letztendlich einen Sinn f�r Humor. Gleichwohl sollte ich erfahren, da� das L�cheln des Marsmenschen eine oberfl�chliche Sache war, und sein Lachen ein Vorgang, der starke M�nner vor Schreck erstarren lie�.</p><p>Der Humor der gr�nen Marsmenschen steht im krassen Widerspruch zu dem, was unserer Meinung nach Heiterkeit erregt. Der Todeskampf eines Mitmenschen l�ste bei diesen merkw�rdigen Kreaturen Heiterkeitsausbr�che aus, und am h�ufigsten verschafften sie sich dadurch Am�sement, indem sie einen ihrer Kriegsgefangenen auf sinnreiche und schreckliche Weise zu Tode brachten.</p><p>Die anwesenden Krieger und Anf�hrer unterzogen mich einer eingehenden Untersuchung, bef�hlten meine Muskeln und pr�ften die Beschaffenheit meiner Haut. Der oberste Anf�hrer hatte offensichtlich den Wunsch, meine Vorstellung zu sehen, hie� mich ihm folgen und begab sich mit Tars Tarkas zum offenen Platz.</p><p>Da ich nach meinem ersten au�erordentlichen Mi�erfolg nicht wieder ohne Tars Tarkas� Arm gelaufen war, bewegte ich mich h�pfend und flatternd wie ein riesiger Grash�pfer zwischen den Tischen und St�hlen auf und ab. Nachdem ich mich sehr zur Erheiterung der Marsbewohner ernsthaft verletzt hatte, nahm ich wieder zum Kriechen Zuflucht, doch das pa�te ihnen nicht, denn ein riesiger Typ, der �ber mein Mi�geschick am meisten gelacht hatte, zerrte mich nach oben.</p><p>Als er mich unsanft auf die F��e stellte, kam sein Gesicht dem meinen sehr nahe, und ich tat das einzige, was ein Gentleman in einer solchen, von Brutalit�t, flegelhaftem Benehmen und R�cksichtslosigkeit gegen�ber Fremden gekennzeichneten Situation tun konnte: Ich schwang meine Faust direkt gegen sein Kinn, und er sackte wie ein gef�llter Ochse zu Boden. Alsbald fuhr ich herum und stellte mich mit dem R�cken zum n�chsten Tisch, da ich glaubte, da� seine Leute mich vor Wut �berw�ltigen w�rden. Ich war entschlossen, ihnen einen so guten Kampf zu liefern, wie es mir die ungleiche Kr�fteverteilung erlaubte, bevor ich mein Leben hingab.</p><p>Meine Bef�rchtungen waren unbegr�ndet, da die anderen zuerst vor Bewunderung sprachlos waren und schlie�lich in ein wildes Get�se von Gel�chter und Applaus ausbrachen. Anfangs erkannte ich den Applaus nicht als solchen, aber als ich sp�ter mit ihren Br�uchen vertraut geworden war, verstand ich, da� ich errungen hatte, was sie selten gew�hrten: ihren Beifall.</p><p>Der Niedergeschlagene blieb liegen, wo er hingest�rzt war, auch k�mmerte sich keiner von seinen Leuten um ihn. Tars Tarkas trat auf mich zu, streckte mir einen seiner Arme entgegen, so da� wir unseren Weg wohlbehalten fortsetzen konnten. Nat�rlich wu�te ich nicht, warum wir uns ins Freie begeben hatten, doch lie� man mich dar�ber nicht lange im Unklaren. Zuerst wiederholten sie mehrmals das Wort �Sak�, dann machte Tars Tarkas einige Spr�nge, wobei er vorher jedesmal �Sak� sagte, wandte sich an mich und sagte es wieder. Ich verstand schlie�lich, was sie wollten, holte Schwung und �sakte� mit �berw�ltigendem Erfolg, so da� ich gut hundert und f�nfzig Fu� schaffte; auch verlor ich diesmal nicht die Balance, sondern landete ohne zu st�rzen direkt auf den F��en. Anschlie�end kehrte ich mit leichten Spr�ngen von f�nfundzwanzig bis drei�ig Fu� zu der kleinen Gruppe Krieger zur�ck.</p><p>Mein Auftritt war von einigen hundert kleineren Marsbewohnern mitverfolgt worden. Sie verlangten sofort eine Wiederholung, was mir der Herrscher dann schlie�lich auch befahl, doch war ich sowohl hungrig als auch durstig und beschlo� auf der Stelle, von diesen Kreaturen jenes Verst�ndnis zu fordern, das sie mir freiwillig offenbar nicht entgegenbringen w�rden, denn darin lag meine einzige Rettung. Deswegen ignorierte ich den wiederholten Befehl, zu �saken�, wies jedesmal auf meinen Mund und rieb mir den Bauch.</p><p>Tars Tarkas und der Herrscher wechselten einige Worte. Ersterer rief eine junge Frau aus der Menge zu sich, erteilte ihr einige Anweisungen und wies mich an, sie zu begleiten. Ich ergriff den mir dargebotenen Arm, und wir gingen gemeinsam auf ein gro�es Geb�ude auf der anderen Seite des Platzes zu.</p><p>Meine h�bsche Begleiterin ma� ungef�hr acht Fu�, sie war gerade erwachsen geworden, hatte jedoch noch nicht ihre volle Gr��e erreicht. Ihre glatte, gl�nzende Haut war hell olivgr�n gef�rbt. Wie ich sp�ter erfuhr, war ihr Name Sola. Sie geh�rte zu Tars Tarkas� Gefolge und brachte mich zu einer ger�umigen Kammer in einem der Geb�ude am Rande des �ffentlichen Platzes, in dem sich den Seidenund Fellresten auf dem Fu�boden zufolge die Schlafr�ume einiger Marsbewohner befinden mu�ten.</p><p>Durch mehrere gro�e Fenster fiel ausreichend Licht in den Raum, die W�nde waren mit Gem�lden und Mosaiken geschm�ckt, doch �ber allem schwebte der Hauch einer unbestimmbaren alten Kultur, der mich davon �berzeugte, da� die Architekten und Erbauer dieser wundervollen Werke nichts mit den groben Halbwilden gemein hatten, die sie nun behausten.</p><p>Sola lie� mich auf einem Stapel von Seidenstoffen fast in der Mitte des Zimmers Platz nehmen, wandte sich um und gab einen eigent�mlich zischenden Laut von sich, als gebe sie jemandem im Nebenzimmer ein Zeichen. Prompt erblickte ich ein weiteres neues Marswunder. Es kam auf zehn kurzen Beinen dahergewatschelt und hockte sich wie ein gehorsames H�ndchen vor dem M�dchen hin. Das Wesen hatte die Gr��e eines Shetland-Ponys, doch der Kopf �hnelte leicht dem eines Frosches, mit Ausnahme der Kiefer, die mit drei Reihen langer, scharfer Sto�z�hne versehen waren.</p></section><section><title><p>5. Ich entkomme meinem Wachhund</p></title><p>Sola starrte dem Untier in die wild blickenden Augen, murmelte ein oder zwei Befehle, wies dabei auf mich und verlie� die Kammer. Ich fragte mich, was dieses grimmig aussehende Ungeheuer tun. w�rde, wenn man einen derart zarten Leckerbissen wie mich so nahe vor seiner Nase zur�cklie�, doch waren meine Bef�rchtungen unbegr�ndet, denn das Biest musterte mich einen Augenblick lang durchdringend, begab sich dann zum einzigen Ausgang des Zimmers und legte sich in voller L�nge quer �ber die Schwelle.</p><p>Das war meine erste Erfahrung mit dem Wachhund vom Mars, doch sollte es nicht die letzte sein, denn dieser Gef�hrte bewachte mich gewissenhaft w�hrend meiner Gefangenschaft bei den gr�nen Menschen, rettete mir zweimal das Leben und wich keinen Augenblick freiwillig von meiner Seite.</p><p>Als Sola fort war, ergriff ich die Gelegenheit und schaute mir den Raum genauer an, in dem man mich gefangen hielt. Das Wandgem�lde zeigte Szenen von seltener und atemberaubender Sch�nheit: Gebirge, Fl�sse, einen See, einen Ozean, eine Wiese, B�ume und Blumen, sich schlangelnde Stra�en, sonnen�berflutete G�rten�� Bilder, die irdische Gegenden h�tten darstellen k�nnen, sah man von der unterschiedlichen Farbgebung der Pflanzenwelt ab. Das Bild war offensichtlich von Meisterhand gemalt, so fein war die Stimmung, so vollkommen die Technik; und doch gab es nirgendwo eine Darstellung eines Lebewesens, eines Menschen oder Tieres, woraus ich h�tte schlie�en k�nnen, wie jene anderen und vielleicht ausgestorbenen Marsbewohner ausgesehen haben mochten.</p><p>W�hrend ich meiner Phantasie freien Lauf lie� und Mutma�ungen dar�ber anstellte, wie die ungew�hnlichen Dinge zu erkl�ren waren, die mir bisher auf dem Mars zugesto�en waren, kehrte Sola mit Essen und Trinken zur�ck. Sie stellte beides auf den Boden neben mich, setzte sich ein St�ck von mir entfernt hin und blickte mich aufmerksam an. Das Essen bestand aus etwa einem Pfund fester, k�seartiger Substanz und war fast geschmacklos, w�hrend es sich bei der Fl�ssigkeit offensichtlich um Milch handelte. Sie schmeckte nicht schlecht, leicht s�uerlich, und ich lernte sie innerhalb kurzer Zeit sehr sch�tzen. Wie ich sp�ter erfuhr, stammte sie nicht von einem Tier, da es auf dem Mars nur ein S�ugetier gab, das sehr selten anzutreffen war, sondern von einer riesigen Pflanze, die praktisch fast ohne Wasser auskam und ihren reichlichen Milchvorrat aus den N�hrstoffen des Bodens, der Luftfeuchtigkeit und Sonnenstrahlen produzierte. Eine einzelne Pflanze dieser Art gab t�glich acht bis zehn Viertel Milch.</p><p>Nach dem Essen f�hlte ich mich betr�chtlich gest�rkt, sp�rte aber, da� ich Ruhe brauchte, streckte mich auf den Seident�chern aus und war bald eingeschlafen. Ich mu�te einige Stunden geschlafen haben, denn es war dunkel, als ich erwachte, und ich fror sehr. Ich bemerkte, da� mich jemand mit einem Fell zugedeckt hatte, doch es war etwas verrutscht, und in der Dunkelheit konnte ich es nicht sehen und zurechtlegen. Pl�tzlich kam eine Hand, schob das Fell wieder richtig hin und warf gleich darauf noch eines �ber mich.</p><p>Ich nahm an, da� mein aufmerksamer Bewacher Sola war, und irrte mich auch nicht. Von allen gr�nen Marsmenschen, denen ich begegnete, zeigte nur sie Eigenschaften wie Mitgef�hl, Liebensw�rdigkeit und Zuneigung; sie sorgte unerm�dlich f�r meine k�rperlichen Bed�rfnisse und ersparte mir durch ihre sorgf�ltige Obhut viel Leid und Schwierigkeiten.</p><p>Wie ich noch erfahren sollte, sind die N�chte auf dem Mars �u�erst kalt, und da es praktisch kein Morgengrauen und keine Abendd�mmerung gibt, sind die pl�tzlichen Temperaturschwankungen, wie auch die �berg�nge vom strahlenden Tageslicht zur Dunkelheit h�chst unangenehm. Die N�chte sind entweder taghell oder sehr dunkel, denn wenn keiner der zwei Marsmonde am Himmel steht, herrscht fast totale Finsternis, da es keine Atmosph�re gibt, oder besser gesagt, diese sehr d�nn und nicht in der Lage ist, das Sternenlicht in gr��erem Ma�e zu streuen. Wenn andererseits beide Monde am Himmel stehen, ist die Oberfl�che hell erleuchtet.</p><p>Beide Marsmonde sind dem Mars wesentlich n�her als unser Mond der Erde. Die Entfernung zum ersten Mond betr�gt etwa f�nftausend Meilen, zum zweiten etwas �ber vierzehntausend Meilen, im Vergleich zu der knappen Viertelmillion Meilen, die uns von unserem Mond trennen. Der dem Mars am n�chsten stehende Mond dreht sich im Laufe von siebeneinhalb Stunden vollst�ndig um den Planeten, so da� er in jeder Nacht �hnlich einem riesigen Meteor zwei oder drei Mal �ber den Himmel rast und bei jedem Durchgang am Firmament alle Phasen durchl�uft.</p><p>Der zweite Mond dreht sich in etwa drei�ig und einer Viertelstunde um den Mars und verhilft gemeinsam mit seinem Schwesternsatelliten der n�chtlichen Marslandschaft zu gro�artiger und �berirdischer Erhabenheit. Die Natur hat auch richtig daran getan, die Marsnacht so anmutig und reichlich auszuleuchten, denn die gr�nen Marsmenschen, ein Nomadenvolk ohne hohe intellektuelle F�higkeiten, verf�gen lediglich �ber primitive Mittel k�nstlicher Beleuchtung und sind haupts�chlich von Fackeln abh�ngig, einer Art von Kerzen sowie einer speziellen �llampe, die ein Gas erzeugt und ohne Docht brennt.</p><p>Letzteres Ger�t liefert ein ausgesprochen strahlendes, weitreichendes wei�es Licht. Da das ben�tigte Natur�l aber nur in einigen weit abgelegenen Gegenden gewonnen wird, nutzen diese Kreaturen es nur selten, deren Gedanke einzig und allein dem Heute gilt und deren Abscheu vor k�rperlicher Arbeit sie seit zahlreichen Jahrhunderten in halb primitiven Verh�ltnissen leben l��t.</p><p>Nachdem Sola mir eine weitere Decke gegeben hatte, schlief ich wieder ein und erwachte erst am Tag. Die anderen Bewohner des Raumes waren alle weiblich, sie schliefen noch unter hohen Stapeln unz�hliger Seident�cher und Pelze. Quer �ber der Schwelle lag das nimmerm�de Wachtier, genau wie ich es am Vortag zuletzt gesehen hatte. Offensichtlich hatte es nicht einen Muskel bewegt; sein Blick war noch immer starr auf mich gerichtet, und ich begann mich zu fragen, was wohl geschehen mochte, wenn ich einen Fluchtversuch wagte.</p><p>Schon immer hatte ich das Abenteuer und das Experiment gesucht und erforscht, wo kl�gere M�nner es eher h�tten sein lassen. So kam mir der Gedanke, die genaue Einstellung dieser Bestie mir gegen�ber zu ergr�nden, indem ich versuchte, den Raum zu verlassen. Ich war mir ziemlich sicher, war ich erst einmal im Freien, w�rde ich ihm entkommen, denn ich hatte begonnen, gro�es Vertrauen in meine Sprungkraft zu setzen. Au�erdem schlo� ich aus der K�rze seiner Beine, da� das Untier kein Springer und wahrscheinlich auch kein L�ufer war.</p><p>Langsam und vorsichtig richtete ich mich nun auf und sah, da� mein W�chter dasselbe tat; behutsam bewegte ich mich in seine Richtung und entdeckte, da� ich mit einem schlurfenden Gang sowohl das Gleichgewicht halten konnte als auch in einer vern�nftigen Geschwindigkeit vorankam. Als ich mich dem Untier n�herte, wich es vorsichtig vor mir zur�ck, und bei Erreichen der T�r trat es zur Seite, um mich durchzulassen. Dann folgte es mir im Abstand von zehn Schritten.</p><p>Anscheinend sollte es mich nur besch�tzen, aber als wir am Stadtrand angekommen waren, sprang es pl�tzlich vor mich, gab seltsame Laute von sich und bleckte dabei die furchteinfl��enden und h��lichen Sto�z�hne. Ich beschlo�, mich auf seine Kosten etwas zu am�sieren, st�rmte auf es zu, und sprang, als ich fast bei ihm war, �ber ihm in die Luft und lie� die Stadt hinter mir. Augenblicklich fuhr es herum und raste mit solch atemberaubender Geschwindigkeit hinter mir her, wie ich es noch nie gesehen hatte. Ich hatte geglaubt, seine kurzen Beine schl�ssen Schnelligkeit aus, doch Windhunde w�ren im Wettlauf mit ihm wie Schlafwandler erschienen. Wie ich noch erfahren sollte, war es das schnellste Tier auf dem Mars. Die Marsmenschen nutzten es wegen seiner Intelligenz, Treue und Wildheit bei der Jagd, im Krieg und als Besch�tzer.</p><p>Ich bemerkte schnell, da� es schwierig sein w�rde, den F�ngen dieses Biestes im direkten Wettlauf zu entkommen. Also stellte ich mich seinem Angriff, indem ich einen Haken schlug und �ber es hinwegsprang, als es fast bei mir war. Dieser Kunstgriff verschaffte mir einen betr�chtlichen Vorsprung, und ich erreichte die Stadt ein gutes St�ck vor ihm. Als es hinter mir her gerast kam, hechtete ich an einem der Geb�ude, von dem man das Tal �berblicken konnte, nach einem Fenster etwa drei�ig Fu� �ber dem Erdboden.</p><p>Ich zog mich am Fensterbrett nach oben, setzte mich auf und blickte auf das verwirrte Tier unter mir. Mein Jubel war dennoch von kurzer Dauer, denn kaum sa� ich sicher auf dem Sims, packte mich eine gewaltige Hand von hinten am Genick und zog mich ins Zimmer. Dort wurde ich auf den R�cken geworfen, und �ber mir erblickte ich ein riesiges affenartiges Wesen, das mit Ausnahme des borstigen Haarschopfes auf dem Kopf wei� und nackt war.</p></section><section><title><p>6. Ein Kampf, bei dem ich Freunde fand</p></title><p>Das Gesch�pf, das eher unseren Erdenmenschen als jenen Marsmenschen �hnelte, die ich bisher gesehen hatte, hielt mich mit einem riesigen Fu� am Boden fest, w�hrend es sich mit jemandem hinter , mir plappernd und gestikulierend unterhielt. Dieser andere, offensichtlich sein Gef�hrte, gesellte sich bald zu uns, ausger�stet mit einer riesigen Steinkeule, mit der er mir offenbar den Sch�del einschlagen wollte.</p><p>Die Kreaturen waren ungef�hr zehn oder f�nfzehn Fu� gro�, standen aufrecht und verf�gten wie die gr�nen Marsmenschen zwischen ihren oberen und unteren Gliedma�en �ber ein zus�tzliches Paar von Armen oder Beinen. Ihre Augen standen dichter beieinander und lagen tief in den H�hlen, die Ohren befanden sich oben, aber mehr an der Seite als bei den Marsmenschen, w�hrend ihre Schnauzen und Z�hne denen unserer afrikanischen Gorillas auffallend �hnlich waren. Im Vergleich mit den gr�nen Marsmenschen waren sie im gro�en und ganzen nicht unansehnlich.</p><p>Die Keule vollzog �ber meinem nach oben gewandten Gesicht gerade einen hohen Bogen, als ein vielf��iges Monster durch die T�r gefegt kam und sich gegen die Brust meines Henkers warf. Mit einem Angstschrei setzte der Affe, der mich festhielt, durch das offene Fenster, doch sein Gef�hrte begann mit meinem Besch�tzer einen grauenvollen Kampf auf Leben und Tod, denn der war niemand Geringeres als mein treues Wachtier (Ich bringe es nicht �ber mich, eine so gr��liche Kreatur als Hund zu bezeichnen).</p><p>So schnell wie m�glich rappelte ich mich auf und verfolgte mit dem R�cken zur Wand einen Kampf, wie nur wenige Menschen je zu Gesicht bekommen. Die Kraft, Beweglichkeit und unb�ndige Grausamkeit dieser beiden Kreaturen lassen sich mit nichts auf der Erde vergleichen. Mein Wachtier befand sich zuerst etwas im Vorteil, es hatte die m�chtigen Rei�z�hne seinem Widersacher tief in die Brust geschlagen, doch der Affe, dessen Muskeln weit st�rker entwickelt waren als die aller mir bisher bekannten Marsmenschen, hielt meinen Besch�tzer mit seinen kr�ftigen H�nden am Hals, dr�ckte ihm langsam die Luft ab und bog den Kopf zur�ck, so da� ich glaubte, ihn bald mit gebrochenem Genick leblos darniedersinken zu sehen.</p><p>Dabei ri� dem Affen die ganze Vorderseite auf, da sie von den m�chtigen Kiefern fest umklammert wurde. Die beiden rollten auf dem Boden hin und her, wobei keiner einen Laut der Angst oder des Schmerzes von sich gab. Bald sah ich, wie meinem Wachtier die gro�en Augen aus den H�hlen traten und Blut aus den Nasenl�chern str�mte. Es ermattete merklich, aber auch der Affe, dessen Anstrengungen mit jedem Augenblick verzweifelter wurden.</p><p>Pl�tzlich kam ich zu mir, und mit dem seltsamen Instinkt, der mich offensichtlich immer zu meiner Pflicht treibt, ergriff ich die Keule, die zu Beginn des Kampfes zu Boden gefallen war, und schwang sie mit all der Kraft meiner irdischen Arme voll gegen den Kopf des Affen, dessen Sch�del wie eine Eierschale zerbrach.</p><p>Kaum war dies geschehen, sah ich mich einer neuen Bedrohung gegen�ber. Der Gef�hrte des Affen, der sich von seinem ersten Schrecken erholt hatte, war durch das Geb�ude zum Schauplatz des Geschehens zur�ckgekehrt. Ich ersp�hte ihn, als er bereits an der T�r stand, und sein Anblick, wie er angesichts seines leblos daliegenden Gef�hrten aufbr�llte, und wie ihm vor irrsinniger Wut der Schaum aus dem Mund trat, erf�llte mich mit b�sen Ahnungen.</p><p>Ich bin immer bereit, mich zur Wehr zu setzen und zu k�mpfen, wenn die �bermacht nicht allzu gro� ist, doch in diesem Fall sah ich weder Ruhm noch Nutzen darin, meine relativ d�rftige Kraft mit den eisernen Muskeln und der ungez�hmten Brutalit�t des wutentbrannten Einwohners einer unbekannten Welt zu messen, eigentlich schien doch das einzige, was f�r mich bei einem solchen Unterfangen herauskommen konnte, der Tod zu sein.</p><p>Ich stand neben dem Fenster und wu�te, da� ich, befand ich mich erst einmal auf der Stra�e, den Platz erreichen und mich in Sicherheit bringen k�nnte, bevor diese Kreatur mich einholte. Zumindest konnte ich mich vor dem Tode retten, der mir gewi� war, falls ich blieb und noch so verzweifelt k�mpfte.</p><p>Nat�rlich hatte ich die Keule, aber was konnte ich damit gegen vier lange Arme ausrichten? Auch wenn ich dem Affen mit dem ersten Schlag einen davon zerschmetterte�� ich rechnete damit, da� er den Kn�ppel abzuwehren versuchen w�rde��, h�tte er noch immer die drei anderen, um mich zu vernichten, bevor ich mich zum zweiten Angriff vorbereiten konnte. Bei diesen Gedanken drehte ich mich zum Fenster. Da fiel mein Blick auf meinen vormaligen Besch�tzer, und ich schlug alle Fluchtgedanken in den Wind. Er lag keuchend auf dem Boden, die gro�en Augen starr auf mich gerichtet, fast wie um Hilfe bittend. Ich konnte diesem mitleiderregenden Blick nicht widerstehen, und so war mein n�chster Gedanke, da� ich meinen Retter nicht zur�cklassen konnte, ohne mich genauso f�r ihn einzusetzen, wie er es f�r mich getan hatte. Ohne weiteres Z�gern wandte ich mich deswegen dem aufgebrachten Affenm�nnchen zu. Es war mir nun zu nahe gekommen, als da� mir die Keule noch eine gro�e Hilfe sein konnte. Also schleuderte ich sie mit voller Wucht gegen meinen massigen Angreifer, traf ihn unterhalb der Knie, erntete dabei ein Geheul von Schmerz und Wut und brachte ihn derart aus dem Gleichgewicht, da� er, um seinen Fall aufzuhalten, mit ausgestreckten Armen voll auf mich st�rzte.</p><p>Wie bereits am Vortrag nahm ich zu irdischen Taktiken Zuflucht, hieb ihm mit der rechten Faust gegen das Kinn und versetzte ihm mit der linken einen Haken in die Magengrube. Die Wirkung war verbl�ffend, denn als ich nach dem zweiten Schlag etwas beiseite trat, wirbelte er herum und sank vor Schmerz zusammengekr�mmt und nach Luft japsend zu Boden. Ich sprang �ber ihn hinweg, packte die Keule und erledigte das Ungeheuer, bevor es sich wieder aufrichten konnte. Als ich ihm den Schlag versetzte, h�rte ich hinter mir lautes Lachen, wandte mich um und erblickte Tars Tarkas, Sola und drei, vier Krieger, die in der T�r standen. Zum zweiten Mal hatte ich ihren selten erteilten Applaus f�r mich gewonnen.</p><p>Sola hatte beim Aufwachen meine Abwesenheit bemerkt und sofort Tars Tarkas benachrichtigt, der sich gleich darauf mit einer Handvoll Krieger auf die Suche nach mir machte. Am Stadtrand angekommen, bemerkten sie das Affenm�nnchen, als es sch�umend vor Wut ins Geb�ude st�rmte.</p><p>Sofort waren sie ihm gefolgt, wobei sie es zuerst kaum f�r m�glich hielten, da� ihnen sein Tun einen Hinweis �ber meinen Verbleib liefern w�rde, und hatten meinen kurzen, doch entscheidenden Kampf mit ihm gesehen. Dieses Abenteuer, die Auseinandersetzung mit dem Marskrieger am Vortag, sowie meine Sprungk�nste verschafften mir hohes Ansehen. Feinere Gef�hle wie Freundschaft, Liebe oder Zuneigung gehen diesem Volk v�llig ab, doch beten sie au�ergew�hnliches K�nnen und Mut f�rmlich an, und solange das Objekt ihrer Bewunderung seine Geschicklichkeit, seine Kraft und seinen Mut h�ufig genug unter Beweis stellt, ist ihnen nichts zu gut daf�r.</p><p>Sola hatte den Suchtrupp freiwillig begleitet und war die einzige, die angesichts meines �berlebenskampfes nicht in Gel�chter ausbrach. Im Gegenteil, ihre ernste Miene zeigte offensichtliche Anteilnahme, und kaum hatte ich das Monster get�tet, st�rzte sie auf mich zu und suchte meinen K�rper nach m�glichen Wunden oder Verletzungen ab. Zufrieden l�chelnd stellte sie fest, da� ich unversehrt davongekommen war, nahm mich bei der Hand und machte sich auf den Weg nach drau�en.</p><p>Tars Tarkas und die anderen Krieger waren inzwischen eingetreten und standen bei meinem schnell wieder zu sich kommenden Retter, dem auch ich das Leben gerettet hatte. Sie schienen sich ernsthaft zu streiten, und schlie�lich sprach mich einer an. Doch als ihm einfiel, da� ich seine Sprache nicht verstand, wandte er sich wieder an Tars Tarkas, der ihm mit einem Wort und einer Geste etwas befahl und sich anschickte, uns zu folgen.</p><p>In ihrer Haltung gegen�ber dem Tier lag etwas Bedrohliches. Ich wollte nicht gehen, bevor ich nicht erfahren hatte, was sie zu tun gedachten, und damit war ich gut beraten, denn der Krieger zog eine gef�hrlich aussehende Pistole aus dem Halfter und war drauf und dran, der Kreatur ein Ende zu setzen. Ich sprang vor und ri� seinen Arm nach oben. Die Kugel traf den h�lzernen Fensterrahmen und schlug ein Loch in das Holz und das Mauerwerk.</p><p>Ich kniete neben dem furchtsam dreinblickenden Wesen nieder, half ihm auf und gebot ihm, mir zu folgen. Die �berraschten Blicke, die mein Tun bei den Marsmenschen hervorrief, spiegelten Verst�ndnislosigkeit, denn Eigenschaften wie Dankbarkeit und Mitgef�hl konnten sie nur in kindlicher Weise erahnen. Der Krieger, dessen Pistole ich nach oben gerissen hatte, blickte Tars Tarkas fragend an, doch dieser gab ihm zu verstehen, mich in Ruhe zu lassen, und so kehrten wir zum Platz zur�ck, wobei Sola mich fest am Arm hielt und dicht hinter mir mein gro�es Wachtier trottete.</p><p>Zumindest besa� ich nun auf dem Mars zwei Freunde, eine junge Frau, die mit m�tterlicher Sorge �ber mich wachte, und ein stummes Wachtier, hinter dessen armseligen, h��lichen �u�eren sich mehr Liebe, Treue und Dankbarkeit verbarg, wie ich sp�ter erfahren sollte, als man bei den ganzen f�nf Millionen gr�nen Marsmenschen finden konnte, die in den verlassenen St�dten und den ausgetrockneten Meeren des Mars umherstreifen.</p></section><section><title><p>7. Kindererziehung auf dem Mars</p></title><p>Nach dem Fr�hst�ck, das sich nicht im geringsten von der Mahlzeit am Vortage unterschied und genauso verlief wie jedes Essen w�hrend meines Verbleibs bei den gr�nen Marsmenschen, f�hrte mich Sola zu dem Platz, auf dem sich die gesamte Gemeinschaft versammelt hatte und dabei zuschaute oder half, riesige, elefantenartige Tiere vor dreir�drige Karossen zu spannen. Davon gab es etwa zweihundertundf�nfzig, und jede wurde von einem einzelnen Tier gezogen, obwohl ein jedes dem Aussehen nach die ganze Reihe voll beladener Fuhrwerke m�helos h�tte allein bewegen k�nnen.</p><p>Die Karossen selbst waren ger�umig und pr�chtig ausgestattet. In jeder sa� eine weibliche Marsbewohnerin, geschm�ckt mit Geschmeide, Juwelen, Seident�chern und Pelzen. Auf dem R�cken jedes Zugtieres sa� ein junger Treiber. Gleich den Reittieren der Krieger trugen auch die schwereren Tiere weder Zaum noch Z�gel, sondern wurden allein durch Willens�bertragung gef�hrt.</p><p>Diese F�higkeit ist bei allen Marsbewohnern erstaunlich entwickelt, sie erkl�rt weitestgehend auch die Einfachheit ihrer Sprache und begr�ndet, warum sogar im Verlaufe langer Unterhaltungen relativ wenige Worte gewechselt werden. Es ist die Universalsprache des Mars, durch dieses Medium verm�gen die h�herentwickelten Lebewesen dieser paradoxen Welt mit den weniger entwickelten einigerma�en zu kommunizieren��, inwieweit, h�ngt von den intellektuellen F�higkeiten der Spezies und der Entwicklung des Einzelnen ab.</p><p>Als sich der Reiterzug in Marsch setzte, zog mich Sola in eine leere Kutsche, und wir begaben uns mit dem Zug dorthin, wo ich am Vortage in die Stadt eingeritten war. Die Spitze der Karawane bildeten etwa zweihundert Krieger, jeweils f�nf nebeneinander, hinter uns noch einmal so viele, w�hrend sich je f�nfundzwanzig oder drei�ig Begleiter seitlich von uns hielten.</p><p>Alle au�er mir�� M�nner, Frauen und Kinder�� waren schwer bewaffnet. Hinter jeder Kutsche trottete ein Marshund, und auch meiner blieb dicht hinter mir. W�hrend der folgenden zehn Jahre, die ich auf dem Mars verbrachte, verlie� diese treue Kreatur mich eigentlich nie von sich aus. Der Weg f�hrte durch das kleine Tal vor der Stadt, �ber die H�gel und hinab auf den Grund des toten Meeres, den ich auf dem Weg von der Brutstation zum Platz bereits durchquert hatte. Die Brutstation erwies sich dann auch als das Reiseziel des heutigen Tages, und da wir bei Erreichen des flachen Meeresgrundes in einen wilden Galopp ausbrachen, lag unser Ziel bald in Sichtweite.</p><p>Dort angelangt, hielten die Kutschen mit milit�rischer Genauigkeit neben den vier Seiten der Eingrenzung, und etwa zehn Krieger, darunter auch Tars Tarkas und einige niedere Befehlshaber, allen voran der riesige Anf�hrer, sa�en ab und n�herten sich der Au�enmauer. Ich konnte sehen, wie Tars Tarkas dem Oberbefehlshaber etwas erkl�rte, dessen Name �brigens, soweit ich es ins Englische �bertragen kann, Lorquas Ptomel Jed lautete, wobei �Jed� den Titel bezeichnete.</p><p>Bald erfuhr ich auch den Gegenstand des Gespr�ches, denn Tars Tarkas rief Sola zu, sie solle mich zu ihm zu bringen. Da ich mich inzwischen den Schwierigkeiten der Fortbewegung auf dem Mars angepa�t hatte, begab ich mich befehlsgem�� rasch zur anderen Seite der Brutstation, wo die Krieger standen.</p><p>Dort angelangt, zeigte mir ein Blick, da� die Jungen bis auf wenige Ausnahmen bereits geschl�pft waren und es auf der Brutstation von den h��lichen, kleinen Teufeln nur so wimmelte. Sie waren drei bis vier Fu� gro� und bewegten sich innerhalb der Mauern ruhelos hin und her, als suchten sie nach Nahrung.</p><p>Tars Tarkas wies auf die Brutstation und sagte zu mir: �Sak�. Ich verstand, da� er w�nschte, ich solle die gestrige Vorstellung vor Lorquas Ptomel wiederholen, und da mir mein au�ergew�hnliches K�nnen zugegebenerma�en nicht wenig Befriedigung verschaffte, reagierte ich schnell und sprang bis �ber die Kutschen auf der gegen�berliegenden Seite der Eingrenzung. Als ich zur�ckkehrte, grunzte Lorquas Ptomel mir etwas zu, wandte sich an seine Krieger und gab ihnen einige Befehle hinsichtlich der Brutstation. Sie achteten nicht weiter auf mich, und so konnte ich in der N�he bleiben und verfolgen, wie sie eine �ffnung in die Wand brachen, die gro� genug war, um die jungen Marsmenschen herauszulassen.</p><p>Vor dem Loch bildeten die Frauen und Jugendlichen eine ziemlich weit ins Flachland reichende Gasse zu den Kutschen. Die Kleinen sprangen darin wie Rehe umher. Man lie� sie bis zum Ende des Ganges laufen, wo sie einer nach dem anderen von den Frauen und �lteren Kindern eingefangen wurden. Der letzte in der Reihe griff sich den ersten Ank�mmling, sein Gegen�ber den zweiten, und so ging es weiter, bis alle die Brutstation verlassen hatten und von einem Jugendlichen oder einer Frau in Gewahrsam genommen worden waren. Hatte eine Frau einen Kleinen eingefangen, kehrte sie mit ihm zu ihrer Kutsche zur�ck, w�hrend die Jugendlichen den eingefangenen Wicht sp�ter einer der Frauen �bergaben.</p><p>Ich sah, da� die Zeremonie vorbei war, falls man sie so umschreiben konnte, und machte Sola in unserer Kutsche ausfindig, die eine der entsetzlichen kleinen Kreaturen fest in den Armen hielt.</p><p>Die Erziehung der jungen, gr�nen Marsmenschen besteht lediglich darin, ihnen die Sprache sowie die Handhabung der Kriegsausr�stung beizubringen, mit der sie von klein auf �berh�uft werden. Nach einer Brutzeit von f�nf Jahren schl�pfen sie aus den Eiern und kommen, abgesehen von der Gr��e, voll entwickelt zur Welt. Sie sind die Kinder der Gemeinschaft, den leiblichen M�ttern v�llig unbekannt, die ihrerseits Schwierigkeiten h�tten, auch nur ann�hernd zu sagen, wer ihre V�ter sind. Die Erziehung wird der jeweiligen Frau �berlassen, die sie gleich nach Verlassen der Brutstation einf�ngt.</p><p>Unter Umst�nden haben ihre Pflegem�tter nicht einmal ein Ei in die Brutstation gelegt, wie es bei Sola der Fall war, die noch nicht zu legen begonnen hatte und erst vor einem knappen Jahr den Nachkommen einer anderen Frau aufgezogen hatte. Aber das z�hlt bei den gr�nen Marsmenschen wenig, denn Liebe zwischen Eltern und Kind ist ihnen ebenso unbekannt wie uns selbstverst�ndlich. Ich sehe in diesem schrecklichen System, das seit Jahrhunderten existiert, den eigentlichen Grund f�r das Fehlen aller edleren Gef�hle und aller h�heren menschlichen Instinkte bei diesen armen Kreaturen. Von Geburt an wissen sie nichts von Vater- oder Mutterliebe, sie kennen nicht die Bedeutung des Wortes Zuhause, man lehrt sie, da� sie nur solange geduldet werden, bis sie durch ihre �u�ere Erscheinung und ihre Gewaltt�tigkeit beweisen, da� sie lebensf�hig sind. Sollten sie sich in irgendeiner Form als verunstaltet oder unvollkommen erweisen, werden sie unverz�glich erschossen. Auch hegen sie kein Bedauern auch nur f�r eine der vielen Grausamkeiten, die ihnen von fr�hester Kindheit an angetan werden.</p><p>Ich meine damit nicht, da� die Erwachsenen auf dem Mars jungen Menschen gegen�ber unn�tigerweise oder absichtlich grausam sind, aber sie f�hren einen harten und erbarmungslosen Existenzkampf auf einem sterbenden Planeten, dessen nat�rliche Rohstoffe soweit abgenommen haben, da� die Erhaltung eines jeden zus�tzlichen Lebens eine weitere Belastung f�r die jeweilige Gemeinschaft bedeutet.</p><p>Durch sorgf�ltige Auswahl ziehen sie nur die widerstandsf�higsten Exemplare jeder Gattung auf und regulieren mit fast �bernat�rlicher Voraussicht die Geburtenrate so, da� lediglich die Sterbef�lle ausgeglichen werden. Jede erwachsene Frau auf dem Mars legt j�hrlich ungef�hr dreizehn Eier, und alle, die einer bestimmten Gr��e und Gewicht entsprechen, werden in den Tiefen eines unterirdischen Gew�lbes versteckt, wo die Temperatur zum Ausbr�ten zu niedrig ist. Jedes Jahr untersucht ein Rat von zwanzig Anf�hrern diese Eier sorgf�ltig, und von jeder j�hrlichen Ausbeute werden bis auf etwa einhundert der besten Eier alle anderen zerst�rt. Nach f�nf Jahren sind vielleicht f�nfhundert Eier von den Tausenden �briggeblieben. Diese werden in die fast luftdichten Brutstationen gebracht, wo sie im Verlaufe weiterer f�nf Jahre von den Sonnenstrahlen ausgebr�tet werden. Das Schl�pfen, wie wir es heute verfolgten, verlief in der �blichen Weise. Bis auf ein Prozent der Jungen schl�pfen alle innerhalb von zwei Tagen. Sollten aus den zur�ckgelassenen Eiern noch welche herausgekrochen sein, so erfuhren wir nie etwas von ihrem Schicksal. Sie waren ungewollt, da ihre Nachkommen die Tendenz zu verl�ngertem Ausbr�ten vererben und so das System durcheinanderbringen w�rden, das jahrhundertelang funktioniert hatte und es den erwachsenen Marsmenschen erlaubte, auf die Stunde genau den richtigen Zeitpunkt zu errechnen, zu dem sie zu den Brutstationen zur�ckkehren mu�ten.</p><p>Die Brutstationen befanden sich in entlegenen Gebieten, wo nur wenig oder gar keine Wahrscheinlichkeit bestand, da� andere St�mme sie entdeckten. Ein solcher Fall h�tte eine Katastrophe bedeutet, denn innerhalb der n�chsten f�nf Jahre g�be es dann keine Kinder. Sp�ter sollte ich miterleben, welche Folgen es hatte, wenn Fremde auf einen solchen Inkubator stie�en.</p><p>In dieser Gemeinschaft gr�ner Marsmenschen, wohin mich mein Schicksal verschlagen hatte, lebten etwa drei�igtausend Seelen. Sie bev�lkerten ein riesiges Gebiet unfruchtbaren und �den Landes auf der s�dlichen Halbkugel, haupts�chlich den s�dwestlichen Teil nahe der Kreuzung zweier so genannter Marskan�le.</p><p>Da die Brutstation weit n�rdlich von dem eigenen Territorium in einem offenbar unbewohnten und wenig besuchten Gebiet errichtet worden war, stand uns eine gewaltige Reise bevor, von der ich nat�rlich nichts wissen konnte.</p><p>Wieder in der toten Stadt angelangt, verbrachte ich einige Tage in verh�ltnism��igem M��iggang. Am Tag nach unserer R�ckkehr ritten alle Krieger fr�h am Morgen fort und kehrten erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit zur�ck. Sp�ter erfuhr ich, da� sie sich zu den unterirdischen H�hlen begeben hatten, in denen die Eier gelagert wurden. Diese hatten sie nun zur Brutstation gebracht, dabei die Mauern erneuert und w�rden die Station aller Wahrscheinlichkeit nach w�hrend der n�chsten f�nf Jahre nicht wieder besuchen.</p><p>Die Gew�lbe, in denen die Eier bis dahin lagerten, befanden sich viele Meilen s�dlich des Inkubators, wo ihnen der Rat der zwanzig Befehlshaber allj�hrlich einen Besuch abstattete. Warum sie die H�hlen und Brutstationen nicht n�her bei ihrem Zuhause errichteten, blieb mir immer ein R�tsel, das wie viele andere R�tsel auf dem Mars ungel�st bleiben sollte, da es unserem irdischen Vorstellungsverm�gen und unseren Gewohnheiten widersprach.</p><p>Nun hatten sich Solas Pflichten verdoppelt, denn sie mu�te sich ebenso um den jungen Marsmenschen k�mmern wie um mich, indes nahm keiner von uns viel Aufmerksamkeit in Anspruch, und da wir beide hinsichtlich unserer F�higkeiten auf dem gleichen Stand waren, unterrichtete uns Sola zusammen.</p><p>Sie hatte ein M�nnchen erbeutet, ungef�hr vier Fu� gro�, sehr stark und von vollkommenem K�rperbau. Es lernte schnell, und zumindest ich fand betr�chtliches Vergn�gen an dem Wettstreit mit ihm. Wie schon gesagt, ist die Sprache der Marsmenschen sehr einfach, und innerhalb einer Woche konnte ich meine W�nsche �u�ern und verstand selbst fast alles, was man mir mitteilte. �hnlich entwickelte ich unter Solas Anleitung meine telepathischen F�higkeiten, so da� ich bald darauf beinahe alles wahrnahm, was um mich herum vor sich ging.</p><p>Sola zeigte sich besonders �berrascht, da� niemand auch nur das geringste von meinen Gedanken lesen konnte, w�hrend ich die Informationen anderer m�helos aufnehmen konnte, auch wenn sie oft nicht an mich gerichtet waren. Zuerst erschien mir das l�stig, sp�ter war ich dar�ber sehr froh, da es mir einen unzweifelhaften Vorteil �ber die Marsmenschen verschaffte.</p></section><section><title><p>8. Eine h�bsche Gefangene vom Himmel</p></title><p>Am dritten Tag nach der Zeremonie bei der Brutstation machten wir uns wieder auf den Weg, doch kaum befand sich die Spitze der Kolonne im Flachland vor der Stadt, wurde Befehl zum sofortigen, schnellen R�ckzug gegeben. Als h�tten sie sich darin jahrelang ge�bt, l�sten sich die gr�nen Marsmenschen f�rmlich in Luft auf und verschwanden in den ger�umigen Eing�ngen der nahegelegenen Geb�ude, bis nach weniger als drei Minuten vom gesamten Reiterzug, den Fahrzeugen, Dickh�utern und berittenen Kriegern nichts mehr zu sehen war.</p><p>Sola und ich hatten uns in ein Geb�ude am Stadtrand gefl�chtet. Es war dasselbe, in dem ich damals mit den Affen zusammengetroffen war, und da ich wissen wollte, worin die Ursache des pl�tzlichen R�ckzuges bestand, begab ich mich in ein h�heres Stockwerk, lugte aus dem Fenster ins Tal und auf die dahinterliegenden H�gel und verstand, warum sie so hastig Schutz gesucht hatten. Ein riesiges graues Fahrzeug, lang und flach, glitt langsam �ber die n�chste Erhebung. Dahinter folgte noch eins und noch eins, bis zwanzig von ihnen, dicht �ber dem Boden schwebend, majest�tisch auf uns zu segelten.</p><p>�ber den Aufbauten wehte von vorn bis achtern eine seltsame Fahne. Am Bug eines jeden war ein eigent�mliches Sinnbild eingezeichnet, das im Sonnenlicht gl�nzte und sogar aus der Entfernung klar zu erkennen war. Ich konnte Gestalten sehen, die auf den Vorderdecks und Aufbauten der Flugzeuge umherwimmelten. Ob sie uns entdeckt hatten oder sich lediglich die verlassene Stadt anschauten, konnte ich nicht sagen. Auf jeden Fall wurde ihnen ein unfreundlicher Empfang bereitet, denn die gr�nen Marsmenschen gaben pl�tzlich und ohne Warnung von den Fenstern der dem Tal zugewandten Geb�ude eine verheerende Salve auf die gro�en Schiffe ab, die so friedlich n�herkamen.</p><p>Augenblicklich verwandelte sich die Szene wie durch Zauberei. Das vorderste Boot drehte uns die Seite zu, brachte die Waffen in Stellung und erwiderte das Feuer, bewegte sich kurze Zeit parallel zu uns und wendete dann, offensichtlich um einen gro�en Bogen zu beschreiben und uns abermals die Breitseite zuzukehren. Die anderen Boote folgten dem ersten, wobei jedes das Feuer auf uns er�ffnete, sobald es auf unserer Position war. Unser Feuer lie� nicht einen Moment nach, und ich zweifle, ob auch nur f�nfundzwanzig Prozent unserer Sch�sse das Ziel verfehlten. Noch nie hatte ich eine solch t�dliche Treffgenauigkeit gesehen. Mir schien, als ob bei jedem Schu� auf einem der Boote eine kleine Gestalt darniedersank, w�hrend die Fahnen und Aufbauten sich in ein Flammenmeer aufl�sten, sobald die unfehlbaren Geschosse unserer Krieger auf sie niedergingen.</p><p>Das Feuer der Boote war �u�erst unwirksam, da die erste Salve die Schiffsbesatzung g�nzlich unvorbereitet traf und die Suchger�te der Gewehre vor den Sch�ssen ungesch�tzt waren, wie ich sp�ter h�rte.</p><p>Offensichtlich hat jeder gr�ne Krieger w�hrend des Gefechtes bestimmte Zielpunkte. Ein Teil von ihnen, immer die besten Sch�tzen, nimmt beispielsweise bei einer angreifenden Marinetruppe die drahtlosen Such- und Sichtger�te der Waffen aufs Korn, ein anderes kleines Kommando k�mmert sich auf dieselbe Weise um die kleineren Waffen, andere wiederum um die Sch�tzen, einige um die Offiziere, und bestimmte Gruppen konzentrieren sich auf die �brigen Mitglieder der Besatzung bei den Aufbauten, am Steuer und bei den Propellern.</p><p>Zwanzig Minuten nach der ersten Salve schwang die gro�e Flotte herum und schleppte sich in der Richtung davon, aus der sie aufgetaucht war. Einige der Schiffe schwankten deutlich und befanden sich kaum noch unter der Kontrolle der geschw�chten Mannschaft. Sie hatten das Feuer g�nzlich eingestellt und schienen all ihre Energie nur noch auf das Entkommen zu konzentrieren. Nun st�rmten unsere Krieger auf die D�cher unserer Geb�ude und verfolgten den abziehenden Flottenverband mit einem anhaltend t�dlichen Kugelhagel.</p><p>Dennoch tauchte ein Schiff nach dem anderen hinter den angrenzenden H�geln ab, bis nur noch ein einziges, sich kaum bewegendes zu sehen war. Es hatte den Hauptsto� unseres Angriffs hinnehmen m�ssen und schien nun g�nzlich herrenlos zu sein, da sich an Deck nichts mehr regte. Langsam kam es von seinem Kurs ab, zog einen Bogen und taumelte mitleiderregend auf uns zu. Sofort stellten die Krieger das Feuer ein, denn es war offensichtlich, da� das Schiff v�llig wehrlos und weit davon entfernt war, uns Schaden zuzuf�gen, da es nicht einmal mehr fliehen konnte.</p><p>Als es sich der Stadt n�herte, liefen die Krieger ihm entgegen, doch es war noch zu weit oben, als da� sie die Decks erreichen konnten. Von meiner g�nstigen Position konnte ich die Besatzung an Deck verstreut liegen sehen, aber leider nicht feststellen, um welche Art von Gesch�pfen es sich handelte. Kein Lebenszeichen war auszumachen, als das Schiff von der leichten Brise langsam in s�d�stliche Richtung getragen wurde.</p><p>Es trieb etwa f�nfzig Fu� �ber der Erde vor sich hin, gefolgt von allen Kriegern bis auf etwa einhundert, die zur�ck auf die D�cher* befohlen worden waren, um gegen die m�gliche R�ckkehr der Flotte oder das Eintreffen von Verst�rkung gewappnet zu sein. Bald wurde klar, da� das Luftschiff eines der Geb�ude etwa eine Meile s�dlich von uns streifen w�rde, und w�hrend ich die Verfolgung beobachtete, sah ich einige Krieger vorausgaloppieren, absitzen und in das betreffende Geb�ude rennen.</p><p>Kurz bevor das Flugzeug daran stie�, minderten die Marskrieger mit ihren langen Speeren von den Fenstern aus den Aufprall. Innerhalb weniger Augenblicke warfen sie Enterhaken aus, und das gro�e Boot wurde von den Untenstehenden herabgezogen.</p><p>Nachdem sie es verankert hatten, durchforschten sie es von vorn bis achtern. Ich sah, wie sie nach �berlebenden suchten, und bald darauf tauchte eine Gruppe von unten auf, die eine kleine Gestalt mit sich zog. Das Gesch�pf war nicht halb so gro� wie die gr�nen Marskrieger. Von meinem Balkon aus konnte ich sehen, da� es aufrecht auf zwei Beinen ging, und ich vermutete, da� es sich um ein neues, seltsames und mi�gebildetes Marswesen handelte.</p><p>Sie brachten den Gefangenen zum Boden und begannen, das Boot systematisch auszupl�ndern. Dies nahm mehrere Stunden in Anspruch, in denen viele Fuhrwerke daf�r eingesetzt wurden, die Beute abzutransportieren, die aus Waffen, Munition, Seident�chern, Pelzen, Juwelen, seltsam geformten Steingef��en und Lebensmitteln bestand, einschlie�lich vieler Wasserf�sser, der ersten, die ich seit meiner Ankunft auf dem Mars sah.</p><p>Nachdem alles fortgeschleppt worden war, befestigten die Krieger Leinen an dem Fahrzeug und zogen es in s�dwestlicher Richtung ins Tal hinaus. Einige gingen noch einmal an Bord und waren, soweit ich aus der Entfernung sehen konnte, emsig damit besch�ftigt, einige Korbflaschen �ber den Toten, dem Deck und den Aufbauten des Schiffes auszuleeren. Als sie damit fertig waren, kletterten sie schnell �ber die Bordw�nde und lie�en sich an der Abspannung hinunter. Bevor der letzte Krieger das Deck verlie�, wandte er sich noch einmal um, warf etwas auf Deck und wartete einen Moment auf das Ergebnis seines Tuns. Als dort, wo der Gegenstand aufgeschlagen war, eine schwache Flamme aufstieg, schwang er sich �ber die Bordwand und sprang zu Boden. Augenblicklich wurden die Leinen gekappt, und das gro�e Kriegsschiff, durch das Auspl�ndern wesentlich erleichtert, schwang sich majest�tisch auflodernd in die L�fte, Decks und Aufbauten ein einziges Flammenmeer.</p><p>Langsam schwebte es gen S�dosten und stieg in dem Ma�e immer h�her, in dem die Flammen die h�lzernen Aufbauten verzehrten und so das Gewicht verminderten. Vom Dach des Geb�udes beobachtete ich es stundenlang, bis ich es schlie�lich in der tr�ben Ferne aus dem Blick verlor. Der Anblick dieses m�chtigen, losgel�sten Scheiterhaufens, der herrenlos am �den Marshimmel entlangdriftete, fl��te mir Ehrfurcht ein��, ein Wrack des Todes und der Zerst�rung, ein Sinnbild f�r die Lebensgeschichte dieser seltsamen und furchteinfl��enden Kreaturen, in deren unfreundliche Arme mich das Schicksal geworfen hatte.</p><p>Seltsamerweise war ich �u�erst niedergeschlagen, als ich mich langsam nach unten auf die Stra�e begab. Die Szene, die ich miterlebt hatte, schien die Niederlage und Zerst�rung eines mir verwandten Volkes zu bezeichnen, und nicht die Vernichtung einer Horde �hnlicher, unfreundlicher Kreaturen durch unsere gr�nen Krieger. Ich konnte dieses Gef�hl nicht begreifen, noch konnte ich mich davon befreien. Doch irgendwo, tief in meinem Innersten, f�hlte ich mich auf seltsame Weise zu diesen unbekannten Widersachern hingezogen und hoffte sehr, da� die Flotte zur�ckkehren und mit den gr�nen Kriegern abrechnen m�ge, die sie so gnadenlos und b�swillig angegriffen hatten.</p><p>Mir folgte wie �blich Woola, der Hund, und als ich auf der Stra�e auftauchte, st�rmte Sola auf mich zu, als habe sie mich schon gesucht. Der Reiterzug kehrte zum Forum zur�ck, da f�r diesen Tag der Heimmarsch abgeblasen worden war. Er wurde auch erst nach einer reichlichen Woche angetreten, da man einen Gegenangriff durch die Flugzeuge bef�rchtete.</p><p>Lorquas Ptomel war ein zu intelligenter und erfahrener Kriegsmann, als da� er sich im offenen Gel�nde mit einer Kolonne von Fahrzeugen und Kindern �berraschen lassen wollte. Daher blieben wir in der verlassenen Stadt, bis die Gefahr vor�ber zu sein schien.</p><p>Als Sola und ich am Forum ankamen, geschah etwas, das mich �ber und �ber mit Hoffnung erf�llte, gemischt mit Furcht, Jubel und Trauer, wobei dennoch ein schwaches Gef�hl von Erleichterung und Gl�ck vorherrschte. Als wir uns der Menge n�herten, fing ich einen Blick von dem Gefangenen aus dem Flugzeug auf, w�hrend er von einigen gr�nen Marsmenschen unsanft in ein nahes Geb�ude gezerrt wurde.</p><p>Die schlanke, m�dchenhafte Gestalt �hnelte in jedem Detail der der Frauen auf der Erde. Sie sah mich zuerst nicht, aber als sie im Eingang ihres Gef�ngnisses verschwand, wandte sie sich um, und unsere Blicke trafen sich. Sie hatte ein ovales, sch�n geschnittenes Gesicht, feine Z�ge, gro�e, strahlende Augen und einen dichten Sch�pf rabenschwarzen, welligen Haares, das lose in einer seltsamen, aber anmutigen Frisur zusammengehalten wurde. Ihre Hautfarbe war hellrot wie Kupfer, das Rubinrot der edel geformten Lippen wirkte merkw�rdig schillernd.</p><p>Wie die gr�nen Marsmenschen ihrer Begleitung war sie bar jeder Kleidung, mit Ausnahme des kunstvoll verarbeiteten Schmuckes also v�llig nackt, doch h�tte auch keinerlei Gewand die Sch�nheit ihrer vollkommenen, ebenm��igen Figur mehr betonen k�nnen.</p><p>Als sie mich ansah, weiteten sich ihre Augen vor Erstaunen, und sie gab mir mit ihrer freien Hand ein kleines Zeichen, das ich nat�rlich nicht verstehen konnte. Wir blickten uns nur kurz an, dann verbla�te der hoffnungsvolle, zuversichtliche Blick, der ihr Antlitz noch versch�nert hatte, und wich �u�erster Mutlosigkeit, gemischt mit Abscheu und Verachtung. Ich verstand: Ich hatte ihr Zeichen nicht erwidert. Doch so wenig ich �ber Br�uche auf dem Mars Bescheid wu�te, ich sp�rte intuitiv, da� sie mich um Beistand und Schutz gebeten hatte. Nur hatte ich auf Grund meiner unseligen Unwissenheit nicht antworten k�nnen. Dann wurde sie in den Tiefen des verlassenen Geb�udes meiner Sicht entzogen.</p></section><section><title><p>9. Ich erlerne die Sprache</p></title><p>Als ich wieder zu mir kam und zu Sola blickte, die diesen Zwischenfall mitverfolgt hatte, bemerkte ich zu meinem Erstaunen in ihrem Gesicht anstelle der gewohnten Gleichg�ltigkeit einen h�chst seltsamen Ausdruck. Nat�rlich konnte ich ihre Gedanken nicht lesen, auch reichten meine Sprachkenntnisse lediglich f�r den t�glichen Bedarf.</p><p>Am Eingang unseres Geb�udes erwartete mich eine merkw�rdige �berraschung. Ein Krieger trat mit Waffen, Schmuck und vollst�ndiger Kampfausr�stung auf mich zu und �berreichte sie mir mit einigen unverst�ndlichen Worten und einem ebenso respektvollen wie drohendem Gebaren.</p><p>Sp�ter pa�te Sola mit Hilfe einiger anderer Frauen die Ausr�stung meinen kleineren K�rperma�en an, so da� ich fortan in voller Kriegsausr�stung umherlief.</p><p>Von da an unterwies mich Sola im Gebrauch der verschiedenen Waffen. Auch verbrachte ich viele Stunden f�r �bungen mit dem jungen Marsmenschen auf dem Forum. Noch war ich nicht sehr gewandt in der Handhabung der Waffen, doch da ich mit �hnlichen auf der Erde bestens vertraut war, wurde ich bald ein ungew�hnlich gelehriger Sch�ler und kam zu meiner Freude sehr schnell voran.</p><p>Um unsere Erziehung k�mmerten sich ausschlie�lich die Frauen, doch bestand ihre Aufgabe nicht nur in der Ausbildung der Jugendlichen auf dem Gebiet der Selbstverteidigung und des Angriffs, sondern auch in der Herstellung jener Gegenst�nde, die die gr�nen Marsmenschen bei sich trugen. Sie produzierten das Pulver, die Patronen und die Gewehre. Im Grunde wurde alles von Wert von den Frauen erzeugt. In Kriegszeiten bildeten sie einen Teil der Reservetruppen, und wenn n�tig, k�mpften sie sogar intelligenter und grausamer als die M�nner.</p><p>Die M�nner werden in den h�heren Bereichen der Kriegskunst ausgebildet; sie �ben sich in Taktik und in gr��eren Truppenbewegungen. Gesetze schaffen sie sich nach Bedarf, es gibt f�r jeden Fall eine neue Regel. In der Rechtsprechung spielen Pr�zedenzf�lle keine Rolle. Br�uche werden �ber Jahrhunderte �berliefert, doch wenn einer einen mi�achtet, richten die Mitmenschen des Schuldigen individuell �ber den Fall, und so denke ich, da� der Gerechtigkeit Gen�ge getan wird und sie eher �ber das Gesetz zu herrschen scheint. Zumindest in einer Hinsicht sind die Marsmenschen ein gl�ckliches Volk: Sie haben keine Rechtsgelehrten.</p><p>Ich sah die Gefangene erst einige Tage nach unserem ersten Zusammentreffen wieder, und auch da erhaschte ich nur einen fl�chtigen Blick von ihr, als man sie zu dem gro�en Saal f�hrte, wo ich zum ersten Mal mit Lorquas Ptomel zusammengetroffen war. Mir fiel die unn�tige Grausamkeit und Brutalit�t auf, mit der die Wachen sie behandelten, da sie sich so sehr von der fast m�tterlichen F�rsorge Solas und der respektvollen Haltung einiger weniger gr�ner Marsmenschen unterschied, sofern sie mich �berhaupt eines Blickes w�rdigten.</p><p>In den zwei F�llen, in denen ich die Gefangene gesehen hatte, bemerkte ich, da� sie mit ihren Bewachern einige Worte wechselte. Demnach konnten sie sich in einer gemeinsamen Sprache unterhalten oder zumindest verst�ndlich machen. Dadurch angespornt, dr�ngte ich Sola noch mehr, meine Ausbildung zu beschleunigen, und innerhalb weniger Tage beherrschte ich die Sprache hinreichend, um mich einigerma�en unterhalten und alles Geh�rte voll verstehen zu k�nnen.</p><p>Zu dieser Zeit lebten neben Sola, ihrem jungen M�ndel, mir und meinem Hund noch drei oder vier Frauen und mehrere k�rzlich geschl�pfte Jungen in unseren Schlafr�umen. Wenn sie sich zur Nacht zur�ckgezogen hatten, pflegten sich die Erwachsenen noch f�r kurze Zeit �ber alles m�gliche zu unterhalten, bevor sie in den Schlaf sanken. Da ich nun die Sprache verstand, wurde ich zu einem eifrigen Zuh�rer, obwohl ich niemals selbst eine Bemerkung einwarf.</p><p>An dem Abend, nach dem die Gefangene im Audienzzimmer vorgef�hrt worden war, ber�hrte die Unterhaltung schlie�lich auch dieses Thema, und ich war augenblicklich ganz Ohr. Ich hatte mich gescheut, Sola �ber die sch�ne Gefangene zu befragen, da ich immer wieder den seltsamen Gesichtsausdruck vor Augen hatte, den ich nach meinem Zusammentreffen mit der Gefangenen bei ihr beobachtet hatte. Ich will nicht sagen, da� er von Eifersucht zeugte, doch f�hlte ich, zumal ich alles noch immer mit weltlichen Ma�st�ben ma�, da� es besser war, Gleichg�ltigkeit vorzut�uschen, bis ich Solas Einstellung in dieser Angelegenheit besser kennengelernt hatte. Sarkoja, eine der �lteren Frauen, die mit uns die Schlafr�ume teilte, war als eine der Wachen im Audienzsaal anwesend gewesen, an sie wandten sich die Fragenden. Eine der Frauen wollte wissen: �Wann k�nnen wir uns an den Todesqualen der Roten erfreuen? Oder beh�lt Lorquas Ptomel, der Jed, sie wegen eines L�segeldes?�</p><p>�Sie haben entschieden, sie mit zu Thark zu nehmen und ihren Todeskampf bei den gro�en Spielen vor Tal Hajus zur Schau zu stellen�, erwiderte Sarkoja.</p><p>�Auf welche Art wird sie sterben?� erkundigte sie Sola. �Sie ist sehr klein und sehr sch�n, ich hatte gehofft, man w�rde ein L�segeld f�r sie fordern.�</p><p>Sarkoja und die anderen Frauen grunzten �rgerlich angesichts eines solchen Zeichens von Schw�che.</p><p>�Du h�ttest vor einer Million Jahre geboren werden m�ssen, Sola, als alle Mulden des Landes mit Wasser gef�llt und die Leute so weich waren wie das Zeug, auf dem sie segelten�, schnauzte Sarkoja. �Zu unserer Zeit befinden wir uns auf einer Entwicklungsstufe, wo solche Gef�hle Anzeichen von Schw�che und R�ckfall in alte Verhaltensweisen bedeuten. Tars Tarkas sollte nicht zu Ohren kommen, da� du solche krankhaften Gef�hle hegst, da ich bezweifle, da� er jemanden wie dich dann mit einer so ernsthaften Verantwortung wie Mutterschaft betraut.�</p><p>�An meinem Interesse f�r diese rote Frau ist nichts Falsches�, erwiderte Sola. �Sie hat uns nichts getan, auch w�rde sie uns keinen Schaden zuf�gen, wenn wir in ihre H�nde fallen w�rden. Nur die M�nner ihres Volkes stehen mit uns im Krieg, und ich denke, da� ihre Haltung uns gegen�ber nur die unsrige ihnen gegen�ber widerspiegelt. Mit all ihren Leuten leben sie in Frieden, au�er, wenn die Pflicht sie zum Krieg auffordert, w�hrend wir mit niemandem auskommen, ewig mit allen St�mmen unserer Art in Fehde leben und einander sogar innerhalb unserer Gemeinschaft bek�mpfen. Nein, es ist nur eine schreckliche Zeit pausenlosen Blutvergie�ens von der Stunde, in der wir die Schalen durchbrechen, bis wir uns gl�ckselig den Armen des geheimnisvollen Flusses anvertrauen, des dunklen, uralten Iss�, der uns in ein unbekanntes, zumindest aber nicht schrecklicheres und unertr�glicheres Dasein tr�gt! Gl�cklich ist tats�chlich der, der einen fr�hen Tod erleidet. Erz�hle Tars Tarkas, was du m�chtest, er kann mir kein schlimmeres Schicksal bereiten als die Fortsetzung des entsetzlichen Daseins, das wir als unser Lehen betrachten.�</p><p>Die anderen Frauen waren von diesem leidenschaftlichen Ausbruch Solas derart �berrascht und ersch�ttert, da� sie nach einigen allgemeinen Worten des Tadels verstummten und bald darauf einschliefen. Die Episode hatte mich jedoch davon �berzeugt, da� Sola dem M�dchen gutgesinnt war, und da� ich gro�es Gl�ck gehabt hatte, in ihre H�nde zu fallen und nicht in die einer jener anderen Frauen. Ich wu�te, da� sie mich mochte, und da ich nun herausge- � funden hatte, wie sehr sie Grausamkeit und Barbarei ha�te, war ich mir sicher, mich darauf verlassen zu k�nnen, da� sie mir und dem M�dchen bei der Flucht helfen w�rde, vorausgesetzt, eine solche lag im Rahmen des M�glichen.</p><p>Ich wu�te nicht einmal, ob es irgendein besseres Dasein gab, wohin man fl�chten konnte, doch strebte ich danach, mein Gl�ck eher bei einem Volk zu versuchen, das mehr nach meiner Art geschaffen war, als l�nger bei den schrecklichen, blutr�nstigen, gr�nen Marsmenschen zu bleiben. Doch wohin zu fliehen und wie, bereitete mir eben solches Kopfzerbrechen wie f�r den Erdenmenschen die jahrhundertelange Suche nach der Quelle des ewigen Lebens.</p><p>Ich beschlo�, Sola bei der ersten Gelegenheit ins Vertrauen zu ziehen und sie ohne Umschweife um Hilfe zu bitten. Mit diesem festen Vorsatz wandte ich mich auf meinen Seident�chern und Pelzen um und schlief bald den traumlosen und erfrischenden Schlaf eines Marsmenschen.</p></section><section><title><p>10. K�mpfer und Anf�hrer</p></title><p>Am n�chsten Morgen war ich schon fr�h auf den Beinen. Man lie� mir betr�chtliche Freiheiten. Wie Sola mir mitgeteilt hatte, durfte ich kommen und gehen, wann und wohin ich wollte, nur nicht die Stadt verlassen. Dennoch warnte sie mich, unbewaffnet loszuziehen, da diese Stadt wie alle anderen ehemaligen Metropolen der vergangenen Zivilisation nun von den gro�en wei�en Affen bev�lkert wurde, mit denen ich an meinem zweiten Tag in Ber�hrung gekommen war.</p><p>Sie wies mich nachdr�cklich darauf hin, die Stadtgrenzen nicht zu �berschreiten, und erkl�rte, da� Woola mich sowieso daran hindern w�rde. Ich solle keinesfalls seinen Unwillen erregen und seine Warnungen ignorieren, wenn ich dem verbotenen Gebiet zu nahe kam, denn es l�ge in seiner Natur, mich tot oder lebendig zur�ckzubringen, sollte ich auf meinen Willen beharren. �H�chstwahrscheinlich aber tot�, meinte sie.</p><p>An diesem Morgen wollte ich eine neue Stra�e erkunden, als ich mich pl�tzlich am Stadtrand wiederfand. Vor mir lagen die flachen Gebirgsz�ge, durch die sich schmale, einladende Schluchten ihren Weg bahnten. Ich sehnte mich danach, das Land vor mir zu durchforschen. Als Nachkomme von Pionieren wollte ich sehen, welche Landschaft sich mir von den unsichtbaren Gipfeln der H�henz�ge er�ffnete.</p><p>Au�erdem schien mir das eine ausgezeichnete M�glichkeit zu bieten, Woola auf die Probe zu stellen. Ich war �berzeugt, da� mich das Tier liebte, hatte ich doch mehr Anzeichen von Zuneigung bei ihm feststellen k�nnen als bei jedem anderen Lebewesen vom Mars, und ich war �berzeugt, da� seine Dankbarkeit, weil ich ihm zweimal das Leben gerettet hatte, sein Pflichtgef�hl gegen�ber den grausamen und lieblosen Herren mehr als aufwiegen w�rde.</p><p>Als ich mich der Grenzlinie n�herte, lief Woola besorgt vor mich und warf sich mit ganzem Gewicht gegen meine Beine. Er wirkte mehr bittend als zornig. Weder bleckte er die gro�en Sto�z�hne, noch stie� er irgendwelche furchteinfl��enden, kehligen Laute aus. Da mir die Freundschaft und Geselligkeit meinesgleichen fehlte, hatte ich f�r Woola und Sola betr�chtliche Zuneigung entwickelt, denn der normale Erdenmensch braucht f�r seine nat�rlichen Gef�hle ein Objekt, deswegen beschlo� ich, bei diesem riesigen Untier an einen �hnlichen Instinkt zu appellieren, �berzeugt, nicht entt�uscht zu werden.</p><p>Ich hatte ihn bis dahin noch nie gestreichelt oder geliebkost. Nun aber setzte ich mich auf den Boden, legte ihm die Arme um den dicken Nacken, streichelte ihn und redete mit ihm in meiner neu erlernten Sprache, wie ich mit meinem Hund zu Hause oder mit jedem anderen Tier geredet h�tte. Seine Reaktion auf meine Z�rtlichkeiten war �u�erst eindrucksvoll; er ri� das Maul auf, so weit es ging, entbl��te die obere Reihe der Sto�z�hne und rollte die Lippe* nach oben, bis die gro�en Augen durch die Falten beinah verborgen waren. Wenn der Leser jemals einen Collie hat l�cheln sehen, kann er sich vielleicht vorstellen, wie Woola nun aussah.</p><p>Er warf sich auf den R�cken, w�lzte sich f�rmlich zu meinen F��en, h�pfte umher, sprang mich an, warf mich mit seinem gro�en Gewicht zu Boden und wand und kr�mmte sich wie ein Welpe, der einem den R�cken zuwendet, um die ersehnten Streicheleinheiten zu erlangen. Ich konnte der Komik der Situation nicht widerstehen, hielt mir die Seiten und barst vor Lachen, dem ersten, das mir seit vielen Tagen �ber die Lippen kam, eigentlich dem ersten seit jenem Morgen, als Powell das Lager verlie�, sein Pferd, lange ungeritten, ihn unerwartet abwarf, und er kopf�ber in einen Topf mit Bohnen st�rzte.</p><p>Mein Gel�chter erschreckte Woola, seine Possen nahmen ein j�hes Ende, er kam mitleiderregend angekrochen und legte den h��lichen Kopf auf meinen Scho�. Da fiel mir ein, was Gel�chter auf dem Mars bedeutete�� Mi�handlung, Leiden und Tod. Ich versuchte, mich zu beruhigen, strich meinem armen Gef�hrten �ber Kopf und R�cken, sprach einige Minuten auf ihn ein, befahl ihm dann mit gebieterischer Stimme, mir zu folgen, erhob mich und machte mich auf den Weg zu den Anh�hen.</p><p>Fortan gab es zwischen uns weiter keine Fragen hinsichtlich der Autorit�t. Von diesem Moment an war Woola mein hingebungsvoller Sklave und ich sein einziger und unbestrittener Herr. Ich brauchte bis zu den H�geln nur einige Minuten, doch blieb mein Interesse unbelohnt. Zahlreiche strahlend bunte und seltsam geformte wilde Blumen wuchsen hier und da in den Schluchten. Vom Gipfel des ersten H�gels erblickte ich in n�rdlicher Richtung andere Anh�hen, deren Ketten immer mehr anstiegen, bis sie sich in einem Gebirge eindrucksvoller Gr��e verloren. Sp�ter mu�te ich allerdings feststellen, da� nur wenige Gipfel auf dem Mars h�her als viertausend Fu� waren und h�her wirkten als in Wirklichkeit.</p><p>Mein Morgenspaziergang besa� f�r mich eine gro�e Bedeutung, denn nun verstand ich mich vollkommen mit Woola, in dessen sicherem Gewahrsam mich Tars Tarkas w�hnte. Mir war klargeworden, da� ich trotz meiner eigentlichen Gefangenschaft frei war, und ich beeilte mich, in die Stadt zu kommen, bevor Woolas Treulosigkeit bei seinen vorherigen Herren ruchbar wurde. Ich entschied mich, nie mehr das mir vorgegebene Revier zu verlassen, bis ich mich ein f�r allemal herauswagen konnte, weil es andernfalls sicherlich die Einschr�nkung meiner Freiheiten und wahrscheinlich Woolas Tod zur Folge haben w�rde, falls man uns entdeckte.</p><p>Wieder auf dem Forum angekommen, erblickte ich die Gefangene zum dritten Mal. Sie stand mit ihren Wachen vor dem Eingang zum Audienzsaal, und bei meinem N�herkommen blickte sie mich hochm�tig an und wandte mir den R�cken zu. Das Verhalten wirkte sehr fraulich, irdisch fraulich, und obwohl es meinen Stolz verletzte, wurde mir ganz warm ums Herz. Es war gut zu wissen, da� es auf dem Mars noch jemanden gab, der die Instinkte eines zivilisierten Menschen besa�, auch wenn sie sich derart schmerzhaft und kr�nkend offenbarten.</p><p>H�tte eine gr�ne Marsfrau ihre Abneigung oder Verachtung zeigen wollen, h�tte sie es aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Schwertsto� oder der Bewegung des Fingers am Abzug getan. Da ihre Gef�hle aber meist verk�mmert waren, h�tte es einer ernsthaften Verletzung bedurft, um �hnliche Empfindungen in ihr hervorzurufen. Ich mu� hinzuf�gen, da� ich Sola niemals eine grausame oder rauhe Handlung begehen sah. Sie blieb immer unvermindert freundlich und gut. Tats�chlich trug sie Z�ge einer ausgestorbenen Generation in sich, wie ihre Mitmenschen sagten, liebenswerte Eigenschaften der freundlichen Vorfahren kamen in ihr wieder zum Vorschein.</p><p>Als ich sah, da� die Gefangene sich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit befand, blieb ich stehen, um das Geschehen mitzuverfolgen. Ich brauchte nicht lange zu warten, denn bald n�herte sich Lorquas Ptomel mit den �brigen Befehlshabern, wies die Wache an, mit der Gefangenen zu folgen, und betrat den Saal. Da ich mir meiner bevorzugten Stellung bewu�t und au�erdem �berzeugt war, da� die Krieger von meinen Sprachkenntnissen nichts ahnten, gelang es mir, den Audienzsaal zu betreten und der Anh�rung zu lauschen. Ich hatte Sola eindringlich gebeten, meine Kenntnisse f�r sich zu behalten, da ich nicht zum Reden gezwungen werden wollte, bevor ich die Sprache vollkommen beherrschte.</p><p>Der Rat hockte sich auf die Stufen des Podiums, w�hrend die Gefangene mit ihren zwei Wachen zu seinen F��en stand. In einer von ihnen erkannte ich Sarkoja. Nun war mir klar, wie sie bei der Anh�rung am vorhergehenden Tag anwesend sein konnte, von der sie den Insassen unseres Schlafraumes in der letzten Nacht berichtet hatte. Ihre Haltung gegen�ber der Gefangenen war �u�erst barsch und brutal. Wenn sie sie festhielt, dr�ckte sie ihre N�gel in das Fleisch des armen M�dchens oder kniff sie auf sehr schmerzhafte Weise in den Arm. Mu�ten sie den Platz wechseln, versetzte sie ihr entweder einen heftigen Sto� oder schob sie unsanft vor sich her. Sie schien an dieser armen, hilflosen Kreatur all den Ha�, die Grausamkeit, die Wildheit und den Groll ihrer neunhundert Jahre auszulassen, die sich in ihren wilden und brutalen Vorfahren im Laufe von Jahrhunderten angesammelt hatten.</p><p>Die andere Frau war weniger grausam, eher vollkommen gleichg�ltig, und h�tte man die Gefangene ihr allein �berlassen, wie es des Nachts zum Gl�ck der Fall war, h�tte sie diese normal behandelt oder �berhaupt nicht beachtet.</p><p>Als Lorquas Ptomel die Gefangene ansprechen wollte, fiel sein Blick auf mich, und er wandte sich mit Worten und Gesten des Unwillens an Tars Tarkas. Dieser gab eine Antwort, die ich zwar nicht h�ren konnte, die Lorquas Ptomel jedoch ein L�cheln entlockte. Danach schenkten sie mir keine weitere Beachtung.</p><p>�Wie ist dein Name?� fragte Lorquas Ptomel die Gefangene.</p><p>�Dejah Thoris, Tochter des Mors Kajak von Helium.�</p><p>�Welcher Art war eure Expedition?� setzte er fort.</p><p>�Sie diente ausschlie�lich wissenschaftlichen Zwecken. Unsere Gruppe wurde vom Vater meines Vaters, dem Jeddak von Helium, ausgesendet, um die Luftstr�me neu zu verzeichnen und die Dichte der Atmosph�re zu pr�fen�, erwiderte die h�bsche Gefangene mit leiser und wohlklingender Stimme.</p><p>�Wir waren auf einen Kampf nicht vorbereitet, da wir uns auf einer friedlichen Mission befanden, wie unsere Fahnen und die Farben unserer Fahrzeuge zeigten�, fuhr sie fort. �Die Arbeit, die wir verrichteten, lag ebenso in eurem Interesse wie in unserem, denn ihr wi�t sehr wohl, da� es ohne unsere Bem�hungen und unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Mars nicht einmal genug Luft und Wasser f�r einen einzigen Menschen g�be. Jahrhundertelang haben wir die Luft- und Wasserversorgung ohne nennenswerte Verluste auf praktisch demselben Punkt gehalten, und das trotz eures brutalen und dummen Widerstandes.</p><p>Warum nur k�nnt ihr nicht lernen, mit euresgleichen in friedlichem Einvernehmen zu leben, warum geht ihr seit Jahrhunderten eurem endg�ltigen Aussterben entgegen und unterscheidet euch dabei nicht sehr von den stummen Kreaturen, die euch dienen! Ein Volk ohne Schrift, ohne Kunst, ohne Heimat, ohne Liebe, Opfer eines uralten, schrecklichen Gemeinschaftssinnes. Ihr besitzt alles gemeinschaftlich, sogar eure Frauen und Kinder, und im Ergebnis geh�rt euch �berhaupt nichts. Ihr ha�t einander, wie ihr alles au�er euch selbst ha�t. Kehrt um, lebt wie eure Vorfahren, tretet in das Licht der Freundlichkeit und Gemeinsamkeit. Der Weg steht euch offen, die roten Menschen reichen euch die Hand, um euch zu helfen. Gemeinsam k�nnen wir noch mehr tun, um unseren sterbenden Planeten neu zu gestalten. Die Enkelin des gr��ten und m�chtigsten der roten Jeddaks fragt euch. Werdet ihr kommen?�</p><p>Lorquas Ptomel und die Krieger blieben schweigend sitzen und blickten die junge Frau einige Augenblicke nach ihrer Rede forschend an. Was in ihren K�pfen vor sich ging, wei� kein Mensch, doch ich glaube, da� sie ernsthaft bewegt waren, und wenn ein Mann von Bedeutung unter ihnen stark genug gewesen w�re, sich den Br�uchen zu widersetzen, h�tte dieser Moment den Beginn einer neuen und m�chtigen �ra auf dem Mars bezeichnet.</p><p>Ich sah, wie Tars Tarkas sich erhob um zu antworten, ein Ausdruck auf seinem Gesicht, wie ich ihn noch bei keinem gr�nen Marskrieger gesehen hatte. Es sprach von einem m�chtigen inneren Kampf mit sich selbst, mit dem Erbe, mit jahrhundertealtem Brauchtum, und als er den Mund auftat, erhellte f�r einen kurzen Moment ein beinahe g�tiger, freundlicher Schein sein finsteres und furchteinfl��endes Gesicht.</p><p>Welche bedeutenden Worte ihm auch �ber die Lippen kommen sollten, sie wurden nie gesprochen, da in diesem Augenblick ein junger Krieger, der offensichtlich die Gedankeng�nge der �lteren M�nner sp�rte, von den Stufen des Podiums sprang und der zierlichen Gefangenen einen kr�ftigen Schlag ins Gesicht versetzte, der sie zu Boden st�rzen lie�. Dann setzte er den Fu� auf ihren K�rper, wandte sich an den versammelten Rat und brach in ein dr�hnendes und mitleidsloses Gel�chter aus.</p><p>Einen Augenblick lang glaubte ich, Tars Tarkas w�rde ihn totschlagen, auch verhie� der Anblick von Lorquas Ptomel gegen�ber dem Unhold nichts Gutes, doch die Stimmung verflog, das alte Ich erlangte bei ihnen wieder die �berlegenheit und sie l�chelten. Dennoch war bemerkenswert, da� sie nicht laut lachten, denn nach dem Humorverst�ndnis der gr�nen Menschen war die Handlung des Grobians eigentlich ungeheuer spa�ig.</p><p>Ich habe jetzt einige Augenblicke darauf verwendet, einen Teil des Geschehens niederzuschreiben. Das bedeutet nicht, da� ich eine solch lange Zeit unt�tig geblieben w�re. Ich denke, ich mu� das Kommende geahnt haben, denn mir f�llt ein, da� ich bereits zum Sprung angesetzt hatte, als ich ihn zum Schlag ausholen sah, und noch bevor die Hand ihr nach oben gewandtes, flehentlich blickendes Gesicht traf, war ich unterwegs.</p><p>Kaum lie� er sein schreckliches Gel�chter zum ersten Mal erschallen, da war ich schon auf ihm. Der Unhold war zw�lf Fu� gro� und bis an die Z�hne bewaffnet, aber ich glaube, ich h�tte es in meiner Wut mit dem ganzen Saal aufnehmen k�nnen. Ich sprang nach oben, und als er sich auf meinen Warnschrei hin umwandte, schlug ich ihn mitten ins Gesicht. Er griff zu seinem Dolch, und auch ich z�ckte meinen, sprang wieder hoch, hakte mich mit dem einen Bein an seinem Pistolengriff fest und packte mit der linken einen seiner riesigen Hauer, w�hrend ich ihm einen Dolchsto� nach dem anderen in die Brust versetzte.</p><p>Er konnte seinen Dolch nicht nutzen, da ich zu nahe bei ihm war. Auch gelang es ihm nicht, die Pistole zu ziehen. Das stand auch in scharfem Gegensatz zu der Sitte auf dem Mars, die es untersagte, einen Krieger des eigenen Stammes im Zweikampf mit einer Waffe zu bek�mpfen, mit der man nicht angegriffen worden ist. Eigentlich konnte er nur versuchen, mich loszuwerden. Er tat dies mit aller Kraft, doch umsonst. Trotz seines massigen K�rpers war er, wenn �berhaupt, nur wenig st�rker als ich, und es dauerte lediglich ein oder zwei Augenblicke, bis er leblos und blut�berstr�mt zu Boden sank.</p><p>Dejah Thoris hatte sich etwas aufgerichtet und den Kampf mit gro�en, �berraschten Augen verfolgt. Als ich wieder auf den F��en stand, nahm ich sie auf die Arme und trug sie zu einer der B�nke an einer Seite des Saales. Wieder griff kein Marsmensch ein. Ich ri� einen Streifen Seide von meinem Umhang und versuchte, das Blut zu stillen, das ihr aus der Nase str�mte, mit gutem Erfolg, denn ihre Verletzungen waren kaum mehr als gew�hnliches Nasenbluten, und als sie sprechen konnte, legte sie mir die Hand auf den Arm, blickte mich an und sagte: �Warum hast du das getan? Du, der du mir in der ersten Stunde meines Leidens nicht einmal den freundlichen Erkennensgru� entbotest! Du riskierst dein Leben und t�test um meinetwillen einen deiner Kameraden. Ich verstehe das nicht. Welch seltsamer Mensch bist du, da� du mit den gr�nen Marsmenschen verkehrst, obwohl du aussiehst wie jemand aus meinem Volk, w�hrend deine Hautfarbe nur ein wenig dunkler ist als jene der wei�en Affen. Sag mir, bist du ein Mensch oder mehr als ein Mensch?�</p><p>�Das ist eine seltsame Geschichte�, erwiderte ich. �Sie ist zu lang, um sie dir jetzt zu erz�hlen, und von einer Art, da� ich sie selber nicht f�r wahr halten kann und nicht zu hoffen wage, da� andere sie mir glauben. Gib dich im Augenblick damit zufrieden, da� ich dein Freund bin, und soweit es unsere Bewacher erlauben, dein Besch�tzer und Diener.�</p><p>�Dann bist auch du ein Gefangener? Warum besitzt du dann die Waffen und den Schmuck eines Befehlshabers von Thark? Wie ist dein Name? Wo befindet sich dein Land?�</p><p>�Ja, Dejah Thoris, auch ich bin ein Gefangener, mein Name ist John Carter und ich nenne Virginia meine Heimat, einen der Vereinigten Staaten von Amerika auf der Erde. Warum man mir erlaubt, Waffen zu tragen, wei� ich nicht, auch war mir unbekannt, da� meine Insignien die eines Anf�hrers sind.�</p><p>An dieser Stelle wurden wir von einem Krieger unterbrochen, der Waffen, Ausr�stung und Schmuck trug, und binnen einer Sekunde hatte sich eine ihrer Fragen er�brigt. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Ich sah, da� man meinem toten Gegner die Ausr�stung abgenommen hatte, und erkannte in dem drohenden und gleichzeitig respektvollen Auftreten desjenigen, der mir diese Troph�en �berreichte, dieselbe Einstellung wie damals, als mir der andere Krieger meine erste Ausr�stung gebracht hatte. Nun wurde mir zum ersten Mal bewu�t, da� mein Kampf im Audienzsaal f�r meinen Gegner t�dlich verlaufen war.</p><p>Damit wurde auch der Grund f�r die allgemeine Einstellung mir gegen�ber deutlich. Ich hatte mir sozusagen meine Sporen verdient, nach jenem rauhen Recht, das die Angelegenheiten auf dem Mars immer regelte und mich den Mars unter anderem als Planet der Widerspr�che bezeichnen l��t. Man erwies mir die Ehren, die dem Sieger geb�hrten und verlieh mir die Ausr�stung und die Position des Mannes, den ich get�tet hatte. Ich besa� wahrhaftig Befehlsgewalt auf dem Mars, und wie ich sp�ter erfuhr, resultierte daraus meine Freiheit. Deswegen hatte man mich im Audienzsaal geduldet.</p><p>Als ich mich umwandte, um die Habseligkeiten des toten Kriegers in Empfang zu nehmen, bemerkte ich, da� Tars Tarkas und einige andere auf uns zukamen. Ersterer blickte mich sp�ttisch an und fragte: �Du sprichst die Sprache von Barsoom sehr fl�ssig f�r jemanden, der uns gegen�ber noch vor einigen Tagen taubstumm war. Wo hast du sie gelernt, John Carter?�</p><p>�Du selbst bist daf�r verantwortlich, Tars Tarkas, da du mir eine bemerkenswert gute Lehrerin gegeben hast; ich verdanke mein Wissen Sola�, erwiderte ich.</p><p>�Sie hat gute Arbeit geleistet�, entgegnete er. �Dennoch bedarf deine Erziehung noch der Vervollkommnung. Wei�t du, was deine unerwartete Tollk�hnheit dich gekostet h�tte, wenn du keinen der beiden Anf�hrer get�tet h�ttest, deren Ausr�stung du nun an dir tr�gst?�</p><p>�Ich nehme an, da� einer von ihnen mich umgebracht h�tte�, antwortete ich l�chelnd.</p><p>�Nein, da irrst du. Nur in Notwehr w�rde ein Marsmensch einen Gefangenen t�ten. Wir heben sie uns lieber f�r andere Zwecke auf.� Sein Gesicht sprach B�nde �ber die M�glichkeiten, die man besser schnell verga�.</p><p>�Nur eine Sache kann dich nun retten�, fuhr er fort. �Sollte Tal Hajus dich in Anerkennung deines bemerkenswerten Mutes, deiner Grausamkeit und deines au�ergew�hnlichen K�nnens f�r wert erachten, ihm zu Diensten zu sein, w�rde man dich als voll berechtigten Thark in unsere Gemeinschaft aufnehmen. Bis wir das Hauptquartier von Tal Hajus erreichen, soll dir nach Lorquas Ptomels Willen f�r dein Handeln die geb�hrende Achtung zuteil werden. Du wirst von uns wie ein Befehlshaber von Thark behandelt, doch darfst du nicht vergessen, da� jeder Anf�hrer deines Ranges daf�r verantwortlich ist, dich unserem m�chtigen und erbarmungslosen Herrscher unversehrt zu �bergeben. Ich habe gesprochen.�</p><p>�Ich habe geh�rt, Tars Tarkas�, antwortete ich. �Wie du wei�t, stamme ich nicht aus Barsoom, eure Gewohnheiten sind nicht die meinigen, und ich kann auch zuk�nftig nur so handeln wie bisher, in �bereinstimmung mit meinem Gewissen und nach den Regeln meines eigenen Volkes. Wenn du mich gehen l��t, werde ich in Frieden gehen. Wenn nicht, sollen die Bewohner von Barsoom, mit denen ich zu tun habe, entweder meine Rechte als Fremder respektieren, oder sich mit den etwaigen Folgen auseinandersetzen. Eines kann ich dir jedoch versichern: Was auch immer ihr mit dieser ungl�ckseligen jungen Frau letztendlich zu tun beabsichtigt, wer sie in Zukunft verletzt oder beleidigt, mu� damit rechnen, sich mir gegen�ber daf�r zu rechtfertigen. Ich verstehe, da� Gef�hle wie Gro�z�gigkeit und Liebensw�rdigkeit f�r euch nicht z�hlen. F�r mich sind sie jedoch wichtig, und ich kann auch eure tapfersten Krieger davon �berzeugen, da� diese Eigenschaften die F�higkeit zu k�mpfen nicht ausschlie�en.�</p><p>Normalerweise bin ich kein gro�er Redner, auch hatte ich mich nie zuvor zu schw�lstigen �u�erungen hinrei�en lassen. Doch ich hatte den Grundton in der Seele der gr�nen Marsmenschen gesucht und gefunden, denn meine leidenschaftliche Rede beeindruckte sie offenkundig zutiefst, und sie nahmen mir gegen�ber danach eine noch ehrf�rchtigere Haltung ein.</p><p>Tars Tarkas schien meine Antwort zufriedenzustellen, doch seine knappe Antwort blieb mehr oder weniger r�tselhaft. �Und ich denke, ich kenne Tal Hajus, Jeddak von Thark.�</p><p>Nun wandte ich meine Aufmerksamkeit Dejah Thoris zu, half ihr auf, wandte mich mit ihr dem Ausgang zu, und ignorierte dabei v�llig die wartenden Harpyien und fragenden Blicke der Anf�hrer. War ich nicht auch ein Anf�hrer? Dann wollte ich auch die Verantwortung eines solchen �bernehmen. Sie bel�stigten uns nicht weiter, und so verlie�en Dejah Thoris, Prinzessin von Helium, und John Carter, Gentleman von Virginia, gefolgt vom treuen Woola in v�lliger Stille den Audienzsaal von Lorquas Ptomel, dem Jed der Thark von Barsoom.</p></section><section><title><p>11. Mit Dejah Thoris</p></title><p>Drau�en kamen die zwei Wachfrauen herbeigeeilt, die Dejah Thoris zugeteilt worden waren, und wollten sie wieder in ihren Gewahrsam nehmen. Ich sp�rte, wie das arme M�dchen meine N�he suchte und sich mit ihren kleinen H�nden an meinen Arm klammerte, scheuchte die Frauen weg und teilte ihnen mit, Sola w�rde sich von nun an um die Gefangene k�mmern. Au�erdem gab ich Sarkoja zu verstehen, da� jede weitere Grausamkeit gegen�ber Dejah Thoris ihren pl�tzlichen und schmerzhaften Tod zur Folge haben w�rde.</p><p>Mit dieser ungl�ckseligen Drohung tat ich Dejah Thoris keinen Gefallen, denn wie ich sp�ter erfuhr, t�ten M�nner auf dem Mars keine Frauen und auch umgekehrt nicht. So funkelte sie uns lediglich b�se an und verschwand, um weitere Teufeleien gegen uns auszuhecken.</p><p>Bald machte ich Sola ausfindig und erkl�rte ihr, da� ich w�nschte, Dejah Thoris so zu bewachen wie mich. Sie m�ge bitte andere Schlafquartiere suchen, wo Sarkoja sie nicht bel�stigen k�nne. Schlie�lich teilte ich ihr mit, da� ich mir bei den M�nnern eine Bleibe suchen w�rde.</p><p>Sola blickte auf die Ausr�stung, die ich in der Hand und �ber der Schulter trug.</p><p>�Du mu�t jetzt ein hoher Befehlshaber sein, John Carter, und ich mu� dir gehorchen, obwohl ich dir in jedem Falle gern behilflich bin�, sagte sie. �Der Mann, dessen Schmuck du tr�gst, war trotz seiner Jugend ein gro�er Krieger. Er hatte sich durch seine Siege eine Stellung unweit von Tars Tarkas erk�mpft, der, wie du wei�t, an zweiter Stelle nach Lorquas Ptomel kommt. Du bist der elfte. Es gibt nur zehn Anf�hrer dieser Gemeinschaft, die auf Grund deiner Begabung mit dir auf einer Stufe stehen.�</p><p>�Und wenn ich Lorquas Ptomel t�tete?� fragte ich.</p><p>�Dann w�rst du an erster Stelle, John Carter, doch wird dir die Ehre eines Zweikampfes mit Lorquas Ptomel nur nach dem Willen des gesamten Rates zuteil. Sollte er dich jedoch angreifen, kannst du dich verteidigen, und wenn du ihn t�test, gewinnst du den ersten Platz.�</p><p>Ich lachte und wechselte das Thema, denn ich versp�rte nicht den geringsten Wunsch, Lorquas Ptomel zu t�ten, und noch weniger den, ein Jed bei den Thark zu werden. Ich begleitete Sola und Dejah Thoris auf der Suche nach einer neuen Bleibe, die wir schlie�lich in der N�he des Audienzsaals fanden. Das Geb�ude besa� eine weitaus anspruchsvollere Architektur als unsere vorherige Unterkunft. Hier entdeckten wir richtige Schlafr�ume mit altert�mlichen Betten aus kunstvoll verarbeitetem Metall, die mit riesigen Goldketten an der Decke befestigt waren. Die W�nde waren aufs au�ergew�hnlichste dekoriert. Im Unterschied zu den Fresken in den anderen Geb�uden zeigten sie auf den Bildern viele menschliche Figuren, Menschen wie mich, mit einer viel helleren Hautfarbe als Dejah Thoris. Sie trugen pr�chtige, wallende Gew�nder, die reichhaltig mit Metallschmuck und Juwelen verziert waren. Ihr �ppiges Haar besa� einen sch�nen goldenen und r�tlichen Bronzeton. Die M�nner waren bartlos, und nur wenige trugen Waffen. Die meisten Szenen zeigten hellh�utige, hellhaarige Menschen beim Spiel.</p><p>Dejah Thoris klatschte entz�ckt in die H�nde, als sie diese pr�chtigen Kunstwerke einer l�ngst ausgestorbenen Generation erblickte, w�hrend Sola sie hingegen offensichtlich gar nicht wahrnahm.</p><p>Wir entschieden, da� Sola und Dejah Thoris diesen Raum nutzen sollten. Er lag im zweiten Gescho� und gestattete einen Blick �ber den Platz, w�hrend im Nebenraum und im Hintergrund Raum f�r die Ger�tschaften und zum Kochen war. Dann schickte ich Sola nach dem Bettzeug, Nahrung und anderen notwendigen Utensilien und versicherte ihr, Dejah Thoris bis zu ihrer R�ckkehr zu bewachen.</p><p>Als Sola verschwunden war, wandte sich Dejah Thoris mit einem fl�chtigen L�cheln an mich.</p><p>�Und wohin sollte deine Gefangene fliehen, wenn du sie verl��t, falls sie dir nicht folgt und dich um Schutz und darum bittet, ihr die grausamen Gedanken zu verzeihen, die sie in den vergangenen Tagen dir gegen�ber hegte?�</p><p>�Du hast recht, es gibt f�r keinen von uns eine Fluchtm�glichkeit, es sei denn eine gemeinsame�, antwortete ich.</p><p>�Ich habe deine Worte an jene Kreatur vernommen, die du Tars Tarkas nennst, und ich denke, ich kann deine Stellung in diesem Volk verstehen. Was ich jedoch nicht fassen kann, ist deine Behauptung, du seiest nicht von Barsoom.</p><p>Im Namen des ersten Menschen, woher sollst du sonst sein? Du �hnelst meinem Volk und bist doch so anders. Du sprichst meine Sprache, und dennoch h�rte ich, wie du Tars Tarkas mitteiltest, du habest sie erst k�rzlich gelernt. Alle Bewohner von Barsoom, von der n�rdlichen bis zur s�dlichen Eisdecke, sprechen dieselbe Sprache, auch wenn ihre Schrift sich unterscheidet. Nur im Tal Dor. wo der Flu� Iss in das Verlorene Meer von Korus m�ndet, soll es eine andere Sprache geben, und mit Ausnahme der Legenden unserer Vorfahren haben wir keinen Nachweis, da� jemals ein Bewohner von Barsoom vom Flu� Iss und den Ufern des Korus im Tal Dor zur�ckgekehrt ist. Sage nicht, da� du von dort stammst! Sie w�rden dich �berall auf Barsoom auf entsetzliche Weise zu Tode bringen, wenn das der Wahrheit entspr�che. Sage mir, da� es nicht so ist!� *</p><p>Ihre Augen strahlten in einem sonderbaren, r�tselhaften Licht, ihre Stimme klang flehentlich, und sie dr�ckte ihre kleinen H�nde gegen meine Brust, als wolle sie das �Nein� f�rmlich aus mir herauspressen.</p><p>�Ich kenne eure Sitten nicht, Dejah Thoris, aber in meinem Virginia l�gt ein Gentleman nicht, um sich zu retten. Ich stamme nicht aus dem Tal Dor, ich habe den r�tselhaften Iss noch nie gesehen und das versunkene Meer von Korus ist f�r mich ein R�tsel. Glaubst du mir?�</p><p>Mir fiel auf, wie sehr mir daran lag, da� sie mir vertraute. Nicht, da� ich die Folgen f�rchtete, falls man wirklich annahm, ich sei vom Himmel oder aus der H�lle von Barsoom zur�ckgekehrt, was auch immer das war. Warum dann? Warum sollte mich k�mmern, was sie dachte? Ich blickte auf sie herab, in ihr emporgewandtes Gesicht. Ihre wundersch�nen Augen er�ffneten mir die Tiefen ihrer Seele, und als unsere Blicke sich trafen, erkannte ich den Grund und erschauderte.</p><p>�hnliche Gef�hle schienen sie zu bewegen. Mit einem Seufzer wandte sie sich von mir ab, wandte mir dann wieder das sch�ne, ernste Gesicht zu und fl�sterte: �Ich glaube dir, John Carter. Zwar wei� ich nicht, was ein �Gentleman� ist. Auch habe noch nie etwas von Virginia geh�rt, aber auf Barsoom l�gt kein Mann. Will er nicht die Wahrheit sagen, schweigt er lieber. Wo liegt dein Land Virginia, John Carter?� fragte sie, und mir schien, als sei dieser reizvolle Name meiner reizvollen Heimat nie klangvoller ausgesprochen worden denn an jenem l�ngst vergangenen Tag von diesen vollkommenen Lippen.</p><p>�Ich stamme aus einer anderen Welt, von dem gro�en Planeten Erde, der sich um unsere gemeinsame Sonne dreht und im Weltall der n�chste Planet zu Barsoom ist, welchen wir unter dem Namen �Mars� kennen�, entgegnete ich. �Wie ich hierher gekommen bin, kann ich nicht sagen, da ich es nicht wei�. Aber ich bin nun einmal hier, und da meine Gegenwart es mir erlaubt, Dejah Thoris zu dienen, bin ich sehr froh dar�ber.�</p><p>Sie sah mich lange und fragend an. Da� es schwierig war, meiner Behauptung Glauben zu schenken, wu�te ich sehr wohl, auch konnte ich nicht darauf hoffen, so sehr ich mich nach ihrem Vertrauen und ihrem Respekt sehnte. Viel lieber h�tte ich ihr �berhaupt nichts von meinem Vorleben erz�hlt, doch k�nnte kein Mann ihr in die tiefen Augen blicken und ihr den kleinsten Wunsch abschlagen.</p><p>Schlie�lich l�chelte sie, hob den Kopf und sagte. �Ich werde dir glauben m�ssen, obwohl ich nicht verstehe. Mir ist v�llig klar, da� du nicht aus dem heutigen Barsoom stammst. Du bist wie wir und dennoch anders�� aber warum sollte ich mir meinen armen Kopf �ber solch ein Problem zerbrechen, wenn mir mein Herz sagt, da� ich dir glaube, weil ich es will.�</p><p>Es war eine gute Logik, eine irdische, weibliche Logik, und wenn es sie zufriedenstellte, konnte ich daran nichts aussetzen. Eigentlich war es die einzige Art von Logik, mit der man an mein Problem herangehen konnte. Danach unterhielten wir uns �ber allgemeine Dinge und stellten einander viele Fragen. Sie wollte unbedingt etwas �ber die Br�uche meines Volkes erfahren und verf�gte �ber ein bemerkenswertes Wissen hinsichtlich der Geschehnisse auf der Erde. Als ich sie geradewegs fragte, wieso ihr diese so vertraut waren, lachte sie und rief: �Na, jeder Schuljunge von Barsoom kennt die Geographie eures Planeten und wei� ebenso gut �ber dessen Fauna und Flora sowie �ber eure Geschichte Bescheid wie �ber seinen eigenen. K�nnen wir nicht alles sehen, was auf der Erde vor sich geht, wie du sie nennst, steht sie nicht deutlich sichtbar am Himmel?�</p><p>Ich mu� zugeben, da� ich nun ebenso verbl�fft war wie sie zuvor durch meine Erkl�rung, und teilte ihr dies mit. So erkl�rte sie mir dann die Grundprinzipien der Apparate, die ihr Volk seit Jahrhunderten nutzte und weiterentwickelt hatte. Sie erm�glichten es ihnen, ein geschlossenes Bild von dem, was auf jedem Planet und auf vielen Sternen vor sich ging, auf einen Bildschirm zu projizieren. Diese Abbildungen sind in jeder Hinsicht so makellos, da� man, wenn sie fotografiert und vergr��ert sind, Gegenst�nde von der Gr��e eines Grashalmes deutlich darauf erkennen kann. Sp�ter, in Helium, sah ich viele dieser Bilder und auch die Instrumente, mit denen man sie herstellte. �Wenn du �ber die Dinge auf der Erde so gut Bescheid wei�t, warum erkennst du mich nicht als einen Bewohner dieses Planeten?� fragte ich.</p><p>Erneut l�chelte sie nachsichtig, als sei ich ein Kind, dessen Fragerei sie erm�de.</p><p>�Weil sich fast auf jedem Planeten und jedem Stern mit �hnlich gearteter Atmosph�re wie Barsoom Formen von Leben zeigen, die dir und mir fast gleichen, und weil au�erdem fast alle Erdenmenschen ihren K�rper mit seltsamen, unansehnlichen Stoffst�cken bedecken und ihre K�pfe mit f�rchterlichen Apparaten, deren Sinn wir bisher nicht herausfinden konnten, w�hrend ich dich bei den Kriegern der Thark v�llig ohne Schmuck und nicht im geringsten verunstaltet vorgefunden habe.</p><p>Die Tatsache, da� du keinen Schmuck trugst, ist ein eindeutiger Beweis daf�r, da� du nicht von Barsoom bist, w�hrend das Fehlen jeglicher, grotesker Verh�llung Zweifel aufkommen l��t, da� du von der Erde stammst.�</p><p>Ich erz�hlte ihr dann Einzelheiten �ber meine Abreise von der Erde, wie mein K�rper in der H�hle lag, vollkommen verh�llt mit all den ihr seltsam erscheinenden Kleidungsst�cken eines Erdenb�rgers. In diesem Moment kehrte Sola mit unserem k�mmerlichen Besitz und ihrem jungen Sch�tzling zur�ck, der nat�rlich die Behausung mit ihnen teilen w�rde.</p><p>Sola fragte, ob wir w�hrend ihrer Abwesenheit Besuch gehabt h�tten und schien sehr �berrascht zu sein, als wir verneinten. Als sie sich dem Zugang zu den oberen Stockwerken gen�hert hatte, wo unsere R�ume sich befanden, war ihr Sarkoja entgegengekommen. Wir schlu�folgerten, da� diese uns belauscht hatte, aber da wir uns nicht erinnern konnten, �ber etwas von Wichtigkeit gesprochen zu haben, taten wir die Sache als unwesentlich ab, wobei wir uns schworen, in Zukunft �u�erst vorsichtig zu sein.</p><p>Dejah Thoris und ich begannen nun, uns die Ausgestaltung und Dekoration der sch�nen Gem�cher unseres Hauses genauer anzuschauen. Sie erz�hlte mir, da� dieses Volk wahrscheinlich vor �ber einhunderttausend Jahren seine Bl�tezeit erlebt h�tte. Es waren die fr�hen Vorfahren ihres Geschlechtes, die sich aber mit einer anderen gro�en Rasse der Fr�hzeit, die sehr dunkel, fast schwarz gewesen war, sowie mit einem r�tlich gelben Volk vermischt hatten.</p><p>Diese drei gro�en, hochentwickelten Rassen sahen sich dazu gezwungen, ein gro�es B�ndnis einzugehen, da sie auf Grund des Austrocknens der Marsmeere die vergleichsweise wenigen und immer kleiner werdenden fruchtbaren Gebiete aufsuchen und sich unter den neuen Lebensbedingungen gegen die wilden Horden der gr�nen Menschen verteidigen mu�ten.</p><p>Dem jahrhundertelangen Zusammenleben entsprang das Volk der roten Menschen, dem auch Dejah Thoris angeh�rte. Im Verlaufe der Jahrhunderte andauernden Schwierigkeiten und der st�ndigen Kriege untereinander und mit den gr�nen Menschen gingen viele Errungenschaften der hochentwickelten Zivilisation sowie zahlreiche Kunstwerke der hellhaarigen Marsbewohner verloren, noch bevor man sich den ver�nderten Bedingungen angepa�t hatte. Die roten Menschen von heute glaubten, durch neue Erkenntnisse und eine angebrachte Lebensweise wieder ausgeglichen zu haben, was mit ihren Vorfahren unwiederbringlich dahingegangen war.</p><p>Die Marsmenschen von fr�her waren ein hochentwickeltes und gebildetes Volk, doch w�hrend jener m�hsamen, jahrhundertelangen Anpassung an neue Lebensbedingungen kam nicht nur ihr Fortschritt und ihre Produktion zum Erliegen, sondern wurden auch all ihre Archive, Aufzeichnungen und ihre Literatur zerst�rt.</p><p>Dejah Thoris erz�hlte viele interessante Fakten und Legenden �ber ihre edlen und freundlichen Vorfahren. Sie sagte, die Stadt, in der wir unser Lager aufgeschlagen hatten, sei ein Handels- und Kulturzentrum mit Namen Korad gewesen. Man hatte es an einem sch�nen, nat�rlichen, von sanften H�geln eingeschlossenen Hafen errichtet. Ihren Berichten zufolge war das kleine Tal im Westen der Stadt das einzige, was vom Hafen �briggeblieben war, w�hrend der Pa�, der durch die Gebirge zum ehemaligen Meeresgrund f�hrte, jener Kanal gewesen sei, durch den die Schiffe vor die Stadttore gelangten.</p><p>�berall an den Ufern der fr�heren Meere befanden sich solche St�dte. Je weiter man sich auf dem ausgetrockneten Meeresgrund fortbewegte, desto weniger kleinere Siedlungen fand man, da die Menschen den zur�ckweichenden Ufern hatten folgen und schlie�lich zu den sogenannten Marskan�len Zuflucht nehmen m�ssen.</p><p>Die Betrachtung der Gem�cher und unsere Unterhaltung hatten uns derart in Anspruch genommen, da� es sp�t am Nachmittag war, ehe wir uns versahen. Ein Bote brachte uns zur�ck in die Gegenwart. Lorquas Ptomel lie� mir ausrichten, ich solle unverz�glich zu ihm kommen. Ich verabschiedete mich von Dejah Thoris und Sola, befahl Woola, auf sie aufzupassen, und eilte in den Audienzsaal, wo ich Lorquas Ptomel und Tars Tarkas auf dem Podium sitzend vorfand.</p></section><section><title><p>12. Ein mit Macht ausgestatteter Gefangener</p></title><p>Als ich eintrat und gr��te, hie� mich Lorquas Ptomel n�hertreten, richtete die gro�en, gr��lichen Augen auf mich und hub an: �Du bist zwar erst einige Tage bei uns, hast dir in dieser Zeit durch dein au�ergew�hnliches K�nnen jedoch schon eine hohe Position verschafft. Wie dem auch sei, du geh�rst nicht zu uns und bist uns nichts schuldig.�</p><p>�Deine Stellung ist eigent�mlich�, fuhr er fort. �Du bist ein Gefangener, und dennoch mu� deinen Befehlen Folge geleistet werden. Du bist ein Fremder und dennoch ein Anf�hrer der Thark. Du bist ein Zwerg, und dennoch vermagst du einen stattlichen Krieger mit einem einzigen Faustschlag zu t�ten. Nun wird uns zugetragen, da� du mit der anderen Gefangenen die Flucht planst, einer Gefangenen, die nach eigener Aussage halb glaubt, da� du aus dem Tal Dor zur�ckgekehrt bist. Jede von diesen beiden Anschuldigungen lieferte, sollte sie sich als wahr herausstellen, ausreichenden Anla� f�r deine Hinrichtung, aber wir sind ein gerechtes Volk, und du sollst bei unserer R�ckkehr nach Thark einen Proze� haben, sofern Tal Hajus es befiehlt.</p><p>Solltest du mit dem roten M�dchen davonlaufen, bin ich es, der Tal Hajus daf�r Rechenschaft ablegen mu�, bin ich es, der gegen Tars Tarkas antreten und seine Befehlsgewalt nachweisen mu�, oder das Metall meines Leichnams wird an einen besseren Mann �bergehen, wie es der Brauch bei den Thark verlangt.</p><p>Ich habe mit Tars Tarkas keinen Streit, gemeinsam herrschen wir �ber die gr��te Gemeinschaft der gr�nen Menschen, und wir suchen keinen Zwist. Ich w�re froh, wenn du tot w�rest, John Carter. Dennoch darfst du ohne Befehl von Tal Hajus nur unter zwei Bedingungen get�tet werden: Wenn du einen von uns angreifst, oder wenn wir dich beim Fluchtversuch erwischen.</p><p>Der Gerechtigkeit halber teile ich dir mit, da� wir nur auf eine der beiden Gelegenheiten warten, um dich loszuwerden. F�r uns ist die �bergabe des roten M�dchens an Tal Hajus von gr��ter Wichtigkeit. Innerhalb der letzten tausend Jahre haben die Thark niemals einen solchen Fang gemacht. Sie ist die Enkelin des gr��ten der roten Jeddaks, eines unser Erzfeinde. Ich habe gesprochen. Das rote M�dchen hat uns gesagt, wir w�ren bar jeden menschlichen Gef�hls, aber wir sind ein gerechtes und ehrliches Volk. Du darfst gehen.�</p><p>Ich wandte mich um und verlie� das Audienzzimmer. So also sah Sarkojas Rache aus! Ich wu�te, da� der Bericht, der so schnell Lorquas Ptomels zu Ohren gekommen war, von niemand anders stammen konnte, und nun fielen mir Bruchst�cke unseres Gespr�ches wieder ein, soweit sie die Flucht und meine Herkunft betrafen. �</p><p>Sarkoja war zu dieser Zeit Tars Tarkas �lteste Vertraute. Als solche besa� sie einen gro�en Einflu� auf den Herrscher, denn keinem Krieger vertraute Lorquas Ptomels in dem Ma�e wie seinem f�higsten Stellvertreter, Tars Tarkas.</p><p>Anstelle mir jeden Fluchtgedanken ein f�r allemal auszutreiben, f�hrte meine Audienz bei Lorquas Ptomel jedoch lediglich dazu, da� sich mein gesamtes Streben nunmehr diesem Ziel zuwandte. Mehr denn je war ich mir der absoluten Notwendigkeit der Flucht bewu�t, denn ich war �berzeugt, da� Dejah Thoris im Hauptlager bei Tal Hajus ein schreckliches Schicksal erwartete.</p><p>Nach Solas Beschreibung vereinten sich in diesem Monster Eigenschaften der grausamsten und brutalsten Vorfahren aller Jahrhunderte. Er war kalt, verschlagen und gab sich im Gegensatz zu seinen Mitmenschen jener triebhaften Leidenschaft hin, die aufgrund der schwindenden Notwendigkeit, sich auf diesem sterbenden Planeten fortzupflanzen, fast bei allen Marsmenschen verk�mmert war.</p><p>Bei dem Gedanken, da� die g�ttliche Dejah Thoris einem solch degenerierten Unhold in die Klauen fallen konnte, brach mir der kalte Schwei� aus. Es war weitaus besser, sich Kugeln f�r den letzten Augenblick aufzusparen, wie es jene mutigen Pionierfrauen meines verlorenen Grenzlandes getan hatten, die sich lieber das Leben nahmen als in die H�nde indianischer Krieger zu fallen.</p><p>Als ich, meinen d�steren Gedanken nachh�ngend, noch auf dem Platz umherlief, n�herte sich mir Tars Tarkas, der aus dem Audienzsaal kam. Sein Auftreten mir gegen�ber war unver�ndert, und er gr��te mich, als h�tten wir uns nicht erst vor einigen Augenblicken getrennt.</p><p>�Wo ist deine Unterkunft, John Carter?� fragte er mich.</p><p>�Ich habe noch keine�, entgegnete ich. �Es erschien mir am besten, mir etwas f�r mich allein zu suchen oder bei den anderen Kriegern zu wohnen. Ich wollte dich deshalb bei Gelegenheit um Rat fragen�, sagte ich l�chelnd. �Wie du wei�t, sind mir noch nicht alle Br�uche der Thark gel�ufig.�</p><p>�Komm�, befahl er, und gemeinsam gingen wir �ber den Platz zu einem Geb�ude, das zu meiner Freude an jenes grenzte, in dem Sola und ihre Sch�tzlinge untergebracht waren.</p><p>�Meine R�ume befinden sich im untersten Gescho� dieses Hauses, das zweite ist ebenfalls voll von Kriegern, aber das dritte und die �brigen Stockwerke sind frei, du kannst dir eines davon aussuchen.</p><p>Ich verstehe, da� du deine Frau der roten Gefangenen �berlassen hast. Wie du gesagt hast, ist deine Art nicht die unsrige, aber du bist ein so guter K�mpfer, da� du tun kannst wie dir beliebt, und wenn du deine Frau der Gefangenen gibst, ist das deine Sache. Als Befehlshaber mu�t du jedoch Diener haben, und entsprechend unseren Br�uchen darfst du dir aus dem Gefolge jener, deren Ausr�stung du nun tr�gst, einige oder alle Frauen nehmen.�</p><p>Ich bedankte mich, versicherte ihm aber, sehr wohl ohne Hilfe zurechtzukommen, au�er bei der Nahrungszubereitung, und er versprach, mir einige Frauen zu schicken, die sich auch um meine Waffen k�mmern und Munition herstellten sollten, was seiner Ansicht nach n�tig war. Ich bat darum, da� sie auch einige Seidenstoffe und Felle mitbrachten, die mir als Beute des Zweikampfes zustanden, da es des Nachts kalt war und ich keine eigenen besa�.</p><p>Er versprach mir Hilfe und verschwand. Auf der Suche nach einer geeigneten Bleibe stieg ich die Wendeltreppe zu den oberen Stockwerken empor. Die Pracht der anderen Geb�ude wiederholte sich in diesem, und wie immer befand ich mich bald auf einem Erkundungsgang.</p><p>Schlie�lich w�hlte ich einen der vorderen R�ume des dritten Stockwerkes aus, da ich Dejah Thoris dort n�her war, deren R�ume sich im zweiten Gescho� des Nebengeb�udes befanden. Mich durchfuhr der Gedanke, da� wir irgendwelche Zeichen vereinbaren m��ten, f�r den Fall, sie brauchte meine Dienste oder meinen Schutz.</p><p>Neben meinem Schlafgemach lagen B�der, Ankleider�ume und andere Wohn- und Schlafzimmer, insgesamt zehn auf dem Stockwerk. Die Fenster der hinteren R�ume blickten auf einen riesigen Innenhof, den vier Geb�ude einschl�ssen und der nun die verschiedenen Tiere der Krieger aus den angrenzenden Geb�uden beherbergte.</p><p>Obwohl der Hof g�nzlich von dem gelben Moos bewachsen war, das eigentlich die gesamte Marsoberfl�che bedeckt, zeugten zahlreiche Springbrunnen, Skulpturen, B�nke und laubenartige Geb�ude von der fr�heren Anmut dieser Einrichtung, die die blonden, gl�cklichen Menschen mit ihrer Anwesenheit versch�nt hatten, um sp�ter von unerbittlichen und unwandelbaren kosmischen Gesetzen aus ihren Heimst�tten vertrieben zu werden, so da� au�er den Legenden �ber ihre Abstammung nichts mehr von ihnen bekannt war.</p><p>Mit Leichtigkeit konnte man sich das pr�chtige Laubwerk der reichhaltigen Pflanzenwelt des Mars vorstellen, die diese Szene mit Leben und Farbe erf�llt hatte, die anmutigen und wundersch�nen Frauen, die aufrechten, gut aussehenden M�nner, die gl�cklichen und ausgelassenen Kinder�� �berall eitel Sonnenschein, Gl�ck und Friede. Es war schwierig, sich einzugestehen, da� sie ausgel�scht wurden, durch finstere Jahrhunderte der Ignoranz und Grausamkeit, bis ihre kulturellen und menschlichen Werte erneut in einem Volk auflebten, das sich aus vielen Rassen zusammengef�gt hatte und nun auf dem Mars vorherrschte.</p><p>Meinen Gedanken wurde durch das Eintreffen einiger junger Frauen Einhalt geboten, die mit Waffen, Seidenstoffen, Fellen, Edelsteinen, Kochutensilien, F�ssern mit Lebensmitteln sowie einem betr�chtlichen Teil der Beute aus dem Flugzeug beladen waren. All diese Dinge hatten einst den beiden Befehlshabern geh�rt, die ich get�tet hatte, und waren nun nach den auf dem Mars �blichen Br�uchen in meinen Besitz �bergegangen. Auf meinen Befehl hin stellten sie die Sachen in einem der hinteren R�ume ab und zogen sich zur�ck, um dann sp�ter mit einer neuen Ladung wiederzukommen, die nach ihrer Aussage den �brigen Teil meines Besitzes darstellte. Beim zweiten Mal wurden sie von zehn, f�nfzehn weiteren Frauen und Jugendlichen begleitet, die das Gefolge der beiden Anf�hrer gebildet hatten.</p><p>Sie waren nicht miteinander verwandt, weder ihre Frauen noch ihre Diener. Die Beziehungen waren eigent�mlich und nach unseren Ma�st�ben schwer zu beschreiben. Bei den gr�nen Marsmenschen ist alles, mit Ausnahme der pers�nlichen Waffen, des Schmucks, der seidenen Schlafdecken und der Pelze, gemeinschaftlicher Besitz. Nur auf diese Dinge hat man ein unbestrittenes Recht, davon kann man mehr ansammeln, als man eigentlich ben�tigt. Die �brigen Sachen befinden sich in Treuhand. Wenn es die Notwendigkeit erfordert, werden sie den j�ngeren Mitgliedern der Gesellschaft �bergeben.</p><p>Die Frauen und Kinder aus dem Gefolge eines Mannes k�nnen mit einer milit�rischen Einheit verglichen werden, f�r die er auf verschiedene Weise verantwortlich ist. Er hat sie zu unterweisen, zum Gehorsam anzuhalten, f�r ihren Lebensunterhalt und ihre Bed�rfnisse w�hrend des andauernden Umherziehens, den endlosen Auseinandersetzungen mit anderen Gemeinschaften sowie den roten Marsmenschen zu sorgen. Seine Frauen sind in keinerlei Hinsicht mit ihm verbunden. F�r die gr�nen Marsmenschen gibt es nicht mal ein entsprechendes Wort f�r Ehefrau. Ihre Paarung erfolgt lediglich aus gemeinschaftlichem Interesse und ohne R�cksicht auf nat�rliche Auslese. Der Rat der Anf�hrer jeder Gemeinschaft kontrolliert die Angelegenheit genauso wie der Besitzer eines Rennstalles in Kentucky die Zuchtmethoden bestimmt, um seinen Bestand insgesamt zu verbessern.</p><p>In der Theorie mag das gut klingen, wie das oft bei Theorien der Fall ist, doch das Ergebnis dieser unnat�rlichen Praxis und des gemeinschaftlichen Engagements f�r die Nachkommen, das �ber die Mutterliebe gestellt wird, zeigt sich in den kalten und herzlosen Kreaturen und ihrem d�steren, lieblosen und unw�rdigen Dasein.</p><p>Nat�rlich sind die gr�nen Marsmenschen �u�erst anst�ndig, sowohl die Frauen als auch die M�nner, solche degenerierten Gestalten wie Tal Hajus ausgenommen, doch ein ausgewogenes Gleichgewicht menschlicher Eigenschaften w�re bei weitem besser, sogar wenn es gelegentlich einen geringen Verlust an Sittsamkeit zur Folge h�tte.</p><p>Ich stellte fest, da� ich wohl oder �bel die Verantwortung �ber diese Kreaturen �bernehmen mu�te. Ich beschlo�, das beste daraus zu machen, und sandte sie in die oberen Stockwerke, um sich Unterk�nfte zu suchen, so da� der dritte Stock mir �berlassen blieb. Eines der M�dchen betraute ich mit meiner anspruchslosen Ern�hrung, die anderen �berlie� ich ihren verschiedenen Besch�ftigungen. Danach sah ich nicht mehr viel von ihnen, und es war mir ganz recht so.</p></section><section><title><p>13. Liebe auf dem Mars</p></title><p>Nach dem Gefecht mit den Luftschiffen blieben wir einige Tage in der Stadt. Man schob den Heimmarsch so weit hinaus, um ganz sicher zu gehen, da� die Schiffe nicht zur�ckkehrten. Selbst ein so kriegerisches Volk wie die gr�nen Marsmenschen wollten nicht im offenen Land von einem solchen Geschwader �berrascht werden.</p><p>W�hrend dieser Zeit der Unt�tigkeit unterwies mich Tars Tarkas in vielen Br�uchen und Kriegsk�nsten der Thark. So lernte ich reiten wie auch den Umgang mit den gro�en Reittieren. Diese Kreaturen, sogenannte Thoats, sind ebenso gef�hrlich und hinterlistig wie ihre Reiter, doch hat man sie einmal gez�hmt, lassen sie sich weitgehendst f�r die Zwecke der gr�nen Marsmenschen nutzen.</p><p>Mir waren zwei dieser Tiere aus dem Besitz der Krieger zugefallen, deren Metall ich trug, und innerhalb kurzer Zeit beherrschte ich sie genauso gut wie die Marsmenschen. Es war nicht allzu kompliziert. Reagierten die Thoats nicht schnell genug auf die durch Gedanken�bertragung erteilten Anweisungen, erhielten sie einen furchtbaren Schlag zwischen die Ohren. Wenn sie sich str�ubten, setzte man diese Behandlung fort, bis die Untiere sich entweder unterworfen oder ihre Reiter abgesch�ttelt hatten.</p><p>In letzterem Fall folgte daraufhin ein Kampf auf Leben und Tod zwischen Reiter und Tier. War der Krieger mit der Pistole schnell genug, konnte er sich ein anderes Tier suchen, wenn nicht, lasen seine Frauen die zerfleischten �berreste auf und verbrannten diese, wie es in Thark �blich war.</p><p>Auf Grund meiner Erfahrungen mit Woola entschied ich mich, erneut ein Experiment zu wagen und meinen Thoats eine gute Behandlung angedeihen zu lassen. Zuerst zeigte ich ihnen, da� es unm�glich war, mich abzuwerfen, und schlug sie sogar mit aller Kraft zwischen die Ohren, um ihnen zu bedeuten, wer ihr Herr und Meister war. Dann erarbeitete ich mir schrittweise ihr Vertrauen, wie ich es schon unz�hlige Male auf der Erde mit meinen Pferden getan hatte. Ich hatte bei Tieren immer eine gl�ckliche Hand und behandelte sie stets freundlich und menschlich, auch weil es sich auf Dauer auszahlte und ersprie�licher war. Wenn n�tig, konnte ich mit weitaus weniger Skrupeln einem Menschen das Leben nehmen als einem armen Tier, welches des Denkens nicht f�hig und demzufolge f�r sein Handeln nicht verantwortlich war.</p><p>Schon nach wenigen Tagen wurden meine Thoats von der gesamten Gemeinschaft bewundert. Sie gehorchten mir wie Hunde, �u�erten auf linkische Weise ihre Zuneigung, indem sie die gro�en M�uler an meinem K�rper rieben, und befolgten derart f�gsam und bereitwillig jeden meiner Befehle, da� die Marsmenschen meinten, ich verf�gte �ber irgendeine irdische, auf dem Mars unbekannte Kraft.</p><p>�Hast du sie verhext?� fragte mich Tars Tarkas eines Nachmittags, als er beobachtet hatte, wie ich meinen Arm tief in den Schlund eines meiner Thoats schob, dem ein Steinchen zwischen den Z�hnen steckengeblieben war, als es vom Moos auf unserem Hof gefressen hatte.</p><p>�Durch Freundlichkeit�, entgegnete ich. �Du siehst, Tars Tarkas, ein gef�hlvolleres Herangehen ist sogar f�r einen Krieger von Wert. Ich wei�, da� meine Thoats sowohl im Kampfget�mmel als auch auf dem Marsch jedem meiner Befehle folgen werden. Daher erh�ht sich meine Leistungsf�higkeit im Kampf und ich bin ein besserer Krieger, weil ich ein freundlicher Gebieter bin. Sollten deine anderen Krieger diese meine Methoden aufgreifen, werden sie feststellen, da� es sowohl f�r die Gemeinschaft als auch f�r sie von Vorteil ist. Erst vor einigen Tagen hast du mir erz�hlt, diese gro�en Tiere verwandelten auf Grund ihres unbest�ndigen Temperamentes oftmals einen Sieg in eine Niederlage, da sie sich im entscheidenden Moment wom�glich entschlie�en, ihre Reiter abzuwerfen und zu zerfleischen.�</p><p>�Zeig mir, wie du das erreicht hast�, war Tars Tarkas� einziger Kommentar.</p><p>So ausf�hrlich wie m�glich erkl�rte ich ihm, wie ich bei den Tieren vorgegangen war. Sp�ter lie� er mich meine Methode vor Lorquas Ptomel und allen anderen Kriegern wiederholen. Dieser Moment kennzeichnete den Beginn eines neuen Dasein f�r die armen Thoats, und bevor ich die Gemeinschaft von Lorquas Ptomel verlie�, beobachtete ich zu meiner Befriedigung ein Regiment derart gef�giger und gehorsamer Reittiere, wie man es gern zu sehen bekommt. Milit�rische Bewegungen konnten somit wesentlich genauer und schneller durchgef�hrt werden. Sie sorgten derart f�r Aufsehen, da� mir Lorquas Ptomel als Zeichen der Wertsch�tzung meiner Dienste f�r die Gemeinschaft einen massiv goldenen Fu�ring von sich schenkte. Am siebten Tag nach der Schlacht mit den Luftschiffen nahmen wir erneut den Marsch nach Thark auf, da Lorquas Ptomel nun einen Angriff f�r wenig wahrscheinlich erachtete.</p><p>In den Tagen vor unserer Abreise sah ich nur wenig von Dejah Thoris, da ich v�llig von der Ausbildung in der Kriegskunst und der Z�hmung meiner Thoats in Anspruch genommen wurde. Die wenigen Male, die ich zu ihrer Unterkunft gegangen war, hatte ich sie nicht angetroffen, weil sie mit Sola spazieren ging oder gerade die Geb�ude der n�heren Umgebung erforschte. Ich hatte sie davor gewarnt, sich allzu weit vom Forum zu entfernen, da ich die gro�en wei�en Affen f�rchtete, deren Grausamkeit mir nur zu gut bekannt war. Dennoch bestand verh�ltnism��ig wenig Grund zur Beunruhigung, zumal Woola sie auf allen Ausfl�gen begleitete und Sola gut bewaffnet war.</p><p>Am Abend vor dem Abmarsch sah ich sie auf einer der gro�en Stra�en herankommen, die aus dem Osten der Stadt zum Platz f�hrte. Ich lief ihnen entgegen, teilte Sola mit, da� nunmehr ich auf Dejah Thoris aufpassen w�rde, und schickte sie unter irgendeinem nichtigen Vorwand in die Unterkunft. Ich mochte Sola und vertraute ihr, wollte jedoch mit Dejah Thoris allein sein, die f�r jene menschliche Anteilnahme stand, die ich auf der Erde zur�ckgelassen hatte. Uns schien �u�erst viel miteinander zu verbinden, als w�ren wir unter demselben Dach geboren worden und nicht auf verschiedenen Planeten, die achtundvierzig Millionen Meilen voneinander entfernt waren.</p><p>Ich konnte sicher sein, da� sie in dieser Hinsicht meine Gef�hle teilte, denn bei meinem N�herkommen wich der bedauernswert hoffnungslose Blick auf ihrem reizvollen Gesicht einem freudigen Begr��ungsl�cheln, als sie mir die kleine rechte Hand auf die linke Schulter legte, wie sich nur die roten Marsmenschen willkommen hei�en.</p><p>�Sarkoja hat Sola erz�hlt, da� du ein echter Thark geworden bist und da� ich dich nun ebenso oft zu sehen bekommen werde wie jeden anderen Krieger�, erz�hlte sie.</p><p>�Sarkoja ist ein L�genmaul und wird dem stolzen Anspruch der Thark auf absolute Wahrheitstreue nicht gerecht�, erwiderte ich.</p><p>Dejah Thoris lachte. �Ich wu�te, auch wenn du ein Mitglied ihrer Gemeinschaft geworden bist, w�rdest du dennoch mein Freund bleiben. �Ein Krieger kann sein Metall �ndern, jedoch nicht sein Herz�, lautet ein Sprichwort auf Barsoom. Ich denke, sie haben versucht, uns voneinander fernzuhalten. Immer wenn du keinen Dienst hattest, saugte sich eine der �lteren Frauen aus Tars Tarkas Gefolge irgendeinen Vorwand aus den Fingern, damit du Sola und mich nicht zu Gesicht bekommst. Sie brachten mich in die Gew�lbe unter den Geb�uden, ich mu�te ihnen helfen, ihr schreckliches Radiumpulver zu mischen und die f�rchterlichen Geschosse herzustellen. Du wei�t, da� sie bei k�nstlichem Licht gefertigt werden m�ssen, denn sobald sie dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, gehen sie in die Luft. Ist dir aufgefallen, da� ihre Kugeln explodieren, wenn sie auf einen Gegenstand treffen? Die undurchsichtige H�lle wird durch den Aufprall zerst�rt und setzt dabei einen fast festen Glaszylinder frei, in dessen Vorderteil sich ein winziges Partikel Radiumpulver befindet. In dem Augenblick, in dem Sonnenlicht, und sei es noch so diffus, an das Pulver kommt, explodiert dieses mit einer verheerenden Wirkung. Wenn du jemals einen Nachtkampf miterlebst, wird dir das Ausbleiben der Explosionen auffallen, w�hrend der darauffolgende Morgen beim ersten Sonnenlicht von lauten Detonationen der in der vorhergehenden Nacht abgesandten Kugeln erf�llt wird. In der Regel verwendet man des Nachts jedoch keine explosive Munition.�<a l:href="#fn1" type="note">[1]</a></p><p>Obwohl ich Dejah Thoris� Erkl�rungen �ber Details zur Kriegskunst auf dem Mars mit Interesse lauschte, beunruhigte mich eher, wie man sie behandelte. Da� man sie von mir fernhielt, war nicht �berraschend. Doch da� man ihr gef�hrliche und m�hsame Arbeiten zuwies, machte mich w�tend.</p><p>�Haben sie dir irgendwelche Grausamkeiten oder Gemeinheiten zugef�gt, Dejah Thoris?� fragte ich und sp�rte das hei�e Blut meiner kriegerischen Vorfahren in mir aufwallen, w�hrend ich auf ihre Antwort wartete.</p><p>�Nur geringf�gig, John Carter�, entgegnete sie. �Sie k�nnen nur meinen �u�eren Stolz verletzen. Schlie�lich wissen sie, da� ich die Tochter von zehntausend Jeddaks bin und meine Vorfahren ohne Unterbrechung bis zum Erbauer des ersten gro�en Wasserweges zur�ckverfolgen kann. Sie kennen nicht einmal ihre leiblichen M�tter und sind deshalb eifers�chtig. Im Innersten hassen sie ihr schreckliches Schicksal und lassen ihren Groll an mir aus, da ich f�r all das stehe, was sie nicht haben, wonach sie sich am meisten sehnen und was sie nie bekommen. La� uns Erbarmen mit ihnen haben, mein Gebieter, denn auch wenn wir von ihrer Hand den Tod erleiden, k�nnen wir uns dieses Mitleid leisten, denn wir stehen �ber ihnen, und sie wissen das.�</p><p>W�re mir bekannt gewesen, welche Bedeutung die Worte �mein Gebieter� hatten, wenn sie von einer roten Marsfrau an einen Mann gerichtet waren, h�tte ich die �berraschung meines Lebens erlebt, doch das erfuhr ich erst nach vielen Monaten. Ja, ich hatte auf Barsoom noch viel zu lernen.</p><p>�Ich nehme an, es ist kl�ger, wie tragen unser Schicksal so w�rdevoll wie m�glich, Dejah Thoris. Nichtsdestoweniger hoffe ich, da� ich das n�chste Mal dabei bin, wenn irgendein Marsmensch, sei er gr�n, rot, rosa oder violett, die Frechheit besitzt, dir gegen�ber auch nur die Stirn zu runzeln, meine Prinzessin.�</p><p>Bei meinen letzten Worten hielt Dejah Thoris den Atem an und starrte mich mit geweiteten Augen an. Dann atmete sie zusehends schneller, und schlie�lich sch�ttelte sie mit einem seltsamen kleinen Lachen, das neben ihren Mundwinkeln schelmische Gr�bchen entstehen lie�, den Kopf und rief: �Was f�r ein Kind! Ein gro�er Krieger und dennoch ein ungeschicktes kleines Kind.�</p><p>�Was habe ich getan?� fragte ich schmerzhaft verlegen.</p><p>�Eines Tages wirst du es erfahren, John Carter, wenn wir dann noch am Leben sind. Aber nicht von mir. Und ich, die Tochter von Mors Kajak, dem Sohn von Tardos Mors, habe es ohne Groll vernommen�, f�gte sie abschlie�end hinzu.</p><p>Dann wurde sie wieder guter Dinge und lachte und scherzte mit mir �ber mein au�ergew�hnliches K�nnen als Thark, das im Widerspruch zu meinem guten Herzen und meiner nat�rlichen Liebensw�rdigkeit stand.</p><p>�Ich glaube, wenn du zuf�llig einen Feind verwundest, so nimmst du ihn dann mit nach Hause und pflegst ihn gesund�, lachte sie.</p><p>�Genau so machen wir das auf der Erde, zumindest unter zivilisierten Menschen�, entgegnete ich.</p><p>Auch das brachte sie zum Lachen. Sie konnte es nicht verstehen, denn trotz ihrer Z�rtlichkeit und bezaubernden Fraulichkeit blieb sie doch ein Marsmensch, und f�r diesen ist nur ein toter Feind ein guter Feind, denn mit jedem toten Widersacher gibt es unter den �berlebenden mehr aufzuteilen.</p><p>Ich war sehr erpicht, zu erfahren, was ich vor einem Augenblick gesagt oder getan hatte, das sie so sehr best�rzt hatte, und so dr�ngte ich sie weiterhin, mich aufzukl�ren.</p><p>�Nein, es gen�gt, da� du es gesagt hast und ich es vernommen habe. Doch wenn du es erf�hrst. John Carter, und ich dann schon nicht mehr am Lehen sein sollte, was wahrscheinlich der Fall ist, bevor der zweite Mond noch zw�lfmal Barsoom umkreist hat. dann erinnere dich daran, da� ich zugeh�rt�� und gel�chelt habe.�</p><p>F�r mich war das alles v�llig r�tselhaft, doch je mehr ich auf sie einredete, desto deutlicher erteilte sie mir eine Abfuhr, und so gab ich schlie�lich �u�erst entmutigt auf.</p><p>Der Tag hatte sich inzwischen verabschiedet, und als wir die Magistrale entlanggingen, die von den zwei Monden Barsooms erhellt wurde, und die Erde mit ihrem gl�nzenden gr�nen Auge zu uns herunterblickte, schien es, als bef�nden wir uns allein im Weltall, und zumindest ich war damit ganz zufrieden.</p><p>Die k�hle Marsnacht griff nach uns. Ich nahm meinen seidenen Umhang ab und legte ihn Dejah Thoris um die Schultern. Als mein Arm einen Augenblick auf ihr ruhte, f�hlte ich einen Schauer durch jede Faser meines K�rpers laufen, wie es noch bei keiner Ber�hrung mit einem Sterblichen geschehen war, und mir schien, da� sie sich leicht an mich lehnte. Doch ich war mir nicht sicher. Ich wu�te nur, da� mein Arm l�nger als n�tig auf ihrer Schulter lag und da� sie ihn weder absch�ttelte noch etwas sagte. So gingen wir schweigend �ber den Boden einer sterbenden Welt, aber zumindest bei einem von uns war ein sehr altes und dennoch immer wieder neues Gef�hl geweckt worden.</p><p>Ich liebte Dejah Thoris. Die Ber�hrung ihrer nackten Schulter hatte mir gezeigt, was ich nicht mi�verstehen konnte, und ich wu�te, da� ich sie liebte, seit sich unsere Blicke auf dem Platz der toten Stadt Korad zum ersten Mal begegnet waren.</p></section><section><title><p>14. Ein Kampf auf Leben und Tod</p></title><p>Im ersten Moment wollte ich ihr eine Liebeserkl�rung machen, dann fiel mir jedoch die Aussichtslosigkeit ihrer Lage ein, wobei allein ich die Leiden ihrer Gefangenschaft mindern und sie mit meinen bescheidenen Mitteln vor den tausend Erzfeinden besch�tzen konnte, denen sie nach unserer Ankunft in Thark gegen�bertreten mu�te. Ich durfte ihr nicht zus�tzlich Kummer und Schmerz bereiten, in dem ich ihr meine Liebe erkl�rte, die sie wahrscheinlich auch nicht erwiderte. Handelte ich derart unbesonnen, so w�rde das ihr Dasein noch unertr�glicher machen als bisher. Au�erdem fiel mir ein, da� sie sich in ihrer Lage ausgenutzt f�hlen k�nnte. Also blieb mein Mund dann endg�ltig verschlossen.</p><p>�Warum bist du so still, Dejah Thoris?� fragte ich. �Vielleicht m�chtest du lieber zu Sola und in eure Unterkunft zur�ckkehren?�</p><p>�Nein�, murmelte sie. �Hier bin ich gl�cklich. Ich wei� nicht, warum ich immer so gl�cklich und zufrieden bin, wenn du bei mir bist, ein Fremder namens John Carter. Doch dann f�hle ich mich sicher, und ich habe ein Gef�hl, als kehrte ich bald mit dir an den Hof meines Vaters zur�ck, sp�rte seine kr�ftige Umarmung, die Tr�nen meiner Mutter und ihre K�sse auf meiner Wange.�</p><p>�K�ssen sich denn die Menschen auf Barsoom?� fragte ich, als sie mir die Bedeutung des mir bis dahin unbekannten Wortes erkl�rt hatte.</p><p>�Eltern, Br�der, und Schwestern, ja�� und Liebende�, f�gte sie leise und nachdenklich hinzu.</p><p>�Hast du Eltern, Br�der und Schwestern, Dejah Thoris?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Und steht jemand deinem Herzen nahe?�</p><p>Sie schwieg, und ich wagte nicht, die Frage zu wiederholen.</p><p>�Der Mann von Barsoom stellt einer Frau keine pers�nlichen Fragen, nur seiner Mutter und jener Frau, f�r die er gek�mpft und gesiegt hat�, erwiderte sie schlie�lich.</p><p>�Aber ich habe doch gek�mpft���, begann ich, und dann h�tte ich mir am liebsten auf die Zunge gebissen, denn kaum da� ich mich besonnen hatte und verstummte, wandte sie sich um, nahm das Seidentuch ab, hielt es mir schweigend hin und schritt erhobenen Hauptes mit der Haltung der K�nigin, die sie jedoch war, �ber den Platz zu ihrem Haus. Ich versuchte gar nicht erst, ihr zu folgen, wartete, bis ich sie sicher am Haus ankommen sah, schickte ihr Woola hinterher, machte entmutigt kehrt und ging heim. Stundenlang sa� ich schlechtgelaunt im Schneidersitz auf dem Bett und sann �ber die seltsamen Launen nach, mit denen das Schicksal uns arme Teufel im Leben bedenkt.</p><p>So also sah die Liebe aus! All die Jahre, die ich auf den f�nf Kontinenten und den Weltmeeren umherzog, war sie mir erspart geblieben, obwohl ich viele sch�ne Frauen kennengelernt und sich mir reichlich Gelegenheit dazu geboten hatte; obwohl ich immer geliebt werden wollte und st�ndig nach einem Ideal gesucht hatte. Mir war es beschieden, mich ungest�m und hoffnungslos in ein Wesen aus einer anderen Welt zu verlieben, ein Lebewesen einer �hnlichen Rasse, die dennoch anders war. Eine Frau, die aus einem Ei geschl�pft war, und deren Lebensspanne unter Umst�nden mehr als ein Jahrtausend umfa�te; deren Volk seltsame Br�uche und Ansichten hatte; eine Frau, deren Hoffnungen und Freuden, deren Ma�st�be von Tugend, Recht und Unrecht unter Umst�nden so sehr von den meinen abwichen wie meine von denen der gr�nen Marsmenschen.</p><p>Ja, ich war t�richt, doch war ich verliebt, und obwohl ich litt wie noch nie, h�tte ich es um all der Reicht�mer von Barsoom nicht anders haben wollen. So ist die Liebe, und so sind die Liebenden, wo immer es Liebe gibt. F�r mich verk�rperte Dejah Thoris Vollkommenheit, Tugend, Sch�nheit, alles Edle und Gute. Ich glaubte es von ganzem Herzen, w�hrend ich in dieser Nacht in Korad mit gekreuzten Beinen auf meinem seidenen Lager sa�, der erste Mond von Barsoom �ber den westlichen Himmel gen Horizont eilte und dabei das Gold, den Marmor und die Edelsteinmosaiks in meinem antiken Gemach anstrahlte. Heute, da ich in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch sitze, von wo ich auf den Hudson blicken kann, kommt es mir vor, als sei es Gegenwart. Dabei sind zwanzig Jahre seitdem vergangen. Zehn davon habe ich f�r Dejah Thoris und ihr Volk gelebt und gek�mpft, zehn weitere von der Erinnerung an sie gelebt.</p><p>Der Tag des Abmarsches nach Thark begann klar und hei� wie jeder Tag auf dem Mars, mit Ausnahme jener sechs Wochen, wenn an den Polen der Schnee schmilzt.</p><p>Ich machte Dejah Thoris inmitten der abfahrenden Fuhrwerke ausfindig, doch sie zeigte mir die kalte Schulter, und ich konnte sehen, wie ihr das Blut in die Wangen stieg. Mit der t�richten Starrk�pfigkeit des Verliebten gab ich mich zufrieden, wo ich mich h�tte damit entschuldigen k�nnen, da� ich gar nicht wu�te, womit ich sie derart gekr�nkt hatte, und wof�r sie mir schlimmstenfalls nur halb vergeben h�tte.</p><p>Mein Pflichtgef�hl lie� mich �berpr�fen, ob sie bequem untergebracht war, und so blickte ich in ihre Kutsche und richtete ihre Seident�cher und Pelze. Dabei stellte ich mit Entsetzen fest, da� sie mit einer schweren Fu�kette ans Fahrzeug gefesselt war.</p><p>�Was soll das hei�en?� schrie ich Sola an.</p><p>�Sarkoja hielt es f�r das Beste�, entgegnete sie, wobei ihre Miene mir zeigte, wie wenig sie die Ma�nahme billigte.</p><p>Als ich mir die Kette genauer ansah, bemerkte ich, da� sie mit einem wuchtigen Schlo� versehen war.</p><p>�Wo ist der Schl�ssel, Sola? Bitte gib ihn mir!�</p><p>�Sarkoja hat ihn�, entgegnete sie.</p><p>Wortlos wandte ich mich um, suchte Tars Tarkas auf und machte ihm Vorhaltungen ob der unn�tigen Dem�tigungen und Grausamkeiten gegen�ber Dejah Thoris, wie sie einem Liebenden ja vorkommen mu�ten.</p><p>�John Carter, solltest du und Dejah Thoris �berhaupt je die Flucht von den Thark wagen, dann auf dieser Reise. Wir wissen, da� du ohne sie nicht gehen wirst. Du hast dich als t�chtiger Kriegsmann erwiesen, und wir m�chten dich nicht anketten. Also halten wir euch beide auf die einfachste und gleichzeitig zuverl�ssigste Weise fest, die es gibt. Ich habe gesprochen�, entgegnete er.</p><p>Ich erkannte augenblicklich die Logik dieser Schlu�folgerung und wu�te, da� es sinnlos war, ihn von seiner Entscheidung abbringen zu wollen. Dennoch bat ich ihn, Sarkoja den Schl�ssel wegzunehmen und ihr zu befehlen, die Gefangene in Zukunft in Ruhe zu lassen.</p><p>�So viel kannst du f�r mich schon als Gegenleistung f�r die Freundschaft tun, die ich dir zugegebenerma�en entgegenbringe.�</p><p>�Freundschaft?� entgegnete er. �So etwas gibt es nicht, John Carter. Aber du sollst deinen Willen haben. Ich werde Sarkoja befehlen, das M�dchen nicht mehr zu bel�stigen, und nehme den Schl�ssel selbst in Gewahrsam.�</p><p>�Falls du nicht mir die Verantwortung �bertragen willst�, erwiderte ich l�chelnd.</p><p>Er blickte mich lange Zeit ernst an und erwiderte dann: �Wenn du mir dein Wort gibst, da� weder du noch das M�dchen zu fliehen versucht, bis wir sicher am Hof von Tal Hajus angekommen sind, kannst du den Schl�ssel haben und die Ketten dem Flu� Iss �bergeben.�</p><p>�Dann ist es besser, du beh�ltst den Schl�ssel, Tars Tarkas�, entgegnete ich.</p><p>Er l�chelte und sagte nichts mehr, aber als wir das Nachtlager aufgeschlagen hatten, beobachtete ich ihn, wie er Dejah Thoris� Ketten eigenh�ndig l�ste.</p><p>Trotz seiner Grausamkeit und K�lte hatte man bei ihm das Gef�hl, da� er sich st�ndig im Widerstreit mit sich befand. War es m�glich, da� irgendeiner seiner Ahnen ihm einen menschlichen Instinkt vererbt hatte, der ihm nun die Sitten und Gebr�uche des eigenen Volkes widerw�rtig erscheinen lie�?</p><p>Als ich mich Dejah Thoris� Kutsche n�herte, kam ich an Sarkoja vorbei, und der finstere, Blick, den sie mir zuwarf, wirkte seit vielen Stunden auf mich wieder einmal wie Balsam. Gro�er Gott, wie sehr sie mich verachtete! Ihr Ha� war so greifbar, man h�tte ihn mit einem Schwert zerteilen k�nnen.</p><p>Einige Augenblicke sp�ter sah ich sie ins Gespr�ch mit einem Krieger namens Zad vertieft, einem gro�en, massigen und starken Unhold, der indes noch nie einen der Anf�hrer geschlagen hatte und demzufolge noch immer ein omad war, ein Mann mit nur einem Namen. Er konnte sich nur mit dem Metall eines Anf�hrers einen Zweitnamen verdienen. Derselbe Brauch berechtigte mich, den Namen eines der beiden Anf�hrer zu tragen, die ich get�tet hatte, wobei mich einige mit Dotar Sojat ansprachen, einer Kombination der Vornamen jener beiden Krieger, deren Metall ich genommen, oder die ich, mit anderen Worten, in fairem Kampf besiegt hatte.</p><p>Als Sarkoja mit Zad redete, blickte er gelegentlich zu mir hin, w�hrend sie ihn offensichtlich bedr�ngte, etwas Bestimmtes zu unternehmen. Damals schenkte ich alle dem kaum Beachtung, doch am n�chsten Tag hatte ich guten Grund, mich dessen zu entsinnen und mir dar�ber klar zu werden, welche Ausma�e Sarkojas Ha� annehmen konnte, und zu welchen Dingen ihre schrecklichen Rachegel�ste sie treiben konnten.</p><p>Dejah Thoris wollte mich an diesem Abend nicht mehr sehen. Als ich sie anredete, schwieg sie und verzog keine Miene, so da� ich nicht wu�te, ob sie mich �berhaupt wahrnahm. In meiner Not tat ich, was die meisten anderen Liebenden getan h�tten. Ich versuchte, durch eine Vertraute mehr zu erfahren. In diesem Falle war es Sola, die ich in einem anderen Teil des Lagers aufst�berte.</p><p>�Was ist mit Dejah Thoris? Warum m�chte sie nicht mit mir reden?� platzte ich heraus.</p><p>Soja schien selbst etwas durcheinander zu sein, denn solch merkw�rdiges Gebaren seitens zweier Menschen war ihr offenbar einfach zuviel.</p><p>�Sie behauptet, du habest sie ver�rgert. Mehr m�chte sie nicht sagen, au�er, da� sie die Tochter eines Jed und die Enkelin eines Jeddaks ist und von einer Kreatur beleidigt wurde, die nicht einmal die Z�hne des Soraks ihrer Gro�mutter putzen k�nnte.�</p><p>Ich dachte eine Weile �ber diese �u�erung nach und fragte schlie�lich: �Was ist denn ein Sorak, Sola?�</p><p>�Ein kleines Tier von der Gr��e meiner Hand, was sich die roten Marsfrauen halten, um damit zu spielen�, erkl�rte Sola.</p><p>Au�erstande, die Z�hne der Katze ihrer Gro�mutter zu putzen! Dejah Thoris mu� ziemlich wenig von dir halten, dachte ich. Dennoch brachte mich die seltsame Redensart zum Lachen, sie klang so vertraut, als stamme sie von der Erde. Ich bekam Heimweh, denn sie klang fast wie: �...ich w�rde ihm nicht einmal ihre Schuhe putzen lassen.� Nun kamen mir v�llig neue Gedanken. Ich fragte mich, was meine Leute zu Hause wohl gerade taten. Seit Jahren hatte ich sie nicht mehr gesehen. Es gab eine Familie Carter in Virginia, enge Verwandte, ich war wohl der Gro�onkel oder etwas �hnlich Albernes. �berall hielt man mich f�r f�nfundzwanzig oder drei�ig Jahre, und es erschien mir v�llig absurd, da� ich ein Gro�onkel sein sollte, denn meine Gedanken und Gef�hle waren die eines Jungen. Die Carters hatten zwei kleine Kinder, die ich liebte, und die davon �berzeugt waren, da� es auf der ganzen Welt niemanden gab wie Onkel Jack. Ich sah sie deutlich vor mir, als ich im Mondlicht in Barsoom stand, und ich sehnte mich nach ihnen, wie ich mich noch nie zuvor nach jemandem gesehnt hatte. Von Natur aus Weltenbummler, hatte ich niemals den wahren Sinn des Wortes Zuhause kennengelernt, doch die gro�e Vorhalle der Carters hatte immer f�r all das gestanden, was das Wort mir bedeutete. Bei den kalten und unfreundlichen Menschen, in deren Mitte mich das Schicksal geworfen hatte, wandte sich mein Herz nun diesem Zuhause zu. Denn verachtete mich nicht sogar Dejah Thoris? Ich war eine nichtsw�rdige Kreatur, so nichtsw�rdig, da� sie mich nicht einmal die Z�hne der Katze ihrer Gro�mutter putzen lassen w�rde. Dann rettete mich zum Gl�ck mein Sinn f�r Humor. Lachend wandte ich mich auf meinem Lager aus Seident�chern und Fellen um und schlief auf dem mondbeschienenen Boden den Schlaf des m�den und gesunden K�mpfers.</p><p>Am n�chsten Tag brachen wir das Lager fr�hzeitig ab und marschierten mit nur einem einzigen Halt bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Zwei Ereignisse unterbrachen unseren eint�nigen Marsch. Gegen Mittag ersp�hten wir weit zu unserer Rechten etwas �hnliches wie einen Inkubator, worauf Lorquas Ptomel Tars Tarkas aussandte, um ihn zu erforschen. Dieser w�hlte wiederum ein Dutzend Krieger, darunter auch mich, aus, und wir st�rmten �ber den samtigen Moosteppich auf die kleine Eingrenzung zu.</p><p>Es war tats�chlich eine Brutstation, doch waren die Eier im Vergleich mit denen, die ich bei meiner Ankunft beim Ausbr�ten beobachtet hatte, sehr klein.</p><p>Tars Tarkas sa� ab, untersuchte eingehend die Eingrenzung und verk�ndete schlie�lich, die Station geh�re den gr�nen Menschen von Warhoon, der Zement an der Au�enmauer sei noch nicht getrocknet.</p><p>�Sie m�ssen kaum einen Tagesmarsch vor uns sein�, rief er aus, und Kampfesfreude malte sich auf sein grimmiges Gesicht.</p><p>Unser Aufenthalt bei der Brutstation war von kurzer Dauer. Die Krieger rissen den Eingang auf, einige krochen hinein und hatten mit den kurzen Schwertern bald alle Eier zerst�rt. Wir sa�en wieder auf und gesellten uns zur Karawane. Unterwegs ergriff ich die Gelegenheit beim Sch�pfe und fragte Tars Tarkas, ob diese Warhoon, deren Eier wir zerst�rt hatten, ein kleinw�chsigeres Volk seien als die Thark.</p><p>�Ich habe bemerkt, da� ihre Eier viel kleiner waren als jene, die ich in eurer Brutstation beim Schl�pfen beobachtet habe�, f�gte ich hinzu.</p><p>Er erkl�rte mir, da� die Eier gerade abgelegt worden seien, wie alle Eier der gr�nen Marsmenschen aber im Laufe der f�nfj�hrigen Brutzeit noch wachsen w�rden, bis sie die Gr��e jener Eier erreicht hatten, wie ich sie am Tage meiner Ankunft auf Barsoom gesehen hatte. Das war wirklich interessant, denn es hatte mich verbl�fft, da� die gr�nen Marsfrauen, wie gro� sie auch waren, solche riesigen Eier hervorbrachten, aus denen ich die vierf��igen Kinder hatte zum Vorschein kommen sehen. In Wirklichkeit ist das neugelegte Ei nur wenig gr��er als ein gew�hnliches G�nseei, und da es erst zu wachsen beginnt, wenn man es dem Sonnenlicht aussetzt, ist es f�r die Befehlshaber nicht sehr schwer, mit einem Ritt einige Hundert von ihnen aus den Gew�lben, in denen sie lagern, zu den Brutstationen zu transportieren.</p><p>Kurz nach dem Zwischenfall mit den Warhoon-Eiern machten wir halt, damit sich die Tiere ausruhen konnten. Dabei kam es zu dem zweiten interessanten Vorkommnis des Tages. Ich war gerade dabei, die Reitutensilien von einem meiner Thoats auf das zweite zu packen, da ich die Strecke immer zwischen ihnen aufteilte, als Zad herankam und meinem Tier mit dem langen Schwert wortlos einen schrecklichen Schlag versetzte.</p><p>Ich ben�tige keinen Leitfaden zu der auf dem Mars �blichen Etikette um zu wissen, wie ich darauf zu reagieren hatte. Eigentlich war ich so w�tend, da� ich mich kaum zur�ckhalten konnte, meine Pistole zu ziehen und den Grobian niederzuschie�en, doch er wartete mit gezogenem Schwert, und ich hatte nur die einzige M�glichkeit, mein eigenes zu ziehen und ihm einen fairen Kampf zu liefern, und zwar mit der von ihm gew�hlten oder einer kleineren Waffe.</p><p>Letzteres ist immer erlaubt, deswegen h�tte ich je nach Lust und Laune das Kurzschwert, den Dolch, das Kriegsbeil oder die F�uste w�hlen k�nnen und dem Recht v�llig Gen�ge getan. Hingegen durfte ich nicht zu Schu�waffen oder zum Speer greifen, wenn er nur ein langes Schwert in der Hand hielt.</p><p>Ich entschied mich f�r dieselbe Waffe, denn ich wu�te, da� er auf ihre Handhabung besonders stolz war, und wenn schon, dann wollte ich ihn mit seiner eigenen Waffe schlagen. Der nun folgende Kampf dauerte lange, wodurch sich der Weitermarsch um eine Stunde verschob. Die gesamte Gemeinschaft scharte sich um uns, und lie� uns dabei einen Freiraum von etwa einhundert Fu� Durchmesser.</p><p>Zuerst versuchte Zad, mich niederzustampfen wie ein Bulle den Wolf, doch war ich viel zu schnell f�r ihn und wich aus. Wenn er dann an mir vorbeist�rzte, versetzte ich ihm mit dem Schwert jedes Mal einen leichten Schlag auf Arm oder R�cken. Bald blutete er aus einem halben Dutzend kleinerer Wunden, doch kam ich nicht dazu, ihn ernsthaft zu verletzen. Dann �nderte er seine Taktik, k�mpfte vorsichtig und �u�erst geschickt und versuchte, mit Verstand zu erreichen, was er mit brutaler Kraft nicht hatte ausrichten k�nnen. Ich mu� zugeben, da� er ein ausgezeichneter Schwertk�mpfer war, und h�tte ich nicht gr��ere Ausdauer besessen und die au�ergew�hnliche Beweglichkeit, wie sie mir der Mars verlieh, h�tte ich ihm nicht einen derart w�rdigen Kampf liefern k�nnen.</p><p>Eine Zeitlang umkreisten wir uns, ohne einander Schaden zuzuf�gen. Die langen, spitzen Schwerter glei�ten im Sonnenlicht und durchbrachen die Stille beim Aufeinandertreffen mit einem metallischen Klang. Als Zad bemerkte, da� er schneller erm�dete als ich, beschlo� er, den Kampf durch einen letzten ruhmvollen Schlag f�r sich zu beenden, und als er auf mich zust�rmte, blendete mich etwas, so da� ich sein N�herkommen nicht sehen und nur blindlings zu Seite springen konnte, um der m�chtigen Klinge zu entgehen, die ich schon in mir sp�rte. Ich hatte nur zum Teil Erfolg, wie mir ein scharfer Schmerz in der linken Schulter zeigte, aber als mein Blick suchend umherschweifte, um meinen Gegner erneut ausfindig zu machen, bot sich meinen Augen eine Szene, die mich f�r die Wunde entsch�digte, die ich der zeitweiligen Blendung zu verdanken hatte. Drei Gestalten waren auf Dejah Thoris� Kutsche geklettert, um den Kampf �ber die K�pfe der Thark hinweg mitzuverfolgen. Es waren Dejah Thoris, Sola und Sarkoja, und was ich nun sah, grub sich tief in mein Ged�chtnis ein, so da� ich es mein Lebtag nicht vergessen sollte.</p><p>Genau in dem Moment fiel Dejah Thoris w�tend wie eine junge Tigerin �ber Sarkoja her und schlug ihr einen Gegenstand aus der erhobenen Hand, der im Sonnenlicht aufblitzte, als er auf dem Boden aufschlug. Nun verstand ich, was mich in diesem entscheidenden Moment des Kampfes geblendet hatte, und welchen Weg Sarkoja gefunden hatte, mich zu t�ten, ohne selbst Hand anzulegen. Dann erlebte ich noch etwas, was mich fast das Leben kostete, denn es nahm f�r den Bruchteil eines Augenblicks meine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch. Als Dejah Thoris Sarkoja den winzigen Spiegel aus der Hand stie�, zog Sarkoja mit ha�erf�lltem Gesicht wutentbrannt den Dolch, um Dejah Thoris einen t�dlichen Sto� zu versetzen. In diesem Moment warf sich Sola, unsere liebe und treue Sola, dazwischen, und ich sah als letztes das gro�e Messer �ber ihrer Brust niedergehen.</p><p>Inzwischen hatte sich mein Feind von dem Hieb erholt und forderte erneut meine ganze Konzentration, so da� ich mich widerwillig meiner unmittelbaren Gegenwart widmen mu�te, obwohl ich nicht bei der Sache war.</p><p>W�tend drangen wir immer wieder aufeinander ein, bis ich pl�tzlieh die scharfe Spitze seines Schwertes auf meiner Brust sp�rte. Ich hatte den Schlag weder parieren noch ihm ausweichen k�nnen, so da� ich mich mit ausgestrecktem Schwert und dem ganzen Gewicht auf ihn warf, fest entschlossen, wenigstens nicht allein zu sterben. Ich f�hlte den Stahl in meine Brust dringen, mir wurde schwarz vor Augen, in meinem Kopf drehte sich alles, und ich sp�rte, wie die Knie unter mir nachgaben.</p></section><section><title><p>15. Solas Geschichte</p></title><p>Als ich das Bewu�tsein wiedererlangte��, wie ich bemerkte, mu�te ich nur kurze Zeit besinnungslos gewesen sein��, sprang ich auf und suchte nach meinem Schwert. Es steckte bis zum Heft in Zads Brust, der entseelt auf dem ockerfarbenen Moos des ehemaligen Meeresbodens lag. Wieder Herr meiner Sinne, stellte ich fest, da� seine Waffe in meine linke Brust gefahren war, doch hatte sie nur das �ber den Rippen liegende Muskelgewebe verletzt und kam unterhalb der Schulter wieder heraus. Bei meinem Sprung hatte ich mich gedreht, so da� das Schwert lediglich eine schmerzhafte, aber ungef�hrliche Fleischwunde hinterlassen hatte.</p><p>Ich zog es heraus, holte meine Waffe, wandte dem h��lichen Kadaver den R�cken zu und schleppte mich unter Schmerzen und voller Widerwillen zu meinem Gefolge. Das anerkennende Raunen der Marsmenschen begr��te mich, jedoch ging es an mir vorbei.</p><p>Blutend und geschw�cht erreichte ich meine Frauen, die, an derartige Vorf�lle gew�hnt, die Wunden verbanden und mit den wunderbaren und wirkungsvollen Heilmitteln versorgten, die lediglich gegen unmittelbar t�dliche Verletzungen nichts mehr auszurichten vermochten. Man lasse eine Marsfrau gew�hren, und der Tod mu� sich noch etwas gedulden. Bald hatten sie mich wieder zusammengeflickt, so da� ich, abgesehen von der mit dem Blutverlust zusammenh�ngenden Schw�che und einer kleinen Entz�ndung am Rand der Wunde nicht weiter unter diesem Stich zu leiden hatte, der mich auf der Erde unweigerlich f�r einige Tage aufs Krankenlager geschickt h�tte.</p><p>Sobald sie mit mir fertig waren, eilte ich zur Kutsche von Dejah Thoris, wo ich meine arme Sola vorfand, den Brustkorb mit Verb�nden dick umwickelt. Doch offenbar war sie nicht allzu schwer verwundet, da Sarkojas Dolch den Rand von Solas metallenen Brustornamenten getroffen hatte, so da� er, derart abgelenkt, nur zu einer leichten Kratzwunde gef�hrt hatte.</p><p>Beim N�hertreten fand ich Dejah Thoris mit dem Gesicht nach unten auf ihren Seident�chern und Pelzen liegen. Ihr zierlicher K�rper wurde von Schluchzen gesch�ttelt. Sie bemerkte mich nicht, auch h�rte sie nicht, wie ich mit Sola vor der Kutsche redete. �Ist sie verletzt?� fragte ich Sola, mit einer Kopfbewegung auf Dejah Thoris weisend.</p><p>�Nein, sie denkt, du bist tot�, entgegnete sie.</p><p>�Und glaubt, da� nun niemand mehr da ist, der der Katze ihrer Gro�mutter die Z�hne putzen kann?� erkundigte ich mich l�chelnd.</p><p>�Ich glaube, du tust ihr Unrecht, John Carter�, erwiderte Sola. �Ich verstehe weder dein noch ihr Verhalten, doch ich bin �berzeugt, die Enkelin der zehntausend Jeddaks w�rde sich niemals �ber den Tod eines Menschen derart gr�men, von dem sie nichts h�lt, oder �berhaupt �ber niemanden, dem sie nicht �u�erst zugeneigt w�re. Sie sind ein stolzes Volk, aber sie sind gerecht wie alle Barsoomier, und du mu�t sie verletzt oder ihr ernsthaft unrecht getan haben, so da� sie dich nicht wahrnimmt und dich als tot beweint, obgleich du am Leben bist.�</p><p>�Tr�nen sind auf Barsoom sehr selten�, fuhr sie fort. �Daher f�llt es mir sehr schwer, sie zu erkl�ren. Ich habe in meinem ganzen Leben au�er Dejah Thoris nur zwei Leute weinen sehen; den einen aus Kummer, den anderen vor unterdr�ckter Wut. Das erste Mal war es meine Mutter, bevor sie vor Jahren get�tet wurde; das andere Mal Sarkoja, als man sie heute von mir wegzog.�</p><p>�Deine Mutter?� rief ich aus. �Sola, du kannst deine Mutter doch gar nicht kennen, du Kind.�</p><p>�Doch. Und auch meinen Vater�, f�gte sie hinzu. �Wenn du die seltsame und in Barsoom einmalige Geschichte h�ren willst, komm heute abend zu meinem Wagen, John Carter, und ich erz�hle dir etwas, wor�ber ich in meinem Leben noch nie gesprochen habe. Jetzt mu�t du gehen, das Signal zum Abmarsch wurde gegeben.�</p><p>�Ich komme, Sola�, versprach ich. �Vergi� nicht, Dejah Thoris zu erz�hlen, da� ich am Leben bin und es mir gut geht. Ich werde mich ihr nicht aufdr�ngen, und la� sie, bitte, auch nicht erfahren, da� ich sie habe weinen sehen. Wenn sie mit mir sprechen m�chte, warte ich nur auf ihren Befehl.�</p><p>Sola setzte sich in ihr Fahrzeug, das sich an der richtigen Stelle einreihte, w�hrend ich zu meinem wartenden Thoat eilte und zu meinem Platz neben Tars Tarkas am Ende des Zuges galoppierte.</p><p>Es mu�te ein h�chst beeindruckender und wirkungsvoller Anblick sein, wie unsere Kolonne sich weit �ber die gelbe Landschaft hinzog; die zweihundertf�nfzig verzierten und in leuchtenden Farben bemalten Fahrzeuge, angef�hrt von etwa zweihundert berittenen Kriegern und Befehlshabern, die jeweils im Abstand von einhundert Yards zu f�nft nebeneinander ritten, und den mindestens zwanzig Kriegern, die den Zug zu beiden Seiten begleiteten. Dann kamen f�nfzig Dickh�uter, jene schweren Zugtiere, die man als Zitidars bezeichnete, danach f�nf- bis sechshundert unberittene Thoats, die von einigen Kriegern vorangetrieben wurden. Das gl�nzende Metall und die Edelsteine, mit denen M�nner und Frauen reichhaltig geschm�ckt waren, verdoppelt im Zaumzeug der Zitidars und Thoats, sowie die eingestreuten strahlend bunten und prunkvollen Seident�cher, Pelze und Federn verliehen der Karawane eine unvorstellbare Pracht, angesichts derer ein ostindischer Maharadscha vor Neid erbla�t w�re.</p><p>Die extrem breiten R�der der Fahrzeuge und die dickgepolsterten Pfoten der Tiere bewegten sich ger�uschlos auf dem einstigen, nun moosbedeckten Meeresgrund, so da� wir wie ein riesiges Phantom erschienen. Lediglich der kehlige Laut eines Zitadars oder das Geschrei miteinander k�mpfender Thoats unterbrachen die Stille. Die gr�nen Marsmenschen unterhalten sich nur wenig, und dann gew�hnlich so einsilbig und ged�mpft, da� es wie das schwache Grollen eines entfernten Gewitters klingt.</p><p>Wir querten eine unber�hrte, moosbewachsene Ein�de. Die Pflanzen gaben dem Druck der breiten R�der oder der dicken Pranken nach und richteten sich hinter uns wieder auf, so da� wir nicht die geringste Spur hinterlie�en. In der Tat h�tten wir Geister jener im toten Meer dieses sterbenden Planeten l�ngst Dahingegangenen sein k�nnen, solche Totenstille herrschte vor. Zum ersten Mal erlebte ich, da� ein derart riesiger Zug von Menschen und Tieren keinerlei Spuren oder Verschmutzungen zur�cklie�. Auf dem Mars gibt es keinen Schmutz, au�er w�hrend der Wintermonate in den kultivierten Gegenden, und sogar diesen bemerkt man kaum, da kein belebender Wind weht.</p><p>In dieser Nacht schlugen wir ein Lager am Fu� der Berge auf, die wir seit zwei Tagen ansteuerten. Sie befanden sich am s�dlichen Ufer des fr�heren Meeres. Unsere Tiere hatten seit zwei Tagen nichts getrunken, seit fast zwei Monaten �berhaupt kein Wasser bekommen, zuletzt kurz nach der Abreise aus Thark, doch Tars Tarkas erkl�rte mir, da� sie nur wenig ben�tigten und sich fast unbegrenzte Zeit von dem Moos erhalten k�nnten, das ganz Barsoom �berzieht und in seinen winzigen Zellen gen�gend Fl�ssigkeit speichert, um den bescheidenen Fl�ssigkeitsbedarf der Tiere zu decken. Nachdem ich meine Abendmahlzeit aus jener k�seartigen Substanz und der Pflanzenmilch zu mir genommen hatte, suchte ich Sola auf. die beim Schein einer Fackel gerade an einem von Tars Tarkas Umh�ngen arbeitete. Bei meinem N�hertreten hob sie den Kopf, und ihr Gesicht hellte sich vor Willkommensfreude auf.</p><p>�Ich bin froh, da� du gekommen bist�, sagte sie. �Dejah Thoris schl�ft, und ich f�hle mich einsam. Meine eigenen Leute k�mmern sich nicht um mich, John Carter, ich unterscheide mich zu sehr von ihnen. Es ist ein trauriges Dasein, da ich mein Leben unter ihnen fristen mu�, und ich w�nsche mir oft, ich w�re eine echte gr�ne Marsfrau ohne Gef�hl und Glauben. Doch habe ich die Liebe kennengelernt, und so bin ich verloren.</p><p>Ich habe versprochen, dir meine Geschichte zu erz�hlen, oder besser die meiner Eltern. Nach dem, was ich �ber dich und die Sitten deines Volkes erfahren habe, bin ich �berzeugt, da� dieser Bericht dir nicht seltsam vorkommen wird. Doch unter den gr�nen Marsmenschen kann sich nicht einmal der �lteste erinnern, da� so etwas schon einmal vorgekommen ist. Auch wird in unseren Legenden �ber �hnliches nicht berichtet.</p><p>Meine Mutter war sehr klein, eigentlich zu klein, und so erlaubte man ihr nicht, die Verantwortungen der Mutterschaft zu �bernehmen, da es dem Willen unserer Anf�hrer zufolge bei der Z�chtung ausschlie�lich nach der Gr��e geht. Auch war sie weniger kaltherzig und grausam als die meisten gr�nen Marsfrauen. Sie legte wenig Wert auf deren Gesellschaft, streifte oft allein durch die menschenleeren Stra�en von Thark, setzte sich zu den wilden Blumen, die die nahegelegenen H�gel schm�ckten, und hing Gedanken und W�nschen nach, die von allen Frauen von Thark allein ich verstehen kann, denn bin ich nicht meiner Mutter Kind?</p><p>Dort bei den H�geln traf sie einen jungen Krieger, der die weidenden Zitidars und Thoats bewachen und darauf achten sollte, da� sie sich nicht hinter die H�gel verirrten. Zuerst unterhielten sie sich �ber allgemeine Dinge, die bei den Thark von Interesse sind, doch da sie sich h�ufiger trafen und nicht l�nger durch Zufall, wor�ber sich beide ziemlich im klaren waren, sprachen sie viel �ber sich, die Dinge, die sie mochten, ihre Pl�ne und Hoffnungen. Sie vertraute ihm und erz�hlte ihm von dem gro�en Abscheu, den sie f�r die Grausamkeiten ihrer Leute hegte, f�r das schreckliche, lieblose Leben, das sie f�hren mu�ten. Dann wartete sie, da� sich ein Sturm ver�chtlicher Entr�stung von seinen kalten Lippen ergo�, doch statt dessen nahm er sie in die Arme und k��te sie.</p><p>Sechs lange Jahre hielten sie ihre Liebe geheim. Sie, meine Mutter, geh�rte dem Gefolge des gro�en Tal Hajus an, w�hrend ihr Geliebter ein einfacher Krieger war, der nur sein eigenes Metall trug. W�re ihr Bruch mit den Traditionen der Thark entdeckt worden, so h�tten beide in der gro�en Arena vor Tal Hajus und der anwesenden Horde daf�r bezahlen m�ssen.</p><p>Das Ei, aus dem ich schl�pfte, war auf dem h�chsten und unzug�nglichsten der teilweise zerst�rten T�rme des einstigen Thark unter einem gro�en Glasgef�� versteckt worden. Einmal j�hrlich besuchte meine Mutter es w�hrend der f�nf langen Jahre des Ausbr�tens. Sie traute sich nicht h�ufiger zu kommen, da sie sich ob ihres schuldbeladenen Gewissens st�ndig beobachtet f�hlte. W�hrend dieser Zeit erlangte mein Vater gro�e Anerkennung als Krieger. Er hatte inzwischen das Metall verschiedener Anf�hrer erbeutet. Seine Liebe zu meiner Mutter war unvermindert geblieben, und eines seiner Lebensziele war, Tal Hajus das Metall zu abzunehmen, um sich dann als Herrscher der Thark �ffentlich zu ihr bekennen zu k�nnen und kraft seiner Macht das Kind zu besch�tzen, das man anderenfalls schnell t�ten w�rde, sollte die Wahrheit ans Licht kommen.</p><p>Es war ein k�hner Traum, innerhalb nur f�nf kurzer Jahre Tal Hajus das Metall entrei�en zu wollen. Doch er machte schnell Fortschritte und hatte unter den R�ten der Thark bald einen hohen Rang inne. Eines Tages ging die M�glichkeit jedoch f�r immer verloren, die geliebte Familie zu retten, denn er wurde zu einer langen Expedition in den eisbedeckten S�den verpflichtet, um mit den dortigen Bewohnern Krieg zu f�hren und Felle zu erbeuten. So sind die gr�nen Barsoomier: Sie arbeiten nicht f�r Dinge, die sie anderen mit Gewalt wegnehmen k�nnen.</p><p>Er war vier Jahre fort, und als er zur�ckkehrte, war es schon drei Jahre zu sp�t, denn ungef�hr ein Jahr nach seiner Abreise war das Junge ausgeschl�pft, kurz vorm Eintreffen eines Trupps, der die Fr�chte der Gemeinschaft aus dem Inkubator holen sollte. Meine Mutter hielt mich daraufhin in dem alten Turm versteckt, besuchte mich des Nachts und �berh�ufte mich mit all der Liebe, der uns die Gemeinschaft beraubt h�tte. Sie hoffte, mich nach R�ckkehr des Trupps von der Brutstation unter die anderen Jungen mischen zu k�nnen, die dem Gefolge Tal Hajus zugeteilt waren, um mir so das Schicksal zu ersparen, das der Entdeckung ihres s�ndhaften Versto�es gegen die jahrhundertealten Traditionen der gr�nen Menschen mit Sicherheit folgen w�rde.</p><p>Schnell lehrte sie mich die Sprache und Br�uche unseres Volkes, und eines Nachts erz�hlte sie mir die Geschichte, wie ich sie dir bisher berichtet habe. Sie wies mich nachdr�cklich darauf hin, alles absolut geheim zu halten und �u�erst vorsichtig zu sein, wenn sie mich zu den anderen Jungen gebracht hatte, damit niemand errate, da� ich von der Bildung her weiter war. Auch sollte ich in Gegenwart anderer in keiner Weise meine Zuneigung f�r sie zu erkennen geben oder offenbaren, da� ich meine Eltern kannte. Dann zog sie mich an sich und fl�sterte mir den Namen meines Vaters ins Ohr.</p><p>In diesem Augenblick blitzte ein Licht in der Dunkelheit des Turmgemaches auf, und vor ihr stand Sarkoja, deren unheilvoll funkelnde Augen voll Abscheu und in rasender Verachtung auf meine Mutter gerichtet waren. Der Schwall von Ha� und Beschimpfungen, der sich �ber sie ergo�, lahmte all meine Glieder. Offensichtlich hatte Sarkoja die ganze Geschichte mitgeh�rt. Die lange n�chtliche Abwesenheit meiner Mutter hatte sie mi�trauisch gemacht. Das erkl�rte ihre Anwesenheit in dieser schicksalsvollen Nacht.</p><p>Etwas hatte sie jedoch nicht geh�rt: Den Namen meines Vaters. Das wurde offensichtlich, da sie meine Mutter fortw�hrend bedr�ngte, den Namen des anderen S�nders preiszugeben. Doch selbst noch so viele Beschimpfungen und Drohungen konnten ihr diesen nicht entrei�en. Um mich vor sinnlosen Qualen zu retten, log sie und erz�hlte Sarkoja, da� nur sie allein den Namen wu�te und ihn nicht einmal dem Kind mitteilen w�rde.</p><p>Mit einer letzten Schimpfkanonade eilte Sarkoja zu Tal Hajus, um ihm ihre Entdeckung zu hinterbringen. W�hrenddessen wickelte mich meine Mutter in die Seident�cher und Felle des Nachtlagers, so da� ich kaum zu sehen war, lief auf die Stra�e und rannte ziellos zum Stadtrand, gen S�den, zu jenem Mann, auf dessen Schutz sie nicht hoffen konnte, dessen Gesicht sie aber noch einmal sehen wollte, bevor sie starb.</p><p>Als wir uns der Stadtgrenze n�herten, drang aus dem moosigen Flachland L�rm an unsere Ohren, aus jener Richtung, wo sich der einzige Pa� durchs Gebirge schl�ngelte, der zu den Stadttoren f�hrte, jener Weg, den eintreffende Karawanen in die Stadt nehmen mu�ten. Wir vernahmen das Schreien der Thoats, das Brummen der Zitidars und gelegentliches Waffengeklirr. das die Ankunft eines Kriegstrupps ank�ndigte. Ihr erster Gedanke war, da� mein Vater von der Expedition zur�ckkehrte, doch die Schl�ue der Thark hielt sie davor zur�ck, ihnen un�berlegt und kopflos entgegenzust�rzen.</p><p>Sie zog sich in den Schatten eines Tores zur�ck und erwartete das Eintreffen der Schar, die kurz darauf zu sehen war, wobei sich die Truppe aufl�ste und die Stra�e entlangdr�ngte. Als die ersten an uns vorbeikamen, stieg der kleinere, deutlich sichtbare Mond �ber den �berh�ngenden D�chern auf und erhellte die Szene mit seinem strahlenden Schein. Meine Mutter wich tiefer in die sch�tzenden Schatten zur�ck und sah, da� es nicht die Gruppe meines Vaters war, sondern die Karawane mit den jungen Thark. Augenblicklich war ihr Plan gefa�t, und als ein gro�es Fahrzeug dicht an unserem Versteck vorbeigeschaukelt kam, schl�pfte sie leise �ber die hintere Ladeklappe hinein, hockte sich in den Schatten der hohen Seitenwand und pre�te mich in unb�ndiger Liebe an ihren Busen.</p><p>Im Gegensatz zu mir wu�te sie, da� sie mich nach dieser Nacht nie wieder an sich dr�cken w�rde. Auch war es h�chst unwahrscheinlich, da� wir einander je wieder in die Augen sehen w�rden. In dem allgemeinen Durcheinander auf dem Platz mischte sie mich unter die anderen Kinder, deren W�chter nach der Reise von ihrer Mission entbunden worden waren. Man brachte uns in einen gro�en Raum. Einige Frauen, die nicht an der Expedition teilgenommen hatten, f�tterten uns, und am n�chsten Tag teilte man uns dem jeweiligen Gefolge verschiedener Anf�hrer zu.</p><p>Nach dieser Nacht sah ich meine Mutter nie wieder. Tal Hajus lie� sie einsperren, man unternahm jegliche Anstrengung, einschlie�lich der schrecklichsten und erniedrigendsten Folter, ihr den Namen meines Vaters zu entrei�en, doch sie blieb standfest und treu und starb schlie�lich unter dem Gel�chter von Tal Hajus und seinen Befehlshabern w�hrend einer entsetzlichen Marter.</p><p>Sp�ter erfuhr ich, da� sie ihnen erz�hlt hatte, sie habe mich get�tet und meinen Leichnam den wei�en Affen vorgeworfen, um mir ein �hnliches Schicksal zu ersparen. Nur Sarkoja glaubte ihr nicht, und bis heute sp�re ich, da� sie meine wahre Herkunft wei�, sie jedoch unter den gegenw�rtigen Umst�nden nicht zu enth�llen wagt, da sie, wie ich vermute, auch ahnt, wer mein Vater ist.</p><p>Als dieser von der Expedition zur�ckkehrte und vom Schicksal meiner Mutter erfuhr, war ich dabei. Er verriet seine Gef�hle jedoch durch keinerlei Geste, lachte nur nicht, als Tal Hajus voller Entz�cken ihre Todesqualen ausmalte. Von diesem Augenblick an wurde er zu einem der grausamsten K�mpfer, und ich sehne den Tag herbei, an dem er sein Ziel erreicht und den Fu� auf Tal Hajus Leichnam setzt, denn ich bin felsenfest davon �berzeugt, da� er nur auf die Gelegenheit wartet, sich aufs schrecklichste zu r�chen, und da� die Liebe in seiner Brust noch genauso stark ist wie vor vierzig Jahren, als sie zum ersten Mal von ihm Besitz ergriff, wie ich hier am Rande eines uralten Ozeans sitze, w�hrend vern�nftige Leute schlafen.�</p><p>�Ist dein Vater nun bei uns, Sola?� fragte ich.</p><p>�Ja, aber er kennt mich nicht und wei� auch nicht, wer meine Mutter an Tal Hajus verraten hat�, entgegnete sie. �Ich allein kenne seinen Namen, und nur ich, Tal Hajus und Sarkoja wissen, da� sie die Geschichte preisgegeben hat, die letztendlich seiner Geliebten Qual und Tod brachten.�</p><p>Wir schwiegen kurze Zeit, sie voll d�sterer Gedanken �ber ihre schreckliche Vergangenheit, ich voller Mitleid f�r die armen Kreaturen einer Rasse, deren herzlose und unsinnige Br�uche sie zu einem lieblosen Dasein voller Grausamkeit und Ha� verdammten. Dann hub sie erneut an: �John Carter, wenn jemals ein echter Mann die kalte, tote Oberfl�che des Mars betreten hat, bist du es. Ich wei�, da� ich dir vertrauen kann, und da dieses Wissen eines Tages dir, ihm, Dejah Thoris oder mir helfen kann, will ich dir sagen, wer mein Vater ist, ohne dir Einschr�nkungen oder Bedingungen aufzuerlegen. Ist die Zeit reif, dann sage die Wahrheit, sofern du es f�r richtig h�ltst. Ich vertraue dir, da ich wei�, da� du nicht zu jener absoluten und unersch�tterlichen Treue verdammt bist, sondern l�gen w�rdest, wie es jeder Gentleman von Virginia tun w�rde, wenn diese L�ge anderen Leid und Leiden ersparte. Der Name meines Vaters ist Tars Tarkas.�</p></section><section><title><p>16. Fluchtpl�ne</p></title><p>Der Rest der Reise nach Thark verlief ohne weitere Vorkommnisse. Wir waren zwanzig Tage unterwegs und passierten zwei ausgetrocknete Meere sowie zahlreiche verfallene St�dte, wovon die meisten kleiner als Korad waren. Zweimal �berquerten wir die ber�hmten Wasserwege des Mars, von unseren Astronomen auf der Erde auch Marskan�le genannt. Als wir uns diesen n�herten, wurde ein Krieger mit einem starken Feldstecher ausgesandt, um nach gr��eren Truppen roter Marsmenschen Ausschau zu halten. Heimlich schlichen wir uns heran, so weit es ging, und da wir unbemerkt bleiben wollten, machten wir bis zum Einbruch der Dunkelheit Rast und bewegten uns erst dann langsam auf das kultivierte Land zu. Auf einer der zahlreichen, breiten Stra�en, die dieses Gebiet in regelm��igen Abst�nden kreuzten, stahlen wir uns vorsichtig an das unfruchtbare Gel�nde auf der anderen Seite heran. Wir brauchten ohne Pause f�nf Stunden bis zur n�chsten Kreuzung, und der Marsch zur n�chsten nahm die ganze Nacht in Anspruch. Es wurde bereits hell, als wir die von hohen Mauern eingegrenzten Felder verlie�en.</p><p>Beim Marsch im Dunkeln konnte ich nicht das geringste erkennen, immer nur dann, wenn der erste Mond forsch seine unabl�ssige Bahn �ber den Himmel von Barsoom zog, dabei zeitweise kleine Flecken der Umgebung, eingegrenzte Felder sowie flache, unregelm��ig gebaute Geb�ude erhellte, die fast so aussahen wie auf der Erde unsere Farmen. Hier wuchsen viele B�ume, man hatte sie in regelm��igen Abst�nden angepflanzt. Einige davon waren von stattlicher Gr��e. In manchen Gehegen stand Vieh, das seine Anwesenheit durch erschrecktes Schreien und Schnauben zu erkennen gab, sobald es die sonderbaren wilden Tiere und die noch wilderen Menschenwesen witterte.</p><p>Nur einmal entdeckte ich ein menschliches Wesen, und zwar an einem wei�en, gro�en Schlagbaum, wo unsere Stra�e einen der Wege kreuzte, der jedes bebaute Feldst�ck in der Mitte durchzog. Der Mann mu�te neben der Stra�e geschlafen haben, denn als ich an ihm vorbeiritt, richtete er sich etwas auf, sprang nach einem kurzen Blick auf die herannahende Karawane schreiend davon, st�rzte blindlings die Stra�e entlang und verschwand behend wie eine erschreckte Katze hinter der n�chsten Eingrenzung. Die Thark schenkten ihm keine Beachtung, denn sie hegten keine kriegerischen Absichten. Das einzige, was daraufhinwies, da� sie ihn gesehen hatten, war, da� sie ihren Schritt in Richtung der angrenzenden W�ste beschleunigten, an der Tal Hajus� Reich begann.</p><p>Kein einziges Mal sprach ich mit Dejah Thoris, da sie mich nicht wissen lie�, da� ich in ihrer Kutsche willkommen sei. Mein t�richter Stolz hielt mich davon ab, von allein die Initiative zu ergreifen. Ich bin fest �berzeugt: Je k�hner ein Mann unter seinesgleichen auftritt, desto unsicherer ist sein Verhalten Frauen gegen�ber. Dem Schwachling und Hohlkopf f�llt es oft leicht, das sch�ne Geschlecht f�r sich zu gewinnen, w�hrend der Krieger, der sonst ohne Zaudern tausend wirklichen Gefahren die Stirn bietet, sich wie ein �ngstliches Kind in den Schatten fl�chtet.</p><p>Genau drei�ig Tage nach meiner Ankunft auf Barsoom erreichten wir das altehrw�rdige Thark, die uralte Stadt jenes vor Zeiten untergegangenen Volkes, dessen Namen sich diese gr�ne Horde zu eigen gemacht hatte. Etwa drei�igtausend Menschen hausten hier, sie teilten sich in f�nfundzwanzig Gemeinschaften auf. Eine jede von ihnen besa� ihren eigenen Jed und niedere Befehlshaber, doch standen alle unter der uneingeschr�nkten Herrschaft von Tal Hajus, Jeddak von Thark. F�nf Gemeinschaften hatten ihren Wohnsitz ausschlie�lich in Thark, der Rest hauste vereinzelt in anderen verlassenen St�dten des Gebietes, das Tal Hajus f�r sich beanspruchte.</p><p>Am fr�hen Nachmittag trafen wir auf dem gro�en Zentralplatz ein. Die Willkommensfreude gegen�ber den Ank�mmlingen hielt sich in Grenzen. Die zuf�llig Anwesenden nannten bei ihrer formellen Begr��ung jene Krieger und Frauen beim Namen, mit denen sie in Ber�hrung kamen. Als jedoch bekannt wurde, da� der Zug zwei Gefangene mit sich f�hrte, wurde das Interesse gr��er, Dejah Thoris und ich r�ckten in den Mittelpunkt des Geschehens.</p><p>Man teilte uns bald neue Unterk�nfte zu. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, uns einzurichten. Meine Wohnung befand sich an der s�dlichen Ausfallstra�e, die wir, von den Stadttoren kommend, entlangmarschiert waren. Sie f�hrte zum Zentralplatz. Ich hatte das Geb�ude ganz f�r mich allein, es lag am hinteren Teil des Viertels. Jene Erhabenheit, durch die sich die Architektur von Korad ausgezeichnet hatte, war auch hier zu finden, nur in gr��eren Dimensionen, wenn das �berhaupt m�glich war. Meine Bleibe h�tte dem m�chtigsten Kaiser der Erde als Unterkunft wohl angestanden, doch diese seltsamen Kreaturen beeindruckte daran nur die Gr��e der Bauwerke und Gem�cher. Je weitr�umiger ein Geb�ude war. desto begehrter war es. So belegte Tal Hajus ein Haus, das fr�her �ffentlichen Zwecken gedient haben mu�te. Es war riesengro� und als Unterkunft g�nzlich ungeeignet. Das zweitgr��te war Lorquas Ptomel vorbehalten, das n�chste dem niedrigeren Jed, und so weiter bis zum letzten der f�nf Jeds. Die Krieger hausten in den Geb�uden der Befehlshaber, deren Gefolge sie angeh�rten, oder suchten sich, wenn sie wollten, ihre Bleibe in einem der vielen tausend unbewohnten Baulichkeiten der unmittelbaren Umgebung, denn jeder Gemeinschaft war ein bestimmtes Stadtviertel zugeteilt worden. Dementsprechend hatte auch die Auswahl der Unterk�nfte zu erfolgen. Lediglich die Jeds bildeten eine Ausnahme, sie bewohnten alle Geb�ude am Zentralplatz.</p><p>Als ich mich in meiner Bleibe endlich eingerichtet, oder besser gesagt, dabei zugesehen hatte, war es kurz vor Sonnenuntergang, und ich eilte hinaus, um Sola und ihre Sch�tzlinge ausfindig zu machen. Ich wollte unbedingt mit Dejah Thoris sprechen, sie zumindest zu einer Art Waffenstillstand bewegen, bis ich einen Weg gefunden hatte, wie ich ihr bei der Flucht behilflich sein konnte. Der obere Rand der gro�en, roten Sonne verschwand gerade am Horizont, und ich war noch immer auf der Suche, als ich den h��lichen Kopf Woolas ersp�hte, der im ersten Stock eines gegen�berliegenden Geb�udes aus dem Fenster blickte. Es befand sich in eben meiner Stra�e, lag nur mehr zum Platz hin.</p><p>Ohne auf eine Einladung zu warten, st�rmte ich die Wendeltreppe hoch und betrat einen gro�en Raum auf der Vorderseite des Hauses. Woola begr��te mich st�rmisch und warf sich mit ganzem Gewicht auf mich, so da� ich beinahe umkippte. Der wackere Geselle freute sich derart �ber das Wiedersehen, da� ich glaubte, er wolle mich auffressen. Er grinste koboldartig �bers ganze Gesicht und entbl��te dabei die drei Reihen Sto�z�hne bis zu den Ohren.</p><p>Ich beruhigte ihn mit einem Wort und einer Liebkosung und versuchte fieberhaft, Dejah Thoris im Halbdunkel ausfindig zu machen. Da ich sie nicht sehen konnte, rief ich sie beim Namen. Ein Murmeln aus einer Ecke des Raumes war die Antwort. Mit einigen schnellen Schritten war ich bei ihr. Sie hockte auf einem altert�mlichen, geschnitzten Holzstuhl inmitten von Fellen und Seident�chern. Da ich wartete, erhob sie sich, blickte mir in die Augen und sagte: �Was m�chte Dotar Sojat, Thark, von seiner Gefangenen Dejah Thoris?�</p><p>�Dejah Thoris, ich wei� nicht, womit ich dich ver�rgert habe. Es lag mir v�llig fern, dich zu verletzen oder zu beleidigen, wo ich dich besch�tzen und tr�sten wollte. Wenn es dein Wille ist, bekommst du mich nicht mehr zu Gesicht. Aber la� mich dir bei der Flucht behilflich sein, sofern diese im Rahmen des M�glichen liegt, und das ist keine Bitte, sondern ein Befehl. Wenn du dann am Hof deines Vaters bist, kannst du mit mir nach Belieben verfahren. Bis dahin bin ich jedoch dein Gebieter, dem du gehorchen und helfen wirst.�</p><p>Sie blickte mich lange sehr ernst an, und ich hatte den Eindruck, da� sie sich mir gegen�ber etwas �ffnete.</p><p>�Deine Worte verstehe ich, Dotar Sojat, doch nicht ihren Sinn�, entgegnete sie. �Du bist eine seltsame Mischung aus Kind und Mann, Grobian und Edelmann. Ich w�nschte, ich k�nnte in deinem Herzen lesen.�</p><p>�Sieh zu deinen F��en, Dejah Thoris, dort liegt es seit jener Nacht in Korad. Es wird allein f�r dich so lange schlagen, bis der Tod es f�r immer zum Schweigen bringt.�</p><p>Sie trat ein St�ck auf mich zu, die H�nde in einer seltsamen, tastenden Geste ausgestreckt.</p><p>�Was meinst du damit, John Carter?� fl�sterte sie. �Was willst du damit sagen?�</p><p>�Ich spreche aus, was ich mir geschworen hatte, dir nicht zu sagen, zumindest solange du eine Gefangene der gr�nen Menschen bist, und was ich dir nach deinem Verhalten mir gegen�ber in den letzten zwanzig Tagen niemals sagen wollte. Dejah Thoris, ich bin mit Leib und Seele der deine, ich will dir dienen, f�r dich k�mpfen und sterben. Als Gegenleistung bitte ich nur um eines: Da� du mit keiner Miene und keinem Zeichen deinen Unwillen oder dein Einvernehmen zu erkennen gibst, bis du bei deinem Volk bist, und da� du darauf achtest, deine Gef�hle nicht von Dankbarkeit beeinflussen zu lassen, welcher Art sie auch immer sein m�gen. Denn was ich f�r dich tue, geschieht einzig und allein aus selbsts�chtigen Motiven, da ich mehr Freude daran habe, dir zu dienen, als nichts zu tun.�</p><p>�Ich respektiere deinen Wunsch, John Carter, und da ich verstehen kann, warum du so handelst, nehme ich deine Dienste ebenso gern an, wie ich mich dir unterordne. Dein Wort soll mein Gesetz sein. Zweimal habe ich dir in Gedanken unrecht getan, und wieder bitte ich dich um Vergebung.�</p><p>Dem weiteren pers�nlichen Gespr�ch wurde durch Solas Erscheinen Einhalt geboten, die sehr aufgeregt war, ganz im Gegensatz zu ihrem gew�hnlich ruhigen, beherrschten Wesen.</p><p>�Diese f�rchterliche Sarkoja war bei Tal Hajus�, rief sie aus. �Nach allem, was ich auf dem Platz vernommen habe, gibt es f�r keinen von euch Hoffnung.�</p><p>�Was sagen sie denn?� erkundigte sich Dejah Thoris.</p><p>�Da� ihr bald den wilden Calots (Hunden) in der Arena vorgeworfen werdet, sobald sich die Horden zu den allj�hrlichen Spielen versammelt haben.�</p><p>�Sola, du bist eine Thark, doch du ha�t und verachtest die Br�uche deines Volkes ebenso wie wir�, sagte ich. �M�chtest du uns nicht auf unserer Flucht begleiten? Ich bin �berzeugt, Dejah Thoris k�nnte dir bei ihrem Volk eine Heimat und Schutz bieten, und dich kann dort kein schlimmeres Schicksal erwarten als hier.�</p><p>�Ja�, rief Dejah Thoris. �Komm mit, Sola. Bei den roten Menschen von Helium wird es dir besser ergehen als hier, und ich kann dir bei uns nicht nur ein Heim versprechen, sondern all die Liebe und Zuneigung, nach denen sich dein Inneres sehnt und welche die Br�uche deines Volkes dir immer versagen werden. Komm mit uns mit, Sola. Wir k�nnten ohne dich fliehen, doch dann erwartet dich ein schreckliches Schicksal, da sie glauben werden, du w�rest uns bei der Flucht behilflich gewesen. Ich wei�, da� du dich uns selbst aus dieser Bef�rchtung heraus nie in den Weg stellen w�rdest, doch wir m�chten dich bei uns haben. Du sollst uns ins Land des Sonnenscheins und der Gl�ckseligkeit begleiten, zu einem Volk, das die Bedeutung der Worte Liebe, Mitgef�hl und Dankbarkeit kennt. Sag, da� du mitkommst, bitte!�</p><p>�Der gro�e Wasserweg, der nach Helium f�hrt, befindet sich nur f�nfzig Meilen s�dlich von hier�, murmelte Sola halb zu sich selbst. �Ein schnelles Thoat braucht daf�r drei Stunden. Von dort sind es noch f�nfhundert Meilen bis Helium. Der Weg f�hrt meist durch d�nn besiedeltes Gebiet. Das wissen sie, und sie w�rden uns verfolgen. Wir k�nnten uns eine Zeitlang zwischen den gro�en B�umen verstecken, doch die Chancen sind in der Tat sehr gering. Sie w�rden uns bis zu den Toren von Helium nachstellen und auf Schritt und Tritt ihren t�dlichen Tribut fordern, ihr kennt sie nicht.�</p><p>�Gibt es keinen anderen Weg nach Helium?� fragte ich. �Kannst du mir das Land einmal grob skizzieren, das wir durchqueren m�ssen, Dejah Thoris?� Sie nahm sich einen gro�en Diamant aus dem Haar und zeichnete auf dem Marmorboden die erste Karte von Barsoom, die ich zu sehen bekam. Kreuz und quer durchs Land verliefen lange gerade Linien, teilweise parallel, dann trafen sie sich wiederum bei einem gro�en Kreis. Diese Linien, sagte Dejah Thoris, seien Wasserstra�en, die Kreise St�dte, und einen weit nordwestlich von uns gelegenen bezeichnete sie als Helium. Es gab auch St�dte in geringerer Entfernung, doch viele davon f�rchtete sie aufzusuchen, da nicht alle Helium freundlich gesonnen waren.</p><p>Nachdem wir im hereinfallenden Mondlicht die Karte sorgf�ltig studiert hatten, wies ich schlie�lich auf eine Wasserstra�e weit n�rdlich von uns, die auch nach Helium zu f�hren schien.</p><p>�Kommt man auf diesem Weg nicht auch zu deines Gro�vaters Territorium?� fragte ich.</p><p>�Ja, aber sie befindet sich zweihundert Meilen n�rdlich von uns, es ist eine der Wasserstra�en, die wir auf der Reise nach Thark �berquert haben�, antwortete sie.</p><p>�Sie werden nie vermuten, da� wir uns dorthin begeben�, entgegnete ich. �Deswegen denke ich, da� das der beste Fluchtweg ist.�</p><p>Sola stimmte mir zu, und wir entschieden, Thark noch an diesem Abend zu verlassen, besser gesagt, so schnell, wie ich meine Thoats finden und satteln konnte. Sola w�rde auf dem einen reiten, Dejah Thoris und ich auf dem anderen, und jeder sollte Lebensmittel und Wasser f�r zwei Tage mitnehmen, denn bei einer solchen Entfernung konnten wir die Tiere nicht allzu sehr antreiben.</p><p>Sola und Dejah Thoris sollten sich auf einer der weniger bev�lkerten Stra�en zur s�dlichen Stadtgrenze begeben, wo ich sie mit den Thoats so bald wie m�glich treffen wollte. Dann verlie� ich sie, damit sie die n�tigen Lebensmittel sowie die Seident�cher und Pelze zusammenpacken konnten. Lautlos schl�pfte ich hinunter ins Erdgescho� und betrat den Innenhof, wo unsere Tiere wie immer vor Anbruch der Nacht ruhelos umherstreiften.</p><p>Die Thoats und Zitidars waren sowohl im Schatten der Geb�ude als auch drau�en im hellen Mondschein anzutreffen, die Dickh�uter gaben leise Kehllaute von sich, die Thoats gelegentlich scharfe Schreie, ein Zeichen jener Wut, die diese Kreaturen w�hrend ihres ganzen Daseins beherrscht. Sie waren nur ruhiger, wenn niemand bei ihnen war. Als sie mich jedoch witterten, wurden sie nerv�s und stie�en ihre widerlichen Rufe weitaus h�ufiger aus. Es war riskant, sich nachts mutterseelenallein in ein Gehege von Thoats zu wagen. Erstens, weil die zunehmende Lautst�rke den in unmittelbarer N�he befindlichen Kriegern mitteilen w�rde, da� etwas nicht in Ordnung sei; zweitens, weil irgendein riesiger Bulle sich aus geringstem oder gar keinem Anla� einfallen lassen k�nnte, anzugreifen.</p><p>Ich versp�rte kein Bed�rfnis, ihre unangenehmen Launen in einer Nacht wie dieser zu wecken, wo alles unbemerkt und schnell vor sich gehen mu�te. So hielt ich mich im Schatten der Geb�ude, jederzeit daraufgefa�t, in das n�chste Fenster oder in einen Eingang zu fl�chten. Lautlos schlich ich zu den gro�en Toren an der Hinterseite des Hofes, die sich zur Stra�e hin �ffnen lie�en, und rief leise nach meinen zwei Tieren. Wie sehr dankte ich der freundlichen Vorsehung, die mich in weiser Voraussicht die Liebe und das Vertrauen dieser wilden, stummen Gesch�pfe hatte gewinnen lassen, denn bald sah ich, wie sich von der anderen Seite des Hofes zwei massige Unget�me einen Weg durch die Fleischberge zu mir bahnten.</p><p>Sie kamen direkt auf mich zu, rieben die M�uler an mir und schnupperten nach den kleinen Leckerbissen, die ich zu ihrer Belohnung immer bei mir trug. Ich �ffnete das Gatter, befahl den beiden Gesellen herauszukommen und lief ihnen leise hinterher, nachdem ich das Gatter wieder verschlossen hatte.</p><p>Ich lie� sie ungesattelt und sa� auch nicht auf, sondern begab mich lautlos im Halbdunkel der Geb�ude zu einer verlassenen Stra�e, die dorthin f�hrte, wo ich mich mit Dejah Thoris und Sola verabredet hatte. Mucksm�uschenstill bewegten wir uns durch die menschenleeren Viertel, doch begann ich erst aufzuatmen, als das Flachland vor der Stadt zu erkennen war. Ich war �berzeugt, da� Sola und Dejah Thoris unseren Treffpunkt m�helos und unbehelligt erreichen w�rden. Ich selbst befand mich wegen der gro�en Thoats eher in Gefahr, da es sehr ungew�hnlich war, da� ein Krieger nach Einbruch der Dunkelheit die Stadt verlie�. Eigentlich gab es innerhalb der Stadt keinen Ort, wohin man sich h�tte begeben k�nnen, es sei denn auf einen langen Marsch.</p><p>Ohne Zwischenfall erreichte ich die verabredete Stelle, und da Dejah Thoris und Sola noch nicht dort waren, f�hrte ich meine Tiere in die Vorhalle eines gro�en Geb�udes. Wahrscheinlich hatte eine der anderen Frauen des Haushaltes Sola aufgesucht, um mit ihr zu reden, und die beiden aufgehalten. In der ersten Stunde hegte ich keine �berm��igen Bef�rchtungen, aber nachdem noch eine halbe Stunde verstrich, ohne da� weit und breit etwas von ihnen zu sehen war, ergriff mich ernste Besorgnis. Mit einemmal wurde die n�chtliche Stille von einer nahenden Reitergruppe gest�rt, dem L�rm nach konnten es unm�glich Fl�chtlinge sein, da diese sich heimlich und verstohlen ihren Weg in die Freiheit suchen w�rden. Als sie n�herkamen, erkannte ich aus meinem schattigen Eingang zwanzig berittene Krieger; einige Gespr�chsfetzen, die ich aufschnappte, lie�en mein Herz erstarren.</p><p>�Er wird sich wahrscheinlich mit ihnen kurz vor der Stadt treffen, und so...� Mehr h�rte ich nicht, denn sie waren schon wieder vorbei. Doch es gen�gte. Unser Plan war entdeckt worden, und die Chancen minimal, jetzt noch unserem schrecklichen Ende zu entkommen. Ich konnte nur hoffen, unbemerkt zu Dejah Thoris Unterkunft zur�ckzukehren und herauszufinden, welches Schicksal ihr widerfahren war. Aber wie ich das mit den gro�en Thoats anstellen sollte, wo die ganze Stadt wahrscheinlich auf den Beinen war, meine Fluchtabsichten nun bekannt waren, stellte ein schier unl�sbares Problem dar.</p><p>Pl�tzlich kam mir eine Idee. Ich wu�te, wie diese uralten Marsst�dte angelegt waren: Jeweils vier Geb�ude schl�ssen einen Innenhof ein. Ich tastete mich durch die dunklen Gem�cher und rief meinen Thoats zu, mir zu folgen. Bei einigen Toren hatten sie Schwierigkeiten, doch da alle Geb�ude dem allgemeinen Stadtbild entsprechend in weitr�umiger Pracht angelegt waren, konnten sich die Tiere schlie�lich ohne weiteres durchschl�ngeln. So kamen wir schlie�lich zum Innenhof, der wie erwartet von dem Moosteppich bedeckt war, der ihnen als Nahrung dienen und Fl�ssigkeit spenden w�rde, bis ich sie in ihr eigentliches Gehege zur�ckbringen konnte. Ich vertraute darauf, da� sie hier genauso ruhig und zufrieden waren wie sonstwo. Auch bestand nur geringe Wahrscheinlichkeit, da� man sie entdeckte, da die gr�nen Menschen kaum das Bed�rfnis versp�rten, diese abgelegenen Geb�ude zu erkunden, die von den einzigen Wesen heimgesucht wurden, welche ihnen meines Erachtens Angst einjagten�� den gro�en, wei�en Affen von Barsoom.</p><p>Ich nahm den Tieren das Geschirr ab, versteckte es im Hintereingang des Geb�udes, durch den wir den Hof gerade betreten hatten, band sie los und eilte durch das Haus auf der anderen Hofseite zur dahinterliegenden Stra�e. Ich hielt mich eine Weile im Eingang versteckt, bis ich mir sicher war, da� niemand kam. Dann lief ich hin�ber zum n�chsten Geb�ude, weiter in den Hof und durchquerte so ein Viertel nach dem anderen, wobei ich lediglich Gefahr lief, beim �berqueren der Stra�en entdeckt zu werden, bis ich schlie�lich unbehelligt auf dem Hof hinter Dejah Thoris Unterkunft anlangte.</p><p>Wie erwartet weideten hier die Tiere der in den angrenzenden H�usern wohnenden Krieger. Betrat ich den Hof, so stie� ich dort vielleicht auf die K�mpfer selbst. Zu meinem Gl�ck fiel mir jedoch eine andere und ungef�hrlichere Methode ein, das Obergescho� zu erreichen, in dem Dejah Thoris zu finden sein mu�te. Nachdem ich mich erst einmal weitestgehend vergewissert hatte, wo sie �berhaupt wohnte (hatte ich doch die Geb�ude nie von hinten gesehen), nutzte ich meine au�ergew�hnliche St�rke und Wendigkeit, sprang hoch und hielt mich am Sims eines Fensters im ersten Obergescho� fest, das sich meines Erachtens auf der R�ckseite ihrer Wohnung befand. Ich zog mich nach innen und schlich vorsichtig auf das Vorderzimmer zu. Als ich die T�r erreichte, vernahm ich Stimmen. Also hielt sich jemand darin auf.</p><p>Ich blieb stehen, um sicherzugehen, da� es Dejah Thoris war und keine Gefahr drohte. Diese Vorsichtsma�nahme gereichte mir zum Vorteil, denn die leisen, kehligen Stimmen waren die von M�nnern, und die Worte, die an meine Ohren drangen, warnten mich rechtzeitig. Der Sprecher war ein Anf�hrer, der vier Kriegern Anweisungen erteilte.</p><p>�Wenn er hierher zur�ckkehrt, was er mit Sicherheit tun wird, sobald er feststellt, da� sie nicht am vereinbarten Treffpunkt erscheint, dann fallt ihr vier �ber ihn her und entwaffnet ihn. Dabei bedarf es all eurer Kraft, wenn wir den Berichten von Korad glauben k�nnen. Sobald ihr ihn gefesselt habt, bringt ihn zu den Gew�lben unter den Wohnungen der Jeddaks und kettet ihn fest an, damit man ihn dort auch findet, wenn Tal Hajus ihn zu sehen w�nscht. Er darf mit niemandem sprechen. Auch soll bis zu seinem Eintreffen keiner dieses Geb�ude betreten. Es besteht kaum eine Gefahr, da� das M�dchen zur�ckkehrt, denn bis dahin wird sie sich unversehrt in Tal Hajus� H�nden befinden, und dann k�nnen all ihre Vorfahren sie nur bemitleiden, Tal Hajus kennt kein Erbarmen. Die gro�e Sarkoja hat eine bedeutende Tat in dieser Nacht vollbracht. Ich gehe jetzt, und wenn ihr bei seinem Eintreffen versagt, �bergebe ich eure Kadaver dem kalten Iss.�</p></section><section><title><p>17. Erneute Gefangennahme</p></title><p>Der Sprecher ging nach diesen Worten zur T�r, wo ich gerade stand, doch meine Anwesenheit war nicht l�nger erforderlich, denn ich hatte genug geh�rt, um es mit der Angst zu bekommen. Leise stahl ich mich auf demselben Weg, auf dem ich gekommen war, zum Hof zur�ck. Mein Entschlu� war gefa�t: Ich ging die Stra�e entlang und �ber den Platz und befand mich bald im Innenhof von Tal Hajus� Palast.</p><p>Die hell erleuchteten R�ume im Erdgescho� zeigten mir, wo ich zuerst zu suchen hatte. Ich n�herte mich einem der Fenster und blickte ins Innere des Hauses. Schnell wurde mir klar, da� mein Vorgehen nicht so einfach war, wie ich zuerst gehofft hatte, denn in den Zimmern zum Hof wimmelte es von gr�nen Marsmenschen. Ich schaute nach oben. Das zweite Gescho� war dunkel, so da� ich beschlo�, von dort aus ins Geb�ude einzudringen. Es bedurfte nur geringer Anstrengungen, die Fenster zu erreichen, und kurz darauf umgab mich die sch�tzende Dunkelheit eines Zimmers im zweiten Stockwerk.</p><p>Zum Gl�ck war es leer. Auf Zehenspitzen kroch ich auf den Korridor und entdeckte Licht in den Gem�chern vor mir. Ich trat lautlos an die T�r, die sich bei n�herer Betrachtung als gro�es Fenster erwies. Es blickte auf einen riesigen, rundlichen Saal, der im Erdgescho� begann und vom kuppelartigen Dach des Geb�udes hoch �ber mir abgeschlossen wurde. Unten im Saal dr�ngten sich Befehlshaber, Krieger und Frauen, und an einem gro�en Podest auf einer Seite hockte das furchteinfl��endste Scheusal, das ich jemals zu Gesicht bekommen hatte. Es vereinte in sich all die K�lte, H�rte, Grausamkeit und Abscheulichkeit der gr�nen Marsmenschen, nur waren diese Eigenschaften auf Grund der fleischlichen Leidenschaften, denen es �ber Jahre hinweg fr�nte, bei ihm noch ausgepr�gter und wirkten noch verderbter. Der bestialische Gesichtsausdruck entbehrte jeder W�rde und jedes Stolzes. Wie ein gigantischer Teufelsfisch hockte der riesige Kolo� auf dem Podest, wobei die �hnlichkeit mit diesem Tier durch die sechs Gliedma�en noch aufs widerlichste betont wurde.</p><p>Ein Anblick lie� mir jedoch das Blut in den Adern erstarren. Direkt vor ihm standen Dejah Thoris und Sola. und ich konnte erkennen. wie seine gro�en, glotzenden Augen mit teuflischen, l�sternen Blicken die reizvolle Gestalt des M�dchens abtasteten. Sie sagte gerade etwas, ich konnte es jedoch nicht verstehen, ebensowenig seine leise grollende Stimme, mit der er antwortete. Aufrecht, mit hocherhobenem Kopf stand sie vor ihm, und sogar aus dieser Entfernung konnte ich auf ihrem Antlitz die Verachtung und den Abscheu ablesen, w�hrend sie ihn hochm�tig ohne ein Anzeichen von Furcht anblickte. Jeder Zollbreit ihres edlen, kleinen K�rpers war sie die stolze Tochter der eintausend Jeddaks, so zierlich und zerbrechlich er neben den Kriegern wirkte, da� diese angesichts ihrer Erhabenheit wie unbedeutende Zwerge erschienen. Sie war die m�chtigste unter ihnen, und ich bin fest davon �berzeugt, da� sie das sp�rten.</p><p>Da gab Tal Hajus ein Zeichen, da� der Saal ger�umt und die Gefangenen mit ihm allein gelassen werden sollten. Langsam verschwanden die Anf�hrer, Krieger und Frauen in den anliegenden Gem�chern, und schlie�lich standen Dejah Thoris und Sola allein vor dem Jeddak der Thark.</p><p>Nur ein Krieger z�gerte, ich sah ihn im Schatten einer riesigen S�ule stehen. Seine Finger spielten nerv�s am Heft des gro�en Schwertes, w�hrend sein grausamer Blick in unb�ndigem Ha� auf Tal Hajus gerichtet war.</p><p>Es war Tars Tarkas, ich konnte seine Gedanken lesen wie ein offenes Buch. Sein Gesicht spiegelte unverh�llte Verachtung. Er dachte an die andere Frau, die vor vierzig Jahren vor diesem Unhold gestanden hatte. Ein Wort von mir h�tte gen�gt, und Tal Hajus� Herrschaft w�re vor�ber gewesen. Doch schlie�lich ging er weg, nicht ahnend, da� er die eigene Tochter jener Kreatur �berlassen hatte, die er am meisten verabscheute.</p><p>Tal Hajus erhob sich, und ich st�rmte die Wendeltreppe herunter, da ich ahnte, welche f�rchterlichen Absichten er hegte. Niemand vertrat mir den Weg, so da� ich unbehelligt im Schatten jener S�ule anlangte, den Tars Tarkas soeben verlassen hatte. Als ich dort stand, redete Tal Hajus gerade.</p><p>�Prinzessin von Helium, ich k�nnte ein gewaltiges L�segeld erzielen, wenn ich dich unversehrt deinem Volk �bergebe, doch tausendmal lieber m�chte ich dieses wundersch�ne Gesicht sehen, in einem Todeskampf entstellt, der sich lange hinziehen wird, das verspreche ich. Zehn gen��liche Tage w�ren allzu kurz, um zu zeigen, wie stark meine Liebe f�r dein Volk ist. Deine Todesqualen sollen die Tr�ume der roten Menschen in allen kommenden Jahrhunderten heimsuchen. Sie werden in n�chtlicher Finsternis erschaudern, wenn ihre V�ter ihnen von der entsetzlichen Rache der gr�nen Menschen berichten, von der Macht und St�rke, dem Ha� und der Grausamkeit des Tal Hajus. Doch vor der Folter sollst du f�r eine kurze Stunde mein sein, und die Kunde davon soll auch Tardos Mors, dem Jeddak von Helium, deinem Gro�vater, �berbracht werden, damit er sich vor Gram auf der Erde w�lzt. Morgen soll die Folter beginnen, und heute nacht wirst du Tal Hajus geh�ren. Komm!�</p><p>Er sprang vom Podest und packte sie grob am Arm. Kaum hatte er sie jedoch ber�hrt, warf ich mich dazwischen. Das kurze, scharfe Schwert blitzte in meiner Hand. Ich h�tte es in sein verderbtes Herz sto�en k�nnen, bevor er mich �berhaupt bemerkt h�tte, doch als ich ausholte, fiel mir Tars Tarkas ein, den ich trotz meiner unb�ndigen Wut und meines Hasses nicht des s��en Augenblickes berauben wollte, auf den er seit etlichen qualvollen Jahren hingelebt, auf den er gehofft hatte. So hieb ich statt dessen die rechte Faust gegen Tal Hajus� Kinn. Lautlos sank er zu Boden.</p><p>Noch immer herrschte Totenstille. Ich ergriff Dejah Thoris bei der Hand, rief Sola herbei, und wir schlichen uns aus dem Saal nach oben. Ungesehen erreichten wir das Fenster auf der R�ckseite, und mit Hilfe der Lederriemen meiner Ausr�stung lie� ich zuerst Sola und dann Dejah Thoris zu Boden. Ich sprang sanft hinter ihnen hinab, zog sie schnell in den Schatten der Geb�ude, und wir begaben uns auf dem Weg, den ich erst k�rzlich genommen hatte, Richtung Stadtrand.</p><p>Schlie�lich langten wir auf dem Innenhof an, wo ich meine Thoats zur�ckgelassen hatte. Ich sattelte sie, und wir eilten zur Stra�e. Dort sa�en wir auf, Sola auf dem einen Tier und Dejah Thoris hinter mir auf dem anderen, und ritten aus der Stadt auf das Gebirge im S�den zu.</p><p>Anstelle die Stadt nordwestlich zu umgehen und zur n�chsten Wasserstra�e zu reiten, die ganz in der N�he lag, wandten wir uns nach Nordosten und querten die moosbewachsene Ebene, hinter der nach zweihundert gef�hrlichen und erm�denden Meilen eine andere gro�e Wasserstra�e verlief, die ebenfalls in Richtung Helium f�hrte.</p><p>Keiner sprach ein Wort, bis wir die Stadt weit hinter uns gelassen hatten, doch ich konnte meine geliebte Dejah Thoris leise schluchzen h�ren, die sich an mich klammerte, den Kopf an meine Schulter gelehnt: �Wenn wir es schaffen, mein Gebieter, dann steht Helium dir gegen�ber in gro�er Schuld, die es dir niemals vergelten kann. Sollte es uns jedoch nicht gelingen, hat es dir nicht weniger zu danken, denn du hast die letzte unserer Linie vor etwas Schlimmerem als dem Tode bewahrt. Aber davon wird Helium dann wohl nie erfahren.�</p><p>Ich gab keine Antwort, fa�te statt dessen an meine Seite und dr�ckte meiner Geliebten, die sich Schutz suchend fest an mich schmiegte, die kleine Hand. Schweigend st�rmten wir �ber das gelbe, monderhellte Moos, ein jeder von uns eigenen Gedanken nachh�ngend. Ich f�r meinen Teil war einfach �bergl�cklich, da ich Dejah Thoris� W�rme sp�rte, und trotz der uns bevorstehenden Gefahren jubelte mein Herz, als schritten wir bereits durch die Tore von Helium.</p><p>Unsere vorherigen Pl�ne waren auf so kl�gliche Weise zunichte gemacht worden, da� wir uns nun ohne Nahrung und Wasser fanden, und nur ich war bewaffnet. Deswegen trieben wir unsere Tiere zu einer Geschwindigkeit an, deren schmerzhafte Auswirkungen wir mit Sicherheit noch vor Ende des ersten Teils unserer Reise zu sp�ren bekommen mu�ten.</p><p>Wir ritten die ganze Nacht und den n�chsten Tag mit nur einigen kurzen Pausen durch. In der zweiten Nacht waren sowohl die Tiere als auch wir vollkommen ersch�pft. Daher betteten wir uns auf das Moos, schliefen etwa f�nf bis sechs Stunden und nahmen kurz vor Tagesanbruch die Reise wieder auf. Wir ritten den ganzen Tag, und als wir am Nachmittag noch immer keine B�ume erblickten, die f�r die gro�en Wasserstra�en in ganz Barsoom kennzeichnend sind, wurde uns die schreckliche Wahrheit mit einemmal deutlich�� wir hatten uns verirrt.</p><p>Offenbar waren wir im Kreis geritten, schwer zu sagen, in welche Richtung. Auch schien es eigentlich unm�glich, da wir uns tags�ber an der Sonne und in der Nacht an den Sternen orientiert hatten. Jedenfalls war keine Wasserstra�e zu finden, und wir alle waren vor Hunger, Durst und M�digkeit beinahe am Umfallen. Ein St�ck rechts von uns zeichneten sich in der Ferne die Umrisse eines kleinen Gebirges ab. Wir beschlossen, uns dorthin zu begeben, vielleicht konnten wir von irgendeiner Erh�hung den gesuchten Wasserweg ausmachen. Es wurde Nacht, bevor wir ankamen. Vor M�digkeit und Schw�che fast ohnm�chtig, legten wir uns nieder und schliefen.</p><p>Am fr�hen Morgen wurde ich von einem riesigen Wesen geweckt, das sich an mich schmiegte. Ich zuckte zusammen, schlug die Augen auf und erkannte meinen lieben alten Woola, der sich an mich kuschelte. Das treue Tier war uns �ber das weglose �dland gefolgt, um unser Schicksal zu teilen, wie auch immer es verlaufen mochte. Ich umarmte es, legte meine Wange an sein Gesicht und sch�mte mich nicht daf�r, auch nicht f�r die Tr�nen, die mir angesichts seiner offenkundigen Liebe f�r mich in die Augen traten. Kurz danach wachten Dejah Thoris und Sola auf, und wir beschlossen, sofort einen weiteren Vorsto� in Richtung Gebirge zu wagen.</p><p>Nach einer knappen Meile begann mein Thoat auf �u�erst beklagenswerte Weise zu stolpern und zu schwanken, obwohl wir unsere Tiere seit Mittag des vorhergehenden Tages nicht weiter angetrieben hatten. Pl�tzlich torkelte es mit einem Satz zur Seite und st�rzte zu Boden. Dejah Thoris und ich wurden abgeworfen und landeten unversehrt auf dem weichen Moos, doch das arme Tier befand sich in bemitleidenswertem Zustand und konnte nicht aufstehen, obwohl es nun von unserer Last befreit war. Sola meinte, die k�hle Nacht und etwas Ruhe w�rden es zweifellos wieder auf die Beine bringen, weswegen ich es nun doch nicht t�tete. Ich hatte es grausam gefunden, das Tier allein zur�ckzulassen, wo es an Hunger und Durst zugrunde gehen w�rde. Ich nahm ihm das Geschirr ab und legte es neben ihm auf die Erde. Dann �berlie�en wir diesen armen Gef�hrten seinem Schicksal und setzten unseren Weg so gut es ging mit nur einem Thoat wieder fort. Sola und ich gingen zu Fu� und lie�en Dejah Thoris reiten, wor�ber sie sehr ungehalten war. Auf diese Weise waren wir dem Gebirge bis auf eine Meile nahegekommen, als Dejah Thoris vom Sattel aus einige Meilen vor uns Reiter erblickte, die hintereinander aus einem Gebirgspa� auftauchten. Sola und ich blickten in die Richtung und konnten deutlich einige Hundert berittene Krieger erkennen. Sie schienen gen S�dwesten zu reiten, also weg von uns.</p><p>Zweifellos waren es Krieger von Thark, die uns wieder einfangen sollten, und wir atmeten erleichtert auf, da sie in die entgegengesetzte Richtung ritten. Schnell hob ich Dejah Thoris vom Sattel, befahl dem Tier, sich hinzulegen, und auch wir machten uns so klein wie m�glich, um nicht die Aufmerksamkeit der Krieger auf uns zu lenken.</p><p>Wir sahen, wie sie hintereinander aus dem Pa� hervortraten, kurz bevor sie zu unserem Gl�ck erneut hinter einem Felsen verschwanden, denn h�tte dieser ihnen nicht f�r l�ngere Zeit die Sicht genommen, w�ren wir mit Sicherheit entdeckt worden. Als der offenbar letzte Krieger auf dem Pa� in unser Blickfeld kam, machte er halt, hielt sich zu unserem Entsetzen einen kleinen, doch scharfen Feldstecher ans Auge und suchte den Meeresboden in jeder Richtung ab. Offensichtlich war er ein Befehlshaber, denn bei den gr�nen Marsmenschen reitet in bestimmten Marschverb�nden der Anf�hrer immer als letzter. Als sein Glas in unsere Richtung schwenkte, stockte uns das Herz, und ich sp�rte, wie mir kalter Schwei� aus allen Poren meines K�rpers brach.</p><p>Nun war das Glas direkt auf uns gerichtet�� und verharrte. Unsere Nerven waren bis zum Zerrei�en gespannt, und ich zweifle, da� w�hrend der wenigen Sekunden, die er uns in seinem Blickfeld hatte, �berhaupt einer von uns atmete. Dann lie� er das Glas sinken, und wir sahen, wie er den Kriegern, die hinter dem Felsvorsprung verschwunden waren, einen Befehl erteilte. Er wartete nicht auf sie, sondern wendete augenblicklich sein Thoat und sprengte ungest�m auf uns zu.</p><p>Wir hatten noch eine kleine Chance, und die mu�te ich schnell nutzen. Ich hielt das seltsame Gewehr der Marsmenschen an die Schulter, nahm ihn ins Visier und bet�tigte den Knopf am Abzug. Es gab eine scharfe Explosion, als die Kugel auftraf, und der Angreifer st�rzte r�ckw�rts von seinem dahinfliegenden Tier.</p><p>Ich sprang auf, dr�ngte das Thoat aufzustehen und hie� Sola hinter Dejah Thoris aufsitzen. Sie sollten mit allen Mitteln versuchen, das Gebirge zu erreichen, bevor die gr�nen Krieger bei uns anlangten. Ich wu�te, da� sie sich eine Zeitlang in den Schluchten und Hohlwegen versteckt halten konnten, und obwohl sie dort vor Hunger und Durst zugrunde gehen w�rden, war das noch immer besser, als den Thark in die H�nde zu fallen. Auch bestand ich darauf, da� sie meine beiden Revolver mitnahmen, damit sie wenigstens etwas hatten, um sich zu verteidigen und sich das schreckliche Ende zu ersparen, das eine erneute Gefangennahme mit Sicherheit nach sich ziehen w�rde. Ich nahm Dejah Thoris in die Arme und setzte sie hinter Sola aufs Thoat, die meinem Befehl zum Aufsitzen bereits gefolgt war.</p><p>�Lebe wohl, meine Prinzessin�, fl�sterte ich. �Noch k�nnen wir uns in Helium treffen. Ich bin schon schlimmeren Gefahren entronnen.� Bei dieser L�ge versuchte ich zu l�cheln.</p><p>�Wie, du kommst nicht mit uns?� sagte sie.</p><p>�Wie denn? Irgend jemand mu� sie eine Zeitlang aufhalten, und allein entkomme ich eher als wir drei zusammen.� Schnell sprang sie vom Thoat, legte mir die reizvollen Arme um den Hals, wandte sich an Sola und sagte mit stiller W�rde: �Flieh, Sola! Dejah Thoris m�chte mit dem Mann sterben, den sie liebt.�</p><p>Diese Worte pr�gten sich mir f�r immer ein. Gern g�be ich tausendmal mein Leben daf�r, sie noch einmal zu h�ren, doch damals hatte ich keine Sekunde Zeit, um mich an ihrer s��en Umarmung zu erg�tzen. Zum ersten Mal dr�ckte ich meine Lippen auf die ihren, packte sie und setzte sie mit Gewalt hinter Sola auf den Platz. Dann befahl ich Sola mit energischer Stimme, sie festzuhalten, versetzte dem Reittier einen Klaps auf die Flanke und sah, wie sie losritten, wobei sich Dejah Thoris mit aller Kraft aus Solas Griff zu befreien versuchte.</p><p>Ich wandte mich um und bemerkte, da� die gr�nen Krieger den Felsen erklommen und nach ihrem Anf�hrer Ausschau hielten. Kaum hatten sie mich jedoch entdeckt, lag ich flach ins Moos gepre�t am Boden und setzte meinen Besch�� fort, bis all jene Krieger, die als erste wieder hinter dem Felsen aufgetaucht waren, tot waren oder hastig Deckung suchten.</p><p>Dennoch war der Aufschub nur von kurzer Dauer, denn bald bekam ich den ganzen Trupp zu sehen. Es waren einige tausend Mann, die mich nun angriffen und auf mich zust�rmten. Ich feuerte, bis ich keine Munition mehr hatte und sie fast bei mir waren. Nachdem mir ein Blick nach hinten gezeigt hatte, da� Dejah Thoris und Sola zwischen den H�geln verschwunden waren, sprang ich auf, lie� mein nutzloses Gewehr fallen und rannte in der entgegengesetzten Richtung von Sola und Dejah Thoris davon.</p><p>Wenn den Marsmenschen jemals eine Darbietung im Springen zuteil wurde, dann jenen erstaunten Kriegern an diesem l�ngst vergangenen Tag. Zwar f�hrten meine Spr�nge sie von Dejah Thoris weg, doch gaben sie deswegen ihre Absicht nicht auf, mich gefangen zu nehmen.</p><p>Sie st�rmten hinter mir her, bis ich schlie�lich �ber ein vorstehendes Felsst�ck stolperte und lang ausgestreckt ins Moos st�rzte. Als ich aufblickte, waren sie bei mir, und obwohl ich, im Bestreben, mein Leben so teuer wie m�glich zu verkaufen, das lange Schwert zog, war alles bald vorbei. Unter ihren gezielt verabreichten Schl�gen begann ich zu taumeln, mir schwindelte, alles wurde dunkel, und ich verlor das Bewu�tsein.</p></section><section><title><p>18. Angekettet in Warhoon</p></title><p>Ich mu�te einigen Stunden bewu�tlos gewesen sein und erinnere mich noch gut, wie �berrascht ich war, noch am Leben zu sein.</p><p>Ich lag unter einem Stapel von Seident�chern und Fellen in der Ecke eines kleinen Raumes, in dem sich au�er mir einige gr�ne Krieger aufhielten. Eine alte, h��liche Frau beugte sich �ber mich.</p><p>Als ich die Augen aufschlug, wandte sie sich an einen der M�nner und sagte: �Er bleibt am Leben, oh Jed.�</p><p>�Gut so�, erwiderte der Angesprochene, erhob sich und trat an mein Lager. �Er wird bei den gro�en Spielen ein seltenes Schauspiel bieten.�</p><p>Als ich ihn genauer ansah, bemerkte ich, da� er kein Thark war, denn sowohl sein Schmuck als auch sein Metall waren anders. Er war riesengro�, gr��liche Narben verunstalteten Gesicht und Oberk�rper, einer der Sto�z�hne war abgebrochen und ein Ohr fehlte. An jede Brust waren menschliche Sch�del geschnallt, von denen getrocknete Menschenh�nde herabhingen.</p><p>Seine Bemerkung hinsichtlich der gro�en Spiele, von denen ich bei den Thark so viel geh�rt hatte, �berzeugten mich, da� ich lediglich vom Regen in die Traufe geraten war.</p><p>Nachdem er noch einige Worte mit der Frau gewechselt hatte, sie ihm versicherte, da� ich nun kr�ftig genug sei, um reisen zu k�nnen, befahl er aufzusitzen und der Hauptkolonne hinterherzureiten.</p><p>Man schnallte mich fest an ein so wildes und st�rrisches Thoat, wie ich es noch nie gesehen hatte, und gab mir zwei Krieger zur Seite, damit es nicht durchging. Dann ging es in rasendem Tempo der Kolonne hinterher. Meine Verletzungen waren nicht sehr schmerzhaft, so schnell hatten die Umschl�ge und Mittel der Frau ihre wundervollen Heilkr�fte entfaltet, so geschickt hatte sie die Wunden verbunden und versorgt.</p><p>Kurz vor Einbruch der Dunkelheit holten wir die Haupttruppe ein, als sie gerade ihr Lager f�r die Nacht aufgeschlagen hatte. Man brachte mich sofort zum Anf�hrer, dem Jeddak der Horden von Warhoon.</p><p>Wie der Jed, der mich hergebracht hatte, zeichneten ihn ebenfalls schreckliche Narben, und auch er war mit dem Brustpanzer aus Menschensch�deln und getrockneten H�nden geschm�ckt, den offenbar alle bedeutenderen Krieger der Warhoon trugen, und der von einer unm��igen Grausamkeit zeugte, die sogar jene der Thark hei weitem �bertraf.</p><p>Der Jeddak, Bar Comas, war vergleichsweise jung. Sein alter Stellvertreter Dak Kova, jener Jed, der mich gefangen genommen hatte, brachte ihm Mi�gunst und unb�ndigen Ha� entgegen. Mir fiel sofort ins Auge, mit welchem Eifer er sich bem�hte, seinen Vorgesetzten zu reizen.</p><p>Ohne seinem Herrscher die �bliche formale Begr��ung zu erbieten, stie� er mich vor ihn hin und rief mit lauter, drohender Stimme:</p><p>�Ich habe eine seltsame Kreatur mit dem Metallschmuck der Thark mitgebracht, die ich zu meinem Vergn�gen bei den gro�en Spielen auf einem wilden Thoat k�mpfen lassen werde.�</p><p>�Er wird so sterben, wie es Bar Comas, dein Jeddak, es f�r richtig erachtet, wenn �berhaupt�, entgegnete der junge Herrscher mit Ausdruck und W�rde.</p><p>�Wenn �berhaupt?� br�llte Dak Kova. �Bei den toten H�nden an meinem Hals, er wird sterben, Bar Comas. Keine deiner Gef�hlsduseleien soll ihn davor bewahren. Ach, regierte nur ein wirklicher Jeddak die Warhoon, und nicht solch ein weichherziger Schw�chling, dem sogar Dak Kova mit blo�en H�nden das Metall abnehmen k�nnte!�</p><p>Bar Comas blickte seinen trotzigen und ungehorsamen Anf�hrer mit einem Ausdruck von Hochmut, furchtloser Verachtung und Ha� kurz an, dann warf er sich wortlos und unbewaffnet auf seinen Verleumder.</p><p>Nie zuvor hatte ich zwei gr�ne Marsmenschen nur mit den ihnen von der Natur gegebenen Waffen k�mpfen sehen, und die nachfolgende Darbietung tierischer Grausamkeiten war derart entsetzlich, wie sie sich ein normaler Mensch nicht vorzustellen vermag. Mit blo�en H�nden rissen sie sich gegenseitig an Ohren und Augen, und zerschlitzten und durchbohrten einander wiederholt mit den schimmernden Sto�z�hnen, bis beide von Kopf bis Fu� in Streifen zerschnitten schienen.</p><p>Bar Comas gewann zuerst im Kampf die Oberhand, denn er war st�rker, schneller und intelligenter. Bald schien der Kampf vor�ber zu sein, es fehlte ein entscheidender Sto�. Da rutschte Bar Comas aus, als er sich gerade aus einer Umklammerung losri�. Das war Dak Kovas Chance, er warf sich auf seinen Widersacher, grub ihm den</p><p>m�chtigen Sto�zahn in die Leiste und schlitzte den jungen Jeddak mit letzter Kraft von oben bis unten auf, bis sich der gro�e Sto�zahn in Bar Comas� Kieferknochen verkeilte. Sieger und Besiegter rollten zerschlagen und leblos �ber das Moos, eine unf�rmige Masse zerrissenen, blutigen Fleisches.</p><p>Bar Comas war tot, und Dak Kova hatte es nur den riesenhaften Bem�hungen seiner Frauen zu verdanken, da� er dem verdienten Schicksal entging. Drei Tage sp�ter ging er ohne fremde Hilfe zum Leichnam Bar Comas�, der gem�� dem Brauch noch dort lag, wo er verschieden war, setzte den Fu� auf den Nacken seines vorherigen Herrschers und �bernahm den Titel Jeddak von Warhoon.</p><p>Die H�nde und der Kopf des toten Jeddaks wurden abgetrennt und dem Schmuck seines siegreichen Widersachers hinzugef�gt. Dann verbrannten die Frauen die �berreste unter wildem, schrecklichem Gel�chter.</p><p>Die Verletzungen von Dak Kova hatten die Kolonne so lange aufgehalten, da� man nun beschlo�, den geplanten Feldzug gegen eine kleine Gemeinschaft der Thark, an der man sich f�r die Zerst�rung des Inkubators r�chen wollte, auf einen Zeitpunkt nach den gro�en Spielen zu verschieben. Folglich machte die gesamte, zehntausend Mann starke Kolonne kehrt und begab sich auf den Heimweg nach Warhoon.</p><p>Die Art und Weise, mit der sich diese grausamen und blutr�nstigen Menschen mir vorgestellt hatten, lieferte lediglich eine kleine Kostprobe der Dinge, die ich w�hrend meines Aufenthaltes bei ihnen fast t�glich mitansehen mu�te. Die Warhoon sind ein kleineres, doch weitaus bedrohlicheres Volk als die Thark. Kein Tag verging, ohne da� sich Angeh�rige der verschiedenen St�mme nicht auf Leben und Tod bek�mpften. Innerhalb eines einzigen Tages wurde ich sogar Zeuge von acht t�dlichen Duellen.</p><p>Nach etwa dreit�gigem Marsch erreichten wir die Stadt Warhoon, wo man mich sofort in einen Kerker warf und an den W�nden sowie am Boden ankettete. Man brachte mir regelm��ig zu essen, doch auf Grund der vorherrschenden Dunkelheit vermag ich nicht zu sagen, ob ich mich Tage, Wochen oder Monate dort befand. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie derart entsetzliche Dinge erlebt, und mir ist bis heute ein R�tsel, da� mein Verstand den Schrecken der pechschwarzen Finsternis widerstand. �berall wimmelte es von Kriechtieren, kalte, schlangenartige Wesen krabbelten �ber mich, wenn ich mich hingelegt hatte, und gelegentlich ersp�hte ich in der Dunkelheit gl�nzende, funkelnde Augen, die mich furchteinfl��end anstarrten. Kein Laut drang von oben zu mir. Mein W�chter w�rdigte mich keiner Silbe, wenn er mir das Essen brachte, obwohl ich ihn zuerst f�rmlich mit Fragen bombardierte.</p><p>Schlie�lich richtete sich mein zerm�rbter Verstand mit all dem Ha� und der grenzenlosen Verachtung auf diesen einzigen Abgesandten der Horde von Warhoon, jenen f�rchterlichen Kreaturen, denen ich meinen derzeitigen Aufenthalt zu verdanken hatte. *</p><p>Mir war aufgefallen, da� er mit seiner tr�ben Fackel immer dicht an mich herantrat, um das Essen in meiner Reichweite auf den Boden zu stellen, so da� sich sein Kopf in H�he meiner Brust befand, wenn er sich b�ckte. Als ich ihn das n�chste Mal kommen h�rte, zog ich mich heimt�ckisch, wie Wahnsinnige sind, in die Ecke meiner Zelle zur�ck, packte ein Ende der gro�en Kette, mit der meine H�nde gefesselt waren und lauerte ihm wie ein Raubtier auf. Als er sich b�ckte, um das Essen abzusetzen, holte ich mit der Kette weit aus und lie� sie mit voller Wucht auf seinem Sch�del niedergehen. Ohne einen Laut sank er tot zu Boden.</p><p>Lachend und schwatzend wie ein Idiot�� denn zu einem solchen entwickelte ich mich immer mehr�� st�rzte ich mich auf den Daliegenden und fuhr ihm an die Kehle. Da ertasteten meine Finger ein kleines Kettchen, woran einige Schl�ssel hingen. Bei der Ber�hrung dieser Schl�ssel kehrte blitzschnell mein Verstand zur�ck. Nicht l�nger war ich ein lallender Irrer, sondern ein gesunder, intelligenter Mensch, der das Mittel zu seiner Flucht in den H�nden h�lt.</p><p>Als ich meinem Opfer vorsichtig die Kette �ber den Kopf ziehen wollte, schaute ich auf und sah sechs Paar feuriger Augen, die mich aus der Finsternis regungslos anstarrten. Langsam kamen sie n�her. Ich wich angsterf�llt vor diesem schaudererregenden Anblick zur�ck, kauerte mich in meine Ecke, hielt sch�tzend die H�nde vor mich. Die schrecklichen Augen r�ckten immer n�her, bis sie bei dem Toten vor mir angelangt waren. Dann zogen sie sich allm�hlich zur�ck, diesmal aber mit einem merkw�rdigen, scharrenden Ger�usch, bis sie schlie�lich wieder in der schwarzen Finsternis meines Kerkers verschwunden waren.</p></section><section><title><p>19. Der Kampf in der Arena</p></title><p>Langsam erlangte ich meine Fassung wieder und unternahm einen weiteren Versuch, die Schl�ssel an mich zu bringen. Als ich aber im Dunkeln nach dem Leichnam meines fr�heren W�rters tastete, mu�te ich zu meinem Entsetzen feststellen, da� er verschwunden war. Dann wurde mir die Wahrheit schlagartig klar: Die Wesen mit den gl�henden Augen hatten mir meine Beute entrissen, um ihn in der Nachbarh�hle verschlingen zu k�nnen, so wie sie seit Tagen, Wochen, Monaten, w�hrend der ganzen schrecklichen Ewigkeit meiner Gefangenschaft nur darauf gewartet hatten, sich an meinem Kadaver zu laben.</p><p>Zwei Tage lang brachte man mir keine Nahrung, dann erschien jedoch ein neuer W�rter, und mein Leben im Kerker ging weiter wie zuvor. Doch lie� ich diesmal nicht zu, da� das grauenvolle Dasein meinen Verstand zerm�rbte.</p><p>Kurz nach diesem Zwischenfall brachte man einen anderen Gefangenen herein und kettete ihn in meiner N�he an. Im tr�ben Licht der Fackel sah ich, da� es ein roter Marsmensch war, und ich konnte es kaum erwarten, da� die Wachen verschwanden, um ihn anzusprechen. Als ihre Schritte verklungen waren, rief ich ihm leise das Gru�wort des Mars zu, Kaor.</p><p>�Wer bist du, der du aus der Dunkelheit zu mir sprichst?� fragte er.</p><p>�John Carter, ein Freund der roten Menschen von Helium.�</p><p>�Ich komme aus Helium, doch kann ich mich nicht an deinen Namen erinnern�, erwiderte er.</p><p>Nun erz�hlte ich ihm meine Geschichte, wie ich sie hier niedergeschrieben habe, lie� nur meine Liebe zu Dejah Thoris unerw�hnt. Die Neuigkeiten �ber die Prinzessin von Helium �berraschten ihn sehr, und er meinte, dem Ausgangspunkt nach zu urteilen, wo ich sie und Sola verlassen hatte, w�ren sie entkommen. Er sagte, er kenne die Stelle gut, da der Hohlweg, durch den die Warhoon gekommen waren, bevor sie uns entdeckten, die einzige gen S�den f�hrende Marschroute sei.</p><p>�Dejah Thoris und Sola sind keine f�nf Meilen von einer gro�en Wasserstra�e entfernt ins Gebirge gegangen und befinden sich nun sehr wahrscheinlich in Sicherheit�, beteuerte er.</p><p>Mein Mitgefangener hie� Kantos Kan. Er war ein Padwar (Leutnant) der Kriegsmarine von Helium, hatte ebenfalls an der mi�gl�ckten Expedition teilgenommen, hei der Dejah Thoris den Thark in die H�nde gefallen war, und schilderte kurz, was nach der Niederlage der Kampfschiffe vorgefallen war.</p><p>Schwer angeschlagen und nur teilweise bemannt, hatten sie sich langsam gen Helium geschleppt, aber als sie in der N�he von Zodanga vorbeikamen, der Hauptstadt der Erzfeinde von Helium unter den roten Menschen von Barsoom, waren sie von einem gro�en Trupp Kriegsschiffe angegriffen, und bis auf das Schiff von Kantos� Kan entweder alle zerst�rt oder gefangengenommen worden. Tagelang jagten drei Kriegsschiffe Zodangas hinter ihnen her, doch schlie�lich konnten sie ihnen w�hrend einer mondlosen Nacht entwischen.</p><p>Drei�ig Tage nach der Gefangennahme von Dejah Thoris, ungef�hr zur Zeit unserer Ankunft in Thark, erreichte sein Schiff mit ungef�hr zehn �berlebenden von einer urspr�nglichen Besatzung von siebenhundert Offizieren und Mannschaften Helium. Sofort wurden sieben gro�e Flotten mit je einhundert m�chtigen Kriegsschiffen ausgesandt, um nach Dejah Thoris zu suchen, und von diesen Schiffen blieben zweitausend kleinere st�ndig drau�en und suchten weiter vergebens nach der vermi�ten Prinzessin.</p><p>Die R�cher machten zwei gr�ne St�mme dem Erdboden gleich, doch von Dejah Thoris fehlte weiterhin jede Spur. Man hatte sie bei den V�lkern im Norden gesucht, erst in den letzten Tagen f�hrte ihr Weg gen S�den.</p><p>Kantos Kan war in eine Abteilung kleiner Einmannflugzeuge abkommandiert worden, und ungl�cklicherweise hatten ihn die Warhoon beim Erkunden ihrer Stadt entdeckt. Der Mut und die K�hnheit dieses Mannes fl��ten mir gro�en Respekt und Bewunderung ein. Mutterseelenallein war er am Stadtrand gelandet und hatte zu Fu� die am Platz liegenden Geb�ude durchst�bert. Zwei Tage und N�chte durchforschte er die Unterk�nfte und Kerker auf der Suche nach seiner geliebten Prinzessin, um beim Verlassen der Stadt, nachdem er sich vergewissert hatte, da� Dejah Thoris hier nicht gefangen gehalten wurde, einer Gruppe Warhoon in die H�nde zu fallen.</p><p>W�hrend unserer Gefangenschaft lernten Kantos Kan und ich einander kennen, und zwischen uns entwickelte sich eine enge und warmherzige Freundschaft. Nach wenigen Tagen schon wurden wir jedoch wegen der gro�en Spiele aus dem Kerker geschleift. An einem fr�hen Morgen f�hrte man uns in ein riesiges Amphitheater, das man jedoch nicht zu ebener Erde errichtet, sondern wie eine Grube ausgeschachtet hatte. Teilweise hatten sich Tr�mmer darin angesammelt, so da� ich nicht sagen konnte, wie gro� es urspr�nglich gewesen war. Zur Zeit fanden alle zwanzigtausend Angeh�rige der verschiedenen Warhoon-Horden darin Platz.</p><p>Die Arena war riesig, doch uneben und verwahrlost. An den R�ndern hatten die Warhoon Steine aus einigen Ruinen der alten Stadt aufgeschichtet, die Tiere und Gefangene von der Flucht in die Zuschauerreihen abhalten sollten. An beiden Enden befanden sich K�fige, in denen sich die Ungl�cklichen aufhielten, bis sie an der Reihe waren, in der Arena irgendeinem schrecklichen Tod entgegenzutreten.</p><p>Man sperrte Kantos Kan und mich zusammen in einen davon. In den anderen befanden sich ungeb�ndigte Calots, Thoats, tollw�tige Zitidars, gr�ne Krieger, Frauen von anderen St�mmen und viele fremdartige, wilde Tiere von Barsoom, wie ich sie noch nie zuvor zu Gesicht bekommen hatte. Ihr Gebr�ll, Geknurr und Gekreisch war ohrenbet�ubend, und das furchteinfl��ende Aussehen eines jeden von ihnen gen�gte, dem tapfersten Gem�t einen Schauer �ber den R�cken zu jagen.</p><p>Kantos Kan erkl�rte mir, da� einer der Gefangenen sich am Ende des Tages die Freiheit erk�mpft haben w�rde, w�hrend die anderen tot in der Arena liegen w�rden. Die Sieger der verschiedenen Wettk�mpfe w�rden gegeneinander antreten, bis schlie�lich nur zwei am Leben blieben. Der Sieger des letzten Kampfes, sei es Mensch oder Tier, erhielt seine Freiheit. Am n�chsten Morgen w�rde man weitere Opfer in die K�fige f�hren, und so ging es die n�chsten zehn Tage der Spiele in einem fort. Kurz nachdem man uns eingesperrt hatte, begann sich das Amphitheater zu f�llen, und innerhalb einer Stunde war jeder Platz besetzt. Dak Kova, seine Jeds und Anf�hrer sa�en auf einer Seite der Arena in der Mitte auf einer riesigen erh�hten B�hne.</p><p>Auf ein Zeichen von Dak Kova wurden die T�ren zweier K�fige aufgesto�en und ein Dutzend gr�ne Marsfrauen in die Arena getrieben. Jede erhielt einen Dolch, dann lie� man von der anderen Seite eine Meute Calots, etwa zw�lf dieser wilden Hunde, auf sie los.</p><p>Als die Untiere knurrend und sch�umend gegen die fast hilflosen Frauen anrannten, wandte ich mich ab, um das schrecklichen Geschehen nicht mit anzusehen. Das Gejohle und Gel�chter der gr�nen Horde zeugte davon, wie sehr sie sich am�sierten, und als ich mich wieder umwandte, da mir Kantos Kan mitgeteilt hatte, da� alles vor�ber sei, sah ich, wie drei siegreiche Calots z�hnefletschend �ber den K�rpern ihrer Opfer standen und knurrten. Trotz allem hatten sich die Frauen wacker geschlagen.</p><p>Als n�chstes wurde ein tollw�tiges Zitidar auf die �briggebliebenen Hunde losgelassen, und so setzte sich das den ganzen, hei�en und schrecklichen Tag lang fort.</p><p>Im Verlaufe des Tages mu�te ich zuerst gegen Menschen und dann gegen Tiere k�mpfen. Da ich aber das lange Schwert bei mir trug und au�erdem meinem jeweiligen Gegner hinsichtlich Beweglichkeit und Kraft weitaus �berlegen war, war alles f�r mich nur ein Kinderspiel. Immer wieder gewann ich den Beifall der blutr�nstigen Massen, und gegen Ende vernahm ich Rufe, man solle mich aus der Arena nehmen und zu einem Mitglied der Horden der Warhoon machen.</p><p>Schlie�lich waren nur noch drei von uns �brig: ein gro�er gr�ner Krieger von einem Stamm weit oben im Norden, Kantos Kan und ich. Erst sollten die beiden gegeneinander antreten, dann w�rde ich mit dem Sieger um die Freiheit k�mpfen, wie es dem Gewinner des letzten Duelles zustand.</p><p>Kantos Kan war im Verlaufe des Tages einige Male angetreten und dabei immer als Sieger hervorgegangen, jedoch stets �u�erst knapp, besonders gegen die gr�nen Krieger. Ich hatte wenig Hoffnung, da� er seinen riesigen Widersacher besiegte, der zuvor alle anderen niedergemetzelt hatte. Der Unhold war fast sechzehn Fu� hoch, Kantos Kan hingegen ma� nicht einmal sechs Fu�. Als sie aufeinander losgingen, wurde ich zum ersten Mal Zeuge einer bestimmten Schwertkampftechnik, die Kantos Kans Hoffnung auf Sieg und Leben begr�ndet erscheinen lie�, denn als er dem riesigen Menschen fast zwanzig Fu� nahegekommen war, holte er mit dem Schwert weit nach hinten aus und schleuderte es mit der Spitze voran auf den gr�nen Krieger. Es flog pfeilgerade und durchbohrte dem armen Teufel das Herz, so da� er tot auf den Boden der Arena niedersank.</p><p>Nun mu�ten Kantos Kan und ich gegeneinander antreten, doch als er bei mir war, fl�sterte ich ihm zu, er m�ge den Kampf bis zum Einbruch der Dunkelheit hinausz�gern, vielleicht fand sich dann eine Fluchtm�glichkeit. Die Horde erriet offenbar, da� uns der Sinn nicht nach einem Duell stand, und heulte vor Wut, da keiner dem anderen den Todessto� versetzte. Als ich bemerkte, wie es pl�tzlich dunkelte, raunte ich Kantos Kan zu, er solle mir das Schwert zwischen den Arm und den K�rper sto�en. Er tat. wie ihm gehei�en, ich taumelte nach hinten, das Schwert fest zwischen dem linken Arm und dem K�rper, und fiel zu Boden, scheinbar von der Waffe durchbohrt. Kantos Kan erriet, was ich vorhatte, trat schnell neben mich, setzte mir den Fu� ins Genick, zog mir das Schwert aus der Brust und versetzte mir den Todessto� in den Hals, wobei die Halsschlagader durchtrennt werden sollte, doch glitt die kalte Klinge in diesem Fall harmlos in den Sand der Arena. In der inzwischen vorherrschenden Dunkelheit mu�te jeder annehmen, da� er mich erledigt hatte. Ich wisperte ihm zu, er solle gehen, seine Freilassung fordern und mich dann im Gebirge �stlich der Stadt erwarten, und so verlie� er mich.</p><p>Als sich das Amphitheater geleert hatte, kletterte ich vorsichtig nach oben, und da es weit vom Platz entfernt in einem unbewohnten Teil der gro�en toten Stadt gelegen war, bereitete es mir kaum Schwierigkeiten, mich zu den dahinterliegenden H�geln zu begeben.</p></section><section><title><p>20. In der Atmosph�renfabrik</p></title><p>Zwei Tage wartete ich auf Kantos Kan, doch da er nicht kam, machte ich mich zu Fu� in nordwestlicher Richtung auf den Weg, wo seiner Aussage nach die n�chste Wasserstra�e entlangf�hrte. Ich ern�hrte mich ausschlie�lich von der Milch jener Pflanzen, die diese wertvolle Fl�ssigkeit so reichhaltig zur Verf�gung stellten.</p><p>Zwei lange Wochen war ich unterwegs, stolperte, von den Sternen geleitet, durch die N�chte und versteckte mich tags�ber hinter vereinzelt emporragenden Felsen oder zwischen den wenigen H�geln, an denen mich mein Weg vorbeif�hrte. Mehrere Male wurde ich von wilden Tieren angegriffen, fremdartigen, klobigen und monstr�sen Wesen, die mich im Dunkeln ansprangen, so da� ich immer das lange Schwert in der Hand hatte, um darauf gefa�t zu sein. Normalerweise warnten mich rechtzeitig meine merkw�rdigen, erst k�rzlich angeeigneten telepathischen F�higkeiten, doch einmal lag ich am Boden, und bevor ich die leiseste Ahnung von der drohenden Gefahr hatte, schnappten teuflische Kiefer nach meiner Halsschlagader, und ein behaartes Gesicht dr�ckte sich an meines.</p><p>Um welches Gesch�pf es sich handelte, wu�te ich nicht, dennoch f�hlte ich, da� es gro� und schwer war und �ber mehrere Gliedma�en verf�gte. Ich hatte die H�nde an seiner Kehle, ehe sich seine Z�hne in meinen Hals bohrten, schob das behaarte Gesicht langsam von mir weg und dr�ckte ihm unnachgiebig die Luft ab.</p><p>Lautlos lagen wir da. Das Biest unternahm alles, um mich mit den schrecklichen Sto�z�hnen zu erreichen, und ich versuchte es zu erw�rgen und gleichzeitig von mir fernzuhalten. Langsam gaben meine Arme jedoch dem ungleichen Kampf nach, Zoll f�r Zoll kamen mir die gl�henden Augen und gl�nzenden Sto�z�hne des Widersachers n�her, bis sein behaartes Gesicht wieder auf mir lag und ich sp�rte, da� bald alles vor�ber war. Und pl�tzlich warf sich eine unf�rmige, massige Gestalt in offenbar m�rderischer Absicht aus der Dunkelheit auf die Kreatur, die mich am Boden festhielt. Knurrend rollten die beiden �ber das Moos und zerfetzten und zerrissen einander aufs schrecklichste, doch der Kampf war von kurzer Dauer, und bald stand mein Retter mit gesenktem Kopf �ber dem leblosen Wesen, das mich beinahe get�tet hatte.</p><p>Im Schein des ersten Mondes, der mit einemmal �ber dem Horizont aufstieg und die Landschaft von Barsoom erhellte, erkannte ich ihn, es war Woola. Doch woher er gekommen war und wie er mich gefunden hatte, blieb mir ein R�tsel. Es er�brigt sich zu sagen, da� ich �ber seine Gesellschaft von Herzen froh war, doch die Wiedersehensfreude war ged�mpft, da ich mich beunruhigt fragte, warum er Dejah Thoris verlassen hatte. Ich war �berzeugt, da� er sich von ihr nur trennen w�rde, wenn sie nicht mehr am Leben war. So gehorsam befolgte er meine Befehle.</p><p>Im inzwischen strahlend hellen Mondlicht sah ich, da� er nur noch ein Schatten seines fr�heren Selbst war, und als er sich meinen Liebkosungen entzog und gierig den Kadaver zu meinen F��en zu verschlingen begann, fiel mir auf, da� der arme Geselle fast verhungert war. Mir ging es nicht wesentlich besser, doch brachte ich es nicht �ber mich, Fleisch ungekocht zu essen, und ich hatte nichts, womit man ein Feuer entfachen konnte. Als Woola seine Mahlzeit beendet hatte, nahm ich wieder meine beschwerliche und anscheinend endlose Suche nach der verborgenen Wasserstra�e auf.</p><p>Bei Anbruch des f�nfzehnten Tages erblickte ich zu meiner �bergro�en Freude die hohen B�ume, die das Ziel meiner Suche kennzeichneten. Gegen Mittag schleppte ich mich ersch�pft an die Pforte eines riesigen Geb�udes, das etwa vierhundert Quadratmeilen einnahm und zweihundert Fu� nach oben ragte. In den riesigen Mauern gab es keine andere �ffnung au�er einer winzigen T�r, vor der ich entkr�ftet niedersank. Von Leben war weit und breit keine Spur.</p><p>Ich fand keine Klingel oder etwas �hnliches, um den Bewohnern des Bauwerkes meine Anwesenheit kundzutun, lediglich ein kleines, rundes Loch im Gem�uer neben der T�r. Es besa� den Durchmesser eines Bleistiftes. Ich hielt es f�r eine Art Sprachrohr, legte den Mund daran und wollte gerade etwas hineinrufen, als eine Stimme herausdrang, die mich fragte, wer ich sei, woher ich k�me und was mein Begehr sei.</p><p>Ich entgegnete, da� ich von den Warhoon geflohen sei und an Hunger und Ersch�pfung litt.</p><p>�Du tr�gst das Metall eines gr�nen Kriegers, dir folgt ein Calot, und doch hast du die Gestalt eines roten Menschen. Von der Farbe her bist du weder gr�n noch rot. Im Namen des Neunten Tages, was f�r eine Art von Gesch�pf bist du?�</p><p>�Ich bin ein Freund der roten Menschen von Barsoom und bin am Verhungern. Im Namen der Menschlichkeit, �ffne uns!� entgegnete ich. Sogleich begann die T�r vor mir zur�ckzuweichen, bis sie nach f�nfzig Fu� stoppte, leise nach links glitt und vor uns einen kurzen, engen Gang mit Betonw�nden freigab, an dessen Ende sich eine weitere T�r befand, die jener, wie ich sie gerade passiert hatte, in jeder Hinsicht glich. Keine Menschenseele war zu sehen, doch kaum waren wir durch die erste T�r getreten, schlo� sie sich wieder lautlos und glitt schnell an ihre urspr�ngliche Stelle in der Au�enmauer des Geb�udes zur�ck. Als sich die T�r zur Seite bewegt hatte, war mir ihre erstaunliche St�rke aufgefallen, volle zwanzig Fu�. Nachdem sie sich hinter uns wieder geschlossen und ihren alten Platz eingenommen hatte, kamen gro�e Stahlzylinder von der Decke herab und sanken in die eingelassenen Vertiefungen im Boden.</p><p>Eine zweite und dritte T�r wichen vor mir zur�ck sowie zur Seite gleich der ersten, dann kam ich in eine riesige Halle, wo ich auf einem gro�en Steintisch zu essen und zu trinken vorfand. Eine Stimme hie� mich meinen Hunger stillen und meinen Calot f�ttern und unterzog mich w�hrenddessen einem strengen und gr�ndlichen Verh�r.</p><p>�Deine Aussagen sind h�chst bemerkenswert�, sagte mein unsichtbarer Gastgeber zum Schlu�. �Offenbar sprichst du die Wahrheit, und ebenso klar ist, da� du nicht von Barsoom stammst. Das kann ich nach dem Aufbau deines Gehirns, der seltsamen Anordnung deiner inneren Organe sowie der Gr��e und Form deines Herzens sagen.�</p><p>�Kannst du durch mich hindurchblicken?� rief ich aus.</p><p>�Ja, ich sehe alles au�er deinen Gedanken, und w�rest du von Barsoom, k�nnte ich auch diese lesen.�</p><p>Dann �ffnete sich eine T�r auf der anderen Seite der Halle, und ein seltsames, vertrocknetes kleines M�nnchen kam auf mich zu. Es trug nur ein einziges Kleidungs- oder Schmuckst�ck, einen kleinen goldenen Kragen, von dem ein tellergro�es Ornament bis zur Brust herabhing. Dieses war dicht mit riesigen Diamanten besetzt. In seiner Mitte befand sich ein eigenartiger Stein von einem Zoll Durchmesser, von dem neun verschiedenartige Strahlen ausgingen, und zwar au�er in den sieben Farben, wie sie auf der Erde ein Prisma wirft, noch in zwei wundersch�nen und mir unbekannten. Ihr Aussehen genauer zu schildern f�llt ebenso schwer, als erkl�re man einem Blinden die rote Farbe. Ich wei� nur, da� sie �u�erst faszinierend waren.</p><p>Der kleine alte Mann setzte sich und unterhielt sich mit mir einige Stunden lang, wobei mich an unserem Gespr�ch am meisten verbl�ffte, da� ich jeden einzelnen seiner Gedanken lesen konnte, w�hrend er nicht das geringste von meinen �berlegungen zu erraten vermochte, sofern ich sie nicht aussprach.</p><p>Ich verschwieg ihm, da� ich in der Lage war, seine Gedankenz�ge mitzuverfolgen, und erfuhr so viele Dinge, die mir sp�ter von gro�em Nutzen sein sollten und von denen ich niemals Kenntnis erhalten h�tte, wenn er von meiner seltsamen F�higkeit gewu�t h�tte, denn die Marsmenschen haben ihren Denkapparat derart unter Kontrolle, da� sie ihre Gedanken mit absoluter Genauigkeit zu steuern verm�gen.</p><p>In dem Geb�ude, in dem ich mich aufhielt, befand sich die Anlage, die die k�nstliche Atmosph�re herstellt, die das Leben auf dem Mars aufrechterh�lt. Das Geheimnis des ganzen Prozesses liegt in der Verwendung des neunten Strahles, eines jener wundersch�nen Lichtb�gen, die ich von dem gro�en Stein im Ornament meines Gastgebers hatte ausgehen sehen.</p><p>Dieser Strahl wurde von den anderen gebrochenen Sonnenstrahlen durch exakt eingestellte Instrumente getrennt, die sich auf dem Dach des riesigen Geb�udes befanden, welches zu drei Vierteln als Speicher f�r den neunten Strahl dient. Er wird dann elektrisch behandelt, beziehungsweise mit bestimmten Anteilen verfeinerter elektrischer Schwingungen vermischt; das Endprodukt wird in die f�nf gr��ten Luftzentren des Planeten geleitet, wo es dann freigelassen und durch den Kontakt mit dem �ther des Himmels in atmosph�risches Gas umgewandelt wird.</p><p>Es wird immer ausreichend Licht des neunten Strahls in dem gro�en Geb�ude gespeichert, um die Atmosph�re auf dem Mars f�r eintausend Jahre aufrechtzuerhalten. Die einzige Sorge bestand nach Aussage meines neuen Freundes darin, da� es bei der Anlage zu einem Unfall kam.</p><p>Er f�hrte mich in einen anderen Raum, wo ich einen Satz von zwanzig Radiumpumpen erblickte, von denen eine jede den Mars mit dem atmosph�rischen Gas versorgen konnte. Seit achthundert Jahren beaufsichtigte er nun schon diese Pumpen, die abwechselnd einen vollen Tag lang in Betrieb waren, etwas mehr als vierundzwanzig und eine halbe Erdenstunde. Ein Gehilfe teilte mit ihm die Aufsicht. Ein halbes Marsjahr, das sind ungef�hr dreihundertundvierundvierzig Erdentage, verbringen die M�nner allein in dieser riesigen, abgelegenen Fabrik. Jedem roten Marsmensch werden in der Kindheit die Prinzipien der Herstellung von atmosph�rischem Gas erkl�rt, aber nur zwei Menschen kennen das Geheimnis des Zugangs zu dem Bauwerk, das mit seinen einhundertundf�nfzig Fu� dicken W�nden absolut uneinnehmbar ist. Sogar das Dach ist durch ein f�nf Fu� dickes Glas vor Luftangriffen gesichert.</p><p>Das einzige, was sie bef�rchteten, waren Angriffe gr�ner oder irgendwelcher irrer roter Marsmenschen, denn alle Einwohner von Barsoom wu�ten, da� das Dasein jeder Form von Leben vom ungest�rten Betrieb dieser Fabrik abhing.</p><p>Mir fiel etwas Interessantes auf, als ich seine Gedanken beobachtete: Die Handhabung der Au�ent�ren erfolgte durch telepathische Mittel. Die Schl�sser sind derart fein eingestellt, da� sich die T�ren nur durch eine bestimmte Kombination von Gedankenwellen �ffnen lie�en. Um meine neue Entdeckung auszuprobieren, wollte ich ihn dazu verleiten, diese Kombination zu verraten, und fragte ihn beil�ufig, wie er es zustande gebracht hatte, mir die massiven T�ren von den Innenr�umen aus zu �ffnen. Blitzschnell durchzuckten neun Marslaute sein Gehirn, die ebenso schnell verklangen, und er antwortete, da� das ein Geheimnis sei, das er nicht enth�llen d�rfe.</p><p>Von diesem Augenblick an �nderte sich seine Haltung mir gegen�ber, als bef�rchte er, da� man ihm sein gro�es Geheimnis entlockt habe. Ich las Mi�trauen und Furcht in seinen Blicken und Gedanken, obwohl er sich mir gegen�ber noch immer freundlich verhielt.</p><p>Bevor ich mich zur Nachtruhe zur�ckzog, versprach er, mir einen Brief an einen Landwirtschaftsbeamten mitzugeben, der mir auf dem Weg nach Zodanga, der n�chstgelegenen Stadt auf dem Mars, behilflich sein k�nnte.</p><p>�Aber vergi� nicht: Sie d�rfen nicht erfahren, da� du nach Helium willst, denn zwischen ihnen herrscht Krieg. Mein Gehilfe und ich stammen aus keinem Volk, wir geh�ren ganz Barsoom, und dieser Talisman, den wir tragen, besch�tzt uns �berall, sogar unter den gr�nen Menschen�� obwohl wir uns nicht in ihre N�he wagen, wenn es zu vermeiden ist.� Dann f�gte er hinzu: �Nun gute Nacht, mein Freund, ich w�nsche dir einen erholsamen und langen Schlaf, vor allem einen langen.�</p><p>Obwohl er dabei freundlich l�chelte, las ich in seinen Gedanken die Einsicht, da� er mich besser nicht h�tte einlassen sollen. Dann sah ich ihn, wie er sich des Nachts �ber mich beugte, mir mit dem langen Dolch einen kurzen Sto� versetzte, dabei murmelte: �Es tut mir leid, aber es ist das beste f�r Barsoom.�</p><p>Als er die T�r meines Gemaches schlo�, entzogen sich mir mit ihm gleichzeitig seine Gedanken. Dies kam mir mit meinen geringen Kenntnissen �ber Gedanken�bertragung seltsam vor.</p><p>Was sollte ich tun? Wie konnte ich diesen m�chtigen Mauern entkommen? Ich k�nnte ihn m�helos t�ten, nun, da ich gewarnt war. Doch wenn er tot war, konnte ich nicht mehr fliehen, und mit dem Aussetzen der Maschinen in der gro�en Fabrik w�rde ich gleich allen anderen Einwohnern des Planeten zugrunde gehen�� Dejah Thoris gleichfalls, sofern sie �berhaupt noch lebte. Auf die �brigen Menschen legte ich nicht den geringsten Wert. Doch der Gedanke an sie trieb mir jeglichen Mordgedanken gegen�ber meinem dem Irrglauben verfallenen Gastgeber aus.</p><p>Vorsichtig �ffnete ich die T�r meines Raumes und begab mich, gefolgt von Woola, auf die Suche nach der innersten der gro�en T�ren. Ich hatte einen k�hnen Plan gefa�t: Ich wollte versuchen, die gro�en Schl�sser mit Hilfe der neun Gedankenwellen zu �ffnen, die ich im Gehirn meines Gastgebers gesehen hatte.</p><p>Lautlos schlich ich durch einen Gang nach dem anderen, Treppen hinab, die sich einmal in die eine, einmal in die andere Richtung wandten, bis ich schlie�lich in der Halle ankam, wo ich am Morgen meine Fastenzeit beendet hatte. Nirgendwo erblickte ich meinen Gastgeber, noch wu�te ich, wo er sich des Nachts aufhielt.</p><p>Ich wollte gerade in den Saal treten, als mich ein leises Ger�usch in eine dunkle Nische des Ganges zur�ckweichen lie�. Ich zog Woola hinter mir her und hockte mich hin.</p><p>Bald kam der alte Mann dicht an mir vorbei, und als er in den schwach erhellten Raum bog, den ich gerade hatte betreten wollen, sah ich einen langen, d�nnen Dolch in seiner Hand, den er auf einem Stein zu wetzen begann. Seine Gedanken verrieten mir, da� er sich entschlossen hatte, erst die Radiumpumpen zu kontrollieren, was etwa drei�ig Minuten in Anspruch nehmen w�rde, um sich dann in mein Schlafgemach zu begeben und mich umzubringen.</p><p>Als er durch die Halle schritt und im Gang verschwand, der hinunter zu den Pumpen f�hrte, stahl ich mich unauff�llig aus meinem Versteck und ging zu der gro�en T�r, die mich neben zwei weiteren Pforten von der Freiheit trennte.</p><p>Ich konzentrierte mich auf das massive Schlo� und schleuderte die neun Gedankenstr�me dagegen. Atemlos wartete ich auf das Ergebnis, bis sich die gro�e T�r endlich sanft auf mich zu bewegte und dann leise zur Seite glitt. Die �brigen Portale �ffneten sich gleichfalls nacheinander auf meinen Befehl, und Woola und ich traten in die Dunkelheit, zwar frei, doch f�hlten wir uns nur wenig besser als bei unserer Ankunft. Immerhin waren unsere M�gen jetzt gef�llt.</p><p>Fluchtartig entfernte ich mich von dem riesigen Geb�ude und machte mich auf den Weg zur n�chsten Kreuzung, um so schnell wie m�glich den zentralen Schlagbaum zu erreichen. Es war Morgen, als ich ankam, und auf der Suche nach Bewohnern betrat ich die erste Farm.</p><p>Ich sah flache, unregelm��ig gebaute Steinh�user, die mit schweren, abweisenden T�ren versehen waren, und mochte soviel h�mmern und rufen�� ich erhielt keine Antwort. Traurig und ersch�pft warf ich mich zu Boden und befahl Woola, aufzupassen.</p><p>Kurze Zeit sp�ter wurde ich von seinem furchteinfl��enden Knurren geweckt, und als ich die Augen aufschlug, erblickte ich drei rote Marsmenschen, die sich uns auf einige Schritte gen�hert und die Gewehre auf uns gerichtet hatten.</p><p>�Ich bin unbewaffnet und hege keine feindlichen Absichten�, beeilte ich mich zu erkl�ren. �Ich war in Gefangenschaft bei den gr�nen Menschen und bin nun auf dem Weg nach Zodanga. Alles, worum ich bitte, ist Nahrung, etwas Ruhe f�r mich und mein Calot, sowie einen Rat, in welche Richtung ich gehen mu�.�</p><p>Sie senkten die Gewehre, traten mit freundlicher Miene auf mich zu, legten ihre rechte Hand auf meine linke Schulter, wie es bei ihnen zur Begr��ung �blich ist, und stellten mir viele Fragen �ber mich und meine Streifz�ge. Dann nahmen sie mich mit in das Haus eines von ihnen, das sich unweit von uns befand.</p><p>Die Geb�ude, an die ich am fr�hen Morgen geklopft hatte, waren entweder St�lle oder Speicher, das Wohnhaus selbst lag in einem Hain von riesigen B�umen und schwebte des Nachts etwa vierzig bis f�nfzig Fu� �ber dem Erdboden wie alle Behausungen der roten Marsmenschen, die an einem dicken Metallschaft aus einem in der Erde versenkten Zylinder nach oben gefahren werden konnten, gesteuert von einer winzigen Radiummaschine in der Eingangshalle des Geb�udes. Anstelle sich bei ihren Wohnst�tten mit Schl�ssern und Riegeln abzum�hen, fahren die roten Marsmenschen ihre Behausungen des Nachts nur nach oben und gehen so jeder Gefahr aus dem Weg. Auch verf�gen sie �ber eigene Mittel, sie vom Boden aus zu steuern, wenn sie die H�user verlassen wollen, um wegzufahren.</p><p>Es waren Br�der, die mit ihren Frauen und Kindern auf dieser Farm drei gleiche H�user bewohnten. Sie arbeiteten selbst nicht auf dem Feld, sondern versahen ihren Dienst als Regierungsbeamte. Alle Arbeiten wurden von Str�flingen, Kriegsgefangenen, verbrecherischen Schuldnern und eingefleischten Junggesellen verrichtet, die zu arm waren, die hohen Steuern zu bezahlen, die alle Regierungen der roten Marsmenschen den Unverheirateten auferlegten.</p><p>Sie waren �u�erst herzlich und gastfreundlich, ich verbrachte einige Tage bei ihnen, ruhte mich aus und erholte mich von den langen Strapazen.</p><p>Als sie meine Geschichte vernommen hatten�� ich lie� die Sache Dejah Thoris und den alten Mann von der Atmosph�renfabrik aus rieten sie mir meine Haut zu f�rben, um ihrer Rasse noch �hnlicher zu werden, und dann zu versuchen, in Zodanga eine Besch�ftigung zu finden, entweder in der Armee oder bei der Marine.</p><p>�Man wird dir deine Geschichte kaum abnehmen, solange du nicht bewiesen hast, da� du vertrauensw�rdig bist, und unter den h�heren Edelleuten des Hofes Freunde gewonnen hast. Das gelingt am einfachsten beim Milit�r, da wir auf Barsoom ein kriegerisches Volk sind und unsere h�chsten Gunstbezeugungen f�r den Kriegsmann aufheben�, erkl�rte mir einer von ihnen.</p><p>Abmarschbereit stellten sie mir einen kleinen Thoatbullen zur Verf�gung, das Reittier der roten Marsmenschen. Das Tier ist ungef�hr so gro� wie ein Pferd und sehr zahm, der Farbe und Gestalt nach das exakte Ebenbild seiner riesigen, ungeb�ndigten Vettern.</p><p>Die Br�der hatten mir ein r�tliches �l gegeben, womit ich mich von unten bis oben einrieb. Einer von ihnen schnitt mir das inzwischen ziemlich lang gewordene Haar in der vorherrschenden Mode der Zeit, am Hinterkopf gerade und vorn mit Pony, so da� man mich �berall auf Barsoom f�r einen v�llig normalen roten Marsmenschen gehalten h�tte. Sie gestalteten auch mein Metall und Schmuck in der Art und Weise eines Edelmannes von Zodanga, eines Angeh�rigen des Hauses Ptor, wie der Familienname meiner Wohlt�ter lautete.</p><p>Einen kleinen Beutel an meiner Seite f�llten sie mit ihrem Geld. Das Tauschmittel auf dem Mars unterscheidet sich nicht wesentlich von dem unseligen, allerdings sind die M�nzen oval. Einzelne Personen geben nach Bedarf auch Papiergeld aus, das sie zweimal j�hrlich einl�sen. Gibt jemand mehr aus, als er einzul�sen vermag, zahlt die Regierung seinen Gl�ubigern die volle Summe, und der Schuldner arbeitet seine Schuld auf den Farmen oder in den Bergwerken ab, die alle der Regierung geh�ren. Dies kommt allen zupa�, mit Ausnahme des Schuldners selbst, da es sich als �u�erst m�hsam erwiesen hat, gen�gend freiwillige Arbeiter zu finden, um die gro�en, abgelegenen Farml�nder auf dem Mars zu bebauen, die sich wie schmale Streifen zwischen den Polen erstrecken und durch unwegsame Gebiete f�hren, in denen wilde Tiere und noch wildere Menschen ihr Unwesen treiben.</p><p>Als ich sie daraufhin ansprach, da� ich ihnen ihre Freundlichkeit nicht vergelten k�nnte, versicherten sie mir, da� ich noch gen�gend Gelegenheit dazu finden w�rde, wenn ich lange auf Barsoom lebte. So sagten sie mir Lebewohl und blickten mir nach, bis ich hinter dem dicken, wei�en Schlagbaum verschwand.</p></section><section><title><p>21. Als Luftaufkl�rer f�r Zodanga</p></title><p>Auf meinem Weg nach Zodanga bekam ich viele seltsame und interessante Dinge zu Gesicht und erfuhr in einigen Farmh�usern, in denen ich haltmachte, Neues und Wissenswertes �ber die Lebensweise von Barsoom.</p><p>Das Wasser, das die Farmen auf dem Mars versorgt, stammt von den schmelzenden Gletschern an den Polen, unter denen sich gigantische unterirdische Speicher befinden, die das Schmelzwasser auffangen. Von dort wird es durch lange Rohre zu den verschiedenen bewohnten Zentren gepumpt. Zu beiden Seiten und �ber die gesamte L�nge dieser Leitungen erstrecken sich kultivierte L�ndereien, die in gleich gro�e Fl�chen eingeteilt und jeweils von einem oder mehreren Regierungsbeamten bewirtschaftet werden.</p><p>Statt die Felder zu �berfluten und somit riesige Wassermassen durch Verdunstung zu verschwenden, wird die kostbare Fl�ssigkeit durch ein ausgedehntes Netzwerk kleinerer Leitungen direkt den Pflanzenwurzeln zugef�hrt. Die Ernteertr�ge auf dem Mars sind immer konstant, da es keine D�rren, Regenf�lle, St�rme, Insekten und sch�dliche V�gel gibt.</p><p>Unterwegs kostete ich zum ersten Mal seit dem Verlassen der Erde wieder Fleisch�� riesige, saftige Steaks und Koteletts von den wohlgen�hrten Nutztieren der Farmen. Auch labte ich mich an k�stlichem Obst und Gem�se, doch gab es kein einziges Nahrungsmittel, wie ich es von der Erde her kannte. Jede Pflanze, Blume, jede Gem�sesorte und jedes Tier war durch jahrhundertelange, sorgf�ltige wissenschaftliche Z�chtung so weit veredelt worden, da� die jeweilige irdische Entsprechung im Vergleich dazu wie ein blasses, graues, oberfl�chliches Nichts wirkte.</p><p>Bei meinem zweiten Halt traf ich auf einige hochgebildete Menschen aus dem Adel, und w�hrend unserer Gespr�che kamen wir auch auf Helium zu sprechen. Einer der �lteren M�nner hatte vor einigen Jahren auf einer diplomatischen Mission dorthin teilgenommen und sprach mit Bedauern von den Bedingungen, um derentwillen zwischen diese beiden L�ndern offenbar f�r immer Krieg herrschen w�rde.</p><p>�Helium r�hmt sich zu Recht der sch�nsten Frauen von Barsoom. Von all ihren Sch�nheiten ist die bezaubernde Tochter von Mors Kajak, Dejah Thoris, die auserlesenste Blume�, sagte er und f�gte hinzu: �Ja, die Leute beteten den Boden f�rmlich an, den sie betrat, und seit sie bei der ungl�cklichen Expedition verschwunden ist, tr�gt ganz Helium Trauer. Da� unser Herrscher die angeschlagene Flotte auf ihrem R�ckweg nach Helium auch angreifen mu�te, war nur ein weiterer seiner schlimmen Fehler, und ich f�rchte, das wird die Einwohner von Zodanga fr�her oder sp�ter dazu zwingen, einen kl�geren Mann an seine Stelle zu setzen. Sogar jetzt, da unsere siegreichen Armeen Helium umzingelt haben, werden in Zodanga Stimmen des Unwillens �ber diesen unpopul�ren Krieg laut, da er gegen die Prinzipien von Recht oder Gerechtigkeit verst��t. Unsere Streitkr�fte nutzten die Abwesenheit der Hauptflotte von Helium aus, die sich auf die Suche nach der Prinzessin begeben hatte, und so konnten wir die Stadt in einen j�mmerlichen Zustand versetzen. Es hei�t, da� sie w�hrend der n�chsten Umkreisungen des zweiten Mondes fallen wird.�</p><p>�Und welches Schicksal, denkst du, wurde der Prinzessin Dejah Thoris zuteil?� fragte ich so beil�ufig wie nur m�glich.</p><p>�Sie ist tot�, entgegnete er. �Soviel erfuhren wir von einem gr�nen Krieger, den unsere Truppen erst k�rzlich im S�den gefangen nahmen. Zusammen mit einer seltsamen Kreatur aus einer anderen Welt floh sie von den Horden der Thark, nur um den Warhoon in die H�nde zu fallen. Man fand ihre Thoats, die auf dem ehemaligen Meeresgrund umherirrten, und entdeckte in der N�he Spuren einer blutigen Auseinandersetzung.�</p><p>Obwohl diese Information keinesfalls beruhigend war, bewies sie doch nicht hinreichend Dejah Thoris� Tod, und so beschlo� ich, mein �u�erstes zu tun, um so schnell wie m�glich nach Helium zu gelangen und Tardos Mors alles �ber den m�glichen Verbleib seiner Enkelin zu berichten, was ich wu�te.</p><p>Zehn Tage, nachdem ich die drei Ptor-Br�der verlassen hatte, kam ich in Zodanga an. Von dem Augenblick an, in dem ich mit den roten Einwohnern des Mars in Kontakt gekommen war, hatte ich bemerkt, da� Woola sie auf unwillkommene Weise auf mich aufmerksam machte, da das riesige Tier einer Gattung angeh�rte, die von den roten Menschen niemals domestiziert wurde. Es war, als streife man in Begleitung eines nordafrikanischen L�wen den Broadway entlang, eine �hnliche Wirkung h�tte ich erzielt, w�re ich mit Woola in Zodanga aufgetaucht. Allein der Gedanke, mich von diesem treuen Gef�hrten zu verabschieden, verursachte mir gro�en Schmerz und bereitete mir echte Sorgen, so da� ich es vor mir her schob, bis wir an den Stadttoren anlangten. Doch dann wurde mir letztendlich klar, da� eine Trennung unumg�nglich war. H�tte nichts weiter au�er meiner Sicherheit oder meinem Vergn�gen auf dem Spiel gestanden, so h�tte mich nichts dazu bringen k�nnen, das einzige Gesch�pf auf Barsoom fortzuschicken, das mir zu keiner Zeit seine Zuneigung und Treue verweigert hatte. Doch so bereitwillig ich sonst mein Leben f�r jene geopfert h�tte, in deren Diensten ich stand und die zu suchen ich mir geschworen hatte, wobei ich mich den unbekannten Gefahren dieser f�r mich r�tselhaften Stadt aussetzte, ich durfte nicht zulassen, da� Woolas Anwesenheit geschweige denn seine momentane Gl�ckseligkeit das Gelingen meines Unternehmens in Frage stellte, und ohne Zweifel w�rde er mich ohnehin bald vergessen. Also sagte ich dem armen Tier aufs z�rtlichste Lebewohl, versprach ihm aber, da� ich ihn gewi� aufsp�ren w�rde, wenn ich sicher am Ziel meiner Reise anlangte.</p><p>Er schien jedes meiner Worte zu verstehen, und als ich zur�ck in die Richtung von Thark wies, wandte er sich kummervoll ab. Ich hingegen ertrug es nicht, ihm nachzusehen, kehrte ihm schweren Herzens den R�cken zu und n�herte mich den bedrohlichen Mauern der Stadt Zodanga.</p><p>Der Brief, den ich bei mir trug, verschaffte mir sofort Eintritt in die riesige Stadt. Es war noch sehr fr�h am Morgen, und die Stra�en waren fast menschenleer. Die an den Metallzylindern nach oben gefahrenen Behausungen �hnelten riesigen Kr�henhorsten, w�hrend die Metalls�ulen selbst wie st�hlerne Baumst�mme aussahen. Die Gesch�fte befanden sich in der Regel zu ebener Erde, auch waren die T�ren weder verriegelt noch abgeschlossen, da Diebstahl auf Barsoom allgemein unbekannt ist. Das einzige, wovor alle Barsoomier in fortw�hrender Angst leben, ist Meuchelmord. Nur deswegen werden die Behausungen nachts oder in Zeiten der Gefahr hochgefahren.</p><p>Die Ptor-Br�der hatten mir ausf�hrliche Anweisungen gegeben, wo ich in der Stadt eine Unterkunft finden konnte und mich gleichzeitig in der N�he der B�ros jener Regierungsvertreter befand, an die die Briefe gerichtet waren. Dabei mu�te ich zum Zentralplatz, der f�r alle St�dte auf dem Mars typisch ist.</p><p>Der Zentralplatz oder das Forum von Zodanga nimmt eine Grundfl�che von einer Quadratmeile ein und wird von den Pal�sten des Jeddaks, der Jeds. anderen Mitgliedern des K�nigshauses und Adels sowie von den wichtigsten �ffentlichen Geb�uden, Cafes und Gesch�ften umgeben.</p><p>Als ich voller Bewunderung und voll Staunen �ber die prunkvolle Architektur und die weitl�ufigen, scharlachroten Rasenteppiche �ber den Platz lief, bemerkte ich einen roten Marsmenschen, der munteren Schrittes aus einer der Promenaden auf mich zukam. Er w�rdigte mich keines Blickes, doch als er sich auf meiner H�he befand, erkannte ich ihn, wandte mich zu ihm, legte ihm die Hand auf die Schulter und rief: �Kaor, Kantos Kan!�</p><p>Blitzartig fuhr er herum, und bevor ich �berhaupt die Hand sinken lassen konnte, zeigte die Spitze seines langen Schwertes auf meine Brust.</p><p>�Wer bist du?� knurrte er, und als ich mit einem Satz f�nfzig Fu� nach hinten sprang, senkte er das Schwert und rief lachend aus: �Ich brauche keine bessere Antwort. Es gibt nur einen Mann auf ganz Barsoom, der wie ein Gummiball h�pfen kann. Bei der Mutter des zweiten Mondes, John Carter, wie kommst du hierher? Bist du zum Darseen geworden, da� du deine Farbe je nach Belieben �ndern kannst?�</p><p>Nachdem ich ihm kurz meine Abenteuer seit unserer Trennung in der Arena geschildert hatte, fuhr er fort: �Du hast mir einige schlimme Sekunden bereitet. W�rden die Einwohner von Zodanga meinen Namen und meinen Herkunftsort erfahren, s��e ich in k�rzester Zeit am Ufer des verlorenen Meeres Korus bei meinen verehrten und l�ngst dahingegangenen Vorfahren. Ich befinde mich im Auftrag von Tardos Mors, dem Jeddak von Helium, hier, um den Verbleib von Dejah Thoris, unserer Prinzessin, in Erfahrung zu bringen. Sab Than, der Prinz von Zodanga, h�lt sie in der Stadt versteckt und hat sich unsterblich in sie verliebt. Sein Vater, Than Kosis, der Jeddak von Zodanga, verlangt als Preis f�r den Frieden zwischen unseren L�ndern, da� sie freiwillig die Ehe mit seinem Sohn eingeht, doch Tardos Mors m�chte sich diesen Forderungen nicht beugen und hat ihm �bermitteln lassen, da� er und sein Volk lieber in das Antlitz der toten Prinzessin schauen w�rden, als sie mit jemandem anders als einem Mann ihrer Wahl verheiratet zu sehen, und da� er in seiner Person lieber mit seinem verlorenen und brennenden Helium zu Asche w�rde, als mitanzusehen, wie sich das Metall seines Hauses mit dem von Than Kosis verbindet. Diese Antwort war die schlimmste Beleidigung, die er gegen�ber Than Kosis und den Einwohnern Zodangas �u�ern konnte, doch sein Volk liebt ihn daf�r um so mehr, und seine Macht in Helium ist gefestigter als zuvor. Ich bin seit drei Tagen hier, doch habe ich noch nicht herausfinden k�nnen, wo man Dejah Thoris gefangen h�lt�, f�gte er hinzu. �Heute trete ich als Luftaufkl�rer der Marine von Zodanga bei. Ich hoffe, auf diese Weise das Vertrauen von Sab Than, dem Prinzen, gewinnen zu k�nnen, dem Oberbefehlshaber dieser Marinedivision, um auf diese Weise in Erfahrung zu bringen, wo sich Dejah Thoris befindet. Mich freut sehr, da� du hier bist, John Carter, denn ich kenne deine Loyalit�t gegen�ber meiner Prinzessin, und zu zweit erreichen wir mehr.�</p><p>Inzwischen begann sich der Zentralplatz mit Leuten zu f�llen, die ihren t�glichen Pflichten und Besorgungen nachgingen. Die Gesch�fte �ffneten, die ersten G�ste der Morgenstunde str�mten in die Caf�s. Kantos Kan f�hrte mich in einen dieser pr�chtigen E�r�ume, wo wir ausschlie�lich von Maschinen bedient wurden. Keine Hand ber�hrte das Essen von dem Moment an, wo die Rohstoffe in das Geb�ude gebracht wurden, bis die Speise hei� und k�stlich vor dem Gast auf dem Tisch landete, nachdem dieser anhand winziger Kn�pfe seinen Wunsch angegeben hatte.</p><p>Nach dem Essen nahm mich Kantos Kan mit in das Hauptquartier der Staffel, stellte mich seinem Vorgesetzten vor und bat darum, da� man mich als Mitglied des Corps aufnahm. Wie es der Brauch verlangte, mu�te ich an einer Pr�fung teilnehmen, doch Kantos Kan hatte mir gesagt, ich brauche diesbez�glich keine Angst zu haben, er werde diesen Teil der Angelegenheit �bernehmen. Das tat er, indem er sich an meiner Stelle zum Pr�fungsoffizier begab und sich als John Carter vorstellte.</p><p>�Sie werden den Betrug sp�ter entdecken, wenn sie mein Gewicht, meine Gr��e und andere pers�nliche Merkmale �berpr�fen�, erkl�rte er munter. �Doch das dauert noch Monate, und bis dahin werden wir unsere Mission schon lange erf�llt oder versagt haben.�</p><p>Die n�chsten Tage verbrachten wir damit, da� Kantos Kan mir die schwierige Kunst des Fliegens beibrachte und mir zeigte, wie man die zierlichen, kleinen Flugapparate reparierte. Der in beiden Richtungen spitz zulaufende Rumpf des Einmannflugzeuges ist ungef�hr sechzehn Fu� lang, zwei Fu� breit und besitzt drei Zoll starke Metallw�nde. Der Pilotensitz befindet sich oben, darunter liegt die kleine, lautlos arbeitende Radiummaschine. die das Flugzeug antreibt. Das tragende Medium befindet sich im Inneren des Rumpfes. Es handelt sich dabei um den achten Strahl von Barsoom oder den Antriebsstrahl, wie man ihn auf Grund seiner Eigenschaften bezeichnen kann.</p><p>Wie der neunte Strahl ist auch dieser auf der Erde unbekannt, doch haben die Marsmenschen herausgefunden, da� es sich um eine jedem Licht innewohnende Eigenschaft handelt, unabh�ngig davon, welche Quelle es ausstrahlt. Man hat entdeckt, da� der Transport des Sonnenlichtes zu den verschiedenen Planeten �ber den achten Solarstrahl erfolgt und der jeweilige achte Strahl eines jeden Planeten das auf diese Weise empfangene Licht �reflektiert� oder es ein weiteres Mal in das Weltall zur�ckwirft. Der achte Solarstrahl w�rde von der Oberfl�che von Barsoom absorbiert werden, doch der achte Marsstrahl leitet unaufh�rlich Licht vom Mars in den Weltraum weiter und wirkt entgegengesetzt zur Anziehungskraft, so da� er geb�ndelt gewaltige Gewichte von der Marsoberfl�che zu heben vermag.</p><p>Dank dieses Strahles haben sie ihre Flugkunst so weit vervollkommnet, da� Schlachtschiffe, von einer auf der Erde unfa�baren Schwere, ebenso anmutig und leicht durch die d�nne Luft von Barsoom gleiten wie ein Spielzeugballon in der ungleich dichteren Erdatmosph�re.</p><p>In den ersten Jahren nach der Entdeckung des Strahles ereigneten sich viele seltsame Unf�lle, bevor die Marsmenschen die wunderbare neue Kraft zu messen und zu steuern lernten. So hatte man in einem Fall, vor etwa neunhundert Jahren, das erste gro�e, mit einem Speicher f�r den achten Strahl ausger�stete Schlachtschiff mit einer zu hohen Strahlenmenge versorgt, so da� es mit f�nfhundert Mann Besatzung und Offizieren �ber Helium emporstieg, um niemals zur�ckzukehren.</p><p>Die Absto�kraft war so gro�, da� sie das Schiff weit hinaus in den Weltraum trieb, wo man es noch heute mit Hilfe starker Teleskope erkennen kann, wenn es in zehntausend Meilen Entfernung �ber das Himmelsgew�lbe rast, ein winziger Satellit, der Barsoom bis in die Ewigkeit umkreisen wird.</p><p>Am vierten Tag nach meiner Ankunft in Zodanga vollbrachte ich meinen ersten Flug, im Anschlu� daran wurde mir eine Bef�rderung zuteil, die einen Posten im Palast von Than Kosis einschlo�.</p><p>Nachdem ich �ber der Stadt aufgestiegen war, zog ich einige Kreise, wie ich es Kantos Kan hatte tun sehen, trieb dann meine Maschine zu H�chstgeschwindigkeit an und folgte in atemberaubendem Tempo einer der gro�en Wasserstra�en, die von S�den kommend in die Stadt Zodanga flie�t.</p><p>Innerhalb einer knappen Stunde hatte ich vielleicht zweihundert Meilen hinter mich gebracht, als ich weit unter mir eine Gruppe von drei gr�nen Kriegern in wilder Verfolgung einer kleinen Gestalt nachsetzen sah, die versuchte, zu Fu� die Eingrenzung eines Feldes zu erreichen.</p><p>Schnell ging ich mit meiner Maschine hinunter, kreiste hinter den Kriegern, und stellte fest, da� es sich bei dem Gejagten um einen roten Marsmenschen handelte, der das Metall jener Division von Aufkl�rern trug, der auch ich angeh�rte. Unweit von ihm lag sein winziges Flugger�t, umgeben von Werkzeug, womit er offensichtlich gerade etwas reparieren wollte, als die gr�nen Krieger ihn �berraschten.</p><p>Nun waren sie fast bei ihm. Ihre Reittiere flogen f�rmlich der vergleichsweise winzigen Gestalt hinterher, w�hrend sich die Krieger mit den gro�en, metallbeschlagenen Speeren tief nach rechts beugten. Jeder schien zu versuchen, den armen Zodanganer als erster aufzuspie�en, und einen Augenblick sp�ter w�re sein Schicksal besiegelt gewesen, w�re nicht ich rechtzeitig erschienen.</p><p>Mit hoher Geschwindigkeit fegte ich den Kriegern hinterher, hatte sie bald eingeholt und rammte den Bug meines kleinen Flugzeuges mit voller Wucht dem ersten zwischen die Schultern. Durch den Aufprall, der gen�gt h�tte, eine mehrere Zoll dicke Stahlwand zu durchschlagen, wurde der Rumpf �ber dem Kopf des Thoats in die Luft geschleudert, so da� er, alle viere von sich gestreckt, im Moos landete. Kreischend vor Entsetzen fuhren die Tiere der anderen beiden Krieger herum und rasten unaufhaltsam in die entgegengesetzte Richtung.</p><p>Ich verlangsamte das Tempo, zog einen weiteren Kreis und setzte vor dem erstaunten Zodanganer auf. Er bedankte sich �berschwenglich f�r die rechtzeitige Hilfe und versprach, da� ich f�r diese Tat die Belohnung erhalten w�rde, die ich verdiente, denn ich hatte niemandem anders das Leben gerettet als dem Vetter des Jeddaks von Zodanga.</p><p>Wir vers�umten keine Zeit, da wir wu�ten, da� die Krieger mit Sicherheit zur�ckkehren w�rden, sobald sie die Thoats wieder unter Kontrolle hatten, eilten zu der kaputten Maschine und bem�hten uns nach Leibeskr�ften, die notwendigen Reparaturen zu beenden. Als wir fast fertig waren, sah ich die zwei gr�nen Monster in h�chstem Tempo von verschiedenen Seiten auf uns zukommen. Doch hundert Yards vor uns scheuten die Thoats erneut und weigerten sich beharrlich, weiter an das Luftfahrzeug heranzusprengen, das ihnen einen derartigen Schrecken eingejagt hatte.</p><p>Schlie�lich sa�en die Krieger ab, fesselten ihre Tiere und n�herten sich uns zu Fu� mit gezogenem Schwert. Ich trat dem gr��eren entgegen, und wies den Zodanganer an, mit dem anderen nach besten Kr�ften zu verfahren. Beinahe m�helos erledigte ich meinen Mann, wie es mir durch die viele �bung nun zur Gewohnheit geworden war, und eilte meinem neuen Gef�hrten zu Hilfe, der sich tats�chlich in einer schlimmen Lage befand.</p><p>Er war verwundet, und sein Widersacher dr�ckte ihm bereits den riesigen Fu� auf den Hals und hob das gro�e Schwert zum letzten Todessto�. Mit einem Sprung setzte ich �ber die zwischen uns liegenden f�nfzig Fu� hinweg und durchbohrte ihn mit ausgestreckter Klinge. Sein Schwert fiel zu Boden, und er selbst sank leblos auf den daliegenden Zodanganer.</p><p>Bei einer oberfl�chlichen Untersuchung des letzteren stellte ich keine t�dlichen Verletzungen fest, und nach einer kurzen Pause versicherte er mir, da� er sich tauglich genug f�r den R�ckflug f�hlte. Er h�tte so oder so sein Flugzeug selbst steuern m�ssen, da diese zerbrechlichen Apparate nicht mehr als eine Person bef�rdern k�nnen.</p><p>Schnell erledigten wir die Reparatur, stiegen gemeinsam in den stillen, wolkenlosen Himmel des Mars auf und kehrten in schnellem Tempo ohne weiteren Zwischenfall nach Zodanga zur�ck.</p><p>Als wir uns der Stadt n�herten, entdeckten wir einen gewaltigen Menschenauflauf von Zivilisten und Soldaten vor der Stadt. Der Himmel war schwarz von Kriegsflugzeugen, privaten und �ffentlichen Vergn�gungsfahrzeugen, langen, flatternden Spruchb�ndern aus bunter Seide, Flaggen und Fahnen von fremdartiger, malerischer Aufmachung.</p><p>Mein Begleiter gab mir Zeichen, das Tempo zu verlangsamen, zog seine Maschine neben die meine und schlug vor, weiter hinunterzugehen und die Zeremonie zu beobachten, bei der einzelne Offiziere und Mannschaften f�r ihren Heldenmut und andere au�ergew�hnliche Dienste ausgezeichnet wurden. Dann entfaltete er ein kleines Banner, das sein Flugzeug als das eines Mitglieds des K�nigshauses von Zodanga auswies, und gemeinsam bahnten wir uns den Weg durch das Labyrinth tief �ber dem Erdboden liegender Luftschiffe, bis wir direkt �ber dem Jeddak von Zodanga und seinem Stab angelangt waren. Sie alle sa�en auf den kleinen Thoatbullen der roten Marsmenschen, wobei sowohl ihr Staatsgeschirr als auch ihr Schmuck mit einer solchen Unmasse pr�chtig gef�rbter Federn �berladen war, da� mich die auffallende �hnlichkeit mit einem Indianerstamm auf der Erde schier sprachlos machte.</p><p>Ein Mitglied des Stabes wies Than Kosis auf meinen Begleiter hin, der �ber ihnen schwebte, und der Herrscher gab ihm Zeichen, zu landen. W�hrend sie darauf warteten, da� die Truppen gegen�ber dem Jeddak Aufstellung bezogen, f�hrten die beiden ein ernsthaftes Gespr�ch, wobei der Jeddak und die anderen gelegentlich zu mir blickten. Ich konnte ihre Unterhaltung nicht mitverfolgen. Sie war auch bald zu Ende, und alle sa�en ab, da die letzte Einheit einen Schwenk ausgef�hrt und ihren Platz gegen�ber dem Herrscher eingenommen hatte. Ein Stabsmitglied schritt dann auf die Truppen zu, rief einen Soldaten auf und befahl ihm, hervorzutreten. Dann schilderte der Offizier die Heldentat, durch die er sich die Anerkennung des Jeddaks erworben hatte. Dieser trat auf den gl�cklichen Mann zu und legte ihm ein Metallornament auf den linken Arm.</p><p>Zehn M�nner waren auf diese Weise ausgezeichnet worden, als der Adjutant rief: �John Carter, Aufkl�rer!�</p><p>Noch nie in meinem Leben war ich so �berrascht wie jetzt, doch bin ich milit�rischen Gehorsam gewohnt. Daher lie� ich meine kleine Maschine sanft zu Boden und trat n�her, wie ich es bei den anderen beobachtet hatte. Als ich vor dem Offizier stand, sprach er mich mit lauter Stimme an, so da� die gesamte Menge von Soldaten und Zuschauern es h�ren mu�te: �John Carter! In Anerkennung deines bemerkenswerten Mutes und K�nnens, das du bewiesen hast, indem du den Vetter des Jeddaks Than Kosis ohne fremde Hilfe verteidigt und dabei drei gr�ne Krieger get�tet hast, ist es die Freude unseres Jeddaks, dir das Zeichen seiner Wertsch�tzung zu �berreichen.�</p><p>Dann trat Than Kosis auf mich zu, befestigte an mir ein Ornament und sagte: �Mein Vetter hat mir ausf�hrlich �ber deine wunderbaren Leistungen berichtet, die an ein Wunder grenzen. Wenn du einen Vetter der Jeddaks so zu verteidigen vermagst, wie viel besser k�nntest du den Jeddak selber verteidigen? Hiermit ernenne ich dich zum Padwar der Garden und gew�hre dir von heute an eine Stellung in meinem Palast.�</p><p>Ich dankte ihm und trat auf seinen Befehl zum Stab. Nach der Zeremonie brachte ich meine Maschine in die Flugzeughallen auf dem Kasernendach der Kundschafterstaffel und lie� mich von einer Ordonnanz zum diensthabenden Haushofmeister bringen.</p></section><section><title><p>22. Ich finde Dejah</p></title><p>Der Haushofmeister, bei dem ich mich meldete, hatte Anweisungen erhalten, mich in der N�he des Jeddak zu postieren, der in Kriegszeiten leicht Opfer eines Attentats werden kann, da die auf dem Mars vorherrschenden Kriegsregeln jedes Mittel gestatten. Aus diesem Grunde brachte er mich augenblicklich zu den Gem�chern von Than Kosis. Der Herrscher unterhielt sich gerade mit seinem Sohn, Sab Than, und anderen H�flingen, so da� er mein Kommen nicht bemerkte.</p><p>Die W�nde der Gem�cher waren dick mit pr�chtigen Teppichen verh�ngt, und so waren keine Fenster oder T�ren zu sehen. Der Raum wurde von gespeicherten Sonnenstrahlen erhellt, die zwischen der Decke und einer Art Zwischendecke aus Mattglas einige Zoll weiter unten gehalten wurden.</p><p>Mein F�hrer raffte einen der Gobelins beiseite und enth�llte einen Gang, der zwischen den Teppichen und den eigentlichen W�nden um den Raum herumf�hrte. Dort sollte ich mich aufhalten, solange Than Kosis im Gemach weilte. Verlie� er es, sollte ich ihm folgen. Meine einzige Pflicht bestand darin, den Herrscher zu bewachen und dabei, soweit m�glich, ungesehen zu bleiben. Nach vier Stunden w�rde man mich abl�sen. Dann verlie� mich der Haushofmeister.</p><p>Die Teppiche waren von seltsamer Webart. Von der Seite erschienen sie sehr schwer und fest, doch konnte ich aus meinem Versteck alles verfolgen, was im Gemach vor sich ging, als seien sie von meiner Seite aus durchsichtig.</p><p>Kaum hatte ich meinen Posten bezogen, teilten sich die Gobelins auf der gegen�berliegenden Seite des Gemaches und vier Gardesoldaten erschienen, die eine weibliche Gestalt mit sich f�hrten. Einige Schritte vor Than Kosis traten die Soldaten beiseite, und vor dem Jeddak, keine zehn Fu� von mir entfernt, stand Dejah Thoris, deren wundersch�nes Gesicht vor Freude strahlte.</p><p>Sab Than, der Prinz von Zodanga, ging ihr entgegen, dann schritten sie Hand in Hand zum Jeddak. Kosis blickte �berrascht auf, erhob sich und begr��te sie.</p><p>�Welch seltsamer Laune habe ich diesen Besuch der Prinzessin von Helium zu verdanken, die mir noch vor zwei Tagen mit nur geringer R�cksicht auf meinen Stolz versicherte, da� sie Tal Hajus, den gr�nen Thark, meinem Sohn vorziehen werde?�</p><p>Doch Dejah Thoris l�chelte nur um so mehr und antwortete mit verschmitzten Gr�bchen an den Mundwinkeln: �Seit jeher auf Barsoom geh�rt es zum Vorrecht der Frau, ihre Meinung zu �ndern, wie es ihr beliebt, und sich in Herzensangelegenheiten zu verstellen. Du wirst mir vergeben, Than Kosis, wie es bereits dein Sohn getan hat. Vor zwei Tagen war ich von seiner Liebe nicht �berzeugt, doch jetzt bin ich es und komme, um dich zu bitten, mir die unbedachten Worte zu� verzeihen und die Zusage der Prinzessin von Helium anzunehmen, Sab Than, den Prinz von Zodanga, zu heiraten, wenn die Zeit gekommen ist.�</p><p>�Ich bin gl�cklich �ber deine Entscheidung�, entgegnete Than Kosis. �Nichts liegt mir ferner, als den Krieg mit Helium weiter voranzutreiben. Wir werden dein Versprechen zu Protokoll nehmen und meinem Volk unverz�glich eine Erkl�rung abgeben.�</p><p>�Es w�re besser, damit auf das Ende des Krieges zu warten, Than Kosis�, erwiderte Dejah Thoris. �W�rde es meinem und deinem Volk doch in der Tat seltsam vorkommen, wenn die Prinzessin von Helium inmitten der Feindseligkeiten den Gegner ihres Volkes heiratet.�</p><p>�K�nnen wir den Krieg nicht sofort beenden?� fragte Sab Than. �Ein Wort von Than Kosis, und es herrscht Frieden. Bitte, Vater, sprich das Wort aus, das mich dem Gl�ck n�herbringt und diesen unpopul�ren Zwist beendet.�</p><p>�Wir werden sehen, ob das Volk von Helium auch daran interessiert ist. Ich werde ihnen zumindest ein Friedensangebot unterbreiten�, entgegnete Than Kosis.</p><p>Nach einigen Worten wandte sich Dejah Thoris ab und verlie�, weiterhin unter Bewachung, das Gemach.</p><p>So lag das Geb�ude, das ich mir in meinem kurzen Traum vom Gl�ck errichtet hatte, zerborsten und zerbrochen auf dem Boden der Realit�t. Die Frau, der ich mein Leben angeboten und von deren Lippen ich k�rzlich erst die Best�tigung vernommen hatte, da� sie mich liebe, hatte meine Existenz bereits vergessen und sich freudestrahlend dem Sohn des Erzfeindes ihres Volkes an den Hals geworfen.</p><p>Obwohl ich es mit eigenen Ohren vernommen hatte, konnte ich es nicht glauben. Ich mu�te sie finden und zwingen, die grausame Wahrheit in meiner Gegenwart zu wiederholen, bevor ich endg�ltig davon �berzeugt war. So verlie� ich meinen Posten und eilte hinter der Teppichwand zu der T�r, durch die sie verschwunden war. Leise schl�pfte ich hinaus und fand mich in einem Labyrinth von gewundenen G�ngen, die sich hier und da verzweigten und st�ndig irgendwohin abbogen.</p><p>Schnell lief ich den ersten entlang, dann einen zweiten, und bald hatte ich mich hoffnungslos verirrt und lehnte keuchend an der Wand, als ich in der N�he Stimmen vernahm. Offensichtlich kamen sie von der gegen�berliegenden Seite, und bald erkannte ich Dejah Thoris. Zwar verstand ich nicht, was sie sagte, doch ein Irrtum war ausgeschlossen.</p><p>Nach wenigen Schritten entdeckte ich einen zweiten Gang, an dessen Ende sich eine T�r befand. Ich lief schnurstracks darauf zu und st�rmte in das dahinterliegende Zimmer, einen kleinen Vorraum, wo sich jene vier Wachposten aufhielten, die sie zuvor begleitet hatten. Einer von ihnen erhob sich sofort, trat auf mich zu und fragte nach meinem Begehr.</p><p>�Ich komme von Than Kosis und m�chte mit Dejah Thoris, der Prinzessin von Helium, unter vier Augen sprechen�, entgegnete ich.</p><p>�Und dein Auftrag?� fragte er.</p><p>Ich wu�te nicht, was er meinte, entgegnete jedoch, da� ich Mitglied der Garde sei, und schritt ohne auf seine Antwort zu warten, auf die gegen�berliegende T�r zu, hinter der ich Dejah Thoris reden h�rte.</p><p>Doch so einfach lie� man mich nicht zu ihr. Der W�chter trat vor mich und sagte: �Niemand kommt von Than Kosis ohne einen Auftrag oder ein Pa�wort. Du mu�t mir eines von beiden nennen, bevor wir dich durchlassen.�</p><p>�Der einzige Auftrag, den ich ben�tige, um wohin auch immer eintreten zu d�rfen, befindet sich an meiner Seite, mein Freund�, erwiderte ich und wies auf mein langes Schwert. �L��t du mich nun freiwillig durch oder nicht?�</p><p>Als Anwort zog er auch sein Schwert, rief die anderen zu sich, und mit gez�ckten Waffen versperrten die vier mir den Weg.</p><p>�Du bist nicht in Than Kosis� Auftrag hier�, schrie derjenige, der mich zuerst angesprochen hatte. �Und du setzt keinen Fu� in die Gem�cher der Prinzessin von Helium, sondern wirst unter Bewachung zu Than Kosis zur�ckgebracht, um deine unbegr�ndete Tollk�hnheit zu erkl�ren. Leg dein Schwert nieder, du kannst nicht hoffen, gegen uns vier anzukommen�, f�gte er mit einem grimmigen L�cheln hinzu.</p><p>Als Antwort stach ich einmal kurz zu, worauf ich es nur noch mit drei Gegnern zu tun hatte, die, so kann ich versichern, einem Krieger meines Metalles w�rdig waren. Im Nu hatten sie mich an die Wand gedr�ckt, und ich k�mpfte um mein Leben. Langsam arbeitete ich mich zu einer Ecke des Raumes durch, wo sie mich nur einzeln angreifen konnten, und so fochten wir etwa zwanzig Minuten, wobei die aufeinandertreffenden Klingen in dem kleinen Zimmer f�r einen betr�chtlichen L�rm sorgten.</p><p>Dieser brachte Dejah Thoris an die T�r, von wo aus sie und Sola, die ihr �ber die Schulter blickte, das Kampfgeschehen verfolgten. Das Gesicht der Prinzessin zeigte keine Regung, und ich wu�te, da� weder sie noch Sola mich erkannten.</p><p>Schlie�lich brachte ein wohlgezielter Stich den zweiten W�chter zu Fall. Bei nur zwei Gegnern �nderte ich meine Taktik und attackierte sie auf meine Weise, der ich schon viele Siege zu verdanken hatte. Der n�chste sank zehn Sekunden nach dem zweiten darnieder, und nur wenige Augenblicke sp�ter lag der letzte tot am Boden. Es waren mutige M�nner und gute K�mpfer gewesen, und es dauerte mich, da� ich sie t�ten mu�te, doch ich h�tte ganz Barsoom entv�lkert, wenn es keinen anderen Weg gegeben h�tte, zu Dejah Thoris zu gelangen.</p><p>Ich steckte die blutige Klinge in die Scheide und trat zu meiner Marsprinzessin, die mich noch immer ohne ein Zeichen des Erkennens stumm anstarrte.</p><p>�Wer bist du, Zodanganer?� fl�sterte sie. �Bist du noch ein Feind, der mein Elend vergr��ern will?�</p><p>�Ich bin ein Freund, ein einst z�rtlich geliebter Freund�, entgegnete ich.</p><p>�Kein Freund der Prinzessin von Helium tr�gt dieses Metall�, entgegnete sie. �Und doch, die Stimme! Ich kenne sie, ist es nicht�� nein, das kann nicht sein, denn er ist tot.�</p><p>�Und doch ist es niemand anders als John Carter, meine Prinzessin�, sagte ich. �Erkennst du unter all der Farbe und dem seltsamen Schmuck nicht das Herz deines Gebieters?�</p><p>Beim N�hertreten bewegte sie sich mit ausgestreckten H�nden auf mich zu, doch als ich sie in die Arme nehmen wollte, erschauderte sie und wich mit einem gramerf�llten Seufzer vor mir zur�ck.</p><p>�Zu sp�t, zu sp�t�, klagte sie. �Ach mein Gebieter, der du es doch warst und den ich f�r tot hielt! W�rest du nur eine knappe Stunde eher zur�ckgekehrt�� doch nun ist es zu sp�t, zu sp�t.� �Was meinst du, Dejah Thoris?� fragte ich. �Du h�ttest nicht deine Hand dem Prinz von Zodanga versprochen, h�ttest du gewu�t, da� ich lebte?�</p><p>�John Carter, glaubst du, da� ich heute dem einen mein Herz schenke und morgen einem anderen? Ich dachte, da� es mit deinen sterblichen �berresten in den Kerkern von Warhoon begraben liegt, und so habe ich meinen K�rper nun einem anderen versprochen, um meinem Volk das Ungl�ck zu ersparen, von einer Armee Zodangas besiegt zu werden.�</p><p>�Doch ich bin nicht tot, meine Prinzessin, sondern hierher gekommen, um dich zu holen, und ganz Zodanga kann mich nicht davon abhalten.�</p><p>�Zu sp�t, John Carter. Ich habe mein Versprechen gegeben, und das ist das Entscheidende auf Barsoom. Die Zeremonien, die sp�ter folgen, sind nur bedeutungslose Formalit�ten. Der Ehebund wird dadurch ebenso besiegelt wie der Tod eines Jeddaks durch seinen Leichenzug. Ich bin so gut wie verheiratet, John Carter. Du darfst mich nicht l�nger deine Prinzessin nennen. Und du bist nicht l�nger mein Gebieter.�</p><p>�Mir sind nur wenig der Br�uche von Barsoom bekannt, Dejah Thoris, doch ich wei�, da� ich dich wahrhaft liebe, und wenn du die Worte ernst gemeint hast, die du zuletzt zu mir gesagt hast, als uns die Horden der Warhoon angriffen, darf dich kein anderer Mann als seine Braut bezeichnen. Sie waren damals so gemeint und sind es noch immer! Sag, da� das die Wahrheit ist.�</p><p>�Es stimmt, John Carter�, fl�sterte sie. �Doch ich darf sie nicht wiederholen, da ich mich einem anderen gegeben habe. Ach, h�ttest du nur unsere Lebensweise gekannt, mein Freund, so h�tte ich mich dir schon vor vielen langen Monaten versprochen, und du h�ttest dein Recht vor allen anderen einfordern k�nnen�, sagte sie halb zu sich selbst. �Es h�tte den Niedergang von Helium bedeutet, doch f�r meinen Gebieter von Thark h�tte ich mein Reich geopfert.�</p><p>Laut fuhr sie dann fort: �Erinnerst du dich an die Nacht, in der du mich gekr�nkt hast? Du nanntest mich deine Prinzessin, ohne mich um meine Hand gebeten zu haben, und r�hmtest dich damit, da� du f�r mich gek�mpft habest. Du warst ahnungslos, und ich h�tte nicht beleidigt sein sollen, das ist mir jetzt klar. Aber es gab niemanden, der dir h�tte sagen k�nnen, was ich nicht sagen konnte: Da� es auf Barsoom in den St�dten der roten Menschen zwei Sorten Frauen gibt. F�r die einen k�mpft man, um sie um die Ehe bitten zu d�rfen, f�r die anderen k�mpft man ebenfalls, doch man h�lt niemals um ihre Hand an. Wenn ein Mann eine Frau gewonnen hat, darf er sie mit Prinzessin oder anderen �hnlichen Worten anreden, die sein Anrecht auf sie bezeugen. Du hattest f�r mich gek�mpft, jedoch nicht um meine Hand gebeten, und demzufolge war ich verletzt, als du mich mit �meine Prinzessin� anredetest�, stammelte sie. �Doch selbst da stie� ich dich nicht zur�ck, John Carter, wie ich es h�tte tun sollen, bis du es noch zweifach verschlimmertest, indem du spottetest, mich* durch den Kampf gewonnen zu haben.�</p><p>�Jetzt mu� ich dich nicht daf�r um Vergebung bitten, Dejah Thoris�, sagte ich. �Du mu�t wissen, da� ich diesen Fehler in Unkenntnis der Br�uche von Barsoom begangen habe. Was ich vers�umte, da ich im stillen glaubte, mein Antrag sei vermessen und unwillkommen, hole ich nach, Dejah Thoris, und frage dich, ob du meine Frau sein willst, und bei all dem Blut der K�mpfer von Virginia, das in meinen Adern flie�t: Du sollst es sein.�</p><p>�Nein, John Carter, das ist zwecklos�, rief sie entmutigt aus. �Ich werde nie die deine sein, solange Sab Than lebt.�</p><p>�Damit hast du sein Todesurteil besiegelt, meine Prinzessin�� Sab Than wird sterben.�</p><p>�Auch in diesem Falle nicht�, beeilte sie sich hinzuzuf�gen. �Ich darf den Mann nicht heiraten, der meinen Ehemann t�tet, sogar wenn es in Notwehr geschieht. Das ist so Brauch. Auf Barsoom werden wir von Br�uchen regiert. Es hat also keinen Zweck, mein Freund. Du mu�t das Leid mit mir teilen. Zumindest das haben wir gemeinsam. Das und die Erinnerung an die kurzen Tage bei den Thark. Du mu�t nun gehen und darfst mich nie wiedersehen. Leb wohl, mein fr�herer Gebieter.�</p><p>Entmutigt und niedergeschlagen zog ich mich zur�ck, doch ich hatte noch immer einen Funken Hoffnung und w�rde Dejah Thoris nicht verloren geben, bis die Zeremonie wirklich vollzogen worden war.</p><p>Erneut verlief ich mich im Labyrinth der sich windenden G�nge wie zuvor bei meiner Suche nach Dejah Thoris� Gem�chern.</p><p>Ich wu�te, da� mir nur noch die Flucht aus Zodanga �brigblieb, denn die vier toten Gardesoldaten w�rden eine Ermittlung nach sich ziehen, und da ich meinen fr�heren Posten ohne fremde Hilfe nicht erreichen w�rde, fiel der Verdacht sicherlich in dem Augenblick auf mich, in dem man mich ziellos im Palast umherirrend antraf.</p><p>Da kam ich zu einer Wendeltreppe. Ich begab mich einige Stockwerke nach unten, bis ich vor dem Eingang zu einem gro�en Gemach stand, in dem sich einige Gardesoldaten aufhielten. Auch die W�nde dieses Raumes waren mit undurchsichtigen Wandteppichen verh�ngt, hinter denen ich mich unbemerkt versteckte.</p><p>Die Soldaten unterhielten sich �ber allgemeine Dinge, die mich nicht weiter interessierten, bis ein Offizier eintrat und eine Abteilung zur Abl�sung der Wache bei der Prinzessin von Helium losschickte. Nun w�rden also die wahren Schwierigkeiten erst beginnen. In der Tat nur allzu bald, denn mir schien, die Abteilung habe gerade erst den Wachraum verlassen, als einer von ihnen atemlos wieder hereingest�rzt kam und rief, sie h�tten ihre vier Kameraden im Vorzimmer niedergemetzelt aufgefunden.</p><p>Augenblicklich war der ganze Palast auf den Beinen. Gardesoldaten, Offiziere, H�flinge, Diener und Sklaven rannten Hals �ber Kopf durch die G�nge und Gem�cher, �berbrachten Botschaften und Befehle und suchten nach Spuren des M�rders.</p><p>Darin lag meine Chance, und so gering sie auch zu sein schien, ich ergriff sie, und als mehrere Soldaten an meinem Versteck vorbeigelaufen kamen, schlo� ich mich ihnen an und folgte ihnen durch das Wirrwarr der G�nge, bis ich schlie�lich beim Durchqueren eines Palastsaales das gesegnete Tageslicht erblickte, das durch eine Reihe gr��erer Fenster einfiel.</p><p>An dieser Stelle verlie� ich meine F�hrer, huschte zum n�chsten Fenster und suchte von dort aus nach einem Fluchtweg. Die Fenster blickten auf eine gro�e Empore, von der man eine der breiten Promenaden von Zodanga �berschauen konnte. Wir befanden uns etwa drei�ig Fu� �ber dem Erdboden, und ebenso weit von mir entfernt erhob sich eine zwanzig Fu� hohe Mauer aus etwa einem Fu� dicken, gl�nzendem Glas. Einem roten Marsmenschen w�re die Flucht auf diesem Wege unm�glich erschienen, doch f�r mich war sie bei meiner irdischen Kraft und Beweglichkeit bereits gemachte Sache. Ich hatte lediglich Angst davor, da� man mich vor Einbruch der Dunkelheit entdeckte, denn ich konnte unm�glich am hellichten Tage springen, w�hrend es unten im Hof und in der dahinterliegenden Stra�e von Zodanganern wimmelte.</p><p>Demzufolge suchte ich nach einem Versteck, das ich schlie�lich durch Zufall im Inneren eines riesigen, von der Decke herabh�ngenden Kunstwerkes fand, welches ungef�hr zehn Fu� �ber dem Erdboden endete. M�helos sprang ich in die ger�umige, vasenartige Kugel und hatte mich kaum darin eingerichtet, als ich unter mir Menschen in den Raum kommen h�rte. Die Gruppe blieb unter meinem Schlupfwinkel stehen, von wo ich jedes ihrer Worte deutlich h�ren konnte.</p><p>�Es ist das Werk von Heliumiten�, sagte einer der M�nner.</p><p>�Ja, mein Jeddak, doch wie haben sie sich Zugang in den Palast verschafft? Ich glaube, da� es bei der gro�en Aufmerksamkeit eurer* Gardesoldaten h�chstens einem einzelnen gelingen k�nnte, ins Innere zu gelangen, doch wie ein Trupp von sechs bis acht Kriegern es unbemerkt zustande brachte, geht �ber meinen Verstand. Nun, dennoch werden wir es bald erfahren, denn hier kommt der k�nigliche Psychologe.�</p><p>Ein weiterer Mann trat hinzu, entbot dem Herrscher den �blichen Gru� und sagte: �O m�chtiger Jeddak, ich las einen seltsamen Bericht in den K�pfen eurer toten Getreuen. Sie wurden nicht von mehreren Kriegern, sondern von einem einzigen besiegt.�</p><p>Er hielt inne, damit seinen Zuh�rern die volle Bedeutung der Aussage klar wurde. Da� seinem Bericht jedoch kaum Glauben geschenkt wurde, ersah man aus dem ver�rgerten und ungl�ubigen Ausruf, der Than Kosis entfuhr.</p><p>�Was f�r eine verr�ckte Geschichte bringst du mir, Notan?� schrie er.</p><p>�Es ist die Wahrheit, mein Jeddak�, entgegnete der Psychologe. �Die Sinneseindr�cke zeichneten sich deutlich im Gehirn eines jeden eurer vier Gardesoldaten ab. Ihr Gegner war ein gro�gewachsener Mann. Er trug das Metall eines Mitgliedes eurer Garde, und seine k�mpferischen F�higkeiten grenzten an ein Wunder, denn er k�mpfte gegen alle vier fair und besiegte sie nur durch seine �berlegenheit, �bermenschliche Kraft und Ausdauer. Obwohl er das Metall von Zodanga trug, mein Jeddak, hat man einen solchen Menschen weder in diesem noch in einem anderen Land von Barsoom zu Gesicht bekommen. Das Gehirn der Prinzessin von Helium, die ich untersucht und befragt habe, war mir ein wei�es Blatt, so sehr hat sie sich unter Kontrolle. Ich konnte nicht das geringste herauslesen. Sie sagte, sie habe einen Teil des Kampfes verfolgt und nur einen v�llig unbekannten Mann gesehen.�</p><p>�Wo ist mein Retter?� fragte ein anderer, und ich erkannte die Stimme des Vetters von Than Kosis, den ich vor den gr�nen Kriegern gerettet hatte. �Beim Metall meines ersten Vorfahren, die Beschreibung trifft auf ihn haargenau zu, besonders hinsichtlich seiner Kampfeskraft.�</p><p>�Wo ist der Mann?� rief Than Kosis. �Bringt ihn sofort zu mir! Was wei�t du von ihm, Vetter? Wenn ich jetzt genauer dar�ber nachdenke, kommt es mir mit einemmal merkw�rdig vor, da� es in Zodanga einen solchen Krieger geben sollte, dessen Namen wir bis auf unsere Tage noch nicht geh�rt haben. Und �berhaupt, wer auf Barsoom hat schon einmal einen Namen wie �John Carter� vernommen!�</p><p>Bald wurde gemeldet, da� ich weder im Palast noch in meiner fr�heren Unterkunft, in den Kasernen der Kundschafterdivision, anzutreffen sei. Kantos Kan hatten sie gefunden und ausgefragt, doch er wu�te nichts �ber meinen Verbleib, und hinsichtlich meiner Vergangenheit hatte er ihnen erz�hlt, ihm sei nur wenig bekannt, da er mich erst vor kurzem in der Gefangenschaft bei den Warhoon kennengelernt habe.</p><p>�Behaltet diesen anderen im Auge�, befahl Than Kosis. �Auch er ist fremd hier, wahrscheinlich stammen sie beide aus Helium, und wo der eine ist, werden wir fr�her oder sp�ter den anderen finden. Vervierfacht die Luftpatrouillen und untersucht jeden Mann aufs gr�ndlichste, der die Stadt auf dem Luftwege verl��t.�</p><p>Nun erschien ein zweiter Bote mit der Nachricht, da� ich mich noch innerhalb der Palastmauern aufhielte.</p><p>�Das Aussehen eines jeden, der das Palastgebiet betreten oder verlassen hat, wurde sorgf�ltig �berpr�ft�, schlo� der Mann. �Niemand �hnelte dem neuen Padwar der Garden, wie man es zum Zeitpunkt seines Beitritts aufgezeichnet hat.�</p><p>�Dann haben wir ihn bald�, bemerkte Than Kosis zufrieden. �In der Zwischenzeit begeben wir uns zur Prinzessin von Helium und befragen sie zu dieser Angelegenheit. Sie wei� vielleicht mehr, als sie dir verraten wollte, Notan. Kommt.�</p><p>Sie verlie�en die Halle, und als es drau�en dunkel geworden war, schl�pfte ich leise aus meinem Versteck und eilte zum Balkon. Nur wenige Leute waren zu sehen. Ich wartete, bis niemand in der N�he war, sprang schnell auf den Rand der Glasmauer und begab mich von dort zum Boulevard hinter dem Palastgel�nde.</p></section><section><title><p>23. Am Himmel verirrt</p></title><p>Ohne weiter achtzugeben, ob mich jemand bemerkte oder nicht, eilte ich in Richtung unseres Quartiers, wo ich mit Sicherheit Kantos Kan antreffen w�rde. Als ich mich dem Geb�ude n�herte, wurde ich vorsichtiger, da ich zu Recht vermutete, da� der Ort bewacht werde. Einige M�nner in Zivil lungerten vor dem Vordereingang herum, weitere auf der Hinterseite. Lediglich durch das angrenzende Geb�ude w�rde es mir gelingen, unbemerkt ins obere Stockwerk zu gelangen, wo sich die Unterk�nfte befanden. Nach betr�chtlichen M�hen gl�ckte es mir, das Dach eines Gesch�ftshauses einige Schritte entfernt zu erklimmen.</p><p>Ich sprang von Dach zu Dach, kam bald an ein ge�ffnetes Fenster in dem Haus, wo ich den Heliumiten zu finden hoffte, und stand im n�chsten Moment vor ihm im Zimmer. Er war allein und zeigte sich von meinem Kommen keineswegs �berrascht. Nach seinen Worten hatte er mich viel fr�her erwartet, da mein Dienst schon lange beendet sein mu�te.</p><p>Ich erkannte, da� er nichts von den neuesten Ereignissen im Palast wu�te, und nachdem ich ihn aufgekl�rt hatte, geriet er in helle Aufregung. Die Nachricht, da� Dejah Thoris Sab Than ihre Hand versprochen hatte, best�rzte ihn zutiefst.</p><p>�Das kann nicht sein�, rief er aus. �Das ist unm�glich! Ach, jeder Mann in Helium w�rde es vorziehen zu sterben, als unsere geliebte Prinzessin dem Herrscherhaus von Zodanga zu verkaufen. Sie mu� den Verstand verloren haben, einem solchen abscheulichen Handel zuzustimmen. Du, der du nicht wei�t, wie sehr wir aus Helium die Mitglieder unseres K�nigshauses lieben, kannst dir nicht vorstellen, mit welchem Entsetzen mich eine solch unselige Verbindung erf�llt. Was k�nnen wir tun? Du hast viele Ideen. F�llt dir nicht irgend etwas ein, um Helium diese Schmach zu ersparen?� fuhr er fort.</p><p>�Wenn ich Sab Than bis auf eine Schwertl�nge nahekomme, kann ich das Problem l�sen, soweit es Helium betrifft. Aus pers�nlichen Gr�nden z�ge ich es jedoch vor, da� ein anderer den Schlag ausf�hrt, der Dejah Thoris befreit�, entgegnete ich</p><p>Kantos Kan blickte mich pr�fend an, bevor er sagte: �Du liebst sie! Wei� sie es?�</p><p>�Sie wei� es, Kantos Kan, und weist mich nur zur�ck, weil sie Sab Than versprochen ist.�</p><p>Der wackere Geselle sprang auf, packte mich an der Schulter, hob sein Schwert hoch und rief aus: �Wenn es nach mir ginge, h�tte ich f�r die erste Prinzessin von Barsoom keinen passenderen Mann zum Partner gew�hlt. Meine Hand liegt auf deiner Schulter, John Carter, und du hast mein Wort, da� Sab Than durch mein Schwert ausgel�scht wird, um meiner Liebe zu Helium willen, f�r Dejah Thoris und f�r dich. Noch in dieser Nacht versuche ich, zu seinen Gem�chern im Palast vorzudringen.�</p><p>�Wie?� fragte ich. �Du wirst streng bewacht, und eine vierfache Patrouille kontrolliert den Himmel.�</p><p>Einen Augenblick lie� er nachdenklich den Kopf sinken, dann blickte er voller Zuversicht auf und sagte schlie�lich: �Ich mu� nur an diesen Garden vorbei, dann ist es kein Problem.�</p><p>�Ich kenne einen geheimen Eingang zum Palast, der sich in der Spitze des h�chsten Turmes befindet, bin ganz zuf�llig darauf gesto�en, als ich eines Tages auf Streife den Palast �berflog. Dabei m�ssen wir immer alles pr�fen, was uns ungew�hnlich erscheint. Damals sah ich auf der h�chsten Turmspitze ein Gesicht. Da mir das seltsam vorkam, ging ich n�her und stellte fest, da� es sich um niemanden anderes handelte als um Sab Than. Er war leicht ver�rgert, da� ich ihn entdeckt hatte, und befahl mir, die Angelegenheit f�r mich zu behalten, der Weg vom Turm f�hre direkt zu seinen Gem�chern und sei nur ihm bekannt. Wenn ich zum Dach der Kaserne gelangen und meine Maschine holen k�nnte, w�re ich in f�nf Minuten in seinen Gem�chern. Doch wie komme ich hier heraus, wenn wir so streng bewacht werden?�</p><p>�Wie stark sind die Wachen bei den Maschinenr�umen der Kasernen?� fragte ich.</p><p>�Normalerweise befindet sich nachts nur ein Wachposten auf dem Dach.�</p><p>�Geh aufs Dach unseres Hauses und warte dort auf mich, Kantos Kan.�</p><p>Ohne mein Vorhaben weiter zu erkl�ren, begab ich mich wieder auf dem bereits erprobten Weg zur Stra�e und eilte zur Kaserne. Ich wagte mich nicht hinein, da es dort von Mitgliedern der Luftkundschafter nur so wimmelte, die wie ganz Zodanga nach mir Ausschau hielten. Die Kaserne war riesig, sie ragte reichlich tausend Fu� in die H�he. Nur wenige Geb�ude von Zodanga waren noch h�her, wenngleich nur um mehrere hundert Fu�: Die Docks der gro�en Schlachtschiffe ma�en mehr als f�nfzehnhundert Fu� �ber dem Erdboden, w�hrend die Fracht- und Passagierbahnh�fe der Handelsflotte fast ebenso hoch emporragten.</p><p>Das Erklimmen des Geb�udes nahm viel Zeit in Anspruch und war gefahrenvoll, doch es gab keinen anderen Weg, und so nahm ich es auf mich. Die Tatsache, da� die Bauwerke auf Barsoom mit Verzierungen �berladen sind, machte die Angelegenheit wesentlich einfacher als zuvor angenommen, denn ich fand schm�ckende Br�stungen und Vorspr�nge, die bis zur Dachrinne eine ausgezeichnete Leiter bildeten. Hier traf ich auf das erste ernsthafte Hindernis. Die Dachrinne stand fast zwanzig Fu� von der Wand hervor, und obwohl ich das Geb�ude v�llig umkreiste, fand ich keinen Durchschlupf.</p><p>Das oberste Stockwerk war erhellt und voller Soldaten, die ihren verschiedenen Besch�ftigungen nachgingen. Aus diesem Grund war es unm�glich, durch das Innere zum Dach zu gelangen.</p><p>Es gab eine geringe verzweifelte Chance, und f�r diese entschied ich mich�� denn es geschah f�r Dejah Thoris, und jeder Mann w�rde f�r eine Frau wie sie das tausendfache Risiko des Todes auf sich nehmen.</p><p>Ich hielt mich mit einer Hand fest, die F��e gegen die Mauer gestemmt, und l�ste einen der langen Lederriemen von meiner Ausr�stung, an dessen Ende sich ein gro�er Haken befand, mit dessen Hilfe sich die Piloten von ihrem Flugzeug abseilen k�nnen, um die verschiedensten Reparaturen auszuf�hren, und an denen die Landetruppen von den Luftschiffen zu Boden gelassen werden.</p><p>Vorsichtig schwang ich diesen Haken einige Male zum Dach hinauf, bis er schlie�lich an irgend etwas h�ngenblieb. Vorsichtig zog ich daran, um den Halt zu festigen, doch wu�te ich nicht, ob er mich tragen w�rde. Vielleicht hatte er sich am �u�ersten Rand des Daches verfangen und rutschte weg, sobald mein ganzes Gewicht am Lederseil hing, so da� ich tausend Fu� nach unten auf den Fu�weg st�rzte.</p><p>Ich z�gerte einen Moment, dann lie� ich den Stuck los, an dem ich mich bisher festhielt, und schwang mich ins Leere. Weit unter mir befanden sich die hell erleuchteten Stra�en, die harten Gehwege und der Tod. Es gab einen pl�tzlichen Ruck an dem tragenden Dachteil, ein h��liches rutschendes und sch�rfendes Ger�usch, bei dem mir vor Angst der Schwei� ausbrach, dann fa�te der Haken, und ich war gerettet.</p><p>Schnell zog ich mich nach oben, hielt mich am Rand der Regenrinne fest und zog mich aufs Dach. Als ich mich erhob, blickte ich in die Revolverm�ndung des diensthabenden Wachpostens, der mir gegen�ber stand.</p><p>�Wer bist du, und woher kommst du?� rief er.</p><p>�Ich bin ein Luftkundschafter, mein Freund, und beinahe ein toter, denn ich bin nur knapp dem Sturz in die Tiefe entronnen�, entgegnete ich.</p><p>�Doch wie bist du aufs Dach gelangt, Mann? Niemand ist in der vergangenen Stunde gelandet oder vom Geb�ude nach oben gekommen. Das mu�t du mir schleunigst erkl�ren, oder ich rufe die Wache.�</p><p>�Schau selbst, Wachposten, und du wirst sehen, wie ich hierher gekommen bin und mit welch knapper Not�, entgegnete ich, wandte mich zum Rand des Daches, zu meinem Lederseil, an dessen Ende zwanzig Fu� unter mir all meine Waffen hingen.</p><p>Der Mann trat von Neugierde getrieben neben mich. Das war sein Pech, denn als er sich vorbeugte, um �ber die Rinne zu blicken, packte ich ihn am Hals und an der rechten Hand und stie� ihn kraftvoll auf das Dach. Die Waffe entfiel ihm. Meine Finger erstickten seinen Hilfeschrei. Ich knebelte und fesselte ihn und lie� ihn von der Dachrinne herab, so da� er nun dort hing, wo ich mich vor kurzem befunden hatte. Mir war klar, da� man ihn erst am Morgen entdecken w�rde, und ich brauchte soviel Zeit wie m�glich.</p><p>Ich nahm meine Ausr�stung und Waffen wieder an mich, eilte zu den Unterst�nden und hatte bald meine und Kantos Kans Maschine herausgezogen. Nun machte ich sein Flugzeug hinter meinem fest, startete, h�pfte �ber den Dachrand und tauchte in die Stra�en weit unterhalb der H�henschichten, die von der Luftpatrouille kontrolliert wurden. In weniger als einer Minute setzte ich unbehelligt auf dem Dach unserer Behausung neben dem erstaunten Kantos Kan auf.</p><p>Ich vergeudete keine Zeit f�r Erkl�rungen, sondern besprach augenblicklich mit ihm unser weiteres Vorgehen. Wir entschieden, da� ich versuchen sollte, mich nach Helium durchzuschlagen, w�hrend Kantos Kan sich in den Palast begeben und Sab Than erledigen sollte. Hatte er seine Mission erf�llt, sollte er mir folgen. Er stellte meinen Kompa� f�r mich (ein kleines intelligentes Ger�t, dessen Zeiger nicht von der Stelle r�cken w�rde, hatte man zuvor irgendeinen Punkt auf Barsoom angegehen). sagten einander Lebewohl, stiegen gemeinsam auf und jagten in Richtung Palast, an dem auch ich auf dem Weg nach Helium vorbei mu�te.</p><p>Als wir uns dem hohen Turm n�herten, stie� eine Patrouille von oben auf uns, richtete ihren durchdringenden Scheinwerfer auf mein Flugzeug, und eine Stimme befahl mir zu halten. Als ich dem Gebr�ll keine Beachtung schenkte, folgte ein Schu�. Kantos Kan glitt schnell in die Dunkelheit, w�hrend ich steil aufstieg und in atemberaubender Geschwindigkeit �ber den Marshimmel raste, dicht gefolgt von einem Dutzend Luftaufkl�rungsmaschinen, die sich der Verfolgung angeschlossen hatten, und sp�ter noch von einem schnellen Kreuzer mit einigen hundert Mann Besatzung sowie einer Reihe von Schnellfeuerkanonen. Ich vollf�hrte mit meiner kleinen Maschine Drehungen und Wendungen, stieg mal auf und lie� mich ein andermal fallen, so da� ich mich die meiste Zeit ihren Suchscheinwerfern entziehen konnte. Doch gleichzeitig verlor ich mit dieser Taktik an Boden, so da� ich beschlo�, auf einen direkten Kurs zu setzen und den Rest dem Schicksal und der Schnelligkeit meiner Maschine zu �berlassen.</p><p>Kantos Kan hatte mir verraten, wie man durch eine bestimmte Art zu schalten die Leistungsf�higkeit der Maschine heraufsetzen kann. Da dieser Kniff nur der Marine von Helium bekannt war, w�rde ich nach meiner �berzeugung meine Verfolger weit hinter mir lassen, wenn ich nur f�r einige Augenblicke den Geschossen auszuweichen vermochte.</p><p>Als ich durch die Luft raste, �berzeugte mich das Schwirren der Kugeln um mich herum, da� mir nur noch ein Wunder helfen konnte, doch die W�rfel waren gefallen. Ich trieb die Maschine zum �u�ersten und raste auf direktem Wege in Richtung Helium. St�ck f�r St�ck blieben meine Verfolger hinter mir zur�ck, schon wollte ich mir zu meinem gl�cklichen Entkommen gratulieren, als ein wohlgezielter Schu� des Kreuzers vorm Bug meines kleinen Flugzeuges explodierte. Durch die Ersch�tterung �berschlug es sich beinahe und st�rzte kopf�ber abw�rts durch die dunkle Nacht, da� einem �bel werden konnte.</p><p>Ich wei� nicht, wie tief ich fiel, bevor ich die Maschine erneut unter Kontrolle bekam, doch ich mu�te dem Erdboden sehr nahe gekommen sein, da ich unter mir deutlich Tiere schreien h�rte. Als ich wieder aufstieg, suchte ich den Himmel nach meinen Verfolgern ab, deren Lichter ich schlie�lich weit hinter mir ausmachte. Sie landeten und suchten offensichtlich nach mir.</p><p>Erst als ich ihre Lichter nicht mehr erkennen konnte, wagte ich, meine kleine Lampe auf den Kompa� zu richten, und mu�te zu meiner Best�rzung feststellen, da� mein einziger Helfer sowie mein Tachometer von einem Geschosssplitter v�llig zerst�rt worden waren. Sicherlich konnte ich an den Sternen die generelle Richtung nach Helium ablesen, doch ohne die genaue Position der Stadt und meine Reisegeschwindigkeit zu kennen, hatte ich nur geringe Chancen, sie zu finden.</p><p>Helium liegt eintausend Meilen s�dwestlich von Zodanga, mit intaktem Kompa� h�tte ich es ohne St�rung in vier bis f�nf Stunden geschafft. Dennoch fand ich mich am Morgen nach fast sechs Stunden ununterbrochenen Fluges �ber einem ausgetrockneten Meer mit riesigen Ausdehnungen wieder. Bald tauchte eine gro�e Stadt vor mir auf, doch nicht Helium, da von allen Metropolen auf Barsoom nur diese aus zwei riesigen, kreisf�rmigen und von Mauern umgebenen Einzelst�dten besteht, und die ungef�hr f�nfundsiebzig Meilen voneinander entfernt waren und unschwer aus der H�he, in der ich mich befand, zu erkennen gewesen w�ren.</p><p>Ich glaubte, zu weit nach Nordwesten gelangt zu sein, drehte in s�dwestlicher Richtung ab und kam im Verlaufe des Vormittags an einigen anderen gro�en St�dten vorbei, auf die jedoch keine von Kantos Kans Beschreibungen zutraf. Zus�tzlich zu den Zwillingsst�dten besa� Helium noch ein weiteres Merkmal, zwei riesige T�rme, einem in leuchtendem Scharlachrot, der im Zentrum der einen Stadt fast eine Meile in die H�he ragt, w�hrend die Partnerstadt sich durch einen ebenso hohen, knallgelben Turm auszeichnet.</p></section><section><title><p>24. Tars Tarkas findet einen Freund</p></title><p>Gegen Mittag flog ich tief �ber eine gro�e tote Stadt vom alten Mars hinweg, und als ich das darunterliegende Flachland �berquerte, sah ich einige tausend gr�ne Krieger, die einander ein schreckliches Gefecht lieferten. Kaum hatte ich sie erblickt, wurde auch schon eine Salve auf mich abgegeben, und dank ihrer fast unfehlbaren Zielgenauigkeit verwandelte sich mein kleines Fahrzeug augenblicklich in ein Wrack, das in Richtung Boden taumelte.</p><p>Ich fiel fast in die Mitte des Get�mmels, zwischen all die Krieger, die mein Auftauchen gar nicht bemerkten, so sehr nahm der Kampf um Leben und Tod sie in Anspruch. Die M�nner k�mpften unberitten mit den langen Schwertern, w�hrend der Schu� eines Scharfsch�tzen vom Rand des Schlachtfeldes gelegentlich einen Krieger niederstreckte, der sich nur f�r einen Augenblick aus der ineinander verschlungenen Masse gel�st hatte.</p><p>Als meine Maschine aufsetzte, war mir klar, da� es nun galt, zu k�mpfen oder zu sterben, wobei f�r letzteres in jedem Falle gute Aussichten bestanden, und so ber�hrte ich den Boden, das lange Schwert gez�ckt, bereit, mich nach besten Kr�ften zu verteidigen.</p><p>Ich fand mich neben einem riesigen Monster wieder, das es mit drei Gegnern zu tun hatte, und als ich in sein grimmiges, vor Kampfeseifer erhitztes Gesicht blickte, erkannte ich Tars Tarkas, den Thark. Er sah mich nicht, da ich ein St�ck hinter ihm stand, und gerade in diesem Augenblick griffen ihn seine drei Widersacher gemeinsam an, die ich als Warhoon identifizierte. Der H�ne machte mit einem von ihnen kurzen Proze�, doch als er zur�cktrat, um einen weiteren Hieb auszuteilen, st�rzte er �ber einen Toten hinter sich und lag augenblicklich der Gnade seiner Gegner ausgeliefert am Boden. Blitzschnell waren sie auf ihm, und Tars Tarkas w�re in K�rze zu seinen Vorv�tern gerufen worden, w�re ich nicht vor ihn gesprungen und h�tte die Angreifer besch�ftigt. Als der m�chtige Tars Tarkas wieder auf den Beinen stand, hatte ich einen von ihnen zur Strecke gebracht, die anderen erledigte er wieder selbst.</p><p>Er warf mir einen Blick zu, und ein fl�chtiges L�cheln streifte seine finsteren Z�ge, als er mich an die Schulter tippte und sagte:</p><p>�Ich h�tte dich beinahe gar nicht erkannt, John Carter, doch es gibt auf Barsoom keinen Sterblichen, der das getan h�tte, was du f�r mich getan hast. Ich denke, ich wei� jetzt, da� es so etwas wie die Freundschaft gibt.�</p><p>Mehr sagte er nicht, da auch nicht dazu Gelegenheit war, denn die Warhoon schl�ssen sich erneut um uns, und gemeinsam k�mpften wir Schulter an Schulter den ganzen langen hei�en Nachmittag, bis sich das Blatt wendete und die �berreste der wilden Warhoon auf ihren Thoats zur�ckwichen und in die einbrechende Dunkelheit flohen.</p><p>Zehntausend Mann waren in diese gigantische Schlacht verwickelt, und auf dem Feld lagen weitere dreitausend. Keine der beiden Seiten erbat oder gew�hrte Gnade, noch wurden Gefangene genommen.</p><p>Nach unserer R�ckkehr zur Stadt begaben wir uns geradewegs zu Tars Tarkas� Unterkunft, wo ich allein gelassen wurde, w�hrend der Anf�hrer den Rat aufsuchte, der �blicherweise unmittelbar nach einem Kampf zusammentrat.</p><p>W�hrend ich auf seine R�ckkehr wartete, h�rte ich, wie sich etwas im Nebenraum regte, und als ich aufblickte, warf sich pl�tzlich eine riesige, bedrohliche Kreatur auf mich, so da� ich r�cklings auf den Stapel von Seident�chern und Pelzen geworfen wurde, auf denen ich lag. Es war Woola�� mein treuer, geliebter Woola. Er hatte den Weg zu den Thark zur�ckgefunden und, wie mir Tars Tarkas sp�ter erz�hlte, sich sofort zu meiner fr�heren Unterkunft begeben, wo er begann, auf ergreifende und doch v�llig nutzlose Weise nach mir Ausschau zu halten.</p><p>�Tal Hajus wei�, da� du hier bist, John Carter�, sagte Tars Tarkas, als er vom Palast des Jeddaks zur�ckkam. �Sarkoja hat dich bei unserer R�ckkehr gesehen und sofort erkannt. Tal Hajus hat mir befohlen, dich heute noch zu ihm zu bringen. Ich habe zehn Thoats, John Carter. Such dir eines aus, und ich bringe dich zur n�chsten Wasserstra�e, die nach Helium f�hrt. Tars Tarkas mag ein grausamer gr�ner Krieger sein, doch er kann auch ein Freund sein. Komm, wir m�ssen los.�</p><p>�Und was erwartet dich, Tars Tarkas?� fragte ich.</p><p>�Die wilden Calots, oder noch Schlimmeres�, entgegnete er. �Falls ich nicht zuf�llig die langersehnte Gelegenheit bekomme, Tal Hajus entgegenzutreten.�</p><p>�Wir bleiben, Tars Tarkas, und gehen heute abend zu Tal Hajus. Du wirst dich nicht selbst opfern. Vielleicht bekommst du heute die Chance, auf die du wartest.�</p><p>Er erhob energisch Einspruch und erz�hlte mir, da� Tal Hajus oft bei der blo�en Erinnerung an den Schlag, den ich ihm versetzt hatte, vor Wut au�er Rand und Band geriet, und da� ich die entsetzlichsten Qualen erleiden w�rde, sollte ich ihm noch einmal unter die Finger geraten.</p><p>Beim Essen wiederholte ich die Geschichte, die mir Sola in jener Nacht auf dem Meeresgrund w�hrend des Marsches nach Thark erz�hlt hatte.</p><p>Tars Tarkas sagte kaum etwas, doch die starken Muskeln in seinem Gesicht zuckten voller Leidenschaft und Qual, beim Gedanken an die Torturen, die man dem einzigen Wesen auferlegte, das er in seinem kalten, grausamen und schrecklichen Dasein geliebt hatte.</p><p>Nun widersprach er nicht l�nger, als ich ihm vorschlug, vor Tal Hajus zu treten. Nur wollte er zuerst mit Sarkoja reden. Auf seine Bitte begleitete ich ihn zu ihrer Unterkunft, und der Blick unb�ndigen Hasses, den sie mir zuwarf, entsch�digte mich fast f�r jedes noch bevorstehende Ungl�ck, das meine zuf�llige R�ckkehr zu den Thark mit sich bringen mochte.</p><p>�Sarkoja, vor vierzig Jahren hast du dazu beigetragen, einer Frau namens Gozava Qualen und Tod zu bringen�, sagte Tars Tarkas. �Gerade habe ich erfahren, da� der Krieger, der diese Frau liebte, von deiner Rolle in dieser Angelegenheit erfahren hat. Er darf dich nicht t�ten, das widerspricht dem Brauch, doch nichts hindert ihn daran, das eine Ende eines Lederriemens um deinen Hals zu legen und das andere um den eines wilden Thoats, lediglich um deine �berlebensf�higkeit zu testen und beim Fortbestand unserer Rasse zu helfen. Ich habe geh�rt, da� er das f�r morgen plant, und dachte, es w�re nur recht und billig, dich zu warnen, denn ich bin ein gerechter Mann. Bis zum Flu� Iss ist es ein kurzer Weg, Sarkoja. Komm, John Carter.�</p><p>Am n�chsten Morgen war Sarkoja verschwunden und wurde danach nie wieder gesehen.</p><p>Schweigend eilten wir zum Palast des Jeddaks, der uns augenblicklich vorlie�. In Wirklichkeit konnte er es kaum erwarten, mich zu Gesicht zu bekommen. Er stand aufrecht auf seiner Empore und stierte mich finster an, als ich eintrat.</p><p>�Fesselt ihn an diese S�ule�, kreischte er. �Wir werden sehen, wie es dem ergeht, der es wagt, den m�chtigen Tal Hajus zu schlagen. Erhitzt die Eisen, ich will ihm eigenh�ndig die Augen aus dem Kopf brennen, damit er meine Person nicht mit seinem �blen Blick entehrt.�</p><p>�Anf�hrer der Thark�, rief ich und wandte mich an den versammelten Rat, ohne dabei auf Tal Hajus einzugehen. �Ich war einer eurer Befehlshaber, und heute habe ich Schulter an Schulter mit eurem m�chtigsten Krieger f�r die Thark gek�mpft. Zumindest seid ihr mir eine Anh�rung schuldig. Das habe ich mir heute verdient. Ihr behauptet, ein gerechtes Volk zu sein�� �</p><p>�Ruhe!� br�llte Tal Hajus. �Stopft der Kreatur das Maul und bindet sie, wie ich befohlen habe.�</p><p>�Gerechtigkeit, Tal Hajus!� rief Lorquas Ptomel aus. �Wer bist du, da� du dich �ber die jahrhundertealten Br�uche von den Thark hinwegsetzt.�</p><p>�Ja, Gerechtigkeit!� erschollen ein Dutzend Stimmen, und so fuhr ich fort, w�hrend Tal Hajus vor Wut der Schaum aus dem Mund trat:</p><p>�Ihr seid ein mutiges Volk, und ihr liebt die K�hnheit, doch wo befand sich euer m�chtiger Jeddak beim heutigen Kampf? Im dicksten Schlachtget�mmel fand ich ihn nicht, er war nicht da. In seiner H�hle zerrei�t er hilflose Frauen und kleine Kinder, doch hat ihn jemand k�rzlich im Zweikampf mit M�nnern gesehen? Warum konnte sogar ich Winzling ihn mit einem einzigen Faustschlag zu Boden werfen? Bringen die Thark diese Art von Jeddak hervor? Hier neben mir steht jetzt ein gro�er Thark, ein m�chtiger Krieger und Edelmann. Hoher Rat, wie klingt Tars Tarkas, Jeddak der Thark?�</p><p>Ein tiefes, anerkennendes Raunen begr��te diesen Vorschlag.</p><p>�Es bleibt diesem Rat �berlassen, den Befehl auszusprechen. Dann mu� Tal Hajus beweisen, da� er zum Regieren in der Lage ist. W�re er ein mutiger Mann, w�rde er Tars Tarkas zum Zweikampf fordern, da er ihn nicht mag, doch Tal Hajus hat Angst; Tal Hajus, euer Jeddak, ist ein Feigling. Ich k�nnte ihn mit blo�en H�nden t�ten, und das wei� er.�</p><p>Nach meinen Worten herrschte angespannte Stille, und alle Augen waren auf Tal Hajus gerichtet. Er sagte nichts, stand regungslos, das fleckige Gr�n seines Gesichtes f�rbte sich bl�ulich, und der Schaum erstarrte auf seinen Lippen.</p><p>�Tal Hajus�, sagte Lorquas Ptomel mit kalter, harter Stimme. �Noch nie in meinem langen Leben wurde in meiner Gegenwart ein Jeddak der Thark derartig beleidigt. Auf diese Anschuldigung gibt es nur eine Antwort. Wir warten darauf.� Aber noch immer stand Tal Hajus wie versteinert.</p><p>�Anf�hrer�, fuhr Lorquas Ptomel fort. �Soll der Jeddak Tal Hajus beweisen, da� er in der Lage ist, �ber Tars Tarkas zu herrschen?�</p><p>Auf dem Podium hielten sich zwanzig Anf�hrer auf, und zwanzig blinkende Schwerter schnellten zustimmend nach oben.</p><p>Es gab keine andere M�glichkeit. Das Urteil war endg�ltig, und so zog Tal Hajus sein langes Schwert und trat Tars Tarkas entgegen.</p><p>Der Kampf war von kurzer Dauer, dann setzte Tars Tarkas den Fu� auf den Hals des toten Monsters und wurde zum Jeddak der Thark ernannt.</p><p>Seine erste Amtshandlung war meine Ernennung zum voll anerkannten Befehlshaber, in jenem Rang, den ich durch meine K�mpfe in den ersten Wochen meiner Gefangenschaft bei ihnen errungen hatte.</p><p>Da ich sah, da� die Krieger Tars Tarkas und mir gegen�ber wohlgesinnt waren, nutzte ich die Gelegenheit, um sie f�r die Sache mit Zodanga zu gewinnen. Ich schilderte Tars Tarkas meine Abenteuer und erkl�rte ihm mit wenigen Worten, was ich im Sinne f�hrte.</p><p>�John Carter hat einen Vorschlag gemacht, den ich guthei�e�, wandte er sich an den Rat. �Ich werde ihn euch kurz darlegen. Dejah Thoris, die Prinzessin von Helium, unsere einstige Gefangene, befindet sich nun in der Gewalt des Jeddak von Zodanga, wo sie zur Ehe mit seinem Sohn gezwungen wird, um ihr Land vor der Zerst�rung durch die Armee von Zodanga zu retten. John Carter schl�gt vor, sie zu befreien und Helium zur�ckzugeben. Dabei w�rden wir reichlich Beute machen. Au�erdem schwebte mir oft vor, mit dem Volk von Helium eine Allianz zu schlie�en. Dies sichert unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln und erlaubt uns, die Anzahl unserer Nachkommen sowie die H�ufigkeit des Ausbr�tens zu erh�hen, so da� wir auf diese Weise zur unbestrittenen Vormacht unter den gr�nen Menschen von Barsoom werden. Was meint ihr dazu?�</p><p>Kampf und Beute winkte�� und sie reckten sich nach dem K�der wie ein Hund nach dem Knochen.</p><p>F�r Thark war ihre Begeisterung einmalig, und noch bevor eine weitere halbe Stunde vergangen war, eilten zwanzig berittene Boten durch die ver�deten Meere, um die Horden zum Feldzug zusammenzurufen. Innerhalb von drei Tagen befanden wir uns mit einhunderttausend starken Kriegern auf dem Marsch nach Zodanga, da es Tars Tarkas gelungen war, durch Zusicherung reicher Beute drei kleinere Horden von der Notwendigkeit des Kampfes zu �berzeugen.</p><p>An der Spitze der Kolonne ritt ich neben dem gro�en Thark, w�hrend dicht hinter meinem Thoat mein geliebter Woola trottete.</p><p>Wir ritten nur des Nachts und planten unsere M�rsche so, da� wir am Tage in verlassenen St�dten halt machten, wo sich sogar die Tiere verborgen hielten. Unterwegs warb Tars Tarkas durch sein bemerkenswertes Geschick als Soldat und Staatsmann weitere f�nfzigtausend Krieger verschiedener Horden an, so da� wir beim Erreichen der hohen Stadtmauern von Zodanga um Mitternacht, zehn Tage nach unserem Abmarsch, einhundertundf�nfzigtausend Krieger z�hlten.</p><p>Die St�rke und das Leistungsverm�gen dieser Horde wilder gr�ner Unholde entsprach dem von zehnmal so viel roten Menschen. Noch nie in der Geschichte von Barsoom war ein solch riesiges Heer gr�ner Menschen gemeinsam zum Kampf aufgebrochen, teilte mir Tars Tarkas mit. Es erforderte B�renkr�fte, unter ihnen auch nur etwas ann�herndes wie Eintracht zu schaffen, und es grenzte f�r mich an ein Wunder, wie er sie ohne weitreichendere Streitereien untereinander zu der Stadt gebracht hatte.</p><p>Doch als wir uns Zodanga n�herten, gingen die pers�nlichen Differenzen im gr��eren Ha� auf die roten Menschen unter, besonders die Zodanganer, die seit Jahren einen gnadenlosen Feldzug gegen die gr�nen Menschen f�hrten, um sie auszul�schen, wobei sie sich besonders auf die Auspl�nderung der Inkubatoren konzentrierten.</p><p>Da wir uns nun direkt vor der Stadt befanden, fiel es mir zu, uns Eintritt in die Stadt zu verschaffen. Ich wies Tars Tarkas an, seine Truppen in zwei Abteilungen au�er H�rweite der Stadt zu halten, wobei eine jede gegen�ber einem gro�en Tor Aufstellung beziehen sollte. Dann w�hlte ich zwanzig Krieger aus, und wir n�herten uns zu Fu� einem der kleinen Zug�nge, durch die man in regelm��igen Abst�nden die Stadtmauer passieren konnte. An diesen Toren standen keine festen Wachen, doch wurden sie von den Streifen kontrolliert, die innerhalb der Stadtmauern ihre Runde machten, so wie unsere Polizei ihre in den Metropolen zugewiesenen Bezirke �berwacht.</p><p>Die Stadtmauer von Zodanga ist f�nfundsiebzig Fu� hoch und f�nfzig Fu� dick. Sie bestand aus riesigen Siliziumkarbidbl�cken, und das Eindringen in die Stadt schien zumindest meinen gr�nen Begleitern ein Ding der Unm�glichkeit zu sein. Diese mir zugeordneten Leute stammten aus einem der kleineren V�lker und kannten mich demzufolge nicht.</p><p>Ich lie� drei von ihnen sich mit dem Gesicht zur Wand und mit verschr�nkten Armen aufstellen, befahl zwei anderen, ihnen auf die Schultern zu klettern und einem sechsten, die Schultern der oberen beiden zu erklimmen. Der Kopf des obersten Kriegers befand sich in vierzig Fu� H�he.</p><p>So errichtete ich mit Hilfe von zehn Kriegern eine Art Treppe mit drei Stufen von dem untersten bis zum obersten Mann. Dann nahm ich aus kurzer Entfernung Anlauf, sprang von einer Stufe zur n�chsten und zog mich mit einem letzten Satz an der Mauerkante hinauf. In der Hand hielt ich ein langes Lederseil, das wir aus den Lederriemen von sechs meiner Krieger gekn�pft hatten. Ich reichte dem obersten Mann das eine Ende und lie� das Seil vorsichtig �ber die andere Mauerseite zum Streifen weg hinuntergleiten. Weit und breit war niemand zu sehen, so da� ich mich bis zum Ende des Taues abseilte. Die �brigen drei�ig Fu� sprang ich.</p><p>Kantos Kan hatte mir verraten, wie man die Tore �ffnete, und nach wenigen Sekunden standen zwanzig gro�e Krieger in der zum Untergang verurteilten Stadt Zodanga.</p><p>Zu meiner Freude stellte ich fest, da� wir uns am unteren Ende des riesigen Palastgel�ndes befanden. Das Geb�ude selbst bot ein wunderbares Lichterspiel, und ich beschlo� augenblicklich, die Abteilung direkt in den Palast zu f�hren, w�hrend der �brige Teil der gro�en Horde die Kasernen der Soldaten angreifen sollte.</p><p>Ich schickte einen meiner M�nner zu Tars Tarkas und bat um eine Abteilung von f�nfzig Mann. Zehn Kriegern befahl ich, eines der gro�en Tore einzunehmen und zu �ffnen, w�hrend ich mit den neun �brigen das andere angriff. Wir mu�ten schnell handeln, kein Schu� durfte fallen, und der Vormarsch wurde so lange verz�gert, bis ich mit meinen f�nfzig Thark am Palast angekommen war. Zwei Wachposten, die uns begegneten, wurden zu ihren Vorv�tern an Ufer des versunkenen Meeres von Korus geschickt, die Wachen beider Tore folgten ihnen in aller Stille.</p></section><section><title><p>25. Die Auspl�nderung von Zodanga</p></title><p>Als das gro�e Tor neben mir aufschwang, ritten meine f�nfzig Thark, allen voran Tars Tarkas selbst, auf ihren m�chtigen Thoats hinein. Ich f�hrte sie zu den Palastmauern, die ich ohne Hilfe m�helos bezwang. Das innere Portal bereitete mir allerdings betr�chtliche Schwierigkeiten, doch schlie�lich wurden meine Anstrengungen belohnt, als ich es an den riesigen Angeln aufschwingen sah, und alsbald sprengten meine wilden Begleiter �ber die Anpflanzungen des Jeddaks von Zodanga.</p><p>Als wir uns dem Palast n�herten, konnte ich sehen, da� der Besuchersaal von Than Kosis hell erleuchtet war. In der riesigen Halle hatten sich die meisten Edelm�nner mit ihren Frauen versammelt, als ob eine wichtige Feierlichkeit im Gange w�re. Vor dem Palast befand sich kein einziger Wachposten, ich nehme an, weil man die Stadtmauern und die Befestigung des Palastes f�r unbezwingbar hielt. So konnte ich dicht an die gro�en Fenster herantreten und einen Blick ins Innere werfen.</p><p>Auf der einen Seite sa�en auf massiven, goldenen Thronen voller Diamanten Than Kosis und seine Gemahlin, umgeben von Offizieren und W�rdentr�gern des Staates. Vor ihnen �ffnete sich ein breiter Gang, zu dessen beiden Seiten Soldaten standen, und als ich genauer hinsah, kam von der anderen Seite eine Prozession den Gang entlang auf den Thron zu.</p><p>An der Spitze schritten vier Offiziere von der Garde des Jeddaks. Sie trugen ein riesiges Tablett, auf dem auf einem scharlachroten Seidenkissen eine schwere, goldene Kette mit einem Halsring und einem massiven Verschlu� lag. Gleich hinter diesen Offizieren folgten vier weitere mit einem �hnlichen Tablett, auf dem der herrliche Schmuck des Prinzen und der Prinzessin des K�nigshauses von Zodanga ruhte.</p><p>Am Fu�e der Erhebung trennten sich beide Gruppen und blieben an den Seiten des Ganges stehen, die Gesichter einander zugewandt. Dann erschienen weitere W�rdentr�ger, Palastbeamte und Offiziere der Armee. Den Schlu� bildeten zwei Gestalten, die vollst�ndig in rote Seide geh�llt waren, so da� man keinen von ihnen erkennen konnte. Diese beiden blieben am Fu�e des Thrones vor Than Kosis stehen. Als der Rest der Prozession eingetroffen war, und alle ihren Platz eingenommen hatten, sprach Than Kosis das vor ihm stehende Paar an. Ich konnte seine Worte nicht verstehen, doch bald darauf schritten zwei Offiziere auf die beiden zu und nahmen einer der Gestalten die scharlachrote Robe ab. Da sah ich, da� Kantos Kans Auftrag fehlgeschlagen war, denn ich hatte Sab Than, den Prinzen von Zodanga, vor Augen.</p><p>Than Kosis nahm nun eine Reihe von Ornamenten von einem der Tabletts, legte seinem Sohn einen der goldenen Ringe um den Hals und dr�ckte das Schlo� zu. Nach einigen Worten zu Sab Than wandte er sich der anderen Gestalt zu, der die Offiziere nun die seidene Verh�llung abnahmen, und als ich Dejah Thoris erblickte, die Prinzessin von Helium, verstand ich.</p><p>Der Grund der Feierlichkeit war mir nun klar, einen Moment sp�ter, und Dejah Thoris war f�r immer mit dem Prinzen von Zodanga verbunden. Es war eine eindrucksvolle und sch�ne Zeremonie, vermute ich, doch der Anblick war mir so unertr�glich, wie ich es noch nie erlebt hatte. Als ihr der Schmuck angelegt wurde, und Than Kosis eigenh�ndig den goldenen Halsring �ffnete, hob ich mein langes Schwert hoch �ber meinen Kopf, zerschmetterte mit dem schweren Knauf das riesige Fenster und sprang in die erstaunte Menge. Mit einem Satz stand ich auf den Stufen des Podestes neben Than Kosis, der vor �berraschung wie versteinert schien, und stie� mit dem langen Schwert nach der goldenen Kette, die Dejah Thoris f�r immer mit einem anderen verbunden h�tte.</p><p>Im Nu herrschte ein riesiges Durcheinander, eintausend blanke Schwerter bedrohten mich aus jeder Richtung, und Sab Than sprang mit einem juwelenbest�ckten Dolch, den er aus seinem Hochzeitsgewand gezogen hatte, auf mich zu. Ich h�tte ihn ebenso leicht t�ten k�nnen wie eine Fliege, doch der jahrhundertealte Brauch von Barsoom hielt meine Hand zur�ck. So packte ich sein Handgelenk, als er mir die Waffe ins Herz sto�en wollte, hielt ihn mit eisernem Griff, zeigte mit dem langen Schwert auf das andere Ende des Saales und schrie: �Zodanga ist gefallen. Seht!�</p><p>Alle blickten in die angegebene Richtung. Dort bahnten sich Tars Tarkas und seine f�nfzig Krieger auf ihren gro�en Thoats den Weg durch das Portal.</p><p>Die Anwesenden schrien vor Erregung und Entsetzen auf, zeigten jedoch keine Furcht. Vielmehr warfen sich die Soldaten und Edelleute von Zodanga in Windeseile den angreifenden Thark entgegen.</p><p>Ich stie� Sab Than kopf�ber von der Empore und zog Dejah Thoris neben mich. Hinter dem Thron befand sich eine schmale T�r, in der mir Than Kosis nun mit gez�cktem Schwert gegen�berstand. Augenblicklich waren wir miteinander besch�ftigt, und ich hatte keinen schlechten Gegner.</p><p>Als wir einander auf der breiten Erh�hung umkreisten, sah ich Sab Than die Stufen emporeilen, um seinem Vater zu Hilfe zu kommen. Doch als er die Hand zum Schlag erhob, sprang Dejah Thoris vor ihn, und in diesem Augenblick traf mein Schwert die Stelle, die Sab Than zum Jeddak von Zodanga machte. Als sein Vater tot zu Boden sank, ri� sich der neue Jeddak von Dejah Thoris los und stand mir wieder gegen�ber. Ihm schl�ssen sich bald vier Offiziere an, und wieder einmal k�mpfte ich mit dem R�cken zum goldenen Thron f�r Dejah Thoris. Von mir wurde nun das �u�erste verlangt. Einerseits mu�te ich mich verteidigen, andererseits durfte ich Sab Than nicht t�ten, denn damit ginge die letzte M�glichkeit verloren, die geliebte Frau zu erringen. Meine Klinge bewegte sich munter auf und ab, als ich die Hiebe und St��e meiner Gegner zu parieren versuchte. Zwei hatte ich entwaffnet, einer lag am Boden, als schlie�lich weitere K�mpfer herbeieilten, um ihrem neuen Herrscher zu helfen und den Tod des vormaligen zu r�chen.</p><p>Als sie sich n�herten, ert�nten Schreie �Die Frau! Die Frau! Schlagt sie nieder, sie hat die Verschw�rung angezettelt. T�tet sie! T�tet sie!�</p><p>Ich rief Dejah Thoris hinter mich und arbeitete mich zu der kleinen T�r hinter dem Thron durch, doch die Offiziere errieten meine Absicht. Drei von ihnen sprangen hinter mich und nahmen mir die M�glichkeit, einen Platz einzunehmen, von dem ich Dejah Thoris gegen eine ganze Armee von Schwertk�mpfern h�tte verteidigen k�nnen.</p><p>Die Thark unten im Saal hatten alle H�nde voll zu tun, und mir begann zu d�mmern, da� nur noch ein Wunder Dejah Thoris und mich retten k�nnte. Da erblickte ich Tars Tarkas, der sich durch einen Schw�rm Zwerge arbeitete. Mit einem Hieb seines m�chtigen Schwertes bef�rderte er ein Dutzend von ihnen leblos zu Boden und bahnte sich auf diese Weise den Weg zu mir, bis er einen Augenblick sp�ter auf der Empore neben mir stand und in alle Richtungen Tod und Verderben austeilte.</p><p>Die Tapferkeit der Zodanganer fl��te mir Ehrfurcht ein. Nicht einer unternahm den Versuch, zu fliehen, und als das Gemetzel schlie�lich endete, geschah dies lediglich deswegen, weil au�er mir und Dejah Thoris in der gro�en Halle nur die Thark lebten.</p><p>Sab Than lag tot neben seinem Vater, die Leichen der Zierde des Adels und der Ritterschaft von Zodanga bedeckten die Szene des Blutvergie�ens.</p><p>Mein erster Gedanke galt nun Kantos Kan. Ich lie� Dejah Thoris in Tars Tarkas� Obhut zur�ck, nahm ein Dutzend Krieger und eilte zu den Kerkern unter dem Palast. Die Aufseher hatten alle ihre Pl�tze verlassen, um den K�mpfern im Thronsaal zu Hilfe zu eilen. Also durchst�berten wir das labyrinthartige Gef�ngnis, ohne auf Widerstand zu sto�en.</p><p>Laut rief ich in jeden neuen Gang und in jedes Gela� Kantos Kans Namen. Schlie�lich wurde ich belohnt, als eine leise Antwort ert�nte. Wir gingen der Stimme nach und fanden ihn bald mutterseelenallein in einem entlegenen, dunklen Winkel.</p><p>Er war �bergl�cklich, mich zu sehen, und wollte wissen, was der Kampf zu bedeuten hatte, dessen Widerhall bis in seine Kerkerzelle gedrungen war. Dann erz�hlte er, die Luftpatrouille habe ihn noch vor dem hohen Palastturm abgefangen, so da� er Sab Than nicht einmal zu Gesicht bekommen hatte.</p><p>Wir stellten fest, da� es sinnlos war, zu versuchen, die Stangen und Ketten seines Gef�ngnisses zu zertrennen. Daher kehrte ich entsprechend seinem Vorschlag nach oben zur�ck und durchsuchte die auf dem Boden liegenden Leichen nach den Schl�sseln, um Zelle und Ketten zu �ffnen.</p><p>Zum Gl�ck fand ich seinen W�rter unter den ersten, die ich mir vornahm, und bald stand Kantos Kan bei uns im Thronsaal.</p><p>Drau�en auf den Stra�en kam es zu einem schweren Schu�wechsel, man h�rte Gebr�ll und Geschrei, und Tars Tarkas eilte, um dort wieder den Oberbefehl �ber seine Krieger zu �bernehmen. Kantos Kan begleitete ihn als Wegf�hrer, die gr�nen Krieger begannen, den Palast nach anderen Zodanganern sorgf�ltig zu durchsuchen, so da� Dejah Thoris und ich allein blieben.</p><p>Sie war auf einen der goldenen Throne gesunken, und als ich mich ihr zuwandte, begr��te sie mich mit einem schwachen L�cheln.</p><p>�Hat man jemals einen solchen Mann gesehen!� rief sie aus. �Ich wei�, da� ganz Barsoom dergleichen noch nie zu Gesicht bekommen hat. Sind alle M�nner von der Erde so wie du? Allein, als ein Fremder, gejagt, bedroht und verfolgt, hast du in wenigen Monaten vollbracht, was in den vergangenen Jahrhunderten von Barsoom kein Mann je vermochte: Du hast die wilden Horden der Meeresgrunde miteinander vereint und sie als Verb�ndete der roten Marsmenschen im gemeinsamen Kampf zusammengef�hrt.�</p><p>�Die Antwort ist einfach, Dejah Thoris�, entgegnete ich l�chelnd. �Es war nicht ich, der dies vollbracht hat. Es war Liebe, die Liebe zu Dejah Thoris, eine Macht, die weitaus gr��ere Wunder geschehen lassen kann als diese, die du gesehen hast.�</p><p>Eine reizvolle R�te stieg in ihr Gesicht, und sie antwortete: �Jetzt darfst du so reden, John Carter, und ich darf dich anh�ren, denn ich bin frei.�</p><p>�Ich habe dir noch viel mehr zu sagen, bevor es wieder zu sp�t ist�, erwiderte ich. �Ich habe in meinem Leben viele seltsame Dinge getan, die kl�gere M�nner sich nicht getraut h�tten, doch in meinen k�hnsten Tr�umen habe ich nie geglaubt, eine Dejah Thoris f�r mich zu gewinnen�� wu�te ich doch gar nicht, da� es im ganzen Universum ein solches Wesen wie die Prinzessin von Helium gibt. Da� du eine Prinzessin bist, macht mich nicht verlegen. Aber allein deine Existenz gen�gt, mich an meinem Verstand zweifeln zu lassen, da ich dich nun frage, meine Prinzessin, ob du die meine sein m�chtest.�</p><p>�Warum sollte derjenige verlegen sein, der so genau wu�te, wie sein Antrag beantwortet werden w�rde, bevor er ihn �berhaupt aussprach?� entgegnete sie, erhob sich und legte mir die zarten H�nde auf die Schultern. Ich nahm sie in die Arme und k��te sie.</p><p>In einer Stadt heftiger Gegens�tze, wo Krieg tobte und Tod und Vernichtung ihre schreckliche Ernte einfuhren, versprach Dejah Thoris, Prinzessin von Helium, eine echte Tochter vom Mars, des Kriegsgottes, John Carter, dem Gentleman aus Virginia, ihre Hand.</p></section><section><title><p>26. Vom Blutbad zur Gl�ckseligkeit</p></title><p>Einige Zeit sp�ter kehrten Tars Tarkas und Kantos Kan mit der Nachricht zur�ck, da� ganz Zodanga eingenommen sei. Die Armeen waren vernichtet oder ihre Soldaten gefangen genommen, und innerhalb der Stadt war kein weiterer Widerstand zu erwarten. Einige Schlachtschiffe waren entkommen, doch befanden sich weitere tausend Kriegs- und Handelsschiffe in den H�nden der Krieger von Thark.</p><p>Die kleineren Horden hatten begonnen, die Stadt zu pl�ndern. Schon jetzt entbrannten sie in heftigen Streitereien, so da� entschieden wurde, alle verf�gbaren Krieger zusammenzurufen, so viele Schiffe wie m�glich mit Gefangenen zu beladen und unverz�glich nach Helium aufzubrechen.</p><p>F�nf Stunden sp�ter legte unsere Flotte aus zweihundertundf�nfzig Schlachtschiffen, bemannt mit ungef�hr einhunderttausend gr�nen Kriegern, von den Docks auf den D�chern der Armeegeb�ude ab, gefolgt von einer Gruppe von Transportschiffen mit unseren Thoats.</p><p>Wir lie�en die leidgepr�fte Stadt Zodanga in den Klauen von vierzigtausend wilden und brutalen gr�nen Kriegern aus den kleineren St�mmen zur�ck. Sie pl�nderten, mordeten und k�mpften gegeneinander. An unz�hligen Stellen hatten sie Br�nde gelegt, und dichte Rauchs�ulen stiegen �ber der Stadt auf, um dem Himmel diesen schrecklichen Anblick zu ersparen.</p><p>Am Nachmittag erblickten wir den scharlachroten und den gelben Turm von Helium, und kurze Zeit sp�ter kamen uns unz�hlige Schlachtschiffe der Armee von Zodanga entgegen, die die Stadt belagerte.</p><p>Auf jedem unserer riesigen Fahrzeuge flatterte von vorn bis achtern das Banner von Helium, doch die Zodanganer bemerkten auch so, da� wir Feinde waren, denn unsere gr�nen Krieger hatten bereits w�hrend ihres Aufsteigens das Feuer auf sie er�ffnet. Sie versetzten der nahenden Flotte eine Salve nach der anderen und lieferten so eine weitere Probe ihres au�erordentlichen K�nnens.</p><p>Als die Zwillingsst�dte von Helium bemerkten, da� wir in freundlicher Absicht kamen, sandten sie uns einhundert Boote zu Hilfe, und nun begann die erste wirkliche Luftschlacht, die ich jemals miterlebt hatte.</p><p>Unaufh�rlich kreisten die Fahrzeuge unserer gr�nen Krieger �ber den einander bekriegenden Flotten von Helium und Zodanga, denn die Thark wu�ten mit den Gesch�tzen an Bord nichts anzufangen, da sie �ber keine eigene Marine verf�gten und demzufolge in der Seekriegsf�hrung unkundig waren. Dennoch erwies sich das Feuer aus ihren kleinkalibrigen Gewehren als �u�erst wirkungsvoll, und der Verlauf des Gefechtes wurde von ihnen in betr�chtlichem, wenn nicht entscheidendem Ma�e beeinflu�t.</p><p>Zuerst umkreisten die beiden Gegner einander auf derselben H�he und bedachten sich mit einer Breitseite nach der anderen. Bald klaffte in einem der riesigen Schlachtschiffe der Zodanganer ein gro�es Loch, es schlingerte und �berschlug sich, worauf die kleinen Gestalten der Mannschaft zappelnd tausend Fu� in die Tiefe st�rzten. Dann rauschte das Schiff ihnen in rasendem Tempo hinterher, um schlie�lich fast vollst�ndig vom weichen Lehm des uralten Meeresbodens verschluckt zu werden.</p><p>Die Schwadron der Heliumiten brach in wildes Jubelgeschrei aus. Mit neuem Mut fielen sie �ber die Flotte der Zodanganer her. Durch ein geschicktes Man�ver gelang es zwei Schiffen von Helium, �ber ihre Gegner aufzusteigen, von wo aus sie eine Unmasse von Bomben aus den Sch�chten am Kiel �ber ihnen aussch�tteten.</p><p>Dann gl�ckte es weiteren Schlachtschiffen von Helium, sich �ber die Zodanganer zu erheben, und innerhalb kurzer Zeit taumelten unz�hlige Schlachtschiffe der ehemaligen Belagerer als hilflose Wracks auf den hohen, scharlachroten Turm von Gro�helium zu. Andere versuchten zu entkommen, doch alsbald umschw�rmten Tausende der winzigen einsitzigen Flugzeuge jeden Fl�chtling, und ein gigantisches heliumitisches Schlachtschiff schwebte �ber ihm, dessen Mannschaft bereit war, sich zum Entern auf die feindlichen Decks hinabzulassen.</p><p>Nur eine reichliche Stunde, nachdem die zuvor siegreichen Zodanganer von ihrem Lager vor Helium aufgestiegen waren, um uns zu empfangen, war die Schlacht vor�ber, und die �briggebliebenen Fahrzeuge der ehemaligen Belagerer wurden unter F�hrung der siegreichen Mannschaften nach Helium gelenkt.</p><p>Die Kapitulation dieser m�chtigen Flieger hatte etwas �u�erst Feierliches an sich. Sie verlief nach jahrhundertealtem Brauch, wonach sich der Kommandeur des eroberten Luftschiffes freiwillig vom Schiff st�rzte. Ein tapferer Mann nach dem anderen warf sich mit hoch erhobener Fahne vom steil aufragenden Bug seines Schiffes in einen schrecklichen Tod.</p><p>Erst als der Oberkommandierende der Flotte den entsetzlichen Sprung vollbracht und somit die Kapitulation der �brigen Fahrzeuge besiegelt hatte, endete das Gefecht und gleichzeitig der sinnlose Opfertod von k�hnen M�nnern.</p><p>Nun signalisierten wir dem Flaggschiff der Marine von Helium, sich zu n�hern, und als es auf Rufweite herangekommen war, teilte ich ihnen mit, da� wir die Prinzessin Dejah Thoris an Bord hatten und sie ihnen �bergeben wollten, damit man sie sofort in die Stadt brachte.</p><p>Als ihnen die Bedeutung meiner Worte klar wurde, brachen alle auf dem Deck des Flaggschiffes in Jubelgeschrei aus, und einen Augenblick sp�ter sah man auf den Aufbauten hundertfach die Fahnen der Prinzessin von Helium aufleuchten. Die anderen Schiffe der Flotte verstanden diese Botschaft, schl�ssen sich augenblicklich dem ungest�men Beifall an und entfalteten ebenfalls ihre Fahnen im strahlenden Sonnenschein.</p><p>Das Flaggschiff kam auf uns zu, drehte voller Anmut bei und legte an. Dann sprangen ein Dutzend Offiziere auf unser Deck. Als ihre erstaunten Blicke auf die �ber hundert gr�nen Krieger fielen, die nun aus ihrer Deckung hervorkamen, blieben sie entsetzt stehen, doch angesichts Kantos Kans, der ihnen entgegentrat, l�ste sich ihre Erstarrung und sie scharten sich um ihn.</p><p>Dann schritten Dejah Thoris und ich auf sie zu, worauf ihre Leute f�r nichts anderes mehr Augen hatten. Sie empfing sie voller Anmut und begr��te einen jeden von ihnen mit Namen, denn es waren hochangesehene M�nner im Dienst ihres Gro�vaters, die sie gut kannte.</p><p>�Legt eure H�nde auf die Schulter von John Carter, dem Mann, dem Helium sowohl das Leben seiner Prinzessin als auch den Sieg des heutigen Tages zu verdanken hat�, sagte sie und wandte sich an mich.</p><p>Sie waren von �u�erster H�flichkeit und sagten mir viele freundliche und artige Dinge, doch offensichtlich beeindruckte sie am meisten, da� ich f�r meinen Feldzug zur Befreiung von Dejah Thoris und Helium die Hilfe der wilden Thark gewonnen hatte.</p><p>�Ihr schuldet einem anderen Mann als mir euren Dank�, sagte ich. �Hier steht er, seht einen der tapfersten Soldaten und Staatsm�nner von Barsoom, Tars Tarkas, den Jeddak von Thark.�</p><p>Mit derselben ausgesuchten H�flichkeit, die sie mir entgegengebracht hatten, lie�en sie dem gro�en Thark ihre Begr��ung zuteil werden, und zu meiner �berraschung stand er ihnen hinsichtlich Auftreten oder Redegewandtheit in keinem Punkt nach. Obwohl die Thark nicht sehr gespr�chig sind, achten sie sehr auf Etikette, und ihre Sitten messen dem w�rdevollen und h�flichen Umgang erstaunlich viel Bedeutung bei.</p><p>Dejah Thoris ging an Bord des Flaggschiffes und war �u�erst verstimmt, da� ich nicht mitkam, doch ich erkl�rte ihr, da� die Schlacht nur zum Teil gewonnen war, denn noch stand uns die Begegnung mit den Bodentruppen der Belagerer bevor, und ich wollte Tars Tarkas nicht zur�cklassen, bevor dies nicht vollbracht war.</p><p>Der Befehlshaber der Luftstreitkr�fte von Helium versprach, sich darum zu k�mmern, da� uns bei unserem Feldzug Truppen aus Helium zu Hilfe kamen, dann trennten sich die Fahrzeuge, und voller Freude brachte man Dejah Thoris zur�ck zum Hof ihres Gro�vaters, Tardos Mors, des Jeddaks von Helium.</p><p>In der Ferne lag die Transportflotte mit den Thoats der gr�nen Krieger, wo sie auch w�hrend der Schlacht geblieben war. Ohne Landepl�tze und im offenen Flachland war es eine �u�erst schwierige Angelegenheit, diese Tiere abzuladen, doch hatten wir keine andere M�glichkeit, so begaben wir uns zu einem Punkt ungef�hr zehn Meilen vor der Stadt und nahmen die Sache in Angriff.</p><p>Es erwies sich als notwendig, die Tiere an Riemen hinabzulassen, womit wir dann den restlichen Tag und die halbe Nacht besch�ftigt waren. Zweimal wurden wir von der feindlichen Kavallerie angegriffen, doch erlitten wir nur geringe Verluste, und nach Einbruch der Dunkelheit zogen sie sich zur�ck.</p><p>Sobald das letzte Thoat abgeladen war, gab Tars Tarkas Befehl zum Aufbruch, und in drei Abteilungen bewegten wir uns von Norden, S�den und Osten auf das Lager der Zodanganer zu.</p><p>Ungef�hr eine Meile vor ihrem St�tzpunkt stie�en wir auf die Vorposten, wo wir, wie zuvor abgesprochen, mit dem Angriff beginnen sollten. Unser wildes, grausamen Geschrei mischte sich mit dem durchdringenden Gekreisch der durch den Kampf aufgebrachten Thoats, als wir �ber die Zodanganer herfielen.</p><p>Indes fanden wir sie nicht schlafend, sondern in Gefechtsaufstellung und verschanzt. Immer wieder wurden wir zur�ckgeschlagen, bis ich gegen Mittag um den Ausgang der Schlacht zu f�rchten begann. Die Zodanganer hatten etwa eine Million Krieger von ganz Barsoom, wo auch immer sich ihre Wasserstra�en durchs Land zogen, zusammen geholt, w�hrend wir mit nicht einmal einhunderttausend gr�nen Kriegern den Kampf gegen sie aufgenommen hatten. Die Truppen von Helium waren noch nicht angelangt, auch konnten wir nichts �ber sie in Erfahrung bringen.</p><p>Genau zw�lf Uhr Mittags fielen entlang der Linie zwischen den Zodanganern und den beiden St�dten heftige Sch�sse, und wir erfuhren auf diesem Wege, da� die lebensnotwendige Verst�rkung eingetroffen war.</p><p>Erneut rief Tars Tarkas zum Angriff, ein weiteres Mal trugen die riesigen Thoats ihre erbarmungslosen Reiter zu den feindlichen Schutzw�llen. Im selben Augenblick erst�rmten die Soldaten von Helium in einem Anlauf die gegen�berliegende Brustwehr der Zodanganer, die einen Moment sp�ter wie von zwei M�hlsteinen zermalmt wurden. Sie k�mpften heldenhaft, doch umsonst.</p><p>Das Flachland vor der Stadt verwandelte sich in ein wahrhaftiges Schlachtfeld, doch schlie�lich hatte das Gemetzel ein Ende, der letzte Zodanganer ergab sich, die Gefangenen marschierten unter Begleitung gen Helium, und wir zogen durch die Tore der gr��eren Stadt, ein Triumphzug siegreicher Helden.</p><p>Entlang der breiten Promenaden hatten sich sowohl Frauen und Kindern versammelt als auch die wenigen M�nner, die anderen Pflichten hatten nachgehen und deswegen w�hrend der Schlacht in der Stadt bleiben m�ssen. Uns begr��te nicht enden wollender Applaus, man �bersch�ttete uns mit Gold, Platin, Silber und wertvollen Juwelen. Die Stadt schien vor Freude au�er Rand und Band geraten zu sein.</p><p>Meine wilden Thark sorgten �berall f�r helle Aufregung und riefen Begeisterungsst�rme hervor. Nie zuvor war ein bewaffneter Trupp gr�ner Krieger durch die Tore von Helium geschritten, und da� sie nun als Freunde und Verb�ndete kamen, erf�llte die roten Menschen mit Freude.</p><p>Meine armseligen Dienste f�r Dejah Thoris waren zweifellos ganz Helium zu Ohren gekommen, denn die Leute riefen laut meinen Namen und befestigten unz�hlige Ornamente an mir und meinem riesigen Thoat, als wir die Promenade zum Palast entlangritten. Sogar das furchteinfl��ende Aussehen von Woola hielt das Volk nicht davon ab, sich um mich zu scharen.</p><p>Als wir uns dem pr�chtigen Turm n�herten, empfing uns eine Gruppe Offiziere, die Tars Tarkas, seine Jeds sowie die Jeddaks und Jeds der wilden Verb�ndeten und mich w�rmstens begr��ten und uns aufforderten, abzusitzen und sie zu begleiten, um Tardos Mors� Dank f�r unsere Dienste entgegenzunehmen.</p><p>Ganz oben auf der Treppe, deren breite Stufen zum Hauptportal des Palastes hinauff�hrten, stand die K�nigsfamilie, und als wir unten am Fu� der Treppe angekommen waren, l�ste sich einer von ihnen und kam uns entgegen. Er war das Sinnbild der Vollkommenheit, von hohem, kerzengeraden Wuchs, mit wohlgeformten Muskeln, und der Haltung und dem Auftreten eines Herrschers. Man mu�te mir nicht sagen, da� das Tardos Mors war, der Jeddak von Helium.</p><p>Als erstes Mitglied unserer Gruppe begr��te er Tars Tarkas, und seine Worte besiegelten f�r immer die neue Freundschaft zwischen diesen so verschiedenen V�lkern.</p><p>�Es ist Tardos Mors eine unsch�tzbare Ehre, dem gr��ten Soldaten, der derzeit auf Barsoom lebt, zu begegnen, doch weitaus gl�cklicher macht ihn, seine Hand auf die Schulter eines Freundes und Verb�ndeten zu legen�, sagte er ernst.</p><p>�Jeddak von Helium�, entgegnete Tars Tarkas. �Wir haben es einem Mann aus einer anderen Welt zu verdanken, der den gr�nen Kriegern die Bedeutung des Wortes Freundschaft beibrachte. Ihm schulden wir den Dank daf�r, da� euch die Horden der Thark verstehen und diese wohlwollenden Gef�hle sch�tzen und erwidern k�nnen.�</p><p>Dann begr��te Tardos Mors jeden einzelnen der gr�nen Jeddaks und Jeds und bedachte jeden von ihnen mit einigen freundlichen, anerkennenden Worten.</p><p>Als er bei mir angelangt war, legte er mir beide H�nde auf die Schultern.</p><p>�Willkommen, mein Sohn�, sagte er. �Dir geb�hrt ohne Zweifel das wertvollste Juwel von ganz Helium, ja, von ganz Barsoom als erstes Zeichen meiner Hochachtung.�</p><p>Dann wurden wir Mors Kajak vorgestellt, dem Jed von Kleinhelium, dem Vater von Dejah Thoris. Er war dicht auf Tardos Mors gefolgt, und das Treffen schien ihn sogar noch mehr zu ber�hren als seinen Vater. Dutzendmal versuchte er, mir seine Dankbarkeit auszudr�cken, doch seine Stimme versagte, er konnte vor R�hrung nicht sprechen, und dennoch, so erfuhr ich sp�ter, geno� er einen Ruf als wilder und furchtloser K�mpfer, und das hatte sogar im kriegerischen Barsoom etwas zu bedeuten. Gleich ganz Helium betete er seine Tochter an, und es bereitete ihm noch immer Seelenqualen, wenn er daran dachte, welchen Gefahren sie entronnen war.</p></section><section><title><p>27. Aus der Gl�ckseligkeit in den Tod</p></title><p>Zehn Tage wurden die Horden der Thark und ihre wilden Verb�ndeten gefeiert und bewirtet, dann machten sie sich mit wertvollen Geschenken beladen in Begleitung von zehntausend Soldaten aus Helium unter Mors Kajaks Befehl auf den R�ckweg in ihre Heimat. Der Jed von Kleinhelium und eine kleine Gruppe von Edelleuten geleiteten sie bis nach Thark, um die neugekn�pften Bande des Friedens und der Freundschaft weiter zu festigen.</p><p>Sola begleitete Tars Tarkas, ihren Vater, der sich vor allen Befehlshabern zu seiner Tochter bekannt hatte.</p><p>Drei Wochen sp�ter kehrten Mors Kajak und seine Offiziere in Begleitung von Tars Tarkas und Sola auf einem Schlachtschiff, das nach Thark gesandt worden war, zur�ck, um sie rechtzeitig zu den Feierlichkeiten, die Dejah Thoris und John Carter vereinigen sollte, zu holen.</p><p>Neun Jahre stand ich als Prinz des Hofes von Tardos Mors in den Diensten der R�te von Helium und seiner Armeen. Die Menschen wurden ihrer Ehrenbekundungen f�r mich niemals m�de, und es verging kein Tag, an dem sie nicht einen neuen Beweis ihrer Zuneigung f�r meine Prinzessin, die unvergleichliche Dejah Thoris, erbrachten.</p><p>In einer goldenen Brutstation auf dem Dach des Palastes lag ein schneewei�es Ei. Fast f�nf Jahre hielten rund um die Uhr zehn Soldaten aus der Garde des Jeddaks daneben Wache, und wenn ich in der Stadt war, verging kein Tag, an dem Dejah Thoris und ich nicht Hand in Hand vor unserem kleinen Heiligtum standen und Pl�ne f�r die Zeit schmiedeten, wenn die empfindliche Schale zerbrechen w�rde.</p><p>Noch sehr lebhaft habe ich die letzte Nacht vor Augen, als wir zusammen sa�en und uns leise �ber die seltsamen Abenteuer unterhielten, die unser beider Leben miteinander verbunden hatten, und �ber das kommende freudige Ereignis, das unser Gl�ck vergr��ern und mit dem sich unsere Hoffnungen erf�llen w�rden.</p><p>In der Feme sahen wir die grellen Lichter eines nahenden Luftschiffes, doch schenkten wir einem solch allt�glichen Anblick keine besondere Beachtung. Blitzschnell raste es auf Helium zu, und lediglich die Geschwindigkeit verriet, da� etwas Ungew�hnliches vorgefallen war. Es hi�te die Flaggen eines Eilboten f�r den Jeddak und zog ungeduldige Kreise, w�hrend es auf das s�umige Patrouillenboot wartete, das es zu den Anlegepl�tzen des Palastes geleiten sollte.</p><p>Zehn Minuten nach seiner Ankunft wurde ich in den Ratssaal gerufen, der sich bei meinem Eintreffen gerade zu f�llen begann.</p><p>Auf dem Podest sah ich Tardos Mors, wie er mit angespannter Miene vor dem Thron auf und ab ging. Als alle Mitglieder ihre Pl�tze eingenommen hatten, wandte er sich an uns und sagte: �An diesem Morgen wurden die Regierungen von Barsoom informiert, da� der Verwalter der Atmosph�renfabrik seit zwei Tagen keinen Bericht mehr gesendet hat. Auch erhielt keine der zwanzig Hauptst�dte ein Antwortzeichen auf ihre fast unabl�ssigen Anrufe.</p><p>Die Abgesandten der anderen V�lker baten uns, diese Angelegenheit in die Hand zu nehmen und schnellstens den Gehilfen zur Fabrik zu schicken. Den ganzen Tag haben Tausende von Kreuzern nach ihm gesucht, und soeben kehrte eines von ihnen mit seinem Leichnam zur�ck, der, von unbekannter Hand aufs schrecklichste verst�mmelt, in den Gruben neben seinem Haus aufgefunden wurde. Ich brauche den Anwesenden nicht zu erkl�ren, was das f�r Barsoom bedeutet. Man braucht Monate, um sich durch die dicken Mauern zu arbeiten, wobei wir mit der Arbeit schon begonnen haben. Eigentlich best�nde wenig Anla� zur Besorgnis, wenn die Pumpen wie schon seit Jahrhunderten ordnungsgem�� liefen, doch wir f�rchten, da� das Schlimmste bereits eingetreten ist. Die Instrumente zeigen einen rapide abfallenden Luftdruck auf ganz Barsoom�� die Anlage steht still. Meine Herren, wir haben bestenfalls noch drei Tage zu leben�, schlo� er.</p><p>Einige Minuten herrschte Totenstille, dann stand ein junger Edelmann auf und wandte sich mit hoch �ber dem Kopf erhobenem Schwert an Tardos Mors.</p><p>�Die Bewohner von Helium waren f�r Barsoom immer ein Beispiel, wie eine Nation der roten Menschen leben sollte. Nun ist die Gelegenheit gekommen, ihnen zu zeigen, wie man seinem Tode entgegentritt. La�t uns weiter unseren Pflichten nachgehen, als l�gen noch tausend wertvolle Jahre vor uns.�</p><p>Der ganze Saal brach in Beifall aus, und da uns nichts weiter �brig blieb, als den Menschen ein gutes Beispiel zu geben und so ihre �ngste zu lindern, gingen wir mit einem L�cheln auf dem Gesicht unserer Wege, wenn auch der Kummer an unseren Herzen nagte. Als ich zu meinem Palast zur�ckkehrte, stellte ich fest, da� die Nachricht bereits Dejah Thoris zu Ohren gekommen war, und so berichtete ich ihr alles, was ich wu�te.</p><p>�Wir sind immer sehr gl�cklich gewesen, John Carter�, sagte sie. �Ich bin dankbar, mit dir sterben zu d�rfen, welches Schicksal uns auch immer ereilen wird.�</p><p>Die n�chsten zwei Tage brachten keine bemerkenswerte �nderung in der Luftversorgung, doch am Morgen des dritten Tages wurde das Atmen in H�he der D�cher schwerer. Die breiten Stra�en und Pl�tze von Helium waren voller Leute. Die Gesch�fte ruhten. Die Menschen blickten gr��tenteils furchtlos ihrem unvermeidlichen Untergang ins Gesicht. Dennoch gaben sich M�nner und Frauen hier und da ihrem stillen Kummer hin.</p><p>Gegen Mittag des dritten Tages begannen viele der Schw�cheren umzusinken, und innerhalb einer Stunde fielen die Menschen von Barsoom zu Tausenden in die Bewu�tlosigkeit, die dem Erstickungstod vorangeht.</p><p>Dejah Thoris und ich hatten uns mit den anderen Mitgliedern der K�nigsfamilie in einem tiefer angelegten Garten im Innenhof des Palastes versammelt. Wir unterhielten uns leise, wenn �berhaupt, da uns der d�stere Schatten des nahen Untergangs Ehrfurcht einfl��te. Sogar Woola schien die Schwere des �ber uns schwebenden Unheils zu sp�ren, denn er schmiegte sich leise winselnd an Dejah Thoris und mich.</p><p>Der kleine Inkubator war auf Bitte von Dejah Thoris vom Palastdach geholt worden, und nun blickte sie sehnsuchtsvoll auf das unbekannte kleine Lebewesen, das sie nie kennenlernen w�rde.</p><p>Als das Atmen merklich schwieriger wurde, erhob sich Tardos Mors und sagte: �Sagen wir einander Lebewohl! Die Tage des ruhmreichen Barsoom sind gez�hlt. Die Sonne des morgigen Tages wird auf eine tote Welt niederblicken, wie sie nun bis in Ewigkeit durch das Weltall streifen und in der es nicht einmal Erinnerungen geben wird. Das ist das Ende.�</p><p>Er b�ckte sich, k��te die Frauen seiner Familie und legte den M�nnern die sehnige Hand auf die Schultern.</p><p>Als ich mich traurig von ihm abwandte, fiel mein Blick auf Dejah Thoris. Ihr Kopf sank auf die Brust, allem Anschein nach verlor sie das Bewu�tsein. Mit einem Aufschrei sprang ich zu ihr und nahm sie in die Arme. Sie schlug die Augen auf, blickte mich an und fl�sterte: �K�� mich, John Carter. Ich liebe dich! Ich liebe dich! Wie grausam ist es doch, da� wir jetzt auseinandergerissen werden, wo wir begonnen haben, ein Leben voller Liebe und Gl�ckseligkeit zu f�hren.�</p><p>Als ich meine Lippen auf die ihren pre�te, bem�chtigte sich meiner wieder das altbekannte Gef�hl von St�rke und Unbesiegbarkeit. Das K�mpferblut von Virginia str�mte mit neuer Kraft durch meine Adern.</p><p>�Nein, meine Prinzessin�, rief ich. �Es gibt noch einen Weg, es mu� ihn geben, und John Carter, der sich aus Liebe zu dir durch eine fremdartige Welt geschlagen hat, wird ihn finden.�</p><p>Bei diesen Worten durchf�hren mich neun l�ngst vergessene, zusammenh�ngende Laute. Schlagartig wurde ich mir der Tragweite ihrer Bedeutung bewu�t�� sie waren der Schl�ssel zu den drei gro�en Toren der Atmosph�renfabrik!</p><p>Sofort wandte ich mich an Tardos Mors und rief, w�hrend ich noch immer meine sterbende Geliebte an mich dr�ckte: �Ein Flugzeug, Jeddak! Schnell! Man soll dein schnellstes Flugzeug auf das Palastdach bringen. Noch kann ich Barsoom retten!�</p><p>Er fragte nicht weiter, doch augenblicklich st�rmte eine Garde zum n�chsten Anlegeplatz, und obwohl die Luft d�nn und auf dem Dach g�nzlich verschwunden war, gelang es ihnen, das schnellste einsitzige Aufkl�rungsflugzeug, das die Wissenschaftler von Barsoom jemals entwickelt hatten, in Gang zu setzen.</p><p>Ich k��te Dejah Thoris dutzendmal, befahl Woola, der mir folgen wollte, zur�ckzubleiben und sie zu bewachen, sprang mit meiner fr�heren Gewandtheit und Kraft zur Anlegestelle oben auf dem Palast, und befand mich im n�chsten Moment auf dem Weg zu dem Ort, wo die Hoffnungen von ganz Barsoom lagen.</p><p>Um gen�gend Luft zum Atmen zu haben, mu�te ich niedrig fliegen, doch ich nahm den direkten Weg �ber den Grund eines fr�heren Meeres, und so brauchte ich nur wenige Fu� aufzusteigen.</p><p>Ich trieb die Maschine zu H�chstgeschwindigkeit an, denn ich befand mich im Wettlauf mit dem Tod. Immerfort schwebte Dejah Thoris� Gesicht vor mir. Als ich mich ein letztes Mal nach ihr umblickte, bevor ich den Palastgarten verlie�, hatte ich gesehen, wie sie taumelte und neben dem kleinen Inkubator zu Boden sank. Ich wu�te sehr wohl, da� sie in die letzte Ohnmacht gefallen war und sterben w�rde, wenn die Luftvorr�te nicht rechtzeitig aufgef�llt wurden. So lie� ich jede Vorsichtsma�nahme au�er acht, warf alles au�er der Maschine und den Kompa� �ber Bord, sogar meinen Schmuck, legte mich b�uchlings flach auf Deck, steuerte mit der einen Hand, schaltete mit der anderen den Geschwindigkeitshebel auf die letzte Stufe und pfiff mit der Schnelligkeit eines Meteors durch die d�nne Luft des untergehenden Mars.</p><p>Eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit tauchten mit einemmal die hohen W�nde der Atmosph�renfabrik vor mir auf. Ich ging sofort in einen j�hen Sturzflug �ber und setzte vor der kleinen T�r auf, von der das Leben eines ganzen Planeten abhing.</p><p>Daneben hatte sich eine gro�er Trupp abgem�ht, die Wand zu durchsto�en, doch schien die steinharte Oberfl�che kaum angekratzt zu sein, und die meisten M�nner lagen bereits im letzten Schlummer, aus dem nicht einmal Luft sie erwecken konnte.</p><p>Sie schien hier noch viel d�nner als in Helium zu sein, und auch ich konnte nur mit Schwierigkeiten atmen. Einige M�nner waren noch bei Bewu�tsein. Ich wandte mich an einen von ihnen an und fragte: �Wenn es mir gelingt, diese Tore zu �ffnen, gibt es einen unter euch, der die Maschinen in Gang setzen kann?�</p><p>�Ja, mich�, entgegnete er. �Doch beeile dich. Ich halte nur noch kurze Zeit durch. Aber es ist zwecklos, die Verwalter sind beide tot, und keiner auf Barsoom kennt das Geheimnis dieser schrecklichen Schl�sser. Drei Tage lang haben sich die M�nner schier wahnsinnig vor Angst mit diesem Portal abgem�ht im sinnlosen Versuch, sein Mysterium zu l�ften.�</p><p>Ich hatte keine Zeit zu sprechen, denn ich wurde zusehends schw�cher und vermochte �berhaupt nur noch unter Anstrengung zu denken.</p><p>Doch mit letzter Kraft, w�hrend meine Knie schon unter mir nachgaben, sandte ich die neun Wellen gegen die entsetzliche Mauer vor mir. Totenstille herrschte. Der Marsmensch war neben mich gekrochen. Die Blicke starr auf den Torfl�gel gerichtet, warteten wir.</p><p>Langsam wich die m�chtige T�r vor uns zur�ck. Ich wollte mich erheben und ihr folgen, doch ich war zu schwach.</p><p>�Dahinter ist es�, rief ich meinem Gef�hrten zu. �Und wenn du zur Pumpenstation kommst, dreh alle Pumpen auf. Es ist die letzte Chance f�r Barsoom!�</p><p>Aus dem Liegen �ffnete ich das zweite Tor und danach das dritte. Ich sah den Hoffnungstr�ger von Barsoom auf allen vieren kraftlos durch das letzte Tor kriechen und verlor das Bewu�tsein.</p></section><section><title><p>28. In der H�hle von Arizona</p></title><p>Als ich die Augen wieder aufschlug, herrschte Dunkelheit. Seltsame, steife Kleidungsst�cke bedeckten meinen Leib, Stoffetzen, die von mir abbr�ckelten und sich in Staub aufl�sten, als ich mich aufsetzte.</p><p>Ich tastete mich von Kopf bis Fu� ab und fand mich von oben bis unten bekleidet, obwohl ich nackt gewesen war, als ich ohnm�chtig wurde. Vor mir konnte ich durch eine zerkl�ftete �ffnung einen kleinen Flecken monderhellten Himmels sehen.</p><p>Als meine H�nde bei den Taschen anlangten, fand ich in einer von ihnen eine kleine Schachtel Streichh�lzer, die in �lpapier eingewickelt waren. Eines davon z�ndete ich an und stellte in dem tr�ben Licht fest, da� ich mich offensichtlich in einer riesigen H�hle befand, in deren hinterem Teil eine seltsame, regungslose Gestalt auf einer winzigen Bank kauerte. Als ich n�hertrat, sah ich, da� es sich um die mumifizierten �berreste einer kleinen, alten Frau mit langem schwarzen Haar handelte. Sie war �ber einem kleinen Holzkohleherd mit einem runden Kupferkessel, dessen Inhalt aus einer geringen Menge gr�nlichen Pulvers bestand, in sich zusammengesunken.</p><p>Hinter ihr hing eine Reihe menschlicher Skelette an miteinander verbundenen Rohhautseilen von der H�hlendecke herab. Einen dieser Lederriemen hatte die alte Frau in der Hand. Als ich ihn ber�hrte, regten sich die Skelette und erzeugten dabei ein Ger�usch, das dem Rascheln von Laub nicht un�hnlich war.</p><p>Das Bild war derart grotesk und furchtbar, da� ich ins Freie an die frische Luft st�rzte, heilfroh, einem so grauenvollen Ort entronnen zu sein.</p><p>Der Anblick, der sich meinen Augen drau�en bot, als ich vor dem H�hleneingang auf einen kleinen Felsvorsprung trat, best�rzte mich zutiefst.</p><p>Ein neuer Himmel und eine neue Landschaft taten sich vor mir auf. Die versilberten Berge in der Ferne, der fast unbeweglich am Sternenzelt verankerte Mond, das kakteen�bers�te Tal vor mir�� das war nicht der Mars. Ich traute meinen Augen nicht, doch langsam wurde ich mir der schmerzhaften Wahrheit bewu�t�� vor mir lag Arizona, und ich stand auf demselben Felsvorsprung, von dem ich vor zehn Jahren sehnsuchtsvoll zum Mars gesehen hatte. Ich vergrub den Kopf in den Armen, wandte mich verzweifelt und bek�mmert ab und lief den Pfad vor der H�hle hinab.</p><p>�ber mir in achtundvierzig Millionen Meilen Entfernung blinkte das rote Auge des Mars mit seinem schrecklichen Geheimnis.</p><p>Hatte der Marsmensch den Raum mit den Pumpen gefunden? War die belebende Luft rechtzeitig zu den Menschen des entfernten Planeten gelangt, um sie zu retten? War meine Dejah Thoris am Leben, oder ruhte ihr sch�ner K�rper kalt und starr neben dem winzigen goldenen Inkubator im versenkt angelegten Garten des Palasthofes von Tardos Mors, dem Jeddak von Helium?</p><p>Seit zehn Jahren warte ich und bitte inst�ndig darum, Anwort auf meine Fragen zu bekommen. Seit zehn Jahren warte ich und bete, da� man mich wieder in die Welt meiner verlorenen Liebe zur�ckversetzt. Lieber l�ge ich tot neben ihr, als hier auf der Erde zu leben, wo mich Millionen Meilen von ihr trennen.</p><p>Durch meine alte Mine, die ich unber�hrt fand, gelangte ich zu m�rchenhaftem Reichtum, doch was bedeutet er mir!</p><p>Wie ich so in meinem kleinen Arbeitszimmer sitze, von dem ich den Hudson �berblicken kann, wird mir bewu�t, da� es heute nacht zwanzig Jahre her sind, seit ich zum ersten Mal auf dem Mars die Augen aufschlug.</p><p>Durch mein kleines Fenster vor dem Schreibtisch kann ich ihn am Himmel stehen sehen, und heute scheint er mich wieder zu sich zu rufen, wie seit meinem langen, toten�hnlichen Schlaf nicht mehr, und ich bilde mir ein, �ber den entsetzlichen Abgrund des Weltalls hinweg eine wundersch�ne, schwarzhaarige Frau im Garten eines Palastes zu sehen, neben ihr einen kleinen Jungen, der den Arm um sie legt, w�hrend sie auf den Planeten Erde am Himmelsgew�lbe zeigt. Zu ihren F��en hockt eine riesige, furchteinfl��ende Kreatur mit goldenem Herzen.</p><p>Ich glaube, da� sie dort auf mich warten, und etwas sagt mir, da� ich es bald genau wissen werde.</p></section></body><body name="notes"><section id="fn1"><title><p>1</p></title><p>Um dieses Pulver z.u besehreiben, habe ieh das Wort Radium genutzt, da ich auf Grund k�rzlichcr Entdeckungen auf der Erde annehme, da� dieses das Grundelement des Gemisehes darstellt. Hauptmann Carter verwendet in seinem Manuskript immer die schriftsprachliche Bezcichnung von Helium. Diese Hieroglyphen sind sehr komplizicrt und hier kaum wiederzugeben.</p></section></body><binary id="cover" content-type="image/jpeg">/9j/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7/wAARCAFUANwDASIAAhEBAxEB/8QAHQAAAQUBAQEBAAAAAAAAAAAABgABAwUHBAIICf/EAFoQAAAEBAIGBAoECAoGCgMAAAECAwQABRESBiEHEyIxMkEUQlFhCBUjM1JicXKBkSRDgqEWNFOSscHS8BclRGOUorKzwtE1VXN0k+ImJzdFVIOjpOHxZXXy/8QAGwEAAQUBAQAAAAAAAAAAAAAABAABAwUGAgf/xAA8EQABAwIEAwQHBwMEAwAAAAABAAIDBBEFEiExE0FRIjJhcQYUgZGh4fAjJDNCscHRNFJiFUNyslOS8f/aAAwDAQACEQMRAD8A+SkvNLewI8DEiXmlvYERjHprO8UGmCGhwho7TJQoUOEdJJQoeFDXSTQqQ8KFdJNCpDjDBCuklSFDwoV0k1IVIeFCukmpCh4UK6SaGj1ChXSTUhQ8eYV0k9IVIcIUK6S8woekNCSShQoUOkp0vNLewIiGJUvNLewIiGIGd4p0wQ0OEKJUyaPUNQYUOknuh4RC1jplzZR05TbolE6ihgKUobxEY5ccouu2Rl5DQoKCbOHAbsqQXTvCi0tI0QbnXcPHYZJnTC0vPfyjjnmH12LZgKhDneORMUyRcwCnsgNlbFIQGndXM2AV8HED2dy1+Y1tYXGl9Rpuhqpg2u2G2w2e2LFtKJk6dKtWzBwoqkFTkKQREoR5LKX4tFXXQ1xRSGih7BoUe+CeLF/cqw0k5/IefI8t/cuMVL98L4RNL2pnT1JqQaHVOBC+0RpBZNcFpskCKlmxDiKhUxCzfd2Z5xFLVxQuDXHUo2iwirrYXzwNu1m50096DboV8W72ROknL1NuRRykzNaqqRMRKEci8sdN00VF0FUk1gqQxiCFwR22aN+xQ01FPESHNOnu3tvtvouQgmOFBCHIUQEa0i1w3KzTeZlYlPYI3CYaVoBQrWLHEGFTy1Vsmit0jpBhIXZoNQpX9McPqY2vLCUZT4LWVFIayJl4wbE6b6aW3O45IU2oW1FoMgmwZeL3eeZPJDmWtKxGaVzAE9YLJcCANBNZl3xLx4+qrzR1A/IfcVw25Q1sWikjmibhJuZi5AygCJAEnFTMY8qSSZJuCIKMnBVVC3kLZvL2xyZ4zzXZoakf7Z6bHdV5ROkUQpHkoGrWCqW4WezKVKO2Y61yRYUxSESluAOdTDv+EUysrekZqO+iralPjPbkGdN/tyjhlVG5xF9lLPhVXC1r3RmzhmBty6qthoVYaCgq5KFChQ6SnQ80v7oRGXcESIeaX90IiCIG7uTr2Qbgg+0HYMl+OsZpyCYOnDdAUVFTnRALsg74z8myMbR4In/a2TvZrf2YFxGR0NM5zeiLo2B0uvIH4Alawv4NeDThQkxmifxKP64y/TJoHe4Ol3jqTvRmsrT8+SzyiPrDTeHfH0lpZxiOBsKDPisyPLFyJmTMNKlGtaDyGLmTTGWYswq2mCSesl8za0FJQOIpwtMA/fGRixKphLXkkjxVg4vcwOmAyHoAD8LdD7l+dmwcahUISCp2TlNdIQvTOByj2CEfWGjjQ1gZzh3EC03SK6URfLoXgJg6KUlaeyPlKYIEK8VTSNUhTmAveADGspK5lSXNaNAhqugfRvvm1B+O+iLHmM13bhpNRYpEcNsjFEw2LBu4eUO2xXrpswOsiDRklcAFGp6CbeaArurG2eCxgFviufuZxN24Ly+W22IG3KHHLPuDfEFXBDSwGS231+6t6T0hxB893S6Zg46Dlby3sOYubXKGn88WRmzhzLpco7ZnKQdeBTkoJdxooJxilRy0XaNW3QgWW1ilhsh7qR98lRloCEtBNp5r8VoStnDw9kfJnhU6P5ZhfEzSbSlEEWUyAw6oOocu+ndFTh9XDLMGPZY8jfopq3Gq2qY8NkNjc2sNidbHfntc6X1WNMnBmjpJyUtTJqAag9w1gsd406Y0BBSXtw2ynAbqW07MoGZY2TmDlumupqklFilMbsARpH0X4RejXB2GdGLOZSVmVu6TVImmqBwq5KIZiPpfCLeskhEjGyNuTt4Kvw2srKenfFBLla+9xa97A38tFhpsVg5YzVo4YlUI9W12+lh+2GxPjNafMGzU7MiXRylABvEaiAUrAwImDK0c+6PFghTvgplDAHBwGyhkx/EJWuY9+jhY6DUXJ6dSVc4ZnASebJvhQFa1M5LQNStwUi7eYyBdVmKcoTSFsoK5rlTeU5CEB1BIO4YQ1MOdYeWjildnI1TUuOV9HAaeGSzb32G+nPfkEXPMXqrOFVEWBUgFEUUvKj5MN/xjjVxGsaVSxiRK0WKxljHEa64wjXaCB0DGEdw5xJacKCJDAA90M2jibyUkuPV05LnyeHIcweQ6gIqcYyMpMGjgjO0qAiJyX5nAQpSvKLWVYraLTsHswsZNU0ikInU3EXns98AAUF5YBzCWtK0jefBawHhrFK06dT9AswXbFIVNDaoBTdbKK/EaalhgJeFZUfpRij5+LJLcA5jcC21uVuXiAs/XxsRJ06MylqaiCjrW1Nshw+z4xTrYkSdSdeV+LkymcK6zWVrZnWhQ5QtIkuZyPHs3k0rPrGLV0ciY78g74HDAJjgIBQBguGkhsHgdChaz0gxHM+F79O021haxOttL6281AO+Gh4aLMLNJQoUKHSU6Hml/dCIg3RKh5pf3QiIN0Qs7xTpdWNp8ET/tab97NX+zGL9SNh8EhZFDSsiquskimDZWpziUKbPfAeK/0ch8EbQNvN7Hf9St48KVo7eaMSs2yQquFZgiCZC7zGzygy0XShWQaPZLKnRaOEG4a0Oww50++PGJH7FxNsOlI7bKAWZgcbVQGlEz74DdN+lyR4WlDljKHhX04cAJSFSNkhyuExYxDRJK0Qgc7q4dTuNMxpFr6knYAE/z7dAPGPA2HJFiFPGcwft1FBGcvChq3KhAEAAORTUgd0Y6HMFs8Mp4mxpVZV2a9IoKeTTAw7PrCIxdeCsYx9EswVONdY+cmu3/AFZc4JNHyqGLtGUlGSPhScy5QoCYyd4pqo3F2i+iIRNM6SEua087e5Ws9Q2oDpHmzQWW/wAQW3NumtrkBYf4Seh2XYQaN8S4cGxgdXVuUR+rMbhp3ZQZeBaBvwaxAcd4uUQD2UNFJ4W8kO1aSl6+xYZ0+MoYh2JhAhC5cREw3AHDnF74FY0wvPwEf5Wl/ZGLF0j5MLDnG9iqWoDWB2t7tGo0B1GtvkL781qjKSs19Jz/ABCKQi6atEWyRq5BeU93tgZxq0wzjjSg1wjNE+mFlzBZyqQFMiGuL1i86RlnhQYtxFIdJKjaRTZ3LyLs0RUBFQS3798cPgcrLOdKcxWcGFVRSXqic5hqPEWBI6B4g9ZzaW0RfrDeIMup4dttB2L+353R/pF0WaMMOYNnDlJlqXJ9tuCjmglHLIpa5hxRYaT9G0kf4ew7K2Ca7dR29QQ1p3BlLCCAiagGGgcIRjXhLu3Cmmt4koqYyaIoAmQRyALCx9Q4nCrzCOdKTAmX/kmjmcSxNjfmJvr+iLpKk8IQ+dzyPYvYjoP1JPNVv8HGjlFojh8cPSy8UjBcIfSTlLkJrt/xjHcI6MsAyvSvP8NYncJHRRFI0u1yurMavVDvjZnypx02yxIQCniNf+8LFK0wPLp5ptnGJJoIHPLgQRbtzJ1zFIDXj7N0QwVD4w67jqPjdQtZlAMxuMmfxFzl036j2+VxT6SNCmj9vhCaTJgyUYOkEdYkqLgTBcX0im7RyjhwPoewDJcMMHGLSEdzR8BCgVRXLWn6pYJPCGw5OZ9htddGc9ClkuS6Uu3BHbcW+tXd3QRysxMY4dkOIJBMUCHbpgchzJawoCJLTFEKhnDiqkydt64hZEYGyvO5N3dNNG7E961zbnosnmGg+SyrSzKCa++SPbzA3VVoOtL1Ag90jyPR5IsHTIX8olDJYWxwbiVDee3t5QI4+wYaZaZsNN1cWTE7tRE4mtEL2509oDU6pTRqmJpW3WwDMmU8OV2QGZwVXXTABE1u/ujmaVzw0kn6KldkppIQH2va4FwHf5WttyynU7i19BjR5gLBcv0ZSxRWUsXaarcHR1HKYHMY5t417YHtH0nwRiLSRi00sSRVlxEmmoKxUMiAbO32dbtgx0K4cNIMJMimmzh0yWbEORusFxUxNzAR5R4wi2liGlbF5JYiimJkWx1tX6YmNX9EcZzre5v/ACn474nVPCebsGlnGw1AyjoRe2mlroS0ZaJcLBPcQYimTJB2j4ycJtknGZEUyG39/wAYqvCD0YYVPgtzinDTFuyXbEKoJm1NWqUTUH9wjTMPCIYMxHcIfjUwp7IGp8Ar+DAdTebxSn/aCJY6mRrw66VUwl7iTpnDbctQbnz/AHXxIO+Gj2oG2b2jHmPQwsYd7JoUKFDplOh5pf3QiMsSIeaX90IiLEDd3J17WG9TKCbRzhR7i+eHlkudNm7gqJlQFY4lqAb6UgXrQ8GOhiYhLtI0qMfzaygtz+xQBJ/ijiozCFxZujsOZG+rjbJsSrhzozxMzxc0w4Mzbi7dN+kJrprm1VgXXXZV6sVekTBMywaDIJm9YujPCmMQW6hjUAo0GtxQjZ36p0cQpOQCp2jNVAPtiWn+KMq0/TAHeMQZAOTBumj9q2433miloK2aomDSOzbVbb0h9HKfC6N0jrkk9nU7aLl0cr43fB4rwlMJk0RJtq6tyJESesYdwQZS3AGNJQiISTGzVmutmIJKrEqPvUi70RMytdGEsOz2DPnKp3Jg69prSh8A/TFDIsYYpmGPwkbhmnqDuAIdmKOSJS9a7fs8URzTzSSvEQAtupqHDKWnpqeSqe4mTQWJ7KzbHSGIm86Mjic7pV+H1i6gqXF5CBh3hF1otleL550tph2cqyxBGijlQXBkyZ5FyDeMHGnhJBbAkudqgAvUnwpJqc9WJRMIeytI5dACBzYWnyhPrXSBPkBxic1hNDxcuo926ro8DyekBpHSmx531t5ofnuC8XPsapSGZzDxm/Ub6xN0o5vT1AV2ruzIco5sSYbxTo2Ok7bzYEivakTcsVTABreIo7h9GNPMsudulNCAAD0MyefJPeP9mKDTMiobRjLzKZmbzLf2Acgj/hgWmr3ySNicAORCu8W9EoaCjlrI5C6QG4Nzeyx93NphMXxnr94u5dVDyyqgmONN2Y9kXA44xguCYK4lmYgka9Py47I7qwMKFt5wxDCEaE07HADTReatrJ2Eua9wJ31KKZdiXF8xnTQjWeTRV+YdSgcFtvaHdWDrF2H9JWEGJ8RqYqUXOaxNyo3emOoT215XZZQE6ICibSXIUux0B/ln+qNqmCAul38vcCJiqFKJ/dMb/MsUmIzCnmawNFuenit16MYU/FqWV753Bw0Gp6eaGZnKNK6mD3TuaYvOuQzYVHEt6SIqilbnXKm7eFYzLDWIMUsFkZZhyaTNAy6lpEWywlAwj3BG+S1Iz6aTPyt5TM1W9Owxkwy++MU0NEEuk6SAYMwcj+gYahnbLC8vaNNbWS9IsJGH1cEcUrjn0vc9RdHkv0d4gQmZpo7xuMunywVBQgmOGfpqF/VWAPHMwxpLn7mQ4onM0VNQBMUzkTEUIPCIdoDGzzxJw5naaZXIpIJNjKqF9OpilD5VjNvCBCs5ki2+stD+8PHNBUGV4DgNTbyRXpJgsVDQcane5pBsdTrffmpcEttJeJJaZeX4ofM5cQdWCrl0cC1DkUAz+UQz2S6RcCNVZ2hiN0Zoue1dywcGqJvXrn840CSUb6PZMKNSgnLBVy9LaNX5w+JReo4EnySQdNOLECKDytuLcp+uIBWkzBuUWJsi3ejjDh3HMrs+W97n+VjuG57j3EE2JJ5TOZmuu6E2xr6BQa3GMO4A3iI8o0RLR3pJVlppYGNGYtATsFp05QS29lLYz7RJiRthTFjeYvUhO0OQyC9vEUpusHsjZJmE4mbRy5wXiPUOQT8gVMC/SieqI5lNBWIvMEga0AN62VL6PU7K2jkllke97eWY/wAr5lUIJFTkMNRKYQGEO6JHCZ03ChFK3gYQN7ecRDvpGjB0WAO6UNDwww4TKZDzS/uhEIRMh5pf3QiIoRCzdydMGYx0NV1GjxFykah0jgco94DWIihGp6NH7+TaN52+lq5UXHjRqneKZT7IpqCIbQD2QpZGsbcpxcFGSGkPR+ZIJ44UfjMhTqqy6OIlE1KCF+7PtjC8QP3M6nbuZrgIKOljKmy3CI1jTwx7ikAymJaf7qj+xDBpAxQA7MxLX/dkf2IqKXg0pJYDqr7FMdrMUa1tQ64ZsqLRnj9TChVJRMkFXcoVPf5Mw3IG9Iv6wjRlNJ+BTNh/jCaqjvAnRy3D98C44+xaP/ehf6Kj+xC/D3FfOZl/oqP7ERzRUspuQVNQek+JUMXCjIIG1+SDNI2NXeLnqIFapMpe1AStmxKjbXeIjTMRpvgx0MY6wxhTCr9hPSvDOFnJVkgRSAxRAC0317Y9/h7ir/Whf6Ml+zHkMfYsH/vQv9ER/YieYU74uDlLQgIcUqYqv1s6vPMpMNIsjS0TrycEnQz246CY27OpMe64xu2lwUiTSjj7C2INH7eTSsHYTDWIHWFQlC7JBu59owgx7iqv+ky/0VH9iJQx9imn+lCf0VP9iIGRUzHBzWm5N0c7HK6SExSEWItzWLUL2j8oYACu8Y2wuO8V0/0p/wC3T/Yj0XHOKhH/AEp/7dP9iD/9QYOR+vYqRtI8oA0UTeWyDGrGbTYywM0APrNUS42ZRAKB8Y00dKGEf4R/GgFmAyHxd0c4CkFwq3XXW1+EcX4cYr/1oP8AR0v2YQY4xVu8aD/R0v2IAqHQVD87r7WV1RV1bRx5YCAL35rtwPpRwhLns7czoHhOlTE67UqSN1Ex3VzCMzwPPWUqx8ynT4q3Q0HR1DasoCa01e/vjQPw4xVd/pMa/wC7p/sRIGN8Wf60H+jpfsQ0RpGZtD2l1UV9bUvjdI4dk3G/8L1MtIuD1cbyp+gEw8WN2yqbi8gXiYw1DnAZpoxLJ8U4kZOMPg56K3ZlREFCCA3XGMP9qDP8NMVCNPGmf+7p/sR0IYwxXT/Sn/t0/wBmHjFLC8PYDcLurxOuq43RyuFib8/4ULLSJggmjpGTqnf+NU5WZrYCGxrbRDfXdCaaQ8Fk0fqSpRV/4zUlJmokFDZ1ttK3V3R2J4rxMJtqYVH/AGCf7MdSeJ8RDmL/AD/2Cf7MQPio97He/JEDHcSADLi1rc9llOh+Z4clOLzOsWtwWl3RzkoKGtC4d2UacTSLo9k4i7YdLdro11LZNuKJTDnvHkEWAYkxB/4//wBAn+USBiSf0zfD/R0v8o7qXQ1D8ziUPh2LV2HQuip7WPvXzlNHij2YOHyoAB3Cx1RAOQmMI/rji68aF4QAifSEKgiAmUl7U5hAKb0SxnvXjRMtkFlmXuc49pKPMPDR2uFOj5tb3QiINwRKj5tb3QiLqxCzcp05hrGlYGKdfRXOClARMM5b0AA/mlIzQmYxsWhublkGEH04Fp0vo06bnIlrhTC/UqUERLmIB2c4jqtIykN15nuB8TyOVtphMpcKKLkS2EvqqSvDeTeS7lXfFEu2WQVFJVI6Zw3lMWghG16KsRtsZz5SRz8jZrrwVWSOgUxRONKnoUAGqlpbQPvKBMsxrD6ecIyqRIJPGi+vaicqFAtOLX45DQdnIQ++Mo2ufG/LMNV1na1YeZLihgS4Y6zJaoRDYPusMXaKYtN4DHgxaxaNN0QG3FlEFAC0eUeAoAhQImBMuZhiUqZa0AI6u1SBhUVh/wBUdkslb2YuNQzQOoYMxoGQB2xa4Uw88xBNuiNAGie2ooG1YmHMf32o3KQ4CAZCMsZOAaNDgVRVUEynVWt7TfqCIJZ2xIlkd1jhMFrJo6107TTT9MK6v88cvlEr7D8jaUAJisqPphS3/wCoOnz6UyrDK8ukgOxWUV8o4Vt4S+iU1bQGBlkoCyqdVVOkU7Cl1puQZBl7e6Iw5x1KMYwHdDD+VC1W1es/PJb99Y4FGxwGhihXtghdB0tEVeluVBAfNn2tntr/AMsV4iQwUMQadsdhoOy7yKvKiID2xMVHKlKCPZEgJjcFRyGOoiefdERK6yWXNqM/+WOpuh+9InIma3hjo1JjAJUzlIY2VTZAH2uUJz1E9QgGr/5aiaO5DViHRwsv4rcq07aQNzUk2LLemyxRYUPKBthtFNYAie8ewBNd3gG+Fo8mvTjagdaJtZ5RT3S8Ju/LZD2mgEVgzZSEFHUNebIv6ONpe6PWr7urHdQLB7oSoeSUU9Aom+ABWDcyIcLNWQ+EAAfwhDT/AFe0/uixnnOND8IAa6QhGn/dzT+5LGexqou4FQu3SpDR6hh3x2mUyPm1vdCIuUSo+bW90IiDlETN3J0tw0jcPB6wi/xrhOZyFgKZVRmqCypz7iJFTPcb7w+cYgrkrSPqPwG3HR0J6uNclyXeywYGxJ5ZTOeOSZED/R1O8H4cfjhJYDOFPJuphT6WHqpck0+0wZiFu6OfQfMVpo5mGF562A81/GUnLvM6lDFMYhjG/elwcgjScVzvozBSdtvoL10oNzV06sBdD0S3bOst2gCod8Y1o4F+jpplE/QYzI0sVc6lRQ7NQoEvKYhiiYcshN2ximymfM4iynjZZDWluUM5Rih4Vihqmjkdcmn+RuKAqp91BNUO0BHsgIKasbL4YUuVYJtZ3Kg1QdITTch62YpG/rHD4xjiNVgBUfJioQp/d7vs5wXh0928PoiaRuYJFAeV0SJlOY1AKAj2UgrkIYNYSzp09QnEyd6z8XbplIWz0imuC8KlMBv0RYSTGejdliTp8tk+LWqmr1KbIgJ88toxjV+FYapxXhOcA2/s0ViyELRdHDBvIMCmY01U4nDYy4q6vg2TWF9XLP2mjs0evH0qYPwdGOAqAUG6Zx6wV2vjX7oFi6TMF6gFvFGKdvboQCfa3mERpF4GlzAdA/6ATJKmxXUJejcW4wm++KCPFZZA7PHe/iieBJGbNaShTE5XfTTlcNUW57QOKaJKFLWK5yAMWvllwq6tP1vIp53UN2jdSgfODZ3piw+dv5bC87TS3fV2n+QwJzXEeEMU9Cbi2/BV8srq0unh9FUJ61pdmvIRAM+cd0+Pzvc2OSA26jX3qV0RGpQ6K6LRdNJDyqgkMS/q5/pitWVUuFKvVDY9H/KO5KUKJYkbNlDAJSPNUGrPkc4Hpsj+uKycIihiJVEdWGs9Da3GEN/buizkxD7ZjIjo4Xupo47tJU5Ru9aOtMRKACAUCOIhRE+Q0pHUlcHOCHSrjIuwlRLvjpBMwp2JqmTEcrg3xykrQKx0kEKhEL5bqJ0IKK8S4kkimhUMOFTWZOpQnVVamaolV2beRiiX/EEZRgASFcvH3SW7fWq+cV9Yxri7/d9lpd8GKVERUAoHEDnuz7e7sjkSw+yfzJF6rLGoOnzj6MfUhq+KhjbqZCXPLrR3R0bah2Xos9WA4e9sx1BRAVZJQLEjFOfuG6KjFzhVCTot0NaK7xwVEgApmaptoxu4CXd0DQzqfv8AEa8uM4dskEFdX/FmwTPZNaYoVN28uGCGWt5ayXBzmm7U3LvD+VOUTdURzpWOZJW7DVFRSOq22sAEBafxH+EGghSkvZh/6JYzsd8aF4QVf4RBr/q9p/dFjPRjdQ/hhVR3Tww74eGHfEoTKZDzK3uhERd8SoeZW90IiLyiJu7kinNwxu3g1TQkqkzlRVx0dNacoJGP7UVYwk3BG5aAZYnOdHuIZacgnMs+bFSAvFrRKYCW99RCA8UGajkHgmGjgtf0zYlwm3m6smXcmXNMGiLdQil3RgEu1epblwct47MXmhpGVryhygaerBKm+0kGt2LbS+j1b7hEO2MfxnNWisomhXgUnhXuqVbGDb6QBilKmXrFpb8o4MA4ia4fbo9JbHmjFUpznTROBbRNXMK8RRpuNyjzemikqHGw2VvUQNZC1sepI+h80YeEDiWXYtwrNAbOEaAwvU99NUv+E2/1oxqTBrpHL1cjp2jYcOtnz7wGoQQYiduZy5VKqZJtLtVqWzNBIpTGTuqAKjShaeptRw20SInaQqaeRClCgEDsAIu6KnkjfnKeip3Nfqup0t5BjRH8XQMTb4eM4/rCOUgtynOddHWKGEAFRM4pmJ7BD2QxiVA1O2PQE7QiwLGv3CuWXZoEaBo6eIzcGiL106lxAr0xRwfh9ag891Ajnd4IBsimCzjXdJHyaajkxT/eNLQ9sEMomYzTCCCKo6wWGw4zNtlLwGN8MvsxzuUBxJOemrLjacNvV3XEttLaX84sBsisdkmukUo4fBjhhFZx0MfpF+rb9TZoU13MR9uW6Kiat5fN5bqRbhq0lLNi7b2RNxDX0TBHW7cLoIdG860S8monrPzd2/iisAdRrUNwdn2eIo7607eUO3TVSsa495VbMBuBAQT8mNjdT0PRLHjFgLnn3RFDAItTGtMYmYmETD/iAPsxdyBMHM0qO4hiCWp7SlMJgADDQBHKvKBada9ecawhrtst4nPtCIgcf0AIxnK6b78yL+1qOgb2T4rpTJ/8FjpKluyjnlIndNU17Lbx4a1EItkkhEd0E1Va2PZOyG4UaKVQ3RKrRshcpw3Bd6oDvH4FzjsSRpTKHfS5OZNDt1ODP7I9oetSK0Ynd3guJqdwYeHuuZiBHKQnV2ShmuF4G1fOtd27aivavc13ZmQml69wS9nXzJTCQTbhr1d3rDHYTCDIrxy6Bw81JwvOh0g2qP7wdnd7InmMrcrLgkkeiBqWAPVNaFol7hGlfYEXOHYpFBMHOdZuhPkszi2G1VZDqO03Qf8AJV80wxNDgWfy+RiKI3CmRNQxerkQvpDslAvP0t8d1xde3fzAVWS9NzpI3kzm9Y2afVAQ3bJYkHFD0cPKy1mK7SatTl1ZE3FtgBcUxB5AB7i7fsjJ3zuaqqpuzuV3yaxqI+Uv1p9nYN621u7ouMRZT3Jh0J2PyVBhs88QtIBcb6Lv8IWn8IlQ3eLmn90EZ2EH+nRM6WN0ElAockpZgYvYOqLGf1zjXw/hhSk3KQw0ehjzEoTKdDzK3uhERYlQ8yt7oREWIW7uTpc4+lfA2bqrNJ2ugiCqrJdJ2XylttiZ9rPLKuVedI+ao3Lwfp2jh7AGIZiZsq6cGmDdBsiVQxSmUMUeKm8LQNkOQwHi39K7yTAXcEdYywJiTFhp/j+YNm7dVVvXVayh9T1hLaXzg7ruYRmoJ6lIpAChSbBS9gBH2QnK5dibR8DkHKzdKZS6lElckxN1P3+EfN+PsFTDCk36O89DXAezZz7v1d8ZWkkAGUqyoJm8TK7mgZMpjhHtNIwDHdqfei/w5LJcssVKbKMWySmZnCk0IkYhe4lDZ+2HrK+OljzvWjESE9WYRGoQ4omoFArBdMpFIUBFRnjaSK38Aa0efs3xyS+WSBZ1qHmKmDOnXNtFN3AIbh7jUirHpJQuF2vPuP8ACmbFlPaVdJnbiXuNYkUBIYtqiY7jl7BgyaTZRWUKJM1kQTU/mC3E2q8uftikmslYsqqsZ9LnrcTUKprikr8BGK9FMUhvSH5cMdw4tFMLx6ogUzHhXcweeXUBXVawbbz2fL2dsVb1JIUg84ooI/nfGPYqHUDyvGXrc4kQrr07uHl6wViKoxSmBsHbKRlO4LxLkis05kt53o4Z5mN1uqGVe37IQI4gmqQjr0ipgqKGxtlNwFEgZh1uGu/h74N2bdd94xXnIJ2pnNr6WkLcQw7PIK7P64B8VJgDZXUEAEkz68Pp5VLC7y7N2+nxjO0lUaiVz5NXaap39kaK7wmiUzFC0agBc4Ikm9chCo8qRQaMEzLygt+YgeN/0c4QImzTmiqaYPFdtExy3lSJyoXdcO+vIKQJjdWynkcXdR+gTxyZIgSs5ZYenDgl6MofKl9Ijc4h+iIztDJGEiqZ01A4imLQQj6aYgqVpR/Q+W3Tr/5QGYvlzeZMBSUbhrfq99xfYP6t0U0WIsewOfoo4qoyvOixtNGKTF+JJfhpkLl62dqiJilIZIhbCiNa5iICO7kEFKqB0VTpKZGIYxRDmEDuJMJSzELhLxmkKqSVw79q30S8gDMwmpmI07IvKKRkb7ybJ66OZ0dod0NDpBw25bIu0Ze/1zc6tV/F+2W/q1KI5dw5DGdvl2Ex1/ilVdisoJ1fLBZrz7XDyLs2gAV3842hthvD0lSEU5JriKpas5kxNrUbtygDz9kCcmJhNX+KsTqokfFmFgJuimR2Nra5BYG7PdlGxZUmeBkzAT4cx5hYWWjliqjHLoTrc7H4IG0zV/CWXXVA3iNhUo8vo5ICAjRPCEUSX0ii5ROCqS8vaqJqB1yikFB+6M7j0WH8MIPmlHmPUMO+JQkpkPMre6ERF5RKh5lb3QiIsQs3cnKY2Zo2HQyzTfYKmCag5JzlsqX2gkpSMeLmaNi0NS2eTXCD9ph5gq9eDN2VCp8qlMUK9gVEKjyiDEHAU7rphqQvp7QTLZm2I+EzvpzBFTWS9sI+TbnNcY3vU5dnwjM9JLl/NsZTIXE2WmKLZUxE1NWWzZLtW9gVMX5Rt09FlgHRsEvcPgaHMl9Odp8dTbyJeuNtC/OPmx7MVpmKzkERatFRsbtPyRbu/Mxh3iI7xz7Iw7HgPMilo6d08oa1VtgbUS3VSTStAQIA8u2PZU8xDnCKTbDLflAklWGr0CKHMNVCi2R3dFS96wK/OPSbYqPAUC+laFI7SpxKVOK2evcEWyFq4ztCuUhTWKBiGyEB5xYtJU4KkmcjZcCdQ2qGhgjvkcumbu8GTe/tOJQoX7Q5BFtNMO4mKVJZ7kX8p0g37likmxVrLCR1lI4WPYQ0dtYazndEhUa2gAZgOUehaKoONUsuCilS8ahTGt9ob/jHQmUoHqA5gMCOeDqFKC61immizeXLunC6ytFEzXt7/M37J7yUoca8+VoQGg1QnoLPXiyiMtT/ABfVplMqvtWmKGVCUHeMXYv3sxn102Yg/RSJ+LimYCH58rxNxFHlWLI4+MUjGKASpBVQWySTVIpCJ9brBUte4A9sQ0rzBfxshbXQ/o/cN271SU7szatQbuqF1u4K5c4+lJRN0QaFR1vL+raFPuj5Tw0VZXFMpVWcD0oBOdTh9ExbcuWz/WjdJHiDVMk2qoZk2b8uHlEPpTQTT8MxHa9/guYGB2hWtITJM7KtRsEN48oG5xOEFZgRJvUVKmATFCBteeOU2pipnLabPajjcTgSgVdQAA+0BShzjM4dQVbmNCKZQtheXOXHiYoGxA8EPSCvtoFY5EEDnA4kCoJlvUMI2lIXtER3REKxlVDKKCImMNRERjsTODeRPHrrELOWMCedAWZXCyg7yW35BnzGNcwdoNQlRMYonOC9NJc8mku1zJDWph19m0/ujzHZ5RUYk0bBOXVJzJlAXeB51yJietxZiU1v9ndAHNNI3RhXayycza2v4yooX/KhSj6gB3iMe3eJU15SquyeOVx+tVWN5u7aLs5j1TZ7u6LOOjqoiMo+Kz0uICU/aMFkA+EDLwluPvF5bqNJa0RC7fsJAX9UZ19T8Y0LTwYV8bIq1r/FLMa/+UEZ59X8Y9yguYmX6LKcykENChROkp0PMre6ERBEqPmVvdCIAiJm7k5ThH1J4DL8JY0xM4EKgAk+GwI1+6Plou6N08HRzMGWE507l0rVmKqTsgCkndUbkVicgH0oFxTWkf8A8Uw3stFxzi9ti2frvHFfFzBQqaCX86fiUNT96QMCAHOY+4BMOXZmMEjHBczxHMlpm3nMikzyYJk1kvmCtFnY8JuwuZi1qAZgalcoad4PxRJRUF/JnSKZPriEBRIfthUsebV8rsgAC0eBBjJjmPLmh3VUzCHSTC/MImIAW5hQeyPdtBrSMs6ouVtmR6LxZl9rhi1kMuSV8ssqmkAcGvA3lTcijTOkQyRsR3NEUFSXkNXZutqNBpn7aRaOJvLpBMBSeThgIfVoAZY5g5bIWUEKlNX4xUVVQc4aG3XMrsugRYWfkaAg2AxQQ+rpJVLE/tGMAcWfsimxXP3q0u8g4d6n8n0MpDH2s7SjnT9EULWaJv262pcJvc9aCgsDgRPq7W4O/MfRDlCxjOkDFQWK1fiuAEOmqFtPS9Pi5gXKgdsVbKCFzhxW5jy8EEGluoKD589HpIo6oQENsRO3Llvt2QH748YNn4vpkswcLa1LV3pONXtHKUvMvb+mPM3XEy+qRXaJKiBemaxPytwXW1z5dmYQEunb2VvWb1FdIAbqlOOr5mD/AODfGNzFSCZhA0TGpyntI7Smz55NRQBFIuqT1ZCHyLdtCG8BGoBcNe2zdFw0EyWHTCjmbx5Z+a34je275miqmDiVGtcMl1VV1qCTynGIF4cwqO4oZb8oWJHISSQlYKnWUdKHMo4PrLNTcpfShaV3FDluincM4DALKe+V2ZDspcOhxlJzlMgIWWqUEBzocD7Ie2NTAQtjHZTOW34QSYROmIgqKilREcjmoO0Jjdsa2KlQy3Ra4oLZFDTvzXXTealK5BDlMNKRza3KgRIVULMt4xUnVFKchxupEJsHSbFcxbDNGUyf9CzI2ZCN612WeYAABv5dlc4SZ6ngtwI+SlDSczVQBWFNMoBS31h37t9sdxvLHgtQWIf05ugfGeCsNS1ss2l2GpqguCflVTKbut2iFoDkFa1HsgYn2j2czDAc0xI01INiqkS1gD585f8ALfnv2d0FOLccJzLWNDFTM6EQUXQKoYutoUtK1zyqOyG6vfA5K5xO2sofSxgkqg3mN4uSiOxtFtMrtZFNbl9mNLhXrOW1U0k6barEVQB7TSs200gJcVMCjsCElYgJfR8kEAI8caDpzAC4zQKA3UlLEK9vkQjPR4xj1+HRqr0oaHhomSU6HmVvdCIgiVDzK3uhERYgbu5OnRyGPofwU3vQZBiJXyubxHzR7TZFE2VcuXOPnetMwj6O8EMURk08BalDuUgCvbYMC4m3NSu8k7XBupW4DMZDiMwJN1270wAQOiq+TUA/FrKG2DG7w5XelHe1bO2ZUWyHjiTL60/m1bU7Nn1RIb96jGYYglIldi4LUEuQpbRf3rziKS4qxZJ0voOIVkLrtQ3VPUyttLxC6uQV3xh30rraI1rmu2K0THEj8cYC8ZhL2gTNETKKH6MVFZdIhjFObZyEKGKPYMZAYREQLSNCaaQ8R9FUfzBNqq41eqKa0wXAPU37oz8TgJgUEN41jKY5TmJzbrX+j0j3RlltOS6Jc6SZrEX1RzuCnDVG+rJ6QnpnSld0Wz+ZpGeAZFmcR83VMHJybPV5B1vjCkreVDIVl3pkGhPKkOptXiW3PPqZGpUIH3Lo5mrI4PkDHtUAQKcRuIFQ2amAMq7oxt3zXeNFcODXvsrt3OnhQTKRqUO06+s/WcKd0BD4cSOHayIiokzU3Jt9jrbW4c8jGH7o7nZwENeJ1t3bx+8W8Ry7oHZo4Fw2SBtMBW6+2Nn2jGpuEcgpFxh0DmFxJveylyhosFXz9uRouRNd3tHC46h16iBfRDPdAbiJyKqRCBQSmNQhk8wAvYGe+LOcoOElQQWQE5Nqwqy9aBy7/nFa4l5ikBdcgasLbzIjW0eXf8o2NMwb3VTUG4sivBWH15y5Zvekj4taB5TWCUpdbtWplrvrbUR5BWLnGCpHbVFsizQIkkqJbAzqCYUAajmBQDKo0qIjFPgGYS82BpkxM46G6Uc+cG7b2dm0ocOV3zjhxCjL3zi1up5MAsJsKdX1xDaHnWoxVR55Ki73d3913mIiz2vdcKuuCaFWBkikBfLVPbt88wHuMAfZjWpDNWs0YFcNxHfaYohQQGMfIy18uDVG1whdwXJHNtBs9/y5wdaMhsI9RHyieu8mc47Xx+UF4i0SUvE6KCmdaTL1RxWoBHso0CIRNaAcvbHopwpGcDLK0UpB24LsCHegRcGaKRwTXSWPee2tt2z99fswHFHai5wwWazDWy+WPRlxVslXGrKbatt+Y3cs4Zw1AQ1YPsieiodKKrV62SdLNm6hhVHhSMYbC9bhu4s/Zzzgdwbo/n+K3orLy8zZi7TS6Mo5WKBzk4tlMxhOUo790ag8wRh7CbxCY6h/Njp7CaU0flsvLwjwiYxv5oAEA5xZNsQqMgDpVhHq3GCdxjgHrGzH82lIkZVsoIGQwDTqs66ETPLiF8yeEYx8WaSjy3/wrFuh+YW39UZqblGneEea7Skc+rsAWjcbfR2N0ZkflHv1K68TfILLncrxChQoJXKnQ8yv7oRCG6JkPMre6ERBuiBm5Tpvq4+lPA4M0CTTxJ62SXTWdpEC8aWmtEwUHkOzHzWFQCNX0VrKoaPpsqktqrZo2vPrNXQupVrt9WAMaeW0LyOikgZnkDV9eBhZvN2yyUvnAB2N3KZf6pg4s+6M+xRh1+2xakD1tRVrLlaZcdyxKmKbcMU+i7SK6nmIS4eBCoJBq7kuBC37PF63yjc2z5s//imcAGup5NX1ur8Y8+gr3SMs7kpZqIwPu1YbjBMGQM0VOPoxTnD1x3/ogeuGmZoONNcqeyydtllUatFECkI49YDCNvtpGeGOHbGexa8lQ563eBtAoYwFcrllRJUcDJlUK6R1ayhlLSED0hH5fKBbEcwZnmcpFodqdIBUQABTBWoDqxypUM6747McKILyFZuRNAEui3FAmVBARCojAXh45mppWcD7YFXERIHEAgAUAIqaWCwN/rRWBYQfrrZHbqVnmDRNtLG7JIFEjEJUTdI4TF2N+/sgTQkjJvLPF76YCV4kQwdHbKbeYiO8O7Pa5xM0TVmTnpCqs1aNQHVqKWcZS8JTF47PYP8AnFZNZkhK5K4MzTQFyY5QvIWhMzCPPa3Z7WcWdJC9jMzgb+63mqqed8sxiNmD/wBs3lyXau4JK5eQqQEO4aEoS8Ljmu3lpugLxQyNm71qawnEAEQEDHOI5Ds8qGCkdmH5dNpq+AWzgQTUAb1FVQKBQ3COftAPbHqcN3K0vuVOmcW5hIcCgGyADQMy9pucXlKIxI5jt0LI7K8jNuuLCxm6ouGCxSLpiBVzCoIkMIlyDd2XDWOlZUqDxYWCLcybcpSlAA2rTDURvHOoxTNivW7k4smyy4kKJDWpGMFDZ0yi+Fk8SSFwyYqGuSHIUxOIiAUtp7Q+UdBjWPAOy74rRFlduuNgKKDZ2u+eiHlLAO3tvP7u8KbUHWEcMLJy1LET8yrNp55u3rtjaWoGMccswu3BlAVg9qWcYqbM5vc2QQTMagBtGAoXCA0oOY90aBjPEkmQYsWjhtMFgBSnm6E2vVy2fVpAmIVUrXiOLmmp2NeLu2Cdxi4pHZiDLlSpAcud4Ds8hz3wQt1010yKpHA5DhUBAcoxZ1NpYRwUiDVwUqJzarZEdYXmGe6kHmjSYldy0UTcKRvJ7NMhjipoGtjL7ImnqruykrR8NMG8yeXvnHR2SPnDdY5hyKQnrmHIPjBHL5hMW02fS+RysfGiIk1QqB9FZo+ksp6Q/fuAICWGJpUZdGUlHxeEtUVdTB64sLWpbClIPUEREoAYeVRgheaQiyQiMukyAKg+C+oq7BD/AJVQxur7RqP3GpXBxI0QWIVBuQud9L5y4m68xmk9VFfbEQSGxNAnolMYBG4S9wDA46HDM9ei5nAnUZh5sXwqp2I7JTdYOsaoRV4nxdIZe1EXE6Smk1TH+S8HpdXIC3ZV39kC03xa+xDLEW851rdFTybZJL+VdbrZ28Ib8xt9sTRUbieirnSlzQSqnwg9R+HJOiDVr4taagQ3WasLafCkZ0bcWD7Tdq/wpZgmGwEpZ2h6upCkAJ9xY91pezC0eAWddulSPMeoaCQmUyHmVvdCIgiVDzK3uhEQRCzvFOntCytY0fBsvGY6I563AaCM1bUp/s1f890ZxaNtY2PQaDbxIY7vNIk+Z1D3k1Cf4oBxguFG/K7kiqQN4zbhUGDFpjhJ+souL7oVdWqRqpZfs29bKocQD98fRmE8aoTsG4LrdJaqp+SmJPyoGsMmqA8A8IlH2+2Aue6OnDlvMEJM4Q3nFVqO2RTZutLzKa3q9pYtMH4cNK8Hs26pRMmhrHBj6u0aiQbiAXrABgJTsqIco85aHDdW1QIXWyLamriXziVqyGfoa5HzYG+zs+zuGMY0j4If4amNTFFWWqqVbOA64cVpreEafPlF1g3EzeXIM5dOaogKaVBcq3nbn/nNmhS9mdQ3Rq7ZwRRn0GboA+ZK7AD6pv0hA9TTNkbZNQ18tHJm/L0XybiZcTytdsTj1CgBTuERigcapBJgoQji3VGIez6sRKA1AeUb3pJ0NKpt15nhL6W0BOostZ5X0jWG6/s3+2MNelMqIodHEhA5KgYPsmLAcdI69mi62dNWw1LA9p+SjbuhScJN2Blh1YaxXWj1OHZ9LOK4TKlHpTZdJYrdYgDrEzbee0XtpyHlEyzZen0fVa797i5comk0oeLS4GXnHirkux7+f+GLOCkJ1l26IGtySMLHtuEUGYrNpI4lrNAGxFJiqqquPCRIpBpX21GnYFB5QOTaZA2dIuFpOqvrUz61NLYJb5PVlLyMTyefbcakF7tABYrNZkZYHg/RtYnsApq7btWYmfDlXIP8QcuwRYu30oQciuil5RLu5cWYGyuDlUYpqZwkmI6/sssYrEG+yHVMQ4laul3EvmyrIHe2ok2DY9HZ9YN1Y7JG5nKWIpc7QeulVBUT41xN72/s2oieNRMNpSiJb7iAAZ3dnx/Zi+w2wfov2nSJcuUEzlprQs38RqmDdQxovJKNsZOgViyCnY3K7dcUiff9a7ZdVVULFFSHUptZXBdFmq8WmLaX+NnAPadN1mt/2hbdr0g7fhFWJEQn7d60LrEk1TWKEuL6W1Qcwz5DHEg5FIWhBINphXTr3CcBitlgJmFugP8A2VjQRg0wJ+tlUYjMQVpWomUDLgiJVBDmao5wT6L5miwlSqjxSxM1pSesasByAawEinIYCCQQuHkbOLNo1MeWNwuAASEKh2jSLjgtewtdsUI11qguC0F20SxK66FKmisxmGzVBK4uuKHVOalKbW8d0QYsbOy4cmkmXkj5gvKfLp9N4/v4i0uCoVDhi20OqMZazmMwcOBQ1lpEhrs7G3xe2zLuiedaQ5RMzi3fgu4bLeSUV6pBN73YHMAHiiiqYWwvDKRpcBvc/XigK6qL5CHLN5DgLGE4lKM2bKNwarqAmlnU6h+ZClDMRDLPh78opX0jdJTkzd1MXDiZVuC6tSGKG8wiOVo0+XKN0dTJtLZOxfunCLGZopFEigBsej20MYS3ct8Z9PJuZwdZ6UwrO3g3uFNUBTK3dwdvZFhh8jpnEnQBV5LnkBUWnQxzYxZmONTGk7ITf8IIA95oPNOpTlxkzIfiLJ2QD/wggD60etQj7MKsO6UMMPDDEoTKZDzS/uhEIbomQ8yt7oREWIWblOl1I2DQrLRmeB5+kDzohk5g2UBU3AGyoGfzjHz5FCN18HKYSdhhibBOq9HcP2yJaEKbaG+lbsqdtYBxoZqCUeCmpyWyBwWs4XmkxnWG0ZjNkisnR1SnBM6mrVAxKlKqc3K+g07QKA84u1yfxGouL1Z2oKpPJpnyIQOItw8Q/KscEzkQMQAygzFNEVKl+jloJDFoJeYE9se3M5Bwdu2cTDxTqWx/JJBe1UJbaUpTbrrs+VPZHnCNzXVrNJfIRWdo+L9amqBNWrtWnyvLeG6t5S7898VkmnzmRt0elNnC7BHzqX5O7Z1pTej2lH2hSOqUqzrxXMlWzFnOEV3Q9GIZXVkJbsiUTcqUDfl2x3P2bhBmsLtO5wZI6Ry9QSl4trrl7BoF1C0rSIi+ye10aYWm7J8gDySPknbX8iO/a3V5hHzzpvOzxDijFC6B0WzmXqpt0TlChgoULru3artDlyHhg0aNpjKpQymDyY+L3tSiVyiG31bi0HZ1fDs59wbUBc/lDx1iWZYinBATl5UEjOM6ouzqZmAxOpUxK2VEQr1YArKl0TbRmx01HKxBt7dkdRU5zcU8/j4oMwzIpo9wsTErZqqvKwOZNyuiS7o5i7wOAZhsiUwDuEBDOFMkZw0PqUCtJcgQ5tWuHl3C5dwGuHYJXaHdzjZNExJw7cuZZLMSFbkTakHoWp1yCpDXF2s9n2b6RYDowO6nI+NDMmLFLyiSbRK/1bdo2yUOLmHdBEOM+stbJIzs9L/JS1LXMdkkffw1WN4UZmSlpmq6aztrmQSqatVWoFqFL8y0Exd3ZFKBCpNlh6ZrlXql6liduotDl6Yjs59gd8FKxXMuezWWNZau+ZJzXoIOldjWbXF6pgNmNRDhjtmujvFkuFZsbCT4VzKk1SzXbJns27xDvERH0uysDBsb63tN7PP9lBMWNaL91Eng24NbuAWxZMGyJgaq6tlUN5rdtS02RqXFAvxjStIxpOtqVZ0oAV1gN1DAY2puTEomDfTK6L7BeHfwWwJL5NrLhRTqoHaqbaOb5jT7MDuNUgNLk1BvomsStvrGCn3mCLuomEshc3ZBPcZn6rKNImD5IGDXTiUKpKO2PlDqAe5VRLZuMcvdcUe74xhswdlTIimBAqmBs+8aj+qPqSYtRWmLVFZcFmaxxbKeU+qWS1Jtn0rjJ+3fTKsfLE7brNJj0VdO9VIxiH7hAafqhomggNPJWtDM7hkLnYIFMdIK1IrskAeUdrI6KhzoEyKQ4kH2gEVRnhkhTVqAbYFKUPepWLSQsgRIqqqImOdUxxGvbGgiijLQxDxzyGYuOy7TshXMzKq4WUatxMsRuCnktovFTcA5Fz7oPZYGjjCygt5jMBmE1MbWU1XkW6vFaYxQpcBf3CBFNIcqcHWi4leEunuFZoqiCqOyRNNPaVcq8wtDP0cx4oAxWiZLHo61+iapDWjickXJpyOdN8PVlwdD1Qk3/jBPR2uHb576fCBDEr94B1sPS4ikrbuUDqORoYiwdUtxjZiUm6gj1q9kEni5uwZvBKYQ8XXEcKavr7NyRfRoHs6vsigXCWvta0eLCks9tTSLtdbeY1dwZlGvwjDUWZktjqOSiqI2cHM3fmgXToFMZNA6Rr6Slnt+l5IM4AK90aFp/anYY5Ql5xTEzaWNUjCThqVIoDT5Rnse8U9nRghUieGGFDRMkp0PMre6EQhEyHmVvdCIQiJm7k5TmrSsaTgYK6K552+NG1P+GpGbjS0I0DB6+o0WTenObtg/9JWAMZH3GTyRlBpVM81rmhDFS2J2I4ams6macwYp3tiAZIQUSLnvU3W899Qyy3wYzNvMTOkJY1eKvFHAmqmdJI2yWleAwU384+WZJNXMjxYwnTUgnO1cFOYofWE5k+1uj6pcPG6rNWYSouuRfplUWFFqcTnKIAYomLSwxigO/ajzNpysCPrY8k5Vixl85kArOWAvhDm0VYbA9XhKcbaG6wejzi7ZT8J44CXvJctKVlFDimmrsAp+TLrC/ZDtHymWUCrx1PwKx+knmrDVfylqcjpP0SlNkF3qny7+GLBsBnCCIjUWiqfA4ZrJLEN6IpUy9tfZEbhmQwci+dtma7Ngq6tHWeVE6Vwky2uLjLUvf7OGAjScjLyS9j/F46h4qRVMVUykImT7IcO0UPzY5nBncpFVvKkTLM7DEUScJmOrac1xilVPmAVuyGobUc+M54jiOUjLxKLdYqOqRTWS20zlNd7pvaGXKK/EDemcwc1aYXGTUtJXLo6XSczLEi8uFZs7aNSHR6LsApbrDG2vSHdujSmGKpzLQbmxJLBfFFGqirXz4K7JTbO4xedwCGXLZjJcPeO5OjKpmDVEDLJCoRVLzLkDF81tcPs+XDGpYZXlrluddJd2uUWwahJbjOkfhs4eG0SDv4AzhsKqGCHgn8nPr4qTFaeQzesDZ3w8ELYwQJiKcL/gn/F30pFzrHadERWs1l383slrXntelHVgzSVMlpsykZjhN3pUzqTFLVlRPYBrSmTuMF3pZcvgMDk38X/hM4aTcXILNB6b5Qdji2kimEu0nb1aVr2QM6GJQ3memmeOHJkFVxBZNEBHYAl1t2zTq84BpXGed7gbbLqoiZHTgyC4X0fhXGaM9XFDoKrYTXavWD2cjdg0z7O+K/GyR/wfddGRq4sMdH/abwt+IQLBJZrhl4ym0pcJLoMjG16ZM6onoY9K1MBRqBgMIjS4Yvp/M2jhsr0YdY3BK8D+lUQz/rReU0sj22k3CqZImwkFnNZ0L+arsnCJGLodoDoi4bnLZbmHLj3BlXMKxkuk5kl+Gk/EfJpqPDnH450++NbPOXqNdaMyFXWberQLqtkvo0zqMZlpEHXzkVlUdX0hqmc5OG01KD94RoaSMF4uFDBU8NzvFZoEv6WtYiGq6QfUN/j1oJZBh2dOHAyxBJLpLhS8gqKFIAWkoNK5UrdcPdCZgom7aKESyIcPetjtWeLKqumqS3RU3KGpsJThIYafGhQz3xJW+u8Zgp26a5vPTZTsLS1xO5Xf+DTuVfjr+XD+U1bwqv8AZHd7KwQyeoydZhLsQMpWwRH6e+FQvTVbuIiBeIpRLaXWD7O6KCbYjkzArGwpmTkcrKaxERLs7JTFGgdb2XQVyjDuOXcp6a9Vk8zAUtaCSOqbHpy4Saq4S521r20jL1dfibm5J2ix6aX/AFTvzSC55L2do7bYbM/RbuJXKl1foOuSTqa0t1bVdr1rhoIjy3BGZrLvRdzETPFejagtmXWsyNTlXa/cIPnuKcRa9jK8R9NZFPfqnD9RM5A2bfOFERtgWxW1X8QLTZAAWXdic46rg9IptnhqTg7Ay5wHh00kVUOJYdDvf/4uuG3KDq3w6IP02nvxYyOOYmkzH+5LADB7psLbitiUeUmY/wByWASPcYe4FTOXmFD0holXKnQ8yt7oRCETIeZW90IhCImbuSKXZB1h0t2iubU3eOmv90rAOcKUg4wyamiyb1/1y1/uloDxUZqN/kjKE5ahnmqEVgReJ6sBEOqHrco+qtCE7azLRwi3NPJ70lmOrFsilfYTql2SDuLlmPVj5KeGq5y/KRrfg5TJi1xRMJXNJgqVs5Q2CEXVTuVCtPNiAjkJo83cy8ZCvK60jdOS32czFp0Ndu2xbPUFtV+SvOnd1rdVwxx4a1zptSXYmms2cpeTVU6Kp5P3rTgBYjk55VLTrt3UuePkR/lercnPZxbV3FT5+2LleRyldr02TGWSVVzFeXK6o3xGv3DAztFVZVL0VdDyy81mS3d0YqX5t1RgP0lFcahBgi9mGsduEgKm4AvnDmsAydvMLqwbtFytwo/Qd5fynpCiv5xREfurAi8m2Gn+kAFnL5Lxe0Z3pHHzWuuoY1TbqAYwV7TQHUMD22+vFH0TjG+/IA/L4q4nY/g3ghcpkFXTNFHVNUlRJemPVtMX87P5wKJtpieRS4JI7/jxgle6T122gRRXXXWmNtFLbS0N48+GLWdzFB/LVyYYliUx+rE5SE1RPWvrQKQJBPHsmlCbs8sZunKP4iYgCbhMUtomtALe8BEOGI5aZ0IdK7pZGU5D4xFzvdEuIVJFh6SvZbrnCk5OkRV0/cq+UIuF1oDuC3i2AoFLucB+AsIOySh9jV2abMMRorGVbBuMKdu1aU5dqpd1Q6sEuCpM7II4uxIg2mzyZfSRUdLeRZG2bTFLw2hzEc+wAgimC680l8wxQLt4uKwHKwQKP8mLmUxrc8zZiXMbO8IDZSOicXl2/IKYVLCzgtbp1KLsKv0XzBd8eqzVQpV0K8NuyN3ftcvVjNZc/RGazlBBEUgGXqqB5S70jW91BKYIn0YzSujR9KzuEemMROiICrdqSDuqPcBvuiiZTNu9mrtVEGRRTYKoWtjmEoFKmam8A7RjQ0kbXAki6oJAWuLSvDiarKy8BSHymo2911wc4FccLA6VZDvUO2L/AGxiMZiKaApakdi71d/L7UcrtXorMHy7cbRtIChOoa6mYBkGfP8AzjQvfLT1Av8Ahnn0I/VVroLRl53C50mYr+pd98d7aTJndplE5vWEQ3QNvJ+mQaA/TQH1NosPLcZO0XHQ1hRVD8ptcXwqFYtZJmwnKTqoZqaQjMjpVlKjJptnRERQMapE78y7NBzpWodtaREyn0xw638XrTPp0paCTVJhafV3FNakbcJsy13DUY6cMSSbYqmCKsmbCBRt1jwQuBG7rDyAfvGJsUaO28jERMZZxKtYRRV2mnYfXFKY2qKmY9TGHnTcBTRg8Qo3ySZm6gkkq9inbkAdo9A2kOerTCYsuiAq6UvW38QGMWgbIdlxo8YexbL2ExCXzDXLIJOCN1f5/qm93/8AjdSCJngiWYkZP3RcTKsl0RJRgmnY5FI1pTXeiUOwlQ4qjA660cS5ggsJHevFEdYoPu8VtwB8xiSWgD2ZbpnTtecrjZUfhBCBcdJkT82WWtbf+EEZ6YuRY0HT5QmMmyY5iWWNK/8ACCM9Oatser0mlOzyCpzuUoYd8KsKCEymQ8yt7oREESoeZW90IiLyiFm7k6bnBpIxpoonQ/8A5hn/AGFYDetGvaE8MSzFWHJgxnUxBhK28waunR6lC8ClUC2psgrd8qwJix+5yD/FS07ssgcs4YbYrHENxBPmHZ/9w+H5gvKpzLZm1yXbvAOXizDKoZdu74xpWnmWSxHSQckioCDhggY4lttuC4oUp3AEAJV5ZKRzDXrV/e2PM89zxAb5lq+G6aIB5sOq+vptivR+3alEh2I3FATESE6piDTnWoF+cDJ9J+FZecQlzNREQ6yYlRIf22iIj8oyvR/gPEeOmgTRSZJyiWCcxFKF1q56epUAD4mCNHT0c6LMNlDp7NSbv1fKJeM3xyazq8KZLP0wK+GV35rDyug/ukVsrS8+5dX8JDF8t5FxKku46g/8sV0vl7VzMxmirpjMVBu1YKDbZcYxsqcwE28Y96S5HgbD+Hm6iuCpWid7kii1MXpRz8NqZiVqN2X6o5JbonmkskSMxeGl7Rzq9Ydsg9sOQPR2gtOem+lArwxVVVFKS1zXbfXVFU1RSEOY4WuryXyGROnKq07ZPHKinlNYxemSIc3+zJYHVLFlpPey2c4Ldy5BRd6sr5IolKqc6R+rdn6PPOkCE+nSjTDr2WS8VhmoJ5oq7GrT63lLhC824Cl55jS2OLAOmGXy54hJlCryyVj5MW4ubDtD/a4iibeO/nEOHGrlOeTWyhqXQU7gItUY4aa4Y/BthLpmZq3FFInSkyNRRI4t941be3LP2DSLqbGw0YG7UiIoqrK0SUaJ6nbL1imyLaEQTReTz3YWequmf5DX9b1TBn8Mwilvkrl4EvFBEEEEtWiKStl6xjW2mtqGzxDX1ov/ALq1QXadyqPSTLDYZmoTlNuKzddXoz9UPrOtaYvCYwFzu7DGiZMVBBJcwFRSFtqAOunqr+XMAGtPb7YtMbKlLht5h3xkWbMNXVyqlsOW57rrjbQ7zdbftQIYvmcmlmG5fiFo7RcJKBq1EBG8cjasxtrO3nlmMDxVgppi2PtfBPJwyO0dV3FljRFxe+XAU2tq71ALiqEJcXhypUbuYhnBFpGxfgFXR4smwJe31eqaogjaIlN9m4vbdvrbGOtNLhU8OTuUpSZRUZmcaAB6AACAgJTZbtoae2NK0EtpZhbRpMMRTZogLwVMnBkqnAlxeG7hieplqpQ0yP25WQDO0s3x1o/cSWTyidLodDWetda4behca4t2XobwD9Uc2jHBJsSYxbS9ZuIypFMzqZ9F89YX77hNkFN0eMZYnXmc5RY+M1zSoVik+kjf0Ta9L0beW7hjafBocShxP5jM5OmuUWzfo6hxCmsKcxRBQncNhuwYOpzJFHleE87gBcLUJqsVlJG7ViXoHkaIpIo5k98puwu/n3xiGlg89XYAD07vVJCWilU+L1igI2f/AHGw6UMWSTBzdV7M2y7hdMK6tO7Yv9Ixcg7KiIRhGMsY4UmTTxiArgs7+qreG16RfSuL38Re2Jopms7yGjZs5Dkj6SOKGybBEzt2oVSpW/1ps9kO6pd4/dDsn67c4g/1xXaZBIuAqdY3aQafKsWejYuNW4vXWEyMl0Hfk1U1Ub6E4i7W+m1yi3xHg2c4mbPTYkkypH+rsaqSwUgqX1tYcB+FPjDzYixsxD9EXa4WZaeBrjNqPbKWnd9UHLlABB7ptQUaYwaNVa3pSloQ9fSBIAH9EAUelRdwBVJ3ShoePMShMp0PMre6ERFiVDzK3uhERYhbu5OnpcMH+CHqEuwK4dOyEUbFnbQFCGGv1Lihqc6DQfhGf1pGi6OGkom2DphK5nNZayMEwbOikeugRKsUhVQMUK7+MIgxFjn0zg3eyYGxC5tIk0XmuJVHLOYszoqATa1lLLSlLtZZcMUqMmOnKJfiArlNRJ04WRMn1khTtzEOwbg+Qwf4mk7CZg16PPcChqz+b8YJkL7Mg/ekUR8JGSCiOK8DJAA7vGhet6OW6MVJhlTzbZW1JVfledAtB0QY+WwjhF811CJ1lHyjhNRT6u6m720r8YsjaSsWnd3GmbhJJzsVIUo09YoGChR9Ec4z4smcItrEcXYLL3GmpBH52w7eVTAhLj4lwcqHrT0gh8rQiUYc/wDtPuQlS43Aa65RxhpDFOJsXBOJfO1H76WOvopXbExzr3F2lDWBaXLK4RD21ggxpiHG7vXyOc4BeoJclpeJt5busbK3rUEQGMxljNyycpLscXYZZ8PSOjzkEr9rhyC4Qp2jBMaczA4ahDGOEhR9NSa7X2uY/OKepwetjvZhNuiKiqIx37fXkucMNzJTDXRk8IiM6WH6TNHU6Ki5P6xbjhaUC5ZgPxrAZNtF2MiqAZYqCySo+bcv0lh/OLTLvCD1vOpqi1o20g4Ral5lFwkf7xqP3QUSrFMlby0BeYzwi4d0zN0Yhv6w0D7oGbhWKs7rPj8kz56coIw6jjeRdKUnrBopL0WxjpNxmKapVTFoYK2iJgpTrfDnDENilFyrK2uDHa121+NF871uvsiG787ti4mk6wnNA1UzxfLXKadxAIk8MTXFMYN+Q055BlASZgQRcf8AWm2QAfNJJuld32SBbs74HZgdbI4ulhI8h813xWjuOU+McRMJfhBw2ozRnpnNFU03XmPSts2fvHh/OF8eoS+TYKw8w1H8ZvG2tdKCttE4VOHcWt1O+2LBngPApnqSk60lNnDYTWj0YRuIHtUD9URY0kic5xGDxriiQrs0Qo3Fw4PwXbOzq+y0KRYwYPUNc05D2Tc6EeW6GdIHIq8HbBzjEyFjnDgAyBXpJpo6uIQCF2bUzU2jCbsAfhH0hPMFSFyIYbmkpdzCUA21gKJuNST3TFDOnx60Zf4O+NsJYPlU3LjLFkvdTB64S1STdNQ6KaBCmoXcHM45crQgnxtpZwHNXKK8nxgzDWJatwk4IoTrcRTUgo4bUl3dPsXRmsNFyPsJYUljtdrLcKSPyKRHICLbWHUJ6txrSWG3iIj1aBFvL8XJMC9GUSK7WoRMFEA1erMa64xtnZKJfbTllmbMcUYulL+ZJLMcXSJIE25khUO4U6xQzpTPMIGgmIahVn+FshAbDEI5CYGuOW3ZTOQUx+YDBDcKqHbtPtURmC1nFc8Vdsn99qQarV+d1nFtas3pd4CA92YjHz1OZcgg9SXQQ+hrJ6xNL8mPWt9XmHvFghcGBaWgiOLcOa3aqp003aA8NM6iXaHfHpIZSg4RffhBhd2dI14JqPDWGNTrBbmGRcudIMjw2RgJe266Y8BaboTdryDDi6Lwr5uxX8okKfk+rbcW7KIMSzmS4od9AWTnx10fNDckr/WKSpfnA5MsfzmayvoE3xBgl00pQEwUP5D1iGpsiG4sVDSYSksvFKZTHCSiv/7FT/CARnanBq+eYue06KbiRtGiFPCJuHSGB1FDqqjL2t5lOMR1ReLvjOOcG+meZS2Z4sBWVuWrhFNg1SMdrXVXFTABAteQbvhAPHqdOLRgeCrOacIaH5R5iYJKdLza3uliEd0TJ+bW90sQ/wCcRM3KdNHslLRrHk0IN0SbhMmh4aHCHST1CGrlCGGhJzqnhZ9kIIeEUylTMYTABaFg1aYMI6VRKadJFIdMpx2A50y39/3QDApSJuluPyyn5wwJUQySfhuyq1w6qpIQ71mLPe1tSLdduqL2mDWq5EBGYpkMrUR3CBfjWE7wgk3E49PFS0hzUImAm2TU3V+I9nfAfrlfy4w+uV/LjEPq03/l+Csf9RwnJYUuvXOUbNMDEcHEozZEtEhUzL92+OVDB6astSceMS1UEu8uzma3I1czB2QLdIdbr1PzxhtYelLzU9vWhhBPyk+CUmJ4W69qXr+Y+FvcjH8ETACw+NS+SDLZDb8nd2wGAYTGMBqDQaQhWVpxm+cQmEwwRDE9p7bkBiNVSzZfVoclr31Jv036LyIwq90PCyglVJTiMeYXxhU74cJk2fKHz7IVO+F8YSSeFDVhVhkkhhoeGh0lNyU+zEXUhQoiYnKaFChRKmShQoUOklChQoSSUKFChJJR6DdChQxTheYUKFDpk9R7YUKFCSSqPbCuHthQoRASBTQoUKEklChQoSSUKFChJJQoUKEklChQoSS//9k=</binary>
</FictionBook>