<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Isaac</first-name><last-name>Asimov</last-name></author><book-title>Die Suche nach der Erde</book-title><annotation><p>Der Mensch ist zu den Sternen vorgesto�en und hat ein gewaltiges Imperium errichtet, das von einem Ende der Galaxis zum anderen reicht. Eines Tages beginnt es zu zerfallen, und ganze Welten sinken auf niedrigere Kulturstufen zur�ck. Doch es gibt einen Plan, entworfen von einem genialen Mathematiker, der das Wiederentsethen des Imperiums garantiert, durch weisen Einsatz von Technik und Naturwissenschaften zur rechten Zeit. Eine geheime Forschungsstation soll den Proze� �berwachen. Befindet sie sich auf der Erde? Aber wer wei� in einigen Jahrtausenden noch etwas von der alten Erde, der einstigen Wieder der Menschheit?</p><empty-line/><p>Dieser Roman erschien unter dem Titel <emphasis>Auf der Suche nach der Erde</emphasis>.</p></annotation><date>1984</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Horst</first-name><last-name>Pukallus</last-name></translator><sequence name="Foundation (de)" number="4"/></title-info><src-title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Isaac</first-name><last-name>Asimov</last-name></author><book-title>Foundation's Edge</book-title><date value="1982-09-01">1982</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>Cosmopilit</nickname></author><program-used>calibre 2.53.0, FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2016-06-18">16.6.2016</date><id>7a86ee36-f42c-433e-87f6-d27149de776c</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><book-name>Isaac Asimov. Die Suche nach der Erde</book-name><publisher>Wilhelm Heyne</publisher><city>M�nchen</city><year>1997</year><isbn>3-453-12774-9</isbn></publish-info></description><body><title><p>Isaac Asimov</p><p>Die Suche nach der Erde</p></title><section><p><emphasis>Gewidmet Betty Prashker, die schlichtweg darauf beharrt hat</emphasis></p></section><section><title><p>Die Drei Grundregeln der Robotik</p></title><image l:href="#1"/><empty-line/><p>1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Unt�tigkeit gestatten, da� einem menschlichen Wesen Schaden zugef�gt wird.</p><p>2. Ein Roboter mu� dem ihm von einem Menschen gegebenen Befehl gehorchen, es sei denn, ein solcher Befehl w�rde mit Regel Eins kollidieren.</p><p>3. Ein Roboter mu� seine Existenz besch�tzen, solange dieser Schutz nicht mit Regel Eins oder Zwei kollidiert.</p></section><section><title><p>Prolog</p></title><p>Das Erste Galaktische Imperium zerfiel. Seit Jahrhunderten war es in Verfall und Zusammenbruch begriffen gewesen, und nur ein Mensch erlangte �ber diese Tatsache volle Klarheit.</p><p>Das war Hari Seldon, der letzte gro�e Wissenschaftler des Ersten Imperiums, und er war es, der die Psychohistorie vervollkommnete�� jene Wissenschaft, die das menschliche Verhalten auf mathematische Gleichungen reduziert.</p><p>Der Einzelmensch ist unberechenbar, aber Seldon erkannte, da� die Reaktionen von Menschenmassen sich statistisch voraussagen lie�en. Je gr��er die Massen, desto genauer die Voraussage. Und die Gr��e der Menschenmassen, mit denen Seldon sich besch�ftigte, umfa�te nicht weniger als die Bev�lkerung all der Millionen von bewohnten Welten der Galaxis.</p><p>Seldons Gleichungen verrieten ihm, da� das Imperium, sich selbst �berlassen, zerfallen mu�te, und da� 30.000 Jahre menschlichen Elends und Leidens verstreichen w�rden, ehe aus den Ruinen ein Zweites Imperium auferstehen konnte. Und doch lie� das Interregnum, falls er auf einige der gegebenen Bedingungen einzuwirken vermochte, sich auf ein einziges Millennium verk�rzen, auf nur tausend Jahre.</p><p>Um dies Ziel zu erreichen, gr�ndete er zwei Wissenschaftlerkolonien, die er �Foundations�<a l:href="#n_1" type="note">[1]</a> nannte. Mit Absicht begr�ndete er sie an �entgegengesetzten Enden der Galaxis�. Die Erste Foundation, die sich auf die Naturwissenschaften konzentrierte, entstand im vollen Licht der �ffentlichkeit. Die Existenz der anderen, der Zweiten Foundation, einer Welt der Psychohistoriker und �Geistes�-Wissenschaftler, blieb unter dem Mantel des Schweigens verborgen.</p><p>Die Galaktische Trilogie�� sie umfa�t die Werke <emphasis>Der Tausendjahresplan, Der galaktische General </emphasis>und <emphasis>Alle Wege f�hren nach Trantor</emphasis><a l:href="#n_2" type="note">[2]</a><emphasis>�� </emphasis>erz�hlt die Geschichte des ersten Drittels des Interregnums. Die Erste Foundation (im allgemeinen einfach als �die Foundation� bekannt, weil von der Existenz einer anderen Foundation nur sehr wenig Menschen wu�ten) machte den Anfang als kleine, in der Leere der �u�eren Peripherie der Galaxis verlorene Gemeinschaft. Sie sah sich in periodischen Abst�nden Krisen ausgesetzt, in deren Verlauf die Variablen der menschlichen Wechselbeziehungen, der gesellschaftlichen und �konomischen Str�mungen ihrer Zeit ihr Schranken auferlegten. Ihr Handlungsfreiraum lag lediglich in einer bestimmten Richtung, und nur wenn sie diese Richtung einschlug, er�ffnete sich ihr ein Horizont neuer Entwicklungsm�glichkeiten. Alles war von Hari Seldon geplant worden, nun seit langem tot.</p><p>Die Erste Foundation errang dank ihrer �berlegenen Wissenschaft die Vorherrschaft �ber die in die Barbarei zur�ckgefallenen Planeten in ihrem Umkreis. Sie stellte sich den anarchischen Sternenherz�gen entgegen, die sich vom im Niedergang befindlichen Imperium lossagten, und �berwand sie. Ebenso stellte sie sich der Auseinandersetzung mit den Resten des Imperiums, gef�hrt von dessen letztem starken Kaiser und seinem letzten t�chtigen General, und siegte erneut.</p><p>Es hatte den Anschein, als lie�e sich der �Seldon-Plan� reibungslos verwirklichen, als k�nne nichts die Errichtung des Zweiten Imperiums zum vorgesehenen Zeitpunkt verhindern, als solle es in der Zwischenzeit bei einem Minimum an Zerst�rungen bleiben.</p><p>Aber die Psychohistorie ist eine statistische Wissenschaft. Immer gibt es eine kleine Chance, da� etwas mi�r�t, und so kam es in der Tat�� etwas geschah, das Hari Seldon nicht hatte voraussehen k�nnen. Aus dem Nichts tauchte ein Mann auf, den man �Fuchs� nannte. Er allein verf�gte �ber gewisse Geisteskr�fte, die es sonst in der ganzen Galaxis nicht gab. Er war dazu imstande, die menschlichen Gef�hle zu beeinflussen, den Geist der Menschen so zu lenken, da� seine erbittertsten Gegner sich in seine ergebensten Diener verwandelten. Armeen konnten, <emphasis>mochten </emphasis>nicht gegen ihn k�mpfen. Die Erste Foundation verfiel ihm, und Seldons Plan schien nur noch aus Scherben zu bestehen.</p><p>Doch es blieb die geheimnisvolle Zweite Foundation, die vom pl�tzlichen Auftreten des Fuchses unvorbereitet �berrascht worden war, nun jedoch langsam einen Gegenzug vollf�hrte. Ihr wichtigster Schutz bestand in dem Faktum, da� niemand ihren Sitz kannte. Der Fuchs wollte sie finden, um seine Eroberung der Galaxis zu vollenden. Die treuen Anh�nger dessen, was von der Ersten Foundation �brig war, suchten sie, um Hilfe zu erhalten.</p><p>Keiner von beiden fand sie. Zuerst hielt die tapfere Tat einer einzelnen Frau namens Bayta Darell den Fuchs auf, und infolgedessen fand die Zweite Foundation genug Zeit, um geeignete Ma�nahmen zu ergreifen und dem Fuchs endg�ltig Halt zu gebieten. Sie bereitete die allm�hliche Wiederaufnahme des Seldon-Planes vor.</p><p>In gewisser Hinsicht aber war die Zweite Foundation um ihren Schutz gekommen. Die Erste Foundation wu�te nunmehr �ber die Existenz der Zweiten Foundation Bescheid, und die Erste Foundation w�nschte keine Zukunft, in der die �Mentalisten� �ber sie wachten. Bez�glich der rein naturwissenschaftlichen Machtf�lle war die Erste Foundation �berlegen, wogegen die Zweite Foundation nicht allein dadurch im Nachteil war, sondern zudem vor einer doppelten Aufgabe stand; sie mu�te nicht nur der Ersten Foundation in den Arm fallen, sondern auch ihre Anonymit�t wiederherstellen.</p><p>Unter ihrem bedeutendsten �Ersten Sprecher�, Preem Palver, gelang es der Zweiten Foundation, diese doppelte Aufgabe zu l�sen. Zum Schein gestattete man der Ersten Foundation einen Sieg, lie� sie die Zweite Foundation scheinbar ausmerzen, und die Erste Foundation errang in der Galaxis immer mehr Macht, v�llig ohne zu ahnen, da� die Zweite Foundation noch existierte.</p><p>Jetzt sind seit dem Entstehen der Ersten Foundation 498 Jahre verstrichen. Sie befindet sich auf der H�he ihrer Macht, aber da ist ein Mann, der sich mit Scheinbarkeiten nicht abfinden will�</p></section><section><title><p>Erstes Kapitel</p><p>Ratsherr</p></title><section><title><p>1</p></title><p>�Nat�rlich glaube ich�s nicht�, sagte Golan Trevize, der auf den breiten Stufen vor der Seldon Hall stand und �ber die Stadt ausschaute, die in der Sonne glei�te.</p><p>Terminus war ein Planet mit mildem Klima und hohem Wasser-/Land-Verh�ltnis. Die Einf�hrung der Wetterkontrolle hatte es noch angenehmer auf ihm gemacht�� und erheblich weniger interessant, befand Trevize h�ufig.</p><p>�Ich glaube nichts davon�, wiederholte er. Die wei�en, regelm��igen Z�hne gl�nzten in seinem jugendlichen Gesicht.</p><p>Sein Begleiter und Ratskollege Munn Li Compor, der im Gegensatz zu aller Tradition auf Terminus einen Mittelnamen angenommen hatte, sch�ttelte unbehaglich den Kopf. �Was glaubst du nicht? Da� wir die Stadt gerettet haben?�</p><p>�Oh, das glaube ich. Wir habn�s ja, stimmt�s? Und Seldon hat�s vorausgesagt, da� es uns gelingt, und er hat gesagt, er wu�te vor f�nfhundert Jahren sowieso schon alles.�</p><p>�H�r mal�, sagte Compor mit gesenkter Stimme, halb im Fl�sterton, �ich habe nichts dagegen, da� du so zu mir redest, denn ich fasse Gerede als Gerede und sonst nichts auf, aber wenn du dergleichen in aller �ffentlichkeit laut verk�ndest, wird man�s h�ren, und um ehrlich zu sein, ich m�chte ungern in deiner N�he stehen, wenn dich der Blitz trifft. Ich wei� nicht, wie genau er gezielt wird.�</p><p>Trevizes L�cheln blieb unbeeintr�chtigt. �Soll es falsch sein�, meinte er, �zu sagen, da� die Stadt bewahrt worden ist? Und da� wir�s ohne Krieg geschafft haben?�</p><p>�Es wollte niemand Krieg f�hren�, sagte Compor. Er besa� butterblonde Haare, himmelblaue Augen und setzte sich gegen Anwandlungen, diese unmodischen Farbt�ne zu �ndern, stets zur Wehr.</p><p>�Hast du noch nie von B�rgerkrieg geh�rt, Compor?� fragte Trevize. Er war hochgewachsen, hatte schwarzes Haar und die Angewohnheit, mit den Daumen in den G�rtel aus weichen Fasern gehakt einherzugehen, den er stets trug.</p><p>�Ein B�rgerkrieg um den Sitz der Hauptstadt?�</p><p>�Die Frage war heikel genug, um eine Seldon-Krise heraufzubeschw�ren. Sie hat Hannis� politische Laufbahn verdorben. Du und ich, wir sind beide dadurch bei der letzten Wahl in den Rat gelangt, und die Sache hing sehr in der Schwebe�� Bed�chtig bewegte er eine Hand hin und her, als pendle sie sich ins Gleichgewicht ein.</p><p>Er blieb auf den Stufen stehen, achtete nicht auf die anderen Mitglieder der Regierung, die Leute von den Medien und erst recht nicht auf die feschen Typen aus der feinen, vornehmen Gesellschaft, die eine Einladung zum Anla� von Seldons Wiederkehr hatten ergattern k�nnen (oder jedenfalls der Wiederkehr seines Abbilds). Alle schritten sie die Treppe hinunter, plauderten, lachten, schwelgten in der Richtigkeit all dessen, was sie umgab, kosteten Seldons nachtr�gliche Billigung aus.</p><p>Trevize stand reglos da und lie� die Menge vor�berwimmeln. Compor, zwei Schritte voraus, verharrte nun ebenfalls, als erstrecke sich zwischen ihnen ein unsichtbares Band. �Kommst du nicht mit?� wollte er wissen.</p><p>�Kein Grund zur Eile. Die Ratssitzung wird nicht anfangen, bevor B�rgermeisterin Branno in ihrer �blichen, v�llig ausdruckslosen Art des Eine-Silbe-nach-der-anderen die Situation erl�utert hat, und ich lege wenig Wert darauf, noch einer hochtrabenden Rede zuzuh�ren. Schau dir die Stadt an!�</p><p>�Ich sehe sie. Gestern habe ich sie auch schon gesehen.�</p><p>�Ja, aber hast du sie vor f�nfhundert Jahren gesehen, als man sie gegr�ndet hat?�</p><p>�Vierhundertachtundneunzig Jahren�, berichtigte Compor unwillk�rlich. �In zwei Jahren wird die F�nfhundertjahrfeier stattfinden�, f�gte er hinzu, �und B�rgermeisterin Branno wird noch im Amt sein und sich damit befassen, Geschehnissen von�� wie wir hoffen�� geringer Wahrscheinlichkeit vorzubeugen.�</p><p>�Wie wir hoffen�, sagte Trevize auf trockene Weise. �Aber was war hier denn nun damals vor f�nfhundert Jahren, als man sie gegr�ndet hat? Eine Kleinstadt! Eine kleine Stadt, bewohnt von einer Anzahl Menschen, die eine Enzyklop�die vorbereiteten, die nie fertiggestellt worden ist.�</p><p>�Selbstverst�ndlich ist sie fertiggestellt worden.�</p><p>�Meinst du die <emphasis>Encyclopedia Galactica, </emphasis>die wir heute haben? Was wir haben, ist nicht das, woran sie damals gearbeitet haben. Was wir besitzen, ist in einem Computer und wird t�glich revidiert. Hast du dir jemals das unvollendete Original angesehen?�</p><p>�Du meinst das im Hardin-Museum?�</p><p>�Im Salvor-Hardin-Museum des Ursprungs. Da du so versessen auf exakte Daten bist, wollen wir bitte auch hier die vollst�ndige Bezeichnung verwenden. Hast du�s dir angesehen?�</p><p>�Nein. Sollte ich�s?�</p><p>�Nein, es lohnt die M�he nicht. Aber auf jeden Fall� damals waren sie� eine Gruppe von Enzyklop�disten, die den Kern eines St�dtchens bildeten�� eine kleine Ortschaft auf einer Welt, die buchst�blich ohne Metalle war, um eine weitab vom Rest der Galaxis gelegene Sonne kreiste, am Rand, ganz am Rand. Und heute, f�nfhundert Jahre sp�ter, sind wir eine suburbane Welt. Alles ist ein gro�er Park, wir haben soviel Metall, wie wir wollen. Wir befinden uns heute im Mittelpunkt von allem.�</p><p>�Nicht wirklich�, sagte Compor. �Wir umkreisen noch immer eine Sonne, die vom Rest der Galaxis abgesondert ist, nach wie vor ganz am Rand der Galaxis.�</p><p>�Ach nein. Aber du sagst das, ohne dar�ber nachzudenken. Das war n�mlich der wesentliche Punkt dieser kleinen Seldon-Krise. Wir sind mehr als eine einzelne Welt namens Terminus. Wir sind die Seldon-Stiftung, die Foundation, die ihre Tentakel in der gesamten Galaxis hat, die diese Galaxis von ihrer Position an deren Rand aus beherrscht. Wir sind dazu in der Lage, weil wir <emphasis>nicht </emphasis>abgetrennt sind, au�er in bezug auf unsere Position, und das z�hlt nicht.�</p><p>�Na sch�n. Mit dieser Beweisf�hrung bin ich einverstanden.� Compor zeigte reichlich Desinteresse und tat einen weiteren Schritt abw�rts. Das unsichtbare Band zwischen ihnen dehnte sich noch mehr.</p><p>Trevize streckte eine Hand aus, als wolle er seinen Begleiter an dem Band wieder die Stufen heraufziehen. �Begreifst du denn nicht die Bedeutung, Compor? Hinter uns liegen enorme Ver�nderungen, aber wir stellen uns nicht darauf ein. In unseren Herzen w�nschen wir uns die kleine Foundation zur�ck, das kleine Ein-Welt-Unternehmen, das wir in den alten Zeiten hatten, den Tagen stahlharter Helden und edelm�tiger Heiliger, die f�r immer dahin sind.�</p><p>�Komm jetzt!�</p><p>�Ich spreche im Ernst. Wirf einen Blick auf die Seldon Hall! Am Anfang, zur Zeit der ersten Krise, zu Lebzeiten Salvor Hardins, befand sich hier nur ein kleines Auditorium, in dem ein holographisches Bild Seldons erschien. Das war alles. Jetzt steht hier ein kolossales Mausoleum, aber hat es etwa eine Kraftfeldrampe? Eine Gleitstra�e? Einen Gravo-Lift? Nein, nur diese Treppe, und wir steigen sie hinauf und hinab, genauso wie Hardin es tun mu�te. Bei seltsamen, unvorhersehbaren Anl�ssen klammern wir uns furchtsam an die Vergangenheit.�</p><p>Leidenschaftlich breitete er die Arme aus. �Ist hier irgendwo eine bauliche Komponente sichtbar, die aus Metall besteht?�� Nein. So was w�re uns nicht recht, weil es zu Salvor Hardins Zeiten ja kein einheimisches Metall in nennenswertem Umfang gab, und kaum importiertes Metall. Beim Bau dieses Riesenkastens haben wir sogar Altplastik verwendet, vom Alter schon rosa, damit Besucher von anderen Welten stehenbleiben und kr�hen: �G�tige Galaxis, was f�r wundervolles altes Plastik!� Ich sage dir, Compor, das ist Schwindel!�</p><p>�Ist es das, woran du nicht glaubst? Die Seldon Hall?�</p><p>�Und alles, was darin ist�, antwortete Trevize in heftigem Fl�stern. �Ich zweifle daran, da� es irgendeinen Sinn hat, sich hier am Rand des Universums zu verstecken, nur weil unsere Vorfahren es getan haben. Ich glaube, wir sollten drinnen sein, im Mittelpunkt von allem anderen.�</p><p>�Aber Seldon widerlegt deine Auffassung. Der Seldon-Plan bew�hrt sich wie bezweckt.�</p><p>�Ich wei�. Ich wei�. Und jedes Kind auf Terminus wird im Glauben aufgezogen, da� Hari Seldon vor f�nfhundert Jahren einen Plan ausget�ftelt hat, in dem er alles voraussah, da� er die Grundlagen der Stiftung auf eine Art und Weise legte, die es ihm erlaubte, gewisse Krisen abzusehen, und da� er daf�r gesorgt hat, da� zur Zeit dieser Krisen sein holographisches Bild erscheint und uns das Minimum dessen mitteilt, was an Wissen erforderlich ist, um uns bis zur n�chsten Krise durchzuschlagen, und das tausend Jahre lang, bis es uns sicher gelingt, ein gr��eres Zweites Imperium auf den Ruinen des zerfallenen Imperiums zu errichten, das vor f�nf Jahrhunderten zusammengebrochen und seit dreihundert Jahren verschwunden ist.�</p><p>�Golan, weshalb erz�hlst du mir das alles?�</p><p>�Weil ich dir klarmachen will, da� das ein Schwindel ist. Das <emphasis>alles</emphasis> ist ein Schwindel. Oder falls es anfangs eine reale Bedeutung hatte, dann ist es jedenfalls heute ein Schwindel!�</p><p>Compor musterte den anderen mit forschendem Blick. �Du hast derartige �u�erungen schon einige Male getan, Golan, aber ich dachte immer, du redest nur l�cherliches Zeug daher, um mich zu reizen. Bei der Galaxis, jetzt glaube ich, du meinst es tats�chlich ernst!�</p><p>�Nat�rlich ist�s mein Ernst!�</p><p>�Das kann doch unm�glich sein. Entweder ist dies ein ziemlich schwer verst�ndlicher Scherz auf meine Kosten, oder du bist verr�ckt geworden.�</p><p>�Weder das eine noch das andere�, sagte Trevize und hakte die Daumen in den G�rtel, als meine er, nun die Gestik seiner H�nde nicht l�nger zu brauchen, um seiner Heftigkeit Ausdruck zu verleihen. �Weder das eine noch das andere. Ich gestehe, ich habe schon fr�her derartige Spekulationen betrieben, aber nur aufgrund von Intuition. Dank dieser Farce hier heute morgen ist mir pl�tzlich alles v�llig klar, und ich habe meinerseits die Absicht, es auch vor dem Rat klarzustellen.�</p><p>�Du <emphasis>bist </emphasis>verr�ckt�, sagte Compor.</p><p>�Von mir aus. Komm mit und h�r dir�s an!�</p><p>Die beiden gingen die Treppe hinunter. Einzig sie waren zur�ckgeblieben; sie verlie�en als letzte die Treppe. Und als Trevize seinem Begleiter ein wenig vorausstrebte, bewegten sich Compors Lippen stumm, hauchten lautlos ein Wort in die Richtung von Trevizes R�cken: Narr!</p></section><section><title><p>2</p></title><p>B�rgermeisterin Harla Branno rief die Teilnehmer der Sitzung des Verwaltungsrates zur Ordnung. Ihre Augen hatten die Versammlung ohne ersichtliches Anzeichen von Interesse gemustert; dennoch bezweifelte keiner der Anwesenden, da� sie alle bemerkt hatte, die zugegen waren, und genauso festgestellt, wer noch fehlte.</p><p>Ihr graues Haar war mit Sorgfalt in einer Weise frisiert, die weder deutlich feminin wirkte, noch m�nnlichen Stil imitierte. Das war nun einmal <emphasis>die </emphasis>Art, wie sie ihr Haar zu tragen pflegte, mehr nicht. Ihr stets sachliches Gesicht war nicht f�r besondere Sch�nheit bekannt, aber irgendwie kam es, da� man darin auch nicht nach Sch�nheit suchte.</p><p>Sie war der f�higste aller Administratoren auf dem Planeten. Niemand konnte ihr die Brillanz eines Salvor Hardin oder Hober Mallow nachsagen, deren abenteuerliche Lebensgeschichten dem ersten Jahrhundert im Dasein der Foundation einen gewissen schillernden Charakter gaben, und daher tat es auch niemand, aber ebensowenig w�re jemand auf den Gedanken verfallen, ihr die Dummheit der Indburs vorzuwerfen, die das Amt des B�rgermeisters zum Erbamt gemacht und nacheinander in der Zeitspanne unmittelbar vor dem Auftreten des Fuchses geherrscht hatten.</p><p>Ihre Reden brachten die Gem�ter der Menschen keineswegs in Wallung, sie besa� keine Begabung f�r dramatisches Gehabe, doch sie verf�gte �ber die F�higkeit, in aller Ruhe klare Entscheidungen zu treffen und dabei zu bleiben, solange sie die Sicherheit hegte, richtig entschieden zu haben. Ohne jede erkennbar charismatische Eigenschaft, verstand sie es dennoch, die W�hler davon zu �berzeugen, da� jene ohne Aufsehen gef�llten Entscheidungen richtig sein <emphasis>mu�ten.</emphasis></p><p>Weil nach Seldons Lehre historische Ver�nderungen gr��tenteils schwer abzuwenden sind (immer unter Ausschlu� des Unvorhersehbaren, wie die meisten Seldonisten trotz des einschneidenden Zwischenspiels mit dem Fuchs vergessen), durfte die Foundation vielleicht ihre Hauptstadt auf Terminus belassen, ganz unabh�ngig von den Umst�nden. Auf �vielleicht� jedoch lag die Betonung. Seldon hatte die Wahrscheinlichkeit, da� sie auf Terminus blieb, w�hrend seines soeben beendeten Erscheinens als f�nfhundert Jahre altes Simulacrum gelassen mit 87,2% eingesch�tzt.</p><p>Nichtsdestotrotz besagte das auch f�r Seldonisten, da� mit einer Wahrscheinlichkeit von 12,8% eine Verlagerung an eine dem Zentrum der Foundations-F�deration n�here Position bevorstand, mit allen herben Konsequenzen, die Seldon f�r diesen Fall aufgezeigt hatte. Da� diese mit 12,8% wahrscheinliche Aussicht sich nicht bewahrheitete, war gewi� auf B�rgermeisterin Branno zur�ckzuf�hren.</p><p>Es stand fest, da� sie so etwas ganz einfach nicht erlaubt h�tte. Selbst in Perioden betr�chtlicher Unbeliebtheit hatte sie an dem Beschlu� festgehalten, da� Terminus der traditionelle Sitz der Stiftung war und deshalb da bleiben mu�te. Ihre politischen Gegner hatten ihr ausgepr�gtes Kinn (und zugegebenerma�en mit einiger Wirksamkeit) als unter ihren Kopf geschobenen Granitklotz karikiert.</p><empty-line/><p>Und nun hatte Seldon ihrem Standpunkt R�ckhalt geliefert�� zumindest bis auf weiteres��, ihr damit gleichzeitig zu einer �berm�chtigen politischen Vorrangstellung verholten. Es hie�, sie habe ein Jahr zuvor ge�u�ert, da� sie, falls Seldon bei seinem n�chsten Erscheinen ihre Auffassung unterst�tzte, ihre Aufgabe als erfolgreich abgeschlossen betrachten werde. Dann gedenke sie sich zur�ckzuziehen und in die Rolle einer �lteren Repr�sentanzperson zu schl�pfen, statt weiterhin ihr Ansehen mit den dubiosen Resultaten politischer Auseinandersetzungen zu riskieren.</p><p>Niemand hatte ihr so recht geglaubt. Sie war zu sehr auf dem Feld der politischen Auseinandersetzungen verwurzelt und daheim, in einem Ma�, wie nur wenige vor ihr, und nun, da Seldons Abbild erschienen und wieder verschwunden war, lie�en sich ihr keinerlei Anzeichen eines tats�chlichen R�ckzugs aus der Politik anmerken.</p><p>Sie sprach mit klarer Stimme und verhohlenem Foundationsakzent (sie war einmal als Botschafterin auf Mandress t�tig gewesen, hatte aber nie die alte imperiale Rhetorik angenommen, die inzwischen so in Mode gekommen war�� und Bestandteil eines quasi-imperialen Drangs in die inneren Provinzen).</p><p>�Die Seldon-Krise ist vor�ber�, sagte sie, �und es ist unser �berlieferter Brauch�� den ich f�r sehr klug halte��, da� weder mit Worten noch mit Taten gegen jene vorgegangen werden darf, die auf der falschen Seite gestanden haben. Viele ehrbare Leute glaubten aufrichtig, gute Gr�nde daf�r zu besitzen, etwas zu wollen, das Seldon nicht w�nschte. Es w�re unvern�nftig, sie zu dem�tigen und dadurch letztendlich zur Opposition gegen den Seldon-Plan selbst zu treiben. Andererseits ist es ein nachhaltig eingeb�rgertes, bef�rwortenswertes Brauchtum, da� die Anh�nger der unterlegenen Seite ihre Niederlage gern und ohne weitere Diskussionen hinnehmen. Die Auseinandersetzung liegt hinter uns�� f�r beide Seiten und f�r immer.�</p><p>Sie legte eine Pause ein, den Blick drei�ig Sekunden lang auf die Gesichter der Versammelten gerichtet. �Die H�lfte der gesetzten Frist ist verstrichen, Mitglieder des Rates�, sprach sie weiter, �die H�lfte der tausendj�hrigen Zeitspanne zwischen dem Bestand zweier Imperien. Sie ist eine Zeit voller Probleme gewesen, aber wir haben einen langen Weg zur�ckgelegt. In der Tat, wir sind schon fast ein Galaktisches Imperium, und wir kennen keine �u�eren Feinde von gr��erer Bedeutung mehr. Ohne den Seldon-Plan h�tte das Interregnum drei�igtausend Jahre gedauert, und nach drei�igtausend Jahren der Aufl�sung w�re m�glicherweise am Ende nicht genug Kraft verblieben, um ein neues Imperium aufzubauen. Wom�glich w�ren nur voneinander isolierte, zum Untergang verurteilte Welten �brig geblieben. Was wir heute sind, das verdanken wir Hari Seldon, und es mu� im Sinne seines l�ngst dahingeschiedenen Geistes geschehen, wenn wir danach streben, zu vollbringen, was noch zu tun ist. Die k�nftige Gefahr, Mitglieder des Rates, geht von uns selbst aus, und deshalb darf es von dieser Stunde an keine �ffentlichen Zweifel am Wert des Seldon-Plans mehr geben. La�t uns heute entschieden und mit allem Nachdruck dahingehend �bereinkommen, da� es in Zukunft keine �ffentliche Kritik, keine Zweifel am Plan geben soll, keine Ablehnung! Wir m�ssen ihn uneingeschr�nkt unterst�tzen! F�nf Jahrhunderte lang hat er sich bew�hrt. Er ist der beste Schutz der ganzen Menschheit, und deswegen darf er nicht aufs Spiel gesetzt werden. Sind wir darin einer Meinung?�</p><p>Ged�mpftes Gemurmel ert�nte. Die B�rgermeisterin blickte kaum auf, um nach sichtbaren Beweisen der Zustimmung zu suchen. Sie kannte jedes einzelne Mitglied des Rates und wu�te, wie jedes davon zu reagieren pflegte. So kurz nach ihrem Triumph w�rde niemand Einw�nde vortragen. Vielleicht n�chstes Jahr. Heute nicht. Sie beabsichtigte die Schwierigkeiten des n�chsten Jahres allerdings erst im n�chsten Jahr anzugehen.</p><p>Aber man mu�te immer mit einer Ausnahme rechnen�</p><p>�Gedankenkontrolle, B�rgermeisterin Branno?� fragte Golan Trevize, der durch den Mittelgang schlenderte und so laut sprach, als wolle er f�r das Schweigen der anderen einen Ausgleich schaffen. Er zog es vor, nicht an seinem Platz zu bleiben, der sich�� weil er ein neues Mitglied war�� in der letzten Reihe befand.</p><p>Nach wie vor blickte die Branno nicht auf. �Ratsherr Trevize�, erkundigte sie sich, �wie lauten Ihre Ansichten?�</p><p>�Da� die Regierung nicht das Recht der freien Meinungs�u�erung antasten darf, da� alle Individuen�� und zweifelsfrei auch die Ratsherren und Ratsdamen, die man zu eben diesem Zweck gew�hlt hat�� das Recht besitzen, politische Tagesfragen zu diskutieren, und da� m�glicherweise keine politische Angelegenheit mehr ohne Ber�cksichtigung des Seldon-Plans behandelt werden kann.�</p><p>Die Branno faltete die H�nde und hob den Blick. Ihr Gesicht war ausdruckslos. �Ratsherr Trevize�, sagte sie, �Sie sind in diese Debatte ohne Beachtung der Form und au�er der Ordnung eingetreten. Aber ich habe Sie gebeten, Ihre Ansichten zu �u�ern, und deshalb will ich Ihnen nun antworten. Im Kontext des Seldon-Plans ist eine Einschr�nkung des Rechts auf freie Meinungs�u�erung nicht beabsichtigt. Nur der Plan selbst erlegt uns aufgrund seiner Natur gewisse Beschr�nkungen auf. Man kann Ereignisse auf mancherlei Weise interpretieren, ehe das Seldon-Imago schlie�lich eine Entscheidung herbeif�hrt, sobald sie jedoch feststeht, kann es dar�ber im Verwaltungsrat keine weiteren Diskussionen geben. Man kann die Entscheidung auch nicht vorher in Frage stellen, etwa indem man sagt: �Falls Hari Seldon dies und jenes konstatiert, wird�s ein Irrtum sein.��</p><p>�Und wenn jemand aufrichtig so empfindet, verehrte B�rgermeisterin?�</p><p>�Dann darf er es als Privatperson und in privatem Rahmen sagen.�</p><p>�Sie meinen also, da� die Einschr�nkung der Meinungs�u�erung, die Sie vorschlagen, mit ausdr�cklicher Ausschlie�lichkeit f�r Vertreter der Regierung gelten soll?�</p><p>�Genau! Und dabei handelt es sich keineswegs um ein neuartiges Prinzip der Foundations-Gesetze. Es ist vielmehr bereits von B�rgermeistern aller Parteien angewendet worden. Eine Privatmeinung ist unwichtig. Eine offizi�se Meinungs�u�erung dagegen hat Gewicht und kann gef�hrlich sein. Wir sind nicht so weit gekommen, um uns �berfl�ssigen Gefahren auszusetzen.�</p><p>�Darf ich darauf hinweisen, B�rgermeisterin, da� das von Ihnen erw�hnte Prinzip nur �u�erst selten und bei besonderen Gelegenheiten zur Anwendung gelangt ist? Nie ist es auf etwas von solcher Tragweite und Undefinierbarkeit wie den Seldon-Plan angewendet worden.�</p><p>�Der Seldon-Plan mu� am dringendsten gesichert werden, denn er ist genau der Punkt, wo Kleinmut sich am verh�ngnisvollsten auswirken kann.�</p><p>�M�chten Sie sich nicht wenigstens <emphasis>einmal </emphasis>mit dem Gedanken befassen, B�rgermeisterin�� Trevize drehte sich um und wandte sich nun an die �brigen Ratsmitglieder, die in den Sitzreihen auf ihren Pl�tzen sa�en und die anscheinend alle den Atem anhielten, als warteten sie auf den Ausgang eines Duells. �M�chten <emphasis>Sie, </emphasis>werte Ratskollegen, sich nicht wenigstens <emphasis>einmal </emphasis>ernsthaft mit dem Gedanken befassen, da� aller Grund zu der Annahme besteht, es gibt gar keinen Seldon-Plan?�</p><p>�Wir alle haben heute mitansehen k�nnen, wie sehr er sich bew�hrt�, entgegnete B�rgermeisterin Branno, die im gleichen Ma� immer klarere Ruhe ausstrahlte, wie sich Trevize erhitzte und seine Rednerk�nste bem�hte.</p><p>�Eben das, was wir heute erlebt haben, ehrenwerte Ratsherren und Ratsdamen, zeigte uns, da� der Seldon-Plan, so wie er uns eingetrichtert worden ist, nicht existieren <emphasis>kann!�</emphasis></p><p>�Ratsherr Trevize, Sie reden hier au�erhalb der Ordnung und d�rfen Ihre Ausf�hrungen daher jetzt nicht fortsetzen.�</p><p>�Ich kann mich auf die Befugnisse meines Amtes berufen, B�rgermeisterin.�</p><p>�Die Amtsbefugnisse sind Ihnen soeben entzogen worden, Ratsherr.�</p><p>�Die Befugnis zum Reden vor dem Rat k�nnen Sie mir nicht entziehen. Ihre Darlegungen bez�glich der Einschr�nkung der Redefreiheit besitzen als solche keinerlei Gesetzeskraft. Im Rat hat keine Abstimmung �ber diese Sache stattgefunden, B�rgermeisterin, und selbst wenn�s so w�re, h�tte ich das Recht, ihre Rechtm��igkeit anzuzweifeln!�</p><p>�Der Entzug Ihrer Amtsbefugnisse, Ratsherr, steht in keinem Zusammenhang mit meinen Anregungen zur Absicherung des Seldon-Plans.�</p><p>�Mit was haben sie denn zu tun?�</p><p>�Sie werden des Verrats beschuldigt, Ratsherr. Ich m�chte dem Verwaltungsrat ungern die Unh�flichkeit zumuten, Sie hier im Beratungssaal festnehmen zu lassen, aber am Ausgang warten Angeh�rige der Sicherheit, um Sie in Gewahrsam zu nehmen, sobald Sie den Saal verlassen. Ich bitte Sie, nun ohne weiteres Aufsehen zu gehen. Sollten Sie sich jedoch unbedachte Handlungen erlauben, m�ssen sie als akute Bedrohung aufgefa�t werden, und die Leute der Sicherheit m�ssen den Saal betreten. Ich hoffe, Sie werden so etwas nicht erforderlich machen.�</p><p>Trevize stand wie versteinert da. Im Saal herrschte absolute Stille. (Hatten alle das erwartet�� alle au�er ihm selbst und Compor?) Er schaute hin�ber zu den T�ren. Im Moment war nichts zu sehen, aber er war sicher, da� B�rgermeisterin Branno keineswegs bluffte.</p><p>�Ich� ich bin Vertreter ei-eines bedeutenden Teils der W�hlerschaft, B�rgermeisterin Branno��, stammelte er voller Wut.</p><p>�Bestimmt werden Ihre W�hler von Ihnen entt�uscht sein.�</p><p>�Anhand welcher Beweise erheben Sie diese groteske Anschuldigung?�</p><p>�Die Beweise werden zu gegebener Zeit vorgelegt. Sie d�rfen sicher sein, da� wir alles haben, was wir brauchen. Sie sind ein recht indiskreter junger Mann und sollten sich merken, da� jemand Ihr Freund sein kann und doch nicht dazu bereit, mit Ihnen zusammen Verrat zu begehen.�</p><p>Trevize fuhr herum und starrte in Compors blaue Augen. Sie hielten seinem Blick stand, als seien sie aus Stein.</p><p>�Ich rufe alle Anwesenden zu Zeugen daf�r auf�, sagte B�rgermeisterin Branno ruhig, �da� sich nach meiner letzten Feststellung Ratsherr Trevize umgedreht und Ratsherr Compor angeschaut hat. Werden Sie nun gehen, Ratsherr, oder gedenken Sie uns zu der W�rdelosigkeit einer Festnahme in diesem Beratungssaal zu zwingen?�</p><p>Golan Trevize wandte sich ab, stieg die Stufen hinauf, und als er den Ausgang erreichte, traten ihm zwei bewaffnete M�nner in Uniform entgegen.</p><p>�Narr�, fl�sterte Harla Branno durch kaum ge�ffnete Lippen, w�hrend sie ihm mit gleichg�ltiger Miene nachblickte.</p></section><section><title><p>3</p></title><p>Seit B�rgermeisterin Brannos Amtszeit begonnen hatte, war Liono Kodell Direktor des Sicherheitsb�ros.</p><p>Seine T�tigkeit war nicht allzu aufreibend, wie er zu �u�ern pflegte, aber man konnte nicht sagen, ob er log oder die Wahrheit sprach. Er sah nicht wie ein L�gner aus, doch das mu�te nicht unbedingt etwas bedeuten.</p><p>Er wirkte wie ein gem�tlicher und freundlicher Mensch, und m�glicherweise war ein solches Aussehen gerade f�r seinen Posten am angebrachtesten. Seine K�rpergr��e lag unter dem Durchschnitt, wogegen sein K�rpergewicht �berdurchschnittlich war; er hatte einen struppigen Schnurrbart (sehr ungew�hnlich f�r einen B�rger von Terminus), mehr wei� als grau, braune Augen, und er wies an der �u�eren Brusttasche seines ansonsten einfarbigen Overalls eine Kennzeichnung in einer Grundfarbe auf.</p><p>�Nehmen Sie Platz, Trevize!� sagte er. �Wir wollen uns, wenn�s geht, auf freundschaftlicher Basis unterhalten.�</p><p>�Freundschaftlich? Mit einem Verr�ter?� Trevize hakte beide Daumen in seinen G�rtel und blieb stehen.</p><p>�Bis jetzt sind Sie nur des Verrats <emphasis>beschuldigt. </emphasis>Wir sind noch nicht dahin gekommen, da� eine Anschuldigung, auch wenn sie vom B�rgermeister selbst erhoben wird, bereits eine Verurteilung ist. Ich nehme an, dazu wird�s nie kommen. Meine Aufgabe ist�s, Sie von dieser Anschuldigung zu entlasten, wenn ich�s kann. Ich w�rde das gerne so schnell wie m�glich erledigen, solange noch kein Schaden entstanden ist�� au�er vielleicht, was Ihren Stolz angeht��, statt es auf eine �ffentliche Verhandlung dieser Angelegenheit ankommen zu lassen. Ich hoffe, wir sind uns diesbez�glich einig.�</p><p>Trevize regte sich keineswegs ab. �Verschwenden wir keine Zeit mit H�flichkeiten! Es ist Ihre Aufgabe, mich zu behandeln, als <emphasis>w�re </emphasis>ich ein Verr�ter. Ich bin keiner, und mir ist die Notwendigkeit, Ihnen das erst beweisen zu m�ssen, bis Sie zufrieden sind, sehr zuwider. Warum sollten nicht Sie <emphasis>Ihre </emphasis>Loyalit�t zu <emphasis>meiner </emphasis>Zufriedenheit beweisen m�ssen?�</p><p>�Grunds�tzlich spricht nichts dagegen. Es ist jedoch eine traurige Tatsache, da� auf meiner Seite Macht steht, auf Ihrer Seite dagegen keine. Deshalb habe ich das Recht, Ihnen Fragen zu stellen, und deshalb ist�s nun einmal nicht umgekehrt. Falls auf mich der Verdacht der Untreue oder des Verrats f�llt, mu� ich sicherlich davon ausgehen, da� man mich von meinem Amt suspendiert, und ich m��te einem anderen meinerseits Fragen beantworten, und ich hoffe sehr, da� derjenige mich nicht schlechter behandelt, als ich jetzt Sie zu behandeln beabsichtige.�</p><p>�Und wie beabsichtigen Sie mich zu behandeln?�</p><p>�Wie einen Freund und Gleichrangigen, w�rde ich sagen, wenn Sie sich mir gegen�ber auch so verhalten.�</p><p>�Soll ich Ihnen einen Drink spendieren?� fragte Trevize erbittert.</p><p>�Vielleicht sp�ter, aber nun setzen Sie sich bitte erst mal hin! Darum bitte ich Sie als Freund.�</p><p>Trevize z�gerte, dann nahm er Platz. Pl�tzlich empfand er den weiteren Trotz als sinnlos. �Was nun?� wollte er erfahren.</p><p>�Darf ich nun die Bitte vortragen, da� Sie alle meine Fragen wahrheitsgem��, vollst�ndig und ohne Ausfl�chte beantworten?�</p><p>�Und wenn nicht? Welche Drohung steckt dahinter? Psycho-Sonde?�</p><p>�Ich hoffe, das wird sich als �berfl�ssig erweisen.�</p><p>�Das hoffe ich auch. So etwas kann man mit einem Ratsherrn nicht machen. Es k�me dabei kein Verrat heraus, und sobald ich rehabilitiert w�re, k�nnte ich auf politischer Ebene Sie <emphasis>und </emphasis>vielleicht auch die B�rgermeisterin zu Fall bringen. Das k�nnte fast den Aufwand wert sein, Sie�s mit der Psycho-Sonde versuchen zu lassen.�</p><p>Kodell runzelte die Stirn und sch�ttelte andeutungsweise den Kopf. �O nein, o nein. Die Gefahr eines Gehirnschadens ist zu gro�. Manchmal verl�uft die Heilung langwierig, m�glicherweise w�rden Sie nutzlos viel Zeit verlieren. Soviel steht f�r mich fest. Wissen Sie, bisweilen, wenn man die Psycho-Sonde �bereilt anwendet��</p><p>�Sie drohen mir, Kodell?�</p><p>�Ich stelle nur Tatsachen fest, Trevize. Bitte mi�verstehen Sie mich nicht, Ratsherr. Wenn ich die Psycho-Sonde anwenden mu�, werde ich�s tun, und selbst wenn Sie unschuldig sind, haben Sie gegebenenfalls keinerlei Anspruch auf Entsch�digung. Aber wollen wir nicht dies Gerede �ber die Sonde unterlassen und uns statt dessen an die Vernehmung machen?�</p><p>�Was m�chten Sie wissen?�</p><p>Kodell legte vor sich auf dem Tisch einen Schalter um. �Meine Fragen und Ihre Antworten werden in Bild und Ton aufgezeichnet�, sagte er. �Ich m�chte von Ihnen keine unerbetenen Erkl�rungen und keine Abschweifungen. Nicht w�hrend ich Fragen stelle. Sicherlich haben Sie daf�r Verst�ndnis.�</p><p>�Wie ich es verstehe, w�nschen Sie nur aufzuzeichnen, was Ihnen in den Kram pa�t�, sagte Trevize ver�chtlich.</p><p>�Das ist durchaus richtig, aber ich mu� Sie nochmals bitten, mich nicht mi�zuverstehen. Ich habe nicht die Absicht, Ihre Aussagen irgendwie zu entstellen. Ich werde sie gegen Sie verwenden oder nicht, das ist alles. Aber Sie werden vorher wissen, was ich nicht verwende. Wenn wir so verfahren, vergeuden wir weder Ihre, noch meine Zeit.�</p><p>�Wir werden sehen.�</p><p>�Wir haben Grund zu der Annahme, Ratsherr Trevize���� die erh�hte F�rmlichkeit seines Tonfalls war Beweis genug daf�r, da� nunmehr die Aufzeichnung des Gespr�chs angefangen hatte��, �da� Sie bei mehreren Gelegenheiten �ffentlich ge�u�ert haben, nicht an den Seldon-Plan zu glauben.�</p><p>�Wenn ich das mehrmals und �ffentlich gesagt habe�, meinte Trevize bed�chtig, �was brauchen Sie noch mehr?�</p><p>�Lassen Sie uns keine Zeit mit Spitzfindigkeiten verplempern, Ratsherr. Sie wissen, was ich m�chte, ist ein offenes Eingest�ndnis aus Ihrem eigenen Mund, unwiderleglich nachweisbar anhand Ihres Stimmprofils, gemacht in einer Situation, in der Sie vollst�ndig Herr Ihres freien Willens sind.�</p><p>�Weil die Anwendung irgendwelcher Hypnomethoden, vermute ich, das Stimmprofil merklich beeinflussen w�rde?�</p><p>�Sehr deutlich.�</p><p>�Und Sie legen Wert darauf, eindeutig klarzustellen, da� Sie bei der Vernehmung eines Ratsherrn keine rechtswidrigen Methoden gebraucht haben? Daraus kann ich Ihnen wirklich keinen Vorwurf machen.�</p><p>�Freut mich zu h�ren, da� Sie mir keinen Vorwurf machen, Ratsherr. Also lassen Sie uns die Vernehmung fortsetzen! Sie haben �ffentlich erkl�rt, und zwar mehrmals, da� Sie an die Existenz des Seldon-Plans nicht glauben. Geben Sie das zu?�</p><p>�Ich bezweifle�, sagte Trevize langsam, indem er seine Worte sorgsam w�hlte, �da� der sogenannte Seldon-Plan die Bedeutung besitzt, die wir ihm gew�hnlich beimessen.�</p><p>�Eine vage Erkl�rung. W�rde es Sie �berfordern, sich genauer zu �u�ern?�</p><p>�Meine Ansicht lautet, da� die �bliche Vorstellung, Hari Seldon habe vor f�nfhundert Jahren anhand der mathematischen Wissenschaft namens Psychohistorie den weiteren Verlauf der menschlichen Geschichte bis ins letzte Detail erarbeitet und da� wir nach Ma�gabe der h�chsten Wahrscheinlichkeit einem historischen Kurs folgen, der uns am Ersten Galaktischen Imperium zum Zweiten Galaktischen Imperium bringt, ganz einfach naiv ist. Es kann nicht so sein.�</p><p>�Wollen Sie damit sagen, da� es nach Ihrer Meinung nie einen Hari Seldon gegeben hat?�</p><p>�Durchaus nicht. Nat�rlich hat�s ihn gegeben.�</p><p>�Oder da� er die Wissenschaft der Psychohistorie niemals entwickelt habe?�</p><p>�Nein, nat�rlich meine ich nichts dergleichen. Sehen Sie mal, Direktor, ich h�tte das alles ja dem Verwaltungsrat erl�utert, w�re mir diese M�glichkeit zugestanden worden, und ich will es ohne weiteres Ihnen darlegen. In Wahrheit meine ich schlichtweg das folgende��</p><p>Aber der Direktor des Sicherheitsb�ros hatte soeben in aller Ruhe und doch v�llig offensichtlich das Aufnahmeger�t abgeschaltet.</p><p>Trevize verstummte. �Warum haben Sie das getan?�</p><p>�Sie vergeuden meine Zeit, Ratsherr. Ich habe Sie nicht um Ansprachen gebeten.�</p><p>�Sie wollten, da� ich meine Ansichten auseinandersetze, oder?�</p><p>�Keineswegs. Ich habe Sie darum ersucht, Fragen zu beantworten�� mit einfachen, unumwundenen, direkten Antworten. Beantworten Sie <emphasis>nur </emphasis>meine Fragen, erz�hlen Sie mir nichts, wonach ich nicht frage! Beachten Sie diese Hinweise, und die Vernehmung wird nicht lange dauern!�</p><p>�Sie meinen�, sagte Trevize, �Sie m�chten mir �u�erungen entlocken, die die offizielle Version dessen unterst�tzen, was ich getan haben soll.�</p><p>�Sie werden um wahrheitsgetreue Aussagen gebeten, und ich versichere Ihnen, da� sie nicht entstellt werden. Bitte lassen Sie�s uns noch einmal versuchen! Wir haben �ber Hari Seldon gesprochen.� Er setzte das Aufnahmeger�t wieder in Betrieb. �Da� er die Wissenschaft der Psychohistorie nie entwickelt habe?� wiederholte er gleichm�tig.</p><p>�Selbstverst�ndlich hat er die Wissenschaft entwickelt, die wir Psychohistorie nennen�, sagte Trevize, dem es nicht gelang, seine Ungeduld zu verheimlichen, mit einer �bertriebenen Geb�rde ungn�digen Nachdrucks.</p><p>�Und wie w�rden Sie sie definieren?�</p><p>�Bei der Galaxis! �blicherweise definiert man sie als jenen Zweig der Mathematik, der sich mit den gesamtheitlichen Reaktionen gro�er Gruppen von Menschen auf unter gewissen Umst�nden erfolgte Stimuli besch�ftigt. Anders ausgedr�ckt, sie soll gesellschaftliche und historische Ver�nderungen im voraus erkennen.�</p><p>�Sie sagen, �sie soll�. Stellen Sie das vom Standpunkt mathematischer �berlegungen aus in Frage?�</p><p>�Nein�, antwortete Trevize. �Ich bin kein Psychohistoriker. Ebensowenig ist irgendein Mitglied der Foundationregierung, �berhaupt irgendein B�rger auf Terminus oder��</p><p>Kodell hob die Hand. �Ratsherr, ich bitte Sie!� sagte er leise, und Trevize hielt den Mund.</p><p>�Haben Sie einen Grund, um zu vermuten�, fragte Kodell, �Hari Seldon habe nicht die erforderlichen Analysen vorgenommen, deren es bedurfte, um so effizient wie m�glich die Faktoren der maximalen Wahrscheinlichkeit und k�rzesten Dauer zusammenzufassen, die den Weg vom Ersten Imperium �ber die Foundation zum Zweiten Imperium weisen?�</p><p>�Ich war nicht dabei�, erwiderte Trevize sardonisch. �Wie kann ich es also wissen?�</p><p>�K�nnen Sie wissen, da� er�s nicht getan hat?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Leugnen Sie vielleicht, da� das holographische Bildnis Hari Seldons, das sich im Laufe der vergangenen f�nfhundert Jahre anl��lich jeder einer ganzen Reihe von Krisen gezeigt hat, eine tats�chliche, von ihm selber in seinem letzten Lebensjahr, kurz vor der Gr�ndung der Foundation, angefertigte Wiedergabe Hari Seldons ist?�</p><p>�Ich nehme an, das kann ich nicht leugnen.�</p><p>�Sie �nehmen an�. W�rden Sie sagen, es handle sich um eine T�uschung, eine Irref�hrung, von jemandem in unserer fr�heren Geschichte ausgeheckt?�</p><p>Trevize seufzte. �Nein. Das behaupte ich nicht.�</p><p>�Sind Sie denn zu behaupten bereit, die Botschaften, die Hari Seldon uns aus der Vergangenheit �bermittelt, seien irgendwie von irgendwem manipuliert worden?�</p><p>�Nein. Ich sehe keinen Anla� zu der Vermutung, eine derartige Manipulation sei m�glich oder n�tzlich.�</p><p>�Aha, verstehe. Sie haben das allerneueste Erscheinen des Seldon-Imagos miterlebt. Finden Sie, da� seine Analyse, vorbereitet vor f�nfhundert Jahren, den tats�chlichen Verh�ltnissen in der Gegenwart nicht weitgehendst entsprechen?�</p><p>�Im Gegenteil�, entgegnete Trevize mit pl�tzlicher Schadenfreude. �Die �bereinstimmung geht sehr weit.�</p><p>Anscheinend machten seine Gef�hlsregungen auf Kodell keinen Eindruck. �Und doch bleiben Sie auch nach Seldons Erscheinen bei der Behauptung, Ratsherr, es g�be keinen Seldon-Plan?�</p><p>�Ja, freilich. Ich bleibe dabei, da� er nicht existiert, eben <emphasis>weil</emphasis> die Analyse den Verh�ltnissen so genau entspricht.�</p><p>Kodell hatte das Aufnahmeger�t erneut ausgeschaltet. �Ratsherr�, sagte er mit einem Kopfsch�tteln, �Sie erlegen mir die Mehrarbeit des L�schens auf. Ich frage Sie, ob Sie bei Ihrer sonderbaren Ansicht bleiben, und Sie fangen an, mir Gr�nde zu nennen. Lassen Sie mich die Frage wiederholen!� Er tat es. �Und doch, Ratsherr, bleiben Sie auch nach Seldons Erscheinen bei der Behauptung, es g�be keinen Seldon-Plan?�</p><p>�Woher wissen Sie das? Niemand hatte eine Gelegenheit, nach dem Erscheinen Seldons mit meinem falschen Freund Compor ein Wort zu wechseln.�</p><p>�Sagen wir einmal, wir haben�s erraten, Ratsherr. Au�erdem wollen wir beachten, Sie haben schon �Ja, freilich� gesagt. Wenn Sie das nochmals wiederholen, ohne irgendwelche Erg�nzungen hinzuzuf�gen, kommen wir endlich weiter.�</p><p>�Ja, freilich�, sagte Trevize mit Ironie.</p><p>�Gut�, sagte Kodell. �Ich werde sp�ter entscheiden, welches �J�, freilich� nat�rlicher klingt. Vielen Dank, Ratsherr.� Wieder schaltete er das Aufnahmeger�t ab.</p><p>�W�r�s das?� erkundigte sich Trevize.</p><p>�F�r das, was wir brauchen, ja.�</p><p>�Was Sie brauchen, ist offenbar eine Reihenfolge von Fragen und Antworten, die Sie auf Terminus und �berall, wo die Foundations-F�deration regiert, vorweisen k�nnen, um zu zeigen, da� ich das M�rchen vom Seldon-Plan vorbehaltlos glaube. Dadurch wird jeder Zweifel, wie ich ihn am Schlu� �u�ere, v�llig r�tselhaft, wenn nicht gar zur Verr�cktheit.�</p><p>�Oder in den Augen einer erregten Menge, die den Seldon-Plan als grundlegend bedeutsam f�r die Sicherheit der Foundation h�lt, sogar zum Verrat. Vielleicht wird es unn�tig sein, unsere Unterhaltung publik zu machen, Ratsherr, wenn wir zu irgendeiner �bereinkunft gelangen k�nnen. Sollte es sich aber als n�tig erweisen, werden wir daf�r sorgen, da� man �berall in der F�deration Ihre �u�erungen erf�hrt.�</p><p>�Sind Sie so dumm, Direktor�, meinte Trevize mit finsterer Miene, �nicht das mindeste Interesse an dem zu hegen, was ich wirklich zu sagen habe?�</p><p>�Als Mitmensch bin ich stark interessiert, und falls sich zu irgendeiner Zeit eine geeignete Gelegenheit ergibt, werde ich Ihnen mit Interesse zuh�ren, allerdings auch mit einer gewissen Skepsis. In meiner Eigenschaft als Direktor des Sicherheitsb�ros jedoch habe ich vorerst genau das, was ich brauche.�</p><p>�Ich hoffe, Sie sind sich dar�ber im klaren, da� das Ihnen <emphasis>und </emphasis>der B�rgermeisterin schlecht bekommen wird.�</p><p>�Sonderbarerweise bin ich nicht dieser Auffassung. Sie werden nun gehen. Unter Bewachung, versteht sich.�</p><p>�Wohin werde ich gebracht?�</p><p>Kodell l�chelte lediglich. �Auf Wiedersehen, Ratsherr. Sie waren nicht g�nzlich kooperativ, aber es w�re wohl unrealistisch gewesen, so etwas von Ihnen zu erwarten.�</p><p>Er streckte seine Hand aus.</p><p>Trevize, der aufstand, mi�achtete sie. Er strich seinen G�rtel glatt. �Sie z�gern das Unvermeidliche nur hinaus�, sagte er. �Andere d�rften genauso wie ich denken, oder wenn nicht, werden sie sp�ter so wie ich denken. Wenn Sie mich einsperren oder umbringen, wird das die Leute nur dazu veranlassen, sich Fragen zu stellen, und damit beschleunigen Sie das Entstehen solcher Gedanken. Am Ende wird die Wahrheit den Sieg davontragen.�</p><p>Kodell senkte die Hand und sch�ttelte langsam den Kopf. �Wirklich, Trevize�, sagte er, �Sie <emphasis>sind </emphasis>ein Narr!�</p></section><section><title><p>4</p></title><p>Erst um Mitternacht kamen zwei W�chter, um Trevize aus einem Aufenthaltsraum zu holen, den er beim besten Willen nur als Luxuszimmer bezeichnen konnte, gelegen im Hauptquartier der Sicherheitsbeh�rde. Luxuri�s, aber abgeschlossen. Im wesentlichen also nichtsdestoweniger eine Gef�ngniszelle.</p><p>�ber vier Stunden hatte Trevize zur Verf�gung gehabt, um nachtr�glich bittere �berlegungen anzustellen, und w�hrend des l�ngsten Teils dieser Zeitspanne war er ruhelos im Zimmer hin und her gewandert.</p><p>Warum hatte er Compor Vertrauen entgegengebracht?</p><p>Weshalb h�tte er es nicht tun sollen? Er war so eindeutig der gleichen Meinung gewesen. Nein, das nun wieder nicht. Er hatte den Eindruck erweckt, er lasse sich bereitwillig �berzeugen. Nein, auch das nicht. Er hatte so d�mmlich gewirkt, so leicht beeinflu�bar, als mangle es ihm zweifelsfrei an eigenem Verstand und eigenen Meinungen, und daher war Trevize die Gelegenheit nur willkommen gewesen, ihn als bequeme Resonanzfl�che zu benutzen, die dazu diente, Trevizes versuchsweise Redensarten zu empfangen und wiederzugeben. Er hatte Trevize dabei geholfen, seine Meinungen abzukl�ren, sie besser zu formulieren. Compor war n�tzlich gewesen. Er hatte ihm aus keinem anderen Grund vertraut au�er Bequemlichkeit.</p><p>Aber es war zwecklos, jetzt nachzugr�beln, ob er Compor h�tte durchschauen m�ssen oder nicht.</p><p>Aber konnte man durchs Leben gehen, ohne irgend jemand zu trauen?</p><p>Offensichtlich mu�te er genau das tun.</p><p>Und wer h�tte damit gerechnet, da� Branno die Frechheit aufbr�chte, einen Ratsherrn aus dem Sitzungssaal zu weisen�� und da� kein einziges anderes Ratsmitglied genug Zivilcourage besa�, um jemanden aus ihrer Mitte, einen ihresgleichen, dagegen zu sch�tzen? Auch wenn sie im Grunde ihres Herzens Trevizes Ansichten ablehnten, auch wenn sie darauf, da� Branno recht hatte, ihr Blut verwetten w�rden�� Tropfen f�r Tropfen��, f�r seine Begriffe h�tten sie dennoch aus prinzipiellen Erw�gungen zu seinen Gunsten einschreiten m�ssen, weil man mit der Verletzung seiner Befugnisse die Befugnisse aller Ratsmitglieder angetastet hatte. Branno die Bronzefrau, so nannte man sie manchmal; und soviel stand fest, sie handelte mit metallischer H�rte�</p><p>Au�er sie befand sich selbst in der Hand�</p><p>Halt! Diese Gedankeng�nge f�hrten zur Paranoia!</p><p>Trotzdem� Sein Verstand ging noch immer im Kreise und hatte die engen Grenzen aussichtsloser Wiederholungen noch nicht durchbrochen, als die W�chter kamen.</p><p>�Sie werden mit uns kommen m�ssen, Ratsherr�, sagte der Diensth�here der beiden M�nner mit unemotionaler W�rde. Seine Rangabzeichen kennzeichneten ihn als Lieutenant. Seine rechte Wange wies eine kleine Narbe auf, und er sah abgeschlafft aus, als habe er schon zu lange gedient und im Laufe seines Dienstes zu wenig N�tzliches getan�� ganz wie man es von Soldaten erwarten konnte, deren Volk seit zwei Jahrhunderten in Frieden lebte.</p><p>Trevize blieb unbeeindruckt. �Wie ist Ihr Name, Lieutenant?�</p><p>�Ich bin Lieutenant Evander Sopellor, Ratsherr.�</p><p>�Sie sind sich dar�ber im klaren, Lieutenant, da� Sie gegen das Gesetz versto�en? Sie k�nnen einen Ratsherrn nicht verhaften!�</p><p>�Wir haben unmi�verst�ndliche Befehle erhalten, Sir�, antwortete der Lieutenant.</p><p>�Das spielt keine Rolle. Man darf Ihnen nicht befehlen, ein Ratsmitglied zu verhaften. Sie sollten ber�cksichtigen, da� Sie daf�r zu gegebener Zeit vor ein Milit�rgericht gestellt werden k�nnen.�</p><p>�Sie sind nicht verhaftet, Ratsherr�, entgegnete der Lieutenant.</p><p>�Dann brauche ich ja auch nicht mit Ihnen zu gehen, oder?�</p><p>�Wir haben Anweisung, Sie nach Hause zu eskortieren.�</p><p>�Ich kenne den Weg.�</p><p>�Und Sie unterwegs zu sch�tzen.�</p><p>�Wovor? Oder vielmehr, vor wem?�</p><p>�Vor einer Menschenmenge, die sich wom�glich versammeln k�nnte.�</p><p>�Um Mitternacht?�</p><p>�Eben aus diesem Grund haben wir bis Mitternacht gewartet, Sir. Und nun m�ssen wir Sie bitten, zu Ihrem eigenen Schutz mit uns zu kommen. Ich will damit keine Drohung zum Ausdruck bringen, aber ich m�chte Ihnen sagen, da� wir die Erlaubnis haben, falls n�tig, Gewalt anzuwenden.�</p><p>Trevize hatte die Elektropeitschen, welche die zwei M�nner bei sich trugen, l�ngst bemerkt. Er erhob sich mit�� wie er hoffte�� w�rdevoller Gelassenheit. �Nun gut, also nach Hause. Oder werde ich zu guter Letzt doch feststellen m�ssen, da� Sie mich in ein Gef�ngnis transportieren?�</p><p>�Uns ist keineswegs befohlen worden, Sie zu bel�gen, Sir�, sagte der Lieutenant mit gewissem Stolz. Trevize begriff, da� er es mit einem Berufssoldaten zu tun hatte, also jemandem, der eines ausdr�cklichen Befehls bedurfte, ehe er log; und wenn er log, w�rden sein Tonfall und seine Miene ihn verraten.</p><p>�Entschuldigen Sie, Lieutenant�, sagte Trevize. �Ich wollte nicht andeuten, da� ich an Ihrem Wort zweifle.�</p><p>Drau�en wartete ein Wagen. Die Stra�e lag verlassen, nirgends war ein Mensch zu sehen, ganz zu schweigen von einem Mob. Aber der Lieutenant hatte die Wahrheit gesprochen. Er hatte nicht behauptet, drau�en sei ein Mob. Nur von �einer Menschenmenge, die sich wom�glich versammeln k�nnte�, hatte er geredet. �Wom�glich k�nnte�, hatte er gesagt.</p><p>Der Lieutenant hatte Trevize wachsam zwischen sich und dem Wagen gehalten. Trevize h�tte nicht losst�rzen und davonrennen k�nnen. Unmittelbar nach ihm stieg der Lieutenant ein und setzte sich an seine Seite. Der Wagen fuhr ab.</p><p>�Ich nehme an�, sagte Trevize, �da� ich, sobald ich daheim bin, wieder ungehindert meinen Gesch�ften nachgehen kann�� zum Beispiel fortgehen, wenn ich�s m�chte.�</p><p>�Uns liegt kein Befehl vor, Ratsherr, Sie in irgendeiner Weise zu behindern, au�er insofern, da� wir Befehl haben, Sie zu sch�tzen.�</p><p>�Insofern? Was hat das in diesem Fall zu bedeuten?�</p><p>�Meine Anweisung lautet, Sie dar�ber aufzukl�ren, da� Sie Ihren Wohnsitz, sobald Sie erst einmal dort sind, nicht verlassen d�rfen. Die Stra�en sind f�r Sie zu unsicher, und ich bin f�r Ihre Sicherheit verantwortlich.�</p><p>�Sie wollen sagen, ich stehe unter Hausarrest.�</p><p>�Ich bin kein Anwalt, Ratsherr. Ich wei� nicht, was das hei�t.�</p><p>Er blickte geradeaus, aber sein Ellbogen ber�hrte Trevizes Seite. Trevize konnte keine noch so geringf�gige Bewegung machen, ohne da� der Lieutenant sie bemerkte.</p><p>Der Wagen hielt vor Trevizes kleinem Haus im Vorort Flexner. Gegenw�rtig lebte er ohne Gef�hrtin�� Flavella war des unregelm��igen Lebens, das die Ratsmitgliedschaft ihm abverlangte, schlie�lich �berdr�ssig geworden��, deshalb ging er davon aus, da� niemand ihn erwartete.</p><p>�Darf ich jetzt aussteigen?� fragte Trevize.</p><p>�Ich steige als erster aus, Ratsherr. Wir werden Sie hineinbegleiten.�</p><p>�Im Interesse meiner Sicherheit?�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>Drinnen, hinter der T�r, standen zwei Wachen. Die Nachtbeleuchtung brannte, aber war von drau�en unsichtbar, weil man die Fenster verdunkelt hatte.</p><empty-line/><p>Im ersten Moment empfand er wegen dieses Eindringens Emp�rung, dann tat er den neuen Zwischenfall mit einem innerlichen Achselzucken ab. Wenn der Verwaltungsrat nicht einmal im eigenen Sitzungssaal seine Sicherheit gew�hrleistete, wie sollte er da erwarten, da� sein Heim sich als seine Burg bew�hrte?</p><p>�Wieviel sind denn schon hier?� fragte Trevize. �Ein ganzes Regiment?�</p><p>�Nein, Ratsherr�, ert�nte eine strenge, feste Stimme. �Nur eine weitere Person au�er denen, die Sie sehen, und ich habe lange genug auf Sie gewartet.�</p><p>Harla Branno, Terminus� B�rgermeisterin, stand auf der Schwelle zum Wohnzimmer. �H�chste Zeit, da� wir uns einmal in aller Ruhe unterhalten, finden Sie nicht auch?�</p><p>Trevize starrte sie an. �All dieser Popanz, nur um��</p><p>�Schweigen Sie, Ratsherr!� unterbrach die Branno ihn mit leiser Stimme, aber in nachdr�cklichem Tonfall. �Und Sie treten ab!� wandte sie sich an die vier Wachen. �Hinaus und drau�en Posten gestanden! Hier drinnen wird alles seine Ordnung haben.�</p><p>Die vier Wachen salutierten und vollzogen auf dem Absatz eine Kehrtwendung. Trevize und die Branno blieben allein zur�ck.</p></section></section><section><title><p>Zweites Kapitel</p><p>B�rgermeisterin</p></title><section><title><p>5</p></title><p>Die Branno hatte eine Stunde lang gewartet und m�de �ber alles nachgedacht. Rein formal gesehen hatte sie sich des Einbruchs und Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Dar�ber hinaus�� und das wog schwerer�� hatte sie gegen die Verfassung versto�en und die Rechte eines Ratsmitglieds angetastet. Auf der Grundlage der strengen Gesetze, die seit den Tagen Indburs III. und des Fuchses alle B�rgermeister zur Rechenschaft verpflichteten, konnte sie zur Verantwortung gezogen werden.</p><p>Am heutigen Tag jedoch�� vierundzwanzig Stunden lang�� konnte sie gar nichts falsch machen.</p><p>Doch das w�rde vor�bergehen. Sie vollf�hrte nerv�se Bewegungen.</p><p>Die ersten eineinhalb Jahrhunderte waren das Goldene Zeitalter der Foundation gewesen, die �ra der Heroen�� zumindest im R�ckblick, wenn wom�glich auch keineswegs f�r die Ungl�cklichen, die in jenen unsicheren Zeiten gelebt hatten. Salvor Hardin und Hober Mallow waren die beiden gr��ten Heldengestalten gewesen, l�ngst in den Status von Halbg�ttern erhoben, sogar in einem Ma�, da� sie fast als Rivalen des unvergleichlichen Hari Seldon gelten konnten. Diese drei M�nner bildeten ein Dreigestirn, auf dem alle Legenden der Foundation (und selbst die Historie der Foundation) fu�ten.</p><p>In jenen Tagen war die Foundation jedoch nur eine winzige Welt, mit lediglich wechselhaftem Einflu� auf die Vier K�nigreiche, sich nur verschwommen dessen bewu�t, da� der Seldon-Plan eine sch�tzende Hand �ber sie hielt, sie sogar gegen die Reste des m�chtigen Galaktischen Imperiums sicherte.</p><p>Und je mehr Macht die Foundation im Laufe ihres Anwachsens als politische und wirtschaftliche Einheit errang, um so unbedeutendere F�hrer und K�mpfer hatte sie allem Anschein nach hervorgebracht. Lathan Devers war schon nahezu vergessen. Falls man sich an ihn entsann, dann h�chstens im Zusammenhang mit seinem tragischen Tod im Gef�ngnis, weniger aufgrund seines �berfl�ssigen Ringens mit Bel Riose.</p><p>Und was Bel Riose anging, den nobelsten aller Gegner der Foundation, so war auch er bereits fast ganz in Vergessenheit geraten, �berschattet vom Fuchs, der als einziger von allen Feinden der Foundation den Ablauf des Seldon-Plans unterbrochen, die Foundation geschlagen und sie beherrscht hatte. Nur er galt noch als gro�er Feind, ja sogar als einer der letzten Gro�en �berhaupt.</p><p>Kaum jemand erinnerte sich noch daran, da� der Fuchs im wesentlichen von einer einzelnen Person zum Scheitern gebracht worden war, einer Frau, Bayta Darell; und da� sie diese Tat ohne irgend jemandes Hilfe begangen hatte, <emphasis>sogar ohne die Unterst�tzung des Seldon-Plans. </emphasis>Gleichfalls war nahezu v�llig vergessen, da� ihr Sohn und ihre Enkelin�� Toran und Arkady Darell�� der Zweiten Foundation eine Niederlage zuf�gten, so da� die Foundation, die <emphasis>Erste </emphasis>Foundation, die Oberhand behielt.</p><p>Man betrachtete diese Sieger vergangener Tage nicht l�nger als Helden. Die Zeiten waren in ihrem Lauf viel zu expansiv geworden, um mit Helden irgend etwas anderes anfangen zu k�nnen, als sie zu normalen Sterblichen gesundzuschrumpfen. Zu guter Letzt hatte auch Arkadys Biographie ihrer Gro�mutter sie von einer Heldin zu einer blo� romantischen Gestalt verkleinert.</p><p>Und seither hatte es keine Helden mehr gegeben�� nicht einmal noch romantische Gestalten. Der Kalganische Krieg war das letzte Geschehen von tats�chlich gewaltt�tigem Charakter gewesen, das die Foundation betraf, und dabei hatte es sich um einen nur unbedeutenden Konflikt gehandelt. Zwei Jahrhunderte wirklichen, wahrhaftigen Friedens! Hundertzwanzig Jahre lang war kein einziges Raumschiff auch nur angeschrammt worden.</p><empty-line/><p>Der Friede war angenehm gewesen, die Branno war weit davon entfernt, das zu leugnen; der Friede hatte sich ausgezahlt. Die Foundation hatte zwar noch kein Zweites Galaktisches Imperium errichtet�� dem Seldon-Plan zufolge befand sie sich erst auf halbem Wege zu diesem Ziel��, besa� aber in Form der Foundations-F�deration die Vorherrschaft �ber ein gutes Drittel der in der Galaxis verstreuten politischen Einheiten, und was sie nicht unter Kontrolle hatte, darauf �bte sie immerhin ihren Einflu� aus. Es gab in der gesamten Galaxis nur wenige Gegenden, wo man jemandem, der von sich sagen konnte: �Ich komme von der Foundation�, nicht mit Respekt begegnete. Auf all den Millionen von bewohnten Welten nahm niemand einen h�heren Rang ein als der B�rgermeister von Terminus.</p><p>Noch immer lautete der Titel so. Er war �berliefert worden vom Oberhaupt einer einzelnen, kleinen, nachgerade allgemein �bersehenen Stadt im �u�ersten Grenzgebiet der galaktischen Zivilisation, �ber f�nf Jahrhunderte hinweg, aber niemandem w�re es nur im Traum eingefallen, ihn zu ver�ndern, oder seinem Klang auch nur ein einziges Atom mehr an Glorie zu verleihen. Wie die Dinge standen, kam nur der so gut wie vergessene Titel der Kaiserlichen Majest�t ihm noch an Eindrucksst�rke gleich.</p><p>Au�er auf Terminus selbst, wo man der Macht des B�rgermeisters wohl�berlegt Grenzen gezogen hatte.</p><p>Die Erinnerung an die Indburs blieb wach. Nicht ihre Tyrannei war es, was die Menschen nicht vergessen konnten, sondern die Tatsache, da� sie dem Fuchs unterlegen gewesen waren.</p><p>Und hier war nun sie, Harla Branno, seit dem Tod des Fuchses die st�rkste F�hrerpers�nlichkeit (dessen war sie sich vollauf bewu�t), erst die f�nfte Frau im Amt des B�rgermeisters. Und erst am heutigen Tag war sie dazu in der Lage gewesen, ihre St�rke offen zu zeigen.</p><p>Sie hatte um ihr Verst�ndnis von dem, was richtig war, was geschehen sollte, hartn�ckig gek�mpft, sich gegen die �berw�ltigende Opposition jener gestellt, die es zum Innern der Galaxis und dem damit verbundenen Prestige zog, denen an der Aura imperialer Macht lag, und sie hatte sich durchgesetzt.</p><p>Noch nicht, hatte sie beharrt. Noch nicht! Verlegt zu fr�h in die Mitte der Galaxis, und ihr werdet aus diesen und jenen Gr�nden eine Abfuhr erleiden! Und dann war das Seldon-Imago erschienen und hatte sie letztendlich mit Darlegungen unterst�tzt, die fast aufs Wort ihrer Argumentation �hnelten.</p><p>Das hatte sie�� f�r einige Zeit�� in den Augen der gesamten Foundation so weise wie Seldon selbst gemacht.</p><p>Und da wagte dieser junge Mann sie an diesem ihren Tag aller Tage derartig herauszufordern.</p><p>Und er wagte es, obendrein auch recht zu haben!</p><p>Das war daran die Gefahr. Er hatte recht! Und weil er recht hatte, konnte er die Foundation zerst�ren!</p><p>Und nun stand sie ihm unter vier Augen gegen�ber.</p><p>�H�tten Sie nicht allein zu mir kommen k�nnen?� meinte sie kummervoll. �Mu�ten Sie in Ihrem idiotischen Wunsch, mich herunterzumachen, alles �ffentlich im Sitzungssaal ausposaunen? Was haben Sie blo� angestellt, Sie dummer Junge?!�</p></section><section><title><p>6</p></title><p>Trevize f�hlte, wie er err�tete, und bem�hte sich, seinen �rger zu unterdr�cken. Sie war eine �ltere Frau, w�rde mit ihrem n�chsten Geburtstag dreiundsechzig werden. Es widerstrebte ihm, sich mit jemandem, der zweimal so alt war wie er, auf einen lautstarken Streit einzulassen.</p><p>Au�erdem war sie in politischen Auseinandersetzungen sehr erfahren und wu�te, wenn sie einen Widersacher bereits am Anfang aus dem Gleichgewicht bringen konnte, hatte sie schon halb gewonnen. Aber es brauchte Zuschauer, um eine solche Taktik wirksam anzuwenden, und hier gab es keine Zuschauer, vor denen jemand gedem�tigt werden konnte. Hier befanden sich nur sie beide.</p><p>Also �berh�rte er ihre Bemerkung und bot alle M�he auf, sie leidenschaftslos zu mustern. Sie war eine gealterte Frau, bekleidet in der Unisex-Mode, die seit zwei Generationen anhielt, ohne da� sie sie kleidete. Die B�rgermeisterin, Oberhaupt der Galaxis, wenn schon von irgendeinem Oberhaupt die Rede sein sollte, war nur eine schlichte �ltliche Dame, die man leicht f�r einen alten Knaben h�tte halten k�nnen, w�re ihr eisengraues Haar nicht hinten straff befestigt gewesen, statt in traditioneller m�nnlicher Frisur frei und locker getragen zu werden.</p><p>Trevize l�chelte auf einnehmende Weise. Wie sehr sich ein �lterer Opponent auch bem�hen mochte, die Bezeichnung �Junge� wie eine Herabsetzung klingen zu lassen, dieser �Junge� hier verf�gte �ber die Vorteile der Jugend, des guten Aussehens sowie den, dar�ber genau Bescheid zu wissen.</p><p>�Es stimmt�, sagte er, �ich bin erst zweiunddrei�ig und daher gewisserma�en ein Junge. Und ich bin Ratsherr und infolgedessen�� <emphasis>ex officio�� </emphasis>wohl auch ein Dummkopf. An der ersten Tatsache kann ich nichts �ndern. Was die zweite betrifft, kann ich sie nur bedauern.�</p><p>�Wissen Sie �berhaupt, was Sie angerichtet haben? Stehen Sie nicht da herum und spielen Sie den Ganzgescheiten! Setzen Sie sich und bringen Sie Ihr Gehirn zum Arbeiten, falls es Ihnen m�glich ist, und geben Sie mir vern�nftige Antworten!�</p><p>�Ich wei�, was ich getan habe. Ich habe die Wahrheit gesagt, so wie ich sie sehe.�</p><p>�Und an diesem heutigen Tag wollten Sie versuchen, mir damit Schwierigkeiten zu bereiten? Ausgerechnet an diesem Tag, an dem mein Ansehen so gro� ist, da� ich Sie aus dem Saal weisen und festnehmen lassen konnte, ohne da� jemand zu protestieren gewagt h�tte?�</p><p>�Der Verwaltungsrat wird zur Besinnung kommen, und dann wird er protestieren. Vielleicht besch�ftigt man sich schon damit. Und wegen der Repressalien, die Sie gegen mich verf�gen, wird man mir um so aufmerksamer zuh�ren.�</p><p>�Niemand wird Ihnen zuh�ren, denn w�re ich der Auffassung, Sie w�rden das weiterhin treiben, was Sie bisher getan haben, ich w�rde Sie auch weiter als Verr�ter betrachten und mit allen Handhaben, die das Gesetz mir bietet, gegen Sie vorgehen.�</p><p>�In dem Fall m��te man eine Verhandlung durchf�hren. Ich bek�me meinen gro�en Tag vor Gericht.�</p><p>�Verlassen Sie sich nicht drauf! Im Notstandsfall ist die Macht eines B�rgermeisters gewaltig, wie selten sie auch in so einem Umfang genutzt wird.�</p><p>�Aus was f�r einem Grund wollten Sie den Notstand verk�nden?�</p><p>�Mir fiele schon irgendein Grund ein. Soviel Einfallsreichtum habe ich, und ich h�tte keine Bange vor dem politischen Risiko. Zwingen Sie mich zu nichts, junger Mann. Wir werden hier und jetzt zu einer Einigung gelangen, oder Sie d�rfen nie wieder frei sein. Sie werden f�r den Rest Ihres Lebens eingesperrt, das garantiere ich Ihnen.�</p><p>Sie starrten einander an, die Branno in Grau, Trevize in vielf�ltig schattiertem Braun.</p><p>�Was f�r eine Art von Einigung schlagen Sie vor?� fragte Trevize nach.</p><p>�Aha. Sie sind neugierig geworden. Das ist schon besser. Dann k�nnen wir von der Konfrontation zur Verst�ndigung �bergehen. Wie lautet Ihr Standpunkt?�</p><p>�Das wissen Sie doch sehr gut. Sie haben sich doch von Ratsherr Compor alles haarklein petzen lassen, oder etwa nicht?�</p><p>�Ich m�chte es aber von <emphasis>Ihnen </emphasis>h�ren�� und zwar im Licht der gerade �berwundenen Seldon-Krise.�</p><p>�Na sch�n, wenn�s das ist, was Sie wollen verehrte B�rgermeisterin.� Um ein Haar h�tte er �Alte� zu ihr gesagt. �Das Seldon-Imago lag viel zu richtig mit allem. Unglaubw�rdig richtig nach f�nfhundert Jahren. Ich glaube, das war das achte Mal, da� es erschienen ist. Einige Male war niemand da, um zu h�ren, was Seldon zu sagen hatte. Bei mindestens einer Gelegenheit, n�mlich unter Indbur III. lag er mit dem, was er sagte, v�llig neben der Realit�t�� aber das war ja zur Zeit des Fuchses, nicht wahr? Doch bei welchem seiner bisherigen Auftritte war er derma�en korrekt mit seinen Annahmen wie heute?�</p><p>Trevize gestattete sich ein knappes L�cheln. �Soweit unsere Aufzeichnungen aus der Vergangenheit das beweisen, hat Seldon die Situation so zutreffend beschrieben, bis hinein in nebens�chlichste Details.�</p><p>�Sie unterstellen also�, sagte die Branno, �da� Seldons Auftreten, sein holographisches Abbild, ein Betrug ist, da� die Seldon-Analysen von einer zeitgen�ssischen Person fabriziert werden, vielleicht mir selbst, da� wom�glich ein Schauspieler Seldons Rolle spielt.�</p><p>�Nicht undenkbar, B�rgermeisterin, aber das ist�s nicht, was ich meine. Die Wahrheit ist viel schlimmer. Ich glaube durchaus, da� es Seldon ist, den wir zu sehen bekommen, und da� seine Beschreibung des gegenw�rtigen historischen Zeitpunkts sehr wohl die Beschreibung ist, die er vor f�nfhundert Jahren vorbereitet hat. Das habe ich bereits Kodell erkl�rt, Ihrem Chef der Sicherheit, der mich sorgsam durch eine Scharade gelenkt hat, in der ich scheinbar die abergl�ubischen Auffassungen der gedankenlosen Foundationsb�rger best�tige.�</p><p>�Ja, und falls notwendig, werden wir diese Aufnahme benutzen, um der ganzen Foundation zu zeigen, da� Sie niemals in wirklicher Opposition zu uns gestanden haben.�</p><p>Trevize breitete die Arme aus. �Aber ich stehe in Opposition. Es gibt keinen Seldon-Plan in dem Sinne, wie wir daran glauben, so einen hat�s vielleicht zwei Jahrhunderte lang nicht mehr gegeben. Ich vermute es schon seit Jahren, und was wir vor zw�lf Stunden im Zeittresor erlebt haben, best�tigt meine Vermutung.�</p><p>�Weil Seldon zu genau gewesen sein soll?�</p><p>�Eben das. Lachen Sie nicht! Das ist der endg�ltige Beweis.�</p><p>�Wie Sie selbst sehen, lache ich gar nicht. Reden Sie weiter!�</p><p>�Wie hat er in jeder Hinsicht so akkurat sein k�nnen? Vor zwei Jahrhunderten war Seldons Analyse der damaligen Gegenwart v�llig falsch. Seit der Gr�ndung der Foundation waren dreihundert Jahre verstrichen, und er kam mit einem betr�chtlichen Fehlschu� zum Vorschein. Er lag v�llig daneben!�</p><p>�Daf�r haben Sie selbst, Ratsherr, doch erst vor wenigen Augenblicken die Erkl�rung genannt. Der Fuchs war die Ursache. Der Fuchs war ein Mutant mit machtvollen geistigen Kr�ften, und es war unm�glich, bei der Erarbeitung des Plans jemanden wie ihn vorauszusehen.�</p><p>�Aber er ist aufgekreuzt, ob geplant oder nicht. Damit war der Seldon-Plan praktisch entgleist. Die Herrschaft des Fuchses dauerte nicht lange, und er hatte keinen Nachfolger. Die Foundation gewann ihre Unabh�ngigkeit und ihre Vorherrschaft zur�ck, aber wie sollte denn wohl der Seldon-Plan nach einer so einschneidenden St�rung seines Ablaufs wieder ganz genau in seine urspr�nglichen Bahnen zur�ckgelangt sein?�</p><p>Die Branno schnitt ein d�steres Gesicht, verklammerte fest die gealterten H�nde ineinander. �Sie kennen die Antwort. Wir sind eine von fr�her zwei Foundations. Sie haben gewi� die Geschichtsb�cher gelesen.�</p><p>�Ich habe Arkady Darells Biographie ihrer Gro�mutter gelesen�� immerhin ja Pflichtlekt�re in der Schule��, und ebenso sind mir ihre Romane gel�ufig. Gleichfalls ist mir die offizielle Geschichtsschreibung �ber den Fuchs und die nachfolgende �ra bekannt. Ist es mir erlaubt, daran Zweifel anzumelden?�</p><p>�In welcher Beziehung?�</p><p>�Nach offizieller Darstellung sollten wir, die Erste Foundation, die naturwissenschaftlichen Kenntnisse retten und weiter ausbauen. Wir sollten ganz offen t�tig sein, unserer historischen Entwicklung folgen, wie sie, ob das uns bewu�t bleibt oder nicht, vom Seldon-Plan vorgegeben wird. Dazu gab es die Zweite Foundation, der die Aufgabe zufiel, die geisteswissenschaftlichen und psychologischen Kenntnisse, darunter auch die Psychohistorie, zu bewahren, und ihre Existenz hielt man sogar vor uns geheim. Die Zweite Foundation war der Feinkorrektor des Plans, ihr Handeln zielte darauf ab, gewisse Tendenzen der galaktischen Geschichte, die den vom Seldon-Plan umrissenen Verlauf gef�hrden mochten, rechtzeitig zu bereinigen.�</p><p>�Damit geben Sie sich ja selber die Antwort�, sagte die B�rgermeisterin. �Bayta Darell hat dem Fuchs die erste wesentliche Niederlage bereitet, vielleicht unter Anleitung der Zweiten Foundation, obwohl ihre Enkelin dabei geblieben ist, es sei nicht so gewesen. Ohne Zweifel jedoch war es die Zweite Foundation, die dahingehend gewirkt hat, da� nach dem Tod des Fuchses die galaktische Geschichte und der Seldon-Plan sich wieder einander n�herten und anglichen, und ganz offensichtlich hatte sie mit ihren Anstrengungen Erfolg. Bei unserem geliebten Terminus, Ratsherr, wovon reden Sie eigentlich die ganze Zeit?�</p><p>�Verehrteste B�rgermeisterin, verfolgen wir Arkady Darells Darstellung ganz genau, ist v�llig klar, da� die Zweite Foundation mit ihrem Versuch, die galaktische Geschichte zu korrigieren, Seldons gesamten Plan unterminiert hat, denn im Laufe ihrer diesbez�glichen Bem�hungen hat sie die Geheimhaltung ihrer Existenz aufgeben m�ssen. <emphasis>Wir, </emphasis>die Foundation, erfuhren von unserem Spiegelbild, der Zweiten Foundation, und wir konnten mit dem Wissen, manipuliert zu werden, nicht leben. Deshalb haben wir alles daran gesetzt, die Zweite Foundation ausfindig zu machen und sie auszumerzen.�</p><p>Die Branno nickte. �Und nach Arkady Darells Ausf�hrungen mit erfolgreichem Ergebnis, doch offenbar nicht, bevor die Geschichte der Galaxis wieder sicher ihren richtigen Lauf nahm, und heute verl�uft sie noch immer wie vorausgesehen.�</p><p>�K�nnen Sie das allen Ernstes glauben? Der Darstellung zufolge ist die Zweite Foundation aufgesp�rt worden, hat man ihre verschiedenen Mitglieder zu lebensl�nglicher Gefangenschaft auf dem Asteroiden��� den Namen habe ich vergessen. Das war im Jahre dreihundertsechsundsiebzig F. �. vor einhundertzweiundzwanzig Jahren. F�nf Generationen lang sollen wir ganz ohne die Zweite Foundation t�tig gewesen sein, gleichzeitig jedoch dem Seldon-Plan und seiner Zielsetzung so treu geblieben, da� Sie und das Seldon-Imago sich dazu in fast identischem Wortlaut ge�u�ert haben?�</p><p>�Das lie�e sich so interpretieren, da� ich sehr genau die Notwendigkeit beachte, den Lauf der Geschichte mit dem gr��ten Scharfblick zu lenken.�</p><p>�Entschuldigen Sie, ich m�chte keine Zweifel an Ihrem Scharfblick �u�ern, aber f�r meine Begriffe lautet die viel naheliegendere Erkl�rung, da� die Zweite Foundation nie vernichtet worden ist. Sie hat uns noch immer am G�ngelband. Noch immer manipuliert sie uns. Und <emphasis>darum </emphasis>liegen wir heute wieder so haargenau auf der Linie des Seldon-Plans.�</p></section><section><title><p>7</p></title><p>Falls diese Feststellung die B�rgermeisterin schockierte, lie� sie es sich nicht anmerken.</p><p>Es war bereits ein Uhr morgens vorbei, und sie h�tte die Diskussion verzweifelt gerne beendet, aber sie durfte nichts �berst�rzen. Dieser junge Mann mochte nicht so ohne weiteres kapitulieren, und sie wollte nicht, da� er ihrem Netz entschl�pfte. Es pa�te ihr nicht, ihn m�glicherweise ohne Nutzen aus dem Weg r�umen zu m�ssen, ehe sie ihn irgendeinem sinnvollen Zweck dienlich gemacht hatte.</p><p>�Tats�chlich?� meinte sie. �Wollen Sie behaupten, da� Arkady Darells Beschreibung des Kalganischen Krieges und der Zerschlagung der Zweiten Foundation eine F�lschung sei? Eine Erfindung? Irref�hrung? Erlogen?�</p><p>Trevize zuckte die Achseln. �Das mu� keineswegs der Fall sein. Darum geht es nicht. Nehmen wir ruhig an, da� Arkady Darells Beschreibung nach ihrem besten Wissen und Gewissen wahr ist. Gehen wir davon aus, alles ist genau so passiert, wie Arkady Darell es schildert�� man hat den Schlupfwinkel der Zweiten Foundation entdeckt, sich ihrer Mitglieder entledigt. Aber woher wollen wir wissen, da� wirklich auch der allerletzte von ihnen erwischt worden ist? Die Zweite Foundation befa�te sich mit der gesamten Galaxis. Sie hat nicht nur Terminus� Geschichte manipuliert, nicht nur die geschichtlichen Abl�ufe, soweit sie allein die Foundation betraf. Ihre Zust�ndigkeit umfa�te gr��ere Bereiche als nur unsere Hauptwelt, lediglich unsere F�deration. Es m�ssen sich ganz einfach wenigstens ein paar Mitglieder der Zweiten Foundation tausend oder mehr Parsek entfernt befunden haben. Ist es �berhaupt wahrscheinlich, da� wir sie alle geschnappt haben k�nnen? Und wenn wir ihrer nicht ausnahmslos habhaft geworden sind, d�rfen wir dann eigentlich von uns behaupten, sie besiegt zu haben? Konnte der Fuchs, um einen Vergleich anzustellen, dergleichen in bezug auf uns behaupten? Er hatte Terminus erobert, mit ihm alle Welten, die man von dort aus kontrollierte, den Kern der F�deration also�� aber noch gab es die selbst�ndigen H�ndler. Er siegte auch �ber die H�ndler�� aber drei Fl�chtlinge blieben �brig: Ebling Mis, Bayta Darell und ihr Mann. Er unterwarf die beiden M�nner seiner geistigen Einflu�nahme, lie� jedoch Bayta�� nur Bayta, sie ganz allein�� unbeeinflu�t. Wenn wir Arkady Darells romantischer Schilderung Glauben schenken, tat er das aus Gef�hlsduselei. Jedenfalls, es gen�gte. Eine einzige Person�� nur Bayta Darell�� besa� noch den freien Willen, tun zu k�nnen, was sie wollte, und aufgrund ihres Handelns blieb es dem Fuchs versagt, die Zweite Foundation zu finden, und dieser Fehlschlag f�hrte zu seinem Untergang. Eine einzige Person hatte er nicht angetastet, und damit besiegelte er selber sein Schicksal. Daraus k�nnen wir die Bedeutung einer einzelnen Person ersehen, all den Legenden zum Trotz, die sich um den Seldon-Plan ranken und die uns weismachen wollen, das Individuum sei nichts, die Masse alles. Und wenn uns nicht blo� ein Mitglied der Zweiten Foundation entkommen ist, sondern einige Dutzend, was mir durchaus wahrscheinlich vorkommt, was dann? Ist nicht anzunehmen, da� sie sich erneut zusammengeschlossen haben, neue Finanzmittel angeh�uft, ihre Arbeit wieder aufgenommen, ihre Anzahl durch Anwerbung und Ausbildung von neuem vergr��ert haben und da� wir heute wie ehedem ihre Bauern abgeben?�</p><p>�Glauben Sie das?� erkundigte die Branno sich ernsthaft.</p><p>�Ich bin davon �berzeugt!�</p><p>�Aber sagen Sie mir eines, Ratsherr, weshalb sollten sie sich einer derartigen M�he unterziehen? Warum sollten etwaige kl�gliche Reste ihrer Organisation sich so verzweifelt halsstarrig an eine Pflicht geklammert haben, die niemandem willkommen sein kann? Was sollte eine solche Handvoll Menschen dazu antreiben, unter uns�glicher M�hsal daf�r zu sorgen, da� die Galaxis auf ihrem Weg zum Zweiten Galaktischen Imperium bleibt? Und wenn dies H�uflein nun wirklich nach wie vor seine Pflicht erf�llen sollte, weshalb w�re es erforderlich, da� wir uns daran st�ren? Warum sollten wir nicht einfach mit dem nunmehr so reibungslosen Ablauf zufrieden sein, ihnen Dankbarkeit daf�r entgegenbringen, da� sie daf�r das Ihre tun, uns dabei helfen, nicht von unserem Weg abzuweichen oder ihn gar aus dem Blickfeld zu verlieren?�</p><p>Trevize legte eine Hand �ber seine Augen und rieb sie. Trotz seines j�ngeren Alters wirkte er ersch�pfter als die Branno. Er musterte die B�rgermeisterin. �Das kann ich Ihnen nicht abnehmen�, sagte er. �Soll das hei�en, Sie haben den Eindruck, die Zweite Foundation t�te dergleichen f�r <emphasis>uns? </emphasis>Da� sie aus irgendeiner Art unwahrscheinlicher Idealisten besteht? Ist Ihnen aufgrund Ihres angewandten politischen Wissens, anhand der praktischen Erfahrungen von Macht und Manipulation, eigentlich nicht klar, da� sie�s f�r sich selbst tun? Wir sind der Sto�keil. Wir sind der Motor, die Kraft. Wir arbeiten, vergie�en Schwei�, Blut und Tr�nen. Sie �berwachen nur�� verst�rken dort einen Trend, bringen da einen Kontakt zustande, und das alles wickeln sie ohne gro�en Aufwand ab, ohne etwas zu riskieren. Und am Schlu�, wenn alles vollbracht ist, wenn wir nach tausend Jahren des Ringens und der Schufterei das Zweite Galaktische Imperium errichtet haben, dann kommen die Leute der Zweiten Foundation heraus und setzen sich uns als herrschende Elite in den Nacken.�</p><p>�Sie m�chten�, meinte die Branno, �da� ich die Zweite Foundation eliminiere? Nachdem wir den halben Weg zum Zweiten Imperium zur�ckgelegt haben, finden Sie, sollen wir die Chance wahrnehmen, die gro�e Aufgabe mit eigener Kraft zu vollenden und uns selbst als Elite zu etablieren? Geht�s Ihnen darum?�</p><p>�Sicherlich! Sicher! Und m��te denn nicht Ihnen ebenso daran gelegen sein? Sie und ich, wir werden�s nicht mehr erleben, aber Sie haben Enkel, und vielleicht habe ich eines Tages auch welche, und unsere Enkel werden wieder Enkel haben, und so weiter. Es ist mein Wunsch, da� sie die Fr�chte unserer Arbeit genie�en sollen und da� sie uns, wenn sie zur�ckschauen, als den Ursprung der Fr�chte erkennen, die ihnen zufallen, und da� sie uns f�r unsere Leistungen achten. Ich m�chte nicht, da� alles, nur weil Seldon es sich so ausgedacht hat, irgendwelchen verborgenen Konspiranten in die H�nde f�llt. F�r mich ist Seldon kein Idol. Ich sage Ihnen, er ist eine gr��ere Gefahr als der Fuchs, wenn wir dulden, da� es weiter mit seinem Plan den vorgesehenen Lauf nimmt. Bei der Galaxis, ich w�nschte, der Fuchs <emphasis>h�tte </emphasis>seinen Plan zunichte gemacht, und zwar ein f�r allemal. Ihn h�tten wir �berlebt. Es gab nur einen seines Schlages, und er war durchaus sterblich. Die Zweite Foundation dagegen ist anscheinend unausrottbar.�</p><p>�Aber Sie w�rden die Zweite Foundation gern vernichten, habe ich recht?�</p><p>�W��te ich blo�, wie!�</p><p>�Wenn Sie nicht wissen, wie, halten Sie�s dann nicht f�r sehr wahrscheinlich, da� die Zweite Foundation umgekehrt Sie aus dem Weg schaffen wird?�</p><p>Trevize schnitt eine Miene der Geringsch�tzung. �Mir ist sogar schon der Gedanke gekommen, da� Sie selbst unter ihrem Einflu� stehen k�nnten. Ihre so treffsichere Voraussage dessen, was das Seldon-Imago sagen w�rde, die Art und Weise, wie Sie mich behandeln, diese Dinge k�nnten recht gut zur Zweiten Foundation passen. Sie k�nnten ein hohles Trugbild mit einem von der Zweiten Foundation eingepflanzten Inhalt sein.�</p><p>�Warum reden Sie dann so mit mir?�</p><p>�Weil ich, wenn Sie von der Zweiten Foundation kontrolliert werden, sowieso verloren bin, und in diesem Fall kann ich mir genauso gut ein wenig Luft machen, statt meinen �rger hinunterzuschlucken, aber ebenso, weil ich in der Tat keineswegs davon ausgehe, sondern darauf setze, da� Sie <emphasis>nicht </emphasis>von der Zweiten Foundation gelenkt werden, da� Sie sich nur nicht dar�ber im klaren sind, was Sie tun.�</p><p>�Damit liegen Sie jedenfalls nicht falsch�, sagte die Branno. �Ich stehe in niemandes au�er meiner eigenen Kontrolle. Aber wie k�nnen Sie sicher sein, da� ich die Wahrheit spreche? St�nde ich unterm Einflu� der Zweiten Foundation, w�rde ich das denn etwa zugeben? M��te ich eigentlich selbst davon wissen, falls sie mich lenkt?</p><p>Aber solche Fragen f�hren zu nichts. Ich bin mir sicher, unter niemandes Kontrolle zu stehen, und Sie haben keine andere Wahl, als mir zu glauben. Denken Sie einmal �ber folgendes nach. Sollte die Zweite Foundation wirklich noch existieren, d�rfte sicher sein, da� ihr wichtigstes Anliegen darin besteht, zu gew�hrleisten, da� niemand in der Galaxis von ihrer fortgesetzten Existenz erf�hrt. Der Seldon-Plan funktioniert nur, solange die Bauern�� also wir�� nicht wissen, wie er funktioniert und mit welchen Methoden die Manipulation erfolgt. Nur weil der Fuchs die Aufmerksamkeit der Foundation auf die Zweite Foundation gerichtet hatte, konnte die Zweite Foundation zu Arkady Darells Lebzeiten vernichtet werden�� oder soll ich sagen, fast vernichtet, Ratsherr? Von daher lassen sich zwei Schlu�folgerungen ziehen. Erstens, wir k�nnen mit Recht unterstellen, da� eine eventuell noch existente Zweite Foundation sich im allgemeinen so unauff�llig wie �berhaupt m�glich in aktuelle Angelegenheiten einmischt. Da� wir alle uns in ihrer Gewalt befinden, darf man wohl als unm�glich ausschlie�en. Auch die Zweite Foundation, falls es sie gibt, mu� Grenzen ihrer Macht kennen. Einige wenige Personen zu lenken und zu dulden, da� andere ungehindert diesbez�gliche Mutma�ungen anstellen, das hie�e ja, den ganzen Plan der Gefahr von Verzerrungen auszusetzen. Folgerichtigerweise gelangen wir zu der Einsicht, da� ihre Eingriffe so behutsam, so indirekt, so selten wie nur m�glich erfolgen�� und deshalb ich <emphasis>nicht </emphasis>von ihr kontrolliert werde. Und Sie auch nicht.�</p><p>�Das ist ein logisches Ergebnis konsequenter �berlegung, und ich neige dazu, Ihnen zuzustimmen, obwohl vielleicht blo� aus Wunschdenken�, sagte Trevize. �Und die zweite Schlu�folgerung?�</p><p>�Sie ist noch simpler und naheliegender. Wenn die Zweite Foundation existiert und das Geheimnis ihrer Existenz <emphasis>zu </emphasis>h�ten w�nscht, dann ist eines ganz sicher. Wer die Meinung vertritt, da� sie noch existiert, �ffentlich dar�ber redet, es verbreitet, es wom�glich in der ganzen Galaxis ausruft, der mu� auf irgendeine unauff�llige Weise von ihnen sofort aus dem Verkehr gezogen werden, den m�ssen sie aus dem Weg schaffen, beseitigen. W�rden Sie dieser Schlu�folgerung nicht ebenso zustimmen?�</p><p>�Ist das der Grund, weshalb Sie mich in Gewahrsam genommen haben, B�rgermeisterin?� fragte Trevize. �Um mich vor der Zweiten Foundation zu sch�tzen?�</p><p>�Gewisserma�en, ja. In gewissem Umfang. Liono Kodells so sorgf�ltig vorgenommene Aufnahme Ihrer Ansichten wird nicht nur publik gemacht, um die B�rger Terminus� und der ganzen Foundation vor Ihren albernen Redensarten zu bewahren, sondern auch, um zu verhindern, da� die Zweite Foundation hellh�rig wird. Falls es sie gibt, m�chte ich nicht, da� Sie ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen.�</p><p>�Das stelle man sich einmal vor�, sagte Trevize mit merklicher Ironie. �Mir zuliebe? Meiner sch�nen braunen Augen wegen?�</p><p>Die Branno machte eine unwillk�rliche Bewegung, dann lachte sie, ohne da� es sich h�tte absehen lassen, ged�mpft auf. �Ich bin noch nicht so alt, Ratsherr�, antwortete sie, �da� Ihre sch�nen braunen Augen mir nicht aufgefallen w�ren, und vor drei�ig Jahren w�ren sie mir, kann sein, Motivation genug gewesen. Heute jedoch w�rde ich mich um keinen Millimeter vom Fleck r�hren, um Sie zu retten, oder alles, was noch an Ihnen ist, ging es hier blo� um Ihre Augen. Aber wenn die Zweite Foundation existiert und Sie ihre Aufmerksamkeit erregen, dann wird m�glicherweise mit Ihrer Beseitigung noch lange nicht Schlu� sein. Ich mu� an mein eigenes Leben denken und an das von zahlreichen anderen Personen, die weit intelligenter und unentbehrlicher sind als Sie�� und an all die Pl�ne, die wir geschmiedet haben.�</p><p>�Ach? Glauben Sie denn, da Sie so vorsichtig einer etwaigen Reaktion vorbeugen, da� die Zweite Foundation noch besteht?�</p><p>Die Branno schlug vor sich mit der Faust auf den Tisch.</p><p>�Nat�rlich glaube ich das, Sie ausgemachter Narr! W��te ich nicht, da� die Zweite Foundation existiert, st�nde ich nicht im Kampf gegen sie, so entschieden und wirksam, wie�s mir m�glich ist, w�rde ich etwas darum geben, was Sie zu diesem Thema daherreden? G�be es die Zweite Foundation nicht, w�re es dann von irgendeiner Bedeutung, wenn Sie das Gegenteil behaupten? Schon seit Monaten habe ich�s darauf abgesehen, Sie zum Schweigen zu bringen, bevor Sie an die �ffentlichkeit gehen, aber es stand nicht in meiner Macht, mit einem Ratsherrn allzu r�cksichtslos umzuspringen. Seldons Auftritt hat mein Ansehen gewaltig verbessert und mir die erforderliche Macht gegeben, und sei�s nur zeitweilig�� und genau in diesem Moment <emphasis>haben </emphasis>Sie sich �ffentlich zu Wort gemeldet. Ich habe sofort gehandelt, und nun werde ich Sie ohne eine Mikrosekunde des Z�gerns oder die geringsten Gewissensbisse umbringen lassen, wenn Sie nicht ganz genau das tun, was Ihnen gesagt wird. Unsere gesamte Unterhaltung, die wir hier zu einer Stunde f�hren, in der ich lieber im Bett liegen und schlafen w�rde, hatte von Anfang an nur den einen Zweck, Sie dahin zu bringen, da� Sie mir glauben, wenn ich Ihnen das sage, was ich gerade gesagt habe. Ich m�chte, da� Sie volle Klarheit dar�ber haben, das Problem der Zweiten Foundation, das ich von <emphasis>Ihnen </emphasis>habe darstellen lassen, liefert mir Grund genug, um Sie notfalls ohne irgendwelche Umst�nde zu eliminieren.�</p><empty-line/><p>Trevize erhob sich halb von seinem Platz.</p><p>�Oh, machen Sie keinen Unsinn�, sagte die Branno. �Ich bin nur eine alte Frau, wie Sie sich zweifellos einzureden belieben, aber bevor Sie mich anr�hren k�nnten, w�ren Sie tot. Selbstverst�ndlich beobachten meine Leute uns, Sie kindischer junger Mann.�</p><p>Trevize setzte sich wieder. �Ihr Verhalten leuchtet mir nicht ein�, sagte er mit ein klein wenig zittriger Stimme. �Wenn Sie wirklich glauben, da� die Zweite Foundation existiert, w�rden Sie nicht so freim�tig dar�ber reden. Sie w�ren selbst den Gefahren ausgesetzt, die, wie Sie behaupten, mir drohen.�</p><p>�Sie erkennen also an, da� ich erheblich vern�nftiger bin als Sie. Mit anderen Worten, Sie glauben, da� die Zweite Foundation existiert, und Sie reden offen davon, weil Sie ein Narr sind. Ich glaube ebenfalls, da� sie existiert, und ich rede auch dar�ber, aber nur, weil ich Vorsichtsma�nahmen getroffen habe. Da Sie Arkady Darells historische Anekdoten anscheinend so gut gelesen haben, d�rften Sie sich daran erinnern, da� sie erw�hnt, ihr Vater habe einen Apparat erfunden, den sie als �Gedankenst�rer� bezeichnet. Er dient als Abschirmung gegen die Art geistiger Kr�fte, �ber die die Zweite Foundation verf�gt. Diese Ger�te gibt�s noch heute, und sie sind unter sch�rfster Geheimhaltung sogar verbessert worden. Dies Haus ist gegenw�rtig gegen derlei Zudringlichkeiten einigerma�en hinl�nglich gesch�tzt. Nachdem das nun klar ist, gestatten Sie mir, Ihnen zu erl�utern, was Sie zu tun haben.�</p><p>�Und das w�re?�</p><p>�Sie sollen herausfinden, ob das, was wir beide denken, sich tats�chlich so verh�lt. Sie sollen feststellen, ob es die Zweite Foundation wirklich noch gibt, und wenn, wo sie sich befindet. Das hei�t, Sie m�ssen Terminus verlassen und sonstwohin gehen�� ich wei� nicht, wohin��, wenngleich sich letzten Endes wom�glich herausstellt, da� die Zweite Foundation, wie zur Zeit Arkady Darells, mitten unter uns ihrer T�tigkeit nachgeht. Es hei�t zugleich, da� Sie nicht zur�ckkehren d�rfen, bevor Sie uns brauchbare Dinge berichten k�nnen. Falls Sie dazu au�erstande sind, werden Sie nie zur�ckkehren, und Terminus� Bev�lkerung ist einen Narren los.�</p><p>�Um alles in der Welt, wie soll ich sie denn suchen, ohne mich zu verraten?� Trevize merkte, da� er stammelte. �Man wird ganz einfach irgendwie arrangieren, da� ich den Tod finde, und Sie werden kein bi�chen kl�ger sein.�</p><p>�Dann suchen Sie sie <emphasis>nicht. </emphasis>Sie naives B�rschlein!</p><p>Schauen Sie sich nach irgend etwas anderem um. Sehen Sie sich mit allem Engagement nach sonst irgend etwas um, und <emphasis>falls </emphasis>Sie im Laufe dessen zuf�llig auf <emphasis>sie </emphasis>sto�en, weil man sich nicht die M�he gemacht hat, Sie zu beachten, dann sind Sie richtig vorgegangen! Sobald dieser Fall eintritt, senden Sie uns diese Information auf sichere Weise, n�mlich per codierter Hyperwelle, und dann d�rfen Sie zur Belohnung heimkehren.�</p><p>�Ich nehme an, Sie wissen schon etwas, wonach ich Ausschau halten k�nnte.�</p><p>�Ja, nat�rlich. Kennen Sie Janov Pelorat?�</p><p>�Nie von ihm geh�rt.�</p><p>�Morgen werden Sie ihn kennenlernen. Er wird Ihnen sagen, wonach Sie zu suchen haben, und er wird mit Ihnen zusammen in einem unserer allermodernsten Raumschiffe aufbrechen. Nur Sie beide werden gehen, damit riskieren wir genug. Und sollten Sie jemals den Versuch einer R�ckkehr wagen, ohne bewiesen zu haben, da� Sie das Wissen besitzen, an dem uns gelegen ist, werden Sie ausradiert, ehe Sie sich Terminus auf ein Parsek n�hern k�nnen! Das ist alles. Unser Gespr�ch ist beendet.�</p><p>Sie stand auf, betrachtete ihre blo�en H�nde, streifte dann langsam ihre Handschuhe �ber. Sie schritt zur T�r, und zwei Wachen, die Waffen in Bereitschaft, traten ein. Die beiden M�nner wichen beiseite, um sie nach drau�en zu lassen.</p><p>Auf der Schwelle drehte sie sich noch einmal um. �Rings ums Haus stehen weitere Posten. Tun Sie nichts, was ihnen Anla� zur Beunruhigung geben k�nnte, sonst werden Sie uns das �rgernis Ihres Daseins wom�glich vorzeitig vom Hals schaffen.�</p><p>�Dann w�rden Sie auch um die Vorteile kommen, die Sie mir vielleicht zu verdanken haben k�nnen�, sagte Trevize, und mit einiger Anstrengung gelang es ihm, die Antwort leichthin zu �u�ern.</p><p>�Das werden wir �ndern�, sagte die Branno mit humorlosem L�cheln.</p></section><section><title><p>8</p></title><p>Vor dem Haus erwartete Liono Kodell die Branno. �Ich habe die gesamte Unterhaltung mitangeh�rt, B�rgermeisterin�, sagte er. �Sie haben unerh�rte Geduld bewiesen.�</p><p>�Und infolgedessen bin ich unerh�rt m�de. Ich glaube, mein Tag hatte zweiundsiebzig Stunden. Jetzt sind Sie an der Reihe.�</p><p>�Selbstverst�ndlich, aber� Sagen Sie, ist das Haus wirklich durch einen Gedankenst�rer abgeschirmt gewesen?�</p><p>�Ach, Kodell�, sagte die Branno matt. �Sie m��ten�s ja wohl besser wissen. Wie hoch war denn die Wahrscheinlichkeit, da� jemand uns beobachtet hat? Kann sich denn irgend jemand vorstellen, die Zweite Foundation �berwache immerzu �berall jeden? Ich bin keineswegs so romantisch veranlagt wie der junge Trevize. <emphasis>Er </emphasis>mag so was denken, aber ich bin weit davon entfernt. Und selbst wenn�s so w�re, wenn die Zweite Foundation ihre Augen und Ohren �berall hat, h�tte ein Gs-Ger�t sie nicht erst recht auf uns aufmerksam gemacht? Und h�tte der Gebrauch eines solchen Ger�ts der Zweiten Foundation nicht gezeigt, da� ein Schutz gegen ihre geistigen Kr�fte vorhanden ist? Ist das Geheimnis einer derartigen Schutzvorrichtung�� auf jeden Fall, bis wir zu ihrer Benutzung in gr��erem Ma�stab bereit sind��, etwa nicht nur viel mehr als Trevize wert, sondern sogar mehr als Sie und ich zusammen? Trotzdem��</p><p>Sie hatten den Wagen bestiegen, und Kodell fuhr das Fahrzeug pers�nlich. �Trotzdem�?� hakte Kodell nach.</p><p>�Was, trotzdem?� meinte die Branno. �Ach so! Trotzdem ist dieser junge Mann intelligent. Ich habe ihn mindestens ein halbes Dutzend Mal in verschiedenen Zusammenh�ngen dumm und einen Narren genannt, nur damit er nicht den Starken spielt, aber er ist keineswegs so. Er ist jung und hat zu viele von Arkady Darells Romanen gelesen, dadurch ist er zu dem Eindruck gelangt, die Galaxis sei wirklich so, wie sie darin geschildert wird�� aber er besitzt ein schnelles Auffassungsverm�gen, und es d�rfte jammerschade sein, ihn abschreiben zu m�ssen.�</p><p>�Sie sind sicher, da� wir ihn verlieren?�</p><p>�Ziemlich sicher�, sagte die Branno traurig. �Aber egal, so wird�s besser sein. Wir k�nnen keine jungen, romantischen Burschen gebrauchen, die blindw�tig die haarstr�ubendsten Dinge verbreiten und dabei m�glicherweise im Handumdrehen alles zerschlagen, was wir in jahrelanger Arbeit aufgebaut haben. Zudem wird er auf diese Weise einen guten Zweck erf�llen. Bestimmt erregt er die Aufmerksamkeit der Mitglieder der Zweiten Foundation�� immer vorausgesetzt, sie besteht und befa�t sich mit uns. Und wenn sie sich mit ihm besch�ftigt, bringt sie uns vielleicht um so weniger Aufmerksamkeit entgegen. W�hrend ihrer Besch�ftigung mit Trevize gibt sie sich uns vielleicht preis, ohne es zu merken, und wir erhalten die M�glichkeit und die Zeit, um uns Gegenma�nahmen einfallen zu lassen.�</p><p>�Dann zieht Trevize also den Blitz auf sich.�</p><p>Die Lippen der Branno zuckten. �Aha, ja, das ist die Metapher, die ich schon die ganze Zeit suche. Er ist unser Blitzableiter, ja, er f�ngt das Unheil auf und bewahrt uns vor Sch�den.�</p><p>�Und dieser Pelorat, der nahebei stehen d�rfte, wenn der Blitz einschl�gt?�</p><p>�Er k�nnte auch in Mitleidenschaft gezogen werden. Das l��t sich nicht �ndern.�</p><p>Kodell nickte. �Tja, man wei� ja, was schon Salvor Hardin zu sagen pflegte:�� �Man soll sich nie von der Moral daran hindern lassen, zu tun, was richtig ist.��</p><p>�Im Moment versp�re ich keinen Funken von Moral�, entgegnete die Branno ged�mpft. �Ich versp�re blo� M�digkeit bis in die Knochen. Und doch� ich w��te eine ganze Menge Leute zu nennen, die ich lieber abservieren w�rde als Golan Trevize. Er ist ein gutaussehender junger Mann. Und nat�rlich wei� er�s ganz genau.� Ihre letzten Worte klangen undeutlich, weil ihr schon die Lider zufielen, und sie sank in oberfl�chlichen Schlummer.</p></section></section><section><title><p>Drittes Kapitel</p><p>Historiker</p></title><section><title><p>9</p></title><p>Janov Pelorat war wei�haarig, und sein Gesicht wirkte mit ruhiger Miene reichlich ausdruckslos. Man sah es kaum jemals anders als mit ruhiger Miene. Er war durchschnittlich in K�rpergr��e und Gewicht und besa� die Neigung, sich ohne Hast zu bewegen und wohl�berlegt zu sprechen. Er machte einen erheblich �lteren Eindruck als seine zweiundf�nfzig Jahre.</p><p>Er hatte Terminus noch nie verlassen, ein recht ungew�hnlicher Tatbestand, vor allem f�r jemanden mit seinem Beruf. Er wu�te selbst nicht recht, ob seine gem�chliche Art mit seiner Versessenheit auf alles Historische im Einklang stand oder ob er sie sich vielmehr trotzdem erhalten hatte.</p><empty-line/><p>Seine Vorliebe hatte ihn ganz pl�tzlich gepackt, im Alter von f�nfzehn Jahren, als man ihm w�hrend einer leichten Erkrankung ein Buch mit alten Legenden in die Hand dr�ckte. Darin fand er wiederholt das Thema einer Welt abgehandelt, die allein war und abgesondert; einer Welt, die sich ihrer Isolation nicht einmal bewu�t war, weil sie niemals etwas anderes gekannt hatte.</p><p>Unverz�glich h�rte er auf zu kr�nkeln. Binnen zwei Tagen las er das Buch dreimal und verlie� das Bett. Am folgenden Tag sa� er vor seinem Computerterminal und forschte nach, ob sich in Terminus� Universit�tsbibliothek �hnliche Legenden finden lie�en.</p><p>Derartige Legenden waren es, die ihn seither st�ndig besch�ftigten. Terminus� Universit�tsbibliothek hatte in dieser Hinsicht wenig vorzuweisen, aber im Laufe der Jahre entdeckte er die Vorz�ge des interuniversit�ren Datenaustauschs. In seinem Besitz befanden sich Printouts, die von so weit entfernten Welten wie Ifnia stammten, �bermittelt worden waren durch Hyperwellen-Transfer.</p><p>Er war Professor f�r Alte Geschichte geworden und hatte k�rzlich�� siebenunddrei�ig Jahre danach�� seinen ersten Urlaub genommen, und daf�r hatte er den besonderen Vorsatz gefa�t, ihn durch eine Reise in den Weltraum (seine erste) und nach Trantor zu nutzen. Pelorat war sich durchaus dar�ber im klaren, da� es f�r einen Bewohner Terminus� ungew�hnlich war, noch nie im All gewesen zu sein. Allerdings war es nie seine Absicht gewesen, sich auf diese eigent�mliche Art hervorzutun. Es lag nur daran, da� immer, wenn ihm ein Flug in den Weltraum m�glich gewesen w�re, irgendein neues Buch, eine neue Studie oder eine neuartige Analyse ihm in die Quere kam. Dann schob er jedesmal den vorgesehenen Flug auf, bis er die neue Sache gr�ndlich begutachtet und dem von ihm angesammelten Berg von Erkenntnissen, wenn m�glich, eine weitere Tatsache, eine zus�tzliche Spekulation oder auch blo� eine Vermutung hinzugef�gt hatte. Zuletzt bedauerte er nur, nie eine Reise nach Trantor gemacht zu haben.</p><empty-line/><p>Trantor war die Hauptstadt des Ersten Galaktischen Imperiums gewesen. Zw�lftausend Jahre lang war sie der Sitz des Kaisers, und davor war sie das Zentrum des bedeutendsten pr�imperialen K�nigreichs, das mit der Zeit, nach und nach, alle anderen Reiche erobert oder auf andere Weise sich angeschlossen hatte, und aus all diesen K�nigreichen war das Imperium entstanden.</p><p>Die Stadt Trantor hatte den gesamten Planeten bedeckt, war eine Stadt ganz aus Stahl gewesen. Pelorat hatte dar�ber in den Werken Gaal Dornicks gelesen, der Trantor noch zu Lebzeiten Hari Seldons selbst besucht hatte.</p><p>Dornicks Werk war nicht mehr erh�ltlich, und das Exemplar, das Pelorat besa�, h�tte er f�r einen Betrag in der H�he seines halben Jahresgehalts verkaufen k�nnen. Aber jeder Vorschlag, sich davon zu trennen, h�tte dem Historiker lediglich Entsetzen eingejagt.</p><p>Nat�rlich galt Pelorats haupts�chliches Interesse, was Trantor betraf, der Galaktischen Bibliothek, damals die gr��te Bibliothek in der Galaxis. Trantor war damals Hauptstadt des gr��ten und am h�chsten bev�lkerten Imperiums, das die Menschheit je gesehen hatte, eine einzige, l�ckenlose, planetenweite Stadt mit einer Einwohnerschaft von 40.000.000 000 Menschen, und die Bibliothek hatte alle Zeugnisse der sch�pferischen (und auch weniger sch�pferischen) menschlichen T�tigkeit gesammelt, die volle Summe des menschlichen Wissens. Und alles war auf so komplexe, komplizierte Weise in Computern gespeichert worden, da� es Experten brauchte, um die Computer zu handhaben.</p><p>Am wichtigsten war, die Bibliothek hatte �berdauert. Das war f�r Pelorats Begriffe an ihr das Beachtlichste. Als vor zweieinhalb Jahrhunderten Trantor fiel und gepl�ndert worden war, geschahen dort f�rchterliche Verheerungen, und die aus jener Zeit �berlieferten Geschichten von Tod und menschlichem Leid eigneten sich nachgerade nicht zur Wiederholung�� doch die Bibliothek war erhalten geblieben, weil (wie es hie�) die Studenten der Universit�t sie unter Einsatz eigens einfallsreich ersonnener Waffen verteidigten und sch�tzten�� allerdings nahm man heute vielfach an, der Abwehrkampf der Studenten sei geh�rig romantisch verkl�rt worden.</p><p>Auf jeden Fall �berstand die Bibliothek die Periode der Verw�stung. Ebling Mis hatte sich mitten auf einer Ruinenwelt in einer intakten Bibliothek bet�tigen k�nnen, als er drauf und dran war, die Zweite Foundation zu entdecken (der Geschichte zufolge, an die Terminus� Einwohner glaubten, der Historiker jedoch stets Vorbehalte entgegenzubringen pflegten). Die drei Generationen von Darells�� Bayta, Toran und Arkady Darell�� waren zur einen oder anderen Zeit alle auf Trantor gewesen. Arkady Darell hatte die Bibliothek aber nicht aufgesucht, und seit ihrer Zeit spielte die Bibliothek in der Geschichte der Galaxis keine Rolle mehr.</p><p>Eineinviertel Jahrhunderte lang war kein Angeh�riger der Foundation auf Trantor gewesen, doch bestand kein Grund zu der Annahme, die Bibliothek sei nicht l�nger vorhanden. Da� sie keine Beachtung ausgel�st hatte, durfte als sicherster Beweis daf�r gelten, da� es sie nach wie vor gab. Ihre Zerst�rung h�tte gewi� Aufsehen erregt.</p><p>Die Bibliothek war �berholt und archaisch; sie war es schon zur Zeit Ebling Mis� gewesen; aber das konnte nur gut sein. Pelorat rieb sich jedesmal, wenn er an eine <emphasis>alte, �berholte </emphasis>Bibliothek dachte, angeregt die H�nde. Je �lter und �berholter sie war, um so mehr kam sie dem nahe, was er brauchte. In seinen Tr�umen betrat er die Bibliothek und fragte in atemloser Beunruhigung: �Ist die Bibliothek modernisiert worden? Haben Sie alte Spulen und Programme weggeworfen?� Und stets antworteten ihm im Traum steinalte, staubige Bibliothekare: �Wie sie immer war, Professor, so ist sie noch.�</p><p>Und nun sollte sein Traum wahr werden. Die B�rgermeisterin pers�nlich hatte es ihm zugesichert. Wieso sie �berhaupt von seiner Arbeit wu�te, war ihm nicht recht klar. Er hatte nur wenige Artikel ver�ffentlicht. Kaum etwas von seinen Forschungen hatte Hand und Fu� genug, um sich zur Ver�ffentlichung zu eignen, und was publiziert worden war, hatte anscheinend keinen Eindruck hinterlassen. Aber schlie�lich hie� es, Branno die Bronzefrau schaue auf Terminus jedem auf die Finger. Nun f�hlte sich Pelorat fast dazu imstande, daran zu glauben, aber warum, beim Terminus, erkannte sie denn nicht, wenn sie schon dar�ber Bescheid wu�te, die Wichtigkeit seiner Arbeit und gew�hrte ihm f�r diese Zwecke ein bi�chen finanzielle Unterst�tzung?</p><p>Irgendwie, dachte er sich ab und zu mit soviel Bitterkeit, wie er zu empfinden vermochte, hatte die Foundation ihren Blick starr in die Zukunft gerichtet. Das k�nftige Zweite Imperium und ihre damit verkn�pfte Bestimmung nahm sie voll in Anspruch. Sie hatte keine Zeit und keine Lust, um zur�ck in die Vergangenheit zu blicken; und alle, die so etwas taten, erzeugten nur Irritation.</p><p>Um so stupider waren sie, das verstand sich von selbst, aber er allein war nicht dazu in der Lage, die Beschr�nktheit zur Strecke zu bringen. Und vielleicht war es besser so. Auf diese Weise konnte er die gro�e Aufgabe sich selbst allein vorbehalten, und es w�rde der Tag kommen, da er sich als der herausragende Pionier des Allerwichtigsten in allgemeiner Erinnerung befand.</p><p>Freilich bedeutete das (er war intellektuell zu aufrichtig, um sich dieser Einsicht zu verschlie�en), da� auch er sich von der Zukunft beanspruchen und einspannen lie�; einer Zukunft, in der man ihm die geb�hrende Anerkennung erwies, in der er als mit Hari Seldon vergleichbares Vorbild galt. Sicherlich w�rde er Seldon sogar �berragen, denn wie sollte die klare Erarbeitung einer tausendj�hrigen Zukunft standhalten k�nnen mit der Erschlie�ung einer verschollenen Vergangenheit von mindestens zw�lf Jahrtausenden Dauer?</p><p>Und nun war sein gro�er Tag da; <emphasis>dies </emphasis>war sein gro�er Tag!</p><p>Die B�rgermeisterin hatte ihn auf den Tag nach dem Erscheinen des Seldon-Imagos verwiesen. Nur aus diesem Grund hatte sich Pelorat �berhaupt f�r die Seldon-Krise interessiert, die monatelang jedermann auf Terminus besch�ftigte, fast sogar jeden innerhalb der gesamten F�deration.</p><p>F�r ihn hatte die Frage, ob die Hauptstadt der F�deration hier auf Terminus bleiben oder verlegt werden solle, so gut wie keinen Unterschied gemacht. Und nun, nachdem die Krise �berstanden war, blieb er darin unsicher, f�r welche Seite der strittigen Sache sich Seldon ausgesprochen, ob er den Streitpunkt �berhaupt angeschnitten hatte.</p><p>Ihm gen�gte es, da� Hari Seldon erschienen war und heute <emphasis>sein </emphasis>Tag.</p><p>Kurz nach vierzehn Uhr bog ein Wagen in die Einfahrt zu seinem etwas abseits am Stadtrand von Terminus City gelegenen Haus.</p><p>Eine Heckt�r glitt beiseite; ein Mann in der Uniform des dem B�rgermeisteramt unterstellten Sicherheitskorps stieg aus, gefolgt von einem jungen Mann, dann noch einem Uniformierten.</p><p>Wider Willen f�hlte sich Pelorat beeindruckt. Offenbar kannte die B�rgermeisterin nicht nur seine T�tigkeit, sondern erachtete sie auch als h�chst wichtig. Man hatte der Person, die ihn begleiten sollte, eine Ehreneskorte mitgegeben, und ohnehin war ihm bereits ein erstklassiges Raumschiff zugesagt worden, mit seinem Begleiter als Pilot. Wirklich schmeichelhaft! Wirklich�</p><p>Pelorats Haush�lterin �ffnete die T�r. Der junge Mann kam herein, und die beiden Uniformierten bezogen Posten beiderseits des Hauseingangs. Durchs Fenster sah Pelorat einen weiteren Posten in der N�he, und au�erdem war ein zweiter Wagen vorgefahren. Noch mehr Posten!</p><p>Wie verwirrend!</p><p>Er drehte sich um, und da stand der junge Mann bereits im Zimmer, und mit einiger �berraschung stellte Pelorat fest, da� er ihn kannte. Er hatte ihn schon im TV gesehen. �Sie sind doch dieser Ratsherr�, sagte er. �Sie sind Trevize.�</p><p>�Golan Trevize, ja. V�llig richtig. Sie sind Professor Janov Pelorat?�</p><p>�Ja�, sagte Pelorat, �ja. Sind Sie derjenige, der��</p><p>�Wir werden zusammen reisen�, erkl�rte Trevize ausdruckslos. �So ist�s mir jedenfalls gesagt worden.�</p><p>�Aber Sie sind doch kein Historiker.�</p><p>�Nein, bin ich nicht. Wie Sie selbst erw�hnt haben, bin ich Ratsherr im Verwaltungsrat. Ich bin Politiker.�</p><p>�Ja� ja� Aber warum mache ich mir denn solche Gedanken? <emphasis>Ich </emphasis>bin ja Historiker, wozu w�re also ein zweiter erforderlich? <emphasis>Sie </emphasis>k�nnen ein Raumschiff steuern.�</p><p>�Ja, darauf verstehe ich mich ziemlich gut.�</p><p>�Na, <emphasis>das </emphasis>ist es, was wir brauchen. Ausgezeichnet! Leider bin ich kein besonders praktisch orientierter Denker, junger Mann, aber sollten zuf�llig Sie zu diesen Leuten z�hlen, d�rften wir ein recht gutes Team abgeben.�</p><p>�Gegenw�rtig bin ich von der Qualit�t meines Denkens nicht allzu begeistert�, sagte Trevize, �aber anscheinend besitzen wir keine andere Wahl, als uns alle M�he zu geben, um ein gutes Team zu werden.�</p><p>�Dann wollen wir hoffen, da� ich meine Unsicherheit in bezug auf den Weltraum �berwinden kann. Wissen Sie, Ratsherr, ich war noch nie im All. Ich bin ein Bodenhocker, wie man so sagt. M�chten Sie �brigens ein Glas Tee? Kloda kann uns welchen zubereiten. Soviel ich wei�, wird�s bis zu unserem Aufbruch noch ein paar Stunden dauern. Ich bin allerdings schon fertig. Ich habe in Bereitschaft, was wir mitnehmen m�ssen. Die B�rgermeisterin war ja <emphasis>so </emphasis>verst�ndnisvoll. Erstaunlich, ihr Interesse an diesem Projekt.�</p><p>�Sie wissen also Bescheid?� erkundigte sich Trevize. �Wie lange schon?�</p><p>�Die B�rgermeisterin hat sich���� hier runzelte Pelorat die Stirn, rechnete offenbar nach�� ��vor zwei oder drei Wochen an mich gewandt. Ich war h�chst <emphasis>erfreut. </emphasis>Und nun, da ich kapiert habe, da� ich keinen zweiten Historiker, sondern einen Piloten brauche, bin ich ebenso erfreut, da� Sie mein Begleiter sein werden, mein Bester.�</p><p>�Vor zwei oder drei Wochen�, wiederholte Trevize leicht befremdet. �Dann hat sie sich also schon geraume Zeit lang darauf vorbereitet. Und ich�� Er verstummte.</p><p>�Entschuldigung?�</p><p>�Nichts, Professor. Ich habe die schlechte Angewohnheit, vor mich hin zu murmeln. Falls unsere Reise l�nger dauert, werden Sie sich noch daran gew�hnen.�</p><p>�Sie wird ihre Zeit beanspruchen, bestimmt, bestimmt�, sagte Pelorat und geleitete seinen Gast ins Wohnzimmer an den Tisch, wo seine Haush�lterin soeben nachgerade zeremoniell Tee servierte. �Man kann fast von ungewisser Dauer sprechen. Die B�rgermeisterin hat mir versichert, wir d�rften uns soviel Zeit lassen, wie wir m�chten, die ganze Galaxis st�nde uns offen, wir d�rften uns �berall, wo wir uns aufhalten, auf den finanziellen R�ckhalt der Foundation st�tzen. Nat�rlich m��ten wir bei den Ausgaben einigerma�en vern�nftig sein, hat sie gesagt. Das habe ich ihr versprochen.� Er lachte ged�mpft auf und rieb sich die H�nde. �Setzen Sie sich, mein Bester, setzen Sie sich! Dies k�nnte f�r sehr lange Zeit Ihr letzter Imbi� auf Terminus sein.�</p><p>Trevize nahm Platz. �Haben Sie Familie, Professor?� fragte er nach.</p><p>�Ich habe einen Sohn. Er studiert an einer Fakult�t der Universit�t von Santanni. Er ist Chemiker, glaube ich, oder so was �hnliches. Er ist nach seiner Mutter geraten. Sie hat lange keinen Umgang mit mir gepflegt, folglich habe ich keine Verpflichtungen, nichts am Hals, sehen Sie? Ich vermute, mit Ihnen steht�s �hnlich. Bedienen Sie sich mit Sandwiches, mein Bester.�</p><p>�Ich habe zur Zeit keine Bindungen. Ein paar Frauenbekanntschaften. Sie kommen und gehen.�</p><p>�Ja. Ja. Sch�n, wenn das so klappt. Noch sch�ner, wenn man feststellt, man mu� das alles gar nicht so ernst nehmen. Keine Kinder, sch�tze ich?�</p><p>�Keine.�</p><p>�Gut. Sie sehen, ich bin in bester Laune. Zuerst war ich erschrocken, als ich Sie kommen sah, ich geb�s zu. Aber jetzt finde ich Sie sehr bemerkenswert. Was ich zu meiner Unterst�tzung ben�tige, sind Jugend, Enthusiasmus, ein Begleiter, der sich in der Galaxis zurechtfindet. Wir treten eine Suche an, wissen Sie. Eine ganz au�erordentliche Forschungsreise.� Pelorats ruhige Miene und seine ma�volle Stimme strahlten nun eine gewisse Lebhaftigkeit aus, ohne da� Gesichtsausdruck und Tonfall sich ver�ndert h�tten. �Ich wei� nicht, ob Sie schon vollst�ndig eingeweiht worden sind.�</p><p>Trevize verengte die Lider. �Eine au�erordentliche Forschungsreise?�</p><p>�Ja, wahrhaftig. Unter den Dutzenden Millionen bewohnter Welten in der Galaxis ist eine Perle von gr��ter Kostbarkeit verborgen, und es gibt nur ein paar ganz schwache Hinweise, die uns wom�glich zu ihr f�hren k�nnten. Trotzdem, falls es uns gelingt, sie zu finden, werden wir an eine unsch�tzbare Kostbarkeit gelangt sein. Wenn Sie und ich diejenigen sind, die sie finden, Junge�� Trevize, wollte ich sagen, ich m�chte mich nicht anbiedern��, dann wird man unsere Namen in alle Ewigkeit nicht vergessen.�</p><p>�Diese Kostbarkeit, von der Sie da reden� diese so kostbare Perle��</p><p>�H�rt sich an wie Arkady Darell�� diese Autorin, Sie kennen sie ja sicher��, wenn sie von der Zweiten Foundation spricht, was? Kein Wunder, da� Sie so ein verdutztes Gesicht machen.� Pelorat legte den Kopf zur�ck, als wolle er in lautes Gel�chter ausbrechen, aber er l�chelte blo�.</p><p>�Glauben Sie mir, es dreht sich um nichts, was so albern und unwichtig w�re.�</p><p>�Wenn Sie nicht von der Zweiten Foundation reden, Professor�, meinte Trevize, <emphasis>�wovon </emphasis>sprechen Sie dann?�</p><p>Pelorat war pl�tzlich ernst, fast voller Bedauern. �Ach, die B�rgermeisterin hat Ihnen also nichts erz�hlt? Eigentlich ist es wirklich merkw�rdig, wissen Sie. Jahrzehntelang habe ich mich �ber die Regierung und ihre Unf�higkeit ge�rgert, zu begreifen, was ich treibe, und nun ist B�rgermeisterin Branno auf einmal so erstaunlich gro�z�gig.�</p><p>�Ja�, sagte Trevize, ohne sich eines gewissen Anklangs von Ironie in seiner Stimme zu enthalten, �sie ist eine Frau von staunenswert unauff�lliger Menschenfreundlichkeit, aber Sie hat mir nicht verraten, um was es bei dieser Angelegenheit eigentlich geht.�</p><p>�Dann haben Sie keine Ahnung von meinen Forschungen?�</p><p>�Nein, tut mir leid.�</p><p>�Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. Ist schon recht. Ich habe damit nicht gerade Aufsehen erregt. Also will ich�s Ihnen sagen. Sie und ich werden losfliegen�� und mit Erfolg, denn ich wei� schon eine gl�nzende M�glichkeit��, um die Erde zu suchen.�</p><p>�Die Erde?�</p></section><section><title><p>10</p></title><p>In der folgenden Nacht schlief Trevize schlecht. Immer wieder durchma� er die Grenzen des Gef�ngnisses, das die B�rgermeisterin, diese gealterte Frau, rings um ihn erbaut hatte. Doch nirgends fand er einen Ausweg.</p><p>Man trieb ihn ins Exil, und er vermochte dagegen nichts zu unternehmen. Sie war mit kaltschn�uziger Unerbittlichkeit aufgetreten, hatte sich sogar die M�he gespart, die krasse Verfassungswidrigkeit ihres Vorgehens zu kaschieren. Er hatte auf seine Rechte als Ratsherr und B�rger der F�deration vertraut, und sie hatte zu irgendwelchen Rechten nicht einmal Lippenbekenntnisse abgelegt.</p><p>Und dann hatte dieser Pelorat, ein seltsamer Akademiker, der in der Welt zu wohnen schien, ohne ein Teil von ihr zu sein, ihm mitgeteilt, da� diese furchterregende Alte schon seit Wochen entsprechende Vorbereitungen traf.</p><p>Er f�hlte sich allm�hlich tats�chlich wie der �Junge�, zu dem sie ihn abzustempeln versucht hatte.</p><p>Er sollte gemeinsam mit einem Historiker ins Exil gehen, der ihn fortw�hrend �mein Bester� nannte und insgeheim anscheinend au�er sich vor Freude �ber diese Gelegenheit war, eine galaktische Forschungsreise durchzuf�hren und� �die Erde� zu suchen?</p><p>Bei der Gro�mutter des Fuchses, was war �die Erde�?</p><p>Er hatte gefragt. Selbstverst�ndlich. Sobald dieser Begriff Erw�hnung fand, hatte er sich nach der Bedeutung erkundigt.</p><p>�Entschuldigen Sie, Professor�, hatte er gesagt. �Ich kenne mich in Ihrem Spezialgebiet nicht aus, deshalb hoffe ich, es ist Ihnen nicht unangenehm, wenn ich Sie um eine Erkl�rung in schlichten Worten bitte. Was ist �die Erde�?�</p><p>Pelorat musterte ihn ernsthaft, und ziemlich langsam verstrichen zwanzig Sekunden. �Das ist ein Planet�, antwortete er schlie�lich. �Der Planet des Ursprungs. Die Welt, auf der erstmals menschliche Wesen aufgetaucht sind, mein Bester.�</p><p>Trevize starrte ihn an. �Erstmals aufgetaucht? Woher?�</p><p>�Von nirgendwo. Das ist der Planet, auf dem sich die Menschheit in evolution�ren Prozessen aus niedrigeren S�ugetieren entwickelt hat.�</p><p>Trevize dachte dar�ber nach, dann sch�ttelte er den Kopf. �Ich verstehe nicht, was Sie meinen.�</p><p>Pelorats Gesicht zeigte fl�chtig Ver�rgerung. Er r�usperte sich. �Es gab mal eine Zeit�, sagte er, �da lebten auf Terminus keine Menschen. Er ist durch Menschen von anderen Welten besiedelt worden. Das wissen Sie doch wohl, denke ich?�</p><p>�Ja, nat�rlich�, entgegnete Trevize ungeduldig. Die Art, wie sein Gegen�ber auf einmal den Schulmeister herauskehrte, verdro� ihn.</p><p>�Sch�n. Das gleiche gilt f�r alle anderen bewohnten Welten. Anacreon, Santanni, Kalgan, allesamt. Sie alle sind zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit besiedelt worden. Menschen sind von anderen Welten dorthin gezogen. Es gilt sogar f�r Trantor. Er mag zwanzigtausend Jahre lang eine enorme Metropole gewesen sein, aber davor war er�s nicht.�</p><p>�Na, und was war er davor?�</p><p>�Leer! Zumindest menschenleer.�</p><p>�Das ist schwer zu glauben.�</p><p>�Es ist wahr. Die alten Dokumente beweisen�s.�</p><p>�Woher kamen denn die Leute, die sich anfangs auf Trantor niedergelassen haben?�</p><p>�Das wei� man nicht genau. Hunderte von Planeten behaupten, bereits in den d�stersten Fernen des grauen Altertums bev�lkert gewesen zu sein, und ihre Einwohner erz�hlen wild ausgeschm�ckte Hist�rchen �ber die Art des ersten Auftauchens von Menschen. Historiker jedoch scheren sich gr��tenteils kaum um solchen Quatsch und befassen sich statt dessen mit dem �Problem des Ursprungs�.�</p><p>�Was ist denn das? Davon habe ich auch noch nie geh�rt.�</p><p>�Nicht? F�r mich keineswegs eine �berraschung. Es ist in der heutigen Zeit kein sonderlich popul�res historisches Problem, zugegeben, aber zur Zeit, als das Imperium auseinanderbrach, fand es in Intellektuellenkreisen ein gewisses Interesse. Salvor Hardin erw�hnt es ganz kurz in seinen Memoiren. Es geht dabei um die Frage nach Identit�t und Position des einen Planeten, auf dem alles angefangen hat. Wenn wir zur�ck in die Vergangenheit schauen, sehen wir die Menschheit ebenso auf in neuerer Zeit besiedelten wie auch�� und immer weniger, je weiter die R�ckblende zur�ckreicht�� auf seit l�ngerem, langem und bereits seit sehr langem bewohnten Welten, bis zur�ck in fernes Altertum, als alle Menschen auf nur einem Planeten lebten�� der Welt des Ursprungs.�</p><p>Trevize erkannte die offensichtliche Schw�che dieser Darlegungen augenblicklich. �Kann man denn nicht mit gleichem Recht eine gro�e Anzahl von Ursprungswelten voraussetzen?�</p><p>�Nat�rlich nicht. Alle Menschen in der gesamten Milchstra�e geh�ren einer einheitlichen Spezies an. Eine einheitliche Spezies <emphasis>kann </emphasis>nicht auf mehr als einem Planeten gleichzeitig entstehen. V�llig ausgeschlossen.�</p><p>�Woher wollen Sie das wissen?�</p><p>�Erstens��, begann Pelorat, indem er den Zeigefinger der linken an den Zeigefinger der rechten Hand legte, kam jedoch allem Anschein nach unvermittelt zu der Ansicht, er m�sse sich in einer zweifellos langwierigen und komplizierten Erl�uterung ergehen. Er lie� beide H�nde an seine Seiten sinken. �Mein Bester�, sagte er mit bedeutungsschwerer Ernsthaftigkeit, �ich gebe Ihnen darauf mein Ehrenwort.�</p><p>Trevize vollf�hrte eine f�rmliche Verbeugung: �Mir fiele es nicht einmal im Traum ein, daran zu zweifeln, Professor Pelorat�, versicherte er. �Lassen Sie�s uns also so ausdr�cken: Es gibt einen Planeten des Ursprungs, aber k�nnten nicht Hunderte von Welten vorhanden sein, die diesen Ruhm f�r sich beanspruchen?�</p><p>�Sie k�nnten nicht nur, sie <emphasis>sind </emphasis>vorhanden. Doch s�mtliche dieser Anma�ungen sind unbegr�ndet. Keine einzige dieser Welten, die so ehrgeizige Anspr�che erheben, weist irgendeine Spur einer Zivilisation auf, die schon vor dem Beginn der Hyperraumfahrt existiert haben kann, gar nicht zu reden von irgendwelchen Hinweisen auf eine Entwicklung von Menschen aus vormenschlichen Organismen.�</p><p>�Sie wollen also sagen, es <emphasis>gibt </emphasis>einen Planeten des Ursprungs, aber aus irgendeinem Grund verzichtet er darauf, seinen Anspruch offen zu erheben?�</p><p>�Nun haben Sie genau ins Schwarze getroffen.�</p><p>�Und Sie beabsichtigen ihn zu suchen?�</p><p>�Das werden wir. So lautet unser Auftrag. B�rgermeisterin Branno hat alles in die Wege geleitet. Sie werden unser Raumschiff nach Trantor bringen.�</p><p>�Nach Trantor? Aber er ist doch nicht der Planet des Ursprungs. Das haben Sie doch gerade erst selber gesagt.�</p><p>�Freilich ist Trantor es nicht. Die Erde ist�s.�</p><p>�Warum tragen Sie mir dann nicht auf, das Raumschiff zur Erde zu fliegen?�</p><p>�Ich habe mich nicht deutlich genug ausgedr�ckt. �Erde� ist ein legend�rer Name. Er ist von uralten Mythen umgeben. Wir k�nnen hinsichtlich seiner Bedeutung nicht sicher sein, aber bequemlichkeitshalber pflegen wir die Bezeichnung als zweisilbiges Synonym f�r �Planet des Ursprungs der menschlichen Spezies� zu benutzen. Welcher der real existenten Planeten wirklich derjenige ist, den wir �Erde� nennen, das ist uns ja eben unbekannt.�</p><p>�Und auf Trantor soll man�s wissen?�</p><p>�Auf jeden Fall erhoffe ich mir von dort n�tzliche Informationen. Auf Trantor befindet sich die Galaktische Bibliothek, das gr��te Archiv in der ganzen Milchstra�e.�</p><p>�Aber sicherlich ist diese Bibliothek doch bereits von den Leuten durchforscht worden, von denen Sie sagen, sie h�tten sich schon zur Zeit des Ersten Imperiums f�r die Frage des Ursprungs interessiert.�</p><p>Versonnen nickte Pelorat. �Ja, aber vielleicht nicht gut genug. Ich wei� vieles �ber das Problem des Ursprungs, was man vor f�nfhundert Jahren im alten Imperium m�glicherweise noch nicht wu�te. Ich kann die alten Unterlagen mit gr��erem Verst�ndnis durchsuchen, verstehen Sie? Ich mache mir schon seit langem eingehend dar�ber meine Gedanken.�</p><p>�Ich nehme an, Sie haben B�rgermeisterin Branno von alldem erz�hlt, und sie billigt es?�</p><p>�Billigt es? Mein Bester, sie war entz�ckt! Sie stimmte mir darin zu, da� Trantor ganz gewi� der richtige Ort ist, an dem ich alles entdecken kann, was ich noch herausfinden mu�.�</p><p>�Ohne Zweifel�, bemerkte Trevize unterdr�ckt.</p><p>Das geh�rte zu dem, was ihn im Laufe der Nacht unabl�ssig besch�ftigte. B�rgermeisterin Branno schickte ihn aus, damit er �ber die Zweite Foundation herausfand, was sich herausfinden lie�. Sie schickte ihn in Pelorats Begleitung, damit er seine wahren Absichten hinter dieser angeblichen Suche nach der Erde verbergen konnte�� eine Suche, die ihn praktisch in jeden beliebigen Winkel der Galaxis verschlagen mochte. Es handelte sich tats�chlich um eine perfekte Tarnung, und er bewunderte den Einfallsreichtum der B�rgermeisterin.</p><p>Aber nach Trantor? Was f�r einen Sinn sollte das haben? Sobald sie sich auf Trantor befanden, w�rde Pelorat sich in der Galaktischen Bibliothek einnisten und nicht mehr zum Vorschein kommen. Angesichts endloser Reihen von B�chern, Filmen und anderer Aufzeichnungen, zahlloser Datenspeicher und Symbolkompilationen w�rde er bestimmt keine Lust versp�ren, je wieder fortzugehen.</p><p>Au�erdem�</p><p>Zur Zeit des Fuchses war Ebling Mis auf Trantor gewesen. Wie es hie�, hatte er dort entdeckt, wo sich die Zweite Foundation verbarg, aber den Tod gefunden, ehe er es irgendwem verraten konnte. Auch Arkady Darell hatte Trantor aufgesucht und mit Erfolg nach der Zweiten Foundation geforscht. Deren Schlupfwinkel jedoch, den sie aufsp�rte, befand sich auf Terminus selbst, und dort hatte man daraufhin die Zweite Foundation ausl�schen k�nnen. Wo immer sich die Zweite Foundation heute verborgen halten mochte, es war auf jeden Fall woanders. Was also sollte sich auf Trantor noch in Erfahrung bringen lassen? Wenn sie nach der Zweiten Foundation suchen wollten, konnten sie nahezu jedes beliebige Ziel anpeilen, blo� <emphasis>nicht </emphasis>Trantor.</p><p>Au�erdem�</p><p>Welche Pl�ne die Branno weiterhin verfolgte, wu�te er nicht, aber es entsprach keineswegs seiner Laune, ihr zu gehorchen. So, die Branno war wegen der Reise nach Trantor entz�ckt gewesen? Na, wenn die Branno w�nschte, da� sie nach Trantor flogen, dann w�rden sie eben nicht nach Trantor fliegen! �berallhin, aber bestimmt nicht nach Trantor!</p><p>Und als die Nacht sich allm�hlich der Morgend�mmerung n�herte, sank Trevize, v�llig zerm�rbt, endlich in unruhigen Schlaf.</p></section><section><title><p>11</p></title><p>Der n�chste Tag, nachdem sie Trevize unsch�dlich gemacht hatte, verlief f�r B�rgermeisterin Branno einwandfrei. Sie hatte ihre Grenzen weit �berschritten, und niemand erw�hnte den Vorfall.</p><p>Nichtsdestoweniger war sie sich dar�ber im klaren, da� der Verwaltungsrat seinen l�hmungs�hnlichen Zustand des Stillhaltens bald �berwinden mu�te, man w�rde Fragen aufwerfen. Es kam darauf an, schnell zu handeln. Also schob sie zahlreiche andere Angelegenheiten vorerst beiseite und widmete sich dem Fall Trevize.</p><p>Zur gleichen Zeit, als Trevize und Pelorat �ber die Erde diskutierten, sa� im B�rgermeisteramt Ratsherr Munn Li Compor der Branno gegen�ber. W�hrend er sich recht unbek�mmert vor ihrem Schreibtisch l�mmelte, unterzog sie ihn einer erneuten Einsch�tzung.</p><p>Er war kleiner und leichtgewichtiger als Trevize und nur zwei Jahre �lter. Beide waren erst seit kurzem Mitglieder des Verwaltungsrates, beide jung und forsch, und das mu�ten die einzigen Gemeinsamkeiten sein, die sie miteinander verbunden hatten, denn in jeder anderen Hinsicht waren sie vollkommen verschieden.</p><p>Wogegen Trevize heftige Eindringlichkeit zu verbreiten pflegte, merkte man Compor nichts anderes an als nahezu heiter-gelassenes Selbstvertrauen. Das lag vielleicht an seinem blonden Haar und den blauen Augen, was unter den B�rgern der Foundation sehr selten anzutreffen war. Sie verliehen ihm eine fast feminine Zierlichkeit, die ihn (vermutete die Branno) f�r Frauen weniger attraktiv machte als Trevize. Allerdings bildete er sich unverkennbar etwas auf sein Aussehen ein, trug das Haar ziemlich lang und sorgf�ltig gewellt. Unter den Brauen wies er hellblauen Lidschatten auf, um seine nat�rliche Augenfarbe zu betonen (Lidschatten in den verschiedensten Farbt�nen waren im Laufe der letzten zehn Jahre unter M�nnern beliebt geworden).</p><p>Er war kein Weiberheld. Er lebte eher geruhsam mit einer Frau zusammen, hatte den Beh�rden jedoch noch keine Zeugungsabsichten angemeldet, und von einer Partnerin nebenher wu�te man nichts. Auch das unterschied ihn von Trevize, der seine Frauenbekanntschaften so h�ufig wechselte wie die grellfarbenen G�rtel, f�r die er bekannt war.</p><p>Es gab wenig, was Kodells Sicherheitsb�ro �ber die beiden jungen Ratsherren nicht in Erfahrung gebracht hatte; Kodell selbst sa� nun still in einer Ecke der R�umlichkeit und zeigte sein �bliches, gutm�tiges L�cheln.</p><empty-line/><p>�Ratsherr Compor�, sagte die Branno, �Sie haben der Foundation einen wertvollen Dienst erwiesen, doch zu Ihrem Nachteil ist er nicht von der Art, die man �ffentlich loben oder auf herk�mmliche Art und Weise belohnen kann.�</p><p>Compor l�chelte. Er hatte wei�e und gleichm��ige Z�hne, und fl�chtig stellte sich die Branno die m��ige Frage, ob alle Bewohner des Sirius-Sektors so aussahen. Compors Behauptung, aus dieser besonderen, ziemlich peripheren Region zu stammen, ging zur�ck auf seine Gro�mutter m�tterlicherseits, die auch blond und blau�ugig gewesen war und darauf beharrt hatte, <emphasis>ihre </emphasis>Mutter habe aus dem Sirius-Sektor gestammt. Kodell zufolge aber existierten daf�r keine sicheren Beweise.</p><p>So seien Frauen nun einmal, hatte Kodell bemerkt, es sei sehr gut m�glich, da� sie sich blo� eine ferne, exotische Herkunft angedichtet habe, um ihre ohnehin betr�chtliche Anziehungskraft und Ausstrahlung noch zu verst�rken.</p><p>�Sind Frauen so?� hatte die Branno humorlos gefragt, und Kodell hatte gel�chelt und ged�mpft eingeschr�nkt, er meine nat�rlich nur gew�hnliche Frauen.</p><p>�Es ist nicht erforderlich, da� die Bev�lkerung der F�deration von diesem Dienst wei߫, sagte Compor. �Es gen�gt, wenn <emphasis>Sie </emphasis>davon wissen.�</p><p>�Ich wei� davon und werde ihn nicht vergessen. Gleichfalls will ich Sie aber nicht dar�ber im unklaren lassen, da� Ihre Pflicht damit noch nicht getan ist. Sie haben sich auf einen heiklen Kurs eingelassen und m�ssen nun weitermachen. Wir wollen mehr �ber Trevize erfahren.�</p><p>�Ich habe Ihnen alles mitgeteilt, was ich �ber ihn wei�.�</p><p>�Kann sein, Sie m�chten gern, da� ich das glaube. Vielleicht glauben Sie�s sogar selber. Aber beantworten Sie erst einmal meine Fragen. Kennen Sie einen Mann namens Janov Pelorat?�</p><p>Fl�chtig runzelte Compor die Stirn; sie gl�ttete sich fast sofort wieder.</p><p>�Mag sein, da� ich ihn erkenne, wenn ich ihn sehe�, antwortete er vorsichtig, �aber der Name allein besagt mir nichts.�</p><p>�Er ist ein Gelehrter.�</p><p>Compor rundete den Mund zu einem geringsch�tzigen, aber lautlosen Oh?, als ob es ihn �berrasche, da� die B�rgermeisterin annahm, er kenne irgendwelche Gelehrten.</p><p>�Pelorat ist eine interessante Person, die aus gewissen Gr�nden wild darauf ist, Trantor einen Besuch abzustatten�, sagte die Branno. �Ratsherr Trevize wird ihn begleiten. Da Sie mit Trevize gut befreundet waren und daher vielleicht die Art kennen, wie er denkt, sagen Sie mir folgendes�� wird sich Trevize mit Trantor als Ziel abfinden?�</p><p>�Wenn Sie Trevize ins Raumschiff bringen und es nach Trantor steuern lassen�, sagte Compor, �was bleibt ihm anderes �brig? Sie bef�rchten doch wohl nicht, er k�nne meutern und das Raumschiff �bernehmen?�</p><p>�Sie mi�verstehen mich. Er und Pelorat werden allein im Schiff sein, und er wird an den Kontrollen sitzen.�</p><p>�Und Sie fragen mich, ob er sich bereitwillig nach Trantor schicken l��t?�</p><p>�Ja, genau so lautet meine Frage.�</p><p>�B�rgermeisterin, wie k�nnte denn ich wissen, ob er das tun wird?�</p><p>�Ratsherr Compor, Sie waren mit Trevize befreundet. Sie wissen von seiner �berzeugung bez�glich der Existenz der Zweiten Foundation. Hat er sich nie n�her �ber seine Theorien ausgelassen, etwa in der Beziehung, wo sie existieren, wo man sie finden k�nnte?�</p><p>�Niemals, B�rgermeisterin.�</p><p>�Glauben Sie, da� er sie finden wird?�</p><p>Compor lachte leise auf. �Ich gehe davon aus, da� die Zweite Foundation, was sie auch gewesen, wie wichtig sie auch gewesen sein mag, zur Zeit Arkady Darells eliminiert worden ist. Ich halte ihre Darstellung f�r glaubhaft.�</p><p>�Tats�chlich? Warum haben Sie Ihren Freund dann verraten? Wenn er nach etwas sucht, das es gar nicht gibt, welchen Schaden h�tte er denn verursachen k�nnen, ihn seine haltlosen Theorien verbreiten zu lassen?�</p><p>�Nicht nur Wahrheiten k�nnen Schaden anrichten�, entgegnete Compor. �Seine Theorien m�gen haltlos sein, aber es ist nicht ausgeschlossen, da� es ihm gelungen w�re, damit unter Terminus� Einwohnerschaft Unruhe zu stiften, und durch die Verbreitung von Unsicherheit und Zweifeln, was die Rolle der Foundation im gewaltigen Drama der galaktischen Geschichte angeht, die F�hrung der F�deration zu schw�chen, den Traum von einem Zweiten Galaktischen Imperium zu beeintr�chtigen. Allem Anschein nach haben Sie ja die gleichen �berlegungen angestellt, andernfalls h�tten Sie ihn nicht aus dem Sitzungssaal gewiesen und sich erst recht nicht gezwungen gesehen, ihn ohne Verhandlung ins Exil zu schicken. Warum haben Sie das getan, wenn ich fragen darf, B�rgermeisterin?�</p><p>�Sagen wir einmal, ich war vorsichtig genug, mir zu denken, es besteht ganz entfernt die M�glichkeit, da� er recht hat, soda� die Verbreitung seiner Ansichten eine akute, direkte Gefahr sein k�nnte.�</p><p>Compor schwieg.</p><p>�Selbstverst�ndlich bin ich Ihrer Meinung�, f�gte die Branno hinzu, �aber die Verantwortung, die mit meinem Amt verbunden ist, zwingt mich naturgem�� dazu, auch so eine M�glichkeit zu ber�cksichtigen. Also gestatten Sie, da� ich Sie nochmals frage, ob Sie irgendeine Vorstellung besitzen, wo nach seiner Auffassung die Zweite Foundation gefunden werden, wohin er sich wenden k�nnte?�</p><p>�Nicht im geringsten.�</p><p>�Hat er Ihnen gegen�ber nie derartige Andeutungen gemacht?�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht.�</p><p>�Nie? Antworten Sie nicht voreilig. Denken Sie erst nach. Wirklich nie?�</p><p>�Niemals�, sagte Compor entschieden.</p><p>�Keinerlei Anspielungen? Gar keine scherzhaften Bemerkungen? Keine Sp��e? Keine abstrakten Gr�beleien, die erst im R�ckblick an Bedeutung gewinnen?�</p><p>�Nichts dergleichen. Ich sage Ihnen, B�rgermeisterin, seine Hirngespinste von der Zweiten Foundation sind nicht mehr wert als der schw�chste Sternenschein. Das wissen Sie doch selbst, und mit Ihren Sorgen wegen dieser Sache verschwenden Sie nur Ihre Zeit und regen sich unn�tig auf.�</p><p>�Sie wechseln nicht zuf�llig nun wieder die Seite und decken Ihren Freund, nachdem Sie ihn erst mir in die Hand geliefert haben?�</p><p>�Nein�, gab Compor zur Antwort. �Ich habe aus Gr�nden, die ich f�r gut und patriotisch halte, mit Ihnen gegen ihn zusammengearbeitet. Ich sehe keinen Anla�, meine Handlungsweise zu bereuen oder meine Einstellung zu �ndern.�</p><p>�Dann k�nnen Sie nicht den kleinsten Hinweis darauf geben, wohin er m�glicherweise fliegen d�rfte, sobald das Raumschiff erst einmal zu seiner Verf�gung steht?�</p><p>�Wie ich schon gesagt habe, ich��</p><p>�Und doch, Ratsherr���� hier verzog die B�rgermeisterin die Falten ihres Gesichts so, da� es zutiefst versonnen wirkte�� ��w��te ich gern, wohin er wirklich fliegt.�</p><p>�In diesem Fall, meine ich, sollten Sie in dem Raumschiff eine Hypersonde verstecken.�</p><p>�Daran habe ich auch schon gedacht, Ratsherr. Allerdings ist Trevize ein ziemlich argw�hnischer Mensch, und ich vermute, er w�rde sie finden, wie raffiniert man sie auch versteckt. Nat�rlich lie�e sie sich so installieren, da� er sie nicht ausbauen kann, ohne das Schiff zu besch�digen, so da� er gezwungen w�re, sie an ihrem Platz zu belassen��</p><p>�Ein gl�nzender Einfall.�</p><p>�Nur w�rde ihn das in seiner Bewegungsfreiheit einschr�nken�, sagte die Branno. �Er ginge wom�glich nicht dorthin, wohin er fliegen w�rde, wenn er volle Freiz�gigkeit und Beweglichkeit genie�t. Ich w�rde nur nutzlose Informationen erhalten.�</p><p>�In diesem Fall kommt es mir so vor, als k�nnten Sie leider nun einmal nicht erfahren, wohin er geht.�</p><p>�Vielleicht doch, denn ich bin auf eine ganz primitive Methode verfallen. Ein Mensch, der nur mit dem Raffiniertesten rechnet und dagegen vorbeugt, ist andererseits durchaus dazu in der Lage, die primitiven Mittel zu vergessen. Ich habe die Absicht, Trevize verfolgen zu lassen.�</p><p>�Verfolgen?�</p><p>�Genau. Durch ein anderes Raumschiff mit einem anderen Piloten. Sie sehen, Sie sind gleichfalls erstaunt �ber diese Idee. Er w�re genauso erstaunt. Er d�rfte kaum daran denken, den Weltraum nach einer Begleitmasse abzutasten, und so oder so werden wir daf�r sorgen, da� sein Schiff nicht mit den modernsten Massendetektoren ausger�stet ist.�</p><p>�Bei allem Respekt, B�rgermeisterin�, sagte Compor, �aber ich mu� Sie darauf hinweisen, da� Ihnen bez�glich der Raumfahrt die Erfahrungen fehlen. Man verfolgt nie ein Raumschiff mit einem anderen, weil so was nicht klappen kann. Mit dem ersten Hypersprung wird Trevize den Verfolger abh�ngen. Selbst wenn er nicht merkt, da� ihm jemand folgt, wird sein erster Hypersprung ihm den Weg in die Freiheit er�ffnen. Und wenn sich an Bord keine Hypersonde befindet, ist er nicht wieder auffindbar.�</p><p>�Ich gestehe meinen Mangel an Erfahrung ein. Im Gegensatz zu Ihnen und Trevize habe ich keine Ausbildung in der Raummarine genossen. Trotzdem, meine Berater, die eine solche Ausbildung erhalten haben, versichern mir, da� eine genaue �berwachung des Raumschiffs unmittelbar vor dem Hypersprung�� Kurs, Geschwindigkeit und Beschleunigung�� erlaubt, zu schlu�folgern, wie der vorgesehene Hypersprung ausfallen wird, jedenfalls allgemein betrachtet. Mit einem guten Computer und sehr gutem Urteilsverm�gen m��te ein Verfolger dazu f�hig sein, den gleichen Hypersprung zu vollf�hren und im Zielsektor die Spur erneut aufzunehmen, vor allem, wenn der Verfolger einen vorz�glichen Massendetektor besitzt.�</p><p>�Einmal kann so etwas gelingen�, sagte Compor mit Nachdruck, �auch zweimal, falls der Verfolger viel Gl�ck hat, aber dann ist Schlu�. Auf so was kann man sich nicht verlassen.�</p><p>�Vielleicht k�nnen wir�s doch. Ratsherr Compor, Sie haben fr�her an Wettfl�gen teilgenommen, bei denen auch Hyperspr�nge stattfanden. Sie sehen, ich wei� sehr viel �ber Sie. Sie sind ein ausgezeichneter Raumpilot und haben die bemerkenswertesten Leistungen gezeigt, wenn�s darum ging, einem Konkurrenten durch einen Hypersprung zu folgen.�</p><p>Compor ri� die Augen auf. Er wand sich nahezu im Sessel. �Damals war ich noch am College. Heute bin ich �lter.�</p><p>�Nicht zu alt. Noch keine f�nfunddrei�ig. Infolgedessen steht f�r mich fest, da� <emphasis>Sie </emphasis>Trevize folgen werden, Ratsherr. Wohin er fliegt, dorthin werden Sie ihm folgen, und Sie werden mir Bericht erstatten. Kurz nach Trevizes Start werden Sie auch starten, und er wird in wenigen Stunden aufbrechen. Sollten Sie diese Aufgabe etwa zur�ckweisen, Ratsherr, lasse ich Sie wegen Hochverrats einsperren! Wenn Sie�s vorziehen, mit dem Raumschiff abzufliegen, das wir Ihnen zur Verf�gung stellen, aber den Anschlu� an Trevize verlieren, brauchen Sie gar nicht erst zur�ckzukehren. Falls Sie�s doch versuchen, werden Sie im Raum vernichtet!�</p><p>Mit einem Ruck stand Compor auf. �Ich f�hre ein eigenes Leben. Ich habe Arbeit zu erledigen. Ich habe eine Partnerin. Ich kann unm�glich fort.�</p><p>�Sie werden m�ssen. Wir alle, die wir beschlossen haben, Diener der Foundation zu sein, m�ssen jederzeit darauf gefa�t sein, ihr auf weitergehende und unbequeme Weise zu dienen, falls es sich als n�tig erweist.�</p><p>�Meine Frau mu� mich nat�rlich begleiten.�</p><p>�Halten Sie mich f�r eine Idiotin? <emphasis>Nat�rlich </emphasis>bleibt sie hier.�</p><p>�Als Geisel?�</p><p>�Von mir aus, wenn diese Bezeichnung Ihnen gef�llt. Ich ziehe es vor zu sagen, da� Sie sich in Gefahr begeben m�ssen, und deshalb legt mein weiches Herz Wert darauf, da� sie hier bleibt, wo sie in keine Gefahr geraten kann. Jede weitere Diskussion ist ohnehin �berfl�ssig. Sie stehen unter Arrest, genauso wie Trevize, und ich bin mir sicher, Sie verstehen, da� ich schnell handeln mu�, ehe die Euphorie abebbt, die Terminus gegenw�rtig beherrscht. Ich f�rchte, mein Stern beginnt zu sinken.�</p></section><section><title><p>12</p></title><p>�Sie sind nicht gerade sanft mit ihm umgesprungen, B�rgermeisterin�, sagte Kodell.</p><p>�Warum h�tte ich�s sollen?� entgegnete die B�rgermeisterin schnaubend. �Er hat einen Freund hintergangen.�</p><p>�Das war f�r uns von Nutzen.�</p><p>�Ja, zuf�llig. Seine n�chste Verr�terei k�nnte allerdings genau gegenteilig sein.�</p><p>�Warum sollte so etwas noch einmal vorkommen?�</p><p>�H�ren Sie auf, Liono!� sagte die Branno ungn�dig. �Machen Sie hier keine Witze! Jedem Menschen, der sich einmal zum Verrat f�hig zeigt, mu� man jederzeit zutrauen, da� er�s nochmals macht.�</p><p>�Vielleicht wirkt sich diese F�higkeit so aus, da� er sich nun wieder mit Trevize verb�ndet. Zusammen k�nnten die beiden��</p><p>�Das glauben Sie doch selbst nicht. Bei all seiner Wirrk�pfigkeit und Naivit�t pflegt Trevize immer geradlinig vorzugehen. Er hat keinerlei Verst�ndnis f�r Hinterh�ltigkeit und wird Compor unter gar keinen Umst�nden ein zweites Mal Vertrauen schenken.�</p><p>�Entschuldigung, B�rgermeisterin�, sagte Kodell, �ich m�chte mich nur vergewissern, da� ich Ihren �berlegungen g�nzlich folgen kann. Wie sehr d�rfen denn nach Ihrer Ansicht <emphasis>Sie </emphasis>Compor trauen? Woher wollen Sie wissen, ob er Trevize wirklich folgt und Ihnen wahrheitsgem�� Bericht erstattet? Meinen Sie, Sie k�nnen sich v�llig auf seine Sorge um seine Frau verlassen, um ihn zu g�ngeln? Auf seinen Wunsch, zu ihr zur�ckkehren zu d�rfen?�</p><p>�Beides sind Faktoren, die ich einbeziehe, aber ich st�tze mich nicht allein darauf. In Compors Raumschiff wird eine Hypersonde versteckt sein. Trevize k�nnte eine �berwachung erwarten und deshalb nach einer suchen. Compor dagegen, sein Verfolger, wird mit keiner �berwachung rechnen�� vermute ich�� und daher <emphasis>nicht </emphasis>danach suchen. Falls doch, und falls er sie findet, dann m�ssen wir uns tats�chlich in der Hauptsache auf die Anziehungskraft seiner Frau verlassen.�</p><p>Kodell lachte. �Kaum vorzustellen, da� ich Ihnen einmal Lektionen erteilen mu�te. Und der Zweck der Verfolgung?�</p><p>�Sie geschieht zur doppelten Absicherung. Sollte Trevize ertappt werden, bleibt m�glicherweise noch Compor, um uns, falls Trevize nicht l�nger dazu imstande ist, die gew�nschten Informationen zu �bermitteln.�</p><p>�Noch eine Frage. Was soll werden, sollte Trevize dank irgendeines Zufalls wirklich die Zweite Foundation finden, und wir erfahren durch ihn davon, oder durch Compor, oder wir ziehen, falls beide umkommen, entsprechende Schl�sse?�</p><p>�Ich hoffe, da� die Zweite Foundation <emphasis>tats�chlich </emphasis>existiert, Liono�, sagte die B�rgermeisterin. �Der Seldon-Plan kann unseren Zielen jedenfalls nicht mehr viel l�nger dienlich sein. Der gro�e Hari Seldon hat ihn zur Zeit des Niedergangs des Imperiums erarbeitet, als der technische Fortschritt buchst�blich zum Stillstand gekommen war.</p><p>Seldon selbst war zwangsl�ufig ein Kind seiner Epoche, und wie brillant seine inzwischen halb mythische Wissenschaft der Psychohistorie auch gewesen sein mu�, sie hat sich damals nicht �ber ihre Anf�nge erhoben. Gewi� sind keine <emphasis>schnellen </emphasis>technischen Fortschritte einkalkuliert worden. Die Foundation hat jedoch welche erzielt, vor allem im letzten Jahrhundert. Wir besitzen Massendetektoren von einer Leistungst�chtigkeit, wie man sie fr�her nicht einmal zu ertr�umen gewagt hat, wir verf�gen �ber Computer, die auf Gedanken reagieren, und vor allem stehen uns geistige Abschirmm�glichkeiten zur Verf�gung. Selbst wenn die Zweite Foundation uns gegenw�rtig noch unter Kontrolle haben sollte, wesentlich l�nger kann sie nicht dazu in der Lage sein. W�hrend meiner letzten Jahre der Macht m�chte ich die Person sein, die Terminus auf einen neuen Weg f�hrt.�</p><p>�Und wenn�s nun doch keine Zweite Foundation gibt?�</p><p>�Dann schlagen wir sofort einen neuen Weg ein.�</p></section><section><title><p>13</p></title><p>Der ruhelose Schlaf, der Trevize zum Schlu� �bermannt hatte, dauerte nur kurz. Jemand ber�hrte ihn zum zweitenmal an der Schulter.</p><p>Trevize schrak hoch, v�llig benommen, zu begreifen au�erstande, wieso er in einem fremden Bett erwachte. �Was� was�?�</p><p>�Verzeihen Sie, Ratsherr Trevize�, sagte Pelorat im Tonfall einer ernstgemeinten Entschuldigung. �Sie sind mein Gast, und ich sollte Ihnen die Ruhe g�nnen, aber die B�rgermeisterin ist da.� Er stand in einer Flanell-Unterhose neben dem Bett und zitterte ein bi�chen. Mit einem Schlag befiel schlaffe Wachheit Trevize, und die Erinnerung kehrte zur�ck.</p><empty-line/><p>Die B�rgermeisterin hielt sich in Pelorats Wohnzimmer auf und wirkte so gefa�t wie stets. Mit ihr war Kodell erschienen, der ein wenig an seinem wei�en Schnurrbart schabte, w�hrend Trevize seine Sch�rpe angemessen straffte und sich fragte, ob dies Paar�� die Branno und Kodell�� �berhaupt jemals getrennt auftrat.</p><p>�Ist der Verwaltungsrat schon zur Besinnung gekommen?� erkundigte Trevize sich sp�ttisch. �Sind seine Mitglieder beunruhigt �ber die Abwesenheit eines der Ihren?�</p><p>�Es gibt gewisse Anzeichen daf�r, da� sich etwas regt, ja�, sagte die B�rgermeisterin, �aber vorerst so geringf�giger Natur, da� es Ihnen nichts nutzen wird. Es steht au�er Frage, da� ich noch immer die Macht habe, um Sie zum Abflug zu zwingen. Sie werden zum Ultima-Raumhafen gebracht und��</p><p>�Nicht zum Terminus-Raumhafen, ehrenwerte B�rgermeisterin? Beraubt man mich der M�glichkeit, von den Zehntausenden, die mir unter Tr�nen Lebewohl w�nschen m�chten, auf anst�ndige Weise Abschied zu nehmen?�</p><p>�Ich sehe, Sie haben Ihre Vorliebe f�r kindliche Albernheiten wiedergewonnen, Ratsherr, und das freut mich. Es beruhigt in mir Anwandlungen, die sich sonst vielleicht zu richtigen Gewissensbissen entwickelt h�tten. Sie und Professor Pelorat werden ohne jedes Aufsehen vom Ultima-Raumhafen starten.�</p><p>�Und nie zur�ckkehren?�</p><p>�Und vielleicht nie zur�ckkehren.� Sie l�chelte fl�chtig. �Sollten Sie jedoch etwas entdecken, was so bedeutend und n�tzlich f�r uns ist, da� wir Sie um dieser Informationen willen mit offenen Armen wieder empfangen, werden Sie nat�rlich umkehren. Wom�glich werden Ihnen dann sogar Ehrungen zuteil.�</p><p>Trevize nickte l�ssig. �K�nnte sein.�</p><p>�Nahezu <emphasis>alles </emphasis>m�gliche k�nnte sich ergeben. Auf jeden Fall, zwischendurch wird�s Ihnen nicht schlecht gehen. Sie erhalten einen erst k�rzlich fertiggestellten Kleinkreuzer, die <emphasis>Far Star. </emphasis>Er bietet einigerma�en ausreichenden Komfort f�r drei Leute, aber eine Person gen�gt, um ihn zu fliegen.�</p><p>Trevize fuhr aus seiner sorgsam gek�nstelten Haltung gem��igter Ironie. �Mit kompletter Bewaffnung?�</p><p>�Unbewaffnet, ansonsten aber vollst�ndig ausger�stet. Wohin Sie auch gelangen, �berall werden Sie B�rger der Foundation sein, und es wird �berall einen Konsul geben, an den Sie sich wenden k�nnen, folglich d�rften Sie keine Waffen brauchen. Bei Bedarf stehen Ihnen Finanzmittel offen. Nicht unbegrenzt, darf ich bemerken.�</p><p>�Sehr gro�z�gig von Ihnen.�</p><p>�Das wei� ich, Ratsherr. Aber tun Sie mir den Gefallen, Ratsherr, und verstehen Sie mich richtig. Sie helfen Professor Pelorat bei seiner Suche nach der Erde. Ganz egal, was Sie zu suchen <emphasis>denken, </emphasis>Sie suchen die <emphasis>Erde! </emphasis>Wer immer Ihnen begegnet, darf daran keinerlei Zweifel haben. Und beachten Sie immer, da� die <emphasis>Far Star nicht </emphasis>bewaffnet ist!�</p><p>�Ich suche die Erde�, sagte Trevize. �Ich habe vollkommen verstanden.�</p><p>�Dann werden Sie sich nun auf den Weg machen.�</p><p>�Verzeihen Sie, aber sicher gibt�s noch mehr zu besprechen, als wir bis jetzt diskutiert haben. Ich habe fr�her Raumschiffe geflogen, aber mit Kleinkreuzern neuen Typs besitze ich keinerlei Erfahrungen. Wenn ich ihn nun nicht steuern kann?�</p><p>�Soviel ich wei�, ist die <emphasis>Far Star </emphasis>weitgehendst computerisiert. Und bevor Sie fragen, Sie brauchen nicht zu wissen, wie man mit einem modernen Pilotcomputer umgeht. Er selbst wird Ihnen alles sagen, was Sie wissen m�ssen. Besteht Ihrerseits sonst irgendein Bedarf?�</p><p>Trevize schaute unbehaglich an sich hinunter. �Ich sollte mich besser umziehen.�</p><p>�Sie finden Kleidungsst�cke an Bord des Raumschiffs. Darunter auch solche G�rtel, oder Sch�rpen�� wie immer man das nennt��, wie Sie sie zu tragen pflegen. Auch der Professor hat, was er braucht. Alle gebr�uchlichen, vern�nftigen Gegenst�nde des t�glichen Bedarfs befinden sich bereits an Bord, allerdings mit der Einschr�nkung, <emphasis>keine </emphasis>weiblichen Begleiter.�</p><p>�Sehr schade�, meinte Trevize. �Das w�re angenehm, aber wie�s der Zufall will, gegenw�rtig w��te ich sowieso keine geeignete Kandidatin. Aber ich gehe davon aus, da� die Galaxis stark bev�lkert ist, und wenn ich erst einmal fort bin, kann ich tun, was mir gef�llt.�</p><p>�In bezug auf Frauen? Ganz nach Belieben.�</p><p>Umst�ndlich erhob sich die Branno. �Ich werde Sie nicht zum Raumhafen begleiten�, sagte sie, �aber Sie werden von einer Eskorte hingebracht, und Sie sollten es sich verkneifen, irgend etwas anderes als das, was man Ihnen sagt, zu tun. Ich f�rchte, falls Sie einen Fluchtversuch unternehmen, wird man Sie t�ten. Der Umstand, da� ich nicht dabei bin, d�rfte sich so auswirken, da� die M�nner weniger Zur�ckhaltung zeigen.�</p><p>�Ich werde nichts tun, was man mir nicht gestattet, B�rgermeisterin�, sagte Trevize. �Nur eines noch��</p><p>�Ja?�</p><p>Trevize suchte rasch nach den richtigen Worten, l�chelte schlie�lich (wie er hoffte) ungezwungen. �Es k�nnte der Tag kommen, B�rgermeisterin�, sagte er, �an dem Sie mich um etwas <emphasis>bitten, </emphasis>und dann werde ich mich an diese beiden Tage erinnern und so entscheiden, wie ich�s f�r angebracht halte.�</p><p>B�rgermeisterin Branno seufzte. �Ersparen Sie mir so ein Melodrama. Wenn ein solcher Tag kommt, dann kommt er eben, aber bis dahin�� bitte ich Sie um gar nichts.�</p></section></section><section><title><p>Viertes Kapitel</p><p>Weltraum</p></title><section><title><p>14</p></title><p>Das Raumschiff sah noch beeindruckender aus, als Trevize aufgrund seiner Erinnerungen an die Zeit, als sich die neue Kreuzer-Klasse im Bau befand und �berschwengliche Publizit�t geno�, erwartet hatte.</p><p>Nicht die Gr��e war eindrucksvoll, denn das Raumschiff war ziemlich klein. Die Vorz�ge der Konstruktion lagen in Man�vrierbarkeit, Geschwindigkeit, dem Gravo-Antrieb und besonders der hochmodernen Computerisierung. Auf Gr��e hatte verzichtet werden k�nnen; sie w�re dem Zweck sogar hinderlich gewesen.</p><p>Es handelte sich um einen Einmann-Raumer, der dank seiner �berlegenheit die �lteren Raumschiffe, die eine dutzendk�pfige oder noch gr��ere Mannschaft brauchten, leicht ersetzte. Mit einem zweiten oder gar dritten Besatzungsmitglied an Bord, so da� Schichtdienst m�glich war, konnte so ein Kleinkreuzer es ohne weiteres mit einer ganzen Flottille gr��erer, nicht zur Foundation geh�riger Raumschiffe aufnehmen. An Geschwindigkeit war es jedem bekannten Typ �berlegen und konnte sich etwaigen Gegnern notfalls m�helos entziehen.</p><p>Es besa� in seiner Gesamtheit eine schlanke Form, wies keine �berfl�ssigen Merkmale auf, keine sinnlose Rundung, weder innen noch au�en. Jeder Kubikmeter Innenraum war maximal genutzt worden, so da� man im Innern ein beinahe paradoxes Gef�hl der Ger�umigkeit hatte.</p><p>Nichts, was die B�rgermeisterin �ber die Wichtigkeit dieser Mission h�tte sagen k�nnen, w�re f�r Trevize �berzeugender gewesen als dies Raumschiff.</p><p>Branno die Bronzefrau, sah er mit Verdru� ein, hatte ihn zur �bernahme eines gef�hrlichen Auftrags von allerh�chster Bedeutung gen�tigt. Vielleicht h�tte er ihn mit weniger Entschlossenheit �bernommen, w�re nicht von der Branno alles so arrangiert worden, da� er ihr nur zu gern beweisen <emphasis>wollte, </emphasis>was er leisten konnte.</p><p>Was Pelorat betraf, er war entgeistert vor Staunen. �W�rden Sie mir glauben�, meinte er, als er, bevor er hineinkletterte, behutsam einen Finger an den Rumpf legte, �da� ich einem Raumschiff noch nie so nahe gewesen bin?�</p><p>�Wenn Sie�s sagen, glaube ich�s nat�rlich, Professor, aber wie haben Sie das blo� geschafft?�</p><p>�Das wei� ich selbst kaum, um ehrlich zu sein, teurer� ich meine, Trevize. Vermutlich war ich immer zu sehr mit meinen Forschungen besch�ftigt. Wenn man daheim einen richtig guten Computer hat, der andere Computer �berall in der Galaxis erreichen kann, darf man sich die meisten Wege sparen, wissen Sie. Irgendwie habe ich erwartet, Raumschiffe seien gr��er.�</p><p>�Das hier ist ein kleiner Typ, aber trotzdem innen ger�umiger als jedes andere Raumschiff dieser Gr��e.�</p><p>�Wie kann denn so was m�glich sein? Sie machen sich �ber meine Unwissenheit lustig.�</p><p>�Nein, nein. Das ist mein Ernst. Sie sehen hier eines der ersten v�llig gravobetriebenen Raumschiffe vor sich.�</p><p>�Und was bedeutet das? Bitte sehen Sie lieber von Erkl�rungen ab, falls dazu ausgedehnte Abschweifungen in die Physik erforderlich sind. Ich gebe mich mit Ihrem Wort zufrieden, so wie gestern Sie bez�glich der einheitlichen Spezies Mensch und der einen Welt des Ursprungs.�</p><empty-line/><image l:href="#2"/><empty-line/><p>�Wir wollen�s versuchen, Professor Pelorat. W�hrend vieler Jahrtausende der Raumfahrt sind chemische Antriebe, Ionenantriebe und hyperatomare Antriebe verwendet worden, und all diese Antriebssysteme haben viel Platz beansprucht. Die alte Kaiserliche Marine hatte Raumschiffe von f�nfhundert Metern L�nge, in denen der Besatzung nicht mehr Aufenthaltsraum geboten war als in einem kleinen Apartment. Zum Gl�ck hat sich die Foundation in all den Jahrhunderten ihrer Existenz auf Miniaturisierung spezialisiert, weil sie aufgrund des Mangels an Ressourcen gar keine andere Wahl hatte. Was Sie hier sehen, ist davon das Spitzenergebnis. Das Raumschiff fliegt dank Antigravitation, und der Antrieb, der das erm�glicht, nimmt so gut wie keinen Platz ein, er ist n�mlich in die H�lle integriert. W�ren nicht trotzdem noch die hyperatomaren��</p><p>Ein Posten der Sicherheit trat n�her. �Gehen Sie bitte weiter!�</p><p>Der Himmel erhellte sich allm�hlich, obwohl bis zum Sonnenaufgang noch eine halbe Stunde verstreichen mu�te.</p><p>Trevize schaute sich um. �Ist mein Gep�ck verladen worden?�</p><p>�Jawohl, Ratsherr. Die Ausstattung befindet sich schon vollst�ndig im Schiff.�</p><p>�Und Kleidung dabei, nehme ich an, die weder meine Gr��e hat, noch meinem Geschmack entspricht.�</p><p>Urpl�tzlich grinste der Posten nahezu jungenhaft. �Ich glaube, da� alles zu Ihrer Zufriedenheit sein d�rfte�, sagte er. �Die B�rgermeisterin hat uns im Laufe der vergangenen drei�ig oder vierzig Stunden geh�rig Mehrarbeit leisten lassen, und wir haben uns weitgehend nach dem gerichtet, was Sie daheim haben. Geld hat keine Rolle gespielt.� Er blickte sich um, als wolle er sich vergewissern, da� seine pl�tzliche Vertraulichkeit niemandem auffiel. �H�ren Sie, ich finde, Sie beide k�nnen von Gl�ck reden. Das ist das beste Raumschiff der Welt. Komplett ausger�stet, abgesehen von Bewaffnung. Sie schwimmen ganz oben.�</p><p>�Als Treibgut, das kann sein�, erwiderte Trevize. �Also, Professor, sind Sie bereit?�</p><p>�Solange ich das hier bei mir habe, bin ich zu allem bereit�, sagte Pelorat und hielt einen kantigen Stab in die H�he, der etwa zwanzig Zentimeter lang war und umh�llt von silbrigem Plastik. Unvermittelt fiel Trevize auf, da� der Professor ihn schon seit Verlassen seines Hauses mitf�hrte, st�ndig von der einen in die andere Hand nahm, ihn nie weglegte, nicht einmal, als sie unterwegs schnell ein Fr�hst�ck einnahmen, aus den Fingern gelassen hatte.</p><p>�Was ist das, Professor?�</p><p>�Meine Bibliothek. Sie ist nach Stichw�rtern und Quellen geordnet, und ich habe alles in <emphasis>einen </emphasis>Datenkomprehensor packen k�nnen! Wenn Sie dieses Raumschiff f�r ein Wunderwerk halten, wie finden Sie dann erst diesen Datenkomprehensor? Eine ganze Bibliothek! Alles, was ich jemals zusammengetragen habe. Wunderbar! Einfach wunderbar!�</p><p>�Ja�, sagte Trevize. �Mann, wir schwimmen <emphasis>wirklich </emphasis>ganz obenauf.�</p></section><section><title><p>15</p></title><p>Auch w�hrend er das Innere des Raumschiffs besichtigte, kam Trevize aus dem Staunen nicht heraus. Es gab einen Lagerraum mit Nahrungsmittelvorr�ten, Bekleidung, Filmen und Spielen. Ein Gymnastikraum, ein Aufenthaltsraum sowie zwei fast gleiche Kabinen waren vorhanden.</p><p>�Das hier mu� Ihre Kabine sein, Professor�, sagte Trevize. �Auf jeden Fall enth�lt sie einen FX-Projektor.�</p><p>�Gut�, meinte Pelorat mit merklicher Befriedigung. �Was f�r ein Trottel ich doch war, die Raumschiffahrt immer so gemieden zu haben. Hier drin k�nnte ich leben, mein werter Trevize, ohne jemals weitergehende Bed�rfnisse zu versp�ren.�</p><p>�Ger�umiger als ich dachte�, sagte Trevize erfreut.</p><p>�Und der Antrieb befindet sich tats�chlich in der H�lle, wie Sie angenommen haben?�</p><p>�Jedenfalls die Kontrollinstrumente. Wir brauchen keinen Brennstoff zu lagern, wir verwenden von vornherein keinen. Wir bedienen uns der Grundenergie des Universums, also sind der Brennstoff und die Triebwerke� alles ist da drau�en.� Er machte eine vage Geste.</p><p>�Tja, da f�llt mir ein� was geschieht, wenn etwas schiefgeht?�</p><p>Trevize zuckte die Achseln. �Ich habe eine Ausbildung in Weltraumnavigation, aber <emphasis>diese </emphasis>Art von Schiff noch nie von innen gesehen. Wenn am Gravo-Antrieb irgendein Defekt auftreten sollte, werde ich wohl leider hilflos sein.�</p><p>�Aber Sie k�nnen mit diesem Raumschiff umgehen? Es fliegen?�</p><p>�Das frage ich mich auch.�</p><p>�Meinen Sie, das Schiff k�nnte automatisch funktionieren?� wollte Pelorat wissen. �Da� wir vielleicht nur Passagiere sind? M�glicherweise wird nichts von uns erwartet, als da� wir gem�tlich herumsitzen.�</p><p>�Solche Dinge gibt�s innerhalb der Sonnensysteme im F�hrdienst zwischen Planeten und Raumstationen, aber von automatischer Hyperraumfahrt habe ich noch nie was geh�rt. Bisher wenigstens nicht. Bisher��</p><p>Erneut schaute er sich um und sp�rte das Prickeln einer gewissen Spannung. War diese alte Schachtel von B�rgermeisterin ihm wom�glich weiter voraus, als er sich bis jetzt vorstellte? Besa� die Foundation auch bereits eine automatische interstellare Raumfahrt, und er w�rde gegen seinen Willen auf Trantor landen, ohne da� er dar�ber mehr zu bestimmen hatte als das an Bord befindliche Mobiliar?</p><p>�Setzen Sie sich ruhig hin, Professor�, sagte er mit einer heiteren Lebhaftigkeit, die er in Wirklichkeit nicht empfand. �Die B�rgermeisterin hat gesagt, das Schiff sei komplett computerisiert. Wenn�s in Ihrem Raum einen FX-Projektor hat, m��te in meinem eigentlich ein Computer sein. Machen Sie�s sich bequem, unterdessen schaue ich mich allein ein bi�chen n�her um.�</p><p>Augenblicklich wirkte Pelorat beunruhigt. �Trevize, mein Bester�� Sie gehen mir aber nicht wieder aus dem Schiff, was?�</p><p>�Das ist keineswegs meine Absicht, Professor. Und sollte ich�s versuchen, k�nnen Sie sich darauf verlassen, da� man mich daran hindert. Die B�rgermeisterin hat nicht vor, sich von mir einen Strich durch die Rechnung machen zu lassen. Ich m�chte lediglich herausfinden, wie die <emphasis>Far Star </emphasis>gesteuert wird.� Er l�chelte. �Ich lasse Sie nicht im Stich, Professor.�</p><p>Er l�chelte noch, als er die R�umlichkeit betrat, die er f�r seine Kabine hielt, aber als er leise hinter sich die T�r schlo�, versachlichte sich seine Miene. Es mu�te an Bord irgendein Mittel geben, mit dem man mit einem Planeten in der Nachbarschaft des Raumschiffs in Verbindung treten konnte. Ein Raumschiff, das von allem ringsherum vollst�ndig abgeschlossen war, lie� sich kaum vorstellen, also mu�te es irgendwo�� vielleicht in einem Wandfach�� einen Kommunikator geben. Damit konnte er das B�rgermeisteramt anrufen und sich nach den Kontrollen erkundigen.</p><p>Aufmerksam betrachtete er die W�nde, das Wandregal �berm Bett, die schlichten, weichen Formen der M�bel. Falls er hier nichts fand, mu�te er sich im Rest des Raumschiffs umsehen.</p><p>Er wollte die Kabine gerade wieder verlassen, als er ein Gl�nzen auf der glatten, hellbraunen Tischplatte bemerkte. Es stammte von einem Leuchtkreis mit dem s�uberlichen Hinweis: Computerinstruktionen.</p><p>Aha!</p><p>Nichtsdestoweniger schlug sein Herz beschleunigt. Es gab solche und solche Computer, und manche Programme erforderten viel Zeit, bis man sie beherrschte. Trevize hatte nie den Fehler begangen, seine eigene Intelligenz zu untersch�tzen, andererseits aber war er kein Spitzenexperte. Einige Menschen besa�en ein Talent f�r den Umgang mit Computern, andere wieder �berhaupt nicht, und Trevize wu�te genau, welcher Kategorie er angeh�rte.</p><p>W�hrend seiner Dienstzeit in der Raummarine der Foundation hatte er den Rang eines Lieutenant erreicht und gelegentlich den Befehlshabenden mimen m�ssen, daher hatte er zwangsl�ufig auch mit den Computern zu tun gehabt. Nie jedoch hatte er diesbez�glich die alleinige Verantwortung getragen, und es w�re ihm nie in den Sinn gekommen, da� man irgendwann etwas anderes von ihm verlangen k�nnte als die Routineman�ver, wie ein befehlshabender Offizier sie nun einmal durchzuziehen hatte.</p><p>Mit einem Gef�hl der Entmutigung erinnerte er sich an den Umfang, den ein Computerprogramm im Klartext-Printout besa�, und er entsann sich an die Arbeitsweise von Techno-Sergeant Krasnet an der Konsole. Er hatte die H�nde daran wirbeln lassen, als handle es sich um das komplizierteste Musikinstrument der Galaxis, allerdings mit einem Gebaren der Nonchalance, als sei das alles so einfach, da� er sich unendlich langweile; trotzdem hatte auch er bisweilen in dicken Instruktionen nachschlagen m�ssen, dabei aus Verlegenheit unterdr�ckt geflucht.</p><p>Fast widerwillig tippte Trevize mit einem Finger auf den Leuchtkreis, und sofort breitete dessen Helligkeit sich �ber die ganze Tischplatte aus. Er sah darauf die Umrisse zweier H�nde, einer rechten und einer linken Hand. Pl�tzlich schr�gte sich die Tischplatte mit einer reibungslosen Kippbewegung in einem Winkel von f�nfundvierzig Grad.</p><p>Trevize nahm vor dem Tisch Platz. Erkl�rungen waren �berfl�ssig. Es war klar, was er tun mu�te.</p><p>Er legte seine H�nde auf die Umrisse, die f�r diesen Zweck auf der Tischplatte vorhanden waren, und dank des Winkels war das m�helos m�glich. Die Oberfl�che der Tischplatte f�hlte sich weich an, fast wie aus Samt, wo er sie ber�hrte, seine H�nde sanken ein.</p><p>Erstaunt starrte er seine H�nde an, denn sie waren durchaus nicht eingesunken. Seine Augen teilten ihm mit, da� die H�nde auf der Fl�che lagen. Sein Tastsinn dagegen �bermittelte ihm den Eindruck, als habe die Fl�che unter ihnen nachgegeben, als hielte irgend etwas seine H�nde sanft und warm umfangen.</p><p>War das alles?</p><p>Und nun?</p><p>Er schaute umher, dann schlo� er, indem er einer Einfl�sterung gehorchte, die Lider.</p><p>Geh�rt hatte er nichts. Er hatte <emphasis>nichts </emphasis>geh�rt.</p><p>Doch in seinem Gehirn, als sei es ein ihm selbst entsprungener, ganz schwacher Gedanke, stand der Satz: �Bitte schlie�en Sie die Augen. Wir werden in Verbindung treten.�</p><p>Durch die H�nde?</p><p>Irgendwie hatte Trevize immer angenommen, um mit einem Computer in gedankliche Verst�ndigung treten zu k�nnen, m�sse man sich eine Haube �ber den Sch�del st�lpen, Elektroden an Augen und der Kopfhaut befestigen.</p><p>Die H�nde?</p><p>Aber warum nicht die H�nde? Trevize sp�rte, wie er leicht entschwebte, nahezu wie schl�frig, doch behielt er seine volle verstandesm��ige Klarheit. Warum denn nicht durch die H�nde?</p><p>Die Augen waren nichts anderes als Sinnesorgane. Das Gehirn war nicht mehr als eine zentrale Schaltstelle, umh�llt von Knochen, vom Arbeitsorgan des K�rpers entfernt. Die H�nde waren das Arbeitsorgan; die H�nde waren es, die das Universum f�hlten und auf es einwirkten.</p><p>Menschen dachten mit ihren H�nden. Ihre H�nde gaben ihnen die Antwort auf all ihre Neugier, sie tasteten und fa�ten zu, drehten, hoben und dr�ckten. Es gab Tiere mit Gehirnen von beachtlicher Gr��e, aber sie besa�en keine H�nde; das machte den ma�geblichen Unterschied aus.</p><p>Und w�hrend er und der Computer sich die H�nde hielten, ging ihr Denken ineinander �ber, und es spielte keine Rolle mehr, ob seine Augen geschlossen waren oder ge�ffnet. Hatte er sie ge�ffnet, war seine Sicht nicht besser, und geschlossen konnten sie sie nicht tr�ben. Nach allen Seiten sah er das Innere der Kabine mit vollkommen scharfer Deutlichkeit, und nicht nur in der Richtung, in die er gerade blickte, sondern rundum sowie auch nach oben und unten.</p><p>Er sah jede R�umlichkeit im ganzen Raumschiff, und ebenso sah er die Umgebung. Die Sonne war aufgegangen, und die Morgennebel d�mpften ihren Schein; er konnte in sie hineinschauen, ohne geblendet zu werden, denn der Computer filterte automatisch den Einfall der Lichtstrahlen.</p><p>Er sp�rte den leisen Wind, seine Temperatur, h�rte die Ger�usche der Welt, die ihn umgab. Er entdeckte das Magnetfeld des Planeten, bemerkte die winzigen elektrischen Aufladungen auf der H�lle des Raumschiffs.</p><p>Die Kontrollen des Kleinkreuzers kamen ihm zu Bewu�tsein, ohne da� er �ber sie Details erfuhr. Er erkannte, da� er, wenn er das Schiff steigen, wenden oder beschleunigen lassen, irgendeinen Gebrauch von seinen Kapazit�ten machen wollte, genauso vorgehen mu�te, als beabsichtige er analoge Abl�ufe mit dem eigenen K�rper zu vollf�hren. Aber er mu�te sie mit seiner Willenskraft ausl�sen.</p><p>Sein Wille gab jedoch nicht den alleinigen Ausschlag. Der Computer konnte ihn sozusagen �bersteuern. In eben diesem Moment entstand in seinem Kopf ein neuer Gedanke, und er entnahm ihm exakt, wann und wie das Raumschiff starten sollte. Was <emphasis>das </emphasis>anging, war kein Spielraum vorhanden. Danach�� das war ebenfalls klar�� lagen die weiteren Entscheidungen bei ihm.</p><p>Er stellte fest, w�hrend er mit seinem computerverst�rkten Bewu�tsein in weiterem Umkreis hinaustastete, da� er dazu imstande war, die Verh�ltnisse in den oberen atmosph�rischen Schichten zu sp�ren, die Beschaffenheit des Wetters, da� er andere Raumschiffe beobachten konnte, die aufw�rts schw�rmten, ins All, und andere, die herabschwebten. All das mu�te ber�cksichtigt werden, und der Computer <emphasis>ber�cksichtigte </emphasis>es. H�tte er es vers�umt, w�re es, ersah Trevize ohne jeden Zweifel, nur erforderlich gewesen, daran zu denken, dann w�re es geschehen.</p><p>So war es in diesem Fall also mit den umfangreichen Klartext-Instruktionen; es gab keine. Trevize dachte an Techno-Sergeant Krasnet und l�chelte. Oft genug hatte er schon von den immensen Umw�lzungen gelesen, zu denen es dank der Gravitationstechnik in der Welt kommen sollte, aber die Verschmelzung von Computer und menschlichem Geist war noch ein Staatsgeheimnis.</p><p>Bestimmt w�rde sie noch gr��ere Umw�lzungen verursachen.</p><p>Er war sich des Verstreichens von Zeit bewu�t. Er wu�te genau, welche Zeit es war, nach Terminus-Ortszeit ebenso wie Galaktischer Standardzeit.</p><p>Wie lie� der Kontakt sich unterbrechen?</p><p>Kaum hatte er daran gedacht, l�sten sich seine H�nde aus der scheinbaren Vertiefung, und die Tischplatte schwenkte zur�ck in ihre urspr�ngliche Stellung; Trevize blieb mit seinen unverst�rkten Sinnen allein.</p><p>F�r eine Weile f�hlte er sich auf einmal blind und hilflos, als sei er eine Zeitlang von irgendeinem Superwesen erh�ht und erleuchtet, nun jedoch verlassen worden. H�tte er nicht gewu�t, da� der Kontakt sich jederzeit wiederherstellen lie�, er w�re durch das heftige Gef�hl der Verlassenheit wom�glich in Tr�nen ausgebrochen.</p><p>So aber bem�hte er sich lediglich um Wiedererlangung seiner gewohnten Orientierung, auf die erneute Anpassung an die bekannten Schranken seiner Sinne, dann stand er unsicher auf und verlie� die Kabine.</p><p>Pelorat blickte auf, als er eintrat. Offenbar hatte er seinen FX-Projektor adjustiert. �Funktioniert gut�, sagte er. �Hat ein hervorragendes Suchprogramm. Haben Sie die Kontrollen gefunden, Junge?�</p><p>�Ja, Professor. Alles in Ordnung.�</p><p>�M��ten wir uns dann nicht irgendwie auf den Start vorbereiten? Ich meine, in bezug auf unsere Sicherheit? M�ssen wir uns nicht anschnallen, oder so was? Ich habe mich nach Verhaltensma�regeln umgesehen, aber nichts gefunden, und das hat mich nerv�s gemacht, deshalb habe ich mich ein bi�chen mit meiner Taschenbibliothek besch�ftigt. Wenn ich an meiner Arbeit sitze, f�hle ich mich irgendwie��</p><p>Trevize hatte dem anderen die H�nde entgegengehoben, wie um den Redeschwall einzud�mmen und zum Versiegen zu bringen. Nun mu�te er laut sprechen, um den Professor zu �bert�nen. �Nichts von alldem ist n�tig, Professor. Antigravitation ist gleich Nullschwerkraft. Bei Geschwindigkeitsver�nderungen sp�rt man keine Beschleunigung, denn alles im Raumschiff unterliegt simultan der gleichen Ver�nderung.�</p><p>�Sie meinen, wir werden�s nicht merken, wenn wir starten und in den Weltraum fliegen?�</p><p>�Genau das meine ich, denn gerade jetzt, w�hrend wir uns unterhalten, sind wir gestartet. In ein paar Minuten werden wir die obere Atmosph�re durchqueren, und binnen einer halben Stunde sind wir im freien All.�</p></section><section><title><p>16</p></title><p>Pelorat schien ein wenig zu schrumpfen, w�hrend er Trevize anglotzte. Sein l�ngliches Gesicht nahm eine derartige Ausdruckslosigkeit an, da� es, ohne irgendein Gef�hl zu zeigen, erhebliches Unbehagen verriet.</p><p>Dann huschte sein Blick nach rechts, nach links.</p><p>Trevize entsann sich daran, wie er sich bei seinem ersten Flug gef�hlt hatte, der �ber die Atmosph�re hinausf�hrte.</p><p>�Janov�, sagte er so sachbetont wie er konnte (er redete den anderen zum erstenmal so vertraulich an, aber in diesem Fall sprach der Erfahrene zum Unerfahrenen, und es war erforderlich, einen v�terlichen Eindruck zu erregen, v�llig unabh�ngig von ihrem wirklichen Alter), �wir sind absolut sicher. Wir befinden uns im metallenen Rumpf eines Kriegsschiffs der Raummarine der Foundation. Wir sind nicht mit Waffen ausger�stet, aber es gibt keinen Flecken in der Galaxis, wo der Name der Foundation uns nicht sch�tzen k�nnte. Selbst wenn irgendein Irrer uns im Raum angreifen sollte, sind wir dazu in der Lage, im Handumdrehen auf Abstand zu gehen. Und ich darf Ihnen versichern, ich habe festgestellt, da� ich das Schiff ohne weiteres handhaben kann.�</p><p>�Es ist nur der Gedanke an das Nichts, Go-Golan��, brabbelte Pelorat.</p><p>�Ach, es ist st�ndig nichts als ein Nichts rings um ganz Terminus. Zwischen uns auf der planetaren Oberfl�che und dem Nichts des Weltalls befindet sich immer nur eine unbedeutende Schicht ziemlich d�nner Luft. Wir fliegen blo� �ber diese luftige Schicht hinaus.�</p><p>�Mag ja sein, da� sie d�nn und unbedeutend ist, aber jedenfalls brauchen wir sie zum Atmen.�</p><p>�Hier drin atmen wir auch. Die Luft hier an Bord ist sogar reiner und sauberer, sie wird immer unendlich reiner und sauberer bleiben als die nat�rliche Atmosph�re des Terminus.�</p><p>�Und die Meteore?�</p><p>�Was f�r Meteore?�</p><p>�Die Atmosph�re sch�tzt uns doch vor Meteoren. Vor Strahlung �brigens auch.�</p><p>�Die Menschheit betreibt seit fast f�nfundzwanzig Jahrtausenden Raumfahrt, glaube ich�, sagte Trevize, �und ich��</p><p>�Zweiundzwanzig Jahrtausenden. Wenn wir nach der Hallblock-Zeitrechnung gehen, ist v�llig klar, da߅�</p><p>�Genug, genug! Haben Sie je von Meteortreffern oder Strahlungsunf�llen geh�rt? In letzter Zeit, meine ich? Ich meine, im Fall von Raumern der Foundation?�</p><p>�Ich verfolge die Nachrichten nicht hinsichtlich solcher Dinge, aber ich bin Historiker, mein Junge, und��</p><p>�Historisch betrachtet, hat es solche Vorf�lle gegeben, ja, aber die Technik ist ja verbessert worden. Es existiert kein Meteor, der gro� genug ist, um uns zu schaden, und den wir nicht rechtzeitig bemerken, so da� wir ihm ausweichen k�nnen. K�men vier Meteore gleichzeitig aus vier Richtungen auf uns zu, die den Senkrechten eines Tetraeders entsprechen, w�r�s vorstellbar, da� wir erwischt werden, aber rechnen Sie mal die Wahrscheinlichkeit daf�r durch, dann werden Sie feststellen, da� Sie eine Billion billionenmal wahrscheinlich an Altersschw�che sterben d�rften, bevor Sie die Aussicht von f�nfzig zu f�nfzig haben, ein so interessantes Ph�nomen beobachten zu k�nnen.�</p><p>�Sie wollen sagen, wenn Sie am Computer sitzen?�</p><p>�Nein�, entgegnete Trevize ver�chtlich. �Wollte ich den Computer anhand meiner eigenen Sinneswahrnehmungen und Reaktionen bedienen, ein Meteor w�rde uns treffen, ehe wir�s merken. Der Computer selbst ist es, der die Arbeit leistet, er reagiert millionenmal schneller, als Sie oder ich es k�nnten.� Abrupt streckte er eine Hand aus. �Kommen Sie, Janov, lassen Sie mich Ihnen vorf�hren, was der Computer leisten kann, ich m�chte Ihnen zeigen, wie der Weltraum wirklich ist!�</p><p>Pelorat stierte ihn an, die Augen ein wenig hervorgequollen. Dann lachte er abgehackt auf. �Ich bin mir gar nicht so sicher, ob ich das �berhaupt wissen will, Golan.�</p><p>�Nat�rlich sind Sie sich nicht sicher, Janov, eben weil Sie nicht wissen, was es ist, was es da kennenzulernen gibt. Nehmen Sie die Chance wahr! Kommen Sie! Kommen Sie mit in meine Kabine!�</p><p>Trevize f�hrte den Professor, zerrte ihn an der Hand halb mit. �Haben Sie schon einmal die Milchstra�e gesehen, Janov?� erkundigte er sich, als er am Computer Platz nahm. �Haben Sie sie jemals betrachtet?�</p><p>�Am Himmel, meinen Sie?� fragte Pelorat zur�ck.</p><p>�Ja, sicher. Wo sonst?�</p><p>�Freilich habe ich sie schon gesehen. Jeder hat sie schon betrachtet. Wenn man nach oben schaut, sieht man sie.�</p><p>�Haben Sie sie sich einmal in einer dunklen, klaren Nacht angeschaut, wenn die Diamanten unterm Horizont stehen?�</p><p>�Diamanten� nannte man auf Terminus jene wenigen Sterne, deren Leuchtkraft ausreichte, um sie an Terminus� Nachthimmel mit ausreichender Helligkeit sichtbar werden zu lassen. Es handelte sich um eine kleinere Ansammlung von Sternen in einem Bereich von nicht mehr als zwanzig Grad, und infolgedessen gab es nachts l�ngere Zeitspannen, in denen sie allesamt unterhalb des Horizonts standen. Au�er diesem H�uflein gab es nur verstreute, schwache Sternchen, gerade noch sichtbar, und den milchigen Schimmer der Galaxis�� ein Anblick, wie er zu erwarten war, wenn man sich auf einer Welt wie Terminus befand, die ihre Position ganz am Rand der �u�ersten galaktischen Spirale hatte.</p><p>�Ich glaube, ja, aber warum soll das so wichtig sein? Das ist ein allgemein bekannter Anblick.�</p><p>�Nat�rlich ist�s ein bekannter Anblick�, sagte Trevize und seufzte. �Deshalb nimmt ihn n�mlich niemand mehr wahr. Warum hinschauen, wenn man�s immer sehen kann? Aber jetzt werden Sie sie <emphasis>richtig </emphasis>sehen, nicht von Terminus aus, wo st�ndig Dunst und Wolken dazwischenliegen. Sie werden sie sehen, wie man sie von Terminus aus niemals sehen kann, ganz egal, wie genau man hinschaut, ganz gleich, wie dunkel und klar die Nacht sein mag. Ich w�nschte mir fast, <emphasis>ich </emphasis>w�re noch nie im Weltraum gewesen, so da� ich die Milchstra�e jetzt, so wie Sie, in ihrer ganzen, unverh�llten Sch�nheit zum erstenmal sehen k�nnte.�</p><p>Er schob Pelorat einen Stuhl zu. �Setzen Sie sich, Janov! Es kann noch ein Weilchen dauern. Ich mu� mich noch weiter mit dem Computer vertraut machen. Nach allem, was ich bis jetzt wei�, ist die Sicht holographisch, wir brauchen also keinen Bildschirm, aber ich glaube, ich kann ein objektives Bild projizieren lassen, so da� Sie�s auch sehen k�nnen. L�schen Sie das Licht, ja? Nein, Unfug, das kann der Computer tun. Bleiben Sie sitzen!�</p><p>Trevize stellte den Kontakt mit dem Computer her, und sie hielten sich in warmer Freundlichkeit, fast intim, die �H�nde�.</p><p>Die Beleuchtung dimmte herab, erlosch ganz; im Dunkeln vollf�hrte Pelorat irgendwelche Regungen.</p><p>�Werden Sie nicht nerv�s, Janov�, sagte Trevize. �Kann sein, da� ich anfangs noch einige geringf�gige Schwierigkeiten mit dem Computer habe, aber ich fange vorsichtig an, und Sie m�ssen ein bi�chen Geduld haben. Sehen Sie�s? Den Halbkreis?�</p><p>Er schwebte vor ihnen in der Dunkelheit. Zuerst noch tr�b und ein wenig flackrig, doch er nahm an Sch�rfe und Helligkeit zu.</p><p>�Ist das Terminus?� Pelorats Stimme klang regelrecht ehrf�rchtig. �Sind wir schon so weit entfernt?�</p><p>�Ja, der Raumer ist schnell.�</p><p>Das Raumschiff flog in Terminus� Nachtschatten ein; der Planet war als breite Halbkugel hellen Lichts erkennbar.</p><p>Trevize empfand kurz ein Bed�rfnis, das Raumschiff in weitem Bogen Terminus� taghelle Seite �berqueren zu lassen, um ihn Pelorat in voller Sch�nheit zu zeigen, aber er verzichtete darauf.</p><p>Es mochte sein, da� ein solcher Anblick f�r Pelorat neu gewesen w�re, aber die gezeigte Sch�nheit h�tte sich voraussichtlich als allzu zahm entpuppt. Zu viele Fotos existierten, zu viele Karten, zu viele Globen. Jedes Kind wu�te, wie die Terminus-Oberfl�che aussah, Terminus war eine Wasserwelt, und zwar in st�rkerem Ma� als �hnliche Planeten; er war reich an Wasser und arm an Mineralien; bestens geeignet f�r Landwirtschaft, wenig dagegen f�r Schwerindustrie; nichtsdestoweniger vollbrachte man dort Spitzenleistungen in Technik, Technologie und in der Miniaturisierung.</p><p>Wenn er den Computer dazu bringen konnte, Mikrowellen zu verwenden und sie in ein sichtbares Modell umzusetzen, w�rden sie jede einzelne von Terminus� zehntausend bewohnten Inseln sehen, zusammen mit der einen gro�en Insel, deren Fl�che es rechtfertigte, da� man sie als Kontinent bezeichnete, auf der Terminus City stand und�</p><p><emphasis>Abdrehen!</emphasis></p><p>Er dachte lediglich den Gedanken, bem�hte seine Willenskraft, aber sofort ver�nderte sich die Sicht. Die helle Halbkugel wanderte an den Rand des Sichtbereichs und verschwand daraus. Die Dunkelheit sternenlosen Weltraums erf�llte sein Blickfeld.</p><p>Pelorat r�usperte sich. �Es w�re mir lieber, Sie w�rden Terminus zur�ckholen, mein Junge. Mir ist zumute, als w�re ich pl�tzlich blind.� Seine Stimme klang gepre�t.</p><p>�Sie sind nicht blind. Schauen Sie nur!�</p><p>Ein schleierartiger Nebel von heller Transluzenz trat in den Sichtbereich. Er breitete sich aus, erhellte sich, bis die ganze Kabine in seinem Licht zu schimmern schien.</p><p><emphasis>Abstand!</emphasis></p><p>Eine weitere Willensanstrengung, und die Milchstra�e, betrachtet durch das von ihm zusehends besser beherrschte geistige Teleskop, wich zur�ck. Sie schrumpfte und verwandelte sich zu einem Gebilde von unterschiedlicher Leuchtst�rke.</p><p><emphasis>Heller!</emphasis></p><p>Ohne da� die Gr��e der Darstellung sich �nderte, nahm die Helligkeit zu, und weil das Sonnensystem, zu dem Terminus geh�rte, sich oberhalb des galaktischen �quators befand, sahen sie die Galaxis nicht genau von der Seite. Sie war als erheblich verk�rzte Doppelspirale sichtbar, und an der Terminus� zugewandten Seite machten gewundene Dunkelwolken den hellen Randbezirk streifig wie von Rissen. Das sahnig-helle Leuchten des fernen galaktischen Kerns, zus�tzlich durch den Abstand verkleinert, wirkte vergleichsweise unbedeutend.</p><p>�Sie haben recht�, sagte Pelorat leise und nahezu and�chtig. �So habe ich sie noch nie gesehen. Ich h�tte nie gedacht, da� man soviel Einzelheiten erkennen kann.�</p><p>�Wie h�tten Sie auch darauf kommen sollen? Man kann die �u�eren Bereiche nicht sehen, solange Terminus� Atmosph�re sich dazwischen befindet. Von Terminus� Oberfl�che aus l��t sich ja kaum das Zentrum der Milchstra�e erkennen.�</p><p>�Schade, da� wir sie nur aus diesem Winkel sehen.�</p><p>�Das mu� nicht so bleiben. Der Computer kann sie aus jedem Winkel zeigen. Ich brauche nur dem entsprechenden Wunsch Ausdruck zu verleihen�� und das nicht einmal laut.�</p><p><emphasis>Perspektive wechseln!</emphasis></p><p>Sein Wille brachte keinen pr�zisen Befehl zustande. Dennoch begann das Bild der Milchstra�e sich einer langsamen Ver�nderung zu unterziehen, w�hrend sein Geist den Computer anwies, und der Computer mu�te tun, was er w�nschte.</p><p>Gem�chlich vollf�hrte die Milchstra�e eine Drehung, bis sie sie im rechten Winkel zum galaktischen �quator sehen konnten. Die Galaxis schwebte ausgebreitet vor ihnen wie ein riesiger, schimmernder Strudel, durchzogen von Windungen aus Dunkelheit, durchsetzt mit Knoten st�rkerer Helligkeit, in der Mitte einen Kern von nahezu verwaschenem Glanz.</p><p>�Wie kann der Computer die Milchstra�e von einer Position aus zeigen, die mehr als f�nfzigtausend Parsek von hier entfernt sein mu�?� wollte Pelorat erfahren. �Entschuldigen Sie, da� ich so dumm frage�, erg�nzte er leise und mit gepre�ter Stimme. �Ich verstehe von all diesen Dingen nichts.�</p><p>�Ich wei� �ber diese Art von Computer fast so wenig wie Sie�, entgegnete Trevize. �Aber auch ein simplerer Computer kann Koordinaten verschieben und die Galaxis in jeder Position zeigen, angefangen mit der, die seine Sensoren ihm aus der nat�rlichen Perspektive �bermitteln, das hei�t, aus der Richtung, in der im Raum der Computer sich befindet. Naturgem�� macht er aber nur Gebrauch von den Informationen, die ihm vorliegen oder dank seiner Sensoren verf�gbar sind, deshalb sind bei einem Wechsel der Perspektive Undeutlichkeiten und L�cken vorhanden, vor allem, wenn die ganze Galaxis von oben gezeigt wird. In diesem Fall allerdings��</p><p>�Ja?�</p><p>�Wir haben einen ganz herausragenden Ausblick. Ich vermute, der Computer besitzt eine komplette Karte der Galaxis und kann sie deshalb aus jeder Perspektive mit gleichbleibender Qualit�t zeigen.�</p><p>�Wie meinen Sie das, eine komplette Karte?�</p><p>�Ich will damit sagen, in den Datenb�nken des Computers m�ssen die r�umlichen Koordinaten jedes Sterns der Milchstra�e enthalten sein, aus denen er eine holographische Darstellung produzieren kann.�</p><p><emphasis>�jedes </emphasis>Sterns?� fragte Pelorat entgeistert.</p><p>�Nun ja, vielleicht nicht aller dreihundert Milliarden. Bestimmt aber aller Sonnen, die bewohnte Planeten haben, und wahrscheinlich aller Sterne der Spektralklasse K und hellerer Klassen. Das bedeutet, mindestens ungef�hr f�nfundsiebzig Milliarden.�</p><p><emphasis>�Jedes </emphasis>Sterns eines bewohnten Systems?�</p><p>�Ich m�chte mich da ungern festlegen. Vielleicht sind nicht alle gespeichert. Zu Lebzeiten Hari Seldons gab�s immerhin f�nfundzwanzig Millionen von Menschen bewohnte Sonnensysteme�� das klingt nach viel, in Wahrheit ist�s aber nur ein Stern von je zw�lftausend. Und w�hrend der f�nf Jahrhunderte seit Seldons Zeiten hat der allgemeine Zusammenbruch des Imperiums die weitere Besiedlung ja keineswegs zum Erliegen gebracht. Nach meiner Meinung d�rfte er sie sogar beg�nstigt haben. Es gibt noch zahlreiche bewohnbare Planeten zu erschlie�en, also k�nnen wir gut und gerne von drei�ig Millionen ausgehen. Es ist m�glich, da� nicht alle in neuerer Zeit besiedelten Welten in den Unterlagen der Foundation verzeichnet sind.�</p><p>�Aber die alten Welten? Sie m��ten doch ohne Ausnahme dabeisein.�</p><p>�Nehme ich jedenfalls an. Garantieren kann ich nat�rlich nichts, aber es w�rde mich �berraschen, sollte eines der schon lange bewohnten Systeme in den Datenspeichern fehlen. Lassen Sie mich etwas zeigen��� vorausgesetzt, meine F�higkeit, den Computer zu lenken, ist schon gro� genug.�</p><p>Trevizes H�nde verkrampften sich ein wenig vor Anstrengung, und sie schienen tiefer in den Griff des Computers zu sinken. Das mochte jedoch �berfl�ssig sein; m�glicherweise brauchte er nur ruhig und gelassen zu denken: Terminus!</p><p>Sobald er den Namen dachte, glomm als Reaktion darauf am �u�ersten Rand des galaktischen Mahlstroms ein helles, rotes P�nktchen auf.</p><p>�Dort ist unsere Sonne�, sagte er erregt. �Das ist der Stern, um den Terminus kreist.�</p><p>�Ach�, machte Pelorat mit einem dumpfen, zittrigen Aufseufzen.</p><p>In einem dichten Sternhaufen, tief im Herzen der Galaxis, aber noch deutlich abseits vom zentralen Schimmern, funkelte ein hellgelber Punkt auf. Er stand jener Randzone der Galaxis n�her, in der sich Terminus befand, als der anderen Seite.</p><p>�Und das�, sagte Trevize, �ist Trantors Sonne.�</p><p>Pelorat seufzte noch einmal. �Sind Sie sicher?� meinte er dann. �Es hei�t doch immer, Trantor sei im Zentrum der Milchstra�e.�</p><p>�Das ist er gewisserma�en auch. Er ist so nahe am Zentrum, wie ein Planet noch sein kann, wenn er bewohnbar sein will. Er ist dem Zentrum n�her als jede andere bedeutsame bewohnte Welt. Das eigentliche Zentrum der Galaxis besteht aus einem Schwarzen Loch mit einer Masse von fast einer Million Sonnen, deshalb ist es dort reichlich ungem�tlich. Soviel wir wissen, existiert direkt im Zentrum kein Leben, und vielleicht ist dort auch jedes Leben ausgeschlossen. Trantors Position befindet sich am innersten Unterkreis der Spiralarme, und wenn Sie seinen Nachthimmel sehen k�nnten, glauben Sie mir, Sie w�rden meinen, Sie w�ren am Mittelpunkt der Galaxis. Er befindet sich mitten in einem au�erordentlich dichten Sternhaufen.�</p><p>�Waren Sie schon auf Trantor, Golan?� fragte Pelorat mit merklichem Neid.</p><p>�Nein, das nicht, aber ich habe holographische Darstellungen seines Nachthimmels gesehen.�</p><p>Versonnen betrachtete Trevize die Galaxis. W�hrend der ausgedehnten Suche nach der Zweiten Foundation, zur Zeit des Fuchses, hatte man alle Arten von Kartenwerken der Galaxis zu Rate gezogen�� und wie viele B�cher und Filme waren zu diesem Thema fabriziert worden!</p><p>Und alles, weil Hari Seldon am Anfang gesagt hatte, die Zweite Foundation sei �am entgegengesetzten Ende der Galaxis� zu finden, auf �Star�s End�.</p><p>Am entgegengesetzten Ende der Galaxis! Noch w�hrend Trevize daran dachte, ging von Terminus� Position eine blaue Linie aus, durchquerte das zentrale Schwarze Loch der Galaxis und stoppte auf der anderen Seite. Fast w�re Trevize aufgesprungen. Er hatte keine direkte Anweisung erteilt, so eine Linie zu ziehen, aber klar an eine gedacht, und das hatte dem Computer bereits gen�gt.</p><p>Aber nat�rlich war eine Gerade zur anderen Seite der Galaxis nicht unbedingt das, was Hari Seldon mit dem �entgegengesetzten Ende� gemeint hatte. Arkady Darell war es gewesen (falls man ihrer Autobiografie glauben durfte), die erstmals die Feststellung traf: �Ein Kreis hat kein Ende�, um auf das hinzuweisen, was heute allgemein als anerkannte Wahrheit galt�</p><p>Und obwohl Trevize den Gedanken augenblicklich zu unterdr�cken versuchte, war der Computer f�r ihn viel zu schnell. Die blaue Linie verschwand, und an seine Stelle trat ein Kreis, der die ganze Galaxis in s�uberlichem Blau umrundete und dabei den dunkelroten Fleck durchquerte, der Terminus� Sonne darstellte.</p><p>Ein Kreis besitzt in der Tat kein Ende, und wenn der Kreis auf Terminus begann, mu�te die Suche nach seinem Ende unweigerlich zur�ck nach Terminus f�hren; und wirklich hatte man die Zweite Foundation dort aufgesp�rt, auf derselben Welt, auf der sich die Erste Foundation befunden hatte.</p><p>Aber wenn sie in Wirklichkeit nun nicht entdeckt worden war, wenn es sich bei der angeblichen Aushebung der Zweiten Foundation um eine T�uschung gehandelt hatte�� was dann? Was au�er einer Geraden und einem Kreis konnte in diesem Zusammenhang einen Sinn ergeben?</p><p>�Erzeugen Sie Fantasiegebilde, oder was?� erkundigte sich Pelorat. �Warum ist da ein blauer Kreis?�</p><p>�Ich habe nur die Kontrollen getestet. Sollen wir mal sehen, ob wir die Erde lokalisieren k�nnen?�</p><p>Ein oder zwei Momente lang herrschte Schweigen. �Machen Sie einen Witz?� fragte Pelorat schlie�lich nach.</p><p>�Nein. Ich werd�s einfach mal versuchen.� Er tat es. Nichts geschah.</p><p>�Bedaure�, sagte Trevize.</p><p>�Sie ist nicht da? Keine Erde?�</p><p>�Es k�nnte sein, da� ich meine Anordnung falsch gedacht habe, aber das kommt mir wenig wahrscheinlich vor. Ich nehme eher an, da� die Koordinaten der Erde nicht in den Speicherb�nken des Computers enthalten sind.�</p><p>�Sie kann unter einem anderen Namen verzeichnet sein�, sagte Pelorat.</p><p>�Welchem anderen Namen, Janov?� hakte Trevize sofort nach.</p><p>Pelorat schwieg, und im Dunkeln l�chelte Trevize. Er sah eine M�glichkeit, da� die Dinge sich ineinanderf�gen mochten. Sollten sie eine Zeitlang ihren Lauf nehmen. Mochten sie reifen. Mit voller Absicht wechselte er den Gespr�chsstoff. �Ich frage mich�, meinte er, �ob es uns wohl gelingen k�nnte, die Zeit zu �berlisten.�</p><p>�Die Zeit! Wie denn?�</p><p>�Die Galaxis rotiert. Terminus ben�tigt fast eine halbe Milliarde Jahre, um sich einmal durch den gro�en Umkreis der Galaxis zu bewegen. Dem Zentrum n�here Sterne brauchen f�r die Rotation nat�rlich weniger Zeit. Vielleicht ist im Computer die Bewegung jedes Sterns im Verh�ltnis zum zentralen Schwarzen Loch gespeichert, und wenn das der Fall ist, kann man m�glicherweise den Computer jede Bewegung einige millionenmal wiederholen lassen und dadurch den Rotationseffekt sichtbar machen. Ich kann�s jedenfalls mal versuchen.�</p><p>Er begann den Versuch, konnte nicht verhindern, da� sich infolge der Willensanstrengung seine Muskeln zusammenkrampften�� als habe er selbst Hand an die Galaxis gelegt, um sie in Schwung zu bringen, als drehe er sie, zw�nge sie gegen f�rchterlichen Widerstand zur Rotation.</p><p>Die Galaxis geriet in Bewegung. Langsam, in tr�ger Massigkeit, drehte sie sich um ihre Achse, in die Richtung, die eine Straffung der Spiralarme bewirken mu�te.</p><p>W�hrend sie zuschauten, verstrich unglaublich schnell Zeit�� eine falsche, artifizielle Zeit��, und unterdessen enth�llten die Sterne ihre Verg�nglichkeit.</p><p>Einige der gr��eren Sterne�� da und dort�� verf�rbten sich rot und leuchteten st�rker, indem sie sich zu Roten Riesen aufbl�hten. Und dann explodierte in den zentralen Sternhaufen lautlos eine Sonne mit blendender Helligkeit, deren grelles Licht f�r einen Sekundenbruchteil die gesamte Galaxis verblassen lie�; danach war sie verschwunden. Wenig sp�ter geschah das gleiche mit einem anderen, in einem Spiralarm gelegenen Stern, dann mit noch einem, nicht weit davon entfernt.</p><p>�Supernovae�, sagte Trevize mit leicht zittriger Stimme.</p><p>War es m�glich, da� der Computer exakt vorauszusagen imstande war, welche Sterne wann explodieren w�rden? Oder bediente er sich nur eines vereinfachten Modells, das die Zukunft der Sterne auf allgemeine Weise veranschaulichte, ohne sie im einzelnen zu ber�cksichtigen?</p><p>�Die Galaxis sieht wie ein Lebewesen aus�, sagte Pelorat leise und mit rauher Stimme, �das durch den Weltraum kriecht.�</p><p>�So �hnlich verh�lt�s sich auch�, sagte Trevize. �Aber ich werde allm�hlich m�de. Bis ich gelernt habe, weniger verkrampft zu sein, kann ich die T�tigkeit am Computer nur f�r kurze Zeit durchstehen.�</p><p>Er machte Schlu�. Die Galaxis verlangsamte ihre Rotation, verharrte, schwenkte abw�rts, bis man sie wieder von der Seite sah, so wie anfangs.</p><p>Trevize schlo� die Augen und holte tief Luft. Er nahm Terminus wahr, der hinter ihnen zur�ckfiel, und der letzte feststellbare Hauch von Atmosph�re war mittlerweile aus ihrer Umgebung verschwunden. Er bemerkte all die anderen Raumschiffe in Terminus� n�herem Umkreis.</p><p>Er kam nicht auf die Idee, zu �berpr�fen, ob es mit einem dieser anderen Raumer irgendeine Besonderheit auf sich haben mochte. War da eines, das ebenfalls einen Gravo-Antrieb besa�, dessen Kurs dem der <emphasis>Far Star </emphasis>weit mehr �hnelte, als es sich durch Zufall erkl�ren lie�?</p></section></section><section><title><p>F�nftes Kapitel</p><p>Sprecher</p></title><section><title><p>17</p></title><p>Trantor!</p><p>Achttausend Jahre lang war Trantor die Hauptstadt einer riesigen, m�chtigen politischen Einheit gewesen, die eine in stetem Wachstum begriffene Union von Planetensystemen umspannte. In den darauffolgenden zw�lftausend Jahren sogar Hauptstadt einer politischen Einheit, die die gesamte Galaxis umfa�te. Er war das Zentrum, das Herz, der <emphasis>Inbegriff </emphasis>des Galaktischen Imperiums.</p><p>Es war unm�glich, an das Imperium zu denken, ohne gleichzeitig an Trantor zu denken.</p><p>Trantor erreichte die H�he seiner materiellen Bl�te erst, als der Niedergang des Imperiums bereits weit fortgeschritten war; tats�chlich fiel es niemandem so richtig auf, da� das Imperium seine Antriebskr�fte verloren hatte, seinen Blick f�r die Zukunft, weil Trantor von blankem Metall schimmerte.</p><p>Der Gipfelpunkt seines Gedeihens bestand in der Zeit, als die Stadt die ganze Oberfl�che des Planeten l�ckenlos bedeckte. Die Bev�lkerungszahl lag damals bei konstant vierzig Milliarden (und durch gesetzliche Ma�gabe hielt man sie konstant), und die einzigen Gr�nzonen der Oberfl�che befanden sich auf dem Gel�nde des Kaiserpalastes sowie im Bereich des Komplexes der Galaktischen Universit�t und Bibliothek.</p><p>Trantors Landfl�che war mit Metall �berzogen; fruchtbare Gebiete und W�sten waren gleicherma�en darunter verschwunden und in Silos f�r Menschen verwandelt worden, in Dschungel der Administration, computerisierte Anlagen, gewaltige Depots voller Lebensmittel und Ersatzteile. Die Bergketten und H�henz�ge hatte man eingeebnet, die Schluchten aufgef�llt. Die endlosen Korridore der Stadt verliefen kreuz und quer durch die Kontinentalschollen, und die Meere dienten als riesige Aquakultur-Tanks, einzige heimische�� und ungen�gende�� Quelle von Nahrung und Mineralien.</p><p>S�mtliche Kontakte mit den Au�enwelten, von denen Trantor alle �brigen Ressourcen bezog, die man dort ben�tigte, waren von seinen tausend Raumh�fen abh�ngig, den zehntausend Kriegsschiffen, den hunderttausend Handelsschiffen, der einer Million Frachter.</p><p>Keine so gro�e Stadt hatte je soviel Wert auf Recycling gelegt. Kein Planet in der Galaxis hatte je soviel Gebrauch von der Sonnenenergie gemacht oder so au�ergew�hnliche Ma�nahmen ergriffen, um �bersch�ssige W�rme zu nutzen. Auf der Nachtseite ragten glitzernde Radiatoren bis in die d�nnen oberen Schichten der Atmosph�re empor, und auf der Tagseite fuhr man sie ein, hinab in die Stahlstadt. W�hrend der Planet rotierte, erhoben sich die Radiatoren �berall auf dem Weg, den die Nacht rund um diese Welt beschritt, sanken dort abw�rts, wo der Tag heraufzog. Infolgedessen zeichnete sich Trantor immer durch eine artifizielle Asymmetrie aus, die fast als sein Symbol galt.</p><p>In seinem Zenit beherrschte Trantor das gesamte Imperium.</p><p>Er beherrschte es mehr schlecht als recht, aber nichts und niemand h�tte es gut verwalten k�nnen. Das Imperium war viel zu ausgedehnt, als da� selbst dynamische Kaiser es von einer einzigen Welt aus h�tten im Griff behalten k�nnen. Zu was anderem als einer schlechten Verwaltung h�tte Trantor beitragen sollen, w�hrend in der Zeit des Niedergangs hinterlistige Politiker und unf�hige Dummk�pfe die Kaiserkrone immer wieder verschacherten und die B�rokratie sich zu einer Subkultur der Bestechlichkeit ausgewuchert hatte?</p><p>Aber selbst unter den schlimmsten Verh�ltnissen besa� Trantors Apparat einen gewissen Eigenwert. Ohne Trantor h�tte das Galaktische Imperium �berhaupt nicht regiert werden k�nnen.</p><p>Das Imperium brach unaufhaltsam auseinander, aber solange Trantor eben Trantor blieb, bestand auch ein Kernst�ck des Imperiums weiter, und mit ihm blieb ein Gef�hl des Stolzes erhalten, der jahrtausendealten Tradition und Macht�� und der Erhabenheit.</p><p>Erst als das Unvorstellbare geschah, als schlie�lich Trantor Eroberern verfiel und sie es pl�nderten, man seine Bewohner zu Millionen ermordete und zu Milliarden dem Hungertod �berlie�, als der Angriff der �Barbaren�-Flotte seinen dicken metallenen Mantel zerschrammte, aufri� und durchl�cherte�� erst da betrachtete man das Imperium als wirklich zerbrochen. Die restlichen �berlebenden der einst so gro�artigen Welt taten ein �briges, um zu demontieren, was nach der Pl�nderung stehengeblieben war, und innerhalb einer Generation verwandelte sich Trantor vom bemerkenswertesten Planeten, den die Menschheit je gesehen hatte, in einen Wirrwarr von Ruinen.</p><p>Das war vor zweieinhalb Jahrhunderten geschehen. Im gesamten Rest der Galaxis war Trantor, so wie er einmal war, noch nicht vergessen. Er w�rde f�r immer als bevorzugter Schauplatz historischer Romane weiterbestehen, als gr��tes Symbol der Vergangenheit und zugleich deren herausragendste Erinnerung; seine einstige Existenz lebte weiter in Redensarten wie �Alle Wege f�hren nach Trantor� bzw. �Alle Raumschiffe landen auf Trantor�, �Jemanden auf Trantor suchen� oder �Dies oder das hat nicht mehr �hnlichkeit als dies oder jenes mit Trantor�.</p><p>Im gesamten Rest der Galaxis�</p><p>Nur auf Trantor selbst war das nicht der Fall. Dort war der alte Trantor vergessen. Das Metall der Oberfl�che war fast �berall dahin. Trantor war nun eine sp�rlich besiedelte Welt gen�gsamer Farmer, ein Planet, den kaum Handelsschiffe anflogen, und wenn doch, waren sie nicht einmal sonderlich willkommen. Sogar der Name, das Wort �Trantor�, war�� obwohl noch in offiziellem Gebrauch�� aus der Umgangssprache verschwunden. Bei den Trantoranern der Gegenwart hie� ihre Welt im heimischen Dialekt �Hame�, was in Galakto-Standard soviel wie �Heimat� bedeutete.</p><empty-line/><p>Quindor Shandess dachte �ber all das und noch viel mehr nach, w�hrend er still in einem behaglichen Zustand von Halbschl�frigkeit dasa�, in dem er seinen Geist einem selbstl�ufigen, ungeordneten Gedankenstrom folgen lassen konnte.</p><p>Seit achtzehn Jahren war er Erster Sprecher der Zweiten Foundation, und er mochte durchaus noch zehn oder zw�lf Jahre lang auf diesem Posten bleiben, wenn sein Verstand einigerma�en beweglich und er dazu in der Lage blieb, die politischen Auseinandersetzungen weiterhin durchzustehen.</p><p>Er war der f�nfundzwanzigste Erste Sprecher, und seine Amtszeit dauerte schon etwas l�nger als durchschnittlich. Sollte er vielleicht nicht zu sehr darauf bedacht sein, den Posten zu behalten, die j�ngeren Aspiranten abzublocken? Da war Sprecher Gendibal, neu an der Ratstafel und doch bereits das scharfsinnigste Mitglied der Runde. Heute abend wollten sie Zeit f�reinander haben, und Shandess blickte der Begegnung erwartungsvoll entgegen. Sollte er auch Gendibals eines Tages m�glicher �bernahme seines Postens so erwartungsfroh entgegenblicken?</p><p>Die Antwort auf die Frage lautete, da� Shandess nicht im geringsten ernsthaft daran dachte, seinen Posten abzugeben. Er bereitete ihm viel zuviel Spa�.</p><p>Wie er da in seinem hohen Alter sa�, war er nach wie vor vollkommen dazu imstande, seine Pflichten zu erf�llen. Sein Haar war grau, aber es war immer hell gewesen, und da er es nur ein bis zwei Zentimeter lang trug, spielte die Farbe kaum eine Rolle. Seine Augen waren wie von verblichenem Blau, w�hrend seine Kleidung sich nicht von den eint�nigen Monturen trantoranischer Farmer unterschied.</p><p>Der Erste Sprecher konnte unter den Hamer jederzeit als einer der ihren auftreten, aber er verf�gte �ber geheime Kr�fte. Er vermochte seine Augen und seinen Geist, wann er wollte, auf einen gemeinsamen Brennpunkt zu richten, und wen er dann anschaute, der handelte nach seinem Willen, ohne sich anschlie�end daran erinnern zu k�nnen.</p><p>Dergleichen geschah selten. Fast nie. Die Goldene Regel der Zweiten Foundation hie�: Unternimm nichts, wenn du nicht mu�t, und wenn du handeln mu�t�� dann la� dir Zeit.</p><p>Der Erste Sprecher seufzte ged�mpft. Das Leben in der alten Universit�t, von der nicht weit entfernt die Ruinen des Kaiserlichen Palastes ihrer einstigen Grandeur nachbr�teten, gab bisweilen die Frage ein, wie golden diese Regel wirklich sein mochte.</p><p>In den Tagen der Gro�en Pl�nderung war die Goldene Regel bis zum �u�ersten strapaziert worden. Es hatte keine M�glichkeit gegeben, Trantor zu retten, ohne gleichzeitig Seldons Plan zur Errichtung eines Zweiten Imperiums zu opfern. Es w�re gewi� human gewesen, die vierzig Milliarden Menschen vor ihrem schweren Schicksal zu bewahren, aber ihre Rettung h�tte gleichzeitig das Kernst�ck des Ersten Imperiums gerettet, und der errechnete Zeitplan w�re in Verzug geraten. Einige Jahrhunderte sp�ter w�re es zu um so gr��licheren Verheerungen gekommen, und vielleicht w�re jede Aussicht auf ein Zweites Imperium verloren gewesen� Die anf�nglichen Ersten Sprecher hatten sich jahrzehntelang mit dem Problem der deutlich vorhersehbaren Pl�nderung besch�ftigt, aber keine L�sung gefunden; keinen Weg, wie sich Trantor schonen und trotzdem die letztendliche Errichtung des Zweiten Imperiums bewerkstelligen lie�. Man mu�te das kleinere �bel w�hlen, und so war das Unheil �ber Trantor hereingebrochen.</p><p>Mit knapper Not war es den Angeh�rigen der Zweiten Foundation gelungen, als es soweit war, den Komplex Universit�t/Bibliothek zu sch�tzen, und selbst deswegen hatte man anschlie�end noch gewisse Schuldgef�hle empfinden m�ssen; allerdings hatte nie jemand daf�r den Beweis erbringen k�nnen, da� die Rettung von Universit�t und Bibliothek den kometengleichen Aufstieg des Fuchses verursacht habe. Der Eindruck, da� dazwischen ein Zusammenhang bestand, war jedoch nie ganz aus der Welt geschafft worden.</p><p>Fast h�tte der Fuchs damals alle Pl�ne �ber den Haufen geworfen!</p><p>Doch den Jahrzehnten der Pl�nderung und der Herrschaft des Fuchses folgte das Goldene Zeitalter der Zweiten Foundation.</p><p>Bis dahin, im Laufe der ersten zweieinhalb Jahrhunderte nach Seldons Tod, hatte die Zweite Foundation nach Maulwurfsart in der Bibliothek gehaust, denn an erster Stelle aller ihrer �berlegungen stand die Absicht, den Handlangern des Imperiums nicht aufzufallen. In einer im Niedergang begriffenen Gesellschaft, die sich immer weniger um die Galaktische Bibliothek scherte, die im gleichen Ma� st�ndig weniger diesen Namen verdiente, bet�tigten sie sich als Bibliothekare, und die Bibliothek geriet in eine solche Nichtbeachtung, wie sie den Zwecken der Zweiten Foundation am optimalsten entgegenkam.</p><p>Ihre Mitglieder f�hrten ein bescheidenes Leben. Sie sorgten lediglich daf�r, da� man den Seldon-Plan nicht verga�, w�hrend fern am Rand der Galaxis die Erste Foundation gegen immer st�rkere Gegner um ihre Existenz k�mpfte, ohne von der Zweiten Foundation Hilfe zu erhalten, ohne �berhaupt genauer �ber sie Bescheid zu wissen.</p><p>Die Gro�e Pl�nderung war es gewesen, dank der die Zweite Foundation endlich ihre Handlungsfreiheit erhielt, neben anderen einer der Gr�nde (der junge Gendibal, der Mut besa�, hatte k�rzlich gesagt, es habe sich dabei um den haupts�chlichen Grund gehandelt), warum man sie nicht abgewendet hatte.</p><p>Nach der Gro�en Pl�nderung bestand das Imperium nicht mehr, und in allen nachfolgenden Zeiten hatten die trantorischen �berlebenden das Territorium der Zweiten Foundation nie unaufgefordert betreten. Die Menschen der Zweiten Foundation verstanden es, zu gew�hrleisten, da� der Komplex von Universit�t/Bibliothek, der die Pl�nderung �berdauert hatte, auch die Gro�e Erneuerung durchstand. Man sorgte auch f�r die Erhaltung der Ruinen des Kaiserlichen Palastes. Fast �berall auf dem restlichen Planeten war das Metall verschwunden. Die breiten, endlosen Korridore und Stollen waren ver- und zugesch�ttet, verworfen, zusammengebrochen, vergessen; alles war bedeckt von Erdreich und Steinen�� au�er hier, wo noch Metall die uralten Gr�nzonen umgab.</p><p>Man konnte sie als Gedenkst�tten der vergangenen Gr��e betrachten, gewisserma�en als Grabmal des Imperiums, aber f�r die Trantoraner�� oder Hamer, wie sie selbst sich nannten�� waren es die Orte, an denen es spukte, an denen es von Geistern und Gespenstern wimmelte, die man am besten in Ruhe lie�. Nur Leute von der Zweiten Foundation betraten die alten Korridore oder setzten ihren Fu� auf den Glanz des Titaniums.</p><p>Und trotzdem w�re durch den Fuchs beinahe alles zunichte geworden.</p><p>Der Fuchs hatte sich damals auf Trantor festgesetzt. Wenn er nun entdeckt h�tte, was auf diesem Planeten in Wirklichkeit vorging? Seine materiellen Waffen waren weit st�rker als die gewesen, �ber die die Zweite Foundation verf�gte, seine geistigen Waffen fast vergleichbar stark. Die Zweite Foundation w�re f�r immer durch die Notwendigkeit behindert worden, nur das tun zu d�rfen, was sie unbedingt tun mu�te, und von der Einsicht, da� nahezu jede Hoffnung, den aktuellen Kampf zu gewinnen, verbunden w�re mit einer letztendlichen, gr��eren Niederlage.</p><p>W�re nicht Bayta Darell gewesen� Und auch dabei hatte die Zweite Foundation keine Hilfe geleistet.</p><p>Und dann�� das Goldene Zeitalter, dessen Erste Sprecher irgendwie Wege zu aktivem Eingreifen gefunden hatten, den Eroberungszug des Fuchses zum Scheitern brachten, am Ende seinen Geist unter ihren Einflu� zwangen; und danach fielen sie der Ersten Foundation in den Arm, nachdem <emphasis>sie </emphasis>aufmerksam geworden war und sich mit allzu aufdringlicher Neugier f�r Charakter und Identit�t der Zweiten Foundation interessierte. Da war Preem Palver gewesen, neunzehnter Erster Sprecher und der bedeutendste von ihnen, dem es gelang, aller Gefahr ein f�r allemal ein Ende zu bereiten�� nicht ohne furchtbare Opfer�� und die Fortsetzung der Arbeit im Sinne des Seldon-Plans einzuleiten.</p><p>Nun existierte die Foundation seit eineinviertel Jahrhunderten wieder so wie einst, versteckt in einem als unheimlich gef�rchteten Teil Trantors. Sie verbarg sich diesmal nicht vor den Kujonen des Imperiums, sondern unver�ndert vor der Ersten Foundation, einer Ersten Foundation, die inzwischen fast so gro� war, wie fr�her das Galaktische Imperium, und ohne Zweifel t�chtiger als das Imperium, was die wissenschaftlich-technischen Errungenschaften betraf.</p><p>Dem Ersten Sprecher sanken in der gem�tlichen W�rme die Lider herab, und er ging in den Nichts-und-Niemals-Zustand entspannender halluzinatorischer Wahrnehmungen �ber, die weder ganz Tr�ume waren noch bewu�te Gedanken.</p><p>Genug vom d�steren Gr�beln. Alles w�rde gut werden. Trantor war <emphasis>noch immer </emphasis>Hauptwelt der Galaxis, denn die Zweite Foundation war hier, und sie war m�chtiger und einflu�reicher, als selbst irgendein Kaiser es jemals hatte von sich behaupten k�nnen.</p><p>Sie konnte die Erste Foundation auch weiterhin in Schach halten, sie lenken, und die Erste Foundation w�rde sich in die korrekte Richtung entwickeln. Wie fabelhaft ihre Raumschiffe und Waffen auch sein mochten, sie blieb machtlos, solange sich ihre wichtigsten F�hrer unter mentaler Kontrolle befanden.</p><empty-line/><p>Und das Zweite Imperium w�rde kommen, aber keine �hnlichkeit mit dem Ersten Imperium besitzen. Ein f�deratives Imperium sollte es werden, dessen Bestandteile sich durch betr�chtliche Souver�nit�t auszeichneten, so da� alle scheinbaren Vorteile und s�mtliche tats�chlichen Schw�chen einer einheitlichen, zentralisierten Regierungsgewalt fehlten. Das neue Imperium sollte lockerer gegliedert sein, beweglicher, flexibler, daher auch widerstandsf�higer�� und immer, immer, immer w�rden die M�nner und Frauen der Zweiten Foundation im verborgenen seine Geschicke lenken. Trantor w�rde nach wie vor die Hauptwelt sein, mit seinen vierzigtausend Psychohistorikern viel m�chtiger, als er es je mit den fr�heren vierzig Milliarden�</p><p>Der Erste Sprecher schrak auf und war sofort hellwach. Die Sonne stand tiefer am Himmel. Hatte er vor sich hingebrabbelt? Hatte er laut gesprochen?</p><p>Wenn die Zweite Foundation viel wissen mu�te und wenig sagen durfte, hatten die amtierenden Sprecher noch mehr zu wissen und durften um so weniger sagen, und der Erste Sprecher mu�te am meisten wissen und durfte am wenigsten sagen.</p><p>Er l�chelte verzerrt. Es blieb stets eine Versuchung, trantorischer Patriot zu werden, die gesamte Frage des Zweiten Imperiums als eine Sache trantorischer Hegemonie zu sehen. Seldon hatte davor gewarnt; er hatte sogar das vorausgesehen, f�nf Jahrhunderte, ehe dergleichen aktuell werden konnte.</p><empty-line/><p>Sein Nickerchen hatte nicht lange gedauert. Bis zu Gendibals Ankunft war noch Zeit.</p><p>Shandess blickte dieser privaten Unterredung mit gro�em Interesse entgegen. Gendibal war jung genug, um den ganzen Seldon-Plan unter neuartigen Gesichtspunkten zu betrachten, und scharfsinnig genug, um Dinge erkennen zu k�nnen, die anderen verborgen blieben. Und es war nicht ausgeschlossen, da� Shandess aus dem, was der junge Mann zu sagen hatte, einige seiner Einsichten erfahren konnte.</p><p>Niemand war sicher, in welchem Umfang Preem Palver�� der gro�e Palver selbst�� jener Tag genutzt hatte, als der junge Kol Benojam, noch keine drei�ig, ihn aufsuchte, um mit ihm ein Privatgespr�ch �ber das gegen�ber der Ersten Foundation gangbare Vorgehen zu f�hren. Benojam, in dem man sp�ter einen der bedeutendsten Theoretiker seit Seldon selbst erkannte, hatte sich in den Jahren danach nie �ber die Unterhaltung mit Palver ge�u�ert, aber zu guter Letzt war er einundzwanzigster Erster Sprecher geworden. Manche schrieben statt Palver keinem anderen als Benojam die beachtlichen Errungenschaften unter Palvers Administration zu. Shandess am�sierte sich im stillen beim Gedanken daran, was der junge Gendibal wohl sagen werde. Es grenzte schon an Tradition, da� alle klugen jungen Leute, sobald sie das erste Mal allein mit dem Ersten Sprecher reden durften, ihre ganzen Thesen bereits im ersten Satz zusammenfa�ten. Und ebenso stand fest, da� sie keineswegs aus trivialen Gr�nden um die bedeutsame erste Aussprache ersuchten�� nicht wegen irgend etwas, das ihre gesamte k�nftige Laufbahn verderben konnte, weil es den Ersten Sprecher davon �berzeugte, da� er es mit Flachk�pfen zu tun hatte.</p><empty-line/><p>Als Gendibal vier Stunden sp�ter vor ihm stand, zeigte der junge Mann keinerlei Anzeichen von Nervosit�t. Ruhig wartete er, bis Shandess als erster den Mund aufmachte.</p><p>�Sie haben in einer wichtigen Angelegenheit um ein Privatgespr�ch gebeten, Sprecher�, sagte Shandess. �K�nnten Sie mir wohl kurz und klar mitteilen, worum es sich handelt?�</p><p>�Erster Sprecher�, antwortete Gendibal gelassen, fast als erz�hle er lediglich, was er gegessen habe, �der Seldon-Plan ist vollkommen bedeutungslos.�</p></section><section><title><p>18</p></title><p>Stor Gendibal bedurfte keiner Best�tigung durch andere, um in seinem Selbstwertgef�hl v�llig sicher zu sein. Er konnte sich nicht entsinnen, jemals keine Klarheit �ber seine Au�ergew�hnlichkeit besessen zu haben. Bereits als zehnj�hriger Junge war er von einem Agenten, der sein vielseitiges geistiges Potential erkannt hatte, f�r die Zweite Foundation rekrutiert worden.</p><p>Das Studium hatte er bemerkenswert gut absolviert, weil die Psychohistorie auf ihn wirkte wie ein Schwerkraftfeld auf ein Raumschiff. Die Psychohistorie hatte ihn unwiderstehlich angezogen, und er hatte bereitwillig nachgegeben; er las bereits Seldons Grundlagentexte, als andere noch mit Differentialgleichungen zurechtzukommen versuchten.</p><p>Mit f�nfzehn Jahren war er an Trantors Galaktischer Universit�t (wie sie offiziell noch immer hie�) zugelassen worden, nach einer Unterredung, in deren Verlauf er auf die Frage, was seine Ambitionen seien, kaltschn�uzig geantwortet hatte: �Erster Sprecher zu sein, ehe ich vierzig bin.�</p><p>Man konnte ihm nicht nachsagen, da� er den Platz des Ersten Sprechers anpeilte, ohne sich zu qualifizieren. Aber ihn einmal, so oder so, einnehmen zu k�nnen, das hatte f�r ihn immer au�er Zweifel gestanden. Das wesentliche Ziel war f�r ihn, es schon in jungen Jahren zu schaffen. Sogar Preem Palver war zweiundvierzig gewesen, als er zum Ersten Sprecher aufstieg.</p><p>In der Miene seines Gespr�chspartners hatte es blo� gezuckt, als Gendibal ihm diese Auskunft gab, aber der Junge kannte sich mit der Psychosprache schon einf�hlsam genug aus, um dies Zucken interpretieren zu k�nnen. Er wu�te so genau, als habe sein Gegen�ber es laut ausgesprochen, da� man seinen Personaldaten nun einen dahingehenden Vermerk hinzuf�gen w�rde, da� er ein schwieriger Fall sei.</p><p>Nun�� nat�rlich!</p><p>Gendibal wollte nichts anderes sein als ein schwieriger Fall.</p><p>Jetzt war er drei�ig. In den n�chsten zwei Monaten w�rde er einunddrei�ig werden, und er war bereits Mitglied im Rat der Sprecher. Neun Jahre blieben ihm noch, um Erster Sprecher zu werden, und er wu�te, es w�rde ihm gelingen. Diese Aussprache mit dem Ersten Sprecher war f�r seine Pl�ne von entscheidender Bedeutung, und im Bestreben, genau den richtigen Eindruck zu erwecken, hatte er sich alle M�he gegeben, seine Beherrschung der Psychosprache gr�ndlich aufzufrischen.</p><p>Wenn zwei Sprecher der Zweiten Foundation sich verst�ndigen, �hnelt ihre Sprache keiner anderen in der Galaxis. Sie besteht in gleichem Ma� aus knappen Gesten wie aus W�rtern; die gegenseitige Wahrnehmung von Ver�nderungen in den Hirnwellenstr�men spielte dabei eine so gro�e Rolle wie alles andere.</p><p>Ein Au�enstehender h�rte wenig oder gar nichts, und doch konnte binnen k�rzester Zeit ein ausgiebiger Meinungsaustausch stattfinden. Diese Art und Weise der Verst�ndigung kann man niemandem au�er einem weiteren Sprecher wirklich verdeutlichen und begreiflich machen.</p><p>Die Vorteile dieser Sprache, deren sich die Sprecher untereinander bedienen, bestehen aus Zeitersparnis und au�erordentlicher Differenziertheit des Ausdrucks, doch hat sie den Nachteil, da� es nahezu unm�glich ist, seine wahren Ansichten zu verheimlichen.</p><p>Gendibal kannte seine eigene Meinung vom Ersten Sprecher sehr gut. Er sah in dem Ersten Sprecher einen Mann, der den Gipfel seiner geistigen Leistungsf�higkeit �berschritten hatte.</p><p>Nach Gendibals Einsch�tzung rechnete der Erste Sprecher mit keiner Krise, war nicht darauf eingestellt, einer zu begegnen, und ermangelte der Entschiedenheit, um sie zu bew�ltigen, falls eine auftrat. Mit all seiner Gutm�tigkeit und Umg�nglichkeit war Shandess f�r Gendibals Begriffe genau der Mann, der beim erstbesten Desaster hilflos dastand.</p><p>All das mu�te Gendibal nicht nur aus seinen Worten, Gesten und seinem Mienenspiel fernhalten, sondern auch aus seinen Gedanken. Er wu�te genau, da� es kein Mittel gab, das so wirksam zu tun, da� der Erste Sprecher nicht wenigstens gewisse Eindr�cke davon mitbekam.</p><p>Andererseits bemerkte Gendibal zwangsl�ufig auch ein wenig von den Gef�hlen, die der Erste Sprecher ihm entgegenbrachte. Au�er Gutm�tigkeit und Gutwilligkeit�� v�llig offenkundig und im gro�en und ganzen von aufrichtiger Natur�� erkannte Gendibal das hintergr�ndige Profil von Leutseligkeit und Belustigung, und er nahm sich noch st�rker zusammen, um seinerseits keine Abneigung zu zeigen�� oder jedenfalls so wenig wie m�glich.</p><p>Der Erste Sprecher l�chelte und lehnte sich in seinen Sessel. Er legte nicht gerade die F��e auf den Tisch, aber es gelang ihm, haargenau die f�r so ein Gespr�ch geeignete Mischung selbstsicherer Unbefangenheit und zwanglosen Wohlwollens auszustrahlen; von jedem eben genug, um Gendibal in Unsicherheit �ber den Effekt seines Statements zu lassen.</p><p>Da Gendibal nicht zum Platznehmen aufgefordert worden war, blieb das Repertoire an Handlungen und Verhaltensweisen, die ihm bei der Minimierung seiner Unsicherheit geholfen h�tten, sehr beschr�nkt. Dar�ber besa� der Erste Sprecher zweifellos volle Klarheit.</p><p>�Der Seldon-Plan bedeutungslos?� meinte Shandess. �Was f�r eine bemerkenswerte Feststellung! Haben Sie in letzter Zeit einen Blick auf den Hauptradianten geworfen, Sprecher Gendibal?�</p><p>�Ich begutachte ihn regelm��ig, Erster Sprecher. Das ist nicht nur meine Pflicht, sondern es bereitet mir auch Vergn�gen.�</p><p>�Sollte es so sein, da� Sie dann und wann lediglich die Teile betrachten, die in Ihren Zust�ndigkeitsbereich fallen? Sehen Sie ihn in Mikrobetrachtung�� hier ein System von Gleichungen, da eine Korrekturtendenz? Sehr wichtig, das versteht sich von selbst, aber ich habe es immer f�r eine ausgezeichnete �bung gehalten, ihn ab und zu in seinem gesamtheitlichen Kurs zu beobachten. Es ist n�tzlich, den Hauptradianten St�ck um St�ck anzuschauen, aber ihn als Ganzes anzusehen, das ist wahrhaft aufschlu�reich. Um die Wahrheit zu sagen, Sprecher, ich habe es selbst lange nicht gemacht. M�chten Sie�s mit mir gemeinsam tun?�</p><p>Gendibal wagte nicht allzu lange zu z�gern. Es mu�te sein, und es mu�te ohne Spannungen geschehen, unter angenehmen Umst�nden, oder es war besser, es zu unterlassen. �Es wird mir eine Ehre und eine Freude sein, Erster Sprecher.�</p><p>Der Erste Sprecher bet�tigte einen Schalter an der Seite seines Tisches. Ein derartiges Pult stand im B�ro jedes Sprechers, und das in Gendibals B�ro war dem des Ersten Sprechers in keiner Beziehung unterlegen. In all ihren oberfl�chlichen Manifestationen war die Zweite Foundation eine Gesellschaft Gleichgestellter�� also in allen unwichtigen Angelegenheiten. Tats�chlich bestand das einzige <emphasis>offizielle </emphasis>Vorrecht des Ersten Sprechers darin, was bereits sein Titel zum Ausdruck brachte�� er sprach immer zuerst. Das erschwerte es, nicht seiner Meinung zu sein.</p><p>Der Raum verdunkelte sich, sobald er die Schaltung vornahm, aber fast sofort wich die Dunkelheit einem perlfarbenen D�mmerlicht. Die beiden W�nde nahmen eine leicht cremige F�rbung an, glommen dann immer wei�er und heller, bis man schlie�lich auf ihnen in sauberen Umrissen Gleichungen erkennen konnte�� so klein jedoch, da� sie sich nicht ohne weiteres lesen lie�en.</p><p>�Wenn Sie keine Einw�nde haben�, sagte der Erste Sprecher, der keinen Zweifel daran erlaubte, da� er keine Einw�nde erwartete, �werden wir die Vergr��erung etwas reduzieren, damit wir soviel auf einmal sehen k�nnen, wie�s geht.�</p><p>Die fein s�uberlichen Gleichungen schrumpften zu haarfein d�nnen Linien zusammen, einer zierlichen schwarzen Maserung auf dem perlwei�en Hintergrund.</p><p>Der Erste Sprecher ber�hrte die Tasten eines kleinen, in die Armlehne seines Sessels eingebauten Steuerger�ts. �Wir werden zum Anfang zur�ckkehren, in die Zeit Hari Seldons, und dann eine geringf�gige Vorw�rtsbewegung vornehmen. Den Rest blenden wir ab, so da� wir jeweils nur ein Jahrzehnt des Zeitstroms sehen. Das vermittelt einem ein wunderbares Gef�hl f�r den Ablauf der Geschichte, ohne da� man durch Details abgelenkt wird. Sind Sie schon einmal so verfahren?�</p><p>�Nicht auf exakt diese Weise, Erster Sprecher.�</p><p>�Ich kann�s Ihnen nur empfehlen. Es ist ein wundervolles Gef�hl. Beachten Sie am Anfang die Sp�rlichkeit der schwarzen Adern. In den ersten Dekaden war die Wahrscheinlichkeit von Alternativen gering. Mit der Zeit jedoch h�ufen sich die Abzweigpunkte erheblich. W�re nicht die Tatsache, da� mit jeder Verzweigung eine bedeutende Anzahl anderer Alternativen in der Zukunft getilgt wird, das alles w�re bald un�berschaubar. Nat�rlich m�ssen wir im Umgang mit der Zukunft gr��te Umsicht in der Beziehung walten lassen, auf welche Tilgungen wir die Entwicklung st�tzen.�</p><p>�Ich wei�, Erster Sprecher.� Gendibal vermochte in seiner Antwort eine gewisse Gelangweiltheit nicht ganz zu unterdr�cken.</p><p>Der Erste Sprecher achtete nicht darauf. �Sehen Sie sich diese rote, gewundene Linie von Symbolen an. Sie folgt bestimmten Regeln. Nach oberfl�chlicher Denkweise m��ten die Symbole sich durch Willk�rlichkeit und Zuf�lligkeit auszeichnen, so eben, wie jeder Sprecher sich seinen Rang verdient, indem er zu Seldons urspr�nglichem Plan Verbesserungen und Konkretisierungen erarbeitet. Man k�nnte meinen, da� es keinen Weg gibt, um im voraus zu wissen, wo sich eine Verbesserung ohne Schwierigkeiten anbringen l��t, oder wohin die Interessen oder F�higkeiten dieses oder jenes Sprechers gehen werden, und doch habe ich schon immer vermutet, da� das Zusammenspiel von Seldon-Schwarz und Sprecher-Rot einer strikten Gesetzm��igkeit unterliegt, die in der Hauptsache von der Zeit und sehr wenig anderem abh�ngig ist.�</p><p>Gendibal sah die Jahre verstreichen, w�hrend die haarfeinen Linien in Rot und Schwarz ein ineinander verschlungenes Muster von nahezu hypnotischer Wirksamkeit bildeten. Das Muster als solches war nat�rlich ohne Bedeutung; was z�hlte, waren die Symbole, aus denen sich die Darstellung zusammensetzte.</p><p>Da und dort entstand bisweilen ein blauer Ausl�ufer, bauchte sich aus, verzweigte sich, machte sich �berdeutlich bemerkbar, dann fiel er pl�tzlich wieder zusammen und verschwand im Rot oder Schwarz.</p><p>�Abweichungs-Blau�, konstatierte der Erste Sprecher, und die zwei M�nner sp�rten zwischen sich das Gef�hl des Unbehagens, das von ihnen beiden ausging. �Immer wieder haben wir�s einged�mmt, aber schlie�lich kommen wir doch ins Jahrhundert der Abweichung.�</p><p>Und es kam. Man konnte pr�zise ersehen, wann das St�rph�nomen, verbunden mit dem Auftreten des Fuchses, zeitweilig die ganze Galaxis beeinflu�te, denn der Hauptradiant schien pl�tzlich in zahllose blaue Ausl�ufer zu zerfasern, weit mehr, als sich zur gleichen Zeit tilgen lie�en, bis die ganze R�umlichkeit bl�ulich zu leuchten schien, w�hrend die blauen Linien sich verdickten und die Wand in immer grellerer, aufdringlicherer Verunreinigung (anders konnte man es nicht nennen) verf�rbten.</p><p>Das Blau �berschritt seine st�rkste Ausdehnung, begann abzunehmen, sich zu verd�nnen, flo� f�r die Dauer eines langen Jahrhunderts zusammen, bis es am Ende versickerte. Als es fort war und der Seldon-Plan wieder �berwiegend aus Rot und Schwarz bestand, erkannte man unmi�verst�ndlich, da� Preem Palver seine Hand im Spiel gehabt hatte.</p><p>Und weiter, weiter�</p><p>�Jetzt sind wir in der Gegenwart�, bemerkte der Erste Sprecher wie zum Trost.</p><p>Weiter, weiter�</p><p>Dann m�ndeten die Linien in einen wahren Knoten von dicht verflochtenem Schwarz und Rot, von dem das Rot allerdings den kleinsten Teil ausmachte. �Das ist die Errichtung des Zweiten Imperiums�, sagte der Erste Sprecher.</p><p>Er schaltete die Darstellung des Hauptradianten ab, und im Raum flammte wieder die normale Beleuchtung auf.</p><p>�Das war ein wirklich emotionales Erlebnis�, sagte Gendibal.</p><p>�Ja.� Der Erste Sprecher l�chelte. �Und Sie h�ten sich, Ihre Emotion beim Namen zu nennen, soweit es �berhaupt m�glich ist, �ber sie im unklaren zu bleiben. Doch egal. Lassen Sie mich zusammenfassen, was ich zu verdeutlichen w�nsche. Zun�chst einmal d�rfte Ihnen sicherlich das nahezu v�llige Ausbleiben von Abweichungs-Blau nach der Zeit Preem Palvers aufgefallen sein�� mit anderen Worten, w�hrend der vergangenen zw�lf Jahrzehnte. Sie werden auch bemerkt haben, da� f�r die kommenden f�nf Jahrhunderte keine nennenswerte Wahrscheinlichkeit zu Gunsten einer Abweichung oberhalb der Klasse F�nf besteht. Bestimmt wissen Sie auch, da� wir damit begonnen haben, mit unseren verfeinerten Methoden der Psychohistorie �ber die Errichtung des Zweiten Imperiums hinaus unsere Pl�ne zu schmieden. Wie Ihnen zweifellos ebenso bekannt ist, war Hari Seldon zwar ein �berragendes Genie, aber nicht allwissend, konnte es nicht sein. Wir sind �ber ihn hinausgewachsen. Wir verstehen mehr von der Psychohistorie, als er jemals wissen konnte. Seldon beendete seine Berechnungen mit dem Zweiten Imperium, aber wir blicken weiter voraus. In der Tat, wenn ich es einmal so offenherzig ausdr�cken darf, ohne da� Sie daran Ansto� nehmen, ist der neue Hyperplan, der �ber den Aufbau des Zweiten Imperiums hinaus G�ltigkeit haben soll, gr��tenteils mein Werk, und ihm verdanke ich meine gegenw�rtige Position. Das alles sage ich Ihnen, damit wir uns �berfl�ssiges Gerede sparen k�nnen. Wie gelangen Sie angesichts all dessen zu der Schlu�folgerung, der Seldon-Plan k�nne bedeutungslos sein? Er ist ohne jeden Makel. Bei allem angebrachten Respekt vor Preem Palvers Leistungen, die blo�e Tatsache, da� der Plan als solcher das Jahrhundert der Abweichung �berstanden hat, ist der beste Beweis f�r seine Fehlerlosigkeit. Wo soll denn seine Schw�che liegen, junger Mann, aufgrund der Sie den Plan als bedeutungslos anprangern?�</p><p>Gendibal straffte sich, stand in steifer Haltung da. �Sie haben recht, Erster Sprecher. Der Seldon-Plan ist makellos.�</p><p>�Sie ziehen Ihre Behauptung also zur�ck?�</p><p>�Nein, Erster Sprecher. Sein Fehler besteht in seiner Makellosigkeit. Seine Makellosigkeit ist fatal.�</p></section><section><title><p>19</p></title><p>Der Erste Sprecher musterte Gendibal mit Gleichmut. Er hatte alle Arten seiner Ausdrucksformen zu kontrollieren gelernt, und es am�sierte ihn insgeheim, zu sehen, wieviel Gendibal in dieser Beziehung noch zu lernen hatte. Bei jedem Wortwechsel gab der junge Mann sich alle M�he, seine Empfindungen zu verbergen, und jedesmal v�llig ohne Erfolg.</p><p>Leidenschaftslos betrachtete Shandess ihn. Er war ein hagerer junger Mann von kaum mehr als mittlerer K�rpergr��e, mit schmalen Lippen und knochigen, unruhigen H�nden. Er besa� dunkle, humorlose Augen, die sich durch eine Neigung zu gelegentlichem Aufgl�hen auszeichneten.</p><p>Der Erste Sprecher wu�te, Gendibal w�rde sich seine �berzeugungen nicht leicht ausreden lassen.</p><p>�Sie �u�ern sich in Paradoxa, Sprecher�, sagte er.</p><p>�Es <emphasis>klingt </emphasis>wie ein Paradoxon, Erster Sprecher, weil wir am Seldon-Plan so vieles als selbstverst�ndlich nehmen, uns mit so vielem daran abfinden, ohne es zu hinterfragen.�</p><p>�Und was ist es, das Sie in Frage stellen?�</p><p>�Die ganze Grundlage des Plans. Wir alle wissen, da� der Plan nicht funktionieren kann, wenn seine Natur�� oder nur seine blo�e Existenz�� zu vielen von jenen bekannt wird, deren Verhalten er voraussehbar machen soll.�</p><p>�Ich glaube, davon hatte Hari Seldon durchaus eine Ahnung. Ich glaube, diese Einsicht hat er sogar zu einem seiner beiden grundlegenden Axiome der Psychohistorie gemacht.�</p><p>�Er hat den Fuchs nicht vorausgesehen, Erster Sprecher, und daher nicht das Ausma� erwartet, in dem die Zweite Foundation bei den Leuten der Ersten Foundation zur fixen Idee geworden ist, sobald ihnen der Fuchs die Wichtigkeit der Zweiten Foundation offenbart hatte.�</p><p>�Hari Seldon�� In diesem Moment schauderte der Erste Sprecher zusammen und verstummte.</p><p>Hari Seldons Aussehen war allen Mitgliedern der Zweiten Foundation wohlbekannt. Bildnisse seiner Person, in zwei und drei Dimensionen�� photographisch und holographisch��, als Basrelief und allseitig lebensechte Statuetten, im Sitzen und im Stehen, waren �berall verbreitet. Sie alle zeigten ihn in seinen letzten Lebensjahren. Alle zeigten einen alten, w�rdevollen Mann, das Gesicht von der Weisheit des Alters runzlig, Verk�rperung einer Quintessenz des ausgereiften Genies.</p><p>Doch in diesem Augenblick erinnerte sich der Erste Sprecher daran, einmal ein Foto gesehen zu haben, das Seldon angeblich als jungen Mann zeigte. Das Foto geno� keine offizielle Anerkennung, zumal man die Vorstellung eines jungen Seldon nahezu als buchst�blichen Widerspruch empfand. Aber Shandess hatte es gesehen, und jetzt hatte er pl�tzlich den Eindruck gehabt, da� Stor Gendibal dem jungen Seldon bemerkenswert �hnlich sehe.</p><p>L�cherlich! Das war die Art von abergl�ubischer Anwandlung, wie sie jeden einmal befiel, wie vern�nftig er auch sein mochte. Eine entfernte �hnlichkeit mu�te ihn get�uscht haben. L�ge die Photographie hier vor ihm, er h�tte sich sofort dessen vergewissern k�nnen, da� die scheinbare �hnlichkeit nur auf einem Irrtum beruhte. Doch warum sollte diese alberne Idee ihm ausgerechnet jetzt in den Sinn gekommen sein?</p><p>Er gewann seine Gefa�theit zur�ck. Er hatte nur einen Moment lang gestutzt, als seien seine Gedanken abgeirrt, zu fl�chtig, als da� irgend jemand au�er einem anderen Sprecher es �berhaupt gemerkt h�tte, und Gendibal mochte sein Stocken ruhig interpretieren, wie es ihm pa�te.</p><p>�Hari Seldon�, begann er erneut, diesmal mit ganz fester Stimme, �wu�te sehr gut, da� er eine unendliche Zahl von M�glichkeiten nicht voraussehen konnte, und aus eben diesem Grund hat er die Zweite Foundation gegr�ndet. Auch wir haben den Fuchs nicht vorausgesehen, aber wir sahen ihn, als er auftrat, und wir haben seine Absichten vereitelt. Wir haben die nachfolgende Besessenheit der Ersten Foundation, was uns angeht, nicht absehen k�nnen, aber als sie sich bemerkbar machte, haben wir sie bemerkt und darunter einen Schlu�strich gezogen. Was an all dem k�nnen Sie denn nur fehlerhaft finden?�</p><p>�Jedenfalls den Umstand�, erwiderte Gendibal, �da� die Erste Foundation sich noch l�ngst nicht das letzte Mal mit uns besch�ftigt hat.�</p><p>In der Art und Weise, wie Gendibal redete, lie� sich ein unverkennbares Nachlassen des Respekts sp�ren. Er hatte (schlu�folgerte Shandess) das kurze Beben in der Stimme des Ersten Sprechers bemerkt und als Verunsicherung ausgelegt. Dem mu�te entgegengewirkt werden.</p><p>�Lassen Sie mich ein wenig vorgreifen�, sagte der Erste Sprecher lebhaft. �Es kann ohne weiteres in den Reihen der Ersten Foundation Personen geben, die die hektischen Probleme der ersten nahezu vier Jahrhunderte ihres Bestehens mit der Geruhsamkeit des letzten eineinviertel Jahrhunderts vergleichen und aufgrund dessen zu der Auffassung gelangen, so etwas k�nne gar nicht sein, k�mmere sich nicht nach wie vor die Zweite Foundation um die Einhaltung des Seldon-Plans�� und nat�rlich h�tten sie mit dieser Ansicht vollkommen recht. Ihre Schlu�folgerung wird gewi� sein, da� es also doch nicht gelungen ist, die Zweite Foundation aus der Welt zu schaffen�� und nat�rlich l�gen sie damit v�llig richtig. Tats�chlich gibt�s auf Terminus, der Hauptwelt der Ersten Foundation, einen jungen Mann, einen ihrer Regierungsvertreter, der von dem, was ich gerade dargestellt habe, restlos �berzeugt ist. Das ist uns berichtet worden. Ich habe seinen Namen vergessen��</p><p>�Golan Trevize�, half Gendibal ged�mpft nach. �Ich selbst war�s, der diese Sache erstmals berichtsweise erw�hnt hat, und ich habe pers�nlich veranla�t, da� der Fall an Ihr B�ro weitergeleitet wird.�</p><p>�Ach?� meinte der Erste Sprecher mit �bertriebener H�flichkeit. �Und wodurch hat er Ihre Aufmerksamkeit erregt?�</p><p>�Einer unserer Agenten hat einen sehr detaillierten Bericht �ber die neu in den Verwaltungsrat gew�hlten Ratsmitglieder geliefert�� absoluter Routinekram, wie er allen Sprechern zugeht und normalerweise von allen nicht sonderlich beachtet wird, mich keineswegs ausgenommen. Hier jedoch bin ich durch die Beschreibung des Naturells dieses Golan Trevize aufmerksam geworden. Er kam mir ungew�hnlich selbstbewu�t und streitlustig vor. Anhand dieser Schilderung��</p><p>�Sie haben einen verwandten Geist erkannt, nicht wahr?�</p><p>�Durchaus nicht�, entgegnete Gendibal harsch. �Anscheinend handelt es sich um eine unbesonnene Person, der es Freude macht, Unfug zu treiben, eine Beschreibung, die nicht unbedingt, wie ich zu behaupten wage, auf mich zutrifft. Wie auch immer, ich habe eine gr�ndlichere Personenstudie angefordert. Ich habe nicht lange gebraucht, um festzustellen, da� er bei uns ein t�chtiger Foundationist geworden w�re, h�tten wir ihn in j�ngeren Jahren rekrutieren k�nnen.�</p><p>�Vielleicht�, sagte der Erste Sprecher. �Aber Sie wissen, wir rekrutieren auf Terminus nicht.�</p><p>�Das wei� ich sehr genau. Doch ganz gleich, selbst ohne unsere Art von Ausbildung und Schulung besitzt er eine au�ergew�hnliche Intuition. Nat�rlich ist sein Denken durch und durch disziplinlos. Es hat mich daher nicht besonders �berrascht zu erfahren, er ist auf die Tatsache gesto�en, da� die Zweite Foundation noch existiert.�</p><p>�Und aus Ihrem Verhalten glaube ich zu ersehen, da� sich eine neue Entwicklung ergeben hat.�</p><p>�Nachdem er dank seiner ausgepr�gten intuitiven Begabung die Tatsache erkannt hatte, da� wir noch existieren, hat er von dieser Erkenntnis auf eine geradezu charakteristisch undisziplinierte Weise Gebrauch gemacht und ist infolgedessen von Terminus verbannt worden.�</p><p>Der Erste Sprecher hob die Brauen. �Sie schweigen unvermittelt. Das hei�t, Sie m�chten, da� ich die Bedeutung dieses Vorgangs interpretiere. Wenn ich ohne Hinzuziehung meines Computers, nur im Kopf, eine ann�herungsweise Anwendung von Seldons Gleichungen vornehme, gelange ich zu dem Ergebnis, da� da eine raffinierte B�rgermeisterin, durchaus des Verdachts f�hig, die Zweite Foundation k�nne unver�ndert existieren, es lieber sieht, da� ein disziplinloses Individuum diesen Sachverhalt nicht �ffentlich herumposaunt, denn dadurch k�nnte die Zweite Foundation auf eine Gefahr aufmerksam werden. Ich gehe also davon aus, da� Branno die Bronzefrau entschieden hat, Terminus ist ohne Trevize besser dran und sicherer, als wenn er dort seinen Unsinn treibt.�</p><p>�Sie h�tte Trevize einsperren oder sang- und klanglos liquidieren lassen k�nnen.�</p><p>�Die Gleichungen sind unverl��lich, wenn man sie auf Einzelpersonen anwendet, das wissen Sie ja selber. Sie gelten nur f�r Menschenmassen. Individuelles Verhalten ist unberechenbar, so da� man unterstellen darf, da� die B�rgermeisterin, die ja ein menschliches Individuum ist, es als unangebrachte Grausamkeit empfindet, jemanden einfach einzusperren, gar nicht davon zu reden, ihn zu ermorden.�</p><p>F�r eine Weile bewahrte Gendibal Schweigen. Die Stille, die unterdessen zwischen den beiden M�nnern herrschte, glich einem vielsagenden Nichts, und er lie� sie gerade lange genug dauern, um dem Ersten Sprecher Mi�behagen und Unsicherheit einzufl��en, aber wiederum nicht so lange, da� daraus Ver�rgerung und eine Abwehrhaltung entstanden w�re. Vielmehr bema� er sein Timing auf die Sekunde genau.</p><p>�Meine Interpretation lautet anders�, sagte er dann. �Ich glaube, da� Trevize gegenw�rtig als Sto�keil der gr��ten Bedrohung herh�lt, der die Zweite Foundation in ihrer Geschichte je ausgesetzt war. Einer gr��eren Gefahr als der Fuchs!�</p></section><section><title><p>20</p></title><p>Gendibal war zufrieden. Die Wucht seiner Feststellung wirkte gut. Mit dergleichen hatte der Erste Sprecher nicht gerechnet, und daher war er aus dem Gleichgewicht gebracht worden. Von diesem Moment an beherrschte Gendibal das Gespr�ch. Falls er daran noch irgendwelche Zweifel hegte, so verschwanden sie mit Shandess� n�chster �u�erung.</p><p>�Hat das irgend etwas mit Ihrer Behauptung zu tun, der Seldon-Plan sei bedeutungslos?�</p><p>Gendibal setzte auf komplette Sicherheit, antwortete in diktatorischem Stil, so da� der Erste Sprecher keine Chance erhielt, die Fassung zur�ckzugewinnen. �Erster Sprecher�, sagte er, �es ist nachgerade ein Glaubensartikel, da� es Preem Palver war, der nach den wirren Abirrungen des Jahrhunderts der Abweichung den Seldon-Plan restauriert hat. Unterziehen Sie den Hauptradianten einer genauen Analyse, und Sie werden sehen, da� die Abweichungen erst zwei Jahrzehnte nach Palvers Tod verschwinden und da� seither so gut wie keine Abweichungen mehr aufgetreten sind. Das k�nnte ein Verdienst der Ersten Sprecher nach Palver sein, ist jedoch unwahrscheinlich.�</p><p>�Unwahrscheinlich? Zugegeben, keiner von uns ist ein Palver gewesen, aber��� unwahrscheinlich?�</p><p>�Erlauben Sie mir, zu demonstrieren, was ich meine, Erster Sprecher? Anhand der Mathematik der Psychohistorie kann ich eindeutig nachweisen, da� die Wahrscheinlichkeit eines totalen Ausbleibens von Abweichungen zu mikroskopisch klein ist, als da� sie sich infolge von irgend etwas, wozu die Zweite Foundation imstande ist, erkl�ren l��t. Sie brauchen Ihre Einwilligung nicht zu geben, falls Sie gegenw�rtig keine Zeit haben oder Ihnen an der Demonstration, die bei konzentriertem Vorgehen etwa eine halbe Stunde beanspruchen wird, nicht gelegen ist. Alternativ w�re es m�glich, eine Sitzung der Sprecher einzuberufen und die Demonstration dort vorzunehmen. Aber das w�rde f�r mich einen Zeitverlust und f�r uns alle m�glicherweise eine unn�tige Kontroverse bedeuten.�</p><p>�Ja, und einen Gesichtsverlust f�r mich. Ich m�chte Ihre Demonstration sofort sehen. Aber lassen Sie sich von mir warnen.� Der Erste Sprecher bem�hte sich nahezu heroisch um seine Gefa�theit. �Wenn das, was Sie mir vorf�hren, wertlos ist, werde ich�s nicht vergessen.�</p><p>�Sollte es sich als wertlos erweisen�, sagte Gendibal in ungezwungenem Stolz, der dem Ersten Sprecher glattweg die Sprache verschlug, �werde ich auf der Stelle meinen R�cktritt einreichen.�</p><p>In Wirklichkeit dauerte die Beweisf�hrung erheblich l�nger als eine halbe Stunde, denn der Erste Sprecher pr�fte die Berechnungen mit nahezu w�tender Hartn�ckigkeit.</p><p>Durch den geschickten Gebrauch seines Mikroradianten machte Gendibal einen Teil der dadurch vergeudeten Zeit wett. Dies Instrument, das jeden Abschnitt des gesamten Seldon-Plans holographisch pr�sentieren konnte, weder eine Wand erforderte noch gr��ere Schaltpulte, war erst vor einem Jahrzehnt aufgekommen, und der Erste Sprecher hatte nie den Kniff gelernt, wie man damit umging, und Gendibal wu�te das nur zu gut. Der Erste Sprecher war sich dar�ber im klaren, da� er es wu�te.</p><p>Gendibal hielt das Instrument �ber den rechten Daumen geschlungen und bediente die Kontrollen mit den vier Fingern, bewegte absichtlich die Hand so, als halte er ein Musikinstrument. (Tats�chlich hatte er �ber die entsprechenden Analogien einen kurzen Artikel ver�ffentlicht.)</p><p>Die Gleichungen, die Gendibal vorzeigte (und mit unbek�mmerter Gel�ufigkeit stets absolut treffsicher) huschten schlangenhaft hin und her, w�hrend er seine Erl�uterungen gab. Er konnte Definitionen vorweisen, falls n�tig, Axiome aufstellen, Grafiken erkl�ren, alles sowohl zwei- wie auch dreidimensional (ganz zu schweigen von Projektionen multidimensionalen Charakters).</p><p>Gendibals Darlegungen waren klar, eindringlich und bedeutsam, und der Erste Sprecher verzichtete schlie�lich darauf, weitere zwecklose Umst�nde zu machen. Gendibal hatte gewonnen. �Ich kann mich nicht entsinnen�, sagte der Erste Sprecher, �in neuerer Zeit Analysen dieser Art gesehen zu haben. Auf wessen Arbeit beruhen sie?�</p><p>�Auf meiner eigenen, Erster Sprecher. Ich habe die erforderlichen mathematischen Grundlagen publiziert.�</p><p>�Sehr t�chtig, Sprecher Gendibal. Dergleichen wird Sie in die engere Wahl f�r den Posten des Ersten Sprechers bringen, falls ich sterbe��� oder mich zur Ruhe setze.�</p><p>�Damit habe ich mich noch nicht n�her befa�t, Erster Sprecher� Aber da kaum irgendeine Aussicht besteht, da� Sie mir glauben, nehme ich diese gedankenlose Bemerkung zur�ck. Ich <emphasis>habe </emphasis>daran gedacht, und ich hoffe, da� ich Erster Sprecher <emphasis>werde, </emphasis>denn wer auch Ihr Nachfolger sein wird, er <emphasis>mu� </emphasis>ein Vorgehen einschlagen, das bislang nur ich deutlich erkenne.�</p><p>�Ja�, sagte der Erste Sprecher, �falsche Bescheidenheit kann eine gro�e Gefahr sein. Welches Vorgehen? Vielleicht kann der gegenw�rtige Erste Sprecher sich gleichfalls daran orientieren. Selbst wenn ich zu alt sein sollte, um diesen kreativen Sprung gemacht zu haben, der Ihnen gelungen ist, noch bin ich nicht zu alt, um einer Richtungsweisung zu folgen.�</p><p>Seine Kapitulation ehrte Gendibal, und unerwartet erw�rmte sich dessen Herz f�r den Alten, obwohl er im selben Augenblick begriff, da� der Erste Sprecher eben diese Absicht damit verfolgte.</p><p>�Ich danke Ihnen, Erster Sprecher, denn ich werde dringend Ihre Unterst�tzung ben�tigen. Ohne Ihre geistreiche Anleitung d�rfte es mir kaum gelingen, den Rat der Sprecher restlos zu �berzeugen.� (Ehre gegen Ehre.) �Ich darf jedoch unterstellen, da� Sie meinen Ausf�hrungen bereits unzweifelhaft entnommen haben, es ist ausgeschlossen, da� unsere Politik es war, die das Jahrhundert der Abweichung korrigiert oder danach alle Abweichungen im Keim erstickt hat?�</p><p>�Das ist mir nunmehr vollkommen klar�, antwortete der Erste Sprecher. �Wenn Ihre Berechnungen stimmen, dann h�tte es f�r die Restauration des Seldon-Plans, wie sie stattgefunden hat, und sein reibungsloses Funktionieren, wie es der Fall zu sein scheint, m�glich sein m�ssen, mit einem gewissen Grad an Genauigkeit die Reaktionen kleinerer Personengruppen und vielleicht sogar von Individuen vorherzusagen.�</p><p>�Sehr richtig. Weil die Mathematik der Psychohistorie so etwas jedoch nicht erlaubt, h�tten die Abweichungen nicht zur�ckgehen und erst recht nicht anschlie�end ausbleiben d�rfen. Sie sehen also nun, was ich gemeint habe, als ich sagte, der Makel des Seldon-Plans ist seine Makellosigkeit.�</p><p>�Entweder besitzt der Seldon-Plan Abweichungen�, sagte der Erste Sprecher, �oder in Ihren Berechnungen steckt ein Fehler. Ich komme nicht daran vorbei, da� der Seldon-Plan l�nger als ein Jahrhundert <emphasis>keine </emphasis>Abweichungen erfahren hat, und daraus ergibt sich, da� in Ihren Berechnungen ein Fehler stecken <emphasis>mu�. </emphasis>Nur habe ich keine Irrt�mer oder falschen Schritte darin entdecken k�nnen.�</p><p>�Es ist leichtfertig von Ihnen�, erwiderte Gendibal, �eine dritte M�glichkeit von vornherein auszuschlie�en. Es ist durchaus denkbar, da� der Seldon-Plan <emphasis>keine </emphasis>Abweichungen aufweist und gleichzeitig in meinen Berechnungen, die anzeigen, da� das nicht sein kann, <emphasis>kein </emphasis>Fehler ist.�</p><p>�Leider sehe ich keine dritte M�glichkeit.�</p><p>�Nehmen wir einmal an, der Seldon-Plan wird durch eine psychohistorische Methode gelenkt, die so fortgeschritten ist, da� man die Reaktionen kleiner Personengruppen und wom�glich sogar von Individuen voraussehen <emphasis>kann�� </emphasis>eine Methode, wie wir Zweitfoundationisten sie nicht kennen. Dann�� und nur <emphasis>dann!�� </emphasis>k�nnen meine Berechnungen �berhaupt anzeigen, da� der Seldon-Plan keine Abweichungen erlebt hat.�</p><p>F�r eine Weile enthielt sich der Erste Sprecher (nach den Begriffen der Zweiten Foundation) jeglicher Stellungnahme. �Mir ist jedenfalls keine so fortgeschrittene psychohistorische Methode bekannt�, entgegnete er schlie�lich, �und aufgrund Ihres Verhaltens bin ich sicher, auch Ihnen nicht. Wenn Sie und ich so etwas nicht kennen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, da� ein anderer Sprecher oder eine Gruppe anderer Sprecher eine derartige Mikro-Psychohistorie�� wie ich�s einmal nennen will�� entwickelt und vor dem Rest des Rates geheimgehalten haben, unendlich klein. Sind Sie nicht dieser Ansicht?�</p><p>�Doch.�</p><p>�Dann ist entweder Ihre Analyse falsch, oder es gibt eine Gruppierung au�erhalb der Zweiten Foundation, die �ber die Methode der Mikro-Psychohistorie verf�gt.�</p><p>�Genau, Erster Sprecher! Diese letztgenannte M�glichkeit ist es, die zutreffen mu�!�</p><p>�K�nnen Sie beweisen, da� es sich tats�chlich so verh�lt?�</p><p>�Nein, nicht auf irgendeine formgerechte Art und Weise. Aber bedenken Sie�� hat es nicht schon einmal eine Person gegeben, die dazu imstande war, den Seldon-Plan zu deformieren, indem sie sich mit Individuen besch�ftigte?�</p><p>�Ich nehme an, Sie meinen den Fuchs.�</p><p>�Ja, sicher.�</p><p>�Der Fuchs konnte nur eine zeitweilige Unterbrechung herbeif�hren. Das Problem ist aber doch, da� der Seldon-Plan <emphasis>viel zu gut </emphasis>funktioniert, erheblich n�her an einem perfekten Funktionieren liegt, als unsere Berechnungen es erkl�rlich machen k�nnen. Es m��te praktisch einen Anti-Fuchs geben, also jemanden, der f�hig ist, den Plan so stark wie damals der Fuchs zu beeinflussen, aber aus dem entgegengesetzten Motiv, n�mlich nicht, um ihn zu beeintr�chtigen, sondern um ihn zu perfektionieren.�</p><p>�Haargenau, Erster Sprecher! Ich wollte, diese Formulierung w�re mir eingefallen. Was war der Fuchs? Ein Mutant. Aber woher stammte er? Wie kam seine Mutation zustande? Das wei� niemand so recht. Kann es nicht mehr seinesgleichen geben?�</p><p>�Offenbar nicht. Eine der bekanntesten Einzelheiten �ber den Fuchs ist die Tatsache, da� er steril war. Oder vermuten Sie, das sei nur ein Mythos?�</p><p>�Ich rede nicht von Nachfahren des Fuchses. Aber k�nnte es nicht sein, da� es sich beim Fuchs um ein in die Irre gegangenes Mitglied einer ganzen Gruppe von Personen mit vergleichbaren geistigen F�higkeiten gehandelt hat, einer Gruppe, die heute vielleicht schon beachtlich gro� ist, die aus irgendeinem Grund nicht gegen den Seldon-Plan arbeitet, sondern ihn f�rdert?�</p><p>�Bei der Galaxis, warum sollte sie so was tun?�</p><p>�Warum arbeiten <emphasis>wir </emphasis>an dem Plan? Wir bereiten einem Zweiten Imperium den Weg, in dem wir�� oder vielmehr, unsere intellektuellen Nachfolger�� es sein werden, die die Entscheidungen f�llen. Falls es eine andere Gruppe gibt, die sich effizienter f�r den Seldon-Plan einsetzt, als wir�s k�nnen, dann gewi� nicht, um sp�ter die Entscheidungsgewalt uns zu �berlassen. Sie wird die Entscheidungen f�llen�� aber mit welchem Ziel? Sollten wir nicht versuchen, in Erfahrung zu bringen, in was f�r eine Art von Zweitem Imperium man uns zu f�hren beabsichtigt?�</p><p>�Und wie sollen wir das nach Ihrer Meinung herausfinden?�</p><p>�Nun, die Frage lautet: Warum hat Terminus� B�rgermeisterin wohl Golan Trevize ins Exil geschickt? Dadurch hat sie nichts anderes getan, als einer potentiell gef�hrlichen Person Freiz�gigkeit in der gesamten Galaxis gegeben. Ich kann nicht glauben, da� sie das aus reiner Menschlichkeit getan hat. Historisch betrachtet, haben die F�hrer der Ersten Foundation immer realistisch gehandelt, das hei�t, normalerweise ohne jede R�cksicht auf moralische Ma�st�be. Einer ihrer Helden, Salvor Hardin, hat sich sogar explizit gegen Moral ausgesprochen. Nein, ich gehe davon aus, da� die B�rgermeisterin auf Veranlassung von Agenten der �Anti-F�chse��� um Ihren Ausdruck zu verwenden�� gehandelt hat. Ich glaube, Trevize ist von ihnen rekrutiert worden, und ich halte ihn f�r den Sto�keil einer gegen uns gerichteten Bedrohung, einer t�dlichen Gefahr!�</p><p>�Bei Seldon, kann sein, Sie haben recht�, sagte der Erste Sprecher. �Aber wie wollen Sie den Rat von all dem �berzeugen?�</p><p>�Erster Sprecher, Sie untersch�tzen Ihren Einflu�.�</p></section></section><section><title><p>Sechstes Kapitel</p><p>Erde</p></title><section><title><p>21</p></title><p>Trevize war mi�mutig und gereizt. Er und Pelorat sa�en in der kleinen E�nische und hatten soeben ihr Mittagessen beendet.</p><p>�Wir sind erst seit zwei Tagen im All�, sagte Pelorat, �und trotzdem ist mir ganz wohl zumute, obwohl ich nat�rlich die frische Luft und das alles vermisse. Seltsam! Solange es st�ndig ringsherum vorhanden war, habe ich�s nie richtig zur Kenntnis genommen. Neben meinen paar Platten und Ihrem bemerkenswerten Computer habe ich meine komplette Bibliothek dabei�� oder jedenfalls alles, was wichtig ist. Und jetzt �ngstigt mich die Vorstellung, mitten im Raum zu sein, nicht mehr im mindesten. Erstaunlich!�</p><p>Trevize stie� einen nichtssagenden Laut aus. Sein Blick war nach innen gerichtet.</p><p>�Ich m�chte nicht l�stig sein, Colan�, meinte Pelorat leise, �aber ich habe den Eindruck, Sie h�ren mir nicht zu. Nicht etwa, da� ich ein besonders interessanter Mensch w�re, wissen Sie, ich war immer ein ziemlich langweiliger Typ. Trotzdem, ich glaube, Sie besch�ftigen sich sehr stark mit irgend etwas� Sind wir in Schwierigkeiten? Sie k�nnen�s mir ruhig verraten, glauben Sie mir! Behilflich kann ich Ihnen sicher nicht sein, aber ich werde auch nicht in Panik geraten, mein Bester.�</p><p>�In Schwierigkeiten?� Trevize wirkte, als k�me er gerade zu sich, runzelte leicht die Stirn.</p><p>�Das Raumschiff, meine ich. Es ist ja ein neues Modell, also k�nnte irgend etwas nicht so ganz klappen, stelle ich mir vor.� Pelorat erlaubte sich ein unsicheres L�cheln.</p><p>Nachdr�cklich sch�ttelte Trevize den Kopf. �Janov, es war dumm von mir, Sie im Ungewissen zu lassen. Mit dem Raumschiff ist alles in sch�nster Ordnung. Es funktioniert tadellos. Ich habe blo� nach einer Hypersonde gesucht.�</p><p>�Aha, verstehe�� nur wei� ich nicht, was eine Hypersonde ist.�</p><p>�Ich will�s klipp und klar erl�utern, Janov. Wir haben unvermindert Verbindung zum Terminus. Ich kann jederzeit Kontakt aufnehmen, wenn ich will, und umgekehrt kann man von Terminus aus mit uns in Kontakt treten. Man kennt dort die Position des Schiffs, hat unseren Kurs verfolgt. Selbst wenn das nicht geschehen w�re, lie�e sich unsere Position durchs Abtasten des n�heren Weltraums mit Massedetektoren, wie es fortgesetzt geschieht, um den Raumflugverkehr zu �berwachen und etwaige Meteore fr�hzeitig zu entdecken, leicht ermitteln. Au�er der Masse mi�t man dabei ein energetisches Muster an, dank dessen man nicht nur Raumschiffe von Meteoren, sondern auch ein Raumschiff vom anderen zu unterscheiden vermag, denn keine zwei Raumer erzeugen das gleiche energetische Muster. Unser Muster bleibt in irgendeiner Beziehung immer charakteristisch, unabh�ngig davon, welche Man�ver wir vornehmen oder welche Instrumente wir ein- oder ausschalten. Nat�rlich kann das geortete Schiff unbekannt sein, aber wenn�s sich um eines wie unseres handelt, dessen Energiemuster auf Terminus registriert ist�� und das ist mit unserem ohne Zweifel der Fall��, dann kann man�s identifizieren, sobald es geortet ist.�</p><p>�Manchmal finde ich, Golan�, sagte Pelorat, �da� man die Fortschritte der Zivilisation in nichts anderem besser zusammenfassen kann, als wenn man sie als Ein�bung in die immer st�rkere Einschr�nkung der Privatsph�re beschreibt, oder was meinen Sie?�</p><empty-line/><image l:href="#3"/><empty-line/><p>�Da k�nnten Sie recht haben. Fr�her oder sp�ter allerdings m�ssen wir den Hyperraum durchqueren, andernfalls w�rden wir uns w�hrend des gesamten Rests unseres Lebens nicht weiter als ein oder zwei Parsek von Terminus entfernen. Wir w�rden nur im allergeringsten Umfang an der interstellaren Raumfahrt teilnehmen. Mit der Durchquerung des Hyperraums dagegen vollziehen wir eine Bewegung der Diskontinuit�t in bezug auf den Normalraum. Wir versetzen uns einfach von hier nach dort, �ber eine Entfernung von manchmal mehreren hundert Parsek hinweg, und brauchen daf�r nur einen einzigen Augenblick tats�chlich erlebter Zeit. Wir sind urpl�tzlich weit fort, befinden uns in einer Richtung, die f�r Au�enstehende nur sehr schwer vorauszusehen ist, so da� man uns, praktisch gesprochen, nicht mehr orten kann.�</p><p>�Das begreife ich. Ja.�</p><p>�Es sei denn, versteht sich, man hat zuvor an Bord eine Hypersonde installiert. Eine Hypersonde sendet ein Signal durch den Hyperraum, ein Signal, das f�r das Raumschiff charakteristisch ist, und die zust�ndigen Stellen auf Terminus k�nnten anhand dessen jederzeit ersehen, wo wir uns gerade aufhalten. Das ist die Antwort auf Ihre Frage. Nirgends in der ganzen Galaxis k�nnten wir uns verstecken, und keine Kombination von Hyperraumspr�ngen w�rde ausreichen, um uns ihren Ortungsinstrumenten zu entziehen.�</p><p>�Golan�, sagte Pelorat ged�mpft, �uns ist doch am Schutz gelegen, den die Foundation uns bieten kann, oder nicht?�</p><p>�Ja, Janov, gewi�, aber nur, wenn wir ausdr�cklich darum bitten. Sie haben gesagt, Fortschritte der Zivilisation bedeuteten immer st�rkere Einschr�nkung des Privaten. Na, ich jedenfalls habe keine gro�e Lust, so sehr fortschrittlich zu sein. Ich w�nsche die Freiheit, mich unbeobachtet bewegen zu k�nnen, ohne unter irgend jemandes Aufsicht zu stehen, bis ich Schutz ben�tige und w�nsche. Deshalb w�re mir besser, viel besser zumute, bef�nde sich <emphasis>keine </emphasis>Hypersonde an Bord.�</p><p>�Haben Sie eine gefunden, Golan?�</p><p>�Nein, nicht. Andernfalls k�nnte ich sie au�er Betrieb setzen.�</p><p>�Wenn Sie eine sehen, w�rden Sie sie denn erkennen?�</p><p>�Das ist eine der Schwierigkeiten. M�glicherweise erkenne ich sie nicht. Allgemein wei� ich, wie eine Hypersonde aussieht, und mir sind auch Methoden zum Testen verd�chtiger Gegenst�nde bekannt. Aber das hier ist ein hochmodernes Raumschiff und au�erdem f�r einen speziellen Zweck abgestellt worden. Eine Hypersonde k�nnte so eingebaut worden sein, da� sie sich durch �berhaupt nichts feststellen l��t.�</p><p>�Genauso gut kann�s aber sein, da� gar keine Hypersonde an Bord ist und Sie deshalb keine gefunden haben.�</p><p>�Ich m�chte mich aber ungern auf so was verlassen, und ich w�rde lieber keinen Hypersprung durchf�hren, ehe ich genau Bescheid wei�.�</p><p>Pelorat schaute drein, als sei ihm eine Erleuchtung gekommen. �Deswegen also schweben wir noch immer durch den Weltraum. Ich habe mich schon gewundert, warum wir noch keinen Hypersprung gemacht haben. Wissen Sie, ich habe schon manches davon geh�rt. Ich bin deshalb ein bi�chen nerv�s, ich habe mich dauernd gefragt, wann Sie endlich sagen, da� ich mich anschnallen mu�, oder eine Pille schlucken, oder halt sonst irgend so etwas.�</p><p>Trevize rang sich ein L�cheln ab. �Kein Grund zur Sorge. Das ist alles nicht mehr wie fr�her. In so einem Raumschiff �berl��t man alles dem Computer. Man gibt seine Anweisungen, und er erledigt den Rest. Sie werden nichts merken, sondern nur feststellen, da� der Raum pl�tzlich einen anderen Anblick bietet. Wenn Sie schon mal einen Dia-Vortrag gesehen haben, wissen Sie ja, was geschieht, wenn man ein Dia durch ein anderes ersetzt. Tja, und so �hnlich erlebt man auch den Hypersprung.�</p><p>�Meine G�te. Man sp�rt nichts? Komisch! Das entt�uscht mich irgendwie.�</p><p><emphasis>�Ich </emphasis>habe jedenfalls nie etwas gesp�rt, und die Raumer, mit denen ich schon geflogen bin, waren l�ngst nicht so modern wie unser Schiff. Es ist aber nicht blo� wegen der Hypersonde, weshalb ich noch mit dem Hypersprung warte. Erst m�ssen wir noch mehr Abstand von Terminus und seiner Sonne gewinnen. Je weiter man von irgendeinem massiven Objekt entfernt ist, um so leichter ist der Sprung kontrollierbar, um so sicherer erfolgt der Wiedereintritt in den Normalraum exakt an den festgelegten Koordinaten. Notfalls kann man einen Sprung zweihundert Kilometer �ber einer Planetenoberfl�che wagen und sich auf sein Gl�ck verlassen. Weil es viel mehr sicheren als unsicheren Raum in der Galaxis gibt, kann so was gutgehen. Trotzdem, es besteht immer die M�glichkeit, da� zuf�llige Faktoren einen Wiedereintritt ein paar Millionen Kilometer von einem gro�en Stern oder im galaktischen Zentrum verursachen und man draufgeht, bevor man mit der Wimper zucken kann. Je mehr man von Massen Abstand h�lt, um so geringer diese Faktoren und die Wahrscheinlichkeit, da� etwas passiert.�</p><p>�In diesem Fall wei� ich Ihre Vorsicht zu w�rdigen. Wir haben keine besondere Eile.�</p><p>�V�llig richtig. Zumal ich gerne die Hypersonde f�nde, bevor wir weiteres unternehmen. Oder wenigstens einen Weg, mich davon zu �berzeugen, da� gar keine an Bord ist.�</p><p>Trevize verfiel allem Anschein nach erneut in sein stummes Gr�beln. �Wieviel Zeit haben wir noch?� fragte Pelorat und hob ein wenig seine Stimme, um zu Trevize durchzudringen.</p><p>�Was?�</p><p>�Ich meine, wann w�rden wir den Hypersprung einleiten, falls Sie nicht diese Sorge wegen der Hypersonde h�tten, mein Bester?�</p><p>�Beim gegenw�rtigen Kurs und jetziger Geschwindigkeit am vierten Tag nach dem Start, w�rde ich sagen. Ich kann einen geeigneten Zeitpunkt vom Computer errechnen lassen.�</p><p>�Na, dann bleiben Ihnen doch noch zwei Tage f�r die Suche. Darf ich einen Vorschlag machen?�</p><p>�Bitte sch�n.�</p><p>�Bei meiner Arbeit�� sie unterscheidet sich naturgem�� stark von Ihrer T�tigkeit, aber m�glicherweise d�rfen wir hier ein wenig vereinfachen und verallgemeinern�� habe ich stets festgestellt, da� es zu gar nichts f�hrt, wenn man sich verbissen an einem bestimmten Problem festfri�t. Lassen Sie uns lieber ganz gem�tlich von was anderem reden, dann wird Ihr Unterbewu�tsein, wenn es nicht unter der B�rde Ihrer konzentrierten Gedanken arbeitet, das Problem vielleicht f�r Sie l�sen.�</p><p>Im ersten Moment wirkte Trevize ver�rgert, dann lachte er. �Naja, weshalb nicht? Erz�hlen Sie mir, Professor, was Ihr Interesse an der Erde geweckt hat. Wie ist diese sonderbare Annahme aufgekommen, wir w�rden alle von einem einzigen Planeten stammen?�</p><p>�Ah!� Bei der Erinnerung daran nickte Pelorat versonnen vor sich hin. �Das ist schon eine Zeitlang her. Drei�ig Jahre. Als ich aufs College ging, wollte ich Biologe werden. Besonders hat mich die Verschiedenartigkeit von Spezies auf unterschiedlichen Welten interessiert. Die Verschiedenartigkeit ist, wie Sie wissen�� oder vielleicht nicht, dann ist�s Ihnen sicher recht, wenn ich�s Ihnen erkl�re��, sehr gering. Allen Lebensformen in der Galaxis�� jedenfalls allen, denen wir bisher begegnet sind�� ist eine auf Wasser basierende Eiwei�-Nukleins�ure-Natur gemeinsam.�</p><p>�Ich habe ein Milit�r-College besucht�, sagte Trevize, �wo man die Schwerpunkte auf Nuklear- und Gravo-Wissenschaften legt, aber ich bin kein schmalspuriger Spezialist. Ein bi�chen kenne ich mich mit den chemischen Grundlagen des Lebens schon aus. Uns ist beigebracht worden, da� Wasser, Eiwei� und Nukleins�uren die einzige m�gliche Basis sind.�</p><p>�Das halte ich in dieser Ausschlie�lichkeit f�r eine ungerechtfertigte Schlu�folgerung. Es ist richtiger zu sagen, eine andersartige Lebensform ist noch nicht entdeckt worden�� oder, besser ausgedr�ckt: als solche erkannt worden��, und es dabei zu belassen. �berraschender ist allerdings die Tatsache, da� eingeborene Spezies�� das hei�t solche, die man nur auf einer einzigen Welt und keiner anderen findet�� reichlich selten sind. Die meisten existenten Spezies, eingeschlossen und insbesondere <emphasis>Homo sapiens, </emphasis>sind auf alle oder nahezu alle bewohnten Welten der Galaxis verstreut und biochemisch, physiologisch und morphologisch eng miteinander verwandt. Die eingeborenen Spezies dagegen unterscheiden sich in ihren Eigent�mlichkeiten sehr stark von den verbreiteten Lebensformen und auch voneinander.�</p><p>�Tja, und was besagt das?�</p><p>�Die Schlu�folgerung, die man daraus zu ziehen geneigt ist, lautet so, da� eine Welt in der Galaxis, eine Welt, sich vom Rest unterscheiden mu�. Dutzende Millionen von Welten�� niemand wei� genau, wie viele�� in der Galaxis haben Leben hervorgebracht, einfaches Leben, karges, schw�chliches Leben, nicht besonders artenreich, schwer zu bewahren, alles andere als leicht ausbreitbar. Eine Welt jedoch, eine Welt <emphasis>allein,</emphasis> mu� Leben in Millionen von Spezies entwickelt haben, ja, ohne weiteres Millionen, manche davon stark spezialisiert, hochentwickelt, sehr vermehrungst�chtig und zur Ausbreitung veranlagt�� darunter auch <emphasis>uns. </emphasis>Wir waren intelligent genug, um eine Zivilisation aufzubauen, die Hyperraumfahrt zu ersinnen, die Galaxis zu besiedeln�� und w�hrend unserer Ausbreitung �ber die ganze Galaxis haben wir zahlreiche Lebensformen, untereinander und mit uns verwandte Lebensformen, mit uns genommen.�</p><p>�Wenn man nicht allzu tiefsch�rfend dar�ber nachdenkt�, sagte Trevize einigerma�en gleichg�ltig, �klingt�s ziemlich einleuchtend. Ich meine, wir leben ja in einer Galaxis voller Menschen. Unterstellen wir einmal, da� alles auf nur einer Welt angefangen hat, dann liegt freilich die Annahme nahe, da� diese eine Welt sich von allen anderen Planeten wesentlich unterscheiden mu�. Aber wieso auch nicht? Die Wahrscheinlichkeit f�r die Entwicklung so vielf�ltigen Lebens d�rfte wirklich sehr gering sein, vielleicht eins zu hundert Millionen, das hei�t, unter hundert Millionen Welten kann es entsprechende Voraussetzungen nur auf einer lebensgeeigneten Welt gegeben haben. Eine mu�te es ja sein.�</p><p>�Aber was kann�s sein, das diese spezielle Welt so verschieden von den anderen macht?� meinte Pelorat erregt. �Was waren das f�r herausragende Voraussetzungen?�</p><p>�Vielleicht war�s nur reiner Zufall. Immerhin existieren Menschen und die von ihnen mitgenommenen Lebensformen ja heutzutage auf Dutzenden Millionen von Planeten, die alle f�r Leben geeignet sind, also m�ssen theoretisch alle diese Welten im Prinzip geeignet gewesen sein.�</p><p>�Nein! Das ist ein Fehlschlu�! Sobald die menschliche Spezies�� und mit ihr viele andere�� sich im schweren Kampf ums �berleben abgeh�rtet, sobald sie Technik entwickelt hatte, da entstand f�r sie die M�glichkeit, sich jeder Welt anzupassen, solange sie nur ein Mindestma� an Lebensfreundlichkeit aufweist, wie beispielsweise Terminus. Aber k�nnen Sie sich auf Terminus <emphasis>entstandenes </emphasis>intelligentes Leben vorstellen? Als zur Zeit der Enzyklop�disten zum erstenmal Menschen Terminus betraten, da waren dort die h�chste pflanzliche Lebensform moosartige Flechten, die auf Felsen wuchsen, das h�chstentwickelte tierische Leben waren korallenartige Wesen im Meer, insekten�hnliche Flugorganismen auf dem Land. Das haben wir einfach beseitigt und Meer und Land mit Fischen, Kaninchen, Ziegen, Gras, Korn und B�umen und so weiter bereichert. Vom urspr�nglichen Leben haben wir nichts �briggelassen als das, was heute noch in Zoos und Aquarien existiert.�</p><p>�Hm�, brummte Trevize.</p><p>Pelorat starrte ihn f�r einen ausgedehnten Moment an, dann seufzte er. �Sie interessieren sich in Wirklichkeit nicht daf�r, stimmt�s?� meinte er. �Bemerkenswert! Irgendwie finde ich nie jemanden, den�s interessiert. Ich glaube, es ist mein Fehler. Ich kann es nicht interessant darstellen, wie sehr es auch <emphasis>mich </emphasis>interessiert.�</p><p>�Es ist interessant�, sagte Trevize. �Das ist es wirklich. Aber� aber� was ergibt sich aus alledem?�</p><p>�Finden Sie nicht, da� es wichtig sein k�nnte, von wissenschaftlicher Bedeutung, eine Welt zu erforschen, die heimisch das einzige richtig bl�hende �kologische Gleichgewicht hervorgebracht hat, das man in der Galaxis kennt?�</p><p>�Vielleicht, wenn man Biologe ist. Aber sehen Sie, ich bin nun einmal keiner. Haben Sie Nachsicht mit mir!�</p><p>�Nat�rlich, mein Bester. Nur habe ich auch nie einen Biologen getroffen, den es interessiert h�tte. Ich habe erw�hnt, da� ich zuerst auf Biologie versessen war. Meinem damaligen Professor habe ich meine Gedanken auch vorgetragen, und er fand�s ebensowenig interessant. Er sagte, ich solle mich einem praktischen Problem zuwenden. Das hat mich so angewidert, da� ich mich statt dessen auf Geschichte verlegt habe, und dann bin ich das Problem des Ursprungs von dieser Seite aus angegangen.�</p><p>�Aber wenigstens sind Sie dadurch zu einem Beruf gelangt�, sagte Trevize. �Also sollten Sie froh sein, da� Ihr Professor so engstirnig war.�</p><p>�Ja, so kann man�s nat�rlich auch sehen. Und mein Beruf interessiert mich so sehr, da� ich meiner T�tigkeit noch nie �berdr�ssig geworden bin. Aber ich s�h�s gerne, Sie h�tten Interesse. Ich bin das Gef�hl satt, immer nur Selbstgespr�che zu f�hren.�</p><p>Trevize bog den Kopf zur�ck und lachte herzhaft.</p><p>In Pelorats ruhiger Miene lie� sich eine Andeutung von Gekr�nktsein erkennen. �Warum lachen Sie mich aus?�</p><p>�Nicht Sie, Janov�, antwortete Trevize. �Ich habe �ber meine eigene Dummheit gelacht. Ihnen dagegen bin ich regelrecht dankbar. Wissen Sie, Sie hatten vollkommen recht!�</p><p>�Zu sehen, wie bedeutsam das Problem des menschlichen Ursprungs ist?�</p><p>�Nein, nein. Nun ja, das auch. Aber eigentlich habe ich gemeint, Sie hatten damit recht, mir zu raten, ich solle nicht mit bewu�ter Anstrengung �ber mein Problem nachdenken, sondern mich mit was anderem befassen. Es hat geklappt. W�hrend Sie davon gesprochen haben, wie sich das Leben entwickelt hat, ist mir endlich eingefallen, wie ich die Hypersonde, falls eine an Bord ist, finden kann.�</p><p>�Ach, das!�</p><p>�Jawohl�� <emphasis>das! </emphasis>Im Moment ist das <emphasis>meine </emphasis>Monomanie. Ich habe nach der Hypersonde gesucht, als ob ich mich auf meinem alten Kahn von einem Schulschiff bef�nde, ich habe mir jeden Teil des Raumers mit eigenen Augen angeschaut und mich nach etwas umgesehen, das sich von allem anderen abhebt. Ich hatte vergessen, da� dies Raumschiff ein modernes Produkt einer jahrtausendelangen technischen Entwicklung ist. Verstehen Sie, was ich damit sagen will?�</p><p>�Nein, Golan.�</p><p>�Wir haben einen Computer an Bord. Wie konnte ich das nur vergessen?�</p><p>Er winkte mit der Hand und suchte seine Kabine auf, gefolgt von Pelorat, der sich seinem Wink f�gte.</p><p>�Ich brauche nur versuchen, zu kommunizieren�, sagte er und legte seine H�nde auf die Kontaktfl�chen des Computers.</p><p>Es ging darum, Terminus zu erreichen, der nun mehrere tausend Kilometer weit hinter ihnen lag.</p><p>Tasten! Verbinden! Ihm war, als w�chsen und verzweigten sich seine Nervenenden, schnellten mit verbl�ffender Geschwindigkeit hinaus ins All�� mit Lichtgeschwindigkeit, nat�rlich!��, um eine Verbindung herzustellen.</p><p>Trevize f�hlte eine Ber�hrung�� nicht ganz eine Ber�hrung, sondern er sp�rte etwas; nein, er sp�rte auch nicht, vielmehr��� doch gleichg�ltig, es gab daf�r kein Wort.</p><p>Er hatte die <emphasis>Wahrnehmung, </emphasis>da� sich Terminus in seiner Reichweite befand, und obwohl die Entfernung zwischen Terminus und ihm mit jeder Sekunde um rund zwanzig Kilometer zunahm, kam eine Art von Kontakt zustande, als schwebten Raumschiff und Planet bewegungslos nebeneinander im All, nur durch einen Meter Abstand getrennt.</p><p>Er schwieg. Er �bermittelte nichts. Ihm lag lediglich daran, das <emphasis>Prinzip </emphasis>der Kommunikation zu testen; er kommunizierte nicht aktiv.</p><p>Weit drau�en, acht Parsek entfernt, zog Anacreon seine Bahn, der n�chste gr��ere Planet�� nach galaktischen Ma�st�ben im Hinterhof der Foundation. Mit dem gleichen Verfahren, das er soeben in bezug auf Terminus angewendet hatte, dorthin eine Nachricht zu �bermitteln und eine Antwort zu erhalten, w�rde�� ohne Hypersonde, die als Relais diente�� zweiundf�nfzig Jahre dauern.</p><p>Ertaste Anacreon! Denk an Anacreon! Stell ihn dir so deutlich vor, wie du kannst. Du kennst seine Position im Verh�ltnis zu Terminus und zum galaktischen Zentrum. Du hast seine Planetographie und Geschichte studiert. Du hast milit�rische Aufgabenstellungen gel�st, in denen es darauf ankam, Anacreon (unter Voraussetzung des heute undenkbaren Falls, feindliche Streitkr�fte h�tten ihn besetzt) zur�ckzuerobern.</p><p>Tiefe! Ferne! Du bist <emphasis>auf </emphasis>Anacreon gewesen.</p><p>Stell ihn dir vor! Stell ihn dir vor!</p><p>Nichts. Die Spitzen seiner Nerven zitterten, verliefen sich im Nirgendwo.</p><p>Trevize lie� vom Computer ab. �An Bord der <emphasis>Far Star </emphasis>ist keine Hypersonde, Janov. Ich bin mir v�llig sicher. Und h�tte ich mich nicht an Ihren Vorschlag gehalten, wer wei�, wie lange ich gebraucht h�tte, um das zu kl�ren.�</p><p>Pelorat schaffte es, vor Freude zu strahlen, ohne einen Gesichtsmuskel zu verziehen. �Ich bin gewaltig froh, da� ich mich n�tzlich machen konnte. Hei�t das, wir bereiten jetzt den Hypersprung vor?�</p><p>�Nein, sicherheitshalber warten wir trotzdem noch zwei Tage lang. Wir m�ssen auf Entfernung von fremder Masse gehen, wissen Sie noch? Unter normalen Umst�nden w�rde ich, bedenkt man, da� ich ein neues Raumschiff fliege, mit dem ich mich �berhaupt nicht auskenne, wahrscheinlich zwei Tage brauchen, um die Berechnungen f�r den Hypersprung durchzuf�hren, vor allem, was die Hyper-Sto�welle f�r den ersten Sprung angeht. Aber ich habe den Eindruck, das alles wird vom Computer erledigt.�</p><p>�Herrje! Dann liegt ja noch eine langweilige Wartezeit vor uns, w�rde ich sagen.�</p><p>�Langweilig?� Trevize l�chelte breit. �Alles andere als das. Sie und ich, Janov, wir werden uns ausgiebig �ber die Erde unterhalten.�</p><p>�Wirklich?� vergewisserte sich Pelorat. �M�chten Sie einem alten Knaben wie mir eine Freude machen? Das ist nett von Ihnen. Das ist wirklich nett.�</p><p>�Unsinn! Ich will mir selbst einen Gefallen tun. Janov, Sie haben mich bekehrt. Im Ergebnis dessen, was Sie mir erz�hlt haben, ist mir nunmehr vollkommen klar, die Erde ist die wichtigste und hochinteressanteste Angelegenheit im ganzen Universum.�</p></section><section><title><p>22</p></title><p>Anscheinend war von Trevize gerade erst begriffen worden, da� Pelorat kurz zuvor seine Ansichten �ber die Erde dargelegt hatte.</p><p>Nur weil sein Verstand so stark vom Problem der Hypersonde in Anspruch genommen gewesen war, hatte er nicht sofort darauf reagiert. Doch sobald das Problem gel�st war, <emphasis>erfolgte </emphasis>seine Reaktion.</p><p>Das am h�ufigsten wiederholte Zitat Hari Seldons war vermutlich seine �u�erung, die Zweite Foundation bef�nde sich, von Terminus aus gesehen, �am entgegengesetzten Ende der Galaxis�. Seldon hatte sogar einen Namen genannt. Sie solle sich auf �Star�s End� befinden.</p><p>Das Zitat war in Gaal Dornicks Schilderung der Verhandlung vor dem Gerichtshof des Imperiums enthalten; jenen Tag betrachtete man seither in der Foundation als den Beginn der Foundations�ra, den ersten Tag des Jahres 1 F. �. �Am entgegengesetzten Ende der Galaxis��� genau diese Formulierung hatte Hari Seldon benutzt.</p><p>Von Dornicks Lebzeiten an war ihre Bedeutung immer zweifelhaft geblieben und debattiert worden. Was n�mlich sollte es denn sein, was die Galaxis mit ihrem �entgegengesetzten Ende� verband? Eine gerade Linie, eine Spirale, ein Kreis, oder was?</p><p>Und nun kam es Trevize pl�tzlich sonnenklar vor, da� keine Linie oder Kurve es war, die durch die Karte der Galaxis gezogen werden konnte oder sollte. Die Sache verhielt sich viel subtiler.</p><p>Au�er Zweifel stand, da� es sich beim einen Ende der Galaxis um Terminus handelte. Dessen Position war am Rand der Galaxis, und das verlieh dem W�rtchen �Ende� eine buchst�bliche Bedeutung. Zugleich jedoch war Terminus zur Zeit Hari Seldons die neueste bewohnbare Welt gewesen, ein Planet, dessen Gr�nderjahre in K�rze erst beginnen sollten, der bis dahin als Siedlerwelt gar nicht existiert hatte.</p><p>Was mochte im Licht dieser Betrachtungsweise das �entgegengesetzte Ende der Galaxis� sein? Nun, warum nicht die <emphasis>�lteste </emphasis>Welt in der Galaxis? Und den Argumenten zufolge, die Pelorat vorgetragen hatte�� ohne zu ahnen, was er damit unterbreitete��, konnte daf�r nur die Erde in Frage kommen. Einiges sprach f�r die M�glichkeit, da� die Zweite Foundation auf der Erde sa�.</p><p>Seldon hatte gesagt, die Zweite Foundation sei auf �Star�s End� zu finden. Aber wer wollte ausschlie�en, da� er sinnbildlich gesprochen hatte? Verfolgte man die Geschichte der Menschheit zur�ck, so wie Pelorat es getan hatte, erstreckte sich eine Linie von jedem Planetensystem, von jeder Sonne, die auf eine bewohnte Welt schien, zu einem anderen Stern, einem anderen Planetensystem, von dem Siedler gekommen waren, von dort wiederum zur�ck nach einem anderen Sonnensystem, und so fort�� bis schlie�lich alle Linien sich auf dem Planeten vereinten, auf dem die Menschheit ihren Ursprung genommen hatte. Die Sonne, die die Erde beschien, war �Star�s End�.</p><p>Trevize l�chelte. �Erz�hlen Sie mir mehr �ber die Erde, Janov�, bat er fast liebevoll.</p><p>Pelorat sch�ttelte den Kopf. �Ich habe Ihnen schon alles erz�hlt, was man dar�ber wei�, das k�nnen Sie mir glauben. Auf Trantor werden wir mehr erfahren.�</p><p>�Nein, das werden wir nicht, Janov�, erwiderte Trevize. �Wir werden dort nichts erfahren. Und was meinen Sie, warum nicht? Weil wir nicht nach Trantor fliegen. Ich habe die Kontrolle �ber dies Raumschiff, und ich versichere Ihnen, wir fliegen nicht nach Trantor.�</p><p>Pelorats Unterkiefer sackte herab. Einen Moment lang schnappte er nach Luft. �Aber mein <emphasis>Bester!� </emphasis>stie� er dann betroffen hervor.</p><p>�Kommen Sie. Janov�, sagte Trevize, �machen Sie nicht so ein Gesicht! Wir wollen doch die Erde finden.�</p><p>�Aber wir k�nnen nur auf Trantor��</p><p>�Nein, nicht. Trantor ist nicht mehr als irgendein Planet, wo Sie br�chige alte Filme und staubige alte Dokumente studieren k�nnen und dabei selber verstauben und morsch werden k�nnen.�</p><p>�Seit Jahrzehnten tr�ume ich davon��</p><p>�Sie haben davon getr�umt, die Erde zu finden.�</p><p>�Aber nur auf��</p><p>Trevize stand auf, beugte sich vor und packte Pelorat vorn an der Kleidung. �Wiederholen Sie�s nicht, Professor�, sagte er. �Wiederholen Sie�s nicht noch einmal! Als Sie mir erz�hlten, da� wir die Erde suchen w�rden, noch bevor wir an Bord gegangen sind, haben Sie gesagt, Sie seien sicher, wir w�rden sie finden, weil Sie�� um�s in Ihrer Ausdrucksweise zu sagen�� �eine gl�nzende M�glichkeit� w��ten. Und jetzt m�chte ich, da� Sie nie wieder den Namen �Trantor� in den Mund nehmen. Ich m�chte, da� Sie mir alles �ber diese �gl�nzende M�glichkeit� erz�hlen.�</p><p>�Aber meine Annahmen m�ssen erst einmal <emphasis>best�tigt </emphasis>werden! Bis jetzt handelt�s sich blo� um eine Idee, eine Hoffnung, eine bislang nur vage M�glichkeit!�</p><p>�Gut, gut! Erz�hlen Sie!�</p><p>�Sie verstehen das nicht. Sie verstehen das alles ganz einfach nicht. Das ist kein Gebiet, mit dem nur ich mich besch�ftigt habe. Es gibt keine historischen Fakten, keine �bereinstimmenden Forschungen, nichts von realem Wert. Die Leute reden �ber die Erde, als sei sie eine Tatsache, aber gleichzeitig wie �ber einen Mythos. Eine Million widerspr�chlicher Geschichten kursieren��</p><p>�Na sch�n, und woraus haben <emphasis>Ihre </emphasis>Forschungen bestanden?�</p><p>�Ich bin gezwungen gewesen, alle diese Geschichten zu sammeln, jedes kleine bi�chen angeblicher Historie, jede Legende, jeden nebul�sen Mythos. Jede <emphasis>Fiktion. </emphasis>Alles, was den Namen Erde enth�lt oder den Gedanken einer Welt des Ursprungs. Drei�ig Jahre lang habe ich das alles zusammengetragen, alles was ich in dieser Beziehung auftreiben konnte, von jedem Planeten der Galaxis. Wenn ich nun irgendwelche verl��licheren Unterlagen in der Galaktischen Bibliothek auf� Aber Sie wollen den Namen ja nicht mehr h�ren.�</p><p>�Richtig. Schlucken Sie ihn runter! Erz�hlen Sie mir statt dessen von den Punkten, die Ihre Aufmerksamkeit erregt haben, sagen Sie mir die Gr�nde, warum ausgerechnet sie von allem so bedeutsam sein sollen.�</p><p>Pelorat sch�ttelte den Kopf. �Golan, entschuldigen Sie, wenn ich so offen rede, aber Sie sprechen wie ein Soldat oder ein Politiker. So geht Historie nun einmal nicht vor sich.�</p><p>Trevize holte tief Luft und nahm alle Geduld zusammen. �Dann verraten Sie mir, wie�s geht, Janov! Wir haben noch zwei Tage Zeit. Kl�ren Sie mich gr�ndlich auf!�</p><p>�Man kann sich nicht auf einen Mythos st�tzen, auch nicht auf mehrere. Ich mu�te, wie erw�hnt, erst einmal alles sammeln, dann analysieren, nach Gruppen ordnen, Symbole f�r ihre verschiedenen inhaltlichen Aspekte festsetzen�� f�r Geschichten von unwahrscheinlichem Wetter, astronomische Details von Planetensystemen, die von den tats�chlich existenten Verh�ltnissen abweichen, f�r die Herkunft von eindeutig nicht-heimischen Kultgestalten� und buchst�blich Hunderte von weiteren Punkten. Es hat keinen Zweck, hier alle aufzuf�hren. Daf�r w�rden auch zwei Tage nicht reichen. Ich habe drei�ig Jahre gebraucht, wie gesagt. Dann habe ich ein Computerprogramm erarbeitet, das alle diese Mythen nach gemeinsamen Komponenten durchsiebt und eine Transformation vorgenommen hat, durch die alle tats�chlichen Unm�glichkeiten ausgeschlossen worden sind. Nach und nach bin ich mit diesem Verfahren zu einem Modell davon gelangt, wie die Erde gewesen sein mu�. Wenn alle Menschen n�mlich ihren Ursprung auf einem einzigen Planeten gehabt haben sollen, dann mu� dieser eine Planet das eine Faktum umfassen, das allen Geschichten um Kultgestalten, allen Ursprungsmythen gemeinsam ist. Naja, Sie m�chten sicher nicht, da� ich in mathematische Einzelheiten gehe.�</p><p>�Im Moment nicht, danke�, sagte Trevize. �Aber woher wissen Sie, da� Ihnen bei Ihren Analysen und Berechnungen keine Irrt�mer unterlaufen sind? Uns ist als Tatsache bekannt, da� man Terminus erst vor f�nf Jahrhunderten besiedelt hat und da� die ersten Siedler von Trantor kamen, eigentlich aber von Dutzenden, wenn nicht Hunderten anderer Welten stammten. Doch jemand, der das nicht wei�, k�nnte ohne weiteres annehmen, da� Hari Seldon und Salvor Hardin, von denen keiner auf Terminus geboren ist, von der Erde gekommen seien, da� Trantor ein Name sei, der in Wirklichkeit f�r die Erde st�nde. W�rde man heute nach Trantor suchen, wie er den Beschreibungen zufolge zu Hari Seldons Lebzeiten gewesen sein muߠ� einer Welt, deren Landfl�che ganz mit Metall bedeckt ist��, man k�nnte ihn nicht finden und deshalb f�r einen realit�tsfernen Mythos halten.�</p><p>Pelorat wirkte angenehm �berrascht. �Mein Bester, ich nehme meine Bemerkung �ber die Denkweise von Politikern und Soldaten zur�ck. Sie besitzen ein beachtenswertes Einf�hlungsverm�gen. Nat�rlich mu�te ich gewisse Kontrollmechanismen einbauen. Ich habe mir rund hundert Falschheiten ausgedacht, die auf Verzerrungen der tats�chlichen Historie beruhten, sozusagen Mythen der Art imitiert, wie ich sie gesammelt habe. Ich habe versucht, diese Erfindungen in mein Modell von der Erde zu integrieren. Eine davon basierte sogar auf Terminus� Fr�hgeschichte. Der Computer hat sie alle ausgesiebt. Allesamt. Freilich, das kann bedeuten, es fehlt mir einfach an der Erfindungsgabe, um mir etwas auszudenken, das �berzeugender ist, aber ich habe mir alle M�he gegeben.�</p><p>�Das bezweifle ich keineswegs, Janov. Und was hat Ihr Modell von der Erde besagt?�</p><p>�Eine Anzahl verschieden wahrscheinlicher Dinge sind dabei herausgekommen. Eine Art von Profil. Zum Beispiel haben etwa neunzig Prozent aller bewohnten Planeten in der Galaxis Rotationsperioden mit einer Dauer von zwischen zweiundzwanzig und sechsundzwanzig Galaktischen Standardstunden. Nun��</p><p>�Ich hoffe, Sie haben dem keine erh�hte Beachtung geschenkt, Janov�, unterbrach Trevize. �Das ist absolut nicht r�tselhaft. Ein bewohnbarer Planet darf nat�rlich nicht so schnell rotieren, da� die atmosph�rische Zirkulation schwere St�rme verursacht, ebensowenig so langsam, da� extreme Temperaturunterschiede auftreten. Das ist gewisserma�en eine selbstselektive Eigent�mlichkeit. Menschen ziehen es nun einmal vor, auf Planeten mit geeigneten Verh�ltnissen zu leben, und weil infolge dessen alle besiedelten Planeten sich in bezug auf diese Verh�ltnisse �hnlich sind, kann�s Einfaltspinsel geben, die sagen: �Was f�r ein erstaunlicher Zufall�, w�hrend es in Wahrheit weder erstaunlich ist, noch ein Zufall.�</p><p>�In der Tat�, sagte Pelorat gelassen, �haben wir�s dabei mit einem wohlbekannten Ph�nomen der Sozialwissenschaft zu tun. Ich glaube, man kennt�s auch in der Physik�� aber ich bin kein Physiker und mir deswegen nicht ganz sicher. Auf jeden Fall, man nennt das �Anthropisches Prinzip�. Der Beobachter beeinflu�t, was er beobachtet, durch seine blo�e Beobachtung, oder durch die Tatsache, da� er zum Zweck des Beobachtens da ist. Aber die Frage lautet: Wo ist der Planet, der als Vorbild gedient hat? Welcher Planet rotiert innerhalb pr�zis eines Galaktischen Standardtags von vierundzwanzig Galaktischen Standardstunden?�</p><p>Trevize schnitt ein versonnenes Gesicht und schob die Unterlippe vor. �Sie meinen, das k�nnte die Erde sein? Aber die Galaktische Standardzeit kann doch auf die Eigent�mlichkeiten irgendeiner <emphasis>beliebigen </emphasis>Welt zur�ckgehen, oder nicht?�</p><p>�Kaum. Das entspr�che nicht der menschlichen Art. Trantor war zw�lftausend Jahre lang die Hauptwelt der Galaxis und zwanzigtausend Jahre lang die dichtbev�lkertste Welt, trotzdem hat sie ihre Umlaufzeit von 1,08 Galaktischen Standardtagen nicht der ganzen Galaxis aufgen�tigt. Terminus� Rotationszeit betr�gt 0,91 GST, aber wir zwingen sie nicht den Planeten auf, die sich unter unserer Vorherrschaft befinden. Jeder Planet verwendet nebenher seine eigene Lokale Planetare Zeit, und in Angelegenheiten von interstellarer Bedeutung rechnet man mit Hilfe von Computern st�ndig zwischen GSZ und LPZ um. Der Galaktische Standardtag <emphasis>mu� </emphasis>von der Erde stammen.�</p><p>�Warum mu� er?�</p><p>�Zun�chst einmal war die Erde einst die einzige von Menschen bewohnte Welt, also waren ihr Tag und ihr Jahr v�llig nat�rlicher Standard, und aus sozialen Erw�gungen d�rften sie, sobald man an die Besiedlung anderer Welten ging, Standard geblieben sein. Und das Modell, das ich von der Erde erstellt habe, betrifft einen Planeten, der sich innerhalb von genau vierundzwanzig Galaktischen Standardstunden um seine Achse dreht, der in genau einem Galaktischen Standardjahr um seine Sonne kreist.�</p><p>�Kann das nicht Zufall sein?�</p><p>Pelorat lachte. �Nun reden Sie von Zuf�llen? W�rden Sie darauf wetten, da� sich so etwas rein zuf�llig ergeben k�nnte?�</p><p>�Na sch�n, na sch�n�, brummte Trevize.</p><p>�Au�erdem hat�s noch mehr mit meinem Modell auf sich. Es gibt ein merkw�rdiges archaisches Zeitma�, das sich Monat nennt��</p><p>�Davon habe ich geh�rt.�</p><p>�Na, und anscheinend stimmt es genau mit der Umlaufzeit des Satelliten der Erde um die Erde �berein. Allerdings��</p><p>�Ja?�</p><p>�Tja, ein recht erstaunlicher Bestandteil des Modells ist, da� dieser Satellit sehr gro� sein soll�� er soll �ber ein Viertel des Durchmessers der Erde selbst aufweisen.�</p><p>�Von so was habe ich noch nie geh�rt, Janov. In der gesamten Galaxis gibt es keine bewohnte Welt mit so einem Satelliten.�</p><p>�Aber es <emphasis>pa�t�, </emphasis>sagte Pelorat mit einiger Lebhaftigkeit. �Wenn die Erde in ihrem Hervorbringen stark differenzierter Spezies und der Evolution von Intelligenz einzigartig ist, dann brauchen wir dazu eine physikalische Einmaligkeit.�</p><p>�Aber was kann ein so gro�er Satellit mit der Differenziertheit von Spezies und Intelligenz und all diesen Dingen zu tun haben?�</p><p>�Tja, sehen Sie, das ist eine echte Schwierigkeit. Das wei� ich eben auch nicht. Aber es lohnt eine Untersuchung, meinen Sie nicht auch?�</p><p>Trevize erhob sich und verschr�nkte die Arme auf dem Brustkorb. �Aber was ist denn an dem Ganzen das Problem? �berpr�fen Sie die Statistiken �ber die bewohnten Welten, bis Sie eine finden, die eine Rotationsdauer und eine Umlaufzeit von exakt einem Galaktischen Standardtag beziehungsweise einem Galaktischen Standardjahr besitzt. Wenn sie dann auch noch einen riesigen Satelliten hat, haben Sie, was Sie suchen. Aus Ihrer Bemerkung �ber die �gl�nzende M�glichkeit� kann ich eigentlich nur schlu�folgern, da� Sie eben das schon getan haben und wissen, welche Welt in Frage kommt.�</p><p>Pelorat schaute verunsichert drein. �Naja, ganz so ist�s nicht gelaufen. Ich habe die Statistiken �berpr�ft, ja, das hei�t, ich hab�s in der Astronomischen Fakult�t machen lassen, und� ja, rundheraus gesagt, es gibt keine solche Welt.�</p><p>Unvermittelt setzte Trevize sich wieder hin. �Aber das hei�t ja, Ihre ganze Argumentation bricht zusammen.�</p><p>�Nicht v�llig, meine ich.�</p><p>�Was soll das bedeuten, �nicht v�llig�? Sie erarbeiten ein Modell mit allen Arten von Einzelheiten, k�nnen aber nichts finden, das ihm entspricht. Also ist Ihr Modell doch wohl unbrauchbar. Sie m�ssen von vorn anfangen.�</p><p>�Nein. F�r meine Begriffe hei�t das, da� die Statistiken �ber bewohnte Welten unvollst�ndig sind. Immerhin gibt�s Dutzende von Millionen, und von vielen ist sehr wenig bekannt. Zum Beispiel, es gibt in der H�lfte der F�lle keine tauglichen Daten �ber die Bev�lkerung. Von rund sechshundertvierzigtausend bewohnten Welten wei� man kaum mehr als den Namen und die Position, und letztere fehlt nicht selten auch. Manche Galaktografen sch�tzen, es k�nnten bis zu zehntausend �berhaupt nicht erfa�te Welten existieren. Vermutlich zieht man�s dort vor, nicht erfa�t zu sein. In der �ra des Imperiums war das vielleicht recht n�tzlich, um der Besteuerung zu entgehen.�</p><p>�Und in den nachfolgenden Jahrhunderten�, sagte Trevize zynisch, �kann�s von Nutzen gewesen sein, um von diesen Welten aus Piratenaktionen durchzuf�hren, denn die d�rften eintr�glicher gewesen sein als der normale Handel.�</p><p>�Davon verstehe ich nichts�, entgegnete Pelorat mit merklichen Zweifeln.</p><p>�Trotzdem, ich meine�, sagte Trevize, �die Erde m��te in den Statistiken �ber die bewohnten Welten zu finden sein, unabh�ngig davon, ob�s denen dort gef�llt oder nicht. Wenn sie nach allgemeiner Vorstellung von allen Welten die �lteste sein soll, kann man sie in den ersten Jahrhunderten des Entstehens der galaktischen Zivilisation bei der Kartographierung ja wohl kaum �bersehen haben. Und sobald sie erfa�t gewesen ist, mu� sie erfa�t geblieben sein. Mit dieser Annahme kann man sich bestimmt auf das soziale Tr�gheitsmoment st�tzen.�</p><p>Pelorat z�gerte, sichtlich von Bedenken geplagt. �Es verh�lt sich so, eigentlich� eigentlich <emphasis>steht </emphasis>ein Planet namens Erde in der Liste der bewohnten Welten.�</p><p>Trevize starrte ihn an. �War der Eindruck falsch, da� Sie eben erst behauptet haben, die Erde sei nicht verzeichnet?�</p><p>�Als Erde ist sie auch nicht enthalten. Es steht aber ein Planet namens Gaia drin.�</p><p>�Gahja? Und was hat der damit zu schaffen?�</p><p>�Er buchstabiert sich G-A-I-A. Das bedeutet �Erde�.�</p><p>�Warum soll das �Erde� bedeuten, Janov, und nicht irgend etwas anderes? Der Name sagt mir �berhaupt nichts.�</p><p>Pelorats gew�hnlich so ausdrucksarmes Gesicht verzerrte sich beinahe zu einer Grimasse. �Ich bin mir nicht sicher, ob Sie mir das glauben werden� Meiner Analyse der Mythen zufolge mu� es auf der Erde mehrere verschiedene, wechselseitig unverst�ndliche Sprachen gegeben haben.�</p><p><emphasis>�Was?�</emphasis></p><p>�Ja. Auch in der Galaxis kennt man tausend abweichende Arten der Sprache��</p><p>�In der Galaxis sind gewisse Varianten des Dialekts gebr�uchlich, aber sie schlie�en einander, was das Verst�ndnis angeht, nicht aus. Und selbst wenn sie bisweilen schwer zu verstehen sind, uns allen ist Galakto-Standard gemeinsam.�</p><p>�Sicher, es findet ja st�ndiger interstellarer Reiseverkehr statt. Aber wenn eine Welt nun f�r l�ngere Zeit isoliert war?�</p><p>�Sie reden aber doch von der Erde. Einem einzigen Planeten. Wo ist da die Isolation?�</p><p>�Vergessen Sie nicht, da� die Erde der Planet des Ursprungs ist, wo die Menschheit einmal unter unvorstellbar primitiven Bedingungen ihr Leben gefristet haben mu�. Ohne interstellare Raumfahrt, ohne Computer, �berhaupt ohne jede Technik. Sie mu�te sich erst aus der Niedrigkeit nichtmenschlicher Vorfahren empork�mpfen.�</p><p>�Entschuldigung, aber das klingt ganz einfach alles so <emphasis>l�cherlich.�</emphasis></p><p>Verlegen senkte Pelorat den Kopf. �Vielleicht hat�s keinen Sinn, da� wir dar�ber diskutieren, mein Bester. Es ist mir noch nie gelungen, jemanden davon zu �berzeugen. Das ist sicherlich meine eigene Schuld.�</p><p>Trevize zeigte sich sofort reuig. �Entschuldigen Sie, Janov. Ich habe ohne nachzudenken dahergeredet. Das sind nun einmal Betrachtungsweisen, an die ich kein bi�chen gewohnt bin. Sie haben an Ihren Theorien drei�ig Jahre lang gearbeitet, wogegen ich alles auf einmal verdauen mu�. Sie m�ssen Nachsicht mit mir haben. Gut, ich stelle mir also vor, es gibt auf der Erde zwei primitive V�lker, die zwei v�llig verschiedene Sprachen sprechen und sich gegenseitig nicht verstehen k�nnen��</p><p>�Vielleicht sogar ein halbes Dutzend�, sagte Pelorat gleichm�tig. �Kann sein, die Erde ist in mehrere gro�e Landmassen unterteilt gewesen, und m�glicherweise bestand anfangs keine Verbindung zwischen ihnen. Die Bewohner jeder Landmasse k�nnten eine eigene Sprache entwickelt haben.�</p><p>�Und auf jeder Landmasse hat man wom�glich, sobald man voneinander wu�te, �ber ein Problem des Ursprungs diskutiert�, sagte Trevize mit sorgsam betontem Ernst, �und sich gefragt, auf welchem die Menschen wohl zuerst aus Tieren entstanden sein k�nnten.�</p><p>�Das w�re ganz gut denkbar, Golan. F�r sie w�re so was vielleicht eine ganz nat�rliche Haltung gewesen.�</p><p>�Und in einer ihrer Sprachen hie� Gaia also Erde. Und das Wort �Erde� selbst stammt wieder aus einer anderen dieser Sprachen.�</p><p>�Ja, ja.�</p><p>�Und w�hrend Galakto-Standard die Sprache ist, die sich aus der Sprache entwickelt hat, in der �Erde� �Erde� hei�t, nennen die Bewohner der Erde sie aus irgendeinem Grund lieber bei einem Wort aus einer ihrer anderen Sprachen, indem sie ihn als �Gaia� bezeichnen.�</p><p>�Haargenau! Sie sind wirklich schnell von Begriff, Golan.�</p><p>�Ich habe allerdings das Gef�hl, da� man darin kein Geheimnis zu sehen braucht. Wenn Gaia die Erde ist, unabh�ngig von ihren verschiedenen Namen, dann m��te Gaia nichtsdestotrotz eine Rotationsdauer von genau einem Galaktischen Standardtag und eine Umlaufdauer von einem Galaktischen Standardjahr haben, dazu einen gigantischen Mond, der sie in genau einem Monat umkreist.�</p><p>�Ja, so m��te es sein.�</p><p>�Na und, erf�llt Gaia diese Anforderungen, oder nicht?�</p><p>�Das wiederum kann ich nicht sagen. Diese Informationen fehlen.�</p><p>�Tats�chlich? Sollen wir also nach Gaia fliegen, Janov, ihre Rotations- und Umlaufzeiten messen und ihren Satelliten besichtigen?�</p><p>�Das w�rde ich gerne tun, Golan.� Pelorat z�gerte. �Die Schwierigkeit ist blo�, die Position ist auch nicht exakt angegeben.�</p><p>�Sie meinen, Sie wissen nur den Namen, sonst nichts, und das ist Ihre �gl�nzende M�glichkeit�?�</p><p>�Aber das ist doch eben der Grund, weshalb ich die Galaktische Bibliothek aufsuchen m�chte.�</p><p>�Moment mal! Sie sagen, die Positionsdaten sind nicht exakt. Sind �berhaupt irgendwelche diesbez�glichen Informationen vorhanden?�</p><p>�Angegeben ist der Sayshell-Sektor� aber mit einem Fragezeichen.�</p><p>�Tja, dann� Janov, deshalb brauchen Sie nicht niedergeschlagen zu sein. Wir werden den Sayshell-Sektor anfliegen und Gaia irgendwie ausfindig machen. Vielleicht k�nnen wir einen Einheimischen nach der Richtung fragen.�</p></section></section><section><title><p>Siebtes Kapitel</p><p>Farmer</p></title><section><title><p>23</p></title><p>Stor Gendibal joggte au�erhalb der Universit�t die Landstra�e entlang. Es war f�r Zweitfoundationisten gebr�uchliche Praxis, sich in die Farmwelt Trantors hinauszuwagen. Wenn sie es taten, geschah es allerdings weder zu weit noch zu lang.</p><p>Gendibal war eine Ausnahme, und fr�her hatte er sich h�ufig gefragt, wieso eigentlich. Sich selbst Fragen zu stellen, das hie�, den eigenen Sinn zu erforschen, und das war etwas, das zu tun Sprecher ganz besonders gehalten waren. Ihr Verstand war sowohl ihre Waffe wie auch das Ziel, und es lag bei ihnen, auf Angriff und Verteidigung gleicherma�en gut vorbereitet zu sein.</p><p>Mit Befriedigung hatte er entschieden, einer der Gr�nde seines Andersseins sei der, da� er von einem Planeten stammte, der sowohl erheblich k�hler wie auch schwerer war als der Durchschnitt der bewohnten Welten. Als man ihn als Jungen nach Trantor brachte (indem man ihn durch das Netz schleuste, das Agenten der Zweiten Foundation, stets auf der Suche nach jungen Talenten, in der gesamten Galaxis aufrechterhielten), war er in die Verh�ltnisse einer merklich geringeren Gravitation und eines wohltuend milden Klimas geraten. Infolge dessen geno� er es st�rker als viele andere, sich im Freien zu bewegen.</p><p>W�hrend seiner anf�nglichen Jahre auf Trantor, in denen ihm seine zierliche, unterdurchschnittlich gebaute Statur zu Bewu�tsein gelangte, hatte er bef�rchtet, da� der Umzug in die bequemeren Bedingungen einer so milden Welt ihn schw�chlich werden lassen k�nne. Deswegen gew�hnte er sich eine ganze Reihe von �bungen und sportlichen Aktivit�ten zur K�rperert�chtigung und Entwicklung des K�rperbaus an; seine Erscheinung war zwar unver�ndert zierlich geblieben, aber er war drahtig und schnell wie der Blitz. Ein Teil seiner Sportaktivit�ten waren diese ausgedehnten Spazierg�nge und Jogging-Ausfl�ge, �ber die man an der Tafel der Sprecher tuschelte. Gendibal mi�achtete ihren Klatsch.</p><p>Er pflegte f�r sich zu bleiben, trotz der Tatsache, da� er zur Erstgeneration z�hlte. Alle anderen an der Tafel geh�rten zur Zweit- und Drittgeneration; schon ihre Eltern und Gro�eltern hatten der Zweiten Foundation angeh�rt. Allesamt waren sie auch �lter als er. Was sollte da anderes zu erwarten sein als Gefl�ster?</p><p>Aufgrund �berlieferten Brauchs sa�en alle offenen Geistes an der Tafel der Sprecher (angeblich uneingeschr�nkt offen, doch kam es selten vor, da� ein Sprecher nicht in einem Winkel seines Oberst�bchens insgeheim ein paar Gedanken f�r sich behielt�� wenngleich sie auf lange Sicht nat�rlich nicht unerkannt bleiben konnten), und daher wu�te Gendibal, was sie empfanden, war Neid. Sie waren sich dar�ber im klaren; genauso wie Gendibal selbst wu�te, da� er ihnen gegen�ber eine defensive Haltung einnahm und mit seinem Ehrgeiz �berkompensierte. Und sie wu�ten das auch.</p><p>Au�erdem (Gendibals �berlegungen widmeten sich wieder den Gr�nden f�r seine abenteuerlichen Ausfl�ge auf das flache Land) hatte er seine Kindheit auf einer gro�en, weiten Welt zugebracht, mit aller Freiz�gigkeit und einer gro�artigen Landschaft, in einem fruchtbaren Tal der besagten Welt, umgeben von einer Bergkette, die er f�r die sch�nste in der ganzen Galaxis erachtete, in den grimmigen Wintern seiner Heimatwelt ein Anblick von erregender Faszination. Er erinnerte sich noch gut an seine Heimatwelt und die Wunder einer nun schon fernen Kindheit. Oft tr�umte er davon. Wie brachte er es blo� fertig, sein Dasein innerhalb einiger weniger Quadratkilometer alter Geb�ude zu verbringen?</p><p>Er schaute umher und stellte Vergleiche an, w�hrend er dahinjoggte. Trantor war eine milde, angenehme Welt; sie war nicht schroff und sch�n. Obwohl sie eine Farmerwelt war, handelte es sich keineswegs um einen fruchtbaren Planeten.</p><p>Er war es nie gewesen. Vielleicht hatte dieser Umstand nicht weniger als andere Bedingungen dazu beigetragen, da� er zum administrativen Zentrum erst einer umfangreichen F�deration geworden war, dann eines Galaktischen Imperiums. Es hatte nie st�rkere Tendenzen gegeben, ihn irgendwie anders zu nutzen. Er eignete sich nicht besonders gut f�r irgend etwas anderes.</p><p>Nach der Gro�en Pl�nderung hatten nur die enormen Mengen von Metall, die vorhanden gewesen waren, seinen Weiterbestand gesichert. Er glich einer riesigen Mine, versorgte ein halbes Hundert Welten mit billigem Leichtmetall, Aluminium, Titan, Kupfer, Magnesium und gab auf diese Weise zur�ck, was er sich im Laufe vieler vorangegangener Jahrtausende geholt hatte, allerdings hundertmal schneller, als vorher die Anh�ufung geschah.</p><p>Noch immer waren bedeutende Vorr�te an Metall da, aber unterirdisch und deshalb schwerer zug�nglich. Die Farmer (die Hamer, die sich nie �Trantoraner� nannten, weil sie diese Bezeichnung als mit b�sen Omen behaftet betrachteten, so da� die Zweitfoundationisten sie f�r sich selbst verwendeten) hatten im Verlauf der Zeit wachsenden Widerwillen gegen weiteren Metallhandel entwickelt. Ohne Zweifel beruhten diese Anwandlungen auf Aberglauben.</p><p>Nichts als Dummheit von ihnen. Alles Metall, das unter dem Erdreich blieb, konnte den Boden verderben, die Fruchtbarkeit noch mehr senken. Aber andererseits war die Bev�lkerung so d�nn ges�t, da� das Land sie ern�hrte.</p><p>Und <emphasis>ein wenig </emphasis>Metall pflegte man trotz allem immer zu handeln.</p><p>Gendibals Blick schweifte den Horizont entlang. Das Land war flach. Es war geologisch lebendig, wie bei fast allen bewohnten Planeten, aber wenigstens hundert Millionen Jahre waren seit der letzten Periode wesentlicher Bergbildung verstrichen. Was an Hochland existiert hatte, war zu sanften H�geln erodiert. Die meisten H�henz�ge waren w�hrend der Zeit in Trantors Geschichte eingeebnet worden, als man den ganzen Planeten allm�hlich mit Metall �berzog.</p><p>Im S�den lag, noch so fern, da� sie sich au�er Sichtweite befand, der Strand der Capital Bay, und dahinter erstreckte sich der Ostozean; dessen Fische waren selbst auf der H�he der Metallperiode eine ganz wichtige planetare Eiwei�quelle gewesen.</p><p>Im Norden ragten die Hochbauten der Galaktischen Universit�t empor und versperrten den Ausblick auf die im Vergleich dazu niedrige, aber weitl�ufige Bibliothek (deren Gro�teil unterirdisch gelagert war) sowie die Reste des einstigen Kaiserlichen Palastes noch weiter n�rdlich.</p><p>Unmittelbar zu beiden Seiten der Landstra�e war Farmgel�nde, gelegentlich konnte man ein Geb�ude sehen. Manchmal kam er an Vieh, Ziegen, Gefl�gel und anderen Nutztieren vorbei, all den vielen Spielarten domestizierter Tiere, wie sie sich auf jeder trantorischen Farm finden lie�en.</p><p>Beil�ufig dachte Gendibal daran, da� er diese Arten von Tieren auf jedem bewohnten Planeten �berall in der gesamten Galaxis antreffen konnte, und trotzdem waren sie auf keiner Welt gleich. Er entsann sich der Ziegen auf seiner Heimatwelt, seine eigene zahme Gei�, die er immer selbst gemolken hatte. Dort waren die Tiere erheblich gr��er und resoluter als die kleinen, fast philosophisch aussehenden Exemplare auf Trantor. Es gab von jedem Tier Abarten fast ohne Zahl, und auf kaum irgendeiner Welt wohnte nicht ein Klugschei�er, der nicht auf seine Lieblingsart schwor, ganz egal, ob es sich um ein Tier handelte, das Fleisch, Milch, Eier, Wolle oder sonst irgend etwas produzierte.</p><p>Wie �blich waren keine Hamer in Sicht. Gendibal hatte das Gef�hl, da� die Farmer es vermieden, sich von den Leuten sehen zu lassen, die sie unter sich die �Forscher� nannten, und es war vielleicht kein Zufall, da� sie diese Bezeichnung bisweilen auf �Lauscher� reimten. Wieder nichts als Aberglaube.</p><p>Gendibal hob kurz den Blick zu Trantors Sonne. Sie stand ziemlich hoch an Trantors Himmel, aber ihre W�rme besa� keine bedr�ckende Natur. In dieser Gegend�� in diesen Breitengraden�� war die W�rme selten schw�l, und die K�lte war nie bitter. (Manchmal vermi�te Gendibal sogar die bei�ende K�lte�� oder bildete es sich zumindest ein. Er hatte seine Heimatwelt niemals wieder besucht. Vielleicht, gestand er sich ein, um nicht entt�uscht zu werden.)</p><p>Er empfand das angenehme Gef�hl von in Bestleistungsform gebrachten Muskeln und sp�rte, da� er nun lange genug gejoggt hatte, verlangsamte aufs Schrittempo, atmete tief durch.</p><p>Er wollte auf die bevorstehende Sitzung der Tafel der Sprecher rundum vorbereitet sein, auf die letzte Anstrengung, die n�tig war, um eine �nderung der Politik herbeizuf�hren, eine Ver�nderung in der Grundeinstellung, so da� man die immer st�rkere Gefahr, die von der Ersten Foundation und von woanders ausging, endlich realistisch erkannte, das fatale Verlassen auf das �perfekte� Funktionieren des Seldon-Planes endlich aufh�rte. Diese Leute w�rden nun begreifen m�ssen, da� die Perfektion selbst das sicherste Anzeichen daf�r war, da� Gefahr drohte.</p><p>H�tte ein anderer und nicht er diese Vorschl�ge unterbreitet, sie w�ren, wie er wu�te, ohne viel Aufhebens durchgegangen. Wie die Dinge standen, mu�te es zwar Schwierigkeiten geben, aber seine Anregungen w�rden nichtsdestoweniger zu Beschl�ssen gemacht und verabschiedet werden, denn der alte Shandess gew�hrte ihm seine volle Unterst�tzung und w�rde es ohne Zweifel auch weiter tun, weil er keinerlei Lust versp�rte, als der Erste Sprecher in die Geschichtsb�cher einzugehen, unter dem die Zweite Foundation zu br�ckeln begonnen hatte.</p><p>Hamer!</p><p>Gendibal stutzte. Er entdeckte entfernte Anzeichen eines menschlichen Bewu�tseins, noch ehe er die Person sah. Es geh�rte einem Hamer; einem Farmer, grobschl�chtig und ohne Feingeistigkeit. Vorsichtig zog Gendibal seine mentalen F�hler zur�ck, lie� nur einen so schwachen Kontakt bestehen, da� davon nichts bemerkt werden konnte. Die Zweite Foundation hielt sich in dieser Beziehung sehr streng an ihre Prinzipien. Die Farmer waren die unwissentlichen Strohm�nner der Zweiten Foundation. Sie mu�ten von allem so unber�hrt wie m�glich bleiben.</p><p>Kein Besucher Trantors bekam etwas anderes zu sehen als die Farmer und vielleicht ein paar weniger wichtige �Forscher�, die alle mehr oder weniger geistig in der Vergangenheit lebten. Ohne die Farmer m��ten die Wissenschaftler mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und ebenso, wenn man ihre Unbedarftheit verdarb�� und die Folgen w�ren katastrophal. (Solche F�lle z�hlten zu den Demonstrationen, von denen man erwartete, da� Neulinge an der Universit�t sie eigenst�ndig zu erarbeiten und durchzuspielen verstanden. Die f�rchterlichen Abweichungen, die sich am Hauptradianten ergaben, sobald man den Geist der Farmer nur begrenzt beeinflu�te, waren erstaunlich.)</p><p>Gendibal sah ihn. Der Mann war zweifellos ein Farmer, ein Hamer bis ins Mark. Er glich nahezu einer Karikatur des Aussehens, wie man es von trantorischen Farmern kannte�� er war hochgewachsen und breitschultrig, braunh�utig, geh�llt in grobe Kleidung, die Arme nackt, Haare dunkel, Augen dunkel, ging ungeschlacht. Gendibal meinte, er k�nnte an ihm den Bauernhof riechen. (Diesen Leutchen auf keinen Fall zuviel Geringsch�tzung entgegenbringen, dachte er. Es hat Preem Palver nichts ausgemacht, die Rolle eines Farmers zu spielen, als seine Pl�ne es erforderten, und dabei war er einem Farmer alles andere als �hnlich gewesen: kleinw�chsig, untersetzt und lasch. Sein Geist war es, der die damals minderj�hrige Arkady Darell get�uscht hatte, nicht sein K�rper.)</p><p>Der Farmer kam ihm entgegen, stapfte die Landstra�e herunter, stierte ihn unverhohlen an, ein Benehmen, das Gendibal zu einem finsteren Stirnrunzeln veranla�te. Kein Hamer, ob Mann oder Frau, hatte ihn je so dreist angeblickt. Normalerweise liefen sogar die Kinder davon und gafften nur aus sicherem Abstand.</p><p>Gendibal schritt keineswegs langsamer aus. Die Landstra�e war breit genug, so da� sie ohne ein Wort und ohne einen Seitenblick aneinander vor�ber konnten, und so war es am besten. Er beschlo�, auch das Bewu�tsein des Farmers zu ignorieren.</p><p>Gendibal scherte schr�g zur Seite aus, aber der Farmer wollte ihm das offensichtlich nicht durchgehen lassen. Er blieb stehen, stellte sich breitbeinig mitten auf die Landstra�e, breitete auch die Arme aus, als gedenke er, den Weg zu versperren. �Ho!� rief er. �Bist�n Forscher?�</p><p>Wie sehr er sich auch um Distanz bem�hte, es war Gendibal unm�glich, nicht die Woge von Streitsucht im Bewu�tsein des Mannes wahrzunehmen. Er blieb auch stehen. Offenbar war es ausgeschlossen, sich einem Wortwechsel zu entziehen, ehe er die Wanderung fortsetzte, und das allein w�rde schon eine m�hselige Sache sein. Gew�hnt an den schnellen, subtilen Austausch von Worten, Mienen, Gedanken und Stimmungen, aus denen die Verst�ndigung unter Zweitfoundationisten sich zusammensetzte, wie er es war, empfand man es stets als zerm�rbende Umst�ndlichkeit, ins gesprochene Wort allein zur�ckzufallen. Es war, als wuchte man mit Armen und Schulter an einem Felsklotz herum, w�hrend daneben ein Hebeisen lag.</p><p>�Ja�, sagte Gendibal ruhig und mit vors�tzlichem Mangel an emotionalem Ausdruck, �ich geh�re zu den Wissenschaftlern.�</p><p>�Ho! Ein <emphasis>Wissenschaftler </emphasis>bist du, so. Wir sprechen wohl nu ausl�ndisch? Und als ob ich nich l�ngst gesehn h�tt, da� du �n Forscher bist, oder von mich aus auch �n <emphasis>Wissenschaftler.� </emphasis>Der Farmer vollf�hrte eine sp�ttisch gemeinte Verbeugung. �Kleen und hiehnerbriestig und bleich und hochn�sig wie du bist.�</p><p>�Was m�chten Sie von mir, Hamer?� erkundigte Gendibal sich unbeeindruckt.</p><p>�Ich nenne mich Rufirant. Und mein Vorname is Karoll.� Er verfiel in einen immer deutlicheren Akzent, wie er typisch war f�r die Hamer. Er rollte die r sehr kehlig.</p><p>�Und was w�nschen Sie von mir, Karoll Rufirant?� fragte Gendibal noch einmal.</p><p>�Und wie nennt man dich, Forscher?�</p><p>�Spielt das eine Rolle? Sie d�rfen mich ruhig weiterhin �Forscher� nennen.�</p><p>�Wenn ich frach, spielt�s �ne Rolle, da� ich ein Antwort krieg, kleener hochn�siger Forscher!�</p><p>�Nun gut. Ich hei�e Stor Gendibal, und nun werde ich meinen Angelegenheiten nachgehen.�</p><p>�Was sind das f�r Angelegenheiten?�</p><p>Gendibal sp�rte, wie sich ihm die Nackenhaare str�ubten. Ganz nah befanden sich andere Bewu�tseinseinheiten. Er brauchte sich nicht umzudrehen, um zu merken, da� hinter ihm inzwischen drei weitere Hamer standen. Im Hintergrund lungerten noch mehr herum. Sie rochen alle ziemlich kr�ftig nach Farmer.</p><p>�Meine Angelegenheiten gehen Sie selbstverst�ndlich nichts an, Karoll Rufirant.�</p><p>�So, das sagst?� Rufirant hob seine Stimme. �Kumpels, er sagt, sein Angelegenheiten gehn uns nix an!�</p><p>Hinter Gendibal ert�nte ein Lachen, dann erklang eine Stimme. �Recht hat er, denn sein Angelegenheiten sind Biecherglotzen und Combuhterspielen, und das is nix f�r richtig M�nner.�</p><p>�Was meine Angelegenheiten auch sein m�gen�, sagte Gendibal fest, �ich habe nicht vor, mich davon abbringen zu lassen.�</p><p>�Und wie soll das laufen, kleener Forscher?� meinte Rufirant.</p><p>�Indem ich meines Weges gehe.�</p><p>�Das wollst du versuchen? Fierchtest nich, wir halten dir fest?�</p><p>�Sie und alle Ihre Kumpane? Oder Sie allein?� Pl�tzlich verfiel er gleichfalls in den beh�bigen Hamer-Dialekt. �Oder fierchtest dich alleen?�</p><p>Strenggenommen war es nicht korrekt, den Mann auf diese Weise zu reizen, aber es konnte helfen, eine Massenattacke zu verhindern, und so etwas <emphasis>mu�te </emphasis>er vermeiden, weil er sonst wom�glich noch gr��ere mentale Indiskretionen begehen m��te.</p><p>Seine Absicht gelang. Rufirants Miene verd�sterte sich noch mehr. �Wenn sich wer fierchten mu�, dann dich, weil du Schi� hast, Biecherbursche. Kumpels, macht Platz! Geht zur Seite, und er soll kommen und sehen, ob ich mir alleen fierchte!�</p><p>Rufirant hob seine kraftvollen Arme und zeigte sie rundum vor wie ein Ringer. Gendibal sorgte sich nicht um die Kampft�chtigkeit des Farmers, wenngleich immer die Chance bestand, da� der eine oder andere �ble Hieb traf.</p><p>Gendibal n�herte sich dem Farmer vorsichtig, w�hrend er feinf�hlig und schnell in Rufirants Hirn arbeitete. Seine Einflu�nahme war geringf�gig; nur eine Ber�hrung, unf�hlbar, aber ausreichend, um eine entscheidende Verlangsamung der Reflexe auszul�sen. Dann zog er sich zur�ck, befa�te sich mit den �brigen Farmern, die sich nun in gr��erer Zahl versammelten. Gendibals Sprecher-Verstand huschte gewisserma�en nachgerade virtuos hin und her, blieb nie so lang in einem Bewu�tsein, um irgendeine Spur zu hinterlassen, nur lange genug, um hier und da etwas entdecken zu k�nnen, was von Nutzen sein mochte.</p><p>Er n�herte sich Rufirant mit katzenhafter Geschmeidigkeit, sehr wachsam, sich gleichzeitig dessen bewu�t�� und dar�ber erleichtert��, da� keiner der anderen M�nner Anstalten zeigte, sich einzumischen.</p><p>Rufirant drosch pl�tzlich zu, aber Gendibal sah es in seinem Geist voraus, noch bevor ein einziger Muskel sich zu straffen begann, und wich aus. Die Faust fuhr dicht an ihm vorbei. Gendibal stand unver�ndert unbeeindruckt da. Den M�nnern rundherum entfuhr ein einstimmiges Aufkeuchen.</p><p>Gendibal unternahm keinerlei Versuche, Schl�ge zu parieren oder seinerseits welche auszuteilen. Es w�re f�r ihn schwierig gewesen, einen Hieb abzuwehren, ohne den eigenen Arm zu l�hmen, und selber zuzuschlagen, h�tte keinen Sinn gehabt, denn dem Farmer w�re jeder Hieb Gendibals wie ein M�ckenstich vorgekommen.</p><p>Er konnte dem Mann lediglich ausweichen wie einem Stier, ihn immer wieder ins Leere laufen lassen. Das w�rde seine Moral voraussichtlich st�rker beeintr�chtigen, als jeder direkte Widerstand es konnte.</p><p>Tats�chlich griff Rufirant nun mit einem Aufbr�llen wie ein Stier an. Gendibal war bereit und wich gerade weit genug aus, um sich der Umklammerung durch den Farmer zu entziehen. Noch ein Angriff. Und wieder ein Fehlgriff.</p><p>Gendibal merkte, wie der eigene Atem ihm durch die Nase zu fauchen begann. Die k�rperliche Anstrengung, die er aufbieten mu�te, war gering, aber die mentale M�he, die es ihn kostete, die Lage unter Kontrolle zu behalten, ohne wirkliche Kontrolle auszu�ben, war enorm und belastete ihn ungeheuer stark. Diese Anstrengung konnte er nicht lange durchhalten.</p><p>�Ich werde nun meines Weges gehen�, sagte er so gelassen wie m�glich, w�hrend er in Rufirant den psychischen Mechanismus zur Furchtunterdr�ckung beeinflu�te, um das latent stets in den Farmern vorhandene, abergl�ubische Grausen vor den �Forschern� zu verst�rken.</p><empty-line/><p><image l:href="#4"/></p><empty-line/><p>Rufirants Gesicht verzerrte sich vor Wut, aber einen Moment lang stand er still, und Gendibal sp�rte seine Gedanken. Der �kleine Forscher� lie� sich nicht greifen, wie durch Zauberei. Gendibal f�hlte Rufirants Furcht anschwellen, und f�r einen Augenblick dachte er�</p><p>Aber da sch�umte der typische Hamer-J�hzorn h�her und ertr�nkte die Furcht.</p><p>�Kumpels!� br�llte Rufirant. �Uns Forscher is ein T�nzer. H�pft auf sein kleene Zehchen und achtet nich auf Regeln von ehrliche Hamer, wo hei�t, Schlag um Schlag. Packt ihm! Haltet ihm fest. Dann wollen wir Schlag um Schlag k�mpfen. Er darf als erster zuhauen, das la� ich ihm, und ich� ich hau als letzter zu.�</p><p>Gendibal sp�hte nach den L�cken zwischen den M�nnern, die ihn umgaben. Seine einzige Chance bestand darin, eine dieser L�cken lange genug offenzuhalten, um hindurchzuschl�pfen, dann wie der Wind zu laufen und sich auf seine Schnelligkeit und seine F�higkeit, die Willenskraft der Farmer abzustumpfen, zu verlassen.</p><p>Hin und her, w�hrend er seinen Geist bis zum �u�ersten anspannte.</p><p>Es klappte nicht. Zu viele waren es, und die Anforderung, im Rahmen der Prinzipien des zur�ckhaltenden trantorischen Auftretens zu handeln, verwehrte ihm viele M�glichkeiten.</p><p>Er sp�rte H�nde an seinen Armen. Man hielt ihn fest.</p><p>Nun mu�te er auf zumindest einige dieser schlichten Gem�ter deutlichen Einflu� aus�ben. So etwas war inakzeptabel und w�rde seine Karriere zerst�ren. Aber hier schwebte sein Leben in Gefahr, sein nacktes Leben.</p><p>Wie hatte er nur in so eine Situation geraten k�nnen?</p></section><section><title><p>24</p></title><p>Die Versammlung an der Tafel der Sprecher war unvollz�hlig.</p><p>Wenn sich ein Sprecher versp�tete, war es durchaus un�blich, zu warten. Obendrein hatte die Versammlung, wie Shandess wu�te, keine Lust zum Warten. Stor Gendibal war hier J�ngster und weit davon entfernt, sich �ber die volle Tragweite dieser Tatsache im klaren zu sein. Er benahm sich, als sei Jugend als solche eine Tugend, Alter an sich dagegen eine Art von verstockter Fahrl�ssigkeit auf der Seite von Leuten, die es besser wissen m��ten. Gendibal war bei den anderen Sprechern unbeliebt. Auch Shandess selbst mochte ihn nicht besonders. Aber es drehte sich hier nun einmal nicht um Beliebtheit.</p><p>Delora Delarmi unterbrach seine versonnene Nachdenklichkeit. Sie betrachtete ihn aus gro�en, blauen Augen, ihr rundliches Gesicht mit dem wohlbekannten Ausdruck von Unschuld und Freundlichkeit maskierte einen sehr scharfen Verstand (jedenfalls f�r jeden au�er Zweitfoundationisten gleichen Ranges) mit nachgerade stahlhartem Konzentrationsverm�gen.</p><p>�Erster Sprecher, wollen wir noch l�nger warten?� Sie l�chelte, als sie die Frage stellte. (Die Versammlung war noch nicht formell zur Ordnung gerufen worden, so da� sie durchaus eine Unterhaltung mit ihm beginnen durfte, obwohl ein anderer vielleicht trotzdem gewartet h�tte�� mit R�cksicht auf Shandess� Titel��, bis der Erste Sprecher das Wort ergriff.)</p><p>Shandess l�chelte auf entwaffnende Weise zur�ck und �berging die geringf�gige Unh�flichkeit. �Unter normalen Umst�nden nicht, Sprecherin Delarmi, aber weil die Tafel der Sprecher sich eben zu dem Zweck versammelt hat, Sprecher Gendibal anzuh�ren, ist es sicherlich vertretbar, unsere Regeln ein bi�chen weitherzig auszulegen.�</p><p>�Wo ist er denn, Erster Sprecher?�</p><p>�Das ist mir nicht bekannt, Sprecherin Delarmi.� Die Delarmi lie� ihren Blick durch das Rechteck von Gesichtern wandern. Der Erste Sprecher und elf der �brigen zw�lf Sprecher waren anwesend. Im Laufe von f�nf Jahrhunderten hatte die Zweite Foundation ihre Macht st�ndig ausgebaut und sich gleichzeitig immer neue Pflichten aufgeb�rdet, aber alle Bestrebungen, die Runde �ber eine Zahl von zw�lf plus Erstem Sprecher zu erweitern, waren im Sande verlaufen.</p><p>Zw�lf waren es nach Seldons Tod gewesen, als der zweite Erste Sprecher (Seldon selbst hatte sich stets als ersten dieser Reihenfolge gesehen) die Tafel der Sprecher gr�ndete, und es waren noch immer zw�lf.</p><p>Warum gerade zw�lf? Diese Anzahl lie� sich leicht in gleich gro�e Gruppen teilen. Sie war klein genug, um sich vollz�hlig beraten, zugleich jedoch gro� genug, um in Untergruppen arbeiten zu k�nnen. Mehr w�re blo� hinderlich gewesen; weniger h�tte unbeweglich gemacht.</p><p>So lauteten die Erkl�rungen. In Wahrheit wu�te niemand so recht, warum man sich f�r diese Zahl entschieden hatte�� oder warum es dabei bleiben sollte. Doch man betrachtete es nicht als unangebracht, da� auch die Zweite Foundation gewisse Traditionen besa�, an die man sich ganz einfach hielt.</p><p>Die Delarmi brauchte nur einen fl�chtigen Moment, um die Situation zu erfassen, w�hrend sie von einem zum anderen Gesicht blickte, damit gleichzeitig von einem Bewu�tseinskontakt zum anderen glitt, dann richtete sie ihren Blick sardonisch auf den leeren Platz�� den Sitz des Juniors.</p><p>Die Erkenntnis, da� sich bei niemandem hier Sympathie f�r Gendibal finden lie�, stellte sie zufrieden. Dieser junge Mann�� der Ansicht war sie schon immer gewesen�� hatte den Charme einer Warze und sollte am besten entsprechend behandelt werden. Bis jetzt hatten nur seine unanzweifelbare T�chtigkeit und sein offenkundiges Talent verhindert, da� jemand offen den Antrag unterbreitete, ihn auszuschlie�en.</p><p>In der halbtausendj�hrigen Geschichte der Zweiten Foundation waren nur drei Sprecher mit Erfolg herber Kritik unterzogen und von der Tafel der Sprecher ausgeschlossen worden.</p><p>Die unverhohlene Geringsch�tzung allerdings, die darin zum Ausdruck kam, einer Zusammenkunft der Sprecher ohne weiteres fernzubleiben, war schlimmer als so manche andere Herausforderung, und die Delarmi merkte mit Genugtuung, da� die allgemeine Stimmung die M�glichkeit einer Verhandlung gegen Gendibal in den Bereich erh�hter Wahrscheinlichkeit ger�ckt hatte.</p><p>�Erster Sprecher�, sagte sie, �wenn Sie nicht wissen, wo Sprecher Gendibal sich aufh�lt, ich bin gerne bereit, es Ihnen zu verraten.�</p><p>�Ja, Sprecherin?�</p><p>�Wer von uns wei� nicht, da� dieser junge Mann� (sie verzichtete auf seinen Titel, als sie nun von ihm redete, und das fiel nat�rlich jedem auf) �dauernd irgend etwas unter den Hamer zu tun hat? Was das sein kann, danach frage ich erst gar nicht, aber er h�lt sich auch gegenw�rtig bei ihnen auf, und eindeutig ist das, was er dort treibt, ihm wichtiger als die Zusammenkunft der Tafel der Sprecher.�</p><p>�Ich glaube�, sagte ein anderer Sprecher, �er geht lediglich spazieren oder l�uft, als eine Form von K�rperert�chtigung.�</p><p>Die Delarmi l�chelte erneut. Sie l�chelte gern. Es kostete sie nichts. �Die Universit�t, die Bibliothek, der Palast und das ganze Gebiet ringsum geh�rt uns. Im Vergleich zum gesamten Planeten ist das wenig, aber ich denke, es hat hier Platz genug zur K�rperert�chtigung. Erster Sprecher, wollen wir nicht anfangen?�</p><p>Innerlich seufzte der Erste Sprecher. Es lag in seiner Entscheidungsgewalt die Anwesenden noch warten zu lassen, oder er konnte die Sitzung vertagen, bis gew�hrleistet war, da� Gendibal teilnahm.</p><p>Aber kein Erster Sprecher konnte l�ngere Zeit hindurch reibungslos sein Amt versehen, wenn er nicht zumindest die stillschweigende Unterst�tzung der anderen Sprecher geno�, und es war immer davon abzuraten, sie zu ver�rgern. Auch Preem Palver hatte, um sich auf lange Sicht durchsetzen zu k�nnen, ab und zu Zugest�ndnisse machen m�ssen. Au�erdem war Gendibals Abwesenheit wirklich eine krasse Frechheit, auch f�r das Empfinden des Ersten Sprechers. Gendibal konnte ganz gut eine dahingehende Lektion gebrauchen, da� er nicht machen durfte, was ihm gerade pa�te.</p><p>�Wir werden nun beginnen�, sagte Shandess.</p><p>Wie es ihm in seiner Eigenschaft als Erster Sprecher zustand, fing er mit der Diskussion an. �Sprecher Gendibal hat aus Datenmaterial des Hauptradianten einige sehr bemerkenswerte Schlu�folgerungen gezogen�, erkl�rte er. �Er glaubt, da� eine Organisation existiert, die effizienter als wir f�r die Einhaltung des Seldon-Plans sorgt, und da� sie es in eigenn�tziger Absicht macht. Aus Gr�nden unserer Verteidigung m�ssen wir nach seiner Meinung mehr �ber diese Organisation erfahren. Sie alle sind dar�ber informiert worden, und diese Sitzung findet statt, damit Sie die Gelegenheit erhalten, Sprecher Gendibal diesbez�gliche Fragen zu stellen, so da� wir m�glicherweise zu irgendwelchen Beschl�ssen �ber unsere k�nftige Politik gelangen.�</p><p>Eigentlich war es �berfl�ssig, so viele Worte zu machen. Shandess� Geist stand allen Anwesenden offen, und sie ersahen aus ihm, was sie wissen mu�ten. Das Sprechen war nur eine Sache der H�flichkeit.</p><p>Die Delarmi schaute schnell durch die Runde. Anscheinend waren die anderen damit einverstanden, da� sie die Rolle der Anti-Gendibal-Sprecherin �bernahm.</p><p>�Aber Gendibal�, sagte sie (und wieder unter Auslassung des Titels), �wei� nicht und kann nichts dar�ber sagen, was oder wer diese andere Organisation sein soll.�</p><p>Sie formulierte ihre �u�erung unmi�verst�ndlich als Feststellung, ein Verhalten, das an Grobheit grenzte. Das bedeutete soviel wie: Ich kann deinen Geist analysieren, du kannst dir das ganze Gerede sparen.</p><p>Dem Ersten Sprecher entging diese Schroffheit nicht, aber er f�llte die rasche Entscheidung, nicht darauf zu achten. �Die Tatsache, da� Sprecher Gendibal�� (er f�gte den Titel deutlich hinzu, ohne so weit zu gehen, ihn zu betonen) �nicht wei� und nicht sagen kann, was diese Organisation ist, hei�t nicht, da� sie nicht existiert. Die Menschen der Ersten Foundation wu�ten w�hrend eines Gro�teils ihrer Geschichte buchst�blich nichts von uns, und auch gegenw�rtig besitzen sie �ber uns so gut wie keine Kenntnisse. Wird dadurch unsere Existenz in Frage gestellt?�</p><p>�Daraus, da� wir unbekannt sind und doch existieren, ergibt sich keineswegs, da� etwas, um existieren zu k�nnen, nur unbekannt sein mu�.� Und sie lachte leichthin auf.</p><p>�V�llig richtig. Aus diesem Grund m�ssen Sprecher Gendibals �berlegungen sehr sorgf�ltig �berpr�ft werden. Sie beruhen auf streng mathematischen Beweisf�hrungen, die ich selber nachvollzogen habe, und ich lege Ihnen allen nahe, sie ebenfalls gr�ndlich zu begutachten. Sie sind�� Er suchte nach einem Ausdruck, der seine Haltung am treffendsten klarstellte. �Es fehlt ihnen nicht an �berzeugungskraft.�</p><p>�Und dieser Erstfoundationist, den man im Hintergrund Ihres Bewu�tseins bemerkt, den Sie jedoch nicht erw�hnen.� (Wieder eine Unh�flichkeit, und diesmal err�tete der Erste Sprecher ein wenig.) �Was ist mit ihm?�</p><p>�Sprecher Gendibal vertritt die Annahme�, antwortete der Erste Sprecher, �da� dieser Mann namens Trevize�� vielleicht unwissentlich�� ein Werkzeug dieser Organisation ist und da� wir ihn deshalb nicht unbeachtet lassen d�rfen.�</p><p>�Falls diese Organisation, was sie auch sein mag, wirklich existiert�, sagte die Delarmi, w�hrend sie sich zur�cklehnte und ihr angegrautes Haar aus den Augen strich, �und in ihren mentalen Kapazit�ten eine Gefahr verk�rpert, ist es dann wahrscheinlich, da� sie derartig oberfl�chlich operiert wie durch einen verbannten Ratsherrn der Ersten Foundation?�</p><p>�Das sollte man nicht meinen�, erwiderte der Erste Sprecher gewichtig. �Trotzdem hat etwas mich �berkommen, das ich f�r ebenso bedenkenswert wie bedenklich halte.</p><p>Ich kann es selbst nicht begreifen.� Fast unwillk�rlich vergrub er den Gedanken daran tief in seinem Bewu�tsein, damit die anderen ihn nicht erkannten, so sehr sch�mte er sich daf�r.</p><p>Alle Sprecher bemerkten diese mentale Ma�nahme, und wie es strikt geboten war, respektierten sie die versch�mte Zur�ckhaltung des Ersten Sprechers. Auch die Delarmi tat es, aber mit Ungeduld. �D�rfen wir darum bitten�, ersuchte sie in der vorgeschriebenen Weise, �da� Sie uns Ihre Gedanken einsehen lassen, Erster Sprecher, weil wir jede Scham verstehen und verzeihen, die Sie empfinden m�gen?�</p><p>�Ich wei� so wenig wie Sie�, entgegnete der Erste Sprecher, �aus welchen Gr�nden man annehmen soll, Ratsherr Trevize sei ein Werkzeug der fraglichen anderen Organisation, oder welchen Zwecken er dienen k�nnte, falls diese Annahme doch zutrifft. Aber anscheinend ist Sprecher Gendibal sich seiner Sache vollkommen sicher, und ich kann bei jemandem, der sich zum Sprecher qualifiziert hat, den m�glichen Stellenwert der Intuition nicht von vornherein leugnen. Daher habe ich versucht, den Seldon-Plan auf Trevize anzuwenden.�</p><p>�Auf eine einzelne Person?� vergewisserte sich ein Sprecher mit ged�mpfter Stimme und sp�rbarer �berraschung, f�gte dann sofort eine Entschuldigung hinzu, weil er seine Frage mit dem un�bersehbaren Hintergedanken begleitet hatte, dessen m�ndliches �quivalent gelautet h�tte: <emphasis>So ein Dummkopf!</emphasis></p><p>�Auf eine einzelne Person�, best�tigte der Erste Sprecher. �Und Sie haben recht. Was bin ich f�r ein Dummkopf! Ich wei� genau, da� sich der Seldon-Plan nicht auf Individuen anwenden l��t, nicht einmal auf kleine Gruppen von Individuen. Trotzdem�� ich war neugierig. Ich habe die Interpersonellen Intersektionen weit �ber die vertretbaren Grenzen hinaus extrapoliert, aber auf sechzehn verschiedene Weisen, und statt eines bestimmten Punkts habe ich mit einer Region gearbeitet. Ich habe alle Einzelheiten ber�cksichtigt, die wir �ber Trevize�� ein Ratsherr der Ersten Foundation ist ja kein v�lliger Niemand�� und die B�rgermeisterin der Ersten Foundation wissen. Alles zusammen habe ich�� ziemlich frei, mu� ich sagen�� einer Kalkulation unterzogen.� Er verstummte.</p><p>�Und?� fragte die Delarmi. �Ich gehe davon aus, da߅ Waren die Resultate �berraschend?�</p><p>�Es gab keine Resultate, wie Sie alle es sich wohl schon gedacht haben�, sagte der Erste Sprecher. �Mit einem einzelnen Individuum kann man nichts anfangen, und doch� trotzdem��</p><p>�Trotzdem?�</p><p>�Vierzig Jahre lange habe ich Resultate analysiert und ein klares Gesp�r daf�r entwickelt, <emphasis>vor </emphasis>der Analyse zu ahnen, wie die Resultate aussehen d�rften, und ich habe mich nur selten geirrt. In diesem Fall habe ich sehr stark das Gef�hl�� obwohl meine Untersuchungen zu keinen konkreten Ergebnissen f�hrten��, da� Sprecher Gendibal recht hat und man Trevize nicht sich selbst �berlassen darf.�</p><p>�Warum nicht, Erster Sprecher?� hakte die Delarmi nach, offensichtlich angesichts der starken �berzeugung im Bewu�tsein des Ersten Sprechers reichlich entgeistert.</p><p>�Es besch�mt mich�, sagte der Erste Sprecher, �da� ich mich dazu habe verleiten lassen, den Plan f�r einen Zweck zu gebrauchen, f�r den er eindeutig ungeeignet ist. Und weiter sch�me ich mich daf�r, mich nun von etwas leiten zu lassen, das man nicht anders als reine Intuition nennen kann. Aber ich mu� es tun, so stark ist in dieser Hinsicht mein Gef�hl. Wenn Sprecher Gendibal recht hat, wenn wir von unbekannter Seite bedroht werden, dann wird es, sobald die Zeit kommt, da unsere Sache in eine Krise ger�t, Trevize sein, der die entscheidende Karte in seiner Hand h�lt. Das ist meine �berzeugung.�</p><p>�Welche Grundlage hat dies Gef�hl?� erkundigte sich die Delarmi schockiert.</p><p>Erster Sprecher Shandess blickte betr�bt in die Runde.</p><p>�Leider kann ich auf keinerlei konkrete Grundlagen verweisen. Die psychohistorische Mathematik hat keine Ergebnisse erbracht, aber w�hrend ich das Ineinandergreifen der verschiedenen Bez�ge beobachtet habe, hatte ich irgendwie den Eindruck, da� Trevize zu allem der Schl�ssel ist. Wir m�ssen diesem jungen Mann unsere Aufmerksamkeit schenken.�</p></section><section><title><p>25</p></title><p>Gendibal sah ein, er w�rde nicht rechtzeitig zur�ckkehren, um an der Sitzung der Tafel der Sprecher teilnehmen zu k�nnen. M�glicherweise w�rde er niemals zur�ckkehren.</p><p>Man hielt ihn roh fest, und er tastete auf mentaler Ebene verzweifelt nach einer M�glichkeit rundum, wie er die M�nner am g�nstigsten zwingen k�nne, ihn freizugeben.</p><p>Rufirant hatte sich inzwischen gro�kotzig vor ihm aufgebaut. �Bist nu fertig, Forscher? Hieb fier Hieb, Schlag fier Schlag, wie bei anst�ndigen Hamer ieblich. Nu kumm, du bist kleener, du darfst als erster zuhauen!�</p><p>�Wird jemand Sie auch festhalten�, meinte Gendibal, �so wie mich?�</p><p>�La�t ihm los!� sagte Rufirant. �Nee, nee, nur sein Arme. La�t sein Arme los, aber haltet sein Beine fest! Wir wollen hier kein Tanzerei.�</p><p>Gendibal sp�rte, wie man seine Beine am Boden festhielt. Seine Arme gab man frei.</p><p>�Hau zu, Forscher!� sagte Rufirant. �Gibt mir ersten Schlag!�</p><p>Da fand Gendibals mentales Tasten etwas, das einen Ausweg bot�� Emp�rung, die Empfindungen von Unrechtsbewu�tsein und Mitgef�hl. Ihm blieb keine Wahl, er mu�te das Risiko eingehen und diese Gem�tslage regelrecht verst�rken, dann etwas improvisieren, das auf der Grundlage�</p><p>Doch das war gar nicht n�tig! Er hatte das entsprechende Bewu�tsein nicht im mindesten beeinflu�t, da erfolgte bereits eine Reaktion, wie er sie sich w�nschte. Genau so.</p><p>Zuerst bemerkte er eine kleine Gestalt, die sich mit w�stem Nachdruck in sein Blickfeld dr�ngte, untersetzt, langes schwarzes Haar, die Arme ausgestreckt, die nun wie irrsinnig an dem h�nenhaften Farmer zerrten.</p><p>Die Gestalt geh�rte einer Frau. Grimmig erkannte Gendibal einen Beweis seiner inneren Anspannung und Belastung, da� er diese Tatsache nicht bemerkt hatte, bis seine Augen sie ihm un�bersehbar mitteilten.</p><p>�Karoll Rufirant�, schrie die Frau den Farmer an, �Klotz und Feigling! Hieb um Hieb, nach Hamer-Art?! Du bist zweimal so gro� wie das Foscher hier. War gef�hrlicher, mich anzugreifen. Willst �n Ruf kriegen, ein arm Knilch zerhauen zu haben? War �ne Schande, glaub ich. Mit Fingern werden�s auf dich zeigen, und reden wird man: �Das is der Rufirant, ein bekannter Kinderfresser�. Ieber dich lachen werden�s, glaub ich, kein anst�ndig Hamer wird kienftig mit dir saufen, kein anst�ndig Hamer-Frau wird dich anschauen.�</p><p>Rufirant versuchte, den Redeschwall einzud�mmen und gleichzeitig die Schl�ge abzuwehren, die ihm die Frau versetzte. �Aber, Sura�, stammelte er in schw�chlicher Bem�hung, sie zu bes�nftigen, �aber, aber, Sura.�</p><p>Gendibal bemerkte, da� ihn nicht l�nger H�nde umklammerten, da� Rufirant ihn nicht mehr anstierte, sich keiner der Umstehenden noch mit ihm befa�te.</p><p>Auch Sura besch�ftigte sich nicht mit ihm; in ihrem Zorn widmete sie sich ausschlie�lich Rufirant. Gendibal, der rasch seine Fassung wiedergewann, dachte nun daran, Ma�nahmen zu ergreifen, um diesen Zorn wachzuhalten und die mi�behagliche Scham, die jetzt Rufirants Bewu�tsein �berschwemmte, zu verst�rken, beides so behutsam und geschickt zu tun, da� keine Spuren zur�ckblieben. Doch auch diesmal erwies seine Absicht sich als �berfl�ssig.</p><p>�Weg mit euch alle!� sagte die Frau. �Das seh� sich mal einer an! Nich genug, da� der Klotz Karoll wie ein Riese is neben dem Knilchlein da, nee, fienf oder sechs oder mehr von sein Kumpels-Freunde machen mit in diese Schande von ein ruhmreich Geschicht in Kinderfresserei. Ich hab dem Knilch sein Arm gehalten, k�nnt ihr sagen, und der riesig Klotz Rufirant hat ihm in die Gosch gehauen, wo er nicht wiederhauen konnt. Und ich hab sein Fu� gehalten, werdet ihr sagen, mich m��t ihr auch zujubeln. Und der Klotz Rufirant wird sagen, ich konnt ihm nicht packen, aber mein Kumpels-Freunde haben ihm festgehalten, und mit Hilf von alle sechs hab ich ihm eine gesemmelt.�</p><p>�Aber, Sura�, sagte Rufirant fast weinerlich, �ich hab dem Forscher gesagt, er kann ersten Schlag fiehren.�</p><p>�Und wie du dich gefierchtet hast vor den m�chtig Schl�g von sein dienne Arm, was, Grobklotz Rufirant? Nu kommt! La�t ihm gehen, wohin er gehen will, und der Rest von euch kriecht nu heimw�rts, wenn ihr was drum gebt, da� sie daheim noch ein Willkomm fier euch haben. Ihr t�tet gut dran, zu hoffen, da� die gro� Taten von dem heutig Tag vergessen werden. Aber wenn ihr mir noch mehr in Wut bringt, als ich n�mlich schon bin, werden sie bestimmt <emphasis>nich </emphasis>vergessen, denn ich werd sie �berall weitererz�hlen!�</p><p>Mit gesenkten K�pfen zogen die M�nner schweigend ab, ohne sich umzuschauen.</p><p>Gendibal blickte ihnen nach, dann sah er die Frau an. Sie trug Bluse und Hose sowie an den F��en ein paar grobgefertigte Schuhe. Ihr Gesicht war schwei�ig, und sie atmete schwer. Ihre Nase war ziemlich gro�, das gleiche galt f�r ihre Br�ste (soweit Gendibal das unter der weiten Bluse erkennen konnte), und ihre Arme wiesen merkliche Muskulatur auf. Nicht verwunderlich, denn die Hamer-Frauen arbeiteten Seite an Seite mit den M�nnern auf den Feldern.</p><p>Sie musterte ihn streng, die Arme in die H�ften gestemmt. �Nu, Forscher, was fackelst? Geh heim in dein Forscherstadt! Fierchtest dich? Soll ich mitkommen?�</p><p>Gendibal roch den Schwei�, der in ihrer Kleidung sa�, die eindeutig nicht gerade frisch aus der W�sche kam, aber unter den gegebenen Umst�nden w�re es �u�erst unh�flich gewesen, Widerwillen zu zeigen.</p><p>�Vielen herzlichen Dank, Miss Sura��</p><p>�Mein Nam is Novi�, sagte sie barsch. �Sura Novi. Kannst mich Novi rufen. Mehr is unn�tig.�</p><p>�Vielen Dank, Novi. Sie haben mir sehr geholfen. Es ist mir recht, wenn Sie mich begleiten m�chten, nicht weil ich mich f�rchten w�rde, sondern weil mir Ihre Begleitung ein Vergn�gen w�re.� Und er verbeugte sich anmutig, wie er es vor einer der jungen Frauen an der Universit�t getan h�tte.</p><p>Sura err�tete, wirkte zuerst unsicher, dann versuchte sie, seine Geste nachzuahmen. �Vergniegen is� auf mein Seite�, sagte sie, als ob sie um Worte verlegen sei, die das Ausma� ihres Vergn�gens gen�gend zum Ausdruck brachten und zugleich kultiviert klangen.</p><p>Sie machten sich zusammen auf den Weg. Gendibal war sich sehr wohl dessen bewu�t, da� jeder gem�chliche Schritt, den er tat, sein versp�tetes Eintreffen an der Tafel der Sprecher um so unverzeihlicher machte, aber der langsame R�ckweg war eine Gelegenheit, um �ber die Bedeutung des Zwischenfalls nachzudenken, und es bereitete ihm eiskalte Zufriedenheit, seine Versp�tung wachsen zu lassen.</p><p>Die Geb�ude der Universit�t ragten bereits vor ihnen empor, als Sura Novi stehenblieb. �Meister Forscher�?� meinte sie gedehnt.</p><p>Je n�her sie der �Forscherstadt� kam, befand Gendibal, um so h�flicher benahm sie sich, und er versp�rte eine fl�chtige Anwandlung, ihr zu entgegnen: Meinen Sie Ihren kleenen Knilch? Aber er h�tte sie ohne vern�nftigen Grund in Verlegenheit gebracht.</p><p>�Ja, Novi?�</p><p>�Is es sehr fein und nobel in der Forscherstadt?�</p><p>�Es ist ganz nett�, sagte Gendibal.</p><p>�Ich hab mal davon getr�umt, in der Forscherstadt zu sein. Und� und ein Forscherin zu sein.�</p><p>�Irgendwann zeige ich�s Ihnen mal�, erwiderte Gendibal h�flichkeitshalber.</p><p>Der Blick, den sie ihm zuwarf, verriet deutlich, da� sie seine Antwort keineswegs als blo�e H�flichkeitsfloskel auffa�te. �Ich kann schreiben�, sagte sie. �Hatt Unterricht bei Schulmeister. Wenn ich dich �n Brief schreibe���� sie versuchte, ihren Worten einen gleichg�ltigen Klang zu verleihen�� �was mu� ich draufschreiben, damit er ankommt?�</p><p>�Schreiben Sie nur darauf �Sprecherhaus, Apartment 27�, und er wird mich erreichen. Aber jetzt mu� ich mich verabschieden. Novi.�</p><p>Wieder verbeugte er sich, und erneut gab sie sich alle M�he, sein Verhalten nachzuahmen. Sie entfernten sich in entgegengesetzten Richtungen, und prompt verga� Gendibal sie im Handumdrehen. Statt dessen dachte er an die Sitzung der Tafel der Sprecher und ganz besonders an Sprecherin Delora Delarmi. Seine Gedanken waren alles andere als freundlich.</p></section></section><section><title><p>Achtes Kapitel</p><p>Farmerin</p></title><section><title><p>26</p></title><p>Die Sprecher sa�en um ihre Tafel; in ihrer mentalen Abschirmung wirkten sie wie von pl�tzlicher Leblosigkeit befallen. Es war, als h�tten sie aufgrund einer Verabredung unvermittelt alle gleichzeitig ihr Bewu�tsein abgeschirmt, um zu verhindern, da� sie den Ersten Sprecher, nachdem er seine Erkl�rung bez�glich Trevizes abgegeben hatte, unverzeihlich beleidigten. Verstohlen schielten sie die Delarmi an, und das besagte schon allerhand. Sie war von allen am meisten f�r ihre Respektlosigkeit bekannt; selbst Gendibal legte der Konvention mehr Lippenbekenntnisse ab als sie.</p><p>Delarmi bemerkte die Blicke und sah ein, da� sie keine Wahl hatte, sie mu�te sich dieser unm�glichen Situation stellen. Und da es nun einmal so war, wollte sie die Sache keinesfalls unter die Tafel kehren.</p><p>In der ganzen Geschichte der Zweiten Foundation hatte man noch keinen Ersten Sprecher der Fehlanalyse beschuldigt (hinter diesem Begriff, den sie zur Besch�nigung ersonnen hatte, stand unausgesprochen <emphasis>Inkompetenz). </emphasis>Nun war so eine Anklage m�glich geworden. Sie hatte nicht die Absicht, vor irgend etwas zur�ckzuschrecken.</p><p>�Erster Sprecher�, sagte sie leise, und ihre schmalen, farblosen Lippen zeichneten sich in der allgemeinen Bl�sse ihres Gesichts durch noch st�rkere Fast-Unsichtbarkeit als sonst aus, �Sie sagen selbst, Ihre Meinung steht auf keiner konkreten Grundlage, da� die psychohistorische Mathematik nichts derartiges anzeigt. Fordern Sie uns auf, einen Entschlu� von entscheidender Bedeutung anhand eines mystischen F�hlens zu f�llen?�</p><p>Der Erste Sprecher blickte auf, die Stirn zerfurcht. Er war sich der allgemeinen mentalen Abschirmung an der Tafel bewu�t. Er besa� volle Klarheit dar�ber, was das hie�. �Ich habe den Mangel an Beweisen nicht verschwiegen�, sagte er k�hl. �Ich unterbreite hier nichts Zurechtgemachtes. Was ich vorzuweisen habe, ist das starke intuitive Gef�hl eines Ersten Sprechers, der sich auf jahrzehntelange Erfahrungen berufen kann, der fast ein Lebensalter mit der gr�ndlichen Analyse des Seldon-Planes verbracht hat.� Er lie� seinen Blick mit F�rmlichkeit und Stolz, wie er sie nur selten zeigte, durch die Runde schweifen, und einer um den anderen lie�en die Sprecher die Mentalabschirmung abschw�chen und schlie�lich fallen, Delarmi (als er sie anschaute) als letzte.</p><p>�Selbstverst�ndlich nehme ich Ihre Stellungnahme bereitwillig zur Kenntnis, Erster Sprecher�, sagte sie mit entwaffnender Aufrichtigkeit, die ihr gesamtes Bewu�tsein erf�llte, als h�tte es darin nie etwas anderes gegeben. �Nichtsdestoweniger halte ich es keineswegs f�r unvorstellbar, da� Sie die Angelegenheit vielleicht ein zweites Mal durchdenken m�chten. Wenn Sie nun dar�ber nachdenken, zumal Sie ohnehin Scham �ber Ihren R�ckfall in die Intuition zum Ausdruck gebracht haben, w�re es Ihnen da nicht lieber, Ihre Ausf�hrungen w�rden aus dem Protokoll gel�scht�? Sicher, falls sie nach Ihrer Ansicht��</p><p>Da unterbrach Gendibals Stimme sie. �Was sind das f�r Ausf�hrungen, die aus dem Protokoll gel�scht werden sollen?�</p><p>Alle Augenpaare wandten sich gleichzeitig ihm zu. W�re im entsprechenden Moment nicht ihre Mentalabschirmung benutzt gewesen, h�tten sie sein Kommen bemerkt, lange ehe er an der T�r stand.</p><p>�Hat eben allgemeine Mentalabschirmung geherrscht?� meinte Gendibal sardonisch. �Niemand hat gesp�rt, da� ich unterwegs bin? Was f�r eine routinierte Sitzung der Tafel der Sprecher wir hier haben. Hat niemand darauf geachtet, ob ich noch komme? Oder haben alle Anwesenden sich darauf verlassen, da� ich auf jeden Fall ausbleibe?�</p><p>Sein Auftreten war ein flagranter Versto� gegen alle Umgangsformen. Da� Gendibal zu sp�t kam, war schlimm genug; da� er unangek�ndigt eintrat, war noch schlimmer. Am allerschlimmsten jedoch war die Tatsache, da� er den Mund aufmachte, bevor der Erste Sprecher ihn ordnungsgem�� zur Teilnahme an der Sitzung aufforderte.</p><p>Der Erste Sprecher wandte sich ihm zu. Alles andere r�ckte nun in den Hintergrund. Die Frage der Disziplin stand an erster Stelle.</p><p>�Sprecher Gendibal�, sagte Shandess, �Sie kommen zu sp�t. Sie platzen formlos herein. Sie reden drauflos. Gibt es irgendeinen Grund, weshalb Sie nicht f�r drei�ig Tage von der Tafel der Sprecher ausgeschlossen werden sollten?�</p><p>�Selbstverst�ndlich. Ein Beschlu� in bezug auf meine etwaige Suspendierung sollte keineswegs beraten werden, ehe hier dar�ber gesprochen worden ist, wer es war, der daf�r <emphasis>gesorgt </emphasis>hat, da� ich zu sp�t kommen mu�te, und warum.� Gendibal sprach in unterk�hltem, gemessenem Tonfall, aber in seinem Bewu�tsein verdunkelten Wolken des Zorns seine Gedanken. Doch es war ihm gleichg�ltig, ob jemand es merkte.</p><p>Die Delarmi sp�rte es ohne Zweifel. �Der Mann ist wahnsinnig�, sagte sie mit Nachdruck.</p><p>�Wahnsinnig?� wiederholte Gendibal. �Ich? Wahnsinn von dieser Frau, so etwas zu behaupten. Oder es geschieht aus Schuldbewu�tsein. Erster Sprecher, ich wende mich an Sie und berufe mich auf das pers�nliche Privileg, in eigener Sache sprechen zu d�rfen.�</p><p>�Worum handelt es sich, Sprecher?�</p><p>�Erster Sprecher, ich beschuldige jemanden hier des Mordversuchs.�</p><p>Im Sitzungsraum brach ein Entr�stungssturm los, als alle Sprecher und Sprecherinnen aufsprangen und in ein heilloses Durcheinander von m�ndlicher, mimischer und mentaler Diskussion verfielen.</p><p>Der Erste Sprecher hob die Arme. �Der Sprecher mu� Gelegenheit erhalten�, rief er, �das pers�nliche Privileg des Vortrags in eigener Sache wahrnehmen zu k�nnen.� Er sah sich dazu gezwungen, auf mentaler Ebene seine Autorit�t mit einer Deutlichkeit auszuspielen, wie sie in diesem Kreis wenig w�nschenswert war�� aber er hatte keine andere Wahl.</p><p>Der Wirrwarr verebbte.</p><p>Gendibal wartete unger�hrt, bis sowohl akustisch wie auch mental vollkommene Ruhe eingetreten war, ehe er weitersprach. �Auf dem R�ckweg zur Universit�t�, sagte er, �auf einer hamischen Landstra�e, in einer Entfernung und mit einer Geschwindigkeit, die ohne weiteres mein p�nktliches Eintreffen gew�hrleistet h�tten, haben mich mehrere Farmer aufgehalten, und nur mit knapper Not bin ich nicht zusammengeschlagen worden, und vielleicht h�tte man mich umgebracht. Wie die Dinge sich entwickelt haben, hat sich jedoch lediglich eine Versp�tung ergeben, und ich bin soeben eingetroffen. Zun�chst einmal m�chte ich feststellen, da� ich seit den Zeiten der Gro�en Pl�nderung keinen Fall w��te, da� ein Zweitfoundationist von den Hamer respektlos behandelt worden ist, geschweige denn sogar mi�handelt.�</p><p>�Dergleichen ist auch mir unbekannt�, sagte der Erste Sprecher.</p><p>�Normalerweise laufen Zweitfoundationisten nicht allein im Hamer-Territorium herum�, rief die Delarmi. �Mit so etwas <emphasis>provozieren </emphasis>Sie solche Vorf�lle ja regelrecht.�</p><p>�Es stimmt, es ist meine Gewohnheit�, sagte Gendibal, �allein im Hamer-Territorium herumzulaufen. Viele hundert Mal habe ich mich in jede erdenkliche Richtung bewegt. Aber nie vorher hat mich jemand bel�stigt. Andere bewegen sich nicht mit der Freiz�gigkeit, wie ich es halte, aber niemand hier betrachtet sich als von der �brigen Welt ausgeschlossen, keiner sperrt sich in der Universit�t ein, und niemals ist irgend jemand von uns bel�stigt worden. Ich kann mich entsinnen, da� Delarmi�� Und da, als erinnere er sich nachtr�glich des Titels, verwandelte er ihn in eine t�dliche Beleidigung. �Ich wollte sagen, ich kann mich entsinnen, da� auch Sprecherin Delarmi gelegentlich das Hamer-Territorium aufgesucht hat, und <emphasis>sie </emphasis>ist auch unbehelligt geblieben.�</p><p>�Das liegt vielleicht daran�, sagte die Delarmi, die Augen zu einem wuterf�llten Blick geweitet, �da� ich niemanden angesprochen und Distanz bewahrt habe. Weil ich mich benommen habe wie jemand, der Respekt verdient, hat man ihn mir entgegengebracht.�</p><p>�Seltsam�, sagte Gendibal, �und ich wollte der Meinung Ausdruck geben, es habe daran gelegen, da� Sie eine formidablere Erscheinung als ich sind. Selbst hier wagt sich Ihnen ja kaum jemand zu n�hern. Aber verraten Sie mir einmal, warum sollten die Hamer mich ohne jede Veranlassung ausgerechnet heute bel�stigen, wenn ich an einer sehr wichtigen Sitzung der Tafel der Sprecher teilzunehmen habe?�</p><p>�Wenn�s nicht auf Ihr Verhalten zur�ckzuf�hren war�, entgegnete die Delarmi, �hat es sich eben um einen Zufall gehandelt. Ich w��te nicht, da� Seldons Mathematik die Rolle des Zufalls in der Galaxis beendet h�tte. Oder berufen auch Sie sich auf intuitive Inspiration?� (Dieser gegen den Ersten Sprecher gerichtete Seitenhieb veranla�te ein oder zwei andere Sprecher zu einem gelinden mentalen Aufseufzen.)</p><p>�Es lag nicht an meinem Verhalten�, sagte Gendibal. �Es war kein Zufall. Vielmehr war es eine vors�tzliche Bel�stigung.�</p><p>�Woher k�nnen wir das mit Sicherheit wissen?� erkundigte sich der Erste Sprecher nachsichtig. Angesichts der letzten Bemerkung der Delarmi konnte er nicht anders, er ging Gendibal innerlich entgegen.</p><p>�Mein Bewu�tsein steht Ihnen offen, Erster Sprecher. Sie und die gesamte Tafel k�nnen meine Erinnerung an den Vorfall einsehen.�</p><p>Dieser mentale Datenaustausch dauerte nur einige wenige Augenblicke. �Schockierend�, sagte der Erste Sprecher. �Unter Bedingungen erheblichen �u�eren Drucks haben Sie sich au�erordentlich besonnen benommen, Sprecher. Ich bin mit Ihnen der Ansicht, da� das Benehmen dieser Hamer anomal ist und eine gr�ndliche Untersuchung erfordert. Nun jedoch nehmen Sie Platz, so da� wir die Sitzung��</p><p>�Einen Moment�, unterbrach ihn die Delarmi. �Wie sicher k�nnen wir sein, da� die Darstellung des Sprechers zutreffend ist?�</p><p>Bei dieser Kr�nkung weiteten sich Gendibals Nasenfl�gel, aber er bewahrte seine selbstbeherrschte Gefa�theit. �Mein Bewu�tsein ist offen.�</p><p>�Ich habe schon manches offene Bewu�tsein eingesehen, das doch nicht offen war.�</p><p>�Das bezweifle ich keineswegs, Sprecherin�, antwortete Gendibal, �denn wie wir alle m�ssen auch Sie Ihr Bewu�tsein unter st�ndiger Selbstkontrolle halten. Mein Bewu�tsein jedoch ist offen, wenn es offen ist.�</p><p>�Wir wollen keine weiteren��, begann der Erste Sprecher.</p><p>�Ich m�chte mein pers�nliches Privileg des Vortrags in eigener Sache wahrnehmen, Erster Sprecher�, sagte die Delarmi, �und bitte um Entschuldigung f�r die Unterbrechung.�</p><p>�Um was handelt es sich, Sprecherin?�</p><p>�Sprecher Gendibal hat einen der Anwesenden des versuchten Mordes beschuldigt, ein Versuch, der vermutlich durch die Anstiftung des Farmers zum Angriff auf ihn geschehen sein soll. Solange diese Anschuldigung nicht zur�ckgenommen worden ist, mu� ich mich dem Verdacht ausgesetzt f�hlen, eine M�rderin zu sein, und das gleiche gilt f�r jeden hier im Raum�� auch f�r Sie, Erster Sprecher.�</p><p>�M�chten Sie die Anschuldigung zur�cknehmen, Sprecher Gendibal?� fragte der Erste Sprecher nach.</p><p>Gendibal nahm seinen Platz ein, legte die H�nde auf die Armlehnen, umklammerte sie fest, als ergriffe er von ihnen Besitz. �Das werde ich�, sagte er, �sobald mir jemand erkl�rt, warum ein hamischer Farmer unter Einbeziehung mehrerer anderer Hamer mich auf dem Weg zu einer Sitzung absichtlich h�tte bel�stigen und aufhalten sollen.�</p><p>�Daf�r kommen wom�glich tausend Gr�nde in Frage�, sagte der Erste Sprecher. �Ich wiederhole, wir werden den Vorfall eingehend untersuchen. Wollen Sie nun bis auf weiteres, vor allem im Interesse einer Fortsetzung dieser Sitzung, die erw�hnte Anschuldigung zur�ckziehen, Sprecher Gendibal?�</p><p>�Das kann ich nicht, Erster Sprecher. Ich habe ausgiebig und so vorsichtig wie m�glich den Geist dieses Farmers erforscht, um irgendwie sein Verhalten zu �ndern, ohne Schaden anzurichten, aber umsonst. Seinem Bewu�tsein fehlte es an der Lenkbarkeit, die h�tte vorhanden sein m�ssen. Seine Emotionen waren fixiert, wie durch die �u�ere Einflu�nahme eines fremden Bewu�tseins.�</p><p>Die Delarmi l�chelte pl�tzlich andeutungsweise. �Und Sie glauben, einer von uns sei dies �fremde Bewu�tsein� gewesen? K�nnte denn nicht Ihre geheimnisvolle Organisation dahinterstecken, die mit uns um die Verwirklichung des Seldon-Plans wetteifert, die m�chtiger als wir ist?�</p><p>�Das k�nnte durchaus der Fall sein�, antwortete Gendibal.</p><p>�Dann sind wir, die wir ja keine Mitglieder der besagten Organisation sind, ohne jede Schuld an dem Vorfall, und Sie sollten Ihre Beschuldigung zur�cknehmen. Oder ist es so, da� Sie einen der Anwesenden verd�chtigen, diese merkw�rdige Organisation h�tte ihn unter Kontrolle? Wollen Sie behaupten, einer von uns sei gar nicht, was er dem Anschein nach ist?�</p><p>�Vielleicht�, erwiderte Gendibal unersch�ttert, obwohl er sich dessen bewu�t war, da� die Delarmi sich bem�hte, ihn aufs Glatteis zu f�hren.</p><p>�Man k�nnte den Eindruck gewinnen�, sagte die Delarmi und r�ckte mit dem heraus, worauf sie abgezielt hatte, �da� Ihre Vorstellungen von einer geheimen, unbekannten, verborgenen und r�tselhaften Organisation nur der Alptraum einer Paranoia sind. Sie k�nnten zu Ihrem paranoiden Einfall passen, hamische Farmer w�rden mental beeinflu�t, Sprecher st�nden insgeheim unter fremder Kontrolle. Aber ich bin durchaus bereit, Ihren sonderbaren Gedankeng�ngen noch eine Zeitlang zu folgen. Von welchem der Anwesenden glauben Sie denn, Sprecher, da� er sich unter fremder Kontrolle befindet? Soll ich es sein?�</p><p>�Ich bezweifle es, Sprecherin�, gab Gendibal zur Antwort. �Ginge der Versuch, mich auf so indirekte Weise zu beseitigen, auf Sie zur�ck, w�rden Sie sicher Ihre Abneigung gegen mich nicht so unmi�verst�ndlich zeigen.�</p><p>�Vielleicht liegt ein doppeltes Doppelspiel vor?� meinte die Delarmi. �Eine solche Schlu�folgerung w�re bei paranoiden Zwangsvorstellungen durchaus g�ngig.� Sie schnurrte nun regelrecht vor Behagen.</p><p>�Das mag sein. Sie kennen sich in diesen Dingen besser als ich aus.�</p><p>Hitzig mischte sich Sprecher Lestim Gianni ein. �H�ren Sie, Sprecher Gendibal, das f�hrt zu nichts! Wenn Sie Sprecherin Delarmi vom Verdacht freisprechen, richten Sie ihn damit nur um so st�rker gegen den gesamten Rest der Anwesenden. Welchen Grund sollte denn <emphasis>irgendeiner </emphasis>von uns besitzen, Ihre Teilnahme an dieser Sitzung zu verz�gern, gar nicht davon zu reden, weshalb jemand Ihren Tod w�nschen sollte?�</p><p>Gendibal antwortete rasch, als habe er auf diese Frage nur gewartet. �Als ich eintrat, war der zur Diskussion stehende Punkt die L�schung bestimmter Ausf�hrungen aus dem Protokoll, von Ausf�hrungen, die vom Ersten Sprecher gemacht worden sind. Als einziger Sprecher habe ich diese Ausf�hrungen nicht mitanh�ren k�nnen. Ich m�chte wissen, worum es ging, und dann, glaube ich, kann ich das Motiv nennen, warum jemand ein Interesse daran gehabt haben soll, mich zeitweilig fernzuhalten oder endg�ltig loszuwerden.�</p><p>�Ich hatte erkl�rt�� und Sprecherin Delarmi sowie vielleicht auch andere Anwesende nahmen daran ernsthaften Anstoߠ�, da� ich aufgrund meiner Intuition und durch den Versuch einer untauglichen Anwendung der psychohistorischen Mathematik zu der Ansicht gelangt war, da� die ganze Zukunft des Seldon-Plans m�glicherweise von diesem Verbannten der Ersten Foundation abh�ngt, Golan Trevize�, fa�te der Erste Sprecher zusammen.</p><p>�Es bleibt den anderen Sprechern �berlassen, zu �u�ern, was immer sie davon denken�, sagte Gendibal. �Ich f�r meinen Teil bin ebenfalls dieser Meinung. Trevize ist der Schl�ssel. Ich finde diesen pl�tzlichen Hinauswurf durch die Erste Foundation zu seltsam, als da� sich dahinter nichts verbergen k�nnte.�</p><p>�Wollen Sie damit andeuten�, entgegnete die Delarmi, �Trevize sei unterm Einflu� dieser mysteri�sen Organisation, oder etwa die Leute, die ihn ins Exil geschickt haben? Befindet sich wom�glich alles und jeder unter ihrer Kontrolle au�er Ihnen und dem Ersten Sprecher�� und mir, der Sie best�tigt haben, nicht einer solchen Kontrolle ausgesetzt zu sein?�</p><p>�Dies Geschw�tz erfordert keine Antwort�, erwiderte Gendibal. �Statt dessen m�chte ich die Frage stellen, ob irgendein weiterer Sprecher sich in dieser Angelegenheit mit mir und dem Ersten Sprecher einig zu erkl�ren gedenkt? Ich gehe davon aus, alle Anwesenden haben die mathematischen Darlegungen, die ich mit der Einwilligung des Ersten Sprechers allen habe zukommen lassen, mit der geb�hrenden Aufmerksamkeit studiert?�</p><empty-line/><p>Schweigen herrschte.</p><p>�Ich wiederhole meine Frage�, sagte Gendibal. �Ist jemand dazu bereit?�</p><p>Das Schweigen blieb ungebrochen.</p><p>�Erster Sprecher�, sagte Gendibal, �da haben Sie das Motiv f�r die Herbeif�hrung des Zwischenfalls.�</p><p>�Erkl�ren Sie deutlicher�, sagte der Erste Sprecher.</p><p>�Sie haben hier �ber die Notwendigkeit gesprochen, da� wir uns mit Trevize befassen, diesem Erstfoundationisten. Dabei handelt es sich um eine wichtige politische Initiative, und falls die Sprecher meine Vorlage gelesen haben, d�rften sie im gro�en und ganzen gewu�t haben, woher der Wind weht. Aber wenn sie einhellig anderer Auffassung gewesen w�ren�� einhellig!��, h�tten Sie aus traditioneller Selbstbeschr�nkung die Sache nicht weiterverfolgen k�nnen. Mit der Unterst�tzung nur eines Sprechers jedoch h�tten Sie die vorgeschlagene neue Politik zur Ausf�hrung bringen k�nnen. <emphasis>Ich </emphasis>war der eine Sprecher, mit dessen R�ckhalt Sie rechnen konnten, wie jeder, der meine Vorlage gelesen hatte, ersehen konnte, und deshalb mu�te ich um jeden Preis von der Tafel ferngehalten werden. Fast hatte dieser Trick Erfolg, doch jetzt bin ich da, und ich unterst�tze den Ersten Sprecher. Ich teile seine Meinung, und in �bereinstimmung mit den traditionellen Regeln kann er bei der weiteren Verfolgung seiner politischen Linie die Bedenken der anderen elf Sprecher au�er acht lassen.�</p><p>Die Delarmi schlug mit der Faust auf die Tafel. �Die Implikation all dessen lautet, jemand habe vorher gewu�t, was der Erste Sprecher zu empfehlen beabsichtigt, und ebenso vorher gewu�t, da� Sprecher Gendibal ihm seinen R�ckhalt gibt, und da� der gesamte Rest nichts von allem gewu�t haben soll. Ferner impliziert es, diese Initiative sei dieser wahnhaften geheimen Organisation Sprecher Gendibals unangenehm, da� sie sich bem�he, sie zu sabotieren, da� einer oder mehrere von uns unter ihrer Kontrolle st�nden.�</p><p>�Diese Implikationen sind vorhanden�, stimmte Gendibal zu. �Ihre Analyse ist meisterhaft.�</p><p>�Wen beschuldigen Sie?� rief die Delarmi.</p><p>�Niemanden. Ich ersuche den Ersten Sprecher, alles weitere zu veranlassen. Es ist vollkommen klar, da� irgend jemand in unserer Organisation gegen uns arbeitet. Ich schlage vor, da� jeder, der f�r die Zweite Foundation t�tig ist, einer gr�ndlichen Mentalanalyse unterzogen wird. Jeder, auch die Sprecher selbst. Auch ich�� und ebenfalls der Erste Sprecher.�</p><p>Die Versammlung brach in gr��eren, chaotischeren Aufruhr aus, als je zuvor einer durch das Protokoll aufgezeichnet worden war.</p><p>Und nachdem der Erste Sprecher in diesem Sinne sein Einverst�ndnis bekanntgegeben hatte, verlie� Gendibal ohne ein Wort den Sitzungsraum und suchte sein Apartment auf. Er wu�te genau, da� er unter den Sprechern keinen Freund besa�; selbst der Beistand, den er vom Ersten Sprecher erhielt, konnte g�nstigstenfalls halbherzig sein.</p><p>Er besa� keine Klarheit dar�ber, ob er nur um sich selbst oder um die ganze Zweite Foundation f�rchtete, aber auf seiner Zunge lag bitter der Vorgeschmack drohenden Unheils.</p></section><section><title><p>27</p></title><p>Gendibal schlief schlecht. Im Wachen wie im Schlafen galten seine Gedanken und Tr�ume dem Streit mit Sprecherin Delora Delarmi. In einem Traumfetzen kam es zu einer Verwischung zwischen ihr und dem hamischen Farmer, so da� Gendibal sich von einer verzerrten Delarmi attackiert sah, die gegen ihn eine riesige Faust schwang und gleichzeitig ein s��liches L�cheln zeigte, das nadelspitze Z�hne entbl��te.</p><p>Als er schlie�lich erwachte�� sp�ter als gew�hnlich��, f�hlte er sich nicht ausgeruht, und von seinem Nachttisch ert�nte ged�mpftes Summen. Er w�lzte sich herum und dr�ckte die Taste.</p><p>�Ja? Was ist los?�</p><p>�Ein Besucher m�chte mit Ihnen reden, Sprecher.� Die Stimme geh�rte dem Hauswart und klang wesentlich weniger respektvoll als angebracht.</p><p>�Ein Besucher?� Gendibal rief seinen Terminplan ab, aber auf dem Bildschirm zeigte sich f�r den Vormittag kein einziger Termin. Er dr�ckte die Zeitanzeige; es war 8 Uhr 32. �Raum und Zeit�, fragte er verdrossen nach, �wer ist es denn?�</p><p>�Will keinen Namen nennen, Sprecher.� Man merkte dem Etagenwart sein Mi�fallen an. �Ein Hamer, Sprecher. Will aufgrund Ihrer Einladung hier sein.� Letzteres sagte er mit noch sp�rbarerer Mi�billigung.</p><p>�Er soll im Empfangsraum warten, bis ich nach unten komme. Es wird aber einige Zeit dauern.�</p><p>Gendibal beeilte sich nicht im mindesten. W�hrend seiner morgendlichen Verrichtungen blieb er in Gedanken versunken. Da� jemand sich der Hamer bediente, um ihm Schwierigkeiten zu machen, wirkte durchaus sinnvoll�� und er h�tte zu gern gewu�t, wer derjenige war. Doch was sollte es nun bedeuten, da� ein Hamer ihn an seinem Wohnsitz besuchte? Konnte es sich um irgendeine raffinierte Falle handeln?</p><p>Im Namen Seldons, wie konnte ein hamischer Farmer in die Universit�t gelangen? Welche Gr�nde hatte er f�r so etwas zu nennen? Was mochten seine wahren Beweggr�nde sein?</p><p>Einen fl�chtigen Moment lang �berlegte er, ob er sich bewaffnen solle. Fast augenblicklich entschied er sich dagegen, weil er auf nahezu geringsch�tzige Weise davon �berzeugt war, einen einzelnen Farmer, der sich in die Universit�t gewagt hatte, in Schach halten zu k�nnen, ohne sich dabei irgendeiner Gefahr auszusetzen, ohne mit unakzeptabler Nachhaltigkeit ein Hamer-Bewu�tsein beeinflussen zu m�ssen.</p><p>Gendibal gelangte zu der Auffassung, da� der gestrige Zwischenfall mit dem Farmer ihn viel zu stark beeindruckt hatte. War wom�glich derselbe Farmer sein unerwarteter Besucher? Vielleicht stand er nicht l�nger unter fremdem Einflu�, von wem oder was diese Einflu�nahme auch ausgehen mochte, und war nun gekommen, um sich f�r sein Benehmen bei Gendibal zu entschuldigen, aus Sorge, er k�nne andernfalls irgendwie bestraft werden. Aber woher sollte der Mann wissen, wohin er gehen mu�te? An wen er sich zu wenden hatte?</p><p>Entschlossen bog er um die Ecke des Korridors und betrat den Warteraum. Erstaunt blieb er stehen, dann wandte er sich an den Hauswart, der in seiner gl�sernen Kabine furchtbar gesch�ftig tat.</p><p>�Hauswart, Sie haben nicht erw�hnt, da� der Besucher eine Frau ist!�</p><p>�Ein Hamer, habe ich gesagt, Sprecher�, erwiderte der Hauswart ruhig. �Sie haben keine weitergehenden Fragen gestellt.�</p><p>�Minimalinformation, Hauswart? Mu� ich mir als eine Ihrer Eigenheiten merken.� (Und er mu�te nachpr�fen, ob der Hauswart sein Amt der Delarmi verdankte. Au�erdem empfahl es sich offenbar, von nun an genauer auf die Funktion�rchen zu achten, die ihn umgaben�� es fiel allzu leicht, sie von der H�he seiner noch neuen Sprecherschaft herab zu �bersehen, die �Unteren�.) �Sind irgendwelche Konferenzr�ume frei?�</p><p>�Nur Nummer Vier, Sprecher�, antwortete der Hauswart. �Er ist f�r drei Stunden frei.� Mit einem Ausdruck v�lliger Unschuld sah er erst die Hamerin an, dann Gendibal.</p><p>�Wir werden uns in Nummer Vier unterhalten, Hauswart, und ich rate Ihnen dringend, auf Ihre Gedanken zu achten.� Gendibal f�hrte einen unsanften mentalen Sto�, und der Hauswart erhob seine Abschirmung viel zu langsam. Gendibal wu�te sehr gut, da� es eigentlich unter seiner W�rde war, einen Untergebenen mit unterlegenem Verstand zu z�chtigen, aber eine Person, die nicht dazu imstande war, eine unerfreuliche Mutma�ung bez�glich eines Vorgesetzten f�r sich zu behalten, mu�te wenigstens lernen, sich nicht darin zu gefallen. Der Hauswart w�rde ein paar Stunden lang scheu�liche Kopfschmerzen haben, und die waren durchaus verdient.</p></section><section><title><p>28</p></title><p>Er konnte sich nicht sofort auf den Namen besinnen und befand sich auch keineswegs in der Stimmung, um in seinem Ged�chtnis ausgiebig danach zu suchen. Sie durfte wohl schwerlich erwarten, da� er sich erinnerte.</p><p>�Ich habe Ihren Namen vergessen�, sagte er m�rrisch.</p><p>�Ich bin Novi, Meister Forscher�, entgegnete sie, indem sie fast loskeuchte. �Mein Vornam is Sura, aber man ruft mir Novi.�</p><p>�Ja, richtig. Novi. Wir sind uns gestern begegnet. Ich entsinne mich. Ich habe keineswegs vergessen, da� Sie mir zu Hilfe gekommen sind.� Er brachte es nicht fertig, sich auf dem Gel�nde der Universit�t des Hamer-Dialekts zu bedienen. �Wie sind Sie hergelangt?�</p><p>�Meister, du hast sagt, ich k�nnt ein Brief schreiben. �Sprecherhaus, Apartment siebenundzwanzig� sollte drauf stehen, hast sagt. Nu bring ich ihm selber und zeig dich mein eigen Schrift drauf, Meister.� Sie sagte das mit einer Art von versch�mtem Stolz. ��F�r wem is das Schrieb?� fragen sie mir. �Ich hab geh�rt, wie du�s diesem ungehobelten Grobian gegeben hast, dem Rufirant.� Ich sag, is f�r Stor Gendibal, Meister Forscher.�</p><p>�Und man hat Sie durchgelassen, Novi? Wollte niemand den Brief sehen?�</p><p>�Ich hab mich gefierchtet. Ich dacht, vielleicht sind sie nich freundlich. �Forscher Gendibal hat mich versprochen, mich Forscherstadt zu zeigen�, hab ich sagt, und sie haben gel�chelt. Einer am Tor sagte zum anderen, �und das wird nich alles sein, was er ihr zeigt�. Und sie sagten, wie ich gehen mu�, und da� ich nich woanders gehen soll, sonst t�t ich gleich wieder rausfliegen.�</p><p>Gendibal err�tete ein wenig. Bei Seldon, falls er das Bed�rfnis nach hamischem Am�sement versp�rte, w�rde er wohl kaum so offen vorgehen, und seine Wahl fiele bestimmt etwas anspruchsvoller aus. Er betrachtete die Trantoranerin mit einem innerlichen Kopfsch�tteln.</p><p>Sie wirkte noch ziemlich jung; vielleicht war sie j�nger, als sie infolge der harten Arbeit aussah. Sie konnte nicht �lter als f�nfundzwanzig sein, ein Alter, in dem hamische Frauen normalerweise schon verheiratet waren. Sie trug ihr schwarzes Haar zu den Z�pfen geflochten, die sie als unverheiratet kennzeichneten�� sogar als Jungfrau auswiesen��, und das �berraschte ihn keineswegs. Wie sie gestern mit dem Kerl namens Rufirant umgesprungen war, enth�llte ein bedeutendes Talent zum Zankteufel, und er bezweifelte, da� sich ohne weiteres ein Hamer finden lie�, der sich es zutraute, es sowohl mit ihrer losen Zunge wie auch ihrer anscheinend lockeren Faust aufzunehmen. Auch ihre Erscheinung war nicht besonders attraktiv. Obwohl sie sich allerlei M�he gegeben hatte, pr�sentabel auszusehen, blieb ihr Gesicht doch kantig und schlicht, ihre H�nde waren unver�ndert rot und knubblig. Was er von ihrer Figur sehen konnte, machte den Eindruck, als sei sie weniger zur Anmut als zur Belastungsf�higkeit geschaffen.</p><p>Unter seiner aufmerksamen Musterung begann ihre Unterlippe zu zittern. Er vermochte ihre Verlegenheit und �ngstlichkeit deutlich zu sp�ren und empfand Mitleid. Aber sie war ihm gestern wirklich eine gro�e Hilfe gewesen, und das war ein Umstand, der z�hlte.</p><p>�So, und nun sind Sie also gekommen�, sagte er in einem Versuch, sich sowohl geistreich wie auch bes�nftigend zu �u�ern, �um sich� �h� die Forscherstadt anzuschauen?�</p><p>Sie �ffnete weit ihre dunklen Augen, die andererseits sehr reizend aussahen. �Meister�, sagte sie, �sei nich sauer mit mich, aber ich komm, um selber Forscherin zu werden.�</p><p>�Sie m�chten <emphasis>Forscherin </emphasis>werden?!� Gendibal f�hlte sich wie vor den Kopf geschlagen. �Liebe Frau��</p><p>Er verstummte. Bei Trantor, wie sollte er einer total ungebildeten Person von Farmerin erl�utern, welchen Intelligenzgrad, was f�r eine Ausbildung und welche geistige Kraft es erforderte, das zu werden, was Trantoraner einen �Forscher� nannten?</p><p>Aber Sura Novi begann schon heftig Erkl�rungen abzugeben. �Ich kann schreiben und lesen. Ich hab auch schon ganze Biecher von vorn bis hinten gelesen. Und ich <emphasis>will </emphasis>Forscherin werden. Ich will kein Farmersfrau sein. Ich bin nich f�r �ne Farm. Ich will kein Farmer heiraten und kein Farmerkinder kriegen.� Sie hob stolz den Kopf. �Ich bin gefragt worden. Vielmals. �Nee�, sag ich immer. H�flich bin ich, aber ich bleib bei Nee.�</p><p>Gendibal erkannte klar genug, da� sie log. Niemand hatte sie gefragt; aber er lie� es dabei bewenden. �Was wollen Sie mit Ihrem Leben anfangen�, erkundigte er sich, �wenn Sie nicht heiraten?�</p><p>Sura Novi schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. �Ich will Forscherin sein. Ich will <emphasis>kein </emphasis>Farmersfrau sein.�</p><p>�Und falls ich keine Forscherin aus Ihnen machen kann?�</p><p>�Dann bin ich nix und wart auf �n Tod. Wenn ich kein Forscherin sein kann, will ich im Leben halt gar nix sein.�</p><empty-line/><p>Einen Moment lang versp�rte Gendibal den Wunsch, ihr Bewu�tsein nach den inneren Beweggr�nden ihrer Motivation zu durchsuchen, aber das w�re ein Fehlverhalten gewesen. Man wurde nicht Sprecher, um nach Lust und Laune im Geist anderer Leute umherzust�bern, die dagegen hilflos waren. Die Mentalik hatte ihren Kodex, genau wie jede andere organisierte T�tigkeit. Oder jedenfalls sollte es so sein. (Er bedauerte es pl�tzlich, dem Hauswart einen Denkzettel verpa�t zu haben.)</p><p>�Warum denn <emphasis>nicht </emphasis>Farmersfrau, Novi?� meinte er. Mit einer kleinen Manipulation war er dazu imstande, ihr Zufriedenheit mit einem solchen Dasein zu suggerieren, und ebenso w�rde er irgendeinen hamischen Schlingel dahingehend manipulieren k�nnen, da� er sie mit dem gr��ten Vergn�gen heiratete�� und sie konnte er dazu bringen, gl�cklich zu sein ihn zu heiraten. Er erwiese allen Beteiligten damit einen gro�en Gefallen. Aber so etwas war gegen die Prinzipien und undenkbar.</p><p>�Ich <emphasis>will </emphasis>nich�, antwortete sie. �Ein Farmer is ein Erdwiehler. Er arbeitet mit Erdklumpen, und er wird zum Erdklumpen. Wenn ich Farmersfrau bin, hab ich kein Zeit zum Lesen und Schreiben und verge� alles. Mein Kopf���� sie legte eine Hand an die Schl�fe�� �wird stumpf und mies. Nee! Ein Forscher is anders. Macht sich viel Gedanken.� (Damit meinte sie, bemerkte Gendibal, die Intelligenz, nicht etwa blo�e Gr�blerei.)</p><p>�Ein Forscher�, f�gte sie hinzu, �lebt mit Biechern und� und mit� Ich hab vergessen, was das Nam is.� Sie vollf�hrte eine Geste, die anscheinend irgendein vages Tun andeuten sollte; ohne ihre aufschlu�reichen mentalen Schwingungen h�tte er nicht verstehen k�nnen, was sie zu bedeuten hatte.</p><p>�Mikrofilme�, sagte er. �Woher kennen Sie Mikrofilme?�</p><p>�In Biechern les ich von vielem�, erwiderte sie voller Stolz.</p><p>Gendibal vermochte den Wunsch, mehr �ber sie zu erfahren, nicht l�nger zu unterdr�cken. Sie war f�r einen Hamer h�chst ungew�hnlich; von so einem Fall hatte er noch nie geh�rt. Die Zweite Foundation rekrutierte unter den Hamer nicht; aber w�re Sura Novi jetzt erst zehn Jahre alt�</p><p>Was f�r ein Jammer! Er beabsichtigte nicht, irgendwie auf sie einzuwirken, nicht im geringsten; aber welchen Nutzen hatte es denn, Sprecher sein, wenn man nicht die M�glichkeit wahrnahm, einen au�ergew�hnlichen Geist zu begutachten und daraus etwas zu lernen?</p><p>�Novi�, sagte er, �ich m�chte, da� Sie sich f�r einen Moment dort hinsetzen. Bleiben Sie ganz ruhig. Sprechen Sie nicht. Denken Sie erst gar nicht daran, irgend etwas zu sagen. Denken Sie nur ans Einschlafen. Haben Sie verstanden?�</p><p>Sofort war sie wieder furchtsam. �Warum mu� ich das tun, Meister?�</p><p>�Weil ich dar�ber nachzudenken w�nsche, wie Sie eine Forscherin werden k�nnten.�</p><p>Ganz egal, was sie gelesen haben mochte, sie konnte keinesfalls eine Ahnung davon besitzen, was es wirklich hie�, eine �Forscherin� zu sein. Deshalb war es erforderlich, da� er herausfand, f�r was sie einen Forscher eigentlich <emphasis>hielt.</emphasis></p><p>Sehr vorsichtig und mit unendlicher Feinf�hligkeit untersuchte er ihren Geist, tastete nach dem, was er suchte, ohne irgend etwas tats�chlich anzutasten�� so wie man eine Hand auf eine blanke Metallfl�che senken mag, ohne Fingerabdr�cke zu hinterlassen. F�r sie war ein Forscher jemand, der dauernd B�cher las. Sie hatte nicht die leiseste Vorstellung, warum es sich �berhaupt lohnte, B�cher zu lesen.</p><p>Eine �Forscherin� zu sein, das hie� f�r sie, die gleiche Arbeit wie bisher zu verrichten�� ihr Verstand enthielt ein deutliches Bild von den Dingen, mit denen sie sich auskannte: Besorgungen machen, Gegenst�nde schleppen, Kochen, Putzen, Anweisungen befolgen��, aber in der Universit�t, wo es jede Menge B�cher gab und wo sie (nach ihren Erwartungen) die Zeit finden w�rde, sie zu lesen und dadurch auf vage Weise �gelehrt� zu werden.</p><p>Worauf alles hinauslief, war nichts anderes, als da� sie eine Dienerin werden wollte; <emphasis>seine </emphasis>Dienerin, Gendibals Dienerin.</p><p>Gendibal schnitt ein finsteres Gesicht. Eine hamische Dienerin, dazu eine, die schlicht war, ohne Anmut, ungebildet, mit M�he und Not lesen und schreiben konnte. Unvorstellbar.</p><p>Er mu�te sie ganz einfach loswerden. Sicherlich gab es einen gangbaren Weg, um ihre W�nsche in herk�mmlichere Bahnen zu lenken und sie mit dem Dasein einer Farmerin zufrieden zu machen, irgendeine Methode, die keine Spuren zur�cklie�, �ber die sich die Delarmi folglich nicht beschweren konnte.</p><p>Oder hatte etwa die Delarmi sie geschickt? War das alles ein gerissener Plan, um ihn zur Beeinflussung eines Hamer-Bewu�tseins zu verleiten, ihn dann anzuprangern und anzuklagen?</p><p>Lachhaft! Er schwebte wirklich in der Gefahr, paranoid zu werden. Er brauchte nur irgendwo in den simplen Ver�stelungen ihres unkomplizierten, unber�hrten Gem�ts eine winzigkleine Anpassung vorzunehmen, ein Rinnsal mentaler Str�me umzuleiten.</p><p>Dergleichen verstie� gegen den Buchstaben des Gesetzes, aber konnte keinen Schaden anrichten, und niemand w�rde es je bemerken.</p><p>Er verharrte.</p><p>Zur�ck. Zur�ck. Zur�ck.</p><p>Raum und Zeit! Fast h�tte er es �bersehen!</p><p>War er das Opfer eines Irrtums?</p><p>Nein! Nachdem er darauf aufmerksam geworden war, vermochte er die Unregelm��igkeit klar zu erkennen. Eine ganz winzige Ver�stelung wies eine Abweichung auf�� eine anomale Ver�nderung. Von welcher delikaten Natur sie war, wie frei von allen auff�lligen Nebenerscheinungen!</p><p>Gendibal zog sich aus Sura Novis Bewu�tsein zur�ck. �Novi?� sprach er sie leise an.</p><p>Ihr Blick gewann seinen Fokus wieder. �Ja, Meister?� antwortete sie.</p><p>�Sie d�rfen mit mir arbeiten�, sagte Gendibal. �Ich werde Sie zu einer Forscherin machen��</p><p>�Meister�!� begann sie erfreut, und ihre Augen blitzten auf.</p><p>Er sah es im gleichen Moment voraus�� sie wollte sich ihm zu F��en werfen. Er legte seine H�nde auf ihre Schultern und stemmte sich nachdr�cklich gegen sie. �R�hren Sie sich nicht von der Stelle, Novi! Bleiben Sie stehen. Stehenbleiben!�</p><p>Er h�tte ebensogut zu einem erst halb dressierten Tier reden k�nnen. Als er sah, da� seine Anordnung zu ihr durchgedrungen war, lie� er sie los. Er hatte die H�rte der Muskeln an ihren Oberarmen gesp�rt.</p><p>�Wenn Sie eine Forscherin werden wollen�, sagte er, �m�ssen Sie sich auch wie eine benehmen. Das hei�t, Sie m�ssen immer die Ruhe bewahren, stets leise reden, immer tun, was ich Ihnen sage. Und Sie m�ssen zu lernen versuchen, so zu sprechen, wie ich spreche. Sie werden auch mit anderen Forschem Umgang pflegen m�ssen. F�rchten Sie sich?�</p><p>�Wenn du bei mich bist, Meister, werd ich mir nich fierchten� f�rchten.�</p><p>�Ich werde dabei sein. Aber zuerst einmal� Ich mu� Ihnen ein Apartment besorgen, man mu� Ihnen einen Waschraum zuweisen, Sie brauchen einen Platz im Speisesaal, neue Kleidung mu� her. Sie m�ssen Kleidung tragen, die besser zu einer Forscherin pa�t, Novi.�</p><p>�Das hier is alles, was ich��, begann sie kummervoll.</p><p>�Wir verschaffen Ihnen andere Sachen.�</p><p>Er mu�te eine Frau damit beauftragen, Novi neue Kleider zu besorgen, und ebenso mu�te jemand weiblichen Geschlechts dieser Hamerin die Grundlagen der k�rperlichen Hygiene vermitteln. Obwohl die Kleidungsst�cke, die sie trug, wahrscheinlich ihre besten waren, und obwohl sie sich offenbar ein bi�chen herausgeputzt hatte, haftete ihr nach wie vor ein merklicher Geruch an, der ein wenig unangenehm war.</p><p>Und er mu�te sich bem�hen, das Verh�ltnis zwischen ihnen klar ersichtlich zu machen. Es handelte sich dabei, da� M�nner (und auch Frauen) der Zweiten Foundation bisweilen zum pers�nlichen Vergn�gen Freundschaften mit Hamern schlossen, um ein allbekanntes, offenes Geheimnis. Solange es dabei zu keinen Beeintr�chtigungen eines Hamer-Bewu�tseins kam, fiel es niemandem nur im Traum ein, deswegen Aufhebens zu machen. Gendibal selbst hatte sich auf so etwas noch nie eingelassen, und er f�hlte sich im allgemeinen recht wohl mit der Annahme, da� es sich so verhielt, weil er kein Bed�rfnis nach herberer oder gepfefferterer Sexualit�t versp�rte, als man sie an der Universit�t trieb. Im Vergleich mit den Hamerinnen mochten die Frauen der Zweiten Foundation bl��liche Pers�nchen sein, aber sie waren sauber, und ihre Haut war glatt und geschmeidig.</p><p>Doch selbst wenn man die Angelegenheit mi�verstand, falls man �ber Sprecher Gendibal, der sich nicht nur f�r eine Hamerin interessierte, sondern sie sogar ins Haus holte, geringsch�tzig die Nase r�mpfen sollte�� er w�rde sich daran gew�hnen m�ssen, die Peinlichkeiten zu ertragen. Nach dem Stand der Dinge war diese Farmerin mit Namen Sura Novi in dem bevorstehenden Duell mit Sprecherin Delarmi der Schl�ssel zu seinem Sieg �ber die ganze restliche Tafel der Sprecher.</p></section><section><title><p>29</p></title><p>Gendibal sah Sura Novi erst nach dem Mittagessen wieder, als sie zu ihm kam, gebracht von der Frau, der er die Situation mit endlosen Darlegungen ausf�hrlich erkl�rt hatte�� wenigstens den nichtsexuellen Charakter der Situation. Sie hatte vollauf verstanden�� oder zumindest sich keine Anzeichen irgendeines Mi�verstehens anmerken lassen, und das war vielleicht genauso gut.</p><p>Nun stand Sura Novi gleicherma�en ke�, verlegen, stolz und voller Triumph vor ihm�� alles gleichzeitig in �u�erst widerspr�chlicher Mischung.</p><p>�Sie sehen sehr� oh� nett aus, Novi�, sagte er.</p><p>Die Kleidung, die man ihr zum Anziehen gegeben hatte, pa�te ihr bemerkenswert gut, und ohne Frage sah sie jedenfalls keineswegs l�cherlich aus. Hatte man ihre Taille eingeschn�rt? Ihre Br�ste gehoben? Oder war beides zuvor nur aufgrund ihrer schlichten Farmerklamotten nicht erkennbar gewesen?</p><p>Ihr Ges�� war augenf�llig, aber nicht auf unerfreuliche Weise. Ihr Gesicht war nat�rlich noch immer fad, aber wenn die Br�une, die vom vielen Aufenthalt im Freien stammte, erst einmal verbla�t war, und sie gelernt hatte, ihre Haut zu pflegen, w�rde es vermutlich nicht mehr rundheraus h��lich aussehen.</p><p>Beim Alten Imperium, die Frau <emphasis>hatte </emphasis>gedacht, Novi solle seine Geliebte werden. Sie hatte versucht, sie f�r ihn ein wenig anzuh�bschen.</p><p>Und dann dachte er: Na, und warum nicht?</p><p>Sura Novi mu�te sich vor der Tafel der Sprecher blicken lassen, und je attraktiver sie wirkte, um so leichter w�rde alles ablaufen.</p><p>W�hrend er das �berlegte, erreichte ihn ein mentaler Ruf des Ersten Sprechers. Es geschah mit einer Selbstverst�ndlichkeit, wie sie nur in einer ausgepr�gt mentalen Gesellschaft der Fall sein konnte. Man nannte so etwas mehr oder weniger offiziell �Koinzidenzeffekt�. Wenn jemand vage an einen anderen denkt, der im selben Augenblick vage an ihn denkt, entsteht eine wechselseitige, sich gegenseitig verst�rkende Stimulation, die binnen Sekunden diese beiden Gedanken sch�rft, verdeutlicht und allem Anschein nach auch gleichrichtet.</p><p>Dieses Ph�nomen kann ein verbl�ffendes Erlebnis sein, auch f�r jemanden, der es intellektuell versteht, vor allem, wenn der vorangehende vage Gedanke�� auf der einen oder anderen Seite (oder beiderseits)�� so schwach ist, da� er keinen bewu�ten Effekt haben d�rfte.</p><p>�Heute abend habe ich leider keine Zeit f�r Sie, Novi�, sagte Gendibal. �Ich habe dringende Forscheraufgaben zu erledigen. Ich zeige Ihnen Ihr Apartment. Dort finden Sie B�cher und k�nnen sich im Lesen �ben. Ich werde Ihnen erkl�ren, wie Sie die Sprechverbindung benutzen, falls jemand Ihnen bei irgend was helfen soll. Und morgen sehen wir uns wieder.�</p></section><section><title><p>30</p></title><p>�Erster Sprecher?� sagte Gendibal h�flich.</p><p>Shandess nickte lediglich. Er sah gr�mlich aus, und man sah ihm alle seine Jahre an. Er wirkte, als sei er ein Mann, der nicht trank, aber eigentlich ganz gut einen anst�ndigen Drink gebrauchen k�nnte. �Ich habe Sie gerufen��, begann er schlie�lich.</p><p>�Nicht durch einen Boten, sondern per Direktruf. Daraus schlu�folgere ich, da� es sich um eine h�chst wichtige Sache handelt.�</p><p>�Das stimmt. Ihr Mann da� dieser Erstfoundationist� Trevize��</p><p>�Ja?�</p><p>�Er kommt <emphasis>nicht </emphasis>nach Trantor.�</p><p>Gendibal zeigte keine �berraschung. �Warum sollte er? Die uns zugegangene Information hat besagt, er sei mit einem Professor der Vorgeschichte aufgebrochen, um mit ihm die Erde zu suchen.�</p><p>�Ja, den legend�ren Planeten des Ursprungs. Und deshalb sollte eigentlich fest damit zu rechnen gewesen sein, da� er nach Trantor kommt. Denn wei� etwa der Professor, wo die Erde zu finden ist? Wissen Sie�s? Wei� ich es? K�nnen wir sicher sein, da� sie �berhaupt existiert, je existiert hat? Man h�tte erwarten d�rfen, da� sie die hiesige Bibliothek aufsuchen, um an entsprechende Informationen zu gelangen�� falls sich jemand �berhaupt von irgendwo derartige Informationen erhoffen kann. Bis jetzt habe ich die Situation nicht als kritisch empfunden�� ich bin davon ausgegangen, da� der Erstfoundationist nach Trantor kommt und wir von ihm erfahren k�nnen, was wir wissen m�ssen.�</p><p>�Genau das wird der Grund sein, warum man nicht zul��t, da� er kommt.�</p><p>�Aber <emphasis>wohin </emphasis>fliegt er denn?�</p><p>�Haben wir das noch nicht herausgefunden?�</p><p>�Diesbez�gliche Nachricht steht noch aus. Das alles regt Sie anscheinend�� (und diese Bemerkung machte der Erste Sprecher ziemlich gereizt) �nicht besonders auf.�</p><p>�Ich frage mich�, antwortete Gendibal, �ob�s so nicht sogar besser ist. Sie h�tten es lieber gesehen, da� er nach Trantor kommt, damit wir ihn in sicherer Reichweite haben und als Informationsquelle benutzen k�nnen. Aber wird er sich nicht als Quelle viel wichtigerer Informationen erweisen, auch Informationen �ber erheblich wichtigere Personen als ihn, wenn er geht, wohin er will, und treibt, was ihm pa�t�� vorausgesetzt, wir verlieren ihn nicht aus den Augen?�</p><p>�Das ist mir zu wenig�, entgegnete der Erste Sprecher. �Sie haben mich davon �berzeugt, da� dieser neue Feind unserer Organisation existiert, und ich finde keine Ruhe mehr. Schlimmer noch, ich bin zu der �berzeugung gelangt, da� wir diesen Trevize haben m�ssen, oder wir werden alles verlieren. Ich werde das Gef�hl nicht los, da� er�� er und nichts anderes�� der Schl�ssel ist.�</p><p>�Was auch geschieht, wir werden nicht unterliegen, Erster Sprecher�, versicherte Gendibal eindringlich. �So etwas w�re m�glich gewesen, h�tten diese �Anti-F�chse�, um nochmals Ihren Ausdruck zu gebrauchen, weiterhin in unserer Mitte ungest�rt ihre L�cher gegraben. Aber jetzt wissen wir, da� es sie gibt. Wir sind nicht l�nger blind. Auf der n�chsten Sitzung der Tafel der Sprecher k�nnen wir, wenn wir zusammenarbeiten, den Gegenangriff einleiten.�</p><empty-line/><p>�Es war nicht der Fall Trevize�, sagte der Erste Sprecher, �weshalb ich Sie mit einem Direktruf herbeordert habe. Ich bin lediglich, weil ich in dieser unerwarteten Entwicklung einen pers�nlichen Fehlschlag sehe, zuerst darauf zu sprechen gekommen. Ich habe diesen Aspekt der Situation fehlanalysiert. Aber es war falsch, pers�nlichen �rger �ber die allgemeine Politik zu stellen, und ich bitte um Entschuldigung. Etwas anderes hat sich ergeben.�</p><p>�Eine noch ernstere Sache, Erster Sprecher?�</p><p>�Weit ernster, Sprecher Gendibal.� Der Erste Sprecher seufzte und trommelte mit den Fingern auf der Tischplatte, w�hrend Gendibal geduldig davor stand und wartete.</p><p>�Es handelt sich�, sagte der Erste Sprecher schlie�lich auf l�ssige Weise, als wolle er dadurch den Schock lindern, �um eine Sondersitzung der Tafel der Sprecher, initiiert durch Sprecherin Delarmi��</p><p>�Ohne Ihre Zustimmung, Erster Sprecher?�</p><p>�F�r das, worauf�s ihr ankam, brauchte sie nur die Zustimmung von drei anderen Sprechern, mich ausgeschlossen. Die Sondersitzung hat stattgefunden, Sprecher Gendibal, und es ist eine Anklage gegen Sie erhoben worden. Sie werden beschuldigt, der Position eines Sprechers unw�rdig zu sein, und man verlangt, Sie Ihres Postens zu entheben. Das ist das erste Mal seit �ber drei Jahrhunderten, da� gegen einen Sprecher eine solche Anklage erhoben wird, und��</p><p>�Sie haben doch sicherlich nicht f�r die Anklage gestimmt?� fragte Gendibal, der alle Regungen des Zorns zu unterdr�cken versuchte.</p><p>�Nat�rlich nicht, aber ich stand damit allein. Der Rest der Versammlung war einhelliger Meinung, und die Abstimmung fiel elf zu eins f�r die Anklage aus. Die vorgeschriebene Stimmenzahl f�r eine Anklage ist, wie Sie wissen, acht Stimmen einschlie�lich der Stimme des Ersten Sprechers, oder elf ohne seine.�</p><p>�Aber ich war nicht anwesend.�</p><p>�Sie h�tten ohnehin nicht abstimmen d�rfen.�</p><p>�Aber ich h�tte mich verteidigen k�nnen.�</p><p>�In der Phase des Verfahrens ist das noch nicht statthaft. Die M�glichkeit zur Verteidigung erhalten Sie w�hrend der Verhandlung, die nat�rlich so bald wie m�glich stattfinden wird.�</p><p>Nachdenklich senkte Gendibal den Kopf. �Diese Angelegenheit bereitet mir keine allzu gro�e Sorge, Erster Sprecher�, sagte er dann. �Ihr anf�nglicher Instinkt war richtig, glaube ich. Der Fall Trevize hat Vorrang. Darf ich vorschlagen, da� Sie die Verhandlung mit dieser Begr�ndung aufschieben?�</p><p>Der Erste Sprecher hob eine Hand. �Ich mach�s Ihnen nicht zum Vorwurf, wenn Sie den Ernst der Lage nicht voll verstehen, Sprecher. Eine Anklage zwecks Amtsenthebung kommt so selten vor, da� selbst ich mich erst einmal wieder �ber die Verfahrensfragen informieren mu�te. Es ist so, da� nichts Vorrang hat. Wir sind dazu verpflichtet, die Verhandlung schnellstens durchzuf�hren, unter Aufschub buchst�blich alles anderen.�</p><p>Gendibal stemmte seine F�uste auf den Tisch und beugte sich vor, zum Ersten Sprecher hinab. �Das ist doch nicht Ihr Ernst!�</p><p>�Das Gesetz schreibt es so vor.�</p><p>�Man kann doch nicht dulden, da� das Gesetz der Bek�mpfung einer eindeutig erkannten, akuten Gefahr im Wege steht.�</p><p>�F�r die Tafel der Sprecher sind <emphasis>Sie </emphasis>die erkannte, akute Gefahr, Sprecher Gendibal� Nein, nein, h�ren Sie mir zu! Das betreffende Gesetz beruht auf der Annahme, da� nichts wichtiger sein kann als das sofortige Eingreifen im Falle der M�glichkeit, unter den Sprechern k�nnte sich Korruption oder der Mi�brauch von Macht breitmachen.�</p><p>�Aber ich bin weder des einen schuldig noch des anderen, Erster Sprecher, das wissen Sie sehr gut. Hier dreht�s sich um einen pers�nlichen Racheakt von Sprecherin Delarmi. Wenn Machtmi�brauch vorliegt, dann zweifelsfrei ihrerseits. Mein Verbrechen besteht blo� daraus, da� ich mich nie bem�ht habe, mich beliebt zu machen�� das gebe ich gerne zu��, und da� ich nie viel Aufmerksamkeit f�r Narren �brig gehabt habe, die alt genug sind, um senil zu sein, aber noch jung genug, um Macht zu besitzen.�</p><p>�So wie ich, Sprecher?�</p><p>Gendibal seufzte. �Da sehen Sie�s, wieder habe ich nicht aufgepa�t! Ich beziehe mich keineswegs auf Sie, Erster Sprecher. Na sch�n, dann wollen wir die Verhandlung wenigstens <emphasis>sofort </emphasis>durchziehen. Schon morgen. Noch besser w�r�s heute. Wir sollten diesen Bl�dsinn hinter uns bringen und uns dann mit dem Fall Trevize befassen. Wir k�nnen es nicht wagen, zu warten.�</p><p>�Sprecher Gendibal�, sagte der Erste Sprecher, �ich glaube, Sie begreifen die Lage wirklich nicht. Es sind schon fr�her solche Anklagen beschlossen worden�� nicht viele, nur zwei. Keine davon hat tats�chlich zu einer Amtsenthebung gef�hrt. Bei Ihnen jedoch ist eine Absetzung unabwendbar. Danach werden Sie kein Mitglied an der Tafel der Sprecher mehr sein und in der offiziellen Politik nichts mehr zu sagen haben. Sie werden nicht einmal mehr das Stimmrecht in der Allgemeinen Jahresversammlung aus�ben d�rfen.�</p><p>�Und Sie wollen nichts dagegen unternehmen?�</p><p>�Ich kann nicht. Man w�rde mich einm�tig �berstimmen, und ich w�re zum R�cktritt gezwungen, und das w�rden so manche Sprecher nur zu gerne sehen.�</p><p>�Und die Delarmi w�rde zum Ersten Sprecher aufsteigen?�</p><p>�Das ist recht wahrscheinlich.�</p><p>�Aber das darf auf keinen Fall geschehen!�</p><p>�Richtig! Eben aus diesem Grund mu� ich f�r Ihre Amtsenthebung stimmen.�</p><p>Gendibal holte tief Luft. �Trotzdem verlange ich eine umgehende Verhandlung.�</p><p>�Sie brauchen Zeit, um sich auf Ihre Verteidigung vorzubereiten.�</p><p>�Was f�r eine Verteidigung? Man wird ohnehin keiner Verteidigung irgendwelche Beachtung schenken. Ich bestehe auf sofortiger Verhandlung!�</p><p>�Die Tafel braucht Zeit, um die <emphasis>Anklage </emphasis>vorzubereiten.�</p><p>�So eine Vorbereitung ist unn�tig, und es wird keine stattfinden. Insgeheim haben diese Leute mich l�ngst verurteilt, <emphasis>und </emphasis>mehr halten sie nicht f�r erforderlich. Es ist doch eine Tatsache, da� sie selbst mich lieber morgen als �bermorgen abgeurteilt s�hen, lieber heute als morgen. Tun Sie Ihnen den Gefallen!�</p><p>Der Erste Sprecher stand auf. �ber den Tisch hinweg musterten sich die beiden M�nner. �Weshalb haben Sie�s so eilig?� wollte der Erste Sprecher erfahren.</p><p>�Der Fall Trevize kann nicht warten.�</p><p>�Sobald Sie des Amtes enthoben sind und ich mich gegen�ber dem ganzen Rest der Tafel in stark geschw�chter Position befinde, was sollte dann noch zu erreichen sein?�</p><p>�Machen Sie sich keine Sorgen�, erwiderte Gendibal. �Trotz allem wird es nicht gelingen, mich zu verurteilen.�</p></section></section><section><title><p>Neuntes Kapitel</p><p>Hyperraum</p></title><section><title><p>31</p></title><p>�Sind Sie bereit, Janov?� fragte Trevize.</p><p>Pelorat schaute aus dem Buch auf, in dem er las. �Sie meinen, f�r den Sprung, mein Bester?� vergewisserte er sich.</p><p>�F�r den Hyperraumsprung, ja.�</p><p>Pelorat schluckte. �Ich bin mir nicht sicher, ob mir nicht doch ziemlich mulmig zumute ist. Ich wei�, es ist dumm von mir, beunruhigt zu sein, aber die Vorstellung, in k�rperlose Tachyonen verwandelt zu werden, die noch nie jemand gesehen oder gemessen hat, ist mir��</p><p>�H�ren Sie auf, Janov, es kann gar nichts schiefgehen. Mein Wort drauf! Der Hypersprung ist seit zwanzigtausend Jahren gebr�uchlich, und ich habe nie von einem Unfall im Hyperraum geh�rt. Man kann den Hyperraum in einer gef�hrlichen Gegend verlassen, ja, richtig, aber dann ereignet sich ein eventuelles Ungl�ck im Normalraum, nicht w�hrend wir aus Tachyonen bestehen.�</p><p>�Ein schwacher Trost, finde ich.�</p><p>�Wir werden keinen Fehlsprung machen. Um ehrlich zu sein, ich habe daran gedacht, den Sprung durchzuf�hren, ohne Ihnen �berhaupt etwas zu sagen, so da� Sie nichts gemerkt h�tten. Aber ich hatte das Gef�hl, es sei besser, Sie erleben�s bewu�t mit, damit Sie sehen, da� dieser Vorgang v�llig unproblematisch ist, und in Zukunft gar nicht weiter darauf achten.�</p><p>�Naja��, meinte Pelorat voller Zweifel. �Vermutlich haben Sie recht, aber ehrlich gesagt, ich hab�s nicht eilig.�</p><p>�Ich versichere Ihnen��</p><p>�Nein, nein, mein Bester. Ich nehme Ihnen alle Ihre Versicherungen vorbehaltlos ab. Blo�, ich� Haben Sie jemals �Santerestil Matt� gelesen?�</p><p>�Nat�rlich. Ich bin nicht v�llig ungebildet.�</p><p>�Sicherlich. Sicherlich. Ich h�tte nicht fragen sollen. Erinnern Sie sich noch daran?�</p><p>�Ich leide auch nicht an Ged�chtnisschw�che.�</p><p>�Anscheinend habe ich wirklich ein Talent zum Anecken. Alles, was ich sagen wollte, ist eigentlich nur, ich mu� immer wieder an die Szenen denken, als Santerestil und sein Freund Ban gerade vom Planeten 17 entkommen sind und sich im Weltraum verirrt haben. Ich meine, ich denke an diese nahezu hypnotisch faszinierenden Szenen zwischen den Sternen, wie sie in tiefem Schweigen tr�ge dahinschweben, inmitten von Unver�nderlichkeit, mitten in� Wissen Sie, ich hab�s nie richtig geglaubt. Es hat mir gefallen, ich war davon ger�hrt, aber geglaubt habe ich�s nicht. Aber jetzt, nachdem ich mich daran gew�hnt habe, im Weltraum zu sein, das alles selbst <emphasis>erlebe </emphasis>und� Sehen Sie, es ist albern von mir, aber� am liebsten h�tte ich�s nie wieder anders. Mir ist, als w�re ich Santerestil��</p><p>�Und ich Ban�, sagte Trevize mit andeutungsweiser Ungeduld.</p><p>�Gewisserma�en, ja. Die paar verstreuten, schwachen Sterne da drau�en bleiben bewegungslos, ausgenommen unsere Sonne, nat�rlich, die zur�ckf�llt, schrumpft, aber wir k�nnen davon nichts sehen. Die Galaxis bewahrt unver�ndert ihren tr�ben majest�tischen Glanz. Der Weltraum ist still, und ich habe keinerlei Zerstreuung��</p><p>�Au�er mir.�</p><p>�Au�er Ihnen. Aber mit Ihnen �ber die Erde zu plaudern, Golan, Ihnen ein bi�chen pr�historische Geschichte zu vermitteln, das ist mir auch eine Art von Vergn�gen, mein Bester. Auch das m�chte ich nicht so bald wieder vermissen.�</p><p>�Dazu wird�s auch nicht kommen. Jedenfalls nicht bald. Sie nehmen doch wohl nicht an, wir f�hren den Sprung durch und landen sofort auf der Oberfl�che eines Planeten, oder? Der Hypersprung beansprucht zwar keine me�bare Zeitspanne, aber wir werden uns danach noch immer im All befinden. Es kann noch gut eine Woche dauern, bis wir tats�chlich landen, also bleiben Sie ganz locker.�</p><p>�Sie meinen doch nicht, auf Gaia landen? Nach dem Hypersprung werden wir kaum irgendwo in der N�he von Gaia sein.�</p><p>�Das wei� ich, Janov, aber wir werden im richtigen Sektor angelangt sein, falls Ihre Informationen stimmen. Falls nicht, tja, dann��</p><p>Mi�mutig sch�ttelte Pelorat den Kopf. �Was soll�s uns helfen, im richtigen Sektor zu sein, solange wir Gaias Koordinaten nicht kennen?�</p><p>�Janov, stellen Sie sich mal vor, Sie sind auf Terminus�, sagte Trevize, �und m�chten nach Argyropol, wissen aber nicht mehr, als da� diese Ortschaft sich irgendwo an der Landenge befindet. Sobald Sie an der Landenge sind, was w�rden Sie dann tun?�</p><p>Vorsichtig z�gerte Pelorat, anscheinend aufgrund der Auffassung, von ihm werde eine unerh�rt kluge Antwort erwartet. Doch schlie�lich gab er auf. �Ich glaube�, sagte er, �ich w�rde ganz einfach irgend jemand fragen.�</p><p><emphasis>�Genau!</emphasis> Was denn sonst? Also, sind Sie bereit?�</p><p>�Sie meinen, <emphasis>jetzt?� </emphasis>Pelorat raffte sich hoch, seine gew�hnlich gelassen-ausdruckslosen Gesichtsz�ge nahmen einen Ausdruck von Besorgnis an, soweit sie es vermochten. �Was soll ich denn machen? Sitzen? Stehen? Oder was?�</p><p>�Raum und Zeit, Pelorat, Sie sollen �berhaupt nichts tun. Kommen Sie mit in meine Kabine, damit ich mich an den Computer setzen kann, und Sie k�nnen sich hinsetzen, Sie d�rfen auch stehen, von mir aus k�nnen Sie auch Rad schlagen�� tun Sie, wobei Sie sich am wohlsten f�hlen. Ich schlage vor, Sie nehmen vorm Bildschirm Platz und schauen zu. Es wird sicher interessant. Kommen Sie!�</p><p>Sie durchquerten den kurzen Korridor zu Trevizes Kabine, und er setzte sich an den Computer. �M�chten Sie�s lieber selbst machen, Janov?� fragte er unvermittelt. �Ich nenne Ihnen die erforderlichen Angaben, und Sie brauchen nur daran zu denken. Den Rest erledigt der Computer.�</p><p>�Nein, danke�, sagte Pelorat. �Irgendwie arbeitet der Computer mit mir weniger gut. Ich wei�, Sie meinen, ich br�uchte nur �bung, aber ich glaub�s nicht. An Ihrem Verstand ist irgendwas, Golan��</p><p>�Seien Sie nicht albern!�</p><p>�Doch, doch. Dieser Computer kommt mir vor, als sei er genau f�r Sie bestimmt. Wenn Sie mit ihm in Kontakt stehen, scheinen Sie und er ein einziger Organismus zu sein. Wenn ich mit ihm Kontakt habe, sind wir zwei�� Janov Pelorat und ein Computer. Mit uns ist�s ganz einfach nicht das gleiche.�</p><p>�Das ist doch l�cherlich�, sagte Trevize, aber im geheimen bereitete ihm dieser Gedanke ein vages Vergn�gen, und er streichelte die Handauflagefl�chen des Computers nahezu liebevoll mit den Fingerspitzen.</p><p>�Deshalb sehe ich jedenfalls lieber blo� zu�, sagte Pelorat. �Ich meine, am allerliebsten w�r�s mir, ich m��te so was gar nicht auf mich nehmen, aber da�s nun mal sein mu�, beschr�nke ich mich lieber aufs Zuschauen.� Er richtete seinen Blick beunruhigt auf den Bildschirm, das nebelhafte Bild der Galaxis und die d�nnges�ten, schwachen Sternchen im Vordergrund. �Sagen Sie mir Bescheid, wenn�s unmittelbar bevorsteht.� Langsam wich er an die Wand zur�ck, als mache er sich auf das Schlimmste gefa�t.</p><p>Trevize l�chelte. Er legte seine H�nde auf die daf�r bestimmten Fl�chen und f�hlte augenblicklich das Zustandekommen der mentalen Vereinigung. Mit jedem Tag fiel es leichter, sie herzustellen, und ebenso geriet sie mit jedem Tag inniger, und wie er auch �ber Pelorats �u�erungen spotten mochte�� er selbst <emphasis>sp�rte, </emphasis>da� es sich so verhielt. Allem Anschein nach brauchte er kaum wirklich bewu�t an gew�nschte Koordinaten zu denken. Der Computer wu�te, wie es den Anschein hatte, auch ohne den bewu�ten Proze� des �Mitteilens� genau, was er wollte. Er entnahm Gendibals Gehirn automatisch die erforderlichen Informationen.</p><p>Trotzdem gab Gendibal ihm die entsprechenden �Anweisungen�, dann ersuchte er um einen Countdown von zwei Minuten bis zum tats�chlichen Hypersprung.</p><p>�Alles klar, Janov. In zwei Minuten. Sie k�nnen mitz�hlen. Hundertzwanzig� Hundertf�nfzehn� Hundertzehn� Beobachten Sie nur den Bildschirm!�</p><p>Pelorat tat es, die Mundwinkel leicht verzerrt, den Atem nahezu angehalten.</p><p>�F�nfzehn�, sagte Trevize leise. �Zehn� F�nf� vier� drei� zwei� eins� null.�</p><p>Ohne wahrnehmbare Bewegung, ohne irgendein sp�rbares Gef�hl, ver�nderte sich schlagartig der vom Bildschirm gebotene Anblick. Die Galaxis war verschwunden, aber im Weltraum ringsum lie�en sich mehr Sterne erkennen.</p><p>Pelorat zuckte zusammen. �War�s das?� fragte er nach.</p><p>�Ob�s das war? Ja! Sie haben einen Hypersprung vollzogen, und Sie sind selber schuld. Sie haben nichts gesp�rt. Geben Sie�s zu!�</p><p>�Ich geb�s zu.�</p><p>�Dann war�s das also. Ganz fr�her, als die Hyperraumfahrt noch relativ neu war, da sind�� jedenfalls den Berichten zufolge�� komische innere Empfindungen aufgetreten, manche Leute haben �belkeit oder Benommenheit versp�rt. Aber mit wachsenden Erfahrungen in der Hyperraumfahrt und besseren Instrumenten und Maschinen sind diese Erscheinungen im Laufe der Zeit ausgeblieben. Mit einem Computer wie unserem an Bord eines Raumers bleiben solche Effekte unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Ich jedenfalls find�s genauso und nicht anders.�</p><p>�Ich auch, Golan, ich geb�s zu. Wo sind wir jetzt?�</p><p>�Eine Etappe weiter. In der Kalgan-Region. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und ehe wir ihn fortsetzen, m�ssen wir die Zielstimmigkeit unseres Sprungs nachpr�fen.�</p><p>�Was mich besch�ftigt, wo ist die Galaxis?�</p><p>�Rings um uns herum, Janov. Wir befinden uns ein sch�nes St�ck weit in ihrem Innern. Wenn wir den Bildschirm entsprechend einstellen, k�nnen wir die entfernteren Bereiche als leuchtendes Band quer durch unser Sichtfeld sehen.�</p><p>�Die Milchstra�e�, rief Pelorat freudig erregt. �Fast jede Welt beschreibt sie, wie sie am dortigen Himmel steht, aber von Terminus aus kann man sie nicht erkennen. Zeigen Sie sie mir, mein Bester!�</p><p>Das Schirmbild geriet in Bewegung, als verschw�mmen die Sterne, dann sah man einen l�nglich-dicklichen, perlfarbenen Glanz, der die Bildfl�che fast ganz ausf�llte. Die Au�en�bertragung folgte dem Verlauf des Leuchtstreifens, bis er sich verd�nnte, dann wieder anschwoll.</p><p>�In der Richtung zum Zentrum der Galaxis ist die Milchstra�e dicker�, sagte Trevize. �Nicht so dicht und dick und hell, wie man erwarten k�nnte, wegen der Dunkelwolken in den Spiralarmen. �hnlich kann man sie von den meisten bewohnten Welten aus sehen.�</p><p>�Und auch von der Erde aus.�</p><p>�Das ist kein Unterscheidungsmerkmal. Das kann nicht als identifizierende Eigenschaft herhalten.�</p><p>�Nat�rlich nicht. Aber wissen Sie� Sie haben keine Wissenschaftsgeschichte studiert, oder?�</p><p>�An sich nicht, aber nat�rlich habe ich das eine oder andere mitbekommen. Sollten Sie mir allerdings Fragen stellen wollen, erwarten Sie nicht, in mir einen Experten zu finden.�</p><p>�Es geht nur darum, durch diesen Sprung ist mir wieder was eingefallen, was mir schon immer R�tsel aufgegeben hat. Man kann ein Modell des Universums erarbeiten, in dem die Hyperraumfahrt unm�glich ist, in dem die Geschwindigkeit, mit dem Licht sich durch ein Vakuum bewegt, das absolute Maximum ist, was Geschwindigkeit betrifft.�</p><p>�Sicherlich.�</p><p>�Unter den erw�hnten Umst�nden ist die Geometrie des Universums so beschaffen, da� es unm�glich w�re, die Entfernung, die wir vorhin �berwunden haben, in k�rzerer Zeit zur�ckzulegen, als ein Lichtstrahl daf�r braucht. Und falls wir uns mit Lichtgeschwindigkeit bewegt h�tten, w�re unsere Zeiterfahrung vom allgemeinen Zeitverlauf im Universum abweichend. Sagen wir mal, diese Gegend hier ist von Terminus vierzig Parsek entfernt, und wir h�tten die Strecke mit Lichtgeschwindigkeit zur�ckgelegt, dann w�re uns selbst kein Bruch im Zeitverlauf aufgefallen�� auf Terminus und in der ganzen �brigen Galaxis w�ren dagegen ungef�hr hundertdrei�ig Jahre verstrichen. Wir sind aber nicht mit Lichtgeschwindigkeit gereist, sondern tausendmal so schnell, und daher ist kein Zeit�berhang entstanden. Ich hoff�s jedenfalls.�</p><p>�Erwarten Sie blo� nicht von mir�, sagte Trevize, �da� ich Ihnen jetzt die gesamte Mathematik der Olanjen-Hyperraumtheorie erl�utere. Ich kann dazu nur sagen, w�ren Sie mit Lichtgeschwindigkeit durch den Normalraum geflogen, h�tte sich pro Parsek eine Zeitverschiebung von 3,26 Jahren ergeben, wie von Ihnen erw�hnt. Das sogenannte relativistische Universum, das von der Menschheit erkannt worden war, so weit wir in der Geschichte zur�ckgehen�� aber ich glaube, das ist eher Ihr Fachgebiet��, besitzt unver�ndert seine G�ltigkeit, seine Gesetzm��igkeiten gelten nach wie vor. Beim Hypersprung tun wir jedoch etwas, das au�erhalb der Bedingungen steht, unter denen die Relativit�t zum Zuge kommt, und es sind andere Gesetzm��igkeiten zu beachten. Hyperr�umlich betrachtet, ist die Galaxis mir ein winziges Objekt�� im Idealfall ein nulldimensionaler Fleck ohne alle relativistischen Effekte. In den mathematischen Formeln der Kosmologie gibt es tats�chlich zwei Symbole f�r die Galaxis: G<sup>r</sup> f�r �relativistische Galaxis�, in der die Lichtgeschwindigkeit die Maximalgeschwindigkeit ist, und G<sup>h</sup> f�r �hyperr�umliche Galaxis�, in der Geschwindigkeit keine reale Bedeutung hat. Hyperr�umlich gesehen ist der Wert jeder Geschwindigkeit gleich Null, und wir bewegen uns nicht. Nimmt man dagegen Bezug auf den Normalraum, ist die Geschwindigkeit unbegrenzt. Ich glaube, besser kann ich�s auch nicht erkl�ren. Oh, aber ich k�nnte vielleicht erw�hnen, da� eine der sch�nsten Fallen in der theoretischen Physik daraus besteht, ein Symbol oder einen Wert, der in G<sup>r</sup> Bedeutung hat, in eine Gleichung mit G<sup>h</sup> einzubauen, oder umgekehrt, und dann einen Studenten sehen zu lassen, wie er damit fertig wird. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gro�, da� der Student in die Falle geht und im allgemeinen auch darin bleibt, schwitzt und st�hnt, w�hrend nichts klappt, bis irgendein mitleidiger Mensch, der sich besser auskennt, ihm hilft. Ich wei� noch, einmal w�re ich selber fast auf so was hereingefallen.�</p><p>Pelorat dachte f�r ein Weilchen ernst dar�ber nach. �Aber welche�, fragte er dann auf einigerma�en perplexe Art, �ist die tats�chliche Galaxis?�</p><p>�Beide sind real, je nachdem, was man gerade macht. Auf Terminus kann man mit einem Fahrzeug eine Strecke auf dem Land zur�cklegen, man kann aber auch ein Schiff auf dem Wasser benutzen. Die Bedingungen sind jedesmal unterschiedlich, also k�nnte man fragen, was ist Terminus <emphasis>wirklich, </emphasis>Land oder Wasser?�</p><p>Pelorat nickte. �Analogien sind immer riskant�, sagte er, �aber ich finde mich lieber mit diesem Vergleich ab, als weiter �ber den Hyperraum nachzudenken und wom�glich meine geistige Gesundheit zu gef�hrden. Ich werde mich auf das konzentrieren, was wir gerade tun.�</p><p>�Betrachten Sie das, was wir eben getan haben�, sagte Trevize, �als unsere erste Etappe auf dem Weg zur Erde.�</p><p>Und ich w��te gerne, dachte er bei sich, zu was au�erdem alles.</p></section><section><title><p>32</p></title><p>�Tja�, sagte Trevize, �ich habe wahrhaftig einen Tag verschenkt.�</p><p>�Ach?� Pelorat blickte von seiner sorgf�ltigen Indexerstellung auf. �In welcher Beziehung?�</p><p>Trevize breitete die Arme aus. �Ich habe dem Computer zuwenig Vertrauen entgegengebracht. Ich wollte mich doch nicht voll auf ihn verlassen, also habe ich nun unsere gegenw�rtige Position mit den Zielkoordinaten vor dem Hypersprung verglichen. Es ist keine Differenz me�bar. Es gibt keine feststellbare Abweichung.�</p><p>�Das ist doch gut, oder nicht?�</p><p>�Mehr als gut. Das ist unglaublich. Von so was habe ich noch nie geh�rt. Ich habe schon Hyperspr�nge aller Art und mit allen m�glichen technischen Hilfsmitteln gemacht, selbst berechnet und durchgef�hrt. W�hrend der Ausbildung mu�te ich einmal einen Sprung mit dem Taschenrechner vorbereiten und eine Hypersonde losschicken, um das Resultat zu �berpr�fen. Versteht sich, da� ich kein richtiges Raumschiff schicken konnte, denn von den Kosten abgesehen, w�re es denkbar gewesen, da� ich einen Zielpunkt mitten in einem Stern ausrechne. Solche Fehlschl�ge sind mir nat�rlich nie unterlaufen, aber immer sind deutliche Fehler aufgetreten. Sogar die besten Experten arbeiten st�ndig mit gewissen Fehlern. Es geht gar nicht anders, weil so viele Variablen vorhanden sind. Dr�cken wir�s mal so aus: Die Geometrie des Raums ist zu kompliziert zu handhaben, und der Hyperraum erweitert alle gegebenen Schwierigkeiten um die Komplexit�t seiner eigenen Natur, die zu verstehen wir beileibe nicht von uns behaupten k�nnen. Daher erfolgt die Hyperraumfahrt stets in mehreren Etappen, deshalb haben wir nicht einen einzigen Riesensprung in den Sayshell-Sektor gemacht. Mit der Entfernung nimmt die Fehlerhaftigkeit zu.�</p><p>�Aber Sie sagten ja�, meinte Pelorat, �dieser Computer begeht keine Fehler.�</p><p><emphasis>�Er </emphasis>behauptet, keine Fehler begangen zu haben. Ich habe ihn angewiesen, unsere jetzige Position mit der vorausberechneten Position zu vergleichen, die erreichte Position mit der Zielvorstellung. <emphasis>Er </emphasis>hat die Auskunft gegeben, beide seien im Rahmen seiner Me�werte identisch, und da dachte ich mir: Wenn er nun l�gt?�</p><p>Bis zu diesem Moment hatte Pelorat seinen Printer in der Hand gehalten. Nun legte er ihn mit betroffener Miene beiseite. �Soll das ein Witz sein? Ein Computer l�gt nicht. Es sei denn, Sie meinen, er ist defekt.�</p><p>�Nein, das war�s eben nicht, was ich gedacht habe. Raum und Zeit! Ich habe wirklich gedacht, er <emphasis>l�gt. </emphasis>Dieser Computer ist ein so fortgeschrittener Typ, ich kann nicht anders als wie von einem Menschen von ihm denken� vielleicht einem �bermenschen. Menschlich genug, um seinen Stolz zu haben, unter Umst�nden auch zu l�gen. Ich habe ihm die Anweisung gegeben, einen Hyperflug bis zu einer Position im Bereich des Planeten Sayshell zu konzipieren, der Hauptwelt der Sayshell-Union. Das hat er getan, und zwar hat er einen Kurs in neunundzwanzig Etappen festgelegt, und so was ist schlichtweg Arroganz der schlimmsten Sorte.�</p><p>�Wieso Arroganz?�</p><p>�Der Fehler im ersten Sprung vermindert die Zielgenauigkeit des zweiten Sprungs, der doppelte Fehler macht den dritten Sprung bereits reichlich unverl��lich, und so weiter. Wie soll man da neunundzwanzig Spr�nge auf einmal vorausberechnen k�nnen? Der neunundzwanzigste Sprung k�nnte �berall in der Galaxis enden, oder irgendwo. Deshalb hat meine Anweisung so gelautet, nur den ersten Sprung auszuf�hren, damit sich, ehe wir weitere Hyperspr�nge vornehmen, die Position pr�fen l��t.�</p><p>�Ein vorsichtiges Herangehen�, konstatierte Pelorat erfreut. �Ganz nach meinem Geschmack.�</p><p>�Ja, aber ich habe mir �berlegt, k�nnte der Computer nach dem ersten Sprung nicht beleidigt gewesen sein, weil ich mi�trauisch war? W�re er vielleicht f�hig gewesen, auf seinen Stolz zu pochen und mir mitzuteilen, es sei �berhaupt kein Fehler aufgetreten, als ich danach gefragt habe? H�tte er es nicht als unertr�glich empfinden k�nnen, einen Fehler und damit Nichtperfektsein einzugestehen? In dem Falle w�ren wir so gut dran wie ohne Computer.�</p><p>Pelorats langes, freundliches Gesicht nahm einen tr�bseligen Ausdruck an. �Was kann man da machen, Golan?�</p><p>�Man kann machen, was ich getan habe�� einen vollen Tag verschwenden. Ich habe die Positionsdaten einiger n�herer Sterne anhand der primitivsten Methoden ausgerechnet�� Teleskopbeobachtung, Photographie, manuelles Messen. Jede tats�chliche Position habe ich mit der verglichen, wie sie bei v�llig fehlerfreiem Hypersprung h�tte sein m�ssen. Die Arbeit hat mich einen ganzen Tag gekostet und absolut nichts eingebracht.�</p><p>�Ja, aber was ist denn dabei herausgekommen?�</p><p>�Zwei kolossale Fehler habe ich gefunden, aber beim Nachpr�fen festgestellt, da� sie in meinen eigenen Berechnungen staken. Ich selbst hatte die Fehler gemacht. Dann habe ich die Berechnungen berichtigt und durch den Computer gehen lassen, von Grund auf, um zu sehen, ob dabei auf unabh�ngiger Basis das gleiche herausk�me. �bersieht man mal, da� der Computer auf einige Dezimalstellen mehr gekommen ist, waren meine Berechnungen richtig�� und sie haben bewiesen, da� der Computer keine Fehler begeht. Der Computer mag ein arroganter Sohn des Fuchses sein, aber zumindest kann er auch Leistungen vorweisen, auf die er sich was einbilden <emphasis>darf.�</emphasis></p><p>Pelorat atmete gedehnt aus. �Na, das ist doch alles wunderbar.�</p><p>�Ja, das kann man wohl sagen. Folglich werde ich dem Computer auch die restlichen achtundzwanzig Etappen �berlassen.�</p><p>�Alle auf einmal? Aber��</p><p>�Nein, nicht alle auf einmal, keine Sorge. So tollk�hn bin ich nun doch noch nicht. Die Spr�nge werden einer nach dem anderen vorgenommen, genau wie urspr�nglich beabsichtigt, und ich werde trotzdem nach jedem Sprung die Positionsdaten nachpr�fen, und wenn sie innerhalb der Toleranzgrenzen liegen, leiten wir den n�chsten Sprung ein. Wann immer mir die Abweichung zu gro� vorkommt�� und ich habe die Grenzen wahrhaftig nicht zu gro�z�gig bemessen, glauben Sie mir��, werden wir einen Zwischenhalt einschieben und alle restlichen Etappen neu durchrechnen.�</p><p>�Wann wollen Sie weitermachen?�</p><p>�Wann? Na, jetzt. Sofort! Sehen Sie, Sie arbeiten an dem Index f�r Ihre Bibliothek��</p><p>�Oh, ja, sicher, wissen Sie, das ist eine Gelegenheit, das endlich zu erledigen, Golan, ich hatte es seit Jahren immer vor, aber dauernd kam mir was in die Quere.�</p><p>�Ich habe keinerlei Einw�nde. Befassen Sie sich ruhig weiter damit, machen Sie sich um nichts Gedanken. Konzentrieren Sie sich auf den Index. Ich k�mmere mich um alles andere.�</p><p>Pelorat sch�ttelte den Kopf. �Seien Sie nicht albern. Ich kann keine Ruhe finden, bis das alles ausgestanden ist. Ich bin stocksteif vor Grausen.�</p><p>�Dann h�tte ich Ihnen lieber nichts erz�hlen sollen�� aber mit <emphasis>irgend jemand </emphasis>mu� ich ja reden, und Sie sind der einzige weit und breit, der sich anbietet. Lassen Sie mich ganz offen sprechen. Es besteht jederzeit die M�glichkeit, da� wir aus dem Hyperraum, wie perfekt der Sprung auch sein mag, genau an der Stelle rematerialisieren, wo gerade ein Meteor dahinsaust, oder wo sich ein Winzling von einem Schwarzen Loch befindet, und das Raumschiff wird zerst�rt, wir kommen ums Leben. Theoretisch kann so was durchaus passieren. Aber die Wahrscheinlichkeit ist gering.</p><p>Genauso gut k�nnte man annehmen, Janov, Sie sind daheim, sitzen in Ihrem Arbeitszimmer an Ihren Mikrofilmen, oder Sie liegen in Ihrem Bett und schlafen, und da kommt durch Terminus� Atmosph�re ein Meteor herabgeschwirrt und trifft Sie auf den Kopf, und Sie sind tot. Diese Wahrscheinlichkeit ist ebenso gering. In der Tat ist die Wahrscheinlichkeit, unmittelbar nach einem Hypersprung mit etwas zu kollidieren, das gef�hrlich ist und gleichzeitig zu klein, als da� der Computer es orten kann, sogar wesentlich geringer als die, da� ein Meteor ausgerechnet Sie in Ihrem eigenen Haus trifft. Nach meiner Kenntnis ist w�hrend der gesamten Geschichte der Hyperraumfahrt niemals ein Raumer durch so etwas verlorengegangen. Und ein andersartiges Risiko, das n�mlich, mitten in einem Stern zu materialisieren, ist noch kleiner.�</p><p>�Warum erz�hlen Sie mir dann all das, Golan?� wollte Pelorat wissen.</p><p>Trevize schwieg f�r einen Moment, senkte nachdenklich den Kopf. �Ich wei� es selber nicht�, sagte er dann. �Doch, ich wei� es�, f�gte er aber sofort hinzu. �Ich nehme an, es liegt an dem Gedanken, da� nun einmal, wie niedrig die Wahrscheinlichkeit auch sein mag, so eine Katastrophe irgendwann doch geschehen mu�, wenn nur genug Leute das Risiko eingehen. Ganz egal, wie sicher ich mir bin, da� nichts passieren wird, in mir gibt�s trotzdem eine hartn�ckige Stimme, die sagt: �Vielleicht passiert�s ausgerechnet <emphasis>diesmal.</emphasis>� Und deswegen habe ich ein bi�chen ein schlechtes Gewissen. Ich glaube, daran liegt�s. Janov, wenn etwas schiefgehen sollte, bitte verzeihen Sie mir.�</p><p>�Aber, Golan, mein Bester, falls etwas schiefgeht, werden wir beide augenblicklich tot sein. Ich w�re nicht dazu imstande, Ihnen zu verzeihen, und Sie k�nnten sich nicht von mir verzeihen lassen.�</p><p>�Das ist mir klar, also verzeihen Sie mir <emphasis>jetzt, </emphasis>ja?�</p><p>Pelorat l�chelte. �Ich wei� nicht, wieso, aber irgendwie hebt Ihre Idee meine Stimmung. Sie ist auf unerkl�rliche Weise angenehm humorig. Nat�rlich w�rde ich Ihnen verzeihen, Golan. Die Weltliteratur kennt zahllose Mythen �ber irgendeine Form des Lebens nach dem Tod, und sollte es so was tats�chlich geben�� wof�r die Wahrscheinlichkeit ungef�hr so gro� ist wie f�r eine Kollision mit einem Schwarzen Loch, vermute ich, wenn nicht geringer��, und wir sehen uns im gleichen Zweitleben wieder, dann werde ich bezeugen, da� Sie nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben und Ihnen wegen meines Todes kein schuldhaftes Versagen anzulasten ist.�</p><p>�Vielen Dank! Nun bin ich echt erleichtert. Ich bin bereit, das Risiko auf mich zu nehmen, aber mir war nicht wohl bei der Vorstellung, da� Sie davon auch betroffen sind.�</p><p>Pelorat dr�ckte Trevize die Hand, sch�ttelte sie. �Wissen Sie, Golan, ich kenne Sie ja noch keine volle Woche, und vermutlich sollte man in solchen Dingen keine voreiligen Urteile f�llen, aber ich finde, Sie sind ein unheimlich pr�chtiger Bursche! Und nun lassen Sie uns die Sache anpacken und hinter uns bringen!�</p><p>�So ist�s richtig! Ich brauche blo� noch die Kontaktfl�chen zu ber�hren. Der Computer hat seine Anweisungen, er wartet sozusagen nur noch darauf, da� ich sage: Los geht�s! M�chten nicht doch <emphasis>Sie�?�</emphasis></p><p>�Niemals! Das ist ganz allein Ihre Aufgabe. Es ist Ihr Computer.�</p><p>�Na gut. Und au�erdem habe ich die Verantwortung. Sie sehen, ich versuche noch immer, mich irgendwie zu dr�cken. Behalten Sie den Bildschirm im Auge!�</p><p>Mit bemerkenswert sicheren H�nden und v�llig aufrichtigem L�cheln in seiner Miene stellte Trevize den Kontakt zum Computer her.</p><p>Einen Moment lang geschah nichts, dann ver�nderte sich das Sichtfeld; danach nochmals, und noch einmal. Die Sterne breiteten sich dichter und heller auf dem Bildschirm aus.</p><p>Unterdr�ckt z�hlte Pelorat mit. Als er bei f�nfzehn angelangt war, trat eine Verz�gerung auf, als klemme irgend etwas.</p><p>�Was stimmt denn jetzt nicht?� fl�sterte Pelorat, anscheinend besorgt, jedes laute Wort k�nne einem defekten Mechanismus den Rest geben. �Was ist geschehen?�</p><p>Trevize zuckte die Achseln. �Ich nehme an, der Computer stellt neue Berechnungen an. Irgendein Objekt im Raum d�rfte das universelle Gravitationsfeld erheblich verzerren, ein Objekt, das vorher nicht ber�cksichtigt werden konnte� vielleicht ein nichtkartographierter Zwergstern oder ein vagabundierender Planet.�</p><p>�Gef�hrlich?�</p><p>�Da wir noch leben, ist die Situation nahezu mit Gewi�heit ungef�hrlich. Ein Planet kann hundert Millionen Kilometer entfernt sein und doch genug Schwerkraftverzerrungen verursachen, um neue Berechnungen n�tig zu machen. Ein Zwergstern kann zehn Milliarden Kilometer entfernt sein und trotzdem��</p><p>Da ver�nderte sich das Schirmbild erneut, und Trevize verstummte. Und nochmals. Und wieder.</p><p>Zum Schlu�, als Pelorat �Achtundzwanzig� gesagt hatte, blieb jede weitere Fortbewegung aus.</p><p>Trevize konsultierte den Computer. �Wir sind da�, gab er bekannt.</p><p>�Ich habe insgesamt achtundzwanzig Spr�nge gez�hlt. Sie haben gesagt, es sollen neunundzwanzig sein.�</p><p>�Die Neuberechnung nach dem f�nfzehnten Sprung hat uns einen Sprung erspart. Ich kann den Computer gegenpr�fen, wenn Sie�s m�chten, aber es ist eigentlich �berfl�ssig. Wir sind im Gebiet des Planeten Sayshell. Der Computer gibt�s an, und ich bezweifle es nicht. W�rden wir die Au�en�bertragung entsprechend ausrichten, k�nnten wir eine h�bsche, helle Sonne sehen, aber es er�brigt sich, die Filterkapazit�t sinnlosen Belastungsproben zu unterwerfen. Sayshell ist der vierte Planet und von unserer gegenw�rtigen Position ungef�hr 3,2 Millionen Kilometer entfernt, und dieser Abstand ist so gro�, wie man ihn sich beim Abschlu� einer Hypersprungfolge w�nscht. Wir k�nnen Sayshell in drei Tagen erreichen�� in zwei, wenn wir uns beeilen.�</p><p>Trevize atmete erneut tief durch, streifte einiges von seiner Angespanntheit ab.</p><p>�Begreifen Sie �berhaupt, was das hei�t, Janov?� erg�nzte er. �Jedes Raumschiff, auf dem ich jemals war, oder von dem ich je geh�rt habe, h�tte diese Hyperspr�nge in Abst�nden von jeweils einem Tag durchgef�hrt, um Zeit f�r peinlich genaue Berechnungen und �berpr�fungen zu haben, selbst <emphasis>mit </emphasis>Computer. Der Flug h�tte unter solchen Umst�nden fast einen Monat gedauert. Oder vielleicht zwei bis drei Wochen, wenn man nicht allzu vorsichtig gewesen w�re. <emphasis>Wir </emphasis>haben eine halbe Stunde gebraucht. Wenn erst einmal alle Raumer mit so einem Computer ausgestattet sind��</p><p>�Ich frage mich�, sagte Pelorat, �warum die B�rgermeisterin uns ein derma�en modernes Schiff zugestanden hat. Es mu� unglaublich kostspielig gewesen sein.�</p><p>�Es ist ein Experiment, denke ich mir�, entgegnete Trevize mit trockenem Humor. �Vielleicht war die gute Frau vollauf bereit, es von uns erproben und auf diese Weise die M�ngel ermitteln zu lassen.�</p><p>�Ist das Ihr Ernst?�</p><p>�Werden Sie nicht nerv�s. Jedenfalls besteht kein Anla� zur Sorge. Wir haben ja keine M�ngel festgestellt. Aber ich w�rde ihr so was zutrauen. So etwas w�re f�r ihre Humanit�tsgef�hle keine sonderliche Belastung. Au�erdem hat sie uns nicht mit Waffen ausger�stet, und das senkt die Kosten ganz erheblich.�</p><p>�Es ist der Computer, woran ich denke�, sagte Pelorat versonnen. �Er wirkt so enorm gut an Sie angepa�t, derartig gut kann er gar nicht an jeden angepa�t sein. Selbst auf <emphasis>mich </emphasis>reagiert er nur mit knapper Not.�</p><p>�Um so besser f�r uns, da� er wenigstens auf einen von uns so prachtvoll reagiert.�</p><p>�Ja, aber kann das blo�er Zufall sein?�</p><p>�Was sonst, Janov?�</p><p>�Die B�rgermeisterin kennt Sie doch sicherlich sehr gut?�</p><p>�Ich glaube, das kann man diesem alten Schlachtschiff durchaus unterstellen.�</p><p>�K�nnte es nicht sein, da� Sie einen Computer speziell f�r Sie hat bauen lassen?�</p><p>�Warum?�</p><p>�Ich frage mich eben, ob wir nicht in Wirklichkeit dort hinfliegen, wohin der Computer uns bringen will.�</p><p>Trevize fuhr auf. �Sie meinen, wenn ich mit dem Computer in Kontakt stehe, ist�s in Wahrheit der Computer, der bestimmt, nicht ich?�</p><p>�Hmm�� ja, das habe ich mir �berlegt.�</p><p>�Einfach l�cherlich. Paranoid. H�ren Sie <emphasis>auf, </emphasis>Janov!�</p><p>Trevize wandte sich zum Computer um, in der Absicht, den Planeten Sayshell auf den Bildschirm zu holen und dorthin einen Kurs durch den Normalraum festzulegen.</p><p>Lachhaft!</p><p>Warum hatte blo� Pelorat ihm so einen Gedanken in den Kopf gesetzt?</p></section></section><section><title><p>Zehntes Kapitel</p><p>Tafel</p></title><section><title><p>33</p></title><p>Zwei Tage waren verstrichen, und Gendibal war weniger bedr�ckt vom Geschehen als wirklich hochgradig w�tend. Es gab keinen Grund, warum die Verhandlung nicht ohne jeden Verzug stattfinden sollte. W�re er unvorbereitet gewesen, h�tte er Zeit gebraucht, sie h�tten ihm, da war er sicher, eine unverz�gliche Verhandlung aufgezwungen.</p><p>Aber zur gleichen Zeit, da die Zweite Foundation sich nichts mehr oder weniger gegen�bersah als der gr��ten Krise seit dem Fuchs, verschwendeten sie Zeit, und zu keinem anderen Zweck, als ihn zu �rgern.</p><p>Und sie <emphasis>�rgerten </emphasis>ihn, und deshalb sollte sein Gegenzug um so h�rter ausfallen. Das war f�r ihn beschlossene Sache.</p><p>Gendibal blickte sich um. Das Vorzimmer war leer. So ging es schon seit zwei Tagen. Er war gebrandmarkt; ein Sprecher, den alle kannten, und durch Aktionen, die in der f�nfhundertj�hrigen Geschichte der Zweiten Foundation ohne Beispiel waren, sollte er bald seine Position aufgeben m�ssen.</p><p>Er w�rde in der Masse aufgehen, wenn man ihn verurteilte, zu einem gew�hnlichen, einfachen Zweitfoundationisten herabgestuft werden.</p><p>Es war eines�� und durchaus sehr ehrenvoll��, ein aktiver Zweitfoundationist zu sein, vor allem, wenn man einen respektablen Posten einnahm, wie Gendibal es sicherlich auch nach einer etwaigen Aburteilung noch konnte. Doch es war etwas ganz anderes, einmal Sprecher gewesen und dann abgesetzt worden zu sein.</p><p>Aber dahin wird es nicht kommen, dachte Gendibal erbittert, auch wenn man mich zwei Tage lang gemieden hat.</p><p>Nur Sura Novi begegnete ihm genauso wie vorher, aber sie war zu naiv, um die Situation zu verstehen. F�r sie war Gendibal noch immer der Meisten.</p><p>Es irritierte Gendibal, da� er darin einen gewissen Trost fand. Er sch�mte sich, als er zu merken anfing, da� er wieder neuen Mut fa�te, sobald er sp�rte, wie sie ihn regelrecht verehrungsvoll anschaute. Mu�te er schon froh um so kleine Zuwendungen sein?</p><p>Ein Bediensteter kam aus dem Sitzungssaal, um ihm mitzuteilen, da� die Tafel der Sprecher ihn erwarte; er stapfte hinein. Gendibal kannte den Mann gut, und zwar als jemanden, der jederzeit genau wu�te, welchen Grad von H�flichkeit�� bis hin zu den winzigsten Schattierungen�� jeder der Sprecher gerade verdiente. Gegenw�rtig war Gendibals Ansehen offensichtlich auf einem Tiefststand angelangt. Selbst dieser papierene B�rokrat hielt ihn bereits f�r so gut wie abgeurteilt.</p><empty-line/><p>Sie sa�en alle rings um die Tafel, die schwarzen Roben des Gerichts �bergezogen, feierlich ernst. Erster Sprecher Shandess wirkte leicht unbehaglich, lie� aber nicht zu, da� sein Gesicht nur den geringsten Ausdruck einer freundlichen Begr��ung annahm. Die Delarmi, einer der drei weiblichen Sprecher, sah Gendibal nicht einmal an.</p><p>�Sprecher Stor Gendibal�, sagte der Erste Sprecher, �Sie stehen unter der Anschuldigung, ein Verhalten an den Tag gelegt zu haben, wie es eines Sprechers unw�rdig und unvereinbar mit seiner verantwortungsvollen Position ist. Vor uns allen haben Sie die Tafel der Sprecher mit vagen �u�erungen und ohne jeden Beweis des Verrats und Mordversuchs verd�chtigt. Sie haben behauptet, alle Angeh�rigen der Zweiten Foundation, auch die Sprecher sowie der Erste Sprecher, m��ten aus Sicherheitsgr�nden einer Mentalanalyse unterzogen werden, um herauszufinden, welchen von ihnen man nicht l�nger trauen d�rfe. Ein derartiges Verhalten zerbricht das Band der Gemeinsamkeit, ohne das die Zweite Foundation gegen eine in schwierigen Entwicklungsprozessen befindliche, potentiell feindselige Galaxis nicht bestehen kann, ohne das sie nicht dazu imstande w�re, zielbewu�t ein lebensf�higes Zweites Imperium aufzubauen. Da wir alle Zeugen des erw�hnten herausfordernden Betragens geworden sind, verzichten wir auf die Unterbreitung einer formellen Anklage. Deshalb kommen wir sofort zum nachfolgenden Punkt. Sprecher Stor Gendibal, w�nschen Sie etwas zu Ihrer Verteidigung vorzutragen?�</p><p>Nun erlaubte sich die Delarmi, noch immer, ohne ihn anzusehen, ein andeutungsweises, katzenhaftes L�cheln.</p><p>�Wenn die Wahrheit als Verteidigung gilt, dann habe ich eine vorzutragen�, antwortete Gendibal. �Es <emphasis>gibt </emphasis>Gr�nde, aus denen eine Verletzung unserer Sicherheit angenommen werden mu�. Dabei kann die M�glichkeit einer mentalen Kontrolle �ber einen oder mehrere Zweitfoundationisten, Anwesende nicht ausgeschlossen, keineswegs verneint werden, und das Ergebnis ist eine fatale Krise f�r die ganze Zweite Foundation. Falls Sie den Verhandlungsablauf beschleunigen, um keine Zeit zu verlieren, k�nnte es sein, da� Sie alle hier den Ernst der kritischen Lage unbestimmt erkannt haben, aber in dem Fall frage ich mich, warum sie vorher erst zwei Tage vergeuden mu�ten, nachdem ich formell um eine sofortige Verhandlung ersucht habe. Ich erkl�re, da� diese verh�ngnisvolle Krise es ist, die mich gezwungen hat, zu �u�ern, was ich von mir gegeben habe. Ich bin der Meinung, ich h�tte mich verhalten, wie man es von einem Sprecher <emphasis>nicht </emphasis>erwarten d�rfte, h�tte ich in so einer Situation <emphasis>geschwiegen.�</emphasis></p><p>�Er macht nichts anderes, als seine provozierenden Reden zu wiederholen, Erster Sprecher�, sagte die Delarmi ged�mpft.</p><p>Gendibals Sessel stand weiter von der Tafel entfernt als die Sitze der anderen Sprecher; schon das war nahezu ein Urteilsspruch. Gendibal schob ihn noch weiter zur�ck, als schere er sich nicht darum, und stand auf.</p><p>�Wollen Sie mich sofort und im Widerspruch zum Gesetz verurteilen�, fragte er, �oder darf ich meine Verteidigung in allen Einzelheiten auseinandersetzen?�</p><p>�Dies ist keine gesetzlose Zusammenrottung, Sprecher�, erwiderte der Erste Sprecher. �Es liegt kaum irgendeine Pr�judiz vor, an die wir uns halten k�nnten, und wir werden Ihnen jedes Wohlwollen entgegenbringen, weil wir uns dar�ber im klaren sind, da� die Tatsache unserer Allgemeinmenschlichkeit uns an absoluter Gerechtigkeit hindert, und da� es deshalb besser ist, einen Schuldigen frei ausgehen zu lassen, als einen Unschuldigen zu verurteilen. Obwohl die zu behandelnde Angelegenheit so ernst ist, da� wir eine Schuld ungerne leichtfertig durchgehen lassen w�rden, wollen wir Ihnen also erlauben, zu Ihrer Verteidigung zu sprechen, wie und so lange Sie m�chten und es erforderlich ist, bis Sie nach einstimmiger Auffassung�� <emphasis>auch meiner�� �</emphasis> (hier hob er seine Stimme) �hinl�nglich angeh�rt worden sind.�</p><p>�Dann lassen Sie mich damit beginnen�, sagte Gendibal, �da� ich folgendes bekanntgebe: Golan Trevize, der Erstfoundationist, der von Terminus exiliert worden ist, und den der Erste Sprecher und ich f�r den Sto�keil der uns bedrohenden Krise halten, hat eine unerwartete Kurs�nderung vorgenommen.�</p><p>�Zu unserer Information�, sagte die Delarmi leise. �Woher hat der Sprecher� (ihr Tonfall verriet eindeutig, da� sie die Bezeichnung nicht als Titel verstanden wissen wollte) �diese Kenntnis?�</p><p>�Der Erste Sprecher pers�nlich hat mich dar�ber informiert�, sagte Gendibal, �aber ich kann diese Information aus eigener Kenntnis best�tigen. Unter den gegebenen Umst�nden�� ich verweise auf mein Mi�trauen gegen den Geheimhaltungsgrad der Tafel�� mu� mir jedoch gestattet werden, meine Informationsquelle zu verschweigen.�</p><p>�Ich m�chte dar�ber vorerst nicht befinden�, sagte der Erste Sprecher. �Wir wollen ohne Preisgabe Ihrer Informationsquelle weitermachen, aber sollte die Versammlung zu der Ansicht gelangen, da� sie genannt werden mu�, wird Sprecher Gendibal sie aufdecken m�ssen.�</p><p>�Wenn der Sprecher uns nicht jetzt diesbez�gliche Klarheit gibt�, sagte die Delarmi, �darf man wohl annehmen, da� er seine Nachrichten von einem Agenten bezieht�� einem Agenten, den er selbst besch�ftigt und der nicht der Tafel der Sprecher insgesamt verantwortlich ist. Wir k�nnen nicht sicher sein, ob so ein Agent die Verhaltensma�regeln befolgt, wie es im allgemeinen von Mitarbeitern der Zweiten Foundation verlangt wird.�</p><p>�Ich bin mir der Implikationen vollauf bewu�t, Sprecherin Delarmi�, sagte der Erste Sprecher leicht ungn�dig. �Es er�brigt sich, da� Sie mir derlei Dinge vorkauen.�</p><p>�Ich erw�hne es lediglich f�rs Protokoll, Erster Sprecher, denn eine solche Tatsache verschlimmert die begangenen Provokationen, und sie ist nicht in der Anklage enthalten, die hier, wie ich klarstellen mu�, nicht in vollem Umfang dargelegt worden ist, die ich aber auf jeden Fall um diesen Punkt erweitert wissen m�chte.�</p><p>�Die Protokollf�hrung wird den erw�hnten Punkt so oder so vermerken, und der genaue Wortlaut der Anklage wird zu gegebener Zeit entsprechend berichtigt�, versicherte der Erste Sprecher. �Sprecher Gendibal� (wenigstens er gebrauchte den Titel mit angemessenem Respekt), �Ihre Verteidigung bleibt in der Tat ein wenig hinter den Erwartungen zur�ck. Bitte sprechen Sie weiter!�</p><p>�Dieser Trevize hat nicht nur eine unvorhergesehene Kurs�nderung vollzogen�, sagte Gendibal, �sondern er hat es auch mit noch nie dagewesener Geschwindigkeit getan. Nach meinen Informationen�� die �brigens dem Ersten Sprecher noch nicht vorliegen�� hat er fast zehntausend Parsek innerhalb einer knappen Stunde zur�ckgelegt.�</p><p>�Mit einem Hypersprung?� fragte ein Sprecher ungl�ubig nach.</p><p>�Mit �ber zwei Dutzend Spr�ngen, die er, einen nach dem anderen, buchst�blich ohne zwischenzeitliche Verz�gerung durchgef�hrt hat�, antwortete Gendibal. �Selbst wenn wir seine gegenw�rtige Position lokalisieren k�nnen, wird es Zeit kosten, ihm zu folgen, und sollte er die Verfolgung bemerken und sich ihr ernsthaft entziehen wollen, wird�s unm�glich sein, ihn je einzuholen. Und Sie verplempern hier kostbare Zeit mit Spielereien wie Anklagen zwecks Amtsenthebung, lassen zwei volle Tage verstreichen, damit Sie mehr Spa� daran finden. Das grenzt doch an Destruktivismus!�</p><p>Einige der Anwesenden reagierten mit Emp�rung. Es gelang dem Ersten Sprecher, seine Beunruhigung zu verbergen. �Bitte verraten Sie uns, Sprecher Gendibal, welche Bedeutung Sie hinter dieser unvermuteten Entwicklung sehen.�</p><p>�Ich sehe darin einen Beweis der technischen Fortschritte, die von der Ersten Foundation gemacht werden. Die Erste Foundation ist heute viel m�chtiger als zur Zeit Preem Palvers. Wir k�nnten ihr, w�rde sie uns finden und bes��e sie volle Handlungsfreiheit, nicht standhalten.�</p><p>Sprecherin Delarmi erhob sich ebenfalls. �Erster Sprecher�, sagte sie, �wir verschwenden hier Zeit mit irrelevanten Dingen. Wir sind doch keine Kinder, denen man mit abenteuerlichen Geschichten aus der Hexenk�che von Gro�mutter Raumfalte Angst einjagen kann. Es spielt doch �berhaupt keine Rolle, wie eindrucksvoll fortgeschritten die Technik der Ersten Foundation sein mag, solange wir im Falle jeder Krise den Geist ihrer f�hrenden Pers�nlichkeiten unter Kontrolle haben k�nnen.�</p><p>�Was sagen Sie dazu, Sprecher Gendibal?� meinte der Erste Sprecher.</p><p>�Nur da� wir uns den Fragen geistiger Beeinflussung fr�h genug zuwenden werden. Im Augenblick m�chte ich lediglich die �berlegene und in weiterem Anwachsen begriffene technisch-technologische Macht der Ersten Foundation hervorheben.�</p><p>�Dann widmen Sie sich dem n�chsten Punkt, Sprecher Gendibal�, sagte der Erste Sprecher. �Der erste Punkt Ihrer Ausf�hrungen, mu� ich leider bemerken, macht mir nicht den Eindruck, als w�re er in der Sache der gegen Sie vorliegenden Anklage sehr wesentlich.�</p><p>Man konnte den �brigen Anwesenden allgemeine, unmi�verst�ndliche Zustimmung anmerken.</p><p>�Ich fahre mit meinen Darlegungen fort�, sagte Gendibal. �Trevize hat auf seinem gegenw�rtigen Flug einen Begleiter namens�� Er unterbrach sich f�r einen Augenblick, um sich auf die richtige Aussprache zu besinnen, ehe er den Namen nannte. ��Janov Pelorat, einen ziemlich unbedeutenden Historiker, der sein Leben der Aufgabe verschrieben hat, alten Mythen und Sagen nachzusp�ren, die die Erde betreffen.�</p><p>�Das alles wissen Sie?� meinte die Delarmi. �Aus Ihrer geheimen Informationsquelle, darf ich wohl unterstellen?� Sie hatte die Rolle einer Ankl�gerin mit unverkennbarem Behagen �bernommen.</p><p>�Ja, das alles wei� ich�, best�tigte Gendibal unger�hrt. �Vor ein paar Monaten hat Terminus� B�rgermeisterin, eine energische und f�hige Frau, aus keinem ersichtlichen Grund an diesem Historiker Interesse zu entwickeln begonnen, und deshalb habe ich nat�rlich auch angefangen, mich f�r ihn zu interessieren. Das habe ich keineswegs f�r mich behalten. Alle erlangten Informationen habe ich dem Ersten Sprecher zug�nglich gemacht.�</p><p>�Das kann ich best�tigen�, sagte der Erste Sprecher mit ged�mpfter Stimme.</p><p>�Was ist das�� Erde?� erkundigte sich ein �lterer Sprecher. �Handelt�s sich um diese legend�re Welt des Ursprungs, auf die wir immer wieder in Fabeln sto�en? Um die man in den Zeiten des alten Imperiums so einen Wirbel veranstaltet hat?�</p><p>Gendibal nickte. �In den abenteuerlichen Geschichten aus der Hexenk�che von Gro�mutter Raumfalte, wie Sprecherin Delarmi sagen w�rde. Ich nehme an, es war Pelorats Wunsch, Trantor aufzusuchen und die Galaktische Bibliothek zu Rate zu ziehen, um Informationen zu finden, die sich �ber den Interstellaren Bibliotheksservice auf Terminus nicht erhalten lie�en. Als er mit Trevize von Terminus startete, hatte er wohl den Eindruck, nun ginge sein alter Traum in Erf�llung. Wir unsererseits haben die beiden hier erwartet und uns auf die Gelegenheit verlassen, von ihnen zu unserem Nutzen gewisse Aufschl�sse zu erlangen. Aber nun, wie Sie alle jetzt wissen, kommen sie nicht. Statt dessen fliegen sie irgendein anderes Ziel an, von dem wir noch keine klare Vorstellung haben, und sie tun�s aus einem Grund, den wir bislang nicht kennen.�</p><p>�Und warum soll das so beunruhigend sein?� Das Gesicht der Delarmi sah regelrecht engelhaft unschuldig aus, als sie diese Frage stellte. �Ihr Ausbleiben kann doch keinen gr��eren Nachteil f�r uns bedeuten. Vielmehr d�rfen wir, da sie uns so leichthin au�er acht lassen, sehr wohl schlu�folgern, da� Sie sich �ber die wahre Wichtigkeit Trantors nicht im klaren sind, und das ist nichts als ein weiterer Anla�, das Werk Preem Palvers zu loben.�</p><p>�W�ren wir tats�chlich dazu au�erstande, weitergehende �berlegungen anzustellen�, antwortete Gendibal, �k�nnten wir zu so simplen, beruhigenden L�sungen gelangen. Aber ist es nicht m�glich, da� die Kurs�nderung nicht durch Uneinsichtigkeit in die wahre Bedeutung Trantors erkl�rbar ist? Ist es nicht vielmehr denkbar, da� sie auf die Sorge zur�ckgeht, auf Trantor k�nne man durch diese beiden M�nner etwas �ber die Wichtigkeit der Erde erfahren?�</p><p>Rund um die Tafel war Bewegung zu bemerken.</p><p>�Jeder kann Spekulationen erfinden, die gescheit klingen, und sie in wohlgesetzte Redensarten kleiden�, sagte die Delarmi frostig. �Aber h�lt so was einer n�heren Begutachtung stand? Warum sollte jemand etwas darum geben, was die Zweite Foundation von der Erde denkt?</p><p>Ob sie nun wirklich der Planet des Ursprungs ist, oder nur ein Mythos, oder ob sowieso nie eine Welt des Ursprungs existiert hat, das ist doch wohl etwas, wof�r sich allenfalls ein paar Historiker, Anthropologen und Folkloreforscher interessieren, jemand wie dieser Pelorat. Weshalb sollte uns das was angehen?�</p><p>�Tja, weshalb?� entgegnete Gendibal. �Wie kommt�s dann, da� die Bibliothek keine Angaben �ber die Erde enth�lt?�</p><p>Zum erstenmal lie� sich an der Tafel etwas anderes als pure Feindseligkeit in der Stimmung der Anwesenden versp�ren.</p><p>�Enth�lt sie keine?� fragte die Delarmi zur�ck.</p><p>�Als ich erstmals erfuhr�, sagte Gendibal ziemlich gelassen, �da� Trevize und Pelorat nach Trantor kommen k�nnten, um hier nach Informationen, die die Erde betreffen, zu suchen, habe ich selbstverst�ndlich sofort vom Bibliothekscomputer eine Liste der Dokumente angefordert, die solche Informationen enthalten. Es hat gewisses Interesse in mir ausgel�st, als dabei �berhaupt nichts zum Vorschein kam. Nicht etwa nur wenig. Keineswegs blo� so gut wie nichts. Nein, buchst�blich <emphasis>gar nichts! </emphasis>Dann haben Sie darauf bestanden, da� zwei Tage ungenutzt verstreichen, bevor diese Verhandlung stattfinden konnte, und zur gleichen Zeit ist meine Neugier dadurch verst�rkt worden, da� sich ergeben hat, die Erstfoundationisten kommen nun doch nicht nach Trantor. In diesen zwei Tagen mu�te ich mir irgendwie die Zeit vertreiben. Als der Rest von Ihnen, wie das Sprichwort sagt, auf der faulen Haut lag und sich offensichtlich au�erstande sah, irgendwelche Schl�sse aus der Situation zu ziehen, habe ich einige Geschichtsb�cher durchgearbeitet, die sich in meinem Privatbesitz befinden. Dabei bin ich auf mehrere Passagen gesto�en, die sich besonders mit einigen Untersuchungen �ber das �Problem des Ursprungs� in der �ra des alten Imperiums befassen. Gewisse Dokumente, sowohl Filme wie auch Druckwerke, werden darin genannt, und es wird daraus zitiert. Daraufhin habe ich die Bibliothek pers�nlich aufgesucht und nach diesen Dokumenten geforscht. Ich versichere Ihnen, es ist nichts zu finden. Absolut <emphasis>nichts! </emphasis>Haben Sie daf�r eine Erkl�rung?�</p><p>�Selbst wenn das stimmt�, sagte die Delarmi, �mu� das nicht unbedingt �berraschend sein. Falls die Erde tats�chlich nichts als ein Mythos ist��</p><p>�Aber das ist doch naiv! Dann m��te ich etwas unter dem Stichwort Mythologie finden. W�re sie nur in Geschichten von Gro�mutter Raumfalte enthalten, m��te ich etwas �ber sie in den Gesammelten M�rchen von Gro�mutter Raumfalte finden k�nnen. W�re sie blo� eine Idee, die einem kranken Hirn entsprungen ist, h�tte ich unter Psychopathologie etwas entdecken m�ssen. Tatsache ist doch, da� irgend etwas �ber die Erde existieren mu�, andernfalls w��ten wir ja nichts von ihr, und niemand hier h�tte, als ich sie erw�hnt habe, sofort erkannt, da� die Rede von der mutma�lichen Ursprungswelt der Menschheit ist. Wie kommt es also, da� sich <emphasis>nirgends </emphasis>in der Bibliothek etwas �ber die Erde finden l��t?�</p><p>Die Delarmi schwieg erstmals, und da meldete sich ein anderer Sprecher zu Wort. Es war Leonis Cheng, ein ziemlich kleinw�chsiger Mann mit enzyklop�dischem Wissen um den Seldon-Plan�� bis in die geringf�gigsten Details��, aber reichlich kurzsichtiger Haltung in bezug auf die Realit�ten in der Galaxis. Er neigte dazu, beim Reden hektisch zu zwinkern.</p><p>�Es ist wohlbekannt�, sagte er, �da� das Imperium in seiner Endzeit versucht hat, eine imperiale Mystik in die Welt zu setzen, indem man sich bem�hte, jedes Interesse an vorimperialen Zeiten zu d�mpfen.�</p><p>Gendibal nickte. ��D�mpfen� ist genau das richtige Wort, Sprecher Cheng. Das ist keineswegs das gleiche wie eine Vernichtung von Dokumenten. Wie Sie besser als jeder andere wissen d�rften, z�hlte zu den Eigent�mlichkeiten, die beim Niedergang des Imperiums auftraten, ein pl�tzliches Interesse an vergangenen, angeblich sch�neren Zeiten. Ich habe vorhin vom Interesse am �Problem des Ursprungs� zu Lebzeiten Hari Seldons gesprochen.�</p><p>Cheng unterbrach ihn mit einem h�rbaren R�uspern. �Das wei� ich sehr wohl, junger Mann, und ich kenne mich mit den sozialen Ph�nomenen w�hrend der Zerr�ttungsphase des Imperiums viel genauer aus, als Sie meinen. Der Proze� der �Imperialisierung� hat allen diesen dilettantischen Spekulationen bez�glich der Erde ein Ende bereitet. Unter Cleon II. als das Imperium seine letzte Bl�te hatte, zwei Jahrhunderte <emphasis>nach </emphasis>Seldon, erreicht diese �Imperiumst�melei� ihren H�hepunkt, und die Frage der Erde war glattweg verp�nt. Zu Cleons Zeit kam dazu sogar eine Direktive heraus, die dem Interesse an solchen Dingen galt und in der�� und ich glaube, ich kann korrekt zitieren�� es hei�t, derartige �abgeschmackte und sinnlose Spekulationen beg�nstigen tendenziell eine Unterminierung der Liebe zum Thron des Imperiums�.�</p><p>Gendibal l�chelte. �Dann w�rden Sie die Vernichtung aller die Erde betreffenden Dokumente in die Epoche Cleons II. datieren, Sprecher Cheng?�</p><p>�Ich ziehe keine Schlu�folgerungen. Ich habe nur ausgesprochen, was es zu diesem Thema festzuhalten gilt.�</p><p>�Es ist klug von Ihnen, keine Schlu�folgerungen zu ziehen. Mag sein, da� das Imperium sich zur Zeit Cleons II. in einer letzten Bl�teperiode befand, aber die Universit�t Trantors und die Galaktische Universit�t waren bereits in unserer Hand, oder jedenfalls der unserer Vorg�nger. Es w�re schon damals unm�glich gewesen, ohne Kenntnis des Ersten Sprechers der Zweiten Foundation irgendwelches Material aus der Bibliothek zu entfernen. In der Tat w�re es die Aufgabe des Ersten Sprechers pers�nlich gewesen, so etwas zu veranlassen, obwohl man davon im heruntergekommenen Imperium nat�rlich nichts wissen konnte.�</p><p>Gendibal legte eine Pause ein, aber Cheng blickte �ber ihn hinweg und schwieg.</p><p>�Daraus ergibt sich�, erl�uterte Gendibal weiter, �da� man das Material �ber die Erde nicht zu Lebzeiten Hari Seldons aus der Bibliothek entfernt haben kann, denn damals hat man sich mit dem �Problem des Ursprungs� eifrig besch�ftigt, aber es kann auch nicht sp�ter weggekommen sein, weil da bereits die Zweite Foundation die Bibliothek unter ihrer Obhut hatte. Trotzdem ist heute nichts davon mehr in der Bibliothek auffindbar. Wie ist das m�glich?�</p><p>�Sie k�nnen endlich damit aufh�ren, Gendibal, auf dem Dilemma herumzuhacken�, sagte die Delarmi. �Wir sehen, was Sie meinen. Was schlagen Sie als L�sung vor? Da� Sie selbst die Dokumente entfernt haben?�</p><p>�Wie �blich, Sprecherin Delarmi, bleiben Sie voll beim Kern der Sache.� In sardonischem Respekt neigte Gendibal den Kopf, und sie verzog daraufhin ein wenig die Lippen. �Eine m�gliche L�sung lautet, da� ein Sprecher der Zweiten Foundation diese Ausmerzung vorgenommen hat, jemand der sich darauf versteht, sich Kuratoren gef�gig zu machen, ohne irgendeine Erinnerung zu hinterlassen, Computer zu mi�brauchen, ohne da� es sich nachtr�glich feststellen l��t.�</p><p>Erster Sprecher Shandess err�tete. �L�cherlich, Sprecher Gendibal. Ich kann mir keinen Sprecher vorstellen, der so etwas treibt. Aus welchem Motiv k�nnte er handeln? Selbst wenn ein Sprecher das Material �ber die Erde aus irgendeinem Grund aus der Bibliothek entfernt haben sollte, warum h�tte er Veranlassung sehen sollen, es vor dem Rest der Tafel zu verheimlichen? Weshalb sollte jemand durch solche Unregelm��igkeiten im Umgang mit der Bibliothek seine gesamte Laufbahn gef�hrden, wenn die Wahrscheinlichkeit gro� ist, ertappt zu werden? Au�erdem bezweifle ich, da� auch der geschickteste Sprecher zu dem f�hig ist, was Sie eben beschrieben haben, ohne eine Spur zu hinterlassen.�</p><p>�Dann weisen Sie also Sprecherin Delarmis Verdacht zur�ck, ich k�nne es getan haben, Erster Sprecher?�</p><p>�Ganz sicher�, antwortete der Erste Sprecher. �Manchmal habe ich meine Zweifel an Ihren Standpunkten, aber es fehlt noch einiges, bis ich Sie rundheraus f�r verr�ckt erkl�ren kann.�</p><p>�Dann kann�s doch eigentlich nie geschehen sein, Erster Sprecher. Das Material �ber die Erde mu� noch in der Bibliothek sein, denn allem Anschein nach haben wir nun alle M�glichkeiten, wie es entfernt worden sein k�nnte, als undurchf�hrbar eliminiert�� und doch ist das Material nicht mehr vorhanden.�</p><p>�Na sch�n, na sch�n�, sagte die Delarmi mit sp�rbarem �berdru�. �Lassen Sie uns zu einem Ende kommen! Nochmals, was schlagen Sie als L�sung vor? Ich bin sicher, Sie haben sich eine ausgedacht.�</p><p>�Wenn Sie da so sicher sind, Sprecherin, sollen sich auch alle anderen Anwesenden darin sicher sein d�rfen. Meine Annahme ist, da� ein Angeh�riger der Zweiten Foundation das Material aus der Bibliothek entfernt hat, der unter dem Einflu� einer subtilen Macht au�erhalb der Zweiten Foundation steht. Das Verschwinden des Materials ist unbemerkt geblieben, weil eben diese Macht daf�r gesorgt hat, da� es unbemerkt bleibt.�</p><p>Die Delarmi lachte. �Bis Sie es festgestellt haben. Sie, der Unkontrollierte und Unkontrollierbare. W�rde diese mysteri�se Macht existieren, wie h�tten denn <emphasis>Sie </emphasis>das Fehlen des Materials bemerken k�nnen? Warum hat man Sie nicht unter Kontrolle genommen?�</p><p>�Das ist keine Angelegenheit, �ber die man lachen k�nnte, Sprecherin�, entgegnete Gendibal ernst. �Diese Macht kann recht gut in dieser Beziehung die gleiche Einstellung wie wir haben, da� n�mlich mentale Eingriffe auf ein Minimum beschr�nkt werden m�ssen. Als vor wenigen Tagen mein Leben in Gefahr schwebte, habe ich mich mehr damit befa�t, eine unangemessene Einwirkung auf den hamischen Geist zu vermeiden, als mit meinem Schutz. Ebenso kann�s sich mit den Vertretern jener anderen Macht verhalten�� sobald sie sich ihrer Sache sicher glaubten, haben sie die Beeinflussung beendet. Darin sehe ich die Gefahr, die t�dliche Bedrohung. Die Tatsache, da� ich herausfinden konnte, was geschehen ist, kann bedeuten, da� es ihnen inzwischen egal ist. Die Tatsache wiederum, da� es ihnen egal ist, k�nnte hei�en, sie sind der �berzeugung, bereits gewonnen zu haben. Und <emphasis>wir </emphasis>spielen hier munter unsere Verfahrens- und Verhandlungsspielchen!�</p><p>�Aber was f�r ein Ziel sollte diese Macht verfolgen? Welches Ziel w�re bei all dem vorstellbar?� Die Delarmi scharrte mit den F��en und nagte auf ihrer Lippe. Sie sp�rte an der Tafel immer st�rkeres Interesse, wachsende Sorge�</p><p>��berlegen Sie einmal�, sagte Gendibal. �Die Erste Foundation�� mit ihrem enormen Arsenal materieller Macht�� sucht nach der Erde. Sie t�uscht vor, lediglich einen Verbannten und einen vertr�umten Professor auf die Suche zu schicken, in der Hoffnung, uns vormachen zu k�nnen, das seien ihre ganzen Anstrengungen, aber sie gibt den beiden ein Raumschiff von unerh�rter Leistungsf�higkeit�� einen Raumer, der zehntausend Parsek in weniger als einer Stunde zur�cklegen kann. Und das mu� noch nicht alles sein. Was uns, die Zweite Foundation angeht, <emphasis>wir </emphasis>haben <emphasis>nicht </emphasis>nach der Erde gesucht, und eindeutig sind <emphasis>ohne unser Wissen </emphasis>Schritte unternommen worden, um zu gew�hrleisten, da� uns �ber die Erde keine Informationen zug�nglich sind. Die Erste Foundation ist nun so nahe daran, die Erde zu finden, wir dagegen soweit davon entfernt, da߅�</p><p>Er verstummte. �Da� was?� meinte sofort die Delarmi. �Beenden Sie Ihre kindische Geschichte. Wissen Sie nun alles, oder nicht?�</p><p>�Ich wei� <emphasis>nicht </emphasis>alles, Sprecherin. Noch habe ich nicht das gesamte Ausma� des Netzes durchschaut, das man um uns gelegt hat, aber ich habe erkannt, da� das Netz vorhanden ist. Ich habe keine Ahnung, weshalb es von derartiger Wichtigkeit sein kann, die Erde zu finden, aber ich bin der festen �berzeugung, da� die Zweite Foundation in gewaltiger Gefahr schwebt, und mit ihr der Seldon-Plan und die Zukunft der ganzen Menschheit.�</p><p>Die Delarmi stand auf. Sie l�chelte nicht und sprach mit gepre�ter, aber energisch beherrschter Stimme. �Was f�r ein Unsinn! Erster Sprecher, sorgen Sie daf�r, da� mit diesem Quatsch Schlu� gemacht wird! Die Angelegenheit, die hier zur Verhandlung steht, ist das w�rdelose Verhalten des Beschuldigten. Was er uns hier erz�hlt, ist nicht nur durch und durch kindisch, sondern auch v�llig bedeutungslos. Er kann sein Benehmen nicht dadurch entschuldigen d�rfen, da� er ein Hirngespinst von Theorien konstruiert, das nur in seinem eigenen Denken irgendeinen Sinn ergibt. Ich beantrage eine Abstimmung �ber die erhobene Anklage und rufe zur einm�tigen Zustimmung zu seiner Amtsenthebung auf.�</p><p>�Halt!� sagte Gendibal in scharfem Ton. �Ich habe die Zusicherung erhalten, ich h�tte hier die Gelegenheit, mich zu verteidigen, und ich habe noch einen Punkt, noch einen letzten Punkt vorzutragen. Lassen Sie mich das tun, und Sie k�nnen ohne weitere Einw�nde meinerseits zur Abstimmung �bergehen.�</p><p>Der Erste Sprecher rieb sich m�de die Augen. �Sie d�rfen Ihre Verteidigung fortsetzen, Sprecher Gendibal. Ich m�chte die Versammlung darauf aufmerksam machen, da� die Amtsenthebung eines angeklagten Sprechers eine so schwerwiegende Angelegenheit und bisher ohne konkretes Beispiel ist, da� wir nicht einmal den Anschein aufkommen lassen d�rfen, es sei dem Beschuldigten keine ausreichende M�glichkeit zu seiner Verteidigung gew�hrt worden. Bedenken Sie auch, da� unsere letztendliche Entscheidung, selbst wenn Sie f�r unsere Begriffe zufriedenstellend ausfallen mag, nicht zwangsl�ufig auch unsere sp�teren Nachfolger befriedigen mu�, und ich kann keinesfalls glauben, da� ein Zweitfoundationist, egal welchen Rang er einnimmt, sich nicht vollauf �ber die Bedeutung im klaren ist, die der Rechtm��igkeit unseres Handelns aus historischer Perspektive beizumessen ist. Wir wollen so handeln, da� wir der Billigung der Sprecher sicher sein k�nnen, die uns in den kommenden Jahrhunderten nachfolgen werden.�</p><p>�Wir gehen das Risiko ein, Erster Sprecher�, sagte die Delarmi voller Bitterkeit, �von der Nachwelt daf�r ausgelacht zu werden, uns langwierig mit offensichtlichen Spinnereien herumgeschlagen zu haben. Die Verteidigung fortsetzen zu lassen, ist <emphasis>Ihre </emphasis>Entscheidung.�</p><p>Gendibal holte tief Atem. �Dann m�chte ich auf der Grundlage <emphasis>Ihrer </emphasis>Entscheidung, Erster Sprecher, eine Zeugin aufrufen�� eine junge Frau, die ich vor drei Tagen kennengelernt habe und ohne deren Eingreifen ich der vergangenen Sitzung vielleicht h�tte gar nicht beiwohnen k�nnen, statt mich nur zu versp�ten.�</p><p>�Ist die Frau, von der Sie reden, an dieser Tafel bekannt?� erkundigte sich der Erste Sprecher.</p><p>�Nein, Erster Sprecher. Sie ist eine Eingeborene dieses Planeten.�</p><p>Die Delarmi ri� die Augen auf. �Eine <emphasis>Hamerin?�</emphasis></p><p>�Jawohl! Genau das.�</p><p>�Was haben wir mit so einer denn zu schaffen?!� meinte die Delarmi. �Was diese Leute daherreden, kann f�r uns doch nicht von Belang sein. Sie existieren einfach nicht.�</p><p>Gendibal verzog die Lippen und zeigte die Z�hne auf eine Weise, die unm�glich als L�cheln mi�verstanden werden konnte. �Physisch existieren alle diese Hamer sehr wohl�, sagte er in scharfem Tonfall. �Sie sind Menschen und spielen im Seldon-Plan ihre Rolle. Durch den indirekten Schutz, den sie der Zweiten Foundation bieten, ist ihre Rolle sogar von entscheidender Bedeutung. Ich distanziere mich ausdr�cklich von der Menschenfeindlichkeit Sprecherin Delarmis und hoffe, da� ihre �u�erung sich im Protokoll wiederfindet, so da� sie sp�ter als Beweis <emphasis>ihrer </emphasis>etwaigen Untauglichkeit f�r die Position eines Sprechers dienen kann. Will der Rest der Tafel sich der unerh�rten Bemerkung der Sprecherin anschlie�en und meine Zeugin von der Verhandlung ausschlie�en?�</p><p>�Rufen Sie Ihre Zeugin herein, Sprecher!� sagte der Erste Sprecher.</p><p>Gendibals Lippen entkrampften sich, und sein Gesicht nahm die �bliche Ausdruckslosigkeit eines Sprechers an, der unter Druck stand. Sein innerstes Bewu�tsein war bestens beh�tet und abgekapselt, aber hinter seiner Schutzbarriere hatte er das Gef�hl, die Phase der h�chsten Gefahr �berwunden und gewonnen zu haben.</p></section><section><title><p>34</p></title><p>Sura Novi wirkte gestre�t. Ihre Augen waren geweitet, ihre Unterlippe zitterte ein wenig. Sie schlo� und �ffnete unaufh�rlich langsam die H�nde, und ihr Busen wogte.</p><p>Ihr Haar war nach hinten gek�mmt und zu einem Knoten geschlungen; in ihrem von der Sonne gebr�unten Gesicht zuckte es ab und zu. Ihre H�nde fummelten am Saum ihres langen Rocks. Hastig glitt ihr Blick von der einen zur anderen der Personen, die an der Tafel sa�en.</p><p>Sie musterten sie mit unterschiedlichen Graden von Geringsch�tzung und Unbehagen. Die Delarmi hielt ihren Blick deutlich �ber Sura Novis Kopf hinweg gerichtet; sie ignorierte ihre Gegenwart ganz einfach.</p><p>Sehr behutsam ertastete Gendibal auf mentaler Ebene das �u�ere Gewebe ihres Geistes, bes�nftigte und beruhigte ihr Gem�t. Er h�tte das gleiche erreichen k�nnen, indem er ihre Hand t�tschelte oder ihre Wange streichelte, aber unter den gegebenen Umst�nden war so etwas nat�rlich nicht m�glich.</p><p>�Erster Sprecher�, sagte er, �ich �be auf das Bewu�tsein dieser Frau einen beruhigenden Einflu� aus, damit ihre Aussage nicht durch Furcht verf�lscht wird. W�rden Sie bitte beobachten� w�rden bitte alle Anwesenden meine Ma�nahmen mitverfolgen und sich davon �berzeugen, da� ich an ihrem Geist keinerlei Modifikationen hervorrufe?�</p><p>Sura Novi war beim Klang von Gendibals Stimme erschrocken zur�ckgefahren, und Gendibal war davon keineswegs �berrascht. Ihm war klar, da� sie noch nie geh�rt hatte, wie Zweitfoundationisten hohen Ranges sich untereinander verst�ndigten. Sie hatte diese sonderbare, rasche Kombination von Lauten, Worten, Mienenspiel und Gedanken noch nie miterlebt. Ihr Entsetzen wich jedoch so schnell, wie es aufgetreten war, als er ihr Bewu�tsein beg�tigte.</p><p>Ihr Gesicht nahm einen friedlichen Ausdruck an.</p><p>�Hinter Ihnen steht ein Stuhl, Novi�, sagte Gendibal. �Bitte setzen Sie sich.�</p><p>Novi verbeugte sich knapp und unbeholfen und nahm Platz, hielt sich verkrampft aufrecht.</p><p>Sie legte ihre Aussage ziemlich klar und deutlich ab, aber Gendibal lie� sie diese oder jene �u�erung wiederholen, sobald sich ihr hamischer Akzent zu stark bemerkbar machte. Andererseits mu�te er manchmal, weil er aus R�cksicht auf die Versammlung der Tafel der Sprecher die eigene Sprache streng im formellen Rahmen lie�, f�r Novi die eine oder andere seiner Fragen wiederholen.</p><p>Sie erz�hlte die Geschichte der Auseinandersetzung zwischen ihm und Rufirant ruhig und anschaulich.</p><p>�Haben Sie das alles selbst mitangesehen, Novi?� fragte Gendibal.</p><p>�Nee, Meister, sonst h�tt ich frieher ein End gemacht. Rufirant ist feins Kerlchen, aber nich gewitzt in Kopp.�</p><p>�Trotzdem haben Sie alles genau geschildert. Wie ist das m�glich, obwohl Sie nicht alles selbst gesehen haben?�</p><p>�Rufirant hat mich erz�hlt, als ich ihm fragte. Er hat sich gesch�mt.�</p><p>�Gesch�mt? Ist Ihnen bekannt, ob er sich fr�her schon �hnlich benommen hat?�</p><p>�Rufirant? Nee, Meister. Er is gro�, aber hat weiches Herze. Er is kein R�pel und fierchtet sich vor Forschern. Oft sagt er, sie sind m�chtig, und da� sie Macht besitzen.�</p><p>�Warum hat er anders empfunden, als er mir begegnet ist?�</p><p>�Das is komisch. Kann man nich verstehen.� Sie sch�ttelte den Kopf. �Er war nich sich selbst. �Du Holzkopp�, sag ich zu ihm. �Wie kommst du dazu, Streit anzufangen mit ein Forscher?� Und er sagt: �Ich wei� nich wie. Das war, als h�tte ich dabeigestanden und zugeschaut, wie ein anderer das macht.��</p><p>Sprecher Cheng meldete sich zu Wort. �Erster Sprecher, welchen Sinn soll es haben, diese Frau aussagen zu lassen, was ein anderer Mann ihr erz�hlt hat? Kann der betreffende Mann nicht selbst aussagen?�</p><p>�Selbstverst�ndlich besteht diese M�glichkeit�, antwortete Gendibal. �Falls die Tafel nach der Aussage dieser Frau weitere Aussagen zu h�ren w�nscht, bin ich bereit, Karoll Rufirant, die Person, mit der k�rzlich die bewu�te Auseinandersetzung stattgefunden hat, als Zeugen aufzurufen. Falls nicht, kann die Versammlung, sobald ich mit dieser Zeugin fertig bin, unverz�glich zum Urteilsbeschlu� �bergehen.�</p><p>�Nun gut�, sagte der Erste Sprecher. �Machen Sie mit der Zeugin weiter!�</p><p>�Und Sie, Novi?� wandte sich Gendibal wieder an Sura Novi. �War�s Ihre Art, auf so eine Weise in einen Kampf zwischen M�nnern einzugreifen?�</p><p>Im ersten Moment gab sie keine Antwort. Zwischen ihren dicken Brauen erschien ein ansatzweises Stirnrunzeln, verschwand wieder. �Ich wei� nich�, sagte sie schlie�lich. �Ich will kein Schaden f�r Forscher. Ich <emphasis>mu�te </emphasis>einfach, ohne Nachdenken war ich pl�tzlich mittendrin.� Sie z�gerte. �Ich glaub, ich t�t�s wieder, wenn n�tig.�</p><p>�Novi�, sagte Gendibal, �Sie werden nun schlafen. Sie denken an nichts. Sie werden schlafen und nicht einmal tr�umen.�</p><p>Einen Augenblick lang murmelte Sura Novi vor sich hin. Ihre Lider sanken herab, und ihr Kopf sank auf die R�cklehne des Stuhls.</p><p>Gendibal wartete noch einen Moment ab. �Erster Sprecher�, sagte er dann, �mit allem Respekt bitte ich Sie, mir in den Geist dieser Frau zu folgen. Sie werden feststellen, da� ihr Verstand bemerkenswert simpel und symmetrisch ist, f�r unsere Belange ein Gl�ck, denn was Sie sehen werden, w�re andernfalls vielleicht nicht zu erkennen. Hier� Hier! K�nnen Sie�s erkennen? Wenn vielleicht auch die anderen Anwesenden Einblick nehmen w�rden�? Es erleichtert uns die Sache, wenn wir alle zugleich nachschauen.�</p><p>Rings um die Tafel entstand zunehmende Unruhe.</p><p>�Hat irgend jemand Zweifel?� erkundigte sich Gendibal.</p><p><emphasis>�Ich </emphasis>habe meine Zweifel�, sagte die Delarmi, �denn�� Sie verstummte, sprach nicht aus, was auszusprechen nicht einmal sie sich leisten konnte.</p><p>�Sie glauben�, sagte Gendibal an ihrer Stelle, �ich h�tte in ihrem Geist herumgepfuscht, um hier falsche Beweise anf�hren zu k�nnen? Sie meinen also, ich sei dazu in der Lage, eine so feine Ver�nderung vorzunehmen�� eine winzige mentale Faser zu beeinflussen, ohne da� man ihr oder ihrer Umgebung auch nur die geringste Beeintr�chtigung anmerkt? W�re ich zu so etwas imstande, h�tte ich�s dann n�tig, mich auf diese umst�ndliche Art und Weise mit Ihnen auseinanderzusetzen? Weshalb sollte ich mich der Dem�tigung einer derartigen Verhandlung unterziehen? Warum m��te ich mir M�he geben und versuchen, Sie zu �berzeugen? K�nnte ich das tun, was hier im Geist dieser Frau ersichtlich ist, s�mtliche Anwesenden w�ren�� au�er bei gr�ndlicher Vorbereitung�� mir gegen�ber hilflos. Es ist eine un�bersehbare Tatsache, da� keiner von Ihnen jemandes Bewu�tsein so manipulieren kann, wie es bei dieser Frau manipuliert worden ist. Ebensowenig kann ich�s. Trotzdem ist es getan worden!�</p><p>Er schwieg, musterte die Sprecher der Reihe nach, richtete seinen Blick zuletzt auf die Delarmi. Er sprach langsam. �Sollten weitere Beweise erw�nscht sein, bin ich nunmehr bereit, auch den hamischen Farmer namens Karoll Rufirant als Zeugen aufzurufen, den ich examiniert und dabei festgestellt habe, da� sein Geist auf �hnliche Weise beeinflu�t worden ist.�</p><p>�Das ist nicht erforderlich�, sagte der Erste Sprecher, dessen Miene Entsetzen zeigte. �Was wir gesehen haben, ist hirnersch�tternd.�</p><p>�In diesem Fall�, sagte Gendibal, �darf ich diese Hamerin nun wohl wieder wecken und gehen lassen. Ich habe veranla�t, da� drau�en Personen sie erwarten, die sich um ihr Wohlergehen k�mmern werden.�</p><p>Als Novi gegangen war, durch seine Hand an ihrem Ellbogen behutsam zur T�r geleitet, setzte er seine Darlegungen fort. �Erlauben Sie mir eine kurze Zusammenfassung�, sagte er. �Tatsache ist, menschlicher Verstand kann und ist auf eine Weise beeinflu�t worden, die au�erhalb unserer F�higkeiten steht. Auf die gleiche Weise k�nnen Kuratoren der Bibliothek dazu gebracht worden sein, alles die Erde betreffende Material zu entfernen, ohne da� wir es bemerkt haben, ohne da� sie selbst sich nachtr�glich daran erinnern k�nnen. Wir haben gesehen, wie es arrangiert worden ist, da� ich zu der bewu�ten Sitzung versp�tet erscheine. Man hat mich bedroht, man hat mich gerettet. Das Resultat war die gegen mich vorliegende Anklage. Das Ziel dieser scheinbar nat�rlichen Folge von Ereignissen soll meine Entfernung aus einer einflu�reichen Position sein, so da� der politische Kurs, den ich anstrebe und der den Urhebern dieser Vorg�nge, wer sie auch sein m�gen, anscheinend unlieb ist, nicht zum Tragen kommen kann.�</p><p>Die Delarmi beugte sich vor. Sie war merklich aufgew�hlt. �Wenn diese� wie nennen Sie sie�? �Anti-F�chse?� Wenn sie so �berlegen sind, wieso haben Sie dann das alles aufdecken k�nnen?�</p><p>Gendibal f�hlte sich nun zu einem L�cheln berechtigt. �Das ist sicherlich kein ausgesprochenes Verdienst meinerseits�, sagte er. �Ich behaupte nicht von mir, t�chtiger als andere Sprecher zu sein, schon gar nicht, ich sei f�higer als der Erste Sprecher. Aber auch die Anti-F�chse k�nnen weder unbegrenzt schlau sein noch vollkommen immun gegen das, was man Umst�nde nennt. Kann sein, da� sie diese Hamerin sogar speziell deswegen ausgesucht haben, weil nur in so geringem Ma� auf sie eingewirkt werden mu�te. Sie f�hlt sich aufgrund ihres eigenen Charakters zu den Leuten hingezogen, die bei den Hamern �Forscher� hei�en, und sie bewundert unsereins ganz erheblich. Aber nachdem die Einflu�nahme erfolgt war, Sprecherin Delarmi, mu� die Begegnung mit mir wohl ihre Phantasterei, selber eine �Forscherin� zu werden, wesentlich verst�rkt haben. Schon am folgenden Tag ist sie n�mlich mit genau dieser Absicht zu mir gekommen. Ihre sonderbaren Ambitionen haben mich naturgem�� so neugierig gemacht, da� ich ihren Geist begutachtete�� eine Ma�nahme, auf die ich normalerweise verzichtet h�tte��, und dabei bin ich, mehr aus Zufall, auf diese Adjustierung gesto�en und habe ihre Bedeutung erkannt. W�re eine andere Frau ausgesucht worden, die uns �Forschern� weniger positiv gegen�bersteht, h�tten die �Anti-F�chse� aufwendiger an der Adjustierung arbeiten m�ssen, aber die Konsequenzen w�ren vielleicht anderer Art gewesen, so da� ich all das nicht herausgefunden h�tte. Die �Anti-F�chse� haben sich verrechnet, oder sie haben dem Unvorhersehbaren zu geringes Gewicht beigemessen. Da� sie derartig �ber Kleinigkeiten stolpern k�nnen, ist f�r uns ein Grund zur Ermutigung.�</p><p>�Der Erste Sprecher und Sie�, sagte die Delarmi, �nennen diese� �h� Organisation die �Anti-F�chse�, weil sie sich, wie uns erkl�rt worden ist, daf�r einsetzen, da� die Galaxis auf dem vom Seldon-Plan vorgegebenen Weg bleibt, also nicht etwa gegen den Seldon-Plan arbeiten, wie es der Fuchs getan hat. Wenn die �Anti-F�chse� tats�chlich so handeln, warum gelten sie dann als gef�hrlich?�</p><p>�Warum sollten sie sich eine solche M�he geben, wenn nicht f�r irgendeinen Zweck? Was f�r ein Zweck das ist, wissen wir nicht. Ein Zyniker k�nnte vielleicht sagen, sie beabsichtigen, zur rechten Zeit einzugreifen und die Entwicklung in eine Richtung zu lenken, die ihnen angenehmer ist als uns. Das ist auch mein Eindruck, obwohl ich mich keinem Zynismus hinzugeben pflege. Oder ist Sprecherin Delarmi zu behaupten bereit�� wom�glich aufgrund der Liebe und Zutraulichkeit, die, wie wir alle wissen, einen beachtlichen Teil ihres Charakters ausmachen��, wir h�tten es mit kosmischen Altruisten zu tun, die unsere Arbeit erledigen, ohne sich davon irgendeinen Vorteil zu erhoffen?�</p><p>Es kam zu gem��igten Bekundungen der Heiterkeit rings um die Tafel, und Gendibal wu�te endg�ltig, da� er gewonnen hatte. Und die Delarmi besa� dar�ber Klarheit, da� sie verloren hatte, denn ein Auflodern von Wut zeigte sich durch ihre harte mentale Selbstkontrolle, so wie ein r�tlicher Sonnenstrahl durch ein dichtes Bl�tterdach f�llt.</p><p>�Unmittelbar nach dem Zwischenfall mit dem Hamer-Farmer�, sagte Gendibal, �habe ich voreilig die Schlu�folgerung gezogen, dahinter m�sse ein anderer Sprecher stecken. Als ich dann die Ver�nderung im Geist der Hamerin erkannte, begriff ich, da� ich recht hatte, was die Machenschaft anging, mich jedoch in bezug auf die Urheberschaft geirrt hatte. Ich entschuldige mich f�r diesen Irrtum und bitte die Umst�nde als verst�ndlichen Grund daf�r anzusehen.�</p><p>�Ich glaube�, sagte der Erste Sprecher, �wir k�nnen das als hinreichenden Entschuldigungsgrund��</p><p>Die Delarmi unterbrach ihn. Sie hatte sich wieder v�llig in der Gewalt; ihre Miene war freundlich, und ihre Stimme klang nachgerade zuckers��. �Bei allem Respekt, Erster Sprecher, darf ich Sie unterbrechen� Lassen wir die Sache mit der Anklage am besten ganz fallen. Im gegenw�rtigen Moment denke ich nicht daran, f�r eine Amtsenthebung zu stimmen, und ich bin sicher, niemand hier w�rde das jetzt noch tun. Ich m�chte sogar vorschlagen, den Vorgang aus dem Protokoll und den bis dahin einwandfreien Personaldaten des Sprechers zu streichen. Sprecher Gendibal hat sich ehrenvoll hervorgetan. Ich gratuliere ihm f�r seine hervorragende Leistung, das Aufdecken einer Krise, die der Rest von uns m�glicherweise endlos h�tte weiterschwelen lassen, mit unabsehbaren Folgen. <emphasis>Ich </emphasis>entschuldige mich meinerseits aus ganzem Herzen f�r meine vorherige Unfreundlichkeit bei Sprecher Gendibal.�</p><p>Sie strahlte Gendibal buchst�blich an. Gendibal empfand widerwillige Bewunderung f�r die Schnelligkeit, mit der sie im Handumdrehen die Richtung ihres Verhaltens �nderte, um die Nachteile in Grenzen zu halten. Gleichzeitig jedoch hatte er das Gef�hl, da� sie nur das Vorspiel zu einem Angriff von anderer Seite betrieb.</p><p>Er war sicher, da� ihm keine Annehmlichkeiten bevorstanden.</p></section><section><title><p>35</p></title><p>Als sie sich zu umg�nglichem Auftreten durchrang, hatte Sprecherin Delora Delarmi darauf abgezielt, die volle Aufmerksamkeit der Tafel auf sich zu ziehen. Ihre Stimme klang sanft, ihr L�cheln war gutm�tig, die Augen funkelten in ihrem Gesicht, insgesamt machte sie einen reizvollen Eindruck.</p><p>Niemand wagte sie zur�ckzuhalten, und wartete auf ihren n�chsten Vorsto�.</p><p>�Dank Sprecher Gendibal�, sagte sie, �wissen wir nun alle dar�ber Bescheid, nehme ich an, was wir tun m�ssen. Noch haben wir kein genaues Bild von den sogenannten Anti-F�chsen, wissen wir nichts �ber sie, haben wir von ihnen nichts kennengelernt au�er ihre vor�bergehende Beeinflussung des Geistes von Menschen hier in der Bastion der Zweiten Foundation selbst. Wir wissen auch nicht, was das Machtzentrum der Ersten Foundation plant. K�nnten wir uns einer Allianz von Anti-F�chsen und Erster Foundation gegen�bersehen? Wir wissen�s nicht. Wir wissen, da� Golan Trevize und sein Begleiter, dessen Namen ich im Augenblick vergessen habe, ein Ziel anfliegen, das wir wiederum nicht kennen, und da� der Erste Sprecher, dessen Intuition ich respektiere, das Gef�hl hat, Trevize ist im Hinblick auf den Ausgang dieser gro�en Krise eine Schl�sselperson. Was ist es nun, das wir zu tun haben? Eindeutig m�ssen wir alles herausfinden, was es �ber Trevize zu wissen gibt�� wohin er fliegt, was er denkt, was seine Absichten sind� oder erst einmal, ob er �berhaupt ein Ziel hat, irgend etwas denkt, irgendwelche Absichten verfolgt, ob er nicht in Wahrheit nur das Werkzeug anderer ist, die m�chtiger sind als er.�</p><p>�Er steht unter Beobachtung�, sagte Gendibal.</p><p>Die Delarmi spitzte die Lippen zu einem nachsichtigen L�cheln. �Durch wen? Einen unserer au�erplanetaren Agenten? Darf man von solchen Agenten erwarten, da� sie es mit Leuten aufnehmen k�nnen, die diese Macht besitzen, deren Ergebnisse wir hier demonstriert erhalten haben? Bestimmt nicht. Zur Zeit des Fuchses und auch sp�ter hat die Zweite Foundation nicht gez�gert, Freiwillige aus den Reihen ihrer besten Kr�fte zur Bew�ltigung gewisser Aufgaben auszusenden�� und sogar zu opfern��, weil minderrangige Ma�nahmen nichts mehr genutzt h�tten. Als die Notwendigkeit bestand, den Seldon-Plan zu restaurieren, ist Preem Palver pers�nlich als hamischer Farmer durch die Galaxis gereist, um Arkady Darell ausfindig zu machen, damals ein kleines M�dchen. Wir k�nnen nicht hier sitzen und warten, w�hrend wir einer Krise ausgesetzt sind, die vielleicht gr��er ist als in jedem bisherigen Fall. Wir k�nnen uns nicht auf kleine Funktion�rchen st�tzen�� Beobachter, Laufburschen��</p><p>�Sie m�chten doch sicher nicht vorschlagen�, fragte Gendibal nach, �da� der Erste Sprecher an so einem Zeitpunkt Trantor verlassen soll?�</p><p>�Sicherlich nicht�, antwortete die Delarmi. �Wir brauchen ihn unbedingt hier. Andererseits sind da Sie, Sprecher Gendibal. Sie sind es, der die Krise gesp�rt und richtig eingesch�tzt hat. Sie sind�s, der die subtile �u�ere Beeinflussung hamischen Bewu�tseins und den Eingriff in die Bibliothek entdeckt hat. Sie haben Ihre Meinung gegen die Opposition der gesamten restlichen Tafel behauptet�� und durchgesetzt. Niemand hier hat so klar wie Sie gesehen, und von keinem Anwesenden kann man erwarten, da� er k�nftig so klar wie Sie sieht. Nach meiner Ansicht sind <emphasis>Sie </emphasis>es, der hingehen und den Gegner konfrontieren mu�. Darf ich dazu die Meinung der Tafel erfahren?�</p><p>Es bedurfte keiner formellen Abstimmung, um �ber die allgemeine Haltung Klarheit zu erzielen, jeder Sprecher f�hlte die Stimmungslage der anderen, und pl�tzlich erkannte Gendibal entsetzt, da� noch im Moment seines Sieges�� gleichzeitig der Niederlage der Delarmi�� diese furchterregende Frau es schaffte, ihn in eine unabwendbare Art von Exil zu schicken, an eine Aufgabe, die ihn f�r unabsehbare Zeit besch�ftigen mochte, w�hrend sie mit ihrer Vorherrschaft an der Tafel der Sprecher zur�ckblieb und die Zweite Foundation, damit auch die Galaxis�� alles zugleich�� ihrem Verh�ngnis entgegenging.</p><p>Und falls es Gendibal in seiner Quasi-Verbannung gelang, die gew�nschten Informationen zu beschaffen, die es der Zweiten Foundation erm�glichen konnten, die bedrohliche Krise abzuwenden, dann w�rde niemand anderes als die Delarmi es sein, die sich das als Verdienst anrechnen durfte, weil sie seine Beauftragung arrangiert hatte, und <emphasis>sein </emphasis>Erfolg w�re ein wesentlicher Baustein <emphasis>ihrer </emphasis>Macht. Je schneller Gendibal Erfolg hatte, je gr�ndlicher sein Erfolg ausfiel, um so sicherer mu�te er ihre Macht untermauern.</p><p>Sie hatte einen glanzvollen Schachzug getan, ihre Schlappe in ein bedeutendes Plus verwandelt.</p><p>Sie dominierte selbst in diesem Moment die Versammlung an der Tafel mit so krasser Deutlichkeit, da� sie die Funktion des Ersten Sprechers praktisch usurpierte. Der Zorn, den der Erste Sprecher dar�ber empfand, �berlagerte Gendibals diesbez�gliche �berlegungen, kaum da� er daran zu denken begann.</p><p>Gendibal wandte sich dem Ersten Sprecher zu. Shandess gab sich keine M�he, seinen Zorn zu m��igen, und es war klar, da� unmittelbar nach den �berwundenen Schwierigkeiten eine neue innere Krisensituation bevorstand.</p></section><section><title><p>36</p></title><p>Quindor Shandess, f�nfundzwanzigster Erster Sprecher, gab sich in bezug auf seine Person keinen �bertriebenen Illusionen hin.</p><p>Er wu�te, da� er nicht zu den wenigen dynamischen Ersten Sprechern z�hlte, die mit dem Licht ihrer Au�ergew�hnlichkeit die f�nfhundertj�hrige Geschichte der Ersten Foundation erleuchteten�� aber andererseits mu�te das auch nicht sein. Er war in einer Periode bemerkenswerter galaktischer Prosperit�t Vorsitzender an der Tafel der Sprecher, und die Zeit eignete sich nicht f�r dynamisches Tun. Allem Anschein nach war dies eine Zeitspanne blo�en Beharrens, in der er den richtigen Mann f�r den Posten abgab. Aufgrund solcher Erw�gungen hatte sein Vorg�nger ihn zum Nachfolger bestimmt.</p><p>�Sie sind kein Abenteurer, sondern ein wahrer Gelehrter�, hatte der vierundzwanzigste Erste Sprecher zu ihm gesagt. �Sie werden f�r die Bewahrung des Seldon-Plans sorgen, w�hrend ein Abenteurer alles verderben k�nnte. Bewahrung! Lassen Sie das ein entscheidendes Wort an Ihrer Tafel sein.�</p><p>Er hatte es versucht, aber in mancher Beziehung hatte das eine passive Amtsaus�bung bedeutet, die man gelegentlich als Schw�che auslegte. Vor einiger Zeit waren Ger�chte umgelaufen, die besagten, er wolle zur�cktreten, und man hatte offen intrigiert, um die Nachfolge zur einen oder anderen Seite hin festzulegen.</p><p>Shandess besa� keinen Zweifel daran, da� die Delarmi in diesem Gerangel eine f�hrende Stellung einnahm. Sie war an der Tafel die st�rkste Pers�nlichkeit, und selbst der junge Gendibal�� trotz aller jugendlichen Heftigkeit und Torheit�� schrak vor ihr zur�ck, auch in diesem Moment wieder.</p><p>Doch wenn er auch passiv war, vielleicht sogar schwach, es gab, bei Seldon, ein Privileg, auf das noch kein Erster Sprecher nur im geringsten verzichtet hatte, und auch er hatte nicht die Absicht.</p><p>Er stand auf, um zu sprechen, und sofort entstand rings um die Tafel Ruhe. Wenn der Erste Sprecher aufstand, um zu reden, gab es keine Unterbrechungen. Nicht einmal die Delarmi oder Gendibal w�rden sich so etwas herausnehmen.</p><p>�Sprecher und Sprecherinnen!� begann er. �Ich bin mit allen hier der Meinung, da� wir uns einer ernsten Krise gegen�bersehen und nachdr�ckliche Ma�nahmen ergreifen m�ssen. Ich bin�s, der gehen und sich dem Feind stellen m��te. Sprecherin Delarmi hat mich jedoch�� mit allem Feingef�hl, durch das ihr Charakter sich auszeichnet�� durch die Feststellung, ich werde hier ben�tigt, von dieser Aufgabe entbunden. Die Wahrheit aber lautet, da� ich weder hier noch sonst irgendwo gebraucht werde. Ich werde alt und immer m�der. Seit langem wird erwartet, da� ich meine Position abgebe, und vielleicht ist es nun endlich h�chste Zeit. Sobald diese Krise erfolgreich gemeistert worden ist, werde ich tats�chlich zur�cktreten. Aber nat�rlich ist es, wie bekannt, das Vorrecht des Ersten Sprechers, seinen Nachfolger zu bestimmen. Genau das m�chte ich jetzt tun. Unter uns ist jemand, der seit l�ngerem die Sitzungen der Tafel beherrscht, der durch die Kraft der Pers�nlichkeit h�ufig die F�hrung gegeben hat, zu der ich au�erstande war. Sie alle wissen, da� ich von Sprecherin Delarmi rede.�</p><p>Er schwieg einen Augenblick lang. �Nur Ihnen, Sprecher Gendibal, ist Ablehnung anzumerken�, sagte er dann. �Darf ich fragen, warum?� Er nahm wieder Platz und gab Gendibal dadurch die Gelegenheit zum Antworten.</p><p>�Ich lehne Ihre Entscheidung nicht ab, Erster Sprecher�, sagte Gendibal leise. �Es ist und bleibt Ihr Recht, Ihren Nachfolger festzusetzen.�</p><p>�Und genau das werde ich tun. Wenn Sie zur�ckkehren�� und den Proze� eingeleitet haben, der zur f�r uns erfolgreichen Beendigung der gegenw�rtigen Krise f�hren wird��, ist die Zeit f�r meinen R�cktritt da. Mein Nachfolger wird die direkte Verantwortung f�r die Politik und deren Durchf�hrung haben, die fortan erforderlich sein wird, um den erw�hnten Proze� voranzutreiben und abzuschlie�en. Haben Sie dazu etwas zu sagen, Sprecher Gendibal?�</p><p>�Ich hoffe, Erster Sprecher�, sagte Gendibal ruhig, �wenn Sie Sprecherin Delarmi zu Ihrer Nachfolgerin machen, werden Sie ihr eindringlich nahelegen��</p><p>Barsch unterbrach ihn der Erste Sprecher. �Ich habe von Sprecherin Delarmi geredet, sie aber nicht zu meiner Nachfolgerin ernannt. Also, was haben Sie zu sagen?�</p><p>�Entschuldigung, Erster Sprecher. Ich h�tte sagen sollen, <emphasis>falls </emphasis>Sie Sprecherin Delarmi nach meiner erfolgreichen R�ckkehr von dieser Mission zu Ihrer Nachfolgerin ernennen, sollten Sie ihr raten��</p><p>�Ich werde sie auch in Zukunft unter keinen Umst�nden zu meiner Nachfolgerin machen. Was sagen Sie <emphasis>nun?� </emphasis>Der Erste Sprecher war dazu au�erstande, diese Erkl�rung ohne eine starke Regung der Zufriedenheit �ber den Schlag abzugeben, den er der Delarmi damit versetzte. Er h�tte sie nicht auf erniedrigendere Weise abblitzen lassen k�nnen.</p><p>�Also, Sprecher Gendibal, was haben Sie zu sagen?� wiederholte er nochmals.</p><p>�Da� ich reichlich verwirrt bin.�</p><p>Der Erste Sprecher erhob sich erneut. �Sprecherin Delarmi hat die Tafel beherrscht und gef�hrt, aber das ist nicht alles, was an Voraussetzungen f�r den Posten des Ersten Sprechers n�tig ist. Sprecher Gendibal hat etwas gesehen, was wir �bersehen haben. Er hat sich der einm�tigen Ablehnung der gesamten Tafel entgegengestellt, hat sie gezwungen, die Dinge neu zu durchdenken, sie dazu gebracht, sich seinen Erkenntnissen und Auffassungen anzuschlie�en. Ich hege einen gewissen Verdacht, aus welchen Motiven Sprecherin Delarmi die Verantwortung f�r die Verfolgung Golan Trevizes Sprecher Gendibal aufb�rdet, aber in der Tat ist nun einmal er derjenige, der sich am besten zur �bernahme dieser Mission eignet. Ich <emphasis>wei�, </emphasis>da� er Erfolg haben wird. In dieser Frage vertraue ich meiner Intuition. Und wenn er zur�ckkehrt, wird Sprecher Gendibal sechsundzwanzigster Erster Sprecher werden.�</p><p>Schroff setzte er sich hin, und sofort begann jeder Sprecher in einem lebhaften Gemisch von Lauten, Worten, Gedanken und Mienen seine Meinung zu bekunden. Der Erste Sprecher schenkte dem mi�t�nenden Wirrwar keine Beachtung; er starrte gleichg�ltig geradeaus. Nachdem es nun getan war, erkannte er, da� mit dem Ablegen der Verantwortung gewaltige Erleichterung einherging. Er h�tte es fr�her tun sollen; aber er war dazu nicht imstande gewesen.</p><p>Erst heute hatte er dar�ber Klarheit gewonnen, wer sein Nachfolger sein sollte.</p><p>Und da lenkte sein Verstand irgendwie die Aufmerksamkeit auf die Delarmi, und er schaute zu ihr hin�ber.</p><p>Bei Seldon! Sie war vollkommen gefa�t und l�chelte. Keine Spur von verzweifelter Entt�uschung lie� sich ihr anmerken; sie hatte noch keineswegs aufgegeben. Er fragte sich, ob er ihr in die H�nde gearbeitet haben konnte. Welche M�glichkeiten blieben ihr noch?</p></section><section><title><p>37</p></title><p>Delora Delarmi h�tte ihre Verzweiflung und Entt�uschung offen gezeigt, w�re das auf irgendeine Weise von Nutzen gewesen.</p><p>Es h�tte ihr gro�e Befriedigung bereitet, dem senilen Trottel Saures zu geben, der an der Tafel den Vorsitzenden mimte, oder dem jugendlichen Schwachkopf, mit dem das Gl�ck sich verb�ndet hatte�� aber es war keine Befriedigung, worauf es ihr ankam. Sie wollte mehr.</p><p>Sie wollte Erster Sprecher werden.</p><p>Und solange sie noch eine Karte auszuspielen hatte, gedachte sie es zu tun.</p><p>Sie l�chelte freundlich und hob die Hand zur Wortmeldung, und es gelang ihr, lange genug in dieser Pose zu bleiben, um sichern zu k�nnen, da� alles, sobald sie zu sprechen anfing, nicht nur ganz normal wirkte, sondern sogar eindeutig still und friedlich.</p><p>�Erster Sprecher�, sagte sie, �wie vorhin Sprecher Gendibal m�chte ich ebenfalls klarstellen, da� ich Ihrer Entscheidung keineswegs ablehnend gegen�berstehe. Es ist Ihr Vorrecht, Ihren Nachfolger zu ernennen. Wenn ich mich nun hier �u�ere, dann geschieht es in der Hoffnung, einen Beitrag zum Gelingen dessen zu leisten, was nunmehr zu Sprecher Gendibals Mission geworden ist. Darf ich meine Gedanken erl�utern, Erster Sprecher?�</p><p>�Tun Sie das�, erwiderte der Erste Sprecher kurzangebunden. Er hatte den Eindruck, da� sie sich viel zu nachgiebig verhielt, zu gutwillig.</p><p>W�rdevoll senkte die Delarmi den Kopf. Sie l�chelte nicht mehr. �Wir haben Raumschiffe�, sagte sie. �Technisch sind sie weniger gro�artig als die Raumer der Ersten Foundation, aber sie eignen sich zur Bef�rderung Sprecher Gendibals. Er wei�, wie man ein Raumschiff fliegt, nehme ich an, so wie jeder von uns. Wir haben unsere Mitarbeiter auf jedem wichtigen Planeten in der gesamten Galaxis, und er wird �berall willkommen sein. Au�erdem kann er sich, da er sich der Gefahr vollauf bewu�t ist, gegen die Anti-F�chse verteidigen. W�hrend wir von allem nichts ahnten, haben sie�s vorgezogen, ihre W�hlarbeit in den unteren R�ngen der Zweiten Foundation und sogar bei den hamischen Farmern zu leisten. Nat�rlich werden wir das Bewu�tsein aller Sprecher gr�ndlich �berpr�fen, aber ich bin sicher, da� wir in dieser Beziehung unangetastet geblieben sind. Die Anti-F�chse d�rften es kaum gewagt haben, sich an Sprecher heranzumachen. Trotzdem besteht kein Grund, weshalb Sprecher Gendibal mehr riskieren sollte, als unbedingt sein mu�. Er hat nicht die Absicht, es auf unkontrollierbare Zwischenf�lle ankommen zu lassen, und es wird wohl am g�nstigsten sein, wenn er f�r seine Mission in gewissem Umfang eine Tarnung annimmt, wenn er <emphasis>sie </emphasis>�berrascht. Es w�re n�tzlich, w�rde er in der Rolle eines hamischen Farmers auftreten. Preem Palver selbst hat, wie wir alle wissen, die Galaxis als hamischer Farmer bereist.�</p><p>�Preem Palver hat damit einen bestimmten Zweck verfolgt�, sagte der Erste Sprecher. �Bei Sprecher Gendibal ist das nicht der Fall. Sollte sich eine Verkleidung als notwendig erweisen, wird ihm, dessen bin ich sicher, beizeiten eine einfallen.�</p><p>�Bei allem Respekt, Erster Sprecher, was ich vorzuschlagen gedenke, ist eine subtilere Form der Tarnung, keine gew�hnliche Verkleidung. Preem Palver, daran werden Sie sich gewi� erinnern, hat seine Frau und Lebensgef�hrtin vieler Jahre mitgenommen. Und nichts hat die derbe Natur seiner Tarnung so nachdr�cklich unterstrichen wie die Tatsache, da� er mit seiner Frau reiste. Dieser Umstand hat jeden Argwohn im Ansatz zerstreut.�</p><p>�Ich habe keine Frau�, sagte Gendibal. �Ich habe Gef�hrtinnen gehabt, aber keine, die jetzt zu diesem Zweck die Rolle einer Ehepartnerin �bernehmen w�rde.�</p><p>�Das ist wohlbekannt, Sprecher Gendibal�, sagte die Delarmi, �aber schon wenn �berhaupt <emphasis>irgendeine </emphasis>Frau Sie begleitet, werden die Leute sie ganz selbstverst�ndlich f�r Ihre Partnerin halten. Und sollte die Notwendigkeit entstehen, daf�r beweiskr�ftige Dokumente vorlegen zu m�ssen, wir werden Ihnen bestimmt welche zur Verf�gung stellen k�nnen. Kurzum, ich glaube, eine Frau sollte Sie begleiten.�</p><p>Im ersten Moment verschlug es Gendibal den Atem. Sie wollte doch wohl nicht�?</p><p>Konnte es sein, da� sie darauf abzielte, an seinem Erfolg Anteil zu haben? Wollte sie versuchen, eine Amtsteilung der Position des Ersten Sprechers oder gar das Rotationsprinzip durchzusetzen?</p><p>�Ich f�hle mich geschmeichelt�, sagte Gendibal grimmig, �da� Sprecherin Delarmi der Ansicht ist, sie sollte��</p><p>Da brach die Delarmi in unverhohlenes Gel�chter aus und betrachtete Gendibal mit nahezu aufrichtigem Mitleid. Er war in eine Falle getappt und hatte sich l�cherlich gemacht. Die Tafel der Sprecher w�rde das nicht vergessen.</p><p>�Sprecher Gendibal�, sagte sie, �ich h�tte niemals die Impertinenz aufgebracht, zu versuchen, Ihnen meine Mitwirkung an der L�sung dieser Aufgabe aufzudr�ngen. Es ist Ihre Aufgabe, ganz allein Ihre, so wie der Posten des Ersten Sprechers ganz allein Ihnen geh�ren wird. Ich h�tte nicht gedacht, da� Sie den Wunsch versp�ren, mich mitzunehmen. Wirklich, Sprecher, in meinem Alter halte ich mich nicht l�nger f�r so eine Herzensbrecherin��</p><p>Man l�chelte rings um die Tafel, und selbst der Erste Sprecher mu�te sich bem�hen, ein L�cheln zu verbergen.</p><p>Gendibal sp�rte den Affront und strengte sich an, die Folgen abzuschw�chen, indem er darauf bedacht war, sich ihrem Leichtmut anzupassen. Die M�he war vergeblich.</p><p>�Was ist es denn nun, das Sie vorschlagen?� erkundigte er sich so ma�voll wie noch m�glich. �Ich versichere Ihnen, ich habe durchaus nicht unterstellt, Sie h�tten die Absicht, mich zu begleiten. Ihr Platz ist hier an der Tafel der Sprecher, nicht im Drunter und Dr�ber der Galaxis. Das ist mir absolut klar.�</p><p>�V�llig meine Meinung, Sprecher Gendibal, v�llig meine Meinung�, sagte die Delarmi. �Mein Vorschlag bezieht sich auf Ihre Rolle als hamischer Farmer. Um sie unanfechtbar authentisch zu machen, wer k�nnte da als Begleiterin besser herhalten als eine waschechte Hamerin?�</p><p>�Eine Hamerin?� Zum zweitenmal kurz hintereinander war Gendibal restlos verdutzt, und die Tafel hatte daran ihr diebisches Vergn�gen.</p><p><emphasis>�Die </emphasis>Hamerin�, konkretisierte die Delarmi. �Dieselbe, die gedacht hat, sie ersparte Ihnen eine Tracht Pr�gel. Dieselbe, die Sie voller Bewunderung anstarrt. Genau die, deren Verstand Sie untersucht haben, so da� sie Sie unwissentlich vor noch weit mehr als einer Tracht Pr�gel gerettet hat. Ich schlage vor, Sie nehmen sie mit.�</p><p>Gendibals erste Regung war, sich zu weigern, aber er wu�te, da� sie eben damit rechnete. Er w�rde nur f�r noch mehr Belustigung sorgen. Nun war klar, da� der Erste Sprecher, als er der Delarmi eine Schlappe beibrachte, indem er Gendibal als seinen Nachfolger nannte, einen Fehler begangen hatte; oder wenigstens hatte die Delarmi sein Vorgehen rasch in einen Fehler umgem�nzt.</p><p>Gendibal war der j�ngste Sprecher. Er hatte die Tafel der Sprecher ver�rgert und danach die Anklage seitens seiner Kollegen zunichte gemacht. Auf ziemlich sp�rbare Weise hatte er sie alle gedem�tigt. Niemand konnte ihn mit etwas anderem als Widerwillen als k�nftigen Vorgesetzten betrachten.</p><p>Dies Problem w�re schwierig genug zu �berwinden gewesen, doch jetzt w�rden sie sich stets daran erinnern, wie leicht es der Delarmi gefallen war, ihn l�cherlich zu machen, wie sehr sie es genossen hatten. Das w�rde sie benutzen, um sie allesamt nur zu leicht davon zu �berzeugen, da� er f�r das Amt des Ersten Sprechers zu jung war, da� es ihm daf�r an der Erfahrung und Reife mangele. W�hrend Gendibal fort und unterwegs war, um seinen Auftrag zu erf�llen, konnten sie gemeinsamen Druck auf den Ersten Sprecher aus�ben und ihn zum Widerruf seiner Entscheidung bewegen. Oder falls der Erste Sprecher hart blieb, mu�te Gendibal sich zu guter Letzt in einem Amt befinden, in dem er angesichts einer einheitlichen Opposition f�r immer machtlos sein w�rde.</p><p>Das alles erkannte Gendibal nun im Handumdrehen und war dazu in der Lage, zu antworten, als k�nne ihn nichts aus der Ruhe bringen.</p><p>�Sprecherin Delarmi, ich bewundere Ihren Durchblick�, sagte er. �Ich wollte die Anwesenden eigentlich �berraschen. In der Tat hatte ich von vornherein die Absicht, diese Hamerin mitzunehmen�� wenn auch nicht aus dem unbestritten sehr vern�nftigen Grund, den Sie angef�hrt haben. Ich bin aufgrund ihrer mentalen Eigenschaften zu der Ansicht gelangt, da� es sich lohnt, sie mitzunehmen. Sie alle haben selbst Einblick in ihren Verstand erhalten. Sie haben gesehen, wie er beschaffen ist�� erstaunlich intelligent, noch mehr allerdings klar und simpel, frei von aller Falschheit. Keine mentale Einflu�nahme auf dieses Gem�t kann unbemerkt bleiben, das haben Sie sicher auch geschlu�folgert. Ich frage mich, ist Ihnen auch aufgefallen, Sprecherin Delarmi, da� sie als ein hervorragendes Fr�hwarnsystem dienen kann? Anhand ihrer Psyche lassen sich nach meiner Auffassung die ersten symptomatischen Anzeichen einer mentalistischen Beeinflussung fr�her feststellen als durch meine eigenen geistigen Kapazit�ten.�</p><p>Eine Art von Schweigen der Verbl�ffung entstand. �Ach, darauf ist keiner von Ihnen gekommen?� meinte er leichthin. �Na, macht nichts. Und jetzt m�chte ich mich verabschieden. Es ist keine weitere Zeit zu verlieren.�</p><p>�Warten Sie!� sagte die Delarmi irritiert, nun zum drittenmal der Initiative verlustig gegangen. �Was haben Sie vor?�</p><p>Gendibal zuckte andeutungsweise die Achseln. �Warum in Einzelheiten gehen?� fragte er zur�ck. �Je weniger die Tafel dar�ber wei�, um so weniger k�nnen die Anti-F�chse mir dazwischenpfuschen.�</p><p>Er tat diese �u�erung, als l�ge ihm vor allem an der Sicherheit seiner Kollegen. Er f�llte sein Bewu�tsein ganz mit dieser Regung aus und lie� sie durchscheinen.</p><p>Das w�rde ihnen schmeicheln. Und dar�ber hinaus w�rde die Genugtuung, die sie empfanden, sie daran hindern, sich zu fragen, ob Gendibal eigentlich selbst wu�te, was er als n�chstes zu tun hatte.</p></section><section><title><p>38</p></title><p>Am selben Abend unterhielt der Erste Sprecher sich nochmals unter vier Augen mit Gendibal.</p><p>�Sie hatten recht�, sagte Shandess. �Ich konnte nicht anders, ich habe unwillk�rlich unter die Oberfl�che Ihres Denkens geschaut. Ich habe bemerkt, da� Sie meine Ank�ndigung als Fehler bewertet haben, und Sie waren vollkommen im Recht. Ich war zu sehr darauf aus, ihrem Gesicht dies ewige L�cheln zu nehmen, ihr die Selbstverst�ndlichkeit heimzuzahlen, mit der sie sich so oft in meine Rolle dr�ngt.�</p><p>�Es w�re besser gewesen�, sagte Gendibal freundlich, �Sie h�tten mir Ihren Entschlu� privat mitgeteilt und mit der Bekanntgabe bis nach meiner R�ckkehr gewartet.�</p><p>�Dann w�r�s mir allerdings unm�glich gewesen, es ihr zu zeigen� Ja, ich wei�, ein kl�gliches Motiv f�r einen Ersten Sprecher.�</p><p>�Sie wird sich dadurch nicht aufhalten lassen, Erster Sprecher. Sie wird weitere Intrigen spinnen, um auf den Posten zu gelangen, und vielleicht kann man�s ihr nicht einmal ver�beln. Ich bin sicher, es gibt genug Sprecher, die der Ansicht sind, ich h�tte die Nominierung ablehnen sollen. Es l��t sich ohne weiteres anf�hren, da� Sprecherin Delarmi der beste Kopf an der Tafel ist und sich deshalb auch am besten als n�chster Erster Sprecher eignet.�</p><p>�Der beste Kopf <emphasis>an der Tafel, </emphasis>ja, aber nicht andernorts�, brummte Shandess. �Au�er anderen Sprechern kennt sie keine Feinde. Sie h�tte �berhaupt nie Sprecherin werden d�rfen. H�ren Sie, soll ich Ihnen untersagen, die Hamerin mitzunehmen? Ich wei�, sie hat Sie da hineinman�vriert.�</p><p>�Nein, nein, der Grund, den ich genannt habe, hat durchaus seinen realen Wert. Sie <emphasis>wird </emphasis>f�r mich ein Fr�hwarnsystem sein k�nnen, und ich bin wirklich froh, da� Sprecherin Delarmi mich zu dieser Erkenntnis gedr�ngt hat. Ich bin davon �berzeugt, da� diese Frau sich als wertvolle Hilfe erweist.�</p><p>�Na gut. �brigens, ich habe auch nicht gelogen. Ich bin wirklich davon �berzeugt, da� Sie ausf�hren werden, was erforderlich ist, um diese Krise zu beenden�� falls man meiner Intuition vertrauen kann.�</p><p>�Ich glaube, ihr vertrauen zu k�nnen, denn ich stimme hinsichtlich dieser Erwartung mit Ihnen �berein. Ich verspreche Ihnen, ich werde besser austeilen als einstecken, was auch passiert, und ich werde zur�ckkehren, um die Position des Ersten Sprechers anzutreten, was die Anti-F�chse�� oder Sprecherin Delarmi�� auch tun werden, um es zu verhindern.�</p><p>Gendibal machte sich Gedanken �ber die eigene Zuversicht, w�hrend er redete. Warum insistierte er so auf diesem Ein-Raumschiff-Trip ins All, warum war er davon so angetan? Nat�rlich aus Ehrgeiz. Genauso war einmal Preem Palver verfahren, und er legte Wert darauf, allen zu zeigen, da� Stor Gendibal dergleichen auch konnte. Danach w�rde niemand ihm noch die Qualifikation f�r das Amt des Ersten Sprechers streitig machen. Aber stak nicht trotzdem zus�tzlich irgend etwas anderes dahinter? Das Verlockende einer bevorstehenden Auseinandersetzung? Das allgemeine Verlangen nach Aufregungen in jemandem, der im Laufe seiner ganzen fr�hen Jugend nur einen entlegenen Flecken auf einem r�ckst�ndigen Hinterw�ldler-Planeten gekannt hatte? Er besa� keine volle Klarheit, aber er war mit verzweifelter Hartn�ckigkeit zum Weitermachen entschlossen.</p></section></section><section><title><p>Elftes Kapitel</p><p>Sayshell</p></title><section><title><p>39</p></title><p>Janov Pelorat hatte zum erstenmal in seinem Leben zugesehen�� nach einem Vorgang, den Trevize als �Mikro-Hypersprung� bezeichnete��, wie ein heller Stern sich allm�hlich in eine Kugel verwandelte. Der vierte Planet, Sayshell�� die bewohnbare Welt des Systems und ihr Nahziel��, war w�hrend eines Zeitraums mehrerer Tage st�ndig angewachsen und immer deutlicher erkennbar geworden.</p><p>Der Computer hatte eine Karte der Planetenoberfl�che bereitgestellt und auf eine tragbare Bildfl�che projiziert, die gegenw�rtig auf Pelorats Scho� lag.</p><p>�Freuen Sie sich nicht zu fr�h, Janov�, sagte Trevize mit dem selbstbewu�ten Auftreten von jemand, der bereits auf Dutzenden von Planeten gelandet war. �Wir m�ssen erst noch durch die Einflugkontrolle, und das kann seine Zeit dauern.�</p><p>Pelorat blickte auf. �Das sind doch sicher nur Formalit�ten?�</p><p>�Richtig. Aber es kann sich trotzdem hinziehen.�</p><p>�Wir haben aber doch Friedenszeiten.�</p><p>�Nat�rlich. Das hei�t, wir d�rfen letztendlich auf jeden Fall durch. Aber vorher geht�s noch um das Problem des �kologischen Gleichgewichts. Jeder Planet besitzt sein eigenes �kologisches Gleichgewicht, und nirgends m�chte man, da� es gest�rt wird. Deshalb geh�rt es zu den unausweichlichen Formalit�ten, jedes Raumschiff auf unerw�nschte Organismen zu �berpr�fen, oder Infektionen. Das ist nur eine vern�nftige Vorsichtsma�nahme.�</p><p>�So was haben wir nicht an Bord, w�rde ich sagen.�</p><p>�Nein, haben wir nicht, und genau das wird man auch feststellen. Aber denken Sie daran, da� Sayshell kein Mitglied der Foundationsf�deration ist, also wird man sicherlich Wert darauf legen, seine Unabh�ngigkeit zu demonstrieren.�</p><p>Ein kleiner Raumer kam ihnen entgegen, um die Inspektion durchzuf�hren, und ein sayshellischer Kontrollbeamter kam an Bord. Trevize, der seine Milit�rdienstzeit nicht vergessen hatte, trat entsprechend zackig auf.</p><p><emphasis>�Far Star </emphasis>von Terminus�, sagte er. �Schiffspapiere. Unbewaffnet. Privatraumfahrzeug. Mein Pa�. Ein Passagier. Sein Pa�. Wir sind Touristen.�</p><p>Der Kontrollbeamte trug eine schaurige Uniform, vornehmlich in Knallrot. Seine Wangen und die Oberlippe waren glattrasiert, aber er besa� einen kurzen Kinnbart, in der Mitte so geteilt, da� Zipfel vom Kinn nach beiden Seiten ragten. �Foundationschiff?� meinte er.</p><p>Er sprach es �Fundaschuhnsschipp� aus, aber Trevize enthielt sich wohl�berlegt jeder Berichtigung und auch eines L�chelns. Es gab soviel Dialektabarten, die sich vom Galaktostandard unterschieden, wie bewohnte Planeten existierten, und man sprach eben �berall die eigene Mundart. Solange eine gegenseitige Verst�ndigung zustande kam, spielte das keine Rolle.</p><p>�Ja, Sir�, best�tigte Trevize. �Foundationschiff. Privatbesitz.�</p><p>�H�bsches St�ck. Ihre Ladong, wenn ich bitten darf.�</p><p>�Meine was?�</p><p>�Ihre Ladung. Was Sie bef�rdern.�</p><p>�Ach, die Fracht. Hier ist eine aufgeschl�sselte Liste. Ausschlie�lich pers�nliches Eigentum. Wir sind nicht zu Handelszwecken hier. Wie erw�hnt, wir sind gew�hnliche Touristen.�</p><empty-line/></section><section><empty-line/><p><image l:href="#5"/></p><empty-line/></section><section><empty-line/><p>Der Kontrollbeamte sah sich neugierig um. �F�r Touristen ist dies ein ziemlich flottes Schiff.�</p><p>�Nicht nach dem Standard der Foundation�, erwiderte Trevize humorig. �Und ich bin wohlhabend genug, um�s mir leisten zu k�nnen.�</p><p>�Wollen Sie damit andeuten, ich h�tte die M�glichkeit einer Aufreicherung?� Der Beamte sah Trevize kurz an, schaute dann weg.</p><p>Trevize z�gerte f�r einen Moment mit seiner Antwort, weil er die Bedeutung des letzten Wortes erst interpretieren mu�te, und einen weiteren Moment brauchte er, um sein weiteres Verhalten festzulegen. �Nein, selbstverst�ndlich wollte ich nicht die M�glichkeit eines Bestechungsversuchs andeuten�, sagte er schlie�lich. �Ich habe keinen Grund, warum ich sowas versuchen sollte, und Sie sehen auch nicht wie jemand aus, der sich bestechen l��t. Sie k�nnen das Schiff durchsuchen, wenn Sie w�nschen.�</p><p>�Nicht n�tig�, sagte der Beamte und steckte seinen Taschenrecorder ein. �Sie sind bereits auf spezifische Schmuggelinfektionen untersucht und als einwandfrei befunden worden. Dem Schiff ist eine Radiowelle zugewiesen worden, die als Leitstrahl dient.�</p><p>Er verabschiedete sich. Die ganze Prozedur hatte f�nfzehn Minuten beansprucht.</p><p>�H�tte er uns �rger machen k�nnen?� erkundigte sich Pelorat ged�mpft. �Hat er wirklich ein Schmiergeld erwartet?�</p><p>Trevize hob die Schultern. �Kontrollbeamte und �hnliche Leute zu bestechen�, sagte er, �ist ein Brauch, so alt wie die Galaxis, und ich h�tte es ohne weiteres getan, falls er�s ein zweitesmal darauf angelegt h�tte. Aber so wie�s aussieht��� na, ich nehme an, mit einem Foundationschiff mochte er kein Risiko eingehen, zumal mit einem, wo�s sich nicht lohnt. Die alte Fregatte von B�rgermeisterin hatte recht, als sie sagte, der Name der Foundation w�rde uns sch�tzen, wohin wir auch gelangen, das mu� man dieser Schreckschraube lassen. Die Abfertigung h�tte viel l�nger dauern k�nnen.�</p><p>�Wieso? Er hat doch alles durchgezogen, was er wollte.�</p><p>�Ja, aber er war so entgegenkommend, uns durch Radioferntaster �berpr�fen zu lassen. W�re es ihm darauf angekommen, er h�tte das ganze Schiff mit einem Handapparat absuchen k�nnen, und das h�tte Stunden gedauert. Er h�tte uns sogar beide tagelang in eine Quarant�nestation sperren k�nnen.�</p><p>�Was?! Mein <emphasis>Bester!�</emphasis></p><p>�Regen Sie sich nicht auf! Er hat ja nichts dergleichen getan. Ich habe durchaus mit so was gerechnet, aber er hat darauf verzichtet. Das hei�t, wir haben Landeerlaubnis. Es w�re mir lieber, eine Gravo-Landung durchzuf�hren, dann w�rden wir nur eine Viertelstunde brauchen, aber ich habe keine Ahnung, wo die offiziellen Landezonen liegen, und ich m�chte keine Schwierigkeiten bekommen. Das bedeutet, wir m�ssen uns an den Leitstrahl halten, und wir werden noch Stunden brauchen, weil wir uns auf spiralf�rmigem Kurs durch die Atmosph�re hinunterschrauben m�ssen.�</p><p>Pelorat wirkte erfreut. �Aber das ist doch prachtvoll, Golan. Sind wir dann langsam genug, um die Landschaft betrachten zu k�nnen?� Er hielt die tragbare Bildfl�che empor, die eine Karte in kleinem Ma�stab zeigte.</p><p>�In gewissem Umfang, ja. Unsere Geschwindigkeit wird auf ein paar Kilometer pro Sekunde sinken, aber ehe wir etwas sehen k�nnen, m�ssen wir erst die Wolkendecke durchsto�en. Wir werden nicht gerade eine Ballonfahrt durch die Lufth�lle machen, aber Sie werden die planetographischen Verh�ltnisse sehen.�</p><p>�Pr�chtig! Pr�chtig!�</p><p>�Ich frage mich blo߫, meinte Trevize versonnen, �ob wir uns lange genug auf Sayshell aufhalten werden, da� es sich lohnt, die Schiffsuhr auf Ortszeit umzustellen.�</p><p>�Ich vermute, das h�ngt davon ab, was wir vorhaben. Was sollen wir nach Ihrer Ansicht tun, Golan?�</p><p>�Unsere Aufgabe ist es, Gaia zu finden, und wie lange das dauern kann, wei� ich nicht.�</p><p>�Wir k�nnen ja unsere Armbanduhren umstellen�, machte Pelorat den Vorschlag, �lassen aber die Schiffsuhr, wie sie ist.�</p><p>�Gute Idee�, sagte Trevize. Er schaute hinab auf den Planeten, dessen Oberfl�che sich unter ihnen ausbreitete. �Es hat keinen Zweck, l�nger zu warten. Ich werde den Computer auf die uns zugeteilte Radiowelle einstellen, und er kann mit dem Gravo-Antrieb konventionellen Flug simulieren� So! Hinunter mit uns, Janov, dann wollen wir sehen, was wir herausfinden k�nnen.�</p><p>W�hrend das Raumschiff sich durch seine s�uberlich adjustierte Gravitationspotentialkurve zu bewegen anfing, starrte Trevize den Planeten nachdenklich an.</p><p>Er hatte die Sayshell-Union noch nie besucht, aber ihm war bekannt, da� sie seit Jahrhunderten in gleichbleibend schlechtem Verh�ltnis zur Foundation stand. Es �berraschte ihn nicht nur, sondern beunruhigte ihn geradezu, da� sie die Kontrolle so rasch hatten passieren d�rfen.</p><p>Es kam ihm ganz einfach unwahrscheinlich vor.</p></section><section><title><p>40</p></title><p>Der Name des Kontrollbeamten lautete Jogoroth Sobhaddartha, und er leistete seinen Dienst in der Einflugkontrolle schon ein halbes Leben lang.</p><p>Er hatte gegen die T�tigkeit in der Raumstation nichts einzuwenden, denn sie erm�glichte es ihm, von jeweils drei Monaten einen ausschlie�lich mit seinen B�chern, seiner Musik sowie ohne seine Ehefrau und den heranwachsenden Sohn zu verbringen.</p><p>Seit zwei Jahren allerdings war zu seinem �rger ein Tr�umer Chef der Raumflugkontrolle. Er konnte sich keine unerfreulichere Person vorstellen als jemanden, der f�r bestimmte Handlungen keine andere Begr�ndung als den Hinweis zu geben wu�te, er sei in einem Traum so angeleitet worden.</p><p>Sobhaddartha pers�nlich hielt nichts von alldem, aber er sah sorgsam davon ab, das auszusprechen, denn die meisten Menschen auf Sayshell mi�billigten antipsychische Zweifel. Als Materialist in Verruf zu geraten, konnte die sp�tere Pension aufs Spiel setzen.</p><p>Er zupfte an den beiden buschigen Bartzipfeln seines Kinns und r�usperte sich dann ziemlich lautstark. �War das das Schiff, Chef?� fragte er mit unpassender L�ssigkeit.</p><p>Sein Chef, der den gleicherma�en typisch sayshellischen Namen Namarath Godhisavatta trug, befa�te sich gerade mit einigen Computerdaten und schaute nicht einmal auf. �Welches Schiff?� fragte er zur�ck.</p><p>�Die <emphasis>Far Star. </emphasis>Das Foundationschiff. Das ich gerade habe passieren lassen. Das aus jedem Winkel holografiert worden ist. War es das Schiff, von dem Sie getr�umt haben?�</p><p>Nun blickte Godhisavatta auf. Er war ein kleinw�chsiger Mann mit fast schwarzen Augen, umgeben von winzigen F�ltchen, die keineswegs durch irgendeine Neigung zu h�ufigem L�cheln entstanden waren. �Warum fragen Sie?� meinte er.</p><p>Sobhaddartha straffte sich und lie� seine dunklen, �ppigen Brauen einander n�herrutschen. �Sie haben behauptet, Touristen zu sein, aber ich habe noch nie so ein Schiff gesehen, und nach meiner Meinung handelt�s sich um Agenten der Foundation.�</p><p>Godhisavatta lehnte sich in seinem Sessel zur�ck. �H�ren Sie, Mann, wie sehr ich mich auch anstrenge, ich kann mich einfach nicht erinnern, Sie nach Ihrer Meinung gefragt zu haben.�</p><p>�Chef, aber ich halte es f�r meine patriotische Pflicht, darauf hinzuweisen, da߅�</p><p>Godhisavatta verschr�nkte die Arme auf der Brust und blickte seinen Untergebenen streng an, der daraufhin (obwohl in physischer Statur und in seinem Auftreten viel beeindruckender) die Schultern h�ngen lie� und unter dem Blick seines Vorgesetzten eine leicht verlegene Haltung einnahm.</p><p>�H�ren Sie, Mann�, sagte Godhisavatta, <emphasis>�falls </emphasis>Sie wissen, was f�r Sie gut ist, tun Sie Ihre Arbeit <emphasis>ohne </emphasis>Kommentare, oder ich werde daf�r sorgen, da� Sie keine Pension erhalten, wenn Sie sich zur Ruhe setzen, und das d�rfte bald der Fall sein, sollte ich von Ihnen noch mehr Redensarten �ber Angelegenheiten h�ren, die Sie nichts angehen.�</p><p>�Jawohl, Sir�, entgegnete Sobhaddartha mit leiser Stimme. �Liegt es im Rahmen meiner Pflichten, Sir�, f�gte er dann mit verd�chtiger Unterw�rfigkeit hinzu,� �dar�ber Meldung zu erstatten, da� ein zweites Schiff in die Reichweite unserer Monitoren gelangt ist?�</p><p>�Betrachten Sie�s als gemeldet�, sagte Godhisavatta gereizt und widmete sich wieder seiner Arbeit.</p><p>�Es weist Charakteristika auf�, erg�nzte Sobhaddartha noch untert�niger als vorher, �die sehr denen des Schiffs �hneln, das ich gerade durchgelassen habe.�</p><p>Godhisavatta legte seine H�nde auf den Tisch und stemmte sich hoch. �Ein <emphasis>zweites </emphasis>derartiges Schiff?�</p><p>Innerlich l�chelte Sobhaddartha. Dieser grausige Kerl, hervorgegangen aus einer unerlaubten Vereinigung (er meinte seinen Chef), hatte offenbar <emphasis>nicht </emphasis>von zwei Raumschiffen getr�umt. �Anscheinend, Sir�, sagte er. �Ich werde nun an meine Dienststelle zur�ckkehren und auf weitere Anweisungen warten, und ich hoffe, Sir��</p><p>�Ja?�</p><p>Trotz der Gef�hrdung seiner Pension vermochte Sobhaddartha sich die Bemerkung nicht zu verkneifen. �Ich hoffe, Sir, wir haben nicht das falsche Raumschiff passieren lassen.�</p></section><section><title><p>41</p></title><p>Die <emphasis>Far Star </emphasis>�berquerte z�gig die Oberfl�che des Planeten Sayshell, und Pelorat beobachtete den Anblick, der sich bot, mit regelrechter Faszination. Die Wolkendecke war d�nner und weniger zusammenh�ngend als auf Terminus, und die Landefl�chen waren�� genau wie die Karte sie zeigte�� kompakter und ausgedehnter; nach der rostbraunen F�rbung vieler kontinentaler Fl�chen zu schlie�en, befanden sich auf ihnen auch weite W�stengebiete.</p><p>Man sah keine Anzeichen von Leben. Dies schien eine Welt steriler W�sten, grauer Ebenen und endlosen Gef�ltels zu sein�� letzteres waren wahrscheinlich gebirgige Gegenden��, und nat�rlich konnte man bereits die Meere erkennen.</p><p>�Sieht ja v�llig leblos aus�, murmelte Pelorat.</p><p>�Aus dieser H�he schon Anzeichen des Belebtseins sehen zu k�nnen, ist nicht zu erwarten�, sagte Trevize. �Wenn wir tiefer sind, werden Sie beobachten k�nnen, wie das Land gr�nfleckig wird. Aber vorher werden sie noch das Funkeln der Landschaft auf der Nachtseite sehen. Menschen besitzen eine eindeutige Vorliebe daf�r, ihre Welten zu beleuchten, sobald die Dunkelheit anbricht�� ich habe nie von einer Welt geh�rt, die in dieser Beziehung eine Ausnahme gemacht h�tte. Mit anderen Worten, die ersten Zeichen von Leben, die Sie zu sehen bekommen, werden nicht menschlicher, sondern technischer Art sein.�</p><p>�Immerhin sind Menschen ja auch Tagesgesch�pfe�, sagte Pelorat nachdenklich. �Ich meine immer, zu den allerersten Aufgaben einer aufkommenden Technik m��te die Verwandlung der Nacht in den Tag z�hlen. Ich bin der Meinung, wenn eine Welt keine Technik hat und eine zu entwickeln anf�ngt, m��te man den Fortschritt der technischen Entwicklung an der Zunahme des Lichts auf der Nachtseite messen k�nnen. Wie lange w�rde es nach Ihrer Auffassung dauern, von vollkommener Finsternis zu v�lliger Helligkeit zu gelangen?�</p><p>Trevize lachte. �Sie haben komische Einf�lle, aber ich vermute, das kommt daher, da� Sie sich mit Mythologie befassen. Ich glaube nicht, da� es auf irgendeiner Welt jemals zu gleichm��iger Helligkeit kommen k�nnte. Nachtbeleuchtung entspricht stets der Verteilung der Bev�lkerungsdichte, so da� die Kontinente ballungs- und strichweise schimmern. Selbst Trantor hat in seiner Bl�tezeit, als er ein einziges Bauwerk war, aus seiner Gesamtstruktur nur an verstreuten Punkten Licht entweichen lassen�� und der trantorische Ozean blieb sowieso dunkel.�</p><p>Die Landfl�chen nahmen gr�ne Farbt�ne an, wie von Trevize vorausgesagt, und w�hrend der letzten Umkreisung des Planeten zeigte er Pelorat gewisse markante Stellen, von denen er behauptete, es seien St�dte. �Das ist keine sehr urbane Welt. Ich war noch nie in der Sayshell-Union, aber den Informationen des Computers zufolge hat man eine Neigung, sich an die Vergangenheit zu klammern. In den Augen der gesamten Galaxis ist Technik unweigerlich mit der Foundation verbunden, und �berall, wo die Foundation unbeliebt ist, orientiert man sich st�rker am Vergangenen au�er nat�rlich, was Waffen angeht. Sie d�rfen mir glauben, da� Sayshell in dieser Hinsicht hochmodern ist.�</p><p>�Meine G�te, Golan, es wird doch keine unerfreulichen Vorkommnisse geben, oder? Wir sind Foundationisten, und auf feindlichem Territorium��</p><p>�Von feindlichem Territorium kann keine Rede sein, Janov. Keine Sorge, man wird h�flich und korrekt zu uns sein. Sayshell geh�rt lediglich nicht der Foundationsf�deration an. Weil man hier auf seine Unabh�ngigkeit stolz ist, weil man ungern daran denkt, da� man wesentlich schw�cher ist, als wir�s sind, weil man also nur dank unserer Bereitschaft, Sayshell die Unabh�ngigkeit zu lassen, unabh�ngig bleibt, darum leistet man sich den Luxus, uns nicht zu m�gen.�</p><p>�Dann wird�s also doch unerfreulich zugehen�, sagte Pelorat bedr�ckt.</p><p>�Keineswegs�, widersprach Trevize. �Kommen Sie, Janov, h�ren Sie auf, ich rede von der offiziellen Einstellung der sayshellischen Regierung. Die einzelnen Leute auf dem Planeten sind einfach Leute wie �berall, und wenn wir freundlich auftreten, werden sie auch zu uns freundlich sein. Wir d�rfen uns blo� nicht wie die Herren der Galaxis auff�hren. Wir sind nicht auf Sayshell, um die �berlegenheit der Foundation zu demonstrieren. Wir sind normale Touristen und werden genau die Sorte von Fragen �ber Sayshell stellen, wie alle Touristen sie zu stellen pflegen. Und wenn die Situation es gestattet, d�rfen wir uns auch ein bi�chen legitime Entspannung g�nnen. Es ist unser gutes Recht, ein paar Tage zu bleiben und zu sehen, was man hier zu bieten hat. Die Kultur k�nnte interessant sein, es k�nnte eine interessante Szenerie geben, interessantes Essen, und wenn das alles fehlt, l��t sich immer noch auf interessante Frauen hoffen. Wir haben Geld zu verplempern.�</p><p>Pelorat runzelte die Stirn. �Aber mein <emphasis>Bester!�</emphasis></p><p>�Nun machen Sie aber mal �n Punkt�, sagte Trevize. �So alt sind Sie noch nicht. H�tten Sie kein Interesse?�</p><p>�Ich will nicht sagen, es h�tte nie eine Zeit gegeben, in der ich mich auch in dieser Rolle bew�hrt habe, aber jetzt ist doch sicherlich nicht die richtige Zeit f�r so etwas. Wir haben eine Mission zu erf�llen. Wir wollen Gaia finden. Ich habe nichts dagegen, sich ein paar sch�ne Tage zu machen�� bestimmt nicht!��, aber wenn wir uns auf irgend etwas einlassen, kommen wir vielleicht so bald nicht wieder heraus.� Er sch�ttelte den Kopf. �Ich glaube�, sagte er nachsichtig, �Sie haben bef�rchtet, ich k�nne mich auf Trantor in der Galaktischen Bibliothek festkrallen und nicht mehr dazu imstande sein, mich loszurei�en. Freilich, was die Bibliothek mir bedeutet, ist f�r Sie wohl eine attraktive, glut�ugige Person�� oder f�nf bis sechs.�</p><p>�Ich bin kein W�stling, Janov�, antwortete Trevize, �aber ich habe ebensowenig die Absicht, Asket zu werden. Na sch�n, ich verspreche Ihnen, wir verlieren Gaia nicht aus den Augen, aber wenn ein h�bsches weibliches Wesen mir �ber den Weg l�uft, w��te ich keinen Grund in der Galaxis, warum ich nicht reagieren sollte.�</p><p>�Solange Sie Gaia an die erste Stelle setzen��</p><p>�Das will ich tun, aber denken Sie dran, erz�hlen Sie nicht gleich jedem, da� wir von der Foundation sind. Man wird�s sowieso wissen, weil wir �ber Foundationw�hrung verf�gen und mit starkem Terminus-Akzent sprechen, aber solange wir uns nicht dazu �u�ern, k�nnen sie sich so verhalten, als seien wir Fremde, die sich nicht so recht einordnen lassen, und freundlich zu uns sein. Kehren wir dagegen die Foundationisten heraus, wird man sich zwar h�flich genug benehmen, uns aber nichts sagen, nichts zeigen, uns nirgends hinbringen, uns v�llig uns selbst �berlassen.�</p><p>Pelorat seufzte. �Ich werde die Menschen niemals verstehen.�</p><p>�Es ist �berhaupt nichts dabei. Sie brauchen nur sich selbst genau zu beobachten, dann werden Sie auch alle anderen verstehen. Wir sind in keiner Hinsicht anders als andere Menschen. Wie h�tte Seldon seinen Plan ausarbeiten k�nnen�� ganz egal, wie scharfsinnig seine Mathematik war��, w�re ihm keine gr�ndliche Menschenkenntnis zueigen gewesen? Wie h�tte er das alles schaffen k�nnen, w�ren Menschen nicht leicht durchschaubar? Zeigen Sie mir jemanden�� bitte nehmen Sie das nicht pers�nlich��, der die Menschen nicht versteht, und ich werde beweisen, da� er sich ein falsches Bild von sich selbst fabriziert hat.�</p><p>�Ich nehm�s nicht pers�nlich. Ich gebe ohne weiteres zu, mir fehlt�s an Erfahrung, und ich habe ein reichlich egozentrisches, enges Leben gef�hrt. Kann durchaus sein, da� ich mir nie viel Gedanken �ber mich selbst gemacht habe, deshalb d�rfen Sie ruhig, was die Menschen betrifft, mein F�hrer und Ratgeber sein.�</p><p>�Gut. Dann h�ren Sie auf meinen Rat und schauen Sie sich die Gegend an. Wir gehen nun zur Landung �ber, und Sie k�nnen mir glauben, Sie werden nichts merken. Ich und der Computer werden das schon machen.�</p><p>�Golan, seien Sie nicht �rgerlich. Sollte eine junge Frau��</p><p>�Lassen Sie�s gut sein! Ich mu� mich jetzt um die Landung k�mmern.�</p><p>Pelorat wandte sich ab und betrachtete die Welt, die am Ende der immer enger gewordenen Spirale lag, die das Schiff w�hrend des Anflugman�vers beschrieben hatte. Dies war die erste fremde Welt, die er in seinem Leben betreten sollte. Trotz der Tatsache, da� all die Millionen bewohnten Planeten der Galaxis von Menschen besiedelt worden waren, die nicht von dort stammten, erf�llte diese Aussicht ihn mit unsch�n ungewissen Ahnungen.</p><p>Alle, dachte er mit einem Schaudern nerv�ser freudiger Erregung, bis auf einen.</p></section><section><title><p>42</p></title><p>Nach den Standards der Foundation war der Raumhafen nicht gro�, doch betrieb man ihn ziemlich t�chtig. Trevize sah zu, wie man die <emphasis>Far Star </emphasis>an einen Liegeplatz bugsierte und dort verankerte. Sie erhielten eine kompliziert codierte Besitzlegitimation.</p><p>�Bleibt das Schiff einfach hier zur�ck?� wollte Pelorat ged�mpft wissen.</p><p>Trevize nickte und patschte dem anderen zur Ermutigung auf die Schulter. �Machen Sie sich keine Sorgen�, sagte er ebenso leise.</p><p>Sie stiegen in das Bodenfahrzeug, das sie gemietet hatten, und Trevize rief beim Bordcomputer den Stadtplan von Sayshell City ab, deren Hochbauten sich am Horizont erkennen lie�en.</p><p>�Sayshell City�, sagte er, �die Hauptstadt des Planeten. Hauptstadt, Planet, Stern�� alle hei�en Sayshell. So h�lt man�s �berall. Wir wohnen in Terminus City, das die Hauptstadt des Planeten Terminus ist, und obwohl wir von unserem Stern blo� als der Sonne sprechen, nennen Fremde ihn ebenfalls Terminus.�</p><p>�Ich bin beunruhigt wegen des Raumers�, sagte Pelorat.</p><p>�Dazu besteht kein Anla߫, erwiderte Trevize. �Falls wir l�nger als ein paar Stunden auf Sayshell bleiben m�ssen, kehren wir heute abend zur�ck, um im Schiff zu �bernachten. Sie m�ssen wissen, es gibt so was wie eine interstellare Raumhafen-Ethik, gegen die, soweit mir bekannt, nie versto�en worden ist, nicht einmal im Krieg. Raumschiffe, die mit friedlichen Absichten landen, bleiben unbehelligt. W�re es anders, k�nnte niemand sich noch irgendwo sicher f�hlen, und jeder Handel w�re unm�glich. Jede Welt, wo dieser Kodex verletzt wird, m��te damit rechnen, von den Raumpiloten der ganzen Galaxis boykottiert zu werden, und so ein Risiko m�chte man nirgendwo eingehen. Au�erdem��</p><p>�Au�erdem?�</p><p>�Na, und au�erdem habe ich mit dem Computer vereinbart, da� jeder, der sich nicht anh�rt und nicht aussieht wie wir, aber das Schiff zu betreten versucht, unverz�glich umgebracht wird. Ich habe mir auch die Freiheit genommen, das dem Kommandanten des Raumhafens zu erkl�ren. Ich habe ihm in aller H�flichkeit gesagt, mit R�cksicht auf den Ruf des Raumhafens Sayshell City, absolut sicher und integer zu sein�� bekannt in der ganzen Galaxis, habe ich gesagt��, w�rde ich diesen speziellen Mechanismus durchaus gerne desaktivieren, aber weil das Schiff ein neues Modell ist, w��te ich nicht, <emphasis>wie.</emphasis>�</p><p><emphasis>�Das </emphasis>wird er doch wohl kaum geglaubt haben.�</p><p>�Nat�rlich nicht. Aber er mu�te so tun, als glaube er es, andernfalls h�tte er n�mlich keine Wahl gehabt, als beleidigt zu sein. Aber weil Beleidigtsein ohne konsequentes Ergreifen konkreter Ma�nahmen nichts anderes als eine Dem�tigung ist, er <emphasis>das </emphasis>jedoch auf keinen Fall w�nschte, war�s der einfachste Weg, zu glauben, was ich sage.�</p><p>�Ist das auch ein Beispiel daf�r, wie Menschen sind?�</p><p>�Ja. Sie werden sich schon noch daran gew�hnen.�</p><p>�Woher wissen Sie, da� dies Fahrzeug nicht abgeh�rt wird?�</p><p>�Mit so was habe ich gerechnet. Deshalb habe ich ein beliebiges anderes genommen, nicht das, was man mir angeboten hat. Kann sein, alle werden abgeh�rt, klar� Na, aber was reden wir denn schon, das so schrecklich sein k�nnte?�</p><p>Pelorat wirkte unbehaglich. �Ich wei� nicht, wie ich�s sagen soll. Es kommt mir irgendwie unh�flich vor, mich dar�ber zu beklagen, aber mir mi�f�llt, wie�s hier riecht. Da ist so ein� Geruch.�</p><p>�Im Fahrzeug?�</p><p>�Nein, ich hab�s schon auf dem Raumhafen bemerkt. Ich vermute, so riechen Raumh�fen nun einmal, aber das Fahrzeug tr�gt den Geruch mit sich. K�nnen wir die Fenster �ffnen?�</p><p>Trevize lachte. �Ich glaube, ich k�nnte relativ leicht herausfinden, welcher Schalter am Armaturenbrett daf�r zust�ndig ist, aber das w�rde nichts n�tzen. Der ganze Planet stinkt so. Ist es schlimm?�</p><p>�Nicht allzu stark, aber man merkt�s��� und es riecht ein wenig widerw�rtig. Riecht diese ganze Welt so?�</p><p>�Ich vergesse immer wieder, da� Sie noch nie auf einer anderen Welt waren. Jede bewohnte Welt hat ihren eigenen Geruch. Zumeist geht er von der Gesamtheit der Vegetation aus, obwohl ich annehme, da� auch die Tiere und sogar die Menschen ihren Teil dazu beitragen. Und soviel ich wei�, gef�llt <emphasis>niemandem </emphasis>der besondere Geruch einer Welt, wenn er sie zum erstenmal betritt. Aber man gew�hnt sich daran, Janov. In wenigen Stunden merken Sie�s nicht mehr, das verspreche ich Ihnen.�</p><p>�Sie meinen doch sicher nicht, da� es auf allen Planeten so wie hier riecht.�</p><p>�Nein, wie gesagt, jeder Planet besitzt seinen eigenen Geruch. W�rden wir genug Aufmerksamkeit darauf verwenden, oder w�ren unsere Nasen besser�� etwa wie bei den anacreonischen Hunden��, k�nnten wir wahrscheinlich bereits anhand eines kurzen Umherschnupperns bestimmen, auf welcher Welt wir uns befinden. W�hrend meiner Anfangszeit in der Raummarine konnte ich am ersten Tag auf einer fremden Welt nie etwas essen. Sp�ter habe ich dann den alten Raumfahrertrick gelernt, schon vor der Landung an einem mit dem f�r die entsprechende Welt typischen Geruch impr�gnierten Tuch zu riechen. Wenn man den Planeten schlie�lich betritt, f�llt der Geruch einem nicht mehr so auf. Und nach einiger Zeit wird man in dieser Beziehung ganz einfach h�rter�� man lernt, gar nicht mehr darauf zu achten. Am schlimmsten ist eigentlich die Heimkehr.�</p><p>�Wieso?�</p><p>�Glauben Sie, Terminus riecht nicht?�</p><p>�Wollen Sie behaupten, er riecht?�</p><p>�Nat�rlich riecht�s dort. Sobald Sie sich bez�glich des Geruchs einer anderen Welt�� so wie Sayshell�� akklimatisiert haben, wird es Sie �berraschen, wie�s auf Terminus stinkt. Fr�her pflegte die Crew, wenn sich nach l�ngerem Dienstflug die Schleuse wieder auf Terminus �ffnete, zu rufen: �Wieder daheim auf unserem Misthaufen!��</p><p>Pelorat wirkte angewidert.</p><p>Die Hochbauten der Stadt r�ckten sichtlich n�her, aber der Professor hielt seinen Blick auf die unmittelbare Umgebung gerichtet. Andere Bodenfahrzeuge verkehrten in beide Richtungen, und gelegentlich sah man oben einen Flugapparat; Pelorat aber betrachtete die B�ume.</p><p>�Das pflanzliche Leben kommt mir seltsam vor�, sagte er. �Halten Sie�s f�r m�glich, da� einiges davon einheimisch ist?�</p><p>�Ich bezweifle es�, entgegnete Trevize gedankenverloren. Er studierte den Stadtplan und unternahm einen Versuch, den Computer des Fahrzeugs zu programmieren. �Es gibt kaum heimisches Leben auf irgendeinem von Menschen besiedelten Planeten. Siedler bringen meistens ihre eigenen Pflanzen und Tiere schon zur Zeit der Besiedlung mit, oder sie importieren sie wenig sp�ter.�</p><p>�Kommt mir trotzdem seltsam vor.�</p><p>�Sie k�nnen doch nicht auf der einen wie der anderen Welt die gleichen Abarten erwarten, Janov. Soviel ich wei�, ist w�hrend der anf�nglichen Arbeit an der <emphasis>Encyclopedia Galactica </emphasis>ein Atlas der interstellaren Flora erstellt worden, der siebenundachtzig Computerspulen umfa�te und noch immer unvollst�ndig war�� und kaum hatte man ihn fertig, war er auch schon �berholt.�</p><p>Das Fahrzeug gelangte in die Randbezirke der Stadt; Stra�enschluchten klafften auf und verschlangen es. Pelorat schauderte ein wenig zusammen. �Von dieser Art st�dtischer Architektur halte ich �berhaupt nichts.�</p><p>�Jedem das seine�, sagte Trevize mit der Gleichg�ltigkeit eines abgebr�hten Raumfahrers.</p><p>��brigens, wohin geht�s eigentlich?�</p><p>�Tja�, sagte Trevize mit einem gewissen Ma� von �berdru�, �ich versuche gerade, den Computer dazu zu bewegen, da� er den Wagen zum Touristenzentrum bringt. Ich hoffe, er kennt die Einbahnstra�en und die Verkehrsvorschriften, denn ich habe davon keinerlei Ahnung.�</p><p>�Was sollen wir dort, Golan?�</p><p>�Zun�chst einmal: wir sind Touristen, also ist es ganz selbstverst�ndlich, da� wir das Touristenzentrum aufsuchen, und wir m�chten uns ja so harmlos und unbefangen wie m�glich benehmen. Und zweitens, wohin w�rden denn <emphasis>Sie </emphasis>sich wenden, um Informationen �ber Gaia zu erhalten?�</p><p>�An eine Universit�t�, sagte Pelorat. �Eine anthropologische Gesellschaft�� oder ein Museum, jedenfalls nicht an ein Touristenzentrum.�</p><p>�Na, und damit erliegen Sie einem Irrtum. Im Touristenzentrum k�nnen wir als intellektuelle Typen auftreten, die wild darauf sind, eine Liste aller Universit�ten, s�mtlicher Museen und so weiter zu bekommen. Anhand dieser Liste werden wir dann entscheiden, wohin wir uns am besten zuerst wenden, und <emphasis>dort </emphasis>lassen sich m�glicherweise Leute finden, die wir bez�glich Vorgeschichte, Galaktographie, Mythologie, Anthropologie oder sonst irgend was konsultieren k�nnen. Den Anfang jedoch machen wir im Touristenzentrum.�</p><p>Pelorat schwieg, und der Wagen setzte die Fahrt unbeirrbar fort, wenngleich seine Fahrweise sich unangenehm ruckartig gestaltete, sobald er sich in st�rkeren innerst�dtischen Verkehr einf�delte und in einen Teil davon verwandelte. Schlie�lich sauste er in einen Tunnel und vorbei an Schildern, denen man vielleicht Richtungsangaben und Verkehrshinweise h�tte entnehmen k�nnen, w�re die Schrift aufgrund ihres Stils nicht nahezu unleserlich gewesen.</p><p>Zum Gl�ck verhielt der Wagen sich allerdings gerade so, als sei ihm der Weg bekannt, und als er auf einen Parkplatz abbog und anhielt, befand sich in Sichtweite ein Schild, auf dem in der gleichen komplizierten Schrift �Sayshell Out-World Milieu� stand, darunter jedoch in den leicht lesbaren Buchstaben des Galakto-Standard �Sayshell Tourist Center�.</p><p>Sie betraten das Geb�ude, dessen Inneres bei weitem weniger gro� war, als die Fassade sie glauben gemacht hatte. Es herrschte wenig Betrieb.</p><p>Es gab eine Reihe von Wartekabinen; in einer sa� ein Mann, der die Nachrichtenstreifen las, die ein kleiner Ejektor abspulte, in einer anderen befanden sich zwei Frauen, die anscheinend ein verwickeltes Spiel mit Karten und T�felchen spielten.</p><p>Hinter einem Schalter, der f�r ihn zu gro� war, umgeben von Computern, die blinkten und viel zu komplex f�r ihn wirkten, langweilte sich ein sayshellischer Beamter. Er trug ein Kleidungsst�ck mit einem wie aus Flicken zusammengesetzten Schachbrettmuster.</p><p>Pelorat starrte ihn an. �Dies ist offensichtlich eine Welt der extravaganten Bekleidung�, fl�sterte er.</p><p>�Ja�, sagte Trevize, �ist mir auch aufgefallen. Aber die Mode ist von Welt zu Welt unterschiedlich, manchmal sogar in den Regionen ein und derselben Welt ziemlich verschieden. Au�erdem �ndert sie sich im Laufe der Zeit. Vor f�nfzig Jahren kann man auf Sayshell wom�glich noch ganz in Schwarz herumgelaufen sein. Nehmen Sie�s, wie�s kommt, Janov!�</p><p>�Bleibt mir wohl nichts anderes �brig�, sagte Pelorat. �Aber unsere Mode ist mir doch lieber. Sie beeintr�chtigt wenigstens nicht den Sehnerv.�</p><p>�Weil wir Grau in Grau gekleidet sind? Manche Menschen finden das �rgerlich. Ich habe geh�rt, da� man dazu �schmutziggrau gekleidet� sagt. Zudem ist�s wahrscheinlich die mangelnde Farbenpr�chtigkeit der Foundation, die diese Leute hier dazu veranla�t, Regenbogenfarben zu bevorzugen, denn damit unterstreichen sie ja zus�tzlich ihre Unabh�ngigkeit. Es kommt ohnehin immer darauf an, was man gerade gewohnt ist. Kommen Sie, Janov!�</p><p>Die beiden strebten zum Schalter, und w�hrend sie hin�bergingen, gab der Mann in der Wartekabine sein Interesse an den Nachrichten auf, erhob sich und n�herte sich den beiden, l�chelte ihnen zu. <emphasis>Seine </emphasis>Kleidung war in Grauschattierungen gehalten.</p><p>Zuerst schaute Trevize nicht in seine Richtung, doch als er es dann tat, blieb er wie versteinert stehen.</p><p>Er holte tief Luft. �Bei der Galaxis�� mein Freund, der Verr�ter!�</p></section></section><section><title><p>Zw�lftes Kapitel</p><p>Agent</p></title><section><title><p>43</p></title><p>Munn Li Compor, Ratsherr auf Terminus, wirkte unsicher, als er Trevize seine Rechte entgegenstreckte.</p><p>Trevize betrachtete die Hand ernst, ergriff sie jedoch nicht. �Ich bin in die Unannehmlichkeit geraten�, sagte er, anscheinend nur an die Luft gewandt, �da� ich mich in einer Situation befinde, in der ich wegen Erregung �ffentlichen �rgernisses auf einem fremden Planeten verhaftet werden k�nnte, aber ich werde auf keinen Fall davor zur�ckschrecken, wenn dies Individuum noch einen Schritt n�herkommt.�</p><p>Compor blieb schlagartig stehen, z�gerte, widmete Pelorat einen verunsicherten Blick. �Erhalte ich die Chance, mit dir zu reden?� fragte er dann mit leiser Stimme Trevize. �Alles zu erkl�ren? Wirst du mir zuh�ren?�</p><p>Pelorat schaute vom einen zum anderen, einen leicht mi�mutigen Ausdruck in seinem langen Gesicht. �Was hat denn das zu bedeuten, Golan?� meinte er. �Sind wir zu dieser fernen Welt geflogen, nur damit Sie sofort einen alten Bekannten treffen?�</p><p>Trevize hielt seinen Blick fest auf Compor geheftet, drehte sich jedoch ein wenig seitw�rts, wie um klarzustellen, da� er zu Pelorat sprach. �Dieser� dieser Mensch�� wie wir ihn wegen seiner �u�eren Gestalt wohl nennen m�ssen�� war einmal auf Terminus mein Freund�, sagte Trevize. �Wie�s mit Freunden meine Gewohnheit ist, habe ich ihm vertraut. Ich habe ihm meine Ansichten mitgeteilt, die von einer Art sind, die man vielleicht nicht allgemein verbreiten sollte. Er hat sie, und anscheinend in allen Einzelheiten, der Sicherheitsbeh�rde weitererz�hlt, sich jedoch nicht der M�he unterzogen, es mir zu sagen. Aufgrund dessen bin ich ahnungslos in eine Falle gegangen, und deshalb befinde ich mich nun im Exil. Und jetzt w�nscht dieser� Mensch von mir als Freund begr��t zu werden.�</p><p>Er wandte sich Compor zu, fuhr sich mit den Fingern durchs Haar, brachte seine Locken nur noch mehr durcheinander. �H�r her, Bursche! <emphasis>Eine </emphasis>Frage habe ich an dich. Was machst du hier? Warum bist du von allen Welten in der Galaxis, auf denen du sein k�nntest, ausgerechnet auf <emphasis>dieser? </emphasis>Und warum <emphasis>jetzt?�</emphasis></p><p>Compors Hand, die er w�hrend Trevizes Worten unver�ndert ausgestreckt gehalten hatte, sank nun an seine Seite, und aus seinem Gesicht wich das L�cheln. Das selbstsichere Gebaren, das man gew�hnlich so an ihm kannte, war verschwunden, und ohne es wirkte er j�nger als seine sechsunddrei�ig Jahre und ein wenig k�mmerlich. �Ich bin alles zu erkl�ren bereit�, sagte er, �aber nur, wenn ich von vorn anfangen darf.�</p><p>Trevize schaute fl�chtig umher. �Hier? Hier m�chtest du dar�ber reden? In der �ffentlichkeit? Willst du, da� ich dich <emphasis>hier </emphasis>niederschlage, sobald ich mir deine L�gen lange genug angeh�rt habe?�</p><p>Compor hob nun beide H�nde, die Handfl�chen Trevize zugewandt. �Hier ist der sicherste Ort, glaube mir.� Er sah voraus, was sein Gegen�ber darauf zu antworten gedachte. �Oder glaub�s mir nicht�, f�gte er hastig hinzu, �ganz wie du willst, es spielt keine Rolle. Ich spreche die Wahrheit. Ich bin schon ein paar Stunden l�nger als du auf diesem Planeten und habe mich schon ein bi�chen orientiert. Heute ist irgendein ganz besonderer Tag auf Sayshell. Ein Tag, an dem aus irgendeinem Grund alle meditieren und daheim sind, oder es jedenfalls sein sollten. Du siehst doch, wie leer es hier ist. Du nimmst ja wohl nicht an, da� es jeden Tag so ist?�</p><p>Pelorat nickte. �Ich habe mich schon gewundert�, sagte er, �warum so wenig los ist.� Er beugte sich n�her an Trevizes Ohr. �Warum geben Sie ihm nicht die Chance, mit uns zu reden, Golan?� fl�sterte er. �Er sieht richtig j�mmerlich aus, der arme Kerl, und es <emphasis>kann </emphasis>ja sein, er will sich wirklich entschuldigen. Ich finde, es w�re unfair, ihm nicht wenigstens eine Chance zu geben.�</p><p>�Dr. Pelorat legt anscheinend Wert darauf, dich anzuh�ren�, sagte Trevize. �Ich will ihm den Gefallen tun, aber <emphasis>ich </emphasis>rate dir, fa� dich kurz. Heute k�nnte ganz gut ein Tag sein, an dem ich die Geduld verliere. Wenn alles meditiert, k�nnte es vielleicht sein, da� die Gesetzesh�ter ausbleiben, sobald ich dich zur Schnecke mache. Morgen habe ich vielleicht weniger Gl�ck. Warum die Gelegenheit vers�umen?�</p><p>�H�r zu, wenn du mir unbedingt ein paar runterhauen willst�, sagte Compor mit gepre�ter Stimme, �bitte sch�n, nur zu! Ich werde mich nicht wehren, verstehst du? Na los, schlag zu�� aber <emphasis>h�r mich an!�</emphasis></p><p>�Na gut, also sprich! F�r ein Weilchen will ich dir zuh�ren.�</p><p>�Zuerst einmal, Golan��</p><p>�Trevize, bitte. Wir reden uns nicht mehr mit den Vornamen an.�</p><p>�Zuerst einmal, <emphasis>Trevize, </emphasis>m�chte ich klarstellen, da� es dir gelungen ist, mich vollauf von deinen Ansichten zu �berzeugen��</p><p>�Und dir ist�s gut gelungen, das vor mir zu verbergen. Ich h�tte geschworen, du machst dich lustig �ber mich.�</p><p>�Ich habe versucht, mich belustigt zu zeigen, um die Tatsache zu verheimlichen, da� du mich in �u�erste Unruhe versetzt hast. Nun komm, wir wollen uns dort dr�ben an der Wand hinsetzen. Selbst wenn hier gegenw�rtig nichts los ist, es <emphasis>k�nnte </emphasis>irgend jemand aufkreuzen, und ich meine, wir sollten keinen �berfl�ssigen Verdacht erregen.�</p><p>Langsam durchma�en die drei M�nner fast die gesamte L�nge der weiten R�umlichkeit. Compor l�chelte wieder zaghaft, hielt jedoch vorsichtshalber �ber eine Arml�nge Abstand von Trevize.</p><p>Sie nahmen auf Sitzgelegenheiten Platz, die nachgaben, als sie sie mit ihrem K�rpergewicht beiasteten, sich den Umrissen ihrer H�ften und Ges��e anpa�ten. Pelorat wirkte verst�rt und wollte wieder aufspringen.</p><p>�Keine Panik, Professor�, sagte Compor. �Den Schreck habe ich schon hinter mir. In mancher Beziehung ist man uns hier voraus. Das ist eine materialistische Welt, und man glaubt an den Nutzen kleiner Bequemlichkeiten.�</p><p>Er drehte sich Trevize zu, legte einen Arm auf die R�cklehne des Sessels, sprach nun unbefangener als vorher. �Du hast mich beunruhigt. Durch dich habe ich das Gef�hl erhalten, da� die Zweite Foundation <emphasis>wirklich </emphasis>existiert, und das hat mich stark aufgew�hlt. Man bedenke einmal die Konsequenzen ihrer etwaigen Existenz. Bestand in so einem Fall nicht die Wahrscheinlichkeit, da� sie etwas gegen dich unternimmt? Dich als Gefahr erkennt und beseitigt? Und h�tte ich mich verhalten wie jemand, der dir glaubt, das gleiche h�tte mir passieren k�nnen. Verstehst du, was ich meine?�</p><p>�Ich verstehe lediglich, da� du ein Feigling bist.�</p><p>�Wozu sollte es gut sein, sich wie ein Romanheld aufzuf�hren?� entgegnete Compor, dessen blaue Augen sich vor Emp�rung weiteten, mit Nachdruck. �K�nnen wir, du und ich, uns gegen eine Organisation behaupten, die dazu imstande ist, unseren Verstand und unsere Emotionen zu lenken? Die einzige Methode, die Aussicht auf eine erfolgreiche Abwehr verspricht, beginnt damit, da� wir unsere Erkenntnisse geheimhalten.�</p><p>�Du hast also deine Meinung geheimgehalten und dich damit gesch�tzt? Aber B�rgermeisterin Branno hast du sie nicht vorenthalten, stimmt�s? Das war doch ein gro�es Risiko.�</p><p>�ja. Aber es war mir die Sache wert. Unterhaltungen blo� unter uns h�tten meines Erachtens zu nichts anderem gef�hrt als da� man uns recht bald mental kontrolliert� oder sogar ganz aus dem Weg r�umt. Ich dachte mir, wenn ich dagegen die B�rgermeisterin einweihe� Sie war gut bekannt mit meinem Vater, wie du wei�t. Mein Vater und ich kamen als Einwanderer von Smyrno, und die B�rgermeisterin hatte eine Gro�mutter, die��</p><p>�Das wei� ich alles�, sagte Trevize ungeduldig, �und �ber ein paar vorherige Generationen hinweg kannst du deine Abstammung aus dem Sirius-Sektor nachweisen. Das hast du jedem erz�hlt, den du kennst. Weiter, weiter, Compor!�</p><p>�Naja, jedenfalls, sie hat mich angeh�rt. Ich dachte, wenn es mir gelingt, die B�rgermeisterin davon zu �berzeugen�� mit deinen Argumenten��, da� Gefahr droht, k�nnte die F�deration irgendwelche Ma�nahmen ergreifen. Wir sind nicht so hilflos wie zu Lebzeiten des Fuchses, und selbst im schlimmsten Fall h�tte sich der Vorteil ergeben, da� das Wissen um die Gefahr weite Kreise zieht und nicht ausschlie�lich wir <emphasis>besonders </emphasis>gef�hrdet sind.�</p><p>�Die Foundation gef�hrden, uns dagegen absichern�, sagte Trevize sp�ttisch. �Das ist wirklich anst�ndiger Patriotismus.�</p><p>�Ich habe dergleichen als schlimmsten Fall eingesch�tzt. Gerechnet habe ich mit der g�nstigsten Entwicklung.� Compors Stirn war leicht schwei�ig geworden. Anscheinend machte ihm Trevizes unerbittliche Verachtung zu schaffen.</p><p>�Und du hast mir von diesem deinem gerissenen Plan nichts verraten, richtig?�</p><p>�Nein, habe ich nicht, und das bedaure ich sehr, Trevize. Die B�rgermeisterin hat mich entsprechend angewiesen. Sie sagte, sie w�nsche alles zu wissen, was du wei�t, aber du w�rst die Art von Person, die aus dem H�uschen ger�t, wenn sie erf�hrt, da� man ihre Meinungs�u�erungen weitererz�hlt.�</p><p>�Wie recht sie hatte!�</p><p>�Ich wu�te nicht� Woher h�tte ich wissen sollen� Es gab doch ganz einfach nichts, anhand dessen ich mir h�tte <emphasis>vorstellen </emphasis>k�nnen da� sie beabsichtigt, dich festzunehmen und von unserem Planeten zu vertreiben.�</p><p>�Sie hat auf den richtigen Moment gewartet, den n�mlich, in dem mein politischer Status als Ratsmitglied mich nicht l�nger sch�tzte. Hast du das nicht vorausgesehen?�</p><p>�Wie h�tte ich? Du hast es ja selbst nicht geahnt.�</p><p>�H�tte ich gewu�t, da� sie meine Ansichten kennt, h�tte ich�s geahnt.�</p><p>�Das ist nachtr�glich leicht gesagt�, entgegnete Compor mit einer pl�tzlichen Andeutung von unversch�mter Anma�ung.</p><p>�Und was m�chtest du jetzt hier von mir? Du bist nun ebenso kl�ger als vorher.�</p><p>�Ich m�chte das alles wieder gut machen. Den Schaden, den ich dir unwissentlich�� ich betone, <emphasis>unwissentlich�� </emphasis>zugef�gt habe.�</p><p>�Herrje�, sagte Trevize trocken, �wie lieb von dir! Aber du hast meine anf�ngliche Frage noch nicht beantwortet. Wie bist du <emphasis>hier </emphasis>hergekommen? Wieso befindest du dich gegenw�rtig auf demselben Planeten wie ich?�</p><p>�Daf�r sind keine umst�ndlichen Erkl�rungen erforderlich�, antwortete Compor. �Ich bin dir gefolgt.�</p><p>�Durch den Hyperraum? Obwohl mein Raumschiff die Spr�nge serienm��ig durchgef�hrt hat?�</p><p>Compor sch�ttelte den Kopf. �Durchaus kein R�tsel. Ich habe das gleiche Schiff wie du, mit einem gleichartigen Computer. Du wei�t, ich habe immer diesen Trick beherrscht, zu erraten, welche Richtung ein Raumer durch den Hyperraum nehmen wird. Normalerweise ist meine Sch�tzung nicht besonders genau, und in zwei von drei F�llen irre ich mich, aber mit dem Computer bin ich viel besser. Du hast am Anfang ein bi�chen gez�gert, und dadurch erhielt ich die Chance, deine Geschwindigkeit festzustellen und deine Richtung zu sch�tzen, bevor du zum Hypersprung �bergegangen bist. Ich habe die Daten und meine intuitiven Extrapolationen dem Computer eingespeist, und den Rest hat er erledigt.�</p><p>�Und du hast die Stadt tats�chlich vor mir erreicht?�</p><p>�Ja. Du hast keine Gravo-Landung vorgenommen, ich hab�s. Ich habe mir gedacht, da� du die Hauptstadt aufsuchst, deshalb bin ich auf k�rzestem Wege hinunter, w�hrend du�� Compor vollf�hrte eine kurze Spiralbewegung mit dem Zeigefinger, als sei er ein Raumschiff, das einem Leitstrahl folge.</p><p>�Du hast betr�chtlichen �rger mit den sayshellischen Beh�rden riskiert.�</p><p>�Tja�� Compors Gesicht verzog sich zu einem L�cheln, das ihm unbestreitbar geh�rigen Charme verlieh, und fast empfand Trevize wieder etwas von den alten freundschaftlichen Gef�hlen f�r ihn. �Ich bin nicht immer und in jeder Beziehung ein Feigling�, sagte Compor.</p><p>Trevize nahm sich zusammen. �Wie bist du an ein gleichartiges Raumschiff gelangt?�</p><p>�Auf genau die Weise, wie <emphasis>du </emphasis>an so einen Raumer gelangt bist. Die Alte� B�rgermeisterin Branno� sie hat ihn mir zur Verf�gung gestellt.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Ich will vollkommen ehrlich zu dir sein. Ich habe den Auftrag erhalten, dir zu folgen. Die B�rgermeisterin wollte wissen, wohin du gehst, was du unternimmst.�</p><p>�Und du hast es ihr pflichtgem�� gemeldet, vermute ich. Oder hast du die B�rgermeisterin genauso hintergangen?�</p><p>�Ich hab�s ihr gemeldet. Mir blieb keine Wahl. An Bord meines Raumschiffs ist eine Hypersonde, die ich nicht finden sollte, die ich aber gefunden habe.�</p><p>�Und?�</p><p>�Ungl�cklicherweise ist sie mit den entscheidenden Instrumenten des Raumers gekoppelt, so da� ich sie nicht entfernen kann, ohne das ganze Schiff lahmzulegen. Jedenfalls w��te <emphasis>ich </emphasis>keinen Weg, um sie ohne entsprechende Folgen zu beseitigen. Infolgedessen wei� sie ohnehin, wo ich mich befinde, und damit auch, wo du bist.�</p><p>�Einmal angenommen, du w�rst nicht dazu imstande gewesen, mir zu folgen. Dann w��te sie jetzt nicht, wo ich bin. Hast du nicht soweit gedacht?�</p><p>�Doch, nat�rlich. Ich habe sehr wohl �berlegt, ihr durchzugeben, ich h�tte den Anschlu� verloren� aber sie h�tte es mir ja doch nicht geglaubt, oder? Und ich h�tte f�r wer wei� wie lange nicht nach Terminus heimkehren k�nnen. Und ich bin anders als du, Trevize. Ich bin kein unbek�mmerter Mensch ohne irgendwelche Bindungen. Ich habe eine Frau auf Terminus� obendrein ist sie schwanger� und ich m�chte zu ihr zur�ckkehren. Du kannst es dir leisten, nur an dich selbst zu denken. Ich kann mir so was nicht erlauben. Au�erdem, ich bin auch gekommen, um dich zu warnen. Bei Seldon, ja, das versuche ich die ganze Zeit, und du willst mir nicht zuh�ren. Du redest dauernd von anderen Dingen.�</p><p>�Deine pl�tzliche Sorge um mich kann mich nicht sonderlich beeindrucken. Wovor kannst du mich noch warnen? Ich habe eher den Eindruck, da� du das einzige bist, wovor ich gewarnt sein mu�. Du hast mich verraten, und nun verfolgst du mich, um mich auch weiter zu verraten. Gegenw�rtig versucht au�er dir niemand, mir zu schaden.�</p><p>�Vergi� doch mal diese theatralischen Redensarten, Mann�, sagte Compor mit allem Ernst. �Trevize, du wirst als Blitzableiter mi�braucht! Man hat dich losgeschickt, damit du etwaige Aktionen der Zweiten Foundation, falls es so etwas wie eine Zweite Foundation �berhaupt gibt, auf dich ziehst. Mein intuitives Gesp�r bew�hrt sich auch noch bei anderen Dingen als Hyperraumspr�ngen, und ich bin mir ganz sicher, da� das die Absicht ist, die hinter dem Verhalten der B�rgermeisterin steckt. Wenn du versuchst, die Zweite Foundation zu finden, wird sie auf dich aufmerksam werden, und sie wird Ma�nahmen gegen dich ergreifen. Und sobald sie das tun, m�ssen sie sich irgendwie zeigen. Und dann wird B�rgermeisterin Branno zuschlagen.�</p><p>�Ein Jammer, da� deine hervorragende Intuition sich nicht bew�hrt hat, als die Branno meine Festnahme plante.�</p><p>Compor err�tete. �Du wei�t, da� so etwas nicht immer funktionieren kann�, sagte er leise.</p><p>�Und jetzt sagt deine Intuition dir, da� sie die Zweite Foundation anzugreifen beabsichtigt? Sie w�rde das nie wagen!�</p><p>�Ich glaube, doch. Aber darum geht�s gar nicht. Es geht darum, da� sie dich als K�der benutzt.�</p><p>�So?�</p><p>�Bei allen Schwarzen L�chern des Kosmos, folglich darfst du auf keinen Fall wirklich nach der Zweiten Foundation suchen. Ihr w�r�s egal, wenn du im Laufe der Suche ums Leben kommst, aber mir nicht. Ich f�hle mich schuldig, was deine Verbannung betrifft, und es w�re mir keineswegs recht, wenn man dich auch noch umbringt.�</p><p>�Ich bin zu Tr�nen ger�hrt�, sagte Trevize k�hl. �Aber zuf�llig befasse ich mich im Moment mit einer ganz anderen Aufgabe.�</p><p>�Tats�chlich?�</p><p>�Gegenw�rtig suchen Pelorat und ich n�mlich die Erde, den Planeten, den einige Leute f�r die urspr�ngliche Heimatwelt der menschlichen Rasse halten. Stimmt�s, Janov?�</p><p>Pelorat nickte. �Ja, es handelt sich dabei um eine rein wissenschaftliche Angelegenheit, und nebenbei eine Sache, f�r die ich mich schon seit langem interessiere.�</p><p>Compor wirkte einen Moment lang verst�ndnislos. �Sie suchen die <emphasis>Erde?� </emphasis>vergewisserte er sich. �Aber <emphasis>warum </emphasis>denn?�</p><p>�Um sie genau zu erforschen�, gab Pelorat zur Antwort. �Als die eine Welt, auf der sich�� vermutlich aus niedrigeren Lebensformen�� das menschliche Leben entwickelt hat, statt wie auf allen anderen schon fix und fertig eingetroffen zu sein, d�rfte sie ein Forschungsobjekt von einzigartiger Faszination abgeben.�</p><p>�Und vielleicht l��t sich dort mehr �ber die Zweite Foundation in Erfahrung bringen�, erg�nzte Trevize.</p><p>�Aber es gibt keine Erde�, sagte Compor. �Wu�ten Sie das nicht?�</p><p>�Keine Erde?� Wie immer, wenn er zu �u�erster Halsstarrigkeit entschlossen war, wirkte Pelorats Gesicht v�llig ausdruckslos. �Wollen Sie behaupten, es habe keinen Planeten gegeben, auf dem die menschliche Spezies entstanden ist?�</p><p>�O nein, nat�rlich gab�s mal eine Erde. <emphasis>Das </emphasis>steht au�er Frage. Aber <emphasis>heute </emphasis>gibt�s keine mehr. Keine bewohnte Erde. Die gibt�s nicht mehr.�</p><p>�Gewissen Geschichten zufolge��, begann Pelorat unger�hrt zu widersprechen.</p><p>�Warten Sie mal, Janov�, sagte Trevize. �Nun h�r mal,: Compor, woher willst du das wissen?�</p><p>�Wie meinst du das, woher? Es geh�rt zu meinem Erbe. Ich kann meine Abstammung bis in den Sirius-Sektor zur�ckverfolgen, falls es erlaubt ist, diese Tatsache noch einmal zu wiederholen, ohne dich zu langweilen. Dort wissen alle �ber die Erde Bescheid. Sie befindet sich im selben Sektor, das hei�t, sie geh�rt nicht zur Foundation-F�deration, und anscheinend befa�t man sich deshalb auf Terminus nicht mit ihr. Aber wie dem auch sei�� dort ist die Erde.�</p><p>�Das gilt als <emphasis>eine </emphasis>M�glichkeit, ja�, sagte Pelorat. �Zur Zeit des Imperiums hat die �Sirianische Alternative�, wie man�s nannte, einmal erheblichen Enthusiasmus ausgel�st.�</p><p>�Das ist keine Alternative�, sagte Compor vehement. �Es ist eine Tatsache.�</p><p>�Was w�rden Sie sagen�, meinte Pelorat, �wenn ich Ihnen verrate, da� es zahlreiche verschiedene Planeten in der Galaxis gibt, die man Erde nennt, oder die fr�her von ihrer stellaren Nachbarschaft Erde genannt worden sind?�</p><p>�Aber wovon ich spreche, das ist die richtige Erde�, erwiderte Compor. �Der Sirius-Sektor ist der am l�ngsten besiedelte Teil der Galaxis. Das wei� jeder.�</p><p>�Sicher, das behaupten die Sirianer�, entgegnete Pelorat unbeeindruckt.</p><p>Compor wirkte frustriert. �Ich sage Ihnen��</p><p>�Sag uns lieber�, unterbrach Trevize, �was aus der Erde geworden ist. Du behauptest, sie sei nicht l�nger bewohnt. Warum nicht?�</p><p>�Radioaktivit�t. Aufgrund au�er Kontrolle geratener nuklearer Reaktionen ist die gesamte planetare Oberfl�che radioaktiv verseucht, vielleicht auch infolge von Atomexplosionen, da bin ich mir nicht sicher� Jedenfalls ist dort heute jedes Leben unm�glich.�</p><p>Die drei M�nner schauten einander f�r eine Weile stumm an, bis Compor offenbar das Bed�rfnis versp�rte, sich zu wiederholen. �Ich sag�s euch�, betonte er, �es gibt keine Erde. Es hat keinen Zweck, sie zu suchen.�</p></section><section><title><p>44</p></title><p>Zum erstenmal war Janov Pelorats Miene nicht ausdruckslos. Sie spiegelte keine Leidenschaft, keine der instabileren Emotionen wider. Aber seine Augen waren schmal geworden, und eine Art hitziger Intensit�t erf�llte jeden Muskel seines Gesichts.</p><p>�Was haben Sie gesagt, woher Sie das alles wissen wollen?� erkundigte er sich, und seiner Stimme fehlte es nun vollkommen am gewohnten Tonfall vorsichtiger Zur�ckhaltung.</p><p>�Wie ich gesagt habe�, antwortete Compor, �geh�rt�s zu meinem Erbe.�</p><p>�Reden Sie doch nicht so albern daher, junger Mann! Sie sind Ratsherr auf Terminus. Das bedeutet, Sie wurden auf einer Welt der F�deration geboren�� ich glaube, Sie haben erw�hnt, auf Smyrno.�</p><p>�Das ist richtig.�</p><p>�Na, und von was f�r einem Erbe reden Sie da? Wollen Sie mir weismachen, Sie h�tten sirianische Gene, dank derer Sie ein angeborenes Wissen sirianischer Mythen bez�glich der Erde bes��en?�</p><p>Compor schaute verdutzt drein. �Nein, nat�rlich nicht.�</p><p>�Wovon also reden Sie?�</p><p>Compor schwieg einen Augenblick lang, sammelte anscheinend seine Gedanken. �Unsere Familie befindet sich im Besitz alter sirianischer Geschichtsb�cher�, sagte er schlie�lich ruhig. �Es handelt sich also um ein �u�eres Erbe, nicht um inneres Erbgut. Wir sprechen �ber dergleichen Dinge nicht zu Au�enstehenden, vor allem nicht, wenn man eine politische Laufbahn mit Erfolg einschlagen will. Trevize meint anscheinend, wir w�rden dar�ber zu jedermann schw�tzen, aber man glaube mir, ich erw�hne so etwas nur gegen�ber Freunden und guten Bekannten.�</p><p>Seine Stimme wies einen Anklang von Bitterkeit auf. �Theoretisch sind alle B�rger der Foundation gleich, aber die von den �lteren Welten der F�deration sind gleicher als die von neueren Planeten, und solche, die von Welten au�erhalb der F�deration stammen, sind sogar am gleichsten. Aber lassen wir das. Abgesehen von den B�chern, ich habe die alten Welten ja einmal besucht. He, Trevize, h�r mal��</p><p>Trevize war ein paar Schritte geschlendert, bis zum Ende der R�umlichkeit, und schaute nun durch ein dreieckiges Fenster hinaus. Es gew�hrte Ausblick auf den Himmel, schr�nkte zugleich jedoch den Blick auf das Stadtbild ein�� bot mehr Licht <emphasis>und </emphasis>mehr Privatsph�re. Trevize reckte sich und sp�hte nach unten.</p><p>Er kehrte quer durch den Raum zur�ck. �Interessantes Fenster-Design�, sagte er. �Du hast mich gerufen, werter Ratskollege?�</p><p>�Ja. Erinnerst du dich noch an die Reise, die ich nach dem Abgang vom College unternommen habe?�</p><p>�Nach dem College? Ja, ich kann mich gut entsinnen.</p><p>Wir waren echte Jugendfreunde. Freunde f�r immer. Eine Foundation gegenseitigen Vertrauens. Zwei gegen die ganze Welt. Du hast deine Reise angetreten. Ich bin zur Raummarine gegangen, randvoll mit Patriotismus. Aus irgendeinem Grund mochte ich dich auf deiner Reise nicht begleiten�� irgendein Instinkt riet mir davon ab. Ich wollte, dieser Instinkt w�re mir geblieben.�</p><p>Compor ging auf die letztere Bemerkung nicht ein. �Ich habe damals Comporellon besucht. Die Familientradition besagt, da� meine Vorfahren von dort stammen�� wenigstens v�terlicherseits. Wir sollen dort der herrschenden Familie angeh�rt haben, in alten Zeiten, ehe das Imperium uns vereinnahmt hat, und von der erw�hnten Welt soll auch mein Name herr�hren� so will�s jedenfalls die Familientradition haben. Wir hatten auch einen sehr alten, poetischen Namen f�r den Stern, den Comporellon umkreist�� Epsilon Eridani.�</p><p>�Was bedeutet das?� fragte Pelorat.</p><p>Compor sch�ttelte den Kopf. �Ich wei� nicht, ob es �berhaupt eine Bedeutung hat. Das alles geht lediglich auf Tradition zur�ck. Man lebt dort mit jeder Menge Traditionen. Es gibt umfangreiche, detaillierte Aufzeichnungen �ber die Geschichte der Erde, aber man redet wenig dar�ber. In dieser Beziehung ist man wohl ein bi�chen abergl�ubisch. Sobald man diese Dinge nur erw�hnt, haben die Leute beide H�nde, Zeige- und Mittelfinger gekreuzt, um Ungl�ck abzuwehren.�</p><p>�Haben Sie von alldem irgend jemand erz�hlt, als Sie zur�ckgekommen sind?�</p><p>�Nat�rlich nicht. Wen h�tte das schon interessiert? Und ich hatte keine Lust, jemandem irgendwelche Erz�hlungen aufzudr�ngen. Nein, danke! Ich wollte eine politische Laufbahn beschreiten, und das allerletzte, was ich in diesem Zusammenhang beabsichtigte, war irgendein Herumreiten auf meiner Herkunft.�</p><p>�Was ist mit dem Satelliten?� fragte Pelorat in scharfem Ton. �Beschreiben Sie den Satelliten der Erde.�</p><p>Compor machte einen erstaunten Eindruck. �Dar�ber wei� ich nichts.�</p><p>�Hat sie einen?�</p><p>�Ich kann mich nicht erinnern, etwas von einem Satelliten gelesen oder geh�rt zu haben. Aber ich bin sicher, da� man dar�ber Klarheit erhalten kann, wenn man in den Comporellischen Aufzeichnungen nachschaut.�</p><p>�Aber Sie selbst wissen nichts?�</p><p>�Nicht �ber den Satelliten. Nicht da� ich mich erinnern k�nnte.�</p><p>�Aha. Und wieso ist die Erde so radioaktiv geworden?�</p><p>Compor sch�ttelte den Kopf und schwieg.</p><p>�Denken Sie nach!� forderte Pelorat. �Irgend etwas mu� Ihnen doch dar�ber zu Ohren gekommen sein.�</p><p>�Das ist schon sieben Jahre her, Professor. Ich konnte ja damals nicht ahnen, da� eines Tages Sie mir solche Fragen stellen w�rden. Es gab da so eine Art von Legende� sie ist allerdings als historische Wahrheit betrachtet worden��</p><p>�Was war das f�r eine Legende?�</p><p>�Die Erde war radioaktiv� ge�chtet und schlecht behandelt durch das Imperium� Sie litt an Bev�lkerungsschwund, und irgendwie wollte sie das Imperium vernichten.�</p><p>�Eine sterbende Welt wollte das ganze Imperium vernichten?� meinte Pelorat.</p><p>�Ich sage ja, eine Legende�, wehrte Compor ab. �Einzelheiten kenne ich keine. Aber soviel wei� ich, Bel Arvardan kam auch darin vor.�</p><p>�Wer war das?� fragte Trevize.</p><p>�Eine historische Gestalt. Ich habe mich �ber ihn informiert. Er war in der anf�nglichen Epoche des Imperiums so ein waschechter Arch�ologe, und er hat die Behauptung aufgebracht, da� die Erde sich im Sirius-Sektor befindet.�</p><p>�Ich kenne den Namen�, sagte Pelorat.</p><p>�Auf Comporellon gilt er als Volksheld. H�ren Sie, wenn Sie �ber das alles mehr erfahren wollen, dann gehen Sie nach Comporellon. Sich hier herumzutreiben, ist v�llig nutzlos.�</p><p>�Was ist denn dar�ber gesagt worden�, hakte Pelorat nach, �wie die Erde das Imperium zu vernichten beabsichtigte?�</p><p>�Keine Ahnung.� Eine gewisse Ungeduld klang in Compors Stimme an.</p><p>�Hatte die Strahlung irgendwas damit zu tun?�</p><p>�Keine Ahnung. Da gab�s Geschichten, man h�tte auf der Erde so was wie einen Bewu�tseinserweiterer entwickelt� einen Synapsifikator oder dergleichen.�</p><p>�Um Supergehirne zu erzeugen?� fragte Pelorat im Tonfall �u�ersten Unglaubens.</p><p>�Das bezweifle ich. Woran ich mich haupts�chlich erinnere, ist, da� es nicht geklappt hat. Die Leute wurden supergescheit, aber starben jung.�</p><p>�Wahrscheinlich so ein Moralmythos�, sagte Trevize. �Wenn man zuviel verlangt, verliert man selbst das, was man hat.�</p><p>Ver�rgert wandte sich Pelorat an Trevize. �Was verstehen <emphasis>Sie </emphasis>von Moralmythen?�</p><p>Trevize hob die Brauen. �Ihr Fachgebiet ist sicherlich nicht mein Fachgebiet, aber das hei�t nicht, da� ich ein v�lliger Ignorant bin.�</p><p>�Ratsherr Compor�, fragte Pelorat, �an was erinnern Sie sich noch in bezug auf das, was Sie einen Synapsifikator genannt haben?�</p><p>�An nichts, und ich denke auch nicht daran, mir weiter so ein Kreuzverh�r gefallen zu lassen. H�r mal, Trevize, ich bin dir auf Befehl der B�rgermeisterin gefolgt. Mir ist <emphasis>nicht </emphasis>befohlen worden, mit dir in pers�nlichen Kontakt zu treten. Das habe ich nur in der Absicht getan, um dich dahingehend zu warnen, da� du verfolgt wirst und fortgeschickt worden bist, um den Zwecken der B�rgermeisterin zu dienen, was immer das auch f�r Zwecke sein m�gen. Ich h�tte mich auf keine Diskussion in anderer Richtung einlassen sollen, aber du hast mich �berrascht, als du pl�tzlich auf das Thema Erde zu sprechen gekommen bist. Na sch�n, ich will noch einmal wiederholen. Was immer in der Vergangenheit gewesen sein mag�� Bei Arvardan, der Synapsifikator, egal was��, es hat nichts mit dem zu tun, was heute ist. Ich sag es noch einmal�� die Erde ist eine tote Welt. Ich rate sehr, nach Comporellon zu gehen, dort kann man alles erfahren, was man dar�ber wissen m�chte. Hauptsache ist sowieso, ihr bleibt nicht hier.�</p><p>�Und du wirst nat�rlich pflichtgetreu der B�rgermeisterin berichten, da� wir nach Comporellon gehen, und um ganz sicher sein zu k�nnen, wirst du uns folgen. Oder vielleicht wei� die B�rgermeisterin ohnehin schon Bescheid. Ich denke mir, sie hat dir Wort f�r Wort eingepaukt, was du uns hier vorgeschwatzt hast, dich genau abgeh�rt, damit du keinen Unsinn redest, denn es sind eben ihre Zwecke, f�r die sie uns nach Comporellon lotsen m�chte. Habe ich recht?�</p><p>Compors Gesicht erbleichte. Er stand auf, und aus Anstrengung, seine Stimme beherrscht zu halten, stotterte er nahezu. �Ich habe versucht, dir alles zu erkl�ren. Ich habe versucht, dir zu helfen. Ich h�tte mir den Versuch sparen sollen. Von mir aus kannst du dich in ein Schwarzes Loch st�rzen, Trevize!�</p><p>Ruckartig machte er auf dem Absatz kehrt und entfernte sich eilig, ohne sich umzudrehen.</p><p>Pelorat wirkte leicht fassungslos. �Golan, mein Bester, das war ziemlich taktlos von Ihnen. Ich h�tte mehr aus ihm herausholen k�nnen.�</p><p>�Nein, h�tten Sie nicht�, widersprach Trevize mit nachdr�cklichem Ernst. �Sie h�tten nichts aus ihm herausholen k�nnen, das er nicht sowieso ausplaudern wollte. Janov, Sie wissen nicht, was er ist. Bis heute wu�te ich selbst nicht, was er ist.�</p></section><section><title><p>45</p></title><p>Pelorat z�gerte merklich, Trevize zu st�ren. Trevize sa� reglos im Sessel, tief in Gedanken versunken.</p><p>�Wollen wir den ganzen Abend lang blo� hier herumhocken, Golan?� fragte Pelorat schlie�lich.</p><p>Trevize fuhr auf. �Nein, Sie haben v�llig recht. Uns wird wohler sein, wenn wir von Menschen umgeben sind. Kommen Sie!�</p><p>Pelorat stand auf. �Es werden uns keine Menschen umgeben�, sagte er. �Compor hat erw�hnt, heute sei so was wie ein Meditationstag.�</p><p>�So, hat er das? Als wir mit dem Wagen auf der Verbindungsstra�e gefahren sind, war da Verkehr?�</p><p>�Ja, in gewissem Umfang.�</p><p>�Ziemlich starker Verkehr, fand ich sogar. Und als wir in die Stadt gefahren sind, war sie da vielleicht leer?�</p><p>�Das nicht gerade. Aber Sie m�ssen zugeben, hier drin war�s auf jeden Fall ziemlich leer.�</p><p>�Ja, das war�s. Es ist mir besonders aufgefallen. Aber nun kommen Sie, Janov, ich habe Hunger. Hier mu� es irgendwo etwas zu essen geben, und wir k�nnen uns die besten Restaurants leisten. Auf jeden Fall m��te irgendein Lokal zu finden sein, in dem wir irgendeine interessante sayshellische Spezialit�t probieren k�nnen, oder falls wir davor zur�ckschrecken, halten wir uns eben an ein anst�ndiges galaktisches Standardgericht. Kommen Sie, sobald wir in sicherer Umgebung sind, werde ich Ihnen erz�hlen, was hier nach meiner Ansicht wirklich geschehen ist.�</p></section><section><title><p>46</p></title><p>Mit einem wohligen Gef�hl des Gest�rktseins lehnte sich Trevize zur�ck. Nach den Ma�st�ben auf Terminus war das Restaurant nicht teuer, aber es hatte ohne Zweifel allerlei Neues zu bieten. Teilweise erw�rmte ein offenes Feuer es, an dem man Speisen zubereitete. Das Fleisch servierte man vornehmlich in h�ppchengro�en Brocken und mit verschiedenen scharfen So�en; zu essen pflegte man sie mit den Fingern, welche man jedoch vor Hitze und Verschmutzung mit weichen, gr�nen Bl�ttern sch�tzte, die kalt und feucht waren und einen leichten Minzegeschmack besa�en. F�r jedes St�ckchen Fleisch benutzte man ein solches Blatt und schob sich beides zusammen in den Mund. Der Kellner hatte ihnen ausf�hrlich erl�utert, wie man es machte.</p><p>Anscheinend an au�erplanetare G�ste gewohnt, hatte er v�terlich gel�chelt, als Trevize und Pelorat mit spitzen Fingern die br�hhei�en Fleischst�ckchen betasteten, und er freute sich unverkennbar �ber die Erleichterung der Fremden, als sie bemerkten, da� sie mit den Bl�ttern ihre Finger k�hlhalten konnten und sie beim Kauen auch das Fleisch k�hlten.</p><p>�K�stlich!� kommentierte Trevize und bestellte eine zweite Portion. Pelorat tat das gleiche.</p><p>Schlie�lich verzehrten sie eine schwammige, stark ges��te Nachspeise, tranken dazu eine Tasse Kaffee mit leichtem Karamelaroma, �ber das sie verwundert den Kopf sch�ttelten. Sie taten Sirup hinein, und dar�ber sch�ttelte der Kellner wiederum den Kopf.</p><p>�Tja, was ist denn nun eigentlich im Tourismusb�ro geschehen?� fragte Pelorat endlich.</p><p>�Sie meinen, mit Compor?�</p><p>�Ist dort irgend etwas anderes passiert, wor�ber wir reden k�nnten?�</p><p>Trevize schaute umher. Sie sa�en in einer tiefen Nische, die ihnen eine gewisse, nur beschr�nkte Absonderung gew�hrleistete, aber es war voll im Restaurant, und das nat�rliche Durcheinander von Stimmen bot ihnen vor Lauschern ausreichenden Schutz.</p><p>�Ist es nicht seltsam�, meinte er mit unterdr�ckter Stimme, �da� es ihm gelungen ist, uns nach Sayshell zu folgen?�</p><p>�Er hat behauptet, das sei seinen intuitiven F�higkeiten zu verdanken.�</p><p>�Ja, was die Hyperorientierung anging, war er der Beste am ganzen College. Seine diesbez�gliche Begabung stelle ich bis heute nicht in Frage. Wenn jemand ein gewisses Einf�hlungsverm�gen entwickelt hat, bestimmte Reflexe, kann ich mir durchaus vorstellen, da� er dazu in der Lage ist, anhand der zu beobachtenden Vorbereitungen zu erraten, wohin ein Hypersprung f�hren wird. Aber ich begreife <emphasis>nicht, </emphasis>wie selbst jemand mit einer so ausgepr�gten Gabe der Hyperorientierung das Ergebnis einer ganzen Serie von Spr�ngen absehen k�nnen soll. Man bereitet nur den ersten Hypersprung vor, den Rest erledigt unser Computer. Den ersten Sprung kann so ein Verfolger richtig sch�tzen, aber durch was f�r ein Wunder soll er wissen, was im Innern des Computers vorgeht?�</p><p>�Aber er hat�s geschafft, Golan.�</p><p>�Kein Zweifel�, sagte Trevize, �und der einzige m�gliche Weg, den ich mir ausmalen kann, besteht darin, da� er vorher gewu�t haben mu�, wohin wir fliegen. Nicht erraten, gewu�t haben.�</p><p>Pelorat dachte dar�ber nach. �Junge, das ist doch v�llig ausgeschlossen. Wie h�tte er das wissen sollen? �ber unser wahres Ziel haben wir uns doch erst geeinigt, als wir uns schon an Bord der <emphasis>Far Star </emphasis>befanden.�</p><p>�Ich wei�. Und was hat�s mit diesem Meditationstag auf sich?�</p><p>�In der Beziehung hat Compor keineswegs gelogen. Als wir das Restaurant betreten und den Kellner gefragt haben, hat er best�tigt, da� heute ein Tag der Meditation ist.�</p><p>�Ja, stimmt, aber er hat sofort klargestellt, da� das Restaurant deswegen nicht geschlossen ist. Er hat w�rtlich gesagt: �Sayshell City ist kein Hinterw�ldlerkaff. Hier schlie�t nichts.� Mit anderen Worten, die Leute meditieren, gewi�, aber <emphasis>nicht </emphasis>in den Gro�st�dten, wo die Menschen kultivierter sind und f�r provinzielle Fr�mmelei kein Platz ist. Deshalb ist hier Verkehr, deshalb herrscht Gesch�ftigkeit� vielleicht ist weniger los als an normalen Tagen, aber jedenfalls l�uft alles wie gewohnt.�</p><p>�Aber niemand hat das Touristenzentrum aufgesucht, solange wir dort waren, Golan. Ich hab�s genau beobachtet. Nicht eine Person ist hereingekommen.�</p><p>�Das habe ich auch bemerkt. Einmal bin ich sogar ans Fenster gegangen, um hinauszuschauen, und ich habe eindeutig festgestellt, da� es auf den Stra�en rings um das Zentrum jede Menge Leute gab, zu Fu�, in Fahrzeugen, und trotzdem ist keine einzige Person hereingekommen. Dieser Meditationstag war ein guter Vorwand. Die Wahrscheinlichkeit war hoch, da� wir die Ungest�rtheit begr��ten, die wir genossen, ohne sie zu hinterfragen, nur war ich ganz einfach innerlich nicht bereit, diesem Sohn zweier Fremdlinge je wieder Vertrauen zu schenken.�</p><p>�Was also hat das alles zu bedeuten?� wollte Pelorat wissen.</p><p>�Ich glaube, es verh�lt sich recht simpel, Janov. Wir haben�s mit jemandem zu tun, der wei�, wohin wir gehen, sobald wir uns entschlie�en, obwohl er und wir uns in zwei verschiedenen Raumschiffen befinden, und gleichzeitig mit jemandem, der daf�r sorgen kann, da� eine �ffentliche Einrichtung menschenleer bleibt, obwohl es ringsum von Menschen wimmelt, nur damit wir uns ungest�rt unterhalten k�nnen.�</p><p>�Soll ich vielleicht annehmen, da� er wirklich Wunder wirken kann?�</p><p>�Sicher, von mir aus. Sollte es so sein, da� Compor ein Agent der Zweiten Foundation ist und den menschlichen Geist zu beeinflussen vermag, da� er Ihre und meine Gedanken sogar lesen kann, w�hrend wir uns in zwei verschiedenen Raumschiffen aufhalten, wenn er die Einflugkontrolle dazu bewegen kann, ihn ungehindert passieren zu lassen, wenn er eine Gravo-Landung durchf�hren darf, ohne da� die Beh�rden sich �ber seine Mi�achtung des Leitstrahls aufregen, und wenn er dazu imstande ist, eine ganze Anzahl von Menschen vom Betreten eines Geb�udes abzuhalten, in dem er niemanden w�nscht, dann ergibt das alles einen Sinn, Wunder oder nicht.�</p><p>Trevize sprach mit deutlichem Kummer weiter. �Bei allen Sternen, ich kann das sogar bis zum Zeitpunkt seines College-Abgangs zur�ckverfolgen. Ich habe ihn <emphasis>nicht </emphasis>auf seiner Reise begleitet. Ich entsinne mich, ich hatte <emphasis>keine Lust. </emphasis>Kann das nicht ein Resultat seiner Einflu�nahme gewesen sein? Er mu�te wohl allein fort. Wohin ist er wirklich gegangen?�</p><p>Pelorat schob die Teller von sich, als wolle er sich Raum zum Nachdenken verschaffen. Das war anscheinend so etwas wie ein Zeichen f�r den Servierrobot, einen automatischen, beweglichen Tisch, der n�mlich daraufhin heranrollte und wartete, bis sie die Teller und das Besteck auf ihm abgestellt hatten.</p><empty-line/><p>�Aber das ist doch verr�ckt�, sagte Pelorat, sobald sie wieder unter sich waren. �Es ist nichts geschehen, das sich nicht ganz nat�rlich h�tte ergeben k�nnen. Wenn man sich erst einmal in den Kopf gesetzt hat, jemand kontrolliere alle Ereignisse, dann kann man alles so interpretieren, was �berhaupt passiert, und man findet in keiner Hinsicht noch irgendeine ausreichende Sicherheit. Kommen Sie, mein Bester, alles ist eine Sache der Umst�nde und eine Frage der Interpretation. Verfallen Sie blo� keiner Paranoia!�</p><p>�Ich gedenke auch nicht der Achtlosigkeit zu verfallen.�</p><p>�Na sch�n, lassen Sie uns mal logisch vorgehen. Nehmen wir einmal an, er <emphasis>w�re </emphasis>ein Agent der Zweiten Foundation. Warum sollte er es riskieren, unseren Argwohn zu erregen, indem er das Tourismusb�ro menschenleer h�lt? Was hat er denn so Wichtiges gesagt, da� die Anwesenheit einiger Leute, die ohnehin mit ihrem eigenen Kram besch�ftigt gewesen w�ren, einen Unterschied ausgemacht h�tte?�</p><p>�Darauf gibt�s eine einfache Antwort, Janov. Es kann sein, er wollte unseren Geist ganz genau unter Beobachtung halten und jede St�rung ausschlie�en. Jede Statik gewisserma�en. Er w�nschte keinerlei Durcheinander auf mentaler Ebene.�</p><p>�Das ist wieder nur Ihre spezielle Interpretation. Was soll denn an seiner Unterhaltung mit uns so wichtig gewesen sein? Es w�re durchaus sinnvoll, davon auszugehen, da� er sich mit uns nur getroffen hat, um zu erkl�ren, was er angestellt hatte, sich daf�r zu entschuldigen, uns vor dem �rger zu warnen, der uns erwarten k�nnte, geradeso eben, wie er selbst darauf beharrt hat. Warum m�ssen wir andersartige �berlegungen anstellen?�</p><p>Die kleine Karteneingabe am anderen Ende ihres Tisches schimmerte diskret auf, und kurz blinkten Zahlen auf, die den Preis des Essens anzeigten. Trevize suchte unter seiner Sch�rpe nach der Kreditkarte mit der Foundations-Impr�gnierung, die �berall in der Galaxis G�ltigkeit besaߠ� oder jedenfalls �berall, wohin ein B�rger der Foundation mit einiger Wahrscheinlichkeit gehen mochte. Er schob sie in den Schlitz. Die Transaktion dauerte nur eine Sekunde, und Trevize �berpr�fte die Richtigkeit des verbliebenen Guthabens (eine Ma�nahme, die seinem angeborenen Mi�trauen entsprang), ehe er sie zur�ck in die Tasche steckte.</p><p>Unauff�llig schaute er sich im Restaurant um, bis er sich davon �berzeugt hatte, da� sich in keinem Gesicht unerw�nschtes Interesse an seiner Person erkennen lie�; nur wenige G�ste waren inzwischen au�er ihnen noch anwesend. �Warum weitergehende �berlegungen anstellen?� meinte er dann. �Warum weiterdenken? Na, das war schlie�lich nicht alles, wor�ber er geredet hat. Er hat sich �ber die Erde ge�u�ert. Er hat uns gegen�ber behauptet, sie sei ein toter Planet, und er hat uns dringend geraten, Comporellon aufzusuchen. Sollen wir das tun?�</p><p>�Das ist etwas, woran ich schon ernsthaft gedacht habe, Golan�, gestand Pelorat.</p><p>�Wir sollen Sayshell einfach au�er acht lassen?�</p><p>�Wir k�nnten noch einmal zur�ckkehren, nachdem wir uns im Sirius-Sektor umgesehen haben.�</p><p>�Ihnen kommt gar nicht in den Sinn, da� der ganze Zweck seines Treffens mit uns in nichts anderem bestand, als uns von Sayshell abzulenken? Uns sonstwohin zu schicken, damit wir auf keinen Fall hier bleiben?�</p><p>�Warum denn?�</p><p>�Das wei� ich nicht. Sehen Sie mal, man hat erwartet, da� wir Trantor aufsuchen. Das war�s, was <emphasis>Sie </emphasis>wollen, und es kann sein, man hat damit gerechnet, da� wir�s tats�chlich tun. Ich habe einen Strich durch diese Rechnung gemacht, indem ich darauf bestanden habe, da� wir nach Sayshell fliegen, und das wiederum ist das allerletzte, woran unseren Gegenspielern liegt, und deshalb m�chten sie, da� wir schnellstens wieder von hier verschwinden.�</p><p>Pelorat wirkte unmi�verst�ndlich unzufrieden. �Golan, aber das sind doch nur Unterstellungen. <emphasis>Warum </emphasis>sollte es unerw�nscht sein, da� wir uns auf Sayshell aufhalten?�</p><p>�Keine Ahnung, Janov. Aber mir gen�gt�s, da� man uns fortlocken will. Ich bleibe hier. Ich gehe nicht.�</p><p>�Aber� aber� Golan, �berlegen Sie mal, wenn die Zweite Foundation uns hier nicht w�nscht, weshalb beeinflu�t man nicht einfach unseren Geist dahingehend, da� wir abreisen? Wozu sollte man sich die M�he machen, jemanden mit uns diskutieren zu lassen?�</p><p>�Da Sie nun davon anfangen, Professor, ist das in Ihrem Fall nicht vielleicht sogar getan worden?� Aus pl�tzlichem Argwohn verengten sich Trevizes Lider. �Sie m�chten doch weiterfliegen, oder?�</p><p>Pelorat schaute Trevize verdutzt an. �Ich sehe einen gewissen Sinn darin.�</p><p>�Nat�rlich, das m�ssen Sie, auch wenn Sie beeinflu�t worden sind.�</p><p>�Aber ich bin nicht��</p><p>�Das w�rden Sie selbstverst�ndlich auch sagen, wenn man Sie beeinflu�t hat.�</p><p>�Wenn Sie�s so betrachten�, erwiderte Pelorat, �gibt�s keine M�glichkeit, Ihren Mutma�ungen irgend etwas entgegenzusetzen. Was haben Sie vor?�</p><p>�Ich bleibe auf Sayshell. Und Sie bleiben auch hier. Ohne mich k�nnen Sie das Schiff nicht navigieren. Falls Compor also Sie beeinflu�t hat, dann hat er den falschen Mann beeinflu�t.�</p><p>�Na gut, Colan. Wir bleiben auf Sayshell, bis wir von uns aus �berzeugende Gr�nde zum Abflug sehen. Denn das schlimmste, was uns passieren k�nnte�� schlimmer als Bleiben oder Gehen��, w�re doch, da� wir uns zerstreiten. Kommen Sie, mein Bester, h�tte man mich beeinflu�t, w�re ich dann jetzt dazu in der Lage, meine Ansicht zu �ndern und mich bereitwillig Ihrer Auffassung anzuschlie�en, wie ich�s jetzt mache?�</p><p>Trevize dachte f�r eine Weile nach, dann l�chelte er�� es war, als sch�ttle er innerlich den Kopf�� und streckte eine Hand aus. �Einverstanden, Janov. Und nun lassen Sie uns ins Schiff zur�ckkehren, und morgen unternehmen wir einen neuen Versuch. Falls uns etwas einf�llt.�</p></section><section><title><p>47</p></title><p>Munn Li Compor erinnerte sich nicht mehr daran, wann man ihn rekrutiert hatte. Erstens war er damals ein Kind gewesen; zweitens scheuten die Agenten der Zweiten Foundation keinen Aufwand, um ihre Spuren weitm�glichst zu verwischen.</p><p>Compor war ein �Observator� und f�r einen Zweitfoundationisten sofort als solcher erkennbar.</p><p>Das bedeutete, Compor war mit der Mentalik vertraut und konnte�� in gewissem Umfang�� mit Zweitfoundationisten auf deren Art und Weise in Konversation treten, aber er nahm in der Hierarchie den untersten Rang ein. Er vermochte in ein fremdes Bewu�tsein Einblick zu nehmen, es jedoch nicht zu adjustieren. Die Ausbildung, die er genossen hatte, war nicht so weit gegangen. Er war zum Beobachten da, nicht zum Eingreifen.</p><p>Dadurch blieb er bestenfalls zweitklassig, aber das machte ihm nichts aus�� oder jedenfalls wenig. Er kannte die Wichtigkeit seiner Mitwirkung am Gesamtablauf der Dinge.</p><p>W�hrend der ersten Jahrhunderte der Existenz der Zweiten Foundation hatte sie die Aufgabe untersch�tzt, die vor ihr lag. Man hatte geglaubt, die Handvoll ihrer Mitglieder k�nne die ganze Galaxis beobachten, und da� die Aufrechterhaltung des Seldon-Planes nur ein gelegentliches und sehr vorsichtiges Korrigieren verlangen werde�� mal da, mal dort.</p><p>Der Fuchs hatte diese Illusionen zerst�rt. Er war aus dem Nichts aufgetaucht und hatte die Zweite Foundation (und nat�rlich auch die Erste Foundation, aber das spielte keine Rolle) vollkommen �berrascht, so da� sie ihm hilflos gegen�berstand. F�nf Jahre dauerte es, bis man den Gegenangriff organisieren konnte, und er hatte eine Anzahl von Menschenleben gekostet.</p><p>Unter Palver gewann die Zweite Foundation ihre vorherige St�rke wieder, erneut unweigerlich um den Preis von Menschenleben, und er ergriff schlie�lich die erforderlichen Ma�nahmen. Das T�tigkeitsfeld der Zweiten Foundation, entschied er, bedurfte einer entscheidenden Erweiterung, ohne gleichzeitig die Gefahr einer Entdeckung in untragbarem Ma�e zu erh�hen; daher gr�ndete er das Observatorenkorps.</p><p>Compor wu�te nicht, wieviel Observatoren es in der Galaxis gab, nicht einmal, wie viele sich auf Terminus befinden mochten. Dergleichen zu wissen, geh�rte nicht zu seiner Aufgabe. Im Idealfall sollte nicht einmal zwischen nur zwei Observatoren irgendeine nachweisbare Verbindung bestehen, so da� die Entlarvung eines aus welchen Gr�nden sie auch erfolgte�� nicht den Verlust eines zweiten nach sich zog. S�mtliche Verbindungen erfolgten ausschlie�lich �ber die h�heren Stellen auf Trantor.</p><p>Compor hegte den Ehrgeiz, eines Tages nach Trantor zu gehen, obwohl er selbst es als reichlich unwahrscheinlich betrachtete, da� sein Wunsch jemals in Erf�llung ging. Aufgrund seiner Ausbildung wu�te er, da� man dann und wann einen t�chtigen Observator bef�rderte und nach Trantor holte, aber so etwas geschah selten. Die Qualit�ten, die einen guten Observator auszeichneten, stimmten nicht unbedingt mit jenen Eigenschaften �berein, die jemandem zu einem Sitz an der Tafel der Sprecher verhalfen.</p><p>Da war zum Beispiel Gendibal, der f�nf Jahre j�nger war als Compor. Er mu�te als Junge rekrutiert worden sein, genau wie Compor, aber <emphasis>ihn </emphasis>hatte man direkt nach Trantor gebracht, und heute war er Sprecher. �ber den Grund gab Compor sich keinen Mi�verst�ndnissen hin. In letzter Zeit war er mit Gendibal h�ufig in Kontakt gewesen und hatte die Macht, die im Geist dieses jungen Mannes wohnte, aus pers�nlicher Erfahrung kennengelernt. Er h�tte sich dagegen nicht eine Sekunde lang behaupten k�nnen.</p><p>Compor war sich kaum jemals eines niedrigen Status bewu�t. Er erhielt nur selten einen Anla�, um �ber so etwas nachzudenken. Immerhin war sein Status (geradeso wie im Fall anderer Observatoren, nahm er an) nur niedrig, ma� man ihn am Standard Trantors. Auf den eigenen, nichttrantorischen Welten mit ihren nichtmentalischen Gesellschaftsformen war es f�r Observatoren leicht, einen hohen Status zu erlangen.</p><p>Beispielsweise hatte Compor nie Schwierigkeiten dabei gehabt, die besten Schulen zu besuchen, gute Kontakte zu kn�pfen. Er hatte sich auf einfache Weise der Mentalik bedienen und seine nat�rliche intuitive Begabung verst�rken k�nnen (wegen dieser nat�rlichen Begabung war er urspr�nglich �berhaupt rekrutiert worden�� in dieser Beziehung war er sicher), und dadurch hatte er es geschafft, auf dem Gebiet der Hyperorientierung ein wahrer Star zu werden. Schon am College war er eine Ber�hmtheit, und ihr verdankte er es, da� er seinen Fu� unverz�glich auf die erste Sprosse der Leiter einer politischen Karriere setzen konnte. Sobald die gegenw�rtige Krise vor�ber war, lie� ein Ende seines weiteren Aufstiegs sich nicht absehen.</p><p>Wenn die Krise erfolgreich beendet worden war�� woran es keinen Zweifel geben konnte��, w�rde man sich dann nicht daran erinnern, da� er, Compor, es gewesen war, der zuerst auf Trevize aufmerksam geworden war, nicht als Mensch (das h�tte jeder gekonnt), sondern auf Trevizes Geist?</p><p>Er war Trevize auf dem College begegnet und hatte ihn zun�chst nur als aufger�umten, gewitzten Freund betrachtet. Eines Morgens jedoch hatte er sich tr�ge aus dem Schlaf emporgerungen, und im Strom von Bewu�tseinseindr�cken, der das Nirgends-Niemals-Land des Halbschlafs zu durchsp�len pflegte, war pl�tzlich sp�rbar geworden, es war ein Jammer, da� man Trevize nicht rekrutiert hatte.</p><p>Nat�rlich war es unm�glich gewesen, Trevize zu rekrutieren, denn er war auf Terminus geboren und im Gegensatz zu Compor kein Eingeborener einer anderen Welt. Doch selbst wenn man das einmal beiseite lie�, war es l�ngst zu sp�t gewesen. Nur ganz junge Menschen sind noch elastisch genug, um eine Ausbildung in Mentalik zu genie�en; die schwierige Unterweisung eines Erwachsenen in dieser F�higkeit, eines Menschen also, dessen Hirn sozusagen schon im Sch�del festgerostet war, hatte man lediglich in den ersten beiden Jahrhunderten nach Seldon praktiziert.</p><p>Aber wenn Trevize ohnehin nicht zur Rekrutierung geeignet gewesen war und zudem altersm��ig nicht mehr in Frage kam, was hatte dann Compors Beunruhigung �ber diese Tatsachen verursacht?</p><p>W�hrend ihrer n�chsten Begegnung hatte Compor den Geist Trevizes tief und gr�ndlich erforscht und dabei entdeckt, was ihn anfangs so verst�rt hatte. Trevizes Verstand wies Charakteristika auf, die nicht mit dem �bereinstimmten, was man ihn gelehrt hatte. Immer wieder narrte ihn dieses Bewu�tsein. Wohin er seinen Funktionen auch folgte, fand er L�cken. Nein, es konnten nat�rlich keine wirklichen L�cken sein�� tats�chliche Bereiche von Nichtexistenz. Es mu�te sich um geistige Zonen handeln, wo Trevizes Geist zu tiefgr�ndig aktiv war, um beobachtet werden zu k�nnen.</p><p>Compor wu�te nicht zu entscheiden, was das bedeuten mochte, aber er verfolgte fortan Trevizes Verhalten im Lichte dessen, was er bemerkt hatte, und begann infolge dessen zu mutma�en, da� Trevize anscheinend die unheimliche Gabe besa�, anhand von etwas, das als unzul�ngliches Datenmaterial gelten mu�te, zu korrekten Schlu�folgerungen zu kommen.</p><p>Konnte das in irgendeinem Zusammenhang mit den �L�cken� stehen? Jedenfalls war das eine Angelegenheit, die seine mentalistischen Kr�fte weit �berforderte, mit der sich deshalb die Tafel der Sprecher selbst befassen mu�te. Er hatte das unbehagliche Gef�hl, da� diese seltsame Entscheidungskapazit�t in ihrem vollen Umfang sogar Trevize pers�nlich unbekannt war, und da� er dazu imstande sein k�nnte�</p><p>Zu was? Compors Kenntnisse reichten nicht aus, um dar�ber einen Befund abzugeben. Fast vermochte er die Bedeutung dessen, wor�ber Trevize verf�gte, zu begreifen�� aber nicht ganz. Er war sich nur der intuitiven Einsicht sicher�� vielleicht handelte es sich auch nur um eine Vermutung��, da� Trevize (zumindest potentiell) eine Person von �u�erster Wichtigkeit war.</p><p>Er mu�te auf die M�glichkeit setzen, da� es sich so verhielt, und vor�bergehend den Eindruck erwecken, als sei er nicht so recht qualifiziert f�r seinen Posten. Immerhin, wenn seine Ansichten sich als korrekt erwiesen�</p><p>Im R�ckblick war er sich nicht v�llig dar�ber im klaren, wie er genug Mut hatte aufbringen k�nnen, um seine Bem�hungen fortzusetzen. Er hatte die Verwaltungsschranken, die die Tafel der Sprecher umgaben, nur mit M�he durchdrungen. Fast war er schon geneigt gewesen, sich�� mit einer beeintr�chtigten Reputation abzufinden. Endlich war es ihm durch die nachgerade verzweifeltsten Anstrengungen gelungen, zum j�ngsten Mitglied an der Tafel der Sprecher vorzusto�en, und schlie�lich war Stor Gendibal auf seine Eingaben eingegangen.</p><p>Gendibal hatte ihm geduldig zugeh�rt, und von da an hatte zwischen ihnen ein besonderes Verh�ltnis bestanden. Auf Gendibals Weisung hin war es geschehen, da� er die Bekanntschaft mit Trevize weiterhin pflegte, und ebenso hatte er auf Compors Weisung sorgf�ltig die Situation geschaffen, die zu Trevizes Verbannung f�hrte. Und durch Gendibal konnte Compor seinen Traum, nach Trantor gehen zu d�rfen (wie er zu hoffen begann), vielleicht doch noch wahrmachen.</p><p>Alle Vorbereitungen hatten allerdings dem Zweck gedient, Trevize nach Trantor zu lotsen. Trevizes Weigerung, das zu tun, hatte Compor vollkommen �berrascht und war auch von Gendibal (wie Compor aufgefallen war) nicht vorausgesehen worden.</p><p>Auf jeden Fall, Gendibal war nun pers�nlich unterwegs zum Brennpunkt des Geschehens, und f�r Compor verst�rkte das noch das Gef�hl einer Krise.</p><p>Compor sandte sein Hypersignal aus.</p></section><section><title><p>48</p></title><p>Eine mentale Ber�hrung weckte Gendibal aus dem Schlummer. Sie war von effektiver Natur und besa� nicht im mindesten den Charakter einer St�rung. Weil es auf das Weckzentrum des Gehirns direkt einwirkte, erwachte er ganz einfach.</p><p>Er setzte sich im Bett auf, die Decke rutschte von seinem wohlgeformten, geschmeidig-muskul�sen Oberk�rper. Er hatte die Ber�hrung erkannt; f�r Mentalisten war ein derartiges Tasten so klar unterscheidbar wie Stimmen f�r Menschen, die sich �berwiegend durch das gesprochene Wort verst�ndigten.</p><p>Gendibal antwortete mit dem mentalen Standardsignal, fragte nach, ob ein kurzer Aufschub m�glich sei, und erhielt das Mentalsignal f�r �Kein Notfall�.</p><p>Anschlie�end widmete sich Gendibal mit �berfl�ssiger Hast der morgendlichen Toilette. Er stand noch unter der Schiffsdusche�� das benutzte Wasser lief gerade in die Recyclinganlage ab��, da nahm er bereits von sich aus erneut Kontakt auf.</p><p>�Compor?�</p><p>�Ja, Sprecher?�</p><p>�Haben Sie mit Trevize und dem anderen gesprochen?�</p><p>�Pelorat. Janov Pelorat. Ja, Sprecher.�</p><p>�Gut. Gedulden Sie sich noch f�nf Minuten, dann stelle ich einen Visualkontakt her.�</p><p>Auf dem Weg zu den Kontrollen begegnete er Sura Novi. Sie sah ihn an, Fragen in ihrem Blick, und machte Anstalten, sie auszusprechen, aber er hob einen Finger an die Lippen, und sofort gab sie ihre Absicht auf. Die St�rke der Bewunderung/Hochachtung, die er in ihrem Bewu�tsein f�r seine Person ersah, bereitete ihm noch immer eine gewisse Verlegenheit, aber allm�hlich entwickelte dergleichen sich zu einem angenehm normalen Bestandteil seiner Umgebung.</p><p>Er hielt st�ndig einen zarten mentalen F�hler mit ihrem Geist verbunden, so da� es keine M�glichkeit gab, seinen Verstand zu beeinflussen, ohne gleichzeitig erkennbar auf ihren einzuwirken. Die Simplizit�t ihres Geistes (und Gendibal konnte nicht anders, er empfand bei der geruhsamen Betrachtung von dessen unverdorbener Symmetrie ein enormes �sthetisches Vergn�gen) machte die versteckte Existenz eines externen Mentalfeldes in der Nachbarschaft unm�glich. Er war nun heilfroh �ber die Anwandlung von H�flichkeit, die ihn in dem Moment befiel, als sie zusammen drau�en vor der Universit�t standen, durch die sie dazu bewogen worden war, ihn zu genau dem Zeitpunkt aufzusuchen, da sie sich f�r ihn am n�tzlichsten erwies.</p><p>�Compor?� meldete er sich nochmals.</p><p>�Ja, Sprecher?�</p><p>�Bitte, entspannen Sie sich. Ich mu� Ihr Bewu�tsein �berpr�fen. Es ist nicht negativ gemeint.�</p><p>�Wie Sie w�nschen, Sprecher. Darf ich nach dem Zweck fragen?�</p><p>�Ich mu� mich davon �berzeugen, da� Sie unbeeinflu�t sind.�</p><p>�Ich wei�, da� Sie an der Tafel politische Gegner haben, Sprecher�, antwortete Compor, �aber sicherlich w�rde doch keiner von ihnen��</p><p>�Sehen Sie von Spekulationen ab, Compor. Entspannen Sie sich� Ja, Sie sind unbeeinflu�t. So, wenn Sie nun mit mir kooperieren, werden wir einen Visualkontakt herstellen.�</p><p>Woraus dieser Kontakt bestand, das war im engsten Sinne des Wortes nichts anderes als eine Illusion, denn niemand, der nicht �ber die mentalistischen Kr�fte eines gutgeschulten Zweitfoundationisten verf�gte, h�tte davon irgend etwas bemerken k�nnen, weder durch seine Sinne noch durch einen physikalischen Detektor.</p><p>Es handelte sich um die Wiedergabe der Konturen und der Z�ge eines Gesichts aus der Erinnerung und anhand reiner Geisteskr�fte, und selbst der beste Mentalist konnte nur eine schemenhafte und etwas undeutliche Wiedergabe erzielen. Compors Gesicht erschien mitten in der Luft, nur f�r Gendibal sichtbar, wie hinter einem in st�ndigem Wallen befindlichen Vorhang aus d�nner Gaze, und Gendibal wu�te, da� sich sein eigenes Gesicht auf �hnliche Weise vor Compor zeigte.</p><p>Dank der physikalischen Hyperwelle w�re ihnen eine Kommunikation mit so klaren, deutlichen Bildern m�glich gewesen, da� sie, selbst wenn tausend Parsek dazwischen liegen mochten, den Eindruck h�tten haben k�nnen, sich Auge in Auge gegen�berzusitzen. Gendibals Raumschiff war entsprechend ausger�stet.</p><p>Die Mentalvision besa� jedoch ihre Vorteile. An erster Stelle stand, da� diese Art der Kommunikation durch kein der Ersten Foundation bekanntes Ger�t angezapft werden konnte. Auch Zweitfoundationisten vermochten eine solche Verst�ndigung nicht ohne weiteres mitzuverfolgen. Die Gedankeng�nge lie�en sich vielleicht auffangen, aber verborgen blieb das vielseitige Mienenspiel, das der Konversation die Feinheiten verlieh.</p><p>Und was die Anti-F�chse betraf� Nun, die Schlichtheit von Sura Novis Gem�t gen�gte als Indikator, um ihm zu zeigen, da� keiner von ihnen sich f�r ihn interessierte.</p><p>�Unterrichten Sie mich genau �ber das Gespr�ch, das Sie mit Trevize und diesem Pelorat gef�hrt haben, Compor�, sagte er. �Ganz pr�zise, bis in die geistige Ebene hinein.�</p><p>�Nat�rlich, Sprecher�, antwortete Compor.</p><p>Es dauerte nicht lange. Die Kombinationen von Lauten, Mienen und mentaler Mitteilung fa�ten, was es zu berichten gab, stark zusammen, trotz der Tatsache, da� es, da auch der geistige Hintergrund des stattgefundenen Gespr�chs wiedergegeben werden sollte, mehr zu wiederholen gab als nur m�ndliche �u�erungen.</p><p>Gendibal pa�te genau auf. In der Mentalvision kannte man keine Weitschweifigkeit. In pers�nlicher Unterhaltung mit direkter Sicht, oder auch in physikalischer Hypervision�� �ber etliche Parsek hinweg��, sah man, was die Bits an Informationen anging, viel mehr, als zum gegenseitigen Verst�ndnis absolut n�tig war, und man durfte getrost vieles unbeachtet lassen, ohne irgend etwas von wirklicher Wichtigkeit zu vers�umen.</p><p>Aufgrund der Verschleiertheit der Mentalvision jedoch mu�te man restlos sichergehen und deshalb auf jede bequeme Nachl�ssigkeit verzichten, wollte man nicht reihenweise Bits verpassen. Jedes Bit war bedeutsam.</p><p>Die Instruktoren erz�hlten den Studenten auf Trantor laufend irgendwelche Horrorgeschichten, die dem Nachwuchs die gro�e Bedeutung eines hohen Konzentrationsverm�gens einsch�rfen sollten. Die am h�ufigsten wiederholte Geschichte war zugleich die unglaubhafteste. Darin drehte es sich um die erste Meldung �ber die Fortschritte des Fuchses, ehe er Kalgan besetzte�� um den unteren Mitarbeiter, der die Meldung empfing und nicht mehr als den Eindruck eines hunde�hnlichen Tiers hatte, weil ihm nicht der kleine Zusatz auffiel, der �pers�nlicher �bernahme� besagte, oder er ihn nicht begriff. Der Mitarbeiter habe daraufhin entschieden, diese Sache k�nne unm�glich wichtig genug sein, um sie nach Trantor weiterzureichen. Als dann neue Nachrichten �ber den Fuchs eintrafen, sei es bereits zu sp�t f�r unverz�gliche Ma�nahmen gewesen, so da� man f�nf bittere Jahre durchzustehen hatte.</p><p>Der Vorfall hatte sich nahezu mit Gewi�heit nie zugetragen, aber das spielte keine Rolle. Die Geschichte war geh�rig dramatisch und erf�llte ihren Zweck, die Studenten zur Vertiefung ihrer Konzentrationsf�higkeit zu motivieren. Gendibal entsann sich noch an einen Wahrnehmungsfehler, der ihm in seiner Studienzeit unterlaufen war, den er f�r ebenso unwesentlich wie verst�ndlich gehalten hatte. Sein Lehrmeister, der alte Kendast�� ein Tyrann bis ins Kleinhirn��, hatte nur geschnoben und gesagt: �Ein hunde�hnliches Tier, Tendibal?� Und das hatte gen�gt, um ihn vor Scham beinahe zusammenbrechen zu lassen.</p><p>Compor beendete seine Darstellung.</p><p>�Bitte geben Sie mir Ihre Einsch�tzung von Trevizes Reaktion�, sagte Gendibal. �Sie kennen ihn besser als ich, besser als jeder andere.�</p><p>�Sie war eindeutig�, sagte Compor. �Die mentalen Anzeichen waren unmi�verst�ndlich klar. Er glaubt, da� meine Worte und Taten ein Ausdruck meines starken Wunsches sind ihn nach Trantor zu schicken, in den Sirius-Sektor, oder sonstwohin, nur nicht dorthin, wohin gerade er will. Nach meiner Meinung hei�t das, er wird dort bleiben, wo er gegenw�rtig ist. Die Tatsache, da� ich einem Ortswechsel so gro�e Bedeutung beigemessen habe, hat ihn naturgem�� gezwungen, ihn f�r ebenso bedeutsam zu halten, und weil er das Gef�hl hat, da� seine Interessen meinen diametral entgegengesetzt sind, wird er vors�tzlich ganz genau im Gegensatz zu dem handeln, was er als meinen Wunsch interpretiert.�</p><p>�Sind Sie sicher?�</p><p><emphasis>�V�llig </emphasis>sicher.�</p><p>Gendibal dachte dar�ber nach und gelangte zu der Einsicht, da� Compor recht hatte. �Ich bin zufrieden�, sagte er. �Sie haben sich bew�hrt. Ihre Geschichte von der radioaktiven Verw�stung der Erde hat sich bestens geeignet, um die erstrebten Reaktionen herbeizuf�hren, ohne eine direkte mentale Manipulation vornehmen zu m�ssen. Lobenswert!�</p><p>Compor stand anscheinend einen kurzen inneren Kampf durch. �Sprecher�, sagte er dann, �ich habe Ihr Lob nicht verdient. Ich habe die Geschichte nicht erfunden. Sie ist wahr. Im Sirius-Sektor gibt�s wirklich einen Planeten namens Erde, und man h�lt ihn tats�chlich f�r die urspr�ngliche Heimatwelt der Menschheit. Er war radioaktiv, als man zuletzt von dort geh�rt hat, entweder schon immer, oder er ist�s geworden, jedenfalls kam�s immer schlimmer, bis auf dem ganzen Planeten kein Leben mehr m�glich war. Und es gab dort tats�chlich irgendeine bewu�tseinserweiternde Erfindung, die letztendlich zu gar nichts gef�hrt hat. Das alles gilt auf der Heimatwelt meiner Vorfahren als historische Tatsache.�</p><p>�So?� meinte Gendibal ohne merkliche �berzeugtheit. �Interessant. Um so besser. Zu wissen, wann man sich der Wahrheit bedienen kann, ist bewundernswert, denn keine Unwahrheit kann man mit gleichwertiger Glaubw�rdigkeit an den Mann bringen. Das hat Palver einmal gesagt. �Je n�her sie an der Wahrheit liegt, um so besser ist die L�ge, und die beste L�ge ist die Wahrheit selbst, wenn man sie als L�ge verwenden kann�, hat er w�rtlich gesagt.�</p><p>�Eines mu� ich noch erw�hnen�, sagte Compor. �Indem ich die Anweisung befolgt habe, Trevize bis zu Ihrer Ankunft im Sayshell-Sektor festzuhalten�� und zwar um jeden Preis��, mu�te ich in meinen Anstrengungen weit genug gehen, um in ihm unverkennbar den Verdacht zu erzeugen, ich st�nde unterm Einflu� der Zweiten Foundation.�</p><p>Gendibal nickte. �Ich glaube, das war unter den gegebenen Umst�nden unvermeidbar. Seine Monomanie in dieser Frage w�rde ohnehin gen�gen, um ihn �berall die Zweite Foundation wittern zu lassen, ob sie nun da ist oder nicht. Wir m�ssen seine Haltung ganz einfach ber�cksichtigen.�</p><p>�Sprecher, wenn es absolut notwendig ist, da� Trevize bleibt, wo er ist, bis Sie eintreffen, k�nnten wir die Dinge beschleunigen und vereinfachen, wenn ich Ihnen entgegenfliege, Sie an Bord meines Raumschiffs nehme und Sie nach Sayshell bringe. Das w�rde keinen Tag��</p><p>�Nein, Observator�, erwiderte Gendibal scharf, �Sie werden nichts dergleichen tun. Die Leute auf Terminus wissen, wo Sie sind. Sie haben an Bord Ihres Raumers eine Hypersonde, die sich nicht demontieren l��t, richtig?�</p><p>�Ja, Sprecher.�</p><p>�Und wenn man auf Terminus wei�, da� Sie auf Sayshell gelandet sind, dann wei� auch Terminus� Botschafter auf Sayshell dar�ber Bescheid�� und damit wei� der Botschafter auch, da� sich Trevize auf Sayshell befindet. Die Hypersonde w�rde den Leuten auf Terminus verraten, da� sie einen gewissen Punkt in einigen hundert Parsek Entfernung angeflogen haben und zur�ckgekehrt sind, w�hrend der Botschafter nach Terminus durchg�be, da� Trevize im Sayshell-Sektor geblieben ist. Welche Schlu�folgerungen k�nnte man auf Terminus daraus ziehen? Nach allem, was bekannt ist, handelt�s sich bei Terminus� B�rgermeisterin um eine scharfsinnige Frau, und am allerwenigsten m�chte ich sie durch irgendwelche r�tselhaften Vorg�nge so in Aufregung versetzen, da� sie wom�glich ein Geschwader ihrer Flotte schickt. Die Wahrscheinlichkeit f�r so etwas ist unerfreulich hoch.�</p><p>�Bei allem Respekt, Sprecher�, meinte Compor, �welchen Grund h�tten wir, uns vor einem Flottenverband zu f�rchten, wenn wir seinen Kommandanten unter unsere Kontrolle bringen k�nnen?�</p><p>�Wie wenig wir auch Grund haben m��ten, wir besitzen noch weniger Grund zur Beunruhigung, solange keine Flotte hier ist. Bleiben Sie, wo Sie sind, Observator! Sobald ich ankomme, werde ich Sie an Bord ihres Raumschiffs aufsuchen, und dann��</p><p>�Und dann, Sprecher?�</p><p>�Na, dann �bernehme ich alles weitere.�</p></section><section><title><p>49</p></title><p>Nachdem er den Mentalkontakt unterbrochen hatte, sa� Gendibal noch lange ruhig an seinem Platz und dachte nach.</p><p>W�hrend des langen Flugs nach Sayshell�� unvermeidlich lang in diesem Raumschiff, das sich mit der technischen Fortschrittlichkeit der Produkte der Ersten Foundation nicht messen konnte��, hatte er noch einmal jeden einzelnen der vielen Berichte �ber Trevize zu Rate gezogen. Sie erstreckten sich �ber nahezu ein Jahrzehnt.</p><p>Insgesamt und zudem im Licht der j�ngsten Ereignisse betrachtet, war nicht l�nger irgendein Zweifel daran m�glich, da� Trevize einen hervorragenden Rekruten f�r die Zweite Foundation abgegeben h�tte, w�re es nicht seit Palvers Zeiten ein Prinzip gewesen, alle Terminus-Geborenen von der Rekrutierung auszunehmen.</p><p>Man konnte nicht sagen, wie viele Rekruten von h�chster Tauglichkeit der Zweiten Foundation im Laufe der Jahrhunderte entgangen waren. Es gab keine M�glichkeit, jeden einzelnen der Quadrillionen von Menschen, die die Galaxis bev�lkerten, auf seine Eignung zu �berpr�fen. Doch wahrscheinlich h�tte keiner davon vielversprechender sein k�nnen als Trevize, und <emphasis>bestimmt </emphasis>lie� sich keiner an einer wichtigeren Stelle ausfindig machen.</p><p>Andeutungsweise sch�ttelte Gendibal den Kopf. Trevize h�tte keinesfalls unbeachtet bleiben d�rfen, Terminus-Geborener oder nicht. Und man mu�te es Observator Compor hoch anrechnen, da� er Trevize, obwohl durch die Jahre seine urspr�nglichen Anlagen bereits entstellt waren, bemerkt hatte.</p><p>Heute war Trevize nat�rlich nicht mehr zu gebrauchen. Er war schon zu alt f�r die erforderlichen Anpassungen, aber es stand ihm noch diese angeborene Intuition zur Verf�gung, diese F�higkeit, auf der Grundlage v�llig unzureichender Informationen zu einer richtigen Entscheidung zu gelangen, und dazu etwas� irgend etwas�</p><p>Der alte Shandess�� immerhin Erster Sprecher und in dieser Funktion, wenngleich sein Zenit nun �berschritten war, allzeit bew�hrt�� sah da irgend etwas in diesem Trevize, sogar ohne genaue Kenntnis der angesammelten Daten, ohne zu wissen, welche �berlegungen Gendibal im Verlauf des Fluges angestellt hatte. Trevize, so lautete Shandess� Meinung, war in dieser Krise die Schl�sselperson.</p><p>Warum hielt Trevize sich im Sayshell-Sektor auf? Welche Pl�ne verfolgte er? Was tat er?</p><p>Und er durfte nicht angetastet werden! Dessen war sich Gendibal v�llig sicher. Bis sie ganz genau wu�ten, welche Rolle Trevize einnahm, w�re es total falsch gewesen, ihn irgendwie zu beeinflussen. Solange die Anti-F�chse�� wer sie auch waren, was sie auch sein mochten�� in diesem Spiel mitmischten, konnte jeder falsche Schritt bez�glich Trevizes�� <emphasis>vor allem </emphasis>in bezug auf Trevize�� v�llig unerwartet vor ihrer Nase eine Nova explodieren lassen.</p><p>Er merkte, da� in seiner mentalen N�he ein anderes Bewu�tsein schwebte, und er wies es gedankenverloren ab, so wie er vielleicht mit der Hand eines der l�stigeren Insekten auf Trantor verscheucht h�tte�� nur tat er es nicht mit der Hand, sondern mit seinen mentalen Kr�ften. Augenblicklich sp�rte er eine Aufwallung von Fremdschmerz und schaute auf.</p><p>Sura Novi hatte eine Hand an ihre gefurchte Stirn gehoben. �Verzeihung, Meister. Habe ganz pl�tzlich Kopfweh.�</p><p>Gendibal empfand sofort Zerknirschung. �Entschuldigen Sie, Novi, ich habe nicht richtig nachgedacht��� oder vielmehr, ich habe zu intensiv nachgedacht.� Im Handumdrehen und sehr behutsam b�gelte er ihre beeintr�chtigten mentalen Str�nge aus.</p><p>Unversehens l�chelte Novi erfreut. �Ganz pl�tzlich is es weg. Deine freundliche Stimme, Meister, is auf mich wie �n Wunder.�</p><p>�Fein�, sagte Gendibal. �Stimmt irgend was nicht? Weshalb bist du hier?� Er sah davon ab, genauer in ihr Bewu�tsein Einblick zu nehmen, um Details zu erfahren, selbst den Grund ihrer Anwesenheit festzustellen. Immer deutlicher versp�rte er Widerwillen dagegen, in ihre Privatsph�re vorzudringen.</p><p>Novi z�gerte, beugte sich dann ein wenig vor. �Ich machte mir Sorgen. Du hast ins Nix gestarrt, Meister, Ger�usche gemacht, und dein Gesicht hat gezuckt. Ich bin hier stehengeblieben, steif vor Schreck, ich hab gefierchtet, dir geht�s nich gut� du bist krank� und ich wei� nich, was tun.�</p><p>�Das war nichts weiter, Novi. Es besteht kein Anla� zur Furcht.� Er t�tschelte ihr die Hand. �Da gibt�s nichts zum F�rchten. Verstehen Sie mich?�</p><p>Furcht�� so wie jede andere starke Emotion�� verzerrten und beeintr�chtigten die Symmetrie ihres Geistes in gewissem Umfang. Er zog einen Zustand der Ruhe, Friedlichkeit und Zufriedenheit darin vor, mochte ihn aber ungern durch eine �u�ere Einflu�nahme seinerseits hervorrufen. Die vorhin geschehene Adjustierung hatte sie als Resultat seiner Worte empfunden, und irgendwie hielt er es f�r empfehlenswerter, da� es so blieb.</p><p>�Novi�, erkundigte er sich, �wieso nenne ich Sie eigentlich nicht Sura?�</p><p>In unvermutetem Kummer sah sie ihn an. �Oh, Meister, tu�s nich!�</p><p>�Aber Rufirant hat�s an dem Tag getan, als wir uns kennengelernt haben. Ich kenne Sie inzwischen doch gut genug, so da߅�</p><p>�Ich wei�, er hat�s getan, Meister. Das ist, wie ein Mann zu ei�m M�dchen spricht, das kein Mann hat, kein Verlobten, das� allein is. Dann sagt man Vornamen. Fier mich ist mehr Ehre drin, wenn du �Novi� sagst, und ich bin stolz, da� du�s machst. Und wenn ich auch jetzt kein Mann hab, ich hab�n Meister, und das find ich gut. Ich hoff, �s st�rt dich nich, �Novi� zu sagen�?�</p><p>�Nein, �berhaupt nicht, Novi.�</p><p>Daraufhin gl�ttete sich ihr Gem�t wundersch�n, und Gendibal war erfreut. Viel zu erfreut. Durfte er sich �ber so etwas derma�en freuen?</p><p>Mit gelinder Scham erinnerte er sich daran, da� es hie�, der Fuchs sei auf �hnliche Art und Weise von einer Frau der Ersten Foundation beeindruckt worden, Bayta Darell, und zwar zu seinem letztendlich verh�ngnisvollen Schaden.</p><p>Dieser Fall jedoch lag nat�rlich anders. Die Hamerin war sein Schutz gegen die Einwirkungen fremden Bewu�tseins, und er wollte, da� sie diesem Zweck m�glichst effizient diente.</p><p>Nein, das war nicht wahr. Seine Funktion als Sprecher w�rde leiden, wenn er aufh�rte, den eigenen Verstand zu begreifen, oder gar�� noch schlimmer�� sich diese und jene Dinge zurechtlegte, um die Augen vor der Wahrheit zu verschlie�en. Die Wahrheit lautete, es bereitete ihm Vergn�gen, sie innerlich ruhig, friedlich und zufrieden zu sehen�� ohne da� er sie manipuliert h�tte��, und er hatte daran sein Vergn�gen, weil ganz einfach <emphasis>sie </emphasis>ihm Freude machte; und daran war (dachte er trotzig) nichts schlecht.</p><p>�Setzen Sie sich, Novi�, sagte er.</p><p>Sie gehorchte, setzte sich zimperlich auf die �u�erste Stuhlkante, so weit von ihm entfernt, wie die Grenzen der R�umlichkeit es erlaubten. Ihr Geist war von Respekt erf�llt.</p><p>�Ich habe mich nach Art von uns Forschern �ber weite Ferne hinweg mit jemandem unterhalten, Novi�, erkl�rte er.</p><p>Sura Novi senkte ihren Blick. �Ich hab kapiert, Meister�, sagte sie traurig, �da� Forscher viel k�nnen, was ich nich versteh und mich nich mal vorstellen kann. Es sind schwierig Sachen und zu gewaltig fier mich. Ich sch�m mich jetzt, weil ich gekommen bin, um Forscher zu werden. Wie is es, Meister, lachst du nich ieber mich?�</p><p>�Es ist keine Schande�, erwiderte Gendibal, �sich etwas zu w�nschen, auch wenn man es nie erreichen kann. Sie sind nicht mehr jung und formbar genug, um noch eine Forscherin mit den F�higkeiten werden zu k�nnen, �ber die ich verf�ge, aber man ist nie zu alt, um noch etwas zu lernen, das man nicht wei�, mehr zu lernen, als man bereits kann. Ich werde Ihnen einiges �ber dies Raumschiff beibringen. Wenn wir an unserem Ziel ankommen, werden Sie sich ziemlich gut damit auskennen.�</p><p>Er freute sich insgeheim. Warum auch nicht? Er machte wohl�berlegt Schlu� mit den stereotypen Vorstellungen von den Hamer. Welches Recht besa� eine so heterogene Gruppierung wie die Zweite Foundation �berhaupt, sich derartig stereotypes Zeug zurechtzubasteln? Der Nachwuchs, der aus ihren Reihen hervorging, eignete sich nur selten, selbst Zweitfoundationisten von hohem Rang zu werden. Die Kinder von Sprechern qualifizierten sich fast nie zu Sprechern. Vor drei Jahrhunderten hatte es die drei Generationen aus der Familie Linguester gegeben, gewi�, aber nie war ganz der Verdacht ausger�umt worden, da� der mittlere dieser drei Sprecher eigentlich nicht zur Familie geh�rt habe. Und wenn so etwas wahr sein sollte, wer waren die Leute der Universit�t dann, um sich selbst auf ein so hohes Podest zu stellen?</p><p>Er sah Sura Novis Augen leuchten und freute sich dar�ber.</p><p>�Ich werd mich schwer anstrengen, da� ich alles lern, was du mich lernst, Meister�, versicherte sie.</p><p>�Davon bin ich �berzeugt�, antwortete er�� und stutzte pl�tzlich. Ihm fiel auf, da� er w�hrend der Unterhaltung mit Compor in keiner Weise angedeutet hatte, da� er nicht allein kam. Compor ahnte nichts von einer Begleiterin.</p><p>Mit einer Frau konnte man vielleicht rechnen; zumindest w�rde Compor ohne Zweifel keinerlei �berraschung zeigen. Aber mit einer Hamerin?</p><p>Einen Moment lang gewannen die von Gendibal abgelehnten �stereotypen Vorstellungen� die Oberhand, und er war froh, da� Compor noch nie auf Trantor gewesen war und Novi deshalb nicht als Hamerin erkennen konnte.</p><p>Er streifte diese Anwandlung entschieden ab. Was bedeutete es schon, ob Compor dergleichen wu�te oder nicht�� oder sonst irgend jemand? Gendibal war ein Sprecher der Zweiten Foundation, und innerhalb der Schranken, die der Seldon-Plan zog, durfte er tun und lassen, was ihm pa�te, und niemand hatte sich einzumischen.</p><p>�Meister�, fragte Sura Novi, �wenn wir am Ziel sind, werden wir uns da trennen?�</p><p>Er sah sie an. �Wir werden uns nicht trennen, Novi�, antwortete er mit mehr Nachdruck, als er vielleicht selbst beabsichtigt hatte.</p><p>Und die Hamerin l�chelte scheu, und in diesem Augenblick�� bei der Galaxis!�� wirkte sie wie� wie <emphasis>jede andere </emphasis>Frau.</p></section></section><section><title><p>Dreizehntes Kapitel</p><p>Universit�t</p></title><section><title><p>50</p></title><p>Pelorat r�mpfte die Nase, als er und Trevize wieder die <emphasis>Far Star </emphasis>betraten.</p><p>Trevize hob die Schultern. �Der menschliche K�rper ist ein starker Gerucherzeuger. Recycling wirkt sich nie sofort aus, und k�nstliche Duftstoffe �berlagern nur, sie verdr�ngen keinen nat�rlichen Geruch.�</p><p>�Und ich vermute, keine zwei Raumschiffe riechen gleich, wenn sie erst einmal f�r einen l�ngeren Zeitraum von verschiedenen Leuten benutzt worden sind.�</p><p>�Das stimmt, aber haben Sie Sayshell nach einer Stunde noch gerochen?�</p><p>�Nein�, gestand Pelorat.</p><p>�Na, und nach einer Weile wird Ihnen der Geruch hier drin auch nicht mehr auffallen. Wenn man lange genug in einem Raumschiff gelebt hat, wird man seinen Geruch sogar als deutlichstes Zeichen daf�r begr��en, da� man wieder daheim ist. Und nebenbei, Janov, sollten Sie sich nach unserem Abenteuer zu weiteren Reisen durch die Galaxis entschlie�en k�nnen, achten Sie bitte darauf, da� es als unh�flich gilt, Bemerkungen �ber den Geruch eines Raumschiffs oder eines Planeten gegen�ber den Personen zu machen, die die Bewohner sind. Unter uns ist das nat�rlich nicht so schlimm.�</p><p>�Das Komische daran ist, Golan, ich <emphasis>betrachte </emphasis>die <emphasis>Far Star </emphasis>als so was wie ein Zuhause. Zumindest ist das Schiff von der Foundation gebaut worden.� Pelorat l�chelte. �Wissen Sie, ich habe mich eigentlich nie als Patriot gef�hlt. Ich ziehe es vor, die gesamte Menschheit als meine Nation anzusehen, aber ich mu� sagen, da� ich die Foundation jetzt, da ich von ihr fort bin, richtig liebe.�</p><p>Trevize machte sein Bett. �Sie sind nicht so besonders weit von der Foundation entfernt. Die Sayshell-Union ist vom F�derations-Territorium nahezu umschlossen. Wir haben hier einen Botschafter und eine umfangreiche Vertretung, vom Konsul abw�rts. Die Saysheller widersprechen uns sehr gern, aber im allgemeinen tun sie nichts, was uns ver�rgern k�nnte. Janov, ich schlage vor, wir gehen ins Bett. Heute haben wir nichts erreicht, und morgen m�ssen wir�s besser anpacken.�</p><p>Aber es war leicht, von einer zur anderen Kabine etwas zu h�ren, und als es im Raumschiff dunkel war und Pelorat sich eine Zeitlang ruhelos hin und her gew�lzt hatte, meldete er sich pl�tzlich nicht allzu laut erneut zu Wort. �Golan?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Schlafen Sie nicht?�</p><p>�Nicht solange Sie reden.�</p><p>�Wir <emphasis>haben </emphasis>heute etwas erreicht. Ihr Freund Compor��</p><p>�Ex-Freund�, knurrte Trevize.</p><p>�Wie Sie auch zu ihm stehen m�gen, er hat mit uns �ber die Erde gesprochen und uns etwas mitgeteilt, auf das ich bis heute noch nicht gesto�en war, trotz all meiner Forschungen. Radioaktivit�t!�</p><p>Trevize stemmte sich auf einem Ellbogen hoch. �H�ren Sie, Janov, selbst wenn die Erde wirklich ein toter Planet sein sollte, so hei�t das keineswegs, da� wir nun umkehren. Ich will Gaia <emphasis>noch immer </emphasis>finden.�</p><p>Pelorat gab ein Schnauben von sich, als puste er Federn fort. �Nat�rlich, mein Bester. Ich auch. Und ich bezweifle durchaus, da� die Erde eine tote Welt ist. Compor mag uns sehr wohl etwas erz�hlt haben, das er f�r die Wahrheit h�lt, aber schlie�lich gibt�s kaum irgendeinen Sektor in der ganzen Galaxis, in dem nicht die eine oder andere Geschichte uml�uft, in welcher man behauptet, der Ursprung der Menschheit liege auf einer der dortigen Welten. Und fast unweigerlich nennt man diese Welt dann Erde oder bei einem sehr �hnlichen Namen. In der Anthropologie bezeichnen wir dergleichen als �Globozentrismus�. Die Menschen besitzen eine Tendenz, schlichtweg vorauszusetzen, da� sie besser sind als ihre Nachbarn, da� ihre Kultur im Vergleich zu den Kulturen anderer Welten �lter und �berlegener ist, da� Gutes auf anderen Welten nur von ihnen abgeschaut worden sein kann, w�hrend alles Schlechte falsch abgeguckt und pervertiert worden ist oder urspr�nglich von irgendwo anders stammt. Und gleichzeitig tendiert man dazu, qualitative �berlegenheit mit l�ngerem Bestand gleichzusetzen. Selbst wenn man nicht glaubhaft behaupten kann, der eigene Planet sei die Erde oder ein �quivalent�� also die Ursprungswelt der Menschheit��, geht man zumeist m�glichst weit, indem man steif und fest dabei bleibt, die Erde befinde sich zumindest im eigenen Sektor, auch wenn man die genaue Position nicht angeben kann.�</p><p>�Sie wollen damit also sagen�, meinte Trevize, �Compor sei praktisch nur einer verbreiteten Gewohnheit gefolgt, als er uns erz�hlt hat, die Erde w�re im Sirius-Sektor zu finden? Aber immerhin kann der Sirius-Sektor tats�chlich auf eine sehr lange Geschichte zur�ckblicken, deshalb m��te jede zu diesem Sektor geh�rige Welt dort recht gut bekannt sein, und es d�rfte nicht schwerfallen, diese Angelegenheit zu �berpr�fen, sogar ohne hinzufliegen.�</p><p>Pelorat lachte ged�mpft. �Auch wenn Sie beweisen k�nnten, da� keine einzige Welt im Sirius-Sektor die Erde sein kann, das w�rde nichts nutzen. Sie untersch�tzen die Tiefe, in der Mystizismus die Rationalit�t zu begraben vermag, Golan. Es gibt in der Galaxis mindestens ein halbes Dutzend Sektoren, wo angesehene Wissenschaftler mit allen Anzeichen vollen Ernstes und ohne die Spur eines L�chelns lokale Anekdoten wiederholen, denen zufolge die Erde�� oder wie man sie gerade nennt�� sich im Hyperraum befinden und ausschlie�lich durch Zufall erreichbar sein soll.�</p><p>�Und sagen Sie, da� jemals irgend jemand sie rein zuf�llig entdeckt <emphasis>hat?�</emphasis></p><p>�Es laufen immer jede Menge Geschichten um, und immer weigert man sich aus Patriotismus, sie anzuzweifeln, sogar wenn diese Geschichten nicht im entferntesten glaubw�rdig sind und ihnen nie von irgend jemandem au�erhalb der Welten, wo man sie sich erz�hlt, Glauben geschenkt worden ist.�</p><p>�Dann wollen wir solches Zeug auch nicht glauben, Janov. Lassen Sie uns in unseren privaten Hyperraum des Schlafs �berwechseln.�</p><p>�Aber es ist diese Sache mit der Radioaktivit�t der Erde, die mich interessiert, Golan. Das kommt mir vor wie ein Indiz, das auf einen wahren Kern hinweist� oder eine Art von Wahrheit.�</p><p>�Wie meinen Sie das: eine <emphasis>Art </emphasis>von Wahrheit?�</p><p>�Nun ja, eine radioaktive Welt ist eine Welt, auf der harte Strahlung in h�heren Konzentrationen als normal vorhanden ist. Auf so einer Welt mu� es eine h�here Mutationsrate geben, die Evolution m��te schneller ablaufen�� und vielseitiger. Ich habe erw�hnt, falls Sie sich noch entsinnen, da� zu den Punkten, in denen fast alle Geschichten um die Erde �bereinstimmen, der z�hlt, da� es dort ein unglaublich vielf�ltiges Leben gab�� Millionen von Spezies aller Arten von Lebewesen. Es ist diese Verschiedenartigkeit des Lebens�� diese explosive Entwicklung��, die der Erde die Intelligenz gebracht haben d�rfte, die sich sp�ter �ber die ganze Galaxis ausgebreitet hat. Sollte die Erde aus irgendeinem Grund radioaktiv sein�� das hei�t, radioaktiver als andere Planeten��, w�re das vielleicht die Erkl�rung f�r alles andere von einzigartigem Charakter an der Erde.�</p><p>Trevize schwieg f�r eine Weile. �Erst einmal haben wir nach meiner Meinung�, sagte er dann, �gar keinen Anla�, davon auszugehen, da� Compor wirklich die Wahrheit gesprochen hat. Er kann genauso gut freiweg gelogen haben, nur um uns dazu anzustiften, schnellstens von hier abzuhauen und in den Sirius-Sektor abzuschwirren. Ich glaube, da� er genau das und nichts anderes getan hat. Und wenn er die Wahrheit gesagt haben sollte, ber�cksichtigen Sie bitte, da� er erz�hlt hat, die Radioaktivit�t w�re so stark, da� sie jedes Leben unm�glich macht.�</p><p>Pelorat gab wieder das Pusten von sich. �Die Radioaktivit�t auf der Erde war nicht stark genug, um das Entstehen von Leben zu verhindern, und dem Leben f�llt�s viel leichter�� sobald es erst einmal entstanden ist��, f�r seine Erhaltung zu sorgen, als seine anf�ngliche Entstehung hinzukriegen. Damit steht doch fest, da� auf der Erde Leben entstanden ist und sich erhalten hat. Insofern kann die St�rke der existenten Radioaktivit�t von vornherein nicht mit Leben unvereinbar gewesen sein, und im Laufe der Zeit kann die Radioaktivit�t ja nur nachgelassen haben. Es gibt nichts, das sie <emphasis>erh�hen </emphasis>k�nnte.�</p><p>�Atomexplosionen?� meinte Trevize.</p><p>�Wie sollten sie damit zusammenh�ngen?�</p><p>�Ich meine, mal angenommen, auf der Erde haben Atomexplosionen stattgefunden?�</p><p>�Auf der Oberfl�che der Erde? Ausgeschlossen. In der ganzen Geschichte der Galaxis findet sich kein einziges Beispiel irgendeiner Gesellschaftsform, die so verr�ckt gewesen w�re, Atomexplosionen als Waffe im Krieg einzusetzen. Andernfalls h�tte die Menschheit nie �berlebt. W�hrend der trigellianischen Insurrektionen, als beide Seiten ausgehungert und restlos verzweifelt waren, hat Jendippurus Khoratt die Ausl�sung einer Kernfusionsreaktion vorgeschlagen, um��</p><p>�Die Matrosen seiner eigenen Flotte haben ihn deshalb hingerichtet. Ich kenne die galaktische Geschichte. Ich habe an Unf�lle gedacht.�</p><p>�Es gibt keine Beispiele f�r Unf�lle von einer Tragweite, die die St�rke der allgemeinen Radioaktivit�t auf einem ganzen Planeten merklich erh�hen k�nnten.� Er seufzte. �Ich vermute, wenn wir das alles hier hinter uns haben, wird uns keine andere Wahl bleiben, als tats�chlich den Sirius-Sektor anzufliegen und uns dort ein bi�chen umzuschauen.�</p><p>�Das werden wir vielleicht eines Tages auch tun. Aber bis auf weiteres��</p><p>�Ja, ja. Ich bin ja schon still.�</p><p>Danach hielt er tats�chlich den Mund, und Trevize lag fast eine Stunde lang im Dunkeln wach, �berlegte angestrengt, ob er wom�glich bereits zuviel Aufmerksamkeit erregt hatte, und ob es nicht kl�ger w�re, den Sirius-Sektor aufzusuchen, erst danach, wenn die Aufmerksamkeit�� jede Aufmerksamkeit�� wieder anderen Dingen galt, nach Sayshell zur�ckzukehren und erneut mit der Suche nach Gaia zu beginnen.</p><p>Als er einschlief, war er noch zu keinem klaren Entschlu� gelangt. Seine Tr�ume waren von bedr�ckender Art.</p></section><section><title><p>51</p></title><p>Erst im Laufe des n�chsten Vormittags trafen sie von neuem in der Stadt ein. Im Touristenzentrum herrschte diesmal ziemlich viel Betrieb, aber sie schafften es, sich den Weg zu einer �ffentlichen Bibliothek weisen zu lassen, und dort wiederum unterwies man sie in der Bedienung der hiesigen Modelle von Datenspeicher-Terminals.</p><p>Sorgf�ltig informierten sie sich �ber die Museen und Universit�ten, angefangen bei denen, die am n�chsten lagen, und sahen auch nach, was sich an Informationen �ber Anthropologen, Arch�ologen und Experten in Vorgeschichte finden lie�.</p><p>�Aha!� machte pl�tzlich Pelorat.</p><p>�Aha?� wiederholte Trevize mit einer gewissen Schroffheit. �Was soll das hei�en: �aha�?�</p><p>�Dieser Name: Quintesetz. Kommt mir bekannt vor.�</p><p>�Sie kennen den Mann?�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht, aber es kann sein, da� ich irgendwelche Artikel von ihm gelesen habe. Im Schiff, wo sich mein Archiv befindet, k�nnte ich sofort nachpr�fen, um was��</p><p>�Wir gehen nicht eist zur�ck ins Schiff, Janov. Wenn der Name Ihnen bekannt ist, k�nnen wir das als Punkt betrachten, an dem sich einhaken l��t. Selbst wenn er uns nicht helfen kann, zweifellos wird er uns weitere Ratschl�ge erteilen k�nnen.� Er stand auf. �Lassen Sie uns feststellen, wie man zur Sayshell-Universit�t gelangen kann. Und weil um die Mittagszeit sowieso niemand anzutreffen sein d�rfte, wollen wir erst einmal was essen.�</p><p>Sie erreichten die Universit�t erst am Sp�tnachmittag, erfragten sich ihren Weg durch den Irrgarten ihrer vielen verschiedenen Einrichtungen, befanden sich schlie�lich in einem Vorzimmer, in dem sie auf eine junge Frau warteten, die Informationen einholen gegangen war, die sie beide zu Quintesetz f�hren mochten�� oder auch nicht.</p><p>�Ich frage mich�, meinte Pelorat schlie�lich verdrossen, �wie lange wir hier noch warten sollen. Allm�hlich d�rfte hier f�r heute geschlossen werden.�</p><p>Und als h�tte er damit ein Stichwort ausgesprochen, kehrte die junge Frau, die sie zuletzt vor mindestens einer halben Stunde gesehen hatten, z�gigen Schrittes zu ihnen zur�ck; ihre Schuhe glitzerten rot und violett, und beim Laufen verursachten sie auf dem Fu�boden musikalische Kl�nge. Die Tonh�he ver�nderte sich mit Geschwindigkeit und H�rte ihrer Schritte.</p><p>Pelorat zog den Kopf ein. Er nahm an, auf jeder Welt bes��e man, ebenso wie seinen eigent�mlichen Geruch, auch seine eigene spezielle Art und Weise, gegen das Wohlbefinden der Sinne zu versto�en. Er fragte sich nun, da er den Geruch nicht l�nger bemerkte, ob er wohl auch lernen k�nne, sich an die Kakophonie des Schuhwerks zu gew�hnen, die mit dem Erscheinen modischer junger Frauen einherging.</p><p>Sie kam zu Pelorat und blieb vor ihm stehen. �D�rfte ich wohl Ihren vollst�ndigen Namen erfahren, Professor?�</p><p>�Er lautet Janov Pelorat, Miss.�</p><p>�Und Ihr Heimatplanet?�</p><p>Trevize begann eine Hand zu heben, als wolle er Schweigen empfehlen, aber entweder sah Pelorat es nicht, oder er achtete nicht darauf. �Terminus�, gab er zur Antwort.</p><p>Die junge Frau l�chelte breit und wirkte erfreut. �Als ich Professor Quintesetz gesagt habe, da� ein Professor Pelorat nach ihm fragt, meinte er, wenn Sie Janov Pelorat von Terminus w�ren, wolle er mit Ihnen sprechen, aber sonst nicht.�</p><p>Pelorat zwinkerte nerv�s. �Sie� Sie meinen, er hat schon von mir geh�rt?�</p><p>�Den Eindruck habe ich.�</p><p>Pelorat brachte ein L�cheln zustande, das von einem Knarren begleitet zu werden schien, als er sich Trevize zuwandte. �Er hat von mir geh�rt. Das h�tte ich nie gedacht� Ich meine, ich habe nur sehr wenig Artikel ver�ffentlicht, und ich h�tte nicht gedacht, da� jemand�� Er sch�ttelte den Kopf. �Sie waren eigentlich nicht so wichtig.�</p><p>�Na, ist doch prima�, sagte Trevize. �Machen Sie jetzt endlich Schlu� damit, sich in Ihrer Ekstase der Selbstuntersch�tzung selbst auf die Schulter zu klopfen, dann wollen wir gehen.� Er wandte sich an die Frau. �Ich nehme an, es gibt irgendein Bef�rderungsmittel?�</p><p>�Wir k�nnen zu Fu� hin. Wir brauchen diesen Geb�udekomplex nicht zu verlassen, und ich gehe gerne voraus. Sind Sie beide von Terminus?� Und schon marschierte sie los.</p><p>Die zwei M�nner schlossen sich an. �Ja, beide�, entgegnete Trevize mit einer Andeutung von �rger. �Macht das einen Unterschied?�</p><p>�O nein, nat�rlich nicht. Wissen Sie, es gibt auf Sayshell Leute, die k�nnen Foundationsb�rger nicht leiden, aber hier an der Universit�t sind wir kosmopolitischer. Leben und leben lassen, sage ich immer. Ich meine, die Foundationsb�rger sind ja auch Menschen. Verstehen Sie, was ich meine?�</p><p>�Ja, ich verstehe, was Sie meinen. Bei uns sagen ebenfalls viele Leute, die Saysheller seien auch Menschen.�</p><p>�Genauso mu� es sein. Ich habe Terminus noch nie besucht. Terminus City mu� eine riesige Stadt sein.�</p><p>�Tats�chlich ist sie das allerdings nicht�, erwiderte Trevize sachlich. �Ich sch�tze, sie ist kleiner als Sayshell City.�</p><p>�Sie zwicken mich wohl in den Finger�, sagte die Frau. �Terminus City ist doch die Hauptstadt der Foundation-F�deration, stimmt�s? Es gibt doch keinen zweiten Terminus, oder?�</p><p>�Nein, soviel ich wei�, gibt�s nur einen Terminus, und von dort kommen wir�� aus Terminus City, der Hauptstadt der Foundation-F�deration.�</p><p>�Also, dann mu� es doch eine enorme Stadt sein. Und Sie sind eine so weite Strecke gereist, um den Professor zu besuchen? Wir sind hier sehr stolz auf ihn, m�ssen Sie wissen. Man sieht in ihm die gr��te Autorit�t der ganzen Galaxis.�</p><p>�Wahrhaftig?� meinte Trevize. �In welcher Beziehung?�</p><p>Die Frau ri� von neuem die Augen auf. �Sie <emphasis>sind </emphasis>aber ein Spa�vogel. Er wei� mehr �ber die Vorgeschichte als ich von� von meiner Familie wei�.� Und weiter schritt sie auf ihrem musikalischen Schuhwerk voran.</p><p>Man kann wohl nicht kurz hintereinander Fingerzwicker und Spa�vogel genannt werden, ohne tats�chlich eine gewisse Laune in diese Richtung zu entwickeln. Trevize l�chelte, als er seine n�chste Frage stellte. �Ich vermute, dann wei� der Professor auch alles �ber die Erde?�</p><p>�Erde?� Die Frau blieb vor einer T�r stehen und sah die beiden M�nner verst�ndnislos an.</p><p>�Sie wissen doch, die Welt, auf der die Menschheit fr�her mal entstanden ist.�</p><p>�Ach, Sie meinen diesen Planeten, der als erster da war.</p><p>Ja, ich denke, er <emphasis>m��te </emphasis>auch dar�ber alles wissen. Immerhin befindet er sich ja im Sayshell-Sektor. <emphasis>Das </emphasis>wei� jeder. Hier ist Professor Quintesetz� B�ro. Ich werde Sie anmelden.�</p><p>�Nein, halt, ein Momentchen noch!� sagte Trevize. �Erz�hlen Sie uns noch mehr �ber die Erde!�</p><p>�An sich habe ich noch nie geh�rt, da� jemand �Erde� dazu sagt. Wahrscheinlich ist das ein Wort aus der Foundation. Wir hier nennen die fragliche Welt Gaia.�</p><p>Trevize warf Pelorat einen raschen Blick zu. �Ach? Und wo liegt sie?�</p><p>�Nirgends. Sie ist im Hyperraum, und niemand kann hin. Als ich ein Kind war, hat meine Gro�mutter mir mal erz�hlt, Gaia w�re fr�her einmal im richtigen Weltraum gewesen, aber angewidert von��</p><p>��den Verbrechen und der Dummheit der Menschen gewesen�, sagte Pelorat leise, �da� sie aus Scham den Normalraum verlie� und mit der Menschheit, die sie in die Galaxis ausgesandt hatte, nichts mehr zu tun haben mochte.�</p><p>�Sehen Sie, Sie kennen die Geschichte genauso gut. Eine Freundin von mir behauptet immer, das sei blo� Aberglaube. Na, ich werde ihr erz�hlen, da� Sie sie auch kennen. Wenn sie sogar f�r Professoren von der Foundation gut genug ist��</p><p>Im rauchigen Glas der T�r befand sich ein Ausschnitt, dessen Fl�che schimmerte und in der schwer lesbaren sayshellischen Kalligraphie die Aufschrift ABT SOTAYN QUINTESETZ aufwies, und darunter stand in den gleichen Buchstaben: ABTEILUNG F�R VORGESCHICHTE.</p><p>Die Frau legte einen Finger auf eine glatte, kreisf�rmige Metallfl�che. H�ren lie� sich nichts, aber die Rauchigkeit des Glases verf�rbte sich f�r einen Moment milchig. �Bitte identifizieren Sie sich�, sagte eine leise Stimme in irgendwie geistesabwesendem Ton.</p><p>�Janov Pelorat von Terminus�, sagte Pelorat, �in Begleitung von Golan Trevize von derselben Welt.� Sofort schwang die T�r auf.</p></section><section><title><p>52</p></title><p>Der Mann, der sich erhob, seinen Schreibtisch umrundete und ihnen entgegenkam, war hochgewachsen und in fortgeschritten-mittlerem Alter. Seine Haut war von hellem Braun, sein Haar, das den Kopf in drahtigen Locken bedeckte, war eisengrau. Er streckte zum Gru� eine Hand in die H�he; seine Stimme klang ged�mpft und dunkel. �Ich bin S. Q. Ich bin hocherfreut, Sie kennenzulernen, meine Herren Professoren.�</p><p>�Ich trage keinen akademischen Titel�, sagte Trevize. �Ich begleite Professor Pelorat lediglich. Sie k�nnen mich ganz einfach Trevize nennen. Freut mich, Sie kennenzulernen, Professor Abt Quintesetz.�</p><p>In deutlicher Verlegenheit hob Quintesetz seine Arme. �Nein, nein. �Abt� ist nur so ein alberner Titel, der au�erhalb Sayshells keine Bedeutung hat. Bitte vergessen Sie dergleichen v�llig und nennen Sie mich S. Q. Im allt�glichen Umgang pflegen wir auf Sayshell die Initialen zu benutzen. Ich freue mich sehr, Sie beide begr��en zu d�rfen, nachdem ich anfangs nur einen Besucher erwartet habe.�</p><p>Er z�gerte f�r einen Moment, dann streckte er seine Rechte aus, nachdem er sie sich zuvor unauff�llig an der Hose abgewischt hatte.</p><p>Trevize dr�ckte ihm die Hand, w�hrend er sich fragte, wie wohl die richtige Art der sayshellischen Begr��ung sein mochte.</p><p>�Bitte nehmen Sie Platz!� sagte Quintesetz. �Leider werden Sie feststellen, da� diese Sessel inaktiv sind, denn ich f�r meinen Teil lege keinen Wert darauf, da� meine M�bel mich umarmen. Es ist heute modern, da� die Sitzm�bel sich an ihre Benutzer schmiegen, aber mir ist�s lieber, eine Umarmung hat auch eine Bedeutung, hm?�</p><p>Trevize l�chelte. �Wer k�nnte Ihnen da widersprechen?� meinte er. �Ihr Name, S. Q. stammt von den Randwelten, wenn ich mich nicht irre, und ist nicht sayshellisch. Entschuldigen Sie, falls diese Bemerkung unh�flich sein sollte.�</p><empty-line/><image l:href="#6"/><empty-line/><p>�Macht mir nichts aus. Meine Familie stammt zum Teil von Askone. Vor f�nf Generationen haben meine Ururgro�eltern Askone verlassen, als die Vorherrschaft der Foundation dort zu stark sp�rbar geworden ist.�</p><p>�Und wir sind Foundationb�rger�, sagte Pelorat. �Entschuldigen Sie diesen peinlichen Umstand.�</p><p>Quintesetz winkte freundlich ab. �Ich schleppe doch keinen Groll �ber f�nf Generationen hinweg mit. Nicht, da� so was noch nicht vorgekommen w�re, aber das ist nur um so bedauerlicher. W�rden Sie gern etwas essen? M�chten Sie etwas zu trinken? W�re Ihnen im Hintergrund Musik angenehm?�</p><p>�Wenn es Sie nicht st�rt�, sagte Pelorat, �w�rde ich am liebsten sofort zur Sache kommen, falls die sayshellischen Umgangsformen es erlauben.�</p><p>�Dem stehen keine sayshellischen Umgangsformen im Wege, das versichere ich Ihnen. Sie haben keine Vorstellung, wie bemerkenswert diese Begegnung f�r mich ist, Dr. Pelorat. Es ist erst zwei Wochen her, da� ich in der <emphasis>Archaeological Review </emphasis>auf einen Artikel von Ihnen �ber Ursprungsmythen gesto�en bin, und habe ihn als beachtliche Synthese empfunden�� leider ist er nur allzu kurz.�</p><p>Pelorat err�tete vor Freude. �Ich bin unerh�rt froh, da� Sie ihn �berhaupt gelesen haben. Ich mu�te ihn nat�rlich stark zusammenfassen, denn eine l�ngere, ausf�hrliche Untersuchung wollte die <emphasis>Review </emphasis>nicht drucken. Ich habe vor, �ber das Thema eine umfangreichere Abhandlung zu schreiben.�</p><p>�Das w�rde ich sehr begr��en. Jedenfalls, sobald ich den Artikel gelesen hatte, versp�rte ich auf einmal den Wunsch, Sie kennenzulernen. Mir kam sogar der Einfall, Terminus zu besuchen, um das zu erm�glichen, obwohl so eine Reise schwer einzurichten gewesen w�re��</p><p>�Warum?� erkundigte sich Trevize.</p><p>Quintesetz schaute verlegen drein. �Leider mu� ich sagen, Sayshell brennt nicht gerade darauf, der Foundation-F�deration beizutreten, deshalb werden die gesellschaftlichen Kontakte zur Foundation nicht unbedingt beg�nstigt. Sehen Sie, unsere Tradition verlangt Neutralit�t. Nicht einmal der Fuchs hat uns aus der Ruhe gebracht, mal davon abgesehen, da� eine ganz spezielle Neutralit�tserkl�rung extra f�r ihn verfa�t worden ist. Aus diesem Grund betrachtet man jeden Antrag, Foundation-Territorium im allgemeinen und Terminus im besonderen aufsuchen zu d�rfen, mit Mi�trauen, obwohl ein Wissenschaftler wie ich, der nur akademischen Angelegenheiten nachgeht, zu guter Letzt wahrscheinlich doch einen Pa� erhalten w�rde. Aber nichts dergleichen ist noch erforderlich�� Sie sind zu mir gekommen. Ich kann�s kaum glauben. Wieso, frage ich mich nun. Haben Sie von mir geh�rt, so wie ich von Ihnen?�</p><p>�Ich kenne Ihre Arbeit, S. Q.�, antwortete Pelorat. �Mein Archiv enth�lt Ausz�ge Ihrer Ver�ffentlichungen. Deshalb habe ich Sie n�mlich jetzt aufgesucht. Ich besch�ftige mich mit dem Fall Erde, dem angeblichen Planeten des Ursprungs der Menschheit, dem Mittelpunkt der anf�nglichen Erforschung und Besiedlung der Galaxis. Vor allem geht�s mir um Informationen bez�glich der Gr�nderjahre von Sayshell.�</p><p>�Aus Ihrer Ver�ffentlichung habe ich ersehen�, sagte Quintesetz, �da� Sie sich f�r Legenden und Mythen interessieren.�</p><p>�Noch mehr f�r Geschichte�� harte Fakten� falls welche vorliegen. Andernfalls f�r Mythen und Sagen.�</p><p>Quintesetz stand auf und schritt z�gig die ganze L�nge seines B�ros ab, blieb stehen, um Pelorat einen Blick zuzuwerfen, stapfte dann erneut los.</p><p>�Nun, Sir?� �u�erte sich Trevize ungeduldig.</p><p>�Merkw�rdig�, sagte Quintesetz. �Wirklich merkw�rdig! Erst gestern��</p><p>�Was war erst gestern?� hakte Pelorat nach.</p><p>�Ich habe Ihnen gesagt, Dr. Pelorat�, antwortete Quintesetz, �da� ich� �brigens, darf ich Sie J. P. nennen? Ich empfinde den Gebrauch vollst�ndiger Namen als ziemlich unnat�rlich.�</p><p>�Bittesch�n.�</p><p>�Wie gesagt, J. P., ich hatte Ihren Aufsatz gelesen und so bewundert, da� ich Sie sogar pers�nlich besuchen wollte. Und zwar aus dem Grund, weil Sie offenbar eine gro�e Sammlung von Legenden in bezug auf die Entstehung der bewohnten Welten besitzen, unsere derartige Legende aber eindeutig nicht kennen. Anders ausgedr�ckt, ich wollte zu Ihnen, um Ihnen genau das mitzuteilen, was Sie von mir erfahren m�chten und weshalb Sie zu mir gekommen sind.�</p><p>�Was hat das mit gestern zu tun, S. Q.?� wollte Trevize wissen.</p><p>�Wir haben hier unsere Legenden. Eine davon ist f�r unsere Gesellschaft besonders wichtig, sie ist zu unserem zentralen R�tsel geworden��</p><p>�R�tsel?� meinte Trevize.</p><p>�Ich meine nicht so was wie ein Kreuzwortr�tsel oder dergleichen. Das d�rfte im Galakto-Standard die �bliche Bedeutung sein, glaube ich. Hier haben wir�s jedoch mit einer ganz speziellen Bedeutung zu tun. R�tsel hei�t in diesem Fall so etwas wie �Geheimnis� oder �Verborgenes�. Etwas, wovon nur gewisse Eingeweihte die wahre Bedeutung kennen, wor�ber man zu Au�enstehenden nicht redet. Und gestern war dieser Tag��</p><p>�Was f�r ein Tag, S. Q.?� fragte Trevize, der sich nun leicht anmerken lie�, da� er sich in �u�erste Geduld schickte.</p><p>�Gestern war der Tag der Ersten Landung.�</p><p>�Aha, ja�, sagte Trevize, �ein Tag der Meditation und Ruhe, an dem alle daheim bleiben sollen.�</p><p>�Theoretisch sieht�s so �hnlich aus, ja, nur k�mmert man sich in den gr��eren St�dten und kultivierteren Gegenden wenig um die alten Br�uche. Aber wie ich sehe, wissen Sie dar�ber Bescheid.�</p><p>�Wir sind gestern angekommen, deshalb mu�te es uns zwangsl�ufig auffallen�, warf Pelorat, der wegen Trevizes �rgerlichem Tonfall ein wenig Unbehagen zeigte, hastig ein.</p><p>�Ausgerechnet gestern�, sagte Trevize sarkastisch. �H�ren Sie mal, S.Q., ich bin, wie erw�hnt, kein Akademiker, aber trotzdem habe ich an Sie eine Frage. Sie haben gesagt, es gibt hier ein sogenanntes zentrales R�tsel, �ber das man zu Au�enstehenden nicht sprechen darf. Warum reden Sie dann mit uns dar�ber? Wir sind doch Au�enstehende.�</p><p>�Das stimmt. Aber ich bin kein Anh�nger innerer Einkehr, und mein Glaube an diese Dinge beschr�nkt sich bestenfalls auf ein paar oberfl�chliche Angewohnheiten. Als ich J. P.s Aufsatz gelesen habe, hat sich in mir allerdings ein Gef�hl verst�rkt, das schon lange vorhanden ist. Ein Mythos, eine Sage�� sie entstehen nicht einfach aus dem Nichts. Nichts entsteht so�� oder kann so entstehen. Immer steckt darin ein wahrer Kern, wie sehr er auch verzerrt worden sein mag, und ich w�rde zu gerne die Wahrheit hinter dem Tag der Ersten Landung herausfinden.�</p><p>�Darf man unbesorgt dar�ber reden?� fragte Trevize nach.</p><p>Quintesetz zuckte die Achseln. �Nicht ganz, sch�tze ich. Konservativere Kreise unserer Bev�lkerung w�ren wahrscheinlich entsetzt. Aber die sind nicht an der Regierung, und zwar schon seit einem Jahrhundert nicht mehr. Die S�kularisten sind stark, und sie w�ren noch st�rker, w�rden die Konservativen es nicht so gut verstehen, unsere�� entschuldigen Sie�� antifoundationistischen Vorurteile auszunutzen. Aber ich diskutiere diese Sache ja im Rahmen meines wissenschaftlichen Interesses an der Vorgeschichte, deshalb wird die Akademische Liga mir notfalls ihre nachdr�ckliche Unterst�tzung gew�hren.�</p><p>�Es w�re also nicht zuviel von Ihnen verlangt, S. Q.�, fragte Pelorat, �wenn Sie uns �ber das besagte zentrale R�tsel ein wenig mehr aufkl�rten?�</p><p>�Nein, durchaus nicht, aber lassen Sie mich erst daf�r sorgen, da� man uns nicht st�rt oder irgend jemand etwas aufschnappt, was er nicht h�ren soll. Selbst wenn man dem Stier ins Gesicht schauen mu�, sagt ein Sprichwort bei uns, braucht man ihn nicht auf die Nase hauen.�</p><p>Auf der Kontrollfl�che eines Instruments auf seinem Schreibtisch nahm er rasch eine Reihe von Schaltungen vor. �So�, f�gte er hinzu, �nun kann uns niemand bel�stigen.�</p><p>�Sind Sie sicher, da� Sie nicht abgeh�rt werden?� fragte Trevize.</p><p>�Abgeh�rt?�</p><p>�Angezapft. Belauscht! Mit einem Ger�t beobachtet, das optisch oder akustisch aufzeichnet�� oder beides.�</p><p>Quintesetz wirkte schockiert. �So was w�re hier auf Sayshell undenkbar!�</p><p>Trevize zuckte die Achseln. �Wie Sie meinen.�</p><p>�Bitte sprechen Sie weiter, S. Q.!� bat Pelorat.</p><p>Quintesetz spitzte die Lippen, lehnte sich in seinen Sessel, der unter dem ausge�bten Druck ein wenig nachgab, und legte die Fingerkuppen aneinander. Anscheinend dachte er dar�ber nach, wie er anfangen solle.</p><p>�Wissen Sie�, fragte er schlie�lich, �was ein Robot ist?�</p><p>�Ein Robot?� wiederholte Pelorat. �Nein.�</p><p>Quintesetz blickte Trevize an, der den Kopf sch�ttelte.</p><p>�Aber Sie wissen, was ein Computer ist?�</p><p>�Nat�rlich�, sagte Trevize gereizt.</p><p>�Nun gut, und ein mobiler computerisierter Apparat��</p><p>�Ist ein mobiler computerisierter Apparat.� Trevize zeigte sich unvermindert ungn�dig. �Es gibt zahllose Varianten, und ich kenne daf�r keinen �berbegriff, nur mobiler computerisierter Apparat.�</p><p>��der genau wie ein Mensch aussieht, ist ein Robot�, beendete S. Q. in unersch�tterlichem Gleichmut seine Definition. �Das Unterscheidungsmerkmal eines Robots besteht daraus, da� er humaniform ist.�</p><p>�Warum denn humaniform?� fragte Pelorat in aufrichtigem Staunen.</p><p>�Da bin ich keineswegs sicher. F�r einen Apparat ist so eine Form unverkennbar ineffizient, ich geb�s zu, aber ich wiederhole lediglich, was die Legende besagt. �Robot� ist ein uraltes Wort aus einer nicht mehr bekannten Sprache, aber unsere Wissenschaftler behaupten, es besitzt die Bedeutung von �Arbeit�.�</p><p>�Ich w��te kein einziges Wort�, erwiderte Trevize skeptisch, �das auch nur entfernt wie �Robot� klingt und in irgendeinem Zusammenhang mit �Arbeit� steht.�</p><p>�Im Galakto-Standard nicht, nat�rlich�, antwortete Quintesetz. �Aber sie sagen�s nun einmal.�</p><p>�Dem kann eine umgekehrte Etymologie zugrunde liegen�, sagte Pelorat. �Diese Apparate sind zur Arbeit verwendet worden, und so ist ihre Bezeichnung zum Begriff f�r �Arbeit� geworden. Aber warum erz�hlen Sie uns davon?�</p><p>�Weil es hier auf Sayshell ein ganz fester Bestandteil der �berlieferung ist, da� damals, als die Erde die einzige bewohnte Welt war und die gesamte Galaxis noch unbesiedelt vor ihr lag, Roboter erfunden und eingesetzt worden sind. Es soll also zwei Sorten von Menschenwesen gegeben haben�� nat�rlich entstandene und k�nstlich geschaffene, solche aus Fleisch und solche aus Metall, biologisch und mechanisch, komplexer und simpler Art��</p><p>Quintesetz verstummte und lachte kl�glich auf. �Verzeihen Sie. Es ist unm�glich, �ber Roboter zu reden, ohne aus dem <emphasis>Buch der Ersten Landung </emphasis>zu zitieren. Die Bewohner der Erde jedenfalls entwickelten Roboter�� mehr brauche ich Ihnen eigentlich nicht zu sagen. Das ist klar genug.�</p><p>�Und warum haben sie diese Roboter entwickelt?� fragte Trevize.</p><p>Quintesetz hob die Schultern. �Wer kann das aus diesem zeitlichen Abstand noch sagen? Vielleicht waren�s zu wenige Menschen, und sie brauchten diese Art von Hilfe. Vielleicht erforderte gerade die gro�e Aufgabe der Erforschung und Besiedlung der Galaxis eine derartige Unterst�tzung.�</p><p>�Das klingt recht einleuchtend�, sagte Trevize. �Sobald dann die Galaxis kolonialisiert war, brauchte man die Roboter nicht mehr. Heute gibt�s jedenfalls bestimmt keine humanoiden mobilen computerisierten Apparate in der gesamten Galaxis.�</p><p>�Auf jeden Fall�, sagte Quintesetz, �berichtet die Sage folgendes�� und ich m�chte meine Wiedergabe grob vereinfachen und all die poetischen Ausschm�ckungen weglassen, von denen ich, um ehrlich zu sein, nichts halte, obwohl die Bev�lkerung im allgemeinen alles wortw�rtlich f�r bare M�nze nimmt oder es wenigstens vorgibt. Also, rings um die Erde entstanden also Kolonialwelten, die benachbarte Sterne umkreisten, und diese Kolonien verwendeten in viel gr��erem Umfang Roboter als die Erde selbst. Auf neuen, noch unerschlossenen Welten gab es einen viel h�heren Bedarf an Robotern. Auf der Erde dagegen schlug man mit der Zeit eine entgegengesetzte Richtung ein und wollte keine Roboter mehr haben, man rebellierte sogar gegen sie.�</p><p>�Und was geschah dann?� fragte Pelorat.</p><p>�Die Au�enwelten waren st�rker. Dank der Hilfe ihrer Roboter brachten die Kinder der Erde ihrer Mutter Erde eine Niederlage bei und begannen sie zu beherrschen� Entschuldigen Sie, ich gleite immer wieder ins Zitieren ab. Aber danach flohen Menschen von der Erde, mit besseren Raumschiffen, besseren Methoden des Hyperraumflugs. Sie flohen zu fernen Sternen und Welten, weitab von den n�heren, anfangs besiedelten Planeten. Sie gr�ndeten neue Kolonien�� ohne Roboter��, in denen Menschen frei leben konnten. Das waren die sogenannten Zeiten der Flucht, und der Tag, an dem die ersten Menschen von der Erde im Sayshell-Sektor eintrafen�� das soll hei�en, hier auf diesem Planeten��, ist der Tag der Ersten Landung, der hier seit vielen tausend Jahren allj�hrlich gefeiert wird.�</p><p>�Mein Bester�, �u�erte Pelorat, �was Sie da sagen, hei�t ja nichts anderes, als da� Sayshell direkt <emphasis>von </emphasis>der Erde aus besiedelt worden sei.�</p><p>Quintesetz �berlegte, z�gerte f�r einen Augenblick. �Das ist der offizielle Glaube�, sagte er dann.</p><p>�Offenbar glauben Sie nicht so recht daran�, sagte Trevize.</p><p>�Ich habe eher den Eindruck��, begann Quintesetz, doch da unterbrach er sich mitten im Satz und platzte mit etwas anderem heraus. �Ja, stimmt, ich glaub�s nicht! Es ist einfach allzu unwahrscheinlich, aber es handelt sich dabei um ein offizielles Dogma, und wie sehr die Regierung inzwischen auch s�kularisiert sein mag, es ist wesentlich, da� man dazu wenigstens Lippenbekenntnisse ablegt. Aber zur Sache! Ihr Artikel, J. P., enth�lt keinen Hinweis, da� Ihnen diese Geschichte gel�ufig ist�� �ber Roboter und zwei Phasen der Kolonisation, einer begrenzten Siedlungst�tigkeit mit und einer gr��eren galaktischen Besiedlung ohne Roboter.�</p><p>�Tats�chlich war mir bis jetzt davon nichts bekannt�, gab Pelorat zu. �Ich h�re diese Darstellung zum erstenmal, S. Q., und ich versichere Ihnen, ich werde Ihnen ewig daf�r dankbar sein, da� Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben, mein Bester. Ich bin erstaunt, da� nicht einmal eine Andeutung davon in den Texten��</p><p>�Das zeigt nur, wie effektiv unser soziales System ist�, sagte Quintesetz. �Diese Geschichte ist unser sayshellisches Geheimnis�� unser gro�es R�tsel.�</p><p>�Kann sein�, bemerkte Trevize in seiner trockenen Art. �Aber diese zweite Siedlerwelle�� die ohne Roboter�� mu� sich nach allen Seiten ausgebreitet haben. Wieso gibt�s trotzdem dies gro�artige Geheimnis nur auf Sayshell?�</p><p>�Es kann auch woanders existieren und einer vergleichbaren Geheimhaltung unterliegen�, antwortete Quintesetz. �Unsere hiesigen Konservativen glauben, <emphasis>nur </emphasis>Sayshell sei von der Erde aus besiedelt worden, die ganze restliche Galaxis dagegen von Sayshell aus. Das ist aber wahrscheinlich Unsinn.�</p><p>�Diese untergeordneten Merkw�rdigkeiten kann man vielleicht beizeiten aufkl�ren�, sagte Pelorat. �Aber nun, da ich �ber einen Ansatz verf�ge, bin ich dazu in der Lage, auf anderen Welten nach �hnlichen Informationen zu forschen. Worauf es ankommt, ist doch, da� ich nun erkannt habe, welche Frage gestellt werden mu�, und eine gute Frage ist bereits der Schl�ssel zu einer Menge guter Antworten. Was f�r ein Gl�ck, da� ich��</p><p>�Gewi�, Janov�, sagte Trevize, �aber der gute S. Q. hat uns doch sicherlich noch nicht die ganze Geschichte erz�hlt. Was ist aus den �lteren Kolonien und ihren Robotern geworden? Sagt die �berlieferung dar�ber etwas?�</p><p>�Keine Einzelheiten, nur den wesentlichen Kern. Anscheinend k�nnen biologische und mechanische Humanoide nicht zusammenleben. Die Welten mit Robotern gingen unter. Sie waren nicht lebensf�hig.�</p><p>�Und die Erde?�</p><p>�Die Menschen haben sie verlassen und sich hier und wahrscheinlich�� wenngleich unsere Konservativen das bestreiten w�rden�� auch auf anderen Planeten angesiedelt.�</p><p>�Aber sicher haben doch nicht alle Menschen die Erde verlassen. Sie ist doch nicht menschenleer zur�ckgeblieben.�</p><p>�Vermutlich nicht. Ich habe keine Ahnung.�</p><p>�War sie radioaktiv?� fragte Trevize unvermittelt.</p><p>Quintesetz wirkte erstaunt. �Radioaktiv?�</p><p>�Ja, danach frage ich.�</p><p>�Von sowas wei� ich nichts. Dergleichen habe ich noch nie zu Ohren bekommen.�</p><p>Trevize legte einen Fingerkn�chel an die Z�hne und �berlegte. �S.Q.�, sagte er schlie�lich, �es wird sp�t, und vielleicht haben wir Ihre Zeit schon zu sehr beansprucht.� (Pelorat vollf�hrte eine Bewegung, als wolle er widersprechen, aber Trevize hatte eine Hand auf des anderen Knie und dr�ckte fest zu�� daher f�gte sich Pelorat, wenn auch leicht verst�rt.)</p><p>�Es hat mich gefreut, Ihnen behilflich sein zu k�nnen�, erwiderte Quintesetz.</p><p>�Das waren Sie, und sollten wir unsererseits etwas f�r Sie tun k�nnen, sagen Sie�s ruhig.�</p><p>Quintesetz lachte leise. �Wenn der gute J. P. so freundlich w�re, meinen Namen bei allem herauszulassen, was er in bezug auf unser sogenanntes R�tsel schreibt oder unternimmt, soll mir das Gegenleistung genug sein.�</p><p>�Sie w�rden Ihre verdiente Anerkennung erhalten�, sagte Pelorat eifrig, �und man w�rde Sie wom�glich h�her einzusch�tzen wissen, d�rften Sie Terminus aufsuchen und an unserer Universit�t vielleicht f�r einige Zeit als Gastdozent t�tig sein. Kann sein, es gelingt uns, so etwas zu arrangieren. Sayshell mag die Foundation nicht leiden k�nnen, aber man wird wohl kaum ein direktes Gesuch ablehnen, Ihnen zu erlauben, Terminus zu besuchen und, sagen wir mal, an einem Kolloquium �ber irgendeinen Aspekt der Fr�hgeschichte teilzunehmen.�</p><p>Der Saysheller erhob sich halb. �Wollen Sie damit sagen, Sie k�nnten <emphasis>das </emphasis>in die Wege leiten?�</p><p>�Nun, ich habe noch nicht daran gedacht, aber J. P. hat v�llig recht�, erkl�rte Trevize. �Das w�re sehr gut vorstellbar�� falls wir�s versuchen. Und um so mehr Sie uns zur Dankbarkeit verpflichten, um so gr��ere M�he werden wir nat�rlich aufwenden.�</p><p>Quintesetz stutzte, dann runzelte er die Stirn. �Wie meinen Sie das?�</p><p>�Sie haben nicht mehr zu tun, als uns nun endlich alles �ber Gaia zu erz�hlen, S. Q.�, antwortete Trevize.</p><p>Und aller Glanz in Quintesetz� Miene erlosch.</p></section><section><title><p>53</p></title><p>Quintesetz betrachtete seinen Schreibtisch. Mit der Hand strich er geistesabwesend durch sein kurzes, drahtig-lockiges Haar. Dann schaute er Trevize an und sch�rzte ein wenig die Lippen. Er wirkte, als sei er fest zum Schweigen entschlossen.</p><p>Trevize hob die Brauen und wartete. �Es wird wirklich sp�t�, sagte Quintesetz schlie�lich mit irgendwie erstickter Stimme. �Ist schon ziemlich glimmrig drau�en.�</p><p>Bis jetzt hatte er gutes Galakto-Standard gesprochen, doch nun nahmen seine W�rter eine sonderbare Klangf�rbung an, als beg�nne die sayshellische Art des Sprechens seine erworbene Bildung zu verdr�ngen.</p><p>�Glimmrig, S.Q.?�</p><p>�Es ist schon fast dunkel.�</p><p>Trevize nickte. �Ich bin tats�chlich ein bi�chen gedankenlos. Dabei bin ich inzwischen selbst hungrig. D�rfen wir Sie wohl zum Abendessen einladen, S. Q.? Dann k�nnten wir unser Gespr�ch vielleicht fortsetzen�� �ber Gaia.�</p><p>Schwerf�llig stand Quintesetz auf. Er war gr��er als die beiden M�nner von Terminus, aber auch �lter und schwammiger, und seine K�rpergr��e vermittelte keinen Eindruck von bedrohlicher Kraft. Er wirkte m�der als zum Zeitpunkt ihrer Ankunft.</p><p>Er blinzelte die beiden an. �Ich vergesse die Regeln der Gastfreundschaft�, sagte er. �Sie sind Au�erplanetarische, und es geh�rt sich nicht, da� Sie f�r meine Unterhaltung sorgen. Kommen Sie mit zu mir! Ich wohne im Bereich des Universit�tsgel�ndes, so da� wir�s nicht weit haben, und wenn Sie das Gespr�ch weiterzuf�hren w�nschen, k�nnen wir�s bei mir daheim unter angenehmeren Umst�nden tun. Allerdings mu� ich zu meinem Bedauern sagen���� hier wirkte er ein wenig unbehaglich��, �ich kann Ihnen nur eine beschr�nkte Mahlzeit bieten. Meine Frau und ich sind Vegetarier, und sollten Sie Fleischesser sein, kann ich mich nur entschuldigen und mu� Sie um Verst�ndnis bitten.�</p><p>�J. P. und ich werden es f�r ein Essen durchaus schaffen, unsere Fleischfressergel�ste im Zaum zu halten�, entgegnete Trevize. �Was Sie uns erz�hlen, wird uns mehr als genug daf�r entsch�digen� hoffe ich.�</p><p>�Ich kann Ihnen ein interessantes Essen versprechen, wie immer sich das Gespr�ch auch entwickeln mag�, erwiderte Quintesetz, �falls unsere sayshellischen Gew�rze Ihnen zusagen. Meine Frau und ich haben aus der Verwendung von Gew�rzen eine wahre Kunst gemacht.�</p><p>�Mir ist alles recht, was Sie an Exotischem bieten m�chten, S. Q.�, sagte Trevize unterk�hlt. Pelorat dagegen erregte angesichts solcher Aussichten einen eher nerv�sen Eindruck.</p><p>Quintesetz ging voran. Sie verlie�en das B�ro und wanderten einen scheinbar endlosen Korridor entlang, und unterwegs gr��te der Saysheller dann und wann Studenten und Kollegen, sah jedoch davon ab, ihnen seine beiden Begleiter vorzustellen. Trevize bemerkte mit Mi�mut, da� so mancher seine Sch�rpe, zuf�llig eines seiner grauen Exemplare, befremdet anstarrte. Eine ged�mpfte Farbe war in der Kleidung an dieser Universit�t anscheinend nicht <emphasis>de rigueur.</emphasis></p><p>Schlie�lich traten sie durch eine T�r hinaus ins Freie. In der Tat war es nun v�llig dunkel und ein bi�chen k�hl; in einigem Abstand sah man die Umrisse von B�umen emporragen, und zu beiden Seiten des Fu�wegs stand ziemlich hohes Gras.</p><p>Pelorat blieb stehen, den R�cken dem Lichtschein zugewandt, der aus dem Geb�ude fiel, das sie gerade verlassen hatten, ebenso den Lichtquellen, die die Fu�wege des Universit�tsgel�ndes s�umten. Er schaute direkt nach oben.</p><p>�Wundersch�n!� sagte er. �Bei uns gibt�s ein ber�hmtes Zitat aus dem Gedicht eines unserer Dichter, worin vom �T�pfelschimmer an Sayshells weitem Firmament� die Rede ist.�</p><p>Trevize blickte ebenfalls angetan nach oben. �Wir kommen von Terminus, S. Q.�, sagte er mit leiser Stimme zu Quintesetz, �und mein Freund hier hat noch nie einen fremden Himmel gesehen. Auf Terminus sehen wir die Milchstra�e nur als einheitlichen, tr�ben Fleck, dazu ein paar kaum sichtbare Sterne. H�tten Sie bisher nur immer unter unserem Himmel gelebt, Sie w��ten, was Sie hier haben, bestimmt noch mehr zu w�rdigen.�</p><p>�Ich versichere Ihnen�, sagte Quintesetz ernsthaft, �wir wissen durchaus, was wir daran haben. Er ist weniger deshalb so sch�n, weil wir uns hier in einer nicht allzu dichten Zone der Galaxis befinden, sondern weil die Verteilung der Sterne bemerkenswert gleichm��ig ist. Ich bezweifle, da� Sie sonst irgendwo in der Galaxis so viele Sterne erster Gr��enordnung so gleichm��ig verteilt sehen k�nnen. Aber andererseits sind�s auch nicht zu viele. Ich habe schon auf Welten den Himmel gesehen, die am Rande von Kugelwolken liegen, und dort sieht man viel zuviel helle Sterne. So was verdirbt die Dunkelheit eines Nachthimmels und vermindert den Gesamteindruck der Sch�nheit ganz erheblich.�</p><p>�Da bin ich v�llig Ihrer Meinung�, sagte Trevize.</p><p>�Sehen Sie dies fast regelm��ige F�nfeck aus nahezu gleich hellen Sternen dort dr�ben?� meinte Quintesetz. �Wir nennen sie F�nf Schwestern. Da, in dieser Richtung, genau �ber dieser Reihe von B�umen. Sehen Sie?�</p><p>�Ich sehe sie�, best�tigte Trevize. �Sehr h�bsch.�</p><p>�Ja�, sagte Quintesetz. �Sie sollen Erfolg in der Liebe symbolisieren, und es d�rfte kaum einen Liebesbrief geben, der nicht mit einem F�nfeck aus Punkten beendet wird, das den Wunsch nach einer Liebesbeziehung ausdr�ckt. Jeder der f�nf Sterne steht f�r eine andere Stufe im Proze� der Herstellung einer solchen Beziehung, und es gibt bekannte Dichtungen, die darin wetteifern, jede dieser verschiedenen Stufen so explizit erotisch wie m�glich darzustellen. In meiner Jugendzeit habe ich selbst mal ein paar derartige Verse zu schmieden versucht, und damals h�tte ich nie gedacht, da� einmal eine Zeit kommen w�rde, in der mir die F�nf Schwestern so gleichg�ltig sind, aber ich glaube, das geht jedem so. Erkennen Sie den tr�ben Stern genau in der Mitte des F�nfgestirns?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Der soll die unerwiderte Liebe versinnbildlichen�, sagte Quintesetz. �Die Legende besagt, dieser Stern sei einmal so hell wie der Rest gewesen, aber im Laufe der Zeit aus Kummer dunkel geworden.� Und er ging rasch weiter.</p></section><section><title><p>54</p></title><p>Das Essen, so mu�te Trevize sich insgeheim eingestehen, war ausgezeichnet gewesen. Es hatte eine nahezu unendliche Vielseitigkeit aufgewiesen, und die zahllosen Arten des W�rzens und Verfeinerns hatten unaufdringliche, aber k�stliche Geschmacksvariationen gew�hrleistet.</p><p>�Alle diese Gem�se�� die mir �brigens bestens geschmeckt haben�� sind doch gewisserma�en Bestandteil des allgemeinen galaktischen Nahrungsangebots, nicht wahr, S. Q.?� meinte Trevize.</p><p>�Ja, nat�rlich.�</p><p>�Aber ich vermute, es gibt hier auch urspr�ngliche Lebensformen.�</p><p>�Nat�rlich. Als die ersten Siedler eintrafen, war Sayshell ja schon eine Sauerstoffwelt, folglich war auch heimisches Leben vorhanden. Und wir sind sichergegangen, da� vom hier entstandenen Leben auch einiges erhalten bleibt. Wir haben sehr ausgedehnte Naturschutzparks, in denen das alte sayshellische Leben noch immer existiert, sowohl Flora wie auch Fauna.�</p><p>�Dann haben Sie hier uns etwas voraus, S. Q.�, sagte Pelorat. �Als Terminus von Menschen besiedelt worden ist, gab es auf dem Land nur wenig Leben, und leider hat man lange Zeit hindurch keine koordinierten Anstrengungen zur Bewahrung des ozeanischen Lebens unternommen, das den Sauerstoff produziert hatte, der Terminus �berhaupt erst bewohnbar machte. Terminus besitzt heute eine rein galaktische �kologie.�</p><p>�Sayshell kann auf eine lange und best�ndige Geschichte der Lebensbewahrung zur�ckblicken�, sagte Quintesetz mit einem L�cheln bescheidenen Stolzes.</p><p>Trevize w�hlte diesen Moment, um auf das eigentliche Thema zur�ckzukommen. �Ich glaube, S. Q.�, rief er in Erinnerung, �als wir Ihr B�ro verlassen haben, war es Ihre Absicht, uns nach dem Essen etwas �ber Gaia zu erz�hlen.�</p><p>Quintesetz� Frau, eine freundliche Person, untersetzt und ein recht dunkler Typ�� sie hatte w�hrend des Essens wenig geredet��, blickte entgeistert auf, erhob sich und ging ohne ein Wort aus dem Zimmer.</p><p>�Meine Frau�, sagte Quintesetz unbehaglich, �ist ziemlich konservativ eingestellt, und es gef�llt ihr nicht, wenn man� �h� den besagten Planeten erw�hnt. Bitte entschuldigen Sie sie. Warum fragen Sie �berhaupt danach?�</p><p>�Leider ist es wichtig f�r J. P.s Arbeit.�</p><p>�Aber warum fragen Sie gerade <emphasis>mich? </emphasis>Wir haben �ber die Erde diskutiert, �ber Roboter, die Gr�ndung Sayshells. Was hat das alles mit der� �h� mit dem zu tun, wonach Sie fragen?�</p><p>�Vielleicht nichts, aber es gibt nun einmal so viele Sonderbarkeiten an dieser Sache. Warum mi�f�llt Ihrer Frau die Erw�hnung Gaias? Warum ist es <emphasis>Ihnen </emphasis>unangenehm, davon zu reden? Andere hier sprechen recht unbek�mmert dar�ber. Erst heute hat man uns gesagt, Gaia sei nichts anderes als die Erde und aus Entt�uschung �ber die �beltaten der Menschen in den Hyperraum entschwunden.�</p><p>Quintesetz� Miene spiegelte wider, da� er sich schmerzlich ber�hrt f�hlte. �Wer hat Ihnen solchen Unfug aufgeschwatzt?�</p><p>�Jemand hier an der Universit�t.�</p><p>�Das ist reiner Aberglauben.�</p><p>�Dann geh�rt das also nicht zum zentralen Dogma Ihrer Legenden �ber die Zeit der Flucht und die Erstlandung?�</p><p>�Nein, nat�rlich nicht. Das ist nur so eine einf�ltige Fabel, die unter gew�hnlichen, ungebildeten Leuten kolportiert wird.�</p><p>�Sind Sie sicher?� meinte Trevize k�hl.</p><p>Quintesetz lehnte sich in seinen Sessel und musterte die �berreste des Essens, die vor ihm standen. �Lassen Sie uns ins Wohnzimmer gehen�, sagte er. �Meine Frau wird nicht f�rs Abtragen und Aufr�umen sorgen, solange wir hier sitzen und� so etwas besprechen.�</p><p>�Sind Sie sicher, da� es sich lediglich um eine Fabel handelt?� wiederholte Trevize hartn�ckig, nachdem sie in einem Nebenzimmer vor einem Fenster Platz genommen hatten, das sich �ber ihnen einw�rts w�lbte und einen klaren Ausblick auf Sayshells sehenswerten Nachthimmel erm�glichte. Die Beleuchtung des Zimmers war heruntergedimmt, um den Sternenschein nicht in seiner Sch�nheit zu beeintr�chtigen, und Quintesetz� dunkle Erscheinung verschmolz mit den Schatten.</p><p>�Sind Sie <emphasis>nicht </emphasis>sicher?� hielt er Trevize entgegen. �Glauben Sie etwa allen Ernstes, irgendeine Welt k�nnte sich so einfach als Ganzes in den Hyperraum verdr�cken? Sie m�ssen ber�cksichtigen, da� der Durchschnittsb�rger nur eine sehr vage Vorstellung davon hat, was der Hyperraum eigentlich ist.�</p><p>�Die Wahrheit ist�, antwortete Trevize, �ich habe selbst nur eine sehr vage Vorstellung vom Hyperraum, obwohl ich ihn schon einige hundertmal durchquert habe.�</p><p>�Dann erlauben Sie auch mir, die Realit�t auszusprechen. Ich versichere Ihnen, da� die Erde�� wo sie auch sein mag�� sich nicht innerhalb der Grenzen der Sayshell-Union befindet, und da� die Welt, die Sie au�erdem erw�hnt haben, nicht die Erde ist.�</p><p>�Aber selbst wenn Ihnen unbekannt ist, wo sich die Erde finden l��t, S. Q., m��ten Sie wissen, wo sich die andere erw�hnte Welt befindet. <emphasis>Die </emphasis>n�mlich liegt bestimmt innerhalb der Grenzen der Sayshell-Union. Soviel wissen wir, stimmt�s, Pelorat?�</p><p>Pelorat, der stumm und still zugeh�rt hatte, fuhr nun, als Trevize ihn ansprach, pl�tzlich auf. �Ich m�chte sogar behaupten, Golan�, sagte er unvermittelt, �ich wei�, wo sie ist.�</p><p>Trevize drehte sich ihm zu und schaute ihn an. �Seit wann, Janov?�</p><p>�Seit dem fr�hen Abend, mein lieber Golan. Auf dem Weg vom B�ro zu Ihrem Haus, S.Q., haben Sie uns die F�nf Schwestern gezeigt. Sie haben uns auf einen tr�ben Stern in der Mitte des F�nfecks aufmerksam gemacht. Ich bin davon �berzeugt, das ist Gaia.�</p><p>Quintesetz z�gerte, und seine Miene, in der Dunkelheit verborgen, lie� sich nicht erkennen. �Nun ja, das sagen uns jedenfalls die Astronomen�, meinte er schlie�lich, �wenigstens privat. Die fragliche Welt umkreist den entsprechenden Stern.�</p><p>Trevize betrachtete Pelorat nachdenklich, aber die Miene des Professors verriet nichts von dem, was in ihm vorging. �Dann erz�hlen Sie uns etwas �ber den Stern!� wandte Trevize sich erneut an Quintesetz. �Kennen Sie seine Koordinaten?�</p><p>�Ich? Nein.� Quintesetz� Verneinung fiel fast heftig aus. �Ich sammle doch daheim keine stellaren Koordinaten. Sie k�nnten sie m�glicherweise von der astronomischen Fakult�t erhalten, aber nicht ohne Schwierigkeiten, nehme ich an. Fl�ge zu dem Stern sind untersagt.�</p><p>�Warum? Er liegt innerhalb Ihres Territoriums, oder nicht?�</p><p>�Kosmographisch gesehen, ja, politisch nicht.�</p><p>Trevize wartete auf weitere �u�erungen. Als sie ausblieben, stand er auf. �Professor Quintesetz�, sagte er in formellem Ton, �ich bin weder Polizist oder Soldat noch Diplomat oder Gangster. Ich bin nicht hier, um irgendwelche Informationen aus Ihnen herauszupressen. Statt dessen werde ich, wie sehr es auch meinem Willen widerstrebt, zu unserem Botschafter gehen. Sicherlich ist auch Ihnen klar, da� ich diese Informationen nicht blo� aus pers�nlichem Interesse haben m�chte. Es geht dabei um eine Foundationangelegenheit, und ich will keineswegs eine interstellare Aff�re daraus machen. Und ich glaube, an so etwas d�rfte auch der Sayshell-Union kaum gelegen sein.�</p><p>�Inwiefern handelt es sich um eine Foundationangelegenheit?� fragte Quintesetz verunsichert nach.</p><p>�Das kann ich leider nicht mit Ihnen diskutieren. Falls Gaia etwas ist, wor�ber Sie um keinen Preis mit mir sprechen wollen, mu� ich die ganze Sache auf die Regierungsebene verlagern, und unter solchen Umst�nden k�nnten sich f�r Sayshell nachteilige Folgen ergeben. Sayshell ist unabh�ngig von der F�deration geblieben, und ich habe dagegen keine Einw�nde. Ich besitze keinen Grund, Sayshell irgend etwas Schlechtes zu w�nschen, und ich bin absolut nicht wild darauf, mich an unseren Botschafter zu wenden. Dadurch w�rde ich tats�chlich sogar meiner eigenen Laufbahn schaden, denn ich habe die unmi�verst�ndliche Anweisung erhalten, an diese Informationen zu gelangen, <emphasis>ohne </emphasis>Regierungsstellen zu bem�hen. Bitte verraten Sie mir also, ob es einen vern�nftigen Grund gibt, warum Sie nicht mit mir �ber Gaia reden k�nnten. W�rde man Sie verhaften, irgendwie bestrafen, wenn Sie dar�ber sprechen? Wollen Sie mir ins Gesicht sagen, da� mir keine andere Wahl bleibt, als die ganze Sache auf die Botschafterebene zu tragen?�</p><p>�Nein, nein�, antwortete Quintesetz, nun offensichtlich v�llig verwirrt. �Von Regierungsdingen verstehe ich nichts. Wir sprechen hier nun einmal ganz einfach nicht �ber die besagte Welt.�</p><p>�Aus Aberglauben?�</p><p>�Nun ja! Aberglauben! Ach, Firmament von Sayshell, in welcher Hinsicht bin ich eigentlich besser als diese d�mmliche Person, die Ihnen eingeredet hat, Gaia bef�nde sich im Hyperraum� oder als meine eigene Frau, die nicht in einem Zimmer bleibt, wo man Gaia erw�hnt, die vielleicht inzwischen das Haus verlassen hat, aus Furcht, es k�nne etwas uns treffen��</p><p>Ein Blitz?</p><p><emphasis>�Irgend etwas </emphasis>von weit her. Und selbst ich z�gere, ehe ich�s fertigbringe, den Namen auszusprechen. Gaia! Gaia! Diese zwei Silben tun mir nicht weh. Ich bleibe unversehrt. Trotzdem z�gere ich. Aber bitte glauben Sie mir, ich kenne die Koordinaten von Gaias Stern wirklich nicht. Ich kann versuchen, sie Ihnen zu verschaffen, aber lassen Sie sich noch einmal klar von mir sagen, wir hier in der Sayshell-Union sprechen nicht �ber diese Welt. Wir lassen die H�nde davon, besch�ftigen uns nicht mit ihr. Ich kann Ihnen auch mitteilen, was hier �ber sie bekannt ist�� an echten Fakten, nicht blo� Spekulationen��, und ich bezweifle, da� Sie auf irgendeiner Welt der Union mehr erfahren k�nnten. Wir wissen, da� Gaia eine uralte Welt ist, und es gibt Leute, die behaupten, das sei die �lteste Welt in diesem Sektor der Galaxis. Der Patriotismus redet uns ein, Sayshell sei in dieser Gegend der �lteste besiedelte Planet�� die Furcht fl�stert uns ein, Gaia sei�s. Die einzige Methode, diese beiden Auffassungen miteinander zu verbinden, besteht darin, einfach anzunehmen, Gaia sei die Erde, weil wir wissen, da� Erdbewohner Sayshell besiedelt haben. Die meisten Historiker denken�� jedenfalls unter sich��, da� Gaia als Kolonie gesondert gegr�ndet worden ist. Sie gehen davon aus, da� Gaia nicht durch irgendeine Welt unserer Union besiedelt worden ist, da� die Gr�ndung der Union und die Besiedlung ihrer Welten andererseits aber auch nicht auf Gaia zur�ckgehen. Es besteht keine Einm�tigkeit bez�glich des vergleichsweisen Alters, und damit bleibt offen, ob man Gaia fr�her oder sp�ter als Sayshell besiedelt hat.�</p><p>�Bis jetzt wissen Sie also so gut wie �berhaupt nichts an richtigen Informationen zu geben�, sagte Trevize, �denn offenbar finden sich f�r jede denkbare Alternative genug Leute, die daran glauben.�</p><p>Quintesetz nickte wehm�tig. �So k�nnte man meinen. Wir sind erst relativ sp�t in unserer Geschichte auf Gaias Existenz aufmerksam geworden. Anfangs waren wir damit besch�ftigt, die Union zu bilden, dann damit, uns das Galaktische Imperium vom Halse zu halten, danach hat es uns stark beansprucht, uns richtig in die Rolle als Imperiumsprovinz hineinzufinden und die Macht der Sternenherz�ge einzuschr�nken. Erst als die Zeit der Schw�chung des Imperiums bereits weit fortgeschritten war, fiel einem der letzten Sternenherz�ge, den das Imperium nur noch an lockerem Z�gel hielt, �berhaupt auf, da� Gaia existierte und anscheinend seine Unabh�ngigkeit sowohl gegen�ber der sayshellischen Provinz wie auch dem Imperium selbst behauptete, indem man ganz einfach seine Isolation bewahrte und sich in Geheimnisse h�llte, so da� buchst�blich nichts �ber die besagte Welt bekannt war, genausowenig wie heute. Der Sternenherzog beschlo�, sie zu �bernehmen. Wir wissen keine Einzelheiten dar�ber, was passiert ist, aber seine Expedition scheiterte, nur wenige Schiffe kehrten zur�ck. Nat�rlich waren damals die Raumschiffe weder besonders gut, noch hat die F�hrung viel getaugt. Auf Sayshell hatte man Freude an der Schlappe des Sternenherzogs, versteht sich, weil man in ihm einen Unterdr�cker im Namen des Imperiums sah, und sein Debakel f�hrte fast auf direktem Wege zur Wiederherstellung unserer Unabh�ngigkeit. Die Sayshell-Union hat die Gelegenheit genutzt, um ihre Verbindung mit dem Imperium zu beenden, und den Jahrestag dieser Ma�nahme feiern wir noch heute als Tag der Union. Wie aus Dankbarkeit haben wir uns fast ein Jahrhundert lang nicht um Gaia gek�mmert, aber schlie�lich kam eine Zeit, da waren wir selbst stark genug f�r ein bi�chen eigene imperialistische Expansion. Warum sollten wir uns nicht Gaia einverleiben? Warum nicht wenigstens eine Handelseinheit herstellen? Wir schickten eine Flotte hin, aber unser Unternehmen schlug gleichfalls fehl. Anschlie�end haben wir uns mit gelegentlichen Versuchen begn�gt, Handelsbeziehungen zu etablieren�� lauter Versuche, die unweigerlich mi�langen. Gaia blieb in strikter Isolation und hat�� soweit jemand das weiߠ� von sich aus niemals auch nur die geringsten Bem�hungen gemacht, um mit irgendeiner anderen Welt zu handeln oder blo� in Kommunikation zu treten. Gleichzeitig hat sie auch nie die leiseste feindselige Handlung in irgendeine Richtung begangen. Und dann��</p><p>Quintesetz hellte die Beleuchtung auf, indem er einen Schalter in der Armlehne seines Sessels bet�tigte. In der pl�tzlichen Helligkeit nahm Quintesetz� Miene einen eindeutig sardonischen Ausdruck an. �Da Sie B�rger der Foundation sind�, sagte er, �entsinnen Sie sich vielleicht an den Fuchs.�</p><p>Trevize err�tete. In den f�nf Jahrhunderten ihres Bestehens war die Foundation nur einmal besiegt worden. Die Eroberung war nur zeitweilig gewesen und hatte sie auf dem Wege zum Zweiten Imperium nicht ernsthaft aufhalten k�nnen, aber niemand, dem die Foundation zuwider war und ihre Selbstzufriedenheit ankratzen wollte, vers�umte es, den Fuchs zu erw�hnen, ihren einzigen Eroberer. Und wahrscheinlich (dachte sich Trevize) hatte Quintesetz die Beleuchtung erhellt, um <emphasis>sehen </emphasis>zu k�nnen, wie er die Selbstzufriedenheit von Foundationb�rgern ankratzte.</p><p>�Ja�, antwortete Trevize, �wir von der Foundation erinnern uns an den Fuchs.�</p><p>�Der Fuchs hat eine Zeitlang �ber ein eigenes Imperium geherrscht�, sagte Quintesetz, �das so gro� war wie heute die Foundation. Aber uns hat er nicht beherrscht. Uns hat er in Frieden gelassen. Einmal war er allerdings im Sayshell-Sektor. Wir haben eine Neutralit�tserkl�rung unterzeichnet und ihn unserer Freundschaft versichert. Mehr hat er nicht verlangt. Wir waren die einzigen, von denen er in der Zeit, bevor Krankheit seiner Expansion Einhalt gebot und ihn dazu zwang, auf den Tod zu warten, nicht mehr verlangt hat. Wissen Sie, er war kein unvern�nftiger Mann. Sinnlose Gewalt hat er nicht gebraucht, er war kein Blutherrscher, er hat human regiert.�</p><p>�Nur war er ein Eroberer�, meinte Trevize sarkastisch.</p><p>�So wie die Foundation�, sagte Quintesetz.</p><p>�Haben Sie noch mehr �ber Gaia zu erz�hlen?� entgegnete Trevize gereizt, weil ihm darauf keine geeignete Antwort einfiel.</p><p>�Nur eine �u�erung, die der Fuchs von sich gegeben hat. Der Darstellung der historischen Begegnung zwischen dem Fuchs und Pr�sident Kallo von der Union zufolge soll der Fuchs, als er schwungvoll seine Unterschrift unter das Dokument setzte, gesagt haben: �Wie ich aus diesem Dokument ersehe, verhalten Sie sich auch zu Gaia neutral, und das ist f�r Sie ein gl�cklicher Umstand. Nicht einmal ich werde mich mit Gaia abgeben.��</p><p>Trevize sch�ttelte den Kopf. �Warum h�tte er so etwas denn auch tun sollen? Sayshell war sehr auf Neutralit�t bedacht, und Gaia hatte ja nie irgend jemandem Schwierigkeiten gemacht. Der Fuchs verfolgte damals den Plan, die gesamte Galaxis zu erobern, warum also h�tte er sich mit Kleinkram aufhalten sollen? Sobald er sein Ziel erreicht h�tte, w�re ihm Zeit genug gewesen, um Sayshell <emphasis>und </emphasis>Gaia in die Tasche zu stecken.�</p><p>�Vielleicht, vielleicht�, sagte Quintesetz. �Aber einem Zeugen zufolge, der anwesend war, einer Person, der wir zu glauben geneigt sind, legte der Fuchs seinen Stift hin, als er sagte: �Nicht einmal ich werde mich mit Gaia abgeben.� Dann soll er die Stimme gesenkt und hinzugef�gt haben, und zwar in kaum h�rbarem Fl�stern, als solle niemand es h�ren: �Nicht noch einmal.��</p><p>�Kaum vernehmlich sagen Sie, als solle niemand es h�ren. Wieso ist es trotzdem geh�rt worden?�</p><p>�Weil sein Stift vom Tisch rollte, als er ihn hinlegte, und selbstverst�ndlich trat sofort ein Saysheller n�her und b�ckte sich, um ihn aufzuheben. Deshalb war sein Ohr den Lippen des Fuchses ziemlich nah, als der Fuchs �Nicht noch einmal� fl�sterte, und daher konnte er�s h�ren. Und diese Person hat bis nach dem Tod des Fuchses dar�ber geschwiegen.�</p><p>�Gibt es Beweise daf�r, da� es sich nicht blo� um eine Erfindung handelt?�</p><p>�Der Lebenslauf der erw�hnten Person rechtfertigt die Auffassung, es f�r unwahrscheinlich zu halten, da� sie sich solche Dinge ausgedacht hat. Ihr Wort gilt im allgemeinen als glaubhaft.�</p><p>�Und wenn, was ergibt sich daraus?�</p><p>�Der Fuchs war niemals au�er bei dieser einen Gelegenheit im Gebiet der Sayshell-Union oder in dessen N�he, jedenfalls nicht nach seinem T�tigwerden in galaktischem Ma�stab. Wenn er je auf Gaia gewesen sein soll, dann mu� es gewesen sein, bevor er sich auf galaktischer Ebene zu bet�tigen begann.�</p><p>�Na und?�</p><p>�Na, und wo ist der Fuchs geboren?�</p><p>�Soweit ich informiert bin, wei� niemand dar�ber Bescheid�, erwiderte Trevize.</p><p>�In der Sayshell-Union hat man stellenweise recht stark das Gef�hl, da� er das Licht der Welt auf Gaia erblickt hat.�</p><p>�Wegen dieser einen �u�erung?�</p><p>�Nur zum Teil deswegen. Der Fuchs konnte nicht geschlagen werden, weil er �ber starke mentale Kr�fte verf�gte. Gaia kann offensichtlich auch nicht �berwunden werden.�</p><p>�Gaia ist bisher nie �berwunden worden. Das hei�t aber keineswegs, da� sie sich durch Un�berwindbarkeit auszeichnet.�</p><p>�Sogar der Fuchs hat die Finger von ihr gelassen. Schauen Sie in den Archiven aus der Zeit seiner Oberherrschaft nach! Sehen Sie nach, ob er irgendeine Region in der Galaxis so vorsichtig behandelt hat wie die Sayshell-Union. Und wissen Sie, da� niemand, der je nach Gaia geflogen ist, um lediglich friedlichen Handel anzubahnen, zur�ckgekehrt ist? Was glauben Sie wohl, warum wir so wenig �ber Gaia wissen?�</p><p>�Ihre Ansichten grenzen an Aberglauben�, sagte Trevize.</p><p>�Nennen Sie�s, wie Sie wollen! Seit der Zeit des Fuchses haben wir Gaia jedenfalls aus unserem Denken gestrichen. Wir w�nschen n�mlich nicht, da� Gaia an uns denkt. Wir f�hlen uns nur sicher, wenn wir so tun, als w�re sie gar nicht vorhanden. Es kann sein, da� die Regierung insgeheim selbst die Legende initiiert und gef�rdert hat, Gaia sei in den Hyperraum verschwunden, in der Hoffnung, die Bev�lkerung werde vergessen, da� es tats�chlich einen Stern dieses Namens gibt.�</p><p>�Dann glauben Sie also, da� Gaia eine Welt voller F�chse ist?�</p><p>�Ich halte es f�r m�glich. Ich rate Ihnen�� in <emphasis>Ihrem </emphasis>Interesse��, Gaia nicht aufzusuchen! Wenn Sie�s tun, werden Sie niemals zur�ckkehren. Sollte die Foundation sich mit Gaia anlegen, w�rde sie weniger Intelligenz an den Tag legen als der Fuchs. <emphasis>Das </emphasis>k�nnen Sie Ihrem Botschafter sagen.�</p><p>�Geben Sie mir die Koordinaten, und wir werden Ihre Welt unverz�glich verlassen�, antwortete Trevize. �Ich werde Gaia erreichen, und ich werde auch zur�ckkehren.�</p><p>�Ich werde Ihnen die Koordinaten verschaffen�, sagte Quintesetz. �Nat�rlich arbeitet die astronomische Abteilung nachts, und wenn�s irgendwie geht, will ich sie ihnen <emphasis>sofort </emphasis>besorgen. Aber lassen Sie mich noch einmal von jedem Versuch abraten, Gaia aufzusuchen.�</p><p>�Ich beabsichtige den Versuch zu wagen�, sagte Trevize.</p><p>Und Quintesetz erwiderte bedr�ckt: �Dann beabsichtigen Sie Selbstmord.�</p></section></section><section><title><p>Vierzehntes Kapitel</p><p>Vorw�rts!</p></title><section><title><p>55</p></title><p>Janov Pelorat betrachtete die noch tr�be Landschaft drau�en im Grauen der Morgend�mmerung mit einem Gemisch aus Bedauern und Unsicherheit.</p><p>�Unser Aufenthalt ist zu kurz, Golan. Das ist eine angenehme und interessante Welt, finde ich. Ich w�rde gerne mehr von ihr kennenlernen.�</p><p>Trevize blickte mit schiefem L�cheln vom Computer auf. �Glauben Sie, ich nicht? Wir haben auf diesem Planeten nur zwei anst�ndige Mahlzeiten eingenommen�� beide total andersartig, aber jede exzellent. Ich h�tte gerne mehr probiert. Und die einzigen Frauen, die wir gesehen haben, sind uns nur fl�chtig unter die Augen gekommen� Und ein paar von ihnen sahen ganz anregend aus� f�r das, was jemand wie ich so mit Frauen im Sinn hat.�</p><p>Pelorat r�mpfte andeutungsweise die Nase. �Ach, mein Bester! Diese Kuhglocken, die sie Schuhe nennen, und in die schreiendsten Farben sind sie geh�llt, und was sie erst mit ihren Wimpern anstellen! Haben Sie bemerkt, was sie mit den Wimpern anstellen?�</p><p>�Sie k�nnen sich darauf verlassen, ich habe alles bemerkt, was es an ihnen zu sehen gab, Janov. Ihre Einw�nde betreffen blo� Oberfl�chlichkeiten. Notfalls kann man Frauen dazu bringen, sich das Gesicht zu waschen, und Schuhe und bunte Klamotten fliegen zum richtigen Zeitpunkt sowieso beiseite.�</p><p>�Das glaube ich Ihnen aufs Wort, Golan. Ich habe allerdings mehr an eine weitere Erforschung dieser Angelegenheiten �ber die Erde gedacht. Was man uns bis jetzt von der Erde erz�hlt hat, ist so unbefriedigend, so widerspr�chlich� Einer Person zufolge geht�s um Strahlung, nach einer anderen um Roboter.�</p><p>�Aber in jedem Fall soll sie eine tote Welt geworden sein.�</p><p>�Gewi߫, sagte Pelorat, �aber es kann sein, da� das eine wahr ist und das andere unwahr oder da� in gewissem Umfang beides wahr ist oder da� beides �berhaupt nicht stimmt. Wenn Sie Geschichten h�ren, Golan, die alles nur in dichten Nebel der Ungewi�heit h�llen, dann m�ssen doch auch Sie den Drang versp�ren, solche Dinge zu erforschen, die Wahrheit aufzudecken.�</p><p>�Ich versp�re ihn auch�, sagte Trevize, �bei jedem Zwergstern in der Galaxis, ich versp�re ihn. Unser akutes Hauptproblem jedoch ist Gaia. Sobald wir das gekl�rt haben, k�nnen wir zur Erde fliegen oder auch in den Sayshell-Sektor zur�ckkehren, um l�nger auf Sayshell zu bleiben. Aber erst kommt Gaia!�</p><p>Pelorat nickte. �Unser akutes Hauptproblem, ja! Wenn wir Quintesetz abnehmen, was er uns aufgetischt hat, erwartet uns auf Gaia der Tod. Wollen wir trotzdem hin?�</p><p>�Das frage ich mich selbst�, gestand Trevize. �F�rchten Sie sich?�</p><p>Pelorat z�gerte f�r einen Moment mit der Antwort, als untersuche er erst die eigenen Empfindungen. �Ja�, bekannte er dann unumwunden und in sachlichem Ton. �Schrecklich.�</p><p>Trevize lehnte sich in seinem Sessel zur�ck und schwenkte ihn herum, bis er Pelorat genau gegen�bersa�. �Janov�, sagte er ebenso ruhig und sachlich, �es ist nicht n�tig, da� Sie sich irgendwelchen Risiken aussetzen. Sagen Sie, da� Sie es so w�nschen, und ich lasse Sie mit Ihrem pers�nlichen Eigentum und der H�lfte unseres Guthabens an Credits auf Sayshell zur�ck. Wenn ich wiederkehre, hole ich Sie ab, und dann fliegen wir weiter in den Sirius-Sektor, wenn Sie m�chten, zur Erde, falls sie sich dort befindet. Sollte ich nicht wiederkommen, werden die Vertreter der Foundation auf Sayshell daf�r sorgen, da� Sie nach Terminus heimkehren k�nnen. Ich nehm�s Ihnen nicht �bel, wenn Sie hier bleiben, alter Freund.�</p><p>Einige Augenblicke lang blinzelte Pelorat sehr schnell und pre�te die Lippen fest aufeinander. �Alter Freund?� meinte er dann mit ziemlich rauher Stimme. �Wir kennen uns nun�� wie lange? Eine Woche oder so? Ist es nicht merkw�rdig, da� ich es ablehne, das Schiff zu verlassen? Ich <emphasis>f�rchte </emphasis>mich, aber ich m�chte mitkommen.�</p><p>Trevize bewegte seine H�nde in einer Geste der Unsicherheit. �Aber warum? Ehrlich, ich verlang�s nicht von Ihnen.�</p><p>�Ich bin mir nicht sicher, weshalb, aber ich verlang�s von mir. Es ist� es ist so� Golan, ich habe Vertrauen zu Ihnen. Ich habe von Ihnen den Eindruck, da� Sie jederzeit wissen, was Sie tun. Ich wollte nach Trantor, und dort w�re�� wie ich�s jetzt sehe�� vermutlich �berhaupt nichts geschehen. <emphasis>Sie </emphasis>haben darauf bestanden, da� wir uns f�r Gaia interessieren, und irgendwie ist Gaia allem Anschein nach in der Galaxis ein wunder Punkt. Im Zusammenhang mit Gaia, so kommt es mir vor, <emphasis>geschieht </emphasis>etwas. Und sollte das nicht gen�gen, ich habe gut achtgegeben, Golan, als Sie Quintesetz die Informationen �ber Gaia entlockt haben. Das war ein <emphasis>derartig </emphasis>raffinierter Bluff, ich war vor Bewunderung wie vor den Kopf geschlagen.�</p><p>�Sie vertrauen also meinen F�higkeiten.�</p><p>�Ja, richtig�, sagte Pelorat.</p><p>Trevize legte eine Hand auf den Oberarm des anderen und wirkte einen Moment lang, als suche er nach Worten. �Janov�, sagte er schlie�lich, �w�rden Sie mir wohl schon im voraus verzeihen, falls mein Urteil sich als falsch erweist und Sie auf die eine oder andere Weise mit� mit dem konfrontiert werden, was uns an Unerfreulichem erwarten k�nnte?�</p><p>�Aber mein Bester�, erwiderte Pelorat, �was reden Sie da nur? Ich treffe diese Entscheidung v�llig frei aus meinen Gr�nden, nicht aufgrund Ihrer �berlegungen. Und bitte� lassen Sie uns schnellstens aufbrechen. Ich bef�rchte, meine Feigheit k�nnte mich doch noch �bermannen und f�r den Rest meines Lebens mit Schande �berh�ufen.�</p><p>�Wie Sie w�nschen, Janov�, sagte Trevize. �Wir starten, wenn der Computer uns freie Bahn gibt. Diesmal durchqueren wir die Atmosph�re mit dem Gravo-Antrieb�� senkrecht aufw�rts��, sobald sicher ist, da� sich keine anderen Raumer im nahen Luftraum befinden. Je d�nner die Atmosph�re w�hrend des Aufstiegs wird, um so schneller werden wir steigen. Binnen einer Stunde werden wir wieder im Weltraum sein.�</p><p>�Gut�, sagte Pelorat und ri� einer Kaffeedose aus Plastik den Verschlu� ab. Augenblicklich begann es aus der entstandenen �ffnung zu dampfen. Pelorat hob den Trinkschnabel an den Mund und trank, saugte vorher gerade genug Luft in den Mund, um den Kaffee auf eine ertr�gliche Temperatur abk�hlen zu lassen.</p><p>Trevize grinste. �Wunderbar, wie Sie gelernt haben, dies Zeug zu benutzen. Sie sind schon ein richtiger Raumveteran, Janov.�</p><p>Pelorat betrachtete die Plastikdose f�r einen Augenblick. �Da wir jetzt Raumschiffe haben, die nach Bedarf Gravitationsfelder erzeugen k�nnen�, sagte er, �wird man k�nftig doch wohl dazu �bergehen, normale Beh�ltnisse und Gef��e zu verwenden, oder?�</p><p>�Nat�rlich w�re das m�glich, aber Sie d�rften Weltraumfahrer schwerlich dahin bringen, da� sie von ihren ganz auf den Weltraum abgestellten Ger�tschaften Abstand nehmen. Wie sollte eine Raumratte von Weltraumfahrer einen deutlichen Unterschied zwischen sich und einem Bodenhocker machen, wenn er aus einem gew�hnlichen, oben offenen Becher trinken m��te? Sehen Sie diese Ringe an den W�nden und oben an der Decke? Seit zwanzigtausend Jahren und l�nger montiert man sie traditionell in s�mtlichen Raumschiffen, obwohl sie in einem Gravo-Raumer v�llig �berfl�ssig sind. Trotzdem sind sie auch hier vorhanden, und ich wollte das ganze Raumschiff gegen eine Tasse Kaffee wetten, da� eine echte Raumratte jetzt beim Start vort�uschen w�rde, es presse sie bis an den Rand des Erstickens nieder, und anschlie�end w�rde sie an diesen Ringen hin und her baumeln wie in Nullgravitation, w�hrend in beiden F�llen G Eins besteht�� ich meine, Normalschwerkraft.�</p><p>�Sie scherzen.�</p><p>�Naja, vielleicht ist�s ein wenig �bertrieben, aber ein gewisses soziales Tr�gheitsmoment ist mit allem verbunden, sogar dem technischen Fortschritt. Sie sehen selbst, diese nutzlosen Wandringe sind vorhanden, und die Kaffeedosen haben Trinkschn�bel.�</p><p>Pelorat nickte nachdenklich und trank weiter von seinem Kaffee. �Wann starten wir denn nun?� erkundigte er sich zu guter Letzt.</p><p>Trevize lachte herzhaft. �Jetzt habe ich Sie reingelegt�, sagte er. �Ich habe �ber Wandringe geplaudert, und Sie haben nicht bemerkt, da� wir genau in dem Moment gestartet sind. Wir sind schon zwei Kilometer hoch.�</p><p>�Das ist doch nicht Ihr Ernst?�</p><p>�Schauen Sie hinaus!�</p><p>Pelorat tat es. �Aber ich habe gar nichts bemerkt�, sagte er dann.</p><p>�Das sollten Sie ja auch nicht.�</p><p>�Versto�en wir nicht gegen die Vorschriften? Sicherlich h�tten wir doch einem Funkimpuls folgen und spiralf�rmig aufsteigen m�ssen, so wie wir�s bei der Landung gemacht haben, oder nicht?�</p><p>�Es besteht gar kein Anla� dazu, Janov. Niemand wird uns aufhalten. Absolut niemand.�</p><p>�Vor der Landung haben Sie doch gesagt��</p><p>�Da lag der Fall noch anders. �ber unsere Ankunft hat man sich bestimmt nicht sonderlich gefreut, aber man kann uns ganz sicher nicht schnell genug wieder abfliegen sehen.�</p><p>�Wieso meinen Sie das, Golan? Die einzige Person, mit der wir �ber Gaia gesprochen haben, war Quintesetz, und er hat uns praktisch angefleht, nicht hinzufliegen.�</p><p>�Glauben Sie ihm nicht, Janov! Das war nur der Form halber. In Wirklichkeit wollte er sichern, da� wir nach Gaia fliegen. Janov, Sie haben den Bluff bewundert, mit dem ich nach Ihrer Meinung Informationen aus Quintesetz herausgeholt habe. Es tut mir leid, aber ich verdiene keinerlei Bewunderung. Selbst wenn ich �berhaupt nichts unternommen h�tte, die Informationen w�ren uns zugekommen. H�tte ich mir die Ohren verstopft, er h�tte sie mir ins Gesicht gebr�llt.�</p><p>�Wieso denn, Golan? Das ist doch verr�ckt.�</p><p>�Paranoid? Ja, ich wei�.� Trevize drehte sich wieder dem Computer zu und erweiterte mit dessen Hilfe seinen Wahrnehmungsbereich. �Man unternimmt nichts, um uns aufzuhalten�, bekr�ftigte er. �Keine Raumschiffe im Abfangumkreis, keine Warnungen irgendeiner Art.�</p><p>Er schwenkte den Sessel erneut Pelorat zu. �Sagen Sie mir, Janov, wie haben Sie von Gaia erfahren?� fragte er. �Sie kannten Gaia schon, als wir uns noch auf Terminus befanden. Sie wu�ten, sie ist im Sayshell-Sektor. Sie wu�ten auch, da� der Name etwas �hnliches bedeutet wie �Erde�. Woher haben Sie das alles erfahren?�</p><p>Pelorats Haltung versteifte sich anscheinend ein wenig. �W�re ich in meinem Arbeitszimmer auf Terminus, k�nnte ich in meinem Archiv nachsehen�, sagte er. �Naturgem�� habe ich nicht <emphasis>alles </emphasis>dabei�� ganz bestimmt keine Aufzeichnungen dar�ber, wann ich zum erstenmal auf dieses oder jenes Datenmaterial gesto�en bin.�</p><p>�Nun denken Sie doch mal ein bi�chen nach�, forderte Trevize grimmig. �Ber�cksichtigen Sie, da� die Saysheller sich �ber diese Sache ausschweigen. Sie hegen sogar so einen Widerwillen dagegen, �ber Gaia zu sprechen, da� sie wahrhaftig unter der eigenen Bev�lkerung einen Aberglauben n�hren, der vorgibt, im realen Weltraum g�be es keinen solchen Planeten. Und ich kann Ihnen in der Tat noch etwas anderes zeigen. Schauen Sie mal her!�</p><p>Trevize wandte sich wieder dem Computer zu, und seine Finger glitten mit der Leichtigkeit und Geschmeidigkeit ausgiebiger �bung �ber das Pult in die Handmulden. Als er seine H�nde in die Kontrollmulden senkte, hie� er ihre warme Ber�hrung und das Umschlie�en seiner H�nde insgeheim willkommen. Wie jedesmal sp�rte er ein wenig von seiner Willenskraft nach au�en wirksam werden.</p><p>�Dies ist die galaktische Karte, wie sie vor unserer Landung auf Sayshell in den Datenspeichern vorhanden war�, sagte er. �Ich werde Ihnen nun den Ausschnitt der Karte vorf�hren, der Sayshells Nachthimmel darstellt, so wie wir ihn gestern abend gesehen haben.�</p><p>Die Kabine verdunkelte sich, und das Bild eines Nachthimmels sprang auf den Bildschirm.</p><p>�So sch�n, wie wir ihn auf Sayshell gesehen haben�, sagte Pelorat mit leiser Stimme.</p><p>�Noch sch�ner�, meinte Trevize ungn�dig. �Es gibt keine atmosph�rische Beeintr�chtigung der Sicht, keine Wolken, keine Unscharfen am Horizont. Aber warten Sie, lassen Sie mich noch etwas adjustieren!�</p><p>Das Blickfeld ver�nderte sich mit gleichm��iger Z�gigkeit und erweckte den unbehaglichen Eindruck, die M�nner seien es, die sich bewegten und ihre Position ver�nderten. Instinktiv klammerte Pelorat sich an die Armlehnen seines Sessels, um Halt zu haben.</p><p>�Dort�, sagte Trevize. �Erkennen Sie, was das ist?�</p><p>�Nat�rlich. Das sind die F�nf Schwestern�� das F�nfeck von Sternen, das Quintesetz uns gezeigt hat. Es ist nicht zu verwechseln.�</p><p>�Ja, wahrhaftig. Aber wo ist Gaia?�</p><p>Pelorat zwinkerte. In der Mitte des Sternbilds war kein schwaches Sternchen zu sehen.</p><p>�Nicht da�, sagte er.</p><p>�Genau. Sie ist nicht da. Und das ist so, weil ihre Position in den Speicherb�nken des Computers nicht enthalten ist. Da es au�erhalb jeder Wahrscheinlichkeit liegt, da� man wegen uns die Datenb�nke in dieser Beziehung unvollst�ndig gemacht hat, schlie�e ich daraus, da� die Foundation-Galaktografen, die diese Datenbanken mit Datenmaterial versorgt haben�� und denen ungeheure Mengen von Daten zur Verf�gung standen�� Gaia nicht kannten.�</p><p>�Glauben Sie, wenn wir Trantor aufgesucht h�tten��, begann Pelorat.</p><p>�Ich vermute, wir h�tten auch dort keine Daten �ber Gaia gefunden. Ihre Existenz wird von den Sayshellern als Geheimnis behandelt�� und erst recht von den Gaianern selbst. Vor wenigen Tagen haben Sie erw�hnt, es w�re nicht allzu selten, da� eine Welt sich absichtlich absondert, um einer Besteuerung oder sonstigen �u�eren Einfl�ssen zu entgehen.�</p><p>�Wenn Kartographen und Statistiker einmal auf so eine Welt aufmerksam werden�, sagte Pelorat, �stellt sich gew�hnlich heraus, da� sie sich in einem d�nn besiedelten Teil der Galaxis befindet. R�umliche Isolation erst macht ein Verstecken m�glich. Gaia dagegen liegt nicht isoliert.�</p><p>�Das ist richtig. Das macht Gaia nur um so au�ergew�hnlicher. Also wollen wir diesen Kartenausschnitt auf dem Bildschirm belassen und uns mal ein paar Gedanken �ber speziell diese Unkenntnis unserer Kartographen machen� Und lassen Sie mich nochmals fragen�� in Anbetracht dieser Unwissenheit von Leuten, die von allen am meisten Wissen zur Verf�gung haben, wie ist es da erkl�rlich, da� ausgerechnet dann <emphasis>Sie </emphasis>von Gaia wu�ten, Janov?�</p><p>�Golan, mein Bester, drei�ig Jahre lang habe ich hinsichtlich der Erde Mythen, Legenden und historische Fakten gesammelt. Wie soll ich ohne mein komplettes Archivmaterial sagen k�nnen��</p><p>�Irgendwie m�ssen wir doch einen Anfang machen k�nnen, Janov. Haben Sie davon in den ersten oder den zweiten f�nfzehn Jahren Ihrer Forschungen geh�rt?�</p><p>�Ach so, wenn Sie das so breit betrachten, ja, dann kann ich sagen, es war in den letzten f�nfzehn Jahren.�</p><p>�Sie m��ten�s doch genauer wissen, Janov. Lassen Sie mich einfach mal unterstellen, Sie haben erst innerhalb der letzten paar Jahre davon erfahren.�</p><p>Trevize sp�hte zu Pelorat hin�ber, merkte jedoch, da� es in der Dunkelheit unm�glich war, dessen Gesichtsausdruck zu interpretieren, und er dimmte die Beleuchtung der Kabine ein wenig heller. Die prachtvolle Darstellung des Nachthimmels auf dem Bildschirm verlor in gewissem Ma� an Leuchtkraft. Pelorats Miene war steinern ausdruckslos und enth�llte nichts.</p><p>�Nun?� meinte Trevize.</p><p>�Ich denke nach�, sagte Trevize wohlwollend. �Sie k�nnten recht haben. Beschw�ren w�rde ich es aber nicht. Als ich Jimbor an der Ledbet-Universit�t anschrieb, habe ich Gaia nicht erw�hnt, obwohl es in dem Zusammenhang angebracht gewesen w�re, und das war� Moment mal� es war f�nfundneunzig, also vor drei Jahren. Ich glaube, Sie haben recht, Golan.�</p><p>�Und wie sind Sie dann darauf gesto�en?� fragte Trevize. �Durch Korrespondenz? Ein Buch? Eine wissenschaftliche Ver�ffentlichung? Irgendein altes Lied? Wie? Kommen Sie, Janov!�</p><p>Pelorat lehnte sich zur�ck und verschr�nkte die Arme. Er versank in tiefes Nachdenken, regte sich nicht im geringsten. Trevize schwieg und wartete.</p><p>�In einer privaten Korrespondenz�, sagte Pelorat nach langer Pause. �Aber es hat keinen Zweck, mich zu fragen, mit wem, mein Bester. Ich kann mich nicht entsinnen.�</p><p>Trevize strich mit den H�nden �ber seine Sch�rpe. Sie f�hlten sich klamm an, w�hrend er seine Bem�hungen fortsetzte, Pelorats Informationsquelle aufzudecken, ohne ihm allzu deutlich irgend etwas in den Mund zu legen. �Mit einem Historiker?� fragte er. �Einem Experten in Mythologie? Einem Galaktografen?�</p><p>�Zwecklos. Ich kann mit der Information keinen Namen in Verbindung bringen.�</p><p>�Vielleicht weil es keinen gab?�</p><p>�O nein. Das d�rfte kaum m�glich sein.�</p><p>�Wieso? W�rden Sie Informationen, die Ihnen anonym zugehen, au�er acht lassen?�</p><p>�Vermutlich nicht.�</p><p>�Haben Sie jemals so was erhalten?�</p><p>�Ab und zu. Im Laufe der vergangenen Jahre bin ich in akademischen Kreisen als Kollektor bestimmter Typen von Mythen und Legenden ziemlich bekannt geworden, und manche meiner Korrespondenten sind bisweilen so freundlich, mir Material aus nichtakademischen Quellen zur Kenntnis zu geben. Solche Sachen werden dann manchmal keiner bestimmten Person zugeschrieben.�</p><p>�Ja, aber haben Sie je direkt anonyme Informationen erhalten, ohne Umweg �ber einen Korrespondenten?�</p><p>�Das kommt manchmal vor�� aber sehr selten.�</p><p>�Und sind Sie sicher, da� es im Fall Gaia nicht so gewesen ist?�</p><p>�So was gibt es so selten, da� ich sicher bin, ich <emphasis>m��te </emphasis>mich erinnern, wenn es in diesem Fall so gewesen w�re. Andererseits kann ich auch nicht v�llig ausschlie�en, da� ich die Information anonym erhalten habe. Aber beachten Sie, da� das nicht hei�t, ich <emphasis>habe </emphasis>die Information aus anonymer Quelle erhalten.�</p><p>�Das verstehe ich sehr wohl. Aber es bleibt eine M�glichkeit, nicht wahr?�</p><p>�Ich w�rde sagen, ja�, antwortete Pelorat nach einigem Z�gern. �Aber was soll das alles eigentlich bedeuten?�</p><p>�Ich bin noch nicht fertig�, entgegnete Trevize herrisch. �Woher ist die Information gekommen, ob anonym oder nicht�� ich meine, von welcher Welt?�</p><p>Pelorat zuckte die Achseln. �Nun h�ren Sie aber mal auf! Ich habe wirklich nicht die leiseste Ahnung.�</p><p>�K�nnte sie m�glicherweise von Sayshell gekommen sein?�</p><p>�Ich habe Ihnen doch gesagt, ich wei� es nicht.�</p><p>�Ich nehme an, Sie <emphasis>haben </emphasis>sie von Sayshell erhalten.�</p><p>�Sie k�nnen selbstverst�ndlich alles annehmen, was Sie w�nschen, es wird dadurch aber nicht zwangsl�ufig zur Tatsache.�</p><p>�Nicht? Als Quintesetz uns den schwachen Stern in der Mitte der F�nf Schwestern gezeigt hat, wu�ten Sie sofort, da� das Gaia ist. Sie haben�s zu Quintesetz gesagt und den Stern identifiziert, bevor er es getan hat. Erinnern Sie sich?�</p><p>�Ja, freilich.�</p><p>�Wie war das m�glich? Wieso haben Sie sofort erkannt, da� dieser Stern Gaia ist?�</p><p>�Weil in meinem Material �ber Gaia der Stern kaum jemals bei diesem Namen genannt wird. Es gibt zahlreiche Umschreibungen. Eine davon, auf die ich mehrfach gesto�en bin, lautet �Kleiner Bruder der F�nf Schwestern�. Eine andere ist �Mitte des F�nfecks�, da und dort auch �Pentagonszentrum� genannt. Als Quintesetz uns die F�nf Schwestern und ihren Zentralstern gezeigt hat, ist mir das alles nat�rlich sofort eingefallen.�</p><p>�Mir gegen�ber haben Sie diese Hinweise nie erw�hnt.�</p><p>�Ich war mir gar nicht dar�ber im klaren, was sie besagen, und ich war der Meinung, es lohne sich nicht, solche Dinge mit Ihnen zu diskutieren, weil Sie ja kein�� Pelorat z�gerte.</p><p>�Weil ich kein Fachmann bin?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Ich hoffe, Sie besitzen dar�ber Klarheit, da� das F�nfeck der F�nf Schwestern eine v�llig relative Konstellation ist.�</p><p>�Was meinen Sie damit?�</p><p>Trevize lachte nachsichtig auf. �Sie Bodenhocker! Glauben Sie etwa, Sternbilder h�tten eine objektive Form? Da� die Sterne festgenagelt sind? Das F�nfeck besitzt diese seine Form nur von der Oberfl�che der Planeten aus gesehen, die zum Sayshell-System z�hlen, und <emphasis>nur </emphasis>von dort aus gesehen. Von einem Planeten aus, der einen anderen Stern umkreist, bieten die F�nf Schwestern einen ganz anderen Anblick. Zun�chst einmal sieht man sie aus einem anderen Winkel. Und au�erdem sind die f�nf Sterne des F�nfecks unterschiedlich weit von Sayshell entfernt, und aus anderem Blickwinkel betrachtet, erkennt man zwischen ihnen wom�glich gar keinen Zusammenhang. Ein oder zwei Sterne k�nnten in der einen, der Rest in der anderen H�lfte des Himmels liegen. Schauen Sie her��</p><p>Trevize verdunkelte die Kabine wieder und beugte sich �ber den Computer. �Die Sayshell-Union umfa�t sechsundachtzig bewohnte Planetensysteme. Lassen wir mal Gaia�� beziehungsweise die Stelle, wo sie sich befinden muߠ� in ihrer Position���� w�hrend er das sagte, erschien in der Mitte zwischen den F�nf Schwestern ein kleiner roter Kreis��, �und verlagern den Blickwinkel, so da� er einem Nachthimmel entspricht, wie man ihn auf einer beliebigen der anderen sechsundachtzig Welten sieht.�</p><p>Das dargestellte Firmament verschob sich, und Pelorat blinzelte. Der kleine rote Kreis blieb in der Mitte des Bildschirms, aber die F�nf Schwestern waren nicht l�nger zu erkennen. In der Nachbarschaft leuchteten helle Sterne, doch es lie� sich kein F�nfeck feststellen. Der Nachthimmel verschob sich erneut, dann noch einmal, und nochmals. Er wechselte immer wieder. Der rote Kreis blieb unver�ndert an seinem Platz, aber kein einziges Mal konnte man ein F�nfeck aus gleich hellen Sternen bemerken. Manchmal zeigte sich so etwas wie ein schiefes F�nfeck aus ungleich hellen Sternen, jedoch nie etwas, das dem sch�nen Sternbild �hnelte, auf das Quintesetz sie aufmerksam gemacht hatte.</p><p>�Reicht das?� erkundigte sich Trevize. �Ich versichere Ihnen, von nirgendwo aus kann man die F�nf Schwestern so sehen wie von den Welten des Sayshell-Systems aus.�</p><p>�Die sayshellische Sicht kann nach anderen Welten exportiert worden sein�, sagte Pelorat. �Zur Zeit des Imperiums gab�s viele in der ganzen Galaxis verbreitete Redensarten�� manche sind noch heutzutage �blich��, etwa die sich um Trantor drehten.�</p><p>�W�hrend man auf Sayshell bez�glich Gaias so geheimnistuerisch ist, wie wir�s erlebt haben? Und weshalb sollten Welten au�erhalb der Sayshell-Union sich �berhaupt f�r so etwas interessieren? Was sollte ein �Kleiner Bruder der F�nf Schwestern� sie angehen, wenn sie an ihrem Himmel nichts dergleichen sehen k�nnen?�</p><p>�Vielleicht haben Sie recht.�</p><p>�Sie wollen also nicht einsehen, da� Ihre Information urspr�nglich von Sayshell selbst gekommen sein mu�? Nicht von irgendwo innerhalb der Sayshell-Union, sondern genau aus dem Planetensystem, in dem sich die Hauptwelt der Union befindet.�</p><p>Pelorat sch�ttelte den Kopf. �Was Sie da reden, klingt so, als ob es genauso sein mu�, aber es ist jedenfalls nichts, woran ich mich erinnern k�nnte. Ich kann�s einfach nicht.�</p><p>�Trotzdem, Sie <emphasis>ersehen </emphasis>doch die �berzeugungskraft meiner Argumente, oder nicht?�</p><p>�Doch, ja.�</p><p>�Weiter! Wann k�nnte nach Ihrer Meinung diese Legende von den F�nf Schwestern entstanden sein?�</p><p>�Irgendwann. Ich neige zu der Annahme, da� sie schon fr�h in der �ra des Imperiums entstanden ist. Sie macht den Eindruck uralter��</p><p>�Sie irren sich, Janov! Die F�nf Schwestern sind Sayshell ziemlich nahe, deshalb sieht man sie n�mlich so hell. Infolgedessen weisen vier von ihnen eine deutliche Eigenbewegung auf, und keine zwei von ihnen geh�ren einer gemeinsamen Konstellation an, so da� sie sich in verschiedene Richtungen bewegen. Schauen Sie mal, was sich ergibt, wenn ich die Karte langsam zeitlich zur�ckver�ndere.�</p><p>Auch diesmal blieb der rote Kreis, der Gaia darstellte, an seinem Platz, wogegen das F�nfeck langsam auseinandertrieb, w�hrend vier der Sterne sich rasch in unterschiedliche Richtungen entfernten und der f�nfte sich nur ein klein wenig verschob.</p><p>�Sehen Sie sich das an, Janov!� sagte Trevize. �W�rden Sie das als regelm��iges F�nfeck bezeichnen?�</p><p>�Es ist eindeutig schief�, antwortete Pelorat.</p><p>�Und ist Gaia in der Mitte zu sehen?�</p><p>�Nein, ganz an der Seite.�</p><p>�Na sch�n. So sah das Sternbild also vor hundertf�nfzig Jahren aus! Vor eineinhalb Jahrhunderten, nicht mehr. Das Material, das Sie �ber ein �Pentagonszentrum� und �hnliches bekommen haben, hat erst in diesem Jahrhundert wirklich einen Sinn besitzen <emphasis>k�nnen, </emphasis>und zwar <emphasis>absolut, </emphasis>das hei�t, auch auf Sayshell. Das Ihnen zugegangene Material mu� seinen Ursprung auf Sayshell und irgendwann in diesem Jahrhundert haben, wahrscheinlich im letzten Jahrzehnt. Und Sie haben es erhalten, obwohl man sich auf Sayshell �ber Gaia so auszuschweigen pflegt.�</p><p>Trevize schaltete die Beleuchtung ein, lie� die Sternkarte erl�schen; er blieb im Sessel sitzen und musterte Pelorat mit ernstem Blick.</p><p>�Jetzt bin ich v�llig durcheinander�, sagte Pelorat. �Was bedeutet das alles?�</p><p>�Das m�ssen Sie mir verraten. �berlegen Sie! Irgendwie bin ich auf den Gedanken verfallen, da� die Zweite Foundation noch existiert. W�hrend des Wahlkampfes habe ich zu diesem Thema eine Rede gehalten. Ich habe ein bi�chen die Emotionen angeheizt, um Stimmen von Leuten zu gewinnen, die noch unentschlossen waren, dazu hat sich ein dramatisches �Falls die Zweite Foundation noch existiert� bestens geeignet. Und noch am selben Tag dachte ich: Wenn sie nun <emphasis>wirklich </emphasis>noch existiert? Ich fing an, Geschichtsb�cher zu lesen, und innerhalb einer Woche war ich fest davon �berzeugt. Regelrechte Beweise konnte ich daf�r nicht finden, aber ich hatte schon immer eine gewisse Begabung, aus einem wirren Haufen von Spekulationen die der Wahrheit nahekommenden Schlu�folgerungen zu ziehen. Diesmal allerdings��</p><p>Trevize gr�belte einen Moment lang. �Und bedenken Sie mal�, f�gte er dann hinzu, �was sich seitdem ereignet hat. Ich habe Compor zu meinem Vertrauten gemacht, und ausgerechnet er hat mich hintergangen. Daraufhin hat B�rgermeisterin Branno mich arrestieren lassen und ins Exil geschickt. Warum ins Exil, wenn sie mich einfach h�tte einsperren oder durch entsprechende Drohungen zum Schweigen bringen k�nnen? Und weshalb in einem supermodernen Raumschiff, das mir au�ergew�hnliche Spr�nge durch die Galaxis erlaubt? Und wieso hat sie darauf bestanden, da� ich Sie mitnehme, und mir geraten, Ihnen bei der Suche nach der Erde zu helfen? Und wieso war ich so sicher, da� es falsch w�re, nach Trantor zu fliegen? Ich hatte die �berzeugung, Sie w��ten ein besseres Ziel, wo wir Nachforschungen anstellen k�nnten, und sofort r�ckten Sie mit dieser mysteri�sen Welt Gaia heraus, �ber die Sie, wie sich nun herausstellt, Ihre Informationen unter recht merkw�rdigen Umst�nden erhalten haben. Wir fliegen nach Sayshell�� dem ersten naheliegenden Aufenthalt��, und im Handumdrehen laufen wir Compor in die Arme, der uns eine verwickelte Geschichte �ber die Erde und ihren Untergang auftischt. Er versichert uns, sie sei im Sirius-Sektor zu finden, und empfiehlt uns, dorthin zu fliegen.�</p><p>�Da sehen Sie�s!� sagte Pelorat. �Anscheinend m�chten Sie andeuten, alle Umst�nde w�rden uns dr�ngen, nach Gaia zu fliegen, aber wie Sie selbst sagen, hat Compor uns etwas anderes empfohlen.�</p><p>�Und aufgrund dessen habe ich mich aus reinem Mi�trauen gegen ihn dazu entschlossen, bei unserer urspr�nglichen Absicht zu bleiben. Meinen Sie nicht, da� er genau auf so eine Reaktion gesetzt haben k�nnte? Wom�glich hat er uns absichtlich so etwas geraten, um daf�r zu sorgen, da� wir�s <emphasis>nicht </emphasis>tun.�</p><p>�Das klingt alles ziemlich romantisch�, sagte Pelorat ged�mpft.</p><p>�Finden Sie? Sehen wir mal weiter! Dann bekommen wir Kontakt zu Quintesetz, ganz einfach, weil er sich gerade anbietet��</p><p>�Durchaus nicht�, wandte Pelorat ein. �Ich habe seinen Namen gekannt.�</p><p>�Er kam Ihnen bekannt vor. Sie hatten nie irgend etwas von ihm gelesen, daran konnten Sie sich erinnern. Wieso also kam er Ihnen bekannt vor? Jedenfalls, es ergibt sich, er hat einen Ihrer Artikel gelesen und war davon hellauf begeistert�� wie wahrscheinlich ist <emphasis>das </emphasis>denn wohl? Sie selbst haben ge�u�ert, Ihre Arbeiten h�tten keine sonderliche Verbreitung gefunden. Und damit nicht genug, die junge Dame, die uns zu ihm f�hrt, erw�hnt Gaia in aller Ausf�hrlichkeit und behauptet, der Planet w�re im Hyperraum, als wolle sie sichergehen, da� wir ihn bestimmt nicht vergessen. Aber als wir Quintesetz danach fragen, benimmt er sich, als wolle er nicht dar�ber reden, und sorgt daf�r, da� wir die Universit�t verlassen, er wirft uns jedoch nicht etwa hinaus, obwohl ich mich ihm gegen�ber nicht allzu zimperlich benehme. Statt dessen nimmt er uns mit nach Hause, und unterwegs zeigt er uns die F�nf Schwestern. Er weist uns darauf hin, da� der schwache Stern in deren Mitte Gaia ist. Warum? Ist das nicht eine recht sonderbare Kette von Zuf�llen?�</p><p>�Wenn Sie sie in solcher Weise aufz�hlen��, setzte Pelorat an.</p><p>�Man kann sie aufz�hlen, wie man will�, sagte Trevize. �Ich glaube nicht an derartig au�ergew�hnliche Ketten von Zuf�llen.�</p><p>�Was k�nnte es denn sonst zu bedeuten haben? Da� man uns in Richtung Gaia man�vriert?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Aber wer?�</p><p>�Sicherlich kann dar�ber doch wohl kein Zweifel bestehen�, sagte Trevize. �Wer ist denn dazu imstande, den menschlichen Geist zu beeinflussen, ihn unbemerkt dahin oder dorthin zu lenken, Entwicklungen in dieser oder jener Richtung zu steuern?�</p><p>�Sie wollen sagen, dahinter steckt die Zweite Foundation.�</p><p>�Nun, was hat man uns �ber Gaia erz�hlt? Da� sie unantastbar ist. Ganze Flotten, die sie angreifen wollten, sind vernichtet worden. Kein Mensch, der Gaia erreicht hat, ist je zur�ckgekehrt. Nicht einmal der Fuchs hat�s gewagt, gegen sie vorzugehen�� und der Fuchs wurde wahrscheinlich dort geboren. Folglich liegt f�r meine Begriffe die Annahme nahe, da� Gaia Sitz der Zweiten Foundation ist�� und die zu finden, ist ja mein letztendliches Ziel.�</p><p>Pelorat sch�ttelte den Kopf. �Aber nach der Darstellung etlicher Historiker war es die Zweite Foundation, die den Fuchs zur Strecke gebracht hat. Wieso sollte er einer von ihnen gewesen sein?�</p><p>�Er kann ein Renegat gewesen sein, w�rde ich sagen.�</p><p>�Aber weshalb sollte die Zweite Foundation uns so nachdr�cklich zu ihrem Sitz man�vrieren?�</p><p>Die Stirn gerunzelt, starrte Trevize blicklos geradeaus. �Lassen Sie�s uns mal durchdenken�, meinte er. �Allem Anschein nach war es der Zweiten Foundation immer sehr wichtig, da� der Galaxis so wenig Informationen wie m�glich �ber sie zug�nglich sind. Ihre Idealvorstellung geht dahin, da� ihre Existenz v�llig unbekannt bleibt. Soviel wissen wir �ber sie. Hundertzwanzig Jahre lang hat man die Zweite Foundation f�r ausgemerzt gehalten�� und das mu� f�r sie so was wie ein Zustand der galaktischen Spitzenklasse gewesen sein. Aber als ich zu mutma�en anfing, da� sie <emphasis>doch </emphasis>noch existiert, hat sie nichts unternommen. Compor wu�te Bescheid. Sie h�tten ihn benutzen k�nnen, um mich auf die eine oder andere Art und Weise zum Schweigen zu veranlassen�� und sogar, um mich zu ermorden. Trotzdem hat sie nichts unternommen.�</p><p>�Sie sind arrestiert worden, falls Sie daf�r die Zweite Foundation verantwortlich machen m�chten�, sagte Pelorat. �Das Resultat war�� nach dem, was Sie mir erz�hlt haben��, da� die Bev�lkerung von Terminus nichts von Ihren Ansichten erfahren konnte. Soviel h�tten die Leute von der Zweiten Foundation dann ohne Gewalt erreicht, und es kann ja durchaus sein, da� sie Anh�nger von Salvor Hardins These sind, Gewalt sei das letzte Mittel der Unf�higen.�</p><p>�Aber meine Ansichten der Bev�lkerung von Terminus vorzuenthalten, bewirkt doch gar nichts. B�rgermeisterin Branno kennt meine Meinung und mu� sich�� das ist das allerwenigste�� doch immerhin die Frage stellen, ob ich nicht recht haben k�nnte. Deshalb ist es nun zu sp�t, um gegen uns vorzugehen, verstehen Sie? H�tten sie mich gleich anfangs aus dem Weg ger�umt, br�uchten sie sich jetzt keine Sorgen mehr zu machen. Selbst wenn sie mich v�llig in Ruhe gelassen h�tten, w�ren sie wahrscheinlich jetzt trotzdem alle Sorgen los, denn gewi� w�re es ihnen gelungen, Terminus� �ffentlichkeit einzufl�stern, ich sei ein Exzentriker, vielleicht gar ein Irrer. Das absehbare Scheitern meiner politischen Laufbahn h�tte mich vermutlich bald zum Schweigen gezwungen, sobald ich gesehen h�tte, was das �ffentliche Vertreten meiner Auffassungen f�r Folgen haben m��te. Jetzt aber ist es zu sp�t, um �berhaupt noch irgend etwas gegen uns unternehmen zu k�nnen. Angesichts der Situation war B�rgermeisterin Branno so mi�trauisch, uns Compor nachzuschicken und an Bord seines Raumschiffs�� weil sie auch ihm nicht getraut hat, worin sie kl�ger war als ich�� eine Hypersonde zu installieren. Folglich wei� sie also, da� wir uns auf Sayshell befinden. Und in der vergangenen Nacht, w�hrend Sie schliefen, habe ich �ber unseren Computer dem Computer des Botschafters der Foundation auf Sayshell direkte Mitteilung gemacht, da� wir nach Gaia aufbrechen. Ich habe mir sogar die M�he gemacht, die Koordinaten durchzugeben. Sollte die Zweite Foundation uns jetzt noch irgendwie beseitigen, wird die Branno den Fall untersuchen lassen, da bin ich sicher�� und die konzentrierte Aufmerksamkeit der F�deration ist bestimmt nichts, woran der Zweiten Foundation gelegen sein kann.�</p><p>�Aber w�rde die Aufmerksamkeit der F�deration sie denn �berhaupt st�ren, wenn sie so m�chtig ist?�</p><p>�Ja�, entgegnete Trevize mit Nachdruck. �Sie versteckt sich, weil sie irgendeine wesentliche Schw�che aufweisen mu� und weil die Foundation technisch vielleicht schon fortgeschrittener ist, als selbst Seldon es voraussehen konnte. Diese sehr unauff�llige, geradezu verstohlene Art, wie sie uns zu ihrer Welt dirigiert, verr�t f�r meine Begriffe, wie sehr ihr daran liegt, nichts zu tun, was irgendwie Aufsehen erregen k�nnte. Und wenn es sich so verh�lt, wie ich annehme, dann hat sie bereits verloren�� jedenfalls zum Teil��, denn sie hat bereits Aufmerksamkeit erregt, und ich bezweifle, da� sich noch etwas tun l��t, um die eingetretene Lage r�ckg�ngig zu machen.�</p><p>�Aber wozu nehmen sie das alles auf sich?� meinte Pelorat. �Warum riskieren sie das gr��te Unheil�� falls Ihre Analyse korrekt ist��, indem sie uns gewisserma�en durch die ganze Galaxis zu sich lotsen? Was wollen sie von uns?�</p><p>Trevize musterte Pelorat und err�tete. �Janov�, sagte er, �in dieser Hinsicht habe ich da ein gewisses Gef�hl. Sie wissen, ich verf�ge �ber diese Begabung, auf der Grundlage von so gut wie nichts zu richtigen Schlu�folgerungen zu gelangen. Ich empfinde eine Art von <emphasis>Gewi�heit, </emphasis>die es mir sagt, wenn ich recht habe�� und diese Gewi�heit empfinde ich jetzt. An mir ist irgend etwas, das sie haben wollen�� und zwar so sehr haben wollen, da� sie daf�r sogar ihre Existenz selbst aufs Spiel setzen. Ich wei� nicht, was das sein k�nnte, aber ich werde es herausfinden, und dann werde ich dazu imstande sein, es f�r das zu verwenden, was ich f�r richtig erachte.� Er hob ein wenig die Schultern. �M�chten Sie mich immer noch begleiten, alter Freund, obwohl Sie nun sehen, was f�r ein Verr�ckter ich bin?�</p><p>�Ich habe gesagt�, antwortete Pelorat, �da� ich Ihnen vertraue. Das ist nach wie vor der Fall.�</p><p>Trevize lachte mit enormer Erleichterung. �Pr�chtig! Au�erdem habe ich n�mlich das Gef�hl, da� Sie in dieser ganzen Angelegenheit eine wesentliche Rolle einnehmen. In diesem Fall, Janov, fliegen wir munter weiter nach Gaia, und zwar mit voller Geschwindigkeit. Vorw�rts!�</p></section><section><title><p>56</p></title><p>B�rgermeisterin Harla Branno sah entschieden �lter aus als ihre zweiundsechzig Jahre. Sie sah nicht immer �lter aus, aber nun wirkte sie so. Sie war ausreichend in Gedanken versunken gewesen, um ihren Vorsatz zu vergessen, nicht in den Spiegel zu schauen, und auf dem Weg zum Kartenraum hatte sie ihr Spiegelbild gesehen. Infolgedessen war sie sich der Abgeh�rmtheit ihrer Erscheinung vollauf bewu�t.</p><p>Sie seufzte. Die Politik zehrte sie auf. F�nf Jahre als B�rgermeisterin, vorher zw�lf Jahre lang die wirkliche Inhaberin der Macht hinter zwei Strohm�nnern. Alles war ruhig und glatt abgelaufen, alles erfolgreich�� und es war alles sehr anstrengend gewesen. Wie w�re es erst geworden, fragte sie sich, h�tte sie echte Probleme gehabt, w�ren Fehlschl�ge und Desaster aufgetreten?</p><p>F�r sie pers�nlich w�re es nicht �bel gewesen, befand sie unversehens. Richtige Aktivit�ten h�tten sich belebend auf sie ausgewirkt. Das schreckliche Wissen um die Tatsache, da� nichts anderes m�glich war als sich mittreiben zu lassen, war es gewesen, das sie so verh�rmt hatte.</p><p>Der Seldon-Plan war es, der Erfolg hatte, und die Zweite Foundation war es, die daf�r sorgte, da� ihm auch k�nftig Erfolg beschieden sein sollte. Sie jedoch�� als die starke Hand am Steuerruder der Foundation (streng genommen der <emphasis>Ersten </emphasis>Foundation, aber auf Terminus dachte niemand daran, das Adjektiv hinzuzuf�gen)�� schwamm lediglich auf den Schaumkronen mit.</p><p>Die Geschichte w�rde wenig oder gar nichts �ber sie zu berichten haben. Sie sa� sozusagen an den Kontrollen eines Raumschiffs, das man in Wahrheit von au�erhalb lenkte.</p><p>Selbst Indbur III. der Oberhaupt der Foundation gewesen war, als sie katastrophenartig dem Fuchs unterlag, hatte etwas getan. Er war wenigstens zusammengebrochen.</p><p>Von B�rgermeisterin Branno dagegen w�rde die Nachwelt sich �berhaupt nichts erz�hlen k�nnen!</p><p>Es sei denn, dieser Golan Trevize, dieser gedankenlose Ratsherr, dieser Blitzableiter, machte es m�glich�</p><p>Versonnen begutachtete sie die Sternkarte. Dabei handelte es sich nicht um die Art von Darstellung, wie moderne Computer sie boten. Vielmehr bestand die Karte aus einer dreidimensionalen Anh�ufung von Lichtp�nktchen, die die Galaxis mitten in der Luft holographisch abbildeten. Man konnte die Karte zwar nicht bewegen, nicht drehen, nicht erweitern und nicht verkleinern, doch man konnte um sie herumgehen und sie von allen Seiten betrachten.</p><p>Ein gro�er Ausschnitt der Galaxis, vielleicht ein Drittel ihrer Gesamtheit (ohne Ber�cksichtigung des galaktischen Kerns, der als lebensfeindliche Region galt), leuchtete rot auf, als die B�rgermeisterin einen Schalter dr�ckte. Dieser Teil stellte die Foundation-F�deration dar, die �ber sieben Millionen bewohnten Welten, �ber die sie und der Rat regierten�� die sieben Millionen bewohnten Welten, die Sitz und Stimme in der Versammlung der Welten hatten, die dort Dinge von geringerer Bedeutung debattierten und �ber sie abstimmten, aber sich niemals, wenn es sich nur irgendwie einrichten lie�, mit irgendeiner Sache von wirklicher Wichtigkeit befassen durften.</p><p>Die B�rgermeisterin bet�tigte eine weitere Schaltung, und in den Randzonen der F�deration glomm da und dort schwaches Rosa auf. Einflu�sph�ren. Das war kein Territorium der Foundation, aber diese Regionen h�tten es sich nicht einmal im Traum einfallen lassen, obwohl sie nominell unabh�ngig waren, sich irgendeiner Ma�nahme der Foundation zu widersetzen.</p><p>F�r die Branno stand es au�er Frage, da� keine Macht in der Galaxis es mit der Foundation aufzunehmen vermochte, auch die Zweite Foundation nicht (w��te man blo�, wo sie steckte), und sie hegte die �berzeugung, da� die Foundation eigentlich nur nach Belieben ihre Flotte moderner Raumschiffe loszuschicken brauchte, um ohne weitere Umst�nde das Zweite Imperium zu etablieren.</p><p>Doch seit den Anf�ngen des Seldon-Plans waren erst f�nf Jahrhunderte verstrichen. Der Seldon-Plan legte zehn Jahrhunderte fest, bevor das Zweite Imperium gegr�ndet werden konnte, und die Zweite Foundation achtete darauf, da� alles genau nach Plan verlief. Traurig sch�ttelte die B�rgermeisterin ihren grauen Kopf. Wenn die Foundation jetzt handelte, w�rde sie irgendwie scheitern. Obwohl ihre Raumschiffe unschlagbar waren, m��te zum jetzigen Zeitpunkt jede derartige Aktion mi�lingen.</p><p>Es sei denn, da� Trevize, der Blitzableiter, den Blitz der Zweiten Foundation auf sich zog�� und da� man den Blitz an den Ort seines Ursprungs zur�ckverfolgen konnte.</p><p>Sie schaute sich um. Wo blieb Kodell? Dies war kein Anla�, bei dem er sich versp�ten d�rfte.</p><p>Als habe ihr Gedanke ihn hereingerufen, trat er ein, l�chelte gutgelaunt, sah mit seinem grauwei�en Schnurrbart und der sonnengebr�unten Haut gro�v�terlicher als je zuvor aus. Gro�v�terlich, aber nicht alt. Ohnehin war er acht Jahre j�nger als sie.</p><p>Wie kam es, da� er keine Anzeichen von Verschlei� aufwies? Konnte es sein, da� f�nfzehn Jahre als Direktor des Sicherheitsb�ros keinerlei Spuren hinterlie�en?</p></section><section><title><p>57</p></title><p>Kodell nickte feierlich, w�hrend er die Branno in dem formellen Stil begr��te, wie er vorgeschrieben war, ehe man mit der B�rgermeisterin eine Diskussion begann. Diese Tradition existierte seit den miesen Zeiten der Indburs. Fast alles hatte sich seither ge�ndert, die Etikette jedoch am wenigsten.</p><p>�Entschuldigen Sie die Versp�tung, B�rgermeisterin�, sagte er, �aber der Arrest Ratsherr Trevizes bahnt sich nun allm�hlich einen Weg durch die an�sthetisierte Haut des Rates.�</p><p>�Ach?� meinte die B�rgermeisterin phlegmatisch. �M�ssen wir mit einer Palastrevolution rechnen?�</p><p>�Nicht die geringste Chance. Wir haben alles voll unter Kontrolle. Aber es ist Unruhe zu bef�rchten.�</p><p>�Sollen sie Unruhe veranstalten. Danach werden sie sich wohler f�hlen, und ich�� ich bleibe ihnen aus dem Weg. Ich kann mich auf die allgemeine �ffentliche Meinung verlassen, nehme ich an?�</p><p>�Ich glaube, ja. Vor allem au�erhalb Terminus�. Niemand au�erhalb Terminus� schert sich darum, was aus einem aus der Reihe getanzten Ratsmitglied wird.�</p><p>�Aber ich.�</p><p>�Aha? Liegen weitere Neuigkeiten vor?�</p><p>�Liono�, sagte die B�rgermeisterin, �ich m�chte N�heres �ber Sayshell wissen.�</p><p>�Ich bin kein wandelndes Geschichtsbuch�, erwiderte Liono Kodell mit unvermindertem L�cheln.</p><p>�Ich will nichts von Geschichte h�ren. Ich will die Wahrheit wissen. Warum ist Sayshell unabh�ngig? Sehen Sie mal her!� Sie deutete in das Rot der Foundation, das einen betr�chtlichen Teil der holographischen Karte ausmachte, und darin, schon ziemlich weit in den inneren Spiralen, sah man eine ganz vom Rot umschlossene Tasche in Wei�.</p><p>�Die Sayshell-Union ist regelrecht von uns eingekapselt, kann man sagen�, meinte die Branno. �Ihre Region wirkt wie von uns aufgesaugt. Trotzdem ist sie wei�. Unsere Karte zeigte sie nicht einmal im Rosa der zuverl�ssigen Verb�ndeten.�</p><p>Kodell hob die Schultern. �Sie ist offiziell auch kein zuverl�ssiger Verb�ndeter, aber das hat uns noch nie beunruhigt. Sie ist neutral.�</p><p>�Na sch�n. Dann schauen Sie sich das an!� Erneut nahm die B�rgermeisterin eine Schaltung vor. Das Rot weitete sich merklich aus. Nun hatte es die halbe Galaxis erfa�t. �Das war das Reich des Fuchses zur Zeit seines Todes�, sagte B�rgermeisterin Branno. �Wenn Sie aufmerksam ins Rot schauen, k�nnen Sie die Sayshell-Union ganz im Innern sehen, diesmal vollkommen umschlossen�� aber trotzdem wei�! Sie ist die einzige Enklave, der der Fuchs ihre Freiheit gelassen hat.�</p><p>�Sie war damals auch neutral.�</p><p>�Der Fuchs hatte wenig Respekt, was Neutralit�t anging.�</p><p>�In diesem Fall hat er ihn anscheinend gehabt.�</p><p><emphasis>�Anscheinend </emphasis>gehabt. Was weist Sayshell an Besonderem auf?�</p><p>�Nichts�, antwortete Kodell. �Glauben Sie mir, B�rgermeisterin, Sayshell geh�rt uns, wann immer wir�s haben wollen.�</p><p>�Tats�chlich? Aber aus irgendeinem Grund ist es bis jetzt nicht so.�</p><p>�Weil einfach keine Notwendigkeit bestand, einen Anschlu� durchzusetzen.�</p><p>Die Branno lehnte sich in den Sessel, und indem ihr Arm �ber die Kontrollen glitt, l�schte sie die Galaxis. �Ich glaube, nun besteht die Notwendigkeit.�</p><p>�Pardon, B�rgermeisterin?�</p><p>�Liono, ich habe diesen Trevize als Blitzableiter ins All gescheucht. Ich habe es in der Erwartung getan, da� die Zweite Foundation in ihm eine gr��ere Gefahr sieht, als �berhaupt jemals von diesem Schwachkopf ausgehen kann, die Foundation dagegen als geringere Bedrohung betrachtet. Der Blitz der Zweiten Foundation sollte ihn treffen und uns dadurch verraten, wo sie steckt.�</p><p>�Ja, B�rgermeisterin.�</p><p>�Meine Absicht war, da� er die verfallenen Ruinen Trantors aufsucht und dort in dem herumw�hlt, was noch von der Bibliothek �brig ist, da� er nach der Erde forscht. Die Erde ist diese Welt, falls Sie sich noch erinnern, von der alle m�glichen langweiligen Mystiker uns einreden m�chten, sie sei die Ursprungswelt der menschlichen Rasse, als w�re das irgendwie von Bedeutung, selbst wenn�s stimmen sollte, was unwahrscheinlich ist. Die Zweite Foundation h�tte nach meiner Einsch�tzung schwerlich glauben d�rfen, da� er es auf so etwas abgesehen hat, und sie h�tte Ma�nahmen ergreifen m�ssen, um herauszufinden, was er wirklich treibt.�</p><p>�Aber er ist nicht nach Trantor geflogen.�</p><p>�Nein, nicht. V�llig wider Erwarten ist er nach Sayshell geflogen. Warum?�</p><p>�Keine Ahnung. Bitte, B�rgermeisterin, verzeihen Sie einem alten Bluthund, der die Gewohnheit hat, alles in Zweifel zu ziehen, und verraten Sie mir, woher Sie wissen, da� er und dieser Pelorat sich nach Sayshell begeben haben. Ich wei�, Compor hat�s gemeldet, aber wie weit k�nnen wir Compor trauen?�</p><p>�Anhand der Hypersonde wissen wir, da� Compors Schiff tats�chlich auf dem Planeten Sayshell gelandet ist.�</p><p>�Gewi�, das steht au�er Zweifel, aber woher wollen Sie wissen, da� sich Trevize und Pelorat ebenfalls dort aufhalten? Compor kann aus irgendwelchen anderen Gr�nden nach Sayshell geflogen sein und wei� wom�glich selbst nicht, wo die anderen stecken, und interessiert sich auch nicht daf�r.�</p><p>�Unser Botschafter auf Sayshell hat uns �ber die Ankunft des Schiffs unterrichtet, das wir Trevize und Pelorat gegeben haben. Ich bin nicht zu glauben bereit, das Raumschiff sei ohne die beiden dort eingetroffen. Au�erdem behauptet Compor, er h�tte mit ihnen gesprochen, und sollte man ihm nicht trauen k�nnen, es liegen zudem andere Berichte vor, denen zufolge sie der Universit�t von Sayshell City einen Besuch abgestattet und sich dort mit einem Historiker ohne besondere Reputation getroffen haben.�</p><p>�Von alldem hat mich nichts erreicht�, sagte Kodell unver�ndert freundlich.</p><p>Die Branno schnaubte. �Sie brauchen sich nicht �bergangen zu f�hlen. Ich besch�ftige mich pers�nlich mit dieser Sache, und die entsprechenden Informationen m��ten inzwischen an Sie weitergeleitet worden sein�� ohne erhebliche Verz�gerung. Die neueste Mitteilung�� gerade erst eingetroffen�� stammt von unserem Botschafter. Unser Blitzableiter hat sich wieder auf den Weg gemacht. Auf dem Planeten Sayshell ist er f�r zwei Tage geblieben, und nun ist er weitergeflogen, nach einem anderen, von dort etwa zehn Parsek entfernten Planetensystem. Die Bezeichnung und die galaktischen Koordinaten seines Ziels hat er dem Botschafter zukommen lassen, und der hat sie uns weitergereicht.�</p><p>�Liegt eine vergleichbare Nachricht von Compor vor?�</p><p>�Compors Mitteilung, da� Trevize und Pelorat Sayshell verlassen h�tten, ist sogar noch vor der Nachricht des Botschafters eingetroffen. Compor wei� noch nicht, wohin die beiden unterwegs sind. Vermutlich folgt er ihnen.�</p><p>�Wir �bersehen das vielf�ltige Warum der Situation�, konstatierte Kodell. Er schob sich eine Pastille in den Mund und begann versonnen zu lutschen. �Warum ist Trevize nach Sayshell geflogen? Warum hat er Sayshell wieder verlassen?�</p><p>�Die Frage, die mich am meisten besch�ftigt, lautet: Wohin? Wohin fliegt Trevize jetzt?�</p><p>�Sie haben eben erw�hnt, B�rgermeisterin, Bezeichnung und Koordinaten seines Ziels seien von ihm unserem Botschafter �bermittelt worden, oder nicht? Wollen Sie andeuten, er habe unseren Botschafter belogen? Oder der Botschafter bel�ge uns?�</p><p>�Selbst wenn wir einmal unterstellen, da� jeder Beteiligte die Wahrheit spricht und keinem von ihnen ein Fehler unterlaufen ist�� der Name, der in diesem Zusammenhang genannt wird, interessiert mich sehr. Trevize hat dem Botschafter mitgeteilt, er fliege nach Gaia. Das schreibt sich G-A-I-A. Trevize hat den Namen genau buchstabiert.�</p><p>�Gaia?� wiederholte Kodell. �Nie geh�rt.�</p><p>�Tats�chlich? Das ist keineswegs verwunderlich.� Die Branno zeigte in die Luft, wo eben noch die Hob-Karte zu sehen gewesen war. �Anhand der Karte, die wir in diesem Raum projizieren k�nnen, l��t sich binnen einer Sekunde�� jedenfalls angeblich�� jeder Stern lokalisieren, um den eine bewohnte Welt kreist, und dazu viele wichtige Sterne mit unbewohnten Planetensystemen. Man kann �ber drei�ig Millionen Sterne darstellen�� wenn man richtig mit den Kontrollen umzugehen versteht, kann man sie einzeln, paarweise oder auch in Gruppen lokalisieren. Man kann sie in f�nf verschiedenen Farben markieren, sowohl einzeln wie auch alle gleichzeitig. Unm�glich ist offenbar jedoch eines�� auf dieser Karte Gaia zu finden. Soweit es die Karte betrifft, existiert Gaia nicht.�</p><p>�F�r jeden Stern, den die Karte zeigt�, sagte Kodell, �gibt�s zehntausend andere, die sie nicht anzeigt.�</p><p>�Sicher, aber die Sterne, die nicht verzeichnet sind, haben �berhaupt keine oder keine bewohnten Planeten, und weshalb sollte Trevize eine unbewohnte Welt anfliegen?�</p><p>�Haben Sie�s mit dem Zentralcomputer versucht? Er hat alle dreihundert Millionen Sterne der Galaxis aufgelistet.�</p><p>�Das h�re ich immer wieder, aber verh�lt es sich wirklich so? Sie wissen so gut wie ich, da� es Tausende von bewohnten Welten geben mu�, die der Kartographierung entgangen sind, die wir auf keiner unserer Sternenkarten finden k�nnen�� nicht blo� auf dieser Karte nicht, sondern ebensowenig durch den Zentralcomputer. Gaia ist anscheinend eine dieser Welten.�</p><p>Kodells Stimme blieb ruhig, sein Tonfall klang nahezu schmeichlerisch. �B�rgermeisterin, es kann ohne weiteres sein, da� wir uns um all das keine Gedanken zu machen brauchen. Mag sein, Trevize versucht�s mit einem Schu� ins Blaue, oder er l�gt, und es gibt keine Welt namens Gaia, es befindet sich an den Koordinaten, die er uns �berlassen hat, �berhaupt kein Stern. Nachdem er Compor begegnet ist und daraus wohl geschlossen hat, da� er verfolgt wird, versucht er wom�glich, uns von seiner F�hrte zu locken.�</p><p>�Wie sollte ihm das gelingen k�nnen? Compor ist dazu imstande, ihm jederzeit und unter allen Umst�nden zu folgen. Nein, Liono, ich denke an eine ganz andere M�glichkeit, an eine, die ein viel gr��eres Potential hinsichtlich vorstellbarer Schwierigkeiten aufweist. H�ren Sie zu�� Einen Augenblick lang schwieg die Branno. �Dieser Raum ist abgeschirmt, Liono�, sagte sie dann. �Beachten Sie das! Niemand kann uns belauschen, also sprechen Sie bitte v�llig freim�tig. Und ich werde ebenfalls ganz offen sprechen. Wenn wir die erhaltene Information erst einmal als Tatsache nehmen, liegt diese Gaia etwa zehn Parsek vom Planeten Sayshell entfernt, ist also Bestandteil der Sayshell-Union. Die Sayshell-Union ist eine gr�ndlich erforschte Region der Galaxis. Alle ihre Sternensysteme�� bewohnt oder nicht�� sind erfa�t, �ber ihre Bewohner ist so gut wie alles bis in Einzelheiten hinein bekannt. Die einzige Ausnahme ist Gaia. Bewohnt oder unbewohnt, noch nie hat jemand davon geh�rt, sie ist auf keiner Sternenkarte verzeichnet! Und nun ber�cksichtigen Sie, da� die Sayshell-Union der Foundation-F�deration gegen�ber einen besonderen, eigent�mlichen Zustand der Unabh�ngigkeit bewahrt, genau wie im fr�heren Sternenreich des Fuchses. Sie ist seit dem Niedergang des Galaktischen Imperiums unabh�ngig.�</p><p>�Und was soll das alles besagen?� meinte Kodell mit Zur�ckhaltung.</p><p>�Diese beiden Punkte m�ssen doch sicherlich irgendwie zusammenh�ngen. Die Sayshell-Union umfa�t ein vollkommen unbekanntes Planetensystem und sie ist gewisserma�en unnahbar. Die zwei k�nnen nicht au�erhalb eines wechselseitigen Zusammenhangs existieren. Was Gaia auch sein mag, sie versteht sich zu sch�tzen. Sie sorgt daf�r, da� man au�erhalb der n�heren Umgebung keine Ahnung von ihrer Existenz hat, und sie besch�tzt ihre Umgebung, so da� Au�enstehende sich darin nicht breitmachen k�nnen.�</p><p>�Sie wollen sagen, Gaia sei der Sitz der Zweiten Foundation?�</p><p>�Ich behaupte lediglich, da� Gaia unsere aufmerksamste Begutachtung verdient.�</p><p>�Darf ich eine Merkw�rdigkeit aussprechen, die sich im Rahmen Ihrer Theorie nicht so recht erkl�ren l��t?�</p><p>�Bitte.�</p><p>�Falls Gaia Sitz der Zweiten Foundation ist, falls sie sich jahrhundertelang physisch gegen Eindringlinge behauptet hat, die gesamte Sayshell-Union als tiefen, breiten Schirm f�r sich selbst mitbesch�tzt hat, wenn sie verhindern konnte, da� jedes Wissen um sie nach drau�en in die Galaxis sickert�� warum ist dieser ganze, bew�hrte Schutz dann jetzt so pl�tzlich dahin? Trevize und Pelorat verlassen Terminus und fliegen, obwohl Sie ihnen nahegelegt haben, Trantor anzufliegen, ohne Z�gern nach Sayshell und nun nach Gaia. Und zudem k�nnen Sie sich hier �ber Gaia Ihre Gedanken machen und Spekulationen anstellen. Weshalb wird so etwas nicht verhindert?�</p><p>F�r geraume Zeit gab B�rgermeisterin Branno keine Antwort. �Ich glaube�, sagte sie schlie�lich, �weil Ratsherr Trevize irgendwie die Dinge durcheinandergebracht hat. Er hat irgend etwas getan�� oder treibt es gegenw�rtig��, was den Seldon-Plan irgendwie gef�hrdet.�</p><p>�Das ist doch sicherlich ausgeschlossen, B�rgermeisterin.�</p><p>�Ich gehe davon aus, da� jedes und jeder seine M�ngel hat. Bestimmt war auch Hari Seldon nicht vollkommen. Der Plan weist irgendeine Schw�che auf, und Trevize ist darauf gesto�en, vielleicht ohne es selber zu merken. Wir m�ssen wissen, was vorgeht, wir m�ssen am Brennpunkt des Geschehens sein.�</p><p>Nach einer Weile nickte Kodell ernst. �F�llen Sie lieber keine eigenm�chtigen Entscheidungen, B�rgermeisterin. Wir sollten nicht ohne gr�ndliches vorheriges Nachdenken handeln.�</p><p>�Halten Sie mich nicht f�r eine Idiotin, Liono! Ich habe nicht die Absicht, einen Krieg anzuzetteln. Ich will kein Expeditionskorps auf Gaia landen. Ich m�chte lediglich an Ort und Stelle der Ereignisse sein�� oder wenigstens in der N�he, wenn Sie�s so vorziehen. Liono, finden Sie f�r mich heraus�� es w�re mir unangenehm, erst lange mit einem Krisenstab diskutieren zu m�ssen, der so beschr�nkt ist, wie man�s nach hundertzwanzig Jahren des Friedens wohl erwarten mu�, wogegen Sie sich offenbar weniger leicht aus der Ruhe bringen lassen��, wie viele Kriegsschiffe im Umkreis Sayshells stationiert sind. Kann man ihren Einsatz nach Routine statt nach Mobilisierung aussehen lassen?�</p><p>�In diesen idyllischen Friedenszeiten sind in der Gegend nur wenige Schiffe, da bin ich sicher. Aber ich werde das feststellen.�</p><p>�Zwei oder drei w�rden schon gen�gen, vor allem, wenn eins zur Supernova-Klasse z�hlt.�</p><p>�Was m�chten Sie denn damit anfangen?�</p><p>�Ich m�chte, da� sie so dicht bei Sayshell patrouillieren, wie es �berhaupt geht, ohne einen Zwischenfall auszul�sen�� und gleichzeitig nahe genug beieinander bleiben, um sich notfalls gegenseitig unterst�tzen zu k�nnen.�</p><p>�Und welche Absicht steckt dahinter?�</p><p>�Flexibilit�t. Ich will zuschlagen k�nnen, wenn ich mu�.�</p><p>�Gegen die Zweite Foundation? Wenn Gaia sich sogar gegen den Fuchs abschirmen und sch�tzen konnte, dann wird sie auch dazu imstande sein, sich heute eine Handvoll Raumschiffe vom Halse zu halten.�</p><p>�Mein Freund�, entgegnete die Branno mit kriegerischem Glitzern in den Augen, �ich habe erw�hnt, da� nichts und niemand perfekt ist, nicht einmal Hari Seldon. Bei der Ausarbeitung seines Plans hat er nicht den Umstand �berwinden k�nnen, da� er ein Kind seiner Zeit war, ein Mathematiker in der �ra eines untergehenden Imperiums, als alle Technik verfiel. Daraus ergibt sich, da� er in seinem Plan den technischen Fortschritt nicht gen�gend ber�cksichtigen konnte. Die Gravitationstechnik, um ein Beispiel zu nennen, ist eine ganz neue Richtung des technischen Fortschritts, die er unm�glich vorausgesehen haben kann. Dar�ber hinaus sind andere Fortschritte erzielt worden.�</p><p>�Gaia kann auch Fortschritte gemacht haben.�</p><p>�In der Isolation? Kommen Sie, kommen Sie! In der Foundation-F�deration leben zehn Billiarden Menschen, und �berall unter ihnen wird irgendwie zur F�rderung der technischen Weiterentwicklung beigetragen. Eine einzelne, isolierte Welt kann �berhaupt nicht zu Vergleichbarem f�hig sein. Unsere Raumschiffe werden dort nach dem Rechten schauen, und ich mit ihnen!�</p><p>�Pardon, B�rgermeisterin, <emphasis>was </emphasis>haben Sie gesagt?�</p><p>�Ich selbst werde mit den Schiffen fliegen, die in Sayshells Grenzzonen patrouillieren. Ich will selber sehen, wie es um die Situation steht.�</p><p>F�r einen Moment sackte Kodell der Unterkiefer herab. Er schluckte und gab dabei einen sehr vernehmlichen Laut von sich. �Verzeihung, B�rgermeisterin, aber das ist� wenig vern�nftig.� Wenn jemals irgend jemandem ein st�rkerer Ausdruck auf der Zunge gelegen hatte, dann ganz bestimmt bei dieser Gelegenheit Kodell.</p><p>�Vern�nftig oder unvern�nftig�, sagte die Branno heftig, �ich werde es tun! Ich habe Terminus und diese endlosen politischen Auseinandersetzungen satt, den pers�nlichen Zank, die B�ndnisse und Gegenb�ndnisse, die Verr�tereien und anschlie�enden Auss�hnungen. Siebzehn Jahre lang war ich mittendrin, und jetzt m�chte ich etwas anderes tun�� <emphasis>irgend etwas </emphasis>anderes. Dort drau�en���� sie winkte blindlings seitw�rts�� �wird vielleicht die ganze galaktische Geschichte ver�ndert, und wenn�s so ist, will ich an diesem Proze� teilhaben!�</p><p>�Aber Sie besitzen doch keinerlei Einblick in derartige Vorg�nge, B�rgermeisterin.�</p><p>�Wer hat die schon, Liono?� Forsch erhob sich die Branno. �Sobald Sie mir die erforderlichen Informationen �ber die Raumschiffe gebracht und wir alles veranla�t haben, damit hier der ganze Humbug weiterl�uft, werde ich aufbrechen. Und versuchen Sie nicht, Liono, mich durch irgendwelche Man�ver in meinem Entschlu� zu behindern, sonst werde ich unsere alte Freundschaft im Handumdrehen beenden und Sie fallenlassen! Dazu bin ich auf jeden Fall in der Lage.�</p><p>Kodell nickte. �Das ist mir klar, B�rgermeisterin, aber darf ich Sie, ehe Sie sich endg�ltig entscheiden, nochmals bitten, die machtvolle Wirksamkeit von Seldons Plan zu ber�cksichtigen? Was Sie beabsichtigen, k�nnte auf Selbstmord hinauslaufen.�</p><p>�In dieser Beziehung mache ich mir keine Sorgen, Liono. Der Plan hat hinsichtlich des Fuchses versagt, den er nicht vorhergesehen hat und nicht vorhersehen konnte. Und ein prognostischer Fehler zur einen Zeit bedeutet, da� ein weiterer Fehler zu einer anderen Zeit m�glich ist.�</p><p>Kodell seufzte. �Na sch�n, wenn Sie wahrhaftig fest dazu entschlossen sind, will ich Sie nach meinen besten F�higkeiten und mit vorbehaltloser Loyalit�t unterst�tzen.�</p><p>�Gut. Trotzdem, ich warne Sie noch einmal, es ist besser f�r Sie, mit ganzem Herzen zu meinen, was Sie da reden! Und mit dieser Einstellung, Liono, wollen wir uns nun um Gaia k�mmern. Vorw�rts!�</p></section></section><section><title><p>F�nfzehntes Kapitel</p><p>Gaia-S</p></title><section><title><p>58</p></title><p>Sura Novi betrat den Kontrollraum des kleinen, ziemlich altmodischen Raumschiffs, das Stor Gendibal und sie in einer Reihe von wohlgeplanten Hyperspr�ngen �ber die Parseks hinwegbef�rderte.</p><p>Offenbar war sie im kompakt beschaffenen Bad gewesen, wo �le, warme Luft und ein Minimum an Wasser ihren K�rper aufgefrischt hatten. Sie kam in ein Badetuch gewickelt und hielt es in krampfhafter Darstellung von Z�chtigkeit fest um sich gedr�ckt. Ihr Haar war trocken, aber noch wirr.</p><p>�Meister?� sprach sie Gendibal mit leiser Stimme an.</p><p>Gendibal hob den Blick von seinen Karten und dem Computer. �Ja, Novi?�</p><p>�Ich bin platt vor Verlegensein, Meister�� Sie verstummte und setzte dann langsam noch einmal an. �Tut mir leid, da� ich st�ren mu�, Meister, aber���� und hier entgleiste sie erneut�� �ich kann mei Klamotten nich finden.�</p><p>�Ihre Kleidung, meinen Sie?� Einen Moment lang starrte Gendibal sie begriffsstutzig an, dann stand er mit merklich schlechtem Gewissen auf. �Novi, ich habe ganz vergessen, Ihnen Bescheid zu sagen. Die Sachen mu�ten gereinigt werden, sie sind im Detergentapparat. Sie sind sauber, getrocknet, gefaltet, v�llig fertig. Ich h�tte sie herausnehmen und Ihnen un�bersehbar hinlegen sollen. Ich hab�s vergessen.�</p><p>�Ich wollte nicht� nicht���� sie schaute an sich hinab�� ��anst��ig rumlaufen.�</p><p>�Das hat doch nichts mit �anst��ig� zu tun�, sagte Gendibal erheitert. �H�ren Sie, ich verspreche Ihnen, wenn diese ganze Angelegenheit ausgestanden ist, werde ich veranlassen, da� Sie jede Menge neue Kleider erhalten�� und nicht <emphasis>nur neu, </emphasis>sondern auch nach der neusten Mode. Wir sind in unziemlicher Hast aufgebrochen, und mir ist �berhaupt nicht eingefallen, da� ich Ihnen einiges in der Art zur Verf�gung stellen m��te, aber wir beide sind hier ganz allein an Bord, Novi, wir werden f�r einige Zeit zusammen an Bord leben, und daher ist es nicht n�tig, viel Wirbel um� um so etwas� so was wie�� Er gestikulierte vage, bemerkte pl�tzlich den entsetzten Blick in ihren Augen und dachte: Nun ja, sie ist eben vom Land und hat ihre Grunds�tze�� wahrscheinlich h�tte sie nichts gegen Anst��igkeiten der unheimlichsten Art, solange sie nur dabei die Kleider anbehalten darf.</p><p>Doch dann sch�mte er sich und war froh, da� es sich bei ihr um keine �Forscherin� handelte, die <emphasis>seine </emphasis>Gedanken h�tte erkennen k�nnen. �Soll ich Ihnen die Sachen holen?� fragte er.</p><p>�O nein, Meister. Das is nix fier dich� Ich meine, danke, ich wei� jetzt, wo sie sind.�</p><p>Als er sie das n�chste Mal sah, war sie ordnungsgem�� angekleidet und hatte das Haar gek�mmt. Ihre Scheu lie� sich deutlich sp�ren. �Tut mir leid, Meister, ich sch�me mich, weil ich mich so� unerh�r� <emphasis>ungeh�rig </emphasis>benommen habe. Ich h�tte die Sachen allein finden k�nnen.�</p><p>�Macht nichts�, antwortete Gendibal. �Sie kommen mit dem Galakto-Standard gut voran, Novi. Sie eignen sich die �Forschersprache� recht schnell an.�</p><p>Sura Novi l�chelte pl�tzlich. Ihre Z�hne waren ein wenig unregelm��ig, aber das beeintr�chtigte kaum die Weise, wie ihre Miene sich aufhellte und ihr Gesicht fast reizvoll aussah, wenn man sie lobte, fand Gendibal. Er gestand sich, da� das wohl der Grund war, warum er sie so gerne lobte.</p><empty-line/><image l:href="#7"/><empty-line/><p>�Die Hamer werden wenig davon halten, wenn ich wieder daheim bin�, sagte sie. �Sie werden sagen, ich t�t ein� ich <emphasis>w�re </emphasis>ein Wortdrechsler. So nennen sie jeden, der� naja, sonderbar spricht. Sie m�gen solche Leute nicht.�</p><p>�Ich bezweifle, da� Sie zu den Hamer zur�ckkehren werden, Novi�, sagte Gendibal. �Ich bin sicher, an der Universit�t�� ich meine, bei den Forschern�� wird nach wie vor f�r Sie Platz sein, sobald das hier vorbei ist.�</p><p>�Das t�t mich� w�rde mir echt gefallen, Meister.�</p><p>�W�re es Ihnen nicht lieber, mich mit �Sprecher Gendibal� anzureden, oder einfach mit�� Da sah er ihren indignierten Blick, der alle m�glichen Einw�nde verhie�, und sparte sich den Rest. �Nein, ich sehe, Sie m�chten�s nicht�, sagte er statt dessen. �Na sch�n, auch gut.�</p><p>�So was w�re nicht richtig, Meister. Aber darf ich fragen, wann das vorbei sein wird?�</p><p>Gendibal sch�ttelte den Kopf. �Das wei� ich selber nicht so recht. Vorerst mu� ich so schnell wie m�glich ein bestimmtes Ziel anfliegen. Leider ist dies Raumschiff, obwohl es ein sehr gutes Schiff seines Typs ist, reichlich langsam, und �so schnell wie m�glich� ist bedauerlicherweise nicht allzu schnell. Sie sehen ja, ich mu߅��� er deutete auf den Computer und die Karten�� �verschiedene Phasen ausarbeiten, in denen wir gr��ere r�umliche Entfernungen zur�cklegen k�nnen, aber der Computer besitzt nur beschr�nkte F�higkeiten, und ich bin nicht besonders geschickt in diesen Dingen.�</p><p>�Mu�t du schnell dorthin, weil Gefahr droht, Meister?�</p><p>�Wie kommen Sie auf die Idee, es k�nne eine Gefahr bestehen, Novi?�</p><p>�Manchmal schau ich dir ins Gesicht, Meister, wenn du�s, glaube ich, nicht merkst, und dann sieht dein Gesicht aus, als ob� Ich wei� nicht, was f�r �n Wort ich gebrauchen soll. Nicht nach Fierchten� ich meine, nach Furcht� auch nicht, als ob du mit Schlimmem rechnest.�</p><p>�Angespannt�, murmelte Gendibal.</p><p>�Du siehst� besorgt aus.�� Ist das das Wort?�</p><p>�Kommt darauf an. Was meinen Sie mit �besorgt�, Novi?�</p><p>�Ich meinte, du siehst aus, als ob du denkst: �Was soll ich in diesen gro�en Schwierigkeiten blo� als n�chstes tun?��</p><p>Gendibal wirkte betroffen. �Das ist �besorgt��� aber erkennen Sie das in meinem Gesicht, Novi? Am Sitz der Forscher achte ich immer sehr darauf, da� niemand irgend etwas in meiner Miene sehen kann, aber ich habe gedacht, allein im All�� das hei�t, lediglich in Ihrer Begleitung�� k�nnte ich mich einmal entspannen und mein Gesicht sozusagen in der Unterw�sche herumsitzen lassen. Entschuldigung, ich wollte Sie nicht in Verlegenheit bringen. Ich wollte eigentlich sagen, wenn Sie eine so gute Beobachterin sind, mu� ich nat�rlich wieder vorsichtiger sein. Ab und zu mu� ich mich wieder daran gew�hnen, da� auch Nicht-Mentalisten scharfsinnige Schlu�folgerungen zu ziehen verm�gen.�</p><p>Sura Novi machte einen entgeisterten Eindruck. �Jetzt kapiere ich �berhaupt nichts mehr, Meister.�</p><p>�Ich rede mehr oder weniger mit mir selbst, Novi. Sie brauchen nicht besorgt zu sein. Sehen Sie, da ist das Wort wieder.�</p><p>�Aber droht denn Gefahr?�</p><p>�Es gibt ein Problem, Novi. Ich wei� nicht, was ich vorfinden werde, wenn ich Sayshell erreiche�� das ist, wohin wir fliegen. M�glicherweise gerate ich in eine sehr heikle Situation.�</p><p>�Hei�t das nicht�� in Gefahr?�</p><p>�Nein, denn ich werde mit der Lage fertigwerden k�nnen.�</p><p>�Wie kannst du das vorhersagen?�</p><p>�Weil ich ein� ein Forscher bin. Von allen der beste. Es gibt nichts in der Galaxis, womit ich nicht fertigwerden k�nnte.�</p><p>�Meister, ich will nicht Sachen reden, wo mich� mir nicht zustehen���� ein Ausdruck verzerrte Sura Novis Gesicht, der an Verzweiflung grenzte�� �und dich nicht ver�rgern. Ich habe gesehen, wie du mit dem groben Klotz Rufirant umgesprungen bist, da warst du ja in Gefahr�� und er war nur ein Hamer-Farmer. Aber diesmal wei� ich nicht, was dich erwartet� und du wei�t�s auch nicht.�</p><p>Gendibal f�hlte sich ger�hrt. �F�rchten Sie sich, Novi?�</p><p>�Nicht wegen mir, Meister. Ich f�rchte� ich bin besorgt� um dich.�</p><p>�Sie k�nnen ruhig �Ich f�rchte um dich� sagen�, meinte Gendibal leise. �Das ist auch gutes Galakto-Standard.�</p><p>F�r einen Moment war er in Gedanken versunken. Dann hob er den Blick und ergriff Sura Novis recht rauhe H�nde. �Novi�, sagte er dann, �ich m�chte nicht, da� Sie sich aus irgendeinem Grund f�rchten. Lassen Sie mich etwas erkl�ren. Sie wissen ja, wie Sie an meinem Gesichtsausdruck sehen konnten, da� Gefahr besteht�� oder vielmehr, bestehen k�nnte��, fast als ob Sie dazu imstande w�ren, meine Gedanken zu lesen?�</p><p>�Ja?�</p><p>�Und ich kann noch viel besser als Sie Gedanken lesen. Forscher lernen das, und ich bin ein sehr t�chtiger Forscher.�</p><p>Sura Novis Augen weiteten sich, und sie entzog ihm ihre H�nde. Ihr schien der Atem zu stocken. �Du kannst meine Gedanken lesen?�</p><p>Hastig hob Gendibal einen Finger. �Ich lese Ihre Gedanken ja nicht, Novi. Ich lese sie <emphasis>nicht, </emphasis>au�er es m��te sein. <emphasis>Ihre </emphasis>Gedanken lese ich <emphasis>nicht.�</emphasis></p><p>(Er wu�te, da� er�� unter praktischen Gesichtspunkten betrachtet�� die Unwahrheit sagte. Es war f�r jemanden wie ihn unm�glich, sich in Sura Novis Gegenwart aufzuhalten, ohne zumindest die Grundstimmung dieser oder jener ihrer Gedanken zu bemerken. Daf�r brauchte man eigentlich kaum Zweitfoundationist zu sein. Gendibal sp�rte, da� er um ein Haar err�tet w�re. Aber eine solche Haltung, wie sie ihm gegen�ber einnahm, schmeichelte nun einmal, auch wenn sie nur eine Hamerin war. Auf jeden Fall, er mu�te sie beruhigen, schon aufgrund von Erw�gungen allgemeiner Mitmenschlichkeit�)</p><p>�Au�erdem bin ich dazu f�hig, das Denken von Leuten zu ver�ndern�, sagte er. �Ich kann bewirken, da� jemand Schmerz empfindet. Ich kann��</p><p>Doch Sura Novi sch�ttelte den Kopf. �Wie kannst du das alles tun, Meister? Rufirant��</p><p>�Vergessen Sie Rufirant�, sagte Gendibal geringsch�tzig. �Ich h�tte ihm im Handumdrehen Einhalt gebieten k�nnen. Ich h�tte ihn wie einen Sack Kartoffeln zu Boden st�rzen lassen k�nnen. Alle diese Hamer h�tte ich�� Er unterbrach sich pl�tzlich, weil er aufgrund seiner Prahlerei Unbehagen versp�rte, weil er begriff, da� er es darauf anlegte, diese Provinzlerin zu beeindrucken. Und sie sch�ttelte nach wie vor den Kopf.</p><p>�Meister�, meinte sie, �du versuchst mir die Furcht auszureden, aber ich f�rchte mich sowieso nicht, au�er um dich, also ist das gar nicht n�tig. Ich wei�, da� du ein gro�er Forscher bist, du kannst so ein Raumschiff durch das All fliegen, obwohl mir�s so vorkommt, niemand k�nnte so was tun, ohne� ich meine, es k�nnte eigentlich gar nicht m�glich sein, ohne sich� zu verirren. Und du benutzt Maschinen, von denen ich nichts verstehe� die kein Hamer jemals verstehen k�nnte. Und du brauchst mir auch nichts von diesen Kr�ften in deinem Geist zu erz�hlen, wo ich nicht glauben kann, da� sie so sind, denn alle die Sachen, die du mit Rufirant h�ttest machen k�nnen, wie du gesagt hast, die hast du nicht mit ihm gemacht, obwohl du doch in Gefahr warst.�</p><p>Gendibal pre�te die Lippen aufeinander. La� es dabei, sagte er sich. Wenn diese Frau darauf beharrt, da� sie nicht um sich selbst f�rchtet, la� es dabei! Aber er wollte nicht, da� sie ihn f�r einen Schw�chling und Weichling hielt. Das wollte er schlichtweg <emphasis>nicht.</emphasis></p><p>�Wenn ich Rufirant nichts getan habe�, sagte er, �dann deshalb, weil ich gar nicht den Wunsch hatte, ihm etwas zu tun. Wir Forscher d�rfen den Hamern niemals irgend etwas antun. Wir sind auf ihrer Welt G�ste. Verstehen Sie, was ich meine?�</p><p>�Ihr seid unsere Herren und Meister. Das sagen <emphasis>wir </emphasis>unter uns immer.�</p><p>Einen Augenblick lang schweiften Gendibals �berlegungen ab. �Und wieso hat dieser Rufirant mich trotzdem angegriffen?�</p><p>�Ich wei� nicht�, sagte sie blo�. �Ich glaube, er hat nicht gewu�t, was er da tat. Er mu� im Kopp bekloppt� ich meine, er mu� nicht bei klarem Verstand gewesen sein.�</p><p>Gendibal stie� ein Brummen aus. �Jedenfalls, wir tun den Hamer unsererseits niemals etwas. H�tte ich mich dazu verleiten lassen, ihn mit� mit Gewalt aufzuhalten, die anderen Forscher h�tten dann ziemlich schlecht von mir gedacht, und vielleicht w�re ich dadurch um meine Position gebracht worden. Um zu verhindern, da� mir ernster Schaden zugef�gt wird, h�tte ich ihn h�chstens ein ganz kleines bi�chen beeinflussen d�rfen� so wenig wie nur m�glich.�</p><p>Sura Novi senkte den Kopf. �Dann h�tte ich mich ja gar nicht dazwischenwerfen m�ssen, als w�re ich selbst �ne N�rrin.�</p><p>�Sie haben vollkommen richtig gehandelt�, sagte Gendibal. �Wie ich gerade gesagt habe, es w�re falsch von mir gewesen, gegen ihn vorzugehen, so oder so, und durch Ihr Eingreifen haben Sie�s �berfl�ssig gemacht, da� ich meinerseits etwas gegen ihn unternehme. <emphasis>Sie </emphasis>haben ihn aufgehalten, und das haben Sie gut gemacht. Ich bin Ihnen daf�r dankbar.�</p><p>Wieder l�chelte sie, diesmal regelrecht selig. �Jetzt verstehe ich, warum du so freundlich zu mir gewesen bist, Meister.�</p><p>�Nat�rlich, ich war sehr froh�, sagte Gendibal leicht verlegen. �Aber am wichtigsten ist, Sie sehen nun ein, es droht keine echte Gefahr. Ich kann mich gegen eine ganze Armee normaler Menschen durchsetzen. Das kann jeder Forscher vor allem die wichtigen Leute unter ihnen��, und wie ich schon erw�hnt habe, ich bin der Beste von allen. In der ganzen Galaxis gibt es niemanden, der mir widerstehen k�nnte.�</p><p>�Wenn du das sagst, Meister, bin ich davon �berzeugt.�</p><p>�Ich sage es. Also, f�rchten Sie noch immer um mich?�</p><p>�Nein, Meister, blo߅ Meister, sind das nur <emphasis>unsere </emphasis>Forscher, die Gedanken lesen k�nnen und� Gibt es vielleicht nicht andere Forscher, woanders eben, die es mit dir aufnehmen k�nnten?�</p><p>Einen Moment lang war Gendibal fassungslos. Diese Frau besa� ein erstaunliches Talent daf�r, hinter die Dinge zu blicken.</p><p>Nun war es notwendig, zu l�gen. �Es gibt keine�, sagte er.</p><p>�Man sieht aber doch so viele Sterne am Himmel. Einmal habe ich versucht, sie alle zu z�hlen, aber ich hab�s nicht geschafft. Wenn es soviel Welten mit Menschen gibt wie Sterne, m�ssen dann nicht auch noch mehr Forscher irgendwo dabeisein? Ich meine, andere Forscher au�er denen auf unserer Welt?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Und wenn doch?�</p><p>�Jedenfalls w�ren sie nicht so stark wie ich.�</p><p>�Und wenn sie dich pl�tzlich angreifen w�rden, bevor du �berhaupt etwas merkst?�</p><p>�Das w�re unm�glich. Wollten sich irgendwelche fremden Forscher an mich heranmachen, ich w�rde sie bemerken, lange bevor sie mir irgendwie schaden k�nnten.�</p><p>�W�re es dir m�glich, vor ihnen zu fliehen?�</p><p>�Ich h�tte es nicht n�tig, zu fliehen, aber���� er sah ihre Einw�nde voraus�� �wenn es doch sein m��te, k�nnte ich mir rasch ein neues Schiff verschaffen�� ein besseres als jedes andere Raumschiff in der Galaxis. Es w�re ausgeschlossen, da� sie mich fangen.�</p><p>�K�nnten sie nicht dein Denken ver�ndern und dich zum Bleiben bringen?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Es k�nnten aber doch viele sein. Du bist blo� einer.�</p><p>�Sobald sie auftauchen�� viel fr�her, als sie�s f�r m�glich halten d�rften��, w�rde ich merken, da� sie�s auf mich abgesehen haben, und daher k�nnte ich mich ihnen rechtzeitig entziehen. Unsere ganze Welt von Forschern st�nde dann gegen sie, und das w�re ihr Ende. Das w�re ihnen von vornherein klar, deshalb w�rden sie�s ohnehin nicht wagen, irgend etwas gegen mich zu unternehmen. Sie w�rden�s sogar vorziehen, da� ich gar nichts von ihnen erfahre�� aber ich w�rde sie bemerken.�</p><p>�Weil du so sehr besser als sie bist?� meinte Sura Novi, deren Miene von mit Zweifeln untermischtem Stolz strahlte.</p><p>Gendibal konnte ihr nicht widerstehen. Ihre nat�rliche Intelligenz, ihr schnelles Begriffsverm�gen machten ihre Gesellschaft wirklich zu einem Vergn�gen. Sprecherin Delora Delarmi, das sanftz�ngige Monster, hatte ihm einen gewaltigen Gefallen erwiesen, als sie ihm dies hamische Farmerm�dchen aufdr�ngte.</p><p>�Nein, Novi�, sagte er, �nicht weil ich besser bin, obwohl das der Fall ist�� sondern weil ich <emphasis>Sie </emphasis>dabei habe.�</p><p>�Mich?�</p><p>�Genau, Novi. H�tten Sie das gedacht?�</p><p>�Nee, Meister�, antwortete sie verbl�fft. �Was k�nnte denn ich da tun?�</p><p>�Das h�ngt mit Ihrem Geist zusammen.� Sofort hob er eine Hand. �Nein, ich lese Ihre Gedanken nicht. Ich nehme lediglich die Umrisse Ihrer Psyche wahr, und diese Umrisse sind ganz glatt, Ihre Psyche hat ein au�ergew�hnlich glattes Profil.�</p><p>Sie legte eine Hand an ihre Stirn. �Weil ich ungebildet bin, Meister? Weil ich derartig dumm bin?�</p><p>�Nein, meine Liebe.� Ihm fiel gar nicht auf, wie er die Anrede wechselte. �Weil du innerlich aufrichtig und frei von Schuldgef�hlen bist, weil du�s mit der Ehrlichkeit h�ltst und sprichst, was du denkst, weil du warmherzig bist und� und noch mehr in dieser Art. Sollten andere Forscher irgendwie unseren Geist antasten�� deinen und meinen��, lie�e ihr Tasten sich augenblicklich an deinem psychischen Profil feststellen. Ich w�rde so ein Tasten an deinem Geist bemerken, noch ehe ich es an meinem feststellen k�nnte�� und dann h�tte ich genug Zeit, um gegen sie eine Strategie zu entwickeln, das hei�t, um herauszufinden, wie wir uns am besten wehren k�nnen.�</p><p>Nach seiner Erl�uterung herrschte f�r eine ausgedehnte Weile Schweigen. Gendibal erkannte, da� Sura Novis Augen nicht allein gl�ckliche Zufriedenheit widerspiegelten, sondern auch Triumph und Stolz. �Und aus dem Grund hast du mich mitgenommen?� fragte sie ged�mpft.</p><p>Gendibal nickte. �Das war ein wichtiger Grund. Ja.�</p><p>Ihre Stimme sank zu einem Fl�stern herab. �Wie kann ich so n�tzlich wie m�glich sein, Meister?�</p><p>�Indem du ganz ruhig bleibst�, antwortete Gendibal. �Dich nicht f�rchtest. Und ganz einfach� so bleibst, wie du bist.�</p><p>�Ich werde bleiben, wie ich bin�, versicherte sie. �Und ich werde zwischen dir und der Gefahr stehen, wie ich�s schon im Fall Rufirant getan habe.�</p><p>Sie verlie� den Kontrollraum, und Gendibal schaute ihr nach.</p><p>Es war seltsam, durch welche Vielseitigkeit sie sich auszeichnete. Wie konnte ein so simples Gesch�pf eine solche Komplexit�t aufweisen? Unter der Gl�tte ihres psychischen Profils befanden sich eine enorme Intelligenz, Einsichtsf�higkeit und beachtlicher Mut. Was konnte er mehr verlangen�� von �berhaupt irgend jemandem?</p><p>Irgendwie schwebte vor seinem geistigen Auge ein Bild einer Sura Novi�� die keine Sprecherin war, nicht einmal Zweitfoundationistin, nicht einmal gebildet��, die entschlossen an seiner Seite stand, im bevorstehenden Drama eine Nebenrolle von nichtsdestoweniger entscheidender Bedeutung spielte.</p><p>Doch er gewann keine Klarheit �ber Details. Er konnte noch nicht genau erkennen, was es war, das sie erwartete.</p></section><section><title><p>59</p></title><p>�Ein einziger Hypersprung�, murmelte Trevize vor sich hin, �und da sind wir schon.�</p><p>�Gaia?� fragte Pelorat und betrachtete �ber Trevizes Schulter den Bildschirm.</p><p>�Gaias Sonne�, antwortete Trevize. �Nennen Sie sie Gaia-S, wenn Ihnen das beim Unterscheiden hilft. Die Galaktografen machen�s bisweilen so.�</p><p>�Und wo ist Gaia selbst? Oder sollen wir Gaia-P sagen, f�r Planet?�</p><p>�F�r den Planeten gen�gt ganz einfach �Gaia�. Wir k�nnen Gaia noch nicht sehen. Planeten kann man nicht so leicht sehen wie Sterne, und wir sind noch immer rund hundert Mikroparsek von Gaia-S entfernt. Beachten Sie, sie ist nur als Stern zu sehen, noch nicht als Scheibe, wenn auch als ziemlicher heller Stern. Starren Sie ihn nicht so direkt an, Janov, er ist hell genug, um Ihre Netzhaut zu sch�digen. Sobald ich meine Beobachtungen erledigt habe, lege ich einen Filter �ber die �bertragung. Dann d�rfen Sie ihn bestaunen, solange Sie Lust haben.�</p><p>�Wie weit sind hundert Mikroparsek in Ma�en, die auch ein Mythologe begreift, Golan?�</p><p>�Drei Milliarden Kilometer. Ungef�hr das Zwanzigfache des Abstands, den Terminus von unserer Heimatsonne einnimmt. Hilft Ihnen das weiter?�</p><p>�Ungeheuer. Aber sollten wir nicht n�her ran?�</p><p>�Nein.� �berrascht blickte Trevize auf. �Doch nicht sofort. Nach allem, was wir �ber Gaia geh�rt haben, sollten wir unter solchen Umst�nden etwa �berst�rzt vorgehen? Es ist eine Sache, K�hnheit an den Tag zu legen, aber eine andere, sich wie ein Verr�ckter aufzuf�hren. Erst sehen wir uns hier mal vorsichtig um.�</p><p>�Wonach denn, Golan? Sie haben doch gesagt, wir k�nnen Gaia noch nicht sehen.�</p><p>�Nicht mit blo�em Auge, klar. Wir verf�gen jedoch �ber Teleskope und einen hervorragenden Computer f�r Schnellanalysen. Wir k�nnen uns auf jeden Fall zuerst einmal einen Eindruck von Gaia-S verschaffen, und vielleicht lassen sich noch andere Dinge ermitteln. Behalten Sie nur die Ruhe, Janov.� Er streckte den Arm aus und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter.</p><p>�Gaia-S ist ein Einzelstern�, verk�ndete Trevize eine Weile sp�ter, �oder falls er doch einen Begleiter hat, ist er von Gaia-S weiter entfernt als im Moment wir, und bestenfalls handelt es sich um einen Roten Zwerg, das hei�t, wir brauchen uns nicht damit zu befassen. Gaia-S ist ein Stern der Kategorie G 4, also kann ohne weiteres ein bewohnbarer Planet vorhanden sein, und das sind gute Aussichten. W�re sie ein Stern der Kategorie A oder M, dann k�nnten wir gleich wieder abdrehen und umkehren.�</p><p>�Ich bin ja nur Mythologe�, meinte Pelorat, �aber h�tten wir die Spektralklasse, der Gaia-S angeh�rt, nicht schon von Sayshell aus feststellen k�nnen?�</p><p>�Gewi�, und wir haben�s auch getan, aber es schadet nie, sich aus der N�he noch einmal zu vergewissern. Gaia-S hat ein Planetensystem, durchaus keine �berraschung. Zwei Gasriesen sind in der Erfassung, einer von ihnen sieht gro� und h�bsch aus�� falls der Computer die Entfernungen akkurat gemessen hat. Es k�nnte noch einer auf der anderen Seite des Sterns und deshalb weniger leicht zu orten sein, wir befinden uns n�mlich zuf�llig ziemlich genau auf der Ebene der planetaren Umlaufbahnen. In den inneren Regionen kann ich nichts feststellen, was mich auch nicht �berrascht.�</p><p>�Ist das schlecht?�</p><p>�Eigentlich nicht. So was ist zu erwarten. Bewohnbare Planeten bestehen zumeist aus Fels und Metall und sind erheblich kleiner als Gasriesen, sie umkreisen ihre Sonne auch in geringerer Distanz, damit�s warm genug ist�� und auf alle F�lle lassen sie sich aus dieser Entfernung viel schlechter orten. Das hei�t, wir m�ssen noch wesentlich n�her herangehen, um die Zone im Umkreis von vier Mikroparsek um Gaia-S zu untersuchen.�</p><p>�Ich bin bereit.�</p><p>�Ich nicht. Wir vollf�hren den Hypersprung morgen.�</p><p>�Warum erst morgen?�</p><p>�Warum nicht? Wir wollen ihnen einen Tag zugestehen, um aus ihrem Loch zu kommen und nach uns zu haschen�� und uns, damit wir wom�glich rechtzeitig abhauen k�nnen, wenn wir sie kommen sehen und von dem, was wir sehen, wenig begeistert sind.�</p></section><section><title><p>60</p></title><p>Sie vollzogen die weitere Ann�herung langsam und vorsichtig. W�hrend der Tag verging, veranla�te Trevize grimmig entschlossen die Berechnung mehrerer verschiedener Ann�herungskurse und versuchte, sich irgendwie f�r einen Kurs zu entscheiden. Mangels klarer Daten konnte er sich nur auf seine Intuition st�tzen, die ihm jedoch ungl�cklicherweise diesmal gar nichts eingab. Ihm fehlte die �Gewi�heit�, die er manchmal empfand.</p><p>Schlie�lich leitete er einen weiteren Hypersprung ein, der sie auf gr��eren Abstand zur Ebene der planetaren Umlaufbahnen brachte.</p><p>�Dadurch erhalten wir einen besseren �berblick der Region als Ganzes�, erl�uterte er, �weil wir die Planeten in jeder Phase ihrer Umlaufbewegungen aus optimaler Distanz von der Sonne beobachten k�nnen. Und <emphasis>sie�� </emphasis>wer sie auch sein m�gen�� sind vielleicht weniger wachsam, was den Raum au�erhalb der Ebene der Planetenumlaufbahnen betrifft��� hoffe ich wenigstens.�</p><p>Sie nahmen zu Gaia-S nunmehr den gleichen Abstand ein wie der n�chste und gr��te der Gasriesen und blieben von ihm etwa eine halbe Milliarde Kilometer entfernt. Pelorat zuliebe holte Trevize ihn in voller Vergr��erung auf den Bildschirm. Er bot einen eindrucksvollen Anblick, selbst wenn man die drei k�rglich d�nnen, engen Ringe aus kosmischen Tr�mmern au�er acht gelassen h�tte.</p><p>�Er hat den �blichen Haufen von Satelliten�, sagte Trevize, �aber bei dieser Distanz von Gaia-S ist klar, da� keiner davon bewohnbar sein kann. Es ist auch keiner von ihnen von Menschen besiedelt, die unter einer transparenten Kuppel oder anderen artifiziellen Bedingungen leben.�</p><p>�Woher wissen Sie das?�</p><p>�Es sind keine Radioquellen mit Charakteristika vorhanden, die auf einen intelligenten Ursprung hinweisen. Nat�rlich ist es denkbar���� er schr�nkte seine Erkl�rung sofort ein��, �da� ein wissenschaftlicher Au�enposten viel M�he darauf verwendet, seine Radiosignale abzuschirmen, und der Gasriese erzeugt �berdies starke eigene Radiostrahlung, die �berlagern k�nnte, wonach ich gesucht habe. Aber unsere Radiorezeptoren sind sehr empfindlich, und unser Computer ist au�erordentlich leistungsf�hig. Ich w�rde sagen, die Wahrscheinlichkeit, da� diese Satelliten von Menschen bewohnt werden, ist �u�erst gering.�</p><p>�Hei�t das, es gibt gar keine Gaia?�</p><p>�Nein. Es hei�t allerdings, falls es Gaia gibt, hat man sich dort nicht die M�he gemacht, diese Satelliten zu besiedeln. Vielleicht fehlt�s an der Kapazit�t�� oder am Interesse.�</p><p>�Also, <emphasis>existiert </emphasis>Gaia, oder nicht?�</p><p>�Geduld, Janov! Geduld!�</p><p>Trevize betrachtete das All mit allem Anschein nach grenzenloser Gelassenheit. �Offen gestanden�, sagte er zwischendurch einmal, �die Tatsache, da� bis jetzt noch niemand zum Vorschein gekommen ist, um sich mit uns zu befassen, ist in gewisser Hinsicht entmutigend. W�ren bei ihnen die F�higkeiten vorhanden, die man ihnen zuschreibt, h�tten sie sich doch bestimmt schon gezeigt und auf unsere Ankunft reagiert.�</p><p>�Man kann vermutlich noch immer nicht ausschlie�en�, meinte Pelorat mi�mutig, �da� es sich bei all dem Gemunkel um Gaia blo� um Hirngespinste handelt.�</p><p>�Nennen Sie�s einen Mythos, Janov�, sagte Trevize mit verzerrtem L�cheln, �und ich teile Ihre Auffassung. Trotzdem, dort bewegt sich ein Planet im �kosph�rischen Bereich seines Zentralgestirns, und das bedeutet, er kann bewohnbar sein. Ich m�chte ihn wenigstens einen Tag lang unter Observation halten.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Zun�chst einmal, um mich davon zu �berzeugen, da� er bewohnbar ist.�</p><p>�Gerade haben Sie doch gesagt, er bef�nde sich innerhalb des �kosph�rischen Bereichs, Golan.�</p><p>�Ja, gegenw�rtig befindet er sich darin. Aber seine Umlaufbahn k�nnte sehr exzentrisch sein und ihn bis auf ein Mikroparsek dem Stern n�hern oder ihn auf f�nfzehn Mikroparsek von ihm entfernen, oder sogar beides. Wir m�ssen die Distanz des Planeten von Gaia-S feststellen und mit seiner Umlaufgeschwindigkeit vergleichen�� und es w�re auch eine Hilfe, die Richtung seiner Bewegung zu ermitteln.�</p></section><section><title><p>61</p></title><p>Noch ein Tag verging.</p><p>�Die Umlaufbahn ist nahezu kreisf�rmig�, sagte Trevize schlie�lich, �und das besagt, eine Bewohnbarkeit des Planeten ist h�chstwahrscheinlich gegeben. Aber noch immer kommt niemand heraus, um sich uns vorzukn�pfen. Wir m�ssen also noch n�her ran.�</p><p>�Wieso brauchen Sie zur Zeit so lange, um einen Hypersprung vorzubereiten?� wollte Pelorat wissen. �Sie machen doch nur ganz kurze Spr�nge.�</p><p>�H�r sich mal einer das an! Kurze Spr�nge sind bedeutend schwieriger als weite Spr�nge. Was ist schwieriger, einen Stein aufzuheben oder ein winziges Sandk�rnchen? Au�erdem ist Gaia-S nahe, und daher der Raum scharf gekr�mmt. Das kompliziert die Berechnungen sogar f�r unseren Computer. Sogar ein Mythologe sollte das einsehen.�</p><p>Pelorat lie� ein Brummen vernehmen.</p><p>�Sie k�nnen den Planeten jetzt mit blo�em Auge erkennen�, erg�nzte Trevize. �Genau hier. Sehen Sie ihn? Seine Rotationsperiode betr�gt ungef�hr zweiundzwanzig Stunden nach Galaktischer Standardzeit, die Achsenneigung macht zw�lf Grad aus. Er ist praktisch das Musterbeispiel eines bewohnbaren Planeten, geradezu wie aus dem Lehrbuch, und er <emphasis>besitzt </emphasis>Leben.�</p><p>�Woraus ersehen Sie das?�</p><p>�Die Atmosph�re enth�lt erhebliche Mengen freien Sauerstoffs. Ohne ausgedehnte Vegetation ist so etwas unm�glich.�</p><p>�Und wie steht�s mit intelligentem Leben?�</p><p>�Das h�ngt von der Analyse der Radiowellenstrahlung ab. Nat�rlich k�nnte es dort intelligentes Leben haben, nehme ich an, das aller Technik entsagt hat, aber das kommt mir reichlich unwahrscheinlich vor.�</p><p>�Solche F�lle hat�s aber schon gegeben�, sagte Pelorat.</p><p>�Ich glaub�s Ihnen aufs Wort. Das ist Ihr Fachgebiet. Allerdings halte ich es f�r wenig wahrscheinlich, da� es auf einer Welt, die einmal sogar den Fuchs abgeschreckt hat, lediglich noch Leute mit rein pastoraler Gesinnung gibt.�</p><p>�Hat sie einen Satelliten?� fragte Pelorat.</p><p>�Ja, hat sie�, antwortete Trevize sachlich.</p><p>�Wie gro�?� hakte Pelorat mit pl�tzlich gepre�ter Stimme nach.</p><p>�Kann ich noch nicht genau sagen. Vielleicht hundert Kilometer Durchmesser.�</p><p>�Meine G�te�, sagte Pelorat gr�blerisch, �ich w�nsche wirklich, ich w�rde einen gr��eren Schatz an Schimpfw�rtern kennen, als mir gel�ufig ist� aber es bestand ja immerhin eine kleine Chance, da߅�</p><p>�Sie meinen, h�tte sie einen Riesensatelliten, k�nnte sie tats�chlich die Erde selbst sein?�</p><p>�Ja, aber sie ist�s eindeutig <emphasis>nicht.�</emphasis></p><p>�Tja, wenn Compor recht hat, kann die Erde sich sowieso nicht in dieser galaktischen Region befinden. Sie soll ja im Bereich des Sirius sein. Tut mir wirklich leid f�r Sie, Janov.�</p><p>�Ach, macht nichts.�</p><p>�H�ren Sie, wir werden abwarten und noch einen kleinen Hypersprung riskieren. Sollten wir keine Anzeichen intelligenten Lebens feststellen, d�rfte es gefahrlos m�glich sein, zu landen�� blo� h�tten wir dann eigentlich keinen Grund zum Landen, oder?�</p></section><section><title><p>62</p></title><p>�Jetzt ist alles klar, Janov�, sagte Trevize nach dem n�chsten Sprung mit Staunen in der Stimme. �Das ist Gaia, soviel d�rfte feststehen. Zumindest ist eine technisierte Zivilisation vorhanden.�</p><p>�Ersehen Sie das aus den Radiowellen?�</p><p>�Aus etwas, das noch viel unmi�verst�ndlicher ist. Eine Raumstation umkreist den Planeten. Sehen Sie das da?�</p><p>Der Bildschirm zeigte ein Objekt. F�r Pelorats unge�bte Augen wirkte es nicht allzu bemerkenswert. �Artifiziell�, stellte dagegen Trevize sofort klar, �Metall, zudem eine Radioquelle.�</p><p>�Was fangen wir jetzt an?�</p><p>�F�r eine Weile erst einmal gar nichts. Auf einer solchen technischen Stufe ist es ausgeschlossen, da� sie uns nicht entdecken. Falls sie nach einiger Zeit noch immer nichts unternommen haben, werde ich ihnen einen Funkspruch schicken. Wenn auch danach noch nichts geschehen sollte, werde ich vorsichtig n�hergehen.�</p><p>�Und wenn sie irgend etwas <emphasis>tun?�</emphasis></p><p>�Das kommt darauf an, was es ist. Falls es mir nicht gef�llt, werde ich eben die Tatsache der geringen Wahrscheinlichkeit, da� sie irgendwelche Errungenschaften besitzen, die mit der Hypersprungt�chtigkeit unseres Raumers zu vergleichen sind, zu unserem Vorteil ausnutzen.�</p><p>�Sie meinen, wir werden abhauen?�</p><p>�Flott wie ein Hyperraumgescho�.�</p><p>�Aber dann w�ren wir anschlie�end ja nicht kl�ger als vorher.�</p><p>�So betrachte ich das keineswegs. Zumindest wissen wir dann, da� Gaia wirklich existiert, da� es dort eine funktionierende Technik gibt und da� es dies oder jenes zur Verf�gung hat, das unsereins einen Schrecken einjagen kann.�</p><p>�Wir sollten uns aber nicht zu leicht erschrecken lassen, Golan.�</p><p>�Nun-nun, Janov, ich wei�, Sie sind auf nichts in der Galaxis so versessen wie auf irgendwelche Erkenntnis �ber die Erde, aber ber�cksichtigen Sie bitte, da� ich ihre Monomanie nicht mit Ihnen gemein habe. Wir sitzen in einem unbewaffneten Raumschiff, und die Menschen da unten sind vielleicht jahrhundertelang isoliert gewesen. Stellen Sie sich mal vor, sie haben noch nie von der Foundation geh�rt und sehen daher keinen Anla�, vor ihr Respekt zu haben. Oder denken Sie daran, dort k�nnte ja <emphasis>tats�chlich </emphasis>die Zweite Foundation hausen, und sobald sie uns in der Hand hat und wom�glich schon sauer genug auf uns ist��, werden wir vielleicht nie wieder die gleichen wie vorher sein. M�chten Sie riskieren, da� man Ihnen das Bewu�tsein durchpustet und Sie anschlie�end merken, Sie sind kein Mythologe mehr und haben nicht l�nger die geringste Ahnung von irgendwelchen Legenden und dergleichen?�</p><p>Pelorat schnitt ein grimmiges Gesicht. �Tja, wenn Sie�s so darstellen� Aber falls wir abhauen m�ssen, was machen wir danach?�</p><p>�Ganz einfach. Wir kehren mit unseren Neuigkeiten zur�ck nach Terminus. Oder jedenfalls so nahe heran, wie die Alte dort es uns erlaubt. Dann k�nnen wir Gaia m�glicherweise noch einmal aufsuchen�� ohne viel Umst�nde und ohne alle diese langwierigen Vorsichtsma�nahmen��, und zwar mit einem bewaffneten Schiff, wenn nicht sogar mit einer ganzen waffenstarrenden Flotte. Es kann sein, da� dann alles v�llig anders aussieht.�</p></section><section><title><p>63</p></title><p>Sie warteten. Das Abwarten war ihnen bereits zur Routine geworden. W�hrend der Ann�herung an Gaia verbrachten sie weit mehr Zeit mit Warten, als sie im Laufe des Flugs von Terminus nach Sayshell damit zugebracht hatten.</p><p>Trevize schaltete den Computer auf Automatikalarm und war im �brigen nonchalant genug, um in seinem Polstersessel ein Nickerchen zu machen.</p><p>Infolgedessen schrak er geh�rig auf, als der Alarm dann tats�chlich zu schrillen begann. Pelorat kam in Trevizes Kabine gest�rzt, nicht weniger aufgescheucht. Er war beim Rasieren gest�rt worden.</p><p>�Haben wir eine Mitteilung empfangen?� fragte Pelorat nach.</p><p>�Nein�, erwiderte Trevize mit Nachdruck. �Wir sind in <emphasis>Bewegung </emphasis>geraten.�</p><p>�In <emphasis>Bewegung?�� </emphasis>Wohin?�</p><p>�In Richtung Raumstation.�</p><p>�Wieso denn das?�</p><p>�Ich wei� es auch nicht. Der Antrieb ist aktiv, und der Computer reagiert nicht auf mich�� aber wir bewegen uns. Janov, jetzt haben sie uns <emphasis>gepackt! </emphasis>Wir haben uns ein bi�chen zu dicht an Gaia herangewagt.�</p></section></section><section><title><p>Sechzehntes Kapitel</p><p>Konvergenz</p></title><section><title><p>64</p></title><p>Als Stor Gendibal endlich Compors Raumer auf seinem Bildschirm ersp�hte, f�hlte er sich wie am Ende einer unglaublich langen Reise. Aber nat�rlich stand er nicht am Ende, sondern erst am Anfang. Der Flug von Trantor nach Sayshell war nichts als ein Vorspiel gewesen.</p><p>Sura Novi wirkte beeindruckt. �Ist das ein anderes Weltallschiff, Meister?�</p><p>�Ein Raumschiff. Ja, Novi, das ist eines. Genau das, auf das ich es schon die ganze Zeit abgesehen habe. Es ist gr��er als das hier�� und besser. Es kann den Raum so schnell durchqueren, da� unser Schiff, falls das andere uns davonfliegen w�rde, es nicht einholen, ja es nicht einmal verfolgen k�nnte.�</p><p>�Schneller als ein Raumschiff der Meister?� Diese Vorstellung entsetzte Sura Novi anscheinend regelrecht.</p><p>Gendibal zuckte die Achseln. �Ich mag, wie du�s nennst, ein Meister sein, aber ich bin nicht in allen Dingen Meister. Wir Forscher haben keine derartigen Raumschiffe, und uns fehlen auch etliche von den Ger�tschaften, die den Eigent�mern dieser anderen Raumer zur Verf�gung stehen.�</p><p>�Aber wie kommt es denn nur, da� den Forschern solche Sachen fehlen, Meister?�</p><p>�Weil wir Meister in dem sind, was wirklich wichtig ist. Die Vorteile in bezug auf das Material, die die anderen haben, nutzen ihnen in Wahrheit wenig.�</p><p>Sura Novi runzelte nachdenklich die Stirn. �Ich finde, wenn jemand so schnell sein kann, da� kein Meister es schafft, ihm zu folgen, ist das durchaus kein geringer Vorteil. Wer sind diese Leute, die so wundertolle� die solche Dinge haben?�</p><p>Gendibal war erheitert. �Sie nennen sich die Foundation. Hast du schon einmal von der Foundation geh�rt?�</p><p>(Ihm stellte sich unvermutet die Frage, was die Hamer �ber die Galaxis wissen mochten und was nicht und wieso die Sprecher nie auf den Gedanken gekommen waren, sich diese Frage zu stellen. Oder hatte nur er allein sich bisher diese Frage noch nicht gestellt�� war er der einzige Zweitfoundationist, der glaubte, die Hamer h�tten an nichts Interesse, au�er im Erdreich zu buddeln?)</p><p>Sura Novi sch�ttelte versonnen den Kopf. �Davon habe ich noch nie was geh�rt, Meister. Als der Schulmeister mir die Schriftlehre beigebracht hat�� das Lesen, meine ich��, ist von ihm auch erz�hlt worden, da� es noch viele andere Welten gibt, und er hat auch von ein paar die Namen genannt. Er sagte, unsere Hamer-Welt h�tte richtig den Namen Trantor und fr�her mal �ber alle anderen Welten geherrscht. Damals w�re Trantor ganz mit schimmerndem Eisen bedeckt gewesen, und da h�tte ein Kaiser gewohnt, ein Alles-und-Jedes-Meister.�</p><p>Sie hob ihren Blick mit sch�chterner Belustigung zu Gendibal. �Das meiste von allem glaube ich aber nich, nee. In den Zeiten, wo die Abende l�nger sind, werden in den Versammlungshallen von den Wortwebern viele Geschichten erz�hlt. Als ich noch ein kleines M�dchen war, habe ich sie alle geglaubt, aber wie ich �lter geworden bin, habe ich gemerkt, da� viele nicht stimmen. Heute glaube ich kaum noch was davon, vielleicht gar nichts mehr. Sogar Schulmeister erz�hlen Unglaubliches.�</p><p>�Trotzdem, Novi, diese eine Geschichte eures Schulmeisters ist wahr�� aber was er erz�hlt hat, liegt schon sehr lange zur�ck. Fr�her war Trantor wirklich mit Metall �berzogen, und es gab tats�chlich einen Kaiser auf Trantor, der die gesamte Galaxis regiert hat. Heute sind es allerdings die Leute der Foundation, die eines Tages die ganze Galaxis regieren werden. Sie gewinnen st�ndig an Macht.�</p><p>�Sie werden <emphasis>alles </emphasis>beherrschen, Meister?�</p><p>�Nicht unverz�glich. In f�nfhundert Jahren.�</p><p>�Und sie werden dann auch Herren �ber die Meister sein?�</p><p>�Nein, nein. Sie werden die Welten regieren. Wir dagegen werden <emphasis>sie </emphasis>regieren�� im Interesse ihrer Sicherheit und der Sicherheit der Welten.�</p><p>Sura Novi dachte bereits wieder weiter. �Meister�, wollte sie wissen, �haben die Leute von der Foundation viele von diesen wunderbaren Raumschiffen?�</p><p>�Ich nehm�s an, Novi.�</p><p>�Und andere Dinge, die� sehr erstaunlich sind?�</p><p>�Sie haben starke Waffen der verschiedensten Art.�</p><p>�K�nnen sie dann nicht schon jetzt die Herrschaft �ber alle Welten antreten?�</p><p>�Nein, das k�nnen sie nicht. Die Zeit ist noch nicht reif.�</p><p>�Aber warum denn nicht? W�rden die Meister sie daran hindern?�</p><p>�Das brauchen wir gar nicht, Novi. Selbst wenn wir �berhaupt nichts t�ten, w�rde es ihnen nicht gelingen, schon jetzt ihren Machtbereich auf alle Welten auszudehnen.�</p><p>�Aber was w�rde sie denn daran hindern?�</p><p>�Sieh mal�, begann Gendibal, �es gibt da einen Plan, den hat sich ein weiser Mann ausgedacht��</p><p>Er verstummte, l�chelte andeutungsweise und sch�ttelte dann den Kopf. �Das l��t sich nur sehr schwer erkl�ren, Novi. Vielleicht kommen wir ein anderes Mal dazu. M�glicherweise wirst du�s, wenn du siehst, was geschieht, bis wir nach Trantor zur�ckkehren, auch ohne meine Belehrungen begreifen.�</p><p>�Was wird denn geschehen, Meister?�</p><p>�Da bin ich mir noch nicht sicher, Novi. Aber es wird alles gut ausgehen.�</p><p>Er wandte sich ab und machte sich daran, mit Compor Verbindung aufzunehmen. Unterdessen konnte er nicht verhindern, da� ihm insgeheim der Gedanke kam: Das hoffe ich wenigstens.</p><p>Augenblicklich �rgerte er sich �ber sich selbst, denn er kannte die Ursache f�r einen so n�rrischen, entmutigenden Gedankengang. So etwas war auf den Eindruck umfassender, enormer Macht auf Seiten der Foundation zur�ckzuf�hren, wie sie in Form von Compors Raumschiff manifestiert war, und zugleich war sein Verdru� daran schuld, den er angesichts von Sura Novis offener Bewunderung f�r eben dieses Schiff empfand.</p><p>Was f�r ein Unfug! Wie konnte er sich dazu verleiten lassen, den Besitz blo�er St�rke und Macht mit der F�higkeit gleichzustellen, das Geschehen zu lenken? Das war, was Generationen von Sprechern als den �Trugschlu� bez�glich der Hand am Hals� bezeichnet hatten.</p><p>Kaum zu fassen, da� er nicht immun war gegen solche All�ren!</p></section><section><title><p>65</p></title><p>Munn Li Compor war sich ganz und gar nicht dar�ber im klaren, wie er sich nun verhalten sollte. F�r einen Gro�teil seines Lebens hatte er die Sprecher stets knapp au�erhalb des Umkreises gesehen, in dem er wirkte und in dem er seine Erfahrungen machte�� die Sprecher, mit denen er nur gelegentlich in Kontakt stand, die in ihrem r�tselhaften Griff die gesamte Menschheit umfa�t hielten.</p><p>Von ihnen allen war Stor Gendibal es gewesen, an den er sich im Laufe der letzten Jahre gewandt hatte, um Orientierung zu haben. Meistens war es nicht einmal eine Stimme gewesen, mit der er in Kontakt stand, sondern nur eine fremde Wesenheit in seinem Geist�� Hyperkommunikation ohne Hyper-Relais.</p><p>In dieser Beziehung war die Zweite Foundation der Foundation weit voraus. Ohne Apparate, nur dank ihrer besonders herausgebildeten, hochentwickelten geistigen Kr�fte, vermochten sie sich �ber Parseks hinweg zu verst�ndigen, ohne da� man sie belauschen, sie st�ren konnte. Sie unterhielten ein unsichtbares, nicht zu entdeckendes Netzwerk, das durch die Gedanken einer relativ kleinen Zahl entschlossener Individuen alle Welten miteinander verband.</p><p>Compor hatte mehr als einmal, wenn er an seine Rolle bei alldem dachte, eine Art von innerer Erh�hung versp�rt. Wie klein der Bund war, dem er angeh�rte, wie enorm der Einflu�, den er aus�bte. Und wie geheim alles ablief. Nicht einmal seine Ehepartnerin ahnte etwas von seinem geheimen Leben.</p><p>Und die Sprecher waren es, die alle F�den in der Hand hielten�� unter ihnen dieser eine Sprecher, dieser Gendibal, der m�glicherweise, dachte sich Compor, der n�chste Erste Sprecher werden mochte, der Superkaiser eines Superimperiums.</p><p>Nun war Gendibal zur Stelle, in einem Raumschiff von Trantor gekommen, und Compor mu�te mit einer gewissen Entt�uschung ringen, weil ihre Begegnung nicht auf Trantor selbst stattfand.</p><p>Konnte <emphasis>das </emphasis>ein Raumschiff Trantors sein? Jeder der fr�heren H�ndler, die einst das Warenangebot der Foundation in einer feindseligen Galaxis verbreiteten, mu�te bessere Raumer besessen haben. Kein Wunder, da� der Sprecher so lange gebraucht hatte, um die Strecke von Trantor nach Sayshell zur�ckzulegen.</p><p>Das Raumschiff war nicht einmal mit einer Andockanlage ausgestattet, die es erm�glicht h�tte, die beiden Schiffe aneinander zu verankern, wie man es normalerweise machte, wenn Personen von einem auf ein anderes Schiff �berwechseln sollten. Selbst die unbedeutende sayshellische Flotte besa� solche Vorrichtungen. Statt dessen mu�te der Sprecher die Geschwindigkeit seines Raumfahrzeugs angleichen und dann eine Verbindungsleine �ber den Abstand zwischen den Schiffen schie�en, um sich daran her�berzuhangeln, ganz wie in den alten Zeiten des Imperiums.</p><p>Das war es, befand Compor tr�bsinnig, au�erstande dazu, den Tr�bsinn zu verscheuchen. Der Raumer war nichts als ein altmodisches Imperiums-Raumschiff�� und obendrein ziemlich klein.</p><p>Zwei Gestalten bewegten sich an der Verbindungsleine entlang�� eine davon so unbeholfen, da� feststand, sie hatte sich noch nie darin ge�bt.</p><p>Endlich befanden die beiden Ank�mmlinge sich an Bord und legten die Raumanz�ge ab. Sprecher Stor Gendibal war mittelgro� und wirkte nicht sonderlich beeindruckend; weder war er hochgewachsen und kraftvoll, noch strahlte er irgendeine erh�hte Gelehrtheit aus. Seine dunklen, in tiefen H�hlen liegenden Augen waren die einzigen Anzeichen seiner Weisheit. Doch nun schaute der Sprecher sich mit einem Gebaren um, das unverkennbar verriet, er war <emphasis>selber </emphasis>von nahezu ehrf�rchtigem Staunen gepackt!</p><p>Die andere Person war eine Frau von der K�rpergr��e Gendibals, schlicht in ihrem Aussehen. W�hrend sie sich umblickte, stand ihr vor Verbl�ffung der Mund offen.</p></section><section><title><p>66</p></title><p>An der Leine entlangzuklimmen, war f�r Gendibal durchaus kein ausschlie�lich unangenehmes Erlebnis gewesen. Zwar war er kein ausgesprochener Raumfahrer�� das konnte kein Zweitfoundationist von sich behaupten��, andererseits aber auch kein totaler Bodenhocker, denn man lie� nicht zu, da� ein Zweitfoundationist sich in dieser Hinsicht einseitig entwickelte. Die eventuelle Notwendigkeit eines Raumflugs war Zweitfoundationisten permanent bewu�t, obwohl jeder von ihnen hoffte, da� er nur �u�erst selten in diese Verlegenheit kam. (Preem Palver�� dessen Raumreisen wegen ihrer Ausdehnung legend�ren Charakter besa�en�� hatte einmal wehm�tig die Bemerkung gemacht, man solle den Erfolg eines Sprechers daran messen, wie wenig Zeit er mit Fl�gen durchs All zubringen m�sse, um das Gelingen des Seldon-Plans zu sichern.)</p><p>Gendibal hatte schon dreimal zuvor eine Verbindungsleine benutzt. Dies war das vierte Mal, und wenn er trotzdem eine gewisse Beunruhigung versp�rt h�tte, w�re sie ohnehin durch seine Sorge um Sura Novi verdr�ngt worden. Er h�tte keine Mentalik gebraucht, um zu sehen, da� der Schritt hinaus ins Nichts sie v�llig verst�rte.</p><p>�Ich fierchte mir, Meister�, sagte sie, nachdem er ihr erl�utert hatte, was es zu tun galt. �Das is ja v�lliges Nix, in das ich springen soll.� Wenn nichts anderes, so h�tte unmi�verst�ndlich ihr R�ckfall in den schwerf�lligen Hamer-Dialekt den Umfang ihrer inneren Aufgew�hltheit gekennzeichnet.</p><p>�Ich kann dich nicht an Bord dieses Schiffes zur�cklassen, Novi�, entgegnete Gendibal sanft, �denn ich werde auf das andere umsteigen und mu� dich mitnehmen. Es besteht keine Gefahr, weil der Raumanzug dich vor jedem Schaden besch�tzen wird, und fallen kannst du gar nicht. Auch wenn du deinen Halt an der Verbindungsleine verlieren solltest, bin noch immer ich in deiner N�he, ich werde die ganze Zeit hindurch auf Armesl�nge bei dir sein, so da� ich dich jederzeit festhalten kann. Komm, Novi, zeig mir, da� du tapfer genug bist�� nicht nur gescheit genug��, um Forscherin zu werden!�</p><p>Sie erhob keine weiteren Einw�nde, und Gendibal�� obwohl abgeneigt, irgend etwas zu tun, was das nat�rliche Profil ihrer harmonischen Psyche beeintr�chtigen k�nnte�� half ihr nichtsdestoweniger mit einer fl�chtigen, oberfl�chlichen Einflu�nahme zur Beruhigung ihrer Gem�tsverfassung.</p><p>�Du kannst dich unterwegs nach wie vor mit mir verst�ndigen�, sagte er, als sie beide in den Raumanz�gen standen. �Ich kann dich verstehen, wenn du konzentriert denkst. Denk die W�rter nachdr�cklich und deutlich, eins nach dem anderen. Du kannst mich verstehen, oder?�</p><p>�Ja, Meister�, antwortete sie.</p><p>Durch die transparente Helmscheibe konnte er erkennen, wie sich ihre Lippen bewegten. �Du brauchst nichts laut auszusprechen, Novi�, sagte er. �Diese Art von Raumanz�gen, die wir Forscher verwenden, hat keine Funkger�te. Wir verst�ndigen uns nur durch den Geist.�</p><p>Ihre Lippen bewegten sich nicht mehr, aber ihre Miene wirkte wieder besorgter. Kannst du mich verstehen, Meister?</p><p>Ohne weiteres, dachte Gendibal zur�ck, bewegte diesmal ebenfalls nicht die Lippen. Und du mich?</p><p>Ja, Meister.</p><p>Dann komm jetzt mit und verhalte dich genauso wie ich!</p><p>Sie setzten �ber. Theoretisch war Gendibal die ganze Methode vollkommen klar, wenngleich er sie in der Praxis nur mittelm��ig beherrschte. Der Trick bestand dabei darin, beide Beine zusammen gerade ausgestreckt zu halten und sich nur aus der H�fte an der Leine entlangzuziehen. Dadurch blieb das Schwerkraftzentrum des K�rpers in kontinuierlicher Geradeausbewegung, w�hrend die Arme zielsicher das Vorankommen gew�hrleisten konnten. Er hatte Sura Novi genau das erkl�rt, und unterwegs begutachtete er, ohne sich umzublicken, ihre K�rperhaltung, indem er seine Aufmerksamkeit den motorischen Zentren ihres Gehirns schenkte.</p><p>F�rs erste Mal hielt sie sich recht gut, fast so gut wie Gendibal selbst. Sie unterdr�ckte ihre Anspannung und befolgte die Weisungen. Wieder einmal war Gendibal mit ihr sehr zufrieden.</p><p>Doch sie war eindeutig froh, als es soweit war, wieder an Bord eines Raumschiffs gehen zu k�nnen, und Gendibal ging es ebenso. W�hrend er den Raumanzug ablegte, sah er sich um, und Luxus und Stil der Innenausstattung machten auf ihn einen �berw�ltigenden Eindruck. Er kannte nahezu nichts von allem, was er sah, und bei dem Gedanken, da� er wom�glich nur wenig Zeit hatte, um die Handhabung zu lernen, sank sein Mut geh�rig. M�glicherweise mu�te er von dem Mann, der sich bereits an Bord befand, sachkundigen Rat einholen, und ein derartiges Verfahren war immer schlechter, als wenn man etwas selber gr�ndlich gelernt hatte.</p><p>Dann widmete er sich Compor. Ein paar Jahre �lter als er, war Compor hochgewachsen und hager, auf leicht weichliche Weise recht gutaussehend, mit steif gewelltem Haar von frappantem Buttergelb.</p><p>Und Gendibal ersah deutlich, da� dieser Mann nicht nur entt�uscht war von dem Sprecher, den er nun erstmals n�her kennenlernte, sondern ihm sogar eine gewisse Geringsch�tzung entgegenbrachte. Und nicht nur das, er war auch vollkommen au�erstande dazu, seine Einstellung zu verheimlichen.</p><p>Im gro�en und ganzen pflegte sich Gendibal um dergleichen nicht <emphasis>zu </emphasis>scheren. Compor war kein Trantoraner�� und auch kein vollwertiger Zweitfoundationist�� und gab sich offensichtlich den �blichen Illusionen hin. Schon die oberfl�chlichste Einsichtnahme in sein Denken verriet diese Tatsache. Zu diesen Illusionen z�hlte eindeutig, da� wahre Macht zwangsl�ufig mit den �u�erlichkeiten von Macht einhergehen m�sse. Nat�rlich durfte er sich seinen Illusionen hingeben, solange sie nicht dem im Wege standen, was Gendibal brauchte, aber gegenw�rtig verhielt es sich so, <emphasis>da� </emphasis>sie st�rten.</p><p>Was Gendibal deshalb tat, lief auf nicht mehr als das mentale �quivalent eines Fingerschnippens hinaus. Unter einer heftigen, aber kurzen Schmerzempfindung geriet Compor ins Taumeln. Er hatte den Eindruck, zur Konzentration gen�tigt zu werden, durch einen �u�eren geistigen Schubs, der die Au�enhaut seiner Gedanken kr�uselte und in ihm das Bewu�tsein um eine gutbeherrschte, ehrfurchterregende mentale Macht hinterlie�, die ausge�bt werden konnte, wann immer es dem Sprecher beliebte.</p><p>Nunmehr versp�rte Compor betr�chtlichen Respekt vor Gendibal.</p><p>�Compor, mein Freund�, sagte Gendibal leutselig, �ich habe mir lediglich erlaubt, Ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Bitte teilen Sie mir mit, wo Ihr Freund Golan Trevize und dessen Freund Janov Pelorat sich aufhalten.�</p><p>Compor z�gerte. �Soll ich in Anwesenheit der Frau reden, Sprecher?�</p><p>�Diese Frau ist gewisserma�en eine Verl�ngerung meiner selbst, Compor. Daher besteht kein Grund, aus dem Sie nicht offen sprechen d�rften.�</p><p>�Wie Sie meinen, Sprecher. Trevize und Pelorat n�hern sich zur Zeit einem Planeten, der als Gaia bekannt ist.�</p><p>�Das haben Sie bereits vor kurzem in Ihrer letzten Nachricht �bermittelt. Sicher sind sie inzwischen doch schon auf Gaia gelandet und wom�glich sogar wieder gestartet. Auf Sayshell sind sie nur kurz geblieben.�</p><p>�W�hrend der Zeitspanne, in der ich ihnen gefolgt bin, sind sie nicht gelandet, Sprecher. Sie haben sich dem Planeten mit gro�er Vorsicht gen�hert und zwischen ihren Mikrospr�ngen erhebliche Perioden verstreichen lassen. F�r mich ist klar, da� sie �ber den Planeten, den sie anfliegen, keinerlei Informationen besitzen und deshalb so deutlich z�gern.�</p><p>�Haben <emphasis>Sie </emphasis>Informationen, Compor?�</p><p>�Keine, Sprecher�, antwortete Compor. �Oder jedenfalls hat mein Bordcomputer keine.�</p><p>�Dieser Computer hier?� Gendibals Blick fiel aufs Kontrollpult. �Ist er beim Betrieb des Schiffs eine Hilfe?� erkundigte er sich in pl�tzlicher Hoffnung.</p><p>�Er kann das Schiff allein betreiben und einwandfrei steuern. Man braucht die Anweisungen nur hineinzudenken.�</p><p>Gendibal empfand pl�tzlich Unbehagen. �So weit ist die Foundation schon?�</p><p>�Ja, aber das alles steckt noch in den Anf�ngen. Der Computer arbeitet nicht besonders gut. Manchmal mu� ich meine Gedanken mehrmals wiederholen und erhalte selbst dann blo� Minimalinformationen.�</p><p>�Vielleicht kann ich besser damit umgehen�, meinte Gendibal.</p><p>�Da bin ich sicher, Sprecher�, sagte Compor respektvoll.</p><p>�Aber lassen wir das erst einmal beiseite. Warum enth�lt er keine Informationen �ber Gaia?�</p><p>�Das wei� ich nicht, Sprecher. Er behauptet�� falls man einem Computer nachsagen kann, er <emphasis>behaupte </emphasis>etwas��, er bes��e Daten �ber jeden von Menschen bewohnten Planeten der Galaxis.�</p><p>�Er kann nicht mehr Informationen haben, als in ihm gespeichert worden sind, und falls die Leute, die die Speicherung vorgenommen haben, es im Glauben taten, die Daten aller derartigen Planeten zu besitzen, wogegen das in Wirklichkeit nicht der Fall ist, dann d�rfte der Computer auch auf der Grundlage dieses Irrtums arbeiten. Richtig?�</p><p>�Gewi�, Sprecher.�</p><p>�Haben Sie auf Sayshell Erkundigungen eingezogen?�</p><p>�Sprecher�, antwortete Compor unbehaglich, �man findet zwar auf Sayshell diese und jene Leute, die sich �ber Gaia �u�ern, aber was sie dar�ber denken, ist wertlos. Nichts als Aberglauben. Sie erz�hlen sich eine Geschichte, die dahin geht, Gaia sei ungeheuer m�chtig und habe sogar den Fuchs ferngehalten.�</p><p>�Das sagen sie?� meinte Gendibal und verbarg seine �berraschung. �Waren Sie �berzeugt genug davon, es drehe sich nur um Aberglauben, da� Sie gar nicht erst nach Einzelheiten gefragt haben?�</p><p>�Nein, Sprecher, durchaus nicht. Ich habe viele Fragen gestellt, aber was ich Ihnen gerade gesagt habe, ist der Kern von allem. Sie k�nnen dort �ber dies Thema reichlich weitschweifig schwafeln, aber sobald sie fertig sind, l�uft�s alles auf nichts anderes als das hinaus, was ich eben erw�hnt habe.�</p><p>�Anscheinend hat Trevize auch von diesen Dingen erfahren�, folgerte Gendibal, �und fliegt aus irgendeinem Grund nach Gaia, der� der irgendwie mit dieser angeblichen ungeheuren Macht zusammenh�ngt. Und er benimmt sich dabei sehr vorsichtig, vielleicht weil er diese Macht geh�rig f�rchtet.�</p><p>�Das ist sehr wohl m�glich, Sprecher.�</p><p>�Und trotzdem sind Sie ihm nicht weiter gefolgt?�</p><p>�Ich bin lange genug gefolgt, Sprecher, um ganz sicher sein zu k�nnen, da� sein Ziel Gaia ist. Dann bin ich in die Randzonen des Gaia-Systems zur�ckgekehrt.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Aus drei Gr�nden, Sprecher. Erstens stand Ihre Ankunft bevor, und ich wollte Sie, wie Sie�s gew�nscht haben, m�glichst bald an Bord holen, und zu diesem Zweck hielt ich es f�r geraten, sie m�glichst bald zu treffen. Da mein Schiff eine Hypersonde an Bord hat, konnte ich mich allerdings nicht zu weit von Trevize entfernen, weil das auf Terminus Verdacht erregt h�tte, aber ich habe eingesch�tzt, da� dieser Abstand noch vertretbar sein d�rfte. Zweitens bin ich, als feststand, da� Trevize sich dem Planeten Gaia nur sehr langsam n�hert, zu der Einsch�tzung gelangt, es m�sse Zeit genug bleiben, um Ihnen eine solche Strecke weit entgegenzufliegen und unsere Begegnung beschleunigt herbeizuf�hren, ohne da� die Ereignisse uns einholen, zumal ich davon ausgehe, da� Sie geeigneter als ich sind, um ihm auf den Planeten selbst zu folgen und m�glicherweise dort auftretende Notsituationen zu handhaben.�</p><p>�V�llig richtig. Und der dritte Grund?�</p><p>�Seit unserer letzten mentalen Kommunikation ist etwas geschehen, Sprecher, das ich nicht erwartet habe und das ich nicht verstehen kann. Ich hatte das Gef�hl, da� wir uns�� auch aus diesem Anlaߠ� besser so schnell wie m�glich treffen.�</p><p>�Und was ist das f�r ein Vorgang, den Sie nicht erwartet haben und auch nicht verstehen?�</p><p>�Schiffe der Foundationflotte befinden sich im Anflug auf die Grenzen der Sayshell-Union. Diese Information hat mein Computer sayshellischen Nachrichtensendungen entnommen. Die Flotte umfa�t mindestens f�nf Schiffe und ist kampfkr�ftig genug, um Sayshell zu unterwerfen.�</p><p>Erstmals gab Gendibal keine Antwort, denn er erachtete es als nicht empfehlenswert, zu zeigen, da� auch er mit einem solchen Schritt nicht gerechnet hatte�� und ihn ebensowenig wie Compor verstand. �Nehmen Sie an�, fragte er schlie�lich, als messe er dem keine Bedeutung bei, �das k�nne irgendwie mit Trevizes Flug nach Gaia im Zusammenhang stehen?�</p><p>�Jedenfalls hat es sich unverz�glich danach ergeben�, sagte Compor. �Und wenn B auf A folgt, besteht immerhin die M�glichkeit, da� B durch A verursacht worden ist.�</p><p>�Tja, es hat den Anschein, als z�ge es alle nach Gaia�� Trevize, mich, die Erste Foundation�, sagte Gendibal. �Wie auch immer, Sie haben sich gl�nzend bew�hrt, Compor. Nun wollen wir weitersehen. Als erstes zeigen Sie mir, wie dieser Computer funktioniert, und gleichzeitig, wie man durch den Computer das Schiff lenkt. Ich bin sicher, da� das nicht lange dauern wird. Anschlie�end steigen Sie auf meinen Raumer um, und ich werde Ihnen bis dahin mentalistisch eingeben, wie man es bedient. Sie d�rften kaum Probleme mit dem Man�vrieren haben, obwohl Sie merken werden�� und wahrscheinlich ist�s Ihnen bereits am �u�eren aufgefallen��, da� es relativ primitiv ist. Wenn Sie es unter Kontrolle haben, werden Sie es hier an dieser Position lassen und auf mich warten.�</p><p>�Wie lange, Sprecher?�</p><p>�Bis ich wiederkomme. Ich erwarte nicht, so lange auszubleiben, bis die Gefahr besteht, da� Ihnen die Vorr�te ausgehen, aber falls sich trotzdem unzumutbare Verz�gerungen ergeben, stelle ich�s Ihnen frei, einen bewohnten Planeten der Sayshell-Union anzufliegen und dort auf mich zu warten. Wo Sie auch sind, ich werde Sie finden.�</p><p>�Wie Sie meinen, Sprecher.�</p><p>�Und machen Sie sich keine Sorgen. Ich komme mit dieser mysteri�sen Gaia zurecht und, falls n�tig, auch mit den f�nf Raumschiffen der Foundation.�</p></section><section><title><p>67</p></title><p>Littoral Thoobing war seit sieben Jahren Botschafter der Foundation auf Sayshell. Sein Posten gefiel ihm ziemlich gut.</p><p>Gro� und recht st�mmig, trug er einen dichten braunen Schnauzbart, in einer Zeit, in der ein glattrasiertes Gesicht als vorherrschende Mode galt, sowohl bei der Foundation wie auf Sayshell. Er zeichnete sich, obwohl er erst f�nfundf�nfzig war, durch ein sehr gefa�tes Benehmen aus, und zudem beflei�igte er sich einer einge�bten Indifferenz. Man konnte ihm seine Einstellung zu seiner T�tigkeit nur schwer ansehen.</p><p>Trotzdem, sein Posten gefiel ihm ziemlich gut. Er hielt ihn vom Dr�ber und Drunter der Politik auf Terminus fern�� das wu�te er besonders zu sch�tzen�� und gab ihm die Gelegenheit, das Leben eines sayshellischen Sybariten zu f�hren und auch seiner Frau mitsamt Tochter den Lebensstil zu erm�glichen, an den sie sich mittlerweile abh�ngigkeitsartig gew�hnt hatten. Er wollte nicht, da� sein Dasein irgendwie durcheinanderkam.</p><p>Andererseits jedoch mochte er Liono Kodell sehr wenig leiden, vielleicht weil Kodell ebenfalls mit einem Schnurrbart herumlief, wenngleich kleiner, k�rzer und grauwei�. Fr�her einmal waren sie beide die einzigen zwei Personen der Prominenz gewesen, die Schnurrbarte trugen, und diese Situation hatte zu einem ausgepr�gten Konkurrenzdenken zwischen ihnen gef�hrt. Nun, fand Thoobing, war die Konkurrenz vor�ber; Kodells Schnurrbart war unansehnlich geworden.</p><p>Kodell war zum Direktor des Sicherheitsb�ros aufgestiegen, als Thoobing noch auf Terminus war und davon tr�umte, Harla Branno im Ringen um die B�rgermeisterschaft zu schlagen, bis man ihn mit der Stellung eines Botschafters gekauft hatte. Die Branno hatte ihm den Posten im Hinblick auf ihre eigenen Interessen zugeschanzt, aber trotzdem brachte er ihr seither ein gewisses Wohlwollen entgegen.</p><p>Aber Kodell irgendwie nicht. M�glicherweise lag das an Kodells entschlossener permanenter Gutgelauntheit�� die Art, wie er sich immer so <emphasis>freundlich </emphasis>verhielt��, die sich auch nicht �nderte, wenn er gerade entschieden hatte, auf welche Weise er irgend jemand die Gurgel durchschneiden wollte.</p><p>Nun sa� da sein durch den Hyperraum �bermitteltes Abbild, heiter wie stets, strotzte nachgerade vor Leutseligkeit. K�rperlich befand er sich auf Terminus, und das ersparte Thoobing zumindest die Umst�nde irgendwelcher Gastfreundlichkeit.</p><p>�Kodell�, sagte er, �ich w�nsche, da� man diese Raumschiffe zur�ckzieht.�</p><p>Kodell l�chelte wie der Sonnenschein in Person. �Tja, das h�tte ich auch gern, aber unsere alte Dame hat diesbez�glich einen unwiderruflichen Entschlu� gefa�t.�</p><p>�Es ist schon dagewesen, da� Sie ihr dies und jenes ausgeredet haben.�</p><p>�Gelegentlich vielleicht. Wenn sie bereit war, sich �berzeugen zu lassen. Diesmal hat sie nichts dergleichen im Sinn. Tun Sie, was Ihre Aufgabe ist, Thoobing. Sorgen Sie daf�r, da� Sayshell Ruhe bewahrt.�</p><p>�Ich denke nicht an Sayshell, Kodell. Ich denke an die Foundation.�</p><p>�Das tun wir alle.�</p><p>�Kommen Sie mir nicht mit Spiegelfechtereien, Kodell. Ich m�chte, da� Sie mir zuh�ren!�</p><p>�Gern, aber wir haben hier hektische Zeiten auf Terminus, und ich kann mich nicht in alle Ewigkeit nur mit Ihnen abgeben.�</p><p>�Ich werde mich so kurz fassen, wie�s �berhaupt machbar ist, wenn man den m�glichen Untergang der Foundation diskutieren mu�. Falls diese Hyperfunkverbindung nicht angezapft wird, will ich offen sprechen.�</p><p>�Sie wird nicht angezapft.�</p><p>�Dann lassen Sie mich weiterreden. Vor einigen Tagen habe ich eine Mitteilung von einem gewissen Golan Trevize erhalten. Als ich noch in der Politik auf Terminus aktiv war, kannte ich einen Trevize, er war Amtsleiter im Transportwesen.�</p><p>�Das war der Onkel dieses jungen Mannes�, sagte Kodell.</p><p>�Aha, Sie kennen also den Trevize, von dem diese Mitteilung stammt. Den Informationen zufolge, die ich inzwischen gesammelt habe, handelt es sich um ein Ratsmitglied, das man nach der k�rzlich erfolgreich bew�ltigten Seldon-Krise arretiert und ins Exil geschickt hat.�</p><p>�Genau.�</p><p>�Das glaube ich nicht.�</p><p>�Was glauben Sie nicht?�</p><p>�Da� er ins Exil geschickt worden ist.�</p><p>�Warum nicht?�</p><p>�Wann in der gesamten Geschichte der Foundation ist je einer ihrer B�rger exiliert worden?� fragte Thoobing zur�ck. �Entweder wird er verhaftet oder nicht. Wenn er verhaftet wird, stellt man ihn vor Gericht, oder man mu� ihn freilassen. Wenn man ihn vor Gericht stellt, wird er �berf�hrt und verurteilt, oder er wird freigesprochen. Wenn man ihn verurteilt, wird er bestraft, abgesetzt, man spricht ihm die B�rgerrechte ab, sperrt ihn ein oder exekutiert ihn. Aber niemand wird ins Exil geschickt.�</p><p>�F�r alles gibt�s immer ein erstes Mal.�</p><p>�Unfug! Ins Exil geschickt mit dem modernsten Schiffstyp der Raummarine? Welcher Idiot mu� denn nicht sofort sehen, da� er f�r die alte Dame irgendeinen Sonderauftrag durchf�hrt? Wen glaubt sie eigentlich irref�hren zu k�nnen?�</p><p>�Und was f�r ein Spezialauftrag soll das sein?�</p><p>�Vermutlich soll er den Planeten Gaia finden.�</p><p>Etwas von der Wohlgelauntheit wich aus Kodells Miene. Eine ungewohnte H�rte trat in seine Augen. �Ich sehe, da� Sie keine �berw�ltigende Neigung versp�ren, meinen Erkl�rungen zu glauben, Botschafter Thoobing�, sagte er, �aber ich ersuche Sie ganz besonders eindringlich, mir wenigstens in diesem einen Fall Glauben zu schenken. Zu dem Zeitpunkt, als Trevize ins Exil geschickt worden ist, hatten weder die B�rgermeisterin noch ich je von Gaia geh�rt. Der Name ist uns erst vor wenigen Tagen erstmalig zu Ohren gekommen. Wenn Sie mir das abnehmen, k�nnen wir unsere Unterhaltung fortsetzen.�</p><p>�Ich will meine Neigung zum Skeptizismus lange genug vergessen, um das so zur Kenntnis zu nehmen, Direktor, wenn�s mir auch schwerf�llt.�</p><p>�Es ist die reine Wahrheit, Botschafter, und wenn ich auf einmal meinen Erkl�rungen eine gewisse formelle Note verliehen haben sollte, dann aus dem Grund, weil Sie, wenn wir mit dieser Sache fertig sind, feststellen werden, da� Sie uns Fragen zu beantworten haben, und die Befragung wird unter Umst�nden peinlich f�r Sie. Sie sprechen, als sei Gaia eine Welt, die Sie wie selbstverst�ndlich kennen. Wie kommt es, da� Sie etwas wissen, das uns unbekannt ist? Halten Sie es nicht f�r Ihre Pflicht, uns �ber die politische Einheit, wo Sie als Botschafter t�tig sind, alles mitzuteilen, was Sie erfahren?�</p><p>�Gaia ist kein Bestandteil der Sayshell-Union�, erwiderte Thoobing ma�voll. �Wahrscheinlich existiert diese Welt �berhaupt nicht. Soll ich all die Ammenm�rchen der primitivsten und abergl�ubischsten Art, die man sich hier �ber Gaia erz�hlt, nach Terminus weitermelden? Einigen Redensarten zufolge befindet sich Gaia im Hyperraum. Andere wieder behaupten, sie sei eine Welt, die Sayshell auf �bernat�rliche Weise besch�tzt. Manche verbreiten, der Fuchs habe sich von dort aus an die Unterjochung der Galaxis gemacht. Sollten Sie etwa die Absicht haben, der sayshellischen Regierung weismachen zu wollen, Trevize sei unterwegs, um Gaia zu finden, und da� f�nf moderne Raumschiffe der Foundation-Raummarine abkommandiert worden sind, um ihm dabei R�ckendeckung zu geben, dann wird man Ihnen ganz einfach nicht glauben. Die Bev�lkerung mag in bezug auf Gaia alle erdenklichen M�rchen glauben, aber die Regierung auf keinen Fall, und sie wird sich nicht davon �berzeugen lassen, da� die Foundation derlei Dinge glaubt. Man wird den Eindruck haben, man wolle Sayshell zum Anschlu� an die Foundation-F�deration n�tigen.�</p><p>�Und h�tten wir so etwas nun tats�chlich vor?�</p><p>�Das w�re verh�ngnisvoll. Kommen Sie, Kodell, h�ren Sie auf! Wann in ihrer f�nfhundertj�hrigen Geschichte hat die Foundation jemals Eroberungskriege angefangen? Wir haben Kriege gef�hrt, um unsere Eroberung abzuwehren�� einmal ohne Erfolg��, aber nie ist ein Krieg mit der Vergr��erung unseres Territoriums beendet worden. Der Zutritt zur F�deration ist immer durch friedliche Verhandlungen zustandegekommen. Welten haben sich uns angeschlossen, weil sie im Anschlu� Vorteile erblickt haben.�</p><p>�Ist es nicht vorstellbar, da� Sayshell auch Vorteile in einem Anschlu� sieht?�</p><p>�Das wird niemals der Fall sein, solange unsere Raumer in den Randzonen der Union bleiben. Rufen Sie sie zur�ck!�</p><p>�Das ist ausgeschlossen.�</p><p>�Kodell, Sayshell ist ein hervorragendes Paradebeispiel f�r die Friedfertigkeit der Foundation-F�deration. Die Union ist von unserem Territorium umgeben, ihre Position ist durch und durch angreifbar, und trotzdem ist sie bisher sicher gewesen, hat ihren eigenen Weg gehen d�rfen, hat sogar ungehindert eine der Foundation gegen�ber nicht allzu freundliche Au�enpolitik betreiben k�nnen. Wie w�re es uns m�glich, die Galaxis besser davon zu �berzeugen, da� wir niemanden zu irgend etwas zwingen, da� wir mit allen in Freundschaft verkehren? Wenn wir Sayshell jetzt einsacken, nehmen wir uns etwas, das wir eigentlich schon l�ngst haben. Immerhin besitzen wir, wenn auch v�llig unauff�llig, die wirtschaftliche Vormachtstellung. Aber wenn wir Sayshell jetzt mit milit�rischer Gewalt �bernehmen, verk�nden wir damit der gesamten Galaxis, da� wir expansionistisch geworden sind.�</p><p>�Und wenn ich Ihnen sage, da� wir tats�chlich nur an Gaia Interesse hegen?�</p><p>�Dann kann ich Ihnen das nicht mehr glauben, als die Sayshell-Union es Ihnen glauben wird. Dieser Mann, dieser Trevize, teilt mir mit, da� er nach Gaia unterwegs ist, ersucht mich, das nach Terminus durchzugeben. Ich tu�s, wider bessere Vernunft, weil�s meine Pflicht ist, und da, fast ehe die Hyperfunkverbindung verflimmert ist, kreuzt unversehens die Raummarine der Foundation auf. Wie wollen Sie Gaia erreichen, ohne in den Raum der Saysheller einzudringen?�</p><p>�Mein <emphasis>lieber </emphasis>Thoobing, ich kann mir nicht helfen, mir kommt�s ganz so vor, als w��ten Sie selbst nicht recht, was Sie reden. Haben Sie mir nicht erst vor wenigen Augenblicken gesagt, Gaia w�re�� falls sie �berhaupt existiert�� kein Teil der Sayshell-Union? Und ich vermute, Sie wissen, da� der Hyperraum allen offensteht und kein Territorium irgendeiner Welt ist. Wor�ber k�nnte sich Sayshell beschweren, wenn unsere Schiffe durch den Hyperraum vom Territorium der Foundation�� und da halten sie sich gegenw�rtig noch auf�� ins Territorium Gaias fliegen, also w�hrend des Flugs keinen einzigen Kubikzentimeter sayshellischen Territoriums okkupieren?�</p><p>�Sayshell d�rfte die Ereignisse anders interpretieren, Kodell. Falls Gaia existiert, ist sie auf jeden Fall von der Sayshell-Union umgeben, auch wenn sie kein politischer Teil von ihr ist, und es gibt Pr�zedenz-F�lle, nach denen solche Enklaven beim Eindringen feindlicher Kriegsschiffe als zum umgebenden Territorium geh�rig gelten.�</p><p>�Unsere Raumer sind keine �feindlichen Kriegsschiffe�. Wir leben mit Sayshell im Frieden.�</p><p>�Und ich sage Ihnen, da� Sayshell wom�glich nicht davor zur�ckschreckt, uns den Krieg zu erkl�ren. Man k�nnte sicher nicht erwarten, einen Krieg gegen uns durch milit�rische �berlegenheit zu gewinnen, aber es ist eine Tatsache, so ein Krieg w�rde in der ganzen Galaxis eine Welle antifoundationistischer Aktivit�ten ausl�sen. Ein sichtbarer Expansionismus der Foundation wird das Entstehen von gegen uns gerichteten Allianzen zur Folge haben. Einige Mitglieder der F�deration d�rften ihre Haltung zu uns neu durchdenken. Wir k�nnten einen derartigen Krieg durchaus durch innere Zwistigkeiten verlieren, und dadurch w�rde der Wachstumsproze�, der sich f�nfhundert Jahre lang so gut bew�hrt hat, umgekehrt werden.�</p><p>�Kommen Sie, kommen Sie, Thoobing, h�ren Sie auf!� sagte Kodell gleichg�ltig. �Sie sprechen, als seien f�nfhundert Jahre gar nichts, als w�ren wir noch die Foundation, wie sie zu Salvor Hardins Lebzeiten bestand, die sich mit dem Mini-K�nigreich Anacreon herumgeschlagen hat. Wir sind heute viel st�rker, als fr�her das Galaktische Imperium es selbst in seinen besten Zeiten gewesen ist. Ein Geschwader unserer Flotte k�nnte es mit der ganzen damaligen Kaiserlichen Raummarine aufnehmen, wir k�nnen jeden Sektor der Galaxis besetzen, ohne �berhaupt viel von Kampfhandlungen zu bemerken.�</p><p>�Wir haben es nicht mit dem Galaktischen Imperium zu tun. Es geht hier um Planeten und Sektoren der Gegenwart.�</p><p>�Niemand ist so fortgeschritten wie wir. Uns k�nnte schon jetzt die gesamte Galaxis geh�ren.�</p><p>�Dem Seldon-Plan zufolge m�ssen bis dahin noch f�nfhundert Jahre vergehen.�</p><p>�Der Seldon-Plan untersch�tzt die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts. Wir k�nnen es schon heute tun. Verstehen Sie mich richtig, ich sage nicht, wir <emphasis>wollen </emphasis>es tun, oder wir <emphasis>sollten�s. </emphasis>Ich stelle blo� fest, wir <emphasis>k�nnen </emphasis>es heute tun.�</p><p>�Kodell, Sie haben Ihr ganzes Leben auf Terminus verbracht. Sie kennen sich in der Galaxis nicht aus. Mit unserer Raummarine und unserer Technik sind wir sicherlich dazu imstande, die Streitkr�fte anderer Welten zu schlagen, aber wir sind nicht dazu in der Lage, eine ganze Galaxis, die von Rebellion und Ha� brodelt, zu regieren�� und dahin wird�s kommen, wenn wir die Herrschaft �ber die Galaxis mit Gewalt antreten. Ziehen Sie die Schiffe zur�ck!�</p><p>�Unm�glich, Thoobing. Denken Sie einmal nach�� was w�re, wenn Gaia kein Mythos ist?�</p><p>Thoobing schwieg einen Moment lang, forschte sehr aufmerksam in Kodells Gesicht, als wolle er seine Gedanken zu lesen versuchen. �Eine Welt im Hyperraum�� kein Mythos?�</p><p>�Eine Welt im Hyperraum ist gewi� nur Aberglauben, aber selbst Aberglauben kann auf gewisse Wahrheiten zur�ckzuf�hren sein. Trevize, dieser Mann, den wir ins Exil geschickt haben, spricht davon, als ob sie ein wirklicher Planet im realen Weltraum w�re. Wenn er nun recht hat?�</p><p>�Unsinn! Daran glaube ich nicht.�</p><p>�Nicht? Glauben Sie�s wenigstens mal einen Augenblick lang. Stellen Sie sich vor eine reale Welt, die Sayshell Schutz gegen den Fuchs und ebenso gegen die Foundation gew�hrt hat!�</p><p>�Aber Sie widersprechen doch sich selbst. Wie soll Gaia die Sayshell-Union vor der Foundation sch�tzen? Eben in diesem Moment schicken wir ja Schiffe hin.�</p><p>�Deren Einsatz betrifft nicht Sayshell, sondern Gaia, von der so r�tselhaft wenig bekannt ist, die so sehr Wert darauf legt, niemandes Interesse zu wecken, da� sie es geschafft hat, ihren Nachbarn einzufl�stern, sie bef�nde sich im Hyperraum, w�hrend man sie durchaus im Normalraum suchen mu�, und der es sogar gelungen ist, au�erhalb der Datenspeicher der besten und vollst�ndigsten galaktischen Sternenkarten zu bleiben.�</p><p>�Dann d�rfte sie ja eine h�chst ungew�hnliche Welt sein, deren Bewohner die F�higkeit haben m��ten, den menschlichen Geist zu manipulieren.�</p><p>�Und haben Sie nicht eben erst erw�hnt, unter anderem erz�hle man auf Sayshell, der Fuchs sei von Gaia gekommen, um die Galaxis zu unterwerfen? Und hatte nicht der Fuchs die F�higkeit, das menschliche Bewu�tsein zu manipulieren?�</p><p>�Und Gaia ist also eine Welt voller F�chse?�</p><p>�Sind Sie sicher, da� das undenkbar ist?�</p><p>�Warum nicht gleich die Welt einer wiedererstandenen Zweiten Foundation?�</p><p>�Ja, warum nicht? Ist das nicht eine Untersuchung wert?�</p><p>Thoobing zeigte nun allen Ernst. W�hrend des letzten Wortwechsels hatte er ver�chtlich gel�chelt, doch jetzt senkte er den Kopf, musterte seinen Gespr�chspartner unter den Brauen hervor. �Wenn Sie das im Ernst meinen, halten Sie solche Nachforschungen nicht f�r gef�hrlich?�</p><p>�Sind sie gef�hrlich?�</p><p>�Sie beantworten meine Fragen mit Gegenfragen, weil Sie keine vern�nftigen Antworten haben. Was k�nnten unsere Raumschiffe gegen F�chse oder die Zweite Foundation ausrichten? Falls sie existieren, ist es dann nicht viel wahrscheinlicher, da� Sie in eine Falle gelockt werden? Sehen Sie mal, Sie versuchen mir hier einzureden, da� die Foundation schon heute zur Errichtung ihres Imperiums f�hig sei, obwohl der Seldon-Plan erst die H�lfte des veranschlagten Zeitraums hinter sich hat�� ich dagegen habe Sie gewarnt, da� so was ein �berst�rztes Vorgehen w�re, da� die Implikationen des Seldon-Plans Sie zur�ckhalten m��ten. Vielleicht ist diese Sache, falls Gaia wirklich existiert, ein Trick, um ein solches Vorgehen zu bremsen. Also tun Sie jetzt freiwillig, wozu Sie sp�ter m�glicherweise gezwungen werden. Tun Sie jetzt friedlich und ohne Blutvergie�en, was Sie sp�ter wom�glich�� vielleicht nach einem blutigen Desaster�� gezwungenerma�en tun m�ssen. Ziehen Sie die Schiffe zur�ck!�</p><p>�Es geht nicht. In der Tat beabsichtigt B�rgermeisterin Branno sogar, pers�nlich mit diesen Schiffen zu fliegen, und es sind bereits Scouts durch den Hyperraum ins mutma�liche Gaia-Territorium vorgesto�en.�</p><p>Thoobing quollen die Augen hervor. �Dann gibt�s bestimmt Krieg, ich sag�s Ihnen.�</p><p>�Sie sind unser Botschafter. Verhindern Sie�s! Machen Sie den Sayshellern alle Zusicherungen, die sie haben wollen! Dementieren Sie alle b�sen Absichten, die uns unterstellt werden! Sagen Sie ihnen, falls es sein mu�, es wird sich f�r sie auszahlen, wenn sie stillhalten und abwarten, da� Gaia uns vernichtet! Erz�hlen Sie ihnen, was Sie f�r richtig halten, aber sorgen Sie f�r Ruhe!�</p><p>Er schwieg einen Moment lang und betrachtete Thoobings fassungslose Miene. �Das ist nun alles, wirklich�, f�gte er dann hinzu. �Soviel ich wei�, wird kein Raumer der Foundation auf irgendeiner Welt der Sayshell-Union landen oder durch irgendeinen Punkt im Normalraum fliegen, der zur Union geh�rt. Jedes sayshellische Schiff jedoch, das uns au�erhalb des Territoriums der Union bel�stigt�� folglich innerhalb des Territoriums der Foundation��, wird ohne Umst�nde in Staub verwandelt. Stellen Sie das v�llig unmi�verst�ndlich klar und ermahnen Sie die Saysheller zur Zur�ckhaltung! Wenn Sie damit scheitern, werden Sie strengstens zur Verantwortung gezogen. Ihre T�tigkeit war bisher sehr leicht, Thoobing, aber nun stehen Ihnen h�rtere Zeiten bevor, und die n�chsten paar Wochen k�nnten von alles entscheidender Bedeutung sein. Versagen Sie, werden Sie sich nirgendwo in der Galaxis noch irgendeiner Sicherheit erfreuen k�nnen.�</p><p>Weder Wohlgelauntheit noch Freundlichkeit lie�en sich in Kodells Gesichtsausdruck erkennen, als er die Verbindung trennte und sein Bild verschwand.</p><p>Offenen Mundes starrte Thoobing dorthin, wo er es eben noch gesehen hatte.</p></section><section><title><p>68</p></title><p>Golan Trevize raufte sich das Haar, als versuche er, durch Tasten von au�en den Zustand seines Denkverm�gens abzukl�ren. �Wie f�hlen Sie sich?� wandte er sich unvermittelt an Pelorat.</p><p>�Wie ich mich f�hle?� wiederholte Pelorat verdutzt.</p><p>�Ja. Da sind wir nun geschnappt worden�� unser Raumschiff ist unter fremder Kontrolle und wird unwiderstehlich von einer Welt angezogen, �ber die wir nichts wissen. Versp�ren Sie Panik?�</p><p>Pelorats langes Gesicht spiegelte eine gewisse Melancholie wider. �Nein�, antwortete er. �Ich bin nicht gerade voller Vorfreude. Ich empfinde eine gewisse Spannung, aber keine Panik.�</p><p>�Ich auch nicht. Ist das nicht sonderbar? Weshalb sind wir nicht aufgeregter?�</p><p>�Weil dies etwas ist, womit wir gerechnet haben, Golan. Mit <emphasis>irgend so was.�</emphasis></p><p>Trevize drehte sich zum Bildschirm um. Die Au�en�bertragung war fest auf die fremde Raumstation eingestellt, die inzwischen bedrohlich n�herger�ckt war.</p><p>Er hatte aber keineswegs den Eindruck, da� es sich um eine allzu beeindruckend konstruierte Raumstation handelte. Nichts an ihr wies auf Superwissenschaft hin. Tats�chlich wirkte sie sogar ein wenig primitiv. Trotzdem hatte sie das Raumschiff in der Gewalt.</p><p>�Ich bin regelrecht analytisch, Janov�, sagte er. �Echt k�hl! Ich halte mich ohnehin keineswegs f�r einen Feigling, ich finde, ich behalte im allgemeinen auch unter dem Druck schwieriger Bedingungen ganz gut die Nerven, aber ich gebe zu, dabei pflege ich mir auch ein bi�chen zu schmeicheln. Das geht wohl jedem so. Eigentlich sollte ich aber in dieser Situation auf und ab h�pfen und ein wenig schwitzen. Kann sein, da� wir <emphasis>irgend etwas </emphasis>erwartet haben, aber das �ndert nichts an der Tatsache, da� wir hilflos sind und man uns vielleicht umbringt.�</p><p>�Ich bezweifle es, Golan�, sagte Pelorat. �Wenn die Gaianer �ber eine solche Entfernung hinweg ein Raumschiff anziehen k�nnen, d�rften sie ja wohl auch dazu in der Lage sein, es auf diese Distanz zu vernichten. Da wir aber noch leben��</p><p>�Trotzdem sind wir nicht v�llig unangetastet geblieben.</p><p>Ich sage Ihnen, wir sind zu ruhig. Ich glaube, sie haben uns irgendwie ruhiggestellt.�</p><p>�Warum?�</p><p>�Um uns psychisch in guter Verfassung zu halten, nehme ich an. Es ist m�glich, da� sie uns zu verh�ren beabsichtigen. Vielleicht bringen sie uns erst anschlie�end um.�</p><p>�Falls Sie vern�nftig genug sind, uns befragen zu wollen, kann es sein, da� sie auch so vern�nftig sind, uns nicht ohne guten Grund umzubringen.�</p><p>Trevize lehnte sich in seinen Sessel (der immerhin noch nachgab�� diese Funktion war nicht unterbunden worden) und legte seine F��e auf das Pult, auf dem er normalerweise durch die H�nde mit dem Computer Kontakt aufnahm. �Sie k�nnten allerdings auch einfallsreich genug sein�, entgegnete er, �um sich etwas auszudenken, das Sie f�r einen guten Grund halten. Aber wenn sie unseren Geist beeinflu�t haben, dann jedenfalls nur ganz geringf�gig. W�ren dort solche Typen wie der Fuchs, sie h�tten uns vermutlich richtiggehend <emphasis>wild </emphasis>darauf gemacht, Gaia aufzusuchen�� restlos versessen, voll mit Sehnsucht, mit jeder Faser unseres Daseins geil auf Gaia.� Er deutete in die Richtung zur Raumstation. �Ist Ihnen so zumute, Janov?�</p><p>�Bestimmt nicht.�</p><p>�Und Sie sehen, da� ich mich in einer Verfassung befinde, die mir unterk�hltes, n�chternes �berlegen erlaubt. H�chst merkw�rdig! Oder bin ich mir �berhaupt bewu�t, in welcher Verfassung ich bin? Befinde ich mich in Wahrheit im Zustand der Panik, Aufl�sung, des Irrsinns�� und nur in der Illusion, ich k�nne unterk�hlt und n�chtern �berlegen?�</p><p>Pelorat zuckte die Achseln. �Mir kommen Sie geistig v�llig klar vor. Vielleicht bin ich ebenso irrsinnig wie Sie und stehe unter der gleichen Illusion, aber derartige Argumentationen f�hren zu nichts. Die ganze Menschheit k�nnte an einem gemeinschaftlichen Wahnsinn kranken und sich einer gemeinsamen Illusion hingeben, w�hrend sie gemeinsam im Chaos haust. So eine Annahme l��t sich nicht widerlegen, aber wir haben keine andere Wahl, als uns an unseren Sinnen zu orientieren.� F�r einen Moment schwieg er. �Im �brigen�, erg�nzte er dann, �habe ich selber einige �berlegungen angestellt.�</p><p>�Ja?�</p><p>�Na, wir reden doch dauernd von Gaia, als w�re sie eine Welt der F�chse oder die wiederauferstandene Zweite Foundation. Haben Sie schon mal daran gedacht, da� es eine dritte M�glichkeit gibt, die viel einleuchtender ist als die beiden anderen?�</p><p>�Welche dritte M�glichkeit?�</p><p>Pelorats Blick schien konzentriert nach innen gerichtet zu sein. Er sah Trevize nicht an, und seine Stimme klang leise und versonnen. �Wir haben da eine Welt�� Gaia��, die w�hrend einer unbestimmt langen Zeitspanne alles getan hat, um eine strikte Isolation aufrechtzuerhalten. Sie hat keinerlei Anstrengungen unternommen, um Kontakte mit anderen Welten zu etablieren�� nicht einmal mit den relativ nahen Welten der Sayshell-Union. Und falls diese Geschichten um vernichtete Raumflotten wahr sind�� und ihre F�higkeit, uns so unter Kontrolle zu nehmen, wie�s gegenw�rtig geschieht, spricht stark daf�r��, verf�gt man auf Gaia �ber hochentwickelte Wissenschaften, aber trotzdem hat es an Versuchen gemangelt, den eigenen Machtbereich auszudehnen. Gaia will nur in Ruhe gelassen werden.�</p><p>Trevize kniff die Augen zusammen. �Na und?�</p><p>�Das macht einen nichtmenschlichen Eindruck. Die �ber zwanzigtausend Jahre menschlicher Raumfahrt sind eine einzige, ununterbrochene Geschichte der Expansion und von versuchter Expansion. So gut wie jede Welt, die bewohnt werden kann, <emphasis>ist </emphasis>bewohnt. Um nahezu jede bewohnbare Welt ist im Laufe der galaktischen Besiedlung gezankt worden, und fast jede Welt hat irgendwann einmal jeden ihrer Nachbarn kleinzukriegen versucht. Wenn Gaia so wenig menschlich ist, da� sie in dieser Beziehung eine Ausnahme bildet, dann kann das vielleicht daran liegen, da� sie genau das ist�� n�mlich eine nichtmenschliche Welt.�</p><p>Trevize sch�ttelte den Kopf. �Ausgeschlossen.�</p><p>�Warum ausgeschlossen?� meinte Pelorat leicht hitzig. �Ich habe Ihnen doch erl�utert, wie r�tselhaft es ist, da� sich in der Galaxis als einzige Intelligenz die Menschheit entwickelt hat. Wenn das nun doch nicht der Fall ist? K�nnte es nicht andere Intelligenzen geben�� mindestens auf einem Planeten��, denen lediglich die menschliche Neigung zum Expansionismus abgeht?� Pelorat begann sich zu ereifern. �Was w�re, wenn�s tats�chlich Millionen anderer intelligenter Rassen in der Galaxis g�be, von denen jedoch nur <emphasis>eine </emphasis>expansionistisch ist�� wir selbst? Die anderen bleiben vielleicht alle h�bsch daheim, verhalten sich unauff�llig, bleiben verborgen��</p><p>�L�cherlich!� behauptete Trevize. �Wir w�ren schon l�ngst auf sie gesto�en. Wir w�ren auf ihren Welten gelandet. Sie m��ten alle Typen und Stadien von Technik haben, und die Mehrzahl h�tte uns nicht aufhalten k�nnen. Aber wir haben <emphasis>nie </emphasis>irgendwo fremde Rassen gefunden. Raum und Zeit! Wir sind nicht einmal irgendwo auf Relikte oder Ruinen irgendwelcher Fremdrassen gesto�en, stimmt�s? Sie sind Historiker, also m�ssen Sie�s sagen k�nnen. Stimmt�s, oder nicht?�</p><p>Pelorat sch�ttelte den Kopf. �So was haben wir nie gefunden, nein. Aber eine Fremdrasse k�nnte es doch geben, Golan! Diese eine hier.�</p><p>�Das bezweifle ich. Der Name lautet Gaia, haben Sie gesagt, und das sei eine alte mundartliche Version von �Erde�. Wie k�nnte so was nichtmenschlicher Herkunft sein?�</p><p>�Der Name �Gaia� ist dem Planeten von Menschen gegeben worden�� und wer wei�, warum? Die �hnlichkeit mit einem alten Wort kann rein zuf�llig sein. Wenn ich nun daran denke, ist bereits die Tatsache, da� wir nach Gaia gelockt worden sind�� wie sie vor einer Weile in allen Einzelheiten dargelegt haben�� und nun gegen unseren Willen angezogen werden, ein Argument f�r die Nichtmenschlichkeit der Gaianer.�</p><p>�Wieso? Was hat das mit Nichtmenschlichkeit zu schaffen?�</p><p>�Sie sind <emphasis>neugierig </emphasis>auf uns�� auf Menschen.�</p><p>�Janov, Sie sind verr�ckt�, sagte Trevize. �Sie m��ten ja schon seit Jahrtausenden in einer Galaxis voller Menschen leben. Warum sollten sie dann ausgerechnet jetzt solche Neugier an den Tag legen? Weshalb nicht bereits viel fr�her? Und wenn ausgerechnet jetzt, wieso gerade auf uns? Wenn sie Menschen und menschliche Kultur erforschen wollten, warum nicht auf den Sayshell-Welten? Warum sollten sie uns von Terminus herlocken?�</p><p>�Sie k�nnten an der Foundation interessiert sein.�</p><p>�Quatsch!� sagte Trevize mit Nachdruck. �Janov, Sie <emphasis>wollen </emphasis>nichtmenschlicher Intelligenz begegnen, deshalb <emphasis>sehen </emphasis>Sie hier nichtmenschliche Intelligenz am Werk. Ich glaube, w�rden Sie nun wirklich nichtmenschlichen Fremden in die Arme laufen, Sie h�tten gar keine Sorgen bez�glich Gefangennahme, Wehrlosigkeit, oder wegen der Aussicht, umgebracht zu werden�� solange sie Ihnen blo� noch genug Zeit lassen, um Ihren Wissensdurst zu stillen.� Pelorat begann entr�stet einen Widerspruch zu stammeln, aber dann verstummte er und atmete erst einmal tief durch. �Naja, kann sein, Sie haben recht, Golan�, sagte er, �aber ich bleibe trotzdem noch f�r ein Weilchen bei meiner Vermutung. Ich glaube, wir brauchen nicht mehr lange zu warten, bis wir sehen, wer recht hat. Schauen Sie!�</p><p>Pelorat deutete auf den Bildschirm. Trevize, der ihn in der erregten Diskussion nicht beachtet hatte, drehte sich um. �Was ist los?�</p><p>�Hat da nicht ein Schiff von der Raumstation abgelegt?�</p><p>�<emphasis>Etwas </emphasis>ist da�, gab Trevize widerwillig zu. �Ich kann aber noch keine Details erkennen und auch nicht st�rker vergr��ern. Die Vergr��erung ist schon maximal eingestellt.�</p><p>Nach kurzer Zeit kommentierte er weiter. �Anscheinend kommt das Objekt tats�chlich n�her, und ich nehme an, es ist wahrhaftig ein Schiff. Sollen wir eine Wette abschlie�en?�</p><p>�Was f�r eine Wette?�</p><p>�Sollten wir je nach Terminus heimkehren�, sagte Trevize sardonisch, �wollen wir f�r uns und einige G�ste, an denen uns gelegen ist�� bis zu vier f�r jeden von uns, w�rde ich sagen��, ein gro�es Festessen geben�� und ich trage die Kosten, wenn an Bord des Schiffs, das sich uns n�hert, Nichtmenschen sind, und Sie �bernehmen sie, sollten es Menschen sein.�</p><p>�Ich bin einverstanden�, antwortete Pelorat.</p><p>�Also abgemacht�, sagte Trevize und sp�hte auf den Bildschirm, versuchte Einzelheiten zu erkennen, w�hrend er �berlegte, ob irgendwelche �u�eren Details �ber jeden Zweifel hinaus die Nichtmenschlichkeit oder Menschlichkeit der an Bord befindlichen Wesen verraten konnten.</p></section><section><title><p>69</p></title><p>Das eisengraue Haar der Branno war makellos frisiert, und sie h�tte ohne weiteres im B�rgermeisterpalast sein k�nnen, betrachtete man ihre Kaltschn�uzigkeit. Man sah ihr nicht an, da� sie sich erst zum zweitenmal in ihrem Leben im tiefen Weltraum aufhielt. (Und das erste Mal, als sie ihre Eltern auf einem Wochenendausflug nach Kalgan begleitet hatte, z�hlte kaum. Damals war sie erst drei gewesen.)</p><p>�Immerhin ist es ja Thoobings Aufgabe, seine Meinung zu �u�ern und mich zu warnen�, sagte sie mit einer gewissen tr�gen Mattigkeit zu Kodell. �Nun gut, er hat mich gewarnt. Ich mache ihm das nicht zum Vorwurf.�</p><p>�Er ist schon zu lang an seinem Posten�, sagte Kodell, der an Bord des Raumers der B�rgermeisterin gekommen war, um mit ihr ohne die psychologischen Hemmnisse des Funkverkehrs reden zu k�nnen. �Er f�ngt an, wie ein Saysheller zu denken.�</p><p>�Das ist das Berufsrisiko eines Botschafterpostens, Liono. Warten wir, bis das alles hier vorbei ist, dann darf er erst einmal einen l�ngeren Urlaub machen und anschlie�end einen anderen Posten antreten. Er ist ein f�higer Mann. Auf jeden Fall war er so gescheit, uns Trevizes Mitteilung ohne jede Verz�gerung weiterzureichen.�</p><p>Kodell l�chelte fl�chtig. �Ja, wenngleich er mir gesagt hat, das habe er wider alle Vernunft getan. �Weil�s meine Pflicht ist�, hat er gesagt. Wissen Sie, verehrte B�rgermeisterin, ihm blieb gar nichts anderes �brig, obwohl seine Vernunft dagegensprach, denn sobald Trevize ins Territorium der Sayshell-Union einflog, habe ich Botschafter Thoobing damit beauftragt, uns umgehend alle Erkenntnisse �ber ihn zu �bermitteln.�</p><p>�Ach?� B�rgermeisterin Branno drehte sich an ihrem Platz zur Seite, um Kodells Gesicht besser sehen zu k�nnen. �Und was hat Sie dazu veranla�t?�</p><p>�Einige grunds�tzliche �berlegungen. Er fliegt einen brandneuen Schiffstyp der Foundationsmarine, und so was konnte den Sayshellern nicht entgehen. Au�erdem ist er ein undiplomatischer junger Hitzkopf, und man mu� erwarten, da� er selber ihnen <emphasis>das </emphasis>deutlich macht. Daher k�nnte er in Schwierigkeiten geraten�� und was jeder Foundationb�rger ganz bestimmt wei�, ist doch, da� er, falls er irgendwo in der Galaxis �rger bekommt, blo� nach dem n�chstbesten Bevollm�chtigten der Foundation zu schreien braucht. Mir pers�nlich w�rde es nichts ausmachen, Trevize in Schwierigkeiten zu sehen�� sowas k�nnte ihm helfen, endlich erwachsen zu werden, und das w�re ihm nur von Nutzen��, aber Sie haben ihn als Blitzableiter losgeschickt, und ich habe daf�r zu sorgen, da� Sie die Natur des Blitzschlags feststellen k�nnen, falls einer erfolgt, also habe ich veranla�t, da� der n�chste erreichbare Vertreter der Foundation ihn im Auge beh�lt, sonst nichts.�</p><p>�Jetzt verstehe ich! Jetzt wei� ich auch, warum Thoobing so empfindlich reagiert hat. Von mir ist ihm n�mlich eine �hnliche Vorwarnung zugegangen. Da er unabh�ngig voneinander von uns beiden geh�rt hat, kann man�s ihm kaum vorwerfen, da� er meint, das Auftauchen einer Handvoll Foundationraumschiffe habe mehr zu bedeuten, als wirklich dahintersteckt. Wie kommt es, Liono, da� Sie keine R�cksprache mit mir genommen haben, bevor Ihre Mitteilung an Thoobing abgegangen ist?�</p><p>�W�rde ich Sie in alles einweihen, was ich veranlasse�, antwortete Kodell k�hl, �h�tten Sie keine Zeit, um Ihr B�rgermeisteramt auszu�ben. Wie kommt es eigentlich, da� Sie mich nicht �ber Ihre Absicht, Thoobing zu informieren, aufgekl�rt haben?�</p><p>�W�rde ich Sie �ber alle meine Absichten aufkl�ren, Liono�, erwiderte die Branno mi�gestimmt, �w��ten Sie viel zuviel. Aber das ist eine unwichtige Angelegenheit, nicht anders als Thoobings Beunruhigung, und genauso verh�lt es sich mit allem, was die Saysheller unternehmen k�nnten. Ich interessiere mich viel mehr f�r Trevize.�</p><p>�Unsere Scouts haben Compor geortet. Er folgt Trevize, und beide n�hern sich Gaia sehr vorsichtig.�</p><p>�Mir liegen die Berichte der Scouts komplett vor, Liono. Anscheinend nehmen Trevize und Compor beide Gaia sehr ernst.�</p><p>�Jeder bel�chelt den Aberglauben, der sich um Gaia rankt, B�rgermeisterin, und trotzdem denkt jeder: �Was w�re, wenn�� Sogar Botschafter Thoobing hat sich ein bi�chen Unbehagen anmerken lassen. Das alles k�nnte ganz gut auf einem raffinierten politischen Trick der Saysheller beruhen. Vielleicht eine Art von Tarnung. Wenn man Geschichten �ber eine geheimnisvolle, unnahbare Welt verbreitet, werden die Menschen nicht nur diese Welt meiden, sondern auch in der N�he befindliche Welten�� so wie die der Sayshell-Union.�</p><p>�Sie meinen, das k�nnte der Grund sein, warum der Fuchs Sayshell in Frieden gelassen hat?�</p><p>�M�glich.�</p><p>�Sie glauben doch sicher nicht, auch die Foundation h�tte wegen Gaia die Finger von Sayshell gelassen, wenn es keinen Hinweis darauf gibt, da� man bei uns je von dieser Welt geh�rt hat?�</p><p>�Ich gebe zu, da� Gaia in unseren Archiven nirgends erw�hnt wird, aber andererseits gibt�s eigentlich keine einleuchtende Erkl�rung f�r unsere gem��igte Haltung zur Sayshell-Union.�</p><p>�Dann wollen wir hoffen, da� die sayshellische Regierung�� trotz Thoobings gegenteiliger Auffassung�� von Gaias Macht und t�dlicher Natur �berzeugt ist�� wenigstens ein bi�chen.�</p><p>�Warum das?�</p><p>�Weil die Sayshell-Union dann keine Einw�nde gegen unseren Vorsto� nach Gaia erheben d�rfte. Je unangenehmer ihr unser Vordringen ist, um so eher reden sie sich dort unter Umst�nden ein, man solle es zulassen, damit Gaia uns eine harte Abfuhr erteilt. So eine Lektion, werden sie sich vielleicht denken, m��te eine heilsame Wirkung auf potentielle k�nftige Eindringlinge haben.�</p><p>�Und wenn sie nun mit einer solchen Annahme v�llig recht haben sollten, B�rgermeisterin? Falls Gaia <emphasis>wirklich </emphasis>eine t�dliche Gefahr verk�rpert?�</p><p>Die Branno l�chelte. �Jetzt fangen Sie selber mit dem �Was w�re, wenn� an, oder, Liono?�</p><p>�Ich mu� alle M�glichkeiten in Erw�gung ziehen, B�rgermeisterin. Das ist meine Aufgabe.�</p><p>�Wenn Gaia eine t�dliche Gefahr ist, wird Trevize ihr zum Opfer fallen. Das ist <emphasis>seine </emphasis>Aufgabe als mein Blitzableiter. Und Compor m�glichst auch�� hoffe ich!�</p><p>�Das hoffen Sie? Weshalb?�</p><p>�Weil die Gaianer dadurch �bertrieben selbstsicher werden k�nnten, und das w�re f�r uns n�tzlich. Sie w�rden unsere Kr�fte untersch�tzen und uns um so leichter unterliegen.�</p><p>�Und wenn nun <emphasis>wir </emphasis>es sind, die sich durch �berh�hte Selbstsicherheit auszeichnen?�</p><p>�Wir sind�s nicht�, entgegnete die Branno rundheraus.</p><p>�Diese Gaianer�� was immer sie auch sein m�gen�� k�nnten doch irgendwelche Eigenschaften besitzen, von denen wir uns gar keine Vorstellung machen, so da� wir die Gefahr unzureichend einsch�tzen. Ich erw�hne das lediglich, B�rgermeisterin, weil ich der Ansicht bin, da� auch diese M�glichkeit nicht au�er acht gelassen werden darf.�</p><p>�Tats�chlich? Und wie kommen Sie zu dieser Ansicht, Liono?�</p><p>�Weil ich mir denke, da� Gaia im schlimmsten Fall vielleicht die Zweite Foundation ist. Ich vermute, Sie sind sogar der �berzeugung, <emphasis>da� </emphasis>wir�s mit der Zweiten Foundation zu tun haben. Sayshells Geschichte war jedoch schon zur Zeit des Imperiums recht interessant. Nur Sayshell allein hat jederzeit ein gewisses Ma� an Souver�nit�t genossen. Ausschlie�lich Sayshell sind einige der �rgsten Steuern erspart geblieben, wie ein paar der sogenannten schlechten Kaiser sie erhoben haben. Kurz gesagt, anscheinend hat Sayshell schon immer unter Gaias Schutz gestanden, auch in der �ra des Imperiums.�</p><p>�Na und?�</p><p>�Aber die Zweite Foundation ist von Hari Seldon gleichzeitig mit unserer Foundation gegr�ndet worden. In der �ra des Imperiums hat die Zweite Foundation noch nicht existiert�� Gaia dagegen sehr wohl. Gaia ist also <emphasis>nicht </emphasis>die Zweite Foundation. Sie ist irgend etwas anderes�� und m�glicherweise noch Schlimmeres.�</p><p>�Ich halte nichts davon, sich vom Unbekannten erschrecken zu lassen, Liono. Es gibt nur zwei Quellen von Gefahr�� materielle Waffen und geistige Waffen��, und auf beide sind wir gut vorbereitet. Sie kehren jetzt zur�ck auf Ihr Schiff und warten mit den Einheiten im Randbereich der Sayshell-Union. Dies Schiff wird zuerst allein nach Gaia vorsto�en, aber wir werden mit Ihnen in st�ndigem Kontakt stehen und erwarten, da� Sie uns notfalls mit einem einzigen Hypersprung zu Hilfe kommen. Gehen Sie, Liono, und lassen Sie diesen verst�rten Ausdruck von Ihrem Gesicht verschwinden!�</p><p>�Ist eine letzte Frage gestattet? Sind Sie <emphasis>sicher, </emphasis>da� Sie wissen, was Sie tun?�</p><p>�Das bin ich�, antwortete die Branno grimmig. �Auch ich habe die Geschichte Sayshells studiert und daraus entnommen, da� Gaia nicht die Zweite Foundation sein <emphasis>kann, </emphasis>aber mir liegen, wie bereits erw�hnt, die Berichte der Scouts komplett vor, und infolgedessen wei� ich��</p><p>�Ja?�</p><p>�Na, ich wei�, wo sich die Zweite Foundation befindet, und wir werden uns um beide k�mmern, Liono. Erst befassen wir uns mit Gaia, und danach mit Trantor.�</p></section></section><section><title><p>Siebzehntes Kapitel</p><p>Gaia</p></title><section><title><p>70</p></title><p>Es dauerte Stunden, bis das Schiff von der Raumstation aus die N�he der <emphasis>Far Star </emphasis>erreichte�� sehr lange Stunden, die Trevize eine nach der anderen durchzustehen hatte.</p><p>W�re die Situation normal gewesen, h�tte Trevize versucht, ein Signal zu geben und auf eine Reaktion zu warten. W�re eine Reaktion ausgeblieben, h�tte er ein Ausweichman�ver vollzogen.</p><p>Weil sie jedoch unbewaffnet waren und man bisher nicht auf ihre Ann�herung reagiert hatte, blieb ihnen nichts anderes �brig, als alles weitere abzuwarten. Der Computer befolgte keinerlei Anweisungen, die irgend etwas au�erhalb des Raumschiffs betrafen.</p><p>Im Innern dagegen funktionierte alles weiterhin bestens. Die Lebenserhaltungssysteme arbeiteten tadellos, so da� Trevize und Pelorat keine k�rperlichen Unannehmlichkeiten zu erdulden brauchten. Irgendwie war das jedoch kein besonderer Trost. Das Dasein schleppte sich mehr oder weniger nur noch so dahin, und die Ungewi�heit dessen, was bevorstand, zerm�rbte Trevize. Es irritierte ihn, feststellen zu m�ssen, da� Pelorat vollkommen ruhig wirkte. Wie um alles noch unertr�glicher zu machen, �ffnete Pelorat, w�hrend Trevize �berhaupt keinen Hunger versp�rte, eine kleine B�chse mit H�hnchenfleisch in St�cken, das sich nach dem �ffnen automatisch rasch erw�rmte. Nun verzehrte Pelorat seine Mahlzeit wie nach Plan.</p><p>�Raum und Zeit, Janov!� meinte Trevize gereizt. �Das stinkt.�</p><p>Pelorat schaute verbl�fft drein und roch an der B�chse. �F�r meine Begriffe riecht�s v�llig einwandfrei, Golan.�</p><p>Trevize sch�ttelte den Kopf. �Haben Sie Nachsicht. Ich bin blo� unruhig. Aber benutzen Sie eine Gabel, sonst werden Ihre Finger den ganzen Tag lang nach Gefl�gel riechen.�</p><p>�berrascht betrachtete Pelorat seine Finger. �Entschuldigung! Ist mir gar nicht aufgefallen. Ich habe an etwas anderes gedacht.�</p><p>�W�rden Sie gerne raten, was f�r eine Art von Nichtmenschen die Gesch�pfe auf dem Schiff dort sein k�nnten?� meinte Trevize sarkastisch. Er sch�mte sich, weil er weniger gefa�t war als Pelorat. Er war ein Veteran der Raummarine (obwohl er nat�rlich nie an einer richtigen Schlacht teilgenommen hatte), Pelorat blo� ein Historiker. Trotzdem sa� sein Begleiter hier vollkommen gelassen herum.</p><p>�Es d�rfte unm�glich sein�, sagte Pelorat, �sich einfach auszumalen, welchen Gang die Evolution unter ganz anderen Bedingungen, als sie urspr�nglich auf der Erde vorhanden waren, genommen haben k�nnte. Sicher gibt�s nicht unendlich viele M�glichkeiten, aber es sind so viele denkbar, da� es auf das gleiche hinausl�uft. Ich kann allerdings ziemlich sicher voraussagen, da� diese Kreaturen nicht blindw�tig gewaltt�tig sind und uns auf zivilisierte Art und Weise behandeln werden. Andernfalls w�ren wir l�ngst tot.�</p><p>�Sie k�nnen wenigstens noch klar denken, Janov, mein alter Freund�� Sie sind noch immer ganz ruhig. Meine Nerven dagegen beginnen sich immer mehr gegen die Ruhe durchzusetzen, die man uns anfangs irgendwie eingegeben hat. Ich versp�re einen starken Drang zum Aufstehen und Hinundherlaufen. Warum ist das verdammte Schiff denn noch nicht da?�</p><p>�Ich bin ein Mann der Passivit�t, Golan�, sagte Pelorat.</p><p>�Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht, �ber irgendwelchen Aufzeichnungen zu hocken und auf das Eintreffen weiterer Aufzeichnungen zu warten. Ich habe nie was anderes getan als gewartet. Sie sind ein Mann der Tat, und Ihnen wird mies zumute, wenn Sie einmal nicht handeln k�nnen.�</p><p>Trevize f�hlte, wie von seiner Anspannung ein wenig wich. �Ich habe Ihren gesunden Menschenverstand geh�rig untersch�tzt, Janov�, murmelte er.</p><p>�Nein, durchaus nicht�, widersprach Pelorat, �aber selbst ein naiver Akademiker versteht es manchmal, seinem Leben irgendwie einen Sinn abzugewinnen.�</p><p>�Und selbst der cleverste Politiker kann manchmal darin scheitern.�</p><p>�Das habe ich nicht gesagt, Golan.�</p><p>�Nein, aber ich. Na gut, ich mu� mich also irgendwie bet�tigen. Auf jeden Fall bin ich zum Beobachten imstande. Das andere Schiff ist mittlerweile so nah, da� man feststellen kann, es ist anscheinend ziemlich primitiv.�</p><p>�Anscheinend?�</p><p>�Falls es ein Produkt nichtmenschlichen Denkens und nichtmenschlicher H�nde ist�, sagte Trevize, �kann das, was f�r uns primitiv aussieht, in Wirklichkeit nur nichtmenschlich konzipiert sein.�</p><p>�Meinen Sie, es k�nnte sich um ein nichtmenschliches Artefakt handeln?� fragte Pelorat, indem er leicht err�tete.</p><p>�Kann ich nicht sagen. Ich vermute, da� Artefakte, wie verschieden sie von Kultur zu Kultur auch sein m�gen, ihre Kultur niemals ganz so plastisch widerspiegeln k�nnen wie moderne Produkte genetischer Andersartigkeit.�</p><p>�Das ist lediglich eine Vermutung Ihrerseits. Wir kennen nur unterschiedliche Kulturen. Wir kennen keine verschiedenen intelligenten Spezies und haben daher keine M�glichkeit, zu beurteilen, wie unterschiedlich entsprechende Artefakte sein m��ten.�</p><p>�Fische, Delphine, Pinguine, Tintenfische, sogar die Ambiflexen, die nicht irdischer Abstammung sind�� einmal vorausgesetzt, die anderen sind�s��, sie alle l�sen das Problem der Bewegung durch ein fl�ssiges Medium durch eine Stromlinienform, so da� ihr Aussehen keineswegs so verschieden ist, wie ihre genetische Herkunft vermuten lassen k�nnte. �hnlich lie�e es sich mit Artefakten denken.�</p><p>�Die Tentakel eines Tintenfisches und die Helivibratoren eines Ambiflexes unterscheiden sich gewaltig voneinander, ebenso von den Flossen, Schw�nzen und Gliedma�en der Wirbeltiere. �hnlich k�nnte es sich mit Artefakten verhalten.�</p><p>�Jedenfalls f�hle ich mich schon besser�, sagte Trevize. �Unsinn mit Ihnen zu reden, beruhigt meine Nerven, Janov. Und ich nehme an, wir werden nun bald wissen, mit wem wir�s zu tun haben. Das Schiff dort kann nicht andocken, und wer auch an Bord ist, er wird �ber eine altmodische Verbindungsleine zu uns kommen�� oder man wird uns irgendwie dazu veranlassen, nach dr�ben �berzusetzen��, denn unsere Normschleuse ist so nutzlos. Es sei denn, irgendwelche Nichtmenschen werden ein ganz anderes System verwenden.�</p><p>�Wie gro� ist das Schiff?�</p><p>�Da ich den Bordcomputer nicht benutzen und deshalb nicht das Radar einsetzen kann, um die Entfernung festzustellen, kann ich die Gr��e nicht ermitteln.�</p><p>Eine Verbindungsleine scho� auf die <emphasis>Far Star </emphasis>zu.</p><p>�Entweder sind Menschen an Bord�, sagte Trevize, �oder Nichtmenschen, die eine gleichartige Vorrichtung haben. Vielleicht kann man nichts anderes nehmen.�</p><p>�Sie k�nnten eine R�hre ausfahren�, sagte Pelorat, �oder eine horizontale Leiter, so was wie ein Laufsteg durchs All.�</p><p>�Solche Ger�te sind f�r so etwas nicht flexibel genug. Es w�re viel zu kompliziert, damit zwischen zwei Raumschiffen eine Verbindung herzustellen. Man braucht etwas, in dem Stabilit�t und Flexibilit�t kombiniert sind.�</p><p>Mit einem dumpfen Dr�hnen prallte die Verbindungsleine gegen den Rumpf der <emphasis>Far Star </emphasis>und versetzte ihn in Schwingung (und damit auch die darin befindliche Luft). Danach ert�nte das �bliche Schleifger�usch, w�hrend das andere Schiff die erforderliche Feinkorrektur seiner Geschwindigkeit vornahm, um die Geschwindigkeit beider Raumschiffe einander anzugleichen. Die Verbindungsleine blieb im Verh�ltnis zu beiden Raumern bewegungslos.</p><p>Auf dem Rumpf des anderen Schiffs erschien ein schwarzer Punkt, weitete sich wie die Pupille eines Auges.</p><p>Trevize stie� ein Brummen aus. �Ein dehnbares Diaphragma statt einer Schleusenluke.�</p><p>�Nichtmenschlich?�</p><p>�Nicht zwangsl�ufig, w�rde ich sagen. Aber interessant.�</p><p>Eine Gestalt kam zum Vorschein.</p><p>Pelorat pre�te einen Moment lang die Lippen aufeinander. �Wie schade�, meinte er dann mit deutlicher Entt�uschung in der Stimme. �Menschlich.�</p><p>�Nicht unbedingt�, erwiderte Trevize sachlich. �Bis jetzt k�nnen wir nur erkennen, da� f�nf Extremit�ten vorhanden sind. Das k�nnen ein Kopf, zwei Arme und zwei Beine sein�� vielleicht aber auch nicht. Warten Sie mal!�</p><p>�Was ist denn?�</p><p>�Unser Besucher bewegt sich viel schneller und gleichm��iger her�ber, als ich gedacht habe. Aha!�</p><p>�Was denn?�</p><p>�Er benutzt irgendeine Art von Antrieb. Keine Raketen, soweit ich das schon sagen kann, aber er hangelt sich auch nicht ausschlie�lich an den H�nden her�ber. Aber es mu� noch immer keineswegs unbedingt ein Mensch sein.�</p><p>Obwohl die Gestalt an der Verbindungsleine entlang z�gig n�herkam, schien das Warten auf sie sich unglaublich lange hinzuziehen, aber endlich erscholl das Ger�usch des Kontakts.</p><p>�Was f�r ein Gesch�pf das auch ist, es kommt herein�, konstatierte Trevize. �Ich habe Lust, mich auf es zu st�rzen, sobald es sich zeigt.� Er ballte eine Hand zur Faust.</p><p>�Ich glaube, wir behalten lieber die Nerven�, riet Pelorat. �Kann sein, es ist st�rker als wir. Es kann unseren Geist beherrschen. Au�erdem sind dr�ben im Schiff bestimmt noch mehr von seiner Art. Wir warten besser, bis wir mehr �ber das wissen, mit dem wir es zu tun haben.�</p><p>�Sie werden mit jeder Minute vern�nftiger, Janov�, sagte Trevize. �Bei mir ist es umgekehrt.�</p><p>Sie h�rten die Luftschleuse in Funktion treten, und schlie�lich betrat die Gestalt das Innere des Raumschiffs.</p><p>�Ungef�hr normale Gr��e�, bemerkte Pelorat ged�mpft. �Der Raumanzug k�nnte durchaus einem Menschen passen.�</p><p>�So ein Modell habe ich noch nie gesehen, und ich habe von so was auch noch nicht geh�rt, aber es f�llt sicher nicht au�erhalb der Grenzen menschlicher Fabrikation, finde ich. Der Anzug besagt gar nichts.�</p><p>Die in den Raumanzug geh�llte Gestalt blieb vor ihnen stehen und hob ein Glied zum Helm, der offenbar nur von innen transparent war, falls er �berhaupt aus einer Glassubstanz bestand, denn in seinem Innern lie� sich nichts erkennen.</p><p>Das Glied ber�hrte mit einer raschen Bewegung, die Trevize nicht ganz zu beobachten vermochte, irgend etwas, und der Helm l�ste sich vom Rest des Anzugs. Er klappte zur�ck�</p><p>�und entbl��te das Gesicht einer jungen und unbestreitbar sch�nen Frau.</p></section><section><title><p>71</p></title><p>Pelorats ausdruckslose Miene, so schien es, tat alles, um m�glichst entgeistert zu wirken. �Sind Sie ein Mensch?� stammelte er.</p><p>Die Frau hob ruckartig die Brauen und spitzte die Lippen. Daraus lie� sich nicht ersehen, ob sie in diesem Augenblick etwas in einer fremden Sprache geh�rt hatte, die sie nicht verstand, oder ob sie sehr wohl verstand und sich �ber die Fragestellung wunderte.</p><p>Ihre Hand glitt schnell an die linke Seite des Raumanzugs, der sich daraufhin der L�nge nach �ffnete, als hielten ihn nur lauter winzige Scharniere in einem St�ck zusammen. Sie trat heraus, und der Anzug blieb einen Moment lang ohne Inhalt reglos stehen. Dann sank er mit einem Seufzen zusammen, das nahezu menschlich klang.</p><p>Ohne den Anzug sah die Frau sogar noch j�nger aus. Ihre Kleidung war weit und durchsichtig, und die kaum wahrnehmbare Unterw�sche war nur in Umrissen sichtbar. Die Oberbekleidung reichte bis zu den Knien hinab.</p><p>Sie hatte kleine Br�ste und eine schmale Taille, aber ihre H�ften waren rund und voll. Ihre Schenkel, die man schattenhaft sah, waren kr�ftig, aber ihre Beine verschm�lerten sich unten zu anmutigen Kn�cheln. Ihr Haar war dunkel und schulterlang, die Augen waren gro� und braun, die Lippen voll und leicht ungleichm��ig.</p><p>Sie blickte an sich hinunter und l�ste die Frage des Verst�ndigungsproblems, indem sie meinte: �Sehe ich <emphasis>nicht </emphasis>wie ein Mensch aus?�</p><p>Sie sprach das Galakto-Standard mit einem ganz geringf�gigen Z�gern, als m�sse sie sich ein wenig um die richtige Aussprache bem�hen.</p><p>Pelorat nickte. �Ich kann�s nicht leugnen�, sagte er mit ansatzweisem L�cheln. �Sehr menschlich. Wundervoll menschlich.�</p><p>Die junge Frau breitete die Arme aus, als fordere sie zu genauerer Untersuchung auf. �Das will ich doch hoffen, Gentlemen. F�r diesen K�rper sind schon M�nner gestorben.�</p><p>�Ich w�rde lieber daf�r leben�, erwiderte Pelorat, selber leicht �berrascht �ber diese Anwandlung von Charme.</p><p>�Eine gute Entscheidung�, sagte die Frau ernsthaft. �Sobald man diesen Leib ber�hrt, wird alles St�hnen zum St�hnen der Ekstase.�</p><p>Sie lachte, und Pelorat lachte mit ihr.</p><p>�Wie alt sind Sie?� raunzte Trevize, der dem Gespr�ch mit finster gerunzelter Stirn zugeh�rt hatte, die Frau an.</p><p>Sie schrak, hatte es den Anschein, ein bi�chen zur�ck. �Dreiundzwanzig� Gentleman.�</p><p>�Warum sind Sie zu uns gekommen? Welche Absichten verfolgen Sie hier?�</p><p>�Ich bin gekommen, um Sie nach Gaia zu bringen.� Ihre Beherrschung des Galakto-Standard lie� ein wenig nach, und ihre Vokale neigten zum Diphthongieren. Das �gekommen� klang aus ihrem Mund wie �gekommemb�, �Gaia� wie �Geier�.</p><p>�Ein <emphasis>M�dchen </emphasis>als Eskorte?�</p><p>Die Frau straffte ihre Haltung, und pl�tzlich machte sie den Eindruck einer Person, die alles unter Kontrolle hat. �Ich bin Gaia�, sagte sie, �so gut wie jeder andere. Das ist meine Schicht auf der Station.�</p><p><emphasis>�Ihre </emphasis>Schicht? Waren Sie die einzige Person an Bord?�</p><p>�Mehr ist nicht n�tig.� Sichtlicher Stolz.</p><p>�Und nun ist sie leer?�</p><p>�Ich halte mich nicht l�nger dort auf, Gentlemen, aber sie ist nicht leer. <emphasis>Sie </emphasis>ist da.�</p><p>�Sie? Wen meinen Sie?�</p><p>�Die Station. Sie ist Gaia. Sie braucht mich nicht. Sie h�lt Ihr Schiff fest.�</p><p>�Wenn sie Sie nicht braucht, was haben Sie dann in der Station gemacht?�</p><p>Pelorat hatte Trevize schon einmal am �rmel gezupft, war jedoch abgesch�ttelt worden. Jetzt versuchte er es nochmals. �Golan�, sagte er eindringlich und halb im Fl�sterton, �schreien Sie sie nicht an. Sie ist ein M�dchen. �berlassen Sie mir die Sache.�</p><p>Trevize sch�ttelte �rgerlich den Kopf, aber Pelorat ergriff bereits die Initiative. �Junge Frau�, erkundigte er sich, �wie lautet Ihr Name?�</p><p>Die Frau l�chelte mit pl�tzlicher sonniger Freundlichkeit, als w��te sie den h�flicheren Ton sehr zu sch�tzen. �Wonne�, gab sie zur Antwort.</p><empty-line/></section><section><empty-line/><p><image l:href="#8"/></p><empty-line/></section><section><empty-line/><p>�Wonne?� wiederholte Pelorat. �Ein sehr h�bscher Name. Aber das ist doch sicherlich nicht alles?�</p><p>�Nat�rlich nicht. Das w�re was, einen Namen mit blo� zwei Silben zu haben. Er w�rde in jeder Sektion dupliziert, soda� wir einer den anderen nicht mehr voneinander unterscheiden k�nnten, und die M�nner w�rden f�r den falschen K�rper sterben. Mein vollst�ndiger Name lautet Ywonnobiarella.�</p><p>�Na, <emphasis>das </emphasis>ist doch was!�</p><p>�Was? Sieben Silben? Das ist wenig. Ich habe Bekannte mit Namen von f�nfzehn Silben, und sie werden�s nie m�de, sich neue Kombinationen f�r ihre Freunde auszudenken. Seit ich f�nfzehn geworden bin, ist es bei mir bei Wonne geblieben. Meine Mutter hat mich fr�her �Bibbi� genannt, falls Sie sich so was �berhaupt vorstellen k�nnen.�</p><p>�Im Galakto-Standard bedeutet �Wonne� soviel wie �Ekstase� oder �Gl�ckseligkeit��, sagte Pelorat.</p><p>�In der gaianischen Sprache auch. Sie ist nicht <emphasis>sehr </emphasis>verschieden vom Standard, und �Ekstase� ist genau die Bedeutung, die mein Name vermitteln soll.�</p><p>�Mein Name ist Janov Pelorat.�</p><p>�Das wei� ich. Und der andere Gentleman�� dieser Schreihals�� ist Golan Trevize. Wir haben Nachricht von Sayshell erhalten.�</p><p>�Wie haben Sie diese Nachricht erhalten?� fragte Trevize sofort, die Augen mi�trauisch zusammengekniffen.</p><p>Wonne wandte sich ihm zu. �Nicht ich habe sie erhalten, sondern Gaia�, erwiderte sie gelassen.</p><p>�Miss Wonne�, fragte Pelorat, �d�rfen mein Partner und ich uns einen Moment lang allein unterhalten?�</p><p>�Ja, freilich, aber Sie wissen, alles mu� weitergehen.�</p><p>�Es wird nicht lange dauern.� Pelorat zog kraftvoll an Trevizes Ellbogen, und Trevize folgte ihm widerwillig in die benachbarte Kabine.</p><p>�Was soll das?� fl�sterte Trevize. �Ich bin sicher, sie versteht uns auch hier drin. Wahrscheinlich kann sie unsere Gedanken lesen, diese verdammte Kreatur.�</p><p>�Ob sie uns h�rt oder nicht, wir brauchen im Augenblick aus psychologischen Gr�nden etwas Absonderung. H�ren Sie, mein Bester, lassen Sie sie in Ruhe. Wir k�nnen nun einmal nichts unternehmen, und es hat absolut keinen Zweck, sie daf�r b��en zu lassen. Wahrscheinlich ist sie ihrerseits auch zu keinen Ma�nahmen befugt. Sie ist blo� ein Laufm�dchen. Solange sie an Bord ist, sind wir vermutlich sicher, man h�tte sie bestimmt nicht zu uns aufs Schiff geschickt, w�re es jemandes Absicht, das Schiff zu vernichten. Aber wenn Sie sich weiter so grob auff�hren, wird man es�� und damit auch uns�� vielleicht vernichten, sobald sie wieder von Bord gegangen ist.�</p><p>�Ich kann�s nicht ertragen, derartig hilflos zu sein�, murrte Trevize.</p><p>�Wem gef�llt so was schon? Aber sich wie ein Grobian zu benehmen, macht einen nicht weniger hilflos. Dadurch wird man nur zu einem hilflosen Grobian. Ach, mein Bester, ich will ja auch keineswegs nun <emphasis>Sie </emphasis>ausschimpfen, Sie m�ssen entschuldigen, falls ich Sie �bertrieben kritisiere, aber dem M�dchen kann man an nichts die Schuld geben.�</p><p>�Janov, es ist jung genug, um unsere j�ngste Tochter sein zu k�nnen.�</p><p>Pelorat straffte sich. �Ein Grund mehr, sich anst�ndig zu betragen. Ich wei� auch nicht so recht, was ich von dieser Bemerkung halten soll.�</p><p>Trevize �berlegte f�r einen Moment, dann normalisierte sich sein Gesichtsausdruck. �Na sch�n. Sie haben recht. Ich dagegen nicht. Aber es ist irritierend, da� man ein M�dchen zu uns geschickt hat. Zum Beispiel h�tte man uns statt dessen einen Offizier ihres Milit�rs r�berschicken k�nnen, das h�tte sozusagen wenigstens gezeigt, da� man uns <emphasis>ernst </emphasis>nimmt. Aber ein M�dchen? Das die Verantwortung st�ndig auf Gaia schiebt?�</p><p>�Wahrscheinlich meint sie einen Herrscher oder so was, der den Namen des Planeten als Ehrentitel tr�gt, oder sie bezieht sich auf das planetare Parlament. Wir werden�s schon herausfinden, aber m�glicherweise nicht durch direktes Ausfragen.�</p><p>�M�nner sind f�r ihren Leib gestorben!� sagte Trevize. �Ha! Dabei ist sie breitarschig wie ein� ein��</p><p>�Niemand verlangt von Ihnen, da� Sie daf�r sterben, Golan�, meinte Pelorat nachsichtig. �Kommen Sie, erlauben Sie ihr eine gewisse Selbstironie. Ich pers�nlich finde so was ganz lustig, und es spricht f�r ein gutm�tiges Naturell.�</p><p>Wonne stand am Computer, als sie zur�ckkehrten, beugte sich �ber ihn und betrachtete seine Bestandteile, wobei sie die H�nde auf dem R�cken verschr�nkte, als f�rchte sie sich davor, ihn anzufassen.</p><p>Sie blickte auf, als die beiden wieder eintraten, unter der niedrigen T�r�ffnung den Kopf einzogen. �Dies ist ein ganz erstaunliches Schiff�, sagte sie. �Ich begreife nicht die H�lfte von allem, was ich hier sehe, aber wenn Sie mir zur Begr��ung ein Geschenk machen m�chten, dann nehme ich�s sofort. Es ist wunderbar. Daneben sieht mein Schiff richtig scheu�lich aus.� Ihre Miene nahm einen Ausdruck eifriger Neugier an. �Sind Sie wirklich von der Foundation?�</p><p>�Woher wissen Sie �ber die Foundation Bescheid?� wollte Pelorat wissen.</p><p>�Wir lernen davon in der Schule. Haupts�chlich wegen des Fuchses.�</p><p>�Warum wegen des Fuchses, Wonne?�</p><p>�Er war einer von uns, Gentle� Welche Silbe Ihres Namens darf ich benutzen, Gentleman?�</p><p>�Entweder Jan�, sagte Pelorat, �oder Pel. Welche ist Ihnen lieber?�</p><p>�Er war einer von uns, Pel�, sagte Wonne mit freundschaftlichem L�cheln. �Es wei� zwar niemand genau, wo eigentlich, aber er wurde auf Gaia geboren.�</p><p>�Er gilt wohl als gaianischer Held, was, Wonne?� meinte Trevize. Er legte nun eine entschiedene, nahezu aggressive Freundlichkeit an den Tag, warf einen beruhigenden Blick in Pelorats Richtung. �Nennen Sie mich Trev�, f�gte er hinzu.</p><p>�O nein�, widersprach Wonne unverz�glich. �Er wird als Krimineller betrachtet. Er hat Gaia ohne Erlaubnis verlassen, und so etwas sollte niemand tun. Niemand wei�, <emphasis>warum </emphasis>er das gemacht hat, aber er ist fortgegangen, und das ist vermutlich der Grund, warum es mit ihm ein b�ses Ende genommen hat. Zum Schlu� ist er von der Foundation besiegt worden.�</p><p>�Von der <emphasis>Zweiten </emphasis>Foundation?� hakte Trevize nach.</p><p>�Gibt�s mehr als eine? Wenn ich nachdenke, f�llt�s mir vielleicht ein, aber eigentlich habe ich an Geschichte wenig Interesse. So wie ich es sehe, beschr�nkt sich mein Interesse auf das, was Gaia f�r am besten h�lt. Wenn Geschichte mir irgendwie abgeht, dann wohl deshalb, weil�s genug Historiker gibt, oder es kann sein, sie liegt mir einfach nicht. Ich werde voraussichtlich zur Weltraumtechnikerin ausgebildet. Jedenfalls teilt man mich immerzu f�r derartige Schichten ein, und anscheinend macht�s mir Spa�, und es ist ja logisch, h�tte ich daran keinen Spa�, dann w�rde ich��</p><p>Sie sprach ziemlich schnell, fast ohne Atem zu holen, und es kostete Trevize einige M�he, eine Zwischenfrage zu stellen. �Wer ist Gaia?�</p><p>Wonne schaute verwundert drein. �Eben Gaia. Pel und Trev, bitte la�t uns weitermachen. Wir m�ssen auf die Oberfl�che hinunter.�</p><p>�Wir sind doch schon dorthin unterwegs, oder nicht?�</p><p>�Ja, aber langsam. Gaia findet, Sie k�nnten sich viel schneller fortbewegen, wenn Sie das Potential Ihres Raumschiffs voll nutzen. M�chten Sie das tun?�</p><p>�Wir k�nnten�s�, antwortete Trevize grimmig. �Aber wenn ich die Kontrolle �ber das Schiff zur�ckerhalte, ist es nicht wahrscheinlich, da� wir dann sofort in die entgegengesetzte Richtung davonrasen?�</p><p>Wonne lachte. �Sie sind vielleicht komisch. Klar k�nnen Sie in keine Richtung fliegen, in die Gaia Sie nicht fliegen lassen will. Aber Sie d�rfen in der Richtung schneller fliegen, wohin Gaia Sie fliegen zu sehen <emphasis>w�nscht. </emphasis>Verstehen Sie?�</p><p>�Wir haben�s verstanden�, entgegnete Trevize. �Ich werde mich bem�hen, meinen Sinn f�r Humor zu b�ndigen. <emphasis>Wo </emphasis>soll ich auf der Oberfl�che landen?�</p><p>�Das ist gleichg�ltig. Steuern Sie die Oberfl�che an, und Sie werden am richtigen Ort landen. Gaia wird daf�r sorgen.�</p><p>�Bleiben Sie bei uns, Wonne�, fragte Pelorat nach, �damit wir gut behandelt werden?�</p><p>�Ich glaube, das l��t sich machen. Lassen Sie uns mal sehen� die regul�re Geb�hr f�r meine Dienste�� ich meine, f�r <emphasis>diese </emphasis>Art von Dienstleistungen�� kann hier auf meiner Kontokarte verbucht werden.�</p><p>�Und die andere Art von Diensten?�</p><p>Wonne kicherte. �Sie sind ein netter alter Knabe.� Pelorat zuckte zusammen.</p></section><section><title><p>72</p></title><p>Wonne nahm den Abw�rtsflug auf Gaias Oberfl�che mit naiver Erregung auf. �Man sp�rt gar keine Beschleunigung�, bemerkte sie.</p><p>�Wir verf�gen �ber einen Gravitationsantrieb�, sagte Pelorat. �Alles beschleunigt als Ganzes, uns eingeschlossen, also sp�ren wir nichts.�</p><p>�Aber wie funktioniert so ein Antrieb, Pel?�</p><p>Pelorat zuckte die Achseln. �Ich glaube, Trev kennt sich damit aus�, antwortete er, �aber ich bezweifle, da� er gegenw�rtig in der Stimmung ist, um sich dar�ber zu unterhalten.�</p><p>Trevize hatte das Schiff nahezu r�cksichtslos Gaias Gravitationsquelle entgegengest�rzt. Das Schiff reagierte auf seine Richtungsweisung, aber Wonne hatte ihm bestimmte Warnungen erteilt. Ein �berschreiten der Feldlinien der vorhandenen Gravitationskr�fte war umst�ndehalber gestattet, wenngleich nur gegen einen gewissen Widerstand. Jeder Versuch jedoch, wieder aufzusteigen, mi�lang v�llig.</p><p>Noch immer geh�rte das Raumschiff nicht wieder ihm.</p><p>�Gehen Sie nicht ein bi�chen schnell hinunter, Golan?� meinte Pelorat in gutartiger Weise.</p><p>�Die junge Dame hat gesagt�, erwiderte Trevize mit einer gewissen Ausdruckslosigkeit des Tonfalls, um sich nichts von seinem �rger anmerken zu lassen (allerdings mehr Pelorat zuliebe als aus irgendeinem anderen Grund), �da� Gaia f�r alles sorgt.�</p><p>�Klar, Pel�, versicherte Wonne. �Gaia wird nichts dulden, wodurch dies Schiff gef�hrdet werden k�nnte. Ist was zu essen an Bord?�</p><p>�Ja, freilich�, best�tigte Pelorat. �Was h�tten Sie denn gerne?�</p><p>�Kein Fleisch, Pel�, erwiderte Wonne in gesch�ftsm��igem Ton, �aber Fisch oder Ei w�re mir recht, auch jede Sorte Gem�se, die Sie haben.�</p><p>�Einige unserer Lebensmittel stammen von Sayshell, Wonne�, sagte Pelorat. �Ich wei� nicht genau, was in den Dosen steckt, aber m�glicherweise schmeckt�s Ihnen.�</p><p>�Naja, ich werd�s probieren�, sagte Wonne mit merklichen Bedenken.</p><p>�Sind die Bewohner Gaias Vegetarier?� wollte Pelorat erfahren.</p><p>�Viele.� Wonne nickte nachdr�cklich. �Das h�ngt davon ab, welche N�hrstoffe der K�rper in besonderen F�llen ben�tigt. In letzter Zeit war ich nicht hungrig nach Fleisch, deshalb nehme ich an, ich brauche keines. Und auch auf S��igkeiten hatte ich keinen Appetit. K�se schmeckt mir gut, und Garnele. Wahrscheinlich mu� ich abnehmen.� Sie hieb sich rechts aufs Ges��, da� es nur so klatschte. �Genau da m�ssen zwei bis drei Kilo verschwinden.�</p><p>�Ich sehe nicht ein, warum�, sagte Pelorat. �So k�nnen Sie doch viel bequemer sitzen.�</p><p>Wonne verdrehte den Hals, um ihre R�ckseite zu betrachten, so gut es ging. �Ach, es spielt keine gro�e Rolle. Das Gewicht ver�ndert sich auf- oder abw�rts, wie es gerade erforderlich ist. Ich sollte mir deswegen keine Gedanken machen.�</p><p>Trevize schwieg, weil er mit der <emphasis>Far Star </emphasis>zu schaffen hatte. Bevor er in einen Orbit einschwenkte, hatte er ein wenig zu lange gez�gert, und nun kreisten die unteren Grenzen der planetaren Exosph�re am Raumschiff vor�ber. Nach und nach entglitt der Raumer seiner Kontrolle wieder v�llig. Es hatte den Anschein, als habe ein Au�enstehender die Bedienung des Gravo-Antriebs erlernt. Wie von selbst schwang die <emphasis>Far Star </emphasis>sich ein St�ck empor in d�nnere Luft und verlangsamte rasch ihre Geschwindigkeit. Danach schlug sie einen neuen Kurs ein und senkte sich in vorsichtiger Abw�rtsflugbahn hinab.</p><p>Wonne hatte die schrille Ger�uschentwicklung des Luftwiderstandes ignoriert und schnupperte nun geziert an dem Dampf, der aus einer erhitzten Konserve aufstieg. �Das mu� in Ordnung sein, Pel�, sagte sie, �sonst m��te es ungut riechen, und ich h�tte keine Lust, es zu essen.� Sie steckte einen schmalen Finger hinein und leckte ihn ab. �Sie haben richtig geraten, Pel. Das ist Garnele oder so was. Gut!�</p><p>Mit einer Geb�rde der Unzufriedenheit verlie� Trevize den Computer.</p><p>�Junge Frau�, sprach er Wonne an, als s�he er sie zum erstenmal.</p><p>�Mein Name ist Wonne�, sagte sie mit fester Stimme.</p><p>�Sch�n, also Wonne. Sie haben unsere Namen gekannt.�</p><p>�Ja, Trev.�</p><p>�Woher wu�ten Sie sie?�</p><p>�Es war f�r mich wichtig, sie zu wissen, damit ich meine Aufgabe erf�llen kann. Folglich wu�te ich sie.�</p><p>�Wissen Sie, wer Munn Li Compor ist?�</p><p>�Ich w��te es, w�re es f�r mich wichtig, zu wissen, wer er ist. Da ich aber nicht wei�, wer er ist, kommt Mr. Compor nicht zu uns.� Einen Augenblick lang �berlegte sie. �Genauer gesagt, es kommt niemand au�er Ihnen beiden.�</p><p>�Wir werden sehen.�</p><p>Er sp�hte hinab. Gaia war ein stark wolkiger Planet. Zwar gab es keine zusammenh�ngende Wolkendecke, aber es war eine vielf�ltig durchbrochene, bemerkenswert regelm��ig verteilte Schicht von Wolken vorhanden, die auf keinen Teil der planetaren Oberfl�che klare Sicht erlaubte.</p><p>Er schaltete auf Mikrowellen um, und der Radarschirm glitzerte auf. Die Oberfl�che �hnelte auf dem Schirm beinahe einer Darstellung des Sternenhimmels. Offenbar war Gaia eine Welt vieler Inseln, vergleichbar mit Terminus, aber noch ausgepr�gter. Keine der Inseln war sonderlich gro�, und keine lag von den anderen isoliert. Man hatte den Eindruck eines planetenweiten Archipels. Der Orbit des Raumschiffs war stark zur �quatorialebene geneigt, aber man sah keine Anzeichen von Polkappen.</p><p>Auch fehlten die unmi�verst�ndlichen Beweise einer ungleichm��igen Bev�lkerungsverteilung, wie sie sich beispielsweise an der Beleuchtung auf der Nachtseite leicht ablesen lie�.</p><p>�Werden wir in der N�he der Hauptstadt landen, Wonne?� erkundigte sich Trevize.</p><p>�Gaia wird Sie absetzen, wo es geeignet ist�, entgegnete Wonne gleichg�ltig.</p><p>�Eine Gro�stadt w�rde ich vorziehen.�</p><p>�Sie meinen eine gro�e Bev�lkerungsgruppe?�</p><p>�ja.�</p><p>�Das liegt allein bei Gaia.�</p><p>Das Schiff setzte seinen Abw�rtskurs fort, und Trevize versuchte, sich ein wenig damit zu am�sieren, da� er Mutma�ungen dar�ber anstellte, auf welcher Insel sie wohl niedergehen w�rden. Welche es auch sein mochte, anscheinend sollte die Landung innerhalb der n�chsten Minuten erfolgen.</p></section><section><title><p>73</p></title><p>Das Raumschiff landete ganz ruhig, fast wie federleicht, ohne einen Moment der Reibung, ohne anomale Schwerkrafterscheinungen. Einer nach dem anderen verlie�en sie es: zuerst Wonne, dann Pelorat, zuletzt Trevize.</p><p>Das Wetter lie� sich mit dem Fr�hsommer in Terminus City vergleichen. Leichter Wind wehte, und die sp�tmorgendliche Sonne schien von einem getupften Himmel herab. Der Untergrund, auf den sie ihre F��e setzten, war begr�nt, und in einer Richtung standen zahlreiche Reihen von B�umen, offenbar ein Obstgarten, w�hrend in einer anderen Richtung in einiger Entfernung die K�ste verlief.</p><p>Man h�rte ein leises Summen, das von Insekten stammen konnte, das Flattern eines Vogels�� oder irgendeines kleinen Flugwesens��, und von einer Seite h�rte man etwas <emphasis>Klack-klack </emphasis>machen, bei dem es sich m�glicherweise um irgendein Farmger�t handelte.</p><p>Pelorat war der erste, der den Mund auftat, aber er �u�erte sich zu nichts von dem, was man sah oder h�rte. �Ah, das riecht gut�, sagte er statt dessen, �ganz wie frisches Apfelmus.�</p><p>�Wahrscheinlich ist das, was wir dort sehen, eine Apfelplantage�, sagte Trevize, �und es ist durchaus denkbar, da� man Apfelmus herstellt.�</p><p>�Auf Ihrem Schiff dagegen�, sagte Wonne, �hat�s gerochen wie� Na�� es hat jedenfalls schrecklich gerochen.�</p><p>�Solange Sie an Bord waren, haben Sie sich nicht beschwert�, grollte Trevize.</p><p>�An Bord mu�te ich h�flich sein. Ich war Gast auf Ihrem Schiff.�</p><p>�Und was spricht dagegen, auch h�flich zu bleiben?�</p><p>�Jetzt befinde ich mich auf meiner eigenen Welt. <emphasis>Sie </emphasis>sind hier die G�ste. Nun ist es an <emphasis>ihnen, </emphasis>h�flich zu sein.�</p><p>�Vermutlich hat sie bez�glich des Schiffs recht, Golan�, meinte Pelorat. �Gibt�s keine M�glichkeit, das Schiff mal so richtig zu l�ften?�</p><p>�Doch�, antwortete Trevize barsch. �Das ist m�glich�� falls diese kleine Kreatur uns zusichern kann, da� man das Schiff unangetastet l��t. Wie sie uns bereits gezeigt hat, kann sie das Schiff mit ungew�hnlichen Kr�ften beeinflussen.�</p><p>Wonne richtete sich zu voller K�rpergr��e auf. �Klein bin ich nicht gerade, und wenn nicht mehr erforderlich ist, als es in Ruhe zu lassen, um es zu s�ubern, kann ich Ihnen versichern, es wird mir ein Vergn�gen sein, davon auf Abstand zu bleiben.�</p><p>�Und wann k�nnen wir denjenigen aufsuchen, den Sie immer Gaia nennen?� w�nschte Trevize zu wissen.</p><p>Wonne wirkte erheitert. �Ich wei�, Sie werden�s mir nicht glauben, Trev. <emphasis>Ich </emphasis>bin Gaia.�</p><p>Trevize starrte sie an. Schon oft hatte er die Redewendung �seine Gedanken zusammennehmen� in metaphorischem Gebrauch geh�rt. Nun f�hlte er sich zum erstenmal in seinem Leben, als sei er buchst�blich mit einem solchen geistigen Vorgang befa�t. <emphasis>�Sie?� </emphasis>meinte er schlie�lich.</p><p>�Ja. Und der Boden ist Gaia. Und die B�ume dort sind Gaia. Und auch das Kaninchen da hinten im Gras. Und der Mann, den Sie da dr�ben zwischen den B�umen sehen. Der gesamte Planet und alles, was sich darauf befindet�� das ist Gaia. Wir sind durchaus alle Individuen, allesamt separate Organismen, aber wir besitzen ein gemeinschaftliches Bewu�tsein. Der unbelebte Planet am wenigsten davon, die verschiedenen Lebensformen in unterschiedlichen Graden, die Menschen am meisten�� aber alles hat daran Teil.�</p><p>�Ich glaube, sie will damit sagen, Trevize�, bemerkte Pelorat, �Gaia ist eine Art von Kollektivbewu�tsein.�</p><p>Trevize nickte. �Soviel habe ich sehr wohl kapiert. In dem Fall, Wonne�� wer regiert diese Welt?�</p><p>�Sie unterh�lt sich aus eigener Kraft�, lautete Wonnes Antwort. �Die B�ume dort wachsen von sich aus in Reih und Glied. Sie vermehren sich genau in dem Umfang, wie�s erforderlich ist, um die Exemplare zu ersetzen, die aus irgendwelchen Gr�nden absterben. Die Menschen ernten �pfel, soviel sie brauchen, andere Tiere, auch die Insekten, verzehren ihren Anteil�� den und nicht mehr.�</p><p>�So, die Insekten wissen, wieviel sie fressen d�rfen, hm?� brummte Trevize.</p><p>�Gewisserma�en, ja. Es regnet, wenn�s n�tig ist, und es regnet ab und zu auch einmal stark, wenn <emphasis>das </emphasis>n�tig sein sollte�� und gelegentlich kommt es zu Perioden der Trockenzeit, falls <emphasis>das </emphasis>sein mu�.�</p><p>�Und der Regen wei� auch, was er zu tun hat, was?�</p><p>�ja, gewi߫, antwortete Wonne v�llig ernsthaft. �Wissen in Ihrem K�rper all die vielen verschiedenen Zellen denn nicht auch genau, was sie zu tun haben? Wann sie wachsen und wann sie mit dem Wachsen aufh�ren m�ssen? Wann sie bestimmte Stoffe zu erzeugen haben und wann nicht, und wenn welche erzeugt werden m�ssen, wissen sie nicht auch, da� es soundsoviel sein mu�, nicht mehr und nicht weniger? In gewissem Ma� ist jede Zelle eine selbst�ndige chemische Fabrik, aber alle bedienen sich ein und derselben Quelle von Rohstoffen, die sie durch ein gemeinsames Transportsystem erhalten, und alle tragen sie zu einem gesamtheitlichen Grobbewu�tsein bei.�</p><p>�Das ist �u�erst bemerkenswert�, sagte Pelorat mit einigem Enthusiasmus. �Sie wollen damit sagen, da� der Planet ein Superorganismus ist und da� Sie eine einzelne Zelle dieses Superorganismus sind.�</p><p>�Damit beschreibe ich allerdings nicht den tats�chlichen Sachverhalt, sondern gebe Ihnen eine Analogie. Wir sind vergleichbar mit Zellen, aber wir sind keine Zellen�� verstehen Sie?�</p><p>�In welcher Hinsicht�, hakte Trevize nach, �sind Sie keine Zellen?�</p><p>�Wir bestehen selbst aus Zellen und besitzen im Verh�ltnis zu den Zellen ein Gro�bewu�tsein, das Bewu�tsein eines individuellen Organismus�� eines Menschen, um meinen Fall zu nehmen.�</p><p>�Mit einem Leib, f�r den M�nner sterben.�</p><p>�Richtig. Mein Bewu�tsein ist dem einer einzelnen Zelle weit �berlegen�� unglaublich weit voraus. Die Tatsache, da� wir unsererseits Teile eines h�heren Kollektivbewu�tseins sind, setzt uns jedoch nicht auf die Daseinsebene von K�rperzellen herab. Ich bleibe ein menschliches Wesen�� aber �ber uns existiert ein Kollektivbewu�tsein, das soweit au�erhalb meines Begriffsverm�gens liegt, wie mein Bewu�tsein sich au�erhalb des Verstehens der Muskelzellen meines Bizeps befindet.�</p><p>�Aber sicher hat doch irgend jemand die Anordnung erteilt, unser Raumschiff aufzubringen�, sagte Trevize.</p><p>�Nein, nicht irgend jemand. Gaia hat es angeordnet. Wir alle haben es angeordnet.�</p><p>�Die B�ume und der Erdboden auch, Wonne?�</p><p>�Sie leisten nur einen geringen Beitrag, aber sie tragen zu allem bei. Sehen Sie, wenn ein Musiker eine Sinfonie schreibt, fragen Sie dann danach, welche besondere Zelle ihn dazu gedr�ngt hat, sie zu schreiben, durch welche Einzelzelle seine Arbeit �berwacht worden ist?�</p><p>�Und das Gruppenbewu�tsein, um das Kollektiv einmal so zu nennen�, sagte Pelorat, �ist viel st�rker als der individuelle Verstand, nehme ich an, so wie ein Muskel st�rker als eine einzelne Zelle ist. Infolgedessen kann Gaia ein Raumschiff aus gro�er Entfernung aufbringen, indem sie den Computer unter Kontrolle nimmt, w�hrend keinem Individuum auf diesem Planeten so etwas allein m�glich w�re.�</p><p>�Sie verstehen vollkommen, Pel�, sagte Wonne.</p><p>�Ich versteh�s auch�, sagte Trevize. �So schwer ist es ja nun wieder nicht zu verstehen. Aber was wollen Sie von uns? Wir sind nicht gekommen, um Sie zu �berfallen. Wir sind hier, weil wir Informationen suchen. Warum haben Sie uns zur Landung gezwungen?�</p><p>�Um mit Ihnen zu reden.�</p><p>�Sie h�tten an Bord unseres Raumers mit uns reden k�nnen.�</p><p>Bed�chtig sch�ttelte Wonne den Kopf. �Ich bin nicht Ihr Gespr�chspartner.�</p><p>�Sind Sie kein Teil des Kollektivbewu�tseins?�</p><p>�Doch, aber deswegen kann ich noch l�ngst nicht fliegen wie ein Vogel, summen wie ein Insekt oder so wie ein Baum in die H�he wachsen. Ich erledige, was ich am besten erledigen kann, und es ist nicht am besten, wenn ich Ihnen Informationen gebe�� obwohl die entsprechenden Kenntnisse mir ohne weiteres mitgeteilt werden k�nnten.�</p><p>�Wer hat entschieden, sie Ihnen <emphasis>nicht </emphasis>mitzuteilen?�</p><p>�Wir alle.�</p><p>�Und wer wird uns die Informationen geben?�</p><p>�Dom.�</p><p>�Und wer ist Dom?�</p><p>�Tja�, sagte Wonne, �sein voller Name lautet Endomandiovizamarondeyaso� und so weiter. Verschiedene Leute rufen ihn zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlichen Silben seines Namens, aber mir ist er als Dom bekannt, und ich glaube, Sie beide werden diese Silbe ebenfalls als Anrede verwenden. Er besitzt wahrscheinlich gr��eren Anteil an Gaias Gesamtheit als jeder andere auf dem Planeten, und er lebt auf dieser Insel. Er hat darum ersucht, Ihnen begegnen zu d�rfen, und es ist ihm gestattet worden.�</p><p>�Wer hat�s gestattet?� fragte Trevize, aber er gab sich unverz�glich selber die Antwort. �Ja, ich wei�, alle haben�s gemeinsam getan.�</p><p>Wonne nickte.</p><p>�Wann werden wir Dom treffen k�nnen, Wonne?� erkundigte sich Pelorat.</p><p>�Sofort. Wenn Sie mir folgen, bringe ich Sie zu ihm, Pel. Und Sie nat�rlich auch, Trev.�</p><p>�Und dann werden Sie sich von uns verabschieden?� fragte Pelorat.</p><p>�F�nden Sie das unerfreulich, Pel?�</p><p>�Um ehrlich zu sein, ja.�</p><p>�Da haben wir�s�, sagte Wonne, w�hrend sie ihr eine ebenm��ig gepflasterte Stra�e entlang folgten, die die Obstplantage s�umte. �M�nner gew�hnen sich sehr schnell an mich. Selbst w�rdige �ltere M�nner werden von jungenhaftem Eifer befallen.�</p><p>Pelorat lachte. �Ich rechne bei mir nicht gerade mit jungenhaftem Eifer, Wonne, aber sollte mich trotzdem welcher befallen, ich glaube, ich k�nnte ihn an Schlechteres verschwenden, als wenn ich ihn in der Hingabe an Sie aufwende.�</p><p>�Oh, Sie sollten jugendlichen Eifer nicht geringsch�tzen�, empfahl Wonne. �Ich wirke in dieser Beziehung Wunder.�</p><p>�Sobald wir dort sind�, fragte Trevize ungeduldig, �wohin wir jetzt gehen, wie lange werden wir dann auf diesen Dom warten m�ssen?�</p><p><emphasis>�Er </emphasis>wartet bereits auf <emphasis>Sie. </emphasis>Immerhin hat sich Dom durch Gaia jahrelang darum bem�ht, Sie zu uns zu bringen.�</p><p>Trevize blieb ruckartig stehen und warf Pelorat einen raschen Blick zu. Sie hatten recht, bekannten Pelorats Lippen stumm.</p><p>�Ich wei�, Trev�, sagte Wonne gelassen, die nach vorn schaute, �Sie haben vermutet, da� ich/wir/Gaia an Ihnen interessiert sind.�</p><p>��Ich/wir/Gaia?�� wiederholte Pelorat leise.</p><p>Sie wandte den Kopf und l�chelte ihm zu. �Wir verf�gen �ber eine ganze Gruppe von verschiedenen Pronomen, um der Differenziertheit der Individuen Ausdruck zu verleihen, wie sie auf Gaia existiert. Ich k�nnte versuchen, Sie Ihnen allesamt zu erkl�ren, aber vorerst d�rfte �Ich/wir/Gaia� gen�gen, um mehr oder weniger treffend auszudr�cken, was ich meine. Trev, bitte gehen Sie weiter. Dom wartet, und ich m�chte Ihre Beine ungern gegen Ihren Willen bewegen. Wenn man nicht daran gew�hnt ist, hat man dabei ein recht unangenehmes Gef�hl.�</p><p>Trevize ging weiter. Der Blick, den er Wonne widmete, verriet tiefsten Argwohn.</p></section><section><title><p>74</p></title><p>Dom war ein Mann in fortgeschrittenem Alter. Er z�hlte die zweihundertdreiundf�nfzig Silben seines vollst�ndigen Namens in einer melodischen Singsangfolge von Lauten und Betonungen auf.</p><p>�In gewisser Weise�, erl�uterte er, �ist mein Name eine Kurzbiographie meiner Person. Er gibt dem H�rer�� oder Leser oder sonstwie Wahrnehmenden�� dar�ber Aufschlu�, wer ich bin, welche Rolle ich in meinem bisherigen Dasein im Ganzen gespielt und was ich geleistet habe. Seit �ber f�nfzig Jahren bin ich allerdings zufrieden, wenn man mich Dom ruft. Falls andere namens Dom anwesend sind, kann man mich Domandio nennen�� und im Rahmen meiner diversen professionellen T�tigkeiten sind auch noch andere Varianten gebr�uchlich. Einmal in jedem Gaia-Jahr�� an meinem Geburtstag�� wird auf kollektiv-psychischer Ebene mein Name in ganzer L�nge gelobt, so wie ich ihn vorhin f�r Sie m�ndlich aufgesagt habe. Sehr effektvoll, aber mir pers�nlich bereitet das jedesmal Verlegenheit.�</p><p>Er war von hochgewachsener, hagerer Gestalt�� so mager, da� er ausgezehrt wirkte. Seine in tiefen H�hlen liegenden Augen jedoch funkelten in ungew�hnlicher Jugendlichkeit, wenngleich er sich ziemlich gem�chlich bewegte. Seine Nase ragte lang und schmal aus dem Gesicht, und die Nasenfl�gel bl�hten sich unabl�ssig. Seine H�nde wiesen, obwohl ihre Adern sich stark abhoben, keine Anzeichen von Arthritis auf. Er trug ein langes Gewand, das grau war wie sein Haar. Es reichte ihm bis an die Fu�kn�chel hinab, und die Sandalen, in denen seine F��e staken, lie�en die Zehen frei.</p><p>�Wie alt sind Sie, Sir?� forschte Trevize nach.</p><p>�Bitte nennen Sie mich doch Dom, Trev. Andere Arten der Anrede bedeuten F�rmlichkeit und k�nnten den freien Gedankenaustausch zwischen Ihnen und mir hemmen. Nach Galaktischer Standardzeit bin ich etwas �ber dreiundneunzig, aber eine gr��ere Festlichkeit steht in wenigen Monaten bevor, wenn ich nach gaianischer Zeitrechnung meinen neunzigsten Geburtstag begehe.�</p><p>�Ich h�tte Sie nicht �lter als f�nfundsiebzig gesch�tzt, S� Dom�, sagte Trevize.</p><p>�Nach gaianischem Durchschnitt bin ich nicht au�ergew�hnlich, weder an Jahren noch in meinem Aussehen, Trev. So, sind wir fertig mit dem Essen?�</p><p>Pelorat betrachtete seinen Teller, auf dem noch gr��ere Reste einer reichlich uninteressanten und gleichg�ltig zubereiteten Mahlzeit lagen. �Dom�, meinte er in sachlichem Ton, �d�rfte ich wohl versuchen, eine m�glicherweise etwas peinliche Frage vorzutragen? Sollte sie geschmacklos sein, m�ssen Sie�s mir nat�rlich sofort sagen, dann verzichte ich darauf.�</p><p>�Nur zu!� sagte Dom; er l�chelte. �Ich werde Ihnen alle Fragen bez�glich Gaias, die Sie aufgrund Ihrer Neugier haben, gerne beantworten.�</p><p>�Warum?� hakte Trevize augenblicklich ein.</p><p>�Weil Sie in Ehren empfangene G�ste sind. Darf ich Ihre Frage h�ren, Pel?�</p><p>�Wenn alle Dinge auf Gaia am gemeinsamen Kollektivbewu�tsein Anteil haben�, lautete Pelorats Frage, �wie kommt es dann, da� Sie�� eines der Elemente dieser Ganzheit�� etwas verzehren k�nnen, was eindeutig ein anderes Element desselben Ganzen war?�</p><p>�Eine berechtigte Frage, gewi�. Aber alle Dinge unterliegen einem Kreislauf. Wir m�ssen essen, und alles, was wir essen k�nnen�� Pflanzen ebenso wie Tiere, selbst leblose Gew�rze��, ist Teil Gaias. Sie m�ssen aber wissen, da� kein Wesen aus Lust oder sogenanntem Sport get�tet wird, und es wird ohne Zuf�gung vermeidbarer Qualen get�tet. Und ich mu� leider erw�hnen, wir unterlassen alles, um das Zubereiten von Mahlzeiten zu verherrlichen, denn kein Gaianer w�rde essen, m��te es nicht sein. Sie hatten keine Freude an diesem Essen, Pel? Sie auch nicht, Trev? Nun, da sehen Sie�s, f�r unsere Begriffe sind Mahlzeiten nichts, um sich daran zu vergn�gen. Zu guter Letzt bleibt jedoch auch das, was verzehrt wird, Teil des planetaren Bewu�tseins. Insofern gewisse Portionen von Speise in meinem K�rper aufgenommen werden, k�nnen sie an einem gr��eren Anteil des Totalbewu�tseins partizipieren. Wenn ich gestorben bin, werde ich ebenfalls verzehrt�� obschon lediglich von F�ulnisbakterien�� und kann von da an nur noch an einem weit geringeren Anteil des Ganzen partizipieren. Eines Tages werden jedoch Teile von mir Teile anderer Menschen sein, Teile vieler Menschen.�</p><p>�Eine Art von Seelenwanderung�, bemerkte Pelorat.</p><p>�Von was, Pel?�</p><p>�Ich meine einen alten Mythos, wie er auf manchen Welten noch verbreitet ist.�</p><p>�Ah, davon habe ich noch nichts geh�rt. Sie m�ssen mir gelegentlich mehr dar�ber erz�hlen.�</p><p>�Aber Ihr individuelles Bewu�tsein�� eben das, was Sie zu dem Individuum Dom macht�� wird niemals wieder vollst�ndig wiederhergestellt�, sagte Trevize.</p><p>�Nein, nat�rlich nicht. Aber ist das von Bedeutung? Ich werde weiterhin ein Teil Gaias sein, und das ist es, worauf es ankommt. Es gibt unter uns Mystiker, die �berlegungen anstellen, ob wir versuchen sollten, kollektive Erinnerungen an vergangene Existenzen zu entwickeln, aber nach gesamtgaianischer Auffassung ist so etwas auf keine richtig praktikable Weise durchf�hrbar und k�nnte auch keinem sinnvollen Zweck dienen. Es w�rde lediglich zu Verschwommenheiten im gegenw�rtigen Bewu�tseinszustand f�hren. Naturgem�� kann sich, indem die Bedingungen sich ver�ndern, auch die gesamtgaianische Haltung in dieser Frage �ndern, aber ich sehe in �berschaubarer Zukunft keinen solchen Wandel voraus.�</p><p>�Warum sollten Sie sterben m�ssen, Dom?� meinte Trevize. �Schauen Sie doch, in was f�r einer pr�chtigen Verfassung Sie mit Ihren �ber neunzig Jahren sind. K�nnte das Kollektivbewu�tsein nicht��</p><p>Erstmals schnitt Dom eine d�stere Miene. �Niemals�, unterbrach er Trevize. �Ich kann zum Ganzen nur soundsoviel beitragen. Jedes neue Individuum ist eine Umverteilung von Molek�len und Genen zu einer neuen Einheit. Das hei�t, es ergeben sich neue Talente, neue F�higkeiten, also neue Beitr�ge zur Gesamtheit Gaias. Wir brauchen sie�� und der einzige Weg, an sie zu gelangen, besteht darin, da� die Alten Platz machen. Ich habe mehr geleistet als die meisten, aber auch mir ist eine Grenze gesetzt. Es ist nicht erstrebenswerter, �ber seine Zeit hinaus zu leben, als das Leben verfr�ht zu beenden.�</p><p>Urpl�tzlich, als sei ihm aufgefallen, da� er der Unterhaltung eine tr�bsinnige Note verliehen hatte, erhob er sich und streckte seinen beiden Besuchern die H�nde entgegen. �Trev, Pel, kommen Sie�� lassen Sie uns in mein Arbeitszimmer gehen, dort kann ich Ihnen einige meiner eigenen Kunstgegenst�nde zeigen. Ich hoffe, Sie werden einem alten Mann seine kleinen Eitelkeiten nicht ver�beln.�</p><p>Er ging voraus in einen anderen Raum, wo auf einem kleinen, runden Tisch eine Anzahl rauchiger Linsen lag, paarweise miteinander verbunden. �Das sind von mir entworfene Partizipationen�, sagte Dom. �Ich bin keiner der wahren Meister, aber ich habe mich auf Inanimalit�ten spezialisiert, mit denen nur wenige der wirklichen Meister sich besch�ftigen.�</p><p>�Darf ich so was anfassen?� fragte Pelorat. �Oder sind die Gl�ser sehr zerbrechlich?�</p><p>�Nein, nein. Sie k�nnen sie auf den Boden werfen, wenn Sie wollen. Oder vielleicht doch lieber nicht. Ersch�tterungen k�nnten die Sch�rfe der Visualit�t beeintr�chtigen.�</p><p>�Wie benutzt man sie, Dom?�</p><p>�Man legt sie sich �ber die Augen. Sie haften selbstt�tig. Sie lassen kein Licht durch. Ganz im Gegenteil. Sie halten das Licht fern, weil es nur ablenken w�rde�� trotzdem erreicht die Wahrnehmung Ihr Gehirn �ber den Sehnerv. Das Prinzip ist im wesentlichen, da� Ihr Bewu�tsein sensibilisiert wird und infolgedessen an anderen Facetten Gaias teilhaben darf. Mit anderen Worten, wenn Sie durch die Linsen diese Wand da anschauen, werden Sie die Wand so wahrnehmen, wie sie selbst sich wahrnimmt.�</p><p>�Faszinierend�, kommentierte Pelorat unterdr�ckt. �Darf ich�s mal versuchen?�</p><p>�Sicherlich, Pel. Nehmen Sie irgendein Paar. Jedes ist eine andere Konstruktion, die die Wand�� und jedes sonstige unbelebte Objekt, das Sie dadurch anschauen�� unter einem andersartigen Aspekt des Bewu�tseins dieses jeweiligen Objekts zeigt.�</p><p>Pelorat hob ein Paar Linsen an seine Augen, und tats�chlich hafteten sie sofort. Bei der Ber�hrung fuhr er zusammen, dann stand er f�r eine l�ngere Weile reglos da.</p><p>�Wenn Sie genug haben�, sagte Dom, �legen Sie die H�nde an die Seiten der Partizipationsbrille und dr�cken Sie die Linsen gegeneinander. Dann l�sen sie sich ohne Umst�nde.�</p><p>Pelorat tat es, zwinkerte heftig, rieb sich die Augen. �Was f�r eine Erfahrung haben Sie gemacht?� fragte Dom nach.</p><p>�Schwer zu beschreiben�, antwortete Pelorat. �Die Wand schien zu glitzern und zu schillern, und manchmal schien es, als wolle sie sich verfl�ssigen. Sie schien Rippen und eine ver�nderliche Symmetrie zu haben. Ich� ich bedaure, Dom, aber ich fand es nicht sonderlich attraktiv.�</p><p>Dom seufzte. �Da Sie keinen Anteil an Gaia haben, k�nnen Sie nicht erkennen, was wir sehen. Das habe ich schon mit ziemlicher Sicherheit bef�rchtet. Wie schade! Ich versichere Ihnen, man sch�tzt diese Partizipationsbrillen haupts�chlich wegen ihres �sthetischen Werts, aber sie haben durchaus auch praktischen Nutzen. Eine zufriedene Wand ist eine langlebige Wand, eine praktische, eine n�tzliche Wand.�</p><p>�Eine <emphasis>zufriedene </emphasis>Wand?� wiederholte Trevize und l�chelte andeutungsweise.</p><p>�Es gibt sehr wohl eine schwache Wahrnehmung, die besagt, da� eine Wand etwas empfinden kann, was bei uns Menschen �Zufriedenheit� hei�t�, erkl�rte Dom. �Eine Wand ist zufrieden, wenn sie gut gebaut ist, fest auf ihrem Fundament ruht, wenn ihre Komponenten sich in ausgeglichenem Gleichgewicht befinden und keine unsch�nen Spannungen entstehen. Schon mit den mathematischen Grundlagen der Mechanik kann man eine gute Mauer bauen, aber dank der Verwendung einer geeigneten Partizipationsbrille ist Feinarbeit bis in buchst�blich atomare Dimensionen m�glich. Hier auf Gaia kann kein Bildhauer ein erstklassiges Kunstwerk ohne eine gutgefertigte Partizipationsbrille schaffen, und die Modelle, die ich herstelle, gelten als von hervorragender Qualit�t�� falls ich das selbst dazu bemerken darf.� Dom sprach nun in der Art von angeregter Lebhaftigkeit weiter, wie man sie bei Leuten erleben kann, die ganz f�r ihr Hobby leben. �Animatisierte Partizipationen, die nicht mein Fachgebiet sind, gew�hrleisten uns�� analog zu dem hier�� direkte Wahrnehmungen im Bereich des �kologischen Gleichgewichts. Auf Gaia ist das �kologische Gleichgewicht ziemlich simpel, wie eigentlich auf der Mehrzahl aller Welten, aber wir hier haben die Hoffnung, es komplexer gestalten und damit das ganze Kollektivbewu�tsein enorm bereichern zu k�nnen.�</p><p>Trevize hob die Hand, um Pelorat zuvorzukommen, und veranla�te ihn mit einem Wink zum Schweigen. �Woher wollen Sie wissen�, fragte er, �ob ein Planet ein komplexeres �kologisches Gleichgewicht verkraften kann, wenn so gut wie alle Welten eine simple �kologie aufweisen?�</p><p>�Aha, Sie m�chten mich altes Haus auf die Probe stellen�, meinte Dom mit schlauem Funkeln in den Augen. �Sie wissen so gut wie ich dar�ber Bescheid, da� die Ursprungswelt der Menschheit, die Erde, ein ungeheuer komplexes �kologisches Gleichgewicht besessen hat. Die Sekund�rplaneten�� die Welten, die sp�ter besiedelt worden sind�� zeichnen sich durch eine eher bescheidene �kologie aus.�</p><p>�Das ist genau das Problem, in dem ich meine Lebensaufgabe sehe�, sagte Pelorat. �Warum hat nur die Erde eine so vielschichtig differenzierte �kologie gehabt? Worin war sie von anderen Welten verschieden? Weshalb haben Millionen und Abermillionen von Welten �berall in der Galaxis�� lauter Welten, die sich zum Tragen von Leben eignen�� nur obskure Vegetation und kleine, unintelligente Formen animalischen Lebens entwickelt?�</p><p>�Wir kennen dar�ber eine Geschichte�, entgegnete Dom. �Vielleicht handelt es sich blo� um eine Fabel. Ich kann nicht f�r die Authentizit�t b�rgen. Bei oberfl�chlicher Betrachtung klingt sie tats�chlich ganz nach reiner Fiktion.�</p><p>In diesem Moment trat Wonne ein, die an dem Essen nicht teilgenommen hatte, und l�chelte Pelorat an. Sie trug eine silbrige, �u�erst hauchd�nne Bluse.</p><p>Sofort sprang Pelorat auf. �Ich dachte, Sie h�tten uns Adieu gesagt.�</p><p>�Keineswegs. Ich hatte einen Bericht zu machen und sonstige Arbeiten zu erledigen. Darf ich mich nun dazugesellen, Dom?�</p><p>Dom hatte sich ebenfalls erhoben (Trevize dagegen blieb sitzen). �Du bist absolut willkommen, und du entz�ckst meine gealterten Augen.�</p><p>�Diese Bluse habe ich zu keinem anderen als deinem Entz�cken angezogen. Pel steht �ber solchen Dingen, und Trev mi�fallen sie grunds�tzlich.�</p><p>�Wenn Sie glauben, ich st�nde �ber derartigen Dingen, Wonne�, sagte Pelorat, �k�nnte es sein, da� ich Sie eines Tages geh�rig �berrasche.�</p><p>�Das d�rfte eine wundervolle �berraschung werden�, sagte Wonne und nahm Platz. Die beiden M�nner setzten sich gleichfalls wieder hin. �Ich bitte darum, sich durch mich nicht st�ren zu lassen.�</p><p>�Ich war gerade drauf und dran�, sagte Dom, �unseren G�sten die Geschichte von der Ewigkeit zu erz�hlen. Um sie begreifen zu k�nnen, mu� man erst einmal verstehen, da� die Existenz von vielen verschiedenen Universen vorstellbar ist�� von einer buchst�blich unendlichen Zahl, jeder einzelne Vorfall, der sich ereignen kann, mag sich ereignen oder ausbleiben, oder er kann sich auf diese oder auch auf jene Weise ergeben, und jede einzelne einer gewaltigen Menge von Alternativen mu� in einen k�nftigen Ablauf von Vorkommnissen m�nden, die zumindest in gewissem Umfang voraussehbar sind. Wonne h�tte vielleicht nicht in diesem Moment kommen m�ssen, sie h�tte etwas fr�her oder viel fr�her kommen k�nnen, und sie k�nnte eine andere Bluse tragen. M�glicherweise k�nnte sie die Bluse tragen, aber nicht �lteren M�nnern schelmisch zul�cheln, wie�s ihre gutm�tige Angewohnheit ist. Bei jeder dieser Alternativen�� oder bei jeder einer gro�en Anzahl m�glicher alternativer Abl�ufe dieses einen Vorgangs�� h�tte das Universum danach einen anderen Lauf genommen, und so verh�lt es sich mit jeder einzelnen Abwandlung jedes anderen Geschehens, egal wie geringf�gig.�</p><p>Trevize vollf�hrte Regungen, die von innerer Unruhe zeugten. �Ich glaube, das ist eine in der Quantenmechanik gel�ufige Spekulation��� und auch schon seit uralten Zeiten bekannt.�</p><p>�Aha, Sie haben also davon geh�rt. Aber weiter. Denken Sie sich einmal, es sei Menschen m�glich, die unendliche Menge vorstellbarer Universen gewisserma�en zu sabotieren, von einem alternativen Universum nach Belieben in ein anderes �berzuwechseln, zu entscheiden, welches �real� werden soll�� was immer das in diesem Zusammenhang hei�en kann.�</p><p>�Ich h�re, was Sie sagen�, meinte Trevize, �und ich kann mir sogar ausmalen, was Sie da schildern, aber ich kann mich nicht dazu durchringen, Ihnen zu glauben, da� so etwas tats�chlich machbar sein k�nnte.�</p><p>�Im gro�en und ganzen kann ich es ebensowenig glauben�, entgegnete Dom, �und das ist der Grund, warum ich es vorziehe, von einer Fabel zu sprechen. Dennoch, die Fabel jedenfalls behauptet, es habe einmal Menschen gegeben, die aus dem Strom der Zeit treten und die endlos verzweigten Str�nge potentieller Realit�t untersuchen konnten. Man nannte diese Leute �Ewige�, und wenn sie sich au�erhalb der Zeit aufhielten, hie� es von ihnen, sie bef�nden sich in der Ewigkeit. Ihre Aufgabe war es, eine Realit�t auszuw�hlen, wie sie f�r die Menschheit optimal w�re. Sie nahmen unbegrenzt Modifikationen vor�� und in dieser Hinsicht geht die Geschichte sehr ins Detail, und ich mu� erw�hnen, sie ist in epischer Breite und in ungew�hnlicher L�nge niedergeschrieben worden. Schlie�lich fanden sie�� so hei�t es�� ein Universum, in dem die Erde in der ganzen Galaxis als einziger Planet ein komplexes �kologisches System und eine entwickelte intelligente Spezies mit der F�higkeit zur Konzipierung von Hochtechnologie aufwies. Das sei eine Situation, entschieden sie, die der Menschheit die gr��te Sicherheit biete. Sie sorgten daf�r, da� dieser Strang von potentieller Realit�t zur wirklichen Realit�t gedieh, dann stellten sie ihre Operationen ein. Daher leben wir nun in einer Galaxis, die ausschlie�lich von Menschen besiedelt ist, und im wesentlichen von den Pflanzen und Tieren und dem mikroskopischen Leben, das Menschen eben so mitzuf�hren pflegen�� absichtlich oder unwissentlich��, von Planet zu Planet, wo es dann normalerweise das heimische Leben verdr�ngt. Irgendwo in den undurchschaubaren Nebeln der Probabilit�t gibt es andere Realit�tsebenen, in denen die Galaxis die Heimat vieler Intelligenzen ist, aber f�r uns sind sie unerreichbar. Wir sind in unserer Realit�t allein. Von jedem Geschehen und jeder Handlung in unserer Realit�t zweigen nun neue potentielle Entwicklungsstr�nge ab, wovon jeweils nur einer eine Fortsetzung der Realit�t bedeutet, so da� sich nach wie vor eine gro�e Zahl potentieller Universen denken l��t�� vielleicht nach wie vor eine unendliche Zahl��, die von unserem realen Universum abzweigen, aber vermutlich sind sich nunmehr alle in dem Punkt �hnlich, da� die Galaxis darin nur eine Intelligenz kennt, n�mlich uns. Oder vielleicht sollte ich sagen, da� nur ein verschwindend geringer Prozentsatz von dieser �bereinstimmung abweichen d�rfte, denn wo die Possibilit�ten dem Unendlichen gleichkommen, da ist es riskant, irgend etwas f�r v�llig ausgeschlossen zu erkl�ren.�</p><p>Er verstummte, hob ein wenig die Schultern. �So lautet auf jeden Fall diese Geschichte�, erg�nzte er dann. �Sie datiert bereits vor der Gr�nderzeit Gaias. Ihren Wahrheitsgehalt w�rde ich nat�rlich nicht beschw�ren.�</p><p>Die drei �brigen Anwesenden hatten mit gespannter Aufmerksamkeit zugeh�rt. Wonne nickte dann und wann, als sei ihr die Geschichte schon l�ngst bekannt, und als ob sie nur auf die Korrektheit von Doms Wiedergabe achte.</p><p>Pelorat reagierte darauf mit wortlosem Ernst, den er nahezu eine Minute lang bewahrte; schlie�lich ballte er eine Hand zur Faust und schlug auf die Armlehne.</p><p>�Nein, das f�hrt zu nichts�, meinte er mit erstickter Stimme. �Es gibt keine M�glichkeit, um den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte durch empirische Beobachtungen oder durch logisches Nachdenken zu �berpr�fen, deshalb kann sie nie etwas anderes sein als ein St�ck Spekulation, aber sehen wir mal davon ab� nehmen wir einmal an, sie stimmt! Trotz allem ist das Universum, in dem wir leben, eines mit nur einer intelligenten Lebensform, folglich mu� es in <emphasis>diesem </emphasis>Universum�� ob es nun das eine wahre und reale ist oder nur eines von zahllosen alternativen Universen�� in der Natur des Planeten Erde irgendeine besondere Einzigartigkeit gegeben haben. Wir m�ssen noch immer daran interessiert sein, endlich herauszufinden, was f�r eine Einmaligkeit das ist.�</p><p>Zum Schlu� des Schweigens, das nach seinen Worten herrschte, war es Trevize, der sich schlie�lich r�hrte und den Kopf sch�ttelte.</p><p>�Nein, Janov�, widersprach er, �so geht�s keineswegs. Lassen Sie uns mal sagen, die Wahrscheinlichkeit, da� von der Milliarde bewohnbarer Planeten in der Galaxis�� durch die blinde Wahl des Zufalls�� nur die Erde eine reichhaltige �kologie und schlie�lich Intelligenz entwickeln w�rde, betrug eins zu einer Milliarde Billionen, also 10<sup>21</sup>�� und damit zugleich annehmen, da� eine unter 10<sup>21</sup> verschiedenen Str�ngen potentieller Realit�ten eine solche Galaxis mit so einer Erde repr�sentiert und da� die Zeitingenieure sie ausgew�hlt haben. Wir leben daher nicht im Universum, in dem nur die Erde eine komplexe �kologie, eine intelligente Spezies und eine fortgeschrittene Technik entwickelt hat, weil sie irgendeine Besonderheit aufwiese�� sondern ganz einfach, weil diese Dinge eben zuf�llig auf der Erde und sonst nirgendwo entstanden sind. Ich vermute sogar, es gibt potentielle Realit�tsstr�nge���� Trevize sprach nachdenklich weiter�� �in denen Gaia der einzige Planet mit einer intelligenten Spezies ist, oder nur Sayshell, oder Terminus allein, oder irgendein Planet, der in <emphasis>dieser </emphasis>Realit�t �berhaupt kein Leben tr�gt. Und alle diese ganz besonderen F�lle d�rften von der Gesamtzahl denkbarer Realit�ten den unbedeutend kleinen Prozentsatz der M�glichkeiten ausmachen, worin sich in der Galaxis nur eine intelligente Spezies entwickelt hat. Ich wage zu behaupten, h�tten die Ewigen blo� lange genug gesucht, sie h�tten sogar eine potentielle Realit�tsebene entdeckt, auf der es auf <emphasis>jedem </emphasis>bewohnbaren Planeten eine intelligente Lebensform gibt.�</p><p>�Kann man nicht genauso gut unterstellen�, meinte Pelorat, �da� man eine Realit�tsebene gefunden hat, auf der die Erde aus irgendeinem Grund anders war als in anderen Realit�tsstr�ngen, eben besonders zur Entwicklung intelligenten Lebens geeignet? Man kann sogar weiter gehen und sagen, wom�glich ist eine Realit�tsebene gefunden worden, wo die gesamte Galaxis anders als auf sonstigen Ebenen war, sich irgendwie in einem solchen Stadium der Entwicklung befand, das es nur der Erde allein erm�glichte, intelligentes Leben hervorzubringen.�</p><p>�Sicherlich k�nnen Sie diese Ansicht vertreten�, sagte Trevize, �aber ich finde, meine Version klingt einleuchtender.�</p><p>�Das ist nat�rlich ein rein subjektiver Standpunkt��, begann Pelorat mit einer gewissen Hitzigkeit, aber Dom unterbrach ihn.</p><p>�Das sind nur logische Haarspaltereien�, sagte er. �Kommen Sie, wir wollen nicht verderben, was�� wenigstens f�r mich�� ein angenehmer und behaglicher Abend ist.�</p><p>Es gelang Pelorat, sich zu m��igen und seine Erregung zu meistern, und schlie�lich l�chelte er. �Wie Sie meinen, Dom.�</p><p>Trevize, der unterdessen mehrfach Wonne gemustert hatte, die in einer Parodie auf alle Z�chtigkeit an ihrem Platz sa�, ihre H�nde im Scho�, wandte sich nun an Dom. �Und wie ist <emphasis>diese </emphasis>Welt entstanden, Dom? Gaia mit ihrem Kollektivbewu�tsein?�</p><p>Dom legte das greise Haupt zur�ck und stie� ein leicht schrilles Lachen aus. �Als Antwort kann ich Ihnen auch diesmal nichts als Fabeln bieten�, erwiderte er, w�hrend sich sein Gesicht in vielf�ltige Runzeln legte. �Manchmal mache ich mir dar�ber so meine Gedanken, wenn ich sehe, was f�r Aufzeichnungen �ber die Geschichte der Menschheit vorhanden sind. Ganz gleich, wie sorgf�ltig man Aufzeichnungen verwahrt, ordnet und in Computern speichert, im Laufe der Zeit werden sie immer verschwommener. Darstellungen von Ereignissen werden durch h�ufige Best�tigung des Hergangs jedesmal nur l�nger. Anekdoten sammeln sich an� geradeso wie Staub. Je ausgedehnter der erfa�te historische Zeitraum ist, um so verstaubter wird Geschichte, bis sie zu Fabeln herunterkommt.�</p><p>�Wir Historiker sind mit diesem Proze� vertraut�, sagte Pelorat. �Unsereins hat sogar eine gewisse Vorliebe f�r Fabeln, Dom. �Falsche Dramatik vertreibt das wahre Langweilige�, hat vor ungef�hr f�nfzehnhundert Jahren Liebel Gennerat gesagt. Gennerat-Regel nennt man�s heute.�</p><p>�Wahrhaftig?� meinte Dom. �Und ich dachte, diese Haltung sei bei mir eine pers�nliche zynische Anwandlung. Nun ja, jedenfalls erf�llt die Gennerat-Regel die historische Vergangenheit mit Glanz und Ungewi�heit. Wissen Sie, was ein Robot ist?�</p><p>�Wir haben�s auf Sayshell erfahren�, sagte Trevize mit trockenem Humor.</p><p>�Haben Sie einen gesehen?�</p><p>�Nein. Man hat uns dort die gleiche Frage gestellt, und als wir verneint haben, ist es uns erkl�rt worden.�</p><p>�Aha, verstehe. Die Menschheit hat einmal mit Robotern gelebt, m�ssen Sie wissen, aber das hat sich nicht allzu gut bew�hrt.�</p><p>�Das haben wir auch geh�rt.�</p><p>�Die Roboter waren gr�ndlich mit etwas indoktriniert worden, was man die drei Regeln der Robotik nannte, die bis in pr�historische Zeiten zur�ckgehen. Es gibt mehrere Versionen, wie diese drei Regeln beschaffen gewesen sein sollen. Nach orthodoxer Auffassung haben sie folgenderma�en gelautet: �Erstens: Ein Robot darf keinen Menschen verletzen oder durch Unt�tigkeit zu Schaden kommen lassen. Zweitens: Ein Robot mu� den Befehlen der Menschen gehorchen�� es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zur Ersten Regel. Drittens: Ein Robot mu� seine eigene Existenz sch�tzen, solange dieser Schutz nicht der Ersten oder Zweiten Regel widerspricht.� W�hrend die Roboter an Intelligenz und Vielseitigkeit zunahmen, gingen sie allerdings dazu �ber, diese drei Regeln, vor allem die erste und wichtigste, immer gro�z�giger auszulegen und ma�ten sich in st�ndig wachsendem Umfang die Rolle von Besch�tzern der Menschheit an. Diese Art von Schutz l�hmte das Leben der Menschen und erwies sich als immer unertr�glicher. Nat�rlich waren die Roboter vollkommen gutartig. Was sie taten, war von eindeutig menschenfreundlichem Charakter und zum Nutzen aller bestimmt�� aber das machte alles irgendwie blo� noch unertr�glicher. Jeder robotische Fortschritt verschlimmerte die Situation. Roboter mit telepathischen Kapazit�ten gelangten zur Entwicklung, und das hie�, Roboter konnten von da an auch die Gedanken der Menschen lesen, und infolgedessen mu�te das menschliche Verhalten in noch gr��ere Abh�ngigkeit von der Oberaufsicht der Roboter geraten. Auch in ihrer �u�eren Erscheinung brachten die Roboter es zu einer immer st�rkeren �hnlichkeit mit den Menschen, aber weil sie in ihrem Benehmen unmi�verst�ndlich Roboter blieben und trotzdem humanoid aussahen, waren sie f�r die Menschen in zunehmendem Ma�e noch absto�ender. So mu�te das alles nat�rlich ein Ende finden.�</p><p>�Wieso �nat�rlich�?� fragte Pelorat, der sehr aufmerksam gelauscht hatte.</p><p>�Insofern nat�rlich, als es hier darum geht, die Logik bis zum bitteren Ende zu verfolgen�, sagte Dom. �Zuletzt n�mlich waren die Roboter so fortgeschritten und von ausreichend menschen�hnlicher Natur, um zu begreifen, warum es Menschen zuwider sein mu�te, selbst zum eigenen Wohlergehen um alles Menschliche gebracht zu werden, und auf lange Sicht sahen sich die Roboter zu der Erkenntnis gezwungen, da� es f�r die Menschheit besser w�re, selber f�r sich zu sorgen, egal wie achtlos und ineffizient. Ferner hei�t es, da� es die Roboter gewesen seien, die infolge dieser Einsicht die Organisation namens Ewigkeit gr�ndeten und eine Realit�tsebene ausfindig machten, wo die Menschen unter m�glichst sicheren Bedingungen ihr weiteres Schicksal in eigene H�nde nehmen konnte�� n�mlich ganz allein in der Galaxis. Und dann, nachdem sie getan hatten, was sie nur konnten, um uns zu sch�tzen�� in wortgetreuester Erf�llung der Ersten Regel der Robotik��, h�rten die Roboter aus eigenem Entschlu� zu funktionieren auf, und seitdem haben wir Menschen� uns allein weiterentwickelt, so gut wir eben dazu imstande sind.�</p><p>Dom schwieg einen Moment lang. Dann lie� er seinen Blick zwischen Trevize und Pelorat hin- und herwandern. �Nun, neigen Sie dazu�, erkundigte er sich, �das alles zu glauben?�</p><p>Trevize sch�ttelte den Kopf. �Nein. Ich kenne keine historischen Aufzeichnungen, in denen Hinweise auf so was enthalten w�ren.�� Sie, Janov?�</p><p>�Es gibt einige Mythen�, konstatierte Pelorat, �die gewisse �hnlichkeiten aufweisen.�</p><p>�Kommen Sie, Janov, es gibt genug Mythen, die in dieser oder jener Hinsicht allem �hneln d�rften, was jemand von uns �berhaupt aushecken kann, wenn man sich nur um eine gen�gend erfinderische Interpretation bem�ht. Ich rede von Historie�� von zuverl�ssigen Aufzeichnungen.�</p><p>�Nun gut. Soviel ich wei�, gibt�s nichts dergleichen.�</p><p>�Das �berrascht mich keineswegs�, sagte Dom. �Ehe sich die Roboter zur�ckzogen, verlie�en zahlreiche Gruppierungen von Menschen ihre Welten und besiedelten in entfernteren Bereichen des Alls roboterlose Welten, um sich eigene Ma�st�be ihrer Freiheit zu schaffen. Sie kamen vor allem von der �berbev�lkerten Erde mit ihrer langen Geschichte des Widerstands gegen die Roboter. Auf den neuen Welten erfolgten regelrechte Neugr�ndungen, weil man sich an die Zeiten der Erniedrigung als Unm�ndige unter Robot-Aufpassern nicht einmal noch zu erinnern w�nschte. Man zeichnete dar�ber nichts auf, und folglich geriet es in Vergessenheit.�</p><p>�Das finde ich unwahrscheinlich�, bemerkte Trevize.</p><p>�Nein, Golan�, erhob Pelorat Widerspruch, �das ist keineswegs unwahrscheinlich. Jede Gesellschaft schreibt ihre eigene Geschichte und hat dabei eine Tendenz, primitive Anf�nge zu verschweigen, entweder durch allgemeines Vergessen oder durch das Erfinden irgendwelcher v�llig aus der Luft gegriffener heroischer Anf�nge. Auch die Herrscher des Galaktischen Imperiums haben Versuche unternommen, jedes Wissen um eine pr�imperiale Vergangenheit restlos auszumerzen, um ihre mystische Aura ewiger Herrschaft zu verst�rken. Zudem existieren so gut wie keine historischen Unterlagen aus der �ra vor dem Beginn der Hyperraumfahrt�� und Sie wissen, heute ist den allermeisten Menschen nicht einmal noch bekannt, da� es einmal so etwas wie die Erde gegeben hat.�</p><p>�Wenn die Galaxis die Roboter vergessen hat�, wandte Trevize ein, �wie ist es dann m�glich, da� Gaia sich noch an sie entsinnt? Man kann schwerlich beides annehmen, Janov.�</p><p>Ein pl�tzliches Gel�chter entfuhr Wonne. �Wir sind anders.�</p><p>�So?� meinte Trevize. �In welcher Weise?�</p><p>�La� mich antworten, Wonne�, sagte Dom. �Ja, wir <emphasis>sind </emphasis>anders, Menschen von Terminus. Von allen Fl�chtlingsgruppen, die sich der Bevormundung durch die Roboter entzogen, haben nur wir, die wir uns auf Gaia niederlie�en�� im Gefolge anderer, die Sayshell besiedelten��, von den Robotern die Gabe der Telepathie zu beherrschen gelernt. Es <emphasis>ist </emphasis>eine Gabe, m�ssen Sie wissen. Die Veranlagung dazu ist dem menschlichen Verstand inh�rent, aber die entsprechende F�higkeit mu� auf sehr subtile und diffizile Art und Weise herausgebildet werden. Es braucht viele Generationen, um das Potential voll zu entwickeln, aber sobald man erst einmal einen guten Anfang gemacht hat, vollzieht sich die Fortentwicklung beinahe im Selbstlauf. Wir praktizieren die Telepathie seit zwanzigtausend Jahren, und trotzdem ist Gaias Kollektivbewu�tsein der �berzeugung, da� wir noch immer nicht die volle Nutzung des Potentials erreicht haben. Es ist schon lange her, da� die telepathische Praxis uns die M�glichkeit zur Schaffung eines Kollektivbewu�tseins gewiesen hat�� zuerst hatten nur Menschen daran teil, dann auch Tiere, danach Pflanzen, und schlie�lich, vor noch nicht allzu vielen Jahrhunderten, war der Weg geebnet, um auch dem leblosen Gef�ge des Planeten selbst eine Teilhabe zu erm�glichen. Weil wir diese Entwicklung auf die Roboter zur�ckzuf�hren haben, konnten sie bei uns nicht dem Vergessen verfallen. Wir haben in ihnen weniger unsere Aufpasser als unsere Lehrer gesehen. Wir hatten das Gef�hl, da� uns von ihnen die Sinne f�r etwas ge�ffnet worden waren, dem wir sie nie wieder, nicht einmal f�r einen Moment, verschlie�en wollten. Deshalb erinnern wir uns mit einer gewissen Dankbarkeit an die Roboter.�</p><p>�Aber so wie Sie fr�her einmal Unm�ndige unter der Obhut von Robotern gewesen sind�, sagte Trevize, �sind Sie heute Unm�ndige unter der Vormundschaft des Kollektivbewu�tseins. Haben Sie nicht heute, genau wie damals, wieder die Menschlichkeit verloren?�</p><p>�Dieser Fall ist anders gelagert, Trev. Was wir heutzutage tun, beruht auf unseren eigenen Entscheidungen�� auf nichts als unserem eigenen Willen. Das ist es, was z�hlt. Es wird uns nicht von au�en aufgezwungen, sondern es ergibt sich von innen her. Diesen Unterschied �bersehen wir niemals. Und wir sind auch noch in anderer Hinsicht anders. Wir sind einzigartig in der Galaxis. Es gibt keine zweite Welt wie Gaia.�</p><p>�Wie k�nnen Sie sicher sein?�</p><p>�Etwas anderes w�rden wir bemerken, Trev. Ein planetenweites Bewu�tsein in der Art, wie unseres beschaffen ist, k�nnten wir sogar am anderen Ende der Galaxis feststellen. Wir beobachten zum Beispiel erste Ans�tze zu einem vergleichbaren Kollektivbewu�tsein bei der Zweiten Foundation, allerdings erst seit zwei Jahrhunderten.�</p><p>�Zur Zeit des Fuchses?�</p><p>�Ja. Er war einer von uns.� Dom machte eine grimmige Miene. �Ein verkommenes Subjekt, das sich von uns losgesagt hatte. Wir waren so naiv und glaubten, so etwas sei unm�glich, deshalb konnten wir nicht mehr fr�h genug eingreifen, um ihn aufzuhalten. Und dann, als wir unsere Beachtung den extragaianischen Welten schenkten, sind wir auf diese Menschen aufmerksam geworden, die Sie die Zweite Foundation nennen, und ihr haben wir�s �berlassen, ihn zu Fall zu bringen.�</p><p>Trevize starrte einige Sekunden lang fassungslos geradeaus. �Soviel taugen also unsere Geschichtsb�cher!� murmelte er dann und sch�ttelte erneut den Kopf. �Das war ziemlich feige von Gaia, meinen Sie nicht auch?� f�gte er hinzu. �Die Verantwortung lag bei Ihnen.�</p><p>�Sie haben recht. Aber sobald wir unsere Aufmerksamkeit endlich wieder einmal den Ereignissen in der Galaxis gewidmet hatten, erkannten wir etwas, f�r das wir vorher v�llig blind gewesen waren, und deshalb ist die Trag�die des Fuchses f�r uns zur Chance unserer Rettung geworden. Zu dem Zeitpunkt n�mlich haben wir bemerkt, da� eine gef�hrliche Krise bevorsteht. Und sie ist gekommen�� doch dank des Zwischenspiels mit dem Fuchs ist es uns gelungen, zuvor geeignete Ma�nahmen in die Wege zu leiten.�</p><p>�Was f�r eine Art von Krise soll das sein?�</p><p>�Eine Krise des drohenden Untergangs.�</p><p>�Das kann ich nicht glauben. Sie haben sich das Imperium, den Fuchs und Sayshell vom Halse gehalten. Sie besitzen ein Kollektivbewu�tsein, das sich �ber Millionen von Kilometer hinweg eines Raumschiffs bem�chtigen kann. Was sollten Sie denn zu f�rchten haben? Schauen Sie Wonne an! Sie macht auf mich nicht im geringsten einen beunruhigenden Eindruck. <emphasis>Sie </emphasis>meint nicht, da� eine Krise besteht.�</p><p>Wonne hatte ein wohlgeformtes Bein �ber die Armlehne ihres Sessels geschwungen und wippte mit den Zehen in Trevizes Richtung. �Nat�rlich bin ich nicht beunruhigt, Trev. Sie werden schon damit fertig.�</p><p><emphasis>�Ich?� </emphasis>schnob Trevize mit nachdr�cklicher Betonung.</p><p>�Durch hundert und mehr behutsame Manipulationen hat Gaia Sie zu uns gebracht�, sagte Dom. �Sie sind es, der unsere Krise bereinigen mu�.�</p><p>Trevize starrte ihn an, und w�hrenddessen verwandelte sich sein Gesichtsausdruck von Verbl�ffung in eine Miene wachsenden Zorns. <emphasis>�Ich? </emphasis>Raum und Zeit, wieso <emphasis>ich? </emphasis>Ich habe mit all dem nichts zu schaffen.�</p><p>�Trotzdem, Trev�, sagte Dom mit nahezu hypnotischer Ruhe. <emphasis>�Sie. </emphasis>Nur Sie. Im ganzen All nur Sie allein.�</p></section></section><section><title><p>Achtzehntes Kapitel</p><p>Kollision</p></title><section><title><p>75</p></title><p>Stor Gendibal n�herte sich Gaia fast so vorsichtig, wie Trevize es getan hatte�� und nun, da der Stern sich als deutlich sichtbare Scheibe erkennen lie� und nur durch starke Filter betrachtet werden konnte, hielt er es f�r richtig, eine Pause zum Zweck gr�ndlichen Nachdenkens einzulegen.</p><p>Sura Novi sa� an seiner Seite und hob ab und zu auf sch�chterne Weise den Blick zu ihm.</p><p>�Meister?� sprach sie ihn schlie�lich ged�mpft an.</p><p>�Was ist, Novi?� fragte er zerstreut.</p><p>�Bist du ungl�cklich?�</p><p>Er warf ihr einen fl�chtigen Blick zu. �Nein. Ich mache mir lediglich Gedanken. Ich bin besorgt. Entsinnst du dich noch an das Wort? Ich versuche zu entscheiden, ob ich rasch handeln oder lieber noch eine Zeitlang warten soll. Meinst du, ich sollte sehr mutig vorgehen, Novi?�</p><p>�Ich glaube, da� du immer sehr mutig bist, Meister.�</p><p>�Manchmal ist es eine Dummheit, sehr mutig zu sein.�</p><p>Novi l�chelte. �Wie soll ein Meister Dummheiten begehen k�nnen?� Sie deutete auf den Bildschirm. �Das ist eine Sonne, nicht wahr, Meister?�</p><p>Gendibal nickte.</p><p>�Ist das die Sonne, die auf Trantor scheint?� fragte Novi nach kurzem, unentschlossenem Schweigen weiter. �Ist es die hamische Sonne?�</p><p>�Nein, Novi�, antwortete Gendibal. �Das ist eine ganz andere Sonne. Es gibt viele Milliarden Sonnen.�</p><p>�Ah! Ja, und in meinem Kopf habe ich das doch selbst auch gewu�t. Aber ich konnte es nicht so richtig glauben. Wie kommt so was, Meister, da� man etwas in seinem Kopf wei� und es trotzdem nicht richtig glauben kann?�</p><p>Gendibal l�chelte matt. �In deinem Kopf, Novi��, begann er, und als er zu sprechen anfing, befand er sich nahezu automatisch mit ihrer Psyche verbunden, und auf mentale Weise streichelte er sie sacht, wie er es in so einem Fall immer tat; er nahm mit �u�erst zarten mentalen F�hlern eine beruhigende Ber�hrung vor, um ihr Gem�t gelassen und unbek�mmert zu halten�� und wie jedesmal h�tte er sich auch diesmal sofort wieder zur�ckgezogen, w�re er nicht durch etwas stutzig geworden.</p><p>Was er sp�rte, lie� sich in anderen als mentalistischen Begriffen nicht beschreiben, aber metaphorisch ausgedr�ckt, glomm Sura Novis Hirn. Ein ganz schwacher Glanz ging davon aus.</p><p>Dergleichen war ohne die �u�ere Einwirkung eines mentalen Feldes undenkbar�� eines mentalen Feldes von in diesem Fall so geringer Intensit�t, da� selbst die feinsten Wahrnehmungsfunktionen von Gendibals gutgeschulter Psyche es nur mit knapper Not bemerken konnten, obwohl das v�llig ebenm��ige Profil der geistigen Struktur Sura Novis derartige Beobachtungen erheblich beg�nstigten.</p><p>�Novi�, fragte er in scharfem Ton, �wie f�hlst du dich?�</p><p>Sie ri� die Augen auf. �Ich f�hle mich tadellos, Meister.�</p><p>�Ist dir schwindlig, f�hlst du dich benommen? Schlie� die Augen und bleib ganz ruhig sitzen, bis ich �Jetzt� sage!�</p><p>Gehorsam schlo� sie die Lider. Mit gr��ter Behutsamkeit befreite Gendibal ihren Verstand von allen st�renden Empfindungen, beruhigte ihre Gedanken, bes�nftigte ihr Gem�t, beg�tigte es z�rtlich, z�rtlich� Er lie� nichts au�er dem Glanz zur�ck; das Glimmen war so schwach, da� er sich fast eingeredet h�tte, es sei gar nicht vorhanden.</p><p>�Jetzt�, sagte er, und Sura Novi schlug die Augen auf.</p><p>�Wie f�hlst du dich nun, Novi?�</p><p>�Sehr ruhig, Meister. Wie gut erholt.�</p><p>Offenbar war das Ph�nomen zu schwach, um irgendeinen sp�rbaren Einflu� auf sie auszu�ben.</p><p>Er widmete sich dem Computer und begann sich mit ihm auseinanderzusetzen. Wie er sich schon hatte eingestehen m�ssen, pa�ten er und der Computer nicht besonders gut zusammen. Die Ursache war vielleicht seine starke Gew�hnung daran, seine geistigen Mittel direkt zu gebrauchen, ohne irgendeine Art von Mittler zu arbeiten. Aber er hegte nun die Absicht, nach einem Raumschiff zu suchen, nicht nach einem anderen Bewu�tsein, und die anf�ngliche Suche lie� sich mit Hilfe des Computers wirksamer durchf�hren.</p><p>Und er entdeckte die Sorte von Raumer, die er in der N�he vermutete. Das Raumschiff befand sich eine halbe Million Kilometer entfernt und war im wesentlichen so konstruiert wie das, in dem er selbst sich aufhielt, jedoch viel gr��er und vielseitiger ausger�stet.</p><p>Sobald er es unter Verwendung des Computers geortet hatte, konnte Gendibal das Weitere auf direktem mentalen Wege erledigen. Mit straff geb�ndelten mentalen Impulsen tastete er das Raumschiff (bzw. er beflei�igte sich eines mentalistischen �quivalents des Tastens) innen und au�en ab.</p><p>Anschlie�end richtete er seine mentale Aufmerksamkeit auf den Planeten Gaia, begutachtete ihn �ber eine Distanz von mehreren Millionen Kilometern hinweg�� und zog sich zur�ck. Keine der beiden Examinationen hatte ihm einwandfrei dar�ber Aufschlu� zu geben vermocht, was von beidem�� falls �berhaupt das Raumschiff oder Gaia in Frage kamen�� f�r das festgestellte mentale Feld die Quelle war.</p><p>�Novi�, sagte er, �ich m�chte, da� du w�hrend alles Weiteren dicht neben mir sitzt.�</p><p>�Meister, besteht Gefahr?�</p><p>�Du bist in keiner Weise davon betroffen, Novi. Ich werde daf�r sorgen, da� du sicher und gesch�tzt bist.�</p><p>�Meister, ich sorge mich nicht, ob ich sicher und gesch�tzt bin. Wenn Gefahr besteht, m�chte ich dir helfen k�nnen.�</p><p>Gendibals Stimmung milderte sich. �Novi, du hast mir bereits geholfen. Durch dich bin ich auf eine ganz geringf�gige Kleinigkeit aufmerksam geworden, die zu bemerken sehr wichtig war. Ohne dich w�re ich m�glicherweise in eine ziemlich gro�e Patsche geraten, und vielleicht w�re es mir nur mit erheblichen Schwierigkeiten gelungen, mich wieder daraus zu befreien.�</p><p>�Aber wie habe ich das geschafft, Meister?� fragte Sura Novi verwundert.</p><p>�Dank deines Geistes, Novi. Kein Instrument h�tte sensitiver reagieren k�nnen. Nicht einmal mein Geist kann so etwas leisten�� er ist viel zu kompliziert.�</p><p>Sura Novis Miene spiegelte Freude wider. �Ich bin ja so froh, da� ich behilflich sein kann.�</p><p>Gendibal l�chelte und nickte�� und dann f�gte er sich in die verdrie�liche Einsicht, da� er andere Hilfe ebenso n�tig haben w�rde. Irgendeine kindliche Regung in ihm b�umte sich dagegen auf. Dies war seine Aufgabe�� ganz allein seine.</p><p>Aber es konnte unm�glich allein seine bleiben. Seine Chancen sanken�</p></section><section><title><p>76</p></title><p>Auf Trantor sp�rte Quindor Shandess die Verantwortung, Erster Sprecher zu sein, auf sich lasten wie eine beklemmende B�rde. Seit Gendibals Raumschiff in der Dunkelheit jenseits der Atmosph�re verschwunden war, hatte er keine neue Sitzung der Tafel der Sprecher mehr einberufen. Er war vollauf in den eigenen Gedanken aufgegangen.</p><p>War es weise gewesen, Gendibal allein fliegen zu lassen. Gendibal war brillant, aber nicht so brillant, da� er �ber jeder Selbst�bersch�tzung stand. Gendibals gro�er Fehler war seine Arroganz, so wie Shandess� eigener gro�er Mangel (wie er sich mit Bitterkeit dachte) die Schw�che seines Alters war.</p><p>Immer wieder hielt er sich vor, da� vom Beispiel Preem Palvers, der durch die Galaxis gereist war, um diese und jene Dinge in Ordnung zu bringen, im Grunde genommen eine Gefahr ausging. Konnte es denn einen zweiten Preem Palver geben? Selbst wenn man Gendibals T�chtigkeit ber�cksichtigte? Und Palver hatte seine Frau dabei gehabt.</p><p>Gewi�, Gendibal hatte diese Hamerin mitgenommen, aber sie war eigentlich ohne Bedeutung. Palvers Frau war selbst Sprecherin gewesen.</p><p>Shandess f�hlte sich mit jedem Tag altern, w�hrend er auf eine Nachricht Gendibals wartete; und mit jedem Tag, an dem sie erneut ausblieb, versp�rte er anwachsende Spannung.</p><p>Man h�tte einen Verband von Raumschiffen schicken m�ssen, eine Flottille�</p><p>Nein. Die Tafel der Sprecher h�tte so etwas nicht genehmigt.</p><p>Trotzdem�</p><p>Als Gendibal ihn endlich rief, lag er im Schlaf�� einem Schlummer der �berm�dung, der ihm zu keinerlei Auffrischung verhalf. Die Nacht war st�rmisch gewesen, und er hatte erst gar nicht so recht einschlafen k�nnen. Wie ein Kind hatte er sich eingebildet, im Wind Stimmen zu h�ren.</p><p>Seine letzten �berlegungen vor dem Einschlafen�� seinem Ersch�pfungsschlaf�� waren auf ein sehns�chtiges Tr�umen von der endg�ltigen Resignation hinausgelaufen, dem Wunsch, er d�rfe sich ihr endlich ergeben, aber begleitet vom Wissen, da� er es jetzt nicht durfte, denn im gleichen Moment m��te die Delarmi zu seiner Nachfolgerin aufsteigen.</p><p>Doch als Gendibals Ruf ihn erreichte, setzte er sich sofort auf, augenblicklich hellwach.</p><p>�Sind Sie wohlauf?� erkundigte er sich.</p><p>�Vollkommen, Erster Sprecher�, versicherte Gendibal. �Sollen wir zwecks besserer Kommunikation einen Visualkontakt herstellen?�</p><p>�Vielleicht sp�ter�, antwortete Shandess. �Zuerst einmal, wie ist die Situation?�</p><p>Gendibal berichtete mit Umsicht, weil er sp�rte, da� er den Ersten Sprecher geweckt haben mu�te und dessen M�digkeit bemerkte. �Ich befinde mich in der Nachbarschaft eines bewohnten Planeten namens Gaia�, teilte er mit, �dessen Existenz, soviel ich wei�, in keinem Archiv der Galaxis verzeichnet ist.�</p><p>�Der Welt jener Kr�fte, die f�r die perfekte Einhaltung des Seldon-Plans sorgen? Der Anti-F�chse?�</p><p>�Kann sein, Erster Sprecher. Inzwischen sprechen weitere Anzeichen f�r diese M�glichkeit. Erstens hat sich das Schiff, mit dem Trevize und Pelorat unterwegs sind, dem Planeten weit gen�hert und ist wahrscheinlich dort gelandet. Zweitens h�lt sich im Raum, etwa eine halbe Million Kilometer von meiner Position entfernt, ein Kriegsschiff der Ersten Foundation auf.�</p><p>�Haben Sie die Absicht, den beiden zu dem Planeten zu folgen, Sprecher?�</p><p>�Ich habe ein solches Vorgehen in Betracht gezogen, aber es ist etwas dazwischengekommen. Gegenw�rtig bin ich rund hundert Millionen Kilometer von Gaia entfernt, und ich habe im mich umgebenden Raum ein mentales Feld entdeckt�� ein sehr homogenes mentales Feld, das extrem schwach ist. Ohne den Fokuseffekt, den die Psyche der Hamerin hat, die mich begleitet, w�re es mir �berhaupt nicht aufgefallen. Diese Frau besitzt ein ungew�hnliches Psychoprofil, und aus eben diesem Grund habe ich sie mitgenommen.�</p><p>�Aha. Ich hatte mich schon gewundert. Glauben Sie, Sprecherin Delarmi k�nnte sich dar�ber im klaren gewesen sein?�</p><p>�Als sie mich gedr�ngt hat, sie mitzunehmen? Das glaube ich kaum��� aber ich war froh, daraus einen Vorteil f�r mich ziehen zu k�nnen, Erster Sprecher.�</p><p>�Freut mich, das zu h�ren. Sind Sie der Meinung, Sprecher, da� der Planet Gaia als Fokus des entdeckten mentalen Feldes in Frage kommt?�</p><p>�Um das herauszufinden, h�tte ich unter normalen Umst�nden bereits in gr��eren r�umlichen Abst�nden Messungen durchgef�hrt, um zu �berpr�fen, ob das Feld eine generelle sph�rische Symmetrie besitzt. Mein vorl�ufiges mentales Tasten hat ergeben, da� daf�r eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, aber es ist nicht sicher. Ich halte es jedoch nicht f�r ratsam, weitere Untersuchungen vorzunehmen, solange sich im Umkreis das Kriegsschiff der Ersten Foundation herumtreibt.�</p><p>�Es kann aber doch keine Gefahr von ihm ausgehen.�</p><p>�Mag sein, aber ich habe noch keine Gewi�heit, ob nicht eben dies Raumschiff der Fokus des mentalen Feldes ist.�</p><p>�Aber die Erste Foundation��</p><p>�Bei allem Respekt, Erster Sprecher, erlauben Sie mir, Sie zu unterbrechen. Wir wissen nicht genau, welche technischen Fortschritte die Erste Foundation inzwischen gemacht hat. Diese Foundationisten handeln mit eigent�mlicher Selbstsicherheit und k�nnten f�r uns unangenehme �berraschungen auf Lager haben. Es mu� gekl�rt werden, ob sie vielleicht �ber irgendeine Apparatur verf�gen, mit der sich mentalistische Funktionen beeinflussen lassen. Kurzum, Erster Sprecher, entweder habe ich es mit einem mentalaktiven Kriegsschiff der Ersten Foundation zu tun, oder mit einem ganzen derartigen Planeten. Falls es das Raumschiff ist, d�rfte seine quasimentalistische Aktivit�t viel zu bedeutungslos sein, um mich auszuschalten, jedoch k�nnte sie ausreichen, um mich zu behindern�� und dann w�re es denkbar, da� man mich mit den rein herk�mmlichen Waffen des Kriegsschiffs vernichten kann. Andererseits, sollte der Planet der Fokus sein, k�nnte ein in solchem Abstand sp�rbares Feld das Vorhandensein einer gewaltigen Intensit�t auf der Planetenoberfl�che bedeuten�� vielleicht intensiver, als da� selbst ich es damit aufnehmen k�nnte. So oder so allerdings wird es erforderlich sein, ein Totalmentalikkollektiv zu bilden, so da� mir im Notfall die ganze auf Trantor vorhandene mentale Kraft verf�gbar ist.�</p><p>�Ein TOTALmentalikkollektiv�� Der Erste Sprecher z�gerte. �Au�er zur Zeit des Fuchses ist so etwas nie getan, nicht einmal vorgeschlagen worden.�</p><p>�Die jetzige Krise kann ganz gut ernster sein als im Fall des Fuchses, Erster Sprecher.�</p><p>�Ich wei� nicht, ob die Tafel der Sprecher Ihrem Wunsch stattgeben wird.�</p><p>�Ich bin der Meinung, Sie sollten sie erst gar nicht um Zustimmung fragen, Erster Sprecher. Vielmehr finde ich, Sie sollten den Notstand erkl�ren.�</p><p>�Mit welcher Begr�ndung?�</p><p>�Erz�hlen Sie der Tafel, was ich Ihnen berichtet habe, Erster Sprecher!�</p><p>�Sprecher Delarmi wird dazu �u�ern, Sie seien ein unf�higer Feigling und durch ihre eigene Furcht in den Wahnsinn getrieben worden.�</p><p>Gendibal z�gerte, bevor er antwortete. �Ich kann mir gut vorstellen, da� sie so etwas von sich geben wird, Erster Sprecher�, entgegnete er schlie�lich, �aber lassen Sie sie reden, was sie will, ich werde es sicherlich �berleben. Worum es hier geht, ist nicht mein Stolz oder meine Eigenliebe, sondern die Existenz der Zweiten Foundation selbst.�</p></section><section><title><p>77</p></title><p>Harla Branno l�chelte grimmig, die Falten scheinbar tiefer als zuvor ins Fleisch ihres hageren Gesichts gefurcht. �Ich glaube, wir k�nnen jetzt weitermachen�, sagte sie. �Ich bin auf alles vorbereitet.�</p><p>�Sind Sie noch immer sicher�, meinte Kodell, �da� Sie wissen, was Sie tun?�</p><p>�W�re ich so verr�ckt, wie zu glauben Sie vorgeben, Liono, h�tten Sie dann darauf bestanden, bei mir an Bord dieses Raumschiffs zu bleiben?�</p><p>Kodell hob die Schultern. �Wahrscheinlich�, sagte er, �und sei es nur aus Hoffnung auf die allerkleinste Chance, B�rgermeisterin, Sie aufhalten, m��igen, wenigstens zur Vorsicht mahnen zu k�nnen, ehe Sie zu weit gehen. Und nat�rlich, falls Sie nicht verr�ckt sind��</p><p>�Ja?�</p><p>�Nun, dann m�chte ich nat�rlich nicht, da� die Historiker der Zukunft Sie allein erw�hnen. Mir ist es lieber, sie stellen fest, da� ich dabeigewesen bin, da� man sich vielleicht fragt, wem von uns beiden das Verdienst wirklich geh�ren mag. Hm, B�rgermeisterin?�</p><p>�Schlau, Liono, schlau�� aber v�llig aussichtslos. Ich war hinter zu vielen B�rgermeistern die wahre Aus�berin der Macht, als da� irgend jemand glauben k�nnte, ich lie�e w�hrend meiner eigenen Amtszeit solche Erscheinungen zu.�</p><p>�Wir werden sehen.�</p><p>�Nein, werden wir nicht, denn derartige historische Urteile werden erst gef�llt, wenn wir l�ngst tot sind. Aber ich mache mir keinerlei Sorgen. Weder um meinen Platz in der Geschichte noch um das.� Sie deutete auf den Bildschirm.</p><p>�Compors Schiff�, konstatierte Kodell.</p><p>�Compors Schiff, ja�, sagte die Branno �aber ohne Compor an Bord. Einer unserer Scouts hat den Wechsel beobachtet. Compors Schiff hatte ein Rendezvous mit einem anderen Raumer. Zwei Personen haben sich vom anderen Schiff an Bord seines Raumschiffs begeben, und sp�ter ist er auf das andere Schiff �bergewechselt.� Die Branno rieb sich die H�nde. �Trevize hat seinen Zweck tadellos erf�llt. Ich habe ihn als Blitzableiter ins All geschickt, und er hat sich als Blitzableiter bew�hrt. Er hat den Blitz auf sich gezogen. Das Schiff, mit dem sich Compor getroffen hat, geh�rt der Zweiten Foundation.�</p><p>�Ich frage mich, wieso Sie sich diesbez�glich so sicher sind�, sagte Kodell, holte seine Pfeife heraus und begann bed�chtig Tabak hineinzustopfen.</p><p>�Ich habe mich immer schon mit der Frage besch�ftigt, ob Compor nicht unter dem Einflu� der Zweiten Foundation stehen k�nnte. Sein Leben verlief viel zu glatt. Alles fiel ihm in den Schoߠ� und er ist so ein hervorragender Experte darin, den Kurs von Raumschiffen durch den Hyperraum zu verfolgen. Sein Verrat an Trevize war die simple Politik eines Ehrgeizlings�� aber er hat ihn mit solcher Entschiedenheit begangen, da� ich mir irgendwie gleich dachte, da� dahinter mehr als pers�nlicher Ehrgeiz stecken mu�.�</p><p>�Ausschlie�lich Mutma�ungen, B�rgermeisterin.�</p><p>�Mit den Mutma�ungen nahm es ein Ende, als er Trevize durch eine ganze Reihe kurz hintereinander vorgenommener Hyperspr�nge mit derartiger Sicherheit folgte, als sei�s nur ein Sprung gewesen.�</p><p>�Der Computer war ihm eine Hilfe, B�rgermeisterin.�</p><p>Aber da legte die Branno den Kopf zur�ck und lachte. �Mein lieber Liono, Sie werden so stark davon beansprucht, sich mit komplizierten Pl�nen und Planungen zu befassen, da� Sie v�llig die Wirksamkeit einfacher und schlichter Verfahrensweisen aus den Augen verlieren. Ich habe Compor keineswegs Trevize nachgeschickt, weil es erforderlich gewesen w�re, Trevize verfolgen zu lassen. Wozu h�tte das n�tig sein sollen? Trevize mu�te doch zwangsl�ufig, wie sehr es ihm auch darauf ankommen konnte, alle seine Bewegungen m�glichst unauff�llig zu vollziehen, auf jeder nicht zur Foundation geh�rigen Welt Aufmerksamkeit erregen, sobald er sie betrat. Sein hochmodernes Foundationschiff, sein starker Terminusakzent, seine Foundationdevisen�� das alles mu�te ihn �berall bald zu einem Mittelpunkt machen. Und in irgendwelchen Notf�llen w�rde er sich automatisch an Bevollm�chtigte der Foundation um Beistand wenden, genau wie er es auf Sayshell getan hat, und kaum war es geschehen, haben wir auch schon davon erfahren�� und v�llig ohne Compor. Nein���� sie sprach mit einer gewissen Versonnenheit weiter��, �Compor ist fortgeschickt worden, um <emphasis>Compor </emphasis>zu �berpr�fen. Und das ist erfolgreich gelungen, denn mit voller Absicht haben wir ihm einen defekten Computer zur Verf�gung gestellt�� einen, der nicht defekt genug ist, um das Schiff man�vrierunt�chtig zu machen, aber ohne Zweifel so mangelhaft, da� es ihm an sich unm�glich h�tte sein m�ssen, Trevize durch einen Serien-Hypersprung zu folgen. Trotzdem hat Compor es ohne Schwierigkeiten geschafft.�</p><p>�Ich sehe, B�rgermeisterin, es gibt sehr viele Dinge, die Sie mir verschweigen, bis es Ihnen beliebt, sie mir mitzuteilen.�</p><p>�Ich verschweige Ihnen nur solche Angelegenheiten, Liono, deren Unkenntnis Sie nicht kr�nken kann. Ich bewundere Sie und brauche Sie, aber mein Vertrauen hat sehr eng gezogene Grenzen, ebenso wie Ihr Vertrauen zu mir��� bitte sparen Sie sich den Aufwand, das zu leugnen.�</p><p>�Ich spare ihn mir�, erwiderte Kodell kauzig, �und eines Tages werde ich mir die Freiheit nehmen, Sie daran zu erinnern. Gibt�s vorerst noch irgend etwas, das ich nun wissen sollte? Was ist das f�r eine Art von Schiff, mit dem sich Compor getroffen hat? Wenn Compor f�r die Zweite Foundation arbeitet, dann mu� das fremde Raumschiff auch der Zweiten Foundation geh�ren.�</p><p>�Es ist immer wieder ein wahres Vergn�gen, sich mit Ihnen zu unterhalten, Liono. Sie sind unheimlich schnell von Begriff. Wissen Sie, die Zweite Foundation macht sich nicht die M�he, ihre Spuren zu verwischen. Sie bedient sich gewisser Abwehrmittel, die ihre Spuren unsichtbar machen, selbst wenn sie�s nicht sind. Der Zweiten Foundation w�rde es nie einfallen, ein Raumschiff von fremdartiger Konstruktion zu verwenden, nicht einmal, wenn sie w��te, wie genau wir die Herkunft eines Raumers anhand der Regelm��igkeiten seines Energieverbrauchs identifizieren k�nnen. Sie ist ja dazu in der Lage, aus jedem Verstand jede in dieser Hinsicht gewonnene Kenntnis zu entfernen, warum also sollte sie sich der Umst�nde eines Versteckspiels unterziehen? Nun, unser Scout hat jedenfalls innerhalb von Minuten nach der Ortung die Herkunft des Raumschiffs, mit dem sich Compor getroffen hat, ermitteln k�nnen.�</p><p>�Und nun, vermute ich, werden die Leute der Zweiten Foundation dies Wissen wieder aus unseren Gehirnen entfernen.�</p><p>�Falls sie dazu in der Lage sind, ja�, sagte die Branno. �Aber sie werden merken, da� die Dinge sich ge�ndert haben.�</p><p>�Vor einer Weile haben Sie erkl�rt�, sagte Kodell, �Sie w��ten, wo sich die Zweite Foundation befindet. Erst w�rden Sie sich um Gaia k�mmern, danach um Trantor. Ich schlo� aus Ihren �u�erungen, da� das andere Raumschiff trantorischer Herkunft war.�</p><p>�Diese Schlu�folgerung ist v�llig korrekt. Sind Sie �berrascht?�</p><p>Bed�chtig sch�ttelte Kodell den Kopf. �Im nachhinein eigentlich nicht. W�hrend der Zeitspanne, in der man dem Fuchs Einhalt geboten hat, waren Ebling Mis, Toran Darell und Bayta Darell allesamt auf Trantor. Arkady Darell, Baytas Enkelin, kam auf Trantor zur Welt, und als es scheinbar gelang, auch die Zweite Foundation zur Strecke zu bringen, befand sie sich wieder auf Trantor. In ihrer Darstellung der damaligen Ereignisse spielt ein Preem Palver eine Schl�sselrolle, indem er immer im g�nstigsten Moment zur Stelle war, und er war ein trantorischer H�ndler. Man sollte es an sich f�r offensichtlich halten, da� die Zweite Foundation ihren Sitz auf Trantor hat oder hatte, wo �brigens auch Hari Seldon pers�nlich zur Zeit, als er die beiden Foundations gr�ndete, gelebt hat.�</p><p>�F�r ziemlich offensichtlich, ja, blo� ist niemals jemand auf diesen Gedanken gekommen. Daf�r d�rfte die Zweite Foundation gesorgt haben. Das ist es, was ich gemeint habe, als ich sagte, sie braucht ihre Spuren nicht zu verwischen, solange sie leicht gew�hrleisten kann, da� niemand in die Richtung dieser Spuren schaut.�</p><p>�In diesem Fall�, sagte Kodell, �sollten wir vielleicht nicht zu hastig in die Richtung schauen, in die sie uns m�glicherweise gerne schauen sehen m�chten. Wie kommt es nach Ihrer Meinung, da� Trevize zu der Einsicht gelangen durfte, da� die Zweite Foundation existiert? Warum hat die Zweite Foundation das nicht verhindert?�</p><p>Die Branno hielt ihre knorrigen Finger hoch und z�hlte an ihnen ihre Argumente ab. �Erstens ist Trevize ein sehr au�ergew�hnlicher Mann, an dem�� trotz seiner unbez�hmbaren Neigung, jede Vorsicht au�er acht zu lassen�� <emphasis>irgend etwas Besonderes </emphasis>ist, auch wenn ich leider nicht herausfinden konnte, um was es sich handelt. Er kann irgendwie ein Sonderfall sein. Zweitens ist die Zweite Foundation keineswegs in Unkenntnis geblieben. Compor hat sofort eingegriffen und mir Trevizes Auffassungen gemeldet. Ich mu�te Trevize zum Schweigen bringen, ohne da� die Zweite Foundation sich zu einem offenen Vorgehen gehalten sah. Drittens, als ich nicht ganz so reagiert habe, wie man es von mir erwartete�� keine Exekution, keine Haft, kein Ausl�schen der Erinnerung, keine Anwendung der Psychosonde��, Trevize n�mlich blo� ins Exil schickte, war die Zweite Foundation trotzdem gezwungen, weitere Ma�nahmen zu ergreifen. Sie hat sich f�r ein direktes Vorgehen entschieden und ihm eines ihrer eigenen Raumschiffe nachgeschickt. Ach���� sie gab ihrem diebischen Vergn�gen mit zusammengepre�ten Lippen Ausdruck�� �du, mein wunderbarer Blitzableiter!�</p><p>�Und was haben Sie nun vor?� erkundigte sich Kodell.</p><p>�Wir werden uns diesen Abgesandten der Zweiten Foundation vornehmen, der beobachtet worden ist. In der Tat sind wir bereits in sch�nster Gem�tlichkeit zu ihm unterwegs.�</p></section><section><title><p>78</p></title><p>Gendibal und Sura Novi sa�en nebeneinander und behielten den Bildschirm im Blickfeld.</p><p>Sura Novi f�rchtete sich. F�r Gendibal war diese Tatsache un�bersehbar, ebenso wie ihm nicht entgehen konnte, da� sie verzweifelt versuchte, ihre Furcht zu unterdr�cken. Gendibal hielt es nicht f�r ratsam, sie dabei irgendwie zu unterst�tzen, denn er erachtete es als unklug, ihre Psyche gegenw�rtig auf irgendeine Weise zu beeinflussen, wollte er doch ihre Reaktion auf das schwache mentale Feld ringsum nicht verf�lschen.</p><p>Das Kriegsschiff der Foundation n�herte sich sehr langsam, doch offensichtlich zielsicher. Es war ein gro�es Kriegsschiff mit einer Besatzung von bis zu sechs Mann, wenn man nach den bisherigen Erfahrungen mit Raumern der Foundation gehen konnte. Die Bewaffnung, dessen war sich Gendibal sicher, reichte aus, um eine ganze Flotte von Schiffen, wie sie der Zweiten Foundation verf�gbar waren, in Schach zu halten und gegebenenfalls auch zu vernichten�� vorausgesetzt, diese Flotte h�tte sich ausschlie�lich auf �hnliche technische Hilfsmittel verlassen.</p><p>Wie die Dinge standen, lie�en sich aus der Ann�herung des Kriegsschiffs, auch wenn man ber�cksichtigte, da� sie gegen ein einzelnes anderes Raumschiff mit nur einem Zweitfoundationisten an Bord stattfand, gewisse Schlu�folgerungen ziehen. Selbst wenn das Schiff mentalistische Kapazit�ten besa�, war es wenig wahrscheinlich, da� es sich auf diese Art dem Rachen der Zweiten Foundation n�hern w�rde, falls man sich im Vollbesitz der Tatsachen befand. Wahrscheinlich war, da� man sich aus Unkenntnis n�herte�� und diese konnte auf jeder mehrerer m�glicher Stufen liegen.</p><p>Es konnte bedeuten, der Kapit�n des Kriegsschiffs wu�te nicht, da� Compor ausgewechselt worden war; oder falls er es wu�te, war er dar�ber im unklaren geblieben, da� sich ein Zweitfoundationist an Bord begeben hatte; oder falls es ihm doch aufgefallen war, besa� er wom�glich keine richtige Vorstellung von einem Zweitfoundationisten.</p><p>Oder�� Gendibal wollte wirklich an alles denken�� wenn das Raumschiff nun �ber mentalistische Kapazit�ten verf�gte und sich dennoch auf diese selbstsichere Art und Weise ann�herte? Das konnte eigentlich nur hei�en, da� es dem Befehl eines Gr��enwahnsinnigen unterstand�� oder da� es derartige Kapazit�ten in einer St�rke besa�, die sogar Gendibals Vorstellungsverm�gen weit �berstieg.</p><p>Aber was er f�r m�glich hielt, mu�te keineswegs schon das letzte Wort sein�</p><p>�u�erst behutsam ertastete er Sura Novis Geist. Sura Novi vermochte mentale Felder nicht bewu�t zu sp�ren, wogegen er, Gendibal, nat�rlich dazu imstande war�� doch fehlte Gendibals Psyche andererseits die ungeheure Feinf�hligkeit von Sura Novis Psyche, mit der sie ein so schwaches mentales Feld feststellen konnte. Das war ein Paradoxon, das in der Zukunft genauer untersucht werden mu�te und sich auf lange Sicht m�glicherweise als viel wichtiger erweisen mochte als das akute Problem irgendeines in Ann�herung befindlichen Raumschiffs.</p><p>Gendibal hatte intuitiv die dementsprechenden Aussichten erfa�t, als die ungew�hnliche Glattheit und Symmetrie von Sura Novis Psychoprofil erstmals seine Aufmerksamkeit erregte�� und er empfand nun einen d�steren Stolz auf diese intuitive F�higkeit, die ihn auszeichnete. Sprecher waren stets stolz auf ihre intuitive Begabung gewesen, aber in welchem Umfang hatte man es hierbei mit einer Folge ihres Unverm�gens zu tun, solche Felder durch direkte physikalische Methoden zu messen, und ihrem darin begr�ndeten Unverst�ndnis dessen, was sie da eigentlich taten? Es fiel allzu leicht, Unwissenheit mit dem leicht mystischen Begriff �Intuition� zu tarnen. Und wieviel dieser Unwissenheit mochte auf die Unterbewertung rein physischer Hilfsmittel im Vergleich zur Mentalik zur�ckzuf�hren sein?</p><p>Und wieviel <emphasis>davon </emphasis>wiederum beruhte auf blindem Hochmut? Wenn er zum Ersten Sprecher ernannt werden sollte, beschlo� Gendibal, w�rde das alles sich �ndern. Was die Physik anging, mu�te die Kluft zwischen den Foundations weitgehendst geschlossen werden. Die Zweite Foundation durfte nicht jedesmal, wenn ihr Mentalikmonopol auch nur geringf�gig ins Wanken kam, vor der Gefahr ihrer v�lligen Vernichtung stehen.</p><p>Vielleicht war das Monopol bereits dabei, der Zweiten Foundation zu entgleiten. Unter Umst�nden hatte die Erste Foundation auf diesem Gebiet enorme Fortschritte gemacht, oder es mochte sich eine Allianz zwischen der Ersten Foundation und den Anti-F�chsen ergeben. (Auf diesen Gedanken verfiel er jetzt zum erstenmal, und dabei schauerte ihn.)</p><p>Seine Gedanken huschten ihm mit der f�r einen Sprecher typischen Blitzartigkeit durch den Kopf, und w�hrend er �berlegte, er�brigte er unver�ndert ein gewisses Ma� an Sensitivit�t f�r das schwache Leuchten von Sura Novis Bewu�tsein, Anzeichen ihrer Reaktion auf das unaufdringliche, aber allgegenw�rtige mentale Feld, das sie beide umgab. Es verst�rkte sich <emphasis>nicht, </emphasis>w�hrend das Kriegsschiff der Foundation sich n�herte.</p><p>Das war an sich noch kein absolut sicheres Indiz daf�r, da� es an Bord des Kriegsschiffs keine mentalistische Aktivit�t gab. Wohlbekannterweise unterlag ein Mentalfeld nicht der Reziprok-zum-Quadrat-der-Entfernung-Regel. Es verst�rkte sich nicht pr�zis in dem Verh�ltnis, wie das Quadrat der Gr��e sich erh�hte, in der die Distanz zwischen Sender und Empf�nger abnahm. In dieser Beziehung unterschied es sich von elektromagnetischen und Gravitationsfeldern. Doch obwohl mentalische Felder bez�glich der Distanz weniger variierten als die verschiedenen physikalischen Felder, verhielten sie sich der Distanz gegen�ber auch nicht vollkommen passiv. Die Reaktion in Sura Novis Geist h�tte mit der Ann�herung des Kriegsschiffs ein sp�rbares Anwachsen zeigen m�ssen�� <emphasis>irgendein </emphasis>Anwachsen.</p><p>(Wie war es m�glich, da� innerhalb von f�nf Jahrhunderten kein Zweitfoundationist�� bei Hari Seldon angefangen�� jemals daran gedacht hatte, eine mathematische Relation zwischen mentaler Intensit�t und Distanz auszuarbeiten? Diese Gleichg�ltigkeit gegen�ber aller Physik mu�te und sollte ein Ende nehmen, das schwor sich Gendibal im stillen.)</p><p>Wenn dem Kriegsschiff mentalistische Kapazit�ten zur Verf�gung standen und man an Bord davon �berzeugt war, sich einem Zweitfoundationisten zu n�hern, warum erh�hte man dann nicht die Intensit�t des Mentalfeldes bis zum Maximum, bevor man sich weiteres herausnahm? Und m��te Sura Novis Geist in dem Falle nicht <emphasis>bestimmt </emphasis>eine erh�hte Reaktion anzeigen?</p><p>Und trotzdem blieb eine solche Reaktion aus.</p><p>Zuversichtlich verwarf Gendibal die M�glichkeit, da� auf dem Kriegsschiff mentalistische Kapazit�ten vorhanden sein k�nnten. Es n�herte sich aus Unklarheit �ber die Situation, und daher durfte er es als m�gliche Gefahr herabstufen.</p><p>Das mentale Feld existierte nat�rlich nach wie vor, aber es mu�te seinen Ursprung auf Gaia haben. Das war zwar recht beunruhigend, aber sein n�chstliegendes Problem war das Raumschiff. Sobald er sich damit befa�t hatte, konnte er seine Aufmerksamkeit in aller Ruhe der Welt der Anti-F�chse widmen.</p><p>Er wartete. An Bord des Kriegsschiffs w�rde man in K�rze irgendwie zu handeln beginnen m�ssen, oder es war m�glich, da� es nahe genug kam, so da� er selber von sich aus die geeigneten Ma�nahmen einleiten konnte.</p><p>Das Kriegsschiff n�herte sich immer mehr�� nun recht z�gig��, unternahm jedoch nichts. Schlie�lich kalkulierte Gendibal, da� die Nachdr�cklichkeit seines Vorgehens nun gen�gend stark ausfallen w�rde. Es sollte kein Schmerz auftreten, nicht einmal ein Unbehagen�� alle an Bord befindlichen Personen w�rden lediglich feststellen m�ssen, da� die gro�en Muskeln ihrer R�cken und Gliedma�en nur noch �u�erst widerwillig ihrem Willen gehorchten.</p><p>Gendibal zog das von seinem Bewu�tsein kontrollierte Mentalfeld geballt zusammen. Er intensivierte es und �berwand die Entfernung zwischen den Raumschiffen mit Lichtgeschwindigkeit. (Die zwei Schiffe waren sich mittlerweile nahe genug, um eine Durchquerung des Hyperraums mit seinem unvermeidlichen Verlust an Pr�zision �berfl�ssig zu machen.)</p><p>Und da prallte Gendibal in fassungsloser Verbl�ffung zur�ck.</p><p>Das Kriegsschiff der Foundation war von einer wirksamen Mentalabschirmung umgeben, die in proportionalem Verh�ltnis zum Ansteigen der Intensit�t seines Mentalfelds an Dichte gewann. Das Kriegsschiff n�herte sich keineswegs aus blo�er Unwissenheit�� es besa� eine unerwartete Abwehrwaffe!</p></section><section><title><p>79</p></title><p>�Aha�, machte die Branno. �Er hat eine Attacke versucht, Liono. Sehen Sie!�</p><p>Die Nadel des Psychometers bewegte sich und erzitterte in ihrem unregelm��igen Aufw�rtstrend.</p><p>Die Entwicklung einer antimentalistischen Abschirmung hatte Foundationwissenschaftler im Rahmen des geheimsten aller Forschungsprojekte ganze einhundertzwanzig Jahre lang beansprucht, in der Geheimhaltung vielleicht nur von Hari Seldons Erarbeitung der psychohistorischen Analyse selbst �bertroffen. F�nf Generationen von Menschen hatten an der schrittweisen Verbesserung eines Apparates gearbeitet, der auf keiner zufriedenstellenden theoretischen Grundlage beruhte.</p><p>Ohne die Erfindung des Psychometers, das als Me�instrument diente, w�ren �berhaupt keine Fortschritte erzielbar gewesen, denn es zeigte auf jeder Stufe der Weiterentwicklung die Richtung und den Grad der Verbesserung an. Niemand verstand zu erkl�ren, wie es funktionierte, doch alles sprach daf�r, da� es nichtsdestoweniger das Unme�bare messen konnte und das Unbeschreibliche in Zahlen ausdr�ckte. Die Branno hatte das Gef�hl (und etliche Wissenschaftler teilten diese Ansicht), da� die Foundation, falls es ihr jemals gelang, das Funktionieren des Psychometers zu begreifen, der Zweiten Foundation in Sachen Psychokontrolle ebenb�rtig sein werde.</p><p>Doch dergleichen war Zukunftsmusik. Gegenw�rtig mu�te der Mentalschild genug sein, zumal eine �berw�ltigende �berlegenheit an materiellen Waffen zus�tzliche R�ckendeckung gab.</p><p>Die. Branno lie� den Funkspruch senden, vorbereitet in einer m�nnlichen Stimme, der alle emotionalen Untert�ne fehlten, so da� sie bedrohlich seelenlos klang.</p><p>�Wir rufen Raumschiff <emphasis>Bright Star </emphasis>und seine Besatzung. Sie haben in einem gewaltsamen Piratenakt ein Raumschiff der Raummarine der Foundation-F�deration in widerrechtlichen Besitz genommen. Wir fordern Sie auf, uns das Schiff und sich selbst auszuliefern, oder Sie m�ssen unsererseits mit einem Angriff rechnen.�</p><p>Die Antwort kam in einer v�llig nat�rlichen Stimme. �B�rgermeisterin Branno von Terminus, ich wei�, da� Sie an Bord sind. Die <emphasis>Bright Star </emphasis>ist keinem Piratenakt zum Opfer gefallen. Ihr rechtm��iger Kapit�n, Munn Li Compor von Terminus, hat mir das Schiff bereitwillig zur Verf�gung gestellt. Ich schlage einen Waffenstillstand vor, damit wir die Angelegenheiten diskutieren k�nnen, die f�r alle Betroffenen von Bedeutung sein d�rften.�</p><p>�Lassen Sie mich mit ihm verhandeln, B�rgermeisterin�, fl�sterte Kodell.</p><p>Die Branno hob gebieterisch einen Arm. �Die Verantwortung liegt bei mir, Liono.�</p><p>Sie adjustierte den Sender und antwortete in einem Tonfall, der kaum weniger eindrucksvoll und emotionsloser geriet als zuvor die gek�nstelte Stimme.</p><p>�Mitglied der Zweiten Foundation, werden Sie sich �ber Ihre Lage klar. Wenn Sie nicht unverz�glich kapitulieren, k�nnen wir Ihr Raumschiff in dem Zeitraum, den das Licht braucht, um von unserem zu Ihrem Raumer zu gelangen, aus dem All blasen�� und sind vollauf bereit, genau das zu tun. Und wir w�rden dabei nicht einmal irgend etwas verlieren, denn Sie besitzen kein Wissen, f�r das es sich lohnen k�nnte, Ihr Leben zu schonen. Uns ist bekannt, da� Sie von Trantor kommen, und sobald wir mit Ihnen fertig sind, werden wir uns mit Trantor besch�ftigen. Wir sind trotzdem bereit, Ihnen eine Zeitlang zuzuh�ren, damit Sie sagen k�nnen, was Sie zu sagen haben, aber da Sie uns kaum irgend etwas von besonderem Wert mitzuteilen haben d�rften, w�nschen wir Ihnen allerdings nicht allzu lange zuzuh�ren.�</p><p>�In diesem Fall�, sagte Gendibal, �erlauben Sie mir, da� ich mich kurz fasse und umgehend zur Sache komme. Ihr Schirm ist nicht perfekt und kann es gar nicht sein. Sie haben ihn �ber- und mich untersch�tzt. Ich kann mich gegen ihn durchsetzen und Ihren Geist trotzdem unter Kontrolle bringen. Vielleicht weniger leicht, als es mir ohne Schirm m�glich w�re, aber doch ohne gr��eren Aufwand. Im selben Augenblick, in dem Sie versuchen sollten, irgendwelche Waffen gegen mich einzusetzen, werde ich zuschlagen�� und Sie m�ssen folgendes ber�cksichtigen: Ohne Abschirmung w�re ich dazu imstande, Sie komplikationslos und ohne bleibende Sch�den unter meine Kontrolle zu nehmen. Den Schirm jedoch m��te ich durchbrechen, wozu ich durchaus in der Lage bin, und das h�tte den Nebeneffekt, da� ich weder r�cksichtsvoll noch allzu fachm�nnisch gegen Sie vorgehen kann. Ihr Geist w�rde genauso zerschmettert werden wie die Abschirmung, und die Folgen w�ren unbehebbar. Mit anderen Worten, Sie k�nnen mich nicht aufhalten, w�hrend andererseits ich Sie sehr wohl aufzuhalten vermag, auch wenn Sie mich dabei zu Schlimmerem als T�ten zwingen. Sie w�rden als geistlose H�llen weitervegetieren m�ssen. M�chten Sie das riskieren?�</p><p>�Sie wissen selbst�, entgegnete die Branno, �da� Sie zu dem, was Sie da tun zu k�nnen behaupten, nicht imstande sind.�</p><p>�Sie w�nschen die von mir beschriebenen Konsequenzen also zu riskieren?� vergewisserte sich Gendibal mit unterk�hlter Gleichg�ltigkeit.</p><p>Kodell beugte sich vor. �In Seldons Namen, B�rgermeisterin��, begann er fl�sternd.</p><p>�Ich verfolge Ihre Gedankeng�nge, Kodell�, sagte Gendibal sofort (nicht buchst�blich augenblicklich, denn das Licht�� wie alles, was sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegte�� brauchte vom einen zum anderen Raumschiff knapp �ber eine Sekunde). �Sie brauchen nicht zu fl�stern. Ich verfolge auch die Gedankeng�nge der B�rgermeisterin. Sie ist unentschlossen, also haben Sie noch keinen Anla� zur Panik. Und schon die blo�e Tatsache, da� ich dar�ber Bescheid wei�, sollte Ihnen Beweis genug f�r die Unzul�nglichkeit Ihrer Abschirmung sein.�</p><p>�Sie kann verst�rkt werden�, sagte die B�rgermeisterin trotzig.</p><p>�Das gilt auch f�r meine mentalen Kr�fte�, erwiderte Gendibal.</p><p>�Aber ich kann hier in aller Ruhe abwarten und verbrauche zur Aufrechterhaltung des Schirms lediglich normale Energie, und davon habe ich genug, um den Schirm f�r sehr lange Zeit aufrechterhalten zu k�nnen. Sie dagegen m��ten mentale Energie aufwenden, um die Abschirmung zu �berwinden, und Sie werden erm�den.�</p><p>�Ich bin nicht m�de�, sagte Gendibal. �Gegenw�rtig ist keiner von Ihnen dazu in der Lage, einem Besatzungsmitglied Ihres Schiffs oder eines anderen Raumschiffs einen Befehl zu erteilen. Soviel schaffe ich sogar, ohne Ihnen Schaden zuf�gen zu m�ssen, aber ich rate Ihnen davon ab, unternehmen Sie keine ungew�hnlichen Anstrengungen, um sich dieser Kontrolle zu entledigen, andernfalls m��te ich meine mentalen Kr�fte ebenfalls verst�rkt einsetzen, und sollte ich von Ihnen dazu gezwungen werden, m�ssen Sie mit den f�r Sie nachteiligen Folgen rechnen, die ich Ihnen geschildert habe.�</p><p>�Ich werde warten�, entgegnete die Branno und legte mit allen Anzeichen unersch�tterlicher Geduld die H�nde in den Scho�. �Sie werden erm�den, und sobald Sie erm�den, werden die Befehle, die ich gebe, nicht Ihrer Vernichtung gelten, denn Sie werden dann harmlos sein. Meine Befehle werden die Hauptflotte der Foundation nach Trantor schicken. Wenn Sie also Ihre Welt retten wollen, ergeben Sie sich! Eine zweite Orgie der Vernichtung k�nnte Ihre Organisation, anders als beim erstenmal zur Zeit der Gro�en Pl�nderung, nicht �berstehen.�</p><p>�Begreifen Sie nicht, B�rgermeisterin, da� ich, falls ich mich wirklich erm�det f�hlen sollte, meine Welt auf sehr einfache Weise retten k�nnte, n�mlich indem ich Sie ausschalte, bevor ich daf�r zu schwach werde?�</p><p>�Das werden Sie nicht tun. Ihre haupts�chliche Aufgabe ist die Gew�hrleistung des Seldon-Planes. Terminus� B�rgermeisterin zu eliminieren und damit einen Schlag gegen das Prestige der Ersten Foundation und das ihr entgegengebrachte Vertrauen zu f�hren, w�re f�r ihre Macht ein schwerer R�ckschritt und m��te �berall ihre Feinde ermutigen, und dadurch k�me es zu einer Diskontinuit�t des Seldon-Planes, die f�r Sie fast so schlimm sein w�rde wie die Zerst�rung Trantors. Es d�rfte also wirklich besser sein, Sie geben auf.�</p><p>�Sie m�chten also darauf setzen, da� ich davor zur�ckschrecke, Sie zu vernichten?�</p><p>Der Brustkorb der Branno wogte, als sie tief Atem holte und langsam ausatmete. �Ja�, best�tigte sie dann mit aller Entschiedenheit.</p><p>Kodell, der neben ihr sa�, erbleichte.</p></section><section><title><p>80</p></title><p>Gendibal betrachtete die dicht vor der Wand mitten in die Luft projizierte Gestalt der Branno. Aufgrund der St�rungen, die von der Abschirmung ausgingen, war ihr Abbild ein wenig verwaschen und flimmerte leicht. Der Mann neben ihr war infolge starker Verschwommenheit fast unkenntlich, denn Gendibal hatte an ihn keine Energie zu verschwenden. Er mu�te sich auf die B�rgermeisterin konzentrieren.</p><p>Sie erhielt andererseits keine Visualisierung seiner Person. Daher konnte sie nicht wissen, da� er�� um ein Beispiel zu nennen�� eine Begleiterin hatte. Sie konnte keinerlei Urteile aufgrund seines Mienenspiels, anhand seiner K�rpersprache f�llen. In dieser Beziehung befand sie sich im Nachteil.</p><p>Was er ihr gesagt hatte, entsprach vollst�ndig der Wahrheit. Er <emphasis>konnte </emphasis>den Schild durchdringen, wenn auch nur unter Aufbietung gewaltiger mentaler Kr�fte�� und dabei w�rde es sich tats�chlich kaum vermeiden lassen, da� er ihren Geist unheilbar beeintr�chtigte.</p><p>Auf der anderen Seite allerdings war alles, was sie ge�u�ert hatte, ebenfalls wahr. Ihre Vernichtung m��te dem Seldon-Plan so erheblichen Schaden zuf�gen, wie es damals der Fuchs getan hatte. Der Schaden k�nnte wom�glich sogar noch verheerender ausfallen, weil er zu einem sp�teren Zeitpunkt auftr�te und daher eine k�rzere Frist�� gemessen am von Seldon vorgegebenen Zeitplan�� zur Verf�gung st�nde, um das Entgleisen des Seldon-Planes wieder zu beheben.</p><p>Und um die Situation noch �bler zu machen, war da Gaia, eine unbekannte Gr��e�� ihr schwaches mentales Feld blieb stets wie zum Hohn am unmittelbaren Rande von Gendibals mentalistischer Wahrnehmung.</p><p>Fl�chtig tastete er nach Sura Novis Bewu�tsein, um sich davon zu �berzeugen, da� das Mentalfeld noch vorhanden war; das war unver�ndert der Fall.</p><p>Sie konnte sein Tasten unm�glich gesp�rt haben, aber sie wandte sich ihm pl�tzlich zu. �Meister�, wisperte sie ehrf�rchtig, �da ist so was wie ein schwaches Geflimmer da dr�ben. Ist es das, womit du redest?�</p><p>Sie mu�te die Projektion �ber die behutsame Verbindung zwischen ihrem und seinem Bewu�tsein sp�ren. Gendibal hob einen Finger an die Lippen. �F�rchte dich nicht, Novi. Mach die Augen zu und bleib ganz ruhig!�</p><p>Er hob die Stimme. �B�rgermeisterin Branno, ich mu� zugeben, in dieser Hinsicht ist Ihr riskantes Spielchen nicht schlecht. Ich habe in der Tat nicht den Wunsch, Sie ohne weiteres zu vernichten, denn ich glaube, wenn ich Ihnen gewisse Dinge erkl�re, werden Sie zur Vernunft kommen, und es d�rfte sich als �berfl�ssig erweisen, �berhaupt irgend jemanden zu vernichten. Nehmen wir einmal an, B�rgermeisterin, Sie erlangen die Oberhand, und ich ergebe mich Ihnen. Was gesch�he dann? Sie und Ihre Amtsnachfolger w�rden in einem irrsinnigen Wahn der Selbst�bersch�tzung und in unangebrachtem Vertrauen auf Ihren Mentalschirm versuchen, in verfehlter Hast Ihre Macht auf die gesamte Galaxis auszudehnen. Damit jedoch m��ten sie in Wirklichkeit die Errichtung des Zweiten Imperiums hinausz�gern, denn so ein Vorgehen liefe genauso auf die restlose Sabotage des Seldon-Planes hinaus.�</p><p>�Es �berrascht mich nicht, von Ihnen zu h�ren, da� Sie mich nicht sofort zu vernichten w�nschen�, sagte die Branno, �und ich bin sicher, da� Sie im Laufe des weiteren Abwartens zu der Auffassung gelangen werden, da� Sie�s �berhaupt nicht wagen k�nnen, mich zu vernichten.�</p><p>�Betr�gen Sie doch nicht sich selbst mit alberner Selbstgef�lligkeit�, erwiderte Gendibal. <emphasis>�H�ren Sie mir zu! </emphasis>Ein Gro�teil der Galaxis ist noch immer nichtfoundationistisch, ein betr�chtlicher Teil sogar antifoundationistisch. Selbst innerhalb der Foundation-F�deration gibt es Mitglieder, die noch nicht ihren Unabh�ngigkeitstag vergessen haben.</p><p>Falls die Foundation nach meiner etwaigen Niederlage zu voreilig handelt, wird sie dem Rest der Galaxis seine gr��te Schw�che nehmen�� die Uneinigkeit und Unentschlossenheit. Die Furcht vor der Foundation wird die ganze �brige Galaxis zur Einheit zwingen, und innerhalb der Foundation werden Sie die Tendenz zur Rebellion n�hren.�</p><p>�Sie drohen uns mit Armeen von Vogelscheuchen, sonst nichts�, entgegnete die Branno. �Wir haben genug Macht, um uns gegen alle und jede Gegner zu behaupten, und wenn s�mtliche Welten der nichtfoundationistischen Galaxis sich gegen uns verb�nden w�rden, und sogar, falls ihnen eine Rebellion der H�lfte aller Welten der Foundation zu Hilfe k�me. Wir h�tten damit keine Probleme.�</p><p>�Keine <emphasis>unmittelbaren </emphasis>Probleme, B�rgermeisterin. Begehen Sie nicht den Fehler, sich nur f�r solche Konsequenzen Ihres Handelns zu interessieren, die ihm sofort nachfolgen. Sie k�nnen ein Zweites Imperium schaffen, indem Sie�s blo� proklamieren, gewi�, aber Sie w�ren nicht dazu imstande, es zu halten. Sie m��ten es alle zehn Jahre von neuem erobern.�</p><p>�Dann w�rden wir so verfahren, bis die Welten des Unfugs m�de w�ren, so wie Sie erm�den m�ssen.�</p><p>�Sie w�rden nicht erm�den, sich aufzulehnen, so wenig wie ich erm�den werde. Und diese Periode k�nnte nicht einmal allzu lange dauern, denn dem Pseudo-Imperium, das zu proklamieren Sie f�hig w�ren, w�rde eine zweite, gr��ere Gefahr drohen. Weil es�� f�r einige Zeit�� ausschlie�lich durch immer st�rkere milit�rische Kr�fte erhalten werden kann, die st�ndig zum Einsatz kommen m��ten, d�rften erstmals in der Geschichte der Foundation die Generale wichtiger und einflu�reicher sein als die zivilen Autorit�ten. Das Pseudo-Imperium w�rde in Milit�rregionen aufgespalten, in denen die individuellen milit�rischen Befehlshaber die Vorherrschaft aus�ben. Das w�re gleichbedeutend mit Anarchie�� einem R�ckfall in eine Barbarei, die vielleicht l�nger dauern w�rde als die drei�igtausend Jahre des Chaos, die Seldon vor der Ausarbeitung des Seldon-Planes vorausgesagt hat.�</p><p>�Kindische Drohungen. Selbst wenn die Mathematik des Seldon-Planes das alles voraussieht, sagt sie nur Wahrscheinlichkeiten voraus�� keine Unabwendbarkeiten.�</p><p>�B�rgermeisterin Branno�, sagte Gendibal ernst, �vergessen Sie den Seldon-Plan. Sie verstehen seine Mathematik nicht, und Sie k�nnen sich seinen Ablauf �berhaupt nicht vorstellen. Aber vielleicht ist das auch gar nicht n�tig. Sie sind eine bew�hrte Politikerin, und obendrein erfolgreich, nach der Position beurteilt, die Sie einnehmen, und gehe ich nach dem waghalsigen Spiel, auf das Sie sich hier eingelassen haben, dann sind Sie auch sehr mutig. Also, bedienen Sie sich Ihres politischen Scharfsinns. Betrachten Sie die Geschichte der Menschheit unter politischen und milit�rischen Gesichtspunkten, betrachten Sie sie zudem unter dem Aspekt, was man allgemein �ber die menschliche Natur weiߠ� von der Art und Weise, wie Menschen, wie Politiker und Milit�rs reagieren, wie sie in Interaktion treten��, und �berlegen Sie sich, ob ich nicht recht habe.�</p><p>�Selbst wenn Sie recht behalten sollten, Zweitfoundationist�, sagte die Branno, �ist das ein Risiko, das wir eingehen m�ssen. Mit der richtigen F�hrung und weiteren technischen Fortschritten�� Fortschritten nicht nur materieller, sondern auch mentalistischer Art�� k�nnen wir alle Hindernisse aus dem Weg r�umen. Hari Seldon hat solche Fortschritte niemals in angemessenem Umfang einkalkulieren k�nnen. Das war damals f�r ihn einfach unm�glich. Wo im Plan hat er je die Entwicklung eines Mentalschilds durch die Erste Foundation in Betracht gezogen? Warum sollen wir den Plan eigentlich �berhaupt noch beachten? Wir werden�s riskieren, ohne ihn ein neues Imperium zu gr�nden. Ein Scheitern ohne den Plan w�re vielleicht besser als ein Erfolg durch den Plan. Wir wollen kein Imperium, in dem wir nur die Marionetten verborgener Manipulatoren der Zweiten Foundation abgeben d�rfen.�</p><p>�So k�nnen Sie lediglich daherreden, weil Sie nicht verstehen, was ein Mi�lingen des Seldon-Plans f�r die Bewohner der Galaxis bedeuten w�rde.�</p><p>�Vielleicht�, sagte die Branno mit steinerner H�rte. �Fangen Sie zu erm�den an, Zweitfoundationist?�</p><p>�Keineswegs. Lassen Sie mich ein alternatives Vorgehen vorschlagen, an das Sie anscheinend noch nicht gedacht haben�� und bei dem weder ich mich Ihnen noch Sie sich mir ergeben m�ssen. Wir befinden uns im Umkreis eines Planeten namens Gaia.�</p><p>�Das ist mir bekannt.�</p><p>�Ist Ihnen auch bekannt, da� er wahrscheinlich die Heimat des Fuchses ist?�</p><p>�F�r so etwas brauche ich mehr Beweise als blo� Ihre dahingehende Behauptung.�</p><p>�Der Planet ist von einem Mentalfeld umgeben. Er ist die Heimat vieler F�chse. Falls Sie Ihren Traum wahrmachen, die Zweite Foundation auszumerzen, werden Sie zu Sklaven dieses Planeten der F�chse herabsinken. Welchen Schaden hat Ihnen die Zweite Foundation je zugef�gt�� wirklichen statt nur eingebildeten oder theoretischen Schaden? Und nun bedenken Sie, welchen Schaden ein einzelner Fuchs �ber Sie gebracht hat.�</p><p>�Ich habe noch immer keine anderen Beweise als Ihre Beteuerungen.�</p><p>�Solange wir an dieser Position bleiben, kann ich Ihnen nicht zu mehr verhelfen. Deshalb schlage ich einen Waffenstillstand vor. Erhalten Sie Ihren Mentalschild aufrecht, wenn Sie mir nicht trauen, aber stellen Sie sich darauf ein, gegebenenfalls mit mir zu kooperieren. Lassen Sie uns den Planeten gemeinsam anfliegen�� und wenn Sie sich davon �berzeugt haben, da� von dort Gefahr ausgeht, dann werde ich das Mentalfeld beseitigen, und Sie werden Ihren Raumschiffen befehlen, den Planeten zu besetzen.�</p><p>�Und dann?�</p><p>�Und dann wird endlich, ohne da� dritte Kr�fte zu ber�cksichtigen sind, Erste Foundation gegen Zweite Foundation stehen. Dann wird die Auseinandersetzung sich durch klare Fronten auszeichnen, w�hrend wir gegenw�rtig das Risiko eines Kampfes nicht auf uns nehmen k�nnen, weil beide Foundations durch einen Dritten gleicherma�en bedroht sind.�</p><p>�Warum haben Sie das nicht sofort gesagt?�</p><p>�Ich dachte, ich k�nnte Sie zu der �berzeugung bringen, da� wir keine Feinde sind und sich eine Zusammenarbeit lohnt. Da mir das anscheinend nicht gelungen ist, schlage ich auf jeden Fall Kooperation vor.�</p><p>Die Branno schwieg eine Zeitlang, den Kopf nachdenklich gesenkt. �Sie versuchen�, sagte sie schlie�lich, �mich mit Ammenm�rchen einzulullen. Wie sollte es Ihnen allein m�glich sein, das Mentalfeld eines ganzen Planeten voller F�chse zu beseitigen? Dieser Gedanke ist so lachhaft, da� ich der Ehrlichkeit Ihres Vorschlags nicht trauen kann.�</p><p>�Ich bin nicht allein�, entgegnete Gendibal. �Hinter mir steht die gesamte Macht der Zweiten Foundation�� und diese Macht, durch mich kanalisiert, kann es mit Gaia aufnehmen. Und sie kann jederzeit Ihren Mentalschild zur Seite fegen wie einen Dunsthauch.�</p><p>�Wenn das so ist, wozu brauchen Sie dann meine Unterst�tzung?�</p><p>�Erstens, weil die Beseitigung des Mentalfeldes nicht gen�gt. Die Zweite Foundation kann sich nicht jetzt und in alle Ewigkeit der endlosen Aufgabe widmen, Gaias Mentalfeld zu unterdr�cken, so wenig wie ich den Rest meines Lebens damit zubringen kann, hier mit Ihnen dies Konversationsmenuett zu tanzen. Das handfeste Eingreifen, zu dem Ihre Raumschiffe imstande sind, ist erforderlich. Und zweitens, wenn ich Sie nicht mit vern�nftigen Argumenten zu der Einsicht bewegen kann, da� die beiden Foundations sich als B�ndnispartner betrachten sollten, dann wirkt vielleicht ein gemeinsames Unternehmen von h�chster Wichtigkeit in dieser Beziehung �berzeugender. Manchmal �berzeugen Taten mehr als Worte.�</p><p>Ein weiteres Schweigen entstand. �Ich bin bereit�, sagte die Branno endlich, �mich Gaia zu n�hern, wenn wir uns gleichzeitig n�hern. Dar�ber hinaus mache ich keine Versprechungen.�</p><p>�Das gen�gt�, erwiderte Gendibal und beugte sich �ber den Computer.</p><p>�Nein, Meister�, sagte Sura Novi, �bis jetzt hat�s keine Rolle gespielt, aber nun unternimm bitte nichts mehr. Wir m�ssen auf Ratsherr Trevize von Terminus warten.�</p></section></section><section><title><p>Neunzehntes Kapitel</p><p>Entscheidung</p></title><section><title><p>81</p></title><p>�Wirklich, Golan�, sagte Janov Pelorat mit einer schwachen Andeutung von Verdrossenheit in der Stimme, �anscheinend schert sich niemand darum, da� ich zum erstenmal in einem einigerma�en langen Leben�� nicht zu lang, das darfst du mir glauben, Wonne�� durch die Galaxis reise. Aber jedesmal, wenn ich eine Welt betrete, bin ich wieder auf und davon und im All, ehe ich die Gelegenheit erhalte, die Verh�ltnisse richtig zu studieren. Das ist mir nun schon zweimal passiert.�</p><p>�Ja�, sagte Wonne, �aber h�ttest du die andere Welt nicht so bald wieder verlassen, h�ttest du mich erst wer wei� wann kennengelernt. Das entsch�digt dich doch sicher f�r das erste Mal.�</p><p>�Gewi�. Ehrlich, meine� meine Liebe, es entsch�digt mich tats�chlich.�</p><p>�Und diesmal, Pel, hast du mich dabei, auch wenn du wieder ins All starten mu�t�� und ich <emphasis>bin </emphasis>Gaia, soviel wie jedes Partikel davon, so gut wie ganz Gaia.�</p><p>�Du bist es, und ich h�tte bestimmt keine anderen Partikel lieber dabei.�</p><p>�Das ist ja schauderhaft�, sagte Trevize, der der Unterhaltung mit gerunzelter Stirn zugeh�rt hatte. �Warum hat nicht Dom uns begleitet? Raum und Zeit, ich werde mich an diese Einsilbigkeit nie gew�hnen k�nnen! Zweihundertdreiundf�nfzig Silben hat der Name, und wir benutzen nur eine! Warum ist er nicht mitsamt seinen zweihundertdreiundf�nfzig Silben mitgekommen? Wenn das alles so wichtig ist�� wenn Gaias Existenz selbst davon abh�ngt��, weshalb kommt er dann nicht mit, um uns richtig anzuleiten?�</p><p><emphasis>�Ich </emphasis>bin doch da, Trev�, sagte Wonne, �und ich bin genauso gut Gaia wie er.� Sie widmete ihm aus ihren dunklen Augen von unten herauf einen kurzen Seitenblick. �Dann empfinden Sie es wohl als �rgerlich, da� ich Sie �Trev� nenne?�</p><p>�Ja, ganz richtig. Ich habe ein Recht auf meine Eigenheiten, so wie Sie ein Recht auf Ihre Eigent�mlichkeiten haben. Mein Name lautet Trevize. Zwei Silben. Trevize.�</p><p>�Ich werde mich gerne danach richten. Ich m�chte nicht, da� Sie meinetwegen w�tend sind, Trevize.�</p><p>�Ich bin nicht w�tend. Ich �rgere mich blo�.� Pl�tzlich stand er auf und stapfte vom einen zum anderen Ende der R�umlichkeit, stieg unterwegs �ber die ausgestreckten Beine Pelorats (der sie daraufhin hastig einzog), dann wieder zur�ck. Er blieb stehen, drehte sich um und wandte sich an Wonne.</p><p>Er deutete mit dem Finger auf sie. �H�ren Sie mal zu! Ich bin nicht mein eigener Herr. Ich bin von Terminus nach Gaia dirigiert worden�� und als ich zu vermuten anfing, da� es sich so verh�lt, war es schon zu sp�t, um noch etwas daran �ndern zu k�nnen. Und dann, als ich auf Gaia eintreffe, teilt man mir mit, der Zweck von allem besteht nur darin, da� ich Gaia rette. Wieso? Und wie? Was soll mir Gaia denn bedeuten�� oder was bedeute ich Gaia��, da� ich sie retten m��te? Gibt es unter den Quintillionen Menschen in der Galaxis keinen anderen, der sich f�r diese Aufgabe eignet?�</p><p>�Bitte, Trevize�, sagte Wonne, der man auf einmal eine gewisse Niedergeschlagenheit anmerkte, w�hrend gleichzeitig alle spielerische Affektiertheit von ihr wich, �seien Sie nicht so ver�rgert. Sehen Sie, ich benutze Ihren Namen, wie�s sich f�r Ihre Begriffe geh�rt, und ich bem�he mich, ernsthaft zu sein. Dom hat Sie um Geduld gebeten.�</p><p>�Bei allen Planeten der Galaxis, bewohnbar oder nicht, ich will nicht geduldig sein! Wenn ich so wichtig bin, habe ich dann nicht wenigstens eine Erkl�rung verdient?! Und da wir ohnehin gerade dabei sind, Fragen zu stellen, frage ich noch einmal: Warum begleitet Dom uns nicht? Ist ihm die ganze Sache zu unwichtig, um mit uns hier an Bord der <emphasis>Far Star </emphasis>zu gehen?�</p><p>�Er <emphasis>ist </emphasis>hier, Trevize�, entgegnete Wonne. �Solange ich anwesend bin, ist er auch da, genau wie sich mit mir jeder auf Gaia an Bord aufh�lt, jedes lebende Ding ebenso wie jedes einzelne St�ckchen des Planeten.�</p><p><emphasis>�Sie </emphasis>geben sich mit der Einstellung zufrieden, da� es so ist, aber meine Art des Denkens ist das nun einmal nicht. Ich bin kein Gaianer. Unsereins kann nicht einen ganzen Planeten in ein Raumschiff packen, wir k�nnen nur eine Person mit an Bord nehmen. Wir haben nun Sie an Bord, und Dom ist ein Teil von Ihnen. Na sch�n. Aber weshalb konnten wir nicht Dom mitnehmen und Sie als Teil von ihm auffassen?�</p><p>�Zun�chst einmal war es Pels Wunsch, ich meine, Pelorats Wunsch, da� ich mit Ihnen an Bord des Raumschiffs gehe�, antwortete Wonne. �Ich, nicht Dom.�</p><p>�Das war nur zuvorkommend von ihm. Wie kann man sowas denn ernst nehmen?�</p><p>�Oho, nun machen Sie aber mal einen Punkt, mein Bester!� sagte Pelorat und stand auf. �Das war mein v�lliger Ernst. Ich m�chte nicht, da� meine Meinungs�u�erungen derartig abgetan werden. Ich akzeptiere die Tatsache, da� es unwesentlich ist, welche Komponente Gaias sich bei uns an Bord befindet, und trotzdem ist es mir angenehmer, Wonne statt Dom im Schiff zu haben, und das gleiche sollte ja wohl f�r Sie gelten! Kommen Sie, Golan, Sie benehmen sich kindisch!�</p><p>�Ich?� meinte Trevize mit finsterer Miene. <emphasis>�Ich? </emphasis>Na gut, von mir aus. Trotzdem���� wieder zeigte er mit dem Finger auf Wonne�� ��was man auch von mir erwartet, ich werde es ganz bestimmt nicht tun, wenn man mich nicht wie einen Menschen behandelt. Also stellen wir mal zwei Fragen an den Anfang. Was soll ich machen? Und warum gerade ich?�</p><p>Wonne wich mit geweiteten Augen zur�ck. �Bitte�, sagte sie, �ich kann Ihnen jetzt dar�ber nichts mitteilen. Das kann nicht einmal die Gesamtheit Gaias. Sie <emphasis>m�ssen </emphasis>mitkommen, ohne irgend etwas vorher zu wissen. Sie <emphasis>d�rfen </emphasis>alles Weitere erst erfahren, wenn wir am Ziel sind. Dann werden Sie tun, was Sie tun m�ssen�� aber Sie m�ssen�s ruhig und unemotional tun. Falls Sie in dieser Gem�tsverfassung bleiben, in der Sie im Augenblick sind, wird nichts einen Zweck haben, und auf die eine oder andere Weise wird�s mit Gaia zu Ende gehen. Sie m�ssen Ihre gegenw�rtige Gef�hlslage �ndern, aber ich habe keine Ahnung, wie eine entsprechende �nderung sich herbeif�hren l��t.�</p><p>�W��te Dom es, wenn <emphasis>er </emphasis>hier w�re?� fragte Trevize unerbittlich.</p><p>�Dom <emphasis>ist </emphasis>hier�, betonte Wonne. �Er/ich/wir wissen nicht, wie Ihre Empfindungen ver�ndert oder wie Sie beruhigt werden k�nnen. Ein menschliches Wesen, das seinen Platz im Ablauf der Dinge nicht sieht, ist uns unbegreiflich, wir k�nnen niemanden verstehen, der sich nicht als Teil eines gr��eren Ganzen f�hlt.�</p><p>�So verh�lt es sich keineswegs�, widersprach Trevize. �Sie waren dazu in der Lage, sich �ber Millionen von Kilometern hinweg meines Raumschiffs zu bem�chtigen und gleichzeitig, w�hrend wir hilflos waren, auf uns einen beruhigenden Einflu� auszu�ben. Na, dann beruhigen Sie mich auch jetzt! Tun Sie nicht so, als w�ren Sie dazu au�erstande!�</p><p>�Aber wir <emphasis>d�rfen </emphasis>es nicht. Nicht in diesem Fall. W�rden wir Sie jetzt ver�ndern oder beeinflussen, dann w�ren Sie f�r uns nicht mehr wert als jede andere Person in der Galaxis, und Sie k�nnten uns nicht von Nutzen sein. Wir brauchen Sie ausschlie�lich deshalb, eben weil Sie <emphasis>Sie </emphasis>sind�� und deswegen m�ssen Sie <emphasis>Sie </emphasis>bleiben. Falls wir Sie zu diesem Zeitpunkt irgendwie lenken, sind wir verloren. Bitte, Sie m�ssen sich aus sich selbst heraus beruhigen.�</p><p>�Da gibt�s keine Chance, Miss, wenn Sie mir nicht einiges von dem verraten, was ich wissen will.�</p><p>�Wonne, la� mich es versuchen!� sagte Pelorat. �Bitte warte nebenan.�</p><p>Wonne ging, indem sie sich langsam r�ckw�rts nach drau�en entfernte. Pelorat schlo� hinter ihr die T�r.</p><p>�Sie kann alles h�ren, sehen und sp�ren�, stellte Trevize klar. �Was f�r ein Unterschied besteht jetzt?�</p><p>�F�r mich ist es ein Unterschied�, erwiderte Pelorat. �Ich m�chte mit Ihnen allein reden, auch wenn unser Alleinsein nur auf Selbstbetrug beruht. Golan, Sie haben Furcht.�</p><p>�Machen Sie sich nicht l�cherlich.�</p><p>�Nat�rlich haben Sie Furcht! Sie wissen nicht, was bevorsteht, was Sie erwartet, was von Ihnen erwartet wird. Es ist Ihr gutes Recht, Furcht zu versp�ren.�</p><p>�Aber ich f�rchte mich nicht!�</p><p>�Doch, sehr wohl. Vielleicht f�rchten Sie sich nicht�� anders als es mir geht�� vor handgreiflichen Gefahren. Ich habe mich davor gef�rchtet, mich hinaus in den Weltraum zu wagen, ich habe jede neue Welt gef�rchtet, die es zu sehen gab, jedes neue Ding, dem ich begegnet bin. Immerhin habe ich ein halbes Jahrhundert lang ein eingeengtes, zur�ckgezogenes, beschr�nktes Dasein gef�hrt, w�hrend Sie in der Raummarine waren und anschlie�end in der Politik aktiv, immer im wirrsten Drunter und Dr�ber, sowohl daheim wie auch im All. Aber ich habe versucht, meine Furchtsamkeit zu �berwinden, und Sie haben mir geholfen. W�hrend der gesamten Zeit, in der wir nun schon zusammen gewesen sind, haben Sie mit mir Geduld gehabt, waren Sie freundlich und verst�ndnisvoll zu mir, und durch Sie ist es mir gelungen, die Furcht zu meistern und in den verschiedensten Situationen durchzuhalten. Lassen Sie mich nun die Gef�lligkeit erwidern und diesmal Ihnen helfen.�</p><p>�Ich sage Ihnen, ich f�rchte mich nicht.�</p><p>�Nat�rlich f�rchten Sie sich! Wenn nichts anderes, dann f�rchten Sie auf jeden Fall doch die Verantwortung, die man Ihnen zumutet. Allem Anschein nach h�ngt das Schicksal einer ganzen Welt von Ihnen allein ab�� und daher m��ten Sie, falls Sie scheitern, damit leben, da� der Untergang einer ganzen Welt Ihnen aufs Gewissen dr�ckt. Warum sollten Sie die Verantwortung f�r eine Welt �bernehmen, die Ihnen nichts bedeutet? Welches Recht hat man, Ihnen eine solche B�rde aufzuladen? Sie f�rchten nicht nur das Scheitern, wie es jedem an Ihrer Stelle ginge, sondern Sie sind zus�tzlich ver�rgert, weil man Sie in eine Situation bringt, in der Sie sich ganz einfach f�rchten m�ssen.�</p><p>�Sie irren sich gewaltig.�</p><p>�Das bezweifle ich. Infolgedessen lassen Sie mich Ihren Platz einnehmen. Ich werde erledigen, was getan werden mu�. Was es auch sein mag, das man von Ihnen erwartet, ich stelle mich als Ersatzmann zur Verf�gung. Ich vermute, es dreht sich um nichts, was gro�e K�rperkr�fte oder Vitalit�t erfordert, denn zu so was w�rde ja ein simples mechanisches Ger�t gen�gen. Ich nehme auch an, da� es sich um nichts handelt, was Mentalistik verlangt, denn in dieser Beziehung ist Gaia selbst leistungsf�hig genug. Es mu� irgend etwas sein, das� tja, ich wei� nicht was, aber wenn man dazu weder Muskeln noch Gehirn braucht, mu� ich sagen, alles andere habe ich genauso wie Sie�� und zudem besitze ich die Bereitschaft, die Verantwortung zu �bernehmen.�</p><p>�Warum sind Sie so willig�, erkundigte sich Trevize in scharfem Tonfall, �sich so etwas aufzub�rden?�</p><p>Pelorat betrachtete den Fu�boden, als sorge er sich, er k�nne Trevizes Blick nicht standhalten. �Ich habe nie eine Ehefrau gehabt, Golan�, sagte er. �Ich habe Frauen gekannt, sicherlich. Aber sie waren mir nie besonders wichtig. Interessant waren sie f�r mich. Ganz nett. Aber nie wirklich wichtig. Diese allerdings��</p><p>�Wer?�� Wonne?�</p><p>�Sie ist� f�r meine Begriffe� irgendwie anders.�</p><p>�Beim Terminus, Janov, sie bekommt jedes Wort mit, das Sie reden!�</p><p>�Das ist gleichg�ltig. Sie wei� sowieso Bescheid. Ich m�chte ihr eine Freude machen. Ich will diese Aufgabe �bernehmen, woraus sie auch bestehen mag� ich werde jedes Risiko, jede Verantwortung auf mich nehmen, wenn nur eine kleine Chance besteht, da� sie� sich eine gute Meinung von mir bildet.�</p><p>�Janov, sie ist ein Kind.�</p><p>�Sie ist kein Kind�� und was Sie von ihr denken, macht f�r mich ohnehin keinen Unterschied aus.�</p><p>�Begreifen Sie denn nicht, f�r was sie Sie halten mu�?�</p><p>�F�r einen alten Mann? Was bedeutet das denn noch? Sie ist Teil eines h�heren Ganzen, ich dagegen nicht�� das allein errichtet bereits ein un�berwindbares Hindernis zwischen uns. Glauben Sie, das w�re mir nicht klar? Aber ich verlange nichts von ihr, bestenfalls hoffe ich, da� sie��</p><p>�Sich eine gute Meinung von Ihnen bildet?�</p><p>�Ja. Oder was sie sonst an Empfindungen f�r mich aufbringen kann.�</p><p>�Und daf�r wollen Sie meine Aufgabe �bernehmen? Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, Janov, da� Sie nicht richtig zugeh�rt haben. Man will nicht Sie, sondern�� Raum und Zeit!�� aus irgendeinem Grund, den ich nicht ermessen kann, ausschlie�lich <emphasis>mich!�</emphasis></p><p>�Wenn Sie sich nicht zur Verf�gung stellen und sie irgend jemanden haben m�ssen, wird es besser sein, mich zu haben, nehme ich an, als �berhaupt niemanden.�</p><p>Trevize sch�ttelte den Kopf. �Das kann doch wohl nicht wahr sein. Ich kann�s nicht glauben. Sie kommen so langsam in die reiferen Jahre, und da entdecken Sie pl�tzlich die Jugend. Janov, Sie m�chten ein Held werden, damit Sie f�r den bewu�ten Leib sterben d�rfen.�</p><p>�Reden Sie nicht so daher, Golan! Das ist kein Thema, um sich dar�ber lustig zu machen.�</p><p>Trevize wollte lachen, aber da sah er Pelorats ernste Miene und r�usperte sich statt dessen lediglich. �Sie haben recht�, sagte er. �Entschuldigen Sie. Rufen Sie sie herein, Janov. Rufen Sie sie rein!�</p><p>Wonne trat in leicht gebeugter Haltung ein. �Es tut mir schrecklich leid, Pel�, sagte sie mit schw�chlichem Stimmchen. �Du kannst nicht einspringen. Es mu� Trevize sein.�</p><p>�Na sch�n�, antwortete Trevize. �Ich werde ganz ruhig sein. Was es auch sein soll, ich werde versuchen, es durchzuf�hren. Ich w�rde alles tun, blo� um zu verhindern, da� Janov in seinem Alter noch den romantischen Helden mimt.�</p><p>�Ich kenne mein Alter�, murmelte Pelorat.</p><p>Bed�chtig ging Wonne zu ihm und legte eine Hand auf seine Schulter. �Pel, ich� ich habe eine sehr gute Meinung von dir.�</p><p>Pelorat schaute zur Seite. �Schon gut, Wonne. Du brauchst dir keine Freundlichkeiten abzuringen.�</p><p>�Ich bin nicht blo� freundlich, Pel. Ich habe von dir� eine sehr, sehr gute Meinung.�</p></section><section><title><p>82</p></title><p>Erst schwach, dann deutlicher, entsann sich Sura Novi, da� sie Suranoviremblastiran war und als Kind von ihren Eltern Su und von ihren Spielkameraden Vi genannt wurde.</p><p>Sie hatte diese Tatsachen niemals wirklich vergessen, doch gelegentlich waren sie sehr tief in ihr verborgen gewesen. Noch nie waren sie so tief und so lange verborgen worden wie im Laufe des vergangenen Monats, denn nie, nie hatte sie sich so lange in solcher N�he zu einem derartig starken Geist befunden.</p><p>Aber nun war ihre Zeit gekommen. Sie selbst hatte darauf keinen Einflu�. Im Interesse des globalen Notstands schob der ganze zeitweilig unterdr�ckte Rest ihres Wesens sich nun zur�ck an die Oberfl�che.</p><p>Ein unbestimmtes Mi�behagen begleitete diesen Vorgang, eine Art von Kribbeln, doch binnen kurzem erfolgte dessen Verdr�ngung durch das Wohlbefinden eines unmaskierten Ichs. Seit Jahren war sie Gaias Globus nicht mehr so nahe gewesen.</p><p>Sie erinnerte sich an eine der Lebensformen, die ihr als Kind auf Gaia so lieb gewesen waren. Weil sie damals deren Empfindungen als einen schwachen Bestandteil ihres eigenen F�hlens begriffen hatte, erkannte sie das eigene, viel st�rkere Gef�hl eines �hnlichen Geschehens nun wieder. Sie glich einem Schmetterling, der aus seinem Kokon schl�pft.</p></section><section><title><p>83</p></title><p>Stor Gendibal starrte Sura Novi mit durchdringendem Blick scharf an�� und so �berrascht, da� er beinahe B�rgermeisterin Branno seiner Aufmerksamkeit h�tte entgleiten lassen. Da� ihm das nicht passierte, war vielleicht einem pl�tzlichen R�ckhalt von au�erhalb zu verdanken, der stabilisierend wirkte, den er im Moment jedoch ignorierte.</p><p>�Was wei�t du von Ratsherr Trevize, Novi?� erkundigte er sich. Die in unerwartetem Anwachsen begriffene Komplexit�t ihres Geistes fl��te ihm eisige Best�rzung ein. �Was bist du?� rief er.</p><p>Er versuchte, ihre Psyche unter seine Kontrolle zu bringen, mu�te jedoch feststellen, da� sie f�r ihn unangreifbar blieb. Erst in diesem Augenblick erkannte er, da� sein mentalistischer Griff um die Branno durch einen machtvolleren Einflu�, als er von ihm selbst ausging, Unterst�tzung erhielt. �Was bist du?� wiederholte er.</p><p>Sura Novis Miene zeigte eine Andeutung von Tragik. �Meister�, sagte sie, �Sprecher Gendibal� mein wahrer Name lautet Suranoviremblastiran, und ich bin Gaia.�</p><p>Mehr verriet sie m�ndlich nicht, aber Gendibal hatte in einer pl�tzlichen Aufwallung von Wut seine mentale Aura intensiviert, und w�hrend er�� aufgebracht wie er jetzt war�� den fremden R�ckhalt negierte und die Branno in seine eigene und obendrein verst�rkte mentalistische Obhut nahm, tastete er gleichzeitig nach Sura Novis Bewu�tsein und verwickelte es in ein angespanntes, stummes Ringen.</p><p>Sie wehrte ihn mit gleichrangiger T�chtigkeit ab, blieb jedoch dazu au�erstande, ihm ihr Bewu�tsein zu verschlie�en�� oder vielleicht legte sie gar keinen Wert darauf.</p><p>Er sprach nun zu ihr auf die Art und Weise, wie er sich an einen anderen Sprecher gewandt h�tte. �Du hast ein Spielchen gespielt, mich get�uscht, mich hergelockt, und du geh�rst der Spezies an, der auch der Fuchs entsprungen war.�</p><p>�Der Fuchs war ein einzelnes verkommenes Subjekt, Sprecher. Ich/wir sind keine F�chse. Ich/wir sind Gaia.�</p><p>�ber das blo�e gesprochene Wort hinaus machte die Art ihrer �u�erung die ganze Wesenseigent�mlichkeit Gaias deutlich.</p><p>�Ein als Ganzheit lebender Planet�, fa�te Gendibal zusammen.</p><p>�Und mit einem Mentalfeld, das insgesamt weit gr��er ist als dein individuelles mentales Feld. Bitte widersetze dich nicht mit solcher Heftigkeit! Ich bef�rchte, es k�nnte sonst die Gefahr entstehen, da� ich dir Schaden zuf�ge, und das ist etwas, was ich nicht w�nsche.�</p><p>�Nicht einmal als lebender Planet k�nnt ihr m�chtiger sein als die Summe meiner Kollegen auf Trantor. In gewisser Beziehung sind auch wir ein lebender Planet.�</p><p>�Ihr seid nur ein paar tausend Menschen in geistiger Kooperation, Sprecher, und du kannst dich gegenw�rtig nicht auf den Beistand deiner Kollegen st�tzen, denn ich habe deine Verbindung zu ihnen blockiert. Unternimm einen entsprechenden Versuch, er wird dich davon �berzeugen.�</p><p>�Welche Absichten verfolgst du, Gaia?�</p><p>�Ich hatte gehofft, Sprecher, du w�rdest mich weiterhin Novi nennen. Was ich nun durchf�hre, mache ich als Gaia, aber ebenso bin ich Novi�� und was dich pers�nlich angeht, bin ich ausschlie�lich Novi.�</p><p>�Welche Absichten hast du, Gaia?�</p><p>Das zittrige mentale �quivalent eines Seufzers war bemerkbar. �Wir werden in dreiseitigem Patt bleiben�, sagte Novi. �Du gibst durch den Mentalschild acht auf B�rgermeisterin Branno, unterst�tzt von mir, so da� wir nicht erm�den k�nnen. Du wirst deinerseits, vermute ich, mich im mentalistischen Griff behalten, und ich werde es mit dir gleich halten, und auch darin werden wir nicht erm�den. Und so wird es erst einmal bleiben.�</p><p>�Bis wann?�</p><p>�Wie ich bereits erw�hnt habe, warten wir auf Ratsherrn Trevize von Terminus. Er wird das Patt beheben�� so wie er es f�r richtig h�lt.�</p></section><section><title><p>84</p></title><p>Der Computer an Bord der <emphasis>Far Star </emphasis>lokalisierte die beiden Raumschiffe, und Golan Trevize holte sie �ber die Au�en�bertragung auf den zu diesem Zweck unterteilten Bildschirm.</p><p>Beide waren Raumschiffe der Foundation. Eines glich genau der <emphasis>Far Star </emphasis>und war zweifellos Compors Schiff. Der andere Raumer war weit gr��er und leistungsf�higer.</p><p>�Also�, wandte sich Trevize an Wonne, �sind Sie dar�ber informiert, was hier vorgeht? K�nnen Sie mir jetzt irgend etwas mitteilen?�</p><p>�Ja. Da� Sie nicht beunruhigt zu sein brauchen. Man wird Ihnen nichts antun k�nnen.�</p><p>�Wieso ist eigentlich jeder davon �berzeugt, ich w�rde, wie ich hier sitze, vor Panik schlottern?� meinte Trevize mi�mutig.</p><p>�Lassen Sie sie doch reden, Golan, statt sie anzuschnauzen�, sagte Pelorat hastig.</p><p>Trevize hob in einer Geb�rde ungeduldiger Nachgiebigkeit die Arme. �Ich will niemanden anschnauzen. Sprechen Sie, Miss!�</p><p>�Auf dem gro�en Raumschiff befindet sich die Herrscherin Ihrer Foundation�, sagte Wonne. �Bei ihr��</p><p>�Die Herrscherin?� meinte Trevize erstaunt. �Sie meinen das alte Schlachtro� Branno?�</p><p>�Sicherlich ist das nicht ihr Titel�, sagte Wonne, deren Lippen aus Erheiterung ein wenig zuckten. �Aber es handelt sich um eine Frau, ja.� Sie schwieg einen kurzen Moment lang, als lausche sie aufmerksam dem h�heren Organismus, von dem sie ein Teil war. �Ihr Name ist Harlabranno. Es kommt mir merkw�rdig vor, da� jemand einen Namen mit nur vier Silben hat, der auf seiner Heimatwelt so wichtig ist, aber vermutlich haben Nichtgaianer ihre eigenen Br�uche.�</p><p>�Sie w�rden sie wahrscheinlich Brann nennen, glaube ich�, bemerkte Trevize grinsend. �Aber was macht sie hier? Warum ist sie nicht auf�? Ach, verstehe. Gaia hat auch sie hergelockt. Warum?�</p><p>Wonne erteilte auf diese Frage keine Antwort. �Bei ihr ist ein Mann namens Lionokodell, f�nf Silben, obwohl er rangm��ig unter ihr steht. So etwas w�rde man hier als Mangel an Respekt auffassen. Er ist auf Ihrer Welt ein hoher Beamter. Ferner sind vier andere Personen an Bord, die f�r die Bedienung der Waffen zust�ndig sind. M�chten Sie Ihre Namen erfahren?�</p><p>�Nein. Im anderen Schiff befindet sich, w�rde ich wetten, Munn Li Compor, und er ist ein Repr�sentant der Zweiten Foundation. Offenbar haben sie die beiden Foundations in eine Begegnung man�vriert. Weshalb?�</p><p>�Ganz so ist es nicht, Trev�, ich meine, Trevize��</p><p>�Ach, sagen Sie ruhig Trev zu mir. Es schert mich nicht einen Hauch Kometengas.�</p><p>�Ganz so ist es nicht, Trev. Compor hat das Raumschiff verlassen, und es sind zwei andere Personen an Bord. Eine davon ist Storgendibal, ein wichtiger Mann der Zweiten Foundation. Man nennt ihn einen Sprecher.�</p><p>�Ein wichtiger Mann? Er hat paramentale Kr�fte, kann ich mir denken.�</p><p>�O ja. Er ist sehr stark.�</p><p>�K�nnen Sie mit ihm fertig werden?�</p><p>�Gewi�. Die andere Person, die sich an Bord aufh�lt, ist Gaia.�</p><p>�Einer von <emphasis>Ihnen?�</emphasis></p><p>�Ja. Ihr Name lautet Suranoviremblastiran. Er m��te viel l�nger sein, aber sie ist lange Zeit von mir/uns/allem fort gewesen.�</p><p>�Ist sie dazu imstande, es mit einer hohen F�hrungspers�nlichkeit der Zweiten Foundation aufzunehmen?�</p><p>�Es ist nicht sie, sondern Gaia, die auf ihn achtgibt. Sie/ich/wir sind f�hig genug, um ihn zu zermalmen.�</p><p>�Und wird es dahin kommen? Wird sie ihn und ebenso die Branno zermalmen? Was soll das alles? Hat Gaia die Absicht, beide Foundations zu vernichten und ein eigenes galaktisches Imperium zu errichten? Eine Neuauflage der Herrschaft des Fuchses? Ein Gro�reich der F�chse�?�</p><p>�Nein, Trev, nein. Erregen Sie sich nicht! Das d�rfen Sie nicht. Alle drei Parteien befinden sich in einer Pattsituation. Sie warten.�</p><p>�Worauf?�</p><p>�Auf Ihre Entscheidung.�</p><p>�Da sind wir also wieder. <emphasis>Welche </emphasis>Entscheidung? Warum <emphasis>meine?</emphasis>�</p><p>�Bitte, Trev�, sagte Wonne. �In K�rze wird alles erkl�rt. Ich/wir/sie haben soviel verraten, wie ich/wir/sie gegenw�rtig mitteilen d�rfen.�</p></section><section><title><p>85</p></title><p>�Es steht fest, Liono�, sagte die Branno matt, �da� ich einen Fehler begangen habe, vielleicht sogar einen verh�ngnisvollen Fehler.�</p><p>�Ist das etwas, das Sie so ohne weiteres zugeben sollten?� murmelte Kodell, ohne die Lippen zu bewegen.</p><p>�Dr�ben wissen sie ohnehin, was ich denke. Es auszusprechen, kann das Unheil nicht verschlimmern. Sie wissen auch nicht weniger, was Sie denken, wenn Sie nicht die Lippen bewegen. Ich h�tte warten sollen, bis der Mentalschild st�rkere Leistung bringt.�</p><p>�Wie h�tten Sie so was voraussehen k�nnen, B�rgermeisterin?� entgegnete Kodell. �H�tten wir gewartet, bis wir doppelt, dreifach und vierfach oder wer wei� wie sicher sein konnten, wir h�tten vielleicht in alle Ewigkeit warten m�ssen. Aber eins ist sicher, ich w�nschte, wir w�ren nicht selbst geflogen. Es w�re vern�nftiger gewesen, erst noch f�r eine Weile zu experimentieren�� vielleicht unter Verwendung Ihres Blitzableiters Trevize.�</p><p>Die Branno seufzte. �Ich wollte ohne Vorwarnung handeln k�nnen, Liono. Trotzdem, das ist der wunde Punkt meiner Planung, mein gro�er Irrtum. Ich h�tte warten sollen, bis der Mentalschild ausreichend widerstandsf�hig ist. Nicht absolut undurchdringlich, aber stark genug. Ich wu�te, da� er in feststellbarem Umfang unzul�nglich ist, aber ich habe es nicht fertiggebracht, l�nger zu warten. Die Schw�chen des Mentalschildes zu beseitigen, h�tte gehei�en, ein Handeln w�re erst nach Ablauf meiner Amtszeit m�glich geworden, und ich wollte unbedingt noch w�hrend der Dauer <emphasis>meiner </emphasis>Regierung die erforderlichen Schritte tun�� und ich wollte <emphasis>pers�nlich </emphasis>dabeisein.</p><p>Also habe ich mir, als w�re ich wirklich so eine N�rrin, schlichtweg eingeredet, der Mentalschild sei ad�quat. Von Vorsicht wollte ich nichts h�ren von Ihren Zweifeln, zum Beispiel.�</p><p>�Wir k�nnen m�glicherweise noch immer die Oberhand gewinnen, wenn wir Geduld bewahren.�</p><p>�F�hlen Sie sich dazu imstande, den Befehl zu geben, auf das andere Schiff zu feuern?�</p><p>�Nein, nicht, B�rgermeisterin. Irgendwie ist schon der Gedanke mir unertr�glich.�</p><p>�Mir geht�s ebenso. Und ich bin sicher, selbst wenn es Ihnen oder mir gel�nge, den Befehl zu erteilen, die Besatzung w�rde ihn nicht befolgen, irgendwie w�re sie dazu nicht in der Lage.�</p><p>�Vielleicht verh�lt es sich unter den gegenw�rtigen Umst�nden so, B�rgermeisterin, aber die Umst�nde k�nnen sich �ndern. Und da erreicht doch tats�chlich ein neuer Mitwirkender den Ort des Geschehens.�</p><p>Er deutete auf den Bildschirm. Der Bordcomputer hatte den Bildschirm automatisch unterteilt, als ein weiteres Raumschiff in seinen Erfassungsbereich gelangte. Das zweite Schiff erschien auf der rechten Seite.</p><p>�K�nnen Sie die Wiedergabe vergr��ern, Liono?�</p><p>�Kein Problem. Der Zweitfoundationist ist sehr geschickt. Wir k�nnen alles tun, was ihm keinen Anla� zur Sorge gibt.�</p><p>�Na, das ist doch die <emphasis>Far Star�, </emphasis>sagte die Branno, ihren Blick auf den Bildschirm geheftet. �Und ich nehme an, an Bord sind Trevize und Pelorat. Es sei denn���� sie sprach merklich verbittert weiter��, �sie sind inzwischen auch durch Leute der Zweiten Foundation ersetzt worden. Mein Blitzableiter hat sich wahrhaftig ausgezeichnet bew�hrt. W�re blo� mein Mentalschild st�rker!�</p><p>�Geduld�, empfahl Kodell.</p><p>Pl�tzlich t�nte eine Stimme durch den Kontrollraum des Schiffs, und irgendwie merkte die Branno, da� diese Stimme sich keiner Schallwellen bediente. Sie empfing sie direkt mit dem Bewu�tsein, und ein rascher Blick in Kodells Miene verriet ihr unmi�verst�ndlich, da� auch er sie wahrnahm.</p><p>�K�nnen Sie mich h�ren, B�rgermeisterin Branno?� fragte die Stimme. �Wenn ja, machen Sie sich nicht die M�he, es auszusprechen. Es gen�gt, wenn Sie es denken.�</p><p>�Was sind Sie?� fragte die Branno gefa�t zur�ck.</p><p>�Ich bin Gaia.�</p></section><section><title><p>86</p></title><p>Die drei Raumschiffe befanden sich jeweils in bezug auf die beiden anderen Schiffe in im wesentlichen unver�nderlicher Position. Alle drei umkreisten langsam den Planeten Gaia, als seien sie ein ferner, drei gesonderte Teile umfassender Satellit des Planeten. Alle drei begleiteten Gaia auf ihrer endlosen Reise um ihre Sonne.</p><p>Trevize sa� ruhig da und beobachtete den Bildschirm, der Mutma�ungen �ber die ihm zugemutete Rolle weidlich �berdr�ssig�� des Spekulierens dar�ber, zu welchem Zweck man ihn �ber tausend Parsek hinweg hergelockt hatte.</p><p>Die Stimme in seinem Bewu�tsein jagte ihm keinen Schrecken ein. Ihm war, als h�tte er nur auf sie gewartet.</p><p>�K�nnen Sie mich h�ren, Golan Trevize?� wollte sie von ihm wissen. �Wenn ja, machen Sie sich nicht die M�he, es auszusprechen. Es gen�gt, wenn Sie es denken.�</p><p>Trevize sah sich um. Pelorat, eindeutig verst�rt, glotzte hierhin und dahin, als versuche er, den Ursprung der Stimme zu ersp�hen. Wonne sa� gelassen an ihrem Platz, die H�nde locker im Scho�. Trevize bezweifelte keine Sekunde lang, da� sie die Stimme genauso empfing.</p><p>Er ignorierte die Aufforderung, in Gedanken zu antworten, und redete sogar mit vors�tzlich �berdeutlicher Aussprache. �Wenn ich nicht erfahre, um was es bei allem hier eigentlich geht, werde ich nichts von dem tun, was man von mir verlangt.�</p><p>�Sie werden es nun erfahren�, erwiderte die Stimme.</p></section><section><title><p>87</p></title><p>�Sie werden mich in Ihrem Bewu�tsein vernehmen�, sagte Sura Novi. �Ihnen allen steht es frei, mir in Gedanken zu antworten. Ich werde gew�hrleisten, da� auch Sie einander sich h�ren k�nnen. Wie Ihnen bekannt ist, ist der Abstand zwischen uns gering genug, so da� bei der normalen Lichtgeschwindigkeit des spatial-mentalen Feldes keine l�stigen Verz�gerungen auftreten werden. Um einen Anfang zu machen�� dies Treffen findet aufgrund eines sorgf�ltigen Arrangements statt.�</p><p>�Auf welche Weise ist es arrangiert worden?� t�nte die Stimme der Branno.</p><p>�Keineswegs durch mentalistische Manipulation�, sagte Sura Novi. �Gaia hat niemandes Geist vergewaltigt. So etwas ist nicht unsere Art. Wir pflegen am liebsten fremden Ehrgeiz f�r unsere Zwecke auszunutzen. B�rgermeisterin Branno wollte nicht l�nger warten und sofort ein Zweites Imperium errichten. Sprecher Gendibal wollte Erster Sprecher werden. Es hat gen�gt, ihr jeweiliges Streben weiter zu stimulieren und mit einigem Urteilsverm�gen selektiv mit der anschlie�enden Entwicklung zu gehen.�</p><p>�Ich wei�, wie man mich hergelockt hat�, sagte Gendibal barsch. Und er wu�te es tats�chlich. Er wu�te, warum er es so darauf abgesehen gehabt hatte, in den Weltraum zu fliegen, so versessen darauf, Trevize zu folgen, so sehr davon �berzeugt, er k�nne mit allem fertig werden. Alles war auf Novi zur�ckzuf�hren. Ach, Novi!</p><p>�Sie waren ein besonderer Fall, Sprecher Gendibal. Ihr Ehrgeiz war ausgepr�gt, aber zus�tzlich war eine Schw�che vorhanden, die uns das Vorgehen erleichtert hat. Wir haben Sie als Person erkannt, die sich jemandem gegen�ber, den sie erziehungsgem�� als in jeder Hinsicht tieferstehend betrachtet, sehr freundlich verh�lt. Das habe ich zu unserem Vorteil und gegen Sie genutzt. Ich/wir bin/sind deswegen von tiefer Scham erf�llt. Unsere Entschuldigung kann nur sein, da� die Zukunft der gesamten Galaxis gef�hrdet ist.�</p><p>Sura Novi schwieg f�r einen Moment, und ihre Stimme (obwohl sie sich nicht ihrer Stimmb�nder bediente) nahm einen d�steren Ausdruck an, ihr Gesicht wirkte kummervoller.</p><p>�Dies war die Zeit, in der es zu handeln galt. Gaia konnte unm�glich l�nger warten. �ber ein Jahrhundert lang hatten die Bewohner Terminus� bereits an einem Mentalschild gearbeitet. Eine Generation sp�ter w�ren sie vielleicht sogar Gaia �berlegen gewesen, so da� sie ihre materiellen Waffen nach Belieben einzusetzen vermocht h�tten. Die restliche Galaxis h�tte ihnen nicht widerstehen k�nnen, und trotz der anderen Ma�gabe des Seldon-Planes w�re nach Terminus� Vorstellungen ein Zweites Galaktisches Imperium etabliert worden�� trotz Trantor, trotz Gaia. B�rgermeisterin Branno mu�te irgendwie dazu verleitet werden, zur Tat zu schreiten, bevor der Mentalschild perfektioniert werden konnte. Dann ist da Trantor. Der Seldon-Plan bew�hrte sich reibungslos, denn Gaia selbst wirkte darauf hin, ihn mit Pr�zision im vorgeschriebenen Gleis zu halten. Und rund ein Jahrhundert lang hatte es nur zur�ckhaltende Erste Sprecher gegeben, so da� Trantor mehr oder weniger lediglich dahinvegetierte. Inzwischen jedoch hatte Stor Gendibals rascher Aufstieg begonnen. Er war der richtige Mann, um Erster Sprecher zu werden, und unter ihm w�rde Trantor wieder eine aktive Rolle spielen. Trantor w�rde Einflu� und Macht auch mit physischen Mitteln auszu�ben anfangen, die Gefahr erkennen, die von Terminus ausging, und dagegen einschreiten. Falls es gelungen w�re, gegen Terminus vorzugehen, bevor der Mentalschild vervollkommnet werden konnte, dann mu�te der Seldon-Plan in sein vorgesehenes Ende m�nden, ein Zweites Galaktisches Imperium, eines nach Trantors Vorstellungen trotz Terminus, trotz Gaia. Infolgedessen mu�te Gendibal irgendwie dazu gebracht werden, zu handeln, ehe man ihn zum Ersten Sprecher ernannte. Weil Gaia jedoch jahrzehntelang darauf hingearbeitet hat, ist es nun gelungen, beide Foundations zur rechten Zeit am richtigen Ort zu einer Zusammenkunft zu bewegen. Ich wiederhole das haupts�chlich mit solcher Deutlichkeit, damit Ratsherr Trevize von Terminus �ber die Situation volle Klarheit erh�lt und sie verstehen kann.�</p><p>Sofort meldete sich Trevize zu Wort und mi�achtete erneut die Empfehlung, sich per Gedanken zu verst�ndigen. Er sprach in entschiedenem Tonfall. �Ich verstehe <emphasis>nichts. </emphasis>Was ist denn falsch an der einen oder der anderen Version eines k�nftigen Zweiten Galaktischen Imperiums?�</p><p>�Ein Zweites Galaktisches Imperium in Terminus� Stil w�re ein militaristisches Imperium�, antwortete Sura Novi/Gaia, �errichtet durch Gewalt, aufrechterhalten durch Gewalt, bis es schlie�lich auch durch Gewalt zugrunde gehen m��te. Es w�re nichts als eine Wiedergeburt des Ersten Galaktischen Imperiums. So lautet Gaias Ansicht. Ein Zweites Galaktisches Imperium im Stil Trantors w�re ein paternalistisches Imperium, errichtet durch Berechnung, regiert mit Berechnung und dank aller Berechnung zu einem Dasein des permanenten Halblebens und Halbsterbens verurteilt. Es k�me einer Sackgasse gleich. So lautet Gaias Ansicht.�</p><p>�Und was hat Gaia als Alternative zu bieten?� erkundigte sich Trevize.</p><p>�Ein gr��eres Gaia. Galaxia! Jeder bewohnte Planet gleicherma�en lebendig wie Gaia. Jeder lebendige Planet kombiniert zu einem h�heren hyperspatialen Leben. Jeder unbewohnte Planet daran beteiligt. Jeder Stern.</p><p>Jeder Schwaden von interstellarem Gas. Jedes St�ubchen interstellarer Materie. Vielleicht sogar unter Einbeziehung des gro�en, zentralen Schwarzen Lochs. Eine lebende Galaxis, die f�r jede Art von Leben in mancherlei Weise vorteilhaft gemacht werden kann, wie man es heute noch gar nicht abzusehen imstande ist. Einen neuen Weg des Lebens, der sich fundamental von allem unterscheidet, was bisher gewesen ist und keine der alten Fehler wiederholt.�</p><p>�Und neue Fehler hervorbringt�, meinte Gendibal sarkastisch.</p><p>�Gaia haben Jahrtausende zur Verf�gung gestanden, um Fehler zu beseitigen.�</p><p>�Aber nicht in galaktischem Ma�stab.�</p><p>Trevize k�mmerte sich nicht um den kurzen Gedankenaustausch und kam zur Sache. �Und welche Rolle spiele ich bei alldem?�</p><p><emphasis>�W�hle!� </emphasis>donnerte Gaias Stimme durch Sura Novis Bewu�tsein. �Welche Alternative soll Wirklichkeit werden?�</p><p>Ausgedehntes Schweigen folgte, und als Trevize antwortete�� diesmal mental, denn zum Sprechen war er zu stark ersch�ttert��, klang seine Stimme schw�chlich, aber nichtsdestoweniger noch immer trotzig. �Warum ich?�</p><p>�Obschon wir bereits erkannt hatten, da� der Zeitpunkt da war�, entgegnete Sura Novi, �an dem entweder Terminus oder Trantor zu m�chtig sein mu�te, als da� man ihm noch Einhalt gebieten k�nnte�� oder noch schlimmer, an dem beide m�glicherweise gleicherma�en m�chtig sein w�rden, so da� es zu einem unheilvollen Patt k�me, das die ganze Galaxis zu verw�sten imstande w�re��, besa�en wir keine M�glichkeit zum Eingreifen. Wir ben�tigten f�r unsere Absichten jemanden�� eine besondere Person�� mit hohem, als Talent herausgebildetem Urteilsverm�gen, einem sicheren Gesp�r f�r das Richtige. Schlie�lich haben wir Sie gefunden, Ratsherr Trevize. Nein, eigentlich k�nnen wir uns dies Verdienst nicht anrechnen. Die Bewohner Trantors haben Sie durch den Mann namens Compor ausfindig gemacht, wenngleich sie sich nicht dar�ber im klaren waren, mit wem sie es zu tun hatten. Der Vorgang des Ausfindigmachens Ihrer Person war es, der unsere Aufmerksamkeit erregt hat. Golan Trevize, Sie zeichnen sich durch die herausragende Begabung aus, mit Gewi�heit feststellen zu k�nnen, welches Handeln das richtige ist.�</p><p>�Das streite ich rundweg ab�, sagte Trevize.</p><p>�Sie empfinden dann und wann in bestimmter Beziehung v�llige <emphasis>Gewi�heit. </emphasis>Und wir m�chten, da� Sie das Kriterium Ihrer Gewi�heit diesmal im Interesse der ganzen Galaxis anlegen. Vielleicht w�nschen Sie eine derartige Verantwortung nicht. Es kann sein, da� Sie alles tun, um der Wahl aus dem Wege zu gehen. Trotzdem werden Sie einsehen m�ssen, da� es richtig und gut ist, eine Wahl zu treffen. Sie werden dar�ber <emphasis>Gewi�heit </emphasis>haben. Und dann werden Sie die Entscheidung f�llen. Sobald wir Sie gefunden hatten, waren wir uns sicher, da� unsere Suche vor�ber war, und wir haben Jahre hindurch Ma�nahmen durchgef�hrt, die es uns erm�glichten, ohne direkte mentalistische Beeinflussung darauf hinzuwirken, da� Sie drei�� B�rgermeisterin Branno, Sprecher Gendibal und Ratsherr Trevize�� sich im Umkreis Gaias zur gleichen Zeit treffen w�rden. Das ist uns nun gelungen.�</p><p>�Entspricht es etwa nicht den Tatsachen�, sagte Trevize, �da� du, Gaia�� wenn ich dich so nennen soll��, unter den gegenw�rtigen Umst�nden sowohl die B�rgermeisterin wie auch den Sprecher hier an Ort und Stelle �berw�ltigen kannst? Ist es etwa nicht wahr, da� du diese lebende Galaxis, von der du sprichst, auch ohne meine Mitwirkung ins Leben rufen kannst? Und wenn es so ist�� nun, warum machst du�s dann nicht einfach?�</p><p>�Ich wei� nicht, ob ich das zu Ihrer Zufriedenheit erkl�ren kann�, erwiderte Sura Novi/Gaia. �Vor Tausenden von Jahren ist Gaia mit der Hilfe von Robotern, die der Menschheit f�r kurze Zeit einmal wirklich dienten, ihr heute jedoch nicht mehr zu Diensten stehen, gegr�ndet worden. Die Roboter haben keinen Zweifel daran gelassen, da� wir ausschlie�lich durch die strikte Anwendung der drei Regeln der Robotik auf das Leben im allgemeinen zu �berdauern imstande sind. In entsprechender Abwandlung lautet die Erste Regel also: �Gaia darf kein Leben sch�digen oder durch Unt�tigkeit zu Schaden kommen lassen.� Im Laufe unserer gesamten Geschichte haben wir uns an diese Regel gehalten, und wir k�nnen nicht anders handeln. Das Resultat ist, da� wir nun hilflos sind. Wir k�nnen unsere Vision der lebenden Galaxis den Quintillionen von Menschen und anderen Lebensformen nicht aufzwingen, weil wir dabei einer gro�en Anzahl Schaden zuf�gen m��ten. Ebensowenig jedoch k�nnen wir unt�tig zusehen, wie die Galaxis sich selber halb zugrunde richtet, wenn es in unserer Macht gestanden h�tte, solche Auseinandersetzungen zu verhindern. Wir wissen nicht, ob unser Handeln oder unser Nichthandeln der Galaxis mehr schaden wird. Und falls wir handeln, wissen wir nicht, ob unsere Unterst�tzung Terminus� oder Trantors der Galaxis gr��eren Schaden bringt. Deshalb soll Ratsherr Trevize die Entscheidung treffen�� und wie diese Entscheidung auch ausfallen mag, Gaia wird sich danach richten.�</p><p>�Wie soll nach Ihren Erwartungen eine solche Entscheidung von mir gef�llt werden?� fragte Trevize nach. �Was habe ich zu tun?�</p><p>�Sie haben Ihren Computer�, antwortete Sura Novi. �Die Bewohner des Terminus� haben, als sie ihn konstruierten, nicht geahnt, da� er viel besser sein w�rde, als sie dachten. Dem Computer an Bord Ihres Raumschiffs ist ein wenig von Gaia zu eigen. Legen Sie Ihre H�nde aufs Terminal und denken Sie. Kraft Ihrer Gedanken k�nnen Sie beispielsweise B�rgermeisterin Brannos Mentalschild in einem Umfang verst�rken, der ihn undurchdringlich macht. Falls Sie sich daf�r entscheiden, wird sie m�glicherweise sofort ihre Waffen anwenden, um die beiden anderen Raumschiffe au�er Gefecht zu setzen oder zu vernichten, und dann ihre Herrschaft auf Gaia und sp�ter Trantor ausdehnen.�</p><p>�Und Sie w�rden nichts dagegen unternehmen?� meinte Trevize erstaunt.</p><p>�Nichts. Wenn Sie die Gewi�heit hegen, da� Terminus Vorherrschaft der Galaxis geringeren Schaden als jede andere Alternative zuf�gen wird, werden wir dieser Vorherrschaft gern unsere Unterst�tzung zukommen lassen�� selbst um den Preis unseres eigenen Untergangs. Andererseits k�nnen Sie mittels Ihres Computers Sprecher Gendibals Mentalfeld orten und �hnlich verst�rken, und in dem Fall d�rfte er sich aus der Pattsituation befreien und meinen mentalistischen Halt absch�tteln. Er k�nnte dann das Bewu�tsein der B�rgermeisterin beeinflussen, unter Einsatz ihrer Raumschiffe Gaia physisch unterwerfen und die kontinuierliche Weiterf�hrung des Seldon-Planes sicherstellen. Auch dagegen w�rde Gaia nichts unternehmen. Oder Sie k�nnen <emphasis>mein </emphasis>mentales Feld orten und sich damit vereinigen�� dann wird die Entwicklung zu einer lebenden Galaxis eingeleitet und unsere Vision zur Erf�llung gelangen, nicht in dieser oder der n�chsten Generation, sondern nach Jahrhunderten entsprechender Arbeit, w�hrend der der Seldon-Plan seine G�ltigkeit behalten soll. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.�</p><p>�Warten Sie�, meldete sich B�rgermeisterin Branno zu Wort. �Entscheiden Sie sich noch nicht. Darf ich sprechen?�</p><p>�Sie k�nnen freim�tig reden�, gab Sura Novi zur Antwort. �Das gleiche gilt f�r Sprecher Gendibal.�</p><p>�Ratsherr Trevize�, sagte die Branno, �als wir uns das letzte Mal auf Terminus gesehen haben, meinten Sie zu mir: �Es k�nnte der Tag kommen, an dem Sie mich um etwas bitten, und dann werde ich mich an diese beiden Tage erinnern und so entscheiden, wie ich�s f�r angebracht halte.� Ich wei� nicht, ob Sie die nunmehr eingetretene Situation vorausgesehen oder sie intuitiv erahnt haben, oder ob Ihre �u�erung ganz einfach auf das zur�ckzuf�hren ist, was diese Frau, die uns hier etwas von einer lebenden Galaxis erz�hlt, Ihr Talent zum Erkennen des Richtigen nennt. Auf jeden Fall, Sie behalten jetzt recht. Ich bitte Sie um etwas, und zwar im Namen der F�deration. Ich vermute, Ihr Gef�hl gibt Ihnen den Wunsch ein, es mir heimzuzahlen, da� ich Sie habe arrestieren und praktisch fortjagen lassen. Ich ersuche Sie jedoch, zu bedenken, da� ich im Sinne des Wohles der gesamten Foundation-F�deration gehandelt habe. Selbst wenn ich falsch vorgegangen sein oder aus hartherzigem Eigeninteresse gehandelt haben sollte, ber�cksichtigen Sie bitte, da� ich es war, der sich so verhalten hat�� nicht die F�deration. Zerst�ren Sie nun nicht die ganze F�deration, nur um mich f�r das b��en zu lassen, was ich allein Ihnen angetan habe. Denken Sie daran, da� Sie ein Foundationist und ein Mensch sind, da� Sie niemals eine Nummer in den Pl�nen der seelenlosen Mathematiker Trantors oder weniger als eine Nummer in einem galaktischen Mischmasch aus Leben und Nichtleben sein m�chten. Sie legen Wert darauf, da� Sie, Ihre Nachkommen und Mitmenschen selbst�ndige Organismen im Besitz eines freien Willens bleiben. Alles andere z�hlt nicht. Andere m�gen Ihnen einreden wollen, unser Imperium m�sse zu Blutvergie�en und Elend f�hren�� aber so mu� es keineswegs zwangsl�ufig kommen. Es liegt innerhalb unserer freien Willensentscheidung, ob es so kommt oder nicht. Wir k�nnen uns f�r eine andere Politik entscheiden. Und in jedem Fall ist es besser, aufgrund einer freien Willensentscheidung einer Niederlage entgegenzugehen, als wie ein Schr�ubchen in einer Maschine in bedeutungsloser Sicherheit zu existieren. Beachten Sie, da� nun von Ihnen verlangt wird, als Mensch mit freiem Willen eine Entscheidung zu treffen. Diese Wesen auf Gaia sind zu einer Entscheidung unf�hig, weil ihr Apparat ihnen keine Entscheidung erlaubt, deshalb sind sie von Ihnen abh�ngig.</p><p>Und falls Sie sich entsprechend entscheiden, werden sie sogar den eigenen Untergang in Kauf nehmen. Ist das eine Art und Weise des Daseins, wie Sie sie sich f�r die ganze Galaxis vorstellen k�nnen?�</p><p>�Ich wei� nicht�, erwiderte Trevize, �ob ich tats�chlich noch Herr meines eigenen Willens bin, B�rgermeisterin. Genauso gut kann mein Geist auf subtile Weise beeinflu�t worden sein, damit ich die Entscheidung treffe, die erw�nscht ist.�</p><p>�Ihre Psyche ist vollkommen unangetastet geblieben�, versicherte Sura Novi. �Wenn wir es �ber uns br�chten, Sie so zu beeinflussen, wie es unseren Zwecken entgegenkommt, w�re diese ganze Zusammenkunft �berfl�ssig gewesen. W�ren wir derart prinzipienlos, h�tten wir verfahren k�nnen, wie es uns gef�llt, ohne auf h�herstehende Bed�rfnisse und das �bergeordnete Wohl der Menschheit insgesamt irgendeine R�cksicht zu nehmen.�</p><p>�Ich glaube�, meldete sich Gendibal, �nun ist es an mir, mich zu �u�ern. Ratsherr Trevize, lassen Sie sich nicht durch engstirnigen Provinzialismus in die Irre f�hren. Die Tatsache, da� Sie auf Terminus geboren sind, sollte Sie nicht zu dem Irrtum verleiten, Terminus k�me vor der Galaxis. Seit mittlerweile schon f�nf Jahrhunderten orientiert sich alles Geschehen in der Galaxis am Seldon-Plan. Diese Entwicklung ist inner- und ebenso au�erhalb der Foundation-F�deration weitergegangen. An erster Stelle und �ber Ihre unbedeutendere Rolle als Foundationist hinaus sind Sie ein Teil des Seldon-Planes. Tun Sie nichts, was den Plan st�ren k�nnte, weder irgend etwas im Namen eines beschr�nkten Patriotismus, noch einer romantischen Sehnsucht nach Neuem und Unerprobtem zuliebe. Die Zweite Foundation wird den freien Willen der Menschen niemals beeintr�chtigen. Wir sind Vork�mpfer, keine Despoten. Und wir haben ein Zweites Galaktisches Imperium zu bieten, das sich vom Ersten Imperium grundlegend unterscheidet. W�hrend der ganzen bekannten menschlichen Geschichte, in keinem Jahrzehnt der rund zwanzigtausend Jahre, seit die Hyperraumfahrt besteht, ist es nicht irgendwo in der Galaxis zu Blutvergie�en und gewaltsamem Sterben gekommen. Entscheiden Sie sich f�r B�rgermeisterin Branno, und dergleichen wird sich in Zukunft endlos fortsetzen. Der f�rchterliche, t�dliche Kreislauf wird weitergehen. Der Seldon-Plan verhei�t endlich die Befreiung davon�� und <emphasis>nicht </emphasis>um den Preis, nichts anderes mehr zu sein als ein Atom in einer Galaxis aus Atomen, heruntergekommen zur Gleichheit mit Gras, Bakterien, Viren und Staub.�</p><p>�Ich stimme mit dem �berein, was Sprecher Gendibal �ber die Erste Foundation sagt�, erkl�rte Sura Novi. �Aber nicht mit dem, was er von seiner Foundation behauptet, der Zweiten Foundation. Die Sprecher Trantors sind selbst�ndige Menschen mit freiem Willen und infolgedessen genauso, wie sie schon immer waren. Sind sie frei von destruktiver Konkurrenz, von Politik, von Karrierismus ohne jede R�cksicht? Gibt es an der Tafel der Sprecher keine Streitigkeiten, nicht sogar Ha� und Abneigung? K�nnen Sie immer Vork�mpfer sein, denen zu folgen man wagen darf? Stellen Sie Sprecher Gendibal diese Fragen bei seiner Ehre.�</p><p>�Es er�brigt sich, meine Ehre zu bem�hen�, sagte Gendibal. �Ich gebe ohne Umschweife zu, da� wir an der Tafel der Sprecher mit Ha�, Konkurrenzdenken und Intrigen zu tun haben. Doch wenn ein Entschlu� einmal gefa�t ist, richten sich alle nach ihm. Diesbez�glich hat es nie eine Ausnahme gegeben.�</p><p>�Und wenn ich nun gar keine Wahl treffe?� fragte Trevize.</p><p>�Sie m�ssen�, entgegnete Sura Novi/Gaia. �Sie werden einsehen, da� es richtig ist, eine Wahl vorzunehmen, und deshalb werden Sie es tun.�</p><p>�Und wenn ich versuche, eine Wahl zu treffen, aber es nicht kann?�</p><p>�Sie m�ssen!�</p><p>�Wieviel Zeit habe ich?� wollte Trevize wissen.</p><p>�Sie haben Zeit�, erwiderte Sura Novi, �bis Sie die erforderliche <emphasis>Gewi�heit </emphasis>empfinden, wie lange es bis dahin auch dauern mag.�</p><p>Trevize sa� stumm da.</p><p>Obwohl auch die anderen Schweigen bewahrten, schien es Trevize, als k�nne er sie durch das Pochen seines Blutes noch immer h�ren.</p><p>�Freier Wille!� h�rte er B�rgermeisterin Brannos feste Stimme proklamieren.</p><p>�Richtungsweisung und Frieden�, verhie� Sprecher Gendibals Stimme mit gebieterischer Entschiedenheit.</p><p>�Leben�, sagte Sura Novis/Gaias Stimme versonnen.</p><p>Trevize drehte sich um und sah, da� Janov Pelorat ihn eindringlich musterte. �Janov�, fragte er, �haben Sie das alles mitbekommen?�</p><p>�Ja, habe ich, Golan.�</p><p>�Und was meinen Sie?�</p><p>�Die Entscheidung liegt nicht bei mir.�</p><p>�Das wei� ich. Aber wie ist Ihre Meinung?�</p><p>�Keine Ahnung. Alle drei Alternativen bereiten mir geh�riges Unbehagen. Und doch, mir kommt ein sonderbarer Gedanke��</p><p>�Ja?�</p><p>�Als wir ins All gestartet sind, haben Sie mir die Galaxis gezeigt. Erinnern Sie sich?�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>�Sie haben mit dem Computer eine Beschleunigung des Zeitablaufs simuliert, so da� man die Galaxis rotieren sehen konnte. Und da habe ich gesagt, ganz als h�tte ich diesen Moment vorausgeahnt: �Die Galaxis sieht wie ein Lebewesen aus, das durch den Weltraum kriecht.� Halten Sie es f�r denkbar, da� dieses Wesen in gewisser Weise bereits zum Leben erwacht sein k�nnte?�</p><empty-line/></section><section><empty-line/><p><image l:href="#9"/></p><empty-line/></section><section><empty-line/><p>Und als sich Trevize an den beschriebenen Augenblick erinnerte, empfand er pl�tzlich die erforderliche <emphasis>Gewi�heit. </emphasis>�berst�rzt wandte er sich ab, um sich erst gar keine Zeit zum Nachdenken zu geben, so da� keine Zweifel aufkommen konnten, keine Unsicherheit ihn nachtr�glich befiel.</p><p>Er legte seine H�nde aufs Terminal des Computers und richtete seine Gedanken mit einer Intensit�t, wie er sie nie zuvor gekannt hatte, nach drau�en.</p><p>Er hatte seine Entscheidung gef�llt�� die Entscheidung, von der das Schicksal der Galaxis abhing.</p></section></section><section><title><p>Zwanzigstes Kapitel</p><p>Schlu�</p></title><section><title><p>88</p></title><p>B�rgermeisterin Harla Branno besa� allen Grund zur Zufriedenheit. Der Staatsbesuch hatte wenig Zeit beansprucht, aber war durch und durch produktiv verlaufen.</p><p>�Wir k�nnen ihnen nat�rlich nicht uneingeschr�nkt vertrauen�, sagte sie, wie um wohl�berlegt jeder Hybris vorzubeugen. Sie beobachtete den Bildschirm. Die Raumschiffe der Flotte verschwanden eines nach dem anderen in den Hyperraum und kehrten zu ihren normalen Stationierungsorten zur�ck.</p><p>Es stand au�er Frage, da� ihre Anwesenheit Sayshell beeindruckt hatte, aber trotzdem konnten den Sayshellern zwei Dinge keinesfalls entgangen sein: erstens, da� die Raumschiffe jederzeit im Hoheitsgebiet der Foundation verblieben waren; zweitens, da� sie, sobald die Branno ihren Abflug angek�ndigt hatte, tats�chlich ohne Umst�nde abflogen.</p><p>Andererseits w�rde Sayshell nicht vergessen, da� diese Schiffe innerhalb eines Tages�� oder noch schneller�� an die Grenzen der Sayshell-Union zur�ckbeordert werden konnten. Das Man�ver hatte sowohl eine Demonstration der Macht wie auch eine Demonstration der Gutwilligkeit miteinander kombiniert.</p><p>�Ganz richtig�, sagte Kodell. �Wir d�rfen ihnen nicht uneingeschr�nkt trauen, aber schlie�lich kann man niemandem in der Galaxis uneingeschr�nkt vertrauen, und es liegt ja in Sayshells eigenem Interesse, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten. Wir sind gro�z�gig gewesen.�</p><p>�Viel wird von der Ausarbeitung der Details abh�ngen�, meinte die Branno, �und ich sehe voraus, da� sie monatelang dauern wird. Allgemeine Umrisse kann man innerhalb weniger Augenblicke akzeptieren, aber dann kommen die Feinheiten: wie die Durchf�hrung der Quarant�ne von Import und Export geregelt wird, wie wir den Wert ihres Korns und Viehs im Vergleich zu unserem festlegen, und so weiter.�</p><p>�Ich wei�, aber auch das wird irgendwann abgewickelt worden sein, und das Verdienst wird man Ihnen beimessen, B�rgermeisterin. Ihr Vorgehen war ziemlich k�hn, und au�erdem, das gebe ich zu, habe ich seine Klugheit angezweifelt.�</p><p>�Kommen Sie, Liono! Es hing nur davon ab, da� die Foundation dem Stolz der Saysheller gen�gend Beachtung schenkt. Schlie�lich haben sie seit den Zeiten des Imperiums immer eine gewisse Unabh�ngigkeit bewahrt. Und das ist eigentlich auch bewunderungsw�rdig.�</p><p>�Ja, das k�nnen wir uns nun leisten, da sie uns nicht mehr l�stig zu sein braucht.�</p><p>�Genau, und dazu war es blo� n�tig, da� wir von unserem Stolz einige geringf�gige Abstriche und aus R�cksicht auf ihren Stolz irgendeine Geste machen. Ich gestehe, als B�rgermeisterin einer F�deration, die letztendlich eine Ausdehnung auf die ganze Galaxis anstrebt, ist es mir schwergefallen, einer eher provinziellen Sternengruppe einen Staatsbesuch abzustatten, aber sobald ich mich zu dem Entschlu� erst einmal durchgerungen hatte, habe ich ihn nicht mehr als so schmerzhaft empfunden. Und denen hat es geschmeichelt. Wir mu�ten uns eben darauf verlassen, da� sie mit dem Besuch einverstanden sind, nachdem unsere Raumschiffe bereits an ihren Grenzen aufgetaucht waren, aber das verlangte nat�rlich von uns, da� wir bescheiden auftreten und �bers ganze Gesicht l�cheln.�</p><p>Kodell nickte. �Wir haben auf die Attribute der Macht verzichtet, um sie im wesentlichen weiterhin behalten zu k�nnen.�</p><p>�Genau.�� Von wem stammt das Zitat?�</p><p>�Ich glaube, es ist erstmalig in einem von Eridens St�cken vorgekommen, aber sicher bin ich nicht. Sobald wir daheim sind, k�nnen wir eines unserer literarischen Glanzlichter fragen.�</p><p>�Falls ich daran denke. Wir sollten den sayshellischen Gegenbesuch auf Terminus so fr�h wie m�glich anberaumen, und wir m�ssen gew�hrleisten, da� die G�ste wie vollkommen gleichgestellte Partner behandelt werden. Und ich f�rchte, Liono, wir m�ssen f�r sie strikte Sicherheitsvorkehrungen treffen. Unter unseren Hitzk�pfen d�rfte es zwangsl�ufig einige Aufregung geben, und es w�re nachteilig, unsere Besucher einer Dem�tigung�� und wenn noch so unbedeutend�� durch irgendwelche Protestbekundungen auszusetzen.�</p><p>�Absolut richtig�, pflichtete Kodell bei. �Es war �brigens ein wirklich raffinierter Trick, Trevize loszuschicken.�</p><p>�Meinen Blitzableiter? Er hat sich viel besser bew�hrt, als ich es erwartet habe. Er mu�te ganz einfach auf Sayshell �rger veranstalten, und er hat ihren Blitz in Form von Protesten schneller auf sich gezogen, als ich es f�r m�glich gehalten h�tte. Raum und Zeit! Was f�r einen hervorragenden Vorwand f�r meinen Besuch das abgegeben hat�� Sorge um das Betragen eines B�rgers der Foundation, Dankbarkeit f�r die Umsicht der Saysheller.�</p><p>�Echt gerissen! Aber meinen Sie nicht, es w�re besser gewesen, Trevize wieder mit nach Hause zu nehmen?�</p><p>�Nein. Im gro�en und ganzen ist er mir �berall lieber als daheim. Auf Terminus w�re er ein Unruhefaktor. Sein Unsinn bez�glich der Zweiten Foundation hat mir zwar einen gl�nzenden Grund geliefert, um ihn wegschicken zu k�nnen, und nat�rlich konnten wir uns darauf verlassen, da� Pelorat ihn nach Sayshell lotst, aber ich m�chte nicht, da� er in Zukunft nochmals auf Terminus solchen Bl�dsinn verbreitet. Man wei� nie, wohin so was f�hren kann.�</p><p>Kodell lachte ged�mpft. �Ich bezweifle, ob sich irgendein leichtgl�ubigerer Mensch finden l��t als so ein intellektueller Akademiker. Ich w��te gerne, wieviel erst Pelorat f�r bare M�nze genommen h�tte, w�re er von uns zu solchem Quatsch angestiftet worden.�</p><p>�An die tats�chliche Existenz des sayshellischen Gaia-Mythos zu glauben, das war ja wohl kra� genug�� aber lassen wir das. Wenn wir zur�ck sind, m�ssen wir dem Rat den Vertrag mit der Sayshell-Union schmackhaft machen, weil wir f�r die Ratifizierung seine Zustimmung brauchen. Zum Gl�ck liegt uns Trevizes Erkl�rung vor�� samt Stimmprofil und allem��, da� er Terminus freiwillig verlassen habe. Ich werde mich vor dem Rat f�r Trevizes zeitweilige Inhaftierung entschuldigen, das wird den Rat beruhigen.�</p><p>�Ich kann mir gut vorstellen, wie Sie auf die Tr�nendr�sen dr�cken, B�rgermeisterin�, sagte Kodell humorlos. �Aber haben Sie schon einmal daran gedacht, da� Trevize seine Suche nach der Zweiten Foundation fortsetzen k�nnte?�</p><p>�Soll er von mir aus�, entgegnete die Branno mit einem Achselzucken, �solang er�s nicht auf Terminus macht. Es wird ihn besch�ftigen und zu nichts f�hren. Die fortw�hrende Existenz der Zweiten Foundation ist in diesem Jahrhundert unser Mythos, so wie auf Sayshell der Gaia-Mythos.� Sie lehnte sich zur�ck, erweckte einen rundum jovialen Eindruck. �Und wir haben nun Sayshell im Griff�� und bis Sayshell es merkt, wird�s zu sp�t sein, um sich wieder herauszuwinden. Und so wird die Foundation immer weiter und weiter wachsen, reibungslos und ohne Unterbrechung.�</p><p>�Und das Verdienst wird g�nzlich Ihnen geh�ren, B�rgermeisterin.�</p><p>�Diese Tatsache ist meiner Aufmerksamkeit keineswegs entgangen�, sagte die Branno, und ihr Raumschiff verschwand in den Hyperraum, um gleich darauf im Weltraum in Terminus Nachbarschaft wieder zum Vorschein zu kommen.</p></section><section><title><p>89</p></title><p>Sprecher Stor Gendibal hatte allen Grund zur Zufriedenheit. Die Begegnung mit der Ersten Foundation hatte wenig Zeit in Anspruch genommen und war trotzdem vollauf erfolgreich verlaufen.</p><p>Er hatte eine Botschaft sorgsam gem��igten Triumphs nach Trantor �bermittelt. Vorerst war es nur erforderlich gewesen, dem Ersten Sprecher mitzuteilen, da� alles gut ausgegangen war. Einzelheiten konnten sp�ter abgehandelt werden. Dann w�rde er in allen Einzelheiten schildern, wie eine sorgf�ltige�� und ganz minimale�� Beeinflussung von B�rgermeisterin Brannos Bewu�tsein ihre Gedanken von imperialistischer Gro�tuerei abgelenkt und auf die Zweckm��igkeit kommerziellen Handels gerichtet hatte; wie er durch eine gezielte Fernbeeinflussung das Oberhaupt der Sayshell-Union dazu bewogen hatte, die B�rgermeisterin zu einem Staatsbesuch einzuladen, und wie daraufhin ohne jede weitere mentalistische Einflu�nahme eine fruchtbare Ann�herung zustande gekommen war, nicht zu vergessen, da� Compor auf dem Schiff der B�rgermeisterin nach Terminus zur�ckkehrte, um daf�r zu sorgen, da� man alle Vereinbarungen einhielt. Das alles, stellte Gendibal mit Gelassenheit bei sich fest, war nahezu ein Musterbeispiel f�r durch pr�zis eingesetzte Minimalmentalistik herbeigef�hrte, gro�e Resultate.</p><p>Sobald er anl��lich einer ordnungsm��igen Zusammenkunft der Tafel der Sprecher alle Details offenlegte, hatte er�� da war er sicher�� Sprecherin Delarmi an die Wand gespielt und durfte mit seinem baldigen Aufstieg zum Ersten Sprecher rechnen. Und bis dahin sollte nur noch kurze Zeit vergehen, denn er flog mit Compors Raumschiff zur�ck nach Trantor, dessen technische Besonderheiten die Einsicht der Zweiten Foundation in die physikalischen Wissenschaften verbessern w�rden.</p><p>Und er leugnete keineswegs die Wichtigkeit von Sura Novis Anwesenheit, obwohl er keine Veranlassung sah, diesen Umstand vor den anderen Sprechern sonderlich zu betonen. Sie hatte nicht nur wesentlich zu seinem Sieg beigetragen, sondern sie lieferte ihm nun auch die Entschuldigung, die er brauchte, um seinem kindlichen Bed�rfnis nachzugeben (aber auch menschlichen Bed�rfnis, denn auch Sprecher der Zweiten Foundation sind nur Menschen) und in ihrer gewisserma�en garantierten Bewunderung zu schwelgen.</p><p>Sie verstand nicht alles, was sich ereignet hatte, das war ihm klar, aber sie wu�te, da� er alles nach seinem Gefallen geregelt hatte, und infolgedessen platzte sie nahezu vor Stolz. Er streichelte z�rtlich das glatte Profil ihrer Psyche und empfand die angenehme W�rme ihres Stolzes.</p><p>�Ohne dich h�tte ich es nicht geschafft, Novi�, sagte er. �Dank dir habe ich feststellen k�nnen, da� die Erste Foundation�, ich meine die Leute in dem gro�en Raumschiff��</p><p>�Ja, Meister, ich wei�, wen du meinst.�</p><p>�Dank dir konnte ich also feststellen, da� sie einen Mentalschild sowie schwache mentalistische Kr�fte zu ihrer Verf�gung hatten. Anhand des Effekts auf <emphasis>deinen </emphasis>Geist habe ich von beidem die Charakteristika ermitteln k�nnen. Deshalb konnte ich herausfinden, wie sich der Mentalschild am wirksamsten durchdringen und ihre l�cherliche Mentalistik am besten neutralisieren lie�.�</p><p>�Ich habe keine genaue Ahnung, Meister, was das ist, wovon du da sprichst�, sagte Sura Novi zaghaft, �aber ich h�tte noch mehr getan, um dir zu helfen, w�r�s mir m�glich gewesen.�</p><p>�Das wei� ich, Novi. Aber was du getan hast, hat gen�gt. Erstaunlich, wie gef�hrlich diese Leute h�tten werden k�nnen. Aber zum Gl�ck haben wir noch rechtzeitig eingegriffen, bevor der Mentalschild und ihre Mentalistik in ihrer Entwicklung weiter fortschreiten konnten, und daher ist es uns gelungen, diese Dinge zu unterbinden. Die B�rgermeisterin kehrt nun heim, Mentalschild und Mentalistik vergessen, zufrieden damit, da� sie es geschafft hat, mit Sayshell Handelsbeziehungen einzuleiten, die die Union praktisch zu einem Bestandteil der Foundation-F�deration machen. Ich will nicht abstreiten, da� m�glicherweise noch mehr geleistet werden mu�, um in Erfahrung zu bringen, wie weit die Arbeiten an Mentalschild und Mentalistik gediehen sind, sie dann gegebenenfalls auszumerzen�� da mu� etwas gelaufen sein, das wir v�llig �bersehen haben��, aber es wird getan werden, was erforderlich ist.�</p><p>Er dachte eine Zeitlang �ber diese Angelegenheiten nach und sprach schlie�lich mit ged�mpfterer Stimme weiter. �Wir sind in bezug auf die Erste Foundation immer viel zusehr von selbstverst�ndlichen Annahmen ausgegangen. Wir m�ssen sie k�nftig viel aufmerksamer �berwachen. Irgendwie m�ssen wir die Galaxis enger zusammenschlie�en. Die Mentalistik kann uns dazu dienen, eine engere Kooperation des Geistes herzustellen. So etwas w�re im Rahmen des Seldon-Planes nur g�nstig. Das ist meine �berzeugung, und ich werde mich daf�r einsetzen.�</p><p>�Meister?� meinte Sura Novi betroffen.</p><p>Pl�tzlich l�chelte Gendibal. �Entschuldige, ich rede mit mir selbst. Novi, erinnerst du dich an Rufirant?�</p><p>�Den stiernackigen Farmer, der dich angep�belt hat? Das will ich meinen.�</p><p>�Ich bin davon �berzeugt, da� Agenten der Ersten Foundation, wahrscheinlich mit individuellen Mentalabschirmungen ausgestattet, ihn dazu angestiftet haben, und vermutlich sind sie auch f�r andere Anomalien verantwortlich, die von uns beobachtet worden sind. Man stelle sich vor, wir sind derartigen Vorg�ngen gegen�ber v�llig blind gewesen! Aber schlie�lich w�re ich selbst durch diesen Mythos um diese r�tselhafte Welt, diesen sayshellischen Aberglauben namens Gaia, fast dazu verleitet worden, die reale Gefahr der Ersten Foundation zu untersch�tzen. Auch in dieser Beziehung kam deine Psyche mir als die richtige Hilfe sehr gelegen. Sie hat mir geholfen, eindeutig zu kl�ren, da� das Raumschiff die Quelle des Mentalfeldes war, nichts anderes.�</p><p>Er rieb sich die H�nde.</p><p>�Meister?� sprach Sura Novi ihn sch�chtern an.</p><p>�Ja, Novi?�</p><p>�Wirst du f�r das, was du getan hast, belohnt werden?�</p><p>�Ja, das wird der Fall sein. Shandess wird seinen R�cktritt erkl�ren, und ich werde zum Ersten Sprecher aufsteigen. Dann ist meine Chance da, uns zu einem aktiven Faktor in einer Umw�lzung der gesamten Galaxis zu machen.�</p><p>�Zum Ersten Sprecher?�</p><p>�Ja, Novi. Ich werde der wichtigste und m�chtigste Forscher von allen sein.�</p><p>�Der wichtigste von all den Forschern?� Sie wirkte bek�mmert.</p><p>�Warum machst du so ein Gesicht, Novi? M�chtest du nicht, da� ich f�r meine Leistungen belohnt werde?�</p><p>�Doch, Meister, doch, ganz bestimmt. Aber wenn du erst der wichtigste aller Forscher bist, dann magst du sicher keine Hamerin mehr in deiner N�he haben. So was w�rde ja nicht zu dir passen.�</p><p>�So, nicht? Und wer sollte es mir verbieten?� Er versp�rte eine Aufwallung von Zuneigung. �Novi, du bleibst bei mir, wohin ich auch gehe oder was ich gerade treibe, was ich auch werde. Glaubst du, ich wollte es riskieren, mich mit einigen der W�lfe, die wir manchmal an der Tafel der Sprecher sitzen haben, ernsthaft anzulegen, ohne anhand deiner Psyche�� deines unschuldigen, absolut unkomplizierten Gem�ts�� jederzeit ersehen zu k�nnen, wie ihre Gef�hle beschaffen sind? Au�erdem���� er wirkte, als empf�nde er aufgrund einer unvermuteten Erkenntnis pl�tzlich Verbl�ffung�� �ganz davon abgesehen, ich� ich habe dich gern bei mir, und wenn es nach mir geht, sollst du immer bei mir bleiben. Das hei�t, falls du es auch m�chtest.�</p><p>�Ach, Meister�, fl�sterte Sura Novi und lie�, als Gendibal einen Arm um ihre Taille schlang, ihren Kopf an seine Schulter sinken.</p><p>Tief in ihrem Innern, wo Sura Novis verstandesm��ige Oberfl�che dessen kaum bewu�t werden konnte, ruhte das Wesen Gaias und lenkte die Ereignisse, aber die undurchschaubare Maske war es, die die Fortf�hrung der gro�en Aufgabe erm�glichte.</p><p>Und diese Maske�� eine Maske, die einer Hamerin geh�rte�� war mit dem Lauf der Ereignisse vollkommen zufrieden und gl�cklich. Sie war sogar so gl�cklich, da� Sura Novi sich f�r den Abstand von ihr selbst/ihnen/allen nahezu entsch�digt f�hlte und sich darin f�gte, auf unbestimmbare k�nftige Dauer das zu sein, was sie zu sein schien.</p></section><section><title><p>90</p></title><p>�Wie froh ich bin�, sagte Pelorat mit vors�tzlich gebremstem Enthusiasmus, w�hrend er sich die H�nde rieb, �wieder auf Gaia zu sein.�</p><p>�Hmmm�, machte Trevize zerstreut.</p><p>�Wissen Sie, was Wonne mir verraten hat? Die B�rgermeisterin kehrt mit einem Handelsabkommen mit Sayshell in der Tasche nach Terminus zur�ck. Der Sprecher der Zweiten Foundation kehrt mit der Einbildung nach Trantor zur�ck, er habe es arrangiert�� und diese Frau, Sura Novi, geht mit ihm, um daf�r zu sorgen, da� die �nderungen, deren fernes Ziel Galaxia ist, auch wirklich in die Wege geleitet werden. Und keine Foundation wei� noch, da� Gaia tats�chlich existiert. Der Ausgang der ganzen Sache ist au�erordentlich erstaunlich.�</p><p>�Ich wei�, mir ist das alles auch mitgeteilt worden�, entgegnete Trevize. �Aber <emphasis>wir </emphasis>wissen dar�ber Bescheid, da� es Gaia wirklich gibt, und wir k�nnen�s weitererz�hlen.�</p><p>�Wonne sieht das anders. Sie meint, niemand w�rde uns glauben, und das sei uns auch klar. Au�erdem, ich zum Beispiel habe nicht die Absicht, Gaia je wieder zu verlassen.�</p><p>Trevize schrak aus seiner Nachdenklichkeit und hob den Kopf. �Was?� meinte er.</p><p>�Ich bleibe hier. Wissen Sie, ich kann�s selber noch nicht recht fassen. Noch vor Wochen habe ich ein einsames Dasein auf Terminus gefristet, das gleiche Leben, das ich davor schon jahrzehntelang gef�hrt hatte, v�llig aufgegangen in meinen Aufzeichnungen und �berlegungen, und nie w�re mir nur im Traum eingefallen, da� ich noch immer in Aufzeichnungen und Gedanken versunken sein w�rde, wenn der Tod zu mir k�me, ganz egal, wann das w�re� ich habe selbstgen�gsam dahinvegetiert. Und dann bin ich pl�tzlich und unerwartet zu einem Reisenden durch die Galaxis geworden, bin in eine Krise galaktischen Ma�stabs verwickelt worden, und ich� Golan, lachen Sie nicht! Ich habe Wonne gefunden.�</p><p>�Ich lache nicht, Janov�, sagte Trevize. �Aber wissen Sie auch, was Sie tun?�</p><p>�O ja. Diese Geschichte mit der Erde ist mir nicht l�nger wichtig. Die Tatsache, da� sie die einzige Welt mit stark differenzierter �kologie und intelligentem Leben war, ist f�r meine Begriffe hinreichend erkl�rt. Die Ewigen, wissen Sie.�</p><p>�Ja, ich hab�s mitgekriegt. Sie wollen also auf Gaia bleiben?�</p><p>�Jawohl. Die Erde geh�rt zur Vergangenheit, und die Vergangenheit steht mir jetzt derma�en im Hals, da� ich damit gurgeln kann. Gaia ist die Zukunft.�</p><p>�Sie sind kein Teil Gaias, Janov. Oder glauben Sie, ein Teil davon werden zu k�nnen?�</p><p>�Wonne sagt, ich k�nne in gewissem Umfang durchaus an Gaia teilhaben�� wenn schon nicht biologisch, dann doch wenigstens intellektuell. Sie wird mir nat�rlich helfen.�</p><p>�Aber <emphasis>sie </emphasis>ist ein Teil Gaias, und wie sollen Sie unter solchen Umst�nden mit ihr ein gemeinsames Leben f�hren k�nnen, gemeinsame Standpunkte, gemeinsame Interessen haben?�</p><p>Sie standen im Freien, und Trevize betrachtete versonnen die stille, fruchtbare Insel ringsum, das Meer, das sich dahinter erstreckte, und am Horizont, durch die Entfernung nur dunkel erkennbar, eine andere Insel�� alles friedlich, zivilisiert, lebendig, alles ein einziges Ganzes.</p><p>�Janov�, sagte er, �sie ist eine Welt, Sie sind nur ein winziges Individuum. Wenn Sie Ihrer nun �berdr�ssig wird? Sie ist jung��</p><p>�Dar�ber habe ich schon nachgedacht, Golan. Tagelang habe ich �ber nichts anderes nachgedacht. Ich erwarte, da� sie mich eines Tages satt haben wird. Ich bin kein romantischer Idiot. Aber was sie mir bis dahin gibt, was es auch sein mag, das soll mir gen�gen. Sie hat mir schon jetzt genug gegeben. Von ihr habe ich mehr erhalten, als es nach meinen fr�heren Vorstellungen im Leben �berhaupt zu erhalten gab. Selbst wenn ich sie von diesem Moment an nicht wieder sehen d�rfte, w�rde ich mich f�hlen wie der galaktische Hauptgewinner.�</p><p>�Ich kann�s nicht begreifen�, sagte Trevize leise. �Ich halte Sie <emphasis>wahrhaftig </emphasis>f�r einen romantischen Idioten, und trotzdem, ich m�chte Sie gar nicht anders haben. Einen Gro�teil unseres Lebens haben wir uns nicht gekannt, Janov, aber wir waren nun wochenlang in praktisch jedem Moment zusammen, und�� verzeihen Sie, wenn�s albern klingen sollte�� ich mag Sie wirklich sehr gut leiden.�</p><p>�Ich Sie auch, Golan�, antwortete Pelorat.</p><p>�Und ich m�chte nicht, da� Sie ungl�cklich werden. Ich mu� mit Wonne sprechen.�</p><p>�Nein, nein, bitte nicht. Sie w�rden ihr nur Belehrungen vorposaunen.�</p><p>�Ich habe nicht die Absicht, ihr Belehrungen zu erteilen. Was ich mit ihr besprechen m�chte, dreht sich nicht ausschlie�lich um Sie, aber ich mu� unter vier Augen mit ihr reden. Bitte, Janov, ich m�chte es nicht hinter Ihrem R�cken tun, also geben Sie Ihre Einwilligung, lassen Sie mich mit ihr sprechen und ein paar Dinge kl�ren. Falls ich mit dem Verlauf der Unterredung zufrieden bin, werde ich Ihnen meine herzlichsten Gl�ckw�nsche aussprechen und Ihnen meinen Segen geben�� und ich werde Sie von da an in Ruhe lassen, was auch geschehen mag.�</p><p>Pelorat sch�ttelte den Kopf. �Sie werden alles verderben.�</p><p>�Ich verspreche Ihnen, ich werde nichts verderben. Ich <emphasis>bitte </emphasis>Sie eindringlich��</p><p>�Na sch�n� Aber seien Sie vorsichtig, mein Bester, ja?�</p><p>�Darauf gebe ich Ihnen mein feierliches Ehrenwort.�</p></section><section><title><p>91</p></title><p>�Pel sagt�, begann Wonne, �Sie m�chten mich sprechen.�</p><p>�Ja�, best�tigte Trevize.</p><p>Anmutig setzte sie sich hin, schlug die Beine �bereinander und schaute mit scharfsinnigem Blick zu ihm auf, ein Leuchten in den sch�nen braunen Augen, und ihr langes, dunkles Haar schimmerte.</p><p>�Sie m�gen mich nicht, stimmt�s?� meinte sie. �Sie haben mich von Anfang an nicht ausstehen k�nnen.�</p><p>Trevize blieb stehen. �Sie wissen sehr gut �ber anderer Leute Gehirne Bescheid, und das, was darin vorgeht. Sie wissen, was ich von Ihnen denke, und Sie wissen auch, warum.�</p><p>Langsam sch�ttelte Wonne den Kopf. �Ihr Bewu�tsein ist f�r Gaia unantastbar. Das m��te Ihnen klar sein. Ihre Entscheidung war notwendig, und es mu�te die Entscheidung eines unbeeinflu�ten, unangetasteten Verstandes sein. Als wir Ihr Raumschiff aufgebracht haben, sind Sie und Pelorat von mir einer beruhigenden Einflu�nahme unterworfen worden, aber das war unumg�nglich. Panik oder Wut h�tten Sie beeintr�chtigt und vielleicht f�r eine Zeitspanne von kritischer Dauer unbrauchbar gemacht. Und dabei ist es geblieben. Dar�ber hinaus h�tte ich nie gehen d�rfen, und ich habe es nicht getan�� folglich wei� ich nicht, was Sie denken.�</p><p>�Die Entscheidung, die man von mir verlangt hat, ist nun gef�llt�, sagte Trevize. �Ich habe mich zugunsten Gaias und Galaxias entschieden. Was also soll all dies Gerede von einem unbeeinflu�ten, unangetasteten Verstand? Sie haben nun erreicht, was Sie von mir wollten, und Sie k�nnen mit mir machen, was Ihnen pa�t.�</p><p>�Keineswegs, Trev. Es ist m�glich, da� in der Zukunft weitere Entscheidungen von derartiger Bedeutung zu treffen sind. Sie bleiben, was Sie sind, und solange Sie leben, sind Sie ein einzigartiges nat�rliches Hilfsmittel der Galaxis. Zweifellos gibt es in der Galaxis weitere Personen wie Sie, und andere wie Sie werden in der Zukunft vorhanden sein, aber vorerst haben wir Sie�� und nur Sie. Wir d�rfen Ihren Geist nicht antasten.�</p><p>Trevize �berlegte. �Sie sind Gaia, aber ich m�chte nicht mit Gaia sprechen. Ich w�nsche mit Ihnen als Individuum zu reden, falls dieser Begriff f�r Sie �berhaupt irgendeine Bedeutung besitzt.�</p><p>�Er hat durchaus seine Bedeutung. Es verh�lt sich keineswegs so, da� wir in einem gemeinsamen geistigen Pol existieren w�rden. Ich kann Gaia f�r einige Zeit ausschlie�en.�</p><p>�Ja�, sagte Trevize, �ich glaube Ihnen, da� Sie das k�nnen. Haben Sie�s jetzt getan?�</p><p>�Ich habe es soeben getan.�</p><p>�Dann lassen Sie mich zun�chst einmal feststellen, da� Sie ein listiges Spielchen getrieben haben. Vielleicht sind Sie schlau genug gewesen, nicht in meinen Geist einzudringen, um meine Entscheidung nicht zu beeinflussen, aber Sie haben Janovs Psyche dahingehend beeinflu�t, nicht wahr?�</p><p>�Das ist Ihre Ansicht?�</p><p>�Dieser Meinung bin ich. Genau im richtigen Augenblick hat Pelorat mich an seine Vision von der Galaxis als lebendem Etwas erinnert, und damit hat er mich dazu bewogen, meine Entscheidung so zu f�llen, wie sie gefallen ist. Der Gedanke ist seiner gewesen, kann sein, aber Sie waren�s, der in ihm die Erinnerung daran ausgel�st hat, oder nicht?�</p><p>�Der Gedanke war in seinem Bewu�tsein, aber zusammen mit zahlreichen anderen Gedanken�, sagte Wonne. �Ich habe seiner Erinnerung an das Bild einer lebenden Galaxis den Weg an die Oberfl�che seines Denkens gebahnt, anderen Erinnerungen dagegen nicht. Daher ist sie ihm leicht zu Bewu�tsein gekommen und in Worte gefa�t worden. Beachten Sie, ich habe ihm den Gedanken nicht eingefl�stert. Er war bereits als eigene Erinnerung vorhanden.�</p><p>�Nichtsdestoweniger lief Ihr Vorgehen auf eine indirekte Einschr�nkung der Unabh�ngigkeit meiner Entscheidung hinaus, oder etwa nicht?�</p><p>�Gaia hat es als notwendig erachtet.�</p><p>�So? Naja, vielleicht f�hlen Sie sich wohler�� oder es stellt Ihre Noblesse wieder her��, wenn ich Ihnen verrate, da� ich, obwohl Janovs Bemerkung mich dazu veranla�t hat, die Entscheidung schon in dem Augenblick zu treffen, dieselbe Entscheidung sowieso getroffen h�tte, selbst wenn von ihm nichts ge�u�ert oder versucht worden w�re, mir eine andere Entscheidung einzureden. Ich m�chte, da� Sie das wissen.�</p><p>�Das zu h�ren, ist mir eine Erleichterung�, sagte Wonne unterk�hlt. �War es das, was Sie mir sagen wollten, als Sie um dies Gespr�ch gebeten haben?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Was haben Sie au�erdem auf dem Herzen?�</p><p>Trevize schob einen Sessel n�her, bis er dicht vor Wonne stand, setzte sich dann hinein�� ihre Knie ber�hrten sich fast�� und beugte sich vor.</p><p>�W�hrend unseres Anflugs in Richtung Gaia befanden Sie sich in der Raumstation. Sie waren es, der unser Raumschiff aufgebracht hat, und Sie sind seitdem die ganze Zeit hindurch bei uns geblieben�� au�er anl��lich des Essens mit Dom, an dem Sie nicht teilgenommen haben. Vor allem jedoch waren Sie mit uns an Bord der <emphasis>Far Star, </emphasis>als ich die Entscheidung getroffen habe. Immer Sie.�</p><p>�Ich bin Gaia.�</p><p>�Das ist keine Erkl�rung. Ein Kaninchen ist Gaia. Ein Kieselstein ist Gaia. Alles auf diesem Planeten ist Gaia, aber nicht alles ist gleicherma�en Gaia. Einige Bestandteile Gaias sind gleicher als andere. Warum Sie?�</p><p>�Was ist Ihre Ansicht?�</p><p>Trevize ging aufs Ganze. �Meine Ansicht ist, da� Sie nicht ganz einfach nur Gaia sind. Ich glaube, Sie sind mehr als Gaia.�</p><p>Wonne prustete geringsch�tzig durch die Lippen.</p><p>Trevize lie� sich nicht beirren. �Zum Zeitpunkt, als ich mich mit meiner Entscheidung besch�ftigt habe, hat die Frau in Begleitung des Sprechers, diese��</p><p>�Er nannte sie Novi.�</p><p>�Diese Novi also hat behauptet, Gaia sei durch Roboter gegr�ndet worden, die zwar nicht l�nger existierten, die aber Gaia gelehrt h�tten, einer speziellen Version der drei Regeln der Robotik zu folgen.�</p><p>�Das stimmt.�</p><p>�Und diese Roboter existieren tats�chlich nicht mehr?�</p><p>�Das hat Novi gesagt.�</p><p>�Novi hat es <emphasis>nicht </emphasis>gesagt. Ich entsinne mich genau an ihre �u�erung. Sie hat gesagt: �Vor Tausenden von Jahren ist Gaia mit der Hilfe von Robotern, die der Menschheit f�r kurze Zeit einmal wirklich dienten, ihr heute jedoch nicht mehr zu Diensten stehen, gegr�ndet worden.��</p><p>�Na also, Trev, hei�t das etwa nicht, da� diese Roboter nicht mehr existieren?�</p><p>�Absolut nicht! Es hei�t, da� sie nicht l�nger <emphasis>zu Diensten stehen. </emphasis>K�nnte es nicht sein, da� sie statt dessen�� herrschen?�</p><p>�Lachhaft!�</p><p>�Oder �berwachen? Waren Sie dabei, als ich meine Entscheidung zu f�llen hatte? Allem Anschein nach war Ihre Anwesenheit von keiner erheblichen Bedeutung. Es war Novi, die die erforderlichen Dinge getan und gesagt hat, und sie war Gaia. Wozu h�tten wir Sie gebraucht? Es sei denn��</p><p>�Nun? Was denn?�</p><p>�Es sei denn, Sie sind ein Aufpasser, dessen Aufgabe es ist, darauf zu achten, da� Gaia die drei Regeln nicht vergi�t. Es sei denn�� Sie sind ein Robot, so geschickt konstruiert, da� Sie von einem Menschen nicht zu unterscheiden sind.�</p><p>�Wenn ich nicht von einem Menschen zu unterscheiden w�re�, meinte Wonne mit einer Spur von Sarkasmus, �wieso sollten Sie mich dann trotzdem von einem Menschen unterscheiden k�nnen?�</p><p>Trevize lehnte sich zur�ck. �Haben Sie mir nicht selbst ausgiebig genug versichert, ich bes��e die Gabe, �ber etwas <emphasis>Gewi�heit </emphasis>zu erlangen, Entscheidungen zu f�llen, L�sungen zu finden, die richtigen Schlu�folgerungen zu ziehen? Ich habe so was nie f�r mich in Anspruch genommen�� <emphasis>Sie </emphasis>behaupten das von mir. Tja, und von dem Augenblick an, in dem ich Sie zum erstenmal gesehen habe, war mir unbehaglich zumute. Mir war sofort klar, mit Ihnen stimmt irgend etwas nicht. Ich spreche sicherlich genauso stark auf weibliche Reize an wie Pelorat�� sogar st�rker, w�rde ich sagen��, und Sie sind in Ihrer ganzen Erscheinung eine attraktive Frau. Trotzdem habe ich mich nicht eine Sekunde lang von Ihnen angezogen gef�hlt.�</p><p>�Das ist ja niederschmetternd.�</p><p>Trevize �berh�rte den Sarkasmus in ihrer Bemerkung. �Als Sie zu uns an Bord unseres Raumschiffs kamen�, sagte er, �hatten Janov und ich die M�glichkeit einer nichtmenschlichen Zivilisation auf Gaia diskutiert, und sobald Pelorat Sie sah, fragte er Sie in seiner Arglosigkeit: �Sind Sie ein Mensch?��� Kann sein, da� ein Robot immer die Wahrheit antworten mu�, aber ich nehme an, er kann ausweichende Antworten geben. �Sehe ich nicht wie ein Mensch aus?� haben Sie ihm geantwortet. Ja, Sie sehen wie ein Mensch aus, Wonne, aber lassen Sie mich noch einmal fragen. Sind Sie ein Mensch?�</p><p>Wonne bewahrte Schweigen, und schlie�lich sprach Trevize weiter. �Ich glaube, ich habe schon im ersten Augenblick unserer Begegnung gesp�rt, da� Sie keine Frau sind. Sie sind ein Robot, und irgendwie habe ich das gemerkt. Und wegen meines F�hlens hatten alle nachfolgenden Ereignisse f�r mich eine besondere Bedeutung�� vor allem Ihre Abwesenheit beim Essen.�</p><p>�Glauben Sie etwa, ich k�nne nicht essen, Trev?� meinte Wonne. �Haben Sie vergessen, da� ich an Bord ihres Raumers Garnelen verzehrt habe? Ich versichere Ihnen, da� ich essen und ebenso alle anderen biologischen Funktionen aus�ben kann�� auch, ehe Sie danach fragen, solche sexueller Natur. Und das, das will ich Ihnen gleich sagen, beweist selbstverst�ndlich noch lange nicht, da� ich <emphasis>kein </emphasis>Robot bin. Schon vor Jahrtausenden hatten die Roboter eine so hohe Stufe von Perfektion erreicht, da� sie nur bez�glich ihrer Hirne von Menschen unterscheidbar waren, und nur durch Personen, die sich mit mentalen Feldern auskannten. Sprecher Gendibal h�tte vielleicht feststellen k�nnen, ob ich ein Robot bin oder nicht, h�tte er sich die M�he gemacht, mich �berhaupt zu beachten. Aber nat�rlich hat er das nicht getan.�</p><p>�Trotzdem bin ich, obwohl ich vom Mentalen nichts verstehe, davon �berzeugt, da� Sie ein Robot sind.�</p><p>�Und wenn ich einer bin?� erwiderte Wonne. �Ich gebe nichts dergleichen zu, aber Sie machen mich neugierig. Was w�re, wenn ich einer bin?�</p><p>�Sie brauchen nichts zuzugeben. Ich wei� bestimmt, da� Sie ein Robot sind. H�tte ich noch eines letzten Beweises bedurft, w�re mir Ihre gelassene Zusicherung, Sie k�nnten Gaia von Ihrem Bewu�tsein ausschlie�en und als Individuum mit mir sprechen, mir Beweis genug gewesen. Ich bin der Meinung, da� Sie so etwas nicht tun k�nnten, w�ren Sie wirklich ein Teil Gaias. Aber Sie sind�s nicht. Sie sind ein Robot-Aufpasser, und deshalb stehen Sie au�erhalb Gaias. Und da wir uns gerade damit befassen, frage ich mich�� wieviel Robot-Aufpasser mag Gaia wohl brauchen und zur Verf�gung haben?�</p><p>�Ich wiederhole, ich gebe nichts zu, sondern bin nur neugierig. Was w�re, wenn ich ein Robot bin?�</p><p>�In dem Falle m�chte ich von Ihnen wissen: Was wollen Sie von Janov Pelorat? Er ist mein Freund und in gewisser Hinsicht ein gro�es Kind. Er glaubt, da� er Sie liebt, und er redet sich ein, er wolle nur, was immer Sie ihm zu geben bereit sind, ja, da� Sie ihm sogar schon jetzt genug gegeben h�tten. Er kennt den Schmerz einer verlorenen Liebe nicht und kann ihn sich auch nicht vorstellen, und das gilt erst recht f�r die besondere Art von Schmerz, die es ihm bereiten w�rde, m��te er sich eines Tages damit abfinden, da� Sie in Wahrheit gar kein Mensch sind��</p><p>�Kennen <emphasis>Sie </emphasis>den Schmerz einer verlorenen Liebe?�</p><p>�Ich habe entsprechende Momente kennengelernt. Ich habe kein so weltfernes Leben wie Janov gef�hrt. Ich habe mein Leben nicht von einem intellektuellen Wahn in Beschlag nehmen, es dadurch abstumpfen und alles andere daraus verdr�ngen lassen, sogar den Gedanken an Frau und Kind. Er hat es dahin kommen lassen. Nun gibt er pl�tzlich alles f�r Sie auf. Ich m�chte nicht, da� er eine schmerzhafte Entt�uschung erlebt. Wenn ich Gaia einen Gefallen erwiesen habe, kann ich daf�r einen Gegendienst verlangen�� und er soll aus Ihrem Versprechen bestehen, da� Janov Pelorats Wohlergehen gew�hrleistet sein wird.�</p><p>�Soll ich einmal so tun, als w�re ich ein Robot, und Ihnen antworten?�</p><p>�Ja�, sagte Trevize. �Jetzt sofort!�</p><p>�Nun gut. Nehmen wir einmal an, Trev, ich bin ein Robot und befinde mich in der Position eines �berwachers. Nehmen wir einmal an, da� es wenige, sehr wenige meinesgleichen gibt, die eine �hnliche Rolle spielen, und nehmen wir an, wir begegnen einander nur selten. Nehmen wir einmal an, unsere Antriebskraft besteht aus dem Bed�rfnis, uns um das Wohl von Menschen zu k�mmern, und nehmen wir an, es gibt keine echten Menschen auf Gaia, weil alles auf Gaia Bestandteil eines �bergeordneten planetaren Wesens ist. Nehmen wir weiter an, es beschert uns eine gewisse Erf�llung, uns um Gaia zu k�mmern�� aber keine absolute Erf�llung. Gehen wir einmal von der Annahme aus, in uns ist irgendeine primitive Regung erhalten geblieben, die sich nach einem Menschen der Art sehnt, wie er existierte, als man Roboter erstmals konstruiert und eingesetzt hat. Mi�verstehen Sie mich nicht, ich behaupte nicht etwa, uralt zu sein�� angenommen, ich sei ein Robot. Ich bin so alt, wie ich Ihnen mein Alter genannt habe, oder zumindest�� von der Annahme ausgegangen, ich sei ein Robot�� stimmt der entsprechende Zeitraum als bisherige Dauer meiner Existenz. Trotzdem�� immer noch angenommen, da� ich ein Robot bin�� mu� meine Konstruktion fundamental so sein, wie sie bei Robotern immer war, und folglich mu� ich das Verlangen nach einer auf einen echten Menschen fixierten F�rsorge haben. Pel ist ein Mensch. Er ist kein Teil Gaias. Er ist zu alt, als da� er jemals noch ein regelrechter Bestandteil Gaias werden k�nnte. Er m�chte bei mir auf Gaia bleiben, weil er in bezug auf mich anders empfindet als Sie. Er h�lt mich nicht f�r einen Robot. Nun, ich m�chte ebenfalls, da� er bleibt. Wenn Sie unterstellen, ich sei ein Robot, w�rde ein solcher Wunsch ja durchaus dazu passen. Ich bin aller menschlichen Reaktionen f�hig und w�rde ihn daher lieben. Falls Sie darauf bestehen, mich als einen Robot zu betrachten, k�nnen Sie vielleicht behaupten, ich w�re zur Liebe in der mystischen menschlichen Bedeutung des Wortes unf�hig, aber Sie w�ren nicht dazu imstande, meine Reaktionen von dem, was Sie Liebe nennen, zu unterscheiden�� was f�r ein Unterschied sollte also bestehen?�</p><p>Sie verstummte und musterte ihn�� in ihrer ganzen Haltung unvers�hnlich stolz.</p><p>�Sie wollen damit sagen�, meinte Trevize, �Sie w�rden ihn niemals im Stich lassen?�</p><p>�Wenn Sie annehmen, da� ich ein Robot bin, k�nnen Sie selber schlu�folgern, da� ich ihn mit R�cksicht auf die Erste Regel der Robotik niemals im Stich lassen <emphasis>k�nnte, </emphasis>au�er er g�be mir den Befehl, es zu tun�� und ich w�re zus�tzlich ganz sicher, da� er es ernst meint und ich ihm durch mein Bleiben gr��eren Schmerz zuf�gen w�rde als durch meinen Abschied.�</p><p>�K�nnte kein j�ngerer Mann��</p><p>�Welcher j�ngere Mann? Sie sind ein j�ngerer Mann, aber ich w��te nicht, da� Sie mich auf nur entfernt vergleichbare Weise brauchen wie Pelorat, und es ist eine Tatsache, da� Sie mich gar nicht wollen, und daher m��te die Erste Regel mir jeden Versuch, mich Ihnen aufzudr�ngen, sogar verbieten.�</p><p>�Ich meine nicht mich. Ein anderer junger Mann��</p><p>�Es gibt keinen anderen. Wo auf Gaia sind andere M�nner, die sich als Menschen im nichtgaianischen Sinn bezeichnen lie�en?�</p><p>�Und falls Sie <emphasis>kein </emphasis>Robot sind?� erwiderte Trevize gem��igter.</p><p>�Entscheiden Sie sich!� riet Wonne.</p><p>�Ich habe gefragt, <emphasis>falls </emphasis>Sie kein Robot sind�?�</p><p>�Dann m��te ich Ihnen entgegnen, da� Sie keinerlei Recht zu �berhaupt irgendwelchen �u�erungen besitzen. In dem Falle w�re alles nur meine und Pels Angelegenheit.�</p><p>�Dann komme ich auf meinen ersten Punkt zur�ck�, sagte Trevize. �Ich fordere eine Belohnung, und sie soll daraus bestehen, da� Sie ihn anst�ndig behandeln. Ich verzichte darauf, der Frage Ihrer Identit�t weiterhin nachzugehen. Versichern Sie mir ganz einfach�� als eine Intelligenz der anderen��, da� Sie ihn anst�ndig behandeln werden.�</p><p>�Ich werde ihn anst�ndig behandeln�, versprach Wonne leise. �Nicht als Belohnung f�r Sie, sondern weil nichts anderes mein eigener Wunsch ist. Es ist mein ernstestes Bed�rfnis, f�r sein Wohlbefinden zu sorgen. Ich werde ihn gut behandeln.� Sie rief �Pel�, dann nochmals: �Pel!�</p><p>Pelorat kam herein. �Ja, Wonne?�</p><p>Wonne streckte ihm ihre Hand entgegen. �Ich glaube, Trev m�chte dir etwas sagen.�</p><p>Pelorat nahm ihre Hand, und Trevize umschlo� die beiden H�nde mit seinen zwei H�nden. �Janov�, sagte er, �ich bin, was euch angeht, sehr zufrieden.�</p><p>�Ach, mein Bester�, rief Pelorat.</p><p>�Wahrscheinlich werde ich Gaia verlassen�, f�gte Trevize hinzu. �Ich werde gleich mit Dom dar�ber sprechen. Ich wei� nicht, wann wir uns wiedersehen, ob wir uns �berhaupt noch einmal begegnen werden, Janov, aber auf jeden Fall, ich lege Wert auf die Feststellung, wir sind ausgezeichnet miteinander ausgekommen.�</p><p>�Wir sind bestens zurechtgekommen�, bekr�ftigte Pelorat und l�chelte.</p><p>�Leben Sie wohl, Wonne, und im voraus vielen Dank!�</p><p>�Leben Sie wohl, Trev!�</p><p>Trevize winkte mit der Hand und verlie� das Haus.</p></section><section><title><p>92</p></title><p>�Sie haben sich richtig verhalten, Trev�, sagte Dom. �Aber das war eigentlich nichts anderes, als ich erwartet habe.�</p><p>Wieder sa�en sie bei einem Mahl, das genauso unbefriedigend, wie das erste Essen gewesen war, doch diesmal st�rte sich Trevize nicht daran. Dies mochte ganz gut seine letzte Mahlzeit auf Gaia sein.</p><p>�Kann sein, ich habe mich verhalten wie von ihnen erwartet, aber vielleicht nicht aus dem Grund, den Sie angenommen haben�, sagte Trevize.</p><p>�Sicherlich waren Sie von der Richtigkeit Ihrer Entscheidung �berzeugt?�</p><p>�Ja, war ich, aber nicht infolge irgendeiner mystischen Art von innerer Gewi�heit. Wenn ich mich f�r Gaia entschieden habe, dann aus gew�hnlichem gesunden Menschenverstand�� aufgrund einiger �berlegungen, die jeder andere, der vor der Aufgabe gestanden w�re, diese Entscheidung herbeizuf�hren, auch angestellt haben k�nnte. Sind Sie an einer n�heren Erl�uterung interessiert?�</p><p>�Aber sicher, Trev.�</p><p>�Drei Dinge h�tte ich tun k�nnen�, sagte Trevize. �Ich h�tte f�r die Erste oder f�r die Zweite Foundation Stellung beziehen k�nnen, und die dritte M�glichkeit war, f�r Gaia Partei zu ergreifen. H�tte ich mich auf die Seite der Ersten Foundation geschlagen, sofort w�ren von B�rgermeisterin Branno Schritte eingeleitet worden, um die Zweite Foundation und Gaia in ihre Hand zu bekommen. H�tte ich mich f�r die Zweite Foundation entschieden, Sprecher Gendibal h�tte unverz�glich Ma�nahmen ergriffen, um die Erste Foundation und Gaia unter Kontrolle zu bringen. In beiden F�llen w�re das, was daraus entstanden w�re, unumkehrbar gewesen�� und w�re eine dieser Entscheidungen falsch gewesen, h�tte ich eine unaufhaltbare Katastrophe verursacht. Eine Entscheidung zugunsten Gaias jedoch mu�te nach meiner Auffassung sowohl der Ersten wie auch der Zweiten Foundation zu der �berzeugung verhelfen, wenigstens einen kleinen Sieg errungen zu haben, denn allem Anschein nach w�rde dann, weil ja die Etablierung Galaxias, wie man mir mitgeteilt hatte, Generationen beanspruchen, ja, sogar Jahrhunderte dauern sollte, alles genauso wie vorher weitergehen. Meine Entscheidung f�r Gaia war also nichts anderes als die Relativierung meiner Entscheidung, eine Vorsorge, um zu sichern, da� genug Zeit bleibt, den weiteren Lauf der Dinge noch zu beeinflussen�� oder r�ckg�ngig zu machen��, falls sich meine Entscheidung als falsch herausstellt.�</p><p>Dom hob die Brauen. Ansonsten blieb sein altes, fast totensch�delhaftes Gesicht ausdruckslos. �Sind Sie tats�chlich der Meinung�, erkundigte er sich dann mit seiner hohen Stimme, �da� Ihre Entscheidung sich als falsch erweisen k�nnte?�</p><p>Trevize hob die Schultern. �Ich glaube, es wird nicht so kommen, aber ich mu� etwas unternehmen, wenn ich�s genau wissen will. Ich hege die Absicht, die Erde aufzusuchen, falls es mir gelingt, diese Welt zu finden.�</p><p>�Wenn Sie den Wunsch haben, uns zu verlassen, werden wir Sie gewi� nicht aufhalten, Trev��</p><p>�Ich passe nicht auf Ihre Welt.�</p><p>�So wenig wie Pel, und trotzdem w�ren Sie uns genauso willkommen wie er, falls Sie es vorz�gen, zu bleiben. Aber wir werden Sie nicht zur�ckhalten. Aber verraten Sie mir, warum m�chten Sie die Erde aufsuchen?�</p><p>�Ich glaube�, sagte Trevize, �da� Ihnen das sehr wohl klar ist.�</p><p>�Keineswegs.�</p><p>�Es gibt da eine gewisse Information, die Sie mir vorenthalten haben, Dom. Vielleicht hatten Sie daf�r Ihre Gr�nde, aber es w�re mir lieber gewesen, Sie h�tten�s nicht getan.�</p><p>�Ich kann Ihren Ausf�hrungen nicht folgen�, sagte Dom.</p><p>�Sehen Sie mal, Dom, um meine Entscheidung herbeizuf�hren, habe ich meinen Computer benutzt, und dadurch befand ich mich f�r einen kurzen Moment im Kontakt mit den Bewu�tseinseinheiten dieser Leute, die �ber mir stehen oder mir �berlegen sind�� B�rgermeisterin Branno, Sprecher Gendibal, Novi. Ich habe gewisse Eindr�cke einer Reihe von Dingen erhascht, die mir�� f�r sich betrachtet�� wenig besagten, zum Beispiel, die verschiedenen Einwirkungen, die Gaia�� durch Novi�� auf Trantor vorgenommen hat� in der Absicht, den Sprecher nach Gaia zu locken.�</p><p>�Ja?�</p><p>�Und dazu geh�rte auch das Entfernen aller Hinweise auf die Erde aus Trantors Bibliothek.�</p><p>�Das Entfernen aller Hinweise auf die Erde?�</p><p>�Genau. Also mu� die Erde wichtig sein�� und anscheinend darf nicht blo� die Zweite Foundation nichts von ihr wissen, sondern ich ebensowenig. Und wenn ich die Verantwortung f�r den Kurs der gesamtgalaktischen Entwicklung tragen soll, finde ich mich mit Unklarheiten nicht ab. W�re es vielleicht m�glich, mir mitzuteilen, warum es so wichtig ist, alle Kenntnisse �ber die Erde geheimzuhalten?�</p><p>�Trev�, antwortete Dom in feierlichem Ernst, �Gaia wei� nichts �ber ein solches Entfernen von Daten. Nichts!�</p><p>�Wollen Sie behaupten, Gaia sei nicht daf�r verantwortlich?�</p><p>�Sie ist nicht daf�r verantwortlich.�</p><p>Trevize dachte f�r eine Weile nach, w�hrend seine Zungenspitze langsam und versonnen �ber seine Lippen glitt. �Wer ist dann verantwortlich?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung. Ich sehe in so etwas keinen vern�nftigen Sinn.�</p><p>Die beiden M�nner musterten einander. �Sie haben recht�, sagte Dom schlie�lich. �Es hatte den Anschein, als seien wir zu einem zufriedenstellenden Abschlu� gelangt, aber solange dieser Punkt unklar bleibt, d�rfen wir es nicht wagen, uns Ruhe zu g�nnen. Bleiben Sie noch f�r einige Zeit bei uns, und wir werden feststellen, was sich in dieser Hinsicht ermitteln l��t. Dann k�nnen Sie aufbrechen, und Sie d�rfen unserer uneingeschr�nkten Unterst�tzung sicher sein.�</p><p>�Vielen herzlichen Dank�, sagte Trevize.</p></section></section></body><body name="notes"><title><p>Notize</p></title><section id="n_1"><title><p>1</p></title><p>Foundation = Stiftung, Fundation</p></section><section id="n_2"><title><p>2</p></title><p>Die drei Romane sind zusammengefa�t in dem Band <emphasis>Foundation, </emphasis>dem achten in dieser Edition (# 0608108)</p></section></body><binary id="cover" 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