<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Gearys Ehre</book-title><annotation><p>�Black Jack� Geary musste als Kommandeur schon viele riskante Entscheidungen f�llen. Doch seine Offiziere zweifeln an seinem Verstand, als er die Allianz-Flotte wieder ins Lakota-Sternensystem zur�ckbeordert, wo sie zuletzt beinahe zerst�rt wurde. W�hrend er sich bem�ht, dem Feind immer einen Schritt voraus zu sein, muss er sich Verschw�rern aus den eigenen Reihen stellen�� eine unbekannte Anzahl an Offizieren will ihn des Kommandos entheben. Geary wei�, dass seine Flotte sich keinesfalls innere Unruhen leisten kann. Denn sonst rei�en die Syndics ihn und seine Leute in tausend St�cke�</p></annotation><date/><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Ralph</first-name><last-name>Sander</last-name></translator><sequence name="Die verschollene Flotte" number="4"/></title-info><src-title-info><genre>sf</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Valiant</book-title><date value="2008-06-01">2008</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>Cosmopilit</nickname></author><program-used>calibre 2.53.0, FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2016-07-28">27.7.2016</date><id>6389b78e-0acf-4e88-b8f9-f4f2e9601baa</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><book-name>Jack Campbell. Gearys Ehre</book-name><publisher>Bastei L�bbe</publisher><city>K�ln</city><year>2011</year><isbn>978-3-404-20018-4</isbn></publish-info></description><body><title><p>Jack Campbell</p><p>Gearys Ehre</p></title><section><title><p>Eins</p></title><p>Zwei der gepanzerten Schotte rings um die H�llenspeer-Batterie Drei Alpha an Bord des Allianz-Schlachtkreuzers <emphasis>Dauntless</emphasis>gl�nzten wie neu-weil sie neu waren. Die �berreste des Originals waren herausgeschnitten worden, neues Material hatte man an ihrer Stelle eingesetzt. Die beiden anderen Seiten des Abteils hatten durch den Feindbeschuss Narben davongetragen, befanden sich aber in einem akzeptablen Zustand, sodass sie an ihrem Platz hatten bleiben k�nnen. Die H�llenspeer-Projektoren selbst wiesen deutliche Spuren von in j�ngster Zeit vorgenommenen Reparaturen auf, die zum Teil auf eine Weise improvisiert worden waren, die kein Flotteninspektionsteam jemals abgenommen h�tte. Allerdings hielt sich das n�chste Flotteninspektionsteam irgendwo im Allianz-Gebiet auf, und das war momentan sehr weit weg. Und solange die Allianz-Flotte mitten im Territorium der Syndikatwelten in der Falle sa�, z�hlte nur, dass die Abschussanlage wieder einsatzbereit waren, um ihre geladenen Partikelspeere auf den Gegner abfeuern zu k�nnen.</p><p>Gaptain John Geary lie� seinen Blick �ber die Crew dieser Batterie wandern. Gut die H�lfte der versammelten Matrosen war neu hier, da man sie von anderen H�llenspeer-Projektoren abgezogen hatte, um die Verluste auszugleichen, die die Holte im Lakota-System erlitten hatte. So wie die Batterie waren auch zwei Mitglieder der urspr�nglichen Mannschaft von den K�mpfen gezeichnet. Der Mann trug einen Flex-Verband am Oberarm, der Frau klebte ein Heil-Pad auf dem Bein.</p><empty-line/><p>Wandelnde Verwundete, denen man Zeit zur Genesung h�tte gew�hren sollen, anstatt sie zur�ck auf ihren Posten zu schicken. Doch diesen Luxus konnte sich momentan weder die <emphasis>Dauntless</emphasis> noch ein anderes Schiff der Allianz-Flotte leisten.</p><p>Immerhin stand die n�chste Schlacht unmittelbar bevor, und der Flotte drohte die v�llige Ausl�schung.</p><p>�Sie haben darauf bestanden, auf ihren Posten zur�ckzukehren�, sagte Captain Tanya Desjani leise und mit stolzer Miene zu Geary. Ihr Schiff, ihre Crew. Die M�nner und Frauen hatten tapfer gek�mpft und rund um die Uhr gearbeitet, um diese Batterie wieder in Gang zu bekommen, und nun waren sie wieder bereit zum n�chsten Kampf.</p><p>Geary war dabei nur zu deutlich bewusst, dass es seine Entscheidungen gewesen waren, die zu den Verletzungen gef�hrt und die diese Reparaturen erforderlich gemacht hatten. Und genauso lag es an seinen Entscheidungen, dass etliche Matrosen nicht mehr unter ihnen waren und nun auf ihre Bestat-tung warteten.</p><p>Trotzdem spiegelten sich in den Augen der versammelten M�nner und Frauen Zuversicht, Stolz, Entschlossenheit und ein unbeirrbarer Glaube an Black Jack Geary wider, den legend�ren Helden der Allianz. Sie waren nach wie vor bereit, ihm zu folgen. Sie f�hrten seine Befehle aus, selbst wenn diese Befehle sie wie in der gegenw�rtigen Situation zur�ck an jenen Ort f�hrten, an dem die Flotte zahlreiche zerst�rte Schiffe hatte zur�cklassen m�ssen. �Verdammt gute Arbeit�, erkl�rte Geary und war dabei bem�ht, genau das richtige Ma� an Emo-tionen in seine Stimme zu legen. Er wusste, er musste gleicher-ma�en besorgt und beeindruckt klingen, aber beides nicht in �berzogener Art und Weise. �Ich habe noch nie eine bessere Crew erlebt, und auch keine, die mit solchem Eifer ins Gefecht zieht.� Das entsprach durchaus der Wahrheit. Als man ihn aus einem hundert Jahre w�hrenden k�nstlichen Schlaf geholt und an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> gebracht hatte, bestand seine gesamte Kampferfahrung aus einer einzigen, v�llig aussichtslosen Raumschlacht. Jetzt verlie� sich eine ganze Flotte mit all ihren Matrosen auf seine Entscheidungen�� ganz zu schweigen davon, dass auch noch das Schicksal der gesamten Allianz von ihm abhing.</p><p>Und m�glicherweise sogar das Schicksal der ganzen Menschheit.</p><p>Nein, auf seinen Schultern ruhte keine tonnenschwere Last, �berlegte er ironisch.</p><p>Geary l�chelte die Crew der H�llenspeer-Batterie an. �In sechs Stunden sind wir zur�ck im Lakota-System, und dort werden wir Ihnen Ziele liefern, auf die Sie Ihre Waffen richten k�nnen.� Die Matrosen grinsten erwartungsvoll. �G�nnen Sie sich bis dahin noch etwas Ruhe. Captain Desjani?�</p><p>Sie nickte ihm zu. �R�hren�, befahl sie der Waffencrew.</p><p>�F�r die n�chsten vier Stunden haben Sie dienstfrei, und Sie haben Anspruch auf eine komplette Ration.� Das entlockte den Matrosen ein L�cheln; da die Lebensmittelvorr�te allm�hlich schwanden, waren die Mahlzeiten reduziert worden.</p><p>�Die Syndiks werden noch bereuen, dass wir nach Lakota zur�ckgekommen sind�, versicherte Geary ihnen.</p><p>�Wegtreten�, f�gte Desjani an, dann folgte sie Geary nach drau�en. �Ich h�tte nicht gedacht, dass Drei Alpha noch rechtzeitig wieder einsatzbereit sein w�rde�, gestand sie ihm.</p><p>�Die Leute haben fantastische Arbeit geleistet.�</p><p>�Die Leute haben ja auch einen guten Captain�, stellte er fest, woraufhin Desjani angesichts dieses Lobs besch�mt wirkte, obwohl sie weitaus mehr Schlachten �berlebt hatte als Geary. �Und wie sieht es sonst auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> aus?�, fragte er. Nat�rlich h�tte er sich alle Daten aus dem Schiffssystem holen k�nnen, um sich �ber den aktuellen Status zu informieren, aber ihm war es lieber, wenn er sich �ber solche Dinge mit einem Offizier oder einem Matrosen unterhalten konnte.</p><p>�Alle H�llenspeere sind einsatzbereit, der Null-Feld-Projektor ebenfalls, alle Gefechtssysteme in optimalem Zustand. Alle Sch�den an der H�lle, die wir bei Lakota erlitten haben, sind entweder repariert oder versiegelt, bis wir uns um sie k�mmern k�nnen�, ratterte Desjani sofort runter. �Wir verf�gen �ber die volle Man�vrierf�higkeit.�</p><p>�Was ist mit der Munition?�</p><p>Desjani verzog den Mund. �Phantom-Flugk�rper haben wir keine mehr. Wir verf�gen �ber dreiundzwanzig Kanister mit Kart�tschen, f�nf Minen, und die Brennstoffzellen verf�gen noch �ber einundf�nfzig Prozent Reserve.�</p><p>Ein Schiff sollte die siebzig Prozent nie unterschreiten, damit die Sicherheitsmarge immer noch gro� genug war. Leider sah es aber auf keinem Schiff der Flotte besser aus. Die Reserven in den Brennstoffzellen bewegten sich durchweg auf einem ann�hernd gleichen Niveau, und Geary hatte keine Ahnung, wie er die Reserven wieder auf siebzig Prozent aufstocken sollte, selbst wenn es ihnen gelang, ein zweites Mal aus dem Lakota-System zu entkommen.</p><p>Als h�tte sie seine Gedanken gelesen, nickte Desjani verst�ndnisvoll. �Wir haben die Hilfsschiffe, die uns mit neuer Munition versorgen k�nnen, Sir.�</p><p>�Die Hilfsschiffe produzieren Ersatzteile und Munition, so schnell sie k�nnen. Ihre Vorr�te m�ssen so gut wie ersch�pft sein�, gab Geary zu bedenken.</p><p>�In Lakota gibt es Nachschub�, meinte sie l�chelnd. �Sie k�nnen nicht scheitern.� Dann blieb sie stehen und salutierte:</p><p>�Ich muss mich noch um einige Dinge k�mmern, bevor wir Lakota erreichen. Wenn Sie gestatten, Sir.�</p><empty-line/><p>Er konnte nicht anders, als ihr L�cheln zu erwidern, auch wenn Desjanis Vertrauen in ihn, das sie mit so vielen in dieser Flotte teilte, eine beunruhigende Wirkung auf ihn hatte.</p><p>Nachdem er im K�lteschlaf liegend gefunden worden und gerade rechtzeitig wiedererwacht war, um das Kommando �ber eine Flotte zu �bernehmen, die in feindlichem Gebiet in eine Falle geraten war, glaubten sie alle, die lebenden Sterne h�tten ihn geschickt, damit er die Allianz rette. All diese Menschen waren mit den Legenden um den gro�en Black Jack Geary aufgewachsen�� das Idealbild eines Allianz-Offiziers, den sie als mythischen Helden verehrten. Die Tatsache, dass er gar nicht so mythisch war, schien diesen Leuten nichts auszumachen. Zumindest Desjani hatte ihn oft genug pers�nlich erleben k�nnen, um zu wissen, dass er kein Mythos war, und dennoch glaubte sie immer noch an ihn. Da Geary seinerseits viel von Desjanis Urteilsverm�gen hielt, war zumindest das sehr beruhigend.</p><p>Vor allem im Vergleich zu jenen Offizieren in der Flotte, die ihn nach wie vor f�r einen Hochstapler oder f�r nichts weiter als einen Schatten des einstmals so gro�artigen Helden hielten. Diese Gruppe arbeitete unabl�ssig daran, seine Autorit�t zu unterh�hlen, was nicht zuletzt damit zusammenhing, dass er nur sehr widerwillig das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, nachdem Admiral Bloch von den Syndiks ermordet worden war. Er hatte das Kommando nicht gewollt, weil er noch von dem Schock benebelt war, dass alles, was er gekannt hatte, inzwischen hundert Jahre in der Vergangenheit lag. Andererseits hatte er auch kaum eine andere Wahl gehabt, als das Kommando zu �bernehmen, war er doch vor gut hundertjahren posthum zum Captain bef�rdert worden, was ihn unbestreitbar zum dienst�ltesten Captain der Flotte machte.</p><empty-line/><p>Geary erwiderte Desjanis Salut. �Selbstverst�ndlich. Die Arbeit eines Captains ist nie getan. Wir sehen uns in ein paar Stunden auf der Br�cke.�</p><p>Daraufhin grinste Desjani ihn entschlossen an; sie freute sich auf den bevorstehenden Kampf mit den Streitkr�ften der Syndikatwelten. �Die werden nicht wissen, wo vorn und hinten ist�, meinte sie zuversichtlich, dann machte sie sich auf den Weg durch den Korridor.</p><p>Entweder die oder wir, musste Geary unwillk�rlich denken.</p><p>Es war eine verr�ckte Entscheidung gewesen, mit einer Flotte, die nur mit knapper Not einer Falle entkommen war, eine Kehrtwende zu fliegen und in das Sternensystem zur�ckzukehren, aus dem sie eben erst geflohen waren. Aber die Offiziere und Matrosen an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> hatten seinen Entschluss bejubelt, und zweifellos war es auf den anderen Schiffen �hnlich zugegangen. Es gab immer noch einiges am Verhalten dieser Menschen, was er nicht nachvollziehen konnte, weil zwischen ihnen und ihm ein Jahrhundert lag, aber auf jeden Fall wusste er, dass sie sich mit Eifer ins Gefecht st�rzen w�rden. Wenn schon der Tod auf sie wartete, dann wollten sie sterben, wenn sie dem Feind in die Augen sahen und ihn angriffen, anstatt vor ihm davonzulaufen.</p><p>Nat�rlich ging der gr��te Teil der Besatzungen gar nicht erst davon aus, den Tod zu finden, weil sie darauf vertrauten, dass er sie sicher ins Gebiet der Allianz zur�ckbringen w�rde.</p><p><emphasis>M�gen meine Vorfahren mir beistehen.</emphasis></p><p>Victoria Rione, Co-Pr�sidentin der Callas-Republik und Mitglied im Senat der Allianz, wartete in Gearys Quartier auf ihn. Er hielt inne, als er sie sah. Sie hatte jederzeit Zugang zu seinem Quartier, seit sie wiederholt bei ihm �bernachtet hatte. Nachdem er den R�ckflug nach Lakota angeordnet halle, war Rione ihm wie zuvor schon einmal soweit wie m�glich aus dem Weg gegangen. �Womit habe ich deinen Besuch verdient?�, fragte er.</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �In f�nfeinhalb Stunden werden wir wieder Lakota erreicht haben. Das k�nnte unsere letzte Gelegenheit f�r ein Gespr�ch sein, bevor diese Flotte vernichtet wird.�</p><p>�Ich glaube nicht, dass das die richtigen Worte sind, um mich zu motivieren�, gab Geary zur�ck und nahm ihr gegen�ber Platz.</p><p>Seufzend sch�ttelte sie den Kopf. �Das ist doch Irrsinn! Als du den Befehl gegeben hast, nach Lakota zur�ckzukehren, da wollte ich das zuerst �berhaupt nicht glauben. Dann auf einmal brach um mich herum tosender Jubel aus. Ich verstehe weder deine Anweisung noch diese Reaktionen. Wieso freuen sich die Offiziere und die Matrosen so ma�los?�</p><p>Er wusste, was sie meinte. Der Flotte gingen allm�hlich die Brennstoffreserven aus, die Munitionsbest�nde waren massiv geschrumpft, die Schiffe k�mpften noch mit den Sch�den, die sie bei Lakota davongetragen hatten, und die Formation war g�nzlich aus den Fugen geraten, als die Flotte �berhastet kehrtgemacht hatte. Wenn man das Ganze rational betrachtete, dann war das tats�chlich Irrsinn, aber als sie in Ixion eingetroffen waren, hatte er gewusst, dass es der richtige Schritt war, die Flotte umkehren zu lassen. Die Erkenntnis, dass seine Schiffe bei Ixion so oder so vernichtet worden w�ren�� entweder bei der Konfrontation mit den Syndiks oder bei dem Versuch, das Sternensystem zu durchqueren, um zu entkommen -, hatte ihm die Entscheidung leicht gemacht. �Es l�sst sich nur schwer erkl�ren. Die Leute haben Vertrauen in mich, aber auch in ihre eigenen F�higkeiten.�</p><empty-line/><p>�Aber sie st�rmen zur�ck an einen Ort, an dem sie gerade eben mit knapper Not dem Tod entkommen sind. Warum sollte sie das freuen? Das ergibt doch keinen Sinn.�</p><p>Geary �berlegte, wie er das, was er nur als Gef�hl wahr-nahm, in Worte fassen konnte. �Jeder in der Flotte wei�, dass er mit dem Tod konfrontiert wird. Jedem ist klar, dass er den Befehl erhalten wird, auf einen Gegner loszugehen, der sein Bestes geben wird, um ihn zu t�ten. Vielleicht ergibt es keinen Sinn, dass sie sich �ber die R�ckkehr nach Lakota freuen, aber was von dem, was sie sonst tun m�ssen, ergibt schon einen Sinn? Es geht darum, es tun zu wollen. Es geht darum, l�nger und h�rter auf den Gegner einzuschlagen und daran zu glauben, dass man etwas bewirken kann. Diese Leute glauben, ein Sieg �ber die Syndiks sei von entscheidender Bedeutung f�r die Verteidigung ihrer Heimat. Sie glauben, dass sie die Pflicht haben, diese Heimat zu besch�tzen, und sie sind bereit, daf�r im Kampf zu sterben. Warum? Darum!�</p><p>Rione seufzte noch schwerer als zuvor. �Ich bin nur eine Politikerin. Wir befehlen unseren Kriegern, in den Kampf zu ziehen. Ich verstehe ja, warum sie k�mpfen, aber ich begreife nicht, warum sie �ber deinen Befehl jubeln.�</p><p>�Ich kann nicht behaupten, dass ich es selbst tats�chlich verstehe, ich wei� nur, es ist so.�</p><p>�Die jubeln �ber den Befehl und befolgen ihn, weil du ihn gegeben hast�, f�gte sie hinzu. �Wof�r k�mpfen diese Menschen, John Geary? F�r die Chance auf eine Heimkehr? Um die Allianz zu besch�tzen? Oder tun sie es nur f�r dich?�</p><p>Unwillk�rlich musste er leise lachen. �F�r die ersten zwei Punkte, die im Prinzip ein und dasselbe sind. Vielleicht spielt der dritte Punkt auch noch eine kleine Rolle.�</p><p>�Eine kleine Rolle?�, schnaubte Rione ver�chtlich. �Und das aus dem Mund eines Mannes, dem man den Posten eines Diktators angeboten hat? Wenn wir die R�ckkehr nach Lakota �berleben, werden Captain Badaya und die anderen dieses Angebot wiederholen.�</p><p>�Dann werde ich es wieder ablehnen. Du erinnerst dich sicher noch daran, dass wir auf dem Weg nach Ixion in Sorge waren, man k�nnte mich als Befehlshaber der Flotte absetzen, sobald wir das Sternensystem erreicht haben. Wenigstens ist das ein Problem, �ber das man sich eher sorgen kann.�</p><p>�Glaub' nicht, dass deine Gegenspieler in den Reihen der Senioroffiziere dieser Flotte aufh�ren, an deinem Stuhl zu s�gen, nur weil du etwas getan hast, das von den meisten bejubelt wird.� Rione tippte auf ein paar Kontrollen und eine Darstellung des Lakota-Systems erwachte �ber dem Tisch zum Leben. In dieser Darstellung waren die Positionen der Syndik-Kriegsschiffe als erstarrte Punkte jeweils dort zu sehen, wo sie sich in dem Moment befunden hatten, als die Allianz-Flotte nach Lakota gesprungen war. Es handelte sich um viele feindliche Schiffe, sehr viele sogar. Zahlenm��ig waren sie Gearys Flotte weit �berlegen. �Du sagst, wir h�tten bei Ixion einen Fluchtversuch nicht �berlebt. Das mag so sein. Aber warum soll das anders aussehen, wenn wir wieder nach Lakota gelangen?�</p><p>Geary zeigte auf das Display. �Unter anderem aus diesem Grund: H�tten wir versucht, das Ixion-System zu durchqueren, dann w�ren die Syndiks sehr wahrscheinlich innerhalb weniger Stunden hinter uns aufgetaucht. Wir haben gerade f�nfeinhalb Tage im Sprungraum hinter uns, um die Sch�den zu reparieren, die uns bei Lakota zugef�gt wurden, aber das w�re nicht genug gewesen. Indem wir kehrtmachten und zur�ckgeflogen sind, haben wir f�nfeinhalb Tage gewonnen, um weitere Reparaturen vorzunehmen. Nat�rlich sind wir im Sprungraum eingeschr�nkt, was den Umfang solcher Arbeiten angeht, und einen aktuellen Statusbericht der anderen Schiffen werde ich erst erhalten, wenn wir zur�ck im Normalraum sind. Ich wei� aber auch so, dass Reparaturen an den Antriebssystemen bei jedem Schiff Vorrang vor allem anderen haben. Das hei�t, wir werden auf jeden Fall schneller von der Stelle kommen, wenn wir zur�ck im Normalraum sind. Ganz zu schweigen von anderen Reparaturen an den Waffensystemen, der Panzerung und allem anderen, was sonst noch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Wenn wir Lakota erreichen, haben unsere Schiffe elf Tage Zeit gehabt, um die Sch�den zu beheben, die ihnen bei unserer letzten Begegnung zugef�gt wurden.�</p><p>�Das ist mir schon klar. Trotzdem �ndert das nichts daran, dass unsere Vorr�te knapp werden und wir uns mitten in feindlichem Gebiet befinden�, wandte Rione kopfsch�ttelnd ein. �Bestimmt werden bei Lakota nicht so viele Schiffe auf uns warten, wie wir dort hinter uns gelassen haben, weil sie einen Teil hinter uns hergeschickt haben d�rften. Aber es werden Kriegsschiffe lauern, und diejenigen, die uns gefolgt sind, werden kehrtgemacht haben, sobald ihnen klar wurde, wohin wir entkommen sind. Diese Schiffe k�nnen nur ein paar Stunden hinter uns sein.�</p><p>�Diese Schiffe mussten davon ausgehen, dass wir ihnen m�glicherweise am Sprungpunkt bei Ixion auflauern�, betonte er.</p><p>�Also werden sie ein paar Stunden damit zugebracht haben, die richtige Formation einzunehmen, bevor sie uns gefolgt sind.</p><p>Sie m�ssen bei Ixion den Sprungpunkt mit deutlich h�herer Geschwindigkeit verlassen haben, und das hei�t, sie ben�tigten l�nger, um zu wenden. Da sie aber auch bei der Ankunft noch davon ausgehen mussten, dass wir sie in einen Hinterhalt locken, werden sie das Man�ver als Formation beschrieben haben, was noch einmal Zeit gekostet hat, w�hrend unsere Schiffe einfach auf der Stelle kehrtmachen konnten. Wenn wir drei Stunden Vorsprung haben, k�nnten wir es schaffen.</p><p>Wenn uns sechs Stunden bleiben, dann stehen die Chancen gut, dass wir einen anderen Sprungpunkt erreichen und Lakota unbehelligt verlassen k�nnen.�</p><p>�Sie werden sich dann immer noch hinter uns befinden, und um unsere Vorr�te ist es nach wie vor nicht gut bestellt.�</p><p>�Sie sind schneller geflogen und mussten mehr man�vrieren als wir, und wenn sie keinen Zwischenstopp einlegen, um Brennstoffzellen und Munition an Bord zu nehmen, dann geraten sie selbst auch in Schwierigkeiten. Sobald wir eine Ver-schnaufpause im Normalraum einlegen k�nnen, sind unsere Hilfsschiffe in der Lage, die Brennstoffzellen und Munition zu verteilen, die sie in den letzten elf Tagen produziert haben.</p><p>Das wird uns schon weiterhelfen. Aber du musst mich nicht daran erinnern, dass unsere Vorr�te in jeder Hinsicht bedenklich geschwunden sind. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> liegt in punkto Brennstoffzellen nur knapp �ber f�nfzig Prozent.�</p><p>�Hast du das zusammen mit deiner Captain Desjani gemacht? Den Status der Brennstoffzellen �berpr�ft?�</p><p>Geary stutzte. Woher wusste sie, dass er mit Desjani unterwegs gewesen war? �Sie ist nicht �meine� Captain Desjani. Und wir haben eine H�llenspeer-Batterie inspiziert.�</p><p>�Wie romantisch.�</p><p>�H�r auf damit, Victoria! Es ist schlimm genug, dass meine Gegenspieler in der Flotte Ger�chte ausstreuen, ich h�tte was mit Desjani. Da musst du diesen Unsinn nicht auch noch wiederholen.�</p><p>Rione legte die Stirn in Falten. �Ich wiederhole �berhaupt nichts. Ich habe nicht vor, deine Autorit�t �ber diese Flotte zu unterh�hlen. Aber wenn du weiterhin mit einer Offizierin gesehen wirst, der man nachsagt, dass sie��</p><empty-line/><p>�Soll ich etwa der Befehlshaberin meines Flaggschiffs aus dem Weg gehen?�</p><p>�Du <emphasis>willst</emphasis> ihr nicht aus dem Weg gehen, Captain John Geary.� Rione stand auf. �Aber du musst selbst wissen, was du machst.�</p><p>�Victoria! Auf mich wartet eine Schlacht, da kann ich solche Andeutungen wirklich nicht gebrauchen.�</p><p>�Ich entschuldige mich.�</p><p>Er war sich nicht sicher, ob sie es ernst meinte oder nicht.</p><p>�Ich hoffe�, fuhr sie fort, �deine Verzweiflungstaktik hat Erfolg. Seit du das Kommando �ber diese Flotte �bernommen hast, wechselst du immer wieder zwischen wohl�berlegten Aktionen und waghalsigen Man�vern, und das hat es den Syndiks bislang nicht m�glich gemacht, deinen n�chsten Zug vorauszuahnen. Vielleicht funktioniert das ja auch weiterhin.</p><p>Wir sehen uns in f�nf Stunden auf der Br�cke.�</p><p>Er sah ihr nach, wie sie sein Quartier verlie�, lehnte sich nach hinten und �berlegte, was sie jetzt wohl denken mochte.</p><p>Abgesehen davon, dass sie mal seine Geliebte war und dann wieder nicht�� und dass dies jetzt eine dieser �Nicht�-Phasen war, hatte sie sich als unsch�tzbare Ratgeberin erwiesen, da sie stets unverbl�mt ihre Meinung sagte. Aber sie hatte auch ihre Geheimnisse. Sicher war bei ihr nur, dass ihre Loyalit�t gegen�ber der Allianz unersch�tterlich war.</p><p>Als die Syndiks vor einem Jahrhundert einen �berraschungsangriff auf die Allianz begonnen hatten, war damit ein Krieg vom Zaun gebrochen worden, den keine von beiden Seiten gewinnen konnte. Die Allianz war zu gro� und verf�gte �ber zu viele Ressourcen, und dasselbe galt f�r die Syndikatwelten. Eine hundert Jahre w�hrende Pattsituation, ein verbitterter Krieg, unz�hlige Opfer auf beiden Seiten. Hundert Jahre, in denen der Allianz-Legend eingetrichtert worden war, den heldenhaften John �Black Jack� Geary zu verehren, der ich im Grendel-System in einem aussichtslosen Kampf tapfer dem Feind entgegengestellt hatte. Hundert Jahre, in denen ihn jeder f�r tot gehalten hatte. Hundert Jahre, in denen sich die Welt, wie er sie kannte, v�llig ver�ndert hatte. Und auch die Flotte war einem Wandel unterzogen worden. Nicht nur in Form verbesserter Waffen und dergleichen�� hundert Jahre Austausch von Grausamkeiten mit den Syndiks hatten aus seinen Kameraden etwas gemacht, das er nicht wiedererkannte.</p><p>Er selbst hatte sich auch ver�ndert, als er gezwungen gewesen war, das Kommando �ber eine Flotte zu �bernehmen, die am Rand der Ausl�schung gestanden hatte. Aber zumindest war es ihm gelungen, diesen Nachfahren der Menschen, die er seinerzeit gekannt hatte, zu vermitteln, was wahre Ehre bedeutete und f�r welche Prinzipien die Allianz stand. Er war �berhaupt nicht darauf vorbereitet, eine Flotte von dieser Gr��e zu befehligen, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass jeder Offizier und jeder Matrose an Bord dieser Schiffe eine v�llig andere Denkweise hatte als er selbst. Dennoch waren sie auf dem Weg zur�ck nach Hause gemeinsam so weit gekommen, dass sie nun hier waren. Deren Zuhause, korrigierte er sich, denn sein Zuhause w�rde er nicht wiederer-kennen. Aber er hatte ihnen versprochen, sie heimzubringen.</p><p>Das verlangte schon seine Ehre von ihm, und er w�rde alles unternehmen, um dieses Versprechen zu erf�llen�� auch wenn es ihn das Leben kostete.</p><p>Sein Blick blieb an der Darstellung des Lakota-Sternensystems h�ngen. So viele feindliche Kriegsschiffe. Aber sie hatten den Syndiks bei ihrer letzten Begegnung einige schmerzhafte Schl�ge zuf�gen k�nnen. Wie schwer die Sch�den und Verluste waren, hatte sich in den hektischen letzten Stunden des Gefechts nicht mehr feststellen lassen, da zu viele Tr�mmer die Leistungsf�higkeit der Sensoren behinderten. Und genauso konnte er nur spekulieren, was die Allianz-Schlachtschiffe <emphasis>Defiant, Audacious</emphasis> und <emphasis>Indefatigable</emphasis> in den letzten Momenten ihrer Existenz noch bewirkt hatten, als sie versuchten, die Syndik-Flotte lange genug aufzuhalten, damit die Allianz-Schiffe entkommen konnten.</p><p>Wie �berzeugt war der Syndik-Befehlshaber davon gewesen, dass er der gegnerischen Flotte diesmal einen vernichtenden Schlag zugef�gt hatte und dass sie jetzt nur noch blindlings davonlief? Wie viele Syndik-Schiffe waren ihnen nach Ixion gefolgt? Wie viele waren im System geblieben, um f�r den unwahrscheinlichen (oder�� je nach Standpunkt�� irrsinnigen) Fall gewappnet zu sein, dass die Allianz-Kriegsschiffe auf direktem Weg nach Lakota zur�ckkehren w�rden? Die einzige M�glichkeit, die Antwort auf diese Fragen zu erhalten, bestand darin, in die H�hle des L�wen zur�ckzukehren und sich selbst davon zu �berzeugen, wie scharf die Z�hne des L�wen noch waren.</p><p>Wieder �berpr�fte er die verbleibende Zeit. In viereinhalb Stunden w�rden sie es wissen.</p><p>Die Br�cke der <emphasis>Dauntless war</emphasis> f�r Geary seit dem ersten Mal, als er unmittelbar nach dem Mord an Admiral Bloch hier Platz genommen hatte, zu einem vertrauteren Ort geworden. Das betraf weniger die Anordnung der Stationen, die ihm inzwischen v�llig nat�rlich erschien, als vielmehr die Ausr�stung, die deutlich weiterentwickelt worden war, zugleich aber ein grobschl�chtigeres Erscheinungsbild angenommen hatte, das Zeugnis davon ablegte, dass Zweckm��igkeit �ber die Form gesiegt hatte. Vor hundert Jahren auf Gearys letztem Schiff war alles von sanften klaren Linien gepr�gt gewesen, die vor allem dem Zweck dienten, einen guten Eindruck zu machen.</p><p>Jenes Schiff war aber auch mit dem Gedanken gebaut worden, dass es jahrzehntelang seinen Dienst verrichten w�rde; eines von vergleichsweise wenigen Kriegsschiffe in einer Flotte, die anfangs noch nicht im Krieg gelegen hatte. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> dagegen spiegelte Generationen von hastig gebauten Kriegsschiffen wider, die horrende Verluste so schnell wie m�glich auszugleichen hatten. Die Lebenserwartung dieses Schiffs lag bestenfalls bei ein paar Jahren. Ecken und Kanten, fahrige Schwei�n�hte und unebene Fl�chen gen�gten f�r ein Schiff, das wom�glich schon bei der ersten Begegnung mit dem Feind zerst�rt wurde und dann schnellstens von einem Nachfolger gleichen Namens ersetzt werden musste. Geary hatte sich noch immer nicht an diese Wegwerfmentalit�t bei Schiffen gew�hnt, die die Erfahrungen eines langen Krieges hatte entstehen lassen.</p><p>Wegwerfschiffe und Wegwerfbesatzungen. So viel taktisches Wissen war in hundert Jahren verlorengegangen, da zu viele erfahrene Offiziere gefallen waren, bevor sie ihr Wissen an die n�chste Generation Matrosen hatten weitergeben k�nnen.</p><p>Raumgefechte waren zu Schlammschlachten verkommen, bei denen beide Seiten blindlings aufeinander zust�rmten und verheerende Verluste erlitten. Es war ihm viel leichter gefallen, die grobschl�chtige Bauweise der Schiffe zu akzeptieren, als die Anzahl der Gefallenen, die von dieser Flotte als Routine betrachtet worden waren.</p><p>Aber er hatte die <emphasis>Dauntless</emphasis> und ihre Crew vom Syndik-Heimatsystem bis hierher am Leben halten k�nnen, und es war ihm gelungen, sich an Bord zu Hause zu f�hlen und nicht nur unentwegt an all die Menschen erinnert zu werden, die er gekannt hatte und die alle seit Langem tot waren. Die Wachhabenden kannte er inzwischen mit Namen; durch die Bank Amateure, denen er geholfen hatte, lange genug am Leben zu bleiben, um Erfahrung zu sammeln. Der gr��te Teil der Crew der <emphasis>Dauntless</emphasis> stammte vom Planeten Kosatka, den Geary vor buchst�blich hundert Jahren einmal besucht hatte. Da er in dieser Zukunft ganz allein war, hatte er begonnen, die Menschen um sich herum als Familie anzusehen, um zum Teil das zu ersetzen, was ihm genommen worden war.</p><p>Captain Desjani l�chelte ihn an, als Geary auf die Br�cke kam und sich in seinen Sessel fallen lie�, der gleich neben ihrem im Boden verankert war. Mit ihrer Blutr�nstigkeil gegen�ber dem Feind und ihrer Bereitschaft, zu Taktiken zu greifen, die Geary als widerw�rtig empfand, hatte sie ihn anfangs abgesto�en. Aber nach und nach hatte er verstanden, was hinter ihrer Einstellung steckte, und sie hatte im Gegenzug auf ihn geh�rt und Ansichten �bernommen, die mehr dem entsprachen, was seinen Vorfahren wichtig gewesen war.</p><p>Au�erdem wussten seine Vorfahren, dass sie eine f�hige Befehlshaberin war und ihr Schiff im Kampf gut zu handha-ben verstand. Inzwischen war ihre Anwesenheit eindeutig das Behaglichste, was diese Br�cke zu bieten hatte. �Wir sind bereit, Captain Geary�, meldete sie.</p><p>�Daran habe ich nie gezweifelt.� Er versuchte ruhig durch-zuatmen, Selbstvertrauen auszustrahlen und in seinen Worten mitschwingen zu lassen. Auch wenn er sich vor dem f�rchtete, was diese Flotte beim Verlassen des Sprungpunkts bei Lakota wom�glich erwartete, wusste er, dass er unter st�ndiger Beobachtung stand. Die Offiziere und Matrosen um ihn herum sch�pften von der Zuversicht, die er ausstrahlte.</p><p>�F�nf Minuten bis zum Sprungpunkt�, meldete der Wachhabende.</p><p>Captain Desjani strahlte nicht nur Gelassenheit und Zuver-nicht aus, sie schien beides tats�chlich zu empfinden. Allerdings war es eine Eigenart von ihr, dass sie umso ruhiger wurde, je n�her das Gefecht und damit die Aussicht r�ckte, Syndiks abzuschie�en. Wieder sah sie zu Geary und setzte ein d�steres L�cheln auf. �Wir haben in diesem Sternensystem einige Kameraden zu r�chen.�</p><p>�Ja�, stimmte er ihr zu und fragte sich, ob Captain Mosko den Tod seines Schlachtschiffs <emphasis>Defiant</emphasis> wom�glich �berlebt halte. Sehr wahrscheinlich war das nicht. Aber Mosko war nur einer von vielen Allianz-Matrosen, die �berlebt haben und in Gefangenschaft geraten sein mochten. Neben vier Schlachtschiffen und einem Schlachtkreuzer hatte die Allianz beim Kampf gegen die Syndiks im Lakota-System zwei Schwere Kreuzer, drei Leichte Kreuzer und vier Zerst�rer verloren.</p><p><emphasis>Vielleicht bekommen wir ja die Chance, einige Gefangene zu befreien. Die Syndiks d�rften es nicht allzu eilig haben, ihre Gefangenen abzutransportieren, und wom�glich k�nnen wir ja wenigstens ein paar retten.</emphasis></p><p>Die Luke zur Br�cke ging auf, Geary drehte sich um und sah, wie Rione hereinkam und ihren Beobachterplatz hinter ihm einnahm. Ihre Blicke trafen sich, und sie nickte ihm k�hl zu, dann lehnte sie sich zur�ck, um sich auf ihr eigenes Display zu konzentrieren. Desjani war in ihre Arbeit vertieft und drehte sich nicht zu Rione um, was die Politikerin ihrerseits nicht zu bemerken schien.</p><p>�Zwei Minuten bis zum Sprungpunkt.�</p><p>Desjani wandte sich an Geary. �M�chten Sie noch ein paar Worte an die Crew richten, Sir?�</p><p>Wollte er das? �Ja.� Er brauchte einen Moment, um seine Gedanken zu ordnen. Seit er das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, war es viel zu oft vorgekommen, dass er sich vor einer Schlacht an die Besatzungen seiner Schiffe gewandt hatte. Er bet�tigte den Schalter f�r die interne Komm-Anlage und gab sich alle M�he, Optimismus zu verspr�hen.</p><p>�Offiziere und Matrosen der <emphasis>Dauntless, </emphasis>einmal mehr habe ich die Ehre, diese Flotte und dieses Schiff ins Gefecht zu f�hren. Wir rechnen damit, dass sich eine Verteidigungsstreit-macht der Syndiks gleich hinter dem Sprungpunkt aufhalten wird. Ich wei�, sie werden es bereuen, dass sie auf uns gewartet haben, und wir werden Lakota nicht verlassen, solange wir nicht unsere Kameraden ger�cht haben, die hier gefallen sind. Auf die Ehre unserer Vorfahren.�</p><p>Gleich danach folgte die Meldung: �Drei�ig Sekunden bis zum Sprungpunkt.�</p><p>Desjanis Stimme hallte �ber die Br�cke: �Alle Gefechtssysteme aktivieren. Schilde auf Maximum. Auf Feindkontakt gefasst machen.�</p><p>�Sprungpunkt erreicht.�</p><p>Die graue Leere des Sprungraums verschwand von einer Sekunde auf die andere, an ihre Stelle r�ckte die mit Sternen �bers�te Schw�rze des Normalraums. Das Minenfeld der Syndiks war nat�rlich noch da, aber die <emphasis>Dauntless</emphasis> und alle anderen Allianz-Schiffe flogen bereits eine enge Kurve nach oben, um den Minen auszuweichen. Nerv�s zuckten Gearys Augen �ber das Display, w�hrend er betete, dass die Syndiks nicht auf die Idee gekommen waren, rings um den Sprungpunkt weitere Minen zu verteilen.</p><p>Die Darstellung des Sternensystems war auf dem Stand erstarrt, in dem es sich vor nicht ganz zwei Wochen befunden hatte, wobei die Leuchtpunkte, die feindliche Schiffe darstellten, alle mit dem Vermerk �Letzte bekannte Position� versehen waren, was nichts anderes bedeutete, als dass das jeweilige Schiff sich inzwischen �berall aufhalten konnte, wahrscheinlich nur nicht mehr an dieser Stelle. Pl�tzlich verschwanden die alten Markierungen, da die Sensoren der Holte das System zu scannen begannen und die Objekte iden-lifizierten, die sich augenblicklich hier bef�nden.</p><p>Geary kniff die Augen zusammen, w�hrend er versuchte, alles zu erfassen, was auf dem Bildschirm angezeigt wurde.</p><p>Unmittelbar am Sprungpunkt hielten sich keine gegnerischen Schiffe auf, aber wie es aussah, waren Syndik-Schiffe �ber das ganze System verteilt. Eine Menge Syndik-Schiffe. Einen Moment lang bekam Geary einen Schreck. Hatte er seine Flotte tats�chlich geradewegs zu einer �berlegenen feindlichen Streitmacht zur�ckkehren lassen?</p><p>Aber dann konzentrierte er sich auf die Daten, die zu den Schiffen angezeigt wurden, und sofort pr�sentierte sich ihm ein ganz anderes Bild. Die gro�e Ansammlung an Syndik-Schiffen in einer Entfernung von zehn Lichtminuten zum Sprungpunkt setzte sich zum �berwiegenden Teil aus Reparaturschiffen zusammen, die dazwischen befindlichen Kriegsschiffe waren durchweg schwer besch�digt. Etliche Systeme wurden als abgeschaltet erkannt, da sie repariert werden mussten und die gesamte Formation, die die Form einer abgeflachten Sph�re aufwies, humpelte mit nicht mal 0,02 Licht tiefer ins System hinein.</p><p>Die etwas kleinere Formation, die sich fast drei�ig Lichtminuten entfernt aufhielt, bestand aus einer Mischung voll einsatzbereiter und leicht besch�digter Kriegsschiffe, darunter aber lediglich vier Schlachtschiffe und zwei Schlachtkreuzer.</p><p>Uberall im System zwischen dem Sprungpunkt und der bewohnten Welt waren weitere Syndik-Schiffe unterwegs. Nicht ganz so schwer besch�digte, aber dennoch reparaturbed�rftige Schiffe krochen durch das All, um Orbitaldocks zu erreichen, w�hrend Frachter Vorr�te und Rohstoffe transportierten und zivile Schiffe zwischen den Planeten hin und her flogen. Scharen von Zielen auf einem riesigen Pr�sentiertel-ler, die von zu wenigen Wachposten umgeben waren, um die Allianz-Flotte davon abzuhalten, auf alles zu feuern, was sich in Reichweite befand.</p><p>Desjani stie� einen gen�sslichen Seufzer aus. �Captain Geary, wir werden ihnen verdammt wehtun.�</p><p>�Sieht ganz danach aus.� Seine eigene Formation glich einem zusammengew�rfelten Haufen, aber er hatte keine Zeit, erst noch Ordnung zu schaffen. Er hatte einen Vorsprung vor der Hauptflotte der Syndiks, die ihnen nach Ixion gefolgt war, aber fr�her oder sp�ter w�rde die ihnen nach-eilen, und er wollte nicht, dass die besch�digten Syndik-Kriegsschiffe und die wehrlosen Reparaturschiffe ungeschoren davonkamen.</p><p>Als h�tte sie seine Gedanken gelesen, zeigte Desjani auf die Darstellungen der feindlichen Reparaturschiffe auf dem Display. �Erste Einsch�tzungen ergeben, dass sie schwer beladen sind. Selbst wenn sie versuchen sollten, die Flucht zu ergreifen, sind sie nicht schnell genug, um uns zu entkommen.�</p><p>�Zu schade, dass unsere Hilfsschiffe schneller fliegen k�nnen, weil sie <emphasis>nicht</emphasis> schwer beladen sind�, merkte Geary an, dann tauschten er und Desjani einen kurzen Blick aus, da sie beide offenbar auf die gleiche Idee gekommen waren.</p><p>�Besteht irgendeine Chance, dass wir diese Reparaturschiffe unversehrt in unsere Gewalt bringen k�nnen? Wir k�nnen zwar die Ersatzteile nicht gebrauchen, die sie herstellen, aber wenn sie Rohstoffe an Bord haben, k�nnten wir die auf unsere Hilfsschiffe umladen.�</p><p>Desjani rieb sich den Nacken, w�hrend sie nachdachte.</p><p>�Man sollte annehmen, dass sie ihre Maschinen auf �berhitzung einstellen werden, wenn sie ein Schiff aufgeben. Lieutenant Nicodeom�, rief sie einem der Wachhabenden zu, �Sie sind Ingenieur. Werden die ihre Reparaturschiffe sprengen, wenn wir uns ihnen n�hern?�</p><p>Der Lieutenant betrachtete nachdenklich sein Display. �Ein Schiff wird �blicherweise dann zerst�rt, wenn es wahrscheinlich nicht mehr geborgen werden kann, Captain. In einem Sternensystem, das von uns kontrolliert wird, w�rden wir niemals ein Schiff sprengen, selbst wenn es noch so schwer besch�digt ist. Soweit ich wei�, verfahren die Syndiks in diesem Punkt ganz genauso.�</p><p>�Und dieses System wird von den Syndiks kontrolliert!�</p><p>Desjani sah Geary begeistert an. �Sie werden die Schiffe aufgeben, wenn wir das Feuer er�ffnen, aber die Schiffe werden intakt bleiben. Die wissen, dass wir nicht in diesem System bleiben k�nnen, also werden sie darauf hoffen, ihre Schiffe bergen zu k�nnen, sobald wir abgeflogen sind. Aber sie wissen nicht, dass wir ihre Vorr�te pl�ndern wollen. Wir m�ssen nur aufpassen, dass sie nicht merken, was wir in Wahrheit beabsichtigen, bis wir gen�gend Material auf unsere Hilfsschiffe umgeladen haben.�</p><p>�Okay.� Geary versuchte ruhig zu bleiben. Das hier schien fast zu gut, um wahr zu sein, aber es w�rde so oder so nicht einfach in die Tat umzusetzen sein. �Wir k�nnen den Gro�teil der Zerst�rer und der Leichten Kreuzer hinter den besch�digten Syndik-Kriegsschiffen herschicken, die allein unterwegs sind. Unsere Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer setzen wir auf die schwer besch�digten Kriegsschiffe an, die in Beglei-tung der Reparaturschiffe reisen. Einige dieser Schiffe verf�gen �ber betr�chtliche Feuerkraft, die uns gef�hrlich wird, wenn es ihnen gelingen sollte, die Gefechtssysteme wieder in Betrieb zu nehmen, bevor wir sie erreicht haben. Aber wir m�ssen auch der Syndik-Flotte einen schweren Schlag versetzen, die drei�ig Lichtminuten entfernt ist, damit die�� Erst jetzt fiel ihm etwas ganz anderes auf. �Da h�lt sich niemand am Hypernet-Portal auf! Die Syndiks haben ihren Wachposten abgezogen.�</p><p>Desjani stockte der Atem. �K�nnen wir�? Nein, wir werden es nicht vor den Wachposten erreichen. Sie haben uns zwar noch nicht gesehen,��� und es w�rde auch noch sechs-undzwanzig Minuten dauern, ehe das Licht von der Ankunft der Allianz-Flotte sie erreichte�� �aber wenn es passiert, ist ihr Vorsprung noch immer zu gro�.�</p><p>�Leider ja�, stimmte Geary ihr zu. Normalerweise w�re ein feindliches Hypernet-Portal keine Diskussion wert, da sie es ohnehin nicht benutzen konnten, doch an Bord der <emphasis>Dauntless </emphasis>befand sich ein Hypernet-Schl�ssel der Syndiks, den ihnen ein angeblicher Syndik-Verr�ter zugespielt hatte, der damit die Allianz-Flotte tief ins Syndik-Territorium und so in eine t�dliche Falle gelockt hatte. Die Syndiks wussten, sie durften der Allianz-Flotte nicht gestatten, mit dem Schl�ssel nach Hause zu gelangen, und sie hatten schon einmal unter Beweis gestellt, dass sie notfalls ihre eigenen Hypernet-Portale zerst�rten, um dieses Ziel unbedingt durchzusetzen.</p><p>Das war nicht blo� entt�uschend, sondern auch �beraus riskant. �Versuchen k�nnten wir es trotzdem�, �berlegte Desjani. �Wenn es uns nicht gelingt, sie an der Zerst�rung ihres Portals zu hindern, kommen wir damit auch klar. Die Energie-Entladung, die von dem zusammenbrechenden Portal bei Sancere ausgegangen war, hat unsere Schilde auch nicht �berm��ig belastet.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Nova, Captain Desjani�, er-kl�rte er so leise, dass nur sie ihn h�ren konnte. Sie verzog den Mund und nickte. Den Sch�tzungen zufolge konnte die beim Zusammenbruch eines Hypernet-Portals freigesetzte Energie von quasi nichts bis hin zu den Werten einer Nova reichen, der Gewalt eines explodierenden Sterns. Das konnte kein Schiff �berleben, und es war auch kein Schiff in der Lage, vor dieser Energiewelle davonzufliegen. �Nein, das Portal ist kein realistisches Ziel.�</p><p>Bislang hatte er Desjani noch nicht darin eingeweiht, dass sie wom�glich Kurs auf ein neues Ziel nehmen w�rden, sobald sie es ins Hypernet-System der Syndiks geschafft hatten.</p><p>Genau genommen hatte er keinem seiner Captains bislang etwas davon anvertraut. Das musste sich �ndern, denn einige seiner Offiziere, darunter auch Desjani, sollten davon in Kenntnis gesetzt werden, dass es neben den Syndiks auch noch andere Feinde gab, die aktiv gegen sie arbeiteten. �Uns bleibt nur wenig Zeit, m�glichst viel zu erledigen, bevor die Syndik-Streitmacht aus Ixion hier eintrifft. Wir m�ssen die besch�digten Schiffe mitsamt den Reparaturschiffen in unsere Gewalt bekommen, sollten so viele Schiffe wie m�glich au�er Gefecht setzen, und m�ssen unsere Hilfsschiffe dazu-holen, damit die Vorr�te gepl�ndert werden k�nnen. Au�erdem ist es n�tig, unsere Hilfsschiffe vor m�glichen Verzweif-lungsangriffen der Syndiks zu sch�tzen und� �hm��</p><p>�Ich w�rde sagen, das reicht f�r den Anfang�, meinte Desjani.</p><p>Seine unorganisierte Flotte � kletterte� zwischen dem Minenfeld und dem Sprungpunkt nach oben und bewegte sich immer noch mit nur 0,05 Licht voran. Nat�rlich gab es im Weltraum eigentlich kein Oben oder Unten, aber Menschen ben�tigten diese r�umlichen Bez�ge, um sich im Weltall orientieren zu k�nnen. Vor langer Zeit hatte man sich darauf geeinigt, dass alles, was sich oberhalb der Ebene eines Sternensystems befand, nach oben wies, alles darunter dementsprechend nach unten. Zur Sonne hin redete man von Steuerbord, von der Sonne abgewandt von Backbord. Nur mit diesen Richtungsangaben im Hinterkopf war es m�glich, dass ein Befehl auf allen Schiffen gleich verstanden wurde und niemand in die falsche Richtung flog.</p><p>Sobald die Flotte einen Punkt erreicht hatte, von dem aus sie wieder �nach unten� fliegen und sich dem Feind n�hern konnte, mussten Befehle ausgegeben werden, die jedem Schiff sagten, wohin es sich zu begeben hatte. Er musste praktisch alles sofort erledigen, da es auf jede Sekunde ankam.</p><p>H�tte er blo� nicht so viel auf einmal zu regeln gehabt�</p><p>Warum machte er eigentlich alles selbst? Warum �bertrug er nicht einen Teil seiner Aufgaben auf einen vertrauensw�rdi-gen Offizier, von dem er wusste, dass der sein Handwerk verstand und dass der ihn seit Monaten bei der Arbeit erlebte?</p><p>"Captain Desjani, w�rden Sie den Plan f�r die Flugman�ver der Zerst�rer und der Leichten Kreuzer erstellen, w�hrend ich mich um die schweren Jungs k�mmere? Unsere Enterteams m�ssen so viele Reparaturschiffe wie m�glich gleichzeitig erreichen.�</p><p>Desjanis Miene hellte sich auf, und ohne zu z�gern nickte sie. �Wird erledigt, Sir. Ich verbinde unsere Man�verdisplays, damit wir die Bewegungen koordinieren k�nnen, w�hrend wir sie planen.� Sie beugte sich vor und studierte ihr Display, dann begannen ihre Finger f�rmlich �ber die Kontrollen zu fliegen.</p><p>Geary konzentrierte sich auf sein eigenes Display, um sich einen �berblick zu verschaffen, wo seine Schweren Kreuzer, Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer sich befanden, wohin er sie schicken musste und wann sie wo zu sein hatten. Seine Divisionen waren noch immer ungeordnet, was die Situation weiter verkomplizierte. Auch hatten viele Schiffe nach der letzten Schlacht bei Lakota noch nicht ihre volle Schlagkraft zur�ckerlangt. Die Antriebseinheiten praktisch aller Schiffe waren wieder mit voller Leistung einsatzbereit, aber selbst mit seiner Erfahrung in der Choreographie von Schiffsbewegungen h�tte er in der verf�gbaren Zeit niemals Ordnung schaffen k�nnen, w�ren da nicht die Steuersysteme gewesen, die die einfachste und schnellste L�sung vorschlugen, sobald er ein Schiff einem Ziel zugewiesen hatte. W�hrend er damit besch�ftigt war, wurden auf seinem Display zugleich L�sungs-vorschl�ge f�r die Leichten Kreuzer und die Zerst�rer angezeigt, die von Desjani zugeordnet wurden. Nach wenigen Sekunden merkte er, wie er seine Arbeit der von Desjani an-passte, die ihrerseits das Gleiche bei seinen taktischen Z�gen machte.</p><p>�Die <emphasis>Audacious</emphasis> befindet sich in dieser gro�en Gruppe aus Syndik-Reparaturschiffen und besch�digten Kriegsschiffen�, stellte sie pl�tzlich fest. �Zumindest, was von ihr noch �brig ist.�</p><p>Und das war nicht sonderlich viel, wie Geary erkennen musste, als er sich auf das Wrack konzentrierte. Die optischen Sensoren seiner Flotte waren empfindlich genug, um kleinere Objekte quer durch ein Sternensystem zu verfolgen, und sie konnten m�helos ein deutliches Bild von einem Schiff liefern, das gerade mal zehn Lichtminuten entfernt im Raum hing. Da alle Kommando-, Kontroll- und Gefechtssysteme ausgefallen waren und massive Sch�den die H�lle erheblich deformiert hatten, war sie von den Flottensensoren nicht sofort als eigenes Kriegsschiff erkannt worden.</p><p>Das Allianz-Kriegsschiff hatte zusammen mit zwei anderen die Nachhut gebildet, als die Flotte aus Lakota geflohen war, und war dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Der gepanzerte Rumpf hatte so viele Treffer einstecken m�ssen, das die H�lle aussah wie ein St�ck Blech, das in einen S�ure-regen geraten war und das man achtlos weggeworfen hatte, w�hrend es von der S�ure langsam weiter zersetzt wurde. Jedes Waffensystem der <emphasis>Audacious</emphasis> war zerst�rt worden�� entweder w�hrend des Gefechts oder unmittelbar danach und keine der Antriebseinheiten war noch in der Lage, das Schiff von der Stelle zu bewegen. Aber die Syndiks schleppten das Wrack trotzdem ab. �Was haben die vor? Warum nehmen die die <emphasis>Audacious</emphasis> mit?�</p><p>Desjani �berlegte einen Moment, dann halte sie eine Idee.</p><p>�Ein Gefangenentransport. Sehen Sie? Es entweichen W�rme und Atmosph�re, was bedeutet, dass die Syndiks einige Quartiere hergerichtet haben und dass die Lebenserhaltungssysteme noch arbeiten. Ich m�chte wetten, auf der <emphasis>Audacious </emphasis>wimmelt es von Kriegsgefangenen der Allianz. Wahrscheinlich ziehen sie sie zur Zwangsarbeit heran, damit sie mithelfen, deren Schiffe zu reparieren.�</p><p>�Verdammt.� Er musste den Plan anpassen. Sie mussten das besch�digte Allianz-Schiff in ihre Gewalt bekommen, bevor�</p><p>�Tanya, w�rden die den Antrieb der <emphasis>Audacious</emphasis> in die Luft sprengen?�</p><p>Mit ernster Miene nickte sie. �Wir haben das schon gemacht, sie ebenfalls. Ganz sicher treffen sie jetzt die ersten Vorbereitungen daf�r.�</p><p>Dann hatten sie ja nichts zu verlieren. F�r Geary war es einer der gr��ten Schocks gewesen, als er miterlebt hatte, wie Flottenpersonal der Allianz den kaltbl�tigen Mord an Kriegsgefangenen plante, indem es alles vorbereitete, um ein feindliches Schiff zu vernichten�� w�hrend alle Gefangenen noch an Bord waren! Diese Flotte�� <emphasis>seine</emphasis> Flotte�� w�rde so etwas nicht l�nger dulden, doch Geary wusste auch, dass das f�r die Syndiks sicher kein Anlass war, anders als bislang �blich zu verfahren. Er musste also nicht f�rchten, die Syndiks auf Ideen zu bringen, die ihnen nicht schon l�ngst durch den Kopf gegangen w�ren. Er unterbrach seine Arbeit und tippte auf die Komm-Kontrolle: �An das Personal der Syndikatwelten im Lakota-System. Hier spricht Captain John Geary, Kommandant der Allianz-Flotte. Ich mache Sie hiermit auf Folgendes aufmerksam: Sollten die Kriegsgefangenen der Allianz auf dem Schlachtschiff <emphasis>Audacious</emphasis> oder auf einem anderen Schiff durch einen vors�tzlich �berhitzten Antrieb oder einen anderen Gewaltakt ums Leben kommen, dann werde ich daf�r sorgen, dass jedes Schiff, jedes Shuttle und jede Rettungskapsel der Syndikatwelten in diesem System vernichtet werden.</p><p>Wenn Sie unsere Leute am Leben lassen, dann schw�re ich bei der Ehre meiner Vorfahren, dass ich Sie alle entkommen lasse. Wenn Sie sie t�ten, erwartet jeden Einzelnen von Ihnen der qualvollste Tod, den ich Ihnen zuf�gen kann.� Es w�rde ungef�hr zehn Minuten dauern, ehe seine Nachricht die Syndik-Formation erreicht hatte, in deren Mitte sich die <emphasis>Audacious</emphasis> befand, also kurz nachdem die Syndiks das Eintreffen der Allianz-Flotte bemerkt haben w�rden. Er konnte nur hoffen, dass das noch gen�gte.</p><p>�Das sollte sie aufhorchen lassen�, murmelte Desjani, die wieder auf das Display sah und ihre Kontrollen bediente.</p><p>Geary widmete sich seinen Aufgaben, zu denen nun auch noch geh�rte, die �berreste der <emphasis>Audacious</emphasis> zu sch�tzen. Die Arbeit schien ewig zu dauern. Langgestreckte Kurven zogen sich �ber das Display, �berschnitten sich und vollf�hrten einen komplizierten Tanz. Tats�chlich nahm das alles nur Sekunden in Anspruch, auch wenn es um zahllose Schiffe ging, die in Position gehen sollten.</p><p>�Fertig�, sagte Desjani und schnappte nach Luft.</p><p>Nachdem er sich um den letzten Schweren Kreuzer gek�mmert hatte und die vom Computersystem errechnete L�sung dargestellt wurde, nickte Geary. �Ich auch. �berpr�fen wir gemeinsam noch mal alles, okay? Ich will sichergehen, dass die schweren und die leichten Schiffe so positioniert sind, dass sie sich gegenseitig unterst�tzen k�nnen, wenn es n�tig werden sollte.�</p><p>�Ist so gut wie erledigt, Sir.�</p><p>Sein Blick wanderte �ber das, was er und Desjani gemeinsam ausgearbeitet hatten. Elegante B�gen, die die Flugbahnen der Schiffe darstellten, durchzogen das All und bildeten ein sch�n anzusehendes Bild, das nichts von den todbringenden Absichten erahnen lie�, die sich dahinter verbargen. Die Bewegungen der Zerst�rer und Kreuzer waren vielleicht nicht bis zur Perfek-tion auf die der schwereren Schiffe abgestimmt, aber alles funktionierte und konnte bis zum eigentlichen Feindkontakt noch einer Feinabstimmung unterzogen werden. Immerhin hatte er in Erw�gung gezogen, Desjani k�nnte einfach die ihr unterstellten Schiffe auf den Gegner hetzen, aber sie hatte die Flugbewegungen so koordiniert, dass die Kampfst�rke eines jeden Schiffs in improvisierten Formationen maximal genutzt werden konnte. Offenbar hatte sie ihn nicht blo� bei der Arbeit beobachtet, sondern auch daraus gelernt. Gemeinsam war es ihnen gelungen, das Beste aus dem gegenw�rtigen Flotten-status herauszuholen, indem sie den Pulk in zw�lf Unterformationen zerlegt hatten, in deren Mitte sich jeweils mindestens ein Schlachtkreuzer oder eine Schlachtschiffdivision befanden.</p><p>�Sieht gut aus. Sehr gut sogar.�</p><p>�Das sehe ich auch so.�</p><p>�Haben die Syndik-Wachschiffe schon auf unsere Anwesenheit reagiert?�</p><p>�Noch nicht. Aber sie werden uns auch erst in� neunzehn Minuten sehen.�</p><empty-line/><p>Es war kaum zu fassen, dass sie sich erst seit elf Minuten im Lakota-System aufhielten. Es war nicht m�glich, auf eine Reaktion zu reagieren, die sich noch nicht ereignet hatte, aber in einer Situation, in der jede Minute z�hlte, w�re es zweifellos ein Fehler abzuwarten, was die Syndiks unternahmen. Geary tippte wieder auf seine Kontrollen. �An alle Einheiten in der Allianz-Flotte, hier spricht Captain Geary. Die Einsatzpl�ne werden Ihnen jetzt �bermittelt. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Kontrolle �ber so viele Reparaturschiffe wie m�glich zu erlangen, bevor die Syndiks begreifen, dass wir diese Schiffe kapern, aber nicht in Tr�mmer schie�en wollen. Daher m�ssen sich alle Einheiten, die den Befehl zum Kapern der Reparaturschiffe haben, so exakt wie nur m�glich an den vorgegebenen Zeitplan halten. Es ist au�erdem wichtig, dass wir auf keinem dieser feindlichen Schiffe versehentlich eine Explosion des Antriebs verursachen. Wir gehen davon aus, dass sich an Bord des Wracks der <emphasis>Audacious</emphasis> Kriegsgefangene der Allianz befinden, achten Sie also darauf, dass das Schiff keine Treffer abbe-kommt. F�r alle anderen Einheiten gilt, allen Syndik-Einheiten in Reichweite maximale Sch�den zuzuf�gen, damit sie m�glichst wenig zu bergen haben, wenn wir von hier abreisen.</p><p>Setzen Sie vor allem H�llenspeere ein, und greifen Sie zu der �brigen Munition nur, wenn es sich nicht vermeiden l�sst.�</p><p>Er schaltete auf einen anderen Kanal, auf dem er die Befehlshaberin der �ber die Flotte verteilten Marines erreichen konnte. �Colonel Carabali, arbeiten Sie mit den Commandern der Kriegsschiffe zusammen, die die Reparaturschiffe zum Ziel haben, und stellen Sie sicher, dass deren Enterteams entsprechende Verst�rkung durch Ihre Marines bekommen.</p><p>Stellen Sie au�erdem eine Eingreif truppe zusammen, die das Wrack der <emphasis>Audacious</emphasis> einnehmen und die Gefangenen befreien kann. Zeit ist der entscheidende Faktor. Ich habe Ihnen den Flotteneinsatzplan in Kopie zukommen lassen, damit Sie wissen, welche unserer Schiffe sich der <emphasis>Audacious</emphasis> n�hern werden. Sie haben die Erlaubnis, Shuttles von all diesen Schiffen mit Ausnahme der Hilfsschiffe zu nutzen, um Ihre Leute zur <emphasis>Audacious</emphasis> zu bringen und Gefangene zu evakuieren. Noch Fragen?�</p><p>�Nein, Sir�, antwortete Carabali knapp. �In sp�testens einer halben Stunde lege ich Ihnen meinen Einsatzplan zur Freigabe vor.�</p><p>�Danke, Colonel. Es k�nnte sein, dass ich dann mit den Syndik-Kriegsschiffen und der Situation insgesamt alle H�nde voll zu tun habe. Wenn Sie nichts von mir h�ren, k�nnen Sie davon ausgehen, dass Ihr Plan genehmigt ist und dass Sie ihn umsetzen d�rfen.�</p><p>�Befehl auf Widerruf , Sir?�, f ragte Carabali verdutzt.</p><p>�Ganz genau. Sie sind mein Commander f�r Landeeinheiten, und Sie haben bewiesen, dass Sie Ihr Fach beherrschen.</p><p>Machen Sie sich an die Arbeit und lassen Sie mich wissen, ob Sie Unterst�tzung durch die Flotte ben�tigen, um Ihre Aufgabe zu erledigen.�</p><p>Sie nickte und hatte M�he, ein Grinsen zu unterdr�cken.</p><p>Dann salutierte sie zackig. �Jawohl, Sir.�</p><p>Auf dem dritten Kanal rief er die befehlshabende Offizierin der <emphasis>Witch, </emphasis>die zugleich Kommandantin der aus den Schnellen Hilfsschiffen <emphasis>Witch, Goblin, Jinn</emphasis> und <emphasis>Titan</emphasis> bestehenden Division war. �Captain Tyrosian, wir wollen die Kontrolle �ber m�glichst viele Reparaturschiffe der Syndiks erlangen, damit wir deren Rohstoffvorr�te pl�ndern k�nnen. Gibt es irgendeine Art von F�rderband, um das Zeug aus den Lagerr�umen der Syndiks zu schaffen?�</p><p>Die f�nf Lichtsekunden entfernte Tyrosian schien einen Moment lang wie benommen dazusitzen, w�hrend sie Geary ansah, dann begann sie pl�tzlich zu reden. �Wir haben F�rderb�nder, aber unsere Systeme werden mit deren Anlagen nicht kompatibel sein. Wir werden die B�nder der Syndiks benutzen, um die Materialien bis zu einem Umladepunkt zu bef�rdern, und da auf unsere B�nder umladen. Dieses Umladen wird sp�rbar Zeit kosten.�</p><p>M�rrisch wandte Geary sich an Desjani. �Die F�rderb�nder unserer Hilfsschiffe passen nicht zu denen der Syndiks.�</p><p>* �Sprengen Sie ein Loch in den Rumpf und schaffen Sie unsere F�rderb�nder direkt in deren Lager�, erwiderte sie in einem Tonfall, als sei das die offensichtlichste L�sung.</p><p>�Hervorragende Idee�, sagte Geary und leitete sie an Tyrosian weiter.</p><p>�Das wird zu strukturellen Sch�den an den Schiffen f�hren��, begann Tyrosian.</p><p>�Diese Reparaturschiffe m�ssen nur lange genug durchhal-len, bis wir haben, was wir wollen. Ob sie danach wegen der L�cher, die wir in ihren Rumpf geschossen haben, in tausend St�cke zerfallen, ist mir egal. Das w�re mir sogar noch lieber, weil ich dann wei�, dass die Syndiks sie nicht mehr retten k�nnen.</p><p>Machen Sie Ihre Ingenieure einsatzbereit, wir m�ssen die Rohstoffe so schnell wie m�glich umladen. Ben�tigen Sie Hilfe von den Marines, um L�cher in die Syndik-Schiffe zu sprengen?�</p><p>Tyrosian machte eine fast beleidigte Miene und erkl�rte:</p><p>�Ingenieure k�nnen Dinge besser demolieren als Marines.�</p><p>�Ich werde bei Gelegenheit einen Wettkampf arrangieren, Captain Tyrosian. F�hren Sie Ihre Befehle aus und geben Sie mir sofort Bescheid, wenn Sie auf Probleme sto�en.�</p><p>Geary lie� sich in seinen Sessel sinken, atmete seufzend aus und wunderte sich dar�ber, wie schnell es ihnen gelungen war, einen Plan zusammenzustellen. Er sah wieder zu Desjani und stellte fest, dass sie sich ebenfalls zur�cklehnte und ihn angrinste. Ihr Gesicht war ein wenig ger�tet, als h�tte sie gerade einen Sprint zur�ckgelegt. �Captain Desjani, hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie ein verdammt guter Offizier sind?�</p><p>Daraufhin grinste sie noch breiter. �Vielen Dank, Sir.�</p><p>Als Geary wieder durchatmen konnte, dachte er voller Erstaunen �ber das soeben Erlebte nach. Er und Desjani hatten schon viele Male zusammengearbeitet, aber noch nie so gut.</p><p>Einer hatte vorausgeahnt, was der andere beabsichtigte, sie hatten sich gegenseitig erg�nzt und so s�mtliche Flottenbewe-gungen geplant. Vergleichen konnte er das eigentlich nur damit, Sex zu haben, ohne tats�chlich Sex zu haben.</p><p>Abermals musterte er Desjanis ger�tetes Gesicht und fragte sich, ob seine Metapher nicht ein wenig deplatziert war. Sie bemerkte seinen Blick, wurde abrupt ernst und schaute rasch zur Seite. Etwas an seiner Miene musste ihr missf�llen haben.</p><p>Und nun? Nun musste er etwas anderes finden, worauf sie sich konzentrieren konnten. Zum Beispiel das sich anbah-nende Gefecht. �Wie lange noch, bis die Syndik-Wachschiffe uns sehen k�nnen?�</p><p>�F�nf Minuten�, antwortete sie wieder gef�sst und ohne Gef�hlsregung.</p><p>�Die gro�e Formation aus besch�digten Schiffen und Reparaturschiffen sollte inzwischen auch auf uns reagiert haben.�</p><p>�Einige von ihnen reagieren ja auch. Sehen Sie diese Aktivit�ten? Die Verbindungsleitungen zwischen einigen Kriegsschiffen und den Reparaturschiffen werden durchtrennt.</p><p>Sieht so aus, als ob die gefechtstauglichen Syndik-Einheiten in dieser Formation sich auf einen Kampf oder auf die Flucht einrichten.�</p><p>�Ich will nicht hoffen, dass auch die Reparaturschiffe einen Fluchtversuch unternehmen.� Wobei �Versuch� in dem Zusammenhang das entscheidende Wort war, denn selbst die sogenannten Schnellen Hilfsschiffe der Allianz-Flotte waren langst nicht so schnell, wie ihr Name vermuten lie�, obwohl sie angeblich so konstruiert worden waren, dass sie mit einem Kriegsschiff mithalten konnten. Diese fliegenden Fabriken waren mehrheitlich aber gar nicht in der Lage, sich �hnlich einem Kriegsschiff zu bewegen: Sie waren nur m�hsam in der Lage zu beschleunigen und konnten es nicht einmal ann�hernd mit der Geschwindigkeit einer Kampfeinheit aufnehmen. Zudem waren diese Syndik-Reparaturschiffe mit Rohstoffen beladen, die n�tig waren, um Ersatzteile, Munition und Brennstoffzellen herzustellen, was sie umso tr�ger machte.</p><p>Die ersten Schiffe der Allianz-Flotte �berwanden die Oberkante des Minenfelds, das einen direkten Flug aus dem Sprungpunkt ins System verhindert hatte. Dabei sank jedes Schiff nach unten und beschleunigte gleichzeitig Richtung Feind, was den Eindruck erweckte, als w�rde die Flotte wie ein umgekehrter Wasserfall �ber die Minen hinwegfluten.</p><p>Auch die <emphasis>Dauntless</emphasis> �berwand das Minenfeld und drehte sich nach vorn. Dabei war die Beschleunigung deutlich zu sp�ren, obwohl die Tr�gheitsd�mpfer vor Anstrengung heulten, als sie versuchten, die Auswirkungen auf Schiff und Crew auszugleichen. Wenn es darum ging, auf den Feind loszust�rmen, vergeudete Desjani keine Zeit. �Die Syndik-Wachschiffe m�ssen uns inzwischen gesehen haben�, erkl�rte sie. �Da wir beschleunigen und Kurs auf sie genommen haben, werden wir ihre Reaktion in� zwanzig bis f�nfundzwanzig Minuten sehen k�nnen, je nachdem, was sie in der Zwischenzeit unternehmen.�</p><p>Nach den hektischen Aktivit�ten seit dem Eintreffen im System verstrichen die folgenden zwanzig Minuten wie ein Video, das in Zeitlupe ablief. Immerhin bekam Geary damit Zeit, sich mit den Statusberichten zu besch�ftigen, die von den anderen Schiffen an die <emphasis>Dauntless</emphasis> �bertragen wurden. Es war seit dem �berhasteten Sprung zur�ck nach Lakota seine erste Gelegenheit, sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie es um die Vorr�te und die Reparaturen bestellt war.</p><p>Bei der letzten Schlacht im Lakota-System war die <emphasis>Warrior </emphasis>von vier Syndik-Schlachtschiffen unter Beschuss genommen worden, w�hrend sie die Hilfsschiffe besch�tzt hatte. Ihre Crew hatte buchst�blich bis zum Umfallen gearbeitet, um die schlimmsten Sch�den zu beseitigen, die das Schiff bei Vidha erlitten hatte, doch jetzt war die <emphasis>Warrior</emphasis> abermals kaum als gefechtsbereit zu bezeichnen. Geary musste unwillk�rlich den Kopf sch�tteln, als er sich den aktuellen Status des gl�cklosen Schlachtschiffs ansah. Sie konnte zwar mit der Flotte mithalten, aber an einen Kampfeinsatz war bis auf Weiteres nicht zu denken.</p><p>Die Schlachtschiffe <emphasis>Orion</emphasis> und <emphasis>Majestic</emphasis>, die bei Vidha ebenfalls schwer besch�digt worden waren, hatten bei den Reparaturen nicht ann�hernd so viel Einsatz gezeigt, sodass sie nach wie vor kaum als gefechtsbereit angesehen werden konnten, wenngleich sie bei dem ersten Aufenthalt im Lakota-System kaum Treffer abbekommen hatten. Die <emphasis>Amazon</emphasis>, die <emphasis>Indomitable</emphasis>, die <emphasis>Vengeance</emphasis> und die <emphasis>Reprisal</emphasis> waren ebenfalls erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden, aber ihre Crews hatten sich heldenhaft an die Beseitigung der Sch�den begeben und die Zeit im Sprungraum nach Ixion und zur�ck nach Lakota genutzt, sodass ihre Schiffe nun wieder einsatzbereit waren.</p><p>Die Schlachtkreuzer, die schneller beschleunigen und leichter man�vrieren konnten, daf�r aber auf die massivere Panzerung und die st�rkeren Schilde der Schlachtschiffe verzichten mussten, hatten den �blichen Preis f�r ihren taktischen Vorteil bezahlt. Die meisten von ihnen waren �bel besch�digt worden, als sich die Flotte den Weg aus dem Lakota-System freige-k�mpft hatte. Aber so wie die <emphasis>Dauntless</emphasis> war der �berwiegende Teil von ihnen in der Lage gewesen, zumindest die meisten H�llenspeer-Batterien sowie die Antriebseinheiten wieder in Betrieb zu nehmen. Lediglich die <emphasis>Daring</emphasis> und die <emphasis>Formidable </emphasis>befanden sich weiterhin in einer so schlechten Verfassung, dass sie aus schweren Gefechten herausgehalten werden mussten. Geary hoffte, die Befehlshaber dieser Schiffe davon abhalten zu k�nnen, sich trotz der hoffnungslosen Unterlegenheil ihrer Kreuzer ins gr��te Kampfget�mmel zu st�rzen.</p><p>Der Rest der Flotte, bestehend aus Schweren und Leichten Kreuzern sowie zahlreichen Zerst�rern, befand sich in einem �hnlichen Zustand, allerdings halte es nicht viele schwer besch�digte Zerst�rer oder Leichte Kreuzer gegeben, als die Flotte vor den Syndiks aus dem Lakota-System geflohen war: Wenn diese kleineren Schiffe schwere Treffer kassierten, dann war die Panzerung meistens nicht stark genug, um den Beschuss einzustecken. In aller Regel explodierten diese Einheiten auf der Stelle, oder sie erlitten einen Totalausf all aller Systeme. Lediglich Gearys Bem�hungen, die leichten Schiffe aus dem Schussfeld zu nehmen, hatten verhindern k�nnen, dass ihre Zahl beim letzten Gefecht deutlich dezimiert wurde. Dennoch waren vier Zerst�rer und drei Leichte Kreuzer beim letzten Besuch im Lakota-System vernichtet worden.</p><p>Die vier Hilfsschiffe, die f�r das �berleben der Flotte unverzichtbar waren, hatten den letzten Feindkontakt fast v�llig unversehrt �berstanden, was zum gro�en Teil dem beharr-lichen Einsatz der <emphasis>Warrior</emphasis> zu verdanken war. Der eine Treffer, der die <emphasis>Titan</emphasis> erwischt hatte, war in den Tagen nach dem Gefecht sofort repariert worden.</p><p>Solange er ausblendete, dass sein Schiff keine Phantome mehr besa�, dass der Bestand an Kart�tschen fast v�llig aufgebraucht war und dass die Brennstoffzellen in bedenklichem Ma� aufgebraucht waren, schienen die �berlebenden Schiffe seiner Flotte tats�chlich in einem ganz brauchbaren Zustand zu sein.</p><p>�Warum haben die Syndiks ihre Reparaturen nicht weiter vorangetrieben?�, wunderte sich Geary laut. �Die hatten genauso viel Zeit wie wir, aber ihre Schiffe sehen zum gro�en Teil immer noch so aus wie kurz nach der Schlacht.�</p><p>Desjani schaute ihn �berrascht an. �Soweit ich wei�, verf�gen sie nicht �ber die gleichen bordeigenen Reparatur-m�glichkeiten wie wir. Stattdessen ist alles zentralisierter.</p><p>Angeblich soll das effizienter sein, weil die Besatzung auf einem Kriegsschiff damit kleiner gehalten werden kann. Es spricht viel daf�r, dass vor dem Eintreffen der Reparaturschiffe kaum irgendwelche Sch�den behoben wurden. Au�erdem wird es eine ganze Weile gedauert haben, die Reparaturschiffe anzufordern und herfliegen zu lassen, selbst wenn die sich in einem benachbarten System aufgehalten haben sollten. Sie befinden sich noch relativ dicht an der Position, an der sie sich w�hrend der letzten K�mpfe mit unserer Flotte aufgehalten haben d�rften, sodass ich fast wetten m�chte, dass sie sich erst vor gut einem Tag auf ihren neuen Kurs begeben haben.�</p><p>�Vor dem Krieg waren die Syndiks uns �hnlicher�, merkte Geary an. �Ich sch�tze, das hat sich als Reaktion auf ihre eigenen Verluste ge�ndert. Aber was Sie da beschreiben, ist eine Vorgehensweise f�r Friedenszeiten, wenn man sich den Luxus g�nnen kann, darauf zu warten, dass das Reparaturteam zu einem kommt. Das mag f�r die Syndiks kurzfristig kosteng�nstiger sein, aber auf lange Sicht kann das ihrer Gefechtsbereit-schaft nur abtr�glich sein.�</p><p>Desjani grinste ihn an. �Heute ist es das ganz bestimmt.� Ihr fiel etwas auf und sie hielt inne. �Das Licht von der Reaktion der Wachschiffe hat uns erreicht.�</p><p>Schnell schaltete er das Display um und sah, dass zwei Schlachtschiffe auf Vektoren beschleunigten, die sie zur Allianz-Flotte f�hrten. �Nur zwei Schiffe? Und was ist mit dem Rest?�</p><p>�Das Licht von deren Reaktionen ist noch nicht bis zu uns vorgedrungen.� Desjani �berpr�fte etwas. �Da sie sich uns n�hern, sind die beiden Schlachtschiffe jetzt nur noch zweiundzwanzig Lichtminuten entfernt. In ein paar Minuten werden wir sehen, wie der Rest der Streitmacht reagiert.�</p><p>Es dauerte einige Minuten l�nger als erwartet, was Desjani zu der Vermutung veranlasste, dass der Rest der Wachschiffe sich von der Allianz-Flotte entfernte. Sie sollte recht behalten.</p><p>�Sie haben sich aufgeteilt.�</p><p>�Aufgeteilt?� W�hrend Geary das Display betrachtete, fingen �ber die ganze Flotte verteilte Sensoren das zeitverz�gerte Licht auf, das das Handeln der Syndik-Schiffe zeigte, und aktualisierten in rascher Folge die Anzeigen. Zwei der Schlachtschiffe, die beiden Schlachtkreuzer und die leichten Kriegsschiffe beschleunigten wie wahnsinnig und folgten dabei Vektoren, die eindeutig auf das Hypernet-Portal gerichtet waren. Sie waren immer noch achtundzwanzig Lichtminuten entfernt und beschleunigten �ber 0,1 Licht hinaus. Auch wenn einige der leicht besch�digten Kriegsschiffe der Wachflotte ein wenig hinterherhinkten, musste Geary dennoch keine Berechnungen durchf�hren, um zu wissen, dass die Allianz-Flotte sie nicht w�rde einholen k�nnen. �Sie werden das Hypernet-Portal verteidigen und notfalls zerst�ren, damit wir es ja nicht benutzen. Aber warum teilen sie eine Streitmacht auf, die bereits hoffnungslos unterlegen ist? Warum schicken sie uns die beiden Schlachtschiffe entgegen? Soll das ein Ab-lenkungsman�ver sein?� Er rechnete die Vektoren f�r diese zwei Schiffe durch und bekam sofort seine Antwort. Ihr Kurs f�hrte sie zu der gro�en Formation aus besch�digten Kriegsschiffen und Reparaturschiffen.</p><p>�Sie wollen ihre Kameraden verteidigen�, erwiderte Desjani in n�chternem Tonfall. �Eine aussichtslose Geste, aber dieser Syndik-Commander unternimmt sie dennoch.�</p><p>Zwei Schlachtschiffe. Selbst wenn Geary auf alle Allianz-Schlachtschiffe verzichtete, die so wie die Warrior schwere Sch�den erlitten halten, konnte er ihnen mindestens sechzehn Schlachtschiffe und mehr als ein Dutzend Schlachtkreuzer auf den Hals hetzen. �Das ist das, was Schlachtschiffe eben machen�, meinte Geary leise und musste an Captain Moskos Worte denken, als der mit der <emphasis>Defiant</emphasis>, der <emphasis>Audacious</emphasis> und der <emphasis>Indefatigable</emphasis> den fast sicheren Tod w�hlte, um die Syndiks davon abzuhalten, sich dem Rest der Flotte zu n�hern. �Trotzdem ist das v�llig aussichtslos. Die anderen Schiffe k�nnen nicht entkommen, ganz gleich, was diese beiden Schlachtschiffe unternehmen. Au�erdem erreichen uns die beiden fr�hestens in vier Stunden, und dann haben wir die Formation l�ngst abgefangen. Diese Schiffe werden v�llig sinnlos geopfert.�</p><p>�Vielleicht hat der Kommandant den Befehl, sowohl die anderen Schiffe als auch das Hypernet-Portal zu verteidigen, und er muss zeigen, dass er beides versucht.�</p><p>Das klang nur allzu �berzeugend. Eine Mission, die die dazu abgestellten Streitkr�fte sowieso hoffnungslos �berforderte, also musste auch noch ein Teil dieser Kr�fte geopfert werden, damit die widersinnigen Erwartungen des Ober-kommandos auch ja erf�llt wurden. In der hundert Jahre zu-r�ckliegenden Zeit Gearys hatte es so etwas nur bei Man�vern gegeben, mit vorgespielten Verlusten bei vorgespielten Gefechten. Doch selbst da hatte er sich gefragt, ob es bei einem echten Konflikt tats�chlich so anders sein w�rde, wie ihm von seinen vorgesetzten Offizieren immer wieder versichert worden war, oder ob es dann sehr wohl nach dem gleichen Muster ablaufen w�rde, auch wenn die Verluste nur noch h�her ausfielen. Nach allem zu urteilen, was er �ber den Krieg gelernt und mit eigenen Augen mitangesehen hatte, entsprach Letzteres wahrscheinlich der Realit�t. �Also gut, Captain Desjani.</p><p>Dann wollen wir mal daf�r sorgen, dass unsere Flotte ordentlich aufgestellt ist, damit wir diese Schlachtschiffe unsch�dlich machen k�nnen, ohne eigene Verluste hinnehmen zu m�ssen.�</p><p>�Captain Desjani�, rief der Maschinen-Wachhabende dazwischen. �Die Brennstoffzellen der <emphasis>Dauntless</emphasis> sind soeben unter f�nfzig Prozent Reserve gesunken.�</p><p>Desjani nickte und sah zu Geary. �So wenig hatte das alte M�dchen noch nie.�</p><p>Das �alte M�dchen� war gerade einmal vor zwei Jahren zum Jungfernflug aufgebrochen, dennoch war es eine beunruhigende Meldung. Wenn es ihnen nicht gelang, diese Reparaturschiffe zu pl�ndern, dann w�rde ihre Heimreise ein vorzeitiges Ende nehmen. Gebete allein konnten ein Kriegsschiff nicht zum Weiterfliegen bewegen.</p><p>Vor vierzig Minuten waren sie nach Lakota zur�ckgekehrt.</p><p>Bislang sah alles noch ganz gut aus. Aber wie viel Zeit w�rde ihnen bleiben, bis die Syndik-Verfolger hier eintrafen, um sicherzustellen, dass die Allianz-Flotte nicht noch einmal entkam?</p></section><section><title><p>Zwei</p></title><p>Nachdem das Minenfeld der Syndiks �berwunden war, hatte jedes Allianz-Schiff auf seinem eigenen Vektor Fahrt aufgenommen. Einen Moment lang hatte der Anblick Geary an die chaotische Ankunft in Corvus erinnert, unmittelbar nachdem er das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte. Damals war die Flotte in etliche kleine Gruppen zerfallen, die alle nichts Wichtigeres zu tun hatten, als ein paar viel zu schwach bewaffnete Syndik-Kriegsschiffe zu attackieren. Doch diesmal war es etwas anderes, denn diesmal befolgten die Allianz-Schiffe seine Befehle und bewegten sich auf vorgegebenen Vektoren bei vorgegebener Geschwindigkeit, um einen koor-dinierten Angriff auf jedes gegnerische Schiff zu starten, das sie erreichen konnten. Selbst die Offiziere, die Gearys Vorgehensweise �blicherweise nicht mochten, sollten damit kein Problem haben, waren doch mehr als genug Ziele f�r alle vorhanden.</p><p>Nachdem die Befehle ausgegeben waren, reagierte die Flotte so, wie Geary es erwartete. Die Syndik-Verfolger waren bislang noch nicht hinter ihnen aufgetaucht, und Geary versp�rte den einschl�fernden Effekt, der durch die immensen Entfernungen innerhalb eines Sternensystems verursacht wurden. Obwohl seine Schiffe auf 0,1 Licht beschleunigten, w�rden sie mehr als eineinhalb Stunden ben�tigen, um jene zehn Lichtminuten zu �berwinden, die sie von der gro�en Formation aus feindlichen besch�digten Kriegsschiffen und Reparaturschiffen trennten. Es drohte aber noch mehr Zeit in Anspruch zu nehmen, da sich der Gegner von den Allianz-Schiffen fort bewegte, wenn auch nicht ann�hernd schnell genug, um ihnen zu entkommen.</p><p>�Gesch�tzte Zeit bis zum Kontakt 1,7 Stunden�, grummelte Desjani. �Sie laufen vor uns davon, aber wir werden sie eingeholt haben, lange bevor diese beiden Schlachtschiffe uns erreichen.�</p><p>�Wir m�ssen sicherstellen, dass die zwei gestoppt werden, bevor die sich einen Weg zu unseren Hilfsschiffen bahnen k�nnen.� Auf Gearys Display zogen die Flugbahnen der Allianz-Zerst�rer und der Leichten Kreuzer vor denen der schweren Kriegsschiffe durch das All und hatten dabei nicht nur die gr��te Syndik-Formation zum Ziel, sondern auch kleinere Gruppen und einzelne Schiffe. �Wir sollten wohl eher von zwei Stunden ausgehen, bevor wir den Gegner eingeholt haben. Wir werden von Gl�ck reden k�nnen, wenn unsere Verfolger bis dahin noch nicht eingetroffen sind.�</p><p>�Meinen Sie, es sind weitere Verst�rkungen hier eingetroffen, nachdem wir das System verlassen haben?�, �berlegte Desjani.</p><p>�Gute Frage. Wir k�nnen nicht davon ausgehen, dass die Flotte, die wir beim letzten Mal hier im System zu sehen bekamen, dem entspricht, was die Syndiks uns hinterhergeschickt haben. Aber zumindest sieht es so aus, dass die Schiffe, die sich jetzt hier aufhalten, zum Kampf entschlossen sind.� Geary beobachtete, wie einige der besch�digten Kriegsschiffe, die auf dem Weg zu den inneren Planeten gewesen waren, ihre Vektoren �nderten und den beiden Schlachtschiffen entge-genflogen, um eine kleine Eingreiftruppe zu bilden. Angesichts der Zahl der gegnerischen Schiffe und ihres reparaturbed�rftigen Zustands konnte Geary nur den Kopf sch�tteln.</p><p>Er wusste, wie sie sich f�hlen mussten�� zahlenm��ig hoffnungslos unterlegen und eigentlich gar nicht gefechtsbereit.</p><p>Seine eigene Flotte hatte sich mit einer ganz �hnlichen Situation konfrontiert gesehen, als sie das letzte Mal in Lakota gewesen waren.</p><p>Von den fast achtzig Schlachtschiffen und Schlachtkreuzern der Syndiks, denen die Allianz-Flotte im Lakota-System gegen�bergestanden hatte, waren in dem anschlie�enden Gefecht mindestens sechs Schlachtschiffe und zehn Kreuzer zerst�rt worden. Die Allianz-Sensoren hatten zudem die Zerst�rung von zwanzig Schweren Kreuzern sowie von Dutzenden Leichten Kreuzern und J�gern registriert. Zahlreiche Syndik-Schiffe waren dar�ber hinaus schwer besch�digt worden, was der <emphasis>Audacious, </emphasis>der <emphasis>Indefatigable</emphasis> und der <emphasis>Defiant</emphasis> zu verdanken war, die bis zum letzten Atemzug gek�mpft hatten. Die in dieser Ab-wehrschlacht besch�digten Schiffe waren von den Syndiks hier zur�ckgelassen worden, als der Rest der Flotte die Verfolgung der fl�chtenden Allianz-Schiffe aufgenommen hatte.</p><p>Zu der gro�en Formation jener Schiffe, die dringend repariert werden mussten, z�hlten unter anderem vier Schlachtschiffe, sieben Schlachtkreuzer sowie dreizehn Schwere Kreuzer. Zu diesem Verband versuchten jetzt nicht nur die beiden gefechtst�chtigen Schlachtschiffe der Wachformation, sondern noch ein weiteres Schlachtschiff, zwei Schlachtkreuzer und drei Schwere Kreuzer zu gelangen, die allesamt etliche Treffer hatten einstecken m�ssen. Um sie herum schwirrten Dutzende Leichte Kreuzer sowie J�ger, die eigentlich auf dem Weg in die Reparaturdocks gewesen waren und die nun versuchten, sich der kleinen Widerstandsbewegung ihrer Kameraden anzuschlie�en.</p><p>Er lie� die Kursvektoren durchrechnen und kam zu dem Ergebnis, dass durch den Zusammenschluss dieser Schiffe eine zwar schwache, aber nichtsdestotrotz gef�hrliche Flotte entst�nde. Angesichts der zu �berwindenden Entfernungen und der Sch�den an ihren Antriebsaggregaten konnten diese Schiffe jedoch nur in mehreren kleinen Wellen eintreffen, solange sie sich nicht zur�ckzogen und den Versuch unternahmen, sich mit mehr Abstand zur Allianz-Flotte zu formieren. Dadurch aber w�rden sie Gearys Schiffen freie Bahn lassen, um den gro�en Verband in St�cke zu rei�en. Zwar w�rden die Syndiks damit ein wenig Zeil schinden k�nnen, doch die w�rde nicht ausreichen, um der Vernichtung zu entgehen, es sei denn, die Verfolgerflotte tauchte fr�her im System auf, als es Geary recht sein konnte.</p><p>Zwei Schlepper hatten sich nur drei Lichtminuten vom Sprungpunkt entfernt mit einem zerschossenen Schweren Kreuzer abgem�ht, der das Pech gehabt haben musste, l�nger als alle anderen darauf zu warten, dass er endlich abge-schleppt wurde. Da es nun keine Hoffnung mehr gab, vor den Allianz-Schiffen zu entkommen, gaben die Besatzungen in aller Eile ihre schwerf�lligen Schlepper auf, die in hektischem Tempo Rettungskapseln ausspuckten. Auch aus dem Schweren Kreuzer wurden Rettungskapseln ausgesto�en, mit denen die Bergungscrew die Flucht ergriff.</p><p>Die Allianz-Zerst�rer <emphasis>Jinto</emphasis> und <emphasis>Herebra</emphasis> erreichten die Schlepper als Erste und zerschossen sie aus n�chster N�he mit ihren H�llenspeeren, bevor sie den Kurs �nderten und ihr n�chstes Ziel anflogen. Direkt hinter ihnen zogen die <emphasis>Contus </emphasis>und die <emphasis>Savik</emphasis> sowie die Leichten Kreuzer <emphasis>Tierce, Ward</emphasis> und <emphasis>Lunge</emphasis> oberhalb und an Backbord an dem aufgegebenen Schweren Kreuzer vorbei, der von H�llenspeeren durchbohrt wurde und in mehrere gro�e Tr�mmerst�cke zerbrach. �Mal sehen, ob sie das auch noch bergen wollen�, meinte Geary.</p><p>�Und noch einer�, merkte Desjani mit strahlender Miene an, als ein einzelner Leichter Kreuzer, der von seiner Crew aufgegeben worden war, ebenfalls unter dem Beschuss durch ein halbes Dutzend Allianz-Zerst�rer kollabierte.</p><p>Pl�tzlich kam Geary eine Idee, und er gab den Befehl:</p><p><emphasis>�Ocrea, </emphasis>sammeln Sie ein paar Rettungskapseln von diesem Schweren Kreuzer ein. Ich will wissen, was uns die Crew da-r�ber verraten kann, wie lange es gedauert hat, bis die anderen Schiffe sich an unsere Verfolgung gegeben haben. Und ich will wissen, was sie uns sonst noch N�tzliches erz�hlen k�nnen.� Als Schwerer Kreuzer verf�gte die <emphasis>Ocrea</emphasis> zwar nicht �ber Verh�reinrichtungen wie die an Bord der <emphasis>Dauntless, </emphasis>aber er hatte jetzt keine Zeit, die Gefangenen auf ein gr��eres Schiff zu bringen, um sie dort zu verh�ren. Es war zu hoffen, dass die Syndiks von dem pl�tzlichen Auftauchen der Allianz-Flotte und der Zerst�rung ihrer Schiffe so unter Schock standen, dass sie alles ausplauderten, was sie wussten.</p><p>Inzwischen war der Zeitpunkt gekommen, um den Einsatzplan an die Reaktionen der Syndiks anzupassen. Die in erster Linie defensiven Ma�nahmen des Gegners hatten es ihm sogar noch leichter gemacht. Da einige Syndik-Schiffe sich zu einer gr��eren Formation zusammenschlossen, konnten auch die Allianz-Schiffe geschlossen vorgehen, die zuvor gesondert jedes einzelne Ziel h�tten ansteuern sollen. Geary stutzte beim Blick auf sein Display, da die feindliche Flotte der besch�digten Kriegsschiffe auf einmal den Namen �Verlustflotte� trug.</p><p>Ihm war bekannt, dass die taktischen Systeme feindlichen Formationen automatisch Namen gaben, doch es wunderte ihn, dass das System gerade diese Bezeichnung gew�hlt hatte, anstatt sie einfach allgemein �Flotte Alpha� zu nennen. Irgendwie hatte es f�r ihn immer etwas Beunruhigendes, wenn automatisierte Hilfssysteme eine Spur zu menschlich agierten.</p><p>Er w�rde nichts Ausgefallenes versuchen, was unn�tig viele Flugman�ver erforderte. Es gen�gte, die Unterformationen zu lockeren gr��eren Gruppen zusammenzuf�hren, die direkt �ber die gr��te Syndik-Flotte�� die Verlustflotte�� hinweg-fliegen konnten, um anschlie�end die nicht ganz so sehr in Mitleidenschaft gezogenen Kriegsschiffe zu beschie�en, die sich zu formieren versuchten. Danach w�rden sie sich die beiden Schlachtschiffe vornehmen k�nnen, die sich von der Wachflotte abgespalten hatten. �Was halten Sie davon?�, fragte er an Desjani gewandt.</p><p>"Mit angespannter Miene begutachtete sie seinen Plan.</p><p>� Eine Reihe von Salven gegen die Verlustflotte, um die Waffen der Syndik-Kriegsschiffe auszuschalten, die noch funktionst�chtig sind? Sie wollen sie nicht sofort zerst�ren?�</p><p>�Erst wenn unsere Hilfsschiffe die Vorr�te der Reparaturschiffe gepl�ndert haben. Ich will nicht riskieren, dass uns die Tr�mmer der zerschossenen Kriegsschiffe in den Weg kommen. Wir k�nnen ihnen immer noch den Rest geben, wenn wir haben, was wir wollen, und wir die Flotte hinter uns zur�cklassen. Dann sind vier unserer Schlachtschiffe bei den Hilfsschiffen.�</p><p>Desjani nickte. �Selbst die Dritte Schlachtschiffdivision sollte in der Lage sein, feindliche Schiffe au�er Gefecht zu setzen, deren Systeme komplett ausgefallen sind. Aber Sie m�ssen ein paar Schlachtschiffe oder Schlachtkreuzer mehr bei der Formation belassen, zu der die Hilfsschiffe geh�ren.�</p><p>�Warum? Ja, die <emphasis>Warrior</emphasis> hat man erneut zusammengeschossen, aber die <emphasis>Orion</emphasis> und die <emphasis>Majestic</emphasis> k�nnen sich zur Wehr setzen, und die <emphasis>Conqueror</emphasis> ist ebenfalls in guter Verfassung. Ich rechne die <emphasis>Conqueror</emphasis> mit dazu, weil sie zur gleichen Division geh�rt. Diese vier Schlachtschiffe sollten in der Lage sein, mit allem zurechtzukommen, was sich irgendwie durch den Rest der Flotte mogeln k�nnte.�</p><p>Desjani machte eine neutrale Miene, und auch ihr Tonfall verriet nichts. �Das ist richtig, sofern die <emphasis>Orion</emphasis>, die <emphasis>Majestic </emphasis>und die <emphasis>Conqueror</emphasis> nicht irgendwelche Schwierigkeiten damit haben, das Feuer auf den Feind zu er�ffnen.�</p><p>Mit anderen Worten: Die Befehlshaber dieser Schiffe k�nnten einen Grund finden, sich vor einer Konfrontation zu dr�cken. Er musste zugeben, dass Desjanis diplomatisch formulierte Aussage durchaus begr�ndet war. Captain Casia von der <emphasis>Conqueror</emphasis> hatte nichts geleistet, das es rechtfertigte, auch nur das mindeste Vertrauen in ihn zu setzen. Neben Commander Yin, die die <emphasis>Orion</emphasis> befehligte, seit Captain Numos seines Postens enthoben und in Haft genommen worden war, wirkte Casia sogar wie das Musterbeispiel eines Gefechtsoffiziers.</p><p>Und der derzeitige Befehlshaber der <emphasis>Majestic, </emphasis>der seinen Posten auch nur bekommen hatte, weil Captain Faresa als Verb�ndeter von Numos ebenfalls vom Dienst suspendiert worden war, hatte sich bislang als so v�llig profillos erwiesen, dass Geary M�he hatte, sich das Gesicht des Mannes einzupr�gen.</p><p>Unter idealen Umst�nden h�tte er die drei l�ngst ausgetauscht, aber wenn eine Flotte um ihr Leben rannte, da sie sich auf feindlichem Territorium befand, lagen ganz sicher keine idealen Umst�nde vor�� erst recht, wenn die Flottenpolitik Gearys Kommando an einem seidenen Faden h�ngen lie� und er es sich nicht leisten konnte, zu sehr von oben herab zu agieren. Einige Offiziere w�rden als Folge solcher Entscheidungen nur noch vehementer gegen ihn agieren, w�hrend sich bei anderen der Eindruck festigen w�rde, Geary sei auf dem besten Weg, in die Rolle des Diktators zu schl�pfen, was manche von ihnen erhofften, andere dagegen bef�rchteten.</p><p>Er legte die Stirn in Falten. �Ich m�chte nicht auf mehrere gr��ere Schiffe verzichten, nur weil die drei Schlachtschiffe Probleme verursachen k�nnten.�</p><p>�Wenn im Wrack der <emphasis>Audacious</emphasis> tats�chlich unsere Leute gefangengehalten werden�, betonte Desjani, �dann werden alle verf�gbaren Shuttles ben�tigt, um sie von dem Schiff zu holen. Au�erdem werden dann Schiffe gebraucht, die ger�u-mig genug sind, um die befreiten Gefangenen zumindest vo-r�bergehend an Bord zu nehmen.�</p><p>�Gutes Argument.� Damit blieb aber immer noch das Problem von zwei Schiffskommandanten, denen es nicht gefallen w�rde, bei den Hilfsschiffen zu bleiben und sich nicht an den K�mpfen beteiligen zu k�nnen. Kommandanten, die einen Weg finden w�rden, seinen ausdr�cklichen Befehl zu ignorieren. Wenn sie das taten, um sich ins Kampfget�mmel zu st�rzen, w�rden die meisten anderen Befehlshaber ihnen das nicht einmal �bel nehmen, und sie w�rden auch nicht Geary den R�cken st�rken, wenn er den Befehlsverweigerern die H�lle hei� machte, weil sie ihre Aufgabe als Eskorte f�r die Hilfsschiffe vernachl�ssigt hatten. Die Doktrin des Angriffs um jeden Preis war diesen Leuten in Fleisch und Blut �berge-gangen und lie� sich so leicht nicht austreiben. Er warf einen Blick nach hinten, wo Co-Pr�sidentin Rione sa� und dem Geschehen mit ausdrucksloser Miene folgte. �Madam Co-Pr�sidentin, ich w�rde Sie gern um einen Ratschlag bitten, wie man einen Befehl formulieren k�nnte, um��</p><p>�Ich habe Sie geh�rt�, unterbrach Rione ihn. �Vielen Dank, dass Sie so gn�dig sind, mich in Ihre Diskussion einzubeziehen.� Sie lie� eine Pause folgen, die gerade lang genug war, um ihre Worte wirken zu lassen. �Sie schicken diese Schiffe los, um sicherzustellen, dass unsere Leute, die vor Kurzem in Gefangenschaft geraten sind, befreit und in Sicherheit gebracht werden. Wenn ein Syndik-Kriegsschiff in die N�he des Wracks der <emphasis>Audacious</emphasis> gelangt, k�nnte diese Rettungsma�nahme ge-st�rt werden und sogar dazu f�hren, dass einige dieser Gefangenen gel�tet werden. Welche Rechtfertigung ben�tigen Sie noch? Was kann f�r ein Schiff ehrenvoller sein als der Auftrag, f�r eine sichere Rettung unserer Leute zu sorgen?�</p><p>Geary nickte. �Sehr treffend formuliert, Madam Co-Pr�sidentin.� Damit blieb die Frage unbeantwortet, wen er losschicken sollte. Er lie� seinen Blick �ber das Display wandern und versuchte zu entscheiden, wem er vertrauen konnte und wer nicht �ber alle Ma�en daran Ansto� nehmen w�rde, wenn ihm diese eigentlich ehrenvolle Aufgabe �bertragen wurde, auch wenn sie ihn nicht an vorderster Front agieren lie�. Ihm war bereits die Meinung zu Ohren gekommen, er w�rde bestimmte Offiziere bevorzugt behandeln, und es half ihm nicht, wenn er diesen Eindruck noch verst�rkte, auch wenn der in vieler Hinsicht sogar der Wahrheit entsprach. Er konnte verschiedene Commander besser leiden als andere, weil sie f�hig und zugleich aggressiv waren, intelligent und tapfer, und weil ihre Loyalit�t der Allianz galt und sie nicht aus politischem Kalk�l heraus handelten, um ihre Karriere voranzu-treiben. Beispielsweise Captain Cresida�</p><p>Deren Schlachtkreuzer <emphasis>Furious</emphasis> geh�rte zusammen mit der <emphasis>Implacable</emphasis> zu den letzten Uberlebenden der F�nften Schlachtkreuzerdivision. Sie ben�tigte genau zwei Schiffe. �Ich schicke Cresida hin. Ihr Schiff und die <emphasis>Implacable.</emphasis>�</p><p>Desjani zuckte kurz mit den Augenbrauen. �Sie ist es gew�hnt, sich im dicksten Kampfget�mmel aufzuhalten.�</p><p>�Ganz genau. Sie hat unter Beweis gestellt, dass sie f�hig ist, diese Aufgabe zu erledigen.�</p><p>�Da bin ich aber froh, dass ich nicht diejenige bin, die ihr das verk�nden wird, Sir�, meinte sie ironisch.</p><p>�Wir sind fast eine Lichtminute von der <emphasis>Furious</emphasis> entfernt.</p><p>Das d�rfte gen�gen, um vor der Druckwelle sicher zu sein�, gab Geary zur�ck und brachte Desjani damit zum Grinsen.</p><p>Er ver�nderte seinen Plan, lie� ihn von Desjani �berpr�fen, ob er auch nichts �bersehen hatte, dann schickte er die �nderungen los. �Captain Oesida, ich �bertrage der <emphasis>Furious</emphasis> und der <emphasis>Implacable</emphasis> die wichtigste Aufgabe der Flotte. Ich m�chte, dass Sie sicherstellen, dass unsere Gefangenen und unsere Hilfsschiffe bestens besch�tzt werden.�</p><p>�Sagen Sie ihr, Sie z�hlen auf sie�, raunte Desjani so leise, dass er sie fast nicht geh�rt h�tte. Als sie seine verwunderte Miene sah, f�gte sie an: �Es stimmt. Sagen Sie es ihr, Sir.�</p><p>Die eingeworfene Bemerkung hatte nur ein paar Sekunden in Anspruch genommen, und Geary erg�nzte die �bermittlung: �Ich z�hle auf Sie, Captain Cresida.� Es kam ihm absolut schamlos vor, so etwas bei Oesida einzusetzen, aber es entsprach der Wahrheit, das musste er Desjani zugestehen.</p><p>Cresidas Antwort traf nach etwas mehr als zwei Minuten ein, was aber nur an der Entfernung zwischen den beiden Schiffen lag. Zu Gearys Erstaunen klang Cresida nicht w�tend, sondern erfreut und entschlossen. �Jawohl, Sir. Die <emphasis>Furious</emphasis> und die <emphasis>Implacable</emphasis> werden die gefangenen Kameraden nicht entt�uschen�� und Sie auch nicht, Sir.�</p><p>Geary warf Desjani einen Seitenblick zu, die ganz auf ihr Display konzentriert zu sein schien. Sie hatte ihm fast von der ersten Minute an auf eine solche Weise Ratschl�ge gegeben, wie ihm jetzt bewusst wurde. Vielleicht war sie ja der Meinung, dass die lebenden Sterne ihn tats�chlich geschickt hatten�� aber wenn es etwas gab, von dem sie glaubte, er m�sse das wissen, dann sagte sie es ihm und wiederholte es, bis er endlich auf sie aufmerksam wurde. Genauso wichtig war jedoch auch, dass Desjani nicht blindlings seine Pl�ne akzeptierte, sondern darauf hinwies, wenn es etwas gab, das ihrer Meinung nach ge�ndert werden musste. Unwillk�rlich fragte er sich, ob sie jemals ein Vorhaben ohne zu hinterfragen akzeptiert hatte und ob ihr bedingungsloser Glaube an seine Mission sie auch nur ein einziges Mal davon abgehalten hatte, ihre Meinung zu �u�ern, wenn sie fand, dass etwas anders angegangen werden sollte. �Danke, Captain Desjani.�</p><p>Sie sah zu ihm und l�chelte fl�chtig. �Mit Captain Cresida muss man so umgehen, Sir.�</p><p>�Geben Sie mir nur weiter Ratschl�ge, wenn ich sie be-n�tige.�</p><p>Diesmal machte sie eine �berraschte Miene. �Das geh�rt zu meinen Aufgaben, Sir, auch wenn ich sagen muss, dass Sie wesentlich besser darauf reagieren als Admiral Block.�</p><p>Er �berpr�fte die Zeit. Noch immer kein Zeichen von ihren Verfolgern, und nach wie vor dauerte es noch �ber eine Stunde, ehe sie die Verlustflotte erreichten. Ganz gleich, was geschah, es w�rde auf jeden Fall ein langer Tag werden.</p><p>�Captain!�, rief pl�tzlich ein Wachhabender Desjani zu.</p><p>�Wir haben Rettungskapseln entdeckt, die von den Reparaturschiffen in der Verlustflotte ausgesto�en werden.�</p><p>�Was?�, riefen er und Desjani gleichzeitig und sahen auf ihr Display. Tats�chlich war dort ein ganzer Schwarm an Rettungskapseln zu erkennen, der die Reparaturschiffe verlie�.</p><p>�Die verlassen jetzt schon ihre Schiffe?�</p><p>Desjani betrachtete skeptisch die Anzeige. Offenbar versuchte sie dahinterzukommen, welchen Trick die Syndiks ihnen damit zu spielen versuchten. �Haben die etwa durchschaut, wie dringend wir die Vorr�te ben�tigen, die die Reparaturschiffe an Bord haben? Werden die alles in die Luft sprengen, bevor wir irgendetwas pl�ndern k�nnen?�</p><p>Ehe Geary darauf antworten konnte, leuchtete seine interne Komm-Leitung auf. Es war Lieutenant Iger von der ge-heimdienstlichen Abteilung. Dass er sich w�hrend eines Gefechts meldete, war h�chst ungew�hnlich, ging es bei seiner Arbeit doch darum, �ber l�ngere Zeitr�ume hinweg Daten zu sammeln und zu analysieren, w�hrend alles von taktischer Bedeutung automatisch auf den Displays vor Geary und den anderen Commandern erschien. �Ja, Lieutenant?�</p><p>Iger, dessen Kopf in einem kleinen Fenster zu sehen war, verneigte sich leicht. �Entschuldigen Sie, wenn ich Sie ausgerechnet jetzt st�re, Sir, aber��</p><p>�Reden Sie, Lieutenant. Was gibt es?�</p><p>Der Geheimdienstoffizier wirkte erschrocken, dann fuhr er hastig fort: �Wir haben die Best�tigung, dass es sich um standardm��ige Reparaturschiffe der Syndiks handelt.�</p><p>Geary wartete, aber so wie die Ingenieure auf den Hilfsschiffen ging wohl auch dieser Mann davon aus, dass ein Stichwort gen�gte, ihn wissen zu lassen, was gemeint war. �Und was hei�t das? Warum verlassen sie jetzt schon ihre Schiffe?�</p><p>�Weil sie nicht zum Milit�r geh�ren, Sir.�</p><p>�Nicht?�</p><p>Desjani, die die Unterhaltung mitbekommen hatte, warf ihm einen erstaunten Blick zu.</p><p>�Richtig, Sir�, erwiderte Iger. �Die logistische Versorgung wird bei den Syndiks nicht vom Milit�r geleistet. Darum k�mmert sich ein separates Direktorat, das die Auftr�ge aus-schreibt und an Privatunternehmen vergibt. Unsere Flotte hat diese Reparaturschiffe bislang nie zu Gesicht bekommen, weil sie gar nicht dort unterwegs sein sollten, wo sie Kriegsschiffen der Allianz begegnen k�nnten.�</p><p>�Das sind Zivilisten?�, hakte Geary nach.</p><p>�Ja, Sir�, best�tigte der Geheimdienstoffizier. �Nat�rlich solche mit Bezug zum Milit�r, und damit stellen sie v�llig legitime Ziele dar. Aber an Bord befindet sich kein Milit�r, die Leute sind nicht f�r ein Gefecht ausgebildet, sie sind nicht in der Lage sich zu verteidigen. Darum verlassen sie die Schiffe.</p><p>Die Leute und ihre Arbeitgeber werden nicht daf�r bezahlt, sich an Kampfhandlungen zu beteiligen. Soweit wir wissen, droht den Besatzungen sogar Arger, wenn ihr Verhalten zur Folge hat, dass die Reparaturschiffe st�rker besch�digt werden als n�tig. Darum ergreifen sie jetzt die Flucht.�</p><p>�Augenblick mal. Die wollen damit sicherstellen, dass die Schiffe m�glichst unversehrt bleiben?� Iger nickte eifrig. �Ist das sicher?�</p><p>�Ja, Sir. Das wissen wir aus Aufzeichnungen, die in unseren Besitz gelangt sind, und aus Verh�ren. Das Flottenpersonal hat f�r diese Zivilisten nicht viel �brig, weil man der Ansicht ist, dass sie von ihnen nicht angemessen unterst�tzt werden.</p><p>Au�erdem werden die Privatunternehmen deutlich besser bezahlt, was wohl in erster Linie den Unmut beim milit�rischen Personal hervorruft.�</p><p>�Nicht zu fassen�, murmelte Geary und �berlegte kurz.</p><p>�Dann haben die auf den Reparaturschiffen keine Sprengfallen oder �hnliches f�r uns hinterlassen?�</p><p>Iger z�gerte, da er erkennbar nachdachte, dann unterhielt er sich kurz mit jemandem, der sich mit ihm in der Abteilung aufhielt, und nickte schlie�lich. �Das halte ich f�r unwahrscheinlich, Sir. Diese Leute w�rden ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn ihr Unternehmen glaubt, sie h�tten den Schaden an einem Schiff zu verantworten. Man kann davon ausgehen, dass sie alle Systeme runtergefahren haben und die Schiffe treiben lassen, weil sie hoffen, dass wir sie ganz ignorieren oder im Vorbeiflug nur ein paar Sch�sse auf sie abgeben.</p><p>�Die werden sehr entt�uscht sein. Vielen Dank, Lieutenant.</p><p>Sie und Ihre Leute haben hervorragende Arbeit geleistet.�</p><p>Als das Bild Lieutenant Igers verschwand, wandte sich Geary an Desjani und Rione zugleich, dann wiederholte er, was er soeben erfahren hatte. �Sie haben solche Reparaturschiffe noch nie gesehen?�, fragte er Desjani.</p><empty-line/><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Nur in Informationsunterlagen �ber die verschiedenen Schiffstypen der Syndiks. Begegnet bin ich noch nie einem, und ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich jemals in einer Simulation damit zu tun hatte.�</p><p>Er sah Rione an. �Ergibt das, was Lieutenant Iger gesagt hat, f�r Sie einen Sinn?�</p><p>�F�r mich als Zivilperson?�, fragte sie spitz.</p><p>�Ja.� Wichtiger noch: als Zivilperson nach einem Jahrhundert Krieg. Gearys letzter Kontakt mit Zivilisten lag gut hundert Jahre zur�ck, in einer Zeit, bevor der Krieg gegen die Syndiks begonnen hatte. Er hatte gesehen, was nach einem Jahrhundert Krieg aus den Offizieren und Matrosen der Flotte geworden war. Es musste auch Auswirkungen auf Zivilpersonen gehabt haben.</p><p>Rione musterte ihn und schien zu �berlegen, welchen Grund er f�r seine Frage hatte. �Sicher. So sehr sie sich den Sieg ihrer Milit�rstreitmacht w�nschen und so sehr sie den Feind inzwischen hassen, sind Zivilisten nach wie vor nicht bereit, in eine Schlacht zu ziehen. Selbst wenn ein paar Individuen an Bord sein sollten, die Widerstand leisten wollen, w�rden sie von der Masse der Kollegen mitgezerrt, die einfach nur mit dem Leben davonkommen wollen.� Rione entging Desjanis Gesichtsausdruck nicht. �Sie sind aber deshalb keine <emphasis>Feiglinge</emphasis>�, machte sie in frostigem Tonfall klar. �Wer nicht f�r den Kampf ausgebildet und geistig abgeh�rtet ist, der kann sich nicht erheben und so k�mpfen, wie Milit�rs das k�nnen.</p><p>Sie sind aber klug genug, um zu wissen, dass sie gegen uns keine Chance haben.�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern und sah Geary an. �Diese Syndik-Kriegsschiffe, die unsere Flotte abfangen wollen, haben auch keine Chance, und doch sind sie auf dem Weg hierher.�</p><empty-line/><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Wenn diese Leute auf den Schiffen bleiben, ohne dass sie eine Gefechtsausbildung erfahren haben, k�nnen sie damit �berhaupt nichts erreichen.</p><p>Sie und ich, wir w�rden zumindest daf�r sorgen, dass die Schiffe dem Feind nicht unversehrt in die H�nde fallen, wenn wir den Verdacht h�tten, dass er es darauf abgesehen hat. Aber sinnlos zu sterben, w�rde unserer Sache nicht dienen.� Mit dem Kinn deutete er auf Richtung Display, das die beiden herannahenden Kriegsschiffe zeigte, die noch Stunden entfernt waren. �Der Syndik-Kommandant schmei�t diese Schiffe mit ihren Besatzungen weg, weil er das kann. Weil die Besatzungen jedem sinnlosen Befehl folgen, auch wenn der ihnen den sicheren Tod bringt. M�gen die Lebenden Sterne mir beistehen, wenn ich jemals entscheiden sollte, Leben zu vergeuden, nur weil ich das kann.�</p><p>Desjani legte die Stirn in Falten und kniff ein wenig die Augen zusammen. F�r jemanden, der so erzogen worden war, dass er glaubte, seine Ehre verlange von ihm den Kampf bis zum Tod, musste das ein schwieriges Konzept sein. Immerhin war es genau das, was sie tun w�rde, wenn die Umst�nde es von ihr erforderten. Aber diese Verpflichtung war sie bereits eingegangen, noch bevor sie zur Flotte gegangen war, und seitdem lebte sie damit. �Ja, Sir�, entgegnete sie schlie�lich. �Ich versiehe, was Sie meinen. Wir erwarten Gehorsam von unseren Untergebenen, und im Gegenzug verdienen sie unseren Respekt f�r ihre Bereitschaft, einen Befehl auch dann zu befolgen, wenn er ihren Tod bedeutet.�</p><p>�Ganz genau.� Sie hatte es besser formuliert, als er es hin-bekommen h�tte. Er erinnerte sich daran, wie Desjani ihm einmal erz�hlt hatte, dass man ihr eine Anstellung in der Literaturagentur ihres Onkels angeboten hatte, bevor sie zur Flotte gegangen war. Unwillk�rlich fragte er sich, was wohl aus ihr h�tte werden k�nnen, w�re sie nicht mitten in einem Krieg geboren worden, der zu der Zeit schon seit Jahrzehnten lobte.</p><p>Als sich Rione erneut zu Wort meldete, klang sie neugie-rig: �Eines verstehe ich hier nicht. Sie haben gesehen, wie die Syndiks in aller Eile die Kriegsschiffe verlie�en, die wir bereits passiert haben, aber das schienen Sie in keiner Weise als uneh-renhaft zu empfinden�� ganz im Gegensatz zu den Zivilisten, die in diesem Moment von ihren Schiffen fliehen. Wieso?�</p><p>Desjani verzog den Mund, drehte sich aber weder zu Rione um, noch gab sie ihr eine Antwort. Schlie�lich sprang Geary ein. �Weil die Besatzungen der Kriegsschiffe bis zum letzten Augenblick gewartet haben, ehe sie von Bord gingen.�</p><p>Co-Pr�sidentin Rione musterte ihn einen Moment lang, als �berlege sie, ob seine Worte ernst gemeint waren. �Obwohl die Evakuierung unvermeidbar war, ist es ehrenhafter, dass sie noch gewartet haben, anstatt ihr Schiff in dem Moment zu verlassen, da bereits klar war, dass sie uns nicht entkommen konnten? Verstehe ich das richtig?�</p><p>�Nun� ja.� Geary schaute zu Desjani, aber die schien nicht daran interessiert zu sein, ihm dabei zu helfen, Victoria Rione irgendetwas zu erkl�ren. �Es k�nnte ja noch etwas Unerwartetes geschehen. Vielleicht �ndern wir den Kurs. Vielleicht taucht hinter uns aus dem Sprungpunkt eine schlagkr�ftige Syndik-Flotte auf, oder aus dem Hypernet-Portal kommt Verst�rkung, die uns dazu veranlasst, die Flucht zu ergreifen.</p><p>Wom�glich gibt es f�r den Verfolger einen Grund, den Angriff in letzter Sekunde abzubrechen, weil es ihnen gelungen ist, doch noch ein Waffensystem wieder in Gang zu setzen, weshalb sie sich nun wehren k�nnen. Alles M�gliche kann passieren, und deshalb wartet man f�r alle F�lle bis zur letzten Sekunde.�</p><empty-line/><p>�F�r den Fall, dass ein Wunder geschieht?�, fragte Rione.</p><p>�Sozusagen, ja. Denn manchmal geschehen Wunder. Manchmal, wenn man weiterk�mpft oder weiter zum Kampfbereit ist, auch wenn es keine Hoffnung mehr zu geben scheint.�</p><p>Sie studierte ihn eine Weile, dann senkte sie f�r einen Moment den Blick. �Ja�, sagte Rione schlie�lich. �Manchmal geschehen Wunder. Wenn man nicht aufgibt, solange noch ein Funke Hoffnung besteht. Das verstehe ich. Aber wann ist der Punkt erreicht, an dem diese Hoffnung auf ein Wunder sich von inspirierter Motivation zu selbstm�rderischem Irrsinn wandelt?�</p><p>Wie sollte er darauf antworten? �Das kommt ganz drauf an�, entgegnete er ausweichend.</p><p>Co-Pr�sidentin Rione richtete ihren Blick wieder auf ihn.</p><p>�Dann ist es die Aufgabe des Befehlshabers, die Situation einzusch�tzen und zu entscheiden, ob es vern�nftig oder irrsin-nig ist, weiter auf ein Wunder zu warten?�</p><p>Er mochte es nicht, in solchen Begriffen zu denken, musste jedoch nach kurzem Z�gern zugeben: �Ja, vermutlich ist das so.�</p><p>Riones L�cheln wirkte halb sp�ttisch. �So wie die R�ckkehr nach Lakota, anstatt zu versuchen, sich den Weg durch Ixion freizuk�mpfen? Ich hoffe, Ihr Urteilsverm�gen bleibt auch in Zukunft so ungetr�bt, Captain Geary. Sie scheinen einen Riecher daf�r zu haben, wo ein Wunder auf Sie wartet.�</p><p>Er nickte nur, da er nicht wusste, wie er darauf reagieren sollte. Schlie�lich drehte er sich nach vorn und bemerkte dabei Desjanis leicht verdutzten Gesichtsausdruck. �Was ist los?�</p><p>Captain Desjani sch�ttelte den Kopf. �Nichts, Sir.�</p><p>�Von wegen. Gibt es irgendwas, das ich wissen sollte?�</p><p>�Nein, Sir�, beteuerte sie, doch dann verzog sie den Mundwinkel und antwortete mit leiser Stimme. �Ich bin nur�</p><p>�berrascht, dass ich mal einer Meinung mit Co-Pr�sidentin Rione bin.�</p><p>�Sie sind beide verr�ckt.�</p><p>Desjani grinste.</p><p>�Aktueller Stand zu den Syndik-Kriegsschiffen in der Verlustflotte�, verk�ndete der Ops-Wachhabende.</p><p>Geary warf einen Blick auf sein Display. Von den vier Schlachtschiffen, an denen umfangreiche Reparaturen notwendig waren, lie� nur eines Anzeichen erkennen, dass die Waffensysteme hochgefahren wurden. Die anderen hatten wohl so schwere Sch�den erlitten oder aber die Systeme waren im Zuge der Arbeiten so weit zerlegt worden, dass sie nicht schnell genug aktiviert werden konnten. Von den sieben Schlachtkreuzern in der Formation war nur bei zweien fest-stellbar, dass einige H�llenspeer-Batterien in Betrieb genommen wurden. Den zw�lf Schweren Kreuzern erging es nicht viel besser; lediglich f�nf lie�en Waffenaktivit�ten erkennen.</p><p>Einer der Schlachtkreuzer, dessen Antriebssystem nicht ganz so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden war, beschleunigte qualvoll langsam, um sich von der Stelle zu bewegen.</p><p>�Flieht der?�, fragte sich Desjani und lie� die Finger �ber die Kontrollen sausen, w�hrend sie etwas nachpr�fte. �Nicht bei diesem Vektor. Er versucht, sich den anderen Schiffen anzuschlie�en, die sich vor der Flotte formieren.�</p><p>Die Syndiks hofften wohl immer noch, dass ein Wunder geschah, das die Allianz-Flotte davon abhalten w�rde, alles in St�cke zu schie�en, was sich in Reichweite ihrer Waffen befand.</p><p>Ein Alarm blinkte auf Gearys Display und lenkte seine Aufmerksamkeit auf den Schirm zur�ck. �Das automatische Gefechtssystem empfiehlt, die Verlustflotte mit Bl�cken zu be-werfen.�</p><empty-line/><p>�Kinetische Projektile als Waffen gegen Schiffe? Die sind zwar alle so schwer besch�digt, dass sie kaum noch man�vrieren k�nnen, aber es sind ja nur minimale Kurskorrekturen notwendig, um Bl�cken auszuweichen, die aus so gro�er Entfernung abgefeuert werden.� Desjani verzog das Gesicht und warf selbst auch einen Blick auf diese Empfehlung. �Wir m�ssten schon eine Menge Bl�cke aus unserem Bestand holen, um ein Muster zu bilden, das gute Chancen auf wenigstens ein paar Treffer hat.�</p><p>�Das scheint es mir nicht wert zu sein�, fand Geary. �Hey, was ist mit der <emphasis>Audacious?</emphasis>�</p><p>�Das empfohlene Muster w�rde die <emphasis>Audacious</emphasis> verschonen, sofern die keine Kurs�nderung vornimmt. Genau das passiert aber, wenn einer der Schlepper sie von ihrem momentanen Kurs abbringt und sie genau in die Flugbahn eines Blocks zieht.� Desjani sch�ttelte den Kopf. �Und was ist, wenn die Tr�mmer eines Kriegsschiffs mit dem Reparaturschiff kol-lidieren, das wir gerade pl�ndern wollen? Nur eine KI kann glauben, dass das ein guter Vorschlag ist. Ich w�rde dem Gefechtssystem sagen, dass es die M�glichkeit ignorieren soll. Wenn Sie ihm Empfehlung zur Kenntnis genommen sagen, wird das System immer wieder diese Empfehlung an-zeigen und Sie mit aktualisierten Warnungen bombardieren.�</p><p>�Gute Idee.� Er tippte den entsprechenden Befehl ein und hoffte darauf, dass diese manuelle Eingabe auch tats�chlich ber�cksichtigt wurde. Immerhin hatten automatisierte Systeme manchmal die Angewohnheit, Befehle einfach zu ignorieren und Meldungen immer wieder anzuzeigen, die sie eigentlich l�ngst h�tten vergessen sollen. Wieder so ein Fall, wo ein Schiffssystem f�r seinen Geschmack eine Spur zu menschlich agierte. �Irgendeine Ahnung, was dieses riesige Loch in der <emphasis>Audacious</emphasis> verursacht haben k�nnte? Sieht aus, als w�re im Schiff etwas explodiert.�</p><p>Desjani warf nur einen fl�chtigen Blick auf das Display.</p><p>� Das war der Null-Feld-Projektor, der sich selbst zerst�rt hat.</p><p>Die Syndiks besitzen diese Technologie nicht, deshalb verf�gt das System �ber eine Selbstzerst�rungsautomatik. Im Grunde genommen so wie bei den Hypernet-Schl�sseln der Allianz.</p><p>Bei denen wollen wir auch nicht, dass sie dem Feind in die H�nde fallen.�</p><p>�Ist es schon mal zu einer Selbstzerst�rung gekommen, wenn die gar nicht stattfinden sollte?�</p><p>�Nicht dass ich wiisste. Die Waffenabteilung hat uns versichert, dass das nicht passieren kann, deshalb machen wir uns da auch keine Sorgen.� Desjani sagte das mit todernster Stimme, konnte sich aber ein L�cheln nicht verkneifen, weil sie wusste, wie absurd ihre Aussage war. Zwar sollten Angaben der Waffenabteilung die Realit�t wiedergeben, aber jeder Matrose wusste aus Erfahrung, dass er sie besser als Fantastereien behandelte, solange der praktische Umgang mit den Waffen nicht einen Beweis f�r die Behauptung erbrachte.</p><p>Geary konnte nur mit M�he verhindern, nicht laut zu lachen. �Nat�rlich nicht.� Auf seinem Display leuchtete die Mitteilung auf, dass Colonel Carabalis Plan eingegangen war.</p><p>Er �berflog ihn und warf zwischendurch immer wieder einen kurzen pr�fenden Blick auf sein Display, damit er nicht irgendetwas Unerwartetes �bersah.</p><p>Der Plan f�r die Marines war denkbar einfach gehalten und griff auf Teams von allen vier Schlachtschiffen zur�ck, die die Hilfsschiffe begleiteten, die wiederum auf direktem Weg zur Verlustflotte waren, in deren Mitte sich die <emphasis>Audacious</emphasis> befand.</p><p>Die meisten dieser Marines hatten das Allianz-Schiff zum Ziel und benutzten f�r ihren Einsatz alle Shuttles, die auf den Schlachtschiffen und auf Captain Cresidas Schlachtkreuzern zur Verf�gung standen. Au�erdem sollte jedes Enterteam der Hilfsschiffe von einem kleinen Trupp Marines begleitet werden, der nach Sprengfallen suchte und Ausschau hielt, ob sich nicht doch ein fanatischer Syndik an Bord befand, der f�r seine �berzeugung sterben und m�glichst viele Gegner mit in den Tod nehmen wollte.</p><p>Pl�tzlich hielt er inne. �Mir war gar nicht aufgefallen, dass die Syndiks die <emphasis>Audacious</emphasis> evakuiert haben�, sagte er zu Desjani.</p><p>Sie �berpr�fte ihr eigenes Display, um zur�ckliegende Informationen aufzurufen, dann nickte sie. �Sie haben das Schiff verlassen, als die anderen Syndiks die Reparaturschiffe aufgaben. Darum ist das nicht aufgefallen. Aber wenn Sie sich die Aufzeichnungen ansehen, k�nnen Sie es deutlich erkennen. Die Anzeigen der <emphasis>Audacious</emphasis> haben sich aber nicht ver�ndert, also haben sie zumindest nicht die Atmosph�re entweichen lassen.�</p><p>�Wollen wir hoffen, dass dadurch die ganze Sache einfacher wird.� Er kennzeichnete den Plan als genehmigt und schickte ihn zur�ck. Auch wenn er den Marines gesagt hatte, sie m�ssten seine ausdr�ckliche Zustimmung nicht abwarten, waren die Soldaten prinzipiell gl�cklicher, wenn Entscheidungen Schwarz auf Wei� ergingen.</p><p>Zehn Minuten sp�ter�� Geary hielt nach wie vor Ausschau nach der sie verfolgenden Streitmacht und sp�rte, wie sich durch die wachsende Anspannung Druck in seinem Kopf auf-baute�� ging eine andere Warnung ein, diesmal eine Mitteilung von h�chster Priorit�t. Nur mit M�he unterdr�ckte er ein Aufst�hnen, als er die Ident-Markierung des Absenders sah. Captain Casia von der <emphasis>Conqueror, </emphasis>eine der gr��ten Nerven-s�gen unter den Senioroffizieren, und ausgerechnet mit ihm sollte er sich jetzt abgeben. Andererseits konnte es sich ja tats�chlich um etwas Wichtiges handeln. Da die Meldung von Casia kam, war das zwar �u�erst unwahrscheinlich, dennoch konnte er den Mann nicht einfach ignorieren. Er nahm die Meldung an, und prompt tauchte ein Fenster auf, das Casias irritierte Miene zeigte. �Captain Geary�, begann er mit bedeu-tungsschwangerer Stimme, �ich wurde davon in Kenntnis gesetzt, dass Marines, die meinem Schiff zugeteilt sind, bei einer Rettungsaktion mutma�licher Allianz-Gefangener mitmachen sollen, die von den Syndiks auf dem Wrack der <emphasis>Audacious</emphasis> festgehalten werden.�</p><p>Geary warf einen Blick auf die Position der <emphasis>Conqueror. </emphasis>Zehn Lichtsekunden entfernt. Keine allzu l�stige Verz�gerung, auch wenn die Unterhaltung selbst vermutlich daf�r umso entnervender sein w�rde. �Das ist korrekt, Captain Casia�, gab er formal zur�ck und wartete ab, mit welchem Problem der Mann ihn diesmal behelligen wollte.</p><p>�Mir wurde auch mitgeteilt, dass die beteiligten Marines nicht unter Aufsicht des Flottenkommandos aktiv werden�, knurrte Casia.</p><p>Er sah den Captain verdutzt an. �Das trifft nicht zu, Captain Casia. Ich habe das Kommando �ber Colonel Carabali, die wiederum die Marines meinen Befehlen entsprechend ein-setzt.�</p><p>Zwanzig Sekunden sp�ter wirkte Casias Miene noch irritierter. �Vielleicht wurde die Aufsicht �ber die Marines vor dem Krieg lascher gehandhabt, aber ich rede von dem routinem��igen Vorgehen, dass Flottenoffiziere die jeweiligen Marines beaufsichtigen, die einen Entervorgang durchf�hren.�</p><p>�Was?� Die Kommando- und Kontrollsysteme erlaubten hochrangigen Offizieren, alles mitverfolgen zu k�nnen, was jeder einzelne Marine bei einem Einsatz tat�� eine M�glichkeit, die Geary je nach Gelegenheit als durchaus n�tzlich empfand, die aber �blicherweise nur ablenkte und damit zu ge-f�hrlich war. Er schaltete die Komm-Leitung stumm und drehte sich leicht, um Desjani anzusehen. �Captain Desjani, stimmt es, dass Flottenoffiziere <emphasis>routinem��ig</emphasis> den Marines �ber die Schulter schauen, wenn die ein Schiff entern?�</p><p>Sie verdrehte ungl�ubig die Augen. �Wer hat denn das jetzt zum Thema gemacht?�</p><p>�Captain Casia.�</p><p>�Ja, das passt zu ihm, Sir�, f�gte sie hastig an, als sei ihr gerade erst wieder eingefallen, dass sie mit ihrem Floltenkom-mandanten redete. Sie seufzte, fuhr sich mit einer Hand durchs Haar und antwortete dann mit monotoner Stimme:</p><p>�Diese Routine, Marines beim Entern eines Kriegsschiffs zu �berwachen, existierte schon, als ich zur Flotte kam.�</p><p>�Zu welchem Zweck?�</p><p>�Man f�rchtet, dass Marines auf einem fremden Schiff auf irgendeinen f�lschen Knopf dr�cken und das ganze Schiff oder zumindest irgendwelche wichtigen Systeme hochgehen lassen.�</p><p>�Gehe ich recht in der Annahme, dass die Marines den ausdr�cklichen Befehl haben, irgendwelche Kn�pfe nur dann zu dr�cken, wenn sie genau wissen, was sie da tun?�, fragte er.</p><p>Sie reagierte mit einem Schulterzucken. �Nat�rlich haben sie den ausdr�cklichen Bef ehl, nichts anzufassen, was sie nicht kennen, Sir. Aber es �ndert nichts daran, dass sie nun mal Marines <emphasis>sind.</emphasis>�</p><p>In dem Punkt musste er ihr zustimmen. Tausende von Jahren technologischer Entwicklung hatten noch keinen Ausr�s-tungsgegenstand hervorgebracht, der so narrensicher war, dass ein Marine oder ein Matrose nichts falsch machen oder ihn nicht kleinkriegen konnte. Das war auch einer der Haupt-gr�nde, warum kein Chief Petty Officer der Flotte und kein Marines-Sergeant um seinen Job f�rchten musste, da die wesentliche Aufgabe dieser Dienstgrade darin bestand, die Untergebenen bei jeder sich passenden Gelegenheit anzu-br�llen: �Fasst nichts an, solange ich euch das nicht ausdr�cklich gesagt habe!� Da aber die Marines ihre Sergeants hatten, war Geary nicht klar, welchen Zweck ein Flottenoffizier er-f�llen sollte, wenn man die Marines �ber die mitgef�hrten Kameras �berwachen konnte. ��ber welchen Dienstgrad reden wir hier? F�r diejenigen, die die Marines beaufsichtigen sollen?�</p><p>�Die Befehlshaber der Schiffe�, gab sie im gleichen Tonfall zur�ck.</p><p>�Sie machen Witze.�</p><p>�Nein, Sir.�</p><p>�Und wer soll das Schiff befehligen, w�hrend der Commander den Marines hinterherl�uft?�</p><p>Desjani verzog den Mund zu einem verbitterten L�cheln.</p><p>�Die Frage hatte ich Admiral Bloch auch gestellt, als ich das letzte Mal den Befehl erhielt, einem Marine �ber die Schulter zu schauen, als der mit seinem Trupp ein Syndik-Kriegsschiff enterte. Admiral Bloch erwiderte, er sei fest davon �berzeugt, dass ein Offizier mit meinen F�higkeiten und meiner Erfahrung m�helos in der Lage ist, beides gleichzeitig zu erledigen.�</p><p>Nicht zum ersten Mal versp�rte Geary eine schuldbewusste Erleichterung dar�ber, dass Admiral Bloch ums Leben gekommen war, bevor er tats�chlich als dessen Untergebener hatte dienen m�ssen. �Ich glaube die Antwort bereits zu wissen, trotzdem: W�ssten Sie pers�nlich einen einzigen guten Grund, warum man das machen sollte?�</p><p>Wieder kam ein Schulterzucken. �Vermutlich gibt es irgendwelche Gr�nde, die daf�r sprechen, aber es gibt ganz sicher mehr Gr�nde, es nicht zu tun. Freiwillig w�rde ich nie auf die Idee kommen, Sir.�</p><p>�Das dachte ich mir bereits. Ich w�rde es auch nicht wollen.� Er drehte sich weg, hob die Stummschaltung auf und sah Casia ernst, aber unverbindlich an. �Vielen Dank, dass Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben. Ich werde die Marines davon in Kenntnis setzen, dass sie mit einem Flottenoffizier R�cksprache nehmen, bevor sie irgendwelche Ma�nahmen ergreifen, die die Sicherheit des Schiffs gef�hrden k�nnten, das sie entern werden.�</p><p>Wieder vergingen zwanzig Sekunden, dann nahm Casias Gesicht neben dem irritierten Ausdruck auch noch eine deutliche R�tung an. �Es gibt gute Gr�nde f�r die aktuelle Vorgehensweise, Captain Geary. Wenn wir nicht die in <emphasis>Kriegszeiten </emphasis>gewonnenen Erfahrungen ber�cksichtigen, k�nnte das t�dliche Folgen f�r die Gefangenen haben, die wir eigentlich befreien wollen.�</p><p>Spitzer h�tte diese Bemerkung nicht ausfallen k�nnen, �berlegte Geary. In gewisser Weise hatte Casia recht, denn ihm fehlte die langj�hrige Kriegserfahrung, die alle anderen besa�en. Auf der anderen Seite stimmte es nicht, da Geary bislang nichts Falsches gelernt hatte. Wenn er eines sicher wusste, dann war das die Tatsache, dass es nicht Aufgabe der Senioroffiziere sein konnte, einem Junioroffizier st�ndig �ber die Schulter zu schauen, w�hrend der versuchte, seine Arbeit zu erledigen. Er selbst hatte als Junioroffizier lange genug einschl�gige Erfahrungsammeln k�nnen. �Vielen Dank f�r diese Information, Captain Casia�, erwiderte er schlie�lich ruhig.</p><p>�Ich werde mich umfassend damit besch�ftigen und alle Ma�nahmen ergreifen, die ich f�r notwendig halte.� Vielleicht war Erfahrung aus Friedenszeilen nicht mit der aus Kriegszeiten zu vergleichen, aber zumindest hatte Geary gelernt, wie man die Worte �Halt die Klappe� auf eine v�llig professionelle und h�fliche Art formulierte.</p><p>Casias Miene, die keine halbe Minute sp�ter erkennbar wurde, lie� keinen Zweifel zu, dass er die Absicht hinter Gearys Worten ganz genau verstanden hatte. �Nach dem Desaster, das diese Flotte bei ihrem letzten Aufenthalt in diesem System erlebt hat, halte ich��</p><p>Geary machte von seiner Autorit�t als Flottenkommandant Gebrauch und fiel dem Mann ins Wort. Wenn er ihm noch l�nger zuh�rte, w�rde er noch verr�ckt werden, und er wollte nicht, dass Wut sein Urteilsverm�gen einschr�nkte. W�hrend er w�nschte, er k�nnte den Captain genauso zum Verstummen bringen wie das Gefechtssystem mit seinem unsinnigen Vorschlag, sprach er energisch: �Wenn Sie noch vor dem Gefecht Ihren Posten verlieren wollen, Captain Casia, dann m�ssen Sie nur Ihre letzte Bemerkung wiederholen. Sie k�nnen aber auch Ruhe geben und weiter Ihre Arbeit erledigen.</p><p>Sollten Sie nach dem anstehenden Kampf ein pers�nliches Gespr�ch w�nschen, um �ber die Kommandostruktur dieser Flotte und Ihren Platz innerhalb dieser Struktur zu diskutieren, dann lade ich Sie gern dazu ein. Sie k�nnen mir glauben, dass die Marines angemessen �berwacht werden und dass Ihre Bedenken zu den Akten genommen wurden. Ende der �bertragung�, f�gte er �berfl�ssigerweise hinzu und schloss die Verbindung zur <emphasis>Conqueror. </emphasis>Captain Desjani gelang es sehr gut, so zu tun, als sei ihr gar nicht bewusst, dass ihr vorgesetzter Offizier unzufrieden war.</p><p>Die Wachhabenden auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> folgten ihrem Beispiel, wenn auch nicht in jedem Fall ganz so erfolgreich wie sie selbst. Sie konnten zwar nichts von der Unterhaltung mitbekommen haben, die Geary innerhalb des schall-gesch�tzten Felds gef�hrt hatte, das ihm die n�tige Privat-sph�re bei Gespr�chen mit anderen Schiffen gab, aber jeder Junioroffizier beherrschte schon nach kurzer Zeit die unverzichtbare Kunst, die Laune eines vorgesetzten Offiziers an-hand seiner Mimik und Gesten zu erkennen.</p><p>Geary schmorte noch einen Moment lang vor sich hin, dann atmete er tief durch und rief Colonel Carabali, die ihn argw�hnisch betrachtete. �Colonel, ich nehme an, es w�re eine unwillkommene Ablenkung, wenn Befehlshaber der Flotte Ihren Leuten auf Schritt und Tritt folgen, w�hrend die die Audacious entern.�</p><p>�Das nehmen Sie richtig an, Captain Geary�, best�tigte Carabali.</p><p>�Dann darf ich davon ausgehen, dass Ihre Senior- und Junioroffiziere in der Lage sind, die Marines davon abzuhalten, irgendwelche Kn�pfe zu dr�cken und versehentlich die Audacious in die Luft zu jagen.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>�Und ich gehe davon aus, dass jeder Marine, der eine Information oder eine Anweisung vom Flottenpersonal ben�tigt, wie er irgendwas an Bord eroberter Schiffe zu bedienen hat, in der Lage ist, den Mund aufzumachen und zu fragen.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>�Mit anderen Worten, ich kann davon ausgehen, dass Ihre Marines �ber die n�tige Erfahrung, Ausbildung und Intelligenz verf�gen, um ihre Aufgaben zu erledigen, ohne dabei von Senioroffizieren der Flotte beaufsichtigt zu werden.� Ja Sir.</p><p>�Gut.� Qeary f�hlte, wie er sich entspannte, w�hrend Carabali ihn so argw�hnisch betrachtete, als w�rde sie damit rechnen, dass er sie mit seinen Fragen in irgendeinen Hinterhalt locken wollte. �Ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie mir dabei behilflich sein k�nnten, den Beweis f�r die von mir genannten Annahmen zu erbringen. Wenn Ihre Marines die <emphasis>Audacious </emphasis>einnehmen k�nnen, ohne irgendetwas in die Luft zu jagen und ohne die Atmosph�re ins All entweichen zu lassen, dann kann ich ein handfestes Beispiel daf�r vorbringen, dass sie ihre Arbeit problemlos erledigen k�nnen, ohne dass ihnen Flottenoffiziere dabei im Nacken sitzen m�ssen.�</p><p>Colonel Carabali nickte. �Nat�rlich, Sir. Es wird keine Probleme geben.�</p><p>�Kommen Sie, Colonel, bei jedem Einsatz gibt es irgendwelche Probleme. Sorgen Sie nur daf�r, dass die sich in Grenzen halten.�</p><p>Schlie�lich grinste sie und salutierte. �Jawohl, Sir. Ich werde meine Leute wissen lassen, dass Sie vollstes Vertrauen in ihre F�higkeiten haben, und ich werde ihnen noch einmal einimp-fen, sich im Zweifelsfall an Sie zu wenden.�</p><p>�Und sie sollen auf keinen Knopf dr�cken, der ihnen unbekannt ist�, f�gte Geary fast reflexartig an.</p><p>�Auf jeden Fall, Sir. Da wir ein Schiff entern wollen, auf dem sich vermutlich zahlreiche unserer Leute als Kriegsgefangene befinden, habe ich meine Truppenf�hrer angewiesen, ihre Marines zu �u�erster Feuerdisziplin anzuhalten. Sie werden auf niemanden schie�en, solange sie nicht absolut sicher sind, dass sie einen Feind vor sich haben.�</p><p>�Gute Idee.�</p><p>�Au�erdem habe ich nur Leute genommen, die sich freiwillig gemeldet haben�, f�gte sie an, �da die Gefahr besteht, dass die Syndiks den Schiffsantrieb mit Sprengf�llen versehen haben, um ihn hochgehen zu lassen, sobald unsere Eingreiftruppe an Bord ist.�</p><p>Bei dem Gedanken musste er unwillk�rlich mit den Z�hnen knirschen. �Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich die Bereitschaft Ihrer Leute zu sch�tzen wei�, sich trotz dieses Risikos zu diesem Einsatz bereit zu erkl�ren, Colonel. Ich habe die Syndiks allerdings gewarnt, so etwas gar nicht zu versuchen, und ihnen auch die entsprechenden Konsequen-zen deutlich gemacht. Mit ihren Rettungskapseln k�nnen sie unseren Schiffen nicht entkommen.�</p><p>Colone Carabali grinste ihn breit an. �Vielen Dank, Sir.�</p><p>�Ich habe zu danken, Colonel. Lassen Sie es mich wissen, wenn es irgendeine bedeutsame Plan�nderung gibt.� Ihr Bild verschwand, und Geary lehnte sich seufzend zur�ck.</p><p>�Eine weitere Krise abgewendet?�, fragte Rione.</p><p>�Zumindest in den Griff bekommen�, erwiderte Geary.</p><p>�Haben Sie irgendetwas geh�rt, das ich wissen sollte?�</p><p>Sie zog die Augenbrauen hoch, da sie wusste, er bezog sich auf ihre Spione innerhalb der Flotte. �Nichts, das nicht noch warten konnte.� Sie z�gerte, dann stand sie auf und kam n�her, unter vier Augen mit ihm weiterzureden: �Nur ein paar meiner Informanten haben mich bislang mit aktuellen Berichten auf dem Laufenden haken k�nnen. Sie sagen �ber-einstimmend, dass diejenigen in der Flotte, die gegen dich eingestellt sind, von der Entscheidung v�llig �berrumpelt wurden, auf der Stelle nach Lakota zur�ckzukehren. Deine Widersacher warten momentan offenbar ab, was geschehen wird, bevor sie ihren n�chsten Zug planen.�</p><p>�Danke. Und was glaubst du? Welches Gef�hl hast du bei der Sache?�</p><p>�Du willst einen Ratschlag von <emphasis>mir?�, </emphasis>fragte Rione frostig.</p><p>�Warum fragst du nicht weiterhin den Captain deines Flaggschiffs?�</p><p>Oh, Vorfahren, steht mir bei! �Ich frage sie die Dinge, die die Operation der Flotte betreffen. Ist daran irgendwas verkehrt?�</p><p>�Nat�rlich nicht�, gab sie in einem Tonfall zur�ck, der genau das Gegenteil aussagte, dann beantwortete sie prompt seine erste Frage. �Deine Feinde in der Flotte sind in Lauer-stellung. Solange die Situation in diesem System hier nicht gel�st ist, halten sie den Mund, weil sie f�rchten, dass sie sonst diejenigen sind, die einen Weg aus einer riskanten Falle der Syndiks finden m�ssen.�</p><p>Geary nickte, sagte ihr aber nicht, was ihm durch den Kopf ging. <emphasis>Wenn ich scheitere, dann haben sie das, was sie ben�tigen, um mich ab Flottenbefehlshaber abzusetzen. Nat�rlich wird von der Flotte nicht mehr viel �brig sein, wenn ich erst mal gescheitert bin. Aber offenbar m�chte keiner von ihnen den Versuch wagen, sich die Syndiks in diesem System vorzunehmen.</emphasis></p><p>Sein Blick kehrte zum Display zur�ck, wo er nach etwas suchte, das jetzt eigentlich l�ngst zu sehen sein sollte. Noch immer war die Verfolgerflotte nicht durch den von Ixion herf�hrenden Sprungpunkt aufgetaucht. Beunruhigt trommelte er mit den Fingern auf die Armlehne seines Sessels. Wo blieben ihre Verfolger? Sie hielten sich jetzt schon �ber zwei Stunden im System auf, und jede weitere Minute war ein Geschenk. Aber er misstraute Geschenken, die ihm aus nicht nachvollziehbaren Gr�nden gemacht wurden. Zwar hatte er Rione gegen�ber die Hoffnung ge�u�ert, drei Stunden Vorsprung vor den Syndiks zu haben, und er hatte auch da-hingehend gebetet, doch er war die ganze Zeit �ber von weniger als zwei Stunden ausgegangen. Selbst wenn er gro�z�gig kalkulierte, dass die Syndik-Flotte eine Weile brauchte, um das Wendeman�ver zu organisieren, nachdem sie bei Ixion entdeckt hatte, wohin die Allianz-Schiffe entkommen waren, h�tte inzwischen wenigstens eine kleine Vorhut eintreffen m�ssen.</p><p>Eine weitere Nachricht von h�chster Priorit�t traf ein, diesmal von der <emphasis>Ocrea, </emphasis>die drei�ig Lichtsekunden entfernt war.</p><p>Das w�rde die Unterhaltung zwar in die L�nge ziehen, aber es bewegte sich noch in einem ertr�glichen Rahmen. Geary wunderte sich, warum sich der Schwere Kreuzer bei ihm meldete, doch dann fiel ihm ein, dass er das Schiff gebeten hatte, einige fliehende Syndiks an Bord zu holen und zu verh�ren. �Geary hier. Haben die Syndiks was erz�hlt?�</p><p>Der Captain der <emphasis>Ocrea</emphasis> nickte. �Einer von ihnen. Die meisten haben nur den �blichen Unsinn heruntergeleiert, dass es eine Ehre f�r sie ist, B�rger der Syndikatwelten zu sein. Aber wir konnten einen Senior-Unteroffizier finden, der offenbar der Ansicht ist, dass unsere Flotte nicht besiegt werden kann und dass jeder, der genau das versucht, gegen den Willen der Lebenden Sterne verst��t. Also hat er alles ausgeplaudert, was er wei�, weil er glaubt, dass er nur so Wiedergutmachung da-f�r leisten kann, dass er bei dem Angriff auf uns mitgeholfen hat.� Er machte eine Pause und wartete Gearys Reaktion ab.</p><p>�Der Mann hat eine gesunde Einstellung�, entgegnete er.</p><p>Eine Minute sp�ter stimmte der Captain der <emphasis>Ocrea</emphasis> ihm zu:</p><p>�Das finde ich auch, Sir. Dieser Syndik-Matrose wei� zwar nicht viel, aber er konnte uns verraten, dass wir vor unserem Sprung nach Ixion das Flaggschiff au�er Gefecht gesetzt haben. Der h�chstrangige CEO des Schiffs hat den Angriff nicht �berlebt, und damit begannen die beiden ihm unterstellten, aber gleichrangigen CEOs sich zu streiten, wer von ihnen das Kommando �ber die Streitmacht bekommen sollte, die uns nach Ixion folgen w�rde. Unser Informant kann sich nicht genau erinnern, wie lange das gedauert hat, aber er sagt, es m�ssen mindestens vier Stunden gewesen sein. Vielleicht sind sogar mehr als f�nf Stunden verstrichen, w�hrend die Syndik-Flotte hier festsa� und auf eine Entscheidung wartete.�</p><p>Wieder lie� der Mann eine Pause folgen.</p><empty-line/><p>�Mindestens vier Stunden?�, wiederholte Geary. Er hatte das Feuer auf das Zentrum der Formation in der Hoffnung konzentriert, eben diese Wirkung zu erzielen, aber erst jetzt erfuhr er, dass er damit tats�chlich Erfolg gehabt hatte. �Und der Matrose ist sich da ganz sicher?�</p><p>�Ja, Sir. Bedauerlicherweise kann er uns �ber die St�rke der Verfolgerflotte nichts weiter sagen, als dass sie gro� ist. Die einzige andere n�tzliche Information ist die, dass von den schwer besch�digten Schiffen, die hier zur�ckgelassen wurden, Personal zur Verfolgerflotte abgestellt wurde. Er ist der Meinung, dass damit Verluste an Bord der Schiffe ausgeglichen werden sollen, aber er glaubt auch, dass die Schiffe insgesamt unterbesetzt sind, wenn man das erfahrene Personal z�hlt. Wie es scheint, haben die Syndiks in letzter Zeit �berm��ig viele Leute verloren, die �ber bessere Ausbildung und mehr Erfahrung verf�gen. So viele, dass sie vorerst nicht genug Nachschub haben.� Diesmal l�chelte der Captain der <emphasis>Ocrea</emphasis> sehr erfreut.</p><p>�Hervorragende Arbeit�, erwiderte Geary lobend. �Glauben Sie, es w�rde sich lohnen, irgendwelche Ihrer Gefangenen auf ein Schiff zu bringen, auf dem bessere Verh�rm�glichkeiten vorhanden sind?�</p><p>�Das m�chte ich bezweifeln, Sir. Selbst der eine, der alles verraten hat, wei� nicht mehr als das, was ich Ihnen gesagt habe. Meiner Meinung nach sind sie es nicht wert, dass wir sie bei uns behalten.� Dem Captain der <emphasis>Ocrea</emphasis> schien ein unerwarteter Gedanke durch den Kopf zu gehen. �Ich sch�tze, wir k�nnten sie in ihre Rettungskapseln setzen und zur�ck ins All schicken. Das haben wir doch in letzter Zeit mit anderen auch gemacht, nicht wahr?�</p><p>Geary nickte und versuchte, sich seine Erleichterung nicht anmerken zu lassen. Es war noch nicht lange her, da h�tte dieser Captain, so wie jeder Offizier in der Flotte, Syndik-Gefan gene einfach aus der Luftschleuse ins All gesto�en, sobald sie nutzlos geworden waren. Dass er von sich aus auf die Idee gekommen war, die Syndiks menschlich zu behandeln, war ein sehr gutes Zeichen daf�r, dass das Prinzip der Ehre allm�hlich seine fr�here Bedeutung zur�ckerlangte. �Das h�rt sich nach einem guten Plan an.�</p><p>Der andere Offizier l�chelte ihn an. �Irgendwelche Mitteilungen von den Lebenden Sternen, die wir ihm mit auf den Weg geben k�nnen, damit er sie f�r uns verbreitet?�</p><p>Fast h�tte Geary zugestimmt, aber dann hielt er inne. Auf eine unerkl�rliche Weise kam ihm das verkehrt vor, so als n�hme er eine Warnung wahr, die er aber weder h�ren noch sehen konnte. �Das ist wom�glich keine so gute Idee. Seine eigenen Gedanken kann er ruhig verbreiten, aber ich m�chte nicht die Lebenden Sterne ver�rgern, indem ich mir anma�e, f�r sie zu sprechen.�</p><p>Der Captain wurde j�h ernst. �Ich hatte kein Sakrileg vorschlagen wollen, Sir.�</p><p>�Ich wei�. Aber was wir denken, k�nnte aus deren Sicht nicht richtig sein. Lieber gehe ich auf Nummer sicher.�</p><p>�Stimmt�, best�tigte der Befehlshaber der <emphasis>Ocrea, </emphasis>�momentan scheinen wir in ihrer Gunst zu stehen, und das sollte nach M�glichkeit auch so bleiben. Vielen Dank, Sir. Innerhalb der n�chsten zehn Minuten werden wir die Rettungskapseln wieder losschicken.�</p><p>�Tun Sie das. Und nochmals vielen Dank f�r die hervorragende Arbeit.�</p><p>Als sich das Fenster schloss, das den Captain der <emphasis>Ocrea </emphasis>zeigte, wandte sich Geary an Rione und Desjani, um ihnen die Neuigkeit mitzuteilen, die er um seine eigene Interpretation erg�nzte. �Von den �berlebenden CEOs wollte jeder derjenige sein, der f�r sich in Anspruch nehmen konnte, unsere Flotte bei Ixion vernichtend zu schlagen, was dazu f�hrte, dass sie Stunden mit der Diskussion zugebracht haben, wer von Ihnen das Sagen haben sollte. Co-Pr�sidentin Rione, verf�gen die Syndiks nicht �ber ein System wie unseres des Dienstalters, (las dar�ber entscheidet, wer der h�herrangige Offizier ist?�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �CEO-Positionen bestimmen sich aus einer Mischung von zivilen und milit�rischen Faktoren.</p><p>Wie hoch ein CEO anzusiedeln ist, h�ngt von seinem Dienst-niveau ab, aber auch von seinem politischen Einfluss.�</p><p>�Das hei�t, ihre Kommandostruktur �hnelt�� Er warf Desjani einen entschuldigenden Blick zu. �Sie �hnelt dem, was in dieser Flotte �blich war? Ich h�tte gedacht, dass bei den Syndiks viel rigorosere Strukturen herrschen. Ihr ganzes Verhalten l�sst auf so etwas schlie�en.�</p><p>�Bis zu einem gewissen Punkt ist das so�, erkl�rte Rione geduldig, die sichtlich ihren Spa� an Desjanis Unbehagen hatte. �Jeder unterhalb des Dienstgrads eines CEO sollte tun-lichst die Befehle ausf�hren, die ihm erteilt werden. Ist aber jemand zum CEO aufgestiegen, werden prompt die Messer gez�ckt. Die CEOs untereinander ringen st�ndig darum, den besseren Auftrag zu ergattern, und sie fallen sich gegenseitig solange in den R�cken, bis sie es in den Exekutivrat geschafft haben.�</p><p>�Klingt ja fast wie bei unseren eigenen Politikern�, murmelte Desjani scheinbar zu sich selbst, war aber laut genug, um von Rione geh�rt zu werden.</p><p>Die l�chelte nur frostig, ohne den Blick von Geary abzuwenden. �Derjenige CEO, der f�r sich in Anspruch nehmen kann, Sie get�tet zu haben, hat damit quasi einen Freifahrtschein zum Exekutivrat in der Tasche. Kein Wunder, dass die beiden CEOs unserer Verfolgerflotte kostbare Zeit damit vergeudet haben, sich um das Kommando zu streiten. Auch wenn dieser Matrose das so geschildert hat, werden sich die beiden sehr wahrscheinlich nicht tats�chlich gestritten haben. Vielmehr d�rfte jeder von ihnen versucht haben, die befehlshabenden Offiziere der Flotte davon zu �berzeugen, dass die bestehenden Regeln und Befehle so zu deuten sind, dass nur er das Kommando �ber die Flotte �bernehmen kann. Und dir befehlshabenden Offiziere werden panisch darauf versessen gewesen sein, blo� keinen der beiden ohne eine gute b�ro-kratische Rechtfertigung zum Kommandanten zu machen, weil sie nur dann sp�ter erkl�ren k�nnen, dass ihnen keine andere Wahl geblieben war.�</p><p>�Also nicht so wie bei dieser Flotte�, stellte er fest. Die Allianz-Flotte hatte nach dem Tod von Admiral Bloch einen neuen Befehlshaber gesucht, w�hrend die Syndiks sich auf das zu einigen versucht hatten, was die Vorschriften besagen.</p><p>H�tte die Flotte sich einfach an die Vorschriften gehalten, dann w�re sein eigener Status als Befehlshaber nie infrage gestellt worden, da er bereits vor einem Jahrhundert �posthum� zum Captain bef�rdert worden war�� also deutlich fr�her als jeder andere Captain in dieser Flotte. Aber er konnte sich gut vorstellen, dass die anderen Schiffskommandanten, die Angst davor hatten, gegen die Regeln zu versto�en, mehr als nur das Z�nglein an der Waage gewesen w�ren. �Wir halten Gl�ck, und das hat uns mindestens vier Stunden Vorsprung vor den Syndik-Verfolgern eingebracht, m�glicherweise sogar deutlich mehr.�</p><p>�Wir haben nicht blo� Gl�ck gehabt, Sir�, widersprach Desjani ihm. �Sie haben unsere erste Angriffswelle auf die feindliche Formation auf die Stelle konzentriert, an der Sie das Flaggschiff vermutet hatten.�</p><p>Rione warf ein: �Vergessen Sie nicht, dass der unterlegene CEO diese Flotte hier befehligt. Das k�nnte Einfluss darauf haben, wie die Syndiks jetzt auf unsere Anwesenheit reagieren.�</p><p>�Gutes Argument�, entgegnete Geary. �Aber wie wird sich das auf den hier zur�ckgelassenen CEO auswirken?�</p><p>�Egal was passiert, die Schuld liegt allein bei dem CEO, der das Kommando �ber die Verfolgerflotte �bernommen hat. Er wollte das Kommando, um das Lob einzustreichen, aber jetzt befindet er sich in einer Lage, die ihm eine Blamage beschert.</p><p>Wenn diese Streitmacht nach Lakota zur�ckkehrt, dann wird Ihr CEO alles daransetzen, uns einen vernichtenden Schlag zuzuf�gen, der alles wettmachen soll, was Sie hier angerichtet haben.�</p><p>Mindestens noch vier Stunden. Gearys angespannte R�cken-muskeln wurden ein wenig lockerer.</p><p>Seine Flotte konnte bei vier Stunden Vorsprung eine Menge Schaden anrichten.</p></section><section><title><p>Drei</p></title><p>Drei weitere Syndik-Schiffe wurden in St�cke gerissen, dann konzentrierte sich der gr��te Teil der Allianz-Flotte auf die Verlustflotte des Gegners. Ein erneuter Schwarm Rettungskapseln lie� erkennen, dass etliche an Bord verbliebene Besatzungsmitglieder jene stark besch�digten Kriegsschiffe verlie�en, die nicht mehr zu einer Gegenwehr f�hig waren.</p><p>W�hrend sich die Verlustflotte im Schneckentempo vor den Angreifern zur�ckzog, r�ckten die Allianz-Schiffe mit vergleichsweise gem�chlicher Geschwindigkeit n�her, die bei 0,1 Licht beziehungsweise rund drei�igtausend Kilometern in der Sekunde lag.</p><p>Aber selbst bei 0,1 Licht waren die Waffen nur f�r Sekun-denbruchteile in der Lage, ein Ziel zu erfassen und das Feuer zu er�ffnen, weshalb automatisierte Systeme erledigten, wo-zu das Reaktionsverm�gen eines Menschen nicht mehr aus-reichte.</p><p>Die Erste und die Siebte Schlachtkreuzerdivision, die jeweils aus nur drei Kriegsschiffen bestanden, eilten davon, um als Erste in Reichweite zu gelangen. Die Allianz-Schiffe n�herten sich der gro�en, abgeflachten Sph�re der Syndik-Flotte alle von hinten und leicht von oben. Eine Sph�re war eine miserable Gefechtsformation, die vermutlich nur aus dem Grund gew�hlt worden war, um die Reparaturen m�glichst z�gig durchf�hren zu k�nnen. Da die in der Verlustflotte verbliebenen Schiffe keine Ausweichman�ver fliegen konnten, war es den Allianz-Kriegsschiffen m�glich, unbehelligt durch die Formation zu pfl�gen und jedes beliebige Schiff anzugreifen. Die <emphasis>Courageous</emphasis> von Captain Duellos f�hrte die <emphasis>Formidable. </emphasis>Und die <emphasis>Intrepid</emphasis> dicht an dem einzigen Schlachtschiff in der feindlichen Formation vorbei, das noch in der Lage gewesen War, einige Waffensysteme hochzufahren. Normalerweise h�tte lieh ein Schlachtschiff eine ganze Weile gegen drei Schlachtkreuzer zur Wehr setzen k�nnen, aber in diesem Fall waren die Reparaturen an vielen Systemen erst kurz zuvor begonnen worden. Die Schilde waren l�chrig, die Panzerung wies etliche L�cken auf, die man noch nicht versiegelt hatte, und der Gro�teil der Waffen war gar nicht einsatzf�hig. Die Allianz-Schiffe entfesselten ein verheerendes Sperrfeuer. Ihre H�llenspeere letzten alles an Bord au�er Funktion, was man bis dahin noch halte gebrauchen k�nnen.</p><p>Als Duellos' Schlachtkreuzer weiterzogen, nahmen sich die Op <emphasis>portune, </emphasis>die <emphasis>Brilliant</emphasis> und die <emphasis>Inspire</emphasis> einen der Schlachtkreuzer und einen in dessen N�he befindlichen Schweren Kreuzer vor, die es beide geschafft hatten, verschiedene Waf-lensysteme wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Wirbel aus Treffern setzte beide Syndik-Schiffe komplett au�er Gefecht, w�hrend die Siebte Schlachtkreuzerdivision Duellos' Schiffen zu jenem besch�digten Schlachtkreuzer folgte, der bereits fr�h die Verlustflotte verlassen hatte und versuchte, sich mit den beiden Schlachtschiffen zusammenzuschlie�en, die weiter ihrer sinnlosen Mission entgegeneilten, die nicht l�nger einsatzbereiten Syndik-Schiffe sch�tzen zu wollen.</p><p>Minuten sp�ter f�hrte Captain Tulevs <emphasis>Leviathan</emphasis> seine Schlachtkreuzer an, um zwei weitere Schwere Kreuzer au�er (iefecht zu setzen und die restlichen Waffensysteme des Schlachtschiffs unbrauchbar zu machen.</p><p>Captain Desjani war in den Zielerfassungsmodus �ber-gegangen und verfolgte auf ihrem Display, wie die <emphasis>Dauntless, </emphasis>die <emphasis>Daring</emphasis> und die <emphasis>Victorious</emphasis> den Abstand zu den verbliebenen Syndiks verringerten, die noch �ber funktionst�chtige Waffensysteme verf�gten. <emphasis>�Dauntless</emphasis> und <emphasis>Daring, </emphasis>auf die Waffen zielen, <emphasis>Victorious</emphasis> alle �brigen Systeme erfassen�, befahl sie.</p><p>Die gro�e Syndik-Formation schoss so schnell vorbei, dass Gearys Sinne gar nichts erfassen konnten, w�hrend das Display die Daten in dem Tempo aktualisierte, in dem die Er-gebnisse von den Flottensensoren erfasst und ausgewertet wurden. Der Syndik-Schlachtkreuzer wurde mit einem Symbol versehen, das besagte, dass alle Systeme ausgeschaltet worden waren, w�hrend die Wachhabenden der <emphasis>Dauntless </emphasis>die Folgen des schwachen Feindbeschusses �ber die Br�cke riefen. �Ein H�llenspeer-Treffer an den vorderen Schilden.</p><p>Keine Sch�den. <emphasis>Daring</emphasis> meldet zwei Treffer, keine Sch�den.</p><p><emphasis>Victorious</emphasis> meldet keine Treffer.�</p><p>�Das l�uft viel zu glatt�, murmelte Desjani.</p><p>�Die zwei Schlachtschiffe vor uns werden schon noch genug Widerstand leisten�, versicherte Geary ihr.</p><p>�Ja, stimmt.� Ihre Miene hellte sich auf, und sie konzentrierte sich auf die n�chsten Ziele ihres Schiffs.</p><p>Gut f�nf Minuten sp�ter wurde die Verlustflotte von der Sechsten Schlachtkreuzerdivision getroffen. In Captain Badayas Division hatten nur die <emphasis>Illustrious</emphasis> und die <emphasis>Incredible </emphasis>�berlebt, doch das war mehr als genug, um sich die beiden bereits beschossenen Schweren Kreuzer vorzunehmen, die als einzige noch funktionst�chtige Waffen besa�en. Als schlie�lich die beiden noch ausstehenden Schlachtkreuzer der Allianz auf die Schweren Kreuzer einpr�gelten, verlie� ein letzter Schwall Rettungskapseln die Syndik-Kriegsschiffe in der Verlustflotte. Damit hatten nun auch die letzten Besatzungsmitglieder die Flucht ergriffen und bezeugten damit, dass alle Hoffnung auf Widerstand gegen die Angreifer der Allianz linnlos war.</p><p>�Die sprengen ihre Schiffe auch nicht in die Luft�, stellte Rione fest.</p><p>�Richtig�, stimmte Geary ihr zu. �Die gleiche Logik wie bei den Reparaturschiffen. Den Syndiks geh�rt dieses Sternensystem, und sie wissen, wir werden wieder von hier verschwinden. Also hoffen sie, dass sie ihre Schiffe werden bergen k�nnen, falls uns keine Gelegenheit bleibt, sie zu zerst�ren.</p><p>Nat�rlich werden wir ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.�</p><p>Duellos' Schlachtkreuzer holten einen weiteren Schweren Kreuzer ein und nahmen ihn so massiv unter Beschuss, dass das Schiff in mehrere Teile zerbrach. Nicht weit davon entfernt befand sich der besch�digte Syndik-Schlachtkreuzer, der sich qu�lend langsam in Richtung der beiden Schlachtschiffe bewegte, die sich ihnen zwar tapfer n�herten, jedoch immer noch weit entfernt waren. Dicht hinter Duellos' Kriegsschiffen folgten die Schlachtkreuzer der Siebten Division, die im Vorbeiflug die �berreste des Schweren Kreuzers mit einigen weiteren H�llenspeeren traktierten.</p><p>Der Syndik-Schlachtkreuzer schien sich in einer aussichtslosen Position zu befinden, aber als Duellos mit der <emphasis>Courageous, </emphasis>der <emphasis>Formidable</emphasis> und der <emphasis>Intrepid</emphasis> zum Entscheidungsschlag anr�ckte, begann der Feind sich genau im richtigen Moment zu liehen, um nach unten und nach Backbord zu steuern. Duellos' Schiffe waren zu schnell, um noch zeitig reagieren zu k�nnen, und so blieb ihnen nichts anderes �brig, als dem Schi�f ein paar H�llenspeere mit gro�er Reichweite hinterher-zuschicken.</p><p>Doch die <emphasis>Brilliant, </emphasis>die <emphasis>Inspire</emphasis> und die <emphasis>Opportune</emphasis> waren noch weit genug entfernt, um eine Kurskorrektur vorzunehmen, mit der sie auf das unerwartete Ausweichman�ver des Syndik-Schiffs reagieren konnten. Gleichzeitig war der Abstand so gering, dass dem Gegner keine Zeit f�r ein weiteres Man�ver blieb, bevor sie in Reichweite gekommen waren.</p><p>Geary versuchte, sich ins Ged�chtnis zu rufen, wer die Befehlshaber dieser drei Schiffe waren, doch so sehr er sich auch bem�hte, es wollte ihm nicht gelingen. Warum halten diese Kommandanten bislang bei ihm keinen bleibenden Eindruck hinterlassen? Diese Frage irritierte ihn so sehr, dass er sich vornahm, einen Blick in die Akten der drei zu werfen, sobald er Zeit daf�r hatte.</p><p>Der Syndik-Schlachtkreuzer drehte sich leicht, w�hrend die funktionierenden Steuerd�sen Schwerstarbeit leisteten.</p><p>Diese ver�nderte Position versetzte den Schlachtkreuzer in die Lage, die noch einsetzbaren H�llenspeere abzufeuern, woraufhin der Strom aus geladenen Partikeln auf die <emphasis>Brilliant </emphasis>zielte, w�hrend sie zusammen mit der <emphasis>Opportune</emphasis> und der <emphasis>Inspire</emphasis> den eigenen Vektor �nderte, um nach Steuerbord und nach oben auszuweichen. Die Schilde der <emphasis>Brilliant</emphasis> flammten auf, da sie ein paar Treffer abbekamen, gleichzeitig feuerten sie und die <emphasis>Opportune</emphasis> ganze Salven von H�llenspeeren auf das Syndik-Schiff ab. Dessen geschw�chte Schilde brachen sofort zusammen, sodass die folgenden H�llenspeere sich in den Rumpf fra�en, die H�lle zerschnitten, die Ausr�stung zerst�rten und jedes Besatzungsmitglied t�teten, das sich im falschen Moment am falschen Ort aufhielt.</p><p>Als die <emphasis>Leviathan, </emphasis>die <emphasis>Dragon, </emphasis>die <emphasis>Steadfast</emphasis> und die <emphasis>Valiant </emphasis>den Schlachtkreuzer erreichten, waren dessen Steuerd�sen komplett ausgefallen, und er konnte das Feuer nur noch mit einem einzigen H�llenspeer erwidern. Tulevs Schlachtkreuzer schossen ihre Waffen auf das Schiff ab, dann zogen sie weiter zu den Schlachtschiffen und den Leichten Einheiten, um sich ihnen anzuschlie�en, w�hrend hinter ihnen eine stumme Schiffsh�lle zur�ckblieb.</p><p>�Waffen und Antriebseinheiten sind komplett tot, aber Irgendwas funktioniert immer noch, und die Crew hat noch nicht das Schiff verlassen�, merkte Desjani an und redete dabei in einem fast flehenden Tonfall, damit Geary endlich den Befehl gab, die <emphasis>Dauntless</emphasis> wenden zu lassen, um dem Syndik-Kriegsschiff den Todessto� zu versetzen.</p><p>Geary nickte, ohne den Blick vom Display zu nehmen. �Die <emphasis>Daring</emphasis> ist in der besseren Position, um das Schiff zu erledigen.</p><p>Sollen sie das �bernehmen.� Desjani nickte, machte aber keinen Hehl aus ihrer Entt�uschung.</p><p>Die <emphasis>Daring</emphasis> drehte sich leicht zur Seite, schoss an dem flug-unf�higen Syndik-Schlachtkreuzer vorbei und lie� eine Salve H�llenspeere auf ihn niederprasseln. W�hrend er das Wrack hinter sich zur�cklie�, verging es in einer gewaltigen Explosion, als der Antrieb �berhitzt wurde. �Sind da eigentlich Irgendwelche Rettungskapseln entkommen?�, fragte Geary, als ihm pl�tzlich bewusst wurde, dass er keinerlei Aktivit�ten In dieser Hinsicht beobachtet hatte.</p><p>Ein Wachhabender sch�ttelte den Kopf. �Ein paar Kapseln wurden gestartet unmittelbar bevor der Antrieb in die Luft ging, aber die wurden alle von der Explosion erfasst.�</p><p>�So ein Bastard�, murmelte Desjani, womit sie den Befehlshaber des feindlichen Schiffs meinte, der zu lange gewartet halle, bevor er seinen Leuten gestattete, von Bord zu gehen.</p><p>�Es st�rt Sie, dass Syndiks sterben?�, fragte Geary, der �ber Desjanis Verhalten nur staunen konnte. F�r Tanya Desjani war es nicht nur eine Pflicht, feindliche Schiffe zu zerst�ren und (Irren milit�rische Besatzung zu t�ten, sondern �blicherweise verschaffte ihr das auch eine wohlige Befriedigung ihrer Rach-sucht.</p><empty-line/><p>Seine Frage machte sie stutzig. �Es ist schon gut, dass diese Besatzungsmitglieder f�r uns keine Gefahr mehr darstellen�, erkl�rte sie. �Aber ihr Kommandant hatte eigentlich die Pflicht, ihnen zumindest eine Chance zu geben. Siewissen, was ich meine.�</p><p>Ja, das wusste er nur zu gut. Er selbst hatte vor hundert Jahren dem gr��ten Teil seiner Besatzung auch diesen Befehl gegeben, als sein Kampf bei Grendel sich von verzweifelt zu hoffnungslos wandelte. �Ja, ich wei�.�</p><p>Die vorpreschenden Schlachtkreuzer der Allianz waren ganz in ihrem Element, als sie mit hoher Geschwindigkeit die leichteren Einheiten einholten und das Feuer er�ffneten, das einer ganzen Reihe von J�gern und Leichten Kreuzern das Ende brachte. Fast nebenbei wurden die beiden verbliebenen Schweren Kreuzer der Syndiks in St�cke gerissen. Als er zusah, wie seine Schlachtkreuzer durch das All pfl�gten und feindliche Schiffe zerschossen, w�hrend die Allianz-Schlachtschiffe immer noch nicht die Verlustflotte erreicht hatten, wurde ihm auf einmal klar, wieso die besten Offiziere der Allianz so versessen darauf waren, das Kommando �ber einen Schlachtkreuzer zu erhalten. Ein solches Schiff zu f�hren, war so ruhmreich wie in fr�heren Zeiten der Ansturm einer Kavallerieeinheil auf einer Planetenoberfl�che. Aber selbst jetzt stellte sich ihm die Frage, wie oft Schlachtkreuzer im Kampf gegen besser gepanzerte Schlachtschiffe aufgeschlitzt worden waren. Und er �berlegte, ob diese Schiffe auch nur ann�hernd so oft ruhmreich �ber das Schlachtfeld gest�rmt waren, wie sie auf der anderen Seite darunter hatten leiden m�ssen, dass ihre Panzerung eigentlich viel zu schwach war.</p><p>Hinter der <emphasis>Dauntless</emphasis> und den anderen Schlachtkreuzern hatten die Allianz-Schiffe leicht den Kurs ge�ndert, um �ber die Verlustflotte hinwegzufliegen und die beiden Syndik-Schlachtschiffe abzufangen, die immer noch einige Lichtminuten von ihnen entfernt waren. Von allen Seiten schlossen sich ihnen Zerst�rer und Leichte Kreuzer an, nachdem sie alle um-liegenden Syndik-Schiffe unsch�dlich gemacht hatten. Ganz am Ende dessen, was mit viel gutem Willen als die Flottenformation der Allianz bezeichnet werden konnte, befanden sich die vier Schnellen Hilfsschiffe, begleitet von Captain Cresidas zwei Schlachtkreuzern sowie rund zwanzig Leichten Kreuzern und Zerst�rern. Im Gegensatz zu den anderen Allianz-Schiffen hatten die Hilfsschiffe ihren Kurs nicht ge�ndert, sondern befanden sich auf direktem Abf�ngkurs zu den Reparaturschilfen in der Mitte der flachen Blase, die die Verlustflotte darstellte.</p><p>�Unsere f�hrenden Schlachtkreuzer sind nur noch zwei Lichtminuten von diesen Syndik-Schlachtschiffen entfernt�, lie� Desjani ihn wissen. �Sie haben vom System die Bezeichnung Syndik-Flotte Bravo erhalten. Ich frage mich nur, warum es ihnen nicht den Namen Syndik-Selbstmordflotte gegeben hat.�</p><p>Damit hatte sie zwar grunds�tzlich recht, aber Geary zeigte auf die eigenen Hilfsschiffe. �Wenn die es schaffen, sich Irgendwie den Weg zu unseren Hilfsschiffen zu bahnen, dann k�nnten sie uns ganz empfindlich treffen.�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wenn es ihnen gelingen sollte, sich durch alles hindurchzuk�mpfen, was wir ihnen ent-gegenschleudern, dann sind deren Schilde so geschw�cht, dass Cresidas Schiffe sie erledigen k�nnten.�</p><p>�Mir gef�llt es nicht, Schlachtkreuzer gegen Schlachtschiffe antreten zu lassen�, hielt er dagegen, da er f�rchtete, seine aggressiven Kommandanten k�nnten durch die bisherigen Erfolge �berm�tig werden. Andererseits brauchte er gar nicht erst zu versuchen, ihnen den Befehl zu geben, weniger aggressiv ans Werk zu gehen. Keiner von ihnen w�rde darauf h�ren.</p><empty-line/><p>Er beugte sich vor und tippte auf seine Komm-Kontrollen.</p><p>�An alle Schlachtkreuzerformationen! Sobald Sie im Vorbeiflug auf die Syndik-Flotte Bravo gefeuert haben, reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit, bis Sie sie an die der Verlustflotte angepasst haben. Dann warten Sie auf Ihre weiteren Befehle.</p><p>Auch alle Allianz-Schlachtschiffe werden ihre Geschwindigkeit an die der Verlustflotte anpassen, sobald die Syndik-Flotte Bravo vernichtet worden ist.�</p><p>Noch w�hrend er redete, verlie�en Shuttles die Allianz-Schiffe und nahmen Kurs auf die Verlustflotte, wobei jedes Shuttle sein genau vorgegebenes Ziel ansteuerte. Die meisten waren auf dem Weg zum Wrack der <emphasis>Audacious, </emphasis>andere n�herten sich den Reparaturschiffen und den Kriegsschiffen in der unmittelbaren Umgebung, um sicherzustellen, dass die tats�chlich verlassen waren und keine Gefahr darstellten.</p><p>Die Shuttles hatten noch nicht ihr jeweiliges Ziel erreicht, da jagten Duellos' Schlachtkreuzer und die Syndik-Flotte Bravo mit einer kombinierten Geschwindigkeit von mehr als 0,2 Licht aneinander vorbei. Bei einem solchen Tempo kam es zu relativistischen Verzerrungen, die den Blick auf Objekte im Raum so ver�nderte, dass die Zielerfassung schwierig wurde und sich der Zeitraum, in dem man auf den Gegner feuern musste, um eine Chance zu haben, ihn auch zu treffen, auf den winzigsten Bruchteil einer Sekunde verk�rzte.</p><p>Als sich die beiden Formationen wieder voneinander entfernten, konnte Geary erkennen, dass die Schilde des Syndik-Schlachtschiffs zwar geschw�cht aber keine Treffer erzielt worden Waren. Die Syndiks ihrerseits hatten ihre geballte Feuerkraft ganz auf die Formidable konzentriert, da ihnen zweifellos aufgefallen war. dass das Schiff immer noch von der letzten Schlacht gezeichnet war. Die <emphasis>Formidable</emphasis> hatte etliche Treffer einstecken m�sen und dabei viel von ihrer Gefechts-tauglichkeit verloren, aber zum Gl�ck waren die Antriebssysteme nicht noch ernsthafter besch�digt worden, sodass sie mit Ihren Schwesterschiffen mithalten konnte.</p><p>Die <emphasis>Brilliant, </emphasis>die <emphasis>Opportune</emphasis> und die <emphasis>Inspire</emphasis> feuerten als N�chste auf die Syndik-Schlachtschiffe und schw�chten deren Schilde noch etwas mehr, dabei bekam die <emphasis>Opportune</emphasis> jedoch mehrere h�ssliche Treffer ab.</p><p>Tulevs Schlachtkreuzer konzentrierten ihr Feuer auf das Syndik-Schiff in ihrer unmittelbaren N�he, w�hrend sie den Feind an Backbord passierten. Sie brachten die Schilde dazu, an verschiedenen Stellen auszufallen, doch die <emphasis>Dragon</emphasis> musste dabei ein paar Treffer einstecken.</p><p>Desjani schickte ihre Schlachtkreuzer los, wobei Geary hoffte, dass sie nicht zu nahe an die nach wie vor gef�hrlichen Syndiks herangingen. Die versuchten ihr Feuer auf die bereits In Mitleidenschaft gezogene <emphasis>Daring</emphasis> zu richten, aber Desjani hatte ihre Formation so angeordnet, dass die <emphasis>Daring</emphasis> am weitesten vom Gegner entfernt war, damit sie, anders als die <emphasis>Formidable, </emphasis>verschont blieb. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> und die <emphasis>Victorious </emphasis>bombardierten das Syndik-Schlachtschiff, dessen Schilde noch weitestgehend unversehrt geblieben waren. Es gelang ihnen, die feindliche Verteidigung weiter zu schw�chen, gleichzeitig vermieden sie es, selbst weitere Treffer einzustecken.</p><p>Damit blieben die <emphasis>Illustrious</emphasis> und die <emphasis>Incredible �</emphasis> brig, um wieder das erste Schiff unter Beschuss zu nehmen. W�hrend die letzten beiden Schlachtkreuzer der Allianz aufh�rten zu feuern, da der Feind sie l�ngst passiert hatte, wurde deutlich, dass die Schilde der Syndik-Schiffe zwar massiv geschw�cht waren, doch die Panzerung, alle Waffen sowie s�mdiche �brigen Systeme waren immer noch intakt, w�hrend sie unver�ndert auf die Hilfsschiffe der Allianz zuhielten.</p><p>Doch als N�chstes stand ihnen die Begegnung mit den Schlachtschiffen der Zweiten, F�nften und Achten Division bevor. Zw�lf Schiffe gegen zwei stellten prinzipiell ein krasses Missverh�ltnis der Kr�fte dar. Hinzu kam noch, dass die Schilde der Allianz-Schiffe mit voller Leistung betrieben wurden, w�hrend die der Syndiks sich nur langsam erholten.</p><p>Geary grinste, als er sah, dass sich die drei Unterformationen exakt an jenen Einsatzplan gehalten hatte, der ihre Bewegungen genau aufeinander abstimmte. Die <emphasis>Gallant, </emphasis>die <emphasis>Indomitable</emphasis>, die <emphasis>Glorious</emphasis> und die <emphasis>Magnificent</emphasis> h�mmerten von oben auf die Syndiks ein, Millisekunden sp�ter folgten die <emphasis>Relentless, </emphasis>die <emphasis>Reprisal</emphasis>, die <emphasis>Superb</emphasis> und die <emphasis>Splendid, </emphasis>die sich unterhalb des Gegners bef�nden, der Sekunden darauf an Steuerbord von der <emphasis>Fearless, </emphasis>der <emphasis>Resolution, </emphasis>der <emphasis>Redoubtable</emphasis> und der <emphasis>Warspite</emphasis> unter Beschuss genommen wurde. Dieser Feuerkraft, die in so kurzer Abfolge die Syndik-Schiffe traf, hatten sie nichts entgegenzusetzen. Zwar erwiderten sie noch das Feuer und konnten auch den einen oder anderen Treffer bei der <emphasis>Glorious</emphasis> und der <emphasis>Fearless</emphasis> verbuchen, aber als die zw�lf Allianz-Schlachtschiffe weiterflogen, blieb ein Tr�mmerfeld an der Stelle zur�ck, an der sich eines der beiden gegnerischen Schiffe befunden hatte, w�hrend das andere als steuerloses Wrack weitertaumelte. Ein paar Rettungskapseln wurden aus den �berresten des Schiffs ausgesto�en, das immer weiter von seinem urspr�nglichen Vektor abdriftete.</p><p>Als drei�ig Sekunden sp�ter die Zehnte Schlachtschiffdivision unter Captain Armus auf den Feind traf, blieb den vier Schiffen nichts weiter zu tun, als den Raumschrott in noch kleinere St�cke zu zerschie�en.</p><p>Geary atmete erleichtert auf, dann �ff nete er einen Komm-Kanal, um weitere Befehle zu geben: �An alle Allianz-Schiffe mit Ausnahme der Hilfsschiff-Formation: Nehmen Sie Ihre vorgegebene Position in Relation zum Flaggschiff <emphasis>Dauntless </emphasis>ein.� Auf seinem Display erinnerte die beabsichtigte Formation an einen zerfledderten Ball, der sich oberhalb der Verlustflotte leicht �ber sie hinaus erstreckte, wobei die Unterfor-malionen rund um die Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe eine grobschl�chtige Sph�renform aufwiesen. Sch�n war das zwar nicht anzusehen, aber es w�rde gen�gen m�ssen.</p><p>Desjani warf ihm einen fragenden Blick zu, da sie wusste, dass er eigentlich ordentliche Formationen bevorzugte. �Wollen Sie die Brennstoffzellen schonen?�</p><p>�Das auch. So m�ssen unsere Schiffe m�glichst wenig ma-n�vrieren, um ihren Platz einzunehmen. Au�erdem habe ich �berlegt, dass wir unsere Verfolger t�uschen k�nnen. Wenn die Flotte etwas unordentlich aussieht und die Syndiks treffen ein, dann werden sie wom�glich glauben, dass die Allianz-Flotte immer noch in der gleichen wirren Verfassung ist, in der sie uns gesehen haben, als wir Lakota das erste Mal verlie�en.�</p><p>�Werden sie das auch noch glauben, wenn sie sehen, wie wir den Syndiks in diesem System mitgespielt haben?�, fragte sie zweifelnd.</p><p>�Die Chancen standen hier gut genug, dass auch ein unorganisierter Haufen die Syndiks in die Mangel h�tte nehmen k�nnen. Vielleicht lassen sie sich nicht t�uschen. Auf jeden Fall k�nnen wir es uns im Moment nicht leisten, Brennstoffzellen zu vergeuden. Sobald unsere Verfolger auftauchen, m�ssen wir uns schnell in Bewegung setzen, und dann k�nnen wir immer noch Ordnung schaffen.�</p><p>Alle Allianz-Kriegsschiffe hatten sich um die eigene Achse gedreht, um mithilfe des Antriebs abzubremsen, damit sie nicht zu weit von den unverzichtbaren Hilfsschiffen wegdrifte-ten. Dann nahmen sie die Formation ein, der Geary im Geiste den Namen �Gro�e H�ssliche Kugel� gegeben hatte. Diese Situation hatte er im Griff.</p><empty-line/><p>Die Syndik-Verfolger waren noch immer nicht eingetroffen, und die n�chsten einsatzbereiten Syndik-Schiffe waren fast eine Lichtstunde von hier entfernt, sodass Geary sich einen Moment Ruhe g�nnen konnte, um einmal tief durch-zuatmen. Es dauerte nicht lange, da gab er der Versuchung nach und schaltete sich auf die Kamera eines der Marines auf, die die <emphasis>Audacious</emphasis> zur�ckeroberten.</p><p>Die Shuttles hatten nicht nur dort angedockt, wo sich die externen Luftschleusen der <emphasis>Audacious</emphasis> befanden, sondern auch die Stellen genutzt, an denen gro�e L�cher in den Rumpf geschossen worden waren. Einheiten der Marines waren in dem lautlosen Schiff ausgeschw�rmt und auf alles gefasst, was ihnen dort begegnen mochte. Gearys Blick aus dem Gefechtsanzug des Soldaten, den er ausgew�hlt hatte, zeigte das Innere des Schlachtschiffs, das wegen der Sch�den und der herrschenden Dunkelheit fremd wirkte. Der Lieutenant und sein Trupp gelangten eben zu einer Luftschleuse, die gerade so weit wiederhergerichtet worden war, dass man sie benutzen konnte. Auf dem weiteren Weg kamen Abschnitte der Schotte ins Blickfeld der Kamera, die notd�rftig geflickt worden waren, damit die Atmosph�re nicht entweichen konnte.</p><p>Die Marines bewegten sich z�gig durch das Schiff. Ihre gepanzerten Kampfanz�ge suchten die Umgebung nach Sprengfallen ab und ihre Waffen hielten Ausschau nach m�glichen fielen, w�hrend sie um Ecken bogen und sich ihren Weg durch lange G�nge bahnten, die mit Tr�mmern �bers�t waren. Kein Feind zeigte sich, keine Falle war auszumachen. Das beruhigte jedoch keinen der Beteiligten, sondern steigerte die Nervosit�t nur noch. Vor ihnen tauchte eine weitere Luke auf, diesmal eine verschlossene. Die Marines blieben stehen und schauten sich wachsam um, die Waffen schussbereit im Anschlag, w�hrend einer eine winzige Sprengladung anbrachte, um das Schloss in die Luft zu jagen. �Keine Bet�ubungsgrana-ten!�, ert�nte im gleichen Moment �ber das Komm-System der Marines.</p><p>�Aber, Sarge, dahinter k�nnten��</p><p>�Dahinter k�nnten unsere Leute gefangen gehalten werden, und keiner wei�, in welcher Verfassung sie sich befinden.</p><p>Wenn sie schlecht dran sind, gen�gt eine einzige Bet�ubungs-granate, um sie umzubringen. Es wird nur gezielt geschossen, und das auch nur dann, wenn ihr einen Feind eindeutig als inichen identifiziert habt. Derjenige Mistkerl, der eine Salve auf einen Kriegsgefangenen abfeuert, wird von mir h�chstpers�nlich erschossen. Ist das klar?� Best�tigendes Gemurmel wurde laut.</p><p>Ein Marine fasste nach der Luke und zog sie auf, w�hrend seine Kameraden ihre Waffen auf m�gliche Angreifer richteten.</p><p>Einen Moment lang f�rchtete Geary, der Raum hinter der Luke k�nnte mit toten Allianz-Matrosen �bers�t sein, doch dann sah er die resignierten, rebellischen und ver�ngstigten Gesichter der Gefangenen, die sich zur Luke umdrehten.</p><p>Nach und nach setzten die M�nner und Frauen ungl�ubige Mienen auf, als sie sahen, dass Marines der Allianz vor ihnen standen. �Die Luft da drin ist miserabel�, meldete der Marine-Lieutenant seinem Vorgesetzten. �Der CO2-Gehalt ist viel zu hoch.�</p><p>�Schafft sie alle raus�, kam der Befehl zur�ck. �Der Dritte Zug schlie�t gerade einen Evakuierungsschlauch an der letzten noch funktionst�chtigen Luftschleuse an, der mit den Shuttles verbunden wird. Los, los, raus mit allen!�</p><p>An den Uniformen der Gefangenen waren Abzeichen der verschiedensten Schiffe zu sehen. Auf den ersten Blick erkannte Geary die Symbole der <emphasis>Indefatigable, </emphasis>der <emphasis>Audacious, </emphasis>des Schweren Kreuzers <emphasis>Bassinet</emphasis> und des Zerst�rers <emphasis>Talwar. </emphasis>Einige der befreiten Allianz-Matrosen grinsten breit, als die Marines sie aus dem stickigen Abteil holten, andere waren immer noch v�llig verbl�fft, w�hrend sie in Richtung Luftschleuse dirigiert wurden. �Erster Trupp! S�umen Sie die G�nge, damit dir Leute wissen, wohin sie m�ssen, und treiben Sie sie zur Eile an!�</p><p>Ein Chief Petty Officer der <emphasis>Defiant, </emphasis>der einen Arm in einer Schlinge trug, blieb kurz stehen, als er durch die Luke kam.</p><p>�Das ist das erste Mal, dass ich froh bin, einen Marine zu sehen�, sagte er zu einem der M�nner, w�hrend er gierig die frische Luft im Gang einatmete. �Ich k�nnte Sie k�ssen.�</p><p>�Sorry, Chief, aber Sie sind nicht mein Typ�, gab der Marine zur�ck. �Versuchen Sie's mal bei meinem Kumpel da dr�ben.</p><p>Aber gehen Sie bitte weiter.�</p><p>�ber den Komm-Kanal ging eine weitere Meldung ein:</p><p>�Hier ist noch ein Abteil, Lieutenant! Sieht so aus, als w�ren das auch alles unsere Leute!�</p><p>�Schafft sie raus und bringt sie zum Evakuierungsschlauch!</p><p>Los, los, los!�</p><p>Geary unterbrach die Verbindung. Zu gern h�tte er weiter mitverfolgt, was sich auf der <emphasis>Audacious</emphasis> abspielte, aber er wusste, dass andere Aufgaben auf ihn warteten. Als er bemerkte, dass Desjani ihn ansah, nickte er ihr zu. �Die Marines schaffen unsere Leute von der <emphasis>Audacious. </emphasis>Sieht so aus, als ob die Syndiks zahlreiche Gefangene gemacht h�tten.�</p><p>�Gut, dass sie gerettet werden k�nnen�, meinte sie und den tete auf das Display vor ihr. �Unsere Hilfsschiffe n�hern sich jetzt den Syndik-Reparaturschiffen.�</p><p>Die vier Allianz-Hilfsschiffe hatten die vier gro�en Reparaturschiffe erreicht und gingen nun direkt �ber ihnen in Position. F�rderschl�uche wurden von der Unterseite der Schiffe herabgelassen und mit den Syndik-Schiffen verbunden, was so wirkte, als w�rden sich gigantische Weltraumgesch�pfe mit noch gigantischeren Kreaturen paaren. In gewisser Weise war (las ja auch der Fall.</p><p>Geary musste erst eine Weile mit den Men�s seines Displays hantieren, dann endlich gelang es ihm, ein Diagramm aufzurufen, das die Aktivit�ten innerhalb der Syndik-Schiffe darstellte. Symbole zeigten Allianz-Ingenieure, die ein Schott nach dem anderen wegsprengten, bis der Weg zu den Rohstoffvorr�ten frei war. Mit jedem neuen Zugang, der ge�ffnet wurde, lie� man weitere F�rderschl�uche herab, um die Be-st�nde aufzunehmen.</p><p>�Ein sonderbar beunruhigendes Bild, nicht wahr?�, murmelte Rione, die von ihrem Platz aufgestanden war und sich jetzt �ber seine Schulter beugte. �Oder sieht das nur aus dem Blickwinkel einer Frau so eigenartig aus?�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Nicht, wenn die F�rderschl�uche erst mal damit anfangen, die Vorr�te aus den Syndik-Schiffen zu saugen. Ich sch�tze, wir sind es einfach nicht gew�hnt, Parasiten von solchen Dimensionen zu erleben.�</p><p>�Haben die, was wir ben�tigen?�</p><p>�Zum Teil ja.� Er betrachtete das Display, auf dem etliche �berlappende Fenster bis ins Detail zeigten, was die Flotte ben�tigte und was bislang in den Reparaturschiffen gefunden worden war. Die in kleiner Schrift gehaltenen Listen voller fremdartiger Begriffe machten es ihm unm�glich, sich ein Bild davon zu verschaffen, was da drau�en geschah. �Warum k�nnen diese Dinger nicht einfach auflisten, wie viel wir von jedem Rohstoff brauchen und wie viel davon reinkommt?</p><p>Captain Desjani, k�nnten Sie Ihren Maschinen-Wachhabenden bitten, mir ein Display zu erstellen, das mir in einfachen Worten sagt, wie weit wir damit sind, die Lager der Hilfsschiffe aufzuf�llen?�</p><p>Sie nickte und gab den Befehl weiter, dann l�chelte sie zufrieden. �Es sind zwei Lastenshuttles von der <emphasis>Titan</emphasis> eingetroffen, Sir. Die Reserven in den Brennstoffzellen werden in K�rze wieder bei f�nfundsechzig Prozent liegen. Wir haben au�erdem sechzig Kanister mit Kart�tschen erhalten, sieben neue Phantome und diverse gro�e Ersatzteile, die wir nicht selbst herstellen konnten.�</p><p>�Hervorragend. Ist das alles, was die <emphasis>Titan</emphasis> uns schickt?�</p><p>�Wenn die Zeit es zul�sst, folgt noch ein drittes Shuttle, Sir.�</p><p>Das war sogar noch besser. Unwillk�rlich begann Geary zu l�cheln. �Wenn wir jetzt noch etwas zu essen bekommen k�nnten.�</p><p>Der Maschinen-Wachhabende war zu ihm gekommen und r�usperte sich, um Gearys Aufmerksamkeit zu erhalten. �Verzeihen Sie, Sir. Wenn ich kurz darf�� Mit flinken Fingern tippte er auf die Kontrollen, dann tauchte vor Geary ein Fenster mit Balkendiagrammen auf, die ihm anzeigten, welches Fassungsverm�gen die Lager der Hilfsschiffe besa�en, wie viel Material man auf den Syndik-Reparaturschiffen gefunden hatte und wie viel davon bereits umgeladen worden war.</p><p>�Danke. Ahm� was zeigt dieser Balken an?�</p><p>�Lebensmittel, Sir�, entgegnete der Wachhabende auf die selbstzufriedene Art eines Mannes, der bereits eine Frage beantwortet hatte, die sein Vorgesetzter erst noch stellen wollte. �An Bord aller Syndik-Schiffe, die wir geentert haben, waren auch Lebensmittelvorr�te zu finden. Soweit ich wei�, wird auf den zivilen Schiffen ganz passables Essen serviert.</p><p>Noch reicht es zwar nicht, aber wir nehmen hier noch mehr Lebensmittel an Bord.�</p><empty-line/><p>�Werden Proben auf m�gliche Verseuchungen untersucht?�, wollte Rione wissen.</p><p>Der Ingenieur sah sie verdutzt an. �Ja, Madam Co-Pr�sidentin. Davon bin ich �berzeugt. Das Gleiche geschieht ja auch bei den Rohstoffen, die wir aus den Lagern holen. Ich werde mich aber noch einmal vergewissern.�</p><p>�Die ganze Bandbreite. Makro, Mikro, Nano, organisch, anorganisch�, f�gte sie hinzu.</p><p>�Ja, Madam Co-Pr�sidentin. Ich werde daf�r sorgen, dass nie alles� �hm�� Der Ingenieur hielt inne, da er ins Gr�beln gekommen war, ob Rione ihm und den vier Allianz-Hilfsschiffen �berhaupt irgendwelche Befehle erteilen konnte.</p><p>�K�mmern Sie sich darum�, sagte Geary.</p><p>Erleichtert dar�ber, dass er einen Befehl von jemandem erhalten hatte, von dem er wusste, dass der tats�chlich Be-fehlgewalt besa�, salutierte der Ingenieur und kehrte hastig zu seiner Station zur�ck, um die Anweisung weiterzugeben.</p><p>�Entschuldigen Sie, dass ich Ihren Wachhabenden in Ver-wirrung gest�rzt habe�, erkl�rte Rione schlie�lich. �Ich h�tte Sie bitten sollen, ihm den Befehl zu erteilen.�</p><p>�Nicht so schlimm. Au�erdem bin ich froh, dass Sie daran gedacht haben. Bei allem, was sich momentan abspielt, h�tte wom�glich jemand vergessen zu �berpr�fen, ob die Syndiks noch schnell ihre Lebensmittelvorr�te vergiftet haben, bevor sie ihre Schiffe verlie�en.�</p><p>�Manchmal ist es ganz praktisch, eine verschlagene Politikerin an Bord zu haben, nicht wahr?� Rione kehrte zu ihrem Platz zur�ck, blieb dort aber stehen, als eine weitere Nachricht bei Geary einging.</p><p>Colonel Carabali machte f�r eine Marine einen zufriedenen Eindruck. �Wir nehmen an, dass wir im Wrack der <emphasis>Audacious</emphasis> alle Bereiche entdeckt haben, in denen Gefangene festgehalten wurden�, meldete sie. �Es ist ein Wunder, dass wir nicht auf Berge von Toten gesto�en sind, wenn man bedenkt, unter welchen Umst�nden unsere Leute da untergebracht waren. Aber offenbar haben die h�herrangigen Offiziere in jedem dieser Abteile alle Gefangenen auf Trab gehalten, damit sie sich nicht aufgeben. Meine Scouts sch�tzen, dass dennoch sp�testens in vierundzwanzig Stunden die ersten Ge-lungenen gestorben w�ren. Sie m�ssen dringend etwas essen, und die Schwerverletzten wurden nur sehr notd�rftig erst-versorgt. Leichtere Verletzungen behandelten die Syndiks gar nicht.�</p><p>�Wie viele?�, fragte Geary, w�hrend er �berschlug, wie viele Besatzungsmitglieder sich auf den Schiffen der Allianz befunden haben mussten, die sie in diesem System verloren halten.</p><p>�Wir z�hlen noch. Sch�tzungsweise neunhundert Matrosen Und Offiziere und achtzehn Marines. Captain Oesida bestand darauf, die meisten von ihnen zur <emphasis>Furious, </emphasis>zur <emphasis>Implacable</emphasis> und <emphasis>z</emphasis>u den Schweren Kreuzern in der Formation zu schicken, Obwohl die Schlachtschiffe auch ein paar Leute an Bord nehmen wollten. Captain Casia hat einige Shuttles abgefangen und zur <emphasis>Conqueror</emphasis> umgeleitet.� Carabalis Tonfall lie� keinen zweifel daran, dass sie es nicht f�r die Aufgabe der Marines hielt, sich in die Meinungsverschiedenheiten der Flottenoffiziere untereinander einzumischen. �W�hrend wir nicht im System waren, wurden unsere Leute teilweise offenbar auch zu anderen Syndik-Schiffen gebracht. Laut den Gefangenen, die wir befreien konnten, wurden Handelsschiffe herangezogen, um als Gef�ngnistransporter zu dienen. Irgendeine Chance, dass wir die noch zu fassen bekommen?�</p><p>�Eher nicht, und die Chancen sinken von Sekunde zu Sekunde.� Jeden Moment konnten die Syndik-Verfolger durch den Sprungpunkt kommen, und je mehr Zeit verstrich, umso wahrscheinlicher wurde deren Ankunft. �Wir haben hier nur zwei Handelsschiffe passiert, und die waren mit Vorr�ten vollgestopft. Im System registrieren die Sensoren noch einige Dutzend Syndik-Handelsschiffe, aber die befinden sich alle au�er Reichweite. Und was sie an Bord haben, k�nnen wir von hier aus schon gar nicht feststellen. Da sich im System keine Arbeitslager finden, m�ssen wir wohl davon ausgehen, dass alle �brigen Gefangenen auf Schiffen untergebracht waren, die Lakota bereits wieder verlassen haben.�</p><p>�Verstehe, Sir. Wir bereiten uns darauf vor, von der <emphasis>Audacious</emphasis> zu verschwinden�, lie� Colonel Carabali ihn wissen. �Was machen wir mit dem �berrest des Schiffs?�</p><p>Geary verzog den Mund. So gern er dieses Schiff gerettet h�tte, war die <emphasis>Audacious</emphasis> in ihrem gegenw�rtigen Zustand doch nicht mehr in der Lage, sich gegen einen Angriff zu verteidigen. Das Schiff konnte auch nicht l�nger mit den anderen mithalten, und wenn sie es abschleppten, w�rde das f�r den Rest der Flotte zu einem unkalkulierbaren Risiko werden. Und sehr wahrscheinlich k�nnte nicht einmal die beste Werft dieses Schiff wieder auf Vordermann bringen.</p><p>Die <emphasis>Audacious</emphasis> war ein tapferes Kriegsschiff, dem jetzt nur noch ein Schicksal bl�hte�� der Schrottplatz. Aber es w�re unsinnig gewesen, den Syndiks all das Metall zur Wiederver-wertung zu �berlassen. �K�nnen wir den Antrieb hochgehen lassen?�</p><p>�Ja, Sir, er ist noch leistungsf�hig genug.�</p><p>�Dann programmieren Sie die �berhitzung f�r sechs Stunden ab jetzt und hauen Sie von da ab.� Sechs Stunden sollten mehr Zeit als genug sein, zumal er sich nicht vorstellen konnte, dass die Allianz-Flotte sich noch so lange mitten in der Verlustflotte aufhalten w�rde.</p><empty-line/><p>�Warten Sie!� Rione beugte sich zu Geary vor und sagte:</p><p>�Zerst�ren Sie die <emphasis>Audacious</emphasis> nicht einfach so.�</p><p>Seufzend wandte sich Geary an Carabali: �Befehl ist wider-rufen. Warten Sie einen Moment.� Dann drehte er sich zu Rione um. �Warum sollen wir die <emphasis>Audacious</emphasis> nicht sprengen und sie stattdessen den Syndiks �berlassen?�</p><p>�Ich will gar nicht, dass Sie sie den Syndiks �berlassen�, erwiderte Rione frostig. �Uns sitzen zahlreiche schlagkr�ftige Syndik-Kriegsschiffe im Nacken, und wir k�nnen jede verf�gbare Waffe gebrauchen, um ihre �berlegenheit zu unterh�hlen. Programmieren Sie das Schiff so, dass es nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt explodiert, sondern erst dann, wenn die Syndiks an Bord gehen.�</p><p>Unwillk�rlich verzog er bei der Vorstellung das Gesicht.</p><p>Aber so unappetitlich Sprengf�llen auch waren, stellten sie unter den gegebenen Umst�nden eine durchaus akzeptable Waffe dar. Dann kam ihm noch ein anderer Gedanke. �Vielleicht sollten wir alle Schiffe so programmieren, dass sie detonieren, sobald die Syndiks sich wieder an Bord begeben.�</p><p>Desjani h�rte ihn reden und warf ein: �Nur zu schade, dass ihnen das erst dann wehtun wird, wenn unser Kampf in diesem System vor�ber ist.�</p><p>�Leider ja�, stimmte er ihr zu. �Aber wir k�nnen ja nicht�� Er lie� den Satz unvollendet und sah zu Desjani.</p><p>Die machte gro�e Augen und sagte: �Bei allen aufgegebenen Syndik-Schiffen ist der Antrieb voll funktionst�chtig.</p><p>Wenn wir diese Schiffe so programmieren k�nnten, dass sie explodieren, wenn wir das wollen��</p><p>�Wie Minen?�</p><p>�Ganz genau. Wie Minen. Wie riesige Minen mit N�herungssensoren. Wir m�ssten die Syndik-Flotte anlocken, damit sie sich in die N�he der Verlustflotte begibt.�</p><empty-line/><p>�Das w�re ein gigantisches Minenfeld. K�nnten wir das hin-bekommen?�, fragte er Desjani.</p><p>Sie drehte sich zu ihrem Maschinen-Wachhabenden um.</p><p>�Lieutenant Nicodeom, geben Sie mir eine Einsch�tzung, ob wir ein aufgegebenes Syndik-Schiff so herrichten k�nnen, damit es wie eine Mine funktioniert. Der Antrieb soll explodieren, sobald ein Ziel in Reichweite kommt.�</p><p>Der Lieutenant machte eine �berraschte Miene, dann begann er zu �berlegen. �Am einfachsten w�re es vermutlich, eine Sprengladung mit den Kontrollsystemen f�r den Antrieb zu verbinden. Das w�rde einige Arbeit bedeuten, Captain, weil die Programmierung der Sprengladungen angepasst werden muss, um den Wirkungsradius der Explosion festzulegen.</p><p>Dann muss die Zeitverz�gerung berechnet werden, damit alle Schiffe zum richtigen Zeitpunkt gesprengt werden, und es m�ssen Kontrollkabel verlegt und Schnittstellen zu Kontrollsystemen der Syndiks geschaffen werden.�</p><p>�Wo finden sich in der Flotte die daf�r n�tigen Ressourcen?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Die besten Waffeningenieure der Flotte befinden sich auf den Hilfsschiffen, Captain. Und von da bekommen wir auch die Sprengladungen. Am besten ist es, wenn sich das Hilfsschiff direkt zu dem Syndik-Schiff begibt, oder Sie m�ssten Shuttles mit Personal und Ausr�stung zu den Schiffen schicken.�</p><p>Desjanis L�cheln wurde immer breiter. �Haben Sie das mitbekommen, Sir?�</p><p>Geary nickte und musste selbst auch l�cheln. Alle vier Hilfsschiffe waren von den Syndik-Kriegsschiffen der Verlustflotte umgeben, sie befanden sich also exakt dort, wo sie gebraucht wurden. �Ich glaube, es wird Zeit, Captain Tyrosian zu informieren. Hoffentlich brauchen ihre Ingenieure f�r den Eilauf-trag keine allzu spezifischen Angaben.�</p><empty-line/><p>Wieder meldete sich Lieutenant Nicodeom zu Wort: �Captain Geary, Sir, das ist f�r sie eine Herausforderung. Wenn sie die Sprengladungen f�r jedes einzelne Syndik-Kriegsschiff gesondert konfigurieren m�ssen und das alles in k�rzester Zeit zu geschehen hat, dann ist das genau die Art von Herausforderung, die ein guter Waffeningenieur liebt. F�r die gibt es nichts Sch�neres als sich eine neue Methode ausdenken zu m�ssen, um etwas Gro�es in die Luft zu jagen.�</p><p>�Danke, Lieutenant.� Geary tippte auf die Komm-Taste, um Kontakt mit Captain Tyrosian aufzunehmen, und erkl�rte ihr dann in aller Eile, was zu tun war. �K�nnen Ihre Leute das erledigen, Captain?�, fragte er schlie�lich. �Ich wei�, es ist eine sehr komplexe Herausforderung, und es bleibt nur wenig Zeit, aber mir wurde gesagt, dass die besten Waffeningenieure so etwas zu leisten imstande sind.� Offensichtlicher konnte er es nun wirklich nicht formulieren, aber das war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um sich auf einem Umweg an das Thema heran-zutasten. Au�erdem hatte er es mit einer Ingenieurin zu tun, da waren indirekte Fragen ohnehin eher der falsche Weg.</p><p>Captain Tyrosians Augen, die manchmal einen glasigen Ausdruck anzunehmen schienen, wenn sie mit Fragen zum Ablauf irgendwelcher Prozesse konfrontiert wurde, leuchteten vor Begeisterung auf. �Aus den verlassenen Syndik-Schiffen wollen Sie Waffen machen? Mit N�herungsdetektoren? Sollen die miteinander verbunden und so aufeinander abgestimmt werden, dass eine Massenexplosion ausgel�st wird?�</p><p>�Ja, das w�re gro�artig.�</p><p>�Betrachten Sie es als erledigt, Sir�, verk�ndete Tyrosian selbstbewusst. �Wann muss alles bereit sein?�</p><p>�In etwa zwei Stunden.�</p><p>Sie zuckte sichtlich zusammen, nickte dann aber. �Es wird alles bereit sein, Sir.�</p><empty-line/><p>W�hrend Tyrosians Bild verblasste, drehte sich Geary zu Rione um. �Danke f�r den Vorschlag.�</p><p>Rione zog beide Augenbrauen hoch. �Ihre Idee hat mit meinem urspr�nglichen Vorschlag nur noch wenig zu tun.�</p><p>�Ohne Ihren Vorschlag w�ren wir aber nie auf diese Idee gekommen�, hielt Geary dagegen.</p><p>Desjani drehte sich zu Rione und nickte leicht, um seine Worte zu best�tigen, was die mit einem bem�hten l�cheln quittierte.</p><p>Geary tat so, als habe er von dieser Episode nichts mitbekommen, und betrachtete sein Sternendisplay, w�hrend er sich das Kinn rieb. �Das Problem wird darin bestehen, die Syndiks in dieses Gebiet zu locken, wenn der Moment gekommen ist. Wir m�ssen sie in die Falle locken, ohne dass sie merken, was wir mit ihnen vorhaben. Das wird nicht einfach werden.�</p><p>�Ich bin davon �berzeugt, dass Sie das hinkriegen�, meinte Rione.</p><p>�Wir haben bereits K�der ausgelegt, die sie zur Verlustflotte locken sollen�, merkte Desjani an.</p><p>Stirnrunzelnd betrachtete er das Display. Ihm war klar, dass sie damit die Hilfsschiffe meinte. Ohne diese Schiffe war die Allianz-Flotte erledigt, da ihr die Brennstoffzellen und die Munition ausgehen w�rden, lange bevor sie auch nur in die N�he des Allianz-Gebiets gekommen waren. Also war es von entscheidender Bedeutung, dass diese Schiffe ganz besonders gesch�tzt wurden. Nat�rlich waren sie damit auch der beste K�der, um den Feind anzulocken. �Wir haben sie damit bei Sancere auch schon mal angelockt. Meinen Sie, die lassen sich nochmals hinters Licht f�hren?�</p><p>�Wir m�ssen es diesmal einfach nur anders anstellen�, entgegnete Desjani.</p><empty-line/><p>�Irgendeine Idee?�, fragte er.</p><p>Wie sich im n�chsten Moment zeigte, hatte sie sogar einige Ideen. Es war nichts, was ihm uneingeschr�nkt zusagte, aber es gen�gte, um damit zu spielen und einen Plan auszuarbeiten.</p><p>Hin und wieder schaute er zu Rione, um festzustellen, ob sie auch etwas dazu beizutragen hatte, doch sie sa� nur da und schaute mit versteinerter Miene auf ihr eigenes Display.</p><p>�Captain Tyrosian, stellen Sie alle Shuttles und alle Leute, die nicht damit besch�ftigt sind, die Reparaturschiffe leerzur�umen oder die Sprengladungen zu platzieren, dazu ab, deutlich sichtbar die anderen Syndik-Schiffe zu pl�ndern.�</p><p>Tyrosian, die zweifellos gerade eben dazu hatte ansetzen wollen, voller Stolz von den Fortschritten zu berichten, die ihre Leute machten, verstummte gleich wieder und sah ihn verwirrt an. �Sir?�</p><p>�Die Syndiks sollen sehen, dass wir uns v�llig verzweifelt alles unter den Nagel rei�en, was wir nur kriegen k�nnen�, erkl�rte Geary. �Lebensmittel und alles andere. Die sollen glauben, dass Sie so lange wie m�glich bei der Verlustflotte bleiben, um alles einzusammeln, was Sie finden k�nnen. Wir m�ssen einen verzweifelten Eindruck erwecken, damit sie glauben, dass wir dringendst unsere Vorr�te aufstocken m�ssen.�</p><p>�Wir� <emphasis>m�ssen</emphasis> dringendst unsere Vorr�te aufstocken, Sir�, wandte Tyrosian ein.</p><p>Desjani konnte sich nur mit M�he ein Lachen verkneifen, stattdessen gab sie einen erstickten Laut von sich, den Geary lieber ignorierte. �Captain Tyrosian�, erkl�rte er geduldig.</p><p>�Sobald die Verfolgerflotte auftaucht, werden wir die Hilfsschiffe l�nger bei der Verlustflotte verweilen lassen, als es unter Sicherheitsaspekten ratsam w�re. Die Syndiks werden sich ohnehin auf Sie konzentrieren, da die vier Hilfsschiffe f�r sie von ganz besonderem Interesse sind. Aber wir m�ssen den Syndiks einen plausiblen Grund geben, wieso Sie weiter bei der Verlustflotte bleiben, obwohl der Feind anr�ckt.</p><p>Wenn die glauben, dass Sie Vorr�te zusammensuchen, ohne die wir aufgeschmissen sind, dann haben wir den plausiblen Grund.�</p><p>Einen Moment lang herrschte Schweigen, dann fragte Tyrosian: �Wir sind schon wieder der Lockvogel?�</p><p>�Ja, Captain, Sie sind abermals der Lockvogel.�</p><p>Tyrosian wirkte niedergeschlagen, nickte dennoch. �Verstehe, Sir.�</p><p>�Ich muss wohl nicht extra betonen�, f�hlte er sich veranlasst zu sagen, �dass wir alles tun werden, um Ihre Schiffe davor zu bewahren, dass sie tats�chlich vernichtet werden.�</p><p>�Danke, Sir. Das wei� ich zu sch�tzen.�</p><p>�Ich werde Ihnen einen detaillierten Einsatzplan f�r Ihr Schiff zukommen lassen, sobald die Verfolgerflotte eingetroffen ist und wir ihre Bewegungsvektoren kennen. Vielen Dank, Captain Tyrosian.�</p><p>Zwanzig Minuten sp�ter waren Matrosen in Schutzanz�gen damit besch�ftigt, Vorr�te aus den gepl�nderten Syndik-Schiffen auf Shuttles zu verladen, als auf einmal der Alarm ert�nte, den Geary schon vor Stunden erwartet hatte.</p><p>�Die Syndik-Flotte ist durch den Sprungpunkt von Ixion gekommen�, meldete ein Wachhabender fast gleichzeitig.</p><p>Gebannt hielt Geary den Atem an, w�hrend die Flottensensoren die feindliche Streitmacht analysierten, die aus dem Sprungpunkt geflogen kam, der nun f�nfzehn Lichtminuten entfernt war. Das bedeutete, dass die Syndiks bereits eine Viertelstunde lang hatten �berlegen k�nnen, wie sie vorgehen sollten, ehe die Allianz-Flotte �berhaupt deren Ankunft hatte sehen k�nnen.</p><p>Die Anzahl der J�ger und der Leichten Kreuzer in der Verfolgerflotte war trotz der ihnen von der Allianz-Flotte zugef�gten Verluste immer noch beeindruckend gro�. Dagegen hatten sich die Reihen der Schweren Kreuzer deutlich gelichtet.</p><p>Beim letzten Aufeinandertreffen in diesem System waren etliche zerst�rt worden und man hatte zweiundzwanzig der Schiffe bei der schwer besch�digten Flotte zur�ckgelassen.</p><p>Neun dieser zweiundzwanzig waren bereits vernichtet, den Rest hatte man aufgegeben. In der Verfolgerflotte befanden sich jetzt nur noch sechzehn Schwere Kreuzer.</p><p>Dann folgten die gro�en Kriegsschiffe aus dem Sprungpunkt. Erst zehn Schlachtschiffe, dann f�nfzehn, schlie�lich einunddrei�ig. Sechs Schlachtkreuzer, dann dreizehn.</p><p>�Einunddrei�ig Schlachtschiffe, dreizehn Schlachtkreuzer�, z�hlte Desjani. �Nicht ganz so schlimm.�</p><p>�Aber die sind allesamt in einem besseren Zustand als unsere�, entgegnete Geary und ging noch einmal die Zahlen durch, obwohl er sie l�ngst kannte. Die Allianz-Flotte verf�gte noch �ber zweiundzwanzig Schlachtschiffe, zwei Scout-Schlachtschiffe und siebzehn Schlachtkreuzer. Dazu kamen neunundzwanzig Schwere Kreuzer. Aber etliche der Allianz-Schiffe hatten erhebliche Sch�den erlitten, und auch wenn inzwischen die Munitionsvorr�te aufgef�llt worden waren, mussten sie davon ausgehen, dass die Syndiks weitaus mehr Munition zur Hand hatten.</p><p>Einunddrei�ig feindliche Schlachtschiffe. Geary nahm sich einen Moment Zeit, um sich zu entspannen. Er wusste, er hatte diese feindliche Schlagkraft zu respektieren, ohne sich davon verr�ckt machen zu lassen. �Unser einziger Vorteil ist die gro�e Zahl an Schweren Kreuzern�, sagte er schlie�lich.</p><empty-line/><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Wir haben noch einen anderen gro�en Vorteil�, widersprach sie ihm. �Als dieser Syndik-Commander uns das letzte Mal gesehen hat, da waren wir auf der Flucht. Seitdem hatte er elf Tage Zeit, um dieses Bild von uns in seinem Kopf zu festigen. Nun sieht dieser Commander, welchen Schaden wir hier angerichtet haben, und das wird ihn w�tend machen. �berheblichkeit und Wut sind eine Kombination, die zu gedankenlosem Handeln verleitet, Sir.�</p><p>�Dem kann ich nichts entgegensetzen�, meinte Geary.</p><p>Unwillk�rlich �berlegte er, ob seine eigene �berheblichkeit und seine Wut auf jene Befehlshaber in seiner Flotte, die bei jeder Gelegenheit gegen ihn arbeiteten, ihn wom�glich auch zu gedankenlosem Handeln verleitet hatten, als er das erste Mal entschied, nach Lakota zu fliegen. Allerdings war das jetzt eigentlich v�llig unerheblich. Nun kam es darauf an, sich die vermutliche geistige Verfassung des feindlichen Befehlshabers zunutze zu machen. �Dann wollen wir mal sehen, ob er so reagiert, wie wir das von ihm erwarten.�</p><p>W�hrend die Minuten verstrichen, wurde zunehmend deutlicher, dass der Syndik-Kommandant tats�chlich so reagierte wie erhofft. Ob aus Gedankenlosigkeit oder nicht, spielte f�r den Augenblick keine Rolle. Die Syndiks ver�nderten leicht ihre Formation, w�hrend sie auf einen Abfangkurs zu den Allianz-Schiffen gingen. Die standardm��ige Kastenformation wurde dabei zu einer tiefen rechteckigen Form umgebaut, deren breite Seite der Allianz-Flotte zugewandt war. Diese Formation war vielseitig einsetzbar, da L�nge, Breite und Tiefe an unterschiedliche taktische Situationen angepasst werden konnten, aber sie hatte auch ihre Nachteile, da die Feuerkraft nicht so leicht auf einen bestimmten Punkt in einer feindlichen Formation konzentriert werden konnte und sich auch nicht so schnell anders ausrichten lie�. Trotzdem schien es die einzige Formation zu sein, die den Syndik-Befehlshabern beigebracht wurde�� oder die einzige, die sie anwenden durften.</p><p>�Sie befinden sich auf Abfangkurs zu den Allianz-Schiffen in der Verlustflotte�, merkte Desjani l�chelnd an.</p><p>Geary �berpr�fte die verbleibende Zeit bis zum Zusammen-treffen der beiden Flotten. Die Allianz-Schiffe, die alle ihre Geschwindigkeit gedrosselt hatten, um sich genauso schnell zu bewegen wie die Verlustflotte, flogen vor den Verfolgern mit weniger als 0,02 Licht davon. Die Syndik-Schiffe hatten inzwischen 0,079 Licht erreicht. Geary gab in das Steuersystem der <emphasis>Dauntless</emphasis> ein, davon auszugehen, dass die Syndiks bis auf 0,1 Licht beschleunigen w�rden, und erhielt als Resultat, dass es in zwei Stunden und einundf�nfzig Minuten zum Kontakt kommen w�rde.</p><p>Vorausgesetzt nat�rlich, die Allianz-Schiffe behielten Geschwindigkeit und Kurs bei. Lange Zeit hatte Gearys Plan vor-gesehen, beim Auftauchen der Verfolgerflotte die Flucht anzutreten, weil deren mutma�liche Flottenst�rke ihm gar keine andere Wahl lie�. Das hatte sich nun ge�ndert, da der Plan mittlerweile vorsah, die Verlustflotte als Waffe gegen den Feind einzusetzen. Wenn die Syndiks nicht irgendwann aus unerfindlichen Gr�nden die Verfolgung aufgeben sollten, w�rde er sich fr�her oder sp�ter ohnehin dieser Streitmacht stellen m�ssen, und jetzt hatte er zumindest eine Chance, ihnen einen entscheidenden Schlag zuzuf�gen.</p><p>�Werden die uns abnehmen, dass wir hier auf sie warten?�, fragte Rione.</p><p>�Ich hoffe, sie werden glauben, dass wir �berlegen, was wir am besten tun sollen�, erkl�rte Geary.</p><p>Ganz so, wie es im Heimatsystem der Syndiks der Fall gewesen war, als die Allianz-Flotte wertvolle Zeit vergeudet hatte, um dar�ber zu diskutieren, wer denn nun den Oberbefehl �ber alle Schiffe �bernehmen sollte.</p><p>�Die Formation �Gro�e H�ssliche Kugel��, fuhr er fort, �wird sie glauben lassen, dass ich nicht mehr das Kommando habe.�</p><p>��Gro�e H�ssliche Kugel�? Ah, verstehe. Sie simulieren Unentschlossenheit und l�hmende Panik.�</p><p>�Das ist meine Absicht�, best�tigte er und hoffte insgeheim, dass beides auch nur eine Simulation blieb.</p><p>Rione kam wieder zu ihm und achtele darauf, dass das ge-r�uschd�mmende Feld rings um Gearys Kommandosessel aktiviert war. �Sogar mir ist klar, dass das eine sehr riskante Schlacht ist. Wie stehen unsere Chancen?�</p><p>�Kommt ganz drauf an�, antwortete er und bemerkte ihre heftige Reaktion. �Ganz ehrlich. Wenn gewisse Dinge so laufen, wie ich sie geplant habe, dann stehen unsere Chancen gut.�</p><p>�Und wenn nicht?�</p><p>�Dann sieht es d�ster aus. Aber fr�her oder sp�ter m�ssen wir sowieso gegen sie k�mpfen.�</p><p>Sie musterte ihn einige Sekunden lang. �Ich muss Ihnen ja wohl nicht sagen, wie wichtig es ist, dass die <emphasis>Dauntless</emphasis> ins Allianz-Gebiet zur�ckkehrt. Nicht die ganze Flotte, sondern die <emphasis>Dauntless. </emphasis>Der Hypernet-Schl�ssel an Bord kann die entscheidende Wende in diesem Krieg herbeif�hren, selbst wenn wir jedes andere Schiff verlieren sollten.�</p><p>Er starrte auf das Deck. �Das wei� ich. Warum sagen Sie mir das, wenn Sie wissen, dass Sie es mir eigentlich nicht sagen m�ssen?�</p><p>�Weil Sie immer noch den Schwerpunkt darauf legen, einen m�glichst gro�en Teil der Flotte nach Hause zu bringen. Sie d�rfen aber nicht vergessen, worauf es ankommt.</p><empty-line/><p>Wenn Sie vor der Wahl stehen, die <emphasis>Dauntless</emphasis> zu verlieren, w�hrend Sie versuchen, die Flotte zu retten, oder die <emphasis>Dauntless </emphasis>nach Hause zu bringen, auch wenn noch so viele Allianz-Schiffe vernichtet werden, dann verlangt Ihre Pflicht von Ihnen, sich ganz auf das Wohl der <emphasis>Dauntless</emphasis> zu konzentrieren.�</p><p>�Ich brauche keine Vortr�ge zum Thema Pflicht�, brumm-te Geary. Nat�rlich hatte Rione mit dem recht, was sie sagte, aber es war nicht das, was er sich anh�ren wollte.</p><p>�Die anderen Schiffe k�nnten die Verfolger aufhalten, w�hrend sich eine schnelle Eingreiftruppe um die <emphasis>Dauntless </emphasis>schart, die mit so vielen Brennstoffzellen beladen ist, wie sie fassen kann, um sich auf den Weg in Richtung Allianz-Gebiet zu machen�, beharrte Rione in gef�hllosem Tonfall.</p><p>�Um die Flucht zu ergreifen, wollten Sie doch sagen. Sie m�chten, dass die <emphasis>Dauntless</emphasis> sich mit ein paar Schiffen da-vonstiehlt, w�hrend der Rest seinem Schicksal �berlassen wird.�</p><p>�Ja!� Wieder schaute er Rione an und erkannte in ihren Augen, dass ihr selbst nicht gefiel, was sie da vorschlug, dass sie sich aber gezwungen sah, darauf zu dr�ngen. Ihre Pflicht.</p><p>Die Pflicht gegen�ber der Allianz. �Sie m�ssen in gr��eren Dimensionen denken, Captain John Geary! Wir alle m�ssen das! Es geht nicht um das, was wir wollen, sondern um das, was wir tun m�ssen.�</p><p>Abermals sah er aufs Deck. �Was wir tun m�ssen, um zu gewinnen. Sind wir also wieder an diesem Punkt angelangt?�</p><p>Sie erwiderte nichts. �Tut mir leid, aber daf�r bin ich der falsche Held. Was Sie vorschlagen, kann ich nicht machen.�</p><p>�Es ist noch genug Zeit, um��</p><p>�Ich habe nicht gesagt, dass es nicht machbar ist, sondern dass <emphasis>ich das nicht machen kann. </emphasis>Ich werde diese anderen Schiffe nicht ihrem Schicksal �berlassen. Ich lasse nicht zu, dass �ber-geordnete Interessen f�r mich das Argument sein sollen, um diesen M�nnern und Frauen in den R�cken zu fallen, die mir ihr Leben anvertraut haben.�</p><p>Flehend und w�tend zugleich fauchte Rione: �Die haben alle einen Eid abgelegt, f�r die Allianz ihr Leben zu geben.�</p><p>�Das ist richtig. Und das habe ich auch gemacht.� Schlie�lich sah er sie wieder an. �Aber ich kann das nicht tun, selbst wenn die Allianz dadurch den Krieg verliert. Der Preis daf�r w�re zu hoch.�</p><p>Ihre Wut steigerte sich weiter. �Wir k�nnen jeden Preis bezahlen, der erforderlich ist, Captain Geary. F�r unser Zuhause, f�r unsere Familien.�</p><p>�Soll ich das etwa ihren Familien erz�hlen? �B�rger der Allianz, ich habe eure Eltern, eure Partner, eure Kinder geopfert, aber ich habe es f�r euch getan.� Wie viele Leute w�rden sich wirklich auf diesen Handel einlassen? H�tte irgendjemand, der sich auf einen solchen Handel einl�sst, den Sieg �berhaupt verdient?�</p><p>�Wir alle lassen uns darauf ein, jeden Tag! Das wissen Sie ganz genau. Jeder Zivilist l�sst sich darauf ein, wenn er das Milit�r in den Krieg schickt. Wir wissen, dass diese Leute ihr Leben f�r uns aufs Spiel setzen.�</p><p>Damit hatte sie auch recht, allerdings nicht so ganz. �Diese Leute vertrauen uns, dass wir nicht sinnlos Leben vergeuden�, widersprach Geary. �Ich werde nicht das Leben der Menschen in dieser Flotte gegen einen Hypernet-Schl�ssel der Syndiks eintauschen. Ich werde sie f�hren, und ich werde mit allem k�mpfen, was mir zur Verf�gung steht, um den Schl�ssel nach Hause zu bringen. Aber ich werde nicht deren Leben f�r diesen Schl�ssel abschreiben. Der Moment, in dem ich entscheide, dass jeder Preis gerechtfertigt ist, ist der Augenblick, in dem ich mein Vertrauen und das verrate, was ich als meine Pflicht ansehe. Wir werden gemeinsam siegen oder gemeinsam verlieren, und zwar auf ehrbare Weise.�</p><p>Eine Zeit lang starrte Rione ihn an, dann sch�ttelte sie den Kopf. �Einerseits bin ich w�tend auf Sie, andererseits sehr dankbar daf�r, dass ich Sie nicht �berzeugen konnte. Ich bin kein Monster, John Geary.�</p><p>�Das habe ich auch nie behauptet.� Er drehte sich zum Display um, das die Bewegungen der Kriegsschiffe in diesem System deutlich anzeigte. �Aber viele Menschen werden heute aufgrund der Entscheidungen sterben, die ich bislang getroffen habe und gleich noch treffen werde. Manchmal frage ich mich, was das aus mir macht.�</p><p>�Sehen Sie Ihren Kameraden in die Augen, Captain Geary�, erwiderte sie leise. �Jenen Kameraden, die Sie nicht im Stich lassen wollen. Was sich in deren Augen spiegelt, das ist das, was Sie sind.�</p><p>Rione kehrte auf ihren Platz zur�ck. Geary atmete tief durch und bemerkte, dass Captain Desjani zumindest so tat, als ob sie v�llig in ihre Arbeit vertieft sei. Er fragte sich, was sie sich wohl �ber seine Unterhaltung mit Rione zusammenge-reimt haben mochte.</p><p>Um sich auf andere Gedanken zu bringen, aber auch, weil die Situation es erforderte, nahm er mit Captain Cresida Kontakt auf. �Ich werde den Hilfsschiffen den Befehl geben, sich in zwei Stunden zur�ckzuziehen. Bis dahin werden sie weiter so tun, als ob sie in aller Hektik alles zusammenklauben, was sie finden k�nnen.�</p><p>Cresida nickte, und allein daran, wie hastig sie das machte, war ihr die Nervosit�t vor der bevorstehenden Schlacht anzumerken. Die einunddrei�ig Syndik-Schlachtschiffe und die dreizehn Schlachtkreuzer steuerten geradewegs auf ihre Schiffe zu, und als Schutz f�r die Hilfsschiffe standen nur zwei Schlachtkreuzer, vier Schlachtschiffe�� von denen drei in unterschiedlichem Ausma� reparaturbed�rftig waren�� sowie eine Schar besch�digter Eskortschiffe zur Seite. �Wir werden die Hilfsschiffe besch�tzen, aber wir ben�tigen Verst�rkung.�</p><p>�Die werden Sie bekommen�, versprach Geary. �Die <emphasis>Furious </emphasis>und die <emphasis>Implacable. </emphasis>sollen sich nicht auf einen Nahkampf mit den Syndik-Schlachtschiffen einlassen. Versuchen Sie lieber, deren Angriff zu st�ren.� Er zitierte Ratschl�ge aus einem hundert Jahre alten Handbuch, das in Friedenszeiten verfasst worden war, und hatte es doch mit einer Offizierin zu tun, die Dutzende von Schlachten ausgetragen hatte.</p><p>Cresida aber nickte, als h�tte Geary ihr eine geheime Weis-heit anvertraut. �Die <emphasis>Warrior</emphasis> kann nicht so gut man�vrieren, um Angriffen auszuweichen. Sie wird sich den Gegnern stellen m�ssen. Wie es mit der <emphasis>Majestic</emphasis> und der <emphasis>Orion</emphasis> aussieht, wei� ich nicht.�</p><p>Gearys Statusanzeige der verschiedenen Schiffe sagte ihm, dass die beiden ihre Man�vrierf�higkeit gr��tenteils zur�ckerlangt hatten, daher nahm er an, dass Cresidas Zweifel eher den Punkt betrafen, wie sie reagieren w�rden, wenn sie sich mit der Masse an Syndik-Schlachtschiffen konfrontiert sahen. Er war sich selbst nicht sicher, was dann passieren w�rde. �Verstehe.</p><p>Die Conqueror sollte lhnen jedenfalls keine Probleme bereiten.�</p><p>Captain Casia stand bei genauer Betrachtung �ber Cresida, doch Geary hatte mit �u�erster Pr�zision seine Befehle so formuliert, dass Casias Rolle sich ausdr�cklich nur auf die unmittelbare Verteidigung der Hilfsschiffe beschr�nkte, damit er der weitaus f�higeren Cresida nicht dazwischenfunken konnte.</p><p>�Ich hoffe, die <emphasis>Conqueror</emphasis> bereitet den Syndiks einige Probleme�, gab Cresida zur�ck.</p><empty-line/><p>�Das hoffe ich auch. Wir werden den Angriff st�ren, bevor er bis zu Ihnen vorgedrungen ist. Das sollte gen�gend Schaden anrichten, damit der Plan funktioniert.�</p><p>Cresida l�chelte und erschreckte damit Geary. �Falls nicht, gibt es schlimmere Schicksale. Auf mich wartet schon jemand.�</p><p>Geary ben�tigte einen Moment, ehe er verstand, dass sie damit niemanden meinte, der zu Hause auf sie wartete. Sie spielte auf das an, was sie erwartete, sollte die <emphasis>Furious</emphasis> bei der Schlacht zerst�rt werden. �Wir brauchen Sie, Captain Cresida.</p><p>Tun Sie Ihre Pflicht, aber lassen Sie sich gesagt sein, dass die Allianz schon zu viele tote Helden hat.�</p><p>�Ja, das stimmt.� Sie nickte bekr�ftigend.</p><p>Dann beendete Geary die Unterhaltung und starrte aufsein Display, auf dem die Syndik-Flotte immer noch beschleunigte.</p><p>Unwillk�rlich fragte er sich, wie viele weitere tote Helden die Allianz wohl zu beklagen haben w�rde, wenn dieser Tag vo-r�ber war.</p></section><section><title><p>Vier</p></title><p>�Sie werden die Formation nicht �ndern?�, fragte Captain Desjani abermals.</p><p>�Nein, das werde ich nicht machen�, antwortete Geary mit Nachdruck und sah sie ver�rgert an. Wie oft hatte sie ihn das in der letzten Stunde gefragt? �Wir m�ssen nach einem leichten und unorganisierten Ziel aussehen.�</p><p>�Sir, bei allem Respekt, aber in dieser Formation sind wir bereits ein leichtes und unorganisiertes Ziel.� Desjani sah, wie sich seine Miene weiter verfinsterte, dennoch redete sie weiter. �Unsere Feuerkraft ist gro�fl�chig verteilt. Den Syndiks wird es m�glich sein, eine Unterformation nach der anderen zu �berrennen, so wie wir es mit jeder schwachen Syndik-Formation gemacht haben, der wir bislang begegnet sind.�</p><p>Sie war starrsinnig, aber schlau, und unter anderen Um-st�nden h�tte sie vermutlich recht gehabt. Geary zwang sich, sein Temperament zu z�geln. �Als Flotte k�nnen wir ihnen unsere Schiffe nicht in den Weg stellen. Wenn Sie bedenken, dass sie wahrscheinlich �ber viel gr��ere Best�nde an Raketen und Kart�tschen verf�gen als wir, sind sie uns hinsichtlich der Feuerkraft zu deutlich �berlegen.�</p><p>�Wenn wir uns auf einen Teil der Formation konzentrieren, so wie wir es beim letzten Mal gemacht haben, als wir hier in Lakota waren��</p><p>�Tanya, sehen Sie.� Er zeigte auf das Display. �Beim letzten Mal haben sich die Syndiks dazu verleiten lassen, sich zu verteilen, um uns zu fassen zu bekommen. Deshalb konnten wir uns auf eine Stelle konzentrieren und uns den Weg frei-schie�en. Derjetzige CEO war klug genug, daraus seine Schl�s-se zu ziehen. Die Syndik-Formation ist schon jetzt sehr dicht aufgestellt.�</p><p>�Dann fliegen wir um sie herum.�</p><p>�Nicht bei dem Zustand, in dem sich unsere Brennstoffzellen befinden, und erst recht nicht, wenn wir auf die Hilfsschiffe aufpassen m�ssen! Die haben eine Menge Rohstoffe an Bord genommen und kommen mit so viel zus�tzlicher Masse nur im Schneckentempo von der Stelle.� Desjani schaute auf das Display, da sie erkennbar nach einem anderen Argument suchte, das sie vorbringen konnte. Es kostete Geary M�he, k�hl und sachlich zu bleiben. �Der Nachteil der Syndik-Formation besteht darin, dass sie so tief und dicht aufgestellt ist, dass es f�r den CEO m�hsam ist, die Schiffe man�vrieren zu lassen. Wenn unsere Falle nicht klappt, dann werden wir den Vorteil nutzen m�ssen, den wir aus deren Formation ziehen k�nnen, und immer wieder die R�nder unter Beschuss nehmen.�</p><p>�Es w�rde eine Ewigkeit dauern, sie auf diese Weise zu zer-m�rben�, betonte sie. �Daf�r haben wir auch nicht genug Reserven in den Brennstoffzellen.�</p><p>Er lie� sich einen Moment Zeit, bevor er antwortete, und musterte einmal mehr das Display, auf dem die Syndik-Flotte noch acht Lichtminuten entfernt war. Sie hatte inzwischen 0,1 Licht erreicht und hielt immer noch geradewegs auf sie zu, wobei die Kastenformation jetzt mehr an einen riesigen Zie-gelstein erinnerte, der die unf�rmige Blase aus Allianz-Schiffen zum Ziel hatte. Nat�rlich hatte Desjani recht, und das wusste er auch. Ein Aufeinandertreffen zweier konzentrierter Formationen wurde fast mit Sicherheit dazu f�hren, dass sie von der deutlich st�rkeren Syndik-Streitmacht in St�cke gerissen wurden. Aber dann w�rde das Ende sie wenigstens schnell ereilen. Welchen Sinn hatte es, das Ganze hinauszuz�gern und �ber einen langen Zeitraum ein Schiff nach dem anderen zu verlieren, wenn am Ende doch die Niederlage auf sie wartete?</p><p>Die Alternative bestand darin, die Flucht zu ergreifen und vor den Syndiks ins n�chste System zu springen, wobei sie wussten, dass der Feind ihnen dicht auf den Fersen sein w�rde. Die Allianz-Flotte w�rde keine Pause einlegen k�nnen, um von den Hilfsschiffen Vorr�te an Bord zu nehmen. Fr�her oder sp�ter w�rde seine Flotte sich den Verfolgern stellen m�ssen, und das w�rde sehr wahrscheinlich unter schlechteren Bedingungen geschehen als jetzt. Er war gezwungen gewesen, hier im System zu verharren, damit die Hilfsschiffe neue Vorr�te an Bord nehmen konnten, aber wenn es ihm nicht gelang, weitere Rohstoffe zu beschaffen, dann gingen der Flotte irgendwann die Brennstoffzellen aus. Wie es dabei aber m�glich sein sollte, die Hilfsschiffe wieder mit Rohstoffen zu versorgen, ohne sich zuerst ihren Verfolgern zu stellen, darauf wusste er keine Antwort.</p><p>�Wie wollen wir sterben?�, fl�sterte er Desjani schlie�lich zu.</p><p>Die starrte ihn ungl�ubig an. �Wir reden dar�ber, wie wir gewinnen wollen, Sir.�</p><p>�Dann k�mpfen wir jetzt und hier, und wir versuchen, den Vorteil zu minimieren, den die Syndiks momentan haben.</p><p>Wenn unser Plan funktioniert, stehen unsere Chancen erheblich besser. Wenn nicht, werden wir daf�r sorgen, dass die Syndiks sich den Sieg so teuer wie m�glich erkaufen m�ssen. Eine direkte Konfrontation w�rde uns sehr wahrscheinlich vernichten, bevor wir ihnen ernsthaften Schaden zuf�gen k�nnen.�</p><empty-line/><p>Sie beobachtete ihn, dann nickte sie bed�chtig. �Wir m�ssen sie wieder und wieder treffen, und da wir wissen, dass uns nicht viel Zeit bleibt, feuern wir mit allem, was wir haben.</p><p>Schlie�lich gibt es keinen Grund, nicht alles in die Waagschale zu werfen, was uns zur Verf�gung steht. Bis hierher hat uns die Heimreise dann also nur gebracht.�</p><p>�Das k�nnte der Fall sein.� Er atmete tief durch und war dankbar daf�r, dass er diesen Gedanken mit jemandem halte teilen k�nnen.</p><p>Desjani warf einen fl�chtigen Blick �ber die Schulter. �Werden Sie es ihr sagen?�</p><p>Ihr? Oh, Rione. �Sie ist sehr tapfer, aber ich glaube, es w�rde ihr nicht ganz so leicht fallen, das zu verstehen.�</p><p>�Ich glaube, da haben Sie recht, Captain Geary. Wenn wir nicht gewinnen, werden wir daf�r sorgen, dass die Syndiks sich w�nschen, sie h�tten diesen Sieg niemals errungen, weil er sie mehr kosten wird, als sie sich jemals ausmalen k�nnen.�</p><p>Unwillk�rlich begann er zu l�cheln und nickte ihr zu. �Oh ja, das werden wir.�</p><p>�Gesch�tzte Zeit bis zur Feuerreichweite der Syndik-Verfolgerflotte eineinhalb Stunden�, meldete der Wachhabende.</p><p>Einmal mehr war alles nur eine Frage des Timings. Von seinen mittlerweile l�ngst verstorbenen Lehrern�� Offizieren, die ihre Erfahrungen �ber Jahrzehnte hinweg bei Flottenman�vern gesammelt hatten�� war ihm eingetrichtert worden, dass die schlimmste Versuchung, mit der ein Kommandant konfrontiert wurde, darin bestand, zu fr�h zu handeln. Wenn man dem Gegner stunden- oder gar tagelang dabei zusah, wie er allm�hlich n�her kam, konnte man viel zu schnell in Aktion treten und vorzeitig �nderungen vornehmen, die man sich bis zum letzten Augenblick aufsparen sollte, damit der Gegner sie zu sp�t erkannte, um noch darauf reagieren zu k�nnen.</p><p>Handelte man zu fr�h, gab man dem Gegner Zeit zu reagieren. Dann musste man erneut etwas unternehmen, und er konnte abermals reagieren. Er hatte das bei Flotten�bungen miterlebt, wenn Kommandanten ihr Schiff und ihre Crew bis an den Rand der Ersch�pfung trieben, noch bevor der erste Schuss abgefeuert worden war.</p><p>Er simulierte hier Unentschlossenheit und Panik, w�hrend beides unter der Oberfl�che lauerte, um jeden Moment zuzuschlagen. Seine Flotte wartete auf seine Befehle. Sie vertrauten ihm, auch wenn auf vielen Schiffen sicherlich �hnliche Unterhaltungen gef�hrt wurden wie die, die sich vorhin zwischen ihm und Desjani abgespielt hatte. Doch diese M�nner und Frauen halten schon zuvor erlebt, wie er den Syndiks den Sieg vor der Nase weggeschnappt hatte, und deshalb warteten sie jetzt geduldig auf seine Befehle.</p><p>Zumindest galt das f�r die meisten von ihnen. Captain Casia allerdings war mit der Situation �berhaupt nicht zufrieden.</p><p>�Die Syndik-Flotte ist keine f�nfzig Minuten mehr von uns entfernt! Warum sind meine Schiffe immer noch mit 0,02 Licht unterwegs, und warum begleiten wir nach wie vor diese Syndik-Wracks?�</p><p>�Ihre Schiffe begleiten die Hilfsschiffe der Allianz�, stellte Geary klar.</p><p>�Wir sind dem Feind am n�chsten, und jede Unterst�tzung ist mindestens eine halbe Stunde von uns entfernt!�</p><p>�Das ist richtig, Captain Casia.�</p><p>Casias Gesicht wurde vor Zorn rot. �Ich werde mich mit den anderen Offizieren dieser Flotte in Verbindung setzen und darauf bestehen, dass sofort eine Konferenz einberufen wird, die �ber Ihre Kommandotauglichkeit entscheiden soll. Wir be-n�tigen einen Flottenbefehlshaber, der handelt, aber keinen, der seine Flotte unt�tig warten l�sst, w�hrend sich ein �berlegener Gegner n�hert!�</p><p>Es w�re ein Leichtes gewesen, die Beherrschung zu verlieren und Casia herunterzuputzen, aber das konnte Geary sich nicht leisten. Und genauso konnte er jetzt die Ablenkung nicht gebrauchen, die eine Flottenkonferenz f�r ihn dargestellt h�tte. Zum Gl�ck hatte er genug �ber die Denkweise innerhalb der Flotte gelernt, um zu wissen, wie er mit Casia umgehen musste. �Verstehe ich das richtig, dass Sie die Ehre ablehnen, in dieser Schlacht an vorderster Front k�mpfen zu d�rfen?�, fragte Geary, wobei er seiner Stimme einen �ber-raschten Tonfall verlieh.</p><p>�Die Ehre�?� Casia verstummte und schluckte, dann fuhr er nicht ganz so aufgebracht fort: �Darum geht es nicht.�</p><p>�Ich habe die Flotte so angeordnet, dass Ihre Schlachtschiffdivision als Erste mit dem Feind zusammentrifft. Soll ich die Flotte davon in Kenntnis setzen, dass Sie sich weigern, diese Rolle zu �bernehmen?�</p><p>�Ich� mein Schiff und meine Crew verdienen es zu k�mpfen !�</p><p>�Und dazu werden sie auch Gelegenheit bekommen, Captain Casia. Ich bin davon �berzeugt, dass die <emphasis>Conqueror</emphasis> und ihre Crew sich hervorragend schlagen werden.�</p><p>Da Casia ihm nicht widersprechen konnte, ohne sich in den Augen der anderen Offiziere zu blamieren, beendete er ohne ein weiteres Wort die Verbindung.</p><p>Geary lie� sich nach hinten sinken, rieb seine Stirn und w�nschte, die Syndiks k�nnten sich beeilen, damit sie eher hier eintrafen. Er f�hlte sich jetzt schon v�llig erledigt, dabei war der Tag noch lange nicht vor�ber.</p><empty-line/><p>�Verpflegungsriegel?�, fragte Desjani und hielt ihm ein St�ck hin.</p><p>�Sagen Sie mir, dass das kein Danaka Yoruk-Riegel ist.�</p><p>�Das ist kein Danaka Yoruk-Riegel.�</p><p>�Danke.� Geary nahm den Riegel an und las das Etikett.</p><p>�Das ist ja doch ein Danaka Yoruk-Riegel. Warum erz�hlen Sie mir, dass es keiner ist?�</p><p>�Weil Sie mich aufgefordert haben, dass ich Ihnen das sagen soll�, erkl�rte sie und konnte ihr Grinsen nicht v�llig unterdr�cken. Ihre Laune besserte sich immer, wenn die Zeit zum Handeln n�her r�ckte. �Das ist alles, was wir noch haben.</p><p>Sie schmecken von allen am schlimmsten, deshalb haben sich alle zuerst auf die anderen gest�rzt. Wir haben auch ein paar Verpflegungsriegel der Syndiks von Sancere, die als N�chste verteilt werden.�</p><p>�Und wie schmecken die?�</p><p>�Der Chief, der sich freiwillig zum Vorkosten gemeldet hatte, lie� mir ausrichten, dass sie zumindest ein Gutes haben.� Sie zeigte auf den Riegel in Gearys Hand. �Im Vergleich zu ihnen schmecken Danaka Yoruk-Riegel k�sdich.�</p><p>�Wenn ich heute schon dem Tod ins Auge sehen muss, warum muss meine m�glicherweise letzte Mahlzeit ausgerechnet ein Danaka Yoruk-Riegel sein?�, beklagte er sich, riss die Verpackung auf, biss ein St�ck ab und versuchte es zu schlucken, ohne davon kosten zu m�ssen. Es gelang ihm nicht so ganz.</p><p>Der Verpflegungsriegel schaffte zumindest eines: W�hrend Geary ihn runterw�rgte, wurde er von der heraneilenden Syndik-Flotte abgelenkt. Als er wieder auf das Display sah, stellte er fest, dass der Gegner noch vierzig Minuten entfernt war.</p><p><emphasis>Noch f�nf Minuten, dann geht es los. Vorfahren, ich brauche heule von euch alles, was ihr mir geben k�nnt. Bitte zeigt mir den Weg.</emphasis></p><empty-line/><p>Er wandte sich in einer vernetzten �bertragung an Captain Tyrosian, Captain Cresida und Captain Casia. �Rufen Sie jetzt Ihre letzten Shuttles zur�ck. Captain Tyrosian, kappen Sie die Verbindungen zu den Reparaturschiffen. In vier Minuten erhalten Sie von mir die Einsatzbefehle f�r Ihr Schiff. Captain Cresida, Captain Casia, befolgen Sie Ihre Befehle, aber bedenken Sie dabei immer, dass Ihre vorrangige Aufgabe darin besteht, die Ihrem Kommando unterstellten Schiffe so zu befehligen, dass die Schnellen Hilfsschiffe der Flotte best-m�glich gesch�tzt werden.�</p><p>Auf dem Display sah er, wie die beiden letzten Shuttles in die Docks der <emphasis>Titan</emphasis> und der <emphasis>Witch</emphasis> zur�ckkehrten. Gleichzeitig wurden die Greifer und die F�rderschl�uche zur�ckgeholt, die die Hilfsschiffe mit den Syndik-Reparalurschiffen verbunden hatten. Geary �berpr�fte die aktuellen Vektoren der Verfolgerflotte und lie� die ausgearbeitete Man�vrierl�sung ablaufen, um kleine �nderungen in letzter Sekunde vorzunehmen. Die letzte Minute verstrich, und er wandte sich wieder an die Hilfsschiffe. �Captain Tyrosian, bewegen Sie Ihre Schiffe mit maximaler Beschleunigung von der Stelle. Sobald Sie die Verlustflotte hinter sich gelassen haben, drehen Sie nach Backbord null drei Grad, nach unten null ein Grad.</p><p>Informieren Sie die Commander der <emphasis>Titan, </emphasis>der <emphasis>Jinn</emphasis> und der <emphasis>Goblin, </emphasis>dass sie so steuern sollen, wie es f�r sie n�tig ist, um sicherzustellen, dass der Vektor f�r den schnellsten Abfangkurs f�r die Syndik-Flotte genau durch das Zentrum der Verlustflotte hindurchf�hrt.�</p><p>�Jawohl, Sir�, best�tigte Captain Tyrosian.</p><p>�Der Erfolg dieses Plans h�ngt von Ihnen und den anderen Hilfsschiffen ab, Captain. Ich kann Ihnen versichern, dass der Rest der Flotte zu Ihnen sto�en wird, um Sie zu verteidigen.�</p><empty-line/><p>Tyrosian brachte ein fl�chtiges L�cheln zustande. �Ich wei�, es muss f�r die Syndiks glaubhaft aussehen, Sir. Wir werden Sie nicht entt�uschen.�</p><p>Wieder �berpr�fte er, was das Display ihm anzeigte. Die Syndiks waren noch drei Lichtminuten entfernt, also wurde die Zeitverz�gerung zwischen dem, was er sah, und dem tats�chlichen Geschehen immer k�rzer. War der Zeitpunkt gekommen, um weitere seiner Schiffe zu bewegen? Nein, noch nicht. Das Timing musste stimmen, damit es so aussah, als w�rde die Flotte wie ein wilder, in Panik geratener Haufen reagieren, in dem keinerlei Ordnung mehr herrschte, w�hrend er in Wahrheit seine Schiffe in Position brachte, um die Syndiks aus n�chster N�he zu attackieren.</p><p>Die <emphasis>Titan, </emphasis>die <emphasis>Witch, </emphasis>die <emphasis>Goblin</emphasis> und die <emphasis>Jinn</emphasis> beschleunigten qualvoll langsam, da ihre �bliche Tr�gheit durch die Masse frisch aufgenommener Vorr�te aus den feindlichen Reparaturschiffen noch ganz erheblich verst�rkt wurde. Er hatte diesen Faktor bereits in seine Berechnungen einbezogen, und jetzt konnte er nur noch hoffen, dass die Schiffssysteme und seine eigenen Erfahrungen mit den Hilfsschiffen pr�zise genug waren, dass die nicht von den Syndiks �berrannt werden konnten.</p><p>Zwischen den vier Hilfsschiffen und den Syndik-Verfolgern nahmen nun auch die vier Schlachtschiffe und Cresidas Schlachtkreuzer Fahrt auf, behielten dabei aber ihre relative Position bei. Ebenso verharrten die zwei Schweren und zwanzig Leichten Kreuzer auf ihren Positionen als Eskorte der Hilfsschiffe.</p><p>Geary versp�rte ein gewisses Bedauern, als er mitansah, wie die Allianz-Schiffe die Verlustflotte hinter sich lie�en, in deren Mitte das Wrack der <emphasis>Audacious</emphasis> dagegen zu protestieren schien, dass man es abermals aufgab. <emphasis>Keine Sorge, Lady. Wir �berlassen dich nicht den Syndiks. Die werden bald feststellen, dass du noch eine letzte �berraschung; f�r sie auf Lager hast.</emphasis></p><p>Als sich die Hilfsschiffe von der Verlustflotte gel�st hatten und eine Kurs�nderung vornahmen, wurde die <emphasis>Titan</emphasis> auf einmal langsamer, und die <emphasis>Goblin</emphasis> lie� sich zur�ckfallen, um an ihrer Seite zu bleiben. �Die <emphasis>Titan</emphasis> gibt vor, dass der Hauptan-trieb ausgefallen ist�, meldete Desjani.</p><p>Angesichts der Treffer, die die <emphasis>Titan</emphasis> bislang eingesteckt hatte, f�rchtete Geary insgeheim, der Ausfall des Antriebs k�nnte echt sein, nicht blo� simuliert, obwohl er wusste, dass die beiden Hilfsschiffe sich lediglich an ihre Befehle hielten.</p><p>�Gut gemacht. Das sieht wirklich so aus, als h�tte der Antrieb versagt. Und gemeinsam mit der <emphasis>Goblin</emphasis> sorgt sie daf�r, dass die Syndiks unver�ndert ihrem Abfangkurs mitten durch die Verlustflotte folgen.�</p><p>�Die <emphasis>Warrior</emphasis> l�sst sich ebenfalls zur�ckfallen, um bei der Titan und der <emphasis>Goblin</emphasis> zu bleiben.� Desjani musste ihn hingegen gar nicht darauf hinweisen, dass die <emphasis>Conqueror, </emphasis>die <emphasis>Majestic </emphasis>und die <emphasis>Orion</emphasis> weiter beschleunigten, um sich zusammen mit der <emphasis>Witch</emphasis> und der <emphasis>Jinn</emphasis> in eine geringf�gig sicherere Position zu begeben.</p><p>Geary lie� sich eine Reihe von Kommentaren und Befehlen durch den Kopf gehen, die er an die Befehlshaber der <emphasis>Conqueror, </emphasis>der <emphasis>Majestic</emphasis> und der <emphasis>Orion</emphasis> richten konnte, doch er verwarf fast alles, da es ihm unprofessionell erschien, auch wenn es ihm gutgetan h�tte, das eine oder andere loswerden zu k�nnen. Schlie�lich tippte er auf seine Kontrollen und rief die Schlachtschiffe auf einer Frequenz, auf der die gesamte Flotte mith�ren konnte. <emphasis>�Conqueror, Majestic, Orion, </emphasis>die Schnellen Hilfsschiffe <emphasis>Titan</emphasis> und <emphasis>Goblin</emphasis> setzen sich bewusst einer gr��eren Gefahr aus und k�nnen jede Unterst�tzung gebrauchen, die ihnen gew�hrt wird. N�hern Sie sich der <emphasis>Warrior</emphasis> und helfen Sie ihr, die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Goblin</emphasis> zu besch�tzen.� Wenn es nicht schon blamabel genug war f�r die drei Schlachtschiffe, dass sie an ihre Pflicht erinnert werden mussten, dann hatte er zumindest endlich einen plausiblen Grund, um die befehlshabenden Offiziere ihres Postens zu entheben. Aber sein Ge-f�hl sagte ihm, dass selbst so schwierige Untergebene wie Captain Casia und Commander Yin sich mehr vor der Verachtung ihrer Kameraden f�rchteten als vor den Syndiks, weshalb sie sich wohl gezwungen sehen w�rden, zur <emphasis>Titan</emphasis> und zur <emphasis>Goblin</emphasis> umzukehren.</p><p>�Wohin wollen diese Schweren Kreuzer?�, fragte Rione.</p><p>Sie konnte damit nur die <emphasis>Ichcahuipilli</emphasis> und die <emphasis>Rondelle meinen, </emphasis>die sich nun von Oesidas Schlachtkreuzern <emphasis>Implacable </emphasis>und <emphasis>Furious</emphasis> ebenso wie von den Syndiks entfernten. �Die haben den Befehl, sich in Sicherheit zu bringen, weil sich ein Gro�teil der befreiten Gefangenen an Bord befindet.�</p><p>�Das muss aber einige �berzeugungsarbeit gekostet haben, die beiden dazu zu bringen, diesen Befehl auszuf�hren.�</p><p>�Allerdings. Sie wollten nicht vor dem Kampf zur�ckwei-chen, und nicht mal die befreiten Verletzten waren dazu bereit.�</p><p>�Wir stellen Vektorver�nderungen auf der <emphasis>Conqueror, </emphasis>der <emphasis>Orion</emphasis> und der <emphasis>Majestic</emphasis> fest�, lie� Desjani ihn wissen. �Sieht ganz so aus, als w�rden sie sich endlich zur <emphasis>Titan</emphasis> und zur <emphasis>Goblin</emphasis> zur�ckfallen lassen.�</p><p>Rione kam n�her und fragte leise: �K�nnen wir es zur�ck nach Hause schaffen, wenn wir die <emphasis>Witch</emphasis> und die <emphasis>Jinn</emphasis> retten, aber die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Goblin</emphasis> verlieren?�</p><p>�Wenn das passieren sollte, bleibt uns nichts anderes �brig�, erwiderte Geary und strahlte dabei eine Zuversicht aus, die er in Wahrheit gar nicht versp�rte. Das ganze taktische Geschick der Galaxis w�rde ihm letztlich nicht weiterhelfen, wenn dieser Flotte die Brennstoffzellen ausgingen. Mit etwas Gl�ck w�rde er noch entscheiden k�nnen, welche Schiffe er aufgeben musste, wenn es noch eine Hoffnung geben sollte, mit dem Rest der Flotte die Allianz zu erreichen.</p><p>Rione betrachtete ihn, als h�tte sie seine Gedanken gelesen, und kehrte auf ihren Platz zur�ck.</p><p>Augenblicke sp�ter meldete sich Captain Desjani zu Wort, ohne den Blick von ihrem Display abzuwenden: �Ich frage mich, wie sich das wohl auf diesen Hilfsschiffen anf�hlt, wenn man sieht, dass die Syndik-Flotte auf einen zurast. Vor allem in dem Bewusstsein, dass das eigene Schiff nur �ber bescheidene Antriebs- und Steuerf�higkeiten verf�gt, und dass die Ver-teidigungsm�glichkeiten so beschr�nkt sind, dass man eigentlich gar nicht in der Lage ist, sich zu verteidigen.� Sie schaute Geary an. �Wir auf unseren Kriegsschiffen sehen auf die Hilfsschiffe und ihre Besatzungen herab, dabei erfordert es eine Menge Mut, um auf einem solchen Schiff in eine Schlacht zu ziehen.� Er nickte zustimmend. �Ich w�rde mich immer wieder f�r einen Schlachtkreuzer entscheiden�, f�gte sie an, �aber wenn wir zu Hause sind, haben diese Matrosen einige Drinks bei mir gut.�</p><p>�Wir k�nnten ein paar Kisten auf Kosten der Offiziersmesse der <emphasis>Dauntless</emphasis> r�berschicken Captain�, schlug Lieutenant Nicodeom vor. �Wir werden alle gern unseren Beitrag dazu leisten.�</p><p>�Gute Idee�, stimmte Desjani ihm zu. �Erinnern Sie mich daran, dass wir das machen, Lieutenant.�</p><p>Nach der lange dauernden und scheinbar langsamen An-n�herung der Syndik-Verfolger gelangte die Konfrontation allm�hlich an den Punkt, an dem sich die Ereignisse mit atem-beraubender Geschwindigkeit abspielen w�rden. Selbst bei 0,1 Licht dauerte es seine Zeit, die immensen Entfernungen innerhalb eines typischen Sternensystems zur�ckzulegen. Aber sobald Schiffe, die mit dieser Geschwindigkeit unterwegs waren, sich ihrem Ziel n�herten, musste man nur einmal blinzeln, und schon war alles an einem vor�bergezogen. Die Sinne und das Reaktionsverm�gen eines Menschen waren darauf ausgelegt, auf Dinge zu reagieren, die sich mit bestenfalls ein paar hundert Stundenkilometern von der Stelle bewegten, nicht aber auf Geschwindigkeiten, die in Tausenden von Kilometern pro Sekunde auszudr�cken waren.</p><p>Geary atmete ein paar Mal tief durch, den Blick auf sein Display gerichtet. Die Unterformationen der Allianz-Flotte, die jeweils um ein bis zwei Divisionen Schlachtschiffe oder Schlachtkreuzer herum angeordnet waren, bildeten nach wie vor die Formation der �Gro�en H�sslichen Kugel�. Captain Cresidas Eskortflotte, die vier Schlachtschiffe, die �brigen Eskortschiffe sowie die Hilfsschiffe befanden sich nach wie vor unterhalb der Blase. Die abgeflachte Sph�re der Verlustflotte hing hinter den fl�chtenden Hilfsschiffen im Raum; sie war im Verh�ltnis leicht nach oben geneigt, w�hrend sich die Allianz-Schiffe ein wenig nach unten bewegten.</p><p>Die �berraschung, die sie f�r die Syndiks in der Verlustflotte versteckt hatten, w�rde hoffentlich das Ungleichgewicht der beiden Streitm�chte ein wenig ausgleichen, doch damit der Plan �berhaupt Erfolg haben konnte, war es erforderlich, dass die Syndiks auf ihrem Kurs blieben und genau mitten durch die Verlustflotte hindurchflogen. Die verstreute Anordnung der Allianz-Schiffe machte es dem Gegner schwer, die Hauptachse der Schlagkraft dieser Flotte zu identifizieren, die ansonsten n�mlich ein attraktives alternatives Angriffsziel gewesen w�re. Die Kugel-Formation vermittelte zudem den Eindruck einer innerlich zerrissenen Flotte, die jeden Moment auseinanderzubrechen drohte. Auf die Syndiks, die nach Gearys Verst�ndnis immer noch milit�rische Effizienz danach beurteilten, wie pr�zise eine Formation aufgebaut war, und die ihre Reihen perfekt anordneten, musste die Allianz-Flotte wie ein nachl�ssiger Haufen wirken, der gar nicht so bedrohlich sein konnte.</p><p>Sobald die Syndiks n�her gekommen waren, w�rde er seine Streitkr�fte auf die Hilfsschiffe konzentrieren und die Bewegungen jeder Formation exakt auf die der anderen ab-stimmen, damit sie geschlossen ihr Ziel erreichten. Seine Schlachtkreuzer-Unterformationen lagen am weitesten vor der �Gro�en H�sslichen Kugel, also waren sie auch am weitesten vom Gegner entfernt, weshalb sie als Erste kehrtmachen mussten, um die Verfolgerflotte abzufangen. Zum Gl�ck war ein so aggressiver Zug durch die Schlachtkreuzer exakt die Art von Reaktion, die die Syndiks erwarteten.</p><p>Wenn die �berraschung gelang, w�rden seine konzentrierten Streitkr�fte in der Lage sein, die Syndiks von mehreren Seiten gleichzeitig unter massiven Beschuss zu nehmen. Wenn sie misslang� dann w�rden seine Unterformationen in rascher Folge wiederholt die R�nder der feindlichen Flotte attackieren m�ssen und darauf hoffen, den Gegner zu zer-m�rben, bevor die Allianz-Schiffe zu stark besch�digt wurden und durch die schnellen Angriffe ihre Brennstoffzellen auf-brauchten. Die Chancen, dass diese Taktik zum Erfolg f�hren w�rde, waren minimal, aber es war immer noch besser als jede Alternative, die Geary in den Sinn gekommen war.</p><p>Ihm war klar, dass ihn jeder auf der Br�cke ganz genau beobachtete, doch niemand sprach ihn an. Sie wussten, dass er jegliche Ablenkung ausblendete, um den richtigen Moment zu f�hlen, in dem er jede Unterformation auf ihren neuen Vektor schicken musste. Dabei war zu ber�cksichtigen, dass er ein zeitverz�gertes Bild der Feindbewegung auf seinem Display angezeigt bekam, so dass er die Zeit, die seine verschiedenen Schiffstypen ben�tigten, um zu wenden und zu beschleunigen hinzurechnen musste. Ein weiterer Faktor war die Zeitverz�gerung, die bei der Kommunikation mit diesen Schiffen auftrat.</p><p>�Allianz-Formation Bravo Five.�</p><p>Das war die Formation, die um Captain Duellos' vier Schlachtkreuzer herum angeordnet war. �Beschleunigen Sie auf 0,08 Licht und gehen Sie auf Abfangkurs zu den Syndik-Verfolgern.� Ihm blieb nicht genug Zeit, um den Anflug jeder Unterformation v�llig exakt abzustimmen, aber er konnte ihnen die Geschwindigkeit vorgeben, die sie erreichen mussten, damit sie im richtigen Moment auf den Feind trafen. Und er konnte sich bei den meisten seiner Commander darauf verlassen, dass sie wenigstens in der Lage waren, seine Vorgaben f�r einen Abfangkurs in die Tat umzusetzen.</p><p>Wenige Minuten sp�ter wandte er sich an die Unterformation im Umfeld der Siebten Schlachtkreuzerdivision. �Beschleunigen Sie auf 0,09 Licht und gehen Sie auf Abfangkurs zu den Syndik-Verfolgern.� Im Verlauf der n�chsten Minuten gingen �hnlich klingende Befehle an seine �brigen Schlachtkreuzer raus, dann wartete er eine Weile, ehe er auch die Schlachtschiffe mit ihren Unterformationen auf den Weg schickte. Die Schlachtschiffe waren von den Hilfsschiffen nicht ganz so weit entfernt, daf�r sollten sie etwas gem�chlicher beschleunigen.</p><p>Auf seinem Display konnte Geary beobachten, wie die Kugelformation allm�hlich zerfiel und dabei an einen Luft-ballon erinnerte, dem nach und nach die Luft ausging, da eine Unterformation nach der anderen Kurs auf die Hilfsschiffe nahm. Es sah nicht nach einer Flotte aus, die in den Kampf ziehen wollte, stattdessen erweckte das Bild den Eindruck, dass einzelne Unterformationen beschlossen halten, auf eigene Faust zu handeln.</p><p>�Sehr sch�n�, meinte Desjani bewundernd. �Es sieht zwar schrecklich unordentlich aus, aber ist sehr gelungen. W�rde ich das aus dem Blickwinkel eines Au�enstehenden betrachten, dann w�rde ich sagen, dass jede Formation tut, was sie will.�</p><p>�Hoffen wir, dass es auch funktioniert�, murmelte Geary.</p><p>Das Geschehen spielte sich auf einem einzelnen Pfad ab, der bis zur�ck zum Sprungpunkt nach Ixion verlief. Die Allianz-Unterformation mit den Hilfsschilfen in ihrer Mitte war das sich bewegende Ziel, auf das es die Kastenformation der Syndik-Verfolger abgesehen hatte, die sich schr�g von oben n�herte. Die Allianz-Hauptformation zerfiel allm�hlich und steuerte das gleiche Ziel an. Zwischen beiden Flotten lag die abgeflachte Sph�re der Verlustflotte. Als sich die Syndiks den Hilfsschiffen n�herten, lie� Captain Cresida die <emphasis>Furious</emphasis> und die <emphasis>Implacable</emphasis> beschleunigen, wobei ihr durchaus bewusst war, dass ihre Schlachtkreuzer eine direkte Konfrontation mit dem Gegner nicht �berleben konnten. Daher bestand ihre Aufgabe auch in erster Linie darin, den feindlichen Angriff zu st�ren.</p><p>Die Flugrichtung der Syndiks war ihnen durch den Kurs ihres Angriffsziels vorgegeben worden, das die Formation aus Hilfsschiffen darstellte. Die hatten Kurs und Geschwindigkeit so beibehalten, damit die direkte Linie zwischen ihnen und den Syndiks genau zwischen den besch�digt im All treibenden Schiffen hindurch verlief. Der menschliche Instinkt strebte danach, sich bei einem Angriff hinter irgendetwas zu verstecken, und das galt auch im Weltall. Auch wenn die besch�digten Schiffe als Schutz nichts taugten, wirkten die Bewegungen der Hilfsschiffe wie eine v�llig nat�rliche Reaktion�� wie ein verzweifelter Versuch, sich hinter den einzigen Objekten zu verstecken, die sich zwischen ihnen und dem Feind befanden.</p><p>Ein feindlicher Commander, der nicht so sehr davon �berzeugt war, dass die Allianz-Streitkr�fte ein wirrer Haufen auf der Flucht waren, der kurz vor der Niederlage stand� ein Commander, der nicht nur auf Ruhm und Karriere bedacht war, die ihm winkten, wenn er die Allianz-Flotte endlich ver-nichtete, und der nicht von der Wut �ber die erneuten Verluste im Lakota-System geblendet war� ein solcher Commander h�tte sich vermutlich die Frage gestellt, warum man die Hilfsschiffe fast ungesch�tzt sich selbst �berlassen hatte.</p><p>Doch das hektische Pl�ndern der verlassenen Syndik-Schiffe bis zum letzten Moment vermittelte genau das Bild, das die Syndiks von einer Allianz-Flotte erwarteten, die dringend neue Vorr�te ben�tigte.</p><p>So gestaltete sich die gesamte Situation ganz nat�rlich f�r jeden Beobachter, der sich nur auf den �u�eren Anschein verlie� und glaubte, dass die fliehenden Hilfsschiffe hinter der Verlustflotte Zuflucht suchten. Die Schlachtkreuzer der Allianz, die kehrtmachten, um sich in die Schlacht zu st�rzen, entsprachen genauso den Erwartungen wie die versp�teten Reaktionen der Schlachtschiffe, die den Hilfsschiffen ebenfalls zu Hilfe zu eilen versuchten. All das passte zweifellos ganz genau zu dem, was der Befehlshaber der Syndiks sehen wollte.</p><p><emphasis>Wenn alles so aussieht, als w�rde es genau nach Plan verlaufen, </emphasis>hatte Gearys zweiter befehlshabender Offizier oft gesagt, <emphasis>dann musst du nach dem Punkt suchen, den du �bersehen hast, bevor der dir zum Verh�ngnis werden kann.</emphasis></p><p>Der Syndik-CEO, der diesen Ratschlag wohl nie zu h�ren bekommen hatte, folgte unbeirrt dem direkten Kurs, da er zweifellos bereits den s��en Geschmack des Triumphs auf der Zunge versp�rte. Die aufgegebenen Schiffe der Verlustflotte konnten sich nicht von der Stelle r�hren und keine Waffen abfeuern, also stellten sie keine Bedrohung f�r Kriegsschiffe dar, die dank der genau zu berechnenden Kurse dieser Wracks sehr dicht an ihnen vorbeifliegen konnten.</p><p>W�re da nicht Victoria Riones inspirierender Vorschlag gewesen, h�tte der Syndik-CFX) mit seiner Annahme durchaus richtig liegen k�nnen. Immerhin wurden Minenfelder nach M�glichkeit versteckt und nicht offen vor dem Feind aus-gebreitet. Zudem sollten Minen kleine Objekte sein, die sich gut verbergen lie�en, aber sie waren nicht so riesig wie der Antrieb eines Kriegsschiffs.</p><p>Aufmerksam verfolgte Geary den Kurs, den die Syndik-Verfolger flogen. Die Kastenformation bewegte sich mit ihrer breiten Seite voran und folgte einem Vektor, der sie mitten durch die abgeflachte Sph�re der Verlustflotte f�hren w�rde.</p><p>Da die Allianz-Hilfsschiffe einen leicht abw�rts f�hrenden Kurs eingeschlagen hatten und die Syndiks von oben kamen, lag die Verlustflotte in einer schr�gen Position zwischen ihnen, was den Winkel verringerte, in dem die beiden Seite einander begegnen w�rden. Die Kastenformation war l�nger und breiter als die platte Sph�re, aber nicht ganz so tief.</p><p>W�hrend die Syndiks weiter auf die Hilfsschiffe zuhielten, nahmen etliche Schiffe innerhalb der Formation kleinere Kurskorrekturen vor, um �ber und unter den Wracks hin-durchzufliegen.</p><p>Die N�herungssensoren, die man aus den Allianz-Minen ausgebaut und auf der Schiffsh�lle montiert hatte, nachdem deren Parameter an die zerst�rerische Wirkung der mit ihnen verbundenen, improvisierten Waffen angepasst worden waren, beobachteten die herannahenden Schiffe und begannen zu berechnen, wann die Sprengladungen detonieren mussten, um jene Ziele zu erwischen, die mit fast einem Zehntel Lichtgeschwindigkeit an ihnen vorbeijagen w�rden. Als die Syndik-Formation den richtigen Punkt erreicht hatte, l�sten die Z�nder eine �berladung der immer noch aktiven Antriebseinheiten in den aufgegebenen Schiffen aus. Das lie� eine Welle der Vernichtung durch die Verlustflotte rasen, die so pl�tzlich kam, dass die Syndik-Schiffe geradewegs hineinflogen, ohne ausreichend Zeit f�r ein Ausweichman�ver zu haben.</p><p>Eine ganze Region des Alls wurde in glei�endes Licht getaucht, als unz�hlige Antriebseinheiten fast gleichzeitig explodierten�� darunter auch die der <emphasis>Audacious, </emphasis>die dem Feind einen letzten t�dlichen Sto� versetzte. Ein dichtes Feld aus rasend schnellen Tr�mmerteilen, Partikeln und Energie dehnte sich in alle Richtungen aus und erreichte in dem Sekundenbruchteil seine maximale Ausdehnung, als die Syndik-Formation mitten hindurchraste.</p><p>Angespannt beobachtete Geary, wie der Kern der Verfolgerflotte in den gewaltigen Explosionen verschwand. Die R�nder der Kastenformation befanden sich in sicherer Position, aber der Kern war nahezu perfekt getroffen worden.</p><p>Augenblicke sp�ter wurden die Daten auf dem Display aktualisiert, da die Sensoren den aktuellen Status der Syndik-Flotte zu berechnen begann, die aus der sich immer noch ausdehnenden Flammenh�lle gejagt kam.</p><p>Ged�mpfter Jubel machte sich ringsum breit, Captain Desjani schnappte erfreut nach Luft, w�hrend Geary selbst einfach nur dasa� und geschockt zur Kenntnis nahm, welche Verluste dem Gegner zugef�gt worden waren.</p><p>Von den Schiffen der Verlustflotte war nichts mehr �brig, die Explosionen hatten sie restlos zerst�rt. Auch die meisten Syndik-J�ger, die sich im Detonationsradius aufgehalten hatten, waren praktisch spurlos verschwunden, da sie in so winzige St�cke zerrissen worden waren, dass sie von den Sensoren nicht mehr erfasst wurden. Gro�e Tr�mmerteile stellten die �berreste von Leichten Kreuzern sowie von Schweren Kreuzern dar, die sich im Zentrum des Infernos befunden hatten. Zwei Schwere Kreuzer am Rand der Flammenwolke waren �u�erlich unversehrt geblieben, doch die Schiffssysteme waren komplett ausgefallen, sodass sie hilflos durchs All trudelten. Nur f�nf Schwere Kreuzer am Rand der Explosionen hatten �berlebt.</p><p>Alle Schlachtkreuzer in der Mitte der Formationen waren au�er Gefecht gesetzt worden, einige von ihnen waren zerbrochen, andere hatten einen Totalausfall der Systeme erlitten.</p><p>Von den dreizehn Schlachtkreuzern, mit denen die Syndiks eben noch hatten Eindruck machen k�nnen, waren neun entweder zerst�rt oder nicht l�nger einsatzbereit.</p><p>Von den einunddrei�ig Schlachtschiffen waren zwanzig in die Flammenh�lle geraten. Acht von ihnen waren noch intakt, aber au�er Gefecht gesetzt, weitere neun hatten schwere Sch�den davongetragen, die �brigen drei waren besch�digt, aber offenbar noch gefechtstauglich.</p><p>�Ich w�rde sagen, das Kr�fteverh�ltnis hat sich zu unseren Gunsten verschoben�, erkl�rte Desjani strahlend. In ihren Augen leuchtete Kampflust auf, w�hrend sich die gegnerische Streitmacht neu zu formieren begann.</p><p>Die Chancen standen gut, dass der Syndik-CEO, der das Kommando �ber die Flotte hatte, bei der Zerst�rung der Verlustflotte entweder ums Leben gekommen war oder zumindest auf einem Schiff festsa�, dessen Systeme ausgefallen waren, sodass er mit niemandem aus seiner Flotte Kontakt aufnehmen konnte. Ohne neue Befehle w�rden sich die �berlebenden Kriegsschiffe an ihre letzten Anweisungen halten und weiter auf die Hilfsschiffe zufliegen. Ihre Formation erinnerte nunmehr an die Umrisse eines Kastens, da das Innere durch die Sprengung der aufgegebenen Schiffe herausgeris-sen worden war und die besch�digten Schiffe immer weiter zur�ckfielen.</p><p>Die <emphasis>Furious</emphasis> und die <emphasis>Implacable, </emphasis>deren aussichtsloser Sturm-lauf nun einer deutlich geschrumpften feindlichen Streitmacht galt, flogen an einer Seite der ausgeh�hlten Kastenformation vorbei und konzentrierten ihr Feuer auf das f�hrende Syndik-Schlachtschiff, das im Moment der Begegnung an ihnen vorbeizuckte. Die Eskortschiffe der Allianz-Schlachtkreuzer richteten ihrerseits das Feuer auf die leichteren Einheiten und schossen einige J�ger und zwei Leichte Kreuzer ab.</p><p>Als Captain Cresidas Kriegsschiffe davonjagten und zu einer Kurve ansetzten, um erneut die Syndiks unter Beschuss zu nehmen, begann das feindliche Schlachtschiff, das etliche Salven aus Phantomen, Kart�tschen und H�llenspeeren hatte einstecken m�ssen, von seiner Position abzudriften. Die hinteren Antriebseinheiten arbeiteten nach wie vor mit voller Leistung, w�hrend die vordere Sektion in St�cke gerissen worden war.</p><p>�Die <emphasis>Furious</emphasis> hat mehrere Treffer abbekommen, eine H�llenspeer-Batterie und der Null-Feld-Projektor sind ausgefallen�, meldete der Gefechtswachhabende in pr�zisem Tonfall.</p><p>�Die <emphasis>Implacable</emphasis> hat zwei H�llenspeer-Batterien verloren und an einer Antriebseinheit leichte Sch�den davongetragen.</p><p>Beide Schlachtkreuzer haben bei diesem Vorbeiflug alle Phantome und s�mtliche Kart�tschen aufgebraucht. Auf der <emphasis>Utap</emphasis> sind die Gefechtssysteme ausgefallen, aber sie kann weiterhin man�vrieren. Die <emphasis>Arbakst</emphasis> und die <emphasis>Ravens Beak</emphasis> wurden schwer besch�digt, k�nnen aber bei ihrer Formation bleiben.�</p><empty-line/><p>Keine zwei Minuten sp�ter erreichten die Unterformationen nach und nach ihre Abfangpunkte. Captain Tulev f�hrte die <emphasis>Leviathan, </emphasis>die <emphasis>Steadfasl, </emphasis>die <emphasis>Dragon</emphasis> und die <emphasis>Valiant</emphasis> von der anderen Seite gegen die Syndik-Formation. Abermals konzentrierten die Schlachtkreuzer ihr Feuer, und als sie weiterflogen, blieb ein Syndik-Schlachtschiff schwer besch�digt zur�ck, w�hrend einer der verbliebenen Schlachtkreuzer einen Totalausfall aller Systeme erlitt und steuerlos weitertrieb.</p><p>Captain Duellos brachte die <emphasis>Courageous, </emphasis>die <emphasis>Formidable</emphasis> und die <emphasis>Intrepid als</emphasis> N�chste an den Feind heran. Die Folge war ein weiteres Syndik-Schlachtschiff mit schweren Sch�den, dann machten die f�nf �berlebenden Schlachtkreuzer der Sechsten und Siebten Division zwei der drei letzten feindlichen Schlachtkreuzer unsch�dlich.</p><p>Es folgte die Vierte Schlachtkreuzerdivision. So wichtig es auch war, dass die <emphasis>Dauntless</emphasis> ins Allianz-Gebiet zur�ckkehrte, hatte Geary sich nicht dazu durchringen k�nnen, sie aus der Schlacht herauszuhalten. Selbst wenn er die gesamte Schiffs-besatzung darin eingeweiht h�tte, dass der Hypernet-Schl�ssel sich an Bord befand, w�re die Crew dennoch nicht davon abzubringen gewesen, ihren Teil zum Kampf beizutragen, und h�tte es als gro�e Schmach empfunden, nicht an der Schlacht teilnehmen zu d�rfen.</p><p>Ganz zu schweigen von der Schmach, die Tanya Desjani empfinden w�rde. So wie er sie einsch�tzte, h�tte sie wohl lieber das Kommando abgegeben, anstatt sich so dem�tigen zu lassen.</p><p>Diese Leute waren bereit, ihm zuzuh�ren und von ihm zu lernen, aber wenn er den Bogen �berspannte, w�rden sie rebellieren, weil sie das als eine Dem�tigung empfinden w�rden. Diese Tatsache musste Geary akzeptieren.</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die <emphasis>Daring</emphasis> und die <emphasis>Victorious</emphasis> hielten auf einen Abschnitt der feindlichen Formation zu, in dem sich ein bereits besch�digtes Schlachtschiff und der letzte noch �berlebende Schlachtkreuzer befanden. Da die Allianz-Schiffe mit fast 0,08 Licht reisten und die Syndiks immer noch mit einer Geschwindigkeit von �ber 0,1 Licht unterwegs waren, spielte sich der Moment des Gefechts so schnell ab, dass das menschliche Wahrnehmungsverm�gen nicht mehr mitkam. Eben noch waren die Syndiks vor einem, dann befanden sie sich bereits hinter dem eigenen Schiff, w�hrend die <emphasis>Dauntless </emphasis>immer noch unter den Treffern erzitterte, die ihr in der Millisekunde zugef�gt worden waren, als sie sich in Reichweite der gegnerischen Waffen befunden hatte.</p><p>�Stellenweise Ausf�lle an den vorderen und den Backbord-schilden�, meldete der Wachhabende der Schadenskontrolle.</p><p>�H�llenspeer-Batterie Eins Alpha hat eine Waffe verloren.</p><p>Strukturelle Sch�den an den Rahmen f�nfundvierzig und hundertsiebenundzwanzig.�</p><p>�Gut�, meinte Desjani und nickte, w�hrend sie sich auf dem Display ansah, was die Salven ihrer Schlachtkreuzer angerichtet hatten. Breit grinsend merkte sie an: �Den haben wir erwischt.�</p><p>Auch Geary verzog den Mund zu einem zufriedenen Grinsen. Aus dem letzten Syndik-Schlachtkreuzer wurden Rettungskapseln ausgesto�en, und schon flog das Schiff in die Luft, als sich der Antrieb �berhitzte. Das bereits besch�digte Schlachtschiff hatte weitere Treffer abbekommen und verlor allm�hlich an Fahrt.</p><p>Dann aber wurde er wieder ernst. Die Allianz-Schlachtkreuzer wendeten alle, um erneut zu attackieren, w�hrend die Schlachtschiffe und der Rest der Flotte noch unterwegs waren. Obwohl die Hilfsschiffe und ihre Eskorten deutlich beschleunigt hatten und eine nach oben f�hrende Kurve flogen, blieben die �berlebenden Syndik-Schiffe auf ihrem urspr�nglichen Kurs. Die Hilfsschiffe und ihre Eskorten flogen in die gleiche Richtung wie ihre Verfolger, weshalb die relative Geschwindigkeit beider Gruppen deutlich niedriger war und dieses Aufeinandertreffen langsam genug ablaufen w�rde, um vom menschlichen Auge erfasst zu werden.</p><p>Geary bemerkte, dass Desjani ihn beobachtete, und deutete auf die Hilfsschiffe. �Wenn wir die verlieren, ist es egal, wie viele Syndik-Schiffe wir noch zerst�ren. Dann haben wir so oder so verloren.�</p><p>�Sie mussten das Risiko eingehen�, sagte sie leise.</p><p>�Ich wei�.�</p><p>Die <emphasis>Warrior, </emphasis>die bei Vidha und beim ersten Flug nach Lakota von den Syndiks zusammengeschossen worden war, setzte zu einer Drehung an, um die Verfolger daran zu hindern, das Feuer auf die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Goblin</emphasis> zu er�ffnen. Zwei Syndik-J�ger glaubten offenbar, an dem schwer besch�digten Schlachtschiff vorbeihuschen zu k�nnen, aber sie mussten einsehen, dass die Warrior nicht erledigt war, da sich im n�chsten Moment die wenigen noch funktionst�chtigen H�llenspeere m�helos in die nur schwach gepanzerten J�ger bohrten. Ein Leichter Kreuzer gleich hinter den J�gern versuchte, das Schiff in einen Schusswechsel zu verwickeln, aber auch er wurde erfolgreich au�er Gefecht gesetzt.</p><p>Dem Leichten Kreuzer folgten jedoch zwei fast unversehrt gebliebene Syndik-Schlachtschiffe. Flugk�rper wurden gestartet, die Kurs auf die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Goblin</emphasis> nahmen. Die <emphasis>Warrior </emphasis>und die Zerst�rer an ihrer Seite zielten auf die Flugk�rper und konnten den gr��ten Teil abschie�en, doch ihnen blieb dadurch keine Zeit, sich den Schlachtschiffen selbst zu widmen.</p><p>Qu�lend langsam �nderte die Warrior abermals ihren Kurs, um sich den beiden Syndik-Schlachtschiffen in den Weg zu stellen, die ihr Feuer ganz auf das Allianz-Schiff konzentrierten und jedes System an Bord ausfallen lie�en. Geary murmelte ein Sto�gebet, als er daran dachte, was dieses Sperrfeuer f�r die Besatzung der <emphasis>Warrior</emphasis> bedeuten musste.</p><p>Damit blieben nur noch die <emphasis>Conqueror, </emphasis>die <emphasis>Orion</emphasis> und die <emphasis>Majestic</emphasis> zusammen mit ein paar Schweren und Leichten Kreuzern sowie einigen Zerst�rern. Nachdem sie den Tod der <emphasis>Warrior</emphasis> miterlebt hatte, schien die <emphasis>Conqueror erstarrt</emphasis> zu sein, da sie auf dem gleichen Kurs mit gleicher Geschwindigkeit weiterflog, w�hrend die Syndik-Schiffe sich n�herten. Die <emphasis>Orion</emphasis> flog leicht nach oben, dann kehrte sie zur <emphasis>Conqueror</emphasis> zur�ck, als suche sie in der N�he des unbesch�digten Schlachtschiffs Zuflucht.</p><p>Geary w�rde nie erfahren, was die <emphasis>Majestic</emphasis> vorhatte. Vielleicht versuchte das am weitesten zur�ckliegende der �berlebenden Schlachtschiff zu wenden, um sich dem Gegner in den Weg zu stellen, aber vielleicht unternahm sie auch einen Fluchtversuch. Wenn er sp�ter in gn�diger Laune war, stellte er sich vor, dass die Crew und der Kommandant der <emphasis>Majestic </emphasis>vom Opfer der <emphasis>Warrior</emphasis> inspiriert ihren Kampfgeist wiedergefunden und beschlossen hatten, ihr fr�heres Versagen wieder-gutzumachen. Auf jeden Fall bezahlte die Crew teuer daf�r, dass sie zuvor so getr�delt hatte, als es darum ging, die Waffen und Verteidigungssysteme zu reparieren.</p><p>Die Syndiks feuerten ihre letzten Flugk�rper auf die <emphasis>Majestic</emphasis> ab, und die waren zu viel f�r das Schiff. Drei Geschosse kamen durch, trafen das Heck und l�schten die Antriebseinheiten auf einen Schlag aus. Die steuerlose <emphasis>Majestic</emphasis> begann zu trudeln, und die Syndik-Schlachtschiffe �nderten ihren Kurs, um so nahe an das wehrlose Ziel heranzukommen, dass sie die H�llenspeere einsetzen konnten. Kart�tschen lie�en die rest-liehen Schilde zusammenbrechen, dann bohrten sich die H�llenspeere durch die nur unzureichend reparierte H�lle, die zu viele Schwachstellen aufwies.</p><p>Geary beobachtete, wie immer neue Treffer aufflammten und das Schiff selbst f�r einen Moment hinter einer Wand aus Explosionen verschwand, da weitere Flugk�rper, Kart�tschen und ein erbarmungsloses Bombardement mit H�llenspeeren das Schiff buchst�blich zerrissen. Einen Augenblick sp�ter folgte eine noch gr��ere und verheerendere Explosion, als der Antrieb der <emphasis>Majestic der</emphasis> Belastung nicht l�nger gewachsen war.</p><p>Der grelle Schein verblasste, zur�ck blieb ein auseinander-driftendes Tr�mmerfeld, in dem ein paar �berlebende Syndik-Flugk�rper vergeblich nach einem Ziel suchten.</p><p>�Verdammt sollen sie sein�, murmelte Desjani. Ob sie damit die Syndiks meinte oder m�glicherweise die Crew des Allianz-Schlachtschiffs, die durch ihre Nachl�ssigkeit dieses Ende selbst herbeigef�hrt hatte, vermochte Geary nicht zu sagen.</p><p>Die <emphasis>Conqueror, </emphasis>die weiter dem gleichen Kurs folgte, feuerte auf ein paar Leichtere Einheiten, als die in Reichweite kamen.</p><p>Die <emphasis>Orion</emphasis> war wieder nach oben gedriftet und blieb in der gleichen vorgelagerten Position wie die <emphasis>Conqueror, </emphasis>womit sie sich selbst in eine fast v�llig nutzlose Lage gebracht hatte, was die Verteidigung der Hilfsschiffe anging. Die Schweren und die Leichten Kreuzer sowie die Zerst�rer der Allianz hatten sich dagegen von der <emphasis>Conqueror</emphasis> gel�st und bahnten sich ihren Weg zwischen Syndik-Eskorten hindurch, um die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Goblin</emphasis> zu erreichen. Die beiden Hilfsschiffe feuerten um sich, so gut sie konnten, was bedauerlicherweise nicht allzu viel war. Ein Syndik-Flugk�rper traf die <emphasis>Goblin</emphasis> mittschiffs und brachte das Hilfsschiff zum Taumeln. Ein J�ger kam nahe genug heran, um zwei H�llenspeere auf die <emphasis>Titan</emphasis> abzufeuern, bevor der Allianz-Zerst�rer <emphasis>Reprise</emphasis> von unten zur Rettung eilte und den J�ger mit ein paar gezielten Sch�ssen unsch�dlich machte.</p><p>Geary ben�tigte einen Moment, bis ihm klar wurde, dass die <emphasis>Majestic</emphasis> wom�glich nicht v�llig vergeblich gestorben war.</p><p>�Als diese Syndik-Schlachtschiffe die <emphasis>Majestic</emphasis> unter Beschuss genommen haben, sind sie von ihrer bisherigen Flugbahn ab-gewichen. Das bedeutet, sie werden die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Goblin </emphasis>erst sp�ter erreichen.�</p><p>Desjani unterbrach ihre Arbeit mit der Steuerung der <emphasis>Dauntless, </emphasis>um ihr Display zu studieren. �Die F�nfte Schlachtschiffdivision k�nnte noch rechtzeitig eintreffen�, stimmte sie ihm zu.</p><p>K�nnte. Er war nicht in der Lage, sich darauf zu verlassen, dass die <emphasis>Conqueror</emphasis> und die <emphasis>Orion</emphasis> bis dahin von Nutzen sein w�rden. Sein Blick wanderte zur anderen Seite der Syndik-Formation. Die verbliebenen feindlichen Schiffe �nderten ihren Kurs, um sich der <emphasis>Titan</emphasis> und der <emphasis>Goblin</emphasis> zu n�hern�� und damit auch der <emphasis>Witch</emphasis> und der <emphasis>Jinn, </emphasis>die ein St�ck hinter ihnen unterwegs waren. Als Folge dieser Kurs�nderung l�sten sich die R�nder der ausgeh�hlten Kastenformation auf.</p><p>Aber an diesen in sich zusammenfallenden Kanten waren auch die Allianz-Unterformationen unterwegs, die um Schlachtschiffe herum angeordnet waren. Captain Armus mit der <emphasis>Colossus</emphasis> f�hrte die <emphasis>Amazon, </emphasis>die <emphasis>Spartan</emphasis> und die <emphasis>Guardian</emphasis> an, die eine Kante der Kastenformation zum Ziel hatten. Diese bestand im Wesendichen aus drei Schlachtschiffen, die bislang so gut wie nichts abbekommen hatten. Als es zum Kontakt zwischen den gro�en Schiffen kam, feuerten die Allianz-Schiffe mit allem, was ihnen zur Verf�gung stand, auf das vorderste Syndik-Schlachtschiff, dann auf das zweite in der Reihe. Als sie vor�bergeflogen waren, pr�sentierte sich das vordere Syndik-Schiff nur noch als ein Haufen Schrott, und das zweite war besch�digt worden.</p><p>Zwar hatten die <emphasis>Colossus</emphasis> und die <emphasis>Spartan</emphasis> einige Treffer einstecken m�ssen, aber keiner hatte allzu gro�en Schaden angerichtet.</p><p>Gleichzeitig prallten die leichteren Einheiten auf beiden Seiten aufeinander, wobei die nun zahlenm��ig �berlegenen Allianz-Schiffe den Leichten Kreuzern und J�gern der Syndiks einen Treffer nach dem anderen zuf�gten.</p><p>Kurz darauf zerst�rten die <emphasis>Relentless, </emphasis>die <emphasis>Reprisal, </emphasis>die <emphasis>Superb </emphasis>und die <emphasis>Splendid</emphasis> zwei Schlachtschiffe und deren Eskorten, die eine andere Kante der zunehmend chaotisch werdenden Syndik-Formation bildeten. Sie h�mmerten mit ihren Waffen auf den Feind ein, verloren im Gegenzug aber den Schweren Kreuzer <emphasis>Vambrace.</emphasis></p><p>Die <emphasis>Titan</emphasis> musste einen weiteren Treffer hinnehmen, dann feuerte ein Leichter Kreuzer der Syndiks auf die <emphasis>Goblin, </emphasis>w�hrend Allianz-Zerst�rer vorbeizuckten und versuchten, den Angreifer au�er Gefecht zu setzen.</p><p>Ein �berlebender Schwerer Kreuzer nahm mit zwei Leichten Kreuzern und mehreren J�gern Kurs auf die <emphasis>Titan. </emphasis>�Verdammt�, fl�sterte Geary.</p><p>Er hatte die <emphasis>Furious</emphasis> und die <emphasis>Implacable</emphasis> nicht im Auge behalten, die zwar ihre weite Kurve geflogen waren, dann aber nicht weitere gro�e Schiffe der Syndiks unter Beschuss genommen, sondern sich auf die Bedrohung konzentriert hatten, die sich in unmittelbarer N�he der Hilfsschiffe aufhielt. Nun jagten die beiden Schlachtkreuzer der Allianz vorbei und �berzogen den Schweren Kreuzer mit Treffern, jagten einen Leichten Kreuzer in die Luft und zerschossen den zweiten, w�hrend die Eskorten der Schlachtkreuzer die J�ger eliminierten.</p><p>�Nicht schlecht�, lobte Desjani den Einsatz, w�hrend ihre eigene Division noch mit dem Wendeman�ver besch�ftigt war.</p><empty-line/><p>�Ich habe ja gesagt, Cresida bleibt bei den Hilfsschiffen, wenn sie wei�, dass Sie auf sie z�hlen.�</p><p>In dem Bem�hen, den anderen Angriffen aus dem Weg zu gehen, fand sich die <emphasis>Orion</emphasis> auf einmal zwischen der <emphasis>Titan</emphasis> und der <emphasis>Goblin</emphasis> auf der einen und den beiden Syndik-Schlachtschiffen auf der anderen Seite wieder, die die <emphasis>Majestic</emphasis> ausgel�scht hatten. Da sie all ihre Munition f�r die Zerst�rung der <emphasis>Majestic</emphasis> verbraucht hatten, versuchten sie nun, nahe genug an das Schiff heranzukommen, um die H�llenspeere einzusetzen. Dahinter bem�hten sich die beiden besch�digten Hilfsschiffe, aus ihren Antriebseinheiten alles herauszuholen, um au�er Reichweite zu bleiben.</p><p>Auf einmal begann die <emphasis>Orion, </emphasis>sich aus der Schusslinie zwischen den Syndiks und den Hilfsschiffen zur�ckfallen zu lassen, so als h�tte sie ein Problem mit dem Antrieb. Die Schadensmeldungen auf Gearys Display zeigten aber keinen derartigen Schaden an. �Jetzt reicht's mir. Wenn Commander Yin diese Schlacht �berlebt, dann ist sie ihr Kommando los.� Seine Augen suchten die Anzeige ab, bis er die <emphasis>Conqueror</emphasis> gefunden hatte, die immer noch so weit von der <emphasis>Titan</emphasis> und der <emphasis>Goblin </emphasis>entfernt war, dass sie nicht in der Lage war, die Hilfsschiffe vor den beiden Syndik-Schlachtschiffen zu besch�tzen. �Und das gilt auch f�r Captain Casia. Ich werde die beiden vor ein Kriegsgericht stellen.�</p><p>Desjani verzog den Mund zu einem humorlosen L�cheln.</p><p>�Feigheit vor dem Feind. Sie k�nnen die beiden standrechtlich erschie�en lassen. Niemand k�nnte etwas dagegen ein-wenden, weil die Aufzeichnungen dieser Schlacht als offizieller Beweis herangezogen w�rden.�</p><p>In diesem Augenblick, in dem das Schicksal der <emphasis>Titan</emphasis> und der <emphasis>Goblin</emphasis> auf der Kippe stand, klang eine solche M�glichkeit wie Musik in Gearys Ohren. Wenn er diese beiden Schiffe verlor, weil Casia und Yin sich vor der Auseinandersetzung mit dem Feind dr�ckten, w�rde er m�glicherweise Desjanis Vorschlag nicht widerstehen k�nnen.</p><p>H�llenspeere von den Syndik-Schlachtschiffen streckten sich mit gr��tm�glicher Reichweite nach der <emphasis>Titan</emphasis> und der <emphasis>Goblin</emphasis> und reichten bis an deren Schilde heran, von denen Geary wusste, dass sie Attacken nicht lange standhalten konnten, zu denen zwei Schlachtschiffe selbst auf diese Entfernung f�hig waren.</p><p>Die <emphasis>Flanconade</emphasis> schob sich zwischen die Syndiks und die Hilfsschiffe und lenkte f�r die wenigen Augenblicke das Feuer auf sich, die die feindlichen Schlachtschiffe ben�tigten, um den Allianz-Zerst�rer in St�cke zu rei�en.</p><p>Die Opfer und Man�ver zeigten dennoch Wirkung, da die Zeit gen�gte, um die <emphasis>Fearless, </emphasis>die <emphasis>Resolution, </emphasis>die <emphasis>Redoubtable </emphasis>und die <emphasis>Warspite</emphasis> in Feuerreichweite gelangen zu lassen. Die vier Schiffe teilten die beiden Gegner unter sich auf, je zwei Allianz-Schiffe konzentrierten sich auf eines der Syndik-Schiffe, bis die F�nfte Schlachtschiffdivision endlich eintraf.</p><p>W�hrend die Schlachtschiffe der Allianz abdrehten, verloren die Syndiks deutlich an Fahrt, da ihre Antriebssysteme Treffer abgekommen hatten. Langsam entfernten sich die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Goblin, </emphasis>und dann kamen Tulevs vier Schlachtkreuzer auf dem zweiten Vorbeiflug aus einer anderen Richtung und feuerten auf die gegnerischen Schlachtschiffe.</p><p>Geary blinzelte, w�hrend er versuchte, alles in sich aufzunehmen, was sich auf dem Schlachtfeld abspielte. Desjani f�hrte die <emphasis>Dauntless, </emphasis>die <emphasis>Daring</emphasis> und die <emphasis>Victorious</emphasis> gegen ein verletztes Syndik-Schlachtschiff, anderswo gingen die <emphasis>Vengeance </emphasis>und die <emphasis>Revenge</emphasis> gegen das verbleibende Schlachtschiff vor, das um ein Haar die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Goblin</emphasis> zerst�rt h�tte. Die anderen Schlachtschiffe der Syndiks, die noch kampftauglich waren, hatte man l�ngst ihrer Eskorten beraubt, sodass sie ungesch�tzt jeden Treffer einstecken mussten, der auf sie abgefeuert wurde. Die Syndik-Formation war v�llig zerfallen und bestand jetzt nur noch aus einer Spur aus demolier-ten Schiffen und Tr�mmern, die bis dorthin zur�ckreichte, wo sich noch vor Kurzem die Verlustflotte befunden hatte.</p><p>Die einzige organisierte Syndik-Streitmacht, die im System noch existierte, bestand aus zwei Schlachtschiffen und zwei Schlachtkreuzern, die zusammen mit ihren Eskortschiffen auf dem Weg zum Hypernet-Portal waren. �Wir haben gesiegt.�</p><p>Die H�llenspeere der <emphasis>Dauntless</emphasis> bohrten sich in das Syndik-Schlachtschiff, dann hinterlie�en die Null-Felder der <emphasis>Dauntless, </emphasis>der <emphasis>Daring</emphasis> und der <emphasis>Victorious</emphasis> riesige L�cher im Rumpf.</p><p>Desjani atmete tief durch, w�hrend die <emphasis>Dauntless</emphasis> sich vom ge-schlagenen Feind abwandte. Sie sah zu Geary und nickte be-st�tigend. �Ja, Sir. Sie haben's geschafft.�</p><p>�Wir haben gesiegt�, wiederholte er. �Diese Flotte hat den Sieg errungen, nicht ich.�</p><p>�Sie haben dabei geholfen�, warf Rione lakonisch ein.</p><p>Geary holte tief Luft, dann wandte er sich an seine Flotte:</p><p>�An alle Schiffe der Allianz-Flotte: L�sen Sie die Formation auf und nehmen Sie die Verfolgung auf. Stellen Sie sicher, dass kein Syndik-Kriegsschiff entkommt. Zerst�rer und Leichte Kreuzer, die nicht in K�mpfe mit dem Feind verwickelt sind, bergen alle Rettungskapseln unserer Schiffe.�</p><p>Das Lakota-System war nun �bers�t mit Wracks, Wrack-teilen und Hunderten von Syndik-Rettungskapseln. Gearys Schiffe stellten den letzten �berlebenden feindlichen Schiffen nach, um sie in St�cke zu schie�en, was die Menge der Tr�mmer und die Zahl der Rettungskapseln nur noch weiter anwachsen lie�.</p><p>Sie hatten gesiegt, aber sie hatten teuer daf�r bezahlt. Die <emphasis>Majestic</emphasis> war zerst�rt worden, ebenso die Schweren Kreuzer <emphasis>Utap, Vambrace</emphasis> und <emphasis>Fascine. </emphasis>Die Verteidiger der Hilfsschiffe hatte ebenfalls schwere Verluste hinnehmen m�ssen. Neben der <emphasis>Flanconade</emphasis> waren die Leichten Kreuzer <emphasis>Brigandine, Carte </emphasis>und <emphasis>Ote</emphasis> vernichtet worden, au�erdem die Zerst�rer <emphasis>Armlet, Kukri, Hastarii, Petard</emphasis> und <emphasis>Spiculum. </emphasis>Die meisten anderen Schiffe hatten in unterschiedlichem Ma� Sch�den davongetragen und Besatzungsmitglieder verloren. Aber im Vergleich zu den Verlusten der Syndiks war das noch harmlos. Trotzdem musste Geary gegen Depressionen ank�mpfen, als er dar�ber nachdachte, wie viele seiner Leute den Tod gefunden halten.</p><p>�Sir, die <emphasis>Warrior</emphasis> ist nicht mehr zu retten�, erkl�rte Desjani ernst.</p><p>Er konnte ihr nicht widersprechen, obwohl er das nur zu gern getan h�tte. Die Warrior hatte so hervorragend gek�mpft, ihre Crew hatte zum Schutz der Hilfsschiffe weit mehr geleistet, als es die Dienstpflicht verlangen konnte. Doch das schon zuvor besch�digte Schlachtschiff war von Treffern �bers�t und die Antriebssysteme waren ausgefallen. Keine Waffe war mehr einsatzbereit, und durch die L�cher im Rumpf entwich die Atmosph�re. Beim Anblick der Anzeigen, die den Zustand der <emphasis>Warrior auf</emphasis> seinem Display berichteten war Geary brutal daran erinnert worden, wie das Wrack der <emphasis>Audacious</emphasis> ausgesehen hatte. �Commander Suram�, befahl er. �Sie und Ihre Crew haben auf eine Weise gehandelt, die Ihre Vorfahren auf das H�chste ehrt. Aber die <emphasis>Warrior</emphasis> ist nicht zu retten, verlassen Sie also das Schiff.�</p><p>Lange bevor eine Antwort h�tte eingehen d�rfen, rief der Komm-Wachhabende: �Wir empfangen eine Audiomitteilung von der <emphasis>Warrior. </emphasis>Sehr schwach, aber wir k�nnen sie verst�rken.�</p><empty-line/><p>Geary nahm die eingehende Nachricht an und h�rte Commander Surams Stimme. Sie klang seltsam verzerrt, was an der elektronischen Verst�rkung der �bertragung lag. �Alle Systeme ausgefallen, ausgenommen die Notfallkontrollen f�r den Antrieb. Den versuchen wir abzuschalten. Die <emphasis>Warrior </emphasis>kann den Kampf nicht fortsetzen. Etliche Rettungskapseln wurden beim letzten Schlagabtausch besch�digt oder zerst�rt.</p><p>Diejenigen Besatzungsmitglieder, die in den �berlebenskap-seln Platz finden k�nnen, sollen das Schiff verlassen. Auf die Ehre unserer Vorfahren.�</p><p>�Den Kampf fortsetzen?�, fragte Geary verwundert.</p><p>�Da alle Systeme ausgefallen sind, sind sie praktisch blind�, erkl�rte Desjani. �Mit dem blo�en Auge und der Verst�r-kungsausr�stung ihrer Schutzanz�ge k�nnen sie Anzeichen f�r einen Kampf erkennen, aber ihnen ist nicht klar, dass das unsere Schiffe sind, die die restlichen Syndiks erledigen.</p><p>Wir m�ssen Schiffe r�berschicken, die die Crew der <emphasis>Warrior </emphasis>an Bord nehmen k�nnen�, f�gte sie rasch an. �Ich empfehle��</p><p>�Sir�, rief ein anderer Wachhabender beunruhigt dazwischen. �Wir registrieren Anzeichen daf�r, dass der Antrieb der <emphasis>Warrior</emphasis> fluktuiert. Das Notfallkontrollsystem muss ebenfalls besch�digt worden sein und kurz vor dem Totalausfall stehen.�</p><p>�Wie lange noch, bis da alles hochgeht?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Unm�glich zu sagen, Captain. Es k�nnte halten, bis sie die Abschaltung vorgenommen haben, es kann aber auch schon l�ngst passiert sein, und wir haben nur noch nicht das Licht davon gesehen.�</p><p>Desjani sah Geary ernst an. Er nickte, weil er wusste, was zu tun war. Jedes Schiff, das sich der <emphasis>Warrior</emphasis> n�herte, um die dort festsitzenden Crewmitglieder zu retten, riskierte, von der Explosion erfasst zu werden. �Wen wollten Sie f�r die Bergung der Crew empfehlen?�</p><p>�Die Schiffe des Zwanzigsten Zerst�rergeschwaders�, antwortete sie prompt. �Die sind noch dicht beieinander, und sie befinden sich in einer guten Position. Aber die <emphasis>Warrior</emphasis> ist vom Kampfgeschehen abgedriftet, nachdem sie getroffen wurde.</p><p>Oder besser gesagt: Das Kampfgeschehen hat sich von ihr fort verlagert, und sie hat sich nicht mehr von der Stelle ger�hrt.</p><p>Unsere Zerst�rer werden gut eine halbe Stunde ben�tigen, um dorthin zu gelangen und sich an die Geschwindigkeit des Wracks anzupassen.�</p><p>�Okay.� Geary tippte auf seine Kontrollen und �berlegte, was er am besten sagen sollte. �An das Zwanzigste Zerst�rergeschwader: Crewmitglieder der <emphasis>Warrior</emphasis> sitzen an Bord ihres Schiffs fest. Der Antrieb des Schiffs fluktuiert unkontrolliert und kann jeden Moment hochgehen. Ich bitte um Mitteilung, welche Ihrer Zerst�rer sich freiwillig melden, um sich der <emphasis>Warrior</emphasis> zu n�hern und eine Rettung der Uberlebenden zu versuchen.�</p><p>Die Antwort lie� nicht lange auf sich warten, auch wenn ihm die Zeit bis dahin wie eine Ewigkeit vorkam. �Sir, hier spricht Lieutenant Commander Pastak von der <emphasis>Gavelock. </emphasis>Freiwillig melden sich <emphasis>Arabas, Balta, Dao, Gavelock, Kururi, Sabar</emphasis> und <emphasis>Wairbi. </emphasis>Alle Schiffe begeben sich mit maximaler Beschleunigung zur <emphasis>Warrior.</emphasis>�</p><p>Geary �berpr�fte die Anzeige auf dem Display und stellte fest, dass jeder �berlebende Zerst�rer des Geschwaders sich freiwillig gemeldet hatte. �Sorgen Sie daf�r, dass ich das nicht vergesse�, raunte er Desjani zu.</p><p>�Das werde ich machen�, versicherte sie ihm. �Hatten Sie irgendetwas anderes erwartet?�</p><empty-line/><p>�Ich wei� nicht. Ich wei� nur, dass ich verdammt stolz bin, diese Flotte befehligen zu d�rfen.�</p><p>�Gesch�tzte Zeit bis zum Eintreffen der Zerst�rer bei der <emphasis>Warrior</emphasis> betr�gt dreiundzwanzig Minuten�, meldete der Steuer-Wachhabende.�</p><p>�Versuchen Sie, den �berlebenden der <emphasis>Warrior</emphasis> eine Nachricht zukommen zu lassen, dass die Zerst�rer auf dem Weg zu ihnen sind.�</p><p>�Jawohl, Sir. Wir stehen jetzt mit den Rettungskapseln in Verbindung, die von der <emphasis>Warrior gestartet</emphasis> wurden, und werden versuchen, �ber sie mit dem Schiff in Kontakt zu treten.�</p><p>Geary nickte fast gedankenverloren, da er sich unwillk�rlich vorstellte, was sich in diesen Sekunden an Bord der <emphasis>Warrior</emphasis> abspielen musste. Die wenigen Matrosen, die an der An-Iriebseinheit arbeiten konnten, versuchten alles, um sie unter Kontrolle zu bekommen, w�hrend die anderen in den Ruinen des Schiffs auf die Rettung oder auf den Tod warteten. �Befindet sich Commander Suram in einer der Rettungskapseln?�, fragte er, ahnte aber l�ngst die Antwort darauf.</p><p>�Nein, Sir. Der rangh�chste Offizier in den Kapseln ist ein Lieutenant Rana, der schwere Verletzungen davongetragen hat.�</p><p>W�hrend er die Symbole auf seinem Display betrachtete, welche die Rettungskapseln darstellten, die mit hoher Geschwindigkeit die <emphasis>Warrior</emphasis> verlie�en, kam es ihm mit einem Mal vor, als w�rde er das alles wie aus weiter Ferne miterleben.</p><p>Er f�hlte sich wie bet�ubt, weil dieser Tag so viele Opfer gefordert hatte. Rettungskapseln waren so konstruiert, dass sie von ihrem Schiff f�rmlich weggeschossen wurden, da man davon ausging, dass es von entscheidender Bedeutung war, m�glichst schnell das Schiff hinter sich zu lassen und in eine sichere Entfernung zu gelangen. In diesem Fall war die Annahme besonders zutreffend. �Wie lange noch, bis die Rettungskapseln die Gefahrenzone verlassen haben?�</p><p>�F�nf Minuten, Sir. Die Sch�tzung basiert auf dem mitge-teilten Zustand des Antriebs und auf den Werten, die wir empfangen.�</p><p>Sieben Minuten sp�ter�� die Zerst�rer des Zwanzigsten Geschwaders waren noch immer sechzehn Minuten von ihrem Ziel entfernt�� beobachtete Geary, wie das Bild der <emphasis>Warrior</emphasis> sich zu einer unregelm��igen Form aus Licht und Tr�mmern ver�nderte. Er best�tigte, dass die Rettungskapseln weit genug entfernt waren, um die Schockwelle der Explosion un-beschadet zu �berstehen. Dann kniff er die Augen zu, atmete tief durch und rief die <emphasis>Gavelock. </emphasis>�Lieutenant Commander Pastak, �ndern Sie bitte den Kurs, um die Rettungskapseln der <emphasis>Warrior</emphasis> zu bergen. Die waren noch nicht weit von ihrem Schiff entfernt, und die Druckwelle des explodierenden Antriebs k�nnte etliche von ihnen besch�digt haben. Ich danke Ihnen allen f�r Ihre Bem�hungen.�</p><p>Pastaks ernste Best�tigung traf wenige Minuten sp�ter ein, dann lehnte Geary sich zur�ck und schloss abermals die Augen.</p><p>�Sir?�, fl�sterte Desjani ihm zu.</p><p>Er sch�ttelte den Kopf, um ihr klarzumachen, dass er sich nicht unterhalten wollte. Einen Moment sp�ter sp�rte er, wie sie die Hand um sein Handgelenk legte und ihn eine Sekunde lang fest dr�ckte, um ihm wortlos Trost zu spenden. Dann nahm sie ihre Hand wieder weg. Sie wusste, wie er sich f�hlte, und aus irgendeinem Grund machte das das Ganze ein wenig ertr�glicher.</p></section><section><title><p>F�nf</p></title><p>Geary seufzte, als die Anspannung durch die Sorgen um die anstehende Schlacht den Schmerzen wich, die die Nachwirkungen der Konfrontation verursachten. Er f�hlte sich tod-m�de, als h�tte er eine ganze Woche lang ununterbrochen auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> zugebracht, nicht blo� knapp einen Tag.</p><p>�Der Syndik-Wachposten ist immer noch gut drei�ig Lichtminuten vom Hypernet-Portal entfernt�, meldete eine ersch�pfte Captain Desjani. �Wenn sie ihre Geschwindigkeit beibehalten, dann werden sie es in rund viereinhalb Stunden erreicht haben.�</p><p>�Gut.� Geary rieb sich die Augen und schaute wieder auf sein Display. Diese Syndik-Schiffe waren inzwischen fast zwei Lichtstunden von der Allianz-Flotte entfernt. W�ren sie deutlich n�her gewesen, h�tte er sich wohl Sorgen machen m�ssen, sie k�nnten einen Selbstmordangriff gegen die <emphasis>Dauntless </emphasis>oder gegen die Hilfsschiffe unternehmen. Doch bei dieser Entfernung dauerte es fast einen Tag, ehe sie in die N�he der Flotte zu gelangen vermochten. �Ich w�rde sagen, wir k�nnen uns sp�ter immer noch �berlegen, was wir mit ihnen machen werden.�</p><p>F�r den Augenblick mussten sie sich um diese Syndiks keine Gedanken machen, da sie eindeutig in der N�he des Hypernet-Portals bleiben w�rden�� wie schon beim letzten Mal, als die Allianz-Flotte sich hier aufgehalten hatte. Das Portal lag gut zweieinhalb Lichtstunden an Backbord, w�hrend die bewohnte Welt des Systems auf der anderen Seite der Sonne ihre Bahnen zog und gut zweieinviertel Lichtstunden entfernt war. Die dortigen milit�rischen Einrichtungen stellten f�r die Allianz-Flotte keine Bedrohung dar, es sei denn, sie kamen dieser Welt zu nahe. Aber diese Absicht hegte Geary ganz, sicher nicht.</p><p>Von diesen beiden Faktoren abgesehen, nahm die Syndik-Pr�senz rapide ab, w�hrend das Licht der j�ngsten Konfrontation die verschiedenen Regionen des Lakota-System erreichte: Handelsschiffe suchten Zuflucht, wo sie nur konnten, Kolonien und Bergbauminen auf den �u�eren Planeten wurden geschlossen, als die Bev�lkerung in die Bunker geschickt wurde. Da die Menschen daran gew�hnt waren, dass Allianz-Streitkr�fte die Welten der Syndiks bombardierten, erwarteten sie von der siegreichen Flotte in ihrem System automatisch das Schlechteste. Dazu w�rde es zwar nicht kommen, aber Geary stand jetzt nicht der Sinn danach, das diesen Leuten zu erkl�ren.</p><p>Rings um die <emphasis>Dauntless</emphasis> waren die weit verstreuten Schiffe der Allianz-Flotte mit den dringendsten Reparaturen besch�ftigt, w�hrend einige Einheiten immer noch daf�r sorgten, dass bei den besch�digten, aber nicht zerst�rten Syndik-Schiffen der Antrieb �berhitzt wurde. Nichts sollte hier f�r die Syndiks noch vorzufinden sein, was zu bergen sich lohnte.</p><p>Shuttles flogen zwischen den Allianz-Schiffen hin und her, um ben�tigte Ersatzteile abzuliefern. Zerst�rer und Leichte Kreuzer zogen ihre Bahnen und sammelten nach und nach alle Rettungskapseln ein, die von den Schiffen w�hrend der Schlacht ausgesto�en worden waren.</p><p>Geary hatte bereits etwas �ber eine dieser Kapseln erfahren, in der sich Matrosen befanden, die beim ersten Gefecht im Lakota-System vor vielen Wochen die <emphasis>Indefatigable</emphasis> hatten verlassen m�ssen. Sie waren von den Syndiks aufgegriffen und zum Wrack der <emphasis>Audacious</emphasis> gebracht worden, aus dem sie dann am heutigen Tag von den Marines befreit worden waren. Anschlie�end hatte man sie zum Schweren Kreuzer <emphasis>Fascine</emphasis> gebracht, den sie dann gleich wieder verlassen mussten, als der von den Syndiks zerschossen wurde. Schlie�lich waren sie vom Leichten Kreuzer <emphasis>Tsuba</emphasis> aufgelesen worden. Er fragte sich, ob diese Matrosen das Gef�hl hatten, vom Gl�ck oder vom Pech verfolgt zu werden, und ob sie sich �ber ihre Zukunft Sorgen machten, weil sie jedes Mal auf einem noch kleineren Schiff gelandet waren.</p><p>Rione stand auf und seufzte ihrerseits schwer. �Ich muss mich um ein paar Dinge k�mmern. Geben Sie mir Bescheid, wenn Sie mich brauchen�, sagte sie zu Geary.</p><p>Damit konnte alles M�gliche gemeint sein. Die Zweideutig-keit ihrer Bemerkung lie� ihn gr�beln, ob Rione wohl zu dem Schluss gekommen war, ihre private Beziehung Wiederaufleben zu lassen. Dann bemerkte Geary, wie Desjani einen Moment lang die Lippen zusammenpresste, w�hrend sie stur auf ihr Display schaute. Offenbar hatte sie die Formulierung auch so gedeutet wie er, was ihr gar nicht zu gefallen schien.</p><p>Eine solche Reaktion war ihm bei ihr zuvor nicht aufgefallen, und er fragte sich, ob Desjani sich mehr Sorgen �ber Riones Einfluss machte, als ihm bislang bewusst gewesen war.</p><p>Allerdings konnte er jetzt unm�glich mit ihr dar�ber reden, also wandte er sich kopfsch�ttelnd an Rione: �Nein, im Moment brauche ich nichts. Sehen Sie zu, dass Sie sich ein wenig ausruhen.�</p><p>�Dazu werde ich wohl keine Gelegenheit bekommen, aber ich kann es zumindest versuchen.�</p><p>Nachdem Rione gegangen war, entspannte sich Desjani sp�rbar. �Sie sollten sich auch etwas Ruhe g�nnen, Sir.�</p><empty-line/><p>�Im Augenblick gibt es noch genug zu tun�, erwiderte Geary.</p><p>�Das k�nnen wir auch erledigen. Sie haben unseren Schiffen bereits den Befehl erteilt, die Flottenformation Delta Two einzunehmen, sobald sie ihre momentanen Aufgaben erledigt haben. Das k�nnen die auch machen, ohne dass Sie dabei zusehen m�ssen. Sogar die <emphasis>Orion</emphasis> und die <emphasis>Conqueror</emphasis> k�nnen zuverl�ssig arbeiten, wenn nicht gerade auf sie geschossen wird.�</p><p>� Ja, ich glaube, Sie haben recht.� Geary stand auf und wunderte sich dar�ber, wie wacklig er auf den Beinen stand. �Werden Sie sich auch ausruhen gehen?�</p><p>Desjani zuckte entschuldigend mit den Schultern. �Ich bin der Captain der <emphasis>Dauntless, </emphasis>Sir.�</p><p>�Und der Captain eines Kriegsschiffs darf sich niemals ausruhen.� Er z�gerte kurz, dann stellte er die Frage, die er eigentlich hatte meiden wollen. �Wie viele Verluste hat die <emphasis>Dauntless</emphasis> erlitten?�</p><p>Sie atmete tief durch, dann antwortete sie mit fester Stimme: �Zw�lf. Wir hatten noch Gl�ck. Dazu kommen neunzehn Verletzte, davon zwei in kritischem Zustand.�</p><p>�Das tut mir leid.� Geary rieb sich die Stirn, bedeutungslose Phrasen von Ehre und Opfer gingen ihm durch den Kopf.</p><p>Weitere zw�lf Matrosen, die die Allianz niemals wiedersehen w�rden. Die ihr Zuhause, ihre Familien und andere geliebte Menschen nie wiedersehen w�rden. Weitere zw�lf allein auf diesem leicht besch�digten Schiff. Auf die gesamte Flotte hochgerechnel bot der gro�e Sieg mit einem Mal gar keinen Grund zum Feiern mehr.</p><p>Vielleicht empfand Desjani ganz genauso. Als h�tte sie seine Gedanken gelesen, sch�ttelte sie den Kopf. �Ich sch�tze, wir stehen alle ein wenig unter Schock, Sir. Morgen werde ich wohl eher zu sch�tzen wissen, was wir hier vollbracht haben.</p><p>Im Moment kann ich einfach nur weitermachen.�</p><p>�So wie ich auch.� Er stand da und starrte das Deck an. �Was wollte ich eigentlich?�</p><p>�Sie wollten sich ausruhen, Sir�, sagte Desjani.</p><p>�Wenn Sie das noch wissen, dann befinden Sie sich in einer besseren Verfassung als ich. Ich bin bald zur�ck.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Rufen Sie mich in etwa einer Stunde.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Das ist mein Ernst, Captain Desjani.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>Er verlie� die Br�cke mit der Gewissheit, dass Desjani ihn trotzdem erst rufen w�rde, wenn ein absoluter Notfall das erforderlich machte. Um mit ihm dar�ber zu diskutieren, hatte sie aber keinerlei Lust, das war ihm auch bewusst.</p><p>Das Komm in seinem Quartier summte energisch und lie� Geary hochschrecken. Er war in seinem Sessel eingeschlafen und brauchte einen Moment, um sich zu orientieren, ehe er den Ruf annahm.</p><p>�Captain Geary�, meldete sich Desjani. �Es gibt ein Problem am Hypernet-Portal der Syndiks.�</p><p>Prompt verkrampfte sich sein Magen. �Verst�rkung f�r die Syndiks?� Seine Flotte war nicht in der Verfassung, sich auf einen Kampf mit einer weiteren gro�en Streitmacht einzulas-sen. Die Aliens auf der anderen Seite des Syndik-Territoriums hatten eine gro�e Syndik-Streitmacht ins Lakota-System umgeleitet, um sie auf die Allianz-Flotte zu hetzen, was von den Syndiks selbst mit gr��ter Verwunderung zur Kenntnis genommen worden war. Es war den Aliens fast gelungen, die Flotte auszul�schen. Aus einem unerkl�rlichen Grund war diesen Aliens bekannt gewesen, dass die Allianz-Schiffe nach Lakota unterwegs waren, doch die sofortige R�ckkehr ins System nach der Flucht in Richtung Ixion sollte auch f�r sie unerwartet gekommen sein.</p><p>�Nein, Sir.� Seine Erleichterung �ber diese Antwort schwand gleich wieder, als sie fortfuhr: �Die Syndik-Streitmacht zerst�rt das Portal.�</p><p>In Rekordzeit legte er den Weg zur Br�cke zur�ck, blieb au�er Atem neben seinem Kommandosessel stehen und betrachtete die Bilder auf dem Display. Einen Moment lang musste er innehalten, ehe sein Verstand akzeptierte, was seine Augen sahen. Wie Desjani gemeldet hatte, feuerte die Syndik-Wachflotte auf das Hypernet-Portal. �Sie schie�en das Portal in St�cke, obwohl wir immer noch Lichtstunden davon entfernt sind.� Seine Fassungslosigkeit musste ihm deutlich anzusehen sein.</p><p>Desjani �berpr�fte ihr eigenes Display und machte eine abf�llige Geste. �Der Kommandant dieser Wachflotte muss in Panik geraten sein. Er hat den Befehl zu verhindern, dass wir das Portal benutzen k�nnen, also f�hrt er diese Anweisung aus, lange bevor er musste.�</p><p>�Aber unsere Flotte ist so weit von dort entfernt, dass die Energieentladung uns gar nicht so viel anhaben d�rfte.� Er musterte die Darstellung der Wachflotte. �Seine Schiffe befinden sich dagegen direkt am Portal. Warum sollten die fast sicheren Selbstmord begehen, wenn es nicht unbedingt sein muss?�</p><p>Rione ergriff das Wort, und das in einem energischen Tonfall. Er hatte sie nicht auf die Br�cke kommen sehen, aber sie musste sich dicht hinter ihm befunden haben. �Offenbar ist dem Syndik-Commander nicht klar, was passieren wird, wenn das Portal zusammenbricht. Man hat ihn nicht dar�ber informiert. Vielleicht aus einem falsch verstandenen Verschwiegen-heitsverst�ndnis heraus, vielleicht auch nur, weil niemand das f�r n�tig hielt, nachdem unsere Flotte in diesem System bereits vor zwei Wochen scheinbar geschlagen worden war.�</p><p>�Oder�, sagte Desjani mehr zu sich selbst, �weil der Exekutivrat der Syndiks ihren Untergebenen ganz bewusst nicht eingeweiht hat, damit er den Befehl ausf�hrt, ohne von den m�glichen Folgen seiner Tat abgeschreckt zu werden.�</p><p>Geary hatte das ungute Gef�hl, dass Desjani mit ihrer �berlegung richtig lag. Die Syndik-F�hrung wollte sicherstellen, dass die Allianz-Flotte nicht das Hypernet-Portal benutzen konnte, also d�rften sie ihren eigenen Commander im Dun-keln gelassen haben, da er sich sonst vielleicht gegen eine Zerst�rung des Portals entschieden h�tte, um nicht die eigene Flotte aufs Spiel zu setzen.</p><p>�Folglich�, fuhr Rione fort, als h�tte Desjani gar nichts gesagt, �geht dieser Commander auf Nummer sicher, da er f�rchtet, diese Flotte k�nnte wieder irgendetwas unternehmen, das eigentlich unm�glich ist.�</p><p>Er drehte sich zu ihr um. �Die Syndiks gehen auf Nummer sicher, weil sie glauben, dass diese Flotte Unm�gliches voll-bringen kann?�, fragte er.</p><p>�Geben Sie nicht mir die Schuld�, erwiderte sie und warf ihm einen k�hlen Blick zu. �Sie sind derjenige, der immer wieder aufs Neue Unm�gliches leistet.�</p><p>Mit Rione diskutieren zu wollen, w�re so sinnlos wie immer, also versuchte er es gar nicht erst. Stattdessen �berlegte er kurz und rief dann die <emphasis>Furious. </emphasis>�Captain Cresida, k�nnen Sie mir eine Sch�tzung geben, wie lange die Syndiks ben�tigen werden, um das Hypernet-Portal zusammenbrechen zu lassen?�</p><empty-line/><p>Sekunden sp�ter tauchte Cresidas Bild auf dem Display auf.</p><p>�Einen Augenblick, Sir�, sagte sie, nickte kurz und studierte irgendwelche Anzeigen. �Vorausgesetzt, sie feuern im gleichen Tempo weiter und zerst�ren die Portaltrossen im gleichen Rhythmus wie bisher, dann d�rfte das Portal in zwanzig bis drei�ig Minuten unkontrolliert zusammenbrechen. Leider kann ich Ihnen keine genaueren Zahlen liefern, weil das Ganze reine Theorie ist. Wir haben nicht genug Daten da-r�ber, was sich exakt beim Kollaps eines Portals abspielt, daher kann ich nur grob sch�tzen.�</p><p>Zwanzig bis drei�ig Minuten. Und das Portal war mehr als zweieinhalb Lichtstunden entfernt. �Dann ist es vermutlich schon vor zwei Stunden zusammengebrochen.�</p><p>Wieder verstrichen einige Sekunden, dann nickte Cresida best�tigend. �Ja, Sir.�</p><p>�Gibt es eine M�glichkeit, das Ausma� der Energieentladung zu sch�tzen, bevor wir davon getroffen werden?�</p><p>�Die Energiewelle wird sich mit Lichtgeschwindigkeit nach au�en bewegen, Captain Geary.� Cresida sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Wir werden es erst wissen, wenn wir getroffen werden. Was in zwanzig Minuten der Fall sein k�nnte.�</p><p>Es blieb ihnen nur sehr wenig Zeit um zu reagieren. Geary wirbelte zu Desjani herum. �Berechnen Sie einen Kurs, der uns so weit wie m�glich vom Hypernet-Portal wegbringt!�</p><p>W�hrend sie sich an die Arbeit machte, widmete er sich seinem Display und erkannte, dass ihm bei der momentanen Ver-teilung seiner Schiffe keine Zeit mehr blieb, um sie neu zu positionieren.</p><p>�Nach Backbord eins vier null Grad, nach unten eins zwei Grad�, meldete sie.</p><p>Geary bet�tigte die Komm-Taste, um sich an die gesamte Flotte zu wenden. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Sofort Kurs�nderung vornehmen. Alle Schiffe nach Backbord eins vier null Grad drehen, nach unten eins zwei Grad, und beschleunigen Sie auf 0,1 Licht. Ich wiederhole: Alle Schiffe nach Backbord eins vier null Grad drehen, nach unten eins zwei Grad, und beschleunigen Sie auf 0,1 Licht. Die Syndik-Wachflotte hat das Hypernet-Portal in diesem System kollabieren lassen, was eine Energieentladung von unbekanntem Ausma� nach sich ziehen wird. Diese Entladung kann theoretisch das Ausma� einer Nova erreichen. In eins f�nf Minuten beenden alle Schiffe ihre Beschleunigung und drehen sich, sodass sie mit dem Bug in Richtung Hypernet-Portal zeigen. Verst�rken Sie die Bugschilde auf maximale Leistung, und treffen Sie alle denkbaren Vorbereitungen f�r die Schadenskontrolle und m�gliche Reparaturen.�</p><p>Er lie� sich in seinen Sessel sinken, w�hrend Desjani ihre Befehle erteilte und die <emphasis>Dauntless</emphasis> auf einen neuen Kurs einschwenkte, wobei die Maschinen so gefordert wurden, dass die Tr�gheitsd�mpfer vor Anstrengung aufheulten. �Captain Desjani�, wollte Geary wissen, �kann dieses Schiff den Energieaussto� einer Nova aushalten, wenn es sich in dieser Entfernung zur Quelle befindet?� Er war sich ziemlich sicher, die Antwort bereits zu kennen und sie nicht zu m�gen, dennoch musste er Gewissheit haben.</p><p>�Das m�chte ich bezweifeln�, meinte sie, sah sich auf der Br�cke um und wandte sich dann an einen der Wachhabenden. �Einsch�tzung?�, fragte sie ihn.</p><p>Der Wachhabende tippte hektisch auf eine Datentafel ein, dann sch�ttelte er den Kopf. �Nein, Ma'am. Je weiter sich die Explosion ausdehnt, umso st�rker sinkt zwar die Intensit�t der Strahlung, aber das geschieht nicht schnell genug. Die Schilde und Panzerung eines Schlachtkreuzers k�nnen dem selbst bei maximaler Leistung und umfassendster Vorbereitung nichts entgegenstellen. Zerst�rer und Kreuzer w�ren auf noch hoffnungsloserem Posten. Ein Schlachtschiff k�nnte bei dieser Entfernung noch eine Chance haben, aber selbst die ist nicht allzu gro�. Ein paar Schiffe k�nnten das �berstehen, trotzdem w�ren die Systeme nicht mehr zu gebrauchen.�</p><p>Er unterbrach sich kurz, tippte noch ein paar Daten ein und sagte schlie�lich: �Allerdings w�re das auch nicht mehr von Bedeutung, da die Besatzung nach dem Ausfall der Schilde ohnehin von der Strahlung get�tet w�rde.�</p><p>Desjani atmete gedehnt aus und sah Geary an. �Dann sollten wir besser hoffen, dass es nicht das Ausma� einer Nova annimmt.�</p><p>�Das dachte ich auch gerade�, pflichtete er ihr bei.</p><p>Sie schien zu z�gern, dann wandte sie sich wieder dem Wachhabenden zu. �Was ist mit der bewohnten Welt?�</p><p>Geary sah sie verdutzt an. In seiner Sorge um die Flotte hatte er gar nicht an die Folgen f�r diesen Planeten gedacht.</p><p>Sie hatte daran gedacht, oder zumindest war ihr in den Sinn gekommen, dass es ihn interessieren w�rde.</p><p>Der Wachhabende rieb sich �ber die Stirn und tippte wieder auf seine Datentafel. �Da gibt es viele Unw�gbarkeiten.</p><p>Wenn die Energiewelle das Ausma� einer Nova hat oder sich in der ungef�hren Gr��enordnung bewegt, wird der Planet in einen Haufen Asche zerlegt. Wenn sie deutlich darunter liegt, wird die Seite geschmort, die zum Hypernet-Portal zeigt. Die abgewandte Seite k�nnte es �berleben, w�rde aber von verheerenden St�rmen heimgesucht. Ob der Planet danach noch bewohnbar w�re, l�sst sich nicht sagen.�</p><p>�Und was ist mit dem Stern selbst?�, warf Geary ein. �Welche Auswirkungen wird das auf Lakota haben?�</p><p>�Auch das l�sst sich nicht exakt sagen, solange das Energie-niveau nicht bekannt ist, Sir.� Der Wachhabende zuckte entschuldigend mit den Schultern. �Beim Ausma� einer Nova wird das den Stern ziemlich mitnehmen, allerdings ist dann auch niemand mehr im System, den das noch k�mmern k�nnte. Bei allem, was darunter liegt, ist das schwer abzusch�tzen. In einem Stern laufen st�ndig ungeheuer komplexe Reaktionen ab, und sie besitzen eine bemerkenswerte F�higkeit, sich selbst zu regulieren. Aber selbst der stabilste Stern weist bei seinem Aussto� ein paar Variabilit�ten auf. Wenn ich eine Einsch�tzung abgeben soll, dann w�rde ich sagen, dass eine massive Energiewelle in der Photosph�re von Lakota f�r gen�gend Probleme sorgen wird, was mehr Variabilit�ten in k�rzeren Intervallen nach sich ziehen d�rfte.�</p><p>�Das hei�t, die bewohnte Welt k�nnte anschlie�end zwar noch bewohnbar sein, aber Lakota k�nnte dem in n�chster Zukunft ein Ende setzen?�</p><p>�Richtig, Sir. Ich kann nicht mit Sicherheit behaupten, dass es so kommen wird, aber ich halte es f�r wahrscheinlich.�</p><p>Desjani �berpr�fte stirnrunzelnd ihr Display. �Diese Welt ist fast f�nf Lichtstunden vom Portal und zweieinviertel Lichtstunden von unserer Flotte entfernt. Wenn wir ihnen eine Warnung zukommen lassen, dann h�tten sie noch Zeit, die Bewohner aufzufordern, Schutzr�ume aufzusuchen, auch wenn das den Leuten auf der Seite, die von der Energiewelle getroffen wird, wenig helfen wird.�</p><p>Die Kriegerin, die sich einmal dar�ber beklagt hatte, dass man Null-Felder nicht gegen feindliche Planeten einsetzen konnte, war auf einmal bereit, Zivilisten zu warnen. �Danke, dass Sie daran gedacht haben�, sagte Geary zu ihr.</p><p>�Wir ben�tigen Uberlebende, Sir. Leute, die anderen Syndiks berichten k�nnen, dass es nicht die Allianz-Flotte war, die das Portal zerst�rt hat.�</p><p>Desjani dachte also blo� pragmatisch. Oder aber sie schob ein pragmatisches Argument vor. Er fragte sich, welche von beiden M�glichkeiten wohl zutraf. Sein Blick wanderte zur�ck zur Anzeige des Lakota-Systems, und er betrachtete die Daten f�r die bewohnte Welt, f�r die Kolonien auf anderen Welten und Monden, f�r die Orbitalanlagen und den zivilen Raum-schiffsverkehr, der noch nicht dort angekommen war, wo sich die Besatzungen in Sicherheit bringen konnten. Er betrachtete die Scharen von Symbolen, die die Rettungskapseln aus den zerst�rten Syndik-Kriegsschiffen und die Reparaturschiffe darstellten, die sich zu retten versuchten. Hunderte, vielleicht Tausende von Syndiks waren auf diese Kapseln verteilt, aber Geary wollte nicht einmal eine ungef�hre Zahl wissen. Sie alle hatten keine Chance, wenn die Energiewelle sie traf, und es gab nichts, was er f�r sie h�tte tun k�nnen. �Ich muss eine Nachricht an das gesamte Sternensystem richten.�</p><p>Wie vermittelte man so vielen Menschen, dass der Tod wo-m�glich schon auf dem Weg zu ihnen war? Geary versuchte, ruhig zu sprechen, aber er wusste, dass in seiner Stimme ein hoffnungsloser Tonfall mitschwang. �An die Bewohner des Lakota-Systems: Die Kriegsschiffe der Syndikatwelten haben das Feuer auf das Hypernet-Portal er�ffnet, um zu verhindern, dass die Allianz-Flotte es benutzen kann. Wenn Sie diese Nachricht empfangen, wird das Portal bereits zusammengebrochen sein. Sobald das geschehen ist, wird eine Energiewelle von vermutlich ungeheurer Energie freigesetzt, die stark genug sein k�nnte, um alles Leben in diesem Sternensystem auszul�schen. Wenn wir Gl�ck haben, wird der Energieaussto� deutlich niedriger ausfallen. Dennoch k�nnte er allem menschlichen Leben, allen Schiffen und allen Einrichtungen in diesem System extrem gef�hrlich werden. Ich rate Ihnen daher, alle erdenklichen Schutzma�nahmen zu ergreifen, die in der K�rze der Zeit m�glich sind.� Er machte eine kurze Pause, dann f�gte er bed�chtig an: �Ich wei� nicht, wie viele Menschen in diesem System �berleben werden. M�gen die Lebenden Sterne �ber sie wachen, und m�gen die Vorfahren jeden willkommen hei�en, der am heutigen Tag stirbt. Auf die Ehre unserer Vorfahren. Hier spricht Captain John Geary, Befehlshaber der Allianz-Flotte.�</p><p>Der sich anschlie�enden Stille setzte Rione ein Ende. �Sie haben bereits mit einem Bombardement durch uns gerechnet und Schutzr�ume aufgesucht. Vielleicht ist das ja von Nutzen.�</p><p>�Ja, vielleicht. Aber die Syndiks in den Rettungskapseln haben nichts davon.� Ein kurzer Blick auf das Display gen�gte, um die Best�tigung daf�r zu bekommen, dass kein Allianz-Schiff mehr nahe genug an irgendeiner der Rettungskapseln war, um sie noch an Bord zu holen. �Wenn die Energieentladung sich nicht gerade nahe null bewegt, haben die nicht die geringste Chance.�</p><p>�Dank sei den Lebenden Sternen, dass wir unsere Kapseln bereits geborgen haben�, murmelte Desjani.</p><p>�Zwei Minuten bis zum Wendeman�ver�, lie� der Steuer-Wachhabende wissen.</p><p>Die ersten Flugman�ver, um sich von der Position des Hypernet-Portals zu entfernen, hatten Schiff f�r Schiff stattgefunden, so wie Gearys Befehl sie erreicht hatte, wobei die am weitesten entfernten Schiffe als Letzte beidrehten. Aber das n�chste Man�ver beruhte auf dem Zeitpunkt, an dem Geary den ersten Befehl erteilt hatte, und so wendeten alle Schiffe exakt f�nfzehn Minuten sp�ter, um den Bug so auszurichten, dass er zum Portal zeigte. Das schien immer noch intakt zu sein, zuckte und flatterte aber, da die Syndiks weiterhin eine Trosse nach der anderen wegschossen. Nat�rlich war das Licht dieser Ereignisse bereits zweieinhalb Stunden alt und zeigte, was in der Vergangenheit geschehen war. Mit dem Heck voran flogen die Allianz-Schiffe mit fast 0,1 Licht weiter, um den Abstand zum Portal zu vergr��ern und die Wucht des Einschlags zu verringern. �Vordere Schilde auf maximale Leistung�, meldete der Gefechtswachhabende. �Alle Abteilungen versiegelt, Crew ist auf Sch�den gefasst, Reparaturteams in h�chster Alarmbereitschaft.�</p><p>�Sehr gut.� Desjani lie� den Kopf sinken und schloss die Augen, dann bewegten sich ihre Lippen lautlos.</p><p>Ein Gebet war eine gute Idee, �berlegte Geary. Er nahm sich auch einen Moment, um stumm ein paar Worte zu sagen und die lebenden Sterne darum zu bitten, diese Flotte und ihre Matrosen und Offiziere zu besch�tzen, und seine Vorfahren zu bitten, ihnen alle erdenkliche Hilfe zukommen zu lassen.</p><p>�Bereithalten f�r den fr�hestm�glichen Zeitpunkt des Einschlags�, warnte ein anderer Wachhabender. �Drei� zwei� eins� jetzt.�</p><p>Nichts geschah. Der Augenblick verstrich, ohne dass sich irgendetwas tat. Das Bild des fernen Hypernet-Portals war immer noch zu sehen. Es fluktuierte st�rker, da immer mehr Trossen zerschossen wurden, die die Energiematrix b�ndig-ten. Es war absurd gewesen zu glauben, dass Cresidas fr�hestm�gliche Einsch�tzung auf die Sekunde genau eintreffen w�rde, aber es lag nun einmal in der Natur des Menschen, mit dieser M�glichkeit zu rechnen.</p><p>Eine weitere Minute verstrich, w�hrend der jeder auf der Br�cke auf sein Display starrte, als w�rde dort eine Vorwar-nung zu sehen sein, obwohl doch die Energiewelle sich mit Lichtgeschwindigkeit durch das System bewegen w�rde, sodass sie erst sp�rbar wurde, wenn sie sie erreichte.</p><p>Geary musterte das Bild des weit entfernten Portals, dessen Fluktuationen selbst auf diese Distanz noch von den Flottensensoren wahrgenommen werden konnten. Niemals w�rde er vergessen, wie es sich angef�hlt hatte, sich in der N�he eines kollabierenden Portals aufzuhalten, als die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die <emphasis>Daring</emphasis> und die <emphasis>Diamond</emphasis> im Sancere-System gek�mpft hatten, um das Hypernet-Portal davon abzuhalten, das gesamte System in Asche zu verwandeln, dem es gedient hatte. Der Raum an sich hatte sich innerhalb des Portals verzerrt, da dort so ungeheure Kr�fte entfesselt worden waren, die Schilde und Panzerung der Schiffe durchdrangen und sich auf den menschlichen K�rper auswirkten. Allein Captain Cresidas theoretischer Plan zur Zerst�rung des Portals auf eine Weise, die die Energieentladung auf ein Minimum reduzierte, hatte die drei Allianz-Schiffe, den Rest der Flotte und alle Bewohner des Systems vor dem sicheren Tod bewahrt.</p><p>Er �berlegte, wie es wohl den Besatzungen dieser Syndik-Schiffe ergangen war. Hatten sie die gleichen ungeheuren Kr�fte gesp�rt und sich gefragt, ob sie diesen Befehl tats�chlich weiter ausf�hren sollten? War ihnen �berhaupt klar gewesen, dass sie nicht nur sich, sondern alles Leben im Lakota-System zum Untergang verdammten? Er w�rde es niemals erfahren, denn diese Schiffe waren so gut wie sicher schon vor �ber zwei Stunden zerst�rt worden, und ihre Besatzungen waren f�r immer verstummt.</p><p>Wieder eine Minute. Zwei Minuten. Geary h�rte von verschiedenen Seiten Gemurmel. Die Worte waren unverst�ndlich, aber es war eindeutig ein flehender Tonfall. <emphasis>Die Worte der Gebete �ndern sich, aber ihre Bedeutung bleibt immer gleich. Habt Gnade mit uns, denn es gibt nichts, was menschlicher Erfindungsreichtum jetzt noch bewirken k�nnte.</emphasis></p><p>Dann wurde die <emphasis>Dauntless</emphasis> von der Schockwelle getroffen.</p><p>Geary musste gegen seine Angst ank�mpfen, als das Schiff durchgesch�ttelt und die Beleuchtung schw�cher wurde. Sein Verstand sagte ihm, dass ihm gar keine Zeit mehr geblieben w�re, Angst zu empfinden, wenn die Energiewelle stark genug gewesen w�re, um die <emphasis>Dauntless</emphasis> zu zerst�ren.</p><p>�Vordere Schilde um drei�ig Prozent gesunken, keine H�llensch�den. Energie, die sich auf die Systeme auswirkt, ist in minimalem Umfang eingedrungen.� Die Meldungen gingen von allen Seiten ein, w�hrend Geary darauf wartete, dass das Display aktualisiert wurde und Auskunft �ber den Zustand seiner Flotte gab. Er wollte wissen, ob seine Leichteren Schiffe den Einschlag �berlebt hatten.</p><p>�Erste Sch�tzungen stufen den Energieaussto� an der Quelle bei 0,13 auf der Yama-Potillion-Novaskala ein.�</p><p>�0,13�, murmelte Desjani, lie� den Kopf erneut sinken und betete abermals.</p><p>Geary folgte ihrem Beispiel und schickte ein Danke an die lebenden Sterne und die Vorfahren, dass der Energieaussto� nur so gering ausgefallen war.</p><p>Das Display aktualisierte seine Darstellung, und Geary �berflog die Statusmeldungen, wobei er nach rot markierten Systemen Ausschau hielt. Am h�rtesten hatte es die Zerst�rer getroffen, da deren Schilde am schw�chsten waren. Aber keines der Schiffe schien ernsthafte Sch�den davongetragen zu haben. Etliche Untersysteme waren ausgefallen, und in ein paar F�llen gab es H�llensch�den, doch davon abgesehen hatten sogar die kleinsten Schiffe der Flotte �berlebt.</p><p>Wo sich eben noch das Hypernet-Portal und die Syndik-Schiffe befunden hatten, war nun nichts mehr zu sehen. Die Flottensensoren ben�tigten eine Weile, ehe sie das fanden, was von der Wachflotte �brig geblieben war. Die St�cke waren einfach so klein, dass die Sensoren sie im ersten Moment nicht feststellen konnten. Gr��ere Tr�mmerst�cke in der N�he des Portals wurden als die �berreste von zwei Syndik-Schlachtkreuzern identifiziert. Eines der beiden Schlachtschiffe war ebenfalls in mehrere gro�e Teile zerbrochen, w�hrend das andere in zwei St�cke gerissen worden war, die �bel zugerich-tet schienen. Noch w�hrend Geary zusah, explodierte eines der beiden St�cke. Genauer gesagt, er sah jetzt das Licht einer Explosion, die sich vor zweieinhalb Stunden zugetragen hatte. �Die haben �berhaupt nicht mehr mitbekommen, was mit ihnen geschah. In dieser unmittelbaren N�he zum Portal h�tten selbst zus�tzlich verst�rkte Schilde nichts mehr bewirkt.�</p><p>Desjani nickte. �Genau das w�re uns auch widerfahren, wenn Captain Cresidas Berechnungen bei Sancere verkehrt gewesen w�ren, nicht wahr?�</p><p>�Ja, richtig.�</p><p>�Ich schulde dieser Frau einen Drink, wenn wir nach Hause kommen.�</p><p>Geary musste unwillk�rlich lachen. �Ich glaube, wir schul-den ihr mehr als nur das. Eine Flasche vom besten Gebr�u, das wir finden k�nnen. Ich gebe Ihnen die H�lfte dazu.�</p><p>Desjani l�chelte breit. �Abgemacht.� Dann wurde sie wieder ernst und fragte: �Und wohin jetzt?�</p><p>�Wir nehmen den Sprungpunkt nach Branwyn. Welchen Kurs m�ssen wir einschlagen, wenn wir diese Geschwindigkeit beibehalten?� Er h�tte es selbst ausrechnen k�nnen, aber im Moment vertraute er nicht darauf, dass er klar denken konnte.</p><p>Sie warf dem Steuer-Wachhabenden einen Blick zu, der darauf die Man�verl�sung ausarbeitete.</p><p>Erst nachdem Geary wieder seiner Stimme zutraute, dass die ihn nicht im Stich lie�e, bet�tigte er die Komm-Taste. �An alle Einheiten in der Allianz-Flotte, kehren Sie zur�ck auf Ihre Position in der Flottenformation Delta Two. Bei Zeit drei f�nf nehmen alle Einheiten Kurs auf Steuerbord eins null sechs Grad, nach oben null vier Grad.�</p><p>Nachdem die Schockwelle sie passiert hatte, konnten sie mitverfolgen, wie sie sich weiter ihren Weg durch das System bahnte. Es war so, als w�rde man sich eine grausame Vorher-Nachher-Pr�sentation ansehen. Vor der Schockwelle spr�hte das Lakota-System vor Leben und es wimmelte von Aktivit�ten. Nachdem sie �ber Siedlungen und Schiffe hinweggezo-gen war, blieben nur noch Tr�mmer und Tod zur�ck.</p><p>Die Syndik-Rettungskapseln waren von der Schockwelle einfach ausgel�scht worden; wie ein Schwarm M�cken, der von einem schweren, rasend schnellen Fahrzeug erfasst wurde. Die Matrosen in den Kapseln hatten keine Chance gehabt, und auch ein paar Frachter, die zu weit von einem sch�tzenden Ort entfernt gewesen waren, hatten der Wucht des Aufpralls nicht standhalten k�nnen. Eine Kolonie auf dem Mond eines Gasriesen war von dem Gasriesen selbst gesch�tzt worden, der seinerseits aber durch die Schockwelle einen Gro�teil seiner oberen Atmosph�re verloren hatte. Diese Kolonie bildete aber die Ausnahme, da zwei andere auf dem f�nften Planeten schwere Sch�den erlitten hatten und eine dritte auf einem anderen Mond offenbar vollst�ndig ausgel�scht worden war.</p><p>Am schlimmsten waren jedoch die Folgen auf der bewohnten Welt mitanzusehen. Auf der von der Energieentladung getroffenen Seite war die Atmosph�re zu weiten Teilen weggerissen worden. Ozeane, Seen und Fl�sse waren augenblicklich verdampft, W�lder und Felder waren f�r einen kurzen Moment in Flammen aufgegangen, wobei die Hitze so intensiv war, dass sie fast in der gleichen Sekunde v�llig verkohlten.</p><p>St�dte zerschmolzen zu gro�fl�chigen Massen, kleinere Siedlungen wurden so schwer getroffen, dass sie praktisch gar nicht mehr vorhanden waren.</p><p>Innerhalb von Sekunden war die H�lfte dieser Welt gestorben.</p><p>�Es ist m�glich, dass sich einige Leute auf der betroffenen Seite tief genug unter die Oberfl�che zur�ckgezogen haben, um die Entladung zu �berleben�, meldete ein Wachhabender.</p><p>�Und was ist mit den Nachwirkungen?�, wollte Rione wissen.</p><p>Der Wachhabende verzog den Mund. �Viele von ihnen sitzen in der Falle. Es gibt keine Lebensmittel mehr, die Atmosph�re ist weltweit erheblich d�nner, au�erdem ist sie voll von Wasserdampf und Asche. Es wird verheerende St�rme geben. Ich wei� nicht, Madam Co-Pr�sidentin. Die Leute auf der abgewandten Seite k�nnten es �berstehen, auch wenn ihnen ein schreckliches raues Leben bevorsteht. Diejenigen, die getroffen worden sind� Nun, ich m�chte nicht dort unten gewesen sein, als die Schockwelle einschlug, und ich m�chte auch nicht jetzt da unten sein und versuchen zu �berleben.�</p><p>Geary nickte. �Und das war nur ein Energieaussto� von der St�rke 0,13 auf der Novaskala. So ziemlich das Geringste, was �ber uns hinwegziehen konnte.�</p><p>Desjani starrte nur stumm auf das Bild der zur H�lfte verw�steten Welt.</p><p>�Wenn man das so sieht�, warf Rione leise ein, �dann kann man diese Leute nicht als unsere Feinde sehen, sondern als Menschen, die Hilfe ben�tigen.�</p><p>Wieder nickte Geary.</p><p>�K�nnen wir ihnen irgendwie helfen?�, wollte sie wissen.</p><p>Diesmal sch�ttelte er den Kopf. �Leider habe ich da einschl�gige Erfahrung. Als ich Junioroffizier war, stie� der Stern des Cirinci-Systems eine gewaltige Protuberanz aus, die die der Sonne zugewandte Seite des gr��ten bewohnten Planeten fast v�llig verbrannte.� Niemand auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>schien mit diesem Ereignis etwas anfangen zu k�nnen. Die �ber einhundert Jahre alte Trag�die war im Zuge der zahllosen Katastrophen in Vergessenheit geraten, die der Krieg mit sich gebracht hatte.</p><p>W�hrend er gegen das allvertraute Gef�hl ank�mpfte, inmitten von Fremden verloren und von der Zeit vergessen worden zu sein, deutete er mit einer Hand auf das Display.</p><p>�Cirinci hatte es nicht so schlimm erwischt wie diese Welt, aber wir mussten �berpr�fen, was unsere Flotte tun konnte, und die Antwort war, dass wir so gut wie nichts tun konnten. Die Allianz-Regierung musste zivile Frachter beschlagnahmen, damit die Vorr�te f�r den Wiederaufbau transportierten, doch selbst da dauerte das alles viel zu lang. Ich glaube, am Ende stellte das Milit�r ein paar gro�e Truppentransporter zur Verf�gung, um Hilfskr�fte nach Cirinci zu bringen und Teile der evakuierten Bev�lkerung aufzunehmen. Selbst wenn unsere Flotte komplett best�ckt w�re�� und davon sind wir weit entfernt�� und selbst wenn wir alles zur Verf�gung stellen w�rden�� was wir gar nicht machen k�nnten -, w�re das nicht mehr als der ber�hmte Tropfen auf den hei�en Stein. Au�erdem w�rde das die Syndik-F�hrung nicht dankbar stimmen.</p><p>Die w�rden weiterhin alles unternehmen, um uns zu vernichten, wenn wir uns noch l�nger hier aufhalten.�</p><p>Rione seufzte. �Dann k�nnen wir also gar nichts tun?�</p><p>�Wir werden in jedem Syndik-System, das wir noch durchqueren, die Nachricht aussenden, dass hier dringend Hilfe ben�tigt wird.� Wieder zeigte er auf das Display. �Au�erdem haben einige ihrer Handelsschiffe �berlebt, weil sie sich im Schutz der anderen Planeten aufgehalten haben. Diese Schiffe k�nnen ebenfalls Hilfe holen.�</p><p>�Ja, die werden jedem erz�hlen, was sich hier zugetragen hat.� Rione sah Geary bei diesen Worten in die Augen, woraufhin er ein weiteres Mal nickte.</p><p>Es ging nicht l�nger darum, das zerst�rerische Potential eines kollabierenden Hypernet-Portals zu verheimlichen, sondern darum, mit den Folgen dieses Wissens umzugehen, das sich so schnell ausbreiten w�rde, wie die Leute es weitersagen konnten.</p><p>Desjani meldete sich wieder zu Wort. �Die Syndik-F�hrer.�</p><p>Sie sah Geary eindringlich an. �Nach Sancere werden einige von ihnen ganz sicher eine Vermutung gehabt haben, was die Zerst�rung des Portals f�r dieses System bedeuten w�rde.</p><p>Trotzdem haben sie den Befehl gegeben und offenbar niemanden dar�ber informiert, welche Folgen dieser Befehl haben kann. Wenn die Energieentladung stark genug gewesen w�re, dann w�re alles Leben in diesem System ausgel�scht worden, und niemand h�tte berichten k�nnen, was sich tats�chlich zugetragen hat.� Ihr Blick kehrte zum Bild der verw�steten Welt zur�ck. �Das hat nichts mehr mit dem Krieg zu tun. Das ist eine ungeheure Grausamkeit, die eine Regierung an ihrem eigenen Volk begeht, nur um diese Flotte zu vernichten.�</p><p>Er konnte nichts erg�nzen, und so blieb nichts anderes zu tun, als zustimmend zu nicken.</p><p>�Auf dieser Welt k�nnten sich Allianz-Gefangene befunden haben�, redete Desjani energisch weiter. �Einige Gefangene k�nnten in den vierzehn Tagen nach unserem ersten Aufenthalt auf den Planeten gebracht worden sein.�</p><p>Geary betrachtete das Bild auf seinem Display, dann zwang er sich zu einer Antwort: �Wenn sie auf der Seite waren, die von der Schockwelle getroffen wurde, dann gibt es f�r sie ohnehin keine Rettung mehr.�</p><p>�Und wenn sie sich auf der anderen Seite befinden?� Sic drehte sich zu ihren Wachhabenden um und br�llte ihre Befehle raus: �Ich will, dass die Planetenoberfl�che in ihrem Zustand vor der Schockwelle St�ck f�r St�ck analysiert wird.</p><p>Halten Sie Ausschau nach jeglichen Hinweisen auf Gefange-nenlager und nach Anzeichen, die auf Einrichtungen hinweisen, in denen Allianz-Personal festgehalten werden k�nnte!�</p><p>�Captain, die Analyse des Planeten vor dem Eintreffen der Schockwelle hat keinerlei Hinweis darauf ergeben, dass��</p><p><emphasis>�Dann analysieren Sie eben alles noch einmal! </emphasis>Wenn auf dieser Welt auch nur ein einziger Allianz-Floh zu finden ist, dann will ich das wissen!�</p><p>Desjanis Stimme hallte auf der Br�cke wider, auf der Stille Einzug gehalten hatte. Dann best�tigten die Wachhabenden hastig den Befehl und machten sich an die Arbeit. W�hrend sich Desjani in ihren Sessel sinken lie� und finster auf ihr Display starrte, beobachtete Rione sie mit ernster Miene, machte auf dem Absatz kehrt und verlie� die Br�cke. Geary z�gerte, erkannte Desjanis Frust und Verbitterung �ber das, was sich in diesem Sternensystem abgespielt hatte, dann verlie� er ebenfalls die Br�cke. Manchmal ben�tigten sogar die engsten Freunde Freiraum anstelle von N�he.</p><p>Geary schlenderte eine Weile durch die G�nge der <emphasis>Dauntless </emphasis>und f�hlte sich deprimiert und rastlos. Er hatte gerade das Tief �berwunden, das nach jeder Schlacht eintrat, wenn man sah, zu welchem Preis man einen Sieg errungen hatte, und dann war er mit den Bildern einer verw�steten Welt konfrontiert worden.</p><p>Die Crewmitglieder, denen er unterwegs begegnete, waren ebenfalls betr�bt, gleichzeitig waren sie aber auch wie be-rauscht, dass sie gesiegt und �berlebt hatten. Mit der Zeit w�rde ihnen das ganze Ausma� des Sieges bewusst werden, dann w�rde Erleichterung folgen. Doch f�r den Augenblick waren die meisten einfach nur froh, dass sie noch lebten und immer noch eine Chance bestand, nach Hause zur�ckzukehren. Sie schienen Geary noch ehrf�rchtiger als bisher zu betrachten, was ihm jedoch schnell zu viel wurde, sodass er sich an den einzigen Ort zur�ckzog, an dem er vor dieser gren-zenlosen Bewunderung sicher war.</p><p>Als er sein Quartier erreichte und sich darauf freute, eine Weile allein sein zu k�nnen, wartete Rione bereits auf ihn. Ihr Blick war auf das Sternendisplay gerichtet, und sie machte einen distanzierten Eindruck. �Mein Beileid zu den Verlusten der Flotte�, sagte sie leise.</p><p>�Danke.� Geary setzte sich und sah ebenfalls auf das Display. Er wollte im Moment einfach niemanden um sich haben, und er wollte auch nicht �ber die j�ngsten Verluste seiner Flotte reden. Nicht, wenn die Erinnerung an die durch den Kollaps des Hypernet-Portals angerichteten Zerst�rungen noch so frisch war.</p><p>�Soweit ich das beurteilen kann�, fuhr sie fort, �ist Captain Faresa auf der <emphasis>Majestic</emphasis> gestorben.�</p><p>�Niemand hat das Schiff lebend verlassen�, gab er knapp zur�ck.</p><p>�Und Captain Kerestes starb auf der <emphasis>Warrior</emphasis> zusammen mit Commander Suram.�</p><p>Diese Worte versetzten ihm einen Stich. Kerestes war auf eine aggressive Weise passiv gewesen, etwas, das Geary bis dahin f�r ein Ding der Unm�glichkeit gehalten hatte. Er hatte solche Angst davor gehabt, einen Fehler zu machen, dass er alles daran gesetzt hatte, m�glichst �berhaupt nichts zu tun.</p><p>Im Gegensatz zu ihm war Commander Suram in seiner kurzen Zeit als Captain der <emphasis>Warrior</emphasis> eine Inspiration f�r seine entmu-tigte Besatzung gewesen, und er hatte zu k�mpfen verstanden.</p><p>�Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, damit er die Anerkennung bekommt, die er als befehlshabender Offizier der <emphasis>Warrior</emphasis> verdient. Captain Kerestes hatte damit nichts zu tun.� Einen Moment lang �berlegte Geary, ob Kerestes wohl lange genug �berlebt hatte, um zu denen zu geh�ren, die noch versucht hatten, das Schiff zu verlassen. Es war aber auch m�glich, dass er in seinem Quartier gestorben war, als die H�llenspeere der Syndiks das Schiff durchbohrten. Es passte zu einem Mann, der seine Karriere dem Bem�hen verschrie-ben hatte, jede Initiative zu vermeiden, die ihn wom�glich schlecht dastehen lie�, dass er durch den Beschuss eines Feindes starb, dem es v�llig egal war, ob Captain Kerestes' Dienst-akte frei von jeglichen Fehlentscheidungen war.</p><p>�Und Captain Falco?�, fragte Rione.</p><p>Fast w�re er zusammengezuckt, als er an den geisteskran-ken Captain Falco denken musste, der sein Quartier nicht einmal hatte verlassen d�rfen, als die Warrior ihren letzten Kampf austrug. Bislang hatte er nicht herausgefunden, wie Falco seine letzten Augenblicke erlebt hatte, und er wusste auch nicht, ob irgendjemand dazu etwas sagen konnte. �Ich habe gehasst, was dieser Mann getan hat, aber niemand hat es verdient, so zu sterben.�</p><p>�Wahrscheinlich war er v�llig in seine Wahnvorstellungen eingetaucht�, �berlegte Rione. �Bestimmt dachte er, dass er das Geschehen bestimmt und bis zum heldenhaften Ende k�mpft, ohne zu ahnen, wie wenig er sein Schicksal in Wahrheit in der Hand hatte.�</p><p>�Machst du dich �ber ihn lustig?�, gab Geary zur�ck, ohne sie anzusehen.</p><p>�Keineswegs. Aber manchmal frage ich mich, wie sehr sich Falcos Wahnvorstellungen von dem unterscheiden w�rden, was du und ich tun.� Sie hielt kurz inne. �Faresa, Kerestes und Falco sind in der Schlacht gefallen. Wenigstens bleibt dir damit erspart, sie vor ein Kriegsgericht zu stellen, wenn wir heimkehren.�</p><p>Daraufhin ging sein Temperament mit ihm durch. �Verdammt, Victoria. Wenn du versuchst, einen Silberstreif am Horizont zu finden, dann bist du so auf dem falschen Weg! Ich wollte nicht, dass diese beiden Schiffe sterben, nur damit den dreien Gerechtigkeit widerf�hrt! Verdammt, ich wei� ja nicht mal, was f�r Falco eine gerechte Bestrafung w�re!�</p><p>Nach seinem Wutausbruch schwieg Rione eine Weile. �Ich wei�, du hast dir Unterlagen �ber Falcos Vergangenheit angesehen, aus der Zeit vor seiner Gefangenschaft in den H�nden der Syndiks. Du hast seine Reden gesehen, in denen er seine angeblich so gro�artigen Siege feierte, bei denen Dutzende von Allianz-Schiffen zerst�rt worden waren, nur um bestenfalls genauso viele Schiffe der Syndiks zu vernichten. Glaubst du, er w�rde auch nur eine Sekunde lang den Verlust von ein paar Schlachtschiffen betrauern?�</p><p>�Darum geht es nicht�, konterte Geary verbittert.</p><p>�Nein, nat�rlich nicht. Du beurteilst dich selbst nicht im Verh�ltnis zu Leuten wie Falco.� Sie atmete tief durch. �Soweit ich das beurteilen kann, sind diese drei Offiziere tats�chlich auf ihren Schilfen ums Leben gekommen.�</p><p>Der Gedanke, es k�nnte nicht so gewesen sein, war ihm bislang noch gar nicht gekommen. �Gibt es einen Grund zu der Annahme, dass sie nicht ums Leben gekommen sind?�</p><p>Sie l�chelte ihn humorlos an. �Ein argw�hnischer Geist.</p><p>H�tte Captain Faresa Zeit gehabt, dann w�ren ihre Sympathi-santen unter der Besatzung sicherlich auf die Idee gekommen, ihr die Flucht von der <emphasis>Majestic</emphasis> zu erm�glichen. Diejenigen, die Falco f�r ihre Zwecke benutzen wollten, k�nnten versucht haben, ihn von der <emphasis>Warrior</emphasis> zu schaffen, aber�� Wieder hielt sie inne. �Ein Narr und ein Verr�ckter. Aber sein letzter Akt bestand darin, sich zu weigern, die Warrior zu verlassen, als ihm die Gelegenheit dazu geboten wurde. Hast du davon nichts mitbekommen? Ein paar Augenzeugen haben �berlebt. Falco erkl�rte, sein Pflichtgef�hl verlange von ihm, auf der <emphasis>Warrior</emphasis> zu bleiben. Ob ihm wirklich klar war, was sich um ihn herum abspielte, kann man nicht wissen, aber man sollte von den Toten nicht schlecht reden, also k�nnen wir einfach annehmen, dass er es wusste.�</p><p>Geary fiel es nicht schwer, das zu glauben. Nur zu deutlich konnte er sich vorstellen, wie Captain Falco durch die zer-schmetterten G�nge der <emphasis>Warrior</emphasis> lief, w�hrend er mit einstu-dierter, zuversichtlicher Miene seinen Offizieren und Matrosen Mut zusprach, die nichts anderes tun konnten, als auf ihr Ende zu warten. Es war die ideale theatralische Rolle f�r einen Mann wie Falco, und falls er lange genug klar bei Verstand gewesen war, dann hatte er wom�glich die Chance willkommen gehei�en, als toter Held zu enden, anstatt vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Abgesehen davon, ob er bewussl oder unbewusst gehandelt hatte, hatte er in jedem Fall einen ehrbaren Tod gew�hlt und seinen Platz in einer der Rettungskapseln jemandem �berlassen, der an seiner Stelle weiterle-ben durfte. �Niemand wei�, was ihm als Letztes durch den Kopf gegangen ist, also sehe ich keinen Grund, warum ihm nicht diese letzte Ehre erwiesen werden sollte.� Pl�tzlich fiel ihm etwas ein, und er stutzte kurz. �Stimmt das? Es hat niemand �berlebt, der lange genug bei ihm war, um dazu etwas sagen zu k�nnen?�</p><p>Rione runzelte die Stirn. �Woher soll ich das wissen?�</p><p>�Du hast ganz offensichdich Aussagen von Augenzeugen geh�rt. Auf diesen Schiffen musst du auch deine Spione gehabt haben.�</p><p>Ihre Mundwinkel zuckten, aber dann setzte sie eine ausdruckslose Miene auf. ��Gehabt haben� ist richtig. Einer von Ihnen hat sich von der <emphasis>Warrior</emphasis> retten k�nnen. Das Ende der <emphasis>Majestic</emphasis> hat niemand �berlebt, wie du selbst gesagt hast.�</p><p>Oh, verdammt. �Ich habe gar nicht daran gedacht, dass deine Spione zusammen mit allen anderen umgekommen sind, die auf diesen Schiffen waren. Das tut mir leid.�</p><p>Sie nickte nur, zeigte aber nach wie vor keine Gef�hlsregung. �Sie mussten mit den gleichen Risiken leben wie jeder in der Flotte.�</p><p>Geary musterte sie, seine Nerven waren bis zum Zerrei�en angespannt. �Manchmal benimmst du dich wie ein kaltbl�tiges Mistst�ck.�</p><p>Sie reagierte mit einem neutralen Blick. �Das hei�t, dir sind warmbl�tige Mistst�cke lieber?�</p><p>�Verdammt, Victoria��</p><p>Abwehrend hob sie ihre Hand. �Jeder von uns verarbeitet seinen Schmerz anders,John Geary. Du und ich, wir gehen damit grundverschieden um.�</p><p>�Das kannst du laut sagen.� Er sah zu Boden und wusste, dass er noch immer eine nachdenkliche Miene machte. Da war eine Sache, die ihm zu schaffen machte, aber die er bislang nicht hatte einordnen k�nnen. Es hatte etwas mit den Verlusten der Flotte zu tun. <emphasis>Majestic, Warrior, Utap, Vambrace�</emphasis></p><p><emphasis>Vambrace?</emphasis></p><p>Ihm musste anzusehen sein, dass ihn die Erkenntnis getroffen hatte, denn Rione fragte in einem sanfteren Tonfall: �Was ist jetzt los?�</p><p>�Mir ist nur gerade etwas eingefallen.� Der Schwere Kreuzer <emphasis>Vambrace</emphasis> war das Schiff, auf das Lieutenant Casell Riva von der <emphasis>Furious</emphasis> versetzt worden war. Fast zehn Jahre hatte er in einem Arbeitslager der Syndiks zugebracht, bis Gearys Flotte ihn befreit und ihn nach Lakota mitgenommen hatte. Und jetzt war er m�glicherweise tot. Geary versuchte sich ins Ge-d�chtnis zu rufen, wie viele Besatzungsmitglieder von der <emphasis>Vambrace</emphasis> entkommen waren, bevor die explodierte. War Riva unter ihnen gewesen? Ge�u�ert hatte sich Desjani dazu nicht, auch wenn sie deutlich fr�her als er zu der gleichen Erkenntnis gekommen sein musste.</p><p>�Und was?�, hakte Rione nach.</p><p>�Das ist eine vertrauliche Personalangelegenheit.� Er musste sorgf�ltig formulieren, damit es f�r sie einen Sinn ergab, ohne ihr mehr sagen zu m�ssen. �Tut mir leid, dass ich dir vorhin so ins Gesicht gesprungen bin.� Rione schwieg so lange, dass Geary schlie�lich den Kopf hob und sie ansah.</p><p>�Was ist?�</p><p>�Kannst du weitermachen?�</p><p>�Nat�rlich kann ich das.�</p><p>�Nat�rlich?� Sie sch�ttelte den Kopf. �Wir haben wieder schwere Verluste erlitten, und ich wei�, dass die Zerst�rungen auf dieser bewohnten Welt schwer auf dir lasten. Nachdem du das Kommando �ber diese Flotte �bernommen hattest, hast du lange Zeit auf Messers Schneide gestanden, immer bereit, dich fallen zu lassen, wenn der Druck zu gro� wird. Du warst Verluste in solchen Gr��enordnungen nicht gew�hnt, obwohl sie f�r die Allianz seit Langem zum Alltag geh�ren. Du hast jemanden gebraucht, der dich gest�tzt hat, der dir geholfen hat weiterzumachen, und eine Weile war das meine Rolle-als Verb�ndete und als Widersacherin, die dich herausfordert.</p><p>Aber das ist jetzt nicht mehr meine Rolle.�</p><p>�Wie bitte?� Er musterte sie und versuchte zu begreifen, was Rione ihm sagte.</p><empty-line/><p>�Wof�r k�mpfst du?�, fragte sie und wandte sich wieder dem Sternendisplay zu.</p><p>�F�r die Leute in dieser Flotte. F�r die Allianz. Das wei�t du.�</p><p>�Ich wei�, dass das abstrakte Begriffe sind. Du wei�t bestenfalls einen winzigen Bruchteil �ber die Leute in dieser Flotte.</p><p>Die Allianz, wie du sie kanntest, hat sich ver�ndert, dein eigenes Zuhause hat sich auf eine Weise ver�ndert, von der ich wei�, dass sie dir Sorgen bereitet.� Sie schaute ihn an. �Du k�mpfst nicht f�r etwas Abstraktes. Niemand macht das. Die Leute erz�hlen, dass sie f�r eine wichtige Sache eintreten, aber jeder einigerma�en gute Politiker findet sehr bald heraus, dass es die kleinen, pers�nlichen Dinge sind, die die Menschen zum Handeln motivieren. Gute Freunde, Familie, das kleine Gebiet, das sie als ihr Zuhause bezeichnen. Solche Dinge erheben sie zu Idealen und bezeichnen sie als kostbar, aber kostbar sind sie aus ganz pers�nlichen Gr�nden. Soldaten legen zwar ihren Eid auf die Flagge ab, aber in Wahrheit k�mpfen sie nur wegen der anderen Soldaten um sie herum.</p><p>Du hast etwas �hnlich Pers�nliches hier in der Flotte gefunden, John Geary. Hier in der Flotte existiert eine pers�nliche Verbindung, die dir die Kraft und die Entschlossenheit gibt, um weiterzumachen.�</p><p>Geary sah sie lange an. �Und was f�r eine Verbindung soll das sein?�</p><p>�Jemand au�er mir.� Wieder betrachtete Rione die Sterne.</p><p>�Ich wei�, wer es ist. Ich glaube nicht, dass du es schon wei�t.</p><p>Falls ja, hast du es dir selbst gegen�ber nur noch nicht einge-standen.�</p><p>�Dann sag es mir.�</p><p>�Nein. Fr�her oder sp�ter wirst du selbst dahinterkommen.</p><p>Und dann wirst du dich damit arrangieren m�ssen. F�r den Moment brauchen wir alle dich in Bestform, also werde ich einfach die Dinge so akzeptieren, wie sie sind.� Sie atmete tief durch und drehte sich wieder zu ihm um. �Wohin f�hrst du die Flotte als N�chstes?�</p><p>Ihre Art, abrupt das Thema zu wechseln, erschreckte ihn, andererseits war Geary auch nicht daran interessiert, sich anzuh�ren, wen oder was Rione f�r seine pers�nliche Verbindung hielt, also deutete er nur auf das Display. �Das hast du ja geh�rt.</p><p>Wir nehmen Kurs auf den Sprungpunkt nach Branwyn.�</p><p>Sie zog eine Augenbraue hoch. �Das muss ja nicht hei�en, dass wir diesen Sprungpunkt auch benutzen werden. Branwyn war das urspr�ngliche Ziel, als wir das erste Mal in dieses System gekommen waren. So schnurgerade wie m�glich in Richtung Allianz.�</p><p>�Ganz richtig. Die Syndiks sollten noch �ber gen�gend Streitkr�fte verf�gen, um uns in einen weiteren Kampf verwickeln zu k�nnen. Au�erdem wissen wir, dass sie weiter Nachschub f�r die zerst�rten Schiffe liefern, obwohl wir ihre Werften bei Sancere in Schutt und Asche gelegt haben.</p><p>Schlie�lich besitzen sie auch noch anderswo Werften. Aber nach dem, was wir hier angerichtet haben, werden sie ihre Schiffe zusammenziehen m�ssen. Das hei�t, wir sollten relativ problemlos Branwyn durchqueren und dann Kurs auf Wendig nehmen k�nnen. In Branwyn sollte nur noch eine minimale Syndik-Pr�senz vorhanden sein, und den Unterlagen zufolge, die wir in unseren Besitz bringen konnten, wurde Wendig vor fast drei�ig Jahren komplett aufgegeben. Von dort aus stehen uns verschiedene Systeme zur Auswahl, allerdings tendiere ich zu Cavalos. Dort existiert eine gro�e Syndik-Pr�senz, also werden sie wohl von uns erwarten, dass wir einen Bogen um das System machen.�</p><p>Rione nickte nachdenklich. �Ja, ich verstehe. Werden die Minen kein Hindernis darstellen, die die Syndiks bei unserem letzten Aufenthalt in diesem System vor dem Sprungpunkt nach Branwyn ausgelegt haben?�</p><p>�Nein.� Er deutete auf das Display. �Sie haben die Minen so dicht am Sprungpunkt platziert, dass die nicht in einer stabi-len Position bleiben konnten. Das war uns beim letzten Mal auch schon klar, aber wir wussten auch, dass es einige Wochen dauern w�rde, bis die Minen weggedriftet sind. Deshalb konnten wir zu dem Zeitpunkt noch keinen Nutzen daraus ziehen.�</p><p>Er hielt inne und l�chelte gequ�lt. �Teufel auch, was bin ich doch f�r ein Idiot! Diese Energieentladung wird s�mtliche Minen unsch�dlich gemacht haben, die irgendwo in diesem System ausgesetzt worden sind. Es ist also v�llig egal, ob sie noch da sind oder nicht.�</p><p>�Bedauerlicherweise wirst du damit recht haben. Wenn blo� die Minen das Einzige w�ren, was von der Schockwelle zerst�rt wurde. Glaubst du, uns erwarten noch viele Minen in den Systemen, die wir aufsuchen werden?�</p><p>�Eher nicht. Wenn unsere Sch�tzungen ihrer Minenvorr�te auch nur ann�hernd akkurat sind, dann d�rften sie alles aufgebraucht haben, als sie versuchten, uns bei Lakota in die Falle zu locken. Sie m�ssen erst mal eine gr��ere Menge herstellen und sie in die Systeme schaffen, von denen sie glauben, dass wir sie zum Ziel haben werden.�</p><p>�Gut.� Dann betrachtete sie ihn mit einem fordernden Blick. �So viel zur Bedrohung durch die Syndiks. Was ist mit den Aliens?�</p><p>�Keine Ahnung.� Mit finsterer Miene musterte er die virtuellen Sterne. �Die haben eingegriffen, um uns eine Syndik-Flotte auf den Hals zu hetzen, und irgendwie ist es ihnen m�glich, unsere Bewegungen zu verfolgen. Im Moment w�sste ich nicht, was man gegen sie unternehmen kann.�</p><empty-line/><p>�Ich ebenfalls nicht. Du musst mehr Leute auf die Existenz der Aliens aufmerksam machen, damit sie ihre �berlegungen beisteuern k�nnen.�</p><p>Sein Erstaunen �ber ihren Vorschlag musste ihm deutlich anzusehen sein.</p><p>�Es gibt�, fuhr sie fort, �in dieser Flotte Offiziere, denen du vertrauen kannst. Ein solches Problem k�nnen wir unm�glich mit nur zwei Leuten l�sen.�</p><p>�Klingt �berzeugend. Einige wenige sind bereits darauf aufmerksam gemacht worden, aber ich hatte bislang keine Gelegenheit, mit dieser Gruppe insgesamt dar�ber zu reden.�</p><p>Rione nickte, als ob sie diese Antwort von ihm erwartet h�tte.</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf, als er dar�ber nachdachte, was dieser Versuch der Aliens zu bedeuten hatte, die Allianz-Flotte auszul�schen. Wer immer sie auch waren, ihre Technologie war auf jeden Fall der der Menschheit �berlegen. �Ich wei� nicht, ob ich erleichtert sein soll, dass sie allem Anschein nach keine weiteren Schritte gegen uns eingeleitet haben, oder ob ich besorgt sein soll, dass wir immer noch nicht wissen, was sie eigentlich vorhaben.�</p><p>�Ich w�rde dir vorschlagen, besorgt zu sein�, erkl�rte Rione.</p><p>�Das hatte ich fast erwartet. Gibt es sonst noch was?�</p><p>�Ja.� Sie l�chelte ironisch, als sie sah, wie er gequ�lt das Gesicht verzog. �Deine Feinde in den eigenen Reihen, die Senioroffiziere der Flotte, die gegen dich arbeiten, seit du das Kommando �bernommen hast.�</p><p>Wenn es eine Sache gab, die er gar nicht ausstehen konnte, dann waren es illoyale Offiziere, die im Verborgenen gegen ihn Stimmung machten. �Hast du irgendwas Bestimmtes ge-h�rt? Irgendwelche konkreten Pl�ne?�</p><empty-line/><p>�Nein, aber ich wei�, dass sie etwas planen m�ssen und dass sie bald handeln werden.�</p><p>�Wieso?� Er beugte sich vor. �Deine Spione werden dir doch irgendetwas Konkretes gesagt haben, das dich zu einer solchen Aussage veranlasst.�</p><p>�Ich habe gar nichts geh�rt!� Sie sah ihn w�tend an. �Ver-stehst du denn nicht? Mit jedem Sieg, mit jedem System, das uns n�her ans Allianz-Gebiet heranbringt, w�chst deine Legende, und deine Position in der Flotte festigt sich noch ein bisschen mehr. Der Sieg �ber die Syndiks in diesem System war eine erstaunliche Leistung, und selbst wenn du mich als diejenige vorschieben willst, die dich auf diese Idee gebracht hat, was du gerne machen kannst, dann ist es allein schon eine Leistung, auf einen solchen Vorschlag einzugehen. Diese Flotte glaubt an dich. Die Matrosen auf jedem Schiff dieser Flotte reden davon, dass die lebenden Sterne h�chstpers�nlich eingegriffen haben, um zu verhindern, dass diese Energieentladung uns alle vernichtet. Und dass sie eingegriffen haben, weil <emphasis>du</emphasis> diese Flotte befehligst.�</p><p>Ungl�ubig sah er sie an. Erkl�rte das die Blicke, die die Crewmilglieder der <emphasis>Dauntless</emphasis> ihm seit Kurzem zuwarfen? �Das kann doch nicht dein Ernst sein.�</p><p>�Ich kann dir die Berichte zeigen, die ich erhalten habe. Du kannst ebenso gut durch dieses Schiff spazieren und ein wenig l�nger zuh�ren, was die Leute reden. Sogar diejenigen, die nicht daran glauben, dass eine g�ttliche Intervention uns gerettet hat, finden gen�gend Argumente, dass nur deshalb so viele Schiffe und Menschenleben gerettet werden konnten, weil du die Gefahr so schnell erkannt und darauf reagiert hast. Diejenigen in der Flotte, die dem Mythos Black Jack Geary nichts abgewinnen k�nnen, beginnen allm�hlich an den Mann Black Jack Geary zu glauben. Diejenigen, die von vornherein an dich geglaubt haben, sind inzwischen in ihrem Glauben durch nichts mehr zu ersch�ttern. Das ist auch deinen Feinden in dieser Flotte bewusst. Nach dem, was du hier vollbracht hast, indem du zur�ckgekehrt bist, um eine zahlenm��ig deutlich �berlegene Syndik-Flotte auszul�schen, werden deine Widersacher der Verzweiflung nahe sein und dringend etwas unternehmen wollen. Auch wenn sie selbst nicht an dich glauben, m�ssen sie doch fr�her oder sp�ter zu dem Schluss kommen, dass du diese Flotte tats�chlich nach Hause zur�ckbringen k�nntest. Also m�ssen sie dich schleunigst in Misskredit bringen oder dich auf andere Weise stoppen, denn sp�ter werden sie keine Gelegenheit mehr dazu bekommen.�</p><p>Geary nickte und kniff nachdenklich die Augen zusammen.</p><p>�Was glaubst du, was sie unternehmen werden?�</p><p>�Ich wei� nicht. Ich versuche, es herauszufinden. Sie k�nnten versuchen, an deinem Ruf zu kratzen, indem sie dir irgendwelche Skandale anh�ngen. Aber das reicht nicht, um dich aus dem Kommandosessel zu vertreiben. Jetzt jedenfalls nicht mehr. Casia beispielsweise, der von den anderen vorge-schoben wurde, um dich schlecht zu machen, hat jede Glaubw�rdigkeit verloren; nicht nur durch deinen Sieg, sondern auch durch sein eigenes Handeln. Du solltest davon ausgehen, dass deine wahren Kontrahenten letztlich ins Rampen-licht treten m�ssen. Denn sie m�ssen zuschlagen, und ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit.�</p><p>�Du stellst das so hin, als k�nnten sie versuchen, ein Attentat auf mich zu ver�ben.�</p><p>�Das ist denkbar. Zum Gl�ck bist du auf diesem Schiff von loyalen Leuten umgeben, allen voran von deinem Captain.</p><p>Desjani w�rde mit Freuden ihr Leben geben, um Blackjack zu retten.� Ihr entging seine ver�rgerte Reaktion nicht. �Versuch nicht, es abzustreiten. Sei einfach dankbar. Sie und ich, wir haben unsere unterschiedlichen Ansichten, aber im Augenblick sind wir beide ausschlie�lich darauf bedacht, dass dir nichts zust��t.�</p><p>Von allen seltsamen Dingen, die ihm seit seinem Erwachen aus dem k�nstlichen Schlaf in der Rettungskapsel widerfahren waren, empfand er die Vorstellung am seltsamsten, dass Victoria Rione und Tanya Desjani links und rechts von ihm standen und als seine Leibw�chter agierten. �Ich muss eine Konferenz mit den Schiffskommandanten einberufen. Wirst du teilnehmen?�</p><p>�Diesmal nicht�, antwortete Rione. �Ich werde mir das Ganze aus der Ferne ansehen, allein schon weil ich wissen will, was die Leute sagen, wenn ich mal nicht mit am Tisch sitze.�</p><p>Geary sah sie argw�hnisch an. �Die Flottenkonferenzen finden unter absoluter Geheimhaltung statt. Niemand, der nicht dabei ist, kann die Ereignisse beobachten.�</p><p>�Oh, dann habe ich dir wohl soeben eine weitere Illusion zerst�rt. Alles, was ein Mensch verschl�sselt, kann von einem anderen Menschen wieder entschl�sselt werden, John Geary.�</p><p>Sie ging zur T�r. �Ich werde zusehen. Was wirst du �brigens mit Captain Casia und Commander Yin machen?�</p><p>�Das �berlege ich immer noch�, antwortete er wahrheitsgem��.</p><p>�Du musst nicht Black Jack sein, um sie standrechtlich erschie�en zu lassen, wie du wei�t. Sogar Admiral Bloch h�tte einen solchen Befehl geben k�nnen.�</p><p>�Ich wei�. Aber ich wei� nicht, was ich mit ihnen machen soll. Findest du, sie geh�ren hingerichtet?�</p><p>�Ja, und zwar so bald wie m�glich�, erkl�rte Rione todernst und verlie� sein Quartier.</p></section><section><title><p>Sechs</p></title><p>Gelassen betrat Geary den Konferenzraum. Auch wenn es in Wahrheit ein Abteil von durchschnittlicher Gr��e mit einem unauff�lligen Tisch war, erzeugte die Konferenzsoftware die Illusion eines riesigen Raums, der Platz genug bot f�r die befehlshabenden Offiziere eines jeden Schiffs in der Flotte.</p><p>Virtuell wurde der Tisch so sehr in die L�nge gestreckt, dass sie alle dort untergebracht werden konnten.</p><p>Auch wenn sich Hunderte von Offizieren versammelt hatten, war Captain Desjani die einzige andere reale Person, die sich au�er ihm dort aufhielt. Die �brigen Personen waren allesamt Hologramme, wodurch es den M�nnern und Frauen m�glich war, an der Besprechung teilzunehmen, ohne daf�r ihr Schiff verlassen zu m�ssen. Von den sekundenlangen Verz�gerungen abgesehen, die bei jenen Offizieren auftraten, deren Schiffe am weitesten von der <emphasis>Dauntless</emphasis> entfernt waren, verhielten sich die holographischen Bilder so, als w�ren alle diese Leute tats�chlich anwesend.</p><p>Diese Konferenzen hatte er noch nie gemocht, und das, was er heute zu erledigen hatte, steigerte seinen Widerwillen nur noch mehr. Er beschloss, mit etwas Erfreulicherem zu beginnen, und nickte den versammelten Offizieren zu. �Ich m�chte dieses Treffen beginnen, indem ich den Offizieren und Matrosen dieser Flotte meinen Gl�ckwunsch zu einem gro�en Sieg ausspreche. Wir haben nicht nur die Verluste vergelten k�nnen, die wir bei unserem letzten Aufenthalt im Lakota-System erlitten hatten, sondern wir haben in den Schlachten von Kaliban bis hier die Bilanz ausgeglichen, in der sich all die Schiffe finden, die diese Flotte seit der Ankunft im Heimatsystem der Syndiks verloren hatte. Sie haben jedes Recht, auf diese Leistung stolz zu sein, die vom Mut und Kampfgeist eines jeden Angeh�rigen dieser Flotte gepr�gt war.�</p><p>Fast alle l�chelten zufrieden, dabei entging Geary nicht, dass Captain Casia nachdenklich in die Ferne starrte und Commander Yin intensiv die Tischplatte betrachtete.</p><p>�Bedauerlicherweise�, fuhr er fort, �kann nichtjeder in dieser Flotte an diesem Lob teilhaben. Bei unserem letzten Gefecht haben sich zwei Schiffe vor dem Kampf gedr�ckt. Oder besser gesagt: Ihre befehlshabenden Offiziere haben sich vor dem Kampf gedr�ckt.� Die Atmosph�re im Raum war pl�tzlich zum Zerrei�en gespannt, die Stille war so absolut, dass das leiseste Ger�usch ohrenbet�ubend laut gewesen w�re.</p><p>Captain Casias Gesicht war rot angelaufen, Commander Yin war kreidebleich. Niemand sah die beiden an, sie hatten erkennbar jeglichen R�ckhalt in der Flotte verspielt.</p><p>Geary wandte sich Casia zu. �Captain Casia, Ihnen wird hiermit das Kommando �ber die <emphasis>Conqueror</emphasis> entzogen. Ihr momentaner XO wird bis auf Weiteres Ihren Platz einnehmen. Commander Yin, Sie werden Ihres Postens als befehlshabender Offizier der <emphasis>Orion</emphasis> enthoben. Der Ops-Offizier der <emphasis>Orion</emphasis> wird Ihren Platz �bernehmen. Sie beide werden auf die <emphasis>Illustrious</emphasis> versetzt, wo Ihnen ein Posten zugeteilt wird, den Captain Badaya f�r angemessen h�lt.� Er hatte lange �berlegt, was er mit Casia und Yin machen sollte, die sich in den abge-laufenen Konferenzen so offen gegen ihn gestellt hatten. Die L�sung, die beide auf das Schiff zu versetzen, das von Badaya befehligt wurde, der Geary aus den falschen Gr�nden unterst�tzte, besa� eine gewisse Einfachheit.</p><p>Commander Yin �ffnete ihren Mund, aber es kam kein Ton heraus. Captain Casia dagegen stand auf und protestierte lautstark. �Sie k�nnen einem Senioroffizier nicht ohne guten Grund das Kommando entziehen!�</p><p>Irgendwie gelang es Geary, einen ruhigen Tonfall zu bewahren. �Ihr Schiff ist dem Gefecht aus dem Weg gegangen. Sie hatten den ausdr�cklichen Befehl, die Hilfsschiffe dieser Flotte zu besch�tzen, stattdessen haben Sie sich in eine Entfernung zu den Hilfsschiffen begeben, die es Ihnen unm�glich machte, diese Schiffe zu verteidigen. Von dort aus haben Sie lediglich auf die feindlichen Schiffe geschossen, die Ihrem eigenen Schiff zu nahe kamen und eine Gefahr darstellten. Sie haben sich geweigert, sich auf ein Gefecht mit dem Feind einzu-lassen, obwohl Pflicht und Ehre das von Ihnen verlangt haben.�</p><p>�Wollen Sie mir Feigheit vor dem Feind vorwerfen?� Casia br�llte ihn fast an.</p><p>�Ja.�</p><p>Das eine Wort hallte von allen Seiten wider. In einer Flotte, die so sehr von Ehre besessen war wie diese, war es nahezu undenkbar, einen solchen Vorwurf offen auszusprechen.</p><p>Captain Tulev setzte der Stille ein Ende, die sich Gearys Antwort angeschlossen hatte. �So unerfreulich das auch ist, sehe ich mich gezwungen zu erkl�ren, dass die Aufzeichnungen des Gefechts Captain Gearys Vorwurf untermauern.�</p><p>�Wenn dem so ist�, warf Captain Armus ein und beugte sich vor, �und ich stimme mit Captain Tulev �berein, dass es <emphasis>tats�chlich so</emphasis> ist, dann ist der Entzug des Kommandos f�r Captain Casia und Commander Yin nicht ann�hernd die Strafe, die f�r ein solches Vergehen angemessen ist.�</p><p>�Erschie�t die Feiglinge�, murmelte irgendwer.</p><p>Unruhe kam auf, da jeder etwas dazwischenrief und viele sich dem Vorschlag anschlossen, w�hrend andere protestier-ten. Geary tippte auf die Taste, die alle verstummen lieߠ� seiner Meinung nach eine der besten Optionen dieser Software -, und wartete ab, bis sich die Aufmerksamkeit der Anwesenden wieder auf ihn richtete. �Mir ist bekannt, dass die Flottenvorschriften mir das Recht geben, den Tod durch Erschie�en f�r jeden zu erteilen, der unzweifelhaft Feigheit vor dem Feind an den Tag legt.� Er sah wieder Casia an und wunderte sich, dass der seinem Blick standhielt, auch wenn ihm seine Angst deutlich anzusehen war. Widerstrebender Respekt regte sich in ihm, weil der Mann nicht zusammengebrochen war.</p><p>�Die Flottenvorschriften verlangen ein Erschie�ungskommando�, warf Captain Kila von der <emphasis>Inspire</emphasis> ein. Wie kam es, dass sie jetzt zum ersten Mal auf die Idee kam, sich bei einer Konferenz zu Wort zu melden?</p><p>Aus welchem Grund auch immer, Tatsache war, dass sie ihn soeben herausgefordert hatte und ihn dazu zu zwingen versuchte, eine Ma�nahme zu ergreifen, die er nicht ergreifen wollte. Er sch�ttelte den Kopf. �Das ist nicht richtig.�</p><p>Kila wirkte nicht feindselig, sondern verwirrt. �Die fragliche Vorschrift ist eindeutig und l�sst keine Ausnahmen zu.�</p><p>Andere am Tisch nickten best�tigend, und Commander Yin schien jeden Moment ohnm�chtig zu werden.</p><p>Abermals reagierte er mit einem Kopfsch�tteln. �Bestimmt ist jeder Flottenoffizier immer noch mit der Flottenvorschrift 32 vertraut, oder?� In jeder Situation wird von einem Flottenkommandanten erwartet, ein eigenst�ndiges Urteil zu f�llen und die notwendigen und angemessenen Ma�nahmen zu ergreifen, ohne an den Wortlaut anderer Vorschriften gebun-den zu sein, sofern er damit nicht gegen Allianz-Gesetze oder gegen den Eid des Flottenkommandanten verst��t, die Allianz gegen jeden Feind zu verteidigen, ob er von au�en oder aus den eigenen Reihen kommt.��</p><empty-line/><p>�Aber war es die Absicht dieser Vorschrift, auch in solchen F�llen angewendet zu werden?�, fragte Captain Armus.</p><p>�Ich kann Ihnen versichern, das war die Absicht.� Geary lie� seinen Blick �ber die Anwesenden schweifen. �Diese Vorschrift trat vor rund einhundertzehn Jahren in Kraft. Damals war ich ein Lieutenant, und ich wohnte den Besprechungen der Offiziere bei, die diese Vorschrift entwickelten.�</p><p>Captain Kila wollte wieder zum Reden ansetzen, �berlegte es sich dann aber anders.</p><p>Zu Gearys Verwunderung meldete sich Cresida zu Wort.</p><p>�Sir, ich akzeptiere, dass Sie das Recht haben, in diesem Fall von den Vorschriften abzuweichen, aber ich verstehe nicht den Grund daf�r. Warum gehen Sie so gn�dig mit Offizieren um, die zum Verlust anderer Schiffe beigetragen haben?</p><p>Wenn sie der <emphasis>Warrior</emphasis> und der <emphasis>Majestic</emphasis> geholfen h�tten, w�rden beide Schiffe vielleicht heute noch unter uns sein, ganz zu schweigen von den Kreuzern und Zerst�rern, die bei der Verteidigung der Hilfsschiffe zerst�rt wurden.�</p><p>Diese Frage war v�llig berechtigt. �Lassen Sie es mich so formulieren, Captain Cresida: Ich habe von einer Exekution der beiden Offiziere abgesehen, weil ich nicht gn�dig gestimmt war.�</p><p>Erstaunen machte sich breit, und auch Cresida reagierte mit Ratlosigkeit. �Sie waren <emphasis>nicht</emphasis> gn�dig gestimmt?�</p><p>�Nein.� Er sah Casia und Yin an. �Diese beiden Offiziere in die Arme ihrer Vorfahren zu schicken, w�rde bedeuten, dass ihr Leiden in dieser Welt ein Ende nimmt. Solange sie leben, werden sie immer wieder Offizieren und Matrosen begegnen, die ganz genau wissen, was sie getan haben. Solange sie leben, werden sie mit Leuten konfrontiert, die wissen, dass sie sich f�r die Feigheit entschieden haben.�</p><p>Langes Schweigen schloss sich an, nach einer Weile fragte Tulev: �Sind Sie sich sicher, Captain Geary, dass die beiden den Zorn und die Verachtung so deutlich sp�ren werden wie Sie und ich? Werden sie nicht vielmehr dankbar sein, dass ihr Leben zweimal verschont wurde�� einmal durch ihre eigene Faulheit, zum anderen durch das Versagen der Todesstrafe?�</p><p>Auch wieder eine berechtigte Frage. Geary sah zu Casia, der ihm einen zornigen Blick zuwarf, und zu Yin, die zitterte und jeden Blickkontakt vermied. �Sehen die beiden in Ihren Augen dankbar aus?�</p><p>Armus musterte die zwei Offiziere. �Ich schlage vor, wir gew�hren ihnen das Recht, sich zu �u�ern, Captain Geary.</p><p>Ich w�rde gern h�ren, was sie m�chten.�</p><p>�Das ist eine angemessene Bitte, Captain Armus, und mit Blick auf Ihre Leistungen f�llt es mir nichtschwer, sie Ihnen zu gew�hren.� Armus war Geary mehr als einmal unangenehm aufgefallen, aber in der Schlacht hatte er gut und ehrbar gek�mpft. Jetzt reagierte Armus mit praktisch unverhohlener Befriedigung, w�hrend Geary sich Casia zuwandte. �Also? Was halten Sie f�r eine angemessene Bestrafung?�</p><p>Casia schaute sich um, straffte die Schultern und drehte sich wieder zu Geary um. �Ich bestehe darauf, einem Flottenoffizier angemessen zu sterben. Sie nennen mich einen Feigling, und ich sehe, dass viele meiner Kameraden diese Ansicht teilen. Ich werde Sie alle widerlegen, wenn ich vor dem Erschie�ungskommando stehe.�</p><p>Noch eine �berraschung. Geary studierte die Mienen der anderen Offiziere, die dem Ansinnen zustimmten. Sie wollten es so.</p><p>Er sah einen Moment lang vor sich auf den Tisch und fragte sich, warum es ihm so schwerfiel, eine Entscheidung zu treffen, die den Vorschriften entsprach, die die Ehre verlangte und die nach Meinung aller Offiziere die einzig richtige war. Er hatte diese Flotte etliche Male ins Gefecht gef�hrt und dabei den m�glichen Tod seiner Leute in Kauf genommen. Allein in der letzten Schlacht waren an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> zw�lf Matrosen ums Leben gekommen. Und er hatte den Befehl zum Kampf gegeben. Trotzdem war das hier etwas v�llig anderes, weil er vors�tzlich den Befehl gab, einen Offizier zu t�ten.</p><p>Geary hob den Kopf und sah Casias flehenden Blick. Lassen Sie mich ehrenvoll sterben.</p><p>�Also gut�, sagte er schlie�lich bed�chtig. �Ich komme Ihrer Bitte nach, Captain Casia. Ich werde eine Hinrichtung durch ein Erschie�ungskommando genehmigen.�</p><p>Casia verzog den Mund zu einem erschreckenden L�cheln.</p><p>�Hier in Lakota. Ich m�chte, dass es geschieht, bevor die Flotte Lakota verl�sst.�</p><p>�Wie Sie wollen�, stimmte Geary ihm zu. �Colonel Carabali, fragen Sie Ihre Marines, wer sich von ihnen freiwillig f�r das Erschie�ungskommando meldet.� Er atmete tief durch und sah zu Commander Yin. �Commander, m�chten Sie auch etwas sagen?�</p><p>Er hatte das Gef�hl, sie m�sse jeden Moment zusammenbrechen, doch dann sprang sie auf und rief: �Ich habe nur meine Befehle befolgt!�</p><p>Verbl�fftes Schweigen schloss sich an, dann erwiderte Geary: �Aber nicht meine Befehle.�</p><p>�Sie besitzen keinerlei Kompetenz, diese Flotte zu befehligen!�, konterte Yin und schaute ihn mit weit aufgerissenen Augen an. �Sie sind blo� ein Aush�ngeschild f�r diejenigen, die Sie benutzen, um gegen die Allianz zu arbeiten! Die wollen Sie nach Hause bringen und all Ihre Siege als Vorwand benutzen, um Sie zum Diktator zu machen! Sie und Ihre� Ihre Gefahrtin!�</p><empty-line/><p>Seit der letzten Attacke gegen Co-Pr�sidentin Rione war schon eine Weile vergangen, daher wunderte sich Geary nicht, dass Yin sie jetzt wieder mit hineinzog. Doch dann wurde ihm bewusst, dass alle Konferenzteilnehmer entweder Captain Desjani ansahen oder sie ganz bewusst nicht ansahen. Desjani wiederum starrte Yin an. W�ren Desjanis Augen H�llenspeere gewesen, dann w�re von Commander Yin nur ein H�ufchen Asche geblieben.</p><p>Die Ger�chte, dass er etwas mit Desjani hatte, waren demzu-folge noch immer nicht verstummt. Aber es war auch nicht m�glich, jetzt und hier auf eine angemessene Weise darauf einzugehen. Stattdessen konzentrierte er sich auf Yins eigentlichen Vorwurf. Die ganze Zeit �ber war er davon ausgegangen, dass seine Widersacher in der Flotte in erster Linie aus pers�nlichem Ehrgeiz, Antipathie oder Misstrauen gegen ihn arbeiteten. Doch wenn er Yins Worten Glauben schenken konnte, trieb zumindest einige von ihnen die Angst an, Geary oder seine Anh�nger k�nnten versuchen, die Regierung der Allianz zu st�rzen. Seine Feinde widersetzten sich ihm wom�glich aus Gr�nden, die er respektieren konnte.</p><p>Er dachte noch immer dar�ber nach, als Captain Duellos auf einmal energisch fragte: �Commander Yin, wenn Sie nicht Captain Gearys Befehle befolgt haben, von wem kamen denn dann Ihre Anweisungen?�</p><p>Sie schwankte leicht, schluckte einmal, dann antwortete sie mit zitternder Stimme: �Von Captain Numos.�</p><p>�Captain Numos steht unter Arrest�, stellte Duellos klar.</p><p>�Er kann keine Befehle erteilen. Das wissen Sie.�</p><p>�Ich wei�, dass der Arrest selbst so unrechtm��ig ist wie alle Anweisungen, die den Arrest betreffen!�</p><p>Commander Neeson von der <emphasis>Implacable</emphasis> meldete sich in irri-tiertem Tonfall zu Wort: �Kann der Vorwurf der Feigheit vor dem Feind aufrechterhalten bleiben, wenn Commander Yin behauptet, Befehle befolgt zu haben, von denen sie glaubte, sie seien rechtm��ig?�</p><p>�Sie wusste, dass diese Befehle nicht rechtm��ig waren�, hielt Captain Badaya von der <emphasis>Illustrious</emphasis> dagegen. �Commander Yin muss das einfach gewusst haben.�</p><p>�Aber wenn sie sagt, sie hat sich aus diesem Grund aus den Gefechten herausgehalten, dann ist das ja nicht das Gleiche wie Feigheit vor dem Feind� oder doch?� Neeson schaute frustriert drein.</p><p>Geary schlug mit der Faust auf den Tisch, um Commander Yins Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. �Commander, Sie behaupten, Befehle von Captain Numos befolgt zu haben, als Sie sich aus den Gefechten heraushielten. Widersprechen Sie dem Vorwurf der Feigheit vor dem Feind?�</p><p>Yin zitterte am ganzen Leib, brachte aber ein �Ja� heraus.</p><p>Tulev sch�ttelte den Kopf. �Das l�uft immer noch auf Be-fehlsverweigerung im Angesicht des Feindes hinaus, und das ist ebenfalls ein Vergehen, auf das die Todesstrafe steht.�</p><p>�berall am Tisch wurde in kleinen Gruppen lebhaft disku-tiert. Geary selbst dachte kurz dar�ber nach. �Commander Yin, offenbar gibt es auf den vorliegenden Tatbestand keine einfachen Antworten. Ich z�gere damit, einen Hinrichtungsbefehl f�r einen Offizier zu erteilen, der der Ansicht gewesen sein k�nnte, rechtm��ige Befehle befolgt zu haben.� Alle Anwesenden h�rten ihm aufmerksam zu. �Dennoch haben Sie zugegeben, meine Befehle missachtet zu haben, sowohl auf dem Schlachtfeld als auch mit Blick darauf, dass Sie mit dem inhaftierten Captain Numos beratschlagt haben. Das allein ist mehr als Grund genug, Ihnen das Kommando zu entziehen. Dennoch werde ich nicht einen Offizier hinrichten lassen, der behauptet, in dem Glauben gehandelt zu haben, dass seine Pflicht von ihm ein solches Verhalten verlangt hat.</p><p>Sie werden unter Arrest gestellt, Commander Yin, bis die Flotte in Allianz-Gebiet zur�ckgekehrt ist, wo Sie dann eine Anklage vor einem ordentlichen Milit�rgericht erwartet, in dem Sie Ihr Handeln verteidigen k�nnen und die Strafe bekommen, die das Gericht f�r angemessen h�lt.�</p><p>Niemand wandte etwas dagegen ein. Captain Armus sa� stirnrunzelnd da, dann nickte er mit sichtlichem Unwillen, w�hrend Commander Yin sich wieder hinsetzte; auch wenn das eher so aussah, als w�rden ihre Beine unter ihr einknicken und sie auf ihren Platz fallen.</p><p>Geary wandte sich wieder Casia zu. �Captain, ist Ihr Handeln als Befehlshaber der <emphasis>Conqueror</emphasis> in der letzten Schlacht ebenfalls auf Befehle zur�ckzuf�hren, die Sie von einer anderen Person als dem Flottenkommandanten erhielten?�</p><p>Casia z�gerte kurz, dann aber sch�ttelte er energisch den Kopf. �Ich bin f�r mein Handeln ganz allein verantwortlich.�</p><p>Warum legte der Mann jetzt auf einmal so ein ehrbares Verhalten an den Tag? �Na gut. Colonel Carabali, weisen Sie bitte Ihre Marines auf der <emphasis>Conqueror</emphasis> und der <emphasis>Orion</emphasis> an, Captain Casia und Commander Yin festzunehmen und alles vorzube-reiten, damit sie auf die <emphasis>Illustrious</emphasis> gebracht werden k�nnen.</p><p>Captain Casia, Commander Yin, verlassen Sie bitte diese Konferenz.�</p><p>Casia lie� sich noch einen Moment Zeit, um ihm einen trotzigen Blick zuzuwerfen, dann streckte er die Hand nach den Kontrollen auf seinem Schiff aus und verschwand. Commander Yin, deren Hand un�bersehbar zitterte, folgte ihm nur Sekunden sp�ter.</p><p>Nach dieser Episode hatte die anschlie�ende Diskussion �ber den weiteren Weg der Flotte fast etwas Entt�uschendes an sich.</p><empty-line/><p>Geary aktivierte das Sternendisplay, eine dreidimensionale Darstellung des Weltalls in der Umgebung der Flotte. �Wir werden unseren hier errungenen Sieg nutzen, um uns weiter dem Allianz-Territorium zu n�hern. Unser n�chstes Ziel wird Branwyn sein. Ich erwarte dort keinen Widerstand, aber wir m�ssen mit Minen am Sprungpunkt und mit einer Nachhut der Syndiks rechnen.� Dann zeigte er auf einen schwachroten Stern, der einige Lichtjahre von Branwyn entfernt lag.</p><p>�Danach nehmen wir Kurs aufwendig. Dieses Sternensystem ist angeblich v�llig verlassen. Wenn uns bei Wendig keine �berraschung erwartet, reisen wir von dort nach Cavalos.�</p><p>�Warum nicht nach Sortes?�, wollte Captain Armus wissen.</p><p>�Weil sich dort ein Hypernet-Portal der Syndiks befindet�, erwiderte Geary. �Seit Kaliban haben wir den Syndiks immer wieder empfindliche Verluste zugef�gt, aber unsere Vorr�te sind geschrumpft, und viele Schiffe wurden besch�digt. Ich m�chte jeder gr��eren Konfrontation aus dem Weg gehen, bis unsere Hilfsschiffe gen�gend Zeit haben, um aus den erbeuteten Rohstoffen so viele Brennstoffe, Munition und Ersatzteile herzustellen wie m�glich.�</p><p>�Aber wir k�nnen trotzdem versuchen, das Hypernet-Portal zu benutzen, um nach Hause zu gelangen�, beharrte Armus.</p><p>Obwohl Geary den Mann eben noch vor allen anderen gelobt hatte, wollte der sich anscheinend nicht widerspruchslos seinem Plan anschlie�en.</p><p>�Ich glaube, Captain Armus�, gab Geary geduldig zur�ck, �die Syndiks werden alle notwendigen Vorbereitungen treffen, um das Portal zu zerst�ren, lange bevor wir auch nur in dessen N�he kommen k�nnen.�</p><p>�Aber einen Versuch w�r's doch wert, oder nicht?� Als niemand etwas erwiderte, sah Armus sich missmutig und ungeduldig um. �Den Zusammenbruch des Portals in diesem System haben wir schlie�lich auch problemlos �berlebt.�</p><p>�Wir hatten sehr, sehr gro�es Gl�ck�, betonte Captain Cresida. �Beim n�chsten Mal k�nnte die ganze Flotte ausgel�scht werden.�</p><p>Duellos nickte. �Ganz zu schweigen davon, was der Zusammenbruch diesem Sternensystem angetan hat. Ich kann nicht f�r die anderen sprechen, aber mein Gewissen ist damit schon mehr als genug belastet.�</p><p>�Werden die Syndiks nach dem, was hier passiert ist, �berhaupt den Befehl ausf�hren, ein Hypernet-Portal zu zerst�ren?�, fragte sich Commander Neeson.</p><p>�Ich w�rde sagen, das h�ngt davon ab, ob sie wissen, was hier bei Lakota geschehen ist�, meinte Duellos. �Und ob sie es glauben. Einige zivile Syndik-Schiffe sind bereits auf dem Weg zu den Sprungpunkten, um die Meldung zu verbreiten und um Hilfe anzufordern. Aber wir m�ssen davon ausgehen, dass die Syndik-F�hrung die Sache herunterspielt, die Nachrichten zensiert und uns den Vorfall in die Schuhe schiebt.�</p><p>�Die haben uns damit eine Waffe pr�sentiert�, fiel Captain Kila wieder ein. �Wir k�nnen das gegen sie verwenden. Wenn wir ein paar Schiffe losschicken, um die Hypernet-Portale in jedem System zu zerst�ren, an dem wir vorbeikommen, dann k�nnten wir��</p><p>�Dann k�nnten wir sterben�, schnitt Captain Tulev ihm das Wort ab. �Sie haben gesehen, was mit den Syndik-Kriegsschiffen passiert ist, die das Portal beschossen haben. Wie viele Selbstmordkommandos sollen wir losschicken, bis uns die Schiffe ausgehen?</p><p>�Die Leute sollen sich freiwillig melden�, meinte Kila. �Das ist eine noch nie dagewesene Gelegenheit, den Syndikatwelten unberechenbare Sch�den zuzuf�gen.�</p><empty-line/><p>�Sch�den?� Commander Landis von der <emphasis>Valiant</emphasis> sch�ttelte den Kopf. �Ich will so wie jeder andere, dass diese Syndik-Bas-tarde leiden, aber sollen wir deshalb mit einem Schlag gleich ganze Sternensysteme ausl�schen?�</p><p>�Sie haben Syndik-Welten bombardiert�, hielt Captain Armus dagegen.</p><p>�Das stimmt�, gab Landis zu, �aber das war etwas anderes.</p><p>Mir war �bel, als ich das mitansehen musste, und ich sch�me mich nicht, es zuzugeben. Ich habe verdammt noch mal f�r die Allianz gek�mpft, und das werde ich auch weiterhin tun.</p><p>Aber ich will nicht miterleben m�ssen, wie bewohnte Welten darunter leiden m�ssen, egal ob es deren Welten sind oder unsere.�</p><p>Kila l�chelte fl�chtig. �Nicht so schlimm, Commander. Ich bin mir sicher, wir werden gen�gend Freiwillige finden.�</p><p>�Selbst wenn wir solche Freiwilligen finden sollten�, ging Geary dazwischen, �werde ich kein Selbstmordkommando genehmigen, solange ich diese Flotte befehlige.�</p><p>Commander Vendig von der <emphasis>Exemplar</emphasis> warf sofort ein:</p><p>�Wir k�nnten Roboterschiffe einsetzen, die von einer K�nstlichen Intelligenz gesteuert werden. Die Crew wird vom Schiff genommen und��</p><p>Augenblicklich wurde Vendig von lauten Protestrufen �bert�nt. �Wir sollen bewaffnete KIs losschicken, um von Menschen bewohnte Systeme ausl�schen zu lassen? Sind Sie noch ganz bei Verstand?�</p><p>Captain Badaya sch�ttelte den Kopf und sprach in die Stille, die der ersten Emp�rungswelle folgte. �Commander Landis hat eine unerfreuliche Wahrheit ausgesprochen. Was in Lakota geschehen ist, k�nnte sich in jedem System der Allianz wiederholen, das �ber ein Hypernet-Portal verf�gt. Wenn die Menschen in der Allianz sehen, was sich hier zugetragen hat, dann werden sie darauf bestehen, dass unser eigenes Hypernet-System abgeschaltet wird. Wer will schon eine Bombe vor der eigenen Haust�r liegen haben?�</p><p>�Wir k�nnen das System nicht einfach abschalten�, warf Captain Cresida ein. �Das ist ein extrem ausgewogenes Ener-gienetz, das l�sst sich gar nicht abschalten.�</p><p>�Warum haben wir es dann jemals installiert?�, wollte irgendjemand wissen.</p><p>Aus einem unerfindlichen Grund drehten sich alle zu Geary um. �Mich m�ssen Sie das nicht fragen. Ich habe mich auch schon dar�ber gewundert, und ich war nicht dabei, als das System gebaut wurde. Aber wir haben es jetzt am Hals, und den Syndiks ergeht es nicht anders.�</p><p>�Es muss eine L�sung geben�, beharrte Commander Neeson. �Solange diese Portale ge�ffnet sind, stellen sie potenzielle Waffen dar. Wenn wir einen Weg finden k�nnten, sie als Waffen scharfzumachen und den Syndiks mit dem Einsatz zu drohen, dann w�rden sie es nicht wagen�� Er unterbrach sich, machte eine best�rzte Miene und sah sich um. �Die Syndiks k�nnten selbst auf die Idee kommen. Die Zerst�rungskraft eines Hypernet-Portals ist gr��er als jede Waffe, die die oder wir besitzen. Wir k�nnten uns damit buchst�blich gegenseitig ausl�schen.�</p><p>Damit war die Katze vollends aus dem Sack. Geary nickte.</p><p>�Zu dieser Erkenntnis war ich auch bereits gelangt. Wer von Ihnen m�chte den Krieg beginnen, der eine ganze Spezies ausl�schen wird? Sie, Captain Kila?�</p><p>Der schaute Geary an, sagte aber kein Wort.</p><p>Captain Tulev deutete auf das Sternendisplay. �Zeigen Sie uns das bitte, Captain Geary. Spielen Sie bitte die Aufzeichnung ab, die wiedergibt, was passierte, als das Hypernet-Portal zusammenbrach.�</p><empty-line/><p>Er wollte sich das nicht wieder ansehen, nicht einmal im Miniaturformat, trotzdem w�hlte er die Wiedergabe und beschleunigte die Darstellung, sodass die Schockwelle sich innerhalb von drei�ig Sekunden durch das Lakota-System bewegte.</p><p>Nachdem die Aufzeichnung abgelaufen war, herrschte einen Moment lang Stille, dann zeigte Tulev auf das Bild des verw�steten Systems. �Wir sollten das den Syndiks zukommen lassen. Die werden eine solche Aufzeichnung nicht haben, weil zu viele ihrer Sensoren durch den Energieaussto� vernichtet worden sind. Schicken Sie es an die Schiffe, die das System verlassen, um Hilfe zu holen. Die k�nnen es dann weiterleiten.�</p><p>�Damit sie noch schneller herausfinden, wie sie die Allianz ausl�schen k�nnen?�, fragte Armus sarkastisch.</p><p>�Dazu brauchen sie unsere Hilfe nicht�, konterte Cresida.</p><p>�Die haben ihre eigenen Aufzeichnungen davon, was bei Sancere passiert ist. Und selbst der gr��te Idiot muss sich nur ansehen, was mit Lakota III passiert ist, um sich ausrechnen zu k�nnen, wie viel Energie n�tig war, um den Planeten so zuzu-richten. Dann muss er nur den Orbit und die Planetenrota-tion zur�ckverfolgen, und schon erkennt er, dass die Quelle der vormaligen Position des Hypernet-Portals entspricht.</p><p>Aber wenn wir aussenden, was wir aufgezeichnet haben�� nat�rlich ohne die Daten �ber den Zusammenbruch des Portals, die wir f�r uns behalten wollen��, dann k�nnen wir den Beweis liefern, dass wir diese Verheerungen nicht zu verantworten haben.� Sie sah sich am Tisch um. �Mein Ruf spricht f�r sich, so wie auch im Fall von Commander Landis. Ich m�chte nicht, dass man mir die Schuld f�r das gibt, was hier passiert ist. Das geht �ber jedes akzeptable Ma� hinaus. Ich werde so viele Syndiks umbringen wie n�tig, um diesen Krieg zu gewinnen, aber ich m�chte nicht ganze Sternensysteme ausl�schen.�</p><p>�Ja�, stimmte Tulev ihr zu. �Es ist wichtig, den Syndiks zu sagen, dass wir das nicht verbrochen haben, damit es nicht zu �ffentlichen Forderungen nach Vergeltungsschl�gen kommt.</p><p>Wich�g ist auch die Wirkung, die diese Bilder auf die Syndik-Zivilbev�lkerung haben.� Abermals deutete er auf das Display.</p><p>�Das wird �berall zu sehen sein, auch wenn ihre F�hrung noch so sehr versuchen wird, es zu unterdr�cken. Sie werden erkennen, was einem Planeten zusto�en kann, in dessen System sich ein Hypernet-Portal befindet. Was sollen ihre F�hrer ihnen dann noch sagen? Wenn sie trotzdem versuchen, uns die Schuld zu geben, werden die Leute in den entsprechenden Systemen bef�rchten, wir k�nnten ihren Welten so etwas auch antun. Wenn diese F�hrer behaupten, sie k�nnten uns damit stoppen, wird man ihnen die Frage stellen, warum sie uns dann nicht bei Lakota gestoppt haben. Wenn sie ihren Leuten erz�hlen, dass sie von der Allianz keine derartigen Angriffe zu bef�rchten haben, weil das kein Angriff der Allianz war, dann werden die Leute wissen wollen, was denn die Ursache war.�</p><p>Alle dachten dar�ber nach, und allm�hlich zeichnete sich auf den Gesichtern der Offiziere ein grimmiges L�cheln ab.</p><p>�Dann steht die Syndik-F�hrung mit dem R�cken zur Wand�, meinte Badaya anerkennend. �Ein brillanter Vorschlag, Captain Tulev. Das wird die Syndik-Bev�lkerung quer durch alle Systeme in Sorge versetzen und die F�hrung in eine Zwickm�hle bringen, weil sie Massenpaniken vor den Hypernet-Portalen in den Griff bekommen m�ssen.�</p><p>Commander Neeson dagegen machte eine beunruhigte Miene und sch�ttelte den Kopf. �Aber was ist, wenn unsere Leute davon erfahren? Wir k�nnen nicht verhindern, dass sich diese Neuigkeit bis ins Allianz-Gebiet herumspricht. Wir werden vor den gleichen Problemen stehen.�</p><p>�Unsere F�hrer m�ssen auf diese Situation ebenfalls aufmerksam gemacht werden�, erkl�rte Captain Badaya und warf Geary einen bedeutungsvollen Blick zu. Was ihn anging, sollte Geary ohnehin derjenige sein, der die Allianz f�hrte, und zwar ganz alleine, als Diktator, der den R�ckhalt dieser Flotte genoss. Commander Yin war in ihrer Sorge nicht g�nzlich paranoid gewesen, auch wenn Geary selbst von diesem Gedanken nichts wissen wollte. �Wir m�ssen auch �berlegen, was wir tun k�nnen, bevor die Syndiks beschlie�en, <emphasis>unsere</emphasis> Portale anzugreifen.�</p><p>Geary legte die Stirn in Falten, da ihm die Frage Sorge bereitete, was die gew�hlte F�hrung der Allianz entscheiden w�rde. Pl�tzlich sah er Captain Cresida nicken.</p><p>�Ich glaube, wir k�nnen dieser Bedrohung begegnen�, verk�ndete sie. �Ich habe dar�ber nachgedacht. Wir k�nnen die Daten von zwei Vorf�llen analysieren, den beiden einzigen bekannten F�llen, in denen ein Hypernet-Portal zusammengebrochen ist. Nur diese Flotte verf�gt �ber s�mtliche Details beider Ereignisse. Anhand dieser Daten kann ich den Zielerfassungs-Algorithmus pr�zisieren, den wir bei Sancere benutzt haben. Auf diese Weise wird er zuverl�ssiger, und die Gewissheit steigt, dass ein kollabierendes Portal nur ein Minimum an Energie ausst��t.�</p><p>�Und was haben wir davon?�, wollte Badaya wissen. �Wir kommen nicht nahe genug an ein Syndik-Portal heran, um sie rechtzeitig zu stoppen, und unsere eigenen Portale wollen wir ganz sicher nicht zerst�ren.�</p><p>�Aber wenn die Syndiks versuchen sollten, unsere Portale zusammenbrechen zu lassen�, hielt sie dagegen, �und wenn wir Selbstzerst�rungsmechanismen an allen Portaltrossen montieren, die an ein vollautomatisches Programm angeschlossen sind, das gestartet wird, sobald ein Portal ein gewisses Ma� an Sch�den erlitten hat��</p><p>Die Erleichterung, die die Runde machte, lie� sich nahezu mit den Fingern greifen. �Dann k�nnten wir sicherstellen, dass keines unserer Portale ein ganzes System ausl�schen kann!�</p><p>�M�glicherweise�, sagte Geary zur�ckhaltend. �Wir wissen nicht, wie zuverl�ssig der Algorithmus ist. Schlie�lich stammen die Daten von nur zwei Zusammenbr�chen. Wenn er nicht so zuverl�ssig ist, wie wir glauben, dann w�rde das keiner von uns am eigenen Leib herausfinden wollen. Au�erdem braucht es seine Zeit, bis diese Technik ausgearbeitet und genehmigt worden ist, ganz abgesehen davon, dass dann erst noch jedes Portal in Reichweite der Syndiks damit ausger�stet werden muss.�</p><p>Captain Cresida verzog missmutig das Gesicht. �Da haben Sie allerdings recht, Sir.�</p><p>�Aber es ist schon mal besser als gar nichts�, meinte Tulev.</p><p>�Viel besser�, stimmte Geary zu. �Captain Cresida, arbeiten Sie dieses Konzept bitte weiter aus. Wenn wir es vorlegen k�nnen, sobald wir zur�ck in der Allianz sind, wird es unsere Welten vor dem besch�tzen, was sich hier abgespielt hat.� Er sah wieder zum Sternendisplay, w�hrend ihm bewusst wurde, wie weit der Weg nach Hause noch war. Eine Flotte, die immer noch nicht ihre Vorr�te hatte richtig aufstocken k�nnen, die nach wie vor von Syndik-Streitkr�ften verfolgt wurde, die in der Lage waren, sie zu vernichten, wenn sie sie nur am falschen Ort erwischten.</p><p>Niemand sonst schien sich dar�ber Gedanken zu machen, und niemand ersetzte sein �sobald� durch ein �falls�. Es beunruhigte ihn, dass diese Flotte�� oder zumindest der gr��te Teil davon�� alles tun w�rde, was er befahl, weil sie alle davon �berzeugt waren, dass alles gel�nge, was er befahl. Es w�re gro�artig gewesen, wenn es sich bei seiner Person um ein Genie gehandelt h�tte, doch ihm waren schon genug Fehler unterlaufen. <emphasis>Vorfahren, ich will das Vertrauen dieser Leute, aber nicht deren bedingungslosen Glauben. </emphasis>Dummerweise schien es so, als ob er nur beides zusammen bekommen konnte, ob es ihm gefiel oder nicht�� und das, nachdem er sich so sehr damit gequ�lt hatte, den Hinrichtungsbefehl f�r Casia zu erteilen.</p><p>�Vielen Dank�, sagte er schlie�lich. �Ich danke Ihnen und Ihren Besatzungen, dass wir einen Sieg erringen konnten, an den man so lange zur�ckdenken wird, wie die Allianz existiert.� Er bemerkte die Blicke von Duellos und Badaya, die beide erkennen lie�en, dass sie nach dem Ende der Konferenz noch bleiben wollten. Im Moment konnte er sich das aber nicht aufb�rden, also sch�ttelte er fast unmerklich den Kopf, um ihnen zu verstehen zu geben, dass er sp�ter mit ihnen reden w�rde. �Wir sehen unsdann im Branwyn-System wieder.�</p><p>Die Bilder der Offiziere verschwanden, gleichzeitig schien der Raum unglaublich schnell zu schrumpfen. Geary lie� sich in seinen Sessel sinken, nachdem das letzte Hologramm sich aufgel�st hatte. Er betrachtete das Sternendisplay und fragte sich, wie lange es ihm wohl noch gelingen w�rde, keinen f�r die gesamte Flotte fatalen Fehler zu begehen. Und er fragte sich, ob er tats�chlich dabei w�rde mithelfen k�nnen, die Bomben in Form der Hypernet-Portale zu entsch�rfen, die die Aliens den Menschen auf beiden Seiten untergeschoben hatten.</p><p>�Wir werden das schon schaffen.�</p><p>Geary hatte vergessen, dass Desjani k�rperlich anwesend war, und ihm war auch nicht aufgefallen, dass sie noch immer am Tisch sa� und ihn nun beobachtete.</p><empty-line/><p>�Ich wei�, es ist schwierig, Sir, aber bis hierhin haben Sie uns schon mal gebracht.� Sie zeigte auf das Display.</p><p>�Ich kann keine Wunder wirken�, erwiderte er tonlos.</p><p>�Wenn Sie uns richtig f�hren, dann wird die Flotte das mit den Wundern f�r Sie erledigen. Das haben Sie hier bei Lakota gesehen.�</p><p>Er lachte kurz auf. �Ich w�nschte, ich k�nnte das glauben. Aber die Flotte hat tats�chlich Erstaunliches geleistet.</p><p>Da werde ich Ihnen nicht widersprechen.� Sein Lachen verstummte, und er deutete mit einem Nicken auf die Sterne.</p><p>�Beim ersten Mal hier in Lakota w�ren mir fast ein paar t�dliche Fehler unterlaufen. Mehr von der Sorte kann ich mir nicht leisten, und genau das macht mir Angst, Tanya.�</p><p>�Sie m�ssen nicht vollkommen sein, Sir.�</p><p>�Ist es aber nicht genau das, was die lebenden Sterne von mir erwarten?�, fragte er und merkte, wie seine Stimme angespannter wurde.</p><p>Sie stutzte. �Ich bin nicht weise genug, um zu wissen, was sie wollen, aber ich bin klug genug, um zu erkennen, dass sie uns keinen Menschen geschickt h�tten, wenn es ihnen auf Voll-kommenheit angekommen w�re. Sir, zu siegen bedeutet f�r gew�hnlich, einen Fehler weniger zu machen als der Gegner oder einmal mehr aufzustehen als er, wenn man von ihm zu Boden geschickt worden ist. Sie machen beides gleichzeitig.�</p><p>Er sah sie eindringlich an. �Danke. Mir ist klar, Sie haben mir schon mehr als einmal gesagt, Sie w�ssten, dass ich auch nur ein Mensch bin. Aber manchmal denke ich dennoch, dass Sie von mir erwarten, ein vollkommenes, gottgleiches Wesen zu sein.�</p><p>Desjani legte die Stirn in noch tiefere Falten. �Das w�re Blasphemie, Sir. Und Ihnen gegen�ber w�re es ungerecht.�</p><empty-line/><p>�Aber Sie glauben trotzdem, ich kann es schaffen?� Es war eine Sache, wenn Desjani sagte, dass sie ihn f�r vollkommen hielt, aber wenn sie wusste, er war es nicht, und sie dennoch an ihn glaubte, dann bedeutete das weitaus mehr.</p><p>�Ja, Sir.� Einen Moment lang senkte sie den Blick. �Meine Vorfahren sagen mir, ich soll Ihnen vertrauen. Sie sagen mir, dass es unsere Bestimmung ist� gemeinsam zu dienen.�</p><p>Er lie� sich ein paar Sekunden Zeit mit seiner Antwort, weil er aufpassen musste, dass er nicht etwas Falsches von sich gab.</p><p>�Ich bin froh, dass wir gemeinsam dienen. Sie sind f�r mich von unsch�tzbarem Wert.�</p><p>�Vielen Dank, Sir.�</p><p>Warum er es tat, wusste er selbst nicht, dennoch versp�rte er den dringenden Wunsch, noch etwas anzuf�gen. �Die <emphasis>Vambrace</emphasis> wurde in der Schlacht vernichtet. Ich sah, dass Lieutenant Riva noch entkommen konnte. Er ist jetzt auf der <emphasis>Inspire.</emphasis>�</p><p>�Da ist er bestimmt gl�cklich�, gab Desjani mit deutlich k�hlerem Unterton zur�ck. �Auf der <emphasis>Inspire</emphasis> gibt es unter den Offizieren viele attraktive Frauen, es sei denn, er interessiert sich diesmal f�r eine attraktive Unteroffizierin.� Sie bemerkte seine Reaktion und zuckte desinteressiert mit den Schultern.</p><p>�Lieutenant Riva hat sich vor einem Jahrzehnt von mir getrennt, Sir, auch wenn mir das erst vor Kurzem bewusst geworden ist. Ich bedauere den Verlust eines jeden Angeh�rigen dieser Flotte, aber pers�nlich ist es mir v�llig egal, ob ich seinen Namen je wieder zu h�ren bekomme.�</p><p>�Tut mir leid�, sagte Geary und schob sofort nach: �Ich meine, es tut mir leid, dass ich das Thema �berhaupt ange-schnitten habe.�</p><p>�Ist schon okay. Seit ich mit ihm zusammen war, habe ich viel �ber M�nner gelernt. Auch dar�ber, wie ein Mann sein sollte.� Sie sah nach unten und biss sich auf die Lippe. �Aber wir sprachen �ber unsere R�ckkehr nach Hause. Und da-r�ber, dass Sie das schaffen werden.�</p><p>�Genau.�</p><p>Ihr musste aufgefallen sein, wie wenig Begeisterung in seinem Tonfall lag, und offenbar war ihr auch klar, was der Cirund daf�r war. �Es ist auch immer noch Ihr Zuhause, Sir.�</p><p>�Ist es das wirklich?� Wieder verstummte er, aber Desjani wartete darauf, dass er weiterredete, als ob sie w�sste, dass er noch mehr zu sagen hatte. �Wie viel hat sich in hundert Jahren ver�ndert? Die Menschen, die ich kannte, sind alle tot. Ich werde ihren Kindern begegnen, die selbst schon alte Leute sind, ihren erwachsenen Enkeln und Urenkeln. Die Geb�ude, die ich noch als neu erlebt habe, sind jetzt l�ngst alt. So alt, dass man sie vielleicht schon abgerissen und etwas Neues an ihrer Stelle errichtet hat. Auf diesem Schiff kann ich noch so tun, als ob nur wenig Zeit vergangen ist, aber zur�ck in der Allianz werde ich an jeder Ecke daran erinnert werden, dass mein Zuhause tot und vergessen ist.�</p><p>Desjani seufzte. �Es wird Ihnen nicht an Freunden man-geln.�</p><p>�Doch, das wird es. Aber es wird mir nicht an Leuten man-geln, die Black Jack Geary aus der N�he erleben wollen�, antwortete er mit der ganzen Verbitterung, die er versp�rte. �An mir werden sie nicht interessiert sein, nur an dem gro�en Helden, f�r den sie mich halten. Wie soll ich mich dem entziehen? Und wie soll ich jemanden kennenlernen, wenn mich das st�ndig verfolgt?�</p><p>�Das wird nicht leicht werden�, r�umte sie ein. �Aber die Leute werden Sie als Mensch kennenlernen, so wie es die Angeh�rigen in dieser Flotte auch erlebt haben. Sie werden sehen, wer Sie neben dem Helden noch sind. Ja, ich sehe Ihre Reaktion, wenn ich das sage, aber es tut mir leid-Sie <emphasis>sind nun </emphasis>einmal ein Held. Ohne Sie w�ren wir alle l�ngst tot oder in einem Arbeitslager der Syndiks gelandet. Diese Tatsache m�ssen Sie akzeptieren.�</p><p>�Mir kann immer noch ein schwerer Fehler unterlaufen, der uns allen den Tod oder das Arbeitslager bringt�, hielt Geary dagegen. �H�ren Sie, ich w�nschte, Sie w�rden mich nicht als Held bezeichnen.�</p><p>�Die Flotte wei߅�</p><p>�Nicht die Flotte, sondern Sie.�</p><p>Sekundenlang schwieg sie, dann nickte sie. �Sie m�ssen dieser Sache von Zeit zu Zeit entkommen, das kann ich verstehen. Aber ich glaube, wenn wir zu Hause sind, werden Sie gl�cklich sein. Sie werden Leute kennenlernen, und die Leute werden Sie kennenlernen. So wie einige Leute Sie bereits ken-nengelernt haben.�</p><p>�Aber das sind Leute, die ich dann verlassen werden muss.�</p><p>Darauf erwiderte sie nichts, und als sich Geary zu ihr umdrehte, sah er, dass Desjani zu Boden schaute. Ihr Gesicht war wie erstarrt, um ja keine Gef�hlsregung erkennen zu lassen.</p><p>Zum ersten Mal wurde ihm klar, dass er sie auch verlassen m�sste� dass er sie nicht jeden Tag sehen w�rde. Es war, als h�tte ihm jemand eine Faust in den Magen gerammt. Er �berlegte, welche Miene er wohl in diesem Moment machte, als er zu dieser Erkenntnis gelangt war. �Tanya��</p><p>�Nein, bitte nicht. Das macht es nur noch schwerer.�</p><p>Er war sich nicht sicher, was sie damit meinte, aber auf eine ganz eigene Art wusste er, sie hatte recht. �Okay.�</p><p>�Sie werden immer noch Co-Pr�sidentin Rione haben.�</p><p>�Nein. Sie habe ich jetzt nicht. Nicht in dieser Weise.� Er zuckte mit den Schultern und hoffte, nicht kaltherzig zu klingen. �Wir haben uns gegenseitig benutzt. Ich brauche jemanden, der mir mit Skepsis begegnet und der jeden Zweifel offen ausspricht. Und sie braucht� ich wei� gar nicht so genau, was sie braucht.�</p><p>Mit sehr leiser Stimme erwiderte Desjani: �Wie es scheint, geben Sie ihr, was sie braucht.�</p><p>Nur mit M�he konnte sich Geary davon abhalten zusammen-zuzucken. Desjani hatte recht, v�llig recht. Warum hatte er Sex mit einer Frau, wenn er nicht mal im Ansatz eine Ahnung hatte, was er f�r sie empfand? �In letzter Zeit nicht. Aber vielleicht sollte das sowieso ganz aufh�ren.�</p><p>�Wenn die Flotte es braucht��</p><p>�Das ist eine bequeme Rechtfertigung f�r mich, nicht wahr? Genau die Art von Machtmissbrauch, die ich st�ndig zu vermeiden versuche.�</p><p>Sie l�chelte schwach. �Ja.�</p><p>�Es ist nicht so, als w�rden Rione und ich uns so gut verstehen. Erst recht nicht dann�� Er unterbrach sich gerade noch, bevor ihm �wenn sie auf Sie eifers�chtig ist� rausrut-schen konnte.</p><p>Doch Desjani schien sich noch weiter von ihm entfernt zu haben, ganz, als h�tte sie das Unausgesprochene dennoch geh�rt. �Ich habe ihr daf�r keinen Anlass gegeben�, sagte sie spr�de. �Und Sie auch nicht.�</p><p>�Sie scheint das aber zu glauben�, kommentierte er sie frustriert. �So wie auch der gr��te Teil der �brigen Flotte. Was sollen wir machen, Tanya?�</p><p>Sie wusste, er bezog sich diesmal nicht auf die Syndiks oder die Flotte. Desjani starrte in eine Ecke des Raums, schlie�lich entgegnete sie ruhig und gefasst: �Wir k�nnen gar nichts machen, Sir.�</p><p>�Nein, Sie haben recht.� Das sorgf�ltig betonte �Sir� sollte ihn daran erinnern, in welchen Positionen sie beide sich befanden. Sie war seine Untergebene, er war der Befehlshaber, und daran lie� sich nichts �ndern. Er senkte den Blick und versuchte, sich Klarheit �ber seine Gef�hle zu verschaffen. Er w�nschte, Desjani w�re in das alles gar nicht erst hineingezogen worden. �Tut mir leid.�</p><p>�Danke�, erwiderte. �Mir tut es auch leid.�</p><p>Erst als sie gegangen war, kam er auf die Idee zu �berlegen, was ihr eigentlich leidtat. Er war sich selbst nicht so ganz sicher, dass er seine Worte so gemeint hatte, wie er es glaubte.</p><p>�Captain Geary, hier spricht Captain Desjani. Die Z�hlung der befreiten Gefangenen auf der <emphasis>Audacious</emphasis> war durch das nachfolgende Gefecht und durch den Verlust einiger Schiffe durcheinandergeraten, die an der Bergung beteiligt gewesen waren. Aber jetzt steht eine vorl�ufige Liste zur Verf�gung, die momentan durchgearbeitet wird. Man hofft, eine endg�ltige, best�tigte Liste vorlegen zu k�nnen, kurz bevor wir den Sprungpunkt nach Branwyn erreichen.�</p><p>Diese Nachricht erf�llte ihn mit einer gewissen Zufrieden-heit, da sie ihm vor Augen hielt, dass es ihm gelungen war, wenigstens einige Allianz-Matrosen zu retten, die beim ersten Aufenthalt im Lakota-Systemin Gefangenschaft geraten waren.</p><p>Er tippte auf die Komm-Einheit in seinem Quartier. �Vielen Dank, Captain Desjani. Aber das h�tten Sie nicht f�r mich erledigen m�ssen, schlie�lich sind Sie nicht mein Stabschef.�</p><p>Nicht, dass jemand anderes sein Stabschef gewesen w�re. Der von Admiral Bloch war zusammen mit den anderen Unterh�ndlern im Heimatsystem der Syndiks ums Leben gekommen, und Geary hatte danach keinen Offizier von einem seiner Schiffe abziehen wollen, um diese Aufgabe zu �bernehmen, solange sie alle ohnehin chronisch unterbesetzt waren. Au�erdem versorgten ihn die automatischen Systeme mit fast allen Informationen, ohne daf�r einen Stabschef zu ben�tigen.</p><p>�Ich bin Ihnen gern behilflich, Sir.�</p><p>L�chelnd unterbrach Geary die Verbindung, drehte sich um und sah Victoria Rione an, die ihm einen finsteren Blick zuwarf. Sie war in seine Kabine gekommen, um mit ihm �ber die Flottenkonferenz zu reden, die sie trotz Abwesenheit mitverfolgt hatte. Sie waren von Desjani in ihrer Unterhaltung gest�rt worden. �Was ist?�, fragte er. �Das waren gute Neuig-keiten.�</p><p>�Ja�, stimmte sie ihm in frostigem Tonfall zu. �Und voller Eifer von deiner fr�hlichen, kleinen Helferin �berbracht.�</p><p>Er sp�rte, wie ihre Eisesk�lte die Wut in ihm brodeln lie�.</p><p>�Meinst du damit Captain Desjani?�</p><p>�Wen denn sonst? Jeder in der Flotte wei�, was sie f�r dich empfindet. Du musst mir das nicht noch unter die Nase reiben.�</p><p>�Das sind Ger�chte, und das wei�t du ganz genau! Ich habe noch nie erlebt, dass sie in dieser Richtung irgendwelche Andeutungen macht, und ich verhalte mich ihr gegen�ber ganz sicher auch nicht so�, wandte er ein. �Niemand, dem ich in den G�ngen der <emphasis>Dauntless</emphasis> begegne, sieht mich mit Ge-ringsch�tzung an. Wenn die Crew dieses Schiffs denken w�rde, Captain Desjani und ich k�nnten nur daran denken, dann��</p><p>�Die Crew w�rde gar nichts machen�, fiel Rione ihm aufgebracht ins Wort. �Selbst wenn ihr zwei es auf der Br�cke triebet, w�rden die Wachhabenden diskret wegsehen und sich insgeheim f�r ihre respektierte Befehlshaberin und den legend�ren Helden freuen, weil die beiden das Gl�ck gefunden haben. Wie kann dir so etwas nicht klar sein?�</p><p>�Das ist doch albern. Die Leute wissen, dass wir beide zusammen sind.�</p><empty-line/><p>�Man sieht uns vielleicht von Zeit zu Zeit zusammen, aber jeder kann erkennen, dass wir emotional noch immer genauso weit voneinander entfernt sind wie an dem Tag, an dem du aus dem Tiefschlaf aufgetaut wurdest.�</p><p>Er wollte widersprechen, �berlegte es sich jedoch anders.</p><p>Rione hatte v�llig recht. Selbst wenn er mit ihr schlief, waren sie im Geiste doch nicht eins. Lust und Liebe waren zwei unterschiedliche Dinge, und er wusste, was davon sein Verlangen nach Victoria Rione weckte. Er konnte nicht so tun, als ob es anders w�re. �Nach au�en sind wir beide immer noch zusammen. W�rde ich dich wegen Desjani verlassen, dann��</p><p>�Dann w�rden sie dich begl�ckw�nschen. Ich bin Zivilistin und zudem eine Politikerin. Sie vertrauen mir nicht, sie halten mich nicht f�r eine von ihnen, und das bin ich auch nicht.�</p><p>�Das hei�t doch nicht��</p><p>�Doch, das hei�t es! Wenn die Flotte morgen dar�ber ab-stimmen m�sste, dann w�rden die Offiziere und Matrosen vermutlich sogar einm�tig daf�r stimmen, mich in eine Rettungskapsel zu setzen und mich in Richtung des n�chsten Syndik-Arbeitslagers zu schie�en, damit sie in dein Quartier ein-ziehen kann, um f�r die n�chste Zeit das Bett f�r dich warm zu halten. Wen k�mmern schon die Flottenvorschriften? Sie wei� das! Was glaubst du, warum sie sich so unbehaglich f�hlt, wenn das Thema zur Sprache kommt?�</p><p>�Es ist ihr gutes Recht, sich unbehaglich zu f�hlen!�, gab Geary hitzig zur�ck. �Sie hat absolut nichts getan, was den Eindruck rechtfertigt, dass sie diese Absichten hegen k�nnte.�</p><p>Rione sah ihn eindringlich an. �Nat�rlich hat sie nichts getan! Das hast du auch nicht.�</p><p>�Was denn? Willst du mir jetzt auch noch Gef�hle f�r sie unterstellen?�</p><p>�Oh, ich unterstelle gar nichts. Ich stelle nur fest! Es ist nicht zu �bersehen, dass du lieber mit ihr zusammen bist als mit mir oder mit irgendwem sonst. Und sie erwidert diese Ge-f�hle, wie du wei�t.�</p><p>�Ich wei� �berhaupt nichts�, fuhr Geary sie an. �Wir m�ssen zusammenarbeiten! Sie besitzt einen guten milit�rischen Verstand und gute Instinkte, und aus dem Grund m�chte ich ihre Meinung h�ren. Wieso um alles in der Welt bist du <emphasis>�berhaupt eifers�chtig</emphasis> auf Desjani?�</p><p>�Weil du sie besser leiden kannst als mich, du Idiot! W�re da nicht eure Ehre im Weg, die�� wie ich unumwunden zugebe�� makellos ist, und w�rt ihr beide nicht so ungeheuer pflicht-bewusst, dann k�nntet ihr nicht die Finger voneinander lassen. Und dann w�rde Desjani die gleichen Gl�cksgef�hle empfinden, die sie sonst nur hat, wenn sie ein Syndik-Kriegsschiff zerst�rt. Und wenn dir das alles nicht bewusst ist, dann bist du noch oberfl�chlicher, als ich von einem Mann erwartet h�tte!� Rione sah ihn w�tend an, schien noch etwas anf�gen zu wollen, fuchtelte dann aber nur frustriert mit den H�nden und st�rmte aus seinem Quartier.</p><p>Die offensichtlichste Erwiderung ging ihm erst durch den Kopf, als sich die Luke bereits hinter ihr geschlossen hatte.</p><p><emphasis>Vielleicht kann ich sie besser leiden, weil sie mich anders als du nicht so oft anbr�llt! </emphasis>Es war nutzlos, diesen Satz in den Raum zu stellen, wenn sie schon weg war. Er w�rde auch nicht hinter ihr her laufen, um es ihr zu sagen, und abgesehen davon war es vermutlich gar keine so kluge Bemerkung, was ihm sicher auch bewusst w�rde, sobald er sich wieder beruhigt hatte.</p><p>Zudem wusste er, dass eine absolut ehrliche Antwort anders auss�he. <emphasis>Ich mag Desjani, weil sie mich versteht. Auch wenn sie mich f�r einen gro�en Helden h�lt, der in wichtiger Mission unterwegs ist, scheint sie zu wissen, wer ich wirklich bin. Und weil wir so gut zusammenarbeiten, als ob wir instinktiv w�ssten, was der andere braucht.</emphasis></p><p><emphasis>Wir m�gen die gleichen Dinge, wir k�nnen miteinander reden. In ihrer Gegenwart kann ich mich auf eine Weise</emphasis> entspannen, <emphasis>wie es mir bei niemandem sonst gelingt. </emphasis>Das machte Desjani zu einem hervorra-genden Captain f�r sein Flaggschiff, zu einer angenehmen Gespr�chspartnerin, mit der er sich gut unterhalten konnte, zu einer Frau, mit der er�</p><p><emphasis>Verdammt!</emphasis></p></section><section><p>Rione hat recht.</p><p>Eine Weile sa� er da und versuchte zu �berlegen, was er tun sollte. In gewisser Weise hatten sie ja schon dar�ber geredet.</p><p>Sie konnten nicht, und sie w�rden auch nichts tun, was f�r einen Befehlshaber und seinen untergebenen Offizier nicht angemessen war. Das bedeutete aber nicht, dass sie deshalb nicht weiter eng zusammenarbeiten k�nnten, denn gerade die j�ngsten Ereignisse hatten gezeigt, wie wichtig ihr Beistand besonders in kritischen Situationen f�r ihn war. Allerdings musste er aufpassen, dass es nicht dar�ber hinausging, dass er sie nicht in einer Weise unter Druck setzte, die nichts mit ihrer Arbeit als Offizier dieser Flotte zu tun hatte. Sie hatte ihn nicht aufgefordert, etwas f�r sie zu empfinden, und er hatte kein Recht, das auch nur anzusprechen.</p><p>Dass Rione ihm vorgeworfen hatte, Desjani empfinde auch etwas f�r ihn, z�hlte nicht. Er konnte nicht davon ausgehen, dass das stimmte, und erst recht konnte er nicht so handeln, als ob es stimmte. Es w�re f�r alle Beteiligten besser, wenn diese Behauptungen nicht zutrafen.</p><p>Schlie�lich kam ihm in den Sinn, was diesen j�ngsten Streit mit Rione ausgel�st hatte, und er rief die vorl�ufige Liste der Allianz-Angeh�rigen auf, die man von der <emphasis>Audacious</emphasis> gerettet hatte. Die Liste war erfreulicherweise sehr lang, dennoch wollte Geary sie nicht mit einer Aufstellung all jener Offiziere und Matrosen vergleichen, die sie in diesem Sternensystem verloren hatten. Und genausowenig wollte er im Moment l�nger dar�ber nachdenken, dass diese befreiten Gefangenen die L�cken w�rden schlie�en m�ssen, die die Schlacht auf den �berlebenden Schiffen gerissen hatte. Die meisten ehemaligen Gefangenen waren Unteroffiziere, dazwischen f�nden sich einige Junioroffiziere, und nur ein einziger Offizier war aufgef�hrt, der oberhalb des Dienstgrads eines Lieutenants ran-gierte. Gearys Blick ruhte sekundenlang auf dem Namen von Commander Savos, dann stellte er fest, dass der Mann derzeit auf dem Schlachtkreuzer <emphasis>Implacable</emphasis> untergebracht war, und rief das Schiff. �Wenn Commander Savos dazu in der Lage ist, w�rde ich gern mit ihm reden.�</p><p>Zehn Minuten sp�ter meldete die <emphasis>Implacable, </emphasis>dass Savos bereit war, um mit ihm zu reden. Geary stand auf, zog seine Uniform zurecht, dann forderte er die <emphasis>Implacable' auf, </emphasis>die Verbindung herzustellen.</p><p>Das Bild des vormaligen Befehlshabers des Leichten Kreuzers <emphasis>Spur, </emphasis>der beim ersten Aufenthalt der Allianz-Flotte im Lakota-System zerst�rt worden war, tauchte vor ihm auf und zeigte einen arg mitgenommenen Mann. Seine Uniform war neu, offenbar von jemandem an Bord der <emphasis>Implacable</emphasis> zur Verf�gung gestellt, um die alte zu ersetzen, die er w�hrend seiner Gefangenschaft getragen hatte, doch dem Mann selbst war noch deutlich anzusehen, was er in den letzten Wochen durchgemacht hatte. Commander Savos wirkte hager, sein Gesicht trug deutliche Spuren, die den Stress der letzten Zeit erkennen lie�en. Eine Seite seines Kopfs war mit einem Flex-Verband bedeckt, sein Auge wies noch die �berreste einer h�sslichen Prellung auf. Dennoch versuchte er, in Habacht-haltung vor Geary zu stehen und zu salutieren. Der erwiderte den Salut fl�chtig und versp�rte ein schlechtes Gewissen, dass er den Mann hatte antreten lassen. Warum hatte ihm auch niemand sagen k�nnen, dass Savos' Verfassung so schlecht war? �R�hren Sie sich, Commander, und setzen Sie sich hin.</p><p>Werden Sie auf der <emphasis>Implacable</emphasis> gut versorgt?�</p><p>Savos nahm vorsichtig Platz und setzte sich steif hin, dann nickte er: �Ja, Sir. Auf der <emphasis>Implacable</emphasis> k�mmert man sich ganz hervorragend um uns, Sir. Exzellente Behandlung, auch wenn das Essen zu w�nschen �brig l�sst, das wir den Syndiks abgenommen haben.�</p><p>�Das m�ssen Sie mir nicht sagen. Ich sehne mich inzwischen bereits nach einem Danaka Yoruk-Riegel, was ich niemals f�r m�glich gehalten h�tte.� Geary hielt kurz inne. �Wie geht es Ihnen?�</p><p>�Ich f�hle mich gl�cklicher, als ich es vor ein paar Tagen noch f�r m�glich gehalten h�tte, Sir�, erwiderte er grinsend, wurde aber gleich wieder ernst. �Die Syndiks haben uns hun-gern lassen und sind ziemlich grob mit uns umgesprungen.</p><p>Aber jetzt geht es uns ja wieder gut.�</p><p>�Sie sind der rangh�chste Offizier, den wir befreit haben.�</p><p>�Von den Gefangenen auf der <emphasis>Audacious, </emphasis>ja, Sir�, best�tigte Savos. �Nach allem was ich geh�rt habe, k�nnte auch der eine oder andere Captain in Gefangenschaft geraten sein, aber der wird dann auf eines der Syndik-Kriegsschiffe gebracht worden sein, um ihn zu verh�ren.� Der Commander machte eine Pause und sah besorgt drein. Geary wusste, was mit dem Mann los war. Er wurde ebenso von dem Gedanken daran geplagt, dass sich an Bord von einigen der Syndik-Kriegsschiffe, die im Verlauf der Schlacht zerst�rt worden waren, weitere Gefangene befunden haben mussten. Es war jedoch unm�glich, das mit Gewissheit zu sagen, und noch unm�glicher w�re es gewesen, auch nur einen von ihnen zu retten. Dennoch musste Geary immer wieder daran denken.</p><p>�Nachdem ich den Befehl gegeben hatte, die <emphasis>Spur</emphasis> zu verlassen�, redete Savos weiter, �war ich eine Weile nicht bei Bewusstsein, weil das Schiff durch einige Treffer heftig durchgesch�ttelt worden war. Meine Crew brachte mich zu einer Rettungskapsel, aber es dauerte einige Tage, ehe ich wieder klar denken konnte. Vielleicht lie� man mich deswegen auf der <emphasis>Audacious, </emphasis>ansonsten h�tten sie mich wohl auch zum Verh�r mitgenommen.�</p><p>�Was sagen unsere �rzte zu Ihrer Kopfverletzung?�</p><p>�Nichts, was sie nicht wiederherstellen k�nnten, Sir.� Savos l�chelte schief und legte eine Hand an den Kopfverband.</p><p>�W�re das nicht behandelt worden, h�tte ich irgendwann sp�ter gro�e Probleme bekommen. Aber so ist jetzt alles auf dem Weg der Besserung.�</p><p>�Gut. Das mit der <emphasis>Spur</emphasis> tut mir leid.�</p><p>Savos schaute betr�bt drein, dann antwortete er: �Sie war nicht das einzige Schiff, das wir verloren haben, Sir.�</p><p>�Das stimmt. Aber sie hat den Feind nicht ungeschoren davonkommen lassen. Ihr Schiff hat gut gek�mpft.� Er wusste, dass jedem befehlshabenden Offizier ein solcher Zuspruch gut tat. �Das Gefecht mit den Syndiks hat daf�r gesorgt, dass die befreiten Gefangenen mit den Besatzungsmitgliedern anderer Schiffe zusammengepfercht wurden, die dem Feind zum Opfer gefallen waren. Wir sortieren momentan die Gefangenen aus, und sobald wir eine Liste der <emphasis>Spur</emphasis> vorliegen haben, bekommen Sie eine Kopie.�</p><p>�Vielen Dank, Sir.�</p><p>�Wir werden die Leute vermutlich auf die Schiffe umver-teilen, die Personal verloren haben�, lie� Geary ihn wissen.</p><p>�Sagen Sie mir Bescheid, wenn es jemanden gibt, mit dem Sie zusammen auf dem gleichen Schiff sein m�chten.�</p><p>Commander Savos nickte. �Danke, Sir.�</p><p>Geary betrachtete den Offizier einen Moment lang. Savos hatte einen guten Eindruck bei ihm hinterlassen, und er be-n�tigte einen neuen Befehlshaber f�r die <emphasis>Orion. </emphasis>W�rde Savos damit zurechtkommen? Von einem Leichten Kreuzer auf ein Schlachtschiff zu wechseln, war wom�glich ein zu gro�er Schritt, zumal Savos noch mit den Folgen seiner Kriegsverlet-zung zu k�mpfen hatte. Es war wohl besser, ihn nicht zu �ber-fordern. Wenn die Flotte Branwyn erreicht hatte, w�rde er sich Savos abermals ansehen, und dann konnte er immer noch entscheiden, ob er ihm das Kommando �bertrug. �Ich wei�, der Geheimdienst befragt nach und nach alle befreiten Gefangenen, trotzdem m�chte ich Sie fragen, ob Ihnen irgendetwas einf�llt, was ich jetzt schon wissen sollte.�</p><p>Savos dachte dar�ber nach. �Wir haben wenig mitbekommen. Sie haben uns in kleinen Gruppen rausgeholt und uns arbeiten lassen, ansonsten waren wir die ganze Zeit in unseren Abteilen untergebracht. Aber eine Sache d�rfte Sie interessieren.�</p><p>�Und zwar?�</p><p>�Wir wussten gestern nicht, was los war, aber den Syndiks war bekannt, dass ich ein h�herrangiger Offizier bin. Ein paar Leute von ihrer Mobilen Eingreiftruppe zerrten mich nach drau�en, hielten mir ihre Waffen unter die Nase und fragten mich, ob Sie tats�chlich das Kommando �ber die Flotte haben und ob es stimmt, dass Sie verboten haben, gefangene Syndiks zu t�ten.� Savos zuckte mit den Schultern. �Ich wei� nicht, warum sie mich das gefragt haben, aber ich habe wahrheitsge-m�� beides bejaht. Ich habe ihnen erkl�rt, dass Sie darauf bestehen, die alten Regeln der Kriegf�hrung zu befolgen, und dass wir uns alle daran halten. Dann sagte einer von ihnen etwas in der Art von �Zum Teufel mit unseren Befehlen�, und ich wurde wieder eingesperrt. Danach passierte eine Weile nichts mehr, bis auf einmal unsere Marines die Luke �ffneten. Die Syndik-Wachposten m�ssen zu ihren Rettungskapseln gelaufen sein, gleich nachdem ich befragt worden war.�</p><p>Geary �berlegte, von welchen �Befehlen� da wohl die Rede gewesen war. Hatten sie die Lebenserhaltungssysteme an Bord abschalten oder den Antrieb zur �berhitzung bringen sollen?</p><p>Offenbar hatte seine Drohung in Verbindung mit vorange-gangenen Beobachtungen Wirkung gezeigt. �Danke, Commander. Jetzt ruhen Sie sich erst mal aus, das haben Sie sich mehr als verdient. Wir sprechen uns bei Branwyn wieder.�</p><p>�Jawohl, Sir.� Savos machte eine Geste hin zu den Kontrollen an seinem Standort, dann hielt er inne. �Die haben Angst, Sir. Die haben Angst vor dieser Flotte und vor Ihnen.</p><p>Das konnte ich ihnen anmerken.�</p><p>�Hm.� Wie sollte er darauf reagieren? Er hatte noch nie seine Leute gef�hrt, indem er sie in Angst und Schrecken versetzte. Allerdings war es auch ein Unterschied, ob die eigenen Untergebenen einen f�rchteten oder ob der Feind Angst hatte. Trotzdem sah er sich nicht in einer solchen Rolle. �Tja, dann sollten sie sich vor jedem Einzelnen in dieser Flotte f�rchten, denn ohne die M�nner und Frauen auf jedem dieser Schiffe h�tte ich �berhaupt nichts erreicht.� Savos machte einen dankbaren Eindruck, als h�tte er diese Antwort nicht erwartet. Dann verschwand sein Bild und Geary war wieder einmal allein.</p><p>�Das Shuttle mit Captain Casia und Commander Yin ist auf dem Weg zur <emphasis>Illustrious�, </emphasis>meldete Desjani so beil�ufig, als sei es ganz normal, dass ein Senioroffizier auf dem Weg zu seiner Hinrichtung und ein zweiter auf dem Weg in die Arrestzelle war.</p><p>�Sie sind zusammen in dem Shuttle unterwegs?�</p><empty-line/><p>Desjanis Bild auf dem Display in seinem Quartier zeigte, wir sie best�tigend nickte. �Die <emphasis>Conqueror</emphasis> und die <emphasis>Orion</emphasis> liegen dicht beieinander, da w�re es unsinnig, die Brennstoffzellen von gleich zwei Shuttles zu verbrauchen. Der Vogel sollte die <emphasis>Illustrious</emphasis> in f�nfundzwanzig Minuten erreichen.�</p><p>Damit blieben immer noch gut viereinhalb Tage, ehe die Flotte den Sprungpunkt nach Branwyn erreichte. Also noch gen�gend Zeit f�r das Erschie�ungskommando, seine Arbeit zu erledigen, solange sie sich im Lakota-System bef�nden, was Geary Casia versprochen hatte. Dennoch kam ihm die verbleibende Zeit viel zu kurz vor.</p><p>Es kam ihm verkehrt vor, in seinem Quartier zu sitzen, w�hrend das Shuttle mit den Gefangenen und ihren Bewachern die <emphasis>Illustrious</emphasis> ansteuerte. Also begab Geary sich auf die Br�cke und nahm neben Desjani Platz. Unwillk�rlich fragte er sich, ob Colonel Carabali wohl gen�gend Freiwillige hatte finden k�nnen, um ein Erschie�ungskommando zusammenzustellen. Aber er wollte sie jetzt nicht danach fragen. Dazu f�hlte er sich noch nicht bereit. Er wollte �ber diese ganze Angelegenheit nicht nachdenken, und doch war sie das Einzige, was ihm durch den Kopf ging.</p><p>Zehn Minuten sp�ter setzte ein Alarm ein.</p><p>�Unfall auf Shuttleflug Omicron Five One�, rief ein Wachhabender.</p><p>Geary war noch immer auf sein Display konzentriert, als Desjani erschrocken rief: �Das ist der Vogel mit Casia und Yin an Bord.�</p><p>Ein ungutes Gef�hl �berkam ihn. �Das war der Vogel�, murmelte er, als er sah, was Bild und Text ihm anzeigten�� das Shuttle war explodiert.</p><p>�Er ist weg?� Desjani tippte auf ihre Kontrollen. �Shuttle-Unf�lle sind ungew�hnlich, aber nicht unm�glich. Aber ein solcher Unfall� Unsere Systeme zeigen an, dass die Brennstoffzelle des Shuttles leckgeschlagen sein muss. Was zum Teufel soll denn so etwas verursacht haben?�</p><p>�Der Zerst�rer <emphasis>Rapier</emphasis> ist der Unfallstelle am n�chsten�, meldete der Ablauf-Wachhabende. �Sie bitten um Erlaubnis, das Gebiet nach �berlebenden abzusuchen und Beweismaterial einzusammeln.�</p><p>Eigendich h�tte Geary l�ngst auf die Idee kommen sollen, ein Schiff hinzuschicken, aber er konnte noch immer nicht so ganz begreifen, was sich da gerade abgespielt hatte. �Sagen Sie der <emphasis>Rapier, </emphasis>sie hat die Erlaubnis.�</p><p>Desjani sch�ttelte vor Wut den Kopf. �Die �berlebenschan-cen sind gleich null, aber vielleicht findet die <emphasis>Rapierya. </emphasis>etwas im Wrack, das eine Erkl�rung daf�r liefert, was an Bord passiert ist.�</p><p>Die <emphasis>Rapier</emphasis> war noch auf dem Weg zum Tr�mmerfeld, da kam Rione auf die Br�cke geeilt, beugte sich zu Geary vor und ll�sterte ihm ins Ohr: �Ein sehr ungew�hnlicher Unfall, und jetzt sind zwei Offiziere tot, die Namen h�tten nennen k�nnen.�</p><p>Er sah sie verdutzt an. �Sie meinen�?�</p><p>�Casia h�tte noch eine letzte Aussage machen k�nnen, wenn er vor dem Erschie�ungskommando stand, und Yin w�re bei einem Verh�r vermutlich zusammengebrochen und h�tte etwas Brauchbares verraten k�nnen. Was meinen <emphasis>Sie</emphasis> P�</p><p>Er wollte diesen Gedanken eigentlich nicht in Erw�gung ziehen, aber dass ausgerechnet das Shuttle mit den beiden Gefangenen an Bord in die Luft ging, machte es schwer, Riones Andeutung zu ignorieren. Jemand hatte seine Bem�hungen, gegen Geary vorzugehen, auf eine neue, t�dliche Stufe angehoben. Ihm war Riones Warnung vor seinen Widersachern zuvor als v�llig �berzogen vorgekommen, doch jetzt regten sich erste Zweifel. Wer immer dahintersteckte war bereit, Allianz-Personal kaltbl�tig zu ermorden, weil er Geary das Kommando �ber die Flotte streitig machen wollte. Aber wenn stimmte, was Commander Yin w�hrend der Konferenz gesagt hatte, dann wollten sie auch verhindern, dass er sich zum Diktator aufschwingen konnte, sobald sie nach Hause zur�ckgekehrt waren. So wie Rione waren sie bereit, zu diesem Zweck zu t�ten. Anders als Rione hatten sie jedoch nicht nur mit solchen Ma�nahmen gedroht, sondern sie auch ergriffen.</p><p>Und anders als sie hatte ihr Attentat nicht Geary, sondern anderen Offizieren der Flotte gegolten.</p><p>Was auch bedeutete, dass sie bereit und in der Lage waren, weitere Attentate zu ver�ben. Die Frage war nur, wann sie wo und wie wieder zuschlagen w�rden.</p></section><section><title><p>Sieben</p></title><p>Seit der Schlacht bei Ilion hatte er Captain Numos nicht mehr gesehen. Der ehemalige Schlachtschiffkommandant erhob sich nicht von seinem Platz, als Gearys Bild in dessen zu einer Zelle umfunktioniertem Quartier erschien, sondern musterte ihn nur mit der gleichen Mischung aus Verachtung und Antipathie, die er von der ersten Begegnung an zur Schau gestellt hatte. �Was wollen Sie?�</p><p>Geary hatte nicht vor, sich von Numos provozieren zu lassen, also erkl�rte er mit einem fl�chtigen Kopfsch�tteln: �Sie haben sicher geh�rt, dass ein Shuttle explodiert ist und dass vier Marines und zwei Flottenoffiziere tot sind. Meinen Sie, da k�mmert es mich, wie Sie sich mir gegen�ber verhalten?�</p><p>�Wollen Sie mir etwa unterstellen, ich h�tte was damit zu tun?�</p><p>�Nein.� Die unumwundene Antwort schien Numos zu �berraschen. �Ich m�chte nur, dass Sie sich �ber die Bedeutung dieses Zwischenfalls im Klaren sind. Captain Casia und Commander Yin wurden zum Schweigen gebracht, weil sie zu viel wussten. Wenn Sie auch Dinge wissen, die Sie verraten k�nnten, dann sollten Sie sich vielleicht mal Gedanken dar�ber machen, was Ihre angeblichen Freunde planen.�</p><p>Numos schnaubte ver�chtlich. �Und stattdessen soll ich Ihnen jetzt vertrauen? Woher soll ich wissen, dass Sie nicht diesen kleinen Unfall arrangiert haben, um zwei Offiziere loszu-werden, die Ihre Autorit�t infrage gestellt haben?�</p><p>�Wenn ich deren Tod gewollt h�tte�, stellte Geary klar, �dann w�re es mein gutes Recht gewesen, die beiden vor ein Erschie�ungskommando zu stellen. Warum sollte ich ein Shuttle zerst�ren, nur um einen ohnehin zum Tode verurteil-ten Mann aus dem Weg zu r�umen?�</p><p>�Sie haben schon einige andere aus dem Weg ger�umt.</p><p>Captain Franco, Captain Faresa, Captain Midea, Captain Kerestes� Habe ich jemanden vergessen?�</p><p>Geary setzte sich hin und sah Numos eindringlich an. �So dumm sind Sie nicht. Sie wissen genau, dass all diese Offiziere im Kampf gefallen sind. Und Sie wissen, dass Midea ihren Tod selbst verursacht hat. Ich habe mich gefragt, wie Sie sie wohl im Zaum gehalten haben.�</p><p>Numos zuckte mit den Schultern. �Sie hatte Respekt vor einer legitimen Autorit�t.�</p><p>Eine Weile hatte Geary sich gefragt, ob ihm Numos r�ckbli-ckend vielleicht viel unsympathischer erschien, als es tats�chlich der Fall gewesen war, aber dieser Gedanke wurde damit widerlegt. �Vielleicht sind Sie ja doch so dumm. Ihre Freunde haben kaltbl�tig Angeh�rige der Allianz-Flotte ermordet.�</p><p>�Sie sagten doch, es war ein Unfall.�</p><p>�Um genau zu sein�� das habe ich nie gesagt. Sie haben von einem Unfall gesprochen. Schon eigenartig, dass Sie davon so fest �berzeugt sind.� Gearys Bemerkung traf ins Schwarze, da Numos' Augen wutentbrannt funkelten. �Ich wei� nicht, ob Sie glauben, dass Sie irgendeine Chance h�tten, als Flottenkommandant anerkannt zu werden, wenn ich aus dem Weg ger�umt w�re. Die Chance besteht nicht. Aber ich wei�, dass Sie glauben, ich w�rde mich zum Diktator aufschwingen, sobald wir zur�ck in der Allianz sind. Das wird jedoch auch nicht passieren.�</p><p>�Und das soll ich Ihnen glauben?�</p><p>Geary musterte ihn sekundenlang. �Ich finde, Sie sollten etwas mehr Mitgef�hl zeigen, immerhin sind zwei Offiziere und vier Marines ums Leben gekommen.� Numos lie� weiterhin keine Regung erkennen. �Wenn sich weitere Zwischenf�lle ereignen, werden Sie sich in einer Verh�reinrichtung wiederfinden, Captain Numos. Ich wei�, Sie sind darauf geschult, Ihre Antworten so zu formulieren, dass Sie sogar einen Gehimscan in die Irre f�hren k�nnen. Aber wir verf�gen in dieser Flotte �ber sehr gute Verh�rspezialisten. Ich wei� auch, dass ich im Moment einen Flottenkapit�n keinem Verh�r unterziehen kann, solange es daf�r keinen guten Grund gibt, aber ein weiterer Zwischenfall wird f�r mich ein solcher guter Grund sein.� Numos lief rot an, schwieg aber weiter. �Das sollten Sie Ihren Freunden sagen.�</p><p>Dann stand Geary auf, bet�tigte seine Kontrollen und verschwand aus dem Quartier.</p><p>�Ich sagte doch, es ist Zeitvergeudung�, lie� Rione verlau-ten, w�hrend sie in ihren Sessel sank. Sie hatte an dem virtuellen Treffen zwar nicht teilgenommen, es aber beobachtet.</p><p>�Ich musste es zumindest versuchen�, gab er kopfsch�ttelnd zur�ck. �Ich wei� nicht, wie ich mich davon abhalten konnte, Numos erschie�en und aus der n�chsten Luftschleuse werfen zu lassen.�</p><p>�Black Jack h�tte damit keine Probleme�, �berlegte Rione.</p><p>�Black Jack lebt nach seinen eigenen Regeln. Ich finde, Black Jack sollte auf der Stelle befehlen, dass Numos verh�rt wird.�</p><p>�Ja, das hast du mir schon gesagt.� Er setzte sich hin und rieb sich die Stirn. �Ich habe auch mit anderen Offizieren gesprochen, und alle sind sie der Meinung, dass ich damit auch durchkommen w�rde. Aber damit w�rde ich die erschrecken, die f�rchten, ich k�nnte mich zum Diktator aufschwingen, und es w�rde die ermutigen, die mich zum Diktator machen wollen. Beides k�nnte Entwicklungen ausl�sen, die ich nicht haben m�chte. Ich brauche eine klarere Rechtfertigung.�</p><p>�Eine solche klarere Rechtfertigung k�nnte bedeuten, dass wieder Menschen sterben m�ssen�, betonte Rione.</p><p>�Das wei� ich auch. Aber wenn ich vorschnell handele, k�nnte das noch mehr Leben kosten. Ich nehme an, deine Spione haben nichts Neues zu berichten?�</p><p>�Nein.� Sie machte eine ernste Miene. �In der Flotte disku-tiert man �ber den Shuttle-Unfall, aber alle scheinen �berrascht zu sein und zu gr�beln, wie es zu einem Versagen der Brennstoffzelle kommen konnte. Niemand hat bislang eine Vermutung in der Richtung ge�u�ert, du k�nntest damit etwas zu tun haben. Allerdings ist auch jeder andere Flottenangeh�rige intelligenter als Numos und wei�, dass du kein Shuttle hochgehen lassen musstest, um Casia und Yin aus dem Weg zu r�umen. Was mich st�rt, ist die Tatsache, dass von deinen Widersachern kein Ton zu h�ren ist. Ich w�nschte, ich w�sste, was das zu bedeuten hat.�</p><p>Fast eine Minute lang musterte er sie schweigend, bevor er eine Sache ansprach, die ihm nicht aus dem Kopf gehen wollte. �Warum hast du mir nicht gesagt, dass ein Teil des Widerstands in dieser Flotte damit zu tun hat, dass die Leute glauben, ich k�nnte mich zum Diktator aufschwingen?�</p><p>Sie reagierte mit einer wegwerfenden Geste. �Weil die Motive f�r den Widerstand ohne praktische Bedeutung sind.�</p><p>�Du hast selbst gesagt, du w�rdest mich eher umbringen, anstatt zuzulassen, dass ich zum Diktator aufsteige.� Rione sagte nichts, und er versp�rte die Notwendigkeit, Klarheit zu schaffen. �Ich nehme an, zu der Ma�nahme wirst du immer noch greifen, wenn du es f�r notwendig h�ltst. Aber ich halte die Motive f�r wichtig, wenn diese Leute genauso denken wie du. Warum haben sie nicht mit dir Kontakt aufgenommen, wenn doch jeder wei�, wie loyal du zur Allianz stehst? Oder haben sie dich angesprochen?�</p><p>Sie begann zu lachen. �Wirst du jetzt paranoid? Aus dir werde ich wohl noch einen richtigen Politiker machen. Nein, John Geary, sie haben mich nicht angesprochen. Ich bin auch davon �berzeugt, dass sich unsere Interessen nur in einem Punkt �berschneiden. Keiner von uns will dich als Diktator haben. Aber ich will, dass die gew�hlte Regierung der Allianz an der Macht bleibt, w�hrend ich vermute, dass die Freunde von Casia und Yin die Notwendigkeit f�r eine Milit�rdiktatur sehen. Sie wollen blo� nicht, dass du dabei an der Spitze stehst.�</p><p>Das klang �berzeugend. �Sie w�nschen sich jemanden wie Falco�, �berlegte Geary laut, �einen anderen Senioroffizier, der ebenfalls der Ansicht ist, die Allianz sei nur noch zu retten, wenn die Regierung gest�rzt wird.� Rione nickte. �Allerdings f�llt es mir immer schwerer zu glauben, dass diese Leute hinter Numos stehen. Das Gespr�ch mit ihm hat best�tigt, dass er viel zu arrogant ist, um sich zur Marionette machen zu lassen, dass er aber auch zu dumm ist, um das allein in die Hand zu nehmen. Aber er ist jemand, der mir Kn�ppel zwischen die Beine wirft, und damit ist er f�r die anderen vermutlich von Nutzen.�</p><p>�Das k�nnte sein�, sagte sie. �Ich halte deine Einsch�tzung f�r richtig, dass die Verschw�rer Numos' Feindseligkeit dir gegen�ber zu ihrem Vorteil nutzen, dass er sich aber nicht vor ihren Karren spannen l�sst. So gesehen ist es wohl nicht so sinnvoll, ihn zu verh�ren.�</p><p>�Genau. Ich m�chte wetten, dass er nichts wei�, was uns wei-terhilft.� Geary starrte auf das Sternendisplay. Schlie�lich schnitt er ein anderes Thema an, das er f�r wichtig hielt. �Wie viele Offiziere in dieser Flotte sind eigentlich bereit, eine Diktatur zu unterst�tzen? Ich habe davon geh�rt, dass es sich um eine gro�e Mehrheit handeln soll, darum sollte ich vielleicht besser fragen, wie viele von ihnen dagegen sind, weil das dem-nach deutlich weniger sein m�ssten. Duellos geh�rt dazu, Tulev sicher auch, Cresida��</p><p>�Sei dir bei Cresida nicht so sicher�, wandte Rione ein.</p><p>�Und was Tulev angeht, habe ich auch so meine Zweifel.</p><p>Lange bevor du von den Toten auferstanden bist, wuchs in der Zivilregierung die Sorge, das Offizierskorps k�nnte in seiner Loyalit�t nachlassen. Wir tragen die Schuld daran, und das wissen wir auch: Sie sind an der Front, sie m�ssen miterleben, wie ihre Freunde und Kameraden sterben, und wir k�nnen ihnen nicht berichten, dass uns das einem Sieg auch nur einen Schritt n�her bringt. So geht das jetzt schon seit hundert Jahren. Ihre Gro�eltern und ihre Eltern sahen mit an, wie Kameraden fielen, oder sie fielen selbst in einer der zahllosen Schlachten. Manchmal wundere ich mich, dass unsere ge-w�hlte Regierung so lange durchgehalten hat.�</p><p>�Hat unsere Regierung so viele Fehler gemacht?�</p><p>Sie winkte w�tend ab. �Sie hat genug Fehler gemacht. Doch das Milit�r ebenfalls. Aber darum geht es nicht, sondern um den Frust. Einhundert Jahre Krieg und kein Ende in Sicht. Die Leute wollen Resultate sehen, sie wollen sich an der Hoffnung festklammern, dass ein Ende in Sicht kommt.� Rione sch�ttelte den Kopf. �Und dann bist du aufgetaucht. Der Held, von dem die Legende sagt, dass er in der Stunde der gr��ten Not zur�ckkehrt, um der Allianz zu helfen. Wundert es dich da, dass so viele zu dir aufblicken?�</p><p>�Dieser Held ist ein Mythos�, beharrte Geary.</p><p>�Nicht nur, und abgesehen davon, es k�mmert sowieso niemanden, was du davon h�ltst. Es z�hlt nur, was die anderen denken. Du kannst die Allianz retten� oder sie zerst�ren. Ich habe eine Weile gebraucht, um das zu erkennen. Du verk�r-perst die uralte Dualit�t: auf der einen Seite der Bewahrer, auf der anderen Seite der Zerst�rer. Zuerst sah ich in dir nur den Zerst�rer, dann nur den Bewahrer, und nun sehe ich beide Seiten.� Abermals sch�ttelte sie den Kopf. �Ich beneide dich nicht darum, diese beiden widerspr�chlichen Rollen spielen zu m�ssen, aber das hat man davon, wenn man ein legend�rer Held ist.�</p><p>�Ich habe nie gesagt, dass ich ein legend�rer Held sein wollte!� Er stand auf und ging w�tend hin und her. �Du hast mir das angetan, du und die Regierung. W�hrend ich im k�nstlichen Schlaf durch das Grendel-System trieb, habt ihr jedem Schulkind eingetrichtert, dass ich ihr gr��ter Held zu sein habe, damit ihr etwas habt, um die Leute zum K�mpfen zu inspirieren.�</p><p>�Die Allianz-Regierung hat einen Mythos geschaffen, John Geary. Du bist real, und du besitzt die reale Macht, um die Allianz zu retten oder zu zerst�ren. Wenn du diese Tatsache bislang noch nicht akzeptiert hast, dann tu es jetzt.�</p><p>Er blieb stehen und schaute sie m�rrisch an. �Ich habe nie daran geglaubt, dass die lebenden Sterne mich geschickt haben, damit ich das Universum oder auch nur die Allianz rette.�</p><p>Rione zog eine Braue hoch. �Vielleicht ist das ja das Einzige, was dich davon abh�lt, die Allianz zu zerst�ren. Vielleicht wurdest du deshalb auserw�hlt.�</p><p>�Sag nicht, dass du jetzt auch noch anf�ngst, daran zu glauben !� Er machte ein frustriertes Gesicht. �Von der Art bekomme ich schon mehr als genug zu h�ren.�</p><p>�Ich dachte, es gef�llt dir, wenn dein Captain dich so an-betungsvoll ansieht.�</p><p>�Nein, es gef�llt mir nicht, und das macht sie auch gar nicht.</p><empty-line/><p>Und warum bitte reden wir jetzt pl�tzlich wieder �ber Captain Desjani?�</p><p>Anstatt zu antworten, stand Rione auf und erkl�rte: �Ich muss mich noch um einige andere Dinge k�mmern. Du wirst weiter wie geplant mit der Flotte nach Branwyn springen?�</p><p>�Ja�, herrschte er sie an, da er immer noch w�tend auf sie war. �In vier Tagen werden wir den Sprungpunkt erreicht haben, sofern es keine weiteren �Unf�lle� gibt.�</p><p>Auf dem Weg zur Luke blieb sie stehen und sah Geary �ber die Schulter an. �Ich h�tte versucht einzuschreiten, wenn ich gewusst h�tte, dass jemand das Shuttle sabotieren wollte. Ja, ich war der Meinung, dass Casia und Yin f�r ihr Handeln den Tod verdient hatten, weil ich die beiden als Bedrohung f�r die Allianz ansah. Aber ich h�tte nicht zugelassen, dass dabei Unschuldige ums Leben kommen.�</p><p>Er starrte sie an. �Mir war nie in den Sinn gekommen, du k�nntest damit etwas zu tun haben.�</p><p>�Fr�her oder sp�ter w�re es dir in den Sinn gekommen.�</p><p>Nachdem sie gegangen war, sah er noch immer auf die Luke, w�hrend ihm bewusst wurde, dass sie recht hatte. Er begann, sich zu fragen, warum ihm seine Verb�ndeten manchmal mehr Angst machten als seine Feinde.</p><p>Die �bertragung von der einst bewohnbaren Welt im Lakota-System wurde von Interferenzen �berlagert, statisches Rauschen verzerrte den Ton. Geary tippte auf seine Kontrollen, um die Verst�rkerfilter zu aktivieren, und augenblicklich wurden Bild und Ton erheblich besser. Nur kam es hin und wieder zu kurzen Aussetzern, wenn die Software vergeblich zu erraten versuchte, welches Wort wohl als N�chstes folgen w�rde.</p><empty-line/><p>Ein Mann stand im vorderen Bereich des dargestellten Bilds, hinter ihm befand sich ein Tisch, an dem ein halbes Dutzend M�nner und Frauen sa�en. Alle sahen sie so aus, als h�tten sie seit vielen�� erkennbar kr�ftezehrenden�� Tagen nicht mehr die Kleidung gewechselt. Sie hielten sich in einem Kaum auf, in dem es keine Fenster zu geben schien und der nach der Art seiner Einrichtung das Gef�hl erweckte, dass es sich um einen unterirdischen Schutzraum handelte.</p><p>Der Mann sprach mit ersch�pfter Stimme, M�digkeit veranlasste ihn dazu, immer wieder zu blinzeln. �Wir bitten dring-lichst alle Schiffe in diesem Sternensystem, die Nachricht von der �ber uns gekommenen Katastrophe an jene Beh�rden weiterzuleiten, die uns Hilfe zukommen lassen k�nnen. Lakota III wird von verheerenden St�rmen heimgesucht. Sch�tzungen zufolge wurden zehn bis zwanzig Prozent der Atmosph�re des Planeten weggerissen. Der Energieaussto� des Sterns Lakota scheint zu fluktuieren, was zu weiteren Verheerungen auf unserer Welt f�hrt. Die meisten elektrischen Systeme wurden durch die Energiewelle zerst�rt, die uns getroffen hat. Wir k�nnen die Zahl der Todesopfer nicht einmal sch�tzen, aber wir m�ssen davon ausgehen, dass sie bei etlichen Millionen liegt. Auch k�nnen wir mit niemandem Kontakt aufnehmen, der sich in der der Energiewelle zugewandten Seite aufh�lt.</p><p>Die �berlebenden der abgewandten Hemisph�re ben�tigen dringend Lebensmittel, Obdach und mehr. Bitte benachrichtigen Sie jeden, der uns helfen kann.�</p><p>Das Bild ruckelte, dann fing die �bertragung von vorn an.</p><p>Geary schaltete sie ab und atmete seufzend aus. �Wir k�nnen nichts f�r sie tun.�</p><p>Desjani nickte bedr�ckt. �Wir k�nnen nicht mal Shuttles in diese Atmosph�re schicken, weil wir nicht wissen, ob wir sie wom�glich verlieren.�</p><empty-line/><p>�Haben Sie Hinweise finden k�nnen, dass sich dort unten gefangene Allianz-Angeh�rige aufhalten k�nnten?�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf und machte nun eine regelrecht deprimierte Miene. �Ein paar vage Anzeigen, aber selbst wenn sich unsere Leute dort befinden sollten, k�nnten wir ihnen doch nicht helfen. Solange die Atmosph�re sich nicht stabili-siert hat, herrscht auf dieser Welt die H�lle.�</p><p>Nachdem Geary seine Komm-Kontrollen bedient hatte, sprach er: �An die Beh�rden auf Lakota III. Hier spricht Captain John Geary, der befehlshabende Offizier der Allianz-Flotte. Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu m�ssen, dass wir Ihnen nicht helfen k�nnen, aber unsere Schiffe sind nicht in der Lage, den Opfern einer Katastrophe beizustehen.� Ihm wurde bewusst, dass die Beh�rden auf Lakota III angesichts der zahlreichen ausgefallenen elektronischen Systeme wom�glich gar keine Ahnung davon hatten, was sich in der Atmosph�re abspielte. �Wir k�nnen Ihnen allerdings mitteilen, dass einige zivile Schiffe der Syndikatwelten die Energiewelle �berlebt haben und sich momentan zu den Sprungpunkten begeben, die aus diesem System hinausf�hren. Ich habe meinen Einheiten den Befehl gegeben, diese Schiffe nicht zu behelligen. Au�erdem wurden alle Syndikat-Schiffe mit detaillierten Aufzeichnungen �ber die Katastrophe versorgt, die sich hier abgespielt hat, um sie an die Beh�rden in anderen Systemen weiterzuleiten, damit die entsprechend reagieren k�nnen.</p><p>M�gen die Lebenden Sterne Ihnen Kraft geben und Ihre Vorfahren Ihnen allen erdenklichen Trost spenden.�</p><p>Damit beendete er seine �bertragung und sah den Komm-Wachhabenden an. �Versuchen Sie, das an den Absender des Notrufs zu schicken, und wiederholen Sie es so oft, bis wir das System verlassen. Und leiten Sie den Notruf an die Syndik-Handelsschiffe weiter, die auf dem Weg aus dem System sind.�</p><empty-line/><p>Mit einer Flotte, die auf das Austragen von Schlachten ausgerichtet war, konnte er nun einmal nicht viel anderes anfangen.</p><p>�Captain Desjani, ich werde in einer Stunde eine Besprechung im kleinen Kreis abhalten. Sie h�tte ich gern dabei.�</p><p>�Nat�rlich, Sir�, best�tigte sie. �Soll ich daf�r noch irgendetwas mitbringen?�</p><p>�Schalten Sie einfach nur Ihr Gehirn ein und bringen Sie Ihren gesunden Menschenverstand mit.�</p><p>Eine Stunde sp�ter sah sich Geary im Besprechungsraum um, in dem er, Captain Desjani und Co-Pr�sidentin Rione k�rperlich anwesend waren, w�hrend Captain Duellos, Captain Cresida und Captain Tulev virtuell teilnahmen. Auf den ersten Blick h�tte man meinen k�nnen, dass sich alle tats�chlich in diesem Raum aufhielten, doch die sekundenlangen Verz�gerungen bei den Antworten und Reaktionen lie�en erkennen, dass ihre Ebenbilder durch die Konferenz-Software erzeugt wurden. �Ich wollte mit Ihnen reden, weil Sie alle von unserer Vermutung wissen, dass jenseits des Syndik-Gebiets eine intelligente, nichtmenschliche Spezies existiert.�</p><p>�Vermutung?�, warf Captain Cresida ein. �Nach allem, was ich zu sehen bekommen habe, ist das Ganze weitaus handfester als eine blo�e Vermutung.�</p><p>�Es existieren weitere Belege, von denen ich Sie bislang nicht habe in Kenntnis setzen k�nnen.� Geary lie� eine Pause folgen, da er nicht wusste, wie er am besten formulieren sollte, was er zu sagen hatte. �Sie erinnern sich sicher daran: Wir waren im Begriff, eine Syndik-Flotte im Lakota-System zu besiegen, als auf einmal durch das Hypernet-Portal eine deutlich gr��ere Syndik-Streitmacht ins System gelangte. Unsere Flotte h�tte um ein Haar in der Falle gesessen und w�re zerst�rt worden.� Rione wusste, wovon er redete, die anderen jedoch nicht, und dementsprechend aufmerksam beobachteten sie ihn, w�hrend sie angestrengt �berlegten, welchen Zusammenhang es wohl zu den Aliens gab. �Der Geheimdienst der <emphasis>Dauntless</emphasis> konnte eine Reihe von Nachrichten abfangen, die zwischen den Schiffen ausgetauscht wurden, die durch das Portal gekommen waren. Aus diesen Nachrichten ging hervor, dass es die Syndiks wie ein Schlag ins Gesicht getroffen hatte, in Lakota einzutreffen. Als sie ins Hypernet-System hineinsprangen, war eigentlich das Andvari-Sternensystem ihr Ziel.�</p><p>Einen Moment lang lie� er seine Worte wirken. Cresida, die wohl die f�higste Expertin der Flotte in Sachen Hypernet war, reagierte als Erste. �Denen ist ein solch gewaltiger Fehler unterlaufen? Nein, das kann nicht sein. Es ist nicht m�glich, ein Ziel �ber das Hypernet anzufliegen und dann woanders auszukommen.�</p><p>Geary nickte. �Ist mir auch zu Ohren gekommen. Jedenfalls ist es nach <emphasis>unserem</emphasis> Kenntnisstand nicht m�glich.�</p><p>Desjani begriff als Erste, was geschehen war, wobei ihr die Zornesr�te ins Gesicht stieg. �Das war deren Werk. Was immer die auch sind, die haben die Bestimmung dieser Syndik-Flotte ge�ndert, damit wir mit einer erdr�ckenden �bermacht konfrontiert werden.�</p><p>�Das ist die einzige Schlussfolgerung, die einen Sinn ergibt�, machte Geary deutlich. �Die haben eingegriffen, weil sie unsere Flotte vernichten wollten.�</p><p>�Warum?� Es war nicht �berraschend, dass Captain Tulev vor allen anderen die Emp�rung �ber einen solchen Akt �berwand und nach den Gr�nden forschte.</p><p>�Wenn ich das nur w�sste! Klar ist: Die wollen nicht, dass wir nach Hause kommen. Ist ihnen daran gelegen, dass die Allianz verliert? Nein, das glaube ich nicht. Wenn sie den Syndiks helfen wollten, uns zu schlagen, dann w�rden sie ihnen einfach mehr von ihrer Technologie �berlassen. Aber soweit wir das nachvollziehen k�nnen, haben sie vor etlichen Jahrzehnten den Syndiks und der Allianz etwa zur gleichen Zeit das Wissen �ber die Hypernet-Technologie �berlassen.�</p><p>�Wer sind die?�, wollte Desjani wissen. �Was ist uns �ber sie bekannt?�</p><p>Diesmal musste Geary mit den Schultern zucken. �Schatten und wilde wissenschaftliche Spekulationen. Wir finden Hinweise auf ihre Existenz, mutma�liche Belege daf�r, dass sie irgendwo da drau�en lauern und in diesen Krieg ein-greifen, aber wir wissen nichts �ber sie selbst. Wenn sie diese Syndik-Flotte umdirigiert haben, dann hei�t das nicht nur, dass sie das Hypernet in einer uns unbekannten Art und Weise kontrollieren k�nnen. Es bedeutet auch, dass es ihnen m�glich ist, unsere Flotte zu beobachten und zu belauschen, um zu wissen, wohin wir wollen. Und es bedeutet, dass es ihnen m�glich sein muss, diese Informationen �ber inter-stellare Entfernungen in Echtzeit oder in Beinahe-Echtzeit zu �bertragen.� Die anderen sahen ihn verdutzt an, als ihnen klar wurde, wozu die Aliens f�hig waren, aber keiner war in der Lage, seiner Argumentation etwas entgegenzusetzen.</p><p>�Die Syndiks wissen ohne Zweifel mehr �ber diese Aliens�, f�gte Rione an. �Doch dieses Wissen haben sie offenbar gut unter Verschluss gehalten. So gut, dass selbst die meisten Syndik-B�rger davon nichts ahnen. Vermutlich ist nur die aller-h�chste F�hrungsebene der Syndikatwelten eingeweiht, denn in den Unterlagen, die wir sicherstellen konnten, findet sich kein Hinweis auf die Existenz einer anderen Spezies.�</p><p>�Ist es eine menschliche Spezies?�, wollte Tulev wissen.</p><empty-line/><p>�Ich glaube nicht�, antwortete Geary. �Wenn sie menschlich w�ren, warum sollten die Syndiks ihre Existenz vor uns verschweigen? Und wie sollte eine weitere Gruppe Menschen existieren, die m�chtig genug ist, eine Grenze zu den Syndiks zu wahren, ohne dass wir davon wissen? Sie m�ssen schlie�lich von irgendwoher gekommen sein.�</p><p>�Nicht menschlich�, murmelte Tulev und sch�ttelte den Kopf. �Wie denken sie? Sicher nicht so wie wir.�</p><p>�Trotzdem werden wir ganz bestimmt hinter ihre Absichten kommen�, beharrte Desjani.</p><p>Duellos hatte die Stirn in Falten gelegt. �Als ich noch ganz klein war, brachte mir meine Gro�mutter ein uraltes R�tsel bei. Das k�nnte uns helfen zu verstehen, womit wir es hier zu tun haben.�</p><p>�Tats�chlich? Was f�r ein R�tsel?�</p><p>Duellos lie� eine dramatische Pause folgen. �Federn oder Blei?�</p><p>Geary wartete, doch es folgte weiter nichts. �Das ist alles?�</p><p>�Das ist alles. Federn oder Blei?�</p><p>�Welches R�tsel besteht daraus, dass man zwischen zwei Dingen w�hlt?�, wollte Cresida wissen und zuckte schlie�lich mit den Schultern. �Ich gebe auf. Wie lautet die L�sung?�</p><p>�Das kommt ganz darauf an.� Duellos l�chelte vergn�gt, w�hrend sich alle anderen die Haare rauften. �Sie m�ssen wissen, dass ein D�mon diese Frage stellt und dass er allein entscheidet, wie die richtige Antwort lautet. Um die richtige Antwort zu geben, muss man wissen, welche Antwort der D�mon in dem Moment als richtig ansieht.�</p><p>�Woher soll jemand wissen, was ein D�mon denkt?� Kaum hatte Geary ausgesprochen, verstand er auch schon, was Duellos meinte. �Oder ein Alien.�</p><p>�Ganz richtig. Wie beantworten wir eine Frage, die uns jermand stellt, von dem wir nicht wissen, was er uns eigentlich fragt oder welche Antwort er erwartet?�</p><p>�Und was erwarten die Aliens von uns? Ehre oder L�gen?�, warf Cresida ein, woraufhin sich alle zu ihr umdrehten. �Na ja, mit wem hatten die Aliens bislang zu tun? Mit den Syndiks.�</p><p>Rione nickte. �Deren Anf�hrer bislang jede Vereinbarung mit uns gebrochen haben, sogar solche Vereinbarungen, deren Einhaltung f�r die Syndikatwelten langfristig von Interesse gewesen w�re.�</p><p>�Die Syndik-F�hrer denken nicht langfristig�, betonte Duellos. �Der schnelle Vorteil ist das Einzige, worauf sie aus sind.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �W�ren sie aber auch dumm genug, diese Taktiken bei einer fremden Spezies anzuwenden, die den Menschen technologisch so eindeutig �berlegen ist?�</p><p>Die Antwort darauf war von den Gesichtern der anderen deutlich abzulesen. �Ja, vielleicht doch.� Immerhin hatten eben diese F�hrer auch wiederholt Absprachen mit dieser Flotte gebrochen, obwohl sie wissen mussten, dass die als Vergel-tungsakt ganze Welten h�tte ausl�schen k�nnen.</p><p>�Die �berlegene Technologie d�rfte f�r sie eine Verlockung gewesen sein, der sie nicht widerstehen konnten�, stellte Rione mit bitterer Miene fest. �Sie werden versucht haben, mit allen erdenklichen Mitteln in den Besitz dieser Technologie zu gelangen, womit bei den Aliens der Eindruck entstanden sein muss, dass man den Menschen nicht vertrauen darf. Alles, was die Aliens getan haben, k�nnten sie als Versuch gedeutet haben, die Menschheit auszul�schen.�</p><p>�Aber wenn die Syndiks mit den Aliens verhandelt haben�, wandte Cresida ein, �und wenn sie damit keinen Erfolg hatten�� immerhin haben sie bis jetzt keine Technologie zum Einsatz gebracht, die unserer �berlegen ist -, warum wenden sie sich dann uns zu und zetteln einen Krieg mit uns an?�</p><p>�Vielleicht, weil sie sich umzingelt f�hlten�, �berlegte Duellos. �Die Allianz auf der einen, die Aliens auf der anderen Seite. Sie m�ssen gef�rchtet haben, dass sie zwischen die Fron-ten geraten und �berrannt werden, sobald wir von der Existenz der Fremden erfahren.�</p><p>�Nur wieso beginnen sie dann einen Krieg?�, beharrte Cresida. �Warum tun sie etwas, das ihren schlimmsten Albtraum Wirklichkeit werden l�sst?�</p><p>Kopfsch�ttelnd meinte Geary: �Zu Friedenszeiten flogen Schiffe der Allianz durch das Gebiet der Syndikatwelten. Hin und wieder war auch ein Kriegsschiff in diplomatischer Mission unterwegs, in den meisten F�llen handelte es sich aber um Frachter. Auch B�rger der Allianz waren in den Syndikatwelten unterwegs, die einen gesch�ftlich, die anderen zum Vergn�gen. Jeder von ihnen h�tte Hinweise auf die Existenz dieser Aliens entdecken k�nnen. Die Aliens h�tten sie auch unmittelbar kontaktieren k�nnen.�</p><p>�Das mag so sein, Sir, aber einen Krieg zu beginnen, nur um zu verhindern, dass hin und wieder Schiffe der Allianz ihr Territorium durchfliegen, erscheint mir eine stark �berzogene Reaktion. Es ist ja nicht so, als h�tten die Syndiks der Allianz zu irgendeiner Zeit die Erlaubnis erteilt, in Scharen in das von ihnen kontrollierte Gebiet einzureisen. Sie h�tten den Verkehr unter jedem beliebigen Vorwand weiter einschr�nken und schlie�lich ganz einstellen k�nnen, und die Allianz w�re nicht in der Lage gewesen, etwas dagegen zu unternehmen. Au�erdem: Woher sollten sie wissen, dass sie nicht von den Aliens angegriffen werden, w�hrend sie gegen uns Krieg f�hren?�</p><p>Duellos zuckte mit den Schultern. �Vielleicht dachten die Syndik-F�hrer, sie k�nnten uns schnell besiegen.�</p><empty-line/><p>�Das ist unsinnig!�, wandte Cresida ein. �Nicht mal die Syndik-F�hrung k�nnte so dumm sein, daran zu glauben!�</p><p>�Sie dachte vielleicht, die Allianz bricht nach den ersten Schl�gen zusammen�, warf Desjani ein. �Sie dachten, wir h�tten nicht den n�tigen Kampfgeist, um uns von den ersten Verlusten zu erholen und zur�ckzuschlagen.�</p><p>�Das wissen wir nicht�, hielt Rione mit einem leicht abf�lligen, aber nicht zu �berh�renden Unterton dagegen. �Genau das war schlie�lich das Argument, das benutzt wurde, um die Allianz nach den ersten Angriffen zu mobilisieren. Darum beging die Allianz die gr��ten Heldentaten aller Zeit, nur um den Beweis zu erbringen, dass die Syndiks sich geirrt hatten.�</p><p>Und damit hatte auch die Legende von Black Jack Geary begonnen. Ein heldenhaftes Vorbild, das f�r jeden anderen eine Inspiration sein sollte. Geary versuchte zu ignorieren, dass die anderen ihn ansahen.</p><p>Tulev zuckte mit den Schultern. �Es mag ein n�tzliches Argument f�r die Allianz gewesen sein, aber das hei�t nicht, dass es nicht auch wahr sein k�nnte�, sagte er und sah dabei zu Desjani hin�ber, die auf Riones Tonfall reagiert hatte, indem sie argw�hnisch die Augen zusammenkniff. �Welche anderen Erkl�rungen lassen sich noch finden?�</p><p>�Wom�glich haben sie mit den Aliens irgendeine Absprache getroffen�, �berlegte Rione. �Eine Absprache, auf die sie zur�ckkommen wollten, sobald sie mit uns fertig gewesen w�ren.�</p><p>�Was f�r eine Absprache k�nnte das gewesen sein?�, fragte Geary und dachte an die Zeit zur�ck, die f�r ihn die j�ngere Vergangenheit darstellte, die f�r alle anderen Anwesenden dagegen ein Jahrhundert alt war. �Ein Nichtangriffspakt k�nnte ihre Grenze zu den Aliens vor�bergehend sichern, aber die Syndiks h�tten der Allianz niemals einen vernichtenden Schlag zuf�gen k�nnen. Sie verf�gten nicht �ber eine ausreichend gro�e Streitmacht, um das gesamte Allianz-Territorium zu besetzen, und ebenso w�re die Allianz nicht in der Lage gewesen, genug Streitkr�fte aufzubieten, um die Syndikatwelten in ihrer ganzen Ausdehnung unter Kontrolle zu bringen. Wir wussten das so gut wie sie. Deshalb waren die �berraschungsangriffe, wie auch der auf Grendel, f�r uns ein solcher Schock.�</p><p>�Vielleicht ist das ja die Antwort�, rief Desjani dazwischen, der anzusehen war, dass sie auf eine Idee gekommen war. �All Ihre �berlegungen haben mich an etwas denken lassen.� Sie bet�tigte ein paar Tasten, dann wurde �ber dem Tisch ein Bereich des Alls projiziert, der Geary nur allzu vertraut war.</p><p>�Das Allianz-Gebiet entlang der Grenze zu den Syndikatwelten�, erkl�rte Desjani an Rione gewandt, als k�nne man bei ihr nicht annehmen, die Darstellung erkennen zu k�nnen.</p><p>Riones Miene verh�rtete sich daraufhin ein wenig. �Ich habe mich in letzter Zeit etwas intensiver mit der Epoche besch�ftigt, in der der Krieg ausbrach. Diese Darstellung zeigt die ersten Angriffe der Syndiks vor einhundert Jahren. Shukra, Tha-bas, Diomede, Baldur, Grendel. Warum w�hlten sie Diomede anstelle von Varandal? Warum Shukra anstelle von Ulani?�</p><p>Geary wurde stutzig. Diese Dinge h�rte er jetzt zum ersten Mal. Er hatte davon nichts mitbekommen, weil er nach dem ersten �berraschungsangriff der Syndiks bei Grendel in k�nstlichen Tiefschlaf versetzt worden war. Und in den Monaten nach seiner Rettung und Wiederbelebung hatte er einen gro�en Bogen um das Thema der ersten Syndik-Angriffe gemacht, weil es ihn zu sehr schmerzte, dass seine komplette damalige Besatzung l�ngst tot war, vielleicht in dieser oder einer der nachfolgenden Schlachten gefallen, oder mit viel Gl�ck erst deutlich sp�ter an Altersschw�che gestorben, w�hrend Gearys Rettungskapsel inmitten der �berreste der Schlacht von Grendel trieb. �Gute Frage. Ich habe mich mit diesen Ereignissen nur oberfl�chlich befasst und bin davon uusgegangen, dass sie die Allianz-Basis bei Varandal angegriffen hatten.�</p><p>�Aber das haben sie nicht�, widersprach Duellos und betrachtete das Display. �War Varandal damals auch schon eine wichtige Basis?�</p><p>Desjani nickte. �Dort befand sich die zentrale Kommandostation der Allianz-Flotte f�r den gesamten Raumsektor mitsamt Andockpl�tzen f�r Reparaturen und einem gro�en Vor-ratslager.�</p><p>�Das sollte eigentlich ein viel wichtigeres Ziel gewesen sein als die meisten anderen, die sie angegriffen haben. Wei� jemand, warum Varandal verschont blieb?�</p><p>Abermals lieferte Desjani die Antwort. �Unsere Geschichts-aufzeichnungen besagen einstimmig, dass man davon ausging, Varandal, Ulani und andere hochwertige Sternensysteme h�tten bei nachfolgenden Angriffswellen das Ziel dargestellt, zu denen es dann aber nicht kam, weil die Syndiks bei der ersten Welle zu schwere Verluste hinnehmen mussten. Wohlgemerkt ist das nur eine Annahme�, betonte Desjani. �Offensichtlich gelangte man zu dieser Annahme, weil man sich auf der Allianz-Seite einig war, dass die Syndiks nicht davon hatten ausgehen k�nnen, mit ihrer ersten Angriffswelle so schwere Sch�den anzurichten, dass die Allianz sich mit Ausbruch des Kriegs sofort h�tte geschlagen geben m�ssen. Wie Captain Geary schon sagte, hatten die Syndiks keine ausreichend gro�e Streitmacht, um �berall dort zuschlagen zu k�nnen, wo sie h�tten zuschlagen m�ssen.�</p><p>�Worauf wollen Sie hinaus?�, fragte Rione.</p><empty-line/><p>Desjani warf ihr einen frostigen Blick zu, lie� ihren Tonfall jedoch unver�ndert. �Vielleicht haben die Syndiks damit gerechnet, mit einer gr��eren Streitmacht als von uns erwartet zuzuschlagen. Angenommen, die Syndiks h�tten eine Abmachung getroffen und mit Unterst�tzung gerechnet. Angenommen, sie erwarteten einen Verb�ndeten, einen sehr m�chtigen Verb�ndeten, der Varandal angreifen sollte, w�hrend sie Diomede unter Beschuss nahmen.�</p><p>Diesmal dauerte das allgemeine Schweigen l�nger als zuvor.</p><p>Riones Gesichtsz�ge verh�rteten sich noch etwas mehr, doch diesmal galt ihre Wut nicht Desjani. �Die Aliens haben die Syndiks hinters Licht gef�hrt.�</p><p>�Indem sie versprachen, beim Angriff auf die Allianz mit-zumachen.�</p><p>�Und dann sind sie nicht erschienen, und die Syndiks mussten ihren Kampf allein austragen. Sie haben die Syndik-Anf�hrer reingelegt, die sich selbst f�r Gro�meister der Raffi-nesse hielten, und ihnen einen Krieg gegen die Allianz auf-gezwungen, den die Syndiks gar nicht gewinnen konnten.</p><p>Aber die Syndik-F�hrer konnten nicht zugeben, dass ihnen ein Fehler von dieser Gr��enordnung unterlaufen war. Zudem hatten sie die Allianz gegen sich aufgebracht, und sie konnten sich nicht mehr aus dem Krieg davonstehlen, weil sie dann ihren kapitalen Fehler h�tten zugeben m�ssen.�</p><p>Jetzt nickte Cresida. �Die Aliens wollen nicht, dass eine von beiden Seiten siegt. Darum haben sie bei Lakota eingegriffen.</p><p>Captain Geary leistete zu gute Arbeit, er f�gte dem Gegner gro�e Verluste zu, vielleicht sogar so gro�e, die drohten, das Machtgleichgewicht aus dem Lot zu bringen, und er kam dem Allianz-Gebiet immer n�her, wohin er den Hypernet-Schl�ssel bringen sollte. Die Aliens wollen, dass die Menschheit sich weiterhin im Krieg mit sich selbst befindet, und sie wollen, dass wir um uns herum nichts anderes mehr wahrnehmen. Aber ist das ausschlie�lich defensiv gedacht? Oder warten sie ab, wie sehr wir uns noch gegenseitig schw�chen, bevor sie selbst ein-greifen?�</p><p>�Wir glauben, dass sie uns mithilfe der Hypernet-Portale jederzeit ausl�schen k�nnen�, merkte Geary an.</p><p>�Aber das haben sie noch nicht getan�, wandte Cresida ein.</p><p>�Wenn sie uns beobachten, was die Ereignisse hier bei Lakota zu belegen scheinen, dann m�ssen sie wissen, dass wir durch den Zusammenbruch des Hypernet-Portals bei Sancere auf das zerst�rerische Potential der Tore aufmerksam geworden sind. Wenn sie uns mithilfe der Tore ausl�schen wollen, warum haben sie sie nicht schon l�ngst gez�ndet?�</p><p>�Federn oder Blei?�, warf Duellos ein, der interessiert seine Fingern�gel betrachtete.</p><p>So frustrierend es auch war, musste Geary doch zugeben, dass Duellos recht hatte. �Wir k�nnen bis in alle Ewigkeit spekulieren, ohne zu einem Schluss zu kommen, weil wir keinerlei Ahnung haben, was es mit unserem Gegner auf sich hat.�</p><p>�Wir wissen, dass sie dahintergekommen sind, wie sie mit uns spielen k�nnen�, beharrte Desjani. �Sir, sehen Sie sich das Muster an. Sie greifen auf verborgene Weise ein, und sie wissen, wie sie uns dazu kriegen, etwas zu tun, mit dem wir uns selbst oder den Syndikatwelten schaden.�</p><p>�Gutes Argument�, r�umte Duellos ein. �Was bedeuten d�rfte, dass sie selbst zu ganz �hnlichen Taktiken greifen. Sie scheinen es zu bevorzugen, einen Gegner dazu zu bringen, Fehler zu machen, bei denen er sich ins eigene Fleisch schnei-det.�</p><p>Rione nickte. �Erst finden sie heraus, was der Feind will, und dann bieten sie es ihm auch noch an. Sie m�ssen exzellente Politiker sein.�</p><empty-line/><p>�Und die Syndiks haben versucht, sie �bers Ohr zu hauen�, f�gte Geary w�tend an. �Sie mussten in einem Wespennest stochern, und zum Dank wird die ganze Menschheit gesto-chen.�</p><p>�Warum machen die Syndiks nicht einfach reinen Tisch?�, wunderte sich Cresida. �Ihnen muss seit Langem klar sein, dass sie nicht auf einen Sieg hoffen k�nnen. Warum sagen sie also nicht, dass die Aliens sie reingelegt haben, indem sie ihnen angeblich erz�hlt haben, wir w�rden jeden Moment angreifen oder irgendwas anderes in dieser Art? Damit k�nnten sie uns auf ihre Seite ziehen, und diese Aliens w�rden sich auf einmal mit unserer geballten Schlagkraft konfrontiert sehen.�</p><p>Rione sch�ttelte den Kopf. �Die F�hrer der Syndikatwelten k�nnen einen so verheerenden Fehler nicht zugeben. Dann w�rden K�pfe rollen, und das vermutlich buchst�blich. Auch wenn es die Vorg�nger der gegenw�rtigen F�hrungsriege waren, die das zu verantworten hatten, beanspruchen die heutigen F�hrer ihre Posten mit dem Hinweis auf die Leistungen der Vorv�ter. Alle F�hrungspersonen der Syndiks werden angeblich wegen ihrer besonderen Bef�higung in ihr Amt berufen. W�rden sie eingestehen, dass Generationen zuvor ein schrecklicher Fehler begangen wurde, dann w�rden sie ihre eigene Position und das System insgesamt infrage stellen. F�r sie ist es einfacher und sicherer, weiter dem Weg in den Untergang zu folgen, anstatt einen gravierenden Fehler einzuge-stehen und zu versuchen, etwas an der Situation zu ver�ndern.�</p><p>�Sind die etwa so dumm?�, fragte Cresida.</p><p><emphasis>�Nein, </emphasis>sie sind <emphasis>keineswegs</emphasis> dumm.� Rione sch�ttelte ihren Kopf. �Wenn sie einr�umen, dass die Vorg�nger Fehler begangen haben, durch die die Syndikatwelten in einen anscheinend endlosen Krieg hineingezogen wurden, dann werden sie Ihre Machtstellung einb��en, und das hei�t, sie werden im schlimmsten Fall sehr schnell oder sehr langsam ihr Leben verlieren. Zumindest m�ssten sie sich von ihrem Status und Ihrem Verm�gen verabschieden. Solange sie aber das fortf�hren, was ihre Vorg�nger begonnen haben, bleibt ihnen die Hoffnung, dass sich etwas �ndern wird. Es geht nicht darum, was f�r die Syndikatwelten oder die Allianz oder die Menschheit insgesamt das Beste ist, sondern einzig um ihre Interessen als Individuen. Sie werden bis zum letzten Kriegsschiff und bis zum letzten Soldaten k�mpfen, denn solange bezahlen andere f�r ihre Fehler, und sie k�nnen den Tag weiter hinaus-schieben, an dem man sie pers�nlich zur Rechenschaft ziehen wird.�</p><p>Geary bemerkte, dass die anderen Offiziere versuchten, die Politikerin nicht anzustarren. Er wusste, was sie st�rte. Es war nicht blo� die Denkweise, nach der die Syndik-F�hrer handelten, sondern auch die Tatsache, dass Rione diese Denkweise nachvollziehen und erkl�ren konnte�� was bedeutete, dass sie genauso zu denken in der Lage war wie die Syndiks.</p><p>Als Rione die gleichen Blicke der anderen bemerkte, sah sie die Offiziere der Reihe nach an. �Oh, ich hatte v�llig vergessen, dass Sie alle ja so anst�ndig und ehrbar sind. Kein hochrangiger Offizier des Milit�rs w�rde jemals zulassen, dass Menschen sterben, weil er einen Fehler gemacht hat.</p><p>Und es w�rde auch niemand an einer falschen Taktik fest-halten, nur um nicht seine Position aufgeben zu m�ssen.�</p><p>Diesmal bekamen einige Anwesende einen roten Kopf, aber Geary kam ihnen allen zuvor, indem er sagte: �Wir haben schon verstanden, aber niemand hier beteiligt sich an einer solchen Vorgehensweise. Und ja, ganz richtig, ich schlie�e Co Pr�sidentin Rione ein. Sie ist auf diese Mission mitgekommen und setzt ebenso wie jeder Matrose dieser Flotte ihr Leben aufs Spiel. Wenn wir dann unsere Wut wieder auf den Feind richten k�nnten, statt auf uns selbst?�</p><p>�Welchen Feind?�, fragte Duellos. �Unser Leben lang haben wir gewusst, dass der �Feind� gleichbedeutend ist mit den Syndiks. Sie haben uns angegriffen, unsere Welten bombardiert, unsere Freunde und Angeh�rigen get�tet. Und die ganze Zeit �ber war da noch ein anderer Feind, von dem wir nichts wussten-�</p><p>�Stimmt das eigentlich? Wissen unsere F�hrer nichts da-r�ber?�, fragte Desjani.</p><p>Alle Blicke richteten sich auf Rione, die leicht err�tete, aber mit einem trotzigen Blick reagierte, �Ich jedenfalls nicht, und mir ist auch von keinem Senator bekannt, dass er etwas wusste.�</p><p>�Und was ist mit dem Regierenden Rat?�, wollte Duellos wissen.</p><p>�Das ist mir nicht bekannt.� Rione sah die anderen an und bemerkte die zweifelnden Blicke. �Ich habe keinen Grund, Ihnen etwas vorzumachen!�, fuhr sie sie an. �Ich wei�, es gibt extrem heikle Angelegenheiten, die nur den Mitgliedern der Regierung mitgeteilt werden. Man sagt auch, dass manche dieser Angelegenheiten nur m�ndlich an neue Mitglieder weiter-gegeben, aber nie schriftlich festgehalten werden. Ich kann aber nicht beurteilen, ob das stimmt. Das wissen nur die Mitglieder des Regierenden Rats, und die sprechen nicht �ber ihre Geheimnisse.�</p><p>Geary nickte. �Kann ich mir gut vorstellen. Aber was w�rden Sie sagen, Madam Senator?� Den Titel benutzte er ab-sichtlich, um die anderen daran zu erinnern, welches politische Amt Rione bekleidete. �Wenn Sie einfach mal raten m�ssten, w�rden Sie dann sagen, dass Sie irgendetwas �ber den Rat wissen, was Sie auf den Gedanken bringen k�nnte, dass man dort etwas �ber die Aliens wei�?�</p><p>Sie legte die Stirn in Falten und lie� den Kopf gedankenverloren zur Seite sinken. �Vielleicht. Es kommt immer darauf an, wie man die Dinge auslegt.�</p><p>�Die Dinge?�</p><p>Ihre Miene wurde noch ernster. �Fragen, die man aus Sicherheitsgr�nden nicht stellen soll. Vertrauliche Angaben zu Pl�nen oder Budgets; Dinge dieser Art. Aber es gibt Dutzende m�glicher Erkl�rungen daf�r. H�ren Sie, ich bin so misstrauisch wie jeder Politiker. Wenn ich etwas h�re, dann klopfe ich es auf m�gliche Auslegungen ab. Sollte der Regierende Rat eine Ahnung von der Existenz dieser Aliens haben, dann hat man dort wirklich hervorragende Arbeit geleistet, das zu vertuschen. Bis mir Captain Geary zeigte, was er herausgefunden hat, h�tte ich so etwas nicht einmal vermutet.�</p><p>�Aber dann haben wir alle aufgeh�rt, diese Frage zu stellen�, erkl�rte Cresida. �Ist es nicht so? Noch nie hat man eine nichtmenschliche Intelligenz entdeckt, und es hat auch nie eine mit uns Kontakt aufgenommen; zumindest nicht in einer Form, dass wir davon w�ssten. Au�erdem waren wir durch den Krieg auf andere Dinge konzentriert. Captain Geary hat das Ganze mit k�hlem Kopf betrachtet und analysiert.�</p><p>�Kein Wunder, ich habe ja auch lange genug im K�lteschlaf gelegen�, gab Geary zur�ck, woraufhin jeder �ber die An-spielung auf sein eigenes Schicksal zu l�cheln begann. Er selbst hatte es bis dahin nicht f�r m�glich gehalten, �ber diese Zeit in seinem Leben Witze rei�en zu k�nnen. �Uns stellt sich jetzt folgende Frage: Behalten wir das Geheimnis f�r uns?</p><p>Oder erz�hlen wir jedem davon?�</p><p>Dieses Mal schloss sich langes Schweigen an, dann sagte Rione in einem desillusionierten Tonfall: �Wir bef�rchten ja schon, dass die Menschheit sich mithilfe der Hypernet-Portale selbst ausl�schen wird, weil sich durch diesen Krieg so viel Hass aufgestaut hat. Wenn die Menschheit herausfindet, dass der Krieg in Wahrheit durch einen Trick einer anderen intelligenten Spezies ausgel�st worden ist, und wenn sie dann h�rt, dass die gleiche Spezies in allen von uns kontrollierten Sternensystemen ihre Bomben in Form der Portale deponiert hat-was wird dann die Mehrheit der Menschen fordern?�</p><p>�Vergeltung�, antwortete Tulev.</p><p>�Ja. Krieg in einer noch gr��eren Dimension, gegen einen Feind, �ber dessen St�rke und F�higkeiten wir nichts wissen und der uns technologisch ohne jeden Zweifel �berlegen ist.�</p><p>Cresida ballte die F�uste. �Mir w�re egal, wie viele von diesen Aliens sterben, weil sie es auch nicht anders verdient haben. Aber wenn ich mir vorstelle, wie viele Menschenleben mehr das alles noch kosten w�rde��</p><p>�Damit w�re meine Frage wohl beantwortet�, verk�ndete Geary mit Grabesstimme. �Wir m�ssen das Geheimnis weiter wahren und trotzdem einen Weg finden, wie wir den Aliens einen Strich durch die Rechnung machen k�nnen, ohne dabei einen noch schlimmeren Krieg auszul�sen.�</p><p>Duellos sch�rzte die Lippen, w�hrend er intensiv nachdachte. Mit einem Finger tippte er auf die Tischplatte. �Ein Feind nach dem anderen. Das w�rde ich empfehlen. Wir m�ssen erst einmal mit den Syndiks fertigwerden, bevor wir auch nur h�lfen k�nnen, uns den Aliens zu widmen.�</p><p>�Aber wie sollen wir die Syndiks schlagen, wenn die Aliens ihnen tatkr�ftig unter die Arme greifen?�, wollte Cresida wissen.</p><empty-line/><p>Die Frage veranlasste Duellos zu einer noch ernsteren Miene. �Wenn ich darauf nur eine Antwort w�sste.�</p><p>Aus einem unerfindlichen Grund drehten sich die anderen zu Geary um, woraufhin er entgegnete: �Was ist? Glauben Sie etwa, ich w�sste, was zu tun ist?�</p><p>Zu seiner �berraschung entgegnete Cresida: �Sir, Sie haben Ihre F�higkeit wiederholt unter Beweis gestellt, L�sungen zu finden und Dinge zu sehen, die wir f�r selbstverst�ndlich halten oder die uns nicht auffallen. Vielleicht liegt es daran, dass Sie in vieler Hinsicht den Blickwinkel eines Au�enstehenden haben, oder aber weil Sie� na ja, weil Sie die�</p><p>Inspiration besitzen, etwas zu sehen, wof�r wir alle blind sind.�</p><p>Inspiration? Was sollte denn das hei�en? Als Geary seinen Blick schweifen lie�, bekam er die Antwort auf seine Frage�� von Cresidas leicht verlegener Miene �ber Desjanis festen Glauben an ihn bis hin zu Riones absch�tzendem Blick. �Sie glauben, die Lebenden Sterne erz�hlen mir etwas? Glauben Sie mir�� ich m�sste es ja wohl wissen, wenn sie das wirklich t�ten.�</p><p>Wieder machte Duellos eine ernste Miene. �Nein, das w�re nicht der Fall�, korrigierte er ihn. �So l�uft das nicht bei ihnen, jedenfalls sollte es nicht so laufen.�</p><p>�Niemand wei�, wie die Lebenden Sterne handeln! Und wieso glauben Sie nach allem, was wir durchgemacht haben, Ich k�nnte g�ttliche Inspiration erhalten?�</p><p>�Sie betonen immer wieder�, antwortete Desjani, �dass Sie nur ein ganz normaler Mann sind, aber kein au�ergew�hnlicher. Doch Sie leisten Au�ergew�hnliches. Also sind Sie entweder ein au�ergew�hnlicher Mann, oder aber Sie bekommen au�ergew�hnliche Unterst�tzung. Und ich bin wirklich nicht eitel genug, um zu glauben, dass das mein Beitrag sein k�nnte.�</p><empty-line/><p>Das war ein netter kleiner Logikfallstrick. �Captain Desjani, Sie alle hier�� lassen Sie es sich gesagt sein, dass jeder von Ihnen seinen au�ergew�hnlichen Beitrag leistet, der mir zu-gute kommt.� Keiner von ihnen schien ihm zustimmen zu wollen. �Sie k�nnen nicht das Wohl dieser Flotte oder sogar der ganzen Allianz von einem vagen Glauben abh�ngig machen, ich w�rde schon eine g�ttliche Inspiration bekommen, wenn ich sie ben�tige.�</p><p>�Das machen wir auch nicht�, erkl�rte Tulev. �Unser Glaube basiert auf dem, was Sie bislang geleistet haben. Machen Sie einfach nur so weiter.� Ein selten zu beobachtendes L�cheln huschte �ber Tulevs Gesicht, als der erkennen lie�, dass er die halb scherzhafte, halb grundlose Natur seiner �u�erung sehr wohl verstanden hatte.</p><p>Machen Sie einfach nur so weiter. Retten Sie die Flotte.</p><p>Gewinnen Sie den Krieg. Stellen Sie sich einem nichtmensch-lichen Gegner, �ber dessen F�higkeiten Sie absolut nichts wissen. Unwillk�rlich musste Geary lachen. �Ich werde es versuchen, aber im Augenblick ereilt mich keinerlei Inspiration.</p><p>Sie alle m�ssen auch weiterhin das machen, was Sie bislang gemacht haben, indem Sie mir Ihren unsch�tzbaren R�ckhalt geben und mich Ihre Ratschl�ge wissen lassen.�</p><p>Cresida sch�ttelte den Kopf. �Ich w�nschte, ich w�sste einen Ratschlag, wie Sie mit den Aliens verfahren sollten. Aber wenigstens haben wir jetzt etwas, wor�ber wir nachdenken k�nnen, w�hrend die Flotte nach Branwyn springt.�</p><p>Damit beendete Geary diese Konferenz im kleinen Rahmen. Drei Tage sp�ter gab er den Sprungbefehl, und die Allianz-Flotte verlie� zum zweiten und hoffentlich letzten Mal das Lakota-System.</p><empty-line/><p>Nach dem Stress der letzten Wochen und den K�mpfen im Lakota-System erwiesen sich die Tage im Sprungraum auf dem Weg nach Branwyn als eine zwar kurze, aber willkommene Zeit der Erholung. Alle f�hrten mit Hochdruck Reparaturen aus, um die Spuren der Schlacht zu beseitigen, und auch wenn keine Gelegenheit blieb, sich einfach nur eine Weile irgendwo hinzusetzen, konnte doch jeder geistig eine Zeit lang abschalten. So unheimlich der Sprungraum auch war, be-dauerte Geary den Sprung zur�ck in den Normalraum, als sie ihr Ziel erreichten.</p><p>Das Statusdisplay, das mit den Daten aus den erbeuteten Syndik-Verzeichnissen �ber die diversen Sternensysteme ge-f�ttert worden war, aktualisierte die vorhandenen Fakten um die tats�chlichen Beobachtungen, als die Sensoren der Allianz-Flotte damit begannen, die Anwesenheit von Menschen im Branwyn-System zu erfassen und die Erkenntnisse auszuwer-ten. �berraschenderweise hielten sich hier deutlich mehr Syndiks auf als erwartet, denn die meisten Sternensysteme, denen ein Anschluss an das Hypernet-Portal versagt geblieben war, wurden mehr oder weniger aufgegeben. Hatten sie zuvor noch eine Funktion erf�llt, da der Reiseverkehr sie durch-querte, um von einem Sprungpunkt zum n�chsten zu gelangen, wurden sie inzwischen links liegen gelassen, weil das Hypernet die Reise vom Start- zum Zielpunkt in einem Zug erlaubte.</p><p>Aber hier in Branwyn entpuppten sich die Bergbaueinrichtungen, die die Anwesenheit von so vielen Menschen erforderlich machten, als erheblich gr��er als der Bestand, der in den jahrzehntealten Sternenf�hrern der Syndikatwelten genannt wurde, die der Allianz-Flotte bei Sancere in die Finger gefallen waren. �Warum?�, r�tselte Geary laut.</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf und war offenbar genauso verbl�fft. �Das Syndik-Milit�r ist hier �berhaupt nicht pr�sent.</p><p>Keine Sp�hschiffe, keine Streitmacht, die vor uns sch�tzen soll. Ich kenne kein anderes bewohntes Syndik-System, das nicht wenigstens �ber eine interne Sicherheitseinheit verf�gt.�</p><p>Die Informationen �ber das System wurden weiter aktualisiert, und nun wurden einige Frachtschiffe angezeigt, die zu einem der anderen Sprungpunkte unterwegs waren oder von dort kamen. �Wohin f�hrt dieser Sprungpunkt?�</p><p>Noch w�hrend ein Wachhabender ihm �Ins Sortes-System, Sir� zurief, sah er die Antwort auf seinem Display.</p><p>Ein vom Hypernet abgeschnittenes Sternensystem mit einer starken Syndik-Pr�senz, von dem offenbar regelm��ig Schiffe in ein benachbartes System reisten, das seinerseits �ber ein Hypernet-Portal verf�gte. Aber es machte nicht den Eindruck, als w�rde hier irgendetwas abgebaut, was es nicht auch in Sortes gab. �Was soll das blo�?�, murmelte Geary.</p><p>Victoria Rione begann zu lachen und lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich. �Keiner von Ihnen hat eine Ahnung davon, was das hier ist, wie? Ist Ihnen nicht klar, was Sie hier sehen?</p><p>Das ist eine nicht genehmigte Einrichtung, sozusagen eine Piratenmine, angelegt von Syndik-Konzernen, die sich damit der zentralen Kontrolle und der Besteuerung entziehen wollen. Was sie hier abbauen, ist nirgendwo registriert, und es wird auch nicht versteuert. Das macht den Aufwand und die zus�tzlichen Kosten mehr als wett, die dadurch entstehen, dass das Material in ans Hypernet angeschlossene System ge-schmuggelt und seine Herkunft vertuscht werden muss.�</p><p>�Und woher wissen Sie das?�, fragte Geary nach.</p><p>�Weil solche Operationen auch immer wieder im Allianz-Gebiet zu finden sind. So was ist illegal, aber profitabel. Einer der Zeitvertreibe des Senats besteht darin, Gesetze zu erlassen, mit denen verhindert werden soll, dass die Betreiber solcher Anlagen ungeschoren davonkommen. Aber die Leute finden immer wieder neue Schlupfl�cher.�</p><p>Eine illegale Operation also. Geary fragte sich, ob die Bewohner von Branwyn wohl dem heimgesuchten Lakota-System helfen w�rden. �Schicken wir ihnen die Aufzeichnungen von den Ereignissen bei Lakota und den Notruf, der von der bewohnten Welt ausgesendet wurde. Was wird eigentlich geschehen, wenn die Syndik-Beh�rden oder das Milit�r von dem Treiben hier erfahren?�</p><p>Rione zuckte mit den Schultern. �Einigen von ihnen ist das l�ngst bekannt, aber ich kann mir vorstellen, dass Beste-chungsgelder f�r die ma�geblichen Leute daf�r sorgen, dass das Wissen nicht weiter verbreitet wird. Allerdings k�nnte unser Flug durch das System zu viel Aufmerksamkeit auf das lenken, was sich hier abspielt.�</p><p>Nach einem Blick auf das Steuerdisplay erwiderte Geary:</p><p>�Wir ben�tigen nur vier Tage, um den Sprungpunkt nach Wendig zu erreichen. Die Hilfsschiffe verarbeiten bereits die Rohstoffe, die wir bei Lakota erbeuten konnten. Glauben Sie, wir k�nnen den Syndiks so weit vertrauen, dass sie uns Rohstoffe liefern, wenn wir sie von ihnen fordern, ohne dass sie darin eine b�se �berraschung f�r uns verstecken?�</p><p>�Sie wollen einem Haufen Piraten vertrauen? Wie viel Gewinn k�nnen Sie denen anbieten?�</p><p>��berhaupt keinen.�</p><p>�Dann wissen Sie jetzt auch, wie weit Sie ihnen vertrauen k�nnen.�</p><p>Da die Syndik-Pr�senz in Branwyn alle Anzeichen f�r eine hastige Evakuierung des Systems erkennen lie�, der Allianz-Flotte gegen�ber aber keine Drohungen ausgesprochen wurden, ver-fiel Geary in Rastlosigkeit. Da er nicht l�nger stillsitzen und nachdenken konnte, unternahm er lange Spazierg�nge durch die Korridore der <emphasis>Dauntless. </emphasis>Schlachtkreuzer waren gro�e Schiffe, aber zugleich doch so klein, dass er bei seinen Ausfl�gen wiederholt Captain Desjani begegnete, die einerseits ebenfalls Ruhe zum Nachdenken suchte, andererseits aber auch darauf achten musste, von ihrer Crew gesehen zu werden.</p><p>Ironischerweise waren solche Treffen mit Desjani die beste Verteidigung gegen die Ger�chte �ber eine Beziehung, die man ihnen beiden nachsagte. H�tte man sie nicht gesehen, wie sie gemeinsam im Schiff unterwegs waren und sich unterhielten, w�re schnell spekuliert worden, dass sie sich wohl irgendwo im Verborgenen trafen, wo niemand sie beobachten konnte.</p><p>Die Unterhaltungen betrafen meistens dienstliche Themen: den Krieg, die F�hrung des Schiffs, die Vor- und Nachteile verschiedener Schiffstypen, Taktiken, Logistik, Personalange-legenheiten und die Frage, welches Ziel die Flotte als N�chstes ansteuern sollte. Nichts davon konnte jemand, der sie zuf�llig belauschte, f�r ein privates Gespr�ch halten, auch wenn Desjani mit gro�er Leidenschaft �ber diese Dinge redete, weil es f�r sie das Gr��te war, ein Flottenoffizier zu sein.</p><p>Aber je �fter sie sich unterhielten, umso mehr erz�hlte Desjani von ihrer Heimatwelt Kosatka und vom Allianz-Gebiet im Allgemeinen, von ihrer Familie und ihren Freunden�� und nach und nach brachte sie Geary dazu, selbst auch �ber diese Dinge zu reden. Dabei musste er feststellen, dass er Erinnerungen zutage f�rderte, die er f�r zu schmerzhaft gehalten hatte; Gedanken an Menschen und Orte, die l�ngst nicht mehr existierten. Es �berraschte ihn, dass diese Ausfl�ge in sein Ged�chtnis nicht nur etwas Melancholisches, sondern auch etwas Befreiendes hatten.</p><empty-line/><p>�Sie sprachen vor einer Weile davon, dass Sie jemanden an Bord der <emphasis>Dreadnought</emphasis> kennen�, begann Desjani bei einem dieser Spazierg�nge, bei dem sie einen langen, zu den Antriebseinheiten f�hrenden Korridor entlangschlenderten. Es war tiefe Schiffsnacht, und nur gelegentlich begegneten sie einem Matrosen oder einem Offizier, der noch etwas zu erledigen hatte.</p><p>Ihre Bemerkung w�hlte frischere, schmerzhaftere Erinnerungen auf, die bis ins Heimatsystem der Syndiks zur�ck-reichten. �Ja�, best�tigte Geary leise. �Meine Gro�nichte. Die Schwester von Captain Michael Geary. Er hat mir eine Nachricht f�r sie mitgegeben.�</p><p>Desjani warf einen Blick auf ihre Datentafel. �Commander Jane Geary? Sie befindet sich nicht nur an Bord der <emphasis>Dreadnought, </emphasis>sie ist auch die Befehlshaberin.� Dann stutzte sie. �Ein Schlachtschiff, das von einer Geary befehligt wird? Das ist irgendwie eigenartig. Aber ich habe nie irgendetwas Negatives �ber sie zu h�ren bekommen.�</p><p>Geary bem�hte sich, nicht zu schnauben. Die moderne Flotte schickte ihre besten Offiziere auf die Schlachtkreuzer, mit denen sie allen voran in die Schlacht zogen, um als Erste zu sterben. �Vielleicht stellt man unm�glich hohe Erwartungen an sie.�</p><p>�Sie meinen, man misst sie an ihrem legend�ren Gro�onkel?�, fragte Desjani und begann zu l�cheln. �Das ist denkbar.� Dann wurde sie wieder ernst. �Und wenn wir zur�ckkehren, m�ssen Sie ihr erz�hlen, dass ihr Bruder vermutlich tot ist. Das tut mir leid.�</p><p>�Das wird nicht leicht werden.�</p><p>�Aber Sie sagten, Sie sollen ihr eine Nachricht �berbrin-gen, richtig?�</p><p>�Ja. Es war so ziemlich das Letzte, was er mir mitteilen konnte, bevor die <emphasis>Repulse</emphasis> zerst�rt wurde.� Er dachte dar�ber nach und kam zu dem Schluss, wenn es au�er den Gearys einen Menschen gab, der diese Nachricht verstehen konnte, dann war es wohl Desjani. �Ich soll ihr ausrichten, dass er mich nicht mehr hasst.�</p><p>Sie machte eine entsetzte Miene, die gleich darauf einen nachdenklichen Ausdruck annahm. �Die unm�glich hohen Erwartungen� Michael Geary hat Sie gehasst, weil man diese Erwartungen an ihn gestellt hatte, richtig?�</p><p>�So hat er es ausgedr�ckt.� In der kurzen Zeit, in der er mit seinem Gro�neffen hatte reden k�nnen, war ihm kaum Gelegenheit geblieben, ein anderes als dieses Thema anzuschnei-den.</p><p>�Aber er hat seine Meinung ge�ndert.� Desjani sah Geary lange an. �Weil er die Repulse eingesetzt hat, um den Feind aufzuhalten. Ein letzter Versuch der Nachhut, dem Rest der Flotte die Flucht zu erm�glichen. Es war das Gleiche, was Sie damals auch gemacht haben. Dann hat er Ihr Handeln also verstanden, oder?�</p><p>�Ja.� Es war f�r ihn eine gro�e Erleichterung, diese Geschichte mit einem anderen Menschen zu teilen. Tanya Desjani hatte verstanden, was er sagen wollte, aber das war auch kein Wunder. �Ihm war klar geworden, dass ich das nicht gemacht habe, weil ich mich f�r einen Helden hielt oder weil es mir um Ruhm ging. Ich tat das, weil viele andere auf mich z�hlten. Weiter nichts.�</p><p>�Und er musste ganz genauso handeln.� Sie nickte best�tigend. �Daf�r muss man schon ein Held sein, Sir.�</p><p>�Nein, das muss man nicht.� Geary zuckte mit den Schultern und sp�rte, wie sich ein alter Schmerz regte, als er an den Tod seines ehemaligen Schiffes vor einhundert Jahren und an die Trauer um den Verlust so vieler Schiffe dieser Flotte denken musste, die sich alle in der gleichen hoffnungslosen Position befunden hatten. �Es ist purer Zufall, ob man in eine solche Situation ger�t oder nicht.�</p><p>�Mag sein.� Desjani warf ihm einen ernsten Blick zu. �Aber wie sich jemand verh�lt, der sich in dieser Situation befindet, das hat mit Zufall nichts zu tun, Sir. Er trifft dann eine Entscheidung, so wie es jeder von uns macht. Diese Entscheidungen bestimmen, wer wir sind. Ich wei�, Sie h�ren das nicht gern, aber Sie sind ein Held, Sir. W�ren Sie das nicht, dann h�tten die Leute Sie l�ngst durchschaut.�</p><p>�Ich bin ein Mensch, Tanya.�</p><p>�Ja, nat�rlich. Und das macht Sie doch zum Helden. Menschen f�rchten sich vor Tod und Schmerz, und wenn wir diese Angst �berwinden, um andere zu besch�tzen, dann haben wir etwas geleistet, worauf wir stolz sein k�nnen.�</p><p>Verdutzt ging Geary ein paar Schritte weit, ehe er erwiderte:</p><p>�So habe ich das noch nie gesehen. Sie k�nnen wirklich gut mit Worten umgehen, wissen Sie das? Kein Wunder, dass Ihr Onkel Sie in seiner Literaturagentur haben wollte.�</p><p>Sie sah zu Boden und l�chelte wehm�tig. �Mein Schicksal lag inmitten der Sterne, Captain Geary. Ich glaube, so habe ich immer schon empfunden.�</p><p>�Irgendeine Ahnung, wieso?�</p><p>�Nein. Aber die Sterne haben mich stets zu sich gerufen. Es ist eigenartig, dass ich als kleines M�dchen in die grenzenlose Leere des Weltalls geblickt und bereits damals daran geglaubt habe, dort das zu finden, was f�r mich wirklich wichtig ist.</p><p>Aber so habe ich schon immer empfunden.�</p><p>�Die <emphasis>Dauntless?�, </emphasis>neckte Geary sie. �Ich merke Ihnen an, wie sehr es Ihnen gef�llt, auf der Br�cke eines Schlachtkreuzers zu stehen.�</p><p>Desjani begann zu lachen, was so selten vorkam, dass Geary sich nicht sicher war, ob er sie je zuvor einmal hatte lachen h�ren. �Das will ich nicht hoffen! Aber so sehr ich die <emphasis>Dauntless</emphasis> auch verehre, sind Schlachtkreuzer doch f�r jeden Captain eine sehr anspruchsvolle K�nigin. Und die Beziehung ist sehr einseitig, wie Sie wissen. Ich hatte auf etwas Ausgewoge-neres gehofft.� Sie l�chelte immer noch, und gegen seinen Willen begann er zu �berlegen, wie eine solche Beziehung zu Desjani wohl sein w�rde. Aber er konnte sich das nicht leisten, und sie konnte es ebenfalls nicht, also gingen sie weiter durch den Korridor und wechselten zu einem ungef�hrliche-ren Thema wie den j�ngsten Verbesserungen an den Zieler-fassungssystemen der H�llenspeere.</p><p>Als er sein Quartier betrat, musste er zu seinem Erstaunen feststellen, dass Rione trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit zu ihm gekommen war. Sie stand vor dem Sternendisplay, als w�rde sie es schon seit einer Weile betrachten. �Stimmt was nicht?�</p><p>�Woher soll ich das wissen?�, gab sie zur�ck. �Ich bin nur deine ehemalige Geliebte. Du hast mit ihr gesprochen.�</p><p>Geary zog die Brauen zusammen. �Du redest von Captain Desjani? Sie ist Captain meines Flaggschiffs und��</p><p>�Ihr habt euch nicht nur �ber eure geliebte Flotte unterhalten�, fiel Rione ihm ins Wort, klang diesmal aber nicht w�tend, sondern niedergeschlagen.</p><p>�Zwischen uns wird nie etwas sein, Victoria. Du wei�t ganz genau, warum zwischen Tanya Desjani und mir nichts sein kann.�</p><p>Eine Weile schaute sie zur Seite, dann sah sie Geary mit ausdrucksloser Miene an. �Zwischen euch ist l�ngst etwas. Nichts K�rperliches, nein. Keine unziemlichen Handlungen irgendwelcher Art. Das gebe ich unumwunden zu. Dazu w�rde sich keiner von euch hinrei�en lassen. Aber gef�hlsm��ig seid ihr eng miteinander verbunden, und das geht weit �ber das Dienstliche hinaus. Du wei�t, dass das stimmt, John Geary.�</p><p>Sie atmete langsam aus und blickte abermals zur Seite. �Ich werde niemals die zweite Wahl f�r einen Mann sein.�</p><p>Er �berlegte, was er darauf erwidern sollte. �Ich dachte nicht��</p><p>�Nein, nat�rlich nicht. Ich habe dir ja auch nie signalisiert, ich k�nnte an mehr interessiert sein als an der k�rperlichen Beziehung, die wir hin und wieder genossen haben. Aber eine starke Frau braucht einen starken Mann an ihrer Seite, und ich musste erkennen, dass ich von dir mehr wollte als nur Sex. Aber das bekomme ich nicht, und das kannst du ruhig zugeben. Du liebst mich nicht. Dich interessiert nur mein K�rper, aber du liebst mich nicht, und du kannst mich auch nicht lieben.�</p><p>�Ich kann nicht ernsthaft behaupten, dass ich dich liebe�, gab Geary zu. �Aber ich w�re nicht an deinem K�rper interessiert, wenn ich dich nicht zugleich auch bewundern w�rde.�</p><p>Rione sah gequ�lt l�chelnd in eine Ecke des Quartiers. �So etwas w�nscht sich jede Frau. Dass sie bewundert wird und man an ihrem K�rper interessiert ist.�</p><p>�Tut mir leid, aber du hast selbst versichert, dass wir uns gegenseitig keine Versprechungen machen w�rden.�</p><p>�Ich wei�, und ich habe die Abmachung gebrochen. Zum Teil jedenfalls. Du musst dir nichts darauf einbilden, dass ich dich wie verr�ckt liebe. Aber ich werde nicht deine zweite Wahl sein�, wiederholte sie. �Ich habe meinen Stolz.� Sie ging zur Luke und blieb stehen, um sie zu �ffnen, doch dann drehte sie sich zu ihm um. �Wenn ich gegangen bin, �ndere deine Sicherheitseinstellungen, damit ich keinen freien Zugang mehr zu deinem Quartier habe.�</p><p>Geary nickte. �Wenn es das ist, was du willst.�</p><empty-line/><p>�Was ich will, ist unwichtig. Aber du sollst wissen, dass ich ernst meine, was ich sage. Ich werde nicht wieder herkommen, es sei denn, du ben�tigst meinen Ratschlag.�</p><p>Sie verzog den Mund und sch�ttelte den Kopf. �Die Allianz braucht diese Flotte, und sie braucht dich. Ich werde deine Verb�ndete und deine Vertraute bleiben, solange du deiner �berzeugung und der Allianz treu bleibst. Aber ich werde nicht wieder zu dir ins Bett kommen, und ich werde dich auch nicht bitten, zu mir ins Bett zu kommen. Denn ich wei�, wenn du mich liebst, dann denkst du in Wahrheit nur an sie, und <emphasis>diesen</emphasis> Gedanken werde ich nicht ertragen.�</p><p>Nachdem die Luke sich geschlossen hatte, sa� er noch lange Zeit da und dachte �ber Victoria Riones Worte nach.</p><p>Es stimmte, was sie sagte. Die eine Frau in dieser Flotte, die er haben konnte, war nicht die, die er haben wollte, und Rione hatte v�llig recht, wenn sie sagte, sie wolle nicht die zweite Wahl sein.</p><p>Er stand auf, ging zur Zugangskontrolle f�r sein Quartier und �nderte die Einstellungen, damit Rione nicht mehr nach Belieben eintreten konnte. Irgendwie besiegelte diese Geste, dass Rione h�chstens wieder herkommen w�rde, um mit ihm �ber die Belange der Flotte zu reden. Unwillk�rlich versp�rte er Schuldgef�hle und zugleich gro�e Erleichterung.</p></section><section><title><p>Acht</p></title><p>Nachdem sie zwei Tage im Branwyn-System verbracht hat-len, blieben noch zwei weitere Tage bis zum Erreichen des Sprungpunkts. W�hrenddessen k�mmerten sich die Syndiks weiter in aller Eile um ihren R�ckzug. Es hatte keine er-kennbare Reaktion auf die �bermittelte Nachricht �ber die Situation in Lakota gegeben, und Geary konnte somit nur hoffen, dass die Leute in diesem System sich die Hilferufe zu Herzen nehmen w�rden. �Und was erz�hlen Ihre Spione Neues?�, fragte Geary, w�hrend er sich in seinen Sessel fallen lie�.</p><p>Der virtuelle Captain Duellos schien auf diese Frage br�skiert zu reagieren. �Politiker haben Spione, ich habe Quellen, mein lieber Captain Geary.�</p><p>�Ich bitte um Entschuldigung.�</p><p>�Angenommen. Eigentlich kann ich nicht viel Neues berichten, aber ich dachte, Sie h�tten vielleicht Lust auf ein Schw�tzchen.�</p><p>�Da haben Sie v�llig richtig gedacht. Danke. Und �ber was reden wir?�</p><p>��ber Druck.� Duellos vollf�hrte eine Geste Richtung Sternendisplay. �Wenn wir Cavalos hinter uns bringen, dann ist diese Flotte nur noch f�nf oder sechs Spr�nge von einem Syndik-Grenzsystem entfernt, aus dem wir in Allianz-Gebiet zu-r�ckkehren k�nnen. Ein zuf�lliger Beobachter k�nnte zu dem Schluss kommen, dass Sie erleichtert sind, weil wir der Heimat bereits so nahe sind. Ich dagegen neige zu der Ansicht, dass Sie zunehmend nerv�ser werden, weil Sie jeden Moment mit dem gro�en Knall rechnen.�</p><p>Geary nickte. �Gut getippt. Mit jedem Schritt, den wir der Heimat n�her kommen, wird die Frage umso eindringlicher, ob uns im letzten Moment noch eine Katastrophe in die Quere kommt. Ich rechne nach Cavalos �brigens mit sechs Spr�ngen, da wir weiterhin Syndik-Systeme mit Hypernet-Portalen meiden m�ssen.�</p><p>�Stimmt.� Duellos betrachtete aus dem Augenwinkel die Darstellung der Sterne. �Die Syndiks m�ssen so verzweifelt sein wie noch nie zuvor. Sie werden alles mobilisieren, was sie noch aufzubieten haben, um Sie aufzuhalten.�</p><p>�Um <emphasis>uns</emphasis> aufzuhalten�, korrigierte Geary ihn.</p><p>�Richtig, auch wenn es nur nat�rlich ist, dass man so etwas Unpers�nliches wie eine Flotte auf eine Person fixiert.�</p><p>�Das kann schon sein.� Geary verzog das Gesicht, w�hrend er das Display musterte. �Die Tatsache, dass die Syndiks ihre verbliebenen Kriegsschiffe zusammenziehen, um uns zu stoppen, d�rfte eine Chance f�r die Allianz-Kriegsschiffe bedeuten, die zur�ckgelassen wurden, als sich diese Flotte auf den Weg ins Heimatsystem der Syndiks gemacht hat. Zumindest werden sie in der Lage sein, Verst�rkung in das Grenzsystem zu schicken, das wir letztlich ansteuern werden. Allerdings haben wir keine M�glichkeit, unsere Leute im Allianz-Gebiet wissen zu lassen, was los ist oder wo wir uns befinden.�</p><p>�Zu schade, dass die Aliens es ihnen nicht verraten werden.</p><p>Aber wir k�nnen wohl dankbar sein, wenn sie den Syndiks nicht verraten, wo wir sind.�</p><p>�Oh ja.� Geary dr�ckte die Handballen gegen seine Augen, da er f�hlte, dass Kopfschmerzen im Anmarsch waren.</p><p>�Reden wir �ber andere Dinge.�</p><empty-line/><p>Duellos schien zu �berlegen. �Wollen wir �ber pers�nliche Angelegenheiten reden?�</p><p>�Ihre oder meine?�, fragte Geary ironisch.</p><p>�Ihre.�</p><p>�Das hatte ich bef�rchtet. Was ist jetzt schon wieder?�</p><p>Duellos legte die Stirn in Falten und sah nach unten. �Sie und Tanya Desjani.�</p><p>�Nein, wir haben nichts miteinander, und daran wird sich auch nichts �ndern.�</p><p>�In der Flotte w�chst die �berzeugung, dass es doch so ist.</p><p>Jeder wei�, dass Co-Pr�sidentin Rione nicht mehr in Ihrem Quartier �bernachtet und dass sie und Captain Desjani nur mit M�he zivilisiert miteinander umgehen k�nnen.� Duellos machte eine beil�ufige Geste. �Daraus wird gefolgert, dass die bessere Frau gewonnen hat. Nat�rlich sieht die Flotte in Tanya Desjani eine bessere Frau als in einer Politikerin.�</p><p>Geary schnaubte aufgebracht. �Sie ist eine wunderbare Frau, aber sie ist auch meine Untergebene. Sie kennen die Vorschriften so gut wie ich, und sie ist ebenfalls damit vertraut.�</p><p>�Sie k�nnten damit durchkommen, wie Sie wissen�, gab Duellos zu bedenken. �Sie sind ein Sonderfall. Sie sind Black Jack Geary.�</p><p>�Der fast mythische Held, der tun und lassen kann, was er m�chte. Klingt sch�n, aber ich kann es mir nicht leisten, so von mir zu denken.� Er stand auf und begann, rastlos im Raum auf und ab zu gehen, obwohl er sich hundem�de f�hlte.</p><p>�Wenn ich gegen diese Vorschrift versto�e, warum dann nicht gleich auch noch gegen ein paar mehr? Und wenn ich schon dabei bin, warum nehme ich dann nicht gleich Captain Badayas Angebot an und schwinge mich zum Diktator auf? Abgesehen davon�, f�gte er schlie�lich an, �w�rde sich Tanya gar nicht darauf einlassen. Sie w�rde von sich aus nichts mit mir anfangen, und sie w�rde mich auch nicht zum Zug kommen lassen.�</p><p>�Da haben Sie vermutlich recht�, stimmte Duellos ihm zu.</p><p>�Aber dann m�ssen Sie auch noch kr�ftig daran arbeiten, dass Ihre Augen nicht diesen sehns�chtigen Ausdruck annehmen, wenn Sie ihren Namen sagen.�</p><p>Geary wirbelte zu Duellos herum. �Ich hoffe, das war als Scherz gemeint. Oder stimmt das etwa?�</p><p>�Zumindest f�llt es mir auf. Aber keine Sorge, das scheint nur aufzutreten, wenn Sie �Tanya� sagen. Bei �Captain Desjani� ist das nicht der Fall.� Duellos verzog die Mundwinkel. �Und es ist ja nicht so, als w�rde sie Sie nicht manchmal ganz genauso ansehen.�</p><p>Tats�chlich? �Ich schw�re Ihnen, wir haben nichts gemacht, was��</p><p>Duellos hob seine Hand, um Gearys Redefluss zu stoppen.</p><p>�Das m�ssen Sie gar nicht. Ich zweifle nicht an dem, was Sie sagen. Jaylen Cresida und ich kennen Desjani gut genug, um zu wissen, dass sie sich mit ihren Gef�hlen f�r Sie nicht nur schrecklich herumqu�lt, sondern dass sie deswegen auch ein schlechtes Gewissen hat. F�r einen vorgesetzten Offizier etwas zu empfinden, l�uft allem zuwider, woran sie glaubt.� Mit einem Schulterzucken f�gte er hinzu: �Jetzt glaubt sie nat�rlich an Sie.�</p><p>Vom eigenen schlechten Gewissen geplagt, rieb sich Geary mit beiden H�nden �bers Gesicht. �Ich sollte die <emphasis>Dauntless </emphasis>verlassen. Ich habe kein Recht, sie in eine solche Situation zu bringen.�</p><p>�Wenn Sie die <emphasis>Dauntless</emphasis> verlassen, f�hrt das zu gar nichts.</p><p>Wie sagte doch Captain Cresida zu mir: �Wenn Tanya erst einmal ein Ziel erfasst hat, dann l�sst sie nicht wieder los. Sie kann gar nicht anders.� Und damit hat Jaylen recht. Sie geraten nicht aus Tanyas Gesichtsfeld, wenn Sie auf ein anderes Schiff wechseln, und es k�nnte f�r sie sogar noch schlimmer sein, wenn Sie nicht mehr da sind. Abgesehen davon erf�llt es die Crew der <emphasis>Dauntless</emphasis> mit Stolz, Sie an Bord zu haben. Ich rate Ihnen, sie nicht zu verlassen.�</p><p>Geary nickte ihm zu, fragte sich jedoch, ob Duellos mit �sie� Tanya Desjani oder die <emphasis>Dauntless</emphasis> gemeint hatte. �Aber wenn die Flotte glaubt, zwischen uns l�uft was��</p><p>�Das glaubt die Flotte nicht. Jedenfalls nicht in dieser Weise. Auch wenn getuschelt wird, dass es sehr wohl so ist, glauben die meisten in der Flotte, dass Sie beide zwar ein inniges Verh�ltnis haben, dass Sie aber strikt dienstlich miteinander umgehen und den n�tigen Abstand wahren.�</p><p>�Nicht mal das stimmt�, beteuerte Geary und lie� sich wieder in seinen Sessel sinken.</p><p>�Bei einer buchstabengetreuen Auslegung der Vorschrift haben Sie recht, aber eine unerf�llte Liebe ist immer auch von einer romantischen Aura umgeben, und ich glaube, dass Sie beide trotz Ihrer Gef�hle die Regeln beachten, st�rkt Ihre Position umso mehr. Es ist so wie in einer antiken Sage.� Duellos l�chelte, als Geary ihm einen m�rrischen Blick zuwarf. �Sie haben gefragt, und ich antworte Ihnen.�</p><p>�Enden diese Sagen nicht alle ziemlich tragisch?�</p><p>Wieder kam von Duellos ein Schulterzucken. �Die meisten schon. Aber das hier ist Ihre Sage, Sie schreiben daran, w�hrend wir hier sitzen.�</p><p>Aus irgendeinem Grund musste Geary dar�ber lachen. �Ich glaube, ich muss mal ein eindringliches Gespr�ch mit mir f�hren, was diesen Plot angeht.�</p><p>�Eine Sage w�re doch uninteressant, wenn den Figuren nicht irgendetwas Schlimmes zusto�en w�rde�, betonte Duellos.</p><empty-line/><p>�Ich habe nie gewollt, dass mein Leben interessant ist, und ich habe erst recht nicht gewollt, dass Desjanis Leben auf diese Weise interessant wird.�</p><p>�Sie schreibt ihre eigene Geschichte. Sie k�nnen ihr auf der Br�cke Befehle erteilen, aber sie scheint mir nicht der Typ zu sein, der sich von irgendwem vorschreiben l�sst, wie ihre pers�nliche Sage verlaufen soll.�</p><p>Dagegen war nichts einzuwenden. �Es ist ohnehin alles Spekulation. Wenden wir uns lieber wieder den unpers�nlichen Angelegenheiten zu�, murrte Geary. �Ich hoffe, die Leute machen Tan-� Captain Desjani deswegen nicht das Leben schwer.�</p><p>�Falls doch, ist sie in der Lage, zur�ckzuschie�en. Ich muss zugeben, mich hat Ihre offensichtliche Vorliebe f�r gef�hrliche Frauen erstaunt, aber das scheint ja auf Gegenseitigkeit zu beruhen.�</p><p>Da ihm nichts einfallen wollte, was er darauf erwidern konnte, wechselte Geary kurzerhand das Thema. �Ich wusste gar nicht, dass Sie und Oesida befreundet sind.�</p><p>�Waren wir urspr�nglich auch nicht. Wir kannten uns kaum, aber seitdem Sie das Kommando �bernommen haben, gab es f�r uns immer wieder Gelegenheiten f�r l�ngere Unterhaltungen. Sie ist eine beeindruckende Frau. Ich wei� nicht, ob ihr Temperament f�r ein gr��eres, eigenst�ndiges Kommando gen�gt, aber Jaylen Cresida ist eine brillante Wissen-schaftlerin. Da stellt man sich unwillk�rlich die Frage, was wohl ohne diesen Krieg aus ihr geworden w�re.� Er schaute nachdenklich drein. �Meine Frau und ich haben zu Hause ein paar Freunde, mit denen wir sie bekanntmachen wollen.</p><p>Beide Seiten k�nnte es erheblich schlechter erwischen.�</p><p>�Kann ich mir gut vorstellen�, meinte Geary. Lange Zeil hatte er es vermieden, sich intensiver mit den Personalakten seiner Schiffskommandanten zu besch�ftigen, aber es war mehr als �berf�llig, dass er endlich mehr �ber die Menschen hinter den Posten herausfand. �Und abgesehen von meinem nicht existenten Liebesleben und Ihrem Wunsch, Captain Cresida zu verkuppeln��</p><p>Duellos grinste fl�chtig, dann lehnte er sich zur�ck, dachte kurz nach und machte einen ungl�cklichen Eindruck. �Ich komme nicht dahinter, was Captain Numos vorhat. Ganz sicher hat er seinen Arrest bis heute nicht akzeptiert. Aber die Mitteilungen, die er an seine Anh�nger verschickt, verlassen so klammheimlich seine Zelle, dass nicht mal das Ger�cht ihrer Existenz bis zu denjenigen vordringt, die bereit sind, die Information an mich weiterzugeben.�</p><p>�Und was ist mit Captain Faresa? Hat sich irgendetwas zu ihr zur�ckverfolgen lassen, bevor die <emphasis>Majestic</emphasis> zerst�rt wurde?�</p><p>�Es war nichts zu finden. Faresa ist immer Numos' Beispiel gefolgt, w�hrend Captain Falco gelegentlich unge-schickte Versuche unternahm, eine Nachricht nach drau�en zu schmuggeln. Aber selbst wenn er noch lebte, k�nnte er jetzt nicht als Galionsfigur dienen.� Duellos legte die Stirn in tiefe Falten. �Ihre Feinde ben�tigen jemanden, den sie aufbauen k�nnen, einen Offizier, der angesehen genug ist, um als Alternative zu Ihnen akzeptiert zu werden. Bislang bin ich nicht dahintergekommen, wer das sein k�nnte, und das macht mir Sorgen.�</p><p>�Wir k�nnen doch sicher ein paar Kandidaten auflisten�, meinte Geary und war froh dar�ber, dass sich die Unterhaltung endlich nicht mehr um sein Privatleben drehte.</p><p>�Da bin ich mir nicht so sicher. Diese Galionsfigur, die Sie ersetzen soll, muss ja zumindest auch diejenigen ansprechen, die an Sie glauben. Das kann nur jemand sein, von dem nicht bekannt ist, dass er zu Ihren Widersachern geh�rt. Und er muss ein halbwegs brauchbarer Befehlshaber sein.�</p><p>Geary ging im Geist die Liste der Offiziere durch, die er kannte. �Also jemand, dem wir bislang vertraut haben?�</p><p>�Auf keinen Fall Tulev oder Cresida. Auch nicht Armus, obwohl wir ihm nicht trauen. Aber er ist wie eine stumpfe Waffe, er redet drauflos und handelt schn�rkellos. Er k�nnte Sie nicht �ber einen l�ngeren Zeitraum hinweg so gut t�uschen. Badaya hat sich in letzter Zeit verst�rkt zu Wort gemeldet, doch er ist Ihnen treu ergeben, solange er daran glaubt, dass Sie nach der R�ckkehr ins Allianz-Gebiet die Macht an sich rei�en werden.�</p><p>�Damit bleibt immer noch eine Menge m�glicher Kandidaten �brig.�</p><p>�Richtig�, stimmte Duellos ihm zu. �Ich arbeite daran und kann nur hoffen, dass wir etwas erfahren, was uns weiter-hilft.�</p><p>�Danke. Und ich werde Co-Pr�sidentin Rione fragen, was ihre Spione herausfinden k�nnen.� Als er Duellos Reaktion bemerkte, fragte er: �Vertrauen Sie ihr nicht?�</p><p>�Oh, ich vertraue ihr, dass sie das tut, was f�r die Allianz das Beste ist. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob das auch wirklich das Beste f�r die Allianz ist.�</p><p>Das war eine berechtigte Sorge. Geary nickte, dann auf einmal kam ihm etwas ins Ged�chtnis. �Was ist mit Caligo auf der <emphasis>Brilliant</emphasis> und mit Kila auf <emphasis>Inspire?</emphasis>�</p><p>Duellos dachte �ber die Frage nach. �Darf ich fragen, wie Sie ausgerechnet auf diese beiden kommen?�</p><p>�Die Erkenntnis, dass keiner von ihnen bislang nennens-wert in Erscheinung getreten ist. Bei der letzten Konferenz hat Kila zum ersten Mal etwas zur Diskussion beigetragen. Und Caligo hat noch gar nichts gesagt.�</p><empty-line/><p>�Das liegt in Caligos Art�, erkl�rte Duellos. �Er und ich, wir beide haben noch nie viel geredet. Meistens sitzt er da und beobachtet das Geschehen. Er h�lt sich gern im Hintergrund.�</p><p>Duellos' nachdenkliche Miene nahm einen besorgten Zug an.</p><p>�Interessant, wenn man bedenkt, was f�r ein Typ von Offizier unserer Meinung nach infrage kommen d�rfte.�</p><p>Unwillk�rlich musste Geary das Gleiche denken. �Aber wie ist er so?�</p><p>�Ich habe nichts Schlechtes �ber ihn geh�rt, andererseits aber auch nicht viel Gutes�, betonte Duellos. �Er macht seine Arbeit und veranstaltet kein gro�es Theater, aber er hat die Vorgesetzten gen�gend beeindrucken k�nnen, um sich das Kommando �ber einen Schlachtkreuzer zu sichern.�</p><p>Unter anderen Umst�nden h�tte sich das genau nach der Sorte Offizier angeh�rt, wie Geary sie bevorzugte. Jetzt brachte ihn das ins Gr�beln, und es �rgerte ihn, dass solche vage Andeutungen gen�gten, um ihn an der Loyalit�t eines Offiziers zweifeln zu lassen. �Und Kila?�</p><p>�Kila. Sie war bislang ungew�hnlich ruhig, wie mir gerade auff�llt.� Duellos schaute etwas verlegen drein. �Bei ihr bin ich ein wenig voreingenommen. Wir beiden hatten mal was miteinander, als wir noch Ensigns waren. Das hat unsere Ausbildung aber nicht �berlebt, und nachdem sich unsere Wege getrennt hatten, machte sie mir klar, dass wir in mehr als nur einer Hinsicht geschiedene Leute waren.�</p><p>�Oha�, machte Geary in mitf�hlendem Tonfall.</p><p>�Letztlich war ich sogar sehr dankbar�, gab Duellos zur�ck.</p><p>�Sandra Kila ist ehrgeizig und aggressiv. Und dazu auch noch intelligent.�</p><p>�Klingt ein wenig nach Cresida.�</p><p>�Hmmm. Mehr nach Cresidas b�ser Zwillingsschwester.</p><p>Kila neigt dazu, bei ihren Vorgesetzten Eindruck zu schinden, aber von ihresgleichen und ihren Untergebenen wird sie nicht besonders gemocht, weil ihre aggressive Art zu schnell in R�cksichtslosigkeit umschl�gt, auch wenn es um das Wettei-fern f�r einen Auftrag oder um das Abschneiden bei einer Bewertung geht.�</p><p>Das passte nicht. Geary sch�ttelte den Kopf. �Das h�rt sich nicht nach jemandem an, der still dasitzt und keine Anstalten macht, die Aufmerksamkeit des Flottenbefehlshabers auf sich zu lenken. So kann sie nicht punkten. Warum r�ckt sie sich bei Diskussionen nicht in den Mittelpunkt? Warum versucht sie nicht, sich bei mir beliebt zu machen? Was sie bei der letzten Konferenz von sich gegeben hat, wurde nicht mit Nachdruck vorgetragen, und es war eher dazu geeignet, mich unter Druck zu setzen. Das war nichts, womit sie mich h�tte beeindrucken k�nnen.�</p><p>�Vielleicht verfolgt sie ja weitreichendere Absichten�, gab Duellos zu bedenken und f�gte dann an: �Aber sie ist sehr unbeliebt bei den anderen Offizieren. Einigen von ihnen gen�gt der Ruf, der ihr vorauseilt, andere haben pers�nliche Erfahrungen mit ihr gemacht. In der Tierwelt w�rde man Kila als eine Tiermutter kennen, die ihre Jungen auffrisst.�</p><p>Geary zog eine Augenbraue hoch. �Sagten Sie nicht, Sie sind <emphasis>ein</emphasis> wenig voreingenommen?�</p><p>�Nur ein wenig�, best�tigte Duellos. �Aber mit meiner Meinung stehe ich nicht allein da. Kila w�rde man als Flottenkom-mandantin niemals akzeptieren, und sie ist klug genug, das selbst einzusehen.�</p><p>�Warum sollte ein so ehrgeiziger Offizier auf einmal einsehen, dass er an seine Grenzen gesto�en ist? Ich habe solche Offiziere gekannt. Die wollen bis an die Spitze kommen. Die nehmen sich nicht vor, es blo� bis zu einer bestimmten H�he zu schaffen und sich damit zu begn�gen. Sie merken nicht, dass sie sich oftmals mit ihren eigenen Taktiken den Weg ver-bauen, sodass sie letzten Endes nicht weiter aufsteigen k�nnen.�</p><p>�Ja, aber�� Duellos machte eine aufgebrachte Geste. �Das ist nicht mehr die Flotte, wie Sie sie kannten. Wenn Kila weiterhin Vorgesetzte h�tte, die sie beeindrucken k�nnte, dann h�tte sie Grund zu der Hoffnung, bis zur Kommandoebene bef�rdert zu werden, auch wenn die, die unter ihr dienen, das nicht wollen. Wer bis ganz nach oben kommen will, f�r den ist es viel wichtiger, diplomatisches Geschick zu besitzen.�</p><p>�Meinen Sie nicht vielmehr politisches Geschick?�, fragte Geary sarkastisch.</p><p>�Sie m�ssen nicht ausfallend werden.� Einen Moment lang sa� Duellos schweigend da, dann nickte er. �So sehr wir uns auch weigern, dieses Thema anzusprechen, haben Sie doch v�llig recht. Admiral Bloch war ein viel besserer Politiker als Offizier, und das gen�gte, um bef�rdert zu werden und schlie�lich das Kommando �ber diese Flotte zu erlangen. Der Flotte oder der Allianz hat er damit keinen Gef�llen getan.</p><p>Vielleicht begegnen wir Leuten wie Co-Pr�sidentin Rione deshalb immer feindseliger, weil wir das Gef�hl haben, bei ihrem Anblick in einen Spiegel zu schauen und das zu sehen, was aus uns geworden ist.�</p><p>�Rione ist nicht so schlecht�, widersprach Geary fast reflexartig. Duellos musterte ihn eine Zeit lang, bis Geary schlie�lich nickte. �Vielleicht ist sie das manchmal. Aber sie ist auf unserer Seite.�</p><p>�Hoffen wir, dass das so bleibt.�</p><p>Es wurde Zeit, das Thema zu wechseln. �Ist Ihnen eigentlich bekannt, ob Caligo oder Kila zu der Gruppe geh�ren, die Badayas Vorschlag unterst�tzt, mich zum Diktator zu machen?�</p><empty-line/><p>Duellos gr�belte dar�ber eine Weile nach. �Bei Caligo h�tte ich das eigentlich bejahen wollen, aber ich kann mich an keine einzige Situation erinnern, die das rechtfertigen w�rde. Kila� also, ich glaube einfach nicht, dass Kila gl�cklich dar�ber w�re, irgendeinen anderen Offizier als Diktator zu akzeptieren. Das hat weniger damit zu tun, dass sie eine gew�hlte Regierung unterst�tzen w�rde, das ist mehr eine Frage ihres eigenen Egos. Ich werde sehen, was sich herausfinden l�sst. Sie klingen besorgt, wenn ich das so sagen darf.�</p><p>Geary atmete langsam aus. �Ich vermute, es war kein Unfall, der Casia und Yin das Leben kostete. Einer von beiden h�tte sich dazu durchringen k�nnen, die Namen anderer Offiziere zu nennen, aber das wurde durch die Explosion des Shuttles vereitelt.� Duellos' Gesichtsz�ge waren einen Moment lang wie erstarrt, dann nickte er bed�chtig. �Und wenn die Leute, die gegen mich eingestellt sind und die einen anderen Flottenkommandanten oder einen anderen Diktator haben m�chten, zu einer solchen Ma�nahme bereit sind, dann werden sie beim n�chsten Mal vielleicht noch brutaler vorgehen.�</p><p>�Ich werde sehen, was ich in Erfahrung bringen kann. Sie haben in dieser Flotte mehr Freunde und Bef�rworter als je zuvor. Vielleicht kann uns einer von ihnen etwas verraten.�</p><p>�Ich habe so ein Gef�hl, dass es meine Feinde sind, die uns etwas verraten m�ssten�, erwiderte Geary.</p><p>Sie waren noch neun Stunden vom Sprungpunkt nach Wendig entfernt und an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> war der Nachtzyklus zur H�lfte vor�ber, als eine Nachricht einging, die mit einem Alarm verbunden war und Geary aus dem Schlaf riss. Er schlug mit der flachen Hand auf die Best�tigungstaste, dann wurde er stutzig, da er sah, dass die Nachricht von Commander Gaes vom Schweren Kreuzer <emphasis>Lorica</emphasis> kam. Warum sollte sie ihm eine Mitteilung senden, die mit h�chster Priorit�t zugestellt wurde und die der h�chsten Sicherheitsstufe unterlag?</p><p>Es gab kein Bild, nur Commander Gaes' Stimme war zu h�ren, sie klang angestrengt. �Antrieb Flottensprung in den W�rmersystemen.� Dann war die Mitteilung auch schon beendet, und Geary legte die Stirn in Falten. Was zum Teufel sollte denn das hei�en? Der Satz h�rte sich an, als h�tte jemand die einzelnen W�rter in der falschen Reihenfolge zusammen-gesetzt.</p><p>Was Sinn erg�be, wenn jemand versuchte, die Software zu �berlisten, die die Nachrichten�bermittlung der Flotte �ber-wachte und sie dabei nach bestimmten Wortkombinationen durchsuchte. Nichts und niemand sollte in der Lage sein, einen Blick in eine Nachricht mit der h�chsten Geheim-haltungsstufe zu werfen, doch Geary vertraute den Sicher-heitssystemen l�ngst nicht mehr so sehr wie noch vor ein paar Monaten.</p><p>Was geh�rte eindeutig zusammen? Sprung und Antrieb.</p><p>Sprungantrieb. Sprungantriebssysteme.</p><p>Sprungantriebssysteme der Flotte. In W�rmern? Dann auf einmal wurde ihm der Satz klar. �W�rmer in den Sprungantriebssystemen der Flotte.�</p><p>Er rollte sich aus dem Bett, zog seine Uniform an und rief nach Desjani: �Captain, ich muss Sie und Ihren Offizier f�r die Systemsicherheit so schnell wie m�glich sprechen!�</p><p>Keine zehn Minuten sp�ter durchschritt Desjani die Luke zu seinem Quartier, begleitet wurde sie von einem gro�en, schlanken Lieutenant Commander, dessen Blick die ganze Zeit �ber auf einen Punkt vor seiner Nase gerichtet zu sein schien, nicht auf die Welt um ihn herum.</p><p>Geary �berzeugte sich davon, dass die Luke versiegelt war und die Sicherheitssysteme seines Quartiers arbeiteten, dann spielte er die Nachricht ab, die kurz zuvor eingegangen war.</p><p>Desjani hielt den Atem an. �Wer hat Ihnen das geschickt, Sir?�</p><p>�Das m�chte ich momentan lieber nicht sagen. K�nnen Sie best�tigen, ob daran etwas wahr ist?�</p><p>�An Bord der <emphasis>Dauntless? </emphasis>Ja, Sir�, versprach sie und wandte sich zu ihrem Offizier um. �Wie lange?�</p><p>Der Lieutenant Commander verzog die Mundwinkel, w�hrend seine Augen auf ein virtuelles Display gerichtet waren, das nur er sehen konnte. �Geben Sie mir eine halbe Stunde, Captain. Gehen wir davon aus, dass es sich um einen sch�dlichen Wurm handelt?�</p><p>�Solange sich nichts anderes ergibt, ja.�</p><p>Zwanzig Minuten sp�ter war Desjani zur�ck in Gearys Quartier, der Lieutenant Commander an ihrer Seite machte einen aufgew�hlten Eindruck. �Ja, Sir. Er war da. Sehr gut versteckt.�</p><p>�Was h�tte er bewirkt?�, wollte er wissen.</p><p>�Beim Sprung h�tte er eine Serie von verheerenden Systemausf�llen ausgel�st.� Der Lieutenant Commander wirkte in der fahlen Nachtbeleuchtung von Gearys Quartier noch blasser als zuvor. �Die <emphasis>Dauntless</emphasis> h�tte den Sprungraum nicht wieder verlassen.�</p><p>Geary fragte sich, wie blass er selbst wohl aussah. �Wie ist es jemandem gelungen, so etwas einzuschleusen?�</p><p>�Derjenige muss unsere Sicherheitssysteme in- und auswen-dig kennen, Sir. Wer immer das war, er ist sehr gut darin. Es handelt sich um ein sch�nes Design f�r einen Wurm, der geschaffen wurde, so viel Schaden anzurichten.�</p><p>Geary sah zu Desjani, die den Eindruck machte, als �berlege sie, wie viele Meter Seil sie ben�tigte, um jeden aufzukn�pfen, den sie im Verdacht hatte, ihr Schiff auf diese Weise in Gefahr zu bringen. Aber die Nachricht hatte besagt, dass die Flottensysteme befallen waren. Hatten die Unbekannten jedes Schiff sabotiert, um es zu zerst�ren, oder war er allein die Zielscheibe dieses Anschlags? Er w�rde ein besseres Ge-f�hl f�r das Ausma� der Bedrohung bekommen, wenn er sich bei den Offizieren erkundigte, die er als seine engsten Verb�ndeten ansah. �Captain Desjani, Sie und Ihr Sicherheitsoffizier m�ssen umgehend mit den Befehlshabern der <emphasis>Courageous, Leviathan</emphasis> und <emphasis>Furious</emphasis> Kontakt aufnehmen und dabei die h�chste Sicherheitsstufe anwenden. Sagen Sie den Leuten, was Sie im Sprungantrieb der <emphasis>Dauntless</emphasis> gefunden haben, und fordern Sie sie auf, umgehend die eigenen Sprungsys-teme zu untersuchen. Und sie sollen mir sofort mitteilen, ob und was sie dabei entdeckt haben.�</p><p>�Ja, Sir.� Desjani salutierte zackig, dann zog sie sich mit ihrem Lieutenant Commander rasch zur�ck.</p><p>Eine halbe Stunde sp�ter sa� Geary im Flottenbesprechungsraum und schaute in die w�tenden und entschlossenen Gesichter von Desjani, Duellos, Tulev und Cresida, wobei die letz-teren drei im virtuellen Konferenzmodus anwesend waren. Der ungew�hnlich aufgew�hlte Tulev ergriff als Erster das Wort.</p><p>�Ein Wurm, ganz genau. Wenn die <emphasis>Leviathan</emphasis> zum n�chsten Sprung h�tte ansetzen wollen, h�tte der Wurm stattdessen das Sprungsystem abgeschaltet.�</p><p>Duellos nickte best�tigend. �Auf der <emphasis>Courageous</emphasis> ebenfalls.</p><p>Wir konnten keine zerst�rerischen Komponenten finden, lediglich einen Wurm, der so aufgebaut ist, dass er das System abschaltet.�</p><p>Cresida sprach ungew�hnlich ruhig, so als versuche sie ganz bewusst, keine Aufregung zu verbreiten. �Auf der <emphasis>Furious</emphasis> findet sich eine �hnlich sch�dliche Software wie auf der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Wenn wir gesprungen w�ren, h�tte es f�r uns kein Zur�ck mehr aus dem Sprung gegeben.�</p><p>Desjanis Gesicht war vor Wut rot angelaufen. �Dann wollte der Verursacher also, dass zumindest die <emphasis>Dauntless</emphasis> und die <emphasis>Furious</emphasis> zerst�rt werden und dass einige Schiffe im System zur�ckbleiben, wenn die Flotte in den Sprungraum wechselt.�</p><p>�Diejenigen, die Captain Gearys Kommando ein Ende setzen wollen, haben mit diesem Akt ihren Kameraden in der Allianz-Flotte den Krieg erkl�rt�, stellte Duellos fest, dessen schroffer Tonfall in einem sonderbaren Widerspruch zu seiner zur�ckhaltenden Wortwahl stand. �Das hat nichts mehr mit politischem Taktieren zu tun, das ist Sabotage und Verrat!</p><p>Die <emphasis>Furious</emphasis> muss davon getroffen worden sein, weil bekannt ist, dass Captain Cresida Captain Gearys Linie bedingungslos unterst�tzt.�</p><p>�Und warum hat es Sie und Tulev dann nicht genauso erwischt?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Interessante Frage, auf die ich keine sichere Antwort wei�.</p><p>Ich kann nur spekulieren. Klar ist, dass Captain Cresida im-pulsiver handelt als Tulev und ich. Vielleicht haben die Saboteure geglaubt, sie w�rde aggressiv auf jeden reagieren, der versucht das Kommando �ber die Flotte zu �bernehmen, wenn sie auch nur den Verdacht hegt, dass derjenige auch f�r die Zerst�rung der <emphasis>Dauntless</emphasis> verantwortlich sein k�nnte.�</p><p>�Und damit liegen diejenigen auch v�llig richtig! Wir m�ssen ein Exempel statuieren!�, forderte Cresida, die eine Hand bereits so hielt, als h�tte sie eine Pistole in ihren Fingern.</p><p>�Wir werden ihnen auf die Spur kommen�, versprach Geary.</p><p>�Es wird nicht gen�gen, sie in eine Arrestzelle zu stecken�, beharrte Cresida. �Das hier ist viel schlimmer als das, was Casia und Yin getan haben. Man k�nnte ja noch argumentieren, dass Falco und Numos in gutem Glauben gehandelt haben.</p><p>Aber es kann in dieser Flotte nicht mehr als eine Handvoll Leute geben, die sich mit dem Gedanken anfreunden konnten, mindestens zwei unserer eigenen Schlachtkreuzer zu zerst�ren. Und das auch noch auf eine Art und Weise, die sie f�r alle Zeit im Sprungraum festsitzen l�sst.�</p><p>Geary nickte und sp�rte, wie sich in ihm ebenfalls Wut regte. � <emphasis>Falls</emphasis> wir die Verantwortlichen eindeutig identifizieren k�nnen, werde ich sie erschie�en lassen.� Ob es gelingen w�rde, sie zu identifizieren, stand auf einem ganz anderen Blatt, dennoch staunte Geary �ber sich selbst, mit welcher Gelassenheit er die Hinrichtung von Angeh�rigen seiner Flotte zusicherte. Aber wie Oesida bereits gesagt halte, handelte es sich um einen so heimt�ckischen Akt, dass das meiste Personal mit Abscheu und Entsetzen reagieren w�rde. Captain Casia hatte �nur� seine Kameraden entt�uscht, aber er war nicht auf die Idee gekommen, sie ermorden zu wollen. �Wie k�nnen wir die Verantwortlichen ausfindig machen?�</p><p>Alle sa�en sie schweigend da und machten eine w�tende oder best�rzte Miene.</p><p>Das Sicherheitssystem des Raums sprang an und meldete, dass jemand eintreten wolle. Geary sah nach, wer es war. �Co-Pr�sidentin ist hier. Hat sie jemand eingeweiht?� Die anderen Offiziere sch�ttelten den Kopf. Desjani schien etwas sagen zu wollen, schwieg dann jedoch. �Gibt es Einw�nde dagegen, sie eintreten zu lassen und ihr zu sagen, was vorgefallen ist? Wenn keiner von uns eine brauchbare Idee hat, wie wir den Saboteu-ren auf die Spur kommen, f�llt ihr vielleicht etwas ein.� Abermals machte Desjani den Eindruck, sich �u�ern zu wollen, aber auch jetzt schwieg sie und sch�ttelte so wie die anderen den Kopf.</p><empty-line/><p>Geary gab der Luke den Befehl, Rione eintreten zu lassen, und sah sie hereinkommen. Ihr Blick erfasste die kleine Gruppe, w�hrend sie sich auf einen freien Platz setzte. �Was ist passiert?�, wollte sie wissen, gleichzeitig sah sie Geary an, der an ihren Augen die unausgesprochene Frage ablesen konnte:</p><p><emphasis>Warum wurde ich nicht dazugerufen?</emphasis></p><p>Niemand sonst wollte eine Antwort geben, also brachte Geary Rione auf den neuesten Stand der Dinge und sah ihre Reaktion auf diese Neuigkeit. Ihre Augen wurden nur minimal gr��er, ihre Haut r�tete sich geringf�gig, sodass Gearv sich fragte, ob die anderen, die nicht daran gew�hnt waren, Riones Reaktionen zu lesen, davon �berhaupt Notiz nahmen oder ob sie glaubten, sie habe die erschreckende Neuigkeit v�llig regungslos hingenommen.</p><p>Als er fertig war, atmete Rione tief durch, schloss die Augen und erkl�rte: �Sagen Sie es allen.�</p><p>�Was?� Es war Cresida, der diese ungl�ubige Reaktion �ber die Lippen kam, doch sie h�tte auch von jedem anderen der Anwesenden stammen k�nnen.</p><p>Rione riss die Augen auf und sah einen Captain nach dem anderen an. �Ich wei�, wie das Milit�r denkt. Das ist bislang noch ein Geheimnis, und Sie alle glauben, es muss auch weiterhin ein Geheimnis bleiben, was Sie am besten dadurch erreichen, dass Sie niemanden sonst einweihen. Aber das ist nicht das, was Sie hier erreichen wollen.�</p><p>�Sie meinen, wir sollen die Saboteure wissen lassen, dass uns bekannt ist, was sie getan haben?�, fragte Cresida.</p><p>�In acht Stunden werden sie es sowieso herausfinden, wenn der n�chste Sprung ansteht! Entweder Sie verschieben den Sprung ohne Angabe von Gr�nden, dann werden die Saboteure auch merken, dass Sie etwas wissen, und Sie werden mit allen anderen Schwierigkeiten kriegen. Oder Sie lassen alle Schiffe wissen, dass sich sch�dliche Software an Bord befindet, damit wir den Sprung gefahrlos unternehmen k�nnen.�</p><p>Rione sah die anderen an. �Sagen Sie allen, was vorgefallen ist.</p><p>In der Politik und im Milit�r wahren wir Geheimnisse, weil wir nicht wollen, dass die Leute Fragen stellen. In diesem Fall aber <emphasis>ben�tigen</emphasis> wir Informationen, um die Verantwortlichen zu finden. Wenn die Leute erst einmal wissen, was vorgefallen ist, dann werden viele von ihnen die Augen offenhalten und Fragen stellen, um herauszufinden, wer die Schuldigen sind.�</p><p>Ihre Gesichtsz�ge verh�rteten sich weiter. �Sagen Sie es allen. Dann werden Tausende von Matrosen und Offizieren versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen. Jeder von ihnen wird angestrengt nachdenken, ob er irgendetwas gesehen oder geh�rt hat, das damit in Zusammenhang stehen k�nnte. Sie werden Ausschau halten, ob es weitere F�lle von Sabotage gibt, und wer wei�, vielleicht ist das ja auch der Fall.</p><p>Unsere Gegner in dieser Flotte haben sich einen kapitalen Fehler geleistet, weil sie durch ihre Tat fast alle gegen sich auf-bringen und jeden darauf aufmerksam machen, welche Gefahr von ihnen ausgeht.�</p><p>Duellos setzte eine nachdenkliche Miene auf. �Und wenn unsere Gegner das Ganze einfach so drehen, dass die Bedrohung in Wahrheit gar nicht existiert und wir uns das nur aus den Fingern saugen?�</p><p>�Je l�nger Sie es verschweigen, umso mehr Leute werden den Verdacht hegen, dass es so sein k�nnte.� Rione schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. �Sagen Sie es Ihnen jetzt!</p><p>Lassen Sie die Leute sp�ren, wie entsetzt, schockiert und em-p�rt Sie sind! Tun Sie, was Sie auch tun w�rden, wenn die Syndiks diese W�rmer eingeschleust h�tten.�</p><p>Tulev nickte zustimmend. �Wir sollten eine Alarmmeldung an alle Schiffe senden. Wir sollten eine komplette S�uberung aller Rechner anordnen, um sicherzustellen, dass in unseren automatischen Systemen nicht noch mehr lauert.�</p><p>�Und�, f�gte Rione an, �bringen Sie auch noch mal den Verlust des Shuttles bei Lakota ins Gespr�ch. Diesen sonderbaren Zufall, bei dem zwei Offiziere ums Leben kamen, die die Namen ihrer Komplizen h�tten ausplaudern k�nnen. Dann wird kaum noch einer glauben wollen, dass dieser Unfall nicht das Werk der gleichen Leute war, die jetzt versucht haben, ganze Kriegsschiffe zu zerst�ren.�</p><p>Duellos, Cresida und Desjani nickten zustimmend, dann wandte sich Geary an Desjani: �Lassen Sie von Ihrem Sicherheitsoffizier bitte eine Alarmmeldung erstellen, die alles enth�lt, was wir �ber diese W�rmer wissen. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> und die <emphasis>Furious sind</emphasis> vielleicht nicht die einzigen Schiffe, die durch den Wurm zerst�rt werden sollten. Lassen Sie mich die Meldung sehen, wenn Sie sie fertiggestellt haben, und dann senden wir sie mit h�chster Priorit�t aus.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Ihnen allen danke ich f�r Ihre Beitr�ge und daf�r, dass Sie �ber die Angelegenheit Stillschweigen wahren, bis wir entschieden haben, wie wir vorgehen werden. Halten Sie auf Ihren Schiffen Ausschau nach Hinweisen darauf, wer das getan hat und wie es ihm gelingen konnte.�</p><p>Die anderen Offiziere l�sten sich in nichts auf, als sie die Software-Verbindung unterbrachen, bis nur noch Rione, Desjani und Geary anwesend waren. Rione stand auf und richtete ihren Blick so ausschlie�lich auf Geary, als halte sich au�er ihnen beiden niemand im Raum auf. �Ich kann Ihnen helfen, wenn Sie mich lassen.� Dann verlie� sie den Raum fast genauso schnell wie diejenigen, die nur virtuell zugegen gewesen waren.</p><empty-line/><p>Geary sah irritiert zu Desjani, die entgegen ihrer Gewohnheit nicht aufgesprungen war, um seinen Befehl so schnell wie m�glich auszuf�hren. �Was ist?�, fragte er.</p><p>Sie z�gerte, dann schaute sie in eine andere Ecke, w�hrend sie leise sagte: �Mein Sicherheitsoffizier hat noch etwas anderes entdeckt.�</p><p>�Noch ein Wurm?� Es wunderte ihn, dass Desjani das nicht sofort gesagt hatte.</p><p>�Nein. Eine nichtautorisierte Ver�nderung der Sicherheitseinstellungen.� Sie atmete tief durch. �F�r die Luke zu meinem Quartier. Die Sicherheitseinstellungen wurden so ver�ndert, dass Co-Pr�sidentin Victoria Rione Zugang zu meinem Quartier hat.�</p><p>Einen Moment lang konnte Geary nur vor sich hin starren, da er zu verstehen versuchte, was das zu bedeuten hatte.</p><p>�Warum sollte sie das machen? Sie hat keinen Zugang mehr zu meinem Quartier��</p><p>�Wirklich nicht?�</p><p>Nach kurzem Z�gern rief er ein Display auf. �Meine Einstellungen sind ebenfalls vor Kurzem wieder ver�ndert worden� um Victoria Rione abermals ungehinderten Zutritt zu meinem Quartier zu erlauben.� Unwillk�rlich musste er an Riones Worte denken, an ihr Eingest�ndnis, dass sie Geary t�ten w�rde, wenn es n�tig sein sollte, die Allianz zu besch�tzen. Aber warum jetzt? �Sie hat das gemacht? Sie hat diese Einstellungen ver�ndert?�</p><p>�Das k�nnen wir nicht beweisen�, r�umte Desjani widerwillig ein. �Aber warum sollte es jemand anderes tun?�</p><p>�Warum sollte sie Ihr Quartier betreten wollen?�</p><p>Desjani biss sich auf die Lippe, ihr Gesicht wurde rot, vielleicht vor Wut, vielleicht vor Verlegenheit, wom�glich aber auch aus beiden Gr�nden zugleich. Mit erzwungener Ruhe entgegnete sie: �Wir wissen beide, dass sie mich als Rivalin ansieht.�</p><p>�Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass��</p><p>�Ich habe keine Ahnung, wozu Co-Pr�sidentin Rione f�hig ist, Sir.�</p><p>Was sollte er darauf erwidern, wenn Rione erkl�rt hatte, aus den richtigen Gr�nden auch zu morden? Aber da war es um sehr gewichtige Dinge gegangen, die das Schicksal der gesamten Allianz betrafen Und wenn sie sich immer noch mit dieser Absicht trug, warum hatte sie dann darauf bestanden, dass er die Sicherheitseinstellungen f�r sein Quartier ver�nderte?</p><p>Geary dachte angestrengt nach und versuchte, seine Gef�hle f�r Rione von allem zu trennen, was er �ber sie wusste. �Ich wei�, sie hat unter dem Abk�hlen unserer Beziehung gelitten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Co-Pr�sidentin Rione plant, Sie als Rivalin aus dem Weg zu r�umen. Sie war bereit, mich zu verlassen, Tanya.�</p><p>�Wie zuvorkommend von ihr�, murmelte Desjani, die aus ihrer Ver�rgerung nun keinen Hehl machte.</p><p>Wenn es nur eine M�glichkeit g�be, Gewissheit zu erlangen. Dann fiel ihm ein, dass diese M�glichkeit sehr wohl existierte. �Ich werde sie fragen, ob sie bereit ist, in einem der Verh�rr�ume alle Fragen zu beantworten.�</p><p>Desjani schreckte hoch. �Sie wollen einem gew�hlten Vertreter der Allianz befehlen, sich vom Geheimdienstpersonal des Milit�rs verh�ren zu lassen?�</p><p>�Nein, ich werde sie darum <emphasis>bitten�, </emphasis>stellte er klar und stand auf, w�hrend er einen gallebitteren Geschmack in seiner Kehle versp�rte. �Sollte sie verr�ckt genug sein, einen Mord zu planen, dann wird sie mir bei dieser Bitte an die Gurgel gehen. Erkl�rt sie sich aber einverstanden, kann sie sich von jedem Verdacht befreien.� Desjani schien von dieser Idee gar nicht angetan zu sein. �Ich glaube nicht, dass sie eine Gefahr f�r mich darstellt.� <emphasis>Jedenfalls nicht im Moment. </emphasis>�Oder f�r diese Flotte.�</p><p>�Bei allem Respekt, Sir, aber Sie k�nnen es sich nicht leisten, sich von unangebrachter Loyalit�t oder noch verbliebenen pers�nlichen Gef�hlen beeinflussen zu lassen, wenn es darum geht, die Gefahr zu beurteilen, die von einer einzelnen Person f�r Sie oder f�r die gesamte Flotte ausgeht.�</p><p>Er versp�rte jetzt auch eine gewisse Ver�rgerung, doch dazu hatte er eigentlich gar kein Recht, schlie�lich hatte er sich aus freien St�cken mit Rione eingelassen. �Meine Loyalit�t gegen�ber Rione ist nicht ann�hernd so stark wie mein Pflichtgef�hl gegen�ber dieser Flotte und gegen�ber der Allianz.</p><p>Und es gibt keine verbliebenen pers�nlichen Gef�hle mehr.�</p><p>Auch wenn Desjani kein Wort sagte, schien sie nicht seiner Meinung zu sein. �Sie k�nnen mir ruhig glauben, dass ich in der Lage bin, das einzusch�tzen.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Ich werde dieser Sache nachgehen. Ich stelle nicht Ihre Feststellung oder Ihre Beurteilung infrage.�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Verdammt, Tanya��</p><p><emphasis>�Jawohl, Sir. </emphasis>Es ist Ihre Entscheidung.�</p><p>Er zog verschiedene Antworten in Erw�gung, doch die meisten davon w�ren ungerecht oder schlicht fehl am Platz gewesen. �Danke.�</p><p>�Dann werde ich mich jetzt um meine Befehle k�mmern, Sir. Ich werde Ihnen sobald wie m�glich die erbetene Mitteilung zur Genehmigung vorlegen, Sir.�</p><p>Am liebsten h�tte er sie angebr�llt, doch sie betrug sich v�llig makellos. �Danke�, wiederholte er nur, lie� sich aber seine Ver�rgerung anmerken. Als Desjani den Raum verlie� und dabei den R�cken durchdr�ckte, musste Geary einen Moment lang dar�ber nachdenken, wie ungerecht es war, dass er mit einer Frau Beziehungsprobleme hatte, mit der ihn nicht mal eine Beziehung verband.</p><p>Victoria Rione ging ihm nicht an die Gurgel, aber sie schien dar�ber nachzudenken. �Haben Sie eine Ahnung, was Sie da von mir verlangen?� Schon lange hatte er von ihr nicht mehr diesen frostigen Tonfall zu h�ren bekommen. �Glauben Sie tats�chlich, ich w�rde diese Flotte in Gefahr bringen, indem ich gemeinsame Sache mit den Leuten mache, die diese W�rmer eingeschleust haben?�</p><p>�Warum haben Sie uneingeschr�nkten Zugang zu Captain Desjanis Quartier?�, fragte Geary ohne Umschweife. �Die Einstellungen wurden ohne Captain Desjanis Wissen ver�ndert.�</p><p>�Ich habe keine Ahnung!� Rione schien kurz vor einem Wutausbruch zu stehen. �Vielleicht hat <emphasis>sie�</emphasis>�</p><p>�Die Einstellungen zu meinem Quartier wurden ebenfalls so ver�ndert, dass Sie freien Zugang haben.�</p><p>Ihre n�chsten Worte blieben ihr im Hals stecken, und sie konnte ihn einen Moment lang nur anstarren. �Belastend, verdammt belastend. Glauben Sie tats�chlich, ich bin so dumm, etwas so Offensichtliches zu unternehmen, Captain Geary?�</p><p>�Nein�, erwiderte er. �Ich habe auch dar�ber nachgedacht, und wenn Sie die Einstellungen ver�ndert h�tten, w�ren Sie sicher schlau genug gewesen, sich gleichzeitig eine falsche Identit�t zuzulegen, unter der Sie sich Zutritt verschaffen w�rden. Sie sind zu intelligent, als dass Sie sich so massiv belasten w�rden. Aber ich m�chte den unwiderlegbaren Beweis liefern, dass Sie damit nichts zu tun haben.�</p><empty-line/><p>Eine Weile sah sie ihn an, dann endlich antwortete sie.</p><p>�Weil die anderen Flottenoffiziere bereit sind, von mir nur Schlechtes zu denken, einer Politikerin.�</p><p>�Ich f�rchte ja. Und deshalb wurde das mit Sicherheit auch HO arrangiert, damit Sie als politische Vertreterin der Allianz in Misskredit geraten und ich nicht l�nger Ihre Ratschl�ge einholen kann.�</p><p>Schlie�lich entspannte sie sich ein wenig und fuhr sich mit den H�nden durchs Haar. �Sehr gut. Ich konnte Ihnen ja doch das ein oder andere beibringen. Aber wollen Sie tats�chlich das Geheimdienstpersonal in diese Sache einbe-ziehen?�</p><p>�Ja. Diese Leute m�ssen best�tigen k�nnen, dass Sie die Wahrheit sagen, und ich ben�tige deren Hilfe bei unseren momentanen Problemen. Verr�ter und Aliens. Beide Gruppen nehmen diese Flotte st�rker unter Beschuss, und das hei�t, dass einige andere Leute erfahren, womit wir es zu tun haben.�</p><p>Rione �berlegte einen Moment lang, dann nickte sie und machte sich auf den Weg in die Geheimdienstabteilung, w�hrend Geary Bescheid gab, um das Personal zu informieren.</p><p>Als sie die Hochsicherheitsschleuse erreichten, die in die Abteilung f�hrte, wartete Lieutenant Iger bereits auf sie. Seine Uniform verriet, dass er sich in aller Eile angezogen hatte, und seine Miene lie� Sorge erkennen, da er wusste, es musste etwas Schwerwiegendes vorliegen, wenn seine Dienste so fr�h am Morgen in Anspruch genommen wurden. Als Geary und Rione sich ihm n�herten, kam Desjani mit ihrem Lieutenant Commander aus der anderen Richtung zu ihm geeilt. Sie �berreichte Geary eine Datentafel, ihr Gesicht war so ausdruckslos wie das von Rione.</p><p>Er las die Meldung durch, dann erg�nzte er sie um einen Befehl: <emphasis>Alles weist daraufhin, dass diese Sabotage von jemandem in dieser Flotte ver�bt wurde. S�mtliches Personal, das irgendetwas �ber diese Vorg�nge wei�, sollte sich umgehend mit dem Flaggschiff in Verbindung setzen. Es ist von gro�er Wichtigkeit, diejenigen aufzusp�ren, die die Zerst�rung von mindestens zwei Schiffen dieser Flotte und den Tod ihrer Besatzungsmitglieder geplant hatten, bevor sie erneut versuchen k�nnen, der Allianz und ihren Kameraden Schaden zuzuf�gen.</emphasis></p><p>Desjani las den Zusatz durch und stimmte ihm mit einem stummen Nicken zu. Geary z�gerte kurz, dann lie� er auch Lieutenant Iger die Mitteilung lesen, der mit Entsetzen auf den Inhalt reagierte. Schlie�lich tippte Geary die Best�tigungstaste, damit wurde die Nachricht gesendet. In wenigen Momenten w�rden die Befehlshaber aller Schiffe dieser Flotte von einer sehr unangenehmen Neuigkeit aus dem Schlaf gerissen werden. Geary fragte sich, wie viele von ihnen mit Best�rzung reagieren w�rden, weil ihr Sabotageakt doch noch vereitelt worden war. �Vielen Dank, Captain Desjani.�</p><p>�Jawohl, Sir.� Ihr Blick wanderte kurz zu Rione, kehrte dann aber zur�ck zu Geary. �Gibt es sonst noch etwas, Sir?�</p><p>Ja! H�ren Sie endlich auf, sich so k�hl und f�rmlich zu verhalten! �Wir werden in wenigen Stunden eine Flottenkonferenz abhalten.�</p><p>�Jawohl, Sir.� Sie salutierte knapp und zog sich dann mit ihrem Sicherheitsoffizier zur�ck.</p><p>Geary drehte sich zu Rione um und warf ihr einen finsteren Blick zu, da sie ihre Belustigung �ber Desjanis stocksteifes Verhalten nicht ganz unterdr�cken konnte. �Lieutenant Iger, wir ben�tigen einen Verh�rraum.�</p><p>Iger �berwand den ersten Schreck und machte eine �berraschte Miene. �Sie haben schon einen Verd�chtigen, Sir?�</p><p>�Wir haben jemanden, den man wahrscheinlich zum Ver-d�chtigen stempeln m�chte, Lieutenant. Ich glaube nicht, dass sie etwas damit zu tun hat, aber es wurden Beweise platziert, die diesen Schluss zulassen k�nnten. Deshalb hat sie sich bereit erkl�rt, in einer kontrollierten Verh�reinrichtung alle Fragen zu beantworten.�</p><p>Lieutenant Iger nickte, war aber immer noch erkennbar verwirrt, und als sein Blick dann zu Rione wanderte, �berkam ihn v�llige Ratlosigkeit. �M-madam Co-Pr�sidentin?�</p><p>�Bringen wir's hinter uns�, befahl sie.</p><p>Der von der Situation sichtlich �berforderte Iger f�hrte sie in den Geheimdienstbereich; es ging durch weitere Hoch-sicherheitsschleusen, an denen Wachposten standen, die die sonderbare Prozession mit sichtlichem Unbehagen verfolg-ten. Ein Chief Petty Officer kam zu Iger und fragte, ob er Hilfe ben�tige, wurde aber sofort wieder weggeschickt.</p><p>Iger verriegelte hinter der Gruppe die Luke, die in den Verh�rraum f�hrte, dann sah er Rione nerv�s an. �Madam Co-Pr�sidentin, wenn Sie bitte durch die Schleuse gehen und sich auf den roten Stuhl setzen w�rden.�</p><p>Sie nickte herablassend und stolzierte voran, w�hrend Iger Geary in den benachbarten Beobachtungsraum f�hrte. Eine Wand bestand aus einem von dieser Seite transparenten Material, das einen ungehinderten Blick auf Rione erlaubte, die sich hinsetzte und auf die von ihrer Seite kahl aussehende Fl�che starrte. Iger bet�tigte verschiedene Kontrollen und aktivierte damit die Ger�te, die nicht nur Riones �u�erliche Reaktionen aufzeichneten, sondern unter anderem auch Hirnscans durchf�hrten, um feststellen zu k�nnen, ob die Person im Verh�rraum die Wahrheit sagte oder eine L�ge erz�hlte.</p><p>Iger sah Geary an. �Ahm� Sir, wer�?�</p><p>�Ich stelle die Fragen.�</p><empty-line/><p>Der Lieutenant tippte auf eine andere Taste und nickte Geary zu.</p><p>Der sammelte sich kurz, dann sprach er mit klarer, deutlicher Stimme, da er wusste, dass seine Worte im Verh�rraum wiederholt wurden. �Co-Pr�sidentin Victoria Rione, war Ihnen zuvor etwas von den W�rmern bekannt, die in den Sprung-systemen der <emphasis>Dauntless</emphasis> und anderer Schiffe der Allianz-Flotte gefunden wurden?�</p><p>�Nein.� Das eine Wort wurde ihm entgegengeschleudert wie eine ganze Kart�tschensalve.</p><p>Die Anzeigen vor Geary leuchteten gr�n auf.</p><p>�Ist Ihnen irgendetwas �ber sch�dliche Software auf Schiffen der Allianz-Flotte bekannt?�</p><p><emphasis>�Jetzt ja�, </emphasis>gab sie frostig zur�ck.</p><p>Geary verzog den Mund. Er musste seine Fragen sorgf�ltiger formulieren. �Bevor ich Ihnen davon erz�hlt habe, war Ihnen da irgendetwas dar�ber bekannt, dass Ver�nderungen an den Sicherheitseinstellungen zu meinem Quartier oder Captain Desjanis Quartier vorgenommen worden waren?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Haben Sie irgendetwas mit diesen Ver�nderungen zu tun?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Haben Sie irgendwelche Ma�nahmen ergriffen, durch die einem Schiff der Allianz-Flotte Schaden zugef�gt werden kann?�</p><p>�Nein.�</p><p>�Ist Ihnen bekannt, ob sonst jemand solche Ma�nahmen ergriffen hat oder plant?�</p><p>�Nicht mit Sicherheit. Ich habe nur gewisse Personen im Verdacht.�</p><p>Geary legte eine Pause ein und �berlegte, was er noch fragen sollte, schlie�lich schaute er Lieutenant Iger an. Der nickte, fuhr sich nerv�s mit der Zunge �ber die Lippen, doch dann fragte er im ruhigen, neutralen Tonfall eines Verh�rspezialisten: �Co-Pr�sidentin Rione, w�rden Sie die zust�ndigen Stellen benachrichtigen, wenn Sie den Verdacht h�tten, dass jemand der Allianz oder einem Schiff oder einer Person in dieser Flotte Schaden zuf�gen will?�</p><p>�Ja, das w�rde ich.�</p><p>�W�rden Sie diesem Schiff Schaden zuf�gen oder zulassen, dass ihm Schaden zugef�gt wird?�</p><p>�Nein.�</p><p>�W�rden Sie jemandem auf diesem Schiff Schaden zuf�gen oder zulassen, dass ihm Schaden zugef�gt wird?�</p><p>�Das h�ngt davon ab, ob ich Grund zu der Annahme h�tte, dass deijenige gegen die Interessen der Allianz verst��t.�</p><p>Alle Anzeigen leuchteten nach wie vor gr�n. Wieder tippte Iger auf verschiedene Tasten, dann sagte er zu Geary: �Sir, alle Anzeigen belegen, dass sie in jeder Hinsicht die Wahrheit sagt.</p><p>Sie� nun, sie ist nicht gl�cklich dar�ber, aber sich selbst gegen�ber ist sie ehrlich, und alle ihre Antworten sind kurz und direkt.�</p><p>Geary musterte die Auswertungen. Alles best�tigte Igers Worte, auch wenn �nicht gl�cklich� eine sehr schmeichel-hafte Umschreibung f�r die Wut war, die die Ger�te von ihr empfangen hatten. Er fragte sich, wem diese Wut in erster Linie galt: ihm, Desjani oder dem Feind? Jetzt habe ich Rione dort, wo ich erfahren k�nnte, was jede ihrer Antworten zu bedeuten hat. <emphasis>Wie sehr hattest du dich gef�hlsm��ig auf mich eingelassen? Wie f�hlst du dich jetzt? W�rdest du eine Attacke auf Tanya Desjani rechtfertigen, indem du erkl�rst, du h�ltst sie f�r eine Gefahr? </emphasis>Aber diese Fragen konnte er nicht stellen. Selbst wenn Lieutenant Iger nicht anwesend gewesen w�re, h�tte er damit die unausgesprochene Abmachung gebrochen, die Rione dazu hatte bewegen k�nnen, �berhaupt erst einen Verh�rraum zu betreten. �Danke, Lieutenant. Holen wir Madam Co-Pr�sidentin da raus. In ein paar Stunden Findet eine Konferenz der befehlshabenden Offiziere dieser Flotte statt. Ich m�chte, dass Sie dabei sind.�</p><p>�Ja, Sir.� Iger schien zutiefst verbl�fft zu sein. Derartige Konferenzen hatten sich im Lauf der letzten hundert Jahre zu politischen Hinterzimmertreffen entwickelt, bei denen Abma-chungen ausgehandelt wurden und �ltere Offiziere sich den R�ckhalt durch j�ngere Offiziere zu sichern versuchten. Ein-fachere Flottenangeh�rige hatte man davon ausgeschlossen, damit die nicht erf�hren, welche Art politischen Taktierens sich dort abspielte.</p><p>�Sie haben sich angesehen, was ich Ihnen zur Begutach-tung �berlassen halte? �ber das, was sich auf der anderen Seite des Syndik-Gebiets befindet?�</p><p>�Ja, Sir.� Wieder machte Iger einen sorgenvollen Eindruck.</p><p>�Wer sind die? Wer h�lt sich da auf der anderen Seite des Syndik-Territoriums auf, Sir?�</p><p>�Ich habe keine Ahnung, Lieutenant. Die h�chste Syndik-F�hrungsebene wei� dar�ber Bescheid. Sind Sie mit mir einer Meinung, dass diese Aliens aktiv Ma�nahmen gegen diese Flotte ergriffen haben?�</p><p>�Ja, Sir�, best�tigte Iger. �Sie m�ssen daf�r verantwortlich sein, dass die gro�e Syndik-Flotte nach Lakota umgelenkt wurde. Aber aus welchem Grund?�</p><p>�Mit Gewissheit l�sst sich das nicht sagen, aber wir k�nnen mutma�en, dass sie die Menschheit mit diesem Krieg auf Trab halten wollen, und vermutlich bef�rchten sie, wir k�nnten mit dem Hypernet-Schliissel der Syndiks heimkehren und einen entscheidenden strategischen Vorteil erlangen. Aber das ist letztlich nur geraten.� Iger nickte unzufrieden. �Dar�ber werden wir bei der Konferenz allerdings nicht reden, und ich m�chte auch nicht, dass Sie irgendwen davon in Kenntnis setzen. Aber ich m�chte, dass Sie dar�ber genauso nachdenken wie �ber alles, was Ihnen auf den Geheimdienstkan�len unterkommt, das uns mit mehr Informationen �ber diese Bedrohung versorgen k�nnte.�</p><p>�Verstehe, Sir.�</p><p>Als Rione zu ihnen zur�ckkehrte, f�hrte der Lieutenant sie und Geary wieder in den Korridor, wo die ged�mpfte Nachtbeleuchtung sie daran erinnerte, dass der offizielle Schiffstag erst in einigen Stunden beginnen w�rde.</p><p>Rione wartete, bis sie beide allein waren, dann fragte sie so leise, dass Geary sie kaum h�rte: �Und wer hat mir was anh�ngen wollen?�</p><p>�Wenn wir das w�ssten, h�tten wir denjenigen, der die W�rmer eingeschleust hat.�</p><p>�Nicht zwangsl�ufig. Das k�nnen zwei voneinander v�llig unabh�ngige Aktionen sein. Ich wei�, was Sie gedacht haben, aber ich bin auf diesem Schiff nicht die einzige Frau, die aus Eifersucht heraus handeln k�nnte.�</p><p>Er ben�tigte einen Moment, ehe ihm klar wurde, was Rione meinte. �Captain Desjani w�rde so etwas nicht tun.�</p><p>�Ich bin froh, dass Sie davon so �berzeugt sind.�</p><p>Geary warf ihr einen w�tenden Blick zu. �Tanya Desjani ist ein sehr direkt agierender Mensch. Wenn sie Ihnen wehtun wollte, w�rde sie Ihnen auflauern und Sie zusammenschlagen.</p><p>Sie w�rde Ihnen von Angesicht zu Angesicht gegen�bertreten.</p><p>Sie sind lange genug auf diesem Schiff, um das selbst zu wissen.�</p><p>Rione erwiderte seinen Blick auf die gleiche w�tende Weise, dann sah sie zur Seite. �Ja. Sie ist nicht von der Art, die einen hinterr�cks anf�llt.�</p><empty-line/><p>�Ich habe im Moment wirklich genug andere Probleme, ohne dass Sie beide sich gegenseitig anfeinden.�</p><p>�Werden Sie ihr das sagen?�</p><p>Zum ersten Mal wurde Geary bewusst, dass Rione schon vor langer Zeit aufgeh�rt hatte, Tanya Desjanis Namen zu benutzen, wenn sie �ber sie sprach. �Das habe ich gemacht, und ich werde es wieder machen. Ich brauche Sie beide.�</p><p>Rione zog eine Augenbraue hoch und meinte in sarkasti-schem Tonfall: �Sie brauchen uns beide? Etwa schon heute Nacht? Ich bin schockiert.�</p><p>�Sie wissen, was ich meine.�</p><p>�Ich wei�, was Sie zu glauben meinen�, konterte sie l�ssig.</p><p>�Meine Loyalit�t gilt der Allianz, Captain Geary. Ich werde alles tun, was diese Loyalit�t von mir erfordert. Im Augenblick bedeutet das, Ihnen nach Kr�ften zur Seite zu stehen. Weder Sie noch sie m�ssen mich f�rchten, solange Sie nicht anfangen, gegen die Interessen der Allianz zu versto�en. Sie wissen, ich sage die Wahrheit.�</p><p>Das wusste er, seit eine leicht abweichende Version dieser Aussage im Verh�rraum als wahr eingestuft worden war.</p><p>�Danke. Ich wei�, das ist nicht leicht.�</p><p>�Ich hoffe, Sie beziehen sich damit auf die Situation der Flotte.�</p><p>Er musterte sie und fragte sich, ob er zugeben sollte, dass er damit auch pers�nliche Themen meinte.</p><p>Ihre Augen loderten, als sie ihn wieder ansah. �Wagen Sie es ja nicht, mich zu bemitleiden. <emphasis>Ich</emphasis> habe <emphasis>Sie</emphasis> verlassen.� Dann machte sie auf dem Absatz kehrt und st�rmte davon.</p><p>Die Stimmung im Konferenzraum war diesmal anders. Die Anspannung r�hrte nicht von politischem Taktieren oder von Sorgen wegen der Syndiks her. Diese Anspannung war nach innen gerichtet, wobei jeder virtuell anwesende Commander die anderen mit Argwohn betrachtete, als h�tte er die Hoffnung, einen deutlichen Hinweis darauf zu entdecken, wer die Flotte zu sabotieren versuchte. Die Blicke wanderten aber auch zu Lieutenant Iger, der sich sichtlich unbehaglich f�hlte, und zu Victoria Rione, die so wortlos und starr dasa� wie eine Statue.</p><p>Geary erhob sich, und sofort sahen ihn alle an. �Sie kennen den Grund f�r diese Konferenz. Ich habe die Berichte von Ihren Schiffen und damit die Best�tigung erhalten, dass jedes von ihnen in den Sprungantriebssystemen einen Wurm auf-weist. Der Gro�teil dieser W�rmer h�tte Ihre Schiffe einfach nur daran gehindert, den n�chsten Sprung auszuf�hren, sodass die Systeme f�r eine Weile h�tten abgeschaltet werden m�ssen, bis die sch�dliche Software neutralisiert worden w�re. Auf drei Schiffen�� den Schlachtkreuzern <emphasis>Dauntless, Furious</emphasis> und <emphasis>Illustrious�� </emphasis>allerdings fanden sich W�rmer, die den Antrieb erst nach dem Sprung lahmgelegt h�tten, womit die Schiffe f�r alle Zeit im Sprungraum gestrandet w�ren.�</p><p>Er lie� eine kurze Pause folgen, um seine Worte wirken zu lassen.</p><p>�Jemand hatte vor, mir das Kommando �ber diese Flotte zu entziehen, indem er das Flaggschiff vernichten und dessen Crew umbringen wollte. Und dieser Jemand hat auch versucht, die <emphasis>Furious</emphasis> und die <emphasis>Illustrious</emphasis> zu zerst�ren.� Er sah zu Captain Badaya, dessen Gesicht vor Wut wie versteinert war.</p><p>�Der Saboteur kannte die t�glich wechselnden Sicherheits-codes f�r die Systemfilter, und er verf�gte �ber eine Zugriffs-m�glichkeit, die ihm erlaubte, die sch�dliche Software in jedes Schiff dieser Flotte einzuschleusen. Das hei�t, es muss das Werk von Personen sein, die die Uniform der Allianz tragen. Hier geht es nicht um Meinungsverschiedenheiten, auch nicht um das Handeln einer Person, die der Allianz gegen�ber loyal ist, sondern es geht um Verrat. Wer immer das getan hat, ist ein Verr�ter und ein Feigling. Ist irgendjemand auf Informationen gesto�en, die uns helfen k�nnten, diese Verr�ter zu entlarven?�</p><p>Er lie� seinen Blick �ber den langen virtuellen Tisch wandern und sah jedem der anwesenden Offiziere in die Augen.</p><p>Fast w�re er l�nger bei Commander Gaes h�ngen geblieben, erinnerte sich aber noch rechtzeitig daran, das nicht zu tun.</p><p>Sie hatte sich als eine �u�erst wichtige Informantin entpuppt, und er konnte es sich nicht leisten, ihr Leben in Gefahr zu bringen. Die <emphasis>Lorica</emphasis> war eines der Schiffe gewesen, die Captain Falco gefolgt waren, und diejenigen, die hinter dem Sabotageakt steckten, hielten Gaes wohl immer noch f�r rebellisch genug, um sie in ihren Plan einzubeziehen. Oder aber Gaes hatte nach wie vor ausreichende Kontakte zu den Verschw�rern, um ihnen auf die Schliche zu kommen.</p><p>Captain Caligo und Captain Kila war nichts anzumerken au�er den gleichen Gef�hlsregungen, die alle anderen auch zeigten.</p><p>Es war schlicht unm�glich zu sagen, ob eines der Gesichter eher Schuldgef�hle anstelle von Wut oder Angst erkennen lie�. Geary deutete auf Iger. �Lieutenant Iger ist der hoch-rangigste Geheimdienstoffizier an Bord der <emphasis>Dauntless, </emphasis>er hat einige Informationen f�r Sie, die Co-Pr�sidentin Rione betreffen.�</p><p>Der Befehlshaber der Schiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration sahen entsetzt zu Rione, doch die kam ihnen weit genug entgegen, um mit einem beschwichtigenden L�cheln zu reagieren.</p><p>Lieutenant Iger meldete sich in dem Tonfall zu Wort, mit dem er Besprechungen f�hrte: �Ich wurde auf nicht autorisierte Ver�nderungen in der Sicherheitssoftware an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> aufmerksam gemacht, die Co-Pr�sidentin Rione be-lasteten.�</p><p>�Warum sitzt sie dann hier?�, ging Captain Armus von der <emphasis>Colossus</emphasis> dazwischen. �Sie sollte��</p><p>�Lassen Sie Lieutenant Iger ausreden�, unterbrach Geary ihn in frostigem Tonfall.</p><p>Iger f�hr fort, als w�re er in seinen Ausf�hrungen nie ge-st�rt worden. �Co-Pr�sidentin Rione erkl�rte sich freiwillig bereit, in einer Verh�rzelle der Klasse sechs befragt zu werden. Ihr wurden mehrere Fragen gestellt, um herauszufinden, ob sie mit diesen oder anderen Softwarever�nderungen etwas zu tun hat. Ihre Antworten, mit denen sie jegliches Wissen oder irgendeine Beteiligung verneinte, waren wahr-heitsgem��.�</p><p>Einen Moment lang herrschte Schweigen, dann meldete sich der Commander der <emphasis>Warspite</emphasis> zu Wort. �Klasse sechs? Gibt es eine M�glichkeit, eine Klasse sechs zu t�uschen oder in die Irre zu f�hren?�</p><p>�Spezielles Training kann einen in die Lage versetzen, aus-weichende Antworten zu geben, Sir, aber mein Personal und ich, wir sind alle darauf geschult, die Anwendung solcher Techniken zu erkennen�, gab Lieutenant Iger zur�ck. �Es mag uns vielleicht nicht gelingen, eine Person dazu zu bringen, das zu sagen, was wir h�ren wollen, aber wir erkennen es, wenn diese Person der eigentlichen Frage ausweicht, damit die Antwort nicht als L�ge registriert wird. Co-Pr�sidentin Rione hat auf keine derartigen Methoden zur�ckgegriffen.</p><p>Ihre Antworten waren direkt und eindeutig.�</p><p>�Und was bedeutet das? Dass jemand versucht hat, Senato-rin Rione etwas anzuh�ngen?�</p><empty-line/><p>�Diesen Schluss w�rde ich daraus ziehen. Ja, Sir.�</p><p>�Das ist ebenfalls Verrat.� Der Befehlshaber der <emphasis>Warspile </emphasis>lehnte sich kopfsch�ttelnd zur�ck.</p><p>Geary beugte sich ein St�ck weit vor und redete lauter als ge-w�hnlich: �Ich wei�, dass einige Offiziere dieser Flotte schon vom ersten Tag an nicht damit einverstanden waren, dass ich das Kommando �bernehme. Mir ist bekannt, dass man Ge-r�chte �ber mich ausgestreut und versucht hat, Widerstand gegen mich aufzubauen. Aber das hier hat nichts mehr mit unterschiedlichen Ansichten dar�ber zu tun, wer diese Flotte befehligen soll. Jemand hat versucht, drei gro�e Kriegsschiffe zu zerst�ren. Schiffe, auf denen Ihre Freunde und Kameraden dienen. Schiffe, die an Ihrer Seite in die Schlacht gezogen sind.</p><p>Mich k�mmert nicht, wie lautstark Sie sich in der Vergangenheit wom�glich gegen mich ausgesprochen haben, und mir ist auch egal, was Sie in der Vergangenheit unternommen haben, um mich aus dem Weg zu r�umen. Hier geht es nicht um mich.</p><p>Wer immer das getan hat, wollte auch die Flotte treffen, und auch Schiffe, auf denen ich mich nicht aufhalte. Wenn einer von Ihnen in jedweder Form diese Verschw�rer aktiv oder passiv unterst�tzt hat, dann sollte er jetzt noch einmal gr�ndlich dar�ber nachdenken, wem seine Loyalit�t gilt. Ich verspreche vor Ihnen allen, dass jeder, der sich mit Informationen �ber diese heimt�ckische Sabotage an mich wendet, keine dis-ziplinarischen Folgen zu erwarten hat, solange er nicht aktiv an der Entwicklung und Einschleusung dieser W�rmer mitgear-beitet hat oder solange ihm nicht bekannt war, in welcher Weise sie zum Einsatz kommen sollten.�</p><p>Wieder folgte Schweigen, allerdings hatte er auch nicht damit gerechnet, dass irgendjemand aufspringen, anklagend den Finger erheben und rufen w�rde: �Captain X hat's getan!� Das w�re in einem Roman eine nette Wendung gewesen, doch in der Realit�t fand sich nicht immer so schnell eine L�sung.</p><p>Schlie�lich �u�erte sich Captain Badaya. �Jemand ist so skrupellos, dass er kein Problem damit hat, Allianz-Personal zu t�ten und Allianz-Schiffe zu zerst�ren. Bevor wir Lakota verlie�en, wurde ein Shuttle bei einem angeblichen Unfall vernichtet.� Er sah sich am Tisch um. �Ein sehr au�ergew�hnlicher Unfall, der aber glaubw�rdig war, da es keinen Hinweis auf irgendwelche Manipulationen gab. Captain Casia und Captain Yin kamen in diesem Shuttle ums Leben, und jetzt vermute ich, dass sie sterben mussten, weil jemand f�rchtete, sie k�nnten die Namen derjenigen nennen, die gegen Captain Geary arbeiten. Jeder, der in diese Sache verstrickt ist, sollte sich vor Augen halten, dass die Hinterm�nner dieser Verschw�rung bereit sind, jede Schwachstelle in ihren Reihen dauerhaft auszumerzen. Wer �berf�hrt wird, der wird damit rechnen m�ssen, dass der Flottenkommandant ihn hinrichten l�sst. Wenn Sie schweigen, laufen Sie Gefahr, von Ihren Mitverschw�rern aus dem Weg ger�umt zu werden. Sie haben nur eine Chance: Geben Sie sich zu erkennen�, schloss Badaya und lie� seinen zornigen Blick �ber den Tisch schweifen.</p><p>�Warum w�rde jemand so etwas machen?�, fragte der befehlshabende Offizier der <emphasis>Intrepid. </emphasis>�Jeder wei�, ein paar Leute sind nicht gl�cklich dar�ber, dass Captain Geary das Kommando hat. Ich selbst hatte auch meine Zweifel, aber er hat bewiesen, wozu er f�hig ist. Die meisten Zweifler sind so wie ich l�ngst sehr zufrieden damit, dass er uns anf�hrt.�</p><p>�Damit k�nnten Sie den Grund f�r diese Vorgehensweise genannt haben�, gab Captain Duellos zur�ck. �Die Verschw�rer haben die Hoffnung aufgegeben, die Captains dieser Flotte noch davon �berzeugen zu k�nnen, dass sie Captain Geary absetzen sollen. Ihre einzige Chance, ihr Ziel zu erreichen, besteht jetzt darin, Captain Geary zu eliminieren.�</p><p>�Aber jeder, der auch nur dem Verdacht unterliegt, ihn und die Besatzungen von drei Kriegsschiffen ermordet zu haben��</p><p>��berlegen Sie, was passiert w�re, h�tte man diese W�rmer nicht entdeckt. Die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die <emphasis>Furious</emphasis> und die <emphasis>Illustrious </emphasis>w�ren in den Sprungraum gewechselt, als sei alles in bester Ordnung. Die �brigen Schiffe h�tten festgestellt, dass die W�rmer den Antrieb lahmgelegt haben, und sobald die Systeme wieder arbeiteten, w�ren sie ebenfalls gesprungen. Das h�tte uns einige Stunden gekostet, und wir w�ren der Ansicht gewesen, dass die W�rmer, die unsere Systeme befallen hatten, bei den drei Schiffen keine Wirkung gezeigt haben. Bei der Ankunft in Wendig h�tten wir dann festgestellt, dass die drei Schiffe nicht wie erwartet bereits dort sind. Niemand h�tte jemals eine Spur von ihnen gefunden, und damit h�tte es keinen Beweis gegeben, dass ihre Sprungantriebe mit einem anderen Wurm infiziert worden waren.�</p><p>Commander Neeson nickte, seine Miene war wie versteinert. �Kein Hinweis auf eine vors�tzliche Zerst�rung der drei Kriegsschiffe. Sehr raffiniert. Das Verschwinden von drei Schiffen, und mit ihnen Captain Geary, h�tte bei uns allen Trauer ausgel�st, aber letztlich h�tten wir einen neuen Flottenbefehlshaber bestimmt. Ich frage, wer das wohl geworden w�re.�</p><p>�Wie w�re es mit Captain Numos?�, warf Armus ein.</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �In Anbetracht der Schwere dieser versuchten Sabotage habe ich bereits angeordnet, dass Captain Numos verh�rt wird, ob er uns etwas �ber die Hinterm�nner sagen kann. Ich vermute aber, dass er uns keine Hilfe sein wird.�</p><empty-line/><p>�Wieso nicht?�, fragte Badaya.</p><p>�Weil sich an Bord der <emphasis>Orion</emphasis> nicht der gleiche Wurm fand wie auf der <emphasis>Dauntless, </emphasis>der <emphasis>Furious</emphasis> und der <emphasis>Illustrious. </emphasis>Numos h�tte nicht den Hauch einer Chance, als Flottenkommandant akzeptiert zu werden. Falls Numos aber etwas �ber die Draht-zieher w�sste, h�tte ihn das in die Lage versetzt, diese Leute zu erpressen, und deshalb h�tten sie versucht, ihn m�glichst schnell aus dem Weg zu r�umen.�</p><p>Rione sah Geary �berrascht an, nickte dann aber und l�chelte zufrieden�� so wie ein Lehrer, der erkannte, dass sein Sch�ler ihm wider Erwarten doch zugeh�rt und von ihm gelernt hatte.</p><p>�Dann glauben Sie tats�chlich, er steht nicht mit den Leuten in Verbindung, die diese W�rmer eingeschleust haben?�, hakte der Captain der <emphasis>Warspite</emphasis> nach.</p><p>�Ich glaube, diese Leute w�ren wom�glich bereit gewesen, Numos zu benutzen�, erl�uterte Geary. �Aber sie h�tten ihm nicht �ber den Weg getraut.� Wieder lie� er seinen Blick �ber den virtuellen Konferenztisch wandern. �Jedes Schiff s�ubert derzeit weiter seine Systeme, bis wir sicher sein k�nnen, dass nicht noch mehr Gef�hrliches dort verborgen ist. Wenn auf allen Schiften gr�nes Licht gegeben wird, springen wir nach Wendig. Bis dahin empfehle ich noch einmal eindringlich jedem, der irgendetwas wei�, sich mit mir in Verbindung zu setzen oder sich an einen Vorgesetzten zu wenden, dem er vertrauen kann. Die Syndiks sind unsere Feinde, nicht wir selbst.</p><p>Einige Leute in dieser Flotte haben das offenbar vergessen und stehen damit auf der gleichen Seite wie die Syndiks.�</p><p>Captain Badaya nickte nachdr�cklich. �Captain Geary wird bei jeder Entscheidung den R�ckhalt dieser Flotte haben.�</p><p>Auf Duellos' Gesicht zeichnete sich ein betr�bter Ausdruck ab, er sagte jedoch nichts.</p><empty-line/><p>Geary wiederum wusste, dass er die m�chtige Gruppe hinter Badaya nicht vor den Kopf sto�en konnte, solange ihm aus der Flotte heraus eine derartige Gefahr drohte. �M�gen wir so handeln, dass unsere Vorfahren uns ihre Gunst schenken�, erkl�rte er ausweichend. �Wenn wir uns dem Zeitpunkt f�r den Sprung nach Wendig n�hern, werde ich alle Schiffe da-r�ber informieren, ob der Sprung wie geplant stattfindet.�</p><p>In rascher Folge l�sten sich die Bilder der Offiziere in Luft auf. Lieutenant Iger zog sich hastig zur�ck, gefolgt von Co-Pr�sidentin Rione, die hoch erhobenen Hauptes den Raum verlie�. Auch Captain Desjani ging nach drau�en, wobei ihr Blick an Riones R�cken klebte.</p><p>Eine Person blieb jedoch zur�ck, die ihm so wenig vertraut war, dass er erst einen Blick auf die Daten werfen musste. Lieutenant Commander Moltri, befehlshabender Offizier des Zerst�rers <emphasis>Taru. </emphasis>�Ja, Commander?�, fragte Geary.</p><p>Moltri schluckte und wandte den Blick ab. �Sir, ich glaube, ich wei�, wie die W�rmer �ber die Flotte verteilt wurden und wie es ihnen m�glich war, die Sicherheitssysteme zu umgehen.�</p><p>�Hatten Sie etwas damit zu tun?� Es kostete Geary M�he, Ruhe zu bewahren. Moltri wirkte nicht nur ver�ngstigt, sondern auch auf das �u�erste peinlich ber�hrt, was erst einmal keinen Sinn ergab.</p><p>Lieutenant Commander Moltri sch�ttelte hastig den Kopf.</p><p>�Nein, Sir. Nicht� nicht wissentlich.� Er kniff die Augen zu, um sich zu beruhigen, dann richtete er den Blick auf Geary und erkl�rte mit fester Stimme: �Es existieren� gewisse Programme, die jenen Leuten geschickt werden, die� die daran interessiert sind. Wegen der Art dieser Programme m�ssen sie �ber Wege verschickt werden, auf denen sie die Sicherheits�berpr�fungen der Flotte umgehen. Es gibt innerhalb der Flotte ein ganzes Subnetzwerk, das solche Programme unbe-merkt verteilt.�</p><p>Moltri zog seine Datentafel heraus, tippte mit zitternden Fingern einige Befehle ein und machte eine grimmige Miene.</p><p>�Ich habe Ihnen soeben ein Muster geschickt, Sir. Ihr Sicherheitspersonal wird dadurch in die Lage versetzt werden, die �bertragungsmethode zu identifizieren. Ich schw�re Ihnen, Sir, ich hatte keine Ahnung, dass sich jemand dieser Methode bedienen w�rde, um einen gef�hrlichen Wurm zu verbreiten, allerdings glaube ich, dass es genau so gelaufen ist.�</p><p>�Vielen Dank, Commander Moltri�, erkl�rte Geary. �Ich werde mir das ansehen. Es k�nnte sein, dass Sie der Flotte einen gro�en Dienst erwiesen haben.�</p><p>Der Mann biss die Z�hne zusammen, als h�tte er Schmerzen. �Sir, ich m�chte Sie bitten, nicht zu enth�llen, dass ich etwas mit dem zu tun habe, was ich Ihnen geschickt habe. Ich bin darauf nicht stolz, ganz und gar nicht. Ich habe nie irgend-jemandem wehgetan, das schw�re ich.�</p><p>�Ich verstehe.�</p><p>�Ich wei�, das wird disziplinarische Folgen haben, Sir. Aber lassen Sie bitte nicht alle Details in meine Akte einflie�en.�</p><p>Geary, der sich zunehmend �ber Moltris Unbehagen und Aussagen wunderte, erwiderte mit ruhiger Stimme: �Wenn es nicht angemessen ist, dann wird das auch nicht der Fall sein.</p><p>Vielen Dank, Commander.�</p><p>Moltris Abbild verschwand, als ob der Mann auf der Flucht w�re. Geary warf einen Blick auf seine eingegangenen Nachrichten und fand, was Moltri ihm geschickt hatte. Er rief das Programm auf, und als die Bilder angezeigt wurden, drehte sich ihm fast der Magen um. Kein Wunder, dass Moltri und die anderen, die sich f�r so etwas interessierten, diese Dinge im Verborgenen verschickten. Hastig beendete er das Programm und rief Captain Desjani und ihren Sicherheitsoffizier zu sich.</p><p>Desjani war noch nicht weit gekommen und kehrte nach wenigen Augenblicken in den Konferenzraum zur�ck. Der Offizier ben�tigte dagegen ein paar Minuten, und als er zu ihnen stie�, dr�ckte Geary ihm seine Dateneinheit in die Hand. �Sehen Sie sich das an.�</p><p>Der Mann war zuerst entsetzt, dann angewidert, und erkl�rte schlie�lich resigniert: �Die finden immer neue Wege, um das Zeug zu verbreiten, Sir. Kann ich das an meine Adresse weiterleiten?� Geary nickte. �Ich sollte in der Lage sein, an-hand dieser Nachricht das Subnetz ausfindig zu machen und zu �berwachen, �ber das sie urspr�nglich verschickt wurde.�</p><p>�Werden Sie auch herausfinden k�nnen, ob so die W�rmer verbreitet worden sind?�</p><p>�Wir werden das wohl nicht beweisen k�nnen, Sir, wenn das ein Subnetz von der Art ist, wie ich es schon fr�her gesehen habe. Aber ich w�rde darauf wetten, dass die W�rmer dar�ber verteilt wurden. Dieses Subnetz d�rfte so aufgebaut sein, dass es mit jedem Schiff der Flotte verbunden ist.�</p><p>�Auf jedem Schiff der Flotte gibt es jemanden, dem so was gef�llt?�, fragte Geary verdutzt.</p><p>�Nein, Sir�, korrigierte der Sicherheitsoffizier ihn hastig.</p><p>�Subnetze, die f�r die �bertragung von solchem Material gedacht sind, werden so entworfen, dass man keine Fingerab-dr�cke hinterl�sst, wenn man diese Dinge hoch- oder runter-l�dt. Sie verbreiten sich von selbst zu jedem Kommunikations-knotenpunkt im Netz, also zu jedem Schiff. Wer auf einem Schiff davon wei�, der kann darauf zugreifen, aber es ist so gut wie unm�glich, jemanden zu identifizieren, der darauf zu-gegriffen hat. Und noch unm�glicher ist es, das betreffende Schiff zu bestimmen.�</p><empty-line/><p>Ihm war klar, was das bedeutete. �Also bestehen h�chstens minimale Chancen, herauszufinden, wer den Wurm in dieses Subnetz geschleust hat.�</p><p>Der Sicherheitsoffizier zuckte hilflos mit den Schultern.</p><p>��Minimal� ist in diesem Fall schon eine sehr optimistische Wortwahl, Sir. Wir k�nnen dieses Subnetz ab sofort �berwachen, da wir seine Charakteristika identifiziert haben, und das hei�t wiederum, f�r diesen Zweck kann es nicht noch einmal benutzt werden.�</p><p>�Es �berwachen? Schalten Sie es ab. K�nnen wir davon ausgehen, dass nicht noch andere Subnetze aktiv sind?�, wollte Desjani wissen.</p><p>Diese Frage schien den Sicherheitsoffizier zu verbl�ffen.</p><p>�Wir wissen, dass andere Netze existieren, Captain. Das Netz, das die Flotte untereinander verbindet, ist von inoffiziellen Subnetzen durchzogen, die alles regeln, was nicht offiziell genehmigt ist, beispielsweise Gl�cksspiele.�</p><p>�Warum wurden die nicht alle abgeschaltet?�, hakte Desjani nach.</p><p>�Weil meine Leute f�r die Sicherheit zust�ndig sind, aber nicht zur Durchsetzung von Gesetzen, Captain. Solange wir wissen, wo sich die Subnetze befinden, k�nnen wir sie �berwachen und wissen dadurch, was die Leute damit anfangen.</p><p>Schalten wir eines ab, wird es irgendwo wieder auftauchen, und bis wir es wiedergefunden haben, wissen wir nicht, was sich in diesem Netz abspielt. So wie bei diesem Netz. H�tten wir davon gewusst, w�ren wir auf den Wurm gesto�en, sobald er in das Netz, eingespeist wurde. Vermutlich hat der T�ter genau deshalb dieses Subnetz gew�hlt.� Der Lieutenant Commander hielt Gearys Dateneinheit hoch. �Aber Sie haben mir gesagt, ich soll dieses Netz abschalten, und das werde ich auch machen. Die Leute, denen so was hier gef�llt, werden einen Ersatz schaffen m�ssen, und so etwas dauert eine Weile.�</p><p>Geary dachte �ber den moralischen Zwiespalt nach zuzulassen, dass solches Material in der Flotte kursierte, damit sie in der Lage waren, viel ernsteren Missbrauch zu entdecken und zum Absender zur�ckzuverfolgen, oder aber das Subnetz abschalten zu lassen und damit zu riskieren, dass dessen Nachfolger ebenfalls f�r Sabotagezwecke herhalten musste. �Wie lange wird das dauern?�</p><p>�Ein Ersatz-Subnetz, Sir? Unter den gegenw�rtigen Bedingungen?� Der Sicherheitsoffizier starrte einen Moment lang in die Ferne. �Einen halben Tag.�</p><p><emphasis>�Einen halben Tag?�</emphasis> Geary warf Desjani einen best�rzten Blick zu. Angesichts des Risikos, dass die Flotte durch einen neuen Wurm abermals in Gefahr geriet, blieb ihm gar keine andere Wahl. �Schalten Sie es nicht ab, aber sorgen Sie daf�r, dass es �berwacht wird.�</p><p>Captain Desjani gab ihrem Offizier ein Zeichen. �Machen Sie sich an die Arbeit. Aber zuerst geben Sie mir das da.� Der Mann z�gerte und sah zu Geary, der nach einem Moment der Unentschlossenheit schlie�lich widerwillig sein Einverst�ndnis gab.</p><p>�Das hier?� Desjani �ffnete die Datei auf Gearys Dateneinheit, betrachtete die Darstellungen mit regungsloser Miene und schaltete das Ger�t schlie�lich ab. �Ist das echt, was da zu sehen ist?�</p><p>Der Sicherheitsoffizier sch�ttelte den Kopf. ��blicherweise nicht. Es ist schon �bel genug, dass so etwas �berhaupt produziert wird, aber wenn die das mit echten Menschen machen w�rden, dann k�nnten sich die Produzenten schon darauf gefasst machen, bis in alle Ewigkeit hinter Gittern zu sitzen. Man benutzt daf�r sehr realistische, vom Computer erzeugte Bilder.�</p><empty-line/><p>�Aber das sieht aus wie echt�, wandte Geary ein, der sich unrein f�hlte, weil er sich das Material angesehen hatte.</p><p>�Stimmt, Sir. Aber� das ist ja auch der Sinn der Sache.�</p><p>�Danke. K�mmern Sie sich darum.� Ein Schaudern lief ihm �ber den R�cken, nachdem der Offizier gegangen war.</p><p>Desjani machte eine Miene, als habe sie etwas geschluckt, das widerw�rtig schmeckte. �Ich wei�, warum Sie einverstanden waren, das Subnetz nicht abzuschalten, aber ich wei� auch, wie Sie sich jetzt f�hlen m�ssen. Woher haben Sie das Material?�</p><p>�Von jemandem, dem ich dem �u�eren Eindruck nach niemals zugetraut h�tte, dass ihm so etwas gefallen k�nnte.�</p><p>�Wer immer das auch war, er sollte dringend einer umfas-senden psychologischen Untersuchung unterzogen werden.�</p><p>�Allerdings.� Er trommelte mit den Fingern auf die Tischplatte. �Kann ich eine solche Untersuchung vertraulich anordnen?�</p><p>Sie nickte. �Das ja, allerdings w�sste ich nicht, warum Sie jemanden sch�tzen wollen, der so etwas verbreitet. Allein der Besitz stellt schon einen schweren Versto� gegen die Regeln dar.�</p><p>�Weil diese Person bereit war, mir das hier �ber sich selbst zu enth�llen, damit ich die Flotte sch�tzen kann�, erkl�rte Geary.</p><p>Desjani verzog den Mund. �Das kann nicht einfach gewesen sein. Ich werde Sie nicht fragen, wer das war.�</p><p>�Haben Sie schon mal so etwas gesehen?�</p><p>�Geh�rt habe ich davon�, antwortete sie kopfsch�ttelnd, �aber gesehen habe ich es noch nie.�</p><p>�Ich auch nicht.� Geary rieb sich mit beiden H�nden �bers Gesicht. �Entschuldigen Sie mich bitte, Tanya. Ich muss mich mit den Flottenpsychologen und einem Flottenoffizier in Verbindung setzen, danach muss ich duschen gehen. Lassen Sie mich wissen, was Ihr Sicherheitsoffizier herausgefunden hat.�</p><p>�Jawohl, Sir.� An der T�r blieb Desjani stehen und drehte sich zu ihm um. �Ich m�chte mich entschuldigen, weil ich Ihnen nicht zugetraut habe, Co-Pr�sidentin Rione neutral zu beurteilen, Sir.�</p><p>�Schon gut, Captain Desjani. Es kann nie schaden, wenn da jemand ist, der meine Entscheidungen in Zweifel zieht. Und wenigstens sagen Sie ihren Namen.�</p><p>�Wie bitte, Sir?�</p><p>�Ach, nichts. Geben Sie mir bitte Bescheid, wenn alle Systeme der <emphasis>Dauntless</emphasis> ges�ubert worden sind.�</p><p>Drei Stunden sp�ter waren s�mtliche Systeme der Flotte dreifach nach sch�dlicher Software gescannt und von Sicher-heitsoffizieren f�r sauber erkl�rt worden, denen bewusst war, dass etliche Menschenleben davon abhingen, dass sie ihre Arbeit gr�ndlich erledigten. Geary befahl den Sprung nach Wendig, und obwohl sich sein Magen verkrampfte, als die <emphasis>Dauntless</emphasis> in den Sprungraum wechselte, verlief alles problemlos.</p></section><section><title><p>Neun</p></title><p>Warum Wendig kein eigenes Hypernet-Portal erhalten hatte, war nicht schwer zu erraten. Und das galt auch f�r die Tatsache, dass das Sternensystem in den Aufzeichnungen der Syndiks als aufgegeben vermerkt worden war, nachdem die ihr Hypernet in Betrieb genommen hatten. Das einzige R�tsel bestand darin, warum sich �berhaupt noch jemand in diesem System aufhielt.</p><p>Um den Stern kreisten lediglich drei Planeten sowie eine F�lle an Asteroiden. Zwei der Planeten waren �ber f�nf Lichtstunden von dem schwachroten Stern entfernt, der nur wenig W�rme abgab, sodass diese Welten aus nichts weiter als gefrore-nem Gestein bestanden. Der Planet, der nur neun Lichtminuten entfernt lag, verf�gte �ber zu wenig Atmosph�re, und die war f�r Menschen auch noch giftig. Doch auf ihm waren einmal zwei Kuppelst�dte angesiedelt gewesen. Nach einem weiteren Blick auf die Daten kam Geary zu dem Schluss, dass die Bezeichnung Kleinstadt f�r diese Siedlungen wohl besser geeignet war.</p><p>Im Wendig-System waren keine weiteren Spuren menschlicher Aktivit�ten zu entdecken, zudem war eine der St�dte in Dunkelheit und K�lte getaucht, w�hrend die andere noch bewohnt wurde, auch wenn es so schien, als habe man gro�e Bereiche stillgelegt. �Diese Leute oder vielleicht auch schon ihre Eltern hat man wohl einfach hier zur�ckgelassen, als die Syndik-Unternehmen, f�r die sie gearbeitet hatten, das System aufgaben�, merkte Desjani an.</p><p>�Ja, einen anderen Grund w�sste ich auch nicht, warum sie sonst hiergeblieben sein sollten.�</p><empty-line/><p>�Captain?� Der Kommunikationswachhabende deutete auf sein Display. �Von der bewohnten Welt wird ein Notruf gesendet.�</p><p>Die Mitteilung weckte unangenehme Erinnerungen an Lakota. Desjani legte die Stirn in Falten, w�hrend sie und Geary gleichzeitig mit einem Tastendruck das Signal auf ihre eigenen Displays holten.</p><p>Es war lediglich eine Audiomitteilung, ein Mann sprach mit rn�hsam erzwungener Ruhe: �An alle, die das Wendig-Sternensystem passieren oder sich in der N�he aufhalten. Hier ist die Stadt Alpha auf der Welt Wendig I.� Bestimmt zum hunderts-ten Mal ging Geary durch den Kopf, dass die nur ans Gesch�ft denkenden Syndik-F�hrer sich nie die M�he gemacht hatten, den Welten oder St�dten poetisch klingende Namen zu geben, es sei denn, sie sollten Werbezwecken dienen. �Unsere verbliebenen Lebenserhaltungssysteme stehen kurz vor dem Totalausfall� , fuhr der Sprecher fort. �Wir haben auf alle nur denkbaren Ressourcen zur�ckgegriffen, um die Systeme weiter arbeiten zu lassen, aber s�mtliche Ressourcen sind inzwischen aufgebraucht. �ber f�nfhundertsechzig Bewohner ben�tigen dringend Hilfe und m�ssen evakuiert werden. Bitte antworten Sie.�</p><p>Es folgte eine Pause, dann die Angabe der Universalzeit und des Datums, schlief31ich begann die Nachricht von vorn.</p><p>Geary �berpr�fte das angegebene Datum. �Die senden diese Nachricht schon seit einem Monat.�</p><p>�Befindet sich irgendjemand in der N�he von Wendig?�, fragte Desjani. �Die m�ssten doch wissen, dass sich fr�hestens im n�chsten Sternensystem jemand aufh�lt, der die Nachricht empfangen kann, und selbst das w�rde Jahre dauern. Und abgesehen davon ist sie viel zu leise, als dass man sie �ber inter-stellare Entfernungen hinweg noch h�ren k�nnte. Wenn sie nicht gerade von einem Astronomieforscher aufgefangen wird, verhallt sie ungeh�rt, und die Forscher meiden zudem die Frequenzen, die f�r menschliche Kommunikation genutzt werden, weil es da viel zu laut zugeht.�</p><p>�Vielleicht senden diese Leute schon seit Jahren Hilferufe aus, die niemand wahrnimmt. Lebt da �berhaupt noch jemand?�, fragte Geary.</p><p>Ein anderer Wachhabender antwortete: �In der Stadt herrscht keine f�r Menschen angenehme Temperatur, aber ein wenig W�rme ist noch vorhanden. Die Atmosph�re innerhalb der Kuppel wird als atembar angegeben. Nach der Menge an Schadstoffen in der Luft zu urteilen, m�ssen die Wiederaufbereitungs- und Zirkulalionseinheiten allerdings in schlechter Verfassung sein.�</p><p>Geary sah zu Desjani, die den Mund verzog. Sie bemerkte seinen Blick und zuckte unbehaglich mit den Schultern.</p><p>�Keine sch�ne Art zu sterben. Nicht mal f�r Syndiks.�</p><p>�F�nfhundertsechzig. Zweifellos Familien und Kinder.�</p><p>Geary lie� den automatischen Quartierassistenten seiner Flot-tendatenbank die Zahlen durchrechnen. �Wir h�tten Platz f�r sie.�</p><p>�Platz f�r sie?�, wiederholte Desjani ungl�ubig.</p><p>�Ja. Sie sagen ja selbst, es ist keine sch�ne Art zu sterben, wenn man allm�hlich erfriert und die Luft immer schlechter und schlechter wird. Wir k�nnten sie irgendwo anders absetzen.�</p><p>�Aber�� Desjani hielt kurz inne, dann erwiderte sie: �Sir, das w�re nur ein winziger Tropfen auf den hei�en Stein. Zugegeben, es ist� tragisch. Auch wenn es sich bei ihnen um Syndiks handelt. Aber jede Sekunde sterben in diesem Krieg mehr Menschen, als sich dort unten auf dem Planeten befinden. Es ist durchaus denkbar, dass in diesem Moment Syndik-Kriegsschiffe eine Welt der Allianz bombardieren und dass Tausende von Zivilisten sterben.�</p><empty-line/><p>Geary nickte, um ihr zu zeigen, dass er ihre Aussage verstand. Und dennoch� �Wie lautete noch gleich die Dritte Wahrheit?�</p><p>Einen Moment lang konnte Desjani ihn nur anstarren, schlie�lich sagte sie: �Nur wer anderen Gnade gew�hrt, kann erwarten, dass auch ihm Gnade gew�hrt wird. Es ist lange her, seit ich das letzte Mal eine der Wahrheiten zu h�ren bekommen habe.�</p><p>�Ich sch�tze, vor einem Jahrhundert geschah das noch �fter.� Geary senkte den Blick, um seine Argumente zu ordnen. �Ich wei�, was geschehen ist, und ich wei�, was irgendwelche Syndik-Schiffe in diesem Moment m�glicherweise anrichten. Aber wie k�nnen wir einfach vorbeifliegen und diese Leute sterben lassen? Was wir bei Lakota h�tten tun k�nnen, w�re angesichts der Dimensionen dieser Katastrophe unbedeutend gewesen. Hier dagegen k�nnen wir tats�chlich etwas bewirken.�</p><p>�Sir, jeder unn�tige Aufenthalt k�nnte uns das Leben kosten. Wir wissen nicht, welche Syndik-Streitkr�fte uns verfolgen oder wo sie sich gerade sammeln, um uns in einem der n�chsten Sternensysteme in Empfang zu nehmen. Die Reise zu dieser Welt wird uns einen Tag l�nger in diesem System fest-halten, und f�r die Evakuierung m�ssen wir Energievorr�te aufbrauchen, die wir nicht vergeuden k�nnen. Viel w�re es zwar nicht, aber trotzdem. Und sie essen unsere Rationen, sobald sie an Bord sind, dabei sind unsere Vorr�te auch so schon stark dezimiert. Au�erdem m�ssen sie st�ndig bewacht werden, damit sie keine Sabotage begehen k�nnen. Und dann m�ssen wir eine L�sung finden, wie wir sie im n�chsten System absetzen, ohne dass es uns zu viel Zeit und Brennstoffzellen kostet, und das alles wom�glich auch noch, w�hrend wir einen Syndik-Angriff abwehren m�ssen.� Dann f�gte sie abschlie�end an: �Sir, diese Geste k�nnte uns mehr kosten, als wir uns leisten k�nnen.�</p><p>�Ich verstehe.� Er verstand es tats�chlich. Wie sollte es moralisch vertretbar sein, Tausende von Flottenangeh�rigen in Gefahr zu bringen und das Schicksal der Allianz, aufs Spiel zu setzen, nur um ein paar Hundert gegnerische Zivilisten zu retten? Es war ja nicht so, als h�tte er sonst nichts zu tun gehabt.</p><p>Schlie�lich war da die Frage, wer den Wurm verbreitet hatte.</p><p>Vielleicht w�rde derjenige die Gelegenheit f�r weitere Sabotageakte nutzen, wenn sie alle mit der Rettung dieser Leute besch�ftigt waren. Seine Hoffnung war gewesen, dass irgendjemand in der Flotte w�hrend des Sprungs von seinem schlechten Gewissen heimgesucht wurde und sich nach der Ankunft in Wendig bei ihm meldete. Leider war jedoch bislang niemand in dieser Weise in Erscheinung getreten. Auch hatten weder Riones noch Duellos' Quellen etwas in Erfahrung bringen k�nnen. Aber durfte das dar�ber entscheiden, ob sie diesen Leuten helfen oder sie im Stich lassen sollten?</p><p>�Co-Pr�sidentin Rione, wie sieht Ihre Meinung dazu aus?�</p><p>Rione nahm sich Zeit, dann erwiderte sie in einem emo-tionslosen Tonfall: �Ich kann nicht den Argumenten widersprechen, die gegen eine Rettungsaktion sprechen. Aber Sie wollen diese Leute doch so oder so retten, nicht wahr, Captain Geary?� Er nickte. �Dann lautet mein Rat, dass Sie auf Ihre Instinkte h�ren sollten. Bislang haben Sie damit jedes Mal richtig gelegen.�</p><p>Desjani wollte Rione einen w�tenden Blick zuwerfen, doch dann ging ihr ein Gedanke durch den Kopf, der sie dazu veranlasste, es sich anders zu �berlegen. �Co-Pr�sidentin Rione hat recht, Sir. Was Ihre Instinkte angeht, meine ich. Sie werden auf eine Weise gef�hrt, die uns allen versagt bleibt.�</p><p>Nur mit M�he konnte er ein Aufst�hnen unterdr�cken.</p><empty-line/><p>Gef�hrt, von den Lebenden Sternen pers�nlich. Das jedenfalls glaubten Desjani und ein gro�er Teil der Flotte.</p><p>�Aber, Sir�, wandte Desjani ein, �trotzdem bleibt es ein riskantes Unterfangen, und an meiner Meinung �ndert das nichts. Au�erdem wird sehr wahrscheinlich eine Syndik-Streitmacht auf der Suche nach uns dieses System durchqueren, und dann wird man den Notruf dort ebenfalls empfangen.�</p><p>Er nickte und war erleichtert dar�ber, dass es eine men-schenw�rdige Alternative gab. Doch dann kam ihm ein anderer Gedanke. �Wird eine Syndik-Streitmacht, die uns verfolgen soll, einen Umweg machen, um diesen Zivilisten zu helfen?�</p><p>Desjani presste die Lippen zusammen, bis sie nur noch eine schmale Linie bildeten, dann sch�ttelte sie den Kopf. �Wahrscheinlich nicht, Sir. So gut wie sicher nicht. Der Commander w�rde im Arbeitslager landen, weil er einen Befehl missachtet hat.�</p><p>Das musste er Desjani lassen. Eigentlich wollte sie aus vielen guten Gr�nden keinen Umweg einlegen, um diese Leute zu retten, doch sie hatte ihm eine ehrliche Antwort gegeben, auch wenn sie damit ihren eigenen Argumenten schadete. Er musste an diese Zivilisten auf Wendig I denken. Es war durchaus denkbar, dass einige von ihnen�� ja, sogar einige Erwachsene�� noch nie ein Schiff in ihrem Sternensystem zu sehen bekommen hatten. Warum sollte sich auch irgendein Schiff hierher verirren, wenn es doch das Hypernet benutzen konnte? Und jetzt, da ihre Lebenserhaltungssysteme kurz vor dem Versagen standen, blickten sie zum Himmel und sahen diese Flotte vor�berfliegen, die gleich darauf das System verlie�. Und dann w�rden sie vielleicht noch eine Syndik-Flotte sehen, die auf der Jagd nach den Allianz-Schiffen das System durchflog und es dann auch wieder verlie�. Danach w�rden keine Schiffe mehr vorbeikommen. Die Luft wurde dann k�lter, und das Atmen fiel schwerer. W�hrend die Alten und die kleinsten Kinder als Erste starben, klammerten sich die k�rperlich st�rksten Bewohner verzweifelt aneinander, bis der Tod sie einen nach dem anderen ebenfalls holte. Schlie�lich w�rde es im Wendig-System kein menschliches Leben mehr geben, ganz so wie vor vielen Tausend Jahren, bevor die ersten Raumschiffe hier eingetroffen waren.</p><p>Geary atmete angestrengt durch. Dieses Bild der sterben-den Kolonie war so real, als w�re er pers�nlich dort gewesen.</p><p>Wie war es in seinen Kopf gelangt?</p><p>Vielleicht wurde er tats�chlich gef�hrt. Er wusste, was sein Herz ihm sagte, und er wusste, was ihm alles sagte, was er je gelernt hatte. Dem gegen�ber stand die grausame Realit�t des Krieges, verbunden mit den Notwendigkeiten, die mit dem Kommando einhergingen. Aber ihnen sa� momentan keine Syndik-Flotte im Nacken, also gab es keine unmittelbare Bedrohung, die schwerer wog als die Rettung dieser unschuldigen Zivilisten.</p><p>Alle beobachteten ihn und warteten auf seine Entscheidung.</p><p>Nur er konnte die Entscheidung treffen. Diese Erkenntnis gab den Ausschlag, denn es lag in seiner Verantwortung, schwierige Entscheidungen zu f�llen. Aber weiterzufliegen und die Kolo-nisten ihrem Schicksal zu �berlassen, machte gar keine Entscheidung erforderlich, sondern bedeutete nur das Fehlen einer solchen, bis der Punkt erreicht war, an dem es zu sp�t war, die Rettungsaktion auszuf�hren. �Ich habe das Gef�hl�, begann Geary, �dass es unsere Pflicht ist, diesen Leuten zu helfen. Dass dies eine Pr�fung ist, die wir bestehen m�ssen, um zu beweisen, dass wir immer noch an die Dinge glauben, die die Allianz gro� gemacht haben. Wir werden diesen Test bestehen.�</p><p>Es kam ihm vor, als h�tten alle auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless </emphasis>gebannt den Atem angehalten, bis er diese Worte sprach. Geary sah zu Desjani und f�rchtete, einem missbilligenden Blick zu begegnen. Er wusste, wie sie �ber die Syndiks dachte. Und jetzt wollte Geary ihr Schiff aufs Spiel setzen, um einige von diesen Syndiks zu retten.</p><p>Aber Desjani schien nicht w�tend zu sein. Stattdessen musterte sie ihn auf eine Art, als versuche sie etwas zu sehen, das man mit dem blo�en Auge nicht erkennen konnte. �Ja, Sir�, sagte sie. �Wir werden den Test bestehen.�</p><p>Die Videoverbindung von Wendig I zur Flotte wurde von statischem Rauschen �berlagert, das daran erinnerte, was sie in Lakota hinter sich gelassen hatten. �Ich kann das nicht auf Interferenzen zur�ckf�hren. Vermutlich liegt es daran, dass ihre Ausr�stung zusammengeschustert ist�, erkl�rte der Komm-Wachhabende.</p><p>Ein Mann sah sie verdutzt an. �Allianz-Schiff, wir haben Ihre Nachricht empfangen. Wir sind unendlich dankbar, dass Sie uns helfen wollen. Sagen Sie, ist der Krieg vor�ber? Oder wie kann es sonst sein, dass Sie sich so tief im Territorium der Syndikatwelten befinden?�</p><p>Geary �berpr�fte die Distanz und stellte fest, dass die Flotte noch immer gut zwei Lichtstunden von Wendig I entfernt war.</p><p>Das waren nicht die besten Voraussetzungen f�r eine Unterhaltung. Genau genommen waren es sogar �u�erst l�stige Voraussetzungen, wenn seine Antwort zwei Stunden ben�tigte, ehe sie den Syndik erreichte, und abermals zwei Stunden ver-gehen mussten, bevor dessen Reaktion bei Geary eintraf. �Hier spricht der Befehlshaber der Allianz-Flotte. Wir beabsichtigen nicht, Ihnen etwas vorzumachen. Der Krieg ist nicht vor�ber, und diese Flotte ist in einer Gefechtsmission unterwegs, um ins Gebiet der Allianz zur�ckzukehren. Aber wir greifen keine Zivilisten und keine Kinder an. Wir werden von unserem Kurs durch das System weit genug abweichen, um Shuttles zu Ihnen zu schicken und Ihre Siedlung zu evakuieren. Es darf dabei nicht zu irgendwelchen Verz�gerungen kommen. Bei meinen Vorfahren gebe ich Ihnen mein Ehrenwort, dass man Sie gut behandeln wird, solange Sie sich an Bord meiner Schiffe befinden, und dass wir Sie im n�chsten bewohnten Sternensystem der Syndikatwelten absetzen werden. Teilen Sie uns bitte die pr�zise Personenzahl mit, aufgegliedert nach Familien, damit wir sicherstellen k�nnen, dass w�hrend des Transits die Familienangeh�rigen nicht voneinander getrennt werden. Wir haben den Landeplatz im Nordwesten Ihrer Stadt als die beste Stelle identifiziert, um unsere Shuttles landen zu lassen. Ein Teil des Platzes ist mit Sandverwehungen bedeckt, die Ihre Leute nach M�glichkeit wegschaffen sollten. Alle m�ssen sich am n�chstgelegenen Zugang zum Landeplatz eingefunden haben, wenn unsere Shuttles eintreffen. Waffen d�rfen nicht mitgebracht werden, auch nichts, was als Waffe benutzt werden k�nnte. Das pers�nliche Gep�ck darf zehn Kilo pro Person nicht �berschreiten. Haben Sie noch irgendwelche Fragen?�</p><p>Geary lehnte sich nach hinten und schloss die Augen. Falls es Fragen gab, w�rde er die erst in vier Stunden zu h�ren bekommen.</p><p>Nach weniger als zwei Stunden ging bei Captain Desjani eine Meldung ein, woraufhin sie ihren Platz verlie�, zu Geary kam und das akustische Eind�mmfeld aktivierte. �Mein Offizier von der Systemsicherheit meldet, dass das Subnetz, �ber das wir uns vor dem Sprung aus Branwyn unterhalten haben, erneut benutzt wurde, um einen Wurm einzuschleusen. Der konnte identifiziert und blockiert werden, aber alle Versuche, den Absender ausfindig zu machen, sind fehlgeschlagen.�</p><empty-line/><p>�Wieder ein Angriff auf den Sprungantrieb?�</p><p>�Nein, Sir.� Sie deutete mit einer Kopfbewegung auf das Sternendisplay. �Dieser Wurm h�tte die Gefechtssysteme von zwei Kriegsschiffen infiltriert und den Abschuss kinetischer Munition ausgel�st, die die Syndik-Stadt zum Ziel haben sollte. Ein Alarm ist an alle Schiffe ausgegeben worden, damit sie ihre Gefechtssysteme auf W�rmer untersuchen, die auf einem anderen Weg verteilt worden sein k�nnten.�</p><p>Geary stockte sekundenlang der Atem. �Dann wollen unsere Saboteure also nicht nur ihre ahnungslosen Kameraden ermorden, sondern jetzt auch noch wehrlose Syndik-Zivilisten. Um welche Schiffe geht es?�</p><p>�Die Munition w�re von der <emphasis>Courageous</emphasis> und der <emphasis>Furious </emphasis>abgefeuert worden, Sir.�</p><p>�Schiffe, deren Kommandanten zu meinen st�rksten Bef�r-wortern in dieser Flotte geh�ren.� Er sp�rte, wie die Wut in ihm hochstieg. Weder die Flotte noch die Shuttles h�tten die Uberlebenden rechtzeitig erreichen k�nnen, um sie vor der Munition in Sicherheit zu bringen. �Da hat jemand �u�erst kranke Rachegel�ste, und er ist offenbar zu allem bereit.�</p><p>Desjanis Miene lie� erkennen, dass sie seine Meinung teilte.</p><p>�In einer halben Stunde werden sie wissen, dass ihr Plan fehlgeschlagen ist. Dann sollten die Schiffe ihr Ziel erfassen und das Bombardement beginnen.�</p><p>�Vielen Dank, Captain. Es gibt da einige Leute, mit denen ich reden muss.� Mit diesen Worten verlie� er die Br�cke, und erst als er in seinem Quartier war und alle Sicherheitsma�nahmen aktiviert waren, nahm er mit Rione Kontakt auf und brachte sie auf den neuesten Stand. �Ich wei� nicht, ob irgendjemand eine Reaktion erkennen lassen wird, wenn der Wurm nicht funktioniert, aber es w�re nicht schlecht, wenn Ihre Quellen die Augen offenhalten k�nnten.�</p><empty-line/><p>Rione, die kreidebleich geworden war, nickte zustimmend.</p><p>Dann informierte Geary Captain Duellos und wartete ab. Er �berlegte, was er unternehmen sollte, wenn irgendein anderer Wurm nicht entdeckt und gestoppt worden war und einige seiner Schiffe dennoch damit begannen, die im Sterben liegende Syndik-Kolonie zu bombardieren. Aber nichts geschah, und niemand meldete sich bei ihm. Nat�rlich hatte er auch nicht erwartet, dass jemand einen Tobsuchtsanfall bekam, wenn die Zeit verstrich und der Angriff nicht stattfand, doch es hatte offenbar nicht mal unterschwellige Anzeichen von Ver�rgerung �ber diesen neuerlichen Fehlschlag gegeben.</p><p>Gewissheit gab es lediglich in dem Punkt, dass die Verschw�rer sp�testens jetzt wussten, dass der von ihnen gew�hlte Weg �ber das Subnetz entdeckt worden war.</p><p>Wer immer zuvor versucht haben mochte, die drei Allianz-Schiffe zu zerst�ren, war also auch dagegen, dass Geary diesen Syndiks half. Das war zumindest ein Zeichen daf�r, dass er sich tats�chlich richtig entschieden hatte.</p><p>Dann endlich traf die Antwort von der Syndik-Kolonie ein.</p><p>Der gleiche Syndik wie zuvor war auf dem Display zu sehen und machte nun einen nerv�sen Eindruck. Unwillk�rlich musste Geary daran denken, wie viel nerv�ser der Mann noch sein w�rde, wenn er w�sste, wie dicht seine Stadt davorgestan-den hatte, in einen gro�en Krater verwandelt zu werden. �Sir, meine Leute sind sehr besorgt. Verstehen Sie das bitte nicht falsch, aber viele von ihnen trauen der Allianz nicht. Wenn sich nichts Grundlegendes ge�ndert hat, seit wir vor vielen Jahrzehnten das letzte Mal Kontakt mit der Au�enwelt hatten, dann nimmt dieser Krieg kaum R�cksicht auf die Zivilbev�lkerung. Ich versuche die Leute davon zu �berzeugen, Ihnen zu vertrauen, weil ich keinen Grund w�sste, warum Sie sich die M�he machen sollten, uns an Bord zu holen und uns dort zu t�ten, wenn Sie uns genauso gut hier unten sterben lassen k�nnten. Au�er vielleicht� die Frauen� die M�dchen� all unsere Kinder. Es tut mir leid, aber Sie m�ssen verstehen, wovor wir Angst haben. Was kann ich meinen Leuten sagen, Sir?�</p><p>Geary dachte gr�ndlich �ber seine Erwiderung nach. Dieser Mann wollte und musste �berzeugt werden, wenn er seinen eigenen Leuten klar machen sollte, dass sie ihm vertrauen konnten. �Sagen Sie Ihren Leuten, dass Captain John Geary diese Flotte befehligt und dass er im Auftrag seiner Vorfahren handelt, die er niemals entehren w�rde, indem er den Hilflosen Schaden zuf�gt oder sein Wort bricht. Ich wiederhole, dass ich Ihnen mein Ehrenwort gebe, dass Ihnen nichts geschehen wird, solange keiner von Ihnen versucht, einem meiner Schiffe Schaden zuzuf�gen. Jeder Angeh�rige meiner Flotte, der einen Ihrer Leute angreift, wird nach dem Kriegs-recht f�r sein Verhalten zur Rechenschaft gezogen. Ich h�tte Ihnen L�gen auftischen k�nnen, was den Krieg oder die Mission dieser Flotte angeht, aber das habe ich nicht getan. Ihre Leute haben milit�risch nicht den geringsten Wert. Aber es sind Menschen, und wir lassen keine Menschen sterben, wenn wir sie retten k�nnen. Bitte geben Sie uns schnellstm�glich die angeforderten Informationen durch.�</p><p>Der n�chste halbe Tag verlief so v�llig normal, dass es Geary fast schon surreal vorkam. Er autorisierte die Freigabe der Information �ber die neuesten W�rmer, auch wenn es Be-f�rchtungen gab, es k�nnten sich einzelne Offiziere auf die Seite der Saboteure schlagen, weil sie gegen seine Entscheidung waren, den Syndiks zu helfen. Doch stattdessen sorgte die Meldung von der versuchten Kaperung der Gefechtssysteme f�r einen erneuten Sturm der Entr�stung in der Flotte.</p><p>Die Menschen hatten sich nie so ganz ihres Misstrauens gegen�ber automatisierten Waffensystemen entledigen k�nnen, und somit war allein schon der Gedanke, mit sch�dlicher Software ein Waffensystem zum eigenst�ndigen Handeln ver-anlassen zu wollen, f�r die meisten ein Unding.</p><p>Shuttles flogen zwischen den Kriegsschiffen hin und her, um sie mit Brennstoffzellen und neuer Munition, mit. Ersatz-teilen und allem anderen zu versorgen, was die Hilfsschiffe seit dem Abflug aus Lakota produziert hatten. Zufrieden nahm Geary zur Kenntnis, dass der durchschnittliche Bestand an Brennstoffzellen auf 65 Prozent anstieg. Das war zwar kein gro�artiger Schnitt, aber immer noch deutlich besser als der Zustand, der noch kurz zuvor geherrscht hatte. Commander Savos wechselte als neuer Befehlshaber auf die <emphasis>Orion, </emphasis>wobei er nur zu gut wusste, welchen Widrigkeiten er sich dort ausgesetzt sehen w�rde. Aber vielleicht gelang es ihm ja, auf der Orion einen Stimmungswandel auszul�sen, so wie es Commander Suram an Bord der <emphasis>Warrior</emphasis> geschafft hatte.</p><p>Die n�chste Meldung von den Syndiks traf erst ein, als die Allianz-Flotte weniger als eine Lichtstunde von Wendig I entfernt war, den sie bei der momentanen Geschwindigkeit in gut zehn Stunden erreichen w�rde. �Wir werden Ihnen vertrauen, weil uns keine andere Wahl bleibt. Einige unserer Leute sind mit den wenigen noch funktionierenden Schutzanz�gen nach drau�en gegangen, um die Landefl�che vom Sand zu befreien. Wir werden alle bereitstehen, wenn Ihre Shuttles eintreffen.�</p><p>Desjani lauschte resigniert dieser Mitteilung, Riones Miene verriet nichts dar�ber, was sie dachte. Alle anderen auf der Br�cke schienen sich nur zu wundern, warum Geary das machte. In gewisser Weise hatte das etwas Deprimierendes an sich. Aber wenigstens gab es von keiner Seite mehr Widerspruch, und das lie� ihn zumindest hoffen.</p><empty-line/><p>Als die Flotte sich ihrem Ziel n�herte, starteten die Shuttles in Richtung Wendig, w�hrend die Allianz-Kriegsschiffe Brems-man�ver einleiteten, damit die Shuttles genug Zeit hatten, um zu landen, die Menschen an Bord zu nehmen und sich auf den R�ckweg zu machen. Von der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> aus verfolgte Geary das Geschehen mit. An Bord einesjeden Shuttles befand sich eine Einheit Marines in voller Gefechtsmontur, wor�ber Geary gar nicht begeistert war, weil es bedeutete, dass weniger Passagiere Platz f�nden und mehr Shuttles losge-schickt werden mussten. Allerdings hatte Colonel Carabali darauf bestanden, und ihm war klar gewesen, wie recht sie mit ihrer Ansicht hatte.</p><p>�Alle V�gel gelandet�, meldete der Wachhabende.</p><p>Auf seinem Display wurde Geary eine Draufsicht der gelan-deten Shuttles angezeigt, aus denen die Marines ausschw�rmten, um ihre Wachpositionen einzunehmen und die Passagiere zu durchleuchten. Evakuierungsschl�uche wurden mit der Luftschleuse an der Stadt der Zivilisten verbunden. Geary schaltete kurz auf den Video-Feed eines der Marines um. Die Randbezirke der Syndik-Stadt wirkten wie vor sehr langer Zeit aufgegeben, an den Hausw�nden hatten sich Wehen aus Sand und giftigem Schnee gesammelt. Die leblose Landschaft war mit nicht mehr zu gebrauchenden �berresten von Ausr�s-tungsgegenst�nden �bers�t. Die kalte, verlassene Siedlung lie� Geary unwillk�rlich fr�steln. �K�nnten Sie sich vorstellen, an einem solchen Ort festzusitzen?�, fragte er Desjani.</p><p>Sie betrachtete das Bild, sagte aber nichts dazu.</p><p>�Ladevorgangabgeschlossen�, meldete Colonel Carabali. Es war eine Lande-Expedition und damit eine Operation der Marines, und davon hatte sich Carabali auch nicht abbringen lassen. �Evakuierungsschl�uche werden in die Shuttles zur�ckgeholt. Shuttles starten in sch�tzungsweise null drei Minuten.�</p><empty-line/><p>�Irgendwelche Probleme, Colonel?�, erkundigte sich Geary.</p><p><emphasis>�Noch</emphasis> nicht, Sir.� Bei �ber f�nfhundert Syndiks hielt Carabali es offenbar nur f�r eine Frage der Zeit, bis sich die ersten Schwierigkeiten ergaben.</p><p>�V�gel planm��ig in der Luft�, meldete der Ops-Wachhabende. �Rendezvous mit den Kriegsschiffen in f�nfundzwanzig Minuten.�</p><p>Desjani tippte auf ihre Kontrollen. �Colonel Carabali, be-st�tigen Sie bitte, dass die Syndiks auf Waffen und gef�hrliche Stoffe abgesucht worden sind.�</p><p>Als Carabali darauf reagierte, klang sie ein wenig beleidigt dar�ber, dass ein Flottenoffizier einen Marine fragte, ob der seine Arbeit gemacht hatte. �Vollst�ndige Scans. Die Leute sind sauber. Sie haben ohnehin nicht viel bei sich.�</p><p>Zusammen mit Desjani begab sich Geary zum Shuttlehangar, um die Syndik-Zivilisten zu empfangen, die an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> gebracht wurden. Von Marines in Gefechtsmontur begleitet, die ihre Waffen im Anschlag hielten, verlie�en die Syndiks das Shuttle. Einige versuchten, eine tapfere Miene zu machen, aber letztlich wirkten sie doch alle ver�ngstigt. Insgesamt waren es einundf�nfzig Personen, deren Kleidung ein heilloses Durcheinander aus verschiedenen Stilen, Materialien und Farben war, die aus alten Best�nden stammen mussten, da ihre Sachen irgendwann so sehr verschlissen worden waren, dass sie sie nicht mehr tragen konnten. Alle waren recht hager; zweifellos eine Folge immer kleiner werdender Rationen, da die Lebensmittelvorr�te in den letzten Jahren kontinuierlich geschrumpft waren.</p><p>Sie gaben sich M�he, nicht das Schiffsinnere oder das Alli-anzpersonal auf dem Hangardeck anzustarren. Mit einem Mal wurde Geary bewusst, dass diese Leute noch nie in ihrem Leben irgendwelchen Fremden begegnet waren und noch nie einen unbekannten Ort besucht hatten. Obwohl sie durch Zeit und Raum weit von den Urspr�ngen der Menschheit entfernt waren, lie�en sich diese Syndiks mit den uralten Bewoh-nern einer kleinen Insel vergleichen, die zum ersten Mal ein Schiff zu sehen bekamen. Und dann waren diese Schiffe auch noch Kriegsschiffe ihrer Erzfeinde!</p><p>Desjani stand stocksteif neben ihm, w�hrend sie mit reglo-ser Miene beobachtete, wie diese Fremden an Bord ihres Schiffs kamen.</p><p>Als Geary den Mann wiedererkannte, mit dem er �ber die Videoverbindung gesprochen hatte, ging er auf ihn zu. �Willkommen an Bord des Flaggschiffs dieser Allianz-Flotte. Wir m�ssen Sie alle bewachen, au�erdem ist ein Kriegsschiff nicht daf�r ausgelegt, viele Passagiere an Bord zu nehmen, weshalb Ihre Quartiere recht beengt ausfallen werden.�</p><p>Der Mann nickte. �Ich bin der B�rgermeister von� nun, ich war einmal der B�rgermeister von Alpha. Wir haben keinen Anlass, uns �ber die Bedingungen zu beklagen. Es ist warm, wir k�nnen atmen. Ehrlich gesagt wussten wir nicht, ob unsere Lebenserhaltungssysteme bis zum Eintreffen Ihrer Shuttles durchhalten w�rden.� Den Augen des Mannes war anzusehen, dass ihm die Erinnerungen an ein qu�lendes Warten noch immer zu schaffen machten. �Aber wenigstens wussten wir, Sie waren auf dem Weg zu uns. Seit der Konzern sich zur�ckgezogen hat, ist kein Schiff mehr zu uns gekommen. Bevor Ihre Nachricht uns erreichte, waren wir im Begriff auszulosen, wer die Kuppel verlassen und wer bleiben sollte. Allerdings mein-ten einige, die Alteren sollten gar nicht erst H�lzchen ziehen, weil wir ohnehin nicht so lange durchhalten w�rden.�</p><p>Man konnte sich nur zu gut vorstellen, was diese Leute empfunden haben mussten. �Warum wurden Sie nicht evakuiert, als alle anderen das System verlie�en?�</p><empty-line/><p>Diesmal reagierte der B�rgermeister mit einer ratlosen Geste. �Das wissen wir nicht. Wir alle haben f�r Subunterneh-men des gleichen Konzerns gearbeitet, und unsere Vorgesetzten verlie�en unseren Planeten mit dem letzten Schiff, das von einer anderen Gesellschaft geschickt worden war. Man sagte uns, die n�chsten Schiffe w�rden bald eintreffen, aber danach geschah nichts mehr.�</p><p>�Wir bringen Sie nach Cavalos, also nehme ich an, dass Ihre Schiffe letztlich doch noch eingetroffen sind.�</p><p>Der B�rgermeister grinste nerv�s. �Besser sp�t als gar nicht, so sagt man doch. Sie erw�hnten, dass Sie Captain John Geary sind, stimmt das? Wir kennen den Namen aus unseren Ge-schichtsb�chern, allerdings steht in denen wahrscheinlich etwas anderes geschrieben als in Ihren. Sind Sie sein Enkel?�</p><p>�Nein, ich bin es selbst�, antwortete er kopfsch�ttelnd und f�gte hinzu: �Das ist eine lange Geschichte, aber lassen Sie sich gesagt sein, dass ich bei Grendel die erste Schlacht dieses Krieges ausgetragen habe, und wenn die Lebenden Sterne es wollen, werde ich auch noch die letzte Schlacht dieses Krieges miterleben.�</p><p>Der Mann wich unwillk�rlich vor ihm zur�ck und sah ihn mit gro�en Augen an. Neben ihm stand eine Frau, die unabl�ssig zwischen ihm und Geary hin und her schaute und dann wieder zu den drei Kindern sah, die sich an ihr festklammer-ten. Der �lteste Junge bemerkte, wie sein Vater leicht zur�ck-zuckte, und warf daraufhin Geary einen trotzigen Blick zu.</p><p>�Wagen Sie es ja nicht, meinem Vater was anzutun!�</p><p>Bevor Geary etwas erwidern konnte, bemerkte er, dass Desjani neben ihm stand. Sie betrachtete den Jungen, wobei ihr Gesicht zwar noch immer keine Regung zeigte, w�hrend ihre Augen von einer unerkl�rlichen Traurigkeit erf�llt waren. �Deinem Vater wird auf meinem Schiff nichts geschehen, wenn er nichts unternimmt, was meinem Schiff schaden k�nnte.�</p><p>Der Junge schob sich zwischen Desjani und seine Mutter.</p><p>�Wir k�nnen Ihnen nicht glauben. Wir wissen, was Sie getan haben.�</p><p>Zu Gearys Verwunderung kniete sich Desjani hin, damit sie auf Augenh�he mit dem Jungen war. �Junger Mann von den Syndikatwelten�, sprach sie den Jungen an, als w�re er bereits so alt wie sein Vater. �Unter dem Kommando von Captain John Geary greift die Allianz-Flotte nicht l�nger die Unschuldigen oder die Hilflosen an. Und selbst wenn er sein Kommando abgeben sollte, w�rden wir nicht wieder so handeln, weil er uns daran erinnert hat, was die Ehre von einem Krieger verlangt. Du musst deine Familie nicht vor uns besch�tzen.�</p><p>Dem Jungen fehlten die Worte, weil er nicht glauben konnte, dass sie ihn ernst genommen hatte, und er nickte nur stumm.</p><p>Desjani stand auf, sah den Jungen und dann dessen Mutter an, wobei sie irgendeine stumme Botschaft �bermittelte, die von der Mutter mit einem Kopfnicken und einer beruhigten Miene aufgenommen wurde. Dann lie� Desjani ihren Blick �ber das Hangardeck schweifen, und mit der energischen Stimme eines Kommandanten erkl�rte sie: �B�rger der Syndikat-Welten, ich bin Captain Desjani, befehlshabender Offizier des Allianz-Schlachtkreuzers <emphasis>Dauntless. </emphasis>Sie sind keine Angeh�rigen des Milit�rs, daher werden Sie wie Zivilisten behandelt, die humanit�re Hilfe ben�tigen, <emphasis>es sei denn, </emphasis>Sie versuchen, meinem Schiff oder einem meiner Besatzungsmitglieder Schaden zuzuf�gen. Befolgen Sie alle Anweisungen und Befehle, die man Ihnen gibt. Wer gegen einen Befehl verst��t oder dem Schiff oder dessen Personal Schaden zuzuf�gen versucht, wird als feindlicher Soldat angesehen und entsprechend behandelt.</p><empty-line/><p>Wir ben�tigen noch drei Tage, um den Sprungpunkt nach Cavalos zu erreichen, dann folgt der Sprung nach Cavalos, der nicht ganz neun Tage in Anspruch nehmen wird. Laut den j�ngsten Sternenf�hrern der Syndikat-Welten, die sich in unserem Besitz befinden, gibt es auf den Welten dieses Sterns eine gr��ere menschliche Bev�lkerung. Dort angekommen, werden wir einen sicheren Platz ausw�hlen, wo wir Sie absetzen k�nnen.�</p><p>W�hrend sie die Zivilisten musterte, kam ihr ein Gedanke.</p><p>�Ich werde Sie von meinem medizinischen Personal untersuchen lassen. Ich empfehle Ihnen, die Anweisungen dieses Personals zu befolgen und zu kooperieren. Als Verpflegung erhalten Sie das, was meine Crew auch isst. Derzeit handelt es sich dabei �berwiegend um Syndik-Rationen, die das Haltbarkeits-datum �berschritten haben. Haben Sie irgendwelche Fragen?�</p><p>Eine Frau mittleren Alters rief: �Warum?�</p><p>Desjani sah zu Geary, aber der signalisierte ihr, dass sie darauf antworten durfte, wenn sie wollte. Sie wandte sich der Frau zu. �Weil nur derjenige, der Gnade gew�hrt, erwarten kann, dass auch ihm Gnade gew�hrt wird. Und weil die Ehre unserer Vorfahren es von uns verlangt. Marines, begleiten Sie die Zivilisten zu ihren Quartieren.�</p><p>Entgegen Gearys Bef�rchtungen ereigneten sich im Verlauf der beiden folgenden Tage keine weiteren Sabotagever-suche, w�hrend sich die Flotte dem Sprungpunkt nach Cavalos n�herte. Die Syndik-Zivilisten waren so ver�ngstigt, dass keiner von ihnen irgendwelche Schwierigkeiten machte. Als Geary auf der Br�cke sa� und darauf wartete, den Sprungbefehl zu geben, fiel ihm auf, dass Desjani mit betr�bter Miene ihr Display betrachtete, auf dem Wendig I zu sehen war.</p><p>�Stimmt was nicht?�, fragte er.</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Ich musste gerade dar�ber nachdenken, wie ich mich wohl f�hlen w�rde, wenn diese Leute immer noch auf dem Planeten w�ren, w�hrend wir nach Cavalos springen wollen. Ich musste �ber viele Dinge nachdenken, aber Sie haben das Richtige gemacht, Sir.�</p><p>�Wir haben das Richtige getan, Captain Desjani.� Sie sah ihn an und nickte, dann warf er einen letzten Blick auf den Planeten Wendig I, der wieder so v�llig frei von Leben war wie zuletzt vor vielen Jahren, bevor Menschen ihn besiedelten.</p><p>�An alle Schiffe: Sprung nach Cavalos�� jetzt.�</p><p>Neun Tage im Sprungraum waren eine recht lange Zeit, und es blieb nicht aus, dass die Gedanken irgendwann um die Frage zu kreisen begannen, was geschehen w�re, h�tte man die W�rmer in den Antriebseinheiten nicht entdeckt. Geary starrte in das tr�be Grau des Sprungraums, durch das immer wieder diese unerkl�rlichen Lichter zuckten, und versp�rte einmal mehr jenes seltsame Unbehagen, als w�rde seine Haut nicht richtig an seinem K�rper anliegen, ein Gef�hl, das mit jedem Tag etwas st�rker wurde und die Frage in ihm aufkom-men lie�, wie lange sich ein Mensch im Sprungraum aufhalten konnte, ohne den Verstand zu verlieren.</p><p>Die ver�ngstigten Syndiks machten keinerlei Probleme, und die Besatzung war damit besch�ftigt, weiter die erlittenen Sch�den zu reparieren, w�hrend die Hilfsschiffe eifrig produ-zierten, um die Vorr�te der Kriegsschiffe aufzustocken.</p><p>Die ganze Zeit �ber kreisten Gearys Gedanken immer wieder um die Feinde in den eigenen Reihen, die ihm mehr Sorgen bereiteten als das Syndik-Milit�r. Das war zuvor nicht der Fall gewesen, allerdings war bis dahin von seinen Widersachern auch keine Todesgefahr f�r ihn und f�r die Schiffe der Flotte ausgegangen.</p><empty-line/><p>Nach f�nf Tagen im Sprungraum wurde ihm eine kurze Nachricht �bermittelt, die das Einzige war, was in dieser Umgebung von Schiff zu Schiff geschickt werden konnte. <emphasis>Mache Fortschritte. </emphasis>Die Mitteilung stammte von Captain Cresida.</p><p>Wenn es ihr gelang, die Gefahr wenigstens zum Teil einzud�mmen, die von zusammenbrechenden Hypernet-Portalen f�r die gesamte Menschheit ausging, w�rde ihm das eine immense Last von den Schultern nehmen.</p><p>Neun Tage, eine Stunde und sechs Minuten, nachdem sie das Wendig-System verlassen hatten, kehrte die Allianz-Flotte im Sternensystem Cavalos in den Normalraum zur�ck. Die Waffen waren feuerbereit, die Sensoren scannten nach m�glichen Zielen. Aber es erwarteten sie hier keine Minen am Sprungpunkt, nicht mal ein paar Schiffe waren als Wachtpos-ten stationiert worden. Offenbar hatte der unerwartete Sieg der Allianz bei Lakota die Syndiks �berrumpelt.</p><p>Im Cavalos-System fand sich tats�chlich noch eine passable menschliche Pr�senz. Eine halbwegs angenehme Welt kreiste in acht Lichtminuten Entfernung um den Stern, der in einem h�heren Orbit noch ein halbes Dutzend Planeten aufwies, darunter die typische Zahl von drei Gasriesen. Auf einem von ihnen wurde immer noch Bergbau betrieben, zudem fanden sich in seinem Orbit verschiedene Fabrikanlagen. In der N�he der bewohnten Welt entdeckten die Sensoren einen veralte-ten Leichten Kreuzer, dazu drei Korvetten, deren Stapellauf noch vor dem des Kreuzers stattgefunden haben musste.</p><p>Geary betrachtete das Bild, das sich ihnen bot, dann sah er zu Desjani. �Nur eine standardm��ige Streitmacht zur Selbst-verteidigung, aber keine Bedrohung f�r uns.�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Wir sollten sie unbrauchbar machen, falls sich die Gelegenheit ergibt. Sie stellen legitime Ziele dar.�</p><empty-line/><p>�Ich wei�, aber ich rechne nicht damit, dass sie so dumm sind, uns damit anzugreifen. Die sind weder die Zeit noch die Brennstoffzellen wert, die wir verbrauchen, wenn wir sie jagen.�</p><p>Diesmal nickte sie. �Stimmt, au�erdem sind sie schon jetzt Schrott. Was unsere interne Bedrohung angeht, sind die f�r die Sicherheitssysteme zust�ndigen Offiziere �berall in der Flotte alarmiert worden, aber bislang hat sich nichts ger�hrt.�</p><p>Keine akute Bedrohung f�r die Flotte, also Zeit, um sich wieder einmal Gedanken �ber die Syndiks von Wendig zu machen. �Dieses Sternensystem scheint unter dem Bau des Hypernets nicht gelitten zu haben. Sollen wir unsere Passagiere an dieser Orbitaleinrichtung absetzen? Sie liegt nicht so weit abseits von unserer Route, und wir m�ssen nicht allzu tief ins System fliegen.� Die Syndik-Einrichtung im Orbit um den Gasriesen war eineinviertel Stunden von der Allianz-Flotte entfernt und befand sich nur ein kleines St�ck abseits des Kurses, dem die Flotte folgen m�sste, um direkt zu den Sprungpunkten zu gelangen, die zu den beiden n�chsten Sternen f�hrten, zwischen denen Geary w�hlen konnte�� Anahalt oder Dilawa. Das Aufwendigste w�rde es sein, die Flotte abbrem-sen zu lassen, damit die Shuttles die Syndik-Zivilisten abliefern konnten. Der Zeitverlust w�rde dabei minimal ausfallen, der wahre Preis bestand in den Treibstoffzellen, die daf�r verbraucht werden mussten.</p><p>Desjani sch�rzte die Lippen, als sie die R�ckmeldungen der Flottensensoren studierte. �Es gibt dort gen�gend kalte Bereiche, was bedeutet, dass sie sich notfalls bis dorthin ausbreiten k�nnen. Entweder das, oder aber sie haben �bersch�ssige Lebenserhaltungskapazit�ten in den belegten Bereichen. Auf jeden Fall sollte es f�r sie ein Leichtes sein, die Zivilisten von Wendig aufzunehmen.�</p><empty-line/><p>�Co-Pr�sidentin Rione?�, fragte Geary.</p><p>�In dieser Angelegenheit �berlasse ich das Ihrem fach-lichen Urteilsverm�gen�, erwiderte Rione.</p><p>�Also gut.� Er konzentrierte sich, dann bet�tigte er die Komm-Taste. �Hier spricht Captain John Geary, befehlshabender Offizier der Allianz-Flotte. Ich wende mich hiermit an alle Bewohner und Beh�rden des Sternensystems Cavalos. Wir beabsichtigen keine milit�rischen Aktionen in Ihrem System, es sei denn, wir werden von Ihnen angegriffen. Sollten Sie uns angreifen, werden wir in angemessener Weise zur�ckschla-gen.� Nach einer kurzen Pause fuhr er fort; �An Bord dieser Flotte befinden sich f�nfhundertdreiundsechzig Zivilisten, bei denen es sich um B�rger der Syndikat-Welten handelt. Wir haben sie im Wendig-System angetroffen, wo sie nach dem Ausfall ihrer Lebenserhaltungssysteme einen Notruf abgesetzt hatten. Wir werden diese Zivilisten an der Orbitaleinrichtung nahe dem Gasriesen absetzen, der 5,3 Lichtstunden von Ihrem Stern entfernt ist. Jeder Angriff auf unsere Flotte w�hrend dieses Transits k�nnte Ihren eigenen B�rgern schaden, daher rate ich Ihnen, davon Abstand zu nehmen.� Ehe er weiterredete, atmete er erst einmal tief durch. �Diese Flotte hielt sich im Lakota-System auf, als Kriegsschiffe der Syndikat-Welten das Hypernet-Portal des Systems zerst�rten und damit eine zerst�rerische Energiewelle entfesselten, die auf der bewohnten Welt und bei allen anderen Standorten menschlicher Pr�senz verheerende Sch�den angerichtet hat. Wir werden an alle Schiffe und bewohnte Planeten Kopien unsere Aufzeichnungen von diesem Ereignis ebenso �bermitteln wie den Hilferuf der Uberlebenden auf Lakota III. Diese Menschen ben�tigen dringend Hilfe, daher bitten wir Sie, diese Informationen so schnell wie m�glich weiterzuleiten. Ich wiederhole: Jeder Angriff auf diese Flotte wird mit �berw�ltigender Schlagkraft beantwortet. Auf die Ehre unserer Vorfahren.� Er lehnte sich zur�ck und sah zu Desjani. �War das bedrohlich genug?</p><p>�Sofern sie klug genug sind.�</p><p>Es �berraschte niemanden, dass die Syndiks weder auf Gearys Mitteilung noch auf den Hilferuf von Lakota reagierten.</p><p>Der Schiffsverkehr im System folgte dem �blichen Muster da-hingehend, dass man die Flucht in Richtung der Sprungpunkte oder der Einrichtungen antrat. Dar�ber hinaus lie� sich nicht feststellen, dass mit Ausnahme der Zivilschutzaktivi-t�ten auf der bewohnten Welt irgendwer auf die Anwesenheit der Flotte im System reagierte. Gleicherma�en lie�en auch die Saboteure innerhalb der Flotte nichts von sich h�ren, was aber kein Grund zum Aufatmen war, sondern vielmehr die Angst sch�rte, man k�nnte irgendetwas �bersehen haben.</p><p>Als sich die Allianz-Flotte der Orbitaleinrichtung n�herte und nur noch zwei Flugstunden entfernt war, tat sich pl�tzlich etwas. �Da kommt eine Nachricht von der Syndik-Anlage�, meldete der Komm-Wachhabende der <emphasis>Dauntless.</emphasis></p><p>Geary rief sie auf und bekam das Gesicht einer Frau mit grauen Haaren und nerv�sen Augen zu sehen. �N�hern Sie sich nicht dieser Einrichtung. Sie k�nnen hier keine Shuttles landen lassen�, erkl�rte sie.</p><p>�Das werden wir aber�, gab Geary zur�ck. �Wir werden B�rger der Syndikat-Welten bei Ihnen absetzen und dann wieder abreisen.�</p><p>�Wir werden uns zur Wehr setzen, wenn Sie versuchen, in diese Einrichtung einzudringen.�</p><p>�Wir wollen weder in diese noch in eine andere Einrichtung in diesem System eindringen. Unsere Shuttles werden von Sicherheitspersonal aus den Reihen der Marines begleitet werden. Stellen Sie sicher, dass sich kein bewaffnetes Personal in der N�he aufh�lt, wenn wir Ihre B�rger absetzen. Sobald das geschehen ist, werden unsere Shuttles und die Marines sich wieder zur�ckziehen.�</p><p>Die Frau sch�ttelte den Kopf, ihre Wangen nahmen etwas Farbe an. �Ich kann nicht zulassen, dass sich Angeh�rige der Allianz in der N�he meiner Einrichtung aufhalten. Wir werden uns verteidigen.�</p><p>Geary hatte B�rokraten noch nie leiden k�nnen, erst recht keine B�rokraten, die nicht in der Lage waren, sich an neue Gegebenheiten anzupassen, wenn die Realit�t mit den Regeln in Konflikt geriet, nach denen sie ihr Leben ausrichteten.</p><p>�H�ren Sie zu. Wenn Sie versuchen sollten, meinen Schiffen, meinen Shuttles oder meinen Leuten Schaden zuzuf�gen, w�hrend wir Ihre Zivilisten absetzen, dann werde ich diese Station so unter Beschuss nehmen lassen, dass die Quarks nie wieder den Weg zur�ck zu ihrem Platz innerhalb ihrer Atome finden. Haben Sie das verstanden? Wenn jemand auf die Zivilisten feuert, die wir bei Ihnen absetzen wollen, dann erwidern wir das Feuer. Das sind Ihre Leute. Wir haben sie unter Gefahr f�r unser eigenes Leben gerettet, und wir nehmen uns Zeit, die wir eigentlich gar nicht haben, nur um sie hier abzusetzen.</p><p>Und Sie sollten sich verdammt noch mal gut um diese Leute k�mmern, sobald sie bei Ihnen sind!� Geary wurde mit jedem Satz lauter und br�llte die Stationsleiterin der Syndiks schlie�lich so laut an, dass die es mit der Angst zu tun bekam.</p><p>�J-ja, ich� ich verstehe�, stammelte sie. �Wir machen alles bereit, um sie in Empfang zu nehmen. Aber ich bitte Sie, wir haben Familien auf dieser Station��</p><p>�Dann sollten Sie daf�r sorgen, dass es keine Probleme gibt�, erwiderte Geary, w�hrend er versuchte, wieder zu einer normalen Lautst�rke zur�ckzukehren. �Einige Zivilisten von Wendig leiden unter langwierigen oder chronischen Gesund-heitsproblemen, die sie dort nicht behandeln konnten. Wir haben getan, was in unserer Macht stand, aber sie werden von Ihnen weiter versorgt werden m�ssen. Ich mache keinen Hehl daraus, dass es mich anwidert, dass Ihre F�hrer die eigenen B�rger sich selbst �berlassen und es ihnen egal ist, ob ein Lebenserhaltungssystem funktioniert oder nicht.�</p><p>�Sie werden uns nicht t�ten? Und nicht diese Station zerst�ren?� Die Verwalterin schien gro�e Probleme zu haben, diesen Gedanken zu begreifen.</p><p>�Nein. Der milit�rische Wert, den Ihre Station besitzt, wiegt nicht das Leid auf, das damit den Zivilisten in diesem System zugef�gt w�rde.�</p><p>�Und Sie haben diese Leute tats�chlich aus dem Wendig-System mitgebracht? Wir dachten, da ist niemand mehr.� Die Frau schien kurz vor einem Zusammenbruch zu stehen. �Es hie�, dass jeder von dort abgeholt wurde, als man das System aufgab.�</p><p>�Von den Menschen, die wir evakuiert haben, mussten wir erfahren, dass die Unternehmen, f�r die sie selbst oder ihre Eltern gearbeitet haben, niemals Schiffe hingeschickt haben, um sie abzuholen. Warum das nicht geschah, konnten sie nat�rlich nie herausfinden. Vielleicht k�nnen Sie ihnen dabei ja behilflich sein�, f�gte Geary an.</p><p>�W-wie viele sind es?�</p><p>�F�nfhundertdreiundsechzig.� Ihrem Gesichtsausdruck war anzusehen, dass ihr die gleiche Frage auf der Zunge lag, die sich alle Syndiks und sogar viele seiner eigenen Leute immer wieder stellten. Warum? Ver�rgert dar�ber, dass er einmal mehr mit einer Frage konfrontiert wurde, deren Antwort seiner Ansicht nach v�llig offensichtlich war, f�gte er schroff an: �Das w�re dann alles.�</p><p>Desjani tat schon wieder so, als sei sie v�llig auf ihr eigenes Display konzentriert.</p><empty-line/><p>�Wann bringen wir die Syndiks zu den Shuttles?�, fragte Geary, der noch immer w�tend war.</p><p>�Sie sollten bereits auf dem Weg zum Shuttlehangar sein�, erwiderte Desjani in einem Tonfall, der sich in Gearys Ohren verd�chtig beschwichtigend anh�rte. Er versuchte zu entscheiden, ob er sich dar�ber auch noch �rgern sollte, als sie auf einmal aufstand und anf�gte: �Ich war eben im Begriff, sie zu verabschieden.�</p><p>Geary zwang sich zur Ruhe. �Was dagegen, wenn ich mitkomme?�</p><p>�Nat�rlich nicht, Sir.�</p><p>Die gleiche Szene wie vor elf Tagen spielte sich im Hangar nun in umgekehrter Reihenfolge ab, da die Syndik-Zivilisten sich wieder zu den Shuttles begaben. Manche blieben kurz stehen und winkten einzelnen Besatzungsmitgliedern der <emphasis>Dauntless</emphasis> zu, die sich im Hangar eingefunden hatten und schweigend die Prozession beobachteten. Die Marines in ihren Kampfanz�gen wirkten so furchteinfl��end wie eh und je, doch diesmal schienen die Syndiks nicht ganz so viel Angst vor ihnen zu haben.</p><p>Der ehemalige B�rgermeister von Alpha drehte sich zu Geary und Desjani um, als die beiden sich der Gruppe n�herten. �Ich danke Ihnen. Ich w�nschte, ich w�sste, was ich sonst noch sagen k�nnte. Keiner von uns wird jemals vergessen, was Sie f�r uns getan haben.�</p><p>Zu Gearys Verwunderung kam Desjani ihm mit einer Erwiderung zuvor. �Wenn sich irgendwann in der Zukunft eine Gelegenheit bieten sollte, dann gew�hren Sie Allianz-B�rgern die gleiche Gnade.�</p><p>�Ich verspreche Ihnen, das werden wir machen. Und wir werden andere bitten, sich ebenfalls so zu verhalten.�</p><p>Die Frau des B�rgermeisters trat vor und sah Desjani eindringlich an. �Vielen Dank, Lady, dass meine Kinder leben d�rfen.�</p><p>�Captain�, korrigierte Desjani sie zwar, doch zugleich verzog sie einen Mundwinkel zu einem schiefen L�cheln. Sie senkte den Blick ein wenig und nickte dem Jungen zu, der sie ernst betrachtete und dann auf Syndik-Art salutierte. Desjani erwiderte den Salut und wandte sich abermals der Mutter zu.</p><p>�Vielen Dank, Captain�, sagte die Frau. �M�ge dieser Krieg enden, bevor meine Kinder alt genug sind, um Ihrer Flotte im Gefecht zu begegnen.�</p><p>Wieder nickte Desjani nur, dann verfolgte sie gemeinsam mit Geary, wie die letzten Syndik-Zivilisten rasch zu den Shuttles liefen. Als sich auch die letzte Luke geschlossen hatte, sagte sie so leise, dass nur Geary sie h�ren konnte: �Es ist leichter, wenn er kein Gesicht hat.�</p><p>Geary ben�tigte einen Moment, ehe er verstand, was sie meinte. �Sie reden vom Feind?�</p><p>�Ja, genau.�</p><p>�Sind Sie nie zuvor einem Syndik begegnet?�</p><p>�Nur solchen in Kriegsgefangenschaft�, erwiderte sie in abf�lligem Tonfall. �Das waren Syndiks, die noch kurz zuvor versucht hatten, mich und andere Allianz-B�rger zu t�ten.�</p><p>Einen Moment lang kniff sie die Augen zu. �Ich wei� nicht, was mit den meisten von ihnen geschehen ist, aber bei einigen von ihnen wei� ich es.�</p><p>Geary z�gerte, ihr die offensichtliche Frage zu stellen. Kurz nachdem er das Kommando �ber die Flotte �bernommen hatte, war ihm zu seinem Entsetzen bewusst geworden, dass Kriegsgefangene gelegentlich wahllos erschossen wurden�� ein Auswuchs von einhundertjahren Krieg, in dem eine Grausamkeit die andere �berboten hatte. Er hatte Desjani nicht danach gefragt, ob sie daran ebenfalls beteiligt gewesen war.</p><empty-line/><p>Dann schlug sie die Augen auf und sah ihn an. �Ich habe es mitangesehen. Ich habe nie den Abzug bet�tigt, ich habe auch nie den Befehl gegeben, aber ich habe zugesehen und nichts dagegen unternommen.�</p><p>Er nickte, ohne den Blick von ihr abzuwenden. �Man hatte Ihnen eingeredet, dass das ein annehmbares Verhalten war.�</p><p>�Das ist keine Entschuldigung.�</p><p>�Ihre Vorfahren��</p><p>�� haben mir gesagt, dass es verkehrt ist�, unterbrach Desjani ihn, was sie bei Geary nur selten machte. �Ich wusste es, ich habe es gesp�rt, aber ich habe nicht auf sie geh�rt. Ich �bernehme die volle Verantwortung f�r mein Handeln. Ich wei�, ich werde irgendwann daf�r bezahlen m�ssen. Vielleicht haben wir deswegen im Heimatsystem der Syndiks so viele Schiffe verloren. Vielleicht dauert der Krieg deswegen schon so viele Jahre. Wir werden daf�r bestraft, dass wir aufgeh�rt haben, das Richtige zu tun, weil wir glaubten, das Falsche tun zu m�ssen.�</p><p>Er wollte sie nicht verdammen, wenn sie schon die ganze Schuld auf sich lud. Aber er konnte zu ihr stehen. �Ja, vielleicht werden wir bestraft.�</p><p>Desjani stutzte. �Sir? Warum sollte man Sie f�r Dinge bestrafen, die geschehen sind, als Sie gar nicht bei uns waren?�</p><p>�Ich bin aber jetzt bei Ihnen, nicht wahr? Ich bin Teil dieser Flotte und ich bin der Allianz loyal verbunden. Wenn Sie bestraft werden, dann werde ich auch bestraft. Ich habe nicht so wie Sie den jahrelangen Krieg erleiden m�ssen, aber mir wurde alles genommen, was ich hatte und kannte.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf und machte eine noch ernstere Miene. �Sie sagten gerade, das ist Ihre Flotte, und Sie sind der Allianz loyal verbunden. <emphasis>Diese</emphasis> Dinge wurden Ihnen nicht genommen.�</p><empty-line/><p>Erstaunt musste Geary erkennen, dass er das so noch nicht gesehen hatte.</p><p>Desjani schaute ihn eindringlich an. �Sie wurden uns geschickt, als wir Sie brauchten. Wir haben eine zweite Chance bekommen, und <emphasis>Sie</emphasis> haben ebenfalls eine zweite Chance bekommen. Anstatt Sie bei der Schlacht von Grendel oder danach sterben zu lassen, hat man Sie in der Rettungskapsel �berleben lassen. Uns wird Gnade gew�hrt, wenn wir uns als w�rdig erweisen.�</p><p>Erneut verbl�ffte sie ihn, indem sie einen Standpunkt aussprach, der ihm selbst nie in den Sinn gekommen w�re: Er war kein losgel�ster Held aus den Mythen, sondern einer der ihren.</p><p>�Vielleicht haben Sie ja recht�, entgegnete Geary. �Wir k�nnen diesen Krieg nicht durch die Zerst�rung der Gegenseite gewinnen, es sei denn, wir lassen alle Hypernet-Portale hochgehen und begehen als Spezies Selbstmord. Wenn dieser Krieg ein Ende nehmen soll, dann m�ssen wir sie nicht nur auf dem Schlachtfeld besiegen, sondern auch bereit sein, den Syndiks zu vergeben, wenn sie echte Reue zeigen. Vielleicht hat man uns ein Beispiel vorgegeben, dem wir folgen sollen.�</p><p>Eine Zeit lang standen sie beide schweigend da und sahen zu, wie sich die inneren Hangart�ren schlossen, damit die �u�eren ge�ffnet werden konnten. Der Vogel hob ab und brachte seine Passagiere zu der Syndik-Einrichtung. Schlie�lich schaute Desjani ihn wieder an. �Ich habe lange Zeit damit verbracht, die Syndiks bestrafen zu wollen. Ich wollte ihnen so wehtun, wie sie uns wehgetan haben.�</p><p>�Ich kann verstehen, warum Sie das wollten�, sagte Geary.</p><p>�Danke, dass Sie mich diesen Zivilisten haben helfen lassen.</p><p>Ich wei�, das hat gegen vieles versto�en, woran Sie glauben.�</p><empty-line/><p>�Woran ich geglaubt habe�, korrigierte sie ihn. Wieder schwieg sie, aber Geary wartete geduldig ab, da er sp�ren konnte, dass sie noch etwas sagen wollte. �Aber dieser Teufelskreis der Vergeltung kennt kein Ende. Mir ist etwas bewusst geworden. Ich m�chte nicht eines Tages diesen Jungen t�ten m�ssen, wenn er alt genug ist zum K�mpfen.�</p><p>�Ich auch nicht. Und auch nicht seinen Vater oder seine Mutter. Und ich will auch nicht, dass der Junge eines Tages B�rger der Allianz t�tet. Wie k�nnen wir dem ein Ende setzen, Tanya?�</p><p>�Sie werden schon eine L�sung finden, Sir.�</p><p>�Na, herzlichen Dank.�</p><p>Er meinte das sarkastisch, und ganz sicher hatte es auch so geklungen, dennoch l�chelte Desjani ihn an. �Haben Sie gemerkt, wie sie uns angesehen haben? Erst waren sie ver�ngstigt, dann ungl�ubig, und schlie�lich waren sie sogar dankbar.� Sie wurde ernst und sah nach drau�en. �Ich mag den Kampf. Ich mag es, mich mit dem Besten zu messen, was die Syndiks aufzubieten haben. Aber ich habe genug davon, Menschen wie diese zu t�ten. K�nnen wir die Syndiks davon �berzeugen, nicht l�nger zivile Ziele zu bombardieren?�</p><p>�Wir k�nnen es versuchen. Unsere Waffen sind pr�zise genug, um bei einem Bombardement industrielle Ziele zu treffen und die Verluste unter der Zivilbev�lkerung auf ein Minimum zu reduzieren.�</p><p>Nun machte sie eine finstere Miene. �Die ermorden unsere Leute, aber wir lassen ihre am Leben?�</p><p>�Es muss auf Gegenseitigkeit beruhen. Wenn wir zur�ck sind, werden wir ihnen sagen, dass sie aufh�ren sollen, unsere Leute zu bombardieren, und wir werden ihre Leute auch weiterhin verschonen.�</p><p>�Aber warum sollten sie�?� Desjani unterbrach sich mitten in ihrer Frage, dann sah sie Geary lange an. �Sie k�nnten uns glauben, dass wir uns an unser Versprechen halten, weil Sie demonstriert haben, dass Sie das tun wollen.�</p><p>�Vielleicht ja.�</p><p>�Und wenn sie trotzdem nicht aufh�ren?�</p><p>�Dann zerst�ren wir weiterhin ihre industriellen und milit�rischen Ziele.� Als Desjani daraufhin den Mund verzog, erkl�rte er: �Sehen Sie, Tanya, wenn diese Leute nichts mehr herstellen k�nnen und sie keine Waffen mehr haben, um zu k�mpfen, dann werden sie f�r die Syndiks zu einer Last, weil die sich dann um sie k�mmern und sie mit Lebensmitteln und allem anderen versorgen m�ssen.�</p><p>�Die werden neue Fabriken bauen, und neue Milit�ranlagen.�</p><p>�Und die werden wir auch wieder dem Erdboden gleichma-chen�, sagte Geary und deutete mit einer Kopfbewegung auf das All jenseits der H�lle der <emphasis>Dauntless. </emphasis>�Seit die Menschheit routinem��ig das All bereist, sind wir in die Lage versetzt worden, Steinbl�cke aus dem All auf Planeten zu werfen und damit Bauwerke auf Planeten viel schneller und m�heloser zu zerst�ren, als sie von den Menschen wiederaufgebaut werden k�nnen. Die Syndiks k�nnen rund um die Uhr das wiederauf-bauen, was wir zerst�rt haben, und trotzdem werden wir auch das im Handumdrehen wieder vernichten.�</p><p>Desjani dachte �ber seine Worte nach und nickte bed�chtig. �Sie haben recht. Aber diese Logik traf doch auch schon zu, als wir anfingen, neben milit�rischen und industriellen Zielen auch zivile Ziele zu bombardieren. Warum haben wir vor vielen Jahrzehnten �berhaupt damit angefangen?�</p><p>�Das wei� ich nicht.� Geary versuchte sich vorzustellen, wann im vergangenen Jahrhundert der Punkt erreicht worden war, an dem sich die Menschen ver�ndert hatten, um zu dem zu werden, was sie heute waren. Aber es hatte keinen solchen Punkt, kein einzelnes Ereignis gegeben. Vielmehr war das geschehen, was Victoria Rione als ein allm�hliches Abglei-ten bezeichnete, bei dem eine vern�nftig erscheinende Entscheidung, immer noch einen Schritt weiter zu gehen als der Gegner, von der n�chsten gefolgt wurde. �Vielleicht war es die Rache f�r ein Bombardement der Allianz-Welten gewesen. Vielleicht eine aus Verzweiflung geborene Taktik, weil der Krieg kein Ende nehmen wollte. Ein Versuch, der Moral des Gegners einen Todessto� zu versetzen. Wir haben uns mit solchen Dingen besch�ftigt, als ich noch Junioroffizier war, allerdings als Lektion f�r etwas, das nicht funktioniert.</p><p>Immer wieder haben in der Vergangenheit Menschen versucht, einen Feind so unter Beschuss zu nehmen, dass er aufgibt. Aber sobald der Feind glaubt, dass seine Heimat oder seine �berzeugungen in Gefahr sind, gibt er nicht auf.</p><p>Es ist v�llig irrational, aber wir sind nun mal alle menschlich.�</p><p>�Die Bombardements durch die Syndiks haben uns nie dazu bewegen k�nnen, einfach aufzugeben�, best�tigte Desjani seine Worte. �Wir sind unzufrieden mit unseren F�hrern, aber wir wollen, dass sie siegen. Wir wollen nicht, dass sie sich ergeben. Allerdings gibt es vor allem in dieser Flotte nicht mehr viele Leute, die noch an einen Sieg glauben wollen. Deshalb hat Ihnen��</p><p>Er horchte auf, als sie verstummte. �Deshalb hat mir Captain Badava dieses Angebot gemacht? Wollten Sie das sagen?</p><p>Sie wissen auch davon?�</p><p>�Ja, Sir. Nat�rlich, Sir. Fast alle reden dar�ber.�</p><p>�Ich werde das nicht machen, Tanya. Ich'werde der Allianz nicht auf diese Weise in den R�cken fallen, indem ich das Angebot annehme und mich zum Diktator aufschwinge. Das habe ich Badaya auch gesagt.� Desjani senkte den Blick, ihr Gesicht verriet keine Gef�hlsregung. �Das w�rde nicht funktionieren, au�erdem w�re es grundverkehrt.�</p><p>Sehr leise fragte Desjani daraufhin: �Ich muss Ihnen die Frage stellen, ob Ihnen sonst noch etwas versprochen worden ist. F�r den Fall, dass Sie annehmen, meine ich.�</p><p>Er versuchte sich an die Unterhaltung zu erinnern, da er Tanya ansah, dass es ihr sehr zu schaffen machte, doch ihm wollte nichts einfallen. �Nein, nichts Spezielles. Es war alles sehr allgemein gehalten.�</p><p>�Ganz sicher?� Ihr Tonfall klangjetzt ver�rgert, aber immer noch sehr leise. �Ist Ihnen wirklich nicht irgendetwas versprochen worden, Captain Geary?� Er sch�ttelte ratlos den Kopf.</p><p>�Oder irgend <emphasis>jemand, </emphasis>Captain Geary?�</p><p>Irgendjemand? Was sollte denn�? Er war davon �berzeugt, dass sie ihm seine Fassungslosigkeit ansah. �Reden Sie etwa von sich?�, fl�sterte er ungl�ubig.</p><p>Sie sah ihn wieder an, betrachtete eingehend sein Gesicht, dann schien sie sich zu entspannen. �Ja. Einige Personen haben mich bedr�ngt, damit ich� mich Ihnen anbiete. Ich hatte mich gefragt, ob sie Ihnen dieses Angebot ohne mein Wissen gemacht haben.�</p><p>Verlegenheit und Wut brachten sein Gesicht zum Gl�hen.</p><p>Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er zum letzten Mal so zornig gewesen war. �Wer?�, zischte er. �Wer wagt es, mit einem solchen Ansinnen an Sie heranzutreten? Sie sind keine Troph�e, die man jemandem �berreicht. Sagen Sie mir, wer das war, dann werde ich�� Diesmal musste er sich bremsen, da ein Flottenkommandant nicht damit drohen durfte, seine Untergebenen in St�cke zu rei�en und durch die Luftschleuse ins All werfen zu wollen.</p><p>Desjani reagierte mit einem schwachen L�cheln. �Ich kann meine Ehre selbst verteidigen, Sir. Trotzdem danke. Vielen Dank, Sir.�</p><p>�Tanya, ich schw�re, wenn ich herausfinde��</p><p>�Lassen Sie mich das in die Hand nehmen, Sir. Bitte.�</p><p>Widerstrebend nickte er. �Wir sollten auf die Br�cke zur�ckkehren, Sir, um das Geschehen im Auge zu behalten.� Wieder nickte er. Desjanis Mundwinkel wanderte ein St�ck weiter nach oben. �Sie w�ren kein guter Diktator, nicht wahr?�</p><p>�Wahrscheinlich nicht.�</p><p>�Vielleicht auch das aus gutem Grund.�</p><p>Er wartete ungeduldig, ob noch irgendetwas schiefging, aber die Allianz-Shuttles setzten alle Syndik-Zivilisten ab, starteten und kehrten zu ihren Schiffen zur�ck, ohne dass auch nur ein Syndik versuchte, ihnen dazwischenzufunken.</p><p>�Haben wir tats�chlich diese Operation hinter uns gebracht, ohne dabei von den Syndiks in irgendeinen Hinterhalt gelockt zu werden?�, fragte Desjani.</p><p>�Sieht ganz so aus. Und bislang haben sich die Verschw�rer in unseren Reihen auch zur�ckgehalten.� Geary betrachtete sein Display und versp�rte den gleichen Unglauben wie Desjani. Alle Shuttles waren zur�ckgekehrt, und die Allianz-Flotte war wieder auf Kurs quer durch das Cavalos-System zu dem Sprungpunkt, der nach Anahall oder Dilawa f�hrte. �Noch drei Tage bis zum Sprungpunkt?�</p><p>�Ja, Sir. Solange nichts Unvorhergesehenes passiert.� Desjani presste die Lippen zusammen, als der Alarm losging. �Was genau jetzt der Fall ist.�</p><p>Aus dem Sprungpunkt, auf den sie zusteuerten, kamen ihnen Syndik-Kriegsschiffe entgegen.</p></section><section><title><p>Zehn</p></title><p>�Zehn Syndik-Schlachtschiffe, zw�lf Schlachtkreuzer, siebzehn Schwere Kreuzer, f�nfundzwanzig Leichte Kreuzer, zweiundvierzig J�ger�, meldete der Ops-Wachhabende.</p><p>�Die H�lfte unserer Kampfkraft�, stellte Desjani fest. �Allerdings sind wir bei den leichteren Einheiten deutlich im Vorteil. Werden sie uns aus dem Weg gehen oder den Kampf suchen?�</p><p>�Sie m�ssen den Befehl haben, uns zu stoppen oder uns zumindest f�r eine Weile aufzuhalten�, erwiderte Geary. �In beiden F�llen m�ssen sie sich auf einen Kampf einlassen.�</p><p>�Nach dem, was diese Flotte bei Lakota erreicht hat, k�nnten sie zu viel Angst vor einer Auseinandersetzung haben.�</p><p>Dann ging ihr ein Gedanke durch den Kopf. �Die wissen vielleicht noch gar nicht, was bei Lakota passiert ist. Wom�glich nehmen sie an, dass die Verfolgerflotte, die wir bei Lakota vernichtet haben, uns auf den Fersen ist und jeden Moment auftauchen wird.�</p><p>�Damit k�nnten Sie recht haben, immerhin kommen sie von Anahalt oder Dilawa.� Geary betrachtete die acht Lichtstunden entfernten Bilder der Syndik-Formation, die auf einen neuen Vektor einschwenkte. Die Syndiks hatten bereits acht Stunden lang �berlegen k�nnen, wie sie vorgehen sollten, und ergriffen l�ngst die notwendigen Ma�nahmen.</p><p>�Bislang ist das die standardm��ige Kastenformation der Syndiks.�</p><p>�Vielleicht ist dieser CEO genauso dumm wie der bei Kaliban�, gab Desjani zu bedenken. Jener feindliche Commander war einfach auf die deutlich �berlegene Allianz-Formation losgest�rmt, sodass Geary die feindliche Flotte mit seiner �berlegenen Feuerkraft hatte eliminieren k�nnen.</p><p>�Das w�re wirklich sch�n�, stimmte Geary ihr zu. �Aber darauf k�nnen wir nicht bauen. Ich habe den Verdacht, dass wir die dummen CEOs schneller t�ten, als die Syndiks sie auf ihre Posten bef�rdern k�nnen.�</p><p>�Mir f�llt es schwer, die F�higkeiten eines jeden Systems zu �bersch�tzen, was die Bef�rderung der Dummen angeht.�</p><p>In Anbetracht des bevorstehenden Gefechts war Desjani so gut gelaunt, dass sie sogar in der Stimmung war, Witze zu rei�en, auch wenn Geary zugeben musste, dass sie v�llig recht hatte. �Gehen wir mal davon aus, dass er kein Dummkopf ist.</p><p>Glauben Sie, die werden versuchen, mit schnellen Vorst��en unsere Flanken zu attackieren? Oder werden sie auf eine der Unterformationen frontal losgehen, wenn ich die Flotte in Gruppen aufteile?�</p><p>Desjani dachte �ber seine Frage nach. �Man hat ihnen beigebracht, so zu k�mpfen, wie wir es bislang gemacht haben, n�mlich stur drauflos. Selbst wenn sie etwas Ausgefallenes versuchen sollten, wird es wahrscheinlich doch darauf hinaus-laufen, dass sie auf uns losst�rmen. Aber es wird wohl keine Attacke gegen eine Flanke oder eine Ecke werden, so wie Sie es uns beigebracht haben. Das ist das, was ich erwarten w�rde.�</p><p>Im Idealfall musste er seine eigene Flotte lediglich zu einer gro�en Formation zusammenziehen, auf die die Syndiks dann losgehen konnten. Aber bei einer solchen Formation w�rden nicht alle seine Schiffe das Feuer auf den Feind er�ffnen k�nnen, womit sie einen Gro�teil ihrer �berlegenheit einb��en w�rde. Falls die Syndiks andererseits nur eine Unterformation unter Beschuss nehmen wollten, w�rden Taktiken wie die bei Kaliban angewandten auch nicht funktionieren. Er w�rde sich etwas anderes einfallen lassen m�ssen.</p><p>In dem Moment betrat Rione die Br�cke und blieb kurz stehen, um einen Blick auf das Display vor ihrem Platz zu werfen, dann wandte sie sich an Geary: �Was beabsichtigen Sie zu tun?�</p><p>Geary zeigte auf sein eigenes Display, auf dem der ausholende Bogen, der den vorausberechneten Kurs der Syndik-Formation darstellte, auf einen Vektor einschwenkte, der den Bogen der Allianz-Flotte kreuzte. Am Schnittpunkt der beiden Linien sah es so aus, als w�rden zwei S�bel aufeinandertreffen.</p><p>�Ich beabsichtige, auf den Feind zu treffen, Madam Co-Pr�sidentin, und zwar in weniger als eineinhalb Tagen.�</p><p>Rione sah von ihrem Display auf, das die Zahl der gegnerischen Schiffe anzeigte, und sch�ttelte den Kopf. �Es ist so, als w�rde man gegen eine Hydra k�mpfen. Wir k�nnen noch so viele Syndik-Kriegsschiffe zerst�ren, es tauchen immer neue auf.�</p><p>�Die bauen ja auch flei�ig neue Schiffe, und im Gegensatz zu �ins k�nnen sie Verst�rkung schicken�, betonte Geary.</p><p>�Ich empfehle, diesen CEO lebend zu fangen, Captain Geary.</p><p>Er k�nnte in der Lage sein, uns ein paar Fragen zu beantworten.�</p><p>�Ich werde mein Bestes tun, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>�Captain, wir empfangen eine sehr stark geb�ndelte �bertragung aus der Richtung der vorrangig bewohnten Welt. Sie ist an Captain Geary gerichtet.�</p><p>Desjani sah ihn skeptisch an. Bis zum Kontakt mit der Syndik-Flotte dauerte es noch fast acht Stunden, und sie hatten bislang noch keine Gefechtsformation eingenommen. �Auf mein Display�, sagte Geary. �Und lassen Sie Captain Desjani mitschauen.�</p><p>In dem Fenster, das sich vor ihm �ffnete, war eine �ltere Frau zu sehen, die eine CEO-Uniform eines Syndiks im mittleren Dienstgrad trug. �Ich nehme an, Sie fragen sich, warum die Senioroffizierin der Syndikatwelten in diesem Sternensystem mit Ihnen Kontakt aufnimmt, Captain Geary, und das auch noch auf eine Weise, die die Gefahr gering h�lt, dass irgendjemand herausfindet, was sie getan hat.�</p><p>Sie deutete auf ein Foto auf dem Schreibtisch, es zeigte einen jungen Mann, der Geary irgendwie bekannt vorkam.</p><p>�Ich hatte einen Bruder, der vor langer Zeit bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Jedenfalls dachte ich das. Jetzt <emphasis>habe </emphasis>ich einen Bruder, und jetzt wei� ich auch, dass ein Unternehmen, das sehr eng mit einem sehr hochrangigen F�hrer der Syndikatwelten verbunden ist, den Entschluss fasste, meinen Bruder und Hunderte seiner Kollegen im Wendig-System zur�ckzulassen, weil so die Ausgaben im Jahresbericht des Unternehmens ein klein wenig niedriger ausfielen. Ich habe jetzt auch eine Schw�gerin und einige Nichten und Neffen, von deren Existenz ich bislang nichts wusste. Dass sie leben, verdanken sie alle Ihnen.�</p><p>Pl�tzlich konnte Geary das Foto auf dem Schreibtisch zuordnen. Es zeigte den um Jahrzehnte j�ngeren B�rgermeister von Alpha.</p><p>Die Offizierin sch�ttelte den Kopf. �Ganz zu schweigen von all den anderen, die in dem System umgekommen w�ren, h�tten Sie stattdessen den Planeten bombardiert. Aber ich habe von Leuten aus Systemen wie Corvus, Sutrah und sogar Sancere geh�rt, und daher wei� ich, dass Sie �berall auf die gleiche Weise vorgegangen sind und Ihre durch unsere Angriffe ausgel�sten Vergeltungsschl�ge ausschlie�lich gegen milit�rische Ziele oder Industrieanlagen gerichtet haben. Ich wei� nicht, wie viele Millionen oder Milliarden B�rger der Syndikatwelten Sie bislang m�helos h�tten t�ten k�nnen, aber ich wei�, dass Sie das nicht getan haben.�</p><p>Mit einem Mal begann die Frau finster zu l�cheln. �Ich finde mich jetzt in der Situation wieder, dass ich der Allianz-Flotte danke, weil so viele Leben gerettet wurden, aber gleichzeitig verlangen meine Befehle von mir, dass ich alle notwendigen Ma�nahmen ergreife, um so viele Ihrer Schiffe wie m�glich zu zerst�ren und um Sie so lange wie m�glich aul-zuhalten, ganz gleich, welche Verluste die Bewohner dieses Sternensystems daf�r hinnehmen m�ssen. Ich bin mir durchaus der Situation bewusst, in der Sie sich befinden. Man hat uns mindestens ein halbes Dutzend Mal erz�hlt, dass Ihre Flotte in eine Falle geraten ist und bald vernichtet werden wird. Wie Sie es bis hierher schaffen konnten, das wissen allein die Lebenden Sterne. Dass Sie das Kommando f�hren, Captain Geary�� und die Syndikatwellen haben Ihre Identit�t offenbar best�tigen k�nnen -, veranlasst mich zu der Frage, ob die Lebenden Sterne wohl in diesen Krieg eingegriffen haben. Wenn sie das getan haben, dann bin ich ihnen sehr dankbar, weil Sie eine f�r den Krieg geschaffene Streitmacht dazu benutzten, das Leben Ihrer Feinde zu retten. Ich bin Ihnen etwas schuldig, Captain Geary, und ich glaube daran, dass man Gutes mit Gutem vergelten sollte. Ihre Flotte ist auf dem Weg zu einer Konfrontation mit einer gro�en Streitmacht der Syndikatwelten, aber Sie sind ihr zahlenm��ig weil �berlegen. Auch wenn unsere F�hrer versuchen, alles �ber Sie und Ihre Flotte geheimzuhalten, kursieren zahlreiche glaubw�rdige inoffizielle Berichte �ber Sie. Mit Blick auf diese Berichte glaube ich nicht, dass die Syndik-Flotte Erfolg haben wird, aber angesichts der Dinge, die Sie bislang getan haben, erf�llt mich diese Aussicht nicht mit Furcht. Ihre Flotte wird f�r die Menschen hier eine geringere Bedrohung darstellen als eine Flotte, die dem Exekutivrat der Syndikatwelten unterstellt ist.�</p><p>Abermals sch�ttelte die Frau den Kopf. �Ich werde nicht vergessen, was Sie getan haben, Captain Geary. Viele von uns sind l�ngst zu der Ansicht gelangt, dass dieser Krieg an dem Tag sinnlos wurde, an dem er begann. Wir sind es leid, in unseren Sternensystemen mit M�he und Not �ber die Runden zu kommen, w�hrend unsere F�hrer den Wohlstand der Syndikatwelten in einem Krieg verpulvern, der nicht gewonnen werden kann. Wenn Sie heimkehren, richten Sie Ihren F�hrern aus, dass es hier Menschen gibt, die genug vom Krieg haben und die verhandeln m�chten.� Nach einer kurzen Pause f�gte die Frau an: �Als unsere Einrichtungen in Dilawa vor gut zwanzig Jahren eingemottet wurden, da hielt man es f�r unwirtschaftlich, die in den Bergbauanlagen gelagerten Vorr�te abzutransportieren. Vieles wurde dort zur�ckgelassen. Sie sollen nur wissen, dass es dort Vorr�te gibt, falls Sie noch Bedarf haben.�</p><p>Ihr Bild verschwand vom Display, und Geary lehnte sich nachdenklich zur�ck.</p><p>�K�nnen wir ihr vertrauen?�, fragte Desjani.</p><p>�Ich wei� nicht. Wo ist Co-Pr�sidentin Rione?�</p><p>�In ihrem Quartier, vermute ich.�</p><p>�Schicken Sie ihr eine Kopie und bitten Sie sie um eine Einsch�tzung.� Desjani verzog den Mund und z�gerte gerade lange genug, dass Geary es noch bemerkte. �Schon gut, ich erledige das selbst.�</p><p>F�nf Minuten sp�ter kam Rione auf die Br�cke. �Ich glaube, sie meint es ehrlich.�</p><empty-line/><p>�Sie will �ber einen Friedensschluss reden, sie rechnet damit, dass wir die Syndik-Flotte in diesem System besiegen, und sie sagt uns, wo wir Rohstoffe f�r unsere Hilfsschiffe finden k�nnen�, machte Geary klar. �Wenn die Syndik-Beh�rden das herausfinden, wird sie das ihren Kopf kosten.�</p><p>Rione nickte nachdenklich. �Eine CEO eines Sternensystems sagt uns ohne Umschweife, dass sie den Krieg nicht l�nger unterst�tzt. Das Ganze deutet auf gr��ere Probleme in der Syndik-Hierarchie hin als von uns erwartet.�</p><p>�Und sie sympathisiert mit uns gegen ihre eigenen Streitkr�fte�, betonte Desjani, die zwischen Dankbarkeit und Abscheu zu schwanken schien.</p><p>Anstatt ihr zu antworten, wandte sich Rione an Geary. �Die Syndik-Flotte war stets ein wichtiges Instrument, mit dem die F�hrer der Syndikatwelten die Kontrolle �ber ihr Territorium gewahrt haben. Wer versuchte, Unabh�ngigkeit zu de-monstrieren, sah sich im Handumdrehen mit einer Flotte Kriegsschiffe konfrontiert, die den Willen des Exekutivrats durchsetzten. Je gr��er die Verluste sind, die Sie dieser Flotte zuf�gen, umso mehr bieten sich Gelegenheiten f�r lokale F�hrer, aus eigenem Antrieb zu handeln.�</p><p>�Diese Flotte setzt sich aus ihren eigenen Leuten zusammen�, sagte Desjani zu Geary. �Dass sie bereit ist, uns anzu-feuern, aber nicht sie, sollte eine Rolle bei unserer Beurteilung dieser CEO spielen.�</p><p>Rione sch�ttelte den Kopf, w�hrend sie sich wieder an Geary wandte. �Ein vom Hypernet �bergangenes Sternensystem ist wahrscheinlich nicht mit vielen B�rgern in der Flotte vertreten und f�hlt sich dadurch auch nicht in gleicher Weise als Teil der Syndikatwelten.�</p><p>Geary sah zu Desjani, und erst in diesem Moment begriff er, dass beide Frauen nur mit ihm redeten und sich dabei gegenseitig ignorierten, so als w�rden sie sich in zwei verschiedenen R�umen befinden und k�nnten nur ihn direkt ansprechen.</p><p>�Die Syndik-CEO�, fuhr Desjani fort, �die wir gesehen haben, ist eine Politikerin, und ich nehme an, eine Politikerin versp�rt weniger Gewissensbisse, wenn es um die Verluste von Milit�rpersonal geht.�</p><p>Diese Bemerkung sorgte daf�r, dass Rione die Lippen auf-einanderpresste, doch auch jetzt nahm sie Desjani mit keinem Blick zur Kenntnis. �Sie haben <emphasis>meine</emphasis> Einsch�tzung geh�rt, Captain Geary. Wenn Sie mich nun entschuldigen w�rden, ich muss mich um andere Dinge k�mmern.� Mit diesen Worten machte sie kehrt und verlie� die Br�cke.</p><p>Unwillk�rlich presste er die Fingerspitzen gegen seine Stirn, um drohende Kopfschmerzen zur�ckzudr�ngen. �Captain Desjani�, murmelte er so leise, dass nur sie ihn h�ren konnte. �Ich w�re Ihnen dankbar, wenn Sie davon Abstand nehmen k�nnten, sich einen offenen Schlagabtausch mit Co-Pr�sidentin Rione zu liefern.�</p><p>�Einen offenen Schlagabtausch?�, wiederholte sie genauso leise. �Ich verstehe nicht, Sir.�</p><p>Er warf ihr einen w�tenden Blick zu, doch Desjani betrachtete ihn mit einer Miene, die vorgab, schlichtweg ahnungslos zu sein. �Ich m�chte wirklich nicht ins Detail gehen.�</p><p>�Ich f�rchte, das werden Sie aber m�ssen, Sir.�</p><p>Desjani schien der Meinung zu sein, dass er von den Lebenden Sternen gef�hrt wurde, wenn es um das Kommando �ber die Flotte ging, doch was Rione betraf, da war sie ganz offensichtlich anderer Ansicht.</p><p>�Versuchen Sie einfach nur so zu tun, als w�rde sie sich im gleichen Raum aufhalten wie Sie.�</p><p>�Aber das tut sie nicht, Sir. Sie hat die Br�cke verlassen.�</p><p>�Wollen Sie mich auf den Arm nehmen, Captain Desjani?�</p><empty-line/><p>�Nein, Sir, das w�rde ich niemals machen.� Soweit er es einsch�tzen konnte, war sie v�llig ernst.</p><p>Es war eindeutig an der Zeit, diese Diskussion einfach zu beenden. Er konnte nicht noch mehr ins Detail gehen, ohne w�tend zu werden und die Aufmerksamkeit der Wachhabenden auf sich zu lenken, und genau das wollte er vermeiden.</p><p>�Danke, Captain Desjani. Ich bin sehr froh, das zu h�ren. Es gibt n�mlich genug andere Dinge, um die ich mich k�mmern muss.�</p><p>Wenigstens machte Desjani eine ann�hernd bedauernde Miene, als Geary die Br�cke verlie�, weil er versuchen wollte, Rione einzuholen.</p><p>Sie war in einem gem�chlichen Tempo unterwegs, sodass er sie auf halber H�he des Korridors erreicht hatte. �Sagen Sie mir die Wahrheit�, forderte er sie auf. �Ist die Allianz auch in einer so schlechten Verfassung? Ist sie im Begriff zu zerbrechen?�</p><p>�Warum fragen Sie?� Ihre Stimme war so frei von Emo-tionen wie sonst auch.</p><p>�Weil Sie nicht gl�cklich dar�ber zu sein schienen, dass Sie einen Beleg daf�r zu sehen bekommen haben, wie schlecht es um die Syndiks bestellt ist. Sie haben mir selbst gesagt, dass das Allianz-Milit�r mit der Regierung unzufrieden ist und dass alle l�ngst genug von diesem Krieg haben. Aber ist es bei uns so schlimm wie hier bei den Syndiks? Droht die Allianz zu zerfallen?�</p><p>Rione blieb stehen und sah vor sich auf den Boden, schlie�lich nickte sie, ohne Geary anzuschauen. �Ein Jahrhundert Krieg, John Geary. Wir k�nnen nicht besiegt werden, die Syndiks aber auch nicht. Aber beide Seiten k�nnen so weit vorangetrieben werden, dass sie daran zerbrechen.�</p><p>�Haben Sie deshalb diese Expedition begleitet? Nicht nur, weil Sie Angst hatten, Bloch h�tte sich zum Diktator aufschwingen k�nnen, sondern weil Sie wussten, es w�rde ihm gelingen, und weil die kriegsm�den B�rger der Allianz ihm dann folgen w�rden, weil sie den Glauben an die Allianz verloren haben?�</p><p>�Bloch w�re das nicht gelungen�, erkl�rte sie ruhig. �Er w�re zu Tode gekommen.�</p><p>�Weil Sie ihn ermordet h�tten.� Sie nickte. �Bloch musste gewusst haben, was Sie vorhatten. Er musste Vorsichtsma�nahmen gegen Sie ergriffen haben.�</p><p>�Das hatte er tats�chlich.� Ein schwaches L�cheln huschte �ber ihr Gesicht. �Aber die h�tten nicht gen�gt.�</p><p>Geary sah sie aufmerksam an. �Und was w�re aus Ihnen geworden?�</p><p>�Da bin ich mir nicht sicher, allerdings w�re das auch unwichtig gewesen. Es ging nur darum, einen Mann zu stoppen, bevor er zum Diktator aufsteigen konnte.�</p><p>Da war keine Spur von Spott oder Unehrlichkeit aus ihrem Tonfall herauszuh�ren. Rione meinte jedes Wort so, wie sie es sagte. �Sie waren bereit, Ihr Leben zu geben, nur um sicherzustellen, dass er tats�chlich stirbt. Victoria, manchmal machen Sie mir H�llenangst.�</p><p>�Manchmal mache ich mir selbst H�llenangst.� Sie schien auch das v�llig ernst zu meinen. �Ich habe es Ihnen gesagt, John Geary. Ich war der Meinung, dass der Mann, den ich liebte, in diesem Krieg gefallen war. Von meiner Hingabe f�r die Allianz abgesehen, hatte mein Leben keinen Sinn mehr.</p><p>W�rde die Allianz zerbrechen, dann h�tte ich �berhaupt nichts mehr besessen. Mein Ehemann starb f�r die Allianz, und wenn es erforderlich ist, macht es mir nichts aus, wenn mir das Gleiche widerf�hrt.�</p><p>�Warum haben Sie mir das nicht gleich gesagt?�</p><empty-line/><p>Rione musterte ihn sekundenlang, ehe sie antwortete.</p><p>�Weil Sie keine Ermutigung gebraucht h�tten, wenn Sie ein Mann vom Schlag eines Admiral Bloch gewesen w�ren. Und w�ren Sie tats�chlich wie Black Jack gewesen, dann h�tten Sie mir kein Wort geglaubt, weil Black Jack die Vorstellung nicht akzeptiert h�tte, dass die Allianz vor dem Zusammenbruch steht. Sie mussten mit eigenen Augen sehen, wie ernst die Lage ist, damit Sie es auch verstehen. Au�erdem habe ich Ihnen das eine oder andere gesagt, aber das haben Sie nicht immer gemerkt.� Sie sch�ttelte den Kopf. �Ich habe Sie aus-gefragt und beobachtet. Ich tat, was ich tun musste, um Ihre Einstellung so zu beeinflussen, damit Sie die Dinge sehen, wie sie sich heute gestalten.�</p><p>�Sie taten, was Sie tun mussten?� Das klang sogar f�rjeman-den wie Rione kaltherzig. �Sie haben mir einmal gesagt, dass Sie nicht nur mit mir geschlafen haben, um mich zu beeinflussen.�</p><p>Ihr Blick l�ste sich nichtvon ihm. �Das war tats�chlich nicht der einzige Grund. Aber es war einer der Gr�nde. Zufrieden?</p><p>Sie haben meinen K�rper bekommen, ich Ihren. Und im Dunkel der Nacht habe ich Ihnen zugefl�stert, wie wichtig es ist, die Allianz vor denjenigen zu besch�tzen, die sie zerst�ren wollen, w�hrend sie nach au�en hin vorgeben, sie nur retten zu wollen. Oh, der Sex hat mir gefallen, das gebe ich freim�tig zu. Aber der Tag kam, an dem ich wusste, dass ich dich nicht l�nger f�rchten musste. Und ich sp�rte, dass meine Gef�hle begannen, Verrat an meinem Ehemann zu �ben, den ich nach wie vor liebe und der durchaus noch leben k�nnte. Ich habe dich nicht ihr �berlassen, weil ich so edelm�tig bin, John Geary. Das tat ich f�r mich selbst. Und weil ich getan hatte, was ich tun musste.�</p><p>Er glaubte ihr nicht jedes Wort. Ihre Haltung und ihr Gesichtsausdruck hatten sich nicht ver�ndert, aber er erinnerte sich gut an die Worte, die sie in betrunkenem Zustand gesprochen hatte. Und ihm entging auch nicht, dass sie zwar in leidenschaftslosem Tonfall ihr gesamtes Handeln rechtfertigte, dass sie aber noch immer nicht Tanya Desjanis Namen in den Mund nahm. �Sie haben mich �berhaupt niemandem �berlassen, erst recht nicht Captain Desjani.�</p><p>�Mag sein, dass Sie sich selbst etwas vormachen m�ssen, John Geary, aber glauben Sie nicht, dass ich genauso bin.�</p><p>�Und warum bleiben Sie dann auf der <emphasis>Dauntless? </emphasis>Es haben gen�gend Schiffe der Callas-Republik �berlebt, auf die Sie wechseln k�nnen.�</p><p>�Weil Sie mich in Ihrer N�he brauchen, sobald wir zu Hause eintreffen. Nicht als Bedrohung, sondern als Verb�ndete. Ich wei�, wie die politischen F�hrer auf Sie reagieren werden. Black Jack ist zur�ckgekehrt, der Retter der Flotte und der Allianz. Sie werden nichts von dem annehmen, was die anderen Ihnen anbieten werden, um im Gegenzug mehr Macht f�r sich selbst zu gewinnen. Und Sie werden nicht tun, was wieder andere f�rchten, n�mlich alle Macht an sich rei�en. Nein, John Geary�, beteuerte sie, �Sie werden auf den Bollwerken der Allianz stehen und sie gegen jeden Feind verteidigen, ob er aus den eigenen Reihen oder von au�en kommt, denn das macht der Mann, der Sie sind�� ein Mann aus einer simpleren Vergangenheit. Und ich werde Ihnen helfen, sich gegen diejenigen zu behaupten, die Sie f�r ihre Zwecke benutzen wollen oder die aus Angst gegen Sie vorgehen wollen.�</p><p>�Gegen mich vorgehen? Sind Sie der Ansicht, dass die politische F�hrung der Allianz eine Gefahr f�r mich darstellt?�</p><p>�S��e ich bei Ihrer R�ckkehr im Regierungsrat, dann w�rde ich daf�r sorgen, dass man Sie sofort verhaftet und in Isolationshaft steckt, w�hrend �ffentlich erkl�rt wird, Sie seien zu einer Geheimmission aufgebrochen. Ich w�rde n�mlich davon ausgehen, dass Sie auf der gleichen Linie liegen wie Admiral Bloch oder Captain Falco. Ich konnte herausfinden, dass dem nicht so ist, und ich werde den anderen Senatoren sagen, was ich wei�. Glauben Sie mir, Sie werden mich noch brauchen�, lie� Rione ihn wissen. �Selbst die Politiker, die mich nicht leiden k�nnen�� und von der Art gibt es eine ganze Menge -, wissen genau, dass ich niemals die Allianz verraten w�rde. Mein Wort wird auch bei denen nicht auf taube Ohren sto�en.�</p><p>Geary wandte den Blick ab, rieb sich den Nacken und versuchte nachzudenken. Ganz gleich, wie schwierig es ihm von Anfang an erschienen war, diese Flotte nach Hause zu bringen, hatte er doch damit gerechnet, nach der R�ckkehr ein ganz einfaches Leben zu f�hren. Er wollte seinen Abschied von der Flotte einreichen, sich irgendwohin zur�ckziehen, wo ihn niemand erkannte, und sich vor der Legende von Black Jack verstecken sowie den unrealistischen Erwartungen derjenigen entkommen, die glaubten, dass die Lebenden Sterne ihn geschickt hatten, um diese Flotte und die Allianz zu retten.</p><p>Er halte sich ganz auf diese Aussicht konzentriert, damit nichts anderes ihn �berw�ltigen konnte, auch wenn ihm die Vorstellung, dieser Flotte und diesen Menschen den R�cken zu kehren, l�ngst nicht mehr die richtige Entscheidung zu sein schien.Jetzt musste er sich eingestehen, dass auf ihn noch eine ganze Reihe von Problemen wartete, mit denen er sich befassen musste, bevor er auch nur daran denken konnte, sich von dieser Verantwortung zu befreien. �Danke, Victoria. Ich bin mir sicher, Ihre Hilfe wird vonn�ten sein.�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Danken Sie mir nicht. Ich tue das nicht f�r Sie.�</p><empty-line/><p>�Trotzdem danke. Wollen Sie etwas zum anstehenden Gefecht sagen?�</p><p>�Sie machen das schon. So wie immer.�</p><p>Fast w�re er vor Wut geplatzt. �Verdammt noch mal, es hilft der Flotte ganz sicher nicht, wenn ich �berm�tig werde! Ich werde versuchen, unsere Verluste so gering wie m�glich zu halten, aber diese Schlacht wird kein Spaziergang werden.�</p><p>Rione l�chelte ihn auf eine Weise an, die ihn nur noch w�tender machte. �Sehen Sie? Das wissen Sie doch bereits, da muss ich Ihnen das nicht erst noch sagen. Sonst noch etwas?�</p><p>�Ja�, presste Geary heraus. �Was ist mit der Frage, ob wir danach nach Anahalt oder nach Dilawa springen sollen?�</p><p>�Folgen Sie Ihren Instinkten, Captain Geary�, sagte sie und spreizte die Finger in einer wegwerfenden Geste. �Ihre Instinkte sind weitaus besser als meine, zumindest solange wir uns im Syndik-Gebiet aufhalten.�</p><p>�Trotzdem m�chte ich immer noch Ihre Meinung wissen, ob wir dieser Syndik-CEO vertrauen k�nnen.�</p><p>�Nat�rlich k�nnen Sie das nicht. Aber das hei�t nicht, dass sie es dieses Mal nicht ehrlich meint. Finden Sie heraus, ob das, was sie �ber Dilawa gesagt hat, mit den Aufzeichnungen �bereinstimmt, die uns in die H�nde gefallen sind.� Sie wandte sich zum Gehen, dann f�gte sie noch an: �Das ist mein politischer Ratschlag. Wenn Sie einen milit�rischen Ratschlag wollen, dann fragen Sie Ihren Captain. Das wird Ihnen beiden eine weitere dienstliche Gelegenheit geben, die K�pfe ganz dicht zusammenzustecken.�</p><p>Er sah Rione nach, wie sie fortging, ohne noch mehr zu sagen.</p><empty-line/><p>Vier Stunden noch bis zum Kontakt mit den Syndiks. Die Allianz-Flotte und die Syndik-Flotte waren keine f�nfzig Lichtminuten mehr voneinander entfernt. Jede Streitmacht bewegte sich mit 0,1 Licht fort, womit die kombinierte Geschwindigkeit jenem Maximum von 0,2 entsprach, die eine wirkungsvolle Zielerfassung noch eben zulie�. Geary konnte jetzt sehen, welche Man�ver die Syndik-Schiffe vor nicht ganz einer Stunde geflogen waren, w�hrend der Gegner die Allianz-Formation so sah, wie sie sich vor genau der gleichen Zeit pr�sentiert hatte. Es war immer noch zu fr�h, in Gefechtsformation zu gehen, zu fr�h, den Syndik-Befehlshaber erkennen zu lassen, wie Geary dem Feind begegnen wollte.</p><p>�Captain Geary? Da ist etwas, das Sie sich ansehen m�ssen.�</p><p>Er best�tigte die Meldung von Captain Desjani und machte sich auf den Weg zu der Abteilung, von der aus sie ihn gerufen hatte. Als er unterwegs Crewmitgliedern der <emphasis>Dauntless</emphasis> begegnete, gab er sich M�he, sich seine Unruhe nicht anmerken zu lassen. Auch wenn er sich auf die bevorstehende Schlacht konzentrieren musste, war er dennoch st�ndig in Sorge, was seine Feinde innerhalb der Flotte wohl als N�chstes vorhatten.</p><p>Die Meldung h�rte sich ganz so an, als ob sie erneut versucht hatten zuzuschlagen.</p><p>Die Abteilung entpuppte sich als eine der Kontrollstationen f�r die Prim�rsysteme, was seine Bef�rchtungen zu best�tigen schien. Als sich die Luke hinter ihm schloss, sah er Desjani, den Lieutenant Commander, der der zust�ndige Offizier f�r die Systemsicherheit der <emphasis>Dauntless</emphasis> war, sowie die virtuelle Pr�senz von Captain Cresida. �Was haben wir jetzt schon wieder?�</p><p>Desjani und der Lieutenant Commander sahen beide Cresida an, die auf einige der Systemmodule hinter ihr deutete.</p><p>�Ich habe nachgedacht, Sir�, begann Cresida. �Ich habe versucht herauszufinden, wie es den Aliens m�glich sein k�nnte, unsere Flugbewegungen nachzuvollziehen. Dieser Vorfall mit den W�rmern hat mich ins Gr�beln gebracht, ob in unseren Systemen vielleicht noch etwas versteckt worden ist.�</p><p>Geary stutzte. �Die Aliens? Hier geht es nicht um einen neuen Wurm, der irgendwo in dieser Flotte seinen Ursprung hat?�</p><p>�Nein, Sir. Was wir gefunden haben, kann unm�glich aus unseren Reihen stammen. Wir mussten Captain Desjanis Sicherheitsoffizier hinzuziehen.�</p><p>�Es kann unm�glich aus unseren Reihen stammen?�, wiederholte Geary und sah Desjani und deren Offizier ratlos an. �Aber Sie haben etwas gefunden.�</p><p>Cresida nickte. �Ja, Sir. Ich habe mich gefragt, <emphasis>wenn da</emphasis> noch etwas ist, das es den Aliens erlaubt, unseren Kurs zu verfolgen, wie kann es dann immer noch versteckt sein? Es musste also etwas v�llig Andersartiges sein als das, wonach bei den Scans gesucht worden war. Also habe ich mir dies und jenes angesehen, um festzustellen, ob in unseren Systemen irgendetwas Ungew�hnliches oder Unerwartetes auftaucht.�</p><p>Desjanis Sicherheitsoffizier bet�tigte eine Kontrolle, daraufhin entstand neben ihm ein virtuelles Display, das ein seltsam anmutendes Bild aus sich �berlappenden Wellen mit fluktuierenden R�ndern zeigte. �Dies hier stellt Befehle dar, die durch das Navigationssystem geschickt werden, Sir�, er-l�uterte er. �Nicht den Code, sondern die tats�chliche Ver-breitung des Elektronensignals. Es ist nat�rlich eine Dar-stellungsform, die wir begreifen k�nnen. Captain Cresida hat herausgefunden, dass auf diesen Befehlen etwas huckepack mitgeschickt wird.� Er zeigte auf fluktuierende Stellen im oberen Bereich und an den Seiten.</p><p>Auch Cresida zeigte darauf. �Ich wei� nicht, wie sie es anstellen, aber sie sind irgendwie in der Lage, einen Wurm zu verschl�sseln, der sich einer selbsterhaltenden Wahrschein-lichkeitsmodulation auf Quantenebene bedient. Nat�rlich besitztjedes Partikel, aus dem sich das Signal zusammensetzt, Quanteneigenschaften, aber den Aliens ist es auf irgendeine Weise gelungen, diesen Eigenschaften so etwas wie eine Programmierung aufzudr�cken. Ich wei�, dass das nicht nat�rlich ist, weil es zuf�llige Variationen in der Art geben m�sste, wie diese Ereignisse an den Quantenr�ndern der Partikel auf-treten. Aber das ist nicht der Fall, denn das Ganze folgt bestimmten Mustern. Was diese Muster bewirken und wie sie es anstellen, k�nnen wir nicht sagen, aber es ist auf jeden Fall etwas, das dort nicht zu finden sein d�rfte.�</p><p>Desjani deutete mit einem Kopfnicken auf das Display. �Ich glaube, wir haben unseren Spion gefunden, Captain Geary.�</p><p>�Nicht zu fassen. Und das steckt in den Navigationssystemen?�</p><p>�Und in den Kommunikationssystemen. Wir scannen die anderen Systeme noch, aber etwas in dieser Art haben wir bislang nicht finden k�nnen.�</p><p>Erstaunt betrachtete er das Display. �Es ist so eingerichtet, dass es wei�, wohin wir unterwegs sind, und dass es diese Information an irgendjemanden weitergibt. Kann das Ding mit �berlichtgeschwindigkeit Nachrichten senden?�</p><p>Cresida hob frustriert die Schultern. �Das wei� ich nicht.</p><p>Ich habe keine Ahnung, wie das �berhaupt funktioniert, ganz zu schweigen davon, wozu es in der Lage ist. Ich wei� nur, es geh�rt da nicht hin.�</p><p>Der Lieutenant Commander meldete sich zu Wort: �Kein Schutzprogramm und keine Firewall ist darauf aufmerksam geworden, denn das Ganze ist so fremd, dass kein Programm danach suchen kann.�</p><empty-line/><p>�Und wir k�nnen nichts dagegen unternehmen?�, wollte Geary wissen. �Wir m�ssen zulassen, dass sich dieses Ding in unsere Systeme eingenistet hat?�</p><p>Seine Bemerkung entlockte Oesida ein triumphierendes L�cheln. �Nein, Sir. Ich wei� zwar nicht, wie es arbeitet, aber ich wei�, wie ich es unsch�dlich machen kann.�</p><p>�Das ist das erste Mal, dass ich Sie wie einen Marine reden h�re, Captain Cresida. Und wie machen wir das Ding unsch�dlich?�</p><p>Sie deutete wieder auf die sich wellenf�rmig bewegenden R�nder. �Ich bin mir sicher, dass wir Quanten-Wellenmuster erzeugen k�nnen, die die entgegengesetzten Eigenschaften dieser Wellen besitzen. Im Prinzip erzeugen wir eine zerst�rerische Interferenz, um die modulierten Uberdeckungen aufzuheben. Wir m�ssen nicht wissen, was das Muster bewirkt oder wie es aufrechterhalten wird, wir k�nnen trotzdem ein sehr kurzlebiges negatives Abbild davon erschaffen.</p><p>Sobald die Uberdeckungen in einen Null-Wahrscheinlich-keitszustand versetzt worden sind, sollten sie nicht noch einmal wieder auftauchen k�nnen, abgesehen von einigen wenigen Zufallselementen, die unm�glich ihre urspr�ngliche Funktion ausf�hren k�nnen.�</p><p>Geary stutzte. �Wie k�nnen �berhaupt noch Zufallselemente auftauchen, wenn sie auf Null-Wahrscheinlichkeit reduziert worden sind?�</p><p>�Das ist� eine Quantensache, Sir. F�r uns ergibt das keinen Sinn, aber so l�uft das auf dieser Ebene.�</p><p>Der Sicherheitsoffizier nickte best�tigend. �Im Prinzip schl�gt Captain Cresida vor, ein Antivirenprogramm zu ent-wickeln, mit dem Quantenwahrscheinlichkeitsmuster entdeckt und unsch�dlich gemacht werden k�nnen. Das ist zwar ein v�llig neuartiges Konzept, aber die Entwicklung dieses Programms bewegt sich im Rahmen unserer M�glichkeiten.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Cresida. Ich glaube nicht, dass ich �bertreibe, wenn ich sage, dass die ganze Menschheit in Ihrer Schuld steht. Ich m�chte, dass Lieutenant Iger vom Geheimdienst auch davon in Kenntnis gesetzt wird. Irgendeine Ahnung, wie das in unsere Systeme gelangen konnte?�</p><p>Die anderen sahen sich kurz an, dann antwortete Desjani:</p><p>�Ich habe dar�ber nachgedacht, seit Captain Cresida mir das hier gezeigt hat. Sie, Sir, vermuten, dass die Technologie f�r die Hypernet-Portale von den Aliens stammt. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> hat so wie jedes Schiff in dieser Flotte einen Hypernet-Schl�ssel der Allianz an Bord, der mit seinem eigenen Betriebssystem arbeitet.�</p><p>Cresida riss die Augen auf. �Das �ber eine Schnittstelle mit dem Navigationssystem des Schiffs verbunden ist. Sie k�nnten recht haben! Wir nehmen uns die Schl�ssel vor und sehen, was wir herausfinden k�nnen.�</p><p>Nun machte der Sicherheitsoffizier eine besorgte Miene.</p><p>�Aber wenn das aus dem Hypernet-Schl�ssel kommt, k�nnen wir es dann wagen, den Schl�ssel zu s�ubern? Das k�nnte seine Funktionsweise beeinflussen.�</p><p>�Guter Gedanke�, stimmte Cresida ihm zu. �Wir m�ssen also sehr sorgf�ltig vorgehen. Aber wir k�nnen einen Antiviren-Schirm zwischen dem Schl�ssel und den Schiffssyste-men errichten, sobald das Programm l�uft.�</p><p>�Dann fangen Sie an�, befahl Geary. �Wenn Sie irgendetwas brauchen, aber nicht bekommen, dann lassen Sie es mich sofort wissen.�</p><p>�Jawohl, Sir, allerdings m�chte ich damit gern bis nach der Schlacht warten.�</p><p>�Nach der Schlacht?� Fast h�tte sich Geary mit der flachen Hand an die Stirn geschlagen. Durch die Feinde in den eigenen Reihen und die feindseligen Aliens war f�r einen Moment das anstehende Gefecht v�llig in Vergessenheit geraten.</p><p>�Ja, nat�rlich erst nach der Schlacht. Und falls Ihnen noch etwas auff�llt, das nicht sofort in Angriff genommen werden muss, dann geben Sie mir anschlie�end Bescheid.� <emphasis>Ich kann es mir nicht leisten, mich noch mal so komplett ablenken zu lassen. Viele Schiffe in dieser Flotte k�nnten sterben, wenn ich mich nicht ganz und gar auf das Wesentliche konzentriere. </emphasis>Was Cresida entdeckt hatte, war ohne Auswirkungen auf den bevorstehenden Kampf gegen die Syndiks. Aber es war langfristig von erheblicher Bedeutung, weil es die M�glichkeiten der Aliens einschr�nkte, ihnen die Syndiks auf den Hals zu hetzen. <emphasis>Wir kommen euch schon auf die Schliche, ihr verdammten Mistkerle. Und wenn wir gen�gend von euren Tricks durchschaut haben, dann werden wir mit euch �ber diesen Krieg reden und euch mal erz�hlen, was Menschen mit Nichtmenschen machen, die sie zu manipulieren versuchen.</emphasis></p><p>Noch eine Stunde bis zum Aufeinandertreffen beider Streitm�chte, falls sie ihren momentanen Kurs und die Geschwin-digkeitsvektoren beibehielten. Nun konnte Geary die Syndik-Formation so sehen, wie sie sich vor zw�lf Minuten gestaltet hatte: nach wie vor in der Kastenform, die sich mit einer kurzen Seite voran und damit einem Hammer gleich den Allianz-Schiffen n�herte. �Bereit?�, fragte er Desjani.</p><p>�Jetzt?� Ihr Blick war bereits auf die feindliche Formation gerichtet.</p><p>�Ja. Fr�her ging es nicht, sonst h�tte ich untypische Flugbewegungen anordnen m�ssen. Aber ich muss dem Syndik-CEO, der diese Flotte befehligt, Zeit geben zu sehen, was ich mache, damit ich wiederum Zeit genug habe, um beobachten zu k�nnen, wie der Gegner reagiert.� Geary tippte auf seine Kontrollen. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte: Nehmen Sie bei Zeit null drei Formation Echo Four relativ zum Flaggschiff <emphasis>Dauntless </emphasis>ein.�</p><p>Bei Zeit null drei begann sich die Formation Delta aufzul�sen, in der sich die Flotte bis dahin bewegt hatte. Kriegsschiffe bewegten sich in einem komplexen Tanz hin und her, um ihre Positionen in f�nf Unterformationen einzunehmen. �Das ist die Formation, die Sie bei Lakota zum ersten Mal angewandt haben�, stellte Rione fest, als sich die Umrisse abzuzeichnen begannen.</p><p>�So in etwa�, best�tigte er. �Die m�nzenf�rmigen Unterformationen sind sehr flexibel. Wegen der Form und der ge-ringeren Gr��e kann ich sie leichter drehen lassen. Aber sie werden anders angeordnet sein als in der Formation Echo Five, die wir bei Lakota gew�hlt hatten.� Vier M�nzen bildeten die Umrisse eines Diamanten, ihre Breitseite war dem Feind zugewandt, w�hrend in der offenen Mitte des Diamanten ein St�ck weit nach hinten verlagert eine gr��ere M�nze positioniert war, zu der auch die <emphasis>Dauntless</emphasis> geh�rte.</p><p>�Sind die Hilfsschiffe wieder der K�der?�</p><p>�Nein, ich versuche sie zu besch�tzen. Sie befinden sich im hinteren Teil der Formation, und wenn die Syndiks versuchen sollten, unsere Hilfsschiffe dort anzugreifen, steht ihnen ein sehr unangenehmes Spie�rutenlaufen bevor.�</p><p>Er wartete so wie alle anderen, w�hrend die Minuten da-hinschlichen und die Syndiks n�her kamen. Ganz sicher w�rde der Syndik-Commander nicht mitten durch die Formation hindurchfliegen, allerdings hatten die Syndiks bislang ihren Kurs nicht ge�ndert und zielten nicht auf einen bestimmten Teil der Allianz-Flotte. Zwanzig Minuten bis zum Kontakt. F�nfzehn Minuten. Waren die Syndiks vor Unentschlossenheit wie gel�hmt, waren sie zu dumm zu handeln, oder wollten sie tats�chlich bis zur allerletzten Sekunde warten, ehe sie den Kurs ihrer Formation �nderten?</p><p>Allm�hlich wurde es knapp. Die Syndik-Kastenformation konnte noch immer in jede Richtung schwenken, aber Geary wusste, dass er nicht l�nger warten konnte. Im Geiste ging er die m�glichen Ma�nahmen der Syndiks durch, und �berlegte sich Allianz-Man�ver, die besonders knifflig waren, da sich die Triebkraft auf die Kursvektoren auswirken w�rde, wenn die Flugrichtung ge�ndert wurde. In der Hoffnung, alles richtig gemacht zu haben, gab er seine Befehle aus. �Formation Echo Four Two, drehen Sie sich gemeinsam und �ndern Sie den Kurs nach Backbord null acht f�nf Grad, nach oben eins null Grad bei Zeit eins f�nf.� Damit w�rde sich Echo Four Two von einer flachen Formation, bei der alle Schiffe wie bei einer Mauer nach vorn zeigten, zu einer Messerklinge ver�ndern, bei der die Schiffe zur schmalen Seite hin ausgerichtet waren und sich aufw�rts durch die Syndik-Flotte schneiden w�rden, sofern die zum gleichen Zeitpunkt dort eintraf. �Formation Echo Four Three, drehen Sie sich gemeinsam und �ndern Sie den Kurs nach Steuerbord null acht eins Grad, nach unten eins null Grad bei Zeit eins sechs.� Die Unterformation auf der linken Seite des Diamanten w�rde sich damit nach rechts unten bewegen.</p><p>Er musste tief durchatmen, bevor er die n�chsten beiden Befehle gab. �Formation Echo Four Four, drehen Sie sich gemeinsam und �ndern Sie den Kurs nach oben null neun null Grad bei Zeit eins sieben. Formation Echo Four Five, drehen Sie sich gemeinsam und �ndern Sie den Kurs nach unten null neun f�nf Grad bei Zeit eins acht.� Damit w�rden auch die Ober- und die Unterseite des Diamanten das Zentrum queren.</p><empty-line/><p>Nun war der Hauptpulk der Flotte an der Reihe, zu dem die <emphasis>Dauntless</emphasis> und die Hilfsschiffe geh�rten. �Formation Echo Four One, drehen Sie nach unten ab um null neun null Grad mit Flaggschiff <emphasis>Dauntless</emphasis> als Orientierung und �ndern Sie den Kurs nach oben null eins zwei Grad bei Zeit zwei null. Alle Einheiten der Allianz-Flotte: Feuern Sie Raketen und H�llen Speere ab, sobald der Feind in Feuerreichweite gelangt.�</p><p>Desjani zog die Augenbrauen hoch, als sie die Befehle verar-beitete. �Wenn sie genau durch die Mitte kommen, machen wir sie fertig.�</p><p>�Wollen wir hoffen, dass sie das auch tun.� Geary betrachtete sein Display, auf dem zu sehen war, wie die Syndiks mil mehreren zehntausend Kilometern pro Sekunde auf sie zu-gerast kamen. Das Bild des Feindes wurde jetzt nahezu in Echtzeit dargestellt, da das Licht f�r die Entfernung zwischen den beiden Streitm�chten nur noch wenige Sekunden ben�tigte.</p><p>�Verdammt, das machen sie also.� Die Schiffe in der Kastenformation ver�nderten im letzten Augenblick den Kurs nach oben, um die Unterformation zu attackieren, die dir Oberkante des Diamanten bildete�� nur dass diese Formation l�ngst nicht mehr da war, sondern in einer ausholenden Kurve nach unten und auf die Syndiks zuflog. Ein Sperrfeuer aus Syndik-Raketen gefolgt von Kart�tschen jagte auf die erwartete Position der Allianz-Unterformation zu, doch anstelle der Schiffe fand sich dort nur noch leerer Raum. Die Kart�tschen flogen ziellos weiter, w�hrend die Raketen zur Jagd ansetzten, um die Ziele einzuholen, die ihnen entkommen waren.</p><p>Aber die Syndik-Flotte hatte nur eine viel geringere Kurs�nderung vorgenommen, sodass die einzelnen Allianz-Unterformationen die Flugbahn der Syndiks wenige Sekunden zuvor gekreuzt und ihrerseits Raketen abgefeuert hatten, die den leichteren Kriegsschiffen �bel mitspielten und die Schilde der Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer in diesem Teil der Kastenformation strapazierten.</p><p>�Verdammt�, murmelte Geary. Die Kurs�nderung der Syndiks war nicht sehr gro� ausgefallen, hatte aber gen�gt. Die Allianz-Unterformationen hatten es zwar vermieden, von den Syndiks getroffen zu werden, waren damit aber au�er ReichWeite f�r den Einsatz der H�llenspeere, als die Syndiks das Sperrfeuer aus Raketen hinter sich lie�en. Wenigstens war nichts von dem geringen Vorrat an Kart�tschen vergeudet worden.</p><p>Das w�rde aber nicht mehr gelten, sobald die Kastenforma-lion auf die gro�e, hinterherh�ngende Allianz-Formation traf.</p><p>Die Hilfsschiffe, die sich im r�ckw�rtigen Bereich aufhielten, hatten sich nach oben bewegt, als die Mauer aus Allianz-Schiffen rotierte und sich aufw�rts richtete, sodass sie vor dem Beschuss durch jene Syndik-Schiffe gesch�tzt waren, die unter den Allianz-Schiffen hindurchlliegen w�rden. �Sie haben sie auf den Punkt durchschaut�, sagte Desjani, ohne den Blick von ihrem Display abzuwenden.</p><p>�Vielleicht etwas zu knapp�, gab Geary zur�ck und aktivierte die Komm-Taste. �Allianz-Schiffe in Formation Echo Four One, alle Waffen abfeuern, auch Kart�tschen.�</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis> und die anderen Allianz-Kriegsschiffe in ihrer Formation feuerten zuerst Raketen ab, dann folgten kom-pakte Gruppen aus Kugelgeschossen. In der Kastenformation der Syndiks bef�nden sich zwar mehr Kriegsschiffe als in der Formation rund um die <emphasis>Dauntless, </emphasis>dennoch konnte fast jedes Allianz-Schiff dank der flachen M�nzenformation das Feuer auf die Syndiks er�ffnen, w�hrend aus der Kastenformation heraus nur die �u�ersten Lagen ihre Waffen abzufeuern vermochten.</p><empty-line/><p>Die Kriegsschiffe im oberen Teil der Syndik-Kastenformation wurden von einer Welle nach der anderen getroffen; zun�chst von den Raketen der Allianz, dann von den Kart�tschen, w�hrend die gesamte feindliche Formation in nahezu horizontaler Richtung unter den Allianz-Schiffen hindurchflog und sich beide Flotten dabei fast ber�hrten. Den Syndiks war keine Zeit geblieben, die Raketenwerfer erneut zu laden, die beim Ansturm auf die erste Allianz-Unterformation abgefeuert worden waren, daf�r reagierten sie jedoch mit einem Hagel aus Kart�tschen.</p><p>Das Ganze spielte sich im Bruchteil einer Sekunde ab, dann flammten H�llenspeere auf und strapazierten die durch voran-gegangene Treffer geschw�chten Schilde. Zudem trafen sie Kriegsschiffe, deren Schilde unter dem vorherigen Beschuss teilweise ausgefallen waren.</p><p>Geary wusste, er konnte sich nicht die Zeit nehmen, um das Resultat dieses Aufeinandertreffens zu analysieren. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> erzitterte noch unter den Treffern, die Wachhabenden gaben noch Schadensmeldungen durch, da erteilte er bereits die n�chsten Befehle. �Formation Echo Four Two, drehen Sie sich nach Steuerbord um eins eins null Grad, nach oben zwei null Grad bei Zeit zwei vier. Formation Echo Four Three, drehen Sie sich nach Backbord um eins eins acht Grad, nach oben eins sechs Grad bei Zeit zwei vier. Formation Echo Four Four, drehen Sie sich nach Steuerbord um null f�nf Grad, nach unten eins drei eins Grad bei Zeit zwei f�nf. Formation Echo Four Five, drehen Sie sich nach Steuerbord um null acht Grad, nach oben eins f�nf zwei Grad bei Zeit zwei f�nf.�</p><p>Er schnappte hastig nach Luft und fuhr fort: �Formation Echo Four One, drehen Sie sich nach Steuerbord um null drei Grad, nach oben eins sechs null Grad bei Zeit zwei f�nf.�</p><p>Diese kombinierten Man�ver sollten alle Unterformationen wieder zur�ck zur Kastenformation der Syndiks bringen. Wenn er sehen konnte, wie die Syndiks reagiert hatten, w�rde er seine Befehle sicher anpassen m�ssen, doch f�r den Augenblick gen�gten die Anordnungen, um seine Schiffe wieder in die richtige Richtung fliegen zu lassen.</p><p>Als er dann endlich einen Augenblick Zeit fand, um sich mit den Statusberichten zu befassen, machte er sich auf alles gefasst. Der Gro�teil der Syndik-Raketen war von der Allianz-Verteidigung zerst�rt worden, als die versuchten, ihre Ziele einzuholen, dennoch waren einige von ihnen durchgekom-men. Der Schwere Kreuzer <emphasis>Gussei</emphasis> hatte einen Ausfall der Antriebseinheiten erlitten, die Leichten Kreuzer <emphasis>Kote</emphasis> und <emphasis>Caltrop</emphasis> waren au�er Gefecht gesetzt worden, und den Zerst�rer <emphasis>Flail</emphasis> hatten mehrere Treffer in St�cke gerissen. Die Schlachtkreuzer <emphasis>Intrepid</emphasis> und <emphasis>Courageous</emphasis> waren zwar besch�digt worden, bildeten aber nach wie vor einen Teil der Formation.</p><p>Der brutale Schusswechsel zwischen Echo Four One und der Kastenformation hatte den Syndiks schwerere Verluste beschert, aber die Allianz-Zerst�rer <emphasis>Ndziga</emphasis> und <emphasis>Tabar</emphasis> waren zerst�rt worden, vom Leichten Kreuzer <emphasis>Cercle</emphasis> war nur noch ein zerschossenes Wrack �brig, und die Schweren Kreuzer <emphasis>Armet </emphasis>und <emphasis>Schischak</emphasis> waren beide ausgefallen. Das Scoutschiff <emphasis>Braveheart</emphasis> hatte einen Ausfall der Antriebs- und der Waffensysteme erlitten und konnte damit auch nicht mehr der Formation folgen. Viele weitere Allianz-Schiffe waren ebenfalls besch�digt worden, lediglich die Schlachtschiffe hatten naturgem�� am wenigsten gelitten.</p><p>Die vorderen Kanten der Syndik-Formation hatten den gr��ten Teil der abgefeuerten Raketen abbekommen, gefolgt von der Oberseite der Kastenformation, die mit Echo Four One aneinandergeraten war. Der Vorteil der Allianz, hatte sich ausgezahlt, vor allem mit Blick auf die zahlenm��ig am deut-lichsten unterlegenen Leichten Kreuzer und J�ger der Syndiks. Von den f�nfundzwanzig Leichten Kreuzern, die in die Schlacht gezogen waren, galten zw�lf als zerst�rt oder zumindest als so schwer besch�digt, dass sie den Kampf nicht fortsetzen konnten. Von den zweiundvierzig Syndik-J�gern waren fast zwanzig au�er Gefecht gesetzt worden, das Gleiche galt f�r f�nf Schwere Kreuzer. Das Beste jedoch war, dass f�r vier Syndik-Schlachtkreuzer der Kampf vorzeitig beendet war. Einer von ihnen war zerst�rt worden, die �brigen drei wiesen zu schwere Sch�den auf, als dass sie noch mitmischen konnten.</p><p>Au�erdem hatte ein Syndik-Schlachtschiff den gr��ten Teil seiner Antriebseinheiten verloren und musste sich zur�ckfallen lassen, als die Formation insgesamt zu einer Kurve ansetzte, um erneut anzugreifen.</p><p><emphasis>Das habe ich verbockt, </emphasis>dachte Geary m�rrisch. <emphasis>Der Syndik-Kommandant hat so sp�t reagiert, dass ich meinen Angriff nicht richtig </emphasis>konzentrieren konnte.</p><p>Desjani allerdings schien bester Laune zu sein. �Sehen Sie sich nur an, welche Sch�den wir ihnen zugef�gt haben! Noch so einen Ansturm werden die nicht �berstehen.�</p><p>Geary erwiderte nichts, sondern konzentrierte sich ganz auf die Flugbewegungen der Syndiks. Die flogen noch immer eine ausladende Kurve, was sich nicht vermeiden lie�, wenn ein Schiff mit 0,1 Licht unterwegs war und eine Kursumkehr vornehmen wollte. Er war sich sicher, dass sie wieder auf Echo Four One zuhielten, weil der Commander vielleicht hoffte, diesmal die Hilfsschiffe der Allianz zu erwischen. In rascher Folge gab er seine Befehle an die vier anderen Formationen durch, damit deren Kurs die Flugbahn der Syndiks kreuzte, wenn die erneut versuchten, Echo Four One abzufangen. Der Tonfall, in dem er sprach, brachte ihm einen skeptischen Blick von Desjani ein.</p><empty-line/><p>Diesmal hatte er mit seiner Vermutung richtig gelegen. Als die l�ckenhafte Kastenformation sich von Backbord und von schr�g unten der Formation n�herte, jagten die vier �brigen Allianz-Unterformationen vor den Syndiks vorbei und f�gten den f�hrenden Schiffen weitere Sch�den zu, sodass sich die vorderen Reihen immer weiter lichteten und an ihre Stelle die dahinter befindlichen Kriegsschiffe r�ckten. Immer mehr feindliche Schwere und Leichte Kreuzer sowie J�ger explodierten, zerbrachen in gro�e St�cke und fielen aus der Formation heraus, da wichtige Systeme zerst�rt worden waren. Zwei weitere Schlachtkreuzer trudelten aus der Kastenformation, gleich darauf gefolgt von einem dritten, w�hrend die Schlachtschiffe in den vordersten Reihen immer mehr Treffer einstecken mussten.</p><p>Die Syndiks konnten sich gegen jede Formation nur einmal zur Wehr setzen. Auch wenn sie einige Treffer landeten, gelang es ihnen dennoch nicht, einem einzigen Schiff schwerere Sch�den zuzuf�gen.</p><p>�Echo Four One�, befahl Geary schroff. �Drehen Sie nach Steuerbord null acht Grad, nach oben eins vier Grad bei Zeit vier drei.�</p><p>Die Syndik-Kastenformation behielt ihren Kurs bei. Entweder hatte der Syndik-Commander das Man�ver der Allianz nicht rechtzeitig bemerkt, oder aber sein Flaggschiff war so besch�digt, dass er seine Befehle nicht schnell genug �bermitteln konnte. Die um die <emphasis>Dauntless</emphasis> herum angeordnete Allianz-Formation schoss �ber die vordere Kante der Kastenformation hinweg und war dabei in der Lage, den Feind massiv unter Beschuss zu nehmen, w�hrend sie selbst deutlich weniger Treffer einstecken musste.</p><p>Desjani stie� einen Freudenschrei aus, als ein Syndik-Schlachtschiff nach dem Feuer von Echo Four One explodierte, gefolgt von einer Antriebs�berhitzung auf einem weiteren Schlachtschiff und einem der �berlebenden Schlachtkreuzer.</p><p>Geary dagegen starrte nur auf sein Display, um sich ein Bild von den Ereignissen zu machen und dabei herauszufinden, wie er die verschiedenen Elemente wieder zusammenf�hren konnte. Die Syndiks n�herten sich nun von Steuerbord und leicht von oben.</p><p>Die Unterformationen der Allianz-Flotte folgten vier v�llig verschiedenen Vektoren und waren unterschiedlich weit vom Flaggschiff entfernt. Geary versuchte, die Situation im Griff zu behalten, um die Vorgehensweise der Unterformationen aufeinander abzustimmen, doch das wollte ihm nicht gelingen.</p><p>Ihm machte noch immer zu schaffen, dass er bei der ersten Begegnung mit seinen Man�vern danebengelegen hatte, und nun waren die Bewegungen und die notwendigen Flugman�ver auf den verschiedenen Zeitebenen zu schwierig, um sie noch zu erfassen. Aber er konnte der Flotte nicht den Befehl geben, nach eigenem Ermessen gegen den Feind vorzugehen.</p><p>Noch nicht. Alle seine Schiffe w�rden sich auf die Syndik-Flotte st�rzen und ein wildes Gemetzel beginnen, das nur die Kollisionsgefahr erh�hen und die �bermacht an Schiffen und Feuerkraft zunichte machen w�rde. Auch konnte er nicht darauf bauen, die Bewegungen der Unterformationen der K�nstlichen Intelligenz, des Steuersystems anzuvertrauen. Das w�rde sich n�mlich auf die wahrscheinlichsten Feindbewe-gungen konzentrieren und damit selbst f�r den Feind berechenbar sein.</p><p>Ihm war nicht bewusst, dass er wortlos auf sein Display starrte, w�hrend er die Situation in ihrer ganzen Komplexit�t zu erfassen versuchte und gleichzeitig kostbare Sekunden ungenutzt verstreichen lie�. Pl�tzlich zischte ihm Rione ins Ohr: �Was ist los? Unsere Verluste sind doch gar nicht so schlimm.�</p><p>�Es ist zu kompliziert�, fl�sterte Geary. �Ich kann es nicht koordinieren��</p><p>�Dann vertrauen Sie Ihren Untergebenen, Captain Geary�, gab sie ver�rgert zur�ck. �Uberlassen Sie den Kommandanten die Verantwortung f�r ihre eigenen Unterformationen, w�hrend Sie sich um Ihre Formation k�mmern!�</p><p><emphasis>Verdammt, sie hat recht. Warum glaube ich, ich m�sste das ganz allein erledigen? Ich habe Befehlshaber f�r die Unterformationen bestimmt, denen ich vertrauen kann, dass sie ihre Arbeit erledigen k�nnen. Und jetzt vertraue ich ihnen nicht? </emphasis>�Captain Duellos, Captain Tulev, Captain Badaya, Captain Oesida, nehmen Sie eigenst�ndig mit Ihren Formationen den Kampf auf.�</p><p>Die �berw�ltigende Komplexit�t der Situation sank, da sich Gearys Probleme darauf reduzierten, die eigene Formation zu man�vrieren und die Unterformationen nur noch im Auge zu behalten, ohne f�r sie entscheiden zu m�ssen. Er musste schlucken, dann sp�rte er, wie das Gef�hl zur�ckkehrte, Herr der Lage zu sein. Ihm wurde bewusst, dass er die Kontrolle �ber alles zur�ckerlangt hatte, weil er nicht versuchte alles zu kontrollieren. <emphasis>Vergiss nicht, das hier ist keine Einmannshow. Du hast wohl gedacht, du bist Black Jack, nicht wahr?, </emphasis>ermahnte er sich. �Echo Four One, drehen Sie nach Backbord eins sieben f�nf Grad, nach unten zwei null Grad bei Zeit zwei sieben.�</p><p>Es war absurd, aber obwohl die Schlacht noch immer im Gange war, schienen auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> alle ruhiger und entspannter zu werden. Da wurde Geary bewusst, dass sein eigener �rger und Frust die anderen aus der Ruhe gebracht hatten. Er zwang sich dazu, ein L�cheln aufzusetzen, w�hrend er sich umsah. �Bislang gut gemacht. Dann wollen wir das Ganze mal zu Ende bringen.�</p><empty-line/><p>Captain Desjani erteilte eine Reihe von Befehlen, die die Priorit�ten bei der Beseitigung von Sch�den betrafen, die die <emphasis>Dauntless</emphasis> bei der ersten Begegnung mit dem Feind davongetragen hatte, dann sah sie zu Geary und l�chelte ihn an wie eine L�win, die sich auf ihre Beute freute. �Die h�tten nach dem ersten Anlauf das Weite suchen sollen�, meinte sie.</p><p>�Wenn wir ihre Formation jetzt knacken, dann werden die verbliebenen Einheiten nicht mehr lange durchhalten.�</p><p>�Vielleicht k�nnen wir das ja ein wenig beschleunigen.�</p><p>Geary gab Desjani ein Zeichen. �Kann ich eine Verbindung zur Syndik-Flotte bekommen?�</p><p>Sie zog eine Augenbraue hoch, dann zeigte sie mit einem Finger auf ihren Komm-Wachhabenden, der hastig etwas ein-tippte und dann best�tigend nickte, wobei er vier Finger hoch-hielt. �Sie haben Ihre Verbindung, Sir. Auf Kanal vier.�</p><p>Geary atmete tief durch, um zur Ruhe zu kommen, dann �ffnete er die Leitung und sprach mit beil�ufiger Gelassenheit: �An alle Kriegsschiffe der Flotte der Syndikatwelten, die sich im Gefecht mit der Allianz-Flotte befinden: Hier spricht Captain John Geary, Befehlshaber der Allianz-Flotte. Zweifellos erwarten Sie, dass jeden Moment Verst�rkung zu Ihnen st��t in Form jener gro�en Flotte, der wir vor etwa zwei Wochen im Lakota-System begegnet sind. Ich m�chte Sie wissen lassen, dass diese Flotte von uns vollst�ndig vernichtet wurde. Sie wird also weder hier noch in einem anderen System auftauchen k�nnen. Ich rate Ihnen daher, sich jetzt zu ergeben, um sinnlose weitere Verluste zu vermeiden.�</p><p>Wieder musste Desjani l�cheln. �Damit werden Sie deren Moral wohl einen D�mpfer versetzt haben.�</p><p>�Das war auch meine Absicht.�</p><p>�Ich werde sehen, welchen zus�tzlichen D�mpfer ihnen die <emphasis>Dauntless versetzen</emphasis> kann.� Echo Four One hatte den Wende-Vorgang abgeschlossen und n�herte sich diesmal der ausge-fransten Syndik-Formation von hoch oben.</p><p>Bevor Echo Four One die Syndiks erreichen konnte, wurde deren vorderste Reihe von Echo Four Three und Echo Four Five erneut unter Beschuss genommen, wodurch ein weiteres Schlachtschiff so stark besch�digt wurde, dass es sich zur�ckfallen lassen musste.</p><p>�Setzen Sie die restlichen Kart�tschen ein�, befahl Desjani ihrem Gefechtsoffizier, w�hrend Echo Four One und die Syndik-Formation weiter aufeinander zurasten.</p><p>Ein weiterer Kontakt zuckte vorbei, dann konnte Geary sehen, wie die Flottensensoren den Schaden beim Gegner analysierten. Gleichzeitig n�herten sich Echo Four Two und Echo Four Four von oben und von unten der feindlichen Kastenformation. Die drei verbliebenen Syndik-Schlachtkreuzer hatten alle Schilde verloren und feuerten trotz viel zu gro�er Entfernungen hektisch auf die n�chsten beiden Allianz-Formationen, die sich ihrer Position n�herten. Nur sechs Schwere Kreuzer waren noch in der Formation, der Rest war in unterschiedlich schlechter Verfassung auf den Wegen verstreut, die die Syndik-Flotte im Laufe der Schlacht genommen hatte. F�nf Leichte Kreuzer und ein Dutzend J�ger hatten ebenfalls �berlebt. Im Kern der feindlichen Formation fand sich noch eine Reihe von Schlachtschiffen, und f�nf davon waren nach wie vor in einem guten Zustand.</p><p>Geary blieb kaum Zeit zu hoffen, dass die Commander von Echo Four Two und Echo Four Four im Kampf mit diesen f�nf Schlachtschiffen das Gl�ck nicht herausforderten, dann musste er zu seinem Schrecken mitansehen, wie die beiden Unterformationen haarscharf den Feind passierten.</p><p>Als Folge dieser Attacke trudelte ein weiteres Syndik-Schlachtschiff aus der Formation und zwei von drei Schlachtkreuzern waren zerst�rt. Doch die <emphasis>Courageous, </emphasis>die <emphasis>Incredible </emphasis>und die <emphasis>Illustrious</emphasis> hatten schwere Sch�den davongetragen, der Schwere Kreuzer <emphasis>Gusoku</emphasis> war explodiert, und die Zerst�rer <emphasis>Cestus</emphasis> und <emphasis>Balta</emphasis> existierten ebenfalls nicht mehr. �Diese Schlacht verl�uft nicht gut�, murmelte Geary zu sich selbst.</p><p>Desjani hatte ihn aber geh�rt und stimmte ihm zu: �Die Syndiks leisten sich keine Fehler. Aber das kann sie jetzt auch nicht mehr retten. Noch ein Vorbeiflug und��</p><p>�Die Formation l�st sich auf!�, rief der Ops-Wachhabende aufgeregt.</p><p>�Danke, Mr. Gaciones�, erwiderte Desjani. �Sie m�ssen nicht schreien, ich h�re Sie auch so.�</p><p>W�hrend sich der peinlich ber�hrte Wachhabende wieder zu seiner Station umdrehte, sah sich Geary auf seinem Display an, was noch von der zerfallenen Syndik-Formation �brig war.</p><p>Zwei Schlachtschiffe blieben zusammen, begleitet von drei J�gern, die zu ihrem Schutz in der N�he verharrten. Alle anderen Schiffe dagegen flogen in alle m�glichen Richtungen davon, um ihren Verfolgern zu entkommen.</p><p>Das machte das Ganze nat�rlich einfacher. �An alle Schiffe der Formationen Echo Four Two, Echo Four Three, Echo Four Four und Echo Four Five: Nehmen Sie die Verfolgung auf. L�sen Sie Ihre Formationen auf und feuern Sie nach eigenem Ermessen auf den Feind. Echo Four One wird sich den beiden Schlachtschiffen widmen, die sich nicht voneinander gel�st haben.�</p><p>Was einfacher gesagt als getan war, da seine Formation Zeit und Platz zum Wenden ben�tigte. Andererseits waren die zwei Syndik-Schlachtschiffe zu nah und zu schwerf�llig, als dass sie ihnen h�tten entkommen k�nnen. W�hrend Echo Four One kehrtmachte, beobachtete Geary, dass die anderen Unterformationen sich so rasch aufl�sten, als w�rden sie von einer gewaltigen Explosion in alle Richtungen geschleudert. Einzelne Allianz-Kriegsschiffe konzentrierten sich auf gegnerische Schiffe und nahmen sie unter Beschuss, wobei jedes einzelne Syndik-Schiff zur Zielscheibe einer Vielzahl von Allianz-Verfolgern wurde. Auf dem Display bildeten die vorausberechneten Flugbahnen der Allianz-Kriegsschiffe ein komplexes Netz, aus dem der Gegner voller Hektik zu entkommen versuchte.</p><p>�Was zum Teufel machen denn die <emphasis>Brillianl</emphasis> und die <emphasis>Inspire </emphasis>da?�, wunderte sich Desjani.</p><p>Geary schaute auf das Display. Die beiden Schlachtkreuzer hatten ihre Formation verlassen und sich von der <emphasis>Opportune</emphasis> getrennt, einem weiteren Schiff dieses Typs in dieser Unterformation, und beschleunigten, um die zwei Syndik-Schlachtschiffe abzufangen. Seine Wut �ber den Preis, den diese Schlacht bislang bereits gefordert hatte, flammte wieder auf. <emphasis>Wir haben heute schon genug Schiffe verloren, und jetzt m�ssen diese Idioten auch noch meine Befehle missachten und sich einen Kampf Schiff gegen Schiff liefern!</emphasis></p><p>�Sie werden deutlich vor uns eintreffen�, rief Desjani voller Entt�uschung. �Aber warum? Sie k�nnen die beiden Schiffe nicht allein erledigen!�</p><p>�Nein, das k�nnen sie tats�chlich nicht�, stimmte Geary ihr zu und schlug mit der Faust f�rmlich auf seine Kontrollen.</p><p><emphasis>�Brilliant, Inspire, </emphasis>hier spricht Captain Geary. Brechen Sie sofort Ihren Angriff auf die beiden Syndik-Schlachtschiffe ab!�</p><p>Er wartete ab, er �berpr�fte die Entfernung, um festzustellen, wie lange es dauern w�rde, bis sein Befehl die Schiffe erreichte und bis er eine Antwort bekam. Aber es erfolgte keine R�ckmeldung, und beide Schiffe flogen unbeirrt weiter.</p><p>Dann auf einmal wurde ihm bewusst, dass die <emphasis>Opportune</emphasis> beige-dreht hatte und nun versuchte, die <emphasis>Brilliant und</emphasis> die <emphasis>Inspire</emphasis> einzuholen. Diesmal musste Geary mehrmals tief durchatmen, um einen Wutanfall zu unterdr�cken, ehe er sich abermals an die Schiffe wandte: <emphasis>�Brilliant, Inspire</emphasis> und <emphasis>Opportune, </emphasis>Ihr Befehl lautet, sofort Ihren Angriff auf die beiden Syndik-Schlachtschiffe abzubrechen!�</p><p>Weitere Sekunden verstrichen, in denen sich Echo Four One selbst in Position brachte, um die Syndik-Schiffe zu attackieren. �Die Zeit reicht nicht, um sie ein weiteres Mal zu rufen�, stellte Desjani fest.</p><p>Gearys Kiefer schmerzte, so fest hatte er vor Wut die Z�hne aufeinandergepresst, und er zwang sich zur Ruhe, da er nichts anderes mehr tun konnte als zuzusehen, wie drei Schlachtkreuzer einen sinnlosen Angriff auf zwei Schiffe mit �berlegener Feuerkraft flogen.</p><p>Die <emphasis>Brilliant</emphasis> und die <emphasis>Inspire</emphasis> jagten an den beiden Schlachtschiffen vorbei, konzentrierten ihr Feuer auf eines von ihnen und gingen so nah ran, dass sie ihre Null-Felder, die H�llenspeere und ihre wohl letzten Kart�tschen einsetzen konnten.</p><p>Die Schilde des anvisierten Syndik-Schiffs flammten wiederholt auf, hielten aber stand, bis das zweite Null-Feld weit genug vordrang, um ein St�ck aus einer der Antriebseinheiten zu rei�en und das Schiff langsamer werden zu lassen.</p><p>Die Syndiks hatten ihrerseits das Feuer jedoch auch konzentriert, und so entfernte sich die <emphasis>Brilliant</emphasis> von der Begegnung mit massiven Sch�den, zerschossenen Antriebssystemen und gr��tenteils ausgefallenen Waffensystemen.</p><p>Dann folgte die <emphasis>Opportune</emphasis> mit einigem Abstand allein, ein einzelner Schlachtkreuzer, der sich dem Beschuss durch zwei Schlachtschiffe ausgesetzt sah. Die H�llenspeere der Syndiks bohrten sich durch die Schilde und fra�en sich in den Rumpf der <emphasis>Opportune. </emphasis>Es war nur die Triebkraft, die das Schiff rettete, das schrecklich besch�digt in sichere Entfernung trudelte.</p><p>�Wenn der Kommandant der <emphasis>Opportune</emphasis> noch lebt, dann werde ich ihn pers�nlich umbringen�, schwor Geary, der daran denken musste, wie viele Matrosen an Bord dieses Schiffs v�llig sinnlos ihr Leben verloren haben mochten.</p><p>�Vor sechs Monaten h�tte ich noch Beifall gespendet�, sagte Desjani voller Erstaunen. �Jetzt dagegen ist mir klar, wie sinnlos diese Aktion war. Welchen Sinn hat Tapferkeit, wenn sie nur dem Feind hilft, einen selbst zu vernichten?� Ihr Tonfall �nderte sich und wurde schroffer. �Also gut, <emphasis>Dauntless�, </emphasis>rief sie ihrer Br�ckencrew zu. �Lassen wir die Syndiks bereuen, was sie der <emphasis>Opportune angetan</emphasis> haben.�</p><p>Die drei Schlachtkreuzer hatten daf�r gesorgt, dass die Schilde der Syndik-Schlachtschiffe geschw�cht waren, aber sie selbst waren dabei viel st�rker in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kriegsschiffe der Echo Four One nahmen die Syndiks so massiv unter Beschuss, dass deren Schilde komplett ausfielen. Die vier Allianz-Schlachtschiffe verwandelten eines der gegnerischen Schiffe in ein treibendes Wrack, auf dem anderen fielen so gut wie alle Systeme aus. �An alle Kriegsschiffe von Echo Four One: Formation aufl�sen und nach eigenem Ermessen Ziele suchen.� Geary schaltete auf eine interne Verbindung um. �Lieutenant Iger, ich m�chte wissen, ob sich irgendwelche Syndik-CEOs in den Rettungskapseln befinden. Sehen Sie, was Sie herausfinden k�nnen.�</p><p>Es war eine h�ssliche, schmerzhafte Schlacht gewesen, aber die Allianz hatte immerhin weniger Ausf�lle erlitten als die Syndiks. Beim Anblick der durch das All trudelnden <emphasis>Opportune </emphasis>war diese Erkenntnis f�r Gearyjedoch kein gro�er Trost.</p></section><section><title><p>Elf</p></title><p>�Wir k�nnen die <emphasis>Opportune</emphasis> nicht retten.� Captain Tyrosian sch�ttelte betr�bt den Kopf. �Zu schwere Sch�den, zu viele Systeme ausgefallen. Selbst wenn wir sie abschleppen sollten, w�ren wir einige Tage damit besch�ftigt, den Rumpf zu verst�rken, weil das Schiff sonst auseinanderbricht.�</p><p>Geary warf einen Blick auf den Bericht, den er bereits auf-gerufen hatte und der die Opfer innerhalb der Flotte auflis-tete. Der befehlshabende Offizier der <emphasis>Opportune</emphasis> war dort genannt, ebenso sein XO sowie rund vierzig Prozent der Crew. Einen Moment lang sah er zu Boden, auch wenn er diesmal keine aufsteigende Wut unterdr�cken musste, da die Trauer �ber diese sinnlosen Verluste schwerer wog. Schlie�lich nickte er. �Dann sprengen wir sie. Schaffen Sie alles von Bord, was sich leicht wegbringen l�sst und was wir f�r die anderen Schlachtkreuzer ben�tigen. Sie haben vier Stunden, in der Zwischenzeit wird der Rest der Besatzung evakuiert.�</p><p>�Verstanden, Sir. Was ist mit der <emphasis>Braveheart</emphasis>?�, fragte sie.</p><p>�Wir wissen nicht so genau, was sie noch zusammenh�lt, aber wir gehen davon aus, dass sie in tausend St�cke zerf�llt, wenn auf irgendeinen Teil des Schiffs Druck ausge�bt wird, aber ich will Sie zumindest gefragt haben.�</p><p>�Ja, die <emphasis>Braveheart</emphasis> m�ssen wir ebenfalls in die Luft jagen.�</p><p>Die Scoutschiff-Division bestand damit nur noch aus einem einzigen Schiff, der <emphasis>Exemplar. </emphasis>�Wie sieht es mit den anderen schwerbesch�digten Schiffen aus?�</p><p>Tyrosian legte die Stirn in Falten und schaute zur Seite, um die Berichte auf ihrem eigenen Display zu lesen. �Die Schweren Kreuzer <emphasis>Gusset</emphasis> und <emphasis>Schischak</emphasis> sind wieder flugbereit, aber f�r ein Gefecht stehen sie vorl�ufig nicht zur Verf�gung. Die <emphasis>Gusset</emphasis> m�sste eigentlich f�r eine Weile in eine Werft, damit alles repariert werden kann. Der Leichte Kreuzer <emphasis>Caltrop</emphasis> hat viele Systemausf�lle zu verzeichnen, aber er kann mit der Flotte mithalten. Vier unserer Schlachtkreuzer�� die <emphasis>Courageous, </emphasis>die <emphasis>Illustrious, </emphasis>die <emphasis>Brilliant</emphasis> und die <emphasis>Intrepid</emphasis>�� weisen schwere Sch�den auf. Vor allem die <emphasis>Courageous</emphasis> und die <emphasis>Brilliant</emphasis> sind kaum kampftauglich, aber wir haben den gr��ten Teil der Antriebseinheiten reparieren k�nnen.�</p><p>�Danke, Captain Tyrosian.� Geary lie� sich nach hinten sinken, als Tyrosians Bild verschwand, und dachte �ber die Tatsache nach, dass drei der vier erw�hnten Schlachtkreuzer von alt-gedienten Captains gef�hrt wurden, die zugleich Schlachtkreuzer-Divisionen befehligten. Ganz offensichtlich pflegten einige der Leute, von denen er erwartet h�tte, inzwischen eines Besseren belehrt worden zu sein, immer noch eine Draufg�ngermen-talit�t. Allein die Tatsache, dass die Allianz-Flotte auf diesem Schlachtfeld den Sieg errungen hatte, machte es m�glich, die Schiffe zu bergen. W�re ein R�ckzug erforderlich geworden, w�ren auch diese vier Schlachtkreuzer verloren gewesen.</p><p>Die T�rglocke zu seinem Quartier ert�nte, und Captain Desjani trat ein, ersch�pft, aber mit einem triumphierenden Strahlen im Gesicht. Geary musste sich vor Augen halten, dass angesichts der Verluste der letzten Jahrzehnte dieser j�ngste Sieg aus seiner Sicht zwar teuer erkauft worden war, dass Desjani und die anderen das aber ganz anders beurteilten. �Wir haben einen Syndik-CEO, Captain Geary�, berichtete sie. �Nicht die eigentliche Befehlshaberin, die an Bord ihres Schlachtkreuzers starb, als er in die Luft gesprengt wurde, aber ihren Stellvertreter.�</p><empty-line/><p>�Vermutlich sollten wir froh sein, dass eine Syndik-Kommandantin, der so wenige Fehler unterlaufen, nicht l�nger unter uns weilt�, meinte Geary. �Wie schwer hat es die <emphasis>Dauntless</emphasis> getroffen?�</p><p>Desjanis Miene verfinsterte sich. �F�nfundzwanzig Tote, drei weitere lebensgef�hrlich verletzt, aber wir hoffen, dass wir sie retten k�nnen. Au�erdem haben wir eine komplette H�llenspeer-Batterie verloren, und ich bin mir nicht sicher, ob wir sie wieder in Gang bekommen, auch wenn wir noch so viel Klebeband und Gebete zu Hilfe ziehen.�</p><p>Geary nickte, f�hlte sich aber etwas benommen. �Wenn Sie jemanden von der <emphasis>Opportune</emphasis> haben wollen, um die Verluste der <emphasis>Dauntless</emphasis> auszugleichen, lassen Sie es mich wissen.�</p><p>Jetzt verzog sie den Mund. �Wir m�ssen die <emphasis>Opportune</emphasis> abschreiben? Verdammt. Ich sah, dass der Captain tot ist.�</p><p>�Und das nur, weil er glaubte, dem Beispiel von Captain Caligo von der <emphasis>Brilliant</emphasis> und Captain Kila von der <emphasis>Inspire</emphasis> folgen zu m�ssen�, f�gte Geary verbittert hinzu.</p><p>�Darf ich Sie fragen, Sir, was Sie in der Sache zu tun beabsichtigen?�</p><p>Er warf ihr einen forschenden Blick zu, da Desjani ihre Frage sehr sorgf�ltig formuliert zu haben schien. �Ich habe den unerfreulichen Verdacht, Sie wollen mir erz�hlen, dass man in der Flotte glaubt, die beiden h�tten etwas Bewunderns-wertes geleistet.�</p><p>Nach kurzem Z�gern nickte Desjani. �Ja, Sir. Ein Angriff auf den Feind, ohne sich um die Erfolgsaussichten zu scheren�</p><p>In der Flotte glaubt man, dass sie einen guten Grund hatten, Ihren Befehl zu missachten.�</p><p>�Mit anderen Worten, die Flotte w�re entr�stet, wenn ich die beiden zur Rechenschaft ziehen w�rde.� Geary sch�ttelte den Kopf. �Ich dachte��</p><empty-line/><p>�Dass wir das inzwischen gelernt h�tten?�, f�hrte Desjani seinen Satz zu Ende. �Wir lernen, Sir, aber wir m�ssen auch diese Einstellung beibehalten, unter allen Umst�nden zum K�mpfen bereit zu sein. Sie wissen, wie schwierig es sein kann, sich zu ver�ndern, wenn man an eine Sache glaubt. Das hier ist das Gegenteil von dem, was Casia und Yin getan haben. Die haben einen Befehl missachtet, weil sie sich vor dem Kampf dr�cken wollten, aber Caligo und Kila wollten k�mpfen. Jeder hat Casias und Yins Verhalten verurteilt, aber wenn Sie versuchen sollten, Caligo und Kila genauso zu behandeln, dann werden Sie nur wenig Zustimmung finden. Bei allem Respekt schlage ich vor, dass Sie das ber�cksichtigen, wenn Sie sich mit den beiden befassen.�</p><p>�Ja. Danke f�r den Ratschlag.� Eine wichtigtuerische Aktion w�hrend einer Schlacht, die dem Zweck diente, sich von der Flotte bewundern zu lassen, eine Aktion, die einem anderen Schiff den Untergang gebracht hat�� und das alles nur, um Bewunderung zu ernten. Geary gefiel nicht, auf welchen Gedanken ihn das brachte, denn Caligos und Kilas Verhalten wies eine gewisse Parallele zu der Denkweise desjeni-gen auf, der die W�rmer in die Systeme der Flotte eingeschleust hatte. Aber das war nicht mal im Ansatz ein Beleg daf�r, dass die beiden etwas mit den Sabotageakten zu tun hatten. Er musste das in Ruhe durchdenken und mit Rione da-r�ber reden. �Es ist ja nicht so, als w�ren mir diesmal keine Fehler unterlaufen.�</p><p>Desjani sah ihn verwundert an. �Die erste Angriffswelle hat nicht perfekt funktioniert, aber alles andere ist doch genau richtig gelaufen.� Als er nicht antwortete, sagte sie: �Sir, Sie sagen mir immer wieder, dass Sie nicht vollkommen sind, aber im Moment merke ich Ihnen an, dass Sie sich Vorw�rfe machen, weil Sie nicht vollkommen sind. Bei allem Respekt, Sir, aber damit widersprechen Sie sich selbst, und au�erdem gehen Sie mit sich viel zu hart ins Gericht.�</p><p>Aus einem unerkl�rlichen Grund verzog er den Mund zu einem schiefen Grinsen. �Bei allem Respekt? Und wie w�rden Sie das ausdr�cken, wenn Sie nicht respektvoll w�ren?�</p><p>�Ich w�rde Ihnen sagen, dass Sie sich wie ein Idiot verhalten und dass Sie es sich nicht leisten k�nnen, sich von einem kleinen Fehler Ihr Selbstbewusstsein zerst�ren zu lassen, Sir. Was ich nat�rlich nicht gesagt habe.�</p><p>�Weil das dann nicht respektvoll w�re?�, fragte Geary.</p><p>�Klingt nach einem Ratschlag, den ich mir zu Herzen nehmen sollte. Danke. Wo ist dieser Syndik-CEO?�</p><p>�Seine Rettungskapsel wurde von der <emphasis>Kururi</emphasis> aufgelesen, die sie jetzt zur <emphasis>Dauntless</emphasis> bringt.�</p><p>�Gut. Sagen Sie Lieutenant Iger bitte, er soll mir Bescheid geben, wenn unser Besucher f�r ein Schw�tzchen bereit ist.</p><p>Sie m�chte ich auch dabeihaben.� Desjani nickte. �Und Co-Pr�sidentin Rione.�</p><p>Mit einem Mal war Desjanis Miene wie verschlossen. �Jawohl, Sir.�</p><p>Als sie mit diesen Worten reagierte, wusste Geary, dass das alles au�er einer Zustimmung bedeutete. �Tanya, sie ist eine wichtige Verb�ndete. Sie versteht Dinge, die wir nicht verstehen. Sie ist eine Politikerin. Dieser Syndik, mit dem wir uns unterhalten wollen, ist ebenfalls Politiker.�</p><p>�Also sprechen beide dieselbe Sprache�, entgegnete Desjani in einem Tonfall, der deutlich machte, dass Rione und der Syndik-CEO sich auch in vielerlei anderer Hinsicht sehr �hnlich waren. �Dann ist mir klar, warum sie von Nutzen sein k�nnte. Ich werde Lieutenant Iger von Ihren W�nschen in Kenntnis setzen, Sir.�</p><empty-line/><p>Der Syndik-CEO im Verh�rraum gab sich alle M�he, sich von seiner besten Seite zu zeigen, da er zweifellos f�rchtete, dass man dieses Verh�r zu Propagandazwecken auf den Syndikatwelten ausstrahlen w�rde. Seine tadellos sitzende Uniform wies Spuren der Flucht von seinem letzten Schiff auf, und sein Erscheinungsbild insgesamt war mitgenommen, auch wenn die Frisur immer noch so aussah, als h�tte der Haarschnitt genauso viel gekostet wie ein ganzer Zerst�rer. Geary sah Lieutenant Iger an. �Schon was rausgefunden?�</p><p>Iger nickte und l�chelte fl�chtig. �Ja, Sir. Nat�rlich hat er kein Wort gesagt, aber ich habe seine Reaktionen aufgezeichnet, auch einen Gehirnscan, als er sich meine Fragen anh�ren musste. Er leugnete, irgendetwas �ber eine fremde Intelligenz zu wissen, aber er reagierte vor allem mit Angst auf meine Fragen.�</p><p>�Mit Angst?�</p><p>�Ja, Sir�, bekr�ftigte Iger. �Ohne jeden Zweifel. Zumindest dieser CEO hat Angst vor den Aliens.�</p><p>�K�nnen wir sicher sein, dass es nicht die Frage war, die ihn erschreckt hat?�, warf Rione ein. �Die M�glichkeit, dass er ein sehr wichtiges Geheimnis verraten k�nnte?�</p><p>�Oder allein schon, dass wir genug wissen, um diese Frage zu stellen?�, erg�nzte Desjani.</p><p>Iger nickte beiden Frauen respektvoll zu. �Ich habe die Frage in verschiedenen Variationen gestellt, Madam Co-Pr�sidentin, und ich habe genau darauf geachtet, welche Hirn-partien dabei aufleuchteten. Captain Desjani, er wurde tats�chlich sp�rbar nerv�ser, als ich anfing, ihm diese Fragen zu stellen, aber das war eine andere Reaktion als blo�e Sorge da-r�ber, dass wir etwas wissen. Sehen Sie diese Aufzeichnungen dort?� Der Lieutenant tippte auf verschiedene Kontrollen und rief Bilder auf, die das Gehirn des Syndik-CEO darstellten, das vor ihnen in der Luft zu schweben schien. �Sehen Sie das hier? Dieser Bereich widmet sich der pers�nlichen Sicherheit.</p><p>Der Bereich reagiert auf die Planung eines T�uschungsman�vers, also wenn er sich eine L�ge ausdenkt. Sie k�nnen erkennen, wie sich seine Reaktionen ver�ndert haben, sobald ich meine Fragen umformuliert habe.� Verschiedene Bereiche leuchteten auf, andere wurden dunkler. �Er reagiert mit einer tief verwurzelten Angst, wenn das Thema angesprochen wird, etwas, das die �ltesten Aspekte des menschlichen Verstands wach werden l�sst.�</p><p>�Die Angst vor dem Unbekannten, dem Fremden?�, fragte Geary.</p><p>�Ja, diese Art von Angst, Sir�, best�tigte Iger.</p><p>�Aber nach au�en hin gibt er vor, gar nichts zu wissen.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>Geary sah Rione und Desjani an. �Ich glaube, ich sollte rein-gehen und mit ihm reden. Dann kann Lieutenant Iger seine Reaktionen beobachten. M�chten Sie beide mitkommen?</p><p>Oder eine von Ihnen?�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Ich sehe mir das lieber von hier an, Sir. Es f�llt mir schon so schwer genug, nicht die Wand einzurei�en und meine H�nde um seinen Hals zu legen.�</p><p>Rione runzelte die Stirn, jedoch eher nachdenklich, als dass es an Desjani gerichtet war. �Ich finde, Sie sollten es zuerst allein versuchen, Captain Geary. Unter vier Augen ist er vielleicht eher gewillt zu reden. Wenn es mir angebracht erscheint, kann ich immer noch dazukommen und ihm als Allianz-Politikerin zureden oder ihn unter Druck setzen.�</p><p>�Alles klar.� Iger kam zu ihm, murmelte eine Entschuldigung vor sich hin und befestigte etwas Winziges hinter Gearys Ohr. �Was ist das?�</p><p>�Eine Komm-Verbindung mit kurzer Reichweite, die auf einer Frequenz arbeitet, von der die Verh�r-Ausr�stung nicht gest�rt wird�, erkl�rte Iger. �Wir versorgen Sie mit allen Informationen �ber das, was die Ausr�stung anzeigt, w�hrend Sie mit ihm reden. Es ist so gut wie unsichtbar, aber wenn der CEO sich mit Verh�rtechniken auskennt, wird er davon ausgehen, dass Sie mit demjenigen verbunden sind, der ihn beobachtet.�</p><p>Augenblicke sp�ter betrat Geary den Verh�rraum und schloss die Luke hinter sich. Der CEO sa� auf einem der beiden fest am Boden verankerten St�hle und stand auf, als Geary sich ihm n�herte. Seine hastigen Bewegungen verrieten seine Angst. �Ich bin ein Offizier der Syndikatwelten und��</p><p>Geary hob eine Hand, woraufhin der CEO verstummte, aber weiter stehen blieb. �Den Spruch habe ich schon fr�her zu h�ren bekommen�, lie� Geary den Mann wissen. �In den letzten hundert Jahren hat er sich nicht allzu sehr ver�ndert.�</p><p>Der CEO zuckte leicht zusammen. �Mir ist klar, dass Sie sich als Captain John Geary vorgestellt haben, aber��</p><p>�Aber gar nichts�, unterbrach Geary ihn. �Ich wei�, dass Ihre Vorgesetzten mich l�ngst positiv identifiziert und best�tigt haben, dass ich der bin, f�r den ich mich ausgebe.� Er setzte sich und versuchte, absolute Gelassenheit auszustrahlen, dann gab er dem CEO ein Zeichen, er solle sich ebenfalls wieder setzen. Einen Moment sp�ter nahm der Mann mit stei-fen Bewegungen Platz. �Es wird Zeit, dass wir mit diesen Spielchen aufh�ren, CEO Cafiro. Es sind diese Spielchen, die die Allianz und die Syndikatwelten entsetzlich viele Menschenleben gekostet haben. Beide Seiten vergeuden ihre Ressourcen in einem Krieg, den keine Seite gewinnen kann.�</p><p>�Die Syndikatwelten werden sich nicht ergeben�, beharrte der CEO.</p><empty-line/><p>�Und die Allianz auch nicht. Ich nehme an, nach einhundert Jahren d�rfte das wohl jedem klar sein. Also, was soll's?</p><p>Wof�r k�mpfen Sie, CEO Cafiro?�</p><p>Er sah Geary besorgt an. �F�r die Syndikatwelten.�</p><p>�Tats�chlich?� Geary beugte sich ein wenig vor. �Und warum machen Sie dann das, was diese fremde Intelligenz von Ihnen verlangt, die auf der anderen Seite der Syndikatwelten zu Hause ist?�</p><p>Der CEO starrte Geary an. �Da gibt es keine fremde Intelligenz.�</p><p><emphasis>Gelogen, </emphasis>meldete sich Lieutenant Iger wie ein Fl�stern in seinem Ohr zu Wort.</p><p>Er h�tte auch so gewusst, dass das gelogen war. �Ich werde mir nicht die M�he machen, all die Beweise vorzulegen, die wir zusammengetragen haben.� Sollte doch der Syndik-CEO dar�ber nachgr�beln, was f�r Beweise das sein mochten.</p><p>�Aber wir wissen, dass diese Aliens dort sind. Und wir wissen, dass der Exekutivrat der Syndikatwelten seinerzeit mit den Aliens vereinbart hatte, die Allianz anzugreifen. Aber die Aliens haben Ihren Exekutivrat get�uscht, und so mussten Sie auf einmal allein gegen uns k�mpfen.� Das alles basierte zwar mehr auf Vermutungen als auf Fakten, aber Geary w�rde in diesem Moment keine Unsicherheit zeigen.</p><p>Der Syndik starrte ihn an, und selbst ohne Igers Ausr�stung konnte Geary dem Mann ansehen, wie beunruhigt er war. �Ich wei� nicht, was Sie da reden.�</p><p><emphasis>Zum Teil gelogen, aber er wirkte auch schockiert, ah Sie die T�uschung erv�hnten. Das ist ihm wom�glich bislang nicht bekannt gewesen.</emphasis></p><p>Geary warf dem Syndik-CEO einen zweifelnden Blick zu und sch�ttelte den Kopf. �Ihr Name ist also Niko Cafiro, Exe-kutivgrad der Zweiten Ebene. Das ist ein ziemlich hoher Dienstgrad.� Cafiro musterte ihn skeptisch, schwieg aber weiter. �Hoch genug, um Stellvertreter des Befehlshabers jener Flotte zu sein, die wir in diesem Sternensystem aufgerieben haben.� Jetzt spiegelten sich in den Augen des Manns Zorn und Angst wider. �Wir haben weitestgehend ein Gleichgewicht der Kr�fte wiederhergestellt, CEO Cafiro�, fuhr Geary fort. �Die Syndikatwelten k�nnen uns derzeit nicht mit �berw�ltigender �berlegenheit einsch�chtern. Daf�r haben wir in den letzten Monaten zu viele von Ihren Schiffen zerst�rt.�</p><p><emphasis>Er verschweigt etwas, </emphasis>fl�sterte Iger in seinem Ohr. <emphasis>Als Sie davon sprachen, wie viele Schiffe die Syndiks nur noch haben, da hat das bei ihm eine ganze Serie von geistigen Reaktionen ausgel�st.</emphasis></p><p>Und was bedeutete das? Dass die Syndiks �ber mehr Schiffe verf�gten als angenommen? Oder hatte der CEO blo� an die vielen Schlachten gedacht, in denen die Syndiks so vernichtend geschlagen worden waren, und er wollte keine Reaktion zeigen, die Gearys Aussage best�tigte? �Wir sind nicht mehr weit von der Grenze zur Allianz entfernt�, redete er weiter.</p><p>�Nur noch ein paar Spr�nge, und dann haben wir ein Grenzsystem erreicht, und von da aus geht es geradewegs zur�ck nach Hause.�</p><p>Das entlockte dem Mann endlich eine Erwiderung: �Ihre Flotte wird vernichtet werden.�</p><p>�Ich werde diese Flotte nach Hause bringen�, beharrte Geary gelassen.</p><p>�Alles, was die Syndikatwelten noch aufzubieten haben, wird in einem der Grenzsysteme auf Sie warten und Sie stoppen�, erkl�rte Cafiro, auch wenn seine Stimme keine �ber-zeugtheit verhie�. �Diese Flotte wird nicht ins Allianz-Gebiet zur�ckkehren.�</p><p>�Vielleicht wird man uns da erwarten�, r�umte er ein.</p><p>�Aber bislang hatten die Syndikatwelten nicht viel Gl�ck damit, diese Flotte aufzuhalten. Au�erdem wissen Sie so gut wie ich, dass ich gar nicht die ganze Flotte nach Hause bringen muss, damit dieser Krieg eine entscheidende Wendung erf�hrt. Es muss nur ein Schiff heimkehren, n�mlich das, das den Schl�ssel zu Ihrem Hypernet an Bord hat.� CEO Cafiro konnte sich ein minimales Zucken nicht verkneifen. �Blo� wissen Sie nicht, welches Schiff das ist. Wie wollen die Syndikatwelten verhindern, dass dieses eine Schiff es zur�ck ins Allianz-Gebiet schafft? Und wenn das erst mal geschafft ist�, f�gte Geary an und beugte sich dabei ein wenig vor, �ist die Allianz in der Lage, den Schl�ssel zu kopieren, und dann m�ssen die Syndikatwelten ein Hypernet-Portal nach dem anderen zerst�ren, um zu verhindern, dass die Allianz es benutzt.</p><p>Und was passieren kann, wenn ein Hypernet-Portal zerst�rt wird, das wissen Sie ja, nicht wahr?�</p><p>Es war ein Schuss ins Blaue, aber Cafiro wirkte sichtlich aufgew�hlt. �Ich fand, man h�tte es Effroen sagen m�ssen.�</p><p>�Effroen?�</p><p>�Die CEO, die die Streitkr�fte leitete, die Lakota verteidigen sollten. Sie hatte den Befehl, Sie um jeden Preis davon abzuhalten, das Hypernet-Portal zu benutzen. Aber obwohl sogar diejenigen von uns, die wussten, was sich bei Sancere ereignet hatte, Sich Sorgen machten, was geschehen w�rde, wenn das Portal im Lakota-System zerst�rt wird, wurden wir �berstimmt.�</p><p><emphasis>Erscheint das ernst zu meinen, </emphasis>lie� Iger ihn wissen. <emphasis>Es gibt einige Wutausschl�ge, wenn die Ged�chtnisbereiche aufleuchten. Ausschl�ge, die mit der Erinnerung an Ereignisse �bereinstimmen, �ber die er sich �rgert.</emphasis></p><p>Geary nickte dem Syndik zu. �Ihre Vorgesetzten scheinen bereit zu sein, immer wieder gro�e Risiken einzugehen. Sehr gro�e Risiken, wie zum Beispiel die Aktion, diese Flotte tief auf Syndik-Gebiet in eine Falle zu locken.�</p><p>�Das� das war nicht meine Idee!�</p><p>�Der Hinterhalt in Ihrem Heimatsystem? Die Sache mit dem angeblichen �berl�ufer, der der Allianz-Flotte den Hypernet-Schl�ssel �berl�sst, damit die ohne nachzudenken in eine Falle l�uft?�</p><p>�Ja! Ich w�re ein solches Risiko niemals eingegangen.�</p><p>�Es sah nach einem guten Plan aus, der h�tte funktionieren k�nnen. Aber dann ging der Schuss nach hinten los.�</p><p>�Nur Ihretwegen!�, br�llte Cafiro ihn aufgebracht an, Zornesr�te stieg ihm ins Gesicht. �W�ren Sie nicht aufgetaucht�� Abrupt verstummte er, und vor Schreck wurde er kreidebleich.</p><p>�Tja�, meinte Geary. �Aber ich bin aufgetaucht.� Der Syndik-CEO schluckte und sah ihn starr an. �Lassen Sie mich nachdenken. Jemand, der einer intelligenten, nichtmensch-lichen Spezies angeh�rt, verleitet die Syndikatwelten dazu, diesen Krieg vom Zaun zu brechen. Ihr Exekutivrat verbockt die Sache und weigert sich, den Fehler zuzugeben. Jetzt ist die Allianz bald in der Lage, Ihr Hypernet-System lahmzulegen, und das alles nur, weil Ihr Exekutivrat <emphasis>schon wieder</emphasis> etwas verbockt hat. Ihr Rat hat den Krieg angefangen und steht nun kurz davor, ihn zu verlieren. Und Sie stehen loyal zu Ihrem Exekutivrat, obwohl Sie aktiv daran mitwirken k�nnten, den Schaden auf ein Minimum zu reduzieren.�</p><p>Cafiro dachte �ber seine Worte nach, seine Augen wanderten hin und her, dann schlie�lich erwiderte er: �Reden Sie von� Verhandlungen?�</p><p>�Ich bitte Sie nur, Alternativen in Erw�gung zu ziehen.�</p><p>�Zum Wohl der Syndikatwelten.�</p><p>�Ganz genau.� Geary nickte und verzog keine Miene.</p><p>�Sie wollen den Krieg beenden?�</p><p>�Wir beide wissen doch, dass da ein anderer Feind im Spiel ist. Vielleicht ist es an der Zeit, das gegenseitige Morden zu beenden, in das dieser Feind uns alle mit einem Trick hineingezogen hat.�</p><p>Wieder dachte Cafiro nach und wich dabei Gearys Blick aus.</p><p>�Woher wissen wir, dass Sie Wort halten?�</p><p>�Den Beweis daf�r finden Sie in jedem Sternensystem, das diese Flotte nach der Flucht aus Ihrem Heimatsystem durch-quert hat. Tun Sie nicht so, als h�tten Sie nichts davon ge-h�rt.�</p><p>CEO Cafiro legte die Handfl�chen aneinander und dr�ckte die Fingerspitzen an seinen Mund, als er wieder �berlegte.</p><p>�Das gen�gt nicht. Jetzt nicht. Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Solange die Chance besteht, dass Sie gestoppt werden k�nnen, wird sich niemand gegen die Mitglieder des Exekutivrats stellen.�</p><p><emphasis>Er sagt die Wahrheit, </emphasis>lie� ein erstaunter Lieutenant Iger ver-nehmen.</p><p>�Und wenn diese Flotte nach Hause zur�ckkehrt?�</p><p>Der Syndik musterte Geary. �Dann haben wir es mit einem gewaltigen Versagen zu tun, dessen Preis zu hoch ist, um ihn zu berechnen, und dessen Folgen g�nzlich unabsehbar sind.</p><p>Aber selbst dann werden die momentanen Mitglieder des Exekutivrats nicht verhandeln wollen. Das k�nnen sie sich gar nicht leisten, weil ihnen dann das Versagen zugeschrieben werden kann.�</p><p>Geary nickte und erinnerte sich an das, was Rione dazu gesagt hatte.</p><p>�Aber�, f�gte Cafiro an, �wenn es dazu gekommen ist, wird der Rest der Syndikatwelten nicht bereit sein, sich zu opfern, nur um den Exekutivrat zu besch�tzen.�</p><p><emphasis>Fragen Sie, ob das eine Revolte bedeutet oder ob der Exekutivrat dann neu besetzt wird, </emphasis>riet Rione ihm.</p><empty-line/><p>Gearys Nicken bezog sich auf Cafiros, zugleich aber auch auf Riones Worte. �Soll das hei�en, es wird zu einer Revolte kommen? Oder werden dann neue Mitglieder den Exekutivrat bilden?�</p><p>�Das wei� ich nicht�, gab Cafiro zur�ck und schaute kurzweg.</p><p><emphasis>Gelogen, </emphasis>meldete Iger.</p><p>�Nehmen wir an, es r�cken neue Mitglieder nach�, hakte Geary nach. �Werden die bereit sein, �ber ein Ende des Krieges zu verhandeln?�</p><p>�Unter den gegebenen Umst�nden? Ich glaube schon.</p><p>Aber es h�ngt nat�rlich von den Bedingungen ab.�</p><p><emphasis>Stimmt, </emphasis>erkl�rte Iger.</p><p>�W�rden diese Mitglieder mit uns zusammenarbeiten, um gegen die Aliens vorzugehen, anstatt weiterhin so zu tun, als w�rden die nicht existieren?�</p><p>�Ja, ich�� Zu sp�t erkannte Cafiro, dass er im Begriff war zuzugeben, von der Existenz der Aliens zu wissen. Wieder lief sein Gesicht rot an.</p><p>�Wir kennen doch beide die Wahrheit�, sagte Geary. �Und wir wollen beide das Gleiche: diesen sinnlosen Krieg beenden und eine geschlossene Front gegen eine Macht bilden, die die Menschheit bedroht. Das sollte eine Grundlage f�r eine Zusammenarbeit sein.�</p><p>Der CEO nickte einmal knapp.</p><p><emphasis>Appellieren Sie an sein eigenes Interesse!, </emphasis>forderte Rione ihn auf. <emphasis>Sprechen Sie nicht davon, was f�r die Menschheit oder f�r die Syndikatwelten wichtig ist. Sein eigenes Interesse z�hlt. Er ist nicht durch Uneigenn�tzigkeit ein CEO geworden!</emphasis></p><p>Ja, Rione hatte recht. Geary zwang sich zu einem fl�chtigen L�cheln. �Wenn ich von Zusammenarbeit rede, dann meine ich damit nat�rlich die Arbeit mit jemandem, den wir kennen.</p><p>Jemand, der die Situation begreift.�</p><empty-line/><p><emphasis>Das Belohnungszentrum seines Gehirns leuchtet auf, </emphasis>meldete Iger.</p><p>Wieder nickte Cafiro, diesmal noch nachdr�cklicher. �Wie Sie schon sagten, wir m�ssen den gemeinsamen Nutzen bedenken.�</p><p>�Ja, nat�rlich�, stimmte Geary ihm zu und gab sich gelassen, obwohl er am liebsten ausgespuckt h�tte. Warum konnte Rione das nicht selbst machen? Aber sie w�re genauso voreingenommen wie jede andere F�hrungskraft der Allianz, die alle nach jahrzehntelangem Krieg von Hass und Misstrauen erf�llt waren. Er dagegen war nach wie vor der Au�enseiter, er hatte einen anderen Status. Aber er wusste nicht, wie er sich richtig ausdr�cken sollte, und Rione half ihm nicht weiter.</p><p>Vermutlich ging sie davon aus, dass er schon die richtigen Worte finden w�rde. Vielleicht lag sie damit sogar richtig. Er durchforstete seine Erinnerungen nach einem vorgesetzten Offizier, unter dem er jahrelang so sehr gelitten hatte, dass Geary durch dessen st�ndige Versuche, jeden in seiner Umgebung zu manipulieren, fast aus der Flotte vergrault worden w�re. Er musste nur an die Dinge denken, die er immer gesagt hatte. �Die Allianz braucht die richtigen Leute, mit denen sie zusammenarbeiten kann�, erkl�rte Geary und betonte das �richtigen� genau so, dass die Botschaft unmissverst�ndlich durchklang.</p><p>Cafiro verkniff sich ein L�cheln, aber seine Augen blitzten vor Eifer auf. �Ja. Ich kenne andere, die mit mir zusammenarbeiten k�nnten. Mit uns.� Cafiro brachte ein angespanntes L�cheln zustande. �Nat�rlich kann ich als Kriegsgefangener nicht viel unternehmen.�</p><p>�Wie es scheint, verstehen wir uns.� Mehr als es Geary gewollt hatte. Andererseits war klar, dass dieser Syndik-CEO ehrgeizig und machthungrig sein musste, sonst h�tte er es nicht bis zum stellvertretenden Befehlshaber dieser Flotte gebracht. Folglich war auch klar, dass er so reagieren w�rde, wenn Geary ihm einen derartigen Handel vorschlug. Ein CEO, der nicht so egozentrisch war und dessen Loyalit�t nicht der Durchsetzung der eigenen Interessen galt�� jemand wie die CEO, die das Sagen �ber das Cavalos-System hatte -, w�re ein viel besserer Partner, um einen Handel einzugehen, aber Geary musste die Waffen nutzen, die ihm zur Verf�gung standen.</p><p>Selbst wenn es um sehr unappetitliche Waffen ging. Waffen, die ihre eigene Freilassung verhandelten, aber sich nicht die M�he machten, nach dem Schicksal der anderen �berlebenden Syndiks jener Flotte zu fragen, die von Geary geschlagen worden war. Er bem�hte sich, Ruhe zu bewahren, auch wenn er den Syndik-CEO am liebsten gew�rgt h�tte, bis' dem die Augen hervorquollen. �Ich glaube, es ist f�r alle Beteiligten das Beste, wenn Sie freigelassen werden.� <emphasis>Bevor ich mich entschlie�e, Desjani zu mir zu rufen, damit wir dich gemeinsam erw�rgen k�nnen. </emphasis>Er konnte aber nicht anders, als deutlich auf die anderen Uberlebenden zu sprechen zu kommen. �Wir haben hier keine Gefangenen genommen. Einige der Rettungskapsel aus Ihren Kriegsschiffen sind besch�digt, sollten aber in der Lage sein, ihre Passagiere in Sicherheit zu bringen.�</p><p>�Ahm� ja, nat�rlich�, stimmte Cafiro ihm nach kurzem Z�gern zu.</p><p>�Die Syndikatwelten werden von uns h�ren, CEO Cafiro.</p><p>Sobald diese Flotte zu Hause eingetroffen ist.� Geary stand auf, um zu signalisieren, dass das Gespr�ch beendet war, und verlie� den Raum.</p><p>�Er ist nerv�s�, lie� Lieutenant Iger Geary wissen, als der zu den anderen zur�ckgekehrt war. �Zweifellos �berlegt er, ob er tats�chlich freigelassen wird.�</p><empty-line/><p>�Wird er den Syndiks wirklich genug �rger bereiten, wenn wir ihn gehen lassen?�, fragte er Iger und Rione. Als beide nickten, f�gte er an: �Dann schaffen Sie ihn bitte von diesem Schiff, Lieutenant Iger.�</p><p>�Jawohl, Sir. In einer halben Stunde wird er wieder in seiner Rettungskapsel sitzen und das Schiff verlassen haben.�</p><p>Geary f�hrte Desjani und Rione aus der Geheimdienstabteilung. �Ich glaube, ich w�rde lieber mit den Aliens verhandeln�, meinte er und war sich gar nicht so sicher, ob das wirklich nur als Scherz gemeint war.</p><p>�Dazu k�nnte es noch kommen�, erwiderte Rione v�llig ernst. �Wenn unsere Vermutungen zutreffen, dann haben diese Aliens nur deshalb den Krieg angezettelt, weil sie mit der Syndik-F�hrung schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Vielleicht wollen sie einfach nur in Ruhe gelassen werden, oder sie haben den Wunsch, vor uns sicher zu sein. Wenn die Bedrohung durch menschliche Aggressoren erst einmal besei-tigt ist, k�nnen sich die Aliens ungehindert in alle Richtungen ausbreiten.�</p><p>Desjani schien mehr mit sich selbst zu reden, da sie zu Boden sah, als sie sagte: �Es sei denn, an ihren anderen Grenzen gibt es auch noch jemanden.�</p><p>Geary stutzte, dann murmelte er besorgt: �Wenn es da drau�en eine nichtmenschliche Intelligenz gibt, dann��</p><p>�Dann k�nnte es auch noch andere geben. Es wird sogar ganz sicher noch andere geben�, erwiderte Desjani und sah Geary an. �Wir m�ssen diesen Feind begreifen, und das ist eine sehr wichtige M�glichkeit. Diese Aliens k�nnten selbst das Gef�hl haben, von potentiellen Gegnern umgeben zu sein. Vielleicht f�hren sie sogar einen Krieg auf der vom Syndik-Territorium abgewandten Seite. Wom�glich m�ssen sie uns nur deshalb besch�ftigen, weil sie ihre Flanken sch�tzen wollen. Vielleicht hei�t das, dass wir potenzielle Verb�ndete gegen diese Kreaturen haben. Oder noch schlimmere potenzielle Feinde.�</p><p>Rione machte ein Gesicht, als h�tte sie etwas Widerw�rtiges verschluckt. �Das ist durchaus m�glich, und wir haben keine M�glichkeit herauszufinden, ob das stimmt. Es gibt so verdammt viel, was wir nicht wissen.�</p><p>�Wir haben bereits eine Menge erfahren, und wir werden mehr erfahren.� Er konnte nur hoffen, dass das auch stimmte.</p><p>Die sich ausdehnenden Tr�mmerfelder, die kurz zuvor noch die Wracks der <emphasis>Opportune</emphasis>, der <emphasis>Braveheart</emphasis>, der <emphasis>Armet</emphasis> und der <emphasis>Cercle</emphasis> gewesen waren, fielen weiter hinter der Allianz-Flotte zur�ck, als die sich dem Sprungpunkt nach Anahalt und Dilawa n�herte. Geary lie� die Flotte mit einer Geschwindigkeit von nur 0,04 Licht fliegen, damit schwerer besch�digte Schiffe wie die <emphasis>Courageous</emphasis> und die <emphasis>Brilliant</emphasis> nicht den Anschluss verloren. Er konnte nur hoffen, dass bald gen�gend Antriebseinheiten repariert waren, damit diese Schiffe wieder normal mithalten konnten. Bislang waren keine weiteren Versuche entdeckt worden, W�rmer in irgendwelche Systeme einzuschleusen, was Geary vor die Frage stellte, ob die daf�r Verantwortlichen zu viel damit zu tun hatten, die Sch�den an ihren Schiffen zu beheben. Oder suchten sie nach neuen Wegen, die W�rmer zu platzieren? Oder waren sie zu der Ein-sicht gekommen, dass sie durch ihre bisherigen Bem�hungen den gr��ten Teil der Flotte gegen sich aufgebracht hatten, und hatten sie deshalb von weiteren Versuchen Abstand genommen?</p><p>Er war sich noch immer nicht schl�ssig, zu welchem Stern sie als N�chstes springen sollten, und im Augenblick versp�rte er auch nicht den Wunsch, sich dar�ber Gedanken zu machen.</p><p>Bei der j�ngsten Schlacht hatte die Flotte viele Besatzungsmitglieder und etliche Schiffe verloren. Vor hundert Jahren hatte er lange Zeit die Flotte im Frieden erlebt, ehe er eine aussichtslose Schlacht f�hren musste, an deren Ende er in k�nstlichen Schlaf versetzt wurde. Andere hatten in dem verstriche-nen Jahrhundert zahllose Gefechte ausgetragen; sie hatten sich l�ngst daran gew�hnt, ihre Schiffe und ihre Kameraden zu verlieren. Geary hatte versucht, sich mit dieser Tatsache nicht zu befassen, aber ihm wurde nun klar, dass er sich nicht l�nger davor dr�cken konnte. Er musste akzeptieren, dass selbst ein Sieg Menschenleben und Material kostete, und er musste sich mit den Personalakten befassen, aus denen ersichtlich wurde, welche Verluste die Menschen bereits erlitten hatten, bevor er sie gekannt hatte. Das war er ihnen schuldig.</p><p>Geary rief die Personalakten auf und begann zu lesen. Captain Jaylen Cresida. Heimatwelt Madira. Ihren ersten Einsatz hatte sie als Waffenoffizier auf dem Zerst�rer <emphasis>Shakujo</emphasis> gehabt. Vor f�nf Jahren heiratete sie, vor drei Jahren wurde sie zur Witwe, als ihr Ehemann bei der Verteidigung des Allianz-Sternensystems Kana gegen einen Angriff der Syndiks an Bord des Schlachtkreuzers <emphasis>Invincible</emphasis> ums Leben kam. Es war nicht die gleiche <emphasis>Invincible, </emphasis>die diese Flotte bei Ilion verloren hatte, sondern der gleichnamige Vorg�nger.</p><p>Cresida hatte gesagt, wenn sie st�rbe, dann warte bereits jemand auf sie.</p><p>Geary schloss f�r einen Moment die Augen und versuchte, den Schmerz zu unterdr�cken, den der n�chterne Bericht ausl�ste. Dann las er weiter und zwang sich dazu, sich mit dem Preis auseinanderzusetzen, den dieser Krieg bislang gefordert hatte, ein Krieg, der die Allianz ver�ndert und dazu beigetragen hatte, die Pers�nlichkeit jener Menschen zu pr�gen, von denen er umgeben war.</p><p>Cresidas Mutter und Bruder waren dem Krieg ebenfalls zum Opfer gefallen. Ihre Mutter starb, als Jaylen erst zw�lf Jahre alt war. Der �ltere Bruder kam ums Leben, ein Jahr bevor Cresida zur Flotte ging. Da er nicht auch noch wissen wollte, wie die Generation davor unter dem Krieg gelitten hatte, schloss er die Akte.</p><p>Dann wappnete er sich f�r die n�chste Akte, die von Captain Duellos. Seine Frau war Forscherin in einem Sternensystem, das weit von der Front entfernt lag, aber der Vater und ein Onkel waren im Krieg gefallen. Seine �lteste Tochter w�rde n�chstes Jahr zum Dienst eingezogen werden k�nnen.</p><p>Captain Tulev hatte bei einem Bombardement seiner Heimatwelt Frau und drei Kinder verloren.</p><p>Und Captain Desjani� Sie hatte ihm erz�hlt, dass ihre Eltern noch lebten, und das traf auch zu. Auch hatte sie den Onkel, von dem ein paar Mal die Rede gewesen war. Aber sie hatte nie die Tante erw�hnt, die beim Bodenkampf auf einer Syndik-Welt gefallen war. Und auch nicht den j�ngeren Bruder, der vor sechs Jahren seinen ersten Gefechtseinsatz nicht �berlebt hatte.</p><p>Dann erinnerte er sich an den Syndik-Jungen, mit dem sie gesprochen hatte, als die letzten Bewohner von Wendig an Bord gekommen waren. Er dachte daran, wie sie mit dem Jungen umgegangen war und wie sie ihn angesehen hatte, als er vortrat, um seine Familie zu besch�tzen. Hatte sie in ihm ihren kleinen Bruder gesehen?</p><p>Lange Zeit betrachtete er das Display, dann tippte er die Befehle ein, mit denen er die anderen Daten aufrufen konnte, denen er sich bislang nicht hatte stellen wollen. Die Daten, die seine eigene Familie betrafen.</p><empty-line/><p>Die Gearys f�llten den Schirm, jede Menge Gearys. Er hatte weder Frau noch Kinder hinterlassen, wof�r er immer wieder dankbar gewesen war, aber er hatte einen Bruder und eine Schwester, einige Cousinen, eine Tante. Die meisten von ihnen hatten Kinder, viele davon waren zur Flotte gegangen.</p><p>Er musste an die verbitterten Worte seines Gro�neffen denken, dass man von einem Geary einfach erwartete, in der Flotte zu dienen. Viele waren dem gefolgt, viele hatten es mit ihrem Leben bezahlt.</p><p>Er sa� noch immer da und versuchte, all diese Informationen zu verarbeiten, als auf einmal die T�rglocke bet�tigt wurde. �Herein.�</p><p>Captain Desjani betrat sein Quartier, blieb aber sofort stehen und musterte ihn aufmerksam. �Stimmt etwas nicht?�</p><p>�Ich� ich habe mir nur ein paar Akten vorgenommen.�</p><p>Sie z�gerte einen Moment lang, dann ging sie um den Tisch herum und schaute �ber seine Schulter. Desjani schwieg so lange, dass Geary bereits zu �berlegen begann, was er tun konnte, als sie pl�tzlich leise sagte: �Haben Sie die noch nie gesehen?�</p><p>�Nein, ich wollte nicht.�</p><p>�Wir alle haben einen hohen Preis f�r diesen Krieg bezahlt, aber Ihre Familie hat �berm��ig gelitten.�</p><p>�Ja, und das alles nur meinetwegen�, brachte er heraus.</p><p>Desjani antwortete nicht, offenbar wollte sie nicht etwas leug-nen, von dem sie wusste, dass es stimmte. �Warum haben Sie mir nie von Ihrem Bruder erz�hlt?�</p><p>Wieder schwieg sie eine Weile. �Dar�ber rede ich nicht.�</p><p>�Das tut mir sehr leid. Sie wissen, ich h�tte Ihnen zugeh�rt.�</p><p>Es dauerte, bis sie reagierte. �Ja, und ich wei� auch, Sie h�tten es verstanden. Aber ich dachte, Sie haben bereits genug um die Ohren, und die Verluste in meiner Familie sind nichts Besonderes.�</p><p>�Doch, das sind sie�, widersprach Geary. �Jeder einzelne Mensch ist etwas Besonderes. Hundert Jahre lang sind Menschen in einem Krieg gestorben, in dem es keinen Sieger geben kann. Was f�r eine unglaubliche Vergeudung.�</p><p>�Ja.� Pl�tzlich sp�rte er, dass sie eine Hand auf seine Schulter legte und sie leicht dr�ckte. Eine Geste, die besagte, dass sie an seinem Schmerz teilhatte, und die vielleicht noch mehr bedeutete.</p><p>Er legte seine Hand auf ihre. �Danke.�</p><p>�Sie brauchen alles, was wir Ihnen geben k�nnen.�</p><p>Mit einem Mal war es ihm alles zu viel. Seine Verantwortung, der Krieg, der so viel Leid mit sich gebracht hatte, seine Gef�hle f�r Desjani, die er irgendwie vor ihr verbergen musste. Er musste die <emphasis>Dauntless nach</emphasis> Hause bringen, er musste den Hypernet-Schl�ssel der Syndiks zur�ck zur Allianz bringen. Aber das war noch l�ngst nicht alles. Die Menschen erwarteten so viel mehr von ihm. Es kam ihm vor, als m�sste er unter dem Druck ertrinken, und die einzige Rettungsleine war die Hand auf seiner Schulter. Er stand auf und drehte sich zu Desjani um. �Tanya��</p><p>�Ja�, wiederholte sie, doch er war sich nicht sicher, ob sie wusste, was er ihr nicht sagen konnte, oder ob sie es wusste und versuchte, es an sich abprallen zu lassen. �F�r einen einzelnen Mann ist es eine gro�e Last, aber Sie werden das schaffen�, erkl�rte sie voller �berzeugung. �Sie werden diesem Krieg ein Ende setzen, und Sie werden diese Flotte und die Allianz retten.�</p><p>Jedes Wort f�hlte sich an wie ein Nagel, der in seinen Sarg geschlagen wurde. �Bei meinen Vorfahren, kommen Sie mir bitte nicht mit dieser Rede!�</p><empty-line/><p>�Es ist keine Rede!�, beteuerte Desjani.</p><p>�Doch, das ist es. Es ist ein Wunschtraum von dem, was ich angeblich bin und was ich angeblich alles bewerkstelligen kann.�</p><p>�Nein, das stimmt nicht. Sehen Sie sich doch nur an, was Sie bereits erreicht haben!� Desjani deutete auf das Display. �Sie k�nnen dem Ganzen ein Ende setzen. Ich kann mir vorstellen, dass es schwer sein muss, wenn man von den Lebenden Sternen f�r eine solche Mission auserw�hlt worden ist, aber Sie k�nnen das schaffen!�</p><p>�Sie haben keine Ahnung, was es bedeutet, wenn solche Erwartungen an einen gestellt werden.�</p><p>�Ich sehe, welche Auswirkungen das auf Sie hat, aber ich wei�, Sie kommen damit zurecht. Sonst w�ren Sie nicht auserw�hlt worden.�</p><p>�Vielleicht hat sich ja jemand geirrt!�, br�llte Geary sie an.</p><p>�Vielleicht bin ich gar nicht in der Lage, das ganze verdammte Universum im Alleingang zu retten!�</p><p>�Sie sind nicht allein!� Desjani war au�er sich, ihr Gesicht spiegelte Hoffnung, Angst und etwas Tiefsch�rfenderes wider.</p><p>�So kommt es mir aber vor!� W�tend zeigte er mit einer Hand auf das Display hinter ihm. �All diese Toten, und von mir erwarten die Leute, dass ich dem ein Ende setze. Wie soll das jemandem gelingen? Ich kann das nicht!� Hatte er diesen letzten Satz jemals zu irgendwem gesagt, oder war dieser Gedanke immer nur durch seinen Kopf gegeistert, seit er gezwungen gewesen war, das Kommando �ber die Flotte zu �bernehmen?</p><p>�Was brauchen Sie sonst noch von mir?�, fragte sie verzweifelt. �Nat�rlich ben�tigen Sie Hilfe und Unterst�tzung. Sagen Sie mir, was es ist, und Sie bekommen es. Ich werde alles f�r Sie tun!� Entsetzt sah sie Geary an, als ihr bewusst wurde, welche Worte ihr da soeben �ber die Lippen gekommen waren.</p><p>Ihre Verzweiflung verfl�chtigte sich, als Geary sie anstarrte.</p><p>Etwas, das bislang im Verborgenen geruht hatte, war jetzt zumindest teilweise enth�llt worden. �Alles?�</p><p>�Ich wollte nicht�� Sie schluckte und zwang sich zur Ruhe, ehe sie weiterredete. �Ich wei�, damit habe ich meine Ehre verspielt.�</p><p>�H�ren Sie auf, Tanya, Sie haben mehr als genug Ehre.�</p><p>�Eine ehrbare Frau w�rde nicht so f�r ihren vorgesetzten Offizier empfinden! Und sie w�rde es schon gar nicht ausspre-chen. Sie w�re nicht bereit�� Desjani verschluckte den Rest und sah Geary mit aufgeregter Miene an.</p><p>Er konnte sie haben, jetzt und hier. Er musste es nur sagen.</p><p>Geary schaute auf seine H�nde und dachte an den Preis, den so viele andere bereits hatten zahlen m�ssen. Er war bereit gewesen, Victoria Rione zu benutzen, als sie sich ihm hinge-geben hatte, denn sie hatte ihn ebenso benutzt. Aber so etwas konnte er Tanya Desjani nicht antun. Auch wenn sie selbst und so ziemlich jeder andere es ihm nachsehen und es damit rechtfertigen w�rden, dass er der Held war, der aus der Vergangenheit zu ihnen geschickt worden war, konnte er ihr so etwas nicht antun. Allein bei dem Gedanken daran str�ubte sich alles in ihm. Und das machte ihm mehr als alles andere deutlich, dass seine Gef�hle f�r sie echt waren, dass er nicht nur eine Zuflucht suchte, wenn der Sturm der Verantwortung zu viel f�r ihn wurde. �Ich werde Ihnen nicht Ihre Ehre nehmen�, fl�sterte er.</p><p>�Die haben Sie bereits�, gab Desjani in gequ�ltem Tonfall zur�ck.</p><p>�Nein, ich nehme nichts von Ihnen, was Sie mir nicht freiwillig geben wollen.�</p><empty-line/><p>�Sie wurde Ihnen l�ngst gegeben. Ich schw�re, ich habe das nicht gewollt, und ich habe mich auch dagegen gewehrt, aber es ist passiert.�</p><p>Geary hob den Kopf und sah die Verzweiflung, die ihr ins Gesicht geschrieben stand. �Entweder wir erreichen lebend das Gebiet der Allianz, oder wir sterben unterwegs. Falls wir �berleben��</p><p>Desjani nickte. �Ich kann mein Offizierspatent zur�ckgeben. Das wird zwar nicht gen�gen, um meine Ehre wiederher-zustellen oder von Ihren Schultern zu nehmen, was ich Ihnen aufgehalst habe, aber��</p><p>�Ihr Offizierspatent wollen Sie zur�ckgeben? Tanya, Flottenoffizier zu sein ist Ihr Leben. Sie lieben diesen Posten! Ich kann nicht zulassen, dass Sie das meinetwegen aufgeben!�</p><p>�Von einem Offizier, der seinen Pflichten nicht nachkom-men kann, verlangen die Vorschriften, dasser�� , begann Desjani.</p><p>�Wenn hier einer den Dienst quittiert�, fiel er ihr ins Wort, �dann ich. Und zwar sobald wir wieder zu Hause sind. Ich habe diese Verantwortung nie gewollt, und sobald ich diese Flotte nach Hause gebracht habe, kann niemand von mir erwarten, dass ich noch irgendetwas anderes tue. Sobald ich kein Offizier der Flotte mehr bin, kann Ihre Ehre nicht l�nger infrage gestellt werden, und��</p><p><emphasis>�Nein!�, </emphasis>rief sie entsetzt dazwischen. � <emphasis>Das k�nnen Sie nicht tun! </emphasis>Sie haben eine Mission!�</p><p>�Ich habe nie darum gebeten, dass ich��</p><p>�Die Mission wurde Ihnen �bertragen, weil die Lebenden Sterne wussten, dass Sie es schaffen k�nnen!� Kopfsch�ttelnd wich sie vor ihm zur�ck. �Ich kann nicht zulassen, dass meine Gef�hle f�r Sie einen solchen Einfluss auf Sie haben. Zu viele Menschen bauen auf Sie. Wenn Sie meinetwegen diese Mission ablehnen, werden mich alle verdammen, und zwar zu Recht. Sagen Sie, dass Sie so etwas nicht machen werden.</p><p>Sagen Sie, dass Sie das nicht so gemeint haben.� Er sah sie schweigend an. �Sagen Sie es! Sonst schw�re ich Ihnen, dass ich dieses Schiff zur�ck ins Allianz-Gebiet bringe und mich dann so weit von Ihnen entferne, wie es das All nur m�glich macht!� Geary rang nach Worten, und Desjani ging noch einen Schritt nach hinten. �Wenn die Versuchung, die ich f�r Sie darstelle, jetzt sofort von diesem Schiff entfernt werden muss, dann werde ich gehen! Ich werde alles tun, was ich tun muss!�</p><p>Schlie�lich brachte er wieder einen Ton heraus. �Nein, bitte! Sie sind die Befehlshaberin der <emphasis>Dauntless, </emphasis>Sie geh�ren auf dieses Schiff. Ich� ich verspreche Ihnen, ich werde meinen Dienst nicht quittieren, solange der Krieg nicht vor�ber ist.� Die Worte brannten in seinem Mund, weil er aussprach, was er nie hatte akzeptieren wollen, auch wenn er wusste, dass viele es von ihm erwarteten.</p><p>�Ihr Versprechen sollte nicht an mich gerichtet sein�, erwiderte Desjani in ruhigerem Tonfall.</p><p>�Das ist es aber�, beteuerte er. �Ich habe mich immer davor gedr�ckt, dieses Versprechen zu geben, weil es mir H�llenangst bereitet hat. Aber der Gedanke, Sie niemals wie-derzusehen, macht mir noch viel mehr Angst. Meinen Gl�ckwunsch.�</p><p>�Ich� ich habe nicht��</p><p>�Nein, das haben Sie nicht. Sie w�rden niemals versuchen, mich vors�tzlich zu manipulieren.� Ganz im Gegensatz zu Victoria Rione, wurde ihm bei diesen Worten klar. �Ich habe mich entschieden. Ich werde meine Mission bis zum Ende f�hren. Solange Sie nicht Ihr Offizierspatent zur�ckgeben. Ich brauche Sie an meiner Seite, wenn ich eine Chance haben will, erfolgreich zu sein. Und wenn meine Mission abgeschlossen ist und ich nicht l�nger Befehlshaber dieser Flotte bin, dann werde ich endlich die Worte zu Ihnen sagen k�nnen, die ich am liebsten jetzt schon sagen w�rde.�</p><p>Desjani nickte ihm zu. �Vielen Dank, Captain Geary. Ich wusste, Sie w�rden tun, was Sie tun m�ssen.�</p><p>�Ganz im Gegensatz zu dem, was ich jetzt eigentlich tun m�chte.�</p><p>Zu seinem Erstaunen begann sie zu lachen. �Wenn wir beide das machen w�rden, was wir in diesem Moment gern machen w�rden, dann w�ren wir nicht die, die wir sind. Aber so schwer es mir auch f�llt, muss ich hier stehen bleiben, anstatt einen Schritt auf Sie zuzugehen. Oder zwei Schritte.</p><p>Nein. Sie haben meine Ehre, ich habe Ihr Versprechen. Wenn das Geschenk meiner Ehre Ihnen die Kraft gibt, zu tun, was Sie tun m�ssen, dann ist das f�r mich nur ein geringer Preis, den ich daf�r zahlen muss.�</p><p>�Sie meinen, Ihre Ehre hat nur einen geringen Preis?�</p><p>Ihr Lachen verstummte. �Meine Ehre ist das Wertvollste, was ich besitze. Was ich besa�, um genau zu sein. Ich wei�, Sie werden sie nicht gegen mich verwenden, und sie ist bei Ihnen in guten H�nden. Aber es gab Zeiten, da kam es mir so vor, als ob meine Ehre das Einzige war, was ich noch besa�. Ich be-daure, dass ich sie verloren habe.�</p><p>�Dann verspreche ich Ihnen, dass ich gut auf sie aufpassen werde, bis ich sie Ihnen zur�ckgeben kann.�</p><p>�Aber� sie wurde Ihnen gegeben. Zu meiner Schande� aber sie wurde Ihnen gegeben.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Ich will Ihnen Ihre Ehre zu-r�ckgeben, und Sie wollen, dass ich sie behalte. Wenn Sie es wirklich wollen, gibt es einen Weg, wie sich beides miteinander vereinen l�sst.�</p><empty-line/><p>�Wie k�nnte ich beides�� Sie schien schockiert zu sein, schaute einen Moment lang zur Seite und sah ihn erst dann wieder an. �Ist das Ihr Ernst?�</p><p>�Ich kann nicht sagen, was ich f�r Sie empfinde, und umgekehrt k�nnen Sie das genauso wenig. Das geht erst, wenn dieser Krieg vorbei ist und ich nicht l�nger Ihr vorgesetzter Offizier bin, aber ich schw�re bei der Ehre meiner Vorfahren, dass ich es so gemeint habe.�</p><p>Desjani zwinkerte, musste schlucken und sah Geary schlie�lich ernst an. �Sie sollen eines wissen, Captain John Geary. In diesem Moment sind Sie mein Flottenkommandant, und ich tue das, was Sie sagen. Sie sind in g�ttlicher Mission unterwegs, und solange diese Mission dauert, werde ich Ihnen bis in die H�lle folgen, wenn Sie mir das befehlen. Aber wenn alles vor�ber ist und der Krieg beendet ist, dann wird ein Mann zu mir kommen, der mir meine Ehre und sich selbst mitbringt.</p><p>Ein Mann, der selbst dann nicht so sein wird wie andere, der aber ein Mann ist, und ich werde mich weder in meinem Leben noch in meinem Zuhause einem Mann unterordnen.</p><p>Ich werde nur einen Mann akzeptieren, der mein Partner ist, der gleichberechtigt ist und der in allen Dingen neben mir steht, nicht �ber mir. Ein Mann, der sich w�nscht, sein Leben mit Tanya Desjani zu teilen, muss sich damit einverstanden erkl�ren.�</p><p>Geary nickte. �Jeder Mann, der die wahre Tanya Desjani kennt, wird sich mit Vergn�gen damit einverstanden erkl�ren.�</p><p>Sie musterte ihn, dann begann sie zu l�cheln. �Das ist sehr schwer, und ich f�rchte, es wird noch schwerer werden, bevor alles hinter uns liegt. Aber wenn der Tag gekommen ist, an dem Ihre Mission erf�llt ist, dann werde ich meine Ehre wieder an mich nehmen�� meine Ehre und alles, was damit ein-hergeht.�</p><empty-line/><p>Jetzt musste er nur noch die Flotte nach Hause bringen und einen Krieg beenden, der seit einem Jahrhundert tobte. Andererseits h�tte er nie f�r m�glich gehalten, dass er es so weit schaffen w�rde, dass er so viel erreichen w�rde. Wenn er jetzt noch einen Weg fand, diesem Krieg und dem Sterben ein Ende zu setzen�</p><p>Zum ersten Mal, seit er aus dem Tiefschlaf geweckt worden war, wusste er ohne jeden Zweifel, dass es in seinem Leben noch etwas anderes gab als seine Pflicht. Sie hatten drum he-rumgeredet, und solange der Krieg andauerte, w�rden sie vielleicht nicht einmal indirekt darauf zu sprechen kommen.</p><p>Aber jeder von ihnen wusste jetzt, was der eine f�r den anderen empfand und was sie einander versprochen hatten. �In diesem Fall, Captain Desjani, schlage ich vor, dass wir uns das Sternendisplay ansehen und uns �berlegen, wie unser n�chster Schritt auf dem Weg nach Hause aussehen soll. Wir m�ssen eine Flotte retten und einen Krieg beenden.�</p></section></body><binary id="cover" 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