<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Richard</first-name><middle-name>A.</middle-name><last-name>Knaak</last-name></author><book-title>Die D�monenseele</book-title><annotation><p>Angef�hrt von dem m�chtigen Archimonde marschiert ein gewaltiges Heer von D�monenkriegern durch die Lande Kalimdors und hinterl�sst eine Spur der Verw�stung. Gen�hrt wird diese infernalische Invasion durch die mystische Quelle der Ewigkeit � einst das Zentrum der arkanen Macht der Nachtelfen. Nun wurden die Kr�fte der Quelle besudelt und beschmutzt, damit K�nigin Azshara ihrem neuen Gott den Weg ebnen kann: Sargeras, dem unbarmherzigen Lord der Brennenden Legion.</p><p>Die Verteidiger der Nachtelfen, angef�hrt von dem jungen Druiden Malfurion Stormrage und dem Zauberer Krasus, k�mpfen eine hoffnungslose Schlacht gegen den w�tenden Ansturm der Brennenden Legion. Kurz vor der totalen Vernichtung erhebt sich pl�tzlich eine uralte Macht, um der Welt in ihrer dunkelsten Stunde beizustehen: die Drachen! Angef�hrt von dem m�chtigen Neltharion haben sie die ultimative Waffe erschaffen: die Drachenseele. Ein m�chtiges Artefakt, das die Macht besitzt, die Brennende Legion f�r immer zu vernichten. Allerdings zu einem furchtbaren Preis�</p></annotation><date>2005</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Claudia</first-name><last-name>Kern</last-name></translator><sequence name="Krieg der Ahnen" number="2"/></title-info><src-title-info><genre>sf_fantasy</genre><author><first-name>Richard</first-name><middle-name>A.</middle-name><last-name>Knaak</last-name></author><book-title>The Demon Soul</book-title><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>N/A</nickname></author><date>2016</date><id>945F55C8-C9B6-4888-831C-90E2B8CD2035</id><version>1.0</version><program-used>fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used></document-info></description><body><title><p>Krieg der Ahnen 2</p><p>Richard A. Knaak</p><p>Die D�monenseele</p></title><epigraph><p>F�r Thomas �Sonny� Garrett, erfolgreicher Autor und Freund.</p></epigraph><section><title><p>1</p></title><p>W�hrend er sich durch die gro�e H�hle bewegte, wisperten die Stimmen in seinem Kopf. Anfangs hatten sie nur gelegentlich gesprochen, jetzt schwiegen sie gar nicht mehr. Selbst im Schlaf konnte der gewaltige schwarze Drache ihnen nicht entkommen, und er hatte sie nun schon so lange ertragen, dass sie zu einem Teil seiner Selbst geworden waren, unzertrennlich verbunden mit seinen eigenen wirren Gedanken.</p><p><emphasis>Die Nachtelfen werden die Welt zerst�ren</emphasis>�</p><p><emphasis>Die Quelle ist au�er Kontrolle geraten</emphasis>�</p><p><emphasis>Du kannst niemandem trauen� sie wollen deine Geheimnisse, deine Macht</emphasis>�</p><p><emphasis>Malygos will an sich rei�en, was dir geh�rt</emphasis>�</p><p><emphasis>Alexstrasza will dich beherrschen</emphasis>�</p><p><emphasis>Sie sind nicht besser als die D�monen</emphasis>�</p><p><emphasis>Du musst sie bezwingen wie D�monen</emphasis>�</p><p>St�ndig wiederholten die Stimmen ihre d�steren Prophezeiungen, warnten ihn vor Doppelz�ngigkeit und Verrat. Er konnte nur noch sich selbst trauen. Die anderen hatten sich von den niederen V�lkern beflecken lassen. Sie w�rden seine Entscheidung als Gefahr betrachten � nicht als das, was sie war: die einzige Hoffnung, die der Welt noch blieb. Der Drache stie� eine Wolke aus giftigem Rauch aus. Schnaufend dachte er an den Verrat derer, die einst seine Kameraden gewesen waren. Zwar verf�gte er �ber die Macht, um alles zu retten, aber er musste vorsichtig sein; wenn sie die Wahrheit zu fr�h entdeckten, konnte es zur Katastrophe kommen.</p><p><emphasis>Sie d�rfen das Geheimnis erst erfahren, wenn sich nichts mehr daran �ndern l�sst</emphasis>, dachte er. <emphasis>Ich kann es erst offenbaren, wenn der Zauber gewoben ist. Ich werde nicht zulassen, dass sie meine Arbeit vernichten!</emphasis></p><p>Die gewaltigen Klauen des geschuppten Giganten zerkratzten den Felsboden, als er sein Allerheiligstes betrat. Trotz seiner Gr��e wirkte der Riese winzig in dem Gew�lbe. Durch die Mitte floss ein Lavastrom. Kristall Strukturen s�umten die W�nde. Gro�e Stalaktiten hingen wie Schwerter des Schreckens von oben herab. Stalagmiten reckten sich aus dem Boden empor. Sie waren scharf und spitz, so als warteten sie nur auf ein Opfer, um es aufzuspie�en.</p><p>Bei einem war das tats�chlich der Fall.</p><p>Mit gebleckten Z�hnen blickte der gro�e schwarze Drache auf die winzige Gestalt, die sich zu befreien versuchte, obwohl ein steinerner Speer ihre schwer atmende Brust durchbohrt hatte. Die �berreste eines zerrissenen, schwarzroten Gewandes und die Fragmente einer reich verzierten Goldr�stung hingen an dem seltsam geformten K�rper des Ungl�ckseligen. D�nne, ziegenartige H�rner ragten aus seinem Sch�del empor. Das dunkelrote Gesicht war lang gezogen, der Mund breit und voller spitzer Z�hne. Die Augen waren dunkle Abgr�nde, die sofort versuchten, den Drachen in ihren Bann zu ziehen, aber sie waren machtlos gegen den Willen ihres W�rters.</p><p>Die geh�rnte Gestalt war nicht nur aufgespie�t worden, man hatte sie zus�tzlich mit schweren Eisenketten an den H�hlenboden gekettet. Die Eisen sa�en fest. Sie dr�ckten den D�mon gegen den Stalagmit und zogen seine Gliedma�en nach unten.</p><p>Der Mund des Gefangenen bewegte sich unabl�ssig. Er br�llte w�tend, aber es war kein Laut zu h�ren. Trotzdem versuchte er es, als er den schwarzen Leviathan n�her kommen sah.</p><p>Der Drache betrachtete seinen Gefangen f�r einen Moment, dann blinzelte er.</p><p>Sofort hallte die raue, verschlagen klingende Stimme der Kreatur durch die H�hle. �Das ist Sargeras! Dein Blut wird flie�en! Er wird deine Haut wie einen Mantel tragen! Dein Fleisch wird er seinen Hunden verf�ttern! Deine Seele wird er in einem Glaskolben aufbewahren, damit er sie qu�len kann, wann immer es ihm beliebt! Er � �</p><p>Der Drache blinzelte erneut und brachte seinen Gefangenen wieder zum Schweigen. Die d�monische Gestalt schrie ihm trotzdem stumme Drohungen und Beleidigungen entgegen, bis der schwarze Leviathan schlie�lich seine m�chtigen Kiefer �ffnete und ausatmete. Eine hei�e Dampfwolke h�llte den Gefangenen ein. Die Gestalt sch�ttelte sich voller Schmerzen.</p><p>�Du wirst Respekt lernen. Du h�ltst dich in der Gegenwart des ruhmreichen Neltharion auf�, donnerte der Drache. �Ich bin der Erdw�chter. Du wirst mir mit der Ehrfurcht begegnen, die mir geb�hrt.�</p><p>Der lange Reptilienschwanz des D�mons schlug gegen die Felsen. Er �ffnete den Mund und stie� weitere stumme Fl�che hervor.</p><p>Neltharion sch�ttelte den Kopf. Er hatte mehr von dem Eredar erwartet. Diese Hexenmeister geh�rten angeblich zu den Anf�hrern der Brennenden Legion.</p><p>Sie waren D�monen, die nicht nur Zauber weben konnten, sondern sich auch auf Kriegstaktiken verstanden. Der Drache hatte eine wesentlich intellektuellere Unterhaltung von solch einem Wesen erwartet, aber der Eredar h�tte ebenso gut eine aggressive H�llenbestie sein k�nnen. Diese brennenden Moloche mit ihren Sch�deln wurden als Rammb�cke oder Geschosse eingesetzt. Die H�llenbestie, die er vor dem Eredar gepr�ft hatte, war kaum intelligenter als ein Stein gewesen.</p><p>Auf der anderen Seite hatte Neltharion seinen Clan auch nicht auf die Jagd nach D�monen geschickt, weil er deren Konversationsk�nste sch�tzte. Nein, die Gefangenen erf�llten einen anderen Zweck, dienten einem hohen Ziel, das sie leider niemals zu sch�tzen wissen w�rden.</p><p>Der Eredar hier war gleichzeitig der Letzte und der Wichtigste. Durch seine besonderen magischen F�higkeiten war er zur Schl�sselfigur im ersten Teil von Neltharions Plan geworden.</p><p><emphasis>Es ist so weit</emphasis>� fl�sterten die Stimmen. <emphasis>Es ist so weit</emphasis>�</p><p>�Ja�, antwortete der Erdw�chter abwesend. �Es ist Zeit��</p><p>Der Drache streckte seine gewaltige Pranke aus und konzentrierte sich. Eine goldene Aura bildete sich auf seiner Handfl�che. Sie leuchtete so hell, dass sogar der gefangene D�mon seine Schreie unterbrach, um das Objekt zu betrachten, das Neltharion erschaffen hatte.</p><p>Es war eine winzige Scheibe, die ebenso golden wie die Aura war, die ihr Erscheinen angek�ndigt hatte. Abgesehen davon wirkte sie sehr schlicht. Sie war so winzig, dass sie selbst die Handfl�che eines wesentlich kleineren Wesens � eines Nachtelfen beispielsweise � nicht ausgef�llt h�tte.</p><p>Die Scheibe sah wie eine gro�e ungepr�gte Goldm�nze aus, deren R�nder abgerundet und ohne Kratzer waren. Neltharion hatte absichtlich daf�r gesorgt, dass sie so unspektakul�r wirkte. Der Talisman konnte seine Aufgabe nur erf�llen, wenn er einen harmlosen Eindruck vermittelte.</p><p>Er richtete ihn auf den Eredar, damit sein Gefangener sehen konnte, was ihn erwartete. Der D�mon wirkte jedoch unbeeindruckt. Er betrachtete zuerst die Scheibe, dann den Drachen. In seinen Augen funkelte der Spott.</p><p>Neltharion bemerkte seine Reaktion. Es gefiel ihm, dass der Eredar die St�rke der Scheibe nicht erkannte. Das bedeutete, dass auch andere die Wahrheit erst begreifen w�rden, wenn es bereits zu sp�t war.</p><p>Der Erdw�chter gab einen stummen Befehl, und die Scheibe schwebte langsam aus seiner Handfl�che nach oben. Einen Moment lang verharrte sie dort, dann glitt sie auf den Gefangenen zu.</p><p>Auf dem monstr�sen Gesicht des Hexenmeisters waren zum ersten Mal Zweifel zu lesen. Als sich die Scheibe herabsenkte, begann er an seinen Ketten zu zerren.</p><p>Der goldene Talisman ber�hrte die Stirn des D�mons. Ein roter Blitz h�llte dessen Gesicht ein, dann verband sich die Scheibe mit seinem Fleisch.</p><p><emphasis>Sprich</emphasis>� dr�ngten die Stimmen. <emphasis>Sag die Worte� vollende die Tat</emphasis>�</p><p>Das lippenlose Maul des Drachen stie� Worte in einer Sprache hervor, deren Ursprung jenseits der Welt der Sterblichen lag. In jedem Wort lag etwas so B�ses, dass selbst der D�mon erschauderte. F�r den Erdw�chter klang es jedoch wundervoll, wie eine perfekte, harmonische Melodie� wie die Sprache der G�tter.</p><p>W�hrend Neltharion redete, begann die Scheibe zu leuchten. Ihr Licht erf�llte die gewaltige Grotte, wurde mit jeder Silbe heller und heller.</p><p>Dann blitzte sie pl�tzlich auf.</p><p>Der Eredar-Hexenmeister �ffnete seinen Mund in einem stummen Schrei. Sein Gesicht verzerrte sich. Aus seinen Augen liefen blutige Tr�nen, und sein Schwanz h�mmerte wild gegen die Felsen. Er riss mit solcher Kraft an seinen Eisen, dass er das Fleisch an seinen Handgelenken und Kn�cheln abschabte. Doch f�r den D�mon gab es kein Entrinnen.</p><p>Die Haut des Eredar begann zu verfaulen. Sie fiel von seinem aufgeb�umten, gepeinigten K�rper ab. Das Fleisch des D�mons wurde uralt und verwandelte sich in Asche.</p><p>Die Augen sanken in ihre H�hlen. Der Schwanz verdorrte. Der Hexenmeister zerfiel, bis nichts mehr �brig blieb au�er seinen Knochen und den rasch verfaulenden Eingeweiden. Trotzdem schrie er immer weiter, denn Neltharion und die Scheibe hatten ihm noch nicht die Gnade des Todes gew�hrt.</p><p>Schlie�lich zerfielen sogar die Knochen. Der Kiefer klappte herab, die Rippen rollten auseinander. Mit grausamer Effizienz brachte die Macht, die von der Scheibe entfesselt worden war, die �berreste des D�mons zum Verschwinden. Von den F��en aufw�rts, �ber die Beine bis zum Oberk�rper zerfiel er zu Staub, bis nur noch der Kopf �brig blieb.</p><p>Erst dann schwieg der Eredar.</p><p>Das Licht versiegte. Die Ketten, die eben noch den D�mon gehalten hatten, hingen leer am Fels.</p><p>Der schwarze Drache beugte sich wie ein stolzer Vater �ber den Talisman und entfernte ihn sanft mit nur zwei Klauen von dem Sch�del, der sich im gleichen Moment in Asche verwandelte. Graues Pulver regnete zu Boden.</p><p>Beeindruckt betrachtete Neltharion sein Werk. Selbst er konnte die au�ergew�hnlichen Kr�fte, die sich jetzt in der Scheibe befanden, nicht sp�ren, aber er wusste, dass sie da waren � und wenn die Zeit gekommen war, w�rden sie ihm zur Verf�gung stehen.</p><p>Er hatte den Gedanken kaum beendet, als er eine neue Pr�senz in seinem Geist sp�rte. Die Stimmen schwiegen abrupt, als h�tten sie Angst, von dem Eindringling entdeckt zu werden. Der Erdw�chter unterdr�ckte sofort seine geheimen W�nsche.</p><p>Neltharion kannte die Pr�senz nur zu gut. Einst hatte er sie f�r eine Freundin gehalten. Heute wusste der dunkle Leviathan, dass er ihr auch nicht mehr vertrauen konnte als allen anderen.</p><p><emphasis>Neltharion� ich muss mit dir sprechen</emphasis>�</p><p><emphasis>Was ist dein Begehr, liebste Alexstrasza?</emphasis> Der Erdw�chter sah sie in Gedanken vor sich, eine schlanke feuerfarbene Drachengestalt, die noch ein wenig imposanter wirkte als er selbst. Er verk�rperte den Aspekt der unbelebten Welt, Alexstrasza repr�sentierte das Leben, das auf ihr, in ihr und �ber ihr gedieh.</p><p><emphasis>Erneut haben sich gef�hrliche Kr�fte um den Palast der Nachtelfen-K�nigin versammelt� wir m�ssen bald eine Entscheidung treffen</emphasis>�</p><p><emphasis>Hab keine Angst</emphasis>, antwortete Neltharion beruhigend. <emphasis>Es wird getan werden, was getan werden muss</emphasis>�</p><p><emphasis>Ich hoffe, dass du Recht hast� Wann kannst du deine Reise zur Kammer antreten?</emphasis></p><p>Der Erdw�chter dachte an den von ihr genannten Ort, an die riesige H�hle, gegen die seine eigene eher dem Tunnel eines winzigen Wurms glich. Die niederen Drachen nannten sie respektvoll die Kammer der Aspekte. Sie war rund und vollkommen glatt, so als habe jemand in tiefster Vergangenheit � lange vor der Ankunft der Drachen � eine Kugel in Bewegung gesetzt, die jede Unebenheit und jeden Riss, den man sonst in H�hlen fand, gl�ttete. Nozdormu, den alles Geschichtliche faszinierte, vertrat die Meinung, die Sch�pfer der Welt h�tten sie erschaffen, aber auch er konnte das nicht beweisen. Die Kammer verbarg sich hinter einem magischen Feld, das sie von der Welt der Sterblichen trennte. Kein Ort war sicherer und gesch�tzter.</p><p>Bei diesem Gedanken zischte der schwarze Drache erwartungsvoll. Der Blick seiner roten Augen fiel wieder auf die Scheibe. Vielleicht sollte er jetzt dorthin begeben. Die anderen w�rden ebenfalls da sein. Es konnte gelingen�</p><p><emphasis>Nein� noch nicht</emphasis>, sagten die Stimmen kaum h�rbar in seinem Unterbewusstsein. <emphasis>Der Zeitpunkt muss richtig gew�hlt sein, sonst werden sie stehlen, was dein ist</emphasis>�</p><p>Das konnte Neltharion nicht zulassen. Zu dicht stand er vor seinem Triumph. <emphasis>Noch nicht</emphasis>, sagte er schlie�lich dem roten Drachen, <emphasis>aber bald� Ich verspreche, dass es bald so weit ist</emphasis>�</p><p><emphasis>Das muss auch so sein</emphasis>, antwortete Alexstrasza. <emphasis>Ich f�rchte, dass es nicht anders geht</emphasis>.</p><p>Sie verlie� seine Gedanken so schnell, wie sie sie betreten hatte. Neltharion z�gerte und fragte sich, ob er ihr vielleicht unabsichtlich einen Hinweis auf seine Pl�ne gegeben hatte. Die Stimmen beruhigten ihn jedoch. Er hatte nichts verraten. Er hatte sich genau richtig verhalten.</p><p>Noch einmal betrachtete der schwarze Drache die Scheibe, bevor er sie mit einem zufriedenen Blick aus gl�henden Augen zur�ck an den Ort versetzte, wo er sie vor allen, sogar vor seinem eigenen Clan, verborgen hielt.</p><p>�Bald��, fl�sterte er mit einem breiten Grinsen. �Sehr bald. Das habe ich schlie�lich versprochen.�</p><empty-line/><p>Der m�chtige Palast stand am Rande einer Bergkette, die sich �ber einem gro�en, unruhigen See erhob. Dessen Wasser war so dunkel, dass es vollkommen schwarz aussah. B�ume, die man auf magische Weise aus festen Stein geformt hatte, bildeten hohe, geschwungene T�rme. Die gewaltigen Geb�ude waren von Mauern aus Vulkangestein umgeben, und zusammen gehalten wurden sie von monstr�sen Lianen und Baumwurzeln. Hundert riesige B�ume hatten die Erbauer miteinander verflochten, um die Balken des Haupthauses zu erschaffen. Anschlie�end hatten sie das kuppelartige Geb�ude mit Steinen und Lianen bedeckt.</p><p>Einst hatte jeder den Palast und seine Umgebung f�r eines der Weltwunder gehalten, doch das hatte sich vor allem in j�ngerer Zeit ge�ndert. Jetzt fehlte die obere H�lfte des ersten Turms, und nur die Ru� geschw�rzten Steinfragmente und herabh�ngenden Lianen erz�hlten von der gewaltigen Explosion, die ihn zerfetzt hatte. Das allein hatte noch nicht gereicht, um den Palast in einen Ort der Alptr�ume zu verwandeln, doch der Anblick, der ihn an drei von vier Flanken � nur die Seeseite war unber�hrt geblieben � umgab, hatte daf�r gesorgt.</p><p>Es war eine wundervolle Stadt gewesen, die Krone der Herrschaft der Nachtelfen. Sie hatte sich �ber die Landschaft ausgedehnt und war doch ein Teil von ihr geblieben. Die hohen Baumh�user und gro�z�gigen Anwesen hatten eine atemberaubende Kulisse f�r den Palast gebildet. Hier hatte man Zin-Azshari � �der Ruhm von Azshara� � erbaut, die Hauptstadt der Nachtelfen. Hier hatte eine lebendige Metropole gestanden, deren Bewohner sich jeden Abend erhoben, um ihrer geliebten K�nigin die Ehrerbietung zu erweisen.</p><p>Und hier hatte sich, abgesehen von einigen wenigen abgetrennten Bereichen am Rande des Palasts, das gr��te Massaker Unschuldiger abgespielt, das die Welt je gesehen hatte.</p><p>Zin-Azshari lag in Tr�mmern. Das Blut der Opfer bedeckte immer noch die verbrannten Ruinen ihrer Behausungen. Die hoch aufragenden Baumh�user waren zu Boden gerissen worden und die H�tten, die man in die Erde gegraben hatte, waren untergepfl�gt worden. Ein dichter gr�ner Nebel hing �ber der Alptraumlandschaft. Der Gestank des Todes lag in der Luft � Hunderte Leichen lagen unber�hrt und langsam verwesend zwischen den Ruinen. Es gab keine Aasfresser. Weder Kr�hen noch Ratten, nicht einmal Insekten n�hrten sich von den Leichen, denn auch sie waren entweder mit den wenigen �berlebenden geflohen oder bei dem Angriff umgekommen, der die Stadt vernichtet hatte.</p><p>Die zur�ckgebliebenen Bewohner von Zin-Azshari schienen das Blutbad nicht zu bemerken. Die gro�en schlaksigen Nachtelfen, die immer noch in der Stadt lebten, gingen ihren Aufgaben in und um dem Palast nach, als habe sich nichts ver�ndert. Mit ihren extravaganten, vielfarbigen Gew�ndern und ihrer purpurdunklen Hautfarbe wirkten sie wie Besucher eines gro�en Fests. Sogar die grimmigen Wachsoldaten, die in ihren waldgr�nen R�stungen auf den Mauern und T�rmen patrouillierten, wirkten deplatziert, denn sie blickten ohne jede Reaktion auf die Verw�stungen. In keinem Gesicht sah man auch nur einen Hauch von Ersch�tterung.</p><p>Niemand wirkte ver�ngstigt oder schockiert, als groteske Riesen durch die Tr�mmer zu ziehen begannen, um nach �berlebenden und Spionen zu suchen.</p><p>Mehrere hundert gepanzerte D�monenkrieger der Brennenden Legion pl�nderten Zin-Azshari; Hunderte anderer marschierten aus den Toren des Palasts, um jene zu unterst�tzen, die sich abseits der Hauptstadt aufhielten. Sie hatten das Reich unterworfen, und sie brannten darauf, auch den Rest der Welt zu erobern und alle zu t�ten, die sich ihnen in den Weg stellten.</p><p>Die meisten waren knapp drei Meter gro�, manche sogar noch gewaltiger. Sie �berragten die rund zwei Meter gro�en Nachtelfen. Jeder Krieger war von einem gr�nen Feuer umgeben, das ihn jedoch nicht verzehrte. Die untere H�lfte ihrer K�rper war merkw�rdig d�nn, die Brust ungew�hnlich breit. Ihre H�upter bestanden aus Sch�deln mit m�chtigen Rei�z�hnen, langen H�rnern und blutroten Augen, die hungrig auf die Landschaft blickten. Die meisten trugen schwere und spitze Schilde, gl�hende Streitkolben oder Schwerter. Diese Teufelsw�chter bildeten den Hauptanteil der Brennenden Legion.</p><p>�ber ihnen kreiste die Verdammniswache mit ihren feurigen Schwingen. Sie sahen ihren Kameraden am Boden �hnlich, waren jedoch etwas kleiner und wirkten intelligenter, wenn sie wie gierige Geier �ber das Land flogen. Ab und zu steuerten sie die Marschrichtung der Teufelsw�chter, schickten sie an Orte, wo man versteckte �berlebende vermutete.</p><p>Es gab noch andere Kreaturen, die gemeinsam mit den Teufelsw�chtern jagten, darunter riesige, vierbeinige Monstrosit�ten, die entfernt an Hunde oder W�lfe erinnerten. Der R�cken dieser ansonsten geschuppten Kreaturen war von dichtem hartem Fell bedeckt. Sie schn�ffelten nicht nur mit ihren Nasen am Boden, sondern auch mit zwei sehnigen Tentakeln, die in Saugn�pfen endeten. Die Teufelsbestien liefen aufgeregt durch die Verw�stung und stoppten nur gelegentlich, um an einer der zahlreichen Leichen zu schn�ffeln.</p><p>All dies geschah jenseits der Palastmauern, doch verborgen in seinem Inneren, im s�dlichsten Turm, spielten sich �hnlich schreckliche Dinge ab. Dort hatte sich eine Gruppe Hochwohlgeborener versammelt. So nannte man die Nachtelfen, die der K�nigin direkt unterstellt waren. Sie beugten sich �ber ein sechseckiges Muster, das in den Boden geritzt worden war. Die Kapuzen ihrer eleganten und reich verzierten, gr�nlichen Kleidung hingen tief in ihre Gesichter und bedeckten beinahe ihre silbernen, pupillenlosen Augen� Augen, die jetzt verst�rend rot zu gl�hen begannen.</p><p>Die Nachtelfen beugten sich �ber das Muster und murmelten die m�chtigen Worte ihres Zaubers. Eine wie F�ulnis schimmernde gr�ne Aura umgab sie und durchdrang ihre Seelen. Ihre K�rper waren von der st�ndigen Anstrengung gezeichnet, aber sie gaben nicht auf. Diejenigen, die eine solche Schw�che gezeigt hatten, waren l�ngst ausgel�scht worden. Jetzt woben nur noch die Hartgesottensten die dunkle Magie, die sie aus dem See herauf riefen.</p><p>�Schneller�, kr�chzte eine Alptraumgestalt am Rande des gl�henden Kreises. �Dieses Mal muss es gelingen��</p><p>Der gewaltige D�mon mit seinen Klauen und den riesigen, zusammengefalteten Fl�geln bewegte sich auf vier kr�ftigen Beinen. Ein Reptilienschwanz, so dick wie ein Baumstamm, schlug immer wieder ungeduldig auf den Boden und hinterlie� breite Risse im Stein. Sein kr�tenartiger, Sto�zahn bewehrter Kopf ber�hrte fast die Decke, wenn er sich zwischen den wesentlich kleineren Teufelsw�chtern bewegte. Die gingen ihm vorsichtshalber aus dem Weg. Die lange gr�ne M�hne, die von seinem Kopf bis zu den Hufen seiner vier Beine reichte, sch�ttelte sich bei jedem donnernden Schritt.</p><p>Unter schweren, haarlosen Brauen sa�en Augen, die im gleichen Gr�n leuchteten und, ohne zu blinzeln, auf die d�steren Ereignisse vor ihnen blickten. Er, der die Nachtelfen bei ihrer Aufgabe anleitete, war daran gew�hnt, Furcht zu erzeugen, nicht etwa zu sp�ren. Doch in dieser dunklen Nacht empfand der D�mon Mannoroth eben jenes unangenehme Gef�hl. Sein Herr hatte ihm einen Befehl erteilt, aber er hatte versagt. Das war noch nie zuvor geschehen. Schlie�lich war er Mannoroth, einer der vom Gro�m�chtigen selbst erw�hlten Kommandanten�</p><p>�Nun?�, knurrte der gefl�gelte D�mon. �Muss ich noch einen Kopf abrei�en, armseliges Gew�rm?�</p><p>Ein vernarbter Nachtelf, der die waldgr�ne R�stung der Palastwache trug, wagte eine Antwort: �Es w�rde ihr nicht gefallen, wenn Ihr das noch einmal t�tet, Mylord.�</p><p>Mannoroth drehte sich zu dem vorlauten Nachtelf um. Fauliger Atem strich �ber das verkniffene Gesicht des behelmten Soldaten. �W�rde sie sich ebenso laut beschweren, wenn ich ihr stattdessen deinen Kopf geben w�rde, Captain Varo�then?�</p><p>�Wahrscheinlich�, entgegnete der Nachtelf. Sein Gesicht wirkte v�llig gef�hllos.</p><p>Die fleischige Klaue des D�mons schoss vor. Sie war so gro�, dass sie Captain Varo�thens Kopf mitsamt Helm h�tte zerquetschen k�nnen, aber der D�mon z�gerte und lie� die Klaue schlie�lich wieder sinken. Sein Herr hatte ihm von Anfang an gesagt, dass der K�nigin und denen, die ihr nahe standen, nichts geschehen durfte. Der Herr der Brennenden Legion brauchte sie.</p><p>Im Moment zumindest.</p><p>Vor allem Varo�then galt als unantastbar, denn seit dem Tod von Lord Xavius, dem Berater der K�nigin, war er ihr Vertrauter. Jedes Mal, wenn die ruhmreiche Azshara beschloss, die Hochwohlgeborenen in der Kammer nicht mit ihrer Gegenwart zu erg�tzen, nahm der Captain der Wache ihren Platz ein. Alles, was Varo�then sah oder h�rte, berichtete er der K�nigin. Mannoroth kannte Azshara zwar erst seit kurzem, aber er hatte l�ngst begriffen, dass sie sich nicht so einfach manipulieren lie�, wie manche es vermutet hatten. In ihrem Blick lag eine Arglist, die sie zu verbergen suchte, was ihr jedoch nicht immer gelang. Der D�mon fragte sich, was sein Herr mit ihr machen w�rde, wenn er schlie�lich diese Welt betrat.</p><p><emphasis>Falls</emphasis> er sie jemals betrat.</p><p>Das Portal zu diesem anderen Ort, zu dem Reich zwischen den Welten und Dimensionen, wo sich die Brennende Legion zwischen ihren Raubz�gen aufhielt, war bei einem magischen Angriff zusammengebrochen. Die gleiche Macht hatte auch den Turm gesprengt, in dem die Hochwohlgeborenen und die D�monen gearbeitet hatten. Mannoroth wusste immer noch nicht, was dort wirklich passiert war, aber die �berlebenden der Katastrophe hatten von einem unsichtbaren Feind gesprochen, der den Berater erschlug. Mannoroth ahnte, wer dieser Unsichtbare war. Er hatte bereits J�ger ausgesandt, die nach ihm fahndeten. Er selbst konzentrierte sich auf den Wiederaufbau des Portals � wenn man es wieder aufbauen konnte.</p><p><emphasis>Nein</emphasis>, dachte er. <emphasis>Es</emphasis> wird <emphasis>wieder aufgebaut werden</emphasis>.</p><p>Allerdings hatte die leuchtende Energiekugel, die �ber dem Muster schwebte, au�er diesem Licht noch nichts zustande gebracht. Wenn der D�mon hineinblickte, sp�rte er weder die Ewigkeit, noch die allm�chtige Gegenwart seines Herrn. Mannoroth sp�rte <emphasis>nichts</emphasis>.</p><p>Dieses Nichts konnte man als Fehlschlag betrachten, und in der Brennenden Legion ahndete man ein Versagen gemeinhin mit dem Tod.</p><p>�Sie werden schw�cher�, sagte Captain Varo�then offen. �Sie werden wieder die Kontrolle verlieren.�</p><p>Mannoroth wusste, dass der Soldat die Wahrheit sagte. Der monstr�se D�mon biss die Z�hne zusammen, �ffnete seinen Geist und warf ihn in den Zauber. Sein Eindringen ersch�tterte die Hochwohlgeborenen, brachte alles durcheinander. Aber Mannoroth riss die Kontrolle �ber die Gruppe an sich und konzentrierte ihre Kr�fte auf die bevorstehende Aufgabe.</p><p><emphasis>Dieses Mal muss es funktionieren�es muss</emphasis>�</p><p>Unter seiner Anleitung schufteten die Zauberer so hart wie noch nie. Mannoroths Entschlossenheit peitschte sie an wie Wahnsinnige. Ihre pupillenlosen Augen weiteten sich, und ihre K�rper begannen, sich unter der k�rperlichen und magischen Belastung in Kr�mpfen zu winden.</p><p>Mannoroth starrte grimmig auf die Energiekugel. Sie str�ubte sich gegen eine Ver�nderung, weigerte sich, einen Zugang zu seinem Herrn zu �ffnen. Gelbe Schwei�perlen liefen �ber die Stirn des D�mons. Schaum stand auf seinen froschartigen, breiten Lippen. Obwohl Mannoroth bei einem Fehlschlag jede Verbindung zu seinem Herrn verlieren w�rde, war er doch sicher, trotzdem daf�r bestraft zu werden.</p><p>Niemand entkam dem Zorn von Sargeras.</p><p>Der Gedanke spornte ihn noch st�rker an. Er entriss den Nachtelfen den letzten Rest ihrer Kraft und h�rte, wie sie rundum aufst�hnten.</p><p>Und pl�tzlich entstand ein Punkt v�lliger Schw�rze in der Lichtkugel. Aus ihrem tiefsten Inneren stieg eine Stimme empor und hallte durch Mannoroths Geist. Eine Stimme, die ihm so vertraut wie seine eigene war.</p><p><emphasis>Mannoroth� bist du es�?</emphasis></p><p>Aber es war nicht Sargeras.</p><p><emphasis>Ja</emphasis>, antwortete er z�gernd. <emphasis>Der Weg ist wieder frei</emphasis>.</p><p><emphasis>Wir haben zu lange gewartet</emphasis>. Die Stimme klang so kalt, dass selbst der gewaltige D�mon sich unter ihr duckte. <emphasis>Du hast ihn entt�uscht</emphasis>.</p><p><emphasis>Ich habe alles getan, was m�glich war!</emphasis>, wollte Mannoroth protestieren, aber eine innere Stimme warnte ihn vor dieser Dummheit.</p><p><emphasis>Das Portal muss vollst�ndig f�r ihn ge�ffnet werden. Ich werde daf�r sorgen, dass das endlich geschieht. Bereite dich auf mich vor, Mannoroth, ich komme jetzt zu dir</emphasis>.</p><p>Im gleichen Moment dehnte sich die Schw�rze aus und wurde zu einer gro�en Leere, die �ber dem Muster schwebte. Das Portal war anders als das, was die Nachtelfen erschaffen hatten, was aber daran lag, dass nun auch der D�mon auf der anderen Seite es mit seinem Geist st�rkte. Dieses Mal w�rde es nicht zusammenbrechen.</p><p>�Auf die Knie!�, br�llte Mannoroth. Die Zauberer, die immer noch unter seiner Kontrolle standen, gehorchten unverz�glich. Die Teufelsw�chter und Nachtelfensoldaten folgten ihnen einen Moment sp�ter. Sogar Captain Varo�then kniete sich rasch nieder.</p><p>Der D�mon kniete als Letzter, doch mit gr��tem Respekt. Er f�rchtete diesen D�mon fast so sehr wie Sargeras.</p><p><emphasis>Wir sind bereit</emphasis>, sagte er zur anderen Seite. Mannoroth richtete seinen Blick auf den Boden. Jedes auch noch so geringe Anzeichen von Widerstand konnte seinen sofortigen Tod bedeuten. <emphasis>Wir, die Unw�rdigen, erwarten Eure Ankunft� Archimonde</emphasis>� </p></section><section><title><p>2</p></title><p>Die Welt, die er gekannt hatte, die Welt, die sie alle gekannt hatten, existierte nicht mehr.</p><p>Die Mitte des Kontinents von Kalimdor war eine verw�stete Steppe. Die D�monen hatten die selbstgef�llige, dekadente Kultur der Nachtelfen hinweggefegt. Hunderte, vielleicht sogar Tausende waren ermordet worden, und die Brennende Legion marschierte ohne Gnade immer weiter.</p><p><emphasis>Aber nicht �berall sind wir gescheitert</emphasis>, dachte Malfurion Stormrage. <emphasis>Hier haben wir sie aufgehalten, sogar zur�ckgeworfen</emphasis>.</p><p>Der Westen leistete den gr��ten Widerstand gegen die monstr�se Invasion. Daf�r war Malfurion weitgehend verantwortlich. Er hatte daf�r gesorgt, dass der Zauber der Hochwohlgeborenen vernichtet wurde und die Macht des Brunnens der Ewigkeit auch wieder allen au�erhalb von K�nigin Azsharas Palast zur Verf�gung stand. Er hatte sich Lord Xavius, dem Berater der K�nigin, gestellt und ihn in einem schweren Kampf get�tet.</p><p>Lord Kur�talos Ravencrest, der Herrscher der Black-Rook-Festung und Kommandant der Nachtelfen-Streitkr�fte hatte seine Taten zwar vor den versammelten Kommandanten hervorgehoben, aber Malfurion f�hlte sich nicht wie ein Held. Xavius hatte ihn w�hrend ihrer Begegnung mehr als einmal �berlistet. Nur dank seiner Begleiter hatte er den Berater und den D�mon, dem dieser diente, �berw�ltigen k�nnen.</p><p>Mit seinem lose fallenden, dunkelgr�nen und schulterlangen Haar fiel Malfurion Stormrage unter den anderen Nachtelfen auf.</p><p>Nur sein Zwillingsbruder Illidan � der seine schmalen, beinahe w�lfisch wirkenden Gesichtsz�ge teilte � erregte noch mehr Aufsehen. Malfurions Augen waren silbern, eine Farbe, die sehr h�ufig bei seinem Volk vorkam. Illidans Augen waren hingegen bernsteinfarben. Man sagte, dies sei ein Zeichen f�r die gro�en Taten, die er einmal vollbringen w�rde. Hinzu kam, dass Illidan sich auff�llig kleidete, was bei den Nachtelfen gern gesehen wurde, w�hrend Malfurion einfache Kleidung bevorzugte � ein Stoffhemd, eine schn�rkellose Lederweste und ebensolche Hosen sowie kniehohe Stiefel. Malfurion hatte sich der naturverbundenen Magie des Druidentums verschrieben. Er w�re sich wie ein Clown vorgekommen, wenn er in der Kleidung eines hochwohlgeborenen Festbesuchers versucht h�tte, mit den B�umen, den Tieren und der Erde des Waldes zu sprechen.</p><p>Er runzelte die Stirn und versuchte, solche �berfl�ssigen Gedanken aus seinem Kopf zu verbannen. Der junge Nachtelf hatte sich diesen Ort in dem bis jetzt unber�hrten Wald von Ga�han ausgesucht, um seinen Geist auf die bevorstehenden Tage vorzubereiten. Lord Ravencrests gewaltige Streitmacht w�rde sich bald in Bewegung setzen � wohin, wusste noch niemand. Die Brennende Legion war an so vielen Orten auf dem Vormarsch, dass es die Armeen des Adligen Jahrzehnte kosten w�rde, Schlachten gegen sie zu f�hren und sie aufzuhalten. Dem Sieg w�rden sie damit nicht n�her kommen. Deshalb hatte Ravencrest die besten Strategen zusammengerufen. Sie mussten einen Weg finden, um den entscheidenden Sieg m�glichst schnell zu erringen. Jeder Tag des Z�gerns kostete Unschuldige das Leben.</p><p>Malfurion konzentrierte sich st�rker auf seinen Versuch, inneren Frieden zu finden. Langsam entspannte sich sein Geist, bis er das Rascheln der Bl�tter wahrnahm. Das war die Sprache der B�ume. Mit etwas Anstrengung h�tte er mit ihnen reden k�nnen, doch es reichte dem Nachtelf, nur dazusitzen und ihrer fast schon musikalisch klingenden Art der Verst�ndigung zu lauschen.</p><p>Der Wald hatte ein anderes Zeitgef�hl, das fiel besonders bei den B�umen auf. Sie hatten vom Krieg erfahren, sprachen jedoch nur sehr abstrakt dar�ber. Sie wussten, dass andere W�lder von den D�monen zerst�rt worden waren, aber die Waldg�tter, die �ber sie wachten, hatten ihnen noch keinen Anlass zur Besorgnis gegeben. Sollte die Gefahr n�her kommen, w�rde man ihnen das sicherlich mitteilen.</p><p>Ihre Tr�gheit �rgerte Malfurion. Es war offensichtlich, dass die Brennende Legion <emphasis>alle</emphasis> Lebewesen bedrohte, nicht nur die Nachtelfen. Es war ihm klar, weshalb der Wald das noch nicht begriff, aber seine Besch�tzer sollten es l�ngst verstanden haben.</p><p>Doch wo steckten Cenarius und die anderen?</p><p>Als Malfurion beschlossen hatte, den Pfad eines Druiden einzuschlagen � was noch niemand aus seinem Volk je versucht hatte �, war er au�erhalb der Stadt Suramar tief in den Wald eingedrungen, um einen mystischen Halbgott zu suchen. Er wusste nicht, weshalb er geglaubt hatte, ausgerechnet er k�nne ein solches Wesen aufsp�ren, aber es war ihm tats�chlich gelungen. Das allein war eine gro�e �berraschung gewesen, aber als der Herr des Waldes ihm dann auch noch anbot, er k�nne sein Sch�ler werden, hatte Malfurion seinen Ohren nicht getraut.</p><p>Und so wurde Cenarius f�r die n�chsten Monate zu seinem <emphasis>shan�do</emphasis>, seinem ehrenwerten Lehrer. Von ihm hatte Malfurion gelernt, wie man den smaragdfarbenen Traum betrat, diese Ebene zwischen der Welt der Sterblichen und dem Schlaf. Er lernte auch, wie man mit den Kr�ften der Natur Zauber zu werfen vermochte. Diese Lehren hatten nicht nur Malfurion mehrfach das Leben gerettet, sondern auch den anderen Verteidigern.</p><p>Aber wieso hatten Cenarius und die anderen Waldgottheiten den verzweifelten K�mpfern nicht mit ihrer eigenen Macht beigestanden?</p><p>�Ha! Ich war mir sicher, dass ich dich hier finden w�rde.�</p><p>Die Stimme war seiner eigenen so �hnlich, dass Malfurion den Neuank�mmling sofort erkannte. Er gab seine Suche nach innerem Frieden auf, erhob sich und begr��te seinen Bruder ruhig: �Illidan, warum kommst du?�</p><p>�Warum sollte ich nicht?� Sein Bruder hatte sein mitternachtsblaues Haar wie immer zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, doch im Gegensatz zu sonst trug er jetzt eine offene schwarze Lederweste, eine schwarze Hose und ebenso schwarze hohe Stiefel. An der Weste steckte, direkt �ber seinem Herzen, ein Abzeichen, auf dem ein dunkler Vogelkopf inmitten eines roten Rings zu sehen war.</p><p>Die Kleidung war neu. Offenbar handelte es sich um eine Art von Uniform. Das Bild auf dem Abzeichen war das Wappen von Kur�talos Ravencrest, Illidans neuem Schutzherrn.</p><p>�Bei Sonnenuntergang wird Lord Ravencrest etwas verk�nden, Bruder. Ich bin extra fr�h aufgestanden, damit ich dich finden und rechtzeitig zur�ckbringen kann.�</p><p>Wie die meisten Nachtelfen war auch Illidan daran gew�hnt, bei Tag zu schlafen. Malfurion hatte hingegen gelernt, das Gegenteil zu tun. Bei Tag konnte man am besten auf die Kr�fte einwirken, die in der Natur vorhanden waren. Nat�rlich h�tte er das Druidentum auch nachts studieren k�nnen, aber bei Tageslicht war die Verbindung zwischen den Elfen und dem Brunnen der Ewigkeit am schw�chsten. Das senkte das Risiko, bei einem neuen Zauberspruch versehentlich auf diese Energie zur�ckzugreifen. Besonders in seiner Anfangszeit hatte Malfurion h�ufig dagegen ank�mpfen m�ssen. Mittlerweile f�hlte er sich bei Tag wohler als in der Nacht.</p><p>�Ich wollte mich ohnehin gerade auf den R�ckweg machen�, sagte Malfurion und ging auf seinen Bruder zu.</p><p>�Es w�rde schlecht aussehen, wenn du nicht da w�rst. Lord Ravencrest mag keine Verz�gerungen oder Unzuverl�ssigkeit, vor allen Dingen nicht von denen, die einen wichtigen Bestandteil seiner Pl�ne darstellen. Das wei�t du sehr gut, Malfurion.�</p><p>Die beiden Br�der hatten zwar gegens�tzliche magische Richtungen eingeschlagen, beherrschten ihre K�nste jedoch in gleichem Ma�e virtuos. Illidan hatte den Herrn der Black-Rook-Festung vor einem D�mon gerettet und war daraufhin zu dessen pers�nlichem Zauberer aufgestiegen, eine Position, die normalerweise von einem ranghohen Angeh�rigen der Mondgarde bekleidet wurde. In der Mondgarde versammelten sich die Meisterzauberer der Nachtelfen. Illidan hatte ebenfalls eine wichtige Rolle bei dem Sieg �ber die D�monen im Westen gespielt. Er hatte nach dem Tod des Anf�hrers der Mondgarde die F�hrung dieser besonderen K�mpfer �bernommen und ihre Magie effektiv gegen die Angreifer eingesetzt.</p><p>�Ich musste Suramar verlassen�, widersprach Malfurion. �Ich f�hlte mich eingeschlossen. Ich konnte den Wald nicht mehr sp�ren.�</p><p>�Die halbe Stadt besteht aus Geb�uden, die man aus lebenden B�umen geschaffen hat. Wo ist der Unterschied?�</p><p>Wie sollte er Illidan die Eindr�cke erkl�ren, die mit jedem Tag st�rker in seinen Geist eindrangen? Je tiefer Malfurion in seine magische Kunst eintauchte, desto deutlicher sp�rte er jeden Aspekt der wahren Welt. Drau�en im Wald sp�rte er die Gelassenheit der B�ume, die Felsen, die V�gel� alles.</p><p>In der Stadt sp�rte er nur die fast wahnsinnige Aura, die sein Volk verursacht hatte. Die B�ume waren zu H�usern geworden, die Erde hatte man aufgerissen und die Felsen verschoben, um die Landschaft den W�nschen der Nachtelfen anzupassen. Nichts war mehr so, wie die Natur es erschaffen hatte. Die Gedanken der B�ume waren verwirrt und nach innen gekehrt. Sie verstanden sich nicht einmal mehr selbst und untereinander, so sehr hatte man sie ver�ndert. Wenn Malfurion durch die Stadt ging, sp�rte er ihre Falschheit, auch wenn er wusste, dass sein Volk � ebenso wie die Zwerge und die anderen Arten � das Recht hatte, eine Zivilisation zu gr�nden. Es war kein Verbrechen, Unterk�nfte zu bauen und das Land urbar zu machen. Tiere taten schlie�lich auf ihre Weise das Gleiche.</p><p>Und doch stieg sein Unwohlsein mit jedem Besuch.</p><p>�Lass uns zu den Reittieren gehen�, sagte Malfurion, ohne auf die Frage seines Bruders einzugehen.</p><p>Illidan grinste und nickte dann. Seite an Seite stiegen die Zwillinge den bewaldeten H�gel hinauf. In der letzten Zeit hatten sie sich nur noch wenig zu sagen, wenn sich ihre Gespr�che nicht gerade um den Kampf drehten. Einst waren sie unzertrennlich gewesen, inzwischen pflegten sie mehr Umgang mit Fremden als miteinander.</p><p>�Der Drache will uns wahrscheinlich bei Sonnenuntergang verlassen�, sagte Illidan pl�tzlich.</p><p>Malfurion hatte nichts davon geh�rt. Er sah seinen Bruder �berrascht an. �Wann hat er das gesagt?�</p><p>Zu den wenigen Verb�ndeten der Nachtelfen z�hlte Korialstrasz, ein gewaltiger roter Drache. Der junge, aber m�chtige Leviathan galt als Gef�hrte der Drachenk�nigin Alexstrasza. Er war mit einem von insgesamt zwei mysteri�sen Reisenden aufgetaucht, einem silberhaarigen Magier namens Krasus. Korialstrasz und Krasus waren aus irgendeinem Grund eng miteinander verbunden, aber Malfurion hatte noch nicht herausgefunden, aus welchem. Er wusste nur, dass dort, wo der hagere bleiche Magier auftauchte, der Drache nicht weit war. Gemeinsam hatten sie sich als eine unaufhaltsame Streitmacht erwiesen, die D�monen hinwegfegte und den Weg f�r die Armeen der Verteidiger ebnete.</p><p>Trennte man sie jedoch, schienen beide dem Tode nahe zu sein.</p><p>Malfurion hatte beschlossen, sich nicht in ihre Angelegenheiten einzumischen. Zum einen waren sie Verb�ndete der Nachtelfen, zum anderen respektierte und mochte er beide. Jetzt wollte Korialstrasz die Nachtelfen verlassen. Ein solcher Verlust kam einer Katastrophe gleich.</p><p>�Wird Meister Krasus mit ihm gehen?�</p><p>�Nein, er bleibt bei Meister Rhonin.�</p><p>Illidan sprach Rhonins Namen ebenso ehrf�rchtig aus wie den von Malfurion Krasus. Der rothaarige Rhonin war gemeinsam mit dem �lteren Zauberer aus einem unbekannten Land an diesen Ort gekommen. Manchmal, wenn sie ihre eigenen Erfahrungen im Kampf gegen die Brennende Legion schilderten, sprachen sie kurz �ber ihre Herkunft. Rhonin kannte sich ebenso wie Krasus gut in den magischen K�nsten aus, wirkte jedoch wesentlich j�nger. Der b�rtige Zauberer trug unauff�llige blaue Reisekleidung, die fast so konservativ wie die von Malfurion war, aber das war nicht das Einzige, was ihn von seiner Umgebung unterschied. Krasus h�tte als Nachtelf durchgehen k�nnen, obwohl er sehr blass und kr�nklich wirkte, aber der ebenso blasse Rhonin geh�rte einem Volk an, das niemand kannte. Er bezeichnete sich selbst als <emphasis>Mensch</emphasis>, aber die Mondgarde vertrat die Meinung, es handele sich bei ihm wahrscheinlich um einen ungew�hnlich gro� geratenen Zwerg.</p><p>Doch das spielte keine Rolle. Wichtig war nur, dass Rhonin zu einem ebenso wichtigen Verb�ndeten wie Krasus und der Drache geworden war. Er benutzte die Magie des Brunnens mit einer Intensit�t und Kunstfertigkeit, �ber die selbst die Mondgarde staunte. Au�erdem hatte er sich Illidans angenommen und ihn viel gelehrt. Illidan glaubte, der Fremde habe sein Talent erkannt, aber Malfurion wusste, dass Rhonin vor allem versuchte, den Leichtsinn seines Zwillings in den Griff zu bekommen. Allein gelassen neigte Illidan dazu, nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Kameraden aufs Spiel zu setzen.</p><p>�Das ist nicht gut, Illidan.�</p><p>�Nat�rlich nicht�, antwortete sein Zwilling, �aber wir m�ssen damit leben.�</p><p>Er hob seine Hand, die von einer roten Aura umgeben war. �Wir haben schlie�lich auch unsere St�rken.�</p><p>Die Aura verschwand. �Auch wenn du noch immer nicht alles einsetzt, was Cenarius dir beigebracht hat.�</p><p>Mit <emphasis>alles</emphasis> meinte er Zauberspr�che, die nicht nur die Feinde trafen, sondern auch die Landschaft, in der sie sich befanden und alle, die den Weg der Magie kreuzten. Illidan verstand immer noch nicht, dass das Druidentum mit der Natur arbeitete, nicht gegen sie.</p><p>�Ich tue, was ich kann. Wenn du � �</p><p>Malfurion konnte den Satz nicht beenden, denn im gleichen Moment setzte eine alptraumhafte Gestalt vor ihm auf dem Waldboden auf.</p><p>Der Teufelsw�chter �ffnete sein Maul und br�llte. Seine brennende R�stung strahlte keine W�rme ab, sondern eine K�lte, die der Nachtelf bis ins Innerste sp�rte. Der geh�rnte D�mon hob sein Schwert und st�rzte sich auf den n�chst besten Gegner � auf Illidan.</p><p>�Nein!� Malfurion stie� seinen Bruder zur Seite und bat gleichzeitig Wald und Himmel um ihren Beistand.</p><p>Eine pl�tzliche, heftige Windb�e traf den D�monen und schleuderte ihn wie ein Blatt meterweit zur�ck. Er krachte gegen einen Baum, riss die Rinde auf und st�rzte zu Boden.</p><p>Wie die Tentakel einer gigantischen Krake krochen die Wurzeln der nahe stehenden B�ume �ber den benommenen Angreifer. Der D�mon versuchte, sich zu erheben, aber seine Arme und Beine, sein Oberk�rper und sein Kopf wurden zu Boden gedr�ckt. Er wehrte sich dagegen, was jedoch nur dazu f�hrte, dass er seine Waffe verlor.</p><p>Als die Wurzeln ihr Opfer im Griff hatten, wichen sie zur�ck in den Boden � <emphasis>durch</emphasis> den K�rper des D�mons.</p><p>Der monstr�se Angreifer zischte noch einmal w�tend, dann trennten die Wurzeln seinen Kopf vom K�rper. Gr�ner Schleim floss aus den schrecklichen Wunden. Die Teile des D�mons lagen am Boden wie ein Puzzle, das jemand durcheinander geworfen hatte.</p><p>Doch w�hrend Malfurion sich noch um den ersten Angreifer k�mmerte, lie�en sich bereits zwei weitere aus den B�umen fallen. Illidan fluchte, kam auf die Beine und zeigte auf einen der beiden.</p><p>Der D�mon, der sich gerade auf ihn st�rzen wollte, drehte sich um und schlug seinem Kameraden mit seiner Keule den Sch�del ein.</p><p>Malfurion sp�rte pl�tzlich, dass etwas nicht stimmte. Die feinen Haare in seinem Nacken richteten sich auf. Er blickte �ber seine Schulter.</p><p>Eine vierbeinige Bestie sprang ihm im gleichen Moment entgegen. Zwei wirbelnde Tentakel mit zahnbewehrten Saugn�pfen bohrten sich in seine Brust. Sein Gesichtsfeld bestand nur noch aus gelben langen Z�hnen. Fauliger Verwesungsgestank lie� ihn w�rgen.</p><p>Am Rande seiner Wahrnehmung h�rte er, wie Illidans Schrei im hundeartigen Heulen einer Bestie unterging.</p><p>Man hatte sie �berlistet. Der Frontalangriff war nur eine Finte gewesen, um sie von den D�monen in ihrem R�cken abzulenken. Die Teufelsbestien hatten nur auf eine g�nstige Gelegenheit gewartet.</p><p>Malfurion schrie, als die Saugn�pfe die Magie aus seinem K�rper rissen, so wie ihre Z�hne schon bald das Fleisch aus ihm herauszerren w�rden. Teufelsbestien stellten f�r Zauberkundige eine besonders gro�e Gefahr dar, denn die D�monen witterten Magie und saugten sie aus den K�rpern heraus, bis nur noch mumifizierte H�llen �brig blieben. Hinzu kam, dass die D�monenhunde sich vermehrten, wenn sie gen�gend Energie zu sich genommen hatten.</p><p>Er versuchte, die Tentakel aus seinem K�rper zu rei�en, aber sie sa�en zu fest. Der Nachtelf sp�rte, wie seine Kr�fte schwanden�</p><p>� und dann h�rte er pl�tzlich ein Ger�usch, das wie Regen klang.</p><p>Die Teufelsbestie sch�ttelte sich. Die Tentakel glitten von seinem K�rper ab und peitschten durch die Luft, dann fiel der D�mon zur Seite und begrub beinahe Malfurions Arm unter sich.</p><p>Der Nachtelf blinzelte durch seine Tr�nen hindurch und sah, dass mehr als ein Dutzend scharfer Bolzen im R�cken der Teufelsbestie steckten. Jeder Bolzen hatte eine besonders empfindliche Stelle getroffen. Der D�mon war bereits tot gewesen, bevor er den Boden ber�hrt hatte.</p><p>Aus dem Wald tauchten mehr als ein Dutzend Reiter auf, die grau-gr�ne R�stungen trugen und auf jenen gro�en schwarzen S�belzahnpanthern sa�en, die Nachts�bler genannt wurden. Die gewaltigen Katzen bewegten sich schnell und elegant zwischen den B�umen hindurch.</p><p>�Verteilt euch!�, rief ein junger Offizier, dessen Stimme Malfurion bekannt vorkam. �Sucht die Umgebung nach weiteren Gegnern ab!�</p><p>Die Soldaten lenkten ihre Tiere rasch, aber vorsichtig in den Wald hinein. Malfurion verstand ihre Sorgfalt, denn bei Tageslicht waren sie nicht in Bestform. Trotzdem hatten sie erstaunliches K�nnen bewiesen und dem jungen Druiden das Leben gerettet.</p><p>Der Offizier brachte seine zischende Katze vor Malfurion zum Stehen. Den Nachts�blern gefielen die Ritte bei Tageslicht ebenfalls nicht, aber sie gew�hnten sich langsam daran.</p><p>�Sieht so mein Schicksal aus?�, fragte der leicht rundliche Nachtelf. Er schien Malfurion f�rmlich anzustarren, ein Eindruck, der durch die schr�gere Augenstellung des Offiziers verst�rkt wurde. �Muss ich dich jedes Mal davon abhalten, umgebracht zu werden? Ich sollte seine Hoheit um meinen alten Posten in der Suramar-Wache bitten.�</p><p>�Dann w�re das hier vielleicht anders ausgegangen, Captain Shadowsong�, antwortete Malfurion.</p><p>Der Soldat stie� frustriert die Luft aus. �Nein, w�re es nicht.</p><p>Lord Ravencrest w�rde mir ohnehin nie erlauben, zur Wache zur�ckzukehren. Er scheint zu glauben, Mutter Mond selbst habe mich dazu berufen, seine besonders wichtigen Diener zu besch�tzen.�</p><p>�Du kamst zusammen mit mir, einer Novizenpriesterin der Elune, einem r�tselhaften Zauberer und einem Drachen zur�ck nach Suramar, Captain. Nat�rlich ist das Lord Ravencrest und den anderen Kommandanten aufgefallen. Sie werden dich nie wieder f�r einen einfachen Wachoffizier halten.�</p><p>Shadowsong verzog das Gesicht. �Ich bin kein Held, Meister Malfurion. Du und die anderen, ihr bringt D�monen mit einem Blinzeln um. Ich versuche nur, euch zu besch�tzen, damit ihr das auch weiterhin tun k�nnt.�</p><p>Jarod Shadowsong hatte das Pech gehabt, Krasus zu verhaften, als dieser versuchte, nach Suramar zu gelangen. Der Zauberer hatte den Captain um Hilfe gebeten, was schlie�lich dazu f�hrte, dass er, Malfurion und Korialstrasz aufeinander trafen. Der gute Offizier war leider so pflichtbewusst, dass er seinen Gefangenen durch all diese Ereignisse begleitet hatte. Als Lord Ravencrest dar�ber nachdachte, wen er mit dem Schutz seiner Zauberer betrauen sollte, hatte diese Tatsache den Ausschlag gegeben. Und so war Jarod Shadowsong zum Kommandanten einer kampfgest�hlten Truppe aufgestiegen, deren Mitglieder zumeist wesentlich mehr milit�rische Erfahrung als er selbst gesammelt hatten.</p><p>�Dieser Angriff war unn�tig�, beschwerte sich Illidan, als er neben seinen Bruder trat. �Ich hatte die Situation unter Kontrolle.�</p><p>�Ich befolge nur meine Befehle, Meister Illidan. Ich habe zuf�llig gesehen, dass du das Lager entgegen den Anweisungen von Lord Ravencrest allein verlassen hast.� Shadowsong sah erneut Malfurion an. �Und als ich dann erfuhr, wie lange <emphasis>du</emphasis> bereits vermisst wurdest��</p><p>�Hmpf.� Eine andere Antwort gab Illidan nicht. Ausnahmsweise waren sich die Zwillinge einig. Beide hielten nichts davon, dass Lord Ravencrest ihre st�ndige Bewachung angeordnet hatte. Das verst�rkte nur ihre Fluchtbem�hungen. Malfurion suchte das Alleinsein, weil es Teil seiner Magie war. Illidan suchte es, weil ihn die endlosen Ratssitzungen langweilten. Illidan interessierte sich nicht f�r Schlachtpl�ne. Er wollte losziehen und D�monen vernichten.</p><p>Nur dass dieses Mal die D�monen beinahe ihn vernichtet h�tten. Weder er noch Malfurion hatten ihre N�he gesp�rt. Das war eine unerwartete und besorgniserregende Ver�nderung. Die Brennende Legion hatte gelernt, ihre M�rder zu tarnen. Sogar der Wald hatte das B�se in seiner Umgebung nicht gesp�rt. Das konnte in zuk�nftigen Auseinandersetzungen zum Problem werden.</p><p>Ein Soldat ritt auf Shadowsong zu und salutierte vor ihm. �Wir haben die Gegend durchk�mmt, Captain. Es sind keine weiteren � �</p><p>Ein ohrenbet�ubender Schrei hallte durch den Wald.</p><p>Malfurion und Illidan fuhren herum und liefen auf die Quelle des Schreis zu. Shadowsong �ffnete den Mund, um sie zur�ckzurufen, schloss ihn dann wieder und spornte sein Reittier an.</p><p>Sie mussten nicht weit laufen. Etwas tiefer im Wald stoppte die Gruppe und sah sich mit einem grauenhaften Anblick konfrontiert. Einer der Nachts�bler lag am Boden. Etwas hatte seinen K�rper aufgerissen und seine Eingeweide herausgezogen. Die glasigen Augen der gro�en Katze starrten blicklos in den Himmel. Das Tier war h�chstens seit ein oder zwei Minuten tot.</p><p>Doch nicht die Katze hatte den markersch�tternden Schrei ausgesto�en, sondern ihr Reiter, der auf sein eigenes Schwert gespie�t an einer Eiche hing. Auch seine Brust hatte man aufgerissen � trotz der R�stung. Vor seinen F��en lagen Innereien. Sein Blick war ebenso leer wie der des Nachts�blers.</p><p>Illidan sah sich aufgeregt um, aber Malfurion legte eine Hand auf seine Schulter und sch�ttelte den Kopf. �Wir halten uns an die Anweisungen des Captains. Wir gehen zur�ck. Sofort.�</p><p>�Holt seine Leiche runter�, befahl Shadowsong. Sein Gesicht wirkte blass unter der violetten Haut. Er zeigte auf die Zwillinge. �Bildet eine Mauer um sie!�</p><p>Dann beugte er sich zu den beiden hinunter und f�gte ungeduldig hinzu: �Nat�rlich nur, wenn es euch nichts ausmacht.�</p><p>Malfurion hielt seinen Bruder von einer Antwort ab. Zusammen gingen sie den H�gel hinauf zu ihren Reittieren, w�hrend die Soldaten sie unabl�ssig umkreisten � wie ein Wolfsrudel die Beute. Malfurion erkannte die Ironie ihrer Situation. Sein Bruder und er vereinten mehr Macht in sich als alle diese Soldaten zusammen, aber ohne Jarod Shadowsongs Eingreifen w�ren sie den D�monen zum Opfer gefallen.</p><p><emphasis>Wir m�ssen noch sehr viel lernen</emphasis>, dachte der junge Druide, w�hrend er auf seinen Nachts�bler zuging. Ich <emphasis>habe noch viel zu lernen</emphasis>.</p><p>Aber es sah so aus, als w�rden die D�monen ihnen die Zeit daf�r nicht gew�hren.</p><empty-line/><p>Krasus hatte l�nger als alle anderen in seiner Umgebung gelebt. Seine hagere, silberhaarige Gestalt lie� die Weisheit erahnen, die er in dieser Zeit gesammelt hatte, aber nur, wenn man in seine Augen blickte, erkannte man, wie gro� das Wissen und die Erfahrung des Zauberers wirklich waren.</p><p>Die Nachtelfen hielten ihn f�r einen der ihren, f�r einen Albino oder eine Mutation. Er sah ihnen �hnlich, wenn man einmal davon absah, dass seine Augen eher an die eines Zwerges erinnerten, da sie Pupillen besa�en. Seine Gastgeber akzeptierten seine �Missbildungen�, hielten sie f�r ein Zeichen seiner ausgepr�gten magischen K�nste. Krasus war ein besserer Zauberer als alle Mitglieder der Mondgarde zusammen genommen, und das aus gutem Grund. Er war weder ein Nachtelf, noch irgendeine andere Art von Elf� Krasus war ein <emphasis>Drache</emphasis>. Und zwar kein einfacher, sondern die �ltere Version des Leviathans, mit dem er sehr viel Zeit verbrachte: Korialstrasz.</p><p>Der Magier und der rothaarige Zauberer Rhonin stammten nicht aus einem fernen Land, obwohl sie das behauptet hatten. In Wirklichkeit kamen sie aus einer weit entfernten Zukunft, aus der Zeit nach der zweiten Entscheidungsschlacht gegen die Brennende Legion. Allerdings waren sie nicht absichtlich in die Vergangenheit gereist. Sie waren einer seltsamen und besorgniserregenden Anomalie in den Bergen nachgegangen, dann aber von eben dieser verschluckt und durch Raum und Zeit ins uralte Kalimdor geschleudert worden.</p><p>Aber sie waren nicht die Einzigen. Ein erfahrener Orc-Krieger namens Broxigar war ebenfalls in die Anomalie geraten. Brox� Volk hatte in der zweiten Schlacht gegen die D�monen gek�mpft, und sein Kriegsh�uptling hatte ihn und einen anderen Krieger ausgeschickt, um dem verst�renden Alptraum eines Schamanen nachzugehen. Brox� Kamerad hatte am Rand der Anomalie gestanden und war zerrissen worden. Seither musste sich der �ltere Orc allein in der Vergangenheit durchschlagen.</p><p>Die Umst�nde hatten den Drachen, den Orc und den Menschen � alles ehemalige Feinde � zusammengef�hrt. Doch die Umst�nde hatten ihnen noch keinen Weg zur�ck in die Zukunft aufgezeigt, und das bereitete Krasus gro�e Sorgen.</p><p>�Du gr�belst schon wieder�, donnerte der Drache.</p><p>�Ich mache mir nur Gedanken �ber deine baldige Abreise�, erkl�rte Krasus seinem j�ngeren Ich.</p><p>Der rote Drache nickte. Die beiden standen bei den ausgedehnten Verteidigungsanlagen von Black Rook, der beeindruckenden Festung, von der aus Lord Ravencrest seine Armeen befehligte. Im Gegensatz zu den meisten anderen Nachtelfen bevorzugte Ravencrest eine martialische Umgebung. Die Black-Rook-Festung hatte man aus schwerem schwarzen Fels gehauen. Alle Kammern �ber und unter der Erde waren in den Stein gemei�elt worden. Viele hielten Black Rook f�r eine uneinnehmbare Festung.</p><p>Doch f�r Krasus, der die monstr�se Wut der Brennenden Legion kannte, war sie nur ein weiteres vor dem Einsturz stehendes Kartenhaus.</p><p>�Ich m�chte nicht abreisen�, sagte der rote Drache, �aber es herrscht Stille in meinem Volk. Ich sp�re nicht einmal mehr meine geliebte Alexstrasza. Gerade du solltest verstehen, dass ich dem nachgehen muss.�</p><p>Korialstrasz wusste, dass sein Begleiter ebenfalls ein Drache war, aber er hatte die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart noch nicht erkannt. Nur seine K�nigin und Gef�hrtin, die Mutter des Lebens, wusste die Wahrheit, hatte sie jedoch niemandem mitgeteilt. Damit hatte sie dem �lteren Drachen einen Gefallen erwiesen.</p><p>Krasus f�hlte die Leere ebenfalls. Er wusste, dass sein j�ngeres Ich den Grund daf�r herausfinden musste, auch wenn es f�r sie beide mit Risiken behaftet war. Gemeinsam bildeten sie eine gewaltige Streitmacht, die von Lord Ravencrest �ber alles gesch�tzt wurde. Korialstrasz lie� Feuer auf die D�monen nieder regnen, und Krasus verwandelte diese Flammen in einen Feuersturm, der mit nur einem Atemzug mehrere hundert D�monen vernichten konnte. Doch wenn man sie trennte, wurden sie krank und verloren fast ihre gesamte Macht.</p><p>Die letzten Sonnenstrahlen verschwanden hinter dem Horizont. Die Gegend rund um die Geb�ude war bereits voller gesch�ftig wirkender Nachtelfen. Niemand wagte es, nachl�ssig zu sein, weder bei Tag noch bei Nacht. Zu viele waren anfangs wegen dieser Angewohnheit gestorben. Trotzdem hie� man die Dunkelheit immer noch willkommen, denn die Nachtelfen zogen ihre Kraft nicht nur aus dem Brunnen der Ewigkeit, sondern auch aus dem Mond und den Sternen.</p><p>�Ich habe nachgedacht�, sagte Krasus und sp�rte den Wind auf seinem schmalen Gesicht. Korialstrasz war so gro�, dass er die Festung nicht betreten konnte. Allerdings war Black Rook so stabil gebaut, dass er sich auf das Dach des Hauptgeb�udes setzen konnte. Krasus hatte sich entschieden, ebenfalls dort zu �bernachten. Er benutzte nur eine d�nne Decke, um sich vor dem Wind zu sch�tzen. Er nahm auch seine Mahlzeiten an den Verteidigungsanlagen ein und kletterte nur nach unten, wenn er dort etwas zu erledigen hatte. In allen anderen F�llen wandte er sich an Rhonin, der als einziger Au�enstehender die Situation verstand, in der er sich befand.</p><p>�Es gibt vielleicht eine M�glichkeit, dass wir unsere Reise gemeinsam fortsetzen k�nnen�, fuhr er fort. �In gewisser Weise��</p><p>�Berichte mir davon.�</p><p>�Auf deinem K�rper gibt es mindestens eine lockere Schuppe, nicht wahr?�</p><p>Der Drache spreizte seine Fl�gel und sch�ttelte sich wie ein gro�er Hund. Seine Schuppen klapperten rhythmisch. Er runzelte die Stirn, w�hrend er lauschte, dann drehte er seinen langen Hals. �Hier hinten ist eine, glaube ich.�</p><p>Drachen verloren im Allgemeinen ihre Schuppen so wie andere Wesen ihr Haar verloren. Die nackten Stellen wurden mit der Zeit h�rter und bildeten schlie�lich neue Schuppen. Ein Drache, der mehrere Schuppen an einer Stelle verlor, musste sich in Acht nehmen, denn die weiche Haut darunter war gegen Waffen und Gift nicht gefeit.</p><p>�Mit deiner Erlaubnis h�tte ich sie gerne.�</p><p>Jedem anderen h�tte Korialstrasz seine Erlaubnis verweigert, aber er vertraute Krasus mittlerweile so sehr wie sich selbst. Irgendwann w�rde Krasus ihm seine Beweggr�nde verraten, vorausgesetzt, dass sie lange genug lebten.</p><p>�Sie geh�rt dir�, erwiderte der rote Drache freundlich. Mit seinem Hinterlauf kratzte er an der Stelle, bis nur Momente sp�ter eine lockere Schuppe zu Boden fiel.</p><p>Krasus hob sie hoch, betrachtete sie und nickte zufrieden. Er sah zu seinem Begleiter auf. �Und nun muss ich dir etwas geben.�</p><p>�Das ist nicht n�tig.�</p><p>Aber der Drachenmagier wusste es besser. Es w�re schlimm, wenn seinem j�ngeren Ich etwas zusto�en w�rde, weil Krasus sich in die Vergangenheit eingemischt hatte. �Doch, das ist es.�</p><p>Er legte die kopfgro�e Schuppe zur Seite, blickte auf seine linke Hand und konzentrierte sich.</p><p>Die schmalen, eleganten Finger kr�mmten sich pl�tzlich und wurden reptilienartig. Schuppen sprangen aus dem Fleisch, bildeten sich zuerst an den Fingerspitzen, liefen dann �ber die Hand bis zum Unterarm. Scharfe, gebogene Klauen wuchsen aus den Fingern.</p><p>Die Verwandlung war �u�erst schmerzhaft. Krasus kr�mmte sich zusammen und taumelte. Instinktiv griff Korialstrasz nach der winzigen Gestalt, aber der Magier winkte ab. �Ich stehe das durch!�</p><p>Gekr�mmt und nach Atem ringend ber�hrte Krasus seine ver�nderte Hand und zog an den kleinen Schuppen. Sie widersetzten sich seinen Anstrengungen, bis er schlie�lich die Z�hne zusammenbiss und mit aller Kraft zwei Schuppen herausriss.</p><p>Sie l�sten sich. Blut lief �ber seinen monstr�sen Handr�cken. Die hagere Gestalt schluckte und leitete sofort die R�ckverwandlung ein. Der Schmerz lie� nach.</p><p>Krasus ignorierte die Wunde und betrachtete seine Beute. Mit Augen, sch�rfer als die eines Nachtelfs, suchte er nach den kleinsten Unreinheiten.</p><p>�Du wei�t doch, dass die Krankheit, unter der wir beide leiden, es nicht zul�sst, dass du dich wieder in deine normale Gestalt verwandelst � oder dass ich eine andere als die eines Drachen annehme�, schimpfte Korialstrasz. �Du bringst dich in gro�e Gefahr, wenn du so etwas versuchst.�</p><p>�Es war notwendig�, antwortete Krasus. Er drehte die Schuppen zwischen den Fingern. �In dieser hier ist ein Riss�, murmelte er und lie� sie fallen. Der Wind wehte sie davon. �Die andere ist perfekt.�</p><p>�Was willst du damit?�</p><p>�Du musst mir vertrauen.�</p><p>Der Drache blinzelte. �Das tue ich doch immer.�</p><p>Der Magier ging zu der Stelle, an der Korialstrasz seine Schuppe abgekratzt hatte. Das Fleisch war ger�tet und weich. Der Bereich war so gro�, dass ein erfahrener Bogensch�tze ihn treffen konnte.</p><p>Krasus fl�sterte Worte, die �lter als Drachen waren, dann legte er seine eigene Schuppe in die Mitte der ungesch�tzten Stelle.</p><p>Die Schuppe leuchtete bei der Ber�hrung gelb auf. Korialstrasz stie� die Luft aus, zeigte aber keine andere Reaktion. Die Augen des Drachen beobachteten genau, was sein Begleiter tat.</p><p>Krasus wiederholte die alten Worte immer wieder. Mit jedem Mal wurde er schneller. Die Schuppe begann zu pulsieren, wuchs im Takt der Worte. Innerhalb von Sekunden wurde sie fast so gro� wie die Schuppen, die sie umgaben.</p><p>�Es wird sich innerhalb weniger Lidschl�ge mit deinem Fleisch verbinden�, erkl�rte Krasus dem Leviathan. �Du wirst sie nicht verlieren.�</p><p>Er trat zur�ck und betrachtete seine Arbeit. Der Drache folgte seinem Blick.</p><p>�Sie f�hlt sich� normal an�, sagte er.</p><p>�Ich hoffe, dass sie noch mehr f�r dich tun kann. Ich trage jetzt einen Teil von dir und du einen Teil von mir. Hoffentlich k�nnen wir aus dieser Verschmelzung einige der magische Vorteile ziehen, die wir sonst nur genie�en, wenn wir vereint sind.�</p><p>Korialstrasz breitete die Fl�gel aus. �Das l�sst sich leicht herausfinden.�</p><p>Krasus nickte. Wenn sie wissen wollten, ob der Zauber funktionierte, mussten sie sich trennen. �Ich w�nsche dir viel Gl�ck, mein guter Korialstrasz.�</p><p>Der gewaltige Drache neigte den Kopf. �Und ich dir.�</p><p>�Alexstrasza��</p><p>�Ich werde ihr von dir und deinen W�nschen berichten, Krasus.� Der Leviathan betrachtete die winzige Gestalt nachdenklich. �Ich habe einen Verdacht �ber die Verbindung, die zwischen uns existiert, aber ich respektiere deine Geheimnisse. Eines ist mir aber sofort aufgefallen. Du liebst sie genauso sehr wie ich� <emphasis>genauso</emphasis>.�</p><p>Krasus schwieg.</p><p>�Ich werde dir von ihr erz�hlen, sobald es m�glich ist.� Der Drache ging zum Rand der Verteidigungsanlagen und blickte zum Himmel. �Wir werden uns Wiedersehen, mein Blut��</p><p>Mit diesen Worten erhob sich der Leviathan in die Luft.</p><p><emphasis>Mein Blut</emphasis>� Krasus war die Wortwahl nicht entgangen. Drachen verbanden ein enges Verh�ltnis mit diesem Begriff. Er bezeichnete nicht die Kameraderie oder die Clanzugeh�rigkeit, sondern etwas Engeres, zum Beispiel die Beziehung zwischen zwei Drachen aus dem gleichen Wurf oder zwischen Eltern und Nachkommen�</p><p>Oder zwischen dem gleichen Wesen in unterschiedlichen K�rpern�</p><p>Krasus kannte sich besser als jeder andere. Er wusste, wie intelligent sein j�ngeres Ich war. Korialstrasz war kurz davor, das Geheimnis zu l�ften, aber der Zauberer vermochte nicht vorherzusagen, wie sich dies auf die Situation auswirken w�rde.</p><p>Er f�hlte sich pl�tzlich schwach. Mit tr�nenden Augen griff Krasus nach Korialstrasz� Schuppe. Als er sie ber�hrte, verschwand ein Teil der Schw�che und der Schmerzen. Doch die Ber�hrung allein reichte nicht. Die Schuppe musste ihm n�her sein, damit ihre Magie wirken konnte.</p><p>Der Drachenmagier �ffnete sein Hemd und sp�rte den kalten Wind auf seiner Brust. Er presste die Schuppe gegen sein Fleisch und fl�sterte erneut die uralten Worte. Er beschwor Kr�fte, die kein Nachtelf h�tte verstehen, geschweige denn b�ndigen k�nnen.</p><p>Eine goldene Aura bildete sich rund um die Schuppe. Krasus begann zu zittern, k�mpfte um sein Gleichgewicht.</p><p>Die Aura verschwand so rasch, wie sie erschienen war. Er blickte auf seine Brust, deren Mitte jetzt von der Schuppe seines j�ngeren Ichs bedeckt wurde.</p><p>Ein Hauch der Schw�che lag immer noch �ber seinem K�rper, aber damit und mit dem leichten Restschmerz vermochte Krasus umzugehen. Endlich konnte er sich unter den anderen bewegen, ohne ihr Mitleid zu sp�ren. Jetzt konnte er sich mit ihnen den D�monen entgegenstellen. Der Zauberer fragte sich, warum ihm dieser Plan nicht schon viel eher eingefallen war. Doch dann erinnerte er sich daran, dass er sich erst um eine L�sung bem�ht hatte, als Korialstrasz ihm von seiner bevorstehenden Suche nach den anderen Drachen erz�hlte.</p><p><emphasis>Es scheint Schwer zu sein, sich von sich selbst zu trennen</emphasis>. Rhonin h�tte �ber diese Erkenntnis gelacht. Sogar Krasus musste l�cheln. Alexstrasza hatte schon mehrmals den Verdacht ge�u�ert, dass seine st�ndigen Einmischungen in die Belange der niederen V�lker ein wenig auf Eitelkeit beruhten.</p><p>Pl�tzlicher Schwindel erfasste ihn.</p><p>Er entging nur knapp einem Sturz vom Dach. Der Angriff w�hrte nicht lange, aber Krasus musste sich danach mehr als eine Minute lang schwer atmend gegen die Br�stung lehnen.</p><p>Als er wieder gerade stehen konnte, blickte er �ber die Black-Rook-Festung und �ber Suramar hinweg zum dunklen, weit entfernten Zin-Azshari.</p><p>Krasus hatte einige geheime Zauber eingesetzt, um andere Magier bei ihren Pl�nen zu belauschen. Mehr als jeder andere sp�rte er die Ver�nderungen in den magischen Kr�ften dieser Welt, aber selbst er hatte nicht mit einem solch massiven Wechsel gerechnet.</p><p>�Sie haben es getan�, st�hnte er und starrte in Richtung der fernen Stadt. �Das Portal f�r die Brennende Legion wurde aufgesto�en�!�</p></section><section><title><p>3</p></title><p>Der Schmerz seines Todes war unertr�glich gewesen. Gleichzeitig hatte man ihn auf ein Dutzend entsetzliche Weisen vernichtet. Die Folter war so schrecklich gewesen, dass er den Tod wie eine sehns�chtig erwartete Geliebte empfangen hatte.</p><p>Doch selbst die Leiden seines Sterbens verblassten verglichen mit dem, was danach kam.</p><p>Er hatte keinen K�rper mehr, keine Substanz, nichts. Von ihm war weniger geblieben als ein Geist. Seine eigene Existenz war ihm nur bewusst, weil ein anderer ihn leiden lie�. Er hatte diesen anderen entt�uscht, und Entt�uschung war die gr��tm�gliche S�nde.</p><p>Sein Gef�ngnis war ein endloses Nichts. Er h�rte nichts, sah nichts, sp�rte nichts� au�er Schmerz. Wie viel Zeit mochte vergangen sein? Tage, Wochen, Monate, Jahre, Jahrhunderte? Oder nur einige wenige entsetzliche Minuten? Wenn Letzteres zutraf, dann war seine Folter wahrhaft monstr�s.</p><p>Sein Schmerz endete unerwartet. Ohne einen Mund konnte er seine Erleichterung, seine Freude nicht hinausschreien. Noch nie war er so dankbar f�r etwas gewesen.</p><p>Doch dann begann er sich zu fragen, ob diese Pause nur die Vorbereitung auf eine neue, noch schlimmere Folter war.</p><p><emphasis>Ich habe beschlossen, dich zu begnadigen</emphasis>.</p><p>Die Stimme seines Gottes erf�llte ihn gleicherma�en mit Hoffnung und Angst. Er wollte sich verbeugen, auf Knien rutschen, doch ohne K�rper war ihm das � oder irgendetwas anderes � nicht m�glich.</p><p><emphasis>Ich habe entschieden, dass es einen Platz f�r dich gibt. Ich habe die Schw�rze in dir erblickt und gefunden, was mich einst erfreute. Das wird der Kern deines neuen Ichs sein. Du wirst ein weit besserer Diener werden als zuvor</emphasis>.</p><p>Er war unendlich dankbar f�r dieses Geschenk, konnte dies jedoch ebenfalls nicht zeigen.</p><p><emphasis>Du musst neu geformt werden, aber so, dass andere in dir den Ruhm sehen, den ich gebe und die Strafen, die ich austeile. Ich werde dir etwas zur�ckgeben, durch das sie dich erkennen werden</emphasis>.</p><p>Ein Energieblitz durchfuhr ihn. Winzige Materieflocken flogen ins Innere des Energiesturms, verbanden sich miteinander und schenkten ihm Substanz. Viele hatten vor seiner Zerst�rung zu ihm geh�rt und waren ihm, wie seine Seele, im Augenblick seines Todes von seinem Gott genommen worden.</p><p>Langsam und verschwommen bildete sich ein K�rper um ihn. Er konnte sich nicht bewegen, konnte nicht atmen. Dunkelheit umgab ihn, und er erkannte, dass er sein Augenlicht zur�ckerhalten hatte.</p><p>Und dann begann er zum ersten Mal nach seinem Tode wirklich zu <emphasis>sehen</emphasis>. Er bemerkte, dass seine Arme und Beine anders waren als zuvor. Die Beine bogen sich an den Knien nach hinten und endeten in Hufen. Alle Gliedma�en waren von dichtem Fell bedeckt, die H�nde endeten in langen Klauen.</p><p>Sein Gesicht f�hlte sich fremd an. Er sp�rte, dass gekr�mmte H�rner aus seiner Stirn ragten. Nichts erinnerte an seinen letzten K�rper, und er fragte sich, wie andere ihn erkennen sollten.</p><p>Z�gernd hob er die Hand und ber�hrte seine Augen� und pl�tzlich wusste er, woran man ihn erkennen w�rde. Er sp�rte, wie die Kr�fte darin mit jeder Sekunde gr��er wurden. Er erkannte die Str�nge magischer Energie, die ihn umgaben, sah, wie die unsichtbare Hand seines Gottes seinen K�rper erschuf und ihm mehr Macht verlieh als je zuvor.</p><p>Er beobachtete die Arbeit seines Gottes und bewunderte ihre Perfektion. Hier entstand eine neue Art von Diener, einer, den alle anderen J�nger seines Herrn beneiden w�rden.</p><p>All dies sah er durch k�nstliche Augen aus schwarzem Metall, die von rubinroten Schlieren durchzogen waren.</p><p>Diese Augen w�rden all jene zu deuten wissen, die ihn einmal gekannt hatten � und sie w�rden lernen, ihn aufs Neue zu f�rchten.</p><empty-line/><p>Lord Kur�talos Ravencrest stand vor dem hohen steinernen Stuhl, von dem aus er normalerweise seine Audienzen hielt, und betrachtete die vor ihm versammelten Kommandanten. Selbst f�r einen Nachtelf war er au�ergew�hnlich gro�. Sein Gesicht war lang und schmal. Es erinnerte ein wenig an den schwarzen Vogel, dessen Namen er trug. Sogar seine Nase war gebogen wie ein Schnabel. Sein gestutzter Bart und die streng blickenden Augen verliehen ihm eine Aura der Weisheit und Macht. Er trug die graugr�ne R�stung seiner Soldaten, betonte seinen hohen Status jedoch durch einen goldfarbenen Umhang und einen gro�en, rot eingefassten Helm, auf dem der stilisierte Kopf eines Raben prangte.</p><p>Hinter dem Stuhl hingen die Banner seines Hauses, rechteckige, purpurne Fahnen, die die schwarze Silhouette eines Vogels in ihrer Mitte trugen. Das Banner des Hauses Ravencrest war zum Symbol der Verteidiger geworden, und manche sprachen mit der gleichen Ehrfurcht �ber den Adligen, mit der sie einst von der K�nigin gesprochen hatten.</p><p>Lord Ravencrest selbst sch�tzte die K�nigin immer noch, und als Malfurion ihm zuh�rte und begriff, in welche Richtung der Gegenangriff gehen sollte, wuchsen seine Bedenken.</p><p>�Es ist klar�, betonte der b�rtige Nachtelf, �dass wir uns auf Zin-Azshari konzentrieren m�ssen. Von dort kommen diese Ungeheuer, dort m�ssen wir sie angreifen!�</p><p>Die versammelten Nachtelfen nickten und murmelten Zustimmung. Der Feind musste von seinem Nachschub abgeschnitten werden. Ohne die Verst�rkung aus Zin-Azshari w�rden die D�monen, die sich bereits im Land aufhielten, sicher bald vernichtet werden.</p><p>Ravencrest beugte sich seinem Publikum entgegen. �Doch wir werden uns nicht nur den Ungeheuern aus einer anderen Welt stellen. In Zin-Azshari lauern die Verr�ter aus unserem eigenen Volk!�</p><p>�Tod den Hochwohlgeborenen!�, schrie ein Nachtelf.</p><p>�Ja! Die Hochwohlgeborenen! Sie und ihr Anf�hrer Lord Xavius haben dieses Ungl�ck �ber uns gebracht. Ihnen m�ssen wir mit erhobenen Schwertern und Lanzen entgegentreten, um sie f�r ihre Verbrechen zu bestrafen!�</p><p>Der Gesichtsausdruck des Adligen wurde noch grimmiger. �Schlie�lich halten sie unsere geliebte Azshara gefangen.�</p><p>W�tende Rufe antworteten ihm. Einige schrien: �Gelobt sei Azshara, das Licht der Lichter!�</p><p>Jemand neben Malfurion murmelte: �Sie sind noch immer verblendet.�</p><p>Er drehte den Kopf und entdeckte Rhonin, den rothaarigen Zauberer. Er war einen Kopf kleiner als ein Nachtelf, aber breiter gebaut, sodass er nicht nur wie ein Zauberer, sondern ebenfalls wie ein Krieger wirkte. Rhonin war der einzige Mensch unter ihnen � der einzige Mensch der Welt, so weit Malfurion wusste �, und seine blo�e Anwesenheit l�ste Aufregung aus. Die Nachtelfen neigten zur Arroganz und zu Vorurteilen, wenn es um andere V�lker ging. Rhonin behandelten sie mit Respekt, weil er m�chtig war, doch nur wenige h�tten ihn wohl in ihr Heim eingeladen.</p><p>Noch weiter entfernt von einer Einladung war die groteske, tierhafte Gestalt neben ihm, die fast so gro� wie Malfurion und beinahe so breit wie ein B�r war. Auf dem R�cken trug der Orc eine gewaltige, doppelt geschliffene Streitaxt, die aus Holz zu sein schien, aber wie Stahl gl�nzte.</p><p>�Wer die Wahrheit in der Schlacht nicht erkennt, st�rmt der Niederlage entgegen�, grunzte der gr�nh�utige Krieger, und die philosophischen Worte passten nicht zu seinem primitiven Aussehen.</p><p>Broxigar � oder Brox, wie er sich meist nannte � sch�ttelte den Kopf �ber die unverminderte Hingabe der Nachtelfen. Rhonin antwortete dem Orc mit einem zynisch traurigen L�cheln, was Malfurion zu der Frage f�hrte, wie sein Volk in den Augen dieser Fremden wirken musste. Im Gegensatz zu den meisten Nachtelfen hatten sie die Wahrheit l�ngst erkannt: Azshara wusste, was in ihrem Palast vorging.</p><p>�Wenn ihr w�sstet, was sie einst f�r uns darstellte�, fl�sterte Malfurion, �dann w�rdet ihr verstehen, weshalb ihr Verrat so schwer zu akzeptieren ist.�</p><p>�Es ist egal, was sie denken�, mischte sich Illidan in die Unterhaltung ein. �Sie werden Zin-Azshari ohnehin angreifen. Das Ergebnis wird das Gleiche sein: Das Ende der D�monen.�</p><p>�Und wenn Azshara vor sie tritt und erkl�rt, sie habe den Hochwohlgeborenen die Kontrolle �ber die D�monen abgerungen und alles sei wieder in Ordnung?�, fragte Rhonin spitz. �Wenn sie ihren Leuten befiehlt, die Waffen niederzulegen, weil die Schlacht vor�ber ist? Und wenn die Brennende Legion Ravencrest und die anderen angreift, w�hrend die K�nigin �ber deren Dummheit lacht?�</p><p>Illidan wusste nichts darauf zu erwidern, Brox hingegen schon. Er legte eine Pranke auf den Griff seines Dolches und murmelte leise: �Wir wissen um ihren Verrat. Wir werden daf�r sorgen, dass diese K�nigin niemanden mehr t�uscht��</p><p>Rhonin neigte unter seiner Kapuze den Kopf zur Seite, als wolle er �ber diesen Vorschlag nachdenken. Illidan verbarg seine Gef�hle hinter einem starren Gesichtsausdruck. Malfurion zog die Augenbrauen zusammen, war hin- und hergerissen zwischen den �berbleibseln seiner eigenen k�niglichen Verehrung und der Erkenntnis, dass man irgendwann gegen die K�nigin vorgehen musste. Weil sonst die Welt die Invasion der Monstrosit�ten nicht �berstehen w�rde.</p><p>�Sollte die Zeit kommen, werden wir tun, was getan werden muss�, antwortete er schlie�lich.</p><p>�Und diese Zeit wird bald kommen.�</p><p>Krasus betrat leise den Saal, worauf sie verstummten. Der blasse, r�tselhafte Zauberer bewegte sich sicherer, erholter, aber der Drache, vom dem er seine St�rke zu beziehen schien, war nat�rlich nicht im Saal zu sehen.</p><p>Rhonin ging sofort zu ihm. �Krasus, wie ist das m�glich?�</p><p>�Ich habe getan, was ich getan habe�, sagte der Angesprochene und ber�hrte unbewusst die drei kleinen Narben auf seinem Gesicht. �Ich muss euch sagen, dass Korialstrasz uns verlassen hat.�</p><p>Die Nachricht kam zwar nicht �berraschend, schockierte jedoch alle. Ohne den Drachen mussten sich die Nachtelfen noch st�rker als zuvor auf ihre kleine Gemeinschaft st�tzen.</p><p>Am anderen Ende des Saals setzte Lord Ravencrest seine Rede fort. �Sobald wir dort sind, wird eine zweite Streitmacht unter Lord Desdel Stareyes Kommando vom S�den her angreifen und sie so von zwei Seiten in die Zange nehmen��</p><p>Neben dem Thron stand ein sehr hagerer Nachtelf, der die gleiche R�stung wie Ravencrest angelegt hatte, aber einen Umhang aus miteinander verwobenen gr�nen, orangefarbenen und purpurnen Linien trug. An der Spitze von Stareyes Helm sah man eine Krone aus Nachts�blerfell. Der Helm war au�erdem mit zahlreichen kleinen Edelsteinsternen verziert. In der Mitte jedes Edelsteins sa� ein goldenes Auge. Zweifellos wirkten diese Verzierungen auf Au�enstehende kitschig, Stareyes Kameraden gefielen sie jedoch. Der Nachtelf schien auf jeden herabzublicken � auf jeden au�er seinem Gastgeber, denn Desdel Stareye wusste, wie wichtig seine Verbindung zum Hause Ravencrest war.</p><p>�Wir m�ssen uns schnell bewegen, nat�rlich, ja�, f�gte Stareye �berfl�ssigerweise hinzu. �Sie im Herzen treffen, ja. Die D�monen werden sich vor unseren Klingen ducken und um Gnade winseln, doch die werden wir ihnen nicht gew�hren.�</p><p>Er griff in einen Beutel an seinem G�rtel, nahm ein wei�es Pulver heraus und schniefte es.</p><p>�Der Himmel m�ge uns beistehen, wenn dieser Lackaffe eine Armee kommandieren soll�, murmelte Rhonin. �Seine R�stung gl�nzt, als w�re sie frisch geschmiedet. Hat er jemals eine Schlacht gesehen?�</p><p>Malfurion verzog das Gesicht. �Nur wenige aus unserem Volk haben das. Die meisten �berlassen diese <emphasis>geschmacklose Pflicht</emphasis> Lord Ravencrest, der Mondgarde oder den �rtlichen Streitkr�ften. Leider entscheidet in schweren Zeiten die Blutlinie dar�ber, wer den h�chsten Rang erh�lt.�</p><p>�Fast wie bei den Menschen�, sagte Krasus, bevor Rhonin antworten konnte.</p><p>�Rasch bis ins Herz vorsto�en�, pflichtete Lord Ravencrest bei. �Und das muss uns gelingen, bevor die Hochwohlgeborenen das Portal f�r weitere Ungeheuer �ffnen��</p><p>Malfurion war �berrascht, als Krasus vortrat und es wagte, Ravencrest zu unterbrechen. �Ich bef�rchte, dass es daf�r bereits zu sp�t ist, Mylord.�</p><p>Einige Nachtelfen murmelten ver�rgert �ber diese Unh�flichkeit eines Fremden. Krasus ignorierte sie und ging auf den Thron zu. Malfurion bemerkte, dass der Magier noch immer leichte Anzeichen des Unwohlseins zeigte. Es schien ihm zwar gelungen zu sein, sich von dem Drachen zu l�sen, doch seine geheimnisvolle Krankheit hatte er nicht v�llig �berwunden.</p><p>�Was soll das hei�en, Zauberer?�</p><p>Krasus blieb vor Ravencrest stehen. �Dass das Portal bereits ge�ffnet wurde.�</p><p>Seine Worte hallten durch den Saal. Einige Nachtelfen wurden blass unter ihrer purpurnen Gesichtsfarbe. Malfurion verstand es gut, denn das waren wirklich schlechte Nachrichten. Er fragte sich, wie sie reagieren w�rden, wenn sie erfuhren, dass der einzige Drache, der sie unterst�tzt hatte, nicht mehr bei ihnen war.</p><p>Desdel Stareye fragte hochm�tig: �Woher wei�t du das?�</p><p>�Ich habe die magischen Strahlen gesp�rt�, antwortete Krasus. �Ich wei�, was sie bedeuten. Das Portal wurde ge�ffnet.�</p><p>Der Adlige r�mpfte die Nase, als wolle er damit ausdr�cken, wie fragw�rdig solche Beweise waren. Lord Ravencrest akzeptierte Krasus� Aussage jedoch mit d�sterem Nicken. �Wie lange ist das her?�</p><p>�Einige Minuten. Ich habe es zweimal �berpr�ft, bevor ich hierher eilte.�</p><p>Der Herrscher der Black-Rook-Festung lehnte sich zur�ck. �Das sind schlimme Nachrichten. Doch, wenn erst so wenig Zeit vergangen ist��</p><p>�Es gibt noch Hoffnung�, stimmte der Zauberer zu. �Das Portal ist schwach. Sie werden nur wenige gleichzeitig hindurchbringen k�nnen. Noch wichtiger ist, dass ihr Herr es noch nicht betreten kann. Sollte er es versuchen, wird er das Portal zerst�ren��</p><p>�Welche Rolle spielt das? Er kann doch einfach da bleiben, wo er ist und seinen Armeen Befehle erteilen�, sagte Stareye und schniefte.</p><p>�Die Brennende Legion ist nur ein Schatten seiner furchtbaren Macht. Selbst wenn alle D�monen, die ihm dienen, das Portal durchschreiten, h�tten wir noch Hoffnung. Doch sollten wir alle vernichten, aber ihm den Schritt in unsere Welt erm�glichen, g�be es diese nicht mehr.�</p><p>Stille folgte auf seine Worte. Malfurion blickte zu Rhonin und Brox. Ihre Mimik spiegelte Krasus� Warnung wider.</p><p>�Das �ndert nichts�, erkl�rte Ravencrest abrupt. Er sah sein Publikum entschlossen an. �Zin-Azshari steht jetzt mehr denn je im Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Dort erwarten uns das Portal und unsere geliebte Azshara. Deshalb werden wir dorthin marschieren!�</p><p>Die Nachtelfen begannen spontan zu jubeln, so sehr vertrauten sie dem �lteren Kommandanten in Kriegsdingen. Nur wenige Nachtelfen hatten einen Ruf, der sich mit dem von Lord Ravencrest messen konnte. Er scharte die Krieger mit fast ebenso gro�em Geschick unter seinem Banner wie die K�nigin.</p><p>�Die Krieger stehen bereit! Sie warten nur noch auf unsere Entscheidung. Nach dieser Versammlung werdet ihr alle zu euren Einheiten zur�ckkehren und sie vorbereiten. Morgen werden wir am Ende des Tages unseren Marsch auf die Hauptstadt beginnen!� Ravencrest hob seine Faust. �F�r Azshara! F�r Azshara!�</p><p>�F�r Azshara!�, wiederholten die anderen Nachtelfen, unter anderem auch Illidan. Malfurion wusste jedoch, dass sein Bruder den Ruf nur aufnahm, weil er zum Zauberer von Black Rook geworden war. Auch wenn Illidan vielleicht seine eigene Meinung �ber K�nigin Azshara hatte, seine neu gewonnene Position wollte er daf�r nicht aufs Spiel setzen.</p><p>Die Nachelfen-Offiziere st�rmten fast aus dem Raum, konnten es kaum erwarten, zu ihren Soldaten zur�ckzukehren. Malfurion blickte ihnen nach und dachte daran, wie launisch sein Volk sein konnte. Eben noch hatten sie �ber die neue Bedrohung durch das Portal geklagt, aber jetzt taten sie so, als h�tten sie die schlimmen Neuigkeiten nie erfahren.</p><p>Aber selbst wenn sie tats�chlich so vergesslich gewesen w�ren, Rhonin und Brox dachten noch daran. Sie sch�ttelten die K�pfe, und der rothaarige Zauberer murmelte: �Das geht nicht gut aus. Dein Volk versteht nicht, worauf es sich einl�sst.�</p><p>�Haben sie denn eine Wahl?�</p><p>�Ihr m�sst noch einmal dar�ber nachdenken, Boten auszusenden, so wie ich es vorgeschlagen habe�, beharrte Krasus pl�tzlich.</p><p>Der Zauberer stand noch immer vor Lord Ravencrest, der von zwei ernst wirkenden Wachen und Desdel Stareye umgeben war. Krasus hatte einen Fu� auf das Podest gesetzt. Malfurion hatte ihn noch nie so erregt erlebt.</p><p>�Boten aussenden?�, entgegnete Stareye. �Ihr beliebt zu scherzen.�</p><p>�Ich verstehe Eure Sorge�, antwortete ihr Gastgeber, �aber so tief sind wir noch nicht gesunken. F�rchtet Euch nicht, Meister Krasus, wir werden Zin-Azshari einnehmen und den D�monen den Weg durch das Portal abschneiden. Das verspreche ich Euch.� Er r�ckte seinen Helm zurecht. �Nun, ich glaube, wir m�ssen beide noch einiges vor dem Marsch vorbereiten, oder?�</p><p>Der Adlige verlie� hoch erhobenen Hauptes den Raum, so als habe er bereits gesiegt. Die Wachen und Stareye folgten ihm. Illidan stie� kurz vor der T�r zu seinem Herrn. Krasus sah ihnen mit missmutigem Gesicht hinterher.</p><p>�Von was wolltest du ihn �berzeugen?�, fragte Rhonin. �Zu wem sollte er Boten schicken?�</p><p>�Ich habe versucht � erfolglos versucht, wie es scheint � ihn davon zu �berzeugen, um die Hilfe der Zwerge und der anderen V�lker zu bitten��</p><p>�Der anderen V�lker?!�, stie� Malfurion hervor. Wenn Krasus ihn von Anfang an gefragt h�tte, wie gro� seine Erfolgschancen waren, h�tte der junge Nachtelf sofort versucht, ihn von diesem Vorschlag abzubringen. Obwohl Kalimdor belagert wurde und Hunderte bereits gestorben waren, h�tte sich kein Lord so sehr erniedrigt, Fremde um Hilfe zu bitten. F�r die meisten Nachtelfen waren Zwerge und �hnliche Wesen beinahe Ungeziefer.</p><p>�Ja� und ich entnehme deiner Mimik, dass es auch sinnlos w�re, ihn sp�ter darauf anzusprechen.�</p><p>�Wei�t du noch, wie schwierig es bei uns war, die Zwerge, Orcs, Elfen und Menschen von einer Zusammenarbeit zu �berzeugen?�, fragte Rhonin. �Ganz zu schweigen von den Problemen, die es mit den einzelnen Fraktionen und K�nigreichen innerhalb der V�lker gab.�</p><p>Krasus nickte m�de. �Sogar mein eigenes Volk ist nicht frei von Vorurteilen.�</p><p>Noch nie war Malfurion der Frage, wer Krasus eigentlich war, so nahe gewesen, aber er hakte nicht nach. Seine Neugier �ber die Identit�t seines Verb�ndeten war unbedeutend im Angesicht der Katastrophe, der sie entgegensahen.</p><p>�Ihr habt ihnen nichts von der Abreise des Drachen erz�hlt�, sagte er stattdessen zu Krasus.</p><p>�Lord Ravencrest wei� Bescheid. Ich habe ihm eine Nachricht geschickt, als Korialstrasz mir seine Entscheidung mitteilte.�</p><p>Rhonin runzelte die Stirn. �Du h�ttest Korialstrasz nicht gehen lassen sollen.�</p><p>�Er teilt meine Sorge �ber die Drachen. Das solltest du auch.� Eine stumme Unterhaltung fand zwischen den beiden Zauberern statt, die Rhonin schlie�lich mit einem Nicken beendete.</p><p>�Was sollen wir machen?�, fragte Brox. �Sollen wir mit den Nachtelfen k�mpfen?�</p><p>�Wir haben keine andere Wahl�, antwortete Rhonin vor Krasus. �Wir sind hier gefangen. Die Dinge sind so kompliziert geworden, dass wir eine aktivere Rolle einnehmen m�ssen.� Er blickte dem �lteren Magier tief in die Augen. �Wir k�nnen nicht einfach zusehen.�</p><p>�Nein, das k�nnen wir nicht. Dazu ist es bereits zu sp�t. Au�erdem habe ich nicht vor, auf meine Attent�ter zu warten. Ich werde mich zur Wehr setzen.�</p><p>Rhonin nickte. �Dann sind wir uns einig.�</p><p>Malfurion verstand nicht alles, was gesagt wurde, aber er erkannte, dass er das Ende eines langen, schwierigen Disputs beobachtete. Anscheinend war Krasus trotz der Unterst�tzung, die er den Nachtelfen gew�hrt hatte, nicht sicher, ob er ihnen wirklich helfen sollte. Das war paradox, fand der Druide, wenn man bedachte, wie leidenschaftlich Krasus darum gebeten hatte, Zwerge und Tauren zu Verb�ndeten zu machen.</p><p>Erst dann fiel ihm auf, dass sie beschlossen hatten, gemeinsam mit den Streitkr�ften gegen Zin-Azshari zu ziehen. Malfurion wusste, dass er noch mit einer Person sprechen musste, bevor das geschah. Er konnte Suramar erst verlassen, wenn er sie noch einmal gesehen hatte.</p><p>�Ich muss gehen�, sagte er den anderen. �Es� es gibt etwas, das ich noch erledigen muss.�</p><p>Seine Wangen mussten sich ger�tet haben, denn Krasus nickte freundlich. �Bitte �bermittle ihr meine Gr��e.�</p><p>�Ich� nat�rlich.�</p><p>Doch als er an dem �lteren Magier vorbeigehen wollte, griff dieser nach seinem Arm. �Wehre dich nicht zu sehr gegen deine Gef�hle, mein Junge. Sie sind Teil deiner Berufung, deines Schicksals. Du wirst sie in den Tagen, die nun kommen, brauchen, vor allem, da <emphasis>er</emphasis> zweifellos hier eingetroffen ist.�</p><p>�Hier?� Rhonin runzelte die Stirn. �Wer? Was verschweigst du uns?�</p><p>�Ich denke nur logisch, Rhonin. Du hast gesehen, dass der D�mon Mannoroth die Legion anf�hrte, als sie die Stadt verlie�. Du wei�t, dass wir trotz seiner Anwesenheit das Portal destabilisieren und seinen Armeen gro�en Schaden zuf�gen konnten.�</p><p>�Wir haben Mannoroth geschlagen, das wei� ich. Das haben wir in� zu Hause auch geschafft.�</p><p>Krasus Augen� verschleierten sich. Malfurion sp�rte, wie seine Sorge zunahm. �Dann solltest du auch noch wissen, was <emphasis>nach</emphasis> seiner Niederlage geschah.�</p><p>Der Nachtelf sah, wie Rhonin erbleichte. Brox war ebenfalls verst�rt, aber seine Reaktion entsprach der von Malfurion. Er wusste, dass etwas Unangenehmes enth�llt werden w�rde, er wusste nur nicht, was.</p><p>�Archimonde.� Der Mensch fl�sterte den Namen nur, als habe er Angst, sein Tr�ger k�nne durch einen lauten Ruf angelockt werden.</p><p>�Archimonde�, wiederholte Brox verstehend. Er umklammerte den Griff seines Dolches. Seine Blicke irrten durch den Raum.</p><p>�Wer ist dieser� dieser Archimonde?�, fragte Malfurion. Der Name hinterlie� einen schlechten Geschmack in seinem Mund.</p><p>Es war Rhonin, der ihm antwortete. Rhonin, dessen Augen leuchteten und dessen Lippen hasserf�llt verzerrt waren. �Er, der zur Rechten des Lords der Brennenden Legion sitzt.�</p><empty-line/><p>Captain Varo�then �berbrachte seiner K�nigin wie immer die Neuigkeiten. Seit Lord Xavius� Tod war er zu ihrem Liebling aufgestiegen� in mehr als nur einer Hinsicht. Seine neue Uniform � ein glitzerndes Gr�n mit goldenen Sonnenstrahlen auf der Brust � war das letzte Geschenk, das Azshara ihm �berreicht hatte. Sein Rang war zwar immer noch der eines Captains, aber in Wirklichkeit befehligte er nicht nur Gener�le, sondern sogar D�monen.</p><p>Varo�then warf seinen gl�nzenden goldenen Umhang nach hinten, als er das Quartier seiner K�nigin betrat. Ihre Zofen verneigten sich tief und verlie�en dann den Raum.</p><p>Azshara selbst lag auf einem silberfarbenen Sofa, den Kopf auf ein kleines Kissen gebettet. Ihr Haar, das noch silberner als das Sofa leuchtete, floss �ber ihren Nacken, ihre Schultern und ihren R�cken. Die K�nigin hatte mandelf�rmige Augen aus reinem Gold und ebenm��ige Gesichtsz�ge. Die Robe, die sie trug, leuchtete blau und brachte ihre perfekten Formen wunderbar zur Geltung.</p><p>In einer Hand hielt Azshara einen Blickglobus, ein magisches Kunstwerk, auf dem man Tausende von exotischen Bildern betrachten konnte. Das Bild, das sich gerade aufl�ste, als der Soldat niederkniete, schien Azshara selbst darzustellen, aber Varo�then war sich nicht sicher.</p><p>�Ja, mein lieber Captain?�</p><p>Varo�then hoffte, dass seine Wangen nicht vor Leidenschaft err�teten. �Licht des Mondes, Blume des Lebens, ich bringe wichtige Nachrichten. Der Gro�m�chtige, Sargeras � �</p><p>Sie setzte sich augenblicklich auf. Ihre Augen weiteten sich. �Er ist hier?�, fragte die K�nigin.</p><p>Ein Moment der Eifersucht griff nach dem Captain. �Nein, Licht aller Lichter. Das Portal ist noch nicht gro� genug, um den Gro�m�chtigen in all seiner Herrlichkeit aufzunehmen� aber er hat seinen engsten Vertrauten zu uns gesandt, um ihm den Weg zu ebnen.�</p><p>�Dann muss ich ihn begr��en!�, erkl�rte Azshara und erhob sich. Zofen liefen aus ihren Verstecken, um die lange Sch�rpe der K�nigin zu tragen. Der Rock war so geschnitten, dass er die langen, glatten Beine der K�nigin beim Gehen freigab. Azshara war die personifizierte Verf�hrung. Varo�then wusste zwar, dass sie nur mit ihm spielte, aber das interessierte ihn nicht.</p><p>In dem Moment, in dem sie sich bewegte, traten andere Gestalten aus den Schatten. Trotz ihrer gewaltigen Gr��e waren die Teufelsw�chter, die als pers�nliche Leibwache der K�nigin dienten, vorher nicht zu sehen gewesen. Zwei traten vor, der Rest blieb hinter ihnen. Die D�monen warteten geduldig und ausdruckslos auf die n�chste Bewegung ihrer K�nigin.</p><p>Varo�then winkelte seinen gepanzerten Arm an, und Azshara legte ihre perfekten Finger darauf. Er f�hrte sie durch die bunt gestrichenen Marmorhallen des Palasts zu dem Turm, wo die �berlebenden hochwohlgeborenen Priester ihre Bem�hungen wieder aufgenommen hatten. Elfische und d�monische W�chter nahmen Haltung an, wenn sie an ihnen vorbeischritten. Varo�then hatte sich ausgiebig mit der Legion besch�ftigt und wusste, dass die Sch�nheit der K�nigin zwar weder von Mannoroth, noch von Hakkar wahrgenommen wurde, wohl aber von den niederen D�monen. Ihre Leibwache hatte sogar begonnen, andere ihrer Art mit Misstrauen und Eifersucht zu betrachten.</p><p>Selbst die D�monenlords taten gut daran, die Herrscherin der Nachtelfen nicht zu untersch�tzen.</p><p>Zwei Teufelsbestien bewachten die �u�ere T�r. Die Tentakel der hundeartigen D�monen zuckten der Leibgarde entgegen.</p><p>Sofort bildeten die Teufelsw�chter eine sch�tzende Wand zwischen Azshara und den Hunden. Teufelsbestien entzogen Lebewesen Magie, so wie Insekten Blut saugten, und Azshara hatte gro�e magische Kr�fte, auch wenn sie nicht so aussah. F�r die Kreaturen w�re sie ein Festmahl gewesen.</p><p>Varo�then zog bereits seine eigene Waffe, als Azshara sanft seine Wange ber�hrte und sagte: �Nein, geliebter Captain.�</p><p>Sie winkte die W�chter zur Seite und ging auf die Teufelsbestien zu. Sie ignorierte die gef�hrlichen Tentakel, kniete vor den beiden nieder und l�chelte.</p><p>Eines der Monster rieb sofort seinen ausgestreckten Kopf an ihrer Hand. Der andere D�mon �ffnete sein Maul und zeigte Reihen scharfer Z�hne. Seine Zunge hing an der Seite heraus. Beide benahmen sich in Azsharas Gegenwart wie drei Tage alte Nachts�bler.</p><p>Die K�nigin streichelte die H�upter der beiden Monster und dr�ckte sie dann zur Seite. Die Teufelsbestien gehorchten, setzten sich vor der Wand auf die Hinterpfoten und sahen aus, als erhofften sie sich eine kleine Leckerei.</p><p>Der Captain steckte seine Waffe wieder weg. Nein, <emphasis>niemand</emphasis> tat gut daran, seine geliebte K�nigin zu untersch�tzen.</p><p>Die T�r �ffnete sich, als Azshara an den Teufelsbestien vorbei schritt. Varo�then, der unmittelbar hinter ihr ging, sah, wie Mannoroth �ber seine Schulter blickte, als er die Neuank�mmlinge bemerkte. Der Captain glaubte, gro�e Sorge im Mienenspiel des D�mons zu erkennen. Mannoroth schien sich nicht gerade auf die Ankunft des gro�m�chtigen Beraters zu freuen.</p><p>Als die Nachtelfen den Raum betraten, erkannten sie, dass Archimonde bereits eingetroffen war.</p><p>Zum ersten Mal schien Azshara ein wenig die Fassung zu verlieren. Ihr kurzer, erschrockener Laut �berraschte Varo�then fast so sehr wie der D�mon selbst.</p><p>Archimonde war gro� wie Mannoroth, aber damit endete die �hnlichkeit auch schon. Er sah wesentlich besser aus, erinnerte fast schon an die Nachtelfen, �ber die er sich erhob. Seine Haut war blauschwarz, und Varo�then begriff nach einem Moment, dass er mit den Eredar-Hexenmeistern verwandt sein musste. Er war wie sie gebaut und verf�gte sogar �ber einen �hnlichen, wild peitschenden Schwanz. Sein K�rper war v�llig unbehaart, sein Kopf gewaltig, seine Ohren ragten lang und spitz nach oben. Seine dunkelgr�nen Augen lagen im Schatten einer tiefen Stirn. Er trug Plattenpanzer auf seinen Schultern, seinen Schienbeinen, Unterarmen und seiner H�fte, sonst fast nichts. Die Linien und Kreise, die auf seinen K�rper t�towiert waren, erstrahlten in einem magischen Licht.</p><p>�Ihr seid K�nigin Azshara�, sagte er mit glatter und angenehm modulierter Stimme. Mannoroth klang weitaus gutturaler, Hakkar zischender. �Sargeras gef�llt Eure Loyalit�t.�</p><p>Die Nachtelfe err�tete leicht.</p><p>Sein ruhiger Blick fiel auf Captain Varo�then. �Und der Gro�m�chtige freut sich stets �ber einen guten Krieger.�</p><p>Varo�then ber�hrte mit einem Knie den Boden. �Ich f�hle mich geehrt.�</p><p>Archimonde schien sein Interesse an den beiden Nachtelfen bereits zu verlieren, denn er wandte sich wieder den Zauberern zu. Ein schwarzer Riss hing in der Mitte des Musters, das sie erschaffen hatten, ein Riss, durch den sich der riesige D�mon gequetscht hatte.</p><p>�Haltet durch. Er wird gleich kommen.�</p><p>�Wer?�, stie� Azshara hervor. �Sargeras?�</p><p>Archimonde sch�ttelte gleichg�ltig den Kopf. �Nein, ein anderer.�</p><p>Varo�then warf einen Blick auf Mannoroth, der ebenfalls verwirrt wirkte.</p><p>Die R�nder des Risses verschwammen pl�tzlich. Die Hochwohlgeborenen, die das Portal ge�ffnet hatten, begannen zu zittern, als der Druck st�rker wurde. Einige st�hnten auf, brachen aber zu ihrem eigenen Gl�ck nicht zusammen.</p><p>Und dann erschien eine Gestalt in den Tiefen des Portals. Sie war kleiner als die D�monen, strahlte jedoch gro�e Macht aus. Sie stand auf einer Stufe mit Archimonde und Azshara, das erkannte Varo�then bereits, bevor sie den ersten Fu� in seine Welt setzte.</p><p>Besser gesagt, den ersten Huf.</p><p>Auf zwei Ziegenbeinen bewegte sich der Fremde auf die D�monen und Nachtelfen zu. Die untere H�lfte seinen K�rpers war die eines Tiers. Der unbekleidete Oberk�rper war zwar extrem muskul�s und so purpurn, dass er beinahe schwarz erschien, erinnerte jedoch stark an den eines Nachtelfen. Das schmale Gesicht wurde von langem blauschwarzem Haar umrahmt. Gro�e, gewundene H�rner standen in deutlichem Kontrast zu den eleganten spitzen Ohren. Der Fremde trug nur einen Lendenschurz, keine sonstige Kleidung.</p><p>Erst jetzt bemerkte der Soldat die Augen. Es war eindeutig, dass es sich bei den schwarzen, von roten Linien durchzogenen Kristallen um k�nstliche Gebilde handelte. Augen, die Varo�then kannte, denn nur ein Wesen hatte solche je besessen.</p><p>Captain Varo�then starrte es an, doch den Namen des Wesens sprach K�nigin Azshara aus, nachdem sie das schmale Gesicht ungl�ubig betrachtet hatte.</p><p><emphasis>�Lord� Xavius?</emphasis>� </p></section><section><title><p>4</p></title><p>Die Nachtelfen-Streitmacht, die Lord Ravencrest zusammengezogen hatte, war von beeindruckender Gr��e. Doch das tr�stete Malfurion nicht, als er darauf wartete, dass der Adlige den Abmarsch befahl. Der junge Nachtelf blickte nach rechts, wo sein Bruder und seine Begleiter ebenfalls auf ihren Reittieren warteten. Rhonin und Krasus waren in ein Gespr�ch vertieft, w�hrend Brox mit der Geduld eines erfahrenen Kriegers zum Horizont sp�hte. Vielleicht verstand der Orc als Einziger, welcher unm�glichen Aufgabe sie tats�chlich gegen�berstanden. Brox hielt die Axt, die Malfurion und Cenarius ihm gegeben hatten, fest in beiden H�nden. Er schien den endlosen Strom der Feinde bereits vor sich zu sehen.</p><p>Obwohl der Orc gro�es Kriegswissen besa�, hatten Ravencrest und seine Gener�le sich kein einziges Mal an ihn gewandt, um von seiner Erfahrung zu profitieren. Brox hatte die D�monen bereits bek�mpft, doch niemand fragte ihn nach ihren Schw�chen, ihren St�rken oder all den anderen Dingen, die in einer Schlacht entscheidend sein konnten. Krasus und Rhonin hatten zwar einiges erz�hlt, aber ihre Informationen waren von ihrem magischen Wissen gepr�gt. Doch wenn es um k�rperlichen Einsatz ging, war Brox derjenige, mit dem man h�tte reden m�ssen.</p><p><emphasis>Wir sind so hochm�tig, dass es unser Untergang werden k�nnte</emphasis>� Malfurion runzelte die Stirn �ber seinen eigenen Pessimismus, doch das Gef�hl verflog, als er eine Person entdeckte, die auf ihn zuritt.</p><p>�Malfurion!�, rief Tyrande mit besorgter Miene. �Ich hatte schon bef�rchtet, ich w�rde dich in all dem Chaos nie finden.�</p><p>Ihr Gesicht war ihm so vertraut wie sein eigenes, denn er hatte es l�ngst in sein Ged�chtnis eingebrannt. Tyrande war eine Kindheitsfreundin, die jetzt zur Sehnsucht geworden war. Ihre Haut war violett und glatt, und ihr blaues Haar gl�nzte metallisch. Ihr Gesicht war runder als das vieler Nachtelfen, was ihre Sch�nheit noch unterstrich. Ihre Gesichtsz�ge wirkten verletzlich, aber auch entschlossen, und ihre Silberaugen schienen Malfurion magisch anzuziehen. Ihre Lippen waren weich und stets bereit zu einem L�cheln.</p><p>Die Novizenpriesterin von Elune � Mutter Mond � trug nicht ihr �bliches Gewand, sondern Kleidung, die besser zum L�rm eines Schlachtfeldes, als zur Stille des Tempels passte. Ihr flie�endes wei�es Gewand war einer R�stung aus �bereinander liegenden Platten gewichen, die ihr gro�e Bewegungsfreiheit lie�. Die Panzerung bedeckte Tyrandes K�rper von den Zehen bis zum Hals. Dar�ber trug sie einen feinen Umhang, der die Farbe des Mondlichts hatte. In ihrer Armbeuge trug die junge Priesterin einen gefl�gelten Helm, mit dem sie ihr Haupt sch�tzen w�rde.</p><p>Auf Malfurion wirkte sie wie die Priesterin eines Kriegsgottes. Tyrande schien seinen Gesichtsausdruck richtig zu deuten, denn sie sagte rechtfertigend: �Deine neue Berufung f�llt dich wohl so sehr aus, dass du die Elemente von Mutter Mond vergessen hast. Wei�t du nicht mehr, dass sie auch die Kriegerin der Nacht ist, die die Tapferen vom Schlachtfeld holt und sie zur Belohnung als Sterne durch die Dunkelheit reiten l�sst?�</p><p>�Ich wollte nicht respektlos erscheinen, Tyrande. Ich habe dich nur noch nie in solcher Kleidung gesehen. Das weckt die Sorge in mir, dass dieser Krieg uns alle f�r immer ver�ndern wird� so wir ihn �berleben.�</p><p>Ihr Gesichtsausdruck verlor seine H�rte. �Es tut mir Leid. Ich bin wohl so unsicher, dass ich mich hinter �rger verstecke. Hinzu kommt, dass die Hohepriesterin beschlossen hat, dass ich die Novizen in den Kampf f�hren soll.�</p><p>�Was soll das hei�en?�</p><p>�Dass wir die Streitmacht nicht nur als Heiler begleiten. Die Hohepriesterin hatte eine Vision, in der die Schwestern neben den Soldaten und der Mondgarde k�mpften. Sie sagt, wir alle m�ssten bereit sein, neue Aufgaben zu �bernehmen, sonst w�rden wir die D�monen niemals besiegen.�</p><p>�Das ist vielleicht leichter gesagt als getan�, erwiderte Malfurion und verzog das Gesicht. �Es f�llt unserem Volk nicht leicht, Ver�nderungen zu akzeptieren. Du h�ttest h�ren m�ssen, was geschah, als Krasus vorschlug, die Zwerge und Tauren um Hilfe anzurufen.�</p><p>Ihre Augen weiteten sich. �Es grenzt doch schon an ein Wunder, dass sie ihn und Rhonin mithelfen lassen. Versteht er das nicht?�</p><p>�Ja, aber er ist so stur wie ein Nachtelf, vielleicht sogar <emphasis>noch</emphasis> starrk�pfiger.�</p><p>Er brach ab, als sich sein Bruder zu ihnen gesellte. Illidan warf ihm einen kurzen Blick zu, bevor er seine Aufmerksamkeit voll und ganz Tyrande widmete.</p><p>�Du siehst wie eine m�chtige Kriegerk�nigin aus�, sagte er. �Selbst Azshara k�nnte nicht besser aussehen.�</p><p>Tyrande err�tete, und Malfurion w�nschte sich, er h�tte ihr auch ein Kompliment gemacht, an das sich die Priesterin erinnern w�rde, wenn die Streitmacht aufbrach.</p><p>�Du erinnerst mich an die Kriegerin der Nacht�, fuhr Illidan elegant fort. �Ich habe geh�rt, dass du einige deiner Schwestern anf�hren sollst.�</p><p>�Die Hohepriesterin hat gesagt, meine F�higkeiten h�tten sich in der letzten Zeit stark verbessert. Sie meint, dass sie in all den Jahren ihrer Priesterschaft nur wenige Sch�lerinnen hatte, die sich so schnell steigern konnten.�</p><p>�Das �berrascht mich nicht.�</p><p>Malfurion wollte ihr ein �hnliches Kompliment machen, doch im gleichen Moment ert�nte ein Horn. Ein zweites folgte, dann ein drittes und viertes. Die einzelnen Regimenter meldeten ihre Bereitschaft.</p><p>�Ich muss zu den Schwestern zur�ckkehren�, erkl�rte Tyrande. An Malfurion gewandt sagte sie: �Ich bin nur gekommen, um dir alles Gute zu w�nschen.�</p><p>Sie sah Illidan an. �Und dir nat�rlich auch.�</p><p>�Mit deinem Segen werden wir zum Sieg reiten�, antwortete Malfurions Bruder.</p><p>Erneut err�tete Tyrande. Ein weiteres Horn ert�nte. Sie setzte rasch ihren Helm auf, gab ihrem Panther die Sporen und ritt davon.</p><p>�Sie sieht kampfbereiter aus als du und ich�, sagte Malfurion.</p><p>�Ja. Sie wird mal einen Mann sehr gl�cklich machen, nicht wahr?�</p><p>Malfurion drehte sich zu seinem Bruder um, doch der ritt bereits zu Lord Ravencrest. Als Leibzauberer musste Illidan sich in der N�he des �lteren Nachtelfen aufhalten. Malfurion und den anderen war befohlen worden, in Rufweite zu bleiben, sie mussten jedoch nicht mit Ravencrest reiten. Der Herrscher von Black Rook verteilte seine besten Waffen lieber. Die Eredar wussten schlie�lich, dass sie sich auf den Druiden und die Zauberer konzentrieren mussten, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bot.</p><p>Jarod Shadowsong und drei Soldaten ritten auf ihn zu. �Wir brechen auf. Du musst mit uns kommen.�</p><p>Malfurion nickte und folgte dem Captain zur�ck zu den anderen. Rhonin und Krasus wirkten missmutig. Brox hatte seine Haltung nicht ver�ndert, aber seine Lippen bewegten sich, als w�rde er beten.</p><p>�Ein Nachtmarsch�, erkl�rte Krasus, w�hrend er die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Horizont verschwinden sah. �Wie vorhersehbar. Archimonde wird das nicht entgehen. Dein Volk versucht zwar, sich anzupassen, aber es f�llt immer wieder in die alten Verhaltensmuster zur�ck.�</p><p>�Wir sind so viele, dass wir die D�monen zur�ckwerfen werden�, antwortete Captain Shadowsong zuversichtlich. �Lord Ravencrest wird die Monster aus unserem sch�nen Land werfen.�</p><p>�Darin liegt unsere Hoffnung.�</p><p>Das letzte Horn ert�nte, dann bewegte sich die Elfenstreitmacht auf Zin-Azshari zu. Trotz seiner Zweifel sp�rte Malfurion Stolz, als er die endlosen Reihen der Soldaten sah. Die Banner von drei Dutzend gro�en Clans flatterten �ber der Streitmacht und zeugten von einer Allianz, die das ganze Reich einschloss. Die Infanterie bewegte sich im Gleichschritt wie Ameisen, die auf dem Weg zu einem Festmahl waren. Nachts�bler sprangen zu Hunderten in gro�en S�tzen vorw�rts. Ihre behelmten Reiter sahen sich misstrauisch um.</p><p>Die meisten Soldaten trugen Schwerter, Lanzen und B�gen. Hinter ihnen rollten Belagerungsmaschinen � Ballisten, Katapulte und �hnliches � durch die Landschaft. Sie wurden von dunklen Panthern gezogen. Es waren haupts�chlich Lord Ravencrests Soldaten, die diese Maschinen bedienten, denn im Allgemeinen mochten Nachtelfen nichts Mechanisches. Nur Ravencrest schien �ber die n�tige Weitsicht zu verf�gen, die sein Volk in diesem Krieg ben�tigte.</p><p>Der Druide war besorgt, weil der Adlige die Zwerge und Tauren nicht um Hilfe gebeten hatte, aber letzten Endes w�rde das keinen Unterschied machen. Ravencrest glaubte zwar immer noch an Azsharas Unschuld, aber er w�rde auch so daf�r sorgen, dass die Brennende Legion unterging.</p><p>Schlie�lich hatten sie keine andere Wahl.</p><p>Angetrieben von Ravencrest und ihrer eigenen Siegessicherheit brachten die Nachtelfen an diesem ersten Abend eine gro�e Distanz hinter sich. Ihr Kommandant lie� die Streitmacht schlie�lich zwei Stunden nach Sonnenaufgang anhalten. Sofort bauten die Soldaten ihr Lager auf. Wachen bezogen an der Vorderseite Posten, um einen m�glichen �berraschungsangriff der D�monen zu verhindern.</p><p>Hier war das Land noch unber�hrt von dem Schrecken der Brennenden Legion. Im S�den erstreckte sich ein Wald, im Norden sah man sanfte gr�ne H�gel. Der �ltere Nachtelf schickte Sp�her in beide Richtungen, aber sie kehrten ergebnislos zur�ck.</p><p>Malfurion f�hlte sich zu dem Wald hingezogen. Als die Gelegenheit g�nstig war, trennte er sich von seinen Begleitern und lenkte sein Reittier den B�umen entgegen.</p><p>Jarod Shadowsong bemerkte sofort, was er vor hatte. Der Captain ritt hinter ihm her und rief: �Du musst zur�ckkehren! Du darfst dich nicht von den anderen trennen. Denk daran, was das letzte Mal passiert � �</p><p>�Mir wird nichts zusto�en, Jarod�, antwortete Malfurion ruhig. Er sp�rte, dass dieser kleine Wald sogar von den d�monischen M�rdern, die ihn und seine Begleiter zu verfolgen schienen, abgeschirmt war. Er konnte nicht erkl�ren, warum er das wusste, aber er war sich sicher, dass dem so war.</p><p>�Du kannst nicht allein � �</p><p>�Das bin ich nicht. Allein. Du bist ja bei mir.�</p><p>Der Soldat biss die Z�hne zusammen und folgte dem Druiden mit resignierendem Kopfsch�tteln in den Wald. �Bitte� nicht so lang.�</p><p>Malfurion versprach nichts, sondern tauchte tiefer in den Wald ein. Das Gef�hl der Sicherheit und der Vertrautheit �berw�ltigte ihn beinahe. Die B�ume hie�en ihn willkommen, schienen ihn sogar zu erkennen.</p><p>Und dann begriff er, weshalb er sich an diesem Ort so zu Hause f�hlte.</p><p>�Willkommen zu Hause, mein <emphasis>thero shan</emphasis>� mein ehrenwerter Sch�ler.�</p><p>Captain Shadowsong sah sich nach der sonoren Stimme um, die nach Wind und Donner klang. Malfurion blieb einfach nur ruhig stehen, denn er wusste, dass sich der Besitzer der Stimme irgendwann zu erkennen geben w�rde.</p><p>Der Wind nahm zu. Der Offizier hielt seinen Helm fest, w�hrend der Druide seinen Kopf zur�cklegte, um die Brise besser sp�ren zu k�nnen. Die B�en wurden immer st�rker und rissen Bl�tter vom Boden empor. Doch das schien nur den Captain zu st�ren. Die Nachts�bler streckten die Nasen in die Luft und atmeten den frischen Wind ein.</p><p>Ein kleiner Wirbelsturm bildete sich vor den Reitern. Bl�tter, kleine �ste, Steine und Erde wirbelten darin umher. Sie zogen sich zusammen, bis sie eine Gestalt bildeten.</p><p>�Ich habe auf dich gewartet, Malfurion.�</p><p>�Bei Mutter Mond!�, stie� Jarod hervor.</p><p>Der Riese bewegte sich auf vier Beinen vorw�rts. Die untere H�lfte seines K�rpers war die eines Hirsches. Dar�ber befand sich der Oberk�rper eines �u�erst muskul�sen Nachtelfen, der aus goldenen Augen auf die beiden Reiter herabblickte. Seine violette Haut leuchtete, und seine Finger endeten in knorrigen Zweigen aus dunklem, alten Holz.</p><p>Der Neuank�mmling sch�ttelte seine dichte moosgr�ne M�hne. Bl�tter und Zweige schienen darin und in seinem langen Bart zu wachsen. Ein gewaltiges Hirschgeweih ragte aus seiner Stirn.</p><p>Malfurion neigte respektvoll den Kopf. �Mein <emphasis>shan�do</emphasis>. Mein verehrter Lehrer.� Er sah auf. �Ich bin froh, Euch zu sehen, Cenarius.�</p><p>Obwohl die beiden Nachtelfen rund zwei Meter gro� waren, �berragte Cenarius sie und ihre Reittiere. Er war fast drei Meter gro�, hinzu kam ein Geweih von mehr als einem Meter H�he. Er wirkte so beeindruckend, dass der Captain, der immerhin einmal mit einem Drachen gesprochen hatte, ihn nur stumm anstarrte.</p><p>Cenarius lachte leise, worauf alle V�gel in seiner Umgebung zu singen begannen. Dann sagte er: �Du bist hier willkommen, Jarod Shadowsong. Dein Gro�vater war ein wahrer Freund des Waldes.�</p><p>Jarod schloss den Mund, �ffnete� und schloss ihn wieder. Dann nickte er. Wie alle Nachtelfen war er mit Geschichten �ber den Halbgott aufgewachsen, aber wie die meisten hatte auch er geglaubt, es seien nur Legenden.</p><p>Der Waldgott betrachtete seinen Sch�ler. �Deine Gedanken sind voller Sorge. Das sp�re ich sogar im smaragdgr�nen Traum.�</p><p><emphasis>Der smaragdgr�ne Traum</emphasis>. Malfurion war schon lange nicht mehr in ihm gewandelt. Im smaragdgr�nen Traum sah man die Welt, wie sie vielleicht zu Beginn der Sch�pfung ausgesehen hatte � es gab keine Tiere, keine Elfen, keine Zivilisationen. Der Traum strahlte eine Ruhe aus, die beinahe gef�hrlich war. Man konnte sich darin so verlieren, dass man verga�, in die sterbliche Welt zur�ckzukehren. Wer sich im Traum bewegte, konnte eine Ewigkeit dort zubringen, w�hrend sein K�rper verfiel.</p><p>Malfurion hatte von Cenarius gelernt, durch den Traum zu wandeln. Er hatte ihn benutzt, um kurz vor seinem Kampf gegen Lord Xavius in den Palast einzudringen. Seitdem war der junge Nachtelf jedoch aus Angst nicht zur�ckgekehrt, denn die Erinnerungen an seine Erlebnisse verfolgten ihn immer noch. Ohne seinen Lehrer w�re er bis in alle Ewigkeit im smaragdgr�nen Traum gefangen gewesen.</p><p>Cenarius bemerkte seine Furcht. �Du musst keine Angst vor dem Traum haben, mein Sohn, auch wenn jetzt nicht die Zeit ist, dort hinzugehen. Allerdings gibt es andere Aspekte deiner Ausbildung, die ich vernachl�ssigt habe, deshalb m�chte ich diese Pause nutzen, um dich aufzusuchen.�</p><p>�Diese Pause? Was soll das hei�en?�</p><p>�Die anderen wissen noch nicht, wie sie mit den D�monen verfahren sollen. Wir werden gegen sie k�mpfen, aber da wir Wesen mit unterschiedlichen Machtbereichen sind, f�llt es uns schwer, zusammenzuarbeiten. Jeder von uns glaubt, am besten zu wissen, was zu tun ist.�</p><p>Diese Neuigkeiten milderten Malfurions Sorge nicht. Zuerst hatten die Drachen sich geweigert, gegen die Brennende Legion anzutreten, und nun konnten sich sogar die Halbg�tter, die W�chter der nat�rlichen Welt, nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Jetzt hing alles an den Nachtelfen� vor allem an Malfurion und seinen Begleitern.</p><p>�Wir werden nicht viel Zeit zusammen verbringen. Es gibt einige Dinge, die ich dir rasch beibringen muss. Wir werden den ganzen Tag brauchen��</p><p>�Das kommt nicht in Frage!�, stie� Captain Shadowsong zu seiner eigenen �berraschung hervor. �Meine Befehle lauten � �</p><p>Freundlich l�chelnd trottete der Waldgott auf den Soldaten zu. Jarod wurde bleich, als Cenarius� Schatten auf ihn fiel, und verstummte abrupt.</p><p>�Er steht unter meinem Schutz, w�hrend er bei mir ist, und er wird zur�ck sein, wenn dein Kommandant ihn braucht. Du wirst deine Pflichten nicht verletzen.�</p><p>Der Offizier schloss den Mund. Er schien nicht glauben zu k�nnen, dass er gewagt hatte, den Waldgott zu unterbrechen.</p><p>�Kehre zu deinen anderen Aufgaben zur�ck. Ich werde daf�r sorgen, dass Malfurion gesund zur�ckkehrt.�</p><p>Der Druide f�hlte sich wie ein Kind, �ber das die Erwachsenen entscheiden, aber Jarod schien genau auf diese Worte gewartet zu haben. Er nickte Cenarius zu und verbeugte sich. �Wie Ihr w�nscht, Mylord.�</p><p>�Ich bin nicht dein Herrscher, Nachtelf. Ich bin Cenarius. Geh mit meinem Segen.�</p><p>Nach einem letzten Blick auf Malfurion und seinen Lehrer wendete der Captain seinen Nachts�bler und ritt zur�ck zu den Streitkr�ften.</p><p>Cenarius wandte sich an seinen Sch�ler: �Wir sollten beginnen, mein <emphasis>thero�shan</emphasis>.� Die Gelassenheit verschwand aus der Miene des Halbgottes. �Ich f�rchte, wir werden all unser Wissen ben�tigen, um unsere Welt vor den D�monen zu retten��</p><empty-line/><p>Im gleichen Augenblick flog jemand, der ebenfalls glaubte, dass alle verf�gbaren Mittel n�tig sein w�rden, um die Brennende Legion zu schlagen, �ber das Reich der Drachen hinweg. Er suchte nach dem Berggipfel, unter dem sein Volk sein Zuhause errichtet hatte.</p><p>Korialstrasz hatte w�hrend seines langen Flugs �ber vieles nachgedacht. Unter anderem �ber das Schweigen seiner Geschwister. Drachen lebten zwar zur�ckgezogen, doch eine solche Stille wie hier hatte er noch nie nahe ihres Domizils erlebt. Niemand antwortete auf seine Rufe; sogar seine geliebte Alexstrasza schwieg.</p><p>Dieser Gedanke brachte ihn zu den D�monen. Er glaubte zwar nicht, dass sie die Drachen vernichtet hatten, doch das Schweigen n�hrte solche Furcht. Er w�nschte beinahe, Krasus h�tte ihn begleitet. Dann h�tte er �ber diese d�steren Bef�rchtungen mit einem anderen roten Drachen sprechen k�nnen.</p><p>Auch mit Krasus besch�ftigten sich also seine Gedanken. Korialstrasz hatte bereits die meisten Theorien �ber diesen r�tselhaften Drachen, dessen Worten selbst Alexstrasza Aufmerksamkeit schenkte, verworfen. Sie verhielt sich, als sei Krasus auf der gleichen Stufe wie ihre Gef�hrten, als sei er selbst einer von ihnen. Doch das konnte nicht sein� au�er�</p><p><emphasis>Nein, das ist unm�glich</emphasis>, dachte der Drache. <emphasis>Das w�re zu gewagt!</emphasis></p><p>Aber es h�tte auch sehr vieles erkl�rt�</p><p>Er w�rde Alexstrasza von diesen Ideen berichten, wenn er sie fand. Korialstrasz hielt Kurs auf den vertrauten, Nebel bedeckten Berg. Er sah keine Wachen auf den Vorspr�ngen � ein weiteres schlechtes Zeichen.</p><p>Der gro�e rote Drache flog durch den H�hleneingang ins Innere des Bergs. Er drehte seinen massigen Kopf von einer Seite zur anderen, konnte jedoch keine anderen Drachen entdecken. Es war totenstill in den G�ngen.</p><p>Doch als er die Fl�gel zusammenfaltete und weitergehen wollte, stie� er gegen ein Hindernis, das er mit keinem seiner anderen Sinne wahrgenommen hatte. Es f�hlte sich an, als sei die Luft so schwer wie Honig. Mit gro�er Entschlossenheit warf sich Korialstrasz dem Widerstand entgegen, als w�re es ein rivalisierender Drache.</p><p>Langsam tauchte er darin ein. Er sp�rte, wie die Luft gegen seinen K�rper dr�ckte. Das Atmen fiel ihm schwer, und er sah die Welt wie durch Wasser. Trotzdem gab Korialstrasz nicht auf.</p><p>Und pl�tzlich, ohne jede Vorwarnung, war er hindurch.</p><p>Stimmen drangen an sein Ohr. Da das Hemmnis so unerwartet verschwunden war, fiel der Drache nach vorne. Er w�re im Staub gelandet, aber gro�e Tatzen griffen nach ihm und verhinderten es.</p><p>�Ich freue mich, dich zu sehen�, knurrte eine tiefe Stimme. �Wir haben uns um dich gesorgt, mein Junge.�</p><p>Tyranastrasz st�tzte ihn. Das Reptiliengesicht von Alexstraszas �ltestem Gef�hrten wirkte besorgt. Hinter ihm gingen andere Drachen durch die G�nge. Korialstrasz war �berrascht, als er zwischen ihnen auch Drachen anderer Farben entdeckte. Es herrschte gro�e Gesch�ftigkeit und Nervosit�t unter ihnen.</p><p>�Alexstrasza, ist sie � �</p><p>�Es geht ihr gut, Korialstrasz. Sie m�chte so bald wie m�glich mit dir sprechen.� Der gr��ere Drache blickte �ber die Schulter des J�ngeren, als suche er etwas. �Und sie wollte auch mit Krasus sprechen, aber er ist wohl nicht bei dir.�</p><p>�Er wollte bei den anderen bleiben.�</p><p>�Aber dein Zustand � �</p><p>Korialstrasz streckte seine Fl�gel aus. �Er hat eine M�glichkeit gefunden, uns beide beinahe vollst�ndig zu machen. Sie ist nicht perfekt, aber wir kommen zurecht.�</p><p>�Das ist interessant.�</p><p>�Tyran� was ist hier geschehen? Was machen die anderen Clans hier?�</p><p>Der Blick des �lteren Gef�hrten wurde d�ster. �Sie hat befohlen, dass nur sie dir davon erz�hlen darf, und daran werde ich mich halten.�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>Tyranastrasz f�hrte ihn in das Nest des roten Clans. Korialstrasz betrachtete aus den Augenwinkeln die anderen Drachen, an denen sie vorbeigingen. Die Gr�nen waren nur Schatten, die verschwanden, bevor man sie richtig bemerkte. Das Verst�rende an ihnen waren die geschlossenen Augen, die sie wie Schlafwandler wirken lie�en. Die Bronzegestalten aus Nozdormus Clan schienen sich �berhaupt nicht zu bewegen, wechselten aber mit jedem Blinzeln den Standort. Die Blauen schienen sich hingegen ohne Plan oder Ursache zu bewegen, tauchten mal hier und mal da auf. Korialstrasz beobachtete sie und erkannte, wie sehr er das ruhige Auftreten seines Volkes sch�tzte, auch wenn sich jeder Clan f�r den Besten hielt.</p><p><emphasis>Es gibt so viele verschiedene Drachen, aber wir passen alle in diese H�hlen</emphasis>, dachte er pl�tzlich. <emphasis>Sind wir nur noch so wenige?</emphasis></p><p>Keines der anderen V�lker h�tte man vollst�ndig hier unterbringen k�nnen, doch den Drachen fiel dies nicht einmal schwer.</p><p>Korialstrasz dachte an die endlosen Heerz�ge der Brennenden Legion und fragte sich, ob die Drachen ausreichen w�rden, sie aufzuhalten.</p><p>Als er jedoch die n�chste Kammer betrat, verflog seine Angst. Sie stand da, als warte sie nur auf ihn. Ihr schlichtes Auftreten erf�llte den Drachen mit Ruhe und Frieden. Wenn sie ihn ansah, f�hlte sich Korialstrasz sicher. Alles w�rde gut werden. Daf�r w�rde die K�nigin des Lebens schon sorgen.</p><p>�Korialstrasz, mein Geliebter.� Nur ihre Augen verrieten die ganze Bedeutung dieses einfachen Satzes. Die niederen V�lker hielten die Drachen vielleicht f�r wilde Bestien, aber keines von ihnen verstand die intensiven Gef�hle, zu denen Korialstrasz� Volk f�hig war.</p><p>�Meine K�nigin, mein Leben.� Er neigte sein Haupt vor ihr.</p><p>�Es ist gut, dass du zur�ck bist. Wir haben uns Sorgen um dich gemacht.�</p><p>�Und ich mir um euch. Niemand antwortete auf meine Rufe oder erkl�rte die pl�tzliche Stille.�</p><p>�Das war notwendig�, erkl�rte die K�nigin. Trotz ihrer schlanken Gestalt wog Alexstrasza deutlich mehr als ihre Gef�hrten. Sie und die anderen gro�en Aspekte verf�gten �ber Kr�fte, die denen ihrer Gef�hrten weit �berlegen waren. �Geheimhaltung ist von gr��ter Wichtigkeit.�</p><p>�Geheimhaltung? Weswegen?�</p><p>Sie sah ihn an. �Ist Krasus nicht bei dir?�</p><p>Er bemerkte ihre Furcht. Sie sorgte sich um Krasus ebenso wie um Korialstrasz. �Er hat beschlossen, zur�ckzubleiben. Er hat mit einem Trick daf�r gesorgt, dass wir uns trennen k�nnen, ohne allzu viel zu leiden.�</p><p>Ein L�cheln erschien auf ihrem Schuppengesicht. �Nat�rlich hat er das.�</p><p>Korialstrasz wollte das Gespr�ch �ber Krasus vertiefen, doch in diesem Moment betrat ein anderer Drache die Kammer. Korialstrasz warf einen Blick auf den Neuank�mmling. Seine Augen weiteten sich.</p><p>�Es ist wichtig, dass sich alle Drachen an diesem Ritual beteiligen�, sagte der schwarze Gigant mit einer Stimme, die wie ein rumorender Vulkan klang. �Meine haben das bereits getan. Jetzt sind die anderen Clans an der Reihe.�</p><p>Neltharion f�llte seine Seite der Kammer aus. Er war der Einzige, der sich, was Macht und Gr��e anging, mit Alexstrasza messen konnte. Der Erdw�chter strahlte eine Intensit�t aus, die Korialstrasz beinahe unangenehm war.</p><p>�Mein letzter Gef�hrte ist eingetroffen�, gab Alexstrasza zur�ck. �Der Bronzeclan ist gekommen. Nozdormu hat ihn zwar nicht begleitet, aber die Drachen haben einen Teil seiner Essenz mitgebracht, sodass auch er uns unterst�tzen wird. Damit fehlt nur Krasus. Ist das wirklich so schlimm?�</p><p>Der schwarze Drache legte den Kopf schr�g. Korialstrasz hatte noch nie so viele Z�hne gesehen. �Ein Drache� nein, ich denke nicht.�</p><p>�Worum geht es?�, wagte der junge Leviathan zu fragen.</p><p>�Die D�monen haben das Tor in unsere Welt wieder ge�ffnet�, erkl�rte Alexstrasza. �Sie flie�en hindurch wie Wasser. Mit jedem Tag werden sie st�rker.�</p><p>Korialstrasz dachte an die gewaltige Armee und ihre Zerst�rungen. �Dann m�ssen wir handeln!�</p><p>�Das tun wir. Neltharion hat bereits einen Plan erdacht, von dem wahrscheinlich das Schicksal unserer Welt abh�ngt.�</p><p>�Was f�r ein Plan?�</p><p>�Neltharion wird es dir zeigen.�</p><p>Der schwarze Drache nickte und schloss die Augen. Die Luft vor ihm begann zu flimmern.</p><p>Mit seinen magischen Sinnen sp�rte Korialstrasz die unglaubliche Macht, die von ihm ausging. Er glaubte, die Kammer habe sich mit Tausenden Drachen gef�llt.</p><p>Doch stattdessen materialisierte nur eine winzige goldene Scheibe in der Luft. Sie schwebte in Augenh�he der Drachen. Korialstrasz sp�rte nichts darin, doch das allein bedeutete, dass diese Scheibe etwas anderes war, als sie zu sein schien.</p><p>Der Erdw�chter �ffnete die Augen. Ein Ausdruck der Euphorie glitt �ber sein Reptiliengesicht. Auf Korialstrasz wirkte es, als bete er das an, was er erschaffen hatte.</p><p>�Seht euch das an, was die D�monen aus unserer Welt verjagen wird!�, donnerte der schwarze Drache. �Seht euch das an, was unser Land von <emphasis>allem</emphasis> s�ubern wird!�</p><p>Die kleine Scheibe fing an zu leuchten. Jetzt begann der junge Drache die Macht zu sp�ren, die darin schlummerte� und er verstand, weshalb auch Alexstrasza auf diesen Plan baute.</p><p>�Dies�, grollte Neltharion voller Stolz, �ist die <emphasis>Drachenseele</emphasis>.� </p></section><section><title><p>5</p></title><p>Captain Varo�then war niemand, der sich vor Schatten oder Ger�uschen erschreckte. Er stellte sich diesen Dingen mit der gleichen ruhigen Ernsthaftigkeit, mit der er allen Aspekten seines Lebens begegnete. Der vernarbte Soldat war mit ganzer Seele Krieger und hatte sich trotz seines angeborenen Listenreichtums nie in einer anderen Rolle gesehen. Er f�hrte seine Streitkr�fte in Azsharas Namen an, und das reichte ihm. Die politischen Intrigen hatte er stets Lord Xavius �berlassen, der sich darin weit besser als er selbst verstand.</p><p>Allerdings kreisten seine Gedanken in der letzten Zeit nicht sehr oft um milit�rische Dinge. Das lag an der R�ckkehr von jemandem, den er f�r tot gehalten hatte� n�mlich Xavius. Jetzt f�hrte der k�nigliche Berater, der von Sargeras selbst aus dem Jenseits geholt worden war, die Hochwohlgeborenen erneut an. Das allein h�tte Varo�then keine Sorgen bereitet, aber Xavius hatte sich auf eine Weise ver�ndert, die selbst die K�nigin nicht durchschaute. Der Captain war �berzeugt davon, dass der Berater � oder das Ding, das einmal der Berater gewesen war � nicht den Ruhm Azsharas im Sinn hatte, sondern andere Interessen. Doch Varo�then, der auch dem Herrscher der Legion unterstand, war in erster Linie ein Diener seiner K�nigin.</p><p>�Der stets diensteifrige Captain. Ihr wandert sogar durch die G�nge, wenn Ihr frei habt.�</p><p>Der Offizier zuckte zusammen, �rgerte sich einen Moment sp�ter jedoch �ber diese Reaktion.</p><p>Xavius schien aus den Schatten herauszuflie�en, als er dem Nachtelfen entgegentrat. Seine Hufe klapperten auf dem Marmorboden, und er schnaufte bei jeder Bewegung. Archimonde hatte Xavius als Satyr bezeichnet, als einen von Sargeras� gesegneten Dienern. Die k�nstlichen Augen, die der Adlige sich selbst eingesetzt hatte, starrten den Captain an und schienen ihn an einen dunklen Ort zerren zu wollen.</p><p>�Sargeras sieht sehr viel Potenzial in Euch, Captain Varo�then. Er betrachtet Euch als jemanden, der zu seinen besten Dienern z�hlen k�nnte, als jemanden, der den gleichen Rang erlangen k�nnte wie Mannoroth, nein� wie Archimonde.�</p><p>Varo�then stellte sich vor, wie er an der Spitze eines gewaltigen d�monischen Heers mit erhobenem Schwert den Feinden entgegen ritt. Er konnte den Stolz und die Zuneigung Sargeras� beinahe sp�ren, als er all die vernichtete, die sich dem Gro�m�chtigen widersetzten.</p><p>�Ich f�hle mich geehrt�, murmelte der Soldat.</p><p>Xavius l�chelte. �Das tun wir alle� und wir w�rden ihm auf alle m�glichen Weisen dienen, wenn unser Traum dadurch schneller wahr w�rde, nicht wahr?�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>Der Pferdefu�ige kam n�her. Sein Gesicht ber�hrte beinahe das des Captains. Die Augen zogen Varo�then weiter in ihren Bann, faszinierten und verst�rten ihn in gleichem Ma�e. �Du k�nntest ihm auf eine Weise dienen, die dir angemessener ist und die dich schneller der Position nahe bringen w�rde, auf die du hoffst��</p><p>Der Offizier sp�rte, wie ihn Erregung durchstr�mte. Erneut stellte er sich vor, wie es sein w�rde, wenn er die Armeen der K�nigin und Sargeras� D�monen anf�hrte. Von Sieg zu Sieg w�rde er reiten und das Blut seiner Feinde w�rde flie�en, bis es zu einem rei�enden Strom wurde.</p><p>Doch als Varo�then sich in dieser Rolle vorstellte, bemerkte er, dass er sich selbst nicht richtig erkennen konnte. Er versuchte, sich als gepanzerten und bewaffneten Krieger zu sehen, so wie es sie in den alten Geschichten gegeben hatte� doch eine andere Gestalt schob sich immer wieder �ber dieses Bild.</p><p>Eine Gestalt, die aussah wie Lord Xavius.</p><p>Mit diesem Gedanken befreite er sich aus dem Blick des Beraters. �Vergebt mir, Mylord, aber ich muss meinen Pflichten nachgehen.�</p><p>Die k�nstlichen Augen funkelten f�r einen Moment, dann nickte Xavius h�flich und forderte den Soldaten mit einer Handbewegung auf, weiterzugehen. �Aber nat�rlich, Captain Varo�then, nat�rlich.�</p><p>Varo�then stapfte schneller von dannen als er es eigentlich gewollt hatte. Er blickte nicht zur�ck. Seine Hand schloss sich um den Griff seines Schwertes, als wolle er es ziehen. Der Nachtelf wurde erst langsamer, als er sicher war, dass ihm Lord Xavius nicht weiter folgte.</p><p>Doch selbst dann konnte er immer noch die verf�hrerischen Worte des Satyrs h�ren. Zwar war es ihm gelungen, ihnen zu widerstehen, doch andere w�rden diese Kraft nur schwerlich besitzen.</p><empty-line/><p>Als sich die Nacht �ber Lord Ravencrests Streitmacht senkte, mischten sich die Schwestern der Elune unter die Soldaten, um sie zu segnen. Obwohl ihre Kleidung sehr martialisch wirkte, brachten die Priesterinnern den Nachtelfen Frieden und Trost. Elune schenkte den Nachtelfen St�rke und Selbstvertrauen, denn sie war stets am Himmel und wachte �ber ihre Lieblingskinder.</p><p>Tyrande Whisperwind verriet niemandem, dass sie nicht den Frieden und die St�rke sp�rte, die sie anderen vermittelte. Die Hohepriesterin schien zu glauben, sie sei besonders reich von Mutter Mond beschenkt worden, aber Tyrande sp�rte nichts davon. Wenn Mutter Mond sie wirklich zu etwas Besonderem auserw�hlt hatte, behielt sie das f�r sich.</p><p>Der letzte Rest des Tageslichts floh hinter den Horizont. Tyrande beeilte sich, denn sie wusste, dass die H�rner, die den Abmarsch nach Zin-Azshari signalisierten, bald ert�nen w�rden. Sie ber�hrte das Herz eines weiteren Soldaten und ging dann zur�ck zu ihrem wartenden Panther.</p><p>Doch bevor sie ihn erreichte, trat ein anderer Nachtelf in ihren Weg. Instinktiv streckte Tyrande ihre Hand nach seiner Brust aus, doch er kam ihr zuvor und ergriff ihren Arm.</p><p>Die Priesterin sah auf, und im ersten Moment setzte ihr Herz vor Freude einen Schlag aus. Dann bemerkte sie die dunkle Uniform und den Pferdeschwanz. Vor allem aber bemerkte Tyrande die bernsteinfarbenen Augen.</p><p>�Illidan?�</p><p>�Deinen Segen nehme ich nat�rlich gern entgegen�, antwortete er grinsend, �aber deine N�he spendet mir gr��eren Trost.�</p><p>Ihre Wangen err�teten, allerdings nicht aus dem Grund, den er vermutete. Malfurions Zwilling hielt ihren Arm auch weiterhin sanft fest, als er sich zu ihr beugte.</p><p>�Das muss Schicksal sein, Tyrande. Ich habe nach dir gesucht. Unsichere Zeiten kommen auf uns zu. Da muss man Entscheidungen treffen, ohne zu z�gern.�</p><p>Sie ahnte pl�tzlich, was er sie fragen, nein, was er ihr <emphasis>sagen</emphasis> w�rde. Instinktiv zog Tyrande ihre Hand zur�ck.</p><p>Illidans Gesicht verh�rtete sich. Ihm war ihre Reaktion und die Ursache daf�r nicht entgangen.</p><p>�Es ist zu fr�h�, sagte sie, um seine Gef�hle zu schonen.</p><p>�Oder zu sp�t?� Das Grinsen kehrte auf sein Gesicht zur�ck, aber es wirkte so falsch wie eine Maske. Nach einem Moment entspannte sich Illidans Miene jedoch. �Ich war zu aufdringlich. Das ist nicht der richtige Zeitpunkt. Du hast dich um zu viele k�mmern m�ssen. Ich werde noch einmal mit dir sprechen, wenn die Gelegenheit g�nstiger ist.�</p><p>Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging zu der berittenen Wache, die hinter ihm wartete und seinen Nachts�bler am Z�gel hielt. Illidan blickte nicht zur�ck, als er aufstieg und wegritt.</p><p>Die Begegnung hatte Tyrandes Sorge nur noch verst�rkt. Sie wollte gerade auf ihren Panther steigen, als eine weitere, allerdings willkommenere Gestalt ihre Gedanken unterbrach.</p><p>�Schamanin, vergib mir die St�rung.�</p><p>L�chelnd begr��te sie den Orc. �Du bist stets willkommen, Broxigar.�</p><p>Au�er ihr durfte ihn niemand mit seinem vollst�ndigen Namen anreden. Alle anderen, sogar Lord Ravencrest, riefen ihn einfach nur Brox. Der breit gebaute Orc war einen Kopf kleiner als sie, aber dreimal so breit. Fast sein gesamter K�rper schien aus Muskeln zu bestehen. Im Kampf warf er sich den Feinden mit der gleichen Wildheit wie die gro�en Nachts�bler entgegen, aber in Tyrandes Gegenwart zeigte er mehr Respekt als manch anderer, der um ihren Segen bat.</p><p>Sie dachte, der Orc w�nsche ihren Segen, also legte sie ihre Hand auf seine Brust. Er sah sie �berrascht an, hie� ihre Ber�hrung dann jedoch willkommen.</p><p>�M�ge Mutter Mond deinen Geist f�hren, m�ge sie dir St�rke geben�� Sie fuhr einige Sekunden lang fort und gab dem Orc ihren vollst�ndigen Segen. Die meisten Priesterinnen und auch die gew�hnlichen Nachtelfen fanden ihn absto�end, aber f�r Tyrande war er ebenso ein Kind von Mutter Mond wie sie selbst.</p><p>Als sie geendet hatte, neigte Brox dankbar seinen Kopf. Dann murmelte er: �Ich bin diesen Segen nicht wert, Schamanin, denn er ist nicht der Grund, aus dem ich gekommen bin.�</p><p>�Nicht?�</p><p>Das breite Gesicht verzog sich zu etwas, das Tyrande als Reue deutete. �Schamanin, es gibt etwas, das mein Herz belastet. Etwas, das ich gestehen muss.�</p><p>�Sprich weiter.�</p><p>�Schamanin, ich habe nach dem Tod gesucht.�</p><p>Sie spitzte die Lippen, w�hrend sie versuchte, die Bedeutung seiner Worte zu verstehen. �Willst du mir sagen, dass du dich umbringen wolltest?�</p><p>Brox richtete sich zu seiner ganzen Gr��e auf. Sein Gesicht verdunkelte sich. �Ich bin ein Orc-Krieger! Ich habe meinen Dolch nicht gegen die eigene Brust gerichtet!�</p><p>Seine Wut verflog so schnell, wie sie gekommen war. Scham trat an ihre Stelle. �Aber ich habe versucht, die Waffen anderer dorthin zu locken.�</p><p>Damit war der Damm gebrochen, und die Geschichte floss f�rmlich aus ihm heraus. Brox erz�hlte ihr von seinem letzten Krieg gegen die D�monen, wie er und seine Kameraden die Stellung gehalten und auf Verst�rkung gewartet hatten. Tyrande erfuhr, dass ein Orc nach dem anderen get�tet worden war, bis nur der Veteran �brig blieb. Der Heldenmut von Brox und den anderen hatte daf�r gesorgt, dass die Orcs die Schlacht gewannen, aber trotzdem f�hlte er sich schuldig, weil alle au�er ihm gefallen waren.</p><p>Der Krieg hatte kurz darauf geendet und Brox damit des einzigen Mittels beraubt, mit dem er das, was er als Verfehlung sah, wieder h�tte gutmachen k�nnen. Als der Kriegsh�uptling Thrall ihn bat, die Anomalie zu untersuchen, hatte Brox es als ein Zeichen der Geister gewertet und auf ein Ende seines Leids gehofft.</p><p>Doch der Einzige, der bei dieser Mission ums Leben kam, war sein junger Begleiter, was zus�tzlich auf Brox lastete. Dann, als deutlich wurde, dass die Brennende Legion in Kalimdor einfallen w�rde, hatte er ein weiteres Mal seine Chance auf ein Ende gesehen. Er hatte sich in den Kampf geworfen und so hart gek�mpft wie nie zuvor. Er hatte sich nur an der Front aufgehalten und jeden Feind herausgefordert. Doch leider hatte er zu gut gek�mpft, denn w�hrend seine Feinde gleich dutzendweise fielen, trug er kaum einen Kratzer davon.</p><p>Als die Streitmacht in Suramar aufbrach, war der �ltere Orc schlie�lich auf die Idee gekommen, dass er eine ganz andere S�nde begangen hatte. Er begriff, dass es falsch gewesen war, sich seines �berlebens zu sch�men. Jetzt f�hlte er neue Scham, denn alle um ihn herum k�mpften ums �berleben, w�hrend er bereit war, sein Leben wegzuwerfen. Ihre Gr�nde f�r den Kampf gegen die Brennende Legion waren nicht die seinen.</p><p>�Es st�rt mich nicht, in der Schlacht zu sterben. Das ist ein ruhmreiches Schicksal f�r einen Orc, Schamanin. Aber es entehrt mich, dass ich den Tod herbeisehne und damit diejenigen gef�hrde, die gegen das B�se k�mpfen, um zu �berleben.�</p><p>Tyrande sah dem Orc in die Augen. Die anderen hielten ihn f�r ein Monster, doch er hatte erneut bewiesen, dass seine Gedanken komplex und bedeutungsvoll waren. Sie ber�hrte seine raue Wange und l�chelte leicht. Wie arrogant war ihr Volk, dass es sich weigerte, am Aussehen vorbei in die Seele und den Geist zu schauen.</p><p>�Du musst mir kein Gest�ndnis machen, Broxigar. Du hast es deinem Herzen und deiner Seele l�ngst gestanden. Das bedeutet, dass Elune und die Geister deine Reue gesp�rt haben. Sie wissen, dass du die Wahrheit erkannt hast und deine fr�heren Gedanken bedauerst.�</p><p>Er grunzte und k�sste ihre Handfl�che, was sie �berraschte. �Ich danke dir trotzdem, Schamanin.�</p><p>Im gleichen Moment ert�nten die H�rner. Tyrande ber�hrte den Orc kurz an der Stirn und murmelte ein leises Gebet. �Mutter Mond wird �ber deinen Geist wachen, egal, welches Schicksal die Schlacht f�r dich bereith�lt.�</p><p>�Ich danke dir f�r deine Worte, Schamanin. Ich werde dich nicht l�nger bel�stigen.�</p><p>Brox hob seine Axt zum Zeichen des Respekts, dann trottete er von dannen. Tyrande beobachtete ihn, bis er zwischen den anderen K�mpfern verschwand. Erst als ein lautes Signal der Priesterinnen sie an ihren eigenen Aufbruch erinnerte, wandte sie sich ab. Sie musste ihre Gruppe anf�hren, wenn sich die Streitmacht in Bewegung setzte. Sie musste sich dem Schicksal stellen, das Elune f�r sie auserkoren hatte.</p><p>Und dazu, das wusste sie, geh�rte mehr als die kommende Schlacht.</p><empty-line/><p>�Es sind Soldaten aus zwei Siedlungen im Nordwesten zu uns gesto�en�, sagte Rhonin, der neben Krasus ritt. �Es sollen f�nfhundert sein.�</p><p>�Die Brennende Legion kann solche Zahlen in nur wenigen Stunden mobilisieren.�</p><p>Der rothaarige Zauberer sah seinen ehemaligen Lehrmeister ver�rgert an. �Wenn das alles egal ist, warum bem�hen wir uns dann noch? Wieso setzen wir uns nicht einfach ins Gras und warten, bis uns die D�monen die Kehle durchtrennen?�</p><p>Er verzog das Gesicht in gespielter Verbl�ffung. �Aber Moment mal, das ist ja gar nicht passiert. Die Nachtelfen haben ja gek�mpft � und sie haben gesiegt!�</p><p>�Schon gut!�, zischte Krasus und sah Rhonin ebenso ver�rgert an. �Ich spiele die Verst�rkung nicht herunter, ich weise nur auf die Fakten hin. Wir sollten au�erdem nicht vergessen, was unsere Anwesenheit hier und die Anomalie, die sich durch alle Zeiten zieht, bedeuten. Was einst geschehen ist, muss sich nicht wiederholen. Es ist sehr, sehr wahrscheinlich, dass die Brennende Legion dieses Mal triumphiert� und alles, was wir kennen, verloren sein wird.�</p><p>�Das werde ich nicht zulassen! Das kann ich nicht!�</p><p>�Die Ewigkeit interessiert es nicht, welches Schicksal du, deine Gef�hrtin Vereesa und die ungeborenen Zwillinge erleiden werden, Rhonin� aber ich werde f�r sie ebenso hart k�mpfen wie f�r die Zukunft meines eigenen Clans, ganz gleich, wie monstr�s sie sich gestalten wird.�</p><p>Rhonin schwieg. Er wusste genau so gut wie der Drachenmagier, welches Schicksal der rote Clan schlie�lich erleiden w�rde. Auch wenn die Brennende Legion in dieser Zeitebene geschlagen wurde, w�rde das Leid der Drachen schrecklich sein. Deathwing, der Zerst�rer w�rde daf�r sorgen, dass die Orcs die Leviathane unterwarfen und sie als Kriegsbestien einsetzten. Viele Drachen w�rden sinnlos sterben.</p><p>�Dabei schien es wieder Hoffnung f�r uns zu geben�, sagte Krasus. Sein Blick schweifte in die Ferne. �Und das ist Grund genug, daf�r zu sorgen, dass die Geschichte sich nicht ver�ndert.�</p><p>�Ich kenne die Geschichte nur aus den Schriften, die die Zauberer von Dalaran aufbewahrt haben, Krasus, aber du warst dabei.�</p><p>Die hagere Gestalt zischte erneut. �Die Erinnerungen, die dir aus den Schriften geblieben sind, d�rften genauer als die meines eigenen, verwirrten Geistes sein. Ich glaube, das liegt daran, dass Nozdormu in meine Gedanken eingedrungen ist. Das war vielleicht n�tig, um die Grundlage unserer Mission zu schaffen, aber ich konnte nicht alles in mich aufnehmen, ohne andere Erinnerungen zu verlieren.�</p><p>Nozdormu, der Aspekt der Zeit, hatte sich an Krasus gewandt und ihn vor einer Krise gewarnt. Man konnte den gewaltigen sandfarbenen Drachen auch in dieser Zeitperiode nicht aufsuchen, und Krasus bef�rchtete, dass er und all seine Inkarnationen in der Anomalie gefangen waren.</p><p>�Ich bef�rchte, dass ich mich nie wieder vollst�ndig an diese Zeitperiode erinnern werde. Mir fehlt so viel, dass ich nicht mehr sicher �ber den Ausgang der Ereignisse bin.�</p><p>�Also werden wir k�mpfen und das Beste hoffen.�</p><p>�Wie es jeder in allen Schlachten der Geschichte getan hat.�</p><p>Der b�rtige Mensch nickte grimmig. �Das kommt mir gelegen.�</p><p>Die Streitmacht der Nachtelfen marschierte ohne Pause und ohne Verz�gerungen weiter. Sie legten viele Meilen zur�ck. Die meisten Soldaten waren guter Dinge, denn es schien, als sei der Feind nicht gerade versessen darauf, die Klingen mit ihnen zu kreuzen. Krasus, dessen Geh�r besser war als das der Wesen in seiner Umgebung, h�rte, wie die Soldaten sich unterhielten. Die meisten Toten, so sagten sie, habe es unter den Unschuldigen und den Unvorbereiteten gegeben, doch als die D�monen einer geordneten Streitmacht gegen�ber gestanden h�tten, w�ren sie selbst vernichtet worden. Einige behaupteten sogar, der Krieg w�re schon l�ngst gewonnen, wenn man den D�monen nach der ersten Schlacht bis Zin-Azshari gefolgt w�re, anstatt sich zur�ckzuziehen und auf Verst�rkung zu warten.</p><p>Solche Behauptungen bereiteten Krasus Sorge. Es war richtig, zuversichtlich in eine Schlacht zu ziehen, aber es war falsch, den Gegner zu untersch�tzen. Die Nachtelfen mussten begreifen, dass die Brennende Legion t�dlich war.</p><p>Sein Blick fiel auf den einen Nachtelfen, der sich dessen bewusst zu sein schien. Krasus wusste, dass Malfurion eine wichtige Rolle in diesem Kampf spielen w�rde, aber er erinnerte sich nicht mehr an die genauen Umst�nde. Dazu geh�rte sicherlich, dass er der erste Druide war, aber es gab noch andere Umst�nde, die dazu f�hren sollten. Der Drachenmagier hatte l�ngst entschieden, dass er um jeden Preis besch�tzt werden musste.</p><p>Die Nacht war beinahe vor�ber, als pl�tzlich Sp�her aus dem S�dosten auftauchten. Ravencrest hatte zahlreiche Reiter ausgesandt, um stets auf dem neuesten Stand zu sein.</p><p>Die drei Nachtelfen wirkten ersch�pft. Anscheinend hatten sie ihre schwer atmenden Nachts�bler mit gro�er Geschwindigkeit geritten. Ihre Gesichter waren schwei�bedeckt, ihre Kleidung voller Staub. Sie tranken etwas Wasser, bevor sie von ihrer Erkundung berichteten.</p><p>�Eine Gruppe D�monen zieht durch die Region Dy-Jaru, Mylord�, sagte der rangh�chste Sp�her. �Wir haben Rauch, Feuer und Fl�chtlinge gesehen.�</p><p>�Kannst du die Zahl der Feinde sch�tzen?�</p><p>�Schwer zu sagen, aber es sind weit weniger als unsere Streitmacht.�</p><p>Ravencrest strich nachdenklich �ber seinen Bart. �Wohin ziehen die Fl�chtlinge?�</p><p>�Wahrscheinlich nach Halumar, Mylord, aber sie werden es nicht schaffen. Die D�monen sind ihnen auf den Fersen.�</p><p>�K�nnen wir uns zwischen sie schieben?�</p><p>�Ja, wenn wir uns beeilen. Die L�cke ist gro� genug.�</p><p>Der Adlige streckte einem seiner Adjutanten seine Hand entgegen. �Karte.�</p><p>Sofort reichte man ihm die richtige Karte. Er entrollte sie und lie� sich von den Kundschaftern zeigen, wo sich die D�monen und wo sich die Fl�chtlinge befanden. Schlie�lich nickte er. �Wir m�ssen unsere Marschgeschwindigkeit steigern und ihnen bei Tageslicht gegen�bertreten, aber wir k�nnen es schaffen. Es ist kein gro�er Umweg auf unserem Marsch nach Zin-Azshari. Wir k�nnen uns das leisten.�</p><p>�Vor allem, weil es vielleicht ein paar Unschuldigen das Leben rettet�, murmelte Rhonin leise an Brox gewandt.</p><p>Krasus beugte sich vor. �Um was f�r D�monen handelt es sich?�</p><p>�Haupts�chlich um Teufelsw�chter.�</p><p>Ein anderer Sp�her f�gte hinzu: �Ich habe ein paar dieser Hunde gesehen und einen der gefl�gelten D�monen� eine Verdammniswache.�</p><p>Der Drachenmagier runzelte die Stirn. �Eine magere Versammlung.�</p><p>�Wahrscheinlich haben sie sich aus lauter Blutgier von den anderen getrennt�, verk�ndete Lord Ravencrest. �Wir werden ihnen beibringen, wie n�tzlich Selbstdisziplin sein kann� allerdings werden sie nicht lange genug leben, um diese Lektion zu beherzigen.� Er wandte sich an seine Offiziere. �Gebt den Marschbefehl! Wir ziehen ihnen entgegen.�</p><p>Die Armee wechselte nur einen Moment sp�ter die Richtung. Die Nachtelfen bewegten sich schnell, wurden angetrieben von dem Wunsch, Angeh�rige ihres Volks zu retten und den ersten Sieg auf dem langen Marsch zur Hauptstadt zu feiern.</p><p>Illidan und die Mondgarde �nderten ihre Position und verteilten sich �ber die gesamte Streitmacht. Die Schwestern von Elune taten das Gleiche und bereiteten sich darauf vor zu k�mpfen und zu heilen. Da sie die einzigen Au�enseiter waren, blieben Rhonin, Krasus und Brox zusammen. Die beiden Magier hatten jedoch entschieden, dass Rhonin Illidan beobachten w�rde, sobald die Schlacht begann. Beide machten sich Sorgen �ber seinen Leichtsinn.</p><p>Malfurion blieb bei ihnen, weil Ravencrest noch nicht wusste, wie man seine ungew�hnlichen F�higkeiten am effektivsten einsetzen sollte. Captain Shadowsongs Einheit bewachte die Vier, und der Adlige war sicher, dass der Druide so gesch�tzt selbst entscheiden konnte, welche Angriffsstrategien gegen die D�monen am wirkungsvollsten sein w�rden.</p><p>Malfurion, der den ganzen Tag mit Cenarius gearbeitet und die Nacht �ber geritten war, begann seine Ersch�pfung zu sp�ren. Der Halbgott hatte ihm beigebracht, seine St�rke aus der Natur zu ziehen, und Malfurion hoffte, dass er vor der Schlacht Gelegenheit dazu erhalten w�rde.</p><p>Die Sonne stieg �ber den Horizont, verschwand aber fast sofort hinter tief h�ngenden, dunklen Wolken. Das war sogar von Vorteil f�r die Streitmacht. Die Zauber, die Krasus und Rhonin �ber sich selbst und Brox gewoben hatten, erm�glichte es ihren Augen, sich sofort ver�nderten Lichtverh�ltnissen anzupassen. Die meisten Soldaten mussten jedoch warten, bis ihre Augen sich ohne magischen Beistand daran gew�hnten. Die dichte Wolkendecke half dem nachtaktiven Volk dabei und st�rkte dessen Siegessicherheit.</p><p>Die Kundschafter schw�rmten weiterhin aus, um Informationen zu sammeln. Die D�monen hatten die fl�chtenden Nachtelfen noch nicht eingeholt, aber sie r�ckten n�her. Ravencrest trieb seine Krieger zu gr��erer Eile an. Er schickte eine gro�e Gruppe von Nachts�bler-Reitern aus, um die Brennende Legion von zwei Seiten in die Zange zu nehmen.</p><p>Als die Kundschafter meldeten, die Streitkr�fte st�nden jetzt zwischen den Fl�chtenden und der Legion, lie� Ravencrest das Horn ert�nen. Die Krieger bereiteten sich auf die Schlacht vor.</p><p>Hinter einer H�gelkuppe warfen die Nachtelfen zum ersten Mal einen Blick auf den Feind.</p><p>Die Feuerd�monen hatten das Land verbrannt. Hinter ihnen existierte kein Leben mehr. Das tote Land, das Krasus von Korialstrasz� R�cken aus gesehen hatte, erstreckte sich bis zum Horizont und spornte die Soldaten noch mehr an.</p><p>�Wie es die Kundschafter beschrieben haben�, murmelte der Herrscher von Black Rook und zog sein Schwert. �Umso besser. Jetzt werden wir ihnen zeigen, was mit denen passiert, die unser Land verw�sten.�</p><p>Krasus betrachtete die Horde. Sie war ein ernstzunehmender Feind, aber auch einer, den die Nachtelfen ohne gro�e M�hen besiegen konnten. �Mylord, Ihr solltet vorsichtig sein.� Aber Ravencrest beachtete ihn nicht. Der �ltere Nachtelf hob sein Schwert und schwang es zweimal von rechts nach links und wieder zur�ck. Alle Regimenter der gro�en Streitmacht stie�en in ihre H�rner.</p><p>Mit einem gewaltigen Gebr�ll st�rmten die Nachtelfen den D�monen entgegen.</p><p>Die Brennende Legion verlor im Angesicht der �berlegenen Streitmacht nicht die Nerven. Stattdessen begannen die gepanzerten D�monen kampfeslustig zu br�llen. Die Zerst�rung, die sie Kalimdor gebracht hatten, schien ihnen noch nicht zu gen�gen. Sie verga�en die Fl�chtlinge und wandte sich den Kriegern zu.</p><p>Ein Pfeilregen schoss ihnen entgegen. Wie kreischende Banshees kamen die Pfeile �ber die monstr�sen Krieger, rissen Kehlen auf, verheerten Gliedma�en und K�pfe. Tote und verletzte D�monen brachen zusammen, zwangen andere, �ber sie hinwegzuklettern.</p><p>Ein goldener Blitz schlug mitten zwischen den D�monen ein. Teufelsw�chter wurden emporgeschleudert. Fleischst�cke und die dunkle Fl�ssigkeit, die in den d�monischen Adern floss, prasselten auf die �berlebenden herab. Krasus sah nach links, wo Illidan �ber seinen gelungenen Angriff lachte. Der junge Zauberer befahl der Mondgarde, die gleiche Formation einzunehmen, die sie bei der ersten Schlacht gegen die Legion verwendet hatten. Illidan wollte die Macht der Magier an sich binden und verst�rken.</p><p>Der Drachenmagier runzelte die Stirn. Eine solche Taktik neigte dazu, die Zauberer, die ihre Energie lieferten, weit mehr zu schw�chen als denjenigen, der sie an sich zog. Illidan musste sehr genau auf den Zustand der Mondgarde achten, sonst riskierte er es, sie in solchem Ma�e zu schw�chen, dass sie sich nicht mehr gegen Angriffe der Eredar verteidigen konnten.</p><p>Krasus� Gedanken wanderten von den Risiken, die Malfurions Bruder einging, zum Feind. Zum ersten Mal wob er in Korialstrasz� Abwesenheit einen Zauber. Er wusste nicht, was geschehen w�rde, doch dann sp�rte er, wie die Macht in ihm anstieg � und l�chelte.</p><p>Ein furchtbarer Wind fuhr durch die vorderen Reihen der D�monen. Er warf die geh�rnten Krieger gegeneinander, sorgte sogar daf�r, dass sie die Waffen gegeneinander richteten. Chaos brach unter ihnen aus.</p><p>Damit erhielten die Nachtelfen ihre gro�e Gelegenheit. Die ersten Soldaten erreichten die D�monen und erschlugen sie. Die vorderen Reihen der Legion gerieten vollends in Unordnung. Teufelswachen fielen zu Dutzenden, w�hrend sie versuchten, sich zu sammeln.</p><p>Ein weiterer Pfeilregen dezimierte die hinteren Reihen. Innerhalb weniger Minuten lag ein Viertel der Horde entweder tot oder sterbend am Boden. Krasus h�tte Zuversicht sp�ren sollen, aber er hatte immer noch den Eindruck, dass alles zu einfach war. Die Brennende Legion war noch nie so leicht besiegt worden.</p><p>�ber seine Unsicherheit konnte er mit niemandem sprechen. Brox war zwischen den Kriegern verschwunden und irgendwie bis in die erste Reihe vorgesto�en. Er sa� auf seinem Nachts�bler und lie� die Axt kreisen. Seine Klinge brachte den Tod. Der gr�nh�utige Krieger br�llte der Legion seine Herausforderung entgegen, w�hrend der abgetrennte Kopf eines D�mons �ber seine Schulter flog.</p><p>Zur gleichen Zeit mobilisierte Rhonin Zauber, deren St�rke Krasus neidisch werden lie�. Der rothaarige Magier ber�hrte die gr�nen Flammen, von denen die K�rper der D�monen umgeben waren und verwandelte sie in echtes Feuer. Die Monstrosit�ten verbrannten innerlich. Einer nach dem anderen zerfiel zu Staub und hinterlie� nur Reste der R�stung. Rhonins Gesichtsausdruck war grimmiger als der der meisten Soldaten. Der Drachenmagier ahnte, dass sein ehemaliger Sch�ler die ganze Zeit �ber an seine Frau und seine ungeborenen Kinder dachte, deren Schicksal vom Ausgang dieser Schlacht abhing.</p><p>Aber wo war Malfurion? Im ersten Moment konnte der hagere Zauberer den Druiden nicht entdecken, doch dann fand er ihn im hinteren Teil der Streitmacht. Malfurion sa� ruhig auf seinem Reittier. Sein Gesicht wirkte konzentriert, seine Augen waren geschlossen. Krasus sp�rte zuerst nichts, doch dann bemerkte er einen Druck in der Erde, der sich rasch auf die Brennende Legion zu bewegte. Mit seinen magischen Sinnen folgte er dem Zauber. Er wollte wissen, was geschehen w�rde.</p><p>In den ersten Reihen der Horde schossen pl�tzlich Wurzeln aus dem Boden. Baumwurzeln, Graswurzeln� alle m�glichen Arten von Geflecht. Krasus bemerkte, dass Malfurion sie nicht nur aus dem Boden wachsen lie�, er lie� sie auch weitaus gr��er werden, als das normalerweise der Fall gewesen w�re.</p><p>Ein geh�rnter Krieger stolperte und st�rzte in die Klinge eines wartenden Nachtelfs. Eine Teufelsbestie knurrte und schnappte nach den Wurzeln, in denen sich ihre Tatzen verfangen hatten. Keiner der Nachtelfen hatte Probleme mit den Wurzeln. Das knorrige Holz teilte sich sogar, um den Soldaten den Weg zu erleichtern.</p><p>Nur noch die H�lfte der D�monen k�mpfte, der Sieg war also nahe. Trotzdem traute Krasus diesem Eindruck nicht. Misstrauisch beobachtete er die Schlacht, fand jedoch nichts, was seine Sorge best�tigt h�tte.</p><p>Nichts au�er einem einsamen gefl�gelten D�mon, der zwischen den Wolken verschwand. Krasus wob rasch einen Zauber, als er ihn bemerkte.</p><p>Nebel legte sich wie ein Umhang um die Verdammniswache, dr�ckte die Fl�gel gegen den K�rper, presste sie zusammen. Der D�mon wehrte sich, ohne etwas ausrichten zu k�nnen. Einen Augenblick sp�ter st�rzte er seinen Mitstreitern als t�dliches Geschoss entgegen.</p><p>Krasus gratulierte sich nicht zu seiner entschlossenen Tat. Stattdessen ritt er auf Lord Ravencrest zu und versuchte, dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Doch der Adlige ritt im gleichen Moment zur Seite, um einigen Soldaten Befehle zu erteilen.</p><p>Der Drachenmagier blickte zum Himmel empor. Sie hatten immer noch eine Chance. Wenn die Nachtelfen die Gefahr schnell genug erkannten, lie� sich die Katastrophe noch abwenden.</p><p>Sein K�rper begann zu kribbeln. Krasus verlor die Kontrolle �ber seine Gliedma�en. Er sackte auf seinem Panther zusammen. Nur die Breite des Tiers verhinderte seinen Sturz. Erst jetzt begriff er, dass er in seiner Sorge vergessen hatte, auf Angriffe der Eredar-Hexenmeister zu achten.</p><p>Krasus k�mpfte gegen die Magie, w�hrend er seinen Blick in den Himmel richtete. Die Wolken schienen dunkler und schwerer zu werden, sanken langsam dem Boden entgegen.</p><p>Nein, das war nur eine Illusion, so viel war ihm klar. Krasus wehrte sich gleichzeitig gegen den Zauber und gegen das Bild, das die D�monen in den st�rmischen Himmel projiziert hatten. Die angeschwollenen Wolken verschwanden und enth�llten die Wahrheit.</p><p>Und aus dem Himmel st�rzte die Brennende Legion auf die Streitmacht herab.</p></section><section><title><p>6</p></title><p>Malfurion sp�rte sofort, als der Zauber seine volle Wirkung entfesselte, dass etwas nicht stimmte. Die Pflanzen unterst�tzten ihn gerne, denn f�r sie waren die D�monen Monstrosit�ten. Mit seiner Hilfe dehnten sie sich immer weiter aus. Einfache Wurzeln wurden zu wirbelnden Tentakeln, die den Soldaten in ihrem Kampf gegen die Legion beistanden.</p><p>Doch an einem anderen Ort, der jenseits des Schlachtfelds lag, ersp�rten Malfurions gesch�rfte Sinne die Aura eines Schutzzaubers. Er �ffnete die Augen nicht, sondern streckte seine Sinne aus und entdeckte, dass die Quelle des Zaubers nicht etwa vor ihm lag, sondern weit �ber ihm. In den Wolken.</p><p>Der Druide benutzte die F�higkeiten, zu denen Cenarius ihm verholfen hatte, um in die Wolken emporzusteigen und nach dem zu suchen, was dort verborgen bleiben wollte.</p><p>Und im Geiste sah Malfurion Hunderte fliegende D�monen.</p><p>Es waren haupts�chlich Teufelswachen. Malfurion nahm an, dass man sie aus unterschiedlichen Teilen der Horde zusammengezogen hatte. Mit ihren verzerrten Gesichtern und furchtbaren Waffen boten sie einen schrecklichen Anblick. Der Kampf gegen sie w�rde schwer werden.</p><p>Hinzu kamen Dutzende Eredar-Hexenmeister, die sich zwischen ihnen bewegten. Sie hatten keine Fl�gel, sondern benutzten ihre magischen Kr�fte, um zu schweben. Malfurion bemerkte, dass einige die Tarnung aufrecht erhielten, w�hrend andere nach Schwachstellen in den Linien der Nachtelfen suchten.</p><p>Das alles war schon erschreckend genug, aber als Malfurion sah, was hinter den Teufelswachen und Hexenmeistern auftauchte, setzte sein Herz einen Schlag aus. Brennende Steine rasten mit t�dlicher Pr�zision durch die Wolken, so als habe man sie von einem gewaltigen Katapult abgeschossen. Der Druide konzentrierte sich st�rker, w�hrend er versuchte, den Sinnen der Hexenmeister zu entgehen. Dann erst sah er, worum es sich bei den Geschossen wirklich handelte.</p><p>H�llenkreaturen.</p><p>Malfurion riss die Augen auf. �Achtung, der Himmel!�, schrie er so laut er konnte. �Sie greifen aus dem Himmel heraus an!�</p><p>Lord Stareye sah ihn kurz an, kr�uselte die Nase und wandte sich wieder den dezimierten D�monentruppen zu. Malfurion trieb sein Reittier vor und fasste eine Schildwache am Arm.</p><p>�Du musst die anderen warnen! Die D�monen greifen aus den Wolken an!�</p><p>Doch der Soldat sah ihn nur irritiert und verst�ndnislos an. Die Illusion war immer noch intakt. Jeder, der zum Himmel blickte, musste glauben, der Druide habe den Verstand verloren.</p><p>Schlie�lich fand Malfurion doch jemanden, der ihn verstand. Sein Blick traf auf Krasus, und er sah, dass der blasse, r�tselhafte Magier ebenso verzweifelt versuchte, sich mitzuteilen. Er zeigte jedoch nicht etwa auf Ravencrest, sondern auf Illidan. Malfurion nickte. Er verstand sofort, was der Magier wollte. Jemand musste diejenigen warnen, die etwas gegen die Bedrohung unternehmen konnten.</p><p>�Illidan!�, schrie Malfurion und richtete sich im Sattel auf. Sein Zwillingsbruder sah ihn nicht, konzentrierte sich zu sehr auf seine Zauber.</p><p>Malfurion sammelte seine Kr�fte und bat den Wind um Hilfe. Der Wind gew�hrte sie ihm. Der Druide lenkte ihn mit seinen Fingern und strich sich zweimal �ber die Wange.</p><p>Sein Bruder ber�hrte einen Moment sp�ter die eigene Wange, wo ihn der Wind gestreichelt hatte. Illidan blickte �ber seine Schulter und entdeckte seinen Bruder.</p><p>Malfurion deutete zum Himmel und gestikulierte warnend. Illidan h�tte sich beinahe abgewandt, doch Malfurion starrte ihn w�tend an. Dann endlich blickte sein Bruder zum Himmel.</p><p>Im gleichen Augenblick fielen die ersten D�monen aus der Illusion heraus.</p><p>Die Eredar wurden sichtbar und schlugen ohne Z�gern zu. Ihre Zauber legten sich �ber die Nachtelfen. Schwere Tropfen fielen auf die Schultern der Soldaten, die im ersten Moment die Gefahr nicht bemerkten, aber zu schreien begannen, als sich die S�ure durch ihre R�stungen ins Fleisch fra�. Aus den vereinzelten Tropfen wurde dichter Regen. Die Nachtelfen wanden sich schreiend am Boden.</p><p>Malfurion sprach erneut mit dem Wind und bat ihn, den Regen von seinem Volk wegzulenken. Gleichzeitig begannen Illidan und die Mondgarde ihre ersten Zauber zu werfen.</p><p>Ein Hexenmeister explodierte schreiend, eine Teufelswache folgte ihm. Doch als die Magier der Nachtelfen versuchten, weitere Zauber einzusetzen, stie�en sie auf einen unsichtbaren Schild.</p><p>Der starke Wind, den der Druide gerufen hatte, wehte den Regen davon, aber der Schaden lie� sich nicht mehr r�ckg�ngig machen. Die Linien der Verteidiger waren voller L�cken.</p><p>Dann st�rzten die Teufelskreaturen aus dem Himmel.</p><p>Die erste Welle erreichte nicht den Boden. Zwei der Angreifer explodierten, w�hrend andere von komprimierter Luft emporgeschleudert wurden und zwischen den Wolken verschwanden. Blaue Blitze durchbohrten drei D�monen.</p><p>Aber selbst die geballte Macht des Druiden, der Magier und der Zauberer konnte die H�llenkreaturen nicht aufhalten. Eine schlug mitten in die Frontlinie der Nachtelfen ein. Sie richtete mehr Schaden an als ein Dutzend mit Sprengstoff beladene Katapulte. Die Nachtelfen wurden wie Bl�tter durch die Luft gewirbelt. Die Erde erbebte so stark, dass andere zu Boden gingen und sofort Opfer der Teufelsbestien wurden.</p><p>Immer mehr Teufelskreaturen schlugen auf. Die Frontlinie der Verteidiger versank im Chaos. Das Schlimmste war, dass die riesigen D�monen sich aus ihren rauchenden Kratern wieder erhoben und �ber die Nachtelfen herfielen.</p><p>Die Wurzeln, die Malfurion beschworen hatte, konnten den skelettk�pfigen Teufelskreaturen nichts entgegensetzen. Diese zerfetzten das Holz m�helos. Gleichzeitig rissen sie gewaltige Schneisen in die Reihen der Nachtelfen.</p><p>Pl�tzlich erhob sich die Lanze eines gefallenen Soldaten unmittelbar vor einer Teufelskreatur in die Luft. Sie leuchtete bl�ulich und schoss dem D�mon mit solcher Geschwindigkeit entgegen, dass dieser zu stehen schien. Die Lanze wurde im Flug gr��er, ihre Spitze schmaler und scharf wie eine Nadel.</p><p>Sie durchbohrte den D�mon mit solcher Leichtigkeit und Wucht, dass er gar nicht mehr begriff, wie er starb. Er �ffnete das Maul und begann zu zucken. Seine Vorw�rtsbewegung endete, als die magisch angetriebene Lanze weiterflog.</p><p>Die gewaltige H�llenkreatur wurde zur�ckgerissen, als habe sie das Gewicht eines Kleinkindes. Die Lanze wurde immer schneller und erwischte ein zweites Opfer, das sich gerade in seinem Einschlagkrater aufrichtete. Das Ungeheuer riss noch die Augen auf, als die Lanze es auch schon durchbohrte.</p><p>Einem dritten D�mon wurde von der magischen Waffe der Garaus gemacht. Erst dann wurde sie langsamer und st�rzte mitsamt ihrer der Reihe nach aufgespie�ten Opfer zwischen die Toten am Boden.</p><p>Neben Malfurion nickte Rhonin zufrieden. Einen Moment lang sah es so aus, als k�nnten die Verteidiger ihre Niederlage abwenden, doch dann ert�nten von Norden her H�rner.</p><p>�Die Legion!�, schrie Krasus. �Sie greift von der anderen Seite an!�</p><p>Jetzt endlich offenbarte sich das ganze schreckliche Ausma� der Schlacht. Eine gewaltige Horde schien aus dem Boden zu wachsen und fiel �ber die Soldaten her, die im Norden aufmarschiert waren. Wie die D�monen am Himmel hatte man auch diese Ungeheuer hinter einem Illusionszauber versteckt gehalten, den g�nstigsten Zeitpunkt abgepasst, sie zu enttarnen. Jetzt schw�rmten sie aus wie Ameisen. Die Nachtelfen k�mpften tapfer, aber sie konnten den Gegner nicht bezwingen.</p><p>Die D�monen hatten ihre Falle sorgf�ltig geplant und sich auf die Arroganz der Nachtelfen verlassen. Ravencrest hatte an einen leichten Sieg geglaubt, an ein kurzes Gefecht, mit dem er das Selbstvertrauen seiner Truppen aufbauen wollte. Bekommen hatte er eine blutige, schwer verdauliche Niederlage.</p><p>�Wir m�ssen uns zur�ckziehen�, sagte Rhonin. �Wir haben keine andere Wahl.�</p><p>Im ersten Moment sah es so aus, als sei Ravencrest dazu nicht bereit. Er gab kein Signal zum R�ckzug, obwohl die D�monen weit �berlegen waren. H�llenkreaturen st�rzten sich weiter auf die Nachtelfen, w�hrend die Eredar-Hexenmeister einen Zauber nach dem anderen schleuderten. Malfurion und seine Begleiter konnten nicht l�nger angreifen, zu sehr mussten sie sich auf die Verteidigung konzentrieren. Sogar die Mondgarde war voll und ganz in den Schutz der Soldaten eingebunden.</p><p>Schlie�lich bliesen die H�rner doch zum R�ckzug. Allerdings lie� die Brennende Legion nicht locker. Jeder Schritt zur�ck musste hart erk�mpft werden.</p><p>�Der Druck ist zu groߓ, zischte Krasus, als er neben dem Druiden auftauchte. �Wir m�ssen eine L�cke zwischen ihnen und uns schaffen.�</p><p>�Aber wie?�, fragte Malfurion.</p><p>Die Miene des hageren Zauberers wurde noch d�sterer. �Wir d�rfen nicht mehr gegen die Eredar k�mpfen, sondern nur noch gegen die Hauptstreitmacht der D�monen.�</p><p>�Aber die Hexenmeister werden dann umso h�rter angreifen. Sie werden zahllose Soldaten t�ten��</p><p>�Es werden noch mehr sterben, wenn wir uns in diesem Schneckentempo zur�ckziehen!�</p><p>Krasus hatte Recht, auch wenn es dem Druiden nicht gefiel. Die Teufelsw�chter hieben von allen Seiten auf die Nachtelfen ein, nutzten jede kleine Schw�che f�r ihre Attacken. Die Eredar ben�tigten wesentlich mehr Zeit, um ihre Zauber zu weben. Diese wirkten dann zwar h�chst zerst�rerisch, aber das taten die Klingen der W�chter letztendlich ebenfalls.</p><p>�Sag deinem Bruder, dass er sich uns anschlie�en soll�, befahl der Magier.</p><p>�Er wird nicht auf mich h�ren.� Es war schon schwierig gewesen, Illidan dazu zu bewegen, einen Blick zum Himmel zu werfen. Es w�rde zu lange dauern, ihn von Krasus� Plan zu �berzeugen� wenn das �berhaupt m�glich war.</p><p>�Ich rede mit ihm�, bot Rhonin an. �Vielleicht h�rt er auf mich eher.�</p><p>Illidan respektierte den Menschen. Rhonin kannte Zauber, die selbst Malfurions Zwilling noch nicht beherrschte. F�r Illidan war er fast schon ein <emphasis>shan�do</emphasis>.</p><p>�Versuche es�, wandte sich Krasus an Rhonin.</p><p>Als der rothaarige Zauberer davonritt, fragte Malfurion: �Was machen wir jetzt?�</p><p>�Alles, was uns von ihnen trennt.�</p><p>Der Druide hatte auf eine klarere Antwort gehofft, verstand jedoch, dass Krasus ihm keine Anweisungen geben wollte. Beide w�rden die Magie einsetzen, die ihnen lag. Die Vorgehensweise des �lteren Magiers musste nicht mit der des Druiden harmonieren.</p><p>Krasus wartete nicht auf Malfurions Angriff, sondern gestikulierte in Richtung des Feindes. Zuerst sah der Druide nichts, doch dann bemerkte er, dass die D�monen in den ersten Reihen zu schrumpfen begannen. Es dauerte eine Weile, bis er erkannte, dass sie pl�tzlich in einem Sumpf standen, der sie nach unten zog. Die D�monen, die hinter ihnen waren, wurden aufgehalten und mussten versuchen, durch den Morast zu waten.</p><p>Die Nachtelfen nutzten die Gelegenheit, um sich weiter zur�ckzuziehen. Doch Krasus hatte nur einen Teil ihrer Linien gesch�tzt, an anderen Orten brachen die D�monen bereits durch. Malfurion b�ckte sich und begann mit den Pflanzen zu sprechen, bat sie, noch einmal ihre Wurzeln einzusetzen. Ihnen war klar, was nach dem R�ckzug der Nachtelfen geschehen w�rde: dass die Legion sie und alle anderen Lebensformen vernichten w�rde. Trotzdem halfen sie mit all ihrem Verm�gen.</p><p>Tr�nen rollten �ber Malfurions Gesicht, als er sich f�r ihr Opfer bedankte und seinen Zauber begann. Die Wurzeln platzten in gewaltigen Kn�ueln aus dem Boden heraus und erschufen einen dichten Wald. Die D�monen schlugen auf die kr�ftigen Tentakel ein. Sogar die Teufelskreaturen wurden langsamer. Der Druide sp�rte jeden Schnitt, den sie den Wurzeln zuf�gten, aber sein Zauber zeigte die erhoffte Wirkung. Die Nachtelfen zogen sich immer weiter von ihrem h�llischen Feind zur�ck.</p><p>Unerwartete Hilfe n�herte sich in Gestalt von Nachts�bler-Reitern aus dem S�den. Malfurion hatte nicht mehr an die Soldaten gedacht, die Ravencrest ausgesandt hatte. Es waren weniger als zu Anfang, aber sie k�mpften immer noch mit gro�er Wut. Einige Panther waren verwundet, und auch ihre Reiter hatten Blessuren davongetragen. Trotzdem warfen sie sich mutig der Legion entgegen und verschafften damit den Fu�soldaten wertvolle Sekunden.</p><p>�Nach Norden!�, schrie Krasus. �Konzentriert euch auf den Norden!�</p><p>Weder Malfurion noch der Magier konnten k�rperlich sehen, was sich dort abspielte, aber sie hatten andere Methoden zu ihrer Verf�gung. Der Druide griff mit seinem Geist nach V�geln oder gefl�gelten Insekten. Erstere fand er nicht, letztere hingegen schon. Selbst die niedrigsten Tiere hatten erkannt, dass die D�monen t�dlich waren. Trotzdem erkl�rten sich die bereits fliehenden K�fer dazu bereit, ihm zu helfen.</p><p>Durch ihre merkw�rdigen Augen betrachtete der Druide das n�rdliche Schlachtfeld. Der Anblick raubte ihm fast den Atem. Eine gewaltige Streitmacht der Brennenden Legion ergoss sich �ber die Soldaten. �berall lagen Tote. Gesichter, die ihm vertraut waren, starrten blicklos auf die, die sie get�tet hatten. H�llenbestien spielten mit den Toten, w�hrend andere D�monen weiter angriffen.</p><p>Malfurion suchte nach Wesen oder Pflanzen, die er um Hilfe bitten konnte, aber er fand nur K�fer. Eine leichte Brise wehte eines der Krabbeltiere umher. Der Druide hatte eine Idee. Er sprach durch den K�fer mit dem Wind, erkl�rte, wie sehr er seine kraftvollen Brisen bewunderte und brachte ihm dazu, mehr von seiner Kunst zu offenbaren.</p><p>Der Wind f�hlte sich geschmeichelt und erschuf einen kleinen Wirbel. Malfurion spornte ihn weiter an, bis aus dem Wirbel ein gewaltiger und m�chtiger Orkan wurde.</p><p>Als der Druide sp�rte, dass die Zerst�rungskraft des Sturms ihren H�hepunkt erreicht hatte, lenkte er ihn gegen die D�monen in den ersten Reihen.</p><p>Die Brennende Legion ignorierte den Wind zuerst, doch dann wurden die ersten D�monen emporgeschleudert und get�tet. Die Umstehenden wichen zur�ck, doch der Tornado folgte ihnen. Malfurion empfand kein Mitleid f�r die D�monen. Er hoffte, dass ihnen noch viele weitere folgen w�rden.</p><p>�F�hle dich nicht zu sicher�, warnte Krasus. �Unsere Taktik hat der Armee Zeit verschafft, nicht mehr.�</p><p>Der Druide wusste das, schwieg jedoch. Die Nachtelfen konnten die Niederlage nicht in einen Sieg verwandeln. Malfurion und die anderen Magier hatten ihnen nur das Leben erkauft.</p><p>Malfurion war noch nicht zufrieden mit seiner Leistung. Durch die Augen des K�fers suchte er nach etwas, das sich gegen die Legion einsetzen lie�. Die Insekten kreisten mutig �ber den D�monen und verschafften ihm f�nf verschiedene Blickwinkel. Es musste doch etwas dort geben, das er tun konnte�</p><p>Der Druide schrie auf, als etwas nach dem K�fer griff und das Leben aus ihm herauspresste. Die anderen Insekten wichen zur�ck, nur zwei drehten sich um, damit der Druide sehen konnte, was den K�fer get�tet hatte.</p><p>Inmitten der D�monen stand eine dunkelh�utige Gestalt, die den Rest der Brennenden Legion �berragte. Der D�mon bewegte sich wie ein Riese unter Kindern und lenkte die furchtbaren Krieger. Er erinnerte Malfurion ein wenig an die Eredar, war ihnen jedoch weit �berlegen. Seine Schultern waren gepanzert, und er betrachtete das Schlachtfeld mit kalter Logik. In seiner rechten Hand hielt der D�mon einige St�cke des Chitinpanzers, der einmal den K�fer umgeben hatte. Dann hob er den Kopf und starrte durch die beiden ausharrenden K�fer direkt in den Geist des Druiden.</p><p><emphasis>Du bist es also</emphasis>�</p><p>Ein gewaltiger Druck lastete pl�tzlich auf Malfurions Kopf. Er meinte, sein Gehirn w�rde sich ausdehnen und gegen seinen Sch�delknochen dr�cken.</p><p>Malfurion versuchte, um Hilfe zu rufen, aber sein Mund verweigerte ihm den Dienst. Verzweifelt suchte er nach etwas, mit dem er den D�monen ablenken konnte, bevor es zu sp�t war.</p><p>Etwas bewegte sich in den Tiefen der Erde. Die Felsen � die �ltesten und h�rtesten Lebensformen � erwachten aus ihrem ewigen Schlummer. Zuerst ber�hrten sie Malfurion �rgerlich, denn kaum etwas war ihnen wichtiger als der Schlaf. Doch der Druide lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die zerst�rte Landschaft, die hinter den D�monen lag.</p><p>Nur wenige wussten, dass Felsen lebten und an den Geschehnissen der Welt teilnahmen. Die, die Malfurion geweckt hatte, erfuhren Furchtbares �ber die D�monen, denn selbst die Erde war unter ihnen dem Tode geweiht. Die verdorbene Magie, die den D�monen innewohnte, t�tete alles, egal, wie tief es auch vergraben sein mochte.</p><p>Dazu geh�rten auch die Steine. Die, die in der zerst�rten Landschaft lagen, existierten nicht mehr. Ihre Lebenskraft war von den D�monen vernichtet worden.</p><p>Malfurion brach in die Knie, als der D�mon seinen Kopf noch st�rker maltr�tierte. Er konnte nicht mehr denken und verlor langsam das Bewusstsein.</p><p>Der Boden erbebte. Malfurion sackte weiter in sich zusammen, aber der Druck auf seinen Kopf lie� nach.</p><p>Durch die Augen der K�fer beobachtete er, wie sich rund um den riesigen D�mon die Erde �ffnete. Ein kleinerer D�mon st�rzte in eine der Spalten, die sich sofort schloss, als habe sie ihn verschlungen. Die anderen Ungeheuer wichen zur�ck und �berlie�en den Riesen seinem Schicksal.</p><p>Der Blick von Malfurions Feind war immer noch voller Gleichg�ltigkeit, aber er musste um sein Gleichgewicht k�mpfen. Zunehmend gr��ere Spalten �ffneten sich vor und neben ihm. Der Koloss griff nach einem der beiden K�fer, aber Malfurion lie� sie rechtzeitig fliehen.</p><p>Als sie sich zur�ckzogen, sah der Druide, dass der D�mon begonnen hatte, einen Kreis um sich zu ziehen. Eine gro�e, gr�n leuchtende Blase entstand und sch�tzte ihn vor den schweren Erdst��en. Sie stieg mit ihm auf, w�hrend unter ihr niedere D�monen in die Felskl�fte st�rzten.</p><p>Aus tief liegenden Augen starrte der D�mon Malfurion an.</p><p><emphasis>Ich werde mich an dich erinnern, Insekt</emphasis>�</p><p>Dann zog er sich zur�ck, und dem Druiden wurde klar, dass auch er den D�mon bei ihrem n�chsten Treffen wiedererkennen w�rde. Doch schon jetzt ahnte Malfurion, welchen Namen er trug. Es konnte nur einer sein, der solche Macht ausstrahlte.</p><p>Archimonde.</p><p>Etwas griff nach seinen Schultern und unterbrach seine Verbindung zu den K�fern. Malfurion rechnete damit, von Teufelsbestien auseinander gerissen zu werden, aber die H�nde waren sanft und die Stimme, die zu ihm sprach, besorgt.</p><p>�Ich halte dich�, fl�sterte Tyrande ihm ins Ohr.</p><p>Er nickte stumm, erkannte benommen, dass er nicht mehr auf seinem Nachts�bler sa� und fragte sich, was mit dem Tier geschehen war. Tyrande zog ihn vorsichtig auf ihr eigenes Reittier. Mit �berraschender St�rke richtete sie ihn vor sich auf, dann setzte sie die gro�e Raubkatze in Bewegung.</p><p>Malfurions Herz raste, als er vom R�cken des Nachts�blers auf die Katastrophe blickte, die sich um ihn herum abspielte. Hunderte Soldaten trotteten �ber das h�gelige Land, wurden weit im Hintergrund von D�monen verfolgt. Immer wieder stiegen Flammen zwischen den Streitm�chten auf, und hier und da h�rte man eine magische Explosion und laute Schreie. Er wusste nicht, ob sie von Nachtelfen oder D�monen stammten. Malfurion sah auch Lord Ravencrests pers�nliches Banner im Wind flattern. Den Adeligen selbst entdeckte er nicht.</p><p>Gesichter strichen an ihm vorbei, w�hrend der Nachts�bler ihn und Tyrande in Sicherheit brachte. Die Soldaten blickten nicht mehr siegessicher zum Horizont, sondern geschockt und ern�chtert. Sie hatten erkannt, dass sie ihren Kampf vielleicht verlieren w�rden.</p><p>Er musste bei dem Anblick gest�hnt haben, denn Tyrande beugte sich vor und fl�sterte: �Hab keine Angst, Malfurion. Ich werde mich um deine Wunden k�mmern, sobald wir Zeit daf�r haben.�</p><p>Der Druide drehte sich und betrachtete ihr Gesicht, das von ihrem Kriegshelm fast vollst�ndig verdeckt wurde. Der Rest war dreckverschmiert � und blutig. Doch Tyrande bewegte sich mit solcher Entschlossenheit, dass das Blut nicht von ihr stammen konnte. Ihm wurde klar, dass sie vermutlich n�her an der Front gewesen war als er. Dabei war sie ihm stets so sanft erschienen, selbst in eine R�stung geh�llt.</p><p>�Tyrande!�, stie� er schlie�lich hervor. �Die anderen?�</p><p>�Ich habe Broxigar, die Magier und deinen Bruder gesehen, ebenso den ernsthaften Captain Shadowsong, der sie wie ein Hirte bewacht.� Sie l�chelte bei dem Gedanken.</p><p>�Ravencrest?�</p><p>�Er ist immer noch Herr �ber Black Rook.�</p><p>Also hatten die st�rksten Teile der Streitmacht trotz sonst herber Verluste �berlebt. Allerdings hatten weder Ravencrest, noch die Zauberer die Katastrophe verhindern k�nnen.</p><p>�Tyrande-�</p><p>�Sei still, Malfurion. Es ist bemerkenswert, dass du �berhaupt sprechen kannst, nach allem, was dir zugesto�en ist.�</p><p>Er wusste, dass Archimonde ihn auf geistiger Ebene schwer getroffen hatte, aber er verstand nicht, wieso sie das wusste.</p><p>Die Priesterin schloss ihn in ihre Arme. Er genoss die Ber�hrung, aber nicht die Sorge, die er darin sp�rte.</p><p>�Elune muss dich wahrhaft besch�tzt haben! So viele in deiner N�he wurden zerrissen, sogar dein eigenes Reittier wurde bis zur Unkenntlichkeit verst�mmelt � aber du hast kaum einen Kratzer davongetragen.�</p><p>Zerrissen� sein Reittier verst�mmelt� was war in seiner Umgebung geschehen? Wieso hatte er das Massaker nicht bemerkt? Wie hatte er den magischen Angriff �berlebt? Der Gedanke an das Grauen, das sich unbemerkt von ihm abgespielt hatte, lie� ihn erschaudern.</p><p>Malfurion kannte die Antworten auf diese Fragen nicht, aber eines wusste er: Er hatte den Angriff eines Erzd�mons �berlebt. Auf der einen Seite konnte er f�r dieses Wunder dankbar sein, auf der anderen hatte Archimonde ihn jetzt zu seinem pers�nlichen Feind erkl�rt. Sie w�rden sich also Wiedersehen, so viel stand fest.</p><p>Und wenn dies geschah, w�rde der D�monenlord wohl daf�r sorgen, dass Malfurion nicht noch einmal fl�chten konnte.</p></section><section><title><p>7</p></title><p>Pero�tharn trat geb�ckt in sein Privatquartier. Endlich fand er ein wenig Zeit, um sich von seiner Arbeit am Portal zu erholen. Bevor Archimonde das Kommando �ber die D�monenarmee �bernahm, hatte er einen genauen Plan aufgestellt, nach dem das Portal schrittweise ge�ffnet werden sollte. Mannoroth hatte die hochwohlgeborenen Zauberer f�rmlich zur Arbeit gepr�gelt, aber Archimonde hatte erkannt, dass die Nachtelfen nicht lange genug �berleben w�rden, wenn er ihnen keine Zeit zum Essen und Schlafen lie�. Sie arbeiteten zwar auch jetzt noch sehr hart, aber durch die Pausen zeigten sich Erfolge, die es selbst unter Lord Xavius nicht gegeben hatte.</p><p>Als Pero�tharn an seinen ehemaligen Herrn dachte, blickte er instinktiv �ber die Schulter. Das Zimmer � eine kleine Kammer, in der nur ein Holzbett, ein Tisch und eine �llampe standen � war voller Schatten, die den Zauberer an das <emphasis>Ding</emphasis> erinnerten, das hinter dem ruhmreichen Archimonde aus dem Portal getreten war. Dass diese zweibeinige Bestie einmal Xavius gewesen war, verst�rte den Hochwohlgeborenen. Schon fr�her, als der Berater der K�nigin noch ein Nachtelf gewesen war, hatten sie alle in st�ndiger Furcht gelebt, aber jetzt verfolgte sein Anblick Pero�tharn sogar bis in die Tr�ume.</p><p>Der Nachtelf sch�ttelte den Gedanken ab und betrachtete angewidert das Bett. Er war eine weit bessere Schlafstatt gew�hnt. Er sehnte sich nach seiner Villa und seiner Gef�hrtin, die er seit Tagen nicht gesehen hatte. Mannoroth hatte es niemandem erlaubt, den Palast zu verlassen, und Archimonde hatte diese Anweisung nicht aufgehoben. Deshalb mussten die Zauberer dort schlafen, wo ein Bett frei war � in den meisten F�llen waren das Kammern, die fr�her von Wachoffizieren benutzt worden waren. Captain Varo�then hatte den Zauberern diese Quartiere zur Verf�gung gestellt, aber Pero�tharn h�tte schw�ren k�nnen, das er dabei schadenfroh gel�chelt hatte. Varo�then und seine Untergebenen waren an spartanische Unterk�nfte gew�hnt, und Pero�tharn glaubte, dass es ihnen gefiel, die Hochwohlgeborenen in der gleichen Situation zu sehen.</p><p>Doch all die Entbehrungen w�rden belohnt werden, wenn der Herrscher der Legion eintraf. Die Welt w�rde von den Unreinen ges�ubert werden. Nur die Hochwohlgeborenen, die perfektesten Diener Azsharas w�rden �brig bleiben. Pero�tharn und die anderen w�rden ein frisches, neues Land bewohnen und ein Paradies erschaffen, wie es die Welt noch nicht gesehen hatte.</p><p>Nat�rlich lag bis dahin ein weiter Weg vor ihnen. Die K�nigin hatte ihnen erkl�rt, dass die Brennende Legion zuerst alles vernichten musste. Die Welt musste neu erschaffen werden. Es wurde noch einiges von den Hochwohlgeborenen erwartet, aber ihre Belohnung w�rde all das wett machen.</p><p>Mit dem Seufzen eines M�rtyrers setzte sich Pero�tharn auf das harte Bett. Wenn sie das Paradies erschaffen hatten, w�rde er als erstes um eine bessere Schlafgelegenheit bitten.</p><p>Er hatte seinen Kopf noch nicht ganz auf das graue, kleine Kissen gelegt, als eine Stimme in sein Ohr fl�sterte.</p><p><emphasis>�So viele Opfer�so viele unverdiente Entbehrungen</emphasis>��</p><p>Pero�tharn setzte sich erschrocken auf. Er sah sich in der Kammer um, fand aber nichts au�er den schrecklich leeren W�nden und den sp�rlichen M�beln.</p><p>� <emphasis>Man zwingt dich, wie ein Bauer zu leben� man sollte dich bewundern, Pero�tharn</emphasis>.�</p><p>Ein Schatten l�ste sich aus der Wand, und der Hochwohlgeborene zog scharf den Atem ein. K�nstliche Augen starrten den �berraschten Zauberer an.</p><p>�Xavius��</p><p>Die Hufe des Satyrs klapperten leise auf dem Steinboden. �Unter diesem Namen habe ich einst gelebt�, murmelte er, nun lauter und zugleich etwas <emphasis>weltlicher</emphasis> klingend. �Das hat heute kaum noch Bedeutung f�r mich.�</p><p>�Was macht Ihr hier?�</p><p>Xavius kicherte. Es klang, als w�rde er wiehern. �Ich kenne deinen Ehrgeiz, Pero�tharn. Ich kenne deine Tr�ume und wei�, wie hart du f�r sie k�mpfst.�</p><p>Obwohl der Nachtelf dem Pferdefu�igen misstraute, f�hlte er sich geschmeichelt. Niemand sonst schien zu verstehen, wie viel er beitrug. Sogar Archimonde und die K�nigin untersch�tzten seine Leistung.</p><p>�Ich habe dich hart angetrieben, mein Freund, weil ich Gro�es von dir erwarte.�</p><p>Pero�tharn hatte das nicht gewusst, aber die sp�te Erkenntnis lie� Stolz in seiner Brust aufwallen. Lord Xavius war stets die Messlatte gewesen, an der die Hochwohlgeborenen ihre F�higkeiten beurteilten. Er war der unerreichte Meister seiner Kunst gewesen. Wer sonst w�rde seine eigenen Augen opfern, nur um die M�chte, die er beschwor, besser verstehen zu k�nnen. Der Berater hatte von anderen nie ein Opfer erwartet, zu dem er nicht selbst bereit gewesen w�re.</p><p>�Ich� ich f�hle mich geehrt.�</p><p>Der geh�rnte Satyr neigte den Kopf und grinste. Aus irgendeinem Grund �ngstigte dieses Grinsen Pero�tharn nicht so sehr wie vor diesem Gespr�ch.</p><p>�Nein� <emphasis>ich</emphasis> sollte mich geehrt f�hlen, mein guter Pero�tharn� und ich bin in der Hoffnung zu dir gekommen, eine noch gr��ere Ehre zu erfahren.�</p><p>�Ich verstehe nicht, was Ihr meint.�</p><p>�Ein wenig Wein?� Der Pferdefu�ige zauberte eine Flasche aus dem Nichts herbei und bot sie dem Nachtelf an. Pero�tharn �ffnete sie und roch vorsichtig daran. Das schwere Bouquet kitzelte seine Sinne. Es war Regenbogenblumenwein, sein Lieblingsgetr�nk.</p><p>Xavius beugte sich vor. �Aus ihrem eigenen Keller��, sagte er verschw�rerisch. �Aber dieses Geheimnis bleibt unter uns, nicht wahr?�</p><p>Im ersten Moment war der Magier schockiert, dass jemand es gewagt hatte, Azshara zu bestehlen, dann aber begeisterte ihn diese Dreistigkeit. Xavius hatte seine K�nigin hintergangen, um ihm, Pero�tharn, einen Gefallen zu erweisen. Azshara hatte Diener schon f�r geringere Vergehen hinrichten lassen.</p><p>�Captain Varo�then w�re entsetzt, wenn er davon w�sste�, sagte Pero�tharn.</p><p>�Er geh�rt nicht zu uns und hat deshalb keine Bedeutung.�</p><p>�Das stimmt.� Die Hochwohlgeborenen betrachteten den Captain und seine Soldaten als notwendiges �bel. Nat�rlich waren sie Diener der K�nigin, aber ihnen fehlte das adlige Blut und das extravagante Auftreten der anderen. F�r die meisten Hochwohlgeborenen waren sie nicht besser als die Nachtelfen, die einst au�erhalb der Palastmauern gelebt hatten. Doch diese Meinung verbargen sie stets, denn Captain Varo�then wusste, wie man Hochwohlgeborene unauff�llig verschwinden lie�.</p><p>�Trink�, dr�ngte Xavius und hielt die Flasche hoch.</p><p>Der Flaschenhals ber�hrte schon fast Pero�tharns Lippen, und er sah keinen Grund, noch l�nger zu z�gern. Er sp�rte, wie sich die sanfte Fl�ssigkeit auf seiner Zunge verteilte und in seine Kehle floss. Sein ganzer K�rper erschauderte, als er das seltene Getr�nk herunterschluckte.</p><p>�Eine l�ngst f�llige Belohnung�, sagte Xavius. �Eine von vielen.�</p><p>�Wundervoll.�</p><p>Der Pferdef��ige nickte. Je l�nger sich Pero�tharn mit Xavius unterhielt, desto weniger f�rchtete er ihn. Der ehemalige Berater erwies ihm den Respekt, den er schon so lange verdient hatte. Das war eine gro�e Ehre f�r den Nachtelf, denn Xavius war schlie�lich ein gesch�tzter Diener des gro�en Sargeras. Bedeutete er somit also dem Herrscher der Legion nicht mehr als alle Hochwohlgeborenen zusammen?</p><p>�Er beobachtet dich auch�, sagte der Satyr leise und verschw�rerisch.</p><p>�Er? Meint Ihr etwa � �</p><p>�Er beobachtet <emphasis>alle</emphasis>, auch aus gro�er Ferne.� Ein Zeigefinger richtete sich auf den Magier. �Aber einige beobachtet er intensiver als andere� in der Hoffnung, dass aus ihnen einmal Gro�es werden kann.�</p><p>Pero�tharn war sprachlos. Sargeras erwartete Gro�es von ihm? Er trank einen Schluck Wein, w�hrend seine Gedanken sich jagten. Wie die anderen ihn beneiden w�rden�</p><p>�Sargeras kennt keine Gnade gegen�ber seinen Feinden, doch zu seinen besten Dienern ist er gro�z�gig und mild.� Xavius f�hrte die Flasche wieder an Pero�tharns Lippen heran. �Er hat mich aus dem Jenseits zur�ckgeholt. Er holte mich zur�ck und schenkte mir nicht nur ein neues Leben, sondern auch einen ganz besonderen Platz an seiner Seite.�</p><p>Der Satyr richtete sich zu voller Gr��e auf und zeigte Pero�tharn seinen K�rper. Der Nachtelf verstand erst jetzt, dass diese Gestalt ein gro�z�giges Geschenk des Gottes war und betrachtete sie bewundernd. Xavius war wahrhaft in diesem neuen Leben zu etwas Gro�em aufgestiegen. Sein K�rper war breiter und beeindruckender. Xavius wirkte trotz der Hufe st�rker und agiler. Auch sein Verst�ndnis der magischen K�nste war gewachsen. Pero�tharn sp�rte die Macht, die von ihm ausging und empfand Eifersucht. Eine solche Macht hatte er auch verdient!</p><p>Der Wein hatte Pero�tharn wohl unvorsichtig werden lassen, denn Xavius wich pl�tzlich zur�ck, als habe man ihn geschlagen. Der Satyr verschmolz fast mit den Schatten. Pero�tharn umklammerte die Flasche, bef�rchtete, den gesegneten Diener des Gottes beleidigt zu haben.</p><p>Doch Xavius kehrte so schnell wieder zur�ck, wie er verschwunden war. Der Satyr stand �ber ihm und starrte Pero�tharn an. Der Magier konnte seinen Blick nicht abwenden.</p><p>�Nein��, fl�sterte Xavius halb zu sich selbst. �Es ist noch zu fr�h� aber er hat gesagt, ich solle diejenigen finden, die w�rdig sind� vielleicht k�nnte ich� ja� aber um so viel Verantwortung zu tragen, braucht man St�rke und Entschlossenheit� W�re es m�glich, dass du �ber diese Entschlossenheit verf�gst, Pero�tharn?�</p><p>Der Nachtelf sprang von seinem Bett auf und holte tief Luft. �Ich habe genau die St�rke und Entschlossenheit, die Ihr braucht! Ich w�rde alles tun, um von gr��erem Nutzen f�r Sargeras und meine K�nigin zu sein. Gebt mir die Chance zu beweisen, dass ich w�rdig bin. Ich flehe Euch an!�</p><p>�Du w�rdest einen gef�hrlichen Weg einschlagen, mein lieber Pero�tharn� aber du w�rdest dich �ber die anderen Hochwohlgeborenen erheben. Du w�rdest mir direkt unterstellt sein. Alle, die dich sehen, w�rden erkennen, dass du ein von Sargeras Gesegneter bist. Deine Macht w�rde um das Zehnfache wachsen. Alle w�rden dich beneiden, denn du w�rst der Erste!�</p><p>�Ja!�, schrie der Nachtelf. �Ich w�rde alles daf�r tun, Lord Xavius! Bitte wendet Euch nicht ab. Ich bin dieser Ehre w�rdig! Macht mir dieses Geschenk!�</p><p>Der Geh�rnte grinste, ein Anblick, der Pero�tharn keine Angst mehr einfl��te, sondern seine Hoffnung befl�gelte. �Ja, mein lieber Pero�tharn� ich glaube dir. Ich glaube, dass du gen�gend Entschlossenheit besitzt, um zu einem seiner Vertrauten zu werden, so wie ich es geworden bin.�</p><p>�Das stimmt.�</p><p>�Deine Welt wird sich ver�ndern� sie wird besser werden.�</p><p>Pero�tharn stellte die Flasche auf das Bett und kniete nieder. �Wenn ich hier und jetzt angenommen werden kann, dann bitte ich darum, dass dies geschieht. Bitte sagt mir, dass das m�glich ist.�</p><p>Das Grinsen wurde breiter. �O ja, es kann jetzt geschehen.�</p><p>�Dann bitte ich Euch, Xavius� mache mich zu Deinesgleichen. Segne mich im Namen des Gottes, damit ich ihm noch besser dienen kann. Ich bin dessen w�rdig!�</p><p>�Wie du w�nschst.� Xavius trat einen Schritt zur�ck. Er schien gr��er zu werden, bis er Pero�tharns Sichtfeld v�llig ausf�llte. Die rubinroten Schlieren in den Augen des Satyrs leuchteten auf.</p><p>Xavius hob seine Klauenh�nde.</p><p>Als der Zauber ihn traf, begann Pero�tharn zu schreien. Sein K�rper schien bis auf die Knochen aufgerissen zu werden. Die Schmerzen waren jenseits seiner Vorstellungskraft. Tr�nen schossen in seine Augen. Er konnte nicht mehr sprechen, deshalb bettelte er mit St�hnen um ein Ende der Qual. Das hatte er nicht gewollt.</p><p>�Nein�, antwortete der Satyr auf sein Flehen. �Wir m�ssen es beenden.�</p><p>Die Schreie wurden nach lauter, gellender. Die anderen Hochwohlgeborenen h�tten das, was sich dort auf dem Boden kr�mmte, kaum noch erkannt. Der K�rper mutierte ununterbrochen, wurde von Xavius� Magie langsam zu dem umgeformt, was Pero�tharn sich w�nschte. Aus Schreien wurde Schluchzen, doch der Satyr lie� sich nicht ablenken.</p><p>�Ja��, sagte Xavius. Seine unheiligen Augen leuchteten. �Entfessle den Schmerz. Entfessle die Wut. Niemand wird dich au�erhalb dieser Kammer h�ren. Du kannst so laut schreien, wie du willst� das habe ich auch getan.� Sein Grinsen wurde wild und bestialisch. �Und es ist doch nur ein winzig kleines Opfer zum Ruhme Sargeras�.�</p><p>Die Nachtelfen hatten geglaubt, die D�monen w�rden irgendwann rasten. Sie waren davon ausgegangen, dass sie sich in Suramar erst einmal sammeln und den Feind aufhalten w�rden. Und sie hatten sich auf eine sichere Unterkunft in der Festung Black Rook gefreut.</p><p>Alle drei Hoffnungen wurden entt�uscht. Rhonin und Krasus erkannten das lange vor Ravencrest und den anderen Nachtelfen. Sie wussten, dass Archimonde, der furchtbare Riese, f�r die Taktik der Legion verantwortlich war. Sargeras hatte ihm das Kommando nicht grundlos �berlassen.</p><p>�Er wird uns keine Ruhe g�nnen�, sprach der Drachenmagier aus, was beide dachten. Geistesabwesend ber�hrte er die Drachenschuppe auf seiner Brust. Seine Gedanken kreisten um Archimondes gnadenlose Aufholjagd.</p><p>�Er wird die D�monen eher in den Tod treiben, als uns entkommen lassen�, stimmte Rhonin zu. �Aber wir werden lange vor ihnen zusammenbrechen.�</p><p>Die Nachtelfen hatten vergeblich versucht, den Feind in Suramar aufzuhalten. Den Verteidigern in der Festung war nicht gen�gend Zeit geblieben, um sich auf den Einzug des Heers vorzubereiten. Black Rook Hold war gerade gro� genug, um die Bev�lkerung aus der Gegend aufzunehmen. Ravencrests riesige Streitmacht h�tte dort keinen Platz mehr gefunden. Auch die Hoffnung des Adligen, die Festung wenigstens sichern zu k�nnen, zerschlug sich. Sie hatten noch nicht einmal genug Zeit, um in die Festung einzuziehen. Die Soldaten hielten den Feind so lange auf, bis alle Zivilisten in die Festung geflohen waren. Mehr erreichten sie nicht. Sie konnten Black Rook nicht sichern, und Ravencrest war ehrenhaft genug, sich dort nicht zu verstecken, w�hrend die Brennende Legion alles um ihn her zerst�rte.</p><p>�Ich h�tte nicht gedacht, dass die Festung einmal so nutzlos sein w�rde�, knurrte er an Illidan gewandt. �Aber trotz aller Verluste ist unsere Streitmacht zu gro�. Au�erdem w�rden die D�monen alles um die Festung herum vernichten und uns dann aushungern.�</p><p>�K�nnen wir eine Belagerung nicht aussitzen?�</p><p>�Ja, gegen einen anderen Feind, der irgendwann m�de wird und sich zur�ckzieht, aber nicht gegen die D�monen. Sie w�rden einfach alles zerst�ren und auf das Unvermeidliche warten.�</p><p>Der b�rtige Nachtelf sch�ttelte den Kopf. �Unser Ende soll nicht so w�rdelos sein!�</p><p>Nach nur einem Tag �berlie�en sie Suramar dem Feind. Sie wussten, dass es bei ihrer R�ckkehr dort nichts mehr geben w�rde � sollte es ihnen doch noch gelingen, die Brennende Legion zu schlagen. Wo die D�monen auftauchten, hinterlie�en sie Ruinen. Als die letzten Geb�ude der Stadt am Horizont verschwanden, sahen die Verteidiger bereits die ersten B�ume fallen und die Mauern unter dem Ansturm der D�monen br�ckeln.</p><p>F�r die Vernichtung Suramars musste Archimonde einen erheblichen Teil der Legion abgezogen haben, doch die Streitmacht, von der die Nachtelfen verfolgt wurden, schien nicht kleiner geworden zu sein. Der lange R�ckzug hatte Ravencrest bisher nur einen einzigen Vorteil verschafft: Die Luftangriffe hatten abgenommen. Die Eredar warfen zwar noch immer ihre Zauber auf die Nachtelfen, aber die st�ndigen Angriffe hatten sie ausgezehrt. Die Luftangriffe der Teufelskreaturen waren ebenfalls zur�ckgegangen. Allerdings liefen sie immer noch vor den anderen D�monen her und griffen die Verteidiger bei jeder sich bietenden Gelegenheit an.</p><p>Aus Tag wurde Nacht und aus Nacht wurde Tag, aber Ravencrests Streitmacht kam nicht zur Ruhe. Einige Nachts�bler-Reiter lagen bereits schlafend auf ihren Tieren und zogen sich den Neid der Infanteristen zu. Die St�rkeren halfen den Schwachen. Doch schlimmer als die Ersch�pfung waren die st�ndlich l�nger werdenden Fl�chtlingskarawanen, die sich vor der Streitmacht bildeten. Den Zivilisten fehlte die Disziplin und die Kondition der Soldaten. Seit Generationen lebten sie friedlich auf ihrem Land. Auf eine Katastrophe waren sie nicht vorbereitet. Bereits nach kurzer Zeit prallten Soldaten und ersch�pfte Zivilisten aufeinander.</p><p>�Bewegt euch!�, rief Jarod Shadowsong einigen Bauern zu, die langsam vor ihm hertrotteten. �Ihr k�nnt hier nicht einfach stehen bleiben. Geht weiter!�</p><p>Krasus runzelte die Stirn. �Das wird noch schlimmer werden. Ravencrest wird die Disziplin seiner Soldaten nicht aufrecht erhalten k�nnen, wenn sie sich noch weiter unter die Fl�chtlinge mischen. Genau das beabsichtigt Archimonde.�</p><p>�Aber was k�nnen wir dagegen tun?� Dunkle Ringe hatten sich um Rhonins Augen gebildet. Er und die anderen hatten seit Beginn der Schlacht nicht mehr gerastet. Nur Brox wirkte immer noch erholt. Der Orc war in Kriegszeiten aufgewachsen und daran gew�hnt, tagelang ohne Schlaf auszukommen. Aber auch er sehnte sich nach ein paar Stunden der Ruhe.</p><p>Es war dann auch Brox, der Rhonins Frage beantwortete, allerdings nicht mit Worten. Dem Orc war aufgefallen, dass der Teil der Streitmacht, in dem er und seine Begleiter marschierten, von den Fl�chtlingen blockiert wurde. Also unternahm er etwas dagegen. Er dr�ngte sich an Jarod und der Leibwache vorbei, schrie die Fl�chtlinge an und begann, seine Axt �ber dem Kopf zu schwingen. Er bot einen so furchteinfl��enden Anblick, dass die Nachtelfen ihm sofort Platz machten.</p><p>�Nein�, knurrte er, �weiter nach vorne! Nicht zur�ck. Nur nach vorne. Helft anderen.�</p><p>Der Orc begann, die Fl�chtlinge vor sich herzutreiben wie K�he oder Schafe. Die Nachtelfen hatten solche Angst vor ihm, dass sie all seine Anordnungen befolgten.</p><p>Jarod folgte seinem Beispiel, verteilte seine Wachen und benutzte sie, um die Zivilisten anzuspornen. Nach kurzer Zeit hatten sie Ordnung hergestellt. Einige andere Offiziere bemerkten, was in diesem Teil der Streitmacht geschah und begannen, ebenfalls Befehle zu erteilen, bis eine lange Reihe entstand. Die Geschwindigkeit der Nachtelfen nahm zu.</p><p>Doch die Brennende Legion folgte ihnen immer noch. Krasus betrachtete einen Berg in einiger Entfernung, der ihm bekannt vorkam. Er sah Jarod an und fragte: �Captain Shadowsong, tr�gt dieser d�stere Berg einen Namen?�</p><p>�Ja, Meister Krasus. Das ist Mount Hyjal.�</p><p>�Mount Hyjal�� Der Magier spitzte die Lippen. �Hat man uns so weit zur�ckgetrieben?�</p><p>Rhonin bemerkte seinen Gesichtsausdruck. Leise, sodass nur Krasus ihn h�ren konnte, fragte er: �Erinnerst du dich an diesen Namen?�</p><p>�Ja� und was ich damit verbinde, bedeutet nichts Gutes f�r die Nachtelfen.�</p><p>Der Mensch schnaufte abf�llig. �Kann es noch schlimmer werden?�</p><p>Krasus� Miene verfinsterte sich. �Dieser R�ckzug darf nicht weitergehen. Die Streitmacht muss sich dem Feind stellen. Wenn wir uns hinter Mount Hyjal zur�ckziehen, ist alles verloren.�</p><p>�Erinnerst du dich an etwas?�</p><p>�Vielleicht denke ich auch nur logisch. Wie dem auch sei, ich bleibe dabei. Wir d�rfen nicht weiter als bis zu diesem Berg ziehen. Wenn wir uns dem Gegner nicht stellen, wei� ich nicht, wie die Nachtelfen einen Sieg erringen sollen � auch wenn die Geschichte behauptet, das sei geschehen.�</p><p>�Aber Lord Ravencrest tut bereits, was er kann, und die Soldaten sind am Rand der Ersch�pfung.�</p><p>�Trotzdem m�ssen wir mehr tun.� Der Drachenmagier streckte sich auf seinem Nachts�bler. �Ich frage mich, wo Malfurion ist. Seine F�higkeiten k�nnten wir jetzt gebrauchen.�</p><p>�Ich habe ihn zuletzt bei der Priesterin Tyrande gesehen. F�r einen Nachtelfen war er sehr blass. Er hat da drau�en gegen etwas gek�mpft, das ihn beinahe vernichtet h�tte.�</p><p>�Ja, ich glaube, es war Archimonde.�</p><p>�Dann w�re Malfurion jetzt tot.�</p><p>Krasus sch�ttelte den Kopf. �Nein� und deshalb w�nschte ich, er w�re hier. Aber mit oder ohne ihn m�ssen wir den Angriff wagen.�</p><p>�Den <emphasis>was</emphasis> wagen?!�</p><p>Rhonins ehemaliger Lehrer blickte in die Richtung der D�monen. �Du hast richtig verstanden, wir m�ssen in die Offensive gehen.�</p><empty-line/><p>Die M�chtigsten aller Drachen hatten sich in der Kammer der Aspekte versammelt. Alexstrasza und Neltharion hatten sie dort zusammengerufen. Die vier anwesenden Aspekte leiteten die Versammlung. Au�er ihnen hielten sich nur ihre Gef�hrten und die des abwesenden Nozdormu in der Kammer auf. Alle anderen Drachen hatten bereits etwas von sich gegeben, aber bei so m�chtigen Wesen, wie sie sich hier versammelt hatten, ben�tigte man ein etwas schwierigeres Ritual.</p><p>Die drei Gef�hrtinnen des Erdw�chters waren kaum hinter seiner massigen Gestalt zu sehen. Sie waren gr��er als Korialstrasz, wirkten neben dem schwarzen Drachen jedoch wie Zwerge. Alexstraszas j�ngster Gef�hrte betrachtete sie und bemerkte, dass sie Schatten des Erdw�chters zu sein schienen. Ihre Bewegungen hingen von Neltharions Worten und Taten ab. Den roten Drachen verst�rte das, aber au�er ihm schien niemand darauf zu achten.</p><p>Die Smaragddrachen, die Ysera halfen, waren hager und wirkten neben den anderen gefl�gelten Riesen wie Geister. Noch irritierender war, dass sie sich ebenso wie ihre Herrin nur mit geschlossenen Augen bewegten. Doch unter den Lidern sah man, dass sich ihre Augen st�ndig bewegten. Die Gr�nen existierten gleichzeitig auf der weltlichen Ebene und der des smaragdgr�nen Traums. Sie waren stumm und reglos, aber Korialstrasz sp�rte, dass sie die Situation mit ihren magischen Sinnen sehr konzentriert �berwachten.</p><p>Malygos und seine Gef�hrten boten einen interessanten Kontrast zu den Gr�nen. Sie bewegten sich ununterbrochen, stie�en einander an und sahen sich �berall um. Auf ihren blauwei�en Schuppen sah man fr�hliche magische Muster und winzige Details, die sie je nach Laune �nderten. Korialstrasz fand sie erfrischender als die Schwarzen und Gr�nen.</p><p>Die vier Gef�hrtinnen von Nozdormu wirkten beinahe so ernsthaft wie Ysera. Sie hatten die gleiche sandbraune Farbe wie der Monarch der Zeit, wirkten aber fester als ihr beinahe fl�ssiger Herr. Korialstrasz fragte sich, wo sich Nozdormu aufhielt, dass er dieses Ereignis vers�umte. Seine K�nigin hatte angedeutet, dass selbst die Gef�hrtinnen des Aspekts nicht genau wussten, was geschehen war.</p><p>Doch der Zeitlose war in seiner Essenz anwesend, und etwas anderes z�hlte nicht. Die �lteste Gef�hrtin hielt ein Stundenglas in den Tatzen, das aus goldenem Sonnenlicht zu bestehen schien. Der bronzefarbene Sand darin floss nicht etwa nach unten, sondern nach oben. Wenn sich die obere H�lfte gef�llt hatte, schwebten die K�rner nach unten und begannen erneut ihren Weg hinauf.</p><p>Der Sand war ein Teil Nozdormus, wurde aber getrennt aufbewahrt, f�r den Fall, dass sein Clan ihn dringend ben�tigte. Angeblich hatten alle Aspekte einen Teil ihrer Essenz abgespalten, schlie�lich waren sie mehr als gewaltige Reptilien. Sie repr�sentierten die gr��ten M�chte der Welt, das Fundament allen Lebens. Sie waren erschaffen worden von denen, die einst die Welt geformt hatten. Zwar waren sie an die Gesetze dieser Welt gebunden, aber sie standen so weit �ber den anderen Drachen, wie die Drachen �ber den niederen V�lkern standen.</p><p>Die meisten Clans hatten ihren Beitrag bereits geleistet. Nur noch zwei waren �brig. Korialstrasz war der Letzte.</p><p>Aus irgendeinem Grund f�hlte er sich nicht sonderlich geehrt.</p><p>Vor Korialstrasz musste jedoch die Essenz des Zeitlosen nach vorne gebracht werden. Saridormi, die erste Gef�hrtin des Aspekts, trug das Stundenglas vorsichtig zur Drachenseele.</p><p>Neltharions magische Scheibe schwebte mitten in der Kammer. Ihre einfache Form leuchtete Furcht einfl��end und zugleich majest�tisch. Die Drachen wurden in den Farben des Regenbogens angestrahlt, und es war wohl kein Zufall, dass der Farbton zu den einzelnen Clans passte.</p><p>�Ich trete vor euch f�r den, der ohne Ende ist, ihn, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sieht�, verk�ndete Saridormi. Sie hob das glitzernde Stundenglas �ber die leuchtende Scheibe. �In seinem Namen gebe ich dieser Waffe seine St�rke, seine Macht, sein Ich, auf dass wir uns den Feinden stellen k�nnen, die unser Reich bedrohen.�</p><p>Mit einem leichten Druck ihrer kr�ftigen Tatzen zerbrach sie das Stundenglas.</p><p>Der Sand, der die Essenz Nozdormus bildete, rieselte nicht zu Boden, wie Korialstrasz vermutet h�tte. Stattdessen schwebte er hinaus � wie ein lebendiges Wesen � und begann, sich �ber der Drachenseele zu drehen. Einzelne Bronzesprenkel fielen der Scheibe entgegen. Jedes Partikel schlug mit einem glei�end hellen Blitz auf, bevor es verschwand.</p><p>Als das letzte Sandkorn aufschlug, leuchtete die Kammer so hell auf, dass sich Korialstrasz geblendet abwenden musste. Als das Lieht nachlie� und er die Augen wieder �ffnete, bemerkte der rote Drache, dass sich alle anderen, sogar die Gr�nen, abgewandt hatten. Einzig Neltharion schien den ganzen Vorgang beobachtet, ja, sogar gierig aufgesogen zu haben.</p><p>�Mein Geliebter�, fl�sterte Alexstrasza.</p><p>Korialstrasz wusste nicht, woher das schlechte Gef�hl r�hrte, mit dem er vortrat. Am liebsten h�tte er der Drachenseele seine Essenz verweigert, doch seine K�nigin hatte jeden ihrer Gef�hrten darum gebeten. Er konnte nicht als Einziger ablehnen. Trotzdem betrachtete er den Talisman misstrauisch, so als tr�ge er nicht die Rettung der Welt in sich, sondern deren Vernichtung.</p><p><emphasis>Das ist dumm von mir</emphasis>, dachte er. <emphasis>Aus welchem Grund sollte der Erdw�chter etwas so Schreckliches planen?</emphasis></p><p>Die Drachenseele schwebte jetzt direkt vor ihm. Aus dieser N�he konnte Korialstrasz nichts Bemerkenswertes daran erkennen. Dabei enthielt sie eine Macht, nach der sich viele in der Vergangenheit bereits gesehnt hatten und nach der sich viele in der Zukunft noch sehen w�rden. In ihr befand sie die Essenz aller Drachen, der m�chtigsten Wesen dieser Welt.</p><p>�Sie wartet auf dich.�</p><p>Der rote Drache sah den Schwarzen an. Neltharion blinzelte nicht. Sein Atem kam sto�weise, wurde hektischer. Er schien mit jeder Sekunde, die Korialstrasz z�gerte, nerv�ser zu werden.</p><p><emphasis>Etwas stimmt hier nicht</emphasis>� dachte Alexstraszas Gef�hrte. Doch dann erinnerte er sich daran, dass sie, Malygos und Ysera freiwillig einen Teil ihrer selbst gegeben hatten. Malygos hatte sogar darauf bestanden, als Erster dieses Opfer zu bringen. Damit hatte er seinen Freund unterst�tzen wollen. Wenn der Meister der Magie Neltharion traute, hatte Korialstrasz dann �berhaupt das Recht zu zweifeln?</p><p>Der Gedanke lastete noch �ber ihm, als sich der Rote der Drachenseele �ffnete.</p><p>Die Scheibe leuchtete auf und tauchte ihn in helles Licht. Korialstrasz reckte seine Brust vor und zwang sich, all die magischen Schutzw�lle aufzul�sen, mit denen Drachen sich umgaben. Er sp�rte, wie die Drachenseele nach ihm griff, so wie sie auch nach den anderen gegriffen hatte. Seine gepanzerte Haut schien nur Illusion zu sein.</p><p>Sekunden sp�ter kehrte die m�chtige Drachenseele aus seiner Brust zur�ck. Sie zog etwas mit sich, ein sich windendes kleines Ding, das halb aus Licht und halb aus Materie zu bestehen schien. Es war von einer r�tlichen Aura umgeben. Als es sich von Korialstrasz trennte, sp�rte er einen Verlust, der ihn traurig stimmte.</p><p>Der Rote sah beunruhigt zu, wie die Drachenseele ihr Opfer an sich heranzog. Langsam kehrte das Licht in die Scheibe zur�ck.</p><p>Als die Substanz, die sie mitgenommen hatte, dem Licht folgte, stie� Korialstrasz die Luft aus. Er wollte die Hand ausstrecken und zur�ckholen, was ihm geh�rte, aber das ging nicht. Er h�tte alles zerst�rt und, schlimmer noch, seine geliebte Alexstrasza entehrt.</p><p>Und so sah Korialstrasz hilflos zu, wie die Drachenseele seine Essenz absorbierte und mit den anderen verband. Er sah hilflos zu, als Neltharion die Scheibe beinahe gierig aus der Luft riss und vor den Drachen emporhielt.</p><p>�Es ist vollbracht�, verk�ndete der Erdw�chter. �Alle haben gegeben, was zu geben war. Ich werde jetzt die Drachenseele versiegeln, damit ihr Inneres niemals verloren geht.�</p><p>Neltharion schloss die Augen. Eine d�stere schwarze Aura umgab seinen K�rper, l�ste sich und floss zu dem m�chtigen Talisman in seiner Tatze.</p><p>Die anderen Drachen sahen �berrascht auf. Einen kurzen Moment lang leuchtete die Drachenseele im tiefschwarzem Licht ihres Erschaffers.</p><p>�Soll dies so sein?�, fragte Ysera leise.</p><p>�Ja, damit sie so ist, wie sie sein soll�, antwortete Neltharion beinahe schnippisch.</p><p>�Es ist eine Waffe wie keine andere. Sie muss sein wie keine andere�, f�gte der weise Malygos hinzu.</p><p>Der Erdw�chter stimmte dem blauen Drachen nickend zu. Dann sah sich Neltharion in der Kammer um und wartete auf Fragen. Korialstrasz fielen einige ein, aber da seine K�nigin mit dem Verlauf der Ereignisse zufrieden zu sein schien, wagte er es nicht, sie zu stellen.</p><p>�Der letzte Zauber wird Zeit ben�tigen�, sagte der schwarze Drache. �Die Scheibe wird an einen Ort der Stille und der Zur�ckgezogenheit gebracht, wo der schwierige Zauber gewoben werden kann.�</p><p>�Wann?�, fragte Alexstrasza. �Es darf nicht zu lange dauern.�</p><p>�Sie wird fertig sein, wenn sie fertig sein muss.� Mit diesen Worten breitete Neltharion seine Fl�gel aus und stieg in die L�fte. Seine Gef�hrtinnen folgten ihm ungefragt, wie Marionetten, die mit dem Erdw�chter verbunden waren.</p><p>Die anderen Drachen sahen ihm nach, als er durch die scheinbar steinerne Wand der Kammer verschwand, und hoben ebenfalls ab. Alexstrasza blieb zur�ck, also tat Korialstrasz das Gleiche.</p><p>Sein Blick folgte den abfliegenden Drachen, w�hrend seine Gedanken um das kreisten, was sie heute vollbracht hatten. Eine furchtbare Macht steckte in der kleinen goldenen Scheibe. Neltharion hatte tats�chlich eine Waffe erschaffen, gegen die selbst endlose D�monenhorden nicht bestehen konnten.</p><p>Oder Drachen�</p></section><section><title><p>8</p></title><p>Malfurion tr�umte. Er tr�umte davon, mit Tyrande in einem wundersch�nen Baumhaus mitten in Suramar zu leben. Es war die sch�nste Zeit des Jahres, und alles bl�hte. �ppige Pflanzen bedeckten die Landschaft wie ein Teppich. Der riesige Baum sch�tzte sie mit seinen ausladenden �sten vor der Sonne, und Blumen in allen Farben und Formen wuchsen rund um seinen Stamm.</p><p>Tyrande, die ein wundersch�nes mehrfarbiges Kleid trug, spielte auf einer silbernen Leier, w�hrend ihre Kinder, ein Junge und ein M�dchen, lachend und kichernd um den Baum liefen. Malfurion sa� in der N�he des Fensters, atmete die frische Luft tief ein und genoss das Leben, das er sich aufgebaut hatte. Die Welt war friedlich, und seine Familie hatte nie etwas B�ses erfahren.</p><p>Pl�tzlich aber erzitterte der Baum. Malfurion hielt sich am Fensterrahmen fest und sah entsetzt, wie die H�user und T�rme Suramars zusammenbrachen. Menschen schrien, �berall brachen Feuer aus.</p><p>Er suchte nach seinen Kindern, aber sie waren nirgends zu entdecken. Tyrande sa� immer noch auf einem der �ste und spielte eine Melodie auf der Leier.</p><p>Malfurion lehnte sich weit aus dem Fenster. �Tyrande, komm rein! Beeil dich!�</p><p>Aber sie ignorierte ihn, war ganz in ihre Musik vertieft, obwohl um sie herum die Katastrophe tobte.</p><p>Das Baumhaus neigte sich pl�tzlich zur Seite. Malfurion versuchte seine Druidenkr�fte einzusetzen, um es wieder aufzurichten, aber nichts geschah. Der Baum � die gesamte Flora � f�hlte sich tot an.</p><p>Der Fall des Hauses weckte Tyrande endlich auf. Sie lie� die Leier fallen, schrie und griff nach Malfurion, aber die Entfernung war zu gro�. Malfurions Gef�hrtin verlor das Gleichgewicht und rutschte vom Ast�</p><p>Doch im gleichen Moment stieg eine schwarz gekleidete Gestalt empor und fing sie auf. Illidan l�chelte Tyrande selbstgef�llig an und nickte seinem Bruder freundlich zu. Doch er half Malfurion nicht, sondern flog mit seiner Beute davon.</p><p>�Illidan!�, schrie Malfurion, w�hrend er sich verzweifelt festhielt. �Komm zur�ck!�</p><p>Sein Bruder hielt an und schwebte in der Luft. Tyrande hing in seinen Armen. Dann drehte er sich um und begann zu lachen.</p><p>Gleichzeitig ver�nderte sich Illidan, wurde gr��er, schrecklicher. Seine Kleidung platzte auf, eine R�stung schimmerte darunter. Seine Haut wurde dunkler, ein neu entstandener Schwanz peitschte hin und her. In einer Klauenhand hielt er die Gef�hrtin des Druiden hoch �ber die Stadt und sch�ttelte sie wie eine Puppe.</p><p>Und Malfurion begriff voller Entsetzen, dass Archimonde Tyrande in seine Gewalt gebracht hatte.</p><p><emphasis>�Nein!!!</emphasis>�</p><p>Er richtete sich so abrupt auf, dass er beinahe von dem Nachts�bler gefallen w�re, auf dem er sa�. Schlanke, dennoch starke Finger hielten ihn fest und dr�ckten ihn an eine gepanzerte Brust. Der Druide dachte an Archimonde und wollte sich losrei�en.</p><p>�Ruhig, Malfurion. Sei vorsichtig.�</p><p>Tyrandes Stimme brachte ihn zur�ck in die Wirklichkeit. Er blickte auf und sah ihr besorgtes Gesicht. Sie hatte den Helm abgelegt, sodass er sie endlich wieder in ihrer ganzen Sch�nheit bewundern konnte.</p><p>�Ich habe getr�umt��, begann er, brach dann aber ab. Teile des Traumes waren so pers�nlich, dass er sie nicht mit ihr teilen wollte. �Ich habe getr�umt��, wiederholte er noch einmal entschuldigend.</p><p>�Ich wei�. Du hast im Schlaf geredet. Ich habe meinen Namen geh�rt� und den von Illidan.�</p><p>�Ja.� Er wagte es nicht, mehr zu sagen.</p><p>Die Priesterin ber�hrte seine Wange. �Das muss ein schrecklicher Traum gewesen sein. Aber wenigstens hattest du etwas Schlaf.�</p><p>Dem Druiden wurde pl�tzlich klar, wie nahe er ihr war. Er richtete sich auf, sah sich um und bemerkte zum ersten Mal, wie viele Nachtelfen sie umgaben. Die meisten waren verwirrte und immer noch unter Schock stehende Zivilisten. Nur wenige Nachtelfen hatten je so gelitten. Die Flucht hatte sie an den Rand ihrer Belastbarkeit gef�hrt.</p><p>�Wo sind wir?�</p><p>�In der N�he von Mount Hyjal.�</p><p>Er starrte entsetzt auf die Bergspitze. �So weit? Das ist unm�glich!�</p><p>�Leider nicht.�</p><p>Malfurion lie� den Kopf h�ngen. Also war sein Volk trotz aller Bem�hungen immer noch dem Untergang geweiht. Wenn die D�monen die Verteidiger bereits so weit zur�ckgetrieben hatten, gab es dann �berhaupt noch Hoffnung f�r die Nachtelfen?</p><p>�Elune wacht �ber uns�, fl�sterte Tyrande, die den Ausdruck seines Gesichts richtig deutete. �Ich bete um ihren Schutz. Sie wird uns helfen, da bin ich sicher.�</p><p>�Ich hoffe es. Wo sind die anderen?�</p><p>�Dein Bruder ist weiter hinten bei der Mondgarde.� Sie zeigte nach Norden. �Krasus und die anderen habe ich nicht gesehen.�</p><p>Mit Illidan wollte Malfurion nicht unbedingt sprechen. Nach seinem Zusammensto� mit Archimonde musste er die beiden Magier unbedingt finden. Sie mussten erfahren, dass der m�chtige D�mon die Brennende Legion pers�nlich anf�hrte. Sofern Krasus und die anderen �berhaupt noch lebten. Hatte Archimonde sie vielleicht l�ngst get�tet?</p><p>�Tyrande, ich muss die Fremden finden. Ich glaube, dass sie der Schl�ssel zum Sieg sind.�</p><p>�Zu Fu� wirst du das nicht schaffen. Du bist immer noch sehr schwach. Nimm meinen Nachts�bler.�</p><p>Es besch�mte ihn, dass sie ihr Reittier f�r seine vielleicht sinnlose Suche zur Verf�gung stellen wollte. �Tyrande, ich��</p><p>Aber sie sah ihn auf eine Weise an, die ihn �berraschte. Er las eine Entschlossenheit und �berzeugung in ihrem Blick, die er bislang nur bei den h�chsten Priesterinnen der Elune gesehen hatte. �Es ist wichtig, Malfurion. Das wei� ich.�</p><p>Sie stieg von der gro�en Katze und beendete damit die Diskussion. Tyrande nahm ihren Rucksack und ihre Waffen, dann sah sie zu dem Druiden auf. �Geh.�</p><p>Malfurion nickte dankbar, dann lenkte er den Nachts�bler durch die Fl�chtlingsstr�me. Er war entschlossen, Tyrande nicht zu entt�uschen. Wenn die anderen noch lebten, w�rde er sie finden.</p><p>Die Katze bahnte sich ihren Weg durch Zivilisten und Soldaten. Die vielen Fremden waren ihr unangenehm. Sie knurrte und zischte, biss jedoch nicht. Der Druide sah erleichtert, dass die Soldaten die Ordnung weitgehend aufrecht erhalten hatten. Die meisten Zivilisten wurden freundlich, aber bestimmt vorangetrieben und bewegten sich mit konstanter Geschwindigkeit. Die D�monen hatten zweifellos damit gerechnet, dass bei dem Zusammenprall der beiden unterschiedlichen Gruppen Chaos ausbrechen w�rde. Diese Gefahr war bisher abgewendet worden.</p><p>Doch die Streitmacht war durch die Fl�chtlinge so gro� geworden, dass es fast unm�glich war, zwischen ihnen selbst so einzigartige und unterschiedliche Gestalten wie einen Menschen, Krasus oder einen Orc zu finden. Malfurion lie� seinen Blick mehr als ein Dutzend Mal �ber die K�pfe der Nachtelfen gleiten, bevor er auf die Idee kam, seine Kr�fte einzusetzen.</p><p>Er weigerte sich noch immer, den smaragdfarbenen Traum zu betreten, aber es gab auch andere M�glichkeiten, um die Gesuchten aufzusp�ren. Er hielt den Nachts�bler an, schloss die Augen und konzentrierte sich auf seine Umgebung. Er ber�hrte die Gedanken der Nachts�bler, die er um sich herum wahrnahm und sprach mit ihnen so, wie er w�hrend seiner Lektionen mit den Tieren des Waldes gesprochen hatte. Malfurion ber�hrte sogar den Geist von Tyrandes Reittier, auf dem er sa�, um auch wirklich nichts auszulassen. Die Katzen, die ihre Reiter sehr gut kannten, w�rden den unbekannten Geruch der Fremden sicherlich bemerken.</p><p>Doch den ersten Tieren, die er ansprach, war nichts aufgefallen. Malfurion streckte seine Sinne aus, suchte nach Nachts�blern, die weiter entfernt waren. Manche Fl�chtlinge hatten ihre Haustiere mitgenommen; selbst sie fragte er. Je mehr Gesch�pfe ihm bei der Suche halfen, desto besser.</p><p>Schlie�lich antwortete einer der dunklen Panther. Die Antwort erfolgte nicht mittels Worten, sondern in Ger�chen und Bildern. Der Druide ben�tigte einen Moment, bis er sie verstand, aber schlie�lich begriff er, dass der Panther vor kurzem den Orc gesehen hatte. Brox war der Auff�lligste der drei Fremden, deshalb war es kein Wunder, dass der Nachts�bler ihn bemerkt hatte. Die Katze nahm den Krieger als Mischung aus schweren, herben D�ften wahr, die sie an ihre eigene verdr�ngte Wildheit erinnerten. Der Nachts�bler sp�rte eine Seelenverwandtschaft zwischen sich und Brox. In der Vorstellung des Tieres sah der Krieger sogar wie ein aufrecht gehender Nachts�bler aus. Ein Arm endete in einer gewaltigen Klaue. Das musste Brox� Axt sein.</p><p>Zu ermitteln, wann und wo die Katze Brox gesehen hatte, erwies sich als schwierig. Tiere nahmen Zeit und Entfernung anders wahr als Nachtelfen. Doch nach einigen Fehlversuchen fand der Druide schlie�lich heraus, dass der Panther den Orc ein oder zwei Stunden zuvor in der Mitte der gro�en Streitmacht bemerkt hatte.</p><p>Malfurion lenkte seinen Nachts�bler in diese Richtung und erkundigte sich weiterhin bei den anderen Katzen nach den Fremden. Nach und nach stie� er auf zahlreiche Sichtungen. Die Katzen hatten Brox, Rhonin und Krasus wahrgenommen. Der �ltere Magier war den Tieren besonders aufgefallen. Sie betrachteten ihn mit einem Respekt, den die Raubkatzen nur denen entgegenbrachten, die weit �ber ihnen standen. Allerdings f�rchteten sie Krasus nicht, wie sie ein anderes Raubtier gef�rchtet h�tten. Sie schienen zu verstehen, dass er weit mehr war. Malfurion fand heraus, dass sie sogar eher bereit gewesen w�ren, Krasus zu gehorchen, als den Reitern, die sie aufgezogen und ausgebildet hatten.</p><p>Malfurion merkte sich dieses weitere R�tsel um den fremden Zauberer und gab seiner Katze die Sporen. Der Weg war nicht einfach, denn sie bewegten sich gegen den Strom, aber dank Malfurions F�hrung bew�ltigte ihn der Nachts�bler, ohne jemanden zu verletzen.</p><p>Die Situation wurde unangenehmer, als er sich den Fremden n�herte. Aus der Ferne drang Schlachtenl�rm zu ihm her�ber. Rote und gr�ne Blitze erhellten den Horizont. Hier wirkten die Soldaten ersch�pfter und nerv�ser. Sie waren bis vor kurzem an der Front gewesen und hatten die D�monen aufgehalten. Ihre Narben und schrecklichen Wunden zeugten von der Wut, mit der die Brennende Legion �ber sie hergefallen war.</p><p>�Was machst du denn hier?�, fragte ein Offizier, dessen R�stung blutverschmiert war. Seine Augen tr�nten. �Alle Zivilisten geh�ren in den vorderen Teil der Linie. Verschwinde!�</p><p>Der Druide setzte zu einer Erkl�rung an, aber jemand hinter ihm rief bereits: �Er geh�rt hierher, Captain. Ein Blick in sein Gesicht sollte das deutlich machen.�</p><p>�Illidan?� Malfurion blickte �ber seine Schulter. Illidan ritt ihm entgegen. Er war unverletzt und grinste. Auf seinem langen Weg durch die Reihen hatte Malfurion niemand sonst grinsen sehen. Es wirkte so deplaziert, dass er f�rchtete, sein Bruder habe den Verstand verloren.</p><p>�Ich dachte, du seiest tot�, sagte der Magier und schlug Malfurion so kr�ftig auf die Schulter, dass dieser das Gesicht verzog. Dann wandte er sich an den Offizier. �Noch irgendwelche Fragen?�</p><p>�Nein, Meister Illidan.� Der Soldat salutierte eilig und ging weiter.</p><p>�Was ist passiert, Bruder?�, fragte der schwarz gekleidete Zauberer. �Jemand sagte, dein Reittier sei zerfetzt worden, du selbst seiest gefallen��</p><p>�Ich wurde gerettet� Tyrande hat mich in Sicherheit gebracht.� Noch w�hrend Malfurion ihren Namen aussprach, bereute er es bereits.</p><p>Sein Bruder grinste weiter, aber die Freundlichkeit verschwand aus seinem Gesicht. �Hat sie das? Ich bin froh, dass sie so nah bei dir war.�</p><p>�Illidan��</p><p>�Gut, dass du wieder hierher gekommen bist�, unterbrach ihn sein Bruder, als k�me ihm jede weitere Unterhaltung �ber die Priesterin ungelegen. �Der alte Zauberer will irgendwas organisieren. Er scheint der Meinung zu sein, dass du wichtig bist.�</p><p>�Krasus? Wo ist er?�</p><p>Das Grinsen des Bruders wirkte jetzt beinahe makaber. �Genau dort, wo du hin willst. An vorderster Front��</p><empty-line/><p>Der Wind heulte. Eine furchtbare Hitze dr�ckte die Nachtelfen nieder, die in der vordersten Verteidigungslinie standen. Ab und zu h�rte man einen Schrei aus den Reihen und das triumphierende Heulen eines D�mons.</p><p>�Wo ist Illidan?�, fragte Krasus, dessen langer Geduldsfaden allm�hlich zu rei�en drohte. �Die Mondgarde k�mpft nicht ohne ihn.�</p><p>�Er sagte, er w�rde gleich kommen�, antwortete Rhonin. �Er wollte zuerst noch mit Ravencrest sprechen.�</p><p>�Er wird ohnehin gefeiert werden, wenn wir gewinnen, und niemand wird ihm Vorw�rfe machen, wenn wir verlieren � denn in diesem Fall werden wir alle tot sein.�</p><p>Rhonin war der gleichen Meinung wie sein ehemaliger Mentor. Illidan wollte in erster Linie seinem G�nner gefallen. Illidan war das genaue Gegenteil seines Bruders. Er war wild, ehrgeizig und ging leichtsinnig mit dem Leben anderer um. Die beiden Magier hatten erfahren, dass zwei Mondgardisten, die sie um Hilfe bitten wollten, nicht mehr zur Verf�gung standen. Die D�monen hatten sie nicht get�tet. Sie waren einfach zu Tode ersch�pft, weil sie Illidan die ganze Zeit �ber mit ihrer Kraft versorgt hatten.</p><p>Aber obwohl er die anderen Nachtelfen leichtfertig ausnutzte, hatten sie sich ihm untergeordnet. Illidan konnte Zauber weben, zu denen sie selbst nicht in der Lage waren. Au�erdem wurde er von Lord Ravencrest unterst�tzt, und die Nachtelfen waren auch im Angesicht des Weltuntergangs sehr standesbewusst.</p><p>Rhonin richtete sich pl�tzlich auf. �Vorsicht!�</p><p>Ein Nebel, der wie ein gro�er Pilz aussah, schwebte �ber der Linie. Bevor die Zauberer reagieren konnten, ber�hrten seine R�nder die ersten Soldaten.</p><p>Die K�mpfer begannen zu schreien, als auf ihren Gesichtern pl�tzlich Dutzende roter Pusteln entstanden. Die Pusteln platzten nacheinander auf und wuchsen direkt nach, nur um erneut zu zerplatzen. Sie breiteten sich in Sekundenschnelle �ber alle ungesch�tzten K�rperteile der Betroffenen aus.</p><p><emphasis>�Jekar iryn!</emphasis>�, zischte Krasus und zeigte auf die Wolke.</p><p>Eine Kugel aus blauem Licht bohrte sich in den Nebel und vernichtete ihn so schnell, dass etliche vor der furchtbaren Seuche gerettet wurden. Doch f�r die bereits Befallenen kam jede Hilfe zu sp�t. Sie brachen zusammen. Ihre Gesichter erinnerten an ausbrechende Vulkane.</p><p>Rhonin blickte ersch�ttert auf die Toten. �Schrecklich��</p><p>�Wir k�nnen nicht mehr l�nger warten. Wenn die Mondgarde sich uns nicht anschlie�en will, m�ssen wir eben allein zuschlagen und hoffen, dass unsere Kr�fte reichen.�</p><p>Die Magier begannen sich vorzubereiten. Als Rhonin aufsah, bemerkte er jedoch zwei Reiter, die ihnen entgegen ritten. �Das ist Illidan � und Malfurion ist bei ihm!�</p><p>�Gepriesen seien die Aspekte.� Krasus drehte sich zu ihnen um. Als die beiden anhielten, sah er Illidan an. �Du kommst sp�t. Sammle die Mondgarde und halte dich bereit. Du musst meine Anweisungen genau befolgen.�</p><p>Von den meisten anderen h�tte sich Illidan einen solch barschen Befehlston nicht gefallen lassen, doch er respektierte die beiden Zauberer, vor allem Rhonin. Er blickte �ber Krasus� Schulter hinweg in Rhonins ernstes Gesicht und nickte, bevor er sich abwandte, um die Mondgarde zu sammeln.</p><p>�Was habt Ihr vor?�, fragte Malfurion, w�hrend er abstieg.</p><p>�Die D�monen m�ssen hier gestoppt werden�, antwortete Krasus. �Wir m�ssen unter allen Umst�nden verhindern, dass sie uns hinter den Mount Hyjal zur�ckdr�ngen. Und wir m�ssen sie angreifen.�</p><p>Der Druide nickte und sagte dann: �Archimonde ist dort drau�en. Ich bin ihm knapp entkommen.�</p><p>�Ich hatte bef�rchtet, dass er hier ist.� Krasus betrachtete den Nachtelf. �Und dass du die Begegnung mit ihm �berlebt hast, beweist mir, dass ich mit meiner Einsch�tzung �ber dich richtig lag.�</p><p>�Aber� was k�nnte ich denn tun?�</p><p>�Nat�rlich das, wozu du ausgebildet wurdest.�</p><p>Mit diesen Worten wandte sich Krasus wieder an Rhonin, der sich bereits auf den Angriff gegen die weit entfernten D�monen vorbereitet hatte. Der �ltere Magier und der junge Druide traten neben ihn.</p><p>Krasus sah den Menschen an. �Rhonin, wenn es um Magie geht, respektiert Illidan dich mehr als jeden anderen. Deshalb w�re es am besten, wenn du dich mit ihm verbindest.�</p><p>�Wie du w�nschst.� Der rothaarige Magier blinzelte. �Erledigt.�</p><p>Der Zauberer wandte sich dem Druiden zu. �Malfurion, stelle dir den m�chtigsten Zauber vor, den du kennst, aber sage mir blo� nicht, an was du denkst! Es ist mir egal, welche Methoden du einsetzt oder welchen Kontakt du mit den Wesen dieser Welt aufnimmst, solange du deinen Zauber erst auf mein Zeichen vollendest. Wir m�ssen uns gegen unsere Feinde abstimmen.�</p><p>�Ich� ich verstehe.�</p><p>�Gut. Dann wollen wir beginnen. Folge meinem Beispiel. Rhonin?�</p><p>�Ich bin bereit�, antwortete der j�ngere Zauberer. �Ich wei� genau, was ich tun werde.�</p><p>Krasus� Augen weiteten sich. �Ah, noch eine Sache. Malfurion, wechsle deine Ziele in unregelm��igen Abst�nden. Greife immer da an, wo du eine L�cke siehst. Verstanden?�</p><p>�Ich glaube schon.�</p><p>�M�gen die Kr�fte des Lichts uns beh�ten.�</p><p>Kaum hatte Krasus den Satz gesprochen, erstarrte er. Seine Augen blickten �ber die Kluft hinweg, die Nachtelfen und D�monen voneinander trennte.</p><p>Rhonin trat neben Malfurion. �Nutze alles, was du hast, halte nichts zur�ck. Es geht um alles oder nichts.�</p><p>�Sie n�hern sich dem Punkt�, sagte Krasus zu seinen Begleitern. �Wenn doch Archimonde in den ersten R�ngen�� Er brach ab.</p><p>Sie alle sp�rten die Horde. Das B�se durchzog die Luft wie F�ulnis. Sogar Krasus sch�ttelte sich, allerdings nicht aus Angst, sondern aus Ekel. �Rhonin, Jarod Shadowsong steht bereit. Ist die Mondgarde so weit?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Gleich�� Das blasse Gesicht verzog sich. Krasus� Augenlider flatterten. �Jetzt.�</p><p>Keiner der Magier wusste, was der andere plante, ganz so, wie Krasus es beabsichtigt hatte. Die Zauber sollten so zuf�llig wie m�glich erfolgen, um Archimonde und den anderen D�monen die Verteidigung zu erschweren. Sein Plan barg Risiken, die ebenso gro� � vielleicht sogar noch gr��er � wie seine Erfolgschancen waren, doch genau darauf verlie� sich der Drachenmagier.</p><p>Aus den Wolken fielen pl�tzlich glitzernde Eislanzen und rasten auf die feindliche Horde zu. Im Norden erbebte die Erde. D�monen wurden durch die Luft geworfen, als sich der Boden wellte. An einem anderen Punkt erschienen gewaltige schwarze V�gel aus dem Nichts und flogen auf die Luftunterst�tzung der Legion zu.</p><p>An der Front wurde der Feind von einem Zauber nach dem anderen getroffen. Einige konzentrierten sich auf bestimmte Bereiche, w�hrend andere �berall zuschlugen. Nicht zwei Zauber waren gleich. Einige schienen sich gegenseitig aufzuheben, sorgten aber trotzdem f�r schwere Verluste in der Horde.</p><p>D�monen wurden von Eislanzen aufgespie�t, von Feuerkugeln verbrannt oder in gl�hende Lava getaucht. Am Himmel wurden sie von unz�hligen Klauen zerfetzt oder st�rzten in den Tod, nachdem Sturmb�en sie gegeneinander getrieben hatten.</p><p>Die Eredar versuchten zu kontern, aber Krasus befahl: ��ndert die Richtung.�</p><p>Malfurion, Rhonin und � n�rdlich von ihnen � Illidan und die Mondgarde reagierten sofort. Krasus sp�rte, dass der drastische Wechsel die Hexenmeister verwirrte. Sie wussten nicht, wen sie zuerst angreifen sollten. Am Boden k�mpften die Teufelsw�chter erfolglos gegen einen Gegner, den ihre Waffen nicht aufspie�en oder zerst�ckeln konnten.</p><p>Der Vormarsch der Legion stockte.</p><p>�Sie bleiben stehen!�, rief Krasus. ��ndert die Richtung und erh�ht den Druck. Wir m�ssen Boden wettmachen.�</p><p>Wieder suchten sie sich neue Ziele aus. An einigen Orten wurde es ruhiger, aber die Legion konnte ihre Chancen nicht nutzen, da stets ein Zauberer bereitstand, um die L�cke zu f�llen. Die D�monen konnten weder vorw�rts marschieren, noch ihre Stellung halten.</p><p>�Sie weichen zur�ck!�, erkannte Malfurion.</p><p>�Lasst nicht nach!� Krasus biss die Z�hne zusammen. �Rhonin, ich sage dem Captain Bescheid.�</p><p>Der Druide sah den Menschen kurz an. �Was meint er damit?�</p><p>�Er hat Shadowsong davon �berzeugt, zu Lord Ravencrest zu reiten. Er wartet nur auf unser Signal.�</p><p>�Und dann?�</p><p>Die Antwort waren H�rner, die zum Angriff bliesen. Die Nachtelfen waren pl�tzlich voller Energie. Die ersterbende Hoffnung und die Lethargie waren verschwunden. Die Soldaten reagierten mit Eifer auf den Ruf der H�rner. Die Streitmacht setzte sich in Bewegung.</p><p>Die Zauberer folgten ihnen langsam und zu Fu�. Ihre Katzen waren dicht hinter ihnen, marschierten mit den Soldaten dem Feind entgegen.</p><p>Jetzt endlich begann der R�ckzug der Brennenden Legion.</p><p>Zuerst durchquerten die Nachtelfen die L�cke, die von den Zauberern und der Mondgarde gerissen worden war, um die Entfernung zur Legion zu vergr��ern. Dann kletterten sie �ber die ersten d�monischen Leichen. Sie fanden auch einige der ihren, die Stunden zuvor gefallen waren, aber je weiter sie vorr�ckten, desto mehr tote D�monen sahen sie. Die Brennende Legion war durch die unvorhersehbaren Angriffe der Magier so sehr geschw�cht worden, dass sie den Nachtelfen kaum Widerstand entgegen brachte.</p><p>Erneut bliesen die H�rner. Die Streitmacht begann �berraschend laut zu br�llen und verdoppelte ihr Tempo.</p><p>�Ravencrest muss sich an den Plan halten!�, bellte Krasus. �Er darf die Legion nicht so weit und nicht zu schnell verfolgen.�</p><p>Ein Pfeilregen peitschte den D�monen entgegen und t�tete Dutzende. Pantherreiter jagten durch die Reihen des Feindes und zerrissen ihre Beute.</p><p>Malfurions Herz schlug schneller. �Wir schaffen es!�</p><p>�Lass nicht nach!�, warnte der Magier.</p><p>Das taten sie auch nicht. Der Erfolg, den sie vor sich sahen, spornte sie an. Mit aller Macht unterst�tzten sie die Truppen. Sie waren zwar ersch�pft, wussten aber genau, dass sie an einem wichtigen Punkt angelangt waren. Der Mount Hyjal ragte immer noch hinter ihnen auf, war jedoch weiter entfernt als zu Beginn des Angriffs.</p><p>Eine positive �berraschung waren die Ges�nge, die pl�tzlich zwischen den Soldaten erklangen. Die Schwesternschaft der Elune, die in schimmernder R�stung einen wunderbaren Anblick bot, begann die K�mpfer zu unterst�tzen. Bei Tageslicht waren die Soldaten zwar nicht in Bestform, aber die rhythmischen Ges�nge der Priesterinnen glichen diesen Nachteil aus. Es war, als stiege der Mond �ber den Truppen auf und erf�lle sie mit seinem Licht.</p><p>Sie k�mpften um jeden Meter. D�monen fielen bei jedem Schritt. Krasus blickte in den bew�lkten Himmel und schrie: �Jetzt! Greift die Eredar an!�</p><p>Die Magier konzentrierten sich auf die fliegenden Hexenmeister. Donner grollte �ber den Himmel. Blitze zuckten in unterschiedlichsten Farben. Der Wind heulte.</p><p>Sie sahen das Ergebnis ihrer Angriffe zwar nicht, sp�rten es jedoch mit ihren magischen Sinnen. Die Eredar versuchten Ordnung in ihre Reihen zu bringen und sich gleichzeitig zu verteidigen. Die Anstrengung und die Gefahr schw�chte sie. Jeden Zauber, der einen der D�monen niederstreckte, sp�rten die Verteidiger als Schw�chung der b�sen Macht, der sie gegen�berstanden. Und je h�ufiger das passierte, desto h�rter griff Krasus� Gruppe die �berlebenden an.</p><p>Schlie�lich zogen sich die Hexenmeister zur�ck. Mit ihnen verschwand auch der Schild, der die D�monen am Boden bisher vor Magiern und Mondgarde halbwegs gesch�tzt hatte.</p><p>�Sie fl�chten�, fl�sterte Malfurion. Der Erfolg seiner Gruppe beeindruckte ihn.</p><p>�Sie sind zu wertvoll. Archimonde wei�, dass er nicht auf sie verzichten kann�, antwortete Krasus ernst. �Und wie er nicht auf sie verzichten kann! Der Krieg ist noch nicht vor�ber � aber diese Schlacht ist gewonnen.�</p><p>�Sollten wir sie nicht weiter verfolgen, bis wir sie durch das Portal zur�ck in ihre H�llendimension gejagt haben?�</p><p>Krasus lachte. Das war ein so seltener Anblick, dass sogar Rhonin �berrascht aufsah. �Du klingst wie dein Bruder, nicht wie du selbst, Malfurion. Die Euphorie des Augenblicks sollte dich nicht zu weit tragen. Diese Streitmacht w�rde die K�mpfe bis nach Zin-Azshari nicht �berstehen. Nur noch der eiserne Wille h�lt die Soldaten aufrecht.�</p><p>�Aber was war dann der Sinn der Schlacht?�</p><p>�Sieh dich doch um, junger Nachtelf. Dein Volk �berlebt. Vor einer Stunde noch sah es nicht danach aus.�</p><p>�Wird sich Ravencrest an deine Anweisungen halten?�, fragte Rhonin, w�hrend sein Blick nach dem Banner des Adligen Ausschau hielt.</p><p>�Ich glaube schon. Sieh nach Norden.�</p><p>Die Streitmacht r�ckte nicht mehr vor. Stattdessen begannen die Soldaten, das Land zu sichern, das sie erobert hatten. Berittene Offiziere winkten die K�mpfer zur�ck, die sich weiter vorwagten. Manche wirkten entt�uscht, die meisten schienen jedoch froh �ber die Pause zu sein, auch wenn sie sich nur stehend ausruhen konnten.</p><p>Innerhalb weniger Minuten kam die gesamte Front zum Stillstand. Die Nachtelfen r�umten die Leichen beiseite und begannen ihre Linien zu sichern. Ernste und entschlossene K�mpfer wurden als Wachposten aufgestellt. Sie wirkten, als k�nnten sie jeden zur�ckschlagen, der ihnen das Wunder, das sie gerade vollbracht hatten, streitig machen wollte.</p><p>Krasus atmete tief durch. �Er hat auf mich geh�rt. Gepriesen seien die Aspekte. Er hat auf mich geh�rt.�</p><p>In einiger Entfernung sahen sie die Umrisse der Horde. Die Brennende Legion hatte sich so weit zur�ckgezogen, dass die D�monen weder in Reichweite der Bogensch�tzen, noch in der der Zauberer und ihrer magischen K�nste waren.</p><p>�Wir haben es geschafft�, sagte Rhonin heiser. �Sie haben uns nicht bis zum Mount Hyjal zur�ckgetrieben.�</p><p>�Ja�, antwortete Krasus. Sein Blick ruhte nicht auf den D�monen, sondern auf den ersch�pften Verteidigern. �Ja, wir haben es geschafft, aber die schwierigste Aufgabe liegt noch immer vor uns.�</p></section><section><title><p>9</p></title><p>Mannoroth kniete mit gebeugtem R�cken und gefalteten Fl�geln vor dem schwarzen Portal. Der D�mon versuchte, sich so klein wie m�glich zu machen, denn er sprach mit Sargeras, der in keiner guten Stimmung zu sein schien.</p><p><emphasis>Der Weg steht mir noch nicht offen� Ich hatte mehr erwartet</emphasis>�</p><p>�Wir bem�hen uns�, antwortete Mannoroth, �aber die Aufgabe ist schwer. Es scheint, als str�ube sich die Welt selbst gegen Euer Kommen, Gro�m�chtiger.�</p><p><emphasis>Sie wird mir nicht widerstehen</emphasis>�</p><p>�N-nein, Gro�m�chtiger.�</p><p>Eine Weile herrschte Stille, dann sagte die Stimme in Mannoroths Kopf: <emphasis>Es gibt eine St�rung, etwas Seltsames. Es gibt welche, die nicht sein d�rften, aber sind, und solche, die das erwecken wollen, was nicht erweckt werden darf</emphasis>.</p><p>Der riesige D�mon wusste nicht, was das bedeuten sollte, dennoch entgegnete er: �Ja, Sargeras.�</p><p><emphasis>Sie sind der Schl�ssel Sie m�ssen gejagt werden</emphasis>.</p><p>�Archimonde ist im Feld, und der Hundemeister ist schon lange auf ihrer Spur. Die �belt�ter werden uns nicht entkommen.�</p><p>Der Riss in der Welt pulsierte und wand sich, als sei er lebendig. Mannoroth sp�rte, wie sehr sich der Herr der Legion danach sehnte, diesen reichen Ort hier zu betreten. Die Frustration, die von Sargeras ausging, �ngstigte selbst seinen abgestumpften Diener.</p><p><emphasis>Einer soll mir unverletzt gebracht werden. Damit ich in den Genuss komme, ihn langsam zu zerrei�en</emphasis>.</p><p>Ein Bild tauchte in Mannoroths Geist auf. Es zeigte eine niedere Kreatur, die zum gleichen Volk wie die Hochwohlgeborenen geh�rte. Dieses Wesen war jedoch j�nger und trug gedeckte gr�nbraune Kleidung. Die Vision, die Mannoroth hatte, zeigte ihm diesen Nachtelf im Inneren des Palasts. Er hielt sich in dem Raum auf, in dem das urspr�ngliche Portal entstanden war und von dem nur noch Ruinen �brig geblieben waren.</p><p><emphasis>Merke ihn dir gut</emphasis>.</p><p>�Das habe ich bereits, Gro�m�chtiger. Archimonde, Hakkar und ich suchen nach ihm. Einer von uns wird ihn fangen.�</p><p><emphasis>Lebend</emphasis>, befahl der Herr der Legion aus seiner Dimension. In Mannoroths Kopf wurde die Stimme leiser. <emphasis>Lebend, damit ich mich mit seiner Folter vergn�gen kann</emphasis>�</p><p>Sargeras verschwand, und Mannoroth sch�ttelte sich. Er wusste genau, welches Schicksal Malfurion bl�hte, wenn er in die Klauen des Gro�m�chtigen geriet.</p><empty-line/><p>Die zahlreichen Fl�chtlinge, die sich unter die Soldaten gemischt hatten, machten es beinahe unm�glich, die Streitmacht zu sammeln. Aber Lord Ravencrest tat, was er konnte. Er machte eine Aufstellung s�mtlicher Vorr�te, vor allem Nahrungsmittel und Wasser, und verteilte sie entsprechend. Einige hochrangige Fl�chtlinge beschwerten sich, weil sie nicht mehr bekamen als die anderen, aber ein Blick des b�rtigen Kommandanten gen�gte, um sie zum Schweigen zu bringen.</p><p>Tyrande und die Schwestern halfen den Soldaten und Zivilisten, wo sie konnten. Die Priesterin von Elune hatte ihren Helm abgelegt und sich einen Nachts�bler geborgt, mit dem sie von einer Person zur n�chsten ritt. Alle, ob jung oder alt, von hohem oder von niedrigem Stand, hie�en sie willkommen. Vielleicht lag es an den Umst�nden, dass jeder von ihnen zufrieden war, wenn sie mit ihm gesprochen hatte. Tyrande hielt das f�r keine besondere Gabe, vielmehr glaubte sie, dass ihr sanftes Auftreten im krassen Gegensatz zu all den Gr�ueln standen, die die Nachtelfen in letzter Zeit gesehen hatten.</p><p>Eine kleine Gestalt, die allein am Boden kauerte, zog die Aufmerksamkeit der Priesterin auf sich. Es war ein junges M�dchen, vielleicht zwei, drei Jahre j�nger als eine Novizin der Elune. Das M�dchen starrte d�ster und missmutig ins Nichts.</p><p>Tyrande ging neben ihm in die Knie und ber�hrte es an der Schulter. Das M�dchen fuhr erschrocken herum und starrte sie an, als w�re sie eine Bestie.</p><p>�Ganz ruhig��, sagte Tyrande sanft und reichte dem M�dchen einen Wasserschlauch. Nachdem es getrunken hatte, fragte sie: �Ich komme aus dem Tempel. Wie ist dein Name?�</p><p>Das Kind z�gerte einen Moment, dann sagte es: �Sh-Shandris Feathermoon.�</p><p>�Wo ist deine Familie?�</p><p>�Ich wei� es nicht.�</p><p>�Kommst du aus Suramar?� Die Priesterin hatte das Kind noch nie gesehen, trotzdem konnten sie aus der gleichen Stadt stammen.</p><p>�Nein� Ara-Hinam.�</p><p>Tyrande versuchte ihre Sorge zu verbergen. Shandris geh�rte zu den Fl�chtlingen, die von den D�monen verfolgt worden waren, bevor die Falle zuschnappte. Die Priesterin hatte von anderen �berlebenden erfahren, dass viele gestorben waren, bevor die Brennende Legion von ihnen abgelassen hatte. Vielleicht lebte die Familie des Kindes noch� vielleicht auch nicht.</p><p>�Wann hast du sie zuletzt gesehen?�</p><p>Shandris� Augen wurden gro�. �Ich war bei einer Freundin� als die Monster kamen. Ich wollte nach Hause laufen, aber jemand griff nach mir� sagte, ich m�sste in die andere Richtung rennen. Das habe ich gemacht.� Sie vergrub ihr Gesicht in den H�nden. Tr�nen rannen zwischen ihren Fingern hervor. �Ich h�tte nach Hause gehen sollen. Ich h�tte nach Hause gehen sollen.�</p><p>Diese tragische Geschichte war nicht das, was Tyrande zu h�ren erhofft hatte. Die Priesterin w�rde nat�rlich Nachforschungen �ber die Familie des Kindes anstellen, aber sie war schon jetzt fast sicher, dass au�er dem kleinen M�dchen kein Familienmitglied �berlebt hatte. Es war jetzt wohl ganz allein auf der Welt.</p><p>�Hat sich jemand seit der Flucht um dich gek�mmert?�</p><p>�Nein.�</p><p>Die Bewohner der kleinen Siedlung Ara-Hinam waren bereits zwei Tage auf der Flucht gewesen, bevor sie der Streitmacht begegneten. Es war bemerkenswert, dass Shandris so lange allein �berlebt hatte. Viele �ltere Nachtelfen hatten das nicht geschafft. Das Volk der Priesterin kannte solche Entbehrungen nicht. Nachtelfen waren zwar nicht schwach, hatten jedoch nie au�erhalb ihrer beh�teten Welt leben m�ssen � ein Umstand, der sich jetzt als fatal erwies. Tyrande dankte Elune, dass sie, Malfurion und Illidan anders aufgewachsen waren. Allerdings waren sie in der Minderheit.</p><p>Es gab viele, die in der gleichen schlimmen Lage wie Shandris waren, aber ihr Schicksal ber�hrte die Priesterin. Vielleicht lag es daran, dass das M�dchens ihr ein wenig �hnlich sah. Jedenfalls bat sie es, aufzustehen.</p><p>�Bitte steig auf den Nachts�bler da hinten. Du kommst mit mir.� Damit widersetzte sie sich zwar den Anordnungen, die sie erhalten hatte, doch das war ihr egal. Sie konnte nat�rlich nicht jeden retten, aber sie w�rde zumindest versuchen, Shandris zu retten.</p><p>Das Gesicht des M�dchens war angespannt, aber seine Blicke waren zum ersten Mal aufmerksam, als es auf die Katze kletterte. Tyrande ergriff die Z�gel des Nachts�blers und f�hrte ihn durch die Menge.</p><p>�Wohin gehen wir?�, fragte das M�dchen.</p><p>�Ich muss noch etwas erledigen. In der linken Satteltasche sind ein paar getrocknete Fr�chte.�</p><p>Shandris �ffnete eifrig die Tasche und w�hlte darin herum, bis sie die Fr�chte fand. Tyrande erw�hnte nicht, dass es sich um ihre eigene Ration handelte. Die Schwesternschaft bildete ihre Mitglieder so aus, dass sie auch mit geringen Nahrungsmengen lange auskamen. Es gab sogar vier rituelle Fastzeiten in jedem Jahr. So zeigten die Priesterinnen ihre Hingabe zur Mondg�ttin. In diesen Kriegszeiten zahlte sich das aus.</p><p>Tyrande setzte ihre Gespr�che bei den n�chsten Fl�chtlingen fort. Die meisten waren nur zu Tode ersch�pft, aber einige hatten auch Verletzungen davongetragen. Ihnen versuchte sie so gut wie m�glich zu helfen. Sie betete zu Mutter Mond, um Rat zu erhalten und St�rke zu finden. Zu ihrer Freude hatte die G�ttin an diesem Tag beschlossen, ihr nur Erfolge zu bescheren.</p><p>Doch dann stie� sie auf eine infizierte Wunde, die sie schockierte. Es war schwer zu sagen, ob sie durch einen Unfall oder einen Angriff entstanden war. Das Opfer, ein �lterer Mann, war bewusstlos und atmete schwer. Tyrande betrachtete den gr�nlichen Eiter und wunderte sich �ber die seltsamen Schnittwunden. Die Gef�hrtin des Opfers hatte ihr Haar mit den �berresten einer Diamantbrosche zusammengebunden. Sein Kopf lag in ihren Scho� gebettet.</p><p>�Wie ist das passiert?�, fragte Tyrande, die nicht wusste, ob sie noch etwas gegen die Infektion w�rde bewirken k�nnen. Etwas daran verst�rte sie.</p><p>�Es ist nicht passiert. Es wurde ihm angetan.�</p><p>�Ich verstehe nicht, was du meinst.�</p><p>Das Gesicht der �lteren Frau verh�rtete sich, als sie um ihre Fassung rang. �Dieses Ding� Er sagte, es habe wie ein Wolf oder Hund ausgesehen � aber ver�ndert wie aus einem schrecklichen Alptraum.�</p><p>Tyrande erschauderte. Sie wusste, dass die Frau von einer Teufelsbestie sprach. Mehr als einmal war Malfurion ihnen nur knapp entkommen. Sie gierten vor allem nach Magie und entzogen sie ihren Opfern. Zur�ck blieb nur eine ausgetrocknete H�lle.</p><p>�Und er hat den ganzen Weg von Ara-Hinam so zur�ckgelegt?� Die Priesterin fragte sich, wie jemand eine solch schreckliche Wunde so lange �berleben konnte.</p><p>�Nein, wir entkamen unverletzt.� Ihre Worte waren voller Bitterkeit. �Das hat man ihm vor zwei Tagen angetan, als wir abseits der Streitmacht nach Nahrung suchten.�</p><p>Zwei Tage? Da war der Fl�chtlingsstrom noch auf dem Weg zum Mount Hyjal gewesen. Aber keiner der D�monen hatte sich so weit vorne befunden, dessen war Tyrande �berzeugt.</p><p>�Bist du sicher, dass es nur zwei Tage her ist? Und dass es hier in der N�he geschah?�</p><p>�In dem Wald, der nun s�dlich von uns liegt. Ich schw�re es.�</p><p>Die Priesterin biss sich auf die Lippe. Die W�lder lagen hinter den Linien der Nachtelfen. Sie beugte sich �ber den Verletzten und sagte: �Ich will sehen, was ich tun kann.�</p><p>Sie zwang sich dazu, die Wunde zu ber�hren, um wenigstens zu verhindern, dass die Infektion sich ausbreitete. Hinter ihr atmete Shandris scharf ein. Das M�dchen machte sich berechtigte Sorgen um sie. Man wusste nie, was wirklich hinter einer Wunde steckte, die von einem D�mon verursacht worden war. Die Brennende Legion war auch in der Lage, Seuchen zu verbreiten.</p><p>Der Mond war nicht am Himmel zu sehen, doch das st�rte Tyrande nicht. Die Priesterinnen waren zwar st�rker, wenn der Mond sichtbar schien, doch f�r sie war er niemals weit entfernt. Ihre Verbindung zu Elune war so stark, dass Zeitpunkt oder Zyklus keine Rolle spielten.</p><p>�Mutter Mond, erh�re mein Flehen�, fl�sterte sie. �Erweise deiner Dienerin das Geschenk deiner k�hlenden und heilenden Kr�fte. F�hre meine H�nde zur Wurzel dieser Wunde und lass mich die Last aufnehmen, auf dass dieser Unschuldige gerettet werden kann.�</p><p>Tyrande begann leise zu summen. So konnte sie sich besser auf ihre Aufgabe konzentrieren. Die Wunden Broxigars, die sie geheilt hatte, waren eine Kleinigkeit gegen das, was sie jetzt zu heilen versuchte. Mit ganzer Macht k�mpfte sie darum, die Kontrolle zu behalten. Trotzdem f�hlte sie sich, als w�rde sie fallen.</p><p>Ohne jede Vorank�ndigung tauchte ein silbernes Licht an ihren Fingerspitzen auf. Die Gef�hrtin des Verletzten starrte mit geweiteten Augen darauf, w�hrend Shandris erneut einatmete. Tyrandes Hoffnungen stiegen. Elune ging auch dieses Mal auf ihre Gebete ein. Die G�ttin war an diesem Tag wahrhaft mit ihr.</p><p>Die Heilerin f�hrte ihre Finger �ber die Wunde und achtete vor allem auf die Bereiche, wo die Infektion am schlimmsten war. Tyrande verzog das Gesicht, als sie die vereiterten Stellen ber�hrte. Wie b�sartig mussten die D�monen sein, wenn ein einzelner Biss oder Kratzer schon solch schreckliche Konsequenzen hatte?</p><p>Dort, wo Tyrandes Finger die Wunde ber�hrte, ging die Infektion zur�ck. Die Pusteln trockneten aus und verschwanden. Der blutige Riss wurde schmaler, als w�rde er sich selbst langsam heilen.</p><p>Ermutigt durch diesen Erfolg betete Tyrande weiter zu Elune. Die Infektion schrumpfte, bis nur noch eine kleine ovale Stelle geblieben war. Daraus wurde eine frische Narbe, die weiter verheilte und beinahe verschwand.</p><p>Der Nachtelf st�hnte pl�tzlich, als erwache er aus einem tiefen Schlaf, aber Tyrande h�rte noch nicht auf. Sie war sich nicht sicher, ob das Verschwinden der �u�eren Symptome bedeutete, dass die Wunde auch im Inneren geheilt war. Die Infektion musste auch Gifte im Blut des Opfers hinterlassen haben.</p><p>Einige angespannte Sekunden sp�ter beruhigte sich der Herzschlag des Nachtelfen. Seine Augen �ffneten sich, und die Priesterin wusste, dass sie den Fluch des D�mons besiegt hatte. Sie lehnte sich zufrieden zur�ck und dankte Elune. Die G�ttin hatte ihr ein Wunder gew�hrt.</p><p>Die �ltere Nachtelfe beugte sich vor und ergriff Tyrandes Hand. �Ich danke dir, Schwester. Danke!�</p><p>�Ich bin nur ein Werkzeug von Mutter Mond. Ihr schuldet ihr Dank, nicht mir.�</p><p>Trotz dieser Worte bedankten sich der geheilte Nachtelf � sein Name war Karius � und seine Gef�hrtin �berschw�nglich f�r die heldenhafte Leistung der Priesterin. Tyrande wusste kaum, wie sie sich dem Dank entziehen sollte.</p><p>�Ihr k�nnt mir einen Gefallen erweisen, indem ihr mir genauer schildert, was geschehen ist�, sagte sie schlie�lich.</p><p>Karius nickte und begann alles zu erz�hlen, woran er sich noch erinnerte. Er und seine Gef�hrtin hatten w�hrend der Flucht begriffen, dass sie Nahrung ben�tigten. Doch in dem Chaos, das zu diesem Zeitpunkt herrschte, hatten sie niemanden gefunden, der gen�gend Vorr�te dabei hatte, um mit ihnen teilen zu k�nnen. Die meisten hatten nur das dabei, was sie hektisch hatten zusammenraffen k�nnen.</p><p>Karius hatte einen Wald entdeckt, in dem er sich frisches Wasser und Beeren erhoffte. Er lie� seine Gef�hrtin zur�ck und versprach ihr, dass er bald wieder da sein w�rde. Es war eine Verzweiflungstat, denn er ahnte, dass die anderen Nachtelfen den Wald schon l�ngst gepl�ndert hatten.</p><p>Karius ging tiefer in den Wald, als er es urspr�nglich vorgehabt hatte. Er begann sich Sorgen dar�ber zu machen, wie er seine Gef�hrtin wiederfinden sollte, obwohl sie ihm versprochen hatte, auch auszuharren, wenn seine Suche l�nger dauern sollte. Schlie�lich entdeckte Karius einen Busch voller reifer roter Beeren. Rasch f�llte er seine G�rteltasche damit und a� zwischendurch ein paar, um sich zu st�rken.</p><p>Er hatte gerade die Tasche geschlossen, als er im Wald etwas Gro�es h�rte. Zuerst dachte er an einen Tauren oder einen B�ren. Hastig machte er sich auf den R�ckweg. Immer wieder blickte er �ber die Schulter, um nicht �berrascht zu werden.</p><p>Und deshalb blickte er in die falsche Richtung, als die Bestie ihn frontal angriff.</p><p>Kanus hatte einst in der Festung Black Rook gedient, deshalb reagierte er trotz der Strapazen seiner langen Reise sehr schnell. Er warf sich zur Seite, als das Monster � eine Art D�monenhund, aus dessen R�cken Tentakel wuchsen � �ber ihn herfiel. Die Bestie traf nicht wie geplant seine Kehle, sondern krallte sich in sein Bein.</p><p>Irgendwie gelang es Karius, nicht zu schreien, obwohl jede Faser seines K�rpers danach verlangte. Stattdessen tastete der Nachtelf nach etwas, womit er sich verteidigen konnte. Seine Hand fand einen schweren, spitzen Stein. Er riss ihn aus dem Boden und schlug ihn mit aller Macht gegen die Nase des Unget�ms.</p><p>Er h�rte etwas bersten. Die Kreatur jaulte heiser und lie� sein Bein los. Karius glaubte nicht, dass er ihr noch entkommen w�rde, doch im gleichen Moment h�rte er von weiter entfernt ein scharfes Ger�usch.</p><p>Der schreckliche Hund reagierte sofort und �berraschend. Er winselte einen Moment lang, dann lief er der Quelle des Klangs entgegen. Karius folgte seinem �berlebensinstinkt und kroch in die entgegengesetzte Richtung. Er stoppte noch nicht einmal, um seine blutende Wunde zu verbinden. Der verletzte Nachtelf schleppte sich zur�ck zu seiner wartenden Gef�hrtin. Bei jedem Schritt erwartete er die R�ckkehr der Kreatur�</p><p>Tyrande lauschte der Geschichte mit wachsender Besorgnis. Karius hatte gro�es Gl�ck gehabt, die Begegnung mit der Teufelsbestie zu �berleben. Sie fragte sich jedoch, was diese Kreatur vor den feindlichen Linien gesucht hatte. Eine solche Bestie stellte kein Problem f�r Malfurion und die Zauberer dar� aber was war, wenn sie nicht allein war?</p><p>Dieser Gedanke f�hrte sie zu ihrer n�chsten Frage. �Du hast von einem Ger�usch gesprochen, das die Bestie weglockte? Was war das f�r ein Ton?�</p><p>Karius dachte einen Moment nach. �Es war ein scharfes, krachendes Ger�usch.�</p><p>�Wie Donner?�</p><p>�Nein, es erinnerte mich an den Knall einer Peitsche.�</p><p>Die Priesterin erhob sich. �Ich danke dir f�r deine Geduld. Bitte entschuldigt mich. Ich muss weiter.�</p><p>�Nein�, entgegnete die Nachtelfe, �wir sind es, die dir zu danken haben. Ich dachte bereits, er sei verloren.�</p><p>Tyrande hatte keine Zeit, sich mit ihnen zu streiten, wem sie Dank schuldeten. Sie gab beiden den Segen des Tempels, dann kehrte sie zu dem Nachts�bler zur�ck, auf dem Shandris sie aus geweiteten Augen ansah.</p><p>�Du hast ihn vollst�ndig geheilt. Ich � ich dachte, er w�rde sterben, bevor du anfingst.�</p><p>�Das dachte ich auch�, antwortete Tyrande und stieg hinter ihr auf das Reittier. �Mutter Mond war sehr gro�z�gig zu mir.�</p><p>�Ich habe noch nie gesehen, dass eine Priesterin eine so schreckliche Wunde heilte� und das Monster, das sie gerissen hat � �</p><p>�Leise, Shandris, ich muss nachdenken.� Die Priesterin lenkte den Nachts�bler in die Richtung, wo sie die Zauberer zuletzt gesehen hatte. Durch ihre Position erfuhr sie h�ufig Dinge, die selbst Lord Ravencrests Strategen verborgen blieben. Auch jetzt hatte sie wieder etwas geh�rt, das Malfurion und Krasus erfahren mussten.</p><p>Die Meuchelm�rder der Legion waren n�her als gehofft.</p><empty-line/><p>Die schwarzen Drachen kehrten im Schutz der Nacht in ihr gewaltiges Nest zur�ck. Neltharion hatte auf eine rasche R�ckkehr bestanden, denn es gab viel zu tun. Sein Plan war fast vollendet. Er konnte den baldigen Triumph f�rmlich sp�ren.</p><p>Ein kleinerer Drache, der auf einer Bergspitze sa�, neigte respektvoll den Kopf, aber der Erdw�chter ignorierte ihn. Seine Gedanken besch�ftigten sich mit anderen Dingen. Er landete vor der Haupth�hle seines Clans und wandte sich an seine Gef�hrtinnen, die hinter ihm aufsetzten. Tief aus dem Inneren der H�hle h�rte man das Br�llen anderer Drachen.</p><p>�Ich gehe nach unten und will nicht gest�rt werden.�</p><p>Die Gef�hrtinnen nickten. Einen solchen Befehl hatten sie schon oft erhalten. Sie fragten nicht, was der Aspekt dort unten beabsichtigte. Der gesamte schwarze Clan existierte einzig, um zu gehorchen. Jedes Wesen, das in dem Berg lebte, teilte den Wahnsinn, der Neltharion aber am st�rksten ergriffen hatte.</p><p>Der gro�e Schwarze ging durch G�nge, die fast zu schmal f�r ihn waren. Als er tiefer in den Berg vordrang, verebbte der L�rm der anderen Drachen. An seine Stelle trat ein neues, seltsames Ger�usch. Es klang, als w�rde ein Schmied mit einem Hammer Metall bearbeiten. Das H�mmern endete jedoch nicht irgendwann, sondern wurde im Gegenteil immer schneller. Neltharion grinste b�sartig und zufrieden. Ja, alles verlief nach Plan.</p><p>Doch der Drache n�herte sich nicht der Quelle des Klopfger�uschs. Stattdessen trat er in einen Seitengang und ging noch tiefer in den Berg hinein. Nach einiger Zeit war das H�mmern nicht mehr zu h�ren. Nur Neltharions schwerer Atem hallte noch durch die G�nge. Niemand au�er ihm durfte diese Bereiche betreten.</p><p>Schlie�lich erreichte der Erdw�chter die gewaltige Kammer, in der er seinen Zauber �ber die Eredar geworfen hatte. Als er eintrat, hob er �berrascht den Kopf, denn er sp�rte, dass er nicht allein war.</p><p>Die Stimmen in seinem Kopf hatten w�hrend seiner Begegnung mit den anderen Drachen nur gemurmelt, jetzt wurden sie lauter, erregter.</p><p><emphasis>Bald</emphasis>�</p><p><emphasis>Bald</emphasis>�</p><p><emphasis>Die Welt wird zurecht ger�ckt</emphasis>�</p><p><emphasis>Alle, die dich betrogen haben, werden auf ihren Platz verwiesen</emphasis>�</p><p><emphasis>Die Ordnung wird wieder hergestellt</emphasis>�</p><p><emphasis>Du wirst deine rechtm��ige Herrschaft antreten</emphasis>�</p><p>Immer und immer wieder lauschte der Erdw�chter den Stimmen. Seine Brust schwoll vor Stolz, und seine Augen leuchteten erwartungsvoll. Schon bald w�rde die Welt so sein, wie er sie sich w�nschte.</p><p>�Sie haben alle etwas von sich gegeben�, sagte er in den leeren Raum hinein. �Sogar der abwesende Nozdormu.�</p><p>Die Stimmen antworteten nicht, aber der Drache schien zu wissen, dass sie zufrieden waren. Er nickte, schloss die Augen und konzentrierte sich.</p><p>Auf seinen Befehl erschien die Drachenseele.</p><p>�Seht ihre Sch�nheit�, donnerte er, als sie vor seinen Augen schwebte. �Seht ihre Vollkommenheit und ihre Macht!�</p><p>Die goldene Aura, die seine Sch�pfung umgab, leuchtete so hell wie nie zuvor. Neltharion griff mit seinem Willen nach ihr, und die Drachenseele begann leicht zu vibrieren. Die Stalaktiten und Stalagmiten in der Kammer erzitterten, als seien sie lebendig geworden.</p><p>Die Vibrationen der Scheibe wurden mit jedem Atemzug des Erdw�chters st�rker. Jetzt erbebte bereits die ganze Kammer. Felsst�cke brachen aus der Decke. Einige gro�e Stalaktiten knirschten.</p><p>�Ja��, zischte der Drache erwartungsvoll. Neltharions Augen brannten voller Sehnsucht. �Ja��</p><p>Der gewaltige Berg erzitterte wie ein ausbrechender Vulkan. Die Decke begann auseinander zu brechen. Felsst�cke regneten herab und zerplatzten mit lautem Knall auf dem Steinboden. Einige prallten von der Haut des Drachen ab, doch das bemerkte er nicht.</p><p>Dann stiegen rauchartige Schemen aus der Scheibe auf. Es waren <emphasis>Schatten</emphasis>, die aus <emphasis>Licht</emphasis> zu bestehen schienen und ruhelos durch die Kammer wehten. Die meisten hatten Fl�gel. Ihre Umrisse erinnerten an Neltharion. Einige waren schwarz, einige br�unlich, andere blau oder rot. Sie schw�rmten um die Scheibe herum. Es wurden immer mehr.</p><p>Es gab auch andere Schemen, kleiner und grotesker. Sie leuchteten in einem kr�nklichen Gr�n, und viele trugen H�rner und hatten tiefe L�cher anstelle von Augen. Nur wenige sahen so aus, aber sie hatten eine solch b�sartige Ausstrahlung, dass sie sofort zwischen den anderen Geistern auffielen.</p><p>Sie stellten die Essenz all deren dar, die sich freiwillig oder unfreiwillig an der Sch�pfung der Drachenseele beteiligt hatten. Sie waren an die Scheibe gebunden. Gemeinsam bildeten sie eine Macht, die selbst ein Aspekt wie Neltharion nicht brechen konnte. Ihre Anwesenheit allein reichte aus, um den Berg wie bei einem Erdbeben zu ersch�ttern.</p><p>Einer der gewaltigen Stalaktiten l�ste sich pl�tzlich. Der Erdw�chter bemerkte die Gefahr erst, als es bereits zu sp�t war.</p><p>Ein Stalaktit von dieser Gr��e konnte sogar den schwarzen Drachen verletzen. Er traf Neltharion an der linken Seite des Kiefers und riss das harte Fleisch auf. Eine Drachenschuppe zerbrach. Ein Splitter davon traf die Drachenseele in der Mitte.</p><p>Neltharion schrie entsetzt auf, nicht wegen seiner Verletzung, sondern aus Sorge um seine Sch�pfung.</p><p>Die Schuppe riss die Scheibe auf und besch�digte ihre Vollkommenheit. Die Schemen �ber und unter ihr gerieten au�er Kontrolle.</p><p>Der Drache handelte sofort und unterbrach seinen Zauber. Die geisterhaften Schemen sanken zur�ck in die Scheibe, allerdings langsamer und z�gerlicher, als es ihm gefiel. Als sie verschwunden waren, endeten die Erdst��e. Nur der langsam niedersinkende Staub blieb als Zeuge des Ereignisses zur�ck.</p><p>Neltharion griff nach der Drachenseele und betrachtete sie eindringlich. Der Riss war nicht so tief wie bef�rchtet. Trotzdem zitterte der Aspekt vor Wut und Trauer. Er h�tte niemals geglaubt, dass ausgerechnet er zu einer Gefahr f�r die Scheibe werden w�rde.</p><p>�Du wirst geheilt werden�, fl�sterte er und wiegte die Scheibe in seiner Tatze wie eine Mutter das Kind. �Du wirst wieder vollkommen sein��</p><p>Er umklammerte die Scheibe und verlie� hastig die Kammer. Dabei strahlte er eine Tr�bsinnigkeit aus, die selbst seine Gef�hrtinnen ersch�ttert h�tte. Der Atem des Erdw�chters ging schwer. Er bef�rchtete, dass all seine M�hen umsonst gewesen waren.</p><p>Der Drache kehrte jedoch nicht in die H�hlen des Clans zur�ck, sondern bog in einige andere Tunnel ein. Das H�mmern wurde lauter. Neltharion schob seinen massigen K�rper durch enge Korridore, bis das st�ndige H�mmern als das Ger�usch schwerer Arbeit erkennbar wurde. Seltsam helle Stimmen unterhielten sich zwitschernd, aber ihre Worte blieben durch den L�rm unverst�ndlich.</p><p>Neltharion betrat die neue Kammer. Der Feuerschein zwang ihn, seine Augen abzuwenden, bis sie sich an das Licht gew�hnt hatten. Als es so weit war, sah er Dutzende kleiner, gelenkiger Goblins, die unerm�dlich Metall formten. �berall standen riesige �fen, die mit der Lava, die hier aus dem Berg aufstieg, beheizt wurden. Ein halbes Dutzend gr�nh�utige Goblins m�hten sich mit der Fassung eines Rundschildes ab, der f�r einen Riesen gemacht zu sein schien. Das Metall darin leuchtete gelblich. Die Goblins drehten die Fassung rasch um und lie�en den Inhalt in ein Wasserbad gleiten. Dampf stieg laut zischend auf und verbr�hte beinahe einen der langsameren Arbeiter.</p><p>Andere Goblins h�mmerten auf Metallst�cke ein. Einige, die Kittel trugen, gingen zwischen ihnen umher und achteten darauf, dass jeder seine Aufgabe sorgf�ltig verrichtete.</p><p>Neltharion sah sich in der Kammer um, fand jedoch nicht die Person, nach der er suchte. �Meklo! Meklo!�, br�llte er. �Zu mir!�</p><p>Der Ruf des Leviathans �bert�nte alle anderen Ger�usche. �berrascht unterbrachen die Goblins ihre Arbeit. Zwei h�tten vor Schreck beinahe Lava auf einen dritten gesch�ttet.</p><p>�An die Arbeit!�, schimpfte eine hohe Stimme. �Wollt ihr denn alles ruinieren?�</p><p>Die Arbeiter gehorchten sofort. Ein �lterer d�rrer Goblin, auf dessen kahlem Sch�del nur ein Flecken grauen Fells wuchs, kletterte von einem Ger�st herab und ging auf den ungeduldigen Drachen zu. Den ganzen Weg �ber sprach der Goblin-H�uptling leise mit sich selbst, aber in seinen Worten lag kein �rger gegen�ber seinem Herrn. Er schien nur Berechnungen anzustellen.</p><p>�Dichte von acht Zoll bei einer Oberfl�che von hundertzwanzig Quadratfu�, also noch rund zweiundvierzig Pfund f�r die Mischung und � �</p><p>Sein Fu� stie� gegen einen Zeh der Drachentatze. Der Goblin sah auf und schien �berrascht zu sein, den Drachen hier zu sehen. �Mylord Neltharion?�</p><p>�Meklo, sieh dir das an!�</p><p>Der Erdw�chter streckte seine Tatze aus, sodass der Goblin die Scheibe betrachten konnte. Meklo kniff die Augen zusammen und neigte den Kopf.</p><p>�Was f�r eine kunstvolle Arbeit hier besch�digt wurde. Sie war vollkommen!�</p><p>�Eine meiner Schuppen ist darauf gefallen, Goblin. Erkl�r mir, wieso dies etwas eigentlich Unzerst�rbarem schaden konnte.�</p><p>�Da ist auch Blut, wie ich sehe.� Meklo sah auf und betrachtete einen Moment lang Neltharions Verletzung. Dann neigte er erneut das Haupt. �So ergibt das nat�rlich Sinn. Mylord Neltharion, Ihr wart unmittelbar an der Sch�pfung dieser Scheibe beteiligt, nicht wahr?�</p><p>�Du warst dabei, Goblin. Du wei�t, dass es so ist!�</p><p>�Ja. Ihr habt die Matrix f�r ihre Konstruktion erschaffen.� Der Goblin-H�uptling dachte einen Moment l�nger nach, dann fragte er: �Haben die anderen ihre Essenz geopfert? Sind sie mit der Matrix der Scheibe verbunden?�</p><p>�Nat�rlich.�</p><p>�Aha, aber Ihr seid es nicht. Ihr habt die Matrix der Drachenseele erschaffen, sie aus Eurem Blut und Eurer Macht entstehen lassen� aber Ihr seid der einzige Drache, der nicht unmittelbar mit ihr verbunden ist.�</p><p>Der Goblin grinste und zeigte spitze gelbe Z�hne. �Daher seid Ihr ihre einzige Schw�che, Mylord. Die Schuppe, Euer Blut� jeder Teil von Euch hat die F�higkeit, die Drachenseele zu zerst�ren. Ihr k�nntet sie problemlos zerquetschen.�</p><p>Meklo machte eine entsprechende Geste mit Daumen und Zeigefinger.</p><p>Der Blick des Erdw�chters �ngstigte selbst den Goblin. �So etwas w�rde ich nie tun.�</p><p>�Nat�rlich nicht, nat�rlich nicht�, best�tigte Meklo hastig. �Und das hei�t, dass nichts die Scheibe zerst�ren kann, richtig?�</p><p>Die Wut, die in dem Drachen aufgestiegen war, verrauchte. Neltharion bleckte seine Z�hne, die gr��er als der Goblin waren. �Ja, nichts vermag das. Meine Drachenseele ist unverwundbar.�</p><p>�Solange <emphasis>Ihr</emphasis> nicht der Grund f�r ihre Zerst�rung seid�, wagte der Goblin einzuwerfen.</p><p>�Was niemals geschehen wird!� Neltharion betrachtete den Riss in der Drachenseele. �Aber dies muss bereinigt werden. Die Scheibe muss wieder vollkommen werden.�</p><p>�Dazu ben�tige ich das Gleiche wie letztes Mal.�</p><p>Der Drache schnaufte. �Du wirst so viel Blut von mir bekommen, wie du ben�tigst. Sie muss wieder vollkommen werden!�</p><p>�Nat�rlich, nat�rlich.� Meklo blickte zu den anderen Goblins. �Dadurch wird sich die Vollendung Eurer anderen Pl�ne verz�gern. Denn auch daf�r brauchen wir Eure Magie und Euer Blut.�</p><p>�Alles andere kann warten, nur die Scheibe nicht.�</p><p>�Dann werden wir sofort beginnen, Mylord. Erlaubt mir nur einen Moment, um die anderen Arbeiten zu unterbrechen. Dann k�nnen meine Assistenten und ich anfangen.�</p><p>Als sich der Goblin zur�ckzog, atmete Neltharion leichter. Seine Sch�pfung w�rde geheilt werden. Wie er w�rde auch sie vollkommen sein.</p><p>Und gemeinsam w�rden sie �ber alle anderen herrschen�</p></section><section><title><p>10</p></title><p>�Das ist unertr�glich�, sagte Lord Stareye, w�hrend er ein wenig Schnupfpulver aus einem Beutel nahm und es durch ein Nasenloch schniefte. �Wir haben uns die Gelegenheit durch die Lappen gehen lassen, Kur�talus.�</p><p>�Vielleicht, Destel. Vielleicht auch nicht. Aber wir m�ssen uns damit abfinden, dass es nun einmal geschehen ist.�</p><p>Die beiden Adligen standen mit einigen anderen aristokratischen Offizieren in Lord Ravencrests Zelt und sprachen �ber die n�chste Vorgehensweise. Desdel Stareye war der Meinung, Krasus habe die Streitmacht voreilig gestoppt; schlie�lich war der Feind ja vor den Nachtelfen geflohen. Stareye war �berzeugt, dass die Soldaten den Feind bis Suramar h�tten treiben k�nnen � eine Ansicht, die er mehrfach dargelegt hatte, vor allem, seit Krasus und die anderen der Gruppe beigetreten waren.</p><p>�Die Soldaten haben mutig gek�mpft�, antwortete der Magier h�flich, �aber sie sind aus Fleisch und Blut und daher ersch�pft. Sie brauchen diese Pause.�</p><p>�Und was zu essen�, grunzte Brox, der die Zauberer begleitete. Bei den Nachtelfen war der Orc zwar nicht gern gesehen, aber da Ravencrest ihn nicht aus seinem Zeit geworfen hatte, schwiegen sie. Sogar Stareye �u�erte sich nicht abf�llig �ber seine Gegenwart.</p><p>�Ja, das stimmt�, sagte der Herr von Black Rook Hold. �Die Soldaten und die Fl�chtlinge m�ssen essen und schlafen. Damit ist das Thema erledigt. Wenden wir uns also der Zukunft zu.�</p><p>�Zin-Azshari ist die Zukunft�, meldete sich Stareye prompt zu Wort. �Wir m�ssen K�nigin Azshara retten.�</p><p>Die anderen Adligen stimmten zu. Krasus verzog das Gesicht, schwieg jedoch. Er und seine Begleiter hatten vor ihrem Besuch im Zelt �ber das Problem gesprochen. Sie waren zu der �berzeugung gelangt, dass die Nachtelfen sich an dem Glauben, die K�nigin sei eine Gefangene der D�monen, regelrecht aufrecht hielten. Da aber Zin-Azshari auch der Ort war, an dem die Brennende Legion nach Kalimdor einfiel, schien nichts gegen dieses Ziel zu sprechen. Die Hauptstadt musste eingenommen werden, ganz gleich, aus welchem Grund.</p><p>Krasus bezweifelte jedoch, dass Malfurions Volk dazu allein in der Lage sein w�rde.</p><p>Er ignorierte die H�flichkeitsregeln, stand auf und sagte: �Mylord Ravencrest, ich muss mich noch einmal zu einem Thema �u�ern, das Ihr nicht besprechen wollt, das aber doch besprochen werden muss.�</p><p>Ravencrest nahm einen Weinkelch entgegen, den Lord Stareye gef�llt hatte. Selbst inmitten einer solch gro�en Krise achteten die Nachtelfen noch auf ihre Hierarchie. �Du redest von einem Gespr�ch mit Zwergen und �hnlichem.�</p><p>Neben ihm verdrehte Stareye die Augen. Auch die anderen Adligen schnitten �hnliche Grimassen.</p><p>Der Magier ahnte, dass seine Bitte auch dieses Mal kein Geh�r finden w�rde, blieb aber hartn�ckig. �Die Zwerge, die Tauren und die anderen V�lker k�mpfen in diesem Moment selbst gegen die Brennende Legion. Solange wir ein jeder f�r sich k�mpfen, haben wir keine gro�en Siegeschancen, aber <emphasis>gemeinsam</emphasis> k�nnten wir Zin-Azshari ohne gro�e Verluste einnehmen.�</p><p>�Tauren in Zin-Azshari?�, stie� ein Adliger hervor. �Wie barbarisch!�</p><p>�Gefallen ihnen D�monen dort besser?�, murmelte Rhonin an Malfurion gewandt.</p><p>�Du verstehst das nicht�, antwortete der Druide resignierend.</p><p>�Stimmt.�</p><p>Der b�rtige Kommandant trank seinen Wein und reichte Lord Stareye den leeren Kelch. Dann sah er den Magier an, als gelte sein Blick einem respektierten, aber fehlgeleiteten Alten. �Meister Krasus, dein Rat hat uns w�hrend dieses Unternehmens sehr geholfen. Dein magisches Wissen ist gr��er als das unserer Zauberer, und wenn es um dieses Wissen geht, werde ich mich gerne wieder an dich wenden.� Sein Gesichtsausdruck wurde d�sterer. �Allerdings geht es hier um andere Dinge, daher muss ich dich daran erinnern, dass du keiner der unsrigen bist. Du verstehst die grundlegenden Tatsachen nicht. Selbst wenn ich so verr�ckt w�re, die Zwerge und die Tauren zu Hilfe zu rufen, w�rden sie nicht kommen. Sie misstrauen uns so sehr, wie sie einander misstrauen. Und selbst wenn sie es t�ten, w�rden unsere Soldaten nicht an ihrer Seite k�mpfen.�</p><p>�Die Zwerge w�rden uns wahrscheinlich in den R�cken fallen�, mischte sich Stareye ein. �Sie sind f�r ihre Hinterlist bekannt. Sie w�rden uns ausrauben und zur�ck in ihre L�cher kriechen.�</p><p>Ein anderer Offizier f�gte hinzu: �Und die Tauren w�rden sich die ganze Zeit gegenseitig bek�mpfen. Sie sind Tiere, keine zivilisierten Wesen. Ihr Chaos w�rde unsere Soldaten so sehr beeintr�chtigen, dass die D�monen leichtes Spiel h�tten.�</p><p>Lord Ravencrest nickte zustimmend. �Verstehst du, Meister Krasus? Wir w�rden unsere Streitmacht in ein Tollhaus verwandeln. Der Krieg k�nnte nur in einer Katastrophe enden.�</p><p>�In der wird er auch enden, wenn wir allein vorr�cken.�</p><p>�Dieses Thema ist hiermit erledigt, mein guter Zauberer. Ich m�chte dich respektvoll darum ersuchen, es nicht wieder anzusprechen.�</p><p>Die beiden starrten sich mehrere Sekunden lang an, dann sah Ravencrest als erster zur Seite. Trotz des kleinen Siegs entschuldigte sich Krasus.</p><p>�Vergebt mir meine Aufdringlichkeit�, sagte er.</p><p>�Wir werden jetzt �ber Vorr�te und Logistik sprechen, Meister Krasus. Au�er Illidan, der mir direkt unterstellt ist, muss eigentlich kein Zauberer anwesend sein. Ich schlage vor, dass ihr euch die Ruhe g�nnt, die ihr verdient habt. Wir werden eure Kr�fte brauchen, wenn wir weiterziehen.�</p><p>Krasus verbeugte sich h�flich und schwieg. Dann verlie� er zusammen mit den anderen ruhig das Zelt.</p><p>Doch kaum war er au�er H�rweite, sagte er bitter: �Ihre Kurzsichtigkeit wird eine Trag�die ausl�sen. Ohne eine Allianz mit den anderen V�lkern kann es keinen Sieg geben.�</p><p>�Sie werden sie nicht akzeptieren�, beharrte Malfurion. �Mein Volk wird nie Seite an Seite mit ihnen k�mpfen.�</p><p>�Sie haben Korialstrasz sofort akzeptiert�, konterte Rhonin.</p><p>�Nur wenige w�rden es wagen, sich gegen einen Drachen zu stellen, Meister Rhonin.�</p><p>�Wie wahr�, murmelte Krasus nachdenklich. �Rhonin, ich muss sie suchen.�</p><p>�Wen?�</p><p>�Meine� die Drachen nat�rlich.�</p><p>Brox schnaufte, und Malfurion wirkte �berrascht. Der Druide wusste, dass es eine Verbindung zwischen Krasus und Korialstrasz gab, aber die ganze Wahrheit kannte er nicht.</p><p>�Die Drachen, Meister Krasus? Aber sie halten sich verborgen. Wie wollt Ihr sie finden?�</p><p>�Ich habe meine Methoden� doch dazu brauche ich ein schnelles Transportmittel. Die Nachts�bler sind zu langsam. Ich brauche etwas, das fliegen kann.�</p><p>�Wie ein Drache?�, fragte Rhonin trocken.</p><p>�Etwas Kleineres w�rde es auch tun, mein Freund.�</p><p>�Ganz in der N�he liegt ein Wald�, sagte Malfurion �berraschend. �Vielleicht kann ich Kontakt zu Cenarius aufnehmen. Er k�nnte eine L�sung wissen.�</p><p>Es war Krasus anzusehen, dass er die Idee f�r nicht sehr erfolgversprechend hielt, aber niemand sonst schien einen besseren Vorschlag zu haben. Also nickte er schlie�lich und sagte: �Wir m�ssen so bald wie m�glich abreisen. Captain Shadowsong wird ansonsten versuchen, uns aufzuhalten, oder schlimmer noch, uns mit seinen Truppen zu begleiten. Ich f�rchte, dadurch w�rden wir die Aufmerksamkeit der Brennenden Legion und der Nachtelfen auf uns ziehen.�</p><p>Jarod und der restlichen Leibwache hatte man eine Erholungspause zugestanden. Inmitten der Streitmacht glaubte niemand, dass die Zauberer k�rperlich gef�hrdet waren, und gegen magische Angriffe waren die Soldaten ohnehin nicht ger�stet. W�hrend des Marschs w�rde die Leibwache ihre Pflichten nat�rlich wieder aufnehmen.</p><p>Aber bis dahin wollte Krasus l�ngst unterwegs sein.</p><p>�H�ltst du das wirklich f�r n�tig?�, fragte der rothaarige Magier.</p><p>�Ich gehe aus zwei Gr�nden, Rhonin. �ber den ersten haben wir gerade gesprochen. Die Drachen k�nnten die Schlacht entscheiden. Der zweite Grund ist pers�nlicher. Ich m�chte wissen, warum ich nur Schweigen von ihnen wahrnehme. Wie du wei�t, d�rfte das nicht der Fall sein. Ich muss die Wahrheit herausfinden.�</p><p>Niemand widersprach ihm. Lord Ravencrest wollte den Marschbefehl bei Einbruch der Dunkelheit geben. Dann w�rde Krasus� Abwesenheit auffallen, also musste er bis dahin weit weg sein.</p><p>Rhonin nickte. �Was ist mit mir und Brox?�</p><p>�Wenn es unserem Druidenfreund gelingt, mir ein Transportmittel zu besorgen, sollte er lange vor Nachteinbruch zur�ck sein. In der Zwischenzeit sollten du und Brox versuchen, Ravencrest aus dem Weg zu gehen. Er k�nnte Fragen �ber uns stellen. Und er wird schon w�tend genug werden, wenn er entdeckt, dass ich weg bin.�</p><p>�Vielleicht, vielleicht auch nicht. Dann stellt wenigstens niemand mehr �ffentlich seine Entscheidungen in Frage.�</p><p>Krasus ignorierte den Scherz des Menschen und wandte sich an Malfurion. �Wir m�ssen aufbrechen. Wenn wir auf Nachts�blern in die Zone der Fl�chtlinge reiten, werden uns die Soldaten nicht aufhalten. Dann k�nnen wir umdrehen und uns auf den Weg in den Wald machen.� Er zischte leise. �Und dann k�nnen wir nur noch hoffen, dass dein Lehrer uns wirklich seine Hilfe anbietet.�</p><empty-line/><p>Sie lie�en die anderen zur�ck und hielten sich an den Plan des Magiers. Die Soldaten beobachteten sie mit leichtem Misstrauen und auch Neugierde, aber da sie sich nicht in Frontrichtung bewegten, schwand ihre Aufmerksamkeit bald.</p><p>Malfurion gefiel die Idee des Zauberers nicht, aber er schwieg. Er respektierte Krasus� Weisheit. L�ngst hatte er verstanden, dass der �ltere Magier mehr �ber Drachen wusste als jeder andere, den er je getroffen hatte. Er wirkte sogar h�ufig selbst wie ein Drache. Wahrscheinlich hatte er irgendwann einmal die Gelegenheit gehabt, bei diesen einzigartigen Wesen zu leben. Eine andere Erkl�rung f�r seine Verbindung zu den Leviathanen gab es wohl kaum.</p><p>Nach fast drei Stunden erreichten sie endlich den Wald. Malfurion f�hlte nicht den Frieden, den er bei seinem letzten Aufenthalt zwischen B�umen gesp�rt hatte. Dieser Wald war von der Legion beschmutzt worden, und dieser Makel war haften geblieben. H�tte sich das Schlachtengl�ck nicht gewendet, w�ren die Pflanzen l�ngst zerst�rt worden.</p><p>Trotz der Drohung, die in der Luft lag, gab es noch reichlich Leben hier. V�gel sangen, und Malfurion sp�rte, wie die B�ume sich gegenseitig �ber die neuen Eindringlinge informierten. Das Rauschen der Bl�tter wurde lauter, wenn Krasus sich ihnen n�herte, so als w�ssten auch die B�ume, dass er etwas Besonderes war. Den Nachtelf hie�en sie willkommen, denn sie erkannten seine Aura und sp�rten, dass Cenarius ihn gesegnet hatte.</p><p>Doch den Halbgott selbst ersp�rte Malfurion nicht. Cenarius hatte viele Aufgaben. In erster Linie musste er die anderen Halbg�tter davon �berzeugen, f�r die Rettung ihrer Welt zu k�mpfen. Durfte Malfurion �berhaupt hoffen, dass der Waldgott die Zeit fand, auf seine Anrufung zu reagieren?</p><p>�Dieses Land hat schon viel gelitten�, sagte sein Begleiter. �Ich kann das B�se sp�ren, das hier w�tete.�</p><p>�Ich ebenfalls. Krasus, ich wei� nicht, ob Cenarius mich erh�ren wird.�</p><p>�Ich kann dich nur bitten, es zu versuchen, Malfurion. Wenn es fehlschl�gt, werde ich dir keinen Vorwurf machen. Dann werde ich meine Reise auf einem Nachts�bler unternehmen m�ssen, auch wenn sie dadurch viel Zeit erfordern wird.�</p><p>Sie drangen tiefer in den Wald ein, bis Malfurion einen Platz fand, der friedlicher wirkte. Beide stiegen von ihren Reittieren ab.</p><p>�Soll ich dich allein lassen?�, fragte der Magier.</p><p>�Wenn Cenarius auf meinen Ruf reagieren sollte, wird er kommen. Es spielt keine Rolle, ob Ihr dabei seid oder nicht, Meister Krasus.�</p><p>Malfurion setzte sich in das weiche wilde Gras. Krasus trat respektvoll zur Seite, um den Druiden nicht zu st�ren.</p><p>Mit geschlossenen Augen konzentrierte sich Malfurion. Zuerst tastete er nach den B�umen und den anderen Lebensformen und suchte unter ihnen nach einem Hinweis auf den Halbgott. Wenn Cenarius hier gewesen war, w�rde er es bald erfahren.</p><p>Doch der Wald wusste nichts �ber den Halbgott. Frustriert dachte der Druide seine anderen M�glichkeiten durch. Er erkannte, dass er seinen <emphasis>shan�do</emphasis> nur durch den smaragdgr�nen Traum mit Sicherheit kontaktieren konnte.</p><p>Das hatte er bef�rchtet. Malfurion atmete tief durch und konzentrierte sich auf die fremde Welt. Er musste den Traum nicht wirklich betreten, nur seine Enden ber�hren. Das reichte, um seine Gedanken an Cenarius zu �bertragen. Schon diese kleine Ber�hrung beunruhigte Malfurion, doch er wusste, dass es sein musste.</p><p>Er sp�rte, wie er sich von seiner sterblichen H�lle zu l�sen begann. Der Druide wagte es jedoch nicht, die Trennung zu vollenden, sondern verharrte auf halbem Weg. Das war schwieriger, als er gedacht hatte, doch diesen Zustand w�rde er ja nicht lange halten m�ssen. Er stellte sich Cenarius vor und benutzte dieses Bild, um eine Verbindung zu ihm aufzubauen.</p><p>Pl�tzlich wurde er von einer Stimme aus seiner Konzentration gerissen.</p><p>�Malfurion! Wir sind nicht allein.�</p><p>Der R�cksturz in seinen K�rper ersch�tterte den Druiden. Benommen �ffnete er die Augen� und sah eine Teufelsbestie auf sich zuschie�en.</p><p>Jemand murmelte Worte der Macht, und der schreckliche Hund begann auszutrocknen. Die Bestie zog sich zusammen und wand sich, bis nur ein Haufen aus Knochen und Sehnen �brig blieb.</p><p>Krasus ergriff Malfurion und zog ihn mit �berraschender St�rke hoch.</p><p>�Kannst du dich wehren?�, fragte der �ltere Magier.</p><p>Dem Druiden blieb keine Zeit f�r eine Antwort, denn der Wald war pl�tzlich voller D�monenhunde und geh�rnter Teufelsw�chter. Die beiden Magier waren mindestens zehn zu eins unterlegen. Ihre Reittiere, die sie an einen Baum gebunden hatten, fauchten und zerrten an ihren Z�geln, aber sie konnten sich nicht befreien. Die D�monen ignorierten die Panther. Ihr Ziel waren der Magier und der Druide.</p><p>Krasus malte einen unsichtbaren Kreis um sich und seinen Begleiter, dann murmelte er einen weiteren kurzen Zauber. Kristallspeere schossen aus dem Boden und wurden so gro� wie ein Nachtelf.</p><p>Drei Teufelsw�chter wurden von den Speeren aufgespie�t. Eine Bestie jaulte, als eine Spitze ihr die Schnauze abriss.</p><p>Durch Krasus� schnelle Reaktion hatte Malfurion Bedenkzeit. Er betrachtete die B�ume, die den heranst�rmenden D�monen am n�chsten standen, und bat sie um Hilfe.</p><p>Kr�ftige �ste beugten sich nach unten und schleuderten dann vier monstr�se Krieger empor. Die D�monen verschwanden aus Malfurions Sicht und tauchten nicht wieder auf.</p><p>Andere B�ume streckten einfach nur ihre �ste aus, als die Legion heranst�rmte. Eine Teufelsbestie fiel �ber einen Ast, eine andere brach sich mit lautem Knacken das Genick, als sie gegen das unerwartete Hindernis prallte.</p><p>Doch die D�monen kamen immer noch n�her, vor allem die Hunde. Die zwei gefangenen Magier schienen ihren Appetit anzuregen.</p><p>Malfurions Angriff war zwar erfolgreich gewesen, trotzdem schienen die D�monen Krasus mehr zu f�rchten � und das aus gutem Grund. Der Magier beherrschte seine Kunst weit besser als es der Nachtelf bisher gelernt hatte. Deshalb waren seine Zauber schnell und gnadenlos. Er wirkte bei weitem nicht mehr so krank wie bei ihrer ersten Begegnung. Man sah ihm zwar die Anstrengung an, aber er brach nicht darunter zusammen.</p><p>Ein Knall wie von einem Peitschenhieb hallte durch den Wald. Krasus griff nach seiner Kehle. Ein d�nner, brennender Tentakel hatte sich darum gewickelt und zog sich wie eine Schlinge zusammen. Der Magier wurde von den Beinen gerissen und auf die Speere zugezogen, die er selbst erschaffen hatte.</p><p>Der Nachtelf wagte einen Blick �ber seine Schulter und sah ein Wesen, das beinahe so furchtbar wie Archimonde war � einen riesigen Skelettkrieger, in dessen geh�rntem Sch�del Flammenaugen steckten. Mit seiner brennenden Peitsche zog er Krasus ins Verderben. Er war gr��er als die anderen D�monen. Sie wichen respektvoll vor ihm zur�ck, deshalb nahm Malfurion an, dass er ihr Anf�hrer war.</p><p>Der Druide riss einige Grashalme aus und warf sie auf die Peitsche. Die Halme begannen sich rasch zu drehen. Wie Messerklingen schnitten sie tief in den Strang, bis er zerriss.</p><p>Krasus kr�chzte, als der Druck auf seinen Hals schwand, und fiel auf die Knie. Der D�mon stolperte einige Schritte zur�ck, wahrte jedoch sein Gleichgewicht. Er holte mit der immer noch sehr langen Peitsche aus. Sein Ziel war der Druide.</p><p>Malfurion sah keine gro�en �berlebenschancen. Sein Begleiter war verletzt, und sie waren von D�monen umzingelt. Er und Krasus hatten den Fehler begangen, nicht sorgf�ltig genug auf die Meuchelm�rder zu achten, die sie verfolgten. Der Anf�hrer der Bestien war selbst erschienen, um diesen Fehler auszunutzen. Jarod konnte ihnen nicht helfen. Nur Rhonin und Brox wussten, wo sie waren, und beide ahnten nichts von der Gefahr, in der sie sich befanden. Wieso waren sie nur so leichtsinnig gewesen?</p><p>Zu seiner �berraschung schlug der D�mon aber nicht sofort zu. Stattdessen zischte er: �Ergib dich, Kreatur, und ich werde dich verschonen. Dasss verspreche ich im Namen meinesss Herrn Sssargerasss. Nur sssso kannsssst du �berleben��</p><p>Krasus r�usperte sich. �Das Schicksal, das uns als Gefangene der Brennenden Legion erwartet, ist weitaus schlimmer als der Tod. Wir m�ssen k�mpfen, auch wenn wir verlieren, Malfurion.�</p><p>Der Nachtelf dachte an seine Begegnung mit Archimonde und stimmte Krasus innerlich zu. Er konnte sich vorstellen, was die D�monen mit Gefangenen anstellten, vor allem mit solchen, die ihre Pl�ne durchkreuzt hatten.</p><p>�Wir werden uns niemals ergeben!�</p><p>Die Feueraugen des D�mons flackerten w�tend, dann lie� er die Peitsche vier Mal knallen. Blitze zuckten, als der Riemen den Boden ber�hrte. Unf�rmige Gestalten erschienen pl�tzlich vor dem D�mon. Mit jedem Peitschenknall kam eine neue Teufelsbestie hinzu.</p><p>�Dann werden meine Tiere ihren Appetit an euch sssstillen, Zauberer!�</p><p>Krasus richtete sich auf und sah den D�monenf�hrer an. Seine Augen verengten sich.</p><p>Der Skelettkrieger erahnte den bevorstehenden Angriff. Er schwang die Peitsche herum und erschuf einen Nebel, der Funken spr�hte.</p><p>Der Nachtelf schluckte einen Fluch herunter. Ihr Gegner hatte einen starken Zauber mit Leichtigkeit abgewehrt.</p><p>�Das hatte ich bef�rchtet�, murmelte Krasus. �Sein Name ist Hakkar. Er ist der Hundemeister.�</p><p>Malfurion h�tte ihn gern gefragt, was er �ber den D�mon wusste, aber in diesem Moment griffen die anderen Ungeheuer wieder an. Die Speere halfen zwar bei der Verteidigung, aber die D�monen versuchten sie jetzt mit Klauen und Z�hnen zu zerst�ren. Hinter ihnen lachte ihr Anf�hrer. Es klang wie das Zischen von tausend w�tenden Schlangen.</p><p>Die ersten Teufelsbestien hatten die Barriere gerade �berwunden, als von allen Seiten Krieger auf Nachts�blern auftauchten. Ihre Panther t�teten die ersten D�monen, bevor sie �berhaupt realisiert hatten, dass sie angegriffen wurden. Die Reiter sangen, w�hrend sie zustachen.</p><p>Malfurion erkannte erst jetzt, dass dies nicht Jarod Shadowsongs Soldaten waren. Die R�stung der Reiter war silberner und f�r einen weiblichen K�rper gedacht. Der Gesang, den er h�rte, richtete sich an die Nachtkriegerin, die k�mpferische Inkarnation von Mutter Mond.</p><p>Sie wurden von den Schwestern der Elune gerettet.</p><p>Zum ersten Mal sah Malfurion die ruhigen, sanften Priesterinnen in ihrer Kriegerinnenrolle. Die meisten trugen lange, gebogene Schwerter, w�hrend andere kurze Speere schwangen, die an beiden Enden zugespitzt waren. Ein paar benutzten Kurzb�gen, die nicht l�nger als ihr Unterarm waren, aber mit denen man Pfeile in hoher Geschwindigkeit abschie�en konnte.</p><p>Die D�monen fielen unter dem Ansturm. Eine Priesterin schwang ihre Klinge mit der Leichtigkeit eines ausgebildeten Soldaten und enthauptete einen geh�rnten Krieger. Zwei Nachts�bler nahmen sich einen anderen Hund vor und schlugen so lange nach ihm, bis nur noch ein blutiger Kadaver �brig war.</p><p>Zwischen den beeindruckenden Kriegerinnen entdeckte Malfurion Tyrande.</p><p>Er wollte sie rufen, doch in diesem Augenblick sprang ihm ein D�mon entgegen. Der riesige Teufelsw�chter schlitzte ihn beinahe auf, doch dank seiner guten Reflexe konnte sich der Druide gerade noch zur Seite werfen. Er schlug auf und murmelte einen Zauber.</p><p>Das Erdreich unter den F��en seines Gegners nahm eine feuchte, sandartige Konsistenz an. Der Teufelsw�chter sank bis zur H�fte ein, konnte sich dann jedoch oben halten. Mit seiner freien Hand krallte er sich in den Boden und versuchte, sich aus dem Treibsand zu stemmen.</p><p>Malfurion lie� ihm diese Chance nicht. Er trat nach der Klinge in der Hand des D�mons. Der monstr�se Krieger wand sich und versuchte, nach seinen Beinen zu greifen. Malfurion stolperte, als sein Gegner seinen Fu� zu packen bekam. Er sp�rte, wie er in Richtung des Treibsandlochs gezogen wurde und legte seine Hand um den Griff des Schwertes.</p><p>Er holte aus und spaltete mit einem Schlag den Sch�del des Teufelsw�chters.</p><p>Der D�mon versank. Malfurion richtete sich auf und sah, dass die Schlacht nicht gut f�r ihn und die seinen verlief. Die Schwestern hatten zwar die Oberhand gewonnen, aber einige befanden sich in akuter Gefahr.</p><p>Er hatte den Gedanken noch nicht vollendet, da wurde eine Priesterin auch schon von einer Teufelsbestie aus dem Sattel gerissen. Die Bestie durchbiss ihren Nacken, als best�nden die Knochen nur aus Stoff. Eine andere Schwester st�rzte zu Boden, als ein D�mon seine Waffe durch die ge�ffneten Kiefer ihres Nachts�blers stie�. Die Spitze der Klinge trat zwischen den Schulterbl�ttern heraus. Ein zweiter D�monenhund t�tete die Priesterin nur wenige Sekunden sp�ter.</p><p>Malfurion war entsetzt, als sein Blick zu Tyrande zur�ckschweifte. Sie konzentrierte sich auf den Kampf gegen einen Teufelsw�chter und bemerkte nicht, dass der Hundemeister mit seiner Peitsche ausholte.</p><p>Er hatte wohl auf ihre Kehle gezielt, doch eine zuf�llige Bewegung ihres Reittiers verhinderte das. Stattdessen wickelte sich der Riemen um ihre Arme und presste sie an ihren K�rper. Der Skelettkrieger zog Tyrande von ihrem Panther. Trotz ihrer R�stung schien sie f�r ihn nicht schwerer als eine Puppe zu sein.</p><p>�Nein!�, schrie Malfurion und sprang vor.</p><p>Krasus, der gerade einen Zauber begonnen hatte, versuchte ihn zur�ckzuhalten. �Druide, du bist hier sicherer � �</p><p>Doch der Nachtelf interessierte sich nur f�r Tyrande. Er dachte nicht mehr an seine F�higkeiten, sondern lief ihr durch den tobenden Kampf entgegen. Als er nahe genug herangekommen war, warf er sich nach vorne � allerdings nicht in die Richtung, in der sich Tyrande befand.</p><p>Er prallte gegen den gewichtigen Hundemeister, konnte ihn zwar nicht umwerfen, aber doch seine Konzentration st�ren. Die Peitsche l�ste sich von der Priesterin, die sanft im Gras landete.</p><p>�Narr!�, bellte der Hundemeister und ergriff den Druiden bei den Schultern. �Ich bin Hakkar� und du bist niemand!�</p><p>Er sah die Waffe nicht, die Malfurion aus dem G�rtel zog. Die schmale Klinge bohrte sich in den Ellenbogen des D�mons.</p><p>Hakkar heulte auf und lie� seine Beute los. Er zog den Dolch aus seinem Arm. Dickfl�ssiges D�monenblut troff von der Klinge. Der Hundemeister setzte sie jedoch nicht gegen Malfurion ein, sondern warf sie achtlos zur Seite und griff nach seiner Peitsche. Mit erhobenem Arm ging er auf den Druiden zu.</p><p>�Sssseine Befehle lauten, dich wenn m�glich lebend gefangen zu nehmen� ich glaube aber, dasss wird <emphasis>nicht</emphasis> m�glich ssssein.�</p><p>Hakkar schlug zu. Malfurion kr�mmte sich zusammen, als Blitze �ber seinen K�rper zuckten. Es f�hlte sich an, als w�rde er bei lebendigem Leib verbrannt.</p><p>Doch ein Teil von ihm blieb trotz der Schmerzen ruhig. Dieser Teil konzentrierte sich auf Cenarius� Lehren und hielt sich von der Pein fern. Das Feuer der Peitsche verging. Der Hundemeister traf ihn ein zweites und ein drittes Mal, aber er sp�rte nichts davon.</p><p>Malfurion wusste, dass die Angriffe fr�her oder sp�ter seinen K�rper zerst�ren w�rden, auch wenn er den Schmerz nicht sp�rte. Die Lehren seines <emphasis>shan�do</emphasis> verhinderten das nicht, sie gaben ihm nur die M�glichkeit, sich zu verteidigen � falls er sich �berhaupt verteidigen konnte.</p><p>�Vielleicht lassse ich dich doch ein wenig leben�, zischte Hakkar und schlug ein weiteres Mal zu. �Ein bissschen Leben gen�gt f�r die Folter� nur ein bissschen.�</p><p>Der riesige D�mon hob erneut die Peitsche.</p><p>Malfurions Blick richtete sich auf den Himmel. Die Wolkendecke unterst�tzte seine Bem�hungen. Zuerst ben�tigte er jedoch die Hilfe des Windes, der die Wolken in Bewegung setzte. Ihnen gefiel die St�rung nicht, und aus lauter Wut f�rbten sie sich rasch schwarz. Obwohl es Malfurion widerstrebte, sch�rte er ihren Zorn. Insgeheim z�hlte er auf ihre Eitelkeit. Schlie�lich gab es hier jemanden, der es wagte, seine eigenen Blitze zu schleudern.</p><p>Hakkar hielt seine Ruhe f�r das Eingest�ndnis seiner Niederlage. Seine Augen flackerten, als er weit ausholte. �Ein Schlag noch. Nur ein Schlag��</p><p>Die Wolken grollten und erbebten.</p><p>Zwei gewaltige Blitze schossen aus dem Himmel und trafen den D�mon.</p><p>Hakkars Aufschrei ersch�tterte Malfurion bis ins Mark. Der Hundemeister wurde in helles Licht getaucht. Er riss die Arme empor, als wolle er umarmen, was ihn zerst�rte. Seine schwarz verbrannte Peitsche entfiel seinen zitternden Fingern.</p><p>Die Teufelsbestien auf dem Schlachtfeld sahen auf und begannen zu jaulen.</p><p>Schlie�lich verging das himmlische Licht� und die aschgraue Leiche des D�monenlords sackte haltlos zu Boden.</p><p>Die monstr�sen Hunde heulten noch ein letztes Mal, dann leuchteten ihre K�rper auf, so wie sie es getan hatten, als Hakkar sie beschwor. Schlie�lich verschwanden sie. Nur ihr Klagen hallte noch f�r einen Moment �ber die Lichtung.</p><p>Ohne Hakkar und seine Teufelsbestien verloren auch die anderen D�monen ihren Kampfeswillen. Als der letzte erschlagen worden war, eilte Krasus zu Tyrande.</p><p>Sie sa� halb benommen im Gras. Als sie Malfurion sah, begann sie jedoch zu l�cheln. Der Anblick lie� ihn seine eigenen Schmerzen vergessen.</p><p>�Tyrande, es ist ein Wunder, dass du hier bist��</p><p>�Kein Wunder. Ich habe jemanden geheilt, der mir von einer Teufelsbestie hinter den Linien erz�hlte. Er beschrieb auch den D�mon, der sie anf�hrte.� Sie blickte kurz zu Hakkars �berresten. �Ich wollte dich und die anderen warnen, doch ihr wart bereits auf dem Weg hierher. Vielleicht hat Elune mein Denken gelenkt, denn ich ahnte, dass ihr in Gefahr wart.�</p><p>�Also hast du dich an die Schwestern gewandt. Nur wenige Soldaten k�nnten es mit ihnen aufnehmen.�</p><p>Sie l�chelte m�de, aber zufrieden. �Viele Aspekte des Tempels bleiben Au�enstehenden verborgen.� Ihr Gesichtsausdruck wurde ernster. �Ist dir etwas passiert?�</p><p>�Mir geht es gut, allerdings bef�rchte ich, dass Krasus und ich umsonst hierher gekommen sind. Ich habe vergeblich versucht, Cenarius zu kontaktieren. Mit seiner Hilfe wollte ich ein Flugtier finden, das den Magier ins Land der Drachen bringt.�</p><p>�Rhonin und Brox haben so etwas angedeutet. Glaubt er wirklich, er k�nne sich mit Drachen treffen?�</p><p>Der Druide sah zu Krasus, dem zwei Schwestern dabei halfen, sich aufzurichten. Sie behandelten ihn mit dem gleichen Respekt, den ihm viele andere entgegenbrachten, ohne so genau zu wissen, warum sie es taten. Der Magier ging zu den �berresten des Hundemeisters. Seine Miene spiegelte �berraschung wider.</p><p>�Du siehst ihn doch selbst und sp�rst das Besondere in ihm, Tyrande. Ich glaube, er k�nnte es schaffen, sollte er in ihr Reich gelangen.�</p><p>�Aber wenn ihn kein Drache dorthin bringt, wird ihm die Reise wohl kaum rechtzeitig gelingen.�</p><p>�Ich wei� nicht. Ich � � Ein Schatten glitt �ber ihn hinweg. Malfurion sah auf. Seine Hoffnungslosigkeit verflog.</p><p>Sie kreisten drei Mal um die Gruppe, dann landeten sie in der N�he eines Nachts�blers. Die gro�e Katze zischte, versuchte sie aber nicht anzugreifen, so als w�re sie selbst nicht sicher, was eigentlich vor ihr hockte.</p><p>Ihre Fl�gel waren gro� und gefiedert, ihre K�pfe erinnerten an Raben. Mit ihren geschuppten und klauenbewehrten Vorderl�ufen sahen sie aus wie pechschwarze Gryphons. Der Rest ihres K�rpers war jedoch nicht der eines L�wen, sondern wirkte amphibienhaft, inklusive eines kr�ftigen, haarlosen Schwanzes.</p><p>�Hippogriffs�, erkl�rte der scheinbar allwissende Krasus. Er wirkte zufrieden. �Sichere und schnelle Flieger. Cenarius hat eine hervorragende Wahl getroffen.�</p><p>Tyrande wirkte nicht so begeistert. �Wieso sind sie zu zweit?�</p><p>Der Magier und der Druide sahen einander an. Beiden war klar, weshalb Cenarius nicht nur ein Flugtier geschickt hatte.</p><p>�Anscheinend soll ich Krasus begleiten�, sagte Malfurion.</p><p>Tyrande nahm seinen Arm. �Nein, nicht dorthin!�</p><p>�Der Waldgott hat eine gute Entscheidung getroffen�, unterbrach Krasus sie. �Der Druide kann die Hippogriffs besser anleiten, und durch seine Verbindung zu Cenarius wird auch die K�nigin der Roten ihn willkommen hei�en� Alexstrasza, sie, die das Leben ist��</p><p>Die Priesterin sah Malfurion flehentlich an, doch er musste dem Magier beipflichten. �Er hat Recht. Ich muss ihn begleiten. Vergib mir, Tyrande.� Impulsiv umarmte der Druide die Priesterin. Tyrande z�gerte, dann erwiderte sie die Umarmung. Malfurion sah sie an und f�gte hinzu: �Ich bef�rchte, dass du Rhonin und Brox helfen musst, unsere Abwesenheit zu erkl�ren. Wirst du das f�r mich tun?�</p><p>Sie ergab sich in das Unvermeidliche. �Nat�rlich werde ich das. So gut solltest du mich kennen.�</p><p>Die Hippogriffs kr�chzten, als k�nnten sie kaum noch den Beginn ihrer Reise erwarten. Krasus lie� sich davon anspornen. Als Malfurion auf sein Flugtier gestiegen war, blickte er noch einmal zur�ck zu Tyrande.</p><p>Sie ergriff sein Handgelenk und fl�sterte etwas. Erst nach einem Moment erkannten die beiden Reiter, dass die Priesterin Elunes Segen �ber Malfurion aussprach.</p><p>�Gute Reise�, sagte sie schlie�lich leise. �Und komm gesund zur�ck� f�r mich.�</p><p>Der Druide schluckte. Seine Stimme versagte. Krasus unterbrach die angespannte Situation, indem er sein Tier sanft nach vorne trieb. Das Hippogriff kr�chzte und setzte zum Start an. Malfurions Flugtier folgte ihm instinktiv.</p><p>�Leb wohl und danke, Tyrande�, sagte er. �Ich werde bald zur�ck sein.�</p><p>�Darauf verlasse ich mich, <emphasis>Mai!</emphasis>�</p><p>Er l�chelte, als sie seinen alten Spitznamen benutzte. Dann musste er sich hastig an dem Hippogriff festhalten, denn es stieg steil in die L�fte empor, um seinem Gef�hrten zu folgen.</p><p>�Das wird eine lange Reise�, rief Krasus. �Doch dank des Waldgottes nicht so lang, wie bef�rchtet.�</p><p>Malfurion nickte, ohne wirklich zuzuh�ren. Sein Blick kehrte zu der Gestalt zur�ck, die rasch kleiner wurde. Sie sah ebenfalls zu ihm hinauf, und so betrachteten sie einander, bis sie sich nicht mehr sehen konnten.</p><p>Und selbst dann wandte er seinen Blick nicht ab. In seinem Herzen wusste er, dass Tyrande nichts anderes tat.</p></section><section><title><p>11</p></title><p>Die D�monen sammelten sich nicht zu einem weiteren Angriff. Die Nachtelfen hielten das f�r ein vielversprechendes Zeichen, aber Rhonin und Brox waren sich nicht so sicher. Ravencrest schenkte seinen Soldaten noch einen zweiten Abend Ruhe, und obwohl die beiden Fremden die Notwendigkeit daf�r einsahen, wussten sie auch, dass die Brennende Legion in dieser Zeit nicht unt�tig bleiben w�rde. Archimonde w�rde jede verstreichende Sekunde nutzen, um seine Pl�ne voranzutreiben.</p><p>Die Nachtelfen waren nicht gerade erfreut, als sie entdeckten, dass Krasus und Malfurion verschwunden waren. Jarod zog ein Gesicht, als erwarte er seine Hinrichtung, und das aus gutem Grund. Die so dringend ben�tigten Zauberer hatten seiner Verantwortung unterstanden� und waren dennoch praktisch vor seinen Augen verschwunden.</p><p>�Lord Ravencrest wird mich deswegen h�uten lassen�, murmelte der ehemalige Wachoffizier immer wieder, w�hrend er und die anderen auf das Zelt des Adligen zugingen. Tyrande, die Malfurion vor kurzem begegnet war, hatte darauf bestanden, mitzukommen, um die Angelegenheit zu erkl�ren. Doch das beruhigte Jarod keineswegs. Er war sich sicher, dass seine Nachl�ssigkeit eine schreckliche Strafe nach sich ziehen w�rde. Schlie�lich hatte er zugelassen, dass zwei der wertvollsten K�mpfer nun der Streitmacht fehlten.</p><p>Und tats�chlich schien zu Beginn alles darauf hinzudeuten, dass der b�rtige Kommandant genau wie erwartet reagieren w�rde. Als Lord Ravencrest die Nachricht h�rte, stie� er einen furchtbaren Schrei aus und warf voller Wut einen kleinen Tisch um, auf dem sich Karten und Papiere stapelten.</p><p>�Ich habe ihnen eine solche Dummheit nicht erlaubt!�, schrie der Herrscher von Black Rook. �Sie gef�hrden die Einsatzkraft meiner Streitmacht mit diesem Irrsinn! Wenn der Feind erf�hrt, dass zwei unserer wichtigsten Zauberer uns verraten � �</p><p>�Sie haben niemanden verraten�, protestierte Rhonin. �Sie holen Hilfe.�</p><p>�Von den Drachen? Diese Kreaturen w�rden sie eher umbringen, als ihnen helfen. Das Haustier des Zauberers war zwar unter seiner strengen F�hrung zu gebrauchen, aber wilde Drachen��</p><p>�Die Drachen sind das �lteste und intelligenteste Volk unserer Welt. Sie wissen mehr, als wir jemals erfahren werden.�</p><p>�Klar, weil sie uns fressen werden, bevor das passiert�, konterte Ravencrest. Er sah Tyrande an. Sein Tonfall wurde respektvoller. �Und welche Rolle spielt eine Schwester der Elune bei dieser Geschichte?�</p><p>�Wir haben uns schon einmal getroffen, Mylord.�</p><p>Er kniff die Augen zusammen. �Ah, ja. Du bist Illidans Freundin.�</p><p>Der Zauberer, der ruhig neben dem Adligen stand, nickte. Sein Gesichtsausdruck zeigte keine Regung.</p><p>Ravencrest verschr�nkte die Arme vor der Brust. �Ich hatte gehofft, dass wenigstens einer von euch Einfluss auf Malfurion haben w�rde. Ich wei�, dass niemand Meister Krasus Befehle erteilen kann.�</p><p>�Malfurion wollte zur�ckkommen�, sagte die Priesterin, �aber sein Lehrer machte deutlich, dass er den Zauberer begleiten solle.�</p><p>�Sein Lehrer? Glaubst du etwa auch an diesen Bl�dsinn �ber den Halbgott Cenarius?�</p><p>Tyrande spitzte die Lippen. �Illidan wei�, dass der Herr des Waldes wirklich existiert.�</p><p>Illidans emotionslose Fassade br�ckelte. �Das ist wahr. Cenarius existiert. Ich habe ihn gesehen.�</p><p>�Hmpf, zuerst Drachen und jetzt ein Halbgott� All diese Macht und Magie um uns sollte die Streitmacht st�rken, nicht schw�chen! Aus welchem Grund schlie�t sich dieser Cenarius uns nicht an?�</p><p>�Er und sein Volk bek�mpfen die D�monen auf ihre Weise�, antwortete sie.</p><p>�Apropos D�monen, haben die beiden Narren nicht dar�ber nachgedacht, dass sie auf ihrer Reise Meuchelm�rdern ungesch�tzt ausgesetzt sein werden? Wenn sie angegriffen werden, bevor � � Ravencrest unterbrach sich, als er in die betretenen Gesichter der kleinen Gruppe blickte. <emphasis>�Wurden</emphasis> sie angegriffen?�</p><p>Die Priesterin senkte den Kopf. �Ja, Mylord. Meine Schwestern und ich kamen zu Hilfe. Gemeinsam haben wir die D�monen besiegt. Beide blieben unverletzt.�</p><p>Neben ihr verzog Jarod das Gesicht, w�hrend Illidan stumm den Kopf sch�ttelte. Ravencrest atmete tief durch und setzte sich auf eine kleine Holzbank. Er nahm einen gro�en Schluck Wein direkt aus der Flasche, dann fragte er rau: �Was ist passiert?�</p><p>Tyrande berichtete knapp von ihren Erlebnissen. Sie erz�hlte, wie sie von den Ungeheuern im Wald erfahren hatte und von ihrem Entsetzen, als sie h�rte, dass Malfurion und Krasus dorthin aufgebrochen waren. Sie und ihre Schwester waren den beiden so schnell wie der sprichw�rtliche Wind gefolgt und waren mitten in einen Kampf hineingeplatzt. Die Priesterinnen, die wussten, dass sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten, griffen trotzdem an. Einige waren tats�chlich umgekommen, aber sie alle wussten, dass Krasus und der Druide von essentieller Wichtigkeit f�r den Sieg �ber die D�monen waren. Jedes Opfer war gerechtfertigt, solange die beiden �berlebten.</p><p>An diesem Punkt ihres Berichts schnaufte Illidan, aber Ravencrest achtete nicht darauf. Er lauschte den Einzelheiten der Schlacht, und als Tyrande von dem D�mon mit der Peitsche erz�hlte, leuchteten seine Augen auf.</p><p>�Einer ihrer Kommandanten, der Anf�hrer der Meuchelm�rder�, bemerkte er.</p><p>�Das schien zumindest so. Er war m�chtig, aber Malfurion beschwor Blitze aus dem Himmel und t�tete ihn.�</p><p>�Sehr gut!� Der Adlige schien nicht genau zu wissen, ob er beeindruckt oder w�tend sein sollte. �Und das ist genau der Grund, aus dem wenigstens der Druide h�tte zur�ckkehren sollen. Wir brauchen seine Kr�fte!�</p><p>�Die Mondgarde und ich werden seine unerlaubte Abwesenheit wettmachen�, versprach Illidan.</p><p>�Das m�sst ihr auch, Zauberer, das m�sst ihr.� Er stellte die Flasche zur Seite und sah Rhonin an. �Gibst du mir dein Wort, dass du nicht deinen Freunden folgen wirst?�</p><p>�Ich will, dass die Brennende Legion besiegt wird, Mylord.�</p><p>�Hm, keine zufrieden stellende Antwort, aber eine, die ich erwartet habe. Captain Shadowsong��</p><p>Der junge Nachtelf schluckte und trat vor. �Ja, Mylord?�</p><p>�Zuerst wollte ich dich schwer bestrafen, weil du nicht in der Lage zu sein scheinst, diese Gruppe unter Kontrolle zu halten. Doch je mehr ich �ber sie erfahre, desto klarer komme ich zu dem Schluss, dass <emphasis>niemand</emphasis> sie unter Kontrolle halten k�nnte. Dass sie bereits so lange �berlebt haben, spricht f�r deine F�higkeiten. Setze deine Arbeit fort � so lange es noch jemanden gibt, den du bewachen kannst.�</p><p>Jarod brauchte einige Sekunden, bis er die Antwort begriffen hatte. Als er erkannte, dass der Adlige ihm ein Kompliment gemacht hatte, salutierte er rasch. �Ja, Mylord. Ich danke Euch, Mylord!�</p><p>�Nein� ich bedaure dich�� Ravencrest griff nach einer Karte. �Ihr k�nnt gehen. Du auch, Illidan.� Er sch�ttelte den Kopf, w�hrend sein Blick �ber das Papier glitt. �M�ge Mutter Mond mich von Zauberern verschonen�, murmelte er.</p><p>Malfurions Bruder sah aus, als habe ihn sein Vorgesetzter ins Gesicht geschlagen, so pers�nlich schien er den Rauswurf zu nehmen. Er neigte knapp den Kopf, dann verlie� er das Zelt des Kommandanten mit den anderen.</p><p>Brox und Rhonin schritten schweigend nebeneinander her. Tyrande hatte sich dem Captain angeschlossen, der nicht fassen konnte, dass sein Kopf noch auf seinen Schultern sa�.</p><p>Eine Hand ber�hrte den Arm der Priesterin. �Tyrande��</p><p>Die anderen gingen weiter, w�hrend sie sich zu Illidan umdrehte. Sein �rger �ber den Rausschmiss war verflogen. Jetzt wirkte er genauso angespannt wie bei ihrer letzten Unterhaltung.</p><p>�Illidan, was � �</p><p>�Ich kann nicht mehr l�nger schweigen. Malfurions furchtbare Naivit�t ist daran schuld. Jetzt reicht es mir endg�ltig. Er hat dich nicht verdient!�</p><p>Sie versuchte, h�flich zu bleiben. �Illidan, es war ein langer Tag und � �</p><p>�Lass mich ausreden! Ich habe seinen Wunsch, dieses Druidentum zu erlernen, hingenommen, weil ich verstehen konnte, dass er anders sein wollte. Ich habe den Ehrgeiz meines Bruders besser verstanden als jeder andere.�</p><p>�Malfurion ist nicht � �</p><p>Doch erneut unterbrach er sie. Seine Bernsteinaugen funkelten, als er fort fuhr. �Er folgt einem gef�hrlichen und sinnlosen Weg. Das kann nicht gut gehen, das wei� ich. Er h�tte meinem Weg folgen sollen. Der Brunnen ist die Antwort. Sieh doch, was ich in dieser kurzen Zeit erreicht habe. Ich befehlige die Mondgarde und habe durch sie viele D�monen in den Tod geschickt. Malfurions Weg f�hrt nur in seine eigene Zerst�rung � und vielleicht sogar in deine.�</p><p>�Was willst du damit sagen?�</p><p>�Ich wei�, dass du uns beide magst, Tyrande, und du bedeutest uns auch sehr viel. Einer von uns wird dein Gef�hrte werden, das wissen wir alle. Fr�her h�tte ich dir die Wahl gelassen, ohne mich einzumischen, doch das geht nicht mehr.� Er packte ihren Arm fester. �Ich muss dich vor Malfurions Wahnsinn besch�tzen. Ich sage es noch einmal: Der Brunnen der Ewigkeit ist die einzige Quelle der Macht, die uns zu retten vermag. Sogar die Priesterinnen der Elune weben keine Zauber, die sich mit meinen messen k�nnten. Erw�hle mich, und ich kann dich besch�tzen. Ich kann dir sogar Dinge beibringen, die du im Tempel niemals erfahren w�rdest. Du w�rdest die Macht des Brunnens kennen lernen. Gemeinsam w�ren wir st�rker als die gesamte Mondgarde. Wir w�ren eins in Geist und K�rper. Wir � �</p><p>�Illidan!�, unterbrach sie ihn scharf. �Beherrsche dich.�</p><p>Er lie� sie so rasch los, als habe sie ihm einen Dolch ins Herz getrieben. �Tyrande��</p><p>�Du besch�mst dich selbst mit den Worten, die du �ber deinen Bruder sprichst. Du stellst Behauptungen auf, f�r die es keine Grundlage gibt. Malfurion hat getan, was er konnte, um uns zu retten, und der Weg, den er eingeschlagen hat, ist ehrenhaft. Vielleicht ist er die Zukunft unseres Volkes, Illidan. Der Brunnen ist l�ngst beschmutzt. Die D�monen ziehen ihre Macht ebenso daraus wie du. Was sagt dir das?�</p><p>�Das ist doch l�cherlich. Du vergleichst die D�monen mit meiner Arbeit?�</p><p>�Malfurion w�rde � �</p><p>�Malfurion!�, schrie er mit verzerrter Miene. �Was f�r ein Narr muss ich in deinen Augen sein!� Er ballte die Hand zur Faust. Magische Energie knisterte ungez�hmt zwischen seinen Kn�cheln. �Du hast deine Wahl l�ngst getroffen, Tyrande, auch wenn du es noch nicht gesagt hast.�</p><p>�Das habe ich nicht.�</p><p>�Malfurion��, wiederholte Illidan und biss die Z�hne zusammen. �Ich hoffe, ihr beiden werdet gl�cklich miteinander� sollten wir �berleben.�</p><p>Er drehte sich um und stapfte auf die Quartiere der Mondgarde zu. Tyrande schaute ihm hinterher. Eine Tr�ne lief �ber ihre Wange.</p><p>�Schamanin?�, fragte eine Stimme hinter ihr.</p><p>Die Priesterin zuckte zusammen. �Broxigar.�</p><p>Der Orc nickte ernst. �Hat er dir weh getan, Schamanin?�</p><p>�N-nein� es war nur ein Missverst�ndnis.�</p><p>Brox sah zu, wie Illidan langsam zwischen den Zelten verschwand. Er knurrte tief. �Er missversteht viel� und noch mehr untersch�tzt er.�</p><p>�Es ist alles in Ordnung. W�nschst du etwas?�</p><p>Der Orc hob die Schultern. �Nichts.�</p><p>�Du bist zur�ckgekommen, weil ich hier mit Illidan stand, nicht wahr?�</p><p>�Dieser Unw�rdige schuldet dir viel, Schamanin� und schuldet diesem hier mehr.�</p><p>Die Priesterin runzelte die Stirn. �Was willst du damit sagen?�</p><p>Brox bewegte die Finger der Hand, die Illidan einst verbrannt hatte. �Nichts, Schamanin. Gar nichts.�</p><p>�Ich danke dir f�r deine Hilfe, Broxigar. Mir ist nichts passiert� und auch Malfurion wird nichts passieren. Das wei� ich.�</p><p>Der Orc grunzte. �Das hoffe ich auch.�</p><p>Aber seine Blicke waren weiter auf Illidans R�cken gerichtet.</p><empty-line/><p>Rhonin beobachtete die Unterhaltung zwischen dem Orc und der Priesterin. Er wusste, weshalb Brox zu Tyrande gegangen war. Illidans Zuneigung zu ihr grenzte an Besessenheit. Der Zauberer schien sich keine gro�en Sorgen um das Leben seines Bruders zu machen. Stattdessen � zumindest wirkte es auf Rhonin so � benutzte er dessen Abwesenheit, um Tyrande f�r sich zu gewinnen.</p><p>Doch diese Dreiecksgeschichte unter Nachtelfen interessierte ihn nicht sonderlich. Seine Gedanken kreisten um die Ereignisse im Wald. Rhonin war nat�rlich erleichtert, dass Krasus und der Druide �berlebt hatten. Doch ihr Sieg verst�rte ihn auch mehr als alles andere, was er seit seiner Ankunft in dieser Welt erlebt hatte.</p><p>Sie hatten gegen Hakkar, den Hundemeister, gek�mpft. Der Name allein jagte einen Schauer �ber Rhonins R�cken, denn mit seiner Peitsche konnte der D�mon zahllose Teufelsbestien zu sich rufen. Sie waren der Schrecken eines jeden Zauberers. Niemand wusste, wie viele Dalaran-Magier w�hrend der zweiten Invasion der Brennenden Legion gestorben waren.</p><p>Rhonin f�rchtete den Hundemeister also aus gutem Grund, aber etwas anderes f�rchtete er noch mehr.</p><p>Hier, in der Vergangenheit, f�rchtete er den Tod des Hundemeisters.</p><p>Hakkar war <emphasis>in der Zukunft</emphasis> gestorben. Der D�mon hatte den Krieg gegen die Nachtelfen �berlebt.</p><p>Aber nicht dieses Mal. Dieses Mal war er get�tet worden� und das bedeutete, dass die Zukunft sich ge�ndert hatte.</p><p>Und es bedeutete auch, dass dieser erste Krieg, trotz des Siegs �ber einen m�chtigen D�mon, verloren werden konnte.</p><p>Die Hippogriffs glitten unter den kraftvollen Schl�gen ihrer gewaltigen Fl�gel hoch �ber das Land. Sie waren zwar nicht so schnell wie Drachen, doch nur wenige andere Wesen konnten sich mit ihrer Schnelligkeit messen. Diese Tiere lebten f�r den Flug, und Krasus sp�rte ihre Begeisterung, als sie sich gegenseitig �ber H�gel, Fl�sse und W�lder jagten.</p><p>Der Drachenmagier, der den Himmel ebenso sehr liebte, hob den Kopf und genoss den Wind, der durch sein Haar wehte. Seit seiner Verwandlung hatte er dieses Gef�hl nicht mehr gehabt. Er l�chelte, als er an seinen ersten gemeinsamen Flug mit Alexstrasza dachte. An diesem Tag war er zu ihrem Gef�hrten geworden, und sie hatten das Ritual der ersten Paarung begonnen.</p><p>W�hrend des Rituals hatte Krasus � oder Korialstrasz in seiner wahren Gestalt � die wesentlich gr��ere K�nigin unz�hlige Male umkreist, um ihr seine St�rke und Wendigkeit zu demonstrieren. W�hrenddessen war sie einen gro�en Kreis um das gesamte Drachenreich geflogen. Dabei hatte sie ihre Geschwindigkeit konstant gehalten, nicht zu schnell und nicht zu langsam. Ihr neuer Gef�hrte sollte ihr zwar seine St�rke beweisen, aber er musste mit seinen Kr�ften haushalten, um sich sp�ter noch mit ihr paaren zu k�nnen.</p><p>Korialstrasz hatte alle m�glichen Man�ver vorgef�hrt, um sie zu beeindrucken. Er flog auf dem R�cken. Er schoss zwischen engen Bergspitzen hindurch. Er hatte sich sogar einer Felsspitze entgegen fallen lassen und war dem Tod nur um Schuppenbreite entgangen. Er war sicherlich draufg�ngerisch gewesen, aber das geh�rte zum Spiel, war Teil des Rituals.</p><p>�Meine Alexstrasza��, fl�sterte Krasus dem Wind zu, als die Erinnerung verschwand. Vielleicht war es eine einzelne Tr�ne oder vielleicht auch nur ein Regentropfen, der �ber sein Gesicht rollte. Was es auch war, der Wind riss es davon, und Krasus konnte sich wieder auf die Reise konzentrieren, die vor ihm lag.</p><p>Die Landschaft wurde felsiger und h�geliger. Sie hatten fast die H�lfte der Strecke zur�ckgelegt. Krasus war zufrieden, aber auch ungeduldig. Etwas stimmte nicht, und er ahnte, wer daran schuld war.</p><p>Neltharion.</p><p>Der Erdw�chter.</p><p>In Krasus� angestammter Zeit hatte man dieses Ungeheuer <emphasis>Deathwing</emphasis> genannt.</p><p>Er hatte zwar einige Erinnerungen w�hrend des Sturzes durch die Geschichte verloren, aber die schwarze Bestie hatte Krasus nicht vergessen.</p><p>In der Zukunft war Deathwing das B�se. Er wollte die Welt vernichten und sich zum Herrscher �ber die Ruinen aufschwingen. Neltharion hatte die Schwelle zum Wahnsinn bereits �bertreten, und Krasus hatte darunter gelitten. Als er von seinem j�ngeren Ich das letzte Mal nach Hause gebracht worden war, hatte es einen Zusammensto� zwischen ihm und dem paranoiden Drachen gegeben. Der Erdw�chter hatte Krasus aus Angst, er k�nne anderen von seinem bevorstehenden Verrat berichten � was er wohl auch tats�chlich getan h�tte � mit einem Zauber belegt, der ihn daran hinderte, �ber den schwarzen Leviathan zu sprechen. Die meisten Drachen hielten Krasus wegen dieses Zaubers jetzt f�r verr�ckt.</p><p>Die Stille, die zuerst Krasus und dann auch sein �lteres Ich wahrgenommen hatten, lie� darauf schlie�en, dass Neltharion seine Pl�ne vorangetrieben hatte. Krasus wusste nicht mehr, woraus diese Pl�ne bestanden, und es schmerzte ihn, dass gerade diese Erinnerung verloren gegangen war. Es gab nur eine Sache, die der Drachenmagier in der Vergangenheit ge�ndert h�tte, auch ohne die Konsequenzen f�r die Zukunft zu kennen, und das war der Verrat des Erdw�chters. Dieser Verrat hatte den Niedergang des Drachenvolkes besiegelt.</p><p>Krasus bemerkte pl�tzlich, dass Malfurion seinen Namen rief. Er sch�ttelte die Gedanken ab und sah den Druiden an.</p><p>�Krasus, bist du krank?�</p><p>�In einer Weise, die nie geheilt werden kann�, antwortete der �ltere Magier. Er runzelte die Stirn �ber seine eigene Gedankenlosigkeit. �ber die Jahrhunderte hinweg hatte er gelernt, seine Gef�hle zu verbergen. Doch seine R�ckkehr in diese turbulente Zeit schien ihm diese Gabe geraubt zu haben. Jetzt hatte er nur wenig mehr Kontrolle �ber sich als Rhonin oder der Orc.</p><p>Der Druide nickte, obwohl er die Antwort nicht verstehen konnte und wandte sich ab. Krasus fluchte innerlich. Er durfte nicht die Kontrolle verlieren, sonst w�rde alles unaufhaltsam ins Chaos st�rzen.</p><p>Malfurion verstand nicht, was Hakkars Tod bedeutete. Wie konnte er auch? Er wusste nicht, dass der Hundemeister zu den D�monen geh�rt hatte, die in der Zukunft get�tet worden waren.</p><p>Rhonin w�rde begreifen, was das bedeutete, wenn er davon erfuhr. Die Auswirkungen waren weitreichend. Krasus konnte nicht mehr sagen, was die Zukunft bringen w�rde. Nicht einmal, ob es noch eine Zukunft gab.</p><empty-line/><p>Ihre Reise ging ereignislos weiter. Einmal landeten die Hippogriffs, um ihren Durst in einem Fluss zu stillen, und die beiden Reiter nutzten die Gelegenheit, um das Gleiche zu tun. Sie teilten sich eine Mahlzeit und stiegen dann wieder auf ihre Tiere. Krasus hoffte, dass die n�chste Landung bereits auf dem Gebiet seines Volkes stattfinden w�rde.</p><p>Die Landschaft wurde bergig. Gewaltige Gipfel streckten sich dem Himmel entgegen. In einiger Entfernung sah Krasus zwei gro�e schwarze V�gel, die ihnen entgegen flogen. Der Drachenmagier wurde nerv�s. Bald schon w�rde er zuhause sein.</p><p>Krasus hoffte nur, dass dort alles in Ordnung war.</p><p>Malfurions Hippogriff kr�chzte. Dem Magier fiel erst jetzt auf, dass die beiden V�gel immer noch auf sie zuflogen� und dass sie viel gr��er waren, als er anfangs angenommen hatte.</p><p>Zu gro�, um V�gel zu sein.</p><p>Er beugte sich vor und kniff die Augen zusammen.</p><p>Drachen� <emphasis>schwarze</emphasis> Drachen!</p><p>Krasus stie� seinem Reittier die Ferse in die Seite und rief Malfurion zu: �Wir m�ssen zur S�dspitze der Bergkette! Beeilung!�</p><p>Der Druide erkannte die Bedrohung ebenfalls und gehorchte. Die beiden Hippogriffs kippten zur Seite, aber die Drachen passten ihren Kurs nicht an. Trotz ihrer guten Augen hatten sie die kleineren Wesen noch nicht bemerkt.</p><p>Krasus ahnte, dass sich das jeden Moment �ndern konnte. Deshalb trieb er sein Reittier st�rker an. Vielleicht war es nur ein Zufall, dass sich die beiden Drachen hier drau�en aufhielten, aber das bezweifelte er. Krasus kannte Neltharions wachsende Paranoia. Wahrscheinlich hatte er die beiden Drachen ausgesandt, um nach Eindringlingen zu suchen. Trotz seines Wahnsinns hatte der Erdw�chter in diesem Fall Recht behalten.</p><p>Die Hippogriffs gingen in atemberaubender Geschwindigkeit in den Sinkflug. Sie rasten den niedrigeren Bergen entgegen. Wenn sie dort angekommen waren, konnte Krasus sich entspannen. Die Schwarzen w�rden dann sicherlich an ihnen vorbeifliegen.</p><p>Doch einer der Drachen blickte in ihre Richtung, gerade als es den Anschein hatte, als w�rden sie den W�chtern entkommen. Der Leviathan br�llte auf, und sein Begleiter wandte seinen sehnigen Hals, um nachzusehen, worauf sich diese Warnung bezog. Als er die beiden Reiter entdeckte, br�llte auch er voller Wut.</p><p>Mit der Vollkommenheit von Wesen, die f�r den Flug geboren sind, machten sich die Drachen an die Verfolgung ihrer Beute.</p><p>�Was sollen wir tun?�, rief Malfurion.</p><p>�Tiefer fliegen. Wir k�nnen engere Haken um die Berge schlagen als sie. Sie m�ssen uns folgen, denn wenn sie uns verlieren, riskieren sie den Groll ihres Herrn.�</p><p>Mehr konnte er �ber Neltharion nicht sagen, denn dessen Zauber blockierte ihn immer noch. Er dankte den Aspekten daf�r, dass der Druide ihm keine weiteren Fragen stellte. Er musste es merkw�rdig finden, dass sie vor den Drachen flohen, wo sie doch nach Drachen gesucht hatten. Offenbar hatte Malfurion inzwischen verstanden, dass Krasus unter diesen Umst�nden weit mehr wusste als er selbst. Und wenn Krasus fliehen wollte, war es wohl besser, ihm ohne weitere Fragen zu folgen.</p><p>Der gr��ere � und damit auch der �ltere � Drache flog schneller als sein Begleiter. Er br�llte erneut. Etwas, das im ersten Moment wie eine Flamme aussah, schoss aus seinem Maul und explodierte unweit von dem Zauberer entfernt. Sein Reittier kr�chzte erschrocken, als sich die Luft pl�tzlich aufheizte. Dann fielen die �Flammen� der Erde entgegen, und Krasus bemerkte, dass es sich in Wirklichkeit um Lava gehandelt hatte. Kein anderes Drachenvolk au�er den Schwarzen beherrschte diesen Zauber.</p><p>Bevor der Drache weitere Lava abfeuern konnte, tauchten die Hippogriffs in die Bergkette ein. Ihre Verfolger waren jetzt unmittelbar hinter ihnen und mussten seitw�rts fliegen, um nicht mit den Bergspitzen zu kollidieren.</p><p>Krasus verzog das Gesicht. Er wusste, wie gut sich sein Volk in den Bergen bewegen konnte. Dort spielten Drachen, sobald sie fliegen gelernt hatten. Er bezweifelte, dass er und der Druide ihnen hier entkommen konnten, aber sie mussten es zumindest versuchen.</p><p>Dann dachte der Magier noch einmal an die Spiele� und begann zu hoffen.</p><p>Er zog Malfurions Aufmerksamkeit auf sich und erkl�rte mit einigen kurzen Gesten, was er vorhatte. Dann zeigte er auf einen Gipfel in nord�stlicher Richtung. Zum Gl�ck verstand der Druide rasch, worauf es ankommen w�rde. Malfurions Gesichtsausdruck wirkte zwar alles andere als �berzeugt, aber wie Krasus erkannte auch er, dass sie keine andere Chance hatten. Selbst einem herausragenden Magier wie ihm w�re es schwer gefallen, einen Zauber zu weben, der ausreichte, gleich <emphasis>zwei</emphasis> Drachen zu vertreiben.</p><p>Sie flogen auf einen Berggipfel zu. Unmittelbar davor lenkte Malfurion sein Reittier nach rechts. Krasus tat das Gegenteil. Der Magier blickte rasch �ber seine Schulter und sah, dass die Drachen ihrem Beispiel folgten. Der Gr��ere hatte sich hinter ihn gesetzt.</p><p>�Alexstrasza, hilf mir�, murmelte er. �Es muss klappen��</p><p>Er konnte weder Malfurion, noch den Drachen sehen, der ihn verfolgte, doch damit hatte er gerechnet. Krasus machte sich keine Gedanken �ber den Druiden. Es gab zwei M�glichkeiten, um diesen Plan erfolgreich zu beenden, und beide hingen davon ab, dass er <emphasis>vor</emphasis> seinem Verfolger blieb.</p><p>Doch das war gar nicht so einfach. Der gro�e Schwarze war ein ge�bter Flieger, der sich geschickt durch die engen T�ler bewegte.</p><p>Das Hippogriff war ebenfalls ein exzellenter Flieger, aber es musste seine Fl�gel wesentlich h�ufiger bewegen als der Drache, um die Entfernung zu ihm zu halten. Trotz dieser Bem�hungen holte der Leviathan St�ck f�r St�ck auf.</p><p>Ein Br�llen warnte Krasus Sekunden bevor eine Lavakugel knapp hinter ihm einschlug. Nur sein Wissen �ber die Taktiken der schwarzen Drachen hatte ihn dieses Mal gerettet. Einige Funken glommen in seiner Robe, und sein Reittier sch�ttelte Asche von seinem Hinterlauf.</p><p>Krasus flog unter gewaltigen schnabelf�rmigen Felsen hindurch, dann glitt sein Reittier durch eine L�cke, die einen Berggipfel spaltete. Beide Male konnte der Drache trotz der hohen Geschwindigkeit, mit der sie flogen, einem Zusammensto� entgehen.</p><p>Der Berg, den der Drachenmagier dem Druiden gezeigt hatte, n�herte sich rasch. Ungeachtet der Gefahr nahm sich Krasus einen Moment Zeit, um nach S�den zu blicken. Dort h�tte sich der Druide befinden sollen. Er h�rte oder sah zwar nichts, hoffte aber, dass alles nach Plan verlaufen w�rde.</p><p>Erneut br�llte der Drache. Eine Lavakugel schoss an Krasus vorbei. Er runzelte die Stirn. So schlecht zielten Drachen normalerweise nicht.</p><p>Erst als die Bergseite zu seiner Rechten auseinander barst und ihm die Splitter entgegenflogen, erkannte Krasus, dass man ihn ausgetrickst hatte.</p><p>Er zog das Hippogriff hoch und zur Seite. Trotzdem regnete es Steine und Dreck auf ihn und das Tier. Ein Felsen, so gro� wie Krasus� Kopf, traf das Hippogriff an der Flanke. Es jaulte auf und h�tte seinen Reiter beinahe abgeworfen. Krasus konnte sich gerade noch festhalten, sonst w�re er in den Tod gest�rzt.</p><p>Ein pl�tzlicher Gestank h�llte Tier und Reiter ein. Der Schwarze war unmittelbar hinter ihnen. Krasus hob die Hand und murmelte den schnellsten Zauber, der ihm einfiel.</p><p>Mehrere Blitze explodierten vor dem Leviathan. Sie waren relativ harmlos, erschreckten aber den Drachen, blendeten ihn sogar f�r einen Moment. Er wand sich und br�llte w�tend. Eine seiner Schwingen traf den Berg und riss tonnenweise Gestein heraus.</p><p>Krasus hatte ein paar Sekunden gewonnen. Er hoffte, dass der Druide schneller war als der Drache, der ihn verfolgte. Dabei kannte er die Hartn�ckigkeit seines Volkes. Wenn Malfurion noch lebte, war er wahrscheinlich nicht weiter von dem Drachen entfernt als Krasus von seinem Verfolger.</p><p>Dann, gerade als der Berg, den er ausgesucht hatte, vor ihm aufragte, erhaschte er einen Blick auf den anderen Reiter. Das Hippogriff wirkte panisch, und Malfurion hatte seinen Kopf auf dessen Nacken gelegt. Direkt hinter ihnen tauchte der zweite Leviathan auf.</p><p>Krasus lenkte sein eigenes Tier auf Malfurion zu und versuchte, ein St�ck vor den Druiden zu gelangen. Sein Hippogriff kr�chzte und erregte damit nicht nur die Aufmerksamkeit seines Artgenossen, sondern auch die Malfurions. Der nickte jedoch nur knapp, als er seinen Gef�hrten entdeckte.</p><p>Sie trafen sich an der S�dseite des Berges. Krasus lie� sein Hippogriff um die eine Seite fliegen, Malfurion um die andere. Einen Moment sp�ter folgte der gro�e Schwarze. Er ignorierte die anderen Wesen und konzentrierte sich nur auf Krasus. Sein Begleiter setzte die Verfolgung des Druiden fort.</p><p>Krasus hatte nur einen Vorteil gegen�ber den schwarzen Drachen. Sie wussten nicht, dass er ihrem Volk angeh�rte. Und sie wussten nicht, dass er sich schon so oft in dieser Gegend aufgehalten hatte, dass er sich besser auskannte als die meisten anderen.</p><p>Wieder br�llte der Schwarze hinter ihm. Dieses Mal schlug die Lava so dicht neben Krasus in den Berg, dass der Drachenmagier husten musste. Das Hippogriff flog weiter. Es vertraute auf seine Schnelligkeit und die F�hrung seines Reiters. Krasus lie� es tiefer gehen und zwang es, etwas langsamer zu fliegen. Das Tier wehrte sich gegen den zweiten Befehl, aber der Magier zwang ihm seinen Willen auf.</p><p>Das Hippogriff gehorchte. Im gleichen Moment tauchte Malfurion am Rand des Berges auf.</p><p>Krasus lie� sein Tier leicht aufsteigen, um sich dem Druiden anzupassen. Er und Malfurion flogen jetzt so dicht nebeneinander, dass die Fl�gel der Tiere einander fast ber�hrten.</p><p>Der Magier sah eine Lederschwinge hinter seinem Begleiter auftauchen.</p><p>Er zwang das Hippogriff wieder nach unten.</p><p>Malfurion lie� sein Tier im gleichen Moment so steil in den Himmel aufsteigen, dass er beinahe vom R�cken gerutscht w�re. Weder Krasus� noch Malfurions Verfolger konnten dem �berraschenden Richtungswechsel folgen. Sie waren so sehr in ihre Jagd vertieft, dass sie ihren Schwung nicht mehr bremsen konnten.</p><p>Mit einem gewaltigen Knall prallten die Drachen zusammen.</p><p>Sie schrien in einer Mischung aus Schmerz und Schock. Ineinander verkeilt rollten sie zur Seite und krachten gegen den Berggipfel, den Krasus ausgesucht hatte.</p><p>Die ganze Region erbebte. Krasus glaubte, das Bersten von Knochen zu h�ren, aber er k�mmerte sich nicht weiter darum. Als die beiden Drachen hinter ihm verschwanden, winkte er Malfurion zu. Der Druide und er w�rden bereits weit weg sein, bis sich die Leviathane erholt hatten.</p><p>Krasus betrachtete die Berge, die sich vor ihnen auft�rmten. Er stand kurz vor seinem Ziel� und mehr als je zuvor fragte er sich, was im Reich der Drachen eigentlich vorging.</p></section><section><title><p>12</p></title><p>Illidan h�tte eigentlich seine Strategie mit der Mondgarde absprechen sollen, aber im Augenblick interessierte ihn der Krieg nicht. Er konnte an nichts anderes denken, als daran, dass er sich vor Tyrande zum Narren gemacht hatte. Er hatte ihr sein Innerstes offenbart und herausfinden m�ssen, dass sein Bruder bereits sein Territorium abgesteckt hatte. Tyrande hatte sich f�r Malfurion entschieden.</p><p>Das Schlimmste daran war, dass sein Bruder wahrscheinlich so sehr in seine Magie vertieft war, dass er dies nicht einmal bemerkt hatte.</p><p>Lord Ravencrests Leibzauberer ging an einem Wachposten vorbei. Der Elf, der dort stand, hob seine Waffe und sagte mit leicht schwankender Stimme: �Alle m�ssen im Lager bleiben, Meister Illidan. Das ist ein Befehl von � �</p><p>�Ich wei�, wer das befohlen hat.�</p><p>�Aber � �</p><p>Illidan sah ihn drohend an. Der Soldat schluckte und trat zur Seite.</p><p>Die Landschaft war noch sp�rlich bewaldet, ein Zeichen daf�r, dass die Brennende Legion keine Zeit gefunden hatte, bei ihrem R�ckzug alles zu zerst�ren. Viele waren dar�ber erleichtert, aber Illidan h�tte es nicht gest�rt, wenn alles zu Asche zerfallen w�re. Er hob seine Hand und dachte dar�ber nach, selbst einen Waldbrand auszul�sen, verwarf die Idee dann jedoch.</p><p>Malfurion war im S�den von D�monen angegriffen worden, aber Illidan glaubte nicht, dass er ebenfalls in Gefahr war. Zum einen hielt er sich noch in Sichtweite des Lagers auf. Zum anderen war er so w�tend, dass er jeden D�mon, der es gewagt h�tte, ihn anzugreifen, mit einem Augenblinzeln vernichtet h�tte. Er sehnte sich danach, gegen irgendwen, irgendetwas zu k�mpfen, um die Eifersucht loszuwerden, die er gegen�ber Malfurion versp�rte.</p><p>Aber keine Teufelsbestie st�rzte sich auf ihn, keine H�llenbestie griff ihn an. Kein Eredar, keine Verdammniswache, noch nicht einmal die l�cherlichen Teufelswachen wagten sich an ihn heran. Niemand von der Brennenden Legion suchte den Kampf gegen Illidan, denn sie wussten, dass er unbesiegbar war.</p><p>Au�er wenn es um die Liebe einer bestimmten Person ging.</p><p>Illidan setzte sich auf einen gro�en Felsen und dachte �ber seine Pl�ne nach. Lord Ravencrest hatte ihn zu einem seiner Vertrauten erw�hlt und ihm damit erm�glicht, zum ersten Mal �ber etwas nachzudenken, was bereits seit l�ngerem vor seinem geistigen Auge stand. Er sah in Tyrande seit geraumer Zeit nicht mehr die Kindheitsfreundin, sondern die anmutige Frau. W�hrend Malfurion mit den V�geln sprach, hatte er dar�ber nachgedacht, wie er Tyrande bitten sollte, seine Gef�hrtin zu werden.</p><p>In seiner Phantasie passte alles zusammen. Er befand sich in einer beneidenswerten Position, und er wusste, dass viele andere Frauen an ihm interessiert waren. In k�rzester Zeit war Illidan zum Anf�hrer der Mondgarde aufgestiegen und hatte mit seinen Zaubern unz�hlige Nachtelfen vor dem Tod bewahrt. Er war ein m�chtiger, gut aussehender Held. Tyrande h�tte sich Hals �ber Kopf in ihn verlieben m�ssen�</p><p>Und das h�tte sie auch getan, wenn es Malfurion nicht gegeben h�tte.</p><p>Der Zauberer knurrte und zeigte auf einen Felsen, der augenblicklich die Gesichtsz�ge seines Bruders annahm.</p><p>Illidan ballte die Faust.</p><p>Das Gesicht zerplatzte. Der Felsen fiel in sich zusammen.</p><p>�Sie h�tte mir geh�ren sollen!�</p><p>Seine Worte hallten durch den Wald. Illidan knurrte seine eigene Stimme an, die nur wiederholte, was er verloren hatte.</p><p>�Sie h�tte mir geh�rt�, seufzte er dann voller Selbstmitleid. �Ohne dich, Bruder Malfurion, h�tte sie mir geh�rt.�</p><p><emphasis>Er nimmt dir alles weg</emphasis>, sagte eine Stimme in seinem Kopf. <emphasis>Alles, was eigentlich dein sein sollte</emphasis>.</p><p>�Mir? Weil ich diese Augen habe?� Illidan lachte in sich hinein. �Meine wundervollen Bernsteinaugen?�</p><p><emphasis>Ein Zeichen der Gr��e� das Omen einer Legende</emphasis>�</p><p>�Ein Scherz, den sich die G�tter mit mir erlauben.� Der Zauberer erhob sich und ging tiefer in den Wald hinein. Doch die Stimme, diese Gedanken, blieben bei ihm� und ein Teil von ihm wollte das auch.</p><p><emphasis>Malfurion wei� noch nicht einmal, dass sie ihn begehrt. Was w�re, wenn er es niemals erfahren w�rde?</emphasis></p><p>�Was soll ich tun, sie voneinander trennen? Ebenso k�nnte ich versuchen, den Mondaufgang zu verhindern.�</p><p><emphasis>Aber wenn Malfurion in diesem Krieg ums Leben kommt, bevor er die Wahrheit erf�hrt? W�re das nicht so, als h�tte sie ihre Wahl niemals getroffen? Sie w�rde sich dir zuwenden, wenn es Malfurion nicht mehr g�be</emphasis>�</p><p>Der Zauberer blieb stehen. Er legte die Handfl�chen aneinander und erschuf darauf das Bild einer tanzenden Tyrande. Sie war ein wenig j�nger und trug einen gebl�mten Rock. Das Bild stammte aus Illidans Erinnerungen an ein Fest vor einigen Jahren. An diesem Abend hatte er zum ersten Mal mehr als eine Kindheitsfreundin in ihr gesehen.</p><p><emphasis>Wenn es Malfurion nicht g�be</emphasis>�</p><p>Illidan holte aus und schlug die H�nde zusammen. Das Bild l�ste sich auf. �Nein! Das w�re barbarisch!�</p><p>Doch der Gedanke �bte eine kranke Faszination auf ihn aus.</p><p><emphasis>In der Schlacht kann vieles geschehen. Nicht nur der Tod k�nnte ihn ereilen. Sicherlich haben die D�monen ein Interesse an Malfurion. Er hat das erste Portal zerst�rt, den Berater der K�nigin ermordet und einen der Legionskommandanten� sie m�chten ihn bestimmt sehr gerne lebend fassen</emphasis>�</p><p>�Ihn ausliefern? An sie? Ich � �</p><p><emphasis>Schlachten sind chaotisch. Manche werden zur�ckgelassen. Niemand tr�ge daran Schuld</emphasis>�</p><p>�Niemand tr�ge daran Schuld�, murmelte Illidan. Er �ffnete die H�nde wieder und lie� Tyrandes Bild f�r sich tanzen. Nachdenklich betrachtete er es.</p><p>Doch auch dieses Mal schlug er nach einer Weile die H�nde zusammen. Angewidert von seinen eigenen dunklen Gedanken wischte er sich die Handfl�chen an der Kleidung ab und eilte zur�ck ins Lager. �Niemals�, murmelte er leise. �Nicht meinen Bruder. Niemals.�</p><p>Der Zauberer sprach den ganzen Weg �ber leise vor sich hin. Deshalb entging ihm die Gestalt, die zwischen den B�umen hervortat und ihn aus der Entfernung musterte.</p><p>�Das Fundament ist gelegt�, fl�sterte sie am�siert. �Und du selbst wirst darauf aufbauen, Zwilling des Druiden.�</p><p>Mit diesen Worten wandte sich die Gestalt in die andere Richtung� und trabte auf zwei Hufen davon.</p><empty-line/><p>Lord Ravencrest konnte nicht mehr l�nger auf den Druiden und den Magier warten, deshalb befahl er den Nachtelfen am n�chsten Morgen den Abmarsch. Die meisten Angeh�rigen der Streitmacht w�ren lieber nachts marschiert, aber der Adlige wollte nicht so vorhersehbar agieren. Seine K�mpfer gew�hnten sich langsam an die Sonne, auch wenn sie w�hrend des Tages nicht auf dem H�hepunkt ihrer Kr�fte waren. Ravencrest verlie� sich stattdessen auf ihre Entschlossenheit und die Erkenntnis, dass ihre Welt enden w�rde, sollten sie diesen Krieg verlieren.</p><p>Die Brennende Legion erwartete sie in nicht allzu gro�er Entfernung. Die Nachtelfen wussten, dass sie einem gewaltigen Blutvergie�en entgegenmarschierten, aber sie marschierten dennoch.</p><p>Und so ging der Kampf um Kalimdor weiter.</p><empty-line/><p>W�hrend die Nachtelfen um ihr Leben k�mpften und Illidan mit seinen dunklen Gedanken rang, besch�ftigte sich Krasus mit einer ganz anderen Angelegenheit, eine, die er nicht erwartet hatte � zumindest glaubte Malfurion das.</p><p>�Es erstreckt sich so weit, wie meine Wahrnehmung reicht�, zischte der Magier frustriert.</p><p><emphasis>Es</emphasis> lie� sich nicht sehen, nur f�hlen. <emphasis>Es</emphasis> war ein riesiger, unsichtbarer Schild, der sie nur eine Tagesreise von ihrem Ziel entfernt am Weitermarsch hinderte.</p><p>Sie waren buchst�blich darauf gesto�en. Krasus� Hippogriff war so heftig gegen das �Nichts� geprallt, dass der Magier vom R�cken des verletzten Tiers geschleudert worden war. Malfurion, dessen eigenes Tier noch weit von Krasus entfernt war, hatte den Wind um Hilfe gebeten. Eine kr�ftige B�e trug den Magier so hoch, dass der Druide seinen Arm ergreifen konnte. Dann waren sie gelandet, um das Objekt zu untersuchen.</p><p>Doch auch nach mehreren Stunden schien Krasus einer L�sung nicht n�her zu sein� und sein irritierter Gesichtsausdruck verst�rte den Druiden mehr, als er es sich anmerken lassen wollte.</p><p>Schlie�lich gab Krasus das Unvorstellbare zu: �Ich gebe mich geschlagen.�</p><p>�Ihr wisst nicht, wie sich der Schild durchdringen l�sst?�</p><p>�Es ist schlimmer, Druide. Ich wei� noch nicht einmal, wie ich jemanden dahinter kontaktieren kann. Sogar meine Gedanken werden abgeschmettert.�</p><p>Malfurion respektierte Krasus sehr. Der geheimnisvolle Magier hatte bei seiner Rettung aus den F�ngen von Lord Xavius geholfen. Krasus hatte den Nachtelfen auch bei der Vernichtung des k�niglichen Beraters unterst�tzt und mit ihm zusammen das erste Portal vernichtet. Ihn jetzt geschlagen zu sehen�</p><p>�So nahe�, fuhr der Magier fort. �So nahe. Das muss er getan haben.�</p><p>�Wer ist er?�</p><p>Krasus� Augen verengten sich. Er erinnerte an einen blassen Nachtelf, als er seinen Begleiter musterte. Malfurion hoffte, dass er jemanden sah, dem er sich anvertrauen konnte.</p><p>�Ja� du solltest es erfahren. Das hast du verdient.�</p><p>Der Druide hielt den Atem an. Er ahnte, dass Krasus� Enth�llung von gro�er Wichtigkeit sein w�rde.</p><p>�Sieh mir in die Augen, Malfurion.� Als der Nachtelf seinem Befehl nachkam, sagte Krasus: �Es gibt drei, die von deinem Volk als Fremde bezeichnet werden. Da ist zum einen Rhonin, der sich selbst Mensch nennt, und da ist zum anderen Brox, der Orc. Du kennst ihre V�lker nicht, aber sie stellen sich als das dar, was sie sind � ein Mensch und ein Orc.�</p><p>Der �ltere Mann machte eine Pause. Malfurion, der irgendetwas sagen wollte, nickte. �Ein Mensch und ein Orc.�</p><p>�Habe ich jemals erw�hnt, was ich bin? Haben die anderen das je erkl�rt?�</p><p>Der Nachtelf durchsuchte seine Erinnerung, aber er fand keinen Hinweis darauf, dass jemand je das Volk benannt hatte, dem Krasus angeh�rte. �Ihr tragt das Blut von Nachtelfen in Euch. Ihr seht aus, als w�ret Ihr mit uns verwandt.�</p><p>�Ich sehe aus wie ein Nachtelf, der seit einer Woche tot ist, wenn du das sagen willst. Eine gr��ere �hnlichkeit wirst du nicht finden, denn du siehst nur eine Verkleidung. Es gibt keine Blutsverwandtschaft zwischen deinem Volk und meinem� und auch keine zwischen mir und den Menschen, Orcs, Zwergen oder Tauren.�</p><p>Malfurion war verwirrt. �Aber� was bist du dann?�</p><p>Krasus� Blick lie� ihn nicht los. Er sah nichts au�er diesen fremden Augen. �Blicke hinein, Druide. Blicke hinein und denke an das, was du �ber mich bereits wei�t.�</p><p>Malfurion folgte der Aufforderung und versuchte sich an all das zu erinnern, was er �ber Krasus wusste. Es war nicht viel. Er war ein Zauberer mit bemerkenswert gro�em Wissen und ebenso gro�em Talent. Selbst w�hrend seiner schweren Krankheit hatte ihn eine Aura umgeben, die auf enorme Weisheit und K�nnen schlie�en lie�. Die Schwestern und die Mondgarde hatten es ebenfalls gesp�rt, auch wenn beide nicht verstanden, was es bedeutete. Sogar die Nachts�bler behandelten ihn besser als die Reiter, von denen sie aufgezogen worden waren.</p><p>Und dieser Magier war sogar mit einem Drachen befreundet�</p><p>� einem Drachen�</p><p>Ohne den Leviathan hatte Krasus gelitten, als l�ge er auf seinem Sterbebett. Der Drache hatte ebenfalls deutliche Anzeichen von Schw�che gezeigt. Zusammen waren sie jedoch eins gewesen. Sogar ihre St�rke hatte sich potenziert.</p><p>Es musste noch mehr damit zusammenh�ngen. Korialstrasz hatte vertrauter mit Krasus gesprochen als mit allen anderen � als w�ren sie gleichgestellt, beinahe Br�der.</p><p>Krasus bemerkte den wechselnden Gesichtsausdruck des Druiden. �Du stehst an der Schwelle zur Erkenntnis�, fl�sterte er. ��berschreite sie.�</p><p>Er �ffnete sich f�r Malfurion. Vor seinem geistigen Auge sah der Nachtelf, wie sich Krasus zu verwandeln begann. Sein Gewand zerriss, als sein K�rper sich ausdehnte. Seine Beine bogen sich nach hinten und seine F��e und H�nde wurden zu Tatzen. Schwingen wuchsen aus seinem R�cken, bis sie so gro� waren, dass sie den Mond verh�llten.</p><p>Krasus� Gesicht wurde l�nger. Seine Nase und sein Mund schoben sich vor, wurden zu einem Maul. Seine Haut verwandelte sich in Schuppen, die sich �ber seinen ganzen K�rper bis an die Spitze seines neu geschaffenen Schwanzes erstreckten.</p><p>Als Malfurion die roten Schuppen sah, stie� er den einzigen Namen hervor, der zu diesem Anblick passte.</p><p><emphasis>�Drache!</emphasis>�</p><p>Das beeindruckende geistige Bild verschwand so schnell, wie es erschienen war. Malfurion sch�ttelte den Kopf und betrachtete die Gestalt, die jetzt wieder vor ihm stand.</p><p>�Ja, Malfurion, ich bin ein Drache. Ein roter Drache, um genau zu sein. Allerdings habe ich schon lange die unterschiedlichsten sterblichen Gestalten angenommen, denn ich m�chte unter euch wandeln, lehren und lernen und den Frieden zwischen allen V�lkern erreichen.�</p><p>�Ein Drache�� Malfurion sch�ttelte den Kopf. R�ckblickend erkl�rte das so viel� warf aber zugleich auch neue Fragen auf.</p><p>�Nur Rhonin wei�, wer ich wirklich bin. Der Orc versteht es m�glicherweise � und die Schwestern ahnen vermutlich etwas.�</p><p>�Sind Menschen und Drachen Verb�ndete?�</p><p>�Nein. Aber in dieser Gestalt, die du jetzt siehst, habe ich Rhonin unterrichtet. Er ist ein au�ergew�hnlicher Magier, selbst f�r einen Menschen. Ich vertraue ihm mehr als vielen aus meinem eigenen Volk.�</p><p>Krasus schlug mit einer Hand gegen die Barriere, als wolle er damit seiner Aussage Gewicht verleihen. �Und das best�tigt mich nur in meiner Ansicht. Diesen Schild d�rfte es eigentlich nicht geben.�</p><p>�Ein Drache� aber wieso habt Ihr Eure Gestalt nicht ver�ndert und seid selbst hierher geflogen? Warum musste ich die Hippogriffs beschw�ren?� Dem Nachtelf fielen weitere merkw�rdige Situationen ein. �Ihr h�ttet get�tet werden k�nnen in dieser Gestalt, zum Beispiel bei unserem letzten Kampf gegen die D�monen.�</p><p>�Einige Dinge m�ssen verborgen bleiben, Malfurion, aber so viel kann ich dir verraten: Ich verwandele mich schlicht deshalb nicht, weil ich es <emphasis>nicht kann</emphasis>. Diese F�higkeit wurde mir bis auf weiteres genommen.�</p><p>�Ich� verstehe.�</p><p>Krasus wandte sich wieder der unsichtbaren Wand zu. �Jetzt verstehst du hoffentlich auch, weshalb ich so sicher war, dass die Drachen auf mich h�ren w�rden. Schlie�lich geh�re ich zu ihnen. Sie w�rden mir auch verraten, weshalb sie sich so seltsam benehmen.� Er zischte so laut, dass der Nachtelf zusammenzuckte. �Wenn ich mit ihnen reden k�nnte.�</p><p>�Wer w�rde so etwas wie den Schild errichten?�</p><p>Einen Moment lang sah es so aus, als wolle Krasus antworten, doch dann schloss er stumm den Mund. Nach einem inneren Kampf, der mehrere Sekunden w�hrte, antwortete er schlie�lich d�ster: �Das spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass ich versagt habe. Ich hatte geglaubt, den Ausgang dieses Krieges bestimmen zu k�nnen, doch diese Hoffnung scheint vergebens.�</p><p>Der Nachtelf wusste, dass Krasus ihm einiges verheimlichte. Allerdings respektierte der Druide ihn so sehr, dass er der Angelegenheit nicht weiter nachging. Malfurion wollte ihm nur helfen, erst recht nachdem er wusste, worum es ging. Wenn Krasus sein Volk �berzeugen konnte, sich mit der Streitmacht zu verb�nden, war die Brennende Legion am Ende.</p><p>Doch ihre Zauber vermochten die Barriere nicht zu �ffnen, und sie konnten sie auch nicht durchschreiten wie ein Geist oder �</p><p>Der Druide schluckte und sagte: �Ich wei�, wie ich auf die andere Seite gelangen kann.�</p><p>�Wovon redest du?�</p><p>�Ich� ich k�nnte in den smaragdfarbenen Traum gehen.�</p><p>Das Gesicht des Magiers verfinsterte sich zun�chst, dann wurde es nachdenklich. Malfurion hoffte, dass er die Idee ablehnen w�rde, doch stattdessen nickte Krasus. �Ja, das ist vielleicht der einzige Weg.�</p><p>�Aber w�rde es funktionieren? Ich wei� nicht, ob sie in der Lage w�ren, mich zu h�ren oder zu sehen� und selbst wenn, w�rden sie mir zuh�ren?�</p><p>�Eine k�nnte zu all dem in der Lage sein. Sie musst du suchen. Ihr Name ist Ysera.�</p><p><emphasis>Ysera</emphasis>. Cenarius hatte diesen Namen erw�hnt, als er mit seinem Sch�ler �ber das Traumreich sprach. Ysera war einer der f�nf gro�en Aspekte. Sie herrschte �ber den smaragdfarbenen Traum. Ysera w�rde den Druiden selbst in seiner Geistform wahrnehmen� aber w�rde sie ihn auch anh�ren?</p><p>Krasus bemerkte die z�gerliche Reaktion des Nachtelfen und f�gte hinzu: �Du musst sie davon �berzeugen, dich zu Alexstrasza zu bringen. Sie soll mit Korialstrasz sprechen, der uns beide kennt. Ihm wird Alexstrasza Geh�r schenken.�</p><p>Malfurion bemerkte, wie sich seine Stimme ver�nderte, wenn er ihren Namen aussprach. Offensichtlich war sie f�r Krasus sehr wichtig. Er wusste, dass Alexstrasza ebenfalls ein Aspekt war und fragte sich, wie Krasus so selbstverst�ndlich �ber sie sprechen konnte. Sein Begleiter war offensichtlich nicht nur ein einfacher Drache, der die j�ngeren V�lker ausspionierte. Vielmehr schien er einen hohen Rang bei seinem Volk einzunehmen.</p><p>Diese Erkenntnis verlieh Malfurion St�rke. �Ich werde tun, was ich kann.�</p><p>�Sollte Ysera z�gern�, riet Krasus, �w�re es gut, Cenarius zu erw�hnen. Mehr als einmal, wenn n�tig.�</p><p>Der Nachtelf nickte. Er vertraute auf Krasus� Weisheit, auch wenn er nicht verstand, warum er das tun sollte. Dann setzte er sich hin. Krasus sah ruhig zu, w�hrend er seinen K�rper in die richtige Stellung brachte. Als er mit seiner Haltung zufrieden war, schloss er die Augen und konzentrierte sich.</p><p>Zuerst meditierte er, um seinen K�rper zu beruhigen. W�hrend sich der Nachtelf entspannte, sp�rte er die ersten Anzeichen von M�digkeit. Er hie� sie willkommen und ermunterte sie sogar. Mehr und mehr zog sich der Druide aus der Welt der Sterblichen zur�ck. Friede senkte sich wie eine Decke �ber Malfurion. Er wusste, dass Krasus �ber ihn wachte, deshalb hatte er keine Angst loszulassen. Der Magier w�rde seinen hilflosen K�rper besch�tzen.</p><p>Rasch schlief Malfurion ein. Gleichzeitig war er jedoch wacher denn je. Der Nachtelf konzentrierte sich nun auf seinen Abschied von der Welt der Sterblichen. Er setzte um, was Cenarius ihn gelehrt hatte und trennte seinen Geist von seinem K�rper.</p><p>Das und die Suche nach dem Eingang zum smaragdfarbenen Traum erwiesen sich als so einfach, dass Malfurion sich wegen seines Z�gerns sch�mte. Solange er sich auf seine Aufgabe konzentrierte, w�rde er das andere Reich wohl ohne Angst bereisen k�nnen.</p><p>Ein gr�ner Schleier schien �ber allem zu liegen. Krasus verschwand, und Malfurions Umgebung �nderte sich. Die Berglandschaft sah in beiden Reichen erstaunlich �hnlich aus, aber im smaragdfarbenen Traum waren die Berggipfel spitzer und nicht vom Wetter gegl�ttet. Hier sahen sie so aus, wie an dem Tag, als die Sch�pfer sie aus dem Boden gehoben hatten. Trotz seiner Aufgabe von �u�erster Dringlichkeit verharrte Malfurion einen Moment, um die Sch�pfung der Himmlischen zu betrachten. Die Majest�t seiner Umgebung beeindruckte ihn.</p><p>Doch nichts davon w�rde in der wahren Welt �berleben, wenn niemand die Brennende Legion aufhielt, und so riss sich der Druide schlie�lich los. Er streckte seine Hand nach der Barriere aus und konnte sie m�helos hindurchschieben. Im smaragdfarbenen Traum schien der Zauber wahrhaftig nicht zu existieren. Die Drachen erwarteten Eindringlinge, die aus der Welt der Sterblichen stammten und daher an ihre Gesetze gebunden waren.</p><p>Malfurion durchschritt die Barriere und schwebte auf die h�chsten Gipfel in einiger Entfernung zu. Vor seiner Kollision mit dem Schild hatte Krasus ihm verraten, wo man sein Volk finden konnte. Da der Magier nichts anderes hinzugef�gt hatte, ging Malfurion davon aus, dass er sich weiter in diese Richtung bewegen sollte.</p><p>Er flog �ber das schweigende Land. Zwischen den hohen Bergen f�hlte er sich verschwindend klein. Der gr�ne Nebel und das fehlende Tierleben verliehen der Landschaft etwas Unwirkliches.</p><p>Als sich Malfurion seinem Ziel n�herte, begann er sich zu konzentrieren. Die gr�ne F�rbung nahm ab, und er bemerkte die ersten Wettersch�den. Der Geist des Druiden bewegte sich immer noch durch den smaragdfarbenen Traum, doch jetzt blickte er auch in die gegenw�rtige Welt.</p><p>Und als erstes blickte er auf einen gewaltigen, Furcht einfl��enden roten Drachen.</p><p>Erschrocken wich Malfurion zur�ck. Halb erwartete er, dass das Maul des Leviathans ihn verschlingen w�rde, aber der Wachposten sah einfach durch ihn hindurch. Der Druide brauchte ein paar Sekunden, bevor er bemerkte, dass der Drache ihn nicht sehen konnte.</p><p>Die Anwesenheit des W�chters, der hoch auf einem Berggipfel sa�, best�tigte den Nachtelf in dem Glauben, dass er in der N�he der Drachenh�hlen war. Allerdings hatte Malfurion nicht die Zeit, die Berge nach den Drachen zu durchsuchen. Stattdessen dachte er dar�ber nach, was er wusste. Ysera herrschte �ber den smaragdfarbenen Traum. So nahe, wie er ihr jetzt war, musste sie seinen geistigen Ruf h�ren.</p><p>Doch ob sie antworten w�rde, stand auf einem anderen Blatt.</p><p>Versuchen musste er es dennoch. Also verschmolz der Druide mit dem smaragdfarbenen Traum und stellte sich den gr�nen Drachen vor. Er wusste, dass seine Vorstellung von ihm nicht den Tatsachen entsprach, aber sie half seiner Konzentration.</p><p><emphasis>Ysera, Herrscherin des smaragdfarbenen Traums, gro�er Aspekt, bescheiden bitte ich um Eure Aufmerksamkeit� Ich bringe Euch Nachricht von einem, der Sie, Die Das Leben Ist kennt, Eure Schwester, Alexstrasza</emphasis>�</p><p>Malfurion wartete. Als klar wurde, dass er keine Antwort erhalten w�rde, versuchte er es noch einmal.</p><p><emphasis>Ysera, Herrscherin des Traums, im Namen von Cenarius, Gott des Waldes, bitte ich um dein Geh�r. Ich rufe dich an</emphasis> � </p><p>Er unterbrach sich, als er ein anderes Wesen wahrnahm. Der Druide wandte den Kopf nach rechts und entdeckte eine Nachtelfe, die neben ihm schwebte. Sie trug ein durchscheinendes Gewand, das im Wind flatterte, obwohl keine Brise wehte. Die Kapuze des Gewands bedeckte ihren Kopf und lie� nur das Gesicht frei � ein wundersch�nes ruhiges Gesicht, dessen einzig verst�render Aspekt die Augen waren� oder besser gesagt, die geschlossenen Lider, von denen die Augen bedeckt wurden.</p><p>Die Gestalt h�tte tats�chlich eine Nachtelfe sein k�nnen, w�re ihr Haar nicht ebenso smaragdfarben wie ihre Haut und ihr Gewand gewesen.</p><p>Er zweifelte nicht daran, dass Ysera vor ihm schwebte.</p><p>�Ich bin hier�, antwortete sie ruhig, aber bestimmt. Ihre Augen blieben geschlossen. �Ich will deinen Rufen Einhalt gebieten. Deine Gedanken hallen durch meinen Geist wie nicht enden wollender Trommelschlag.�</p><p>Malfurion kniete nieder. �Mylady � �</p><p>Sie verwarf seine Geste mit einer Handbewegung. �Du musst mir keine Komplimente machen. Du hast mich gerufen. Ich bin da. Sage, was du sagen willst und verschwinde.�</p><p>Der Nachtelf war �berrascht �ber seinen Erfolg. Vor ihm stand tats�chlich einer der gro�en Aspekte. Er konnte nicht glauben, dass er seinem Ruf gefolgt war. �Vergebt mir, ich w�rde es nie wagen, Euch zu st�ren��</p><p>�Aber doch bist du hier.�</p><p>�Ich bin hier mit einem Drachen, der Euch gut kennt, einem Drachen namens Krasus.�</p><p>�Sein Name ist bekannt, auch wenn sein Geisteszustand Zweifel aufwirft. Was ist mit ihm?�</p><p>�Er erbittet eine Audienz bei Alexstrasza. Er kann die Barriere, die diese Berge umgibt, nicht durchbrechen.�</p><p>W�hrend Malfurion sprach, musste er sich stark auf den Aspekt konzentrieren. Ysera drohte immer wieder zu verschwinden, als sei sie nicht mehr als eine Ausgeburt seiner Phantasie. Ihr Gesichtsausdruck �nderte sich nicht, nur die Augen unter ihren Lidern bewegten sich st�ndig. Malfurion war sich sicher, dass sie ihn sehen konnte, aber es h�tte ihn interessiert, wie ihre Wahrnehmung funktionierte.</p><p>�Die Barriere wurde errichtet, da unsere Pl�ne von h�chst delikater Natur sind�, sagte der Aspekt. �Nichts davon darf nach drau�en dringen, bis die Zeit reif ist� das sagt der Erdw�chter.�</p><p>�Aber er muss Zugang � �</p><p>�Aber den bekommt er nicht. Auf diese Angelegenheit habe ich keinen Einfluss. Ist das alles?�</p><p>Malfurion dachte an Krasus� Worte. �Wenn er durch Euch mit Alexstrasza sprechen k�nnte��</p><p>Ysera lachte. Die Ver�nderung war so �berraschend, dass der Nachtelf erstarrte. �Du unversch�mte, sterbliche Kreatur! Ich stelle deine Verbindung dar, da meine Schwester nicht unterbrochen werden darf. Gibt es sonst noch etwas, das du begehrst, wo du schon einmal dabei bist?�</p><p>�Bei meinem <emphasis>shan�do</emphasis>, Cenarius, allein um dies bitte ich Euch, und das tue ich nur, weil es nicht anders geht.�</p><p>Etwas Merkw�rdiges geschah, als er den Namen des Halbgottes erw�hnte. Ysera wurde durchsichtiger als zuvor, und die Augen unter ihren Lidern schienen nach unten zu blicken. Die Reaktion war zwar kurz, aber deutlich zu erkennen.</p><p>�Ich sehe keinen Grund, diese irritierende Unterhaltung fortzusetzen. Geh zu deinem Begleiter, Nachtelf, und � �</p><p>�Bitte, Herrscherin des smaragdfarbenen Traums! Cenarius kann f�r mich b�rgen. Er � �</p><p>�Es gibt keinen Grund, ihn zu erw�hnen�, stie� sie hervor. Einen Moment lang sah es so aus, als w�rde sie tats�chlich die Augen �ffnen. Ihr Gesichtsausdruck war Malfurion aus seiner Kindheit vertraut. Anfangs hatte er geglaubt, Ysera sei einmal Cenarius� Geliebte gewesen. Doch das stimmte nicht, das las er in ihrem Gesicht.</p><p>Ysera � die Herrscherin der Tr�ume und einer der gro�en Aspekte � hatte auf den Namen des Halbgottes wie eine liebende <emphasis>Mutter</emphasis> reagiert.</p><p>Etwas besch�mt zog sich der Druide von ihr zur�ck. Ysera schien in einer alten Erinnerung gefangen zu sein, denn sie ignorierte ihn. Zum ersten Mal �rgerte sich Malfurion �ber Krasus. Er h�tte ihm sagen m�ssen, was hinter seinem Ratschlag steckte.</p><p>Er wollte das Traumreich verlassen, aber Ysera sah ihn aus geschlossenen Augen an und sagte. �Ich werde die Br�cke sein, �ber die du Alexstrasza erreichen kannst.�</p><p>�Mylady��</p><p>�Du wirst kein Wort mehr �ber diese Situation verlieren, Nachtelf, oder ich werde dich auf ewig aus meinem Reich verbannen.�</p><p>Malfurion schloss den Mund und gehorchte. Ihre Beziehung zu dem Herrn des Waldes war offensichtlich lang und tiefgehend gewesen.</p><p>�Ich werde deinen Geist zu unserem Treffpunkt f�hren, und ich werde dir sagen, wenn du mit meiner Schwester sprechen darfst. Erst dann werde ich deine Worte an sie �berbringen � deine und <emphasis>seine</emphasis>.�</p><p>Der eisige Tonfall, mit dem sie das letzte Wort aussprach, verriet, wie w�tend sie �ber Krasus war. Der Druide hoffte, dass der Ratschlag seines Gef�hrten nicht f�r sie beide den Tod bedeuten w�rde und nickte wortlos.</p><p>Sie streckte ihre Hand aus. �Ergreife sie.�</p><p>Respektvoll folgte Malfurion ihrer Aufforderung. Er hatte noch nie einen anderen Geist in der Traumwelt ber�hrt und wusste nicht, was ihn erwartete. Zu seiner �berraschung f�hlte sich Yseras Hand wie die einer Sterblichen an. Sie wirkte nicht geisterhaft. Er h�tte auch die Hand seiner Mutter halten k�nnen.</p><p>�Denke an meine Warnung�, sagte der Aspekt.</p><p>Bevor der Nachtelf antworten konnte, zog sie ihn bereits in die Welt der Sterblichen. Der �bergang erfolgte abrupt und gleichzeitig so sanft, dass er einen Moment brauchte, um seine Umgebung zu erkennen. Erst dann sah er, dass Ysera verschwunden war.</p><p>Nein, sie war nicht verschwunden. Sie stand nur einige Schritte entfernt, hatte aber jetzt ihre wahre Gestalt angenommen. Vor Malfurion erhob sich ein gewaltiger Drache mit glitzernden gr�nen Schuppen. Korialstrasz, der einzige andere Drache, den der Druide je gesehen hatte, war weitaus kleiner als sie.</p><p>Doch sie war nicht allein. Das entdeckte der Nachtelf, als er sich umsah. Drei weitere riesenhafte Drachen standen neben ihm in der gro�en Kammer. Der Rote musste Alexstrasza sein, die K�nigin, nach der Krasus suchte. Sie wirkte ebenso sch�n und w�rdevoll wie Ysera, gleichzeitig aber auch lebendiger. Neben ihr stand ein m�nnlicher Drache, dessen Schuppen offenbar je nach Laune silbrig oder bl�ulich schimmerten. Er wirkte beinahe schon am�siert.</p><p>Der gewaltige schwarze Drache, den Malfurion als n�chstes betrachtete, jagte ihm einen Schauer �ber den R�cken. Er strahlte eine geballte Macht aus, die St�rke der Erde� und mehr. Malfurion musste sich von dem schwarzen Riesen abwenden, weil sein Anblick Unwohlsein in ihm ausl�ste. Das lag nicht daran, dass zwei Drachen aus seinem Clan den Druiden und seinen Begleiter verfolgt hatten. Es lag an dem, was er ausstrahlte.</p><p>Malfurion hatte sich abgewandt, um ein wenig Ruhe zu finden, doch daf�r hatte er die falsche Richtung gew�hlt, denn nun sah er, worauf die Drachen sich konzentrierten.</p><p>Sie war so klein, dass sie in seine Handfl�che gepasst h�tte. In der Tatze des Schwarzen wirkte sie wie ein Staubkorn.</p><p>�Seht ihr?�, brummte der Schwarze. �Sie ist bereit. Wir warten nur noch auf den richtigen Moment.�</p><p>�Und wann wird dieser Moment kommen?�, fragte Alexstrasza.</p><p>�Jeden Tag zerst�ren die D�monen das Land. Wenn die Kommandanten der Legion sich nicht auf die Nachtelfen konzentrieren w�rden, w�ren die anderen Reiche bereits verloren.�</p><p>�Ich verstehe deine Sorge� aber die Drachenseele sollte erst eingesetzt werden, wenn die Himmel miteinander �bereinstimmen. So muss es sein.�</p><p>Der rote Aspekt betrachtete die goldene Scheibe. �Dann wollen wir beten, dass sie all deine Erwartungen erf�llt, Neltharion. Lasst uns daf�r beten, dass sie unsere Welt errettet.�</p><p>Der Schwarze nickte. Malfurion wartete auf Yseras Zeichen und betrachtete w�hrenddessen neugierig die Scheibe. Seine Hoffnung nahm zu. Die Drachen handelten. Sie hatten eine L�sung gefunden, einen Talisman, der Kalimdor vor der Brennenden Legion retten w�rde.</p><p>Seine Neugier gewann die Oberhand. Er schw�chte seine Verbindung zu Ysera und hoffte, dass sie zu abgelenkt war, um zu bemerken, was er tat. Mit seinem Geist griff er nach der goldenen Scheibe, die so unscheinbar wirkte, aber doch mit solcher Kraft gef�llt war, dass selbst die Drachen beeindruckt wirkten. Dagegen mussten auch die D�monen hilflos sein�</p><p>Ein Schutzzauber umgab die Drachenseele. Als der Druide sie untersuchte, fiel ihm etwas Merkw�rdiges auf. Jeder gro�e Drache hatte seine eigene Aura � so wie jedes Wesen �, und jetzt sp�rte Malfurion einige dieser Auren. Er sp�rte zuerst die von Ysera, dann Alexstraszas und die des Blauen. Die Aura des schwarzen Drachen war ebenfalls vorhanden, aber nicht auf die gleiche Weise. Seine schien mit denen der anderen verbunden zu sein, als kontrolliere er sie. Es wirkte auf den Druiden, als solle der Zauber die anderen davon abhalten, etwas im Inneren der Scheibe wahrzunehmen.</p><p>Malfurions Neugier stieg. Er benutzte Cenarius� Lehren, um in den Zauber einzudringen. Es fiel ihm leichter, als er erwartet h�tte. Wahrscheinlich hatte der Sch�pfer der Scheibe nie damit gerechnet, dass ein Druide versuchen w�rde, ihn zu �berlisten. Malfurion drang tiefer ein und ber�hrte schlie�lich die Kr�fte im Kern der Scheibe.</p><p>Was er entdeckte, jagte einen Schock durch seinen Geist. Erschrocken zog er sich zur�ck. Trotz seiner Geistgestalt begann er zu zittern, konnte kaum verkraften, was er gesp�rt hatte. Malfurion blickte zur�ck zu dem schwarzen Drachen. Er war entsetzt �ber das, was der Leviathan erschaffen hatte.</p><p>Die Drachenseele, die Kalimdor retten sollte, war ebenso b�sartig� wie die Brennende Legion.</p></section><section><title><p>13</p></title><p>Die D�monen neigten dazu, alles abzuschlachten, was ihren Weg kreuzte. Captain Varo�then war jedoch der Ansicht, dass man Gefangene f�r Verh�re ben�tigte, und es war ihm nach langen Diskussionen gelungen, Archimonde ebenfalls davon zu �berzeugen. Doch die Gefangenen, die der D�monenkommandant ihm schickte, waren es kaum mehr wert, als Lebewesen bezeichnet zu werden.</p><p>Der vernarbte Nachtelf brachte einige Minuten mit dem letzten Gefangenen zu, dann erwies er ihm die Gnade, seine Kehle zu durchtrennen. Das Verh�r war eine einzige Katastrophe gewesen, was allerdings nicht dem Inhaftierten anzulasten war. Die Kommandanten der Legion begriffen einfach nicht, wie notwendig Befragungen waren.</p><p>Varo�then w�re lieber an der Front gewesen, aber er wagte es nicht, den Palast zu verlassen, vor allem nicht nach den j�ngsten Entwicklungen. Das Gesch�pf, das einmal Lord Xavius gewesen war, hatte er seit Tagen nicht gesehen. Aber im gleichen Zeitraum waren mehrere Hochwohlgeborene einfach verschwunden. Mannoroth schien das nicht zu interessieren, deshalb vermutete der Captain, dass er den Grund daf�r kannte. Dem Offizier gefiel es nicht, dass sich Dinge ohne sein Wissen abspielten.</p><p>�Schafft diesen M�ll weg�, befahl er zwei Wachen, dann s�uberte er seinen Dolch. Sein Blick glitt durch den Verh�rraum, eine quadratische, d�stere Kammer, die nur von einem einzelnen, bl�ulich leuchtenden Kristall erhellt wurde. Schatten lagen �ber den Ecken. Eine fast zehn Zentimeter dicke Eisent�r bildete den einzigen Zugang. Jahrhunderte altes Blut befleckte den Boden. Die K�nigin besuchte die Tiefen ihrer Residenz nie, und Varo�then ermutigte sie auch nicht dazu. Diese Umgebung war nichts f�r ihren feinf�hligen Geist.</p><p>Die Soldaten schleiften die Leiche nach drau�en und lie�en den Captain mit seinen Gedanken allein. Es war noch keine Nachricht vom Hundemeister gekommen. Mannoroth lie� sich keine Besorgnis anmerken, aber der Nachtelf fragte sich, ob dem m�chtigen D�mon vielleicht etwas zugesto�en war. Dann w�rde man einen neuen Anf�hrer f�r die Jagd auf die Zauberer ben�tigen. Die D�monen waren bisher gescheitert, und Varo�then sehnte sich nach der Gelegenheit, seine eigene Schlappe wettzumachen. Schlie�lich hatte er zwei der Magier in einem verzauberten und feindseligen Wald verloren.</p><p>Doch dazu h�tte er den Palast verlassen m�ssen.</p><p>Mit beiden H�nden r�ckte er das Schwert an seiner Seite zurecht � und riss die Klinge pl�tzlich heraus, stach mit ihr in die Schatten zu seiner Linken.</p><p>Die Schwertspitze stoppte nur Zentimeter von der Gestalt entfernt, die sich in den Schatten verborgen hatte. Doch sie zeigte keine �berraschung, sondern grinste ihn nur h�hnisch an.</p><p>�Ein scharfes Schwert f�r einen scharfen Verstand, Captain Varo�then.�</p><p>Im ersten Moment dachte der Soldat, Xavius st�nde vor ihm, doch dann sah er die Unterschiede im Gesicht seines Gegen�bers. Varo�then verglich es im Geiste mit den Gesichtern der Hochwohlgeborenen, die er kannte und fand schlie�lich eines, das zu der behuften Kreatur vor ihm passte.</p><p>�Meister Pero�tharn, wir hatten uns schon gefragt, wo Ihr sein k�nntet.�</p><p>Der ehemalige Zauberer trat aus den Schatten hervor. Varo�then steckte sein Schwert zur�ck.</p><p>�Ich habe� gelernt.�</p><p>Mit kaum verhohlenem Ekel betrachtete der Nachtelf die verwandelte Gestalt. Der Satyr widerte ihn an. �Und die anderen haben ebenfalls ,gelernt�?�</p><p>�Ein paar Auserw�hlte.�</p><p>Endlich wusste der Captain, was aus den verschwundenen Hochwohlgeborenen geworden war. Sie waren immer noch hier, hatten sich nur in diese grotesken Parodien verwandelt. Xavius� neue Gestalt geh�rte zu den wenigen Entscheidungen Sargeras�, die Varo�then in Frage stellte. Der ehemalige Berater hatte jetzt vielleicht mehr Macht, aber die Verwandlung hatte seinen Geist ver�ndert. In ihm schien etwas zutiefst Animalisches und Boshaftes zu stecken.</p><p>Und diese kurze Unterhaltung mit Pero�tharn hatte ihn bereits zu der �berzeugung gebracht, dass die verschwundenen Hochwohlgeborenen vermutlich ebenso labil wie ihr Anf�hrer waren.</p><p>�Wo ist Xavius?�, fragte er den Satyr.</p><p>�Wo immer er sein muss�, entgegnete der Geh�rnte. �Er sorgt daf�r, dass der Wunsch unseres ruhmreichen Gottes in Erf�llung geht.�</p><p>�Er ist nicht mehr im Palast?�</p><p>Pero�tharn lachte in sich hinein. �Ein scharfes Schwert, ein scharfer Verstand��</p><p>Captain Varo�then h�tte am liebsten besagtes Schwert gezogen und die Kreatur aufgespie�t. Ausgestopft h�tte sich ihr Haupt sicherlich gut �ber seinem Kamin gemacht. Der Satyr grinste ihn an, als wolle er den Soldaten herausfordern.</p><p>Der vernarbte Nachtelf beruhigte sich und fragte: �Und was wollt Ihr hier unten? Interessiert Ihr Euch f�r die Verh�re?�</p><p>�Pure Unterhaltung, k�nnte man sagen.�</p><p>�Ich habe keine Zeit f�r Eure l�cherlichen Wortspiele.� Varo�then schob sich an Pero�tharn vorbei und griff nach dem T�rriegel. �Und auch nicht f�r die Eures Anf�hrers.�</p><p>�Du hast ihm einst gedient. Du wirst ihm wieder dienen.�</p><p>�Ich diene dem gro�en Sargeras und meiner K�nigin, niemandem sonst�, entgegnete der Offizier. �Und wenn er glaubt � �</p><p>Der Captain drehte sich zu dem Satyr um, sah jedoch nur Schatten.</p><p>Mit einem lauten und w�tenden Knurren verlie� der Nachtelf die Kammer. Die K�nigin musste von diesen Verwandelten erfahren. Er traute ihnen nicht. Vor allem Lord Xavius traute er nicht mehr.</p><p>Wenn er nur w�sste, wo sich der ehemalige Berater aufhielt�</p><empty-line/><p>Malfurion konnte kaum glauben, welche Boshaftigkeit er in der Drachenseele gesp�rt hatte. Wie konnte etwas, das die Welt retten sollte, derart b�se sein? Was hatte der Drache Neltharion blo� erschaffen?</p><p>Der Druide wappnete sich innerlich, dann tastete sein Geist erneut nach der Scheibe. Sie war so schlicht, so unschuldig in ihrem Aussehen. Erst wenn man ihr Inneres betrachtete, erkannte man die furchtbare Wahrheit.</p><p>Es wunderte ihn, dass Ysera nichts davon sp�rte. Gerade die Herrscherin des smaragdgr�nen Traumes h�tte die Wahrheit erkennen m�ssen. Wahrscheinlich wurde das Innere so subtil vor ihr und den anderen Aspekten verborgen, dass sie die Scheibe in die Hand h�tte nehmen k�nnen, ohne etwas zu bemerken.</p><p>Vielleicht� vielleicht w�rden die Drachen die Wahrheit begreifen, wenn es Malfurion gelang, den Schutzzauber aufzuheben. Noch war es nicht zu sp�t.</p><p>Er unterdr�ckte seinen Ekel und tastete sich tiefer in die Scheibe vor. Dank seiner hoch entwickelten Sinne fand er das Zentrum des Zaubers schnell. Er begann es aufzul�sen.</p><p>Ein Schlag wie aus tausend Blitzen durchfuhr seinen Geistk�rper und drohte, ihn auseinander zu rei�en. Malfurion schrie lautlos. Er sah zu Ysera hin�ber, erkannte aber entsetzt, dass sie nichts von seinen Schmerzen bemerkte.</p><p>Ein anderer schon.</p><p>Er schaute den Nachtelfen nicht an, aber dessen Gedanken schossen dem sich windenden Druiden entgegen. Der Wahnsinn, der darin wohnte, war offensichtlich.</p><p><emphasis>So!</emphasis>, br�llte Neltharion, w�hrend er in der Welt der Sterblichen weiter h�flich und freundlich mit den anderen sprach. <emphasis>Du versuchst also, meine ruhmreiche Drachenseele zu stehlen!</emphasis></p><p>Eine monstr�se, unsichtbare Macht presste Malfurion zusammen. Entsetzt starrte er auf seinen K�rper. Doch dann erkannte er, dass das Bild, das er von sich hatte, tats�chlich nur ein Bild war. Neltharion h�tte ihn zerfetzen k�nnen, ohne der Gesundheit des Druiden zu schaden. Doch das versuchte der Erdw�chter nicht einmal. Er wollte Malfurion vielmehr in ein magisches Gef�ngnis sperren, um zu verhindern, dass er die Scheibe noch einmal anfasste oder jemanden warnte.</p><p>Die schreckliche Erinnerung an den geistigen Kerker, in den Lord Xavius ihn verbannt hatte, befl�gelte Malfurion. Er befreite sich von dem Zauber, bevor er besiegelt werden konnte. Dann wandte er sich in der Hoffnung an Ysera, dass sie die Gefahr bemerkt hatte�</p><p><emphasis>Nein, sie werden sich nicht einmischen!</emphasis> Neltharions mentale Pr�senz war �berw�ltigend. <emphasis>Du wirst nicht vernichten, was ich begonnen habe. Das wird niemand!</emphasis></p><p>Da Ysera nicht eingreifen konnte, tat der Druide das Einzige, was ihm noch �brig blieb. Er verlie� die Kammer und die Welt der Sterblichen und zog sich in die Einsamkeit des smaragdgr�nen Traumes zur�ck.</p><p>Sofort wurde es ruhig. Er schwebte �ber den Bergen, dort, wo er die Herrin der Tr�ume getroffen hatte. Erleichtert versuchte er, seine Gedanken zu sammeln.</p><p>Mit lautem Gebr�ll sprang ihm eine schattenhafte Gestalt entgegen.</p><p>Der Druide wich im letzten Moment zur�ck. Er traute seinen Augen nicht. Neltharion war ihm tats�chlich ins Traumreich gefolgt. Hier wirkte der Drache noch schrecklicher als in der wirklichen Welt. Sein Gesicht war eine verzerrte diabolische Karikatur. Das B�se, das er in die Drachenseele eingebettet hatte, zog sich wie eine Spur der Vernichtung durch sein Gesicht. Neltharion war doppelt so gro� wie in der realen Welt. Seine Klauen umspannten Meilen, und seine Fl�gel waren so gewaltig, dass sie die Bergkette verdeckten.</p><p><emphasis>Ich werde nicht aufgeben, was mir zusteht! Nur ich habe das Recht zu herrschen! Du wirst nichts verraten!</emphasis></p><p>Neltharion atmete aus. Gr�nes Feuer schoss durch den smaragdgr�nen Traum.</p><p>Malfurion schrie auf, als ihn das Feuer erreichte. Der Drache vollbrachte das Unm�gliche. Er war ohne Yseras Wissen in ihren Herrschaftsbereich eingedrungen und versuchte jetzt sogar, die Essenz des Druiden zu vernichten.</p><p>Malfurion dachte pl�tzlich an etwas, das Cenarius einmal gesagt hatte: <emphasis>Die Wahrnehmung ist tr�gerisch. Was du f�r real h�ltst, muss nicht real sein. In der Welt, in der du dich als Druide bewegst, bestimmst du deine Wahrnehmung</emphasis>.</p><p>Malfurion wusste zwar nicht, ob er die Lehre richtig verstanden hatte, aber er setzte sie trotzdem ein und leugnete die Flammen einfach. Sie konnten hier nicht existieren. Wie sein eigener K�rper und Neltharions Gestalt wirkten sie zwar greifbar echt, waren es aber nicht. Es waren nur Bilder, Illusionen.</p><p>Deshalb konnte das Feuer auch kein Haar auf seinem imagin�ren Kopf versengen.</p><p>Die Schmerzen und die Flammen verpufften gleichzeitig. Nur Neltharion blieb zur�ck. Sein Gesicht wirkte noch verzerrter als zuvor. Er betrachtete die kleine Gestalt angewidert, als k�nne er nicht glauben, dass der Druide es gewagt hatte, am Leben zu bleiben.</p><p>Malfurion wusste nicht, ob er bei einem zweiten Angriff des Drachen ebenso viel Gl�ck haben w�rde. Deshalb entschied er sich f�r die Flucht. Er konzentrierte sich auf seinen K�rper, wollte in ihn zur�ckkehren.</p><p>Die gr�nlichen Berge entfernten sich pl�tzlich von ihm. Auch Neltharion wurde zusehends kleiner. Der Druide sp�rte die N�he seines K�rpers.</p><p><emphasis>Nein!</emphasis>, br�llte Neltharion w�tend. <emphasis>Das lasse ich nicht zu!</emphasis></p><p>In dem Moment, in dem der Druide die wirkliche Welt betrat, wurde er von einem harten Schlag getroffen. Im Halbschlaf st�hnte Malfurion, fiel nach hinten und prallte mit dem Kopf auf den Boden. Die letzten Eindr�cke des smaragdfarbenen Traumes verschwanden ebenso wie das w�tende Gebr�ll des schwarzen Drachen.</p><p>�Druide!�, rief eine andere Stimme. �Malfurion Stormrage! Kannst du mich h�ren? Bist du zur�ckgekehrt?�</p><p>Er versuchte, sich auf die Person zu konzentrieren. �K-Krasus?�</p><p>Malfurion warf einen Blick auf das Gesicht des Magiers und wich angsterf�llt zur�ck. Die monstr�sen Z�ge eines Drachen starrten ihm entgegen. Das Maul war aufgerissen und wollte ihn verschlingen.</p><p>�Malfurion!�</p><p>Krasus� schneidende Stimme riss ihn aus seiner Angststarre. Der Nachtelf blinzelte und blickte in das entschlossene blasse Gesicht des Magiers.</p><p>Krasus wirkte besorgt. Er half Malfurion auf und reichte ihm einen Wasserschlauch. Erst als der Druide seinen Durst gestillt hatte, fragte der andere ihn, was geschehen war.</p><p>�Hast du die Herrin der Tr�ume gefunden?�</p><p>�Ja, und ich habe Cenarius mehr als einmal erw�hnt, so wie Ihr es wolltet.�</p><p>Der Drachenmagier l�chelte knapp. �Ich habe mich nur an etwas erinnert, das mir Alexstrasza einmal erz�hlte. Ich dachte mir, dass Yseras Gef�hle so weit in der Vergangenheit noch st�rker sein m�ssten.�</p><p>�Also hatte ich Recht. Sie und mein <emphasis>shan�do</emphasis> � �</p><p>��berrascht dich das? Ihre Herrschaftsbereiche �berlappen einander sehr stark. Seelenverwandte f�hlen sich oft zueinander hingezogen, egal, wie unterschiedlich ihre Abstammung ist.�</p><p>Malfurion hakte nicht nach. �Sie hat mich zu ihrem Treffpunkt begleitet.�</p><p>Krasus� Augen weiteten sich. �Die f�nf Aspekte haben sich getroffen?�</p><p>�Ich habe nur vier gesehen. Ysera, Alexstrasza, ein silberblauer Drache mit heiterem Gesichtsausdruck��</p><p>�Malygos� er wird sich sehr ver�ndern.�</p><p>�Und� und�� Pl�tzlich konnte der Nachtelf nicht weitersprechen. Die Worte klebten an seiner Zungenspitze, wollten sich nicht l�sen. Er versuchte, den Namen auszusprechen, doch aus seinem Mund quollen nur sinnlose Laute.</p><p>Krasus legte eine Hand auf Malfurions Schulter und nickte. �Ich verstehe. Es war noch einer anwesend.�</p><p>�Ja� noch einer.�</p><p>Mehr konnte Malfurion nicht sagen, aber Krasus verstand ihn auch so. Der Nachtelf sah seinen Begleiter schockiert an, als ihm klar wurde, dass der Magier Neltharions Namen ebenso wenig �ber die Lippen brachte wie er selbst. Offenbar hatte auch Krasus eine unangenehme Begegnung mit dem schwarzen Drachen hinter sich.</p><p>Wahrscheinlich wusste Krasus auch von der Drachenseele.</p><p>Sie starrten einander an, und ihr Schweigen verriet viel von dem, was ihre M�nder nicht zu sagen vermochten. Kein Wunder, dass der Drachenmagier so besessen davon war, sein Volk zu erreichen. Die Leviathane waren von einem der ihren verraten worden, und die einzigen, die davon wussten, konnten nicht dar�ber reden � noch nicht einmal miteinander.</p><p>�Wir m�ssen weg�, murmelte Krasus. �Du kannst dir wohl denken, warum.�</p><p>Das konnte Malfurion. Neltharion wollte seinen Tod. Der Druide hatte den smaragdgr�nen Traum so schnell verlassen, dass der Drache ihn nur noch mit diesem Fluch hatte belegen k�nnen, doch das w�rde ihm nicht gen�gen. Malfurion war Neltharions Ziel zu nahe gekommen. Krasus hatte bei seiner Begegnung wahrscheinlich Gl�ck gehabt, aber der Wahnsinn des Schwarzen war mittlerweile so umfassend, dass sie nicht mehr lange sicher sein w�rden. Neltharion w�rde es zwar nicht wagen, selbst zu handeln, aber�</p><p>�Die Wachen!�, stie� er hervor.</p><p>�Ja. Wir werden sie wahrscheinlich Wiedersehen. Wir sollten zu den Hippogriffs zur�ckkehren und verschwinden.�</p><p>Zumindest diese indirekte Kommunikation blockierte der Zauber nicht. Das war ein kleiner, aber leider auch nutzloser Vorteil. Sie konnten Andeutungen �ber ihr Verderben machen, mehr auch nicht.</p><p>Er war noch immer so schwach, dass Krasus ihn st�tzen musste. Langsam gingen sie zur�ck zu ihren bereits ungeduldig wartenden Reittieren. Eines der Hippogriffs kr�chzte, als es die beiden entdeckte. Das andere schlug erschrocken mit den Schwingen.</p><p>�Werden sie uns den ganzen Weg zur�cktragen?�, fragte der Magier.</p><p>�Ja. Cenarius w�rde � �</p><p>Der Boden erbebte heftig. Krasus und der Nachtelf stolperten. Die Hippogriffs hoben ab und flatterten aufgeregt. Unter ihnen bohrte sich ein gewaltiger augenloser Wurm aus dem Erdboden. Ein Riss in seinem Kopf �ffnete sich und enth�llte ein rundes zahnbesetztes Maul. Der Wurm grunzte tief und verschlang das Langsamere der beiden Hippogriffs.</p><p>�Lauf!�, rief Krasus.</p><p>Die beiden rannten durch die karge Landschaft. Der Wurm schien trotz der Mahlzeit nicht ges�ttigt zu sein, denn er drehte sich nach ihnen um. Er grunzte noch einmal und tauchte wieder in die Erde ein.</p><p>�Wir m�ssen uns trennen, Malfurion!�</p><p>Sie rannten in unterschiedliche Richtungen. Hinter ihnen explodierte der Boden, als der Wurm nach oben schoss. Er schnappte nach seiner Beute, traf jedoch nur Luft.</p><p>Obwohl der Wurm keine erkennbaren Augen hatte, sp�rte er, wohin Malfurion lief. Sein gewaltiger K�rper drehte sich ihm zu. Der runde Schlund �ffnete und schloss sich erwartungsvoll.</p><p>Das konnte kein Zufall sein. Wahrscheinlich hatte Neltharion diese Monstrosit�t auf sie gehetzt. Der Verfolgungswahn des Drachen lie� sich durch nichts mehr bremsen.</p><p>Der Wurm hatte Malfurion fast erreicht, als etwas seinen Weg kreuzte. Wild kr�chzend grub das �berlebende Hippogriff seine Klauen in den Kopf der Bestie. Sein Schnabel bohrte sich durch die Haut. Das Hippogriff wollte Rache f�r seinen get�teten Artgenossen.</p><p>Der Wurm grunzte und schnappte nach seinem fliegenden Gegner. Das Hippogriff wich ihm aus und griff erneut an. Sein Ziel war der Kopf.</p><p><emphasis>�Kylis Fortua!</emphasis>�, schrie Krasus.</p><p>Steine und Erdklumpen, die der Wurm aus dem Boden gerissen hatte, erhoben sich in die Luft und attackierten die Kreatur. Der Wurm schwang vor und zur�ck, versuchte, den Kollisionen auszuweichen. Die Felsen konnten den Riesen nur leicht verletzen, aber sie irritierten ihn.</p><p>Der Druide atmete tief ein und �berlegte, wie er seine Magie einsetzen konnte. Es gab nur wenige Pflanzen in dieser Bergregion, doch eine davon erweckte seine Aufmerksamkeit. Malfurion entschuldigte sich bei dem Strauch, dann riss er einige Stacheln von den d�nnen Zweigen. Er holte aus und schleuderte sie dem Wurm entgegen.</p><p>Der Wind trug die Dornen auf ihn zu, schleuderte sie mit wachsender Geschwindigkeit ihrem Ziel entgegen. Malfurion konzentrierte sich.</p><p>Kurz vor ihrem Ziel wuchsen die Dornen pl�tzlich unter dem Einwirken des Druiden. Sie verdreifachten sich zuerst einmal, dann ein zweites Mal. Als sie den Wurm erreichten, waren sie fast so gro� wie der Druide.</p><p>Und sie waren h�rter als die Haut des Wurms. Die Dornen bohrten sich wie st�hlerne Lanzen in das Fleisch des Monsters. Einige waren jetzt mehr als zwei Meter lang.</p><p>Die Kreatur schrie ihre Wut und ihren Schmerz hinaus. Eine gr�ne dampfende Fl�ssigkeit floss aus den Wunden und brachte den Boden zum Kochen. Die Stacheln hatten sich tief in den K�rper gebohrt. Der Wurm sch�ttelte sich wild, dennoch blieben sie stecken.</p><p>�Gut gemacht!�, rief Krasus und ergriff Malfurions Arm. �Versuche das Hippogriff zu rufen.�</p><p>Malfurion ber�hrte den Geist des Tiers, doch dessen Wut war so gro�, dass es den Willen des Druiden ignorierte. Der Wurm hatte seinen Gef�hrten get�tet. Dieser Tod musste ger�cht werden.</p><p>�Es h�rt nicht zu!�, rief der Druide. Panik schlich sich in seine Stimme.</p><p>�Dann m�ssen wir weiterlaufen.�</p><p>Der Wurm, der immer noch versuchte, die Dornen abzusch�tteln, folgte ihnen. Er bewegte sich langsamer als vor dem Angriff, war aber immer noch so schnell, dass er die beiden an den Rand der Ersch�pfung trieb.</p><p>Der Riese bohrte sich tief in die Erde. Der Boden bebte so heftig, dass Malfurion stolperte. Krasus hielt sich auf den Beinen, kam aber kaum vorw�rts.</p><p>�Ich werde etwas ausprobieren!�, rief er. �Seit ich in dieses Land gekommen bin, habe ich mich davor gef�rchtet, aber ohne das Hippogriff habe ich keine andere Wahl, als es zu versuchen.�</p><p>�Was?�</p><p>Krasus antwortete nicht. Er war bereits in seinen Zauber vertieft. Malfurion sp�rte die seltsamen Kr�fte, die sich um den Magier sammelten, als der den rechten Arm hob und Worte in einer Sprache murmelte, die der Nachtelf noch niemals zuvor geh�rt hatte. Krasus machte eine schneidende Geste mit seiner Hand, und die Luft teilte sich und enth�llte einen Riss in der Welt.</p><p><emphasis>Nein, keinen Riss</emphasis>, korrigierte sich Malfurion. <emphasis>Ein Portal</emphasis>.</p><p>Der Drachenmagier hatte den Zauber gerade vollendet, als die Erde neuerlich bebte. Er wandte sich an den Druiden und rief: �Durch das Tor, Malfurion! Durch das � �</p><p>Der Wurm durchbrach die Oberfl�che. Krasus taumelte zur�ck. Malfurion, der bereits den ersten Schritt auf das Tor zugegangen war, wandte sich ab, um seinem Begleiter zu helfen.</p><p>�Du h�ttest hindurchgehen sollen!�, zischte Krasus.</p><p>Mit weit aufgerissenem Maul schoss der Wurm den beiden entgegen. Malfurion zog den Magier auf das Portal zu. Er sp�rte den Wurm hinter sich, roch dessen erdigen Geruch. Ihre Rettung schien weit entfernt zu sein.</p><p>Sie betraten das Tor, und der Wurm schnappte zu�</p></section><section><title><p>14</p></title><p>Westlich von Suramar endete die Verfolgung der Brennenden Legion. Die Nachtelfen konnten sie nicht mehr weiter zur�ckdr�ngen, aber ihre Feinde vermochten auch keinen Boden gutzumachen.</p><p>Die Krieger der Brennenden Legion k�mpften ohne Unterlass, aber die Nachtelfen hatten einen gro�en Vorteil: Sie kannten die Gegend weit besser als die D�monen. Die Landschaft rund um Suramar bestand aus sanften H�geln und breiten Fl�ssen. Bis vor kurzem hatte es dort auch W�lder gegeben, doch sie waren von der Brennenden Legion niedergebrannt worden. Jetzt sah man nur noch geschw�rzte St�mme und zerfallene H�tten. Sie dienten nicht nur als Orientierungspunkte, sondern boten auch Schutz.</p><p>Sp�her wurden ausgesandt, um die genaue Aufstellung der D�monen zu erkunden. In einer dieser Gruppen befanden sich Brox, Rhonin, Captain Shadowsong und einige seiner Soldaten. Der Orc und der Mensch hatten sich freiwillig f�r diese Mission gemeldet, da sie besser mit der Vorgehensweise der Brennenden Legion vertraut waren als die Nachtelfen. Ravencrest hatte jedoch darauf bestanden, dass sie und der Rest der kleinen Truppe zu einer festgesetzten Zeit ins Lager zur�ckkehren mussten. Nur so konnte er ihre Sicherheit garantieren, und abh�ngig von den Informationen, die ihm seine Kundschafter �berbrachten, w�rde er vielleicht schon kurz darauf angreifen lassen.</p><p>Es war Nacht geworden, doch daran lag es nicht, dass die Gruppe so langsam vorankam. Die Dunkelheit h�tte ihnen nicht geschadet, im Gegenteil, sie h�tte bei der Suche geholfen. Der dichte gr�ne Nebel, der alles bedeckte, behinderte sie hingegen. Er schien sich �berall dort auszubreiten, wo sich die D�monen aufhielten. In seinem Schutz konnten sie den ahnungslosen Sp�hern auflauern.</p><p>Langsam bewegte sich der zw�lfk�pfige Sp�htrupp �ber das zerst�rte Land. Schwarze, verdorrte St�mme warfen unheimliche Schatten in den Nebel. Der gr�ne Schleier h�llte alles ein.</p><p>Das hatte jedoch auch Vorteile. Der Sp�htrupp war nicht weit von Suramar entfernt und bewegte sich gerade durch eine Gegend, in der eine Siedlung gestanden hatte. Hier und da konnte man noch die Ruinen eines umgefallenen oder zertr�mmerten Baumhauses erkennen, mehr jedoch nicht. Die Reiter wussten, dass die Einwohner vermutlich irgendwo zwischen ihren zerst�rten Behausungen lagen.</p><p>�Barbarisch��, murmelte Jarod.</p><p>Brox grunzte. Die Nachtelfen hatten schnell gelernt, wie man sich innerlich gegen Grausamkeiten wappnete, aber sie konnten sie nicht so hinnehmen wie ein Orc. Brox war mit Gewalt aufgewachsen. Zuerst das Ende des Krieges gegen die Allianz, dann der opferreiche Marsch ins Reservat� und schlie�lich der Kampf gegen die Brennende Legion und die Untoten-Gei�el. Er trauerte zwar um die Toten, aber es gab nur wenig, was ihm noch h�tte den Magen umdrehen k�nnen. Letzten Endes war jeder Tod gleich.</p><p>Rechts neben dem Orc fluchte Rhonin leise. Der Zauberer steckte den Sichtstein, den er hatte benutzen wollen, wieder in seine G�rteltasche. Auch diese Magie konnte den Nebel offenbar nicht durchdringen.</p><p>Brox vertraute bei der Suche nach dem Feind auf seine eigenen Methoden. Alle paar Schritte hob er die Nase in die Luft und schn�ffelte. Die meisten Ger�che, die er wahrnahm, r�hrten von Tod und Verwesung. Die einzigen D�monen, die er bemerkt hatte, waren l�ngst tot. Ihre K�rper lagen am Boden und verrotteten.</p><p>Nat�rlich gab es viele andere Leichen. �berall lagen verst�mmelte Nachtelfen. Einige waren Soldaten, die beim R�ckzug ums Leben gekommen waren, andere hilflose Zivilisten, die zu langsam gewesen waren. Kein Opfer war unversehrt: Arme, Beine, sogar K�pfe hatte man abgetrennt. Einige Leichen schienen nach ihrem Tod verst�mmelt worden zu sein. Wenn die Soldaten solche Toten sahen, verh�rteten sich ihre Gesichter noch mehr.</p><p>�Verteilt euch, aber bleibt in Sichtweite�, befahl Jarod, der die Z�gel seines Nachts�blers kurz hielt. �Und achtet auf eure Tiere.�</p><p>Den letzten Befehl sprach er zum wiederholten Mal aus. Die gro�en Panther waren angespannt, so als bemerkten sie etwas, das ihre Reiter nicht wahrnehmen konnten. Das erh�hte die Nervosit�t des Sp�htrupps.</p><p>Schatten wie aus einem Alptraum erhoben sich vor ihnen� die �u�eren Bezirke Suramars. Die Brennende Legion hatte nicht genug Zeit gehabt, um die ganze Stadt zu schleifen, deshalb ragte ein Teil von ihr noch immer wie ein Skelett in die H�he. Es war ein Mahnmal f�r all das, was die Brennende Legion angerichtet hatte� und vielleicht noch anrichten w�rde.</p><p>�Mutter Mond��, fl�sterte ein Soldat.</p><p>Brox sah Jarod an. Der Captain starrte ohne zu blinzeln auf seine Heimat. Seine H�nde krampften sich um die Z�gel. Eine Ader in seinem Hals pochte.</p><p>�Es ist schwer, kein Zuhause mehr zu haben�, sagte der Orc, der an sein eigenes Leben dachte.</p><p>�Ich habe ein Zuhause�, widersprach Jarod. �Suramar ist immer noch meine Heimat.�</p><p>Der Orc schwieg. Er verstand den Schmerz des Nachtelfen.</p><p>Durch zertr�mmerte Tore r�ckten sie in die Stadt vor. Es war vollkommen still. Ihr eigener Atem erschien ihnen zu laut an diesem Ort der Ruhe.</p><p>Nach einer Weile z�gelten sie ihre Reittiere. Jarod sah den Magier Rat suchend an. Vor ihnen teilte sich die Stra�e in drei Wege.</p><p>Aus Sicherheitsgr�nden h�tte die Gruppe eigentlich zusammenbleiben sollen, aber dann blieb ihnen nicht gen�gend Zeit, um die ganze Stadt zu durchk�mmen.</p><p>Rhonin runzelte die Stirn und sagte: �Niemand zieht hier allein los. Dieser Nebel ist magisch. Dann k�nnen wir eben nicht alles absuchen, Captain.�</p><p>�Ich bin deiner Meinung�, stimmte der Captain erleichtert zu. �Ich h�tte nie gedacht, dass ich den Ort, an dem ich aufgewachsen bin, einmal mit solchem Misstrauen betreten w�rde.�</p><p>�Das ist nicht mehr dein Suramar, Shadowsong. Das darfst du nie vergessen. Die Brennende Legion beschmutzt alles, was sie ber�hrt. Die Stadt kann auch ohne D�monen sehr gef�hrlich sein.�</p><p>Brox nickte. Er erinnerte sich noch gut an die Dinge, die aus dem Nebel gekrochen waren, als sein Volk gegen die H�llischen k�mpfte. Dagegen verblasste alles, was die Nachtelfen bisher gesehen hatten.</p><p>Es waren gen�gend Ruinen �brig geblieben, um sich in der Stadt orientieren zu k�nnen. Hier und da tauchte ein unbesch�digtes Geb�ude aus dem Nebel auf. Jarods Soldaten untersuchten diese H�user in der Hoffnung, auf �berlebende zu sto�en.</p><p>Sie fanden jedoch keine.</p><p>Die Gruppe hatte sich zwar nicht trennen wollen, aber die Zerst�rungen zwangen sie schlie�lich dazu. Der Weg, den sie gew�hlt hatten, war so verschlungen und voller Tr�mmer, dass es zu viel Zeit gekostet h�tte, weiter zusammenzubleiben. Also entschied sich Jarod schweren Herzens, jeweils drei Soldaten in Seitenstra�en zu entsenden.</p><p>�Macht einen Bogen um die Tr�mmer und kehrt zu uns zur�ck, sobald es m�glich ist�, befahl er den sechs Nachtelfen. Die beiden Gruppen wendeten ihre Nachts�bler. �Und bleibt zusammen!�, rief Jarod ihnen nach.</p><p>Shadowsong und seine �brig gebliebenen drei Soldaten bildeten die Eskorte f�r Rhonin � und damit auch f�r Brox. Langsam zogen sie weiter. Die Nachts�bler bewegten sich vorsichtig durch die Ruinen. Drei gro�e Baumh�user waren hier zerst�rt worden und hatten sich �ber die Stra�e verteilt. Eines lag quer �ber den anderen beiden und �ber dem Weg.</p><p>Brox� Nachts�bler trat auf etwas und fauchte erschrocken. Rhonin warf einen Blick nach unten und sagte: �Der Besitzer ist noch hier.�</p><p>Auf dem H�gelkamm fanden sie weitere Leichen. Es waren Stadtbewohner, die offenbar versucht hatten zu fliehen, aber von der Brennenden Legion eingeholt worden waren. Abgesehen von ihren schrecklichen Wunden waren die Opfer merkw�rdigerweise unversehrt. Die Verwesung hatte nicht eingesetzt, und auch Aasfresser waren nicht �ber sie hergefallen.</p><p>�Sie sind beim ersten Angriff umgekommen�, bemerkte der Magier. �Seltsam, dass sie noch so gut aussehen.�</p><p>�Ihr Anblick reicht mir v�llig�, sagte Jarod Shadowsong.</p><p>Die Panther bewegten sich vorsichtig auf den urspr�nglichen Weg zu, der nicht immer leicht erkennbar war. Brox hob seine Nase in die Luft und atmete tief ein.</p><p>Einen Moment lang glaubte er etwas wahrzunehmen, doch der Geruch war alt und schwach. Er sah sich um und entdeckte den Kadaver einer Teufelsbestie, die irgendein Soldat aufgespie�t hatte. Brox grunzte zufrieden.</p><p>Schlie�lich erreichten sie ebenen Boden. Jarod zeigte nach vorne und sagte: �Da hinten ist eine gr��ere Stra�e, Meister Rhonin. Dort werden wir die anderen treffen.�</p><p>�Das w�rde mich freuen.�</p><p>Kurze Zeit sp�ter tauchte die Stra�e aus dem Nebel auf. Die Gruppe hielt auf einer Kreuzung an und sah sich um.</p><p>�Wir sind vermutlich vor ihnen da�, sagte Jarod.</p><p>Brox streckte sich. Rhonin setzte sich nerv�s in seinem Sattel auf. Seine Finger kr�mmten sich. Der Orc wusste, dass so die Vorbereitungen auf einen Zauber aussahen.</p><p>�Ah.� Jarod wirkte erleichtert. �Da kommen die ersten.�</p><p>Von links ritten drei Soldaten heran. Sie wirkten erfreut, als sie ihre Kameraden entdeckten. Sogar die Panther liefen ihnen freudig entgegen.</p><p>�Was habt ihr gesehen?�, fragte Shadowsong die Ank�mmlinge.</p><p>�Nichts, Captain�, antwortete der Rangh�chste. �Nur Ruinen und Leichen. Ungef�hr gleich viele von unseren Leuten wie von diesen Ungeheuern.�</p><p>�Verdammt��</p><p>�Gibt es Vermisste, die du kennst, die sich aber nicht bei unserer Streitmacht befinden?�, fragte Rhonin.</p><p>�Leider sehr viele. Und je mehr Leichen wir hier finden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie in der Menge einfach �bersehen habe.�</p><p>Brox hatte solche Geschichten schon oft geh�rt. Viele, mit denen er aufgewachsen war, hatten in den unz�hligen Schlachten den Tod gefunden. Kein Wunder, dass er sein �berleben bedauert hatte, schlie�lich hatte der Orc die meisten seiner Blutsbr�der �berlebt. Er begriff, dass seine Sehnsucht nach dem Tod auch aus seiner Einsamkeit entsprungen war.</p><p>Jarod blickte in die entgegengesetzte Richtung. �Die anderen sollten jeden Moment hier sein.�</p><p>Doch dieser Moment und einige hundert weitere kamen und gingen, ohne dass die erwarteten Soldaten auftauchten. Die Reiter wurden nerv�s. Ihre schlechte Laune �bertrug sich auf die Nachts�bler, die mit jeder verstreichenden Minute lauter fauchten und knurrten.</p><p>Schlie�lich hielt es Brox nicht mehr aus. Captain Shadowsong, der ebenfalls nach den verschwundenen Soldaten suchen wollte, hatte den Befehl noch nicht ausgesprochen, da ritt Brox bereits los.</p><p>Er lenkte sein Reittier die Stra�e entlang und forschte angespannt nach irgendwelchen Hinweisen. Rhonin und die Nachtelfen folgten ihm.</p><p>Tr�mmer bedeckten die Stra�e. Zerrissene Kleidung und alte Blutflecke bildeten die einzigen Farbkleckse im d�steren Nebel. Der Orc nahm seine Axt heraus und zwang sein Reittier weiter.</p><p>Brox entdeckte etwas Merkw�rdiges. Er richtete sich im Sattel auf und sah sich aufmerksam um. Sein Verdacht best�tigte sich.</p><p>Es lagen keine Leichen am Boden, keine Nachtelfen, keine D�monen. Auch die zu bef�rchtenden Leichen der Soldaten oder ihrer Reittiere waren nicht zu sehen.</p><p>Was war mit ihnen geschehen?, fragte sich Brox. Wieso war diese Stra�e nicht mit Opfern der Invasion bedeckt?</p><p>Ein Ger�usch lie� den gr�nh�utigen Krieger zusammenzucken. Er drehte den Kopf nach rechts und sah eine Gestalt, die sich langsam aus dem Nebel sch�lte. Es war ein Soldat, aber er ging zu Fu� und hatte seine Waffe gezogen.</p><p>�Wo ist dein Reittier?�, fragte der Orc.</p><p>Der Soldat trottete steif auf ihn zu. Seine R�stung war blutverschmiert, und sein Mund stand offen.</p><p>Als er n�her kam, bemerkte Brox, dass sein Kiefer fehlte, ebenso ein Auge. Die Wunde zog sich bis zu seiner Kehle� oder was davon noch �brig war.</p><p>Die unheimliche Gestalt hob ihre Waffe, als sie Brox� Stimme h�rte. Hinter ihr schoben sich weitere Schatten aus dem Nebel.</p><p>Der gr�nh�utige Krieger war kein Feigling, doch jetzt riss er sein Reittier hart herum. Die gro�e Katze schlug mit einer Tatze nach dem Soldaten und schleuderte ihn zur Seite wie ein Spielzeug.</p><p>Die anderen erreichten ihn im gleichen Moment. Jarod sah an ihm vorbei zu dem am Boden liegenden Soldaten. �Warum hast du das getan? Dein Panther hat ihn umgebracht!�</p><p>�Er war schon vorher tot. Wir m�ssen uns beeilen. Da hinten sind noch mehr!�</p><p>Der Nachtelf wollte widersprechen, aber Rhonin hielt ihn mit einer Hand zur�ck. �Sieh in den Nebel, Shadowsong! Sieh hin!�</p><p>Jarod folgte der Aufforderung. Sein Gesicht verzerrte sich entsetzt. Der t�dlich verletzte Soldat kam taumelnd auf die Beine, bot einen noch groteskeren Anblick als zuvor. Er hob sein Schwert und stolperte auf die kleine Gruppe zu. Hinter ihm konnte man jetzt die anderen Gestalten deutlicher erkennen. Es waren Nachtelfen, die weitaus monstr�ser wirkten als der tote Soldat. Ihre Wunden waren schrecklich. Einigen fehlten Gliedma�en. Sie alle hatten den gleichen leeren Gesichtsaudruck und bewegten sich mit der gleichen t�dlichen Entschlossenheit.</p><p>�Weg hier!�, rief der Captain. �Zur�ck durch das Stadttor! Folgt mir!�</p><p>Jarod und der Zauberer �bernahmen die F�hrung. Gemeinsam floh die Gruppe vor den herantaumelnden Untoten. Sie ritten den gleichen Weg zur�ck, den sie gekommen waren, doch als sie die Kreuzung erreichten, lenkte Jarod sein Reittier in die entgegen gesetzte Richtung.</p><p>�Warum hier lang?�, rief Rhonin.</p><p>�Dieser Weg wird uns schneller an unser Ziel bringen� hoffe ich.�</p><p>Doch als sie weiterritten, sch�lten sich noch mehr Gestalten aus dem Nebel. Brox knurrte, als eine �ltere Frau in blutverschmiertem, ehemals silbernem Gewand beinahe hungrig nach seinem Bein griff. Er trat nach ihr und schlug ihr zur Sicherheit mit einem gewaltigen Axtstreich den Kopf ab. Ihr K�rper taumelte, doch ihre Arme griffen und schlugen weiter nach dem Orc� der aber l�ngst weg war.</p><p>Rhonin z�gelte pl�tzlich seine Katze. �Vorsicht!�</p><p>Seine Warnung kam zu sp�t f�r den Soldaten neben ihm. Unz�hlige Klauen, die einst H�nde gewesen waren, rissen ihn von seinem Reittier. Er stach mit seinem Schwert nach ihnen, konnte aber nichts ausrichten.</p><p>Jarod wollte ihm zu Hilfe eilen, aber im gleichen Moment verschwand sein Kamerad bereits zwischen den lebenden Leichen. Seine Schreie endeten abrupt.</p><p>�Du kannst ihm nicht mehr helfen!�, rief der Zauberer, als er sah, dass Jarod z�gerte. �Reitet alle weiter. Ich wei�, was ich tun muss.�</p><p>�Wir werden dich nicht zur�cklassen�, widersprach der Captain.</p><p>Brox z�gelte seine Katze neben Rhonin. �Ich bleibe bei ihm.�</p><p>�Wir bleiben direkt hinter dir, Shadowsong. Da hinten sieht der Weg frei aus. Ihr solltet die Stadt problemlos verlassen k�nnen.�</p><p>Der Nachtelf wollte seine Freunde nicht zur�cklassen, wollte aber auch keine weiteren Leben riskieren. Er wusste, dass Rhonin die besten �berlebenschancen der Gruppe hatte.</p><p>�Hier lang!�, rief der Captain dem Rest seines Trupps zu.</p><p>Der reiterlose Nachts�bler folgte den Soldaten. Rhonin wandte sich zu den herantaumelnden Leichen um. �Brox, ich brauche ein paar Sekunden.�</p><p>Der Orc nickte und preschte vor. Er stie� einen Schlachtruf aus und begann mit seiner Axt um sich zu schlagen. Er durchtrennte H�nde, die nach ihm griffen, riss Brustk�rbe auf und schlug K�pfe mit t�dlicher Pr�zision und enormer Wucht ab.</p><p>Als Brox� Kraft nachzulassen begann, rief Rhonin ihn zur�ck. �Das reicht! Komm zu mir!�</p><p>Der Zauberer wartete, bis der Orc seine Katze neben ihm z�gelte, dann warf er der herantaumelnden Horde eine kleine Phiole entgegen. Sie flog �ber die erste Reihe der wandelnden Leichen hinweg und bespritzte sie mit einer Fl�ssigkeit, die bei Ber�hrung in Flammen aufging.</p><p>Das Feuer weitete sich rasch zum Inferno aus. Die Leichen, die hinter der ersten Reihe gingen, stolperten in die Flammen hinein und fingen ebenfalls Feuer. Diejenigen, die bereits brannten, kollidierten mit anderen und setzten sie in Brand.</p><p>�Das Gleiche habe ich mal gegen die Untoten-Gei�el eingesetzt�, sagte der Mensch grimmig, aber zufrieden. �Komm, wir m�ssen � �</p><p>Eine der brennenden Gestalten prallte gegen Brox� Reittier. Der Nachts�bler fing sofort Feuer. Der Orc versuchte sich auf dessen R�cken zu halten, als das Tier in Panik fl�chtete � tiefer in die Stadt hinein.</p><p>Rhonin rief hinter ihm her, aber Brox konnte den Nachts�bler nicht beruhigen. Die Schmerzen des glimmenden Feuers trieben den Panther in den Wahnsinn. Unkontrolliert st�rmte er durch die Stra�en.</p><p>Der Orc versuchte das Feuer auszuschlagen, doch das half nicht. Der Nachts�bler stoppte abrupt und warf sich auf seine schmerzende Seite. Brox konnte gerade noch abspringen, sonst w�re sein Bein unter dem Tier zerquetscht worden.</p><p>Der Panther rollte sich �ber den Boden, geriet wieder in Panik und st�rmte davor. Brox konnte ihn nicht aufhalten. Der Orc warf sich herum und begann, mit seiner Axt um sich zu schlagen, erkannte jedoch nach einem Moment, dass er sich in keiner unmittelbaren Gefahr befand.</p><p>Allerdings war er auch allein und ohne Reittier.</p><p>Vorsichtig machte sich Brox auf den R�ckweg � zumindest hoffte er, dass es der R�ckweg war. Der verletzte Panther schien ihn weiter mit sich geschleppt zu haben, als der Orc anfangs gedacht hatte.</p><p>Er bl�hte die N�stern, roch jedoch weder den Menschen, noch die Nachtelfen. Auch sein sonst unfehlbarer Orientierungssinn lie� ihn im Stich. Der Nebel narrte seine Sinne.</p><p>Unsicher bog der Orc in eine Stra�e ein, die ihm vertraut erschien. Geschw�rzte B�ume und zerst�rte Geb�ude sch�lten sich aus dem Nebel, aber er erkannte nichts davon wieder.</p><p>Pl�tzlich roch er etwas. Brox z�gerte und bl�hte erneut die N�stern. Er biss die gelben Z�hne zusammen.</p><p>Mit neuer Entschlossenheit wandte er sich nach rechts. Bei jedem Schritt hob er die Nase in die Luft. Er kletterte �ber eine entwurzelte Eiche und �ber die Ruinen eines zertr�mmerten Hauses. Brox lie� sich von diesen Hindernissen nicht beirren. Er bewegte sich vorsichtig und m�glichst lautlos � eine schwierige Aufgabe, da er nur eine Hand benutzen konnte, um sich abzust�tzen. In der anderen hielt er weiterhin seine Axt fest umklammert.</p><p>Als er das Dach der ehemaligen Nachtelfen-Behausung erreichte, nahm Brox einen neuen Geruch wahr. Seine N�stern kr�uselten sich angewidert, doch auch davon lie� er sich nicht zur�ckhalten. Und dann blickte er �ber den Dachfirst und sah die D�monen bei ihrem schauerlichen Werk.</p><p>Vier Teufelsw�chter und eine Verdammniswache befanden sich unter ihm. Brox hielt sie allerdings f�r eine geringere Bedrohung als die beiden Gestalten, die vor ihnen standen. Der Orc knurrte, als er die gefl�gelten Monstrosit�ten in ihrer mitternachtsblauen R�stung wieder erkannte � aus seiner eigenen Zeit. Sie gestikulierten mit Fingern, die in klingenartigen N�geln endeten. Eine gr�ne Aura umgab ihre H�nde.</p><p><emphasis>Nathrezim</emphasis>. Man nannte sie auch <emphasis>Schreckenslords</emphasis>.</p><p>Sie waren gr��er als die anderen D�monen und wirkten gef�hrlicher. Aus ihren K�pfen ragten geschwungene dunkle H�rner empor. Ihre Haut war grau wie die einer Leiche und vollkommen haarlos. Zwei Fangz�hne ragten aus ihrem Maul. Brox musste unwillk�rlich an die Vampirgeschichten denken, die man sich �ber die Schreckenslords erz�hlte. Die Nathrezim waren tats�chlich Vampire, allerdings saugten sie den Verstand der geistig Schwachen aus und versklavten ihre Opfer manchmal sogar.</p><p>Die beiden bewegten sich auf kr�ftigen behuften Ziegenbeinen. Sie galten als listige und �u�erst talentierte Magier � noch talentierter als die Eredar �, waren aber au�erdem f�hige K�mpfer. In dieser speziellen Situation musste der Orc jedoch haupts�chlich ihr magisches K�nnen f�rchten, denn er hatte die Totenbeschw�rer gefunden.</p><p>Den beiden Nathrezim war es tats�chlich gelungen, die Toten zu erwecken, die von ihren D�monenkriegern so brutal ermordet worden waren. Der Orc dachte an die Untoten-Gei�el und deren dunkle Zauber. Was diese Kreaturen hier taten, war schlimmer als alles, was die Teufelsw�chter und Verdammniswachen anrichten konnten.</p><p>Brox stellte sich vor, wie er sich gef�hlt h�tte, w�ren seine ermordeten Kameraden pl�tzlich in den Reihen der Feinde aufgetaucht. Das war ein Sakrileg, eine Beleidigung der Geister. Eine unbez�hmbare Wut stieg in ihm auf. Brox dachte an Rhonin und die Nachtelfen. M�glicherweise waren sie entkommen, doch es trieben sich so viele wandelnde Tote in der Stadt herum, dass sie vielleicht gerade um ihr Leben k�mpften� oder es bereits verloren hatten. Und wenn sie es verloren hatten, w�rden sie sich wahrscheinlich bald den Reihen der Untoten anschlie�en. Brox konnte sich nicht l�nger zur�ckhalten. Er erhob sich aus seinem Versteck, stie� seinen Schlachtruf aus und st�rmte seinen Feinden entgegen.</p><p>Sein Schrei hallte durch die Stille. Es bereitete ihm Freude, als er sah, dass die D�monen erschrocken zusammenzuckten. Ihre Verbl�ffung verlangsamte ihre Reflexe. Darauf hatte der Orc gez�hlt.</p><p>Die Axt, die Malfurion und der Halbgott f�r ihn erschaffen hatten, schnitt widerstandslos in die gepanzerte Brust des ersten Teufelsw�chters. Dessen Eingeweide quollen hervor. Noch w�hrend er zusammenbrach, trennte Brox bereits den Unterarm seines zweiten Feindes ab.</p><p>Die Schreckenslords unterbrachen ihre Zauber nicht. Sie verlie�en sich auf die anderen D�monen. Allerdings hatten sie noch nie gegen Orcs gek�mpft � zumindest nicht in dieser Zeit �, und ihr fehlendes Wissen war ein Vorteil f�r Brox. Er prallte gegen eine Verdammniswache und warf sie mit seinem betr�chtlichen Gewicht um. Elegant wich er deren Schwertsto� aus.</p><p>Brox schlug nach seinem gefl�gelten Gegner und parierte den Hieb eines zweiten Feindes. Er halbierte den D�mon. Mit dem n�chsten Schlag zertr�mmerte er den Sch�del des ersten Gegners.</p><p>Jetzt endlich schaute einer der beiden Zauberer auf. Er unterbrach sein Tun und zeigte mit einer Hand auf Brox.</p><p>Verzweifelt warf sich der Orc zur Seite. So sorgte er daf�r, dass der Zauber die hinter ihm befindliche Verdammniswache traf. Die gefl�gelte Gestalt schrie und kr�mmte sich zusammen. Ihre Brust bl�hte sich auf und zerplatzte.</p><p>Ein Hieb traf den Orc von hinten. Brox sch�ttelte sich benommen. Der letzte noch lebende Teufelsw�chter stand �ber ihm. Der Nathrezim lief auf ihn zu. Schadenfreude leuchtete in seinem d�monischen Gesicht.</p><p>�Du wirst gut f�r uns k�mpfen�, zischte er. �Viele deiner Freunde t�ten��</p><p>Der Gedanke, dass er als Toter Tyrande und den anderen entgegenstolpern w�rde, entsetzte Brox. Er war bereit, den Tod zu akzeptieren � aber nicht diese Parodie des Sterbens.</p><p>�Nein!� Brox richtete sich auf, wohl wissend, dass er keine Chance gegen die Waffen des Teufelsw�chters oder die Zauber des Nathrezim hatte.</p><p>Im gleichen Moment heulte der zweite Totenbeschw�rer pl�tzlich auf. Seine Laute brachen jedoch ebenso pl�tzlich wieder ab, als er in blauen Flammen aufging.</p><p>Die beiden D�monen fuhren herum und verschafften so Brox seine Chance. Er st�rzte sich auf den zweiten Totenbeschw�rer und riss die Axt hoch. Die scharfe Klinge trennte dessen Haupt vom K�rper.</p><p>Eine Klinge stach in seine Seite. Brox grunzte schmerzerf�llt und wandte sich dem Angreifer zu. Seine Axt zertr�mmerte dessen Schwert. Der Teufelsw�chter wollte sich zur�ckziehen, doch der Orc t�tete ihn mit einem Schlag.</p><p>Schwer atmend sah er sich um. Aus den Tr�mmern eines umgest�rzten Baumes trabte Rhonin auf seinem Nachts�bler vor.</p><p>�Ich dachte, du k�nntest ein wenig Ablenkung gut gebrauchen.� Der Zauberer betrachtete die Leichen. �Wenn ich mich unerw�nscht eingemischt haben sollte, kannst du mir das ruhig sagen.�</p><p>Brox schnaufte. �Ein guter Krieger sch�tzt jeden Verb�ndeten, Mensch. Dieser Krieger dankt dir.�</p><p>�Ich sollte dir danken. Schlie�lich hast du die Totenbeschw�rer gefunden. Der Anblick der lebenden Leichen hat mich zu sehr an die Schrecken der Untoten-Gei�el erinnert.�</p><p>Brox suchte mit Blicken nach den Untoten, fand jedoch keinen.</p><p>�Keine Sorge, Brox�, beruhigte ihn Rhonin. �Als die Nathrezim fielen, verging auch ihr Zauber. Die Toten haben ihre Ruhe wieder gefunden.�</p><p>�Gut.�</p><p>�Du bist verwundet.�</p><p>Der Orc grunzte nur. �Ich war schon oft verwundet.�</p><p>Rhonin grinste. �Na ja, dann wirst du reiten. Jarod und die anderen warten bestimmt hinter dem Tor auf uns. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der ehrenwerte Captain sich weit von uns entfernen w�rde. Er hat schon Krasus und Malfurion verloren. Er wird Ravencrest nicht noch einmal mit leeren H�nden gegen�bertreten.�</p><p>Unter anderen Umst�nden h�tte Brox das Angebot nicht angenommen. Bei seinem Volk galt es als besch�mend, Anzeichen von Schw�che zu zeigen.</p><p>Doch er sp�rte, dass er mit seiner St�rke am Ende war. Ein guter Krieger brachte nicht diejenigen in Gefahr, die ihm geholfen hatten. Der Orc stieg auf den Nachts�bler und �berlie� Rhonin die Z�gel.</p><p>�Es beginnt��, murmelte der Zauberer. �Sie experimentieren mit einer Armee aus Untoten. Wahrscheinlich arbeiten sie auch an anderen Orten damit.�</p><p>Im dichten Nebel war der Weg beschwerlich. Brox bemerkte einen toten Nachtelf. Seine Kleidung lie� darauf schlie�en, dass er in der Stadt gelebt hatte. Er regte sich nicht. Der Anblick erleichterte und bedr�ckte den Orc gleicherma�en.</p><p>�Du verstehst, was ich damit sagen will, nicht wahr, Brox?�</p><p>Der Orc verstand es. Jeder, der den letzten Krieg gegen die Brennende Legion und das schreckliche Nachspiel �berlebt hatte, h�tte es verstanden. In ihrer Zeit hatten alle die Horrorgeschichten �ber die Pestl�nder und die untoten Horden, die sie durchstreiften, geh�rt. Viele hatten miterleben m�ssen, wie Freunde und Familienangeh�rige von den Toten auferstanden und von ihnen angegriffen worden waren.</p><p>Die Untoten-Gei�el hielt die Welt in ihren Klauen, wollte sie in ein riesiges Pestland verwandeln. Quel�Thalas war beinahe verloren, viele Gegenden Lordaerons ebenfalls. Die Untoten durchstreiften fast alle L�nder.</p><p>Hier, in tiefster Vergangenheit, waren Rhonin und Brox gerade den ersten Anzeichen der Geburt dieser Gei�el begegnet� und trotz ihres kleinen Sieges wussten sie, dass sie diesen Teil der Zukunft nicht mehr w�rden �ndern k�nnen.</p></section><section><title><p>15</p></title><p>Die Stimme in Illidans Kopf fl�sterte Dinge, die er anfangs f�r undenkbar hielt. Ja, er war eifers�chtig auf seinen Bruder, aber er w�rde ihm trotzdem niemals ein Leid zuf�gen. Eher h�tte er sich den eigenen Arm abgeschlagen.</p><p>Und doch� der Gedanke hatte auch etwas Tr�stliches, bot er ihm doch eine M�glichkeit, den Verlust von Tyrande in gewisser Weise wettzumachen. Im tiefsten Inneren glaubte Illidan n�mlich immer noch, dass die Priesterin erkennen w�rde, wie weit er seinem Bruder �berlegen war.</p><p>Der dichte Nebel, der sich von Zin-Azshari ausdehnte, hob nicht gerade seine Laune. Lord Ravencrest, auf den er in diesem Moment zuging, wirkte ebenfalls unzufrieden. Dazu hatte er auch allen Grund, denn trotz der Fortschritte, die sie errungen hatten, waren Malfurion und Krasus immer noch verschwunden. Und auch Rhonin war noch nicht von der Mission zur�ckgekehrt, an der er unbedingt hatte teilnehmen wollen. Illidan war davon �berzeugt, dass die Nachtelfen ohne die anderen Zauberer �berleben konnten. Aber wenigstens den Mensch w�nschte er sich zur�ck. Rhonin war der Einzige, der ihm noch etwas beibringen konnte.</p><p>Illidan verbeugte sich tief vor seinem Herrn. �Mylord.�</p><p>�Erhebe dich, Zauberer. Du musst f�r deine M�nner und dich selbst die Vorbereitungen zum Aufbruch treffen.�</p><p>�Aber Meister Rhonin��</p><p>�Ist vor wenigen Minuten zur�ckgekehrt und hat mir Bericht erstattet. Seine Schilderungen haben mich davon �berzeugt, dass wir sofort aufbrechen sollten. Wir m�ssen endlich die D�monen vernichten und die Hauptstadt wieder einnehmen.�</p><p>Illidan hatte die R�ckkehr des Magiers nicht gesp�rt. Das �berraschte ihn. Er richtete sich auf und sagte: �Wir werden bereit sein.�</p><p>Er wollte sich abwenden, aber Ravencrest sch�ttelte den Kopf. �Ich habe dich noch aus einem anderen Grund zu mir befohlen. Du sollst erfahren, was der Magier entdeckt hat, doch das ist nur f�r deine Ohren bestimmt.�</p><p>Stolz stieg in Illidan auf. �Ich werde niemandem davon erz�hlen, Mylord, auch nicht der Mondgarde.�</p><p>�Zumindest, bis ich dir einen entsprechenden Befehl erteile. Nun h�re, was Meister Rhonin zu berichten hatte� und denke gut dar�ber nach, wenn du das vermagst.�</p><p>Der Herr von Black Rook Hold erz�hlte von den schrecklichen Dingen, die Rhonin und seinem Trupp widerfahren waren. Der Zauberer h�rte zuerst ungl�ubig, dann mit wachsendem Staunen zu. Allerdings reagierte er nicht mit dem Entsetzen, das Lord Ravencrest erwartet hatte. Stattdessen bewunderte Illidan zum ersten Mal die Verwegenheit der D�monen.</p><p>�Das h�tte ich nie f�r m�glich gehalten�, sagte er, als der Adlige seinen Bericht beendet hatte. �Wie gut m�ssen sie die magischen K�nste beherrschen.�</p><p>�Ja�, antwortete Lord Ravencrest. Er bemerkte Illidans morbide Faszination nicht. �Ihre dunklen und t�dlichen K�nste. Die d�monische Bedrohung ist damit noch einmal gestiegen. Selbst ihnen h�tte ich eine so schreckliche Tat nicht zugetraut.�</p><p>Illidan sah das etwas anders. Die Hexenmeister der D�monen waren so gut, dass ihre Phantasie keine Grenzen kannte. Sie sch�pften ihre F�higkeiten zur G�nze aus und taten alles, um ihr Ziel zu erreichen. Das Ziel an sich war nicht bewundernswert, die Leistungen der Zauberkundigen waren es durchaus.</p><p>�Ich w�nschte, wir k�nnten einen Eredar gefangen nehmen�, murmelte er. Der Zauberer hoffte, er k�nne sich mit einem der D�monen unterhalten, um herauszufinden, wie sich ihre Magie von der seinen unterschied.</p><p>�Einen gefangen nehmen? Sei kein Narr, Junge! Wir m�ssen sie sofort t�ten, wenn wir sie sehen � erst recht nach diesen Neuigkeiten. Mit jedem toten Hexenmeister sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns dem gleichen Grauen wie Meister Rhonin und seine Begleiter stellen m�ssen.�</p><p>Illidan unterdr�ckte die Hochachtung, die er f�r die Magier f�hlte und f�gte rasch hinzu: �Nat�rlich, Mylord. Das ist von gr��ter Wichtigkeit!�</p><p>�F�rwahr, das ist es! Das war alles, Zauberer.�</p><p>Illidan verbeugte sich und zog sich unverz�glich zur�ck. Seine Gedanken kreisten aufgeregt um die Dinge, die er gerade erfahren hatte. Die Toten erwecken! Welche phantastischen F�higkeiten beherrschten die Eredar wohl noch? Die beiden Magier schienen diese Kunst nicht zu beherrschen, sonst h�tten sie doch sicherlich die Toten beider Seiten erweckt und gegen die Brennende Legion ins Feld geschickt.</p><p>Lord Ravencrest beging einen schrecklichen Fehler. Einen Feind besiegte man am leichtesten, indem man dessen St�rken auskundschaftete und sie den eigenen hinzuf�gte. Ausgestattet mit dem Wissen der Eredar und seinen eigenen, erprobten F�higkeiten w�rde Illidan die D�monen fast allein hinwegfegen k�nnen.</p><p>Dann w�rde Tyrande wohl endlich begreifen, dass er seinem Bruder �berlegen war.</p><p>�Wenn ich nur von ihnen lernen k�nnte��, fl�sterte er. Kaum hatte er den Satz ausgesprochen, sah er sich auch schon nerv�s um. Solche Worte durfte niemand h�ren. Doch er war allein, der n�chste Soldat stand viele Schritte von ihm entfernt.</p><p>Mit frischem Selbstbewusstsein machte sich Illidan auf den Weg zur Mondgarde. Er hatte nachzudenken. Sehr viel nachzudenken.</p><p>Der Schatten zog sich von Illidan zur�ck und machte einen Bogen um Lord Stareyes Zelt. Trotz seiner Hufe bewegte sich der Schatten lautlos �ber den felsigen Untergrund. Die Wachen, die ihre Runden drehten, bemerkten ihn nicht, auch wenn er dicht an ihnen vorbeiging. Nur wenn er es w�nschte, konnten andere ihn wahrnehmen.</p><p>Xavius grinste zufrieden. Er hatte nicht nur seinem ruhmreichen Herrn gedient, sondern auch seine eigene Rache eingeleitet. Der Bruder des Druiden war gezeichnet, sein Verfall hatte bereits begonnen. Die Fragen, Zweifel und Sehns�chte schwelten in ihm. Illidan Stormrage w�rde sie zu einem Feuer entfachen. Es war nur eine Frage der Zeit.</p><p>Der Satyr schlich sich aus dem Lager zum Versteck der anderen. Selbst Archimonde kannte nicht den ganzen Plan, denn der ehemalige Nachtelf hatte nur Sargeras gegen�ber Rechenschaft abzulegen. Archimonde und Mannoroth hatten keine Macht �ber ihn.</p><p>Xavius sehnte sich nach dem Tag, an dem Sargeras die Welt betreten w�rde, denn wenn alles nach Wunsch verlief, w�rde er es sein, der an der rechten Seite des D�monenherrschers stand, w�hrend Archimonde und Mannoroth vor ihm niederknieten.</p><empty-line/><p>Der Schmerz weckte Krasus. Es war ein Schmerz, der durch seinen ganzen K�rper loderte. Selbst das Atmen fiel beinahe unertr�glich schwer.</p><p>�Ruhig, ruhig�, sang eine weibliche Stimme. �Du darfst noch nicht aufstehen.�</p><p>Er versuchte seine Augen zu �ffnen, doch die Anstrengung war zu gro�.</p><p>�Wer�?�</p><p>�Schlafe, schlafe�� Ihre Stimme war reinste Musik. Etwas darin lie� den Zauberer vermuten, dass mehr als ein Mensch oder ein Nachtelf dahintersteckte.</p><p>Krasus wehrte sich gegen ihren Vorschlag, doch seine St�rke verlie� ihn, und er schlief ein. Flugtr�ume mischten sich in seine Gedanken. Er war wieder ein Drache, doch statt der Schuppen war er bunt gefiedert wie ein Vogel. Das interessierte den Magier nicht. Er genoss nur das Gef�hl, durch die L�fte zu gleiten.</p><p>Der Traum wollte nicht enden und lockte ihn mit seinen Versprechungen. Doch dann sch�ttelte jemand Krasus und riss ihn in die Wirklichkeit zur�ck. Der Magier wollte den St�renfried verfluchen.</p><p>�Krasus! Ich bin es, Malfurion. Wacht auf!�</p><p>Der Drachenmagier kam m�rrisch zu sich. �Ich bin ja schon hier, Druide.�</p><p>�Elune sei Dank. Ich hatte bef�rchtet, Ihr w�rdet auf ewig schlummern.�</p><p>Jetzt, da er wach war, erkannte Krasus, dass der Nachtelf ihm wahrscheinlich einen gro�en Gefallen erwiesen hatte. �Ich sollte wohl auch schlafen� zumindest bis unser Gastgeber zur�ckkehrt.� Der hagere Magier sah sich um. �Vielleicht schlafe ich ja immer noch.�</p><p>Der Raum, in dem sie sich befanden, war gro� und sah so merkw�rdig aus, dass Krasus ihn n�her in Augenschein nehmen wollte. Man hatte ihn aus unz�hligen �sten, Zweigen und anderen Materialien gebildet und mit Lehm abgedichtet. Die Decke war gew�lbt. Der einzig sichtbare Eingang war ein Loch in der rechten Wand. Er blickte nach unten und bemerkte, dass seine Schlafstatt ebenfalls aus �sten bestand. Darauf lag eine weiche Decke aus frischen, miteinander verflochtenen Bl�ttern. Auf einem kleinen Tisch, der aus einem Baumstumpf bestand, lag eine au�ergew�hnlich gro�e, mit Wasser gef�llte Nussschale. Krasus nahm an, dass das Wasser f�r ihn gedacht war und trank einen Schluck.</p><p>Dann setzte er seine Untersuchung fort. Seine Augen verengten sich, als sich ein Hindernis, das er f�r eine Innenwand gehalten hatte, als Beginn eines Ganges entpuppte. Durch die Kr�mmung des Raumes war der Gang beinahe unsichtbar, wenn man nicht direkt davor stand.</p><p>�Er ist sehr lang�, sagte Malfurion. �Ich habe einen zweiten, noch gr��eren Raum gefunden. Dahinter liegen noch zwei Kammern und einige G�nge. An dem Punkt habe ich umgedreht, um zu Euch zur�ckzukehren.�</p><p>�Eine weise Entscheidung.� Krasus runzelte die Stirn. Sein feines Geh�r nahm ein Ger�usch von drau�en wahr, das er nach einem Moment als Vogelzwitschern identifizierte. Er unterschied die Rufe mehrerer Arten, einige davon waren nahezu einzigartig.</p><p>�Was ist da drau�en?�</p><p>�Das m�chte ich nicht sagen, Meister Krasus. Ihr solltet es selbst sehen.�</p><p>Seine Neugier war geweckt. Krasus erhob sich und ging zu der �ffnung. Als er sich ihr n�herte, wurde das Zwitschern lauter. Es schien, als niste dort drau�en jede Vogelart der Welt�</p><p>Krasus z�gerte und warf einen neuerlichen Blick durch den Raum. Endlich erkannte er, dass ihn seine Umgebung an ein riesiges Vogelnest erinnerte.</p><p>Der Drachenmagier ahnte bereits, was er sehen w�rde, als er den Kopf durch die �ffnung streckte.</p><p>Anscheinend nistete tats�chlich jede Vogelart dort im Freien. Wo Krasus auch hinblickte, sah er gewaltige Laub bedeckte �ste, in denen sich V�gel ein Zuhause gebaut hatten. Auf den ersten Blick entdeckte er Tauben, Rotkehlchen, Meisen, Nachtigallen und andere. Es gab V�gel aus kalten und aus tropischen Regionen. Sie waren bunt gemischt und zwitscherten gemeinsam. Es gab V�gel, die Beeren fra�en, solche, die Fische fingen und sogar welche, die andere V�gel t�teten. Letztere schienen jedoch zufrieden zu sein mit den Kaninchen und Eidechsen, die sie jetzt an ihre Jungen verf�tterten.</p><p>Krasus sah nach oben und fand weitere Nester. Die Zweige dieses gewaltigen Baums waren voller V�gel aus allen Teilen der Welt.</p><p>Zwischen ihnen sah Krasus Spuren des seltsamen Konstrukts. Der Raum, in dem er und Malfurion sich befanden, war nur einer von Hunderten.</p><p>Das �Nest� dehnte sich wie ein riesiger Ameisenh�gel �ber die �ste aus. Der Magier sch�tzte, dass man die gesamte Streitmacht der Nachtelfen dort h�tte unterbringen k�nnen � inklusive der Fl�chtlinge. Die R�ume wirkten filigran, mussten aber wesentlich robuster sein als sie aussahen. Der Wind, der durch die �ste strich, dr�ckte sie zwar zur Seite, aber sie schwangen nur geschmeidig wieder zur�ck. Der Drachenmagier ber�hrte den Rand des Eingangs und bemerkte, dass das Material einen st�rkeren Zusammenhalt besa� als die Steine einer m�chtigen Burg.</p><p>Dann blickte er endlich nach unten.</p><p>Konnte ein Drache unter H�henangst leiden? Einen Moment zuvor h�tte Krasus noch �ber diese Vorstellung gelacht. Doch jetzt hielt er sich krampfhaft an den R�ndern der �ffnung fest und versuchte zu verarbeiten, was er sah.</p><p>�Meister Krasus!� Malfurion zog ihn vom Eingang zur�ck. �Ihr w�rt beinahe gest�rzt. Verzeiht mir, ich h�tte Euch vorwarnen sollen.�</p><p>Krasus atmete aus und gewann die Kontrolle �ber seine Sinne zur�ck. �Alles in Ordnung, mein Freund. Du kannst mich los lassen. Ich wei� jetzt, was mir bevorsteht.�</p><p>Krasus kehrte zur �ffnung zur�ck. Er umklammerte die R�nder und sp�hte erneut nach unten.</p><p>Der Baum und seine �ste erstreckten sich so weit er blicken konnte. �berall sa�en oder nisteten V�gel. Krasus kniff die Augen zusammen und konzentrierte sich, aber er konnte den Erdboden nicht erkennen. Gro�e Wolken zogen vorbei, ein Beweis f�r die gro�e H�he, in der sie sich befanden.</p><p>Der Nachtelf tauchte neben ihm auf. �Ihr k�nnt den Boden ebenfalls nicht sehen, oder?�</p><p>�Nein, das kann ich nicht.�</p><p>�Ich habe noch nie von einem Baum geh�rt, der so hoch w�chst, dass sich der Grund nicht mehr erkennen l�sst.�</p><p>�Ich schon�, antwortete Krasus, w�hrend er in seinen versch�tteten Erinnerungen bohrte. �Das ist� das ist G�hanir, der Mutterbaum. Dies ist die Heimstatt aller gefl�gelten Wesen. Sie befindet sich jenseits der Welt der Sterblichen, ist aber doch ein Teil von ihr, so wie der smaragdfarbene Traum. G�hanir ist der h�chste Baum auf dem h�chsten Gipfel. Seine Fr�chte tragen die Samen aller irdischen B�ume.�</p><p>Er dachte angestrengt nach. �Dies ist die Heimat unserer Gastgeberin� der Halbg�ttin Aviana.�</p><p>�Aviana?�</p><p>�Ja.� Eine fl�chtige wei�e Gestalt, die in ihre Richtung flog, erregte seine Aufmerksamkeit. �Und offenbar ist sie gerade auf dem Weg zu uns.�</p><p>Die gefl�gelte Gestalt wurde rasch gr��er und entpuppte sich schlie�lich als gewaltiger Falke, der den Nachtelf und den Drachenmagier �berragte. Krasus zog den Nachtelf zur�ck und gab den Eingang frei.</p><p>Der riesige Falke flatterte ins Innere und begann sich zu verwandeln. Seine Beine wurden l�nger und kr�ftiger. Die Fl�gel schrumpften, bis sie zu schlanken, gefiederten H�nden wurden. Der K�rper ver�nderte seine Form, wurde weiblicher und humanoider. Der Schwanz verwandelte sich in die Sch�rpe eines Seidengewands.</p><p>Eine schlanke Frau, die dank ihrer runden Augen beinahe menschlich wirkte, betrachtete sie. Ihre Nase war spitz und schmal. Sie hatte ein elfenbeinfarbenes anmutiges Gesicht, und anstelle von Haaren war ihr Kopf von einem dichten Federkleid bedeckt. Ihr Gewand flatterte bei jedem Schritt und enth�llte zwei schlanke, aber mit scharfen Klauen versehene F��e.</p><p>�Wach, wach bist du�, sagte sie mit leichtem Stirnrunzeln. �Du solltest ausruhen, ausruhen.�</p><p>Krasus verneigte sich vor ihr. �Ich danke Euch f�r Eure Gastfreundschaft, Mylady, aber mir geht es gut. Ich kann meine Reise fortsetzen.�</p><p>Sie legte den Kopf schr�g, so wie es V�gel taten, und sah den Magier strafend an. �Nein, nein� zu fr�h, zu fr�h. Bitte setz dich.�</p><p>Die beiden sahen sich um und entdeckten zwei St�hle, die aus dem gleichen Material bestanden wie der Rest des Nestes. Malfurion wartete Krasus� Reaktion ab. Als er sich setzte, folgte er seinem Beispiel.</p><p>�Ihr seid die Mutter des Flugs, die Herrin der V�gel, richtig?�, fragte der Drachenmagier.</p><p>�Ich bin Aviana, wenn du das meinst.� Aus gro�en Augen betrachtete sie Krasus. �Und du bist einer der meinen, einer der meinen, wenn ich Recht habe.�</p><p>�Ja, Mylady, ich kenne den Rausch der L�fte. Meine Seele geh�rt Alexstrasza��</p><p>�Aaah�� Die Halbg�ttin l�chelte m�tterlich. �Liebe, liebe Alexstrasza� unser letztes Gespr�ch liegt lange zur�ck. Das sollten wir �ndern.�</p><p>�Ja.� Krasus wies sie nicht darauf hin, dass dies eine schlechte Zeit f�r Besuche sei. Er zweifelte nicht daran, dass Aviana genau wusste, was in der Welt geschah und dass sie trotz ihrer scheinbaren Abgehobenheit mit den anderen Halbg�ttern und Geistern �ber ein gemeinsames Vorgehen gegen die Brennende Legion diskutierte.</p><p>Die Luftgottheit sah den Nachtelfen an. �Du, du geh�rst zu Cenarius��</p><p>�Mein Name ist Malfurion.�</p><p>Aviana zwitscherte und klang dabei wie eine Nachtigall. �Nat�rlich, nat�rlich ist das dein Name. Cenarius spricht wohlwollend �ber dich, Junge.�</p><p>Der Druide err�tete.</p><p>Eine Frage brannte auf Krasus� Zunge, also stie� er hervor: �Mylady, wieso sind wir hier?�</p><p>Zum ersten Mal wirkte sie �berrascht. �Nat�rlich, weil du hierher kommen wolltest, wolltest.�</p><p>Krasus konnte sich nur noch an den Wurm erinnern, der knapp hinter ihnen auf das Tor zugeschossen war. Er sah den Nachtelf an und bat mit Blicken um eine Erkl�rung, doch dieser schien noch weniger zu wissen als er. �Ihr sagt, ich h�tte uns hierher geschickt?�</p><p>Aviana hob eine feingliedrige Hand. Ein bunter Singvogel flatterte durch den Eingang hinein, lie� sich auf ihrem Handr�cken nieder und rieb seinen Kopf an ihrem Hals.</p><p>�Nur die, die es wirklich w�nschen, k�nnen hierher gelangen. Dieser Vogel hier hat euch auf den �sten liegend gefunden, gefunden. Um euch herum lagen die Fleischbrocken eines sehr gro�en und wohlschmeckenden Wurms. Die Kinder werden sich lange Zeit daran erfreuen.�</p><p>Malfurion sah aus, als w�rde ihm �bel. Der Magier nickte. Als er das Bewusstsein verlor, hatte sich das Portal geschlossen und den Wurm in zwei H�lften gespalten.</p><p>Krasus ignorierte seinen Ekel und sagte: �Ich bedauere, Mylady, aber wir sind tats�chlich wegen eines Fehlers hierher gelangt. Der Zauber, den ich aussprach, verlief nicht wie gew�nscht.�</p><p>Ihr kleiner Mund l�chelte erneut. �Also m�chtest du nicht wieder fliegen, fliegen?�</p><p>Krasus verzog das Gesicht. �Es gibt nichts, das ich lieber t�te.�</p><p>�Dann ist dies, ist dies der Grund eurer Anwesenheit.�</p><p>Der Drachenmagier dachte �ber ihre Worte nach. Seine Sehnsucht nach seiner fr�heren Existenz hatte anscheinend seinen Zauber beeinflusst. Das hatte Aviana gesp�rt. �Aber du kannst nichts f�r mich tun.�</p><p>�So traurig, so traurig.� Die Halbg�ttin lie� den Singvogel fliegen. �Aber vielleicht, vielleicht kann ich� wenn du wirklich abreisen m�chtest.�</p><p>�Das m�chte ich.�</p><p>�Nun gut, nun gut.� Aviana zog eine Feder unter ihrem linken Fl�gel hervor, die von einer silbernen Aura umgeben war. Dann reichte die Himmelsg�ttin Krasus diesen Teil ihres Gefieders. Er nahm das Geschenk entgegen und betrachtete es voller Ehrerbietung. Avianas Feder war offensichtlich magisch � aber konnte diese Magie ihm wirklich helfen?</p><p>�Lege sie auf deine Brust.�</p><p>Krasus z�gerte, bevor er die Robe anhob und seine Brust enth�llte. Neben ihm zog Malfurion scharf die Luft ein. Avianas Augen weiteten sich.</p><p>�Also, also geh�rst du tats�chlich zu den meinen.�</p><p>Er hatte die Drachenschuppe v�llig vergessen. Sie hatte sich so perfekt in seine Haut eingef�gt, dass er sie gar nicht mehr bemerkt hatte. Er fragte sich, ob er mit ihrer Hilfe vielleicht in der Lage gewesen w�re, die Drachenbarriere zu durchbrechen. Aber dann erkannte er, dass Neltharion sie zu diesem Zeitpunkt bereits l�ckenlos geschlossen hatte. Nur seine eigenen Wachen hatten sie noch �berwinden k�nnen. Der Erdw�chter hatte jede St�rung seines Zaubers ausschlie�en wollen.</p><p>�Aber nat�rlich, nat�rlich. Umso besser.�</p><p>Krasus dr�ckte die Feder gegen einen Teil seiner Brust, den die Schuppe nicht bedeckte und wartete.</p><p>Die Feder verschmolz mit ihm, wie es die Drachenschuppe getan hatte. Ihre feinen Daunen lagen flach auf seiner Haut und begannen zu wachsen, sich �ber seinen Oberk�rper auszudehnen.</p><p>Malfurion wirkte besorgt, aber Krasus sch�ttelte den Kopf. Er wusste, was Aviana versuchte. Sein Herz schlug doppelt so schnell wie sonst. Ein Teil von ihm wollte aus dem Nest springen.</p><p>�Nein, noch nicht, noch nicht�, warnte die Halbg�ttin. �Du wirst sp�ren, wenn ihr Werk vollendet ist.�</p><p>Etwas in seinem R�cken begann zu ziehen. Krasus h�rte, wie seine Robe zerriss.</p><p>�Da kommt etwas aus Eurem R�cken!�, stie� der Druide hervor.</p><p>Krasus wusste bereits, was da aus ihm herauswuchs, bevor sich die gro�en wei�en Fl�gel auszubreiten begannen. Sie sahen aus wie jene, die Aviana als Vogel getragen hatte. Krasus schlug instinktiv damit und stellte fest, dass sie ihm so vertraut waren wie seine eigenen Schwingen.</p><p>�Sie geh�ren dir f�r diese Reise, diese Reise.�</p><p>Der Drachenmagier betrachtete seinen Begleiter. �Was ist mit ihm?�</p><p>�Er wurde nicht f�r den Himmel geboren, geboren. Er k�nnte es lernen, ja, lernen. Zu langwierig, langwierig. Du musst ihn tragen, tragen.�</p><p>Krasus bezweifelte, dass er in seiner gegenw�rtigen Gestalt die Kraft f�r die lange Reise aufbringen w�rde. Diese Sorge sprach er aus. Ihre Gastgeberin ging jedoch nicht darauf ein.</p><p>Stattdessen zog sie eine einzelne Str�hne aus einer Feder. Sie legte sie an die Lippen und blies sie Malfurion sanft entgegen. Der Druide wirkte unsicher, blieb jedoch stehen, w�hrend ihm die winzige Feder entgegenschwebte.</p><p>Sie ber�hrte seine Schulter und blieb dort h�ngen. Malfurion sch�ttelte sich, dann bewegte er neugierig Arme und Beine.</p><p>�Ich f�hle mich � � Er sprang hoch und w�re beinahe gegen die Decke geprallt. Ein kindisches Grinsen erschien auf seinem Gesicht, als er wieder den Boden ber�hrte.</p><p>Die Vogelgottheit l�chelte, dann kehrte ihr Blick zu Krasus zur�ck. �Er wird keine Last f�r dich sein, keine Last.�</p><p>�Ich�� Krasus fehlten die Worte. Erst jetzt begriff er, wie sehr er das Fliegen vermisst hatte. Eine Tr�ne l�ste sich aus seinem Auge. Er ging vor Aviana auf die Knie und sagte: �Danke��</p><p>�Kein Grund zur Dankbarkeit, kein Grund.� Mit einer Handbewegung bat sie ihn, sich zu erheben, dann f�hrte sie beide zum Ausgang. �Du wirst fliegen, fliegen. Zu diesem hohen Ast, dann nach rechts, rechts. Durch die Wolken und dann hinab. Mach dich auf den Weg, auf den Weg.�</p><p>�Was ist mit der Feder? Wie � �</p><p>Sie legte einen Finger auf die Lippen des Magiers. �Still, still. Sie wird es sp�ren, sp�ren.�</p><p>Malfurion trat neben Krasus. Aviana wurde ernster und sagte zu dem Druiden: �Dein <emphasis>shan�do</emphasis> l�sst dir ausrichten, dass er bei dir ist, bei dir ist. Wir ignorieren die Gefahr nicht, nicht. Unser Wille, unser Wille ist stark��</p><p>�Danke. Das gibt mir Hoffnung.�</p><p>�Das gibt uns allen Hoffnung�, f�gte Krasus hinzu. �Wenn wir nur etwas wegen der Drachen unternehmen k�nnten.�</p><p>Sie stimmte zu. �Ja. Auch wir verstehen nicht, was dort geschieht, geschieht.�</p><p>Ihre beiden Besucher sahen sich an. Dann sagte Krasus. �Sie haben einen Plan, aber es existiert eine Bedrohung, die � �</p><p>Sein Mund f�hlte sich pl�tzlich an, als sei er voller Watte. Seine Zunge zuckte. Aviana wartete, aber Krasus konnte nicht weitersprechen.</p><p>Die Halbg�ttin hielt seine Stille f�r Verschwiegenheit und nickte respektvoll. Dann bat sie den Drachenmagier, durch die �ffnung zu treten.</p><p>Krasus folgte der Aufforderung und sprang f�rmlich in den Himmel. Die Fl�gel reagierten sofort und hoben ihn hoch. V�gel begannen zu zwitschern und zu singen, hie�en ein neues gefl�geltes Wesen willkommen.</p><p>Seine Freude lie� Krasus f�r einen Moment Malfurion und seine Mission vergessen. Das Gef�hl, endlich wieder eigene Fl�gel zu besitzen, war so spektakul�r, dass er zuerst eine Runde durch die �ste drehen musste, bis sein Verstand sich meldete.</p><p>Ein wenig reum�tig kehrte der Magier schlie�lich zu Aviana und dem Druiden zur�ck. Der Nachtelf sah ihn ehrf�rchtig an, w�hrend die Halbg�ttin ihn wie eine stolze Mutter anl�chelte. Sie bedeutete dem Druiden, das Nest ebenfalls zu verlassen, und nach kurzem Z�gern folgte er ihrer Aufforderung.</p><p>Krasus schwebte hinter ihn und hob ihn an den Schultern empor. Malfurion war fast schwerelos.</p><p>�Ist es angenehm so?�, fragte der Magier.</p><p>�Erst wenn meine F��e wieder den Boden ber�hren, wird irgendetwas angenehm sein�, murmelte Malfurion. �Doch bis dahin muss es wohl gehen, Meister Krasus.�</p><p>�Dann geht, geht�, sagte Aviana. An Krasus gewandt f�gte sie hinzu: �Und wenn das Ende deiner Tage gekommen ist, mein Junge, wird dein Nest bereit sein, bereit sein.�</p><p>Krasus erbleichte. Er betrachtete die endlosen Reihen der V�gel, die vielen Arten, die zusammenlebten, obwohl das eigentlich undenkbar schien.</p><p>Und er erkannte, dass sie nur deshalb zusammenlebten, weil sie nicht mehr lebten. Die Halbg�ttin hatte ihre Seelen hierher gebracht. Irgendwo gab es wohl gr��ere Flugwesen, so wie das Hippogriff, das get�tet worden war� und nat�rlich auch Drachen, die das Ende ihrer Tage erreicht hatten.</p><p>�Geht nun, geht�, sagte die wei�e Gestalt. �Du wirst zeitig genug zur�ckkehren, zur�ckkehren��</p><p>Krasus war noch nie zuvor so �berrascht worden. Er schluckte. �Ja, Mylady� ich danke Euch.�</p><p>Ihr L�cheln beruhigte ihn nicht.</p><p>Krasus stieg einige Meter empor und blickte in die Richtung, die Aviana ihm genannt hatte. Dann verlieh er dem nerv�sen Malfurion einen festeren Halt und flog los.</p><p>Als sie an Geschwindigkeit gewannen, fragte der Nachtelf: �Was hat sie damit gemeint, dass du zur�ckkehren w�rdest?�</p><p>�Wir sterben alle eines Tages, Malfurion.�</p><p>�Wir�� Der Druide sch�ttelte sich, als er die Wahrheit begriff. �Du meinst� all das�?�</p><p>�All das.� Krasus wollte nicht mehr dazu sagen, sondern blickte stattdessen neugierig zur�ck zum Nest. Seine Augen weiteten sich, als ihm klar wurde, wie wenig er davon gesehen hatte. Zum ersten Mal konnte er die gewaltige Struktur in ihrer Gesamtheit �berblicken. Sie breitete sich nach allen Richtungen aus. An jeder Kreuzung befand sich eine riesige gew�lbte H�hle, von der weitere G�nge abzweigten. Der Drachenmagier betrachtete die ganze Konstruktion, dann den Baum, neben dem sie winzig wirkte. Hoch oben bemerkte er gefl�gelte, nicht genauer zu erkennende Wesen.</p><p>Und dann, noch w�hrend er in den Anblick vertieft war, tauchten sie in die Wolken ein.</p></section><section><title><p>16</p></title><p>Kurz hinter Suramar traf die Streitmacht der Nachtelfen wieder auf die D�monen. Die Brennende Legion widersetzte sich ihnen kurz und fiel dann zur�ck in Richtung Zin-Azshari. Am n�chsten Abend versch�rfte sich die Schlacht, aber keine Seite konnte an Boden gewinnen. Nachtelfen wie D�monen starben entsetzliche Tode durch feindliche Klingen oder Magie.</p><p>Ravencrest ertrug diese Pattsituation nicht. Deshalb rief er Rhonin und Illidan zu sich.</p><p>�Magie wird diese Schlacht entscheiden�, sagte er und wandte sich dabei in erster Linie an den Menschen. �Kannst du etwas ausrichten?�</p><p>Rhonin dachte nach. �Es gibt eine m�gliche L�sung, doch daf�r ben�tige ich die volle Unterst�tzung der Mondgarde. Der Zauber k�nnte aber auch dann noch schief gehen.�</p><p>�Viel schlimmer kann es ja nicht mehr werden. Was meinst du, Illidan?�</p><p>�Ich werde Meister Rhonin bei allem unterst�tzen, was er zu tun w�nscht�, sagte Malfurions Zwillingsbruder und verneigte sich vor dem Magier.</p><p>Rhonin zeigte keine Gef�hle. Er hoffte, dass Illidan die Kontrolle �ber sich behielt und nicht versuchte, den Zauber zu verbessern. Das h�tte nur im Chaos geendet.</p><p>Und Chaos war gleichbedeutend mit einer Niederlage.</p><p>�Wir werden so tief wie m�glich aus dem Brunnen sch�pfen�, erkl�rte Rhonin Illidan, als sie auf dem Weg zur Mondwache waren. �Ich m�chte etwas versuchen, das sich die Zauberer von Dal� das sich die Zauberer meiner Heimat ausgedacht hatten. Sie kamen leider nicht mehr dazu, es anzuwenden.�</p><p>�Wird es kompliziert werden, Meister Rhonin?�</p><p>�Nein. Sie haben den Zauber wochenlang vorbereitet, aber ich habe mir alle Ergebnisse gemerkt. Wir werden m�glicherweise ein paar Stunden brauchen. Das sollte reichen.�</p><p>Illidan grinste. �Ich habe volles Vertrauen in Euch, Meister Rhonin.�</p><p>Erneut fragte sich der Mensch, ob der Nachtelf seinen Befehlen tats�chlich folgen oder einen eigenen �berst�rzten Zauber zum Einsatz bringen w�rde. Illidan schien es immer schwerer zu fallen, nicht im Mittelpunkt eines magischen Aktes zu stehen. Er lebte f�r seine Kunst und k�mmerte sich kaum darum, dass er einen Gro�teil seiner Kraft von der Mondgarde abzog.</p><p><emphasis>Bei den G�ttern</emphasis>, dachte Rhonin pl�tzlich. <emphasis>Er erinnert fast schon an einen D�mon</emphasis>.</p><p>Auch sonst stellte der Nachtelf mit den Bernsteinaugen eine gro�e Bedrohung dar. Sollte Illidan versuchen, den Zauber an sich zu rei�en, �ffnete er damit dem Untergang T�r und Tor.</p><p><emphasis>Ich werde die Kontrolle �ber ihn behalten. Au�er Krasus und mir vermag das niemand</emphasis>. Er hoffte, dass es seinem ehemaligen Mentor gelungen war, die Drachen aufzusuchen. Wenn nicht, stand das Schicksal der Welt auf dem Spiel. Rhonin hatte einen so gef�hrlichen Zauber eigentlich nicht einsetzen wollen, aber jetzt, da der Ausgang des Krieges ungewiss war, sah er keine andere M�glichkeit mehr.</p><p>Er wollte die Soldaten nicht schutzlos der dunklen Macht der Hexenmeister preisgeben, deshalb bat Rhonin Illidan, die zw�lf f�higsten Angeh�rigen der Mondgarde auszuw�hlen und dem Rest den Schutz der Soldaten anzuvertrauen. Er w�rde sie erst brauchen, wenn der Zauber bereit war. Die Mondgarde sollte ihn verst�rken und ihn dorthin lenken, wo er ben�tigt wurde.</p><p>Aber nur wenn Rhonins Part gelang.</p><p>�Illidan� du musst mich lenken�, sagte der Zauberer, als alles vorbereitet war. �Du musst mich zum Brunnen f�hren.�</p><p>�Ja, Meister Rhonin�, sagte der Nachtelf eifrig. Er stand neben Rhonin und bereitete sich mit ihm auf die geistige Reise zur Quelle der Nachtelfenmagie vor. Bis jetzt hatte Rhonin nur den Rand des Brunnens ber�hrt. Im Gegensatz zu Illidans Volk hing er nicht von der direkten Verbindung ab, was ihm einen immensen Vorteil verschaffte. Illidan und einige andere hatten diese F�higkeit zwar von dem Menschen erlernt, beherrschten sie jedoch nicht so umfassend. Nun allerdings ben�tigte Rhonin so viel Kraft wie irgend m�glich, um sein Vorhaben umzusetzen.</p><p>Weit entfernt ert�nte ein Horn. Lord Ravencrest bereitete alles f�r Rhonins gro�en Zauber vor� oder f�r die Katastrophe.</p><p>Die beiden Zauberer verbanden ihre Gedanken miteinander. Rhonin sp�rte Illidans Verwegenheit und versuchte, ihn unter Kontrolle zu halten. Der Ehrgeiz des Nachtelfen bedrohte die Stabilit�t des Zaubers.</p><p>Illidans Gedanken lenkten den Magier. Mit seinem inneren Auge sah Rhonin, wie die Landschaft an ihm vorbeiflog, als er und sein Begleiter sich dem Brunnen n�herten. Auf endlose D�monenreihen folgten zerst�rte Landschaften in nur wenigen Sekunden. Dann stieg die zerst�rte Stadt Zin-Azshari vor ihnen auf und f�llte sein Blickfeld aus. Er sah den gro�en Palast von K�nigin Azshara und dann die schwarzen Wasser des Brunnens der Ewigkeit.</p><p>Dessen Macht �berw�ltigte ihn. Rhonin hatte geglaubt, den Brunnen durch die Magie sp�ren zu k�nnen, von der Kalimdor durchdrungen war, doch nun erkannte er, dass dies ein Irrtum gewesen war. Der Brunnen bestand aus einer Energie, die so rein war, dass sie ihn zu einem Gott h�tte machen k�nnen.</p><p><emphasis>Einem Gott</emphasis>�</p><p>All das, wovon Rhonin getr�umt hatte, als er die Roben des Zauberers annahm, erschien ihm nun pl�tzlich banal. Er konnte ganze St�dte mit einem Augenzwinkern erschaffen und wieder vernichten. Er konnte die Macht der Erde selbst auf jeden Feind herabregnen lassen, der sich ihm entgegen stellte. Er konnte �</p><p>Mit einer gewaltigen Willensanstrengung befreite sich Rhonin von seinen dunklen W�nschen, und danach betrachtete er den Brunnen voller j�h erwachter Nervosit�t. Er hatte die ganze Zeit �ber geahnt, woraus die Quelle wirklich bestand, aber er hatte das Schlechte nicht wahrhaben wollen.</p><p>Die Magie hier trug den gleichen Makel wie die D�monen. Sie war zwar rein, aber sie erschuf ebenso viel Finsternis wie Sargeras.</p><p>Es war jedoch zu sp�t, um sich jetzt noch abzuwenden. Dieses eine Mal musste Rhonin in den Brunnen eintauchen, dann niemals wieder. Zwar widerte es ihn jetzt an, sich von der hier ruhenden Macht bedienen zu m�ssen, aber ohne sie w�rde er niemals wieder Magie zum Einsatz bringen k�nnen� und Rhonin wusste, dass er das nicht ertragen h�tte.</p><p>Der Magier sp�rte Illidans Ungeduld und Neugier, also entnahm er rasch die Energie, die er aus dem Brunnen ben�tigte. Die Verlockung, seinen Geist darin zu tr�nken, war gro�, aber er widerstand ihr m�hsam und zog sich aus den dunklen Wassern zur�ck.</p><p>Innerhalb weniger Augenblicke kehrten seine Seele und die des Nachtelfen in den K�rper zur�ck. Die Verbindung zum Brunnen war so stark wie zuvor. Rhonin bereitete sich auf den Zauber vor. Er wollte ihn so schnell wie m�glich weben, um das verdorbene Gef�hl aus seiner Seele zu tilgen.</p><p><emphasis>Es geht los</emphasis>, sagte er zu Illidan.</p><p>Malfurions Zwillingsbruder bereitete die Mondgarde sofort auf ihre Aufgabe vor. Sie sollte den Zauber des Magiers hundertfach verst�rken und zu den Feinden schicken.</p><p>Mit Leichtigkeit erschuf Rhonin die Formel, f�r die seine Lehrer in Dalaran gestorben waren. Er dankte ihren verwehten Seelen, obwohl die Magier erst in Jahrhunderten geboren w�rden. Dann, als Rhonin sicher sein konnte, dass der innere Zusammenhalt des Zaubers stabil bleiben w�rde, l�ste er ihn aus.</p><p>Illidan und die anderen erzitterten auf geistiger Ebene, als die Energien sie durchstr�mten. Der junge Zauberer bewies Umsicht, als er die deutlich erfahreneren Magier der Mondgarde an einem R�ckzug hinderte. Der Ehrgeiz, den Rhonin f�rchtete, half jetzt seinem Plan.</p><p>Gleichzeitig schlugen sie zu.</p><p>Ein ohrenbet�ubender Klang traf die Brennende Legion, verschonte jedoch die Soldaten, die so verzweifelt auf die Reihen des monstr�sen Gegners einhieben. Gewaltige D�monen kreischten auf und lie�en ihre Waffen fallen. Die Vibrationen zerfetzten ihre Organe und raubten ihnen den Verstand. Die Welle raste �ber sie hinweg, und die D�monen fielen, als w�rden sie von einem unsichtbaren Besen hinfort gekehrt.</p><p>An der gesamten Front starben sie. Und die Soldaten standen erstarrt vor ihnen, konnten nicht fassen, was geschah.</p><p>�Jetzt, Ravencrest�, fl�sterte Rhonin. �Jetzt!�</p><p>Die H�rner erschallten und riefen zum Angriff. Pantherreiter f�hrten den Vorsto� an. Sie galoppierten �ber das Schlachtfeld und suchten nach dem Feind, aber vor ihnen lagen nur Tote. Die Schallwelle raste weiter und erschuf eine Ebene des Todes. Kein D�mon, den sie traf, �berlebte. Hunderte starben.</p><p>Rhonin sp�rte, wie seine Beine unter ihm nachgaben. Er taumelte, glaubte, sein Kopf w�rde explodieren wie der eines D�mons.</p><p>Der Zauberer brach zusammen.</p><p>�Ich habe Euch, Meister Rhonin��</p><p>Illidan lie� ihn sanft zu Boden gleiten. Die zum Einsatz gebrachte Magie schien ihn nicht geschw�cht zu haben. Die Mitglieder der Mondgarde sahen hingegen so aus, wie sich Rhonin f�hlte. Die meisten sa�en oder lagen am Boden und k�mmerten sich nicht darum, dass die Soldaten vorw�rts zogen.</p><p>�Hast du es gesehen? Hast du gesehen, was wir getan haben?� Er blickte zu jemandem, den Rhonin nicht sehen konnte. �Der Brunnen ist der einzige Weg, Bruder. Verstehst du? Nichts reicht an ihn heran!�</p><p>Er br�llte den abwesenden Malfurion weiter an. Rhonin, den seine St�rke verlassen hatte, h�rte ihm reglos zu. Illidans Habgier und Eifersucht uferten so sehr aus, dass sie an Hass gegen�ber dem Druiden grenzten.</p><p>Rhonin hatte die D�monen dank seines Zaubers in die Flucht geschlagen und damit das Kriegsgl�ck vielleicht endg�ltig gewendet� doch als er Illidans verzerrtes Gesicht betrachtete und daran dachte, wie er sich selbst beinahe vom Brunnen h�tte verf�hren lassen, fragte er sich, ob er nicht eine noch schlimmere Gefahr �ber das Volk der Nachtelfen gebracht hatte.</p><empty-line/><p>Korialstrasz war tief in Gedanken versunken. Seine Geduld neigte sich ihrem Ende entgegen. Man hatte den Drachen befohlen, den Befehl der Aspekte abzuwarten. Sobald er erfolgte, w�rden sich alle Clans in die L�fte erheben, geleitet von einem einzigen Willen. Sie sollten sich auf die D�monen st�rzen, die die Drachenseele bereits zerrei�en w�rde, noch bevor die Leviathane selbst zuschlugen.</p><p>Ein einfacher sorgsam durchdachter Plan. Fehlerlos.</p><p>Aber dennoch ein Plan, dem Korialstrasz � aus Gr�nden, die er selbst nicht erkl�ren konnte � misstraute.</p><p>Doch er war seiner K�nigin und Gef�hrtin treu ergeben, deshalb unternahm er nichts. Alexstrasza vertraute auf Neltharions Sch�pfung, sie vertraute auch dem Erdw�chter selbst. Die Zweifel, die Korialstrasz empfand, musste er f�r sich behalten.</p><p>�Immer in Gedanken, mein Geliebter, immer voller Sorge.�</p><p>Er hob den Kopf, als der weibliche Drache seine Kammer betrat. �Alexstrasza�, sagte er. �Solltet Ihr nicht bei den anderen Aspekten sein?�</p><p>�Ich habe mich f�r meine Abwesenheit entschuldigt. Neltharion ist unzufrieden, aber er wird sich damit abfinden m�ssen.�</p><p>Korialstrasz neigte respektvoll den Kopf. �Wie kann ich Euch dienen, meine K�nigin?�</p><p>Einen Moment lang wirkte sie unentschlossen. Dann sagte sie mit ungew�hnlich leiser Stimme: �Ich m�chte, dass du mir nicht gehorchst.�</p><p>Ihr Gef�hrte war �berrascht. �Meine Geliebte, was meint Ihr?�</p><p>�Abgesehen von den Wachen, die wir postiert haben, sollen alle Drachen in diesem gro�en H�hlensystem bleiben, bis der Befehl zum Aufbruch gegeben wird. Ich m�chte, dass du diese Weisung missachtest und die H�hlen verl�sst.�</p><p>Er war wie bet�ubt. Sicherlich sollten die anderen Aspekte nichts von seiner Abreise erfahren. �Aber wohin soll ich gehen?�</p><p>�Ich wei� es nicht genau, aber ich hoffe, dass du es erkennen wirst, wenn die Barriere hinter dir liegt. Ich m�chte, dass du Krasus findest.�</p><p>Krasus. Auch mit dem mysteri�sen Magier hatten sich Korialstrasz� Gedanken besch�ftigt. Krasus wusste wahrscheinlich vieles �ber die Dinge, �ber die er selbst nur spekulieren konnte. �Er wird vermutlich noch bei den Nachtelfen sein��</p><p>�Nein. Noch vor kurzem war er in unserer N�he. Ysera hat mir erz�hlt, dass ein Nachtelf namens Malfurion durch sie versucht hat, mit mir in Kontakt zu treten. Allerdings misstraute sie ihm und lie� ihn warten, bis der richtige Zeitpunkt gekommen war.�</p><p>�Und?�</p><p>�Ysera suchte nach Malfurion, aber er war verschwunden. Sie erz�hlte mir davon, w�hrend Neltharion und Malygos �ber die Verzauberung der Seele sprachen.�</p><p>�Aber was wollte Krasus hier?� Die Sorge des roten Drachen nahm zu. Die Reise aus dem Land der Nachtelfen war beschwerlich f�r jemanden, der nicht mit einem Fl�gelschlag mehrere Meilen �berbr�cken konnte.</p><p>�Genau das will ich wissen.�</p><p>�Ich werde tun, was ich kann, um ihn zu finden, aber das k�nnte sehr schwierig werden.�</p><p>Die K�nigin schnaufte. Sie schloss einen Moment lang nachdenklich die Augen, dann nickte sie. �Ja, du musst es jetzt erfahren.�</p><p>�Was erfahren?�</p><p>�Geliebter, du hast die N�he zwischen dir und Krasus gesp�rt. Du w�rdest ihn fast schon als einen Bruder bezeichnen, nicht wahr?�</p><p>Er hatte noch nie dar�ber nachgedacht, begriff jetzt jedoch, dass Alexstrasza Recht hatte. Krasus nahm diesen Platz in seinem Herzen ein. Es hatte nichts mit den Schuppen zu tun, die sie getauscht hatten, um ihre Schw�che zu �berwinden. Korialstrasz vertraute ihm einfach, so wie er seiner Gef�hrtin vertraute.</p><p>Und manchmal sogar noch mehr.</p><p>Alexstrasza las die Antwort in seinem Gesicht. �Dann h�re mich an, Geliebter. Der Grund f�r deine N�he zu Krasus ist, dass ihr� eins seid.�</p><p>Der rote Drache blinzelte verwirrt. Er glaubte, sich verh�rt zu haben.</p><p>Aber Alexstrasza sch�ttelte ihren massigen Kopf und sagte: �Krasus ist <emphasis>du</emphasis>, Korialstrasz. Er ist nur viel �lter, viel erfahrener und viel weiser. Er ist so wie du in unz�hligen Jahrhunderten sein wirst.�</p><p>�Das ist unm�glich!� Ihm kam pl�tzlich ein Gedanke. �Ist das ein Trick von Nozdormu. Seine Abwesenheit ist sehr verwunderlich��</p><p>�Nozdormu spielt eine Rolle in dieser Angelegenheit, aber Genaueres kann ich dir nicht sagen. Du musst nur wissen, dass Krasus hier ist, weil es nicht anders geht.�</p><p>�Dann steht der Ausgang des Krieges fest. Durch die Drachenseele werden wir �ber die D�monen triumphieren. Meine Sorge war unbegr�ndet.�</p><p>�Deine Sorge ist begr�ndet. Wir kennen den Ausgang nicht. Krasus bef�rchtet, dass Nozdormu ihn hierher geschickt hat, weil sich die Zeitlinie verschob� verschieben <emphasis>wird</emphasis>. Es gab einen Zeitpunkt, an dem ich dar�ber nachdachte, ob ich ihn und seine Begleiter vielleicht t�ten m�sste, um sie zu erhalten, aber schon bald wurde deutlich, dass es damit nicht getan gewesen w�re.�</p><p>Korialstrasz starrte sie aus gro�en Augen an. �Ihr h�ttet� mich get�tet?�</p><p>�Wenn er darauf beharrt h�tte, mein Geliebter.�</p><p>Er dachte dar�ber nach und verstand, dass sie richtig gehandelt h�tte. �Vergebt mir. Ja, meine K�nigin, ich werde ihn suchen.�</p><p>�Ich danke dir. Die Reise durch die Zeit hat seine Erinnerung stark getr�bt. Vielleicht liegt es daran, dass er hier bereits in deiner Gestalt existiert. Trotzdem ist sein Verstand scharf, und wenn er so dringend um eine Unterredung ersucht, sollten wir ihn finden.�</p><p>�Ich breche sofort auf.�</p><p>Alexstrasza neigte dankbar den Kopf. �Ich muss so tun, als w�re dies allein deine Idee gewesen, Korialstrasz.�</p><p>�Nat�rlich. Ich werde Euch nicht entt�uschen, meine K�nigin.�</p><p>Sie sah ihn liebevoll an, dann verlie� sie seine Kammer. Der rote Drache wartete, bis sie sich weit genug entfernt hatte, dann ging auch er.</p><p>Zu seiner Erleichterung konnte er den Berg ohne Zwischenf�lle verlassen, da die meisten Drachen in den H�hlen sa�en und den Angriffsbefehl erwarteten. Bei dem Rest handelte es sich um Gef�hrten wie ihn oder Tyran, die sich in der N�he der Aspekte aufhalten mussten f�r den Fall, dass sie gebraucht wurden.</p><p>Den Wachen aus dem Weg zu gehen, erwies sich als schwieriger. Dem ersten W�chter, der aus seinem eigenen Clan stammte, entging er, weil er dessen Pers�nlichkeit einsch�tzen konnte. Horakastrasz war ein junger Drache mit scharfen Augen, aber er lie� sich leicht ablenken. Korialstrasz traf auf ihn, als er gerade gelangweilt Felsen mit seinem Schwanz aus dem Berg riss und zusah, wie sie zu Tal st�rzten. Dem n�chsten Wachposten entging er, indem er so hoch flog, dass der andere die Ver�nderung des Luftwiderstands nicht wahrnahm.</p><p>Auch vom Rest blieb er dank unterschiedlicher Tricks unbemerkt. Dann stellte er sich auf den Kontakt mit der Barriere ein. Mit dem Kopf voran prallte er gegen die unsichtbare Mauer. Es f�hlte sich an, als wate er durch Molasse. So kr�ftig es ging schlug er mit den Fl�geln und katapultierte sich schlie�lich aus dem Hemmnis hinaus. Meilenweit flog er taumelnd, bis er die volle Kontrolle �ber seinen Fl�gelschlag endlich zur�ckerlangte.</p><p>Korialstrasz hockte sich auf einen Berggipfel und konzentrierte sich auf Krasus. Zur Sicherheit legte er eine Klaue auf die Schuppe, die sein �lteres Ich ihm geschenkt hatte. So vieles ergab jetzt mehr Sinn. Er hatte vorher nicht verstanden, warum der Schuppentausch ihnen beiden geholfen hatte. Jetzt wusste er, dass beide H�lften dadurch vollst�ndiger geworden waren. Korialstrasz war zwar immer noch etwas ersch�pft, aber es ging ihm seit dem Tausch schon wesentlich besser.</p><p>Mit aller Kraft suchte er nach Krasus und konzentrierte sich auf die Verbindung die nur zwei haben konnten, die eins waren. Der Drache bezweifelte, dass seine andere H�lfte sich noch in der N�he aufhielt. Korialstrasz � der ja Krasus war � h�tte an seiner Stelle versucht, die Barriere auf andere Weise zu durchbrechen. Da er das offenbar nicht getan hatte, musste er geflohen sein.</p><p>Der Rote versuchte nicht daran zu denken, was sein �lteres Ich gezwungen hatte, die Gegend vor der Barriere zu verlassen. Stattdessen sandte er seinen Geist nach ihm aus. Nur der Wille eines Drachen vermochte es, sich so weit �ber das Land auszustrecken, wie Korialstrasz es gerade tat. Sein Geist �berbr�ckte auf der Suche nach sich selbst endlose Landschaften.</p><p>Doch er stie� auf keine Spur, und seine Geduld begann nachzulassen. Die Aufgabe war nicht schwer, trotzdem konnte er sie nicht bew�ltigen. War Krasus vielleicht einem Feind zum Opfer gefallen? Der Gedanke lie� Korialstrasz erschaudern. Kein Wesen sollte sein eigenes Ende miterleben m�ssen�</p><p>Doch dann sp�rte der Drache pl�tzlich eine vertraute Pr�senz, die wie neu erschaffen wirkte. Den genauen Aufenthaltsort konnte er nicht ermitteln, aber er wusste zumindest, in welche Richtung er fliegen musste.</p><p>Korialstrasz stieg sofort in die L�fte auf. All seine Kraft legte er in die Fl�gelschl�ge. Je schneller er sein anderes Ich fand, desto eher w�rde er sich wieder sicher f�hlen.</p><p>Er blendete alles au�er Krasus in seinem Denken aus. Seine Umgebung verschwamm. Seine gewaltigen Fl�gel fra�en die Meilen, aber trotzdem zog sich die Reise dahin.</p><p>Korialstrasz war so besessen von seiner Suche, dass er den Angreifer erst bemerkte, als sich Klauen in seinen R�cken gruben.</p><p>Erschrocken schrie er auf, warf sich jedoch gleichzeitig in der Luft herum und �berraschte damit seinen Gegner. Das monstr�se Gesicht eines schwarzen Drachen starrte ihm entgegen.</p><p>�Aufh�ren!�, rief der Rote. �Beim Ruhm der Aspekte verlange ich, dass du � �</p><p>Der andere Drache �ffnete das Maul.</p><p>Korialstrasz stoppte seinen Fl�gelschlag abrupt. Sein massiger K�rper fiel dem Erdboden wie ein Stein entgegen. Diese schnelle Reaktion rettete ihn vor einem Strahl aus brennender Lava. Die Hitze, die �ber seinen Kopf strich, war so gro�, dass ihm Tr�nen in die Augen stiegen.</p><p>Die Schmerzen aus den Klauenwunden brannten in Korialstrasz� K�rper. Er war zwar etwas gr��er als der Schwarze, aber seine Schw�che hob diesen vermeintlichen Vorteil wieder auf.</p><p>�Lass mich in Ruhe�, sagte er ruhig, um den anderen nicht zu provozieren. �Es gibt keinen Streit zwischen uns.�</p><p>�Du darfst dich nicht einmischen!�, gab der Schwarze zur�ck. Sein Blick flackerte wahnsinnig.</p><p>Alexstraszas Gef�hrte wusste nicht, was sein Gegner damit meinte, aber seine Sorge um Krasus wuchs.</p><p>Der schwarze Leviathan lie� sich auf Korialstrasz fallen und zwang ihn so, noch tiefer zu sinken. Korialstrasz lie� es zu, wollte zuerst warten und sich dann im letzten Moment unter seinem Gegner zur Seite drehen.</p><p>Doch als sich ihm der Berggipfel n�herte, erkannte er, dass man ihn genarrt hatte.</p><p>Korialstrasz� Gegner lie� ihn pl�tzlich los. Im gleichen Moment tauchte ein zweiter schwarzer Drache neben dem Gipfel auf und warf sich dem Roten entgegen. Die Drachen prallten zusammen und st�rzten unkontrolliert den spitzen Felsen entgegen.</p><p>�Du bringst uns beide um!�, rief Korialstrasz.</p><p>�Zum Ruhme meines Herrn!�</p><p>Der tosende Wind zwang die Fl�gel des Schwarzen nach hinten. Erst jetzt sah der Rote, dass eine der beiden Schwingen gebrochen und zerfetzt war. Dieser Drache konnte nicht mehr richtig fliegen, und jetzt wollte er sich opfern und seinen Gegner mit in den Tod rei�en.</p><p>Korialstrasz hatte jedoch nicht vor, dies geschehen zu lassen. Er schlug hart mit den Fl�geln und tat, was sein verletzter Feind nicht mehr vermochte: Er steuerte seinen Fall mit ihnen. Pl�tzlich war er �ber dem Schwarzen, nicht mehr unter ihm.</p><p>Der verwundete Riese br�llte w�tend und versuchte, sich herumzuwerfen. Korialstrasz h�rte den Schrei des anderen Drachen, der begriff, was geschah.</p><p>Der Rote zog alle vier Beine an, lockerte seinen Griff jedoch nicht. Leise z�hlte er die Sekunden, die ihm noch blieben. Die raue Landschaft schoss ihm entgegen. Seine Aufmerksamkeit konzentrierte sich auf die spitzen Felsen, die unter ihm aufragten.</p><p>Als er und der Schwarze sie erreichten, streckte Korialstrasz seine Beine aus und stie� sich von seinem Feind ab. Mit kr�ftigen Fl�gelschl�gen k�mpfte er sich nach oben.</p><p>Mit einem schmerzerf�llten Br�llen, das durch die Berge hallte, schlug der verletzte Schwarze auf. Seine Knochen barsten, und f�r einen kurzen Augenblick strauchelte er wie ein Blatt im Wind. Blut besudelte die Landschaft.</p><p>Dem sterbenden Leviathan entwich ein letztes St�hnen� dann fiel sein Kopf zur Seite. Seine Zunge rollte aus dem Maul.</p><p>Die zweite Attacke traf Korialstrasz w�hrend seines m�hsamen Wiederaufstiegs. Erneut gruben sich Klauen in den R�cken des Roten und lie�en ihn aufschreien. Die Schlacht begann ihren Tribut von Korialstrasz zu fordern. Sein Atem ging sto�weise, und das Fliegen fiel ihm schwer. Weder er noch Alexstrasza hatten damit gerechnet, so von Neltharions Clan hintergangen zu werden.</p><p>�Du musst sterben!�, br�llte der Schwarze w�tend, als k�nne sein Wunsch bereits dadurch zur Realit�t werden.</p><p>Der rote Drache entging den t�dlichen Klauen, aber sein Gegner griff unabl�ssig an. Er war nicht nur schnell, sondern wurde von dem brennenden Wunsch getrieben, seinem Herrn zu gefallen. Wie der erste Schwarze schien auch er bereit zu sein, sich selbst zu opfern, nur um seinen Auftrag zu erf�llen.</p><p>Aber welcher Auftrag mochte das sein? Wieso war er so w�tend, weil ein Drache sich von den anderen getrennt hatte? Wieso hatte Neltharion solche Angst davor, dass er seinen Wachen gebot, dies notfalls mit ihrem eigenen Leben zu verhindern?</p><p>Korialstrasz kannte den Grund nicht, konnte jedoch auch nicht mehr l�nger dar�ber nachsinnen. Feuerodem traf ihn mitten in die Brust. Er drehte sich unkontrolliert und vermochte sich nicht mehr zu konzentrieren.</p><p>Klauen bohrten sich in sein Fleisch. Der faulige Atem des Schwarzen lie� ihn w�rgen.</p><p>�Ich habe dich!�, br�llte der wahnsinnige Drache und atmete tief ein. Sein n�chster Feuersto� sollte seinen Gegner aus n�chster N�he treffen und t�ten.</p><p>Verzweifelt stie� Korialstrasz seinen Kopf vor. Seine m�chtigen Kiefer schlossen sich um den Hals des schwarzen Drachen und dr�ckten so hart zu, dass sie ihm den Atem raubten.</p><p>Sein Feind wand sich in Kr�mpfen, als die Kr�fte, die er schon fast freigesetzt hatte, kein Ventil fanden. Seine Klauen kratzten �ber Korialstrasz� Gesicht und seinen K�rper, hinterlie�en tiefe Narben.</p><p>Dann explodierte der Schwarze.</p><p>Korialstrasz lie� den Hals des Gegners los und schrie schmerzerf�llt, als die brennende Lava, die aus dem Leichnam quoll, seinen K�rper streifte. Das war zu viel. Er konnte sich nicht mehr halten. Gemeinsam mit seinem besiegten Gegner st�rzte er in die Tiefe.</p><p>Und kurz bevor er das Bewusstsein verlor, fragte sich der rote Drache, welchen Einfluss sein Tod auf sein zuk�nftiges Ich haben mochte.</p></section><section><title><p>17</p></title><p>Archimonde beobachtete, wie sich seine Legionen vor den Zauberattacken und den anst�rmenden Nachtelfen zur�ckzogen. Er beobachtete, wie sich die Landschaft vor ihm mit den waldgr�nen Uniformen des Feindes f�llte. Der D�monenkommandant sp�rte ihren Triumph und h�rte ihre Siegesrufe.</p><p><emphasis>Wie leicht sich diese Kreaturen t�uschen lassen</emphasis>, dachte er. <emphasis>Sie glauben wirklich, dass sie den Sieg errungen haben</emphasis>.</p><p>Der riesige D�mon wandte sich ab und folgte seinen fliehenden Dienern langsam und voller Selbstbewusstsein.</p><empty-line/><p>�Ahhh��</p><p>Malfurion zuckte zusammen, als er diesen Laut aus Krasus� Mund vernahm. Einen Moment sp�ter sp�rte er, dass es dem Magier schwerfiel, ihn festzuhalten. Der Druide sah nach unten. Sie flogen in so gro�er H�he, dass er trotz des Beistands der magischen Feder schwer gest�rzt w�re.</p><p>Er hielt sich so gut es ging an Krasus� Armen fest und rief: �Was ist los?�</p><p>�Es� es f�hlt sich an, als habe mir jemand mein schlagendes Herz aus der Brust gerissen! Ich� muss sofort landen.�</p><p>Der Nachtelf warf einen Blick auf die Landschaft. Er sah B�ume und anderes Gr�n. Ein Gebiet fiel ihm besonders auf, es wirkte ebenerdiger als der Rest. �Schafft Ihr es bis zu diesem Punkt?�, fragte er und zeigte in die entsprechende Richtung.</p><p>�Ich� werde es versuchen.�</p><p>Aber Krasus flog taumelnd und unsicher, und das Gebiet, das Malfurion ausgesucht hatte, verschwand schon bald zu seiner Rechten. Stattdessen flogen sie jetzt auf ein Waldst�ck zu, dessen B�ume vermutlich ihren Fall bremsen w�rden, ihnen aber auch die Knochen brechen konnten.</p><p>Krasus grunzte schmerzerf�llt und stieg ein wenig h�her. Die B�ume glitten unter ihnen hinweg. Eine Ebene lag vor ihnen. Sie sanken ihr entgegen, zuerst langsam, dann viel zu schnell.</p><p>�Du� du musst dich selbst retten, Malf��</p><p>Pl�tzlich lie� der Magier ihn los.</p><p>Wertvolle Sekunden verstrichen, bevor Malfurion erkannte, was er versuchen konnte. Er streckte seine Gedanken nach dem Gras aus.</p><p>Das Gr�n unter ihm wurde rasch gr��er und dichter. Die Grashalme pressten sich so eng aneinander, das sie wie eine Matratze wirkten. Als der Nachtelf darauf st�rzte, fingen sie ihn auf und nahmen dann wieder ihre nat�rliche Form an. Jeder Knochen in Malfurions K�rper knirschte, aber er �berstand den Sturz unverletzt.</p><p>Er tastete nach seiner Schulter. Avianas Geschenk war verschwunden. Er atmete tief durch und dankte seiner Reaktionsschnelligkeit, die eine Katastrophe verhindert hatte.</p><p>Wie ein Falke, den der Pfeil eines J�gers getroffen hat, flog Krasus strauchelnd weiter. Malfurion konnte ihn nicht mehr unterst�tzen, sondern musste hilflos mit ansehen, wie der Drachenmagier abst�rzte und hart im hohen Gras niederging.</p><p>Im Moment des Aufschlags zerfielen Krasus� Fl�gel zu Staub. Haltlos st�rzte er ins Gras und verschwand aus dem Blickfeld des Druiden.</p><p>�Meister Krasus! Krasus!� Der Nachtelf kam auf die Beine und lief zu dem Punkt, an dem er seinen Gef�hrten vermutete.</p><p>Doch als er dort eintraf, fand er niemanden. Malfurion blieb ratlos stehen. Er war sich sicher, dass er am richtigen Ort suchte.</p><p>Dann h�rte er ein kurzes St�hnen aus s�dlicher Richtung. Malfurion lief durch das hohe Gras und bog es auseinander, um nach dem Ursprung des Ger�uschs zu fahnden.</p><p>Wenig sp�ter erblickte er Krasus� reglose Gestalt.</p><p>Er kniete neben dem Magier nieder und begann, nach �u�eren Verletzungen zu suchen. Als er nichts fand, drehte er ihn auf die Seite. Etwas rutschte unter der Kleidung des Gef�hrten hervor.</p><p>Es war Krasus� Feder. Sie wirkte braun und verdorrt. Der Druide ber�hrte sie vorsichtig mit dem Zeigefinger und zuckte �berrascht zur�ck, als sie zerfiel. Ihre �berreste verschwanden zwischen den Grashalmen.</p><p>Krasus st�hnte erneut. Malfurion legte ihn vorsichtig auf den R�cken und untersuchte ihn auf eventuelle Br�che. Doch trotz seines schweren Sturzes, schien er unverletzt zu sein. Seine einzige Wunde war wohl die, die ihn bereits w�hrend des Fluges gequ�lt hatte.</p><p>Der blasse Magier �ffnete die Augen. �Ich bin es Leid� in einem solchen Zustand aufzuwachen��</p><p>�Vorsichtig, Krasus. Ihr solltet Euch noch nicht bewegen.�</p><p>�Bald schon werde ich mich gar nicht mehr bewegen� Malfurion, ich glaube, ich sterbe.�</p><p>�Was meint Ihr damit? Wieso? Was ist mit Euch geschehen?�</p><p>�Nicht mit mir� mit einem anderen. Ich bin mit Korialstrasz verbunden� und er mit mir. Ich glaube, dass er angegriffen wurde. Er ist dem Tode nahe� und wenn er stirbt, gibt es auch f�r mich keine Hoffnung mehr.�</p><p>Malfurion sah Krasus an und dachte verzweifelt dar�ber nach, wie er ihn retten konnte. �Kann ich irgendetwas tun?�</p><p>�Vielleicht� wenn du ihn� wenn du ihn heilen k�nntest� Aber er ist weit weg von hier� und er ist ein Drache. Das w�re sehr schwierig. Ich � �</p><p>Er brach ab. Malfurion fand keine L�sung. All die F�higkeiten, die Cenarius ihn gelehrt hatte, halfen nichts, wenn sich das Ziel meilenweit entfernt befand.</p><p>Doch dann entdeckte er, halb verborgen unter den zerrissenen Gew�ndern des Zauberers, die Drachenschuppe. �Krasus� was ist damit?�</p><p>�Sie hat� uns eine Weile geholfen. Ein wenig von ihm� und ein wenig von mir. Das hat gereicht.�</p><p>�Das ist also seine Schuppe�, sagte Malfurion zu sich selbst. <emphasis>�Seine</emphasis> Schuppe.�</p><p>Es war ein waghalsiges, beinahe unm�gliches Vorhaben, aber es war auch das einzige, was ihm einfiel. Er ber�hrte die Schuppe und lie� seine Finger dar�ber gleiten. Er sp�rte die Macht, die darin lag. In Gedanken setzte er die verschiedenen Elemente der Druidenlehre zusammen und verband Dinge miteinander, die Cenarius nie verbunden hatte. Aber bestimmte Grunds�tze galten �berall� hoffte er.</p><p>�Ich glaube, ich habe eine Idee, Krasus.�</p><p>Doch der Magier antwortete nicht. Seine Augen waren geschlossen. Im ersten Moment bef�rchtete der Nachtelf, er sei bereits gestorben. Er beugte sich vor und lauschte nerv�s auf Krasus� Atem, der flach, aber regelm��ig ging. Malfurion entspannte sich ein wenig.</p><p>Er durfte nicht l�nger warten. Krasus hatte vielleicht nur noch Minuten zu leben.</p><p>Der Druide legte beide H�nde auf die Schuppe und �ffnete seinen Geist. Das Gras kannte ihn bereits und reagierte auf seinen Ruf. Der Wind fuhr durch seine Haare, und die Erde erwachte und erwartete neugierig sein Ansinnen.</p><p>Bevor er sie jedoch um etwas bat, musste er zuerst feststellen, ob er sich �berhaupt mit dem Drachen Korialstrasz verbinden konnte. Mit geschlossenen Augen versetzte sich der Druide in die Schuppe und suchte nach einer Verbindung zu ihrem urspr�nglichen Besitzer.</p><p>Was er fand, verwirrte ihn. Krasus und Korialstrasz waren so eng miteinander verwoben, dass er sie f�r einen Augenblick verwechselte. Doch dann erkannte er seinen Fehler und lenkte seine Gedanken auf den roten Drachen. Er hoffte, dass noch immer eine Verbindung zwischen Korialstrasz und der Schuppe existierte.</p><p>Zu seiner �berraschung gelang es ihm mit Leichtigkeit, dieses Band zu finden. Sein Geist wurde �ber Meilen hinweggerissen, bis er eine karge Berglandschaft erreichte. Die Landschaft und die Art der Fortbewegung erinnerten Malfurion an seinen Versuch, die Drachen jenseits der Barriere zu erreichen. Dieses Mal musste er jedoch nicht so weit reisen und zum Gl�ck auch nicht den smaragdfarbenen Traum beschreiten.</p><p>Pl�tzlich wurde Malfurion von einem entsetzlichen Gef�hl der Verlustangst getroffen. Beinahe h�tte er das Bewusstsein verloren. Er f�rchtete, mitten in Krasus� und Korialstrasz� Todeskampf zu geraten und wappnete seinen Geist. Dann tastete sich der Nachtelf erneut vor und ber�hrte die ersterbenden Gef�hle des Drachen.</p><p>Es hatte einen Kampf gegeben, einen furchtbaren Kampf. Im ersten Moment dachte Malfurion, die Brennende Legion habe angegriffen. Doch dann erkannte er aus den fragmentarischen Gedanken des Roten, dass andere � schwarze � Drachen seine Gegner gewesen waren.</p><p>Malfurion erinnerte sich an die b�sartigen Leviathane, die ihn und Krasus verfolgt hatten und ahnte, welchen Bestien sich der Rote gestellt hatte. Er nahm an, dass Korialstrasz es tats�chlich geschafft hatte, sie zu t�ten. In diesem Fall grenzte es an ein Wunder, dass er so lange �berlebt hatte. Was f�r ein m�chtiger und mutiger Drache musste er gewesen sein�</p><p>Nein! Er durfte nicht an Korialstrasz denken, als w�re er bereits tot! Damit verriet er nicht nur den Drachen, sondern auch Krasus. Malfurion musste damit aufh�ren, sonst waren sie verloren.</p><p>Eine der ersten Lektionen, die der Druide von Cenarius erhalten hatte, war gewesen, wie man Waldtiere heilte. Dank dieser F�higkeit hatte er F�chse, Kaninchen, V�gel und anderes Getier gerettet. Dieses Wissen konnte er jetzt einsetzen. Er musste den Effekt nur verst�rken.</p><p>Zumindest hoffte der Druide dies.</p><p>Malfurion wandte sich an seine Umgebung. Er brauchte ihr Opfer. Nur Leben konnte Leben hervorbringen. Die Erde und die Pflanzen konnten sich in einer Weise regenerieren, die den Tieren fremd war. Trotzdem war es eine gro�e Bitte, die der Nachtelf an sie richtete, schlie�lich ging es um einen Drachen. Er w�rde es ihnen nicht ver�beln, wenn sie seinen Wunsch ablehnten.</p><p>Malfurion versuchte seiner Umgebung zu vermitteln, wie wichtig es war, Korialstrasz und Krasus zu retten. Dann wandte er sich an die B�ume und das Gras, an alles, was ihm etwas geben konnte. In seinem Geist sp�rte er, wie die Lebenskraft des Drachen nachlie�. Die Zeit lief ihm davon.</p><p>Da endlich sp�rte er zu seiner Erleichterung, wie das Land etwas von sich aufgab. Seine Lebensenergie floss in den K�rper des Nachtelfen und durchstr�mte ihn mit solcher Kraft, dass er beinahe vergessen hatte, wof�r er sie ben�tigte. Er riss sich zusammen, legte seine Fingerspitzen auf die Schuppe und lie� die Kraft hineinstr�men.</p><p>Krasus� K�rper zuckte einmal kurz, dann lag er wieder still. Durch die Verbindung sp�rte Malfurion, wie die Lebenskraft in den Drachen floss. Das Herz des Nachtelfen raste. Schwei� lief �ber seine Stirn. Es fiel ihm schwer, die Verbindung aufrecht zu erhalten.</p><p>Trotz des best�ndigen Stroms aus Lebensenergie sp�rte Malfurion keine Ver�nderung bei Korialstrasz. Das Leben des Drachen hing weiter am seidenen Faden. Der Druide biss die Z�hne zusammen und leitete mehr und mehr Energie in den sterbenden Riesen.</p><p>Dann endlich bemerkte er eine leichte Ver�nderung. Korialstrasz� Seele zog sich vom Abgrund zur�ck. Seine Verbindung zum Leben erstarkte.</p><p>�Bitte��, stie� der ersch�pfte Nachtelf hervor. �Mehr��</p><p>Und es kam mehr. Das Land schenkte ihm, was er ben�tigte. Es verstand, dass es nicht nur um die Heilung zweier Verletzter ging, sondern um sehr viel mehr.</p><p>Langsam neigte sich die Waagschale zugunsten des Lebens. Korialstrasz wurde st�rker. Der Druide sp�rte, wie das Bewusstsein des Drachen zur�ckkehrte und wusste, dass der sich �ber diese Wandlung wunderte.</p><p>Krasus� K�rper zuckte erneut. Der �ltere Magier st�hnte. Seine Augen �ffneten sich.</p><p>Jetzt endlich wusste Malfurion, dass er genug getan hatte. Er l�ste seine Finger von der Schuppe, lehnte sich zur�ck und atmete tief durch.</p><p>Erst jetzt bemerkte er, dass sich das Gras sich meterweit um ihn herum schwarz geerbt hatte.</p><p>Alles Leben war aus der Erde verschwunden. So weit das Auge reichte, war die Ebene schwarz und verdorrt. Am Horizont sah er zwei blattlose B�ume.</p><p>Im ersten Moment ersch�tterte das Entsetzen �ber seine Tat den Druiden, doch dann sp�rte er, wie sich das Leben unter ihm zu regen begann. Die Wurzeln der Gr�ser hatten �berlebt, und mit Hilfe der Erde w�rden sie schon bald neue Triebe hervorbringen. Auch die B�ume lebten noch und w�rden frische Bl�tter austreiben.</p><p>Der Nachtelf atmete erleichtert auf. Einen schrecklichen Augenblick lang hatte er bef�rchtet, nicht besser als die Brennende Legion zu sein.</p><p>�Was� was hast du getan?�, stie� Krasus hervor.</p><p>�Ich musste Euch retten. Etwas anderes ist mir nicht eingefallen.�</p><p>Der Magier sch�ttelte den Kopf und setzte sich auf. �Das habe ich nicht gemeint, Malfurion� Wei�t du �berhaupt, was du hier gerade geleistet hast? Verstehst du das Ausma� deiner Tat?�</p><p>�Ich habe getan, was getan werden musste�, erkl�rte Malfurion.</p><p>�Es tut mir Leid, dass ich dem Land so viel abverlangt habe, aber es hat alles freiwillig gegeben.�</p><p>Krasus bemerkte erst jetzt das geschw�rzte Gras. Er kniff die Augen zusammen, w�hrend er den Beweis dessen betrachtete, was sich hier abgespielt hatte. �Malfurion, das ist unm�glich.�</p><p>�Das alles fu�te auf den Lehren meines <emphasis>shan�do</emphasis>. Ich habe den Zauber nur der Situation angepasst.�</p><p>�Dabei ist dir etwas gelungen, das weit jenseits deiner F�higkeiten h�tte sein sollen � weit jenseits der F�higkeiten fast aller Zauberer.� Schwerf�llig erhob sich der Drachenmagier. Er runzelte die Stirn, als er das wahre Ausma� der Sch�den erkannte. �Unglaublich.�</p><p>Malfurion verstand immer noch nicht, weshalb Krasus so verst�rt auf seine Tat reagierte, deshalb fragte er: �K�nnt Ihr Korialstrasz sp�ren? Geht es ihm gut?�</p><p>Krasus konzentrierte sich. �Die Verbindung wird langsam wieder so schwach wie sie vor deinem Zauber war� aber ja, ich sp�re ihn noch. Er ist� gesund� wenngleich verwirrt. Er erinnert sich an einen Teil des Kampfes und wei�, dass er mich finden soll, aber er hat Erinnerungsl�cken.�</p><p>Aus irgendeinem Grund rief das Erheiterung bei Krasus hervor. �Jetzt sind er und ich uns noch �hnlicher. Das Schicksal verh�hnt mich wahrlich.�</p><p>�Warten wir auf ihn?�</p><p>�Ja, aber nicht aus dem Grund, aus dem er mich wahrscheinlich sucht. Ich kenne ihn ja, deshalb gehe ich davon aus, dass er mich zu Alexstrasza zur�ckbringen will. Dazu aber reicht die Zeit nicht mehr. Ich glaube, dass wir so schnell wie m�glich zur Streitmacht zur�ckkehren sollten. Vielleicht ist es pure Ahnung, vielleicht auch das Ergebnis meiner reichen Erfahrung. Wie dem auch sei, wir werden aufbrechen, sobald Korialstrasz hier eintrifft.�</p><p>Malfurion dachte sofort an Tyrande� und dann etwas versp�tet auch an seinen Bruder. �Wie lange wird er brauchen?�</p><p>�Er ist ein Drache� und zwar ein sehr gesunder�, sagte Krasus zufrieden l�chelnd. �Also wohl nicht sehr lange��</p><empty-line/><p>Tyrande war einzigartig unter den Schwestern, denn sie war die einzige, die <emphasis>zwei</emphasis> Schatten besa�. Der zweite hatte sogar einen Namen.</p><p>Er lautete Shandris Feathermoon.</p><p>Egal, wohin die Priesterin auch ging, das Waisenkind folgte ihr. Shandris beobachtete alles, was ihre Retterin tat, mit Blicken, die ihren verzweifelten Wunsch nach Wissen widerspiegelten. Wenn Tyrande �ber einem verletzten Nachtelf betete, wiederholte das M�dchen ihre Worte und ahmte ihre Gesten nach.</p><p>Tyrande betrachtete Shandris mit gemischten Gef�hlen. Das M�dchen hatte keine Eltern mehr und niemanden, der sich um es k�mmerte. Nat�rlich gab es viele, die in einer �hnlichen Notlage waren, aber die Priesterin nahm etwas Besonderes in Shandris wahr. Sie beobachtete Tyrandes Arbeit so hingebungsvoll, dass sie sich vielleicht als Novizin eignen w�rde. Der Tempel hie� neue Schwestern stets willkommen. Wie h�tte sie das M�dchen also zur�ck zu den Fl�chtlingen schicken und es vergessen sollen? Die Priesterin vermochte dies nicht und hatte stattdessen beschlossen, Shandris in ihrer N�he zu behalten.</p><p>Leider gab es Situationen, in denen ein Kind nicht sicher war. Die Schwestern wechselten sich im Kampf an der Front ab. Die Hohepriesterin bestimmte den Rhythmus. Tyrande hatte Sorge, dass Shandris in die N�he der D�monen gelangen k�nnte. Diese Bestien h�tten sie ohne Skrupel get�tet. Das M�dchen hatte Tyrande schon einmal fast zu Tode erschreckt, denn als die Schwestern zu Malfurions und Krasus� Rettung ausgezogen waren, hatte es sich ihnen heimlich angeschlossen. Die Priesterin hatte davon erst sp�ter erfahren, als die Waise eine unvorsichtige Bemerkung gemacht hatte.</p><p>�Mach das nicht noch einmal!�, befahl Tyrande ihr. �Du musst zur�ckbleiben, wenn wir in den Kampf ziehen. Ich kann nicht gleichzeitig k�mpfen und mich um dich k�mmern.�</p><p>Shandris wirkte niedergeschlagen und nickte, aber Tyrande bezweifelte, dass dies das Ende der Diskussion war. Sie betete zu Elune, dass das junge M�dchen weise handeln w�rde.</p><p>W�hrend Tyrande �ber ihre schwierige Situation nachdachte, bemerkte sie, dass sich eine Schwester aus einer anderen Gruppe l�ste und ihr entgegenkam. Die Priesterin war gro� und einige Jahre �lter als Tyrande. Ihr Gesichtsausdruck wirkte sehr ernst.</p><p>�Meinen Gru�, Schwester Marinda. Was f�hrt dich zu dieser Unw�rdigen?�</p><p>�Meinen Gru�, Schwester Tyrande�, antwortete Marinda ernst. �Ich komme von der Hohepriesterin.�</p><p>�Ja? Hat sie neue Anweisungen f�r uns?�</p><p>�Sie� ist tot, Schwester.�</p><p>Tyrande f�hlte sich, als habe jemand ihre Welt auf den Kopf gestellt. Die ehrw�rdige Mutter des Tempels sollte tot sein? Sie war ebenso wie die anderen Gl�ubigen mit den Worten und Taten dieser Frau aufgewachsen. Wegen ihr hatte sich Tyrande entschlossen, das Novizengewand anzulegen.</p><p>�W-wie kann das sein?�</p><p>Tr�nen liefen �ber Marindas Gesicht. �Sie hat ihre Wunden vor uns geheim gehalten, nur ihre Dienerinnen wussten davon. W�hrend des Marsches zur�ck nach Suramar wurde sie von einem D�mon am Bauch verletzt. Das h�tte sie dank ihrer gro�en Heilkunst wahrscheinlich �berlebt, doch dann st�rzte sich eine Teufelsbestie auf sie. Offenbar lag sie bereits im Sterben, bis andere die Bestie t�teten. Sie haben sie zur�ck in ihr Zelt getragen, wo sie sich aufgehalten hat, bis sie vor einer Stunde von uns ging.�</p><p>�Wie schrecklich!� Tyrande fiel auf die Knie und begann zu Mutter Mond zu beten. Marinda kniete sich neben sie, ebenso wie Shandris, die sie ohne Aufforderung nachahmte.</p><p>Die beiden Priesterinnen verabschiedeten sich in Gebeten von ihrer Lehrerin, dann erhoben sie sich.</p><p>Marinda sagte: �Da ist noch mehr, Schwester.�</p><p>�Mehr? Was denn?�</p><p>�Vor ihrem Tod hat sie ihre Nachfolge geregelt.�</p><p>Tyrande nickte. Das hatte sie erwartet. Die neue Hohepriesterin hatte sicherlich Boten wie Marinda ausgesandt, um die Nachricht von ihrem Aufstieg zu verbreiten.</p><p>�Wer ist es?� Es gab mehrere w�rdige Kandidatinnen.</p><p>�Sie hat dich ernannt, Tyrande.�</p><p>Tyrande traute ihren Ohren nicht. �Sie � Mutter Mond! Du scherzt doch wohl!�</p><p>Shandris quietschte und applaudierte. Tyrande drehte sich um und sah sie tadelnd an. Die Waise wurde ruhig, aber ihre Augen leuchteten stolz.</p><p>Marinda schien nicht zu scherzen, und das �ngstigte Tyrande. Wie sollte sie, die gerade mal eine Priesterin geworden war, die gesamte Schwesternschaft leiten � und das in Kriegszeiten?</p><p>�Vergib mir meine Worte, Schwester Marinda, aber k�nnte es sein, dass ihre Verletzungen ihren Geist getr�bt hatten? Wieso sonst sollte sie gerade mich erw�hlen?�</p><p>�Sie war bei klarem Verstand, Schwester. Und sie hatte von dir schon h�ufiger gesprochen. Die leitenden Schwestern wussten, dass du ihre Nachfolge antreten solltest. Niemand hat sich gegen ihre Entscheidung ausgesprochen.�</p><p>�Aber� das ist unm�glich. Ich kann doch niemanden anf�hren! Wie k�nnte ich mit so wenig Erfahrung solche Verantwortung �bernehmen? Es gibt so viele, die den Tempel besser kennen.�</p><p>�Aber keine, die enger mit Elune verbunden ist. Wir alle sehen und sp�ren das. Die Soldaten und die Fl�chtlinge erz�hlen sich bereits Geschichten �ber dich. Du hast Wunder vollbracht, Kranke geheilt, bei denen andere aufgegeben hatten��</p><p>Davon hatte Tyrande nichts geh�rt. �Was meinst du damit?�</p><p>Schwester Miranda erkl�rte es ihr. Alle Priesterinnen opferten einen Teil ihrer Ruheperiode, um zu versuchen anderen zu helfen. Doch Wunsch und Bef�higung lagen oft weit auseinander. Trotzdem gelang es ihnen, viele zu heilen� aber bei unz�hligen anderen versagte ihr K�nnen.</p><p>Tyrande hatte nur Erfolge vorzuweisen. Jeder, den sie zu heilen versucht hatte, war gesund geworden. Ohne es zu ahnen, hatte Tyrande auch diejenigen geheilt, bei denen andere Schwestern aufgegeben hatten. Das allein hatte die Priesterinnen bereits �berrascht, noch erstaunter waren sie jedoch dar�ber, dass Tyrande sich nie ausruhte.</p><p>�Eigentlich solltest du nicht mehr in der Lage sein zu stehen, aber du k�mpfst ja sogar, Schwester Tyrande.�</p><p>Die junge Priesterin war noch nicht einmal auf die Idee gekommen, dass sie etwas Au�ergew�hnliches tat. Sie betete zu Elune, und Elune antwortete ihr. Tyrande war daf�r dankbar, ging dann jedoch direkt weiter zum n�chsten Bed�rftigen.</p><p>Und nun glaubten die anderen, sie habe weit �ber das Normale hinaus gewirkt.</p><p>�Das� das kann nicht sein.�</p><p>�Doch, es ist so. Du musst es akzeptieren.� Marinda holte tief Luft. �Du wei�t, dass es normalerweise eine Zeremonie geben w�rde, um dich so vielen Gl�ubigen wie m�glich vorzustellen.�</p><p>�Ja��, antwortete Tyrande gedankenverloren.</p><p>�Wir werden nat�rlich unser Bestes tun. Mit deiner Erlaubnis werde ich die anderen Schwestern vom Kampf abziehen und � �</p><p>�Was?� Wollten sich die Schwestern etwa nur wegen ihr eine neue B�rde aufladen? Tyrande riss sich zusammen und erkl�rte: �Nein, das erlaube ich nicht.�</p><p>�Schwester � �</p><p>Sie setzte ihre neue, wenn auch unerw�nschte Autorit�t ein und sah Marinda scharf an. �Ich muss diese Position wohl annehmen, aber ich werde nicht zulassen, dass uns eine Zeremonie von den Gefahren um uns herum ablenkt. Ich werde das Amt der Hohepriesterin annehmen, zumindest bis dieser Krieg vor�ber ist, aber ich werde meine Kleidung behalten.�</p><p>�Aber die Robe deines Amtes��</p><p>�Ich werde meine Kleidung behalten, und es wird keine Zeremonie geben. Ein solches Risiko k�nnen wir nicht eingehen. Wir werden im Namen von Mutter Mond weiterhin heilen und k�mpfen. Verstanden?�</p><p>�Ich�� Marinda kniete nieder und senkte den Kopf. �Ich gehorche, Mylady.�</p><p>�Erhebe dich. Diesen Gehorsam w�nsche ich nicht. Wir sind alle Schwestern und im Herzen gleich. Wir alle beten zu Elune. Niemand soll mich anbeten.�</p><p>�Wie du es w�nschst.� Aber die �ltere Priesterin erhob sich nicht. Sie schien etwas von Tyrande zu erwarten. Nach einem kurzen Moment der Verwirrung erkannte sie, worum es ging.</p><p>Tyrande hoffte, dass ihre Hand nicht zittern w�rde, als sie sie auf Marindas Kopf legte. �Im Namen von Mutter Mond, der gro�en Elune, die �ber uns alle wacht, segne ich dich.�</p><p>Sie h�rte, wie die andere Priesterin erleichtert durchatmete. Marinda erhob sich. Ihr Gesichtsausdruck erinnerte Tyrande an jenen, den sie selbst und die anderen Priesterinnen in Gegenwart ihrer ehrenwerten Lehrerin getragen hatten. �Wenn es dir recht ist, werde ich den anderen deinen Willen �bermitteln.�</p><p>�Ja� danke.�</p><p>Als sich Marinda abwandte, brach Tyrande beinahe zusammen. Das war doch nicht m�glich! In gewisser Weise war dies beinahe so schrecklich, wie der Brennenden Legion gegen�berzutreten. Sie als Leiterin des Ordens! Das war wahrlich das Ende von Kalimdor!</p><p>�Wie wundervoll!�, rief Shandris und klatschte in die H�nde. Sie lief zu Tyrande und schien sie umarmen zu wollen, blieb dann jedoch stehen und versuchte, ernst zu wirken. Wie auch schon Marinda kniete die Waise vor ihr nieder und erwartete ihren Segen.</p><p>Resignierend segnete Tyrande sie. Shandris sah sie voller Ehrerbietung an. �Ich folge dir f�r den Rest meines Lebens, Mylady.�</p><p>�Nenn mich nicht so. Ich bin immer noch Tyrande.�</p><p>�Ja, Mylady.�</p><p>Die neue Leiterin des Tempels seufzte und dachte dar�ber nach, was als n�chstes zu tun war. Wahrscheinlich gab es endlose Rituale, die sie als Hohepriesterin durchf�hren musste. Tyrande erinnerte sich daran, dass ihre Vorg�ngerin zahllose Gebete geleitet hatte. Der Tempel hielt auch jeden Abend Zeremonien ab, um den Mondaufgang zu gew�hrleisten und das Wohlwollen der G�tter zu erbitten. Abgesehen davon gab es auch Zusammenk�nfte und Feiern zu bestimmten weltlichen Anl�ssen.</p><p>Sie blickte missmutig in die Zukunft, f�hlte sich mehr gefangen denn geehrt.</p><p>Ein pl�tzliches St�hnen aus dem Fl�chtlingslager unterbrach ihre Gedanken. Tyrande erkannte, was das St�hnen bedeutete. Sie hatte �hnliche Laute schon zu oft geh�rt. Jemand litt unter furchtbaren Schmerzen.</p><p>Die Zeremonie musste warten. Die Rituale mussten warten. Tyrande war dem Orden vor allem aus einem Grund beigetreten � um anderen durch die Geschenke Elunes zu helfen.</p><p>Die neue Hohepriesterin ging auf die Quelle des St�hnens zu, um ihrer eigentlichen Berufung zu folgen.</p></section><section><title><p>18</p></title><p>Die K�nigin hatte beschlossen auszureiten, und wenn Azshara etwas beschloss, konnten auch alle D�monen der Welt sie nicht umstimmen� was bedeutete, dass Captain Varo�then erst recht keine Chance hatte, sie daran zu hindern.</p><p>Sie hatte den Palast vor langer Zeit zum letzten Mal verlassen. Jetzt waren sie und ihre Zofen von riesigen Leibw�chtern und einem zus�tzlichen Trupp Soldaten umgeben, als sie die Palasttore hinter sich lie�en und in die Stadt ritten.</p><p>In die <emphasis>Ruinen</emphasis> der einstigen Stadt.</p><p>Seit ihrer Zerst�rung hatte die Herrin der Nachtelfen Zin-Azshari nicht mehr betreten. Ihre Blicke glitten �ber die vernichteten H�user, die schuttbedeckten Stra�en und die Leichen, die gelegentlich noch fast unversehrt zwischen den Tr�mmern lagen, weil es keine Aasfresser mehr gab. Azshara sch�rzte die Lippen und zog die Nase kraus. Offenbar gab es hier einen Geruch, der ihr missfiel.</p><p>Varo�then starrte ungehalten auf die Ruinen. Nichts durfte seine K�nigin verst�ren. Wenn er die Zerst�rungen mit seinem Schwert h�tte beseitigen k�nnen, so wie man sich eines Feindes entledigte, h�tte er es getan.</p><p>Eine Teufelsbestie tauchte hinter einem zusammengest�rzten Turm auf. Ihre m�chtigen Kiefer zermahlten etwas. Sie schmatzte laut, als die K�nigin und ihre Eskorte vorbeiritten, dann verschwand sie wieder in ihrem Versteck.</p><p>Schweigend ritten sie durch die Stadt. Azshara sagte nichts, also wagte auch kein anderer zu sprechen. Die Teufelsw�chter blieben dicht neben ihr, obwohl keine Bedrohung auszumachen war. Die D�monen waren der K�nigin ebenso ergeben wie ihre Soldaten. H�tte sie von ihnen verlangt, ihre eigenen Artgenossen anzugreifen, h�tten sie ihr vermutlich gehorcht. Nat�rlich w�rde Azshara das nie von ihnen verlangen, denn es gab nur einen, den sie niemals � unter keinen Umst�nden � erz�rnen wollte, und das war Sargeras, der Herr der Brennenden Legion.</p><p>�Glaubst du, dass es bald so weit ist, mein lieber Captain?�, fragte sie.</p><p>Der Offizier war verwirrt. �Licht der Lichter?�</p><p>�Dass er zu uns kommt, Captain. Zu uns.�</p><p>Varo�then nickte sofort. �Oh ja, meine K�nigin, sehr bald. Mannoroth sagt, dass das Portal mit jeder Nacht st�rker wird.�</p><p>�Er muss wahrlich der Gott unter den G�ttern sein, wenn er ein so starkes Tor ben�tigt.�</p><p>�Wenn Ihr das sagt, meine K�nigin.�</p><p>�Er muss� glorreich sein�, murmelte Azshara in einer Weise, die sie sonst f�r sich selbst beanspruchte.</p><p>Der vernarbte Nachtelf nickte und versuchte, seinen Neid zu verbergen. Niemand konnte sich mit einem Gott messen.</p><p>�ber der Stadt lag der gleiche gr�ne Nebel, der fast ganz Kalimdor bedeckte. Azshara genoss den Anblick, denn er lie� ihre Stadt mysteri�ser wirken, w�hrend er gleichzeitig Dinge vor ihr verbarg, die ihr vielleicht missfallen h�tten. Wenn die Welt neu erschaffen war, w�rde sie Sargeras bitten, den Nebel zu l�ften. Bis dahin gefiel er ihr.</p><p>Azshara sah sich um, als sie einen offenen Platz erreichten. Sie zog die Z�gel ihres Nachts�blers an und brachte ihn zum Stehen. Dann streichelte sie seinen Nacken, um ihn zu beruhigen. Alles im Palast hatte sich durch Sargeras ver�ndert, und die Tiere bildeten keine Ausnahme. Die gro�en Katzen hatten jetzt rote wilde Augen. Sie h�tten jeden Artgenossen, der nicht dem k�niglichen Stall entstammte, mit gro�er Freude angegriffen und zerrissen.</p><p>�Der Captain und ich werden ein paar Minuten allein weiterreiten.�</p><p>Weder die Nachtelfen noch die D�monen wirkten erfreut �ber diesen Befehl� abgesehen von Varo�then nat�rlich. Er sah seine M�nner an und knurrte: �Befolgt den Befehl der K�nigin!�</p><p>Die Eskorte gehorchte und blieb zur�ck, w�hrend er und die K�nigin weiterritten.</p><p>Azshara schwieg, bis sie au�er H�rweite waren. Dann l�chelte sie Varo�then an. �Verl�uft alles zufrieden stellend?�</p><p>�Was meint Ihr damit?�</p><p>Die K�nigin blickte zum Horizont. �Die S�uberung meines Reiches. M�sste sie nicht l�ngst vollzogen sein?�</p><p>�Archimonde wird daf�r sorgen, meine K�nigin.�</p><p>�Aber ich h�tte das gerne erledigt, <emphasis>bevor</emphasis> Sargeras eintrifft. W�re das nicht ein wundervolles Geschenk f�r meinen� Zuk�nftigen?�</p><p>Varo�then unterdr�ckte seine Gef�hle m�hsam. Er schluckte seine Eifersucht herunter und sagte: �Ein wahrhaft wundervolles Geschenk. Er wird es erhalten.�</p><p>�Und warum verz�gert es sich noch?�</p><p>�Daf�r gibt es viele Gr�nde. Logistik � �</p><p>Sie beugte sich vor und gew�hrte ihm einen Blick auf ihren K�rper. �Mein lieber, lieber Varo�then. Sehe ich denn tats�chlich aus wie du? Wie ein harter, muskul�ser Soldat?�</p><p>Seine Wangen err�teten. �Nein, Vision der Vollkommenheit.�</p><p>�Dann gebrauche bitte nicht diese milit�rischen Begriffe. Zeige mir einfach, was du meinst.�</p><p>Azshara hob ihre Handfl�che, auf der ein kleiner Kristall erschien. Er war anfangs kaum gr��er als eine Erbse, wuchs jedoch, bis er gro� wie eine Melone war. Er leuchtete so hell wie der volle Mond.</p><p>�Wirst du mir diesen Gefallen erweisen?�</p><p>Der Soldat nahm den Kristall aus ihrer Hand und konzentrierte sich. Zwar war er kein m�chtiger Zauberer wie die Hochwohlgeborenen, aber er beherrschte die Grundlagen der magischen K�nste. Der Kristall reagierte auf seine Gedanken und verwandelte sie in Bilder.</p><p>�Ihr fragt mich, warum sich die Angelegenheit verz�gert, meine K�nigin. Nun, hier sind einige Gr�nde daf�r.�</p><p>In seiner Erinnerung entstand das Bild eines rothaarigen Wesens, das Azshara fremd vorkam. Sie betrachtete es mit leuchtenden Augen.</p><p>�Er sieht gut aus� f�r einen Fremden. Definitiv m�nnlich.�</p><p>�Ein m�chtiger Zauberer.� Das Gesicht verschwand und wurde durch das eines �lteren Mannes ersetzt.</p><p>�Warum zeigst du mir diesen Geist?�</p><p>�Das ist kein Geist. Trotz seiner blassen Hautf�rbung lebt dieses Wesen. Als wir ihm begegneten, stellte er keine Gefahr dar, aber ich glaube, dass er zu diesem Zeitpunkt an einer Krankheit litt. Vor kurzem haben meine Spione ihn jedoch in Begleitung eines Drachen gesehen.�</p><p>Das beeindruckte die K�nigin. �Eines Drachen?�</p><p>�Ja, und die beiden haben Archimondes Kriegern gro�e Probleme bereitet. Mittlerweile sind sie verschwunden, aber ich bef�rchte, dass sie zur�ckkehren werden.�</p><p>�Dann ist er wohl doch kein Geist�, entgegnete Azshara, w�hrend sie die blasse Erscheinung betrachtete, die an einen Nachtelf erinnerte. �Und nur sie verhindern die Vollkommenheit meiner Welt?�</p><p>Captain Varo�then schnaufte. �Auch einige aus unserem Volke sorgen daf�r. Sie sind fehlgeleitet. Ihre Abbilder sind unscharf, weil sie mir nur �ber andere zugetragen worden sind.�</p><p>Azshara betrachtete die neuen Gesichter. Einer der beiden Nachtelfen hatte seine Haare zu einem Zopf zusammengebunden und trug schwarze Kleidung. Der andere hatte das Haare offen und schien erdfarbene Kleider zu bevorzugen. Beide Gesichter �hnelten sich so sehr, dass die K�nigin im ersten Moment glaubte, sie stellten ein und dieselbe Person dar.</p><p>�Es sind Zwillinge�, stellte Varo�then klar. �Br�der.�</p><p>�Zwillinge� wie interessant.� Sie strich mit dem Finger �ber die Bilder. �Aber sie sind so jung� sicherlich sind sie keine Anf�hrer.�</p><p>�Sie sind m�chtige Zauberer, aber sie f�hren die Rebellion nicht an. Diese Aufgabe hat der ehrenwerte Lord Ravencrest �bernommen.�</p><p>�Mein lieber Kur�talos� ich habe ihn stets bevorzugt behandelt, und so dankt er es mir nun.�</p><p>Captain Varo�then lie� den Kristall sinken. Finster sagte er: �Black Rook hat den Palast stets beneidet, Licht der Lichter.�</p><p>Sie schmollte einen Augenblick lang. �Ich habe entschieden, dass Lord Ravencrest mir missfallen hat�, erkl�rte sie schlie�lich. �Kannst du dieses Problem l�sen?�</p><p>Er zeigte seine �berraschung nicht. �Das wird uns einiges kosten� aber es kann uns gelingen, sollte das Euer Wunsch sein.�</p><p>�Mein gr��ter Wunsch, lieber Captain.�</p><p>Azshara streichelte leicht �ber seine Wange, dann wendete sie ihr Reittier abrupt und ritt zur�ck zu der wartenden Eskorte. Ihre lange schimmernde Sch�rpe flatterte im Wind. Der Offizier nahm sich zusammen und dachte �ber die W�nsche seiner Herrin nach. Kur�talos Ravencrest missfiel ihr also. Eines gr��eren Verbrechens konnte man sich in ganz Kalimdor nicht schuldig machen.</p><p>�Wir werden das Problem beseitigen, meine K�nigin�, murmelte er. �Wir werden es beseitigen.�</p><empty-line/><p>Sie lie�en Suramar hinter sich und trieben die D�monen in Richtung Zin-Azshari. Rhonins Meisterzauber hatte den Vorsto� ausgel�st, aber jetzt �bernahmen Illidans Mondgarde und die Soldaten an vorderster Front. Sie vernichteten jeden D�mon, der es wagte, sich ihnen entgegenzustellen.</p><p>Rhonin ruhte sich nicht auf seinem Erfolg aus. Er legte zwar eine kurze Pause ein, nutzte die Situation jedoch dann, um die Brennende Legion weiter zu schw�chen. Jeder D�mon, der fiel, war einer, der seiner Familie kein Leid mehr zuf�gen konnte. Rhonin interessierte es nicht mehr, welche Konsequenzen seine Anwesenheit in diesem Krieg haben w�rde. Wenn es ihnen gelang, die Brennende Legion hier zu vernichten, w�rde die Welt der Zukunft weder unter ihr, noch unter der Untoten-Gei�el zu leiden haben.</p><p>Brox hatte ebenfalls alle Zweifel abgelegt. Er war ein Orc-Krieger, und Orc-Krieger k�mpften. �ber die Konsequenzen konnten sich andere Sorgen machen. Er wusste nur, dass seine Axt das Blut von D�monen schmecken wollte.</p><p>Die Streitmacht der Nachtelfen schlug einen Keil mitten in die D�monen. An den Flanken k�mpfte die Mondgarde gegen den Feind. Die Eredar und die Schreckenslords wagten zwar hin und wieder Gegenangriffe, aber sie hatten Illidans Zaubern nichts entgegenzusetzen.</p><p>�Wir treiben sie zu den H�geln von Urae!�, rief Jarod Rhonin zu. �Dahinter liegt nur noch Zin-Azshari.�</p><p>�Zum Gl�ck haben wir sie in Panik versetzt�, antwortete der Magier grimmig. �Wenn sie Verst�rkung h�tten oder organisierter vorgingen, s�he es f�r uns nicht gut aus. Wir m�ssten uns den Berg hinaufk�mpfen.�</p><p>�Auf der anderen Seite werden wir die H�gel zu unserem Vorteil nutzen.�</p><p>�Dann sollten wir sie so schnell wie m�glich erreichen.�</p><p>Die D�monen zogen sich weiter in die H�gel zur�ck. Es war ein chaotischer, unstrukturierter Vorgang. Archimonde konnte Rhonin nicht ausmachen. W�re der D�monenlord anwesend gewesen, h�tte die Brennende Legion sicherlich besser gek�mpft, au�er�</p><p><emphasis>Ist das m�glich?</emphasis>, fragte er sich. Der Gedanke war furchteinfl��end.</p><p>�Jarod! Brox! Ich muss Ravencrest finden!�</p><p>�Geh ruhig�, knurrte der Orc, w�hrend seine Axt zuerst durch die R�stung eines D�mons und dann in dessen Brust schnitt.</p><p>Rhonin hatte Schuldgef�hle, weil er seine Freunde mitten im Kampf verlie�, aber gleichzeitig sp�rte er, dass er den Kommandanten so schnell wie m�glich finden musste. Die Theorie, die unerw�nscht in seinem Verstand erschienen war, konnte nur der Adlige best�tigen oder verwerfen.</p><p>Doch Lord Ravencrest zu finden, war keine einfache Aufgabe. Der Nachts�bler schob sich langsam durch die vorr�ckenden Soldaten, w�hrend der Zauberer die Gegend absuchte � ohne Erfolg jedoch. Er wusste nicht, wo sich sein Ziel aufhielt. Es gab tausend M�glichkeiten.</p><p>Rhonin wurde nerv�s, doch dann sah er endlich jemanden, der m�glicherweise Ravencrests Aufenthaltsort kannte. Lord Desdel Stareyes R�stung war fleckenlos, und seine Katze wirkte, als habe man sie eben erst geb�rstet. Rhonin fragte sich, ob er �berhaupt in die N�he der Schlacht geraten war, geschweige denn darin gek�mpft hatte. Allerdings war Stareye Ravencrests Vertrauter; etwas anderes z�hlte in dieser Situation nicht.</p><p>�Mylord! Mylord!�, rief der rothaarige Magier.</p><p>Der Nachtelf sah ihn mit deutlichem Widerwillen an. Dann griff er in seine G�rteltasche und nahm ein Pulver heraus, das er schniefte. Sein Schwert lie� er jedoch stecken.</p><p>�Das ist ein sehr ung�nstiger Zeitpunkt, Zauberer�, beschwerte er sich. �Was willst du?�</p><p>�Wo ist Lord Ravencrest? Ich muss ihn sprechen.�</p><p>�Kur�talos ist gerade sehr besch�ftigt. Was machst du �berhaupt hier? Solltest du nicht deine Zauber an der Front wirken oder so etwas?�</p><p>Rhonin kannte Leute wie diesen Nachtelf aus seiner eigenen Zeit. Solche hochgestellten Pers�nlichkeiten waren nicht nur unn�tz, als Kommandanten waren sie sogar gef�hrlich. Sie interessierte nichts au�er dem eigenen Vergn�gen, und sie sahen im Krieg nur ein weiteres Spiel.</p><p>�Es ist �beraus wichtig, Mylord.�</p><p>�Worum geht es?�</p><p>Der Magier hatte keine Zeit f�r diese Verz�gerungstaktik, erkannte jedoch, dass er Stareye von der Dringlichkeit seiner Bitte �berzeugen musste, um zu Ravencrest vorgelassen zu werden.</p><p>Also sagte er: �Ich muss wissen, ob Ravencrest in der letzten Zeit Kundschafter ausgesandt hat und ob sie irgendwas auf der anderen Seite der H�gel gefunden haben.�</p><p>Der Nachtelf schnaubte. �In ein paar Stunden wirst du selbst sehen k�nnen, was sich jenseits der H�gel befindet.�</p><p>Rhonin bedauerte, dass er keine magische Verbindung zum Kommandanten aufgebaut hatte, aber Ravencrest lehnte diese Art der Kommunikation an. Er glaubte, dass die magischen Kr�fte der Zauberer es dem Feind erleichterten, ihre Gedanken zu lesen. Und er wollte verhindern, dass seine Pl�ne durch seine Verbindung zu ihnen in Gefahr gerieten.</p><p>Rhonin hielt diese Behauptung f�r l�cherlich, hatte es aber l�ngst aufgegeben, mit Ravencrest dar�ber zu streiten. Diese Verfehlung r�chte sich jetzt vielleicht.</p><p>�Lord Stareye, wo ist er?�</p><p>Der hagere Adlige wirkte einen Moment lang nachdenklich, dann sagte er: �Folge mir, Zauberer. Ich bringe dich an die Stelle, wo ich ihn zuletzt sah.�</p><p>Rhonin atmete erleichtert auf und folgte Stareye. Zu seiner �berraschung wandte sich der Nachtelf von der Schlacht ab. Im ersten Moment wollte er dagegen protestieren, doch dann erkannte er, dass sie auf diese Weise ungehinderter und schneller vorankamen.</p><p>Trotz dieses Man�vers verstrich kostbare Zeit, w�hrend sie sich von einer Seite der Streitmacht zur anderen bewegten. Gleichzeitig k�mpften sich die Nachtelfen weiter vorw�rts, folgten den D�monen auf immer schmaler werdenden Wegen die H�gel hinauf.</p><p><emphasis>Vielleicht hat Stareye sogar Recht</emphasis>, dachte er Magier pessimistisch. <emphasis>Bis wir Ravencrest gefunden haben, steht die Streitmacht l�ngst auf der anderen Seite der H�gel</emphasis>.</p><p>�Da!�, rief sein Begleiter schlie�lich. �Siehst du sein Banner?�</p><p>Rhonin suchte vergeblich danach. �Wo?�</p><p>�Da, du Narr! Es � � Stareye sch�ttelte den Kopf. �Jetzt sehe ich es auch nicht mehr. Komm, ich bringe dich hin.�</p><p>Stareye hatte wohl gehofft, den Magier schnell loswerden zu k�nnen, doch das erwies sich als falsch. Rhonin hielt zwar nach dem Banner des Adligen Ausschau, entdeckte es jedoch nirgends. Hinzu kam, dass sich die Streitmacht so schnell bewegte, dass der Kommandant wahrscheinlich st�ndig die Position wechselte, um den �berblick zu behalten.</p><p>�Verdammt�, murmelte der Nachtelf nach einer Weile und wischte sich Lehm von seiner gl�nzenden R�stung. �Er war hier. Ich habe ihn doch gesehen.�</p><p>Sie zogen weiter durch die vorr�ckenden Linien. Rhonin warf einen Blick zu den H�geln, die bedrohlich n�her gekommen waren und ihn an die spitzen Rei�z�hne einer Bestie erinnerten. Zwischen ihnen sah er die D�monen, deren R�ckzug durch den Aufstieg verlangsamt wurde. An manchen Punkten war er sogar ganz zum Erliegen gekommen.</p><p>Oder?</p><p>Stareye wies mit der Hand nach vorne, um die Richtung zu zeigen, doch im gleichen Moment geriet ein wenig Staub in Rhonins Auge. Der Magier wandte sich ab und blinzelte. �berrascht bemerkte er Ravencrests Banner, das hinter ihm im Wind flatterte.</p><p>�Da ist er!�, rief Rhonin.</p><p>�Nein, ich glaube�� Stareye unterbrach sich, als er dem Blick des Magiers folgte. Rhonin trieb indessen bereits sein Reittier an, lenkte es Ravencrests Position entgegen. Er bewegte sich gegen den Strom der Soldaten und lie� sich nicht davon mitrei�en. Noch war nicht alles verloren. Wenn er Ravencrest erst einmal�</p><p>Gebr�ll kam an der Front auf. H�rnerschall erklang, Trommeln wurden geschlagen. Die Gesichter rund um Rhonin erblassten.</p><p>�Was ist los?�, rief er einem Soldaten zu, der aber nicht antwortete.</p><p>Rhonin blickte wieder zur Front. �Nein�!�, stie� er entsetzt hervor.</p><p>Die H�gel waren voller D�monen, die den Nachtelfen entgegenst�rmten. Das allein h�tte Rhonin nicht ge�ngstigt, aber er sah andere D�monen, brennende, monstr�se Kreaturen, die sich wie eine Flut �ber die Felsen ergossen. Aus dem diesigen Himmel regneten Geschosse auf die Streitmacht herab. Sie sahen aus wie Felsbrocken, in Wirklichkeit jedoch handelte es sich um H�llenbestien.</p><p>Eine solch gro�e Streitmacht konnte nicht in so kurzer Zeit durch das Portal gekommen sein, das wurde Rhonin klar, w�hrend er voller Entsetzen das endlos erscheinende Heer betrachtete. Es gab nur eine Erkl�rung: Archimonde hatte die Heere aus ganz Kalimdor hier zusammengezogen, weil er wusste, dass ihm nur die Nachtelfen ernsthaft gef�hrlich werden konnten.</p><p>Sein geschickter Schachzug war erfolgreich gewesen. Jetzt war sein Gegner genau dort, wo er ihn haben wollte.</p><empty-line/><p>Die Stimmen in Neltharions Kopf fl�sterten aufgeregt. Der schwarze Drache h�rte ihnen angespannt zu, obwohl sie immer wieder das Gleiche verk�ndeten:</p><p><emphasis>Die Zeit ist gekommen</emphasis>�</p><p><emphasis>Die Zeit ist gekommen</emphasis>�</p><p><emphasis>Die Zeit ist gekommen</emphasis>�</p><p>Er hob die Drachenseele empor und blickte �ber ihren Rand hinweg auf die anderen Aspekte.</p><p>�Es ist so weit�, donnerte er.</p><p>Die anderen nickten verstehend und verlie�en nacheinander die gro�e H�hle. Erst als Neltharion mit den Stimmen allein war, wagte er es, die Wahrheit auszusprechen:</p><p><emphasis>�Meine</emphasis> Zeit ist gekommen.�</p><empty-line/><p>Nur Minuten sp�ter str�mten die Leviathane aus allen Kl�ften und H�hlen. Einige kletterten aus dem Erdboden hervor, andere sprangen vom Berggipfel. Aus jedem erdenklichen Ausgang quollen Drachen.</p><p>Es war Zeit zu handeln.</p><p>Nie zuvor in der Geschichte der Welt hatten sich so viele Drachen an einem Ort befunden. Als sie sich in die L�fte erhoben, gab es etliche, die beinahe ehrerbietig auf den Anblick reagierten, den sie zusammen mit den anderen boten. Rote Drachen flogen neben Bronzefarbenen und Gr�nen. Blaue und Schwarze tauchten als dunkle Tupfer zwischen ihnen auf. Die f�nf gro�en Clans waren zu einem einzigen geworden.</p><p>Es gab Drachen, deren Fl�gel den Himmel zu umspannen schienen und gegen die andere wie Motten wirkten. Doch jeder, egal ob alt oder jung, musste mitfliegen. So hatten es die Aspekte beschlossen.</p><p>Die ersten Drachen, die aufstiegen, flogen jedoch nicht direkt auf das Land der Nachtelfen zu. Stattdessen kreisten sie hoch �ber den Bergen und warteten auf die anderen. Der Himmel war voll von ihnen. Sie flogen �bereinander und untereinander, um Kollisionen zu vermeiden.</p><p>Immer mehr Drachen kamen aus den Bergen. Wer sie sah, musste glauben, das Ende der Welt stehe vor der T�r, und vielleicht war es ja auch so. Die Leviathane realisierten das B�se, das von den D�monen ausging. Im Angesicht einer solchen Bedrohung durfte sich niemand dem Kampf verweigern. Einer nach dem anderen br�llte leidenschaftlich in Erwartung der kommenden Schlacht.</p><p>Dann erschienen auch die Aspekte: Alexstrasza, die Rote, die Mutter des Lebens; Malygos, der Blaue, der Hexenmeister; die gr�ne Ysera, Herrin der Tr�ume; und da Nozdormu, der Zeitlose abwesend war, hatte seine �lteste Gef�hrtin seinen Platz eingenommen.</p><p>Erst, als alle versammelt waren, zeigte sich Neltharion, der schwarze Drache und Erdw�chter.</p><p>Die winzige Scheibe leuchtete hell und zog trotz ihrer schmucklosen Erscheinung die Aufmerksamkeit der Drachen auf sich. Neltharion br�llte, als er sich in die Luft erhob. Sein Ruf hallte �ber die Bergkette.</p><p>Die anderen Drachen folgten Neltharion. Die Zeit der Abrechnung war gekommen. Sie alle hatten einen Teil ihrer selbst gegeben, um die gewaltigste Waffe aller Zeiten zu erschaffen. Und sollte sie nicht ausreichen, um den Gegner zu bezwingen, blieben ihnen immer noch ihre Klauen und Z�hne.</p><p>W�rde aber auch das nicht ausreichen, gab es keine Hoffnung mehr.</p><empty-line/><p>Tyrande h�rte die Rufe und den H�rnerklang. Sofort begriff sie, was geschehen war. Die Schlacht hatte eine neue, unvorhergesehene Wendung genommen. Die D�monen schlugen mit aller H�rte zur�ck.</p><p>Sie entschuldigte sich hastig bei dem Verwundeten, den sie geheilt hatte und sprang auf ihren Nachts�bler. Shandris, die bereits im Sattel sa�, machte rasch Platz f�r sie. Dann ritten sie los, um nach den anderen Schwestern zu suchen.</p><p>Die meisten warteten bereits auf ihr neues Oberhaupt. Dazu z�hlten nicht nur die Priesterinnen, die man Tyrande urspr�nglich zugeteilt hatte, sondern auch viele �ltere. Alle knieten nieder oder verbeugten sich, als sie sich ihnen n�herte.</p><p>�Bitte lasst das�, sagte Tyrande, die sich bei dem Anblick unwohl f�hlte. �Das ist �berfl�ssig.�</p><p>�Wir erwarten deine Weisungen�, antwortete Marinda respektvoll.</p><p>Vor diesem Moment hatte sich Tyrande gef�rchtet. Sie wusste, wie man Hilfe f�r Fl�chtlinge und verletzte Soldaten organisierte, aber die Schwestern in den Kampf zu schicken, war etwas v�llig anderes.</p><p>�Wir m�ssen�� Sie unterbrach sich und bat Mutter Mond stumm um ihren Beistand. �Wir m�ssen uns aufteilen, um die schw�chsten Bereiche der Front zu unterst�tzen� aber nicht alle. Ein Drittel von uns bleibt in den hinteren Reihen und k�mmert sich um die Verwundeten.�</p><p>Einigen Schwestern schien das nicht zu gefallen. Sie wollten vorne mitk�mpfen. Tyrande verstand das, aber sie wusste auch, dass die Schwesternschaft trotz der verzweifelten Schlacht nicht die anderen Gaben ihres Tempels vergessen durfte.</p><p>�Wir ben�tigen Heilerinnen f�r die Soldaten. Jeder Streiter, der an die Frontlinie zur�ckkehren kann, ist ein Gewinn. Bedenkt auch dies: Die Schwesternschaft der Elune darf nicht aussterben. Wenn wir alle k�mpfen und vielleicht dabei umkommen, wer wird dann noch da sein, um ihre Lehren und ihre Liebe zu verbreiten?� Tyrande ver4suchte nicht daran zu denken, dass es vielleicht schon bald niemanden mehr geben w�rde, dem man die Lehren der Elune vermitteln konnte. Die D�monen w�rden daran wohl kein Interesse finden.</p><p>�Wir h�ren und gehorchen�, sagte eine �ltere Priesterin. Die anderen nickten.</p><p>�Marinda, du wirst die Gruppe der Heilerinnen leiten.�</p><p>�Ja, Mylady.�</p><p>Tyrande fuhr fort: �Sollte ich sterben, wirst du meine Position einnehmen.�</p><p>Die Nachtelfe sah sie entsetzt an. �Tyrande��</p><p>�Die Kette darf nicht unterbrochen werden. Das habe ich begriffen. Ich hoffe, du begreifst es auch.�</p><p>�Ich�� Marinda unterbrach sich. �Ja, das tue ich.� Ihr Blick glitt �ber die anderen Priesterinnen. Ebenso wie Tyrande vor ihr dachte nun sie dar�ber nach, wer ihre Stelle einnehmen w�rde, wenn sie fiel.</p><p>Die neue Hohepriesterin atmete tief durch. Vielleicht hatte sie ihre Entscheidungen �bereilt getroffen, doch mit diesen Zweifeln konnte sie sich jetzt nicht besch�ftigen. Die Schwestern wurden gebraucht. Elune wurde gebraucht.</p><p>�Das ist alles� M�ge das weise Licht von Mutter Mond eure Pfade erhellen.�</p><p>Es war eine uralte Abschiedsfloskel. Tyrande blieb zur�ck, w�hrend die meisten Schwestern sich abwandten und zu ihren Posten gingen. Die Gruppe, die ihr zugeteilt war, stieg auf die Nachts�bler.</p><p>Eine Schwester sah Tyrande an. �Mylady, was ist mit ihr?�</p><p>�Ihr?� Sie blinzelte. Sie hatte sich so an Shandris gew�hnt, dass sie erst jetzt erkannte, dass das M�dchen sie nicht begleiten konnte.</p><p>Shandris schien zu wissen, was sie sagen wollte, denn sie hielt die Z�gel mit beiden H�nden fest. �Ich komme mit dir!�</p><p>�Das geht nicht.�</p><p>�Ich kann mit einem Bogen umgehen. Mein Vater hat mir das beigebracht. Ich bin bestimmt so gut wie die da!�</p><p>Trotz des bevorstehenden Kampfes mussten die Schwestern �ber so viel Trotz schmunzeln.</p><p>�Wirklich <emphasis>so</emphasis> gut?�, scherzte eine.</p><p>Tyrande nahm Shandris� Hand. �Nein, du bleibst hier.�</p><p>�Aber � �</p><p>�Steig ab, Shandris.�</p><p>Die Waise stieg ab. Tr�nen liefen �ber ihr Gesicht. Sie sah Tyrande aus gro�en Augen an und l�ste damit Schuldgef�hle bei der Priesterin aus.</p><p>�Ich bin bald zur�ck, Shandris. Du wei�t, wo du warten musst.�</p><p>�Ja� Mylady.�</p><p>�Kommt�, sagte Tyrande zu den anderen. Elune hatte sie f�r ihre Rolle auserkoren, also musste sie damit leben und ihre Pflichten so gut wie m�glich erf�llen. Dazu geh�rte auch, dass sie so viele Schwestern am Leben erhielt, wie Mutter Mond ihr erlaubte.</p><p>Selbst wenn sie sich selbst daf�r opfern musste.</p><p>Shandris sah ihnen nach. Ihr Gesicht war tr�nennass, und sie hatte die H�nde zu F�usten geballt. Ihr Herz schlug im Rhythmus der Kriegstrommeln.</p><p>Als sie es nicht mehr aushielt, lief sie den Priesterinnen hinterher.</p></section><section><title><p>19</p></title><p>Obwohl Krasus behauptet hatte, Korialstrasz w�rde schon bald zu ihnen sto�en, bestand er darauf, in Richtung der Schlacht zu ziehen. Dies tat er nicht, weil er glaubte, die Reise damit verk�rzen zu k�nnen. Selbst ein alter kranker Drache h�tte diese Strecke in wenigen Minuten zur�ckgelegt. Der junge � und dank des Druiden gesunde � Korialstrasz w�rde nur eine brauchen.</p><p>Nein, sie gingen in diese Richtung, weil der Drachenmagier nur so seine Ungeduld unter Kontrolle halten konnte. Er wollte die Reise unbedingt beschleunigen. Aber nach der letzten Katastrophe wagte er nicht, ein neues Portal zu �ffnen. Also konnte er nur auf sein j�ngeres Ich warten. Doch das fiel ihm schwer, denn die Ereignisse spitzten sich zu. Korialstrasz musste sie so schnell wie m�glich zum Schlachtfeld bringen, dann hatten sie vielleicht noch eine Chance.</p><p>�Meister Krasus!�, unterbrach der Nachtelf seine Gedanken. �Hinter uns ist etwas.�</p><p>Er drehte sich um und betete, dass es kein weiterer W�chter Neltharions war. Eine gewaltige Gestalt flog ihnen in gerader Linie entgegen, hatte sie offensichtlich entdeckt. Krasus sp�rte, wie etwas seinen Geist ber�hrte. Er l�chelte. �Es ist Korialstrasz.�</p><p>�Welch ein Gl�ck!�</p><p>Die Schwingen des roten Riesen schlugen kraftvoll. Mit jeder Bewegung schien er Meilen zu �berbr�cken. Korialstrasz wurde rasch gr��er. Bald schon konnte man sein Gesicht erkennen. Er wirkte sehr erleichtert.</p><p>�Da seid ihr ja!�, rief der Drache, als er hinter ihnen landete. �Mein Flug schien ewig zu dauern, obwohl ich mich beeilt habe.�</p><p>�Ich freue mich, dich zu sehen�, sagte der Magier.</p><p>Korialstrasz neigte den Kopf und betrachtete Krasus eingehend, so als s�he er ihn zum ersten Mal. �Ist es wirklich wahr?�</p><p>Krasus begriff sofort, was die Frage bedeutete. Korialstrasz wusste nun offenbar, wen und was er wirklich darstellte.</p><p>�Ja�, antwortete er. �Es ist wahr.�</p><p>�Und du�� Der Drache wandte sich an Malfurion. �Ich stehe f�r immer in deiner Schuld, Nachtelf.�</p><p>�Das tust du nicht.�</p><p>Der Leviathan schnaufte. �Das behauptest du. Du bist ja nicht beinahe gestorben.�</p><p>Krasus� Augen wurden schmal. �Du wurdest angegriffen, nicht wahr?�</p><p>�Ja, von zwei Schergen des Erdw�chters. Sie waren vom Wahnsinn befallen. Ich konnte einen t�ten, aber der andere hat mich erwischt. Er ist aber jetzt auch tot.�</p><p>�Das hatte ich bef�rchtet.� Der Magier konnte nicht mehr sagen. Der Zauber hinderte ihn daran. Frustriert wandte er sich einem Thema zu, �ber das er sprechen konnte. �Wir m�ssen zu Rhonin und den anderen zur�ckkehren. Kannst du uns zu ihnen bringen?�</p><p>�Steigt auf, dann machen wir uns auf den Weg.�</p><p>Die beiden folgten der Aufforderung. Sie lie�en sich auf seinen Schultern nieder, dann spreizte Korialstrasz die Fl�gel und hob vorsichtig ab. Zweimal kreiste er �ber die Ebene, dann flog er der Schlacht entgegen.</p><p>W�hrend des Fluges sah sich Krasus st�ndig um. Er bef�rchtete, jeden Moment w�rden die Drachen hinter ihm auftauchen. Doch noch waren sie nicht zu sehen. Das gab ihm Hoffnung. Vielleicht gelang es ihm ja, Neltharions Verrat abzuwenden, bevor es zu sp�t war. Wenn man die Scheibe aufhielt � oder besser noch, wenn jemand sie benutzte, der den Makel des B�sen noch nicht in sich trug �, konnten die D�monen besiegt und sein Volk vor seinem langen Abstieg bewahrt werden.</p><p>�Wir m�ssen gleich da sein�, rief Malfurion. �Der Himmel zieht sich zu.�</p><p>Kurz darauf drangen sie in den dichten gr�nen Nebel ein, der die D�monen stets umgab. Korialstrasz flog so tief, dass sein K�rper beinahe �ber den Boden schrammte. Eine Weile hielt er das durch, dann wurde der Flug zu anstrengend. �Ich muss h�her steigen. Vielleicht endet der Nebel dort oben irgendwo.�</p><p>Die drei stiegen durch den Nebel aufw�rts. Krasus kniff die Augen zusammen, konnte aber trotz aller Bem�hungen nicht weiter als bis zum Kopf seines j�ngeren Ichs sehen. Bei dieser schlechten Sicht musste sich Korialstrasz auf seinen Geruch und andere Sinne verlassen.</p><p>�Das muss doch irgendwann aufh�ren�, fluchte der Drache. �Ich werde das Schlachtfeld finden, und wenn ich � �</p><p>Eine gefl�gelte Gestalt erschien pl�tzlich vor ihnen. Es war eine Verdammniswache, die im Nebel verschwand, als sie den Drachen sah.</p><p>Korialstrasz setzte sofort zur Verfolgung an. Krasus und Malfurion mussten sich festhalten.</p><p>�Lass sie in Ruhe!�, rief der Magier. �Die Schlacht ist wichtiger!�</p><p>Doch der starke Wind, den Korialstrasz� Fl�gel ausl�sten, riss ihm die Worte vom Mund. Krasus schlug seine Faust in den Nacken des Drachen, aber die Schuppen waren so dick, dass Korialstrasz nichts davon bemerkte.</p><p>�Soll ich einen Zauber versuchen?�, rief Malfurion. �Damit wir seine Aufmerksamkeit erregen?�</p><p>Krasus hatte die gleiche Idee gehabt, sich aber dagegen entschieden. �Wenn wir ihn erschrecken, zuckt er vielleicht und wirft einen von uns ab. In diesem dichten Nebel w�rde er uns bei einem Sturz nicht auffangen k�nnen.�</p><p>Die beiden �berlie�en Korialstrasz schweren Herzens seiner Verfolgung. Sie hofften, dass der Drache den D�mon entweder rasch fand oder aufgab. Doch Krasus wusste, wie hartn�ckig er in jungen Jahren gewesen war. Daher bef�rchtete er, dass Korialstrasz nicht so schnell aufgeben w�rde. Seine Sturheit war ein Problem.</p><p>Der Magier runzelte die Stirn. Die Verdammniswachen waren sehr listig und konnten sich im Nebel besser orientieren als ihre Feinde. Der D�mon h�tte Korialstrasz, dem die Suche sichtlich schwer fiel, l�ngst absch�tteln k�nnen. Warum flog er nur einen so geraden Kurs?</p><p>Krasus erkannte pl�tzlich die Ursache f�r diese Taktik. �Malfurion, pass auf! Wir werden gleich angegriffen!�</p><p>Der Druide sah sich um und suchte im Nebel nach einem Feind.</p><p>Eine Sekunde sp�ter sah er mehr als ihm Recht war.</p><p>Die gefl�gelten Krieger st�rzten sich von allen Seiten auf die drei. Ein halbes Dutzend stieg unter Krasus auf und griff die Brust und den Bauch des Drachen an. Andere stie�en von oben herab und versuchten die beiden Reiter entweder zu t�ten oder vom R�cken des Drachen zu werfen. Weitere Verdammniswachen tauchten vor und hinter ihnen auf.</p><p>Korialstrasz br�llte und sandte seinen Angreifern einen Feuersto� entgegen. Die meisten D�monen flatterten rechtzeitig zur Seite. Nur einen erwischte er und verbrannte ihn sekundenschnell zu Asche.</p><p>Der Rote schwang seinen Schwanz wie einen riesigen Kriegshammer. Drei Verdammniswachen wurden von ihm hinweggefegt. Die anderen griffen mit ihren furchtbaren Klingen an und f�gten den Schuppen sogar kleine Schnitte zu.</p><p>Auf dem Drachen begannen auch Krasus und Malfurion, sich zur Wehr zu setzen. Der Drachenmagier lie� einen leuchtend orangefarbenen Schild um sie herum entstehen, aber die D�monen st�rzten sich voller Wut darauf und schw�chten, was er erschaffen hatte.</p><p>Der Nachtelf griff in seine G�rteltasche und nahm kleine Samen heraus, die er den D�monen entgegenwarf. Dort, wo sie ihre Ziele ber�hrten, platzten sie auseinander und wurden zu Efeu, der sich rasch nach allen Richtungen ausbreitete.</p><p>Die D�monen zogen an den Pflanzen und hackten darauf ein, aber der Efeu wuchs schneller als sie ihn bek�mpfen konnten.</p><p>Die Pflanzen legten sich um die Kehle eines D�mons und zogen zu. Es gab ein knackendes Ger�usch, dann sackte die Verdammniswache zusammen und st�rzte in die Tiefe.</p><p>Andere D�monen konnten ihre Gliedma�en und ihre Fl�gel nicht mehr bewegen. Zwei fielen schreiend dem Tod entgegen.</p><p>Krasus schrie auf, als ein D�mon, der den Schild �berwunden hatte, auf seine Schulter einstach. W�tend zischte der Magier ein einzelnes, m�chtiges Wort. Der D�mon begann zu jaulen, als sein Fleisch fl�ssig wie Wachs wurde und durch seine Flammenr�stung tropfte. Seine Knochen fielen in sich zusammen und verschwanden in der Tiefe.</p><p>Doch noch immer war die Luft voller D�monen. Krasus hatte den Eindruck, dass sie absichtlich abgestellt worden waren, um entweder Korialstrasz� R�ckkehr abzuwarten oder die Ankunft eines anderen Drachen. W�ren sie Neltharion begegnet, h�tten sie ihn vielleicht so lange aufgehalten, dass Krasus ihn h�tte besiegen k�nnen. Aber das war nicht geschehen.</p><p>Korialstrasz konnte sich wegen der Reiter auf seinem R�cken nicht so frei bewegen, wie er es gerne gewollt h�tte, aber er setzte seine F�higkeiten trotzdem mit gro�em Geschick ein. Ein D�mon kam ihm zu nahe und landete zwischen Korialstrasz� Gebiss. Der Drache spuckte seine �berreste aus und sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Die schmecken ja f�rchterlich!�</p><p>Krasus sah sich misstrauisch um. Die Brennende Legion griff immer in mehreren Wellen an.</p><p>Er entdeckte vier Verdammniswachen, die nebeneinander flogen. Sie trugen etwas zwischen sich, das er im ersten Moment f�r ein langes und dickes Seil hielt. Als sie n�her kamen, erkannte er jedoch, dass es kein Seil, sondern ein dehnbarer Metalldraht war.</p><p>Er blickte in die andere Richtung. Auch von dort n�herten sich vier Verdammniswachen. Sie schienen sich auf Korialstrasz� Fl�gel st�rzen zu wollen.</p><p>�Malfurion, sieh mal!�</p><p>Der Druide folgte der Aufforderung und runzelte die Stirn. �Was haben die damit vor?�</p><p>�Wahrscheinlich wollen sie die Dr�hte um seine Fl�gel wickeln. Korialstrasz ist abgelenkt. Wir m�ssen uns etwas einfallen lassen.�</p><p>Der Magier bemerkte zwei weitere Gruppen, die sich ebenfalls mit den Dr�hten bewaffnet hatten. Die D�monen hatten sich gut vorbereitet.</p><p>Die neuen Angreifer kamen immer n�her. Die anderen Verdammniswachen k�mpften umso heftiger, lenkten von der Bedrohung ab. Krasus und der Nachtelf versuchten sich zwar darauf zu konzentrieren, doch das lie� die Brennende Legion nicht zu.</p><p>Eine pl�tzliche Windb�e trieb die h�llischen Krieger auseinander. Malfurion atmete tief durch. Der Zauber hatte ihn angestrengt. Aber er hatte Krasus damit gen�gend Zeit verschafft.</p><p>Der Drachenmagier dachte an den Angriff, mit dem der Druide Hakkar get�tet hatte. Dann betrachtete er die erste D�monengruppe. Der Draht, den sie zwischen sich trugen, schwebte bereits �ber Korialstrasz� linkem Fl�gel. Es durfte ihnen nicht gelingen, ihn einzuwickeln, denn mit nur einem Fl�gel konnte sich der Drache nicht in der Luft halten.</p><p>Der Blitz, den Krasus ausl�ste, traf zwar nur einen der D�monen, doch der Draht, den sie alle festhielten, �bertrug die t�dliche Energie auf alle. Die monstr�sen Angreifer schrien und wanden sich in Kr�mpfen, dann lie�en sie das Metall los und taumelten haltlos in den Nebel hinein.</p><p>Eine Gruppe hatte Krasus zwar aufgehalten, aber es gab mindestens f�nf weitere, die den gleichen Plan hegten.</p><p>�Ich muss euch um einen Gefallen bitten�, rief der rote Drache. �Haltet euch fest, als hinge euer Leben davon ab, denn das tut es.�</p><p>Die beiden Reiter gehorchten. Krasus sagte: �Klemm deine F��e unter eine Schuppe, Malfurion! Beeil dich!�</p><p>Der Nachtelf befolgte die Anweisung. Im gleichen Moment drehte sich Korialstrasz auf den R�cken.</p><p>Die Taktik �berraschte die Brennende Legion. Korialstrasz� gewaltige Lederschwingen fegten einen D�mon nach dem anderen hinweg. Zwei der Gruppen, die Metalldr�hte zwischen sich trugen, fielen den Fl�geln zum Opfer.</p><p>Noch w�hrend der Drehung stie� der rote Drache drei rasche Feuerst��e hervor. Zwei Verdammniswachen verbrannten, die anderen konnten ausweichen.</p><p>�Vorsicht!�</p><p>Ein Geschoss schlug in die Brust des Drachen. Krasus� F��e rutschten unter der Schuppe weg. Verzweifelt hielt er sich mit den H�nden fest. Der Druide konnte ihm nicht helfen. Er ben�tigte all seine Kr�fte, um sich selbst auf dem Drachen zu halten.</p><p>Die brennende H�llenbestie l�ste sich von ihrem Opfer und lie� sich in den Nebel fallen. Die Entfernung zum Boden interessierte sie nicht. Sie wusste, dass sie den Sturz unverletzt �berstehen w�rde.</p><p>Die anderen Angreifer nutzten ihren Vorteil und kamen n�her. Krasus trat nach einer Klinge, w�hrend er sich hoch zog und neuen Halt auf dem Drachen fand. Malfurion warf ein paar Samenk�rner, aber die D�monen hatten die Bedrohung erkannt und wichen ihnen aus. Nur eine Verdammniswache fiel dem Efeu zum Opfer � kein nennenswerter Verlust.</p><p>Krasus sah, dass eine Gruppe begonnen hatte, ihren Draht um seinen rechten Fl�gel zu wickeln. Er richtete seine Finger auf die vier und sprach einen knappen Befehl.</p><p>Seine Fingern�gel l�sten sich und flogen den D�monen entgegen. Sie wuchsen, bis sie fast einen halben Meter lang waren und durchbohrten die vier D�monen. Krasus rieb sich die Finger, an denen bereits neue N�gel zu wachsen begannen, und sah zu, wie die Verdammniswachen in den Tod st�rzten.</p><p>�Korialstrasz!�, rief Krasus. �Wir m�ssen uns befreien! Auf diesen Kampf d�rfen wir uns nicht mehr einlassen!�</p><p>Dieses Mal verstand ihn sein j�ngeres Ich. Man sah ihm an, dass er den Kampf nicht abbrechen wollte, doch er ordnete sich Krasus unter.</p><p>�Das wird vielleicht schwieriger als du denkst�, antwortete er.</p><p>Krasus wusste genau, wie schwierig es sein w�rde. Die Verdammniswachen waren �berall, und der Drache durfte sich wegen seiner Reiter nicht zu hektisch bewegen. Das wusste die Brennende Legion.</p><p>Aber sie mussten sich befreien. Sie hatten schon zu viel Zeit verschwendet.</p><p>Der Leviathan verbrannte eine unvorsichtige Verdammniswache, dann sagte er: �Ich habe eine Idee. Das hat schon einmal geklappt. Haltet euch fest!�</p><p>Weder Krasus noch der Nachtelf hatten ihren Griff gelockert. Trotzdem hielten sie sich jetzt noch krampfhafter an den Schuppen fest.</p><p>In diesem Moment h�rten Korialstrasz� Schwingen auf zu schlagen.</p><p>Der Drache fiel wie ein Stein und lie� die �berrumpelten D�monen �ber sich zur�ck. Als sie sich von ihrer �berraschung erholt hatten, war er bereits weit weg.</p><p>Immer tiefer fiel der Drache. Er benutzte seine Schwingen nur, um sich zu stabilisieren und nicht ins Trudeln zu geraten. Seine Passagiere klammerten sich m�hsam fest.</p><p>Krasus bef�rchtete, dass sein j�ngeres Ich den Boden in dem dichten Nebel nicht rechtzeitig sehen w�rde. Doch dann geschah etwas Seltsames. Der Nebel verschwand einfach. Es sah aus, als habe ein h�heres Wesen einen Keil hineingetrieben. Der Himmel war immer noch ein wenig diesig, aber die Sicht war nun so gut, dass Krasus in weiter Ferne die H�gel erkennen konnte.</p><p>�Ha!�, br�llte Korialstrasz triumphierend. Er schlug mit den Fl�geln und verwandelte seinen Fall in einen sanften, geraden Flug. Von der Brennenden Legion war nichts zu sehen Korialstrasz wartete auch nicht auf sie. Er flog wieder dem urspr�nglichen Ziel entgegen. Seine Geschwindigkeit war so gewaltig, dass kein D�mon ihm folgen konnte.</p><p>Hinter Krasus atmete Malfurion tief durch. �Hoffentlich muss ich so etwas nie wieder erleben. Nachtelfen sind nicht zum Fliegen geboren.�</p><p>�Nach dieser Reise kann ich deine Gef�hle gut verstehen.� Krasus betrachtete den vor ihnen liegenden Weg. �Das kommt mir sehr vertraut vor� und bereitet mir Sorge.�</p><p>�Was ist denn jetzt los? Noch mehr D�monen?�</p><p>�Das w�re ein simples Problem, Druide. Dieses hier ist, f�rchte ich, wesentlich komplexer.�</p><p>�Was meinst du damit?�</p><p>�Beachte diesen Keil aus klarer Luft, der sich in den fauligen Nebel der Brennenden Legion schiebt.�</p><p>�Vielleicht steht mein Volk kurz vor dem Sieg, und das ist ein erstes Omen��</p><p>Krasus h�tte Malfurions Optimismus gern geteilt. Er hob den Kopf und atmete ein, so wie der Orc es manchmal tat. Doch was der Magier in der Luft wahrnahm, �berw�ltigte ihn beinahe und best�tigte seine Bef�rchtung.</p><p>�Korialstrasz, benutze deine Nase und sag mir, was du riechst.�</p><p>Der Drache gehorchte. Sein Gesicht spiegelte Fassungslosigkeit wider. �Ich rieche� ich rieche unser Volk��</p><p>�Einen aus unserem Volk?�</p><p>�Nein� viele� so viele, dass ihre Ger�che sich vermengen��</p><p>�Was bedeutet das?�, fragte Malfurion.</p><p>Der Drachenmagier zischte. �Das bedeutet, dass die D�monen, gegen die wir k�mpften, mehr Schaden angerichtet haben, als ich angenommen hatte.�</p><p>�Aber� wir sind fast unverletzt entkommen��</p><p>Krasus h�tte ein paar Wunden liebend gern gegen das eingetauscht, was ihnen nun bevorstand. Die wenigen Minuten, die sie gebraucht hatten, um sich aus der Falle zu befreien, hatten gereicht. Die anderen Drachen waren an ihnen vorbeigezogen.</p><p>Er wollte einiges dar�ber erz�hlen, doch der Zauber hielt ihn davon ab. Krasus konnte nur eines zu Malfurion sagen, doch das reichte bereits v�llig aus. �Die Drachen sind vor uns, Druide� und ich bin sicher, dass <emphasis>er</emphasis> sie anf�hrt.�</p><p>Malfurion verstand sofort, was er meinte. Die Drachen flogen der Schlacht entgegen. Sie glaubten, dass sie die D�monen mit ihrer Wunderwaffe vernichten w�rden.</p><p>Sie ahnten nicht, dass Neltharion, der sie in die Schlacht f�hrte, sie bereits verraten hatte�</p><empty-line/><p>Meilen entfernt eilten die Drachen rasch ihrem Ziel entgegen. Neltharion hatte sie in Bodenn�he fliegen lassen und mit der Drachenseele den Nebel vertrieben. Das hatte sogar Alexstrasza und die anderen Aspekte beeindruckt. Niemand bezweifelte mehr die F�higkeiten seiner Sch�pfung.</p><p>Als er sich seinem bevorstehenden Triumph n�herte, begannen die Stimmen wieder in seinem Kopf zu fl�stern. <emphasis>Bald ist es so weit</emphasis>, sagten sie. <emphasis>Bald, bald!</emphasis></p><p>In K�rze w�rden sich alle vor seiner Macht verneigen, und die Welt w�rde sich ihm unterwerfen.</p><p>�Was sollen wir tun?�, fragte Alexstrasza.</p><p><emphasis>Du sollst mir deine Kehle darbieten</emphasis>, dachte der Erdw�chter, sagte jedoch: �Ich habe die Anordnung erkl�rt. Alle sollen sich an der entsprechenden Stelle in der Luft befinden. Den Rest wird die Drachenseele erledigen.�</p><p>�Das ist alles?�</p><p><emphasis>Du solltest vor mir niederknien</emphasis>� �Ja, das ist alles.�</p><p>Neltharion war froh, dass sie keine weiteren Fragen stellte. Sein Verstand tobte, und ihre Neugier hatte ihn fast dazu getrieben, sich zu verraten.</p><p>Die Drachenseele � <emphasis>seine</emphasis> Drachenseele � vertrieb den Nebel vor ihnen. Neltharion blickte �ber das Land und sah Bewegungen am Boden, so als w�rden dort Tausende Ameisen entlangkriechen.</p><p>Die Schlacht lag vor ihnen. Er konnte seinen Triumph kaum noch verbergen.</p><p><emphasis>Geduld</emphasis>� murmelten die Stimmen. <emphasis>Geduld</emphasis>�</p><p>Der schwarze Drache konnte sich ein wenig Geduld leisten. Er konnte warten. Seine Belohnung w�rde so gro� sein, dass ein paar Minuten keine Rolle spielten.</p><p>Nur noch ein paar Minuten.</p><empty-line/><p>Brox sah sie als erster. Er wischte sich den Schwei� von der Stirn, zog seine Axt aus einer Teufelsbestie und blickte zuf�llig nach oben. Da sah er die ersten Drachen �ber dem Schlachtfeld auftauchen. �berrascht blieb er stehen und h�tte wegen dieser Unvorsichtigkeit beinahe seinen Kopf verloren. Brox schlug den angreifenden Teufelsw�chter in drei Teile, dann trat er zur�ck und sah sich um. Rhonin war nirgends zu sehen.</p><p>Der Orc schnaufte. Der Zauberer w�rde schon bald erfahren, dass die Drachen eingetroffen waren � so wie jeder andere auf dem Schlachtfeld.</p><p>Der Kampf, dachte Brox, war gerade um einiges interessanter geworden.</p><p>Rhonin war nicht zu Lord Ravencrest vorgedrungen. Der Adlige war in Sichtweite, doch der pl�tzliche D�monenangriff verlangte Rhonins volle Konzentration. Er musste die Frontreihen sch�tzen. Mit einigen kurzen Zaubern stabilisierte er die Linien erst einmal, aber allein konnte er den Kampf nicht herumrei�en. Die Mondgarde hatte sich zwischen den Soldaten verteilt, abgesehen von den Magiern, die Illidan an sich gebunden hatte. Schlie�lich brauchte er Kraft f�r seine spektakul�ren Zauber.</p><p>Malfurions Bruder wurde immer leichtsinniger und r�cksichtsloser, und das lag nicht nur an den Umst�nden. Er warf Zauber, als w�ren es Kiesel, und es schien ihm egal zu sein, dass er manchmal nur knapp die eigenen Leute verfehlte.</p><p>Ein Teil der Front drohte einzubrechen. Drei H�llenbestien, die von Verdammniswachen unterst�tzt wurden, waren zwischen den Soldaten eingeschlagen und hatten deren Linien aufgerissen. Teufelsw�chter schoben sich in die L�cke, schlugen und stachen nach allem, das noch Leben in sich trug.</p><p>Der rothaarige Zauberer gestikulierte mit einer Hand, aber bevor er den Zauber aussprechen konnte, ersch�tterte eine Explosion das betreffende Gebiet. Die H�llenbestien zerplatzten. Die Teufelsw�chter brachen mit zerfetzter R�stung und zerfetzten K�rpern zusammen.</p><p>W�re dies das einzige Ergebnis der Explosion gewesen, h�tte Rhonin wahrscheinlich gejubelt. Allerdings bemerkte er, dass zwischen den D�monen zahlreiche tote Nachtelfen lagen, die das gleiche Schicksal ereilt hatte. �berlebende bettelten um Hilfe. �berall spritzte Blut.</p><p>Rhonin fluchte, aber nicht, weil es seine Schuld war. Seinen Zauber hatte er nicht einmal ausgesprochen.</p><p>W�tend sah er zu Illidan. Der Zauberer hatte es wirklich getan. Er hatte seine eigenen Leute get�tet. Entweder bemerkte er es nicht, oder � es interessierte ihn nicht.</p><p>Rhonin verga� die Brennende Legion. Er schob sich zwischen den Soldaten hindurch auf Malfurions Zwillingsbruder zu. Illidan musste Rechenschaft f�r diesen Zauber ablegen. So etwas durfte nicht noch einmal passieren.</p><p>Das Objekt seines Zorns drehte sich um und grinste ihn triumphierend an. Rhonins Wut stieg.</p><p>Doch dann blickte Illidan an ihm vorbei. Seine Augen weiteten sich. Sein Grinsen wurde breiter.</p><p>Rhonin wollte sich zwar nicht ablenken lassen, sah dann aber doch hin.</p><p>Auch seine Augen weiteten sich. Er fluchte.</p><p>Drachen tauchten in dem pl�tzlich klaren Himmel auf. Hunderte von Drachen.</p><p>�Nein�� Rhonin starrte die fliegenden Gestalten an. An ihrer Spitze entdeckte er einen schwarzen, gewaltigen Drachen. Es war klar, wer das sein musste. Und damit war auch klar, an welchem Punkt der Geschichte sie sich befanden. In ein schlimmeres Ereignis h�tten die Nachtelfen nicht geraten k�nnen.</p><p>�Nein�, fl�sterte Rhonin. �Nicht jetzt� nicht jetzt��</p></section><section><title><p>20</p></title><p>Es gab nur wenige Dinge, die Archimonde ersch�ttern konnten. Normalerweise betrachtete er jede Situation mit dem ihm eigenen n�chternen und analytischen Verstand � egal, ob sie Nachtelfen, Magie oder Drachen betraf.</p><p>Doch jetzt war er ersch�ttert, denn er hatte nicht damit gerechnet, dass die Drachen in so gro�er Zahl erscheinen w�rden. Alles, was er �ber sie gelesen hatte, wies darauf hin, dass sie sich aus weltlichen Angelegenheiten heraushielten und sich von allem abkapselten. Er hatte wohl damit gerechnet, dass <emphasis>einige</emphasis> sich einmischen w�rden. Deshalb hatte er Verdammniswachen an strategisch g�nstigen Stellen im Nebel positioniert. Aber diese waren �berfordert, denn es waren nicht nur ein paar Drachen erschienen, sondern� alle.</p><p>Der D�monenkommandant riss sich zusammen. Sargeras lie� kein Versagen zu. Archimonde sandte seine Gedanken aus und befahl jeder Verdammniswache und jedem Eredar, sich auf die herannahenden Clans zu konzentrieren. Er war sicher, dass selbst Drachen nicht der Macht seiner Zauberer widerstehen konnten. Also wandte er seine Aufmerksamkeit wieder der Schlacht zu. Die Drachen �berlie� er den Nathrezim und den Hexenmeistern. Schlie�lich waren die Leviathane Gesch�pfe dieser Welt und daher an ihre Gesetzm��igkeiten gebunden. Auf die Legion traf das nicht zu. Sie bestand nicht aus weltlichen Wesen. Schon deshalb waren sie in diesem Krieg den Drachen �berlegen. Und nichts w�rde ihren glorreichen Sieg mehr verhindern k�nnen.</p><p>Tyrandes Schwestern waren bis zu einigen H�geln zur�ckgedr�ngt worden, auf denen ein paar tote Eichen standen. Der unerwartete Gegenangriff der D�monen hatte die Nachtelfen v�llig aus der Bahn geworfen. Die Schwestern versuchten zwar, die K�mpfer zu motivieren, aber ihnen fehlte es selbst an Hoffnung.</p><p>Die neue Hohepriesterin musste zu Fu� k�mpfen, nachdem sich ihr Nachts�bler todesmutig den Klingen entgegengeworfen hatte, die f�r seine Herrin bestimmt gewesen waren. Tyrande hatte die D�monen get�tet und widmete sich jetzt einer Schwester, die bei dem Angriff schwer verletzt worden war. Sie zog die blut�berstr�mte Frau auf die �ste eines Baumes und hoffte, dass sie dort kein Angreifer bemerken w�rde.</p><p>Aus dieser H�he wirkte der Kampf hoffnungslos. Tyrande sah eine wahre D�monenflut, die ihr Volk von allen Seiten bedr�ngte. �berall wurden Nachtelfen bestialisch ermordet.</p><p>�Elune, Mutter Mond�, murmelte sie. �Gibt es denn nichts, das du f�r deine Kinder tun kannst? Die Welt wird hier enden, wenn wir verlieren.�</p><p>Aber anscheinend hatte die G�ttin alles gegeben, was sie zu geben bereit war, denn der Tod lie� nicht von den Nachtelfen ab. Tyrande k�mmerte sich um ihre Schwester, fragte sich aber gleichzeitig, ob das �berhaupt noch wichtig war.</p><p>Pl�tzlich �berkam sie das seltsame Gef�hl, beobachtet zu werden. Die Hohepriesterin unterbrach ihren Heilzauber. Sie blickte �ber ihre Schulter, war sicher, dass sie einen Schatten aus den Augenwinkeln gesehen hatte. Doch als sie genauer hinschaute, fand sie nur ein paar tote B�ume.</p><p>Sie wollte schon wieder zu ihrer Arbeit zur�ckkehren, als etwas ihre Aufmerksamkeit erregte. Tyrande blickte zum Himmel. Ihre Hoffnung kehrte zur�ck.</p><p>Drachen flogen �ber sie hinweg. Drachen aller Clans.</p><p>�Gepriesen sei Elune!�, stie� sie hervor.</p><p>Entschlossen und hoffnungsvoll wandte sie sich wieder ihrem Heilzauber zu. Mutter Mond hatte ihre Gebete also doch noch einmal erh�rt. Sie hatte den Nachtelfen eine Unterst�tzung geschickt, gegen die selbst die Brennende Legion machtlos war. Was musste man jetzt noch f�rchten?</p><empty-line/><p>Die Drachen verteilten sich am Himmel, wie es Neltharion befohlen hatte. Unterschiedliche Farben fanden sich zusammen, um die Eigenheiten und F�higkeiten der einzelnen Clans m�glichst gleichm��ig aufzuteilen. Neben dem Erdw�chter hielten sich Alexstrasza, Ysera, Malygos und die bronzefarbene Gef�hrtin des Zeitlosen auf. H�tte Neltharion die rote K�nigin angesehen, w�re ihm aufgefallen, dass ihre Blicke die Umgebung absuchten, als hoffe sie, dort jemanden zu finden. In seinem Wahnsinn war dem Schwarzen aber noch nicht einmal aufgefallen, dass ihr j�ngster Gef�hrte fehlte.</p><p>Die Nachtelfen und D�monen am Boden hatten die Drachen bemerkt. Neltharion grinste. Sein Publikum war bereit.</p><p>�Jetzt werden unsere Feinde die Drachenseele zu sp�ren bekommen!�, donnerte er.</p><p>Die kleine Scheibe leuchtete so hell, dass jeder Drache au�er Neltharion sich abwenden musste. Der Erdw�chter ignorierte das Brennen in seinen Augen, so hingerissen war er von dem Anblick.</p><p>Die Drachenseele schlug zu.</p><p>Ein Blitz wie aus purem Gold schoss aus ihr hervor. Es war ein Blitz, der reiner als die Sonne und die Sterne war, reiner als das Licht des Mondes. Er fegte �ber die D�monenhorden hinweg und vernichtete die Brennende Legion, wo auch immer er sie traf.</p><p>Die D�monen heulten. Die D�monen kreischten. Sie flohen vor dem t�dlichen Licht, liefen schneller davon, als sie je zuvor gelaufen waren. Die Furcht, die ihnen noch vor kurzem fremd gewesen war, holte sie jetzt mit aller Macht ein.</p><p>Die Nachtelfen standen so still, dass sie wie aus Stein gemei�elt wirkten. Selbst die arrogantesten Adligen starrten ungl�ubig auf das Schauspiel vor ihren Augen. Die Macht, die sie dort erblickten, verdeutlichte ihnen, wie l�cherlich die Magie des Brunnens war.</p><p>Nur Rhonin stand kopfsch�ttelnd zwischen ihnen. �Nein� nein� nein.�</p><p>Illidan beobachtete den unvorstellbaren Vernichtungszug voller Neid. Er begriff, dass all das, was er erlernt hatte, nichts war im Vergleich zur Magie der Drachen.</p><p>Auf der anderen Seite der Schlacht erzitterte Archimonde, als seine m�chtige Armee hinweggefegt wurde. Er sp�rte bereits Sargeras� Wut und wusste, dass sein Herr ihn, nicht etwa Mannoroth oder die Hochwohlgeborenen, daf�r zur Verantwortung ziehen w�rde.</p><p>Die Brennende Legion wehrte sich, auch wenn es sinnlos war. Die Eredar und Nathrezim schleuderten der Scheibe und dem Erdw�chter ihre dunkle Magie entgegen. Sie warfen Spr�che, um die Drachenseele einzuschmelzen und Neltharion das Fleisch von den Knochen zu rei�en. Dann griffen sie die restlichen Drachen an und versuchten, sie zu vernichten.</p><p>�Es ist so weit!�, br�llte der Erdw�chter. Es fiel ihm schwer, seinen Wahnsinn zu verbergen. �Verbindet euch!�</p><p>Die anderen Leviathane vereinten sich im Geiste. Da sie bereits einen Teil ihrer selbst in die Drachenseele gepflanzt hatten, fiel es ihnen leicht, noch mehr Energie hineinzuleiten.</p><p>Sp�ttisch l�chelnd warf Neltharion den Hexenmeistern die Kr�fte der Scheibe entgegen.</p><p>Die Eredar zerfielen zu Staub. Ihre Schreie waren kurz, aber voller Entsetzen. Schreckenslords fielen aus dem Himmel, als das Licht sie bis auf die Knochen verbrannte. Die Hexenmeister starben auf hundert verschiedene Arten, die Scheibe warf ihre eigenen Zauber auf sie zur�ck.</p><p>Schlie�lich flohen selbst die Furchtlosesten voller Panik. Dieser Macht hatten sie nichts entgegenzusetzen. Auch ihre Furcht vor Sargeras hielt sie jetzt nicht mehr zur�ck.</p><p>Als die Teufelsw�chter, die Verdammnisgarde und die anderen sahen, wie ihre Br�der den Drachen zum Opfer fielen, schwand auch ihr Mut. Archimondes Armee l�ste sich auf. Seine Drohungen verhallten ungeh�rt. Selbst, als er einige D�monen erschlug, liefen die anderen einfach weiter.</p><p>Lord Ravencrest stellte sich im Sattel seines Nachts�blers auf. �Der Sieg ist unser!�, br�llte er. �F�r Kalimdor und Azshara!�</p><p>Die Soldaten nahmen seinen Ruf auf. Die Streitmacht warf sich dem Feind entgegen. Der Sieg schien zum Greifen nah.</p><p>Nur Rhonin z�gerte. Nur er kannte die Wahrheit. Aber wie sollte er anderen davon erz�hlen? Hatte die Drachenseele nicht genau das getan, wof�r man sie angeblich erschaffen hatte?</p><p>Er sah sich nach Krasus um, dem Einzigen, der au�er ihm die Bedrohung verstand und vielleicht sogar wusste, was zu tun war.</p><p>Aber von seinem ehemaligen Lehrer fehlte jede Spur.</p><empty-line/><p>Neltharion br�llte triumphierend, als die winzigen D�monen unter ihm flohen. Er hatte die Macht der Drachenseele und damit auch seine eigene �berlegenheit bewiesen.</p><p>Doch dann st�rte eine Gestalt, deren Verrat er bereits sp�rte, seinen Augenblick des Triumphs.</p><p>�Neltharion�, sagte Alexstrasza angespannt. �Die D�monen fliehen. Die Seele hat ihre glorreiche Aufgabe erf�llt. Jetzt sollten wir die Verbindung l�sen und sie von allen Seiten angreifen.�</p><p>�Nein!� Er sah sie drohend an, gab sich keine M�he mehr, seinen lodernden Wahnsinn zu verbergen. �Nein! Ab jetzt bestimme ich, was getan wird. Ich, nicht du, Alexstrasza!�</p><p>Die anderen Aspekte starrten den Erdw�chter an, als h�tten sie ihn noch nie zuvor gesehen. Malygos begann, auf den schwarzen Drachen einzureden. �Mein guter Freund Neltharion. Sie wollte dich doch nicht beleidigen. Sie hat nur darauf hingewiesen, dass wir effizienter vorgehen, wenn � �</p><p>�Sei still!�</p><p>Die Scheibe leuchtete auf.</p><p>Die Clans versteiften sich. Ihre Fl�gel erstarrten. Trotzdem st�rzten sie nicht in die Tiefe, denn die monstr�se Macht der Drachenseele sorgte daf�r, dass sie getragen wurden. Nur ihre Augen bewegten sich noch. In ihnen spiegelte sich das Entsetzen �ber den Verrat des Schwarzen wider. Nur dessen eigener Glan teilte diese Reaktion nicht.</p><p>�Ihr werdet mich nicht verraten! Ich werde mein Recht durchsetzen! Mein Schicksal wird sich erf�llen. Dieses Land� <emphasis>alle</emphasis> L�nder werden sich vor mir verbeugen. Ich werde die Welt so erschaffen, wie sie sein sollte.�</p><p>Sein Blick fiel auf die Schlacht, allerdings nicht auf die Brennende Legion. Der schwarze Leviathan richtete die Scheibe auf die vorr�ckenden Nachtelfen und zischte: �Alle sollen wissen, dass ihr Leben von mir abh�ngt!�</p><p>Die Macht der Drachenseele traf die Streitmacht.</p><p>Die Nachtelfen waren so siegessicher, dass sie im ersten Moment nicht begriffen, was geschah. Sie h�tten ohnehin nichts daran �ndern k�nnen. Das glei�end helle Licht traf die ersten Reihen. Die Soldaten schrien kurz auf und verschwanden. Die Reiter auf ihren Nachts�blern starben ebenso wie die Fu�soldaten, von denen Dutzende in einem Sekundenbruchteil fielen.</p><p>Der Vormarsch geriet ins Stocken. Die Nachtelfen flohen. Zur�ck blieb nur die verbrannte Landschaft und die �berreste einiger Leichen.</p><p>Chaos herrschte. Weder die Nachtelfen, noch die D�monen verstanden, was vor sich ging. Alle Augen richteten sich auf den gewaltigen schwarzen Schatten, der den Tod brachte.</p><p>Die Stimme des Erdw�chters �bert�nte jedes andere Ger�usch. �H�rt zu, wertloses Getier! Richtet eure Gebete an mich, denn ich bin Neltharion, euer Gott!�</p><p>Die Stimmen in seinem Kopf schrien wild durcheinander, dr�ngten ihn zu weiteren Gewalttaten. Doch ausnahmsweise ignorierte er sie. Er wollte seinen Triumph auskosten. Die winzigen Gestalten sollten vor ihm auf die Knie fallen und seine �berlegenheit anerkennen. Schlie�lich konnte er sie t�ten, wann immer es ihm beliebte.</p><p>Und das w�rde er auch tun, wenn sie ihn zu langweilen begannen.</p><p>�Kniet vor mir nieder! Jetzt!�</p><p>Die meisten folgten seinem Befehl. Nur einige blieben verwirrt und unsicher stehen.</p><p>Die Drachenseele traf die Entscheidung f�r sie. Ihr t�dliches Licht strich einmal kurz �ber die Nachtelfen, dann �ber die D�monen. Das war eine deutliche Lektion. Wer bis dahin noch gestanden hatte, sank jetzt rasch auf die Knie.</p><p>Der wahnsinnige Drache knurrte. �Ich habe mit angesehen, wie ihr bemitleidenswerten Kreaturen meine Welt ruiniert habt! Es muss wieder Ordnung herrschen. Meine Welt soll wieder vollkommen sein. Wer nicht bereit ist, mir zu dienen, wird sterben!�</p><p>Ein Zischen lie� Neltharion herumfahren. Alexstrasza konnte sich zwar nicht bewegen, aber es war ihr gelungen, ihrer Wut und ihrer Abscheu Ausdruck zu verleihen.</p><p>�Und du��, stie� der Schwarze hervor. Seine neuen Untertanen waren vergessen. �Du und meine anderen verr�terischen und intriganten <emphasis>Freunde</emphasis>� euer Leben wird von mir bestimmt werden. Etwas Besseres habt ihr nicht verdient.�</p><p>Alexstrasza rang um Worte. Neltharion gab sich gro�z�gig und erlaubte ihr diese F�higkeit.</p><p>�Was hast du getan, Neltharion? Welchen Schrecken hast du erschaffen? Du nennst uns verr�terisch, aber ich sehe hier nur einen Verr�ter!�</p><p>�Ich habe dir erlaubt zu sprechen, aber du solltest dieses Geschenk nutzen, um dich f�r deine Verbrechen zu entschuldigen und meine Gnade zu erflehen. Stattdessen wagst du es, mich zu verurteilen?�</p><p>Sie schnaufte abf�llig. �Niemand hier hat je ein so schreckliches Verbrechen begangen.� Alexstrasza z�gerte, dann sprach sie in einem sanfteren Tonfall weiter. �Neltharion, das passt doch nicht zu dir� Du wolltest, dass die Welt friedlich und harmonisch ist��</p><p>�Und das wird sie sein! Wenn alle meinen Befehlen gehorchen, wird es kein Chaos und keine Kriege mehr geben.�</p><p>�Und keinen Tod? Wie viele sollen sterben, um deinen Frieden zu erschaffen, alter Freund?�</p><p>�Ich � � Die Stimmen dr�ngten ihn, sie zu t�ten. Der schwarze Drache sch�ttelte den Kopf, um seine Gedanken zu ordnen. �Alexstrasza� ich��</p><p>�K�mpfe gegen den Wahnsinn an, der dich beherrscht, Neltharion! Du bist stark. Denke daran, wer du einmal warst� und vernichte dieses Ding, bevor es f�r uns alle zu sp�t ist!�</p><p>Sie hatte das Falsche gesagt. Der Blick des Erdw�chters verh�rtete sich. Er legte eine sch�tzende Tatze auf die Scheibe. �Nein! Dein Verrat wird immer schlimmer. Du willst meine Sch�pfung f�r dich selbst beanspruchen! Ich habe es gewusst. Ich habe gewusst, dass man euch allen nicht trauen kann!�</p><p>�Neltharion � �</p><p>�Schweig!�</p><p>Alexstraszas Kiefer erstarrten. Sie versuchte zu sprechen, aber die Macht der Drachenseele �berw�ltigte sie.</p><p>Der dunkle Gigant wandte seine Aufmerksamkeit wieder den Wesen am Boden zu, die ihn reglos und voller Entsetzen anstarrten.</p><p>�Ich habe eine Entscheidung getroffen!�, rief er. �Ich habe entschieden, dass ich kein Getier wie euch in meiner neuen Welt sehen m�chte!�</p><p>Er hob die Drachenseele. Die Scheibe begann zu leuchten.</p><p>Und ein roter Drache stie� heftig mit Neltharion zusammen.</p><p>Ihnen bot sich ein schrecklicher Anblick. Am Boden herrschten Tod und Verw�stung, in der Luft wurden die Drachen in der Falle eines Verr�ters gefangen gehalten.</p><p>Krasus fluchte. �Wir kommen zu sp�t! Neltharion hat sein Volk bereits verraten.�</p><p>Im gleichen Moment erkannte er �berrascht, dass der Zauber des Erdw�chters ihn nicht mehr behinderte. Wieso auch? Neltharion hatte seinen Verrat selbst offenbart. Der Zauber erf�llte keinen Zweck mehr.</p><p>�Das ist schrecklich!�, br�llte Korialstrasz. �Alexstrasza ist seine Gefangene! Wie kann er das wagen? Daf�r t�te ich ihn.�</p><p>�Beruhige dich!�, unterbrach ihn Krasus. �Neltharion und die D�monenseele sind zusammen zu m�chtig.�</p><p>�D�monenseele? Das ist wahrlich ein besserer Name daf�r! Diese Scheibe ist eine H�llensch�pfung, die besser zu den Kreaturen der Brennenden Legion als zu einem Drachen passen w�rde.�</p><p>Krasus hatte den Namen, den man der Scheibe in sp�teren Zeiten geben w�rde, nicht nennen wollen, aber dazu war es jetzt zu sp�t. Vielleicht w�rde der Name ja sogar aus dieser Unterhaltung weitergetragen werden. Der Magier konnte l�ngst nicht mehr sagen, welche Ereignisse zur urspr�nglichen Geschichte geh�rten und welche durch seine Einmischung entstanden waren. In der gegenw�rtigen Situation war das vielleicht auch egal. Nicht egal war jedoch die Bedrohung, der Kalimdor jetzt gegen�berstand und gegen die selbst D�monen harmlos wirkten.</p><p>�Was sollen wir tun?�, fragte Malfurion.</p><p>�Die Dra� die D�monenseele ist nicht unverletzlich. Neltharion ist der Schl�ssel. Er hat sie erschaffen, und er ist ihre Schw�che.�</p><p>�Willst du sie zerst�ren? Wir k�nnten damit mein Volk retten.�</p><p>Krasus sah ihn grimmig an. �Druide, jeder andere Weg, der zum �berleben f�hrt, ist besser als diese Ausgeburt des Schreckens. Sp�rst du denn nicht das B�se, das darin liegt?�</p><p>Der Nachtelf sp�rte es. Au�er Neltharion nahm wahrscheinlich jeder das Grauen wahr, das die D�monenseele ausstrahlte, wenn sie benutzt wurde.</p><p>Korialstrasz sch�ttelte den Kopf. �Ich halte das nicht aus!�</p><p>Der rote Drache sank wortlos herab und landete zwischen einigen H�geln hinter den Linien der Nachtelfen. Hier war er auch vor dem Blick des wahnsinnigen Schwarzen gesch�tzt.</p><p>Seine beiden Reiter stiegen ab. Krasus sah ihn an. �Was hast du vor?�</p><p>�Das wei�t du doch genau.�</p><p>Das stimmte. Er konnte sich undeutlich an seine Entscheidung erinnern. Doch auch sie war l�ngst nicht mehr in Stein gemei�elt. Korialstrasz war schon einmal beinahe gestorben. Ein zweites Mal hatte er vielleicht nicht so viel Gl�ck.</p><p>Doch trotz dieses Wissens konnte er dem Drachen nicht widersprechen. Sie beide waren von der Liebe zu ihrer K�nigin erf�llt.</p><p>�Versuche, seinen R�cken anzugreifen�, sagte er seinem j�ngeren Ich. �Du musst daf�r sorgen, dass er die Scheibe fallen l�sst.�</p><p>Der Leviathan neigte dankbar den Kopf. �Ich werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen.�</p><p>Dann erhob sich Korialstrasz wieder in die Luft. Seine Schwingen schlugen schneller. Er wollte vor dem Angriff Geschwindigkeit aufnehmen. Seine Begleiter sahen ihm nach. Vor allem Krasus lie� ihn nicht aus den Augen, bis er jenseits der H�gel verschwand.</p><p>Die W�rfel waren gefallen. Der Magier drehte sich um und sagte: �Komm, Malfurion, wir m�ssen deinem Volk helfen.�</p><p>Krasus lief hastig �ber die H�gel, wirkte l�ngst nicht mehr so w�rdevoll wie sonst. W�rde konnten sich nur diejenigen leisten, die �ber Zeit und Geduld verf�gten. Ihm und seinem Begleiter mangelte es im Moment an beidem. Sie mussten so schnell wie m�glich Rhonin und die anderen finden.</p><p>Die Frage war nur, was sie dann tun w�rden.</p><p>Sie liefen immer weiter, doch die Nachtelfen schienen nicht n�her zu kommen. �Das dauert viel zu lange�, sagte Krasus m�rrisch. �Bis wir dort sind, ist es l�ngst zu sp�t.�</p><p>�Vielleicht kann ich etwas beschw�ren. Vielleicht schickt mir Cenarius noch einmal Hippogriffs.�</p><p>�Ich bezweifle, dass wir noch einmal so viel Gl�ck haben werden. Aber wenn ich Rhonin kontaktieren k�nnte��</p><p>Er unterbrach sich. Dann atmete er tief ein und streckte seinen Geist nach seinem ehemaligen Sch�ler aus. Er sp�rte den Menschen zwar, aber dieser wurde zu sehr durch seine Umgebung abgelenkt und nahm Krasus� Ber�hrung wahrscheinlich noch nicht einmal wahr.</p><p>�Ich habe versagt�, meinte er schlie�lich. �Wir m�ssen wohl doch weitergehen.�</p><p>�Lasst mich es versuchen. Das kann ja nicht schaden.�</p><p>Krasus sah den Druiden an. �Wen willst du erreichen?�</p><p>�Meinen Bruder nat�rlich.�</p><p>Der Zauberer dachte einen Moment lang �ber diese Wahl nach, dann sagte er: �Ich w�rde dir lieber jemand anderen vorschlagen. Tyrande zum Beispiel.�</p><p>�Tyrande?� Malfurion err�tete.</p><p>Krasus wollte dem Nachtelfen nicht zu nahe treten, deshalb f�gte er hinzu: �Als wir dich im Palast gesucht haben, konnten wir die Verbindung dank ihrer Hilfe rasch erstellen. Mit meiner Unterst�tzung k�nnte es dir auch gelingen. Au�erdem kann sie vielleicht Reittiere f�r uns organisieren.�</p><p>Malfurion nickte. Das ergab Sinn. �Nun gut.�</p><p>Krasus und der Nachtelf setzten sich einander gegen�ber ins Gras. Der Drachenmagier blickte seinem Begleiter in die Augen. Beide konzentrierten sich.</p><p>�Tyrande��, fl�sterte Malfurion.</p><p>Krasus sp�rte, wie sein Geist nach ihr tastete. Die Verbindung zu der Priesterin kam fast augenblicklich zustande und best�tigte den Verdacht des Magiers. Auch wenn beide die tiefen Gef�hle, die sie f�reinander empfanden, noch nicht erkannt hatten, waren sie f�r ihn doch deutlich sp�rbar.</p><p><emphasis>Tyrande</emphasis>� sagte Malfurion in seinem Geist.</p><p><emphasis>Malfurion?</emphasis> Sie klang ebenso �berrascht, wie erleichtert. <emphasis>Wo</emphasis> �</p><p><emphasis>H�r mir gut zu. Ich kann nicht viel erkl�ren</emphasis>, antwortete er und versuchte die Dringlichkeit seiner Bitte zu betonen. <emphasis>Krasus und ich ben�tigen Reittiere. Kann eine der Schwestern sie zu den s�dlichen H�geln bringen?</emphasis></p><p>Er versuchte das Bild der Landschaft an sie zu �bermitteln. Sie verstand ihn.</p><p><emphasis>Ich werde selbst kommen</emphasis>, sagte die Priesterin.</p><p>Krasus mischte sich ein, bevor Malfurion protestieren konnte. <emphasis>Sie wird der Verbindung zu uns folgen k�nnen. Eine andere Person w�rde uns vielleicht nicht sofort finden</emphasis>.</p><p>Der Drachenmagier sp�rte Malfurions Z�gern und schlie�lich seine Zustimmung.</p><p><emphasis>Ich muss zuerst Reittiere finden, aber dann komme ich sofort</emphasis>. Mit diesen Worten zog sich Tyrande aus der Unterhaltung zur�ck. Sie war immer noch mit Malfurion verbunden, hatte den Kontakt aber so weit reduziert, dass seine Gedanken sie nicht ablenken konnten.</p><p>�Gepriesen seien die Aspekte!�, verk�ndete Krasus, als er sich aus der Vereinigung zur�ckzog. Er zog Malfurion auf die Beine und f�gte hinzu: �Jetzt haben wir wieder eine Chance.�</p><p>�Aber wie gro� ist diese Chance? Zuerst die D�monen und nun die Drachen. Kalimdor ist dem Untergang geweiht.�</p><p>�Vielleicht � aber vielleicht auch nicht. Wir werden tun, was wir k�nnen.� Der Magier blickte in die Richtung, in die Korialstrasz geflogen war. Die H�gel verbargen den Kampf vor seinen Augen.</p><p>�Wie die anderen auch�, sagte Krasus ernst. �Wie die anderen auch��</p></section><section><title><p>21</p></title><p>Korialstrasz prallte so hart wie er nur konnte mit Neltharion zusammen. Er zielte dabei auf die K�rperteile, die am wenigsten gepanzert waren. Gleichzeitig richtete er einen Feuersto� auf die Augen des wahnsinnigen Aspekts.</p><p>Es gelang ihm zwar, den Erdw�chter zu �berraschen, doch die Scheibe hielt Neltharion weiterhin fest. Der schwarze Drache umklammerte sie f�rmlich. Sogar als er durch die Luft geschleudert wurde, achtete er darauf, seine geliebte Sch�pfung nicht zu verlieren.</p><p>Korialstrasz zischte frustriert. Allein hatte er keine Chance gegen den wesentlich gr��eren Drachen. Au�erdem sp�rte er, wie die Scheibe, die Krasus so treffend als D�monenseele bezeichnet hatte, an ihm zerrte. Er wusste, dass ihn der Erdw�chter ebenso versklaven konnte wie die anderen Drachen.</p><p>Trotzdem zog sich Alexstraszas Gef�hrte nicht zur�ck. Er hatte seine Entscheidung getroffen und w�rde bis zum Tode k�mpfen. Vielleicht gelang es ihm, wenigstens seine Gef�hrtin zu retten.</p><p>Neltharion hatte sich noch nicht wieder gefangen, als Korialstrasz ihn erneut rammte, mit dem Kopf nach dem Bauch des Drachen schlug. Der Aspekt schnappte nach Luft. Seine Tatze �ffnete sich� und die Scheibe st�rzte in die Tiefe.</p><p>�Nein!�, schrie Neltharion. Kraftvoll stie� er den anderen Leviathan zur Seite und folgte der Scheibe. Neltharion legte die Schwingen an, tauchte hinter ihr her und fing sie nach kurzer Zeit wieder ein.</p><p>Er richtete sich auf und schrie den kleineren Drachen wutentbrannt an: �Wie kannst du es wagen!�</p><p>Korialstrasz wollte sich drehen, war jedoch zu langsam. Entsetzt sah er, wie Neltharion die Scheibe gegen ihn richtete.</p><p>�Du wirst mir deine Kehle darbieten!�</p><p>Der Lichtblitz �berw�ltigte Korialstrasz. Er glaubte zu verbrennen, f�rchtete, seine Schuppen w�rden schmelzen und seine Knochen zu Asche zerfallen. Er schrie seine Qual hinaus.</p><p>Dennoch warf er sich nach vorne, nicht etwa zur�ck. Er k�mpfte gegen den Schmerz und flog auf Neltharion zu. Der Erdw�chter br�llte frustriert. In seinem Wahnsinn hatte er sich daf�r entschieden, seinen Gegner zu zerst�ren, nicht zu versklaven. Das r�chte sich nun.</p><p>Sie prallten zusammen. Auf diese kurze Entfernung lie� sich die Scheibe nicht so gut einsetzen, wie Neltharion geglaubt hatte. Beide Drachen k�mpften mit Klauen und Z�hnen. Korialstrasz behauptete sich, so gut es ging.</p><p>Neltharion schnappte nach seiner Kehle. Der Rote atmete ein und spie dem Erdw�chter einen Feuersto� mitten ins Gesicht. Dieses Mal zeitigte der Angriff Erfolg. Der schwarze Drache wich zur�ck. Sein Kopf rauchte.</p><p>Doch Korialstrasz� Sieg war nicht von langer Dauer. Neltharion flog aus seiner Reichweite, presste die D�monenseele gegen seine Brust und grinste seinen Gegner an.</p><p>�Du am�sierst mich nicht mehr, junger Korialstrasz. Du bist nur eine Motte f�r mich, ein Insekt, das ich zerquetsche. Die Sklaverei ist zu gut f�r dich��</p><p>Die Scheibe begann hell zu leuchten. Ihre goldene Aura h�llte Neltharion ein. Sein irres Gel�chter zeugte von seinem Wahnsinn. Die Augen des Erdw�chters glitzerten. Er schien gr��er zu werden.</p><p>�Ein Insekt!�, wiederholte er beinahe fr�hlich. �Ihr alle seid f�r mich nur Insekten.�</p><p>Der schwarze Drache bebte, als st�nde er kurz vor einer Explosion. Mit seiner freien Tatze zeigte er auf den Boden weit unter sich.</p><p>Die Erde erzitterte. D�monen und Nachtelfen flohen vor den Vulkanen, die pl�tzlich ausbrachen. Lava schoss hoch in den Himmel und regnete auf jene herab, die nicht schnell genug gerannt waren. Neltharion hatte einst geschworen, die Kr�fte der Erde weise zu nutzen. Jetzt setzte er sie ein, um sinnlos zu morden. Vor Korialstrasz� Augen pervertierte der Erdw�chter die Aufgabe, f�r die er gelebt hatte. Er verwandelte sich in das Gegenteil eines Aspekts.</p><p>Seine Gr�ueltaten schienen ihn auch �u�erlich zu ver�ndern. Ein Spalt erschien in seiner Brust. Schuppen zerrissen, als seien sie aus Papier. Es floss kein Blut aus den Wunden, nur reines Feuer. Ein zweiter Riss �ffnete sich in der Brust, ein dritter auf dem R�cken.</p><p>Die Wunden breiteten sich wie eine schreckliche Seuche �ber seinen ganzen K�rper aus. Korialstrasz glaubte, die Schmerzen zu sp�ren, die der Schwarze erleiden musste, aber Neltharion selbst schien nichts davon zu bemerken. Er schien die Ver�nderungen sogar zu genie�en. Seine Augen brannten mit der Macht der Scheibe. Er lachte, w�hrend er das Land unter sich verheerte.</p><p>Korialstrasz sammelte sich und konzentrierte sich auf seinen wahrscheinlich letzten Angriff. Er flog auf Neltharion zu und bereitete sich auf seinen Tod vor. In Gedanken entschuldigte er sich bei Krasus, der im gleichen Moment sterben w�rde.</p><p>Neltharion war zwar mit seiner m�rderischen Aufgabe besch�ftigt, bemerkte aber dennoch die R�ckkehr seines Gegners. Er l�chelte herablassend und richtete die D�monenseele gegen Korialstrasz.</p><p>Die Kraft der Scheibe schleuderte den roten Drachen dem Erdboden entgegen. Er versuchte, seinen Sturz zu bremsen, aber die D�monenseele lie� es nicht zu.</p><p>Mit ohrenbet�ubendem Krachen schlug er auf. Doch Neltharion lie� ihn immer noch nicht los. Er schien Korialstrasz zermalmen zu wollen.</p><p>Pl�tzlich erschien eine Aura aus knisternder blauer Energie rund um den Erdw�chter. Er zischte und presste die D�monenseele gegen seine Brust. W�tend drehte er sich um, suchte die Ursache seiner unerwarteten Gefangenschaft.</p><p>Korialstrasz blinzelte seine Tr�nen weg. �ber ihm bewegten sich Gestalten auf Neltharion zu.</p><p>Die anderen Drachen waren frei. Durch den Kampf gegen Alexstraszas Gef�hrten und die Attacken, die er gegen die Nachtelfen und D�monen gef�hrt hatte, musste Neltharion den �berblick verloren haben. Der Zauber, der seine Sklaven an ihn band, war geschw�cht worden. Dieser Fehler war Kalimdors letzte Hoffnung.</p><p>Eine Gruppe l�ste sich von den anderen. W�tende blaue Drachen umflatterten den gefangenen Aspekt. An ihrer Spitze flog einer, der den Erdw�chter bis zu dem Moment von dessen Verrat mehr als jeder andere unterst�tzt hatte.</p><p>�Neltharion!�, br�llte Malygos. �Mein Freund Neltharion. Was ist nur aus dir geworden? Das Ding, das du erschaffen hast, wird dich vernichten. Gib es mir, damit ich seinen Fluch brechen kann.�</p><p>�Nein!�, schrie Neltharion zur�ck. �Du willst die Scheibe haben! Ihr alle wollt sie haben! Ihr wisst, welche Macht ihr durch sie erlangen k�nnt. Sie k�nnte euch alle in G�tter verwandeln!�</p><p>�Neltharion � �</p><p>Weiter kam Malygos nicht. Der schwarze Drache zischte. Flammen schlugen aus seinem K�rper. Die goldene Aura, die ihn und die Scheibe umgab, sprengte das Gef�ngnis der blauen Drachen auf.</p><p>�Du l�sst uns keine Wahl, alter Freund�, seufzte Malygos und flog dem anderen Aspekt entgegen. Die sie umgebenden Blauen bereiteten sich auf ihren Angriff vor. Kein anderer Clan war mit den Besonderheiten der Magie so vertraut wie sie. Hier endlich, glaubte ein geschw�chter Korialstrasz zu erkennen, w�rde Neltharions Verrat sein Ende finden.</p><p>Wie ein Wolfsrudel umkreisten die blauen Drachen ihren Gegner. Eine tiefblaue Aura umgab Malygos.</p><p>�Diese Obsz�nit�t h�tte niemals entstehen d�rfen�, sagte der Zauberer zu Neltharion. �Leider war ich ma�geblich an der Sch�pfung beteiligt � daher ist es nur fair, wenn ich sie auch wieder tilge.�</p><p>Ein Pfeil aus wei�em Licht schoss der Scheibe entgegen. Malygos hatte nicht gelogen: Er wollte die D�monenseele im wahrsten Sinne des Wortes ausl�schen. Alles, was der Pfeil ber�hrte, h�rte auf zu existieren. Es gab keinen Nebel mehr und keinen Himmel, nur ein wei�es Nichts. Der Himmel kehrte nach nur wenigen Sekunden zur�ck, doch die Scheibe w�rde auf ewig verschwinden.</p><p>Zumindest h�tte sie das tun sollen, aber weder Korialstrasz, noch einer der anderen Drachen w�rde je erfahren, ob Malygos� Zauber dies auch tats�chlich vollbracht h�tte. Der Pfeil war noch Sekundenbruchteile von der D�monenseele entfernt, als Neltharion ausspuckte. Sein Speichel wurde zu einer schwarz leuchtenden Kugel, die auf den Pfeil traf. Funken spr�hten� und dann verschwand beides.</p><p>Malygos schrie w�tend und forderte seinen Clan mit einer Geste zum Kampf auf.</p><p>Doch Neltharion war schneller. Der wei�e Pfeil hatte sich noch nicht vollst�ndig aufgel�st, da richtete der Aspekt bereits die D�monenseele auf seine Gegner. Dieses Mal schoss kein goldenes Licht aus ihr hervor, sondern ein diffuses Grau.</p><p>Malygos erschuf einen Schild aus Rauch, der ihm aber wenig n�tzte. Das graue Licht schleuderte ihn so hart zur�ck, dass er schreiend �ber die H�gel und bis hinter den Horizont geworfen wurde.</p><p>F�r seine Gef�hrtinnen und Anh�nger hatte sich Neltharion ein schlimmeres Schicksal ersonnen. Gleichzeitig begannen sie auszutrocknen wie Wasserschl�uche in der Sonne. Ihre Schreie waren entsetzlich. Sie wehrten sich gegen den Angriff, aber keiner von ihnen konnte dem grauen Licht entrinnen.</p><p>Die anderen Drachen versuchten ihnen zu helfen, doch sie kamen zu sp�t. Die sterbenden blauen Drachen waren nur noch vertrocknete H�llen. Die D�monenseele hatte ihnen die Lebenskraft und die Magie entzogen. Sie zerfielen zu Staub und wurden vom Wind davongetragen.</p><p>�Nein�!�, stie� Korialstrasz hervor. Er versuchte aufzustehen. Die Welt begann sich zu drehen, und er brach wieder zusammen. Unter ihm zerpulverte der Fels. �Nein��</p><p>�Narren!�, knurrte der Erdw�chter ohne einen Hauch von Reue. �Ich habe euch oft genug gewarnt. Ich bin euch �berlegen! Alles geh�rt mir! Es gibt nur Leben, weil ich es erlaube!�</p><p>Er warf einen kurzen Blick in die Richtung seiner Gegner, dann schickte er ihnen einen Wirbelsturm, der sie so haltlos durcheinander warf, als seien sie Spielzeug. Selbst Alexstrasza und Ysera konnten sich nicht dagegen wehren und wurden mit den anderen davon gerissen. Hilflos und taumelnd legten sie die Meilen zur�ck. Kein einziger Drache entkam Neltharions Zauber.</p><p>Der monstr�se Leviathan, dessen K�rper aufgedunsen und voller brennender Wunden war, wandte sich wieder den Nachtelfen und deren Gegnern zu. �Und ihr! Nichts habt ihr begriffen! Aber das werdet ihr! Das werdet ihr!�</p><p>Er lachte. Mit seiner freien Tatze griff er nach einem Riss in seiner Haut. Erst jetzt schien er die schrecklichen Ver�nderungen zu bemerken. Ehrf�rchtig staunend betrachtete er seinen K�rper. Dann sah er sein Publikum an. �Wir werden bald sehen, wer es wert ist, in meiner Welt zu leben. Ich �berlasse euch eurem kleinen Krieg� ihr werdet darum k�mpfen, wer �berleben und mir huldigen darf.�</p><p>Nach einem letzten wahnsinnigen Gel�chter wandte sich der schwarze Riese ab und flog davon.</p><p>Korialstrasz war froh, dass der Erdw�chter seinen irrsinnigen Vernichtungsfeldzug nicht fortgesetzt hatte. Zugleich wusste er aber auch, dass das Schicksal ihnen nur eine Atempause g�nnte. Neltharion schien die Ver�nderungen seines K�rpers zwar einerseits zu erstaunen, andererseits hatte er aber wohl auch begriffen, dass er etwas gegen die Kr�fte unternehmen musste, die ihn auseinander rissen. Der geschw�chte Korialstrasz ahnte, dass der Schwarze schon bald eine L�sung finden und die Erschaffung <emphasis>seiner</emphasis> Welt fortsetzen w�rde.</p><p>Er versuchte erneut aufzustehen, aber sein K�rper gehorchte ihm noch immer nicht. Hoffnungsvoll blickte er in den nebligen Himmel, fand aber keinen Hinweis auf Alexstrasza und die anderen Drachen. Besorgt fragte er sich, ob sie wohl ein �hnliches Schicksal wie Malygos� Clan erlitten haben mochten. In Gedanken sah er seine K�nigin leblos in einer kargen Berglandschaft liegen. Eine Tr�ne l�ste sich aus seinem Auge. Doch selbst diese furchtbare Vorstellung mobilisierte nicht die versch�tteten Kr�fte seines K�rpers.</p><p><emphasis>Ausruhen� muss mich ausruhen� dann Krasus finden�er wird wissen, was zu tun ist</emphasis>�</p><p>Der rote Gigant lie� seinen Kopf zur Seite fallen. Er brauchte nur einige Minuten Ruhe. Dann konnte er sich wieder in die L�fte erheben.</p><p>Doch wenig sp�ter nahm sein feines Geh�r neue Ger�usche wahr. Er erkannte sofort, worum es sich handelte.</p><p>Es war Schlachtenl�rm.</p><p>Die D�monen griffen wieder an.</p><empty-line/><p>Ein Alptraum. Krasus steckte inmitten eines furchtbaren Alptraums. Er und Malfurion waren an einem Punkt angelangt, von dem aus sie zwar nicht die Schlacht, aber wenigstens die Ereignisse am Himmel verfolgen konnten.</p><p>Krasus musste mit ansehen, wie sein Volk einer einzigen, wahnsinnigen Kreatur zum Opfer fiel.</p><p>Er hatte beobachtet, wie sein j�ngeres Ich mutig, aber leider auch sinnlos, dem Aspekt entgegengetreten war. Der Kampf war so ausgegangen, wie er es erwartet hatte, obwohl er auf seine eigenen Erinnerungen so gut wie nicht zugreifen konnte. Sein Herz hatte einen Schlag ausgesetzt, als er Korialstrasz� Sturz beobachtete. Zwar hatte er den Schmerz gesp�rt, wusste aber auch, dass der Rote �berlebt hatte. Das war zumindest ein kleiner Erfolg.</p><p>Es war schlimm, dass so viele Nachtelfen durch Neltharions Hand gestorben waren, aber f�r Krasus war es kein Vergleich zum Schicksal der Drachen. Er wusste, dass Malygos den Verlust seines Clans nicht verkraften und in seinem eigenen Wahnsinn versinken w�rde. Der fr�hliche Riese geh�rte der Vergangenheit an. An seine Stelle w�rde eine gef�hrliche, in sich selbst gekehrte Bestie treten.</p><p>Dass der letzte Angriff die anderen Drachen bis hinter den Horizont geschleudert hatte, traf Krasus schwer. Immer wieder sagte er sich, dass es Alexstrasza gut ging, dass die meisten Drachen diese Reise um die halbe Welt �berstehen w�rden. Die Geschichte gab ihm Recht, doch sein Herz behauptete das Gegenteil.</p><p>Er dr�ngte sich an Malfurion vorbei und versuchte verzweifelt, sich zu verwandeln. Er war jetzt �lter und weiser, erfahrener. Er w�rde eine gr��ere Chance im Kampf gegen Neltharion haben. Der Drachenmagier wollte die Transformation erzwingen, wollte endlich wieder er selbst werden�</p><p>Doch stattdessen stolperte er nur und fiel mit dem Gesicht nach vorne in den Dreck. Dort blieb er liegen. Das Gef�hl, versagt zu haben, �berw�ltigte ihn.</p><p>�Meister Krasus!� Malfurion hob ihn hoch.</p><p>Der Drachenmagier war besch�mt �ber sein Scheitern und verbarg seine Gef�hle hinter einer emotionslosen Maske. �Es geht mir gut, Druide.�</p><p>Der junge Nachtelf nickte. �Ich verstehe ein wenig von dem, was Ihr durchmacht.�</p><p>Krasus wollte ihm w�tend entgegnen, dass er das unm�glich verstehen <emphasis>konnte</emphasis>, erkannte jedoch rechtzeitig, wie dumm eine solche Bemerkung gewesen w�re. Nat�rlich verstand Malfurion es. In diesem Moment starben schlie�lich unweit entfernt die Angeh�rigen seines Volkes, vielleicht sogar Freunde.</p><p>Pl�tzlich sah sein Begleiter auf. �Gelobt sei Cenarius! Wir haben Gl�ck.�</p><p>Gl�ck? Krasus folgte seinem Blick und entdeckte Tyrande, die ihnen mit zwei weiteren Schwestern und zwei gesattelten reiterlosen Nachts�blern entgegenritt.</p><p>Sie z�gelte ihr Reittier vor ihnen, sprang ab und umarmte Malfurion, ohne zu z�gern. Die anderen Schwestern sahen h�flich zur Seite. Krasus bemerkte, wie respektvoll sie sich gegen�ber Tyrande verhielten, obwohl sie deutlich �lter wirkten.</p><p>�Dank sei Mutter Mond!�, stie� sie hervor. �Nach allem, was heute passiert ist und nach Korialstrasz� Niederlage f�rchtete ich schon, du seiest � �</p><p>��hnliches f�rchtete auch ich umgekehrt�, antwortete der Druide.</p><p>Krasus� Herz zog sich zusammen. In seinem Geiste sah er nicht die beiden Nachtelfen, sondern sich selbst und Alexstrasza. Doch zu dieser Begegnung w�rde es nur kommen, wenn sie die Brennende Legion und Neltharion aufhielten.</p><p>�Wir m�ssen weiter�, sagte er. �Wir m�ssen die D�monen stoppen. Erst dann k�nnen wir uns um den Erdw�chter k�mmern.�</p><p>Malfurion und Tyrande trennten sich z�gernd. Dann stiegen sie und Krasus auf ihre Nachts�bler und ritten mit den anderen in Richtung der Schlacht. Sie h�rten die Schreie und das Waffenklirren lange bevor sie auf das erste Blutvergie�en stie�en. Die Schlacht hatte sich so schnell gewendet, dass sogar Tyrande und die Schwestern �berrascht waren.</p><p>�Die Front sollte nicht so nahe sein�, merkte eine von ihnen an. �Die Linien brechen in sich zusammen.�</p><p>Die andere nickte und wandte sich an Tyrande. �Herrin, wir m�ssen einen anderen Weg finden. Der, auf dem wir gekommen sind, ist in Feindeshand.�</p><p>Krasus und Malfurion bemerkten die ungew�hnliche Anrede, konnten jedoch �ber ihre Bedeutung nur spekulieren. Tyrande trug zu dem R�tsel bei, als sie dem Vorschlag wie eine Kommandantin zustimmte. �W�hle den Weg, der dir am besten erscheint.�</p><p>Sie ritten weiter und versuchten die Streitmacht auf anderen Pfaden zu erreichen. Der Weg, auf den sie schlie�lich stie�en, brachte sie jedoch gef�hrlich nahe an die Front. Eine Alternative schien es nicht zu geben. Sie h�tten die Armee zwar an der R�ckseite umgehen k�nnen, doch das h�tte Stunden gedauert.</p><p>W�hrend des Ritts beobachtete Krasus den Verlauf der Schlacht. Die D�monen glaubten wohl immer noch, sie k�nnten die Welt f�r ihren Herrn erobern. Dabei w�rde Neltharion sie wahrscheinlich ebenso ausl�schen wie die Nachtelfen. Archimonde wollte die Schlacht vermutlich so schnell wie m�glich beenden und sich dann dem schwarzen Drachen stellen. Krasus wusste nicht, wie er sich diesen Kampf vorstellte, aber der D�monenlenker war ein guter Taktiker. Und da die Zukunft l�ngst nicht mehr in Stein gemei�elt war, konnte alles passieren.</p><p>�Hier lang�, sagte die Priesterin, die die F�hrung �bernommen hatte. Sie leitete ihr Reittier �ber einen Pfad, der an einer H�gelseite hinablief und hinter einer Kurve verschwand.</p><p>Die anderen folgten ihr rasch. Sie wussten, dass jede Sekunde z�hlte. Doch als sie den H�gel umrunden wollten, rief Malfurion: �Vorsicht!�</p><p>Die Schlacht schien aus dem Nichts vor ihnen aufzutauchen. Verzweifelte Soldaten wichen vor grinsenden D�monen zur�ck. Die Reiter w�ren beinahe mit ihnen zusammengesto�en. Und dann standen sie pl�tzlich vor dem Feind.</p><p>Die Schwester, die an der Spitze ritt, versuchte einer brennenden D�monenklinge auszuweichen, doch sie war nicht schnell genug. Das gewaltige Schwert schnitt tief in ihre Schulter und in ihren Hals. Lautlos brach sie zusammen. Ihr Nachts�bler t�tete zwar den D�mon, doch f�r seine Reiterin kam jede Hilfe zu sp�t.</p><p>�Herrin!�, rief eine andere Schwester. �Zur�ck!� Sie schlug auf eine Teufelswache ein und versuchte, sie von Tyrande abzulenken.</p><p>Doch die scheute nicht den Kampf. Mit einer Leidenschaft, die Krasus an sein eigenes Volk erinnerte, kam sie der Priesterin zu Hilfe und bohrte ihre Klinge in einen D�monenk�rper. Die Teufelswache brach zusammen. Die Front der Verteidiger verdichtete sich wieder.</p><p>�Wir m�ssen Rhonin und Lord Ravencrest finden!�, dr�ngte Krasus.</p><p>Sie versuchten weiterzukommen, wurden jedoch von Freund und Feind zugleich zur�ckgedr�ngt. Krasus sprach einen Zauber, der die am Boden liegenden Waffen belebte und der Brennenden Legion entgegenschickte. Zahlreiche D�monen kamen durch die Angriffe der Nachtelfen und die verzauberten Klingen ums Leben.</p><p>Der Einsatz der Magie schw�chte Krasus unerwartet schnell. Die Verletzungen seines j�ngeren Ichs wirkten sich auch auf seine Kraft aus. �ber die Verbindung, die zwischen ihnen bestand, zog er Lebensenergie von dem Drachenmagier ab.</p><p>Malfurion hatte dieses Problem nicht. Er erschuf einen Sandsturm, der die Brennende Legion blendete. Die Soldaten t�teten die verwirrten, wild um sich schlagenden D�monen mit Leichtigkeit.</p><p>Krasus richtete seine Aufmerksamkeit auf den Kampf, der sich vor ihm abspielte, nicht auf den Himmel. Nach Neltharions Auftritt nahm er nicht an, dass dort oben noch Gefahren lauerten.</p><p>Doch als er ein hohes Kreischen h�rte und einen rasch gr��er werdenden Schatten bemerkte, blickte er dann doch in die H�he � und hatte gerade noch Zeit, seinen Leichtsinn zu verfluchen.</p><p>Dann schlugen die beiden H�llenbestien in der N�he ein.</p><p>Chaos brach aus.</p><p>Der Einschlag der D�monen hatte schreckliche Konsequenzen. Das Erdbeben riss alle von den Beinen. Soldaten schrien, als sie von Felsen getroffen und von Drecklawinen versch�ttet wurden. Tyrandes Reittier wurde von einem gro�en Stein getroffen und st�rzte. Die Priesterin brachte sich mit einem Sprung in Sicherheit, landete jedoch inmitten der D�monen. Die zweite Schwester wollte nach ihr greifen, aber eine Flammenklinge durchbohrte ihr Herz. Malfurion streckte ebenfalls die Hand aus. Im gleichen Moment st�rmte einer der D�monen aus dem Krater, den er selbst erschaffen hatte, und warf sich gegen den Nachts�bler des Druiden.</p><p>Krasus konnte ihm nicht helfen. Der Drachenmagier hing halb bewusstlos im Sattel. Er war von einem Stein am Kopf getroffen worden. Sein Nachts�bler war durch das Erdbeben in Panik geraten und galoppierte davon.</p><p>Malfurion sprang von seinem Tier. Die H�llenbestie lief an ihm vorbei. Ein Opfer reichte ihr nicht. Sie strebte ein gr��eres Blutvergie�en an.</p><p>Der Druide k�mpfte sich durch die desillusionierten Soldaten, bis er Tyrande entdeckte. Sie kniete am Boden, hatte eine Hand auf ihren Kopf gelegt. Ihr Helm lag neben ihr, eine Seite war stark eingedr�ckt. Wie durch ein Wunder hatte die Priesterin �berlebt.</p><p>�Tyrande!�, rief er und streckte ihr seine Hand entgegen. Einen Moment starrte sie verwirrt darauf, dann legte sie ihre Hand in seine. Malfurion zog sie hoch und fort aus dem schlimmsten Schlachtget�mmel.</p><p>Tyrande st�tzte sich schwer auf ihn, w�hrend er nach einem Platz suchte, an dem sie wenigstens vor�bergehend in Sicherheit waren. Malfurion f�hlte sich schuldig, weil sie verletzt worden war, auch wenn er wusste, dass dies zu jedem anderen Zeitpunkt der Schlacht h�tte passieren k�nnen.</p><p>Er lenkte sie den H�gel hinauf. Auch hier war es nicht sicher, denn am Fu� der Erhebung k�mpften Nachtelfen und D�monen bereits gegeneinander. Im Moment gab es jedoch keinen besseren Ort.</p><p>Einige Gr�npflanzen klammerten sich in den H�geln noch an ihr Leben. Der Druide ber�hrte eine und bat sie um ihre Feuchtigkeit. Er legte die gr�nen Bl�tter an Tyrandes Lippen und fl��te ihr ein wenig Wasser ein.</p><p>Sie st�hnte. Er bettete sie sanft auf den Boden und st�tzte ihren Kopf mit seiner Armbeuge. �Ganz ruhig, Tyrande.�</p><p>�Malfurion� was ist mit den anderen?�</p><p>�Alles in Ordnung�, log er. �Ruhe dich ein wenig aus. Du hast dir den Kopf gesto�en.�</p><p>�Hel�jara! Sie� die Klinge hat sie durchbohrt!�</p><p>Malfurion fluchte leise. Wenn sie sich jetzt schon an den Tod der Schwester erinnern konnte, w�rde ihr der Rest auch bald wieder einfallen. �Versuche dich zu entspannen.�</p><p>Er selbst spannte sich jedoch an. Er sp�rte, dass ihn jemand beobachtete.</p><p>Der Druide drehte sich um. Er glaubte, einen Schatten zu erkennen und ballte die Hand zur Faust. War ihnen ein Angreifer gefolgt?</p><p>�Tyrande�, fl�sterte er. �Ich muss mit Krasus reden. Er ist nicht weit entfernt. Ruhe du dich noch aus.�</p><p>Sie schien zu merken, dass etwas nicht stimmte, konnte es aber nicht einordnen. Er hoffte, dass sie nicht allzu bald wieder zu sich fand und sich daran erinnerte, dass der Magier von ihnen getrennt worden war. Malfurion legte ihren Kopf sanft auf einige Bl�tter, dann schlich er sich davon.</p><p>Vorsichtig ging er auf die Stelle zu, wo er den Schatten wahrgenommen hatte. Er konzentrierte sich auf die Zauber, die er in seiner Umwelt fand. Das Land half ihm sicherlich gern gegen eine Teufelswache oder einen anderen D�mon.</p><p>Irgendjemand oder irgendetwas war hier gewesen. Er sah einen Abdruck im Gras, der jedoch kleiner als erwartet war. Der Abdruck geh�rte entweder einem sehr zierlichen D�mon oder einem unbekannten Tier. Es schien sich um mehr als ein Wesen zu handeln.</p><p>Hinter einem Baum hielt er inne. Vor sich h�rte er, wie etwas �ber den Fels schabte. Malfurion ging auf das Ger�usch zu und bereitete sich auf den Angriff vor.</p><p>Doch als er hinter einen anderen Baum blickte, fand er keinen D�mon, sondern eine Nachtelfe.</p><p>Sie wich ihm aus und lief so schnell davon, dass er ihr nicht folgte. Er wollte sich nicht zu weit von Tyrande entfernen. Das junge M�dchen hatte weder R�stung noch ein Tempelgewand getragen, sondern die schlichten Stra�enkleider, die man bei vielen Fl�chtlingen sah. In einer Hand hatte die junge Frau etwas Langes aus Holz getragen, aber er hatte nicht genau erkennen k�nnen, worum es sich bei dem Gegenstand handelte.</p><p>Es �berraschte ihn nicht, dass er auf einen Fl�chtling getroffen war. Die einfachen Leute rannten vermutlich gerade voller Panik um ihr Leben. Die Streitmacht, der sie gefolgt waren, wurde zur�ckgeschlagen. Eine Rettung lag in weiter Ferne.</p><p>Malfurion wandte sich ab und ging zur�ck zu Tyrande. Nur sie interessierte ihn jetzt noch. Er konnte dem jungen M�dchen, das sich so weit von allen anderen entfernt hatte, nicht helfen.</p><p>Der Druide ging an einigen B�umen vorbei. Er hatte bereits zu viel Zeit verschwendet. Sie mussten fliehen, bevor sich die Schlacht auf die H�gel ausdehnte.</p><p>Malfurion lie� den letzten Baum hinter sich und atmete erleichtert auf. Der Schlachtenl�rm drang aus einiger Entfernung zu ihnen herauf. Tyrande war also noch in Sicherheit.</p><p>Er blieb abrupt stehen, als er die reglose Priesterin sah� und die dunkle Gestalt, die sich �ber sie beugte.</p><p>Die Kreatur h�tte Malfurion eigentlich nicht h�ren d�rfen, aber sie drehte sich trotzdem zu ihm um. Ihre Hufe w�hlten den Boden auf. Der Oberk�rper war der eines Nachtelfen, wenn man einmal von den geschwungenen H�rnern absah. Das elfische Gesicht l�chelte den Druiden triumphierend an. Seine Klauen streckten sich erwartungsvoll nach ihm aus. Malfurion blickte sprachlos und entsetzt in dieses Gesicht.</p><p>Er kannte es. Niemand wusste, dass es ihn in seinen Alptr�umen verfolgte. Es hatte sich zwar ver�ndert, aber diese Augen w�rde er niemals vergessen� diese schwarzroten Augen aus Kristall.</p><p>Lord Xavius war von den Toten auferstanden.</p></section><section><title><p>22</p></title><p>Die Linien der Nachtelfen verliefen so flie�end, dass sich die Positionen aller Einheiten st�ndig �nderten. Trotzdem versuchte Lord Ravencrest, so viel Ordnung wie irgend m�glich aufrecht zu erhalten. Rhonin hatte sich zwar oft mit dem Adligen gestritten, doch jetzt war er froh, dass der Herr von Black Rook seine Soldaten so gut unter Kontrolle hatte. Jemandem wie Desdel Stareye w�re das nicht gelungen.</p><p>Ravencrest entdeckte den Menschen und ritt auf ihn zu. �Zauberer, ich brauche dich da vorne, nicht hier hinten.�</p><p>�Einer von uns sollte in Eurer N�he bleiben, Mylord.� Haupts�chlich ging es Rhonin zwar darum, die Berichte der Kundschafter und L�ufer zu h�ren, aber der Schutz des Kommandanten war ebenfalls wichtig.</p><p>�Mir w�re es lieber, wenn du die Mondgarde und Illidan unterst�tzen w�rdest.� Zum ersten Mal gab Ravencrest ein Geheimnis preis. �Du solltest die Leitung �bernehmen. Der Junge ist gut, aber wir brauchen Ordnung, nicht noch mehr Chaos. W�rdest du das �bernehmen?�</p><p>Rhonin konnte seinen Argumenten nicht widersprechen. Er sp�rte, dass Illidan immer unkontrollierter auf die Zauberer und den Brunnen Zugriff. Rhonin hatte den Wahnsinn des schwarzen Drachen erlebt. Jetzt fragte er sich, ob Illidan den gleichen Weg beschreiten w�rde, wenn er sich vollst�ndig in seiner Magie verlor.</p><p>�Wie Ihr es w�nscht, Mylord.� Der Zauberer bewegte sein Reittier und begann nach Illidan zu suchen. Das war nicht sonderlich schwer. Er stach aus den Reihen heraus wie ein Leuchtturm. Seine silberne Aura war so blendend hell, dass sie die K�mpfer in seiner Umgebung blendete. Aber Illidan war so auf seinen eigenen Ruhm fixiert, dass er sich nicht um andere k�mmerte.</p><p>Rhonin sah, wie der schwarz gekleidete Zauberer der heranst�rmenden Horde einige Explosivgeschosse entgegenschleuderte. D�monen flogen durch die Luft, abgetrennte K�rperteile regneten rund um den Zauberer nieder. Allerdings gerieten auch ein paar Soldaten in den Zauber geraten und starben auf die gleiche Weise.</p><p>Ein Mitglied der Mondgarde brach zusammen, und Illidan beschimpfte die anderen. Die weitaus erfahreneren Zauberer bauten ihre Verbindung zueinander neu auf.</p><p><emphasis>Was tut er da?</emphasis>, dachte Rhonin. <emphasis>Wenn er so weitermacht, bringt er sie um</emphasis>.</p><p>Illidan begann einen neuen Zauber, dann fiel ihm der Magier ins Auge. Er grinste und war so zufrieden mit der eigenen Leistung, dass er gar nicht bemerkte, wie schlecht es dem Rest der Armee ging.</p><p>�Meister Rhonin, habt Ihr gesehen � �</p><p>�Ich habe alles gesehen, Illidan! Ravencrest will, dass ich die F�hrung �bernehme. Wir m�ssen unsere Angriffe koordinieren und so etwas wie Ordnung in unsere Reihen bringen.�</p><p>�Ihr sollt �bernehmen?� Ein gef�hrlicher Ausdruck pr�gte sich in das Gesicht des Elfen. �F�r mich?�</p><p>�Ja.� Rhonin erkl�rte ihm die Gr�nde nicht. Das Schicksal eines ganzen Volkes � einer ganzen Welt � lag in ihren H�nden.</p><p>Illidan nickte bitter, dann fragte er: �Was werden wir tun?�</p><p>Der Magier hatte bereits dar�ber nachgedacht. Zun�chst musste Illidan seine Verbindung zur Mondgarde aufgeben. Die Zauberer mussten sich ein wenig erholen, und das konnten sie am besten, w�hrend Rhonin sie anleitete.</p><p>�Ich habe vergeblich versucht, Krasus zu erreichen. Die ganze Magie, die hier in der Luft schwingt, verhindert es wahrscheinlich. Deine Verbindung zu deinem Zwilling sollte wegen der engen Verwandtschaft st�rker sein. Finde die beiden. Wir brauchen ihre Hilfe.�</p><p>Die Augen des Zauberers verengten sich. Er wusste, weshalb Rhonin ihn wegschickte. Trotzdem nickte er. �Ich werde meinen Bruder finden. Was w�rden wir nur ohne seine Kr�fte machen?�</p><p>Illidan wandte sich ab, bevor Rhonin darauf antworten konnte. Der Magier runzelte die Stirn, wusste jedoch, dass er von dem aufbrausenden jungen Nachtelf nichts anderes zu erwarten hatte.</p><p>Einige Mondgardisten wirkten erleichtert, als Rhonin ihre Koordination �bernahm. Es interessierte sie l�ngst nicht mehr, dass er ein Fremder war; sie wussten, dass er sie gut anleiten w�rde.</p><p>�Wir m�ssen ihre vorderen Reihen zerst�ren, so �hnlich wie beim letzten Mal�, sagte er. �Verbindet euch mit mir, dann k�nnen wir beginnen.�</p><p>Rhonin bereitete sich auf den Zauber vor und warf einen letzten Blick auf Illidan. Der Magier wirkte immer noch ver�rgert, befolgte jedoch die erhaltenen Anweisungen. Irgendwann, dachte Rhonin, w�rde Malfurions Bruder die Gr�nde verstehen, warum es so und nicht anders geschehen musste.</p><p>Zumindest hoffte er das.</p><empty-line/><p>Illidan verstand die Gr�nde f�r Rhonins Zur�ckweisung nicht einmal ansatzweise. Sein ganzes Leben lang hatte man ihm eine gro�e Zukunft prophezeit. Er hatte geglaubt, seine Zeit w�re gekommen. Sein Volk lebte in Angst und Schrecken, war dem Untergang nahe. War dies nicht der Moment, um den Platz in der Geschichte einzunehmen, der einem geb�hrte?</p><p>Vielleicht h�tte er es getan, wenn sich nicht zwei Personen, denen er eigentlich vertraute, gegen ihn gestellt h�tten. Lord Ravencrest hatte Illidan aus dem Nichts heraus zu seinem Leibzauberer ernannt. Er hatte ihm das Kommando �ber die Mondgarde �bergeben, und der Zauberer war �berzeugt, dass er diese Aufgabe ohne Fehl und Tadel bew�ltigt hatte.</p><p>Doch jetzt hatte Ravencrest ihn aus dieser ehrenvollen Position entfernen lassen und ihn durch jemanden ersetzt, der noch nicht einmal ein Nachtelf war. Illidan respektierte Rhonin zwar, aber das war einfach zuviel. Der Magier h�tte dies ebenfalls begreifen m�ssen. Rhonin vertraute ihm wohl doch nicht, sonst h�tte er diesen F�hrungswechsel von sich aus abgelehnt.</p><p>Man hatte Illidan seinen Ruhm gestohlen� und ihn zu einem Botenjungen degradiert, der nach dem so hoch gelobten Malfurion suchen sollte.</p><p>Die dunklen Gedanken, die in seinem Verstand auf ihre Gelegenheit gewartet hatten, kehrten mit aller Macht zur�ck. Illidan versuchte zwar, geistigen Kontakt zu seinem Bruder herzustellen, ein Teil von ihm hoffte jedoch, dass Malfurion ein Opfer der Brennenden Legion geworden und deshalb nicht zur�ckgekehrt war. Der Zauberer w�nschte ihm nat�rlich einen m�glichst heldenhaften Tod, aber abgesehen davon st�rte ihn die Vorstellung, den Rest seines Lebens ohne seinen Bruder verbringen zu m�ssen, nicht sonderlich. Nat�rlich w�rde Tyrande um ihn trauern, aber er w�rde sie tr�sten�</p><p>Der Gedanke an Tyrande vertrieb die D�sternis. Illidan bekam Schuldgef�hle, als ihm klar wurde, wie schrecklich die Priesterin leiden w�rde. Tyrande sollte dies nicht durchstehen m�ssen. Sie hatte Malfurion gew�hlt. Damit musste er sich abfinden.</p><p>Illidan konzentrierte sich auf seinen Zwillingsbruder. Erst wenn er seine Aufgaben erledigt hatte, konnte er �ber die Zukunft nachdenken. Bis vor kurzem hatte er geglaubt, Ravencrest und Tyrande w�rden eine gro�e Rolle darin spielen � doch in beiden Personen hatte er sich geirrt.</p><p>Jetzt musste Illidan herausfinden, wohin er geh�rte�</p><p>Brox schwang seine Axt und k�pfte die Teufelsbestie, die ihm entgegengest�rmt war. Neben ihm k�mpften Jarod und die wenigen �berlebenden Soldaten seiner Truppe gegen den nicht enden wollenden Strom der D�monen. Die meisten hatten l�ngst ihre Reittiere an den Feind verloren und fochten jetzt gemeinsam mit den Fu�soldaten.</p><p>Ein Reiter mit einem halb zerrissenen Banner tauchte in der N�he des Orcs auf. Brox grunzte �berrascht. Diese Einheit hielt sich normalerweise in Lord Ravencrests N�he auf. Waren die Streitkr�fte bereits so weit zur�ckgedr�ngt worden, dass die Linien v�llig zusammengebrochen waren?</p><p>Er drehte den Kopf nach links. Sein Verdacht best�tigte sich. Der schwarze Rabenbanner der Festung flatterte unweit entfernt. Brox hatte nicht gemerkt, dass er sich so stark r�ckw�rts bewegt hatte, doch das war der Beweis.</p><p>Ravencrest tauchte neben dem Banner auf. Er schonte sich nicht, sondern warf sich in den Kampf. Zuerst schlitzte er eine Teufelsbestie mit seinem Schwert auf, dann trat er ihr gegen den Kopf. Inmitten seiner pers�nlichen Leibwache wirkte der Herr �ber Black Rook selbst auf einen erfahrenen K�mpfer beeindruckend. Anfangs hatte Brox keinen Respekt vor den Nachtelfen gehabt, doch Ravencrest hatte sich als ein Krieger erwiesen, der es verdient gehabt h�tte, ein Orc genannt zu werden.</p><p>Nachtelfen umschw�rmten den Adligen, als k�nnte seine St�rke auf sie abf�rben. Ravencrest hatte eine F�higkeit, die kein Zauberer beherrschte � seine Soldaten wurden nur durch seine Anwesenheit st�rker und entschlossener. Die Gesichter, in die Brox jetzt blickte, zeigten H�rte und Stolz. Sie blickten dem Tod entgegen, aber sie w�rden alles geben, um den Sieg der D�monen zu verhindern.</p><p>So viele Nachtelfen hatten sich rund um ihren Kommandanten versammelt, dass es beinahe schon gef�hrlich f�r ihn wurde. Mehr als einmal kam ihm eine Klinge seiner eigenen Soldaten bedrohlich nahe, aber er ignorierte sie, konzentrierte sich nur auf die Waffen der Feinde.</p><p>Ein berittener Soldat tauchte pl�tzlich dicht neben Ravencrest auf, dichter, als es n�tig gewesen w�re. Der Nachtelf wirkte voller Grimm, aber nicht auf die gleiche Weise wie die anderen Soldaten. Sein Blick war auf Ravencrest gerichtet, nicht auf die D�monen.</p><p>Der Orc begann auf den Kommandanten zuzulaufen.</p><p>�Brox?�, rief Jarod. �Wohin willst du?�</p><p>�Eile�, knurrte der gr�nh�utige Krieger. �Muss warnen.�</p><p>Der Captain blickte in die gleiche Richtung wie der Orc, sah aber offensichtlich nicht das, was ihm aufgefallen war. Trotzdem folgte er ihm.</p><p>�Weg!�, br�llte Brox die Nachtelfen an, die ihm im Weg standen. Er sah, wie der Reiter bereits in Position ging. In einer Hand hielt der Soldat sein Schwert und die Z�gel seines Reittiers. Die andere schwebte �ber seinem G�rtel, in dem ein Dolch steckte. Im Kampf gegen die Legion war eine solche Waffe nutzlos. Er zog den Dolch und beugte sich zum Kommandanten vor.</p><p>�Achtung!�, schrie Brox, aber Ravencrest konnte ihn nicht h�ren. Der L�rm der Schlacht �bert�nte alle anderen Ger�usche.</p><p>Das Reittier des Attent�ters scheute und zwang ihn einige Schritte zur Seite. Brox stie� Soldaten aus seinem Weg und winkte mit seiner riesigen Axt in der Hoffnung, Ravencrests Aufmerksamkeit zu erregen.</p><p>Die des Adligen erregte er nicht� aber die des verr�terischen Soldaten.</p><p>Dessen Augen wurden schmal. Verzweiflung verzerrte sein Gesicht, dann warf er sich dem Kommandanten entgegen.</p><p>�Vorsicht!�, schrie Brox.</p><p>Ravencrest begann sich zu dem Orc zu drehen. Er runzelte die Stirn, als wolle er nicht � von niemandem! � in seinem Tun unterbrochen werden.</p><p>Der Attent�ter stie� ihm die Klinge in den Nacken.</p><p>Der Adlige versteifte sich im Sattel. Er lie� sein Schwert fallen und tastete nach der kleinen Klinge, aber der Soldat hatte sie bereits aus der Wunde gezogen. Blut lief �ber Ravencrests d�nnen Umhang.</p><p>Niemand in seiner N�he bemerkte, was geschehen war. Der Attent�ter warf den Dolch weg und wollte davonreiten, doch die vielen Soldaten behinderten ihn.</p><p>Unter lautem Gebr�ll bahnte sich Brox seinen Weg. Nachtelfen wichen ihm erschrocken aus, bef�rchteten wohl, er habe den Verstand verloren. Der Orc erkl�rte ihnen nicht, worum es ging. Ihn interessierte nur noch der Verr�ter.</p><p>Zitternd sackte Lord Ravencrest zusammen. Seine Soldaten drehten sich zu ihm um. Einige st�tzten ihn, um zu verhindern, dass er von seinem Reittier kippte.</p><p>Brox erreichte Ravencrest. �Da! Da!�</p><p>Einige Nachtelfen sahen ihn verwirrt an. Zwei schlossen sich dem Orc an.</p><p>Dem Attent�ter fiel es schwer, sich mit seinem Tier einen Weg durch die Menge zu bahnen. Er schaute �ber seine Schulter und entdeckte die Verfolger. Fatalistisch nickte er, dann rief er seinem Nachts�bler einen Befehl zu. Die Katze reagierte sofort und schlug einen Soldaten zur Seite, der den Weg verstellt hatte. Gleichzeitig biss sie einen zweiten. Andere Soldaten sprangen hastig zur Seite. Sie mussten denken, das Tier sei durchgegangen.</p><p>Brox sch�tzte die Entfernung ab und sprang. Er landete unmittelbar hinter dem Nachts�bler, holte mit seiner Axt aus und schlug nach der Flanke der Katze.</p><p>Der Schlag streifte sie nur, dennoch fuhr sie, fauchend vor Wut, herum. Sie ignorierte die hastigen Befehle ihres Reiters und st�rzte sich auf ihren Angreifer.</p><p>Brox parierte die Schl�ge der m�chtigen Tatzen m�hsam. Der Nachts�bler knurrte und sprang.</p><p>Der Orc hob die Axt und grub die Klinge tief ins Fleisch der Katze, direkt unter ihrem Kiefer. Blut spritzte Brox entgegen. Er wich der Bestie aus, die, von ihrem eigenen Schwung getrieben, vorw�rts stolperte.</p><p>Ein hei�er Schmerz strich pl�tzlich �ber den linken Arm des Orcs. Er blickte darauf und sah eine klaffende blutende Wunde.</p><p>Der Attent�ter riss das Schwert zur�ck und holte ein zweites Mal aus, aber eine andere Schwertklinge kreuzte die seine.</p><p>Jarod grunzte. Der Schwung des gegnerischen Schwerts zwang ihn beinahe in die Knie. Der verr�terische Soldat trat nach dem Captain, aber Jarod wich ihm aus.</p><p>Der Captain achtete zu wenig auf den sterbenden Nachts�bler. Die Katze rang mit dem Tod und schlug nach allem, was in ihre N�he kam. Sie erwischte Jarod mit einer Tatze und schleuderte ihn zu Boden.</p><p>Brox zog seine Axt aus der Wunde. Mit einem gurgelnden Ger�usch brach die Bestie endg�ltig zusammen und blieb reglos liegen.</p><p>Der Nachtelf sprang von seinem toten Reittier und st�rmte Brox mit gezogenem Schwert entgegen. Er prallte gegen den erfahrenen Krieger und trieb ihn zur�ck. Der Orc k�mpfte um sein Gleichgewicht.</p><p>�Stinkendes Monster!�, fauchte der Nachtelf. Er stie� mit der Schwertklinge nach Brox und trennte ihm fast das Ohr ab. Der Orc trat nach den Beinen seines Gegners, aber der Soldat sprang geschmeidig hoch�</p><p>� wo ihn Brox� Axt traf, noch bevor seine F��e wieder den Boden ber�hrten.</p><p>Ein Ausdruck v�lliger �berraschung trat auf das Gesicht des Verr�ters, als die Klinge zuerst durch seine R�stung und dann in seine Brust schnitt. Seine Hand umklammerte immer noch sein Schwert, als er zur�cktaumelte. Brox ging auf ihn zu.</p><p>Sein Gegner blieb schwer atmend stehen. Er hob sein Schwert und sah den Orc herausfordernd an.</p><p>Brox holte aus.</p><p>Doch zu seiner �berraschung lie� der Attent�ter die Waffe fallen und rief: �F�r Azshara!�</p><p>Die Axt durchschlug seine R�stung mit aller Macht und grub sich tief in seine Brust. Der Nachtelf brach zusammen. Er war tot, bevor sein K�rper auf dem blutgetr�nkten Erdreich aufschlug.</p><p>Brox trat neben die Leiche. Er stie� sie mit dem Fu� an, aber sie bewegte sich nicht.</p><p>Jarod tauchte neben ihm auf. Er rieb sich seinen linken Arm, schien ansonsten jedoch unverletzt zu sein. �Du hast ihn erwischt!�, sagte er. �Gut gemacht!�</p><p>Der Orc k�mmerte sich nicht um das Lob. Sein Blick glitt zur�ck zu Lord Ravencrest. Einige Soldaten hatten ihn hoch gehoben und trugen ihn weg von der Front. Ravencrests Augen waren geschlossen. Es sah beinahe so aus, als w�rde er schlafen, aber Brox wusste, dass der Eindruck t�uschte. Der Mund des Nachtelfen war leicht ge�ffnet, und ein Arm baumelte herab. Der Krieger wusste, was das bedeutete.</p><p>Brox hatte versagt. Der Herr von Black Rook war tot.</p><p>Die Streitmacht hatte ihren Anf�hrer verloren.</p><empty-line/><p>Die behufte Gestalt legte am�siert den Kopf schief. �Magst du etwa keine �berraschungen, Malfurion Stormrage? Oder habe ich mich so zu meinem Vorteil ver�ndert, dass dein beschr�nkter Geist mich nicht mehr erkennt?� Er verbeugte sich �bertrieben. �Dann erlaube mir, mich erneut vorzustellen: Lord Xavius aus Zin-Azshari, wieder im Dienste der K�nigin� und wieder h�chst lebendig.�</p><p>�Du bist� gestorben!�, stie� der Druide hervor. �Wurdest zerrissen��</p><p>�Du hast mich ja schlie�lich umgebracht, nicht wahr?� Der Sarkasmus war aus Xavius� Stimme verschwunden. �Mich zerfetzt.�</p><p>Er machte einen weiteren Schritt auf den Druiden zu, genau wie Malfurion gehofft hatte. Je weiter dieses Ungeheuer sich von Tyrande entfernte, desto besser. Malfurion erinnerte sich an Legenden, in denen Wesen aufgetaucht waren, die wie Xavius aussahen. Man hatte diese listigen D�monen als Satyrn bezeichnet.</p><p>�Du hast mich get�tet�, fuhr der ehemalige Berater der K�nigin fort. Sein Grinsen war boshaft. �Und du hast mich zu einem noch schlimmeren Schicksal verdammt. Ich hatte den gro�en und ruhmreichen Sargeras entt�uscht� und wie es einem Gott zusteht, bestrafte er mich daf�r mit aller H�rte.�</p><p>Malfurion hatte die Gr�uel gesehen, zu denen die Brennende Legion f�hig war und konnte sich vorstellen, was Xavius mit �H�rte� meinte. Gnade war etwas, das den D�monen v�llig fremd sein musste.</p><p>Die monstr�sen k�nstlichen Augen leuchteten auf, als Xavius fortfuhr. �Ich hatte keinen Mund, und doch schrie ich. Ich hatte keinen K�rper, und doch sp�rte ich Schmerzen jenseits deiner Vorstellungskraft. Aber meinem Herrn und Meister gab ich daran nicht die Schuld. Er tat nur, was getan werden musste.�</p><p>Trotz dieser Worte erschauderte der Satyr einen Moment lang. �W�hrend meiner Strafe besch�ftigte sich mein Verstand nur mit dem Gedanken an den, der mich in diese Lage gebracht hatte.�</p><p>�Wegen dir sind Hunderte gestorben�, entgegnete der Druide und bem�hte sich, den Satyr weiter in seine Richtung zu locken. Er wollte einen Zauber versuchen, doch das ging nur, wenn sich Tyrande in sicherer Entfernung befand. �Du hast Unschuldige abgeschlachtet!�</p><p>�Nicht die Unschuldigen, sondern die Unvollkommenen. Die Welt muss f�r Sargeras und seine Anh�nger gereinigt werden.�</p><p>�Sargeras wird Kalimdor zerst�ren! Die Brennende Legion wird alles zerst�ren!�</p><p>Xavius grinste. �Ja, das wird sie.�</p><p>Seine Antwort �berraschte Malfurion. �Aber du hast doch gerade gesagt � �</p><p>�Was die Narren h�ren wollen � was der gute Captain Varo�then oder die Hochwohlgeborenen glauben� was ich selbst einst glaubte. Sargeras wird die Welt f�r seine Anh�nger reinigen� und dann wird er sie vernichten, weil er das Leben in jeglicher Form hasst. So einfach ist das.�</p><p>�Meinst du nicht eher, <emphasis>so blutr�nstig und irrsinnig</emphasis> ist das?�</p><p>Der Satyr hob die Schultern. �Alles eine Sache der Perspektive��</p><p>Malfurion hatte genug geh�rt. Seine Hand tastete nach einer G�rteltasche.</p><p>Pl�tzlich griffen kr�ftige Arme nach ihm und hielten ihn fest. Der Druide versuchte sich zu wehren, aber seine Angreifer waren zu stark.</p><p>Es waren Satyrn, die ihn jetzt zu Xavius brachten, der breit grinste. Seine schrecklichen Augen schienen den Nachtelfen zu verh�hnen.</p><p>�Als mich der ruhmreiche Lord Sargeras auf diese Welt zur�ckschickte, verlangte er von mir vor allem anderen, ihm den zu bringen, der das erste Portal zerst�rt und damit seine Ankunft verhindert hat.�</p><p>Malfurion antwortete nicht, rang nur stumm mit seinen Gegnern.</p><p>Xavius beugte sich vor. Sein fauliger Atem strich �ber das Gesicht des Nachtelfen. �Aber er hat nicht gesagt, in welchem Zustand ich dich zu ihm bringen soll. Also fragte ich mich, ob ich dich ihm einfach so �berlassen soll?� Er kicherte. �Nein, sagte ich mir. Mein Herr w�nscht, dass Malfurion Stormrage so sehr leidet, wie es nur m�glich ist, und meine Pflicht ist es, diesen Wunsch zu erf�llen.�</p><p>Zu Malfurions Entsetzen ging der Geh�rnte zur�ck zu Tyrande, deren Schlaf seltsam tief zu sein schien. Er beugte sich zu ihr hinab, bis sein Mund fast den ihren ber�hrte.</p><p>�Lass sie in Ruhe!�, schrie der Druide.</p><p>Xavius drehte den Kopf und sah Malfurion an. �Ja, dachte ich, er muss leiden� aber wie? Er ist ein entschlossener junger Mann, der sich selbst opfern w�rde� aber was ist mit anderen? Was ist mit denen, die er liebt?�</p><p>Seine Klauenhand streichelte das Haar der Priesterin. Malfurion wand sich im Griff der Satyrn. Am liebsten h�tte er seine H�nde um Xavius� Hals gelegt. Er hatte noch nie ein anderes Wesen gehasst � abgesehen von den D�monen �, doch in diesem Moment h�tte er dem ehemaligen Berater ohne Reue die Kehle zerquetscht.</p><p>Seine Wut am�sierte Xavius. Er sagte: �Ich habe schon bald bemerkt, dass es zwei Personen gibt, die Malfurion besonders mag. Die eine ist wie ein Bruder f�r ihn� um genau zu sein, es ist sein Bruder, sogar sein Zwilling. Als Kinder waren sie unzertrennlich, mittlerweile haben ihre Interessen und Sehns�chte sie in verschiedene Richtungen getrieben, aber nat�rlich liebt Malfurion seinen Bruder noch � auch wenn Illidan Neid f�r den empfindet, dem <emphasis>sie</emphasis> den Vorzug gegeben hat��</p><p>�Du hast mich. Lass die beiden in Ruhe.�</p><p>�Was w�re das denn f�r eine Strafe?�, fragte Xavius und erhob sich. Sein Gesicht nahm einen grausamen Zug an. �Was w�re das denn f�r eine Rache? Wie gro� wird dein Schmerz sein, wenn du nicht nur einen von beiden verlierst, sondern beide.� Er lachte. �Dein Bruder ist bereits verloren, auch wenn er das selbst noch nicht erkannt hat. Diese Person hier h�tte ich beinahe �bersehen� deshalb danke, dass du unsere Aufmerksamkeit auf sie gerichtet hast.�</p><p>Die anderen Satyrn stimmten in das Lachen ihres Anf�hrers ein. Malfurion verfluchte sich, weil er Tyrande gebeten hatte, ihm und Krasus zu helfen. Er trug Schuld, dass sie in die Gewalt dieser Ungeheuer geraten war.</p><p>�Nein, bei Elune! Das werde ich nicht zulassen!�</p><p>�Elune�� Xavius sprach den Namen angewidert aus. �Es gibt nur einen Gott� und sein Name ist Sargeras.�</p><p>Er schnippte mit den Fingern, und die Satyrn zwangen den Druiden in die Knie. Xavius ging auf ihn zu. Seine Hufe schlugen laut gegen den Fels. Jeder Schritt hallte in Malfurions Kopf wider.</p><p>Doch pl�tzlich h�rte er eine Stimme, die ihm so vertraut wie seine eigene war.</p><p><emphasis>Bruder?</emphasis></p><p>�Illidan?�, stie� er hervor.</p><p>�Ja�, antwortete Xavius, der glaubte, die Frage sei an ihn gerichtet. Er nahm wohl an, sein Gefangener wolle erfahren, was er dem Zauberer angetan hatte. �Er war erstaunlich zug�nglich. Er liebt sie so sehr wie du, Malfurion� und er kommt nicht dar�ber hinweg, dass sie dich erw�hlt hat.�</p><p><emphasis>Illidan liebt Tyrande?</emphasis> Der Druide wusste, dass sein Bruder sie mochte, aber nicht in diesem Ausma�. <emphasis>Und sie liebt� mich?</emphasis></p><p>Erst jetzt fiel ihm wieder ein, dass sein Bruder in seinen Gedanken war. Dessen Wut und Scham �ber die Enth�llung brandeten �ber Malfurion hinweg. Die Intensit�t der Gef�hle erschreckte den Druiden.</p><p>Xavius missverstand seine Reaktion. �Ist das eine �berraschung? Ist es nicht wundervoll zu wissen, dass dich jemand liebt? Und ist es nicht furchtbar zu wissen, dass sie deshalb ebenso furchtbar gequ�lt werden wird wie du?�</p><p><emphasis>Illidan!</emphasis> Malfurion wandte sich an seinen Bruder. <emphasis>Illidan, Tyrande ist in Gefahr!</emphasis></p><p>Nicht etwa Sorge, sondern Verachtung schlug ihm von seinem Bruder entgegen. <emphasis>Wieso wendet sie sich dann nicht an dich, den m�chtigen ruhmreichen Herrscher �ber die Natur? Welche Hilfe kann sie schon von einem albernen Amateur erwarten, den seine Augenfarbe zu falschen Hoffnungen und Tr�umen verf�hrte?</emphasis></p><p><emphasis>Illidan, man wird sie foltern! Sie wird zu Tode gefoltert werden!</emphasis></p><p>Sein Zwilling antwortete nicht. Er schien sich zur�ckgezogen zu haben. Die Verbindung war noch vorhanden, aber sehr schwach.</p><p><emphasis>Illidan!</emphasis></p><p>Der Anblick des Satyrs riss Malfurion aus seinen Gedanken. Die Blicke aus den unnat�rlichen Augen bohrten sich in seinen Geist, als wollten sie unbedingt herausfinden, was dort vor sich ging.</p><p>�Ich kann kaum glauben, dass du f�r mein Schicksal verantwortlich bist�, zischte Xavius. �Wenn du mein Todfeind bist, dann habe ich Sargeras� Bestrafung mehr als verdient.�</p><p>Er schnippte abermals mit den Fingern. Ein halbes Dutzend Satyrn tauchte zwischen den B�umen auf. Xavius zeigte auf Tyrandes leblosen K�rper, w�hrend sein Blick in Richtung des Schlachtenl�rms wanderte. �Sie werden bald hier sein. Lasst uns verschwinden, bevor es hier� unangenehm wird.�</p><p>Xavius kehrte zu Tyrande zur�ck. Drei Satyrn, die einmal Hochwohlgeborene gewesen waren, hoben ihre H�nde und begannen einen Zauber. Malfurion erkannte sofort, dass sie ein Portal erschaffen wollten. Auf diese Weise konnten sie Zin-Azshari schnell und gefahrlos erreichen.</p><p>Dort w�rde es keine Hoffnung mehr f�r Malfurion und Tyrande geben.</p><p><emphasis>Illidan!</emphasis> Ein letztes Mal schrie er den Namen seines Bruders, erhielt aber keine Antwort. Er war allein.</p><p>Die Schlacht kam n�her. Ein schwarzer Riss entstand zwischen den drei Satyrn.</p><p>Xavius griff nach Tyrande. Sein Grinsen war breiter und boshafter als je zuvor. �Ihr wird es in der Gesellschaft des gro�en Sargeras gefallen�, sagte er sarkastisch. �Bevor sie stirbt��</p><p>Das Portal erreichte seine volle Gr��e. Xavius hob die Priesterin m�helos hoch. Doch dann� bohrte sich warnungslos ein gefiederter Pfeil in seine Schulter!</p></section><section><title><p>23</p></title><p>Die dunklen Gedanken �berw�ltigten Illidan. Er hatte Rhonins Befehl befolgt und seinen Bruder gefunden, doch dieser hatte ihn nur an seine Fehlschl�ge und Schw�chen erinnert. Was machte es da schon, dass sein Bruder und die Frau, die er liebte, in irgendeiner schrecklichen Gefahr schwebten? Wichtig war nur, dass Malfurion Tyrande f�r sich gewonnen hatte, ohne �berhaupt zu verstehen, dass er Teil eines Wettbewerbs gewesen war. Sein naiver Bruder war �ber den gr��ten aller Preise gestolpert, w�hrend Illidan, der so hart daf�r gek�mpft hatte, nur ein gebrochenes Herz bekommen hatte.</p><p>Ein kleiner Teil von ihm bettelte darum, den beiden trotzdem helfen zu d�rfen. Zumindest Tyrande musste gerettet werden. Immerhin war sie in die F�nge der Brennenden Legion geraten.</p><p>Die Brennende Legion� Manchmal fragte sich Illidan, ob er nicht besser bei K�nigin Azshara und den Hochwohlgeborenen aufgehoben gewesen w�re. So wie es im Moment aussah, w�rden sie die Fr�chte aus ihrer Allianz mit den D�monen ernten. Krasus und Rhonin behaupteten zwar, die D�monen w�rden alles Leben einschlie�lich der K�nigin und ihrer Anh�nger vernichten, aber er glaubte nicht daran. Wenn das stimmte, weshalb stand Azshara dann auf ihrer Seite? Die Hochwohlgeborenen mussten doch nur das Portal schlie�en, um die Gefahr zu bannen. Aber das taten sie nicht, also wussten sie wohl etwas, das Illidan verborgen blieb.</p><p>Er knurrte. In seinem Kopf prallten unterschiedliche Gedanken und Ideen, die er vor wenigen Tagen noch als unm�glich abgetan h�tte, aufeinander. Er blickte zu Rhonin, der die Mondgarde anf�hrte. Der Zauberer w�rde diese Position sicher nicht freiwillig wieder aufgeben. Illidan fluchte. Nicht nur sein Bruder hatte ihn verraten, sondern auch Rhonin und Lord Ravencrest waren ihm in den R�cken gefallen.</p><p><emphasis>Illidan!</emphasis>, rief Malfurion in seinen Gedanken.</p><p>Der Zauberer verschloss seinen Geist vor ihm.</p><empty-line/><p>Tyrande rutschte aus dem Griff des Satyrs und fiel zu Boden. Sie regte sich kaum, was Malfurion in seinem Verdacht best�tigte, dass Xavius sie mit einem Zauber belegt hatte.</p><p>Der ehemalige Berater hielt seine Schulter umklammert, die von einem Pfeil getroffen worden war. Blut floss aus der Verletzung, aber Xavius wirkte eher w�tend als davon ernstlich beeintr�chtigt. Er zog an dem Pfeil, und als dieser sich nicht sofort aus der Wunde l�sen wollte, brach er ihn einfach ab.</p><p>Die anderen Satyrn sahen sich nach dem Angreifer um. Einer von denen, die Malfurion festhielten, zuckte pl�tzlich und brach zusammen. Ein Pfeil ragte zwischen seinen Schulterbl�ttern hervor.</p><p>Ein Arm des Druiden war jetzt frei. Er griff in eine seiner G�rteltaschen und warf seiner zweiten Wache den Inhalt entgegen. Der Satyr schrie auf und rieb sich die Augen. Die Kr�uter, die Malfurion mit Cenarius� Hilfe gesammelt hatte, brannten sich in das Fleisch. Der Satyr taumelte zur Seite, beachtete seinen Gefangenen nicht mehr. Malfurion zog seinen Dolch und schlitzte der blinden Kreatur die Kehle auf. Der Satyr sackte zusammen. Der Druide rief den Wind zu Hilfe und bat ihn, seine Klinge zu f�hren, als er sie Xavius entgegen schleuderte.</p><p>Der ehemalige Hochwohlgeborene war zwar verwundet, wich dem Dolch aber dennoch geschmeidig aus. Er warf einen kurzen Blick auf das Portal, das die drei Satyrn immer noch kontrollierten, dann griff er erneut nach Tyrande.</p><p>Ein Pfeil bohrte sich unmittelbar vor seinem Huf in den Boden. Xavius� Augen blitzten. Mit einer Geste erteilte er den Satyrn, die nicht durch den Portalzauber gebunden waren, seine Befehle.</p><p>Zwei liefen auf Malfurion zu, der dritte suchte nach dem unbekannten Sch�tzen. Der Druide nahm ein kleines rundes Samenkorn aus seiner G�rteltasche und warf es auf die heranst�rmenden D�monen.</p><p>Der erste Satyr wich zur�ck, und das Samenkorn landete vor ihm im Dreck. Das triumphierende Grinsen gefror jedoch auf seinem Gesicht, als sich das Korn �ffnete und ihn mit wei�em Staub bespr�hte. Der Satyr begann heftig zu niesen und zu husten. Schlie�lich fiel er atemlos auf die Knie, aber auch jetzt lie� der qu�lende Reiz nicht nach.</p><p>Malfurion warf ein zweites Samenkorn, doch es verfehlte den anderen Satyr. Der D�mon sprang ihm entgegen. Klauen griffen nach der Kehle des Druiden. Malfurion sah, wie Xavius weiter hinten Tyrande hochheben wollte, doch die Wunde machte sich langsam bemerkbar. Einh�ndig zog er sie auf das Portal zu.</p><p>Der Nachtelf bef�rchtete, dass Xavius mit seiner Gefangenen entkommen w�rde und suchte rasch nach einem Zauber, um mit seinem Gegner fertig zu werden. Der Satyr lachte schadenfroh. Seine N�gel rissen die Haut unter Malfurions Kinn auf. Er stie� einige Worte hervor, und der Druide sp�rte, wie eine schreckliche Hitze um seine Kehle herum aufstieg. Er drohte zu ersticken.</p><p>Im gleichen Moment erreichte die Schlacht den H�gel.</p><p>Nachtelfen und D�monen stolperten k�mpfend heran. Soldaten, die vor ihren Gegnern zur�ckwichen, prallten mit Xavius und seiner Gefangenen zusammen. Der Satyr knurrte und enthauptete einen Krieger mit seinen Klauen.</p><p>Doch selbst Xavius konnte sich gegen die Massen nicht durchsetzen. Es herrschte Chaos. Die Satyrn, die das Portal ge�ffnet hatten, k�mpften um ihre Konzentration.</p><p>Malfurion rang um Atem. Der grinsende Satyr, der auf ihm hockte, hob eine Klauenhand, um ihm die Brust zu zerfetzen. Malfurion griff nach dem erstbesten Korn, das er in seiner G�rteltasche fand und warf es seinem Gegner in das aufgerissene Maul.</p><p>Die Augen des Geh�rnten weiteten sich. Er wich zur�ck. Der Druide bekam endlich wieder ausreichend Luft. Die Augen des Satyrs schwollen immer weiter an. Eine gro�e Hitze ging pl�tzlich von ihm aus, dann schlugen Flammen aus seinem K�rper. Er kreischte, w�hrend sich sein K�rper schwarz zu f�rben begann und das Feuer ihn verzehrte.</p><p>Der Druide musste w�rgen und bedeckte Mund und Nase. Cenarius hatte ihm bei ihrer letzten Begegnung gezeigt, wie man die Hitze, die in manchen Samen und Pflanzen steckte, um ein Tausendfaches verst�rkte. Malfurion hatte zuf�llig eines dieser Samenk�rner in das Maul des D�mons geworfen.</p><p>Nur wenige Sekunden sp�ter brach der Satyr zusammen. Nur einige verkohlte Knochen blieben von ihm �brig. Malfurion hatte einige Lehren seines <emphasis>shan�do</emphasis> nicht ernst genommen, aber jetzt begriff er, welche Macht ihnen innewohnte. Es gab wirklich keine gr��ere Kraft als die Natur.</p><p>Sein Blick fiel wieder auf Xavius. Einer der anderen Satyrn half ihm jetzt. Gemeinsam schleppten sie Tyrande zu dem Portal. Doch dann sah Xavius, dass der Druide ihm entgegen lief und lie� seine Gefangene los.</p><p>Der Satyr stampfte mit einem Fu� auf. Die Erde erzitterte und brachte Malfurion und einige Krieger zu Fall. Ein Spalt entstand und raste auf Malfurion zu, der sich mit einem Sprung in Sicherheit brachte.</p><p>Xavius ging auf ihn zu. Sein lautes monstr�ses Gel�chter ersch�tterte den Druiden bis ins Mark.</p><p>�Als Held solltest du ab und zu Gutes tun�, sagte der Satyr ironisch, �nicht nur im Dreck herumkriechen und auf den Tod warten.�</p><p>Malfurion griff nach seiner G�rteltasche, aber Xavius kam ihm zuvor. Er holte mit seinen Klauen aus, und der G�rtel des Druiden flog davon.</p><p>�Lass das bitte.� Xavius schien mit jedem Schritt gr��er und animalischer zu werden. �Der gro�e Sargeras will dich zwar lebend haben, aber dieses eine Mal werde ich seinen Befehl wohl missachten. Dein Bruder und das M�dchen m�ssen reichen��</p><p>Cenarius hatte Malfurion gelehrt, allen Lebensformen mit Respekt zu begegnen, doch in diesem Moment empfand der Druide nur Hass und Ekel. Er warf sich auf Xavius und versuchte, ihn zu Boden zu werfen.</p><p>Xavius packte ihn mit seiner unverletzten Hand an der Kehle. Malfurion hing nach Luft schnappend in seinem Griff. Der Satyr genoss die Situation sichtlich. �Vielleicht lasse ich doch ein wenig Leben in dir, Malfurion Stormrage�, sagte er grinsend. �Wenn ich mich bei meiner Rache zur�ckhalten kann��</p><p>Vor seinem geistigen Auge sah Malfurion Tyrande und Illidan in den F�ngen der Brennenden Legion. Der Anblick verlieh ihm neue Kraft. Er holte aus und trat so kr�ftig er konnte zu.</p><p>Mit der Ferse erwischte er Xavius� verletzte Schulter und trieb den abgebrochenen Pfeil tiefer ins Fleisch.</p><p>Der Satyr heulte auf. Seine Hand �ffnete sich, und der Druide fiel zu Boden. Malfurion rollte sich ab und kam auf die Beine.</p><p>�Du hast zu viele verraten�, sagte er zu Xavius. �Du hast zu viele verletzt, Lordberater. Ich werde nicht zulassen, dass du noch einmal jemandem Leid zuf�gst.�</p><p>Er wusste, was er zu tun hatte. �Du wirst ab jetzt nur noch Leben hervorbringen, nicht mehr den Tod.�</p><p>Xavius� rote Augen glitzerten. In seinem L�cheln lag absolute B�sartigkeit. Dunkle Kr�fte bildeten sich um ihn herum.</p><p>Aber der Druide schlug zuerst zu. Der h�lzerne Pfeil hatte ihn auf eine Idee gebracht.</p><p>An dem Pfeil bildeten sich auf einmal Wurzeln. Der Satyr bemerkte die Gefahr, brach seinen eigenen Zauber ab und versuchte, den Pfeil aus seiner Schulter zu ziehen. Doch das war unm�glich, denn die Wurzeln bildeten sich auch im Inneren der Wunde. Das Holz ern�hrte sich von der Lebenskraft des Satyrs.</p><p>Xavius� K�rper bl�hte sich auf wie der eines toten Fischs. Er schrie wutentbrannt auf. Flammen bildeten sich an seiner Hand. Er ber�hrte den Pfeil damit und wollte ihn so in Brand setzen. Erneut schrie er auf, dieses Mal schmerzerf�llt, denn die Wurzeln waren bereits so sehr mit seinem K�rper verschmolzen, dass er auch <emphasis>ihren</emphasis> Schmerz sp�rte.</p><p>Seine Klauen verkrampften sich und wurden zu kleinen Zweigen, aus denen gr�ne Bl�tter sprossen. Die H�rner des Satyrs begannen zu wachsen und verwandelten sich in gro�e Laub besetzte �ste. Xavius wurde nicht zu einem Baum. Sein K�rper versorgte das Holz nur mit Lebenskraft und den notwendigen Vitalstoffen.</p><p>�Das ist nicht das Ende, Malfurion Stormrage!�, schrie Xavius. �Das ist nicht das Ende!�</p><p>Der Druide lie� sich nicht davon beeindrucken. Er musste sich konzentrieren, um den Zauber trotz der starken Gegenwehr des Satyrs und dem ablenkenden Schlachtenl�rm zu vollenden.</p><p>�Doch, das ist das Ende�, fl�sterte er mehr zu sich selbst als zu Xavius. �Es muss das Ende sein.�</p><p>Der Satyr br�llte ihm ein letztes Mal seinen Hass entgegen, dann verschwand sein K�rper in dem aufbl�henden Baum. Aus Xavius� Haut wurde Rinde. Sein schreiender Mund verwandelte sich in ein Astloch. Krieger sprangen zur Seite, um den Wurzeln auszuweichen, die sich tief ins Erdreich gruben.</p><p>Zwischen all dem Tod und der Zerst�rung erbl�hte jetzt ein Baum, ein Symbol f�r den Sieg des Lebens �ber die Verdammnis.</p><p>Malfurion brach ersch�pft in die Knie. Er wollte sich aufrichten, aber seine Beine gaben unter ihm nach. Er hatte seine ganze Kraft f�r den Zauber gegen Xavius geopfert. Zwar tobte die Schlacht noch immer um ihn herum, aber er wollte sich nur noch unter den Baum legen und schlafen.</p><p>Dann dachte er an Tyrande.</p><p>�Tyrande!� Es erschien dem Nachtelf, als m�sse er sich gegen Eisenketten stemmen, um auf die Beine zu kommen. Im ersten Moment sah er nur Soldaten und D�monen, doch dann entdeckte er die drei Satyrn, die immer noch das Portal ge�ffnet hielten. Und nur wenige Meter entfernt trug ein vierter Satyr Tyrande darauf zu.</p><p>�Nein!� Er bat den Wind um Hilfe, der aufheulte und sich gegen den D�mon warf. Malfurion stolperte ihm ersch�pft entgegen.</p><p>Ein Pfeil traf den Satyr in die Brust. Er blieb einen Moment reglos stehen, dann brach er zusammen. Tyrande rutschte aus seinen Armen. Aber der Wind, der wusste, was der Druide w�nschte, sorgte daf�r, dass sie auf einer Brise sanft zu Boden glitt.</p><p>Malfurion bedankte sich bei dem Wind und seinem unbekannten Retter. Dann ging er schwerf�llig auf Tyrande zu. Er musste um jeden Schritt ringen, aber die Belohnung, die am Ende des Weges auf ihn wartete, hielt ihn aufrecht.</p><p>Im gleichen Moment l�ste sich ein Satyr aus der Dreiergruppe. Das Portal schimmerte und wurde instabil.</p><p>Die geh�rnte Gestalt hob Tyrande auf.</p><p>Der Nachtelf schrie und warf sich dem Satyr entgegen. Doch sein Sprung war zu kurz, er schlug auf den Boden. Ein Pfeil schoss an ihm vorbei und riss das Ohr des D�mons auf. Blut tropfte auf seine Schulter, aber der Satyr lie� seine Beute nicht los, sondern sprang durch das Portal.</p><p>Er und Tyrande verschwanden.</p><p>Die beiden letzten Satyrn folgten ihm durch das Tor, das sich bereits aufzul�sen begann. Als der letzte D�mon es passiert hatte, l�ste es sich auf. Nur die karge Landschaft blieb zur�ck.</p><p>Mit dem Portal endete auch Malfurions Hoffnung.</p><p>Das war zu viel f�r ihn. Der Nachtelf brach zusammen. Er ignorierte die K�mpfe, die um ihn herum tobten. Er hatte Xavius ein zweites Mal besiegt und daf�r gesorgt, dass der Hochwohlgeborene, der die Brennende Legion nach Kalimdor geholt hatte, nie wieder B�ses tun w�rde� doch all das hatte keine Bedeutung mehr. Tyrande war eine Gefangene der D�monen.</p><p>Tr�nen liefen �ber sein Gesicht. Der Himmel verfinsterte sich, aber der Druide bemerkte es nicht. Er hatte versagt. Etwas anderes interessierte ihn nicht mehr.</p><p>Versagt.</p><p>Die Tropfen, die auf ihn herabfielen, vermischten sich mit seinen Tr�nen. Ein Sturm brach los, w�tete um den Druiden herum und verschonte nur ihn. Die zuckenden Blitze und der laute Donner spiegelten Malfurions d�stere Gedanken wider. Ohne Tyrande war nichts mehr von Bedeutung. Das wusste er jetzt.</p><p>Der Wind trauerte heulend um die Priesterin. Der neue Baum, der auf dem H�gel entstanden war, bog sich unter den Sturmb�en, die �ber das Land fegten.</p><p>Schlie�lich drang trotz seiner Verzweiflung eine Stimme bis zu ihm durch. Zuerst nahm er sie als st�rendes Fl�stern wahr, dann als Laute, das in seinen Ohren widerhallten. Malfurion presste die H�nde auf die Ohren, um das Ger�usch auszublenden und in die Schw�rze seiner Gedanken zur�ckzukehren. Aber die Stimme begann seinen Namen zu sagen und wurde mit jedem Mal lauter.</p><p>�Malfurion! Malfurion! Du musst dich aus diesem Zustand befreien, bevor du alles und jeden ertr�nkst!�</p><p>Er erkannte die Stimme. Ein Teil von ihm wollte sie ignorieren, aber ein anderer wehrte sich dagegen. Er tauchte aus der Dunkelheit empor, richtete den Blick nach au�en, nicht mehr nach innen � und sah die Naturkatastrophe, die sich um ihn herum abspielte.</p><p>Der Regen fiel mit solcher Macht, dass ihm nichts widerstehen konnte. Au�er dem Druiden blieb nur der neue Baum davon verschont.</p><p>�Was � �, stie� Malfurion hervor. Er hatte das Wort noch nicht vollendet, da brach der Sturm auch �ber ihn herein. Er fiel zu Boden. Regentropfen prasselten gegen seinen K�rper.</p><p>Eine gewaltige Gestalt sch�lte sich pl�tzlich aus dem Regen und dem heulenden Wind hervor. Der Nachtelf sah auf und erblickte einen gefl�gelten Riesen, der auf ihn zu flog. Er dachte an die Halbg�ttin Aviana und fragte sich, ob das die Gestalt war, die sie als Todesbotin annahm. Doch er geh�rte nicht zu den Wesen der L�fte, und der Druide bezweifelte, dass sie ihn holen w�rde.</p><p>Mit donnernder Stimme gab sich der Gigant zu erkennen. �Nachtelf! Bleib wo du bist. Ich kann mich in diesem Chaos nur schwer orientieren und will dich nicht versehentlich zerquetschen.�</p><p>Korialstrasz griff mit einer Klaue nach Malfurion und hob ihn empor. Der Drache hatte gewaltig mit dem Sturm zu ringen. Der Nachtelf sp�rte, dass er nicht v�llig bei Kr�ften wahr. Es war fast schon ein Wunder, dass er den Kampf gegen Neltharion �berlebt hatte.</p><p>Sie stiegen h�her. Malfurion warf einen Blick auf die unter ihm befindliche Landschaft. Beide Armeen flohen. Die D�monen liefen durch das Gebiet, das Neltharion verw�stet hatte, die Nachtelfen in die entgegen gesetzte Richtung. Beide Seiten k�mpften jetzt gegen einen neuen Feind, gegen den Regen, der Erdrutsche ausl�ste und Wege untersp�lte. Ein Teil eines H�gels l�ste sich vom Rest und begrub einige Teufelswachen. An anderer Stelle rutschte ein Nachts�bler auf einer H�gelkuppe aus und st�rzte mitsamt seinem Reiter in die Tiefe.</p><p>Inmitten des tosenden Sturms entdeckte Malfurion eine kleine Gestalt, die sich auf dem H�gel, von dem Korialstrasz ihn emporgetragen hatte, durch den Regen k�mpfte. Sie war fast bis zur H�fte im Schlamm eingesunken. Der H�gel �ber ihr sah aus, als w�rde er jeden Moment in Bewegung geraten und sie unter sich begraben.</p><p>Die Gestalt hielt einen Bogen in einer Hand.</p><p>�Warte!�, rief Malfurion an Korialstrasz gerichtet. �Hilf ihr!�</p><p>Der rote Drache ging sofort in den Sinkflug. Das junge M�dchen war so mit dem Kampf gegen die Elemente besch�ftigt, dass sie den Drachen erst bemerkte, als dessen Klauen sich um ihren K�rper legten. Sie schrie ver�ngstigt auf. Korialstrasz zog sie aus dem Schlick und trug sie empor.</p><p>�Ich werde dir nichts tun!�, br�llte er. Das junge M�dchen glaubte ihm nicht, beruhigte sich jedoch etwas. Dann entdeckte sie Malfurion und fragte: �Wo ist die Herrin Tyrande?�</p><p>Der Druide sch�ttelte den Kopf. Sie sah ihn voller Verzweiflung an und begann zu schluchzen. Ihre H�nde krampften sich um den Bogen.</p><p>Malfurion wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Sturm zu. Er war nicht nat�rlich entstanden, denn so abrupt manifestierte sich kein Unwetter. Doch er schien weder das Werk der Brennenden Legion noch seiner eigenen Leute zu sein. Selbst Illidan h�tte nichts erschaffen, das sich seiner Kontrolle so umfassend entzog.</p><p>Er sah auf, bef�rchtete bereits, der schwarze Drache sei zur�ckgekehrt. Doch weder Neltharion noch seine verfluchte Scheibe war irgendwo auszumachen. Wer hatte aber dann diesen katastrophalen Sturm erschaffen?</p><p>Er stellte dem Drachen diese Frage, doch Korialstrasz antwortete nicht. Stattdessen sprach eine kleine Gestalt, die im Nacken des Drachen sa� und von einer goldenen Aura vor den Elementen gesch�tzt wurde. �Du bist es, Malfurion. Du bringst all das �ber uns!�</p><p>Er starrte Krasus an, den er zuletzt auf einem durchgehenden Nachts�bler gesehen hatte. Der Magier wirkte mehr als mitgenommen. Seine Schl�fe war rot und geschwollen. Trotzdem machte er den gewohnt entschlossenen Eindruck.</p><p>Nur seine Worte ergaben f�r den Druiden keinen Sinn. �Was soll das hei�en?�</p><p>�Der Sturm entstand aus deinem Leiden, Druide. Er ist Ausdruck deiner Verzweiflung. Du musst deine Hoffnungslosigkeit bezwingen und den Sturm beenden, sonst werden wir alle sterben!�</p><p>�Du bist wahnsinnig!�</p><p>Der Druide wehrte sich gegen Krasus� Worte, aber in seinem tiefsten Kern sp�rte er, wie vertraut der Sturm ihm war. Er tastete mit seinem Geist danach, so wie Cenarius es ihn gelehrt hatte, doch was er entdeckte, erschreckte ihn. Es war nicht der Sturm, der dieses Gef�hl ausl�ste, sondern der Teil von ihm, den er darin sp�rte. Er hatte diese Monstrosit�t mit seiner Verzweiflung und Trauer erschaffen. Und jetzt suchte sie nicht nur seine Feinde, sondern auch seine Freunde und Kameraden heim.</p><p><emphasis>Ich bin nicht besser als die D�monen und der schwarze Drache!</emphasis>, dachte er.</p><p>Krasus schien seine Gedanken zu erahnen, denn er sagte: �Malfurion, lasse dich nicht von deinen Gef�hlen �berw�ltigen. Dieser Sturm war ein Unfall. Du musst deine Gef�hle einsetzen, um zu helfen, nicht um zu zerst�ren.�</p><p><emphasis>Und warum?</emphasis>, fragte sich der Druide. Er dachte wieder an Tyrande, die ein Opfer der Brennenden Legion werden w�rde. Ohne sie hatte sein Leben keinen Sinn mehr.</p><p>Trotzdem war es Tyrande, die schlie�lich die D�sternis aus seinen Gedanken vertrieb. Sie h�tte diese Zerst�rung nicht gewollt. Schlie�lich hatte sie ihr Leben in den Dienst ihres Volkes gestellt. Malfurion beleidigte ihr Erbe, wenn er diesen Sturm gew�hren lie�.</p><p>Er blickte zu dem jungen M�dchen, das sein Leben riskiert hatte, um der Priesterin zu helfen. Sie war zu jung, um eine Novizin zu sein. Dennoch hatte sie sich, nur mit einem Bogen bewaffnet, den Satyrn und D�monen gestellt.</p><p>Als Malfurion daran dachte und ihre Tr�nen bemerkte, sp�rte er, wie seine Liebe zu Tyrande neu aufflammte. Ohne weiteres Z�gern schaute er in den Sturm, zwang seinen Willen den Winden, den Wolken und allen Teilen der Natur auf, die an der Katastrophe beteiligt waren.</p><p>Der Wind drehte sich. Der Regen fiel zwar immer noch herab, schien jedoch an Heftigkeit auf der Seite der Nachtelfen nachzulassen und auf der Seite der D�monen zuzunehmen. Malfurion unterwarf die Wildheit des Windes und zwang ihn mit aller Macht, die Brennende Legion anzugreifen.</p><p>Der Regen h�rte auf. Der Sturm bewegte sich auf Zin-Azshari zu.</p><p>Malfurion atmete erleichtert aus. Er hatte es geschafft.</p><p>Der Nachtelf sackte ersch�pft im Griff des Drachen zusammen. �ber ihm rief Krasus: �Gut gemacht, sehr gut!�</p><p>Der Druide h�tte �ber seine eigene Leistung erstaunt sein sollen. Selbst Cenarius w�re das gewesen. Doch Malfurion konnte nur an Tyrande und an sein Versagen denken.</p><p>Nichts anderes z�hlte.</p><empty-line/><p>Der Sturm dauerte drei Tage und drei N�chte. Er jagte die D�monen �ber das Land und Zin-Azshari entgegen. Als er sich aufl�ste, befand sich die Brennende Legion noch zwei Tage von der Hauptstadt entfernt.</p><p>Die Nachtelfen waren zu ersch�pft, um ihrem Feind zu folgen. Jenseits der Vulkanlandschaft, die Neltharion erschaffen hatte, ruhten sie sich aus und leckten ihre Wunden. Vielen erschienen die Zerst�rungen des Sturms, die D�monenseele und die Brennende Legion weniger katastrophal als Lord Ravencrests Tod.</p><p>Die Nachtelfen konnten ihm kein angemessenes Begr�bnis geben, aber sie taten, was sie konnten. Lord Stareye besorgte einen Wagen, der von sechs Nachts�blern gezogen wurde. Den toten Adligen lie� er dort aufbahren. Ravencrests Arme lagen gekreuzt auf seiner Brust, in den H�nden hielt er das Banner von Black Rook. Nachtlilien bildeten einen Kreis um seinen K�rper. Eine Einheit seiner Soldaten r�umte den Weg vor dem Wagen frei, eine zweite sorgte daf�r, dass niemand aus der weinenden und schluchzenden Menge versuchte, den Leichnam zu ber�hren. Der Wagen fuhr an der gesamten Streitmacht vorbei, begleitet von H�rnern, die einen Trauermarsch bliesen.</p><p>Am Ende des Weges legte man Ravencrests Leiche zu all den anderen, die im Kampf gefallen waren. Malfurion bat dann Korialstrasz, ihm und den Nachtelfen einen traurigen Gefallen zu erweisen. Der Drache stimmte zu.</p><p>Hunderte sahen zu, als Korialstrasz einen gewaltigen Feuersto� ausspie. Die Leichen von Lord Ravencrest und den Soldaten fingen sofort Feuer. Malfurion wandte sich ab, um allein um all die Gefallenen zu trauern. Aber das junge M�dchen, das so hart f�r Tyrandes Rettung gek�mpft hatte, blieb bei ihm. Shandris fragte ihn immer wieder, wann er losziehen w�rde, um die Priesterin zu retten. Malfurion konnte ihr keine Antwort darauf geben. Schlie�lich brachte er sie zu den Schwestern, die sich besser um sie k�mmern w�rden.</p><p>Lord Stareye war von den anderen Adligen zum Kommandanten ernannt worden. Seine erste Aufgabe bestand darin, die Armee nach weiteren Verr�tern zu durchleuchten. Die Suche verlief ergebnislos. Trotzdem wurden zwei Soldaten hingerichtet, die man mit dem Verr�ter in Verbindung gebracht hatte. Stareye schloss die Untersuchung damit ab und widmete sich der n�chsten Herausforderung.</p><p>Krasus und Rhonin, die von Brox und Jarod begleitet wurden, versuchten den neuen Kommandanten davon zu �berzeugen, endlich die anderen V�lkern um Hilfe zu bitten. Doch ihre Vorschl�ge stie�en nach wie vor auf taube Ohren.</p><p>�Kur�talos hat in dieser Angelegenheit entschieden, und ich werde seine Ansichten ehren�, sagte der schlanke Adlige und schnupfte etwas wei�es Pulver.</p><p>Damit endete zwar die Diskussion, nicht aber die Sorge. Die Brennende Legion w�rde sich rasch erholen, und Archimonde w�rde sie dann wieder auf die Nachtelfen hetzen. Niemand zweifelte daran, dass die Armee vor einer h�rteren Schlacht stand als je zuvor.</p><p>Selbst wenn es den Nachtelfen gelingen sollte, die Invasoren bis zu den Toren Zin-Azsharis zur�ckzutreiben, war ihnen damit nicht geholfen. Solange das Portal ge�ffnet war, str�mten immer neue D�monen nach Kalimdor, und die Bedrohung durch Sargeras wuchs. Hunderttausende D�monen konnten sterben, der Palast konnte fallen, doch all das w�rde bedeutungslos werden, sollte es Sargeras gelingen, die Welt zu <emphasis>betreten</emphasis>. Er w�rde die Streitmacht mit einem einzigen Blick hinwegfegen.</p><p>Diese Bef�rchtung festigte Krasus� Entscheidung. Er rief die anderen zusammen und erkl�rte ihnen, was sie zu tun hatten, um das scheinbar Unvermeidliche doch noch abzuwenden.</p><p>�Ravencrest hatte Unrecht�, begann er, �und Stareye ist blind. Ohne eine Allianz aller V�lker wird Kalimdor � und damit die ganze Welt � verloren sein.�</p><p>�Aber Lord Stareye wird sich nicht an sie wenden�, warf Jarod ein.</p><p>�Dann m�ssen wir das an seiner Stelle tun�� Der Magier sah sie der Reihe nach an. �Auf die Drachen k�nnen wir uns nicht verlassen�vielleicht nie wieder. Korialstrasz versucht herauszufinden, was mit ihnen geschehen ist. Ich bef�rchte allerdings, dass wir nichts unternehmen k�nnen, solange Neltharion die Scheibe besitzt. Deshalb m�ssen wir uns an die Zwerge, die Tauren und die Furbolgs wenden� und sie davon �berzeugen, denen zu helfen, die sie eigentlich verachten.�</p><p>Rhonin sch�ttelte den Kopf. �Die anderen V�lker werden nicht verstehen, weshalb sie jene unterst�tzen sollten, die sie fast ebenso gerne vernichten w�rden wie die Brennende Legion. Wir reden hier �ber Konflikte, die seit Jahrhunderten schwelen.�</p><p>Der Drachenmagier nickte grimmig. Sein Blick richtete sich auf die weit entfernte Hauptstadt. �Dann werden wir alle sterben, entweder durch die Klingen der Brennenden Legion oder durch die b�sartige Macht der D�monenseele. Wir werden sterben.�</p><p>Niemand widersprach ihm.</p><p>Malfurion war der einzige, der nicht an dem Treffen teilnahm. In den letzten Tagen hatte er sich auf eine Jagd begeben, die mit einem Plan begonnen hatte � einem verzweifelten Plan, dem nur jemand zustimmen konnte, der ebenso wahnsinnig wie er selbst war.</p><p>Der Druide wollte versuchen, Tyrande aus der Hand der D�monen zu befreien.</p><p>Nur ein Nachtelf in der gesamten Streitmacht w�rde �ber diese Idee nicht lachen, und nach ihm suchte Malfurion, denn er konnte sein selbstm�rderisches Vorhaben nicht allein durchf�hren.</p><p>Doch Illidan war verschwunden.</p><p>Schlie�lich wandte er sich an die Mondgarde. Er behauptete, er wolle seinen Bruder um Rat wegen des bevorstehenden Marsches fragen und bat um eine Audienz bei dem h�chsten Zauberer der Garde.</p><p>Der glatzk�pfige Nachtelf blickte auf, als Malfurion zu ihm trat. Die Mondgarde traute dem Weg zwar nicht, den er eingeschlagen hatte, respektierte aber die beeindruckenden Zauber, die er zu weben verstand.</p><p>�Ich gr��e dich, Malfurion Stormrage�, sagte der Gardist und erhob sich von dem Felsen, auf dem er gesessen und eine Schriftrolle gelesen hatte.</p><p>�Vergebt mir, Galar�thus Rivertree. Ich suche nach meinem Bruder, doch ich kann ihn nirgends finden.�</p><p>Galar�thun sah ihn nerv�s an. �Hat man dir nichts gesagt?�</p><p>Malfurion spannte sich an. �Was gesagt?�</p><p>�Dein Bruder ist� verschwunden. Er wollte die Vulkanlandschaft, die der Drache geschaffen hat, n�her untersuchen, ist jedoch nicht zur�ckgekehrt.�</p><p>Der Druide traute seinen Ohren nicht. �Illidan ist allein dorthin geritten? Ohne Begleitung?�</p><p>Der Zauberer senkte den Kopf. �Wer h�tte ihn denn aufhalten sollen, Druide?�</p><p>Das wusste Malfurion auch nicht. �Wisst Ihr sonst noch etwas?�</p><p>�Wenig. Er ist in der Nacht nach dem Ende des Sturms losgeritten und wollte beim ersten Tageslicht zur�ck sein. Doch zwei Stunden nach Tagesbeginn kehrte sein Reittier ohne ihn zur�ck.�</p><p>�War das Tier verletzt?�</p><p>Galar�thus schaute ihm nicht in die Augen. �Der Nachts�bler sah mitgenommen aus. An seinem Fell klebte Blut. Wir wissen nicht, ob es von deinem Bruder stammte. Die Gegend ist so von Magie durchtr�nkt, dass solche Unterscheidungen unm�glich sind. Lord Stareye sagte � �</p><p>�Lord Stareye?� Malfurion wurde w�tend. �Er wei� davon und ich nicht?�</p><p>�Lord Stareye sagte, wir sollten unsere Zeit nicht mit jemandem verschwenden, der h�chstwahrscheinlich tot sei. Unsere Anstrengungen sollten sich auf die Lebenden konzentrieren. Es tut mir Leid, Malfurion, aber so lautet der Befehl des Kommandanten.�</p><p>Der Druide h�rte ihm nicht l�nger zu, sondern wandte sich ab und ging davon. Der Verlust traf ihn hart. War Illidan wirklich tot? Trotz all der Probleme, die sie in der letzten Zeit gehabt hatten, liebte er seinen Bruder. Und wenn er tot war�</p><p>Der Gedanke schwebte noch unvollendet in seinem Verstand, als ein Schauer �ber seinen R�cken rann. Malfurion hielt an und richtete seinen Blick nach innen.</p><p>Er h�tte den Tod seines Zwillingsbruders f�hlen m�ssen. So sicher, wie er seinen eigenen Herzschlag sp�rte, h�tte er auch Illidans Ende gesp�rt. Die Fakten sprachen vielleicht dagegen, aber Malfurion wusste, dass Illidan noch lebte.</p><p>Lebte� Der Druide betrachtete das aufgerissene und verbrannte Land, versuchte seine Gedanken �ber es hinaus auszudehnen. Illidan war irgendwo da drau�en, aber wo?</p><p>Tief in seinem Inneren f�rchtete Malfurion, dass er die Antwort bereits kannte�</p></section><section><title><p>24</p></title><p>Den Gestank der zerst�rten Stadt beachtete der Fremde kaum, der verborgen unter Umhang und Kapuze durch ihre Stra�en ritt. Er betrachtete die umgest�rzten Baumh�user und zertr�mmerten Geb�ude mit wissenschaftlich k�hlem Interesse. Die langsam verwesenden Leichen sah er beinahe geringsch�tzig an.</p><p>Sein Reittier knurrte und fauchte pl�tzlich. Der Reiter griff nach den Tentakeln und zwang die Teufelsbestie kraft seines Willens weiter. Der riesenhafte d�monische Hund bewegte sich jedoch nicht mit zufrieden stellender Geschwindigkeit, also sandte der Reiter schwarze Energien in seinen K�rper, die ihn schmerzerf�llt aufjaulen lie�en. Danach bewegte er sich schneller.</p><p>Der Reiter zog immer weiter durch die tote Stadt. Er sp�rte, dass er von allen Seiten beobachtet wurde, unternahm jedoch nichts dagegen. Die W�chter interessierten ihn nicht. Er w�rde sie in Ruhe lassen, solange sie ihn unbehelligt lie�en.</p><p>Vor zwei Tagen hatte er sein unfreiwilliges Reittier entdeckt. Seitdem benutzte er es. Jetzt n�herte es sich einer Kreuzung und wurde wieder langsamer. Der Reiter wusste jedoch, dass es nicht aus Sturheit so reagierte, sondern weil es sp�rte, dass andere seiner Art in der N�he waren.</p><p>Die W�chter lie�en ihn also doch nicht in Ruhe. Sie wollten ihn in eine Falle locken.</p><p>Sie waren Narren.</p><p>Drei Teufelsw�chter st�rmten ihm aus den Tr�mmern frontal entgegen. Mit ihren geh�rnten Sch�deln und blitzenden Klingen sahen die gro�en D�monen zwar beeindruckend aus, stellten jedoch f�r den Reiter keine echte Bedrohung dar.</p><p>Seitlich tauchten zwei Teufelsbestien auf. Sie wollten sich auf ihre Beute st�rzen. Ihre Tentakel zuckten dem Zauberer entgegen, den sie f�r unvorsichtig hielten.</p><p>Er hob die Augenbrauen. Dieser Angriff war entt�uschend. Mit einer Hand riss er seinem Reittier einen Tentakel aus, um es daran zu erinnern, wer sein Herr war. Die Teufelsbestie heulte auf. Er warf den Tentakel den Angreifern entgegen. Im Flug wurde er l�nger und bildete eine Schlinge, die alle drei D�monen fesselte und zu Fall brachte.</p><p>Der Reiter k�mmerte sich nicht mehr um sie, sondern wandte sich der Teufelsbestie zu, die ihm von der rechten Seite entgegen st�rmte. Der D�mon kreischte pl�tzlich und ging in Flammen auf. Einige Meter vor seinem Ziel brach er zusammen. Sein brennender Kadaver erf�llte die Luft mit einem neuen strengen Geruch.</p><p>Das zweite Monster prallte mit seinem Reittier zusammen. Die Tentakel der Teufelsbestie gruben sich in Brust und Seite des Reiters und begannen seine Energie auszusaugen.</p><p><emphasis>Wollten</emphasis> beginnen.</p><p>Doch die Bestie zuckte zusammen, als ihre Beute stattdessen anfing, <emphasis>sie</emphasis> auszusaugen. Verzweifelt versuchte sie, ihre Tentakel zu befreien, aber das lie� der Reiter nicht zu. Die Teufelsbestie trocknete bis auf die Knochen aus. Als magisches Wesen bestand sie fast vollst�ndig aus Energie, die der Reiter an sich rei�en konnte.</p><p>Nur wenige Sekunden vergingen, dann war die Tat vollendet. Mit einem letzten Wimmern brach die Teufelsbestie zusammen. Der Reiter pfl�ckte die Tentakel von seinem K�rper, dann f�hrte er sein ver�ngstigtes Reittier weiter. Die Teufelsw�chter ignorierte er.</p><p>Er sp�rte, dass andere in den Ruinen lauerten, aber sie wagten keinen weiteren Angriff mehr. Ohne weitere Unterbrechungen dauerte es nicht lange, bis sein Ziel vor ihm lag. Es war ein gro�es Tor in einer steinernen Mauer, auf der Nachtelfensoldaten standen und ihm misstrauisch entgegen blickten.</p><p>Der Reiter zog die Kapuze von seinem Kopf.</p><p>�Ich bin hier, um der K�nigin meine Dienste anzubieten�, rief Illidan laut. Dabei wandte er sich nicht an die Soldaten auf der Mauer, sondern an die Nachtelfen im Inneren des Palastes. �Ich biete meiner K�nigin meine Dienste an� und dem Lord der Legion.�</p><p>Ruhig wartete er. Fast eine Minute verging, dann �ffnete sich das Tor. Das Knirschen und Knarren hallte durch Zin-Azshari wie das geisterhafte St�hnen von Toten.</p><p>Als der Durchgang offen lag, ritt Illidan ruhig ins Innere.</p><p>Hinter ihm schloss sich das Tor wieder.</p></section><section><title><p>�ber den Autor</p></title><p>Richard A. Knaak ist ein Bestsellerautor, der mehr als 27 Romane und rund ein Dutzend Kurzgeschichten geschrieben hat. Dazu geh�ren <emphasis>The Legend of Huma</emphasis> und <emphasis>Night of Blood</emphasis> f�r <emphasis>Dragonlance</emphasis> und <emphasis>Die D�monenseele</emphasis> f�r <emphasis>WarCraft</emphasis>. Er hat die bekannte <emphasis>Dragonrealm</emphasis>-Serie und eigene Geschichten geschrieben. Seine Werke sind in verschiedene Sprachen �bersetzt worden, unter anderem auf russisch, t�rkisch, bulgarisch, chinesisch, tschechisch, deutsch und spanisch. Au�erdem hat er das koreanische Manga <emphasis>Ragnarok</emphasis> adaptiert, das bei Tokyopop erschienen ist. Abgesehen von <emphasis>WarCraft: Die Teilung</emphasis>, dem dritten Band des <emphasis>Krieg der Ahnen</emphasis>-Zyklus, schreibt er gerade an <emphasis>Empire of Blood</emphasis>, dem letzten Buch der <emphasis>Dragonlance</emphasis>-Trilogie <emphasis>The Minotaur Wars</emphasis>.</p></section></body><binary id="cover" 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