<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Richard</first-name><middle-name>A.</middle-name><last-name>Knaak</last-name></author><book-title>Das Erwachen</book-title><annotation><p>Der Tod ihres verehrten Generals hat den k�mpferischen Nachtelfen einen schweren Schlag versetzt. Neltharion, der schwarze Drache, hat dank der D�monenseele die m�chtigen Clans der Drachen in alle Winde verstreut. Der dunkle D�monenlord Archimonde steht mit seiner Brennenden Legion kurz vor dem Sieg �ber Kalimdor. Die Bewohner des Landes leiden unter dem unaufhaltsamen B�sen, und sie ahnen nicht, dass sich aus den Tiefen der Quelle der Ewigkeit ein Schrecken von noch nie gekanntem Ausma� erheben wird �</p><p>In dem letzten apokalyptischen Kapitel dieser epischen Trilogie setzen der Drachenmagier Krasus und der junge Druide Malfurion alles aufs Spiel, um Azeroth vor der Vernichtung zu bewahren. Unsere Helden schlie�en sich mit Zwergen, Tauren und Furbolgs zusammen, um den Sieg der Brennenden Legion zu verhindern. Denn sollte die D�monenseele in die H�nde der Legion fallen, w�re alle Hoffnung f�r die Welt verloren. Dies ist die Stunde der Entscheidung � die Stunde, in der Vergangenheit und Zukunft aufeinander treffen.</p></annotation><date>2005</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Claudia</first-name><last-name>Kern</last-name></translator><sequence name="Krieg der Ahnen" number="3"/></title-info><src-title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Richard</first-name><middle-name>A.</middle-name><last-name>Knaak</last-name></author><book-title>The Sundering</book-title><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>N/A</nickname></author><date>2016</date><id>65F47455-2329-4797-9E38-2016086DC0C2</id><version>1.0</version><program-used>fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used></document-info></description><body><title><p>Krieg der Ahnen 3</p><p>Richard A. Knaak</p><p>Das Erwachen</p></title><section><title><p>Prolog</p></title><p>W�tende Raserei umgab ihn, zerrte von allen Seiten an ihm. Feuer, Wasser, Erde und Luft waren mit wilder, unkontrollierter Magie angereichert und umkreisten ihn wie wahnsinnige Furien. Der Versuch, an einer Stelle auszuharren, riss ihn beinahe auseinander, aber er trotzte den Gewalten. Nichts anderes konnte er tun.</p><p>Am Rand seines Blickfelds stiegen unz�hlige Momente und unz�hlige Objekte auf. Ein endloses chaotisches Panorama der Zeit drosch auf seine Sinne ein. Er sah Landschaften, Schlachten und Kreaturen, die selbst er nicht kannte. Er h�rte die Stimmen eines jeden Wesens, das einst gelebt hatte, gerade lebte oder irgendwann leben w�rde. Jedes Ger�usch, das es jemals gegeben hatte, brandete wie Donnerhall an sein Geh�r. Unglaubliche Farben blendeten seine Augen.</p><p>Doch noch verst�render war, dass er sich selbst zu jedem Zeitpunkt seiner Existenz sehen konnte, von der Geburt bis zu einer Zeit <emphasis>nach</emphasis> seinem Tod. Das h�tte ihm Mut machen k�nnen, w�re nicht jedes einzelne Bild ebenso verzerrt gewesen, wie er es gerade war. Alle seine Existenzen versuchten nicht nur, seine Welt zu erhalten, sondern die gesamte Realit�t vor dem Sturz ins Chaos zu bewahren.</p><p>Nozdormu sch�ttelte den Kopf, br�llte seinen Schmerz und seine Wut hinaus.</p><p>Er hatte die Gestalt eines Drachen angenommen, eines gewaltigen, goldfarbenen Riesen, der nicht nur aus schuppigem Fleisch zu bestehen schien, sondern auch aus dem flie�enden Sand der Zeit. Seine Augen waren leuchtende Diamanten von der Farbe der Sonne. Seine Klauen waren glitzernde Diamanten.</p><p>Er war der Aspekt der Zeit, einer der f�nf Wesenheiten, die �ber Azeroth wachten, die Welt im Gleichgewicht hielten und vor den inneren und �u�eren Gefahren sch�tzten. Jene, die einst die Welt erschaffen hatten, waren auch die Sch�pfer von Nozdormu und seinesgleichen, doch ihm hatten sie besondere Kr�fte gew�hrt. Er konnte die unendlich vielf�ltigen Wege der Zukunft ebenso erkennen wie die verwobenen Pfade der Vergangenheit. Er schwamm durch den Fluss der Zeit wie andere durch klares Wasser.</p><p>Doch obwohl dem m�chtigen Nozdormu seine anderen Existenzen zur Verf�gung standen, vermochte er es kaum, die Katastrophe aufzuhalten.</p><p><emphasis>Woher kommt sie?</emphasis>, fragte er sich zum wiederholten Mal. <emphasis>Wo liegt ihre Ursache?</emphasis> Er hatte eine ungef�hre Vorstellung, doch ihm fehlten die Einzelheiten. Nozdormu hatte gesp�rt, dass die Realit�t sich aufzul�sen begann und war zu diesem Ort gereist, um Informationen zu sammeln. Doch dann hatte er entdeckt, dass er gerade noch rechtzeitig gekommen war, um die Zerst�rung der Wirklichkeit aufzuhalten. Er begann seine Aufgabe, stellte dann jedoch fest, dass er allein sie nicht w�rde bew�ltigen k�nnen.</p><p>Aus diesem Grund hatte sich Nozdormu an einen Drachen gewandt, dessen Kraft im Vergleich zu seiner eigenen zwar verschwindend gering war, der den gro�en F�nf jedoch schon oft mit seinem Listenreichtum und seiner Hingabe geholfen hatte. Also kontaktierte Nozdormu durch eine Vision Korialstrasz, den roten Drachen und Gef�hrten Alexstraszas, dem Aspekt des Lebens. Er bat den anderen Leviathan, der sich in der Gestalt des Zauberers Krasus in der Welt bewegte, eines der Symptome der drohenden Katastrophe zu untersuchen und einen Weg zu finden, um sie vielleicht doch noch abzuwenden.</p><p>Doch die Anomalie, nach der Korialstrasz und sein menschlicher Sch�tzling Rhonin in den �stlichen Bergen gesucht hatten, verschlang beide. Nozdormu sp�rte ihre pl�tzliche N�he und entsandte sie in die Zeitperiode, in der er die Ursache der Katastrophe vermutete. Er wusste, dass sie die Reise �berlebt hatten, aber ihre Erfolge waren noch nicht messbar.</p><p>Der Aspekt hoffte also weiter auf ihren Erfolg, forschte jedoch auch selbst weiter. Der riesige Drache sch�pfte all seine Macht aus und folgte den Manifestationen des Chaos. Er k�mpfte sich durch Visionen pl�ndernder Orcs, durch aufsteigende und zerfallende K�nigreiche und durch gewaltige Vulkanausbr�che � fand aber keinen Hinweis.</p><p>Oder doch? Er entdeckte etwas, das sich anders <emphasis>anf�hlte</emphasis> � etwas, das den Irrsinn zu <emphasis>beeinflussen</emphasis> schien. Es war eine Macht, die von einem Punkt ausging, der weit von ihm entfernt lag. Nozdormu folgte der kaum wahrnehmbaren Spur wie ein Hai der ahnungslosen Beute. Seine Sinne tauchten ein in den monstr�sen Mahlstrom der Zeit. Mehr als einmal bef�rchtete er, die Spur verloren zu haben, doch irgendwie fand er sie stets wieder.</p><p>Nach einer Weile tauchte vor ihm eine undefinierbare Machtquelle auf. Er n�herte sich langsam und vorsichtig. Etwas daran kam ihm bekannt vor, so vertraut, dass Nozdormu die Wahrheit beinahe leugnete, als er sie schlie�lich erkannte. Er z�gerte, war �berzeugt, sich geirrt zu haben. Dies konnte nicht der Ursprung des Irrsinns sein, unm�glich!</p><p>Vor Nozdormu schwebte eine Vision des Brunnens der Ewigkeit.</p><p>Der schwarze See war vom gleichen Aufruhr ergriffen, der auch die Umgebung des Aspekts ersch�tterte. Gewaltige Blitze aus reiner Magie schossen �ber seine dunklen Wasser.</p><p>Und dann h�rte Nozdormu das Fl�stern.</p><p>Zuerst hielt er es f�r d�monische Stimmen, f�r die Stimmen der Brennenden Legion. Doch dann erkannte er, dass er falsch lag. Nein, das B�se, das jedes geraunte Wort durchsetzte, war �lter, schrecklicher �</p><p>Die Energien zerrten weiter an ihm, aber Nozdormu ignorierte den Schmerz, konzentrierte sich statt dessen auf seine Entdeckung. Er nahm an, dass er die Ursache der Katastrophe gefunden hatte. Auch wenn er sich nicht sicher war, ob er noch die Kraft hatte, die Dinge zu beeinflussen, hatte er doch zumindest die Wahrheit herausgefunden. Vielleicht konnte Korialstrasz etwas damit anfangen.</p><p>Nozdormu untersuchte den See genauer. Im Gegensatz zu den meisten anderen verstand er, dass sich in dem, was wie Wasser <emphasis>erschien</emphasis>, sehr viel mehr verbarg. Sterbliche Wesen konnten nicht begreifen, was sich dort befand. Nicht einmal die anderen Aspekte verstanden es so gut wie er, und selbst ihm blieben manche Geheimnisse verborgen.</p><p>F�r seine Augen wirkte es, als gleite er �ber dunkle Wasser hinweg. In Wirklichkeit hatte Nozdormus Geist jedoch eine andere Realit�t betreten. Mit aller Macht k�mpfte er gegen die Kr�fte, die den Kern des Brunnens vor neugierigen Blicken sch�tzte. Es erschien ihm, als w�re das Wasser selbst lebendig, oder als habe sich etwas so stark daran gebunden, dass es nun Teil davon geworden war.</p><p>Erneut dachte Nozdormu an die D�monen � die Brennende Legion � und deren Versuche, mit Hilfe des Brunnens ein Portal zu �ffnen, um das Leben auf Azeroth auszul�schen. Doch die Macht, die er sp�rte, war zu subtil f�r D�monen, sogar zu subtil f�r Sargeras, ihren Herrn.</p><p>Mit wachsendem Unwohlsein drang er tiefer in den Brunnen ein. Einige Male entging er nur knapp den Fallen, falschen Wegen und verf�hrerischen Pfaden, die nur einem Zweck dienten: Sie wollten ihn f�r immer an den Brunnen binden und seine Essenz verschlingen.</p><p>Nozdormu bewegte sich mit gr��ter Vorsicht. Wenn er versagte, beendete er nicht nur seine eigene Existenz, sondern vielleicht die Existenz aller Dinge.</p><p>Immer tiefer tauchte er ein. Die Macht der Kr�fte, aus denen der Brunnen bestand, �berraschte ihn. Was der Drache sp�rte, erinnerte ihn an die Sch�pfer, gegen die er nicht mehr war als eine Schnecke, die durch den Schlamm kriecht. Gab es etwa eine Verbindung zwischen ihnen und den Geheimnissen des Brunnens?</p><p>F�r das blo�e Auge wirkte es immer noch so, als hinge er �ber der dunklen Oberfl�che. Nur er und der Brunnen verf�gten an diesem Ort jenseits der sterblichen Welt �ber Stabilit�t. Das Wasser schwebte im Raum, ein endlos tiefer See, der Welten umspannte.</p><p>Er bewegte sich n�her zur Oberfl�che hinab. In der sterblichen Welt h�tte er sein Spiegelbild sehen m�ssen, doch hier erblickte Nozdormu nur Schw�rze. Sein Geist stie� weiter vor, grub sich dem Kern entgegen � und der Wahrheit.</p><p>Doch dann l�sten sich Tentakel aus dem schwarzen Wasser des Sees und griffen nach seinen Schwingen, seinem K�rper, seinem Hals.</p><p>Der Aspekt konnte gerade noch verhindern, dass er unter Wasser gezogen wurde. Er wehrte sich gegen die w�ssrigen Arme, doch die lie�en ihn nicht los. Seine Gliedma�en waren gefangen, und der Tentakel, der sich um seinen Hals geschlungen hatte, raubte ihm den Atem. Nozdormu wusste, dass es sich nur um Illusionen handelte. Aber sie waren so m�chtig, dass sie real geworden waren. Sein Geist war in eine der Fallen geraten, die im Brunnen lauerten. Wenn er sich nicht rasch befreite, w�rde er darin umkommen.</p><p>Nozdormu atmete aus � und eine Sanddecke legte sich �ber den Brunnen. Die Tentakel zuckten und verloren ihre Kraft. Sie zerfielen, als die Magie, die sie erschaffen hatte, alt und schwach wurde.</p><p>Doch noch w�hrend sie in sich zusammensanken, erhoben sich neue aus dem Wasser. Nozdormu hatte damit gerechnet und brachte sich mit einem Schlag seiner Schwingen in Sicherheit. Die schwarzen Tentakel griffen ins Nichts und fielen zur�ck in den See.</p><p>Der Drache wurde nach hinten gerissen, als sich sein Schwanz in einem Tentakel verfing. Er drehte sich um und sah, dass ihm weitere entgegen schossen. Sie tauchten von allen Seiten auf. Es waren so viele, dass der Aspekt nicht allen ausweichen konnte.</p><p>Er schlug einige zur Seite, doch mehr als ein Dutzend legten sich um seinen K�rper und zogen ihn mit unglaublicher Kraft auf den sprudelnden Brunnen zu.</p><p>Ein Strudel erschien unter ihm. Nozdormu sp�rte selbst in den L�ften, wie stark er an ihm zerrte. Die Entfernung zwischen dem Aspekt und dem Wasser wurde immer geringer.</p><p>Der Strudel ver�nderte sich. Die Wellen, die an seinen R�ndern aufpeitschten, wurden hart und schroff. Die Mitte sackte nach unten, w�hrend sich etwas daraus hervor schob, das auf den ersten Blick wie ein Tentakel wirkte. Es war lang und sehnig. Seine breite Spitze �ffnete sich wie eine Bl�te.</p><p>Ein Maul.</p><p>Nozdormus goldene Augen weiteten sich. Er wehrte sich noch heftiger als zuvor.</p><p>Der d�monische Schlund �ffnete sich weiter, die Tentakel f�hrten den Drachen darauf zu. Eine Zunge schoss heraus und ber�hrte Nozdormus Gesicht. Die Ber�hrung reichte aus, um sein Fleisch zu verbrennen.</p><p>Die fl�sternden Stimmen aus dem Brunnen klangen nun zusehends aufgeregter, lauter. Sie jagten dem Aspekt einen Schauer �ber den R�cken. Nein, das waren nicht nur D�monen �</p><p>Ein zweites Mal blies er den Tentakeln den Sand der Zeit entgegen, doch dieses Mal prasselte er nutzlos wie Staub gegen die schwarzen Formen. Nozdormu drehte sich, um wenigstens einen der Fangarme abzusch�tteln, doch sie hielten ihn gnadenlos fest.</p><p>Das irritierte den Aspekt. Er war die Essenz der Zeit, und seine Sch�pfer hatten ihm das Wissen um den eigenen Tod geschenkt. Das war eine Lektion gewesen, die verhindern sollte, dass er sich jemals �berm�chtig f�hlte. Nozdormu wusste also genau, wie seine Existenz einmal enden w�rde und wann � und hier und jetzt war dieser Moment nicht gekommen.</p><p>Dennoch konnte er sich nicht befreien.</p><p>Die Zunge legte sich um seine Schnauze und dr�ckte so kr�ftig zu, dass Nozdormu glaubte, sie w�rde ihm den Kiefer brechen. Er erinnerte sich daran, dass es sich nur um eine Illusion handelte, aber der Schmerz nahm nicht ab � und auch nicht die Furcht, die ihn in einer nie gekannten St�rke heimsuchte.</p><p>Er hatte die Z�hne des Mauls fast erreicht. Sie schnappten zu, wollten ihn wohl verunsichern, was ihnen auch gelang. Die ganze Zeit �ber musste ein Teil von ihm die Realit�t zusammenhalten, und diese Anstrengung lastete zus�tzlich auf seinen Gedanken. Wie einfach w�re es gewesen, zu kapitulieren und sich dem Brunnen zu ergeben �</p><p><emphasis>Nein!</emphasis> Pl�tzlich kam Nozdormu eine verzweifelte Idee. Er wusste nicht, ob er noch �ber die Kraft verf�gte, sie umzusetzen, aber er hatte keine andere Wahl als es zu versuchen.</p><p>Der K�rper des Aspekts wirkte durchscheinend, als er sich in sich selbst zur�ckzuziehen versuchte.</p><p>Die Ereignisse liefen r�ckw�rts, jede Bewegung wurde zur�ckgenommen. Die Zunge l�ste sich von seiner Schnauze. Er inhalierte den Sand, die Tentakel rollten sich auf, zogen sich in die schwarzen Wasser zur�ck �</p><p>Im gleichen Moment stoppte Nozdormu den R�ckw�rtslauf der Zeit und floh mit seinem Geist aus dem Brunnen.</p><p>Erneut schwebte er im Fluss der Zeit und versuchte die Realit�t zu bewahren. Nach der beinahe katastrophal geendeten Suche war er in einem schlechteren Zustand als zuvor und konnte kaum noch gen�gend Kraft aufbringen. Doch er schaffte es. Er hatte das B�se ber�hrt, das den Brunnen vergiftete, und war sich klarer als zuvor bewusst, dass sein Scheitern Konsequenzen haben w�rde, die schlimmer als der Tod waren.</p><p>Nozdormu wusste nun, wer dahinter steckte. Selbst die schreckliche Wut der Brennenden Legion verblasste gegen diese �belt�ter.</p><p>Und es gab nichts, was der Aspekt gegen ihre Pl�ne unternehmen konnte. Seine Kraft reichte nur aus, um das Chaos einzugrenzen, das sie ausl�sten. Die anderen Aspekte konnte er nicht mehr kontaktieren, dazu war es zu sp�t.</p><p>Eine Hoffnung gab es jedoch noch. Es war die gleiche Hoffnung, die es von Anfang an gegeben hatte, aber sie war so schwach, dass Nozdormu kaum an einen Erfolg zu glauben wagte.</p><p><emphasis>Jetzt h�ngt alles von ihnen ab</emphasis>, dachte er, w�hrend wilde Kr�fte an ihm zerrten. <emphasis>Alles h�ngt von Korialstrasz und dem Menschen ab.</emphasis></p></section><section><title><p>1</p></title><p>Sie rochen den Gestank, der von fern kam. Es war schwer zu sagen, welcher Geruch st�rker war � der bei�ende Rauch, der aus der brennenden Landschaft aufstieg oder der s��liche Verwesungsgeruch der Leichen, die zu Hunderten herumlagen.</p><p>Den Nachtelfen war es gelungen, den letzten Angriff der Brennenden Legion abzuwehren, aber sie hatten erneut an Boden verloren. Lord Desdel Stareye bezeichnete es als Sammelman�ver, mit dem die Armee sich auf die Schw�chen der Legion vorbereiten sollte, aber Malfurion Stormrage und seine Freunde kannten die Wahrheit. Stareye war ein Adliger, der keine Ahnung von Strategie hatte und sich nur mit gleich gesinnten Freunden umgab.</p><p>Nach Lord Ravencrests Ermordung gab es niemanden mehr, der es wagte, sich dem d�nnen einflussreichen Aristokraten zu widersetzen. Neben Ravencrest gab es nur wenige Adlige, die sich in der Kriegskunst auskannten. Hinzu kam, dass der tote Kommandant der Letzte seiner Linie gewesen war und niemand aus seinem Hause die Nachfolge antreten konnte. Stareye besa� zwar den n�tigen Ehrgeiz, aber seine Unf�higkeit w�rde daf�r sorgen, dass er und sein Volk untergingen, wenn niemand etwas unternahm.</p><p>Doch Malfurions Gedanken drehten sich nicht um die stark gef�hrdete Zukunft der Armee. Eine dringendere Angelegenheit lie� seinen Blick immer wieder in Richtung der entfernten Stadt Zin-Azshari gleiten, die einst die Hauptstadt des Reiches der Nachtelfen gewesen war. Noch im Morgengrauen, als das erste Licht des Tages den Horizont rot f�rbte, dachte er nur an sein Versagen.</p><p>Die ganze Zeit �ber besch�ftigte er sich nur damit, dass er die beiden Menschen verloren hatte, die ihm am meisten bedeuteten: die wundersch�ne Tyrande und seinen Zwillingsbruder Illidan.</p><p>Nachtelfen alterten sehr langsam, aber der junge Malfurion wirkte bedeutend �lter, als seine wenigen Dekaden es h�tten vermuten lassen. Er war immer noch so gro� wie die meisten Angeh�rigen seines Volkes � etwas �ber zwei Meter � und ebenso schlank und dunkel wie sie. Seine geschlitzten silbernen Augen � Augen ohne Pupillen � offenbarten jedoch einen Grad an Reife und Verbitterung, die man bei den meisten Nachtelfen vergeblich suchte. Malfurions Gesichtsz�ge hatten etwas W�lfisches, das man sonst nur bei seinem Bruder fand.</p><p>Bemerkenswert war auch sein schulterlanges dunkelgr�nes Haar, das sich stark von dem mitternachtsblauen seines Zwillings unterschied. Die Blicke der Leute richteten sich h�ufig auf seinen Schopf, wenn sie nicht gerade die schlichte Kleidung betrachteten, die er bevorzugte. Malfurion studierte die druidischen K�nste und hatte nichts �brig f�r die farbenpr�chtigen, glitzernden Gew�nder, die bei seinem Volk als normal galten. Statt dessen kleidete er sich mit einem einfachen Stoffhemd, einer Lederweste und Lederhose sowie kniehohen Stiefeln, die ebenfalls aus Leder bestanden. Die extravagante Kleidung seines Volkes war ein Hinweis auf dessen ausufernden Lebensstil gewesen und auf seine angeborene Arroganz. Beides widerstrebte Malfurions Charakter.</p><p>Und nun waren die meisten Nachtelfen, abgesehen von Lord Stareye und seinem Tross, zu heimatlosen Fl�chtlingen geworden, ihre Kleidung schmutzig und blutbefleckt. Und sie blickten auch nicht mehr auf den ungew�hnlichen Druidensch�ler herab, sondern betrachteten ihn mit verzweifelter Hoffnung. Die meisten wussten, dass sie ihr Leben seinen Taten verdankten.</p><p>Doch wohin w�rden ihn diese Taten f�hren? Bisher zumindest nicht zum Erfolg. Schlimmer und verst�render war jedoch, dass der Einsatz nat�rlicher M�chte begonnen hatte, Malfurion k�rperlich zu ver�ndern.</p><p>Er strich sich �ber die Stirn. Zwei kleine Erhebungen verbargen sich unter seinem Haaransatz. Einige Tage zuvor hatte er sie bemerkt, und mittlerweile waren sie doppelt so gro� geworden. Diese beiden winzigen H�rner �ngstigten Malfurion, denn sie erinnerten ihn an einen Satyr. Und das wiederum gemahnte ihn an den k�niglichen Berater Xavius, der von den Toten zur�ckgekehrt war. Malfurion hatte ihn zwar endg�ltig besiegt, doch Xavius war es zuvor gelungen, Tyrande der Brennenden Legion auszuliefern.</p><p>�Du musst aufh�ren, an sie zu denken�, dr�ngte jemand hinter ihm.</p><p>Malfurion sah seinen Begleiter ohne jede �berraschung an. Die meisten Nachtelfen h�tten ihn allerdings angestarrt, denn es gab in ganz Kalimdor kein Wesen wie Rhonin.</p><p>Er trug eine dunkelblaue Robe und darunter ein Hemd und eine Hose in der gleichen Farbe. Trotz seiner Stiefel war er einen Kopf kleiner als Malfurion. Doch weder seine Gr��e noch seine Kleidung l�sten erhobene Augenbrauen und gefl�sterte Bemerkungen aus. Daf�r sorgte sein schulterlanges, feuerrotes Haar, das man unter der Kapuze seiner Robe sehen konnte, das rundliche, bleiche Gesicht � vor allem die leicht gekr�mmte Nase � und seine gr�nen Augen mit den vollkommen schwarzen Pupillen. Dieser Anblick verunsicherte die Nachtelfen.</p><p>Rhonin war zwar kleiner als Malfurion, wirkte jedoch kr�ftiger. Er sah aus wie ein Mann, der sich gut im Kampf behaupten konnte, was er auch schon gezeigt hatte. Das war eine ungew�hnliche F�higkeit f�r jemanden, der in den magischen K�nsten geschult war. Rhonin bezeichnete sich selbst als �Mensch�, ein Volk, von dem niemand je geh�rt hatte. Doch wenn Rhonin beispielhaft f�r einen Menschen war, h�tte sich Malfurion tausend andere in der Armee gew�nscht. Die Magie seines eigenen Volkes war direkt an den Brunnen der Ewigkeit gekoppelt und daher kaum noch einsetzbar. Rhonin hingegen verlie� sich auf sein eigenes Verm�gen und beherrschte Kr�fte, die ihn wie einen Halbgott erscheinen lie�en.</p><p>�Wie sollte ich denn aufh�ren? Und mit welchem Recht?�, fragte Malfurion. Er lud seine Wut auf Rhonin ab, obwohl der sie nicht verdient hatte. �Tyrande ist schon zu lange ihre Gefangene, und mir gelingt es noch nicht einmal, in den Palast zu blicken!�</p><p>Fr�her hatte sich Malfurion dank der Ausbildung, die er von dem Halbgott Cenarius erhalten hatte, durch eine Dimension bewegen k�nnen, die man den Smaragdgr�nen Traum nannte. Der Smaragdtraum war eine Welt, die aussah, als habe es niemals Zivilisationen oder tierisches Leben darin gegeben. In einer Traumgestalt konnte man ihn durchqueren und auf diese Weise m�helos weit entfernte Orte erreichen. Durch den Smaragdtraum war Malfurion in K�nigin Azsharas Zitadelle eingedrungen und hatte die Hochgeborenen und den Kommandanten der Brennenden Legion ausspioniert. So hatte er die Pl�ne von Xavius, dem Berater der K�nigin, vereiteln k�nnen. Nach einer kurzen, aber schlimmen Gefangenschaft war es ihm schlie�lich gelungen, das Portal kurzzeitig zu schlie�en und den Turm, in dem es sich befunden hatte, zu zerst�ren.</p><p>Jetzt hatte der m�chtige D�mon Archimonde die geistigen Mauern jedoch verst�rkt und sogar den Smaragdtraum verbannt. Malfurion hatte lange versucht, die geistigen Mauern zu durchbrechen, aber sie waren so stark, dass sie real h�tten sein k�nnen.</p><p>Der Druide wusste, dass sich Tyrande im Inneren der Festung aufhielt, und er nahm an, dass auch Illidan dort angekommen war.</p><p>�Elune wird sie besch�tzen�, antwortete Rhonin ruhig. �Sie scheint ein Liebling von Mutter Mond zu sein.�</p><p>Malfurion konnte nichts gegen diese Logik sagen. Noch vor kurzer Zeit war Tyrande eine junge Novizin im Tempel der Mondg�ttin gewesen. Doch die Ankunft der Brennenden Legion hatte eine Ver�nderung in ihr ausgel�st, die vielleicht sogar gr��er war als die in Malfurion. Ihre Macht war gewachsen, und zu ihrer gro�en �berraschung hatte die Hohepriesterin Tyrande zu ihrer Nachfolgerin bestimmt, nachdem sie selbst in einer Schlacht t�dlich verletzt worden war. Leider hatte der zu einem Satyr gewordene Xavius sie kurz darauf entf�hrt. Xavius hatte zwar den Preis f�r seine Untaten bezahlen m�ssen, doch das hatte Tyrande nicht gerettet.</p><p>�Hat denn Elune Sargeras� Finsternis etwas entgegenzusetzen?�</p><p>Rhonin hob seine dichten Brauen. �Mit solchen Gedanken hilfst du niemandem, Malfurion.� Er blickte hinter sich. �Und es w�rde mich freuen, wenn du so etwas nicht in Gegenwart unserer neuen Freunde �u�ern w�rdest.�</p><p>Einen Moment lang verga� der Druide seine Trauer, als sich schattenhafte Gestalten hinter dem Zauberer erhoben. Es war sofort klar, dass sie aus mehr als nur einem Volk bestanden. Gegen�ber einigen wirkte der Nachtelf wie ein Zwerg, w�hrend andere noch kleiner als Rhonin waren. Doch alle, die sich auf ihn und den Zauberer zu bewegten, trugen eine Entschlossenheit und St�rke zur Schau, die Malfurions Volk gerade erst f�r sich entdeckte.</p><p>Ein scharfer Geruch stieg in die Nase des Nachtelfs. Instinktiv versteifte er sich. Eine Gestalt mit kurzem Fell, die einen Lendenschurz trug und einen riesigen Speer in der Faust hielt, blieb stehen und blickte auf den Nachtelf hinab. Der Riese stie� seinen Atem schnaubend durch gewaltige Nasenl�cher aus. Der Ring, den er darin trug, bewegte sich bei jedem Atemzug. Seine Schnauze war mehr als unterarmlang, seine schwarzen Augen lagen tief in den H�hlen und leuchteten entschlossen. �ber der faltigen Stirn lagen zwei gebogene H�rner, deren Spitzen �ber die Schnauze hinweg nach vorne zeigten.</p><p>Ein Taure.</p><p>�Das ist ��, begann Rhonin.</p><p>�Wisse, dass Huln Highmountain vor dir steht, Nachtelf�, knurrte das stierk�pfige Wesen. �Huln vom Speer des Adlers.� Er hob seine Waffe, dessen Ende wie der Schnabel eines Greifvogels geformt war. Von der Metallspitze bis zum stumpfen Ende war der Speer eng mit Leder ummantelt worden, auf dem man die Zeichen von Hulns Volk sah. Malfurion wusste ein paar Dinge �ber die Tauren und erkannte daher, dass die Zeichen die Geschichte der Waffe beschrieben, von ihrer Herstellung bis hin zu den epischen Heldentaten ihrer Besitzer.</p><p>�Huln, der f�r alle versammelten St�mme spricht�, sagte der Stier. Sein knappes Nicken unterstrich seine Worte. In dem Fell unter seinem Kinn hingen mehr als zwei Dutzend Perlen. Jede stand f�r einen in der Schlacht get�teten Feind.</p><p>Die breite muskul�se Gestalt, die bis zum Unterarm des Tauren reichte, schnaubte. Seine Gesichtsz�ge lie�en ihn wie einen Verwandten Rhonins wirken. Damit endeten die �hnlichkeiten jedoch. Sein K�rper wirkte eher, als habe jemand einen Kriegshammer genommen und die b�rtige Gestalt zurecht gestutzt.</p><p>Bemerkenswert war vor allem, dass das Wesen aus Stein bestand, nicht aus Fleisch.</p><p>Seine raue Haut schien aus grauem Granit geformt zu sein, seine kleinen Augen waren blitzende Diamanten. Der Bart bestand aus feinen Mineralienf�den, die aussahen, als sei das Wesen bereits ergraut.</p><p>Der Zwerg � denn um einen solchen handelte es sich � griff in eine seiner zahlreichen G�rteltaschen und zog eine Tonpfeife samt Zubeh�r heraus. W�hrend er die Pfeife entz�ndete, wurde sein faltiges Gesicht, vor allem die gro�e runde Nase, von der Flamme erhellt. Ob die grauen Str�hnen in seinem Bart wirklich etwas mit seinem Alter zu tun hatten, lie� sich nicht erkennen. Der Zwerg bestand zwar aus Stein, trug jedoch eine Robe mit Kapuze, flache Stiefel, Hemd und Hose. Er wirkte wie ein Bergmann. Auf seinem R�cken hing eine scharf geschliffene Axt, fast so gro� wie er selbst.</p><p>�Dungard Ironcutter, ich spreche f�r die Clans der Irdenen�, sagte er. Zwerge machten nicht viele Worte.</p><p>Die Irdenen. Malfurion merkte sich den Begriff. �Zwerg� war ein abf�lliger Nachtelfenbegriff.</p><p>Ein b�renartiges Wesen, das hinter Dungard stand, knurrte.</p><p>Weder der Zwerg, noch der Taure achteten darauf. Nur Malfurion tat instinktiv einen Schritt zur�ck.</p><p>Das Wesen trat vor. Es sah aus wie ein B�r, bewegte sich jedoch wie ein Mann. Es erinnerte Malfurion ein wenig an die Zwillingsg�tter Ursoc und Ursol, doch es handelte sich eindeutig um ein primitives Gesch�pf. Es trug einen verblichenen braunen Lendenschurz und eine Halskette, die aus Klauen bestand. Der dreizehige B�r hob einen Arm und zeigte die Keule, die er in einer Pranke hielt. Die andere Klaue war zur Faust geballt.</p><p>Das Wesen knurrte erneut. Sein Tonfall war ein wenig anders als beim ersten Mal.</p><p>�Der Furbolg Unng Ak sagt, dass er f�r die Rudel spricht�, �bersetzte Rhonin bereitwillig.</p><p>Hinter Unng Ak standen noch weitere Wesen, doch sie blieben in den Schatten. Malfurion betrachtete die ungew�hnliche Versammlung, dann sah er Rhonin beeindruckt an. �Hast du alle �berzeugt, hierher zu kommen?�</p><p>�Brox und ich haben geholfen, doch haupts�chlich ist es Krasus� Werk.�</p><p>Malfurion lie� den Blick �ber die Anwesenden gleiten, konnte Rhonins Mentor jedoch nicht entdecken. Allerdings sah der gro�e Zauberer in seinen grauen Roben fast wie ein Nachtelf aus, jedenfalls weitaus mehr als Brox, der gedrungene, gr�nh�utige Krieger, der sich als Orc bezeichnete. Krasus wirkte zwar wie ein Nachtelf, aber wie einer, der schon l�ngst gestorben war, denn seine Haut war sehr blass und sein Haar silbrig wei�. Seine Gesichtsz�ge hatten etwas von einem Falken. Seine Augen wirkten ein wenig wie die von Rhonin, waren jedoch schmaler. In ihren dunklen Pupillen leuchtete uralte Weisheit.</p><p>Die Weisheit eines Wesens, das in Wirklichkeit ein Drache war.</p><p>Eine Gestalt marschierte auf sie zu. Es war nicht Krasus, sondern Brox. Der Orc wirkte ersch�pft, aber gleichzeitig so entschlossen wie immer. Brox war ein Krieger, der ein Leben voller Schlachten �berstanden hatte. Der K�rper des Sto�zahn bewehrten Orcs war voller Narben. Er war ebenso muskul�s wie der Taure. Lord Stareye hielt Brox f�r ein Tier, das nicht besser als Huln oder ein Furbolg war. Doch respektierten alle die St�rke des Orcs, vor allem, wenn er die h�lzerne Axt trug, die Cenarius und Malfurion f�r ihn verzaubert hatten.</p><p>Der Druide suchte weiter nach Krasus, fand ihn aber nicht. Das gefiel Malfurion nicht. �Wo ist er?�</p><p>Rhonin spitzte die Lippen und antwortete missmutig: �Er sagte, er m�sse schnell etwas erledigen, was sich nicht aufschieben lasse.�</p><p>�Und das bedeutet?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung, Malfurion. Bei manchen Angelegenheiten vertraut Krasus nur sich selbst.�</p><p>�Wir brauchen ihn � ich brauche ihn ��</p><p>Rhonin legte eine Hand auf die Schulter des Nachtelfs. �Ich verspreche dir, dass wir sie retten werden.�</p><p>Malfurion war nicht davon �berzeugt. Ebenso wenig war er �berzeugt, dass Lord Stareye seine neuen Verb�ndeten akzeptieren w�rde. Die Mission, auf die sich Rhonin und seine Begleiter begeben hatten, war vom Kommandanten der Armee nicht genehmigt worden. Krasus war jedoch davon ausgegangen, dass der Adlige die Hilfe nicht ausschlagen w�rde, wenn sie sich ihm bot. Doch Desdel Stareye zu �berzeugen w�rde vielleicht noch schwieriger werden, als eine vern�nftige Unterhaltung mit einem Furbolg zu f�hren.</p><p>Der Druide f�gte sich in sein Schicksal. Er wusste, dass es so schnell keine Rettung f�r Tyrande geben w�rde. Sie hatten schlie�lich schon alles M�gliche versucht, zumindest f�r den Augenblick. Doch sogar w�hrend er sich den Neuank�mmlingen zuwandte, kreisten seine Gedanken um seine Kindheitsfreundin und ihre Rettung � und um Illidans Schicksal.</p><p>Der Zwerg zog stoisch an seiner Pfeife, w�hrend Huln mit einer Geduld, die nicht zu seiner Gestalt zu passen schien, wartete. Unng Ak hielt die Schnauze in die Nachtluft und nahm ihre Ger�che auf. Seine Hand lie� die Keule nicht los.</p><p>Rhonin warf einen Blick auf die potenziellen Verb�ndeten und murmelte besorgt: �Wenn Krasus doch hier w�re. Ich will nicht wissen, wie Stareye reagiert, wenn er diese Versammlung sieht ��</p><empty-line/><p>Die Kinnlade des Adligen sank nach unten. Seine Augen traten so weit wie nur m�glich aus seinem Kopf hervor. Der Schnupftabak, den er fast bis an die Nase gebracht hatte, rieselte wie Asche zu Boden, als seine Finger zu zucken begannen.</p><p>�Was hast du hier eingeschleppt?�</p><p>Rhonin blieb ruhig. �Die einzige Chance, die uns noch bleibt, um unsere Verluste auszugleichen und vielleicht sogar zu gewinnen.�</p><p>Lord Stareye warf seinen reich verzierten Umhang w�tend zur Seite. Der Stoff fiel gr�n, orange und purpurn leuchtend zu Boden. Die R�stung, die sich darunter befand, war weniger farbenfroh. Sie war graugr�n eingef�rbt, wie bei den Nachtelfen �blich. Auf seiner Brustplatte befand sich allerdings das Symbol seines Hauses, eine Reihe goldener, von winzigen Diamanten eingerahmter Sterne. Auf einem Kartentisch lag ein in gleicher Weise verzierter Helm.</p><p>Der hagere Nachtelf blickte �ber seine spitze lange Nase hinweg. �Du hast dich einem direkten Befehl widersetzt! Ich werde dich in Ketten legen und ��</p><p>�Und ich werde sie verschwinden lassen, bevor Ihr sie schlie�en k�nnt. Dann werde ich die Armee verlassen, und vermutlich werden mich einige meiner Freunde begleiten.�</p><p>Er sagte dies beinahe nebens�chlich, aber jeder verstand die Drohung. Stareye starrte die drei anderen Adligen an, die sich mit ihm im Raum befanden. Sie blickten zur�ck, ohne zu reagieren. Niemand wollte den Kommandanten dazu dr�ngen, sich seiner f�higsten K�mpfer zu entledigen.</p><p>Der �ltere Nachtelf l�chelte pl�tzlich. Malfurion unterdr�ckte ein Schaudern.</p><p>�Vergebt mir, Meister Rhonin. Ich habe zu hastig gesprochen, ja, zu hastig.� Er griff in eine G�rteltasche, zog den wei�en Schnupftabak heraus und zog ihn tief durch die Nase ein. �Wir sind doch alle vern�nftig. Wir werden mit der Situation vern�nftig umgehen, auch wenn sie einigen von uns aufgedr�ngt wurde.�</p><p>Er gestikulierte in Richtung des Zelteingangs. �Nun gut, dann bringt die � <emphasis>sie</emphasis> herein.�</p><p>Rhonin ging zum Eingang und rief hinaus. Zwei Soldaten traten vor. Ihnen folgte ein Offizier, der Malfurion gut bekannt war. Jarod Shadowsong war der Captain der Suramar-Wache, dem das Missgeschick widerfahren war, Krasus gefangen zu nehmen. Im Verlauf der Ereignisse war er zu einem z�gerlichen Mitglied ihrer Gruppe geworden. Der verstorbene Lord Ravencrest hatte ihn sogar zum Bewacher der Zauberer ernannt. Stareye hatte nichts daran ge�ndert, obwohl jedem l�ngst klar geworden war, dass die Gruppe sich an keine Regeln hielt � vor allem nicht der �ltere Magier.</p><p>Huln, der Furbolg, und Dungard folgten Jarod. Unmittelbar hinter ihnen eilte ein Dutzend Soldaten ins Zelt. Sie nahmen Aufstellung, um ihren Kommandanten falls n�tig zu besch�tzen. </p><p>Stareyes Nase kr�uselte sich. Er bem�hte sich nicht darum, seine Abneigung zu verbergen. Huln stand still wie ein Stein. Unng Ak grinste und zeigte scharfe Z�hne. Dungard rauchte seine Pfeife.</p><p>�Ich m�chte dich bitten, dieses Ding auszumachen�, sagte der Adlige.</p><p>Der Zwerg nahm einen weiteren Zug.</p><p>�Unversch�mtheit! Wie k�nnt ihr glauben, dass wir uns mit solchen Tieren vereinen?�, knurrte Stareye, der seine an Rhonin gerichteten Worte bereits vergessen hatte. �Unser Volk wird sich nie darauf einlassen.�</p><p>�Als Kommandant m�sst Ihr sie dazu bringen�, antwortete der Magier ruhig. �So wie die drei und die Repr�sentanten der anderen ihre V�lker dazu gebracht haben.�</p><p>�Dir eingebildeten Nachtelfen braucht Leute, die zu k�mpfen verstehen�, murmelte Dungard. Die Pfeife hing in seinem Mundwinkel. �Leute, die euch das echte Leben zeigen ��</p><p>Unng Ak bellte laut. Nach einem Augenblick erkannte Rhonin, dass er gelacht hatte.</p><p>�Wenigstens verstehen wir, was Zivilisation bedeutet�, gab einer der Adligen zur�ck. �Oder baden und Hygiene.�</p><p>�Vielleicht lassen euch die D�monen ja als ihre Zimmerm�dchen am Leben.�</p><p>Der Adlige zog sein Schwert, die anderen Nachtelfen folgten seinem Beispiel. Dungard hob seine Axt mit solcher Geschwindigkeit, dass die Bewegung kaum zu sehen war. Huln reckte seinen Speer und schnaubte. Unng Ak schwang herausfordernd seine Keule.</p><p>Pl�tzlich erstrahlte ein bl�ulicher Blitz in der Mitte des Zeltes. Beide Seiten verga�en ihren Streit, versuchten statt dessen, ihre Augen vor dem grellen Licht zu sch�tzen. Malfurion wandte sich ab, um nicht geblendet zu werden und bemerkte, dass Rhonin nicht von der Helligkeit beeintr�chtigt wurde.</p><p>Der Mensch trat zwischen die Parteien. �Das reicht! Das Schicksal von Kalimdor, das Schicksal aller, die ihr liebt �� Er z�gerte einen Moment. Sein Blick wirkte, als sei er in weite Ferne gerichtet. �� aller, die ihr liebt, h�ngt davon ab, dass ihr eure l�cherlichen Vorurteile vergesst!�</p><p>Rhonin sah zuerst Huln und seine Begleiter an, dann Stareye und die anderen Adligen. Beide Seiten erweckten nicht den Anschein, als wollten sie einen zweiten Blitz riskieren.</p><p>Rhonin nickte zufrieden. �Gut. Da das jetzt alle verstanden haben, sollten wir anfangen, miteinander zu reden ��</p><empty-line/><p>Krasus st�rzte schmerzhaft auf den Boden der Eish�hle.</p><p>Schwer atmend blieb er liegen. Der Zauberspruch, der ihn hierher gebracht hatte, war riskant gewesen, vor allem in seinem augenblicklichen Zustand. Die H�hle lag weit entfernt vom Lager der Elfenarmee � fast eine halbe Welt entfernt. Trotzdem hatte er den Zauber riskiert, auch wenn er nicht wusste, was dieser ihm antun w�rde und � schlimmer noch �, ob es nicht schon l�ngst zu sp�t war.</p><p>Selbst Rhonin hatte er nichts von seinen Absichten erz�hlt. Der Zauberer h�tte ihn wahrscheinlich begleiten wollen, doch einer von ihnen musste sich den potenziellen Verb�ndeten der Nachtelfen widmen. Krasus hatte vollstes Vertrauen in den Menschen, denn der hatte sich als flexibler und vertrauensw�rdiger erwiesen als die meisten, die er in seinem langen Leben kennen gelernt hatte.</p><p>Als sich sein Atem beruhigt hatte, stand Krasus auf. In der eiskalten H�hle atmete er graue Wolken aus, die langsam zur Decke aufstiegen. Stalaktiten bildeten bizarre Eisformationen, der Felsboden war frostbedeckt.</p><p>Der Magier �berpr�fte seine Umgebung mit seinen �berragenden Sinnen, fand jedoch keinen Hinweis auf eine andere Pr�senz. Diese Erkenntnis befl�gelte Krasus nicht gerade, �berraschte ihn aber auch nicht. Er hatte die Katastrophe miterlebt, hatte gesehen, wie sich Neltharion, der Erdw�chter � der gro�e schwarze Drache � in seinem Wahnsinn gegen sein eigenes Volk stellte. Alle vier Clans hatten f�r ihren Widerstand bezahlen m�ssen, doch die Bewohner dieser H�hle hatten die gr��ten Verluste erlitten.</p><p>Die Kinder von Malygos waren abgeschlachtet worden, ihren Herrn hatte Neltharion in weite Ferne geschleudert. Das war nur m�glich gewesen, weil der Erdw�chter die anderen Drachen dazu gebracht hatte, seine furchtbare Sch�pfung mit Macht zu erf�llen.</p><p>Die Drachenseele � die man jetzt die <emphasis>D�monenseele</emphasis> nannte.</p><p>�Malygos ��, rief Krasus. Der Name hallte durch die glitzernde H�hle. Fr�her war dies trotz der K�lte ein fr�hlicher Ort gewesen, denn der blaue Clan bestand aus Wesen reinster Magie, die voller Freude waren. Wie hohl erschien die H�hle jetzt, wie leer.</p><p>Als die Antwort des Aspekts ausblieb, begann Krasus sich in der H�hle umzusehen. Vorsichtig bewegte er sich �ber den unebenen, glatten Boden. Er war ebenfalls ein Drache, geh�rte jedoch dem roten Clan von Alexstrasza, der Mutter des Lebens, an. Zwischen den Blauen und den Roten hatte es nie Feindseligkeiten gegeben, trotzdem ging er kein Risiko ein. Malygos hatte sich vielleicht tiefer in das H�hlensystem zur�ckgezogen, und Krasus wusste nicht, wie der uralte W�chter reagieren w�rde. Die Trauer �ber das Massaker an seinem Volk hatte ihn in Wahnsinn getrieben. Es w�rden Jahrhunderte vergehen, bis er sich davon erholte.</p><p>Krasus wusste das, weil er diese zuk�nftigen Jahrhunderte durchlebt hatte. Er hatte gegen Neltharions Verrat gek�mpft. Neltharion, den man sp�ter einmal <emphasis>Deathwing</emphasis> nennen w�rde. Krasus war dabei gewesen, als die Drachen untergingen, als sie immer weniger wurden und die Angeh�rigen seines eigenen Clans mitsamt ihrer K�nigin zu Sklaven der Orcs wurden.</p><p>Der Drachenmagier sandte seine Sinne tiefer in die H�hle aus, doch egal, wo er auch suchte, Krasus fand nur Leere. Er schien in einem riesigen Grabmal zu stehen. Seine Suche f�rderte keine Lebensaura zutage, und er begann zu bef�rchten, dass seine Reise umsonst gewesen war.</p><p>Dann � sehr, sehr tief in den H�hlen � sp�rte er doch ein leichtes Flackern. Es war so schwach, dass Krasus es beinahe f�r eine Wunschvorstellung hielt, doch dann sp�rte er eine zweite, �hnliche Pr�senz direkt daneben.</p><p>Er machte sich auf den Weg durch die glitschigen dunklen G�nge. Mehrmals rutschte Krasus aus und musste sich an den W�nden abst�tzen. Diese G�nge wurden normalerweise von Wesen benutzt, die hundertmal gr��er waren als er in seiner jetzigen Gestalt, und ihre riesigen Klauen �berbr�ckten m�helos die Risse und Schluchten, durch die er klettern musste.</p><p>Krasus h�tte sich am liebsten in einen Drachen verwandelt, doch in dieser Zeitperiode ging das nicht. Er und eine j�ngere Version seiner selbst existierten hier gleichzeitig. Zusammen hatten sie Gro�artiges im Kampf gegen die Brennende Legion geleistet, aber es gab auch Einschr�nkungen. Keiner von beiden konnte die Gestalt ver�ndern, die er angenommen hatte, und bis vor kurzem hatte jede Entfernung, die zwischen ihnen lag, sie stark geschw�cht. Das zweite Problem hatte man zwar gr��tenteils l�sen k�nnen, doch Krasus war immer noch in seinem sterblichen K�rper gefangen.</p><p>Er h�rte �ber sich einen Schrei und presste sich gegen die Wand. Ein gro�er ledriger Schemen flatterte an ihm vorbei. Es war eine wolfsgro�e Fledermaus mit einem Katzengesicht, dichtem Fell und fingerlangen Krallen. Das Wesen wendete, um einen zweiten Angriff zu fliegen, aber Krasus hatte bereits die Hand erhoben.</p><p>Eine Feuerkugel raste der Fledermaus entgegen. Sie traf, schluckte das Wesen f�rmlich, bevor sie in sich zusammenfiel.</p><p>Die Asche, die auf Krasus herab regnete, waren die einzigen �berreste des Angreifers. Ein paar Flocken fing er auf. Neugierig untersuchte er sie mit seinen Sinnen und fand heraus, dass die Kreatur eine magische Sch�pfung gewesen war, kein lebendes Wesen � ein W�chter des Meisters der Magie.</p><p>Krasus wischte sich die Reste der Fledermaus von den Fingern und setzte seinen Weg fort. Es ging ihm schlecht nach seiner Reise an diesen weit entfernten Ort, aber f�r sein Ziel war keine Anstrengung zu gro�.</p><p>Zu seiner �berraschung sp�rte er vor sich eine Erw�rmung. Sie nahm zu, als er weiterging, aber nicht so sehr, wie er angenommen hatte. Er runzelte besorgt die Stirn, als er die zweite gro�e H�hle vor sich auftauchen sah. Seinen Berechnungen zufolge h�tte es weitaus w�rmer sein m�ssen.</p><p>Ein schwaches bl�uliches Licht leuchtete ihm aus der H�hle entgegen. Krasus blinzelte kurz, um seine Augen daran zu gew�hnen, dann trat er ein.</p><p>Der Boden war voller blau leuchtender Eier. Es waren Hunderte. Manche waren nicht gr��er als eine Menschenfaust, andere reichten ihm fast bis zum Kinn. Unwillk�rlich stie� er den Atem aus. Eine solch reiche Beute hatte er nicht erwartet.</p><p>Doch seine Hoffnungen sanken so schnell, wie sie gestiegen waren, denn eine genauere Untersuchung enth�llte die schreckliche Wahrheit. In den Eiern gab es gro�e Risse, doch es waren nicht Anzeichen einer Geburt, sondern die des Verfalls. Krasus legte seine Hand auf eines der gr��eren Eier, sp�rte jedoch keine Bewegung.</p><p>Er ging von einem Nest zum n�chsten, sp�rte, wie seine Verbitterung mit jedem Schritt wuchs. Die Geschichte schien sich zu wiederholen, obwohl er alles tat, um das zu verhindern. Die Zukunft des blauen Drachenclans lag vor ihm, aber es war eine Zukunft ohne Hoffnung, wie schon beim ersten Mal. In der Zeitlinie, die Krasus kannte, war es Malygos nicht gelungen, sich rechtzeitig von der L�hmung zu befreien, mit der Neltharion ihn verflucht hatte. Als er zur�ckkehrte, war die Magie der Eikammer � Magie, die an den Aspekt gebunden war l�ngst erloschen. Ohne Schutz vor der K�lte waren die Eier zerst�rt worden und mit ihnen jegliche Hoffnung. In einer weit entfernten Zukunft hatte Alexstrasza Malygos angeboten, ihm beim Wiederaufbau seines Clans zu helfen, doch zum Zeitpunkt von Krasus� Abreise hatte man den Plan noch nicht in die Tat umgesetzt.</p><p>Krasus hatte trotz allem, was er Rhonin gepredigt hatte, versucht, die Zukunft seiner Welt zu ver�ndern. Er hatte gehofft, er k�nne die Nester retten und an einen sicheren Ort bringen. Doch der st�ndige Kampf gegen die D�monen und die l�stigen Auseinandersetzungen mit uneinsichtigen Nachtelfen hatten ihn zu lange aufgehalten.</p><p>Oder? Hoffnungsvoll betrachtete Krasus ein halb entwickeltes Ei. Er sp�rte das Leben darin. Es war keine starke Aura, aber mit ein wenig W�rme w�rde es sich erholen.</p><p>Er �berpr�fte ein weiteres und kam zu dem gleichen Ergebnis. Die Eier, die er danach untersuchte, enthielten jedoch kein Leben mehr. Er biss die Z�hne zusammen und eilte zum n�chsten Nest.</p><p>Er entdeckte vier weitere gesunde Eier, legte den Finger auf jedes einzelne und markierte sie mit einem leichten goldenen Leuchten, dann setzte er seine Suche fort.</p><p>Am Ende hatte er weit weniger lebende Eier gefunden, als er gehofft, aber mehr, als er bef�rchtet hatte. Der Drachenmagier betrachtete jene, die er markiert hatte. Ihr Leuchten lie� sie aus den anderen in der gewaltigen H�hle herausragen. Er wusste mit absoluter Sicherheit, dass es keine weiteren gab. Jetzt musste er daf�r sorgen, dass sie nicht ebenso starben wie der Rest.</p><p>Die anderen Drachen, sogar seine geliebte Alexstrasza, waren f�r seine Sinne unsichtbar. Er nahm an, dass sie sich irgendwo verbargen, um sich von der schrecklichen Macht der D�monenseele zu erholen. Seine Erinnerungen an diese Zeitperiode waren l�ckenhaft. Das war das Ergebnis seiner Reise und seiner Verletzungen. Die anderen Clans w�rden schlie�lich den Kampf wieder aufnehmen, aber f�r Malygos� Volk kam jede Hilfe zu sp�t. Sogar sein j�ngeres Ich war unauffindbar. Korialstrasz, der bei seinem heldenhaften Kampf gegen Neltharion schwer verletzt worden war, hatte sich aufgemacht, um nach den anderen Drachen zu suchen.</p><p>Also musste Krasus seine Entscheidung allein treffen. Bevor er zu Malygos� Nest aufgebrochen war, hatte er �ber einen sicheren Ort f�r die Dracheneier nachgedacht. Doch keiner stellte ihn zufrieden. Sogar die Lichtung des Halbgottes Cenarius hatte seinem pr�fenden Blick nicht gen�gt. Die geh�rnte Gottheit war zwar der Mentor von Malfurion Stormrage und wahrscheinlich ein Kind des Drachen Ysera, aber Krasus wusste, dass Cenarius sich um zu viele Dinge gleichzeitig k�mmern musste.</p><p>�So soll es sein�, murmelte der Zauberer.</p><p>Mit dem Finger malte er einen Kreis in die Luft. Goldene Funken markierten die Spur, die sein Finger hinterlie�. Der Kreis war perfekt und sah aus, als habe man ihn aus der Luft herausgeschnitten.</p><p>Der Magier ber�hrte ihn in der Mitte mit den Fingerspitzen und <emphasis>entfernte</emphasis> den Kreis. Eine wei�e L�cke erschien vor ihm, bot einen Weg aus der Welt der Sterblichen.</p><p>Krasus fl�sterte Worte. Der Rand des Kreises leuchtete rot auf. Etwas st�hnte im Inneren. Kleine Steine rollten auf die L�cke zu. Krasus murmelte andere Worte. Die L�cke begann st�rker zu saugen, doch die Steine blieben liegen. Statt dessen begannen die Eier zu zittern. Sogar in denen, die kalt und tot war, schien sich etwas zu regen.</p><p>Doch das stimmte nicht. Eines der lebendigen Eier, das sich neben Krasus� Sch�pfung befand, wurde angehoben. Langsam flog es auf die L�cke zu. Ein zweites, ebenfalls markiertes Ei folgte ihm, dann verlie� auch der Rest die Nester. Die toten Eier zitterten weiter, schwebten aber nicht auf die L�cke zu.</p><p>Krasus beobachtete, wie die Zukunft von Malygos� Clan langsam in das Loch eindrang.</p><p>Jedes Ei, das sich der L�cke n�herte, schrumpfte, bis es hinein passte. Nach und nach verschwanden Krasus� wichtige Fundst�cke in der wei�en �ffnung.</p><p>Als auch das letzte hinein geflogen war, versiegelte der Magier die �ffnung. Eine Sekunde lang glomm noch ein goldener Funke, dann verschwand die L�cke spurlos.</p><p>�Genug zum �berleben, aber nicht mehr�, murmelte Krasus. Es w�rde Jahrhunderte dauern, bis die Blauen die Verluste �berwunden hatten. Selbst wenn jedes Ei ausgebr�tet wurde, w�rde es auch in der Zeitperiode, aus der er stammte, nicht viele blaue Drachen geben.</p><p>Aber wenige waren besser als keine.</p><p>Krasus taumelte, als Schwindel und Ersch�pfung ihn �berkamen. Beinahe w�re er gest�rzt. Er hatte die Ursachen der Krankheit, die ihn seit seiner Ankunft in der Vergangenheit qu�lte, zwar fast ergr�ndet � er und sein j�ngeres Ich teilten sich die gemeinsame Lebenskraft �, aber es gab immer noch �berraschungen.</p><p>Doch ausruhen konnte er sich nicht. Die Eier waren in Sicherheit, befanden sich in einem winzigen Universum, in dem die Zeit so langsam lief, dass sie keine Rolle spielte. Sie w�rden so lange dort bleiben, bis er sie jemandem �bergeben konnte, dem er vertraute � vorausgesetzt, er �berlebte den Krieg.</p><p>Der Gedanke an den Krieg brachte Krasus� St�rke zur�ck. Er setzte zwar gro�e Hoffnungen in Rhonin und Malfurion, doch der Ausgang des Kampfes war alles andere als klar. Die Zeitlinie hatte sich ver�ndert. Es war m�glich, dass die Brennende Legion, die den Krieg einst verloren hatte, ihn dieses Mal gewann. Nun, da Krasus seine eigene Ver�nderung der Zeitlinie abgeschlossen hatte, musste er die Nachtelfen und die anderen mit aller Kraft unterst�tzen. Es musste eine Zukunft geben.</p><p>Krasus wob langsam den Zauber, der ihn zur�ckbringen w�rde und betrachtete w�hrenddessen die toten Eier.</p><p>So w�rde die Zukunft aussehen, wenn die D�monen siegten: kalt, dunkel, leblos. Eine Ewigkeit vollkommener Leere.</p><p>Der Drachenmagier stie� ein lautes Zischen aus und verschwand.</p></section><section><title><p>2</p></title><p>Zin-Azshari. Einst hatte die Stadt am Rand des Brunnens als H�hepunkt nachtelfischer Baukunst gegolten. Sie war die Heimat von Azshara, ihrer geliebten K�nigin. Ihr zu Ehren hatten die Nachtelfen ihre Hauptstadt sogar umbenannt.</p><p>Doch heute bestand Zin-Azshari nur noch aus Ruinen. Hier hatte die Brennende Legion ihre Invasion begonnen.</p><p>W�lfische Teufelsbestien trotteten durch die Tr�mmerberge und suchten nach den unverwechselbaren Spuren von Leben und Magie. Die beiden Tentakel, die sich oberhalb ihrer Schultern befanden, zuckten umher, als seien sie von einem eigenen Willen beseelt. Die zahnbewehrten Saugn�pfe an ihren Enden �ffneten und schlossen sich hungrig. Teufelsbestien liebten es, einem Magier die Lebensenergie und Magie auszusaugen, doch die spitzen Zahnreihen in den M�ulern verrieten, dass sie auch Fleisch nicht verachteten.</p><p>Zwei der D�monenhunde, die in den Ruinen eines f�nfst�ckigen Baumhauses umherschn�ffelten, hoben den Kopf, als sie das Ger�usch marschierender Soldaten und das Klappern von Metall h�rten. Reihe um Reihe zogen die Krieger an ihnen vorbei. Ihr Ziel war die Nachtelfen-Armee, einige Tagesm�rsche entfernt. Die Teufelswachen bildeten das R�ckgrat der Invasoren. Von ihrer Art gab es mehr als von allen anderen zusammen genommen. Sie waren mehr als drei Meter gro�, hatten breite Schultern, aber seltsam schlanke, fast schon d�rre H�ften. Geschwungene H�rner ragten aus ihren fleischlosen Sch�deln. Aus blutroten Augen beobachteten sie misstrauisch die zerst�rte Landschaft. Sie marschierten zwar diszipliniert, aber ihre Ungeduld war deutlich sp�rbar, denn die Teufelswachen lebten f�r den Kampf. Ab und zu p�belte ein Krieger einen anderen an, doch Schl�gereien blieben aus. Daf�r sorgten die Peitschen der gefl�gelten Verdammniswachen, die �ber den Regimentern schwebten. Sie waren etwas gr��er als ihre Br�der am Boden, unterschieden sich sonst von ihnen aber nur durch ihre h�here Intelligenz und geringere Zahl.</p><p>Obwohl Zin-Azshari von dichtem Nebel durchzogen war, konnten sich die monstr�sen Armeen m�helos orientieren. Der Nebel geh�rte zu ihnen wie die Schwerter, �xte und Lanzen, die sie schwangen. Die gr�nlichen Schwaden harmonierten mit den Flammen, die jeden D�mon umgaben.</p><p>Die Sch�del gemeuchelter Nachtelfen verfolgten den Marsch der Brennenden Legion aus leeren Augenh�hlen. Sie waren zu Beginn der Invasion von der K�nigin, die sie so verehrt hatten, get�tet worden. Nur die Hochgeborenen, die Diener der K�nigin, waren dem Massaker entgangen. Ihre Quartiere lagen hinter hohen Mauern, die verhinderten, dass ihre feinen Sinne von dem Blutvergie�en gest�rt wurden. In ihren farbenfrohen Roben warteten sie auf Azsharas Befehle.</p><p>Die Krieger des Palastes hielten immer noch Wache auf den T�rmen. In ihren Blicken loderte der gleiche Fanatismus wie er den D�monen zu eigen war. Kommandiert wurden sie von Captain Varo�then, der trotz seines Ranges die Macht eines Generals hatte. Er vertrat den Willen der K�nigin, wenn Azshara nicht der Sinn nach Staatsgesch�ften stand. Die Soldaten waren ihm treu ergeben. Sie waren bereit, sich zusammen mit den D�monen gegen ihr eigenes Volk zu stellen. Das Massaker an der Stadtbev�lkerung hatten sie ohne eine Reaktion hingenommen. Wie fast alle Bewohner des Palastes waren sie Azshara h�rig und dienten dem Herrn der Brennenden Legion.</p><p>Sargeras.</p><empty-line/><p>Eine Person, die weder der K�nigin noch dem D�mon diente, hing in einer Zelle tief unter dem Palast und versuchte sich durch Gebete zu ihrer G�ttin von ihrer Furcht abzulenken.</p><p>Tyrande Whisperwind war in einem Alptraum erwacht. Sie erinnerte sich vage an eine furchtbare Schlacht, in der die Priesterinnen der Elune � Mutter Mond � gek�mpft hatten. Tyrande hatte sich am Kopf verletzt, als sie von ihrem t�dlich getroffenen Reittier st�rzte. Malfurion hatte sie in Sicherheit gebracht. Danach verschwammen die Erinnerungen in ihrem Geist. Sie nahm furchtbare Bilder und Ger�usche wahr, sah ziegen�hnliche Kreaturen, die mit langen Klauen nach ihr griffen, h�rte Malfurions verzweifelte Rufe und dann �</p><p>Und dann war die Priesterin hier erwacht.</p><p>Aus silbernen Augen sah sie sich zum vielleicht tausendsten Mal in ihrem Kerker um. Sie presste die Lippen zusammen und suchte nach innerer Ruhe. Dann sch�ttelte sie den Kopf. Ihrer langes bl�uliches, von silbrigen Str�hnen durchsetztes Haar wurde nicht mehr von einem Helm gehalten und fiel locker �ber ihre Schultern. Nichts hatte sich seit Tyrandes letzter Untersuchung der Zelle ver�ndert. Wieso hatte sie �berhaupt darauf gehofft?</p><p>Ihre Handgelenke und Kn�chel waren nicht gefesselt, doch das spielte keine Rolle. Eine leuchtende gr�ne Aura, die ein St�ck �ber dem Steinboden schwebte, h�llte sie von Kopf bis zu den F��en ein. Darin stand Tyrande, die Arme �ber den Kopf gestreckt, die Beine fest aneinander gepresst. Die Hohepriesterin hatte alles versucht, aber sie konnte ihre Gliedma�en nicht bewegen. Die Magie des gro�en D�mons Archimonde war der ihren in diesem Punkt weit �berlegen.</p><p>Und doch hatte Archimonde sein h�chstes Ziel nicht erreicht. Es war von Anfang an klar gewesen, dass er sie foltern und ihren Willen brechen wollte, damit sie sich ihm und seinem Herrn unterwarf. Dazu standen ihm Mittel wie seine eigene furchtbare Fantasie zur Verf�gung sowie die dunklen K�nste der Hochgeborenen und der teuflischen Satyrn.</p><p>Aber als der D�mon zu seiner Folter ansetzte, bildete sich eine feine Aura aus Mondlicht um den K�rper der Priesterin. Weder Archimonde noch seinen Sklaven gelang es, sie zu durchsto�en. Tyrandes R�stung h�tte sie vor seinen Angriffen ebenso wenig sch�tzen k�nnen wie der d�nne silbrige Umhang, den man ihr vom Leib gerissen hatte � doch die Aura wirkte wie eine meterdicke Mauer. Immer wieder warf sich Archimonde dagegen, immer wieder scheiterte er. W�tend griff der t�towierte Riese schlie�lich nach einer ahnungslosen Teufelswache und zerfetzte ihr mit einer nachl�ssigen Bewegung die Kehle.</p><p>Von diesem Tag an lie� man Tyrande in Ruhe. Die D�monen hielten den Sieg �ber die Armee der Nachtelfen wohl f�r wichtiger als den �ber eine einsame Priesterin. Nat�rlich w�rde sich das irgendwann �ndern, denn die Satyrn, von denen sie durch das magische Portal getragen worden war, hatten ihrem Herrn berichtet, dass sie jenem nahe stand, den Archimonde jagte � Malfurion. Die D�monen w�rden Tyrande gegen ihn einsetzen, das war die gr��te Furcht der Priesterin. Sie wollte nicht die Schuld an Malfurions Untergang tragen.</p><p>Sie h�rte Schritte in den G�ngen des Kerkers. Besorgt hob sie den Kopf, als jemand die Zellent�r aufschloss. Ein Nachtelf, den sie fast so sehr f�rchtete wie Archimonde, trat ein. Der vernarbte Offizier trug eine gr�n schimmernde R�stung, auf deren Brust goldene Sonnenstrahlen leuchteten. Seine eng zusammen stehenden Augen schienen nie zu blinzeln, und wenn er Tyrande ansah, bohrte sich ihr Blick so tief in ihre Seele, dass sie zur Seite schauen musste.</p><p>�Sie ist bei Bewusstsein�, sagte Captain Varo�then zu einer Person, die hinter ihm stand.</p><p>�Dann lasst mich eintreten�, antwortete eine verf�hrerisch klingende, weibliche Stimme. �Ich will wissen, was Lord Archimonde an dieser Beute findet.�</p><p>Varo�then trat mit einer eleganten Verbeugung zur Seite. Tyrande hielt die Luft an, obwohl sie bereits geahnt hatte, wer hinter ihm stand.</p><p>K�nigin Azshara war genau so sch�n und perfekt, wie es die Geschichtenerz�hler behaupteten. Gl�nzendes silbernes Haar fiel �ber ihren R�cken. Ihre Augen waren golden, ihre Lider halb geschlossen, ihre Lippen voll und verf�hrerisch. Sie trug eine Seidenrobe, die zu ihrem Haar passte und so durchscheinend war, dass man ihren schlanken K�rper darunter mehr als nur erahnen konnte. Juwelenarmb�nder umschmiegten ihre Handgelenke, dazu passende Ohrringe hingen von den Ohrl�ppchen fast bis zu den Schultern herab. In die Tiara, die ihr Haar zur�ckhielt, hatte man einen Rubin eingearbeitet, der das flackernde Fackellicht blendend hell reflektierte.</p><p>Eine zweite Frau befand sich hinter der K�nigin. Unter normalen Umst�nden h�tte sie als sch�n gegolten, doch neben Azshara verblasste sie. Die Zofe trug fast die gleiche Kleidung wie ihre Herrin, nur die Qualit�t war deutlich schlechter. Sie trug die gleiche Frisur, aber ihre silbernen Haare waren gef�rbt und wirkten stumpf. Nur ihre Augen hoben sich ab. Sie waren zwar ebenso silbrig wie die der meisten Nachtelfen, aber katzenhaft geschwungen.</p><p>�Das ist sie?�, fragte die K�nigin sichtlich entt�uscht, nachdem sie den ersten Blick auf ihre Gefangene geworfen hatte.</p><p>In Azsharas Gegenwart f�hlte sich Tyrande noch unbedeutender als die Zofe. Sie h�tte sich am liebsten das Blut und den Schmutz vom Gesicht gewischt, doch das ging nicht. Die Priesterin wusste zwar, dass die K�nigin ihr Volk verraten hatte, sp�rte aber trotzdem den Wunsch, vor ihr niederzuknien � so gewaltig war das Charisma der Monarchin.</p><p>�Du solltet sie nicht untersch�tzen, Licht der Lichter�, antwortete der Captain. Der Blick, mit dem er Azshara betrachtete, war voll brennender Sehnsucht. �Sie scheint unter dem Schutz der Elune zu stehen.�</p><p>Das schien die K�nigin nicht zu beeindrucken. Sie kr�uselte ihre perfekte Nase, dann fragte sie: �Wer ist schon Elune, verglichen mit dem gro�en Sargeras?�</p><p>�Weise gesprochen, Euer Majest�t.�</p><p>Azshara trat n�her heran. Jede auch noch so kleine Bewegung wirkte berechnet, so als w�re sie eine Schauspielerin vor ihrem Publikum. Tyrande h�tte am liebsten vor ihr gekniet.</p><p>�Auf eine derbe Art ganz h�bsch�, sagte die silberhaarige K�nigin beil�ufig. �Sie w�re vielleicht eine brauchbare Zofe. Was h�ltst du davon � wie hei�t sie noch, Captain?�</p><p>�Tyrande�, erkl�rte Varo�then mit einer knappen Verbeugung.</p><p>�Tyrande � w�rest du gern meine Zofe? Du k�nntest im Palast leben und vielleicht einmal eine Vertraute von mir und meinem Herrn werden. Was meinst du?�</p><p>Die andere Nachtelfe starrte ihre K�nigin entsetzt an. Sie versuchte noch nicht einmal, ihre Eifersucht zu verbergen.</p><p>Tyrande biss die Z�hne zusammen. Dann sagte sie: �Ich habe mein Leben Mutter Mond gewidmet, mein Herz geh�rt ihr.�</p><p>Eine Boshaftigkeit, die fast schon der Captain Varo�thens gleichkam, verzerrte die Gesichtsz�ge der K�nigin. �Undankbare kleine Schlampe! Und auch noch eine L�gnerin! Du verschenkst dein Herz doch sehr leichtfertig, zuerst an den einen Bruder, dann an den anderen. Habe ich noch welche vergessen?� Als Tyrande nicht antwortete, fuhr Azshara fort: �Kann man mit M�nnern nicht wundervoll spielen? Macht es nicht Spa�, wenn sich deine Geliebten wegen dir streiten? Der Anblick des Blutes, das nur wegen dir flie�t � Ich muss dich loben! Br�der, Zwillinge auch noch, das zeugt von Stil. Du siehst zu, wie sie ihre Familienbande abstreifen, bis sie sich gegenseitig die Kehle zerfetzen wollen � nur um dir zu gefallen.�</p><p>Varo�then kicherte. Die Zofe l�chelte boshaft. Tyrande sp�rte, wie eine Tr�ne �ber ihre Wange rollte und verfluchte ihre Gef�hle.</p><p>�Oh, verzeih mir. Habe ich ein unangenehmes Thema angesprochen? Ich entschuldige mich. Der arme Malfurion, der arme Illidan � das sind doch ihre Namen, oder? Vor allem um Illidan tut es mir Leid. Es ist eine Trag�die, was mit ihm geschehen ist. Kein Wunder, dass er das getan hat.�</p><p>�Was getan hat?�, stie� Tyrande hervor. �Was ist mit Illidan?�</p><p>Aber Azshara hatte sich bereits zu Varo�then und ihrer Zofe umgedreht. �Sie braucht Ruhe, findest du nicht, Captain? Komm, Lady Vashj. Ich m�chte wissen, welche Fortschritte es bei dem Portal gibt. Ich muss schlie�lich bereit sein, wenn Sargeras kommt.�</p><p>Die K�nigin sprach den D�monennamen voller Leidenschaft aus. �Ich will gut f�r ihn aussehen ��</p><p>Die Wachen traten zur Seite, als Captain Varo�then Azshara und Lady Vashj zur T�r brachte. Die Herrscherin der Nachtelfen drehte sich im Gang noch einmal kurz zu der gefangenen Priesterin um. �Du solltest wirklich dar�ber nachdenken, meine Zofe zu werden. Dann k�nntest du beide gegeneinander ausspielen � nat�rlich erst, wenn ich mit ihnen fertig bin.�</p><p>Die eiserne T�r fiel ins Schloss, und Tyrandes Hoffnungen erstarben. In ihren Gedanken sah sie Malfurion und Illidan. Malfurion war dabei gewesen, als sie entf�hrt wurde, und Tyrande wusste, dass er sich schuldig f�hlte. Sie bef�rchtete, dass er durch diese Gef�hle draufg�ngerisch und ein leichtes Ziel f�r die D�monen werden w�rde.</p><p>Und dann gab es da auch noch Illidan. Kurz vor der letzten Schlacht hatte er herausgefunden, in welche Richtung Tyrandes Gef�hle gingen. Er hatte es nicht gut aufgenommen. Mit ihren Bemerkungen hatte Azshara die Priesterin zwar gewiss gezielt verletzen wollen, doch ein gewisser Wahrheitsgehalt war nicht auszuschlie�en. Sie kannte Illidan gut genug, um zu wissen, wie sehr er au�er Kontrolle geraten konnte. War das vielleicht geschehen? Hatte er sich wegen ihrer Ablehnung zu etwas Schrecklichem hinrei�en lassen?</p><p>�Elune, Mutter Mond, besch�tze sie beide�, fl�sterte sie. Tyrande machte sich zwar die gr��ten Sorgen um Malfurion, aber auch seinen Zwilling mochte sie immer noch. Zudem wusste die Priesterin, wie schlecht es Malfurion ergehen w�rde, sollte seinem Bruder etwas zusto�en.</p><p>Daran dachte Tyrande, als sie hinzuf�gte: �Mutter Mond, was auch immer mir widerfahren sollte, bitte rette Illidan f�r Malfurion. Trenne sie nicht. Lass Illidan nicht ��</p><p>Im gleichen Moment sp�rte sie eine Pr�senz in ihrer unmittelbaren N�he. Sie musste innerhalb der Palastmauern sein, so nahe erschien sie Tyrande. Die Begegnung dauerte nur einen Augenblick, doch die Priesterin wusste genau, wen sie gesp�rt hatte.</p><p>Illidan! Illidan war in Zin-Azshari � im Palast!</p><p>Die Entdeckung ersch�tterte sie. Er war gewiss ein Gefangener und wurde furchtbar gefoltert, da Elune ihn nicht im selben Ma�e sch�tzen w�rde wie Tyrande. Die Priesterin glaubte ihn schreien zu h�ren, w�hrend D�monen ihn auspeitschten und mit ihrer Magie daf�r sorgten, dass er jeden schrecklichen Hieb bei vollem Bewusstsein miterlebte. Sie w�rden ihn nicht nur wegen seiner eigenen Taten foltern, sondern auch wegen denen, die Malfurion begangen hatte.</p><p>Sie versuchte ihn mit ihren Gedanken zu ber�hren, scheiterte jedoch. Doch noch w�hrend sie diesen Versuch wagte, kamen ihr Zweifel an ihrer Einsch�tzung. Tyrande dachte an den kurzen Kontakt und pr�fte ihn aus allen Blickwinkeln. Sie hatte Illidans Gef�hle wahrgenommen und etwas darin gesp�rt, das ihr nicht gefiel, etwas Falsches �</p><p>Als Tyrande erkannte, was es war, lief ihr ein Schauer �ber den R�cken. Das konnte nicht sein! Nicht Illidan, nicht ausgerechnet er!</p><p>�Er w�rde niemals so ��, versuchte sie sich zu beruhigen. �Niemals, aus keinem Grund ��</p><p>Jetzt verstand sie die Worte der K�nigin. Illidan � auch wenn dies unm�glich erschien � war freiwillig nach Zin-Azshari gekommen.</p><p>Er wollte dem Lord der Brennenden Legion dienen.</p><empty-line/><p>Die s�dlichste Turm von Azsharas Palast war erf�llt von magischer Energie. Tag und Nacht arbeiteten hier ohne Unterlass die Hochgeborenen. Wachen, die in der N�he des Turms postiert waren, wagten es nicht, dorthin zu sehen, f�rchteten, die m�chtigen magischen Str�me k�nnten sie mit sich fortrei�en.</p><p>Im Inneren standen die Hochgeborenen, deren reich verzierte Gew�nder an ausgemergelten K�rpern hingen, neben b�sartigen geh�rnten Wesen, deren untere K�rperregionen an Ziegen erinnerten. Einst waren auch sie Nachtelfen gewesen, doch darauf wiesen nur noch ihre oberen K�rperh�lften hin. Durch List und Zauberei waren die Elfen in etwas anderes verwandelt worden. Etwas, das jetzt in die Brennende Legion geh�rte, nicht mehr nach Azeroth.</p><p>Satyrn.</p><p>Doch selbst die Satyrn wirkten ersch�pft, w�hrend sie gemeinsam mit ihren ehemaligen Br�dern mit dem Zauber rangen, der sich in dem mehreckigen Muster vor ihnen manifestierte. Die brennende Masse schwebte auf Augenh�he. In ihrer Mitte herrschte eine Dunkelheit, die sich bis in die Unendlichkeit zu erstrecken schien und Zeugnis davon ablegte, wie weit sich die Zaubernden schon von der sterblichen Welt entfernt hatten. Sie hielten sich jenseits der Vernunft auf, jenseits der Ordnung � im Chaos, aus dem die D�monen gekommen waren.</p><p>Im Herrschaftsbereich von Sargeras, dem Herrn der Brennenden Legion.</p><p>Ein gewaltiger Schatten schwebte �ber den schwitzenden Zauberern. Diese gefl�gelte Monstrosit�t bewegte sich auf vier baumstammdicken Beinen. Aus ihrem froschartigen Gesicht ragten lange Sto�z�hne. Ihre tief in den H�hlen liegenden, feurigen Augen starrten die kleineren Gestalten finster an. Der geschuppte Sch�del ber�hrte fast die Decke.</p><p>Mannoroths breiter Schwanz peitschte �ber den Boden.</p><p>�Achtet darauf, dass es stabil bleibt. Ich rei�e euch den Kopf ab und trinke das Blut aus eurem Hals, wenn ihr scheitert!�</p><p>Trotz seiner Worte schwitzte er ebenso stark wie die anderen. Sie hatten einen neuen Zauber gewoben, um das Portal zu erweitern und zu st�rken � so gro� zu machen, dass Sargeras es endlich passieren konnte �, aber hatten statt dessen beinahe die Kontrolle verloren. Ein solcher Fehlschlag w�rde die sofortige Hinrichtung einiger Zauberer nach sich ziehen, f�hrte m�glicherweise aber auch zu Mannoroths j�hem Ende. Archimonde mochte keine Fehler.</p><p>�Wenn ich es jetzt versuchen d�rfte?�, fragte eine Stimme in der N�he der T�r.</p><p>Knurrend fuhr Mannoroth herum und starrte den kleinen Nachtelfen an. Abgesehen von seinen verst�rend bernsteinfarbenen Augen sah er nichts Bemerkenswertes in dem Neuank�mmling, der sich Illidan Stormrage nannte. Archimonde lie� ihn am Leben, weil er irgendein Potenzial in ihm sp�rte. Aber Mannoroth h�tte diesem arroganten Insekt am liebsten die Augen ausgestochen und die Gliedma�en ausgerissen. Damit h�tte er sich an Illidans Bruder, dem Druiden, der ihm so viel �rger bereitete, r�chen k�nnen.</p><p>Doch dieser Genuss musste warten. Mannoroth winkte Illidan heran und lie� ihn zwischen einem �berraschten Hochgeborenen und einem Satyr in den Kreis treten. Er hoffte, dass Illidans Versuch dramatisch fehlschlagen w�rde.</p><p>Das Portal knisterte. Mannoroth bleckte seine gelben Rei�z�hne. Wenn der Nachtelf daf�r sorgte, dass das Portal zusammenbrach, w�rde Archimonde seinem Stellvertreter bestimmt nachsehen, dass er den Schuldigen zur Strafe an der Wand zerquetschte.</p><p>Illidan deutete auf das dunkle Loch � und sofort wurde es stabil. Das Flackern, das der D�mon gesp�rt hatte, verschwand. Das Portal war sogar noch gewaltiger als zuvor.</p><p>Mannoroth zog die gr�nen Brauen zusammen. K�nnte diese l�cherliche Kreatur wirklich �ber gen�gend Macht verf�gen, um �</p><p>Bevor er den Gedanken weiterspinnen konnte, schob sich eine fremde Pr�senz in den Raum. Es war eine Pr�senz, deren Ursprung tief im Inneren des Portals lag.</p><p>�Auf die Knie!�, br�llte der vierbeinige D�mon rasch.</p><p>Alle � Zauberer wie Wachen � fielen sofort auf die Knie.</p><p>Alle � au�er Illidan.</p><p>Obwohl auch er die �berm�chtige Pr�senz f�hlen musste, blieb er ruhig vor dem Portal stehen. Beinahe neugierig blickte er in die Schw�rze.</p><p><emphasis>Du, bist es �</emphasis> sagte die Stimme Sargeras�.</p><p>Die Fackeln flackerten wild. Schatten begannen in ihrem Licht zu tanzen. Einer der brennenden St�be wurde aus seiner Halterung gezogen und flog auf die Dunkelheit zu, blieb direkt �ber ihr h�ngen.</p><p>Illidan betrachtete die schwebende Fackel mit scheinbarer Gleichg�ltigkeit. Mannoroth hielt ihn f�r den gr��ten Narren, der ihm je begegnet war.</p><p>Dir ist gelungen, was andere nicht vermochten �</p><p>Endlich bewies der Nachtelf Vernunft und neigte den Kopf vor der Stimme. �Mein Handeln erschien mir notwendig.�</p><p><emphasis>Du bist stark �</emphasis>, sagte Sargeras aus dem Nichts. Er schwieg einen Moment, dann f�gte er hinzu: <emphasis>Aber nicht stark genug.</emphasis></p><p>Was bedeutete, dass es auch Illidan, trotz seiner Macht, nicht gelingen w�rde, dem Herrn der Brennenden Legion den Weg in die sterbliche Welt zu ebnen. Widerspr�chliche Gef�hle wallten in Mannoroth auf. Es �rgerte ihn, dass das Portal immer noch nicht f�r Sargeras ge�ffnet war. Gleichzeitig war er froh, dass der Nachtelf versagt hatte.</p><p>�Ich kenne eine Methode�, sagte Illidan unerwartet.</p><p>Es wurde still. Mannoroth begann nerv�s zu werden. Er hatte Sargeras noch nie so ruhig erlebt.</p><p>Schlie�lich: <emphasis>Sprich.</emphasis></p><p>Illidan hob seine Linke. Auf seiner ausgestreckten Handfl�che entstand das Abbild eines Gegenstands. Mannoroth streckte sich, um einen besseren Blick darauf werfen zu k�nnen. Er sp�rte Entt�uschung. Er hatte einen leuchtenden Kristall oder ein verziertes Amulett erwartet, keine einfache goldene Scheibe, die knapp auf die Handfl�che des Elfs passte. Wenn er die Scheibe im Staub h�tte liegen sehen, w�re er einfach dar�ber hinweg gestampft.</p><p>Er wartete darauf, dass Sargeras Illidan f�r diese Zeitverschwendung bestrafte, doch der Herr der Legion lie� Interesse erkennen. <emphasis>Erkl�re es �</emphasis></p><p>Der rebellische Zauberer kam direkt zur Sache. �Dies ist der Schl�ssel. Dies hat die Macht. Dies ist die <emphasis>Drachenseele</emphasis>.�</p><p>Jetzt zeigten auch Mannoroth und die anderen Interesse. Sie hatten die �berw�ltigende Macht der Drachenseele selbst zu sp�ren bekommen. Mit ihrer Hilfe hatte der schwarze Drache D�monen und Nachtelfen zu Hunderten abgeschlachtet. Er hatte die Erde meilenweit verbrannt und sogar die Drachen angegriffen, die sich ihm widersetzten.</p><p>Und all diese Macht ging von einer unscheinbaren Scheibe aus.</p><p>�Ihr habt sie gesehen, von dort aus, wo Ihr wartet�, fuhr Illidan fort. �Ihr habt ihre immense Macht gesp�rt und wollt, dass sie Euch geh�rt.�</p><p>Ja �</p><p>�Tausende k�nntet Ihr allein durch Euren Willen vernichten. Ihr k�nntet ein Land von allem s�ubern, was sich Euch widersetzt � oder das gesamte Leben vernichten.�</p><p>Ja �</p><p>�Aber Euch ist nie der Gedanke gekommen, dass man die Scheibe einsetzen k�nnte, um Euch in diese Welt zu bringen?�</p><p>Sargeras� Schweigen war Antwort genug. Mannoroth grunzte. Der Nachtelf war schlauer, als f�r ihn gut sein konnte. Die Brennende Legion begehrte die Scheibe, aber noch befand sie sich im Besitz des schwarzen Drachen. Irgendwann w�rden die D�monen �ber die Kraft und die Ressourcen verf�gen, um die Bestie zu jagen. Aber zuerst mussten sie Illidans Volk abschlachten.</p><p><emphasis>Ihre Macht ist ausreichend</emphasis>, erkl�rte der Lord der Brennenden Legion schlie�lich. <emphasis>Sie k�nnte den Weg ebnen � wenn wir sie denn bes��en �</emphasis></p><p>�Ich wei�, wie ich den Ort finde, wo der Drache sie versteckt hat.�</p><p>Es gab eine zweite Pause, dann antwortete Sargeras: <emphasis>Die schwarze Bestie hat sich gut abgeschirmt, sogar vor mir �</emphasis></p><p>Illidan l�chelte selbstgef�llig. Mannoroth wusste, dass der Herr der Brennenden Legion jedem anderen ein solches L�cheln aus dem Gesicht gerissen h�tte � mitsamt des Fleisches und der Sehnen.</p><p>�Aber vor mir verbirgt er sich nicht � Ich wei�, wie ich ihn finden kann � <emphasis>damit.</emphasis>�</p><p>Der Nachtelf gestikulierte knapp. In seiner Linken erschien eine fast dreieckige schwarze Platte, so gro� wie sein Kopf. Mannoroth beugte sich vor. Im ersten Moment hielt er die Platte f�r ein St�ck aus einer R�stung, doch dann bemerkte er, dass sie nicht aus Metall bestand.</p><p>Es war eine Drachenschuppe.</p><p>Die Schuppe des schwarzen Drachens.</p><p>�Die Schuppe ist so klein, dass ein so gro�es Wesen sie leicht �bersehen kann�, bemerkte Illidan, w�hrend er sie in den H�nden drehte. �Er wurde beim Kampf gegen den roten einige Male getroffen. Ich wusste, dass es mindestens eine schwarze Schuppe geben musste, also ritt ich aus dem Lager und suchte nach ihr. Als ich sie gefunden hatte, setzte ich meinen Weg hierher fort.�</p><p>Mannoroth schnaubte. Kannte die Unversch�mtheit des Zauberers denn gar keine Grenzen? Er brachte es nicht �ber sich, l�nger ruhig zu bleiben. �Warum?�, knurrte er. �Warum hast du sie nicht deinen Freunden und deinem Bruder gebracht?�</p><p>Der Nachtelf blickte �ber seine Schulter. �Weil mir Macht und eine Belohnung zustehen.�</p><p>Der D�mon erwartete eine weitergehende Antwort, aber Illidan wandte sich wieder dem Portal zu.</p><p>�Ich brauche einen uneingeschr�nkten Zugang zu den Energien des Brunnens. Der Drache ist dank dieses Artefakts sehr m�chtig. Aber mit den Energien des Brunnens kann ich ihn finden, egal, wo er sich auch aufhalten mag.�</p><p>�Willst du ihm die Scheibe dann einfach wegnehmen, Sterblicher?�, fragte der vierbeinige D�mon sarkastisch. �Oder glaubst du, er wird sie dir so einfach geben?�</p><p>�Ich werde sie ihm auf die eine oder andere Weise abnehmen�, entgegnete Illidan ruhig. �Und dann werde ich sie hierher bringen.�</p><p>Mannoroth begann zu lachen, brach jedoch ab, als er einen Druck um seinen Hals sp�rte. Das Gef�hl verschwand fast sofort wieder, aber die Botschaft war deutlich. Auch wenn der gefl�gelte D�mon nichts von den Worten dieses Angebers hielt, der Herr der Legion wollte sie h�ren.</p><p><emphasis>Du wirst mir die Sch�pfung des Drachens bringen</emphasis>, sagte Sargeras zu Illidan.</p><p>�Ja.�</p><p>Sollte dir das gelingen, werde ich dich reich f�r deine M�hen belohnen.</p><p>Der Nachtelf neigte den Kopf. �Ich freue mich darauf, mit der Drachenseele in der Hand vor Euch zu treten.�</p><p>Sargeras schien zu kichern. <emphasis>So viel Loyalit�t muss mit einem Zeichen meines Wohlwollens belohnt werden, einem Zeichen, das dir bei der Erf�llung deiner Aufgabe helfen wird �</emphasis></p><p>Illidan sah auf. Zum ersten Mal glitt ein Hauch von Unsicherheit �ber sein hageres Gesicht. �Mein Lord Sargeras, Euch in Azeroth zu sehen, wird mir Belohnung genug sein. Ich brauche keinen Ansporn, um ��</p><p>Aber ich bestehe darauf.</p><p>Aus dem Portal schoben sich zwei Tentakel aus gr�nem Feuer.</p><p>Mannoroth wandte den Blick ab. Illidan, der im Zentrum von Sargeras� Zauber stand, hatte diese Chance nicht. Gen�tzt h�tte es ihm ohnehin nichts.</p><p>Die Flammen bohrten sich in seine Augen.</p><p>Das weiche Gewebe verbrannte sofort. Illidans Schreie hallten durch die Raum und weit dar�ber hinaus. Die Arroganz war aus seinem Gesicht verschwunden. Jetzt gab es da nur noch Schmerz.</p><p>Die Flammen wurden st�rker. Illidan wurde vom Boden empor gerissen. Er lehnte sich zur�ck, schien fast zu zerbrechen.</p><p>�bernat�rliches Feuer floss in die leeren Augenh�hlen, obwohl die Augen selbst schon l�ngst verbrannt waren.</p><p>Die Hochgeborenen und die Satyrn wagten es nicht, ihren Zauber zu unterbrechen. Aber sie entfernten sich so weit wie m�glich von dem zitternden Nachtelf. Sogar die Wachen traten einen Schritt zur�ck.</p><p>Die Flammen verschwanden so pl�tzlich, wie sie gekommen waren.</p><p>Illidan fiel auf den Steinboden und schaffte es irgendwie, auf H�nden und Knien zu landen. Sein Atem ging sto�weise. Sein Kopf hing fast bis auf den Boden. �u�erlich gab es keinen Hinweis mehr auf seine gerade noch demonstrierte Arroganz.</p><p>Sargeras� Stimme hallte durch den Geist von allen Anwesenden.</p><p>Blicke auf, mein loyaler Diener!</p><p>Illidan gehorchte.</p><p>Von seinen Augen war nichts mehr zu sehen. Nur die schwarzen, fleischlosen H�hlen waren ihm geblieben. An ihren R�ndern schimmerte ein Teil des Sch�dels durch, so tief hatte sich Sargeras hinein gebrannt.</p><p>Doch die Augen, die der Herr der Brennenden Legion ihm genommen hatte, waren durch etwas anderes ersetzt worden. In den H�hlen flackerten zwei Flammen in der gleichen Farbe wie die, die den Zauberer angegriffen hatten. Die Flammen zuckten mehrere Sekunden lang, dann verloschen sie, bis nur noch Rauch �brig war. Der Rauch blieb jedoch in den H�hlen h�ngen, ohne sich aufzul�sen oder zu verfl�chtigen.</p><p>Deine Augen sind jetzt meine Augen, Nachtelf. Sie werden mir ebenso dienen wie dir �</p><p>Illidan erwiderte nichts. Der Schmerz hatte ihn zum Schweigen gebracht.</p><p>Sargeras wandte sich pl�tzlich nur noch an Mannoroth. <emphasis>Er soll sich ausruhen. Wenn er sich erholt hat, wird er mir seine Hingabe beweisen und das Artefakt an sich nehmen.</emphasis></p><p>Mannoroth nickte kurz den Teufelswachen zu. Die beiden D�monen ergriffen den zitternden Illidan und schleiften ihn aus dem Raum.</p><p>Kaum war der Nachtelf im Gang verschwunden, sagte Sargeras� Diener: �Selbst in diesem Zustand solltet Ihr den Sterblichen nicht allein lassen.�</p><p>Er wird seine Reise nicht allein antreten � ein anderer wird mitkommen. Ich habe den Nachtelf Varo�then f�r diese Aufgabe ausgew�hlt.</p><p>Der D�mon spreizte seine Fl�gel und grinste. Es war ein unsch�ner Anblick. �Varo�then?�</p><p>Azsharas Scho�hund wird den Zauberer zuverl�ssig bewachen. Sollte Illidan Stormrage sein Versprechen erf�llen, wird er seinen Platz in unserer Mitte einnehmen.</p><p>Dieser Aufstieg missfiel Mannoroth. �Und wenn er sich als Verr�ter erweist?�</p><p>Dann wird Varo�then die Belohnung erhalten, die ich dem Zauberer versprochen habe � sobald der Captain mir die Sch�pfung des Drachen �berreicht � zusammen mit Illidan Stormrages schlagendem Herzen.</p><p>Mannoroths Grinsen wurde breiter.</p></section><section><title><p>3</p></title><p>Die Brennende Legion st�rzte sich mit ungebremster Wut in ihren neuen Angriff. Die Verteidiger mussten gelegentlich schlafen und essen, Schw�chen, die den D�monen v�llig fremd waren. Sie k�mpften Tag und Nacht, bis zum Tod und zogen sich nur zur�ck, wenn die Gegenwehr zu heftig wurde. Selbst dann aber sorgten sie daf�r, dass jeder zur�ck erk�mpfte Landstrich mit einem hohen Blutzoll bezahlt wurde.</p><p>Doch bei diesem Angriff stie�en sie auf ausgeruhte Gegner. Sie standen nicht mehr nur der Elfenarmee gegen�ber, sondern auch anderen K�mpfern. Die Tauren, die Zwerge und die anderen V�lker verdoppelten die Gesamtst�rke der Armee und brachten die dringend ben�tigte Unterst�tzung. Zum ersten Mal seit Tagen scheiterte ein Angriff der Legion. Die D�monen wurden so weit zur�ckgeworfen, dass das zerst�rte Suramar nur noch einen Nachtritt entfernt lag.</p><p>Trotz dieses Erfolges hatte Malfurion nur wenig Hoffnung. Das lag nicht allein daran, dass der Anblick seiner zerst�rten Heimat ihn an all das erinnerte, was die Nachtelfen verloren hatten. Nein, er sorgte sich vor allem um diejenigen, die der Armee zu neuer St�rke verholfen hatten. Rhonin hatte Lord Stareye zwar die neuen Verb�ndeten aufgezwungen, aber der mit Vorurteilen behaftete Adlige hatte sich nur z�gerlich darauf eingelassen.</p><p>Die Nachtelfen k�mpften nicht gemeinsam mit den anderen.</p><p>Stareye hielt seine Leute an der linken Flanke und in der Mitte, w�hrend die Krieger der anderen V�lker auf der rechten Seite k�mpften. Es gab nur wenig Kommunikation und so gut wie keinen Kontakt zwischen den verschiedenen Gruppen. Nachtelfen besch�ftigten sich nur mit Nachtelfen, Zwerge nur mit Zwergen � und so weiter.</p><p>Eine solche Allianz, wenn man sie denn so nennen wollte, musste fr�her oder sp�ter scheitern. Die D�monen w�rden sich auf die neu hinzugekommenen Streiter einstellen und ihre eigenen Angriffe verst�rken.</p><p>Dem armen Jarod Shadowsong hatte man die Aufgabe erteilt, die verschiedenen Gruppen wenigstens ansatzweise zu koordinieren. Der Druide fragte sich, wieso der Captain die Fremden nicht hasste, denn sie hatten ihm nur �rger eingehandelt. Trotzdem widmete sich Jarod seiner neuen Aufgabe mit der ernsten Hingabe, die er stets f�r etwas aufbrachte, was ihm wichtig war. Daf�r bewunderte Malfurion ihn. Auf seine Weise war Jarod ein ebenso unverzichtbarer Teil der Armee wie Rhonin, Brox oder Malfurion. Er koordinierte die Gruppen, regelte deren Angelegenheiten, vermittelte bei Streitigkeiten oder Missverst�ndnissen und erschuf so eine funktionierende Einheit. Wenn man es genau nahm, hatte der Captain auf die Strategie einen ebenso gro�en Einfluss wie der �berhebliche Stareye.</p><p>Malfurion hoffte, dass der Adlige das nie erkennen w�rde. Captain Shadowsong zumindest hatte das noch nicht erkannt. Er war der schlichten �berzeugung, er f�hre nur seine Befehle aus.</p><p>Rhonin, der sich auf einen Felsen gesetzt hatte, von dem aus er das Schlachtfeld �berblicken konnte, erhob sich pl�tzlich. �Sie kommen zur�ck!�</p><p>Brox sprang mit einer Eleganz auf, die nicht zu seinem schweren K�rper zu passen schien. Der ergraute Orc schwang seine Axt und stapfte der heranr�ckenden Front entgegen. Malfurion stieg auf seinen Nachts�bler, einen der riesigen S�belzahnpanther, die sein Volk als Reit- und Kriegstiere nutzte.</p><p>H�rner erschallten. Die ersch�pfte Armee spannte sie an, war kampfbereit. Unterschiedliche Kl�nge forderten die verschiedenen Einheiten auf, sich zu sammeln.</p><p>Nur Sekunden sp�ter entbrannte die Schlacht aufs Neue.</p><p>Verteidiger und D�monen trafen mit gro�em Get�se aufeinander. Schreie und Grunzlaute hallten durch die Luft. Brox stie� seinen Kriegsschrei aus, k�pfte eine Teufelswache und stie� den zuckenden K�rper gegen den dahinter stehenden D�mon. Der Orc schlug eine blutige Schneise. Schon nach kurzer Zeit lag fast ein Dutzend D�monen tot oder sterbend am Boden.</p><p>Rhonin k�mpfte vom R�cken seines Nachts�blers aus. Allerdings warf er nicht st�ndig Zauber, sondern konzentrierte sich, wie Malfurion, auf die Suche nach den Eredar, den Hexenmeistern der Legion. Die Eredar hatten in den letzten Schlachten gro�e Verluste hinnehmen m�ssen, stellten aber immer noch eine Gefahr dar. Sie neigten dazu, v�llig �berraschend aufzutauchen.</p><p>Doch vor allem nutzte Rhonin seine Magie zur Unterst�tzung seiner anderen Kampfk�nste. Auf seinem Nachts�bler sitzend lie� der Mensch zwei Klingen kreisen, die vollst�ndig aus Magie bestanden. Die beiden blauen Energiebahnen waren mehr als einen Meter lang, und wenn der Zauberer sie gegen seine Feinde schwang, richtete er damit fast so viel Schaden an wie der Orc. Die R�stungen der D�monen wurden von den Klingen m�helos gesprengt. Die Waffen der Teufelswachen zerbrachen wie Glas, wenn sie darauf trafen.</p><p>Rhonin k�mpfte mit einer Leidenschaft, die Malfurion bestens nachvollziehen konnte, denn der Magier hatte ihm von seiner Gef�hrtin und den kurz vor der Geburt stehenden Zwillingen erz�hlt, deren Schicksal vom Ausgang des Krieges abhing. F�r ihn bedeutete seine weit entfernte Familie so viel wie f�r Malfurion Tyrande und Illidan.</p><p>Der Druide k�mpfte mit der gleichen Entschlossenheit und St�rke, zog seine magischen Kr�fte jedoch aus seiner Verbindung zur Natur. Aus einem der zahlreichen Beutel, die an seinem G�rtel hingen, holte er einige l�ngliche, mit kleinen Widerhaken besetzte K�rner hervor. Er hob die Hand und blies leicht gegen den Samen.</p><p>Er flog durch die Luft, als sei sie in einen starken Wind geraten. Die Anzahl der K�rner vervielf�ltigte sich tausendfach. Wie die Teilchen eines Sandsturms prasselten sie auf die D�monen herab.</p><p>Die schrecklichen K�mpfer br�llten w�tend und k�mpften sich furchtlos durch die Wolke. Sie interessierte allein das Blut ihrer Gegner. Nur wenige Schritte sp�ter stolperte einer der D�monen jedoch und presste sich die H�nde gegen den Bauch. Ein zweiter folgte, ein dritter � Andere lie�en ihre Waffen fallen und wurden augenblicklich von Nachtelfen niedergestreckt.</p><p>Die �berlebenden begannen sich aufzubl�hen. Brust und Bauch dehnten sich immer weiter aus. Einige D�monen st�rzten und wanden sich am Boden.</p><p>Aus einem, der noch stand, schossen scharfe, dolchartige Triebe durch Haut und R�stung. D�monisches Blut lief �ber den K�rper des sterbenden Kriegers. Er drehte sich einmal um sich selbst, dann brach er tot zusammen. Sein K�rper sah aus wie ein Nadelkissen, wof�r die in seinem Inneren sprie�enden Saatk�rner gesorgt hatten.</p><p>Ringsum brachen Dutzende gleichzeitig zusammen. Alle erlitten das gleiche dunkle Schicksal. Malfurion sp�rte leichte �belkeit, als er das Ergebnis seines Zaubers betrachtete. Doch dann dachte er an die gnadenlose Brutalit�t des Feindes. Er konnte sich kein Mitleid mit denen leisten, die nur f�r die Verbreitung von Angst und Chaos lebten. Entweder man t�tete � oder man wurde get�tet.</p><p>Obwohl viele D�monen ihr Leben verloren, wurden die Reihen nicht d�nner. Die Linie der Nachtelfen drohte aufzurei�en, so heftig waren die Angriffe, die gegen sie brandeten. Sie k�mpften bereits am l�ngsten gegen die Brennende Legion und waren dementsprechend ersch�pft.</p><p>Archimonde war nicht dumm. Er nutzte diese Schw�che zu seinem Vorteil. Immer mehr Krieger warf er den Nachtelfen entgegen. Teufelsbestien st�rmten auf die Reihen zu, Verdammniswachen st�rzten auf die abgelenkten Krieger herab. Sie zertr�mmerten Sch�del oder jagten Speere in Brust und R�cken. Manchmal griffen sie sich ein oder zwei Nachtelfen, trugen sie hoch in die L�fte und lie�en sie dann auf ihre Kameraden herabfallen. Die hilflosen Soldaten wurden zu Geschossen, deren Verh�ngnis auch zu dem der Gef�hrten wurde.</p><p>Eine Explosion schleuderte mehrere Nachtelfen meterweit durch die Luft. Aus dem neu entstandenen Krater schob sich eine brennende H�llenkreatur. Diese D�monenart war nicht sehr klug, aber ungeheuer stark. Sie existierte nur, um alles, was sich ihr in den Weg stellte, niederzuwalzen. Sie donnerte durch die Reihen der Soldaten und wirbelte sie durcheinander wie fallende Bl�tter.</p><p>Malfurion setzte zu einer Reaktion an, doch Brox warf sich der H�llenkreatur bereits entgegen. Niemand h�tte geglaubt, dass es dem Orc gelingen w�rde, den riesigen D�mon aufzuhalten. Aber es gelang ihm tats�chlich.</p><p>Die H�llenkreatur stoppte abrupt und stie� einen frustrierten Schrei aus. Sie holte mit einer brennenden Faust aus und wollte den Kopf des Orcs wohl in dessen Brust hineinrammen, aber Brox hielt ihm den Stiel seiner Axt entgegen. Das scheinbar so d�nne Holz wehrte den Schlag m�helos ab. Mit einer blitzschnellen Bewegung stie� Brox den Arm des D�mons zur Seite und hieb ihm die Axt in die Brust.</p><p>Die H�llenkreatur hatte der magischen Waffe ebenso wenig entgegenzusetzen wie die anderen D�monen. Die Klinge grub sich mehrere Zentimeter tief in ihren K�rper. Gr�ne Flammen schossen aus der Wunde. Brox duckte sich vor den Flammen, dann zog er die Axt heraus und holte zu einem zweiten Hieb aus.</p><p>Die H�llenkreatur wankte zwar, doch geschlagen gab sie sich noch nicht. Br�llend brachte sie ihre F�uste zusammen, dann stie� er sie in den Boden, der sofort erbebte. Brox verlor das Gleichgewicht.</p><p>Der D�mon st�rzte sich auf ihn und versuchte, den Orc niederzutrampeln. Doch als er sich n�herte, pflanzte Brox den Stiel seiner Waffe auf den Boden und hielt ihm die Klinge wie eine Lanze entgegen.</p><p>Die H�llenkreatur spie�te sich selbst auf. Sie schlug nach Brox, aber der erfahrene Krieger lie� sich nicht aus dem Konzept bringen. Die Wut des D�mons machte alles nur noch schlimmer. Die Axt fra� sich noch tiefer in ihn hinein. Feuerst��e verlie�en seinen K�rper. Einige ber�hrten fast den Orc.</p><p>Mit einem letzten Zittern sackte der riesige D�mon in sich zusammen.</p><p>Doch trotz solch beeindruckender Siege schob sich die Brennende Legion weiter voran. Malfurion versuchte sich auf die Gef�hle zu konzentrieren, die ihm schon einmal den Sieg gegen die D�monen erm�glicht hatten, doch er schaffte es nicht. Tyrandes Entf�hrung hatte diesen Teil seiner Seele entrissen.</p><p>An der linken Flanke sah er Lord Stareye, der die zur�ckweichenden Soldaten anbr�llte. Stareye trat v�llig anders als sein Vorg�nger auf. Ravencrest w�re ebenso dreck- und blutverschmiert gewesen wie seine Truppen, Stareye hingegen wirkte auch jetzt noch makellos. Seine Leibwache umgab ihn und sorgte daf�r, dass unangenehme Situationen gar nicht erst bis zu ihm durchdrangen.</p><p>�berrascht bemerkte der Druide die gewaltigen Tauren, die pl�tzlich an ihm vorbei st�rmten. Sie liefen auf die zur�ckweichenden Reihen zu und warfen sich mit erstaunlicher Vehemenz in den Kampf. Mit einer Leidenschaft, die eher zu Brox gepasst h�tte, griffen sie die D�monen an und schlugen auf sie ein. An der Spitze entdeckte Malfurion Huln, dessen Adlerspeer eine Teufelswache mit solcher Wucht durchbohrte, dass die Spitze aus dem R�cken hervortrat. Mit Leichtigkeit sch�ttelte Huln den toten D�mon ab, dann wandte er sich breit grinsend dem n�chsten zu.</p><p>Hinter den Tauren stand Jarod Shadowsong, von dessen Klinge Blut tropfte. Er rief den riesigen Kriegern etwas zu, und zu Malfurions �berraschung reagierte die Truppe, als befolge sie einen Befehl. Sie verteilten sich, was es den Nachtelfen erm�glichte, die Reihen zu schlie�en und ihre Retter zu unterst�tzen.</p><p>Die Priesterinnen der Elune tauchten ebenfalls auf. Die kriegerisch auftretenden Frauen waren ein ungewohnter Anblick f�r Nachtelfen, die deren vormals so friedliches Leben � vor dem W�ten der Legion � kennen gelernt hatten. Ihr Anblick versetzte Malfurion einen Stich, erinnerte er ihn doch daran, dass es ihm nicht gelungen war, Tyrande vor den D�monen zu retten.</p><p>Die Dienerinnen der Elune sa�en auf ihren Tieren und schossen mit Pfeil und Bogen. Doch die beste Sch�tzin unter ihnen war keine Priesterin, sondern die junge Shandris Feathermoon, die erst in ein oder zwei Sommern alt genug sein w�rde, um Novizin zu werden. Doch drastische Situationen erforderten drastische Ma�nahmen. Marinda, die als Tyrandes Stellvertreterin fungierte, hatte Shandris einen Platz in ihren Reihen zugewiesen. Die j�ngste Tochter von Mutter Mond sa� jetzt in einer ihr zu gro�en R�stung auf ihrem Pferd, die sie von einer gefallenen Priesterin �bernommenen hatte, und schoss drei Pfeile ab, die prompt drei D�monenkehlen durchbohrten.</p><p>Der Vormarsch der Legion geriet ins Stocken. Die Verteidiger begannen sie zur�ckzudr�ngen. Malfurion und Rhonin halfen ihnen nach Kr�ften. Die Nachtelfen eroberten ein St�ck Boden zur�ck.</p><p>Schreie wurden inmitten der Schwestern laut. Zwei der Priesterinnen st�rzten zu Boden. Ihre Leiber wurden von ihren eigenen R�stungen zerquetscht. Selbst im Tod verrieten ihre verzerrten Gesichter, welche Qualen sie hatten erleiden m�ssen, als sich das Metall blitzartig zusammenzog.</p><p>Malfurions Augen verengten sich; er stie� die Luft aus. Eine der beiden war Marinda.</p><p>�Eredar!�, zischte Rhonin. Er zeigte in nordwestliche Richtung.</p><p>Doch noch bevor der Zauberer zu einem Schlag ausholen konnte, entflammte es dort bereits. Malfurion vermochte die Schmerzen der Hexenmeister zu ersp�ren, als das Feuer sie verzehrte.</p><p>�Ich entschuldige mich f�r meine versp�tete R�ckkehr�, sagte Krasus, von dem das Feuer stammte. Der Drachenmagier stand einige Schritte hinter den beiden Zauberern. �Leider musste ich die R�ckreise in Etappen absolvieren�, f�gte er verbittert hinzu.</p><p>Niemand klagte ihn an, nicht nach allem, was er getan hatte. Doch Krasus schien sich selbst nicht vergeben zu k�nnen.</p><p>�Wir haben sie wieder zur�ckgeworfen�, erkl�rte Rhonin. Aber in seinen Worten schwang keinerlei Optimismus. �Wie schon beim letzten und vorletzten Mal ��</p><p>Die Schlacht entfernte sich von ihnen. Jetzt oblag die Initiative wieder den Verteidigern. Die Schwestern der Elune nutzten die Pause, um sich ihrer wahren Berufung � dem Heilen � zu widmen. Sie gingen zu den verwundeten Soldaten. Ein paar widmeten sich sogar den Tauren, wenn auch z�gerlich.</p><p>Die Kl�nge der Schlachth�rner kamen aus Lord Stareyes Richtung. Der Adlige wedelte mit seinem Schwert und zeigte auf die Brennende Legion. Offenbar wollte er sich den einstweiligen Sieg seiner Armee auf sein Konto schreiben.</p><p>Krasus sch�ttelte den Kopf. �Wenn doch nur Brox Ravencrest rechtzeitig erreicht h�tte.�</p><p>�Er hat getan, was er konnte�, antwortete Malfurion. �Das wei� ich sicher.�</p><p>�Ich zweifele nicht am dem Orc oder seiner Hingabe, mein Junge. Es ist das <emphasis>Schicksal</emphasis>, mit dem ich hadere. Komm, wir sollten die Atempause nutzen, um die Schwestern zu unterst�tzen. Es gibt sehr viele Verwundete.�</p><p>Das stimmte. Malfurion setzte einen weiteren Aspekt seiner Ausbildung ein. Cenarius hatte ihm beigebracht, welche Pflanzen Schmerzen linderten oder Wunden heilten. Sein K�nnen reichte zwar nicht an das der Priesterinnen heran, aber den Verwundeten ging es nach seiner Hilfe trotzdem besser.</p><p>Zwischen den Soldaten entdeckten sie Jarod. Der Offizier hockte neben seinem Nachts�bler. Eine Schwester k�mmerte sich um eine tiefe Schnittwunde in seinem Arm.</p><p>�Ich habe ihr gesagt, dass das unn�tig ist�, bemerkte er s�uerlich, als sie auf ihn zu gingen. �Meine R�stung hat mich recht gut gesch�tzt.�</p><p>�Die Waffen der Brennenden Legion sind h�ufig vergiftet�, erkl�rte Krasus. �Selbst eine kleine Wunde kann gef�hrlich werden.� Er neigte den Kopf vor dem Offizier. �Du hast da drau�en sehr gut agiert und die Situation f�r uns entschieden.�</p><p>�Ich bat den Tauren Huln lediglich, mir einige seiner Krieger zur Verf�gung zu stellen, um meine Soldaten zu retten. Dann fragte ich die Zwerge, ob sie die Linien der Tauren decken k�nnten.�</p><p>�Wie ich bereits sagte, eine gute Aktion. Die Nachtelfen und die Stiermenschen k�mpften gut zusammen, als es darauf ankam. Wenn das unser gesch�tzter Kommandant nur auch erkennen w�rde. Bei meiner Ankunft bemerkte ich bereits, dass es keine Zusammenarbeit zwischen den Verb�ndeten gibt.�</p><p>Rhonin hob die Augenbrauen. �Hast du von Stareye wirklich etwas anderes erwartet?�</p><p>�Nein, wohl kaum.�</p><p>Sie wurden unterbrochen, als eine hochrangige Priesterin auf sie zu kam. Sie war hochgewachsen und bewegte sich so elegant wie ein Nachts�bler. Ihr Gesicht war nicht unattraktiv, aber der Ausdruck darin war streng. Die Haut der Schwester war ein wenig blasser als die der meisten Nachtelfen. Sie erinnerte Malfurion an jemanden, aber er konnte nicht sagen, an wen.</p><p>�Sie sagten, sie h�tten sich gesehen�, sagte sie ruhig zu Jarod.</p><p>Er sah sie ratlos an, als sei er sich nicht sicher, dass sie wirklich dort stand. �Maiev ��</p><p>�Seit unserer letzten Begegnung ist viel Zeit vergangen, kleiner Bruder.�</p><p>Die �hnlichkeit wurde jetzt deutlicher. Die andere Priesterin beendete ihre Behandlung, als der Captain aufstand und seine Schwester ansah. Er war zwar gr��er als sie, schien aber trotzdem zu ihr aufzusehen.</p><p>�Wir haben uns nicht mehr gesehen, seit du in den Dienst der Mondg�ttin getreten bist und dich im Tempel von Hajiri deinen Studien widmen wolltest.�</p><p>�Dort ist Kalo�thera zu den Sternen aufgestiegen�, erkl�rte Maiev und bezog sich dabei auf eine ber�hmte Hohepriesterin, die vor einigen Jahrhunderten gelebt hatte. In der Schwesternschaft wurde Kalo�thera von vielen fast wie eine Halbg�ttin verehrt.</p><p>�Das war weit weg von Zuhause.� Jarod schien sich erst jetzt wieder der anderen bewusst zu werden. Er sah sie an und sagte: �Das ist meine �ltere Schwester Maiev. Maiev, dies sind ��</p><p>Die Priesterin ignorierte Malfurion und Rhonin, konzentrierte sich nur auf Krasus. Wie alle Schwestern schien sie sofort zu bemerken, dass er etwas Besonderes war, auch wenn sie den Grund nicht kannte. Maiev kniete nieder, bevor Jarod fortfahren konnte, und sagte: �Deine Anwesenheit hier ehrt mich, �lterer.�</p><p>Krasus zeigte keine Regung. �Du musst nicht vor mir knien.</p><p>Erhebe dich, Schwester und sei willkommen. Die Priesterinnen kamen heute genau zur rechten Zeit.�</p><p>Die Miene von Jarods Schwester verriet Stolz. �Mutter Mond hat unsere Hand gef�hrt, auch wenn wir daf�r Marinda und einige andere opfern mussten. Wir sahen, dass die Legion durchzubrechen drohte. Wir w�ren vor den Stiermenschen da gewesen, wenn die Entfernung nicht so gro� gewesen w�re.� Sie blickte in die Richtung der Tauren. �Sie haben erstaunlich gut reagiert.�</p><p>�Dein Bruder hat sie angeleitet�, erkl�rte der Magier. �Jarod war es, dem die Armee wahrscheinlich ihre Rettung verdankt.�</p><p>�Jarod?� Maievs Tonfall spiegelte ihren Unglauben wider. Als Krasus jedoch nickte, verga� sie ihre Zweifel und neigte den Kopf vor dem Captain. �Ein einfacher Offizier der Stadtwache spielt also den Kommandanten? Das Gl�ck muss mit dir gewesen sein, Bruder.�</p><p>Er nickte wortlos und wandte den Blick ab.</p><p>Rhonin lie� die Bemerkung jedoch nicht stehen. �Gl�ck? Er hat seinen Verstand benutzt!�</p><p>Die Priesterin hob die Schultern und ignorierte seinen Einwand. �Kleiner Bruder, du wolltest uns vorstellen.�</p><p>�Vergib mir, Maiev, der �ltere Magier hei�t Krasus. Neben ihm steht der Zauberer Rhonin ��</p><p>�Solch hilfsbereite Besucher sind zu dieser Zeit willkommen�, unterbrach sie ihn. �M�ge Elune euch segnen.�</p><p>�Und das�, fuhr der Captain fort, �ist Malfurion Stormrage, der ��</p><p>Maievs Blicke brannten sich fast in den Druiden. �Ja � du warst mit einer unserer Schwestern vertraut, Tyrande Whisperwind.�</p><p>Tyrande war zwar vor ihrer Entf�hrung nicht lange Hohepriesterin der Schwesternschaft gewesen, trotzdem hielt Malfurion diese Bemerkung f�r respektlos. �Ja, wir sind zusammen aufgewachsen.�</p><p>�Wir bedauern deinen Verlust. Sie ist wohl Opfer ihrer Unerfahrenheit geworden. Es w�re besser f�r sie gewesen, wenn ihre Vorg�ngerin eine �ltere und erfahrenere Person erw�hlt h�tte.� Maiev lie� durchblicken, dass sie sich selbst meinte.</p><p>Malfurion schluckte seinen �rger hinunter. �Es war nicht ihr Fehler. Die Schlacht tobte �berall. Sie versuchte mir zu helfen, wurde aber verwundet. War bewusstlos. In dem Chaos, das folgte, wurde sie von Dienern der D�monen entf�hrt.� Er richtete seinen Blick auf die kalten Augen der Priesterin. �Aber wir werden sie zur�ckholen.�</p><p>Jarods Schwester nickte. �Ich werde zu Elune beten, dass dies geschieht.� Sie sah den Captain an. �Ich bin froh, dass deine Verletzungen nicht allzu schlimm sind, kleiner Bruder. Bitte entschuldige mich jetzt. Ich muss den anderen Schwestern helfen. Jetzt, da Marinda tot ist, m�ssen wir eine neue Anf�hrerin w�hlen. Sie selbst hatte keine Nachfolgerin bestimmt.�</p><p>Mit einer Verbeugung, die sich haupts�chlich an Krasus richtete, f�gte Maiev hinzu: �M�ge der Segen Elunes auf dir ruhen.�</p><p>Als sie weit genug weg war, grunzte Rhonin und sagte ironisch: �Eine nette und freundliche Schwester hast du da.�</p><p>�Sie widmet sich hingebungsvoll den traditionellen Lehren der Elune�, verteidigte Jarod sie. �Sie war schon immer sehr streng.�</p><p>�Ihr Hingabe ist kein Fehler�, erkl�rte Krasus, �so lange es sie nicht blind macht f�r die Pfade, die andere vor ihr beschritten.�</p><p>Jarod wurde einer weiteren Verteidigung seiner Schwester durch Brox� Ankunft enthoben. Der Orc grinste zufrieden.</p><p>�Gute Schlacht! Viele Tote, �ber die man singen wird. Viele Krieger, die das Blut unserer Feinde vergossen haben.�</p><p>�Reizend�, murmelte Rhonin.</p><p>�Tauren sind gute K�mpfer und willkommene Mitstreiter in jeder Schlacht.� Der riesige gr�ne Krieger blieb stehen und stellte seine Axt auf dem Boden ab. �Nicht so gut wie Orcs � aber fast.�</p><p>Krasus blickte in Richtung der Schlacht. �Es ist nur eine kurze Verschnaufpause, mehr nicht, auch wenn wir durch die anderen an St�rke gewonnen haben. So kann das nicht weitergehen. Wir m�ssen den Spie� endlich umdrehen!�</p><p>�Aber das ginge nur mit den Drachen�, warf sein ehemaliger Sch�ler ein. �Und die werden nichts unternehmen, so lange Deathwing die D�monenseele besitzt.� Rhonin vermied es bewusst, den schwarzen Drachen bei seinem alten Namen Neltharion zu nennen.</p><p>�Nein, ich bef�rchte, sie werden sich nicht einmischen. Wir haben ja gesehen, was geschah, als die blauen Drachen es versuchten.�</p><p>Malfurion f�rchte die Stirn. Er dachte an Tyrande. Niemand konnte ihr helfen, ehe nicht die Brennende Legion geschlagen war, und daf�r ben�tigte man jeden potenziellen Verb�ndeten, vor allem die Drachen. Doch die Drachen hatten der D�monenseele nichts entgegenzusetzen, und das bedeutete �</p><p>�Wir m�ssen sie dem Schwarzen abnehmen!�, erkl�rte er pl�tzlich.</p><p>Selbst Brox, der sonst freudig in jede Schlacht st�rmte, sah ihn mit gro�en Augen an. Jarod sch�ttelte ablehnend den Kopf, und Rhonin sah ihn an, als zweifele er an seinem Verstand.</p><p>Nur Krasus sah den Nachtelfen nach der ersten �berraschten Reaktion nachdenklich an. �Ich bef�rchte, Malfurion hat Recht. Wir m�ssen es tun.�</p><p>�Krasus, das kann nicht dein Ernst sein ��</p><p>Der Drachenmagier lie� den Zauberer nicht ausreden. �Das ist es. Ich hatte es mir selbst schon �berlegt.�</p><p>�Aber wir wissen nicht, wo sich Deathwing aufh�lt. Er hat sich besser abgeschirmt als die anderen Drachen.�</p><p>�Das ist wahr. Es gibt einige uralte Zauber, aber ich bezweifele, dass sie uns helfen w�rden. Trotzdem werde ich sie weben, und wenn sie fehlschlagen, werde ich ��</p><p>�Ich glaube, ich kann helfen�, unterbrach ihn Malfurion. �Ich glaube, ich kann ihn durch den Smaragdtraum aufsp�ren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich so wie der Palast gesch�tzt hat.�</p><p>Der junge Druide schien Krasus zu beeindrucken. �Du k�nntest Recht haben, mein Junge.� Er dachte nach. �Aber wenn er tats�chlich diesen Fehler begangen hat, besteht nat�rlich die Gefahr, dass er dich wahrnimmt. Er hat ja schon einmal versucht, dir durch den Traum zu folgen.�</p><p>�Ich habe seitdem gelernt, vorsichtiger zu sein. Ich werde es versuchen. Nur so k�nnen wir sie � k�nnen wir uns retten.�</p><p>Der Drachenmagier legte eine Hand auf Malfurions Schulter. �Wir werden alle versuchen, ihr zu helfen.�</p><p>�Ich fange sofort an.�</p><p>�Nein, du musst dich zuerst ausruhen. Ihr und dein Schicksal h�ngen davon ab, dass du dein Bestes geben kannst. Wenn dir nur ein einziger Fehler unterl�uft oder du dich von ihm entdecken l�sst, ist alles verloren.�</p><p>Malfurion nickte entt�uscht, aber in seinem Blick flackerte neue Hoffnung. Neltharion hatte sich zwar gut vorbereitet, aber der Drache war besessen und nur auf sein Ziel konzentriert. Das konnte ihm unter Umst�nden zum Nachteil werden.</p><p>�Ich werde tun, was du sagst�, erkl�rte der Druide. �Aber es gibt noch etwas, das ich vorher erledigen muss. Ich will mit jemandem sprechen, der unsere Chancen erh�hen k�nnte.�</p><p>Krasus nickte verstehend. �Du redest von Cenarius. Du willst mit dem Herrn des Waldes sprechen?�</p></section><section><title><p>4</p></title><p>Man hatte Tyrande noch nichts zu essen gegeben, trotzdem war sie nicht hungrig. Elune erf�llte sie immer noch mit der goldenen Liebe der Mondg�ttin. Das war Nahrung genug. Die Frage war jedoch, wie lange das reichen w�rde. Die b�sartigen Kr�fte, die von den D�monen und Hochgeborenen beschworen wurden, gewannen mit jeder Minute an St�rke. Hinzu kam, dass die Priesterin eine zweite, dunklere Pr�senz wahrnahm. Sie war nicht Teil der Brennenden Legion, hielt sich aber in ihrer N�he auf.</p><p>Vielleicht waren solche Gedanken nur Anzeichen eines beginnenden Irrsinns. Trotzdem fragte sich Tyrande, ob die D�monen m�glicherweise ebenso benutzt wurden, wie sie die K�nigin benutzten.</p><p>Jemand machte sich an der Zellent�r zu schaffen. Tyrande zog die Augenbrauen zusammen. Sie hatte keine Schritte geh�rt. Die Person im Gang musste sich lautlos bewegt haben. Erst jetzt fiel ihr auf, dass auch die Wachen in den letzten Minuten auffallend still gewesen waren.</p><p>Die T�r �ffnete sich. Tyrande fragte sich, wer wohl zu ihr geschlichen kam.</p><p>Illidan?</p><p>Aber es war nicht Malfurions Bruder, der ins Innere schl�pfte, sondern die Adlige, die als Azsharas oberste Zofe fungierte. Die Nachtelfe betrachtete die Gefangene absch�tzig, dann schloss sie lautlos die T�r hinter sich. Durch den Spalt sah Tyrande, dass drau�en keine Wachen standen. Waren sie nur au�er Sichtweite oder ganz verschwunden?</p><p>Die Zofe sah sie an und l�chelte. Vielleicht wollte sie Tyrande beruhigen, doch das gelang ihr nicht.</p><p>�Ich bin Lady Vashj�, sagte die Besucherin. �Du bist eine Priesterin der Elune.�</p><p>�Ich bin Tyrande Whisperwind.�</p><p>Vashj nickte geistesabwesend. �Ich bin hier, um dir bei der Flucht zu helfen.�</p><p>Tyrande dankte Mutter Mond. Sie hatte Vashj falsch eingesch�tzt. Sie war wohl doch keine eifers�chtige Anh�ngerin der K�nigin.</p><p>Vashj trat so nah wie m�glich an sie heran. �Ich habe diesen Talisman gestohlen. Damit kann man die d�monische Aura, die dich festh�lt, zerst�ren. Au�erdem vermagst du damit der Aufmerksamkeit der D�monen zu entgehen, so wie ich es getan habe.�</p><p>�Ich � bin dankbar. Aber wieso gehst du dieses Risiko ein?�</p><p>�Du bist eine Priesterin der Elune�, antwortete die Nachtelfe. �Wie k�nnte ich anders handeln?�</p><p>Vashj zog den Talisman hervor. Er bestand aus einem schwarzen Kreis, in den winzig kleine, groteske Sch�del eingearbeitet waren. Aus der Mitte ragte eine zwanzig Zentimeter lange juwelenbesetzte Spitze.</p><p>Tyrande sp�rte die Magie und Bosheit des Gegenstands.</p><p>�Sei wachsam�, befahl die Zofe. �Gehorche all meinen Anweisungen, sonst wirst du eine Gefangene der D�monen bleiben.�</p><p>Sie ber�hrte die gr�ne Aura mit der Spitze des Talismans.</p><p>Die Juwelen leuchteten auf. Die kleinen Sch�del �ffneten ihre Kiefer und zischten.</p><p>Die Sph�re wurde in die winzigen M�nder gesogen.</p><p>Tyrande sp�rte, wie sich der Zauber, der sie festhielt, aufl�ste. Sie musste sich noch in der Luft drehen, sonst w�re sie mit dem Gesicht auf die Steine gest�rzt. Zusammengekauert landete die Priesterin auf dem Boden. Zu ihrer �berraschung sp�rte sie trotz der harten Landung keine Schmerzen. Elunes Ber�hrung sch�tzte sie noch immer.</p><p>Vashj sah sie frustriert an. Ohne die bindende Aura war das Mondlicht, das Tyrandes K�rper umgab, deutlich zu sehen. Die Zofe sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Du musst das �ndern. Es wird dich verraten, sobald wir die Zelle verlassen.�</p><p>Tyrande schloss die Augen und dankte ihrer G�ttin f�r die Hilfe, bat sie aber, diesen Schutz von ihr zu nehmen. Im ersten Moment schien Elune sie jedoch nicht zu erh�ren, denn der Schutzzauber blieb bestehen.</p><p>�Beeil dich�, dr�ngte Lady Vashj.</p><p>Tyrande hielt die Augen weiterhin geschlossen. Mutter Mond verstand doch sicherlich, dass das Geschenk, das sie ihrer Dienerin gemacht hatte, diese jetzt gef�hrdete.</p><p>Schlie�lich l�ste sich das Mondlicht langsam auf �</p><p>� und ein Gef�hl akuter Bedrohung h�llte Tyrande ein.</p><p>Sie �ffnete die Augen und sah, wie Vashj mit dem Talisman auf ihre Kehle zielte, als w�re es ein Dolch. Die Spitze h�tte eine t�dliche Wunde gerissen, w�re nicht Tyrandes Kampfausbildung, die alle Priesterinnen genossen, gewesen. Sie hob eine Hand und schlug den Talisman zur Seite. Sie f�hlte, wie etwas in ihre Haut stach, aber Vashj gelang es nicht, ihr Blut zu vergie�en.</p><p>Mit ihrer freien Hand versuchte Azsharas Dienerin � deren Gesichtsausdruck so monstr�s geworden war wie der der Sch�del � Tyrande die Augen auszukratzen. Die Priesterin hob ihr Knie und traf Vashj in den Unterleib. Aufst�hnend brach die Nachtelfe zusammen. Der Talisman entglitt ihren Fingern.</p><p>Tyrande setzte nach, aber Vashj war ebenfalls schnell. Sie warf sich zur Seite und griff nach dem Talisman. Tyrande versuchte sie zur�ckzurei�en, aber die verr�terische Zofe hatte das Objekt ihrer Begierde bereits erreicht.</p><p>Sie stie� kehlige, unverst�ndliche Worte hervor und riss den Talisman empor.</p><p>Im gleichen Moment h�llte die d�monische Aura Tyrande wieder ein, doch sie sp�rte, wie Elunes Schutz zur�ckkehrte.</p><p>Bei der Flucht aus der Blase half ihr das nat�rlich nicht.</p><p>Lady Vashj erhob sich und sah ihre Widersacherin verbittert an. �Es w�re besser f�r dich gewesen, wenn du gestorben w�rst. Du wirst niemals ihre Vertraute werden. Das bin ich � und ich werde es auch immer sein!�</p><p>�Ich will nicht die Vertraute der K�nigin werden.�</p><p>Doch das schien Vashj nicht zu verstehen. Sie blickte auf den Talisman und fauchte: �Ich dachte, das w�rde funktionieren, aber ich muss mir etwas anderes �berlegen. Vielleicht einige gefl�sterte Worte ins Ohr des Lichtes der Lichter, Worte dar�ber, dass man dir nicht vertrauen kann. Ja, das k�nnte funktionieren ��</p><p>Tyrande versuchte nicht mehr, die Zofe davon zu �berzeugen, dass sie keine Dienerin Azsharas werden wollte. Vashj war offensichtlich nicht ganz bei Verstand und w�rde auf Vernunftsargumente nicht reagieren.</p><p>Vashj blickte hektisch zur T�r, als sie drau�en Ger�usche h�rte. �Die Wachen! Sie werden gleich zur�ck sein. Ich habe sie abgelenkt.� Sie sah wieder zu ihrer Gefangenen und richtete den Talisman auf sie. �Alles muss so sein wie vorher.�</p><p>Erneut hoben sich Tyrandes Arme �ber ihren Kopf. Unsichtbare Fesseln legten sich um ihre Handgelenke und pressten ihre Beine zusammen.</p><p>�Ich w�nschte, ich w�sste mehr �ber diesen Gegenstand�, stie� Vashj hervor. �Dann k�nnte ich dich bestimmt damit t�ten, aber ohne den richtigen Befehl ��</p><p>Die Ger�usche kamen n�her. Azsharas Dienerin verbarg den Talisman in ihren Gew�ndern und ging zur T�r. Dann warf sie einen letzten Blick zur�ck.</p><p>�Nie wirst du zu ihr geh�ren�, zischte sie. Dann verschwand sie im Gang.</p><p>Die Wachen kehrten nur Momente sp�ter zur�ck. Einer trat an das vergitterte Loch in der T�r und musterte Tyrande weitaus l�nger, als n�tig gewesen w�re. Sein Gesichtsausdruck wirkte verst�rt, als habe er sie nicht dort erwartet. Vashj hatte ihren Plan wohl nicht allein ausgef�hrt.</p><p>Tyrande bedauerte die vergebene Chance. Sie h�tte wissen m�ssen, dass man Vashj nicht trauen durfte. Elune hatte sie gelehrt, immer nach dem Guten in anderen zu suchen, aber wenn Tyrande vorsichtiger gewesen w�re, h�tte sie die Zofe vielleicht zu �berrumpeln vermocht. Dann w�re sie wenigstens keine Gefangene mehr gewesen, sondern h�tte versuchen k�nnen, sich aus dem Palast zu schleichen.</p><p>�Mutter Mond, was soll ich tun?� Sie wusste, dass sich die G�ttin nur in sehr begrenztem Ma�e einmischen konnte. Es war ein Wunder, dass Elune sie �berhaupt besch�tzte.</p><p>Tyrande dachte an Malfurion. Der Gedanke an ihn tr�stete sie, jagte ihr aber zugleich auch Angst ein. Er w�rde alles versuchen, um sie zu retten. �ber die Gefahr, in die er sich selbst brachte, w�rde er nicht nachdenken. Sie wusste, dass Malfurion sich notfalls opfern w�rde, um ihr die Freiheit zu erm�glichen.</p><p>Tyrande Whisperwind erkannte mit wachsender Verzweiflung, dass sie nichts dagegen unternehmen konnte.</p><empty-line/><p>Malfurion suchte lange nach einem friedlichen Ort, um mit Cenarius zu sprechen, fand aber nur ein kleines Waldst�ck. Mit �bereinander geschlagenen Beinen setzte sich der Druide auf den Boden und betrachtete die bemitleidenswerten Pflanzen ringsum. Die Brennende Legion hatte diesen Ort zwar noch nicht erreicht, aber ihr Gestank dehnte sich schon so weit aus, dass er auch hier das Leben vergiftete. Die B�ume sp�rten bereits das Unheil, das sich auf sie zu bewegte und bereiteten sich langsam darauf vor. Die meisten Tiere waren schon geflohen. Jetzt regierte die Stille.</p><p>Malfurion versuchte all das zu ignorieren und konzentrierte sich mit geschlossenen Augen auf den Halbgott. Er streckte seinen Geist nach Cenarius aus, rief ihn und stellte sich die Gottheit in seinem Geist vor.</p><p>Zu seiner �berraschung antwortete der Halbgott sofort. Ein Bild des Waldgotts erschien. Er war gewaltig, viel gr��er als Nachtelfen, Tauren, Furbolgs oder D�monen. Auf den ersten Blick sah er Malfurion ein wenig �hnlich, denn sein Gesicht und sein Oberk�rper erinnerten an einen Nachtelf, auch wenn er sehniger und gebr�unter war. Doch damit endete die �bereinstimmung auch schon. Von der H�fte abw�rts hatte er den K�rper eines m�chtigen Hirsches. Vier kr�ftige Beine st�tzten seinen mehr als drei Meter hohen Leib. Sie verliehen ihm die Schnelligkeit des Windes und eine Wendigkeit, die jedes Tier �bertraf.</p><p>Cenarius hatte goldfarbene Augen. Moosgr�nes Haar fiel bis auf seine Schultern. Darin und in seinem Vollbart wuchsen Zweige und Bl�tter. Auf seinem Kopf � genau dort, wo auch Malfurions W�lste entstanden waren � trug der Herr des Waldes ein gewaltiges Geweih.</p><p><emphasis>Ich wei�, weshalb du mich gerufen hast</emphasis>, sagte der Halbgott.</p><p>Kann ich irgendetwas gegen die Magie des schwarzen Drachen unternehmen?</p><p><emphasis>Er ist listig, trotz seines Wahnsinns</emphasis>, antwortete Cenarius, ohne den Mund zu bewegen. Er war nur eine Vision, die dem Druiden die Konzentration erleichtern sollte, mehr nicht. Der wahre Herr des Waldes war meilenweit entfernt. <emphasis>Doch es gibt einige Dinge, die ich �ber Drachen wei�. Das vermutet er wahrscheinlich nicht.</emphasis></p><p>Malfurion fragte Cenarius nicht, woher sein Wissen stammte. Er hatte geh�rt, dass der Halbgott wahrscheinlich ein Kind des gr�nen Drachens Ysera war, der Herrin der Tr�ume. Ihr Clan bewohnte haupts�chlich den Smaragdtraum.</p><p>Es h�tte den Nachtelf nicht �berrascht, wenn Ysera ihrem Sohn einige streng geh�tete Geheimnisse anvertraut h�tte.</p><p>Es gibt unterschiedliche Wege im Smaragdgr�nen Traum, Malfurion, viele, viele Ebenen. Die Herrin der Tr�ume entdeckte sie durch ihre Erfahrung. Der Erdw�chter wei� wahrscheinlich nichts davon. Wenn du seine Verteidigung umgehen und seiner Aufmerksamkeit entgehen willst, solltest du einen dieser Pfade benutzen.</p><p>Das war eine unerwartete Wendung. Malfurion sp�rte neue Hoffnung. Wenn ihm das gelang, konnte er vielleicht auf diese Weise in den Palast eindringen.</p><p>Doch er musste sich zuerst auf seine aktuelle Aufgabe konzentrieren. Sein Herz sehnte sich zwar danach, Tyrande zu retten, aber das Schicksal seines Volkes � und der Tauren, Irdenen und der anderen � war weitaus wichtiger. Auch sie h�tte das so empfunden und gesagt.</p><p>Doch das minderte seine Schuldgef�hle nicht.</p><p><emphasis>Kann ich rasch lernen, wie das funktioniert?</emphasis>, fragte er den Halbgott.</p><p>Ja, nat�rlich, es ist nur eine Frage der Perspektive � sieh mal �</p><p>Er machte eine Geste und rund um die beiden entstand eine idyllische Landschaft. Sie war ohne Makel. Malfurion erkannte H�gel und T�ler, die in der Welt der Sterblichen von der Brennenden Legion verw�stet worden war. Im Smaragdtraum war die Welt noch so wie zu Beginn der Sch�pfung.</p><p>Der Druide sah sich um, aber er bemerkte nur Dinge, die ihm bereits vertraut waren.</p><p>Du siehst nur den H�hepunkt, aber selbst Perfektion kennt Unterschiede, enth�lt Verborgenes. Sieh �</p><p>Cenarius beugte sich nach unten. Seine riesige Hand ber�hrte die jungfr�uliche Welt. Der Herr der Waldes griff nach dem Boden � und drehte die gesamte Welt einfach um.</p><p>Sie verschwand, als er sie loslie�. An ihrer Stelle erschien ein primitives Kalimdor, beinahe so wie zuvor, doch mit leichten, erkennbaren Ver�nderungen. Die H�gel waren an einigen Stellen nicht ganz so hoch, und ein Fluss, den Malfurion kannte, floss nicht durch die gleiche Gegend wie fr�her. Eine kleine Bergkette erhob sich dort, wo sich fr�her eine Ebene befunden hatte.</p><p>Vor der Sch�pfung gab es das Stadium des Wachstums und des Ausprobierens, so wie hier.</p><p>Einerseits war dies der Smaragdtraum, andererseits aber auch wieder nicht. Der Druide erkannte sofort, dass dies ein eingeschr�nkter Ort war, ein Kalimdor, durch das er nicht zu jedem Ort in der sterblichen Welt reisen konnte.</p><p>Und doch glaubte Cenarius, dieser Traum k�nne ihm gegen den schwarzen Drachen helfen.</p><p>Der Waldgott zeigte in die Ferne. <emphasis>Durchquere den Traum so wie den anderen, Malfurion, aber bleibe den R�ndern fern. Dies ist ein unvollendeter Ort, und wer aus ihm heraus f�llt, landet im Nichts. Ich spreche aus schrecklicher Erfahrung.</emphasis></p><p>Cenarius verriet nicht mehr, aber die Bedeutung seiner Worte war klar genug. Wenn Malfurion vom Weg abkommen sollte, w�rde keine Rettung m�glich sein.</p><p>Trotz dieses ersch�tternden Wissens war der Druide entschlossen, es zu wagen. <emphasis>Wie kann ich zur�ckkehren?</emphasis></p><p>So wie immer. Suche den Weg zur�ck zu deinem K�rper. Du wirst den richtigen Pfad erkennen.</p><p>Es war alles so einfach � wenn man �ber Malfurions Ausbildung verf�gte. Cenarius� Abbild begann zu verblassen, aber der Druide hielt ihn auf.</p><p><emphasis>Die anderen</emphasis>, sagte er und bezog sich dabei auf die restlichen Halbg�tter. <emphasis>Konntest du sie �berzeugen?</emphasis></p><p>Aviana hat mich unterst�tzt. Die W�rfel sind gefallen. Wir m�ssen nur noch �ber den richtigen Weg entscheiden.</p><p>Malfurion gelang es nur schwer, seine Entt�uschung zu verbergen. Er hatte die Halbg�tter ersucht, auf Seiten der Nachtelfen in den schrecklichen Krieg einzugreifen. Cenarius schien es zwar gelungen zu sein, die anderen davon zu �berzeugen, aber jetzt mussten sie erst einmal �ber die Angelegenheit diskutieren. Bei solchen Wesen konnte sich eine Diskussion jedoch �ber eine lange Zeit erstrecken. Bis dahin war Kalimdor vielleicht schon l�ngst vernichtet.</p><p><emphasis>Sorge dich nicht, Malfurion</emphasis>, sagte der Herr des Waldes mit wissendem L�cheln. <emphasis>Ich werde daf�r sorgen, dass sie sich beeilen.</emphasis></p><p>Der Druide hatte seine innersten Gedanken enth�llt, ein Anf�ngerfehler. <emphasis>Vergebt mir, ich wollte nicht respektlos erscheinen. Ich �</emphasis></p><p>Cenarius l�ste sich bereits auf, sch�ttelte aber noch einmal den Kopf. Er zeigte mit einem Finger aus verkr�mmtem Holz auf den Druiden. <emphasis>Es ist keine Respektlosigkeit, wenn man die zur Eile mahnt, die ihre Pflichten vernachl�ssigen.</emphasis></p><p>Mit diesen Worten verschwand der Hirschgott.</p><p>Der Druide hatte eigentlich sofort zu seinem K�rper zur�ckkehren wollen, um den anderen von seiner Begegnung zu erz�hlen. Aber die unvollendete Landschaft lag einladend vor ihm. Malfurion fragte sich, ob es ihm nicht schwerfallen w�rde, die urzeitliche Landschaft Kalimdors wiederzufinden, wenn er sie jetzt verlie�, um in die Welt der Sterblichen zur�ckzukehren.</p><p>Er konnte sich nicht mehr l�nger zur�ckhalten und sprang. Das diesige gr�nliche Licht durchdrang die gesamte Landschaft, genau wie auf dem Pfad, den er normalerweise beschritt. Offen gesagt bemerkte Malfurion, abgesehen von einigen landschaftlichen Abweichungen, keine Ver�nderungen zwischen den beiden Ebenen.</p><p>Malfurion flog �ber H�gel, T�ler und Ebenen. Krasus hatte ihm die Richtung verraten, in der er die Drachen wahrscheinlich finden w�rde. Sicherlich w�rde der Erdw�chter sich nicht in unmittelbarer N�he der anderen verbergen, aber Krasus hatte ihm versichert, dass das uralte Volk Angewohnheiten nur schwer ablegte. Wenn der Druide seine Jagd in der N�he der Drachenwohnst�tten begann, w�rde er fr�her oder sp�ter wahrscheinlich f�ndig werden.</p><p>Unter ihm wurde das Land bergiger, doch die Gipfel waren nicht so perfekt geformt wie bei seinen anderen Reisen im Smaragdtraum. Aber auch nicht so verwittert wie in der Welt der Sterblichen. Statt dessen waren sie, wie Cenarius angedeutet hatte, <emphasis>unfertig</emphasis>. Bei einem fehlte sogar die Nordseite; der Boden und der Fels wirkten, als seien sie von einem gewaltigen Messer abgetrennt worden. Malfurion sah Erzschichten und H�hlen im Inneren. Ein anderer Gipfel wies eine seltsame Krone auf, die wirkte, als habe jemand angefangen, sie aus Ton zu formen, dann aber das Interesse verloren.</p><p>Der Druide nahm den Blick von diesen faszinierenden Einzelheiten und konzentrierte sich auf die gesamte Gegend. Er hatte das Land der Drachen erreicht. Jetzt musste er nur noch Neltharions Spur finden.</p><p>Malfurion setzte dieselben Kr�fte ein wie auf der anderen Ebene, um nach dem Drachen zu suchen. Er entdeckte andere Spuren, die er als Yseras und m�glicherweise Alexstraszas identifizierte. Es gab schw�chere F�hrten, die Malfurion von den weniger gro�en Drachen verursacht glaubte und die ihn daher nicht interessierten.</p><p>Der Druide bewegte sich langsam und suchte alle Richtungen ab. Nach jedem Fehlschlag fragte er sich, ob Neltharion vielleicht doch nicht so naiv gewesen war, wie Cenarius es vermutet hatte. In diesem Fall w�rde Malfurion auch nach einer Ewigkeit keine Spur von ihm finden.</p><p>Er hielt abrupt an. Eine F�hrte, die er im ersten Moment einem niederen Drachen zugeordnet hatte, erregte pl�tzlich seine Aufmerksamkeit. Sie kam ihm vertraut vor, was eigentlich unm�glich war. Malfurion konzentrierte sich darauf �</p><p>Die sch�tzende Fassade brach beinahe augenblicklich in sich zusammen. Neltharions Spur leuchtete dem Druiden entgegen. Die Zauber, die den Erdw�chter in der sterblichen Welt und im Smaragdtraum vor allen verborgen h�tten, waren hier l�cherlich schwach. Malfurion achtete sorgf�ltig darauf, sich nicht zu sicher zu f�hlen. Den schwarzen Drachen zu finden, war eine Sache, sich seiner Aufmerksamkeit auf allen Ebenen zu entziehen, eine ganz andere. Der wahnsinnige Neltharion litt unter extremem Verfolgungswahn, der sogar seine h�heren Sinne durchsetzte. Der Druide durfte sich keinen auch noch so winzigen Fehler erlauben.</p><p>Malfurion folgte der Spur mit der allergr��ten Vorsicht. Sie f�hrte ihn in eine Gegend, in der die Landschaft vager und verschwommener wurde. Der Druide dachte an Cenarius� Warnung und wurde langsamer.</p><p>Der schwarze Drache war nahe. Malfurion sp�rte ihn dort, wo die Berge verschwammen. Er f�hlte aber auch etwas anderes, einen schwachen Gestank, der die Gegend erf�llte und weitaus �lter als alles andere zu sein schien. Er erinnerte den Druiden an das, was er im Inneren der D�monenseele empfunden hatte. Doch darin hatte er den Gestank dank der anderen Eindr�cke kaum wahrgenommen.</p><p>Was war das nur?</p><p>Malfurion schob den Gedanken beiseite. Er hatte keine Zeit, sich darum zu k�mmern. Die Landschaft erbebte � und pl�tzlich betrat seine Traumgestalt die Welt der Sterblichen.</p><p>Die gewaltige H�hle, in der er stand, schien aus einem Alptraum entsprungen zu sein. Giftig aussehende Wolken aus gr�n-grauem Gas hingen �ber den Lavagruben im Felsboden. Die Lava blubberte und zischte. Ab und zu kochte sie �ber und schwappte gegen den geschw�rzten Stein. Die vulkanische Aktivit�t sorgte f�r ein r�tliches Licht, das lange tanzende Schatten �ber die W�nde warf. Die H�hle war das passende Versteck f�r jemanden, der so viele mitleidlos ermordet hatte.</p><p>Malfurion bemerkte neben dem Blubbern und Zischen noch ein anderes Ger�usch im Hintergrund. Je st�rker er sich darauf konzentrierte, desto deutlicher h�rte der Druide Hammerschl�ge und andere Arbeitsger�usche. Hohe n�rgelnde Stimmen mischten sich dazwischen.</p><p>Malfurion wurde neugierig. In seiner Traumgestalt flog er durch den meterdicken Fels. Die Ger�usche hallten durch den Berg. Sie wurden immer lauter, schienen zu einer gewaltigen Schmiede im Berginneren zu geh�ren.</p><p>Die Felsen verschwanden und offenbarten Malfurion eine H�hle, gegen die die Lavagruben fast anheimelnd wirkten.</p><p>Goblins. Die kleinen Gestalten liefen �berall umher. Einige arbeiteten an gro�en Becken und �fen. Sie sch�tteten dampfendes fl�ssiges Metall in gewaltige rechteckige Formen. Andere schlugen mit H�mmern auf hei�e Platten ein, die wie Teile der R�stung eines Riesen wirkten. Weitere Goblins gl�tteten Metall. W�hrend der Arbeit redeten sie aufgeregt miteinander. Egal, wohin Malfurion auch blickte, �berall arbeiteten Goblins an den unterschiedlichsten Projekten. Ein paar hasteten in schmutzigen Ledersch�rzen durch die H�hle und koordinierten die Arbeiten. Gelegentlich trieben sie einen besonders faulen Goblins durch einen Schlag auf dessen gr�nen, mit spitzen Ohren versehenen Kopf an.</p><p>Malfurion war klar, dass diese Goblins nichts Gutes im Schilde f�hrten. Neugierig schwebte er n�her, konnte aber trotzdem nicht erkennen, was die kleinen Wesen hier trieben.</p><p>�Meklo!�, donnerte pl�tzlich eine Stimme durch die H�hle. �Komm her!�</p><p>Der Druide erstarrte. F�r einen Moment �berkam ihn Panik.</p><p>Er kannte diese Stimme wie jeder, der den ersten Angriff der D�monenseele �berlebt hatte.</p><p>Nur einen Augenblick sp�ter trat der schwarze Drache aus einem Gang.</p><p>Malfurion versteckte sich rasch hinter einem Ofen. Er h�tte zwar eigentlich auch f�r Neltharion unsichtbar sein sollen, aber fr�here Begegnungen hatten gezeigt, dass die wahnsinnige Bestie ihn manchmal doch wahrnehmen konnte. Durch den Pfad, den Cenarius dem Druiden gezeigt hatte, war Malfurion zwar an den Verteidigungszaubern Neltharions vorbei gekommen. Doch um das Artefakt zu finden, musste er ungl�cklicherweise in der N�he der sterblichen Welt weilen.</p><p>Die Goblins arbeiteten nach kurzem Z�gern weiter, redeten jetzt jedoch kaum noch miteinander. Neltharion sah sich um, suchte offenbar diesen �Meklo�, nach dem er gebr�llt hatte.</p><p>Der Drache sah hier noch furchtbarer aus als w�hrend des Kampfes. Sein K�rper hatte sich verformt und aufgebl�ht, und in seinen Augen lag mehr Wahnsinn als je zuvor. Die Risse in seinem Fleisch waren noch gr��er geworden. Feuer und Lava drangen aus den riesigen Wunden. Neltharions K�rper schien auseinander gerissen zu werden.</p><p>Doch die furchtbare Verwandlung des schwarzen Drachens geriet zur Nebensache, als Malfurion sah, was der Riese in einer seiner Klauen hielt.</p><p>Die D�monenseele!</p><p>Malfurion w�re am liebsten zu dem Drachen geflogen und h�tte ihm die goldene Scheibe entrissen � aber das w�re ebenso unm�glich wie selbstm�rderisch gewesen. Momentan konnte er nur beobachten und abwarten.</p><p>�Meklo!�, br�llte Neltharion. Sein Schwanz schlug heftig auf den Felsboden. Einige Goblins sprangen erschrocken zur Seite.</p><p>Nur einen schien das nicht zu beeindrucken, einen �lteren, spindeld�rren Goblin mit grauem Haar und einem abwesenden Gesichtsausdruck. Er ging an Malfurions Versteck vorbei. Der Druide h�rte ihn irgendwelche Ma�e und Berechnungen murmeln. Der Goblin w�re beinahe mit Neltharions gesenktem Haupt zusammen gesto�en, sah dann aber doch zu seinem Herrn auf.</p><p>�Was ist denn, Milord Neltharion?�</p><p>�Meklo! Mein K�rper schreit! Er kann meinen Glanz nicht mehr l�nger allein zur�ckhalten. Wann wirst du fertig sein?�</p><p>�Ich muss jeden Aspekt Eurer Bed�rfnisse berechnen, kalibrieren und konstruieren. Dabei muss man sehr vorsichtig sein, sonst werden wir noch mehr Ungl�ck �ber Euch bringen.�</p><p>Die Schnauze des Drachen stie� Meklo so heftig an, dass der Gnom beinahe umgefallen w�re. �Ich will, dass du damit fertig bist! Und zwar jetzt!�</p><p>�Wenn es denn sein muss.� Meklo verlie� Neltharions Bei�reichweite. �Ich sehe mir die neueste Platte an und �� Der Goblin starrte die Klaue des Drachen an. �Aber Milord! Ich hatte Euch doch gewarnt, dass die Scheibe Euren Zustand verschlechtert, wenn Ihr sie festhaltet. Ihr m�sst sie irgendwohin bringen, bis wir Euch geholfen haben.�</p><p>�Niemals! Ich werde sie niemals zur�cklassen!�</p><p>Meklo lie� sich nicht einsch�chtern. �Milord, wenn Ihr sie nicht beiseite legt, werdet Ihr verbrennen. Dann kann sich jeder die Scheibe aus eurer Asche graben.�</p><p>Seine Worte fanden endlich Geh�r. Neltharion knurrte, dann nickte er z�gerlich. �Also gut � aber ich hoffe f�r dich, dass die Platten fertig sind, sonst g�nne ich mir einen kleinen Imbiss.�</p><p>Meklos Kopf wackelte hin und her. �Nat�rlich, Milord�, stie� er hastig hervor, dann riskierte er einen weiteren Wutanfall. �Vergesst nicht, dass die Scheibe in der sterblichen Welt bleiben muss. Ihr Einsatz hat unsere Zauber st�rker beeintr�chtigt, als wir es gedacht h�tten. Die neuen Zauber werden noch einige Tage brauchen, bis sie sich mit der k�rperlichen H�lle verbunden haben und wir sicher sein k�nnen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.�</p><p>�Ich verstehe � ich verstehe.� Der schwarze Drache zischte w�tend, dann ging er zur�ck in den Gang.</p><p>Malfurion spannte sich an. Der Leviathan wollte die D�monenseele irgendwo verstecken. Das war die Gelegenheit, auf die der Druide gewartet hatte.</p><p>Malfurion beachtete die Goblins nicht, w�hrend er dem Erdw�chter langsam folgte. Dessen gewaltiger K�rper f�llte den Stollen so vollst�ndig aus, dass der Druide nicht erkennen konnte, was vor ihm lag. Um mehr zu sehen, h�tte er durch den Drachen hindurch fliegen m�ssen, doch dieses Risiko war viel zu gro�. Er musste sich in Geduld �ben.</p><p>Im langen Labyrinth der G�nge wurde diese Geduld jedoch auf eine harte Probe gestellt. Der Geruch nach etwas uraltem B�sen wurde st�rker, je l�nger sie in den Berg hinein gingen. Neltharion bewegte sich in Regionen, vor denen andere zur�ckgeschreckt w�rden. Nur einmal begegnete der Erdw�chter einem Drachen aus seinem Clan, der allerdings wesentlich kleiner war und sich �ngstlich vor seinem Herrn verneigte. Abgesehen von dieser Begegnung sah Malfurion keine Lebensform, nicht einmal einen Wurm. Der Erdw�chter ging kein Risiko ein. Er war von der D�monenseele so besessen, dass er selbst seinem eigenen Clan nicht mehr vertraute. Wenn man die Macht bedachte, die sie ihrem Tr�ger verlieh, war das nicht �berraschend.</p><p>Malfurion schwebte n�her heran, bis er �ber dem Schwanz des Drachen hing. Er w�nschte, der Leviathan h�tte sich beeilt.</p><p>Der Riese stoppte pl�tzlich und sah �ber seine Schulter. Malfurion flog instinktiv in die n�chstbeste Wand und verbarg sich im Fels. Er wartete einige Sekunden, dann streckte er vorsichtig den Kopf heraus.</p><p>Neltharion setzte seinen Weg bereits wieder fort. Der Druide verfluchte seine �berreaktion und folgte ihm.</p><p>Er hatte den Erdw�chter gerade erreicht, als der in eine schmale H�hle abbog. Neltharion passte nur knapp hinein. Seine Schultern kratzten �ber die W�nde.</p><p>�Hier ��, murmelte er. Offenbar sprach er mit seiner Sch�pfung. �Hier wirst du sicher sein.�</p><p>Das Gef�hl einer Bedrohung nahm stetig zu, aber Malfurion widersetzte sich seinem Fluchtinstinkt. Er musste herausfinden, wo und wie der Drache die D�monenseele versteckte.</p><p>Vorsichtig griff Neltharion nach einem kleinen vorstehenden Sims und zog daran. Im n�chsten Moment blitzte es auf- und hinter dem Stein, den er herausgenommen hatte, g�hnte ein gewaltiges Loch. Ein Wesen, das so gro� wie der Drache sein musste, hatte sich hier einst in den Fels gegraben.</p><p>Neltharion betrachtete die D�monenseele, dann legte er sie z�gernd, fast z�rtlich in das Loch. Danach schob er den Fels wieder davor.</p><p>Es blitzte ein zweites Mal, und das Loch war verschwunden. Malfurion h�tte es nicht einmal bemerkt, wenn er unmittelbar vor dem magischen Fels geschwebt h�tte, so perfekt war die Tarnung.</p><p>Noch bemerkenswerter war jedoch, dass Malfurion die Scheibe und ihre dunklen Energien auch nicht mehr sp�rte.</p><p>Der Drache konnte die Scheibe zwar nicht au�erhalb der sterblichen Welt verbergen, aber sein Versteck war fast ebenso perfekt.</p><p>Neltharion z�gerte. Sein Blick richtete sich auf den Fels, hinter dem die D�monenseele ruhte. Er hob eine Klaue und schien die Tarnung ber�hren zu wollen.</p><p>Frustriert zischend wandte er sich dann aber um, lie� den Arm sinken und stampfte aus der H�hle.</p><p>Der Druide verbarg sich im Stein, bis er sicher war, dass Neltharion weit genug weg war. Sekunden vergingen so langsam wie Stunden. Schlie�lich entschied der Nachtelf, dass es jetzt sicher war und schob den Kopf aus dem Stein. Die H�hle war leer. Malfurion schwebte auf das Versteck der D�monenseele zu.</p><p>Sogar unmittelbar vor der Abdeckung sp�rte er nichts. Obwohl er diesen verfluchten Ort am liebsten sofort verlassen h�tte, beschloss Malfurion, einen Blick auf die Scheibe zu werfen. Er wollte sichergehen, dass er alles �ber das Versteck wusste. Krasus w�rde ihm einige Fragen stellen.</p><p>Er beugte sich vor. Seine Traumgestalt glitt in Neltharions getarntes Versteck.</p><p>Ein furchtbarer Schrei hallte durch die H�hle.</p><p>Malfurion verga� jeden Gedanken an die D�monenseele. Er warf sich tief in die W�nde hinein und flog einige Meter, bevor er es wagte, innezuhalten.</p><p>Er f�hlte eine gewaltige, eine intensive Macht. Sie durchsuchte die Umgebung nach etwas, das nicht dorthin geh�rte. Malfurion sp�rte, dass sie vom schwarzen Drachen ausging.</p><p>Neltharion musste gemerkt haben, dass etwas nicht stimmte. Allerdings war seine Suche unkoordiniert und breit gef�chert, so als wisse er nicht, wonach er Ausschau hielt. Der Druide blieb erstarrt stehen, unschl�ssig, ob er fliehen oder besser im Fels bleiben sollte.</p><p>Die magische Suche kam n�her, verfehlte den Nachtelf jedoch. Malfurion entspannte sich, doch da tastete der Drache auch schon nach ihm.</p><p>Der Druide zog sich augenblicklich weiter zur�ck. Neltharion griff ins Leere. Der Drache hatte ihn erneut verfehlt.</p><p>Doch der Nachtelf wollte kein weiteres Risiko eingehen. Er wusste nun, wo sich die Scheibe befand. Der Erdw�chter war zwar misstrauisch, ahnte aber wahrscheinlich nicht, dass ihm jemand gefolgt war.</p><p>Malfurion zog sich aus der H�hle und den Bergen zur�ck. Er suchte nach der unvollendeten Welt im Smaragdtraum. Erst als er sie betreten hatte, f�hlte er sich einigerma�en sicher.</p><p>Dieses Gef�hl verschwand jedoch, als er die �berm�chtige Pr�senz Neltharions sp�rte.</p><p>Der Drache kannte die Ebenen des Traumreichs.</p><p>Der Nachtelf konzentrierte sich verzweifelt und zwang sich, an seinen sterblichen K�rper zu denken. Er stellte sich vor, wie er in ihn zur�ckkehrte, w�hrend der Erdw�chter bereits nach ihm griff �</p><p>Er glaubte schon, in die Klauen des wahnsinnigen Drachen geraten zu sein, als er endlich erwachte.</p><p>�Er zittert�, stie� Rhonin zur Linken des Nachtelfs hervor. �Und er ist schwei�nass.�</p><p>�Malfurion!� Krasus� Gesicht tauchte vor dem Druiden auf. �Was fehlt dir? Rede.�</p><p>�Ich � mir geht es gut.� Er machte eine Pause, um zu Atem zu kommen. �Neltharion � er h�tte mich beinahe bemerkt, aber ich konnte ihm entkommen.�</p><p>�Du hast bereits nach ihm gesucht? Das solltest du nicht!�</p><p>�Die Gelegenheit � ergab sich ��</p><p>�Jetzt ist er gewarnt�, murmelte Rhonin.</p><p>�Vielleicht auch nicht�, antwortete der ehemalige Lehrer des Zauberers. �Wahrscheinlich wird er die St�rung den vielen Schatten zuschreiben, die er um sich herum sieht.� An Malfurion gewandt fragte der Magier: �Hast du die D�monenseele gefunden?�</p><p>�Ja, ich wei�, wo � sie ist�, erkl�rte der Druide m�hsam. Er sah Neltharion noch vor sich. Das verzerrte Drachengesicht jagte ihm einen Schauer �ber den R�cken. �Aber ich glaube nicht, dass wir sie ihm abnehmen k�nnen.�</p><p>�Aber das m�ssen wir�, sagte Krasus ruhig. �Das m�ssen wir � ganz gleich, welchen Preis wir daf�r zahlen.�</p></section><section><title><p>5</p></title><p>Sanfte H�nde ber�hrten und wuschen sein verbranntes Fleisch. Um ihn her roch es nach Lilien und anderen Blumen. Illidan regte sich. Er stieg aus dem Koma auf, in das er sich selbst versetzt hatte, um seinen Qualen zu entkommen. Der Schmerz war nicht mehr so stark wie am Anfang, aber Malfurions Bruder bezweifelte, dass er je ganz vergehen w�rde.</p><p>Als sein Bewusstsein zur�ckkehrte, begann seine Welt pl�tzlich in wilden Farben aufzuleuchten. Der Zauberer st�hnte auf und versuchte seine fehlenden Augen zu bedecken. Doch �ber den leeren H�hlen gab es noch nicht einmal mehr Lider. Die pulsierenden Energien und st�ndig wechselnden Farben drohten, ihn in den Wahnsinn zu treiben.</p><p>Das also war Sargeras� Geschenk: eine d�monische, magische Ansicht der Welt.</p><p>Illidan Stormrage erinnerte sich an die Worte Rhonins, des menschlichen Magiers. <emphasis>Konzentriere dich</emphasis>, hatte der m�chtige Zauberer immer wieder betont. <emphasis>Konzentriere dich, und alles wird Sinn ergeben. Das ist der Schl�ssel �</emphasis></p><p>Illidan wehrte sich gegen den Schock, der auf ihm lastete und versuchte dem Rat seines Mentors zu folgen. Anfangs erschien es ihm unm�glich, denn das Chaos war so gro�, dass ein Sterblicher es nicht zu kontrollieren vermochte.</p><p>Doch mit der gleichen Beharrlichkeit, die ihm schon den rasanten Aufstieg innerhalb der Mondgarde beschert hatte, erzwang Illidan Ordnung. Die Farben flossen zusammen, die Energien pulsierten rhythmisch und zielgerichtet. Schemen begannen sich aus den nat�rlichen Kr�ften zu bilden, die alle Dinge, ob lebendig oder nicht, durchflossen.</p><p>Er bemerkte jetzt, dass er auf einem Diwan lag, dessen Stoff so glatt und fein war, dass er auf ihn beinahe sinnlich wirkte. Neben ihm standen zwei Frauen, auch das erkannte Illidan erst jetzt. Er musste sich konzentrieren, um weitere Einzelheiten wahrzunehmen. Es waren Nachtelfen, junge, h�bsche Nachtelfen, in pr�chtige Gew�nder geh�llt.</p><p>Er konzentrierte sich auf die Elfe, die ihn gewaschen hatte. Er sp�rte die silberne Farbe ihres Haars � Silber, das nicht nat�rlich war � und die katzenhafte Form ihrer Augen. Seine Wahrnehmung war sch�rfer als jemals zuvor. Er bemerkte sogar die winzigen Farbunterschiede in den einzelnen Haarstr�hnen. Er sp�rte die Macht, die von jeder der drei Hochgeborenen ausging � und wusste auch, dass diejenige von ihnen, die seine Wunden s�uberte, bei weitem die M�chtigste war. Doch verglichen mit seinen eigenen, waren ihre F�higkeiten geradezu l�cherlich gering.</p><p>Die oberste Zofe erholte sich als Erste von ihrer �berraschung. Sie legte das feuchte Tuch beiseite und griff nach etwas, das Illidan durch die wirbelnden Energien als bernsteinfarbenen Seidenschal identifizierte.</p><p>Bernstein � die Farbe seiner nun fehlenden Augen.</p><p>�Dies ist f�r dich, Lord Zauberer.�</p><p>Er verstand sofort, wof�r der Schal sein sollte. Seine verbesserte Wahrnehmung hatte ihn f�r einen Moment vergessen lassen, wie er auf andere wirken musste. Er verneigte sich ansatzweise, so wie er sich fr�her vor Lord Ravencrest verbeugt hatte, und nahm den Schal entgegen. Dann wickelte er ihn sich um den Kopf, sodass er die Augenh�hlen bedeckte. Es �berraschte ihn nicht, dass der Stoff seine F�higkeiten nicht beeinflusste.</p><p>�Schon viel besser�, murmelte die Frau. �Du musst gut aussehen f�r unsere K�nigin ��</p><p>�Danke, Vashj�, sagte Azsharas Stimme pl�tzlich. �Du und die anderen d�rft euch jetzt zur�ckziehen.�</p><p>Vashj schloss den Mund, dann verbeugte sie sich und verlie� mit den �brigen Zofen den Raum.</p><p>Illidan hielt den Atem an, als er seine Sinne auf die K�nigin richtete. Eine helle Aura umgab sie, ein silbernes Licht, das die Macht widerspiegelte, die sie besa�. Illidan h�tte geblinzelt, wenn es ihm noch m�glich gewesen w�re. Sein Volk hatte Azshara zwar verehrt, doch manche � unter anderem auch er � waren davon ausgegangen, dass ihre Kenntnisse der magischen K�nste gering seien. Er hatte stets geglaubt, dass ihre Zauber nur durch die Macht der Hochgeborenen erm�glicht wurden. Illidan fragte sich, ob der verstorbene Lord Xavius oder der noch lebende Captain Varo�then ahnten oder geahnt hatten, wie m�chtig ihre Herrin in Wahrheit war.</p><p>�Euer Majest�t.� Der Zauberer erhob sich von der Liege und kniete nieder.</p><p>�Bitte � erhebe dich. Bei einem privaten Gespr�ch sind solche F�rmlichkeiten unn�tig.� Sie bewegte sich auf ihn zu, ohne dass Illidan erkennen konnte, wie sie das tat. Dann f�hrte sie ihn zum Diwan zur�ck. �Hier werden wir es bequemer haben, mein lieber Zauberer.�</p><p>Sie setzten sich. Azshara schmiegte sich an Malfurions Zwilling. Ihre Ber�hrung entflammte seine Seele. Ihre Gegenwart hypnotisierte ihn beinahe.</p><p>Hypnotisierte? Illidan betrachtete sie genauer.</p><p>Die Aura, die Azshara umgab, leuchtete so hell, dass sie sogar seine eigene ber�hrte. Dass Illidan dies erst jetzt bemerkte, verriet, wie sehr die K�nigin auf ihn einwirkte.</p><p>Trotz der Erkenntnis konnte er sich ihrem Einfluss kaum entziehen.</p><p>�Du hast mich sehr beeindruckt, Illidan Stormrage. Du bist so klug und m�chtig. Sogar Lord Sargeras hat das erkannt, sonst h�tte er dir wohl nicht ein so wertvolles Geschenk gemacht.� Ihr langen, schlanken Finger glitten �ber den Schal. �Und doch ist es eine Schande, dass du diese sch�nen bernsteinfarbenen Augen aufgeben musstest. Ich kann mir vorstellen, wie schmerzvoll es war ��</p><p>Ihr Gesicht war dem seinen ganz nahe, aber er w�nschte sich, es zu ber�hren. �Ich � ich konnte es ertragen, Majest�t.�</p><p>�Bitte nenn mich Azshara.� Ihre Finger liebkosten sein Gesicht. �Was f�r sch�ne Z�ge.� Sie ber�hrte seine Schulter und schob sein Hemd zur Seite. �Und wie stark du bist � Du tr�gst sogar das Mal des Gro�en Herrn.�</p><p>Illidan runzelte die Stirn und blickte dorthin, wo ihre Hand lag.</p><p>Ein kompliziertes Muster aus dunklen T�towierungen bedeckte seine Schulter. Darunter sp�rte der Nachtelf sorgf�ltig abgeschirmte, starke Magie � Sargeras� Magie �, die sein Fleisch durchdrang. Sargeras hatte Illidan ganz und gar in eine Kreatur der Legion verwandelt.</p><p>Malfurions Bruder ignorierte die K�nigin f�r einen Moment und ber�hrte eine der T�towierungen. Neue Kraft durchstr�mte ihn. Sein K�rper erzitterte unter der ungez�gelten Energie. Illidan sp�rte, dass dieselbe Quelle daf�r verantwortlich war, die auch den Brunnen versorgte. Er begriff, dass der D�monenlord seine Kr�fte durch das Mal vervielfacht hatte.</p><p>�Er h�lt dich f�r etwas Besonderes � und deshalb halte auch ich dich f�r etwas Besonderes�, fl�sterte K�nigin Azshara und kam noch n�her. �Und ich kann dir viele Vorteile verschaffen, die selbst er dir nicht ��</p><p>�Vergebt mir die St�rung, Licht der Lichter�, sagte eine Gestalt im T�rrahmen beinahe knurrend.</p><p>Illidan spannte sich an, aber die K�nigin richtete sich nur l�ssig auf und strich sich die langen, gl�nzenden Haare aus dem Gesicht. Sie sah dem Eindringling unter halb geschlossenen Lidern scheinbar verf�hrerisch entgegen. �Was gibt es, mein lieber Captain?�</p><p>Captain Varo�then war im Gegensatz zu seiner K�nigin von keiner hellen Aura umgeben. Er strahlte eine Dunkelheit aus, die Illidan an einen D�mon erinnerte. Sein Wissen um die magischen K�nste war h�chst beschr�nkt, aber auf seine Weise war der Captain ebenso gef�hrlich wie Mannoroth.</p><p>Vielleicht sogar t�dlich, wenn man seine Eifersucht auf reale und eingebildete Rivalen um die Gunst seiner K�nigin bedachte. Varo�then kochte beinahe vor Wut, als er Azshara und Illidan auf dem Diwan sah. Sie steigerte seine Rage noch, als sie begann, �ber Illidans Wange zu streicheln.</p><p>�Ich bin wegen ihm hier, Majest�t. Er hat Versprechungen gemacht, die unser Herr erf�llt sehen will.�</p><p>�Und das werde ich�, antwortete Illidan. Durch seinen Schal starrte er den Offizier an. Varo�thens Augen verengten sich, aber dann nickte er.</p><p>�Nun, wenn es sein muss�, sagte Azshara. Sie trat zwischen die beiden und sah einen jeden verf�hrerisch an. �Ich bin sicher, dass gegen euch <emphasis>beide</emphasis> kein Drache den Hauch einer Chance hat. Ich freue mich schon darauf, von euren Abenteuern zu h�ren.� Sie lie� ihre Hand �ber die Brustplatte des Captains gleiten. Seine Augen blitzten lustvoll. �Von euch beiden�, f�gte die K�nigin hinzu, w�hrend sie mit ihrer anderen Hand �ber Illidans nackte Brust strich.</p><p>Der Zauberer wusste, dass sie mit ihnen spielte, aber er konnte sich ihrem Charme kaum widersetzen. M�hsam stemmte er sich gegen ihren Einfluss und antwortete: �Ich werde Euch nicht entt�uschen � Azshara.�</p><p>Dem Soldaten gefiel es nicht, dass er ihren Namen ohne jeglichen Titel benutzte � was seine Vertrautheit mit der K�nigin betonte. Varo�thens Hand legte sich auf den Griff seines Schwertes, aber er zu klug, um die Klinge tats�chlich zu ziehen.</p><p>�Wir m�ssen die Bestie finden�, sagte er. �Du behauptest ja, das sei dir m�glich.�</p><p>Illidan drehte die Drachenschuppe zwischen seinen Fingern. �Ich behaupte es nicht nur, ich sage die Wahrheit.�</p><p>�Dann sollten wir nicht l�nger warten. Es wird bald Nacht.�</p><p>Illidan sah die K�nigin an und verneigte sich elegant. �Mit Eurer Erlaubnis ��</p><p>Sie l�chelte majest�tisch. �Und du kannst auch gehen, mein lieber Captain.�</p><p>�Danke, Licht der Lichter, Blume des Mondes �� Varo�then verbeugte sich milit�risch knapp. Dann zeigte er auf die T�r. �Nach dir, Meisterzauberer.�</p><p>Illidan antwortete nicht, als er nach drau�en ging. Er sp�rte, dass Varo�then ihm folgte. Es h�tte Malfurions Zwilling nicht �berrascht, wenn der Captain ihm ein Messer in den R�cken gerammt h�tte.</p><p>Aber Varo�then hatte sich gut unter Kontrolle. �Wohin gehen wir?�, fragte er.</p><p>�Du kannst deine Zauber weben, sobald wir Zin-Azshari verlassen haben. Lord Sargeras w�nscht, dass die Mission so schnell wie m�glich erf�llt wird. Er will endlich seinen Fu� auf die Erde Azeroths setzen und unserer Welt seinen Segen geben.�</p><p>�Gl�ckliches Azeroth.�</p><p>Varo�then sah ihn misstrauisch an und suchte nach der Ironie in diesen Worten. Als er keine fand, nickte er. �Ja, gl�ckliches Azeroth.�</p><p>Der Captain f�hrte ihn durch den Palast. Als sie sich den St�llen n�herten, fragte Illidan: �Wirst du mich auf der ganzen Reise begleiten?�</p><p>�Jemand sollte auf dich achten.�</p><p>�Das freut mich.�</p><p>�Unser Herr erwartet, dass die Scheibe all seine Bed�rfnisse erf�llen wird. Er muss sie bekommen.�</p><p>�Ich bin froh �ber deine Gesellschaft�, antwortete der Zauberer. Doch als sie den Stall betraten, hielt Illidan abrupt an. �Und was soll <emphasis>das</emphasis>?�</p><p>Ein Dutzend Teufelswachen stand neben den Nachts�blern. Ihre Gesichter waren voller Blutgier. Zwei Verdammniswachen flankierten sie und sorgten f�r Ordnung. Zwei weitere Verdammniswachen hielten eine sabbernde Teufelsbestie fest.</p><p>�Wie ich bereits sagte�, antwortete Captain Varo�then leicht sarkastisch. �Jemand muss auf dich aufpassen. Sie �� Er zeigte auf die teuflischen Krieger. �� werden das <emphasis>sehr gut</emphasis> erledigen. Das verspreche ich dir, Zauberer.�</p><p>Illidan nickte und schwieg.</p><empty-line/><p>�Wir werden uns beeilen, das verspreche ich, Rhonin.�</p><p>�Versprich mir nichts, Krasus�, antwortete der Mensch. �Aber sei vorsichtig. Und mache dir keine Sorgen wegen Stareye. Ich k�mmere mich um ihn.�</p><p>�Wegen ihm sorge ich mich nicht. Ich bin sicher, dass es dir und Captain Shadowsong gelingen wird, die Armee zusammen zu halten.�</p><p>�Mir?� Jarod sch�ttelte den Kopf. �Meister Krasus, du traust mir zu viel zu. Ich bin nur ein einfacher Wachoffizier. Maiev hat Recht. Das Gl�ck war mir hold. Ich bin ebenso wenig ein Kommandant wie � wie ��</p><p>�Stareye?�, fragte Rhonin grinsend.</p><p>�Wir m�ssen uns auf dich verlassen, Jarod Shadowsong. Die Tauren und die anderen sp�ren den Respekt, mit dem du sie behandelst und respektieren dich daher auch. Vielleicht wirst du wieder in eine Situation kommen, in der du eine Entscheidung f�llen musst � zum Wohle deines Volkes, muss ich hinzuf�gen.�</p><p>Die Schultern des Nachtelfs sackten nach unten. �Ich tue, was ich kann, Meister Krasus. Mehr mag ich dazu nicht sagen.�</p><p>Der Magier nickte. �Und mehr erbitten wir von dir auch nicht, Captain.�</p><p>�Nun, da wir diese Angelegenheit also gekl�rt h�tten�, sagte der Mensch, �fragte ich mich, wie du das Nest erreichen willst?�</p><p>�Die Greifen stehen uns nicht mehr l�nger zur Verf�gung. Wir m�ssen die Nachts�bler nehmen und hoffen, dass sie sich mit gr��ter Schnelligkeit bewegen.�</p><p>�Aber das w�rde zu lange dauern! Und ihr h�ttet keinen Schutz vor den Attent�tern der Brennenden Legion.�</p><p>Archimonde lie� die Armee von D�monen verfolgen, die nur auf ihre Chance warteten, Krasus und seine Gruppe zu ermorden. Besonders auf Malfurion hatte Archimonde es abgesehen. Schlie�lich hatte der Druide die Legion schon einmal den Sieg gekostet. Der Drachenmagier bezweifelte jedoch nicht, dass auch er ganz oben auf der Liste stand.</p><p>�Es w�re aber auch zu riskant, mit einem Zauber zu Deathwings Versteck zu reisen�, antwortete Krasus. �Auf einen solchen Versuch hat er sich sicherlich vorbereitet. Wir m�ssen auf konventionellem Wege zu ihm gelangen.�</p><p>�Das gef�llt mir nicht.�</p><p>�Mir auch nicht, aber es geht nicht anders.� Er drehte sich zu seinen Begleitern um. �Seid ihr bereit f�r diese Reise?�</p><p>Malfurion nickte. Brox grunzte ungeduldig. Der Druide und der Magier verf�gten zwar �ber au�ergew�hnliches magisches K�nnen, doch einen erfahrenen Krieger wie den Orc konnten auch diese K�nste nicht ersetzen. Zauberer lie�en sich leicht au�er Gefecht setzen, das wusste Krasus, und Brox hatte sich immer wieder als vertrauensw�rdiger Verb�ndeter erwiesen.</p><p>�Gebt uns eine Stunde Vorsprung, bevor ihr Lord Stareye Bescheid sagt�, bat Krasus, als er sich auf seinen Nachts�bler schwang.</p><p>�Ich gebe euch zwei.�</p><p>Der Druide und der Orc stiegen ebenfalls auf. Krasus lie� sein Reittier antraben. Die elegante Katze wurde rasch schneller, die anderen beiden Tiere folgten ihr. Schon bald hatten sie die Armee der Nachtelfen hinter sich gelassen.</p><p>Schweigend ritten sie dahin. Dabei achteten sie nicht nur auf ihren Weg, sondern auch auf m�gliche Bedrohungen. Die Nacht verstrich jedoch ohne Zwischenfall. Als die Sonne aufging, lie� Krasus die Tiere anhalten.</p><p>�Wir werden hier rasten�, verk�ndete er mit einem Blick auf die leicht bewaldeten H�gel, die vor ihnen lagen. �Wir sollten ausgeruht sein, wenn wir dort hindurch reiten.�</p><p>�Glaubst du, dass uns dort Gefahr droht?�, fragte Malfurion.</p><p>�Vielleicht. Die W�lder sind nicht gro� und auch nicht dicht, aber die H�gel sind voller Senken, in denen sich Feinde verbergen k�nnten.�</p><p>Brox nickte zustimmend. �W�rde den H�gel im Norden daf�r w�hlen. Bietet guten Blick auf den Weg. Wir sollten ihn auf unserem Weg umgehen.�</p><p>�Dieser Expertenmeinung schlie�e ich mich an.� Der Magier sah sich um. �Dieses Gebiet dort zwischen den beiden gro�en Felsen eignet sich f�r ein Lager. Wir k�nnen die Umgebung beobachten, sind aber gleichzeitig vor Blicken gesch�tzt.�</p><p>Sie banden die Nachts�bler an einem krummen Baum fest. Die Katzen, die bereits seit Generationen gez�chtet wurden, h�rten auf jeden Befehl und widersetzten sich nie. Brox f�tterte die Tiere aus den Vorr�ten, die sie bei sich trugen. Sie hatten gen�gend Nahrung f�r drei Tage. Danach w�rden die Katzen auf die Jagd gehen m�ssen. Krasus hoffte, dass sie bis dahin eine Gegend erreicht hatten, in der es mehr Wild gab als hier.</p><p>Die drei Reisenden nahmen etwas von ihrem eigenen Proviant zu sich. F�r einen Drachen wie Krasus war gep�keltes Fleisch nicht gerade eine Delikatesse, aber er hatte sich l�ngst an solche Umst�nde gew�hnt. Malfurion a� einige getrocknete Fr�chte und N�sse, w�hrend Brox herzhaft in sein P�kelfleisch biss. Orcs stellten keine gro�en Anspr�che, wenn es um Nahrung ging.</p><p>�Die Katzen schlafen bereits�, sagte Krasus nach ihrer Mahlzeit. �Wir sollten das Gleiche tun.�</p><p>�Ich �bernehme die erste Wache�, bot Brox an.</p><p>Malfurion meldete sich f�r die zweite Wache, dann suchten er und Krasus sich Schlafpl�tze in der N�he eines der beiden Felsen. Brox, der wesentlich gelenkiger war, als man seinem st�mmigen K�rper zutraute, kletterte katzengleich auf den anderen Felsen und setzte sich. Die Axt lag auf seinem Scho�, w�hrend er die Landschaft wie ein hungriger Raubvogel betrachtete.</p><p>Der Drachenmagier wollte eigentlich nur ein wenig d�sen, schlief aber bald ein. Er hatte sich v�llig �beranstrengt, und die wenigen Ruhestunden hatten die Schw�chung nicht wettmachen k�nnen.</p><p>Drachen tr�umten, und auch Krasus war keine Ausnahme. Er w�nschte sich nichts sehnlicher, als endlich wieder zu fliegen, die Schwingen, die er in dieser Gestalt nicht besa�, zu spreizen und sich in die L�fte zu erheben. In seinen Tr�umen war er wieder Korialstrasz. Als Wesen der L�fte f�hlte er sich am Boden mehr als eingeschr�nkt. Der Drache hatte sich in seiner sterblichen Gestalt stets wohl gef�hlt, doch damals hatte ein einzelner Gedanke gereicht, um ihn zur�ckzuverwandeln. Das konnte er nun nicht mehr, und so sp�rte er oft �rger �ber die Zerbrechlichkeit seines jetzigen K�rpers.</p><p>Dieser Fluch hielt sogar Einzug in seinen Traum. Das schw�chliche, sterbliche Fleisch hing an seinem K�rper und presste ihn in eine st�ndig kleiner werdende Form. Seine Fl�gel zerbrachen, sein Schwanz verschwand. Seine lange Schnauze wurde in seinen Sch�del geschoben und durch eine winzige Nase ersetzt. Aus Korialstrasz wurde Krasus, der Magier. Er st�rzte der Erde entgegen �</p><p>Und erwachte schwei�gebadet.</p><p>Es h�tte Krasus nicht �berrascht, wenn er inmitten eines Angriffs aufgewacht w�re, doch alles war ruhig. Nur Malfurions rhythmischer Atem war zu h�ren. Krasus erhob sich und sah, dass Brox immer noch Wache hielt. Der Magier blickte zur Sonne, um die Uhrzeit zu sch�tzen. Die Wache des Orcs dauerte schon viel zu lange. Malfurion h�tte seine schon antreten m�ssen.</p><p>Der Zauberer lie� den Druiden schlafen und kletterte wie eine Eidechse den Felsen hinauf. Als er die Spitze erreichte, sprang Brox auf und hob seine Axt.</p><p>�Du!�, knurrte der Orc und half Krasus �ber die letzte H�rde. Dann setzten sich beide. �Ich dachte, du schl�fst, Meister Krasus.�</p><p>�Das solltest du auch. Du brauchst diese Pause ebenso wie wir.�</p><p>Der gr�nh�utige Krieger hob die Schultern. �Ein Orc-Krieger kann mit offenen Augen und erhobener Axt schlafen. Kein Grund, den Nachtelf zu wecken. Er muss schlafen. Gegen den Drachen wird er wichtiger sein als dieser alte K�mpfer.�</p><p>Krasus sah den Orc an. �Ein alter K�mpfer, der zwanzig junge wert ist.�</p><p>Der Krieger wirkte erfreut �ber das Kompliment, sagte jedoch: �Die Tage des Ruhmes sind vorbei f�r diesen Krieger. Es wird keine weiteren Geschichten �ber Broxigar, die rote Axt, geben.�</p><p>�Ich lebe bereits l�nger als du, Brox. Ich wei� deshalb, wovon ich spreche. Es stecken noch viele ruhmreiche Taten und glorreiche Schlachten in dir. Es wird neue Geschichten �ber Broxigar, die rote Axt, geben, und wenn ich sie selbst erz�hlen muss.�</p><p>Die Wangen des Orcs verdunkelten sich, und er neigte seinen Kopf. �Deine Worte ehren mich, weiser Meister.�</p><p>Brox und Malfurion wussten beide, wer Krasus in Wirklichkeit war. Es hatte den Drachen �berrascht, dass der Krieger die Wahrheit schon lange vorher erkannt hatte. Er war in den schamanischen Traditionen der Orcs ausgebildet worden und hatte die gro�e Macht und das hohe Alter seines Begleiters gesp�rt. Dann hatte er gesehen, wie Krasus mit Drachen umging und daraus die richtige Schlussfolgerung gezogen. Er verstand zwar nicht, wieso Krasus und Korialstrasz ein und die selbe Person waren, doch diese Tatsache nahm er einfach hin.</p><p>�Und der weise Meister�, antwortete Krasus, �besteht darauf, dass du dich ausruhst. Ich werde Malfurions Restwache und meine eigene �bernehmen.�</p><p>�Es w�re besser, wenn du ��</p><p>Krasus starrte den Orc an. �Ich versichere dir, dass meine Ausdauer weit gr��er als die deine ist. Ich ben�tige nicht mehr Schlaf.�</p><p>Brox erkannte, dass er diese Diskussion nicht gewinnen w�rde und erhob sich grunzend. Doch Krasus, der an ihm vorbei blickte, versteifte sich pl�tzlich.</p><p>�Verdammniswachen�, fl�sterte er.</p><p>Brox lie� sich fallen. Drei gefl�gelte D�monen flogen langsam auf die H�gel zu. Sie trugen lange, unangenehm aussehende Klingen. Die Verdammniswachen beobachteten die Umgebung zwar misstrauisch, hatten die Gruppe aber noch nicht entdeckt.</p><p>�Sie fliegen genau auf unseren Weg zu�, erkannte Krasus.</p><p>�Wir sollten sie aufhalten.�</p><p>Der Magier nickte zustimmend, f�gte jedoch hinzu: �Wir m�ssen zuerst herausfinden, ob sie allein sind. Wir d�rfen die drei nicht angreifen, wenn wir damit andere warnen. Lass mich versuchen, es herauszufinden.�</p><p>Krasus schloss die Augen und tastete mit seinen Sinnen nach den D�monen. Er sp�rte die Dunkelheit, die von ihnen ausging. Krasus war angewidert, lie� sich aber nicht abschrecken. Tiefer tauchte er in die Kreaturen ein. Er musste die Wahrheit herausfinden.</p><p>In ihnen entdeckte er das gleiche Chaos und die gleiche Wildheit, die er schon fr�her bemerkt hatte. Der Magier konnte immer noch kaum glauben, dass so viel Bosheit in einem Wesen existieren konnte. Es erinnerte ihn an den Wahnsinn, der Neltharion ergriffen und ihn in den schrecklichen Deathwing verwandelt hatte.</p><p>Schlie�lich fand er, was er gesucht hatte, in den monstr�sen Gedanken der Kreaturen. Sie waren allein und als Kundschafter unterwegs. Man hatte ihnen den Auftrag erteilt, nach Schwachstellen zu suchen, die sich f�r die Legion als n�tzlich erweisen konnten. Sie wollten ihren Kampf nicht auf das Schlachtfeld beschr�nken, sondern sich hinter die Linien der Verteidiger schleichen.</p><p>Solche Taktiken �berraschten Krasus nicht. Er war sich sicher, dass Archimonde noch mehr Heimt�cken in Gang gebracht hatte. Gerade deshalb war die Eroberung der D�monenseele so wichtig.</p><p>Er suchte das Gebiet nach weiteren Kriegern ab, fand jedoch keine. Zufrieden beendete er seine Suche.</p><p>�Sie sind allein�, erkl�rte er Brox. �Wir werden uns mit ihnen befassen, aber dieses Mal sollten wir uns auf die Magie verlassen.�</p><p>Der Orc grunzte zustimmend. Krasus kletterte von dem Felsen und weckte Malfurion.</p><p>�Was ��, begann der Nachtelf, aber Krasus brachte ihn mit einer Geste zum Schweigen.</p><p>�Drei Verdammniswachen�, fl�sterte der �ltere Magier. �Sie sind allein. Ich will sie mir mit deiner Hilfe schnappen.�</p><p>Malfurion nickte. Er folgte Krasus auf die andere Seite der Felsen und betrachtete die �ber den H�geln schwebenden D�monen.</p><p>�Was sollen wir tun?�, fragte der Druide.</p><p>�Es w�re am besten, wenn ich alle drei gleichzeitig �berw�ltigen k�nnte. Doch ihre st�ndigen Bewegungen erschweren meine Berechnungen. Ich �berlasse dir m�gliche Fl�chtlinge.�</p><p>�Ich verstehe.� Malfurion holte tief Luft und bereitete sich vor. Krasus beobachtete die Verdammniswachen und wartete auf den Moment, da sie einander am n�chsten waren.</p><p>Zwei der D�monen tauschten Informationen aus, aber der dritte hatte sich von ihnen entfernt und setzte seine Erkundung fort. Der Magier fluchte, denn es war ihm klar, dass ihm dies zwar eine g�nstige Gelegenheit bot, zwei der D�monen gleichzeitig zu treffen. Doch der dritte war zu weit entfernt. Krasus f�rchtete, er w�rde entkommen.</p><p>Malfurion sp�rte offenbar seine Zweifel. �Ich werde ihn nicht entwischen lassen, Meister Krasus.�</p><p>Der Magier war erleichtert �ber diese Worte. Er nickte und konzentrierte sich.</p><p>Im Gegensatz zu Illidan � und gelegentlich auch Rhonin � lebte er schon zu lange, um noch Energie darauf zu verschwenden, seine Zauber zu einem Spektakel zu machen. Die Verdammniswachen waren eine Bedrohung, die gestoppt werden musste. Das war alles. Und so explodierten beide Drachen nacheinander. Ihre �berreste regneten auf die h�gelige Landschaft herab.</p><p>Was er bef�rchtet hatte, geschah. Der dritte D�mon entkam der Falle. Allerdings erwies sich die Flucht der Verdammniswache als kurz. Noch w�hrend die �berreste der anderen Kreaturen zu Boden fielen, hob Malfurion ein einzelnes Blatt auf und blies dagegen. Eine starke Brise entstand neben dem Druiden. Sie ergriff das Blatt und trug es auf die letzte Verdammniswache zu.</p><p>Aus einem wurden Hunderte. Sie wirbelten im Wind durcheinander und begannen sich immer schneller zu drehen. Der D�mon kam n�her an sie heran.</p><p>Die Bl�tter ber�hrten die Verdammniswache und klebten an ihr fest. Eine dicke Schicht bedeckte den D�mon bereits, aber die Menge der Bl�tter schien nicht geringer zu werden. Der geh�rnte Krieger k�mpfte gegen den Wind, aber sein st�ndig gr��er werdendes Gewicht behinderte ihn zu stark.</p><p>Innerhalb von Sekunden verwandelte sich der D�mon in eine gr�ne Mumie. Die Fl�gel schlugen langsamer, k�mpften gegen das Gewicht der Bl�tter.</p><p>Schlie�lich fiel der D�mon wie ein Stein nach unten.</p><p>Malfurion sah nicht mehr zu, wie die Verdammniswache auf dem harten Fels aufschlug. Er hatte seine Aufgabe erf�llt. Den Todeskampf genoss er nicht.</p><p>�Der Weg ist frei�, verk�ndete Krasus. �Aber wir m�ssen uns beeilen, denn der Weg durch die H�gel ist lang.�</p><p>�Da ist noch was am Himmel! �ber uns!�, schrie Brox pl�tzlich von seinem Posten auf dem Felsen.</p><p>Nur Sekunden sp�ter glitt ein gewaltiger Schatten �ber die Gruppe hinweg. Das gefl�gelte Wesen verschwand so schnell wieder in den Wolken, dass niemand es hatte erkennen k�nnen. Der Orc hob seine Axt, Malfurion und Krasus bereiteten ihre Zauber vor.</p><p>Dann schoss die gewaltige Gestalt aus den Wolken hervor. Sie flog direkt auf die Gruppe zu. Ihre lederartigen Schwingen peitschten langsamer, als das Wesen zur Landung ansetzte.</p><p>Krasus atmete erleichtert auf. Sein sonst so ernst wirkendes Gesicht grinste breit. �Ich h�tte es wissen und f�hlen m�ssen!�</p><p>Korialstrasz war zur�ckgekehrt.</p><p>Das j�ngere Ich des Magiers landete vor den drei Reisenden. Der rote Drache bot einen bemerkenswerten Anblick. Er war so gro�, dass er die drei mit einem einzigen Biss seiner scharfen Rei�z�hne h�tte verschlingen k�nnen, aber in seinen Augen leuchteten Mitgef�hl und Intelligenz.</p><p>Es war vielleicht etwas narzisstisch von Krasus, sein fr�heres Ich so bewundernd anzustarren, aber er konnte nicht anders. Korialstrasz hatte sich als weitaus f�higer entpuppt, als es sich seine �ltere Version vorgestellt hatte. Obwohl sie ein und das selbe Wesen waren, verf�gten sich �ber eigenst�ndige Pers�nlichkeiten.</p><p>Der Staub senkte sich, dann gr��te Korialstrasz die drei kleineren Gestalten mit einem Kopfnicken. Sein Blick konzentrierte sich auf Krasus.</p><p>�Zum Gl�ck habe ich die Zauber gesp�rt, als ich in der N�he vorbei flog�, donnerte er. �Ich war so sehr in Gedanken vertieft, dass ich euch sonst nicht wahrgenommen h�tte.� Er wandte sich an den Magier. �Selbst dich nicht.�</p><p>Das klang nicht gut. �Redest du von deiner Suche nach den anderen?�</p><p>�Ja � und ich habe sie gefunden. Sie forschen nach einem Weg, um der furchtbaren Scheibe des Erdw�chters zu entgehen oder sie zu bezwingen. Doch bis jetzt haben sie noch keine L�sung gefunden. Sogar meine K�nigin wagt es nicht, sich Neltharion ohne Unterst�tzung entgegen zu stellen. Du hast ja gesehen, was mit den Blauen geschehen ist. Er hat sie praktisch ausgerottet!�</p><p>Krasus dachte an die Eier, die er gerettet hatte, beschloss jedoch, dass hier und jetzt nicht der richtige Zeitpunkt f�r diese Angelegenheit war. �Alexstrasza sorgt sich zu Recht. Es ist weder ehrenhaft noch sinnvoll, in den sicheren Tod zu fliegen.�</p><p>�Aber wenn wir Drachen die sterblichen V�lker nicht unterst�tzen, wird es f�r uns alle keine Hoffnung mehr geben.�</p><p>�Vielleicht gibt es noch Hoffnung. Du wei�t noch nicht, weshalb wir hier sind.� Krasus nickte dem Druiden zu. �Der junge Malfurion hat das verborgene Nest des Erdw�chters entdeckt und die D�monenscheibe gefunden.�</p><p>Die Augen des roten Riesen weiteten sich. �Ist das wahr? Wenn wir ihn alle angreifen, w�hrend er schl�ft ��</p><p>�Nein, wir m�ssen listig sein. Wir wollen uns in das Nest schleichen und die Scheibe stehlen. Aber wenn Neltharion sie als Erster in die H�nde bekommt, werden wir alle sterben.�</p><p>Korialstrasz erkannte die Weisheit dieses Plans, obwohl er auch voller Risiken war. �Wohin m�sst ihr gehen?�</p><p>Malfurion beschrieb, was er im Smaragdtraum gesehen hatte. Krasus hatte die Landschaft erkannt, daher war es nicht �berraschend, dass sie auch Korialstrasz vertraut war.</p><p>�Ich kenne diesen schrecklichen Ort! Das B�se, das dort existiert, ist �lter als die Drachen, aber ich wei� nicht, woraus es besteht.�</p><p>�Das ist im Moment egal. Nur die D�monenseele ist wichtig.� Der bleiche Magier betrachtete die H�gel. �Wir m�ssen unsere Reise fortsetzen, sonst werden wir sie nie finden. Die Nachts�bler werden eine Weile brauchen, um die H�gel zu durchqueren.�</p><p>�Die Nachts�bler?�, fragte Korialstrasz irritiert. �Was wollt ihr mit denen? Ihr habt doch mich.�</p><p>�Du gehst ein sehr gro�es Risiko ein�, erkl�rte Krasus. �Du kannst deine Gestalt nicht ver�ndern, daher stellst du ein leicht zu findendes Ziel dar. Au�erdem kann die D�monenseele dich ohne M�he beeinflussen. Der Schwarze k�nnte dich mit einem Gedanken zu seinem Sklaven machen.�</p><p>�Trotzdem werde ich tun, was ich kann. Ihr m�sst sein Versteck schnell erreichen. Die Katzen sind zu langsam, und ein Zauber w�rde euch verraten.�</p><p>Es war sinnlos, dagegen zu argumentieren, das erkannte Krasus. Mit Korialstrasz� Hilfe w�rden sie ihr Ziel weitaus schneller erreichen. Doch wenn sie dort angekommen waren, w�rde Krasus darauf beharren, dass sein j�ngeres Ich sich so bald wie m�glich von ihnen trennte.</p><p>�Nun gut. Brox, lass die Nachts�bler frei. Ich werde meinem einen kleinen Bericht �ber unsere Absichten mitgeben. Sie werden von sich aus zur Armee zur�ckkehren. Hoffentlich entdeckt Rhonin die Botschaft. Nehmt, was ihr tragen k�nnt, nicht mehr.�</p><p>Rasch luden sie ihre Habseligkeiten auf den gro�en Roten. Der Magier steckte seine Botschaft in das Sattelzeug einer Katze, dann lie�en sie die Tiere frei. Krasus und seine Begleiter kletterten auf die Schultern des Drachen. Korialstrasz �berzeugte sich davon, dass seine Passagiere sicher untergebracht waren, dann streckte er die Fl�gel aus.</p><p>�Ich werde mich beeilen � und vorsichtig sein�, versprach er.</p><p>Sie erhoben sich in die L�fte. Krasus betrachtete die Landschaft, die unter ihnen vorbeizog. Korialstrasz war eine gro�e Hilfe, aber der Erfolg der Mission war alles andere als gewiss.</p><p>Neltharion � Deathwing � erwartete seine Feinde, die echten und die eingebildeten. Sie mussten �u�erst vorsichtig sein, sobald sie sein Territorium erreichten.</p><p>Aber wenigstens mussten sie sich in der N�he von Deathwings Nest keine Sorgen mehr um D�monen machen.</p></section><section><title><p>6</p></title><p>Lord Desdel Stareye hatte einen wundervollen Plan.</p><p>Zumindest sagte er das allen, denen er davon erz�hlte. Er war selbst darauf gekommen, also war der Plan narrensicher. Die meisten anderen Adligen stimmten ihm enthusiastisch zu und feierten ihn mit erhobenen Weinkelchen. Die anderen hielten sich zur�ck. Die Soldaten an der Front waren zu m�de, um sich Sorgen zu machen, und die Fl�chtlinge k�mmerten sich ausschlie�lich um das eigene �berleben. Nur eine Hand voll �u�erte sich kritisch gegen�ber Stareye � vor allem Rhonin. Allerdings hatte Krasus� st�ndige Abwesenheit den Kommandanten zu der �berzeugung gef�hrt, die Fremden seien vielleicht doch nicht so n�tzlich wie angenommen. Als der Mensch anfangen wollte, Stareye auf die Fehler seines wundervollen Plans aufmerksam zu machen, hatte der Kommandant ihm h�flich erkl�rt, der Rat w�re schon in der Lage, seine eigenen Angelegenheiten zu kl�ren, und der Zauberer solle sich doch bitte um seine Pflichten k�mmern. Er hatte sogar die Wachen in seinem Zelt verdoppelt � ein weiteres klares Signal. H�tte Rhonin sich geweigert, den Vorschlag anzunehmen, w�ren sie sicherlich aktiv geworden.</p><p>Rhonin scheute eine Auseinandersetzung, die den Zusammenhalt der Armee gef�hrdet h�tte, also verlie� er das Zelt. Jarod traf ihn in der N�he des Taurenlagers. Huln begleitete den Offizier.</p><p>Der Nachtelf bemerkte seinen Gesichtsausdruck. �Ist etwas Schlimmes ��</p><p>�Vielleicht � oder vielleicht bin ich einfach zu zynisch, wenn es um diesen verweichlichten Adligen geht. Sein Plan ist so simpel, dass er nicht funktionieren <emphasis>kann</emphasis>.�</p><p>�Simpel mag durchaus gut sein�, erkl�rte Huln, �wenn man auf seinen Verstand h�rt.�</p><p>�Irgendwie bezweifle ich, dass Stareye einen Verstand hat. Ich verstehe nicht, wie Ravencrest so gut mit ihm auskommen konnte.�</p><p>Jarod hob die Schultern. �Sie geh�ren zur gleichen Kaste.�</p><p>�Na, dann passt ja alles zusammen.� Dem Nachtelf entging Rhonins Sarkasmus. Der Zauberer sch�ttelte den Kopf. �Vergiss es. Wir k�nnen nur abwarten und das Beste hoffen.�</p><p>Sie mussten nicht lange warten. Stareye begann noch vor Sonnenuntergang mit der Durchf�hrung seines Vorhabens. Die Nachtelfen verteilten sich und bildeten drei Keile. Die Tauren und die anderen V�lker folgten ihrem Beispiel. Der Adlige zog einen Gro�teil seiner Kavallerie zur�ck und schickte sie an die linke Flanke. Dort warteten sie ein wenig entfernt vom Rest der Armee.</p><p>Die Spitze eines jeden Keils bestand aus Speeren. Auf sie folgten Schwerter und andere Handwaffen. Dahinter und von allen Seiten besch�tzt standen die Bogensch�tzen. Zu jedem Keil geh�rten au�erdem Mitglieder der Mondgarde. Die Zauberer sollten die Soldaten vor den Eredar und anderen Magiern sch�tzen.</p><p>Die Keile sollten so weit wie m�glich vorr�cken und sich wie hungrige M�uler durch die Reihen der Legion fressen. Die D�monen, die zwischen die Keile gerieten, w�rden von den Bogensch�tzen und Schwertk�mpfern vernichtet werden.</p><p>Gleichzeitig hatten sich die Nachtelfen in Marsch zu setzen. Kein Keil durfte allein vorsto�en oder zur�ckbleiben. Die Kavallerie diente als Reserve, die an Schwachstellen eingreifen sollte.</p><p>Es gab einige Skepsis unter den Tauren und Irdenen, aber da sie keine Erfahrung in milit�rischen Operationen gro�en Stils hatten, verlie�en sie sich auf das scheinbar �berlegene taktische Wissen der Nachtelfen.</p><p>Jarod ritt neben Rhonin, als die Armee sich nach vorne w�lzte. Die D�monen reagierten �berraschend z�gerlich, was Stareye f�r ein gutes Omen hielt. Die anderen beiden hielten es f�r besorgniserregend.</p><p>�Ich habe mit der Mondgarde gesprochen�, sagte der Zauberer zu seinem Begleiter. �Wir haben uns ein paar Tricks �berlegt, damit Stareyes Plan auch wirklich funktioniert. Ich werde sie koordinieren.�</p><p>�Huln verspricht, dass die Tauren mit aller St�rke k�mpfen werden, und ich glaube, die Furbolg haben so etwas �hnliches gesagt�, antwortete der Captain. �Ich wei� allerdings nicht, ob Dungard Ironcutter gen�gend Leute hat, um seinen Teil des Keils zu halten.�</p><p>�Wenn diese Zwerge nur halb so tapfer k�mpfen wie der, den ich einst kannte, musst du dir um sie keine Sorgen machen�, antwortete Rhonin.</p><p>Im gleichen Moment ert�nten die Schlachth�rner. Die Soldaten spannten sich an und gingen schneller.</p><p>�Seid bereit!�, rief der Magier. Seine Katze trabte los.</p><p>�Ich w�nschte, ich w�re in Suramar, und all das w�re nie geschehen ��</p><p>Die Landschaft war absch�ssig und erlaubte ihnen einen Blick auf das, was vor ihnen lag.</p><p>Ein unendliches Meer aus D�monen erstreckte sich bis zum Horizont.</p><p>�Mutter Mond!�, stie� Jarod hervor.</p><p>�Rei� dich zusammen!�</p><p>Ein Trompeter blies zum Angriff. Die Nachtelfen stie�en lautes Kriegsgeheul aus und liefen los. Dunkles Br�llen antwortete ihnen aus den Reihen der Tauren und Furbolgs. Die Irdenen eilten ihren Gegnern mit einem seltsam klagenden Laut entgegen.</p><p>Die Schlacht begann.</p><p>Die Frontlinie der Legion brach unter dem ungest�men Angriff zusammen. Der Keil schob sich tief in die D�monen hinein. Die geh�rnten Krieger wurden von Lanzen aufgespie�t.</p><p>�Wir schaffen es!�, rief Jarod aufgeregt.</p><p>�Noch haben wir den n�tigen Schwung, aber nicht mehr lange.�</p><p>Nach einigen Metern �berwand die Legion tats�chlich ihre �berraschung. Sie konnten den Angriff zwar nicht komplett aufhalten, aber jeder neue Meter musste teuer erkauft werden.</p><p>Trotzdem bewegten sich die Nachtelfen weiter vor.</p><p>Aber auch zu Beginn des Angriffs gab es Gefahren und Verluste. Einige Verdammniswachen flatterten �ber der Armee, versuchten �ber die Lanzen hinwegzukommen und die Bogensch�tzen anzugreifen. Manche von ihnen wurden Opfer der Pfeile, aber anderen gelang es, den Verteidigern zu entgehen. Sie trugen Streitkolben und andere Waffen, mit denen sie sich auf die Nachtelfen st�rzten, ihnen die Sch�del einschlugen oder sie erstachen. Allerdings zogen sie sich unter dem Ansturm der Bogensch�tzen und der Mondgarde schnell wieder zur�ck.</p><p>An anderer Stelle �ffneten die D�monen ihre Reihen, um zwei H�llenkreaturen hindurch zu lassen. Die Soldaten, die sich ihnen entgegen stellten, wurden zerquetscht, und der Keil wurde stumpf, bog sich fast schon nach innen. Eine H�llenkreatur wurde von der Mondgarde vernichtet, jedoch erst nach dem Tod mehrerer Bogensch�tzen. Die andere schlug sich w�tend durch die Nachtelfen, denen es immerhin gelang, die Reihen hinter ihr zu schlie�en.</p><p>Rhonin versuchte sich auf den einzelnen D�mon zu konzentrieren, aber es hielten sich zu viele Soldaten in der N�he der Kreatur auf. Der Magier setzte zu mehreren Zaubern an, doch die Gefahr war zu gro�, die Nachtelfen mit in den Tod zu rei�en.</p><p>Aus dem Nichts tauchten drei Irdene auf. Die Zwerge k�mpften sich durch die Reihen, bis sie die H�llenkreatur erreichten. Jede der untersetzten, aber muskul�sen Gestalten trug einen Kriegshammer mit einem gewaltigen Stahlkopf.</p><p>Die H�llenkreatur warf sich ihnen entgegen, traf jedoch nicht. Einer der Zwerge duckte sich und hieb gegen die Beine des Steinungeheuers. Der zweite griff den D�mon von der Seite an. Die H�llenkreatur schlug mit solcher Macht nach diesem Irdenen, dass ein Nachtelf mit gebrochenen Knochen am Boden gelegen h�tte. Der Zwerg sch�ttelte sich nur kurz. Die H�llenkreatur war endlich auf Gegner getroffen, deren Haut ebenso hart war wie ihre eigene.</p><p>Alle drei Zwerge holten jetzt mit ihren H�mmern aus. Bei jedem Treffer hinterlie�en sie Risse und L�cher in der Haut des D�mons. Sein linkes Bein knickte unter ihm ein. Die H�llenkreatur brach in die Knie.</p><p>Das Letzte, was Rhonin von dem D�mon sah, waren drei Zwerge, die mit aller Macht auf seinen Kopf eindroschen.</p><p>Der Zauberer sah, dass ihm Jarod Shadowsong entgegen ritt. Rhonin war nicht aufgefallen, dass der Captain sich vorher von ihm entfernt hatte. �Hast du sie gerufen?�</p><p>�Ich dachte, sie h�tten vielleicht eine bessere Chance.�</p><p>Rhonin nickte zustimmend, dann kehrte sein Blick zur Schlacht zur�ck. Die Armee hatte den kurzen R�ckschlag �berstanden und trieb die Legion erneut zur�ck. Die D�monen wirkten trotz des erzwungenen R�ckzugs entschlossen, aber sie konnten den Vormarsch der Nachtelfen nicht aufhalten.</p><p>�Der verdammte Plan funktioniert tats�chlich�, murmelte der Zauberer. �Ich habe seine Lordschaft wohl untersch�tzt.�</p><p>�Zum Gl�ck, Meister Rhonin. Nicht auszudenken, was ein Fehlschlag f�r Folgen gehabt h�tte.�</p><p>�Das stimmt nat�rlich �� Rhonin stie� einen Schrei aus, als rohe Kr�fte pl�tzlich sein Gehirn zusammendr�ckten. Er fiel von seinem Reittier und schlug so hart auf, dass seine Knochen schmerzten. Jarod sprang von seinem Nachts�bler und versuchte dem Magier aufzuhelfen.</p><p>Ein furchtbares Pochen erf�llte Rhonins Kopf. Der Schlachtenl�rm ging darin unter. Verschwommen sah er, dass Jarod mit ihm sprach, doch er konnte seine Stimme nicht h�ren.</p><p>Das Pochen wurde immer lauter. Trotz seiner Schmerzen erkannte Rhonin, dass er von einem Zauber angegriffen wurde. Noch nie zuvor hatte ihn ein Spruch so �berraschend getroffen. Kurz fragte sich der Magier, ob vielleicht die Nathrezim dahinter steckten, die immerhin �ber die Macht verf�gten, Tote zu erwecken. Aber der Zauber passte nicht zu ihnen.</p><p>Die Schmerzen wurden unertr�glich. Rhonin k�mpfte dagegen an, wusste jedoch, dass er auf verlorenem Posten stand. Er war kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren, und wenn das geschah, w�rde er vielleicht nie wieder aufwachen.</p><p>Inmitten des Angriffs hallte eine emotionslose Stimme durch seinen Kopf. <emphasis>Du kannst dich mir nicht widersetzen, Sterblicher.</emphasis></p><p>Der Zauberer wusste, wem diese Stimme geh�rte. Als seine letzten Kr�fte aufgezehrt waren und die Schw�rze ihn �bermannte, hallte der Name des D�mons durch sein vergehendes Bewusstsein.</p><p>Archimonde �</p><empty-line/><p>Jarod Shadowsong zog den reglosen K�rper rasch in die hinteren Reihen. Er suchte Rhonin nach Wunden ab, fand jedoch nichts. Der Mensch wirkte zumindest �u�erlich unversehrt.</p><p>�Magie�, murmelte Jarod und verzog das Gesicht. Er hatte kein Talent in den magischen K�nsten und empfand deshalb Hochachtung vor denen, die sich darin auskannten. Ein Zauber, der Rhonin umgeworfen hatte, musste einer m�chtigen Quelle entstammen. Wahrscheinlich hatte nur der H�chste der D�monen, denen Jarod bisher begegnet war, die Macht dazu. Archimonde.</p><p>Die Tatsache, dass Archimonde trotz des R�ckzugsgefechts die Zeit fand, Rhonin anzugreifen, verst�rte den Captain. Wieso versuchte der D�mon nicht, Ordnung in seine fliehenden Streitkr�fte zu bringen? �berall, wo Jarod hinsah, brachen die Reihen der Brennenden Legion zusammen. Lord Stareyes Plan ging auf.</p><p>Die Augen des Nachtelfen weiteten sich.</p><p>Oder?</p><empty-line/><p>Brox hielt sich sorgf�ltig fest, w�hrend Korialstrasz ihn und die anderen ihrem Ziel entgegen trug. Der Orc stammte aus einer Zeit, in der sein Volk die roten Drachen beherrschte, aber er hatte nie zuvor auf einem gesessen. Jetzt genoss er das Gef�hl, w�hrend er gleichzeitig zum ersten Mal verstand, wie sehr die versklavten Leviathane gelitten haben mussten. Einst waren sie frei gewesen und hatten den Himmel beherrscht. Dann hatte man sie wie Vieh eingepfercht und gezwungen, sich einem fremden Willen zu unterwerfen � ein Schicksal, das den Orc erschaudern lie�. Brox f�hlte sich den Drachen sogar auf gewisse Weise verbunden, denn auch sein Volk hatte die Sklaverei kennen gelernt. Ein D�mon der Brennenden Legion hatte die Instinkte der Orcs manipuliert und sie so in groteske Parodien ihrer selbst verwandelt.</p><p>Einst hatte Brox den Tod gesucht. Auch jetzt f�rchtete er ihn nicht, aber er wollte nicht grundlos sterben. Er k�mpfte nicht nur, um sein Volk in der fernen Zukunft zu sch�tzen, sondern f�r alle, die sich gegen die D�monen stellten. Die Geister w�rden entscheiden, ob er sein Leben in diesem Kampf opfern musste. Aber Brox hoffte, dass sie ihm noch einige t�dliche Schl�ge g�nnen w�rden � und dass er die Erf�llung ihrer Mission erleben durfte.</p><p>Aus H�geln wurden Berge, die ihn ein wenig an seine Heimat erinnerten. Doch schon bald ver�nderten sich die Gebirge und mit ihnen auch die Luft. Die Landschaft wurde �de, so als str�ube sich das Leben gegen diesen Ort. Korialstrasz hatte von etwas uraltem B�sen gesprochen, und der Orc, der st�rker als viele andere mit der Natur verbunden war, sp�rte, dass dieses B�se hier alles durchdrang. Es strahlte eine F�ule aus, die schlimmer war als der Gestank der D�monen. Brox war froh, dass er seine Axt bei sich trug.</p><p>Der Drache ging zwischen zwei zerkl�fteten Bergen tiefer. M�helos glitt er durch die engen T�ler, w�hrend er nach einem geeigneten Landeplatz suchte.</p><p>Er fand ihn schlie�lich am Fu�e eines besonders d�ster wirkenden Berges, der Brox an einem monstr�sen Krieger mit erhobenem Streitkolben erinnerte. Die spitzen Kanten und tiefen Schatten schienen voller dunkler Kr�fte zu sein, die die Gruppe beobachteten.</p><p>�N�her wage ich mich nicht heran�, sagte der Drache, als seine Passagiere abstiegen. �Aber ich werde euch noch eine Weile folgen.�</p><p>�Wir sind in der N�he�, erkl�rte Malfurion. �Ich erinnere mich an diese Landschaft.�</p><p>Krasus betrachtete den gleichen Gipfel, der auch Brox� Aufmerksamkeit erregt hatte. �Wie k�nnte man sie auch vergessen? Dies ist ein passender Ort f�r Deathwing.�</p><p>�Du hast den Namen schon einmal verwendet�, sagte der Druide. �Und Rhonin ebenfalls.�</p><p>�So nennt man den Erdw�chter in unserer Heimat. Sein Wahnsinn ist allen wohl bekannt, nicht wahr, Brox?�</p><p>Der erfahrene Krieger grunzte zustimmend. �Mein Volk nennt ihn auch den Schatten des Blutes, aber ja, jeder kennt Deathwing � leider.�</p><p>Malfurion sch�ttelte sich. �Wie sollen wir seiner Aufmerksamkeit entgehen? Ich bin ihm beim letzten Mal nur durch Cenarius� Lehren entkommen, aber wir k�nnen ja nicht alle durch den Smaragdtraum reisen.�</p><p>�Das w�re auch sinnlos�, antwortete Krasus. �Auf dieser Ebene k�nnten wir die Scheibe nicht ber�hren. Wir m�ssen hier bleiben. Ich kenne ihn gut. Ich werde versuchen, seine Warnzauber zu umgehen. Allerdings m�ssen dann du und Brox den Rest erledigen.�</p><p>�Dazu bin ich bereit.�</p><p>�Und ich ebenfalls.� Der Orc hob seine magische Axt. �Ich werde den Kopf des schwarzen Drachen von seinen Schultern schlagen, wenn es sein muss.�</p><p>Der Magier l�chelte knapp. �Das w�re wohl ein Lied wert, nicht wahr?�</p><p>Korialstrasz f�hrte sie anfangs an. Er war ihr bester K�mpfer, sogar in Brox� Augen. Doch schlie�lich wurde der Pfad zwischen den Bergen so eng, dass der Drache sich hindurch quetschen musste.</p><p>�Du musst hier bleiben�, beschloss Krasus.</p><p>�Ich kann auf die Berge klettern ��</p><p>�Wir sind zu nah. Selbst wenn wir den Zaubern entgehen, entdecken dich vielleicht die Wachen, die er wahrscheinlich irgendwo postiert hat.�</p><p>Der Drache wusste, dass das stimmte. �Dann warte ich hier auf euch. Ruft mich, wenn ihr meine Hilfe ben�tigt.� Seine Reptilienaugen verengten sich. �Auch wenn ich mich <emphasis>ihm</emphasis> stellen muss.�</p><p>Korialstrasz� Abwesenheit senkte die Stimmung der Gruppe. Die drei Reisenden bewegten sich vorsichtiger, beobachteten jede Kluft und jeden Schatten misstrauisch. Malfurion erkannte immer mehr Aspekte der Landschaft wieder, deshalb wussten sie, dass sie sich ihrem Ziel n�herten. Brox, der die Gruppe inzwischen anf�hrte, starrte jeden Felsen an, als vermute er einen Hinterhalt.</p><p>Aus Tag wurde Nacht, und obwohl Malfurion jetzt besser sehen konnte, legten sie eine Rast ein. Der Druide wusste, dass das Nest ganz in der N�he war, daher fiel ihm und den anderen der Schlaf schwer.</p><p>Der Orc �bernahm die erste Wache. �Wir werden uns dieses Mal abwechseln�, erkl�rte Krasus ernst, �damit wir morgen alle ausgeruht sind.�</p><p>Der ergraute Orc stimmte z�gernd zu, dann setzte er sich auf den Felsen. Sein scharfes Geh�r nahm sogar den Atem seiner Begleiter wahr. Sie atmeten gleichm��ig, ein Zeichen, dass sie eingeschlafen waren. Er h�rte auch andere Laute, doch sie waren seltener als an den meisten Orten, die er in seinem entbehrungsreichen Leben besucht hatte. Dies war wirklich ein <emphasis>leeres</emphasis> Land. Der Wind heulte, und hier und da rutschten kleine Steine von den Gebirgen herab. Aber abgesehen davon war alles still.</p><p>In dieser Stille erinnerte sich Brox an die letzten Tage seines ersten Kampfes gegen die D�monen. Er dachte an seine Kameraden, die damals freudig der Schlacht entgegen blickten � und den Feinden, die sie erschlagen w�rden. Viele hatten den Tod erwartet, aber sie wollten ihm ehrenhaft und stolz begegnen.</p><p>Keiner von ihnen hatte geahnt, was tats�chlich geschehen w�rde.</p><p>Noch lange Zeit danach hatte Brox geglaubt, seine toten Kameraden w�rden ihn verfolgen. Jetzt wusste der Krieger jedoch, dass sie ihn nicht verdammten, sondern im Gegenteil ihm zur Seite standen und seinen Arm f�hrten. Durch ihn hatten sie weiterleben k�nnen. Jeder tote Feind hatte zu ihrer Ehre beigetragen. Irgendwann w�rde auch Brox fallen, doch bis dahin k�mpfte er an ihrer Stelle.</p><p>Dieses Wissen erf�llte ihn mit Stolz.</p><p>Brox hatte schon so oft Wache gehalten, dass er ein gutes Gesp�r f�r die verstreichende Zeit hatte. Ungef�hr die H�lfte seiner Schicht war bereits vergangen. Kurz dachte er dar�ber nach, die anderen schlafen zu lassen, doch er hatte Krasus� Warnung nicht vergessen.</p><p>Der Orc war zwar ein erfahrener Krieger, doch verglichen mit dem Magier war er nur ein Kind. Brox w�rde ihm gehorchen � zumindest dieses Mal.</p><p>Ein Ger�usch, das nicht vom Wind stammte, erregte seine Aufmerksamkeit. Er konzentrierte sich darauf, und sein Gesichtsausdruck wurde hart, als er es erkannte. Es waren hohe, schnell sprechende Stimmen. Sie befanden sich weit entfernt, waren nur durch eine zuf�llige Brise zu ihm getragen worden. Der Orc erhob sich und versuchte herauszufinden, von wo genau die Stimmen kamen.</p><p>Schlie�lich entdeckte Brox einen schmalen Pfad, der rund hundert Schritte n�rdlich verlief. Die Stimmen kamen aus dieser Richtung. Mit der Lautlosigkeit eines ge�bten J�gers verlie� der Orc seinen Posten. Noch gab es keinen Grund, die anderen zu wecken. Es war durchaus m�glich, dass er gar keine Stimmen h�rte, sondern nur den Wind, der durch die uralten Berge pfiff.</p><p>Als er sich dem Pfad n�herte, verstummten die Laute. Der Orc hielt an und wartete. F�r einen Moment wurde die Unterhaltung fortgesetzt. Brox begann zu ahnen, wem er zuh�rte. Diese Vermutung erh�hte seine Vorsicht.</p><p>Der Orc versuchte die Sprecher zu z�hlen. Drei, maximal vier. Mehr konnte er nicht unterscheiden.</p><p>Er h�rte andere Laute. Es wurde gegraben, doch es gab hier keine Zwerge.</p><p>Brox kroch der unsichtbaren Gruppe langsam und lautlos entgegen. Anscheinend erwarteten sie nicht, in diesem Gebiet auf Fremde zu treffen, das verschaffte ihm einen deutlichen Vorteil.</p><p>Ein schwaches Licht erhellte den Bereich vor ihm. Brox blickte um eine Biegung � und entdeckte die Goblins.</p><p>Verglichen mit einem Orc waren es winzige, d�rre Wesen mit zu gro�en K�pfen. Abgesehen von ihren spitzen Z�hnen und kurzen scharfen Klauen wirkten sie nicht sonderlich bedrohlich. Brox wusste jedoch, wie gef�hrlich Goblins sein konnten, vor allem, wenn sie in Gruppen auftraten. Sie waren verschlagen und schnell. Mit Leichtigkeit tricksten sie auch viele gr��ere Gegner aus. Einem Goblin konnte man nur vertrauen, wenn er bereits tot am Boden lag.</p><p>Malfurion hatte von einer gro�en Anzahl Goblins gesprochen, die irgendetwas f�r den schwarzen Drachen herstellten. Sie waren offenbar ma�geblich an der Erschaffung der D�monenseele beteiligt gewesen. Brox nahm an, dass diese Goblins hier zur gleichen Schmiede geh�rten, aber was taten sie so weit drau�en?</p><p>�Mehr, mehr�, murmelte einer. �Noch nicht genug f�r eine neue Platte.�</p><p>�Die Ader ist versiegt!�, warf ein anderer w�tend ein. Man konnte die beiden kaum voneinander unterscheiden. Einem dritten sagte er: �Wir m�ssen eine neue finden.�</p><p>Das Grabger�usch stammte aus einem kleinen Stollen, den man in eine Bergwand geschlagen hatte. Die Goblins betrieben auf diese Weise Bergbau. Brox beobachtete, wie ein viertes Wesen zur Gruppe trat. In einer Hand hielt der Goblin eine �llampe. Er zog einen Sack hinter sich her, der fast so gro� wie er selbst war. Goblins waren zwar klein, aber ungew�hnlich kr�ftig.</p><p>Im Gegensatz zu den anderen wirkte der Neuank�mmling gut gelaunt. �Hab eine neue Ader gefunden. Mehr Eisen.�</p><p>Die anderen Goblins wirkten erleichtert. �Gut�, sagte der Erste. �Keine Zeit zum Jagen. Das m�ssen die anderen tun.�</p><p>Brox w�re am liebsten seinen Instinkten gefolgt und h�tte sie angegriffen. Aber er wusste, dass Krasus das nicht gewollt h�tte. Der Orc betrachtete die Goblins. Sie wirkten so, als seien sie noch eine Zeitlang besch�ftigt. Er w�rde zu dem Magier zur�ckkehren und von seiner Entdeckung berichten. Krasus wusste bestimmt, was richtig war, ob sie die Goblins gefangen nehmen oder ihnen besser aus dem Weg gehen sollten.</p><p>Ein Schlag traf ihn schwer am Hinterkopf. Er ging in die Knie. Etwas landete auf seinem R�cken und dr�ckte seine Kehle zu. Ein zweiter Schlag traf seinen Kopf.</p><p>�Eindringling! Hilfe, Eindringling!�</p><p>Die hohe Stimme schnitt durch die Watte in seinem Sch�del. Ein Goblin hatte sich hinter ihm angeschlichen. Die F�uste dieses Volkes waren klein, also war er vermutlich mit einem Hammer oder Stein bewaffnet.</p><p>Der Orc wollte sich aufrichten, aber der Goblin schlug weiter auf ihn ein. Blut lief �ber seine Stirn und tropfte auf seine Lippe. Der Geschmack seines eigenen Lebenssafts weckte den Krieger in ihm. Er rollte sich auf den R�cken.</p><p>Etwas quakte unter ihm, dann landete der Orc auf etwas Weichem. Die Schl�ge h�rten endlich auf. Brox w�lzte sich weiter herum, bis sich der Goblin unter ihm nicht mehr regte.</p><p>Dann stand der Krieger auf. Die Stimmen der anderen Goblins waren nahe heran gekommen. Ein Stein schlug heftig gegen seine Schulter. Brox h�rte, wie Metall �ber Metall schabte und wusste, dass die Goblins Messer bei sich trugen.</p><p>Blind griff er nach seiner Axt, konnte sie jedoch nicht finden. Der Orc wollte sich das Blut aus den Augen wischen, aber eine kreischende Gestalt sprang gegen seine Brust. Der Goblin hielt sich mit einer Hand an ihm fest und versuchte ihm mit der anderen eine Messerklinge ins Auge zu jagen.</p><p>Brox war noch damit besch�ftigt, ihn abzuwehren, als bereits ein zweiter Angreifer auf seiner Schulter landete. Eine Klinge schnitt schmerzhaft in sein Ohr. Brox riss die Kreatur von seiner Schulter und schleuderte sie so weit wie m�glich von sich. Er h�rte ihre Schreie, w�hrend er mit beiden H�nden nach dem Goblin auf seiner Brust griff.</p><p>Im gleichen Moment schnappte jemand nach seinen Beinen. Brox hob den Fu� und trat kr�ftig zu. Zufrieden h�rte er, wie Knochen unter seinem Tritt brachen. Der Druck auf sein linkes Bein verschwand. Er wiederholte seine Taktik, doch dieses Mal gelang es dem Goblin, der sein anderes Bein festhielt, sich rechtzeitig zur Seite zu drehen. Selbst dabei lie� er nicht los.</p><p>Dem Goblin, der auf seiner Brust hockte, gelang es, sein Messer in Brox� Schulter zu sto�en. Die Kreatur kicherte, als sie erneut mit der Klinge ausholte.</p><p>Der Orc schwang seine Faust und traf den Goblin am Kopf. Das Kichern endete in einem Gurgeln, dann fiel die Kreatur zu Boden.</p><p>Doch Brox erhielt keine Atempause. Ein neuer Angreifer krachte gegen seinen Bauch und lie� ihn nach Luft schnappen. Brox kippte nach hinten. Zumindest einen Vorteil hatte sein Sturz, denn der Goblin, der sein Bein festgehalten hatte, wurde halb davon erschlagen und lie� kreischend los.</p><p>Ein zweiter Goblin sprang auf den am Boden liegenden Orc und begann mit einem Stein auf ihn einzuschlagen. Das war nicht gerade der ehrenhafte Tod, den Brox sich vorgestellt hatte. In den epischen Heldenges�ngen kam kein einziger Orc vor, den Goblins umgebracht hatten.</p><p>Die beiden Wesen auf seiner Brust schrien auf, als ein rotes Licht sie einh�llte und zur Seite schleuderte. Der eine kollidierte mit einem weiteren Goblin, der zweite mit einer Felswand.</p><p>�Wir m�ssen alle erwischen!�, rief Krasus.</p><p>Brox sch�ttelte sich und sah, wie die beiden am Boden liegenden Goblins pl�tzlich vom Fels verschluckt wurden. Ihre Schreie brachen abrupt ab, als ihre K�pfe verschwanden.</p><p>Eine weitere Kreatur, die entweder kl�ger oder wagemutiger als die anderen war, warf einen Stein und traf den Magier am Kopf. Brox �ffnete noch den Mund, um Krasus zu warnen, aber es war bereits zu sp�t. Der Stein traf den hageren Magier mit solcher Wucht, dass er von ihm abprallte und den Sch�del des Goblins zertr�mmerte.</p><p>Die Nackenhaare des Orcs stellten sich auf. Instinktiv keilte er nach hinten aus. Der Goblin, der ihm gerade ein Messer in den R�cken rammen wollte, brach zusammen.</p><p>Krasus stand reglos und mit geschlossenen Augen da. Brox kam vorsichtig auf die Beine. Er wollte den Magier nicht aus seiner Konzentration rei�en.</p><p>�Keiner ist entkommen�, murmelte Krasus nach einem Moment. Dann �ffnete er den Mund und betrachtete die Leichen. �Wir haben alle erwischt.�</p><p>Der Orc hob seine Axt auf und senkte besch�mt den Kopf. �Vergib mir, weiser Mann. Ich handelte mit der Dummheit eines Kindes.�</p><p>�Es ist vorbei, Brox � und dank dir haben wir vielleicht eine Abk�rzung zu unserem Ziel gefunden.�</p><p>Krasus� Hand begann zu leuchten, dann ber�hrte er den Krieger an der Schulter und heilte seine Wunden.</p><p>Brox war erleichtert, dass er sich nicht entehrt hatte. Neugierig sah er den Magier an. Malfurion blickte ebenfalls auf den Magier, schien jedoch zu verstehen, worum es ging.</p><p>�Sie wissen am besten, wie man das Nest des Drachen erreicht�, sagte Krasus. Seine Hand gl�hte immer noch. �Sie werden uns den Weg zeigen.�</p><p>Brox runzelte die Stirn. Alle Goblins, die am Boden lagen, waren tot. Nein, einer erhob sich schwankend zwischen den Felsen. Im ersten Moment fragte sich der Orc, wie er diesen Aufprall �berlebt hatte, doch dann erkannte er, dass der Goblin tot war.</p><p>�Wir sind die Diener des Lebens�, fl�sterte Krasus deutlich angewidert. �Daher kennen wir auch den Tod sehr gut.�</p><p>�Bei Mutter Mond ��, stie� Malfurion hervor.</p><p>Brox schickte den Geistern ein kurzes Gebet, dann betrachtete er den lebenden Toten. Er erinnerte ihn an die Gei�el. Instinktiv umklammerte er seine Axt fester, fragte sich, ob der Goblin angreifen w�rde.</p><p>�Beruhigt euch, meine Freunde. Ich habe nur die Erinnerungen an diesen Weg erweckt. Er wird ihn gehen, dann ist die Angelegenheit erledigt. Ich bin kein Nathrezim. Es macht mir keine Freude, Leichen meinen Willen aufzuzwingen.� Er zeigte auf den toten Goblin, der sich schwerf�llig umdrehte und in n�rdliche Richtung bewegte. �Kommt, lasst uns diese unerfreuliche Sache m�glichst schnell beenden, damit wir uns auf das Nest des dunklen Drachen vorbereiten k�nnen.�</p><p>Ruhig folgte Krasus dem makabren Wesen. Nach einem Moment tat es ihm Malfurion gleich. Brox z�gerte, dann dachte er an all das B�se, dem sie gegen�ber gestanden hatten und erkannte, dass der Magier richtig handelte. Also ging auch er ihm nach.</p></section><section><title><p>7</p></title><p>Archimonde sah zu, wie seine Krieger an allen Fronten zur�ckgedr�ngt wurden. Er sah zu, wie sie von den Angreifern zu Dutzenden aufgespie�t oder von deren Nachts�blern zerrissen wurden. Er bemerkte auch, wie viele Verb�ndete der Armee get�tet wurden.</p><p>Archimonde sah all das � und l�chelte.</p><p>Der Armee fehlten der Zauberer, der Druide, der �ltere Magier und der gr�nh�utige Krieger, dessen Wut der D�mon bewundernswert fand.</p><p>�Es ist so weit�, zischte er.</p><empty-line/><p>Jarod versuchte Rhonin aufzuwecken, aber der Zauberer reagierte nicht. Nur die Augen hatte der Mensch ge�ffnet, aber ihr Blick war leer, als w�re das Bewusstsein dahinter verschwunden.</p><p>Trotzdem versuchte er es weiter. �Meister Rhonin! Du musst aufwachen. Etwas stimmt hier nicht, das wei� ich sicher!� Der Captain spritzte dem Magier Wasser ins Gesicht. Es tropfte zu Boden, ohne eine Reaktion auszul�sen. �Der D�monenlord plant etwas!�</p><p>Ein merkw�rdiges Ger�usch erregte seine Aufmerksamkeit. Es erinnerte Jarod an einen in den B�umen landenden Vogelschwarm � der Klang unendlich vieler Fl�gelschl�ge.</p><p>Er sah auf.</p><p>Der Himmel war voller Verdammniswachen.</p><p>�Mutter Mond ��</p><p>Jeder der fliegenden D�monen trug einen gro�en Krug bei sich, aus dem Rauch aufstieg. Die Gef��e waren so schwer, dass kein Nachtelf sie h�tte tragen k�nnen und selbst die Verdammniswachen sich anstrengen mussten.</p><p>Jarod Shadowsong beobachtete, wie der Scharm sich den Linien der Verteidiger n�herte und dar�ber hinweg flog. Der Kampf, der unter ihnen tobte, war so wild, dass kaum jemand die D�monen beachtete. Selbst Lord Stareye sah nur die sterbenden Feinde vor sich.</p><p>Der Adlige musste gewarnt werden, das erkannte Jarod sofort. Nur er konnte noch etwas ausrichten, nun, da Krasus nicht hier war.</p><p>Der Captain schleifte Rhonins K�rper zu einem gro�en Felsen. Er legte den Zauberer dahinter ab, sodass man ihn vom Schlachtfeld aus nicht sehen konnte.</p><p>�Bitte � bitte vergib mir�, sagte er zu dem schlaffen K�rper.</p><p>Jarod sprang auf sein Reittier und ritt der Stelle entgegen, wo er zuletzt das Banner des Kommandanten gesehen hatte. Doch bevor er n�her herankommen konnte, verharrte die erste Verdammniswache fl�gelschlagend �ber den Nachtelfen. Der Captain sah, wie sie den Krug umdrehte.</p><p>Eine kochende rote Fl�ssigkeit ergoss sich �ber die ahnungslosen Soldaten.</p><p>Ihre Schreie waren furchtbar. Wer von dem t�dlichen Regen getroffen wurde, fiel verkrampft zu Boden. Ein einziges Gef�� verbrannte, verst�mmelte und t�tete Dutzende Nachtelfen.</p><p>Jetzt drehten auch die anderen D�monen ihre Kr�ge um.</p><p>�Nein ��, fl�sterte Jarod. �Nein ��</p><p>Der Tod regnete auf die Soldaten herab. Reihe um Reihe versank im Chaos. Soldaten versuchten verzweifelt, sich vor dem kochenden Regen zu sch�tzen. Klauen und Klingen hatten sie widerstanden, denn diesen Gefahren konnte man mit einer Waffe begegnen. Gegen�ber dem Grauen, das die Verdammniswache �ber sie brachten, waren sie hilflos.</p><p>Die Schreie hallten in Jarods Geh�r wider. Er dr�ngte seinen Nachts�bler zur Eile. Er entdeckte das Banner des Adligen, dann, nach einigem nerv�sen Suchen, Stareye selbst.</p><p>Doch sein Anblick schenkte Jarod keine neue Hoffnung. Der schlanke Nachtelf sa� mit entsetztem Gesichtsausdruck auf seinem Nachts�bler. Er war so reglos, dass er wie tot wirkte. Er beobachtete das Ende seines wundervollen Plans und schien nichts dagegen unternehmen zu wollen oder zu k�nnen. Sein Stab und seine Wachen starrten ihn hilflos an. In ihren Gesichtern sah Jarod keine Spur von Hoffnung.</p><p>Der Captain trieb seinen Nachts�bler an reglosen Wachen und einem Adligen mit zitternden H�nden vorbei, bis er vor dem Kommandanten stand. �Milord! Ihr m�sst etwas unternehmen! Wir m�ssen die D�monen vom Himmel holen.�</p><p>�Es ist zu sp�t � zu sp�t�, stie� Stareye hervor. Er sah Jarod nicht an. �Wir werden untergehen. Das ist unser Ende.�</p><p>�Milord �� Ein Instinkt lie� Jarod zum Himmel blicken.</p><p>Zwei D�monen schwebten �ber ihnen. Ihre Kr�ge waren voll.</p><p>Jarod ergriff den Arm des Adligen und rief: �Lord Stareye! Weg hier! Schnell!�</p><p>Der Gesichtsausdruck des Kommandanten verh�rtete sich. Er zog seinen Arm angewidert aus Jarods Griff. �Lass mich los! Du vergisst deine Stellung, Captain!�</p><p>Jarod sah Stareye fassungslos an. �Milord ��</p><p>�Verschwinde, bevor ich dich in Eisen legen lasse.�</p><p>Jarod wusste, dass sich der Adlige nicht �berzeugen lassen w�rde, also zog er an den Z�geln seines Reittiers, wendete es und preschte los.</p><p>Das rettete sein Leben.</p><p>Die Welle, die sich �ber Stareye und die anderen ergoss, verbr�hte Fleisch und schmolz Metall. Im Todeskampf warf der Nachts�bler des Adligen dessen dampfenden K�rper ab. Stareye landete mit verdrehten Gliedma�en und entsetzlich verzerrtem Gesicht im Staub. Seinen Begleitern und Wachen erging es nicht viel besser. Wer nicht sofort starb, lag zuckend und mit verkr�ppeltem Leib am Boden. Ihre Schreie lie�en die Seele frieren.</p><p>Jarod konnte nichts f�r sie tun.</p><p>Die Verdammniswachen wurden von den Verteidigern kaum angegriffen. Hin und wieder schickten einige Bogensch�tzen ihre Pfeile in den Himmel, und auch die Mondgarde t�tete einige, aber ihre Anstrengungen waren unkoordiniert. Das Chaos �berraschte Jarod im ersten Moment, doch dann fiel ihm ein, dass Stareye die meisten Offiziere durch seine eigenen Freunde ersetzt hatte.</p><p>Andere Einheiten der Nachtelfen-Armee hatten noch gar nicht in den Kampf eingegriffen. Sie warteten nerv�s auf einen Befehl, der niemals kommen w�rde. Jarod erkannte, dass sie nichts von Stareyes Tod wussten und jeden Moment seine Anweisungen erwarteten.</p><p>Er ritt zu einer der Einheiten. Der befehlshabende Offizier salutierte vor ihm.</p><p>�Wie viele B�gen habt ihr?�</p><p>�Sechzig, Captain!�</p><p>Das w�rde nicht ausreichen, war aber zumindest ein Anfang. �Macht alle B�gen bereit und richtet sie auf die Verdammniswachen! Alle anderen decken die Bogensch�tzen!�</p><p>Der Offizier gab seine Befehle weiter. Jarod sah sich verzweifelt nach anderen n�tzlichen Truppenteilen um. Doch im gleichen Moment stoppte ein Reiter vor ihm und salutierte mit einer Erleichterung, die verriet, dass er schon seit l�ngerem keinen Offizier mehr gesehen hatte.</p><p>�Der Keil ist stumpf, die Linie kann kaum noch gehalten werden.� Er drehte sich um und zeigte auf einen Punkt nahe der Mitte. �Lord Del�theon ist tot, und wir haben nur noch einen Unteroffizier. Er hat mich ausgesandt, um Verst�rkung zu holen.�</p><p>Die Truppen, die Jarod �bernommen hatte, waren bereits in Formation gegangen. W�hrend er noch dar�ber nachdachte, wie er dieses neue Problem l�sen konnte, fielen zehn Verdammniswachen vom Himmel. Das gab ihm ein wenig Hoffnung.</p><p>Dem Reiter sagte er schlie�lich: �Reite zu den Tauren. Sage ihnen, dass Captain Shadowsong das Volk von Huln um einige Krieger bittet, die den Keil st�rken sollen.� Nachtr�glich f�gte er hinzu: �Bitte sie auch um ihre besten Bogensch�tzen.�</p><p>Der andere Nachtelf, der jetzt nicht mehr ganz so verzweifelt wirkte, nickte und ritt davon. Jarod hatte kaum Zeit, um seine Gedanken zu ordnen, dann kamen auch schon die n�chsten beiden auf ihn zu. Der Captain nahm an, dass man seine Versuche, die Reihen zu ordnen, bemerkt hatte. Wahrscheinlich glaubten die Soldaten jetzt, er spr�che im Namen des toten Stareye.</p><p>Und obwohl er sich seiner Unzul�nglichkeit bewusst war, konnte er sich den Problemen nicht verschlie�en. Er h�rte sich an, was die Soldaten zu sagen hatten und versuchte eine L�sung zu finden.</p><p>Zu seiner �berraschung tauchte kurze Zeit sp�ter ein Mitglied der Mondgarde auf. Er war einer der h�chsten Zauberer, wirkte aber erleichtert, als er Shadowsong sah.</p><p>�Die Bogensch�tzen behindern die gefl�gelten D�monen. Wir ordnen gerade unsere Reihen, allerdings sind drei tot und zwei schwer verletzt. Wir versuchen uns um die Verdammniswache und die Hexenmeister zu k�mmern, aber wir brauchen mehr Schutz.�</p><p>Jarod versuchte nicht zu schlucken. Er wollte seine Unsicherheit vor dem Zauberer verbergen. Er blickte die linke Flanke entlang und entdeckte einige Einheiten, die sich den D�monen entgegen werfen wollten, doch durch die Soldaten vor ihnen daran gehindert wurden. Sie halfen niemandem, stellten sogar eine Gefahr dar, da sie die vorderen in die Klingen der D�monen schoben.</p><p>Er winkte einen Soldaten zu sich heran. �Du reitest mit ihm zu den Reihen da hinten und l�sst dir eine Schwadron mitgeben. Der Rest soll sich zur�ckhalten und die Reihen auff�llen, wo es n�tig wird.�</p><p>Immer mehr Probleme tauchten auf. Jarod kam kaum dazu, Luft zu holen. Sogar die Irdenen und die anderen Verb�ndeten kamen zu ihm, wenn sie Hilfe ben�tigten. Jarod, der niemanden fand, der gr��ere Autorit�t als er selbst besa�, beantwortete ihre Fragen und hoffte, dass er niemanden in den Tod schickte.</p><p>Der Captain rechnete st�ndig damit, dass die D�monenhorde seine Leute �berrennen w�rde, aber irgendwie hielten die Nachtelfen ihnen stand. Die Beharrlichkeit der Mondgarde und der Bogensch�tzen zeigte schlie�lich Erfolg, denn die Verdammniswachen flohen, obwohl viele Kr�ge noch nicht geleert worden waren. Die Verluste der Armee waren hoch, aber als sich der Kampf etwas beruhigte, begann Jarod zu ahnen, dass seine Entscheidungen noch mehr Tote verhindert hatten.</p><p>Schlie�lich fand der Captain endlich die Zeit, zu Rhonin zur�ckzukehren. Ein halbes Dutzend Soldaten schloss sich ihm an. Er hatte sie nicht darum gebeten, aber mehrere Offiziere hatten die Soldaten abgestellt, damit Jarod sie �ber seine aktuellen Befehle auf dem Laufenden halten konnte. Der ehemalige Wachoffizier f�hlte sich in ihrer Gegenwart unwohl, denn sie behandelten ihn, als w�re er ebenso wichtig wie Stareye oder Ravencrest. Jarod Shadowsong war kein Adliger und auch kein Kommandant. Die Armee hatte sich zwar von ihrem R�ckschlag erholt, doch das lag an den Soldaten, nicht an ihm.</p><p>Er war erleichtert, als er den Zauberer unverletzt vorfand. Allerdings reagierte er immer noch nicht, schien weder etwas zu sehen, noch zu h�ren.</p><p>Jarod versuchte vergeblich, ihm etwas Wasser einzufl��en. Frustriert wandte er sich an einen der Soldaten. �Bring einen Zauberer der Mondgarde zu mir. Beeil dich!�</p><p>Doch der Soldat kam nicht mit einem Magier zur�ck, sondern mit zwei Personen, die die R�stung der Schwesternschaft trugen. Schlimmer noch, die �ltere der beiden Priesterinnen war Maiev.</p><p>�Als man mir sagte, der befehlshabende Offizier suche nach einem Zauberer, h�tte ich nicht gedacht, dass du gemeint sein k�nntest, kleiner Bruder.�</p><p>Captain Shadowsong hatte keine Zeit f�r die Sticheleien seiner Schwester. �Erspar� mir deine Ironie, Maiev. Dieser Zauberer steht unter einem Fluch, den einer der obersten D�monen ausgesprochen hat. Kann Elune ihn davon befreien?�</p><p>Sie sah ihn merkw�rdig an, dann ging sie neben Rhonin in die Knie. �Ich habe nie jemanden von seiner Art getroffen, aber ich nehme an, dass er uns �hnlich genug ist, um vor Mutter Mond Beachtung zu finden. Jia, hilf mir. Mal sehen, was wir tun k�nnen.�</p><p>Die zweite Priesterin trat an Rhonins andere Seite. Die beiden hoben ihre H�nde und drehten die Handfl�chen nach oben. Dann legten sie ihre Fingerspitzen aneinander. Ein silbernes Licht floss aus ihren Fingern die Arme hinauf und legte sich um ihre K�rper.</p><p>Maiev und ihre Begleiterin begannen zu singen. Ihre Worte ergaben f�r Jarod keinen Sinn, aber er wusste, dass die Schwesternschaft in ihrer eigenen Sprache zu Elune betete.</p><p>Die Aura, von der die Schwestern umgeben waren, dehnte sich auf Rhonin aus. Sein K�rper verkrampfte kurz, dann entspannte er sich.</p><p>Ein Reiter blieb neben der Gruppe stehen. �Wo ist der Kommandant?�</p><p>Einige der berittenen Boten nannten Jarod so, obwohl er sie immer wieder zurechtwies, es zu unterlassen. Die St�rung �rgerte ihn so sehr, dass er auf dem Absatz herumfuhr und knurrte: �Halt den Mund, bis ich dir zu sprechen erlaube ��</p><p>Die Augen des Reiters weiteten sich. Der Captain bemerkte erst jetzt die goldenen Klappen auf dessen Schultern und das Emblem auf der Brustplatte.</p><p>Er hatte einen Adligen beleidigt.</p><p>Doch der Reiter schien es ihm nicht �bel zu nehmen, denn er nickte nur entschuldigend und schloss den Mund. Jarod versuchte seine �berraschung zu verbergen, indem er sich wieder den Schwestern zuwandte.</p><p>Maiev schwitzte. Die zweite Priesterin zitterte. Rhonins K�rper hatte sich noch mehr verkrampft, und seine ohnehin helle Haut war so wei� wie der Mond.</p><p>Der Zauberer richtete sich pl�tzlich auf. Sein Mund �ffnete sich zu einem stummen Schrei, dann blinzelte Rhonin zum ersten Mal seit seiner Bewusstlosigkeit.</p><p>Der Mensch st�hnte. Er w�re gegen den Felsen gerutscht und h�tte sich vielleicht verletzt, wenn der Captain ihn nicht gest�tzt h�tte.</p><p>Seufzend schloss der Magier die Augen. Sein Atem ging gleichm��ig.</p><p>�Ist er ��</p><p>�Der D�mon hat seine Macht �ber ihn verloren, Bruder�, antwortete Maiev mit zitternder Stimme. �Er wird sich jetzt ausruhen, so lange es sein muss.� Sie stand auf. �Es war ein harter Kampf, aber Elune hat Gro�mut bewiesen.�</p><p>�Danke.�</p><p>Seine Schwester sah ihn erneut seltsam an. �Gerade du schuldest mir keinen Dank. Komm, Jia. Wir m�ssen noch vielen anderen helfen.�</p><p>Jarod sah Maiev einen Moment lang nach, dann wandte er sich an den Adligen. �Vergebt mir, Milord, aber ��</p><p>Der Reiter wischte seine Worte mit einer Geste beiseite. �Meine Sorgen k�nnen warten. Ich habe nicht bemerkt, dass es um den fremden Magier ging. Ich bin Lord Blackforest. Ich kenne dich, oder?�</p><p>�Jarod Shadowsong, Milord.�</p><p>�Nun, Commander Shadowsong, ich bin sehr froh, dass du nicht mit Lord Stareye und den anderen gefallen bist. Man sagt, du h�ttest bis zum Schluss versucht, ihn zu retten.�</p><p>�Milord ��</p><p>Blackforest ignorierte den Einwurf. �Ich sammle die Offiziere. Stareyes Strategien waren unzureichend, m�ge Mutter Mond mir meine Respektlosigkeit gegen�ber einem Verstorbenen vergeben. Uns muss etwas Besseres einfallen � wenn wir �berleben wollen. Du wirst nat�rlich da sein, um uns anzuleiten, nehme ich an.�</p><p>Jarod fehlten die Worte. Er nickte instinktiv und ohne nachzudenken. Der Adlige las aus der Geste offenbar Zustimmung, denn er nickte dankbar zur�ck.</p><p>�Mit deiner Erlaubnis werde ich das Treffen in meinem Zelt ausrichten und meine Suche fortsetzen.� Blackforest nickte ein weiteres Mal, dann wendete er sein Tier und ritt davon.</p><p>�Du hast es wohl inzwischen zu was gebracht�, sagte eine raue Stimme.</p><p>Er drehte sich um. Rhonin hatte das Bewusstsein wiedererlangt. Der Zauberer wirkte immer noch blass, aber deutlich ges�nder. Jarod nahm eine Wasserflasche aus einem Sack und reichte sie ihm. Rhonin trank gierig.</p><p>�Ich hatte Angst, der Zauber k�nne deinen Geist in Mitleidenschaft gezogen haben. Wie geht es dir, Meister Rhonin?�</p><p>�Als w�rde sich ein Regiment von H�llenkreaturen von innen gegen meinen Sch�del werfen � und das hei�t, dass es mir besser geht.� Der Mensch richtete sich auf. �Ich nehme an, es gab ein paar Probleme w�hrend meiner Abwesenheit.�</p><p>Der Captain berichtete alles, fasste sich aber kurz und spielte seine eigene Rolle herunter. Trotzdem sah der Zauberer ihn bewundernd an.</p><p>�Krasus hat dich also richtig eingesch�tzt. Du hast nicht nur uns gerettet, sondern wahrscheinlich die ganze Welt � zumindest f�r den Augenblick.�</p><p>Die Wangen des Nachtelfen f�rbten sich dunkel. Er sch�ttelte vehement den Kopf. �Ich bin kein Anf�hrer, Meister Rhonin. Ich wollte nur �berleben.�</p><p>�Na ja, nett, dass du allen anderen auch beim �berleben geholfen hast. Stareye ist also tot. Das tut mir Leid f�r ihn, aber nicht f�r die Armee. Freut mich, dass einige Adlige ihren Verstand wiedergefunden haben. Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung.�</p><p>�Du glaubst doch nicht etwa, dass ich mich mit ihnen treffen werde?� Jarod stellte sich vor, wie Blackforest und die anderen ihn umringten und anstarrten. �Ich bin nur ein Wachoffizier aus Suramar.�</p><p>�Jetzt nicht mehr �� Der Zauberer wollte aufstehen, ben�tigte aber Jarods Hilfe. Er streckte sich und sah dem Nachtelf in die Augen. �Nein, jetzt nicht mehr.�</p><empty-line/><p>Korialstrasz war noch nicht so geduldig wie sein �lteres Ich, und so begann er nach einer Weile nerv�s zu werden. Der rote Drache wusste, dass einige Zeit bis zur R�ckkehr der Gruppe vergehen w�rde � wenn sie �berhaupt zur�ckkehrte �, und obwohl er versuchte, w�hrenddessen seinen Frieden zu finden, gelang ihm das nicht. So viele Gedanken spukten durch seinen Kopf. Alexstrasza, die Brennende Legion, Krasus� Anwesenheit � und so weiter. Er erinnerte sich auch nur zu gut an seine Niederlage gegen Neltharion. Jetzt n�herte sich sein anderes Ich dem Nest des wahnsinnigen Drachen. Er bef�rchtete, dass auch Krasus der D�monenseele zum Opfer fallen w�rde.</p><p>Frustriert begann der rote Riese, mit einer Klaue am Berg zu kratzen. Felsen, die f�r den Drachen so gro� wie Kieselsteine waren, donnerten ins Tal. Doch nach einer Stunde lenkte auch das Korialstrasz nicht mehr ab. Nerv�s betrachtete er den dunklen Himmel. Er begann sich zu fragen, ob er es nicht doch wagen sollte, sich nur f�r ein paar Minuten in die L�fte zu erheben.</p><p>Ein dumpfes Br�llen hallte durch das Gebirge.</p><p>Korialstrasz kletterte von dem Stein, auf dem er gehockt hatte und presste seinen gewaltigen K�rper gegen eine Felswand. Er blickte nach oben und suchte nach dem Ursprung des Lautes.</p><p>Eine dunkle Gestalt flog �ber ihn hinweg. Es war ein kleiner schwarzer Drache. Er flog so langsam, dass es sich um einen W�chter handeln musste.</p><p>Korialstrasz zischte leise. W�re der andere nur auf seinem Weg zu einem bestimmten Ziel gewesen, h�tte es keinen Anlass zur Sorge gegeben. Doch der Schwarze patrouillierte ausgerechnet �ber diesem Gebiet. Das hie�, er stellte eine Gefahr dar.</p><p>Trotzdem wusste er nicht, ob er am Boden bleiben oder sich dem W�chter stellen sollte. Wenn die anderen noch nicht entdeckt worden waren, brachte ein Angriff sie nur unn�tig in Gefahr. Vielleicht entkam der W�chter und warnte seinen Herrn. Andererseits fand er Krasus und seine Begleiter vielleicht, wenn Korialstrasz nichts unternahm.</p><p>Der rote Drache presste sich so fest er konnte gegen den Berg, w�hrend er �ber seiner Entscheidung gr�belte. Er musste sich beeilen. Der Schwarze w�rde bald verschwunden sein.</p><p>Der Fels unter seinen Klauen gab nach, dann st�rzte die gesamte Felswand ein. Korialstrasz verlor das Gleichgewicht und rutschte dem Tal entgegen. Instinktiv breitete er die Fl�gel aus und richtete sich auf. So entging er der gewaltigen Lawine, die er ausgel�st hatte. Er sch�ttelte den Kopf und versuchte Ordnung in seine Gedanken zu bringen.</p><p>Ein ohrenbet�ubendes Br�llen war die einzige Warnung, die er erhielt. Dann griff ihn der schwarze Drache auch schon von hinten an.</p><p>Korialstrasz� Gegner war zwar etwas kleiner, doch die Wut seines Angriffs machte den Gr��enunterschied wett. Der Rote wurde ins Tal geschleudert. Sein linker Fl�gel strich schmerzhaft �ber den Fels.</p><p>Korialstrasz streckte seinen Vorderlauf aus und krallte sich in einen der Gipfel. Sein Schwung riss tonnenschwere Felsen aus dem Berg, bremste seinen Sturz jedoch leicht ab. Er lie� sich zur Seite fallen. Der schwarze Drache wurde von der Bewegung �berrascht.</p><p>Der Drache taumelte an Korialstrasz vorbei, der sich im gleichen Moment aufrichtete. Er versuchte sich in die Luft zu erheben, aber sein Angreifer grub eine Klaue in seinen R�cken. Das zus�tzliche Gewicht riss ihn dem Tal entgegen, aber Korialstrasz gab nicht auf.</p><p>Er flatterte so schnell er konnte und drehte sich in der Luft. Mit dem Schwanz schmetterte er den Schwarzen gegen einen Gipfel.</p><p>Der Drache schlug ein wie ein Geschoss. Felsen donnerten nach unten. Seine Klauen lie�en den roten Drachen los, rissen ihm aber ein paar Schuppen aus dem Fleisch. Korialstrasz br�llte vor Schmerz. Blut lief �ber sein Bein.</p><p>Einen Moment lang verga�en beide Drachen den Kampf, in den sie verwickelt waren und konzentrierten sich auf ihre Verletzungen. Pl�tzlich schlug der Schwarze nach Korialstrasz� Hals. Der aber hob einen Fl�gel und wehrte den Angriff ab. Dann drosch er selbst los.</p><p>Der Fl�gelschlag trieb Neltharions Diener die Luft aus den Lungen. Mit einem letzten lauten Br�llen erhob er sich in die Luft und versuchte zu fliehen.</p><p>�Nein!� Korialstrasz konnte dem anderen Drachen die Flucht nicht gestatten. Der W�chter w�rde seinen Herrn alarmieren, der wohl kaum glauben w�rde, dass ein <emphasis>einzelner</emphasis> roter Drache in sein Territorium eingedrungen war.</p><p>Der Schwarze war klein und wendig, aber Korialstrasz war schlank und listig. W�hrend sein Gegner ein schmales Tal umflog, entschied er sich f�r einen anderen Weg. Er hatte die Landschaft so lange angestarrt, dass er wusste, welche T�ler sich mit anderen vereinten.</p><p>Er flog zwischen den Bergen hindurch. Auf der linken Seite lockte eine breit aussehende Schlucht, aber Korialstrasz wusste, dass das rechte Tal ihn seiner Beute n�her bringen w�rde.</p><p>In einiger Entfernung h�rte er den Fl�gelschlag seines Gegners. Der rote Drache begann sich Sorgen zu machen. Er h�tte den anderen schon l�ngst �berholt haben sollen, statt dessen schien die Distanz gr��er zu werden.</p><p>Korialstrasz verst�rkte seine Anstrengungen. Vor sich sah er den Punkt, den er gesucht hatte. Nur noch ein kurzes St�ck � Er h�rte den Schwingenschlag nicht mehr, war sich aber sicher, dass er endlich an seinem Gegner vorbei gezogen war.</p><p>Er wechselte hin�ber in das andere Tal �</p><p>Ihre Fl�gel ber�hrten einander. Beide Drachen br�llten, jedoch mehr �berrascht als w�tend. Korialstrasz fuhr herum und stie� den schwarzen Drachen auf einen kleinen Berg zu.</p><p>Doch der Kleinere hatte den gr��eren Schwung. Er zog an dem Roten vorbei.</p><p>Korialstrasz verfluchte sein Pech und folgte ihm. Er musste den anderen Drachen erwischen, egal, um welchen Preis. Zu viel war in diesem Kampf bereits schiefgegangen �</p><p>Korialstrasz br�llte entschlossen und setzte seine Verfolgungsjagd fort.</p><p>Doch dem roten Riesen war etwas entgangen, das sich unter ihm befand. Augen beobachteten ihn � zumindest jene Beobachter, die �ber Augen verf�gten � und den anderen Drachen, als sie in der Ferne verschwanden.</p><p>�Ein bemerkenswerter Luftkampf, nicht wahr, Captain Varo�then?�</p><p>Der vernarbte Nachtelf schnaufte. �Ein guter Kampf, aber zu kurz.�</p><p>�Und zu wenig Blut f�r deinen Geschmack, nehme ich an?�</p><p>�Es gibt nie zu viel Blut�, entgegnete Azsharas Diener. �Aber genug der Worte, Meister Illidan. Ist das ein Hinweis darauf, dass wir endlich nah am Ziel sind?�</p><p>Illidan r�ckte den Schal sorgf�ltig vor seinen zerst�rten Augen zurecht. Der Kampf hatte ihm einen sehr interessanten Anblick beschert, denn die Drachen waren magische Wesen, und so war der Himmel erf�llt gewesen von leuchtenden Energien und wilden Farben. Malfurions Bruder sch�tzte seine neuen Sinne. Sie zeigten ihm eine Welt, die er nie zuvor wahrgenommen hatte.</p><p>�Das ist ja wohl offensichtlich, Captain, aber ist es nicht interessant, dass wir sowohl einen schwarzen, wie auch einen roten Drachen entdeckt haben? Wieso war wohl der zweite in diesem Gebiet?�</p><p>�Das hast du selbst gesagt. Diese Bestien leben hier.�</p><p>Der Zauberer sch�ttelte den Kopf. �Ich sagte, hier w�rden wir das Nest des gro�en Schwarzen finden. Der Rote war aus einem ganz bestimmten Grund hier.�</p><p>Varo�thens Gesicht zeigte einen besonders h�sslichen Zug, als er begriff, worauf sein Begleiter hinaus wollte. �Die anderen Drachen sind hinter der Scheibe her! Das ergibt Sinn.�</p><p>�Ja.� Illidan lie� seinen Nachts�bler antraben, der Captain folgte ihm. Die D�monenkrieger marschierten hinter ihnen her. �Aber man w�rde sie leicht entdecken. Du hast gesehen, wie sie geschlagen wurden.�</p><p>Er dachte eine Weile dar�ber nach. �Ich glaube, ich habe die Zeichnung des Roten erkannt.�</p><p>�Na und? Diese Bestien sind alle gleich.�</p><p>�Gesprochen wie ein Hochgeborener.� Illidan strich sich �ber das Kinn, w�hrend er nachdachte. �Nein, ich habe ihn schon einmal getroffen � und ich glaube, wir werden bald einige bekannte Gesichter wiedersehen.�</p></section><section><title><p>8</p></title><p>Malfurion folgte dem Goblin, der sich schwerf�llig durch die schmalen Schluchten bewegte. Er wusste, weshalb Krasus den Leichnam wiederbelebt hatte, aber der Anblick verst�rte ihn trotzdem. Der Magier hatte ihm zwar versichert, dass der Zauber bei seinem Volk nur selten und unter gro�en Vorbehalten eingesetzt wurde, doch auch das beruhigte den Nachtelfen nicht wirklich.</p><p>Diese Zweifel lie� er sich jedoch nicht anmerken. Er achtete nur darauf, der toten Kreatur nicht allzu nahe zu kommen. Die Bewegungen des Goblins wurden mit der Zeit sicherer und geschickter, sodass er nach einer Weile beinahe lebendig wirkte.</p><p>Es �berraschte den Druiden, dass Krasus aussprach, was er und Brox dachten. �Wie lange brauchen wir denn noch?�, murmelte der blasse Magier. �Diese Parodie des Lebens widert mich mehr und mehr an.�</p><p>Der Goblin schien ihn geh�rt zu haben, denn er beugte sich pl�tzlich vor. Malfurion sah Krasus an, glaubte im ersten Moment, der Magier habe den Anblick nicht mehr ertragen und den Goblin dem Tod zur�ckgegeben. Doch der nachdenkliche Gesichtsausdruck seines Gegen�bers wies auf etwas anderes hin.</p><p>�Sieh hin ��, murmelte Krasus.</p><p>Der tote Goblin ber�hrte einen Stein, der am Fu� des Berges lag. Der Stein wies keine Besonderheiten auf, wirkte wie einer von vielen, die irgendwann einmal den Berg herabgerutscht waren.</p><p>Doch als die Kreatur ihn ein wenig nach rechts zog, wurde die gesamte Felswand durchsichtig, und mehr als die H�lfte verschwand.</p><p>Brox grunzte. Krasus nickte.</p><p>�Sehr listig�, sagte er. �Seht, wo einst Stein war, liegt jetzt ein schmaler Stollen, der in den Berg f�hrt.�</p><p>Sie folgten ihrem makabren Weggef�hrten einige Minuten lang, dann lie� ihn Krasus anhalten.</p><p>�H�rt ihr das?�</p><p>Weit entfernt hallten hohe Goblin-Stimmen und metallisches H�mmern durch die G�nge.</p><p>Der Druide versteifte sich. �Wir sind da.�</p><p>�Dann k�nnen wir diese Obsz�nit�t endlich beenden.� Krasus machte eine Handbewegung, und der Goblin drehte sich um. Die Kreatur kroch �ber einen Felsen hinweg und verschwand. Einen Moment sp�ter machte der Drachenmagier eine schneidende Geste. �Man wird ihn finden � aber erst, wenn wir weg sind.�</p><p>Krasus wollte losgehen, aber Malfurion ergriff seinen Arm. �Warte�, fl�sterte der Druide. �Du kannst dort nicht hinein.�</p><p>Die �berraschung, die er auf dem Gesicht des Magiers sah, war ein seltener Anblick. Krasus schaute ihn forschend an. �Aus welchem Grund sagst du das so sp�t?�</p><p>�Weil es mir eben erst eingefallen ist. Krasus, dich wird er doch am einfachsten erkennen. Du geh�rst zu seiner Art. Er wartet doch nur darauf, dass die Drachen versuchen, ihm die D�monenseele zu stehlen.�</p><p>�Ja, aber meine Art l�sst sich am meisten durch die Scheibe beeinflussen, also w�rden wir uns wahrscheinlich von ihr fernhalten. Au�erdem habe ich mich gut abgeschirmt.�</p><p>Malfurion nickte und fuhr fort. �Und dein Volk hat am meisten zu verlieren, wenn die Scheibe in seinem Besitz verbleibt. Es w�rde zu den Drachen passen, wenn sie es wenigstens versuchen w�rden � und davon geht sicherlich auch der Erdw�chter aus. Er wird sich auf Drachenmagie vorbereitet haben, vor allem auf solche Schilde.�</p><p>�Und er ist ein Aspekt �� Der hagere Magier presste die Lippen zusammen. Malfurion rechnete damit, dass Krasus ihm zweifelsfrei darlegen w�rde, wo die Fehler in dieser Argumentation lagen, aber nach langem Schweigen antwortete er: �Du hast Recht. Wir w�rden es versuchen, und damit rechnet er auch. Ich kenne ihn gut. Dar�ber h�tte ich schon fr�her nachdenken sollen, aber ich habe diesen Gedanken wohl verdr�ngt. Ich habe das Gl�ck gehabt, mich ihm bis hierher n�hern zu k�nnen, doch sein Nest wird sicherlich gegen Drachen gesichert sein.�</p><p>�Das denke ich auch.�</p><p>�Was aber nicht bedeutet, dass es f�r dich und Brox einfach werden wird�, mahnte Krasus. �Euer Vorteil ist, dass er nicht glaubt, dass zwei Angeh�rige der niederen V�lker es wagen w�rden, in sein Reich einzudringen. Vielleicht k�nnt ihr euch deshalb an ihm vorbei schleichen. Vielleicht.�</p><p>�Brox sollte bei dir bleiben.�</p><p>�Nein, die F�higkeiten des Orcs werden dir gelegener kommen. Euch stehen viele k�rperliche Gefahren bevor, unter anderem auch die zahlreichen Goblins, die in diesen H�hlen hausen. Du musst dich auf die Suche nach der D�monenseele konzentrieren. Ich werde dir mit aller Kraft beistehen, aber du brauchst jemanden, der dir den R�cken freih�lt.�</p><p>�Niemand wird ihm ein Haar kr�mmen�, brummte Brox. Er hob die Axt und grinste. �Schreibst du ein gutes Lied �ber mich, weiser Mann?�</p><p>Krasus l�chelte. �Ich werde mit der Komposition beginnen, sobald wir diesen Ort verlassen haben.�</p><p>Malfurion fiel kein weiteres Argument f�r einen Alleingang ein, deshalb akzeptierte er die Begleitung des Orcs. Der Nachtelf war sogar froh dar�ber. Brox war ein so erfahrener und guter K�mpfer, dass seine Angst vor dem Weg ins Drachennest ein wenig schwand.</p><p>Ein wenig.</p><p>Malfurion wusste, dass es keine andere M�glichkeit gab, und er glaubte auch, dass er diese Chance am ehesten nutzen w�rde. Das war keine Arroganz, sondern lediglich die Erkenntnis, dass seine lange Ausbildung ihn am besten auf diesen Tag vorbereitet hatte.</p><p>Sie beschlossen, dass Brox so lange vorausgehen w�rde, bis Malfurion die Umgebung wiedererkannte. Brox band seine Axt auf dem R�cken fest, denn der Gang war zu schmal f�r eine so gro�e Waffe. Statt dessen zog er einen langen Dolch hervor, den er mit der gleichen Sicherheit einzusetzen wusste.</p><p>�Ich werde hier Wache halten�, versprach Krasus, als sie aufbrachen. �Zumindest das kann ich tun, ohne von dem Schwarzen entdeckt zu werden.�</p><p>Gl�cklicherweise benutzten die Goblins diesen Gang f�r den Transport von Rohstoffen, sonst h�tte sogar Malfurion kaum hineingepasst. Aber auch so musste Brox die Arme eng am K�rper halten. Er streckte den Dolch vor sich und beobachtete seine Umgebung voller Konzentration.</p><p>Die weit entfernten Ger�usche wurden lauter, donnernder. Malfurion hoffte, dass die Goblins durch den L�rm, den sie ausl�sten, abgelenkt sein w�rden. Vielleicht bemerkten sie die Eindringlinge ja nicht.</p><p>Ein schwaches Licht erhellte schlie�lich den kurvenreichen Stollen. Brox spannte sich an. Malfurion legte ihm eine Hand auf die Schulter.</p><p>�Wenn wir die H�hle betreten�, fl�sterte der Druide, �sollte der Gang, den der Drache benutzte, zu unserer Linken liegen.�</p><p>Brox grunzte verstehend und ging weiter. Der Weg wurde heller, der L�rm ohrenbet�ubend.</p><p>Der Anblick, der sich ihnen bot, war chaotischer als bei Malfurions erstem Besuch. Doppelt so viele Goblins waren anwesend, und alle rannten umher, als ginge es um ihr Leben � was wahrscheinlich auch stimmte. Einige zerschlugen Erzbrocken, w�hrend andere Brennholz in die gl�hend hei�en �fen schaufelten. Geschmolzenes Metall floss durch ein kompliziertes Rohrsystem in gewaltige Formen. Riesige Wasserbottiche dienten zur Abk�hlung. Schwitzende, in Dampf geh�llte Goblins zerrten an einer Form, die bereits fertig in einem Bottich lag.</p><p>Auf der rechten Seite der H�hle waren zwei gro�e Platten zu sehen, die aus vorangegangenen, fehlgeschlagenen Versuchen stammten. Das Metall war von Haarrissen durchzogen und daher offenbar nutzlos f�r die Aufgabe geworden, die der Drache den Teilen zugedacht hatte.</p><p>�Ich verstehe nicht, was sie hier vorhaben�, murmelte Malfurion. �Will der Drache sich eine R�stung schmieden lassen?�</p><p>Der Orc zog seine Augenbrauen zusammen. �Ich traue ihm alles zu.�</p><p>Der Nachtelf riss sich von dem R�tsel los und blickte nach links. Ein Weg verlief am Rand der H�hle entlang und endete in dem gewaltigen Tunnel, in dem Neltharion beim letzten Mal verschwunden war.</p><p>�Da! Wir k�nnen dem Weg folgen.�</p><p>Brox nickte, hielt Malfurion jedoch zur�ck, als dieser den Stollen verlassen wollte. �Vorsicht, da sind Goblins. Wir m�ssen warten.�</p><p>Die Kreaturen, die er entdeckt hatte, beseitigten Tr�mmer, die von der Erzlieferung �brig geblieben waren. Der Druide beobachtete den Fortschritt ihrer Arbeit und kam schon bald zu dem Schluss, dass sie viel zu lange brauchen w�rden.</p><p>�Wir m�ssen sie loswerden oder wenigstens irgendwie ablenken, Brox ��</p><p>�Vielleicht ein Zauber.�</p><p>Malfurion dachte an die Dinge, die er in seinen G�rteltaschen trug und betrachtete die H�hle. Es gab ein paar Spr�che, die man verwenden konnte.</p><p>Doch als er in einen Beutel griff, donnerte Neltharions Stimme durch die riesige H�hle. �Meklo! Ich bin zur�ck! Wenn die n�chste nicht funktioniert, werde ich mich an deinem ganzen Volk laben � und du wirst die Vorspeise!�</p><p>Der �ltere Goblin, den Malfurion schon einmal gesehen hatte, tauchte auf der anderen Seite der H�hle auf. Er trat einige Arbeiter, um sie zu gr��erer Eile anzutreiben, dann ging er auf den gro�en Gang zu. Er murmelte unentwegt in seinen Bart. Malfurion nahm mit seinem scharfen Geh�r wahr, dass es sich um Berechnungen handelte.</p><p>Bevor Meklo den Tunnel jedoch erreichen konnte, schob sich Neltharion daraus hervor.</p><p>Brox fluchte �berrascht, denn er hatte den Erdw�chter ja noch nicht in diesem Stadium seiner Verwandlung gesehen. Doch seine Worte gingen im Gebr�ll der Drachenstimme unter.</p><p>�Meklo! Du nichtsnutziger Sohn eines Wurms! Meine Geduld ist am Ende. Hast du die neuen Platten oder nicht?�</p><p>�Zwei! Zwei, Milord, seht Ihr?� Er zeigte auf mehrere Arbeiter, die versuchten, die Platten von ihren Formen zu befreien. Trotz der Wasserbottiche strahlten sie eine so gro�e Hitze aus, dass sich jemand schwer an ihnen verbrennen konnte.</p><p>�Ich hoffe, sie sind robuster als die letzten. Die haben mich entt�uscht!�</p><p>Der �ltere Goblin nickte aufgeregt. �Sie bestehen aus den feinsten Metallen, sind fester als Stahl! Dank der Energien, die Ihr in sie hineingelegt habt, werden sie jedem Druck standhalten und doch so leicht wie eine Feder sein.�</p><p>Die Goblins, die jetzt die erste Platte aus der Form gehoben hatten, schienen diese letzte Aussage zu bekr�ftigen, denn sie trugen das Metall mit Leichtigkeit durch die H�hle. Malfurion hatte gedacht, sie w�rden die zehnfache Anzahl Goblins daf�r ben�tigen.</p><p>Neltharion betrachtete die Platte aufgeregt. Sein Atem wurde schneller, als das hei�e, rot schimmernde Metall an ihm vorbei getragen wurde.</p><p>�Die Platten m�ssen jetzt noch in einem Wassertank ausk�hlen, dann ��</p><p>�Nein!�, schrie der Erdw�chter.</p><p>Der Goblin begann zu zittern. �Wie meint Ihr, Milord?�</p><p>Aus wahnsinnigen Augen starrte der Drache auf die Platte. �Ich will, dass sie <emphasis>jetzt</emphasis> versiegelt wird!�</p><p>�Aber die Resthitze wird Euren K�rper noch mehr sch�digen. Die N�gel m�ssen hei� sein, das geht nicht anders, aber die Platte � Ihr solltet wirklich besser warten, bis ��</p><p>Der schwarze Riese stampfte mit dem Fu� auf � nur Zentimeter von Meklo entfernt. �Jetzt!�</p><p>�Ja, Milord Neltharion! Sofort, Milord Neltharion! Bewegt euch, ihr Nichtsnutze!� Meklo br�llte mit diesem letzten Satz die Goblins an, die die Platte zwischen sich trugen.</p><p>W�hrend sie sich noch umdrehten, ging der Drache bereits zur anderen Seite der H�hle, wo es bedeutend leerer war. Malfurion und der Orc sahen neugierig zu, als sich der Leviathan setzte und dabei seine rechte Flanke zeigte. Die gewaltigen Risse, die darin entstanden waren, brannten immer noch.</p><p>�Versiegelt sie!�, br�llte Neltharion. �Versiegelt sie!�</p><p>�Was soll das hei�en?�, fragte der Nachtelf leise.</p><p>Brox sch�ttelte nur den Kopf. Er wusste es ebenfalls nicht.</p><p>�Bereitet die N�gel vor!�, befahl Meklo. �Sie m�ssen so hei� wie m�glich sein.�</p><p>Zwei Gruppen, die aus je zw�lf Goblins bestanden, schoben riesige Zange in einen der �fen. Heraus zogen sie einen Nagel, der fast so gro� wie der Orc war.</p><p>�Hammergruppe! Bereitet die Maschine vor.�</p><p>Angestrengtes Keuchen antwortete ihm von der rechten Seite. Zwanzig Goblins zogen einen Gegenstand in die H�hle, der auf den ersten Blick wie ein seltsam geformtes Katapult aussah. Doch der h�lzerne Arm der Maschine endete nicht in einem Teller, sondern in einem riesigen Hammerkopf. Ketten und Flaschenz�ge hingen daran, deren Sinn Malfurion nicht durchschauen konnte.</p><p>�Die Platte!� Neltharion wurde immer ungeduldiger. �Bringt sie an!�</p><p>Hektisch gehorchten die Goblins. Mehrere Male taumelten sie auf ihrem Weg, doch daran war nicht das Gewicht der Platte Schuld, sondern der Atem des Drachen, der die kleinen Wesen und ihre Last immer wieder zur�ckwarf. Schlie�lich erreichten sie seine Flanke jedoch und stemmten die Platte auf Meklos Signal gegen die Schuppenhaut.</p><p>Die beiden Beobachter traten entsetzt einen Schritt zur�ck, als Metall und Fleisch aufeinander prallten. Ein brutzelndes Ger�usch hallte durch die H�hle. Der offene Riss rieb gegen die Platte, doch sie blieb h�ngen.</p><p>�Noch h�lt sie�, verk�ndete Meklo. �Beeilt euch! Holt die N�gel.�</p><p>Malfurion traute kaum seinen Augen. �Sie � sie wollen sein Fleisch versiegeln. Das ist doch Wahnsinn!�</p><p>Brox sagte nichts. Seine Augen hatten sich verengt, seine Hand schloss sich so fest um den Dolch, dass die Kn�chel wei� hervortraten.</p><p>Der Erdw�chter schien in Ekstase zu geraten. Sein gewaltiges Maul verzog sich zu einem reptilienhaften L�cheln. Seine roten Augen waren halb geschlossen. Seine Brust hob und senkte sich immer schneller.</p><p>Die Goblins, die die Zange bedient hatten, trugen den riesigen Nagel zu einem von mehreren L�chern, die sich an den R�ndern der Platte befanden. Der Nachtelf z�hlte mindestens ein Dutzend L�cher.</p><p>War jedes davon f�r einen Nagel gedacht, der durch die Schuppen getrieben werden sollte?</p><p>Die st�ndigen Bewegungen des Drachenk�rpers stellten die Goblins vor Probleme. Erst beim dritten Anlauf trafen sie eines der oberen L�cher. Der Nagel glitt ein St�ck weit hinein. Die Kreaturen st�tzten ihn mit ihren langen Zangen.</p><p>Meklo winkte die andere Gruppe ungeduldig heran. �Bringt den Hammer in Position! Macht ihn bereit!�</p><p>Grunzend und keuchend schoben die Goblins die Maschine vor Neltharion. Die halb geschlossenen Augen des Giganten beobachteten interessiert, wie seine Diener die Maschine in die richtige Position brachten.</p><p>Meklo sprang �berraschend geschickt und schnell auf den Hammer. Dann blickte er in das Loch. Auf seinen Befehl hin verschob die Gruppe die Maschine noch ein wenig, dann sprang er wieder herunter.</p><p>�Zieht!�, rief er.</p><p>Die Gruppe lie� die Maschine stehen und wandte sich den Ketten zu. In alle m�glichen Richtungen zerrten sie daran. Der Druide verstand nicht, wie die Erfindung der Goblins funktionierte, doch was sie leisten sollte, erschloss sich ihm schnell.</p><p>Das flache Ende des Metallhammers schlug hart gegen den Nagel.</p><p>Das Ger�usch des Zusammenpralls klang wie das Brechen eines gewaltigen Knochens. Der Nagel schob sich tief in die Schuppen, versank fast bis zum Kopf.</p><p>Neltharion br�llte, aber es war nicht zu erkennen, ob vor Schmerz oder Zufriedenheit.</p><p>�Noch einmal!�, schrie er. �Noch einmal!�</p><p>Meklo kletterte nach oben und lie� seine Helfer die Maschine erneut zurechtr�cken. Dann landete er wieder auf dem Boden. �Zieht!�</p><p>Die Goblins rissen an den Ketten. Flaschenz�ge hoben und senkten sich, dann fiel der Hammer erneut noch unten.</p><p>Neltharions Schrei �bert�nte den Zusammenprall. Der Nagel rutschte tiefer.</p><p>�Er ist drin!�, rief der Anf�hrer der Goblins.</p><p>Die einzige Antwort des schwarzen Drachen bestand in einem lauten, wahnsinnigen Lachen.</p><p>�Beeilt euch mit dem n�chsten Nagel�, befahl Meklo. �Macht schon!�</p><p>Malfurion lie� sich zitternd gegen die Stollenwand sinken. �Er will alle diese Platten an seinem K�rper befestigen. Warum nur?�</p><p>�Zur Verteidigung�, antwortete der Orc. �Sie sind fest, aber leicht. Das hast du gesehen.� Brox hob die Schultern. �Und vielleicht auch, damit er nicht auseinander gerissen wird.�</p><p>�Aber die Schmerzen! Hast du gesehen, wie tief der Nagel eingeschlagen wurde? Und die Platte ist immer noch hei�.�</p><p>�Er ist wahnsinnig, aber vielleicht hilft uns dieser Wahnsinn, Druide.�</p><p>Malfurion sah ihn interessiert an. �Wie meinst du das?�</p><p>Brox zeigte in die H�hle. �Die Augen der Goblins ��</p><p>Im ersten Moment verstand Malfurion nicht, worauf der Orc hinaus wollte, dann bemerkte er, dass s�mtliche Kreaturen ihre Arbeit eingestellt hatten, um das Schauspiel zu beobachten. An ihrer Stelle h�tte das wohl jeder getan, aber ihre Unaufmerksamkeit bot den Eindringlingen die Chance, auf die sie gewartet hatten.</p><p>�Wir m�ssen handeln, sobald der n�chste Nagel bereit ist�, sagte Malfurion.</p><p>�Das wird nicht lange dauern, Druide.�</p><p>Die Goblins mit den Zangen waren bereits zu dem H�hlenbereich zur�ckgekehrt, wo die N�gel hergestellt wurden. Sie nahmen einen heraus und trugen ihn zu einem br�llend hei�en Ofen. Nur wenige Sekunden sp�ter zogen sie einen rot gl�henden Nagel heraus.</p><p>�Mach dich bereit�, dr�ngte Brox.</p><p>Sie sahen zu, als die Goblins den Nagel zu Neltharion trugen. Der Drache hatte nur Augen f�r die Arbeiten, die man an ihm durchf�hrte. Er sah den Nagel an, als w�re das Metall eine Geliebte.</p><p>�Beeilt euch ��, murmelte der Erdw�chter.</p><p>Der Nagel wurde �ber die Platte gehoben. Malfurion und Brox spannten sich an. Langsam n�herte sich die Metallspitze dem f�r sie vorgesehenen Loch.</p><p>Als sie hineinzurutschen begann, bewegten die beiden sich vorw�rts. Brox zog seine Axt und lief auf den gewaltigen Gang zu. Er war auf alles vorbereitet, auch auf Goblins, die sich m�glicherweise noch in dem Stollen aufhielten. In einiger Entfernung br�llte Meklo die Arbeiter an der Maschine an. Das Knirschen und Quietschen der Flaschenz�ge �bert�nte die Schrittger�usche der Eindringlinge.</p><p>Sie hatten die Halle fast zur H�lfte durchquert, als die Goblin-Maschine anhielt. Urpl�tzlich wurde es still. Malfurion und sein Begleiter wagten es nicht, sich zu bewegen.</p><p>Die Hand des Druiden schwebte �ber der G�rteltasche, f�r die er sich gerade entschieden hatte. Sollten die Goblins sie bemerken, konnte er mit dem Inhalt einen Zauber wirken, der die Kreaturen und ihren Herrn hoffentlich ablenkte.</p><p>Doch Meklo br�llte erneut einige Befehle, und der L�rm setzte wieder ein. Der Hammer wurde in Position gebracht, aber da hatten der Elf und sein Begleiter den Rand der H�hle auch schon erreicht.</p><p>Hinter ihnen rief die hohe Stimme des Goblins: �Zieht!�</p><p>Das Krachen des Hammerschlags hallte in Malfurions Kopf wider, w�hrend er und Brox den Gang betraten. Die Ersch�tterungen, hervorgerufen von den furchtbaren Verst�mmelungen, die sich der Drache selbst zuf�gte, riefen sogar ein noch st�rkeres Echo hervor. Neltharion hatte sich vom Wahnsinn verschlingen lassen. Jetzt passte der Name endlich, den Krasus und Rhonin dem Erdw�chter schon l�ngst gegeben hatten.</p><p>Deathwing.</p><p>Brox wartete, bis Malfurion ihn eingeholt hatte. �Druide � nun musst du uns anf�hren.�</p><p>Der Nachtelf erkannte einige Abschnitte des Gangs wieder und war sich sogar sicher, dass er das Versteck der Scheibe wiederfinden w�rde. Doch auf einen Erfolg wagte er immer noch nicht zu hoffen, denn im Nest des Erdw�chters warteten sicherlich noch mehr Gefahren.</p><p>Hinter ihnen krachte es, dann lachte der schwarze Drache irre. Malfurion beschleunigte seine Schritte.</p><p>Es dauerte l�nger als erwartet, bis er die erste Biegung vor sich sah. Malfurion hatte bei seinen Berechnungen vergessen, dass die Schrittl�nge des Drachen erheblich gr��er als seine eigene war und dass er nur in seiner Traumgestalt m�helos mit dessen Geschwindigkeit mithalten konnte. Diese zweite Reise w�rde wohl wesentlich l�nger als die erste dauern.</p><p>Er erkl�rte dem Orc das Problem, doch der hob nur die Schultern und antwortete. �Dann m�ssen wir eben schneller laufen.�</p><p>Und das taten sie auch. Trotzdem schien zwischen der ersten und der zweiten Kurve eine Ewigkeit zu liegen. Doch Malfurion zog Hoffnung aus der Tatsache, dass er immer mehr Einzelheiten erkannte. �ber die H�lfte des Weges lag bereits hinter ihnen.</p><p>Brox griff pl�tzlich nach den Schultern des Nachtelfs und dr�ckte ihn gegen die andere Seite des Tunnels. Malfurion �ffnete den Mund, aber der Krieger sch�ttelte warnend den Kopf.</p><p>Der Druide h�rte donnernde Schritte, der Grund f�r die Besorgnis des Orc. Er presste sich gemeinsam mit Brox gegen die gekr�mmte Wand, als er sah, wie eine dunkle Gestalt aus einem der anderen G�nge in den ihren trat.</p><p>Sie bewegte sich auf zwei Beinen und hatte �hnliche K�rperumrisse wie die beiden Eindringlinge. Dornen ragten aus ihrem K�rper, und sie bewegte sich merkw�rdig. Der Kopf wirkte verzerrt; Malfurion sah im ersten Moment keine Augen.</p><p>Als die Gestalt n�her kam, hielt der Druide unwillk�rlich den Atem an.</p><p>Sie bestand aus Stein, hatte jedoch keine �hnlichkeit mit den Irdenen oder den H�llenkreaturen. Statt dessen wirkte die Gestalt, als habe jemand Steine aufeinander gestapelt und eine menschen�hnliche Statue aus ihnen gebildet. Sie bewegte sich jedoch so schnell, dass Malfurion sich fragte, wer bei einer Verfolgungsjagd wohl gewinnen w�rde � falls die Gestalt die Eindringlinge entdeckte.</p><p>Das Steinwesen stoppte und sah sich im Gang um. Es hatte tats�chlich Augen, beziehungsweise zwei schwarze L�cken, die sich in seinem Kopf befanden. Sie blickten auf die Wand, an der sich die Eindringlinge verborgen hatten, wandten sich dann jedoch einem anderen Bereich des Stollens zu.</p><p>Der W�chter � um nichts anderes konnte es sich bei dem Wesen handeln � ging zwei Schritte vorw�rts, bis er direkt neben dem Krieger und dem Druiden stand. Er war so gewaltig wie ein Drache. Mit seinen steinernen F��en h�tte er den Nachtelf leicht zerquetschen k�nnen.</p><p>Das Wesen sah sich um. Malfurion nahm an, dass es ihre Anwesenheit irgendwie sp�rte, doch dann drehte es sich pl�tzlich um und ging in die Richtung, aus der er und der Orc gekommen waren.</p><p>Als es sich entfernt hatte, krochen der Druide und sein Begleiter aus ihrem Versteck.</p><p>�Glaubst du, es wird wiederkommen?�, fragte Malfurion.</p><p>�Ja � wir m�ssen uns beeilen.�</p><p>Sie gingen weiter den gewundenen Gang entlang. Der Druide musste ab und zu anhalten, um nach Orientierungspunkten zu suchen. Einmal gingen sie sogar mehrere Meter in einen Gang hinein, bis Malfurion erkannte, dass sie sich in die falsche Richtung bewegten.</p><p>Schlie�lich fanden sie jedoch die schmale H�hle, die Malfurion niemals vergessen w�rde. Er hielt an ihrem Eingang an, war �berrascht, dass sie ihr Ziel doch noch erreicht hatten.</p><p>�Da vorne.� Der Nachtelf zeigte auf den falschen Vorsprung. �Dort, wo der Fels vorsteht. Direkt neben dem Riss.�</p><p>Brox sah zwar nichts, steckte aber seine Axt weg und antwortete: �Wenn du es sagst, Druide.�</p><p>Das Problem war allerdings, wie man den Vorsprung erreichen sollte. In seiner Traumgestalt war Malfurion der Weg nach oben leicht gefallen. Nun jedoch blickte er zweifelnd in die H�he. Um das Versteck der D�monenseele zu erreichen, mussten sie an einer steilen und gef�hrlich aussehenden Wand empor klettern.</p><p>Im Hintergrund h�rten sie immer noch das H�mmern und die gelegentlichen Schreie des Drachens. Der L�rm trieb sie voran, und sie begannen den Aufstieg. Malfurion, der kleiner und drahtiger war, �bernahm anfangs die F�hrung, doch der starke, ausdauernde Brox holte ihn rasch ein.</p><p>�Da oben � ziemlich genau unter dem Versteck � liegt eine kleine H�hle�, keuchte der Druide. �Dort k�nnen wir uns ausruhen.�</p><p>�Gut�, knurrte der gr�nh�utige Krieger.</p><p>Beide sahen nicht nach unten. Sie wussten, dass ein Blick in die Tiefe sie aus dem Gleichgewicht bringen konnte. Die kleine H�hle, in die sie beide knapp hineinpassen w�rden, war ihr n�chstes Ziel.</p><p>Eine vertraute Stimme meldete sich pl�tzlich in Malfurions Geist. <emphasis>Achtet auf die Trolle!</emphasis></p><p>Es dauerte einen Moment, bis Krasus� geistige Warnung zu dem Nachtelf durchsickerte. Es �berraschte Malfurion nicht, dass der �ltere Zauber eine Verbindung zu ihm aufrecht erhalten hatte, aber seine Warnung ergab keinen Sinn. Trolle? Was sollte das hei�en?</p><p>Staub rieselte auf ihn herab. Malfurion wandte das Gesicht ab, um seine Augen zu sch�tzen.</p><p>Er blinzelte den restlichen Staub weg und blickte im H�hleneingang auf einen lang gezogenen Kopf, dessen Ohren so spitz wie die eines Nachtelfs waren und dessen Haar wild vom Haupt abstand. Zwei gelbe Sto�z�hne ragten aus dem Unterkiefer. Ein schwarzer, leuchtender Edelstein sa� in der Mitte der Stirn. Wahrscheinlich kontrollierte Deathwing seine W�chterkreaturen auf diesem Weg. Die Kreatur war ein wenig gr��er als Malfurion. Ihre dunkelgraue Haut verschmolz mit der Felswand.</p><p>�Hallo, Abendessen ��, zischte der Troll. Er beugte sich nach unten, um Malfurion nach hinten zu sto�en.</p><p>Der Druide lehnte sich so weit wie m�glich zur�ck. Die scharfen Klauen des Trolls wischten an seinem Gesicht vorbei. Malfurion versuchte die H�hle zu umgehen, aber der Troll schob sich heraus und kletterte seiner Beute wie eine Spinne entgegen.</p><p>Er h�rte Brox� w�tendes Knurren und sah aus dem Augenwinkel, dass sich ein zweiter Troll von unten auf den Orc zu bewegte. Aus anderen L�chern krochen ein dritter, dann ein vierter Troll. Alle eilten den Eindringlingen entgegen.</p><p>�Ihr kommt genau richtig zum Essen�, sagte der erste Troll grinsend. �Eure Gehirne werden wir roh verspeisen und eure Leber kochen.�</p><p>Er griff erneut nach Malfurion und schloss seine Klaue um dessen Handgelenk. Mit bemerkenswerter Kraft versuchte er, den Druiden von der Felswand zu pfl�cken.</p><p>Es schien keinen Zauber zu geben, der Malfurion in dieser Situation beistehen konnte. Er hielt sich mit aller Macht an der Felswand fest und krallte seine Finger so tief in den Stein, dass die Haut aufriss.</p><p>Ein Schrei, der von unten ert�nte, lenkte den Troll ab. Brox hatte seinen Dolch eingesetzt und die Klinge in die Schulter seines Angreifers gerammt. Der Troll l�ste sich von der Wand und st�rzte in den Tod. Dabei nahm er jedoch die Klinge des Orcs mit.</p><p>Der Troll, der das Handgelenk des Druiden gepackt hielt, zischte und zog noch st�rker daran. </p><p>Malfurion k�mpfte gegen den Druck an. Erschreckt sah er, dass sich ein zweiter Angreifer von unten auf ihn zu bewegte. Wahrscheinlich wollte der Troll nach den F��en des Druiden greifen. In diesem Fall h�tte er sich nicht l�nger halten k�nnen.</p><p>Malfurion fiel ein kleiner K�fer auf, der �ber dem Troll an der Wand entlang kroch. Er konzentrierte sich, hoffte, dass er sich noch lange genug festhalten konnte.</p><p>Der K�fer wandte sich dem Gegner des Druiden zu. Andere krochen ebenfalls aus dem Fels hinaus und sammelten sich unter dem Troll.</p><p>Im ersten Moment bemerkte Malfurions Feind nichts von dem Angriff, doch dann begann er sich zu winden. Er versuchte die K�fer zu ignorieren, die �ber seinen K�rper liefen, aber die Ablenkung war zu nachhaltig. Der Troll zischte w�tend, lie� Malfurions Hand los und begann nach den Insekten zu schlagen, die �ber seine Brust krochen.</p><p>Malfurion holte mit der Faust aus. Er traf seinen Gegner nur am Arm, aber das reichte. Die Insekten hatten den Troll so sehr abgelenkt, dass er abrutschte und sich nicht mehr halten konnte.</p><p>Mit einem Aufschrei st�rzte der Troll in die Tiefe. Der Druide hatte Gl�ck, denn sein Gegner riss auch den zweiten Gegner mit sich.</p><p>Malfurion wandte den Blick ab, bevor sie auf dem Felsboden aufschlugen. Dann sah er zu dem Orc hin�ber.</p><p>�Rasch!�, br�llte Brox, der sich gerade gegen den letzten Troll zur Wehr setzte. �Die Scheibe! Hol sie dir.�</p><p>Malfurion z�gerte einen Moment, dann gehorchte er. Brox hatte sich schon gegen ganz andere Wesen zur Wehr gesetzt. Er w�rde auch einen einzelnen Troll besiegen.</p><p><emphasis>Sei vorsichtig �</emphasis>, meldete sich Krasus� Stimme. <emphasis>Ich konnte einige Schutzzauber entfernen, aber es gibt andere, um die du dich k�mmern musst.</emphasis></p><p>Der Druide sp�rte sie bereits. Einige waren leicht zu erkennen, andere geschickt versteckt. Er untersuchte den Ursprung eines jeden Zaubers und entfernte oder umging ihn. Es �berraschte ihn, dass sich dieser Teil seiner Aufgabe so m�helos erledigen lie�. Malfurion hatte von Deathwing mehr erwartet.</p><p>Er h�rte einen weiteren Schrei, den Schrei eines Trolls. Der Nachtelf sah nicht einmal mehr zu Brox hin�ber, denn er h�rte bereits, dass der Orc weiter nach oben kletterte.</p><p>Malfurion stoppte vor dem falschen Vorsprung. Er untersuchte ihn mit seinem Geist. Es gab einige neue Zauber, die sich jedoch recht leicht �berwinden lie�en.</p><p>Er sah nach unten. Brox hatte inzwischen die H�hle erreicht und blickte hinein.</p><p>�Wind � vielleicht ein Weg nach drau�en, Druide.�</p><p>Alles, was ihre Aufenthaltsdauer in den H�hlen verk�rzte, freute Malfurion. Er nickte und wandte sich wieder dem falschen Vorsprung zu. Bisher hatten sie Gl�ck gehabt, denn der L�rm der Arbeiten, die in der Haupth�hle stattfanden, hatte die Todesschreie der Trolle �bert�nt. Doch dieses Gl�ck w�rde nicht ewig halten �</p><p>Er umging die letzten beiden Schutzzauber und zog an dem falschen Fels. Er war sehr schwer, aber Malfurion gelang es, ihn so weit zur Seite zu schieben, dass er durch die entstandene L�cke ins Innere des Verstecks klettern konnte.</p><p>�Ich beeile mich!�, rief er.</p><p>Brox nickte.</p><p>Malfurion hatte im Inneren mit Dunkelheit gerechnet, statt dessen strahlte ihm ein helles Licht entgegen, das seine Augen im ersten Moment reizte, sie dann aber zu erfrischen schien.</p><p>Der Nachtelf blinzelte. Die D�monenscheibe lag unweit entfernt auf einem k�niglich wirkenden, roten Tuch, das so gro� war wie ein Schiffssegel. Die Scheibe war so klein, dass sogar Malfurion sie in eine Hand nehmen konnte. Trotz des Leuchtens, das von ihr ausging, wirkte sie unspektakul�r. Doch der Nachtelf, der wusste, welche Macht in der Sch�pfung des schwarzen Drachen steckte, behandelte sie mit gr��tm�glichem Respekt und Vorsicht.</p><p>Malfurion beugte sich �ber die Scheibe. Wie viel Kraft in etwas so Kleinem stecken konnte � In der Klaue des Drachen hatte sie gr��er gewirkt, dabei wusste er, dass sich ihre Gr��e nicht ver�ndert hatte.</p><p>�Druide!�, h�rte er Brox rufen. �Etwas n�hert sich. Ich glaube, es ist der Steinerne.�</p><p>Malfurion dachte an den monstr�sen Golem und ermahnte sich zur Eile. Mit einer geschmeidigen Bewegung nahm er die Scheibe von ihrer Ruhest�tte.</p><p>Erst dann erkannte er seinen furchtbaren Fehler.</p><p>Ein Schrei wie von Hunderten sterbenden Drachen erf�llte die Kammer. Malfurion brach zusammen, als die Schreie durch seine Seele hallten. Die Essenz eines jeden Drachens, die in der D�monenseele steckte, schien nach Freiheit zu rufen, doch in Wirklichkeit handelte es sich bei den Lauten nur um einen letzten Schutzzauber. Er war so subtil angelegt, dass er selbst den feinen Sinnen des Druiden entgangen war.</p><p>Die Schreie verebbten, doch ein neuer, schrecklicherer Laut hallte durch die H�hlen.</p><p>Der w�tende, wahnsinnige Schrei von Deathwing.</p></section><section><title><p>9</p></title><p>Der Schmerz bereitete Neltharion Vergn�gen, denn jeder Nagel, der in sein geschupptes Fleisch geschlagen wurde, brachte ihn der Unverwundbarkeit einen Schritt n�her. Mit dieser R�stung <emphasis>und</emphasis> der Scheibe konnte er jeder vorstellbaren Bedrohung trotzen �</p><p>�Beeilt euch!�, dr�ngte der Drache. �Beeilung!�</p><p>Die Goblins hatten die Hammermaschine fast wieder in Position gebracht. Meklo hielt sich daran fest und bereitete die Arbeiter auf den n�chsten Schlag vor.</p><p>Und dann hallte ein Laut durch die H�hlen, mit dem der Erdw�chter niemals gerechnet h�tte. Es war ein so entsetzlicher Ton, dass der Drache erschrocken aufsprang und die Maschine mitsamt Meklo und den anderen Goblins umwarf.</p><p>�Meine Scheibe! Meine Drachenseele! Jemand versucht sie zu stehlen!� Er br�llte wutentbrannt. Die restlichen Goblins zogen sich hektisch aus der H�hle zur�ck.</p><p>Neltharion wandte sich dem Gang zu. Da die meisten Metallplatten erst unzureichend an seinem K�rper befestigt waren, hingen sie von den N�geln herab und baumelten hin und her. F��e und Schwanz des schwarzen Riesen zertr�mmerten Tische und St�hle und schleuderten Formen und Ambosse durch die H�hle. Feuer brachen aus, ein Ofen explodierte. Gl�hendes Metall spritzte durch die Luft.</p><p>Neltharion interessierten Chaos und Zerst�rung nicht. Jemand wagte es, etwas zu stehlen, was ihm am Herzen lag. Das w�rde er nicht zulassen. Er w�rde sie fangen und t�ten � langsam und qualvoll daf�r b��en lassen. Das war das Mindeste, was sie ihm f�r eine solche Dreistigkeit schuldeten.</p><p>Dass es Eindringlingen gelungen war, seine Fallen und Zauber zu umgehen, versetzte den Erdw�chter in unglaubliche Wut. Es musste sich um eine lang geplante Aktion handeln. Das hie�, dass nur ein Drachenclan dahinter stecken konnte. Er w�rde alle daf�r bestrafen, so wie er die Blauen bestraft hatte!</p><p>Der Drache br�llte erneut und eilte in den Stollen hinein.</p><empty-line/><p>Er kommt!</p><p>Krasus� Warnung war eigentlich �berfl�ssig.</p><p>Er kommt!</p><p>Die Verbindung brach pl�tzlich ab. Malfurion bef�rchtete, dass Krasus etwas zugesto�en war, aber er wusste, dass er sich jetzt nicht um das Schicksal seines Freundes k�mmern konnte. Nur die Flucht mit der D�monenscheibe z�hlte.</p><p>�Druide, komm, beeil dich!�</p><p>Er steckte die Scheibe in eine seiner G�rteltaschen. Ihr Licht verschwand, als er die Tasche schloss. Brox wartete bereits ungeduldig am Rand der ersten Trollh�hle auf ihn. Der Nachtelf kletterte ihm schnell, aber vorsichtig entgegen. Brox zog ihn ins Innere der H�hle. Malfurion konnte noch nicht einmal zu Atem kommen, so schnell lenkte der Orc ihn tiefer in den Gang hinein.</p><p>�Ist vielleicht ein Weg nach drau�en. Die Zugluft k�nnte daf�r sprechen.�</p><p>Die Behausung der Trolle war voller Knochen und anderer �berreste. Malfurion wandte seinen Blick davon ab, obwohl er annahm, dass die meisten Teile von Goblins stammten.</p><p>Ihre Hoffnungen auf einen schnellen Weg nach drau�en zerschlugen sich schon bald. Die beiden anderen H�hlen, die sie entdeckten, f�hrten nirgendwo hin, und der Luftzug, den Brox gesp�rt hatte, stammte aus schmalen Rissen.</p><p>�Es w�re ja auch zu sch�n gewesen, wenn der Drache einen solchen Ausgang �bersehen h�tte�, murmelte der Nachtelf. �Wir sitzen in der Falle ��</p><p>Drau�en h�rten sie schwere Schritte, jedoch zu leicht f�r einen Drachen. Malfurion blickte vorsichtig aus dem H�hleneingang und sah den Steingolem, der durch den Gang an ihnen vorbei ging.</p><p>�Deathwing ist bestimmt in der N�he.� Kein anderer Name passte mehr auf den Drachen, nicht nach dem, was der Druide beobachtet hatte.</p><p>�Dann stellen wir uns ihm zum Kampf�, antwortete Brox stoisch. �Er soll wissen, dass wir keine Angst vor ihm haben.�</p><p>Die Scheibe � benutze die Scheibe �</p><p>Malfurion zuckte zusammen. Die Stimme erstarb so schnell, dass er sie noch nicht einmal zuordnen konnte, aber sie konnte keinem anderen als Krasus geh�ren. Der Nachtelf z�gerte trotzdem, dachte an die dunkle Macht der D�monenseele. Er hatte gesehen, was sie dem Drachen angetan hatte. W�rde sie ihn auf die gleiche Weise ver�ndern?</p><p>Donnerndes Gebr�ll ersch�tterte die H�hle. Steine fielen von der Decke; einige waren so gro�, dass sie den Sch�del des Elfs h�tten zertr�mmern k�nnen. Die Zeit des Planens war vor�ber.</p><p>�Druide, was hast du vor?�, fragte Brox nerv�s, als Malfurion die D�monenseele aus der Tasche zog. Ihr Licht erhellte die H�hle und die G�nge, die dahinter lagen. Wenn der Golem die Eindringlinge bisher nicht bemerkt hatte, so hatten sie sich jetzt verraten. Und auch Deathwing w�rde sie bald entdecken.</p><p>�Das ist unsere einzige Hoffnung.� Malfurion hielt die Scheibe dem gr��ten Riss im Fels entgegen. Er wusste nicht, wie die D�monenseele funktionierte, also stellte er sich einfach einen Spalt vor, der gro� genug war, um ihm und dem Orc die Flucht zu erm�glichen.</p><p>Nichts geschah.</p><p>Du musst mit ihr verschmelzen � sie muss du werden und du sie �</p><p>Die Verbindung brach ab, aber nun wusste der Nachtelf zumindest, was er zu tun hatte. Er konzentrierte sich auf die Scheibe und lie� seine Gedanken in sie eintauchen.</p><p>Sofort sp�rte er ihre unangenehme Aura. Dieses Objekt geh�rte nicht in die Welt der Sterblichen. Die Kr�fte, die Deathwing in ihr gesammelt hatte, entstammten gr��tenteils einem anderen, fremden Ort. Der Druide w�re beinahe zur�ckgewichen, zwang sich dann aber auszuharren.</p><p>Verschmelze mit ihr. Das hatte Krasus gesagt. Malfurion �ffnete sich langsam. Die Macht der D�monenseele ber�hrte seine eigenen Kr�fte.</p><p>Es war einfacher, als er gedacht h�tte. St�rke durchstr�mte den Druiden und erf�llte ihn mit solcher Selbstsicherheit, dass er glaubte, er k�nne sich Deathwing, dem Steingolem und jedem anderen Drachen des Nests entgegenstellen � und siegen. Malfurion wusste jedoch in seinem innersten Kern, dass sein Tod und das Ende aller Hoffnung daraus resultieren w�rden, deshalb hielt er sich zur�ck.</p><p>Der Orc sah ihn misstrauisch an. �Geht es dir gut, Druide?�</p><p>�Alles in Ordnung�, zischte er ungeduldig. Dann atmete Malfurion tief durch, warf dem Orc einen entschuldigenden Blick zu und richtete die D�monenseele auf den Spalt.</p><p>�Mach den Weg frei ��, fl�sterte der Nachtelf.</p><p>Die Scheibe begann heller zu leuchten, dann verschwand der Fels �ber ihnen einfach. Er hinterlie� keine Tr�mmer, keinen Staub, keine Spur. Die D�monenseele verbrannte Stein und Erde und lie� nichts zur�ck. Den beiden Eindringlingen blieben die magischen Kr�fte verborgen, die daf�r verantwortlich waren, sie staunten nur �ber das Ergebnis. Ein neuer Schacht entstand �ber ihnen. Er lief so tief in den Fels, dass man sein Ende schon bald nicht mehr sehen konnte.</p><p>�Die Scheibe wird erst aufh�ren, wenn der Weg vollst�ndig frei ist�, sagte Malfurion, obwohl er nicht erkl�ren konnte, woher er das wusste. �Wir k�nnen losgehen.�</p><p>Ein lautes Krachen erf�llte die kleine H�hle. Brox sah um die Ecke. �Der Steinerne versucht, sich zu uns durchzugraben!�</p><p>Sie verschwendeten keine weitere Zeit. Malfurion sprang in den magisch erschaffenen Gang, Brox folgte ihm. Das w�tende Graben des Steingolems ersch�tterte den Berg.</p><p>Die beiden waren erst wenige Schritte weit gekommen, als sie die donnernde Stimme des Drachen h�rten. �Wo sind sie? Ich werde ihnen das Fleisch von den Knochen rei�en und ihnen die Haut abziehen! Weg da!�</p><p>Ein gewaltiges Get�se folgte auf die letzten Worte. Malfurion nahm an, dass der Golem gerade von seinem Herrn zur Seite gesto�en worden war.</p><p>�Dieser Berg wird zu eurem Sarg werden!�, schrie Deathwing in die H�hle.</p><p>Malfurion h�rte etwas, das wie ein Geysir klang, dann stieg die Temperatur pl�tzlich an, wurde blitzschnell unertr�glich.</p><p>�Stell dich vor mich!�, rief der Druide. Als Brox an ihm vorbei sprang, richtete Malfurion die D�monenseele hinter sich und konzentrierte seinen Geist auf die Scheibe.</p><p>Eisiger Wind wehte durch den Tunnel und stie� nur ein kleines St�ck entfernt auf den Lavafluss, der sich in den Gang ergoss. Die rotgl�hende Flut wurde langsamer � und stoppte weniger als einen Meter vor Malfurion.</p><p>Der Nachtelf atmete tief durch und wich zur�ck. Brox starrte ihn aus geweiteten Augen an, half ihm dann aber weiter den Pfad hinauf. Der Orc schien nicht fassen zu k�nnen, welche Kr�fte sein Begleiter beherrschte. Und er machte sich Sorgen.</p><p>�Sei vorsichtig, Druide. Ich traue einer solch gro�en Macht in einem so kleinen Gegenstand nicht.�</p><p>�Ich � stimme dir voll und ganz zu.� Doch Malfurion verschwieg, wie aufregend diese Macht sich angef�hlt hatte. Vielleicht hatte er sich geirrt, vielleicht h�tte er dem schwarzen Drachen doch entgegentreten sollen. Wenn er Deathwing besiegt h�tte, w�re Kalimdor eine gro�e Bedrohung erspart geblieben. Danach h�tte auch die Brennende Legion nicht mehr so Furchteinfl��end gewirkt. Schlie�lich hatte Deathwing sie dank der D�monenseele problemlos besiegt.</p><p>Die Magie der Scheibe �berraschte sie w�hrend des Aufstiegs immer wieder. Sogar Treppenstufen waren an den steileren Stellen des Ganges vorhanden. So kamen sie schneller voran als gedacht.</p><p>�Ich sp�re Wind�, stie� Brox schlie�lich hervor. �St�rkeren Wind.�</p><p>Mit neu erwachter Hoffnung kletterten sie weiter. Malfurion h�rte einen Laut, den er zuerst f�r ein Zischen hielt, dann jedoch erkannte er, dass es sich um die Brise handelte, die der Orc gesp�rt hatte.</p><p>�Da!�, sagte der Nachtelf. �Ein Ausgang.�</p><p>Die D�monenseele hatte seinen Befehl tats�chlich befolgt. Sie verlie�en den Berg und standen auf einem schneebedeckten, steilen Abhang. Ein k�hler Wind begr��te sie.</p><p>Doch noch waren sie nicht in Sicherheit. Fr�her oder sp�ter w�rde Deathwing erkennen, dass sie nach drau�en gelangt waren. Er w�rde sie mit seinem ganzen Clan verfolgen.</p><p>�Steck sie lieber wieder ein�, schlug der �ltere Krieger vor. �Sonst sieht man das Licht.�</p><p>Malfurion lie� unerw�hnt, dass Deathwing die Scheibe auch in seiner Tasche sp�ren w�rde. Trotzdem standen ihre Chancen vielleicht etwas besser, wenn nicht jeder ihr Licht sah. Seine Finger lie�en die D�monenseele z�gernd los, dann schloss er die Tasche sorgf�ltig.</p><p>Brox �bernahm erneut die F�hrung. Vorsichtig tastete er sich �ber die schneebedeckte Bergwand nach unten. Mehrfach bemerkte er eine Schlucht, die f�rmlich zum Absturz einlud, erst im letzten Moment. Seine Waffe hatte der Orc auf den R�cken geschnallt. Er wollte sie nicht unter keinen Umst�nden verlieren.</p><p>Es erwies sich als gl�ckliche F�gung, dass der Drache so viele Metalle ben�tigt hatte. Deshalb waren die Wege zu den H�hlen am Berghang von den Goblins frei ger�umt worden. Malfurion hoffte, dass sie das Tal noch vor Tagesanbruch erreichen w�rden.</p><p>Doch ihr Gl�ck schien nicht zu halten, denn pl�tzlich tauchte hoch �ber ihnen ein gewaltiger Schatten auf. Malfurion und Brox lie�en sich sofort in den Schnee fallen und versuchten sich vor dem Drachen zu verstecken.</p><p>Es handelte sich bei dem Leviathan tats�chlich um Deathwing, und wahrscheinlich war es dessen Wahnsinn, der die Fl�chtenden rettete. Deathwing suchte die Gegend unkontrolliert und voller Wut ab. Gelegentlich zerst�rte er ganze Gipfel mit ungezielten Feuerst��en und lie� Bergflanken als Tr�mmer zu Tale regnen. Seine magischen Sinne schien er nicht einzusetzen, sonst h�tte er seine Feinde schnell bemerkt.</p><p>Malfurion hob den Kopf. �Ich glaube, er fliegt zu ��</p><p>Deathwing drehte sich abrupt um und jagte erneut in ihre Richtung.</p><p>�Weg hier�, knurrte Brox.</p><p>Sie sprangen auf und liefen auf eine gro�e Felsnase zu. Der Nachtelf blickte �ber seine Schulter und sah, dass der Schatten des Drachen immer gr��er wurde. Es lie� sich nicht erkennen, ob er sie entdeckt hatte, jedenfalls kam er viel n�her heran, als es Malfurion lieb war.</p><p>Als sie hinter der Felsnase in Deckung gehen wollten, h�rte der Druide den schrecklichen Laut, der allen Feuerst��en voranging.</p><p>�Hier!� Der Orc zeigte auf einen Vorsprung. Ein Felswulst sch�tzte eine Seite, aber w�rde das reichen?</p><p>Der Berg explodierte.</p><p>Die Felsnase verschwand in einem Nebel aus Staub und Steinfragmenten. Die Temperatur stieg so stark an, dass der Schnee zu dampfen begann. Uraltes Eis l�ste sich und rutschte dem Tal entgegen. Pf�tzen kochten blubbernd.</p><p>Deathwing flatterte �ber dem Hang und betrachtete sein Werk der Zerst�rung. Die gewaltige Bestie kam n�her und stie� angewidert die Luft aus. Mit wildem Gebr�ll wandte sie sich ab und stieg hoch in die Luft. Sie schien auf dem Weg zu ihrem Nest zu sein.</p><p>Der Felswulst war zwar abgetragen worden, aber Malfurion und Brox w�hlten sich unverletzt unter Schnee und Erde hervor. Der Nachtelf hustete mehrmals, dann griff er nach seiner Tasche. Erleichtert atmete er auf, als er die Umrisse der D�monenseele f�hlte.</p><p>Brox wirkte besorgt. �Deathwing wird bald zur�ckkommen, Druide. Dann m�ssen wir weg sein.�</p><p>Sie klopften sich den Staub vom K�rper und machten sich wieder an den Abstieg. Ab und zu h�rten sie das w�tende Gebr�ll des Drachen, aber sie sahen ihn kein weiteres Mal. Trotzdem beeilten sie sich.</p><p>Der Nachtelf blickte in das Tal, dem sie sich n�herten. �Ich kenne diese Gegend nicht, aber ich glaube, dass Krasus weit entfernt ist.� Er schloss die Augen. �Ich sp�re ihn nicht.�</p><p>�Der Weise schirmt sich vielleicht ab, weil der Schwarze unterwegs ist.�</p><p>�Aber wir m�ssen ihn irgendwie finden.�</p><p>Sie beschlossen, sich diesem Problem zu widmen, sobald sie das Tal erreicht hatten. Krasus schwebte wahrscheinlich in geringerer Gefahr als sie.</p><p>Das Tal war ein Ort steter D�mmerung, denn die Berggipfel warfen ihre Schatten darauf. Der Nachtelf �bernahm die F�hrung, aber Brox wich ihm nicht von der Seite. Deathwings Reich war nahe. Man musste mit Goblins rechnen.</p><p>Sie mussten sich nach links wenden, um die Gegend zu erreichen, in der sie sich von Krasus getrennt hatten. Aber nach wenigen Schritten stie�en sie auf einen weiteren Berghang. Malfurion fragte sich, ob er die D�monenseele einsetzen sollte, aber die Gefahr, dabei von Deathwing entdeckt zu werden, war zu gro�. Au�erdem fiel es dem Druiden mit jedem Mal schwerer, die Scheibe wieder in die Tasche zu stecken.</p><p>�Wenn wir uns in die andere Richtung wenden, k�nnen wir den Berg vielleicht umgehen�, schlug Malfurion vor.</p><p>�Einverstanden.�</p><p>Sie mussten �ber die Tr�mmer hinwegsteigen, die Deathwings Wutausbr�che hinterlassen hatten, aber zum Gl�ck blockierten sie nie den ganzen Weg.</p><p>Ein weiterer Schrei wies sie auf Deathwings R�ckkehr hin. Malfurion und der Orc pressten sich gegen eine Steilwand und beobachteten, wie der Drache �ber sie hinweg glitt. Deathwing untersuchte die Gegend sorgf�ltig, bemerkte seine Beute jedoch nicht. Atemlos warteten sie, bis er verschwunden war.</p><p>�Seltsam, dass wir nur ihn sehen. Wo sind die anderen Drachen?�</p><p>Brox kannte die Antwort. �Wenn sie die Scheibe finden, wollen sie vielleicht selber Anf�hrer werden.�</p><p>Der Verfolgungswahn des schwarzen Drachen kam ihnen also zugute. Deathwing konnte nicht riskieren, dass ein anderer Drache die D�monenseele vor ihm entdeckte. Malfurion wusste zwar nur wenig �ber die Macht der Scheibe, aber selbst ein niederer Drache hatte mit ihr eine Chance, gegen den Herrn der Schwarzen zu bestehen.</p><p>Sie eilten weiter, und der Pfad �berraschte sie erneut. Er schien sie weiter von ihrem Ziel wegzubringen, nicht etwa n�her heran.</p><p>Der Druide seufzte frustriert. �Ich sollte uns einfach mit der verdammten Scheibe zu Krasus bringen.�</p><p>�Und den Schwarzen bringen wir direkt mit.�</p><p>�Ich wei�, aber ��</p><p>Eine gewaltige, gepanzerte Gestalt kollidierte mit dem Orc.</p><p>Im gleichen Moment sprang dem Druiden ein Wolfswesen so gro� wie ein Nachts�bler entgegen. Aus seinem R�cken ragten zuckende Saugn�pfe, die sich auf die Brust des Nachtelfs richteten.</p><p>Eine Teufelsbestie.</p><p>Waffen klirrten und machten Malfurion klar, dass er erst einmal auf sich allein gestellt sein w�rde. Mit aller Macht wehrte er sich gegen den schrecklichen D�mon, der versuchte, ihm den Kopf abzurei�en. Malfurion musste w�rgen, so widerw�rtig war der Gestank der Teufelsbestie.</p><p>Der Nachtelf sah Reihen von scharfen gelben Z�hnen. Das Monster sabberte. Jeder Speicheltropfen brannte wie S�ure. Malfurion stemmte sich mit einer Hand gegen die Kreatur, w�hrend er mit der zweiten die Saugn�pfe zur Seite schlug.</p><p>Doch schlie�lich durchbrach einer der Tentakel seine Verteidigung. Die scharfen Z�hne an der Innenseite des Saugnapfes bohrten sich in sein Fleisch.</p><p>Malfurion schrie auf. Er sp�rte, wie seine magische Kraft ausgesaugt wurde. Jeder, der Magie anwandte, ob Magier, Druide oder Zauberer, konnte zum Opfer dieser Tentakel werden. Die Tentakel saugten die magische Kraft ebenso aus wie die Lebenskraft. Zur�ck blieb nur eine verdorrte H�lle.</p><p>Dem Nachtelf fehlte die Zeit, um sich �ber passende Zauber Gedanken zu machen. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, und seine Finger begannen nach einer der G�rteltaschen zu tasten � egal, nach welcher.</p><p>Der D�mon nutzte seine Unaufmerksamkeit und bohrte auch den zweiten Tentakel in seinen K�rper. Malfurion h�tte beinahe das Bewusstsein verloren, k�mpfte aber dagegen an. Er wusste, dass eine Ohnmacht sein Ende bedeutet h�tte.</p><p>Seine Finger ber�hrten etwas � die Tasche mit der Scheibe �, und Stimmen begannen in seinem Kopf zu fl�stern.</p><p><emphasis>Nimm sie, benutze sie, verwende sie �</emphasis>, sagten sie. <emphasis>Deine einzige Hoffnung � nimm die Scheibe, die Scheibe �</emphasis></p><p>Eine dieser Stimmen erinnerte ihn an die, die er Krasus zugeordnet hatte. Verzweifelt griff Malfurion in die Tasche und nahm die D�monenseele heraus.</p><p>Er sp�rte, wie seine Selbstsicherheit zunahm. Der Nachtelf starrte in das h�ssliche D�monengesicht, das sich �ber ihm befand.</p><p>�Du willst Magie? Dann sollst du Magie bekommen!�</p><p>Er ber�hrte einen der Tentakel mit der D�monenseele.</p><p>Die Augen der Teufelsbestie traten aus den H�hlen. Ihr K�rper schwoll zum Bersten an. Entsetzt zog sie die Tentakel aus Malfurions Brust.</p><p>Eine Sekunde sp�ter explodierte sie.</p><p>D�monenfleisch regnete auf Malfurion herab, doch das bemerkte er kaum. Er stand auf und benutzte die Scheibe, um sich zu s�ubern. Dann sah er zu Brox, der gegen nicht nur einen, sondern gleich zwei Teufelsw�chter k�mpfte. Einer war bereits verletzt, trotzdem sah es nicht gut aus f�r den Orc.</p><p>Malfurion richtete die D�monenseele l�ssig auf den D�mon, der ihm am n�chsten stand.</p><p>Ein goldener Lichtstrahl schoss aus der Scheibe und h�llte den D�monenkrieger ein. Er br�llte auf � und zerfiel zu Staub.</p><p>Der zweite Teufelsw�chter z�gerte. Diese Unsicherheit nutzte Brox aus. Seine verzauberte Axt grub sich tief in die Brust des D�mons, spaltete dessen R�stung m�helos.</p><p>Der zweite Angreifer fiel. Brox fuhr herum. Malfurion grinste zufrieden und ging auf seinen Begleiter zu.</p><p>�Das war leicht�, sagte er.</p><p>Aber Brox wirkte nicht zufrieden. Seine Augen richteten sich auf die Scheibe.</p><p>Dieser Blick erf�llte Malfurion mit pl�tzlichem Misstrauen. Die Stimmen kehrten zur�ck, waren st�rker denn je.</p><p>Er will die Scheibe � er will sie f�r sich � doch sie geh�rt dir � nur du kannst die Welt in Ordnung bringen.</p><p>�Druide�, sagte der Orc. �Du solltest sie nicht mehr verwenden. Sie ist b�se.�</p><p>�Sie hat uns gerade das Leben gerettet!�</p><p>�Druide ��</p><p>Malfurion machte einen Schritt zur�ck und hob die D�monenseele. �Du willst ihre Macht! Du willst sie mir wegnehmen!�</p><p>�Ich?� Brox sch�ttelte den Kopf. �Ich will nichts damit zu tun haben.�</p><p>�Du l�gst!� Die Stimmen stachelten ihn an, fl�sterten ihm ihre Worte zu. �Du willst die Brennende Legion von Archimonde und seinem Herrn �bernehmen. Du willst, dass sie Kalimdor f�r dich erobern. Das werde ich nicht zulassen! Eher lasse ich die Welt in Flammen aufgehen!�</p><p>�Druide, h�rst du, was du da sagst? Deine Worte ergeben doch keinen Sinn ��</p><p>�Du wirst sie nicht bekommen.� Er richtete die Scheibe auf den Orc.</p><p>Er muss vernichtet werden � sie alle m�ssen vernichtet werden � alle, die die Scheibe begehren � die sie dir wegnehmen wollen �</p><p>Brox blieb reglos stehen. Er griff den Nachtelf nicht an, hob nicht einmal die Axt, um sich zu verteidigen. Er blieb einfach nur stehen und legte sein Schicksal in Malfurions H�nde.</p><p>Schlie�lich begriff der Druide, was er beinahe getan h�tte. Fast h�tte er Brox ermordet, um die D�monenseele behalten zu k�nnen.</p><p>Entsetzt lie� Malfurion die Scheibe fallen und wich vor ihr zur�ck. Er sah seinen Begleiter an, suchte hilflos nach den richtigen Worten, um sich f�r das zu entschuldigen, was beinahe geschehen w�re.</p><p>Der ergraute Krieger sch�ttelte den Kopf. Er gab dem Nachtelf keine Schuld.</p><p>�Die Scheibe�, knurrte er. �Es ist die Scheibe.�</p><p>Malfurion h�tte sie am liebsten nicht wieder angefasst, aber sie mussten sie mitnehmen. Krasus w�rde sicherlich wissen, wie man am besten mit der monstr�sen Erfindung des schwarzen Drachen verfuhr. Ihn mussten sie finden.</p><p>Malfurion riss ein wenig Stoff aus seiner Kutte und griff damit nach der D�monenseele. Er wusste zwar, dass der Stoff ihn nicht vor deren Boshaftigkeit sch�tzen konnte, doch er musste es zumindest versuchen. Er stemmte sich gegen die Macht der Scheibe und die Stimmen in ihrem Inneren, indem er sich auf die konzentrierte, die ihm nahe standen. Sollte er der D�monenseele unterliegen, w�rden sie alle mit ihrem Leben daf�r bezahlen. Vor allem Tyrande, die l�ngst ein Opfer geworden war, tauchte vor seinem geistigen Auge auf. Malfurion bezweifelte, dass er sie mit der D�monenseele retten w�rde. Wahrscheinlich w�rde er sie irgendwann umbringen, so wie er Brox beinahe umgebracht h�tte.</p><p>Er dankte Cenarius, durch dessen Lehren er die St�rke erlangt hatte, um sich von den Stimmen abzuwenden. Die D�monenseele war ein Schandfleck in der nat�rlichen Welt und daher ein Schandfleck auf dem Weg des Druiden.</p><p>�Wir m�ssen diesen Ort verlassen, Brox�, sagte er. �Wer wei�, wie viele D�monen sich noch hier verbergen.�</p><p>Seine Augen weiteten sich, als groteske H�nde aus dem Boden schossen und sich �berraschend schnell um seine Kn�chel legten. Er konnte sich nicht mehr bewegen.</p><p>Brox knurrte w�tend und kam auf ihn zu. Doch er wurde gestoppt, auch seine Beine wurden umschlungen und gehalten. Er schlug mit der Axt nach einer Hand und zertr�mmerte sie. Doch schon einen Schritt sp�ter hielten ihn zwei neue H�nde fest.</p><p>Malfurion war hin und her gerissen. Ein Teil von ihm wollte die D�monenseele einsetzen, die immer noch auf seiner Handfl�che lag, ein anderer die Naturm�chte beschw�ren, so wie Cenarius es ihn gelehrt hatte. Dieser Moment des Z�gerns erwies sich als verh�ngnisvoll, denn ein Schleier aus Dunkelheit legte sich pl�tzlich �ber seine Augen. Eine eiserne Klammer schloss sich um seinen Mund. Die D�monenseele entglitt seinen Fingern und landete klimpernd auf dem Boden.</p><p>Brox schrie w�tend. Seine Axt h�mmerte gegen Stein. Irgendwo kam es zu einem Knall, dann wurde der Orc besorgniserregend still.</p><p>Malfurion h�rte schwere Atemst��e, die er sofort mit Nachts�blern in Verbindung brachte. Die Angreifer n�herten sich offenbar. Jedoch wusste Malfurion, dass die Brennende Legion keine Panther zum Einsatz brachte. Das tat nur sein eigenes Volk.</p><p>War etwa jemand vom Palast hier?</p><p>�Du hast sie am Leben gelassen. Warum?�, fragte eine Stimme, die zu einem Nachtelf geh�rte, der aber die Emotionsk�lte eines D�mons anhaftete.</p><p>�Unser Herrscher wird gro�es Interesse an diesen beiden Gefangenen haben.�</p><p>Malfurion zuckte �berrascht zusammen, als er die zweite Stimme vernahm. <emphasis>Ist das m�glich?</emphasis></p><p>Etwas landete auf dem Boden, dann n�herten sich ihm Schritte. Metall schabte �ber Stein, als jemand die D�monenseele vom Boden aufhob.</p><p>�Sieht nach nichts aus�, sagte die Gestalt neben Malfurion, und dann folgten die Worte, die die schlimmsten Ahnungen des Druiden best�tigten. �Hallo, Bruder ��</p></section><section><title><p>10</p></title><p>Krasus fluchte, als er die Katastrophe sp�rte, die sich im Nest des schwarzen Drachen zutrug. Er hatte versucht, all die geheimen Zauber zu finden, die Deathwing rund um das Versteck der D�monenseele errichtet hatte und wusste, dass auch Malfurion sein Bestes getan hatte. Trotzdem hatte man sie �berlistet.</p><p>Noch schlimmer war jedoch, dass die Verbindung zu dem Druiden und dem Orc abgerissen war � und zwar nicht durch die Magie des schwarzen Drachen. Eine Macht, die auf ihre Weise ebenso furchtbar wie Deathwings war, hatte sich zwischen den Magier und seine Begleiter gestellt. Krasus ahnte, worum es sich dabei handelte.</p><p>Die Alten G�tter waren selbst f�r die meisten Drachen, die zu Beginn der Welt geboren worden waren, nur Legenden. Krasus, der stets wissbegierig � oder wie Rhonin gerne sagte, unglaublich neugierig � war, wusste, dass sie weit mehr als das waren.</p><p>Man sagte, einst h�tten drei dunkle Existenzen �ber ein so gewaltt�tiges Chaos geherrscht, dass es selbst die D�monen der Brennenden Legion ersch�ttert h�tte. Sie regierten �ber diese primitive Ebene, bis die Erschaffer der Welt eintrafen. Es kam zu einem Krieg kosmischen Ausma�es, und am Ende waren die Alten G�tter gefallen. Die Drei waren mit ewiger Gefangenschaft bestraft worden, ihre Kr�fte wurden ihnen genommen. Niemand wusste, wo sich ihr Gef�ngnis befand.</p><p>Das h�tte das Ende der Geschichte sein sollen, aber Krasus bef�rchtete, dass es den Alten G�ttern irgendwie gelungen war, Kontakt zur Welt der Sterblichen aufzunehmen. Offenbar suchten sie nach einer M�glichkeit, ihrer Gefangenschaft zu entfliehen.</p><p><emphasis>So langsam ergibt alles einen Sinn</emphasis>, dachte der Magier, w�hrend er auf der Suche nach seinen Freunden durch die felsige Landschaft schritt. <emphasis>Nozdormu � der Riss in der Zeit, unsere Reise in die Epoche der Nachtelfen und der Brennenden Legion � der Brunnen der Ewigkeit � sogar das Schmieden der D�monenseele �</emphasis></p><p>Die Alten G�tter waren dabei, einen Schl�ssel zu erschaffen, der die T�r ihres Kerkers �ffnen w�rde � und falls das geschah, w�rde selbst Sargeras um die Gnade eines schnellen Todes winseln.</p><p>Wenn sie das Gef�ge der Zeit auseinander rissen, konnten sie ihre Gefangenschaft ungeschehen machen. Vielleicht planten sie sogar, ihre Niederlage in einen Sieg zu verwandeln. Es fiel ihm schwer, �ber die Pl�ne der Alten G�tter nachzudenken, denn sie standen so weit �ber ihm wie er �ber einem Wurm. Zumindest ihr oberstes Ziel konnte er jedoch nachvollziehen.</p><p><emphasis>Ich muss Alexstrasza warnen</emphasis>, dachte Krasus instinktiv. Die Aspekte waren die m�chtigsten Wesen auf sterblicher Ebene. Nur sie hatten eine Chance gegen die Alten G�tter. Er verfluchte den Wahnsinn, der Neltharion, den Erdw�chter in Deathwing, den Zerst�rer verwandelt hatte. Zusammen w�ren die f�nf Aspekte gewiss m�chtig genug gewesen, um den Kampf gegen die uralten Wesen zu wagen. Ohne Neltharion jedoch �</p><p>Krasus rutschte aus und w�re um ein Haar in die Schlucht gest�rzt, an der er gerade vorbei kletterte. Wie komplex waren doch die Pl�ne der Alten G�tter! Sie hatten den Erdw�chter verwandelt. Sie hatten Neltharions Geist verwirrt � und zwar aus mehr als nur einem Grund. Die Alten G�tter hatten ihn zu einem Sklaven gemacht, der ihnen bei der Flucht helfen w�rde. Aber sie hatten gleichzeitig ihre einzigen ernstzunehmenden Feinde auseinander gebracht und damit geschw�cht. Die �brigen vier Aspekte waren ohne Neltharion weit weniger bedrohlich.</p><p>Dar�ber hinaus hatten sie Nozdormu abgelenkt, was wohl auch Teil ihres Plans war.</p><p>Krasus hielt inne und lehnte sich gegen einen Felsen. Die Erkenntnis war niederschmetternd. Die dunklen G�tter hatten sehr viel Geduld und Willenskraft in ihr Vorgehen gesteckt. Zu viele Figuren standen bereits an der f�r sie vorgesehenen Position, zu viele Pl�ne waren bisher unentdeckt geblieben. Wie sollte man sie jetzt noch aufhalten?</p><p>Wie?</p><p>Krasus war so tief in seine Gedanken versunken, dass er den gewaltigen schwarzen Schatten erst bemerkte, als er direkt �ber ihn fiel.</p><p>Deathwing f�llte den Himmel aus.</p><p>�Du!� Der monstr�se Drache stie� seinen Atem aus.</p><p>H�tte ein anderer dort gestanden, w�re dies das Ende der Jagd gewesen und von seinem K�rper w�re nichts geblieben au�er ein wenig Asche inmitten kochender Lava. Aber hier hie� das Ziel Krasus, der Deathwing seit langer Zeit kannte und deshalb richtig reagierte � wenn auch im letzten Moment.</p><p>Als ihm Deathwings Feuerstrahl entgegen schoss, konterte er mit einer Mauer aus goldenem Licht. Der Strahl schmetterte gnadenlos gegen diesen zerbrechlich wirkenden Schutzschild, verpuffte jedoch. Krasus legte alle Kraft in seine Abwehr. Er taumelte und schwitzte. Sein K�rper w�nschte sich nichts sehnlicher als aufzugeben, doch das lie� er nicht zu.</p><p>Schlie�lich brach das gefl�gelte Monstrum �ber ihm den Angriff ab � jedoch nur, um Kraft f�r einen zweiten Sto� seines Feueratems zu sammeln.</p><p>Auf diese Pause hatte Krasus gewartet. Er hob seine Arme � und verschwand.</p><p>Allein hatte er gegen den schwarzen Giganten keine Chance. Der Ausgang eines solchen Kampfes h�tte von vornherein festgestanden. Krasus war selbst zu seinen besten Zeiten nur der Gef�hrte eines Aspekts gewesen. Er hatte nie zum Kreis der f�nf m�chtigsten Drachen gez�hlt. Mut war zwar eine Tugend, aber nicht, wenn es keine Aussicht auf Erfolg gab.</p><p>Der Magier tauchte in der N�he eines Berges auf, der s�dlich von jenem lag, den er gerade verlassen hatte. Er lehnte sich an einen Felsen und rang nach Atem. Die Verteidigung gegen den schweren Angriff seines Gegners und die magische Flucht hatten ihn stark mitgenommen. Er hatte eigentlich sogar gehofft, sich weiter entfernt von seinem Feind zu materialisieren.</p><p>�Ich kriege dich!�, br�llte der schwarze Drache. Seine Stimme hallte �ber die Berge. �Du entkommst mir nicht!�</p><p>Krasus hatte einen gro�en Vorteil, denn in seiner Wut dachte Deathwing nicht daran, seine magischen Kr�fte optimal einzusetzen. Er durchk�mmte zwar seine Umgebung, aber seine Sinne glitten so rasch �ber die Landschaft hinweg, dass der Magier sich problemlos abschirmen konnte.</p><p>Krasus stand m�hsam auf und machte sich auf den Weg nach unten. Im Tal war es sicherer als in den Bergen.</p><p>Der Magier wusste nicht, was mit seinen Begleitern geschehen war. Er war sich allerdings sicher, dass sie Deathwing hatten entkommen k�nnen, sonst h�tte der schwarze Drache sich nicht so w�tend auf ihn gest�rzt. Offenbar suchte er immer noch nach der Scheibe und glaubte nun, dass Krasus sie gestohlen hatte.</p><p>Das war gut. Er war bereit, sein Leben zu opfern, wenn er damit den Erfolg der Mission sichern konnte. Rhonin w�rde schon wissen, was zu tun war.</p><p>Er kletterte den Berg hinab. Trotz seiner Ersch�pfung bewegte er sich schneller und geschickter als jeder Nachtelf oder Mensch. Die ganze Zeit �ber suchte Krasus nach Deathwing. Sein exzellentes Geh�r achtete auf den Schwingenschlag des w�tenden Titanen.</p><p>Einmal flog Deathwing direkt �ber ihn hinweg, aber der Magier verbarg sich unter einer Felsnase und wartete, bis die Gefahr vorbei war. Deathwing blies immer wieder Feuer �ber die Landschaft und ahnte wohl nicht, dass seine Wut gegen ihn arbeitete.</p><p>Dann tat der Drache das, was Krasus die ganze Zeit �ber bef�rchtet hatte. Deathwing kam wohl zu dem Schluss, dass er diesen Teil seiner Umgebung umfassend genug abgesucht hatte, denn er wandte sich ab und flog seinem Nest entgegen. Krasus wusste, dass der Schwarze noch nicht aufgegeben hatte. Er wollte seine Jagd nach der D�monenseele nur an einem anderen Ort fortsetzen.</p><p>Krasus machte sich Sorgen um Malfurion und Brox. Er blickte auf den Drachen und konzentrierte sich.</p><p>Von allen Seiten schossen Deathwing pl�tzlich Felsen entgegen. Riesige Steinbrocken trafen seinen Kopf. Deathwing br�llte erschrocken auf, verlor das Gleichgewicht und w�re beinahe gegen einen Berg geprallt, wenn er sich nicht im letzten Moment gefangen h�tte.</p><p>Krasus drehte sich um und lief los.</p><p>Der Schrei, der hinter ihm durch die Berge hallte, bewies ihm, dass Deathwing den K�der geschluckt hatte. Krasus blickte nicht hinter sich, seine Sinne verrieten ihm bereits, dass der Drache die Verfolgung aufgenommen hatte.</p><p>Krasus hatte einen Plan, doch dieser konnte nur funktionieren, wenn er den Drachen so nahe an sich heran lie�, dass er dessen fauligen Atem fast schon im Nacken sp�rte.</p><p>�Ich werde dich zu Asche verbrennen!�, br�llte sein monstr�ser Gegner. �Zu Asche!�</p><p>Deathwing musste sich keine Gedanken um die D�monenseele machen, denn sie w�rde allen Angriffen trotzen. Ironischerweise w�rde sich eine Schuppe des schwarzen Drachen als die einzige Schwachstelle der Scheibe erweisen � denn nur ein Teil seines eigenen K�rpers konnte sie zerst�ren.</p><p>Krasus hatte lange �ber die M�glichkeit nachgedacht, die D�monenseele bereits hier in der Vergangenheit zu zerst�ren. Aber er bef�rchtete, dass diese gewaltige Ver�nderung die Zeitlinie endg�ltig zerrissen h�tte. Es war besser, wenn die Drachen sie auf jene Weise bekamen, wie er es vorhatte. Vielleicht w�rde dann die Geschichte ihren geplanten Lauf nehmen � sollte das �berhaupt noch m�glich sein.</p><p>Deathwing kam n�her und n�her. Der Schwarze wollte wohl sichergehen, dass sein vernichtender Sto� auch traf.</p><p><emphasis>Gleich</emphasis>, dachte der Magier. Er spannte sich an.</p><p>Hinter sich h�rte er, wie sein Verfolger einatmete, sich auf den Feuerstrahl vorbereitete.</p><p>Krasus biss die Z�hne zusammen.</p><p>Es zischte � und der Boden, auf dem der Magier gerade noch gestanden hatte, wurde von dampfender, fl�ssiger Lava verschlungen.</p><p>Der Erdw�chter erhob sich mit einem irren Lachen in die L�fte. Er kreiste �ber einer Landschaft voller rot gl�hender Felsen. Die magischen Kr�fte, die jedem Feuersto� innewohnten, �berlagerten die Aura der Scheibe, aber Neltharion hatte es nicht eilig, sie zu finden.</p><p>Er genoss den Tod des mysteri�sen Drachenmagiers, dieses Scho�hundes von Alexstrasza, der seine Pl�ne beinahe vereitelt h�tte. Es war schade, dass nichts von ihm �brig geblieben war. Der schwarze Drache h�tte Alexstrasza gern ein Andenken an ihn �berreicht, bevor er sie zu seiner Geliebten machte. Neltharion hatte gesp�rt, wie nahe sie einander standen, beinahe so, als w�re Krasus auf einer Stufe zu sehen mit dem unversch�mten und aufm�pfigen Korialstrasz.</p><p>Doch wirklich wichtig war, dass er endlich tot war und die Scheibe bald wieder in seine H�nde fallen w�rde. Er brauchte nur noch ein wenig Geduld zu zeigen. Die Seele musste ganz in der N�he sein, war vermutlich irgendwo unter der Lava begraben und wartete darauf, wieder mit ihm vereint zu werden.</p><p>Ein kleiner, nagender Zweifel st�rte seine Freude. Neltharion dachte an die List, die sein Opfer bewiesen hatte und an die T�cke, mit der sie die Scheibe an sich gebracht hatten.</p><p>Langsam glitt er �ber die zerst�rte Landschaft und suchte im Chaos der tobenden Energien nach seiner Sch�pfung. Er sp�rte die Scheibe immer noch nicht, aber sie musste hier irgendwo sein.</p><p>Sie musste doch hier irgendwo sein �</p><empty-line/><p>Krasus materialisierte sich in einiger Entfernung. Die Hitze von Deathwings Angriff konnte er selbst bis hierher sp�ren. Er lie� sich zu Boden sinken. Ihm war klar, dass er auch dieses Mal nicht so weit geflohen war, wie er es beabsichtigt hatte.</p><p>Er hoffte, dass der schwarze Drache ihn f�r tot hielt und die D�monenseele unter der Lava vermutete. Krasus war selbst ein Drache und kannte die Energien, die bei jedem Angriff ausgespien wurden. Der Aspekt w�rde eine Weile brauchen, bis er erkannte, dass seine Suche vergeblich war. Das war gut so, denn mit jeder Minute stiegen die Chancen von Malfurion und Brox.</p><p>Aber auch Krasus zog einen Vorteil aus der Pause, denn nun konnte er gen�gend Kr�fte sammeln, um sich magisch zu seinen Gef�hrten zu versetzen. Es war Gl�ck gewesen, dass sein Plan funktioniert hatte, denn er h�tte zu wenig St�rke besessen, um sich auf anderem Wege gegen Deathwing zu wehren. Momentan w�re er schon froh gewesen, wenn seine Magie zum Entz�nden einer Kerze ausgereicht h�tte. Dem wahnsinnigen Aspekt w�re er hilflos ausgeliefert gewesen.</p><p>Ausgelaugt lag der Drachenmagier auf dem felsigen Boden. Das erste Sonnenlicht erhellte den kleinen Ausschnitt des Horizonts, den er sehen konnte. In dieser �den Landschaft, in der die Schatten der Berge die T�ler verdunkelten, wurde es selbst bei Tag kaum richtig hell. Trotzdem freute sich Krasus �ber das Licht, denn er war ein Drache des roten Clans und damit ein Gesch�pf des Lebens. Und das Leben gedieh am besten im Licht.</p><p>Seine Augen gew�hnten sich rasch an die Helligkeit. Krasus entspannte sich f�r einen Moment.</p><p>Doch eine tiefe Stimme �ber ihm zerst�rte seine Ruhe triumphierend.</p><p>�Ah! Habe ich dich also doch gefunden!�</p><empty-line/><p>Hunger begann an Tyrandes Magen zu nagen. Das war ein schlechtes Zeichen. Mutter Mond hatte ihre Hilfe lange aufrecht erhalten, aber es gab so viel f�r sie in ganz Kalimdor zu tun, dass sie sich nicht ewig um eine einzelne Priesterin k�mmern konnte. Priesterinnen waren stets bereit, sich als Erste zu opfern, sollte die Notwendigkeit daf�r entstehen.</p><p>Tyrande f�hlte sich nicht verraten. Sie dankte Elune f�r ihre Hilfe. Jetzt stand nur noch die genossene Ausbildung der Schwesternschaft zwischen den Peinigern und ihrem viel zu zerbrechlichen, sterblichen K�rper.</p><p>Jeden Abend brachte ein Hochgeborener bei Sonnenuntergang einen Napf mit Nahrung in ihre Zelle. Der Napf und sein Inhalt � irgendein Eintopf, der vermutlich aus den Resten eines Abendessens bestand � wurden auf dem Zellenboden neben ihrer Sph�re abgesetzt. Tyrande musste nichts weiter tun, als ihren W�chtern sagen, dass sie hungrig sei, dann w�rde sich die Sph�re auf magische Weise senken. Der Elfenbeinl�ffel, der stets im Brei steckte, war schmal genug, um durch die L�cke zu passen.</p><p>Tyrande hatte bisher jede Nahrung verweigert, schlie�lich wusste sie, dass Lady Vashj ihren Tod wollte. Doch langsam wirkte sogar die kalte, undefinierbare Masse, die in dem Napf lag, appetitlich. Ein einziger Bissen h�tte der Priesterin gereicht, um ihre St�rke f�r einen weiteren Tag aufrecht zu erhalten, ein ganzer Napf h�tte ihr eine Woche, vielleicht sogar l�nger gen�gt.</p><p>Aber sie konnte nicht ohne fremde Hilfe essen, und fragen wollte sie nicht. Das w�re ein Anzeichen von Schw�che gewesen, das die D�monen sicherlich ausgenutzt h�tten.</p><p>Jemand schloss die T�r auf. Tyrande wandte den Blick rasch vom Napf ab, um sich nichts von ihrem zunehmenden Hunger anmerken zu lassen.</p><p>Ein grimmig aussehender W�chter zog die T�r auf. Hindurch trat ein Hochgeborener, den die Gefangene noch nie gesehen hatte. Seine bunte Robe wirkte kostbar, und es war ihm offensichtlich klar, dass er gut aussah. Im Gegensatz zu den meisten seiner Kaste war er athletisch gebaut. Noch auff�lliger war jedoch seine blass-violette Haut und sein Haar � braun mit goldenen Str�hnen. So etwas hatte Tyrande noch nie gesehen. Doch wie alle Hochgeborenen blickte auch er die Wache herablassend an.</p><p>�Lass uns allein.�</p><p>Der Soldat befolgte den Befehl ohne Z�gern. Er schloss die T�r ab und verlie� den Trakt.</p><p>�Heilige Priesterin�, sagte der Hochgeborene. Von seiner herablassenden Art war pl�tzlich kaum noch etwas zu sp�ren. �Du k�nntest diese Situation f�r dich erleichtern.�</p><p>�Mutter Mond gibt mir all die Erleichterung, die ich ben�tige. Ich w�nsche und brauche nicht mehr.�</p><p>Sein Gesichtsausdruck ver�nderte sich kaum merklich, doch Tyrande glaubte Bedauern darin zu erkennen. Sie lie� sich ihre �berraschung nicht anmerken. Sie hatte geglaubt, die Hochgeborenen seien Sklaven des D�monenlords und ihrer K�nigin, doch dieser Nachtelf widersprach diesem Verdacht.</p><p>�Priesterin ��, begann er.</p><p>�Du kannst mich Tyrande nennen�, unterbrach sie ihn, in der Hoffnung, er w�rde sich vielleicht �ffnen. �Tyrande Whisperwind.�</p><p>�Mistress Tyrande, ich bin Dath�Remar Sunstrider�, entgegnete der Hochgeborene mit gewissem Stolz. �Wir dienen dem Thron seit zwanzig Generationen.�</p><p>�Eine noble Ahnenreihe. Das ist ein Grund, stolz zu sein.�</p><p>�Und das bin ich.� Doch als Dath�Remar diese Worte aussprach, zog ein Schatten �ber sein Gesicht. �So wie ich es sein sollte�, f�gte er dann hinzu.</p><p>Tyrande sp�rte, dass Dath�Remar etwas von ihr wollte. �Die Hochgeborenen haben dem Reich stets gedient und �ber das Volk und den Brunnen gewacht. Ich bin sicher, dass deine Ahnen keinen Fehler in deinem Handeln sehen w�rden.�</p><p>Der Schatten strich erneut �ber sein Gesicht. Dath�Remar sah sich um. �Ich bin hier, um dich zu bitten, etwas zu essen.� Er hob den Napf vom Boden auf. �Ich w�rde dir gern mehr anbieten, aber das erlauben sie nicht.�</p><p>�Danke, Dath�Remar, aber ich bin nicht hungrig.�</p><p>�Die Nahrung enth�lt keine Drogen und auch kein Gift, Mistress Tyrande, auch wenn <emphasis>einige</emphasis> dies gerne s�hen. Das kann ich dir versichern.� Der gut aussehende Hochgeborene nahm den L�ffel und a� ein wenig von der braunen Masse. Dann verzog er das Gesicht. �Was ich dir nicht versichern kann, ist, dass es schmecken wird � und daf�r entschuldige ich mich. Du verdienst etwas Besseres.�</p><p>Sie dachte einen Moment lang dar�ber nach, dann lie� sie sich auf das Risiko ein. �Nun gut, ich werde etwas essen.�</p><p>Die Sph�re reagierte auf ihre Worte und senkte sich. Dath�Remar nahm seinen Blick nicht von der Priesterin. H�tte ihr Herz nicht schon einem anderen geh�rt, h�tte Tyrande den Hochgeborenen f�r h�chst attraktiv gehalten. Er wirkte nicht so selbstgef�llig wie die meisten seiner Kaste.</p><p>Dath�Remar f�hrte den vollen L�ffel zu Tyrande. Das Elfenbein und die Nahrung, die sich darauf befand, leuchteten leicht auf, als sie den gr�nen Schleier passierten, der die Priesterin umgab.</p><p>�Du musst dich ein wenig vorbeugen�, sagte er. �Die Sph�re l�sst meine Hand nicht durch.�</p><p>Die Priesterin folgte der Anweisung. Dath�Remar hatte nicht untertrieben, als er sich �ber den Geschmack des Eintopfes beschwerte, aber Tyrande freute sich innerlich trotzdem �ber die Nahrung. Ihr Hunger schien auf einmal um das Zehnfache zuzunehmen, doch das verbarg sie vor dem Hochgeborenen. Er hatte vielleicht Mitleid mit ihr, doch er diente dem D�monenlord und Azshara.</p><p>Nach dem zweiten L�ffel sprach er erneut. �Du musst nur aufh�ren, dich zu widersetzen, dann wird alles einfacher f�r dich. Wenn nicht, werden sie irgendwann genug von dir haben. Sollte dies geschehen, m�sstest du um dein Leben bangen.�</p><p>�Ich muss dem Weg folgen, den Mutter Mond f�r mich vorgesehen hat, aber ich danke dir f�r deine ehrliche Sorge, Dath�Remar. Das ist ein Quell der W�rme in diesem Palast.�</p><p>Er legte den Kopf schr�g. �Es gibt andere, die so denken, aber wir halten uns ruhig und schweigen.�</p><p>Tyrande betrachtete ihn nachdenklich und beschloss nachzuhaken. �Aber deine Loyalit�t zur K�nigin steht au�er Frage.�</p><p>Der hoch gewachsene Nachtelf wirkte beleidigt. �Selbstverst�ndlich!� Leiser f�gte er hinzu: �Wir f�rchten jedoch, dass sie nicht mehr sie selbst ist. Sie h�rt nicht mehr auf uns, die den Brunnen so gut wie niemand sonst kennen, sondern nur noch auf Fremde. Wir mussten all unser Wirken einstellen, damit der Herr der Legion in diese Welt geholt werden kann. Und wir wollten doch so viel erreichen! Ich ��</p><p>Er unterbrach sich, als er seinen eigenen Tonfall bemerkte. Grimmig und schweigsam f�tterte Dath�Remar Tyrande. Sie sagte nichts �ber seinen Ausbruch, aber sie hatte genug gesehen. Der Hochgeborene war nicht nur wegen ihr hierher gekommen. Dath�Remar hatte eine Beichte ablegen wollen, um seine Seele zu erleichtern.</p><p>Der Napf war schnell geleert. Dath�Remar wollte ihn zur Seite stellen, aber die Priesterin, die ihn noch nicht gehen lassen wollte, fragte: �K�nnte ich auch etwas Wasser bekommen?�</p><p>Der Wasserschlauch lag unangetastet direkt neben dem Napf. Tyrande hatte ihn nie benutzt. Dath�Remar griff sofort nach ihm, wollte die Begegnung offenbar ebenso wenig beenden wie sie. Er �ffnete das eine Ende und hielt es Tyrande entgegen. Doch die Barriere lie� nicht zu, dass ihre Lippen den Schlauch ber�hrten.</p><p>�Vergib mir�, murmelte er. �Ich verga�.�</p><p>Der Hochgeborene sch�ttete Wasser in den Napf und f�tterte die Priesterin mit dem L�ffel, so wie er es bei dem Eintopf getan hatte. Tyrande wartete einen Moment, dann wagte sie einen erneuten Vorsto�.</p><p>�Es muss seltsam sein, neben den Satyrn zu arbeiten, die einst waren wie wir. Ich muss gestehen, dass ihr Anblick mich ein wenig verst�rt.�</p><p>�Sie sind die Gl�cklichen, die von Sargeras erw�hlt wurden, um ihm noch besser dienen zu k�nnen.� Die Antwort kam schnell und emotionslos. Die Priesterin hatte den Eindruck, dass er sie schon oft wiederholt hatte � vielleicht sogar vor sich selbst.</p><p>�Und du wurdest nicht erw�hlt?�</p><p>Sein Blick wurde hart. �Ich lehnte ab, obwohl das Angebot � verlockend war. Ich diene in erster Linie dem Thron und meiner K�nigin. Ich w�nsche nicht zu einem dieser � zu einem von ihnen zu werden.�</p><p>Er legte Napf und L�ffel zur Seite. Tyrande biss sich auf die Lippe. Sie bef�rchtete, dass sie ihn falsch eingesch�tzt hatte. Aber eine andere Hoffnung blieb ihr nicht. Dath�Remar war ihre einzige Chance.</p><p>�Ich muss jetzt gehen�, sagte der Hochgeborene. �Ich bin schon zu lang geblieben.�</p><p>�Ich freue mich auf deinen n�chsten Besuch.�</p><p>Er sch�ttelte heftig den Kopf. �Es wird keinen weiteren geben. Ich werde nicht zur�ckkehren.�</p><p>Dath�Remar drehte sich auf dem Absatz um, doch bevor er zur T�r gehen konnte, fl�sterte die Priesterin: �Ich bin das Ohr von Elune, Dath�Remar. Wenn du jemals etwas sagen m�chtest, werde ich dir zuh�ren. Alles bleibt bei mir. Kein anderer wird davon erfahren.�</p><p>Der Zauberer blickte zu ihr zur�ck. Er schwieg, aber Tyrande merkte ihm an, dass ihn ihre Worte ber�hrt hatten. Schlie�lich antwortete Dath�Remar nach langem Z�gern: �Ich werde versuchen, dir beim n�chsten Mal etwas Wohlschmeckenderes mitzubringen, Mistress Tyrande.�</p><p>�M�ge dich Mutter Mond segnen, Dath�Remar Sunstrider.�</p><p>Der Nachtelf neigte den Kopf, dann verlie� er die Zelle. Tyrande wartete, bis seine Schritte verklungen waren. Sie nahm an, dass die Wachen sie in Augenschein nehmen w�rden, aber die M�nner nahmen nur wieder ihre Positionen vor der T�r ein.</p><p>Zum ersten Mal seit ihrer Gefangennahme erlaubte sich Tyrande Whisperwind ein L�cheln.</p></section><section><title><p>11</p></title><p>F�r einen Orc gab es nichts Heiligeres als Blut. Sie schworen damit Eide, schmiedeten Allianzen, ein Krieger in der Schlacht wurde davon gest�hlt. Blutsbande zu beschmutzen galt als eines der verachtenswertesten Verbrechen.</p><p>Doch der Bruder des Druiden hatte genau das getan.</p><p>Brox betrachtete Illidan Stormrage mit einer Abscheu, die er nur wenigen Wesen entgegenbrachte. Sogar die D�monen respektierte er in gewisser Weise, denn sie folgten nur ihrer Natur, egal, wie pervers und b�se sie auch sein mochte. Aber hier stand jemand, der Seite an Seite mit Brox gek�mpft hatte und der als Malfurions Zwillingsbruder dessen Zuneigung und Sorge f�r seine Kameraden h�tte teilen sollen. Doch Illidan lebte nur f�r die Macht. Sogar seine engste Verwandtschaft konnte daran nichts �ndern.</p><p>W�ren seine Arme nicht gefesselt gewesen, der Orc h�tte sein eigenes Leben geopfert, wenn es ihm auf diese Weise gelungen w�re, den Zauberer zu t�ten. Der Orc wusste, dass er selbst manchen Fehler hatte, doch verraten � verraten hatte er noch niemanden.</p><p>Malfurion stolperte neben dem ergrauten Krieger her. Man hatte ihnen die Arme hinter dem R�cken gefesselt und Seile um ihre H�ften geschlungen, an denen sie hinter den Nachts�blern hergezogen wurden. Sie konnten kaum mithalten. Illidans Bruder hatte es noch schlimmer getroffen, denn sein verr�terischer Zwilling hatte den Blindheitszauber nicht zur�ckgenommen. Malfurions Augen wurden von schwarzen Schatten bedeckt, die kein Licht hindurch lie�en. Er stolperte und st�rzte, hatte Sch�rf- und Schnittwunden. Einmal h�tte er sich sogar beinahe den Kopf an einem Felsen aufgeschlagen.</p><p>Der Zauberer, der einen Schal vor den Augen trug, zeigte kein Mitleid. Wenn Malfurion strauchelte, zog Illidan nur an seinem Seil, bis sich der Druide wieder aufrichtete. Die Wachen, die hinter den Gefangenen hergingen, stie�en sie daraufhin an, und alles begann wieder von vorne.</p><p>Brox betrachtete seine Axt, die am Sattel von Captain Varo�thens Katze hing. Der Orc hatte den vernarbten Offizier als das zweite wichtige Ziel ausgemacht, sollte es ihm und Malfurion gelingen, sich zu befreien. Die D�monenkrieger waren zwar gef�hrlich, aber ihnen fehlte die teuflische Verschlagenheit, die Brox bei dem anderen Nachtelf bemerkte. In dieser Hinsicht konnte sogar Illidan nicht mithalten. Brox war das egal. Wenn die Geister ihm mit ihrem Segen beistanden, w�rde er beide t�ten.</p><p>Danach musste man sich um die D�monenseele k�mmern.</p><p>�berraschenderweise trug nicht Illidan die Scheibe. Er hatte sie zwar aufgenommen, aber nur wenige Minuten sp�ter hatte der Captain seine Hand ausgestreckt und sie eingefordert. Zur gro�en Verwunderung des Orcs hatte Malfurions Bruder nicht protestiert, sondern die Scheibe ohne Z�gern losgelassen.</p><p>Doch solche �berraschungen interessierten den gr�nh�utigen Krieger nicht. Ihm war nur klar, dass er die beiden t�ten und die D�monenseele an sich nehmen musste. Um dahin zu kommen, musste sich der Orc jedoch erst einmal befreien und die D�monen niederstrecken, die ihn und Malfurion bewachten.</p><p>Brox schnaufte entt�uscht. Den Helden in den Epen gelangen solche Dinge immer, aber er bezweifelte, dass sie ihm gelingen w�rden. Captain Varo�then wusste, wie man eine Fessel anlegte. Er hatte seine Gefangenen gut gesichert.</p><p>Wortlos zogen sie weiter. Das Nest des schwarzen Drachens lag bereits weit hinter ihnen. Allerdings f�hlte sich Brox nicht so sicher, wie es Illidan und der Captain taten. Er war �berzeugt, dass Deathwing sie finden w�rde. Es grenzte an ein Wunder, dass der schwarze Gigant noch nicht aufgetaucht war. War er von etwas abgelenkt worden?</p><p>Seine Augen weiteten sich, und er verfluchte seine Dummheit. Nat�rlich war er nicht von etwas abgelenkt worden, sondern von jemandem � von Krasus.</p><p>Brox verstand, welches Opfer der Magier m�glicherweise brachte. <emphasis>Weiser Mann, ich w�nsche dir alles Gute. Ich werde von dir singen � bis zu meinem nicht allzu fernen Tod.</emphasis></p><p>�Umpf.�</p><p>Neben Brox st�rzte Malfurion erneut. Dieses Mal gelang es dem Druiden jedoch, sich zu drehen. Er fiel nicht auf sein Gesicht, sondern auf die Seite. So entging er zwar einer blutigen Nase, aber der Sturz sch�ttelte trotzdem jeden Knochen in seinem K�rper durch.</p><p>Der Orc h�tte dem Nachtelf gern geholfen, doch das ging nicht. Durch zusammengebissene Z�hne sagte er zu Illidan: �Gib ihm sein Augenlicht zur�ck. Dann wird er auch schneller gehen.�</p><p>�Sein Augenlicht? Wieso sollte ich?�</p><p>�Die Bestie hat Recht�, unterbrach Captain Varo�then. �Dein Bruder h�lt uns nur auf. Entweder schneide ich ihm hier und jetzt die Kehle durch oder du gibst ihm seine Augen zur�ck, damit er den Pfad sehen kann.�</p><p>Illidan l�chelte ironisch. �Was f�r eine interessante Alternative. Na gut, bringt ihn her.�</p><p>Zwei D�monen stie�en Malfurion mit ihren Waffen vorw�rts. Der Druide hielt sich so aufrecht wie m�glich und trat seinem Zwilling ruhig entgegen.</p><p>�Von meinen Augen zu deinen�, murmelte Illidan. �Ich gebe dir, was ich nicht mehr ben�tige.�</p><p>Er schob den Schal nach oben.</p><p>Die Haare im Nacken des Orcs stellten sich auf, als er sah, was sich darunter befand. Brox schickte ein Sto�gebet zu den Geistern. Sogar der monstr�se W�chter neben ihm wirkte nerv�s.</p><p>Die Schatten verschwanden von Malfurions Augen. Er blinzelte, dann sah er Illidan an. Das Entsetzen, das er bei diesem Anblick versp�rte, zeichnete sich auf seinem Gesicht ab.</p><p>�Oh, Illidan ��, stie� Malfurion hervor. �Es tut mir so Leid.�</p><p>�Weshalb?� der Zauberer legte den Schal wieder �ber seine Augenh�hlen. �Ich habe jetzt etwas viel Besseres. Ein Augenlicht, von dem du nur tr�umen kannst. Ich habe nichts verloren, verstehst du mich? Nichts!� An den Offizier gewandt fuhr Illidan fort. �Jetzt kann er mithalten. Wahrscheinlich k�nnen wir das Tempo sogar erh�hen.�</p><p>Varo�then l�chelte und gab den Befehl zum Aufbruch.</p><p>Malfurion stolperte auf den Orc zu. Brox half dem Nachtelf, seinen Rhythmus zu finden, dann murmelte er: �Es tut mir Leid wegen deines Bruders ��</p><p>�Illidan hat seinen Weg gew�hlt�, antwortete der Druide sanfter, als Brox es an seiner Stelle getan h�tte.</p><p>�Er hintergeht uns!�</p><p>�Tut er das?� Malfurion starrte auf den R�cken seines Bruders. �Tut er das?�</p><p>Der Orc sch�ttelte den Kopf�ber das Wunschdenken seines Begleiters und trottete schweigend weiter. Durch den alternden Tag zogen sie dahin. Ihre W�chter schienen sich keine Sorgen zu machen, aber Brox blickte immer wieder zur�ck zu den Bergen, erwartete jeden Moment, Deathwing zu sehen.</p><p>�Zauberer�, sagte der vernarbte Offizier nach mehr als einst�ndigem Schweigen. �Diese Scheibe kann all das, was du uns versprochen hast?�</p><p>�All das und noch mehr. Du wei�t, was sie der Legion und den Nachtelfen angetan hat � und sogar den Drachen.�</p><p>�Ja.� Der Orc h�rte die Bewunderung in Varo�thens Stimme. Erst jetzt fiel ihm auf, dass die Hand des Captains st�ndig �ber die G�rteltasche strich, in der sich die Scheibe befand. �Das stimmt also alles?�</p><p>�Frag Archimonde, wenn du m�chtest.�</p><p>Varo�then zog seine Hand zur�ck. Der Verstand des Soldaten war noch klar genug, dass er den gro�en D�mon f�rchtete.</p><p>�Ihre Macht sollte ausreichen, um das Portal nach Sargeras� W�nschen zu gestalten�, fuhr Illidan fort. �Dann kann der Rest der Legion nach Kalimdor gebracht werden � und Sargeras wird sie anf�hren.�</p><p>Malfurion zog scharf die Luft ein, und Brox grunzte angewidert. Entsetzt sahen sie einander an, denn sie wussten, dass keine Streitmacht in der Lage sein w�rde, den D�monenlord und die gesamte Legion zu besiegen.</p><p>�M�ssen was tun ��, fl�sterte Brox. Er spannte die Armmuskeln an, aber die Stricke gaben nicht nach.</p><p>�Ich tue schon etwas�, fl�sterte Malfurion zur�ck. �Seit Illidan mir mein Augenlicht zur�ckgegeben hat. Vorher ging es nicht, weil ich st�ndig gestolpert bin und mich nicht konzentrieren konnte. Aber das ist jetzt kein Problem mehr.�</p><p>Brox achtete darauf, ob die D�monen sie weiterhin ignorierten. �Was machst du?�, fragte er leise.</p><p>�Die Katzen. Ich rede mit ihnen, versuche sie zu �berzeugen ��</p><p>Der Orc hob die Augenbrauen. Malfurion hatte schon fr�her gedanklich mit Tieren gesprochen. �Ich bin bereit, Druide. Wird es bald so weit sein?�</p><p>�Das ist schwerer als ich dachte. Die Anwesenheit der Legion hat sie � verwirrt, aber ich denke � ja, halte dich bereit. Sie werden bald handeln.�</p><p>Zuerst gab es keinen Hinweis darauf, doch pl�tzlich stoppte Captain Varo�thens Reittier. Der Offizier trat nach der Katze, aber sie bewegte sich nicht.</p><p>�Was ist nur los mit dieser verdammten ��</p><p>Varo�then brachte den Satz nicht zu Ende, denn im gleichen Moment stellte sich sein Nachts�bler auf die Hinterl�ufe. Der Offizier konnte sich nicht mehr halten und rutschte zu Boden.</p><p>Illidan blickte �ber seine Schulter, doch da folgte sein eigenes Reittier bereits dem Beispiel des anderen. Der Zauberer war jedoch darauf vorbereitet. Er glitt zwar aus dem Sattel, st�rzte aber nicht.</p><p>�Du Narr!�, schrie er, auch wenn unklar war, wen er damit meinte. �Du dummer ��</p><p>Brox reagierte in dem Moment, als die Katzen sich aufrichteten. Er lief zu Varo�thens Reittier und suchte nach seiner Axt. Der Nachts�bler kam ihm entgegen, indem er seine Flanke in die richtige Richtung drehte � ein Kommando, das er sicherlich von Malfurion erhalten hatte.</p><p>Brox drehte sich und rieb seine Fesseln �ber die Klinge der Axt. Die Stricke fielen sofort. Nur ein wenig Blut floss �ber den Arm des Orcs.</p><p>Brox griff nach seiner Waffe. �Druide, zu mir! Wir reiten auf diesem ��</p><p>Doch der Nachts�bler lief an ihm vorbei und prallte mit einer Teufelswache zusammen, die Malfurion hatte angreifen wollen. Die anderen D�monen wichen zur�ck, wussten f�r einen Moment nicht, wie sie auf die verwirrende Situation reagieren sollten.</p><p>Die Katze begann in der Zwischenzeit an Malfurions Fesseln zu nagen. Der Nachtelf sah zu Brox hin�ber und rief: �Achte nicht auf mich! Die Tasche, Brox, die Tasche!�</p><p>Der Orc drehte sich zu Varo�then um. Der Palastoffizier sa� auf dem Boden und rieb sich den Sch�del. Die Tasche, in der sich die D�monenseele befand, baumelte an seinem G�rtel. Er schien nicht zu bemerken, dass der Orc neben ihm stand.</p><p>Mit erhobener Axt lief Brox dem Captain entgegen, doch der vernarbte Nachtelf erholte sich schneller, als er gehofft hatte. Der hagere K�mpfer sah die gro�e, gr�ne Gestalt, die ihm entgegen st�rmte und rollte sich zur Seite. Dann kam er auf die Beine.</p><p>�Komm schon her, du primitiver Mistkerl�, lockte er. �Ich schneid� dich auseinander und verf�ttere dich an die Katzen � wenn sie dich vertragen.�</p><p>Brox schlug zu. Der Hieb h�tte Varo�then gespalten, wenn er getroffen h�tte. Doch der Captain war schnell wie ein Blitz. Die Waffe des Orcs riss den Boden auf und hinterlie� eine mehr als einen Meter lange Furche.</p><p>Varo�then sprang vor und stach nach seinem Gegner. Das Schwert hinterlie� einen blutigen Schnitt in der linken Schulter des Orcs. Brox ignorierte den Schmerz und setzte zu einem neuen Angriff an.</p><p>Aus den Augenwinkeln sah er, wie Malfurion den reiterlosen Nachts�bler auf die Teufelswache hetzte. Der erste D�mon wich zur�ck, da er nicht wusste, ob er Varo�thens Reittier angreifen sollte. Dieser Zweifel kostete ihn das Leben, denn der Panther warf ihn um und zerfetzte seine Kehle.</p><p>Brox wollte nach Illidan suchen, aber er musste sich auf seinen eigenen Gegner konzentrieren. Er hoffte, dass Malfurion seinen Bruder im Auge behielt. Wenn der Magier auch nur einen Zauber sprach, waren sie verloren.</p><p>Er schrie auf, als Varo�then ein zweites Mal seine Schulter traf.</p><p>Der Nachtelf grinste. �Erste Regel im Nahkampf: Lass dich nie ablenken.�</p><p>Die Antwort des Orcs bestand aus einem gewaltigen Schwung seiner Axt. Beinahe h�tte er den Soldaten gek�pft. Varo�then h�rte auf zu grinsen und wich zur�ck.</p><p>�Zweite Regel�, knurrte Brox. �Nur Narren reden so viel auf dem Schlachtfeld.�</p><p>Sein K�rper knisterte pl�tzlich. Seine Bewegungen wurden langsam und schwerf�llig. Die Luft schien sich um ihn herum zu verh�rten.</p><p>Zauberei.</p><p>Malfurion hatte sich nicht um Illidan gek�mmert, so wie es der Krieger bef�rchtet hatte. Die Familienbande hatten ihn z�gern lassen, und das r�chte sich jetzt.</p><p>Das Grinsen kehrte auf Captain Varo�thens Gesicht zur�ck. Selbstsicher schritt er seinem langsamen Gegner entgegen. �Ich mag es eigentlich nicht, wenn ein Kampf zu leicht ist, aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme.� Er richtete sein Schwert auf Brox� Brust. �Mal sehen, ob dein Herz am gleichen Fleck ist wie das unsere.�</p><p>Doch im gleichen Moment h�llte ein dunkler Schatten beide Gegner ein. Brox wollte nach oben sehen, doch er war mittlerweile so langsam geworden, dass der Nachtelf ihn get�tet h�tte, ohne dass er den Kopf wieder h�tte senken k�nnen. Wenn er schon sterben sollte, dann wollte der Orc seinem M�rder wenigstens in die Augen blicken, so wie es eines Kriegers geziemte.</p><p>Aber K�nigin Azsharas Diener sah den Orc nicht mehr an. Er blickte zum Himmel. Sein Mund zuckte �rgerlich.</p><p>�Weg von ihm, Schurke!�, br�llte eine dunkle Stimme.</p><p>Varo�then wich mit einem Satz zur�ck. Brox konnte nur hilflos zusehen. Keine Sekunde sp�ter traf ein Feuersto� die Stelle, an der der Nachtelf eben noch gestanden hatte.</p><p>Die Flammen wurden so pr�zise gesteuert, dass Brox die Hitze kaum sp�rte. Das �berraschte ihn, denn er war davon ausgegangen, dass ein Drache �ber ihnen schwebte, und zwar nicht irgendeiner, sondern �</p><p>Deathwing.</p><p>Doch wenn es sich tats�chlich um den schwarzen Giganten handelte, wieso verschonte er Brox dann? Abgesehen von Deathwing gab es nur einen Drachen, der wusste, welche Gruppe sich in den Bergen aufhielt: Korialstrasz. So viel war seit der Flucht aus dem Drachennest geschehen, dass er den gro�en roten Leviathan ganz vergessen hatte. Doch der hatte anscheinend ihn und Malfurion nicht vergessen.</p><p>�Haltet euch bereit!�, rief Korialstrasz. �Ich komme.�</p><p>Brox konnte nichts tun, nur auf das K�nnen des Drachen vertrauen.</p><p>Einen Moment sp�ter legten sich Klauen um seinen K�rper, und er wurde hoch in die Luft gerissen.</p><p>Wind stach in sein Gesicht. Brox sp�rte, wie die Gewichte von seinen Gliedma�en abfielen. Entweder hatte der Rote etwas damit zu tun, oder Illidans Zauber hatte sich zuf�llig im gleichen Moment gel�st.</p><p>Malfurion hing in der anderen Klaue des Drachen. Der Druide wirkte ersch�pft und verzweifelt. Er zeigte auf den Boden weit unter sich und rief dem Drachen und dem Orc etwas zu.</p><p>Brox verstand nach einem Moment seine Worte. �Die Scheibe!�, schrie Malfurion. �Sie haben noch immer die Scheibe!�</p><p>Der Orc wollte antworten, aber in der gleichen Sekunde lie� sich Korialstrasz wieder dem Kampf entgegen fallen. Der Drache n�herte sich der Gruppe und taxierte seine Feinde nacheinander.</p><p>�Welcher ist es?�, br�llte der Riese. �Welcher?�</p><p>Die Frage war �berfl�ssig, denn Captain Varo�then zog bereits die D�monenseele aus der Tasche. Brox dachte an die Probleme, die Malfurion beim ersten Versuch gehabt hatte und hoffte, dass es dem Offizier �hnlich ergehen w�rde.</p><p>Das Gl�ck schien auf ihre Seite zur�ckgekehrt zu sein, denn Varo�then hob b�se grinsend die D�monenseele � doch nichts geschah.</p><p>Korialstrasz st�rzte sich br�llend auf den Captain. Dessen Gesicht verriet Verzweiflung.</p><p>Doch entgegen aller Logik leuchtete die Scheibe auf. Eine zweite Stimme meldete sich �ber dem Drachen. �Weg! Schnell, oder wir werden alle ��</p><p>Der Rote wurde nur von einem Ausl�ufer der Kr�fte aus der D�monenseele getroffen, aber das reichte bereits. Brox sp�rte die Schockwelle, in die Korialstrasz hinein flog. Der Drache zitterte, st�hnte � und h�rte auf, mit den Fl�geln zu schlagen.</p><p>Der Leviathan st�rzte den Berggipfeln entgegen. Der Boden kam auf ihn zu. Brox begann die Namen seiner Ahnen aufzuz�hlen und bereitete sich auf seinen Aufprall vor.</p><p>Die graue Granitwand eines Berges f�llte sein Blickfeld v�llig aus.</p><empty-line/><p>�Was hast du getan?�, zischte Illidan.</p><p>�Ich habe die Scheibe benutzt�, antwortete Captain Varo�then staunend und beeindruckt. Dann riss er sich zusammen und betrachtete zuerst die Scheibe, dann seinen Begleiter. �Du hattest Recht. Sie erf�llt alle Versprechen, die du gemacht hast und bietet noch weit mehr. Mit ihr k�nnte man herrschen wie ein K�nig ��</p><p>�Oder von Sargeras bei lebendigem Leibe geh�utet werden, nur weil man diesen Gedanken hatte.�</p><p>Die Versuchung verschwand von Varo�thens Gesicht. �Und das w�re auch richtig so, Zauberer. Ich hoffe, dir ist kein so dummer Gedanke gekommen.�</p><p>Malfurions Zwilling l�chelte knapp. �Genauso wenig wie dir, Captain.�</p><p>�Die K�nigin wird �ber den Erfolg unserer Mission erfreut sein. Wir haben die Scheibe und konnten ihre Macht an einem ausgewachsenen roten Drachen testen. Und wir haben die zur Strecke gebracht, die uns bisher behindert haben.�</p><p>�Wenn du die Scheibe anders eingesetzt h�ttest�, sagte der Magier, �k�nnten wir die beiden jetzt noch befragen.�</p><p>Varo�then schnaubte. �Was sollten sie uns noch verraten? Das hier �� Er hielt Illidan die Scheibe entgegen. �� ist alles, was wir f�r den Sieg brauchen.� Sein Mund verzog sich zu einem grausamen L�cheln. �Oder bedauerst du vielleicht das Schicksal deines Bruders? Hast du etwa ein schlechtes Gewissen?�</p><p>Illidan r�ckte seinen Schal zurecht und stie� die Luft aus. �Du hast gesehen, wie ich mit ihm umgegangen bin. Sah das f�r dich nach Bruderliebe aus?�</p><p>�Da hast du Recht�, stimmte der Captain nach einem Moment zu. Dann steckte er die Scheibe wieder in seine Tasche. Irritiert hob er die Augenbrauen.</p><p>�Stimmt etwas nicht, Captain?�</p><p>�Nein � da waren nur � es klang wie Stimmen � nein � es war nichts.� Er bemerkte nicht den interessierten Ausdruck auf dem Gesicht des Nachtelfs, der in dem Moment verschwand, als er ihn ansah. �Vergiss es. Komm jetzt. Die Katzen stehen wieder unter unserer Kontrolle. Die Scheibe muss so schnell wie m�glich nach Zin-Azshari zur�ckgebracht werden.�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>Varo�then stieg auf sein Reittier. Illidan tat das Gleiche, schaute jedoch noch einmal zur�ck zu den Bergen.</p><p>Sein Blick war verbittert.</p><empty-line/><p>Sie h�tten l�ngst zur�ck sein m�ssen. Daran dachte Rhonin, wenn er in die Richtung blickte, in die Krasus und die anderen geritten waren. Sie h�tten zur�ck sein m�ssen. Er sp�rte, dass etwas schief gelaufen war. Als die Nachts�bler mit Krasus� Notiz ins Lager getrabt waren, hatte Rhonin neue Hoffnung gesch�pft. Mit Korialstrasz� Hilfe h�tte die Gruppe weitaus schneller vorankommen m�ssen. Sie h�tten ihr Ziel schon vor langer Zeit erreicht gehabt, und Krasus h�tte sicherlich keine Zeit verschwendet, sondern sich sofort auf die Suche nach der Scheibe gemacht.</p><p>Aber etwas war furchtbar schiefgegangen.</p><p>Gegen�ber Jarod erw�hnte er seine Sorge nicht, denn der Nachtelf hatte andere Probleme. Das Treffen in Blackforests Zelt war ein Erfolg gewesen. Jarod hatte seine Position gefestigt, indem er einfach nur er selbst gewesen war. Der ehemalige Wachsoldat hatte w�hrend der letzten Schlacht einen Punkt erreicht, an dem er t�richte Befehle, egal, von welcher Kaste sie stammten, nicht mehr hinnehmen konnte.</p><p>Als ein anderer Adliger ein Flankenman�ver vorschlug, das die Streitmacht zerrissen h�tte, war Jarod aufgestanden und hatte erkl�rt, dass dies in einem Debakel und der Vernichtung der Nachtelfen enden w�rde. Dass er dies �berhaupt Personen erkl�ren musste, die als gebildet und weise galten, �berraschte den Menschen. Schlie�lich war es Jarod gelungen, jeden einzelnen Adligen auf seine Seite zu ziehen. Es erleichterte sie, dass sie jemanden gefunden hatten, der Milit�rtaktiken instinktiv verstand.</p><p>Rhonin hatte anfangs geglaubt, er m�sse Jarod unterst�tzen, doch dann bemerkte er, dass der junge Nachtelf tats�chlich wusste, was er tat. Der Zauberer kannte Leute wie Jarod. Sie verf�gten �ber ein nat�rliches Talent, das kein Studium verleihen konnte. Er dankte Elune oder welche Gottheit auch immer daf�r gesorgt hatte, dass jemand wie Jarod Ravencrests Platz eingenommen hatte.</p><p>Doch w�rde das Talent des Captains ohne die Scheibe ausreichen?</p><p>Jarod trat neben den Magier. Der Anf�hrer der Streitmacht wider Willen trug eine neue polierte R�stung, die ihm Blackforest geschenkt hatte. Es befand sich kein Wappen auf der Brust, nur rote und orangefarbene Streifen, die an den H�ften endeten. Der Umhang zeigte die gleichen Farben und umschmiegte seinen K�rper wie eine Geliebte. Er trug einen Helm, dessen feuerroter Fellschwanz aus gef�rbtem Nachts�blerfell bestand und fast bis auf die Schultern reichte.</p><p>Ihm folgte ein Tross aus Unter- und Verbindungsoffizieren. Jarod schickte sie weg, bevor er sich an Rhonin wandte.</p><p>�Fr�her einmal habe ich von einem hohen Rang und feiner Kleidung getr�umt�, sagte er s�uerlich, �aber jetzt sehe ich aus wie ein aufgeblasener Narr.�</p><p>�Da widerspreche ich dir nicht�, gab Rhonin zu. �Aber es beeindruckt deine Offiziere, also musst du mitspielen, zumindest f�rs erste. Wenn du gr��ere Autorit�t erlangt hast, kannst du die Sachen immer noch ablegen.�</p><p>�Ich kann es kaum erwarten.�</p><p>Der Zauberer f�hrte ihn weiter von den anderen weg. �Du solltest bessere Laune ausstrahlen, Jarod. Du bist die gro�e Hoffnung deiner Leute, aber du wirkst niedergeschlagen. Das k�nnte sie auf die Idee bringen, dass die Chancen schlecht stehen.�</p><p>�Ich f�rchte, dass unsere Chancen schlecht stehen, vor allem, wenn ich die Armee anf�hren soll.�</p><p>Der Mensch lie� diesen Satz nicht auf sich beruhen. Er beugte sich vor und knurrte: �Nur wegen dir haben wir �berlebt! Ohne dich w�re auch ich tot. Das musst du endlich akzeptieren! Wir haben noch nichts von den anderen geh�rt. Das k�nnte bedeuten, dass du, ich und die Soldaten, die in der Schlacht sterben werden, vielleicht die einzige Hoffnung sind, die Kalimdor noch bleibt � und der Zukunft!�</p><p>Er ging nicht weiter darauf ein, denn der Offizier h�tte die Wahrheit nicht verstanden. Jarod wusste nicht, dass Rhonin aus einer zehntausend Jahre entfernten Zukunft stammte. Wie sollte ihm der Zauberer erkl�ren, dass er nicht nur f�r die Lebenden k�mpfte, sondern auch f�r die, die erst noch geboren werden sollten und die er mehr als alle anderen liebte.</p><p>�Ich wollte das nie ��, protestierte Jarod.</p><p>�Keiner von uns wollte es.�</p><p>Der Nachtelf seufzte. Er zog den h�sslichen Helm ab und wischte sich �ber die Stirn. �Du hast Recht, Rhonin. Vergib mir. Ich werde tun, was ich kann, auch wenn ich nicht versprechen kann, dass es etwas n�tzen wird.�</p><p>�Mach einfach so weiter wie bisher � du machst alles richtig. Wenn du dich in Lord Desdel Stareye verwandeln w�rdest, w�ren wir alle verloren.�</p><p>Der frisch gebackene Kommandant blickte auf seine makellose R�stung und schnaubte abwertend. �Dass das nicht passieren wird, kann ich versprechen.�</p><p>Der Zauberer l�chelte �ber diese Antwort. �Das freut ��</p><p>Ein Horn wurde geblasen. Ein Schlachthorn.</p><p>Rhonin sah �ber seine Schulter. �Das kommt vom Rand der rechten Flanke. Da k�nnen sich keine Legionskrieger aufhalten. Wir h�tten einen solchen Vorsto� doch bemerkt.�</p><p>Jarod setzte seinen Helm auf. �Und doch ist es geschehen.� Er winkte die Soldaten zu sich. �Steigt auf und bringt mir meine Katze. Auch die des Magiers. Wir m�ssen herausfinden, was da hinten passiert.�</p><p>Die Tiere wurden augenblicklich gebracht. Eine solche Effizienz hatte Rhonin unter Stareyes Kommando nicht festgestellt. Diese Soldaten respektierten Jarod, und das lag nicht daran, dass die Adligen ihn unterst�tzten. Seine Taten hatten sich herumgesprochen. Die K�mpfer wussten, dass er die Z�gel in die Hand genommen hatte, als bereits alles verloren schien.</p><p>W�hrend der Captain � nein, der ehemalige Captain, korrigierte sich Rhonin � aufsa�, schien eine Ver�nderung in ihm vorzugehen. Sein ehemals unschuldiges Gesicht zeigte mit einem Mal grimmige Entschlossenheit. Er trieb seinen Nachts�bler zur Eile an und �bernahm die F�hrung.</p><p>Erneut erklang das Horn. Der Zauberer bemerkte, dass es sich um ein Nachtelfenhorn handelte. Jarod hatte unmittelbar nach �bernahme seines Kommandos angeordnet, die Reihen der Nachtelfen und ihrer Verb�ndeten st�rker zu mischen. Huln und Dungards Krieger standen nicht mehr an einer Seite, sondern waren den Nachtelfen-Einheiten zugeteilt worden. Sogar die Furbolgs hatten eine Aufgabe erhalten. Sie verst�rkten die Keilformationen und sorgten mit ihren Keulen daf�r, dass keine Teufelswache bis zu den wertvollen Zauberern und Bogensch�tzen vorzudringen vermochte.</p><p>Viele Kleinigkeiten waren ver�ndert worden, Dinge, die Rhonin vorher kaum bemerkt hatte. Doch jetzt musste sich zeigen, ob die neu gestaltete Streitmacht dem Druck eines unerwarteten Angriffs gewachsen war. Niemand hatte geglaubt, dass Archimonde so schnell reagieren w�rde.</p><p>Aber als sie sich dem Schlachtfeld n�herten, stie�en sie nicht etwa auf das Erwartete, sondern fanden haupts�chlich Verwirrung. Nachtelfen versuchten nach vorne zu st�rmen, doch die Tauren und Irdenen, die Rhonin sah, nahmen am Kampf nicht teil. Sie standen reglos zwischen K�mpfern, die verzweifelt versuchten, die L�cken in den Reihen zu f�llen, die durch ihre Teilnahmslosigkeit entstanden.</p><p>�Bei Mutter Mond, was tun sie da?�, stie� Jarod hervor. �Sie ruinieren alles. Ausgerechnet jetzt, wo ich die Adligen von ihrem Nutzen �berzeugt habe!�</p><p>Rhonin wollte antworten, bemerkte jedoch im gleichen Moment eine Bewegung hinter der Linie. Der Feind war n�her als erwartet. Der Zauberer sah gewaltige Gestalten, gefl�gelte Kreaturen und einige seltsame Wesen, denen er trotz zahlreicher K�mpfe gegen die Legion noch nie begegnet war.</p><p>Sie bewegten sich beinahe gem�tlich und stie�en kein Kriegsgeschrei aus. Riesen, gegen die jeder D�mon, den Rhonin je gesehen hatte, wie ein Zwerg wirkte, marschierten zwischen ihnen. Die gefl�gelten Wesen, die �ber ihnen schwebten, geh�rten nicht zur Verdammniswache. Solche Kreaturen waren ihm unbekannt.</p><p>Jarod hielt seinen Nachts�bler neben einem Tauren an, der sich als Huln herausstellte. �Was soll das? Wieso k�mpft ihr nicht?�</p><p>Der Taure blinzelte und sah Jarod an, als habe dieser den Verstand verloren. �Wir werden nicht gegen sie k�mpfen! Das geht nicht.�</p><p>Zwei Irdene, die neben ihm standen, stimmten seinen Worten nickend zu. Jarod wirkte einen Moment lang verzweifelt, doch schlie�lich kehrte seine Entschlossenheit zur�ck.</p><p>�Dann werden wir allein gegen sie k�mpfen�, knurrte er und lenkte sein Reittier an dem Tauren vorbei.</p><p>Aber Rhonin hatte einen Verdacht, weshalb die Verb�ndeten z�gerten. �Warte, Jarod!�</p><p>�Bist du jetzt auch gegen uns?�</p><p>Die Gestalten waren in der Zwischenzeit so nahe herangekommen, dass Rhonin ihre Gesichter erkennen konnte. Erleichtert bemerkte er, dass es richtig gewesen war, Jarod aufzuhalten.</p><p>�Sie geh�ren nicht zur Legion. Sie wollen sich uns <emphasis>anschlie�en</emphasis>. Dessen bin ich mir sicher.�</p><p>Erst jetzt sah er das gewaltige Wesen, das die anderen anf�hrte. Es bewegte sich auf vier Beinen und trug ein m�chtiges Geweih auf dem Kopf. Ihm folgten Gestalten, die an Satyrn erinnerten. Sie hatten den Oberk�rper einer Nachtelfe, aber die Beine eines Rehs. Alle waren weiblich, jung und sch�n. Sie schienen Mischwesen aus Tieren und Pflanzen zu sein, denn ihre Haut bestand aus gr�nen Bl�ttern. Sie wirkten zwar zerbrechlich, aber in ihrem Blick lag eine H�rte, die jeden Feind davor warnte, sie zu untersch�tzen.</p><p>Die Soldaten waren mit ihren Kampfvorbereitungen besch�ftigt und achteten nicht auf die einzelnen Wesen. Rhonin erkannte, dass eine Katastrophe drohte.</p><p>�Jarod, komm mit. Schnell!�</p><p>Der Zauberer lenkte seinen Nachts�bler an den verwirrten Soldaten vorbei, den Wesen entgegen. Jarod folgte ihm, rief jedoch: �Bist du wahnsinnig? Was soll das?�</p><p>�Vertrau mir, das sind Verb�ndete!�</p><p>Der Anf�hrer der Wesen stand so pl�tzlich vor Rhonin, dass der Magier beinahe mit ihm zusammengeprallt w�re.</p><p>�Ich gr��e dich, Rhonin Redhair�, donnerte die Stimme des geh�rnten Wesens. Die weiblichen Gestalten sahen den Zauberer neugierig an. �Wir wollen gemeinsam mit euch um unsere Welt k�mpfen.� Er blickte zu Jarod Shadowsong. �Sollen wir unsere Handlungen mit ihm absprechen?�</p><p>Der Mensch sah seinen Begleiter an, der mit offenem Mund auf seinem Reittier sa�. �Ja. Vergebt ihm. Ich bin selbst �berrascht, dass Ihr gekommen seid, Cenarius.�</p><p>�Cenarius ��, murmelte Jarod. �Der Herr des Waldes?�</p><p>�Ja, und ich glaube, er hat ein wenig Unterst�tzung mitgebracht�, f�gte Rhonin hinzu und sah an dem mystischen W�chter vorbei.</p><p>Es kam ihm vor, als seien die Legenden aus seiner Kindheit zum Leben erwacht � und vielleicht stimmte das auch. Rhonin und der Nachtelf blickten empor zu Giganten, die es nur in den Tr�umen der Sterblichen gab. Der Herr des Waldes war zwar gro�, aber gegen einige seiner Begleiter erschien er geradezu zwergenhaft. Zwei B�renwesen, so gro� wie Berge, rahmten ihn ein. Eines der beiden Gesch�pfe betrachtete Rhenin interessiert. Hinter ihnen ragte eine Gestalt auf, die nur wenig kleiner war und an einen Vielfra� erinnerte. Sie hatte sechs Beine, und ihr Schlangenschwanz peitschte aufgeregt in Erwartung des bevorstehenden Kampfes. Ihre Klauen rissen den Boden auf und hinterlie�en tiefe Furchen.</p><p>�ber allen erhob sich ein gewaltiger Eber, dessen M�hne aus scharfen, vielleicht sogar t�dlichen Dornen bestand. Rhonin war �ber den Namen einst bei seinen Studien gestolpert. Agamaggan � ein Halbgott voller Urwut.</p><p>Andere Wesen waren kleiner, aber ebenso beeindruckend. Rhonin sah eine gef�hrlich wirkende Vogelfrau, die von Vogelschw�rmen umkreist wurde. Ein kleiner roter Fuchs mit gnomenhaften Gesichtsz�gen lief zwischen den Beinen der Riesen umher. M�nner mit Schmetterlingsfl�geln, die Schwerter trugen, schwebten neben ihnen.</p><p>Ein strahlend wei�er Schemen blitzte am Rand von Rhonins Gesichtsfeld auf. Er drehte sich danach um, sah jedoch nichts. Doch in seinen Gedanken tauchte das Bild eines gewaltigen Hirschs auf, dessen Geweih bis in den Himmel reichte.</p><p>Die Prozession der Gestalten riss nicht ab. Rhonin sah M�nner, die ihre Gesichter unter Kapuzen verbargen und deren Haut aus der Rinde einer Eiche zu bestehen schien. Hippogriffs und Greife flatterten �ber ihnen, w�hrend gro�e K�fer mit menschlichen Gesichtern geduldig in der leichten Brise flogen. Weiter hinten standen Wesen, so fremdartig, dass der Zauberer sie kaum beschreiben konnte, aber jedes einzelne erinnerte ihn an einen bestimmten Aspekt der Natur.</p><p>Rhonin sp�rte die gewaltigen Energien, die ein jedes dieser Besch�tzer-Wesen umgab. In ihnen vereinten sich die nat�rlichen Kr�fte der Welt.</p><p>�Jarod Shadowsong�, brachte der Zauberer schlie�lich hervor, �darf ich dir die Halbg�tter Kalimdors vorstellen? <emphasis>Alle</emphasis> Halbg�tter Kalimdors?�</p><p>�Wir stehen dir zur Verf�gung�, f�gte Cenarius hinzu und kniete mit seinen Vorderl�ufen nieder. Die anderen Halbg�tter folgten seinem Beispiel.</p><p>Der neue Kommandant der Armee schluckte und rang um Worte.</p><p>Rhonin sah sich um. Hinter ihm zeigten die Soldaten, die Tauren, Irdenen und Furbolgs den gleichen staunenden Gesichtsausdruck. Die meisten wussten, dass die Wesen, die vor ihnen standen, uralt und m�chtig waren � und nun wussten sie au�erdem, dass sie Jarod als ihren Kommandanten anerkannten.</p><p>Cenarius erhob sich. Er sah den Nachtelf wie ein gleichberechtigtes Wesen an. �Wir erwarten deine Befehle.�</p><p>Der ehemalige Captain straffte sich und antwortete: �Ich danke euch. Eure St�rke ist uns willkommen. Mit etwas Gl�ck wird es uns jetzt gelingen, diesen Kampf zu �berleben.�</p><p>Der Herr des Waldes nickte. Sein Blick glitt �ber die sterblichen K�mpfer. Sein b�rtiges Gesicht verriet Entschlossenheit. �Ja, du hast Recht, Lord Shadowsong � mit etwas Gl�ck ��</p></section><section><title><p>12</p></title><p>Als Malfurion aus der Bewusstlosigkeit erwachte, tobten starke Schmerzen durch seinen K�rper. Beinahe w�re sein Geist zur�ck in die Dunkelheit gerutscht, doch ein Gef�hl von Dringlichkeit hielt ihn davon ab. Langsam begann der Druide, Ger�usche wahrzunehmen, beziehungsweise das Fehlen von solchen.</p><p>Er �ffnete die Augen und blickte in die weichen Schatten der Nacht. Malfurion war froh, dass ihn das Tageslicht nicht blendete. Vorsichtig setzte er sich auf und sah sich um.</p><p>Erschrocken stie� er die Luft aus.</p><p>Einige Schritte entfernt lag Korialstrasz reglos in einem Krater, den er wahrscheinlich durch den Aufprall selbst geschaffen hatte.</p><p>�Er � lebt�, sagte eine verschmutzte Gestalt, die sich aus den Schatten erhob. �Das � das kann ich dir versichern.�</p><p>�Krasus?�</p><p>Der Magier taumelte ihm entgegen. Er wirkte blasser und hagerer als jemals zuvor. �Nicht gerade die Um � Umst�nde, die ich mir f�r unser Wiedersehen � gew�nscht h�tte.�</p><p>Malfurion ergriff den Arm des Drachenmagiers und f�hrte ihn zu einem abgeflachten Stein, auf den er sich setzen konnte.</p><p>�Was ist passiert? Wieso bist du hier?�</p><p>Krasus holte tief Luft, dann berichtete er von der Verfolgungsjagd des schwarzen Drachens und wie er versucht hatte, Zeit f�r den Nachtelf und den Orc zu gewinnen. W�hrend er redete, schien ein Gro�teil seiner St�rke zur�ckzukehren. Der Nachtelf nahm an, dass dies mit den Gaben seines Volkes zusammenhing.</p><p>Doch dann erinnerte sich Malfurion an einen weiteren Gef�hrten. �Brox�, stie� er hervor und sah sich um. �Ist er ��</p><p>�Der Orc lebt. Ich glaube, seine Haut und sein Sch�del sind h�rter als die eines Drachen. Er kam zu mir, als ich das Bewusstsein wiedererlangte. Ich glaube, er sucht gerade nach Nahrung und Wasser. Unsere Vorr�te wurden bei dem Absturz ja vernichtet.� Krasus sch�ttelte den Kopf, bevor er fortfuhr: �Wir k�nnen uns auch bei Korialstrasz f�r unsere relativ gute Gesundheit bedanken. Er hat getan, was er konnte, um uns zu sch�tzen, inklusive eines hastig gewobenen Zaubers. An sich selbst hat er nicht gedacht.� Der Magier sagte dies voller Stolz.</p><p>�Soll ich versuchen, ihn zu heilen, so wie damals?�</p><p>�Nein � damals konntest du deine St�rke aus einem gesunden Land ziehen. Hier w�rdest du zu viel von deiner eigenen Kraft verlieren. Er w�rde das nicht wollen. Au�erdem gibt es einen anderen Weg.�</p><p>Krasus ging jedoch nicht n�her darauf ein, sondern sagte statt dessen: �Korialstrasz und ich fanden einander � beziehungsweise, er fand mich, als ich mich nach einer sehr knappen Flucht vor dem Schwarzen ausruhte. Er hatte einen von Deathwings W�chtern get�tet und zu Recht bef�rchtet, dass unser Plan, die Scheibe zu stehlen, schiefgegangen ist.�</p><p>Krasus war auf Korialstrasz� R�cken gestiegen. Gemeinsam hatten sie einen Umweg gew�hlt, um Deathwing und seinen anderen W�chtern zu entgehen. Dann waren sie den magischen Spuren gefolgt, die die D�monenseele hinterlie�. Leider hatten sie ihre Gef�hrten erst gefunden, nachdem sie gefangen genommen worden waren und die Scheibe verloren hatten.</p><p>�Das war dein Bruder, nicht wahr, Malfurion?�</p><p>Der Druide lie� den Kopf h�ngen. �Ja. Er � ich wei� nicht, was ich sagen soll, Krasus.�</p><p>�Illidan wurde von ihnen korrumpiert�, sagte der Magier deutlich. �Das solltest du niemals vergessen.� Etwas in seinem Tonfall deutete daraufhin, dass er mehr �ber Malfurions Zwilling wusste. Doch er lie� sich nicht mehr entlocken.</p><p>�Was machen wir jetzt? Holen wir uns die D�monenseele?�</p><p>�Ich sehe keine andere M�glichkeit. Aber zuerst musst du mir erz�hlen, was vor meiner Ankunft geschehen ist.�</p><p>Malfurion nickte und berichtete alles �ber ihre Gefangennahme, �ber die Entwendung der Scheibe und die anstrengende Reise. Jedes Mal, wenn er Illidans Namen erw�hnen musste, erstickte er beinahe daran.</p><p>Krasus h�rte mit steinerner Miene zu, als der Nachtelf darlegte, zu welchem Zweck der Palast die D�monenseele einsetzen wollte. Erst als er seine Geschichte beendet hatte, antwortete der Magier.</p><p>�Ihre Pl�ne sind noch finsterer, als ich bef�rchtet hatte�, murmelte er halb an sich selbst gewandt. �Und doch liegt darin auch ein wenig Hoffnung ��</p><p>�Hoffnung?� Malfurion sah nichts Hoffnungsvolles in den Dingen, die er seinem Gegen�ber erz�hlt hatte.</p><p>�Ja.� Krasus erhob sich und verschr�nkte nachdenklich die Arme vor der Brust. �Wenn wir sie nur dazu bringen k�nnten, <emphasis>zuzuh�ren</emphasis>.�</p><p>�Wen?�</p><p>�Die Aspekte.�</p><p>Der Nachtelf sch�ttelte energisch den Kopf. �Aber das k�nnen wir nicht. Sie haben sich ja sogar von dir zur�ckgezogen. Wenn Korialstrasz bei Bewusstsein w�re, k�nnten wir ��</p><p>�Ja�, unterbrach ihn der Drachenmagier. �Und Korialstrasz wird uns vielleicht eine Hilfe bei diesem Unterfangen sein � vorausgesetzt ich kenne die Herrin des Lebens wirklich so gut, wie ich glaube.�</p><p>Seine Worte ergaben keinen Sinn, aber daran hatte sich Malfurion bereits gew�hnt. Wenn Krasus etwas plante, w�rde ihn der Nachtelf mit all seiner Kraft dabei unterst�tzen.</p><p>Das Knirschen loser Steine k�ndigte Brox� R�ckkehr an. Leider brachte der Orc nichts mit.</p><p>�Kein Bach, keine Pf�tze, keine Nahrung, noch nicht mal Insekten�, meldete der Krieger. �Ich habe versagt, Weiser.�</p><p>�Du hast getan, was du konntest, Brox. Auch weit entfernt von Deathwings Nest ist dies noch ein �des Land.�</p><p>Malfurion spannte sich an, als er den Namen des schwarzen Drachen h�rte. �Glaubst du, dass er uns weiter verfolgen wird?�</p><p>�Es w�rde mich �berraschen, wenn er es nicht t�te. Wir m�ssen etwas versuchen, bevor das geschieht.� Krasus blickte �ber seine Schulter auf den reglosen Korialstrasz. �Zum Gl�ck hat dieser Captain Varo�then die Scheibe allzu hastig eingesetzt, sonst w�re von uns nur Asche geblieben. Korialstrasz kann sich erholen, das wei� ich, aber wir m�ssen den ersten Kontakt aufnehmen. Und wenn ich wir sage, meine ich <emphasis>dich</emphasis>, Nachtelf.�</p><p>�Mich?�</p><p>Krasus� Augen verengten sich. Malfurion war noch nie aufgefallen, wie reptilienhaft sie waren. �Ja, du musst den Smaragdgr�nen Traum betreten und Ysera, seine Herrscherin, finden.�</p><p>�Aber das haben wir doch schon versucht, als die Drachen von der D�monenseele vertrieben wurden. Sie hat eine Antwort verweigert.�</p><p>�Dann wirst du ihr dieses Mal sagen, dass Alexstrasza erfahren muss, dass Korialstrasz im Sterben liegt.�</p><p>Entsetzt betrachtete Malfurion den gewaltigen K�rper, aber Krasus sch�ttelte nur den Kopf. �Nein. Vertraue mir. Ich h�tte gr��ere Angst davor als alle anderen. Bring diese Nachricht Ysera. Sie wird die Herrin des Lebens in jedem Fall davon unterrichten.�</p><p>�Du verlangst, dass ich die Herrscherin der Traumwelt <emphasis>bel�ge</emphasis>?�</p><p>�Es gibt keine andere M�glichkeit.�</p><p>Der Druide dachte dar�ber nach und begriff, dass sein Begleiter Recht hatte. Eine solche Schreckensmeldung w�rde die Aufmerksamkeit der Aspekte erregen. Sie w�rden Malfurion glauben, denn niemand w�re ein solcher Narr, ihren Zorn wegen eines L�genm�rchens auf sich zu ziehen.</p><p>Es blieb nur die Frage, was die Drachen mit ihm tun w�rden, wenn sie herausfanden, dass er eben doch so n�rrisch war.</p><p>Doch dar�ber durfte Malfurion nicht nachdenken. Er vertraute Krasus. �Ich werde es tun.�</p><p>�Ich werde versuchen, auf dich aufzupassen. Brox, du wirst uns beide besch�tzen, sollte es n�tig sein.�</p><p>Der Orc verneigte sich. �Ich f�hle mich geehrt.�</p><p>Malfurion setzte sich mit �bereinander geschlagenen Beinen auf den Boden und vertrieb alle st�renden Gedanken aus seinem Geist. Dann verdr�ngte er die Schmerzen seines K�rpers. Als sie nachlie�en, begann er sich auf das mystische Reich zu konzentrieren.</p><p>Trotz seiner Ersch�pfung fiel es dem Nachtelf so leicht wie nie zuvor, den Smaragdgr�nen Traum zu betreten. Ein wenig verst�rend war nur die W�rme, die er in den beiden kleinen Beulen auf seiner Stirn sp�rte. Malfurion h�tte sie am liebsten ber�hrt, weil er wissen wollte, ob sie gr��er geworden waren, aber er hielt sich zur�ck. Die Suche nach Ysera war wichtiger.</p><p>Im ersten Moment wollte er die Landschaft nach ihr durchsuchen, doch dann dachte er daran, wer sie war. Theoretisch musste er sie einfach nur rufen. Ob sie darauf reagierte, war eine ganz andere Frage.</p><p><emphasis>Herrscherin des Smaragdtraums</emphasis>, rief Malfurion in seinem Geist. <emphasis>Herrin der Tr�ume � Ysera �</emphasis></p><p>Der Druide sp�rte keine andere Pr�senz, wusste jedoch, dass er es weiter versuchen musste. Sie war irgendwo in diesem Traum � oder �berall. Ysera w�rde ihn h�ren.</p><p>Ysera, ich habe schlimme Neuigkeiten f�r die Herrin des Lebens � ihr Gef�hrte Korialstrasz liegt im Sterben � Malfurion stellte sich die Szene in seinem Geist vor, wollte vermitteln, wo genau sich der Drache befand. Korialstrasz wird sterben �</p><p>Er wartete. Die Herrin der Tr�ume musste einfach darauf reagieren. Sie w�rde eine solche Trag�die doch wohl nicht ignorieren.</p><p>Die Zeit verging auf seltsame Weise im Smaragdgr�nen Traum, doch auch hier verging sie. Malfurion wartete lange, aber er sp�rte die gr�ne Drachenherrscherin nicht.</p><p>Schlie�lich begann er zu ahnen, dass es hoffnungslos war. Frustriert �ber diesen Fehlschlag kehrte er in seinen K�rper zur�ck.</p><p>Krasus sah ihn nerv�s an. �Hat sie reagiert?�</p><p>�Nein � nichts.�</p><p>Der Magier blickte mit gerunzelter Stirn zur Seite. �Aber sie h�tte reagieren m�ssen�, murmelte er. �Sie wei�, was das f�r Alexstrasza bedeuten w�rde.�</p><p>�Ich habe getan, was du verlangtest�, erkl�rte der Druide. Er wollte nicht, dass Krasus glaubte, es sei sein Fehler. �Ich habe alles so gesagt, wie du es vorgeschlagen hast.�</p><p>Der Magier legte ihm die Hand auf die Schulter. �Das wei� ich, Malfurion. Ich habe vollstes Vertrauen in dich. Es ist ��</p><p>�Drache!�</p><p>Brox� Warnschrei kam nur Sekundenbruchteile, bevor der riesige K�rper durch die Wolkendecke brach. Malfurion konzentrierte sich auf diese Wolken, hoffte, dass er auf ihre Hilfe im Kampf gegen den Angreifer bauen konnte.</p><p>Aber es war nicht der schwarze Drache, der sich ihnen n�herte, sondern ein Drache, der Krasus in herzhaftes Lachen ausbrechen lie�. Der Nachtelf und der Orc sahen ihren �lteren Begleiter besorgt an.</p><p>�Sie ist es! Ich h�tte wissen m�ssen, dass sie solch schrecklichen Ger�chten selbst nachgehen w�rde.�</p><p>Ein roter Drache, so gro� wie Deathwing, schwebte �ber der Landschaft. Malfurion betrachtete ihn und bemerkte einige Besonderheiten, die ihm bekannt vorkamen. Er hatte diesen Drachen schon einmal gesehen.</p><p>Alexstrasza, der Aspekt des Lebens, landete elegant neben Korialstrasz� K�rper. Trotz ihrer reptilienhaften Mimik erkannte Malfurion, wie besorgt und �ngstlich sie war.</p><p>�Er darf nicht tot sein�, stie� sie hervor. �Das lasse ich nicht zu!�</p><p>Krasus ging auf den reglosen Drachen zu und zeigte sich seiner Herrin. �Das braucht Ihr auch nicht, meine K�nigin, denn wie Ihr seht, lebt er.�</p><p>Ihre Trauer verwandelte sich in Verwirrung, dann in Wut. Alexstrasza neigte ihren Kopf dem winzigen Magier entgegen, bis ihre Schnauze keine Arml�nge von ihm entfernt war.</p><p>�Gerade du solltest wissen, wie furchtbar diese List war. Ich dachte, du � er ��</p><p>�Die D�monenseele hat sich gro�e M�he gegeben, das zu erreichen�, antwortete der Magier. �W�re ihr augenblicklicher Besitzer in ihrer Handhabung ge�bt, l�gen jetzt vier Tote vor Euch.�</p><p>�Du kannst das sp�ter erkl�ren�, zischte die Drachenk�nigin. �Zuerst muss ich mich um ihn k�mmern.�</p><p>Sie beugte sich �ber Korialstrasz und breitete ihre Fl�gel aus, als wolle sie ihn umarmen. Ein goldenes Leuchten umgab sie und dehnte sich wenig sp�ter auf Korialstrasz aus. Malfurion sp�rte eine angenehme W�rme, die seine Gedanken beruhigte. Ihm fiel auf, dass Alexstrasza ein wichtigerer Teil des Ganzen war als Ysera. Druiden arbeiteten mit den Kr�ften der Natur, und niemand repr�sentierte diese besser als die Herrin des Lebens.</p><p>�Er hat so sehr gelitten�, sagte sie sanft. �Die D�monenseele hat ihm gro�es Leid zugef�gt, aber er wird sich vollst�ndig davon erholen � wenn er dazu die Gelegenheit bekommt.�</p><p>Die goldene Aura wurde schw�cher. Alexstrasza hob ihren riesigen Kopf dem Himmel entgegen und stie� einen lauten Schrei aus.</p><p>Wie aus dem Nichts brachen zwei weitere rote Drachen durch die Wolken. Sie kreisten einmal um Korialstrasz, dann landeten sie neben ihm. Sie waren so gro� wie er, aber deutlich kleiner als ihre K�nigin.</p><p>�Was befehlt Ihr, meine K�nigin?�</p><p>�Bringt ihn zur�ck ins Nest und legt ihn in die Grotte der Schattenrose. Dort werden sein Geist und sein K�rper schneller genesen. Seid sanft zu ihm, Tyran.�</p><p>Der Gr��ere der beiden Drachen neigte respektvoll den Kopf. �Nat�rlich, meine K�nigin.�</p><p>�Er wird unter einigen Erinnerungsl�cken leiden�, unterbrach Krasus das Gespr�ch. Er schien sich in der Gesellschaft der Drachen wohlzuf�hlen. Malfurion musste sich ins Ged�chtnis rufen, dass das nicht verwunderlich war, da er ja selbst zu den Drachen geh�rte. �Diese Erinnerungen wird er nie zur�ck bekommen�, f�gte der Magier hinzu.</p><p>�Das ist vielleicht gut so�, antwortete Alexstrasza und sah die winzige Gestalt voller Zuneigung an.</p><p>�Das denke ich auch.�</p><p>Krasus trat zur�ck, als die beiden Drachen � wahrscheinlich Alexstraszas andere Gef�hrten � Korialstrasz vorsichtig hochhoben. Der Aspekt wandte sich w�hrenddessen dem Magier zu. Au�er Zuneigung las Malfurion jetzt auch �rger im Gesicht der K�nigin.</p><p>�Das war keine sonderlich nette L�ge, die du mir aufgetischt hast! Ysera hat mir sofort Bescheid gesagt, und obwohl ich es eigentlich nicht wollte, musste ich der Sache nat�rlich nachgehen � genau wie du es vorausgesehen hast.�</p><p>�Wenn ich Euch ver�rgert haben sollte�, antwortete Krasus mit einer tiefen Verbeugung, �akzeptiere ich Eure Ver�rgerung und Eure Strafe.�</p><p>Der gro�e Drache zischte. �Du hast mich hierher gebracht, um mir davon zu berichten, in welche H�nde die D�monenseele gefallen ist. Also sag mir, was sich hier abgespielt hat.�</p><p>Der Magier erz�hlte seine Geschichte. Alexstraszas Gesichtsausdruck wechselte mehrmals, und ein Teil ihres �rgers schwand. Als Krasus seinen Bericht beendete, wirkte sie vor allem ungl�ubig.</p><p>�Ihr wart in Neltharions innerster Kammer? Es ist ein Wunder, dass ihr noch lebt.� Sie legte den Kopf schr�g und betrachtete Krasus. �Doch langsam gew�hne ich mich an deine �berraschungen. Schade nur, dass nach all diesen Anstrengungen die Scheibe in den F�ngen von Kreaturen gelandet ist, die auf ihre Weise ebenso monstr�s sind wie der Erdw�chter.�</p><p>�Ja, aber diese scheinbare Katastrophe verschafft uns die M�glichkeit, zumindest einen Teil Kalimdors zu retten, meine K�nigin. Ihr Ziel ist es, ihren Herrscher Sargeras in unsere Welt zu holen.�</p><p>�Und damit das gelingt, ben�tigen sie die D�monenseele.�</p><p>�Genau � das bedeutet, dass sie die Scheibe f�r nichts anderes verwenden k�nnen, nur f�r diesen Versuch.� Krasus hielt ihren Blick fest. �Die Drachen m�ssen sie nicht mehr f�rchten. Dies ist die Stunde, in der die Legion am schw�chsten ist.�</p><p>�Aber die Scheibe ��</p><p>�Dies ist auch unsere einzige Chance, die D�monenseele zur�ckzuholen�, erkl�rte er. �Selbst wenn du sie nicht zerst�ren kannst, lassen sich ihre Kr�fte in einer Weise binden, die es Deathwing unm�glich machen wird, sie je wieder einzusetzen.�</p><p>�Deathwing�, knurrte sie. �Wie passend ist dieser Name. Es gibt Neltharion nicht mehr, der Erdw�chter ist von uns gegangen. Nun ist er wahrlich Deathwing � und du hast Recht. Wir m�ssen die Gelegenheit nutzen, uns f�r immer von seiner schrecklichen Sch�pfung zu befreien.�</p><p>Alexstrasza bemerkte nicht, dass sich Krasus� Gesichtsausdruck einen Augenblick lang verdunkelte, aber Malfurion fiel es sofort auf. Offenbar verschwieg der Magier seiner K�nigin etwas. Der Nachtelf sagte nichts. Er war sich sicher, dass Krasus sein Geheimnis aus gutem Grund wahrte.</p><p>�Malygos n�tzt uns im Moment leider nichts�, sagte die rote K�nigin nachdenklich. �Und der Zeitlose ist weiterhin verschwunden, auch wenn sein Clan sich uns angeschlossen hat. Yseras Drachen und meine eigenen stehen ebenfalls bereit �� Sie nickte. �Ja, es ist machbar. Du hast Recht. Ich werde mit ihr und den Gef�hrtinnen von Nozdormu sprechen. Wahrscheinlich werde ich sie �berzeugen k�nnen.�</p><p>�Hoffentlich schnell.�</p><p>�Ich kann nur versprechen, dass ich es versuchen werde.� Sie breitete ihre Fl�gel aus, aber Krasus hielt sie zur�ck.</p><p>�Hast du noch mehr zu sagen?�, fragte Alexstrasza.</p><p>�Nur eines. Die Drei sind ebenfalls hinter der Scheibe her und versuchen die Legion zu manipulieren.�</p><p>Ihre Augen weiteten sich so stark, dass Malfurion erschrocken zur�ckwich. Alexstrasza rang um ihre Fassung, dann fragte sie: �Dessen bist du dir sicher?�</p><p>�Es gibt noch Unklarheiten, aber ja, das bin ich.�</p><p>�Dann ist es umso wichtiger, dass es mir gelingt, die anderen zu �berzeugen. Ist das alles � oder gibt es noch mehr �berraschungen?�</p><p>Krasus sch�ttelte den Kopf. �Wir m�ssen jetzt dringend zur Streitmacht zur�ckkehren. Ihr Kommandant muss sich unbedingt mit den Drachenclans abstimmen. Alles h�ngt davon ab, das dies gelingt. K�nntest du uns bei dieser Reise helfen? Ich bef�rchte, dass meine Kr�fte im Moment unzureichend sind.�</p><p>Die K�nigin dachte dar�ber nach. �Ja, es gibt eine M�glichkeit, euch schnell zu helfen. Tretet alle zur�ck.�</p><p>Krasus und die anderen gehorchten. Alexstrasza breitete ein zweites Mal ihre Fl�gel aus. Die goldene Aura, die sie schon eben umgeben hatte, begann zu strahlen, viel heller als beim ersten Mal. Doch jetzt konzentrierte sich die Aura haupts�chlich auf einen Punkt hinter dem Drachen. Sie war so hell, dass sich Alexstraszas Schatten scharf von der grauen Landschaft abhob.</p><p>Die Drachenk�nigin murmelte Worte, die Malfurion nicht verstand. Er sp�rte jedoch die Macht, die in jeder einzelnen Silbe lag. Alexstraszas Zauber war ungeheuer m�chtig � aber welchem Zweck diente er?</p><p>Vor dem Nachtelf begann der Boden zu beben. Brox grunzte und starrte ihn an, als w�re er ein Feind. Die harte Oberfl�che hob sich �</p><p>Laut krachend l�ste sich ein gro�er Teil daraus. Die Form kam dem Druiden bekannt vor, aber erst, als sich ein zweiter, ebenso riesiger Teil l�ste, erkannte er, dass es sich um Fl�gel handelte.</p><p>Der Boden, der sich aus der Landschaft hob, passte genau in Alexstraszas Schatten. Die Fl�gel flatterten, ein K�rper schob sich zwischen sie. Ein Hals dehnte sich aus, ein Maul �ffnete sich und stie� den gleichen Ruf aus, den Malfurion auch schon von Alexstrasza geh�rt hatte.</p><p>Vor den Augen des Druiden entstand ein steinernes Abbild der Drachenk�nigin.</p><p>Abgesehen von der Farbe war die �hnlichkeit �berw�ltigend. Die Augen zeigten sogar ebenso viel Weisheit und Mitgef�hl wie die der echten Drachenk�nigin.</p><p>Die beiden Giganten standen nebeneinander. Das Abbild betrachtete das Original. Die Aura fiel in sich zusammen, dann sah Alexstrasza Krasus an.</p><p>�Sie wird alles f�r dich tun, was auch ich tun w�rde.�</p><p>Der Magier neigte �berw�ltigt den Kopf. �Ich bin deiner nicht w�rdig, meine K�nigin.�</p><p>Alexstrasza schnaubte. �Wenn das stimmen w�rde, w�re ich jetzt nicht hier.�</p><p>Das steinerne Abbild hob zustimmend den Kopf, dann blickte es ebenfalls auf Krasus herab.</p><p>�Ich werde nun aufbrechen, um mit den anderen zu sprechen�, f�gte die rote K�nigin hinzu. </p><p>�Ich bin mir sicher, dass die Gespr�che zu unserer Zufriedenheit verlaufen werden.�</p><p>�Sei vorsichtig. Deathwing gibt so schnell nicht auf.�</p><p>Sie sah ihn wissend an. �Ich kenne ihn seit langer Zeit. Wir werden nicht zulassen, dass er sich einmischt.�</p><p>Mit diesen Worten erhob sich Alexstrasza in die Luft. Sie kreiste einmal �ber der Gruppe, den Blick auf Krasus gerichtet. Dann verschwand sie zwischen den Wolken.</p><p>�Wenn ich ihr nur sagen k�nnte ��, fl�sterte der Magier.</p><p>�Was sagen k�nnte?�</p><p>Krasus sah den Druiden nachdenklich an. �Nichts � nichts, was ich zu �ndern wage.� Die Entschlossenheit kehrte in seinen Blick zur�ck. �Wir haben jetzt die Gelegenheit, rasch zur Streitmacht zur�ckzukehren. Wir sollten sie nutzen.�</p><p>Aber Malfurion war noch nicht fertig. �Krasus, wer sind die Drei, von denen du gesprochen hast?�</p><p>�Etwas uraltes B�ses. Mehr werde ich dazu nicht sagen. Ihr m�sst nur wissen, dass ein Sieg �ber die Legion auch ein Sieg �ber die Drei ist.�</p><p>Malfurion bezweifelte, dass die Zusammenh�nge wirklich so einfach waren, aber er stellte keine weiteren Fragen, f�rs erste jedenfalls.</p><p>Der steinerne Drache beugte sich tief nach unten, als die Gruppe auf ihn zuging. Malfurion betrachtete beeindruckt die Eleganz und die Geschmeidigkeit, mit der sich das Abbild bewegte. Diese Sch�pfung bewies, �ber wie viel Macht ein Aspekt verf�gte.</p><p>Krasus kletterte als Erster auf den Drachen, die anderen folgten ihm. Als sie auf dem R�cken sa�en, erkannten sie erst den enormen Gr��enunterschied zwischen Korialstrasz und Alexstrasza.</p><p>�Die Schuppen lassen sich ebenso leicht bewegen wie bei einem richtigen Drachen�, erkl�rte Krasus. �Hakt eure F��e dahinter ein, damit ihr euch besser festhalten k�nnt. Sie wird deutlich schneller als Korialstrasz sein.�</p><p>Der Drache wartete, bis sich alle niedergelassen hatten, dann stieg er mit einem lauten Schrei in den Himmel auf. Krasus hatte nicht �bertrieben. Das steinerne Abbild war ungeheuer schnell.</p><p>Die Landschaft raste unter ihnen dahin. Der Nachtelf blickte �ber die Schulter des Steindrachen. An eine solche Flugh�he war er nicht gew�hnt.</p><p>�Warum sind wir nicht Illidan und den anderen gefolgt und haben uns die Scheibe zur�ckgeholt?�, fragte er den Magier.</p><p>�Selbst wenn wir sie eingeholt h�tten, w�re der Kampf kaum besser als beim ersten Mal ausgegangen, vielleicht sogar deutlich schlechter. Wahrscheinlich haben sie schon l�ngst das Territorium der Legion erreicht. Es gef�llt mir zwar auch nicht, dass wir nichts unternehmen k�nnen, aber unsere Chancen werden deutlich steigen, sobald die Scheibe im Palast ist.�</p><p>Malfurion antwortete nicht. Er wusste zwar, dass Krasus Recht hatte, aber es st�rte den Druiden, dass sie die Scheibe � wenn auch nur vor�bergehend � den D�monen �berlassen mussten.</p><p>Doch selbst das st�rte ihn nicht so sehr wie die Tatsache, dass sein eigener Bruder die Schuld an dieser d�steren Wendung trug.</p><empty-line/><p><emphasis>Ihr habt mir Freude bereitet �</emphasis>, sagte die Stimme jenseits des Portals. <emphasis>Gro�e Freude.</emphasis></p><p>Illidan und Captain Varo�then knieten vor dem brennenden Riss. Malfurions Bruder gab seine eigenen Gedanken nicht preis, w�hrend er das Lob des D�monenlords entgegen nahm. Er und der Captain hatten ihre Wachen zur�ckgelassen, als sie das tote Land erreichten, �ber das die Legion regierte. Bis zu diesem Punkt hatte es Illidan nicht gewagt, einen Reisezauber einzusetzen, denn er hatte gro�en Respekt vor den F�higkeiten des schwarzen Drachen. Der Erdw�chter h�tte den Zauber vielleicht umgelenkt und sie in sein Nest gebracht, wo ihr Leben wohl auf wenig beneidenswerte Weise geendet h�tte.</p><p>Er und der Captain hatten sich genau in diesem Raum unmittelbar vor einem �berraschten Mannoroth materialisiert. Der ver�rgerte Gesichtsausdruck des hochrangigen D�mons hatte nicht nur Illidan gefallen, sondern auch Varo�then. Mannoroth hatte bereits zu einem Wutanfall angesetzt, war jedoch unterbrochen worden, als Sargeras aus dem Portal heraus zu ihm sprach und wissen wollte, ob seine Diener ihre Aufgabe erf�llt hatten. Er hatte eine positive Antwort auf seine Frage erhalten. Seitdem �bersch�ttete er seine Paladine mit Lob. Das steigerte zwar Mannoroths �rger, aber seine Loyalit�t zu Sargeras � und seine Furcht vor ihm � sorgten daf�r, dass er nichts davon durchblicken lie�. Dennoch versuchte er, sich in den Mittelpunkt zu spielen, denn er knurrte: �Gut gemacht, Sterbliche.�</p><p>Er streckte Varo�then seine Hand entgegen. �Ich nehme die Scheibe an mich, damit ich den Zauber f�r das Portal vorbereiten kann.�</p><p>Illidan zeigte keine Regung, aber sein Herz setzte einen Schlag aus. Gerade jetzt durfte die Scheibe nicht in die H�nde eines D�mons geraten. Immer noch vor dem Portal kniend hob er den Kopf und sah den D�mon an. �Ich m�chte Lord Mannoroth respektvoll darauf hinweisen, dass die komplizierten Kr�fte der Scheibe besser von mir kontrolliert werden sollten, da ich sie dank des Geschenks unseres Herrn begreife.�</p><p>Illidan hob den Schal, um sein Argument zu unterstreichen. Sogar Mannoroth verzog bei dem Anblick das Gesicht.</p><p>�Das ist ein gutes Argument�, stimmte der Captain zu. �Aber da ich momentan der Tr�ger der Scheibe bin, m�chte ich respektvoll darum bitten, dass unser Herr selbst entscheidet, wer sie benutzen soll, um sein Portal zu st�rken.�</p><p>Der Zauberer und der D�mon sahen den Soldaten ver�rgert an, der aber blickte starr in den feurigen Abgrund und beachtete sie nicht.</p><p>�Nat�rlich muss Sargeras es entscheiden�, stimmte Malfurions Zwilling hastig zu.</p><p>�Kein anderer�, f�gte Mannoroth hinzu.</p><p><emphasis>Nur einer kann die Scheibe benutzen</emphasis>, erkl�rte der D�monenlord. <emphasis>Und das werde ich sein.</emphasis></p><p>Seine Entscheidung traf alle unvorbereitet, aber am meisten Illidan. Das konnte � durfte! � doch nicht das Ende sein. Alles hing davon ab, dass er die Scheibe manipulieren konnte.</p><p>Er hatte den Gedanken noch nicht beendet, da �berpr�fte er auch schon erschrocken die mentalen Schilde, mit denen er seinen Geist abschirmte. Erleichtert erkannte er, dass Sargeras seine Gedanken nicht wahrnahm. Dann konzentrierte er sich auf sein gegenw�rtiges Problem. Es musste eine M�glichkeit geben �</p><p>�Bei allem Respekt, Herr�, warf der Zauberer mutig ein. �Das Portal ist eine Sch�pfung der Nachtelfen, deshalb w�re es besser, wenn ein Nachtelf mit der Scheibe ��</p><p>Ich habe keine Verwendung mehr f�r das Portal � nun, da ich das Spielzeug des Drachen besitze.</p><p>Die Worte hallten in den K�pfen der Anwesenden wider. Illidan, Varo�then und Mannoroth starrten verst�ndnislos auf den Flammenriss. Sogar die Hochgeborenen, die sich sonst nur auf ihre Arbeit konzentrierten, blickten �berrascht auf.</p><p><emphasis>Die Scheibe wird mir wie geplant den Weg �ffnen, allerdings durch etwas Vertrauensw�rdigeres als dieses kleine Loch.</emphasis> Der Riss pulsierte. <emphasis>Etwas Gewaltigeres, das auch unter den Kr�ften der Scheibe nicht zusammenbrechen wird. Ich spreche nat�rlich vom Brunnen der Ewigkeit �</emphasis></p></section><section><title><p>13</p></title><p>Jarod Shadowsong f�hlte sich nicht wie eine Legende, aber alle sahen zu ihm auf, als w�re er eine. Sein guter Ruf, der nach seinen geringen Erfolgen auf dem Schlachtfeld schon weit besser gewesen war, als er es verdiente, war nach dem Eintreffen der mystischen Halbg�tter praktisch explodiert. Dass Cenarius ihn �ffentlich als den Kommandanten all dieser Wesen anerkannt hatte, hatte sich wie ein Lauffeuer in den Reihen verbreitet. Verschiedene Versionen dieser Geschichte kursierten. In einer war Jarod in eine goldene R�stung geh�llt und hatte den knienden Herrn des Waldes mit einem leuchtenden magischen Schwert zum Ritter geschlagen. Obwohl die Geschichte l�cherlich war, wurde sie von niemandem angezweifelt. Sogar die Adligen betrachteten den Offizier aus der niedrigen Kaste voller Bewunderung.</p><p>Doch Jarod konnte mit niemandem �ber seine eigenen Sorgen reden. Rhonin war zwar sein Vertrauter, aber der Mensch riet ihm immer nur, sich mit den Ver�nderungen in seinem Leben abzufinden.</p><p>Er wagte es nicht, zu den Priesterinnen zu gehen und ihnen von seinen �ngsten und Sorgen zu erz�hlen. Maiev stand kurz davor, zur Hohepriesterin ernannt zu werden. Er war sich sicher, dass seine Schwester von seiner Beichte erfahren h�tte � und das war das Letzte, was er wollte.</p><p>Zum ersten Mal, seit man ihm das Kommando aufgedr�ngt hatte, ritt Jarod allein durch das Lager. Er hatte seinen Adjutanten gesagt, er w�rde nicht lange unterwegs sein, deshalb mussten sie ihm nicht folgen. Au�erdem wusste ohnehin jeder, wer er war. Sie brauchten nur nach ihm zu fragen, wenn etwas Dringendes anstand.</p><p>Fast alle Soldaten salutierten vor ihm oder sahen ihn dankbar an. Einige Schwestern der Elune schauten von ihrer Versorgung der Verwundeten auf und nickten ihm respektvoll zu. Maiev war zum Gl�ck nicht darunter.</p><p>Eine Priesterin, die f�r eine Nachtelfe recht klein war, r�ckte ihren Helm zurecht und lief auf ihn zu. Jarod hielt sein Reittier an. Er bef�rchtete, dass sie ihn um ein Treffen mit seiner Schwester bitten w�rde, aber er konnte sich schlecht von ihr abwenden.</p><p>�Commander Shadowsong, ich hatte gehofft, dich noch einmal zu sehen.�</p><p>Jarod betrachtete ihr Gesicht. Sie war h�bsch, wenn auch etwas j�nger als er aus der Ferne angenommen hatte. Sie kam ihm bekannt vor, aber woher � �Shandris � dein Name ist Shandris, richtig?� Sie war die Waise, um die sich Tyrande vor ihrer Entf�hrung gek�mmert hatte.</p><p>Ihre Augen weiteten sich. Es freute sie, dass er sich an ihren Namen erinnerte. Jarod f�hlte sich unter ihrem forschenden Blick unwohl. Shandris trennten noch ein oder zwei Jahre von einem Br�utigam, und obwohl zwischen ihnen nicht allzu viele Jahre lagen, stellte dies eine Kluft von der Gr��e des Brunnens der Ewigkeit dar.</p><p>�Ja. Kommandant, hast du etwas von ihr geh�rt?�</p><p>Jetzt fiel ihm auch wieder die letzte Unterhaltung ein, die sie gef�hrt hatten � und alle anderen davor ebenfalls. In jeder war es um ihre vermisste Retterin gegangen. Jarod war stets h�flich zu ihr gewesen, hatte ihr aber nie die Antwort gegeben, die sie h�ren wollte. Nein, niemand hatte versucht, die Hohepriesterin zu retten. Wie denn auch? Man hatte sie bestimmt zum Palast gebracht und wahrscheinlich kurze Zeit sp�ter ermordet.</p><p>Aber Shandris glaubte nicht, dass Tyrande fortbleiben w�rde. Als Malfurion, von dem Shandris eine Rettungsmission am ehesten erwartete, zu seiner Reise aufgebrochen war, hatte sie halb damit gerechnet, dass der Druide mit der Priesterin zur�ckkehren w�rde. Jarod hatte versucht, sie vom Gegenteil zu �berzeugen, aber das junge M�dchen war so stur wie ein Taure. Wenn Shandris sich etwas in den Kopf setzte, gab sie nicht auf. Aus diesem Grund machte sich Jarod auch Sorgen, seit er bemerkt hatte, dass sie sich f�r ihn interessierte.</p><p>�Nichts, es tut mir Leid.�</p><p>�Und Malfurion? Ist er zur�ck?�</p><p>Er sch�ttelte den Kopf. �Auch von ihm gibt es kein Lebenszeichen, aber vergiss nicht, dass seine Reise ihn an einen entfernten Ort gef�hrt hat. Was er und die anderen vorhaben, ist f�r unser Volk und sogar f�r dich wichtiger als die Rettung der Hohepriesterin. Das wei�t du doch.�</p><p>�Sie ist nicht tot!�</p><p>�Das habe ich auch nicht gesagt�, gab er schlecht gelaunt zur�ck. �Shandris, es w�rde mich �ber alle Ma�en freuen, wenn wir sie retten k�nnten. Aber selbst Mistress Tyrande w�rde verstehen, warum das nicht geht.�</p><p>Ihr Gesichtsausdruck fror einen Moment lang ein, dann entspannte sie sich. �Es tut mir Leid. Ich wei�, dass du sehr viel zu tun hast und dass ich dich nicht damit bel�stigen sollte, Jarod.�</p><p>Dem ehemaligen Wachoffizier fiel nicht auf, dass sie seinen Vornamen benutzte. Er versuchte sie zu beruhigen. �Ich bin stets f�r dich da, Shandris.�</p><p>Ihre Augen leuchteten auf, und er erkannte, dass er einen Schritt zu weit gegangen war. Die Novizin musterte ihn mit einem Blick, den Jarod Shadowsong von Frauen nicht gew�hnt war.</p><p>�Ich muss gehen, Shan ��, begann er, aber der Rest seines Satzes ging im Ger�usch eines Schlachthorns unter. Jarod wusste, dass es sich dieses Mal um keine Verwechslung handelte. Nein, diese H�rner wurden an der Front geblasen, und das Gebr�ll, das auf ihren klagenden Ton folgte, machte deutlich, dass der Kampf ein weiteres Mal begonnen hatte.</p><p>Er wandte sein Reittier ab. Eine schmale Hand legte sich auf sein Knie. Shandris Feathermoon sah zu ihm auf. �Commander Jarod! M�ge der Segen Elunes mit dir sein.�</p><p>Jarod l�chelte dankbar, dann trieb er sein Reittier an. Obwohl er nicht zur�cksah, wusste er, dass ihre Blicke ihn verfolgten.</p><empty-line/><p>Er hatte sein Zelt noch nicht betreten, da erhielt er auch schon von allen Seiten Berichte. D�monen waren am S�dhang aufgetaucht, andere stie�en durch den Fluss im Norden vor. Die Hauptstreitkraft hatte einen gewaltigen Keil gebildet, mit dem sie sich gnadenlos durch die Reihen der Verteidiger schlug. Sie schien unaufhaltsam zu sein.</p><p>�Die Aufkl�rer haben eine zweite Welle hinter der ersten ausgemacht�, rief ein Reiter, der gerade erst eintraf. �Sie schw�ren, das sie gr��er als die Hauptstreitmacht ist.�</p><p>�Wie viele von diesen verdammten Ungeheuern gibt es eigentlich?�, knurrte ein Adliger. �Haben wir ihre Reihen denn noch nicht ausged�nnt?�</p><p>Nicht Jarod gab die Antwort, die niemand h�ren wollte, sondern Rhonin. �Das haben wir � ein ganz klein wenig.�</p><p>�Aber bei Mutter Mond, wie sollen wir denn siegen, Fremder?�</p><p>Der Zauberer hob die Schultern und sagte das Einzige, was zu sagen war: �Wir m�ssen es einfach.�</p><p>Alle Blicke richteten sich auf Jarod. Er versuchte nicht nerv�s zu schlucken, als er zur�ckblickte und mit m�glichst strenger Stimme erkl�rte: �Ihr alle wisst, was ihr auf euren Positionen zu tun habt. Wir m�ssen diesen Keil durchbrechen. Also los!�</p><p>Seine Entschlossenheit �berraschte ihn selbst. Als die Offiziere zu ihren Einheiten eilten, wandte er sich an Rhonin. �Ich glaube, dass die zweite Welle ins Spiel kommen soll, wenn der Keil durchgebrochen ist.�</p><p>�Schick die Tauren los�, schlug der Zauberer vor.</p><p>�Ich brauche Hulns Leute da, wo sie momentan stehen.� Jarod dachte nach, aber die einzige Idee, die ihm kam, war eigentlich undurchf�hrbar. Au�er � �Ich muss Cenarius finden!�</p><p>Mit diesen Worten rannte er aus dem Zelt.</p><empty-line/><p>Die Zeit war gekommen, um diese Farce zu beenden.</p><p>Das dachte Archimonde, als er das Schlachtfeld mit all seinen Sinnen betrachtete. Er hatte erfahren, dass sein Herr einen sehr m�chtigen Gegenstand erhalten hatte � die Scheibe, die der wahnsinnige Drache bei seinem beeindruckenden Massaker eingesetzt hatte. Sargeras schien davon �berzeugt zu sein, dass die Scheibe ihm den Weg in diese Welt �ffnete. Nach allem, was Archimonde gesehen hatte, glaubte er das sogar.</p><p>Nun, da Sargeras� Ankunft in Kalimdor unmittelbar bevorstand, musste sein d�monischer Kommandant daf�r sorgen, dass die Welt bereit f�r ihn war � er musste Sargeras einen Sieg bescheren. Sein Herr sollte sehen, dass Archimonde in der Lage war, ihm wie stets eine eroberte Welt zu pr�sentieren.</p><p>Und so ersann Archimonde mit der gleichen T�cke und Geschwindigkeit, die seit Urzeiten daf�r sorgte, dass er an der rechten Seite Sargeras� sa�, einen Schlachtplan, mit dem er die l�cherlichen Kreaturen auf dieser hinterw�ldlerischen Welt endg�ltig ausl�schen w�rde. Es w�rde keine Flucht geben, keinen Ausweg in letzter Minute. Er wusste, dass er einem neuen Gegner gegen�berstand, der immerhin ein wenig mehr Verstand besa�, als der aufgeblasene Narr, der die Armee vorher befehligt hatte. Dieser neue Kommandant hatte Archimonde eine Weile lang durch seine Gl�cksgriffe unterhalten. Aber Gl�ck w�rde ihm auf lange Sicht nicht reichen.</p><p><emphasis>Ich werde dir eine neue Troph�e bringen</emphasis>, dachte er. In seinen Gedanken sah er bereits, wie Hunderte von heulenden und klagenden �berlebenden in Ketten vor den Herrn der Legion gezerrt wurden. <emphasis>Ich werde dir viel Vergn�gen bereiten</emphasis>, f�gte Archimonde hinzu. Er freute sich auf die furchtbaren Foltermethoden, die Sargeras an den Gefangenen ausprobieren w�rde.</p><p>Ich werde dir diese Welt zu F��en legen.</p><empty-line/><p>Der Keil der D�monen stie� weiter vor, obwohl die Nachtelfen mit aller Macht dagegen hielten. Trotz der Unterst�tzung, die sie durch die Irdenen und die anderen V�lker erhielten, konnten sie den Keil noch nicht einmal bremsen.</p><p>Eine Reihe von H�llenkreaturen befand sich an der Spitze des Keils. Mit monstr�ser Effizienz warfen sie sich in den Kampf. Sie wurden von Eredar gesch�tzt, die einen Schild um sie gelegt hatte, den keine normale Waffe durchdringen konnte. Selbst die H�mmer der Irdenen zeigten keine Wirkung. Ihre Tr�ger wurden von den H�llenkreaturen einfach zerquetscht.</p><p>Die Soldaten in der Mitte der Front taten ihr M�glichstes, um den Keil aufzuhalten, doch die D�monenhorden verdoppelten gleichzeitig ihre Anstrengungen an den Flanken, die nicht in der Schneise der H�llenkreaturen lagen. Die Soldaten dort waren bereits ver�ngstigt und hatten ihnen nichts entgegenzusetzen.</p><p>Langsam aber stetig spaltete die Brennende Legion die Streitmacht in zwei Teile. Alle wussten, dass die Schlacht und mit ihr die Welt verloren waren, wenn ihnen das vollends gelang.</p><p>Rhonin und die Mondgarde taten, was sie konnten, doch sie waren nur Sterbliche und schneller ersch�pft als die Eredar und anderen Zauberer der Legion. Au�erdem mussten sie auf ihr eigenes Leben achten, denn Archimonde hatte sie zum Hauptziel erkl�rt.</p><p>Ein Nachtelfenzauberer, der neben Rhonin stand, schrie pl�tzlich auf und mumifizierte, als sauge etwas jegliche Fl�ssigkeit aus seinem K�rper. Ein zweiter starb auf die gleiche entsetzliche Weise. Erst dann begriffen die anderen, was geschah.</p><p>Rhonin f�hlte eine furchtbare Trockenheit in seinem K�rper. Er taumelte, als Fl�ssigkeitsmangel ihn �bermannte, konnte aber gerade noch rechtzeitig einen Schutzzauber sprechen.</p><p>Ein Zauberer der Mondgarde fing ihn auf, als er zusammenbrach. Rasch zerrte er ihn in die hinteren Reihen.</p><p>�Wasser�, kr�chzte Rhonin. �Ich brauche Wasser.�</p><p>Sie brachten ihm einen ganzen Schlauch voll, den er bis auf den letzten Tropfen leerte. Aber auch danach f�hlte sich Rhonin noch, als habe er einen ganzen Tag lang nichts getrunken.</p><p>�Kir�altius ist tot�, sagte der Zauberer, der ihm geholfen hatte. �Es geschah so schnell, dass niemand einschreiten konnte.�</p><p>�Also drei � wie viele wohl an anderer Stelle?� Der menschliche Magier verzog das Gesicht. �Wir haben keine Chance. Wir k�nnen den Soldaten nicht helfen, wenn wir wie die Fliegen sterben � und wenn wir uns nur gegenseitig helfen, wird die Legion auch die letzten Linien durchbrechen.�</p><p>Der Nachtelf hob ratlos die Schultern. Beide wussten, dass sie diese Situation nicht �ndern konnten.</p><p>�Hilf mir auf. Wir m�ssen ein gemeinsames Raster bilden. Dann k�nnen wir uns gegenseitig besser sch�tzen, und vielleicht k�nnen ��</p><p>Hinter ihm riefen H�rner die Soldaten zur Schlacht. Rhonin und der Nachtelf sahen verwirrt in diese Richtung, da sie wussten, dass jeder Soldat bereits an der Front k�mpfte.</p><p>Und dann sahen sie einen Angriff, wie ihn noch niemand in der Geschichte Kalimdors gesehen hatte. Es gab keine Kavallerie, keine Regimenter kampfgest�hlter Soldaten. Und es gab nur einen Nachtelf unter ihnen, und das war Jarod Shadowsong, der den Angriff auf seinem Nachts�bler anf�hrte.</p><p>Rhonin sch�ttelte den Kopf, konnte nicht glauben, was er sah. �Er greift den Keil mit den W�chtern Kalimdors an!�</p><p>Cenarius folgte dem Nachtelf, dann kamen die beiden B�ren, Ursoc und Ursol, wenn Rhonins Erinnerung ihn nicht t�uschte. �ber ihnen flog Aviana, die Herrin der V�gel. Dahinter sah der Zauberer einen gefl�gelten Panther mit menschlichen H�nden und einen Reptilienkrieger, der einen Schildkr�tenpanzer trug. Und das war nur die erste Welle. Ihr folgten viele Wesen, die Rhonin noch nie erblickt hatte. Er kannte weder ihre Namen, noch ihre Titel, aber er sp�rte klarer als jeder andere die Macht, die sie ausstrahlten.</p><p>Der Zauberer l�chelte voller Hoffnung.</p><p>�Mach die Mondgarde bereit�, befahl er. �Vergiss den Keil. Konzentriere dich nur auf die Zauber der Legion.� Rhonins Grinsen wurde breiter. �Dieser verdammte Jarod. Niemand au�er ihm w�re naiv genug, als Anf�hrer von Halbg�ttern in die Schlacht reiten zu wollen und auch noch damit durchzukommen.�</p><p>Seine Stimmung wurde d�sterer, als er an die Angriffe der Legion dachte. �Ich hoffe nur, ihre Hilfe reicht aus ��</p><empty-line/><p>�Vorw�rts!�, rief Jarod, obwohl es �berfl�ssig war. Sein Blickfeld war voller H�llenkreaturen und anderer D�monen. Stumm �bergab er seine Seele an Elune und bereitete sich auf den Tod vor. Er hoffte nur, dass dieser Akt des Wahnsinns den Feind so lange aufhalten konnte, bis irgendein Wunder geschah.</p><p>Die H�llenkreaturen verk�rperten die Urgewalten. Sie existierten nur, um alles, was ihnen im Weg stand � ob Ding oder lebendiges Wesen � niederzutrampeln, zu zerst�ren, auszul�schen. Die Zauber der Hexenmeister und der anderen dunklen Magier der Legion machten sie zu einem unaufhaltsamen Gegner.</p><p>Bis sie auf Jarods Angreifer prallten.</p><p>Der Schildzauber der Eredar hatte keine Bedeutung f�r Cenarius und die anderen seiner Art. Sie kannten die nat�rliche Magie dieser Welt seit ihrer Entstehung. Sie durchbrachen den Schild, als w�re er Luft und walzten mit der gleichen Leichtigkeit die H�llenkreaturen nieder.</p><p>Agamaggan lief an allen anderen vorbei. Er schleuderte Erde mitsamt den D�monen hoch, spie�te Teufelswachen mit seinen Sto�z�hnen auf und warf sie achtlos zur Seite. Verdammniswachen, die �ber ihm flatterten, versuchten ihn mit ihren Lanzen zu treffen, aber die, die sich zu nahe an den Dornenwald auf seinem R�cken wagten, wurden selbst aufgespie�t.</p><p>Tote D�monen hingen in seiner M�hne. Der Halbgott fuhr herum und trampelte einige H�llenkreaturen nieder. Die anderen wichen vor ihm zur�ck, wussten nicht, was sie tun sollten. Ihre Verwirrung �bertrug sich auf die Teufelswachen, die noch nie in einer Situation gewesen waren, in der sich das Kriegsgl�ck so schnell gewandelt hatte.</p><p>Verdammniswachen trieben sie mit Peitschen nach vorne, doch die Teufelswachen wurden nur unter den Hufen des Halbgottes zermalmt oder von seinen Sto�z�hnen zerfetzt. Agamaggan hie� jeden Gegner, der so dumm war, schnaubend willkommen. Seine Augen leuchteten, w�hrend er den Weg frei r�umte und die Beweise seiner Macht zerschmettert am Boden liegen lie�. Hoch stapelten sich die toten Krieger der Brennenden Legion. Agamaggan unterbrach seinen Kampf erst, als so viele Leichen in seiner M�hne hingen, dass er sie erst einmal entfernen musste. Der Eber sch�ttelte sich wie ein nasser Hund. D�monen�berreste flogen durch die Luft, dann st�rzte er sich wieder in den Kampf.</p><p>Trotz solcher R�ckschl�ge lie� der Angriff der D�monen nicht nach. Jarods Schwert schlug einem D�mon, der Agamaggans Ansturm �berlebt hatte, den Kopf ab. Cenarius griff nach einer H�llenkreatur, hob das Ungeheuer hoch �ber seinen Kopf und warf es seinen Br�dern entgegen. Zum ersten Mal fanden die H�llenkreaturen heraus, wie es sich anf�hlte, von einem der ihren gerammt zu werden. Das Geschoss schlug mit solcher Wucht ein, dass D�monen wie Dominosteine umfielen.</p><p>Die Zwillingsb�ren gingen direkter vor. Mit ihren gewaltigen Pranken fegten sie die Reihen der D�monen zur Seite. H�llenkreaturen und Teufelswachen wurden wie Staub weggewischt. Mehrere Teufelsbestien sprangen aus dem einbrechenden Keil heraus und hefteten sich an den vorderen der beiden B�ren. Er lachte und riss sie einfach aus seinem Fleisch. Er brach ihnen das R�ckgrat und warf sie den anderen D�monenkriegern entgegen.</p><p>Der Keil brach vollends in sich zusammen. Verdammniswachen glitten �ber die Reihen und versuchten das Chaos zu verhindern. Aber im gleichen Moment fielen gewaltige Vogelschw�rme aus dem Himmel. Die D�monen fuhren panisch herum, als winzige Finken und gewaltige Raubv�gel in ihr Fleisch zu picken begannen. Zwischen ihnen schwebte Aviana, die Herrin der V�gel. Ihr anmutiges Gesicht hatte sich in das eines Adlers verwandelt. Die Halbg�ttin schlug ihre Krallen in die Fl�gel der D�monen und schickte sie in den Tod. Andere hielt sie fest, w�hrend Aviana ihnen mit ihrem spitzen Schnabel die Kehle herausriss.</p><p>Ein b�rtiger, in Leder geh�llter Krieger, der gerade mal halb so gro� wie ein Nachtelf war, ritt auf zwei wei�en W�lfen in den Kampf. Er lenkte sie mit Z�geln, die er locker in einer Hand hielt. Mit der anderen schwang er lachend etwas, das wie eine Sichel aussah. Die warf er den D�monen mit t�dlicher Pr�zision entgegen. Sie drehte sich, k�pfte einen D�mon, riss die Brust eines anderen auf und kehrte dann in die Hand des Kriegers zur�ck. Jedes Mal, wenn er seinen Wurf wiederholte, fuhr er eine blutige Ernte ein.</p><p>Der Angriff der D�monen brach in sich zusammen, so wie beim Einsatz der Drachenseele. Solchen Feinden hatten sie noch nie gegen�ber gestanden, und die Angst vor ihnen war gr��er als die vor Archimonde. Teufelswachen begannen das Undenkbare zu tun: Sie kehrten der Schlacht den R�cken.</p><p>Aber die, die diesen Fehler begingen, bezahlten ihn mit dem Leben. Archimonde lie� einen R�ckzug nur zu, wenn er zu seiner Strategie passte. Die D�monen, die seinem Zorn zum Opfer fielen, schmolzen. Das Fleisch und ihre R�stungen glitten wie Wachs von ihren Knochen. Aus ihren Schreien wurden gurgelnde Laute, bis nichts von ihnen blieb au�er einigen blubbernden Pf�tzen.</p><p>Die Aussage dessen wurde von den anderen D�monen klar verstanden. Der Tod konnte einen auf vielf�ltige Weise einholen, aber einige Todesarten waren schlimmer als andere. Die fliehenden Krieger drehten sich um und stellten sich den Halbg�ttern. Archimondes Drohgeb�rde sch�rte in ihnen die Kraft der Verzweiflung. Die D�monen wussten, dass der Tod sie in jedem Fall erwartete, also k�mpften sie ohne R�cksicht auf das eigene Leben.</p><p>Dir wilder Kampf zeigte erste Wirkung bei Jarods zusammen gew�rfelter Truppe. Der Vielfra�- W�chter, den Rhonin anfangs gesehen hatte, fiel unter den Klingen von gleich zwanzig Teufelswachen. Doch selbst am Boden liegend riss er seine Angreifer noch mit Klauen und Z�hnen in den Tod. Als er starb, bestand sein Grabh�gel aus den Leichen der Legion. Sie stapelten sich h�her als sein Kopf.</p><p>Andere teilten sein Schicksal, darunter auch die Herrin der V�gel. Archimonde brachte Verdammniswachen durch die Kraft seines Willens dazu, sich mit ihren Lanzen durch die Vogelschw�rme zu k�mpfen, bis sie jene fanden, nach der sie gesucht hatten. Zwei Dutzend D�monen starben bei diesem Vorsto�, doch zu viele kamen durch. Sie umzingelten die Herrscherin aller gefl�gelten Wesen und durchbohrten sie mit ihren Lanzen.</p><p>Doch selbst das Blut der Halbg�ttin k�mpfte. Es rann die Sch�fte der Waffen entlang und tropfte auf die H�nde der D�monen. Noch w�hrend sie starb, begannen ihre M�rder sich selbst zu zerfetzen, um dem Fluch ihres heiligen Blutes auf ihren dunklen K�rpern zu entkommen. Sie alle starben, in St�cke gerissen bei dem Versuch, vor etwas zu fliehen, dem sie nicht entgehen konnten.</p><p>Lanzen und Klingen steckten in den K�rpern der B�ren, zahlreiche Schnitte bedeckten Cenarius� K�rper. Alle Halbg�tter trugen die Spuren der d�monischen Angriffe, aber sie k�mpften weiter.</p><p>Ihnen folgten die Nachtelfen, die Tauren, die Furbolgs und die Irdenen � jedes sterbliche Volk hatte sich der Streitmacht angeschlossen. Alle wussten, dass die Entscheidungsschlacht um Kalimdor begonnen hatte.</p><empty-line/><p>Rhonin f�rchtete, dass die Legion diese Schlacht f�r sich entscheiden w�rde. Trotz der Halbg�tter hatte die Streitmacht keine wesentlichen Siege errungen. Und wenn die Verteidiger die Brennende Legion auch mit solchen Verb�ndeten nicht vernichten konnten, welche Hoffnung gab es dann �berhaupt noch?</p><p>�Wir brauchen die Drachen�, murmelte er, w�hrend er den Angriff eines Hexenmeisters abschmetterte. Drei weitere Zauberer waren gefallen, bevor die Mondgarde sich erholt hatte, und selbst jetzt konzentrierten sich deren Angeh�rige haupts�chlich auf die Magier der Legion.</p><p>�Wir brauchen die Drachen�, wiederholte Rhonin gebetsm�hlenartig. Doch es hatte kein weiteres Lebenszeichen von Krasus gegeben, und der Zauberer begann sich Sorgen zu machen. Vielleicht war sein ehemaliger Mentor trotz seines gro�en K�nnens im Nest des schwarzen Drachen gestorben.</p><p>Pl�tzlich kreiste ein gewaltiger dunkler Schatten �ber der Schlacht, und Rhonin sp�rte, wie sein Alptraum Wirklichkeit wurde. Deathwing war hier! Also waren Krasus und die anderen tot, und der schwarze Drache war hierher zur�ckgekehrt, um sich an all seinen eingebildeten Feinden zu r�chen.</p><p>Doch als sich die gefl�gelte Bestie umdrehte, stutzte der Zauberer. Der Drache war nicht schwarz, sondern grau wie Stein. Sein Gesicht sah anders aus als das des Schwarzen, erschien Rhonin aber trotzdem vertraut. Es erinnerte ihn an einen anderen Drachen, den er im Kampf gegen die Orcs gesehen hatte �</p><p>Alexstrasza?</p><p>Der gro�e graue Drache landete zwischen den D�monen und zerquetschte mehrere unter sich. Mit einem Fl�gelschlag schmetterte er ein Dutzend mehr zur Seite. Der Riese br�llte, nahm ein paar D�monen ins Maul, zerbiss sie und spuckte sie wieder aus.</p><p>Erst dann bemerkte Rhonin, dass der Drache keine Kehle hatte, um sie zu verschlingen. Er bestand tats�chlich aus Stein.</p><p>Gnadenlos w�hlte sich der Steinriese durch die Legion. Der Zauberer sah, wie viel schon dieser eine Drache auszurichten vermochte und w�nschte sich erneut, alle Leviathane w�ren Teil der Streitmacht.</p><p>Dann erst fragte er sich, aus welchem Grund das Abbild Alexstraszas der Armee zu Hilfe gekommen war.</p><p>�Krasus?�, stie� er hervor und sah sich um. �Krasus?�</p><p>Im gleichen Moment l�ste sich der gro�e, hagere Magier aus dem Schatten des Drachen. Ihm folgten Malfurion und Brox. Alle drei wirkten ersch�pft, aber unverletzt.</p><p>Rhonin zog sich vorsichtig aus der Schlacht zur�ck und lief ihnen entgegen. Beinahe h�tte er sie umarmt, so gl�cklich war er, sie wiederzusehen.</p><p>�Den G�ttern sei Dank, ihr lebt.� Er grinste. �Dann habt ihr wohl die D�monenseele.�</p><p>Er hatte den Satz noch nicht ausgesprochen, da wusste er bereits, dass seine Annahme falsch war. Er sah die Freunde an und versuchte die Ereignisse aus ihren Blicken abzulesen.</p><p>�Wir hatten sie�, antwortete Krasus, �aber sie wurde uns von Helfern der Legion wieder genommen ��</p><p>�Dazu geh�rte auch mein Bruder�, f�gte Malfurion hinzu. Krasus hatte diesen Punkt nicht erw�hnen wollen, aber der Druide widersprach ihm. �Es bringt nichts, das zu verschweigen. Illidan hat sich auf die Seite des Palasts geschlagen.� Der Druide zitterte vor Wut. �Des Palasts!�</p><p>�Aber der Drache? Was hat das zu bedeuten? Wo ist Korialstrasz? Du schriebst in deiner Nachricht, ihr h�ttet euch getroffen?�</p><p>�Daf�r haben wir jetzt keine Zeit. Wir m�ssen uns vorbereiten.�</p><p>�Worauf vorbereiten?�</p><p>Brox zeigte mit seiner Axt an den anderen vorbei. �Seht doch, der Steinerne.�</p><p>Sie folgten seinem Blick und sahen, dass Alexstraszas Abbild von D�monen bedeckt war. Sie schlugen auf es ein, so wie die Irdenen eben noch auf die H�llenkreaturen eingepr�gelt hatten. Einige attackierten die Beine, um den steinernen Drachen zu Fall zu bringen.</p><p>Der Zauberer begriff nicht, was geschah. �Warum fliegt sie nicht davon?�</p><p>�Weil die Zeit ihres Zaubers fast vorbei ist�, erkl�rte Krasus traurig.</p><p>�Ich verstehe nicht ��</p><p>�Sieh hin. Es geschieht bereits.�</p><p>Die Bewegungen des Steindrachen wurden fahrig, obwohl man seinem K�rper kaum Schaden zugef�gt hatte. Er sch�ttelte einige D�monen von seinen Fl�geln ab und schleuderte sie hoch in die Luft. Doch dies war das Letzte, was sie tat.</p><p>�Was passiert hier, Krasus?�</p><p>�Es war der Wunsch ihrer Sch�pferin, dass sie uns hierher bringen sollte. Doch sie ist nur ein Schatten, und Schatten vergehen. Ihre Aufgabe ist erf�llt, Rhonin. Wir sollten dankbar daf�r sein, dass sie �berhaupt noch Schaden unter der Legion anrichten konnte.�</p><p>Seine Worte waren ruhig, aber die Blicke des Magiers verrieten sein Bedauern. Es fiel Krasus schwer, selbst ein Abbild seiner geliebten K�nigin leiden zu sehen.</p><p>�Es ist vorbei�, sagte Krasus.</p><p>Ohne Vorwarnung neigte sich die falsche Alexstrasza zur Seite. Sie faltete den Fl�gel auf dieser Seite und hob den anderen hoch in die Luft.</p><p>Mitten in dieser Bewegung erstarrte sie. Die Augen des Steindrachen wurden leblos.</p><p>Der untere Fl�gel brach unter dem Gewicht des K�rpers ab. Die D�monen, die auf der Statue gesessen hatten, versuchten sich festzuhalten und wurden von ihr zerquetscht.</p><p>Krasus l�chelte voller Stolz. �Sie ist meiner K�nigin w�rdig, auch wenn sie nur ihr Schatten ist.�</p><p>Staub wallte rund um die riesige Statue auf. Die Beine und der noch erhobene Fl�gel brachen ab. D�monenkrieger wichen zur�ck und versuchten den herab fallenden Felsbrocken zu entrinnen.</p><p>�Und was jetzt?�, fragte der Mensch. Seine Hoffnungen waren gestiegen, als er Krasus und die anderen gesehen hatte. Doch ohne die Scheibe und den Steindrachen hatte sich die Reise als sinnlos herausgestellt.</p><p>Krasus� n�chste Worte ermunterten ihn nicht gerade. �Was jetzt, junger Rhonin? Wir k�mpfen weiter wie bisher und warten. Wir warten auf meine K�nigin und die anderen meiner Art. Die D�monenseele ist an einem anderen Ort und wird sie f�r eine Weile nicht bedrohen. Jetzt m�ssen sie handeln.�</p><p>�Und wenn sie das nicht tun? Wenn sie wieder so lange z�gern wie beim letzten Mal?�</p><p>Sein ehemaliger Mentor beugte sich vor, sodass nur Rhonin seine Antwort h�ren konnte. �Dann wird es Sargeras gelingen, Kalimdor zu betreten. Und wenn ihm das gelingt, wird er eine zehntausendj�hrige Zeitlinie ungeschehen machen.�</p></section><section><title><p>14</p></title><p>Der Sturm tobte �ber dem Brunnen der Ewigkeit und die aufgew�hlten schwarzen Wasser. Wellen, h�her als der Palast, krachten gegen den Strand. Tr�mmerst�cke wirbelten wie Geschosse durch die Luft.</p><p>Blitze erhellten den Weg der Gruppe, die dem Brunnen aus dem Palast entgegen schritt. Sogar die K�nigin, die nat�rlich von ihren Zofen begleitet wurde, war dabei. Teufelswachen trugen sie auf einer S�nfte.</p><p>Mannoroth f�hrte die Gruppe an. Ihm folgten Illidan und Captain Varo�then. Einige Hochgeborene und Satyrn � die beiden Gruppen hielten Abstand zueinander � gingen unmittelbar hinter ihnen, gefolgt von einer Abordnung der Palastwache. Am Ende der gro�en Prozession befanden sich zwei Reihen von jeweils hundert D�monenkriegern.</p><p>Mannoroth blieb am Rand des Brunnens stehen, streckte seine gewaltigen Arme aus und nahm das Chaos in sich auf. Illidan benutzte das �Geschenk�, das er von Sargeras erhalten hatte, um die wirbelnden Energien in und �ber dem Wasser zu bestaunen. Alles, was er bisher gesehen hatte, sogar die Macht des D�monenlords, verblasste im Vergleich zu dem, was den heiligen Brunnen f�llte.</p><p>�Wir haben bisher nur an der Oberfl�che seiner wahren Macht gekratzt�, sagte er leise zu Varo�then.</p><p>Der Captain, der solche Dinge nicht wahrnehmen konnte, hob die Schultern. �Es reicht mir, wenn er uns unseren Herrn Sargeras bringt.�</p><p>�Aber nicht sofort�, erkl�rte der Zauberer. �Nicht sofort.�</p><p>�Macht das einen Unterschied?�</p><p>Sie brachen ihre Unterhaltung ab, als sich der gefl�gelte D�mon umdrehte. Er streckte dem Offizier seine Hand entgegen und zischte: �Die Scheibe! Sofort!�</p><p>Varo�thens Gesicht war maskenhaft starr, als er die Seele aus seiner G�rteltasche zog und dem D�mon reichte. Mannoroth betrachtete die Sch�pfung des Drachens einen Moment lang mit deutlich erkennbarer Gier, dann siegte offenbar die Angst �ber seinen Wunsch, die Scheibe f�r sich zu behalten, denn er wandte sich an die Hochgeborenen und Satyrn. �Nehmt eure Pl�tze ein.�</p><p>Die Zauberer stiegen �ber die Tr�mmer zerst�rter H�user und einige Knochen hinweg. Das Massaker, dem gro�e Bereiche von Zin-Azshari zum Opfer gefallen waren, hatte sich sogar bis hierher ausgedehnt. Illidan hatte erfahren, dass einige Nachtelfen sich hier zu einem letzten Gefecht gegen die D�monen gesammelt hatten. Sie hatten wohl gehofft, dass der Brunnen ihre magischen Kr�fte st�rken w�rde. Diese Hoffnung hatte sich jedoch nicht erf�llt. Die D�monen hatten sie am Strand angegriffen und get�tet.</p><p>Die Ironie, so sah es zumindest Illidan, lag darin, dass sie mit ihrer Annahme Recht gehabt hatten und nur bei der Ausf�hrung ihres Plans gescheitert waren. Er sah die fantastischen M�glichkeiten, die das unglaubliche Potenzial des Brunnens bot und erkannte besser als je zuvor, was der Herr der Legion plante.</p><p>Die Zauberer und Satyrn bildeten die von Sargeras befohlene Formation. Mannoroth schritt ihre Positionen sorgf�ltig ab und wies jene zurecht, die versehentlich an falscher Stelle standen. Schlie�lich war jedoch auch der D�mon zufrieden und entfernte sich von der Gruppe.</p><p>�Ist es richtig, dass wir Lord Sargeras heute noch nicht willkommen hei�en werden?�, fragte Azshara aus ihrer S�nfte.</p><p>�Das ist richtig, Licht der Lichter, aber es wird nicht mehr lange dauern. Sobald sich der Weg stabilisiert hat, wird er ihn beschreiten.�</p><p>Sie nickte mit halb geschlossenen Augen. �Man wird mich dann wohl �ber seine Ankunft informieren.�</p><p>�Wir werden tun, was wir k�nnen�, versprach Varo�then.</p><p>Illidan fragte sich, ob Azshara ernsthaft glaubte, dass sie die Geliebte des D�monenlords werden w�rde. Er bezweifelte, dass dies ein Teil von Sargeras� Pl�nen war.</p><p>Er schob den Gedanken an Azshara beiseite, als die Zauberer mit ihrer Arbeit begannen. In dem Kreis, den sie gebildet hatten, entstand eine knisternde blaue Lichtkugel. Ab und zu traf ein Lichtstrahl einen der Zauberer, der dann zwar zusammenzuckte, jedoch nicht seine Arbeit unterbrach.</p><p>Murmelnd sprachen die Stimmen die Worte der Macht. Ihre Beschw�rungen zogen Kraft aus dem Brunnen. Illidan beobachtete diese Energien, die so unterschiedlich waren wie die Zauberer, die sie beschworen hatten. Sie legten sich um die blaue Kugel und h�llten sie ein. Sie begann heller zu leuchten, wurde st�rker �</p><p>� bis in der Kugel ein Riss bestand, den Illidan bereits aus der Turmkammer kannte.</p><p>Die Zauberer hatten das Portal zur Unterwelt der Legion in der N�he des Brunnens ge�ffnet, damit Sargeras auf die Energien zugreifen konnte. Illidan sp�rte die N�he des D�monenlords.</p><p><emphasis>In den Brunnen!</emphasis>, forderte die Stimme, die durch alle K�pfe hallte.</p><p>�Tut, was er sagt!�, befahl Mannoroth. Bedrohlich blickte er auf die Nachtelfen und Satyrn herab.</p><p>Die Zauberer brachen ihre Beschw�rungen ab und ballten gleichzeitig die H�nde zu F�usten.</p><p>Die Kugel und das Portal, das sich darin befand, schwebten hinaus zu den st�rmischen Wassern und verschwanden schon bald in der Entfernung.</p><p>Jetzt � die Scheibe �</p><p>Illidans Herz setzte einen Schlag aus. Er h�tte Mannoroth die D�monenseele am liebsten entrissen, aber sein Verstand bewahrte ihn vor einer solchen Dummheit. Zu diesem Zeitpunkt w�re dies selbstm�rderisch gewesen.</p><p>Aber vielleicht bei anderer Gelegenheit �</p><p>Illidan verdr�ngte diesen Gedanken sofort, auch wenn er vermutete, dass Sargeras zu sehr mit anderen Dingen besch�ftigt war, um sich auf die verr�terischen Gedanken seines Magiers zu konzentrieren. Au�erdem hatte Illidan seinen Geist abgeschirmt.</p><p>Vor ihm hielt Mannoroth die Scheibe hoch. Der gefl�gelte D�mon murmelte Worte, die ihm der Wind von den Lippen riss.</p><p>Gr�nes Feuer umgab die goldene Scheibe. Die D�monenseele � Illidan hatte beschlossen, dass seines Bruders Bezeichnung daf�r weitaus passender war als ihr urspr�nglicher Name � l�ste sich aus Mannoroths Fingern und flog, wie schon die Kugel vor ihr, hinaus zu den wogenden Wassern des Brunnens.</p><p>�War das alles?�, fragte Azshara entt�uscht.</p><p>Der Captain begann sie zu vertr�sten, doch im gleichen Moment erstarb der Wind. Auch der Sturm lie� nach, obwohl sich die dunklen, Unheil verhei�enden Wolken weiter drehten und wanden wie Schlangen in ihrem Nest.</p><p>Illidan erkannte als Erster, was passieren w�rde. �Ich w�rde Euer Hoheit vorschlagen, die S�nftentr�ger anzuweisen, auf den H�gel zur�ckzukehren, von dem wir gekommen sind.�</p><p>Der Zauberer kam dem Ratschlag als Erster nach und begann sich zur�ckzuziehen. Der Captain sah ihn misstrauisch an, befahl dann jedoch seinen Soldaten, den Vorschlag zu befolgen.</p><p>Mit einer l�ssigen Handbewegung befahl die K�nigin ihren Teufelswachen, sich den anderen anzuschlie�en.</p><p>Aus der Mitte des Brunnens ert�nte ein Ger�usch wie das Br�llen von tausend Nachts�blern. Illidan warf einen Blick �ber die Schulter und begann zu laufen.</p><p>Die Zauberer und Satyrn, deren Anwesenheit am Strand nicht l�nger vonn�ten war, flohen ebenfalls auf die H�gel. Nur Mannoroth blieb mit ausgestreckten Armen stehen. Er sah aus, als erwarte er die Umarmung einer Geliebten.</p><p>�Es beginnt!�, br�llte er beinahe fr�hlich. �Es beginnt!�</p><p>Im gleichen Moment schwappte eine gewaltige Welle �ber den Strand, wo der D�mon stand.</p><p>Das Ufer des Brunnens verschwand unter der pl�tzlichen Flut, die sich nicht etwa landeinw�rts ergoss, sondern seitlich. Ganze H�userruinen wurden hinweggesp�lt, als w�ren sie Spielzeuge. Immer wieder schwappten die Wellen �ber das Ufer und rissen alles ins Wasser. Steinobelisken wurden aus ihren Fundamenten gedr�ckt, gepflasterte Wege verschwanden in der kochenden Gischt. Die Toten, die niemand begraben hatte, trieben zu einem dunklen Ort jenseits von Zin- Azshari. Illidan wusste, dass sie auch dort keine Ruhe finden w�rden.</p><p>Als der Zauberer den Gipfel des H�gels erreichte, konnte er endlich das ganze Ausma� der Zerst�rung �berblicken. Selbst er war �berrascht von der Kraft der Magie, die der ferne Sargeras mit solcher Leichtigkeit wirkte.</p><p>Der Brunnen der Ewigkeit hatte sich in einen gigantischen Mahlstrom verwandelt.</p><p>Nat�rlich konnte er nicht die gesamte Wasserfl�che sehen, aber der Mahlstrom erstreckte sich vom Strand bis zum Horizont. Das st�tzte seine Vermutung. Illidan bemerkte, dass die wilden Energien des Brunnens jetzt auf ein gemeinsames Ziel gerichtet waren, ein Ziel, das im Zentrum des Mahlstroms lag.</p><p>Mannoroth lachte, w�hrend ihn die Kr�fte am Rand des Brunnens umsp�lten. Die Angst einfl��enden Wellen, die Felsst�cke gr��er als der D�mon aus den H�geln rissen, verletzten ihn nicht. Mannoroth erg�tzte sich an der Macht seines Herrn und pries Sargeras mit lauten Rufen.</p><p>Von seiner sicheren Position auf den H�geln tastete Illidan nach dem Zauber. Mit seinen hoch entwickelten Sinnen lie� er seinen Geist �ber das Wasser ziehen, bis das Ufer hinter ihm verschwand. Er stieg h�her, um sich ein genaueres Bild von dem zu machen, was Sargeras angerichtet hatte.</p><p>Er hatte Recht gehabt, der Mahlstrom umfasste den kompletten Brunnen der Ewigkeit. Der Nachtelf war sicher, dass kein Teil des Brunnens unangetastet geblieben war.</p><p>Ein Leuchten in weiter Ferne erregte seine Aufmerksamkeit. Illidan strengte seine Sinne auf das �u�erste an und sah die D�monenseele, die hoch �ber der Wasserfl�che schwebte. Die harmlos aussehende Scheibe strahlte ein goldenes Licht aus, das sich auf das Wasser richtete. Illidan verstand genug von der Macht der D�monenseele, um zu erkennen, dass Sargeras sie ebenso gut zu beherrschen wusste wie der schwarze Drache, vielleicht sogar besser. Obwohl der Herr der Legion so weit entfernt war, verwob er die Macht der Scheibe m�helos mit den Urkr�ften des Brunnens.</p><p>Aber wo war das Portal? Illidan suchte die Umgebung der Scheibe danach ab, fand jedoch nichts. Wo hatte Sargeras es �</p><p>Der Zauberer verfluchte seine Dummheit und blickte hinab in das Zentrum des Mahlstroms.</p><p>Er blickte nach unten � und starrte auf einen Pfad zwischen den Realit�ten, auf einen Weg ins Reich der Brennenden Legion.</p><p>Illidan war davon ausgegangen, dass die meisten D�monen bereits in Kalimdor angekommen waren. Doch jetzt erkannte er, dass nur ein winziger Teil das Reich verlassen hatte. Endlose Reihen der mit Sto�z�hnen bewehrten, wilden Krieger warteten auf den Kampf. Bis zum Horizont standen sie, und unter ihnen waren Kreaturen, wie man sie in Kalimdor noch nie gesehen hatte. Einige flogen, andere krochen, aber sie alle strahlten die gleiche Blutlust aus, die Illidan von den D�monen, denen er gegen�ber gestanden hatte, kannte.</p><p>Und dann sp�rte der Zauberer den D�monenlord. Nur einen Hauch seiner Aura nahm er wahr, aber sie reichte aus, um den Nachtelf zur Flucht aus der Unterwelt zu bewegen. Erst jetzt erkannte er, dass er bisher nur einen Bruchteil von Sargeras� wahrer Macht gesp�rt hatte. Hier, an dem Ort, wo der Herr der Legion k�rperlich existierte, hatte Malfurions Bruder keine M�glichkeit, seine Gedanken vor ihm zu verbergen. Sargeras h�tte jeden Schild mit Leichtigkeit durchbrochen.</p><p>Er durfte nicht herausfinden, was Illidan plante, sonst erwartete den Zauberer ein Schicksal, das schlimmer war als jeder Tod, den Kalimdor bisher erlebt hatte.</p><p>�Was ist los, Zauberer?�, knarrte Varo�thens Stimme neben ihm.</p><p>Illidan k�mpfte gegen ein Zittern an, als sein Geist in seinen K�rper zur�ckkehrte. �Es ist � �berw�ltigend�, sagte er ehrlich. �Einfach � �berw�ltigend.�</p><p>Sogar der Captain widersprach ihm nicht.</p><p>Mannoroth trabte den H�gel hinauf. Seine baumstammdicken Beine hinterlie�en Krater in der geschundenen Erde. In seinen riesigen Augen lag ein Fanatismus, wie ihn Illidan noch bei keinem D�mon gesehen hatte. Obwohl der Gefl�gelte inmitten der Wellen gestanden hatte, war er trocken. Der Brunnen schien zwar aus Fl�ssigkeit zu bestehen, doch es verbarg sich viel mehr darin.</p><p>�Bald �� Mannoroth schnurrte beinahe. �Bald wird unser Herr nach Kalimdor kommen. Schon bald ��</p><p>�Und dann wird er Kalimdor in ein Paradies verwandeln�, hauchte Azshara von ihrer S�nfte aus. �Ein Paradies.�</p><p>Erwartungsvoll leuchteten die Augen des D�mons, aber das war nicht das einzige Gef�hl, das Illidan darin las. �Ja � Kalimdor wird neu erschaffen werden.�</p><p>�Wann?�, dr�ngte die K�nigin. Ihr Atem ging schneller, und ihre Lippen �ffneten sich. �Wie bald?�</p><p>�Sehr bald�, antwortete Mannoroth. Er trabte an der K�nigin vorbei und dem Palast entgegen. �Sehr bald.�</p><p>�Wie wundervoll!� Azshara klatschte in die H�nde. Lady Vashj und die anderen Zofen l�chelten zustimmend.</p><p>�Dann sind wir also hier fertig�, sagte Captain Varo�then, der gleichzeitig auf Sargeras� Ankunft zu hoffen und sie eifers�chtig zu f�rchten schien. �Zur�ck zum Palast�, befahl er den Soldaten und D�monen. �Zur�ck zum Palast.�</p><p>Die Hochgeborenen und Satyrn ben�tigten keine Befehle. Sie folgten Mannoroth bereits. Nur Illidan blieb zur�ck. Seine Gedanken pendelten zwischen den Gef�hlen, die er im Gesicht des D�mons zu sehen geglaubt hatte und dem Blick, den er in das Reich des D�monenlords hatte werfen k�nnen, hin und her.</p><p>Malfurions Bruder sah zur�ck zu dem sch�umenden Mahlstrom, zu dem der Brunnen der Ewigkeit geworden war. Zum ersten Mal f�hlte er, wie sein Selbstbewusstsein br�ckelte.</p><empty-line/><p>Tyrande wusste, dass etwas vorging, etwas, das weitreichende Konsequenzen haben w�rde. Doch in ihrer Zelle konnte sie nicht erkennen, worum es sich dabei handelte. Elune half ihr noch ein wenig gegen ihre Peiniger, mehr aber tat sie nicht. Die Priesterin wusste nicht, was drau�en in der Welt geschah. Vielleicht war ihr Volk l�ngst besiegt worden, vielleicht marschierte die Brennende Legion bereits ungehindert durch Kalimdor und zerst�rte die letzten Reste dieses einst sch�nen Landes.</p><p>Die Wachen waren von ihrer T�r abgezogen worden. Der unsympathische Captain Varo�then hatte entschieden, dass es Zeitverschwendung sei, Soldaten f�r eine Gefangene abzustellen, die keine Fluchtm�glichkeit hatte. Tyrande verstand diese Entscheidung. Sie hatte sich bisher nicht gerade als Gefahr f�r den Palast erwiesen.</p><p>Sie h�rte Schritte drau�en im Gang. Es war noch zu fr�h f�r ihre t�gliche Nahrungsration, au�erdem hatte sie diese bisher nur von Dath�Remar angenommen. Seitdem hatte Tyrande weder etwas gegessen noch getrunken. Der Hochgeborene hatte sie bei seinen beiden nachfolgenden Besuchen zwar darum gebeten, aber sie hatte nur angenommen, was sie ben�tigte. Sie wollte sich nicht abh�ngig machen von denen, die sie gefangen hatten.</p><p>Die T�r �ffnete sich knarrend. Zu ihrer �berraschung traten Dath�Remar und ein anderer Hochgeborener ein. Der Unbekannte warf einen kurzen Blick auf die Gefangene und schaute dann zur�ck in den Gang.</p><p>�Dath�Remar, was machst du ��</p><p>�Pssst, Mistress.� Misstrauisch sah er in die Zelle, als erwarte er jeden Moment, Teufelswachen zu sehen. Erst als er sicher war, dass sie allein waren, ging er auf die Aura zu.</p><p>Aus seiner Roben zog er das gleiche Artefakt, das auch schon Lady Vashj benutzt hatte. Tyrande �berspielte ihre Nervosit�t, obwohl sie sich innerlich fragte, ob der Zauberer vielleicht ebenfalls ihren Tod im Sinn hatte.</p><p>�Halte dich bereit�, fl�sterte Dath�Remar.</p><p>Er f�hrte das gleiche Ritual wie Lady Vashj durch. Die Aura erlosch, die unsichtbaren Fesseln verschwanden.</p><p>Tyrandes K�rper war so steif, dass sie beinahe gest�rzt w�re. Der Hochgeborene fing sie in seinen Armen auf. Das Artefakt war auf ihre Kehle gerichtet.</p><p>�Mein Tod wird dir nichts n�tzen�, sagte sie.</p><p>Er sah sie �berrascht an, dann fiel sein Blick auf den Gegenstand in seiner Hand. Angewidert warf er ihn zur Seite. �Ich bin nicht hier, um eine solch schreckliche Tat zu vollbringen. Und jetzt sei ruhig, sonst ist deine Flucht zum Scheitern verurteilt.�</p><p>�Flucht?� Tyrandes Puls schlug schneller. War dies vielleicht nur eine grausame List?</p><p>Dath�Remar las die Angst in ihren Augen. �Es ist keine List. Wir haben lange untereinander dar�ber beraten. Wir k�nnen diese Obsz�nit�t nicht mehr l�nger ertragen. Die K�nigin �� Seine Kehle krampfte sich zusammen. Er schwankte zwischen seiner Loyalit�t f�r Azshara und dem Entsetzen �ber all das, was geschehen war. �Die K�nigin � sie ist wahnsinnig. Eine andere Erkl�rung kann es nicht geben. Sie hat sich von ihrem Volk abgewandt und verehrt eine furchtbare und mordende Kreatur! Dieser Sargeras verspricht ihr eine perfekte Welt, in der wir Hochgeborene herrschen sollen, aber einige von uns sehen nur Zerst�rung und Verderben. Wie soll ein Paradies auf blutgetr�nktem Stein und verdorrter Erde entstehen? Wir glauben nicht daran.�</p><p>Seine Beichte �berraschte sie nicht. In den anderen Unterhaltungen hatten sich seine �ngste schon angek�ndigt. Sie hatte anfangs nicht geglaubt, dass jemand in diesem Palast noch einen freien Willen besa� � schlie�lich verlangte der D�monenlord absolute Hingabe �, aber vielleicht hatte Sargeras seinen Geist zu sehr ausgedehnt und damit geschw�cht.</p><p>Trotzdem dankte Tyrande Mutter Mond f�r diese Gelegenheit. Sie war �berzeugt davon, dass sie sich Dath�Remar anvertrauen konnte.</p><p>�Das ist unsere einzige Chance�, erkl�rte der Magier. �Die Anh�nger des D�monenlords sind zum Brunnen gegangen, um irgendeinen Zauber zu wirken. Das wird sie lange genug aufhalten. Die anderen warten bei den St�llen.�</p><p>�Die <emphasis>anderen</emphasis>!�</p><p>�Wir k�nnen hier nicht l�nger bleiben. Dein Verschwinden wird ja nicht unentdeckt bleiben. Ich habe daf�r gesorgt, dass die Meisten, die fliehen wollen, heute nicht f�r die D�monen arbeiten m�ssen � und die Wenigen, die hier bleiben m�ssen, werden f�r ihr Opfer geehrt werden.�</p><p>�M�ge Mutter Mond sie segnen�, fl�sterte Tyrande. Wenn Mannoroth und sein Herr das doppelte Spiel der Nachtelfen entdeckten, w�rden diese �Wenigen� einen schrecklichen Tod erleiden. �Aber was ist mit den Wachen?�</p><p>�Ein paar geh�ren zu uns, aber die Meisten sind Captain Varo�then sklavisch ergeben. Wir werden vorsichtig sein m�ssen. Aber genug jetzt. Wir haben keine Zeit f�r Fragen.�</p><p>Er f�hrte sie in den Gang, wo der zweite Hochgeborene wartete. Tyrande z�gerte einen Moment lang, so ungewohnt war das Gef�hl, ihre Zelle zu verlassen. Dath�Remar warf ihr einen ungeduldigen Blick zu und zog sie mit sich.</p><p>Sie eilten eine Treppe hinauf. Dath�Remars Begleiter �bernahm die F�hrung. Die Priesterin sah keine Wachen. Anscheinend hatten die Zauberer daf�r gesorgt, dass sie ungehindert passieren konnten.</p><p>Die Treppe endete vor einer Eisent�r, in deren Mitte sich eine Reliefdarstellung von Azsharas Gesicht befand. Tyrande begann instinktiv zu zittern, eine Reaktion, die ihr mitf�hlende Blicke von den beiden Hochgeborenen einbrachte.</p><p>�Dahinter liegt ein Gang, der zu den St�llen f�hrt. Die anderen sollten dort bereits mit den Reittieren warten. Wenn sich die Tore �ffnen, reiten wir schnell wie der Wind hinaus.�</p><p>�Was ist � was ist mit den D�monen?�</p><p>Er reckte stolz das Kinn vor. �Wir sind nicht umsonst die Hochgeborenen. Wir sind die besten Zauberer des Reiches. Sie werden vor unserer Macht in den Staub fallen.� Mit etwas weniger Pathos f�gte Dath�Remar hinzu: �Und wahrscheinlich werden auch viele von uns fallen.�</p><p>�Ich sp�re, dass der Weg frei ist�, sagte der zweite Zauberer arrogant l�chelnd. �Der Ablenkungszauber t�uscht Varo�thens Wachhunde immer noch.�</p><p>�Aber nicht mehr lange, bef�rchte ich.� Dath�Remar �ffnete vorsichtig die T�r. Der Gang, der dahinter lag, war leer.</p><p>�Wir sind in der N�he der St�lle�, erkl�rte der zweite Hochgeborene. Seine Selbstsicherheit schien zuzunehmen. �Siehst du, Dath�Remar? Diese Soldaten sind nur nichtsnutzige ��</p><p>Seine Worte endeten in einem Gurgeln, als sein Hals von einem Armbrustbolzen durchbohrt wurde. Blut spritzte auf Tyrande und Dath�Remar.</p><p>Der tote Zauberer brach zusammen. Mehrere Soldaten tauchten gleichzeitig im Gang auf.</p><p>�Haltet ein!�, befahl ein Unteroffizier, der einen pomp�sen Helm trug.</p><p>Dath�Remars Antwort bestand in einer �rgerlichen Handbewegung.</p><p>Eine unsichtbare Kraft erfasste die Wachen und schleuderte sie gegen die W�nde. Laut scheppernd fielen Waffen und R�stungsteile zu Boden.</p><p>�Sie werden es nicht noch einmal wagen, einen Hochgeborenen des Elitezirkels anzugreifen�, zischte Dath�Remar.</p><p>�Der L�rm wird nicht unbemerkt bleiben�, warnte die Priesterin.</p><p>Dath�Remar schien zu erkennen, dass sein Angriff gedankenlos gewesen war. Er verzog das Gesicht und trat mit Tyrande in den Gang hinein.</p><p>Nur wenig sp�ter erreichten sie die St�lle. Dort bot sich Tyrande ein bemerkenswerter Anblick. Sie hatte damit gerechnet, ein paar Hochgeborene anzutreffen � aber niemals so viele. Sie sch�tzte, dass sich ein Drittel der gesamten Kaste in den St�llen versammelt hatte. Ganze Familien waren gekommen.</p><p>�Wo ist ��, setzte eine Frau an, aber ein Blick von Dath�Remar hielt sie von weiteren Fragen �ber den toten Zauberer ab.</p><p>�Wir haben den Kampf geh�rt und den Einsatz magischer Kr�fte gesp�rt�, f�gte ein Mann hinzu. �Den D�monen wird das ebenfalls nicht entgangen sein.�</p><p>�Daran l�sst sich nichts �ndern.� Dath�Remar ging vor Tyrande her. �Hast du ein schnelles Reittier f�r die Priesterin, Quin�thatano?�</p><p>�Das schnellste.�</p><p>�Gut.� Der Zauberer wandte sich an sie. �Mistress Tyrande, wir hoffen, dass du dich f�r uns einsetzen wirst, wenn wir die Armee erreichen. Wir wissen, dass die anderen nichts Gutes �ber unsere Kaste denken ��</p><p>�Wir werden daf�r sorgen, dass sie uns anh�ren�, unterbrach ihn eine der Frauen. �Wir haben die Macht dazu.�</p><p>�Dann werden sie uns wahrscheinlich umbringen�, knurrte Dath�Remar. An Tyrande gewandt, fuhr er fort: �Wirst du das f�r uns tun?�</p><p>�Was f�r eine Frage! Nat�rlich werde ich das. Ich schw�re es bei Mutter Mond.�</p><p>Ihm schien das zu reichen, auch wenn einige andere noch zweifelten. Doch sie alle schienen sich darauf geeinigt zu haben, dass Dath�Remar Sunstrider die Entscheidungen traf.</p><p>�Also gut. Das Wort der Hohepriesterin d�rfte allen hier gen�gen.� Er zeigte auf die Nachts�bler. �Steigt auf, wir d�rfen keine Zeit verlieren.�</p><p>Die fluchtbereiten Hochgeborenen hatten nur wenig Gep�ck dabei, was deutlich machte, wie sehr sie sich der Notwendigkeit zur Eile bewusst waren. Tyrande, die wusste, in welch luxuri�sen Pal�sten sie lebten, hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie ihren halben Hausstand mitschleppen w�rden.</p><p>Ein Zauberer reichte der Priesterin einen schlanken, weiblichen Panther. An der Seite des Tieres baumelte ein Langschwert, das man vermutlich einem von Captain Varo�thens Soldaten gestohlen hatte. Sie nickte dankbar f�r dieses n�tzliche Geschenk, dann stieg sie auf und wartete.</p><p>Dath�Remar �berzeugte sich davon, dass alle bereit waren, dann zeigte er auf ein gro�es Holztor. �Wir bleiben zusammen! Niemand verl�sst die Gruppe. Wer sich nicht daran h�lt, wird seine Nachl�ssigkeit bereuen. Die D�monen sind �berall. Wir m�ssen zusammen reiten und zusammen k�mpfen, wahrscheinlich tagelang.� Er richtete sich auf. �Aber wir sind die Hochgeborenen, die Streiter des Brunnens. Dank seiner Macht werden wir uns den Weg frei k�mpfen und den Boden mit den Leichen derer bedecken, die uns daran zu hindern versuchen!�</p><p>Tyrandes Gesichtsausdruck verriet nichts von ihren Gef�hlen. Den Hochgeborenen musste klar sein, dass viele von ihnen sterben w�rden � grausam sterben. Sie betete lautlos zu Elune und bat sie um Hilfe f�r ihre Begleiter.</p><p>Die Hochgeborenen suchten nach Vergebung daf�r, dass sie geholfen hatten, die Brennende Legion nach Kalimdor zu bringen. Tyrande w�rde alles tun, damit sie sie auch erhielten.</p><p>Dath�Remar wies erneut auf das Tor. ��ffne dich!�</p><p>Krachend flog das Tor gegen eine Mauer.</p><p>�Los!�</p><p>Tyrande lenkte ihren Nachts�bler hinter dem seinen her.</p><p>Die Hochgeborenen passierten das zertr�mmerte Tor. Ihre Reittiere sprangen elegant �ber die Reste hinweg. Einige tote D�monen lagen dahinter, waren offenbar dem Zauber zum Opfer gefallen.</p><p>�Mannoroth und die anderen sollten noch immer am Brunnen sein�, rief Dath�Remar. �Das ist unsere einzige Chance.�</p><p>Die Erw�hnung des Brunnens rief Tyrande Illidan in Erinnerung. Sie w�nschte sich, er w�re bei den Fl�chtenden gewesen und h�tte sich nicht dem B�sen verschrieben.</p><p>Der d�stere Nebel, der immer noch �ber Zin-Azshari hing, konnte die Reiter nicht aufhalten, denn die Hochgeborenen kannten den Weg. Die Priesterin konzentrierte sich darauf, ihren Rettern zu folgen und wartete auf das Unvermeidliche: den ersten Angriff.</p><p>Er erfolgte schlie�lich in Gestalt einiger Teufelsbestien, die mitten in die Reiter hineinsprangen, zwei zu Fall brachten und einen dritten beinahe von seinem Nachts�bler rissen. Die Tentakel der D�monen hefteten sich an die K�rper ihrer Opfer und saugten sie gierig aus.</p><p>Eine weibliche Hochgeborene warf etwas, das wie ein kleiner Stock aussah. Als er sein Ziel erreichte, wurde daraus jedoch eine Lanze, die die Teufelsbestie durchbohrte.</p><p>Die anderen D�monenhunde starben auf �hnliche Weise. Die letzten flohen mit lautem Angstgeheul. Dath�Remar schickte ihnen einen Blitz hinterher. Zwei Teufelsbestien wurden zerrissen, die dritte entkam.</p><p>�Jetzt ist unsere Flucht wohl aufgeflogen�, knurrte der Zauberer. �Schneller!�</p><p>Ein Horn wurde mit tiefem, traurigen Ton geblasen. Nur Sekunden sp�ter antworteten andere weit vor der Gruppe. Tyrande betete inst�ndig zu Mutter Mond. Sie wusste, dass die Nachtelfen schon bald um ihr Leben k�mpfen w�rden.</p><p>�Sarath�Najak! Yof�Tithian, zu mir!� Die Gerufenen ritten zu Dath�Remar, streckten eine Faust aus und begannen einen Zauber zu sprechen.</p><p>Ein Schild aus roter Energie baute sich vor den Reitern auf. Sogar Tyrande sp�rte die Kraft, die aus dem Brunnen in den Schutz floss.</p><p>Eine Wand aus riesigen D�monenkriegern, die von gr�nen Flammen umgeben waren, sch�lte sich aus dem Nebel. Die Teufelswachen st�rzten sich mit Waffen, so gro� wie Tyrande, auf die Reiter.</p><p>Doch die ersten, die gegen den roten Schild prallten, verbrannten einfach. Ihre gr�nen Flammen nahmen die rote F�rbung des Schilds an und verschlangen die D�monen. Die monstr�sen Krieger kreischten und brachen zusammen. Innerhalb weniger Herzschl�ge zerfielen sie zu Asche. Nur ein paar schwarz verkohlte R�stungsteile blieben �brig.</p><p>Aber die D�monen st�rzten sich weiter auf die Reiter und hatten sie schon bald umzingelt. Einzelne Zauberer versuchten ihre eigenen Spr�che anzuwenden, allerdings mit unterschiedlichem Ergebnis. Sie konnten sich nicht auf jeden D�mon konzentrieren, und die, denen es gelang, ihre Verteidigung zu durchbrechen, richteten gro�e Verw�stungen unter den Reitern an. Eine Frau fiel zu Boden, als ihr Nachts�bler mit aufgeschlitzter Kehle unter ihr zusammenbrach. Sie wollte sich erheben, aber der Teufelsw�chter, der die Katze get�tet hatte, schlug ihr den Kopf ab. Ein anderer Hochgeborener wurde auf eine Lanze gespie�t, aus dem Sattel gehoben und durch die Luft geschleudert. Die nachfolgenden Nachts�bler trampelten ihn nieder.</p><p>Ein gewaltiger Krieger tauchte pl�tzlich hinter Dath�Remar auf. Tyrande zog ihr Schwert und betete zu Elune, sie m�ge ihre Hand leiten.</p><p>Die Klinge nahm die silbrig helle Farbe des Mondes an und stach durch die R�stung des Kriegers, als best�nde sie aus Luft.</p><p>Grunzend drehte sich die Teufelswache zu Tyrande um, doch im gleichen Moment rutschte ihr Oberk�rper von den H�ften. Der Schlag der Priesterin war so elegant gef�hrt worden, dass ihr Opfer nicht bemerkt hatte, dass es bereits tot war.</p><p>Dath�Remar hatte von dem Gefecht in seinem R�cken nichts mitbekommen. Er rief seinen Begleitern etwas zu. Tyrande konnte nicht erkennen, was sie taten, nur dass das Schild vor ihnen sich pl�tzlich ausbreitete und eine blaue F�rbung annahm.</p><p>Es knisterte, und der erste D�mon, der in den neuen Zauber hineinlief, wurde wie durch ein Katapult zur�ckgeschleudert. Er schlug zwischen seinen Kameraden auf und zerfiel zu Staub.</p><p>Der neue Zauber war effizienter als der erste. Die Hochgeborenen, die durch den Angriff der D�monen aufgehalten worden waren, ritten jetzt wieder schneller. Doch sie lie�en mehr als ein Dutzend Tote, Opfer der m�rderischen D�monenklingen, zur�ck. Reiterlose Nachts�bler, deren R�cken blutbefleckt waren, folgten der Gruppe.</p><p>Eine junge Frau, die neben Tyrande ritt, schrie pl�tzlich auf, als sie in die H�he gerissen wurde und im Nebel verschwand. Eine Sekunde sp�ter brach ihr Schrei pl�tzlich ab. Ihr zerfetzter K�rper fiel vor den Reitern zu Boden.</p><p>Die Nachtelfen sahen sich verwirrt um. Tyrande blickte �ber ihre Schulter und sah pl�tzlich Klauenh�nde, die einen �lteren Mann ergriffen und in die Luft zerrten.</p><p>�Verdammniswachen!�, schrie sie. �Verdammniswachen verstecken sich im Nebel!�</p><p>Klauen schossen auch neben ihr nach unten. Tyrande stach zu. Die Verdammniswache zog sich zur�ck � mit nur noch einer Hand.</p><p>Zwei Zauberer hoben die Arme. Ein Schild entstand �ber ihnen und dehnte sich rasch �ber einen Gro�teil der Gruppe aus.</p><p>Doch sie konnten den Zauber nicht zu Ende sprechen, denn im gleichen Moment ersch�tterte eine Explosion die Hochgeborenen. Ihre Nachts�bler b�umten sich auf und warfen die Reiter ab.</p><p>Eine H�llenkreatur erhob sich aus dem Zentrum der Entladung. Tyrande wusste nicht, wie es dem Wesen gelungen war, unbemerkt so nahe zu kommen, doch das spielte im Moment auch keine Rolle. Die H�llenkreatur begann durch die Reiter zu toben und riss Nachts�bler m�helos zu Boden.</p><p>Gleichzeitig fielen zwei weitere Hochgeborene den Verdammniswachen zum Opfer. Die Priesterin blickte zu Dath�Remar, doch von ihm war keine Hilfe zu erwarten. Der Anf�hrer der Zauberer hatte alle H�nde voll zu tun, um die heranst�rmenden Teufelswachen aufzuhalten. Die D�monen versuchten weiter, den Schild zu durchbrechen. Mit jedem Schritt sank die Geschwindigkeit der Fl�chtenden. Nicht mehr lange, und sie w�rde ganz zum Erliegen kommen.</p><p>Tyrande hielt die Klinge vor ihr Gesicht und konzentrierte sich auf die Kr�fte, die ihr Mutter Mond gew�hrt hatte. Ihr eigenes �berleben war unwichtig. Sie konnte nicht unt�tig zusehen, wie andere starben.</p><p>�Bitte, Mutter Mond, h�re mich an�, murmelte die Priesterin.</p><p>Das Leuchten, das ihre Klinge umgab, dehnte sich auf sie aus und wurde gleichzeitig heller. Tyrande erinnerte sich daran, dass unter dem reinigenden Licht der Mondg�ttin jedes Ding sein wahres Ich enth�llte.</p><p>Die silberne Aura flammte auf.</p><p>Unter Elunes Licht l�ste sich der Nebel auf. Die D�monen, die am Himmel hingen und am Boden standen, waren pl�tzlich nicht mehr verborgen. Sie verzogen das Gesicht und versuchten ihre Augen zu sch�tzen. Das g�ttliche Licht konnten sie nicht ertragen.</p><p>Damit gaben sie den Weg f�r die Reiter frei.</p><p>�Da lang, Dath�Remar!�, rief Tyrande. �Reite da lang.�</p><p>Sie musste ihn nicht noch einmal auffordern. Dath�Remar und seine beiden Begleiter ritten auf den Pfad zu, den die Gebete der Priesterin enth�llt hatten. Die wenigen D�monen, denen sie begegneten, waren geblendet und konnten einfach nieder geritten werden.</p><p>�Weiter! Reitet weiter!�, schrie der Anf�hrer der Hochgeborenen. Die Angreifer fielen wie Fliegen. Sie hatten dem Licht nichts entgegenzusetzen.</p><p>Tyrandes Herz war voller Hoffnung, als sie der Gruppe folgte. Das Leuchten dehnte sich �ber alle Reiter aus. Sie dankte Elune immer und immer wieder f�r dieses Wunder.</p><p>Doch als Tyrande die Reihen der Legion passierte, griffen Klauenh�nde nach ihr und zerrten sie von ihrem Nachts�bler. Sie schrie erschrocken auf, als sie in den Himmel gezogen wurde.</p><p>Das verzerrte Gesicht einer Verdammniswache starrte Tyrande entgegen. Der D�mon hatte die Augen fast vollst�ndig geschlossen, und sein rasselnder Atem verriet, wie sehr ihn das Licht schmerzte.</p><p>Sie stach sofort mit ihrer Klinge zu. Zwar traf sie nur ungezielt, aber es erschreckte ihren Gegner. Eine Klaue lie� los. Tyrande wusste nicht, wie hoch sie bereits war, doch sie hatte auch keine Zeit, nach unten zu blicken. Sie konnte nur hoffen, dass Elune ihren Fall bremsen w�rde.</p><p>Entschlossen jagte die Priesterin ihre Klinge in die Brust der Verdammniswache.</p><p>Die Kreatur b�umte sich auf und prellte ihr das Schwert aus den Fingern. Tyrande entglitt den erschlaffenden Klauen.</p><p>Sie hielt sich an dem Sterbenden fest und versuchte ihn vor dem Aufprall unter sich zu bringen. Doch im Todeskampf entzog sich die Verdammniswache ihrem Griff.</p><p>Sie schloss die Augen. Ihre Gebete richteten sich an ihre Gottheit, doch in Gedanken war sie bei Malfurion. Er w�rde sich die Schuld an ihrem Tod geben, wenn sie hier und jetzt starb. Aber sie wollte ihm diese B�rde nicht auflasten. Die G�tter entschieden �ber ihr Schicksal, nicht er. Tyrande wusste, dass Malfurion getan hatte, was er konnte, aber das Schicksal ihres Volkes war wichtiger als das �berleben einer einzigen Person.</p><p>Wenn sie nur noch mal sein Gesicht h�tte sehen k�nnen.</p><p>Tyrande schlug auf dem Boden auf � aber der Aufprall war viel weicher als erwartet. Sie sp�rte ihn kaum, dabei h�tte er jeden Knochen in ihrem K�rper zertr�mmern m�ssen.</p><p>Ihre Finger glitten �ber Staub. Sie war also tats�chlich gelandet, aber wieso war sie unverletzt?</p><p>Tyrande setzte sich auf und warf einen Blick auf ihre Umgebung. Die Aura war vergangen, der Nebel zur�ckgekehrt. Abgesehen von den Leichen der D�monen und Nachtelfen, die �berall am Boden lagen, war sie allein.</p><p>Nein, nicht allein. Eine gro�e, ungemein vertraut wirkende Gestalt sch�lte sich aus dem Nebel. Bei ihrem Anblick r�teten sich ihre Wangen.</p><p>�Malfurion!�</p><p>Doch Tyrande erkannte im gleichen Moment, dass dies der falsche Name war.</p><p>Illidan beugte sich mit verkniffenem Mund �ber die Priesterin. �Du kleine N�rrin.� Er streckte ihr seine Hand entgegen. �Komm mit mir � wenn du noch lange genug atmen willst, um zu erleben, wie ich die Welt rette.�</p></section><section><title><p>15</p></title><p>Die D�monenseele strahlte hell �ber dem Brunnen der Ewigkeit. In dem Weltenriss, den Sargeras durch einen Zauber erschaffen hatte, brannten die Kr�fte der D�monenseele und der Quelle. Gemeinsam begannen sie ein stabiles Portal zu errichten. In seinem monstr�sen Reich wartete der Herr der Legion auf den Zeitpunkt, da er seine j�ngste Eroberung endlich betreten w�rde. Bald, sehr bald schon w�rde er alles Leben darauf ausl�schen � und dann zur n�chsten Welt weiterziehen.</p><p>Doch es gab noch andere, die warteten, und ihre d�steren Tr�ume waren weit �lter als die des D�monenlords. Schon endlos lange warteten sie auf eine Gelegenheit zur Flucht, auf eine Gelegenheit, wieder das an sich zu rei�en, was ihnen einst geh�rt hatte. Jeder Schritt, der Sargeras dem Portal n�her brachte, brachte auch sie ihrem Erfolg n�her. Dank des Brunnens, dank der D�monenseele und der Macht der Legion w�rde es ihnen gelingen, das Tor ihres ewigen Gef�ngnisses aufzusto�en.</p><p>Und war es einmal ge�ffnet, w�rde es niemand mehr verschlie�en k�nnen.</p><p>Die Drei warteten. Das hatten sie schon so lange getan, dass ein klein wenig l�nger sie nicht st�rte.</p><p>Ein klein wenig l�nger �</p><empty-line/><p>Archimonde, der wusste, dass Sargeras� Ankunft unmittelbar bevorstand, warf all seine Kr�fte in die Schlacht. Er zog D�monen von allen anderen Positionen ab und verst�rkte mit ihnen seine Horde. Der Kampf auf diesem Schlachtfeld w�rde �ber das Schicksal der Welt entscheiden.</p><p>Die Armee der Verteidiger k�mpfte, weil sie keine andere Wahl hatte. Nachtelfen, Tauren und die anderen V�lker wussten, dass eine Niederlage den Tod bedeutete. Vielleicht w�rden sie fallen, aber nicht, ohne nicht alles gegeben zu haben, um zu siegen.</p><empty-line/><p>Malfurion k�mpfte darum, seinen Beitrag zu leisten. Seine Zauber beschworen Wirbelst�rme, die Krieger und Bestien in t�dliche H�hen trugen und von dort herabfallen lie�en. Samenk�rner, die er in diese Winde warf, gelangten in D�monenb�uche, wuchsen blitzschnell heran und rissen ihre Opfer auseinander. Die Leichen regneten auf die �berlebenden herab und verursachten nur noch mehr Chaos.</p><p>Tief im Boden entdeckte Malfurion jene � W�rmer und �hnliches Getier �, die sich bisher vor dem B�sen versteckt hatten. Unter seiner Anleitung fra�en sie sich ins Erdreich hinein und verwandelten es in Treibsand. Krieger versanken darin, andere sa�en darin fest, bis sie von den Klingen und Pfeilen der Verteidiger durchbohrt wurden.</p><p>Den Himmel hielten die D�monen noch, doch daf�r bezahlten sie einen hohen Preis. Jarods Bogensch�tzen konzentrierten sich fast ausschlie�lich auf die Verdammniswachen. Pfeile bohrten sich in die K�rper der D�monen, w�hrend diese von oben auf die Soldaten einstachen.</p><p>Die Mondgarde k�mpfte tapfer gegen die Eredar, die H�llenkreaturen und die furchtbaren Schreckenslords. Dabei wurden die Nachtelfen nicht nur von Rhonin und Krasus unterst�tzt, sondern auch von den Schamanen der Tauren und Furbolgs. Die Zauber der Schamanen sahen zwar nicht spektakul�r aus, aber die Resultate sprachen f�r sich, denn Hexenmeister fielen um, wenn sie von ihnen getroffen wurden � oder verschwanden einfach. Doch f�r jeden gefallenen D�mon tauchte ein neuer auf.</p><p>Brox stand zusammen mit Jarod und Kalimdors legend�ren W�chtern in vorderster Reihe. Er lachte, wie er es seit dem Tag nicht mehr getan hatte, an dem er und seine Kameraden mit einem glorreichen Tod in der Schlacht gerechnet hatten. Der ergraute Krieger ging fest davon aus, bald zu sterben. Seine magische Axt indes fra� sich durch die Reihen der D�monen, als giere sie nach ihrem Fleisch. Doch es war nicht nur die Magie, die f�r einen Sieg nach dem anderen sorgte, sondern auch das K�nnen, mit dem der Orc sie einsetzte. Brox war ein Meister seiner Kunst. Deshalb hatte ihn sein Kriegsh�uptling Thrall ja ausgew�hlt.</p><p>Ein Rudel Teufelsbestien �berraschte einen der B�ren. Sie sprangen ihn an und warfen den Riesen zu Boden. Der Halbgott hatte den Boden noch nicht erreicht, da kam auch schon ein zweites Rudel hinzu. Ihre Tentakel sogen sich sofort an seinem K�rper fest und tranken gierig seine Magie. Und damit auch seine Lebenskraft.</p><p>Der Zwillingsbruder des Gest�rzten schrie w�tend auf, als er bemerkte, was geschah. Er stie� eine Teufelswache zur Seite und warf sich auf die D�monenhunde. Einen nach dem anderen riss er vom reglosen K�rper seines Bruders. Er zerschmetterte ihre Sch�del und ihr R�ckgrat.</p><p>Doch als er seinen Zwillingsbruder schlie�lich frei gelegt hatte, musste er erkennen, dass er zu sp�t gekommen war.</p><p>Der Waldgott hob den Kopf und schrie seinen Schmerz hinaus. Dann wandte er sich den D�monen zu und zerfetzte ihre Reihen, als best�nden sie aus Papier. Lanzen und andere Waffen stachen nach ihm, aber er ignorierte den Schmerz und drang tiefer in die Reihen der Brennenden Legion vor. Seine Kameraden blieben zur�ck, konnten ihn nach einer Weile noch nicht einmal mehr sehen. Brox und Jarod h�rten sein letztes, w�tendes Gebr�ll � und die Stille, die darauf folgte.</p><p>Leichen bedeckten den Boden so weit das Auge reichte. Ab und zu bek�mpften sich Gegner sogar, w�hrend sie auf den K�rpern von Gefallenen standen. Halbg�tter fochten neben Nachtelfen, Nachtelfen neben Tauren und die wiederum neben Furbolgs, Irdenen und anderen. Sie alle zeigten den gleichen grimmigen Gesichtsausdruck.</p><p>Cenarius f�hrte die epischen W�chter Kalimdors immer noch an. Er warf sich den D�monen mit einer Brutalit�t entgegen, die sogar Rhonin und Krasus schockierte. Seine Gliedma�en rissen D�monenb�uche auf und verteilten Eingeweide �ber das Schlachtfeld. Der Herr des Waldes k�mpfte wie ein Besessener, und mit jedem besiegten W�chter wurde er gewaltt�tiger und wilder. Er schien jeden Gefallenen r�chen zu wollen, ganz gleich um welchen Preis.</p><p>Und sie fielen weiter. Teufelsw�chter hingen wie Hunde an ihrer Beute, dem gro�en Eber Agamaggan, der ihnen schlie�lich unterlag. Zwar rammte er die D�monen, schleuderte sie in die L�fte oder zermalmte sie unter seinen Hufen. Aber nach einer Weile wurde das Gewicht zu gro�, und er brach in die Knie. Sofort st�rzten sich seine Widersacher auf den ungesch�tzten Bauch. Der gewaltige Halbgott konnte einige der D�monen, die an ihm zerrten, absch�tteln, doch das war seine letzte Tat. Blut quoll aus Hunderten tiefer Schnittwunden. Er grunzte noch einmal und sackte leblos dann zusammen.</p><p>Doch auch jetzt lie�en seine Feinde nicht von ihm ab. Die D�monen waren so besessen in ihrer Blutgier, dass sie den Tod ihres Opfers nicht bemerkten.</p><p>Das Ende des Ebers spornte Cenarius nur noch mehr an. Er fiel �ber die D�monen her, die immer noch auf den Toten einschlugen, zerquetschte sie oder spie�te sie in seiner dornigen M�hne auf. Seine Wut war so gro�, dass sich die Angriffe der Brennenden Legion auf ihn zu konzentrieren begannen. Archimondes unsichtbare Hand f�hrte die m�chtigsten seiner D�monen dem Waldgott entgegen.</p><p>Krasus und die anderen k�mpften um ihr eigenes Leben und konnten ihm nicht helfen. Die schrecklichen Krieger umrundeten Malfurions Mentor, bis kaum noch sein Geweih zu sehen waren.</p><p>Dann, als sein Ende nahe schien, kehrte der wei�e Blitz zur�ck, den Rhonin schon zuvor bemerkt hatte. Eine gewaltige vierbeinige Gestalt prallte mit den D�monen zusammen. Ein Geweih, das um einiges gr��er als das des Waldgottes war, fegte die D�monen beiseite, die den taumelnden Cenarius belagerten. Riesige Hufe zerschmetterten Sch�del und Brustk�rbe. Z�hne bissen Gliedma�en ab oder zerfetzten Kehlen.</p><p>Jetzt erst konnte man das gewaltige Wesen erkennen. �ber dem geschw�chten Cenarius stand ein wei�er Hirsch, der die D�monen von ihm fern hielt. Sein Fell gl�nzte so stark, dass die Diener der Brennenden Legion geblendet wurden und sich kaum noch wehrten.</p><p>Immer wieder benutzte der Hirsch sein Geweih, um D�monen zur Seite zu schaufeln. Selbst H�llenkreaturen konnten ihn nicht aufhalten. Er vertrieb die Brennende Legion nicht nur aus dem Gebiet rund um den Waldgott, sondern in einem sehr viel gr��eren Umkreis.</p><p>Dann starrte der Hirsch Brox und Jarod an. Es fiel kein Wort zwischen ihnen, aber die beiden wussten pl�tzlich, dass sie Cenarius vom Schlachtfeld schaffen sollten. Das taten sie, w�hrend die D�monen sich zu einem neuen Angriff formierten. Doch gegen den Hirsch waren sie chancenlos. Reihenweise st�rzten sie sich ihm mit erhobenen Waffen entgegen, reihenweise wurden sie in St�cke gerissen.</p><p>Doch der Legion standen nicht nur Klingen zur Verf�gung, sondern auch andere, schrecklichere Werkzeuge. Ein schwarzer Blitz schoss pl�tzlich aus dem Himmel und verbrannte den Boden rund um den Hirsch. Dunkelgr�ne Feuer brachen aus und verbrannten das Fell des Halbgotts. Die verkohlte Erde hob sich und bildete Klauenh�nde, die alle vier Beine des Hirsches umklammerten.</p><p>Dann teilten sich die Reihen der D�monen und lie�en den Verursacher der Zauber durch.</p><p>Archimonde.</p><p>Mit jedem Schritt, den Archimonde auf den Hirsch zuging, schien er gr��er zu werden, bis er fast die Gr��e seines Gegners erreicht hatte. Im Gegensatz zu seinen wilden Kriegern verhielt er sich ruhig, beinahe schon wissenschaftlich kalt. Er trug keine Waffen, aber um seine geballten F�uste tanzte das gleiche Feuer, das rund um den Hirsch loderte.</p><p>Der Halbgott sch�ttelte den Griff der Erdklauen ab. Dann schnaubte er angriffslustig, neigte das Geweih und st�rzte sich auf den Erzd�mon.</p><p>Mit einem Donnerschlag und einem Erdbeben, das ringsum Krieger zu Boden warf, prallten die Gegner aufeinander. D�monen und Nachtelfen flohen vor der furchtbaren Kraft, die in diesem Duell entfesselt wurde. Die Hufe des Hirsches trafen den Boden und verspr�hten Funken bis in den Himmel. Archimonde stemmte sich mit seinen F��en dagegen. Er hinterlie� Furchen und neu erschaffene H�gel, die gr��er als seine Krieger waren.</p><p>Die Klauen des D�mons f�gten dem Fell des Hirsches blutige Narben bei. Wunden, aus denen gr�nes Feuer tropfte, entstanden dort, wo das Geweih des Halbgottes die unverletzlich wirkende Haut des Erzd�mons aufriss. Kein lebendes Wesen wagte es, sich diesen Gegnern zu n�hern.</p><p>Weiter hinten brachten Jarod und Brox mit Dungards Hilfe den verletzten Cenarius zu Krasus. Der Magier brach seinen Angriff gegen die Eredar ab und untersuchte den Waldgott.</p><p>�Er hat einige tiefe Wunden�, murmelte Dungard und zog seine Pfeife hervor.</p><p>�Er ist schwer verletzt�, stimmte der Magier zu, als er seine Hand �ber Cenarius� Brust gleiten lie�. �Das Gift der D�monen beeintr�chtigt ihn st�rker als andere, wahrscheinlich, weil er und Kalimdor so eng miteinander verbunden sind.� Krasus verzog das Gesicht. �Aber ich glaube, dass er �berleben wird.�</p><p>Im gleichen Moment murmelte der Halbgott etwas. Nur Krasus war ihm nahe genug, um seine Worte zu verstehen. Auf seinem Gesicht zeichnete sich Trauer ab, als er wieder aufsah.</p><p>�Was hat er gesagt?�, fragte Jarod.</p><p>Krasus wollte antworten, aber ein furchtbarer Schrei unterbrach ihn. Gleichzeitig drehten sich alle zu seinem Ursprung um. Entsetzt sahen sie, dass Archimonde einen Arm um den Hals des Hirsches gelegt hatte. Mit der freien Hand drehte er dessen Kopf zur Seite. Der Winkel konnte kaum noch zu ertragen sein, deshalb hatte der Hirsch wohl auch geschrien.</p><p>Krasus kam auf die Beine. �Nein, das darf nicht sein!�</p><p>Aber es war bereits zu sp�t. Mit versteinerter Miene presste der D�mon seine Hand st�rker gegen den Kopf des Halbgotts.</p><p>Ein furchtbares Krachen hallte �ber die Landschaft. F�r einen Augenblick verstummte jeder andere Laut.</p><p>Cenarius� mutiger Retter rutschte leblos aus Archimondes Griff.</p><p>Beinahe gleichg�ltig warf der Erzd�mon seinen Gegner zur Seite. Dann wischte er sich die H�nde ab und betrachtete die entsetzten K�mpfer.</p><p>Pl�tzlich wuchsen Ranken aus der leblosen Erde, legten sich um Archimondes Gliedma�en und dr�ckten zu. Unbeeindruckt riss der D�mon einige aus dem Boden, aber als er sie zur Seite werfen wollte, legten sie sich um sein Handgelenk. Gleichzeitig wuchsen andere aus der Erde und ersetzten die abgerissenen.</p><p>Malfurion Stormrage trat vor. Die Augen, mit denen er den entfernt stehenden D�mon betrachtete, waren so tot wie an dem Tag, als Tyrande entf�hrt worden war. Eine knisternde Aura umgab ihn, und er drehte st�ndig ein Blatt zwischen den Fingern, das zu den Ranken gepasst h�tte.</p><p>Archimondes Miene blieb maskenhaft starr, aber seine Bewegungen wurden nerv�ser. Die Ranken h�llten bereits drei Viertel seines gewaltigen K�rpers ein, und der Rest w�rde ihnen schon bald zum Opfer fallen.</p><p>Der Erzd�mon schien das zu erkennen, denn er gab seine Versuche, die Pflanzen zu entfernen, auf. Statt dessen verengten sich seine Augen. Er befreite seine Arme weit genug, um in die H�nde klatschen zu k�nnen.</p><p>Als seine Handfl�chen einander ber�hrten, verschwand der entsetzliche Kommandant der Brennenden Legion in einem gr�nen Flammensto�.</p><p>Malfurion stie� die Luft aus. Er sank auf die Knie und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Ich habe versagt�, sagte er, w�hrend Brox und der Magier neben ihm standen. �Ich habe meinen Shan�do in seiner schwersten Stunde entt�uscht.�</p><p>Der Orc und der Mensch sahen Krasus an, hofften wohl auf eine Antwort von ihm. Der Magier presste die Lippen zusammen, dann sagte er ruhig: �Der gro�e gr�ne Drache, der Aspekt, der sich Ysera nennt, ist die Mutter von Cenarius, dem Herrn des Waldes.�</p><p>Dungard, der an seiner Pfeife gezogen hatte, runzelte die Stirn und sagte: �Mein Volk glaubte immer, es sei Elune gewesen, die ihm das Leben schenkte.�</p><p>�Die wahre Geschichte ist sehr kompliziert�, entgegnete Krasus.</p><p>Brox schwieg. Er sp�rte, dass das noch nicht das Ende der Erkl�rung war.</p><p>�Sein Vater ��, fuhr der Magier fort, �sein Vater ist der uralte Waldgeist Malorne.�</p><p>Nach einem Moment fragte der Orc. �Und das bedeutet?�</p><p>�Malorne � den man auch den Wei�en Hirsch nennt.�</p><p>Dungard lie� beinahe seine Pfeife fallen. Brox zog scharf die Luft ein. Er blickte zu der gewaltigen Leiche des Hirsches, die zwischen all den anderen Toten lag. Der Vater hatte sein Leben gegeben, um den Sohn zu retten. Jeder Orc konnte das verstehen.</p><p>�Ich habe versagt ��, wiederholte Malfurion. Er stand auf und sah Krasus an. �Von dir habe ich erfahren, dass Ysera die Mutter meines Shan�do ist. Das war eine �berraschung, aber von Malorne wusste ich bereits. Cenarius lie� mich w�hrend meiner Studien wissen, dass er ein Sohn des Wei�en Hirsches sei.� Der Nachtelf ballte die H�nde zu F�usten. �Und als ich sah, was Archimonde dem Vater von Cenarius antat, der wie ein Vater f�r mich ist, wollte ich ihm das Leben nehmen.�</p><p>Krasus legte dem Druiden die Hand auf die Schulter. �Hab Zuversicht, junger Freund. Du hast Archimonde erst einmal in die Flucht geschlagen, das ist keine Kleinigkeit.� Die Augen des Magiers verengten sich, als er �ber das Schlachtfeld blickte. �Dadurch gewinnen wir Zeit.�</p><p>Malfurion sch�ttelte seine Trauer ab. �Wir werden verlieren, nicht wahr?�</p><p>�Das bef�rchte ich. Wir haben den D�monen alles entgegen geworfen, was wir haben, aber sie sind einfach zu stark. Ich war mir sicher � hatte geglaubt �� Er spie seine Worte f�rmlich aus. �Ich habe die Zeit manipuliert, trotz meiner eigenen Warnungen alles getan, um zu helfen � aber heraus gekommen sind nur Fehlschl�ge.�</p><p>�Ich verstehe nicht ��</p><p>�Du musst auch nur Folgendes verstehen: Wenn die Drachen nicht bald kommen, werden wir sterben, entweder durch die Klingen der Brennenden Legion oder durch etwas Uraltes, das selbst den furchtbaren Sargeras t�uscht. Du wei�t, wovon ich rede. Du hast die schreckliche Pr�senz der Drei gesp�rt. Du wei�t, was sie dieser Welt antun wollen. Sie ��</p><p>Krasus schrie.</p><p>�Was ��, begann der Druide.</p><p>Krasus kr�mmte sich zusammen. Seine Gliedma�en begannen sich in Stein zu verwandeln.</p><p>�Eredar!�, rief Malfurion. Er sp�rte, wie sich seine eigenen Gliedma�en zusammen krampften. Ihm drohte das gleiche Schicksal wie dem Magier. �Brox, du musst Rhonin suchen.�</p><p>Aber dem Orc ging es nicht besser als dem Nachtelf. Archimonde war vielleicht geflohen, aber allen war klar, dass er hinter diesem Zauber steckte, der sich nur gegen sie drei richtete. Der Kommandant wusste, dass Krasus und seine Gruppe die letzte H�rde waren, die zwischen der Brennenden Legion und deren Sieg stand. Sogar Jarod war Opfer des Zaubers geworden.</p><p>Sie alle sp�rten, wie der Stein begann, auf ihre Lungen zu dr�cken und den letzten Rest Luft herauspresste. Pl�tzlich h�rten sie eine weibliche Stimme in ihren K�pfen. <emphasis>Habt keine Angst</emphasis>, sagte sie. <emphasis>Atmet.</emphasis></p><p>Erleichtert zogen Krasus, Malfurion, Brox und Jarod frische Luft in ihre Lungen. Sie sp�rten, wie Wind aufkam und sahen einen gewaltigen Schatten �ber die Landschaft streichen.</p><p>�Sie ist gekommen!�, rief Krasus. Er hob die H�nde zum Himmel. �Sie <emphasis>sind</emphasis> gekommen!�</p><p>Der Himmel war voller Drachen.</p><p>Rote, gr�ne und bronzefarbene waren zu sehen. Sie repr�sentierten die Clans von Alexstrasza, Ysera und dem abwesenden Nozdormu. Die beiden Aspekte standen in ihrem Mittelpunkt. Allein ihre Schwingen waren schon gr��er als die meisten anderen Drachen.</p><p>Gleichzeitig schossen die fliegenden Riesen den D�monen entgegen, die sich noch auf ihre Gegner am Boden konzentrierten.</p><p>�Jarod!�, rief Krasus und wandte sich dem Kommandanten zu. �Die H�rner sollen erklingen, damit jeder wei�, auf welcher Seite die Drachen stehen. Wir k�nnen den Sieg doch noch davontragen!�</p><p>Jarod stieg auf den erstbesten Nachts�bler und ritt davon. Er war noch nicht ganz in der Entfernung verschwunden, als die Drachen bereits mit ihrem Angriff begannen.</p><p>Die Roten �ffneten die M�uler und entfesselten ein Inferno. Feuer h�llte die ersten Reihen der Krieger ein. Hunderte D�monen verbrannten in einem einzigen Sekundenbruchteil zu Asche.</p><p>Die Bronzedrachen flogen �ber die D�monenreihen hinweg und zwangen die monstr�sen Krieger, sich r�ckw�rts zu bewegen. F�r sie hatte sich die Zeit umgedreht, jedoch nicht f�r jene, die hinter ihnen standen. Der gewaltige Zusammensto� der Kriegsf�hrenden brachte Chaos und Vernichtung �ber Archimondes Streitkr�fte.</p><p>Einer der bronzenen Drachen fiel � sein K�rper war so verdreht, dass er kaum noch zu erkennen war. Er war ein Opfer der Eredar und Nathrezim geworden, die versuchten, diesen unerwarteten Angriff aufzuhalten. Aber ihre Zauber wandten sich gegen sie selbst, als Yseras Clan �ber ihnen auftauchte. Mit geschlossenen Augen pflanzten die Gr�nen Alptr�ume in die K�pfe der Zauberer. Hexenmeister blickten einander an und sahen doch nur den Feind.</p><p>Dementsprechend reagierten sie auch. Eredar brachte Eredar um, und die Nathrezim schlossen sich dem Gemetzel an. Die D�monen waren in den d�steren Tagtr�umen der gr�nen Drachen gefangen. Selbst Archimonde konnte sie daraus nicht befreien.</p><p>Weiter hinter dem Chaos stieg Alexstrasza aus dem Himmel herab und gesellte sich zu Krasus und den anderen. Ysera schien das Gleiche tun zu wollen, aber pl�tzlich und zur �berraschung aller, die sie kannten, �ffneten sich ihre Augen und betrachteten das furchtbare Bild, das sich auf dem Schlachtfeld bot. Dunkle Jadeaugen richteten sich auf den Leichnam des wei�en Hirsches.</p><p>Auf Malornes Leichnam.</p><p>Der Drache stie� einen Klagelaut aus � keinen Schrei, sondern ein herzzerrei�endes Jammern � und flog zu der Stelle, wo der wei�e Hirsch lag. Die D�monen, die sich noch in der N�he aufhielten, wurden von ihrer Wut hinweg gefegt. Ysera warf einige durch die Luft, zerquetschte andere und wehte den Rest mit einem Fl�gelschlag von dannen.</p><p>Als es niemanden mehr gab, an dem sie ihre Wut h�tte auslassen k�nnen, landete die Herrin der Tr�ume neben dem Hirsch und legte ihr Kinn auf seinen Kopf. Ihr K�rper zitterte, so heftig schluchzte sie.</p><p>�Wir wussten, dass wir sp�t kommen w�rden�, sagte Alexstrasza, w�hrend sie den anderen Aspekt mitf�hlend betrachtete. �Aber nicht, dass es so sp�t sein sollte.�</p><p>�Cenarius lebt�, erkl�rte Krasus. �Das sollte ihr jemand sagen.�</p><p>Die K�nigin des Lebens nickte und schloss einen Moment lang die Augen. Nur Sekunden sp�ter hob Ysera den Kopf und sah zu ihr her�ber. Die stumme Unterhaltung dauerte nicht lange, dann verlie� Ysera Malornes Leichnam.</p><p>Die anderen wichen zur�ck, als sie neben dem bewusstlosen Cenarius landete. Mit bemerkenswerter Sanftheit nahm sie den reglosen Waldgott in die Arme.</p><p>�Ich werde ihnen solche Alptr�ume schicken, dass ihre Herzen � sollten sie welche besitzen � explodieren�, zischte sie. �Ich werde ihnen D�monen schicken, die sie in den Wahnsinn treiben, bis sie sich den Tod w�nschen � aber ich werde sie nicht aufwachen lassen und ihnen diese Gnade nicht gew�hren.�</p><p>Sie wollte weiter sprechen, aber Krasus wagte es, sie zu unterbrechen. �Die Legion hat jede Strafe verdient, die du ihren Kriegern angedeihen lassen willst, aber vergiss nicht, dass das Schicksal Kalimdors, f�r das Malorne und Cenarius gek�mpft haben, immer noch unentschieden ist. Sargeras versucht, in die Welt der Sterblichen zu gelangen � und die Drei wollen den D�monenlord manipulieren, um ihre eigene Flucht zu erm�glichen.�</p><p>�Dessen sind wir uns bewusst�, antwortete Alexstrasza, bevor die trauernde Ysera ihrer Wut erneut Luft machen konnte. �Was sollen wir tun?�</p><p>�Der Kampf muss hier weitergehen � aber wir m�ssen ihn gleichzeitig nach Zin-Azshari und zum Brunnen tragen. Dazu werden wir Drachen und Sterbliche ben�tigen, denn dort warten viele Gefahren.�</p><p>�Was hast du vor?� Ysera wollte etwas einwerfen, aber Alexstrasza verstand die Dringlichkeit der Aufgabe und schmetterte die Unterbrechung ab. �Du kennst ihn!�, fuhr sie ihre Schwester an. �Du musst doch nur in ihn blicken, dann wei�t du, dass wir ihm zuh�ren m�ssen.�</p><p>Der gr�ne Drache neigte den Kopf. �So lange die D�monen leiden ��</p><p>�Wir werden alle leiden�, fuhr der Magier fort, �wenn wir nicht verhindern, dass das Portal stabilisiert wird.� Er blickte in die Richtung des weit entfernten Zin-Azshari. �Und wenn ich Recht habe, ist dieser Moment nicht mehr fern.�</p><empty-line/><p>Sargeras sp�rte Archimondes versteckte Verzweiflung. Der D�monenlord war unzufrieden mit der Leistung seines Dieners, der ihm schon so lange treu diente und ihn noch nie zuvor entt�uscht hatte. Aber er w�rde ihn sp�ter bestrafen. Das Portal war beinahe vollendet. Sargeras fragte sich, warum er erst so sp�t auf diesen Plan gekommen war. Dabei war alles so simpel.</p><p>Letztendlich war es jedoch egal. Wichtig war nur, dass er Kalimdor schon sehr bald betreten w�rde, und wenn dies geschah, w�rden selbst alle Drachen dieser Welt seinen Sieg nicht mehr gef�hrden k�nnen �</p><empty-line/><p>Die Drei sp�rten, dass sie der Freiheit immer n�her kamen. Welche Ironie, dass einer, der einst zu den verhassten Titanen geh�rt hatte, ma�geblich f�r ihre Befreiung verantwortlich sein w�rde. Viele Titanen waren damals n�tig gewesen, um die Drei in ihr Gef�ngnis zu bannen. Einen einzigen w�rden sie nach ihrer triumphalen R�ckkehr mit Leichtigkeit vernichten. Danach w�rden seine D�monen ihnen dienen.</p><p>Das Portal wurde st�rker. Der Zeitpunkt, da sie es �bernehmen mussten, r�ckte n�her. Wie am�sant, dass die winzigen Wesen, die gegen die Krieger des gefallenen Titanen k�mpften, tats�chlich glaubten, die Scheibe zur�ckerobern zu k�nnen.</p><p>Die Drei sp�rten, dass sich die Drachen � die Hunde der Titanen � dem Brunnen n�herten.</p><p>Ihnen stand eine t�dliche �berraschung bevor.</p></section><section><title><p>16</p></title><p>Ein Orkan tobte �ber dem Brunnen. Er war so gewaltig, dass Malfurion ihn selbst aus der Entfernung sp�rte. Kein normaler Sturm, noch nicht einmal, wenn man ihn mit denen verglich, die gelegentlich �ber die mystischen Wasser zogen. Dieser Sturm hier r�hrte an Kr�ften, die nicht zur Welt der Sterblichen geh�rten, Kr�fte, die denen �hnelten, die auch die Brennende Legion hervorbrachte.</p><p>Die Brennende Legion � und etwas anderes.</p><p>Der Druide verstand nicht, wer oder was die Drei waren, obwohl er das uralte B�se gesp�rt hatte, das von ihnen ausging. Eigentlich wollte Malfurion auch nicht mehr �ber sie erfahren. Das, was seinen Geist in Deathwings Nest vergiftet hatte, war so b�se gewesen, dass er eines sicher wusste: Diese Wesen durften Kalimdor niemals betreten � falls es �berhaupt noch eine M�glichkeit gab, es zu verhindern.</p><p>Er sah sich um und betrachtete die letzte Hoffnung seiner Welt. Es handelte sich um ein Dutzend Drachen, an deren Spitze Alexstrasza und Ysera flogen. Ein weiblicher Leviathan, der den Bronzeclan repr�sentierte, flog hinter ihnen. Es folgten drei Abgesandte eines jeden Clans. Sie alle waren Gef�hrten eines Aspekts, unter anderem auch von diesem Nozdormu, �ber den Krasus gesprochen hatte.</p><p>Der Magier ritt auf den Schultern der roten K�nigin. Er schien den Wind zu genie�en, der ihm ins Gesicht wehte. Malfurion, der wusste, wer Krasus wirklich war, nahm an, dass der Magier sich vorstellte, wie es wohl w�re, gemeinsam mit den anderen Drachen durch die L�fte zu eilen.</p><p>Brox sa� auf der Anf�hrerin des Bronzeclans und Rhonin auf einem Gef�hrten Alexstraszas. Der treueste Gef�hrte des roten Aspekts � Tyranastrasz � leitete den Kampf der Drachen gegen Archimonde. Abgesehen von dem verletzten Korialstrasz waren alle anderen Gef�hrten bei ihrer K�nigin. Malfurion hatte die Ehre, auf Ysera zu sitzen. Sie hatte sogar darauf bestanden, ihn zu tragen.</p><p>�Du bist Cenarius� ganzer Stolz�, hatte sie dem Druiden gesagt. �Ich schulde dir diesen Flug f�r das, was du f�r ihn und Malorne tun wolltest.�</p><p>Malfurion, dem keine passende Antwort eingefallen war, hatte sich vor ihr verbeugt und war auf ihre Schultern geklettert.</p><p>Und dann waren sie losgeflogen, um sich der furchtbaren Macht des D�monenlords und derer, die ihn manipulierten, zu stellen.</p><p>Doch f�r Malfurion war die Lage noch komplizierter. Er hatte keine Angst vor dem eigenen Tod � er w�rde bereitwillig jedes Opfer bringen, um diese Bedrohung aufzuhalten �, aber noch andere spielten in seinen Gedanken eine Rolle. Irgendwo in der N�he ihres Ziels, irgendwo in der gro�en Stadt Zin-Azshari, hoffte er Tyrande und Illidan zu finden.</p><p>Er konnte sich immer noch nicht f�r Tyrandes Entf�hrung vergeben, und er bef�rchtete, dass auch sie ihm nicht verziehen hatte. Schlie�lich hatte er zugelassen, dass sie der Brennenden Legion in die H�nde fiel � ein entsetzliches Schicksal. Nein, Malfurion erwartete nur Hass und Ablehnung von Tyrande, so sie �berhaupt noch lebte.</p><p>Was er bei einer Begegnung mit seinem Bruder von sich selbst erwartete, wusste der Druide nicht. Aber es war klar, dass jemand etwas gegen Illidan unternehmen musste.</p><p>Irgendetwas �</p><p>�Illidan, warte! H�r mir doch zu!�, stie� Tyrande hervor, w�hrend er sie hinter sich herzog. Es war nicht ihr erster Ausbruch, aber sie hatte gehofft, dass er dieses Mal vielleicht auf ihre Worte achten w�rde. �Dies ist nicht dein Weg. Denk doch mal nach! Wenn du die Macht der Legion nutzt, wirst du doch selbst b�se.�</p><p>�Red keinen Unsinn. Ich werde Kalimdor retten. Ich werde ein Held sein!� Er drehte sich zu ihr um. �Verstehst du das denn nicht? Nichts anderes hat funktioniert. Wir haben mit aller Gewalt gek�mpft, aber die Legion ist immer noch st�rker. Ich habe schlie�lich erkannt, dass man die D�monen nur bek�mpfen kann, wenn man sie so sieht, wie sie sich selbst sehen. Deshalb bin ich hierher gekommen und habe so getan, als wolle ich �berlaufen. Ich habe ihren Herrn sogar dazu gebracht, mir eines seiner gr��ten Geschenke ��</p><p>�Geschenke? Du h�ltst das, was er mit deinen Augen gemacht hat, f�r ein Geschenk?�</p><p>Malfurions Bruder beugte sich �ber sie. Er wirkte nicht wie ein Nachtelf, sondern wie ein D�mon. �Wenn du sehen k�nntest, was ich sehe � dann w�rdest du verstehen, welche F�higkeiten er mir verliehen hat.� Mit einem unheimlichen L�cheln hob Illidan den Schal, damit Tyrande die H�hlen sehen konnte, in denen sich einst seine Augen befunden hatten. Es schien ihn nicht zu st�ren, dass Tyrande jedes Mal, wenn er das tat, vor ihm zur�ckwich. Er zog den Schal wieder �ber die Augenh�hlen und fuhr fort: �Ja, dies ist ein gro�es Geschenk, und es wird sich als eine der m�chtigsten Waffen im Kampf gegen die Brennende Legion erweisen.�</p><p>Der Zauberer zog sie mit sich. Tyrande h�tte zwar versuchen k�nnen, sich gegen seinen Griff zu wehren, aber eigentlich wollte sie Illidan gar nicht verlassen. Sie machte sich Sorgen um ihn, Sorgen um sein Herz und um seinen Verstand. Sie musste wenigstens versuchen, den fehlgeleiteten Zauberer zu retten. Elunes Lehren waren nur teilweise die Ursache daf�r, denn Tyrande Whisperwind hatte den jungen Illidan, der voller Tr�ume, Hoffnungen und G�te gewesen war, noch nicht aufgegeben.</p><p>Sie hoffte nur, dass es einen Teil jenes jungen Illidan noch in dem ehrgeizigen, zynischen Magier gab, der sie durch das d�monenverseuchte Land zerrte.</p><p>Sie dachte an die Schreckensgestalten, gegen die sie an diesem Tag gek�mpft hatte und sah sich nerv�s zwischen den Ruinen der Stadt um. Sie erwartete jeden Moment einen Angriff. Mannoroth musste doch l�ngst erkannt haben, dass Illidan ein doppeltes Spiel trieb.</p><p>Der schwarz gekleidete Zauberer schien zu erraten, was sie dachte. Vielleicht las er aber auch ihre Gedanken. �Mannoroth k�mmert sich nur um die Magie am Brunnen�, sagte er. �Von mir h�lt er ohnehin nicht viel. Ich habe einen Zauber gewoben, der ihm vorgaukelt, ich sei in mein Quartier zur�ckgegangen, um zu meditieren.� Er grinste breit. �Abgesehen davon h�lt die Flucht einer Priesterin der Elune zusammen mit zahlreichen Hochgeborenen den Rest in Atem.�</p><p>In einiger Entfernung bliesen die H�rner der Legion erneut zur Jagd. Tyrande hoffte, dass Elune Dath�Remar und die anderen sch�tzen w�rde. Der Weg, der vor ihnen lag, war lang und voller Gefahren.</p><p>Illidan bemerkte nicht, dass sie sich um die Hochgeborenen sorgte. �Ja, die Zeit sollte f�r meinen Plan reichen.�</p><p>�Was ist das f�r ein Plan?� Tyrande hatte die Frage noch nicht ganz ausgesprochen, da sah sie in einiger Entfernung dunkles Wasser. �Warum gehen wir zum Brunnen?�</p><p>�Weil ich vorhabe, Sargeras� Portal in einen Mahlstrom zu verwandeln, der die D�monen aus Kalimdor hinaus und zur�ck in die Unterwelt saugen wird. Ich kehre den Effekt der D�monenseele einfach um. Denk mal dar�ber nach. Mit einem solchen Zauber kann ich nicht nur unser Volk, sondern die ganze Welt retten.�</p><p>Sein Gesichtsausdruck �nderte sich. Er schien auf ihre Zustimmung zu hoffen. Doch als Tyrande dies nicht sofort zeigte, verh�rtete sich seine Miene wieder.</p><p>�Du glaubst nicht, dass ich es schaffen werde. Wenn ich dein toller Malfurion w�re, w�rdest du auf und ab h�pfen, applaudieren und meine Klugheit preisen.�</p><p>�Darum geht es nicht, Illidan. Ich ��</p><p>�Ist ja auch egal.� Suchend blickte er auf die st�rmische Landschaft, dann entdeckte er ein herab gefallenes Baumhaus. Die tote Eiche war in einem Winkel zu Boden gest�rzt, der ihnen aus dem Inneren des Hauses heraus den Blick auf den Brunnen der Ewigkeit gew�hren w�rde. �Das ist perfekt. Geh da hinein.�</p><p>Die Priesterin wurde f�rmlich in das Haus gesto�en. Vorsichtig bahnte sie sich einen Weg durch die Tr�mmer. Der Zauberer folgte ihr und trieb sie ungeduldig an.</p><p>Tyrande kletterte durch das Geb�ude. Ihr Fu� stie� etwas zur Seite.</p><p>Einen Sch�del.</p><p>Sie stand pl�tzlich inmitten von Gerippen, die einmal f�nf oder sechs Nachtelfen geh�rt hatten. Keines der Skelette war vollst�ndig, und die meisten Knochen wiesen tiefe Krater und Risse auf. Tyrande erschauerte. Sie hoffte, dass die Teufelsbestien nur Tote angenagt hatten, keine hilflosen lebenden Opfer. Doch das konnte ihr niemand mehr sagen.</p><p>�Du kannst f�r sie beten, wenn ich die Welt gerettet habe�, meinte Illidan zynisch. �Das da vorne sieht wie ein guter ��</p><p>Eine monstr�se Gestalt sprang aus den Schatten. Sie warf Malfurions Bruder zu Boden, noch bevor er reagieren konnte. Tyrande schrie und konzentrierte sich auf die Macht der Elune.</p><p>Doch sie musste nicht mehr handeln, denn die Teufelsbestie, die auf Illidans Brust kauerte, heulte schmerzerf�llt auf. Der D�monenhund wand sich, w�hrend der Zauberer ruhig aufstand. Mit der rechten Hand hielt er beide Tentakel fest.</p><p>�Ich k�nnte die Magie gebrauchen, die du aufgesogen hast�, sagte er beinahe l�ssig zu der Kreatur.</p><p>Der Nachtelf presste seine linke Handfl�che gegen die Saugn�pfe. Die H�llenbestie versuchte jedoch nicht, von diesem Opfer zu trinken. Statt dessen tat sie alles, um sich aus der Umklammerung zu l�sen.</p><p>Illidans linke Hand begann gr�n zu leuchten. Tyrande bemerkte, dass es sich um das gleiche Gr�n handelte, das auch die D�monen umgab. Malfurions Zwilling atmete ein, und der D�mon zerfiel von hinten nach vorne zu Staub. Er winselte bis zum Letzten, derweil seine Essenz in die Handfl�che des Zauberers gesogen wurde.</p><p>W�hrend dieses schrecklichen Schauspiels begann sich Illidan zu ver�ndern. Er hatte den Schal zwar wieder �ber die Augenh�hlen gelegt, aber Tyrande sah trotzdem die wilden Feuer, die darin brannten. Der Zauberer grinste wie betrunken. Gr�ne Flammen wallten um seinen K�rper herum auf, so als w�re er ein D�mon. Sein K�rper schwoll an �</p><p>Die Flammen fielen so schnell in sich zusammen, wie sie entstanden waren. Der Zauberer nahm wieder sein normales Aussehen an. Er wischte seine Hand ab und trat nach der Asche, die von der Teufelsbestie �brig geblieben war. Dann gl�ttete er sein Haar, l�chelte selbstsicher und wandte sich an Tyrande: �Wollen wir weitergehen?�</p><p>Die Priesterin verbarg ihr Entsetzen so gut es ihr m�glich war. Dies war nicht mehr der Illidan, mit dem sie aufgewachsen war. Er genoss das Blutvergie�en ebenso sehr wie die D�monen. Und dass er das Gift der Legion so begierig in seinen K�rper pumpte, widerte Tyrande in einem Ma�e an, das sie noch nie erlebt hatte.</p><p>Mutter Mond, hilf mir bitte. Sag mir, was ich tun soll. Kann ich ihn �berhaupt noch retten?</p><p>�Hier oben�, befahl Illidan. �Vom Dach aus kann ich mich auf die Mitte des Brunnens konzentrieren.�</p><p>Sie lie�en die Knochen hinter sich und kletterten auf eine ehemals elegante Dachterrasse. Ein zerbrochenes Gel�nder, das einmal aus lebendem Holz bestanden hatte, lag am Boden. Eine Statue von Azshara, die erstaunlicherweise heil geblieben war, lag in den toten braunen Bl�ttern des Baums, der fr�her einmal das ganze Haus gest�tzt hatte.</p><p>Illidan lehnte sich gegen den Mosaikboden. Einige Motive darauf waren noch immer zu erkennen. Tyrande sah Teile von edlen Tieren, eine Flusslandschaft und dichten Wald.</p><p>Im Zentrum des Mosaiks befand sich K�nigin Azsharas wundersch�nes Gesicht. Malfurions Bruder legte sein Gesicht gegen ihre vollen, wenn auch in Mitleidenschaft gezogenen Lippen.</p><p>�Es ist fast so weit�, sagte er mehr zu sich selbst als zu Tyrande. Aus einer G�rteltasche zog Illidan eine lange, schmale Phiole. Durch das gef�rbte Glas konnte man zwar nicht sehen, was sich darin befand, aber Tyrandes Sinne schlugen Alarm.</p><p>�Illidan, was ist in der Flasche?�</p><p>Sein verschleierter Blick ruhte weiter auf der Phiole. �Nur ein winziger Teil des Brunnens.�</p><p>�Was?� Die Worte, die er so leichtfertig dahin gesagt hatte, ersch�tterten sie zutiefst. Illidan hatte es gewagt, aus der Machtquelle der Nachtelfen zu stehlen? �Aber � niemand darf � es ist verboten � sogar die Hochgeborenen w�rden niemals ��</p><p>Der Zauberer nickte. �Nein, das w�rden sie wohl nicht. Ist das nicht eine interessante Tatsache? Ich meine, diese Idee muss doch schon jemandem vor mir gekommen sein � vielleicht stammen daher die Legenden �ber unsere gr��ten Zauberer. Vielleicht haben sie sich f�r besonders schwere Spr�che heimlich ein wenig Kraft aus dem Brunnen geborgt. Wahrscheinlich taten sie das sogar.� Illidan hob die Schultern. Seine Mimik verh�rtete sich erneut. �Aber selbst wenn ich der Erste bin, sehe ich keinen Grund, weshalb ich mich zur�ckhalten sollte. Die Idee kam mir einfach so. Wenn ich etwas Kraft aus dem Brunnen entlehne, kann ich doch alles erreichen!�</p><p>�Aber der Brunnen � selbst ein einziger Tropfen �� Tyrande musste es ihm ausreden. Ein solcher Missbrauch des Brunnens musste in einer Katastrophe enden, genauso wie Illidans Akzeptanz der D�monenmagie.</p><p>�Ja, kannst du dir vorstellen, welche Macht diese Phiole enth�lt?� W�ren Illidans Augen noch in seinen H�hlen gewesen, h�tten sie jetzt gierig aufgeleuchtet. �Das sollte reichen, um die Welt zu retten.�</p><p>Doch die Priesterin war davon nicht �berzeugt. Durch die Lehren der Elune wusste Tyrande weit mehr als Illidan �ber die Legenden und die Geschichte des Brunnens. �Illidan, wenn du den Brunnen auf diese Weise missbrauchst, k�nntest du v�lliges Chaos ausl�sen. Denk an die Geschichte von Aru-Talis.�</p><p>�Aru-Talis ist nur eine Legende.�</p><p>�Und ist der gewaltige Krater, der in Generationen wieder zugewachsen ist, auch nur eine Legende?�</p><p>Er wischte ihre Warnung beiseite. �Niemand wei�, was mit dieser Stadt geschehen ist, falls sie �berhaupt jemals existierte. Erspare mir deine Geschichten �ber Weisheit und Furcht.�</p><p>�Illidan ��</p><p>Der Zauberer wurde �rgerlich. �Sei still und zwar <emphasis>sofort</emphasis>.�</p><p>Tyrande versuchte etwas zu sagen, aber kein Laut verlie� ihren Mund. Sie hustete, aber selbst das geschah lautlos.</p><p>Illidan stand auf und betrachtete die Mitte des Brunnens. Der Sturm war st�rker geworden und riss an dem toten Baum. Auf den Wassern blitzten unheimliche geisterhafte Lichter.</p><p>Die Priesterin sch�ttelte den Kopf. Illidan hatte zwar gro�es Vertrauen in seine eigenen F�higkeiten, trotzdem verstand sie nicht, warum die D�monen sie noch nicht entdeckt hatten. Mannoroth war doch nicht wirklich so blind, wie Malfurions Zwilling glaubte. Aber au�er dem D�monenhund waren sie nur zwei Teufelswachen begegnet, die Illidan mit einer einzigen Handbewegung abgelenkt hatte.</p><p>Illidan ber�hrte den Verschluss der Phiole mit einem Finger. Tyrande bemerkte erst jetzt, dass der Pfropfen aus einer Kristallstatue der K�nigin bestand. Azshara drehte sich dreimal, so als w�rde sie f�r den Zauberer tanzen, dann l�ste sich der Verschluss. Illidan legte ihn zur Seite.</p><p>�Pass auf, Tyrande, pass auf, w�hrend ich etwas tue, das dein ach so geliebter Malfurion niemals vollbringen k�nnte.�</p><p>Er sch�ttete den Inhalt der Phiole �ber sich.</p><p>Aber die Wasser des Brunnens verhielten sich nicht wie normales Wasser, zumindest nicht in diesem Fall. Sie durchn�ssten ihn nicht, und da, wo sie ihn ber�hrten, leuchtete Malfurions Zwilling f�r einen Moment tiefschwarz auf. Dann sickerte die dunkle Aura in seinen K�rper hinein, erf�llte ihn, wie zuvor schon die gestohlene Energie der Teufelsbestie.</p><p>�Bei den G�ttern ��, fl�sterte er. �Ich hatte geahnt, dass ich irgendetwas f�hlen w�rde, aber das � das ist <emphasis>wundervoll</emphasis>.�</p><p>Die Priesterin sch�ttelte den Kopf, aber Illidan ignorierte ihren stummen Protest. Sie wollte auf ihn zugehen, doch sein Zauber sorgte auch daf�r, dass sie sich nicht mehr r�hren konnte.</p><p><emphasis>Mutter Mond</emphasis>, dachte sie. <emphasis>Kannst du mir denn nicht helfen?</emphasis></p><p>Aber Elune schien nicht antworten zu wollen, und Tyrande war dazu verdammt, Illidan hilflos zuzusehen.</p><p>Er streckte seine Arme dem Brunnen entgegen und begann leise Worte zu murmeln. Die schwarze Aura kehrte zur�ck und legte sich um seine H�nde. Mit jeder Sekunde wurde sie intensiver.</p><p>Seine Augenh�hlen gl�hten wie Feuer unter dem Schal. Der Stoff wirkte angesengt.</p><p>Als Illidan seinen Zauber begann, sp�rte Tyrande mit ihren hoch entwickelten Sinnen, wie sich etwas anderes regte. Die Priesterin wollte Illidan warnen, aber er hatte sich von ihr weggedreht.</p><p>Die unsichtbare Pr�senz h�llte den nichts ahnenden Zauberer ein. Tyrande erkannte, dass es sich nicht um ein einzelnes Wesen handelte, sondern um gleich drei verschiedene.</p><p>Mit diesem Wissen kam auch das Gef�hl, dass die drei so dunkel waren � nein, sogar noch dunkler � wie Sargeras. Dessen faulige Gedanken hatte die Priesterin einmal gesp�rt.</p><p>Es �berraschte sie, dass Illidan diese Pr�senz nicht wahrnahm. Tyrande glaubte, dass es sich dabei um ein bisher unbekanntes Element der Brennenden Legion handelte. Mit angehaltenem Atem wartete sie auf den furchtbaren Angriff, der sich jeden Moment ereignen musste.</p><p>Doch statt dessen begannen die drei mysteri�sen Wesen Illidans Zauber zu unterst�tzen und in etwas noch M�chtigeres zu verwandeln. Der Magier lachte, als sich seine Arbeit der Vollendung n�herte. Er ahnte nichts von der fremden Unterst�tzung.</p><p>Die Priesterin begriff, dass die fehlenden Angriffe auf dem Weg zum Brunnen nicht allein Illidans K�nnen zu verdanken gewesen waren.</p><p>Verzweifelt bat sie Elune um Hilfe. Jemand musste Illidan sagen, dass er get�uscht wurde. Sie ahnte, dass sein gro�er Zauber in einer Katastrophe enden w�rde.</p><p>Mutter Mond, bitte hilf mir!</p><p>Eine wohlige W�rme erf�llte Tyrande. Sie sp�rte, wie der Bann, den Illidan �ber sie gelegt hatte, schwand. Sie sp�rte neue Hoffnung in sich aufsteigen.</p><p>�Illidan!�, schrie die Priesterin. �Illidan, pass auf ��</p><p>Er drehte sich in ihre Richtung, presste aber im gleichen Moment die Handfl�chen zusammen. Ein Strahl aus tiefschwarzem Licht schoss daraus hervor und raste dem st�rmischen Himmel �ber dem Brunnen der Ewigkeit entgegen.</p><p>Tyrande sp�rte, wie die drei Wesen verschwanden. Schlimmer noch, sie sp�rte, wie <emphasis>zufrieden</emphasis> sie waren.</p><p>Ihre Warnung kam zu sp�t.</p><p>Sargeras sp�rte, wie der letzte Widerstand schwand. Das Portal, das er sich ersehnt hatte, bildete sich endlich. Schon bald w�rde er diese vom Leben verseuchte Welt betreten �</p><empty-line/><p>Krasus zuckte zusammen.</p><p>�Was ist los?�, fragte Alexstrasza.</p><p>Der Magier warf einen Blick auf die weit entfernten Ruinen von Zin-Azshari � und auf den gewaltigen Sturm, der �ber dem Brunnen der Ewigkeit tobte. Er erschauderte. �Ich bef�rchte, dass wir weniger Zeit haben als angenommen ��</p><p>�Dann m�ssen wir uns noch mehr beeilen!� Die gro�e rote Drachenk�nigin beschleunigte ihren Fl�gelschlag. Ihre Muskeln verh�rteten sich vor Anstrengung.</p><p>Krasus blickte �ber seine Schulter und sah, dass die anderen Drachen ihrem Beispiel folgten. Sie alle sp�rten, dass die Zeit gegen sie arbeitete. Das h�tte nie passieren d�rfen. Sein eigenes Volk hatte viel zu lange �ber etwas diskutiert, das eigentlich offensichtlich h�tte sein sollen. Wenn die Drachen doch nur zugeh�rt h�tten �</p><p>Aber Krasus gab sich auch selbst einen Teil der Schuld, sollte sein Plan fehlschlagen und die Welt � und mit ihr die kommenden Generationen � untergehen. Er war zu lange unt�tig gewesen, hatte zu lange eine Ver�nderung der Zeitlinie bef�rchtet. Und dann hatte er Illidan auch noch mit der Scheibe ziehen lassen. Krasus begriff die furchtbare Macht der D�monenseele besser als jeder andere. Er h�tte diejenigen verfolgen m�ssen, die sie Malfurion abgenommen hatten. Vielleicht h�tten sie die Scheibe sogar zur�ck erobert.</p><p>Doch es war m��ig, dar�ber nachzudenken. Wichtig war nur, dass die Zeitlinie hier nicht endete.</p><p>�Wir m�ssen aufpassen�, sagte er zu Alexstrasza. �Wir werden den Palast zwar umfliegen, aber die Hochgeborenen und Mannoroth d�rfen wir trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie werden uns aus Azsharas Festung angreifen. Und wir m�ssen auf jene achten, die ebenfalls von dem Portal und der Scheibe profitieren wollen. Die Drei werden alles versuchen, um die D�monenseele von uns fernzuhalten.�</p><p>�Wenn wir uns opfern m�ssen, damit Kalimdor gerettet werden kann, werden wir auch diese heilige Pflicht erf�llen�, antwortete sie.</p><p>Krasus biss die Z�hne zusammen. Die Zukunft, die er kannte, war immer noch m�glich, aber ebenso wahrscheinlich war es, dass sie alle hier sterben w�rden. Seinen eigenen Tod konnte er akzeptieren, aber seine K�nigin sterben zu sehen �</p><p><emphasis>Nein, das wird sie nicht!</emphasis> Der Magier machte sich bereit. Er w�rde alles geben, um Alexstrasza vor dem Tod zu bewahren � sogar das eigene Leben.</p><p>Die Drachen erreichten die Vororte von Zin-Azshari. Selbst Krasus, der die Massaker der Brennenden Legion bei ihrem ersten �berfall auf die Welt der Sterblichen erlebt hatte, war entsetzt �ber den Anblick, der sich ihm bot. Die Erinnerungen an den zweiten Krieg, in dem Dalaran und andere Nationen gefallen waren, lebten immer noch in seinem Geist.</p><p>Unter den Drachen hoben endlos anmutende D�monenhorden die K�pfe und br�llten angriffslustig. Die Drachen ignorierten die meisten, denn es handelte sich um Teufelswachen, die nicht fliegen konnten. Die Verdammniswachen erregten jedoch ihre Aufmerksamkeit, denn sie flogen den Drachen in gro�er Zahl und mit feurigen Lanzen und Schwertern bewaffnet entgegen.</p><p>Alexstrasza wartete, bis sich eine gro�e D�monengruppe zusammengefunden hatte, dann legte sie den Kopf in den Nacken und jagte den Gegnern einen Feuersto� entgegen.</p><p>Die brennenden Verdammniswachen st�rzten schreiend in die Tiefe. Mit einem einzigen Atemsto� hatte die rote Drachenk�nigin fast hundert D�monen get�tet.</p><p>�M�cken ��, murmelte sie wie zu sich selbst. �Etwas anderes sind sie nicht ��</p><p>Hinter ihr br�llte ein gr�ner Drache erschrocken, als er pl�tzlich von mehreren runden Geschossen getroffen wurde. Krasus wusste, dass es sich nur um H�llenkreaturen handeln konnte. Auch die Schuppen der Drachen waren nicht undurchdringlich. Die Wunden des Gr�nen waren zwar nur oberfl�chlich, aber wenn sich die Angriffe wiederholten, w�rde sich das �ndern.</p><p>�Wir werden diese widerw�rtigen Kreaturen f�r unsere Zwecke verwenden�, zischte Ysera. Mit geschlossenen Augen konzentrierte sie sich auf die n�chste Angriffswelle.</p><p>Die H�llenkreaturen wurden pl�tzlich langsamer. Sie fielen zwar immer noch aus dem Himmel, kamen jedoch weit von ihrem Kurs ab. Krasus berechnete ihre Flugbahn und l�chelte grimmig. Im Palast w�rde man die Zerst�rungen, die man �ber Kalimdor gebracht hatte, nun am eigenen Leib erleben.</p><p>Doch die Warnungen, die Krasus wegen den Hochgeborenen und Mannoroth ausgesprochen hatte, sollten sich in den n�chsten Momenten als prophetisch erweisen. Denn pl�tzlich schossen gewaltige schwarze Blitze aus dem st�rmischen Himmel. Die Drachen und ihre Reiter stoben auseinander, versuchten der Gefahr zu entgehen.</p><p>Nicht allen gelang es. Der Gr�ne, der die H�llenkreaturen aufgehalten hatte, z�gerte einen Moment zu lange. Etliche Blitze trafen ihn. Einer durchschlug seinen linken Fl�gel, ein anderer verbrannte seinen Schwanz und seine Brust.</p><p>Doch die Blitze waren nicht das Schlimmste, denn kaum hatten sie aufgeh�rt, begannen die Wunden des Leviathans zu brennen. Die Feuer breiteten sich �ber seinen ganzen K�rper aus. Der geschw�chte gr�ne Drache war ein leichtes Opfer f�r die Blitze der Hochgeborenen. Sechs weitere trafen ihn, w�hrend er darum k�mpfte, in der Luft zu bleiben. Der Drache schrie vor Todesangst.</p><p>Dann fiel er vom Himmel.</p><p>Sein K�rper schlug hart in den Brunnen ein, aber trotz seiner Gr��e wirkte er in dem gewaltigen Mahlstrom wie ein winziger Kieselstein. Das Wasser kr�uselte sich nur ein ganz klein wenig, als er darin versank.</p><p>Unheil verhei�endes Grollen rollte �ber das Land.</p><p>�Festhalten!�, befahl Alexstrasza und wandte sich ab.</p><p>Ein neuer Angriff erreichte die Drachen. Schwarze Blitze schossen aus allen Richtungen auf sie zu, und dieses Mal blieb kein Leviathan verschont. Sogar Alexstrasza zuckte zusammen, als ein Blitz sie an der rechten H�fte traf.</p><p>�Er brennt nicht!�, rief sie. �Er ist furchtbar kalt. Man sp�rt ihn bis in die Knochen.�</p><p>�Ich k�mmere mich darum.�</p><p>�Nein!� Sie sah ihn an. �Wir m�ssen unsere Kr�fte auf den Angriff konzentrieren.�</p><p>Der Aspekt des Lebens wich pl�tzlich zur Seite und entging haarscharf zwei Blitzen, die sonst nicht nur die K�nigin, sondern auch Krasus getroffen h�tten. �berall in der Luft tanzten Drachen ein makaberes Ballett. Krasus sah sich um und bemerkte erleichtert, dass seine Begleiter sich immer noch festhielten. Er hatte bef�rchtet, dass die Drachen bei ihren Ausweichman�vern ihre Reiter vergessen w�rden, aber sie achteten sorgf�ltig auf jene, die ihnen anvertraut worden waren.</p><p>Aber dieser Kampf musste ein Ende finden. Krasus sah zur Mitte des Brunnens. Ja, dort sp�rte er die D�monenseele � und er sp�rte auch, dass das Portal kurz vor seiner Vollendung stand.</p><p>�Zum Zentrum!�, rief der Magier. �Uns l�uft die Zeit davon.�</p><p>Alexstrasza flog sofort in die angegebene Richtung. Krasus beugte sich vor. Der Brunnen der Ewigkeit war zwar sehr gro�, aber der Drachenk�nigin gen�gten wenige Fl�gelschl�ge, um ans Ziel zu gelangen.</p><p>Die D�monenseele schwebte beinahe friedlich �ber dem aufgerissenen Maul des Mahlstroms. Eine schwarze Aura umgab sie, sch�tzte sie vor dem entfesselten magischen Sturm.</p><p>�Sie wird gesichert sein�, warnte Krasus.</p><p>�Ysera und ich werden uns mit Nozdormus erster Gef�hrtin zusammenschlie�en.�</p><p>Er nickte. �Rhonin und ich werden auf Reaktionen von Sargeras und den Drei achten.�</p><p>Die reiterlosen Drachen zogen sich zur�ck, um sich auf die Angriffe aus Zin-Azshari zu konzentrieren. Die drei weiblichen Drachen umkreisten die Scheibe misstrauisch. Nach den Schrecken, die sie �ber ihre Clans gebracht hatte, waren sie vorsichtig. Alexstrasza sah ihre Begleiterinnen nacheinander an und nickte dann.</p><p>Aus jedem Drachenmaul stach ein goldenes Leuchten.</p><p>Die Zauber erfassten die D�monenseele gleichzeitig und h�llten sie ein. Die dunkle Aura hellte sich durch ihre Macht auf. Die Scheibe begann zu erzittern �</p><p>Doch pl�tzlich wurde die Magie zur�ckgeworfen. Der R�cksto� war so heftig, dass die Drachen durch die Luft gewirbelt wurden. Verzweifelt hielten sich ihre Reiter fest.</p><p>Krasus krallte seine H�nde in die Schuppen der K�nigin. �Was ist los? Was ist passiert?�</p><p>Alexstrasza gewann die Kontrolle �ber ihren Flug zur�ck. Ihre Augen richteten sich auf die D�monenseele. �Die Drei! Ich habe sie gef�hlt. Sie sind in der Scheibe. Die D�monenseele enth�lt nicht nur unsere Essenz, sondern auch die ihre!�</p><p>Diese Nachricht �berraschte Krasus kaum. Es wunderte ihn nur, dass die Alten G�tter durch die Scheibe nicht ebenso eingeschr�nkt wurden wie die Drachen. Sie glaubten offensichtlich, sie benutzen zu k�nnen, etwas, was die anderen Drachen nicht vermochten. Deathwing musste ihre Essenz auf andere Weise eingebracht haben � falls er �berhaupt etwas davon wusste.</p><p>�Kannst du ihre Zauber neutralisieren?�</p><p>�Ich wei� es nicht � ich wei� es wirklich nicht.�</p><p>Krasus fluchte. Er hatte die Drei ein weiteres Mal untersch�tzt.</p><p>Rhonin winkte ihm zu und wies hektisch in Richtung der Stadt. Krasus blickte �ber seine Schulter auf Zin-Azshari � und sah entsetzt, dass sich ihnen von dort zwanzig Ungeheuer � ein jedes gr��er als ein Drache � n�herten.</p></section><section><title><p>17</p></title><p>Azshara machte sich h�bsch. Nat�rlich war sie eigentlich perfekt � so viel war ihr klar �, aber f�r diese einzigartige Gelegenheit reichte selbst das nicht aus.</p><p>Mein Herr Sargeras trifft ein! Endlich jemand, der es wert ist, mein Gemahl zu werden.</p><p>Keine Sekunde lang stellte Azshara ihren Glauben an den D�monenlord in Frage. Sie, die von ihren Untertanen verehrt wurde, hatte im Anf�hrer der Legion selbst ein Objekt der Verehrung gefunden.</p><p>Pl�tzlich erbebte der Palast � und das nicht zum ersten Mal. Die K�nigin wandte sich ver�rgert von ihrem Spiegelbild ab. �Vashj! Vashj! Wer ist verantwortlich f�r diesen furchtbaren L�rm?�</p><p>Ihre Zofe kam in den Raum. �Captain Varo�then meldet, dass es sich nur um den hoffnungslosen Versuch einiger Nichtsnutze handelt, die das Unvermeidliche aufhalten wollen, Licht der Lichter.�</p><p>�Und was unternimmt der gute Captain gegen diese Beleidigung meiner Ohren?�</p><p>�Lord Mannoroth hat ihm und seinen Mannen angemessene Reittiere zugewiesen. Der Captain ist bereits unterwegs, um mit den Misset�tern abzurechnen.�</p><p>�Dann entwickelt sich also alles wie erwartet? Unser Herr wird p�nktlich eintreffen?�</p><p>Lady Vashj verbeugte sich elegant. �Davon geht Lord Mannoroth aus. Die Nichtsnutze haben keine Waffen gegen den Zauber.�</p><p>�Sehr gut �� Die K�nigin bewunderte aufs Neue ihr Spiegelbild. Sie konnte ihre Sch�nheit nicht weiter steigern. Ihr Seidengewand floss bis auf den Marmorfu�boden. Der durchscheinende Stoff zeigte mehr, als er verh�llte. Ihr gl�nzendes Haar war hoch gesteckt. Funkelnde Sternendiamanten � die von ihrem inneren Licht erhellt wurden � sa�en darin.</p><p>Ein erneuter Schlag ersch�tterte den Palast; seine Ursache lag deutlich n�her als zuletzt. Azshara h�rte Schreie aus den Quartieren ihrer Zofen und bemerkte Risse in einer der W�nde.</p><p>�Sieh nach, ob jemand verletzt wurde, Vashj�, befahl sie. Ihre Zofe wandte sich ab, um den Befehl zu erf�llen, aber die K�nigin hielt sie zur�ck. �Wenn das geschehen ist, enthebe die Verletzten ihrer Dienste und schicke sie zu ihren Familien zur�ck. Ich dulde nur Perfektion in meiner N�he.�</p><p>�Ja, Licht der Lichter.�</p><p>Als Azshara erneut in den gro�en Wandspiegel blickte, hatten sich ihre Mundwinkel nach unten verzogen. Sie dachte an die Ankunft des D�monenlords, und das L�cheln kehrte auf ihr Gesicht zur�ck.</p><p>�Na also � das Warten hat bald ein Ende.� Sie betrachtete vertr�umt ihr Spiegelbild und versuchte sich die Welt vorzustellen, die sie und ihr Gemahl erschaffen w�rden. Eine Welt, so perfekt wie sie selbst.</p><p>Eine Welt, die ihrer w�rdig war.</p><empty-line/><p>Malfurion sch�ttelte den Kopf. Das Schwindelgef�hl, das sich w�hrend Yseras unkontrolliertem Flug eingestellt hatte, verging. Es �berraschte ihn, dass er �berhaupt noch einen Kopf hatte, den er sch�tteln konnte. Denn mehr als einmal hatte sich der Druide nur noch mit den H�nden an Ysera festgehalten, w�hrend unter ihm der Schlund des dunklen Mahlstroms g�hnte.</p><p>�Was ist passiert?�, fragte er, ohne zu ahnen, dass Krasus bereits die gleiche Frage gestellt hatte.</p><p>Ysera gab ihm die gleiche Antwort, die schon Alexstrasza dem Magier gegeben hatte. Der Nachtelf lauschte ihr mit sinkender Hoffnung. Sie waren so weit gekommen und doch gescheitert.</p><p>Dann sah auch er die schrecklichen Ungeheuer, die sich aus der Stadt n�herten. Malfurion bemerkte, dass Soldaten auf den Wesen sa�en, die an schattenhafte Flederm�use erinnerten. Zweifellos f�hrte Captain Varo�then die Krieger an.</p><p>Nur einen Moment sp�ter entdeckte der Druide das vernarbte Gesicht des Offiziers. Varo�then hatte sein Schwert gezogen und rief den Soldaten etwas zu. Sofort spaltete sich die Gruppe in drei Teile, einer f�r jeden Drachenclan. Erst jetzt erkannte Malfurion, dass er die Anzahl der Bestien untersch�tzt hatte. Auf jeden Drachen kamen mindestens drei Flederm�use.</p><p>Alexstrasza verschwendete keine Zeit. Die rote Drachenk�nigin blies einer der Bestien einen Feuersturm entgegen, doch er ging durch sie hindurch und verlor sich in der Ferne. Sogar der Soldat, der auf der Fledermaus sa�, blieb unverletzt.</p><p>�Das ist unm�glich!�, stie� Malfurion hervor.</p><p>�Unm�glich � ja �� Yseras Augen bewegten sich unter den geschlossenen Lidern. �Wir nehmen diese Feinde � falsch wahr.�</p><p>�Was hei�t das?�</p><p>�Sie sind nicht das, was sie zu sein scheinen, noch sind sie da, <emphasis>wo</emphasis> wir sie glauben.�</p><p>Doch konnten Illusionen wirklich einen solchen Schaden anrichten? Zwei der Schattenkreaturen warfen sich Brox� Drachen entgegen und zerrten an dessen Schwingen. Sie hinterlie�en blutige Risse in den harten Schuppen. Doch als der Bronzedrache versuchte, sich zu wehren, schlug er ins Nichts.</p><p>Ysera fiel ihnen ebenfalls zum Opfer. Mit den langen Krallen, die sich an den Fl�geln befanden, riss eine der Bestien ihr den Hals auf. Ysera schnappte nach dem Fl�gel, traf aber nur Luft.</p><p>�Ich wei�, wo sie sein <emphasis>m�ssten</emphasis>�, knurrte Ysera ungeduldig. �Aber wenn ich sie angreifen will, sind sie nicht mehr l�nger dort.�</p><p>Eine Bestie konzentrierte sich jetzt voll und ganz auf den Aspekt und auf Malfurion. Es war jene, auf der Captain Varo�then sa�.</p><p>�Du schon wieder!�, zischte der vernarbte Nachtelf. �Du bist so t�ckisch wie dein Bruder. Ich habe sie vor ihm gewarnt! Ich wusste, dass man ihm nicht trauen kann.�</p><p>Malfurion h�tte gerne gewusst, was er damit meinte, aber im gleichen Moment griffen der Captain und seine unselige Bestie an. Ein furchtbarer Gestank h�llte Malfurion ein. Sogar Ysera kr�uselte die Nase. Der Gestank war so durchdringend dass der Druide glaubte, eine Faust habe ihn getroffen.</p><p>Der Captain lachte schadenfroh, dann griff er an. Seine Klinge wurde rasend schnell l�nger und schoss auf die ungesch�tzte Brust des Nachtelfen zu.</p><p>Malfurion wich zur rechten Seite aus. Er entging der Klinge, verlor jedoch beinahe den Halt. M�hsam hielt er sich fest, w�hrend Varo�then ein zweites Mal ausholte.</p><p>Ysera konnte nichts tun, denn die tintenschwarze Kreatur h�llte sie fast vollst�ndig ein. Eine zweite Fledermaus schnappte nach ihren Hinterbeinen.</p><p>Malfurion dachte pl�tzlich an eine der Lektionen, die er von Cenarius gelernt hatte. Der Druide griff in eine seiner G�rteltaschen und zog ein kleines Samenkorn heraus. Im Gegensatz zu denen, die er schon �fter gegen die Brennende Legion verwendet hatte, waren die Dornen dieses Samenkorns zu klein, um Schaden anzurichten. Allerdings hefteten sie sich an alles, womit sie in Ber�hrung kamen.</p><p>Er warf zwei Samenk�rner nach oben und setzte einen Zauber ein, mit dem er sie zuerst verdoppelte, dann vervierfachte, verzehnfachte � bis Tausende �ber ihm schwebten. Sie hefteten sich jedoch nicht an die Drachen oder deren Reiter, denn das war nicht Malfurions Wunsch. Er wollte sie benutzen, um die Wahrheit �ber seine Gegner herauszufinden.</p><p>Die ersten flogen durch die Flederm�use hindurch, aber andere hingen pl�tzlich in der Luft fest. Andere folgten ihnen. Schemen entstanden daraus, Schemen, die manches enth�llten.</p><p>Das war also das Geheimnis der Schattenflederm�use. Die monstr�sen Reittiere konnten sich unsichtbar machen und beinahe ohne Zeitverlust an anderer Stelle auftauchen. Ein Kampf gegen sie war dank dieses Wissens zwar immer noch schwer, aber nicht mehr unm�glich.</p><p>Der bronzefarbene Drache, der zum Aspekt der Zeit geh�rte, reagierte am schnellsten. Mit gro�er Genugtuung st�rzte er sich auf eine Fledermaus, die unmittelbar vor ihm auftauchte. Seine Schnelligkeit und Brutalit�t �berraschten Malfurion. Der Drache biss den Hals der Kreatur durch. Sie st�rzte mitsamt ihres Reiters in die Tiefe.</p><p>�Verdammt!�</p><p>Malfurion h�rte den Fluch und blickte �ber seine Schulter. Captain Varo�then hatte Yseras R�cken fast erreicht. Der vernarbte Nachtelfenoffizier stie� zu und verletzte den Druiden am Bein. Malfurion warf ihm das erstbeste Samenkorn aus seiner Tasche entgegen.</p><p>Sein Gegner nieste � ebenso wie sein fruchtbares Reittier. Ysera nutzte die kurze Ablenkung und warf sich gegen das Ungeheuer. Wie ein wildes Tier riss sie an ihm und biss in sein Fleisch. Sie k�mpfte mit der gleichen Urgewalt wie ihr Gegner.</p><p>Aber die Schattenkreatur war nicht hilflos. Ihre Klauen waren so scharf wie die des Drachen, und ihre langen F�nge sahen aus, als k�nnten sie Schuppen durchdringen. Mit einem merkw�rdig hohen Schrei griff die Fledermaus Ysera an.</p><p>Beide Reiter hielten sich verzweifelt fest. Malfurion versuchte sich auf einen Zauber zu konzentrieren, aber die heftigen Bewegungen des Drachen machten es unm�glich.</p><p>Ysera schlug mit dem Schwanz nach der zweiten Kreatur, die sich in der N�he ihrer Hinterbeine befand: Ein Gl�ckstreffer schleuderte das Wesen weit weg und verschaffte der Drachenk�nigin eine Atempause. Einen Moment lang konnte sie sich ganz und gar auf den Kampf gegen Varo�thens Reittier konzentrieren.</p><p>Der Captain hatte sein Schwert weggesteckt und einen Dolch gezogen. Malfurion bef�rchtete, dass Varo�then wusste, wie man eine solche Klinge warf, deshalb duckte er sich. Der Offizier grinste d�ster. Trotz der Gefahr zeigte er sich geduldig.</p><p>Yseras K�rper zuckte. Der Druide blickte nach unten und sah, dass die zweite Bestie zur�ckgekehrt war � und mit ihr eine dritte. Er rief dem Drachen eine Warnung zu.</p><p>Die Herrin der Tr�ume br�llte w�tend und brachte sich mit einem Fl�gelschlag au�er Reichweite ihres Gegners. Diese unerwartete Reaktion �berraschte Varo�then und sein Ungeheuer. Ysera nutzte die Gelegenheit, um sich auf ihren zweiten Angreifer zu st�rzen. Sie zog die Schwingen zusammen und lie� sich auf die Fledermaus fallen, dr�ckte sie und ihren Reiter nieder. Ihre Klauen zerfetzten samenbedeckte Fl�gel, ihre Z�hne verbissen sich in einem breiten Nacken.</p><p>Das Ungeheuer kr�chzte einmal und starb. Ysera lie� den Kadaver fallen. Malfurion sah den Soldaten, der darauf gesessen hatte, nicht mehr. Wahrscheinlich war er bereits bei Yseras erstem Angriff zerquetscht worden.</p><p>Die Drachenk�nigin flog h�her, um sich einen besseren �berblick zu verschaffen. Der Nachtelf blickte zu seinen Gef�hrten. Drei Fledermauskreaturen bedr�ngten Brox und den bronzefarbenen Drachen. Malfurion sah, wie der Orc seine Axt in die Schulter einer Kreatur schlug. Die verzauberte Waffe durchtrennte Knochen und Sehnen und trat auf der anderen Seite wieder aus.</p><p>Schwerf�llig drehte das Ungeheuer ab. Es konnte sich kaum noch in der Luft halten. Der Drache lie� es jedoch nicht entkommen. Er atmete einmal aus � und der Reiter und sein Reittier verwandelten sich in Staub, der vom Wind �ber die dunklen Wasser geblasen wurde.</p><p>Aber nicht nur Flederm�use waren im Kampf gefallen, auch die Drachen waren nicht verschont geblieben. Von den gr�nen Drachen hatten nur zwei �berlebt, von den bronzenen fehlte einer. Einige der �berlebenden bluteten aus schweren Wunden, die sie entweder durch die Blitze oder durch die Flederm�use erlitten hatten.</p><p>Doch das wahre Problem lag woanders, denn so lange sie gegen diese Feinde k�mpften, konnten sie nichts gegen die D�monenseele und das Portal tun. Die R�nder des riesigen Mahlstroms hatten bereits eine seltsam gr�ne F�rbung angenommen, die an die Flammen der Brennenden Legion erinnerte.</p><p>�Die D�monenseele!�, rief er. �Wir m�ssen etwas gegen sie unternehmen. Das Portal ist fast vollendet.�</p><p>�Ich bin f�r jeden Vorschlag dankbar, Sterblicher. Aber vergiss nicht, dass ich auch diese Ungeheuer los werden muss.�</p><p>Ein Feuersto� erhellte einen Moment lang ihre Umgebung. Malfurion sah, wie eine brennende Fledermaus in den Brunnen st�rzte. Direkt dar�ber flogen Alexstrasza und Krasus. Der Druide las die Handschrift des Magiers aus dieser Attacke. Fr�her oder sp�ter w�rden die Drachen ihre Feinde besiegen, aber es w�rde zu lange dauern. Au�erdem wussten sie bereits, dass Yseras und Alexstraszas Macht nicht ausreichte, um die Schutzzauber der Scheibe zu durchbrechen. Sie mussten eine andere M�glichkeit finden. Aber welche?</p><p>Drachen und Flederm�use zogen vorbei. Die Chancen standen besser als zuvor, aber sie konnten sich noch nicht ganz auf die D�monenseele konzentrieren. Die Schattenkreaturen griffen die Drachen weiterhin an. Ein roter Drache, der bereits aus einigen Wunden blutete, starb bei dem Angriff der Kreaturen. Ein bronzefarbener Leviathan biss in den Fl�gel seines Angreifers, aber das Ungeheuer grub seine F�nge in seine Schulter. Rhonin und Krasus warfen weiterhin Zauber, w�hrend Brox seine Axt schwang.</p><p>Ein dunkler Schatten glitt durch die Luft. Malfurion dachte im ersten Moment, es handele sich um eine Fledermaus. Doch dann erkannte er, dass es ein Drache war. Er blickte zur Seite, sah dann aber wieder erschrocken hin.</p><p>Es war tats�chlich ein Drache � aber ein Drache, so schwarz wie die d�monischen Kreaturen, gegen die sie k�mpften. Eisenplatten bedeckten seine Schuppen �</p><p>Deathwing!</p><empty-line/><p>Sie hatten geglaubt, sie k�nnten seine geliebte Sch�pfung vor ihm verbergen. Sie hatten geglaubt, dass er sie nicht finden w�rde. Ihre Unversch�mtheit �rgerte ihn. Sobald Neltharion seine Scheibe zur�ck erobert hatte, w�rde er sie alle strafen. Er w�rde eine wundervolle Welt erschaffen, in der nur Drachen lebten � nur Drachen, die seine Meinung vertraten.</p><p>Die Seele rief nach Neltharion, und er flog ihr �ber den Brunnen entgegen, ohne darauf zu achten, was um ihn herum geschah. Au�er der Scheibe existierte nichts f�r den schwarzen Drachen.</p><p>Er flog an Ysera und Alexstrasza vorbei, sah aber nur kurz zu ihnen hin�ber. Mit der Scheibe w�rde er sie besiegen und zu seinen Gef�hrtinnen machen. Ihre Macht w�rde die seine unterst�tzen, ganz wie es sein sollte.</p><p>Die Seele schwebte gelassen am Himmel, so als erwarte sie geduldig ihre Rettung. Neltharion verzog sein Gesicht zu einem breiten Grinsen. Schon bald w�rden sie wieder vereint sein.</p><p>Dann schlug etwas mit solcher Wucht gegen den schwarzen Drachen, dass er mitten in den Kampf geschleudert wurde. Er prallte gegen eine Fledermaus und schickte ihren Reiter in den Tod. Neltharion br�llte seine Wut �ber den unerwarteten Angriff hinaus. Um seinem �rger Luft zu machen, zerriss er eine Fledermaus. Doch es beruhigte ihn nicht, also richtete er seinen Blick wieder auf die Scheibe. Mit seinen feinen Sinnen suchte er nach den Schutzmechanismen, die ihn von seiner Sch�pfung trennten.</p><p>Die Zauber, die er entdeckte, waren kompliziert, sehr kompliziert � und kamen ihm in manchen Aspekten bekannt vor. Doch Neltharion sah keine Verbindung zwischen den Stimmen in seinem Kopf und den Zaubern, vor denen er stand. Sogar als die Stimmen begannen, ihn von seiner Sch�pfung wegzulocken, erkannte er nicht, dass man ihn manipuliert hatte.</p><p>Neltharion sch�ttelte den Kopf, um die Stimmen zu vertreiben. Wenn sie ihn davon abhalten wollten, die Scheibe an sich zu bringen, durfte er ihnen ebenso wenig vertrauen wie Alexstrasza und den anderen. Nichts au�er der Scheibe war wichtig.</p><p>Der schwarze Drache jagte ihr erneut entgegen.</p><p>Doch auch dieses Mal wurde er zur�ckgeworfen wie ein l�stiges Insekt. Der Drache k�mpfte nicht nur gegen die Macht der Stimmen, sondern auch gegen die des D�monenlords. Mit einem Schrei, in dem sich Wut und Schmerz vermischten, flog Neltharion an der Schlacht vorbei und konnte erst am Nordufer des Brunnens anhalten. Er k�mpfte gegen seine Schmerzen an, w�hrend er das st�rmische Zentrum betrachtete.</p><p>Er w�rde sich nicht noch einmal abweisen lassen. Er w�rde die Zauber, die seine Feinde gewoben hatten, durchsto�en. Die Scheibe w�rde wieder ihm geh�ren.</p><p>Und dann w�rde er mit allen abrechnen �</p><empty-line/><p>Die Brennende Legion stemmte sich gegen die �berw�ltigende Macht der Drachen und der Armee. Verdammniswachen umschw�rmten die Riesen und versuchten, sie mit ihren Lanzen zu treffen. Nathrezim und Eredar woben m�chtige Zauber, mussten sich jedoch gleichzeitig der Drachen und der Mondgarde erwehren. Das bereitete ihnen so gro�e Probleme, dass sie h�ufiger starben als mordeten. Die meisten fielen dem Feueratem der Drachen zum Opfer.</p><p>Doch Archimonde zeigte trotz allem keine Unsicherheit. Er wusste, dass das, was hier geschah, keine Bedeutung haben w�rde, wenn Lord Sargeras diese Welt betrat. Die Schlacht lenkte die Sterblichen und ihre Verb�ndeten nur ab. Archimonde wusste, dass er und Mannoroth bestraft w�rden, weil es ihnen nicht gelungen war, Kalimdor so auf ihren Herrn vorzubereiten, wie es sich geh�rte. Doch das akzeptierte er. Wichtig war nur, dass die Schlacht noch eine Weile andauerte. Dass dabei noch mehr Teufelswachen und Eredar sterben w�rden, interessierte ihn nicht. Es gab so viele von ihnen. Die meisten warteten erst noch darauf, in Sargeras� Gefolge die Welt zu betreten.</p><p>Doch das bedeutete nicht, dass Archimonde einfach nur zusah und abwartete. Bevor er seine Strafe erhielt, wollte er seine Wut an denen auslassen, die daf�r gesorgt hatten. Der riesige D�mon hob die H�nde und zeigte auf einen bronzefarbenen Drachen, der �ber der rechten Flanke der Legion schwebte. Der Drache war dabei, die Krieger unter sich systematisch abzuschlachten. Er grub sich durch ihre Reihen wie ein Maulwurf durch weiche Erde.</p><p>Archimonde machte eine kurze Handbewegung. Der entfernte Drache zitterte pl�tzlich � und dann wurde jede Schuppe aus seinem K�rper gerissen. Blut spritzte durch die Luft, der geh�utete Gigant br�llte entsetzt und fiel zwischen seine Opfer. D�monenkrieger st�rzten sich auf den ungesch�tzten Leib und stachen auf ihn ein, bis er reglos liegen blieb.</p><p>Unzufrieden suchte Archimonde nach einem neuen Opfer. Er w�nschte sich, der Nachtelf Malfurion Stormrage w�re bei der Armee. Der Druide hatte ihm bei ihrer letzten Begegnung einige Probleme bereitet, doch Archimonde sp�rte, dass er zum Brunnen geflogen war. Wenn Sargeras dort eintraf, stand dem Druiden ein Schicksal bevor, das weit schlimmer als der Tod war.</p><p>Aber es gab andere, an denen Archimonde sich austoben konnte. Mit reglosem Gesicht wandte er sich einer Gruppe Bullenm�nner zu, die man wohl Tauren nannte. Er konnte sie sich gut als Teil der Brennenden Legion vorstellen, doch das war etwas, was diese Gruppe nicht mehr erleben w�rde � so wie sie auch das Ende ihrer Welt vers�umen w�rde �</p><empty-line/><p>Sie gewannen � sie gewannen �</p><p>Die Drachen hatten daf�r gesorgt, das wusste Jarod. Ohne sie w�re die Armee gefallen. Die D�monen standen jetzt der einzigen Macht gegen�ber, die sie nicht besiegen konnten. Einige Drachen waren zwar gefallen � der letzte auf wahrlich entsetzliche Weise �, aber die Armee gewann an Boden, und unter den D�monen brach immer gr��ere Panik aus.</p><p>Trotzdem machte er sich Sorgen. Das Chaos in den D�monenreihen war zwar dieses Mal kein Trick, aber irgendwie hatte er mehr von Archimonde erwartet. Irgendeinen klugen Schachzug. Doch Archimonde schien die Armee nur hinhalten zu wollen, so als erwarte er etwas �</p><p>Der Nachtelf schalt sich einen Narren. Nat�rlich erwartete Archimonde etwas � beziehungsweise <emphasis>jemanden</emphasis>.</p><p>Seinen Herrn Sargeras!</p><p>Aber wenn der Erzd�mon davon ausging, dass der D�monenlord bald eintreffen w�rde, was sagte das dann �ber die Mission derjenigen aus, die das Portal hatten verschlie�en wollen?</p><p>F�r einen Moment verlor Jarod die Nerven, aber dann verh�rtete sich sein Gesicht, und er k�mpfte mit gr��erem Eifer als je zuvor. Sollten sie doch noch verlieren, dann nicht durch seine Schuld. Sein Volk � seine Welt � war verloren, wenn die Armee jetzt aufgab. Jarod hoffte nur, dass es Krasus, Malfurion und den anderen doch noch gelang, ihre Aufgabe zu erf�llen.</p><p>�ber ihm kreisten die Drachen. Sie suchten nach Feinden und unterst�tzten die Armee dort, wo es am n�tigsten war. Rechts neben dem Kommandanten k�mpften sich Irdene durch die demoralisierten Teufelswachen. Ein Furbolg schlug einer Teufelsbestie den Sch�del ein.</p><p>Es sieht hoffnungsvoll aus, dachte Jarod, obwohl er wusste, dass diese Hoffnung tr�gerisch war. Eine Gruppe Tauren kreuzte in einiger Entfernung Klingen mit dem Feind. Sie wurden von Priesterinnen der Elune begleitet. Jarod sah, dass seine Schwester sie anf�hrte. Es �berraschte ihn nicht, dass sie sich an der Front aufhielt. Er machte sich zwar insgeheim Sorgen um sie, aber sie w�rde sich nicht zur�ckziehen. Er hatte den Eindruck, dass sich Maiev vor den anderen Priesterinnen beweisen wollte, wahrscheinlich um die n�chste Hohepriesterin zu werden. Ob ein solcher Ehrgeiz in der Schwesternschaft angebracht war, konnte auch Jarod nicht sagen, aber Maiev war nun einmal Maiev.</p><p>Der Kommandant, der an diesem Tag bereits auf dem dritten Nachts�bler sa�, erstach einen D�monenkrieger. Seine R�stung hing zerfetzt an seinem K�rper, so viele Schl�ge der Gegner hatte sie bereits abgewehrt. Ein halbes Dutzend Wunden bedeckte seinen K�rper, aber wie durch ein Wunder war keine lebensbedrohlich oder auch nur behindernd. Jarod w�rde sich nach der Schlacht ausruhen � oder im Tod.</p><p>Pl�tzlich h�rte er die Tauren schreien. Entsetzt beobachtete der Nachtelf, wie einige von ihnen zu brennen begannen, als habe sie jemand mit S�ure �bersch�ttet. Ihre Haare verkohlten, und ihr Fleisch fiel vom K�rper.</p><p>Die Priesterinnen versuchten ihnen zu helfen, aber die Teufelswachen warfen sich auf die ersten Reiterinnen. Es interessierte die D�monen nicht, ob sie einem Mann oder einer Frau gegen�ber standen. Sie t�teten Tauren und Priesterinnen mit der gleichen dunklen Lust.</p><p>Jarod wusste, dass er auf seiner Position bleiben sollte, aber Maiev war seine einzige Verwandte. Er stand ihr n�her, als er es zeigte. Er �berzeugte sich kurz davon, dass seine Soldaten auch ohne ihn zurecht kommen w�rden, dann wendete er sein Reittier und ritt dem furchtbaren Spektakel entgegen.</p><p>Einige Tauren standen noch aufrecht. Sie waren schwer verletzt, k�mpften aber weiter. Sie und die �berlebenden Priesterinnen waren von D�monen umzingelt. Jarod hatte noch nicht einmal die H�lfte der Strecke �berwunden, da fielen auch schon zwei weitere Tauren.</p><p>Dann rutschte Maiev aus. Eine Teufelswache schlug nach ihr. Sie wehrte den Angriff knapp ab.</p><p>Mit einem w�tenden Schrei ritt Jarod mitten in den Kampf hinein. Seine Katze t�tete den D�mon, der seine Schwester angegriffen hatte. Ein zweiter D�mon schlug nach ihm, traf jedoch das Tier an der Schulter. Jarod durchbohrte die Kehle seines Gegners mit dem Schwert.</p><p>Die D�monen konzentrierten sich pl�tzlich auf Jarod. Zu seiner Verwunderung schienen sie zu wissen, wer er war, denn sie zeigten eine unerwartete Entschlossenheit. Sie ignorierten alle anderen Ziele, um ihn zu attackieren.</p><p>Sein Nachts�bler t�tete zwei weitere Angreifer, wurde aber von ihren Lanzen schwer getroffen. Zu Fu� war Jarod gegen�ber den gro�en D�monen im Nachteil, aber er hatte keine andere Wahl. Drei Lanzenst��e t�teten den Nachts�bler, und Jarod konnte gerade noch rechtzeitig abspringen. Sonst w�re er unter dem Kadaver begraben worden.</p><p>Er landete geduckt neben seiner Schwester, die jetzt erst erkannte, wer ihr Retter war.</p><p>�Jarod! Du h�ttest nicht herkommen sollen. Sie brauchen dich doch!�</p><p>�H�r endlich auf, mich herumzukommandieren! Los, stell dich hinter mich!� Er riss seine Schwester zur�ck und stellte sich zwei geh�rnten Kriegern, die auf ihn zukamen. Jarod Shadowsong hatte bisher zwar Gl�ck gehabt, aber er wusste, dass er mit seinem kleinen Schwert keine Chance gegen deren riesige Klingen hatte.</p><p>Er bereitete sich auf seine letzte Schlacht vor, doch dann ert�nten Kriegsh�rner. Soldaten und Tauren rannten ihm entgegen. Huln warf sich auf die beiden Krieger, k�pfte den einen und durchbohrte die Brust des anderen, bevor sie begriffen, wie ihnen geschah. Eine Gestalt, die eine Kapuze trug, ritt an ihm vorbei. Erst sp�t erkannte Jarod, dass es sich um Lord Blackforest handelte.</p><p>Es gab nur eine Erkl�rung f�r ihr pl�tzliches Auftauchen. Sie hatten gesehen, dass Jarod um sein Leben k�mpfte � und sie glaubten so sehr an ihn, dass sie bereit waren, ihm zu helfen.</p><p>Die Verst�rkung warf die D�monen zur�ck und verschaffte Jarod und Maiev ein wenig Zeit. Er zog sie weiter von dem tobenden Kampf weg. Die anderen Priesterinnen folgten ihnen.</p><p>Jarod f�hrte seine Schwester zu einem Fels. Sie setzte sich und sah ihn nachdenklich an.</p><p>�Jarod ��, begann sie.</p><p>�Du kannst mich sp�ter zurechtweisen�, unterbrach er sie. �Ich werde nicht einfach zusehen, w�hrend die, die mir geholfen haben, den Feind in meinem Namen bek�mpfen.�</p><p>�Ich wollte dich nicht zurechtweisen �� Weiter kam die Priesterin nicht, denn er war bereits au�er H�rweite. Seine Schwester war f�rs erste in Sicherheit, jetzt musste Jarod sich um seine Kameraden k�mmern. Sogar Blackforest, einer der h�chsten Adligen, k�mpfte mit aller Kraft. Er und seine Leute hatten aus Lord Stareyes Fehlern gelernt. Dies war eine Schlacht um Leben und Tod, kein Spiel zur Unterhaltung der h�chsten Kasten.</p><p>Jarod trat neben Huln und t�tete einen D�mon, der den Tauren von der Seite angreifen wollte. Huln bemerkte sein Einschreiten und schnaubte dankbar.</p><p>�Ich werde deinen Namen in meinen Speer ritzen�, knurrte er. �Die Generationen, die mir nachfolgen, werden dich ehren.�</p><p>�Wenn ich das hier �berlebe, ist es mir Ehre genug.�</p><p>�Ha! Welche Weisheit in einem so jungen Kopf.�</p><p>Ein weiblicher Drache aus Alexstraszas Clan flog �ber die Menge und l�schte mit seinem roten Feuersto� zahlreiche gr�ne D�monenflammen. Das half Jarod und seinen Kameraden erst einmal. Der Kommandant atmete erleichtert auf.</p><p>Doch nur eine Sekunde sp�ter wurde der Drache �ber die Linien der Nachtelfen geschleudert. Seine Brust war voller dampfender, aufgerissener Schuppen und heraush�ngender Organe. Die Erde dr�hnte, als er aufschlug. Jarod gen�gte ein Blick, um zu wissen, dass dieser Drache nie wieder fliegen w�rde.</p><p>Unmittelbar hinter dem Roten wurde auch ein Dutzend brennender Soldaten zur�ckgeschleudert. D�monen fielen, als interessiere es den Angreifer nicht, wer ihm auf seinem Vorw�rtsstreben zum Opfer fiel.</p><p>Huln stellte sich sch�tzend vor Jarod. �Das ist keine H�llenkreatur und auch kein Eredar. Ich glaube, du ��</p><p>Eine starke Sturmb�e warf die Krieger beider Seiten zu Boden. Sogar Blackthorne und sein Nachts�bler fielen. Huln blieb einen Moment l�nger aufrecht, aber nicht einmal die Sturheit des Tauren konnte sich gegen den Sturm behaupten. Er wurde hoch in die Luft gerissen, w�hrend er w�tend nach dem Wind schlug. Er verschwand in der Ferne.</p><p>Aber Jarod Shadowsong sp�rte nichts von diesem Sturm, nicht einmal eine leichte Brise.</p><p>Und so stand er allein da, als ein Gigant aus dem Staub hervortrat, den der Wind aufgewirbelt hatte. Auf seiner dunklen Haut befanden sich komplizierte T�towierungen. Sogar der unge�bte Jarod sp�rte die dunkle Macht, die von ihnen ausging.</p><p>�Ja ��, sagte der D�mon, w�hrend er den Nachtelf betrachtete. �Wenn ich schon den Druiden nicht haben kann, werde ich mich eben mit dem vergn�gen, den man l�cherlicherweise als die gro�e Hoffnung dieser Armee bezeichnet.�</p><p>Jarod hob seine Klinge, obwohl er wusste, dass er keine Chance gegen diesen Gegner hatte. Trotzdem wollte er sich nicht in das Unvermeidliche ergeben. �Ich erwarte dich, Archimonde.�</p><p>Der Erzd�mon lachte.</p></section><section><title><p>18</p></title><p>Brox war nur ein einfacher Krieger, aber er erkannte, wenn es um eine Schlacht schlecht stand. Zwar konnten er und die anderen die Nachtelfen und deren Ungeheuer besiegen, aber das war Zeitverschwendung, denn w�hrenddessen n�herte sich das Portal seiner Vollendung. Der Mahlstrom war bereits von einer d�steren gr�nen Aura umgeben. Der Orc wusste, dass es nicht mehr lange dauern w�rde, bis das B�se durch das Portal trat � unklar war nur noch, ob es sich dabei um Sargeras handelte oder jene Drei, von denen Krasus gesprochen hatte.</p><p>Eine Lanze verfehlte seinen Kopf nur knapp, ritzte sogar ein wenig seine Haut auf. Der Soldat, der sie gesto�en hatte, lenkte seine Fledermaus n�her an den Bronzedrachen heran und holte zu einem erneuten Sto� aus.</p><p>Der Drache packte die Schattenkreatur. Die beiden Wesen k�mpften. Dabei rutschte der Soldat zur Seite, sodass seine Lanze nicht die Brust des Orcs, sondern dessen Schulter traf. Brox st�hnte auf, als die Widerhaken an der Spitze Fleisch aus seinem K�rper rissen. Trotz der Schmerzen beugte er sich vor und hieb die Lanze entzwei.</p><p>Fluchend zog der Soldat sein Schwert. Brox schlug alle Vorsicht in den Wind und sprang auf seinen Gegner zu.</p><p>Der Orc landete geduckt. Er hielt sich an einem Ohr der Fledermaus fest. Der Nachtelf war von dieser unerwarteten Reaktion so �berrascht, dass er seinen Gegner mit offenem Mund anstarrte. Brox wuchtete ihm die Axt in die Brust. Der Soldat brach zusammen und rutschte vom R�cken der Fledermaus.</p><p>Brox mutige Aktion kostete ihn dennoch beinahe das Leben. Er hatte geglaubt, er k�nne einfach wieder auf den Drachen zur�ckspringen, aber der R�cken der Fledermaus war seltsam glitschig, sodass der Orc jeden Halt verlor, als er ihr Ohr loslie�. Trotzdem, und obwohl er auf dem Schwanz des Ungeheuers hin und her rutschte, hielt er seine Axt fest.</p><p>Das Rauschen des Mahlstroms dr�hnte in seinen Ohren. Er sp�rte, wie das B�se dort gr��er wurde, immer mehr anschwoll.</p><p>Im gleichen Moment pfl�ckte ihn eine Klauenhand vom R�cken des Ungeheuers. Rhonin rief: �Wir haben dich, Brox!�</p><p>Der rote Drache, auf dem der Zauberer ritt, drehte sich, damit der Orc auf seinen R�cken klettern konnte. Rhonin half Brox hoch. Der ergraute Krieger setzte sich hinter ihn.</p><p>�Das war selbst f�r einen Orc ein wenig riskant, oder?�</p><p>�Vielleicht�, gab Brox zur�ck, w�hrend er an das Portal dachte. Er hielt sich f�r mutig, war aber trotzdem froh, nicht hinein gefallen zu sein. Je weiter sie sich vom Portal entfernten, desto besser f�hlte er sich.</p><p>Der Zauberer spannte sich pl�tzlich an. �Pass auf, hier sind noch zwei!�</p><p>Die Schattenkreaturen flogen dem Drachen entgegen. Rhonins Hand leuchtete rot auf, als er begann einen Zauber zu weben. Brox hob seine Axt, um ihn zu unterst�tzen. Er freute sich auf die neuen Gegner. Sie lenkten seine Gedanken vom Portal ab.</p><p>Und von dem B�sen darin, das sogar einem Orc Angst einfl��te.</p><empty-line/><p>Malfurions Hoffnungen sanken, als er sah, dass selbst Deathwing nicht gegen den Zauber ankam, der der Scheibe innewohnte. Wenn es nicht einmal dem schwarzen Drachen gelang, ihre Macht zu brechen, was konnten dann ein Druide und seine Begleiter tun? Aber Malfurion blieb keine Zeit, sich l�nger um die Zukunft zu sorgen. Denn im gleichen Moment st�rzte sich eines der Ungeheuer auf Ysera. Die F�nge der Fledermaus gruben sich in die Schulter des Drachen. Malfurion wandte sich zur Seite, um nicht unter ihr begraben zu werden.</p><p>Ein Schwert schlug nach seinem Kopf und glitt haarscharf an seinem Ohr vorbei.</p><p>�T�ckischer kleiner Narr!�, zischte Varo�then und hob seine Waffe erneut. Azsharas Offizier stie� zu und streifte leicht Malfurions Wange. Noch einmal holte er aus. �Der N�chste trifft deinen Kopf.�</p><p>Der Druide schob seine Hand in eine G�rteltasche. Er wusste, wonach er suchte und betete, dass er es auch finden w�rde. Er sp�rte eine vertraute Form unter seinen Fingerspitzen und zog die Samenk�rner heraus.</p><p>Captain Varo�then ver�nderte seine Haltung. Er begann breit zu grinsen. Der sadistische Soldat war wahrlich ein perfekter Diener des D�monenlords.</p><p>Die Klinge raste Malfurion entgegen. Im gleichen Moment schleuderte er die Samenk�rner ins Maul der Fledermaus.</p><p>Das Ungeheuer kr�mmte sich zusammen. Die Schwertspitze, die eigentlich auf Malfurions Kehle gezielt hatte, schrammte statt dessen �ber sein Schl�sselbein, wo sie eine schmerzhafte, aber harmlose Wunde hinterlie�. Malfurion st�hnte auf, lie� aber nicht los.</p><p>Varo�thens Reittier begann von innen zu leuchten. Der Captain versuchte, die Kontrolle �ber die Fledermaus zu behalten, scheiterte jedoch. Das Ungeheuer schlug kreischend um sich.</p><p>Eine Sekunde sp�ter ging es in Flammen auf.</p><p>Malfurion hatte die Hitze, die in den Samen steckte, schon in anderen Schlachten zu nutzen gewusst. Er besa� jedoch nur noch wenige, deshalb hatte er sie hier oben, wo sie nur wenig Erfolg versprachen, nicht einsetzen wollen. Doch die Schattenkreatur war direkt �ber ihm gewesen, deshalb nur war es ihm gelungen, allen Samen in ihr Maul zu bef�rdern.</p><p>Das grausige Schauspiel strahlte so hell, dass Malfurion zur Seite blicken musste. Er h�rte, wie Varo�then etwas rief, verstand seine Worte aber nicht.</p><p>Mit einem letzten schrillen Schrei st�rzte die Bestie brennend in die Tiefe.</p><p>Malfurion hielt sich an Ysera fest und rang nach Atem. Die Herrin der Tr�ume konnte nichts f�r ihn tun, denn ihre Aufmerksamkeit war auf eine der Flederm�use gerichtet. Der Druide hielt sich so gut es ging fest, rang dabei um seine Fassung. Seine Wunden schmerzten, und das Wissen, dass die Scheibe nicht angetastet werden konnte, zehrte zus�tzlich an seinen Kr�ften.</p><p>Ein scharfer Schmerz schoss durch seine Wade.</p><p>Malfurion schrie auf und h�tte beinahe den Halt verloren. Blut tropfte in seinen Stiefel, w�hrend er wie wild nach der Ursache der Pein trat. Er blinzelte Tr�nen aus seinen Augen und blickte hinunter auf sein Bein.</p><p>Captain Varo�then hing an Yseras Bauch. Der vernarbte Soldat k�mpfte sich Schuppe um Schuppe und vor Anstrengung keuchend nach oben.</p><p>Den Grund f�r Malfurions schmerzendes Bein � den gebogenen Dolch � hielt er zwischen den Z�hnen. Malfurions Blut rann �ber das spitze Kinn des Nachtelfen, ohne dass dieser es zu merken schien.</p><p>Malfurion wusste nicht, wie es Varo�then gelungen war, sich von seinem brennenden Reittier zu l�sen und an Ysera festzuhalten. Aber ihm war klar, dass er den Offizier schon wieder untersch�tzt hatte. So hart er nur konnte trat er nach ihm, doch der Captain wich seinem Stiefel l�ssig aus. Malfurion konzentrierte sich darauf, nicht den Halt zu verlieren, w�hrend der kampfgest�hlte Varo�then sich seinem Gegner mit routiniertem Geschick n�herte. Seine schmalen Augen taxierten Malfurion, als w�re er ein Tier, das geschlachtet werden sollte.</p><p>Der Druide griff nach seiner G�rteltasche, doch im gleichen Moment hob Varo�then seine linke Hand.</p><p>�Aaahh!�</p><p>Ein roter Blitz blendete Malfurion. Erst jetzt fiel ihm ein, dass Varo�then ein halbwegs talentierter Zauberer war, zwar nicht gut genug, um wirklich gef�hrlich zu sein, aber sein K�nnen reichte aus, um Feinde abzulenken.</p><p>Malfurion hob seine freie Hand �ber den Kopf, was ihn vermutlich vor dem Tod bewahrte. Varo�thens gepanzerter K�rper hing pl�tzlich �ber ihm. Der Nachtelf sp�rte hei�en Atem im Gesicht.</p><p>�Das Licht der Lichter wird mich reich daf�r belohnen!�, stie� der Captain aufgeregt hervor. �Mannoroth hast du �berlistet! Archimonde hast du �berlistet! Diese gro�en D�monen konnten dir nichts anhaben. Lord Sargeras� respektierte Kommandanten � ha! Das wird mich nicht nur bei ihr wieder ganz nach vorne bringen, sondern auch bei <emphasis>ihm</emphasis>. Mich! <emphasis>Lord</emphasis> Varo�then!�</p><p>�Sargeras will Kalimdor zerst�ren, nicht neu erschaffen�, erwiderte Malfurion seinem verblendeten Feind.</p><p>�Nat�rlich! Das wei� ich schon lange. Aber dieser armselige Flecken interessiert mich ohnehin nicht. Ich will nur der K�nigin dienen und ihre Armeen befehligen. Wo ich das tue, ist mir egal. Wer wei�, vielleicht macht mich Sargeras nach dieser Tat zu seinem h�chsten Kommandanten. Daf�r und f�r Azsharas Bewunderung sehe ich Kalimdor gerne brennen.�</p><p>Varo�then war wahnsinnig, trotzdem sp�rte Malfurion Wut in sich aufsteigen, als der Offizier so abwertend �ber das Ende aller Dinge und �ber die Welt sprach, die sein Volk hervorgebracht hatte. Das widersprach allem, woran Malfurion glaubte und allem, was Cenarius ihn gelehrt hatte.</p><p>�Kalimdor ist unser Blut, unser Atem und unser Leben!�, schrie der Druide w�tend. �Wir geh�ren hierher wie die B�ume, die Fl�sse und die Felsen. Wir sind Kalimdors Kinder. Willst du die Mutter erschlagen, die uns das Leben geschenkt hat?� Seine Stirn wurde hei�.</p><p>�Mach dich nicht l�cherlich. Wir leben auf einem winzigen Stein, der nur einer unter vielen ist. Kalimdor ist ein Nichts! Dank der Legion und meiner K�nigin werde ich Tausende Welten sehen. Sie alle werden uns zu F��en liegen. Macht, Druide! Macht ist mein Blut und mein Atem, verstehst du das?�</p><p>Captain Varo�then zog die Hand, in der er den Dolch hielt, aus Malfurions Griff. �Aber wenn dir das Ende Kalimdors solche Sorgen bereitet, sollte ich dich wohl ins Jenseits schicken, damit dich die Welt dort willkommen hei�en kann.�</p><p>Doch Malfurions Wut hatte ihren H�hepunkt erreicht. Aus brennenden Augen starrte er Varo�then an. �Du willst Macht? Dann f�hle die Macht der Welt, die du verraten willst, Captain!�</p><p>Diese Kraft floss wie Blut durch seine Adern. Er sp�rte, aus welcher Quelle sie stammte: Kalimdor. Die Welt war kein intelligentes Wesen, aber sie lebte � und durch Malfurion konnte sie sich endlich r�chen.</p><p>Ein hellblaues Licht l�ste sich aus dem Druiden und traf Varo�then in die Brust.</p><p>Malfurions Angreifer schrie auf, als er vom Drachen geworfen wurde. Der Dolch entglitt seiner Hand. Hilflos hing der Captain �ber dem Brunnen der Ewigkeit. Das Licht beleuchtete Varo�then nicht nur, es brannte sich in ihn hinein. Sein Fleisch, seine Sehnen, seine Organe und seine Knochen schimmerten durch die R�stung hindurch. Der schreiende Kopf des Offiziers sah aus wie ein Totenkopf unter gl�serner Haut.</p><p>Varo�then hatte Kalimdor abgelehnt � und nun lehnte Kalimdor � durch Malfurion � ihn ab. Das Licht h�llte den Captain immer noch ein, begann jetzt aber einen Bogen �ber der Mitte des Brunnens zu spannen. Dann verschwand es pl�tzlich.</p><p>Captain Varo�then st�rzte wie eine Kreatur der H�lle in das Portal.</p><p>Die Macht, die Malfurion erf�llt hatte, verging. Er f�hlte sich ein wenig verloren, tr�stete sich jedoch mit dem Gedanken, dass die Welt noch nicht v�llig wehrlos geworden war. Von Yseras R�cken herab warf er einen Blick auf Varo�thens letztes Ziel.</p><p>�Mal sehen, ob dich der Herr der Legion jetzt auch noch belohnt, Captain ��</p><p>Ein Ruck kostete ihn fast den Halt. Zwei Schattenkreaturen k�mpften gegen Ysera. Die Herrin der Tr�ume hatte eine bereits get�tet, aber die zweite hatte ihren Fl�gel zerfetzt.</p><p>Malfurion klammerte sich mit einer Hand fest, dann griff er in eine seiner G�rteltaschen und holte eine Salbe heraus, die er gemischt hatte. Sie bestand aus verschiedenen Kr�utern. Auf dem Schlachtfeld hatte sie ihm gute Dienste erwiesen, aber er wusste nicht, ob sie stark genug f�r ein so gewaltiges Wesen war.</p><p>Doch als er sie an der Unterseite des Fl�gels aufzutragen begann, sp�rte er bereits, dass sie ihren Zweck erf�llen w�rde. Die Salbe dehnte sich blitzschnell �ber den gesamten Fl�gel aus. Die Rippen darin wuchsen zusammen und heilten. Es blieben noch nicht einmal Narben zur�ck.</p><p>�Ich f�hle mich gut!�, entfuhr es der Herrin der Tr�ume � bevor sie die zweite Kreatur zerfetzte. Ysera wandte sich Malfurion zu. Er sp�rte die Intensit�t ihres Blickes durch die geschlossenen Augen. �Cenarius hat dir viel beigebracht �� Sie verstummte. F�r einen Sekundenbruchteil �ffnete sie die Augen. Dann fuhr sie fort: �Aber in erster Linie gr�ndet dein K�nnen auf deine nat�rliche Verbindung zu den Kr�ften, die du einsetzt. Ja, so ist es ��</p><p>Der Druide erkannte, dass sich ihr Blick auf seine Stirn gerichtet hatte. Er tastete danach und bemerkte, dass seine H�rner fast zehn Zentimeter l�nger geworden waren.</p><p>Ihm wuchs ein Geweih wie seinem Shan�do!</p><p>Doch bevor er �ber die Bedeutung dieser Tatsache nachdenken konnte, erhob sich ein Furcht einfl��endes Br�llen �ber den Sturm hinweg.</p><p>Deathwing fiel aus den Wolken herab.</p><p>Der schwarze Drache warf sich ein weiteres Mal den undurchdringlichen Zaubern entgegen. Dort, wo keine Eisenplatten die Schuppen wappneten, str�mte Lava aus seinem K�rper. Seine Augen waren voller Wut. Er flog mit solcher Geschwindigkeit auf die D�monenseele zu, dass Malfurion den Atem anhielt.</p><p>In der N�he der Scheibe begann die Luft zu knistern. Gelbe und rote Lichtblitze zuckten �ber den Himmel und verrieten die Macht der Schutzzauber. Malfurion sp�rte neue Kr�fte, die ihnen hinzugef�gt worden waren, um sie zu st�rken.</p><p>Deathwing prallte gegen den magischen Schild. Der Himmel um ihn herum explodierte in einem Energiegewitter. Es h�tte den Aspekt verbrennen m�ssen, aber obwohl sein Fleisch und seine Schuppen brannten, k�mpfte sich Deathwing weiter voran. Er br�llte den gewaltigen Kr�ften seinen Zorn entgegen. Sein Maul verzerrte sich zu einem wahnsinnigen, reptilienhaften Grinsen, das mit jedem Fl�gelschlag breiter wurde.</p><p>�Seine Besessenheit kennt keine Grenzen�, sagte Ysera beinahe bewundernd.</p><p>�Glaubt Ihr, dass er es schaffen wird?�</p><p>�Die wahre Frage ist � <emphasis>wollen</emphasis> wir, dass er es schafft?�</p><p>Schuppen l�sten sich von dem verunstalteten K�rper des Schwarzen. Die Blitze, die sich auf ihn richteten, brannten sich in ihn. Deathwing zuckte zwar gelegentlich zusammen, wurde jedoch nicht langsamer.</p><p>Ein roter Drache flog an Malfurion vorbei. Rhonin und Brox sa�en darauf. �Krasus sagt, wir sollen uns bereit halten�, rief der Magier. Ein Zauberspruch verst�rkte seine Stimme. �Er glaubt, dass es Deathwing gelingen k�nnte, die Scheibe zu erreichen. Dann m�ssen wir zuschlagen.�</p><p>�Deathwing�, murmelte Ysera. �Wie gut dieser Name nun auf ihn passt.� Sie richtete ihre Antwort an Rhonin: �Wir werden bereit sein.�</p><p>Wenn es so weit war, mussten sie sofort und koordiniert angreifen. Dieser Moment w�rde ihre einzige Chance sein � wenn sie auch nur wenig erfolgversprechender war als der Versuch, den Zauber zu �berwinden. Dem Nachtelf gefiel das nicht, aber er w�rde alle Macht einsetzen, die Kalimdor ihm gew�hrte.</p><p>Er wusste, dass hier vielleicht alles enden w�rde. Unwillk�rlich dachte er an Tyrande. Nicht an Illidan, sondern an Tyrande. Wie gerne h�tte er ein letztes Mal mit ihr gesprochen und wie sehr hoffte er, dass sie �berlebte, selbst wenn er an diesem Tag sterben sollte.</p><p>Malfurion?</p><p>Der Druide rutschte beinahe von Yseras R�cken. Einen Moment lang hielt er die Stimme in seinem Kopf f�r eine Illusion oder einen Trick der dunklen M�chte, gegen die sie k�mpften. Doch dann erkannte er, dass es tats�chlich Tyrande war, die Kontakt zu ihm aufgenommen hatte.</p><p>Ihm fiel ein, dass sie das schon einmal getan hatte, damals, als es ihm nicht gelungen war, in seinen K�rper zur�ckzukehren. Ihre Verbindung zu ihm musste st�rker sein, als er f�r m�glich gehalten hatte.</p><p>Er hatte den Gedanken noch nicht beendet, da sp�rte er, dass sie ihn gefunden hatte.</p><p><emphasis>Malfurion!</emphasis>, wiederholte sie hoffnungsvoll. <emphasis>O Malfurion, du bist es wirklich.</emphasis></p><p>Tyrande! Du lebst! Bist du � haben sie �</p><p>Die Priesterin beruhigte ihn. <emphasis>Mutter Mond hat mich besch�tzt, und die Hochgeborenen, die zu unserem Volk zur�ckkehren wollen, haben mir geholfen. Ich wei�, dass du getan hast, was du tun musstest, aber h�r mir zu. Dein Bruder �</emphasis></p><p><emphasis>Mein Bruder �</emphasis> Im dem Moment, da sie Illidan erw�hnte, sp�rte der Druide eine Pr�senz neben Tyrande, die fast seiner eigenen glich. Sie waren sich so nah, dass sie einander ber�hren mussten.</p><p><emphasis>Bruder �</emphasis>, begann Illidan.</p><p><emphasis>Du!</emphasis> Etwas wallte in Malfurion auf. Er wusste, dass er es unterdr�cken musste, trotzdem gelang es ihm nicht v�llig.</p><p><emphasis>Malfurion!</emphasis>, rief Tyrande warnend. <emphasis>H�r auf! Du bringst ihn ja um.</emphasis></p><p>Er wusste nicht genau, was er Illidan gerade antat, aber er versuchte das, was er herausgelassen hatte, wieder einzusperren. Zu seiner Erleichterung erholte sich Illidan rasch wieder.</p><p><emphasis>H�tte nicht � nicht gedacht, dass so etwas � in dir steckt, Bruder.</emphasis> Illidan klang so herablassend wie immer, aber in seinen Worten schwang �berraschung mit. Der Bruder, den er f�r schwach gehalten hatte, war in Wirklichkeit stark.</p><p>Du hast dich f�r einiges zu verantworten, Illidan!</p><p>Wenn wir �berleben, werde ich mich meinen Ankl�gern stellen.</p><p>Er hatte Recht. Weshalb sollte man Illidan verdammen, wenn der Tod so nah war? Au�erdem erkannte Malfurion, dass er dringend ben�tigte Kr�fte an seinen Bruder verschwendete.</p><p>Er dr�ngte die Gedanken an Illidan beiseite und ber�hrte Tyrandes Geist. <emphasis>Geht es dir gut? Hat er dir etwas angetan?</emphasis></p><p>Nichts, Malfurion. Das schw�re ich bei Elune. Aber wir halten uns in den Ruinen nahe des Brunnens versteckt und wagen es noch nicht einmal, einen Zauber zu sprechen. Die Krieger des D�mons Mannoroth sind �berall. Ich glaube, sie ahnen, wo wir uns aufhalten � trotz Illidans Zaubern und meiner Gebete.</p><p>Er wollte zu ihr gehen, aber das war nicht m�glich. Malfurion fluchte. <emphasis>Wenn es uns gelingt �</emphasis></p><p>In diesem Moment stie� Deathwing einen furchtbaren Schrei aus. Die wilden Emotionen, die darin schwangen, unterbrachen die Verbindung zu Tyrande und Illidan und sorgten daf�r, dass sich Malfurion wieder ganz auf den Drachen konzentrierte.</p><p>Er sah empor zu Deathwing, dessen K�rper jenseits aller Vorstellungskraft entstellt war, der jedoch so besessen von seiner Mission war, dass keine Qual ihn aufhalten konnte. Einige der Platten, die an seinem K�rper hingen, gl�hten, und viele seiner Schuppen fehlten. Darunter war rohes, aufgerissenes und brennendes Fleisch zum Vorschein gekommen. Die Schwingen des Drachen waren eingerissen, und es wunderte Malfurion, dass der Erdw�chter �berhaupt noch fliegen konnte. Deathwings Klauen waren abgebrochen, so als habe er an einer unzerst�rbaren Mauer gekratzt.</p><p>Dann erst bemerkte Malfurion, wie nah der Schwarze seiner Scheibe gekommen war.</p><p>�Bei den Sch�pfern!�, rief Ysera. �Nichts vermag ihn aufzuhalten!�</p><p>Der Druide nickte langsam und erkannte, welch schlechtes Omen diese Worte waren. Es sah so aus, als w�rde Deathwing jeden Moment das Unm�gliche vollbringen � und deshalb mussten diejenigen, die ihm die Scheibe stehlen wollten, das Gleiche vollbringen.</p><empty-line/><p><emphasis>Weg � weg �</emphasis>, dr�ngten die Stimmen, die den Drachen einst in all seinem Tun best�rkt hatten. Jetzt hatten sie sich � wie alle anderen � als Verr�ter erwiesen. Es stimmte tats�chlich: Neltharion konnte nur noch sich selbst trauen.</p><p>�Ich werde sie bekommen. Die Seele geh�rt mir, niemandem sonst!�</p><p>Er sp�rte, wie w�tend die Stimmen �ber seine Weigerung waren. Sie attackierten seinen Geist, w�hrend sie gleichzeitig und auf anderem Weg die Zauber der Brennenden Legion st�rkten. Der schwarze Drache hatte noch nie so gelitten, aber das war ihm die Scheibe wert. Zentimeterweise kroch er ihr entgegen, gab nicht auf. Die Seele war so nah.</p><p><emphasis>Weg �</emphasis>, wurden die Stimmen nicht m�de zu wispern. <emphasis>Weg �</emphasis></p><p>Abgesehen von ihrer Wut fiel Neltharion auch ihre wachsende Sorge � ja, sogar Angst auf. Die Stimmen sahen ebenfalls, wie nah er seiner Sch�pfung war. Vielleicht wussten sie, dass sie zusammen mit allen anderen bestraft werden w�rden, wenn sie ihm in die H�nde fiel.</p><p>Eine weitere Macht mischte sich in den Kampf ein. Der D�monenlord verst�rkte aus seinem Reich die Kr�fte, die den Schutzzauber aufrecht erhielten. Neltharion schrie auf, als die Schmerzen, die bereits in seinem K�rper w�teten, noch um ein Vielfaches anschwollen.</p><p>Doch letztlich best�rkte es ihn nur in seiner Entscheidung. Der Drache verzerrte das Maul zu einem Grinsen und begann, all die auszulachen, die ihm sein Recht streitig machen wollten. Er lachte und �berwand die letzte Kluft, die ihn noch von der Scheibe getrennt hatte.</p><p>�Sie geh�rt mir!�, br�llte er. �Mir!�</p><p>Seine Klaue schloss sich um die D�monenseele.</p><empty-line/><p>�Wir m�ssen handeln!�, warnte Krasus Alexstrasza. �<emphasis>Jetzt</emphasis>, oder wir ��</p><p>Die Welt explodierte.</p><p>So wirkte es zumindest auf den Magier. Ein Wirbel aus wahnsinnigen Farben �bermannte Krasus. Unter ihm schrie Alexstrasza erschrocken und schmerzerf�llt auf. Eine Titanenfaust traf den Drachen. Krasus versuchte sich an der K�nigin festzuhalten, doch seinem sterblichen K�rper fehlte die Kraft dazu.</p><p>Er wurde abgeworfen.</p><p>Etwas flog an ihm vorbei � eine schreiende, brennende Schattenbestie.</p><p>Eine zweite, kleinere Gestalt st�rzte neben ihr nach unten, vermutlich ihr Reiter. Einige Drachenschuppen folgten. Die Farbe war weg gebrannt und lie� sich nicht mehr erkennen.</p><p>Krasus versuchte, seinen Sturz zu bremsen, doch alle Zauber schlugen fehl.</p><p><emphasis>Wir haben verloren</emphasis>, dachte er. <emphasis>Das ist das Ende.</emphasis></p><p>Im gleichen Moment pfl�ckte ihn eine riesige Klaue aus der Luft. Alexstrasza rief: �Er hat es geschafft! Er hat es geschafft!�</p><p>Der Magier blinzelte die Tr�nen aus seinen Augen und blickte zu Deathwing und der D�monenseele.</p><p>Der schwarze Drache br�llte mit Urgewalt, als er die Scheibe den Zaubern entriss. Sein K�rper flammte auf. Krasus hielt es f�r ein Wunder, dass der Aspekt noch lebte. Der Drache hielt die Scheibe empor und lachte triumphierend, trotz aller Pein, die er empfinden musste.</p><p>Im gleichen Moment schoss ein schwarzer Strahl aus den Tiefen des Brunnens herauf und traf Deathwing am Kopf.</p><p>Der schwarze Drache wurde mit solcher Kraft zur�ck geschleudert, dass er den Brunnen und das Ufer hinter sich lie� und zwischen den Wolken verschwand.</p><p>Die D�monenseele, die seinen Fingern entglitten war, fiel dem Mahlstrom entgegen.</p><p>�Wir m�ssen sie bekommen, bevor Sargeras oder die Drei sie wieder mit dem Portal verbinden. Ich glaube, dass ich sie trotz Deathwings Zauber lange genug festhalten kann, damit unser Plan funktioniert. Aber wir m�ssen sie bekommen!�</p><p>�Ich werde es versuchen ��, keuchte Alexstrasza.</p><p>Erst jetzt bemerkte Krasus, wie schwer seine K�nigin durch die Kr�fte, die Deathwing beschworen hatte, verheert worden war. Sie konnte sich kaum noch in der Luft halten.</p><p>Doch in diesem Moment flog ein gr�ner Drache an ihnen vorbei. Auf seinem R�cken sa� ein einzigartig aussehender Nachtelf.</p><p>�Malfurion�, murmelte Krasus und betrachtete den Druiden, der nun ein Geweih auf dem Kopf trug, das an das seines Lehrers erinnerte. �Ja, er ist es, der es versucht ��</p><p>Doch das entband die anderen nicht von ihrer Pflicht. Trotz ihrer Wunden beeilte sich Alexstrasza. Auf Krasus� rechter Seite n�herten sich Rhonin und Brox auf einem zweiten roten Drachen. Der bronzefarbene Drache folgte ihnen ebenfalls, aber da er reiterlos war, konnte er den anderen nur zusehen.</p><p>Malfurions Drache n�herte sich der herabfallenden Scheibe. Sie hinterlie� eine goldene Spur in der Luft. Krasus hielt den Atem an, als der Druide die Hand danach ausstreckte � und sie auffing. Der Nachtelf presste sie gegen seine Brust.</p><p>Ein Schrei wie Donnergrollen kam aus dem Portal und ersch�tterte den Drachenmagier bis ins Mark. Er blickte hinab auf den schrecklichen gr�nen Sturm, der in der Mitte des Mahlstroms entstand.</p><p>Sargeras bahnte sich seinen Weg durch das fast vollendete Portal!</p><empty-line/><p>Brox war ein Krieger, der seine Grenzen kannte. Dies war die Stunde der Zauberer und Magier. Hier oben gab es keine Feinde mehr, die Schwerter oder �xte schwangen.</p><p>Malfurion starrte auf die verfluchte Scheibe. Seine Augen waren weit aufgerissen und blinzelten nicht. Brox erkannte die verf�hrerische Macht der D�monenseele und rief dem Nachtelf zu: �Druide, du darfst ihr nicht vertrauen! Sie ist das B�se!�</p><p>Der Nachtelf sah auf und nickte dann entschlossen. Brox atmete erleichtert aus, doch der Atem stockte in seiner Brust, als er den Schrei aus dem Mahlstrom h�rte. Es war der eines w�tenden Gottes.</p><p>Der Schrei von Sargeras, dem Herrn der Brennenden Legion.</p><p>�Der D�monenlord versucht, Kalimdor zu betreten!�, rief der rote Drache. �Das Portal ist fast fertig. Es k�nnte ihm gelingen � und dann sind wir alle verloren!�</p><p>Brox blickte auf den gr�nen Sturm. Er wurde kleiner und begann ein achteckiges Tor zu formen.</p><p>�Was geht da vor? Das Portal schrumpft, anstatt zu wachsen.�</p><p>�Sargeras erh�ht seine Chancen, wenn er den Zauber konzentriert. Sobald er hindurch ist, kann er ihn problemlos wieder erweitern.�</p><p>Entsetzt l�ste Brox seinen Blick von dem monstr�sen Toben � und bemerkte, dass sich ihre Lage immer mehr verschlechterte. Aus Zin-Azshari erhoben sich Hunderte, vielleicht sogar Tausende gefl�gelter Kreaturen. �Seht nur! Da!�</p><p>Captain Varo�then und seine Soldaten hatten die Drachen angreifen d�rfen, weil Mannoroth geglaubt hatte, man m�sse sie nur aufhalten. Aber nach den Taten des schwarzen Drachen hatte er diesen Plan verworfen. Mannoroth wusste jetzt, welche Gefahr der Legion drohte. Deshalb hatte er jede Verdammniswache und all die anderen gefl�gelten D�monen zusammengezogen, um das Problem aus der Welt zu schaffen.</p><p>Brox h�tte seine Axt nur zu gern in den angreifenden Schwarm geschlagen, aber er wusste, dass sein Beitrag l�cherlich gewesen w�re verglichen mit Rhonins und Krasus� Magie. Nat�rlich konnte er auf dem roten Drachen sitzen bleiben, w�hrend der Magier k�mpfte, aber was w�rde das schon bringen?</p><p>Alexstrasza und Krasus, die weiter zur�ckgeblieben waren, hatten sich bereits umgedreht und erwarteten den Schwarm. Der zweite rote Drache begann sich vom Zentrum des Brunnens zu entfernen. Einzig Malfurion hatte noch die M�glichkeit, das Portal mit der D�monenseele zu verschlie�en � wenn man ihm die n�tige Zeit dazu verschaffte. Sogar Brox sp�rte die dunklen Energien, die sich im Portal zusammenbrauten. Sargeras hatte es fast geschafft.</p><p>Dem Orc fiel nur eine L�sung ein. Ein Teil von ihm hielt das f�r Wahnsinn, ein anderer dr�ngte ihn zur Tat.</p><p>�Leb wohl, Zauberer!�, rief er. �Es war eine Ehre, mit dir und den anderen zu k�mpfen!�</p><p>Rhonin starrte ihn an. �Was hast du vor?�</p><p>Brox sprang.</p><p>Der rote Drache versuchte nach ihm zu greifen, aber der Orc hatte ihn so �berrascht, dass er zu sp�t reagierte. Brox st�rzte an seinen Klauen vorbei auf die Mitte des Brunnens zu � wo der gr�ne Feuersturm seinen H�hepunkt erreichte.</p><p>Der Wind zerrte an ihm. Der Orc stie� seinen Kriegsschrei aus. Er umklammerte seine Axt so fest, dass die Kn�chel wei� hervortraten. Er grinste so, wie er es an dem Tag getan hatte, an dem er und seine Kameraden den Pass mit ihrem Leben verteidigen wollten.</p><p>Als sich Brox dem Portal n�herte, �nderte sich seine Perspektive. Er sah Bewegung im Inneren. Unz�hlige D�monenreihen bereiteten sich auf den �bergang in die Welt der Sterblichen vor. Zwar entdeckte Brox Sargeras nicht, aber er wusste, dass der D�monenlord sehr, sehr nahe war.</p><p>Und dann erreichte der Orc das Portal.</p></section><section><title><p>19</p></title><p>Malfurion sah Brox nicht springen, denn er konzentrierte sich bereits auf die Aufgabe, die vor ihm lag. Jetzt, da er die Scheibe in H�nden hielt, erkannte er erst, wie unwahrscheinlich es war, dass sein Vorhaben gelingen w�rde. Malfurion hatte gehofft, einer der anderen, in erster Linie Krasus, w�rde die Scheibe fangen. Aber die Dinge waren durch die Zauber, die sie alle untersch�tzt hatten, und durch die schockierenden Taten des schwarzen Drachen auf den Kopf gestellt worden. Jetzt hing alles von ihm ab, aber er wusste nicht genau, was er eigentlich tun sollte.</p><p>Im gleichen Moment sp�rte er Tyrande in seinen Gedanken. Malfurion streckte seine Geistf�hler nach ihr aus und bemerkte entsetzt, dass sie in Gefahr schwebte.</p><p>Tyrande! Was �</p><p>Malfurion, hier sind �berall D�monen. Illidan und ich glauben, dass Mannoroth dich durch uns angreifen will.</p><p>Er suchte nach einer Verbindung zu seinem Zwillingsbruder. Als er sie fand, schreckte er vor der Blutgier zur�ck, die er in Illidans Gedanken sp�rte. Der Druide sp�rte, wie sein Bruder gegen die Brennende Legion k�mpfte, sah die K�rper der D�monenkrieger, die sich vor dem schwarz gekleideten Zauberer h�uften.</p><p>Illidan bemerkte seine Anwesenheit. <emphasis>Bruder?</emphasis></p><p>Illidan! K�nnt ihr fliehen?</p><p>Wir sind umzingelt, und Mannoroth wartet bestimmt nur darauf, dass ich versuche, uns durch einen Zauber in Sicherheit zu bringen. Den w�rde er umleiten, damit wir statt dessen in seinen z�rtlichen Armen landen �</p><p>Malfurion erschauderte. <emphasis>Ich komme. Ich werde euch helfen.</emphasis></p><p>Doch noch w�hrend er den Gedanken formulierte, erkannte er, dass er den Brunnen nicht verlassen konnte. Das Portal musste zerst�rt werden, auch wenn das die Opferung von Tyrande und seinem Bruder bedeutete. Wie gerne w�re Malfurion in die alte Zeit zur�ckgekehrt, in der es noch keine Brennende Legion gegeben hatte. Die Zeit, in der er und sein Bruder Seite an Seite k�mpften. Damals, als Kinder, waren er und Illidan unzertrennlich und unbesiegbar gewesen.</p><p><emphasis>Wenn es doch noch einmal so sein k�nnte</emphasis>, dachte der Druide verzweifelt. <emphasis>Wenn ich doch noch einmal neben Illidan st�nde. Gemeinsam mit ihm w�rde ich das B�se bek�mpfen.</emphasis></p><p>Zu sp�t bemerkte Malfurion das Aufleuchten der D�monenseele.</p><p>Ein kurzer Schwindel �berkam ihn. Die Welt verschwamm vor seinen Augen. St�hnend sch�ttelte Malfurion den Kopf � und erkannte, dass er pl�tzlich neben Illidan in den Ruinen von Zin-Azshari stand.</p><p>�Malfurion?�, keuchte Tyrande. Sie streckte ihre Hand nach dem Druiden aus, glitt aber durch seinen K�rper hindurch.</p><p>Malfurion hingegen, der mit seiner Hand Illidan ber�hrte, sp�rte dessen Haut. Sein Bruder wich �berrascht zur�ck.</p><p>Malfurion blinzelte � und hockte wieder auf dem Drachen hoch �ber dem Brunnen der Ewigkeit.</p><p>Nur dass jetzt Illidan neben ihm sa�.</p><p>Der Zauberer starrte Malfurion hinter seinem Schal misstrauisch und bewundernd an. �Was hast du getan, Bruder?�</p><p>Der Druide betrachtete die D�monenseele und dachte an seinen Wunsch. Die Scheibe hatte ihn erf�llt.</p><p>Er und Illidan hielten sich gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten auf.</p><p>Malfurion akzeptierte es. Die D�monenseele war zweifellos das B�se, aber sie hatte ihm die Chance gegeben, die er ben�tigte. �Hilf mir, Illidan�, rief er. �Hilf mir hier �� Er brachte ihn zur�ck nach Zin-Azshari. �� und hier.�</p><p>Sein Zwilling grinste, so wie er es fr�her getan hatte, und nickte.</p><p>Seite an Seite standen die Br�der in der nebligen Stadt, w�hrend die D�monen ihnen �ber die Tr�mmer entgegen kletterten. Dutzende starben, wurden aufgespie�t von meterlangen Schwertern, die Illidan aus schwarzer Energie erschuf. Gleichzeitig b�ndelte Malfurion die Kr�fte der Natur zu einem Sturm, dessen Regentropfen R�stungen und Fleisch der D�monen aufl�ste. Tyrande stand neben ihnen und beschwor Elune. Das Licht der Mondg�ttin blendete und verbrannte die monstr�sen Krieger.</p><p>Zur gleichen Zeit sa�en Illidan und Malfurion aber auch auf Ysera und k�mpften gegen den Zauber, der das Portal zusammen hielt. Es wunderte beide, dass Sargeras noch nicht hindurch getreten war, aber sie stellten ihr Gl�ck nicht in Frage.</p><p>Trotz der D�monenseele erreichten sie nichts. Der Himmel war voller Verdammniswachen, die nach denen suchten, die ihren Herrn aufhalten wollten. Krasus, Rhonin und die Drachen t�teten sie gleich dutzendweise, aber sie schienen nicht weniger zu werden. Brox war nicht zu sehen, aber der Druide hatte keine Zeit, dar�ber nachzudenken.</p><p>Ysera wehrte einen Angriff nach dem anderen ab, doch Malfurion wusste, dass sie das nicht ewig durchhalten konnte. Er und Illidan gaben zwar ihr Bestes, doch selbst die D�monenscheibe vermochte das Portal nicht zu schlie�en.</p><p>Dann endlich erkannte er das Problem. Malfurion sah seinen Bruder an. �Wir machen alles falsch. Wir benutzen die Scheibe, um unsere Zauber zu verst�rken.�</p><p>�Nat�rlich�, entgegnete Illidan. Die Umgebung ver�nderte sich. In Zin-Azshari erschlug der Zauberer gerade eine Teufelswache. �Wie sollten wir sie auch sonst einsetzen?�</p><p>Sie kehrten zum Brunnen zur�ck und zu dem Himmel voller D�monen. Der Druide betrachtete Deathwings unselige Sch�pfung. Sein eigener Plan widerte ihn an. �Die D�monenseele ist ein Teil des Portalzaubers. Wir d�rfen nichts aus ihr herausziehen, sondern m�ssen etwas in sie hineinlegen. Wir m�ssen unsere Zauber <emphasis>durch</emphasis> die Scheibe weben und sie nicht wie eine Axt oder ein Schwert behandeln.�</p><p>Illidan schien widersprechen zu wollen, schloss den Mund aber, als er erkannte, dass sein Bruder Recht hatte.</p><p>Malfurion stand wieder in Zin-Azshari. Sofort bemerkte er, dass sich eine neue Kraft zu den D�monen der Stadt gesellt hatte, eine Kraft, die sich gezielt auf die Ruinen zu bewegte, in denen sich Tyrande und die Br�der aufhielten. Ihr Gestank war ihm nur allzu vertraut.</p><p>�Satyrn!�</p><p>Die Ziegenwesen sprangen �ber die D�monen hinweg, w�hrend die Nachtelfen bereits die ersten Zauber sprachen. Sie lachten irre, einige meckerten sogar.</p><p>Doch als sich die Ungeheuer den Br�dern n�herten, sa� Malfurion pl�tzlich wieder auf Ysera. Die st�ndigen Ortswechsel lenkten ihn ab, und er bef�rchtete, dass die F�higkeit, an zwei K�mpfen gleichzeitig teilzunehmen, schon bald nachlassen w�rde.</p><p>�Verbinde dich mit mir, Illidan! Jetzt!�</p><p>Der Zauberer z�gerte nicht. Sein Geist verband sich mit dem Malfurions, verschmolz mit ihm, bis sie beinahe eins waren. Der Druide las in den Gedanken seines Bruders, wie er versucht hatte, sich zum Helden von Kalimdor aufzuspielen. Und er erkannte, wie die dunklen Kr�fte der Scheibe, die auch ihn hatten manipulieren wollen, Illidans Arroganz f�r ihre eigenen Zwecke ausgenutzt hatten.</p><p>Er hatte die Drei, wie Krasus sie nannte, v�llig vergessen. Sie versuchten also noch immer zu fliehen, und Sargeras Portal stellte ihr Tor zur Freiheit dar. Der Druide wusste, dass es keine andere M�glichkeit gab: Er musste die D�monenseele einsetzen, um das Portal zu zerst�ren.</p><p><emphasis>Halte dich bereit!</emphasis>, befahl er Illidan.</p><p>Malfurion beschwor die Urenergien Kalimdors, die gleichen Kr�fte, die ihm auch schon im Kampf gegen Captain Varo�then gedient hatten. Doch dieses Mal verlangte er ein weit gr��eres Opfer von ihnen. Die Kraft, um die er seine Welt bat, war um ein Vielfaches st�rker als die, mit der er einst Krasus und sp�ter Korialstrasz gerettet hatte. Vielleicht w�rde er die Welt damit sogar ausd�rren und zu dem gleichen Schicksal verdammen, das auch die Brennende Legion ihr zugedacht hatte.</p><p>Noch w�hrend er Kalimdor darum bat, ihm diese Kr�fte zu gew�hren, sp�rte er, wie sein Bruder damit begann, seine eigene Macht aus dem Brunnen der Ewigkeit zu ziehen. Als beide ihr Ziel erreicht hatten, verbanden die Br�der ihre Energien miteinander und schickten sie in die D�monenseele.</p><p>Malfurion und Illidan zuckten zusammen, als ihre Magie mit der Macht der Scheibe verschmolz. Der Druide kehrte einen Moment lang nach Zin-Azshari zur�ck, wo ein Satyr sich gerade auf Tyrande st�rzen wollte. Der Druide schlug mit einem Schwert, das er aus einem gezackten Blatt gebildet hatte, nach dem D�mon. Dessen Kopf rollte von den Schultern.</p><p>Malfurion kehrte zum Brunnen zur�ck. Er biss die Z�hne zusammen und konzentrierte sich wieder auf die D�monenseele.</p><p>Er und Illidan wurden zu einem Teil der Scheibe. Sie wurden � zur D�monenseele �</p><empty-line/><p>Eine endlose Welle des B�sen, die auf seinen Tod aus war, rollte ihm entgegen.</p><p>�Kommt schon!�, schrie Brox und trat nach dem abgetrennten Bein eines D�mons, der sich in die Reichweite seiner Axt gewagt hatte. Er stand auf einem Leichenberg, den er selbst geschaffen hatte. Sein Blut lief �ber seinen K�rper, dennoch war der Orc von einer St�rke erf�llt, die er schon seit Jahren nicht mehr gesp�rt hatte W�tendes Chaos umgab den einsamen K�mpfer. Dies war der Wahnsinn, der im Reich der Brennenden Legion herrschte. Es gab keinen Boden, keinen Himmel, nur ein Wirbeln feuriger Farben und unkontrollierter Energien. Wenn sich Brox nicht v�llig auf seine Gegner konzentriert h�tte, w�re er wahrscheinlich schon wahnsinnig geworden.</p><p>Hinter ihm pulsierte das Portal bedrohlich. Gr�ne Flammen tanzten um es her wie irre D�monen. Die Brennende Legion wurde von ihnen angezogen wie die sprichw�rtliche Motte vom Licht. Brox hatte mit seinem sofortigen Tod gerechnet, aber noch lebte er. Und bisher war es ihm sogar gelungen, den D�monen den Weg durch das Portal zu versperren.</p><p>Der ergraute Krieger wusste jedoch nicht, wie lange er noch durchhalten w�rde. Er hoffte, die Zerst�rung des Portals zu erleben, bevor sein Leben endete. Die magische Axt verschaffte ihm zwar einen enormen Vorteil, aber die Waffe n�tzte ihm nur etwas, so lange er die Kraft hatte, sie zu heben.</p><p>Ein schwarzer Schatten zu seiner Rechten erregte seine Aufmerksamkeit. Instinktiv wandte er sich ihm zu �</p><p>� und wurde von einer Kraft getroffen, gegen die all die anderen D�monenangriffe verblassten. Brox� Schulter knirschte, und er sp�rte, wie sich einige Rippen in seine Organe bohrten. Schmerz w�tete in seinem K�rper.</p><p>Er versuchte sich zu erheben, aber die Schl�ge prasselten auf ihn nieder. Seine Beine wurden zerquetscht, sein Kiefer gebrochen. Brox schmeckte sein Blut, ein Geschmack, der ihm nur allzu vertraut war. Ein Auge war angeschwollen und hatte sich bereits geschlossen. Nur atmen konnte der Orc noch.</p><p>Die Hand, die ihm noch geblieben war, umklammerte die Axt. Brox mobilisierte seine letzten Kr�fte und holte aus.</p><p>Die Klinge traf auf Widerstand, und f�r einen Moment sp�rte der Orc neue Hoffnung. Doch das Winseln, das er unmittelbar darauf h�rte, verriet ihm, dass er nur eine Teufelsbestie getroffen hatte, die sich zu nahe an ihn heran gewagt hatte.</p><p>Wie bedauerlich �</p><p>Trotz dieser Worte gab es kein Mitleid in der dunklen Stimme, die durch seinen Kopf dr�hnte. Ein gewaltiger Schatten fiel �ber den Orc.</p><p>Wie bedauerlich, dass jemand mit solcher Blutgier der anderen Seite dient �</p><p>Brox stie� seinen Kriegsschrei aus und richtete sich st�hnend auf. Er holte mit der Axt aus.</p><p>Dieses Mal stand ihm kein D�monenhund gegen�ber.</p><p>Ein w�tender Schrei raubte dem verletzten Orc beinahe das Geh�r. Mit seinem gesunden Auge sah Brox eine gewaltige geh�rnte Gestalt in tiefschwarzer R�stung, deren dichtes Haar und Bart aus wild tanzenden Flammen zu bestehen schien. Der Orc konnte das Gesicht dahinter nicht erkennen, wusste jedoch, dass es gleichzeitig perfekt und entsetzlich sein w�rde.</p><p>Der Titan hob seine Hand. Er hielt ein riesiges Schwert, dessen Klinge in der Mitte abgebrochen war. Der Rest war jedoch noch scharf genug, um zu t�ten.</p><p>Der Orc sprach sein Todesgebet.</p><p>Das Schwert traf ihn und durchbohrte seine Wirbels�ule. Brox begann zu zittern. Das Licht in seinen Augen schwand. Die Axt entfiel seinen reglosen Fingern.</p><p>Mit einem letzten Seufzen gesellte sich Brox zu seinen toten Kameraden.</p><empty-line/><p>�Es sind zu viele!�, rief Rhonin.</p><p>�Wir m�ssen durchhalten. Malfurion braucht Zeit!�, antwortete Krasus von Alexstraszas R�cken aus.</p><p>�Kann er es schaffen?�</p><p>�Er ist ein Teil Kalimdors. Es muss ihm einfach gelingen. Niemand au�er ihm ist dazu in der Lage.�</p><p>Rhonin nickte stumm und schickte ein weiteres Dutzend D�monen in ein hoffentlich h�llisches Jenseits.</p><empty-line/><p>Der L�rm, der drau�en vor dem Palast und sogar im Inneren erklang, raubte K�nigin Azshara auch die letzte Ruhe. Sie trug ihr sch�nstes Kleid, um den gro�en Sargeras angemessen zu begr��en, rauschte damit jedoch durch die G�nge, w�hrend ihre D�monenwachen ihr hinterhereilten. Nachtelfensoldaten salutierten nerv�s, wenn sie an ihnen vorbeikam.</p><p>�Vashj! Lady Vashj!�</p><p>Azsharas Zofe lief ihr aus einem Zimmer entgegen und kniete nieder. �Ja, Herrin? Ich bin hier, um zu gehorchen.�</p><p>�Du bist hier, um Fragen zu beantworten! Man sagte mir, alles sei in Ordnung, aber jetzt scheint Chaos zu herrschen. Das beleidigt meine Sinne. Die Ordnung muss wiederhergestellt werden, ist das klar? Was soll denn Lord Sargeras sonst denken?�</p><p>Vashj hielt den Kopf weiter nach unten geneigt. Jede Fliese des Marmorfu�bodens enthielt ein Relief von Azsharas perfektem Gesicht. �Ich bin nur eine einfache Dienerin, Licht der Lichter. Ich habe Lord Mannoroth um Neuigkeiten gebeten, aber er hat mich weggeschickt und gedroht, mich zu h�uten.�</p><p>�Unversch�mtheit!� Azshara blickte in den Gang, der zu dem Turm f�hrte, in dem D�monen und Hochgeborene ihrer Arbeit nachgingen. �Das werden wir ja sehen. Komm, Vashj!�</p><p>Die K�nigin und ihre nerv�se Dienerin stiegen die Steintreppe hinauf. Normalerweise h�tte sich Azshara von ihren Dienern einen pomp�sen Auftritt vorbereiten lassen, aber sie war zu w�tend, um sich daf�r die Zeit zu nehmen. Dieses eine Mal mussten Vashj und ihre Leibwache ausreichen.</p><p>Zwei Teufelswachen und zwei Teufelsbestien versuchten, ihr den Weg zu versperren. �Geht zur Seite. Das ist ein Befehl!�</p><p>Die Hunde winselten, wollten ihr offensichtlich gehorchen, doch die beiden Krieger sch�ttelten den Kopf.</p><p>Azshara warf ihrer eigenen Leibwache einen kurzen Blick zu, l�chelte und sagte: �Entfernt sie.�</p><p>Ihre Wachen stellten sich ohne zu z�gern gegen ihre Kameraden. Sie waren schon so lange bei der K�nigin, dass sie ihrem Charme erlegen waren. Die zahlenm��ig unterlegenen D�monen starben schnell, ebenso wie die Hunde. Ein Leibw�chter verlor ebenfalls sein Leben, aber welche Bedeutung hatte das schon verglichen mit den W�nschen einer K�nigin?</p><p>Die Leichen wurden beiseite ger�umt, dann ging Azshara weiter. Vashj �ffnete die T�r und versteckte sich hinter ihrer K�nigin.</p><p>In dem Raum hinter der T�r herrschte gesch�ftiges Treiben. Hagere schwitzende Zauberer arbeiteten angestrengt und duckten sich unter Mannoroths wachsamen Blicken. Satyrn, Eredar und Schreckenslords woben ebenfalls Zauber, die sich offenbar auf einen Ort jenseits der Palastmauern konzentrierten.</p><p>Azshara interessierte der Stress nicht, unter dem die Magier standen. Hoch erhobenen Hauptes ging sie auf den riesigen D�mon Mannoroth zu, der ebenfalls vor Anstrengung schwitzte. Er bemerkte ihre Anwesenheit im ersten Moment nicht einmal, eine Beleidigung, �ber die die K�nigin nur m�hsam hinweg sah.</p><p>�Lord Mannoroth�, sagte sie k�hl. �Ich bin sehr entt�uscht, �ber die fehlende Ordnung in diesem Palast, so kurz vor Lord Sargeras� Ankunft.�</p><p>Er fuhr herum. Sein Kr�tengesicht verriet, wie �berrascht er �ber eine solche Unversch�mtheit war. �Kleine Kreatur, du solltest besser gehen. Meine Geduld neigt sich ihrem Ende zu. F�r diese St�rung sollte ich dir den Kopf abrei�en und dein Blut trinken!�</p><p>Azshara antwortete nicht, sondern sah ihn nur ver�rgert an.</p><p>Zischend holte Mannoroth aus. Seine Absicht war klar: Er hatte keine weitere Verwendung f�r die Nachtelfe.</p><p>Aber obwohl Mannoroth kurz davor stand, ihr den Kopf abzuschlagen, kam es nicht dazu. Das lag nicht etwa daran, dass er glaubte, Sargeras habe noch etwas mit der silberhaarigen Kreatur vor, sondern daran, dass er einfach nicht zuschlagen <emphasis>konnte</emphasis>. Die Macht der K�nigin war so gro�, dass nur Sargeras sich gegen sie zu stellen vermocht h�tte. Mannoroth w�re es leichter gefallen, sich selbst zu k�pfen als sie.</p><p>Er wich zur�ck. Er f�hlte sich unwohl in der Gegenwart einer Kreatur, die er so sehr untersch�tzt hatte. Gleichzeitig musste er sich der Gefahr widmen, die dem Portal drohte.</p><p>�Da du Lord Sargeras� Diener bist�, erkl�rte Azshara k�niglich, �vergebe ich dir deinen Ausbruch � dieses Mal.�</p><p>Mannoroth wandte sich von ihr ab, damit sie nicht sehen konnte, wie verst�rt er war. �Ich habe keine Zeit. Das Portal muss gesch�tzt ��</p><p>Ihre Augenbrauen hoben sich. �Das Portal ist gef�hrdet? Wodurch?�</p><p>Der D�mon biss seine gelben F�nge zusammen. �Wegen der Verzweiflungstat einiger Nichtsnutze. Alles wird gut � wenn ich nicht mehr unterbrochen werde.�</p><p>Azshara sch�rzte die Lippen, als sie seinen beleidigenden Tonfall h�rte, verstand jedoch den Grund daf�r. �Nun gut, Lord Mannoroth. Ich werde in meine R�umlichkeiten zur�ckkehren � aber ich erwarte, dass dieser Zwischenfall ein baldiges Ende findet und Lord Sargeras zu mir geleitet wird. Wir sind hier fertig, Vashj.�</p><p>Die K�nigin der Nachtelfen verlie� den Raum mit k�niglicher W�rde. Mannoroth sah ihr nach. Er konnte immer noch nicht fassen, wie m�chtig sie war. Dann riss er sich zusammen und widmete sich wieder seiner Aufgabe. Die Rebellen mussten besiegt werden. Das Tor, das den Herrn der Brennenden Legion in diese Welt bringen w�rde, durfte nicht geschlossen werden. Er f�hlte, wie sich Sargeras dem Portal n�herte, das trotz des Diebstahls der Drachenseele immer noch offen stand.</p><p>Bald � es w�rde nicht mehr lange dauern �</p><p>Malfurion und Illidan k�mpften weiter gegen die D�monen in den Ruinen. Gleichzeitig versetzten sie sich selbst in die Scheibe. Illidan wollte sich mit aller Kraft hineinst�rzen, aber Malfurion hielt seinen Zwilling zur�ck. Sie mussten vorsichtig handeln, auch wenn jede Sekunde so wertvoll wie ein letzter Atemzug war.</p><p>Dann endlich waren sie bereit.</p><p>Doch als sie ihren abschlie�enden Zauber beginnen wollten, sp�rte Malfurion, wie etwas entsetzlich B�ses seinen Geist ber�hrte, etwas, das nicht identisch mit Sargeras war. Stimmen fl�sterten in seinem Kopf und versprachen ihm die Erf�llung aller W�nsche. Er w�rde �ber Kalimdor herrschen, mit Tyrande an seiner Seite und der Brennenden Legion als seiner Armee. Alle w�rden sich vor ihm verneigen. All das w�rde geschehen, wenn er seinen Zauber nur ein wenig ver�nderte.</p><p>Der Druide k�mpfte gegen die Stimmen an. Er wusste, was sie tats�chlich wollten. M�hsam setzte er seinen Zauber fort.</p><p>Aber im gleichen Moment versuchte Illidan, das zu tun, was die Stimmen von Malfurion verlangt hatten. Dem Druiden war es gelungen, der Versuchung zu widerstehen, Illidan hingegen war ihr Opfer geworden.</p><p><emphasis>Illidan!</emphasis> Malfurions Gedanken waren wie ein Schlag ins Gesicht des Bruders. Er sp�rte, wie sich die Dunkelheit, die seinen Zwilling festgehalten hatte, l�ste.</p><p><emphasis>Ich bin wieder ich selbst</emphasis>, versicherte Illidan ihm einen Moment sp�ter.</p><p>Malfurion traute ihm zwar nicht v�llig, setzte seine Arbeit jedoch fort. Sie hatten nur noch wenig Zeit. Die Drei waren zwar zur�ckgeschlagen worden, aber wenn niemand das Portal schloss, w�rden sie Sargeras fr�her oder sp�ter nach Kalimdor folgen.</p><p>Malfurion wusste, welches Leid sie �ber die Welt bringen w�rden. Selbst sein gef�hrlicher Zauber war im Vergleich dazu nur ein laues L�ftchen.</p><p>Stille hing �ber der Landschaft. Es war, als existiere kein Ger�usch in der Welt. Der Wind war so lautlos wie die aufgepeitschten Wellen und der unh�rbare Donner.</p><p>Dann ersch�tterte ein gewaltiges Heulen Zin-Azshari und den Rest von Kalimdor. Ein furchtbarer Sturm erfasste Malfurion, aber Ysera stemmte sich rasch dagegen. Der neue Wind tobte w�tender als jeder Sturm, den Malfurion jemals erlebt hatte. Die anderen Drachen wurden im ersten Moment taumelnd mitgerissen, gewannen die Kontrolle �ber ihren Flug aber schon bald zur�ck, so als existiere der Sturm f�r sie nicht l�nger.</p><p>Die Verdammniswachen und die anderen fliegenden D�monen hatten nicht so viel Gl�ck. Sie wurden hinweg gerissen, konnten weder gegen den Sturm, noch gegen ihre anderen Feinde ank�mpfen. Einige stie�en zusammen und brachen sich die Knochen. Viele starben, st�rzten aber nicht in die Tiefe, da der Wind ihre Leichen durch die Luft wirbelte. Sie sahen aus wie makabre T�nzer.</p><p>Der Sturm steigerte sich um das Zehnfache, das Hundertfache, aber die Drachen und ihre Reiter blieben davon verschont. Nur die D�monen wurden von ihm umhergewirbelt �</p><p>� und St�ck f�r St�ck zu dem Portal gezogen.</p><p>Wer noch atmen konnte, heulte, schrie und biss um sich, doch es half alles nichts. Aus allen Richtungen flogen die D�monen dem Tor entgegen, hinter dem ihre Br�der kampfeslustig warteten.</p><p>�Es funktioniert!�, rief Illidan und lachte triumphierend. �Es funktioniert!�</p><p>Malfurion jubelte nicht, denn er sp�rte den Widerstand, der sich gegen den Zauber aufbaute. Er wusste nicht, ob Sargeras oder die Drei daf�r verantwortlich waren. Der Druide wusste nur, dass er nicht aufgeben durfte, sonst war die Welt verloren.</p><p>Der Wind wurde immer noch st�rker. Er riss die D�monen in das Portal im Zentrum des Brunnens. Innerhalb weniger Sekunden flog kein D�mon mehr am Himmel, doch der Sturm flaute nicht ab.</p><p>Malfurion, der sich immer noch an zwei Orten gleichzeitig aufhielt, sah zu, wie die D�monen, die sich ihm, Illidan und Tyrande gen�hert hatten, pl�tzlich in Panik gerieten. Riesige Teufelsw�chter und monstr�se D�monenhunde klammerten sich am Boden fest. Eine H�llenkreatur k�mpfte sich ein paar Schritte auf die Nachtelfen zu, kam dann aber auch nicht mehr weiter.</p><p>Dann flog die erste Teufelsbestie aus der Ruine heraus. Ihr Jaulen hallte durch Zin-Azshari. Sie verschwand im Brunnen.</p><p>Eine weitere Teufelsbestie folgte, dann die Teufelswachen. Als sei nun ein Damm gebrochen worden, flogen D�monen gleich dutzendweise zum Himmel auf. Es war, als s�he man einem bizarren, umgedrehten Regen zu. Sie wurden �ber die dunklen Wasser gerissen, und Malfurion beobachtete, wie ihre K�rper fl�ssiger, fast schon durchscheinend wurden.</p><p>Schwindel erfasste ihn. Beinahe h�tte der Nachtelf die Kontrolle �ber den Zauber verloren. Die Ruinen Zin-Azsharis verschwanden. Malfurion drehte sich zur Seite und entdeckte, dass sein Bruder nicht mehr neben ihm sa�. Die Verbindung zwischen ihm und Illidan existierte zwar noch, aber sie war wesentlich schw�cher geworden.</p><p>Der Druide konzentrierte sich weiter. Die nat�rliche Kraft der Welt floss wie Blut durch seine Adern. Die B�ume, das Gras, die Felsen, die Fauna � alle opferten einen Teil ihrer selbst, um ihm die St�rke zu geben, die er ben�tigte. Malfurion ahnte, dass das, was er hier tat, weit �ber die Lehren des Cenarius hinausging und weit �ber alles, das er jemals versucht hatte. Illidans Magie war noch immer mit der seinen verschmolzen und verst�rkte sie.</p><p>Er schrie auf, als tausend Nadeln seinen Geist zu treffen schienen. Sargeras griff ihn an. Die Aura des D�monenlords erf�llte ihn, versuchte ihn von innen heraus zu verzehren.</p><p>Malfurion k�mpfte gegen den Schmerz. Kalimdor gab ihm auch weiterhin alle Kraft, die es aufbringen konnte. Er war jetzt sein W�chter, mehr noch als Cenarius, Malorne oder sogar die Drachen. Von ihm allein hing alles ab.</p><p>Er bot der Brennenden Legion und den Drei ganz allein die Stirn.</p><empty-line/><p>�Schuftet, ihr Hunde!� Mannoroth schrie die Zauberer und D�monen an. �H�rter!�</p><p>Einer der Hochgeborenen brach in die Knie. Wie die anderen auch war er bis auf die Knochen abgemagert. Die einst extravaganten Gew�nder schlotterten nur noch um ihre K�rper. Der Gefallene hustete, bemerkte dann erst den riesigen Schatten, der auf ihn fiel.</p><p>�Bitte, Lord Mannoroth! Ich brauche doch nur ��</p><p>Mit einer Hand ergriff der D�mon seinen Kopf und zerquetschte ihn. Mannoroth sch�ttelte den leblosen K�rper als Warnung f�r die entsetzten Nachtelfen und Hexenmeister. �Arbeitet!�</p><p>Trotz ihres schlechten Zustands gehorchten die Zauberer und verdoppelten ihre Anstrengungen. Aber Mannoroth war immer noch nicht zufrieden. Er warf die Leiche zur Seite und betrat den magischen Kreis. Die Zauber ben�tigten seine Unterst�tzung.</p><p>Doch als er jene beiseite stie�, die ihm im Weg standen, erfasste ihn ein seltsamer Schwindel. Seine Bewegungen wurden langsamer, und als er zu einem der Eredar blickte, bemerkte er, dass auch der Hexenmeister davon betroffen war. Sogar die Nachtelfen wurden langsamer.</p><p>�Was-geht-hier-vor?�, fragte er niemanden und alle.</p><p>Sein Schwanz schlug schwer auf den Steinboden. Mannoroth versuchte einen Zauber zu weben, doch als er die Hand hob, weiteten sich seine Augen. Seine Schuppenhaut wirkte durchsichtig. Der D�mon konnte seine Sehnen und Knochen erkennen, die ebenfalls an Substanz verloren hatten.</p><p>�Unm�glich!�, schrie der gefl�gelte D�mon. �Unm�glich!�</p><p>Die Turmmauer, die dem Brunnen der Ewigkeit am n�chsten lag, brach heraus.</p><p>Eine gewaltige Kraft zog an den D�monen. Die, die dem Loch in der Mauer am n�chsten standen, wurden auf das schwarze Wasser hinausgerissen und verschwanden in gro�er Entfernung. Schwer gepanzerte Krieger wurden vom Boden emporgehoben wie Federn.</p><p>Der Zirkel l�ste sich auf. Die Furcht der Nachtelfen vor dem, was als n�chstes geschehen w�rde, �berstieg sogar die Angst, die sie vor Mannoroth hatten. Die Eredar, die ebenfalls an ihre Grenzen gesto�en waren, versuchten ihnen zu folgen, fielen aber dem gleichen furchtbaren Wind zum Opfer, der auch schon die Teufelswachen erfasst hatte. Laut aufheulend verschwanden sie durch das Loch.</p><p>Schlie�lich blieb nur Mannoroth zur�ck. Seine unglaubliche St�rke und die Masse seines K�rpers arbeiteten f�r ihn. Der gefl�gelte D�mon stemmte sich gegen den Wind. Seine Augen richteten sich auf den vergehenden Zauber. Er bewegte sich auf den Zirkel zu. Es befand sich noch Magie darin, genug, um seine eigene Kraft zu verst�rken und einen Schutzzauber zu errichten, hinter dem er das Ende des Angriffs abwarten konnte.</p><p>Jeder Schritt fiel ihm schwer, aber er k�mpfte sich vorw�rts. Sein linker Fu� trat in den Zirkel, dann sein rechter. Seine Fl�gel schlugen wie wild, trieben ihn nach vorne. Der D�mon grinste breit und triumphierend, als auch seine Hinterbeine den Zirkel betraten.</p><p>Er hob seine Klauenh�nde und beschwor die Magie des Zirkels. Es fiel ihm unendlich schwer, seine Arme zu bewegen, aber es gelang ihm schlie�lich.</p><p>Eine gr�n leuchtende, brennende Kuppel bildete sich um ihn her. Der Wind lie� nach. Mannoroth wandte sich der zerst�rten Wand zu und begann laut zu lachen. Gegen niedere D�monen hatte der Wind zwar gesiegt, aber nicht gegen ihn, nicht gegen Mannoroth, den H�uter! Mannoroth, den Zerst�rer! Einen von Sargeras� Auserw�hlten �</p><p>Die Flammen der Kuppel wurden zum Loch in der Wand gezogen. Entsetzt sah der D�mon, wie sein Schutzzauber hinweg gerissen wurde.</p><p>Er wollte zur�ckweichen, aber der Wind ergriff auch ihn. Mannoroth keuchte, als er vom Boden gehoben wurde. W�tend schrie er auf. Er prallte gegen ein Mauerst�ck, das ebenfalls vom Wind mitgerissen wurde.</p><p>Er hielt sich am Rest der Mauer fest. Einen Moment lang keimte Hoffnung, doch dann rutschten die Klauen ab, und er wurde endg�ltig aus dem Turm gerissen.</p><p>Br�llend raste Mannoroth dem Brunnen der Ewigkeit entgegen.</p></section><section><title><p>20</p></title><p>Blut lief �ber Jarod Shadowsongs Gesicht. Er war sich sicher, dass sein linker Arm gebrochen war. Nicht so sicher war er sich, ob durch die h�mmernden Schl�ge, die seine R�stung eingedr�ckt hatten, wichtige Organe verletzt worden waren. Das Atmen fiel ihm schwer, aber wenigstens konnte er noch stehen � gerade so.</p><p>Jarod hob m�hsam sein Schwert und sah seinen Gegner an.</p><p>Archimonde war unverwundet. Jarod hatte den dunklen D�mon kein einziges Mal verletzt, hatte ihn noch nicht einmal ber�hrt, au�er als Opfer der brutalen Schl�ge, die ihn immer wieder trafen.</p><p>Jarod wusste sehr wohl, dass der riesige D�mon nur mit ihm spielte. Archimonde h�tte seinen winzigen Gegner schon ein Dutzend Mal t�ten k�nnen. Statt dessen z�gerte er den Kampf mit sadistischer Freude hinaus. Jarod ahnte jedoch, dass der t�dliche Schlag nicht mehr lange auf sich warten lassen w�rde. Der D�mon w�rde gewiss bald die Lust an diesem Spiel verlieren.</p><p>Trotzdem stand Jarod nach jedem Schlag wieder auf.</p><p>Au�er ihnen befand sich niemand in diesem Bereich des Schlachtfelds. Aus sicherer Entfernung wohnten D�monen und Soldaten der blutigen Darbietung bei. Die D�monen genossen den Kampf mit sichtlicher Schadenfreude und feuerten ihren Kommandanten immer wieder an. Jarods Anh�nger erkannten hingegen wohl endlich, wie l�cherlich der ehemalige Wachsoldat wirklich war. Wahrscheinlich fragten sie sich, wieso sie ihn jemals als ihre Hoffnung angesehen hatten.</p><p>Ein heftiger Wind kam auf und wirbelte Staub empor. Jarod blinzelte und versuchte, nicht von den Staubk�rnern geblendet zu werden. Der ausdruckslos wirkende Archimonde bewegte sich langsam auf seinen Gegner zu. Jarod vermutete, dass er nach einer geeigneten Stelle f�r den n�chsten seiner m�rderischen Hiebe suchte.</p><p>Aber wenn der Nachtelf schon sterben musste, wollte er wenigstens den Hauch einer Gegenwehr leisten. Er nahm sein Schwert in die gesunde Hand, stie� einen Schrei aus und st�rmte Archimonde entgegen.</p><p>Durch den Staub sah er, wie Archimonde seinen an Wahnwitz grenzenden Angriff bel�chelte. Doch als Jarod n�her kam, schwand dieses L�cheln. Ungl�ubig staunend sah der verzweifelte Offizier, wie Archimonde sich versteifte.</p><p>Der heftige Wind stie� Jarod f�rmlich nach vorne. Mit zusammengebissenen Z�hnen schlug der Nachtelf nach dem Bauch seines Gegners. Das war die einzig erreichbare Stelle, an der seine winzige Klinge vielleicht ein geringf�gigen Schaden anrichten w�rde. Nur eine einzige Verletzung wollte er dem D�mon zuf�gen, bevor der ihn zerschmetterte.</p><p>Staub und Tr�nen lie�en Jarods Umgebung verschwimmen und verliehen Archimonde ein geisterhaftes Aussehen. Archimonde streckte seine Hand aus, und Jarod biss sich in Erwartung eines furchtbaren, t�dlichen Zaubers auf die Lippen.</p><p>Doch der Zauber blieb aus. Stattdessen wich Archimonde einen Schritt zur�ck. Sein Oberk�rper war v�llig ungesch�tzt.</p><p>Jarod stie� zu. Er zweifelte nicht daran, dass seine Klinge abbrechen oder sein Sto� daneben gehen w�rde.</p><p>Aber er ging nicht fehl, und zu seiner �berraschung schob sich sein Schwert tief in die Eingeweide des D�mons. Doch es traf auf keinerlei Widerstand, so als w�re der D�mon tats�chlich nur ein Geist. Jarod stie� weiter zu und erwartete den Tod.</p><p>Stattdessen wurde Archimonde wie von einem heftigen Schlag nach hinten geworfen. Er fiel jedoch nicht zu Boden, sondern flog immer weiter. Mit rudernden Armen und Beinen wurde der D�monenkommandant in die Luft gerissen, und erst jetzt erkannte Jarod, dass der Wind Archimonde erfasst hatte.</p><p>Die Ausdruckslosigkeit verschwand von dem Gesicht des D�mons, w�hrend er h�her und h�her in den Himmel gerissen wurde. Sein Gesicht verzerrte sich zu einer Fratze, die seine wahre Boshaftigkeit widerspiegelte. Er stie� einen zornigen Schrei aus � und verschwand am Horizont.</p><p>Der ersch�pfte Offizier, der immer noch nicht fassen konnte, dass er den Kampf �berlebt hatte, erkannte jetzt, dass der Wind die gesamte Legion ergriffen hatte. Die D�monen k�mpften dagegen an, aber sie wurden wie Staub davon gewirbelt. Die monstr�sen Hunde rollten zun�chst ein St�ck weit �ber die Landschaft und wurden erst dann nach oben gerissen. Ganze Einheiten von Teufelswachen verloren den Boden unter den F��en, aber Nachtelfen, Tauren und die anderen Wesen Kalimdors, die ihnen entgegen getreten waren, teilten dieses Schicksal nicht.</p><p>H�llenkreaturen, die aus dem Himmel fallen wollten, wurden pl�tzlich zur Seite gerissen und folgten ihren Kameraden. Eine gelangte bis auf wenige Zentimeter an den Boden heran, bevor auch sie empor gehoben und davon geweht wurde.</p><p>Selbst die Drachen sp�rten den Wind kaum. Sie k�mpften einen Moment lang um ihr Gleichgewicht, bevor sie vorsichtshalber landeten.</p><p>Der Himmel war erf�llt von heulenden, knurrenden D�monen, die alle vergeblich versuchten, zur Erde zur�ckzukehren. Und unter ihnen sahen die K�mpfer mit offenem Mund zu, wie die Gefahr, die sie und ihre Welt bedroht hatte, einfach hinfort gefegt wurde. Sogar die Leichen der gefallenen D�monen trug der Wind empor.</p><p>�Ein Wunder!�, rief jemand hinter Jarod. Er blickte �ber seine Schulter und sah, dass einige von denen, die Archimonde zur Seite geschleudert hatte, zur�ckgekehrt waren. Aus gro�en Augen betrachteten sie den Himmel. Einige andere richteten den Blick jedoch auf Jarod, als habe er etwas mit dieser wundersamen F�gung zu tun.</p><p>Nach und nach verschwanden die D�monen vom Boden Kalimdors, bis nichts au�er verlassenem �dland vor der Armee lag. Kein D�mon war zur�ck geblieben � nicht einmal der <emphasis>K�rperteil</emphasis> eines solchen.</p><p>Einige Nachtelfen sanken erleichtert zu Boden. Doch Jarod hatte ein merkw�rdiges Gef�hl im Bauch. Er glaubte nicht, dass dieser Kampf bereits zu Ende war. So leicht konnte es doch nicht sein �</p><p>�Auf die Beine!�, rief er. Mit seiner gesunden Hand packte er den verwirrten Herold und befahl: �Lass die H�rner erschallen! Ich will Ordnung in den Reihen sehen. Wir m�ssen aufbrechen!�</p><p>Eine Priesterin der Elune trat neben ihn und begann seinen Arm zu untersuchen. W�hrenddessen ordnete Jarod seine Gedanken.</p><p>�Werden wir sie verfolgen?�, fragte ein Adliger, der auf Jarod viel zu euphorisch wirkte.</p><p>�Nein!�, entgegnete der Kommandant scharf, ohne auf den Standesunterschied zu achten. �Wir warten auf Nachricht von Krasus oder einem der anderen Magier. Erst dann entscheiden wir, ob wir gegen Zin-Azshari marschieren oder um unser Leben laufen. In jedem Fall m�ssen wir so schnell bereit sein wie dieser Wind.�</p><p>Die Soldaten gehorchten. Jarod g�nnte sich einen Moment, damit die Priesterin ihn versorgen konnte. Dann blickte er in die Richtung, in die die D�monen verschwunden waren � wo Hauptstadt und Brunnen lagen.</p><p>Er glaubte immer weniger, dass der Kampf so enden sollte �</p><empty-line/><p>Doch in ganz Kalimdor wurde die Brennende Legion in die L�fte gehoben und zum Brunnen der Ewigkeit getragen. Gegen den Wind konnten sich auch die D�monen nicht zur Wehr setzen. Krasus und die anderen sahen zu, wie sie sich als gewaltige Horde �ber dem Brunnen sammelten und hinein gesogen wurden.</p><p>�War es das? Ist es vorbei?�, rief Rhonin.</p><p>�Vielleicht � aber vielleicht auch nicht.� Krasus wandte sich an Alexstrasza. �Zu Malfurion!�</p><p>Sie nickte und drehte sich in Richtung des Druiden. Rhonin und der rote Drache folgten ihr.</p><p>Malfurion und Ysera schwebten �ber dem Brunnen. Den Nachtelf umgab die goldene Aura der D�monenseele. Seine sonst dunkle Haut wirkte beinahe so blass wie die von Krasus. Nerv�s sah er den Magier an. �Er versucht immer noch, hierher zu kommen.� Die Z�ge des Druiden wirkten gealtert, reifer. Falten hatten sich gebildet, und die Augen lagen tiefer in den H�hlen als zuvor. �Ich wei� nicht, ob mein Zauber ihn aufhalten kann.�</p><p>Krasus blickte mit seinen gesch�rften Sinnen tief in den Brunnen hinein.</p><p>Tief in das Portal �</p><p>� und entdeckte Sargeras, den Herrn der Legion.</p><p>Der Titan trug eine schwarze Lavar�stung, deren dunkle Gewalt so unerh�rt war, dass ein Blick fast schon ausreichte, um die Augen des Magiers zu verbrennen. Krasus k�mpfte gegen den Schmerz an und starrte in das Gesicht des B�sen, eine monstr�se Verzerrung perfekter Sch�nheit.</p><p>Einst war Sargeras ein wundersch�nes Wesen, das � wie Krasus wusste � zu den Sch�pfern seiner Welt z�hlte. Doch diese Sch�nheit war schon vor langer Zeit verfault. Nun war sein Fleisch das des Todes und seine Augen ein w�tendes Nichts, in dem nur Chaos tobte. Sargeras� Z�hne waren raubtierartig. Sein langer, breiter Schwanz, der hinter ihm auf und wippte, war gespickt mit gef�hrlichen, abstehenden Schuppen. Seine H�nde endeten in messerscharfen Klauen, und in einer dieser Klauen trug er ein riesiges Schwert. Die Klinge war zwar abgebrochen, aber immer noch scharf genug f�r t�dliche St��e.</p><p>Krasus zuckte entsetzt zusammen, als er den vergleichsweise winzigen gr�nen K�rper sah, den die Klinge aufgespie�t hatte.</p><p>Brox.</p><p>In der ganzen Aufregung hatte der Magier den Orc vergessen gehabt. Nun erst begriff er, warum er und die anderen wertvolle Sekunden geschenkt bekommen hatten.</p><p>Der Orc hatte sich geopfert, um die Legion aufzuhalten.</p><p>Sargeras bewegte sich auf das Portal zu. Obwohl gewaltige Kr�fte die Legion wieder in ihr Reich zur�cktrieben, dr�ngte er immer noch vorw�rts. Langsam, aber stetig n�herte er sich dem Tor nach Kalimdor.</p><p>Doch im gleichen Moment erkannte Krasus etwas �berraschendes: Der D�monenlord war verletzt, wenn auch kaum sichtbar. Ein winziger Schnitt zierte sein rechtes Bein. Krasus wusste sofort, dass eine Axt diese Wunde geschlagen hatte.</p><p>Brox� Axt. Die verzauberte Waffe hatte Sargeras wahrhaftig verletzt. Nat�rlich handelte es sich nur um eine winzige Wunde, doch durch sie er�ffnete sich eine einzigartige Gelegenheit �</p><p>�Rhonin! Alexstrasza! Wir m�ssen gemeinsam handeln. Malfurion, halte dich bereit. Du wirst die Chance bekommen, die du brauchst, um das Portal zu zerst�ren � auch wenn es sehr knapp werden wird.�</p><p>Die anderen unterwarfen sich seiner F�hrung. Krasus sp�rte, wie seine K�nigin und sein ehemaliger Sch�ler ihm ihre Kraft zur Verf�gung stellten. Ysera und der rote Drache �berlie�en ihm ebenfalls ihre Magie. Den Angriff musste Malfurion �bernehmen. Aber wenn er fehlschlug, w�rden es keiner von ihnen �berleben.</p><p>Die magischen Energien leuchteten in Krasus� Augen. Er b�ndelte die vereinte Kraft der Gruppe und richtete sie auf das Tor. Der Magier verlie� sich darauf, dass der Zauber die Konzentration des D�monenlords unterbrechen w�rde.</p><p>Verglichen mit Sargeras waren Archimonde und Mannoroth Gew�rm. Die Macht von hundert Drachen kam der seinen nicht gleich. H�tte Krasus versucht, den D�monenlord mit einem Hieb gegen die Brust oder den Kopf anzugreifen, w�re das Resultat nicht mehr als lachhaft gewesen. Dass es Brox gelungen war, ihn zu verletzen, sagte viel �ber die Kraft aus, mit der Cenarius und Malfurion seine Waffe ausgestattet hatten.</p><p>Aber Krasus w�hlte einen anderen Weg. Er lenkte all die Macht, die ihm die anderen zur Verf�gung gestellt hatten, auf den winzigen Schnitt, den Brox� Axt � versehen mit Kalimdors Magie � Sargeras zugef�gt hatte.</p><p>Und dann geschah es. Krasus sp�rte, wie Sargeras� Konzentration nachlie�. Nicht etwa wegen eines Schmerzes � darauf wagte er nicht zu hoffen �, sondern wegen der �berraschung, die ihn ereilte.</p><p>Darauf hatte Krasus gehofft. �Jetzt, Malfurion!�</p><p>Malfurion schloss seine Finger um die D�monenseele und griff das Portal an.</p><p>Krasus hatte ihr aller Leben darauf verpf�ndet, dass die magisch zugef�gte Wunde anf�llig genug sein w�rde, um dem D�monenlord bei einem zweiten Hieb bewusst zu werden � und Probleme zu bereiten. Die geb�ndelte Macht von Zauberern und Drachen hatte ausgereicht, eine leichte Irritation in ihm aufkommen zu lassen, auf die sich Sargeras instinktiv konzentriert hatte, sodass er das Tor kurz aus den Augen verlor.</p><p>Das Zentrum des Mahlstroms erbebte. Eine Energieentladung donnerte durch die Tiefen des Brunnens.</p><p>Das Portal begann in sich zusammen zu brechen. Der brennende Rand, der es umgab, brach weg. Sargeras versuchte noch, das Tor zu stabilisieren, doch es war bereits zu sp�t.</p><p>Nur ein einziger Moment der Unkonzentriertheit hatte den D�monenlord den Sieg gekostet!</p><p>Und dann geschah etwas, was Krasus nicht f�r m�glich gehalten h�tte. Sargeras, der seine Niederlage nicht einsehen wollte, trat in das Portal. Er wollte es offenbar stabilisieren <emphasis>und</emphasis> gleichzeitig durchqueren. Das erwies sich als fatal.</p><p>Das Portal implodierte. Der D�monenlord war gefangen. Er konnte weder nach vorne durchbrechen, noch sich wieder zur�ckziehen. Der Titan lie� sein Schwert fallen und schlug mit blo�en F�usten gegen das Tor � doch es half nichts. Der winzige Spalt zwischen den Realit�ten schrumpfte rapide und begann den D�monenlord zu zermalmen.</p><p>Sargeras br�llte w�tend. Seine Stimme hallte durch die K�pfe aller, die �ber dem Brunnen schwebten.</p><p>Ich werde siegen! Ich werde siegreich sein!</p><p>Doch das Tor schrumpfte weiter � und Sargeras mit ihm. Er k�mpfte dagegen an. Das Portal begann unter seiner titanischen Macht zu brennen.</p><p>Und dann, w�hrend der D�monenlord immer noch mit den F�usten dagegen drosch und seine Wut hinausschrie, <emphasis>verschwand</emphasis> es.</p><p>Und nahm ihn mit.</p><empty-line/><p>�Wir haben es geschafft!�, keuchte Malfurion, halb fassungslos. �Wir ��</p><p>Er brach ab, denn der Mahlstrom in der Mitte des Brunnens rotierte weiterhin wild, obwohl das Tor bereits nicht mehr existierte. Der Wirbel nahm sogar an Gr��e und Gewalt zu. Seine Ausl�ufer erreichten bereits den Strand von Zin-Azshari.</p><p>Der Nachtelf sah Krasus an. �Was geht hier vor?�</p><p>Krasus verweigerte jede Erkl�rung, dr�ngte nur: �Wir m�ssen uns zur�ckziehen. <emphasis>Alle</emphasis> m�ssen sich aus der N�he des Brunnens zur�ckziehen!�</p><p>Alexstrasza und die anderen drehten rasch ab und flogen dem Ufer entgegen. Unkontrollierte Energie knisterte in den dunklen Wassern. Ganz Zin-Azshari erbebte, und als die Drachen �ber die Stadt zogen, entdeckte der Magier gewaltige Risse im Fels.</p><p>�Es hat begonnen�, fl�sterte er zu sich selbst. �M�gen die Sch�pfer uns besch�tzen � es hat begonnen, und wir k�nnen nichts dagegen tun.�</p><p>Ein neuer Sturm fegte �ber die Gruppe hinweg und machte den Drachen zu schaffen. Die gefl�gelten Riesen sammelten sich, um dem Wind gemeinsam zu trotzen � au�er Ysera.</p><p>Die Herrin der Tr�ume � und mit ihr Malfurion und die Scheibe � war verschwunden.</p><p>Krasus warf einen Blick in den Himmel, konnte den Aspekt jedoch nirgends sehen. Erst als sein Blick zum Boden zur�ckkehrte, fand er sie.</p><p>Sie flog zur�ck zum Brunnen der Ewigkeit.</p><p>�Nein!� Selbst Ysera ahnte offenbar nicht, welches Schicksal diesem Ort bl�hte. Au�erdem wusste niemand, was mit der Zeitlinie geschehen w�rde, wenn die D�monenseele nicht gerettet, sondern im Brunnen versenkt wurde. �Wir m�ssen zur�ck! Wir m�ssen sie holen!�</p><p>Alexstrasza drehte sofort um. Rhonins roter Drache und der reiterlose Bronzefarbene wollten ihr folgen, aber Krasus winkte ab. Trotz der entfesselten magischen Energien, die allenthalben tobten, gelang es Krasus, Rhonins Geist zu ber�hren.</p><p>Du musst zur Armee fliegen. Sag Jarod, dass er und seine Soldaten sich so weit wie m�glich vom Brunnen entfernen m�ssen. Sie sollen zu Mount Hyjal fliehen.</p><p>Mehr musste er nicht sagen, denn der Mensch wusste ebenso gut wie Krasus, was passieren w�rde. Schlie�lich war auch er ein Kind der Zukunft.</p><p>Der Zauberer beugte sich vor und sprach kurz mit seinem Drachen, dann drehte der Rote auch schon ab. Der Bronzefarbene z�gerte zwar, schloss sich ihm dann jedoch an.</p><p>Krasus betrachtete die Landschaft, w�hrend Alexstrasza der Spur Yseras folgte. Dort, wo sich einst die Stadttore befunden hatten, g�hnte nun eine Schlucht, so breit wie ein Palastfl�gel. Erdbeben ersch�tterten die Stadt und brachten die Geb�ude zum Einsturz, die den D�monenangriffen bislang widerstanden hatten.</p><p><emphasis>Es steht unmittelbar bevor �</emphasis> Der Drachenmagier blickte nach vorne, suchte nach Ysera und dem Druiden. <emphasis>Die Teilung Kalimdors steht kurz bevor �</emphasis></p><empty-line/><p>Ein Kronleuchter zerschellte klirrend auf dem Marmorfu�boden. Tausende Kristallsplitter stoben durch den Raum. Eine Zofe Azsharas sackte lautlos zusammen. In ihrer Stirn steckte ein langer funkelnder Splitter.</p><p>Die K�nigin hielt sich an einer S�ule fest und betrachtete die blutige Leiche missmutig. Sie dachte �ber wichtige Probleme nach und konnte einen solch unappetitlichen Anblick nicht gebrauchen. Aber ihre anderen Dienerin dachten nicht daran, die Leiche aus dem Weg zu r�umen. Sie rannten nur panisch durch den Palast, w�hrend W�nde, B�den und Decken erbebten.</p><p>Vashj schien vergessen zu haben, dass man die K�nigin niemals unerlaubt ber�hren durfte, denn sie griff nach Azsharas Arm. �Licht der Lichter, wir m�ssen den Palast verlassen. Etwas Furchtbares ist geschehen! Die Krieger des Herrn sind verschwunden und die Zauberer aus dem Turm geflohen. Einer von ihnen sagte, ein gewaltiger Wind habe Mannoroth in den Brunnen gerissen!�</p><p>Azshara war nicht entgangen, dass die Krieger der Brennenden Legion verschwunden waren. Ihre eigene Leibwache war durch die Wand eines Palastzimmers gerissen worden. Trotz dieses aufregenden Spektakels ging die K�nigin immer noch davon aus, dass Sargeras zu ihr kommen w�rde. Und auf diesen ruhmreichen Moment musste sie sich vorbereiten.</p><p>Vashj zog immer noch an ihrem Arm. Azsharas langer Geduldsfaden erreichte sein Ende. Sie ohrfeigte ihre Zofe.</p><p>Die anderen Dienerinnen blieben erschrocken stehen. F�r einen Moment verga�en sie die Gefahren, die in dem durchgesch�ttelten Geb�ude drohten. Sie alle glaubten, Vashj w�rde ihre Zurechtweisung nicht �berleben.</p><p>Doch Azshara t�tete sie nicht, sondern sagte k�niglich: �Vergesst nie, wo euer Platz ist. Ich erwarte, dass ihr meine Befehle befolgt. Wir werden uns wie geplant auf Lord Sargeras� Ankunft vorbereiten.�</p><p>Elegant schritt sie auf einen Stuhl zu, der w�hrend des ersten Bebens umgeworfen worden war. Vashj stellte ihn rasch f�r sie auf und wischte den Staub, der auf dem Polster lag, mit dem Saum ihres Kleides ab.</p><p>Azshara nickte lobend und setzte sich. Ihre Zofen nahmen sofort ihre angestammten Positionen ein. Vashj sch�ttete f�r die K�nigin Wein in einen Kelch. Trotz des zitternden Bodens gelang es ihr, nichts davon zu versch�tten.</p><p>�Danke, Lady Vashj�, sagte die K�nigin der Nachtelfen gro�m�tig. Sie nahm einen kleinen Schluck, dann setzte sie sich zurecht. Sie war bereit f�r das Eintreffen des D�monenlords, ganz gleich, wie lange es noch dauern mochte. Irgendwann w�rde er vor sie treten und ihrer Sch�nheit erliegen, genau wie alle anderen vor ihm.</p><p>Schlie�lich war sie Azshara.</p><empty-line/><p>Als Ysera das Ufer erreichte, blickte Malfurion, der die D�monenscheibe an die Brust gepresst hatte, entsetzt zur�ck zur Hauptstadt der Nachtelfen. Er stand mit den Naturgewalten Kalimdors in so enger Verbindung, dass er das Ausma� der bevorstehenden Katastrophe ahnte � und wusste, dass er nicht z�gern durfte.</p><p>�Mein Bruder und Tyrande sind noch in Zin-Azshari. Bitte, ich kann sie nicht zur�ck lassen!�</p><p>�Wei�t du, wo sie sind?�</p><p>�Das wei� ich.�</p><p>Die Herrin der Tr�ume nickte. �F�hre mich dorthin, aber beeile dich.�</p><p>Sie drehten ab, ohne den anderen Bescheid zu sagen. Malfurion blickte zum Ufer. Ysera bewegte sich so schnell, dass sie einen Bogen fliegen mussten, aber der Druide sp�rte, dass sie sich den anderen Nachtelfen n�herten.</p><p>Da! Tyrande winkte ihm zu. Ihr Anblick erfreute Malfurion �ber die Ma�en, und f�r einen Augenblick verga� er sogar, dass er auch wegen seines Bruders hier war. Erst dann bemerkte er, dass Illidan nicht zu sehen war.</p><p>Ysera landete. Ihre Augen waren wie stets geschlossen, aber Malfurion wusste seit langem, dass sie weitaus besser zu sehen vermochte als die meisten anderen Gesch�pfe.</p><p>Er sprang von ihrem R�cken. Tyrande umarmte ihn mit einer solchen Intensit�t, dass er sie einfach nur festhalten wollte. Erst als Ysera sich r�usperte, gab er sie z�gernd frei.</p><p>�Malfurion ��, begann die Priesterin.</p><p>Er legte einen Finger auf ihre Lippen. �Sp�ter, Tyrande. Wo ist Illidan?�</p><p>Ihre Augen weiteten sich f�r einen Moment. Sie sah �ber ihre Schulter. �Direkt am Rand.�</p><p>Fluchend lief der Druide an ihr vorbei. Illidan wusste doch sicherlich, dass das Land unter ihm zusammenbrach. Wieso verhielt er sich so aberwitzig?</p><p>Malfurion lief an der Ruine eines Turms vorbei und w�re beinahe mit seinem Zwilling zusammen geprallt. Illidan gelang es irgendwie, ihn aus seinen bedeckten Augenh�hlen anzustarren.</p><p>�Bruder � du kehrst zur rechten Zeit zur�ck ��</p><p>�Illidan, der Brunnen ist au�er Kontrolle ��</p><p>Der Zauberer nickte. �Ja. Zu viel Magie hat an ihm gezerrt. Die Macht, die wir � haupts�chlich du � mit der D�monenseele ausge�bt haben, war einfach zu viel. Der Zauber, der die Brennende Legion zur�ck in ihr Reich gebannt hat, greift jetzt auch nach dem Brunnen. Er verschlingt sich selbst und rei�t alles mit, was sich in seiner N�he befindet.� Er wandte sich dem aufgew�hlten schwarzen Wasser zu. �Ist das nicht faszinierend?�</p><p>�Nicht, wenn wir hinein geraten. Wieso fliehst du nicht?�</p><p>Illidan wischte sich die Hand ab. Erst jetzt erkannte Malfurion die Machtaura, die sie umgab. Und er bemerkte die Feuchtigkeit.</p><p>�Wieso hast du deine Hand in den Brunnen getaucht?�</p><p>Im gleichen Moment warf ein heftiger Erdsto� beide Nachtelfen um. �Wenn du wei�t, wie wir entkommen k�nnen, dann sollten wir das tun. Ich wollte Tyrande und mich magisch an einen anderen Ort versetzen, aber der Brunnen ist unkontrollierbar geworden.�</p><p>�Hier entlang!� Malfurion ergriff den Arm seines Bruders und f�hrte ihn zur�ck zu den anderen. Tyrande sa� bereits wartend auf Ysera. Sie half zuerst Illidan, dann Malfurion aufzusteigen.</p><p>Im gleichen Moment zog ein gewaltiger Schatten �ber sie hinweg. Malfurion rechnete mit einem schrecklichen D�mon. Als er aufsah, entdeckte zu seiner Erleichterung jedoch Krasus und Alexstrasza.</p><p>�Die D�monenseele!�, rief Krasus. �Hast du sie noch?�</p><p>Der Nachtelf zeigte auf eine seiner G�rteltaschen. Schon zu Beginn des Flugs hatte er sie dort verstaut.</p><p>Krasus nickte erleichtert. �Dann beeilt euch. Wir m�ssen schnell fort von hier. Sogar in der Luft wird es nicht sicher sein.�</p><p>Malfurion ahnte, dass der Magier weitaus mehr wusste, als er preisgab. Er hielt sich fest, als Ysera sich in den Himmel erhob und am Boden unter ihren Krallen ein weiterer Riss entstand.</p><p>�Zin-Azshari ist verloren�, rief der Magier. �Und das ist nur der Anfang.�</p><p>Die beiden Drachen schlugen mit ihren Schwingen so schnell sie konnten, aber sie schienen langsamer als sonst zu fliegen. Malfurion blickte zur�ck. Der Himmel �ber dem Brunnen existierte nicht mehr. Es gab nur noch eine riesige Wolke, die wie ein Trichter geformt war und alles verschlang. Illidan hatte offenbar die Wahrheit gesprochen. Die Zauber der D�monen, der Alten G�tter und der Verteidiger hatten den Brunnen der Ewigkeit zerrissen.</p><p>Hatten er und seine Freunde die Welt gerettet � nur um sie zugleich auch in den Untergang zu fuhren?</p><p>Ohrenbet�ubender Donner erreichte den Druiden. Er presste die H�nde auf die Ohren und wartete, dass der L�rm aufh�rte.</p><p>�Seht doch!�, schrie Tyrande. Ihre Lippen waren so dicht bei ihm, dass er ihre Stimme h�ren konnte. �Die Stadt!�</p><p>Der Fels unter der Stadt brach auseinander. Eine gewaltige, meilentiefe Schlucht �ffnete sich. Die gesamte Hauptstadt rutschte dem Brunnen entgegen.</p><p>�Etwas zieht uns zur�ck!�, stie� Ysera hervor.</p><p>Der Brunnen riss die umliegenden Regionen in den Mahlstrom, verschlang Kalimdor buchst�blich. Zin-Azshari schwamm auf den schwarzen Wassern wie eine Insel aus Seetang. Der Palast schien gr��tenteils unzerst�rt zu sein, nur der Turm, in dem die Hochgeborenen gearbeitet hatten, neigte sich gef�hrlich.</p><p>Unheimliche Energieblitze schossen durch die Stadt, w�hrend sie sich dem Zentrum des Mahlstroms n�herte. Im Gegensatz zu den meisten anderen Tr�mmern, die im Brunnen trieben, wurde die Hauptstadt direkt auf die Mitte zugezogen. Malfurion sp�rte, wie Tyrande seinen Arm beinahe schmerzhaft fest umklammerte.</p><p>�Sie verschwindet ��, fl�sterte sie. �Sie � verschwindet wahrhaftig ��</p><empty-line/><p>Azsharas Zofen schrien. Vashj hing am Bein der K�nigin, die dennoch ihren leeren Weinkelch festhielt. Sie weigerte sich, die Zerst�rung ihres Palastes hinzunehmen. Sie war Azshara, Licht der Lichter, Herrscherin ihres Volkes. Sie hatte das nicht erlaubt!</p><p>Sargeras w�rde nicht kommen, das wusste Azshara jetzt, obwohl sie es den Dienerinnen verschwieg. Die Zofen durften nicht erfahren, dass sie sich geirrt hatte. Den Misset�tern war es irgendwie gelungen, Sargeras an seiner Reise nach Kalimdor � an seiner Reise zu ihr � zu hindern.</p><p>Das Donnern wurde lauter. Eine Dunkelheit, die selbst die Blicke einer Nachtelfe nicht durchdringen k�nnte, h�llte den Palast ein. Nur die wilden Kr�fte des Brunnens sorgten jetzt noch f�r Licht. Schwarzes Wasser ergoss sich in den Palast und sp�lte zwei ihrer Dienerinnen hinaus. Ihre Schreie verstummten rasch.</p><p><emphasis>Ich bin Azshara!</emphasis>, dachte sie unnachgiebig und mit stoischem Gesichtsausdruck. Ein Gedankenbefehl erschuf einen Schild, der sie und ihre Zofen umgab. <emphasis>Meinen W�nschen darf sich nichts entgegen stellen.</emphasis></p><p>Ihre Macht sch�tzte sie vor dem Wasser, aber die Aufrechterhaltung des Schildes erwies sich als kr�ftezehrend. Azshara f�rchte die Stirn, als kleine Schwei�perlen � der erste Schwei� ihres Lebens � auf ihrer Haut erschienen.</p><p>Dann fl�sterten pl�tzlich Stimmen in der Dunkelheit, Stimmen, die ihr einen Fluchtweg versprachen.</p><p>Es gibt einen Weg � es gibt einen Weg � du wirst mehr sein als je zuvor � als je zuvor � wir k�nnen dir helfen � dir helfen �</p><p>Die K�nigin war keine N�rrin. Sie wusste, dass der Schild nicht mehr lange halten w�rde. Dann w�rden sie und ihre Zofen Opfer des Brunnens werden, und die ruhmreiche Azshara w�rde f�r die Welt verloren sein.</p><p>Die silbern gekleidete Nachtelfe nickte.</p><p>�Aaahhh!� Der Kelch entfiel ihrer Hand. Schmerzen durchtobten ihren K�rper. Sie sp�rte, wie sich ihre Gliedma�en wanden und drehten. Ihr R�ckgrat f�hlte sich fl�ssig an, so als w�re ein Teil davon geschmolzen.</p><p><emphasis>Du wirst mehr sein als jemals zuvor</emphasis>, versprachen die Stimmen � die drei Stimmen. <emphasis>Und wenn die Zeit kommt f�r das, was wir dir schenken � wirst du uns eine gute Dienerin sein.</emphasis></p><p>Der Schildzauber brach endg�ltig zusammen. Azshara schrie auf, als die Wasser �ber sie hinweg brandeten. Hinter ihr schrien auch die anderen � ihre Dienerinnen, die Wachen und die Hochgeborenen, die geblieben waren.</p><p>Der Brunnen f�llte ihre Lunge.</p><p>Aber sie ertrank nicht.</p><empty-line/><p>Krasus sah ebenfalls zu, wie die riesige Stadt � das Sinnbild f�r die hohe Kultur der Nachtelfen � in den Mahlstrom gesogen wurde. Er zitterte nicht nur wegen der Zerst�rungen, die sich vor ihm abspielten, sondern auch ob des Wissens, das er �ber die Zukunft hatte. Der Drachenmagier hatte gehofft, Zin-Azshari w�rde zerrissen werden, bevor es versank, aber dieser Teil der Geschichte war unver�ndert geblieben. Die Stadt w�rde in der Tiefe verschwinden � aber in einigen Jahrhunderten zur Brutst�tte neuer Schrecken werden.</p><p>Daran lie� sich nichts �ndern. Krasus wandte den Blick vom Brunnen und den Zerst�rungen ab, die immer weitere Kreise zogen. Gewaltige Teile Kalimdors st�rzten in das dunkle Wasser, dessen Wut nicht nachzulassen schien. Bereits jetzt waren jenseits von Zin-Azshari ganze Landstriche verschwunden. Das einzig Gute war, dass es sich um Territorium der Brennenden Legion gehandelt hatte, in dem es ohnehin kein Leben mehr gegeben hatte. Dem Brunnen fielen nur verbrannte Erde und zermalmte Knochen zum Opfer � aber wenn sich das Wasser tiefer in das Land fra�, w�rde vielleicht gar nichts mehr �brig bleiben.</p><p><emphasis>Nein, das stimmt nicht</emphasis>, dachte Krasus. <emphasis>Das hat die Geschichte gezeigt.</emphasis></p><p>Aber er wusste, dass die Zeitlinie l�ngst instabil geworden war � und dass er daf�r einen Gro�teil der Verantwortung trug.</p><p>Jetzt konnte Krasus nur noch beten.</p></section><section><title><p>21</p></title><p>Rhonin dankte den Sternen, dass er w�hrend seines Fluges zur Nachtelfenarmee nur wenige Spuren von Leben entdeckte. Den beiden Drachen und ihrem ersch�pften Reiter w�re es nicht m�glich gewesen, jemanden zu evakuieren, der von der Wut des Brunnens bedroht wurde. Die einzigen Nachtelfen, die er entdeckte, waren Hochgeborene, die der Streitmacht entgegen ritten. Zum Gl�ck waren sie schon so weit gekommen, dass er sich keine Sorgen um sie machen musste.</p><p>Trotzdem lie� Rhonin den Drachen landen, um sich die Geschichte der Nachtelfen anzuh�ren. Was er h�rte, �berraschte ihn. Ihr Anf�hrer, Dath�Remar, erz�hlte, dass Tyrande versucht hatte, mit ihnen zu fliehen. Der Hochgeborene bedauerte ihren Verlust sichtlich und war erleichtert, als Rhonin, der die Priesterin in Malfurions Gedanken gesp�rt hatte, ihm erkl�ren konnte, dass sie die Flucht �berlebt hatte. Ob sie immer noch lebte, wusste Rhonin nat�rlich nicht, aber er zweifelte nicht daran, dass Malfurion alles in seiner Macht Stehende tun w�rde, um daf�r zu sorgen.</p><p>Rhonin und die Drachen f�hrten die Hochgeborenen zur Streitmacht. Immer wieder mussten sie Handgreiflichkeiten zwischen den beiden Gruppen verhindern. Schlie�lich stellte Rhonin den bronzefarbenen Drachen zum Schutz der Hochgeborenen ab, w�hrend er und der Rote Jarod aufsuchten.</p><p>Der Kommandant sa� bereits auf seinem Nachts�bler und wartete nerv�s auf Neuigkeiten. Rhonin l�chelte erleichtert, als er sah, dass die Nachtelfen und ihre Verb�ndeten bereit zum Aufbruch waren.</p><p>Vom R�cken des Roten aus gr��te er Jarod. Dann sagte er: �Die Streitmacht muss sofort abr�cken. Wir fliehen nach Mount Hyjal. Das Portal ist zerst�rt worden, aber die Zauber haben den Brunnen ins Chaos gest�rzt. Er verschlingt sich selbst und rei�t alles in seiner N�he mit sich ins Verderben.�</p><p>�Bei den G�ttern �� Jarod sch�ttelte den Schock ab und konzentrierte sich auf sein Verantwortungsgef�hl. Er rief einen Herold herbei, der sich, wie Rhonin bemerkte, bereits in der N�he aufgehalten hatte. �Gib das Signal zum Richtungswechsel!� Jarod winkte zwei weitere Reiter heran. �Informiert die Offiziere und die Adligen. Wir ziehen so schnell wie m�glich dem Mount Hyjal entgegen. Alle, die unsere Hilfe brauchen, werden sie bekommen. Aber wir lassen uns nicht aufhalten und auch niemanden zur�ck.�</p><p>�Wir achten von oben darauf�, sagte der Zauberer.</p><p>�Was ist mit denen, die sich vielleicht in den anderen Richtungen aufhalten?�</p><p>Rhonin sah ihn grimmig an. �Die Brennende Legion hat dort nicht viel �brig gelassen. Die meisten �berlebenden d�rften weiter vom Brunnen entfernt sein als wir. Wir waren schlie�lich die letzte Verteidigungslinie.�</p><p>�Dann k�nnen wir wohl nur das Beste hoffen.�</p><p>�Auch f�r uns selbst.�</p><p>Ein entferntes Donnern zog die Aufmerksamkeit der beiden auf sich. Der Zauberer und der Soldat blickten in die Richtung, aus der es kam � und sahen v�llige Schw�rze am Horizont.</p><p>�Beeil dich, Jarod.�</p><p>Nur Minuten sp�ter brach die Streitmacht in Richtung des Mount Hyjal auf, aber f�r Rhonin war dies immer noch nicht schnell genug. Jedes Mal, wenn er zur�ck blickte, schien die Dunkelheit an Intensit�t und Umfang gewonnen zu haben. Der Mensch schluckte. Er wusste, was sich dort abspielte und fragte sich gleichzeitig, ob Krasus und die anderen vielleicht schon der Katastrophe zum Opfer gefallen waren.</p><p>Nach kurzer Zeit begannen auch die Nachtelfen die Gefahr zu erkennen. Selbst wenn Rhonin und Jarod es gewollt h�tten, w�re es unm�glich gewesen, ihnen das herannahende Chaos zu verheimlichen. Jetzt ging es nur darum, Ruhe zu bewahren, eine Aufgabe, der Jarod Shadowsong gewachsen war. Auch die Drachen halfen, indem sie diejenigen zur�ckbrachten, die voller Panik aus dem Tross fl�chten wollten.</p><p>Rhonin sah immer wieder zur�ck. Er hoffte, Krasus und die anderen zu entdecken, wurde aber immer wieder entt�uscht. Die Dunkelheit n�herte sich mit be�ngstigender Geschwindigkeit, und der Donner wurde zusehends lauter.</p><p><emphasis>Sie wird immer schneller.</emphasis> Der Zauberer sah nach vorne. Der Mount Hyjal erhob sich majest�tisch in einiger Entfernung. Der Berg wirkte so nahe, auch wenn er noch fern war.</p><p>Konnte der Berg sie �berhaupt retten? Krasus schien das zu glauben, und die Geschichte, so wie Rhonin sie kannte, stimmte ihm zu. Aber so vieles hatte sich ver�ndert �</p><p>Vereesa, ich habe getan, was ich konnte!</p><p>Die Dunkelheit r�ckte n�her. Das Br�llen, mit dem das Land meilenweit entfernt in den Mahlstrom gesogen wurde, h�mmerte in Rhonins Kopf. Unten begannen die Soldaten zu rennen und zu schreien.</p><p>Und von Krasus und den anderen gab es immer noch keine Spur.</p><empty-line/><p>H�gelketten wurden hinweg gerissen. Ganze Landschaften st�rzten in den wirbelnden, gierigen Mahlstrom. Krasus beobachtete, wie Siedlungen und D�rfer � zum Gl�ck l�ngst verlassen � innerhalb eines Herzschlags verschwanden. In seinem Todeskampf verschlang der Brunnen alles. Nichts konnte sich ihm entgegen stellen. Die Zerst�rungen der Brennenden Legion waren kein Vergleich zu dem, was sich gegenw�rtig abspielte.</p><p>Schemenhaft erschien der Mount Hyjal am Horizont. Der Magier sah verzweifelte Nachtelfen, die dem Berg in Massen entgegen str�mten. Wenn er alles richtig einsch�tzte, w�rden sie es knapp bis zu ihrem Ziel schaffen � falls dort wirklich Sicherheit auf sie wartete.</p><p>Krasus wusste nicht, ob es noch �berlebende an anderen Orten gab, aber er h�tte ohnehin nichts f�r sie tun k�nnen. Er konnte nur noch einmal den Sternen danken, dass so wenig Leben in den gef�hrdeten Gebieten existierte.</p><p>Er hoffte immer noch darauf, dass die Zerst�rung enden w�rde und dass sich die Dinge so abspielen w�rden, wie es die Geschichte berichtete. Sie besa�en die D�monenseele, was ein wichtiger Faktor war und � Er sp�rte pl�tzlich eine d�stere Vorahnung. Krasus blickte zur�ck.</p><p>Ein riesiger schwarzer Tentakel schoss aus dem brodelnden Wasser � ein Tentakel, der einer nichts ahnenden Ysera und ihren drei Reitern entgegen schoss.</p><p>Die Drei! Ich h�tte es wissen m�ssen.</p><p>�Umdrehen! Die Drei versuchen die D�monenseele in ihren Besitz zu bekommen! Das ist ihre letzte Chance, bevor sich ihr Gef�ngnis erneut schlie�t.�</p><p>Alexstrasza fuhr herum. Ysera bemerkte, was geschah, aber im gleichen Moment erreichte der Tentakel sie bereits und pfl�ckte den Druiden von ihrem R�cken.</p><p>�Malfurion!�, schrie Tyrande. Die Priesterin streckte ihre Hand nach ihm aus, aber er befand sich bereits au�er Reichweite.</p><p>Stirnrunzelnd streckte Illidan seine eigene Hand nach Malfurion aus. Ein rotes magisches Gespinst l�ste sich aus seinen Fingerkuppen, erlosch jedoch zwischen ihm und seinem Zwilling. Die Energien des Brunnens st�rten die Entfaltung seiner Zauberkraft zu sehr.</p><p>Malfurion keuchte erschrocken, als der Tentakel ihn zur�ckriss. Alexstrasza beschleunigte ihren Fl�gelschlag. Krasus konzentrierte sich auf Malfurion und die Scheibe. Der Drachenmagier wusste, dass er wenigstens die Scheibe retten musste. Es war eine kaltherzige Entscheidung. Der Verlust des Druiden w�rde schmerzvoll sein, doch der Verlust der Scheibe w�re katastrophal.</p><p>Die magischen Kr�fte brandeten wild gegen Krasus und seine K�nigin. Die Zauber, die er zu weben versuchte, l�sten sich sofort auf. Der Tentakel riss Malfurion dem Zentrum des Brunnens entgegen.</p><p>Dann geschah etwas, worauf der Magier nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. Der Brunnen der Ewigkeit hatte endlich das Ende seiner Ausdehnung erreicht. Jetzt verschlang er nicht mehr Kalimdor, sondern nur noch sich selbst. Mit einer Geschwindigkeit, gegen die selbst die Drei machtlos waren, machten sich die schwarzen Wasser �ber sich selbst her. Sogar der Sturm, der sie umgab, wurde mitgerissen. Alexstrasza schlug heftig mit den Fl�geln, um sich gegen den Sog zu stemmen.</p><p>Die schwarzen Wasser wichen zur�ck und str�mten in den Brunnen. Der Tentakel, den die Drei erschaffen hatten, floss mit ihnen, bis der letzte Rest des Brunnens in seinem eigenen Schlund verschwand.</p><p>Der Tentakel l�ste sich auf wie Rauch in einer Windbrise. Krasus sp�rte die b�sartige Ausstrahlung der Drei mit ihm verschwinden.</p><p>Der Druide st�rzte pl�tzlich einer neuen Bedrohung entgegen. Die pl�tzliche Leere, die der Brunnen hinterlassen hatte, wurde von den Meeren Kalimdors ausgef�llt. Gigantische Wellen krachten gegeneinander. Innerhalb von Sekunden ergossen sich Tausende Tonnen Wasser in das Becken, das einst den Mittelpunkt des Kontinents gebildet hatte.</p><p>Krasus beobachtete fasziniert, wie die Teilung endete und sich das Gro�e Meer bildete.</p><p>Doch bei aller Faszination verga� er nicht Malfurion und die D�monenscheibe. Mit dem Ende des Brunnens waren auch die chaotischen Energien verschwunden. Jetzt verf�gte Krasus wieder �ber all seine Kr�fte.</p><p>Doch bevor er sie einsetzen konnte, tauchte aus dem Nichts ein gewaltiger bronzefarbener Drache auf. Er glitzerte, auch wenn am Himmel immer noch der Schatten der Apokalypse hing.</p><p>�Nozdormu!�, stie� der Magier hervor.</p><p>Der Aspekt der Zeit stie� dem tosenden Meer entgegen und fing Malfurion und die Scheibe auf. Rasch stieg er zu Alexstrasza und Ysera empor, aber sein goldener Blick richtete sich auf Krasus.</p><p>�Gerade noch rechtzeitig �� Mehr sagte der Drache nicht. Mit Malfurion auf dem R�cken und der Scheibe in einer seiner gewaltigen Klauen flog er dem Mount Hyjal entgegen.</p><p>Die anderen Aspekte folgten ihm. Krasus betrachtete Nozdormu. Der Drache flog so ruhig, als sei nichts Besonderes an diesem Tag geschehen.</p><p>Der Magier sch�ttelte den Kopf. Zum ersten Mal seit seiner Ankunft in der Vergangenheit f�hlte er sich ein klein wenig erleichtert.</p><empty-line/><p>Die �berlebenden der Streitmacht waren nicht erleichtert, denn obwohl sie f�hlten, dass die Gefahr vor�ber war, wussten sie auch, dass sich ihre Welt unwiederbringlich ver�ndert hatte. Viele blickten nur mit leerem Blick auf das neue Meer. Das Wasser beruhigte sich langsam, und die Wellen glitten sanft �ber das verheerte Land.</p><p>So viele hatten Angeh�rige verloren. Die Konsequenzen w�rden sich erst in den n�chsten Wochen und Monaten, vielleicht erst in Jahren zeigen. Einer, der die Situation realistisch einsch�tzen konnte, war Jarod Shadowsong. Er zeigte nicht, wie sehr ihn das alles ersch�ttert hatte, wirkte immer noch wie ein Fels in der Brandung. Selbst Adlige kamen zu ihm, weil sie Halt und Trost suchten. Diejenigen, die sich besser im Griff hatten, so wie Blackforest, wurden von Jarod zu Unterkommandanten ernannt, die sich um die Belange der Streitmacht k�mmern sollten.</p><p>Der Mount Hyjal wurde zu einem Sammelpunkt, denn der Berg hatte den Krieg und die Katastrophe unversehrt �berstanden. Jarod lie� Banner anfertigen, die den Gipfel in ihrer Mitte zeigten; eine neue Flagge f�r einen neuen Anfang.</p><p>Die Tauren und anderen V�lker, die von der Zerst�rung Kalimdors weniger betroffen waren, schickten Hilfe. Sie alle hatten gelitten, aber kein Volk so sehr wie die Nachtelfen. Jarod nahm Hulns Hilfe dankbar an. Erleichtert bemerkte er, dass seine Leute nur in Ausnahmef�llen Arroganz und Vorurteile walten lie�en. Wie lange diese Eintracht und Solidarit�t mit den Fl�chtlingen w�hren w�rde, vermochte niemand zu sagen. Ihre wunderbar eleganten St�dte existierten nicht mehr. Die magisch ver�nderten Landschaften und die lebenden Baumh�user waren verschwunden. Die meisten hatten nicht einmal mehr ein Dach �ber dem Kopf. Es gab keine Zelte mehr. Jarod hatte sogar sein eigenes an einige junge Kinder verschenkt, die im Krieg zu Waisen geworden waren.</p><p>Leider dauerte es nicht lange, bis der Zusammenhalt der Streitmacht auf eine erste Probe gestellt wurde. Da es den Brunnen nicht mehr gab, f�rchteten die einfachen Nachtelfen die Hochgeborenen nicht mehr in dem Ma�e, wie sie es fr�her getan hatten. Die Fl�chtlinge begannen, die Hochgeborenen, die sich zwischen ihnen bewegten, hasserf�llt anzustarren.</p><p>�Dir steht ein neuer Krieg bevor�, warnte Krasus. �Du musst etwas dagegen unternehmen.�</p><p>�Einige werden die Schrecken niemals vergessen, die ihre Taten �ber uns gebracht haben.� Jarod richtete seinen Blick auf das neue Meer. Irgendwo darunter lagen die Ruinen Suramars. �Niemals.�</p><p>Der blasse Magier richtete sich auf. �Wenn ihr �berleben wollt, Jarod, m�sst ihr eure Differenzen beilegen.�</p><p>Jarod atmete tief durch, dann rief er die Adligen und die anderen hochrangigen Mitglieder der Streitmacht zu sich. Er bat auch Dath�Remar Sunstrider und die obersten Hochgeborenen, zu ihm zu kommen. Die beiden Gruppen trafen sich unter Lord Ravencrests altem Banner, das Jarod verwenden wollte, bis die neuen Fahnen fertig waren. Krasus hatte ein Treffen unter dem Banner vorgeschlagen, denn Ravencrest war bei den Adligen und im Palast gleicherma�en beliebt gewesen.</p><p>�Wir kommen unter Protest hierher�, knurrte Blackforest mit schiefem Blick auf die Hochgeborenen in ihren Roben. Seine Hand ruhte auf dem Griff seines Schwertes. �Und wir werden uns nicht lange in solch �bler Gesellschaft aufhalten.�</p><p>Dath�Remar kr�uselte ablehnend die Nase, schwieg jedoch. Seine Meinung �ber den Adel war offensichtlich, ben�tigte keine Worte.</p><p>�Habt ihr denn nichts aus all dem gelernt?�, fuhr Jarod die Versammlung an. Er deutete in Richtung des Meers. �Sollte das nicht reichen, um unsere Streitigkeiten zu beenden? Wollt ihr alle etwa zu Ende f�hren, was die D�monen angefangen haben?�</p><p>�Und wobei die da ihnen geholfen haben!�, mischte sich ein Adliger mit Blick auf die Hochgeborenen ein.</p><p>�Wir k�nnen nicht entschuldigen, was wir getan haben�, entgegnete Dath�Remar, �aber wir haben versucht, es wieder gut zu machen. Habt ihr euch nie gefragt, weshalb es bis zur Erschaffung des Portals so lange dauerte? Wir haben unser Leben riskiert, um seine Vollendung zu verhindern! Wir haben versucht, die Hohepriesterin der Elune zu befreien. Etliche Hochgeborenen sind im Kampf gegen die Brennende Legion gefallen.�</p><p>�Das reicht nicht!�</p><p>�Darf ich etwas sagen?�</p><p>Einige Schwestern der Elune betraten die Runde. Tyrande Whisperwind und Jarods Schwester f�hrten sie an. Maiev wirkte ungewohnt ruhig neben der Hohepriesterin, was Jarod verstehen konnte. Die junge Frau hatte etwas an sich, das die Sorgen erleichterte.</p><p>Alle gingen in die Knie, aber Tyrande bat sie mit einem peinlich ber�hrten L�cheln, sich wieder zu erheben. Jarod verneigte sich und sagte: �Die Stimme von Mutter Mond mag sprechen, wann immer es ihr beliebt.�</p><p>Tyrande nickte w�rdevoll, dann wandte sie sich an die versammelten Nachtelfen. �Unsere Welt wird nie mehr so sein wie fr�her. Was wir einmal waren, sind wir nicht mehr.� Ihr Gesichtsausdruck wurde ernst. �Wir befinden uns in einem Stadium des �bergangs. Auch ich vermag nicht zu sagen, was aus unserem Volk wird, aber wahrscheinlich werden wir uns stark ver�ndern.�</p><p>Die Adligen und die Hochgeborenen r�usperten sich nerv�s. Die Worte einer Hohepriesterin durfte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.</p><p>�Wir haben diesen Kampf �berlebt, aber wenn wir nicht zusammenhalten, werden wir unseren Umbruch nicht �berstehen. Bedenkt das, bevor ihr alte Feindschaften wieder aufleben lasst.�</p><p>Tyrande wandte sich ab. Maiev warf ihrem Bruder einen Blick zu. Er war �berrascht, darin Vertrauen zu ihm zu entdecken.</p><p>Als seine Schwester sich umdrehte, sah er, dass Shandris Feathermoon hinter ihr gestanden hatte. Die Novizin l�chelte ihn an, bevor sie den anderen folgte, was ihn nerv�ser machte, als die Anwesenheit aller Adligen und Hochgeborenen zusammen. Gleichzeitig sp�rte er jedoch, wie sein Herz leichter wurde.</p><p>Blackforest r�usperte sich. Jarod konzentrierte sich wieder auf die aktuellen Probleme. �Ihr alle habt die Stimme von Mutter Mond geh�rt. Ich schlie�e mich ihren Worten voll und ganz an. Was meint ihr?�</p><p>Blackforest �ffnete den Mund, aber Dath�Remar gelang es, vor dem ersten Ton des Aristokraten zu antworten. �Wir respektieren das Wort der Hohepriesterin sehr und werden tun, was wir k�nnen, um unsere fr�heren Missetaten wieder gut zu machen � wenn unsere geehrten Begleiter so g�tig sind, uns dazu Gelegenheit zu geben.�</p><p>Der Sprecher der Adligen schnaubte. �Wir schlie�en uns der Hohepriesterin an. Wenn die Hochgeborenen bereit sind, ihre Fehler einzugestehen, akzeptieren wir ihre R�ckkehr in unser Volk. Ihre Hilfe beim Wiederaufbau unserer Heimat ist uns willkommen.�</p><p>In beiden Antworten schwang Ablehnung mit, aber zu diesem Zeitpunkt konnte Jarod auch nicht mehr erwarten. Es w�rde in Zukunft sicherlich einige Konfrontationen geben, aber hoffentlich keine, die die Existenz seines Volkes gef�hrdete.</p><p>�Ich danke euch, dass ihr gekommen seid und Vernunft bewiesen habt. Jetzt sollten wir uns dar�ber unterhalten, wie wir das Wunder, das uns hat �berleben lassen, am besten zu unserem Vorteil nutzen.�</p><p>Verschiedene Stimmen aus beiden Gruppen meldeten sich zu Wort. Alle versuchten, die Vorschl�ge der anderen zu �bertrumpfen. Jarod verzog das Gesicht, w�hrend er sich bem�hte, die besten Ideen herauszufiltern.</p><p>Ein Vorschlag erregte seine Aufmerksamkeit besonders. �Wasser!�, unterbrach er. �Wir brauchen Trinkwasser!�</p><p>Der Bericht eines Kundschafters fiel ihm ein. Er hatte einen See auf dem Gipfel des Mount Hyjal entdeckt. Den wollte er sich ansehen, auch wenn es ihm vielleicht nur eine Atempause von seinen anderen Pflichten bringen w�rde. �Lord Blackforest, ich brauche drei freiwillige Adlige f�r einen kleinen Ausflug.� Er nickte Dath�Remar zu. �Und drei Hochgeborene.�</p><p>Jarod gratulierte sich selbst, w�hrend die Gruppen ihre Wahl trafen. Dieser Ausflug zwang beide Seiten zur Zusammenarbeit. Es war keine gef�hrliche Unternehmung, aber eine wichtige, denn die Wasserversorgung stand an erster Stelle. Wenn die Adligen und Zauberer gemeinsam �ber ihre Entdeckungen berichteten, w�rde das Volk vielleicht erkennen, dass eine Zusammenarbeit m�glich war.</p><p>Jarod unterdr�ckte ein L�cheln. Offenbar eignete er sich langsam doch F�hrungsqualit�ten an.</p><empty-line/><p>�Malfurion.�</p><p>Der Druide wandte den Blick von dem neuen Meer ab. �Meister Krasus.�</p><p>Der Drachenmagier verzog den Mund. �Gleichgestellte ben�tigen untereinander keine Titel. Bitte, zum letzten Mal, Krasus reicht aus.�</p><p>�Ich werde mich bem�hen.� Instinktiv wich Malfurion vor seinem Freund zur�ck. �M�chtest du etwas?�</p><p>�Nein � aber sie.�</p><p>Lauter Fl�gelschlag drang an das Ohr des Nachtelfen. Staub wirbelte auf, als drei gewaltige Schemen hinter dem Drachenmagier aufstiegen.</p><p>Alexstrasza. Ysera. Nozdormu.</p><p>�Du wei�t, weshalb wir hier sind�, sagte die rote K�nigin sanft.</p><p>Malfurions Hand glitt zur Tasche an seinem G�rtel. �Ihr wollt sie. Ihr wollt die Seele.�</p><p>�Die D�monenseele�, berichtigte ihn Krasus. �Du hast vergessen, sie nach der Landung den Aspekten zu geben. Zweifellos ein Versehen.�</p><p>�Ja � ja �� Der Druide schob seine Hand in die Tasche.</p><p>Seine Fingerspitzen liebkosten die Scheibe. Wieso sollte er sie aufgeben? Hatte er nicht bewiesen, dass er ein Anrecht auf sie hatte? Hatte nicht er allein Kalimdor vor gleich zwei Bedrohungen gerettet?</p><p>�Malfurion ��</p><p>Wenn sie glaubten, ihr Anrecht auf die Scheibe sei gerechtfertigter als seines, warum versuchten sie dann nicht, ihm die Scheibe abzunehmen? Mit Hilfe der D�monenseele w�rde er sie sicherlich alle t�ten k�nnen �</p><p>Ekel erf�llte den Druiden, dann zog er die Scheibe rasch aus der Tasche und hielt sie dem Magier entgegen.</p><p>Krasus nickte. �Ich wusste, dass du die richtige Entscheidung treffen w�rdest.� Er nahm die D�monenseele jedoch nicht entgegen, sondern zeigte auf den Boden. �Leg sie bitte dorthin.�</p><p>Malfurion zog neugierig die Augenbrauen hoch, dann erf�llte er die Bitte des Magiers. Als seine Finger die Scheibe los lie�en, f�hlte er sich, als habe jemand eine gewaltige Last von seinen Schultern genommen.</p><p>�Tritt bitte zur�ck.�</p><p>Der Nachtelf gehorchte. Krasus sah die drei Aspekte an. �Wird eure Kraft ausreichen?�</p><p>�Das muss sie�, erwiderte Nozdormu.</p><p>Die drei brachten ihre gewaltigen K�pfe nahe an die Scheibe heran.</p><p>�Wir k�nnen sie nicht v�llig unsch�dlich machen�, murmelte Alexstrasza. �Das liegt jenseits unserer Macht. Aber wir k�nnen daf�r sorgen, dass Neltharion � Deathwing � nicht besser mit ihr umzugehen vermag als wir.�</p><p>�Wie ich schon sagte, das ist eine gute Idee�, antwortete Krasus, aber Malfurion sp�rte erneut, dass ihnen dieser Drache in Menschengestalt etwas Wichtiges vorenthielt � sogar der K�nigin, die er so offensichtlich liebte. Der Nachtelf wusste nicht, worum es sich handelte, aber er bemerkte die Trauer in Krasus� Gesicht, die er jedes Mal verbarg, wenn ihn die Drachen ansahen.</p><p>Die drei Giganten betrachteten den winzigen Gegenstand, diese einfache goldene Scheibe, die so viel Leid in sich trug. Sie betrachteten sie, bis pl�tzlich ein Regenbogen aus Energie die D�monenseele einh�llte. Rot, gr�n und bronzefarben waren die vorherrschenden T�ne. Die D�monenseele hob vom Boden ab und begann unmittelbar vor den Drachen in der Luft zu schweben. Magische Kr�fte umwirbelten die Scheibe und drehten sie immer wieder.</p><p>Dann flossen diese Energien nach und nach in die Sch�pfung des schwarzen Drachen. Zuerst als roter Strom, schlie�lich gr�n und bronzefarben.</p><p>Der Zauber endete. Die D�monenseele fiel herab und schlug klirrend auf. Sie wirkte unver�ndert.</p><p>�Hat es funktioniert?�, fragte Malfurion.</p><p>�Ja.� Der Zauberer sah den Druiden an. �Malfurion, ich m�chte, dass du sie noch einmal aufhebst.�</p><p>Der Nachtelf gehorchte, obwohl ihn die Scheibe und das Gef�hl, das er damit verband, anwiderten. Doch als er sie in die Hand nahm, erkannte er, dass er die D�monenseele pl�tzlich nicht mehr haben wollte. Entweder hatten die Drachen daf�r gesorgt oder sein Wille war st�rker geworden.</p><p>Der Magier sah die Aspekte an, die prompt nickten. An Malfurion gewandt, sagte er: �Es gibt einen Platz, den wir kennen, aber der Schwarze nicht. Mit deiner Erlaubnis m�chten wir ihn dir in deinem Geist zeigen � und dann m�chte ich, dass du dieses Ding hier mit Hilfe deiner Kr�fte dorthin versetzt.�</p><p>Obwohl Malfurion sicher war, dass ihm die Bitte des Magiers nicht schwer fallen w�rde, z�gerte er. �Vermagst du das nicht selbst?�</p><p>�Vor unserem Zauber w�re ich vielleicht dazu in der Lage gewesen, auch wenn es mir schwer gefallen w�re. Doch die anderen konnten es nicht, daf�r hatte Deathwing gesorgt. Der neue Zauber verhindert, dass <emphasis>irgendein</emphasis> Drache die Scheibe anfassen, geschweige denn benutzen kann. Deshalb musst du dies f�r uns tun.�</p><p>Der Druide nickte und streckte die Hand aus, in der die Scheibe lag. �Zeig mir den Ort.�</p><p>Krasus und die Aspekte starrten ihn an. Malfurion zitterte einen Moment lang, als sie in seine Gedanken eindrangen.</p><p>Das Bild, das sie vor seinem geistigen Auge erschufen, sah er so deutlich, als w�re er selbst schon einmal dort gewesen. Der Druide wollte die goldene Scheibe m�glichst schnell los werden und war erleichtert, als er sie an jenen Ort verbannt hatte.</p><p>Krasus atmete aus. �Danke.�</p><p>Auch die Aspekte nickten dankbar. Dann sah Alexstrasza in den Himmel. �Die Wolken � sie beginnen sich aufzul�sen.�</p><p>Tats�chlich klarte es zum ersten Mal seit der Invasion der Brennenden Legion auf. Zuerst waren es nur kleine L�cken im Grau, dann teilten sich gewaltige, dicke Wolken in kleinere, d�nne. Daraus wurden winzige W�lkchen, die sich im Wind aufl�sten.</p><p>Malfurion sp�rte pl�tzliche Hoffnung, f�hlte, wie das Leben zur�ckkehrte. Nach einem Moment erkannte er, dass dies nicht nur seine eigenen Empfindungen waren, sondern auch die des Landes. Kalimdor w�rde �berleben, dessen war er sich nun sicher.</p><p>Eine angenehme W�rme strich �ber seine Stirn. Er ber�hrte sein Geweih und erkannte, dass zwei weitere kleine �ste hinzugekommen waren.</p><p>Ysera, deren Augen sich hektisch unter den geschlossenen Lidern bewegten, streckte sich und wandte sich den anderen Aspekten zu.</p><p>�Die Welt wird sich heilen, aber es gibt noch viel zu tun. Wir sollten zu den anderen zur�ckkehren.�</p><p>Nozdormu nickte. �Einverstanden.�</p><p>Malfurion �ffnete den Mund, um den Drachen f�r all ihre Hilfe zu danken, z�gerte jedoch, als ihn ein mulmiges Gef�hl �berkam. Er sah sich um, als suche er etwas. Erst nach einem Moment erkannte er, dass er in Wirklichkeit verzweifelt nach <emphasis>jemandem</emphasis> suchte.</p><p>Wo war Illidan?</p><empty-line/><p>Rhonin betrachtete das Meer und dachte an all die Opfer der Brennenden Legion, die er in seiner eigenen Zeit wie auch in dieser Periode gesehen hatte. Viele Gefallene hatten ihn zutiefst ber�hrt; auch wenn die meisten von ihnen keine Freunde gewesen waren, so hatten sie doch sein Leben beeinflusst.</p><p>Er wusste, dass Krasus �hnlich � vielleicht sogar noch st�rker � empfand, denn der Drache lebte bereits so lange, dass er Generationen von Freunden und Weggef�hrten verloren haben musste. Der Zauberer kannte seinen ehemaligen Mentor gut genug, um zu wissen, dass die Jahrhunderte Krasus nicht gegen Trauer abgeh�rtet hatten. Der Drachenmagier litt unter jedem Tod, auch wenn er seine Emotionen stets verbarg.</p><p>Und jetzt gab es einen weiteren Verlust. Rhonin h�tte nie gedacht, dass er einmal um einen Orc trauern w�rde, aber genau das tat er. Brox war ein Kamerad gewesen, ein treuer Freund. Erst im Nachhinein hatte der Mensch das Opfer des Kriegers w�rdigen k�nnen. Der Orc hatte sich durch das Portal fallen lassen, obwohl er wusste, welch schreckliches Schicksal ihn dort erwartete. Trotzdem hatte Brox nicht gez�gert. Ihm war klar gewesen, dass Malfurion Zeit ben�tigte, und so hatte er ihm diese Zeit erkauft.</p><p>Rhonin kniete am Ufer des Meeres, das er als Denkmal f�r den Orc betrachtete, denn ohne dessen Tat w�re es nie entstanden � w�re Sargeras nicht aufgehalten worden, sondern h�tte das Portal durchschritten und alle get�tet.</p><p><emphasis>Hat Brox die Geschichte wieder auf den richtigen Weg gebracht, oder war er von Anfang an Teil von ihr?</emphasis>, fragte sich Rhonin. Nozdormu kannte die Antwort vielleicht, aber der Aspekt der Zeit w�rde niemandem etwas dar�ber verraten. Sogar �ber seinen eigenen Beitrag sprach er nie, deutete nur an, dass die Drei eine Rolle gespielt h�tten. Ohne das Portal ging auch von ihnen keine Gefahr mehr aus.</p><p>Der Zauberer stand auf und betrachtete das Treibgut, das dem Strand entgegen schwappte. Es handelte sich haupts�chlich um Pflanzenteile, aber auch um Tr�mmer aus dem Reich der Nachtelfen. Kleidungsreste, M�belteile, verrottende Nahrung und gelegentlich sogar Leichen. Zum Gl�ck hatte Rhonin noch nicht viele gesehen und noch keine an dieser Stelle. Jarod lie� Soldaten am Strand patrouillieren. Sie sammelten die Leichen ein und gaben ihnen ein schnelles, aber ordentliches Begr�bnis. Das war nicht nur ein Akt des Anstands, sondern diente auch der Sicherheit. Die Toten stellten ein Gesundheitsrisiko dar, eine Sorge, die die Fl�chtlinge besch�ftigte.</p><p>Etwas trieb an dem Zauberer vorbei. Es tanzte auf den seichten Wellen, bevor es in den Sand sank. Rhonin h�tte sich kaum darum gek�mmert, wenn er nicht etwas Ungew�hnliches wahrgenommen hatte. Der Gegenstand trug Magie in sich.</p><p>Er watete ins Wasser und beugte sich vor.</p><p>Brox� Axt.</p><p>Ein Irrtum war ausgeschlossen. Rhonin hatte die erstaunliche Waffe schon oft genug in Aktion erlebt. Trotz der enormen Gr��e passte sich die Axt seinem Griff an und war leicht wie eine Feder. Sie f�hlte sich noch nicht einmal nass an.</p><p>�Das kann nicht sein�, murmelte er und warf einen misstrauischen Blick hinaus aufs Meer.</p><p>Aber kein Geist tauchte aus den Fluten auf, um ihm eine Erkl�rung f�r diesen erstaunlichen Fund zu geben. Der Zauberer blickte auf die Axt, dann auf das Meer, dann wieder auf die Axt.</p><p>Schlie�lich richtete sich Rhonins Blick in die Richtung, wo das verschwundene Portal gelegen hatte. Vor seinem geistigen Auge sah er Brox, der auf einem Berg get�teter D�monen stand und die restlichen angriffslustig provozierte.</p><p>Der Zauberer hob die Axt so hoch er es vermochte. Aus seiner eigenen Zeit wusste er, dass Orcs so ihre gefallenen Helden gr��ten. Dreimal hob Rhonin die Axt, bevor er sie langsam wieder sinken lie�.</p><p>�Ich werde deine Lieder singen�, fl�sterte er. Der Zauberer hatte nicht vergessen, was Brox ihm und Krasus gesagt hatte. �Generationen werden deine Lieder singen. Daf�r werden wir sorgen.�</p><p>Er schulterte die Axt und ging los, um Krasus zu suchen.</p></section><section><title><p>22</p></title><p>Illidan stieg ab. Seine verh�llten Augen durchk�mmten den dichten Wald nach Bedrohungen. Selbst wenn er dort eine Gefahr entdeckt h�tte, w�ren seine F�higkeiten zweifellos ausreichend gewesen, um damit zurechtzukommen. Der Brunnen war zwar versiegt, aber das, was Illidan von Rhonin und der Brennenden Legion gelernt hatte, glich diesen Verlust zum gr��ten Teil aus. Abgesehen davon w�rden Bedenken dieser Art schon in wenigen Minuten keine Rolle mehr spielen.</p><p>Der Zauberer band sein Reittier an einem Baum fest. Jarod Shadowsong und die anderen Offiziere der Streitmacht diskutierten �ber so profane Dinge wie Nahrung und Unterk�nfte. Illidan interessierte sich nicht daf�r. Er war aus einem wesentlich wichtigeren Grund an diesen Ort gekommen, einem Grund, der alles andere zur Nichtigkeit verblassen lie�.</p><p>Er wollte die Essenz der Nachtelfen bergen.</p><p>Malfurions Zwilling hielt jeden f�r naiv, der nicht an eine R�ckkehr der D�monen glaubte. Die Brennende Legion hatte sich bereits einmal an Kalimdor gelabt. Sie w�rde alles f�r einen zweiten Bissen tun. Doch das n�chste Mal w�rde sie noch brutaler und grausamer zuschlagen, davon war er �berzeugt.</p><p>Illidan wollte bereit sein, wenn diese zweite Invasion erfolgte.</p><p>Der tiefblaue See, der sich auf dem h�chsten Gipfel des Hyjals befand, hatte den Krieg �berdauert. Weder die Verteidiger, noch die D�monen hatten ihn entdeckt. In seiner Mitte lag eine gr�ne, idyllische Insel. Illidan hielt es f�r Schicksal, dass er den See als Erster entdeckt hatte. Das Gew�sser war perfekt f�r seine Bed�rfnisse geeignet.</p><p>Er ber�hrte die G�rteltasche an seiner H�fte. Ihr wertvoller Inhalt lockte ihn mit einem Sirenenlied, das ihm immer wieder versicherte, er habe die richtige Entscheidung getroffen. Sein Volk w�rde ihn mit Dankbarkeit und Huldigungen �bersch�tten, und er w�rde zu einem der gr��ten Helden aller Zeiten aufsteigen, vielleicht sogar Malfurion �berragen.</p><p>Malfurion � sein Zwilling wurde verehrt, als habe er ganz allein die Welt gerettet. Die Nachtelfen erkannten auch Illidan an, aber die meisten verstanden nicht, was er versucht hatte. Ger�chteweise hie� es, er w�re tats�chlich zu den D�monen �bergelaufen und sei nur durch seinen Bruder vor der ewigen Verdammnis bewahrt worden. Illidans Kampf blieb unbeachtet. Seine Augen � seine fantastischen Augen � waren f�r die meisten nur ein weiterer Beweis f�r seinen angeblichen Pakt mit dem Herrn der Legion.</p><p>Sein ach so perfekter Bruder sprach �ffentlich zwar sehr freundlich �ber ihn, aber das steigerte Malfurions Beliebtheit nur noch weiter. Selbst das Geweih, das sich auf seiner Stirn gebildet hatte, schreckte die Nachtelfen nicht ab. Sie sahen darin ein g�ttliches Zeichen, so als w�re Malfurion bereits einer der Halbg�tter � einer der Halbg�tter, die so schnell in jener Schlacht umgekommen waren, die ein Illidan problemlos �berlebt hatte �</p><p><emphasis>Alles wird sich �ndern</emphasis>, dachte er nicht zum ersten Mal. <emphasis>Sie werden erkennen, was ich getan habe � und mir tausendfach danken.</emphasis></p><p>Aufgeregt und voller Erwartung �ffnete der Zauberer die Tasche und zog die gleiche Phiole heraus, die er Tyrande gezeigt hatte. Nicht nur die Phiole war die gleiche, auch der Inhalt war identisch.</p><p>Der Brunnen der Ewigkeit war verschwunden, aber Illidan Stormrage hatte einen kleinen Teil davon f�r sich gerettet.</p><p><emphasis>Es wird funktionieren, das wei� ich.</emphasis> Er hatte die bemerkenswerten Eigenschaften des Brunnens am eigenen Leib erfahren. Auch diese winzige Menge w�rde f�r das, was er plante, ausreichen. Der Verschluss, wie K�nigin Azshara geformt, tanzte f�r ihn. Der Nachtelf zog ihn aus der Phiole und lie� ihn ins Gras fallen. Dann hielt er die Phiole �ber den See.</p><p>Und sch�ttete den Inhalt hinein.</p><p>Der See begann dort, wo ihn die Tropfen ber�hrten, zu gl�nzen und zu leuchten. Das ruhige Blau verschwand. Die Ver�nderung dehnte sich aus, erreichte die Insel und glitt dar�ber hinweg. Innerhalb weniger Sekunden gewann der See eine blaue, magische Aura.</p><p>Illidans geschulte Sinne nahmen die Ver�nderung als wahrhaft atemberaubendes Spektakel wahr. Er hatte eine Neuerschaffung des Brunnens erwartet, doch was er hier sah, war faszinierend.</p><p>Und doch erst der Anfang.</p><p>Er griff in seine Tasche und zog eine zweite Phiole hervor.</p><p>Dieses Mal zog er ohne zu z�gern den Verschluss aus der Flasche und sch�ttete den Inhalt in den See. Die blaue Aura nahm an Intensit�t zu. Blitze aus reiner Energie zuckten �ber die Wasseroberfl�che. Illidan f�hlte eine wunderbare W�rme, wie er sie seit der Zerst�rung des Brunnens nicht mehr wahrgenommen hatte.</p><p>Seine Lippen �ffneten sich. Er wollte sich in den See werfen, riss sich aber zusammen. Seine Hand tastete nach der Tasche.</p><p>Was w�rde wohl eine dritte Phiole ausrichten?</p><p>Er zog den Verschluss heraus �</p><p>�Was im Namen von Mutter Mond tust du hier?�</p><p>Illidan hatte sich so sehr auf seine Aufgabe konzentriert, dass er nicht die Ankunft anderer Nachtelfen bemerkt hatte. Erschrocken fuhr er herum, die Phiole immer noch in der Hand. Vor ihm stand eine Gruppe Berittener. Jarod Shadowsong f�hrte sie an.</p><p>�Captain ��, begann der Zauberer.</p><p>Einer der Hochgeborenen blickte an Illidan vorbei. �Er hat den See ver�ndert.� Sein Gesichtsausdruck wurde bewundernd. �Der See f�hlt sich wie der Brunnen an ��</p><p>�M�ge Elune uns besch�tzen!�, bellte ein Adliger, der neben Jarod ritt. �Er erschafft ihn neu!�</p><p>Der Kommandant stieg ab. �Illidan Stormrage, h�r sofort damit auf! Wenn dein Bruder nicht ��</p><p>�Mein Bruder �� Eine schreckliche Wut stieg in dem Magier auf. Die N�he zum See steigerte sie. Kraft durchfloss ihn, so wie fr�her. Nichts konnte ihn aufhalten. �Mein unfehlbarer Bruder ��</p><p>Die anderen folgten Jarod Shadowsongs Beispiel und stiegen ab. Ihre angespannten Gesichter machten Illidan nerv�s. Sie wollten ihn von der Macht des Sees trennen. Er blickte zu den Hochgeborenen und stellte sich vor, wie sie diese Macht f�r sich beanspruchen w�rden �</p><p>�Nein ��</p><p>Einer der Nachtelfen z�gerte. �Bei Elune! Was hat er nur f�r Augen, die selbst unter einem Schal leuchten?�</p><p>Illidan starrte den Hochgeborenen an.</p><p>Deren Anf�hrer hob die Hand, um sich zu verteidigen. �Vorsicht ��</p><p>Flammen schlugen rund um die Zauberer hoch. Sie schrien.</p><p>Jarod und die anderen Adligen griffen ihn an. Jarod quittierte diese l�cherliche Attacke mit einem herablassenden Schnauben und einer Geste.</p><p>Der Boden unter ihren F��en explodierte. Jarod wurde zur�ckgeworfen. Blackforest, der Anf�hrer der Adligen, wirbelte durch die Luft und prallte mit lautem Krachen gegen einen Baum.</p><p>�Ihr Narren! Ihr ��</p><p>Illidans F��e sanken pl�tzlich im Boden ein. Er sah nach unten. �ste legten sich um seinen K�rper, banden seine Arme und Beine zusammen. Illidan versuchte zu sprechen, aber sein Mund war voller Laub. Der Zauberer konnte sich noch nicht einmal konzentrierten, denn in seinen Ohren summte es, als Schw�rmten tausend Insekten durch seine Geh�rg�nge.</p><p>Illidan brach keuchend in die Knie. Durch das Summen glaubte er zu h�ren, dass sich jemand n�herte. Und er wusste ohne jeden Zweifel, um wen es sich dabei handelte.</p><p>�Ach, Illidan �� Malfurions Stimme klang trotz der St�rger�usche laut und klar. �Illidan � warum?�</p><empty-line/><p>Der Druide blickte auf den See hinaus, dessen blaue Aura verriet, dass er verseucht worden war. Niemand konnte jetzt noch daraus trinken. Wie schon der Brunnen der Ewigkeit war er zu einer Quelle der Macht geworden, nicht des Lebens.</p><p>�Ach, Illidan ��, wiederholte er mit einem Blick auf seinen gefesselten Zwilling.</p><p>�Dath�Remar lebt noch�, erkl�rte Tyrande, die neben dem Hochgeborenen kniete. �Ein zweiter Zauberer hat ebenfalls �berlebt, die anderen sind tot.� Sie erschauderte. �Sie sind in ihrer eigenen Haut verbrannt.�</p><p>Malfurion hatte nur mit den Drachen und Krasus hierher kommen wollen, aber ebenso wie der Druide hatte die Priesterin gesp�rt, dass Illidan etwas plante. Zusammen mit einigen Priesterinnen war sie den Drachen gefolgt, aber leider zu sp�t eingetroffen.</p><p>Ebenso wie Malfurion.</p><p>�Lord Blackforest ist tot. Ich glaube, die anderen werden es schaffen�, verk�ndete eine andere Priesterin.</p><p>�Mein Bruder lebt�, sagte Maiev m�hsam. Sie und Shandris k�mmerten sich um den bewusstlosen Jarod. Sein Gesicht war verquollen, seine R�stung noch mitgenommener als vorher. Getrocknetes Blut bedeckte mehrere Wunden, die dank der Gebete der Priesterinnen bereits heilten.</p><p>Jarods Schwester erhob sich mit einem schrecklich finster blickenden Gesicht. Sie ging auf Illidan zu und zog ihre Waffe.</p><p>�Nein, Maiev!�, befahl Tyrande.</p><p>�Er wollte meinen Bruder ermorden!�</p><p>Die Hohepriesterin trat neben sie. �Doch das ist ihm nicht gelungen. Du wirst �ber sein Schicksal nicht bestimmen. Das ist Jarods Aufgabe.� Sie sah Malfurion an. �So ist es doch?�</p><p>Er nickte traurig. �Es ist sein Recht, und ich werde nichts dagegen unternehmen.� Der Druide sch�ttelte den Kopf. �Deshalb blieb er also am Rand des Brunnens ��</p><p>�Ich wusste nicht, dass er noch mehr gesch�pft hatte�, sagte Tyrande entschuldigend.</p><p>Malfurion �berkam eine pl�tzliche Ahnung, und er ging neben seinem Bruder in die Knie. Dessen Atem ging regelm��ig, aber er spannte sich an, als er Malfurions N�he sp�rte. Der Druide griff in die G�rteltasche.</p><p>�Vier weitere Phiolen � Er h�tte den See in einen neuen Brunnen verwandelt.�</p><p>�Kann man etwas gegen die Ver�nderung unternehmen?� Krasus war im Hintergrund geblieben und hatte die Ereignisse beobachtet. Jetzt meldete er sich zu Wort. �Nein � nichts. Was geschehen ist, kann man nicht ungeschehen machen.�</p><p>Alexstrasza f�gte jedoch hinzu: �Aber wir k�nnen daf�r sorgen, dass er eine <emphasis>andere</emphasis> Kraft enth�lt. Eine, die sich nicht so manipulieren l�sst wie die des Brunnens.� Die Augen des Magiers weiteten sich. �Ja, nat�rlich!� Malfurion verlie� seinen Bruder. �Und was w�re das?� Die drei Drachen sahen einander an und nickten zustimmend. Alexstrasza wandte sich wieder an die Nachtelfen. �Wir werden einen Baum pflanzen.�</p><p>�Einen Baum?� Der Druide sah Krasus an und hoffte auf eine Erkl�rung.</p><p>Doch der Magier sagte nur ruhig. �Nicht irgendeinen, sondern <emphasis>den</emphasis> Baum.�</p><empty-line/><p>Es wurde eine Zeremonie, die auch Illidans schreckliche Taten abmildern sollte. Den Zauberer brachte man weg, um weitere Zwischenf�lle zu vermeiden. Jarods Schwester erkl�rte sich bereit, ihn zu bewachen, bis sein Schicksal beschlossen war. Jarod, den Shandris und Maiev geheilt hatten, bestand darauf, diese Entscheidung gemeinsam mit Malfurion zu f�llen, sobald die Zeit reif war.</p><p>Abgesehen von Krasus, Rhonin und den Drachen nahmen nur Nachtelfen an der Zeremonie teil. Das Geschenk der Aspekte war nur f�r ihr Volk gedacht, das so sehr gelitten hatte und mit solcher Sorge in die Zukunft blickte. Adlige, Hochgeborene und die Angeh�rigen der ehemals niedrigen Kasten hatten sich versammelt. Die anderen �berlebenden waren am Fu� des Berges zur�ck geblieben. Sie bekamen nichts mit von dem feierlichen Akt, wussten aber, dass er auch ihr weiteres Leben beeinflussen w�rde.</p><p>�Malfurion und die anderen, die man dazu eingeladen hatte, reisten zur Mitte des Sees. Trotz der H�he des Gipfels war es recht warm, wahrscheinlich eine Nebenwirkung der magischen Aufladung.�</p><p>�Er ist wundersch�n�, fl�sterte Tyrande.</p><p>�Wenn das doch nur alles w�re�, antwortete Malfurion d�ster. Er hatte sich bereits Gedanken �ber das Schicksal seines Bruders gemacht, und es schmerzte ihn, diese Entscheidung treffen zu m�ssen. Aber es war klar, dass man Illidan nicht mehr l�nger vertrauen konnte. In seinem Wahnsinn hatte er andere get�tet. Sein Glaube an eine zweite Invasion und die Annahme, dass sich die Nachtelfen nur mit einem neuen Brunnen davor sch�tzen k�nnten, war keine Rechtfertigung f�r seine schrecklichen Verbrechen.</p><p>Die Nachtelfen waren immer noch Wesen der Dunkelheit, auch wenn sie sich daran gew�hnt hatten, ihre Schlachten bei Tage zu f�hren. Trotzdem hatten die Drachen und Jarod beschlossen, sich zur Mittagszeit zu treffen. Alexstrasza hatte erkl�rt, dass die Sonne im Zenit wichtig f�r ihre Zeremonie sei, und der Nachtelf wollte sich mit den Riesen nicht streiten.</p><p>Die Insel war relativ gro�, aber auf ihr wuchs nur hohes Gras. In ihrer Mitte stellte sich die Gruppe nach Alexstraszas Anweisungen auf. Die Drachen nahmen eine Position ein, die sich ihren Angaben zufolge genau im Zentrum der Insel befand. Nur eine kleine L�cke blieb zwischen ihnen frei.</p><p>Der Aspekt des Lebens er�ffnete die Zeremonie. �Kalimdor hat sehr gelitten�, begann Alexstrasza. Die Gruppe nickte. Ernst fuhr sie fort: �Und die Nachtelfen mehr als alle anderen. Euer Volk war an der Katastrophe zwar nicht unbeteiligt, aber der Leidensweg, der hinter euch liegt, gleicht diese Schuld aus.�</p><p>Einige warfen den Hochgeborenen unsichere Blicke zu, aber niemand widersprach.</p><p>Alexstrasza �ffnete ihre Klauen. Auf ihrer Handfl�che lag ein Samenkorn, so winzig wie ein S�ugling. Malfurion sp�rte ein Kribbeln, als er es betrachtete.</p><p>�Es stammt von G�hanir, dem Mutterbaum�, erkl�rte die Drachenk�nigin.</p><p>Der Druide wusste, dass es sich dabei um die Heimat der toten Halbg�ttin Aviana handelte.</p><p>�G�hanir existiert nicht mehr, er starb gemeinsam mit seiner Herrin. Aber dieses Samenkorn hat �berlebt. Daraus werden wir einen neuen Baum erschaffen.�</p><p>Nozdormu holte mit seiner Klaue aus und grub ein Loch, das perfekt f�r das Samenkorn geeignet war. Sanft legte es Alexstrasza hinein, dann bedeckte Ysera es mit Erde.</p><p>Die drei Aspekte blickten zur Sonne. Dann neigten sie ihre K�pfe dem eingepflanzten Samenkorn entgegen.</p><p>�Ich schenke den Nachtelfen St�rke und ein gesundes Leben, so lange dieser Baum steht�, verk�ndete Alexstrasza.</p><p>Eine sanfte rote Aura verlie� sie und senkte sich auf die Erde hinab. Gleichzeitig wurde das Sonnenlicht �ber der Insel heller. Die Strahlen breiteten sich �ber dem See nach allen Himmelsrichtungen aus. Einige Nachtelfen wichen nerv�s zur�ck, aber niemand sagte etwas.</p><p>Eine wundervolle W�rme durchstr�mte Malfurion. Er ergriff Tyrandes Hand. Sie entzog sie ihm nicht, sondern erwiderte seinen Druck.</p><p>Bewegung kam in dem kleinen Erdh�gel auf. Dreck wurde zur Seite gesto�en, so als versuche eine winzige Kreatur, das Sonnenlicht zu erreichen.</p><p>Aus der Saat spross ein kleiner, junger Baum. Er wuchs, bis er eine H�he von etwa einem Meter erreichte und sich an seinem Stamm �ste gebildet hatten. Dichtes gr�nes Laub formte seine Krone.</p><p>Alexstrasza zog sich zur�ck. Nozdormu meldete sich leicht zischend zu Wort. �Die Zeit wird wieder auf Seiten der Nachtelfen sssein, denn ich schenke ihnen auch weiterhin die Unsterblichkeit, ssso lange der Baum steht. M�gen sssie die Zeit zum Lernen nutzen ��</p><p>Eine goldene Aura verband sich mit dem Sonnenlicht und floss in die Erde.</p><p>Der Baum wuchs erneut. Doppelt so gro� wie ein Nachtelf war er jetzt. Die Zuschauer starrten mit offenen M�ndern auf dieses Schauspiel. Sein Laub wurde immer dichter und gr�ner. Die �ste wurden dicker und zeugten von der St�rke und der Gesundheit dieses Baums. Die Wurzeln dehnten sich aus und stie�en aus der Erde hervor. Unter ihnen entstand ein Hohlraum, der so gro� war, dass sich mehrere Nachtelfen h�tten hineinsetzen k�nnen.</p><p>Nozdormu nickte zufrieden und zog sich zur�ck. Nur Ysera stand jetzt noch dort.</p><p>Mit geschlossenen Augen betrachtete der Drache den Baum. Trotz seines rapiden Wachstums �berragten ihn die Drachen um L�ngen.</p><p>�Den Nachtelfen, die ihre Hoffnung verloren haben, schenke ich die F�higkeit des Tr�umens. Sie sollen tr�umen und Fantasie haben, denn nur so werden sie sich erholen, wachsen und einen Neuanfang wagen k�nnen.�</p><p>Es sah aus, als wolle auch sie einen Teil ihrer Aura spenden, doch dann wandte sie sich Malfurion zu. �Und denen, die dem Pfad desjenigen folgen, der bei mir und den meinen einen besonderen Platz einnimmt, schenke ich die Gabe des <emphasis>Smaragdgr�nen Traums</emphasis>. Alle Druiden sollen in der Lage sein, ihn zu erreichen. Selbst in tiefem Schlaf werden sie diese Welt betreten k�nnen und von ihr lernen. So werden sie imstande sein, Kalimdors Sicherheit und Wohlergehen auch in Zukunft zu bewahren.�</p><p>Malfurion schluckte. Zu einer anderen Reaktion war er nicht in der Lage. Die Umstehenden sahen ihn an. Sogar Tyrande dr�ckte stolz seine Hand.</p><p>Ysera wandte sich wieder dem Baum zu. Ein gr�ner Nebel stieg aus ihr auf. Auch ihr Geschenk verband sich mit dem Sonnenlicht und h�llte den Baum ein. Erst dann verschwand der Nebel im Boden.</p><p>Die Zuschauer sp�rten, wie die Erde erbebte. Malfurion trat mit Tyrande ein St�ck zur�ck, und die anderen folgten seinem Beispiel wenig sp�ter. Sogar die Drachen wichen zur�ck, wenn auch nicht so weit wie die kleineren Wesen.</p><p>Der Baum wuchs. H�her und h�her strebte er dem Himmel entgegen, bis Malfurion glaubte, dass selbst diejenigen, die im Tal geblieben waren, seine ausladende m�chtige Krone zu sehen vermochten. Sie war so gro�, dass alles in ihrem Schatten h�tte liegen m�ssen, aber irgendwie drang das Sonnenlicht doch bis zum Boden durch und glitzerte auf dem Wasser des Sees.</p><p>Die Wurzeln dehnten sich ebenfalls aus, um den riesigen Baum zu st�tzen. Sie ragten so hoch in die Luft, das man eine ganze Festung unter ihnen h�tte erbauen k�nnen. Und noch immer wuchs der Baum.</p><p>Als er schlie�lich aufh�rte, wirkten selbst die Drachen klein wie V�gel. Sie h�tten sich in seiner Krone verstecken k�nnen.</p><p>�Vor euch steht Nordrassil. Der Weltenbaum ist erschaffen worden�, erkl�rte der Aspekt des Lebens feierlich. �So lange er steht, so lange die Nachtelfen ihn ehren, wird das Gl�ck auf ihrer Seite sein. Ihr werdet euch ver�ndern, ihr werdet unterschiedlichen Pfaden folgen, aber ihr werdet immer ein Teil Kalimdors sein.�</p><p>Krasus stand auf einmal hinter Malfurion. Fl�sternd sagte er zu dem Druiden: �Und der Baum, dessen Wurzeln tief in den Boden ragen, wird daf�r sorgen, dass sich der See nicht ver�ndert. Die Sonne wird stets ein Teil dieses Brunnens sein. Die schwarzen Wasser wird es hier nicht geben.�</p><p>Malfurion h�rte es mit gro�er Erleichterung. Er sah Tyrande an, die seinen Blick mit einem merkw�rdigen Gesichtsausdruck erwiderte. Seine Wangen r�teten sich. Sie k�sste ihn, bevor er verstand, was geschah.</p><p>�Was auch immer diese lange Zukunft bringen mag, die man unserem Volk versprochen hat�, fl�sterte sie, �ich m�chte alles mit dir erleben.�</p><p>Blut schoss in seine Wangen. �Und ich mit dir, Tyrande.�</p><p>Malfurion erwiderte ihren Kuss, aber in diesem Moment schob sich ein anderes Gesicht in seine Gedanken. Das Volk der Nachtelfen w�rde das Geschenk der Aspekte feiern und �berall davon erz�hlen, doch ihn interessierten diese Ereignisse pl�tzlich kaum noch. Er dachte an Illidan und dessen Schicksal.</p><p>Tyrande lie� ihn los. Ihr Mund verzog sich. �Ich wei�, was dich pl�tzlich mit Trauer erf�llt. Was getan werden muss, muss getan werden, Malfurion, aber lass nicht zu, dass seine Verbrechen dein Herz zerst�ren.�</p><p>Er zog St�rke aus ihren Worten. �Das wird nicht geschehen. Das verspreche ich dir.�</p><p>Malfurion bemerkte, dass Krasus und Rhonin sich ruhig aus der Runde zur�ckzogen. Er betrachtete die Drachen und stellte fest, dass auch Nozdormu verschwunden war. Niemand schien es bemerkt zu haben.</p><p>Gewiss gab es einen Zusammenhang.</p><p>�Malfurion, was ist?�</p><p>�Komm mit, Tyrande, w�hrend niemand hinsieht.�</p><p>Sie fragte nicht, warum. Gemeinsam folgten die beiden Nachtelfen Krasus und dem Zauberer.</p><empty-line/><p>Die Stimme hallte durch Krasus� Kopf. <emphasis>Wir haben esss bereitsss zu lange hinausgez�gert. Wir m�ssen jetzt handeln.</emphasis></p><p>Nozdormu.</p><p>�Rhonin ��</p><p>Der Mensch nickte. �Ich habe ihn auch geh�rt.�</p><p>Sie zogen sich zur�ck, w�hrend die Nachtelfen �ber den Baum sprachen. Krasus h�tte sich gern noch l�nger mit Malfurion unterhalten, aber es war wichtig, dass er nach Hause zur�ckkehrte.</p><p>Vor der Zeremonie hatte Nozdormu ihn aufgesucht. Der Aspekt der Zeit hatte allein mit Krasus sprechen wollen. �Wir stehen in deiner Schuld, Korialstrasz.�</p><p>Mit �wir� meinte er nicht nur die anderen Aspekte, sondern auch seine Existenzen in den unterschiedlichen Zeitebenen. Er war ein einzigartiges Wesen.</p><p>�Ich habe getan, was getan werden musste, ebenso wie Rhonin und Brox.�</p><p>�Ich spreche auch gerade mit dem Magier�, sagte der Drache wie beil�ufig. F�r ihn war es normal, sich gleichzeitig an zwei Orten aufzuhalten. �Ich sssage ihm, wasss ich auch dir sssage. Ich werde daf�r sssorgen, dass ihr zur�ck nach Hause kommt.�</p><p>Obwohl Krasus dankbar war, nagte es an ihm, das er Alexstrasza nichts von dem Schicksal erz�hlen konnte, das sie und die anderen Drachen in der Zukunft erwartete. �Ich bin � <emphasis>danke</emphasis>.�</p><p>Der bronzefarbene Riese sah ihn ernst an. �Ich wei�, wasss du vor ihr, vor unsss verbirgst. Esss ist mein Schicksal und mein Fluch, diese Dinge zu wissen, ohne sie �ndern zu k�nnen. Ich m�chte dich um Vergebung bitten f�r das Leid, dasss ich dir in der Zukunft zuf�gen werde. Ich muss mein Schicksal erf�llen � ebenso wie Malygos.�</p><p>�Malygos!� Krasus dachte auf einmal an die Eier, die er in der winzigen Dimension versteckt hatte. �Nozdormu ��</p><p>�Ich wei�, was du getan hast. Gib sie mir, dann werde ich sie an Alexstrasza weiterleiten. Wenn esss Malygos wieder besser geht, werden wir ihm seine Jungen �berreichen. Verglichen mit allem anderen, das geschehen ist, kann man diese kleine �nderung der Zeitlinie tolerieren. Esss freut mich, dass die Blauen wieder durch die L�fte fliegen werden, auch wenn ihre Zahl auch nach zehntausend Jahren nicht gro� sein wird. Aber ssselbst wenige sind besser als keine.�</p><p>Krasus h�tte seine geliebte K�nigin gern ein letztes Mal gesehen, aber er bef�rchtete, dass er dann vielleicht etwas angedeutet h�tte, was sie nicht wissen durfte. Doch jetzt, wo er und Rhonin auf die Ankunft des Aspekts der Zeit warteten, bedauerte er seine Entscheidung.</p><p>Rhonin sah ihn an. �Ich w�rde verstehen, wenn du noch kurz zu ihr gehen wolltest.�</p><p>Der hagere Magier sch�ttelte den Kopf. �Wir haben die Zukunft schon genug ver�ndert. Was geschehen wird, wird geschehen.�</p><p>�Hmm, du bist st�rker als ich.�</p><p>�Nein, Rhonin�, murmelte Krasus kopfsch�ttelnd, �das bin ich nicht.�</p><p>�Seid ihr bereit?�, fragte Nozdormu pl�tzlich.</p><p>Sie drehten sich um. Der Aspekt stand geduldig wartend hinter ihnen.</p><p>�Wie lange bist du schon hier?�, fragte der Magier.</p><p>�Ssso lange, wie ich esss f�r n�tig hielt.� Nozdormu erkl�rte nicht, was er damit meinte, sondern breitete die Fl�gel aus. �Sitzt auf, dann bringe ich euch zur�ck in eure Zeit.�</p><p>Rhonin wirkte zweifelnd. �Einfach so?�</p><p>�Alsss der Brunnen verschwand, versiegte auch der Kontakt der Drei zu dieser Welt. Sssie k�nnen nicht mehr auf den Flussss der Zeit zugreifen. Die Risse in der Realit�t verschwanden. Der Weg in die Zukunft f�llt mir jetzt leicht.�</p><p>Am Boden hob Rhonin Brox� Axt.</p><p>�Was ssssoll das?�, fragte der Aspekt.</p><p>Beide Zauberer sahen ihn entschlossen an. �Wir nehmen die Axt mit�, sagte Krasus, �oder wir bleiben hier und mischen uns noch ein wenig ein.�</p><p>�Nun gut, dann nehmt sie mit.�</p><p>Sie stiegen auf, doch im gleichen Moment bemerkte Krasus zwei Gestalten, die sich im Wald versteckten. Er sp�rte sofort, um wen es sich dabei handelte.</p><p>�Nozdormu ��</p><p>�Ja, ja, der Druide und die Priesssterin. Das wei� ich l�ngssst. Verabschiedet euch von ihnen, aber beeilt euch. Wir haben keine Zeit mehr.�</p><p>Den Aspekt schien die Anwesenheit der Nachtelfen nicht zu st�ren, aber Krasus f�hlte sich trotzdem nicht wohl dabei. �Ihr habt geh�rt ��</p><p>�Wir haben alles geh�rt�, unterbrach ihn Malfurion, �aber nicht alles verstanden.�</p><p>Der Magier nickte. �Wir konnten nur wenig erkl�ren, und daran hat sich nichts ge�ndert. Nur eines solltet ihr wissen. Wir werden uns wiedersehen.�</p><p>�Unser Volk wird �berleben?�, fragte Tyrande.</p><p>Der Magier dachte �ber seine Antwort nach, dann sagte er: �Ja, und die Nachtelfen werden sich sehr f�r die Welt einsetzen. Mit diesen Worten verabschiede ich mich.�</p><p>Rhonin hob zum Abschied Brox� Axt.</p><p>Nozdormu streckte seine Fl�gel ein zweites Mal aus. Die Nachtelfen wichen zur�ck. Sie wollten den Reitern zuwinken, doch dazu kamen sie nicht, denn schon verschwanden Drache und Reiter.</p></section><section><title><p>23</p></title><p>Rhonin erwachte auf einer Wiese.</p><p>Im ersten Moment glaubte er, etwas sei fehlgeschlagen. Doch als er sich aufrichtete, erwartete ihn ein vertrauter Anblick.</p><p>Ein Haus. <emphasis>Sein</emphasis> Haus.</p><p>Er war wieder daheim.</p><p>Dann sah er Jalia, die Frau aus der Stadt, die sich w�hrend der Schwangerschaft um Vereesa gek�mmert hatte. Es schien ihr gut zu gehen. Sie wirkte freudig erregt. Rhonin versuchte auszurechnen, wie viel Zeit nach seinem Verschwinden vergangen war, kam jedoch zu keinem Ergebnis. Er fragte sich, wie alt die Kinder wohl mittlerweile waren.</p><p>Zu seinem Entsetzen h�rte er Vereesa pl�tzlich schreien: �Jalia! Schnell!�</p><p>Ohne zu z�gern sprang er auf und folgte der Frau. Sie war �bergewichtig, bewegte sich dennoch schnell. Sie lief durch die Haust�r, als Vereesa gerade ein zweites Mal nach ihr rief.</p><p>Der Zauberer st�rmte nur Momente sp�ter in den Raum, bereit, Braut und Spr�sslinge zu verteidigen. Er sah sich um, doch das Chaos und die Br�nde, die er erwartet hatte, waren nicht zu sehen. Alles war sauber.</p><p>�Vereesa! Vereesa?�</p><p>�Rhonin! Gepriesen sei der Sonnenbrunnen. Rhonin, ich bin hier!�</p><p>Er lief ins Schlafzimmer. Seine Angst steigerte sich, als er Vereesa st�hnen h�rte.</p><p>�Vereesa!� Er st�rmte durch die T�r. �Die Zwillinge � sind sie �?�</p><p>�Sie kommen gerade.�</p><p>Er starrte sie aus geweiteten Augen an. Seine Frau lag im Bett. Sie war immer noch schwanger, aber wohl nicht mehr sehr lange.</p><p>�Wie ��, begann er, aber Jalia schob ihn zur Seite.</p><p>�Wenn du das nicht wei�t, Meister Rhonin, dann h�ltst du dich besser zur�ck und l�sst mich alles regeln.�</p><p>Der Zauberer widersprach nicht. Er lehnte sich gegen die Wand und wartete darauf, zu Hilfe gerufen zu werden. Aber nach kurzer Zeit erkannte er, dass Jalia und Vereesa die Situation im Griff hatten.</p><p>�Das Erste kommt�, verk�ndete Vereesa.</p><p>Rhonin sah zu und wartete. Seine Gedanken drehten sich um all die au�erordentlichen Ereignisse, die er in letzter Zeit erlebt hatte. Er war durch die Zeit gereist, hatte die erste Invasion der Brennenden Legion �berlebt und die Welt mitsamt der Zukunft gerettet.</p><p>Doch nichts davon stellte ein solches Wunder dar, wie jenes, das er gerade erlebte. Innerlich dankte er den Sternen, dass er und die anderen erfolgreich gewesen waren.</p><empty-line/><p>Und in dieser l�ngst vergangenen Zeit leitete Jarod Shadowsong eine Versammlung, deren Grund ein d�sterer war. Die Anf�hrer der Streitmacht � und deren Verb�ndeter � hatten sich zusammen gefunden, um das Urteil zu h�ren.</p><p>Soldaten flankierten denjenigen, �ber den hier Gericht gehalten wurde. Seinen Mund hatte man mit einem Tuch zugebunden, seine Arme und H�nde in Ketten gelegt, in einer Weise, die keine Gesten zulie�. Unsichtbare Zauber, von Malfurion und anderen gesprochen, sorgten daf�r, dass sich der furchtbare Zwischenfall am See nicht wiederholen konnte.</p><p>Die Ankl�ger hatten einen Kreis um Illidan gebildet. Er stand in der Mitte und starrte den Kommandanten selbst durch verbundene Augen herablassend an. Einer der Soldaten entfernte vorsichtig den Stoff von seinem Mund.</p><p>�Illidan Stormrage�, begann Jarod. Er klang l�ngst nicht mehr wie der einfache Wachoffizier, der er einmal gewesen war. �Oft hast du mutig gegen das B�se gek�mpft, das in unsere Welt einfiel, aber leider hast du dich noch �fter als eine Gefahr f�r dein eigenes Volk erwiesen.�</p><p>�Eine Gefahr? Ich bin doch der Einzige, der die Wahrheit erkennt. Ich habe vorausgeplant! Ich habe versucht, unser Volk zu <emphasis>retten</emphasis>. Ich ��</p><p>�Du hast die angegriffen, die anderer Meinung waren und einige sogar get�tet. Du hast etwas wiedererschaffen, was besser vergessen geblieben w�re.�</p><p>Illidan spuckte aus. �Wenn die D�monen zur�ckkehren, werdet ihr mich anbeten wie einen Gott. Ich wei�, wie sie denken und wie sie handeln. N�chstes Mal werden sie sich nicht vertreiben lassen. Wir werden genauso k�mpfen m�ssen wie sie. Dieses Einsicht habe nur ich.�</p><p>�Und uns geht es besser ohne sie.� Jarod sah sich um, als suche er jemanden. Er fand ihn offenbar nicht, denn er seufzte und fuhr fort: �Illidan Stormrage, die Entscheidung obliegt mir, und ich glaube, man kann nur eines mit dir tun. Es schmerzt mich, aber ich verurteile dich hiermit zum Tode.�</p><p>�Wie originell�, kommentierte der Zauberer sarkastisch.</p><p>�Du wirst auf eine Art zu Tode gebracht werden, die ��</p><p>�Jarod, entschuldige die Versp�tung�, sagte jemand hinter Illidan. �Darf ich noch etwas sagen?�</p><p>Der Kommandant nickte erleichtert. �Es ist ebenso deine Entscheidung wie meine.�</p><p>Malfurion ging um seinen Bruder herum. Illidans Blicke folgten ihm, bis der Druide zwischen ihm und dem Soldaten stand. �Es tut mir Leid, Illidan.�</p><p>�Ha!�</p><p>�Was wolltest du sagen, Meister Malfurion?�</p><p>�Mein Bruder spricht in einem Punkt die Wahrheit. Die Brennende Legion wird wahrscheinlich eines Tages wiederkehren.�</p><p>�Und deshalb sollen wir seine Verbrechen vergeben und die Gefahr, die er darstellt, vergessen?�</p><p>Der Druide sch�ttelte den Kopf. �Nein.� Er sah zuerst seinen Bruder und dann Tyrande an, die mit Maiev und Shandris am Rand des Kreises stand. Sie war bei ihm geblieben, w�hrend er �ber seine Entscheidung nachdachte. Sie unterst�tzte sie � aber auch das machte es nicht leichter.</p><p>�Nein, Jarod.� Malfurion riss sich zusammen. �Nein, ich m�chte, dass du ihn ins Gef�ngnis wirfst. Dort wird er bleiben � zehntausend Jahre lang, sollte es notwendig sein ��</p><p>Die anderen Anwesenden begannen �berrascht untereinander zu tuscheln. Malfurion schloss die Augen und versuchte seine Ruhe wiederzufinden. Nach allem, was er �ber Krasus und Rhonin wusste, ahnte er, was dereinst geschehen w�rde. Er hoffte inst�ndig, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte.</p><p>Doch das konnte nur die Zukunft zeigen �</p><empty-line/><p>Thrall hatte nichts von den beiden Kriegern geh�rt, die er ausgesandt hatte, um die Vision des Schamanen zu �berpr�fen. Vielleicht suchten sie noch, aber der Anf�hrer der Orcs bef�rchtete das Schlimmste. Keinem guten Herrscher, auch nicht denen, die sein Volk hervorgebracht hatte, gefiel es, loyale Krieger sinnlos in den Tod zu schicken.</p><p>Es war Nacht. Die meisten seiner Untertanen schliefen l�ngst. Nur er und die Wachen bewegten sich noch. Auch Thrall h�tte schlafen sollen, aber die Sorgen, die er sich seit Brox� und Gaskais Aufbruch machte, wurden mit jedem Tag gr��er.</p><p>Die Fackeln flackerten und warfen lebendig wirkende Schatten an die Wand. Thrall achtete nicht darauf, doch dann bemerkte er, dass ein dunkler Schemen neben der T�r mehr als nur ein Schatten war.</p><p>Der Orc sprang von seinem steinernen Thron auf. �Wer wagt es?�</p><p>Doch anstatt eines Meuchelm�rders � und davon gab es genug in diesen Tagen � schlurfte ein alter Orc aus der Dunkelheit. Er trug Wolfsfelle und ein Totem, das von einem geschnitzten Drachenkopf geziert wurde.</p><p>�Meinen Gru�, Thrall�, sagte der Orc mit unerwartet lauter Stimme. �Gegr��et seiest du, Retter der Orc!�</p><p>�Wer bist du? Du bist nicht Kalthar.� Thrall bezog sich auf den Schamanen.</p><p>�Ich bin nur der �berbringer einer Nachricht �ber den mutigen Krieger Broxigar.�</p><p>�Brox? Was ist mit ihm?�</p><p>�Der Krieger ist tot � aber er hat viele Feinde in den Untergang geschickt. Er hat noch einmal gegen die Legion gek�mpft und so viele erschlagen, dass es einen Tag dauern w�rde, sie alle zu z�hlen.�</p><p>�Die Legion?� Die schlimmsten Bef�rchtungen des Orcs bewahrheiteten sich. �Wo? Sag es mir, damit ich meine Krieger entsenden kann!�</p><p>Der fast haarlose Alte sch�ttelte den Kopf und grinste Thrall zahnlos an. �Es gibt keine D�monen mehr. Broxigar und seine Kameraden haben die Legion besiegt. Dein Krieger stand noch einmal am Pass, selbst als ihr Herr ihm entgegen trat.�</p><p>De Orc verbeugte sich respektvoll vor Thrall. �Singe sein Lied, gro�er H�uptling, denn er geh�rte zu denen, die die Welt f�r dich gerettet haben.�</p><p>Der j�ngere Orc schwieg einen Moment, dann fragte er: �Ist das alles wirklich wahr?�</p><p>�Ja � und ich bringe dir dies, damit ihr einen Helden ehren k�nnt.� Trotz seines Alters zog der Schamane m�helos eine gro�e zweischneidige Axt hervor. Thrall fragte sich, weshalb er die Waffe nicht schon vorher bemerkt hatte.</p><p>�So eine habe ich noch nie gesehen.�</p><p>�Diese Waffe wurde speziell f�r Brox vom allerersten Druiden mit der Magie eines Waldgeistes erschaffen.�</p><p>�Ich werde ihr einen Ehrenplatz geben.� Thrall nahm die Axt vorsichtig von der gebeugten Gestalt entgegen. Bewundernd betrachtete er die Waffe. Sie war federleicht und schien komplett aus Holz zu bestehen, aber es handelte sich offensichtlich um eine bemerkenswerte Waffe. �Wo hast du sie her?�</p><p>Doch der Schamane antwortete nicht. Er war bereits verschwunden.</p><p>Knurrend lief Thrall zum Eingang. Er hielt die Axt instinktiv umklammert, denn er bef�rchtete, Ziel eines Mordkomplotts zu sein.</p><p>Er sprach die beiden Wachen vor seinem Zelt an. �Wo ist er? Wo ist der alte Mann?�</p><p>�Hier war niemand�, antwortete der rangh�here Orc, der vor ihm stand.</p><p>Thrall schob sich mit einem w�tenden Schnauben an ihm vorbei nach drau�en. Der Vollmond erhellte die Umgebung, doch der Herrscher der Orcs konnte nichts entdecken.</p><p>Bis er zum Mond hinaufblickte.</p><p>Und ein gewaltiges gefl�geltes Wesen an der hellen Scheibe vorbei gleiten sah.</p><p>Es war ein roter Drache.</p><empty-line/><p>Krasus/Korialstrasz wandte sich dem Nest seines Schwarms zu. Rhonin war wieder mit Vereesa vereint, und der Drache hatte daf�r gesorgt, dass Brox� Erbe zu den Orcs gelangt war.</p><p>Jetzt konnte auch er endlich nach Hause fliegen � und herausfinden, was die Zukunft f�r ihn bereit hielt.</p></section><section><title><p>�ber den Autor</p></title><p>Richard A. Knaak ist ein Bestsellerautor, der viele Romane und rund ein Dutzend Kurzgeschichten geschrieben hat. Dazu geh�ren <emphasis>The Legend of Huma</emphasis> und <emphasis>Night of Blood</emphasis> f�r <emphasis>Dragonlance</emphasis> sowie <emphasis>Die Quelle der Ewigkeit</emphasis> und <emphasis>Die D�monenseele</emphasis> f�r <emphasis>WarCraft</emphasis>. Er hat die bekannte <emphasis>Dragonrealm</emphasis>-Serie und eigene Geschichten geschrieben. Seine Werke sind in verschiedene Sprachen �bersetzt worden, unter anderem ins Russische, T�rkische, Bulgarische, Chinesische, Tschechische, Spanische und Deutsche. Au�erdem hat er das koreanische Manga <emphasis>Ragnarok</emphasis> adaptiert, das bei Tokyopop erschienen ist. Gegenw�rtig schreibt er an <emphasis>Empire of Blood</emphasis>, dem letzten Buch der <emphasis>Dragonlance</emphasis>-Trilogie <emphasis>The Minotaur Wars</emphasis>.</p></section></body><binary id="cover" 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