<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><FictionBook xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink"><description><title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Furchtlos</book-title><annotation><p>Seit hundert Jahren k�mpft die Allianz verzweifelt gegen die Syndik, und die ersch�pfte Flotte ist im Feindesgebiet gestrandet. Ihre einzige Hoffnung:</p><p>Captain John Geary. Seit seinem heldenhaften letzten Gefecht h�lt man ihn f�r tot. Doch wie durch ein Wunder hat er im K�lteschlaf �berlebt. Nun soll er als dienst�ltester Offizier das Kommando �ber die Flotte �bernehmen. In einem Krieg, der nur in einem Fiasko enden kann�</p></annotation><date value="2009-11-28">2009</date><coverpage><image l:href="#cover"/></coverpage><lang>de</lang><src-lang>en</src-lang><translator><first-name>Ralph</first-name><last-name>Sander</last-name></translator><sequence name="Die verschollene Flotte" number="1"/></title-info><src-title-info><genre>sf_space</genre><author><first-name>Jack</first-name><last-name>Campbell</last-name></author><book-title>Dauntless</book-title><date value="2006-07-01">2006</date><lang>en</lang></src-title-info><document-info><author><nickname>Cosmopilit</nickname></author><program-used>calibre 2.53.0, FictionBook Editor Release 2.6.6, fb2cut 2.5.4, fb2cut 2.6.2</program-used><date value="2016-07-29">29.7.2016</date><id>0a91e7aa-b387-4d08-85a0-ebbacfbec492</id><version>1.0</version></document-info><publish-info><book-name>Jack Campbell. Furchtlos</book-name><publisher>Bastei L�bbe</publisher><city>K�ln</city><year>2009</year><isbn>978-3-404-23341-0</isbn></publish-info></description><body><title><p>Jack Campbell</p><p>Furchtlos</p><p><emphasis>(Die verschollene Flotte - 1)</emphasis></p></title><section><p><emphasis>F�r Christine und Larry Maguire. Gute Menschen und gute Freunde, die unser Leben bereichert haben, indem sie f�r uns da sind.</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>F�r S. So wie immer.</emphasis></p></section><section><title><p>Danksagung</p></title><p>Ich danke meiner Redakteurin Anne Sowards f�r ihren unsch�tzbaren R�ckhalt und die Bearbeitung meines Buchs. Au�erdem danke ich meinem Agenten Joshua Blimes f�r seine beseelten Vorschl�ge und seinen Beistand. Mein Dank geht ebenfalls an Catherine Asaro, J.G. (Huck) Huckenp�hler, Simcha Kuritzky, Michael LaViolette, Aly Parsons, Bud Sparhawk und Constance A. Warner f�r Ideen, Kommentare und Ratschl�ge.</p></section><section><title><p>Eins</p></title><p>Die kalte Luft, die durch die Ventilation hereinwehte, trug noch immer einen leichten Geruch nach �berhitztem Metall und verschmor-tem Material mit sich. Schwache Echos einer Explosion drangen bis zu seiner Kabine vor, w�hrend ein Zittern durch das Schiff ging. Die Stimmen vor der Schleuse wurden vor Schreck lauter, hastige Schritte waren zu h�ren. F�r ihn war das alles kein Grund, sich von der Stelle zu r�hren, denn er wusste, wenn der Feind seine Angriffe wieder aufgenommen h�tte, w�re l�ngst der Alarm ert�nt, und dem Schiff w�re mehr als nur ein Treffer zugef�gt worden. Und selbst wenn es sich um eine Attacke gehandelt h�tte, gab es f�r ihn nichts zu tun, da ihm keine Aufgabe �bertragen worden war.</p><p>Er sa� in der kleinen Kabine, die man ihm zugewiesen hatte, und hielt die Arme vor der Brust verschr�nkt und die H�nde unter die Achseln geschoben, um gegen eine innere K�lte anzuk�mpfen, die sich einfach nicht vertreiben lassen wollte. Er h�rte die Ger�uschku-lisse des Schiffs und seiner Crew, und solange die Luke geschlossen war, konnte er zumindest so tun, als kenne er dieses Schiff und die Crew. Aber die Schiffe, die er eigentlich kannte, und die Besatzungen, mit denen er gedient hatte, existierten schon lange nicht mehr, und das h�tte ganz sicher auch auf ihn zutreffen sollen.</p><p>Ein wenig ver�nderte er seine Sitzposition, w�hrend er die H�nde fester an seinen K�rper dr�ckte, aus dessen Innerstem unabl�ssig K�lte aufstieg. Bei dieser Bewegung strich er mit einem Knie gegen die raue Kante des kleinen Schreibtischs, mit dem diese Kabine aus-gestattet war. Er betrachtete die Kante und versuchte zu verstehen, was sie zu bedeuten hatte. Die Zukunft sollte eigentlich glatt sein, glatt und sauber, hell und freundlich. Sie sollte nicht rauer sein als die Vergangenheit. Das wusste doch jeder. Andererseits sollten Kriege auch nicht allem Anschein nach ewig dauern und der Zukunft ihre Gl�tte und ihre Helligkeit rauben; einer Zukunft, die nun nur noch auf Effizienz ausgerichtet sein konnte.</p><p>�Captain Geary, Sie werden im Shuttlehangar ben�tigt.�</p><p>Es dauerte einen Moment, ehe die Mitteilung zu ihm durchdrang.</p><p>Warum wurde er dort ben�tigt? Doch Befehl war Befehl, und wenn ihm jetzt auch noch die Struktur der Disziplin abhanden kam, dann w�rde ihm vielleicht �berhaupt nichts mehr bleiben. Er atmete schwer aus und erhob sich. Seine Beine waren von der inneren und �u�eren K�lte steif. Bevor er die Kabine verlie�, st�hlte er sich innerlich, da er den Leuten da drau�en gar nicht gegen�bertreten wollte.</p><p>Dann aber riss er die Luke auf und machte sich auf den Weg.</p><p>In den G�ngen der <emphasis>Dauntless</emphasis>, dem Schlachtkreuzer der Allianz, dr�ngten sich Unteroffiziere ebenso wie Offiziere, die f�r ihn Platz machten, sobald sie ihn bemerkten. Dabei entstand eine schmale Gasse, die sich wie durch Magie vor ihm �ffnete und gleich hinter ihm wieder schloss, w�hrend er sich beharrlich in Richtung Shuttlehangar schleppte. Dabei schaute er stur geradeaus, um in keines der Gesichter zu blicken, da er genau wusste, was sich in ihnen wider-spiegeln w�rde. Er hatte die Hoffnung und die Ehrfurcht gesehen, die f�r ihn weder nachvollziehbar noch erstrebenswert waren. Und er wusste, dass sich zu dieser Ehrfurcht auch noch Schmerz und Verzweiflung gesellten, und in solche Gesichter wollte er schon gar nicht sehen. Es kam ihm vor, als w�rde er sie alle entt�uschen, obwohl er ihnen nie etwas versprochen und auch nie behauptet hatte, mehr zu sein, als er in Wahrheit war.</p><p>Pl�tzlich war die Menge vor ihm so gedr�ngt, dass es kein Durch-kommen f�r ihn gab. Eine junge Frau, ein Junioroffizier, drehte sich um und bemerkte ihn. �Captain Geary!�, rief sie, wobei eine v�llig irrationale Hoffnung ihr Gesicht strahlen lie�, dessen eine Seite mit schmieriger Hydraulikfl�ssigkeit �berzogen war. Ein leichter Gips-verband an einem Arm bedeckte eine Verletzung aus der j�ngsten Schlacht. Ihre Uniform wies an der Seite des verletzten Arms Brand-spuren auf.</p><p>Geary wusste, er sollte mit irgendeiner Bemerkung reagieren, aber ihm wollte einfach nichts einfallen. �Zum Shuttlehangar�, erkl�rte er schlie�lich.</p><p>�Auf diesem Weg kommen Sie da nicht hin, Captain�, erwiderte die Frau, der mit einem Mal nichts mehr von ihrer Ersch�pfung anzumerken war und die auch keine Notiz davon nahm, dass Geary eigentlich gar nicht auf sie reagiert hatte. Ihr pl�tzlicher Enthusias-mus lie� sie unglaublich jung erscheinen, wodurch er sich sogar noch �lter f�hlte. �Solange die Sch�den vom letzten Gefecht besei-tigt werden, bleibt der Zugang versiegelt. Sie haben die letzte Ersch�tterung gesp�rt, nicht wahr? Wir mussten einige Brennstoffzellen absto�en, bevor sie explodieren konnten. Aber bald werden wir wieder einsatzbereit sein. Wir sind doch noch nicht geschlagen, oder? Das kann nicht sein.�</p><p>�Ich muss zum Shuttlehangar�, wiederholte Geary langsam.</p><p>Die junge Frau blinzelte. �Zum Shuttlehangar� Begeben Sie sich zwei Decks tiefer und dann geradeaus. Der Weg dort sollte frei sein.</p><p>Es ist gut, Sie zu sehen, Sir.� Bei diesem letzten Satz versagte ihre Stimme.</p><p><emphasis>Es ist gut, mich zu sehen?</emphasis>, wunderte sich Geary. Eine aus Wut geborene Hitze lieferte sich einen heftigen Kampf mit der eisigen K�lte in seinem Inneren. <emphasis>Wieso?</emphasis> Doch er nickte nur und antwortete n�chtern:</p><p>�Danke.�</p><p>Zwei Decks tiefer bewegte sich Geary wieder durch die Menge, die sich vor ihm teilte und hinter ihm die Reihen schloss. So sehr er sich auch bem�hte, niemanden anzusehen, nahm er doch immer wieder aus dem Augenwinkel schmerzhaft verzogene Gesichter wahr, die von einem krankhaften Optimismus erfasst wurden, sobald sie Geary bemerkten.</p><p>Admiral Bloch wartete am Zugang zum Shuttlehangar, sein Stabschef und eine kleine Gruppe anderer Offiziere an seiner Seite. Bloch gab Geary ein Zeichen und zog ihn zu sich, um unter vier Augen mit ihm zu reden. Im Gegensatz zu den anderen wirkte Bloch �ber das j�ngste Gefecht nicht so verzweifelt, sondern vielmehr bet�ubt, als k�nne er noch immer nicht so ganz verstehen, was sich abgespielt hatte.</p><p>�Die Syndik-F�hrer haben sich zu Verhandlungen bereit erkl�rt und bestehen darauf, dass ich und alle anderen Flaggoffiziere pers�nlich daran teilnehmen. Wir befinden uns nicht in der Position, eine Weigerung auszusprechen.� Die Stimme des Admirals klang verhalten und wirkte ganz anders als jener vollt�nende Enthusias-mus, an den Geary sich gew�hnt hatte. Selbst seine Augen waren matt. �Damit sind Sie w�hrend unserer Abwesenheit der rangh�chste Offizier an Bord, Captain.�</p><p>Geary legte die Stirn in Falten. Bis zu diesem Moment war ihm diese Tatsache gar nicht bewusst gewesen, aber tats�chlich hatte sich bis heute nichts daran ge�ndert, dass er ein Captain war, auch wenn die Bef�rderung sehr lange zur�cklag. Mit diesem Dienstgrad war jedoch auch Verantwortung verbunden. �Ich kann nicht��</p><p>�Doch�, unterbrach ihn Admiral Bloch und atmete tief durch. �Bitte, Captain. Die Flotte braucht Sie.�</p><p>�Sir, bei allem Respekt��</p><p>�Captain Geary, ich k�nnte es Ihnen nicht verdenken, wenn Sie sich fragen, ob es f�r Sie nicht besser gewesen w�re, h�tten wir Sie nicht gefunden. Ich dachte� Viele Leute dachten, dass das ein Vor-bote des Gl�cks war. �Black Jack� Geary kehrt von den Toten zu-r�ck, um die Flotte der Allianz auf dem Weg zu ihrem gr��ten Sieg zu begleiten.� Einen Moment lang schloss Bloch die Augen. �Jetzt muss ich das Kommando �ber die Flotte jemandem �bergeben, dem ich vertrauen kann.�</p><p>Geary verzog den Mund und wollte Bloch anschreien, um dem Admiral klarzumachen, dass der Mann, dem er seine Flotte anvertrauen wollte, nicht der Mann war, der jetzt vor ihm stand. Dass diese Person nie existiert hatte. Aber Blochs Augen waren nicht nur matt, sondern tot, wie Geary nun sehen konnte. Schlie�lich nickte er bed�chtig. �Aye, aye, Sir.�</p><p>�Wir sitzen in der Falle. Diese Flotte ist die letzte Hoffnung der Allianz. Aber das ist Ihnen nat�rlich klar. Wenn etwas geschieht, dann� geben Sie Ihr Bestes. Versprechen Sie es mir.�</p><p>Wieder musste Geary gegen den Wunsch ank�mpfen, lautstark zu widersprechen. Doch es w�rde zu schwer f�r ihn sein, dieses innere Eis zu brechen, und ein starrsinniges Pflichtgef�hl beharrte darauf, dass er sich Admiral Blochs Bitte nicht verweigern konnte. �Das verspreche ich.�</p><p>�Die <emphasis>Dauntless</emphasis>� H�ren Sie, Captain��, Bloch beugte sich vor und redete noch leiser weiter. �Die <emphasis>Dauntless</emphasis> hat den Schl�ssel an Bord. Verstehen Sie? Fragen Sie Captain Desjani. Sie wei� es, und sie kann es erkl�ren. Dieses Schiff muss heimkehren. Irgendwie, egal wie. Der Hypernet-Schl�ssel muss zur�ck zur Allianz gelangen.</p><p>Wenn wir das schaffen, dann gibt es noch eine Chance und wir werden die Schiffe und die Menschen nicht v�llig umsonst verloren haben. Versprechen Sie es mir, Captain Geary.�</p><p>Geary starrte ihn verst�ndnislos an, der inst�ndige Tonfall in der Stimme des Admirals traf ihn trotz seiner bet�ubten Sinne wie ein Schock. Es war ja nicht so, als h�tte Geary f�r alle Zeit das Kommando. Bloch w�rde mit den Syndiks verhandeln, zur�ckkehren und damit wieder die Befehlsgewalt aus�ben. Geary musste sich nicht mit den Einzelheiten dieses �Schl�ssels� auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> besch�ftigen, der in irgendeinem Zusammenhang mit dieser modernen Methode der Reise von Stern zu Stern stand, die noch schneller verlief als die �berlichtschnelle Systemspr�nge aus Gearys Zeit. �Jawohl, Sir.�</p><p>�Gut. Danke! Vielen Dank, Captain. Ich wusste, wenn ich auf jemanden z�hlen kann, dann auf Sie.� Falls Geary eine Reaktion auf diese Aussage des Admirals anzusehen sein sollte, lie� sich Bloch zumindest nichts davon anmerken. �Ich werde da dr�ben mein Bestes geben, aber wenn es hart auf hart kommt�� Einen Moment lang schwieg der Admiral. �Wenn es irgendwie geht, versuchen Sie das zu retten, was von der Flotte noch �brig ist.� Als er Geary dann zu den anderen f�hrte, verk�ndete er laut und deutlich: �W�hrend meiner Abwesenheit �bernimmt Captain Geary das Kommando �ber die Flotte.�</p><p>Alle Offiziere drehten sich daraufhin zu Geary um, die j�ngeren mit einer Mischung aus Erstaunen und Erleichterung, die �lteren mit skeptischer Miene, w�hrend sie alle murmelnd den Befehl des Admirals zur Kenntnis nahmen.</p><p>Geary hob die Hand zum f�rmlichen Salut, der ihm in Fleisch und Blut �bergegangen war, den er aber in dieser Flotte bislang nirgends hatte beobachten k�nnen. Er wusste nicht, wann man in der Flotte der Allianz aufgeh�rt hatte, das Salutieren als selbstverst�ndliche milit�rische H�flichkeit anzusehen, doch er w�rde den Teufel tun und einem vorgesetzten Offizier zum Abschied nachwinken. Bloch reagierte mit einer eingerosteten, halbherzigen Geste, dann wandte er sich ab und durchquerte eilig den Eingangsbereich, um zu dem wartenden Shuttle zu gelangen. Ihm folgten ein paar der �lteren Offiziere.</p><p>Reglos sah Geary mit an, wie das Shuttle ablegte, w�hrend er r�tselte, wie er sich nun f�hlen sollte. Kommandant �ber eine ganze Flotte. Beziehungsweise �ber das, was von dieser Flotte noch �brig war. Der H�hepunkt in der Karriere eines Offiziers der Navy.</p><p>Nat�rlich w�rde dieses Kommando nur kurze Zeit w�hren. Ganz gleich, wie d�ster die Lage auch sein mochte, wollte doch keiner von ihnen, dass er <emphasis>tats�chlich</emphasis> die Befehlsgewalt hatte. Das war von Admiral Bloch nur eine Geste an den legend�ren Captain �Black Jack� Geary, eine symbolische Ehre, bis der Admiral seine Verhandlungen abgeschlossen hatte. Diese Verhandlungen mochten sich eine Weile hinziehen, aber Geary hatte selbst einmal mit Vertretern der Syndikatwelten zu tun gehabt. Zwar waren ihm die Syndiks nie sympathisch gewesen, doch er war sich sicher, dass sie lieber jetzt eine Einigung finden w�rden, statt die Verluste zu riskieren, die eine in der Falle sitzende Allianz-Flotte ihnen im Todeskampf noch zuf�gen w�rde.</p><p>Ihm wurde bewusst, dass die verbliebenen Offiziere ihn anstarrten, wobei sich zu der Bandbreite ihrer Gef�hlsregungen nun auch noch gebannte Erwartung gesellte. Geary wandte sich der Gruppe zu und nickte. �Weggetreten.� Alle zogen sich sofort zur�ck, nur zwei von ihnen blieben lange genug stehen, um mit einem ungelen-ken Salut den Befehl zu best�tigen. Geary erwiderte die Geste und fragte sich abermals, warum und wann eine solche Selbstverst�ndlichkeit aus der Mode gekommen war.</p><p>Dann stand er da und sah den beiden Offizieren nach, wie sie sich entfernten. Was er als N�chstes tun sollte, wusste er nicht so recht.</p><p>Wo war der Platz des stellvertretenden Befehlshabers der Flotte?</p><empty-line/><p>Vermutlich auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, wo ihn jeder beobachten konnte, weil niemand viel zu tun hatte. <emphasis>Welchen Unterschied macht es schon, wo ich hingehe? Wenn es sein muss, kann ich meine Befehle auch von der Kabine aus geben, aber das ist nicht n�tig. Und was sollte ich machen, wenn ich Befehl geben k�nnte? Alles, was mir vertraut war, und jeder, den ich kannte, ist l�ngst Geschichte. Ich bin so schrecklich m�de. Fast ein ganzes Jahrhundert habe ich im k�nstlichen Tiefschlaf verbracht und das Dasein all meiner Freunde verschlafen, und trotzdem bin ich immer noch m�de. Zum Teufel!</emphasis></p><p>Er kehrte in seine Kabine zur�ck und setzte sich an den Schreibtisch mit den rauen Kanten, dann betrachtete er den Tisch und versuchte, so wie zuvor, an nichts zu denken. Aber das gelang ihm nicht, weil er jetzt eine Aufgabe hatte. Nach ein paar Minuten regten sich die Gewohnheiten des langj�hrigen Dienstes und lie�en ihn aktiv werden. Geary studierte das Kommunikationspad gleich neben dem Schreibtisch, weil er Gewissheit haben wollte, dass er die richtigen Tasten bet�tigte. �Br�cke, hier ist Captain Geary. Stellvertretender Befehlshaber der Flotte. Geben Sie mir bitte Bescheid, wenn das Flottenshuttle das Syndik-Flaggschiff erreicht hat.�</p><p>�Aye, aye, Sir.� Der Unteroffizier auf dem Schirm nickte eifrig, sein Blick war von Ehrfurcht erf�llt, als er Geary sah. �Gesch�tzte Ankunftszeit ab jetzt in f�nfzehn Minuten.�</p><p>�Danke.� Hastig schaltete Geary den Schirm ab, da ihn die offensichtliche Heldenverehrung des Mannes nerv�s machte. Er versuchte, sich wieder in diesen bet�ubten Zustand zu versetzen, doch sein Pflichtgef�hl wollte ihm einfach keine Ruhe lassen. Anstatt weiter dagegen anzuk�mpfen, widmete er sich den �brigen Kontrollen.</p><p>Das Gefechtssystem des Flaggschiffs wollte ihn zuerst nicht den aktuellen Status der Flotte wissen lassen, doch von irgendwoher empfing es die Information, dass Geary jetzt der stellvertretende Befehlshaber war, und fast z�hneknirschend gew�hrte es ihm schlie�lich doch den Zugriff. Geary las die Liste der Schiffe langsam und me-thodisch durch, und schlie�lich begann sich unter dem Gef�hl innerlich v�llig abgestorben zu sein, Schmerz zu regen. So viele Schiffe hatten sie verloren, so viele verbliebene Schiffe waren stark besch�digt. Kein Wunder, dass sich Admiral Bloch zu Verhandlungen mit den Syndiks bereit erkl�rt hatte.</p><p>�Captain Geary. Unser Shuttle hat das Syndik-Flaggschiff erreicht.�</p><p>�Danke.� Geary wollte sich nicht vorstellen, wie Admiral Bloch durch das feindliche Schiff getrieben wurde, um den siegreichen Gegner anzuflehen oder einen Bluff zu versuchen, damit er ihm wenigstens ein paar Zugest�ndnisse abringen konnte. Geary hatte sich nicht darum gek�mmert wie die Syndiks mit ihren eigenen Leuten, geschweige denn mit anderen Leuten, umgingen, aber man konnte mit ihnen reden.</p><p>�Ca-Captain Geary, hier ist der Ko-Kommunikationsoffizier.�</p><p>Geary schaute auf den Bildschirm. Der Mann schien noch aufgew�hlter als jeder andere, den er bislang zu Gesicht bekommen hatte.</p><p>Viel, viel aufgew�hlter. �Was gibt es?�</p><p>�Eine� eine Nachricht� vom Syndik-Flaggschiff, Captain. S-sie wurde an alle Schiffe gesendet.�</p><p>�Stellen Sie sie zu mir durch.� Das Gesicht des Offiziers verschwand vom Schirm, dann sah Geary Admiral Bloch und die anderen Senioroffiziere der Allianz, die vor einem Schott standen, das sich auf dem Syndik-Flaggschiff befinden musste. Die Kamera fuhr zur�ck, sodass ein Shuttlehangar ebenso erkennbar wurde wie ein Syndik-Vertreter in ma�geschneiderter Uniform mit gl�nzenden Rangabzeichen und der unverkennbaren Arroganz eines Chief Executive Officer.</p><p>�Allianz-Flotte, Ihr Admiral kam zu uns, um die Bedingungen Ihrer Kapitulation �auszuhandeln��, sprach der CEO in die Kamera und machte eine Geste.</p><p>Gearys Mund war mit einem Mal trocken, als ein Syndik-Spezial-trupp vor die Gruppe trat � einer f�r jeden Allianz-Offizier � und aus n�chster N�he das Feuer auf Admiral Bloch und die anderen er�ffnete. Bloch und seine Leute versuchten noch, ihre Habtachtstellung zu wahren, doch als das Blut ihre Uniformen zu tr�nken begann, konnten sie sich nicht l�nger auf den Beinen halten. Augenblicke sp�ter lagen alle Allianz-Offiziere regungslos und offensichtlich tot auf dem Boden.</p><p>Der Syndik-CEO deutete mit einer nachl�ssigen Geste auf die Leichen. �Es gibt mit Ihren vormaligen Anf�hrern nichts zu verhandeln. Wer sonst noch versuchen will, mit uns zu �verhandeln�, den erwartet das gleiche Schicksal wie diese Dummk�pfe. Diejenigen Allianz-Schiffe und -Offiziere, die sich bedingungslos ergeben, werden wir angemessen behandeln. Wir liegen nicht mit denjenigen im Streit, die von fehlgeleiteten Anf�hrern wie jenen dort zum Kampf gegen uns gezwungen wurden.� Trotz des Schocks fragte sich Geary, ob dem Syndik-CEO eigentlich klar war, wie verlogen sich diese Aussage anh�rte. �Aber wer versucht, mit uns zu �verhandeln�, der wird sterben, wenngleich vielleicht nicht so schnell wie Ihr Admiral.</p><p>Sie haben eine Stunde Zeit, um Ihre Schiffe an uns zu �bergeben.</p><p>Danach werden wir jeden Widerstand zerschlagen.�</p><p>Geary starrte auf den Monitor, als das Bild verschwand und der Kommunikationsoffizier wieder auftauchte, der Geary mit verzweifelter Miene anschaute. Er wusste, dass die Syndiks erbarmungslos waren, aber er h�tte nie f�r m�glich gehalten, dass sie zu solch abscheulichen Handlungen f�hig waren. So wie andere Dinge, die Geary seit seinem Erwachen in Erfahrung gebracht hatte, schien es, als h�tten sich die Syndiks im Verlauf dieses langen Kriegs sehr ver�ndert, und das nicht zum Guten.</p><p>Ein paar Sekunden vergingen, ehe ihm klar wurde, dass das Kommando �ber die Flotte nicht l�nger nur eine vor�bergehende Sache war. Eine im Gefecht stark dezimierte Flotte, die in der Falle sa�, die einem zahlenm��ig hoffnungslos �berlegenen Feind gegen�berstand. Und der noch eine Stunde bis zur Kapitulation oder zur v�lligen Vernichtung blieb, w�hrend der Kommunikationsoffizier stellvertretend f�r unz�hlige Besatzungsmitglieder hoffte und betete, Geary werde irgendetwas unternehmen.</p><p>Er atmete tief durch und war sich bewusst, dass die Leere, die er seit seiner Rettung in seinem Innersten versp�rte, ihm jetzt half, keine Miene zu verziehen. �Geben Sie mir Captain�� Wie war der Name, den Admiral Bloch erw�hnt hatte? �Desjani. Captain Desjani. Sofort.�</p><p>�Jawohl, Sir. Sie ist auf der Br�cke, Sir.�</p><p>Auf der Br�cke. Erst jetzt fiel Geary ein, dass Desjani die Befehlshaberin der <emphasis>Dauntless</emphasis> war. Hatte er sie kennengelernt? Er konnte sich nicht erinnern.</p><p>Im n�chsten Moment tauchte Captain Desjanis Gesicht auf dem Monitor auf. Sie schien im mittleren Alter zu sein, das Gesicht war von der Zeit, der Erfahrung und der j�ngsten verheerenden Schlacht so sehr gezeichnet, dass Geary sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wie sie wohl zu Friedenszeiten ausgesehen haben musste.</p><p>�Man sagte mir, Sie wollten mich sprechen.�</p><p>�Captain, ist Ihnen die letzte Nachricht der Syndiks bekannt?�</p><p>Bevor sie antwortete, schluckte sie erst schwer. �Ja. Sie wurde an alle Schiffe geschickt, jeder befehlshabende Offizier hat sie gesehen.�</p><p>�Wissen Sie, warum die Syndiks Admiral Bloch ermordet haben?�</p><p>�Weil sie seelenloser Abschaum sind�, gab sie zur�ck und zog an-gewidert die Mundwinkel nach unten.</p><p>Geary merkte, wie sich �rger in ihm regte. �Das ist kein Grund, Captain.�</p><p>Einen Moment lang starrte sie ihn nur an. �Die haben uns unserer Anf�hrer beraubt, Captain Geary. Eine Syndik-Flotte w�re in der gleichen Situation ohne F�hrung, und die nehmen an, dass das bei uns genauso l�uft. Die wollen uns jeden Mut nehmen, indem sie uns ein Massaker zeigen. Indem sie vor unseren Augen unsere F�h-rungsriege ermorden, soll sichergestellt werden, dass wir keinen weiteren Widerstand organisieren k�nnen.�</p><p>Er reagierte mit einem ebenso starren Blick und f�hlte sich einen Moment lang nicht in der Lage, ein Wort �ber die Lippen zu bringen. �Captain Desjani, diese Flotte ist nicht f�hrungslos.�</p><p>Ihr Gesichtsausdruck ver�nderte sich, sie machte gro�e Augen.</p><p>� <emphasis>Sie</emphasis> haben das Kommando?�</p><p>�Das war Admiral Blochs Aussage. Ich dachte, das sei Ihnen bekannt.�</p><p>�Ich wurde davon in Kenntnis gesetzt, jedoch� ich war mir nicht sicher, wie Sie reagieren w�rden, Captain Geary. Aber Sie <emphasis>werden</emphasis> die Befehlsgewalt �bernehmen? Den Sternen sei Dank. Ich muss die anderen Schiffe informieren. Ich hatte deren laufende Diskussion dar�ber mitverfolgt, wie wir vorgehen sollten, als Sie mich riefen.�</p><p>Geary verga�, was er als N�chstes zu ihr hatte sagen wollen, als ihm bewusst wurde, welche m�gliche Bedeutung Desjanis Aussage hatte. �Eine Diskussion? Wor�ber haben die anderen Captains diskutiert?�</p><p>�Was sie tun sollen, Sir. Sie reden dar�ber, wie sie nach dem Tod von Admiral Bloch und den anderen Flaggoffizieren weiter verfahren sollen.�</p><p>� <emphasis>Was</emphasis> machen sie?�, fragte Geary ungl�ubig und aufgebracht.</p><p>�Wurden sie nicht dar�ber informiert, dass Admiral Bloch mir das Kommando �ber die Flotte �bertragen hat?�</p><p>�Ja� Sir.�</p><p>�Hat keiner der Captains mit dem Flaggschiff Kontakt aufgenommen, um Befehle entgegenzunehmen?�</p><p>Desjanis eben noch hoffnungsvolle Miene lie� nun eine andere Ge-f�hlsregung erkennen, n�mlich die Skepsis eines erfahrenen Offiziers, wenn dessen Vorgesetzter kurz vor dem Durchdrehen stand.</p><p>��hm� nein, Sir. Es gab keine Kontaktaufnahme mit dem Flaggschiff.�</p><p>�Diese Leute <emphasis>diskutieren</emphasis>, was sie tun sollen, und keiner von ihnen kommt auf die Idee, mit dem Flaggschiff Kontakt aufzunehmen?�</p><p>Geary hatte M�he, allein die <emphasis>Tatsache</emphasis> zu begreifen, dass sich diese Captains nicht an ihn gewandt hatten. Auf das Salutieren zu verzichten, war eine Sache, aber Captains, die einfach die Anwesenheit einer �bergeordneten Autorit�t ignorierten? Was war aus der Allianz-Flotte geworden, die er gekannt hatte? Captain Desjani beobachtete ihn aufmerksam und wartete auf den Wutausbruch, mit dem sie fest rechnete. Doch mit erzwungener Ruhe sprach er dann die Worte, die sich irgendwo tief in ihm formten, so als w�rde er eine uralte Aufnahme abspielen. �Captain, nehmen Sie bitte mit den Kommandanten aller Schiffe Kontakt auf und richten Sie ihnen aus, sie sollen sich auf Anweisung des Befehlshabers der Flotte zu einer Konferenz an Bord des Flaggschiffs einfinden.�</p><empty-line/><p>�Uns bleibt weniger als eine Stunde, bis das Ultimatum der Syndiks abl�uft, Captain Geary.�</p><p>�Dessen bin ich mir bewusst, Captain Desjani.� <emphasis>Und ich bin mir in zunehmendem Ma� bewusst, dass ich diesen Leuten zeigen muss, dass ich hier das Kommando habe, damit mir diese Flotte nicht zerf�llt. Au�erdem muss ich unbedingt etwas �ber diese Captains erfahren, damit ich sie nicht in einem entscheidenden Punkt falsch einsch�tze. Ich wei� verdammt zu wenig �ber sie.</emphasis> �Admiral Bloch zeigte mir seinen Konferenzraum und sagte, er k�nne dort ein virtuelles Treffen mit seinen Captains einberufen.�</p><p>�Ja, Sir. Das erforderliche Datennetz ist innerhalb der Flotte noch funktionsf�hig.�</p><p>�Gut. Ich will sie in zehn Minuten bei dieser Konferenz sehen, und innerhalb der n�chsten f�nf Minuten erwarte ich von jedem einzelnen Captain die Best�tigung meines Befehls. Und falls sich einer von ihnen dr�cken m�chte, sagen sie ihm, jeder ist zur Teilnahme verpflichtet.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>Mit einem Anflug von Schuldgef�hlen fiel ihm ein, dass er Captain Desjani auf ihrem eigenen Schiff in einem ganz und gar unh�flichen Tonfall herumkommandiert hatte. Er selbst hatte das auch gehasst, als ihm so etwas einmal widerfahren war. Das musste er sich jetzt vor Augen halten. �Vielen Dank, Captain. Kommen Sie bitte zum Konferenzraum. Wir treffen uns davor in� acht Minuten.�</p><p>Wenn er sich nicht t�uschte, war der Konferenzraum ungef�hr f�nf Minuten von seiner Kabine entfernt. Geary nutzte die verbleibenden drei Minuten, um noch einmal die Aufstellung der Flotte aufzurufen, dann sah er sich eindringlich die Positionen der verschiedenen Schiffe zueinander an und ging im Geiste durch, welches von ihnen wie stark besch�digt worden war. Was fr�her einmal eine pflichtgem��e geistige �bung gewesen war, hatte sich zu etwas entwickelt, das er innerhalb von drei Minuten so umfassend wie m�glich in sich aufnehmen musste. Ihm fiel etwas auf, was auf der Anzeige fehlte, etwas, von dem er wusste, dass es dort sein sollte. Er erg�nzte es und sah sich die Darstellung eine Weile an, w�hrend er zu verstehen versuchte, warum sie f�r ihn keinen Sinn ergab.</p><p>Wieder war er in den G�ngen der <emphasis>Dauntless</emphasis> unterwegs, wieder waren die Gesichter der Crew ihm erwartungsvoll zugewandt. Geary erinnerte sich an das Versprechen, das er Admiral Bloch gegeben hatte, und versuchte, den Eindruck zu erwecken, als wisse er genau, was er da tue. Er war auch mal ein Junioroffizier gewesen und hatte sich diesen Trick vor langer Zeit angeeignet. Allerdings war er sich nicht sicher, was er sonst noch gelernt hatte, das sich jetzt wirklich als hilfreich erweisen konnte.</p><p>Ein Marine der Allianz stand stocksteif in Habtachtstellung vor dem Konferenzraum und salutierte, als Geary sich ihm n�herte. Die Geste irritierte ihn einen Moment lang, bis er begriff, wenn es jemanden gab, der an alten Traditionen festhielt, dann waren es die Marines.</p><p>Captain Desjani trat vor. �Captain Geary, die Befehlshaber aller Schiffe sind anwesend.�</p><p>Er warf einen Blick in Richtung Konferenzraum, der aus seinem gegenw�rtigen Blickwinkel leer zu sein schien. �Alle?�</p><p>�Ja, Sir. Die meisten von ihnen scheinen gl�cklich dar�ber zu sein, Ihre Befehle entgegenzunehmen�, f�gte Desjani hastig an.</p><p>�Gl�cklich.� Nat�rlich waren sie gl�cklich. Sie hatten keine Ahnung gehabt, was sie tun sollten, aber jetzt konnten sie sich ja an ihn wenden. Und das galt auch f�r Desjani, die um mindestens zehn Jahre j�nger geworden zu sein schien, seit er das Kommando �bernommen hatte. <emphasis>Sie warten auf den Helden, der sie retten kommt</emphasis>, dachte Geary grimmig. <emphasis>Dabei ist das so unfair. Nach allem, was sie durchgemacht haben�</emphasis> Er �berlegte, wie er sich f�hlte mit dieser Leere in seinem Inneren, und er fragte sich, welche Leere diese Leute versp�ren mochten, nachdem sich ihre Welt pl�tzlich so sehr ver�ndert hatte, dass es ihre Vorstellungskraft �berstieg. Forschend betrachtete er den Captain der <emphasis>Dauntless</emphasis> und versuchte zu erkennen, was sich unter dieser Ersch�pfung befinden mochte. �In welcher Verfassung sind sie?�</p><p>Sie stutzte, als verstehe sie die Frage nicht richtig. �Alle Captains haben uns den aktuellen Status �ber die Sch�den an ihren Schiffen gemeldet, Sir. Sie k�nnen sie abrufen und��</p><p>�Das habe ich bereits. Aber ich rede nicht von den Schiffen. Sie haben mit diesen Leuten gesprochen, Captain. Ich darf annehmen, Sie kennen sie gut. In welcher Verfassung sind <emphasis>sie</emphasis>?�</p><p>Captain Desjani z�gerte. �Sie haben alle die Nachricht der Syndiks gesehen, Sir.�</p><p>�Das sagten Sie bereits. Und jetzt m�chte ich Ihre ehrliche Meinung zu diesen Schiffskommandanten h�ren. F�hlen sie sich geschlagen?�</p><p>�Wir sind nicht geschlagen, Sir!� Der Satz endete nicht in dem en-thusiastischen Tonfall, in dem er begonnen hatte, und Desjani senkte einen Moment lang den Blick. �Sie sind� ersch�pft und m�de, Sir.</p><p>So wie wir alle. Wir dachten, ein Schlag im Heimatsystem der Syndiks k�nnte eine Entscheidung zu unseren Gunsten herbeif�hren und diesem Krieg ein Ende bereiten. Wir f�hren den Krieg schon seit langer Zeit, Sir, und aus dieser Hoffnung ist nichts weiter her-ausgekommen als� als��</p><p>��als das hier.� Geary wollte den Plan nicht noch einmal beschrieben bekommen. Admiral Bloch hatte ihn im Gespr�ch mit ihm ein Dutzend Mal oder �fter erl�utert. Ein k�hner Schlag gegen den Feind, m�glich gemacht durch etwas namens Hypernet, was es zu Gearys Zeiten nicht gegeben hatte, und durch einen Verr�ter in den Reihen der Syndiks. Oder besser gesagt: durch einen angeblichen Verr�ter. �Darf ich annehmen, dass wir es hier mit dem gr��ten Teil der Syndik-Flotte zu tun haben?�</p><p>�Ja, Sir. Nahezu deren gesamte Flotte.� Desjani wurde leiser und k�mpfte sichtlich um ihre Selbstbeherrschung. �Die nur auf uns gewartet hatte. Unsere Vorhut hatte schlichtweg keine Chance.�</p><p>�Das Hauptfeld konnte sich aber den Weg freischie�en.�</p><p>�Richtig, allerdings zu einem sehr hohen Preis. Nicht einmal Black� entschuldigen Sie. Wir k�nnen nicht darauf hoffen, mit den uns noch verbliebenen Schiffen die Syndik-Streitkr�fte da drau�en zu besiegen.�</p><p>Geary wurde nachdenklich und nahm nur beil�ufig wahr, wie Desjani sich abrupt unterbrochen und das Thema gewechselt hatte.</p><empty-line/><p>Wichtiger war, <emphasis>was</emphasis> sie gesagt hatte. Keine Hoffnung. Der Legende zufolge enthielt die B�chse der Pandora inmitten all der schlechten Dinge angeblich ein wahres Geschenk: Hoffnung. Etwas, das die Menschen dazu brachte, auch dann nicht aufzugeben, wenn doch schon alles verloren war. Aber wenn diese Leute tats�chlich auch alle Hoffnung aufgegeben hatten� Er schaute Captain Desjani an und entdeckte wieder, was er gar nicht sehen wollte. In den Augen, die auf ihn gerichtet waren, flackerte immer noch ein Funken Hoffnung.</p><p>�Sir.� Sie sprach auf eine sonderbar gestelzte Weise. �Wenn ich frei reden darf, Sir. Wir brauchen Sie. Wir alle brauchen etwas, wor-an wir glauben k�nnen. Jemanden, der uns hier rausbringen kann.�</p><p>�Ich bin keine Legende, Captain, oder f�r was Sie mich auch halten m�gen.� So. Jetzt hatte er es ausgesprochen. �Ich bin ein ganz normaler Mensch, ich kann keine Wunder vollbringen.�</p><p>�Sie sind �Black Jack� Geary, Sir! Sie k�mpften in einer der ersten Schlachten in diesem Krieg, obwohl Sie sich in einer aussichtslosen Situation befanden.�</p><p>�Und ich <emphasis>verlor</emphasis> diese Schlacht, Captain.�</p><p>�Nein, Sir!�, widersprach Desjani so nachdr�cklich, dass er er-schrak. �Sie wehrten den Angriff ab und stellten sicher, dass alle Schiffe dieses Konvois sich in Sicherheit bringen konnten! Und dann hielten Sie weiter Ihre Position, damit auch die Begleitschiffe entkommen konnten! Sie trotzten den Syndiks und gaben Ihrer eigenen Crew den Befehl, den R�ckzug anzutreten, w�hrend Sie bis zur Zerst�rung Ihres Schiffs weiterk�mpften. Diese Geschichte habe ich in der Schule gelernt, Sir, so wie jedes Kind in der Allianz.�</p><p>Geary musterte sie lange. <emphasis>So ist es nicht gewesen, Captain</emphasis>, wollte er erwidern. <emphasis>Ich k�mpfte, weil ich es musste. Weil ich einen Eid geleistet hatte. Und schlie�lich blieben wir zur�ck, weil das Schiff zu stark besch�digt worden war, um noch die Flucht anzutreten. Ich gab der Crew den Befehl, das Schiff zu evakuieren, aber das war auch meine Pflicht, kein Heldenmut.</emphasis></p><p><emphasis>Jemand musste den Rettungskapseln noch lange genug Feuerschutz geben, damit sie entkommen konnten, und genau das war mein Job.</emphasis></p><p><emphasis>Ich wollte nicht sterben. Als auch das letzte Gefechtssystem ausfiel, stellte ich den Antrieb auf Selbstzerst�rung und versuchte, mit der letzten Rettungskapsel davonzukommen. Einer besch�digten Rettungskapsel, die weitere Sch�den davontrug, als mein Schiff explodierte. Das Ortungssignal war ausgefallen, und damit war die Kapsel nur ein Tr�mmerst�ck unter vielen, die als Folge der Schlacht in diesem System umhertrieben. Niemand entdeckte mich. Erst hundert Jahre sp�ter kam Ihre m�chtige Flotte durch dieses vergessene System geschlichen und stie� auf mich.</emphasis></p><p><emphasis>Dann wurde ich aufgeweckt und erfuhr, dass sich die Allianz zu etwas entwickelt hatte, das ich nicht wiedererkannte. Nachdem man mich f�r tot gehalten hatte, wurde ich posthum f�r meine �Heldentat� zum Flottencap-tain bef�rdert und zum legend�ren Helden der Allianz erkl�rt. Ich glaube, ein Captain kann ich sein. Aber wie kann irgendjemand ein legend�rer Held sein, wenn er noch lebt?</emphasis></p><p>Nichts davon kam �ber Gearys Lippen, denn bei Desjanis Anblick wusste er, sie w�rde ihm kein Wort glauben. Und falls doch, dann w�rde er mit seinen Schilderungen nichts anderes bewirken, als auch noch diesen kleinen Funken Hoffnung erl�schen zu lassen. <emphasis>Ich habe dem Admiral versprochen, diese Flotte nach M�glichkeit zu retten.</emphasis></p><p><emphasis>Ich wei� zwar nicht, wie ich das anstellen soll, aber vielleicht hat ja dieses heldenhafte Idol, an das hier alle glauben, tats�chlich eine Chance, das zu schaffen.</emphasis> �Das ist lange her, Captain�, entgegnete er schlie�lich mit sanfter Stimme. �Aber ich werde mein Bestes geben.� <emphasis>Und daf�r beten, dass mein Bestes auch gut genug ist.</emphasis> �Bevor wir diese Besprechung beginnen, was hat es mit diesem �Schl�ssel� auf sich?�</p><p>Desjani schaute erst in beide Richtungen den Korridor entlang, dann antwortete sie so leise, dass Geary sie kaum h�ren konnte:</p><p>�Der Hypernet-Schl�ssel der Syndiks befindet sich an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>.�</p><p>�Und was zum Teufel bedeutet das?�</p><p>Sie reagierte erschrocken. �Verzeihen Sie, ich habe nicht daran gedacht, dass Sie kein Hypernet hatten.�</p><p>�Ich wei� dar�ber nur, dass dieses Hypernet viel schnelleres interstellares Reisen erm�glicht als der Sprungantrieb.�</p><p>�Sehr viel schneller, richtig, Sir. Der exakte Vorteil gegen�ber dem Systemsprung variiert in Abh�ngigkeit irgendwelcher wissenschaft-licher Faktoren, die ich ehrlich gesagt nicht verstehe, aber der Vorteil bewegt sich �blicherweise zwischen den Faktoren zehn und hundert.�</p><p>�Verdammt.�</p><p>Captain Desjani nickte und sah sich abermals um, damit sie sicher sein konnte, dass niemand sie belauschte. �Im Gegensatz zum Systemsprung, der sich des Schwerkraftfelds eines Sterns bedient, muss ein Hypernet erst geschaffen werden. Wenn es eingerichtet ist, wird es auf etwas abgestimmt, das man f�r gew�hnlich als Frequenz bezeichnet, auch wenn es eigentlich eine viel kompliziertere Angelegenheit ist. Jedem Portal wird eine Art Unterfrequenz zugewiesen.</p><p>Um ein bestimmtes Hypernet zu benutzen, ben�tigt man den sogenannten Schl�ssel. Durch ihn gelangt man in das Hypernet und kann das gew�nschte Portal w�hlen.�</p><p>Geary nickte, w�hrend er die Konsequenzen des soeben Geh�rten zu verarbeiten versuchte. �Und weil wir einen Schl�ssel zum Syndik-Hypernet besitzen, k�nnen wir es benutzen. Wie ist die <emphasis>Dauntless</emphasis> an einen Schl�ssel der Syndiks gelangt?�</p><p>�Der Verr�ter gab ihn uns.� Sie verzog die Mundwinkel. �Der angebliche Verr�ter. Dadurch wurde unser Schlag gegen die Heimatwelt der Syndiks �berhaupt erst m�glich.�</p><p>�Ich verstehe. Die Syndiks gaben Ihnen das Mittel an die Hand, um herzukommen, und Sie flogen Ihnen geradewegs in die Arme.�</p><p><emphasis>Die m�ssen geahnt haben, dass ihr euch eine solche Gelegenheit nicht ent-gehen lassen w�rdet.</emphasis></p><p>�Ja, Sir.�</p><p>�Dann wissen die Syndiks also, dass wir den Schl�ssel haben.</p><p>Warum ist die Tatsache so wichtig, dass er sich auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> befindet?�</p><p>�Weil sie wissen, dass wir den Schl�ssel haben, aber ihnen nicht bekannt ist, auf welchem Schiff er sich befindet. Sie haben keine Ahnung, ob er vielleicht schon zerst�rt worden ist oder ob er sich noch auf einem der �berlebenden Schiffe befindet. Wenn sie w�ssten, dass er sich an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> befindet��</p><p>�Dann w�rden sie sofort alles daransetzen, die <emphasis>Dauntless</emphasis> zu vernichten, um Gewissheit zu bekommen, dass auch der Schl�ssel zerst�rt wird.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>�K�nnen die nicht einfach die� �hm, die Frequenz ihres Hypernets ver�ndern?�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Das ist unm�glich, Captain Geary.</p><p>Sobald das Hypernet erst einmal eingerichtet ist, kann an den Gr-undeinstellungen nichts mehr ver�ndert werden.�</p><p>Geary dachte �ber ihre Worte nach und war sich nur zu gut der Tatsache bewusst, dass er noch eine Menge zu lernen hatte. Im Augenblick jedoch musste er sich in den Konferenzraum begeben, um mit den Captains der anderen Schiffe zu reden. �Wie gro� ist dieser Schl�ssel?�</p><p>�Zu gro�, als dass ihn jemand bei sich tragen k�nnte, wenn Sie das meinen. Er ist gro� und schwer.�</p><p>�K�nnen wir ein Duplikat herstellen? Kopien, die wir an einige andere Schiffe weitergeben?�</p><p>�Nein, das geht �ber die F�higkeiten eines jeden Schiffs in der Flotte hinaus. Zu Hause, im Gebiet der Allianz, gibt es Welten, auf denen man dazu f�hig ist.�</p><p>Er �berlegte, welche Bedeutung der Schl�ssel f�r die Allianz h�tte, k�nnte man ihn nach Hause zur�ckbringen. Eine Aufgabe mehr, die auf den Schultern des gro�en Helden lastete. �Kommen Sie, reden wir mit den anderen Kommandeuren.� Leute, die so wie er aussahen, die aber offenbar nicht so dachten wie er. Wie lange w�rde er wohl brauchen, um all die Unterschiede herauszufinden, die sich im Verlauf von hundert Jahren Krieg entwickelt hatten? Er w�rde sehr sorgf�ltig darauf achten m�ssen, was sie sagten� �Warten Sie. Eine Sache noch. Als Sie davon sprachen, wir k�nnten nicht darauf hoffen, diese Syndik-Flotte hier zu besiegen, da wollten Sie eigentlich etwas anderes sagen. Was war das?�</p><p>Desjani trat verlegen auf der Stelle und wich seinem Blick aus. �Ich� ich wollte sagen, dass nicht mal Black Jack pers�nlich diese Syndik-Flotte besiegen k�nnte, Sir.�</p><p><emphasis>Nicht mal Black Jack pers�nlich k�nnte diese Syndik-Flotte besiegen.</emphasis> Das klang nach einem gefl�gelten Wort. Sekundenlang r�tselte Geary, was er darauf erwidern sollte, dann kam ihm ein Anflug von Selbstironie zu Hilfe. �Tja, Captain Desjani, dann wollen wir doch hoffen, dass Sie sich in dem Punkt irren, nicht wahr?�</p><p>Sie sah ihn ausdruckslos an, dann begann sie unerwartet zu grinsen. �Ja.�</p><p>Geary betrat den Konferenzraum, Desjani folgte ihm und deutete auf einen Platz in der N�he der T�r. Eigentlich war der Raum gar nicht so gro�. Geary hatte ihn zu sehen bekommen, als das virtuelle Konferenzsystem ausgeschaltet war. Es handelte sich um einen Raum von mittlerer Gr��e mit einem entsprechenden Tisch, der genug Platz f�r diejenigen bot, die tats�chlich an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> waren, um an einer Besprechung teilzunehmen. Aber nun war das System eingeschaltet, und als Geary seinen Platz erreichte, erstreckte sich der Tisch weit vor ihm, und zu beiden Seiten sa�en die Befehlshaber der verschiedenen Schiffe dieser Flotte. Unwillk�rlich starrte Geary die M�nner und Frauen an, da es ihn erstaunte, dass es so aussah, als w�rden sie alle sich tats�chlich in diesem Raum aufhalten. Sobald er einen von ihnen l�nger anschaute, kam das Bild n�her, bis derjenige gleich neben ihm zu sitzen schien. Gleichzeitig wurde ein Schild mit dem Namen des jeweiligen Captains und seines Schiffs eingeblendet. In der Tischmitte befand sich f�r jeder-mann deutlich sichtbar eine Projektion, die die Positionen von Allianz-und Syndik-Schiffen darstellte. W�hrend seines langen Schlafs hatte sich die Technologie in Sachen virtueller Bilder deutlich wei-terentwickelt.</p><p><emphasis>Ich sch�tze, so ist es viel einfacher, Besprechungen abzuhalten.</emphasis> Geary fragte sich, ob das wirklich eine gute Sache war oder ob diese Technologie mit dazu beigetragen hatte, den Geist innerhalb der Flotte erlahmen zu lassen. Er stellte sich an seinen Platz und �berlegte, ob wohl jemand �Stillgestanden� rufen w�rde. Aber als das nicht geschah, setzte er sich steif hin.</p><p>Niemand sprach ein Wort, und von Captain Desjani abgesehen, die links von ihm Platz genommen hatte, wurde er von allen Offizieren einfach nur angeschaut. Er erwiderte die Blicke und musterte einen Kommandanten nach dem anderen. Einige von ihnen wahrten bewusst eine nichtssagende Miene, um ihre Gef�hle zu verbergen, andere, denen es nicht gefiel, dass Geary ihnen Befehle geben sollte, schauten ihn herausfordernd an. Doch die Mehrheit hatte sichtlich Angst vor dem Tod und betete, davor bewahrt zu werden. Allen gemeinsam war ein matter und zugleich besorgter Ausdruck, wenngleich auch unterschiedlich intensiv.</p><p>Geary holte tief Luft und beschloss, sich nicht von dem Mangel an F�rmlichkeit anstecken zu lassen, der ihm in dieser Flotte an jeder Ecke begegnete, sondern sich so zu verhalten und so zu reden, wie er es gewohnt war. �Wer mich bislang noch nicht kennengelernt hat, ich bin Captain John Geary. Als Admiral Bloch die <emphasis>Dauntless</emphasis> verlie�, �bertrug er mir das Kommando �ber die Flotte. Ich beabsichtige, dieser Verantwortung nach bestem K�nnen und Gewissen gerecht zu werden.� Er fragte sich, wie die anderen wohl seine Stimme wahrnahmen und was seine Worte ihnen bedeuteten.</p><p>Eine Frau, die kurz vor der Pensionierung stehen musste, warf ihm einen stechenden Blick zu. �Nannte Admiral Bloch einen Grund f�r diese Ma�nahme?�</p><p>Geary versp�rte ein schwaches Lodern in seinem Inneren, das eine willkommene Abwechslung zu der K�lte darstellte, die ihm seit seiner Rettung zu schaffen machte. �Es geh�rt nicht zu meinen Ange-wohnheiten, einen vorgesetzten Offizier nach den Beweggr�nden f�r seine Entscheidung zu befragen.� Ein Raunen lief durch die Reihen der Captains, aber ihm war nicht klar, was das bedeuten mochte. �Admiral Bloch lie� mich allerdings wissen, ich sei aufgrund meines Dienstgrads und meiner Dienstzeit w�hrend seiner Abwesenheit der rangh�chste Offizier dieser Flotte.�</p><p>Die Frau zog sp�ttisch die Augenbrauen hoch. �Dienstzeit? Ist das Ihr Ernst?�</p><p>�Wollen Sie damit vorschlagen, dass wir unsere Dienstzeiten miteinander vergleichen, Captain�� Er sah auf das Namensschild, das neben ihr in der Luft hing. �Captain Faresa?�</p><p>�Das w�re bedeutungslos, wie Sie wissen.�</p><p>�Nein, das wei� ich <emphasis>nicht</emphasis>.� Geary lie� die aufsteigende Hitze auf seinen Tonfall �berspringen. �Wenn die Captains dieser Flotte untereinander zu streiten beginnen, was �ber einen vorgesetzten Dienstgrad entscheiden sollte oder nicht, dann wird diese Flotte dadurch ins Chaos gest�rzt, und <emphasis>Sie werden alle sterben</emphasis>.�</p><p>Es folgte ein kurzes Schweigen, bis sich ein anderer Offizier zu Wort meldete. Es war Captain Numos von der <emphasis>Orion</emphasis>. �Wollen Sie damit sagen, Sie k�nnten uns alle irgendwie erretten? Unserer Flotte bleiben nur zwei M�glichkeiten, Captain. Entweder k�mpfen wir bis zum Tod, oder wir ergeben uns, damit wir versklavt werden und bestenfalls eines langsameren Todes sterben.�</p><p>Geary l�chelte matt. �Ich kann bis zum Tod k�mpfen. Vielleicht f�llt mir das beim zweiten Mal leichter.�</p><p>Captain Duellos von der <emphasis>Courageous</emphasis> lachte. �Sehr gut, Captain Geary! Wenn das unser Schicksal ist��</p><p>Wieder mischte sich Numos ein. �Es gibt noch eine andere M�glichkeit. Wenn wir die Formation aufl�sen und jeder f�r sich den R�ckzug antritt, dann k�nnten ein paar von uns vielleicht bis zum Hypernet-Portal gelangen��</p><p>�Die Formation aufl�sen?�, ging ein anderer Captain dazwischen.</p><p>�Sie meinen, jeder k�mpft f�r sich selbst?�</p><p>�Ja. Die gr��eren und st�rker in Mitleidenschaft gezogenen Schiffe sind ohnehin dem Untergang geweiht. Es ergibt also keinen Sinn��</p><p>�Mein Schiff hat die schweren Sch�den abbekommen, weil es das Feuer auf sich gelenkt hat, das f�r Sie bestimmt war! Und jetzt wollen Sie uns im Stich lassen, damit wir im Syndik-Arbeitslager��</p><p>�Wenn es keine andere Alternative gibt��</p><p>� <emphasis>Ruhe!</emphasis> � Erst als alle ihn anstarrten, wurde Geary bewusst, dass er so laut gesprochen hatte. Beim Anblick der Gesichter fragte er sich, wie sich diesmal seine Stimme angeh�rt haben musste. �Diese Flotte wird nicht ein einziges Schiff im Stich lassen.�</p><p>Erneut hatte Numos etwas zu sagen, und Geary sah, wie einige der anderen Offiziere zustimmend nickten: �Das ist keine vern�nftige Einstellung, weil Sie nicht dazu qualifiziert sind, diese Flotte zu befehligen, und das wissen Sie auch. Ihr Wissen, was Waffen und Taktiken angeht, ist hoffnungslos veraltet. Sie sind mit der aktuellen Situation in keiner Weise vertraut, weder hier noch zu Hause. Sie��</p><p>Etwas in Geary lie� die Hitze f�rmlich explodieren. �Captain Numos, ich habe nicht diese Konferenz einberufen, um mit Ihnen oder einem der anderen Offizieren �ber meine Kommandobef�higung zu diskutieren.�</p><p>�Sie sind nicht qualifiziert, das Kommando �ber die Flotte zu f�hren. Sie wissen nicht��</p><p>�Ich <emphasis>wei�</emphasis>, dass ich aufgrund meiner l�ngeren Dienstzeit und aufgrund des letzten Befehls von Admiral Bloch das Kommando �ber diese Flotte habe. Und ich wei� auch, wenn ich Informationen ben�tige, um die richtige Entscheidung zu treffen, dann werden meine <emphasis>Untergebenen</emphasis> mir diese Informationen liefern!�</p><p>�Ich bin nicht Ihr��</p><p>�Und wenn Sie oder ein anderer Kommandant sich nicht in der Lage dazu sehen, mich angemessen zu unterst�tzen oder meine Befehle auszuf�hren, dann werde ich denjenigen seines Postens <emphasis>entheben</emphasis> und ihn durch einen Offizier ersetzen, der mein Vertrauen genie�t. Und � wenn ich das noch erg�nzen darf � dem die anderen Schiffe vertrauen k�nnen, dass er ihnen den R�cken st�rkt.� Numos� Gesicht lief rot an. �Halten <emphasis>Sie</emphasis> sich f�r unf�hig, mich angemessen zu unterst�tzen, Captain Numos?�</p><p>Der Mann schluckte, dann sprach er in dem gleichen starrsinnigen Tonfall weiter, klang aber l�ngst nicht mehr so selbstbewusst wie noch gerade eben. �Captain Geary, Ihre l�ngere Dienstzeit ist ein Zufallsprodukt, wie Sie selbst wissen. Ihre Dienstzeit als Captain be-l�uft sich nur deshalb auf fast hundert Jahre, weil Sie erst posthum bef�rdert wurden. Niemand wusste da, dass Sie noch leben. Ein Jahrhundert im k�nstlichen Tiefschlaf macht Sie nicht zu einem erfahrenen Captain.� Einige andere Kommandanten nickten wieder zustimmend, was Numos neuen Mut fassen lie�. �Wir m�ssen einen Befehlshaber ausw�hlen, der in der Lage ist, die gegenw�rtige Situation richtig einzusch�tzen, und daf�r sind Kenntnisse �ber die gegenw�rtige Situation erforderlich.�</p><empty-line/><p>Daraufhin warf Geary Numos einen so frostigen Blick zu, dass der sich zur�cklehnte, als h�tte er ihn bedroht. �In der Allianz-Flotte, wie ich sie kenne, hat niemand seinen Befehlshaber �ausgew�hlt�.</p><p>Ich habe nicht die Absicht, von Ihnen oder sonst jemandem meine Autorit�t infrage stellen zu lassen.�</p><p>Ein st�mmiger Mann am anderen Ende des Tisches r�usperte sich.</p><p>�Captain Geary ist der dienst�lteste Offizier, er hat das Kommando. Ende der Diskussion.�</p><p>Geary nickte ihm zu und merkte sich Gesicht und Namen. Captain Tulev von der <emphasis>Leviathan</emphasis>. Jemand, auf den Geary z�hlen konnte.</p><p>Dann meldete sich eine Frau der Allianz-Marines zu Wort. Colonel Carabali, die ihren Kommandoposten geerbt hatte, als der General der Marines zusammen mit den anderen Flaggoffizieren umgekommen war. �Wir haben unseren Befehlshabern Gehorsam geschworen. Die Marines akzeptieren, dass Captain Geary dem Regelwerk der Allianz-Flotte entsprechend unser Befehlshaber ist.�</p><p>�Verdammt�, warf ein anderer Captain ein. �Wenn er uns hier nicht rausbringen kann, wer soll das denn sonst schaffen?�</p><p>Wieder richteten sich alle Augen auf Geary, nachdem die Frau ausgesprochen hatte, was viele von ihnen gedacht haben mussten.</p><p>Er wollte diese Gesichter nicht sehen, aber er musste sich der Hoffnung und der Skepsis stellen, die er in ihnen entdeckte. Er konnte sich nicht l�nger verstecken. �Ich werde es versuchen.�</p></section><section><title><p>Zwei</p></title><p>Sekundenlang herrschte Schweigen im Raum, dann meldete sich Captain Faresa wieder zu Wort und sprach nach wie vor in schrof-fem Tonfall: �Und wie, Captain? Welche Magie werden Sie zum Einsatz bringen? Uns bleibt weniger als eine Stunde, bis das Ultimatum der Syndiks abl�uft.�</p><p>Geary bedachte sie mit dem gleichen abweisenden Blick, den sie ihm zuteilwerden lie�, und die Mienen der anderen Offiziere verrieten ihm, dass seine Autorit�t auf des Messers Schneide stand. Zum ersten Mal fiel ihm auf, wie jung viele von ihnen waren. J�nger als die Captains, die vor einem Jahrhundert Schiffe befehligten, und eindeutig nicht so abgebr�ht und erfahren. Zu viele von ihnen sa�en da, beobachteten das Geschehen und warteten ab. Sie waren offensichtlich bereit, sich der Seite anzuschlie�en, die die Mehrheit stellte, ganz gleich, welcher Ansicht diese Mehrheit war. Wenn es erst einmal dazu kam, dann k�nnte die Flotte daran zerbrechen, und das w�rde es den Syndiks umso leichter machen, sie restlos zu zerschlagen. �Dann sollten wir diese Zeit besser sinnvoll nutzen, anstatt uns gegenseitig spitze Bemerkungen an den Kopf zu werfen, oder finden Sie nicht?� Er zeigte auf die Tischmitte, wo die Positionen der Allianz-Schiffe angezeigt wurden. Die am schwersten besch�digten Schiffe hatten sich ann�hernd zu einer gro�en Sph�re formiert. Zwischen ihnen und der bedrohlichen Front aus Syndik-Schiffen stand eine rechteckige, in Richtung des Feindes gew�lbte Mauerformation aus Allianz-Schiffen. Es wirkte auf den ersten Blick recht beeindruckend, aber wenn man die Flotte durchz�hlte, dann war die Mauer der Allianz nicht viel mehr als eine d�nne Glasscheibe, die der Vor-schlaghammer aus Syndik-Schiffen m�helos zerschlagen w�rde.</p><p>Auch Captain Duellos zeigte zur Tischmitte. �Bedauerlicherweise ist diese Darstellung akkurat, und weder die Gesetzm��igkeiten des Krieges noch die physikalischen Gesetze haben sich seit Ihrem letzten Gefecht ge�ndert, Captain Geary. Wir befinden uns hier, und die Syndiks sind nur zweieinhalb Lichtminuten von unseren vorderen Schiffen entfernt. Das Hypernet-Portal befindet sich�, sein Finger wies auf einen Punkt jenseits der gegnerischen Flotte, �dort, drei�ig Lichtminuten entfernt, und das auf der falschen Seite des Feindes.�</p><p>�H�tten wir nur ein paar Stunden mehr, um die besch�digten Schiffe zu reparieren�, meinte einer der anderen Captains.</p><p>�Da w�rden auch ein paar Tage nichts ausmachen�, wandte jemand ein. �Die Syndiks reparieren ihre Schiffe ebenfalls, und sie k�nnen darauf z�hlen, dass sie durch das Portal hinter ihnen mit Verst�rkung und Nachschub versorgt werden!�</p><p>Duellos nickte zustimmend. �Das sehe ich auch so. Selbst wenn die Syndiks ihr Ultimatum verstreichen lassen sollten, bleibt uns nicht genug Zeit.�</p><p>Geary sah der Reihe nach die Offiziere am Konferenztisch an.</p><p>�Wir k�nnen einen Angriff nicht zur�ckschlagen, und genauso wenig k�nnen wir sie attackieren und darauf hoffen, dass wir das �berleben w�rden.�</p><p>�Einzelne Schiffe�, sprach Numos, dessen Gesicht rot angelaufen war, �k�nnten in der Lage sein��</p><p>�In der Lage wozu, Captain? Dieses� Portal zu erreichen? Und was dann?� Geary h�rte, wie etliche Anwesende hastig einatmeten und die Luft anhielten. �Diese Flotte verf�gt �ber einen Hypernet-Schl�ssel der Syndiks. Das ist mir bekannt. Aber ich gehe davon aus, dass die Schiffe, die ihn benutzen wollen, gleichzeitig in dieses Portal fliegen m�ssen.� Zustimmendes Gemurmel kam auf. �Ich sage es noch einmal. Ein Plan, wonach jeder f�r sich selbst k�mpft, kommt bei dieser Flotte nicht zur Anwendung, und jeder Offizier, der das trotzdem versucht, wird von mir vor ein Kriegsgericht gestellt, sofern ich ihn zu fassen bekomme. Und sofern er nicht bereits von den Syndiks bei der Ankunft am Portal get�tet wird, in das er <emphasis>allein</emphasis> nicht einfliegen kann.� Wieder herrschte Schweigen.</p><p>Geary lehnte sich zur�ck und rieb sich das Kinn. �Diesen Weg k�nnen wir nicht gehen. Aber das ist ja auch nicht unsere einzige Option. Vielleicht kann mir einer von Ihnen das hier erkl�ren.� Er z�gerte kurz, bevor er sich sicher war, dass er auch die richtigen Tasten erwischte. �Hier.� Er deutete auf einen Punkt seitlich hinter der Allianz-Flotte. �Das ist zwanzig Lichtminuten vom n�chsten Allianz-Schiff entfernt. Warum wird das nicht bewacht?�</p><p>Alle stutzten und reckten den Hals, um besser zu sehen. Schlie�lich warf Captain Faresa Geary wieder einen von diesen Blicken zu, die in der Lage schienen, sich durch Stahlw�nde zu fressen. �Weil es ohne Bedeutung ist.�</p><p>�Ohne Bedeutung�, wiederholte Geary und lie� die Worte einen Moment lang im Raum h�ngen, w�hrend er �berlegte, ob er einen legitimen Grund finden konnte, die Frau nicht noch einmal ansehen zu m�ssen. �Das ist der Sprungpunkt in diesem System.� Die anderen reagierten mit einem Schulterzucken auf seine Bemerkung.</p><p>�Verdammt noch mal, warum k�nnen wir den nicht benutzen, um von hier zu verschwinden?�</p><p>�Captain Geary�, sagte Duellos betont langsam. �Es gibt wahrscheinlich nur ein oder zwei Sterne, die in Sprungreichweite liegen.�</p><p>�Es gibt nur einen�, gab Geary zur�ck. Es war nicht schwierig gewesen, diese Information zu finden. �Corvus.�</p><p>�Dann erkennen Sie ja unser Problem, Sir. Die Methode, von System zu System zu springen, besitzt eine zu geringe Reichweite. Das Corvus-System ist nur ein paar Lichtjahre entfernt und liegt noch immer tief im Syndik-Territorium.�</p><p>�Das wei� ich, aber von Corvus aus k�nnen wir zu einem von��, er �berpr�fte seine Informationen, ��drei Systemen weitersprin-gen.� Er sah, wie die Offiziere sich untereinander anschauten, doch niemand sagte einen Ton. �Von einem dieser Systeme k�nnen wir dann zum n�chsten springen.�</p><p>Captain Faresa sch�ttelte den Kopf. �Sie wollen doch nicht allen Ernstes vorschlagen, dass wir den Sprungantrieb einsetzen, um in Allianz-Gebiet zur�ckzukehren, oder?�</p><p>�Warum denn nicht? Wir reisen immer noch mit �berlichtgeschwindigkeit.�</p><p>�Aber nicht schnell genug! Haben Sie irgendeine Ahnung, wie tief im Syndik-Raum wir uns befinden?�</p><empty-line/><p>Geary machte keinen Hehl aus seiner Ver�rgerung, als er sie anschaute. �Da sich seit meinem letzten Kommando die Form der Ga-laxis nicht grundlegend verschoben hat, wei� ich, wie tief im Syndik-Raum wir sind. Das hei�t, wir haben einen weiten Weg vor uns.</p><p>Es ist eine M�glichkeit. Oder m�chten Sie lieber hier sterben?�</p><p>�Immer noch besser, als Selbstmord auf Raten zu begehen! Wir verf�gen nicht �ber die notwendigen Vorr�te, um eine solche Reise durchzustehen. Es w�rde Monate dauern, je nach Route sogar Jahre.</p><p>Aber das ist v�llig unbedeutend, weil die Syndik-Flotte schlichtweg vor uns dort eintreffen und uns bei unserer Ankunft ausl�schen w�rde.�</p><p>Geary versuchte, seine Wut so sehr zu b�ndigen, dass er darauf antworten konnte, doch Captain Desjani kam ihm zuvor. �Das Corvus-System befindet sich nicht im Syndik-Hypernet. Sie k�nnten uns dort also nicht erwarten.� Desjani sah sich in der Runde um.</p><p>�Sie m�ssten uns durch den Sprungpunkt folgen, und das dauert.�</p><p>Captain Duellos nickte eifrig. �Ja! Wir h�tten ein Zeitfenster, um von Corvus zum n�chsten Sprungpunkt zu gelangen. Kein gro�es, aber ein ausreichendes Zeitfenster. Dann m�ssten die Syndiks r�t-seln, was unser anschlie�endes Ziel ist.�</p><p>�Wir haben keine Vorr�te!�, beharrte Faresa. Der Blick, den Duellos ihr zuwarf, lie� deutlich erkennen, dass die beiden nichts f�reinander �brig hatten. �Und wer wei�, was uns bei Corvus erwartet!�</p><p>�So wichtig kann es nicht sein�, hielt jemand dagegen. �Sonst w�re das System mit dem Syndik-Hypernet verbunden.�</p><p>�Wir wissen aber nicht, was uns da erwartet!�</p><p>�Captain Faresa.� Sie drehte sich um und sah Geary aufgebracht an, w�hrend der auf die Darstellung der Syndik-Flotte zeigte. �Wir wissen, was uns dort erwartet, richtig? Kann uns bei Corvus irgendetwas erwarten, das schlimmer ist als das da? Unsere Chancen stehen in jedem Fall besser, und die Transitzeit im Sprungraum k�nnen wir nutzen, um Reparaturen an den Schiffen vorzunehmen.�</p><p>Es wurde zustimmend genickt, einige Captains begannen zu l�cheln. �Aber die Vorr�te��, versuchte Faresa beharrlich zu bleiben.</p><p>�Ich nehme an, auf Corvus wird sich irgendetwas finden lassen.�</p><empty-line/><p>Geary reckte den Hals, um die Daten besser sehen zu k�nnen. �Hier steht, dass sich dort eine Selbstverteidigungsbasis der Syndiks befindet. Halten die immer noch Vorr�te bereit, bei denen sich vorbei-kommende Syndik-Schiffe bedienen k�nnen?�</p><p>�Bislang war das so��</p><p>�Dann werden sie auch etwas haben. Au�erdem gibt es in dem System eine bewohnte Welt. Es wird Einrichtungen nahe dieser Welt geben sowie Schiffe, die innerhalb des Systems unterwegs sind. Das sind M�glichkeiten f�r uns, an Ersatzteile, Lebensmittel und andere Vorr�te heranzukommen.� Geary betrachtete die Anzeige und verlor sich in seinen Berechnungen, weshalb er die Captains der anderen Schiffe f�r einen Moment verga�. �Das w�re ein sehr kurzer Aufenthalt bei Corvus. Die Syndiks werden hinter uns den Sprungpunkt so schnell wie m�glich verlassen, daher wird es ein Wettlauf mit der Zeit werden, unsere langsameren und st�rker besch�digten Schiffe durch das System zu bringen, bevor man uns einholen kann.� Er sah sich um und bemerkte die Unsicherheit auf den Gesichtern der M�nner und Frauen. �Wir k�nnen das schaffen.�</p><p>�Captain Geary�, meldete sich Tulev wieder zu Wort. �Ich muss Sie darauf hinweisen, dass es nicht leicht werden wird, diesen Sprungpunkt �berhaupt erst zu erreichen.�</p><p>�Er ist nicht bewacht.�</p><p>�Nein, aber die Syndik-Flotte sitzt uns im Nacken, und sie verf�gen �ber einige sehr schnelle Schiffe. Die langsameren Schiffe k�nnen sie hinter sich zur�cklassen, doch das k�nnen wir uns nicht leisten.�</p><p>Geary nickte. �Das stimmt. Ladys and Gentlemen, ich werde die Syndiks so lange aufhalten, wie ich kann. Aber sobald wir uns in Bewegung setzen��</p><p>�Captain.� Eine kleine Frau mit eindringlichem Blick beugte sich vor. �Wir k�nnten die Flotte umordnen und es so aussehen lassen, als w�rden wir uns f�r einen Angriff wappnen. Dabei k�nnten wir die besch�digten und langsamen Schiffe unbemerkt n�her an den Sprungpunkt heranf�hren.�</p><p>Geary l�chelte. Commander Cresida von der <emphasis>Furious</emphasis>. Ihr Gesicht musste er sich ebenfalls merken. �Haben Sie auch schon konkrete Ideen?�</p><p>�Ja, Sir. Die habe ich.�</p><p>�Zeigen Sie sie mir, sobald Sie sie ausgearbeitet haben.�</p><p>�Wird mir ein Vergn�gen sein, Captain Geary.� Cresida lehnte sich wieder zur�ck und bedachte Numos und Faresa mit einem ver�chtlichen Blick.</p><p>Wieder sah sich Geary einen nach dem anderen an. <emphasis>Noch immer unschl�ssig, aber wenigstens haben sie so etwas zu tun. Etwas, das funktionieren k�nnte, auch wenn es so weit hergeholt ist, dass sie es ohne mein Dr�ngen nicht in Erw�gung gezogen h�tten. Gib�s zu, Geary, ohne dich w�ren sie doch nicht mal auf diese Idee gekommen, weil sie alle nur auf das Hypernet-Portal fixiert waren. Und indem sie andere Optionen von vornherein ausschlossen, spielten sie auch noch dem Feind in die H�nde.</emphasis></p><p>�Dann wollen wir mal.� Anstatt einer direkten Reaktion sahen sich die anderen Captains �berrascht an. �Was ist los? W�rde mir das bitte mal jemand sagen?�</p><p>Sichtlich widerstrebend reagierte Captain Desjani. �Es ist �blich, dass eine vorgeschlagene Vorgehensweise von den Senioroffizieren und den Schiffskommandanten diskutiert wird, um anschlie�end dar�ber abzustimmen.�</p><p>�<emphasis>Abstimmen?</emphasis>� Er sah sie fassungslos an, dann die anderen Offiziere. Kein Wunder, dass ihm Admiral Bloch zeitweise wie ein Politiker vorgekommen war, der sich zum Pr�sidenten w�hlen lassen wollte.</p><p>�Wann zum Teufel ist denn diese Methode eingerissen?�</p><p>Desjani verzog den Mund. �Ich bin nicht pers�nlich vertraut mit den��</p><p>�Egal, ich habe jetzt ohnehin keine Zeit f�r Nachhilfeunterricht in Geschichte. Und wir haben auch keine Zeit, um �ber die weitere Vorgehensweise zu diskutieren. Mag sein, dass ich nicht wei�, wie die Dinge heute laufen, aber ich wei�, es gibt nichts Schlimmeres, als gel�hmt dazusitzen und darauf zu warten, dass die Schlange als Erste zuschl�gt. Unentschlossenheit ist der Tod f�r Schiffe und Flotten.</p><p>In der uns verbleibenden Zeit m�ssen wir entschlossen handeln, und solange ich das Kommando habe, werde ich keine Abstimmun-gen abhalten. Ich h�re mir gern Ihre Vorschl�ge und Ideen an. Ich <emphasis>will</emphasis> diese Dinge sogar von Ihnen h�ren, aber ich gebe die Befehle.</p><p>Das wollen Sie doch schlie�lich, oder? Sie wollen, dass Black Jack Geary Sie aus diesem Schlamassel herausholt, nicht wahr? Gut, das werde ich auch machen, aber auf die bestm�gliche Art, die ich kenne!�</p><p>Er verstummte und sah die Offiziere an, wobei er sich fragte, ob er jetzt wom�glich den Bogen �berspannt hatte. Eine Weile geschah nichts, dann auf einmal beugte sich Commander Cresida vor. �Ich habe Befehle auszuf�hren, die vom Flottenkommandeur kommen.</p><p>Ich habe keine Zeit f�r irgendwelchen Unsinn, wenn es auf der <emphasis>Furious</emphasis> Arbeit zu erledigen gibt. Captain Geary?�</p><p>Er grinste sie an. �Sie haben freie Hand, Commander.�</p><p>Cresida verschwand von ihrem Platz, als die Verbindung unterbrochen wurde. Als h�tte sie einen Dominostein umgeworfen, der eine Kettenreaktion ausl�ste, erhoben sich die anderen Offiziere z�gig und verabschiedeten sich von ihm. Ironischerweise kam es Geary so vor, dass viele von ihnen es vorzogen, seine Befehle auszuf�hren, anstatt sich auf eine Diskussion mit ihm einzulassen.</p><p>Eine sonderbare Sehnsucht nach vergangenen Zeiten regte sich in ihm, als er sah, wie sich einer nach dem anderen in Luft aufl�ste.</p><p>Fr�her gab man sich die Hand, und man unterhielt sich, w�hrend man durch die Luke nach drau�en ging. Es waren kurze Momente menschlicher Beziehungen, die jedem aufgezwungen wurden, weil eine gro�e Zahl Menschen einen schmalen Durchgang passieren musste. Aber jetzt und hier fehlte das v�llig. Die Projektionen seiner Untergebenen verschwanden so abrupt, als w�rde eine Seifenblase platzen. Mit jedem virtuellen Teilnehmer weniger wurde auch der Konferenzraum ein St�ck kleiner, und nach wenigen Augenblicken war nichts weiter �brig als ein unbedeutender kleiner Raum mit einem unbedeutenden kleinen Tisch.</p><p>Au�er der real anwesenden Captain Desjani gleich neben ihm waren noch zwei kleinere Gruppen Offiziere zur�ckgeblieben. Geary stutzte bei ihrem Anblick, da ihm erst jetzt auffiel, dass ihre Uniformen sich geringf�gig von denen der Allianz-Flotte unterschieden. Er konzentrierte sich darauf, sie zu identifizieren, und sah, dass die eine Gruppe zur Rift-F�deration geh�rte, w�hrend die etwas gr��e-re Gruppe Teil der Callas-Republik war. An beide Planetenb�nde konnte er sich noch gut erinnern. Beide hatten �ber keine gro�e Zahl von Mitgliedswelten verf�gt und waren zu seiner Zeit neutral gewesen. Offenbar hatten die Ereignisse sie inzwischen aber gezwungen, sich auf die Seite der Allianz zu stellen. Geary nickte ihnen zu, wobei er sich fragte, wie viel Autorit�t er �ber diese Verb�ndeten be-sa�. �Ja?�</p><p>Die Offiziere der Rift-F�deration sahen zu den Offizieren der Callas-Republik, die Platz machten f�r eine Frau in Zivilkleidung. Geary bem�hte sich, eine ausdruckslose Miene zu wahren, als er diese Frau bemerkte. <emphasis>Ich habe nicht gesagt, dass niemand au�er den Schiffskommandanten an der Besprechung teilnehmen darf richtig? Ich glaube es jedenfalls nicht. Wer ist das?</emphasis> Auf dem Namensschild neben ihrem Bild stand �C-P Rione� geschrieben. <emphasis>Wof�r steht denn das?</emphasis></p><p>Die Frau betrachtete Geary, ohne eine Regung zu zeigen. �Ist Ihnen bekannt, dass gem�� den Bestimmungen unserer Vereinbarung unsere Schiffe der Kontrolle durch die Allianz entzogen werden d�rfen, wenn eine zust�ndige Autorit�t zu dem Schluss kommt, dass ihr Einsatz nicht im besten Interesse unserer Heimatwelt erfolgt?�</p><p>�Nein, das wusste ich noch nicht. Ich darf annehmen, Sie sind die �zust�ndige Autorit�t�?�</p><p>�Ja.� Sie deutete ein minimales Nicken an. �Ich bin Co-Pr�sidentin Victoria Rione von der Callas-Republik.�</p><p>Geary schaute zu Captain Desjani, die entschuldigend mit den Schultern zuckte, und wandte sich dann wieder Victoria Rione zu.</p><p>�Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen, Ma�am. Aber es gibt momentan eine Menge zu��</p><p>Sie hob eine Hand hoch, um ihn zu unterbrechen. �Bitte, Captain Geary. Ich muss auf einer Besprechung unter vier Augen bestehen.�</p><p>�Daf�r werden wir bestimmt noch viel Zeit haben, wenn��</p><p>�Bevor ich unsere Schiffe Ihrem Kommando unterstelle.� Sie warf den Offizieren der Rift-F�deration einen Blick zu. �Die Schiffe der Rift-Navy haben sich einverstanden erkl�rt, meiner Empfehlung zu folgen.�</p><p>Ach, verdammt. Wieder sah er zu Desjani und sah, wie sie nickte.</p><p>Er w�rde das also �ber sich ergehen lassen m�ssen. �Wo�?�</p><p>Desjani ging einen Schritt zur�ck. �Hier, Captain Geary. Ich werde den Raum verlassen, dann wird um Sie und die Co-Pr�sidentin eine virtuelle Privatsph�re errichtet. Wenn Ihre Besprechung abgeschlossen ist, sagen Sie einfach �Ende Privatkonferenz Ende�, und dann k�nnen Sie sich wieder an die anderen Offiziere wenden, wenn Sie das m�chten.� Mit diesen Worten eilte sie aus dem Konferenzraum, als sei sie froh, wenigstens dieser Besprechung entfliehen zu k�nnen.</p><p>Geary schaute ihr nach und setzte wieder eine m�glichst neutrale Miene auf. W�hrend er sich w�nschte, er k�nnte nochmals in jenen bet�ubten Zustand versinken, in dem er sich seit seinem Erwachen befunden hatte, drehte er sich zu der Politikerin um, die ihren eisigen, starren Blick nicht f�r einen Moment von ihm abgewandt hatte.</p><p>�Wor�ber wollen Sie mit mir reden?�</p><p>��ber Vertrauen.� Ihre Stimme war genauso unterk�hlt wie ihr Gesichtsausdruck. �Um es pr�ziser auszudr�cken: Warum sollte ich die verbliebenen Schiffe der Republik Ihrem Kommando anvertrauen?�</p><p>Geary senkte den Blick, rieb sich die Stirn und musterte sein Gegen�ber. �Ich k�nnte Sie darauf hinweisen, dass die einzige Alternative darin besteht, ihr Schicksal in die H�nde der Syndiks zu legen, und wir alle haben eben erst zu sehen bekommen, wozu das f�hrt.�</p><p>�Mit uns k�nnten sie anders verfahren, Captain.�</p><p><emphasis>Dann geh doch und lass dir deinen kostbaren Hintern von den Spezial-kr�ften der Syndiks wegschie�en. Dann wirst du ja sehen, ob mich das k�mmert!</emphasis> Er wusste jedoch, er brauchte jedes verf�gbare Schiff, zudem missfiel ihm die Vorstellung, jemanden hier zur�ckzulassen, selbst wenn der das aus freien St�cken so wollte. �Ich halte das f�r keine gute Idee.�</p><p>�Dann <emphasis>erkl�ren</emphasis> Sie mir den Grund f�r Ihre Ansicht, Captain Geary.�</p><empty-line/><p>Er atmete tief durch und erwiderte den abweisenden Blick der Frau. �Weil die Syndiks Admiral Bloch und seine Leute abge-schlachtet haben, als der mit ihnen verhandeln wollte und noch alle verbliebenen Schiffe da waren, um seine Forderungen zu unterstreichen. Sie dagegen werden nur noch mit einem Bruchteil dieses R�ckhalts verhandeln k�nnen. Glauben Sie wirklich, die Syndiks sind eher zum Verhandeln bereit, wenn sich ihr Gegen�ber in einer noch schw�cheren Position befindet?�</p><p>�Ich verstehe.� Endlich wandte sie den Blick von ihm ab und begann, an einer Seite des Raumes auf und ab zu gehen. �Sie sind also nicht der Ansicht, dass sie sich von den vereinten Flotten der Republik und der F�deration beeindrucken lassen werden?�</p><p>�Ich bin der Ansicht, dass nicht mal die vereinten Flotten von Republik, F�deration <emphasis>und</emphasis> Allianz eine Chance haben, wenn die versammelten Streitkr�fte der Syndiks auf uns losgehen. Wir k�nnten ihnen wehtun, vielleicht sogar ganz erheblich, aber wir w�rden es nicht �berleben. Und wenn die Syndiks sich in den letzten hundert Jahren nicht grundlegend ge�ndert haben, dann kann man mit ihnen auch jetzt nicht fair verhandeln. Die st�rkere Seite diktiert die Bedingungen in der Form, in der sie glaubt, sie auch durchsetzen zu k�nnen.�</p><p>Rione blieb stehen, betrachtete sekundenlang das Deck und sah dann wieder zu ihm. �Das ist richtig. Sie haben sich das Ganze nicht nur aus der reinen Gefechtsperspektive durch den Kopf gehen lassen.�</p><p>Geary lie� sich auf den n�chstbesten Stuhl sinken. Seit seiner Rettung hatte er sich k�rperlich und geistig nicht mehr so verausgabt wie jetzt. Die Flotten�rzte hatten aus genau diesem Grund nerv�s �ber ihn gewacht, seit er aufgetaut war. Niemand vermochte zu sagen, welche Wirkung ein so langer Tiefschlaf auf Gearys Physiologie haben w�rde, weshalb sie ihn eindringlich gewarnt hatten, mit seinen Kr�ften zu haushalten. <emphasis>Ich sch�tze, diese Frage werde ich als ihr Versuchskaninchen wohl beantworten k�nnen.</emphasis> �Ja, Madam Co-Pr�sidentin, ich habe versucht, es mir durch den Kopf gehen zu lassen.�</p><p>�Behandeln Sie mich nicht so von oben herab. Diese Schiffe sind von existenzieller Bedeutung f�r die Republik. Wenn sie zerst�rt werden��</p><p>�Ich will m�glichst jedes Schiff nach Hause bringen.�</p><p>�Tats�chlich? Sie wollen nicht die Flotte neu formieren und einen genialen Gegenangriff unternehmen, der zu einem glorreichen Sieg f�hrt? Ist das nicht eigentlich das, was Sie wirklich wollen, Captain Geary?�</p><p>Geary sah sie an und machte keinen Hehl aus seiner M�digkeit.</p><p>�Sie scheinen zu glauben, dass Sie mich kennen.�</p><p>�Ich kenne Sie auch, Captain Geary. Ich habe viel �ber Sie geh�rt.</p><p>Sie sind ein Held, aber ich mag keine Helden, Captain. Helden f�hren Armeen und Flotten in den Tod.�</p><p>Er lehnte sich nach hinten und rieb sich die Augen. � <emphasis>Ich</emphasis> bin derjenige, der hier eigentlich tot sein sollte�, hielt er ihr vor.</p><p>�Was das Problem nur noch versch�rft.� Die Darstellung auf dem Konferenztisch war noch nicht abgeschaltet worden. Rione machte zwei Schritte und zeigte darauf. �Wissen Sie, warum Admiral Bloch dieses Risiko einging? Warum er bei dieser Operation alles auf eine Karte setzte?�</p><p>�Er sagte mir, dass er darin einen Weg sah, diesem Krieg ein f�r alle Mal ein Ende zu setzen.�</p><p>�O ja.� Rione nickte, w�hrend sie weiter die Darstellung der Flotte betrachtete. �Ein mutiger, k�hner Schlag. Eine Operation, auf die Black Jack Geary pers�nlich stolz sein k�nnte�, f�gte sie hinzu. �Das ist ein Zitat, Captain.�</p><p>Er versteifte sich. �Davon hat er mir gegen�ber kein Wort verlauten lassen.�</p><p>�Nat�rlich nicht. Aber anderen gegen�ber. Und indem er den Geist des gro�en Black Jack Geary beschwor, sicherte er sich die Unterst�tzung f�r diesen Angriff auf die Syndiks. Der ja wirklich hervorragend verlaufen ist, wie Sie selbst sehen k�nnen.�</p><p>�Geben Sie mir nicht die Schuld! Ich muss mit dem arbeiten, was von der Flotte noch �brig ist, aber ich habe sie nicht hergebracht!�</p><p>Sie hielt inne, als ob sie sich seine Worte durch den Kopf gehen lie�. �Warum haben Sie das Kommando �bernommen?�</p><p>�Warum?� Mit einer Hand fuchtelte er in Richtung Luke. �Weil Admiral Bloch mich darum bat. Weil er es mir befahl! Und dann�</p><p>dann haben die�� Er senkte den Blick, da er diese Frau nicht l�nger ansehen wollte. �Ich hatte keine andere Wahl.�</p><p>�Sie haben aber sehr darum gek�mpft, Ihre Autorit�t durchzusetzen. Das konnte ich miterleben, Captain Geary.�</p><p>�Das <emphasis>musste</emphasis> ich auch. Wenn niemand das Kommando �bernommen h�tte, der auch ein legitimes Recht hat, die Befehlsgewalt auszu�ben, dann w�re diese Flotte zersplittert, und die Syndiks h�tten sie in aller Seelenruhe ausl�schen k�nnen. Das muss Ihnen doch auch klar sein.�</p><p>Sie beugte sich vor, weil sie ihm in die Augen sehen wollte. �Kann ich Black Jack Geary vertrauen? Denn der sind Sie.�</p><p>�Ich bin ein Offizier der Allianz. Und� ich habe eine Aufgabe zu erledigen. Falls ich das kann.� Den letzten Satz h�tte er sich liebend gern verkniffen, doch er war ihm �ber die Lippen gekommen, ehe er sich zur�ckhalten konnte. Er wollte keine Schw�che zeigen, da er nicht wusste, wie sehr das der ohnehin schon winzigen Chance der Flotte schaden w�rde. �Mehr als das bin ich nicht.�</p><p>�Mehr nicht? Nicht der Held aus der Legende?� Sie kam n�her und musterte ihn aufmerksam. �Wer sind Sie dann?�</p><p>�Sie sagten doch, das w�ssten Sie l�ngst.�</p><p>�Ich kenne Black Jack Geary, und ich f�rchte, der gro�e Black Jack Geary wird irgendetwas Heldenhaftes versuchen, das das Schicksal dieser Flotte und das der gesamten Allianz einschlie�lich meiner Leute besiegeln k�nnte. Sind Sie Black Jack Geary?�</p><p>Ungewollt begann er laut zu lachen. �Niemand k�nnte er sein.�</p><p>Wieder schaute sie ihn an, dann machte sie kehrt und entfernte sich ein paar Schritte. �Wo ist der Hypernet-Schl�ssel?�</p><p>�Was?�</p><p>Mit aufblitzenden Augen wirbelte sie zu ihm herum. �Der Hypernet-Schl�ssel der Syndiks. Ich wei�, die Flotte verf�gt immer noch �ber einen. W�re er zerst�rt worden, h�tten Sie es allen gesagt, damit sie sich Ihrem Plan anschlie�en. Er existiert noch. Wo ist er?�</p><p>�Tut mir leid, aber ich��</p><p>�Existiert er noch?�</p><p>Er sah ihr in die Augen und versuchte zu entscheiden, was er tun und sagen sollte. Er hasste es zu l�gen. �Ja.�</p><p>�Wo?�</p><p>�Dar�ber m�chte ich lieber nicht reden.�</p><p>�Angenommen, ich erkl�re mich bereit, meine Schiffe und die der F�deration Ihrem Kommando zu unterstellen, allerdings unter der Bedingung, dass Sie mir die Frage nach dem Wo beantworten��</p><p>Er brachte ein schiefes L�cheln zustande. �Selbst dann w�rde ich es Ihnen lieber nicht sagen. Aber wenn ich auf diese Weise Ihre Schiffe retten kann, w�rde ich es Ihnen sagen.�</p><p>�Dazu w�ren Sie bereit? Ihnen ist doch klar, wie wichtig diese Information ist, nicht wahr?�</p><p>�Ja. Wie gesagt: Ich w�rde die Information mit Ihnen teilen, wenn ich daf�r Ihre Schiffe zusammen mit dem Rest der Flotte hier rausholen kann.�</p><p>Rione kniff die Augen zusammen. �Ich k�nnte die Information an die Syndiks weitergeben, damit die uns im Gegenzug unbehelligt passieren lassen.�</p><p>Der Gedanke war ihm nicht gekommen. Er schaute sie w�tend an.</p><p>�Warum zum Teufel erz�hlen Sie mir das?�</p><p>�Um Ihnen zu zeigen, dass es t�dlich enden kann, wenn man leichtfertig einem anderen vertraut. Aber Sie waren bereit, mir Ihr Vertrauen zu schenken. Ich werde es Ihnen ohne Umschweife sagen, Captain Geary: Ich erkl�re mich damit nur einverstanden, weil ich keine andere L�sung sehe. Die Schiffe der Republik werden in der Flotte bleiben, und ich bin mir sicher, die Schiffe der Rift-F�deration werden meiner Empfehlung folgen und das Gleiche tun. Allerdings behalte ich mir das Recht vor, diese Schiffe Ihrem Kommando zu entziehen, wenn ich die Notwendigkeit dazu sehe.�</p><p>�Sieht nicht so aus, als h�tte ich irgendeine andere Wahl�, meinte er schulterzuckend.</p><p>Rione l�chelte ihn tats�chlich an. �Stimmt, die haben Sie auch nicht.�</p><p>�Danke.� Er hielt kurz inne, dann stand er vorsichtig auf, wobei er sich mit einer Hand auf der Armlehne abst�tzte. �Ich w�rde Sie gern um einen Gefallen bitten.� Die Co-Pr�sidentin sah ihn skeptisch an. �Ich ben�tige einen Politiker. Jemanden, der aus einem Argument so viel wie m�glich herausholen kann. Der viele Worte machen kann, die nicht das bedeuten, wonach sie sich anh�ren, und mit denen er sich letztlich zu nichts verpflichtet.�</p><p>�Ein Kompliment? Wie nett von Ihnen, Captain Geary.� Offenbar besa� die Co-Pr�sidentin einen Sinn f�r Humor, der allerdings tief vergraben zu sein schien.</p><p>�Keine Ursache.� Er deutete auf die Anzeige auf dem Tisch, die die �berm�chtige Syndik-Flotte und die �berreste der Allianz-Flotte darstellte. �In einer halben Stunde l�uft das Ultimatum der Syndiks ab. Wir ben�tigen jede verf�gbare Minute, um Sch�den zu beheben und um die Flotte in eine Position zu bringen, von der aus der Sprungpunkt schnell zu erreichen ist. K�nnen Sie mit den Syndiks reden und sie hinhalten, damit sie so lange wie m�glich ihre Position halten?�</p><p>�Meinen Sie, im Namen der Republik und der F�deration, oder im Namen der gesamten Flotte?�</p><p>�Das ist mir egal. Hauptsache, Sie verwickeln sie in eine m�glichst lange Unterhaltung. Schinden Sie f�r uns Zeit raus, Madam Co-Pr�sidentin. So viel Sie nur k�nnen.�</p><p>Sie nickte. �Das ist ein vern�nftiges Anliegen, Captain Geary. Ich werde mit den Syndiks einen Dialog er�ffnen, sobald ich an Bord meines Shuttles bin.�</p><p>Er sah sie verdutzt an. �An Bord Ihres Shuttles? Sie werden auf keinen Fall zum��</p><p>��zum Flaggschiff der Syndiks aufbrechen? Nein, nein, Captain Geary. Ich komme zu Ihnen auf die <emphasis>Dauntless</emphasis>. Ich m�chte Sie h�chstpers�nlich im Auge behalten. Und einen bestimmten, sehr wichtigen Ausr�stungsgegenstand. Ja, ganz genau. Gesagt haben Sie mir nichts, aber ich glaube, ich kann die Interessen meines Volks am besten wahren, wenn ich mich auf Ihrem Schiff aufhalte.�</p><p>Geary atmete tief durch, dann nickte er. �Ich werde Captain Desjani davon in Kenntnis setzen, dass Sie auf dem Weg hierher sind.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Geary.� Wieder ein L�cheln, das genauso herausfordernd war wie ihr Blick. �Dann werde ich jetzt versuchen, die Syndiks einzusch�chtern, damit sie uns mehr Zeit geben.� Mit diesen Worten l�ste sie sich vor seinen Augen in Luft auf.</p><p>Geary schaute sekundenlang auf die Stelle, an der sich eben noch Riones Bild befunden hatte. <emphasis>Vielleicht kann sie die Syndiks</emphasis> tats�chlich <emphasis>einsch�chtern, dass sie uns mehr Zeit geben</emphasis>. Mir <emphasis>macht sie auf jeden Fall Angst</emphasis>.</p><p>Captain Desjani nahm die Nachricht von der bevorstehenden Ankunft der Co-Pr�sidentin Rione wie ein weiteres �bles Ereignis hin, von denen es den ganzen Tag �ber schon mehr als genug gegeben hatte. �Wenigstens haben wir noch deren Schiffe.�</p><p>�Ja.� Geary sah sich um. �Captain Desjani, wo ist Admiral Blochs Stab?�</p><p>�Sein Stab?�</p><p>�Ja. Alle Offiziere, die ihm als dem Flottenkommandeur zugeteilt sind? Wo sind diese Leute? Ich dachte, sie w�rden sich von sich aus an mich wenden.�</p><p>Einen Moment lang war Desjani sichtlich irritiert, dann verstand sie. �Ach, jetzt wei� ich, was Sie meinen. Sie denken da an fr�her.</p><p>Tut mir leid�, f�gte sie hastig an, als sie Gearys Reaktion auf ihre Bemerkung erkannte, �aber seitdem hat sich viel ver�ndert. Wir haben schon seit langer Zeit einen Mangel an erfahrenen Offizieren. Der Stab, wie Sie ihn kennen, ist nach und nach immer weiter reduziert worden, damit man die Leute auf andere Schiffe versetzen konnte.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �So schwere Verluste?�</p><p>�Schwere Verluste?�, wiederholte Desjani und z�gerte kurz. �Wir haben im Verlauf des Krieges zahlreiche Schiffe verloren, aber die Verluste der Syndiks waren gr��er�, f�gte sie noch schnell hinzu.</p><p>�Ich hatte mich bereits gewundert, warum so viele der Captains so jung sind.�</p><p>�Wir� k�nnen uns nicht immer den Luxus leisten, Offizieren eine lange Karriere zu erm�glichen, bevor sie das Kommando �ber ein Schiff �bernehmen m�ssen.�</p><p>�Ich verstehe�, erkl�rte Geary, obwohl er es eigentlich gar nicht verstand. All diese jungen Captains, die neuen Schiffe� einen Moment sp�rte er wieder das Eis in seinem Inneren, als ihm bewusst wurde, dass s�mtliche Schiffe, mit deren Daten er sich besch�ftigt hatte, neu oder zumindest fast neu waren. Er war davon ausgegangen, dass man �ltere Schiffe nicht mitgenommen hatte, da sie technisch nicht auf dem aktuellen Stand waren. Jetzt allerdings begann er sich zu fragen, wie viele �ltere Schiffe es �berhaupt noch gab und wie hoch in diesem Krieg inzwischen die durchschnittliche Lebens-erwartung eines Crewmitglieds war.</p><p>Captain Desjani f�hrte noch weiter aus, als versp�re sie das Be-d�rfnis, die Situation pers�nlich zu rechtfertigen. �Die Verluste waren nicht durchgehend so schwer, aber phasenweise haben wir schon sehr viele Schiffe verloren. Ein Jahrhundert Krieg kostet viele Schiffe und noch mehr Menschenleben.� Sie wirkte w�tend und m�de zugleich. �Zu viele Menschenleben. Admiral Bloch hatte zwei Senioradjutanten. Vermutlich haben Sie nicht mitbekommen, dass sie mit ihm und Admiral Blochs Stabschef an Bord des Shuttles gegangen sind, das zum Flaggschiff der Syndiks flog.�</p><p>�Nein.� <emphasis>Aber zu dem Zeitpunkt habe ich ohnehin kaum etwas mitbekommen.</emphasis></p><p>�Nat�rlich sind sie jetzt alle tot. Es gibt noch ein paar Junioroffizie-re, die dem Stab zugeteilt waren, aber sie geh�rten in erster Linie zu meiner Crew und hatten zuallererst Aufgaben an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> zu erledigen.�</p><p>�Ich nehme an, diese Leute werden anderweitig ben�tigt.�</p><p>�Ja, allerdings ist einer von ihnen tot und ein anderer so schwer-verletzt, dass er die Krankenstation nicht verlassen kann. Die beiden restlichen w�rde ich gerne auf ihren momentanen Posten belassen und��</p><p>Geary hob eine Hand, um Desjani zu unterbrechen. �Selbstverst�ndlich. Ich werde mich mit ihnen unterhalten, wenn die Umst�n-de es zulassen. K�nnten Sie mir nur verraten, wie Admiral Bloch mit einem so kleinen Stab eine ganze Flotte gef�hrt hat?�</p><p>Sie verzog das Gesicht. �Indem er nur tat, was unbedingt n�tig war, und den Rest seinen Kommandanten �berlie�, w�rde ich sagen. Au�erdem stehen Ihnen sehr leistungsf�hige Systeme zur Verf�gung, die wirklich effizient arbeiten.� Sie sah auf die Uhr und er-schrak. �Mit Ihrer Erlaubnis, Captain Geary, m�chte ich jetzt auf die Br�cke zur�ckkehren. Es ist dringend.�</p><p>�Erlaubnis erteilt.� Desjani st�rmte bereits davon, w�hrend Gearys Arm noch zuckte, da er damit gerechnet hatte, ihren Salut zu erwidern, der aber nie gekommen war. <emphasis>Werde ich mich daran gew�hnen m�ssen, oder werde ich etwas daran �ndern m�ssen, wie die Dinge hier laufen?</emphasis> Er sah zu dem Marine, der nach wie vor neben der T�r zum Konferenzraum stand. �Danke.� Der Marine reagierte mit einem pr�zisen Salut, den Geary prompt erwiderte.</p><p>Er wollte Desjani folgen, da er wusste, dass er sich besser auch auf der Br�cke aufhalten sollte. Doch mit einem Mal wurden seine Beine kraftlos, und Geary musste sich am Schott abst�tzen. Erst als er das Gef�hl hatte, das Gleichgewicht wieder wahren zu k�nnen, kehrte er in gem�chlichem Tempo zu seiner Kabine zur�ck.</p><p>Dort lie� er sich erleichtert und angestrengt atmend in den Sessel sinken. <emphasis>Ich kann mir so etwas jetzt nicht leisten. Es gibt zu vieles, das getan werden muss.</emphasis> Er griff in eine Schublade und nahm ein MedPack heraus, das alles enthielt, was ihm nach Ansicht der Flotten�rzte half, sich auf den Beinen zu halten. <emphasis>Sie haben gesagt, dass dieses Zeugs meine geistigen F�higkeiten nicht beeintr�chtigt. Aber wenn doch? Blo� wenn ich es nicht nehme, kann ich meinen Job schon gar nicht erledigen.</emphasis></p><p><emphasis>Ich muss mich unbedingt von Situationen fernhalten, in denen s�mtliche Optionen potentiell schlecht sind.</emphasis></p><p>Er dr�ckte das MedPack auf seinen Arm und versp�rte das leichte Kribbeln, das ihm verriet, dass es seine Aufgabe erledigte. Ein paar Momente w�rden vergehen, bevor er die Wirkung sp�ren k�nnte, also nutzte er die Zeit, indem er die unterst�tzenden Systeme auf-rief, von denen Desjani gesprochen hatte.</p><p>Kaum hatte er damit begonnen, sah er, dass eine Nachricht von Commander Cresida von der <emphasis>Furious</emphasis> eingegangen war. Enthalten war der Plan, von dem sie gesprochen hatte, um die Flotte in eine bessere Position zu bringen, damit die Flucht zum Sprungpunkt weniger Zeit in Anspruch nahm. Geary studierte diesen Plan so gr�ndlich er konnte. Dabei sp�rte er den Zeitdruck, der auf ihm lastete.</p><p>Keine halbe Stunde mehr, dann war das Ultimatum der Syndiks abgelaufen. Vielleicht sogar noch weniger, wenn sie gelogen hatten, wie viel Zeit sie den Allianz-Captains geben wollten, um sich zu entscheiden. Sobald alle Allianz-Schiffe ihre neue Position eingenommen hatten � oder sobald die Syndiks sich in Bewegung setzten �, w�rde der Codename Ouvert�re das Signal sein, um die Flotte in Richtung Sprungpunkt zur�ckzuziehen.</p><p>Frustriert �berflog er die Schiffsnamen und w�nschte, er w�sste mehr �ber die jeweilige Man�vrierf�higkeit und Feuerkraft jedes einzelnen Schiffs. Numos hat recht, dass mein Wissen seit Langem �berholt ist. Aber meine Vorfahren wissen, dass ich trotzdem ein besserer Kommandeur bin, als er es je sein wird. Und wie er ganz richtig zu Numos gesagt hatte, kam es jetzt darauf an, zu handeln anstatt abzuwarten. Von einem leisen Sto�gebet begleitet stimmte er dem Plan zu und kennzeichnete ihn, damit er an die ganze Flotte �bermittelt wurde.</p><p>Als er aufzustehen versuchte, versp�rte er immer noch eine gewisse Schw�che und Unsicherheit, sodass er sich wieder hinsetzte und sich dazu zwang, noch ein paar Minuten zu warten. Er widmete sich erneut den statistischen Angaben der Flotte und begann, sich so viel Wissen �ber die Schiffe anzueignen, wie es ihm in der kurzen Zeit m�glich war. Wie bereits erwartet, handelte es sich durchweg um neue oder fast neue Schiffe. Wenn das Durchschnittsalter dieser Schiffe das bedeutete, was er glaubte, dann musste dieser Krieg eine ungeheure Zahl an Opfern gefordert haben.</p><p>Der Verlust eines Schiffs bedeutete nicht zwangsl�ufig, dass auch der Tod der gesamten Crew zu beklagen war, doch es kamen noch immer zu viele Besatzungsmitglieder ums Leben.</p><p>Geary starrte auf die raue Kante an seinem Schreibtisch, und jetzt endlich wurde ihm klar, was sie zu bedeuten hatte. Die Schiffe wurden so schnell wie m�glich montiert, um die Schiffe zu ersetzen, die in den verschiedenen Schlachten zerst�rt wurden. Offiziere und Matrosen wurden durch die Ausbildung gehetzt, damit sie diese Schiffe bemannen konnten, dann folgten rasche Bef�rderungen bis hinauf zum Captain, um gefallene Kameraden zu ersetzen. Man schickte unerfahrene Besatzungen mit hastig zusammengebauten Schiffen ins Gefecht, wo man schwere Verluste hinnehmen musste und die Besatzungen starben, bevor sie eine Chance hatten, Erfahrungen zu sammeln und zu �berleben.</p><p>Seit wann war die Flotte schon in dieser Todesspirale gefangen?</p><p><emphasis>Kein Wunder, dass sie das Salutieren verlernt haben. Und dass sie vergessen haben, wie eine Flotte befehligt werden sollte: Sie sind allesamt Amateure. Amateure, denen man das Leben ihrer Kameraden und das Schicksal der Allianz in die H�nde gelegt hat. Bin ich in der gesamten Rotte etwa der Einzige, der noch �ber eine Ausbildung und �ber Erfahrung verf�gt?</emphasis></p><p><emphasis>Was ist mit all den Schiffen und Menschen passiert, die ich kannte? Sind sie alle dem Feind zum Opfer gefallen, w�hrend ich schlief?</emphasis></p><p><emphasis>Nein</emphasis>, dar�ber wollte Geary lieber nicht nachdenken. Stattdessen konzentrierte er sich auf die Daten vor ihm, die er schnell genug durchging, um sich voll und ganz darauf konzentrieren zu m�ssen.</p><p>Pl�tzlich stutzte er, weil er das Gef�hl hatte, etwas �bersehen zu haben. Aufmerksam bl�tterte er zur�ck. Da war es: Allianz-Schlachtkreuzer <emphasis>Repulse</emphasis>, befehlshabender Offizier Michael J. Geary. <emphasis>Mein Bruder hie� Michael. Aber er muss schon lange tot sein, und ich w�sste nicht, dass er je in den Flottendienst gegangen w�re. Jedenfalls nicht, bevor ich ein Jahrhundert verschlafen habe.</emphasis></p><p><emphasis>Habe ich Zeit, mich damit zu besch�ftigen? Wir d�rften wohl in ein Gefecht verwickelt werden, und wenn etwas geschieht, dann werde ich es vielleicht nie erfahren.</emphasis> Geary z�gerte, dann tippte er den Code ein, um mit dem Befehlshaber der <emphasis>Repulse</emphasis> verbunden zu werden. Es dauerte einen Moment, dann tauchte ein be�ngstigend vertraut aussehendes Gesicht vor ihm auf. �Ja, Sir?�</p><p>Weder der Tonfall noch der Gesichtsausdruck des Mannes hatten etwas Freundliches an sich, dennoch musste Geary ihn fragen. �Verzeihen Sie, Commander Geary, aber ich w�rde gern wissen, ob wir verwandt sind.�</p><p>Der Mann verzog keine Miene. �Ja.�</p><p>�Und wie? Sind Sie��</p><p>�Mein Gro�vater war Ihr Bruder.�</p><p>Das Eis drohte ihn wieder einzuverleiben. Sein Bruder. Ein paar Jahre j�nger als er selbst. Geary schaute in ein Gesicht, in dem sich das Erbe erkennen lie�, das von seinem Bruder auf dessen Enkel �bergegangen war. Mit einem Mal kam ihm der Verlust seiner eigenen Zeit schier unertr�glich vor � und das lag nicht nur daran, dass der Kommandant der <emphasis>Repulse</emphasis> einige Jahre �lter zu sein schien als Geary selbst, wenn man die hundert Jahre im K�lteschlaf unber�cksichtigt lie�. Sein Gro�neffe hatte es geschafft, �lter zu werden als viele andere in dieser Flotte, doch er machte nicht den Eindruck, dass ihn das freute. �Was�� Geary sah kurz zur Seite und musste tief durchatmen, ehe er weiterreden konnte. �Tut mir leid. Ich wei� gar nichts �ber Sie und� und� meinen Bruder. Was wurde aus ihm?�</p><p>�Er lebte und ist gestorben�, gab sein Gro�neffe unger�hrt zur�ck.</p><p>Etwas an diesem feindseligen Tonfall lie� Gearys Temperament hochkochen. �Das ist mir auch klar. Er war schlie�lich mein Bruder, Sie kaltherziger Bastard!�</p><p>�Ben�tigen Sie sonst noch etwas, Sir?�</p><p>Geary musterte den Mann und sah, dass die Falten nicht nur die Folge des Alters, sondern auch intensiver Gef�hle waren. Sein Gro�neffe musste einige Jahrzehnte �lter sein als er, und die Zeit war mit ihm nicht gn�dig gewesen. �Ja, ich ben�tige noch etwas. N�mlich eine Antwort auf die Frage, was um alles in der Welt ich Ihnen eigentlich getan habe.�</p><p>Der andere Mann l�chelte daraufhin, jedoch ohne einen Funken Humor. �Sie? Gar nichts. Weder mir, noch meinem Vater oder meinem Gro�vater. Gro�vater sagte immer, er h�tte alles daf�r gegeben, Sie zur�ckzubekommen, andererseits hat er im Glanz von Black Jack Geary gelebt, dem Helden der Allianz, nicht in dessen Schatten.�</p><p>Ihm entging nicht die Art und Weise, wie der Kommandant der <emphasis>Repulse</emphasis> diese Worte aussprach. �Das bin nicht ich�, erwiderte Geary.</p><p>�Nein, denn Sie sind ein Mensch. Das war mir auch klar. Aber f�r den Rest der Allianz waren Sie kein Mensch, sondern der perfekte Held, das strahlende Vorbild f�r die gesamte Jugend der Allianz.�</p><p>Commander Michael Geary beugte sich �ber seinen Bildschirm. �Jeder Tag meines Lebens wurde an den Leistungen von Black Jack Geary gemessen. K�nnen Sie sich vorstellen, was das f�r mich bedeutete?�</p><p>Er konnte es sich vorstellen, nachdem er die Blicke der Menschen gesehen hatte, denen er bislang begegnet war. �Und warum sind Sie dann zur Navy gegangen?�</p><p>�Weil ich es musste. So wie mein Vater. Wir sind Gearys, das ist Grund genug.�</p><p>Er kniff die Augen zusammen und presste die H�nde gegen den Kopf. <emphasis>Ich muss erst seit ein paar Wochen mit dem Bild zurechtkommen, das die Leute von mir haben. Aber ein ganzes Leben in diesem Schatten zu verbringen�</emphasis> �Es tut mir sehr leid.�</p><p>�Sie haben mir nichts getan�, wiederholte sein Gro�neffe.</p><p>�Und warum ist es dann so offensichtlich, dass Sie mich hassen?�</p><p>�Es ist nicht leicht, mit einer lebenslangen Gewohnheit zu brechen.�</p><p><emphasis>Ich m�chte etwas �ber meinen Bruder erfahren, ich m�chte wissen, was aus seinen Kindern geworden ist. Ich m�chte alles erfahren, was meine anderen Freunde und Verwandten betrifft. Aber ich kann dar�ber nicht mit jemandem reden, der mich sein Leben lang gehasst hat und der mir diesen Hass so offen zeigt.</emphasis> �Zum Teufel mit Ihnen.�</p><p>�Da war ich schon.�</p><p>Geary wollte die Verbindung unterbrechen, doch dann warf er seinem Gro�neffen einen eisigen Blick zu. �Sehen Sie sich dazu in der Lage, meine Befehle nach bestem K�nnen auszuf�hren?�</p><p>�O ja, dazu bin ich in der Lage.�</p><p>�Wenn ich sehe, dass Sie sich st�rrisch benehmen oder durch Ihr Handeln in irgendeiner Weise andere Schiffe in Gefahr bringen, werde ich Sie auf der Stelle Ihres Postens entheben. Haben Sie verstanden? Ob Sie mich hassen, ist mir dabei gleich.� Das war gelogen, und zweifellos wusste sein Gegen�ber das auch, dennoch musste es gesagt werden. �Aber ich werde kein Verhalten tolerieren, das Schiffe oder Menschenleben gef�hrdet.�</p><empty-line/><p>Der andere Geary verzog den Mund zu einem schiefen L�cheln.</p><p>�Ich versichere Ihnen, ich werde jeden Ihrer Befehle ausf�hren, als w�re Black Jack Geary h�chstpers�nlich mein Vorgesetzter.�</p><p>�Sagen Sie mir, dass das keine Redewendung ist.�</p><p>�Es ist eine Redewendung.�</p><p>�Ich wei� nicht, ob ich Sie jetzt noch mal zum Teufel schicken oder ob ich mich lieber erschie�en soll.�</p><p>Das L�cheln wurde breiter. �Sie k�nnen es auch nicht ausstehen, wie?�</p><p>�Nat�rlich nicht.�</p><p>�Dann kann ich Ihnen vielleicht um Gro�vaters willen doch noch alles Gute w�nschen. Es ist schwer, und vielleicht sogar noch schwerer, wenn ich sehe, dass Sie j�nger sind als ich, doch von nun an werden Sie auch mit Black Jack Geary leben m�ssen.�</p><p>�Sie erwarten, dass ich versagen werde, richtig?�</p><p>�Scheitern ist ein relativer Begriff. Ich musste in meinem Leben ziemlich hohen Erwartungen gerecht werden, aber in Sie wird man noch viel h�here Erwartungen setzen.�</p><p>Geary nickte, was sowohl an ihn selbst als auch an seinen alten, verbitterten Gro�neffen gerichtet war. �Und Sie werden danebenste-hen und zusehen, wie es mir nicht gelingt, die Erwartungen zu er-f�llen, die man in einen Halbgott gesetzt hat. Das ist wohl nur gerecht. Ich habe noch zu arbeiten, und Sie ebenfalls.�</p><p>�Ja, Sir. Bitte um Erlaubnis, meine Arbeit wiederaufzunehmen.</p><p>Wie Sie sicherlich wissen, wurde die <emphasis>Repulse</emphasis> im Gefecht schwer besch�digt.�</p><p><emphasis>Nein, das wusste ich nicht. Ich muss in zu kurzer Zeit zu viel lernen.</emphasis></p><p>�Nat�rlich, Commander.� Geary unterbrach die Verbindung, dann sa� er einen Moment lang da und sah auf den dunklen Monitor, ehe er wieder aufzustehen versuchte. Sein linkes Bein zitterte ein wenig, woraufhin er die Faust ballte und sich so fest auf den Oberschenkel schlug, dass er wohl einen blauen Fleck davontragen w�rde. Dann machte er sich auf den Weg zur Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, dankbar f�r die kleine Ablenkung, f�r die der anhaltende Schmerz in seinem Bein sorgte.</p><empty-line/><p>Die Matrosen, die die G�nge der <emphasis>Dauntless</emphasis> unmittelbar nach dem Gefecht bev�lkerten, hatten sich inzwischen zum Teil an jene Orte zur�ckgezogen, an denen sie ben�tigt wurden, um das zu tun, was getan werden musste. Die noch verbliebenen Matrosen machten Geary wieder sofort Platz, doch etwas war anders an der Art, in der sie ihn ansahen. Ihre Gesichter spiegelten nicht nur die unerw�nschte Ehrfurcht und Hoffnung wider, sondern auch eine gest�rkte Zuversicht. Ob diese Zuversicht ihren eigenen oder Gearys F�higkeiten galt, war nicht wichtig. Aber nun war er ihr Befehlshaber, und er musste jetzt in diese Gesichter blicken, wobei er versuchte, die gleiche Zuversicht auszustrahlen.</p><p>Die halbkreisf�rmige Br�cke war nicht allzu gro� geraten, doch gerade auf Kriegsschiffen ergaben gro�z�gig gestaltete R�ume keinen Sinn. Der Platz des Captains, der �blicherweise den Mittelpunkt einer jeden Br�cke darstellte, war an den Rand ger�ckt, und gleich daneben hatte man einen weiteren Sessel im Boden verankert, dessen R�ckenlehne mit der gepr�gten Flagge des Flottenkommandan-ten versehen worden war. Captain Desjani sa� angegurtet auf ihrem Platz und betrachtete aufmerksam die virtuellen Anzeigen, die vor ihr in der Luft schwebten, w�hrend sie hin und wieder einen Befehl erteilte oder eine Frage an einen Offizier oder Unteroffizier richtete, die an den verschiedenen Stationen der halbrunden Br�cke vor dem Captain ihren Dienst verrichteten. Sekundenlang lie� Geary diese Szene auf sich wirken, die mit ihren vertrauten Navy-Ritualen einen willkommenen Trost spendete.</p><p>Dann bemerkte ein Wachhabender ihn und gab Captain Desjani ein Zeichen, woraufhin sie sich zu ihm umdrehte und ihm kurz zu-nickte, ehe sie sich wieder der �berwachung der Reparaturen und der Vorbereitung auf das zu erwartende n�chste Gefecht widmete.</p><p>Geary ging mit steifen Schritten zum Platz des Admirals und blieb kurz stehen, um mit den Fingern �ber die Pr�gung der Flagge zu streichen. Auf eine unerkl�rliche Weise kam es ihm wie ein unum-kehrbarer Schritt vor, wenn er in diesem Sessel Platz n�hme. Von dem Moment an w�rde er tats�chlich aktiv die Flotte befehligen. Es war ein denkbar ung�nstiger Zeitpunkt, sich daran zu erinnern, dass sein bislang verantwortungsvollstes Kommando eine aus drei Schiffen bestehende Eskorte gewesen war.</p><p>Er nahm Platz und sah sich um, w�hrend er versuchte, sich an die neue Rolle zu gew�hnen. �Captain Desjani, ist Co-Pr�sidentin Rione bereits an Bord gekommen?�</p><p>Desjani warf ihm einen bewusst neutralen Blick zu und antwortete: �Ja, jedenfalls wurde mir das so mitgeteilt. Ihr Shuttle hat vor wenigen Minuten angedockt.�</p><p>Geary sah auf die Uhr. �Es muss ihr gelungen sein, etwas Zeit zu schinden. Das Ultimatum der Syndiks ist vor �ber zehn Minuten abgelaufen.�</p><p>�Kann sein.� Desjani beugte sich zu ihm her�ber und senkte ihre Stimme: �Wie viel wei� Rione? �ber die <emphasis>Dauntless</emphasis>, meine ich.�</p><p>�Zu viel�, gab Geary zur�ck und versuchte, sich nichts anmerken zu lassen.</p><p>�M�glicherweise hat Admiral Bloch ihr einiges erz�hlt�, gab sie zu bedenken.</p><p>Daran hatte er noch gar nicht gedacht, aber es war durchaus anzunehmen, dass Rione Bloch die gleichen Forderungen gestellt hatte wie ihm und dass sie l�ngst wusste, wo sich der Schl�ssel befand.</p><p><emphasis>Aber warum fragt sie mich dann auch noch? Vielleicht wollte sie feststellen, wie ehrlich ich bin. Ich sch�tze, die Pr�fung habe ich bestanden.</emphasis> �Wenigstens hat sie sich nicht zu uns auf die Br�cke gesellt.�</p><p>�Ganz sicher redet sie immer noch�, meinte Desjani todernst.</p><p>Unwillk�rlich musste Geary grinsen, wurde dennoch gleich wieder ernst und rief seine Anzeigen auf. Ein Display schwebte gleich vor ihm auf Augenh�he und zeigte die aktuelle Situation.</p><p>Die Syndik-Schiffe hatten alle ihre Position gehalten, w�hrend Geschwindigkeits-und Richtungsvektoren erkennen lie�en, dass ein Gro�teil der Allianz-Schiffe in Bewegung war. Die langsameren Schiffe n�herten sich dabei dem Sprungpunkt, w�hrend andere, schnellere Schiffe in die entgegengesetzte Richtung flogen, um �ber die wahren Absichten der Flotte hinwegzut�uschen. <emphasis>So viele Schiffe in dieser Flotte� Wenn ich mich zu sehr auf einen Bereich konzentriere, verliere ich das Gesamtbild aus den Augen.</emphasis> Sein Blick wanderte zur Formation der feindlichen Flotte, und sein Magen verkrampfte sich.</p><p><emphasis>Und so viele Syndik-Schiffe. Was, wenn sie schneller oder wir langsamer als erwartet sind? Oder wenn jemandem ein Fehler unterl�uft?</emphasis></p><p><emphasis>Was, wenn ich dieser Jemand bin?</emphasis></p><p>Er musterte die Anzeigen, dann versuchte er Daten �ber die Allianz-Schiffe aufzurufen, doch angezeigt wurden ihm stattdessen die Personalakten aller Offiziere der Flotte. Mit einem ver�rgerten Murmeln versuchte er einen anderen Befehl. Diesmal bekam er statistische Werte f�r alle Schiffsklassen. Auch nicht das Gew�nschte, aber schon brauchbarer. Wenn ihm jetzt noch ein paar Minuten blieben, um mehr �ber diese Schiffe zu erfahren und sich ein Bild davon zu machen, inwieweit sie sich von den Typen unterschieden, mit denen er vertraut gewesen war� �Ich suche Angaben zu den Schiffen�, wandte er sich an Desjani. �Die meisten Waffensysteme erkenne ich wieder.�</p><p>Sie erteilte einem ihrer Untergebenen einen knappen Befehl, dann nickte sie Geary zu. �Ja, an der Grundkonzeption der meisten Waffen hat sich nicht viel ge�ndert, auch wenn ihre Leistungsf�higkeit deutlich erh�ht werden konnte. Wir setzen H�llenspeere immer noch als prim�re Waffe ein, aber deren geladene �Partikelspeere� sind schneller, besitzen eine gr��ere Reichweite und weisen eine h�here Ladung auf. Au�erdem lassen sich die Werfer viel schneller aufladen als bei Ihrem letzten Schiff.�</p><p>�Und Kart�tschen setzen Sie auch immer noch ein.�</p><p>�Selbstverst�ndlich. Das ist eine simple und t�dliche Waffe. Die Werfer k�nnen die Salven mit h�herer Geschwindigkeit abfeuern als zu Ihrer Zeit, und die verbesserte Zielerfassung erlaubt uns eine etwas gr��ere Reichweite bei den Kart�tschen. Trotzdem ist das nach wie vor eine Waffe, die sich eher f�r den Nahkampf eignet, denn wenn die Strukturen sich erst einmal zu gro�fl�chig verteilt haben, schwinden die Chancen, die Verteidigung des Feindes zu �berwinden oder zumindest nennenswert zu schw�chen.�</p><p>�Was ist ein Phantom?�</p><p>�Im Wesentlichen eine verbesserte Version der Flugk�rper, wie Sie sie kennen.�</p><empty-line/><p>�Reden Sie von Geistern?�</p><p>�Ja. Ein Phantom ist vom Prinzip her ein autonomer Flugk�rper, ganz so wie die alten Geister. Aber ein Phantom kann besser man�vrieren und ist mit mehreren Sprengk�pfen best�ckt, um bessere Chancen zu haben, Schutzschilde zu durchdringen und ein Loch in den Rumpf zu rei�en. Au�erdem ist ein Phantom besser in der Lage, aktive Verteidigungsmethoden des Feindes zu �berleben.� Sie machte eine Geste von sich fort. �Auch die M�glichkeiten der Verteidigung wurden verbessert. Schilde sind leistungsf�higer, sie bauen sich schneller wieder auf und k�nnen sich schneller anpassen.</p><p>Zudem ist der Schiffsrumpf so angepasst worden, dass er mehr Widerstand bietet.�</p><p>Also hatten sich die Waffensysteme nicht radikal ver�ndert. F�r gr��ere Reichweiten wurden noch immer Flugk�rper verwendet, und bei geringeren Reichweiten kamen H�llenspeere und Kart�tschen zum Einsatz. Schwerere Gesch�tze, die aber auch gegen eine verbesserte Abwehr antreten mussten. �Was ist dieses��</p><p>�Captain?� Geary und Desjani drehten sich beide zu dem Matrosen um, der soeben gesprochen hatte. Nach ein paar Sekunden wurde Geary klar, dass er gar nicht gemeint war, w�hrend der Matrose sich seinerseits erkennbar verunsichert f�hlte, wem von den beiden er Meldung machen sollte. �Die Syndik-Flotte �bermittelt an einzelne Schiffe die Aufforderung, sich zu ergeben.�</p><p>Geary k�mpfte gegen das Gef�hl an, das Gesicht zu verziehen, da er sich nur zu gut der Tatsache bewusst war, dass er von allen aufmerksam beobachtet wurde, denn jeder wollte seine Reaktion sehen.</p><p>Riones Bem�hungen waren offenbar an ihre Grenzen gesto�en. Er fragte sich, ob beharrliches Schweigen die Syndiks dazu veranlassen w�rde, ihre Forderung zu wiederholen und auf diese Weise weitere Zeit zu vergeuden. �Captain Desjani, ich w�re Ihnen f�r eine Einsch�tzung dankbar, was passieren wird, wenn wir einfach nicht reagieren.�</p><p>Nach kurzem Z�gern antwortete sie hastig: �Ich bin mir nicht sicher, was die Syndiks machen werden, aber wenn wir nicht antworten, besteht die Gefahr, dass einige unserer Schiffe von sich aus reagieren. Und wenn erst einmal die Ersten kapitulieren��</p><p>�Verdammt.� Nach allem, was er im Konferenzraum miterlebt hatte, wusste er, dass sie recht hatte. Er konnte nicht schweigen und riskieren, dass einzelne Captains eigenm�chtig handelten. �Ich will mit dem Syndik-Commander reden.�</p><p>�Privater Kanal, Sir?�</p><p>�Nein, ich will, dass jeder das sieht und h�rt.�</p><p>�Wir werden das Syndik-Flaggschiff rufen. Es ist nur ein paar Lichtminuten entfernt.� Desjani gab der Kommunikationsstation ein Zeichen und �bermittelte mit einer Geste ihren Befehl. Der angesprochene Matrose nickte und begann an seinem Pult zu arbeiten.</p><p>Mehrere Minuten vergingen, dann deutete der Mann nach vorn, wo ein neues Display auftauchte. In dessen Mitte befand sich das vertraute Gesicht des Syndik-CEO, der den Mord an Admiral Bloch und dessen Senioroffizieren angek�ndigt hatte. � <emphasis>Dauntless?</emphasis> �, fragte er. �Sie waren doch Blochs Flaggschiff, nicht wahr? K�nnen Sie f�r die gesamte Flotte die Kapitulation erkl�ren?�</p><p>Geary setzte sich aufrechter hin und versuchte, sein Temperament zu z�geln, er machte sich aber nicht die M�he, auch seine Gef�hlsregungen zu kaschieren. �Sie reden nicht mit dem Captain der <emphasis>Dauntless</emphasis>, sondern mit dem Befehlshaber der Flotte.�</p><p>Das Syndik-Flaggschiff befand sich kurz hinter den f�hrenden Einheiten der feindlichen Flotte, womit der Abstand zur <emphasis>Dauntless</emphasis> fast drei Lichtminuten betrug. Geary fasste seine Antwort so knapp, wie er es vertreten konnte, dann wartete er darauf, dass sie das andere Schiff erreichte. Die unvermeidliche Zeitverz�gerung bedeutete, dass seine Flotte umso mehr Zeit gewann, je mehr er diese Unterhaltung in die L�nge ziehen konnte.</p><p>Drei Minuten von der <emphasis>Dauntless</emphasis> zum feindlichen Flaggschiff, drei Minuten von dort zur�ck. Knapp sechs Minuten nach Gearys Antwort sah er schlie�lich, wie der Syndik-CEO die Augen w�tend zu-sammenkniff. �Mir ist gleich, wie Sie sich bezeichnen. Ich war aus humanit�rer Sorge um das Wohlergehen der Besatzungen sehr gro�z�gig, aber jetzt ist Ihre Zeit abgelaufen. Kapitulieren Sie auf der Stelle, fahren Sie die Schilde herunter und deaktivieren Sie alle offensiven und defensiven Waffensysteme, sonst werden sie vernichtet.�</p><p>Geary sch�ttelte nachdr�cklich den Kopf. �Nein.�</p><p>Sechs Minuten sp�ter sah er, wie der Syndik-CEO auf die wortkar-ge Erwiderung mit Erstaunen reagierte. �Also gut. Dann wird die <emphasis>Dauntless</emphasis> zerst�rt. Wenn Sie nichts dagegen einzuwenden haben, werde ich mich an die �brigen Schiffe wenden, von denen sicherlich einige kapitulieren m�chten.�</p><p>�Die Schiffe dieser Flotte unterstehen meinem Kommando, nicht Ihrem, und sie werden auch unter meinem Kommando k�mpfen�, erkl�rte Geary und versuchte, all die K�lte in seine Stimme zu legen, die ihn noch vor Kurzem erf�llt hatte. Er wusste, dass man seine Erwiderung auf den Schiffen der eigenen Flotte deutlich fr�her h�ren w�rde, als auf dem weiter entfernten feindlichen Flaggschiff, und er konnte nur beten, dass er seine Kommandanten auf diese Weise davon abhalten konnte, eigenm�chtig zu kapitulieren und ihr Schicksal in die H�nde der Syndiks zu legen. �Die Flotte der Allianz ist nicht geschlagen und sie wird sich nicht ergeben.� Er hoffte, dass in seinen Worten eine Zuversicht mitschwang, die er eigentlich gar nicht versp�rte. Solange er zumindest nach au�en hin zuversichtlich wirkte, w�rden weder seine eigenen Leute noch die Syndiks wissen, was in ihm wirklich vorging.</p><p>Die Unterhaltung erstreckte sich �ber nahezu zwanzig Minuten, als Geary bemerkte, wie der Syndik-CEO zur Seite schaute, um offenbar seine eigenen Anzeigen zu �berpr�fen. �Wie es scheint, werde ich meine Geheimdienstmitarbeiter zur Nachschulung schicken m�ssen. In meiner Datenbank finde ich keinen Allianz-Offizier, zu dem Sie passen.�</p><p>�Sie suchen an der falschen Stelle�, gab Geary zur�ck und l�chelte ihn humorlos an. �Suchen Sie mal unter den verstorbenen Offizieren. Und zwar in den �ltesten Akten, die Sie finden k�nnen.�</p><p>Wieder sechs Minuten sp�ter. �Dann sind Sie also tot?� Der CEO sch�ttelte den Kopf. �Ein alberner Trick und reine Zeitverschwen-dung. Sie werden nirgendwo gef�hrt. Eine Durchsuchung der gesamten Datenbank einschlie�lich aller Allianz-Offiziere, die je in diesem Krieg gedient haben, ergibt keine �bereinstimmung, weder vollst�ndig noch�� Der Syndik-CEO verstummte. Sein Blick war auf das Display an seiner Seite gerichtet.</p><p>Abermals musste Geary l�cheln, und diesmal kamen sogar seine Z�hne zum Vorschein. �Ich darf annehmen, dass Sie mich gefunden haben. Vor gut einem Jahrhundert.�</p><p>Als die Antwort des CEO einging, war dessen Gesicht vor Wut ge-r�tet. �Ein simpler, alberner Trick. Wenn Sie meinen, ich sei so dumm, Ihnen das zu glauben, dann t�uschen Sie sich. Sie wollen lediglich Zeit schinden. Ich werde keine weitere Verz�gerung dulden.�</p><p>�Mir ist egal, was Sie glauben.� Danach sprach Geary betont langsam weiter, da er sich nur zu deutlich der Tatsache bewusst war, dass seine eigene Flotte jedes Wort mitbekam. �Ich bin Captain John Geary. Ich habe jetzt das Kommando �ber die Allianz-Flotte. Wenn Sie etwas wollen, dann reden Sie mit mir, und zwar ausschlie�lich mit mir. Sie werden mit keinem meiner Schiffe Kontakt aufnehmen.�</p><p>Der CEO kochte vor Wut, als seine n�chste Antwort eintraf.</p><p>�Selbst wenn Sie diese Person w�ren, k�nnten Sie nichts mehr unternehmen. Sie sind zahlenm��ig ebenso unterlegen wie im Hinblick auf Ihre Feuerkraft, au�erdem ist Ihnen der R�ckweg versperrt. Sie haben keine andere Wahl, als sich zu ergeben. Ich wiederhole, ich werde keine weitere Verz�gerung dulden. Meine Geduld ist am Ende.�</p><p>Geary versuchte, so unbeeindruckt wie m�glich dreinzuschauen.</p><p>�Ich habe die Syndiks schon einmal geschlagen, und ich kann es wiederholen.� Er wusste genau, was er sagen musste. Seine Worte waren ebenso sehr an seine eigenen Schiffe wie an den Syndik-CEO gerichtet. Vielleicht w�rde er die Syndiks ins Gr�beln bringen, und hoffentlich konnte er gleichzeitig das Selbstbewusstsein seiner Flotte st�rken. Zu seinem Erstaunen musste er feststellen, dass ihm die momentane Situation durchaus gefiel. F�r die Matrosen der Allianz f�r <emphasis>den</emphasis> Black Jack Geary gehalten zu werden, war nervenaufreibend gewesen, doch dass er seine eigene Legende nun benutzen konnte, um die Syndiks in Unruhe zu versetzen, das bereitete ihm sogar Vergn�gen. �Ein guter Kommandant hat immer noch andere M�glichkeiten in der Hinterhand. Ich wiederhole: Diese Flotte ist nicht geschlagen. Und wenn Sie dumm genug sind, einen Angriff zu unternehmen, dann werden Sie feststellen, wie bereit wir sind, Ihnen kr�ftig genug in den Hintern zu treten, damit Sie sich im n�chsten Sternensystem wiederfinden.� Ihm war nur zu bewusst, dass das nicht stimmte, aber mit einem halbherzigen Bluff w�rde er erst recht nichts erreichen.</p><p>Nach weiteren sechs Minuten war dem Syndik-CEO eine leichte Unsicherheit deutlich anzusehen, auch wenn er sich noch so sehr be-m�hte, Arroganz und Selbstsicherheit auszustrahlen. �Das ist Unsinn, und das wissen Sie so gut wie ich. Ihre Situation ist hoffnungslos. Wenn Sie nicht sofort kapitulieren, werden Sie sterben. Diese Unterhaltung ist damit beendet. Ich gehe davon aus, dass Sie mir mit Ihrer Antwort Ihre Kapitulation mitteilen werden.�</p><p>Geary ging �ber das j�ngste Ultimatum hinweg. �Tut mir leid, wenn ich Sie entt�uschen muss. Die Syndik-Flotte dachte schon einmal, sie h�tte mich umgebracht. Wie kommen Sie darauf, Sie k�nnten beim zweiten Anlauf mehr Gl�ck haben? Sie dagegen sind noch nie gestorben. Und nachdem ich gesehen habe, was Sie mit Admiral Bloch gemacht haben, w�re es mir ein Vergn�gen, Sie zu Ihren Ahnen zu schicken.�</p><p>Bislang hatte sich der Syndik-CEO recht gut im Griff gehabt, doch jetzt glaubte Geary ihm die Unsicherheit noch deutlicher anmerken zu k�nnen. Wenn er damit richtig lag, war das hervorragend. Das Selbstvertrauen des feindlichen Kommandanten zu unterh�hlen, war der erste Schritt auf dem Weg zur Niederlage seiner Flotte.</p><p>Auf der anderen Seite waren da allerdings Captain Desjani und die Br�ckencrew der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Ihnen allen konnte er ansehen, dass sie sich einerseits freuten, wie Geary mit dem Syndik-Commander umsprang, andererseits aber f�rchteten, er k�nnte damit erst recht einen sofortigen Angriff provozieren.</p><p>Geary wartete ab und beobachtete aus dem Augenwinkel, wie sich die Schiffe der Allianz langsam neu formierten. Wie lange w�rde er sein Gegen�ber noch hinhalten m�ssen, damit alle Schiffe bereit waren, mit voller Kraft den Sprungpunkt anzusteuern?</p><p>�Ich verf�ge weder �ber die Zeit noch �ber die Geduld, mit einem Narren zu diskutieren�, fauchte der Syndik-CEO ihn sechs Minuten sp�ter an und unterbrach die Verbindung.</p><p>Seufzend lie� sich Geary in den Sessel sinken. �Captain Desjani, wie lange noch, bis alle Schiffe ihre Position erreicht haben?�</p><p>Sie �berpr�fte ihre eigenen Anzeigen. �Ihre� �hm� Verhandlungen mit dem Syndik-Commander haben uns etwa eine halbe Stunde eingebracht, aber nach meiner Einsch�tzung brauchen wir noch mal eine halbe Stunde, Sir. Die <emphasis>Titan</emphasis> hinkt hinterher, sie wurde schwer besch�digt�, f�gte Desjani an.</p><p>�Ja, das sehe ich.� Geary �berpr�fte den Status der <emphasis>Titan</emphasis>. Vielleicht sollte er das Schiff evakuieren lassen� Nein, die <emphasis>Titan</emphasis> war ein Reparaturschiff, im Prinzip eine kleine mobile Schiffswerft, die die Flotte begleitete, um Sch�den zu beseitigen, die eine Schiffscrew aus eigener Kraft nicht beheben konnte. Au�erdem war sie in der Lage, aus Rohstoffen Ersatzteile herzustellen. Die Flotte war von zwei Schiffen dieses Typs begleitet worden, eines davon war w�hrend des letzten Gefechts in St�cke geschossen worden. Zwei weitere Re-paraturschiffe hatten die Konfrontation �berstanden, aber sie konnten es mit den F�higkeiten der <emphasis>Titan</emphasis> nicht aufnehmen. <emphasis>Wenn ich diese Flotte nach Hause zur�ckbringen will, dann kann ich auf die</emphasis> Titan <emphasis>nicht verzichten. Aber sie ist von Natur aus schon ein langsames Schiff, und durch die Treffer w�hrend der Schlacht ist die Leistungsf�higkeit der Trieb-werke weiter gesunken. Ich kann nur hoffen und beten, dass ich diesen Syndik gen�gend aus dem Konzept gebracht habe, dass er noch eine halbe Stunde lang z�gert.</emphasis></p><p>Soweit Geary das erkennen konnte, hatte sich die Syndik-Flotte noch nicht von der Stelle ger�hrt. Als Folge der Neuordnung der Allianz-Flotte hatte sich die Formation von einem Halbkreis in ein gro-bes Oval ver�ndert, was auf der Anzeige so wirkte, als habe man einen Schild gebildet, um dahinter die am schwersten besch�digten und langsamsten Schiffe zu sch�tzen, die sich ihrerseits, hoffentlich unauff�llig genug, in Richtung Sprungpunkt auf den Weg gemacht hatten. Geary beobachtete die Symbole, die seine Schiffe darstellten.</p><p>Sie bewegten sich qu�lend langsam durchs All, w�hrend er hoffte, dass sie noch etwas mehr Zeit bekommen w�rden.</p><p>�Wir registrieren Bewegungen der Syndik-Schiffe. Blauverschiebung.�</p><p>Das bedeutete, dass die Syndiks Fahrt in Richtung der Allianz-Flotte aufgenommen hatten. Geary fluchte leise und sah sich das Bild der feindlichen Streitkr�fte an. Die Formation der Syndiks war unver�ndert eine regelrechte Wand aus Feuerkraft, doch w�hrend er das Display betrachtete, versahen die optischen Langstreckensenso-ren der <emphasis>Dauntless</emphasis> ein Schiff nach dem anderen mit Bewegungsvektoren, die erkennen lie�en, dass sie sich der Allianz-Flotte n�herten. So wie jeder Schiffskommandant, den Geary je gekannt hatte, w�nschte auch er sich ein magisches Warnsystem, das Informationen mit �berlichtgeschwindigkeit lieferte. Aber so wie die Kommunikation arbeiteten auch die Sensoren im Normalraum mit Lichtgeschwindigkeit. <emphasis>Das hei�t, sie haben sich schon vor drei Minuten auf den Weg gemacht und sind uns damit einen Schritt voraus.</emphasis> �Sie behalten ihre Formation bei, also bestimmt ihr langsamstes Schiff das Tempo.�</p><p>Desjani nickte, ihre Miene war angespannt. �Das d�rfte bedeuten, dass sie Ihren Plan nicht durchschaut haben.�</p><p><emphasis>Meinen Plan. O ja. Hoffentlich funktioniert der.</emphasis> �Wie wende ich mich an die ganze Flotte?�, fragte er sie.</p><p>Sie tippte auf einige Tasten. �Die anderen h�ren Sie jetzt.�</p><p>Geary atmete tief durch. �An alle Schiffe, hier spricht der Flotten-kommandant Captain John Geary. F�hren Sie sofort nach Empfang Operation Ouvert�re aus. Ich wiederhole: Sofort nach Empfang Operation Ouvert�re ausf�hren.� Ihnen blieb keine Zeit f�r ein im Voraus koordiniertes Man�ver, das jedem Schiff Gelegenheit gegeben h�tte, erst die Nachricht zu empfangen und dann gleichzeitig mit dem Rest der Flotte aufzubrechen. Allerdings waren die Schiffe der Flotte auch nicht zu weit verstreut aufgestellt, sodass sp�testens in einer Minute die Mitteilung auch beim am weitesten entfernten Schiff angekommen sein w�rde und man dort reagieren konnte.</p><p>Auf seinem Display leuchteten gr�ne Punkte bei jenen Schiffen auf, die den Empfang der Nachricht best�tigten. Es war eine Welle, die sich in alle Richtungen rings um die Position der <emphasis>Dauntless</emphasis> ausbreitete. Auf die gleiche Weise setzte sich die Flotte etappenweise in Bewegung und nahm Kurs auf den Sprungpunkt. Die Maschinen der <emphasis>Dauntless</emphasis> erwachten zum Leben und lenkten das Schiff ins Zentrum der Streitmacht. Geary beobachtete, wie die Schiffe Fahrt aufnahmen, und er sah, wie einige der schnelleren Schiffe auf gleicher H�he mit den langsameren blieben, um als Eskorte zu fungieren.</p><p>Gleichzeitig hielt er bei den vorr�ckenden Syndiks Ausschau nach ersten Hinweisen, ob ihnen auffiel, dass er seine Flotte nicht einfach nur zur�ckfallen lie�, um das scheinbar unausweichliche Gefecht um ein paar Minuten hinauszuz�gern.</p><p>�Die <emphasis>Titan</emphasis> hinkt immer noch hinterher.�</p><p>Geary nickte best�tigend und sp�rte, wie sich bei Desjanis Worten sein Magen verkrampfte. �Ich w�nschte, sie h�tte n�her an den Sprungpunkt herankommen k�nnen�, sagte er beim Anblick der Strecke, die das gro�e, langsame Schiff bislang erst zur�ckgelegt hatte.</p><p>�In Anbetracht der Sch�den und der Notd�rftigkeit dieses Plans ist die <emphasis>Titan</emphasis> dem Sprungpunkt so nahe gekommen, wie es in der verf�gbaren Zeit m�glich war.�</p><p>Geary knirschte mit den Z�hnen, allerdings nicht aus �rger �ber Desjani. Sie tat genau das, was er von ihr erwartete: Sie nannte die Dinge beim Namen, ohne etwas zu besch�nigen. Aber er hatte dem Plan zugestimmt. In diesem Plan, dem er nur wenig Zeit hatte widmen k�nnen, war auch die <emphasis>Titan</emphasis> ber�cksichtigt worden, doch da war ihm nicht klar gewesen, dass sich das riesige Reparaturschiff zu einem Sorgenkind entwickeln k�nnte. Er hatte nicht gewusst, wie langsam das Schiff sein w�rde. Nat�rlich war ihnen auch nicht viel Zeit geblieben, um die <emphasis>Titan</emphasis> in Richtung Sprungpunkt zu man�vrieren, zudem durfte das nicht zu offensichtlich vonstattengehen.</p><p>Trotzdem hatte er den Plan abgesegnet, und es war ihnen nicht gelungen, die Syndiks lange genug hinzuhalten, und das brachte die <emphasis>Titan</emphasis> jetzt in Schwierigkeiten.</p><p>Inzwischen konnte er auch sehen, dass der Feind zu reagieren begann und offenbar erkannte, welche Absicht die Allianz-Flotte verfolgte. Die mit Verz�gerung eintreffenden Bilder zeigten, wie die vormals schnurgerade Wand aus feindlichen Schiffen aus den Fugen geriet, da schnellere Schiffe sich aus der Formation l�sten und die langsameren hinter sich zur�cklie�en. <emphasis>Drei Minuten, bis sie sehen, was wir machen. Etwas mehr Zeit, bis sie begreifen, was unser Schachzug zu bedeuten hat, und dann wieder drei Minuten, bis ihre Reaktion zu sehen ist. Sie kommen jetzt n�her, und damit werden die Informationen immer zeitnaher �bermittelt. Aber das bedeutet auch, dass sie unserer Nachhut gef�hrlich werden k�nnen.</emphasis> Eigentlich war Nachhut der falsche Begriff, denn die am weitesten zur�ckliegenden Schiffe bildeten zwangsl�ufig das Schlusslicht der Flotte. Sie waren nicht dort, um den Pulk zu sch�tzen.</p><p>Insgeheim w�nschte Geary, er k�nnte ein Geschwader aus dem Hut zaubern, das aus einem Versteck hervorgeschossen kam, um die Spitze der Syndik-Formation zu zerschlagen. Doch da waren kein Geschwader und auch kein Versteck, und wenn er den Verfolgern ein Schiff entgegenschickte, um die Syndiks aufzuhalten, dann w�rde dieses Schiff keine Chance mehr haben, sich in Sicherheit zu bringen, bevor der Pulk der Flotte eintraf.</p><p>Geary verfolgte aufmerksam mit, wie die Schiffe und ihre Richtungsvektoren �ber das Display wanderten. Er musste sich das Ergebnis nicht erst berechnen lassen, die Erfahrung gab ihm die Antwort, w�hrend die Minuten qu�lend langsam verstrichen. �Die Abfangj�ger der Syndiks sind zu schnell. Die <emphasis>Titan</emphasis> wird noch vor Erreichen des Sprungpunkts in deren Feuerreichweite geraten.�</p><p>Desjani nickte. �Das sehe ich auch so.�</p><p>�K�nnen die Begleitschiffe sie aufhalten?�</p><p>Sie �berlegte kurz, dann sch�ttelte sie den Kopf. �Nicht mit den Heckwaffen. Daf�r m�ssten sie wenden.�</p><p>�Und dann sind sie verloren.� <emphasis>Vielleicht muss ich diesen Befehl geben.</emphasis></p><p><emphasis>Ich m�chte keines dieser Schiffe und keine Crew verlieren, aber wenn ich zwischen ihnen und der</emphasis> Titan <emphasis>w�hlen muss� Wir brauchen die</emphasis> Titan, <emphasis>wenn wir eine Chance haben wollen, nach Hause zu gelangen�</emphasis></p><p>Wieder nickte Captain Desjani. �Wir k�nnten die <emphasis>Titan</emphasis> aufgeben und versuchen, wenigstens einen Teil der Crew zu retten.�</p><p>�Wir brauchen dieses Schiff.�</p><p>Desjani z�gerte, schlie�lich nickte sie ein drittes Mal. �Ja.�</p><p>�Dann k�nnen wir sie nicht aufgeben.� Desjani warf ihm einen besorgten Blick zu. <emphasis>�berlegen Sie, wie der legend�re Black Jack Geary sich aus der Situation retten w�rde? Wenn Ihnen die Antwort einf�llt, dann lassen Sie sie mich wissen. Wie w�re es, wenn wir der</emphasis> Titan <emphasis>etwas Entlas-tung verschaffen?</emphasis> Mit finsterer Miene studierte er wieder das Display und suchte nach einer M�glichkeit, sich �ber die Gesetze der Physik hinwegzusetzen, doch so sehr er sich auch bem�hte, ihm wollte immer nur eine einzige Antwort einfallen.</p><p>Er musste mindestens ein Schiff f�r ein anderes aufgeben. Entweder ein Geschwader aus leichteren Schiffen oder ein einzelnes Schiff, das es allein mit der heraneilenden Vorhut aufnehmen konnte und das nicht so �wichtig� war wie die <emphasis>Titan. Die</emphasis> Dauntless <emphasis>kann ich da-f�r nicht nehmen. W�re es nicht eine Erleichterung, wenn ich das k�nnte?</emphasis></p><p><emphasis>Ein weiteres letztes Gefecht, und diesmal w�rde es garantiert vorbei sein.</emphasis></p><p><emphasis>Nicht mehr die Last des Kommandos, keine Heerscharen von Leuten, die mich voller Verzweiflung ansehen, weil ich ihre letzte Hoffnung bin. Kein Schicksal der Allianz mehr, das auf meinen Schultern lastet, kein Wort mehr �ber Black Jack Geary, den Helden der Allianz. Aber das geht nicht.</emphasis></p><p><emphasis>Der Schl�ssel befindet sich an Bord. Ich habe ein Versprechen gegeben.</emphasis></p><p><emphasis>Doch selbst ohne dieses Versprechen k�nnte ich nicht all diese Menschen einfach im Stich lassen. Nur� welches Schiff soll ich opfern? Wen schicke ich in den sicheren Tod?</emphasis> Er ging die Namen der Schiffe durch und versuchte, eine Entscheidung zu treffen, die er mehr hasste als alles andere.</p><p>Pl�tzlich fiel ihm etwas auf. �Was ist mit der <emphasis>Repulse</emphasis>? Sie f�llt zu-r�ck!�</p><p>Desjani gab ihrer Crew ein Zeichen und wartete auf die Antwort.</p><p>�Ich h�re, die <emphasis>Repulse</emphasis> hat die Flotte dar�ber informiert, dass sie eigenst�ndig handeln wird.�</p><p>�Was? Verbinden Sie mich sofort mit dem Kommandanten.� Die <emphasis>Repulse</emphasis> war nur drei�ig Lichtsekunden entfernt, sodass es gerade einmal eine Minute dauerte, bis die Antwort eintraf. Auf dem Display vor Geary tauchte das bereits vertraute Gesicht des Kommandanten der <emphasis>Repulse</emphasis> auf. �Was soll das?�, fuhr Geary ihn ohne Vorre-de an. �Wenn Sie nicht sofort wieder Fahrt aufnehmen, werden die Syndik-Schiffe Sie �berholen. Kehren Sie augenblicklich in die Formation zur�ck!�</p><p>Anstelle einer Antwort grinste Commander Michael Geary ihn eine Minute sp�ter nur triumphierend an. �Du hast es verbockt, Gro�onkel Black Jack. Das ist dir doch klar, oder? Die <emphasis>Titan</emphasis> steckt in Schwierigkeiten. Cresida ist kein schlechter Offizier, aber sie ist nicht so gut, wie sie gerne selbst von sich glaubt. Au�erdem kann sie ziemlich hitzk�pfig sein und handeln, ohne vorher nachzudenken. Du h�ttest dich mit ihrem Plan gr�ndlicher befassen sollen.</p><p>Man braucht eine Weile, ehe man merkt, was f�r ein lahmer Kahn die <emphasis>Titan</emphasis> ist. Wenn sie gerettet werden soll, gibt es nur eine L�sung.�</p><p>Geary versuchte mit den Fingerspitzen den Schmerz zu verdr�ngen, der sich in seinen Schl�fen festzusetzen begann. �Ich wei�, dass die <emphasis>Titan</emphasis> in Schwierigkeiten ist. Ich wei� auch, wir m�ssen etwas unternehmen. Aber es gibt verschiedene M�glichkeiten, um das zu tun.�</p><p>Wieder verstrich eine Minute, in der die verfolgenden Syndiks n�her kamen. Geary beobachtete sie und war gegen seinen Willen davon beeindruckt, zu welcher Beschleunigung diese modernen Kriegsschiffe in der Lage waren.</p><p>Der befehlshabende Offizier der <emphasis>Repulse</emphasis> sch�ttelte den Kopf. �Alle M�glichkeiten laufen auf das Gleiche hinaus. Das wei�t du so gut wie ich. Ich werde dir einen gro�en Gefallen tun, Gro�onkel Black Jack, indem ich dir die Entscheidung abnehme, wer sterben soll und wer leben darf. Die <emphasis>Repulse</emphasis> befindet sich nahe der Linie zwischen der <emphasis>Titan</emphasis> und den vordersten Syndik-Schiffen. Mein Schiff ist in einer guten Position, und es verf�gt �ber die notwendige Feuerkraft.</p><p>Au�erdem ist unser Hauptantrieb besch�digt, und so sehr, wie wir ihn im Augenblick belasten, kann er ohnehin jeden Moment ausfal-len. Wir w�rden also m�glicherweise ohnehin nicht der Flotte folgen k�nnen. Beruhigt dich das ein wenig?�</p><p>Geary f�hlte wieder die eisige K�lte in sich aufsteigen, doch ihm fiel nur ein Wort ein, das er darauf sagen konnte. �Nein.�</p><p>Der Kommandant der <emphasis>Repulse</emphasis> grinste noch breiter, sodass es bereits ein wenig grotesk auszusehen begann. �Durch deinen Fehler werde ich endlich in die Lage versetzt, dem Verm�chtnis von Black Jack Geary gerecht zu werden! Mein Schiff h�lt die gesamte Syndik-Flotte auf! Meine Vorfahren� <emphasis>Unsere</emphasis> Vorfahren werden stolz auf mich sein. Was glaubst du, wie lange mein Schiff durchhalten wird, Gro�onkel Black Jack?�</p><p>Fast h�tte Geary laut gefaucht, so frustriert war er �ber diese Entwicklung. Seinetwegen w�rden sie ein Schiff verlieren. Mindestens ein Schiff, denn wenn die <emphasis>Repulse</emphasis> den Feind nicht lange genug aufhalten konnte, dann w�rde die <emphasis>Titan</emphasis> es nach wie vor nicht bis zum Sprungpunkt schaffen. Es sei denn, Geary stellte weitere Schiffe zu ihrem Schutz ab. Und dieser Mann, der die einzige Verbindung zu seinem toten Bruder darstellte, konnte nicht mal jetzt seinen Zorn vergessen. �Halte sie auf, solange du kannst. Die werden versuchen, ein paar Schiffe an dir vorbeizuschleusen.�</p><p>Eine Minute sp�ter sch�ttelte Michael Geary einmal mehr den Kopf. �Das wird ihnen nicht gelingen. Wenn sie es versuchen, habe ich freie Schusslinie auf ihre Flanken.� Schlie�lich h�rte er auf zu grinsen. �Das ist nicht so leicht, nicht wahr? Ich kann das jetzt ein wenig nachvollziehen. Ich habe das wirklich nicht gewollt. Aber man tut, was man tun muss, und es h�ngt von den Vorfahren ab, wie es letztlich ausgeht. Man muss einfach� Die Syndiks werden alle Besatzungsmitglieder gefangen nehmen, die die <emphasis>Repulse</emphasis> verlassen, bevor sie stirbt. Ich wei�, du kannst nicht warten und sie an Bord holen. Aber versprich mir, dass du eines Tages versuchen wirst, sie aus den Arbeitslagern der Syndiks zu befreien. Vergiss sie nicht.�</p><p>Noch ein Versprechen, das auf ihm lasten w�rde, und das auch noch von jemandem eingefordert, der verdammt gut wusste, dass er kein Halbgott war, und der dennoch an ihn glauben musste. �Ich schw�re dir, ich werde sie nicht vergessen. Und ich werde alles unternehmen, um sie eines Tages nach Hause zu holen.�</p><p>�Ich werde dich an dieses Versprechen erinnern! Und unsere Vorfahren haben dich auch geh�rt!� Michael Geary lachte hart, sein Blick wanderte abrupt zu den Anzeigen auf seiner eigenen Br�cke.</p><p>�Hier wird es jeden Moment hoch hergehen. Ich muss Schluss machen. Und du, bring die Flotte von hier weg.� Er z�gerte kurz. �Ich habe eine Schwester. Sie ist auf der <emphasis>Dreadnought</emphasis>, zu Hause im Gebiet der Allianz. Sag ihr, dass ich dich zum Schluss nicht mehr gehasst habe.� Die Verbindung wurde unterbrochen, und Geary starrte noch sekundenlang auf das Nachbild auf dem Monitor, das das Gesicht seines Gro�neffen zeigte.</p><p>Ihm wurde bewusst, dass Captain Desjani ihn beobachtete und sich fragte, um was es in seiner privaten Unterhaltung mit der <emphasis>Repulse</emphasis> gegangen sein mochte. Als Geary sich zu ihr umdrehte, versuchte er mit beherrschter, ausdrucksloser Stimme zu reden: �Die <emphasis>Repulse</emphasis> wird versuchen, die Syndik-Schiffe lange genug aufzuhalten, damit die <emphasis>Titan</emphasis> den Sprungpunkt erreichen kann.�</p><p>Desjani z�gerte, w�hrend ihre Augen gr��er wurden. �Sir, Sie sollten wissen, dass der Kommandant der <emphasis>Repulse</emphasis>��</p><p>�Ich wei�, wer er ist.� Vermutlich klang seine Stimme schroff, und er wusste nicht, wie die Br�ckencrew der <emphasis>Dauntless</emphasis> diesen Tonfall deuten w�rde, doch das war ihm in diesem Augenblick v�llig egal.</p><p>Ein paar Sekunden sah Desjani ihn an, dann wandte sie ihren Blick ab.</p><p>Jede weitere Minute kam ihm unendlich lang vor, w�hrend Geary zusah, mit welch qu�lend niedriger Geschwindigkeit sich die <emphasis>Titan</emphasis> in Richtung Sprungpunkt bewegte und wie rasend schnell sich die Syndik-Kriegsschiffe n�herten. Die schnellsten von ihnen lagen bei mehr als 0,1 Licht und beschleunigten immer noch. �Gibt es keine M�glichkeit, dass die <emphasis>Titan</emphasis> schneller fliegt?�, verlor er schlie�lich die Beherrschung.</p><p>Die anderen auf der Br�cke sahen sich an, doch niemand erwiderte etwas darauf. Obwohl er sich vorgenommen hatte, das Gesamtbild nicht aus den Augen zu lassen, galt seine ganze Aufmerksamkeit der <emphasis>Repulse</emphasis>, da er wusste, dass ihr Schicksal entscheidend war f�r das �berleben der Flotte. Die �brigen Allianz-Schiffe bewegten sich auf den Sprungpunkt zu und beschleunigten weiter, aber ohne dabei die langsameren Schiffe zur�ckzulassen. Nur die <emphasis>Repulse</emphasis> fiel immer weiter zur�ck. Der besch�digte Kreuzer hatte seine Fahrt verlangsamt und folgte der Flotte, als w�ren die Antriebssysteme komplett ausgefallen. Der Abstand zur <emphasis>Dauntless</emphasis> betrug jetzt fast f�nf-undvierzig Lichtsekunden und wurde best�ndig gr��er. Geary �berschlug im Kopf, dass das schwer besch�digte Schiff �ber eine Lichtminute hinter dem Rest der Flotte liegen w�rde, wenn die verfolgenden Syndiks die <emphasis>Repulse</emphasis> einholten.</p><p>Der vormalige Wall aus Syndik-Schiffen erinnerte inzwischen mehr an eine Art zerfaserten Kegel, bei dem die schnellsten Schiffe die Spitze bildeten, die mit h�chstm�glicher Geschwindigkeit die Verfolgung aufgenommen hatten, w�hrend der gr��te Teil der Flotte hinterhereilte. Da die Vorhut der Syndiks auf Abfangkurs zur <emphasis>Titan</emphasis> gegangen war, bot die lang gestreckte Formation eine hervorragende Gelegenheit zu einem vernichtenden Gegenschlag, der der Syndik-Flotte verheerende Verluste bescheren w�rde. Es war eine Gelegenheit, die ein mythischer Held wie Black Jack Geary nicht un-genutzt verstreichen lassen w�rde. <emphasis>Aber ich wei�, was mit meiner Flotte geschieht, wenn ich die vorausfliegenden Syndik-Schiffe zerst�re und wir von den anderen eingeholt werden. Au�erdem bin ich nicht der Black Jack Geary, f�r den mich die Leute halten.</emphasis></p><p>So wie Mitglieder eines erstklassigen Balletts, die zum Finale zu-sammenkommen, beschrieben die Abfangj�ger der Syndiks einen eleganten Bogen, als sie auf die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Repulse</emphasis> zusteuerten, die ihnen den Weg versperrte. Drei Syndik-J�ger, die ihren Antrieb bis an seine Grenzen strapaziert haben mussten, f�hrten die Verfolgergruppe an und versuchten mit mehr als 0,1 Lichtgeschwindigkeit die <emphasis>Repulse</emphasis> zu passieren. Geary verfolgte den Kampf, der sich zwar jetzt auf dem Display abspielte, tats�chlich aber bereits um eine Minute fortgeschritten war. Die <emphasis>Repulse</emphasis> wendete langsam, um sich den Verfolgern entgegenzustellen. Zu langsam, wie Geary feststellen musste. Der besch�digte Hauptantrieb musste die <emphasis>Repulse</emphasis> in ihrer Man�vrierf�higkeit erheblich einschr�nken, weshalb sie sich nicht schneller bewegen konnte.</p><p>Laut dem letzten Statusbericht war der Antrieb doch gar nicht so schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Warum verh�lt sich das Schiff dann aber so schwerf�llig? Dann auf einmal bemerkte Geary, dass die Syndik-J�ger zielstrebig auf die <emphasis>Titan</emphasis> zuflogen und keine Anstalten machten, der <emphasis>Repulse</emphasis> auszuweichen, und er verstand, was sein Gro�neffe vorhatte. <emphasis>Er t�uscht vor, dass sein Schiff keinen ernst zu nehmenden Gegner mehr darstellt. Das ist das einzige Ass, das er im �rmel hat, und das spielt er hervorragend aus. H�tte ich blo� ein wenig Zeit gehabt, um diesen Mann besser kennenzulernen.</emphasis></p><p>Die <emphasis>Repulse</emphasis> drehte sich langsam und fast majest�tisch und schaffte es gerade noch, ihre Waffen auszurichten, dann feuerte sie ihre kine-tischen Kart�tschen ab, gro�fl�chig verteilte, gro�e metallene Ku-geln, die auf die Flugbahn der herannahenden Syndik-J�ger zielten.</p><p>Bei der Geschwindigkeit, mit der sich die Syndik-J�ger durch das All bewegten, sorgten relativistische Effekte daf�r, dass sie das Universum um sich herum verzerrt wahrnahmen, was zusammen mit den Verz�gerungen aufgrund der gro�en Entfernungen zur Folge hatte, dass die Syndik-Schiffe zwischen dem Erkennen einer Gefahr und der Reaktion darauf wertvolle Zeit verloren.</p><p>Vielleicht war die Vorwarnzeit zu kurz, um zu reagieren, vielleicht ignorierten sie auch einfach nur das Sperrfeuer. In jedem Fall flogen die Syndik-J�ger geradewegs in die Kart�tschen, wobei Funken spr�hten, als die vorderen Schilde getroffen wurden, die das Sperrfeuer absorbierten. Die Schiffe flogen weiter, ihr Ziel war nach wie vor die <emphasis>Titan</emphasis>. �Keine Treffer�, kommentierte Geary tonlos.</p><p>Captain Desjani sch�ttelte den Kopf. �Die Chancen daf�r waren auch eher gering, aber die zahlreichen direkten Treffer auf den vorderen Schilden m�ssen sie massiv geschw�cht haben. Die relative Aufschlaggeschwindigkeit war immens hoch. Sie werden sehr viel Energie von den seitlichen oder hinteren Schilden umleiten m�ssen, damit die vorderen Schilde wieder volle Leistung erbringen k�nnen.�</p><p>�Ich sehe, was Sie meinen.� Tats�chlich sah er es auf seinem Display, auch wenn ihm das nur anzeigte, was sich vor �ber einer Minute abgespielt hatte. Die Syndik-J�ger begannen die <emphasis>Repulse</emphasis> zu passieren und schienen sich keine Gedanken dar�ber zu machen, nochmals von dem Allianz-Schiff unter Beschuss genommen zu werden.</p><p>Doch bevor die Syndik-Schiffe vorbeigeflogen waren, rollte sich der Schlachtkreuzer mit unerwarteter Schnelligkeit und Beweglichkeit herum, ver�nderte seine Position und richtete die Hauptgesch�tzgruppen auf die Punkte, die die Syndik-J�ger passieren mussten.</p><p>Vermutlich bekamen die Syndiks das abrupte Man�ver nicht mehr rechtzeitig genug mit, um noch zu reagieren. Vielmehr behielten sie ihren Kurs bei und erlaubten es der <emphasis>Repulse</emphasis>, auf jene Punkte zu zielen, an denen sich die Schiffe auf ihrem weiteren Vorbeiflug jeden Moment befinden w�rden.</p><p>Ein Sperrfeuer aus H�llenspeeren schoss aus dem Allianz-Kreuzer hervor und erreichte sein Ziel exakt in dem Moment, als das feindliche Schiff den Punkt passierte. Als die geladenen Partikelspeere sich in den Rumpf schnitten, drehte sich die <emphasis>Repulse</emphasis> bereits um ihre eigene Achse und nahm den zweiten Gegner unter Beschuss. Auf relativ kurze Distanz fra�en sich die Energieblitze durch die geschw�chten seitlichen Schilde und die d�nne Panzerung, um dann die Eingewei-de des Syndik-Schiffs in St�cke zu rei�en.</p><p>Mit einer Geschwindigkeit von immer noch mehr als 0,1 Licht schossen die Wracks der beiden Syndik-J�ger weiter durchs All, beschleunigten aber nicht mehr. Sie waren nicht l�nger lebende Kriegsschiffe und stellten weder f�r die <emphasis>Titan</emphasis> noch ein anderes Allianz-Schiff eine Bedrohung dar.</p><p>Aber Gearys Blick war wie gebannt auf den dritten Syndik-J�ger gerichtet. In einem abrupten Man�ver brachte die <emphasis>Repulse</emphasis> den Bug hoch, um sich auch diesem Verfolger zu stellen. Er versp�rte eine vertraute Anspannung, als w�rde er das Geschehen in Echtzeit beobachten, obwohl jede Aktion bereits �ber eine Minute alt war. Das Display zeigte etwas an, das wie ein riesiger gl�hender Ball aussah, der von der <emphasis>Repulse</emphasis> genau in die Flugbahn des Syndik-J�gers geschossen wurde. Als der Ball auf dessen Schilde traf, schien er einen Moment lang zu z�gern, doch dann fra� er sich durch das geschw�chte Hindernis und versank im Schiff, dessen vorderes Drittel von einer Sekunde auf die andere einfach verschwand. Die Reste des Syndik-J�gers flogen in alle Richtungen davon und wurden von nachfolgenden Explosionen in St�cke gerissen.</p><p>�Was zum Teufel war denn das?�, fl�sterte Geary.</p><p>Captain Desjani grinste breit. �Ein Null-Feld. Es bewirkt genau das, was der Name besagt. Es neutralisiert zeitweilig jene Kr�fte, von denen die Atome zusammengehalten werden.�</p><p>�Sie machen Witze.�</p><p>�Nein.� Sie deutete auf die �berreste des Syndik-J�gers. �Innerhalb des Null-Felds wird die atomare Bindung aufgehoben, und Materie zerf�llt einfach in ihre Atome.�</p><p>Geary starrte erst sie an, dann die Anzeige. Materie. Materie, aus der das Schiff und die Crew bestand. Materie, die zerf�llt und fort ist. Nicht einfach tot, sondern aufgel�st und verschwunden. �Verf�gt jedes Schiff �ber ein solches Null-Feld?�</p><p>�Nein, nur die gro�en Schiffe, und nicht mal die sind alle damit ausger�stet.� Desjani machte wieder eine ernste Miene. �Diese Null-Felder sind noch relativ neu, nur auf kurze Distanz einsetzbar und sie ben�tigen lange, um wieder aufgeladen zu werden. Ich wei�, warum er das Feld abgefeuert hat. Es war die einzige M�glichkeit, um den Syndik-J�ger zu stoppen. Aber es kann sein, dass er kein zweites Null-Feld mehr abfeuern wird. Au�erdem bezweifle ich, dass eines der gro�en Syndik-Schiffe ihn nahe genug an sich heranl�sst, dass er eine Chance dazu h�tte.�</p><p>�Kann ein Schutzschild diese Dinger aufhalten?�</p><p>�Wenn er stark genug ist, dann ja.� Mittlerweile machte sie einen frustrierten Eindruck. �Null-Felder lassen sich nicht laden, wenn man sich zu tief in einem Schwerkraftfeld aufh�lt. Zudem kann die Ladung nur sehr kurze Zeit aufrechterhalten werden, bevor man das Feld abfeuert. Aus diesem Grund ist es uns bislang auch noch nicht m�glich gewesen, Null-Felder gegen planetare Ziele der Syndiks einzusetzen.�</p><p>�Planetare Ziele? Sie meinen damit doch Planeten, oder?�</p><p>Aus ihrem Frust wurde Ver�rgerung, erst dann setzte Desjani wieder eine neutrale Miene auf. �Selbstverst�ndlich.�</p><p>Selbstverst�ndlich? Einen bewohnten Planeten mit etwas bombardieren zu wollen, das alles in seine einzelnen Atome zerfallen lie�, war �selbstverst�ndlich�? <emphasis>Was ist nur aus diesen Menschen geworden?</emphasis></p><p><emphasis>Wie k�nnen sie es bedauern, dass sie nicht in der Lage sind, Welten auf diese Weise zu vernichten?</emphasis></p><p>Seine Aufmerksamkeit wurde zur�ck auf die <emphasis>Repulse</emphasis> gelenkt. Eine weitere Gruppe Syndik-J�ger versuchte sie zu passieren, aber das Allianz-Schiff drehte sich mit einer Schnelligkeit, die bei einem Objekt von so hoher Tonnage eigentlich gar nicht m�glich sein konnte.</p><p>Der gr��te Teil der Gesch�tze f�r die H�llenspeere konnte so auf die Flugbahn eines Syndik-J�gers gerichtet werden, der auch prompt in das Sperrfeuer flog. Die vorderen Schilde flammten auf und schalteten sich ab, sodass die H�llenspeere den Rumpf auf-schneiden konnten und das Schiff in einen mit hoher Geschwindigkeit weiterrasenden Schrotthaufen verwandelten.</p><p>Captain Desjani zeigte auf etwas und machte Geary darauf aufmerksam, dass die <emphasis>Repulse</emphasis> ihre Phantome so schnell abfeuerte, wie es die Werfer des Schiffs gerade noch bew�ltigen konnten. Der verbleibende Syndik-J�ger konnte die vorderste Linie an Flugk�rpern abwehren, doch die n�chsten Torpedos kamen durch, trafen den Schild, schw�chten ihn und durchl�cherten schlie�lich den Rumpf.</p><p>Augenblicke sp�ter stellte auch dieser Angreifer keine Bedrohung mehr dar.</p><p>�Das waren nahezu alle Flugk�rper, �ber die die <emphasis>Repulse</emphasis> noch verf�gt, Captain Geary�, lie� Desjani ihn wissen. �Der Captain wirft alles in die Waagschale, um die Vorhut der Syndiks zu stoppen.�</p><p>Geary nickte gem�chlich und versuchte, sich seine Gef�hle nicht anmerken zu lassen. <emphasis>Er hat kaum noch etwas in der Hand, wenn die n�chsten Schiffe ihn erreichen. Aber das ist auch nicht mehr von Bedeutung. Jedenfalls nicht, wenn man das eigentliche Ziel vor Augen hat, die</emphasis> Titan <emphasis>intakt den Sprungpunkt erreichen zu lassen. Zum Teufel mit dem eigentlichen Ziel. Und zum Teufel mit den Syndiks.</emphasis></p><p>Er betrachtete die Bewegungsvektoren und bekam allm�hlich ein Gef�hl f�r die Situation, nachdem die ersten f�nf Syndik-J�ger ausgeschaltet worden waren. Dann sah er die Antwort. �Er k�nnte es geschafft haben.�</p><p>�Noch nicht ganz�, wandte Desjani ein.</p><empty-line/><p>Die n�chste Angriffswelle wurde mit einem Sperrfeuer aus Kart�tschen und H�llenspeeren empfangen. Hier und da gelang es einem Phantom, sich seinen Weg durch das Chaos zu bahnen und die Schilde der Syndiks zu strapazieren, dennoch kamen vier der f�nf Syndik-J�ger durch. Drei von ihnen hatten durch den Aufprall der Kart�tschen deutlich an Geschwindigkeit verloren, zudem waren sie so besch�digt worden, dass sie nicht wieder beschleunigen konnten.</p><p>Der vierte hatte erkennbar einen Gro�teil seiner Feuerkraft darauf verwendet, um unbehelligt die <emphasis>Repulse</emphasis> zu passieren.</p><p>�Er hat es geschafft�, sagte sie, wobei ihre Stimme vor Erleichterung lauter wurde. �Ich empfehle Ihnen, den Begleitschiffen der <emphasis>Titan</emphasis> zu sagen, sie sollen den vordersten Syndik-J�ger mit einem halben Dutzend Phantomen aus ihren Heckwerfern beschie�en. Der J�ger wird das nicht �berstehen, nachdem er so viel darauf verwendet hat, an der <emphasis>Repulse</emphasis> vorbeizukommen. Es sei denn, er weicht von seinem Kurs ab, und wenn er das macht, wird er es nicht zur�ck zur <emphasis>Titan</emphasis> schaffen, bevor die in den Sprung geht.�</p><p>�Gut. Geben Sie bitte diesen Befehl.� Er h�rte ihr nicht zu, w�hrend Desjani sich an die Begleitschiffe wandte. Sein Blick galt dem Display vor ihm, auf dem zu sehen war, wie weitere J�ger � diesmal unterst�tzt von leichten Kreuzern � sich der <emphasis>Repulse</emphasis> n�herten und das Schiff unter Beschuss nahmen. Obwohl die Syndik-Schiffe viel zu schnell waren und sie ihre Umgebung nur verzerrt wahrnehmen konnten, trug die <emphasis>Repulse</emphasis> schwere Sch�den davon und war nicht in der Lage, schnell genug zu man�vrieren, um dem Feuer auszuweichen, das auf ihre gesch�tzte Position gerichtet wurde. Der <emphasis>Repulse</emphasis> gelang es, ein weiteres Null-Feld abzufeuern, doch der damit anvisierte leichte Kreuzer konnte ausweichen, sodass das Feld lediglich die Schilde streifte.</p><p>Der Kampf war mittlerweile zweiundsiebzig Lichtsekunden von der <emphasis>Dauntless</emphasis> entfernt. Auch wenn Geary nur das zu sehen bekam, was sich vor mehr als einer Minute und zehn Sekunden zugetragen hatte, wusste er doch ganz genau, welche Situation in diesem Moment auf der <emphasis>Repulse</emphasis> herrschte. Er hatte sich in der gleichen Lage befunden, auch wenn die nicht ganz so aussichtslos gewesen war. Alle Waffenbest�nde waren inzwischen aufgebraucht, die Schilde rings um das Schiff gl�hten fast unabl�ssig, w�hrend der Beschuss durch den Feind nach und nach die �u�eren Verteidigungsebenen durchdrang. Dann folgten vereinzelte Treffer auf der Schiffsh�lle, sobald die Schilde punktuell ausfielen. Treffer, die wie Hammerschl�ge eines blinden Riesen wirkten, bis die Schilde vollst�ndig versagten.</p><p>Die Gesch�tzgruppen f�r die H�llenspeere feuerten weiter, bis sie sich vereinzelt oder gleich gruppenweise abschalteten, weil die Energieversorgung ausfiel. Dann jagten in immer gr��erer Zahl und immer schneller gl�hende Metallb�lle und Speere aus �berhitztem Gas in alle Richtungen durch den Rumpf, die alles ausl�schten, was sich ihnen in den Weg stellte.</p><p>�Die <emphasis>Repulse</emphasis> hat Rettungskapseln abgesetzt.�</p><p>Es wurde allm�hlich schwierig, ein deutliches Bild von den Ereignissen zu bekommen. Durch den Kampf trieben so viele Tr�mmer im All, dass sie die Sicht aufs Geschehen nahmen. Aber die Systeme der <emphasis>Dauntless</emphasis> konnten dennoch die Funksignale der gestarteten Rettungskapseln ausmachen, und sie berechneten auch sofort m�gliche Abfangkurse, um die Kapseln einzusammeln. Geary sah, dass deren Flugbahnen mitten durch den Pulk der n�her r�ckenden Syndik-Flotte verliefen, und wusste, er konnte den Menschen in diesen Rettungskapseln jetzt nicht helfen. Wenn das Gefecht sich dem Ende zuneigte, w�rden die Syndiks sie an Bord holen und f�r den Rest ihres Lebens in ein Arbeitslager schicken. <emphasis>Aber ich werde mein Versprechen nicht vergessen, Michael Geary. Wenn es irgendwie m�glich ist, werde ich sie aus diesen Lagern holen.</emphasis></p><p>Die <emphasis>Repulse</emphasis> wurde mittlerweile unabl�ssig von weiteren Syndik-Schiffen �berholt, von denen keines mehr seine Fahrt verlangsamte, um sich mit ihr ein Gefecht zu liefern. Stattdessen er�ffneten sie im Vorbeiflug lediglich das Feuer, wodurch dem Schiff keine Ruhepause geg�nnt wurde. Die ersten schweren Kreuzer passierten die <emphasis>Repulse</emphasis> und trugen ihren Teil zum Untergang des Allianz-Schiffs bei.</p><p>�Vor f�nfundsiebzig Sekunden hat die <emphasis>Repulse</emphasis> das Feuer eingestellt. Alle Waffensysteme sind entweder ausgefallen oder zerst�rt worden.�</p><empty-line/><p>Geary nickte nur, da er nicht wusste, ob er einen Ton herausbe-k�me. Es wurden immer noch Rettungskapseln ausgesto�en, doch ihre Zahl nahm best�ndig ab.</p><p>�Wir haben ein Signal von der <emphasis>Repulse</emphasis> erhalten, wonach eine Zerst�rung des Antriebs eingeleitet wurde.�</p><p>�Wie lange bis zur Zerst�rung des Kerns?� Es dauerte einen Moment, bis Geary erkannte, dass er derjenige war, der diese Frage gestellt hatte.</p><p>�Ungewiss. Das Gleiche gilt auch f�r die Intensit�t der Detonation, da wir nicht wissen, welche Sch�den der Kern bereits davongetragen hat.�</p><p>�Verstanden.� Wom�glich war die <emphasis>Repulse</emphasis> bereits zerst�rt und das Licht der Explosion hatte nur noch nicht die <emphasis>Dauntless</emphasis> erreicht. Bald w�rde er es genau wissen. Einen Augenblick lie� er das Gefecht in den Hintergrund r�cken und besch�ftigte sich mit den Schiffen der Allianz-Flotte, die in jene Region innerhalb des Schwerkraftfelds um den Stern eintauchte, in der genau die richtigen Bedingungen herrschten, um in den Sprungraum �berzuwechseln, der die Reise zu anderen Sternen auf einige Wochen oder Monate verk�rzte.</p><p>�Commander Cresidas Plan enthielt den Hinweis, dass heutige Schiffe bei bis zu 0,1 Lichtgeschwindigkeit den Sprung vornehmen k�nnen.�</p><p>�Das ist richtig�, best�tigte Desjani. �Die Systeme des Sprungantriebs erreichten diese Leistung, aber durch das Hypernet wurde die weitere Forschung und Entwicklung �berfl�ssig.�</p><p>Die <emphasis>Titan</emphasis> hatte es geschafft, w�hrend die Bewegungsvektoren der vordersten Syndik-Schiffe ihr nahezu hektisch folgten. Der Syndik-J�ger, der der <emphasis>Titan</emphasis> am n�chsten war und der nur mit knapper Not den Angriff der <emphasis>Repulse</emphasis> �berstanden hatte, wurde durch Phantome von den Begleitschiffen in St�cke geschossen. Andere Syndik-Schiffe versuchten, das gro�e Allianz-Schiff zu erreichen, doch ihre Abfangkurse f�hrten ins Leere, da die <emphasis>Titan</emphasis> und ihre Eskorte in diesem Augenblick in den Sprungraum �berwechselten. Mehrere feindliche Schiffe, allesamt von einem leichteren Typ, wurden von dem Sperrfeuer jener schweren Allianz-Schiffe zerschmettert, die noch nicht zum Sprung angesetzt hatten. Die �berlebenden Syndik-J�ger versuchten in aller Eile, die Vektoren zu ver�ndern und andere Allianz-Schiffe flugunf�hig zu schie�en, bevor sie selbst ausgel�scht wurden.</p><p>Geary warf einen Blick auf die <emphasis>Repulse</emphasis>, doch sie war vom Display verschwunden. Eine Wolke aus Tr�mmern und Gasen, die inmitten der vorr�ckenden Syndik-Flotte trieb, kennzeichnete jene Stelle, an der das Schiff gestorben war. <emphasis>M�gen die lebenden Sterne dich f�hren, und m�gen unsere Vorfahren dich willkommen hei�en, Michael Geary.</emphasis></p><p><emphasis>Lebe wohl, bis wir uns an diesem Ort wiedersehen.</emphasis> �An alle verbliebenen Schiffe. Springen Sie, sobald es m�glich ist. Ich wiederhole: Springen Sie, sobald es m�glich ist. Jetzt!�</p></section><section><title><p>Drei</p></title><p>Der Sprungraum hatte sich nicht im Geringsten ge�ndert. Geary wusste, dass er nichts anderes h�tte erwarten sollen (was waren schon hundert Menschenjahre im Leben des Universums?), aber ihm hatte die Vorstellung zu schaffen gemacht, das neue Hypernet-System k�nnte sich in irgendeiner sichtbaren Form durch die Leere ziehen. Stattdessen jedoch pr�sentierte sich der Sprungraum als die gleiche endlose und trostlose Schw�rze, die immer so schien, als w�rde sie jeden Moment in das dunkelste Grau umschlagen. In dieser Weite waren einige wenige Lichtflecken zu sehen, die keinem nachvollziehbaren Prinzip folgten und etwas darstellten, das selbst jetzt noch nicht n�her erforscht worden war.</p><p>�Die Matrosen sagen, die Lichter seien das Zuhause unserer Vorfahren.�</p><p>Geary sah zu Captain Desjani. �Das hat man schon zu meiner Zeit gesagt.� Ihm war nicht nach reden zumute, aber er tat es trotzdem.</p><p>Sie hatte sich die Zeit genommen, ihn in der gro�en Kabine aufzusuchen, die er quasi von Admiral Bloch geerbt hatte. Geary behielt f�r sich, dass er seit seiner Rettung die graue Unendlichkeit des Sprungraums nicht ansehen konnte, ohne dass gleichzeitig seine Knochen zu schmerzen begannen, als w�rde die K�lte, die sie im k�nstlichen Tiefschlaf erfahren hatten, nie wieder aus ihnen weichen.</p><p>Desjani betrachtete einen Moment lang das Display, ehe sie fort-fuhr: �Einige Matrosen sagen, Sie seien dort gewesen. In diesen Lichtern. Und dass Sie dort bis zu dem Augenblick gewartet haben, als die Allianz Sie brauchte.�</p><p>Unwillk�rlich begann er zu lachen, obwohl er selber wahrnehmen konnte, wie angestrengt sich dieses Lachen anh�rte. �Ich glaube, wenn ich in der Angelegenheit etwas zu sagen gehabt h�tte, w�re ich nicht jetzt zur�ckgekommen.�</p><p>�Nun, sie sagen nicht, dass es ein Zeitpunkt war, den Sie ausge-sucht haben. Sie sagen, Sie wurden gebraucht.�</p><p>�Ich verstehe.� Er h�rte auf zu lachen und sah sie an. �Und was denken Sie?�</p><p>�Die Wahrheit?�</p><p>�Die ist das Einzige, was ich jemals von Ihnen h�ren m�chte.�</p><p>Desjani l�chelte ihn an. �Wie Sie w�nschen. Ich glaube, <emphasis>falls</emphasis> unsere Vorfahren direkt in die Geschehnisse eingreifen k�nnen und <emphasis>falls</emphasis> sie entschieden haben, Sie zu dieser Flotte zu bringen, dann war es eine sehr gute Entscheidung.�</p><p>�Captain, nur f�r den Fall, dass Ihnen das noch immer nicht klar ist: Ich bin nicht dieser Black Jack Geary, von dem Sie in der Schule geh�rt haben.�</p><p>�Stimmt�, pflichtete sie ihm bei. �Sie sind besser als er.�</p><p>� <emphasis>Was?</emphasis> �</p><p>�Das meine ich ernst.� Captain Desjani beugte sich vor und unter-strich mit einer Handbewegung ihre Worte. �Ein legend�rer Held kann eine Inspiration sein, aber er ist keine gro�e Hilfe, wenn es um konkretes Handeln geht. Ich bin mir nicht sicher, ob der Black Jack Geary, �ber den ich so viel geh�rt habe, diese Flotte aus dem Heimatsystem der Syndiks gef�hrt h�tte. Sie haben das gemacht.�</p><p>�Weil Sie alle glauben, dass ich dieser Black Jack Geary <emphasis>bin</emphasis>!�</p><p>�Aber Sie sind ja auch dieser Mann! W�ren Sie nicht er, dann w�ren die �berlebenden dieser Flotte l�ngst auf dem Weg in ein Arbeitslager der Syndiks.�</p><p>Geary verzog das Gesicht. �Sie gehen davon aus, dass niemand sonst sich der Situation gewachsen gef�hlt und die Gelegenheit genutzt h�tte. Weder Sie noch beispielsweise Captain Duellos.�</p><p>�Die Captains Faresa und Numos sind beide l�nger im Dienst als ich oder Captain Duellos. Die beiden w�ren uns nicht gefolgt. Vielleicht h�tten ein paar von uns ebenfalls die Idee gehabt, einen Fluchtversuch durch den Sprungpunkt zu unternehmen, aber es w�ren nicht genug gewesen, um die lange Heimreise zu �berleben. Die Flotte w�re zerfallen und Schiff f�r Schiff gestorben.� Sie verzog den Mund, dann l�chelte sie wieder. �Das haben Sie verhindert.�</p><p>Geary zuckte mit den Schultern und vermied es, eine direkte Antwort auf ihre Bemerkung zu geben. �Sie sagten, Sie h�tten etwas f�r mich.�</p><p>�Ja. Es ist eine Nachricht f�r Sie von Commander Cresida von der <emphasis>Furious</emphasis> eingegangen.�</p><p>Verwundert sah er sie an. �Wurde die kurz vor dem Sprung �bertragen?�</p><p>�Nein. Die M�glichkeit, im Sprungraum Nachrichten zu �bermitteln, wurde schon vor einer Weile entwickelt. Datenstr�me mit hohen �bertragungsraten lassen sich zwar nicht senden, aber wir k�nnen einfache Mitteilungen durchleiten.�</p><p>�Oh.� Einen Moment gr�belte er �ber das �schon vor einer Weile�</p><p>nach, bis ihm wieder einfiel, wodurch die Frage �berhaupt erst auf-geworfen worden war. �Was will Commander Cresida?� Desjani gab ihm ein Notepad, und er �berflog den kurzen Text. �Sie bietet ihren Abschied an?�</p><p>Desjani sch�ttelte als Antwort darauf den Kopf. �Ich habe die Nachricht nicht gelesen, Captain Geary. Sie war an Sie pers�nlich gerichtet.�</p><p>�Oh.� <emphasis>Ich sollte wohl besser mal was anderes sagen.</emphasis> �Nun, jedenfalls macht sie das. Sie bietet wegen der <emphasis>Repulse</emphasis> ihren Abschied an.� Als er den Namen des Schiffs aussprach, traf ihn die Erinnerung an das Ende der <emphasis>Repulse</emphasis> wie ein Fausthieb in den Magen.</p><p>�Aber Ihr Befehl lautete��</p><p>�Der Captain der <emphasis>Repulse</emphasis> meldete sich freiwillig�, erkl�rte Geary mit tonloser Stimme. �Nein. Es geht darum, dass der von ihr entwi-ckelte Plan das Opfer eines weiteren Schiffs erforderlich machte, damit die <emphasis>Titan</emphasis> den Sprung durchf�hren konnte.� Er sank in seinem Sessel zusammen, betrachtete das Notepad und fragte sich, ob er wieder eine Dosis seiner Medikamente ben�tigte. Oder war das nur die Reaktion auf den Stress, den ihm der Gedanke bereitete, was falsch gelaufen war und welchen Preis sie daf�r hatten zahlen m�ssen? <emphasis>Sie hat es versucht. W�hrend alle anderen einfach dasa�en und ihre eigene Beerdigung planten, bot sich Cresida an, eine L�sung f�r ihre Situation zu finden. Ich glaube, Michael Geary konnte sie gut leiden. Und ich habe ihren Plan abgesegnet. Ich. Niemand sonst.</emphasis> �Meiner Meinung nach gab es keinen anderen Weg, um die <emphasis>Titan</emphasis> zu retten. Nicht unter den Umst�nden, unter denen sie den Plan ausarbeiten musste.� Desjani sah ihn nur an und sagte nichts. �Kann ich meine Antwort hier hin-schreiben?�</p><p>�Ja. Je k�rzer, umso besser.�</p><p>Geary griff nach dem Stylus und schrieb: <emphasis>An Commander Cresida, ASN</emphasis> Furious. <emphasis>Bitte abgelehnt. Sie genie�en weiter mein volles Vertrauen.</emphasis></p><p><emphasis>Hochachtungsvoll, John Geary, Captain, ASN.</emphasis></p><p>Dann gab er ihr das Notepad zur�ck und bemerkte ihren fragenden Blick. Geary gab ihr zu verstehen, dass sie seine Antwort lesen sollte. Sie tat es, nickte und l�chelte fl�chtig. �Genau das, was ich auch von Ihnen erwartet hatte, Sir.�</p><p>Er betrachtete sie und versp�rte innerlich eine immense Leere. <emphasis>Alles, was ich mache, legen sie so aus, dass sie das von Black Jack Geary nicht anders erwartet haben. Oder von jemandem, der sogar noch besser ist als der legend�re Black Jack Geary! Die Vorfahren m�gen mir beistehen!</emphasis></p><p><emphasis>Warum k�nnen sie mich nicht einfach so akzeptieren, wie ich wirklich bin?</emphasis></p><p><emphasis>Andererseits� wie gut kenne ich sie schon?</emphasis></p><p>Wieder musterte er Captain Desjani und versuchte, sie so unvor-eingenommen anzusehen, als w�rde er ihr in diesem Moment zum ersten Mal begegnen. �Wie hei�en Sie eigentlich mit Vornamen?�</p><p>�Tanya.� Sie l�chelte wieder fl�chtig.</p><p>�Ich glaube, ich habe noch nie eine Tanya gekannt.�</p><p>�Der Name war eine Zeit lang sehr beliebt. Sie wissen ja, wie das l�uft. Es gibt viele Frauen meiner Generation, die Tanya hei�en.�</p><p>�Ja, ich wei�. Namen kommen und gehen. Woher stammen Sie?�</p><p>�Kosatka.�</p><p>�Tats�chlich? Da war ich mal.�</p><p>Sie sah ihn ungl�ubig an. �Im System oder auf dem Planeten?�</p><p>�Auf dem Planeten.� Die Erinnerungen stolperten los und l�sten ein zufriedenes Strahlen auf seiner Miene aus. �Ich war damals noch Junioroffizier. Mein Schiff wurde als Teil einer offiziellen Allianz-Abordnung f�r eine k�nigliche Hochzeit dorthin geschickt. Irgendeine richtig gro�e Sache. Der ganze Planet war aus dem H�uschen, und die Leute �berschlugen sich f�rmlich vor Freundlichkeit. Mir sind noch nie so viele Getr�nke und Mahlzeiten spendiert worden.�</p><p>Geary l�chelte sie an, dann sah er, dass sie nicht wusste, wovon er redete. �Ich nehme an, es war keine historische Hochzeit.�</p><p>��hm� vermutlich nicht.� H�flich entgegnete sie. �Auf Kosatka genie�t die k�nigliche Familie l�ngst nicht mehr das gleiche Ansehen wie fr�her.�</p><p>Geary nickte und versuchte, sein L�cheln zu wahren. �Was gestern noch ein unvergessliches Ereignis war, ist wohl schnell in Vergessenheit geraten.�</p><p>�Aber ich bin mir nicht sicher, ob sich noch jemand daran erinnern kann, dass Sie auf Kosatka waren. Das ist schon etwas Besonderes.</p><p>Hat es Ihnen gefallen?�</p><p>Sein L�cheln nahm wieder einen ehrlichen Zug an. �Ja. Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich mich noch an irgendwelche atembe-raubenden Landschaften erinnere, aber es war ein angenehmer Ort, an dem man sich willkommen f�hlte. Ein paar Kameraden aus meiner Crew spielten mit dem Gedanken, sich dort niederzulassen, wenn sie erst einmal pensioniert waren.� Er zwang sich zu einem Lacher. �M�chte wetten, dass sich das inzwischen auch ge�ndert hat.�</p><p>�Nicht so sehr. Ich war lange nicht mehr dort, aber ich habe Kosatka genauso in Erinnerung wie Sie.�</p><p>�Kein Wunder, es ist ja auch Ihre Heimatwelt.� Einen Moment lang sa�en sie beide schweigend da, dann seufzte Geary schwer.</p><p>�Und wie sieht es zu Hause aus?�</p><p>�Sir?�</p><p>�Zu Hause. In der Allianz. Wie sieht es dort aus?�</p><p>�Es ist� es ist immer noch die Allianz.� Sie sch�ttelte den Kopf und wirkte mit einem Mal �lter und ersch�pfter. �Der Krieg dauert bereits sehr lange. So viel muss ins Milit�r gesteckt werden, um neue Schiffe und neue Verteidigungsanlagen zu bauen, um neue Bo-dentruppen aufzustellen. Zusammengenommen sind unsere Welten sehr wohlhabend, doch das Geld flie�t unabl�ssig in die R�stung.�</p><p>Geary studierte seine H�nde, da er ihr nicht ins Gesicht sehen wollte. �Sagen Sie mir die Wahrheit. Stehen die Syndiks kurz vor dem Sieg?�</p><p>�Nein!� Ihre Antwort kam so prompt, dass er es eher f�r Desjanis Glauben hielt, weniger f�r eine n�chterne Analyse der Situation.</p><p>�Wir allerdings auch nicht�, r�umte sie sogleich ein. �Daf�r ist das Ganze viel zu kompliziert. Die Entfernungen, die F�higkeiten jeder Seite, sich von den Verlusten zu erholen und neue Streitkr�fte aufzustellen, das Gleichgewicht der Feuerkraft.� Sie seufzte. �Wir befinden uns seit Langem in einer Pattsituation.�</p><p>Das ergab einen Sinn, wenn er die von Desjani angef�hrten Gr�n-de ber�cksichtigte. Sowohl die Allianz als auch die Syndikatwelten waren so gro�, dass schon ein Jahrhunderte w�hrender Krieg erforderlich war, um �berhaupt eine der Seiten schlagen zu k�nnen.</p><p>�Warum haben die Syndikatwelten eigentlich einen Krieg begonnen, den sie gar nicht gewinnen k�nnen?�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Sie wissen, wie die sind. Ein K�rperschaftsstaat, gef�hrt von Diktatoren, die sich als Diener des Volkes bezeichnen, das sie h�chstpers�nlich versklaven. Die freien Welten der Allianz waren eine st�ndige Bedrohung f�r die Diktatoren der Syndikatwelten, weil sie Beispiele daf�r sind, dass eine Volksvertretung und B�rgerrechte mit gr��erer Sicherheit und mehr Wohlstand einhergehen k�nnen, als sich die Syndiks jemals tr�umen lassen k�nnten. Darum haben sich die Rift-F�deration und die Callas-Republik in diesem Krieg letztlich auch der Allianz angeschlossen. W�rde es den Syndiks gelingen, die Allianz zu zerschlagen, dann w�ren alle verbliebenen freien Welten als N�chste an der Reihe.�</p><p>Geary nickte verstehend. �Die Syndik-F�hrungsebene war schon immer besorgt, auf einigen der eigenen Welten k�nnte es zu einer Revolte kommen. Und nur deshalb haben sie uns angegriffen? Weil sie ihre eigene Bev�lkerung nur in Schach halten konnten, indem die Allianz statt einer attraktiven Alternative eine Kriegsgefahr darstellte?�</p><p>Diesmal legte Desjani die Stirn in Falten, zuckte dann aber wieder mit den Schultern. �Vermutlich ja, Sir. Um ehrlich zu sein, der Krieg begann vor sehr langer Zeit, und ich habe mich mit den genauen Umst�nden nie eingehend befasst. Was f�r mich und jeden anderen in der Allianz z�hlt, ist die Tatsache, dass die Syndiks ohne Provo-kation von unserer Seite einen Angriff auf uns gestartet haben. Genauer gesagt: auf unsere Vorfahren. Wir k�nnen nicht zulassen, dass sie daraus einen Nutzen ziehen.�</p><p>�Ist ihnen das gelungen?�, fragte er.</p><p>�Nicht dass ich w�sste.� Desjani antwortete mit einem triumphie-renden Grinsen, dann wurde sie wieder ernst. �Es er�brigt sich wohl, zu sagen, dass wir auch keinen Nutzen daraus ziehen konnten.�</p><p>�Niemand profitiert davon, niemand kann siegen. Warum setzen wir diesem Krieg nicht ein Ende? Warum handeln wir nicht einen Friedensvertrag aus?�</p><p>Sie riss den Kopf herum und starrte ihn ungl�ubig an. �Das k�nnen wir nicht machen!�</p><p>�Aber wenn keine von beiden Seiten gewinnen kann��</p><p>�Wir k�nnen ihnen nicht vertrauen! Die werden sich an keine Vereinbarung halten! Gerade Sie wissen das. Der Angriff, gegen den Sie sich damals so vehement zur Wehr gesetzt haben, war ein �berra-schungsangriff! Ein grundloser Hinterhalt! Nein.� Wutentbrannt sch�ttelte sie den Kopf. �Verhandlungen mit Kreaturen wie den Vertretern der Syndikatwelten sind unm�glich. Sie m�ssen besiegt werden, damit sich dieses �bel nicht weiter ausbreiten kann und damit nicht noch mehr Unschuldige ermordet werden. Ganz gleich, wie hoch der Preis ist.�</p><p>Wieder schaute er zur Seite und �berlegte, was ein Jahrhundert Krieg nicht nur mit der Wirtschaft, sondern auch mit dem Verstand anstellen konnte. <emphasis>Vermutlich hat Desjani recht, dass die genauen Gr�nde f�r den Angriff der Syndiks vor einem Jahrhundert heute nicht mehr wichtig sind. Aber ich muss daran denken, das irgendwann einmal nachzule-sen, anstatt den Angriff einfach auf die unmoralische Grundeinstellung der Syndik-F�hrer zu schieben. Es ist nat�rlich nicht so, als h�tten die Syndiks noch nie unter Beweis gestellt, zu welchen Grausamkeiten sie f�hig sind. Admiral Bloch k�nnte davon ein Lied singen. Aber wenn keine Seite gewinnen kann und auch nicht verhandeln will, dann verdammt das alle � die Guten wie die Schlechten � zu einem ewigen Krieg.</emphasis> Geary sah Desjani an, die ihn mit gelassener �berzeugung musterte. <emphasis>Sie ist sich sicher, dass ich ihre Meinung teile, schlie�lich bin ich ja der legend�re Black Jack Geary, nicht wahr?</emphasis></p><p>Als h�tte sie seine Gedanken gelesen, nickte Captain Desjani in diesem Moment. �Sie sehen also, wie wichtig es ist, dass wir nach Hause zur�ckkehren. Der Schlag gegen ihr Heimatsystem h�tte der entscheidende Moment sein k�nnen, um das Pendel zu unserer Seite ausschlagen zu lassen. Es war zwar ein Fehlschlag, aber wenn wir den Hypernet-Schl�ssel heimbringen und nachbauen k�nnen, dann wird das die Syndiks vor eine ausweglose Situation stellen. Entweder m�ssen sie das Hypernet abschalten oder damit rechnen, dass wir jederzeit �berall auftauchen k�nnen.�</p><p>Geary reagierte mit einem Nicken. �Und wenn sie ihr Hypernet abschalten, dann kann die Allianz ihre Kr�fte viel schneller verlegen, als es den Syndiks m�glich w�re. Wir k�nnten sie Schiff f�r Schiff zusammenschie�en, w�hrend sie hinter uns herlaufen und versuchen w�rden, uns aufzuhalten. Allein in dieser Hinsicht w�re das ein immenser Vorteil. Ich kann mir kaum ausmalen, welchen wirtschaftlichen Nutzen die Allianz daraus ziehen k�nnte. Warum sind sie das Risiko eingegangen, uns einen ihrer Schl�ssel zu geben?�</p><p>Desjani verzog das Gesicht. �Aus deren Sicht muss der Plan wohl narrensicher gewesen sein. Sie k�dern uns mit einem Schlag gegen ihr Heimatsystem, sie �berlassen uns durch einen angeblichen Verr�ter den Schl�ssel, und dann stellen sie uns eine Falle, aus der es kein Entkommen gibt.� Sie begann zu grinsen. �Aber sie wussten nicht, dass wir <emphasis>Sie</emphasis> haben.�</p><p><emphasis>Oh, bei den lebenden Sternen. Aber solange sie diejenige ist, die das Thema anspricht�</emphasis> �Wie haben Sie mich nach so langer Zeit eigentlich gefunden? Warum ist nicht fr�her jemand auf mich aufmerksam geworden?� Die Fragen waren ihm schon zuvor durch den Kopf gegangen, aber er hatte sich nie um die Antworten bem�ht, da er sich nicht mit Ereignissen befassen wollte, die ihn von seiner eigenen Zeit getrennt und mitten zwischen diese vertrauten Fremden geschleudert hatten.</p><p>Desjani tippte auf den kleinen Tisch zwischen ihnen und eine Anzeige verschiedener Sternensysteme erwachte zum Leben. �Wussten Sie, dass das geht? Ihre letzte Schlacht� verzeihen Sie, das was wir f�r Ihre letzte Schlacht gehalten hatten, fand hier statt.� Sie zeigte auf einen unbedeutenden Stern. �Grendel.�</p><p>Von einem kurzen Nicken begleitet zog er mit seinem Finger eine Linie, die verschiedene Sterne miteinander verband. �Das war Teil einer Standard-Transitroute. Darum war mein Konvoi dort unterwegs.�</p><p>�Ja, aber das System liegt auch in der N�he des Syndik-Territoriums, weshalb der Konvoi von einer Eskorte begleitet wurde. Richtig?� Geary bejahte ihre Frage, w�hrend Desjani auf die Sterne jenseits des Systems zeigte. �Die Syndiks konnten m�helos in das System springen, was sie auch taten, als die Attacke auf Sie erfolgte.�</p><p>Einen Moment lang sa� sie da und sagte nichts. �Anschlie�end�</p><p>nun, so wie ich das verstanden habe, wurde das System ger�umt, aber die Syndiks unternahmen immer wieder Spr�nge dorthin, weil sie hofften, noch mehr Schiffe der Allianz zu erwischen. Alles lief dort unter Gefechtsbedingungen ab, und die st�ndigen Auseinan-dersetzungen hinterlie�en immer mehr Wracks und Tr�mmerteile, die im System umhertrieben. Schlie�lich wurde Grendel komplett aufgegeben, ausgenommen eine Hand voll automatischer Fr�h-warnsysteme, die uns dar�ber informierten, ob die Syndiks wieder im Anflug waren. Es war sinnvoller, in Sicherheit durch Beowulf, Caderock und Rescat zu springen, anstatt sich durch Grendel zu wagen.� Abermals zuckte sie mit den Schultern. �Und nachdem das Hypernet eingerichtet worden war, hatte sich sogar das erledigt.�</p><p>Geary betrachtete die Anzeige und f�hlte, wie aus den W�nden ringsum K�lte auf ihn �berzuspringen schien, w�hrend er sich vor-stellte, dass er Jahrzehnte in seiner Rettungskapsel durch ein System getrieben war, in dem es nichts gab au�er den Tr�mmern eines Krieges. �Aber Sie sind dort durchgeflogen.�</p><p>�Ja. Wir mussten in ein System der Syndiks springen, in dem eines ihrer Hypernet-Portale existiert, und Grendel war daf�r der ideale Ausgangspunkt. Abgeschieden, ruhig, leer.� Mit einem Finger ging sie durch die Darstellung des einzelnen Sterns. �Unsere Sensoren sind inzwischen leistungsf�higer und empfindlicher. Sie registrierten die Energie, mit der Ihre Rettungskapsel betrieben wurde, und nahmen die abgestrahlte W�rme wahr. Es h�tte ein Energieleck von einer Spionagedrohne der Syndiks sein k�nnen, deshalb gingen wir der Entdeckung nach.� Sie sch�rzte die Lippen. �Die Flotten�rzte sch�tzten, dass Sie nur noch ein paar Jahre in der Kapsel h�tten zubringen k�nnen, bevor die Energie aufgebraucht gewesen w�re.�</p><p>Die K�lte drang in ihn ein und drohte, den Atem in seiner Luftr�h-re gefrieren zu lassen. �Davon wusste ich nichts.�</p><p>�Die Kapseln sind nicht daf�r ausgelegt, einen Menschen so lange am Leben zu erhalten. Der einzige Grund f�r Ihr �berleben ist der, dass Sie allein an Bord waren. Schon ein zweiter �berlebender h�tte gen�gt, um die Energiereserven in k�rzester Zeit aufzubrauchen.�</p><p>�Ich Gl�ckspilz.�</p><p>Sie sah ihn wieder an. �Viele sind der Ansicht, dass das mit Gl�ck nichts zu tun hatte, Captain Geary. Unglaublich viele Dinge mussten zusammenwirken, damit Sie genau zu dem Zeitpunkt auf dieses Kriegsschiff gebracht wurden, als die Allianz Sie am n�tigsten hatte.</p><p>Als <emphasis>wir</emphasis> Sie am n�tigsten hatten.�</p><p><emphasis>Wunderbar. Ein Beweis mehr f�r die Gl�ubigen, dass mich die lebenden Sterne geschickt haben um� ja, um was eigentlich zu tun? Erwarten sie von mir �nur�, dass ich diese Flotte in Sicherheit bringe, oder ist das blo� der Anfang ihrer Tr�ume?</emphasis></p><p><emphasis>Wie soll ich ihnen sagen, dass ich nichts weiter bin als ein fehlbarer Mensch, dem das Schicksal ein paar gemeine Schl�ge ausgeteilt hat? Und wie werden sie reagieren?</emphasis></p><p>Ihm fiel auf, dass sie ihn mit Sorge betrachtete. �Was ist? Stimmt etwas nicht?�</p><p>�Nein, nein! Es ist nur� Sie haben so lange Zeit dagesessen, ge-schwiegen und vor sich hingestarrt. Deswegen war ich ein wenig besorgt.�</p><p>Die letzte Dosis Medikamente musste in ihrer Wirkung nachlas-sen, oder die j�ngsten Ereignisse hatten ihn st�rker mitgenommen, als es die Medikamente ausgleichen konnten. �Ich glaube, ich brauche etwas Ruhe.�</p><p>�Nichts spricht dagegen, dass Sie sich ausruhen. Wir verbringen drei Wochen im Sprungraum, bis wir Corvus erreichen. Genug Zeit, damit Sie sich erholen k�nnen.� Ein schuldbewusster Ausdruck huschte �ber ihr Gesicht. �Die Flotten�rzte wollen Sie so bald wie m�glich sehen. Das sollte ich Ihnen eigentlich sagen.�</p><p><emphasis>Ich m�chte wetten, dass sie mich sehen wollen. Gehe ich ihnen besser aus dem Weg, oder begebe ich mich zu ihnen?</emphasis> �Danke. Und danke auch f�r alles andere, Tanya. Ich bin froh, auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> zu sein.�</p><p>Es war erstaunlich, wie sehr sich Captain Desjanis Gesichtsz�ge ver�nderten, wenn sie l�chelte. �Die Freude ist ganz meinerseits, Captain Geary.�</p><p>Nachdem sie gegangen war, sa� er eine Weile da und konnte weder die geistige noch die k�rperliche Kraft aufbringen, um �berhaupt <emphasis>irgendetwas</emphasis> zu tun. Drei Wochen bis Corvus. Keine allzu lange Zeit, aber eine Ewigkeit f�r die Schiffe einer Flotte, deren �berleben vor Kurzem auf gerade einmal eine Stunde begrenzt schien.</p><p>Irgendwann war das Bettzeug ausgetauscht worden, womit Geary das Dilemma erspart blieb, entweder um Hilfe zu bitten, damit man ihm neues Bettzeug brachte, oder in Admiral Blochs Bett zu schlafen. Er schlief viele Stunden hintereinander, in denen eindringliche Tr�ume auf ihn einst�rzten, an die er sich nicht mehr erinnern konnte, wenn er zwischendurch kurz aufwachte.</p><p>Schlie�lich stand er auf, da die Betriebsamkeit der Tagschicht an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> ihm keine Ruhe g�nnte, sondern trotz der guten L�rmisolation seiner Kabine bis zu ihm vordrang. Erleichtert stellte er fest, dass er sich wieder besser bei Kr�ften f�hlte, und er begann, sich in seinem Quartier umzusehen, wobei er alles ignorierte, das nach dem pers�nlichen Hab und Gut von Admiral Bloch aussah.</p><p>Dabei stie� er auf ein paar unge�ffnete Verpflegungsriegel, die vermutlich genauso alt waren wie er selbst.</p><p>Da ihm der Sinn nicht nach einem gro�en Fr�hst�ck stand, be-gn�gte er sich mit den Verpflegungsriegeln.</p><p>Und jetzt? Jetzt besa� er den Luxus von Freizeit. Die Allianz-Flotte w�rde Wochen im Sprungraum verbringen, also h�tte er dann nichts zu tun. Er k�nnte herausfinden, was sich zugetragen hatte, seit er in diese Rettungskapsel gestiegen war und seinen langen Schlaf begonnen hatte. Danach zu urteilen, was er bislang gesehen und geh�rt hatte, konnte die j�ngere Geschichte keine erfreuliche Lekt�re sein. Doch er musste herausfinden, ob er diese Fremden wirklich besser kennenlernen wollte, die seinem Kommando unterstellt worden waren.</p><p>Wie sich herausstellte, enthielt die aktuelle Version des <emphasis>Schiffshandbuchs</emphasis> eine offenbar recht gut zusammengefasste Darstellung der Ereignisse seit seinem �letzten Gefecht�.</p><p>Geary �bersprang schnell das Kapitel, das sich seiner einstmals letzten Konfrontation mit den Syndiks widmete. Es hatte ihm noch nie behagt, sich auch nur routinem��iges Lob �ber seine Leistungen anh�ren zu m�ssen, und der Gedanke, einen Text zu lesen, in dem er offen verehrt wurde, lie� ihn regelrecht krank werden. Vor allem, wenn selbst ansonsten vern�nftige und erfahrene Offiziere wie Captain Desjani daran glaubten, die lebenden Sterne h�tten ihn zu ihnen geschickt, damit er die Allianz rette.</p><p>Als dann aber sein Blick auf das Datum gleich nach �Black Jack Gearys letztem Gefecht� fiel, hielt er inne. Fast genau hundert Jahre.</p><p><emphasis>F�r mich ist das alles gerade mal zwei Wochen her. Ich kann mich so deutlich daran erinnern, an die Schlacht, an die Leute, die zu meiner Crew ge-h�rten, an meine Flucht in der Rettungskapsel, w�hrend um mich herum mein Schiff in St�cke geschossen wurde und mir der Tod auf den Fersen war. Das alles ist erst zwei Wochen her. Jedenfalls f�r mich.</emphasis></p><p><emphasis>Sie sind alle tot. Diejenigen, die auf meinem Schiff starben, genauso wie die, die sich in Sicherheit bringen konnten. Alle tot. Und sogar die Kinder der �berlebenden sind inzwischen tot. Nur ich bin noch da.</emphasis></p><p>Er lie� den Kopf auf seine H�nde sinken und gab sich eine Weile der Trauer hin.</p><p>Als Geary schlie�lich die vergangenen hundert Jahre gelesen hatte, musste er feststellen, dass es sich um eine gnadenlos positive Schilderung von gewonnenen und verlorenen Schlachten handelte, die sogar das, was f�r Geary nach eindeutigen Niederlagen klang, so verdrehte, als sei es alles Teil eines gro�en, �bergeordneten Plans.</p><p>Aber so las sich offizielle Geschichte nun mal. Wenn man zwischen den Zeilen las, wurde allerdings erkennbar, dass Captain Desjanis Beurteilung der Situation als eines seit Jahrzehnten andauernden Patts zwischen beiden Seiten durchaus zutraf. Je weiter die Geschichte sich der Gegenwart n�herte, umso hysterischer wurden die patriotischen Bekundungen, was nach Gearys Auffassung ein sicheres Zeichen daf�r war, dass es mit der Moral nicht zum Besten gestellt war.</p><p>Das <emphasis>Schiffshandbuch</emphasis> hatte immer dem Zweck gedient, notwendige Grundlagen zu vermitteln, daher konnte der Inhalt nicht Gearys Meinung best�tigen, dass die Offiziere und Matrosen der Allianz-Flotte in aller Regel sehr jung und entsprechend schlecht ausgebildet waren. Doch als Befehlshaber der Flotte konnte er auf alle Personalakten zugreifen, die ihn interessierten, und die, die er rein zuf�llig ausw�hlte, erz�hlten durchweg die gleiche Geschichte. Der gr��te Teil des Flottenpersonals war nahezu unerfahren. Ein paar hatten �berlebt, weil Gl�ck oder angeborenes Geschick im Spiel war, doch diese F�lle stellten eine winzige Minderheit dar. Jeder der gro�en Siege, �ber die Geary gelesen hatte, war offenbar mit schweren Verlusten bezahlt worden. Auch wenn die offizielle Geschichte Niederlagen nicht als solche auswies, ging Geary davon aus, dass dabei noch mehr Menschen umgekommen waren.</p><p>Er fragte sich, wie Offiziere wie Captain Numos und Captain Faresa so lange �berlebt hatten, w�hrend so viele andere gefallen waren. Vermutlich waren sie so wie manche Offiziere, die er zu seiner Zeit gekannt hatte � M�nner und Frauen, denen es immer wieder gelang, andere die Risiken �bernehmen zu lassen, die dabei aber viel Arbeit in ihr Image steckten und gleichzeitig alles vermieden, was ihnen oder ihrem Image gef�hrlich werden konnte. Doch einen Beweis daf�r konnte er nicht finden, also w�rde er auf die beiden besonders ein Auge haben, bis sich der Verdacht entweder best�tigte oder zerstreute.</p><empty-line/><p>Nachdem er es so lange wie m�glich hinausgez�gert hatte, rang sich Geary dazu durch und �ffnete die Personalakte von Commander Michael Geary. Wie er richtig vermutet hatte und wie der Art anzumerken gewesen war, in der er sein Schiff im Kampf gegen die Syndiks eingesetzt hatte, hatte sein Gro�neffe zu den erfahrenen Offizieren der Flotte gez�hlt. Er hatte sich im Gefecht nie im Hintergrund gehalten, sondern sein Leben lang versucht, dem heroischen Vorbild des Black Jack Geary nachzueifern. Letzten Endes war ihm das auch gelungen, indem er sich f�r die Flotte opferte.</p><p>Ein Haufen Amateure und ein paar �berlebende. Nein, sie waren alle �berlebende � �berlebende eines Krieges, der schon viel zu lange dauert. Zwar wurde dieser Krieg von Zeit zu Zeit von Waffen-stillstandsabkommen unterbrochen, aber die dienten nur dem Zweck, dass beide Seiten nach schweren Verlusten erneut aufr�sten konnten.</p><p><emphasis>Ich muss mit diesen Leuten reden.</emphasis> Geary starrte auf die T�r seiner Kabine und war dankbar f�r den Schutz, den sie ihm bot. Gleichzeitig wusste er, dass er sich nicht ewig hier verstecken konnte. <emphasis>Ich muss diese Leute kennenlernen und herausfinden, was sie unter Druck zu leisten imstande sind. Nach den Offizieren zu urteilen, denen ich bislang begegnet bin, werden sie alles versuchen, um noch eine Weile durchzuhal-ten, weil sie von diesem irrationalen Glauben an mich erf�llt sind. Aber was wird sein, wenn mir erst einmal gen�gend Fehler unterlaufen sind, wenn ich ihnen klargemacht habe, dass ich nicht der mythische Black Jack Geary bin, sondern einfach nur Commander John Geary, der �posthum�</emphasis></p><p><emphasis>zum Captain bef�rdert wurde. Wenn ich nicht mehr wei�, was ich tun soll, um sie sicher nach Hause zu bringen? Was dann?</emphasis></p><p>Die Antworten auf diese Fragen w�rde er nur bekommen, wenn er diesen Raum verlie�.</p><p>Die n�chsten Tage vertrieb sich Geary damit, dass er sich gut die H�lfte der Zeit in jeglicher Hinsicht auf den neuesten Stand brachte, w�hrend er die andere H�lfte nutzte, um durch die <emphasis>Dauntless</emphasis> zu gehen und das Schiff kennenzulernen. Sein inoffizielles Ziel war es, jede Abteilung des Schiffs aufzusuchen, und wenn es nur dem Zweck diente, dass die Crew ihn sah und ihre Moral gest�rkt wurde. Sein dringlicher Wunsch war es, von den Leuten an Bord als ganz normaler Mensch wahrgenommen zu werden, bevor ihm wirklich ein Fehler unterlief, doch er war sich nicht sicher, wie erfolgreich er damit war.</p><p>Bei einem dieser Spazierg�nge blieb er in der Abteilung stehen, in der der Null-Feld-Projektor der <emphasis>Dauntless</emphasis> untergebracht war. Die Crew stand grinsend daneben, w�hrend er sich die gewaltige, ge-drungene Waffe ansah. Etwas an der Gr��e und Form lie� ihn an einen riesigen mythischen Troll denken, der geduldig zusammenge-kauert dahockte und darauf wartete, dass ihm ein Opfer zu nahe kam. Geary gab sich M�he, seine Vorbehalte gegen�ber dieser Entwicklung zu verbergen und die Crew freundlich anzusehen. �Ist die Waffe einsatzbereit?�</p><p>�Jawohl, Sir!� Der Chef der Crew, der so jung aussah, dass Geary sich fragte, ob er sich wohl schon lange rasierte, legte besitzergrei-fend eine Hand auf das Unget�m. �Sie ist in perfektem Zustand.</p><p>Wir �berpr�fen sie jeden Tag, so wie es das Handbuch vorschreibt, und wenn irgendetwas nicht hundertprozentig richtig aussieht, dann wird es sofort behoben.�</p><p>Eine Frau aus der Crew meldete sich zu Wort und klang genauso stolz wie ihr Vorgesetzter: �Wir sind einsatzbereit, Captain. Jedes Syndik-Kriegsschiff, das in unsere N�he kommt, wird gr�ndlich ge-nebelt.�</p><p>Geary ben�tigte einen Moment, ehe ihm klar wurde, dass mit �ge-nebelt� das gemeint sein musste, was aus der Materie wurde, die mit dem Null-Feld in Ber�hrung kam. Trotzdem nickte er und kommentierte die Prahlerei mit einem L�cheln.</p><p>Sch�tzen liebten ihre Waffen, und daran w�rde sich wohl auch nie etwas �ndern. Darum waren sie Sch�tzen. Seine Vorfahren wussten, die Flotte ben�tigte gute Sch�tzen. �Und wenn uns die Syndiks das n�chste Mal zu nahe kommen, dann bekommen Sie von uns diesen Treffer geliefert.� Die Crew grinste und streckte die geballten F�uste in die Luft. <emphasis>Ich bringe es nicht �bers Herz, ihnen zu sagen, dass die</emphasis> Dauntless <emphasis>auf keinen Fall aufs Spiel gesetzt werden kann. Allerdings ist die Gefahr gro�, dass wir mit Syndik-Kriegsschiffen aneinandergeraten, bevor das hier vor�ber ist.</emphasis></p><p>Die f�r die H�llenspeere zust�ndigen Crews waren nicht ganz so enthusiastisch wie ihre Null-Feld-Kameraden, aber ihnen hatte man auch keine brandneuen Spielzeuge anvertraut. Geary erkannte auf den ersten Blick die H�llenspeer-Projektoren, auch wenn die Waffen dreimal so viel Platz in Anspruch nahmen wie die Ausf�hrung, die er kannte.</p><p>Ein erfahrener Chief Petty Officer t�tschelte fast liebevoll eine seiner Waffen. �Ich m�chte wetten, eins von den Babys h�tten Sie gern bei Ihrer letzten Schlacht zur Hand gehabt, wie, Captain?�</p><p>Wieder zwang er sich zu einem h�flichen L�cheln. �W�re sicher sehr praktisch gewesen.�</p><p>�Nicht, dass Sie das �berhaupt gebraucht h�tten�, f�gte der Chief hastig hinzu. �Ihr Gefecht� jeder wei� dar�ber Bescheid. Diese Waffen hier sind gro�artig, aber Schiffe und Matrosen sind heute nicht mehr das, was sie mal waren.�</p><p>Er wusste, wie wahr diese Worte waren, doch ihm war auch eine andere Wahrheit bekannt. Sein Blick ruhte einen Moment lang auf der matten Oberfl�che des H�llenspeers, dann sch�ttelte den Kopf.</p><p>�Sie irren sich, Chief.� Dann zog er eine Augenbraue hoch und sah zu den anderen Anwesenden. �Einer der Vorteile eines Befehlshabers der Flotte ist, einem Chief sagen zu k�nnen, dass er sich irrt.�</p><p>Die anderen lachten und wurden ruhig, als Geary zum Weiterreden ansetzte. �Es gibt auch heute immer noch gute Schiffe und gute Matrosen, wie die <emphasis>Repulse</emphasis> bewiesen hat.� Fast h�tte seine Stimme versagt, aber das war in Ordnung, weil er die Reaktionen der M�nner und Frauen sah und wusste, sie empfanden genauso wie er. �Wir werden die Sch�den an unserem Schiff reparieren und unsere Waffenbest�nde neu aufstocken, und wenn wir das n�chste Mal auf die Syndik-Flotte treffen, werden wir sie hundertfach f�r den Verlust der <emphasis>Repulse</emphasis> bezahlen lassen.�</p><p>Die Crews jubelten begeistert, aber er kam sich wie ein elender L�gner vor, der Dinge sagte, an die er gar nicht glaubte. Doch diese M�nner und Frauen mussten an sich selbst glauben, und ob sie damit falsch lagen oder nicht, auf jeden Fall glaubten sie an ihn.</p><empty-line/><p>W�hrend er sich zum Gehen wandte, rief der Chief ihm zu: �Sie werden stolz darauf sein, unser Commander zu sein, Black Jack!�</p><p><emphasis>Meine Vorfahren m�gen mir beistehen!</emphasis> Aber Geary drehte sich um, und als die Crews verstummten, erwiderte er: �Ich bin schon jetzt stolz auf Sie.�</p><p>Wieder brachen sie in Jubel aus, doch diesmal machte es ihm nichts aus, weil er nur die Wahrheit ausgesprochen hatte.</p><p>Er musste von Captain Desjani begleitet werden, als er sich den Hypernet-Schl�ssel ansehen wollte, der in einem abgeschotteten Bereich untergebracht war. Er war gut halb so gro� wie ein Frachtcon-tainer und nahm fast allen Raum in dem Abteil ein, in dem er stand.</p><p>Geary ging um ihn herum und betrachtete die Stromleitungen sowie die diversen anderen Kabel, die ins Innere f�hrten. Lange Zeit sah er sich das Ger�t an und wunderte sich, wie etwas so gew�hnlich aussehen und dabei so wichtig sein konnte.</p><p>�Captain Geary.� Das einzig Gute an der Miene von Co-Pr�sidentin Victoria Rione war, dass die nicht ganz so frostig war wie ihr Tonfall.</p><p>�Madam Co-Pr�sidentin.� Geary ging einen Schritt zur�ck, um sie in seine Kabine eintreten zu lassen. Er versuchte, sich nicht zu sehr an seine Medikamente zu gew�hnen, und bislang hatte er noch nicht zu ihnen gegriffen. Deshalb f�hlte er sich jetzt aber noch elender als gew�hnlich und war nicht in der Stimmung, Besucher zu empfangen. Doch angesichts der Tatsache, dass ihr einige der Schiffe in der Flotte unterstanden, konnte er Rione nicht einfach wegschi-cken. �Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs?�</p><p>Offensichtlich war es ihm nicht gelungen, sich den ironischen Unterton ganz zu verkneifen, denn Riones Gesichtsausdruck wurde prompt noch etwas abweisender. Dennoch trat sie ein, und nachdem Geary die T�r geschlossen hatte, musterte sie ihn schweigend.</p><p><emphasis>Wenn sie mich aus der Fassung bringen will, dann ist sie auf dem besten Weg dahin.</emphasis> Er versuchte, sich �ber ihre Art nicht zu �rgern, da sein Gef�hl ihm sagte, dass sie ihre Widersacher gern auf diese Weise zu Reaktionen herausforderte, die sie anschlie�end bereuten. �Wollen Sie nicht Platz nehmen?�</p><p>�Nein.� Sie drehte sich weg und ging drei Schritte, die sie zum gegen�berliegenden Schott f�hrten, wo sie stehen blieb und scheinbar fasziniert das dort h�ngende Bild betrachtete. Es geh�rte zum Verm�chtnis von Admiral Bloch und zeigte eine atemberaubende Sternenlandschaft, wie man sie in der Kabine eines Navy-Offiziers einfach erwartete. Sie verbrachte gut und gerne zwei Minuten vor dem Bild, dann wandte sie sich abermals Geary zu. �M�gen Sie Sternen-landschaften, Captain Geary?�</p><p>Small Talk. Das hatte er von ihr nicht erwartet, und es lie� ihn nur noch vorsichtiger werden. �Nicht so besonders.�</p><p>�Sie k�nnen das �ndern. Sie k�nnen hier jedes Bild aufh�ngen, das im Bildarchiv des Schiffs enthalten ist.�</p><p>�Ich wei�.� Er w�rde ihr nicht sagen, dass er sich nicht dazu durchringen konnte, das Bild zu ersetzen, weil es an Admiral Blochs vormalige Anwesenheit in diesen R�umlichkeiten erinnerte.</p><p>Sekundenlang betrachtete Rione ihn, ehe sie weiterredete. �Welche Absichten verfolgen Sie, Captain?�</p><p><emphasis>Ich verfolge ausschlie�lich ehrbare Absichten, Ma�am.</emphasis> Dieser widersin-nige Gedanke ging ihm so unerwartet durch den Kopf, dass er einen leichten Hustenanfall vort�uschen musste, damit er nicht zu lachen begann. �Verzeihen Sie. Madam Co-Pr�sidentin, wie wir bereits be-sprochen haben, beabsichtige ich, diese Flotte nach Hause zu bringen.�</p><p>�Weichen Sie nicht meiner Frage aus, Captain. Wir sind auf dem Weg ins Corvus-System. Ich m�chte wissen, was Sie als N�chstes zu tun gedenken.�</p><p><emphasis>Wenn ich das mit Sicherheit sagen k�nnte, w�rde ich�s Ihnen verraten.</emphasis></p><p>Aber vielleicht war Riones Besuch gar nicht so schlecht. Sie geh�rte zu den wenigen Leuten an Bord, die nicht den Weltraum verehrten, durch den er reiste. Und sie hatte bereits zu verstehen gegeben, dass sie nicht z�gern w�rde, ihre Meinung zu sagen. Au�erdem war er nach ihrer letzten Unterhaltung der Ansicht, dass er es mit einem klugen Kopf zu tun hatte. Zugegeben, sie machte auch keinen Hehl aus ihrer Antipathie ihm gegen�ber, doch im Gegensatz zu der Feindseligkeit, die ihm von Captain Numos und Captain Faresa ent-gegenschlug, schien die Co-Pr�sidentin der Republik immer noch ein gewisses Ma� an gesundem Menschenverstand zu besitzen.</p><p>�Das w�rde ich gerne mit Ihnen besprechen.�</p><p>�Tats�chlich?� Tonfall und Gesichtsausdruck machten deutlich, mit welcher Skepsis sie seine Bemerkung aufnahm.</p><p>�Ja, allerdings m�chte ich Sie darum bitten, dass Sie unsere Unterhaltung vertraulich behandeln. Ich hoffe, Sie haben daf�r Verst�ndnis.�</p><p>�Selbstverst�ndlich.�</p><p>Geary machte einen Schritt auf den Tisch zu und tippte pr�zise auf die immer noch ungewohnten Kontrollen, mit denen er eine Anzeige aufrufen konnte. �ber der Tischplatte leuchteten ein paar Sterne auf, die aber gleich wieder erloschen. Mit einem stummen Fluch unternahm er einen zweiten Anlauf, und diesmal blieb das Bild stabil.</p><p>�Wir haben verschiedene M�glichkeiten.�</p><p>�M�glichkeiten.�</p><p>�Ja.� <emphasis>Wenn sie in Ein-Wort-S�tzen redet, kann ich das auch machen.</emphasis></p><p>Vorsichtig tippte er auf eine andere Taste, und die Sterne wurden durch eine Ansicht der Flotte ersetzt, wie ein gottgleicher Beobachter sie in diesem Moment sehen w�rde. �Wir werden wahrscheinlich einen gewissen Vorsprung vor den Syndiks haben, bevor die nach uns im Corvus-System den Sprung verlassen. Zumindest ein paar Stunden.�</p><p>Rione machte eine ernste Miene und stellte sich so dicht neben ihn, dass ihr Arm beinahe seinen ber�hrte. Dabei reagierte sie aber so wenig auf seine Gegenwart als w�rde sie neben einem Schott stehen. �Die Syndik-Flotte war dicht hinter uns, als wir in den Sprung wechselten. Zweifellos werden sie genauso dicht hinter uns sein, wenn wir im Corvus-System eintreffen.�</p><p>�Das glaube ich nicht.� Er deutete auf die Anzeige. �Wir werden exakt so aufgestellt sein, wenn wir den Sprung verlassen. Das ist eine brauchbare Formation. Wichtiger ist aber, dass wir im r�ckw�rtigen Teil unserer Formation �ber sehr viel schwere Feuerkraft verf�gen.�</p><p>�Schwerer als die Syndiks?�</p><p>Sarkasmus passte eindeutig nicht zu Co-Pr�sidentin Riones St�rke, fand Geary. �Stellenweise ja. Als wir in den Sprung wechselten, waren die Syndiks darauf konzentriert, einige unserer gro�en Schiffe lange genug aufzuhalten, bis sie sie mit ihren eigenen schweren Kreuzern eingeholt hatten. Doch sobald sie am anderen Ende den Sprung verlassen, wendet sich ihre lang gestreckte Formation gegen sie, weil all ihre leichten Schiffe sich vorne befinden und unseren Schiffen sozusagen in die Arme fliegen. Dann k�nnen wir unsere langsamen Schiffe vorausschicken, w�hrend unsere st�rkste Feuerkraft am Sprungpunkt zur�ckbleibt und die Verfolger empf�ngt.� Er hielt kurz inne, dann sch�ttelte er den Kopf. �Nein, die sind uns nicht sofort gefolgt. Sie brauchen erst einmal Zeit, um ihre Streitkr�fte neu zu ordnen. In der breiten Formation, in der sie vorger�ckt sind, k�nnen sie nicht zum Sprung ansetzen, weil die �u�eren Schiffe sich abseits des Sprungpunkts befinden. Sie werden die J�ger und die anderen leichten Einheiten zur�ckholen, dann die schweren Schiffe in Position bringen und dann��</p><p>Sie zog eine Augenbraue hoch. �Dann?�</p><p>�Das ist die gro�e Frage.� Er sah sie an und �berlegte, ob er Riones Einsch�tzungen der Situation vertrauen konnte. <emphasis>Ob oder ob nicht, ist egal, aber sie k�nnte an etwas denken, was mir entgangen ist.</emphasis> �Ich w�rde gern Ihre Meinung h�ren.�</p><p>Rione machte auch jetzt keinen Hehl aus ihrer Skepsis. �Meine Meinung?�</p><p>�Ja, Ihre Meinung, was die als N�chstes machen werden.�</p><p>�Dann lassen Sie mich zun�chst eines sagen: Sch�tzen Sie Ihre Kr�fte nicht falsch ein, Captain Geary.�</p><p>Er stutzte und sp�rte die Schw�che, die seinen K�rper im Griff hatte und die er genauso hasste wie Riones offensichtliche Anspielung darauf. �Was genau soll das bedeuten? Ich bin k�rperlich in der Lage zu��</p><p>�Nein, ich rede nicht von Ihren k�rperlichen Kr�ften, sondern von denen dieser Flotte.� Mit einer Hand machte sie eine wegwerfende Geste, die auf die Darstellung der Allianz-Flotte gerichtet war. �Das da ist nur das �u�ere Bild. Das sagt nichts dar�ber aus, wie es im Inneren aussieht.�</p><p>�Wollen Sie sagen, ich kann meinen Informationen nicht trauen?�</p><p>�Die Informationen �ber die Flotte sind soweit zutreffend.� Ihre n�chste Geste lie� ihre Frustration erkennen. �Ich wei� nicht das richtige Wort, um dieses Problem zu bezeichnen. Diese Flotte ist wie ein St�ck Metall, das sehr stabil aussieht. Aber wenn man drauf-schl�gt, dann zerbricht es sehr leicht. Verstehen Sie?�</p><p>Ja, das tat er. �Spr�de. Sie wollen sagen, dass die Flotte spr�de ist.</p><p>Sie sieht stark aus, doch sie kann allzu leicht zerschlagen werden.</p><p>Richtig?�</p><p>Rione schien �berrascht zu sein. �Das ist genau das, was ich gemeint habe.�</p><p>�Aber es ist nicht das Material, das spr�de ist. Kein Problem, das die Schiffe oder die Waffen betrifft.�</p><p>�Ich bin mir sicher, Sie wissen, dass ich das nicht meine.�</p><p><emphasis>Und ich bin mir sicher, dass das noch l�ngst nicht alles ist, was Sie angeht, Co-Pr�sidentin Rione.</emphasis> �Ich wei� Ihre Bewertung zu sch�tzen.�</p><p>�Meine Bewertung scheint Ihnen aber nichts auszumachen. Ehrlich gesagt hatte ich damit gerechnet, Sie w�rden ver�rgert reagieren.�</p><p>Geary pr�sentierte ihr ein offensichtlich aufgesetztes L�cheln. �Ich �berrasche Leute eben gern.� <emphasis>Was auch der Grund ist, warum ich Ihnen nicht verrate, dass ich nicht die Absicht habe, diese Flotte in ihrem spr�den Zustand zu belassen. Metall kann neu geschmiedet und geh�rtet werden, und das gilt auch f�r diese Flotte. Jedenfalls hoffe ich das. Ob es mir oder irgendwem sonst unter diesen Bedingungen gelingen kann, steht allerdings auf einem anderen Blatt.</emphasis> �Ich habe versucht, diese� diese Flotte besser kennenzulernen.� Fast h�tte er �diese Leute� gesagt, sich dann jedoch gerade noch zur�ckgehalten. �Es ist eine gute Flotte, aber wie man mir vor Kurzem sagte� � vor etwas weniger als einer Woche �, �ist sie m�de.�</p><p>�Das ist nicht die Art von M�digkeit, die man mit gen�gend Schlaf bek�mpfen kann, Captain Geary.�</p><p>�Das wei� ich, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>�Wenn Sie diese Schiffe in ein schweres Gefecht schicken, auch unter den von Ihnen beschriebenen Bedingungen, dann k�nnten sie Sie im Stich lassen.�</p><p>Geary senkte den Blick und biss sich auf die Lippe. <emphasis>Genau das be-f�rchte ich auch, aber ich wei� nicht, was sie anderen �ber dieses Gespr�ch weitersagen wird.</emphasis> �Gegenw�rtig beabsichtige ich keine massive Konfrontation mit dem Feind.�</p><p>�Das ist <emphasis>keine</emphasis> Aussage, die mich beruhigen kann. Es ist f�r die Allianz genauso wichtig wie f�r die Callas-Republik und die Rift-F�deration, dass diese Schiffe ins Territorium der Allianz zur�ckkehren!�</p><p>�Ich wei�, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>�Wir m�ssen verhindern, dass wir noch weitere Schiffe verlieren.�</p><p>Geary warf ihr einen w�tenden Blick zu. �Madam Co-Pr�sidentin, auch wenn Sie das vielleicht glauben, z�hlt es nicht zu meinen An-gewohnheiten, mit Schiffen und Menschenleben um mich zu werfen, als w�ren sie f�r mich ohne Wert.� Sie kniff bei seinen Worten die Augen zusammen, hielt aber den Mund. �Ich strebe keine Auseinandersetzung mit der Syndik-Flotte an. Ich habe keine Ahnung, ob die Syndiks in der Lage sein werden, uns zu einer solchen Auseinandersetzung zu zwingen. Dennoch werde ich alles unternehmen, damit wir die besseren Erfolgsaussichten haben, ganz gleich, was passiert.�</p><p>Rione schwieg noch einige Sekunden lang, ehe sie antwortete:</p><p>�Das klingt nicht gerade nach einem Versprechen, Captain Geary.�</p><p>�Ich gebe auch keine Versprechen, die ich nicht halten kann. Ich habe keine Kontrolle �ber das, was die Syndiks machen, und ich wei� auch nicht, in welche Situationen wir geraten k�nnen. Ihnen sind doch sicherlich milit�rische Notwendigkeiten gel�ufig genug, um zu wissen, dass man manchmal Einheiten riskieren muss.�</p><p>�Einheiten wie die <emphasis>Repulse</emphasis>?�</p><p>Er warf ihr erneut einen w�tenden Blick zu, dann antwortete er mit heiserer Stimme: �Ja.�</p><p>Anstatt weiterzureden, musterte Rione ihn eine Zeit lang. �Na gut, Captain Geary. Ich muss hinzuf�gen, dass ich mit Blick auf die <emphasis>Repulse</emphasis> nachl�ssig gewesen bin.� Sie neigte den Kopf ein wenig. �Darf ich Ihnen zum Verlust Ihres Angeh�rigen mein pers�nliches Beileid aussprechen? Au�erdem im Namen der Callas-Republik wie auch in meiner Funktion als deren Repr�sentantin. Und ich m�chte Ihnen f�r das Opfer danken, das Ihre Familie gebracht hat.�</p><p>Er sah zu Boden, sammelte sich und nickte. �Vielen Dank, Madam Co-Pr�sidentin. Ich wusste nicht, dass Ihnen meine Verwandtschaft mit dem Commander der <emphasis>Repulse</emphasis> bekannt ist.� Seine Stimme klang belegt, doch dagegen konnte er nichts tun.</p><p>�Ja, ich h�tte Ihnen bereits fr�her mein Beileid aussprechen sollen.</p><p>Ich bitte um Verzeihung.�</p><p>�Ist schon gut.� Er straffte die Schultern und atmete tief durch. �Es wurden viele Opfer gebracht.� Rione machte noch immer keinen freundlichen Eindruck, aber sie wirkte nicht mehr ganz so unterk�hlt. Auf keinen Fall wollte er jetzt �ber die Toten reden, also wechselte er das Thema und st�rte sich nicht daran, wie offensichtlich das wirken mochte. �Wie ich bereits sagte, wei� ich Ihre Beurteilung zu sch�tzen.� Er wandte den Blick ab und konzentrierte sich auf die Kontrolle f�r das Display in seinem Tisch und rief erneut die Darstellung der Sternensysteme auf. �Wir verlassen hier den Sprung, hier im Corvus-System. Wir fliegen durch und stocken unsere Vorr�te in der Zeit auf, die uns bleibt.�</p><p>Er zeigte auf den Punkt, wo sie den Sprung verlassen w�rden, dann deutete er auf eine andere Stelle. �Das da ist der Sprungpunkt, um Corvus zu verlassen. Von dort haben wir drei Ziele zur Auswahl.� Er lie� einen der Sterne kr�ftiger hervortreten. �Yuon ist eine M�glichkeit, und von dort sind wir einer direkten Route zur�ck ins Gebiet der Allianz ziemlich nahe.� Der n�chste Stern. �Voss bringt uns ein St�ck zur�ck in die andere Richtung, also tiefer ins Syndik-Territorium.� Und der dritte. �Kaliban. Der f�hrt uns am Syndik-Gebiet entlang, bietet aber die Auswahl, zu weiteren vier Sternen springen zu k�nnen.� Er hielt inne. �Angenommen, Sie w�ren ein Syndik-Commander, Co-Pr�sidentin Rione, wohin w�rde Ihrer Meinung nach unser n�chster Sprung f�hren?�</p><p>�Yuon�, antwortete sie ohne zu z�gern.</p><p>�Weil?�</p><p>�Weil wir auf der Flucht sind, Captain Geary. Die Flotte rennt um ihr Leben. Und Yuon stellt den schnellsten Weg nach Hause dar. Jedenfalls relativ schnell, wenn man das Hypernet au�er Acht l�sst.</p><p>Aber immer noch schneller als die anderen Alternativen.�</p><p>Er betrachtete das Display und rieb sich das Kinn. �W�re das nicht der allzu offensichtliche Weg? Zu offensichtlich, als dass die Syndik-Flotte den Sprung dorthin unternimmt und auf uns wartet?�</p><p>�Ich wiederhole, unsere Flotte ist aus dem Heimatsystem der Syndiks geflohen. Wir befinden uns in feindlichem Gebiet. Die Flucht ist unsere einzige vern�nftige Alternative.�</p><p>�Ja, ich stimme Ihnen zu, dass wir fliehen m�ssen. Und wir m�ssen vermeiden, dass man uns zu fassen bekommt, also d�rfen wir nicht die offensichtliche Route nehmen.�</p><p>�Theoretisch nicht. Aber wir m�ssen bedenken, in welcher Verfassung sich die Flotte befindet. Die Syndiks werden wissen, dass Sie nach Yuon fliegen wollen, Captain Geary.�</p><p>Geary grinste sie an. �Aber dorthin will ich gar nicht, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>Sie versteifte sich, und Geary h�tten schw�ren k�nnen, dass sich Eis in ihren Augen bildete. �Voss! Sie wollen zur�ck ins Heimatsystem der Syndiks und dann den n�chsten Sprung machen, weil Sie hoffen, deren Verteidigung �berrumpeln zu k�nnen und��</p><p>Geary hielt abwehrend die H�nde hoch. �Nein.�</p><p>�Nein?� Rione machte einen Schritt zur Seite, als wolle sie ihn um-kreisen, um ihn von allen Seiten misstrauisch zu betrachten.</p><p>�Nein. Vielleicht w�rde ich das machen, wenn wir in einer perfekten Welt lebten.� <emphasis>In einer perfekten Welt, in der wir gar nicht erst einen Krieg f�hren w�rden, der bereits hundert Jahre auf dem Buckel hat.</emphasis> �Aber ich kann die Schadensberichte unserer Schiffe lesen, und ich kann zusammenrechnen, wie viele Waffen wir abgefeuert haben und in welcher Verfassung sich unsere Best�nde befinden. Und genau kann ich einsch�tzen, inwieweit diese Flotte in der Lage ist, eine weitere gro�e Schlacht auszutragen.� Geary sch�ttelte den Kopf. �Es w�re Wahnsinn, ein solches Risiko einzugehen.�</p><p>�Das sehe ich auch so�, stimmte Rione ihm zur�ckhaltend zu, als rechne sie noch immer damit, Geary k�nnte sie in eine Falle laufen lassen.</p><p>�Aber die Syndiks m�ssen diese M�glichkeit trotz allem in Erw�gung ziehen, nicht wahr? Das hei�t, sie m�ssen eine Blockade bei Voss einrichten, und die Verst�rkung f�r ihr Heimatsystem muss in der N�he bleiben. Alles nur f�r den Fall, dass ich verr�ckt bin�, f�g-te er ironisch an. �Umso geringer ist die Zahl der Schiffe, die uns weiter verfolgen kann.�</p><p>�Also springen Sie doch nach Yuon?�</p><p>�Nein. Ich will nach Kaliban.�</p><p>�Kaliban?� Sie sah zwischen ihm und der Darstellung der Sternensysteme hin und her. �Was hat uns Kaliban zu bieten?�</p><p>�Zeit und das gr��tm�gliche Ma� an Sicherheit.� Er hob wieder seine Hand, um den n�chsten Einwand vorzeitig zu stoppen. �Ich wei�, die Zeit ist auch unser Feind. Aber dort haben wir mehr Zeit, damit die Flotte sich erholen kann. Unsere Hilfsschiffe produzieren in diesem Moment weitere Waffen, Kart�tschen und Phantome, und bei Corvus nehmen wir hoffentlich Rohstoffe f�r weitere Waffen an Bord. Wir k�nnen mehr Sch�den reparieren. Ja, wenn wir Kaliban erreichen, m�ssen wir quasi zu Fu� nach Hause gehen. Und wir werden dringend unsere Vorr�te aufstocken m�ssen, also ist es n�tig, dass wir dort genug von allem Ben�tigten auftreiben k�nnen.</p><p>Aber wir haben zwei gute Sterne, einen brauchbaren und einen ris-kanten Stern f�r den darauf folgenden Sprung zur Auswahl. F�r die Syndiks bedeutet das, an vier weiteren Orten mit unserem Auftauchen rechnen zu m�ssen, vorausgesetzt, sie haben bis dahin unsere Flotte ausfindig gemacht.�</p><p>Rione schaute nachdenklich drein, als sie nickte. �Und was ist mit diesem gewissen Grad an Sicherheit?�</p><p>Abermals zeigte er auf die Sterne. �Wir wurden ordentlich verpr�gelt, und die Syndiks sind uns zahlenm��ig weit �berlegen. Aber ihre Flotte verf�gt auch nicht �ber unendlich viele Schiffe. Je mehr sie sich aufteilen m�ssen, um uns zu fassen zu bekommen, umso besser sind unsere Chancen, wenn wir doch irgendwo auf sie treffen. Hier�, er zeigte auf Yuon, �m�ssen die Syndiks gen�gend Schiffe aufstellen, damit sie uns massiv unter Beschuss nehmen k�nnen, wenn wir dieses System durchfliegen wollen. Aber genauso m�ssen sie Voss besch�tzen, falls wir dort auftauchen sollten. Und sie m�ssen versuchen, uns weiter unter Druck zu setzen, weshalb eine gro�e Streitmacht uns durch Corvus folgen muss.�</p><p>�Ich verstehe. Damit bleibt nur noch wenig f�r Kaliban �brig. Falls Sie recht haben. Nur wie sicher k�nnen Sie sein, dass die Syndiks unsere Flucht nach Kaliban nicht in Erw�gung ziehen werden?�</p><p>�Oh, ich glaube schon, dass sie das erw�gen werden�, berichtigte Geary sie. �Meiner Meinung nach werden sie Kaliban f�r das un-wahrscheinlichste unserer m�glichen Ziele halten, und es ist f�r sie auch nicht so gravierend, ganz im Gegensatz zu Yuon und Voss.</p><p>Diese beiden Sterne w�rden f�r die Syndiks ein unmittelbares Problem darstellen. Wenn wir den Sprung nach Kaliban tun, sind wir f�r sie zwar immer noch ein Problem, aber in diesem Fall werden sie glauben, dass sie genug Zeit haben, um sich mit uns zu befassen.�</p><p>Er betrachtete den Stern, der Kaliban darstellte. <emphasis>Ich w�sste nur zu gern, wor�ber die Syndiks bei Kaliban verf�gen. Die wenigen Informationen, die wir besitzen, sind �ber ein halbes Jahrhundert alt. Und erst recht m�chte ich wissen, �ber was sie bei Corvus verf�gen.</emphasis></p><p>�Warum erkl�ren Sie mir das alles?�</p><p>�Ich sagte bereits, ich m�chte Ihre Meinung h�ren.�</p><p>�F�r mich h�rt sich das an, als h�tten Sie Ihren Entschluss l�ngst gefasst.�</p><p>Er gab sich M�he, nicht ver�rgert zu klingen. �Keineswegs. Ich versuche, einen Plan zu entwickeln, und ich gehe unsere Optionen durch. Sie sehen die Dinge aus einer anderen Perspektive, daher ist mir Ihre Meinung wichtig.�</p><p>Einen Moment lang h�tte er schw�ren k�nnen, dass Rione einen Anflug von Belustigung erkennen lie�. �Dann werde ich sagen, dass ich nach Yuon reisen w�rde.�</p><p>�So, so��</p><p>�Ich war noch nicht fertig. Ich <emphasis>w�rde</emphasis> nach Yuon reisen. Aber es stimmt, was Sie gesagt haben, und ich selbst habe Sie vor einer gro�en Konfrontation gewarnt. Inzwischen glaube ich, Kaliban ist die beste L�sung.�</p><p>Er l�chelte sie ironisch an. �Dann darf ich annehmen, dass die Schiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration meinen Befehl befolgen und den Sprung nach Kaliban mitmachen werden?�</p><p>�Ja, Captain Geary.� Sie wurde ernster. �Den Rest der Allianz-Flotte davon zu �berzeugen, ist allerdings eine Aufgabe, der Sie sich allein stellen m�ssen.�</p><p><emphasis>Sie h�lt das f�r ein Problem. Das war mir bislang nicht in den Sinn gekommen. Die Flotte ist mir aus dem Heimatsystem der Syndiks gefolgt, aber da hatten sich die Commander einer t�dlichen Bedrohung gegen�ber-gesehen. Und selbst da wollten einige von ihnen erst noch �ber den Befehl diskutieren.</emphasis></p><p><emphasis>Und sie sind alle m�de und wollen nur noch nach Hause zur�ck.</emphasis></p><p>Rione schien sich einmal mehr mit der Sternenlandschaft zu besch�ftigen. �Ich muss mit Bedauern feststellen, dass ich wenig �ber Ihr Privatleben wei�, Captain Geary. Haben Sie damals jemanden hinterlassen?�</p><p>Er dachte �ber die Frage nach. �Kommt drauf an, wie Sie das meinen. Meine Eltern lebten noch, mein Bruder war verheiratet, hatte aber noch keine Kinder.� Eigenartig, dass er das so sagen konnte und er gleichzeitig in der Lage war, das gef�hlsm��ig von dem Bild des �lteren Mannes zu trennen, der der Enkel seines Bruders gewesen war.</p><p>�Keine Lebensgef�hrtin?�</p><p>�Nein.� Ihm fiel auf, wie sie ihn ansah, und er musste sich wundern, wie eine einsilbige Antwort ihr so viel verraten konnte.</p><p>�Nichts Dauerhaftes.�</p><p>�Vielleicht ein Segen?�</p><p>�Angesichts dessen, was mir zugesto�en ist, ganz sicher.� Geary sch�ttelte den Kopf. �Ich hatte immer gedacht, dass man inzwischen herausgefunden hat, wie sich die Lebensspanne verl�ngern l�sst.�</p><p>�Leider nicht.� Dem Anschein nach betrachtete sie immer noch die Sternenlandschaft. �Sie wissen, was bei jedem Versuch herausge-kommen ist. Die Natur sorgt daf�r, dass wir Menschen bis kurz vor dem Ende gesund und bei Kr�ften bleiben, aber das Ende kommt dennoch. Obwohl die Wissenschaftler den menschlichen K�rper bis auf Quantenebene zerlegt und wieder zusammengesetzt haben, um daran etwas zu �ndern.�</p><p>Mit einem Mal f�hlte er sich wieder ersch�pft, setzte sich hin und schloss einen Moment lang die Augen. �Ausreichend, einen gl�ubig werden zu lassen.�</p><p>�Es gen�gt zumindest, um einen dar�ber nachdenken zu lassen.�</p><p>Sie sah Geary an. �Gibt es ein Haus Ihrer Vorfahren?�</p><p>�Nur wenn sie eines gebaut haben, seit ich das letzte Mal dort war.�</p><p>�Wohin werden Sie gehen, wenn wir ins Gebiet der Allianz zu-r�ckgekehrt sind?�</p><p>�Ich wei� nicht.� Er starrte vor sich hin, seine Gedanken begannen abzuschweifen. �Es gibt da jemanden, nach dem ich auf der <emphasis>Dreadnought</emphasis> suchen muss, wo immer sich dieses Schiff befinden mag.�</p><p>Rione war sichtlich �berrascht. �Sie kennen jemanden auf einem Schiff im Allianz-Gebiet?�</p><p>�Eigentlich nicht. Ich muss ihr eine Nachricht �berbringen, weil mich jemand darum gebeten hat.� Geary dachte eine Weile dar�ber nach, w�hrend Rione abwartend dastand. �Danach reise ich vielleicht nach Kosatka.�</p><p>�Kosatka?�</p><p>�Da hat es mir mal gut gefallen, und ich habe geh�rt, dass es dort immer noch sch�n ist.�</p><p>�Kosatka�, wiederholte Rione. �Ich glaube, Kosatka ist nicht Ihre Bestimmung, Captain Geary.�</p><p>�Sind Sie etwa auch noch Wahrsagerin, nicht nur Gedankenlese-rin?�</p><p>�Ich lese nur in den Menschen, nicht in ihren Gedanken, Captain.�</p><p>Co-Pr�sidentin Rione kehrte zur Luke zur�ck und blieb dort kurz stehen. �Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Und danke f�r Ihr Vertrauen.�</p><p>�Gern geschehen.� Er erhob sich halb aus seinem Sessel, als sie rausging, dann sackte er m�de in sich zusammen und fragte sich, warum sein Magen sich so verkrampfte.</p><p>�Kaliban?� Captain Desjani sah Geary an. �Aber der Heimweg f�hrt �ber Yuon.�</p><p>�Captain, die Syndiks wissen, dass Sie so denken. Die werden dort sein.�</p><p>�Aber nicht zahlreich genug, um��</p><p>�Woher wollen Sie das wissen?� Geary wurde bewusst, dass er sie angeherrscht hatte, und z�gelte sein Temperament. �Sie haben es mir selbst gesagt. Die Syndik-Schiffe k�nnen von ihrem Heimatsystem �ber das Hypernet nach� �h� nach Zaqi reisen und von dort den Sprung nach Corvus unternehmen, wo sie sogar noch vor uns eintreffen. Sie durchqueren das System und springen nach Yuon.</p><p>Ihre ganze verdammte Flotte k�nnte uns dort erwarten, nat�rlich abz�glich der Schiffe, die uns verfolgen, nach uns den Sprung verlassen und uns in den R�cken fallen w�rden.�</p><p>�Aber Yuon�� Desjani lie� den Einwand unvollendet.</p><p>Geary sah ihr die Verzweiflung und Ersch�pfung an und sch�mte sich f�r seinen gegen sie gerichteten Zorn. �Tut mir leid, Tanya. Ich wei�, wie sehr Sie heimreisen m�chten. Ich m�chte auch, dass wir nach Hause kommen.�</p><p>�Die Allianz ben�tigt diese Flotte. Sie braucht die <emphasis>Dauntless</emphasis> und das, was sich an Bord befindet. Je eher, umso besser.�</p><p>�Die Syndiks warten bei Yuon auf uns, Tanya. Wenn wir diesen Weg nehmen, schaffen wir es <emphasis>nicht</emphasis> bis nach Hause.�</p><p>Schlie�lich nickte sie. �Die durchschauen uns zu gr�ndlich, nicht wahr?� Als Geary nicht sofort antwortete, fuhr Desjani fort: �Den Syndiks war klar, dass wir den K�der schlucken und in ihr Heimatsystem eindringen w�rden, und jetzt wissen sie, wir wollen �ber Yuon nach Hause reisen.�</p><p>�Ich f�rchte ja.�</p><p>�Aber Sie sehen es klarer als ich. Sie wissen, wir m�ssen eine l�ngere Route nehmen.�</p><empty-line/><p>Geary verkniff sich ein aufgebrachtes Aufst�hnen. <emphasis>Vielleicht versp�re ich im Gegensatz zu den anderen nur nicht diesen sehnlichen Wunsch, so schnell wie m�glich nach Hause zu kommen.</emphasis> �Ich werde alle Schiffe von unserem geplanten Ziel in Kenntnis setzen, bevor wir den Sprung��</p><p>�Captain!�</p><p>�Was?�</p><p>Desjani nahm eine f�rmliche Haltung ein. �Sir, Sie m�ssen die Schiffskommandanten von dieser Entscheidung pers�nlich unter-richten.�</p><p>Er versuchte, seine pl�tzlich aufwallende Wut zu unterdr�cken.</p><p>�Mir wurde gesagt, wenn wir eine Nachricht wegen des Sprungs �bermitteln, dann haben die Syndiks keine Chance, sie abzufangen.</p><p>Au�erdem habe ich nicht vor, dar�ber abstimmen zu lassen.�</p><p>�Ich sage nicht, dass es eine Abstimmung geben soll, Captain.</p><p>Aber Sie m�ssen es ihnen pers�nlich sagen.� Sein Gesicht musste ihr verraten haben, was er f�hlte. �Ich wei�, so ist das fr�her nicht gelaufen. Heute dagegen schon.� Wieder lie� sie eine Pause folgen.</p><p>�Sir, Sie m�ssen pers�nlich f�hren! Sie k�nnen das nicht erledigen, indem Sie eine Textnachricht senden.�</p><p>Das Letzte, was er wollte, war eine weitere Konfrontation mit all diesen Offizieren, von denen zwar einige wie Captain Desjani voller Eifer an ihn glaubten, aber andere ihn f�r ein Fossil hielten, das aus dem Weg ger�umt werden musste. �Tanya, wir werden vermutlich jede Sekunde alle H�nde voll zu tun haben, wenn diese Flotte das Corvus-System erreicht hat. Selbst wenn die Syndiks keine Schiffe ins System springen lassen, die uns sofort im Nacken h�ngen, werden sie fr�her oder sp�ter doch da auftauchen. Wir wissen nicht, welche Verteidigungsanlagen die Syndiks bei Corvus installiert haben. Wir m�ssen entscheiden, welche Anlagen wir pl�ndern wollen und wie wir uns bei einer m�glichen Gegenwehr verhalten sollen�� Desjani schaute ihn beharrlich an. <emphasis>Gib�s zu, du wei�t, Desjani hat recht. Ich musste sie auch pers�nlich davon �berzeugen, nicht nach Yuon zu springen. Wenn sie sich jetzt nicht von meinen Argumenten �berzeugen lassen will, dann liegt es daran, dass sie wei�, ich muss diesen Kommandanten in Person mitteilen, sie sollen nach Kaliban fliegen.</emphasis></p><p><emphasis>Gut zu wissen, dass Desjani nicht klein beigibt, wenn sie trotz ihrer Verehrung und Bewunderung f�r mich der Ansicht ist, dass ich mich im Irr-tum befinde.</emphasis></p><p>Schlie�lich nickte er, machte jedoch aus seinem Widerwillen keinen Hehl. �Okay, Tanya. Sie haben gewonnen. Sobald wir nach dem Sprung Gewissheit haben, dass die Syndiks uns nicht dicht auf den Fersen sind, werde ich eine Konferenz einberufen und jedem pers�nlich mitteilen, dass wir nicht nach Yuon, sondern nach Kaliban springen werden.� Sie erwiderte nichts. �Okay, ich werde ihnen auch den <emphasis>Grund</emphasis> erkl�ren.�</p><p>�Danke, Captain. Ich hoffe, Sie verstehen��</p><p>�Ja, das tue ich. Und ich danke Ihnen daf�r, dass Sie mir Ihre Empfehlung erkl�rt haben.�</p><p>�Was bei Corvus auf uns wartet, kann nicht zu gef�hrlich sein, Captain Geary. Dort werden sie noch gar nicht wissen, wie die Schlacht im Heimatsystem ausgegangen ist.�</p><p>�Ja.� <emphasis>Vielleicht k�nnen wir das irgendwie zu unserem Vorteil nutzen.</emphasis></p><p>�Aber Corvus liegt so nahe bei der Syndik-Heimatwelt, dass das System sich als harte Nuss erweisen k�nnte.�</p><p>Desjani machte eine wegwerfende Geste. �Es ist kein Teil des Syndik-Hypernets.�</p><p>Geary lie� sich ihre Bemerkung durch den Kopf gehen. �Das muss mehr bedeuten, als mir bewusst ist. Erkl�ren Sie mir das bitte.�</p><p>Nach einem �berraschten Blick begann sie zu reden: �Ich war davon ausgegangen, dass es Ihnen bekannt ist, aber woher? Das Hypernet erlaubt es einem, sich sehr schnell von einem Punkt zum anderen zu bewegen, ganz egal, wo man ist und wohin man will. Man muss keine anderen Systeme durchqueren, um ans Ziel zu gelangen.�</p><p>�Oh.� <emphasis>Verdammt, jetzt habe ich das schon wieder gesagt.</emphasis> �Mit dem Sprungantrieb muss man durch die in Reichweite befindlichen Systeme springen, um am Ende dort anzukommen, wo man eigentlich hin will.�</p><p>�Richtig�, best�tigte sie. �Sehr viele Systeme waren nur deshalb wichtig, weil man sie durchqueren musste, um woanders hinzu-springen. Es gab dort keine bestimmten Ressourcen oder �hnliches.</p><p>Sobald aber das Hypernet eingerichtet war, hat sich dieser Transit-verkehr von selbst erledigt.�</p><p>�Ich kann mir nicht vorstellen, dass die �bergangenen Systeme davon einen Nutzen haben�, meinte Geary.</p><p>�Haben sie auch nicht. Die einzigen Gr�nde, ein System aufzusuchen, sind entweder ein pers�nlicher Anlass oder aber es gibt dort etwas Besonderes. Wenn es allerdings etwas Besonderes dort gibt, wird das System auch ans Hypernet angeschlossen.�</p><p>Vor seinem geistigen Auge entstand das Bild eines Baumes, dessen zahlreiche �ste verk�mmerten, w�hrend der Stamm immer kr�ftiger wurde. �Was ist aus ihnen geworden?�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern. �Einige haben ihre Ressourcen eingesetzt, um ein Hypernet-Portal zu bekommen, aber gelungen ist das nur wenigen. Einige haben versucht, mit etwas Besonderem aufzu-warten, damit andere sich f�r ein Portal einsetzten. Auch da sind nur wenige erfolgreich gewesen. Die meisten waren von vornherein nicht wohlhabend genug, und seit der Handel an ihnen vor�ber-zieht, geht es weiter bergab mit ihnen. Sie verlieren den Anschluss an die technologische und kulturelle Entwicklung, die �ber das Hypernet Verbreitung findet. Die intelligentesten Leute aus diesen Systemen streben nat�rlich danach, in Systeme auszuwandern, die ans Hypernet angeschlossen sind.�</p><p>�Ich verstehe.� <emphasis>Ein bisschen so wie ich. Isoliert und hoffnungslos veraltet. �berholt vom Hypernet und von der Geschichte. Ich frage mich, wie einige von diesen Syndik-Systemen reagieren werden, wenn ich mit der Allianz-Flotte hindurchfliegen will. Wenigstens werden sie so wieder Teil der Geschichte sein.</emphasis></p><p><emphasis>In einer Woche erreichen wir Corvus und werden feststellen, wie es dem System ergangen ist, seit es durch das Hypernet �berfl�ssig geworden ist.</emphasis></p><p><emphasis>Ich sollte an meiner Ansprache an die Kommandanten arbeiten und weiter beten, dass die Syndiks sich keinen so t�ckischen Plan ausgedacht haben, der eine Falle f�r Allianz-Schiffe beinhaltet, denen der Sprung nach Corvus gelingt.</emphasis></p></section><section><title><p>Vier</p></title><p>Die Sonne, die die Menschheit unter dem Namen Corvus kannte, leuchtete vor dem sternen�bers�ten Schwarz des Normalraums wie ein kleine, helle M�nze, als die Allianz-Flotte aus dem Sprung kam.</p><p>Geary versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie angespannt er war. Er warf einen Blick auf die Kontrollen in seiner Armlehne und sah dabei, dass seine Hand die Lehne so verkrampft umfasste, dass die Kn�chel wei� hervortraten. Geary atmete tief durch und starrte das Display an, als k�nne sein blo�er Blick die ben�tigten Informationen hervorrufen.</p><p>�Keine Minen�, meldete Captain Desjani.</p><p>Als Erwiderung nickte Geary nur knapp. W�re am Ausgang des Sprungpunkts ein Minenfeld gelegt worden, dann h�tten sie es l�ngst auf die harte Tour herausgefunden. Doch er hatte im Gef�hl gehabt, dass sie nicht auf Minen sto�en w�rden. Selbst zu der Zeit, als der Sprung von System zu System die einzige Methode dargestellt hatte, um zu den Sternen zu reisen, wurden nur wenige Sprungpunkte durch Minenfelder gesichert, weil sie f�r eigene Schiffe genauso gef�hrlich waren wie f�r feindliche. Und so wie die Allianz w�rden auch die Syndiks keine Ressourcen tief innerhalb des eigenen Territoriums vergeuden.</p><p>Das war allerdings auch das einzig Positive, das Geary der Tatsache abgewinnen konnte, dass sie sich so tief im Syndik-Gebiet aufhielten.</p><p>�Erste Scans k�nnen keinen Schiffsverkehr in der n�heren Umgebung feststellen�, lie� ihn ein Wachhabender wissen.</p><p>Wieder nickte Geary. Diese Meldung hatte nicht viel zu bedeuten.</p><p>Sie hatten gut eine Milliarde Kilometer von Corvus entfernt den Sprungpunkt verlassen, aber Geary rechnete schon lange nicht mehr in Kilometern, wenn es um die Navigation im All ging. Vielmehr achtete er auf die Anzeige der Lichtentfernung, die eine Strecke von achteinhalb Lichtstunden zum Stern nannte. Wenn die sehr alten Aufzeichnungen zutrafen, auf die sie sich verlassen mussten, dann kreiste eine bewohnte Welt in einer Entfernung von 1,2 Lichtstunden um den Stern namens Corvus. Das wiederum bedeutete, dass alles, was sie jetzt sehen und analysieren konnten, bereits vor �ber sieben Stunden geschehen war.</p><p>Von der bewohnten Welt abgesehen besa� Corvus drei weitere Trabanten, die den Namen Planet verdienten. Einer davon war ein zerkl�fteter Felsblock, der in einer Entfernung von etwas weniger als einer Lichtstunde in einem leicht exzentrischen Orbit um den Stern kreiste. Der zweite war ein rund sechs Lichtstunden entfernter Gasriese. Der �u�erste Planet war ein Eisklumpen in einem Orbit, der nur eine halbe Stunde vom Sprungpunkt entfernt seine Bahnen zog.</p><p>�Captain Desjani.� Sie drehte sich zu ihm um. �Es geh�rte zur Routine, dass die Syndiks Verteidigungsbasen in der N�he von Sprungpunkten unterhielten, so wie wir auch. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind etliche dieser Syndik-Basen immer noch im Dienst.�</p><p>Desjani machte eine nachdenkliche Miene. �Wir gehen immer davon aus, dass die alten Basen weiter aktiv bleiben. Wenn ein Hypernet-Portal gebaut wird, dann richtet man auch eine neue Verteidigungsanlage ein. Aber bei Sternen ohne Anschluss ans Hypernet ist die Allianz der Ansicht, wenn eine Verteidigungsbasis im System bleiben soll, dann rechnet es sich nicht, sie zu verlagern. Die Syndiks scheinen nach dem gleichen Prinzip vorzugehen.�</p><p>�Das erscheint sinnvoll. Warum sollte man auch Geld zum Fenster rauswerfen? Die Frage ist nur, ob sie sich die M�he gemacht haben, so tief in ihrem eigenen Territorium eine Basis beizubehalten.� Er rieb sich die Stirn und betrachtete das Display, wo eine sich langsam ausdehnende Sph�re den Bereich rund um die Flotte kennzeichnete, der ein Echtzeitbild erlaubte. Die Sph�re wirkte immer noch lach-haft winzig, wenn man sie mit der Gr��e des Systems verglich, in das sie eingefallen waren. Zum Gl�ck w�rde sie aber schon bald den Orbit der Eiswelt erfassen. �Wenn sie noch eine Basis haben, dann wird sie sich dort befinden�, sprach er seinen Gedanken laut aus.</p><p>Captain Desjani nickte. �Das werden wir bald wissen. Erste optische und Spektralscans zeigen Anlagen an, die W�rme abgeben, also ist da immer noch etwas aktiv. Aber wir haben noch zu wenig Daten. Sicher ist nur, dass sich keine gro�e Streitmacht in unserer N�he befindet. Selbst bei der Zeitverz�gerung, mit der die Informationen eingehen, h�tten wir da l�ngst irgendwelche Anzeichen entdecken m�ssen.�</p><p><emphasis>Dank sei den Vorfahren f�r die nicht ganz so kleinen Segnungen</emphasis>, dachte Geary respektlos. Im System schienen nur wenige Schiffe unterwegs zu sein. Beim Sprungende hatte Geary unwillk�rlich damit gerechnet, auf den �blichen Sprungverkehr zu sto�en, stattdessen jedoch konnte er keine interstellaren Schiffe entdecken, die auf dem Weg zu einem der Sprungpunkte waren. Der wenige Schiffsverkehr spielte sich zwischen dem bewohnten Planeten und mutma�lichen Minen und Produktionsanlagen auf dem inneren Planeten ab. <emphasis>Wo zum Teufel sind sie alle?</emphasis> , fragte sich Geary, obwohl er wusste, dass �sie alle�</p><p>dank des Hypernets nicht mehr durch dieses System fliegen mussten.</p><p>Er tippte zielsicher auf die Kommunikationstaste, nachdem er sich w�hrend des Sprungs nach Corvus gr�ndlich mit den Funktions-weisen seiner Kontrollen besch�ftigt hatte. �Captain Duellos, Captain Tulev, hier spricht Captain Geary. Sie werden mit dem Zweiten und Vierten Schlachtkreuzergeschwader eine Position einnehmen, um den Sprungpunkt zu sichern. Wenn Syndik-Streitkr�fte auftauchen, die uns verfolgen, m�ssen sie vernichtet werden, bevor sie Sie passieren k�nnen.�</p><p>Geary konnte aus dem schlichten �Roger�, mit dem die beiden den Befehl best�tigten, die Vorfreude auf ein einseitiges Gemetzel heraush�ren. Auf seinem Scanner beobachtete Geary, wie die beiden Geschwader beidrehten und zum Sprungpunkt zur�ckkehrten. Die Schlachtkreuzer konnten f�r ihre Gr��e recht gut beschleunigen, doch da man bei ihnen mehr Wert auf ein leistungsf�higes Antriebssystem gelegt hatte, waren die Schutzschilde dieser Schiffe deutlich schw�cher als bei anderen Fahrzeugen. Er w�rde sie lange genug auf dieser Position halten, um alle Syndik-Schiffe zu zerst�ren, die der Allianz-Flotte auf den Fersen waren, aber sie sollten nicht dort zur�ckgelassen werden, w�hrend der Rest der Flotte weiterflog. Es war nur eine Frage des Timings, und sieben gro�e Kriegsschiffe und deren Besatzungen bauten alle darauf, dass Geary in der Lage war, dieses Timing genau richtig abzustimmen.</p><p><emphasis>Minen! Warum habe ich nicht fr�her daran gedacht? Mir ist doch gleich, wie sehr der Schiffsverkehr der Syndiks dadurch beeintr�chtigt wird.</emphasis></p><p>�Captain Duellos, legen Sie ein Minenfeld rund um den Sprungpunkt, das auf den lokalen Stern ausgerichtet ist, damit es seine Position beibeh�lt.�</p><p>Duellos best�tigte diesen j�ngsten Befehl, und diesmal h�rte er sich noch erfreuter an als zuvor. Die Allianz-Flotte hatte beim Angriff auf das Heimatsystem der Syndiks schwere Verluste einstecken m�ssen, als sie in ein Minenfeld geriet, das als Hinterhalt angelegt worden war. Daher konnte Geary es keinem Matrosen der Allianz ver�beln, wenn der es den Syndiks mit gleicher M�nze heimzahlen wollte.</p><p>Der n�chste Tastendruck �ffnete einen Kanal an die ganze Flotte.</p><p>�Alle Einheiten, ausgenommen das Zweite und das Vierte Schlachtkreuzergeschwader, werden unmittelbar nach Erhalt dieser Mitteilung die Standard-Angriffsformation Alpha Sechs einnehmen.�</p><p>W�hrend des Sprungs war es der Flotte nicht m�glich gewesen, die ungeordnete Formation zu korrigieren, die sich durch die Schlacht im Heimatsystem der Syndiks und durch den �berhasteten R�ckzug in Richtung Sprungpunkt ergeben hatte. Nun aber war es unerl�sslich, die Flotte wieder neu zu formieren. Auf seinem Display verfolgte Geary mit, wie Schiffe und Geschwader allm�hlich auf den Befehl reagierten, der ein paar Lichtminuten ben�tigte, um auch die am weitesten entfernten Schiffe zu erreichen. Dabei versuchte er, beim Anblick der weit verstreuten Flotte nicht den Kopf zu sch�tteln.</p><p>�Die Flotte bewegt sich noch immer mit 0,1 Lichtgeschwindigkeit ins System hinein�, betonte Desjani. �Einige der Schiffe werden eine Weile brauchen, bis sie die ihnen zugewiesene Position eingenommen haben.�</p><p>�Ja.� Geary musterte das Display, auf dem es noch immer an Echt-zeitinformationen �ber m�glicherweise auf sie lauernde Gefahren mangelte. �Wenn wir die Fahrt verlangsamen, wird das zwar einigen Schiffen das Man�ver erleichtern. Aber ich m�chte das nicht machen, solange wir nicht wissen, welche Syndik-Streitkr�fte sich hier aufhalten, die wir mit etwas Gl�ck vielleicht �berrumpeln k�nnen.�</p><p>�Mit Zur�ckhaltung hat noch niemand eine Schlacht gewonnen�, kommentierte Desjani zustimmend, als w�rde sie eine Lektion zitieren, die sie gelernt hatte.</p><p>Geary sch�ttelte im Geiste immer noch den Kopf �ber Desjanis Bemerkung, da lenkte ein akustisches Signal seine Aufmerksamkeit zur�ck auf das Display. Analysen von Bildern und Dingen wie che-mischen Substanzen in der Atmosph�re deuteten darauf hin, dass auf dieser Welt immer noch industrialisierte Wirtschaft existierte, doch es gab auch Hinweise auf stillgelegte Fabriken und auf eine weniger hohe Bev�lkerungsdichte als man nach so langer Besied-lung durch Menschen erwarten sollte. Das passte zu seinen Informationen, dass jene Systeme langsam verk�mmerten, die durch das Prinzip des Hypernets �bergangen wurden. Mehrere Objekte kreis-ten um diese Welt, sieben davon kalt und vermutlich stillgelegt, au�erdem zwei vermutlich milit�rische Anlagen. Kriegsschiffe waren auf den �ber acht Stunden alten Bildern nicht auszumachen.</p><p>�Die Anlage auf der vierten Welt ist aktiv und wird als milit�risch eingestuft�, meldete der Aufkl�rungs-Wachhabende. �Zwei kleinere Kampfschiffe waren vor einundvierzig Minuten nahe der Basis aktiv.�</p><p>Geary drehte sich abrupt um und musterte die Darstellung des Eisplaneten. Sie hatten noch immer keine Echtzeitbilder aus dem Gebiet nahe der Syndik-Basis, aber vor vierzig Minuten waren dort zwei Syndik-Schiffe unterwegs gewesen. <emphasis>Wir sind jetzt noch keine zehn Minuten im System, also werden sie uns erst in einer halben Stunde sehen. Bis dahin sind wir ein ganzes St�ck n�her.</emphasis> �Ist die Identifizierung dieser Schiffe korrekt? K�nnen wir sicher sein, dass der Typ zutrifft?�</p><p>Desjani stutzte, und es schien, als w�rde sie es pers�nlich nehmen, dass er die angezeigten Informationen auf ihrem Schiff infrage stellte. �Die Identifizierung der Schiffe nahe dieser Basis? Ja, Captain Geary. Typ und Klasse sind korrekt, das Modell ist unsicher.�</p><p>�Zum Teufel.� Desjani warf Geary einen fragenden Blick zu, woraufhin er auf das Display zeigte. �Zu meiner Zeit nannten wir diese Dinger Nickel-Korvetten.�</p><p>�Nickel?�</p><p>�Ja, so wie die M�nzen. Sie sind ganz n�tzlich, aber wenn man sie wirklich braucht, hat man nicht lange was von ihnen. Diese Schiffe hatte man schon so gut wie ausgemustert, als ich�� Geary verstummte, da er sich nicht sicher war, wie er sich auf seinen scheinba-ren Tod in einem Gefecht vor hundert Jahren beziehen sollte. �Als ich das letzte Mal gek�mpft habe�, sagte er schlie�lich.</p><p>Desjani gab einen erstaunten Laut von sich. �Ich habe diese Schiffsklasse noch nie gesehen. Vermutlich wurden diese Korvetten hier zur�ckgelassen, weil es einfacher war, sie den Beh�rden auf Corvus zu �bergeben, als sie wegzuschaffen.�</p><p>�Vermutlich ja.� Einen Moment lang stellte sich Geary vor, er be-f�nde sich auf der Basis oder auf einem der Schiffe, w�hrend die Allianz-Flotte durch den Sprungpunkt ins System geflogen kam. Wenn das Alter dieser Syndik-Schiffe einen solchen R�ckschluss zulie�, dann verdiente dieses System nicht einmal, als vergessen bezeichnet zu werden. Es musste Jahrzehnte her sein, dass Corvus im Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten eine Rolle gespielt hatte, wenn man einmal davon absah, dass die Bewohner sich mit ihren Steuern daran beteiligten und zweifellos auch junge Menschen im Einberufungsalter stellten. Noch ein paar Minuten oder vielleicht auch paar Stunden lang w�rden sie weiter daran glauben, von aller Welt vergessen zu sein. Doch schlie�lich w�rden sie die Ankunft der Allianz-Flotte zu sehen bekommen, sobald das Licht die verschiedenen Syndik-Beobachter erreichte. Einige Minuten lang w�rden sie sicherlich ihren Augen nicht trauen, weil sie nicht glauben konnten, dass der Krieg so pl�tzlich und mit einer so �berw�ltigenden Heftigkeit zu ihnen gekommen war.</p><p>Die Kommunikation der Flotte untereinander erwachte zum Leben. �Captain Geary, hier ist Commander Zeas von der <emphasis>Truculent</emphasis>.</p><p>Wir sind in Waffenreichweite einer aktiven Radaranlage, die auf den Sprungpunkt gerichtet ist.�</p><p>�Geary hier. Zerst�ren Sie sie.� Er schaute zu Desjani. �Ich wei�, die Anlage dient nur als Navigationshilfe, aber vermutlich gibt sie R�ckmeldung an diese Basis.�</p><p>�Das sehe ich auch so�, stimmte sie ihm zu. �Aber vermutlich werden die Informationen mit Lichtgeschwindigkeit �bertragen, weshalb sie dort nicht vor den Bildern unserer Flotte eintreffen d�rften.�</p><p>�Jede Minute z�hlt. Sendet die Basis selbst aktive Sensorstrahlen aus?� Noch w�hrend er fragte, sah er auf sein eigenes Display, das irgendwo die Antwort auf seine Frage enthielt.</p><p>�Nein, Sir.� Desjani deutete auf die entsprechenden Anzeigefelder.</p><p>�Hatten Sie das erwartet?�</p><p>�Nein.� Geary str�ubten sich bei der Frage die Nackenhaare, doch f�r einen Augenblick hatte sie etwas Am�santes. �Sogar in meiner primitiven Zeit war klar, dass ein Radar doppelt so lange ben�tigt, um etwas zu entdecken, was mit visuellen Sensoren bereits erkennbar ist. Schlie�lich muss der Radarimpuls erst wieder zur�ckkehren, w�hrend das Licht von dem betreffenden Objekt die Entfernung nur in einer Richtung zur�cklegen muss.� Bei einer Planetenoberfl�che war die Zeitdifferenz unbedeutend, aber wenn ein Schlachtfeld sich �ber mehrere Lichtstunden erstreckte, dann war das von entscheidender Bedeutung.</p><p>Desjani schluckte sichtbar. �Ich wollte nicht respektlos erscheinen��</p><p>�Das wei� ich. Und ich wei� auch, ich bin in vieler Hinsicht hoffnungslos veraltet. Deshalb ist es mir lieber, wenn Sie grunds�tzlich davon ausgehen, dass ich dies oder jenes nicht wei�. Auf diese Weise ist es f�r uns alle sicherer, und ganz ehrlich gesagt, Captain, vertraue ich auf Ihr Wissen um meine Unzul�nglichkeiten.�</p><p>�Jawohl, Sir.� Sie grinste ihn an. �Sie wissen ja, welches Vertrauen ich und meine Crew in Sie setzen.�</p><p>Diesmal versuchte Geary sich nichts anmerken zu lassen. Um das Thema zu wechseln, deutete er mit einer Kopfbewegung auf das Display. �Ich w�nschte, das w�rde nicht so lange dauern. Zu schade, dass wir nicht innerhalb eines Sternensystems Mikrospr�nge mit �berlichtgeschwindigkeit unternehmen k�nnen.�</p><p>�Ja, das Warten war f�r mich immer das Schlimmste�, gestand Desjani. �Wir k�nnen den Feind sehen, wir wissen, wo er ist, aber trotzdem dauert es noch fast viereinhalb Stunden, bis wir dieser Basis auf dem vierten Planeten nahe genug sind, um sie in einen Krater zu verwandeln.�</p><p>Eine neue Stimme mischte sich ein. �Sie k�nnten schneller fliegen.� Desjani und Geary drehten sich gleichzeitig um und sahen, dass Co-Pr�sidentin Rione auf die Br�cke gekommen war. Sie schaute Geary an. �Oder etwa nicht?�</p><p>Geary zuckte mit den Schultern und versuchte, den herablassenden Ausdruck zu ignorieren, den er aus dem Augenwinkel auf Desjanis Gesicht sehen konnte. �Wir k�nnten schon, aber das will ich nicht.�</p><p>�Warum nicht?� Rione kam nach vorn und nahm in einem der Sessel Platz, die f�r Beobachter bestimmt waren, dann legte sie mit �u�erst pr�zisen Bewegungen den Gurt an.</p><p>�Weil die Schiffe der Flotte unter anderem bereits mit durchschnittlich 0,1 Lichtgeschwindigkeit fliegen. Wir befinden uns im Normalraum, und hier sind wir bestimmten Gesetzm��igkeiten un-terworfen. Das bedeutet, je schneller wir fliegen, umso st�rker sind wir relativistischen Effekten ausgesetzt.� Rione betrachtete ihn und erwartete offensichtlich eine ausf�hrlichere Erkl�rung, was f�r Geary die Frage aufwarf, wie viel sie wirklich wusste und inwieweit sie ihn lediglich auf die Probe stellte. �Um es so einfach wie m�glich auszudr�cken: Unser Bild von allem, was sich au�erhalb dieses Schiffs befindet, wird umso verzerrter, je schneller wir fliegen. Bei 0,1 Lichtgeschwindigkeit k�nnen wir immer noch einigerma�en genau erkennen, was wir da drau�en sehen. Je weiter wir uns der Lichtgeschwindigkeit n�hern, umso schwieriger l�sst sich einsch�tzen, was sich wo befindet. Ich habe schon jetzt genug Schwierigkeiten festzustellen, wo sich der Feind befindet und wohin sich seine Schiffe bewegen. Ich m�chte mir nicht auch noch die Frage stellen m�ssen, wo meine eigenen Schiffe sind.�</p><p>Rione deutete auf das Display. �Ich dachte, die hier dargestellten Bilder gleichen notfalls die relativistischen Effekte aus.�</p><p>Offenbar hatte Captain Desjani das Gef�hl, dass die Ehre ihres Schiffs erneut gef�hrdet war, da sie antwortete: �Madam Co-Pr�sidentin, die Systeme k�nnen recht pr�zise die relativistischen Effekte bei diesem Schiff kompensieren, weil sie wissen, was das Schiff macht. Aber bei allen anderen Schiffen kann das System nur auf der Grundlage dessen sch�tzen, was es beobachtet. Wir bekommen von dem anderen Schiff ein zeitverz�gertes und verzerrtes Bild angezeigt, und die anschlie�enden Korrekturen variieren in ihrer Genauigkeit. Was wir sehen, kann sich ganz erheblich davon unterscheiden, wo sich das andere Schiff tats�chlich befindet und welche Richtungs-und Geschwindigkeitsvektoren wirklich zutreffen.�</p><p>Jede weitere Frage von Rione wurde dadurch vereitelt, dass sich der Komm-Wachhabende zu Wort meldete: �Captain Desjani, wir empfangen soeben eine Warnung von den Verteidigungsstreitkr�ften der Syndiks im System.�</p><p>Desjani warf automatisch Geary einen Blick zu, er schaute daraufhin auf das Display und die angezeigte Zeit. �Das ging ja schnell.</p><p>Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre, aber die Basis auf dem vierten Planeten kann doch in diesen Sekunden bestenfalls das erste Schiff der Flotte sehen, wie es den Sprungpunkt verl�sst.�</p><p>�Ganz genau.� Desjani lie� den Blick �ber die Br�cke wandern.</p><p>�Das Signal muss von einer Quelle kommen, die h�chstens f�nfzehn Lichtminuten vom Sprungpunkt entfernt ist. Suchen Sie danach�, befahl sie ihren Wachhabenden.</p><p>Die Suche nahm nur wenige Augenblicke in Anspruch, was der Tatsache zu verdanken war, dass die Flotte in einer so ausgedehnten Formation unterwegs war. Da von den verschiedenen Schiffen jeweils die Richtung genannt wurde, aus der man das Signal aufge-fangen hatte, lie� sich die Quelle m�helos lokalisieren. Das gesamte Spektrum der Sensoren wurde auf den Punkt gerichtet, und schlie�lich stie� man auf ein kleines Objekt. �Das ist winzig�, meldete der Komm-Wachhabende. �Weder ein Schiff noch ein bemanntes Objekt. Vermutlich handelt es sich bei der Quelle um ein automatisches Steuerungssystem, das den Flugverkehr regelt.�</p><p>�Warum wurde das nicht fr�her entdeckt?�, wollte Desjani wissen.</p><p>�Es scheint sich schon lange Zeit dort zu befinden, Ma�am. Die Oberfl�che ist sehr stark ramponiert, weshalb es bei ersten Abtas-tungen wohl als im All treibendes Tr�mmerst�ck durchging.�</p><p>Unwillk�rlich dachte Geary dar�ber nach, dass diese Beschreibung auch sehr genau darauf passte, wie er die letzten hundert Jahre verbracht hatte. Das dem Objekt n�chste Schiff war die <emphasis>Ardent</emphasis>, die nur eine Lichtminute entfernt lag. <emphasis>Das Ding ist sicher nicht bewaffnet, aber es k�nnte den Syndiks helfen, unseren Kurs nachzuvollziehen. Au�erdem verf�gt es wom�glich �ber eine Selbstzerst�rungsautomatik, die jedem Schiff schwere Sch�den zuf�gen k�nnte, das ihm zu nahe kommt. Lieber auf Nummer sicher gehen.</emphasis> � <emphasis>Ardent</emphasis>, hier ist Captain Geary von der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Schaffen Sie uns dieses Ding vom Hals.�</p><p>Fast zwei Minuten lang musste er auf die Antwort warten. � <emphasis>Ardent</emphasis> hier, Sir. Befehl ausgef�hrt.� Geary musterte sein Display und wusste, es w�rde noch eine Weile dauern, bis er dort angezeigt bekam, dass die <emphasis>Ardent</emphasis> den Satelliten zerst�rt hatte.</p><p>�Sollen wir auf das Signal reagieren, Captain Desjani?�, wollte der Komm-Wachhabende immer noch wissen.</p><p>Wieder schaute sie Geary an. �Es muss eine Meldung an die Basis geschickt haben.�</p><p>�Bestimmt. Ich w�rde sagen, die Meldung wird erst eingehen, wenn sie uns bereits sehen k�nnen.� Geary dachte �ber das Problem nach. Er war sich bewusst, dass er Ereignisse in Gang setzte und Entscheidungen traf, die �ber die n�chsten Stunden hinweg Resulta-te hervorbringen w�rden. Dabei versuchte er, nicht dar�ber nachzudenken, wie viele Menschenleben in diesem System und in der Flotte davon abhingen, wie er entschied.</p><p>�Captain Desjani�, begann er langsam und dachte wieder an die schockierten Verteidiger des Corvus-Systems. �Teilen Sie den Syndik-Beh�rden bitte mit, dass wir hergekommen sind, um ihre Kapitulation zu fordern. Senden Sie das ins gesamte System.�</p><p>Sie reagierte mit einem verwirrten und zugleich entt�uschten Blick. �Bislang deutet alles darauf hin, dass uns sehr wenig Widerstand begegnen w�rde, und was es hier gibt, ist hoffnungslos veraltet. Es w�re kein Problem, sie zu besiegen.�</p><p>�Stimmt. Aber wir k�nnen umso mehr Vorr�te und brauchbare Materialien an Bord nehmen, wenn sie sich einfach ergeben, als wenn wir erst schwere Verw�stungen anrichten, um sie zur Aufgabe zu zwingen. Wir k�nnen sie vielleicht sogar dazu bewegen, uns mehr zu geben, wenn wir sie in dem Glauben lassen, dass wir dann dieses System nicht kurz und klein schlagen werden.�</p><p>�W�re es nicht besser, wenn wir ihnen die M�glichkeit zur Gegenwehr nehmen?�</p><p>�Nein.� Er sch�ttelte nachdr�cklich den Kopf. �Den Syndikatwelten ist egal, was mit ihren Best�nden in diesem System passiert.</p><p>Doch jedes besch�digte Schiff und jede eingesetzte Waffe ist f�r die Allianz von Bedeutung. F�r uns ist es besser, wenn wir sie kampflos schlagen. Wenn wir jetzt unsere Aufforderung zur Kapitulation senden, dann wird sie �berall im System eine halbe Stunde nach unserer Sichtung empfangen. Sie hatten Zeit genug, um sich ein Bild von unserer Kampfkraft zu machen. Zeit genug, dass sie es mit der Angst zu tun bekommen, und genau dann erreicht sie unsere Aufforderung zu kapitulieren.�</p><p>Desjani wirkte nach wie vor entt�uscht, doch sie verkniff sich, was sie hatte einwenden wollen. Wenige Minuten sp�ter sendete die <emphasis>Dauntless</emphasis> die Nachricht, w�hrend die Allianz-Flotte mit 0,1 Lichtgeschwindigkeit weiter in das System flog.</p><p>Sein Blick war auf das Display gerichtet, und er w�nschte sich, die Zeit m�ge schneller vergehen. Die Syndik-Basis musste inzwischen die Flotte bemerkt haben, aber selbst wenn die Nickel-Korvetten sofort auf Abfangkurs gingen, w�rde man das auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> erst in zehn Minuten sehen k�nnen. Geary konzentrierte sich auf seine eigenen Schiffe und versuchte, das Durcheinander an angezeigten Vektoren zu sortieren, um sich ein Bild davon zu machen, wie weit sich die Formation entwickelt hatte. Angesichts dessen, wie schwierig es war, die einzelnen Bewegungen auszumachen, lief es mit den Bem�hungen gar nicht so gut. Zugegeben, bei der Geschwindigkeit, mit der sich die Flotte fortbewegte, war es umso schwieriger, die Positionen zueinander zu ver�ndern, dennoch taten sich die einzelnen Schiffe ausgesprochen schwer, ihre Positionen anzusteuern.</p><p>�Der Syndik-Commander hat auf unsere Forderung nach einer Kapitulation reagiert�, murmelte Captain Desjani.</p><p>�Okay.� Geary sah auf die Uhr und stellte fest, dass die Antwort auf seine Forderung umgehend gesendet worden sein musste. Er brauchte einen Moment, bis er die richtige Taste gefunden hatte, dann sah er in das Gesicht eines �lteren Mannes, der eine makellos sitzende, aber abgewetzte Uniform eines Executive Class Officer trug.</p><p>Der Syndik-XO schluckte erschrocken, sch�ttelte den Kopf und gab sich M�he, resolut dreinzuschauen. �Hiermit best�tige ich den Erhalt Ihrer Nachricht. Ihrer Bitte k�nnen wir nicht nachkommen. Es ist mir nicht gestattet, die Streitkr�fte und Anlagen in diesem System an Sie zu �bergeben. �bertragung Ende.�</p><p><emphasis>Oh, verdammt�</emphasis> Geary schnaufte aufgebracht. �Unserer Bitte k�nnen sie nicht nachkommen? Klingt fast so, als h�tten wir sie zum Tanzen auffordern wollen.�</p><p>�In ein paar Stunden legen wir das Hauptquartier um ihn herum in Schutt und Asche�, erwiderte Desjani gutgelaunt.</p><p>�Vielleicht. Aber bis dahin gibt es keinen Grund, nicht alles zu versuchen, um diesen Idioten zur Vernunft zu bringen.� Geary musste fast l�cheln, als er Desjanis Gesichtsausdruck sah. �Keine Sorge, ich werde ihn nicht anflehen.�</p><p>�Ich hatte nicht��</p><p>�Ist schon gut. Lassen Sie mich ihm diese Nachricht pers�nlich �bermitteln.� Er hielt inne, um seine Gedanken zu ordnen, dann tippte er die entsprechende Befehlssequenz. �Hier ist die Allianz-Flotte unter Befehlshaber Captain John Geary. Wir sind hergekommen, um Sie zur Kapitulation aufzufordern�, verk�ndete Geary, dem die Ironie der Situation nicht entging, da der Syndik-CEO vor wenigen Wochen fast den gleichen Wortlaut verwendet hatte. �Wie Sie an unseren Einflugvektoren erkennen k�nnen, kommen wir von der Syndik-Heimatwelt. Unsere Arbeit dort ist abgeschlossen.� Er versuchte, das richtige Ma� an triumphierender Arroganz in seiner Stimme mitschwingen zu lassen, um die irref�hrende Aussage zu unterstreichen. Wenn der Syndik-Commander glaubte, die Allianz habe seine Heimatwelt besiegt, dann w�rde es vielleicht helfen, ihn zur Aufgabe zu bewegen. �Wir erwarten, dass alle milit�rischen und lokalen Streitkr�fte ihre Waffen niederlegen, alle Verteidigungsanlagen deaktivieren und auf jegliche Form von Widerstand verzichten.</p><p>Es sollte klar erkennbar sein, dass wir �ber gen�gend Feuerkraft verf�gen, um unsere Forderung durchzusetzen, und dass jeglicher Widerstand von Ihrer Seite zwecklos ist. Wenn Sie nicht unverz�glich kapitulieren, wird das nur den sinnlosen Tod Ihrer Verteidiger und schwerste Besch�digungen an den Anlagen in diesem System zur Folge haben. Ich erwarte mit Ihrer n�chsten Nachricht die Be-kanntgabe Ihrer Kapitulation.�</p><p>Er lehnte sich zur�ck, schaute Desjani an und zuckte mit den Schultern. �Wenn er das nicht begreift��</p><p>�Dann m�ssen wir eben zum H�llenspeer greifen�, f�hrte sie den Satz f�r ihn zu Ende.</p><p>�Ja, wenn es sich nicht vermeiden l�sst.� Wieder betrachtete er das Display. �Die Korvetten haben sich bis vor zehn Minuten noch immer nicht ger�hrt. Interessant. Sie behalten einfach ihre Position im Orbit um die Syndik-Basis bei.�</p><p>�Vielleicht wollen sie sie nur benutzen, um die Station selbst zu besch�tzen.�</p><p>�Es w�re schrecklich dumm, Schiffe in einer statischen Verteidi-gungsposition einzusetzen, selbst wenn wir ihnen zahlenm��ig nicht so �berlegen w�ren.� Er musterte die Darstellung. �Ich glaube, es gibt einen anderen Grund daf�r, aber��</p><p>�Syndik-Kreuzer im Orbit um den vierten Planeten entdeckt!�, rief in dem Augenblick der Aufkl�rungs-Wachhabende.</p><p>�Nur einer?� Geary �berflog den eingehenden Bericht. Die Klasse des leichten Kreuzers sagte ihm nichts, doch das System erkl�rte ihn als einem �berholten Design zugeh�rig. �Sind diese Angaben richtig?�</p><p>Ein Dutzend Crewmitglieder �berpr�fte in aller Eile die Daten.</p><p>Desjani antwortete f�r sie alle: �Jawohl, Sir.�</p><p>�Wow. Sehen Sie sich mal dieses Antriebssystem an! Warum packt jemand so viel Antriebskraft in einen leichten Kreuzer?�</p><p>Verwundert ging Desjani die Daten durch. �Das wissen wir nicht.</p><p>Diesem Design sind wir noch nie begegnet, und geh�rt haben wir davon nur durch Geheimdienstberichte. Offenbar wurden von dem Typ nur ein paar gebaut, und falls der je in einer Schlacht zum Einsatz kam, besitzen wir dar�ber keine Aufzeichnungen.�</p><p>Geary nickte gedankenverloren. Ihm fiel nur ein Grund ein, warum �ber dieses Schiff nichts bekannt sein sollte: wenn kein einziges Allianz-Schiff das Gefecht �berlebt hatte, an dem dieses Ding beteiligt war. Der leichte Kreuzer war nicht schwer bewaffnet, er verf�gte lediglich �ber ein riesiges Antriebssystem. <emphasis>Hoffentlich muss ich mir keine Gedanken dar�ber machen, welchem Zweck dieses System dienen soll. Wenn der Syndik-Commander kapituliert, kann ich jemanden fragen. Ansonsten wird der Kreuzer nur noch ein Haufen Schrott sein, wenn wir ihn erst einmal durchsiebt haben.</emphasis> �Der Kreuzer und die Korvetten befinden sich noch im Orbit um den Planeten. Das macht Hoffnung.�</p><p>�Auf jeden Fall macht es sie so zu einfacheren Zielen.�</p><p>Eine weitere Stunde war nahezu verstrichen, als die Reaktion des Syndik-Commanders endlich eintraf. �Ich habe Ihre letzte Mitteilung empfangen�, erkl�rte der Mann in der abgewetzten Uniform.</p><p>�Artikel sieben der Kampfanweisungen der Syndikatflotte untersagt eine Kapitulation. Artikel neun verlangt, alle milit�rischen Einrichtungen energisch zu verteidigen. Artikel zw�lf stellt klar, dass es keine Ausnahmesituation gibt, die die Artikel sieben und neun au�er Kraft setzen kann. Daher muss ich Ihre Bitte ein weiteres Mal ab-lehnen.�</p><p>Geary starrte ungl�ubig das Bild an. �Wie kann er nur so dumm sein?�</p><empty-line/><p>Co-Pr�sidentin Rione antwortete darauf. �Er ist ein B�rokrat, Captain Geary. Sehen Sie sich ihn an, h�ren Sie ihm zu. Er lebt daf�r, Regeln und Vorschriften umzusetzen, und zwar ohne R�cksicht darauf, ob diese Regeln einen Sinn ergeben.� Nach ihrem Tonfall zu urteilen, hatte sie mehr als genug Leute von seinem Schlag kennengelernt.</p><p>Fast h�tte Geary gelacht, so absurd war die Situation. <emphasis>Ein B�rokrat.</emphasis></p><p><emphasis>Irgendein Kerl, der vermutlich seine ganze Karriere damit verbracht hat, sicherzustellen, dass jede Vorschrift, die vor Jahrzehnten in einer Entfernung von etlichen Lichtjahren erlassen worden war, auf den Buchstaben genau in die Tat umgesetzt wurde. Jemand, f�r den es nichts Wichtigeres gibt, als jede noch so unwichtige Vorschrift auf den Punkt genau zu befolgen. Wer sonst w�rde auch schon das Kommando �ber ein System zugeteilt bekommen, in das der Krieg nie vordringen sollte? Und wer sonst w�rde sich Jahr um Jahr an diesem sinnlosen Kommando festklammern?</emphasis></p><p>Dann wurde Geary bewusst, was das Beharren dieses B�rokraten auf den Artikeln sieben, neun und zw�lf der Kampfanweisungen der Syndikatflotte bedeutete. Er w�rde so viele Untergebene dieses Erbsenz�hlers t�ten m�ssen, bis der zur Kapitulation bereit war.</p><p><emphasis>Zum Teufel mit dem Kerl.</emphasis></p><p>Geary tippte w�tend auf seine Kommunikationsverbindungen.</p><p>�An den Syndikat-Commander im Corvus System. Sie haben keine andere Wahl als sich zu ergeben. Wenn Sie uns zwingen, Ihre Verteidigung zu zerst�ren, dann werde ich pers�nlich daf�r sorgen, dass Sie das gleiche Schicksal ereilt wie die Leute, die an vorderster Front stehen.� Er unterbrach die Verbindung und wandte sich zu Captain Desjani um: �Ihr Kommunikationspersonal soll versuchen, eine Verbindung zu den Korvetten und dem Kreuzer herzustellen, und ihnen mitteilen, dass wir bereit sind, ihre Kapitulation anzunehmen.�</p><p>Desjani lie� sich einen Moment lang ihr Missfallen anmerken, dann aber nickte sie und gab den Befehl weiter. <emphasis>H�ren Sie schon auf, Tanja Desjani. Es hat nichts Ehrenhaftes an sich, Leute niederzumachen, die sowieso keine Chance auf Gegenwehr haben.</emphasis></p><p>Es waren immer noch drei Stunden, bis die Flotte der Basis nahe genug gekommen sein w�rde, um einen Angriff zu starten. Gearys Blick wanderte zu der Ecke seines Displays, die die Position der Schlachtkreuzer rings um den Sprungpunkt anzeigten. Bei diesem Anblick war ihm klar, was Desjani durch den Kopf ging. Die Schiffe von Duellos und Tulev w�rden Blut vergie�en k�nnen, w�hrend die <emphasis>Dauntless</emphasis> sich wohl damit begn�gen musste, die Kapitulation ein paar uralter Raumschiffe entgegenzunehmen. Dar�ber war Desjani gar nicht gl�cklich.</p><p>Die Allianz-Flotte drang tiefer in das Corvus-System ein, gleichzeitig bewegten sich die einzelnen Schiffe mit h�chst unterschiedlicher Schnelligkeit und Pr�zision zu jenen Positionen, die sie relativ zum Flaggschiff gesehen einnehmen sollten. Die mit Zeitverz�gerung angezeigten Bilder der Syndik-Korvetten ruckelten nahe ihrer Basis hin und her, w�hrend der leichte Kreuzer offenbar weiter um den vierten Planeten kreiste. Geary wollte sich alle Allianz-Schiffe merken, die mit dem Wechsel auf ihre vorgesehene Position deutlich hinterherhinkten, aber es dauerte nicht lange, da konzentrierte er sich in erster Linie auf die Schiffe, die relativ z�gig dem Befehl nach-kamen. Es gab einfach zu viele lahme Enten, um sie sich alle zu merken, und erschreckend wenige Commander waren in der Lage, ihr Schiff auf die richtige Position zu bringen.</p><p>Die vorderste Linie der Allianz-Flotte sollte eine Formation bilden, die an ein gro�es Rechteck erinnerte, dessen Fl�che dem Feind zugewandt war. Der Kern der Flotte sollte dahinter in einer noch gr��eren Rechtecksformation folgen, w�hrend die Versorgungsschiffe und ihre Eskorten noch ein St�ck nach hinten zum W�rfel angeordnet sein sollten. Zwei kleinere W�rfel zu beiden Seiten dienten dem Schutz vor Aktionen von feindlichen Streitkr�ften in diesen Bereichen.</p><p>Was Geary stattdessen zu sehen bekam, war ein verworrener Schwarm aus Allianz-Schiffen, der wie ein verzerrter Keil wirkte und dessen breites Ende auf den Feind zeigte Ein Warnlicht blinkte auf, gleichzeitig erwachten auf dem Display diverse Symbole zum Leben. Geary hielt gebannt den Atem an, als die <emphasis>Dauntless</emphasis> Syndik-Schiffe registrierte, die aus dem Sprungpunkt austraten. Adrenalin wurde ausgesch�ttet, obwohl er genau wusste, was er sah, hatte sich bereits vor zehn Minuten zugetragen. Und ganz gleich, wie seine Schlachtkreuzer darauf reagierten � auch das war schon zehn Minuten zuvor geschehen.</p><p>Geary blieb kaum Zeit um wahrzunehmen, wie sich ein Geschwader Syndik-J�ger um einen einzelnen schweren Kreuzer herum aufstellte, da sah er bereits, wie konzentriertes Feuer von Duellos� und Tulevs Schiffen die J�ger in St�cke riss. Einen Moment sp�ter �ber-wanden die Angriffe der Allianz die Verteidigungsanlagen des Kreuzers und durchl�cherten ihn, sodass er nur noch ein paar Sch�sse abgeben konnte, die von den Schilden der Allianz-Kreuzer absorbiert wurden. Unmittelbar nachdem er dieses Geschehen beobachtet hatte, erreichten Geary Berichte aus dem Kampfgebiet, die das Gezeigte best�tigten.</p><p>Er wartete, doch nach den Berichten �ber die ersten Schiffe geschah weiter nichts. Sie waren entbehrlich gewesen und sollten feststellen, ob die Allianz-Flotte weiter in Panik geflohen war und vergessen hatte, den Sprungpunkt zu sichern und zu verteidigen.</p><p>Entbehrlich. Geary hatte das immer f�r ein h�ssliches Wort und ein noch h�sslicheres Konzept gehalten, doch die Syndiks teilten diese Ansicht offenbar nicht.</p><p>Ringsum auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> war Jubel ausgebrochen, als die Crewmitglieder sahen, wie die kleine Syndik-Streitmacht abge-schlachtet wurde. Der Jubel zehrte an Gearys Nerven. Erneut tippte er auf die Kommunikationstasten. �Alle Einheiten, die noch nicht die Standardformation Alpha sechs eingenommen haben, werden aufgefordert, das unverz�glich nachzuholen.�</p><p>Desjani reagierte mit einem �berraschten Blick in seine Richtung, �berspielte aber rasch ihre Reaktion. Es war nichts, wor�ber sich der Captain der <emphasis>Dauntless</emphasis> Sorgen machen musste, denn als Flaggschiff waren sie von dem Moment in der vorgeschriebenen Position, wenn der Befehl gegeben wurde. �Glauben Sie, das war die gesamte Verfolgergruppe?�, fragte sie so hastig, dass Geary vermutete, sie wolle nur das Thema wechseln.</p><p><emphasis>Woher bitte soll ich das denn wissen?</emphasis> , wollte er sie anherrschen, stattdessen jedoch dachte er sekundenlang �ber ihre Frage nach. �Vermutlich ja. Wenn sie mehr geschickt h�tten, warum sollten sie dann so viel Zeit zwischen beiden Gruppen verstreichen lassen?� Er hielt inne. �Allerdings war das keine gro�e Streitmacht. Sie h�tten in der Lage sein sollen, gleich nach uns in den Sprung zu wechseln.�</p><p>�Sie waren nur etwas mehr als eine Stunde hinter uns.� Desjani schien nachzudenken, dann nickte sie. �Sie haben gez�gert und dann eine kleine Kampfgruppe f�r den Fall hergeschickt, dass wir nicht vorbereitet sind.�</p><p>Gez�gert. Ja. Geary erwiderte das Nicken. �Die haben jemanden geschickt, damit sie ihren Vorgesetzten erz�hlen k�nnen, dass sie sich an unsere Fersen geheftet haben. Gen�gend Schiffe, um es nach einem ernsthaften Versuch aussehen zu lassen, aber nicht so viel, dass der Verlust sie schmerzen w�rde.� Ein Jammer f�r die Matrosen an Bord dieser Schiffe, deren Vorgesetzte sie als entbehrlich angesehen hatten.</p><p>�Ja, genau. Ein Menschenleben bedeutet ihnen nichts.�</p><p>Captain Desjani sah ihm genau in die Augen und sprach mit tonloser Stimme.</p><p>�Schon verstanden.� <emphasis>Ich muss mir merken, Captain Desjani nicht falsch einzusch�tzen. F�r alles, was sie macht, glaubt sie einen guten Grund zu haben.</emphasis> Er biss sich auf die Unterlippe, w�hrend er sein Display betrachtete. Wenn das alle Verfolger waren, die die Syndiks ihnen hinterhergeschickt hatten, dann konnten die Schlachtkreuzer zum Rest der Flotte zur�ckkehren. Aber es war denkbar, dass die Syndiks bewusst so eine gro�e L�cke zwischen zwei Verfolgergrup-pen lie�, um die Allianz glauben zu lassen, dass niemand mehr folgte. Doch diese Schlachtkreuzer hinkten der Flotte bereits jetzt zehn Lichtminuten hinterher. Zehn Minuten, bevor eine Nachricht ihr Ziel erreichte. Zehn Minuten, in denen Geary nicht wusste, ob diese Schiffe in Schwierigkeiten steckten. Mindestens eine Stunde davon entfernt, ihnen zu Hilfe zu eilen. Und mit jeder Sekunde wurde der Abstand zu ihnen gr��er. �Captain Duellos, Captain Tulev, hier spricht Captain Geary. Gut gemacht. Kehren Sie bitte so schnell wie m�glich zur Flotte zur�ck. Lassen Sie Ihre Schiffe die zugewiesenen Pl�tze in der Standard-Angriffsformation Alpha sechs einnehmen.�</p><p>Zehn Minuten, bis diese Nachricht Duellos und Tulev erreichte.</p><p>Dann mussten sie ihre Schiffe Fahrt aufnehmen lassen, um die Flotte einzuholen. Bis sie ihren Platz in der Formation eingenommen hatten, w�rden noch Stunden vergehen.</p><p>Allerdings kam es ihm so vor, als w�rden sie damit immer noch schneller sein als alle anderen Schiffe. Anstatt wie befohlen in Rechtecksformation zu fliegen, schienen die Schiffe das breite Ende des Keils nur noch zu verbreitern.</p><p><emphasis>Was zum Teufel ist da los?</emphasis> Geary verkleinerte die Darstellung auf dem Display, weil er zu erkennen versuchte, ob er bei der Ansicht aus n�chster N�he irgendetwas �bersehen hatten. Nein. Das Ganze ergab noch immer keinen Sinn. Nur langsamere Schiffe wie die <emphasis>Titan</emphasis> schienen sich auf der zugewiesenen Position zu befinden, und gerade der besch�digten <emphasis>Titan</emphasis> blieb ohnehin keine andere Wahl, als den schnelleren Kriegsschiffen zu folgen und ins System zu kriechen.</p><p>Nur allm�hlich wurde ihm bewusst, dass die <emphasis>Titan</emphasis> erschreckend allein unterwegs war. �Wo sind die Schiffe, die die <emphasis>Titan</emphasis> begleiten sollen?� Er sah sich wieder die Flotte an. � <emphasis>Keines</emphasis> der Versorgungsschiffe wird von einer Eskorte begleitet. Wo bitte sch�n sind diese Begleitschiffe?� Niemand auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> antwortete darauf.</p><p>Er vermied es, den gr��ten Teil der Flotte �ber die Kommunikationsverbindung anzubr�llen, weil die Schiffe solche M�he hatten, ihren Platz einzunehmen. Schlie�lich wollte er sich nicht von seiner Ver�rgerung leiten lassen, sondern von seinem Sachverstand. Trotzdem h�tte es ein recht schnelles und leichtes Man�ver sein m�ssen, die angeordnete Formation einzunehmen. Wenn die Begleitschiffe auf dem Weg zu ihrem jeweils zu bewachenden Schiff gewesen w�ren, h�tten sie dort l�ngst ankommen m�ssen. Das war schlichtweg nachl�ssig von ihnen� nachl�ssig? Oder steckte etwas anderes dahinter? Nachdem Geary die Anordnung seiner Flotte �berpr�ft hatte, verkleinerte er die Darstellung, bis auch die beiden Syndik-Korvetten zu sehen waren.</p><empty-line/><p>Zwar dauerte es viel zu lange, bis er begriff, was dort los war, aber immerhin begriff er es. �M�gen die Vorfahren uns beistehen!�</p><p>Desjani sah ihn fragend an, da sie �berlegte, ob er sich damit auf ihr Schiff bezog. �Captain Geary?�</p><p>Er war ganz auf das Display konzentriert und versuchte, seinen Zorn in den Griff zu bekommen, bevor er etwas erwiderte. Dann zeigte er auf die Bewegungen der Allianz-Schiffe. �Diese� Dummk�pfe� nehmen nicht die Formation ein, weil jeder von ihnen als Erster das Feuer er�ffnen will, wenn wir diese Korvetten erreichen.�</p><p>Nachdem ihm nun klar war, was sich vor seinen Augen abspielte, erschien es ihm so offensichtlich, dass er die Flugman�ver innerhalb seiner Flotte sofort h�tte durchschauen m�ssen. Fast die gesamte Flotte dehnte sich und streckte sich f�rmlich nach jenem Punkt aus, an dem sie die Syndik-Korvetten w�rden abfangen k�nnen. Die meisten Schiffe hatten ihre vorgesehene Position verlassen oder gar nicht erst eingenommen und ignorierten dabei die ihnen zugewiesenen Aufgaben, nur damit sie ganz vorne mit dabei sein konnten, wenn die Korvetten von einer hoffnungslos �berm�chtigen Streitmacht ausgel�scht wurden.</p><p>Desjani machte den Eindruck, als wolle sie sich eine Bemerkung verkneifen, dann aber setzte sie doch zum Reden an: �Aggressivit�t ist die vorrangige��</p><p>�Aggressivit�t? So bezeichnen Sie das?�</p><p>��Dicht am Feind bleiben.�� Desjani sagte es auf eine Art, als w�r-de sie wieder etwas zitieren. Und mit ihrem n�chsten Satz best�tigte sie seinen Verdacht. �Das war einer der letzten bei Grendel ausgege-benen Befehle.� Sie sah ihn nur an, weil sie wusste, er w�rde den Zusammenhang schon erkennen.</p><p>Dann erinnerte sich Geary, w�hrend er versuchte, sich seine Ge-f�hle nicht anmerken zu lassen. Immerhin waren diese Erinnerungen an ein Gefecht im Grendel-System vor hundert Jahren f�r ihn kaum mehr als einen Monat alt. Die Kommunikation zwischen seinem Schiff und den anderen Einheiten im Konvoi war ausgefallen, als sie gegen die Syndiks k�mpften. Doch unmittelbar vor dem Zu-sammenbruch der Verbindung hatte einer seiner letzten Befehle an seine eigene Crew gelautet, �dicht am Feind zu bleiben�. Was nur seiner Crew gegolten hatte, war �ber das Kommandonetz an alle Schiffe �bertragen worden. �Sie wollen mir doch nicht allen Ernstes erz�hlen, dass� dass��</p><p>Sie nickte und strahlte vor Stolz. Stolz auf sich selbst, auf die Flotte, auf Geary. �Das ist unsere vorrangige Devise, wenn wir auf den Feind treffen. Aggressiv sein, niemals z�gern, niemals abwarten.</p><p>Dicht am Feind bleiben, wie Black Jack Geary es vor langer Zeit befohlen hatte�, erkl�rte sie voller �berzeugung.</p><p>Geary h�tte sie am liebsten am Kragen gepackt und durchgesch�ttelt. <emphasis>Idioten! Alles Idioten! Das ist doch keine L�sung f�r jede taktische Situation! Die meiste Zeit ist das sogar eine verdammt d�mliche L�sung!</emphasis></p><p>�Bei allen Vorfahren aller Matrosen in dieser Flotte, Captain Desjani!</p><p>Disziplin ist mindestens so wichtig wie Aggressivit�t! Ein paar Fregatten gen�gen, um diese Korvetten unsch�dlich zu machen. Ich hatte vor, ein einzelnes Geschwader hinzuschicken!�</p><p>�Diese Leute wissen, dass sie unter den Augen von Black Jack Geary k�mpfen, Sir. Sie wollen Ihnen zeigen, wie gut sie sind!�</p><p>�Das tun sie aber nicht! Stattdessen benehmen sie sich wie ein wahllos zusammengew�rfelter Haufen! Sie ignorieren meine ausdr�cklichen Befehle!� Er verkniff sich, was er am liebsten noch hin-zugef�gt h�tte. Desjani und die Br�ckencrew der <emphasis>Dauntless</emphasis> starrten ihn an, als h�tte er soeben den Captain geohrfeigt. �H�ren Sie, gegen Aggressivit�t ist nichts einzuwenden, aber wenn sie nicht mit intelli-genten Taktiken und aufeinander abgestimmten, disziplinierten Aktionen einhergeht, ist die Katastrophe vorprogrammiert.�</p><p>Desjanis Stolz wandelte sich in Sturheit. �Sie hat uns gute Dienste geleistet, Sir. Die Flotte ist stolz auf ihren Kampfgeist.�</p><p>Anstatt die n�chste giftige Zurechtweisung folgen zu lassen, atmete Geary erst einmal tief durch. <emphasis>Ja, sie hat euch �gute Dienste geleistet�!</emphasis></p><p>Kein Wunder, dass die Flotte so viele Schiffe verloren hatte. Dass sie so bereitwillig den von den Syndiks ausgeworfenen K�der ge-schluckt und kurz vor der vollst�ndigen Vernichtung gestanden hatte. Und das alles nur, weil sie eine v�llig verdrehte Vorstellung von Gearys eigener Philosophie vertraten. <emphasis>Ich wei� nicht mal, ob ich mich schuldig f�hlen soll oder nicht. Ist es meine Schuld, wenn sie blindlings einem Bild von Black Jack Geary folgen, das es so nie gegeben hat?</emphasis></p><p><emphasis>Es wird eine Weile dauern, um diese Einstellung zu ver�ndern. Ich kann ihnen nicht einfach sagen, dass sie sich irren. Wenn sie mir das abnehmen, wird sie das ihren Kampfgeist kosten. Wenn sie es mir nicht abnehmen, werden sie einfach so weitermachen, und meine Autorit�t steht dann auf noch wackligeren Beinen.</emphasis></p><p>Er nickte Desjani bed�chtig zu. �Kampfgeist ist ausgesprochen wichtig, Captain. Nach allem zu urteilen, was ich bislang miterlebt habe, kann die Flotte mit Recht stolz auf ihren Kampfgeist sein.� Seine Worte lie�en sie vor Erleichterung l�cheln, und als Geary sich umsah, spiegelte sich der gleiche Ausdruck in den Gesichtern der Br�ckencrew wider. �Aber wir m�ssen diesen Geist angemessen einsetzen, damit wir�� <emphasis>Wie formuliere ich das jetzt am �berzeugends-ten?</emphasis> ��damit wir dem Feind maximalen Schaden zuf�gen k�nnen.</p><p>Es ist das Gleiche, wenn man mit einer Waffe zielt, um Gewissheit zu haben, dass sie auch ins Ziel trifft.� Geary deutete auf sein Display. �Im Augenblick ist diese Flotte als Waffe nicht so ideal auf ihr Ziel gerichtet, wie es m�glich w�re.� <emphasis>Und ich bin der Weltmeister der Untertreibung.</emphasis> �Aber daran werden wir arbeiten.�</p><p>Noch w�hrend Geary diesen letzten Satz aussprach, sah er, dass die vordersten Schiffe der Flotte auf �ber 0,1 Lichtgeschwindigkeit beschleunigten und nicht l�nger vorgaben, Teil irgendeiner Formation zu sein. Vielmehr lieferten sie sich ein Wettrennen, um die beiden Syndik-Korvetten zu erreichen und zu zerst�ren. Zu seinem Erstaunen zeigten die inzwischen f�nf Minuten alten Bilder, dass die Korvetten noch immer nicht die Flucht ergriffen hatten, sondern ihre Blockadeposition nahe der Syndik-Basis beibehielten. Geary �berlegte noch, ob sie tapfer oder dumm oder einfach nur vor Angst erstarrt waren, als ihm auf einmal der Grund offensichtlich wurde: Ein Kurierschiff startete von der Basis und beschleunigte. Die Syndiks versuchten, einen Lagebericht durch einen der Sprungpunkte rings um Corvus zu schleusen. <emphasis>M�chte wissen, welcher Artikel in den Vorschriften besagt, dass ein Bericht gesendet werden muss</emphasis>, fragte sich Geary verbittert. <emphasis>Der Idiot, der hier das Sagen hat, w�rde das nicht machen, wenn es daf�r keine Bestimmung g�be.</emphasis></p><p>Die vordersten Schiffe in der Allianz-Flotte beschleunigten weiter und hatten l�ngst jene Geschwindigkeit �berschritten, bei der sie noch feindliche Schiffe erfassen und angreifen konnten. <emphasis>Das reicht.</emphasis></p><p><emphasis>H�chste Zeit, dass ich die Kontrolle zur�ckerlange.</emphasis> Mit dem Daumen dr�ckte er auf die Kommunikationskontrollen. �Hier spricht Captain Geary. Ich befehle hiermit allen Einheiten der Allianz-Flotte, sofort an ihren Platz in der Formation zur�ckzukehren! Alle Einheiten werden ihre Geschwindigkeit reduzieren und sicherstellen, dass sie nicht schneller als 0,1 Licht fliegen.� Es war ihm zuwider, einen solchen Befehl zu geben, w�hrend sie auf dem Weg ins Gefecht waren.</p><p>Gerade dann sollte jedem Commander gestattet sein, die Geschwindigkeit an die jeweilige Situation anzupassen. Doch Geary sah keine andere L�sung, um diesen Pulk davon abzuhalten, die Syndik-Korvetten erreichen zu wollen.</p><p>Er unterdr�ckte einen weiteren Fluch. Die angezeigten Positionen zahlreicher Schiffe wurden immer ungewisser, und es w�rde einige Minuten dauern, bis auch das am weitesten entfernte Schiff seinen Befehl erhalten hatte. �Den Schiffen des Dritten Fregattengeschwa-ders befehle ich, die Syndik-Korvetten anzugreifen. Jede Einheit, die sich in einer Position befindet, von der aus sie das Kurierschiff der Syndiks abfangen kann, erh�lt hiermit den Befehl, alles zu unternehmen, um das Schiff zu zerst�ren.�</p><p>Dann hielt er inne und wartete ab, was geschehen w�rde. Er wusste, ihm waren im Augenblick die H�nde gebunden. Erst in ein paar Minuten w�rde er wissen, ob diesmal jemand seiner Order Folge geleistet hatte.</p><p>Zumindest konnte er erkennen, dass die Schlachtkreuzer auf dem Weg zur Flotte waren. Sie w�rden aber selbst die Nachz�gler der Flotte erst in fr�hestens in drei Stunden erreichen. Wenigstens befolgten sie ihre Befehle.</p><p>Innerhalb der n�chsten f�nfzehn Minuten wurde erkennbar, dass etwas mehr als die H�lfte der Schiffe ein wenig z�gerlich damit begonnen hatte, Gearys letzten Befehl in die Tat umzusetzen. Da jedoch nun die einen Schiffe langsamer wurden, w�hrend die anderen nach wie vor beschleunigten, verlor die Flotte auch noch den letzten Anschein von Ordnung. Die vordere Kante des Keils hatte sich in einen verdrehten Klecks verwandelt, in dem viele der angezeigten Positionen seiner Schiffe h�chst ungewiss waren.</p><p>Das Bild vom Rand der Flotte flackerte unabl�ssig, da sich die Schiffe bei jeder Aktualisierung l�ngst in einer neuen Position befanden. Ein Teil war umgekehrt und beschleunigte, um das Kurierschiff abzufangen. Die <emphasis>Orion</emphasis>, von einem Abfangkurs weit entfernt, hatte aus unerfindlichen Gr�nden mehrere Phantome auf den Kurier abgefeuert, obwohl Abstand und relative Geschwindigkeit viel zu gro� waren, um auf einen Treffer hoffen zu k�nnen.</p><p>Auch die Position des leichten Syndik-Kreuzers hatte sich wie verr�ckt immer wieder ge�ndert, und nun konnte man auf der <emphasis>Dauntless</emphasis> sehen, dass er Kurs auf die Flotte genommen hatte und dabei beschleunigte. Was macht er da? Er befindet sich in keiner Position, von der aus er den Kurier abschirmen k�nnte. Die Ansammlung der Allianz-Schiffe erstreckte sich inzwischen in drei Richtungen, wobei ein d�nner Arm nach �oben� und damit auf den Kurs des Kurierschiffs zeigte. Eine weitere Gruppe steuerte nach wie vor auf die Syndik-Korvetten und deren Basis zu, die jetzt nur noch eine Stunde entfernt war, w�hrend ein ausgedehnter Pulk aus Schiffen sich auf die zugewiesenen Positionen in der Formation zur�ckfallen lie�. Der leichte Syndik-Kreuzer kam um den vierten Planeten herumgeflo-gen und schien von seinem gewaltigen Antriebssystem beschleunigt auf den unteren Rand des �Kleckses� zuzusteuern.</p><p>Geary studierte das Display und versuchte herauszufinden, was dieser Kreuzer beabsichtigte. Die gesch�tzten Geschwindigkeits-und Richtungsvektoren f�r dieses Kriegsschiff sprangen von Position zu Position, als es �ber 0,1 Licht hinaus beschleunigte. Dabei schien es auch immer wieder seine Flugroute zu �ndern, weshalb sogar die um die relativistischen Effekte kompensierte Anzeige des Kreuzers unkontrolliert hin und her sprang und sich der errechnete Kurs mit jeder Aktualisierung der Daten �nderte. Nur zwei Dinge schienen sicher zu sein: Das Schiff beschleunigte weiter, und es flog auf die Allianz-Flotte zu.</p><empty-line/><p><emphasis>Aber warum? Wenn es fliehen will, warum steuert es dann auf uns zu?</emphasis></p><p><emphasis>Und wenn nicht, wie will es uns dann in einen Kampf verwickeln? So nah und schnell, wie es momentan ist, wird es an unseren Schiffen vorbeischie�en und genauso wenig wissen, wo die sich befinden, wie wir im Gegenzug seine Position nicht bestimmen k�nnen. Selbst mit diesem immensen Antriebssystem muss es erst einmal Fahrt wegnehmen, bevor es�</emphasis></p><p>�Verdammt!� Geary bemerkte nichts von der Reaktion der Br�ckencrew auf seinen lautstarken Fluch. <emphasis>Ich h�tte es sehen m�ssen.</emphasis></p><p><emphasis>Ich h�tte das schon l�ngst durchschauen m�ssen. Ein Schiff mit einem solchen Antrieb muss f�r eine bestimmte Art von Angriff konstruiert worden sein.</emphasis> Er zeigte auf sein Display, auf dem der Syndik-Kreuzer als schnell wandernder, flackernder Punkt dargestellt wurde. �Er will die <emphasis>Titan</emphasis> erreichen!�</p><p>�Was?� Captain Desjani verfolgte Gearys Geste schockiert. �Wie soll das m�glich sein? Bei diesem Tempo kann er gar nicht feststellen, wo exakt sich die <emphasis>Titan</emphasis> befindet.�</p><p>�Das Schiff ist genau daf�r gebaut worden, Captain Desjani! Ich h�tte es sofort wissen m�ssen, als ich es sah!� Wieder deutete er auf das Display und beschrieb einen Bogen durch die Front der Allianz-Flotte bis zur <emphasis>Titan</emphasis>. �Mit diesem Antrieb kann der Kreuzer so sehr beschleunigen, dass die relativistischen Effekte es nahezu unm�glich machen, ihn zu erfassen. Sobald er sich seinen Weg durch die Verteidigung gebahnt hat, die nicht auf ihn zielen kann, dreht er und benutzt das gleiche Antriebssystem, um so stark abzubremsen, dass er wieder langsam genug ist, damit er das Objekt angreifen kann, das von den Kriegsschiffen besch�tzt wurde.�</p><p>Desjani knurrte regelrecht, als sie das Display betrachtete. �Die Vorfahren m�gen mir verzeihen. Er wird maximale Geschwindigkeit erreicht haben, bevor er sich durch unsere vordersten Einheiten pfl�gt. Wir haben kaum eine Chance, Treffer zu erzielen, solange wir seinen Kurs nicht exakt bestimmen k�nnen��</p><p>�Das k�nnen wir nicht, weil wir ja nicht mal wissen, wo er sich in diesem Augenblick aufh�lt!� Geary hielt inne und bleckte seine Z�h-ne. �Aber wir wissen genau, wohin er will.�</p><p>�Zur <emphasis>Titan</emphasis>?� Desjanis Finger glitten �ber ihre Kontrollen. Ein riesiger, gestreckter Kegel nahm Gestalt an, dessen offene Seite den Bereich anzeigte, in dem sich nach den Berechnungen der Schiffssyste-me der Syndik-Kreuzer befinden musste. �Hier. Wenn der Kreuzer die <emphasis>Titan</emphasis> zum Ziel hat und so stark abbremsen muss, um die <emphasis>Titan</emphasis> zu erfassen, w�hrend er in Waffenreichweite vorbeifliegt, dann wird er hier das Bremsman�ver einleiten m�ssen und <emphasis>hier</emphasis> den Kurs der <emphasis>Titan</emphasis> kreuzen.� Sie zeigte auf den Ausgangspunkt des Kegels, der so d�nn wie eine Nadelspitze war.</p><p>Geary nickte, da er ein pl�tzliches Triumphgef�hl versp�rte. Darum also hatten die Syndiks nicht mehr Schiffe dieser Art gebaut.</p><p>Wenn man erst einmal wusste, was das Ziel des Kreuzers war, konnten Begleitschiffe hinter dem gro�en Pulk ihn kurz vor diesem Ziel abfangen. Aber Gearys Erleichterung legte sich schnell wieder, als er den Bereich rund um den von Desjani gekennzeichneten Kurs musterte. <emphasis>Da ist niemand, der den Kreuzer aufhalten kann. Die Eskorte der</emphasis> Titan <emphasis>ist immer noch zu weit entfernt, weil sie sich auf die sinnlose Jagd nach den Korvetten begeben haben. Die Reservegeschwader sind ebenfalls in alle Richtungen verstreut, und die</emphasis> Titan <emphasis>ist noch weiter zur�ckge-fallen, weil die Flotte sich von ihr entfernt hat</emphasis>.</p><p>Und der Commander dieses leichten Kreuzers war klug genug gewesen, die <emphasis>Titan</emphasis> als die Achillesferse der Flotte auszumachen.</p><p><emphasis>Schlauer als ich</emphasis>, musste Geary zugeben. <emphasis>Das da ist ein verdammt guter Matrose. Zu schade, dass ich mein Bestes geben muss, um ihn zu t�ten.</emphasis></p><p>Als Erstes musste daf�r gesorgt werden, dass der leichte Kreuzer anderweitig besch�ftigt wurde. �Alle Schiffe der Kreuzergeschwader Acht und Elf verfolgen sofort den leichten Syndik-Kreuzer.� Das waren weit mehr Schiffe, als erforderlich sein sollten, aber Geary wusste nicht, wie viele Schiffe dieser Geschwader tats�chlich nahe genug dran waren, um dem Kreuzer Kopfzerbrechen zu bereiten.</p><p>Keines von ihnen w�rde in der Lage sein, vor dem Angreifer die <emphasis>Titan</emphasis> zu erreichen, doch wenn Geary ihn dazu zwang, die Geschwindigkeit zu reduzieren, dann konnten sie wom�glich etwas bewirken.</p><p>�Alle �brigen Schiffe feuern auf den leichten Kreuzer, falls er in Waffenreichweite kommt.�</p><p>Er nahm sich einen Augenblick Zeit, um nach den Korvetten zu sehen. Ihre Aufgabe, den Start des Kuriers zu sch�tzen, war abgeschlossen, und nun hatten sie die Flucht angetreten. Geary sch�ttelte den Kopf. <emphasis>Sie sind zu langsam, und sie haben zu lange gewartet.</emphasis> Einige Allianz-Schiffe waren nur eine halbe Stunde hinter ihnen, und die Korvetten konnten nicht schnell genug beschleunigen. �Captain Desjani, teilen Sie den beiden Fregatten bitte mit, dass sie zerst�rt werden, wenn sie nicht auf der Stelle kapitulieren.�</p><p>�Jawohl, Captain Geary.� Diesmal behielt sie ihre Meinung f�r sich.</p><p>Oberhalb und seitlich von ihrer Position hatte sich das Kurierschiff auf Geschwindigkeit und relativistische Ungewissheit verlassen, um dem Ansturm der Allianz-Schiffe zu entkommen, doch ein Zerst�rer hatte seine Position zum Kurier zu seinem Vorteil genutzt und war von unten auf einen perfekten Abfangkurs gegangen. Geary blieben nur Sekunden, um sich vor Augen zu halten, dass er dem Kurierschiff keine Gelegenheit gegeben hatte, sich zu ergeben, da er�ffnete der Zerst�rer bereits das Feuer auf ihn. Die H�llenspeere schossen in die Flugbahn des Kuriers, der in das Sperrfeuer steuerte. Die Geschosse bohrte sich auf der Stelle durch den geringen Schutz, den das kleine Schiff besa�. Dessen Maschinen explodierten, und das gesamte Schiff wurde in unz�hlige winzige St�cke gerissen. <emphasis>Zu schade.</emphasis></p><p><emphasis>Aber ein guter Abfangkurs. Welcher Zerst�rer war das? Die</emphasis> Rapier, <emphasis>ein Schiff aus der Sword-Klasse. Den muss ich mir merken.</emphasis></p><p>�Eine der Korvetten meldet, dass sie kapituliert�, lie� der Komm-Wachhabende der <emphasis>Dauntless</emphasis> ihn wissen, wobei die Frau sich einen verdutzten Unterton nicht verkneifen konnte.</p><p>�Instruieren Sie die�� � Geary sah hastig auf das Display � ��</p><p>die <emphasis>Audacious</emphasis>, die Korvette einzuholen, zu entern und alles an Bord zu bringen, was wir irgendwie gebrauchen k�nnen.� Er hielt inne und dachte daran, wie wenig man sich bisher um seine Befehle ge-k�mmert hatte. Dann bet�tigte er seine eigenen Kontrollen. �An alle Einheiten der Allianz-Flotte, hier spricht Captain Geary. Ich habe pers�nlich die Kapitulation der Syndik-Korvette PC-14558 angenommen.� Desjani sah ihn mit gro�en Augen an. Er hatte gerade eben alle wissen lassen, dass die Korvette jetzt seinem pers�nlichen Schutz unterstellt war. Es war eine extreme Ma�nahme, aber er hatte ein ungutes Gef�hl, dass das Schiff trotz Kapitulation nicht vor einem Angriff seiner �bereifrigen Commander sicher war.</p><p>Sein Blick kehrte zur�ck zu den Schlachtkreuzern weit achtern, und er w�nschte, er k�nnte sie irgendwie zur <emphasis>Titan</emphasis> teleportieren.</p><p>Dann suchte er nach dem Syndik-Kreuzer.</p><p>Er entdeckte ihn, wie er an den f�hrenden Allianz-Schiffen vorbei-raste.</p><p>Von einem Gef�hl der Hilflosigkeit begleitet, verfolgte Geary mit, wie die dem Syndik-Kreuzer n�chsten Allianz-Schiffe vergeblich versuchten, ihn abzufangen. Doch das Schiff flog bereits �ber 0,2 Licht schnell und st�rzte die Zielerfassungssysteme der Allianz so sehr in Verwirrung, dass sie nicht in der Lage waren, ihre Vorausbe-rechnungen zu korrigieren. Ein paar Phantome schafften es bis in die N�he des Kreuzers und versuchten, seiner Flugbahn zu folgen, doch sie alle jagten ihm mit niedriger relativer Geschwindigkeit nach, ohne Chance darauf ihn einzuholen. Sie vergingen in Lichtblitzen, als die Verteidigungsanlagen des Syndik-Schiffs sie registrierten, die sich nur darauf konzentrieren mussten, was hinter dem Schiff geschah, da Angreifer nur von dort kommen konnten.</p><p>Alle sahen sie jetzt Geary an, und auch wenn sie nichts sagten, wusste er genau, was sie dachten. Was machen wir jetzt, Black Jack?</p><p>Wie holen Sie uns aus dieser Situation heraus? Er wusste, sie waren davon �berzeugt, dass er das konnte. Diese Idioten. Wenn sie sich immer wieder taktisch auf verheerende Weise verzettelten, wie lange w�rde es da noch dauern, bis auch Geary keinen Ausweg mehr wusste?</p><p><emphasis>Verdammt, verdammt und noch mal verdammt! Dieser Syndik-Commander hat die schw�chste Stelle in unserer Flotte entdeckt. Wenn wir die</emphasis> Titan <emphasis>verlieren, gef�hrdet das unsere R�ckkehr nach Hause. Aber er muss die</emphasis> Titan <emphasis>gar nicht zerst�ren, sondern nur so stark besch�digen, sodass wir entweder hier warten, bis der gr��te Teil der Syndik-Flotte eintrifft, mit deren Ankunft er fest rechnet, oder ein Schiff aufgeben, das diese Flotte dringend n�tig hat</emphasis>.</p><p><emphasis>Nein, die</emphasis> Titan <emphasis>ist eine der Schwachstellen dieser Flotte. Die andere betrifft die mangelnde Disziplin, die �berhaupt erst dazu gef�hrt hat, dass die Eskortschiffe der</emphasis> Titan <emphasis>ihren zugewiesenen Platz verlie�en. Ich kann nichts daran �ndern, dass wir auf die</emphasis> Titan <emphasis>praktisch nicht verzichten k�nnen, aber ich kann etwas gegen die lasche Einstellung in dieser Flotte tun</emphasis>.</p><p><emphasis>Falls ich dazu noch eine Chance bekomme.</emphasis></p><p>Gearys Blick wanderte �ber das Display, wobei er die unsicheren Angaben zur exakten Position des Syndik-Kreuzers ignorierte und sich ganz auf seine Instinkte verlie�, um einzusch�tzen, welche Chancen eines seiner Kriegsschiffe hatte, den Feind zu erreichen, bevor der es bis zur <emphasis>Titan</emphasis> geschafft hatte. Er nahm kaum Notiz vom schnellen Tod der zweiten Syndik-Korvette, die unter einem Ansturm von H�llenspeeren verging, da sie versucht hatte, die Flucht zu ergreifen, anstatt zu kapitulieren. Dann erkannte Geary, dass es sehr wohl ein Schiff gab, das sich noch gerade rechtzeitig in den Weg stellen konnte.</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis>.</p><p><emphasis>Dieser Kreuzer ist m�glicherweise als Selbstmordkommando unterwegs.</emphasis></p><p><emphasis>Die</emphasis> Dauntless <emphasis>sollte in der Lage sein, ihn mit ihrer Feuerkraft au�er Gefecht zu setzen. Aber wenn er beschlie�t, die</emphasis> Dauntless <emphasis>zu rammen oder in unmittelbarer N�he zu ihr die Selbstzerst�rung zu aktivieren, dann k�nnte ich dieses Schiff verlieren. Und selbst wenn der Kreuzer niemanden rammen will, ist seine Sicht nach vorn durch seine hohe Geschwindigkeit erheblich eingeschr�nkt. Allein der Versuch, ihn abzufangen, k�nnte eine Kollision nach sich ziehen, bei der beide Schiffe vernichtet werden.</emphasis></p><p><emphasis>Ich versprach Admiral Bloch, diese Flotte zusammen mit dem Hypernet-Schl�ssel nach Hause zu bringen. Ich kann die</emphasis> Dauntless <emphasis>nicht aufs Spiel setzen</emphasis>.</p><p><emphasis>Aber wenn ich die</emphasis> Dauntless <emphasis>sch�tze, k�nnte ich die</emphasis> Titan <emphasis>verlieren</emphasis>.</p><p><emphasis>Doch Bloch und Desjani erkl�rten beide, der Hypernet-Schl�ssel auf der</emphasis> Dauntless <emphasis>sei wichtiger als alles andere in dieser Flotte</emphasis>.</p><p>Pl�tzlich erinnerte er sich an einen sehr alten Mythos von einem Helden, der nach einem langen Krieg nach Hause zur�ckkehren will und unterwegs ein Schiff nach dem anderen und einen Gefolgs-mann nach dem anderen verliert, bis er am Ende der einzige Heimkehrer ist. Und vor seinem geistigen Auge sah er die <emphasis>Dauntless</emphasis>, wie sie sich zur�ck ins Territorium der Allianz schleppte, w�hrend der Weg nach Hause von den Wracks und Tr�mmern seiner Flotte ge-s�umt wurde.</p><p>In seinen Augen w�rde das in keiner Hinsicht ein Triumph sein.</p><p><emphasis>Und selbst wenn, w�re es ein zu hoher Preis.</emphasis></p><p><emphasis>Und wie lange werden diese Leute meinen Anweisungen folgen, wenn ich mich zur�ckhalte und sie einen nach dem anderen sterben lasse?</emphasis></p><p>Geary konzentrierte sich wieder auf die Crew um ihn herum, die ihn beobachtete, und erkannte erst dann, dass nur ein paar Sekunden vergangen waren, w�hrend er mit sich selbst gerungen hatte.</p><p>�Captain Desjani, die <emphasis>Dauntless</emphasis> soll diesen Syndik-Kreuzer unsch�dlich machen, bevor er in die N�he der <emphasis>Titan</emphasis> gelangen kann.�</p><p>Desjani grinste, w�hrend die anderen Matrosen auf der Br�cke Freudenschreie ausstie�en. �Das wird uns ein Vergn�gen sein.�</p><p>�Er ist sehr schnell, und er ist gut, Captain Desjani. Gehen Sie keine Risiken ein. Wir m�ssen sicher sein, dass wir ihn erwischen, und wir werden nur eine Gelegenheit dazu bekommen.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis> machte unter Desjanis Anweisungen f�rmlich einen Satz nach vorn, als sie auf maximale Leistung ging. Sogar Geary versp�rte eine gewisse Begeisterung, als sich das Schiff auf seine Beute zubewegte. Er beobachtete das Geschehen, aber er wollte nicht �ber Desjanis Kopf hinweg Befehle an ihre Crew geben, obwohl er f�rchtete, sie k�nnte den Kurs des Kreuzers falsch einsch�tzen. Wenn sie �ber ihr Ziel hinausschossen, w�rde die f�r ein Wendeman�ver erforderliche Zeit f�r die <emphasis>Titan</emphasis> den Untergang bedeuten.</p><p>Doch Desjani ging das Man�ver geschickt an, wie Geary feststellen konnte, als er den von ihr angeordneten Kurs betrachtete und erkannte, dass sie die Sch�tzungen des Gefechtssystems ignorierte.</p><p>Stattdessen brachte sie die <emphasis>Dauntless</emphasis> auf einen Abfangkurs, der sie weit vor den Kreuzer auf jenen Kurs f�hrte, den er einschlagen musste, wenn er in Feuerreichweite zur <emphasis>Titan</emphasis> gelangen wollte. Bei der Geschwindigkeit, mit der er unterwegs war, w�rde er das Ma-n�ver der <emphasis>Dauntless</emphasis> vermutlich erst wahrnehmen k�nnen, wenn es f�r eine Reaktion l�ngst zu sp�t war. <emphasis>Es sei denn, der Syndik-Commander rechnet damit, dass die</emphasis> Dauntless <emphasis>sich ihm in den Weg stellen will.</emphasis></p><p><emphasis>Aber was soll er schon machen? Wenn er den Kurs �ndert, passiert er die</emphasis> Titan <emphasis>nicht nahe genug, um das Feuer zu er�ffnen. Wenn er Fahrt zur�ck-nimmt, damit die Kursberechnung hinf�llig wird, dann k�nnen meine anderen Schiffe nahe genug an ihn herankommen, um ihm genug M�ll in die Flugbahn zu werfen, dass er mit irgendetwas davon garantiert zusammen-sto�en wird. Beschleunigen kann er ebenfalls nicht, weil er dann nicht mehr rechtzeitig abbremsen kann, um auf die</emphasis> Titan <emphasis>zu feuern und mit einem Treffer zu rechnen</emphasis>.</p><p><emphasis>Jedenfalls hoffe ich das.</emphasis></p><p>Geary beobachtete sein Display, als die <emphasis>Dauntless</emphasis> eine Kurve hin-unter zu dem Punkt beschrieb, wo sie die wahrscheinliche Flugbahn des Syndik-Schiffs kreuzen w�rde. Dabei versp�rte er eine seltsame Seelenverwandtschaft mit demjenigen, der das Kommando �ber diesen Kreuzer hatte. Derjenige wusste, wie er das Schiff zu handha-ben hatte, und er verf�gte �ber eine gut ausgebildete Crew. Wie lange hatte sie hier in ihrem Quasi-Exil im Corvus-System verharren und darauf warten m�ssen, dass der sehr unwahrscheinliche Fall eintrat und sich eine Allianz-Streitkraft hierher verirrte? Wie leicht es doch war, unter diesen Umst�nden nachl�ssig zu werden und zu der Einstellung zu gelangen, dass es hier ohnehin nie zu einem Gefecht kommen w�rde. Doch wer immer diese Crew f�hrte, hatte nichts schleifen lassen und daf�r gesorgt, dass das Schiff in der gleichen exzellenten Verfassung war wie seine Mannschaft. Die Anstrengungen hatten sich fast bezahlt gemacht. Und vielleicht w�rden sie sich ja doch noch bezahlt machen.</p><p>Die gesch�tzte Position des Syndik-Kreuzers machte wieder einen Satz. �Er wird bald abbremsen m�ssen�, meinte Desjani.</p><p>Geary nickte. �Glauben Sie, er hat uns schon gesehen?�</p><p>�Unwahrscheinlich, Sir. Der Kreuzer verf�gt �ber alte Gefechtssysteme, die von all den Schiffen in diesem System extrem bean-sprucht werden und dabei auch noch versuchen m�ssen, die relativistische St�rung der eigenen Fluggeschwindigkeit auszugleichen.</p><p>Aber selbst wenn er uns sieht, kommt er nicht an uns vorbei�, versprach sie mit sanfter Stimme.</p><empty-line/><p>�Ich wei�.�</p><p>Desjani reagierte auf Gearys schlichte Vertrauensbekundung mit einem energischen Grinsen, ohne dabei den Blick vom Gefechtsdis-play abzuwenden, w�hrend sie die <emphasis>Dauntless</emphasis> auf die Flugh�he des gegnerischen Kreuzers herabsinken lie�. Geary stutzte. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> musste in der Lage sein, das Schiff zu treffen, aber bei den kombinierten Geschwindigkeiten der <emphasis>Dauntless</emphasis> und des Syndik-Kreuzers w�rden sie in einem winzigen Augenblick aneinander vorbeijagen, ohne �berhaupt die Zielerfassung aktivieren zu k�nnen. War sich Desjani dessen bewusst? Oder konzentrierte sie sich so sehr darauf, den Feind zu erreichen, dass ihr gar nicht klar war, was passieren w�rde? Sollte er sie darauf ansprechen? Sollte er sie vor ihrer versammelten Crew �bergehen und einen anderslautenden Befehl erteilen?</p><p>Die Flugbahnen beider Schiffe liefen weiter aufeinander zu, die noch verbleibende Entfernung bis zum Syndik-Kreuzer schrumpfte in atemberaubendem Tempo. Schlie�lich r�usperte sich Geary.</p><p>�Captain��</p><p>Aber Desjani hob eine Hand, den Blick nach wie vor auf das Ge-fechtsdisplay gerichtet. �Ich habe ihn, Captain Geary.�</p><p>Dessen war er sich nicht ann�hernd so sicher wie sie, dennoch schwieg er. Dies war einer von den Momenten, in denen man entweder einem anderen Menschen vertraute oder aber erkannte, dass man keinen Funken Vertrauen in ihn hatte. Bislang war ihm Desjani als ein sehr f�higer Captain vorgekommen.</p><p>Also versuchte Geary so dreinzuschauen, als vertraue er ihr bedingungslos, w�hrend er insgeheim zu seinen Vorfahren betete, dass sie wusste, was sie tat.</p><p>�Er m�sste jetzt abbremsen.� Captain Desjani rasselte eine Reihe von Befehlen herunter, um die <emphasis>Dauntless</emphasis> zu drehen, damit das Hauptantriebssystem nach vorne gerichtet war. �Volle Kraft voraus.� Die <emphasis>Dauntless</emphasis> begann zu erzittern, als der eigene Antrieb ihre Geschwindigkeit drosselte und das Schiff wegen der einwirkenden Kr�fte zu �chzen begann. Geary sp�rte, wie er in seinen Sessel gepresst wurde. Ein hohes Heulen erf�llte die Luft, da die Tr�gheitsd�mpfer bis an ihre Belastungsgrenze getrieben wurden, um den Druck auf Schiff und Crew in einem ertr�glichen Rahmen zu halten.</p><p>Der vorausberechnete Kurs der <emphasis>Dauntless</emphasis> �nderte sich schnell und beschrieb einen Knick hin zur Flugbahn des Syndik-Kreuzers, auf der dieser zur <emphasis>Titan</emphasis> unterwegs sein musste.</p><p>N�her. Geary versuchte unbemerkt zu schlucken.</p><p>Desjanis Blick war auf das Display fixiert. �Er m�sste sich jetzt bei unter 0,2 Licht befinden, wenn er abbremst, um auf die <emphasis>Titan</emphasis> feuern zu k�nnen.� Das Bild des Syndik-Kreuzers, der jetzt nur noch Lichtsekunden entfernt war und damit einer Echtzeitdarstellung so nahe-kam, wie es bei Raumschlachten oft der Fall war, schien sich dicht an der von Desjani vorausgesagten Flugbahn zu bewegen. �Kart�tschen vorbereiten und in Sequenz abfeuern, w�hrend wir den gesch�tzten Kurs des Kreuzers passieren. Null-Feld laden und in Bereitschaft halten.�</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis>, die ihre Geschwindigkeit immer noch stark verlangsamte, kreuzte die Flugbahn des Syndik-Schiffs in spitzem Winkel, die Kart�tschen-Werfer feuerten ihre Geschosse w�hrenddessen im Millisekundentakt ab.</p><p>�Vier Phantome abfeuern, zwei an Steuerbord, zwei an Backbord.�</p><p>Die Flugk�rper schw�rmten aus und bremsten ab, da die Bordsenso-ren den von relativistischen Effekten freien Syndik-Kreuzer erfassten, dann beschleunigten sie, um ihr Ziel zu erreichen.</p><p>Desjani hielt kurz inne. �Null-Feld abfeuern.�</p><p>Geary schaute auf sein Display, als der die Null-Feld-Ladung dar-stellende riesige leuchtende Ball in die H�he schoss und auf den gegenw�rtigen Kurs des Kreuzers hinabsank.</p><p>Und dann auf einmal war der Kreuzer da, die Entfernungsanzei-gen kamen kaum noch damit zurecht, den rapide schrumpfenden Abstand anzuzeigen, w�hrend er unver�ndert weiterraste. Wom�glich hatte er das Eingreifen der <emphasis>Dauntless</emphasis> noch gar nicht bemerkt, oder aber er vertraute auf seine enorme Schnelligkeit, um das letzte Hindernis auf dem Weg zur <emphasis>Titan</emphasis> zu �berwinden. Obwohl er nichts anderes erwarten durfte, weil er wusste, der Kreuzer musste abbremsen, war Geary dennoch �berrascht, als ihm klar wurde, dass er auf das Heck des Kreuzers schaute, der mit seinem gewaltigen Antriebssystem seine Geschwindigkeit reduzierte.</p><p>Lichter blitzten auf, als der Kreuzer mit dem Heck voran in das Sperrfeuer aus Kart�tschen raste und jedes der Geschosse auf die Schilde traf und in einer Explosion verging. Die Summe der Treffer lie� den Kreuzer langsamer werden, als durchbreche der eine Zie-gelsteinmauer nach der anderen, w�hrend zugleich die r�ckw�rtigen Schilde geschw�cht wurden. Geary beobachtete angespannt das Display und �berlegte, dass die zus�tzliche Verz�gerung vermutlich eine h�here Belastung darstellte, als die Tr�gheitsd�mpfer des Schiffs auszugleichen imstande waren. Er dachte dar�ber nach, was das f�r die Crew bedeuten musste, doch es hingen zu viele Menschenleben in der Allianz-Flotte davon ab, dass dieses Schiff gestoppt wurde. <emphasis>Das Schicksal dieser Crew darf keinen Einfluss auf meine Entscheidungen haben.</emphasis> Und davon abgesehen war das ein hervorragend gel�stes Abfangman�ver. �Sehr gut gemacht, Captain Desjani.�</p><p>Aus Freude �ber sein Lob lief ihr Gesicht rot an, doch ihre Stimme verriet keine Gef�hlsregung. �Er ist noch nicht tot.�</p><p>Im n�chsten Moment raste der Kreuzer in das Null-Feld. Die von der raschen Abfolge der Treffer durch die Kart�tschen-Salven geschw�chten Schilde flammten auf und versagten, da die Waffe sich in die eine Seite des sich rasch vorw�rts bewegenden Schiffs schnitt, als w�rde ein Messer durch Butter gleiten. Der Kreuzer kam von seinem Kurs ab, w�hrend sich die Ladung in einen langen Bereich des Rumpfs bis hinein ins Innere des Schiffs fra�. Durch eine Gaswolke � eben noch massive Bestandteile des Kreuzers � hindurch beobachtete Geary mit einer Art kranker Faszination, wie das schwer besch�digte Syndik-Kriegsschiff oberhalb der <emphasis>Dauntless</emphasis> vorbeischoss.</p><p>In diesem winzigen Augenblick glaubte er, sekund�re Explosionen und entweichende Atmosph�re zu sehen, da Bereiche, die sich eben noch gesch�tzt tief im Inneren des Schiffs befunden hatten, jetzt in direkten Kontakt mit dem Vakuum des Alls kamen.</p><p>Als die zuvor abgefeuerten Phantome von beiden Seiten auf das nun deutlich langsamer gewordene Ziel zuschossen, fragte Geary sich, ob die <emphasis>Dauntless</emphasis> den Syndik-Kreuzer w�rde verfolgen und einholen m�ssen, um ihm den Rest zu geben. Irgendeines der Verteidi-gungssysteme an Bord musste immer noch arbeiten und brachte einen Gl�ckstreffer zustande, der ein Phantom aufflammen und verschwinden lie�. Einer der Flugk�rper beschrieb mehrere Ausweichman�ver, doch in der gleichen Zeit flogen die beiden Phantome auf der anderen Seite geradewegs in den Strahl des Kreuzers.</p><p>Zwei Explosionen erfassten das letzte Drittel des Kreuzers, dann brach das Schiff auseinander. Einen Augenblick darauf verging der kleinere Heckabschnitt in einem gr��eren Feuerball, als der Antrieb hochging.</p><p>Der vordere, schwer besch�digte Teil des Kreuzers rotierte und musste einen weiteren Schlag hinnehmen, als das letzte Phantom ihn rammte und ein gro�es St�ck heraussprengte.</p><p>Pl�tzlich wurde Geary darauf aufmerksam, dass die Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> von Jubelrufen erf�llt war. Er atmete tief durch, sah die �berreste des Kreuzers durchs All wirbeln, wandte dann den Blick ab und bemerkte, wie Captain Desjani ihn mit einem triumphieren-den Grinsen auf den Lippen beobachtete.</p><p>�Warum jubeln Sie nicht, Captain Geary?�, fragte sie.</p><p>Er schloss die Augen. �Mir ist nie nach Jubel, wenn tapfere Menschen sterben, Captain Desjani. Diese Syndiks mussten gestoppt werden, doch sie haben gut gek�mpft.�</p><p>Sie zuckte mit den Schultern und strahlte immer noch. �W�ren die Syndiks als Sieger hervorgegangen, dann w�rden sie jetzt auch jubeln.�</p><p>�Mag sein, aber ich nehme mir die Syndiks nicht zum Vorbild.� Er deutete auf das Display, ohne Desjani anzusehen. �Sie haben mit diesem Abfangman�ver hervorragende Arbeit geleistet, Captain Desjani. Es gibt keine weiteren aktiven Kampfschiffe der Syndiks.</p><p>Ich w�rde gern Ihre Meinung zu der M�glichkeit h�ren, Beiboote zu diesem Wrack zu schicken.�</p><p>�Es d�rfte schwierig sein, an das Wrack heranzukommen, und so wie wir das Schiff zerschossen haben, werden wir wahrscheinlich nichts mehr bergen k�nnen.�</p><empty-line/><p>�Es k�nnte �berlebende geben, Captain Desjani.�</p><p>Sekundenlang schwieg sie. �Ich werde sehen, was ich tun kann.�</p><p>Er h�rte ihr an, dass sie nicht seiner Meinung war, doch das k�mmerte ihn nicht sonderlich.</p></section><section><title><p>F�nf</p></title><p>Das Bild von Colonel Carabali salutierte Geary. �Meine Marines sind bereit, die Syndik-Basis zu sichern, Captain Geary.�</p><p>Der betrachtete die Eiswelt, die jetzt keine Lichtminute mehr von der <emphasis>Dauntless</emphasis> entfernt war. �Bl�uen Sie Ihren Marines ein, dass bei der Einnahme der Basis so wenig wie m�glich besch�digt wird.</p><p>Wenn wir geborgen haben, was wir gebrauchen k�nnen, werden wir alles vernichten, was milit�risches Potential besitzt, aber ich will Gewissheit haben, dass wir nichts zerschie�en, was wir selbst benutzen wollen.�</p><p>�Meine Leute wurden ausdr�cklich darauf hingewiesen, Kollate-ralsch�den so weit wie nur irgend m�glich zu vermeiden, Captain Geary.�</p><p>Geary wollte fast schon fragen, ob das wirklich so zu verstehen war, dass sie ihre Befehle Wort f�r Wort befolgten, doch er konnte sich gerade noch zur�ckhalten. Wenn sich die Dinge nicht viel tief-greifender ver�ndert hatten, als er es sich tr�umen lassen konnte, dann fragte man nicht nach, ob ein Marine seine Befehle befolgte.</p><p>Man ging einfach davon aus, dass er es tat, und das war alles. �Sehr gut. Schicken Sie Ihre Landetrupps los. Die <emphasis>Arrogant</emphasis>, die <emphasis>Exemplar</emphasis> und die <emphasis>Braveheart</emphasis> haben die Verteidigungsanlagen nahe der Basis ausgeschaltet und werden ihre Position �ber Ihnen f�r den Fall beibehalten, dass Sie auf deren Feuerkraft zugreifen m�ssen.�</p><p>�Vielen Dank, Captain Geary. Meine Marines werden diese Basis in K�rze f�r Sie einnehmen. Intakt.� Colonel Carabali f�gte das letzte Wort mit einem Zucken ihrer Lippen hinzu, das wom�glich ein L�cheln darstellen sollte.</p><p>Geary lehnte sich zur�ck, rieb sich die Stirn und fragte sich, warum sich die Dinge entweder zu schnell oder zu langsam abspiel-ten und warum es keinen richtigen �bergang zwischen den beiden Zust�nden gab. Er sah auf das Display, wo die Schiffe seiner Flotte, die nicht an der Einnahme der Syndik-Basis beteiligt waren, ihre Fahrt auf 0,05 Licht reduziert hatten. Da es keinen Feind mehr gab, der f�r sie interessanter war als Gearys Befehle, war in ihren Reihen endlich Ordnung eingekehrt. Die <emphasis>Titan</emphasis> und die anderen Hilfsschiffe wurden nun wieder von Eskorten gesch�tzt und bewegten sich ein St�ck weit oberhalb der Flotte, um auf direktem Kurs den Sprungpunkt anzufliegen, den sie in einigen Tagen nutzen w�rden, um das Corvus-System zu verlassen.</p><p>Als sein Blick auf die Schlachtkreuzer fiel, die sich nach wie vor beeilten, zum Rest der Flotte aufzuschlie�en, begann er zu gr�beln.</p><p><emphasis>Wie viel Zeit bleibt mir in diesem System? Wie lange haben die Syndiks ben�tigt, um ihre Flotte neu zu ordnen, zu entscheiden, wie viele Schiffe sie hinterherschicken m�ssen, und uns in den Sprungraum zu folgen? Ich bin diese Fragen tausendmal durchgegangen, und es l�uft immer darauf hinaus, dass ich es einfach nicht wei�. Aber von den Minen abgesehen, die Duellos am Sprungpunkt ausgesetzt hat, wage ich es nicht, ein Schiff als Wachposten zur�ckzulassen.</emphasis></p><p>Geary widmete sich den restlichen Syndik-Aktivit�ten im Corvus-System. Eine Sph�re, die sich mit Lichtgeschwindigkeit auf dem Display ausbreitete, lie� ihn erkennen, wo man die Lichtwellen von der Ankunft seiner Flotte sehen konnte. Es war schon eine sonderbare Vorstellung, dass man auf der bewohnten Welt erst in einer Weile vom Eintreffen der Flotte und von der Stunden sp�ter erfolgenden Zerst�rung der drei Syndik-Schiffe erfahren w�rde. Der Krieg hatte seinen Weg nach Corvus gefunden, doch die Bewohner des Systems sollten davon erst in einigen Stunden Kenntnis erhalten.</p><p>Vom Syndik-Commander hatte er nichts mehr geh�rt. Entweder sa� der Mann �ber sein Handbuch gebeugt und suchte nach Anweisungen, was er als N�chstes tun musste, oder er war bei der Bombardierung der Basis get�tet worden. Angesichts der Besatzungsmitglieder, die auf den beiden Syndik-Schiffen umgekommen waren, nachdem sie einen sinnlosen Kampf bis zum Tod gef�hrt hatten, konnte Geary nur auf Letzteres hoffen.</p><p>Er versuchte sich an den Kontrollen, bis er endlich eine Darstellung fand, die ihm Informationen �ber die Syndik-Basis in ihrer N�he lieferte. Einige der Bilder schienen zu best�tigen, dass die Basis �ber gro�e Vorr�te verf�gte, die an Schiffe ausgegeben werden konnten, die ihre eigenen Best�nde aufstocken mussten. Man konnte getrost davon ausgehen, dass diese Vorr�te noch dort lagerten, selbst wenn die Basis aufgegeben worden sein sollte. Schlie�lich w�rden die Kosten f�r ihren Abtransport ihren Wert deutlich �ber-steigen, und auf Welten, die weit genug von ihrer Sonne entfernt waren und �ber keine nennenswerte Atmosph�re verf�gten, war es meistens ein Leichtes, Vorr�te tiefzuk�hlen. <emphasis>Die Vorr�te sind f�r Syndik-Kriegsschiffe vorgesehen, aber ich werde jetzt ganz bestimmt nicht w�hlerisch sein. Ich habe zwar meine Zweifel, trotzdem hoffe ich, dass deren Flottenrationen besser schmecken als das, was einem die Allianz auf-tischt.</emphasis></p><p><emphasis>Bei den Vorfahren! Ich habe einen Witz gemacht. Ich frage mich, ob ich allm�hlich auftaue.</emphasis></p><p><emphasis>Und ich frage mich, ob ich �berhaupt auftauen m�chte.</emphasis></p><p>�Captain Geary.� Er sah �ber die Schulter und entdeckte Co-Pr�sidentin Rione, die noch immer auf ihrem Platz auf der Br�cke sa�.</p><p>Ihre Miene lie� keine Gef�hlsregung erkennen. �Glauben Sie, damit ist aller Syndik-Widerstand im Corvus-System eliminiert?�</p><p>�Nein.� Er deutete auf das Display vor seinem Platz, wusste aber nicht, wie viel davon sie erkennen konnte. �Wie Sie gesehen haben, sind unsere Marines derzeit damit besch�ftigt, die Milit�rbasis auf dem vierten Planeten einzunehmen. Rund um den zweiten, den bewohnten Planeten, gibt es weitere milit�rische Anlagen. Die wissen bislang noch nicht mal, dass wir hier sind.�</p><p>�Werden die eine Bedrohung f�r die Flotte darstellen?�</p><p>�Nein. Sie sind veraltet und nur darauf ausgelegt, den Planeten zu verteidigen, den wir uns aber gar nicht erst vornehmen werden, wenn es sich irgendwie vermeiden l�sst.�</p><p>Captain Desjani sah Geary �berrascht an. �Wir sollten alle milit�rischen Anlagen der Syndiks in diesem System unsch�dlich machen.�</p><p>�Diese Festungen k�nnen uns nicht gef�hrlich werden, und sie sind es nicht wert, dass die Syndiks sie verlegen�, erwiderte Geary.</p><p>�Ich dagegen m�sste einige Schiffe hinschicken, wertvolle Waffen vergeuden und besorgt sein, dass Tr�mmerst�cke von diesen Anlagen in die Atmosph�re st�rzen und die Zivilbev�lkerung auf dem Planeten gef�hrden.�</p><p>�Verstehe�, sagte sie. �Es gibt keinen Grund, unseren ohnehin be-grenzten Vorrat an Waffen weiter zu reduzieren, und Sie wollen die Flotte nicht aufteilen.�</p><p>�Richtig.� Geary ging nicht darauf ein, dass sie seine Sorge um zi-vile Opfer offenbar nicht teilte. Aus dem Augenwinkel sah er, dass Rione sie beide aufmerksam beobachtete.</p><p>Die Co-Pr�sidentin zeigte auf Gearys Display. �Die am Sprungpunkt postierten Streitkr�fte haben Sie zur�ckgerufen?�</p><p>�Ja. Wenn jetzt noch eine Flotte den Sprungraum verl�sst, wird die fast mit Gewissheit zu m�chtig sein, als dass meine Schlachtkreuzer noch etwas gegen sie ausrichten k�nnten. Au�erdem bin ich nicht bereit, noch ein einziges Schiff zu opfern, nur um den Syndiks die Nase blutig zu schlagen.�</p><p>Rione musterte die Anzeigen. �Meinen Sie nicht, die Schiffe k�nnten sich schnell genug zur�ckziehen, um sich uns wieder anzuschlie�en?�</p><p>�Nein, Madam Co-Pr�sidentin, das meine ich nicht.� W�hrend er redete, bewegte Geary einen Finger �ber das Display. �Sehen Sie, alles was aus dem Sprungpunkt kommt, wird wahrscheinlich mit Ver-folgungsgeschwindigkeit unterwegs sein. Sagen wir 0,1 Licht, so wie wir auch. W�hrend sie Wache hielten, vollz�gen sie die Bewegungen des Sprungpunkts innerhalb des Systems mit, aber das spielte sich wesentlich langsamer ab. Die Syndiks h�tten mit der Geschwindigkeit, mit der sie ins System kommen w�rden, einen Vorteil gegen�ber meinen Schlachtkreuzern, den weder sie noch ein anderes Schiff dieser Flotte schnell genug ausgleichen k�nnten, bevor sie zu Wracks zusammengeschossen werden.�</p><p>Desjani war der Unterhaltung schweigend gefolgt, doch jetzt sah sie Rione an. �H�tten wir automatisierte Kriegsschiffe, dann k�nnten wir ein paar davon auf diese Mission schicken, ohne unser Personal in Gefahr zu bringen. Doch �ber die verf�gen wir nicht.�</p><p>Geary stutzte, als er den beiden Frauen ansah, dass diese Bemerkung einen realen Hintergrund hatte. �Wurde das in Erw�gung gezogen? Vollautomatische Kriegsschiffe?�</p><p>�Es wurde vorgeschlagen�, entgegnete Rione ironisch.</p><p>Captain Desjanis Gesicht nahm einen harten Zug an. �Nach der Meinung vieler Offiziere w�rden wir einen gro�en Vorteil erlangen, wenn es uns erlaubt w�re, in Situationen wie dieser unbemannte Schiffe einzusetzen, die von k�nstlicher Intelligenz gelenkt werden.�</p><p>Rione und Desjani warfen sich erbitterte Blicke zu. �Dann f�rchte ich, dass diese Offiziere mit ihrer Entt�uschung werden leben m�ssen. Eine meiner letzten Amtshandlungen, bevor ich mit dieser Flotte das Gebiet der Allianz verlie�, bestand darin, in der Allianz-Versammlung �ber ein solches Programm abzustimmen. Es w�rde mit �berw�ltigender Mehrheit abgelehnt, da die Zivilregierung der Allianz nicht bereit ist, Waffen und deren Einsatz von der Entscheidung einer k�nstlichen Intelligenz abh�ngig zu machen. Vor allem, wenn die KIs die Kontrolle �ber Kriegsschiffe erhalten, mit denen bewohnten Welten gro�er Schaden zugef�gt werden kann.�</p><p>Desjani lief rot an. �Wenn eine �berwachende KI installiert w�rde��</p><p>�Diese KIs w�ren potentiell genauso fehlbar und instabil, und man k�nnte die Entwicklung ihres Verhaltens unm�glich vorhersagen.�</p><p>�Dann installieren Sie einen Widerruf!�</p><p>Rione sch�ttelte beharrlich den Kopf. �Jede KI, die ein Kriegsschiff lenken kann, w�re auch in der Lage, einen Widerruf zu umgehen.</p><p>Und was, wenn unsere Feinde durch Experimente oder Spionage Zugriff auf diesen Widerruf erhielten? Ich habe kein Verlangen danach, dass die Syndiks die Kontrolle �ber die Kriegsschiffe erlangen, die wir gebaut haben. Nein, Captain, wir glauben nicht, dass wir KIs weit genug vertrauen k�nnen, um sie so eigenst�ndig arbeiten zu lassen. Ich versichere Ihnen, die Versammlung ist nicht in der Stimmung, in diesem Punkt nachzugeben. Weder jetzt noch irgendwann in absehbarer Zukunft.�</p><p>Mit finsterer Miene deutete Desjani ein fast nicht wahrnehmbares Nicken an, dann wandte sie sich wieder ihrem Display zu.</p><p>�Nun�, fuhr Geary fort, als h�tte das Wortgefecht gar nicht stattge-funden, �wir haben die Streitkr�fte der Syndik-Navy in diesem System ausgeschaltet, und nun werde ich der bewohnten Welt eine Drohung senden, damit sie uns einige Schiffsladungen mit allem schicken, was wir gebrauchen k�nnen. Vor allem Lebensmittel, vielleicht auch ein paar Energiezellen, falls wir diese Syndik-Ger�te an unsere Maschinen anschlie�en k�nnen.�</p><p>Ein Offizier mit grau meliertem Haar rechts von Geary sch�ttelte den Kopf. �Geht nicht, Sir. Die haben alles vors�tzlich so entworfen, dass es mit unserer Technologie nicht kompatibel ist. Genauso wie bei ihren Waffen. Aber wenn wir an die richtigen Rohstoffe gelangen, dann k�nnen die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Jinn</emphasis> neue Waffen herstellen. Au�erdem kann die <emphasis>Titan</emphasis> auch Energiezellen liefern, was ebenfalls f�r die <emphasis>Witch</emphasis> gilt.�</p><p>�Danke.� Geary versuchte, diese schnelle und pr�zise Auskunft mit einem anerkennenden Blick zu w�rdigen. �K�nnen diese Schiffe mir mitteilen, was sie ben�tigen?�</p><p>�Wir haben alle Informationen an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis>, Sir. Vorausgesetzt, die zuletzt mitgeteilten Angaben sind zutreffend.�</p><p>�Sind Sie f�r die Versorgung zust�ndig?�</p><p>Der grauhaarige Mann salutierte unbeholfen, als habe er die Geste schon lange Zeit nicht mehr gemacht. �F�r die Maschinen, Sir.�</p><p>�Sorgen Sie daf�r, dass wir genau wissen, was auf jedem Schiff am dringendsten ben�tigt wird.�</p><p>�Jawohl, Sir!� Der Mann strahlte, da es f�r ihn offenbar eine Ehre war, von Geary pers�nlich eine Aufgabe zugewiesen zu bekommen.</p><p>Geary wandte sich an Desjani. �Auf die Weise kann ich mir wenigstens sicher sein, dass ich an die Syndiks in diesem System die richtigen Forderungen stelle.�</p><p>Co-Pr�sidentin Rione stand auf, kam nach vorn und beugte sich zu Geary vor, um gerade laut genug etwas zu sagen, damit Geary und Desjani sie h�ren konnten. �Wenn Sie exakt diese Forderungen stellen, Captain Geary, verraten Sie den Syndiks automatisch, was wir am dringendsten n�tig haben.�</p><p>Desjani verzog das Gesicht. Geary fand, dass sie recht ungl�cklich dreinschaute, doch er musste zugeben, dass Rione recht hatte. �Was schlagen Sie vor?�, fragte er genauso leise.</p><p>�Dass Sie zus�tzlich ein paar irref�hrende Forderungen stellen.</p><p>Dann werden die Syndiks nicht wissen, was wir wirklich ben�tigen und was wir uns sozusagen als Luxus g�nnen wollen.�</p><p>�Gute Idee.� Geary grinste sie schief an. �H�tten Sie zuf�lligerwei-se auch einen Vorschlag, wer unsere Forderungen den hiesigen Be-h�rden nennen soll?�</p><p>�Wollen Sie mich rekrutieren, Captain Geary?�</p><p>�So w�rde ich das nicht formulieren wollen, Madam Co-Pr�sidentin. Aber Sie besitzen die notwendigen F�higkeiten, und es w�re sch�n, wenn Sie sich freiwillig melden, bevor ich Ihnen den Auftrag dazu gebe.�</p><p>�Ich werde dar�ber nachdenken.� Rione deutete mit einer Kopfbewegung auf Gearys Display. �Mir ist das meiste klar, was im Moment passiert. Aber ich wei� nicht, was es mit den Aktivit�ten rund um die Korvette auf sich hat, deren Crew kapituliert hat.�</p><p>�Aus der Korvette nehmen wir alles mit, was wir gebrauchen k�nnen�, erkl�rte Geary ihr, dann sah er sich die angezeigten Informationen genauer an und warf Desjani einen fragenden Blick zu. Dass sie nichts Ungew�hnliches feststellen konnte, st�rte ihn umso mehr.</p><p>Er bet�tigte seine Kommunikationskonsole. � <emphasis>Audacious</emphasis>, warum sind alle Rettungskapseln der Syndik-Korvette auf dem Weg zu Ihnen?�</p><p>Das andere Schiff lag nicht weit entfernt, sodass die Antwort fast in Echtzeit einging. �An Bord der Rettungskapseln befinden sich Materialien, die wir ausschlachten k�nnen. Vor allem Lebenserhal-tungssysteme und Notrationen.�</p><p>�Wollen Sie die Korvette intakt lassen?� Nicht, dass dies eine Bedrohung dargestellt h�tte, aber es entsprach nicht Gearys Absicht, irgendein feindliches Kriegsschiff unversehrt zur�ckzulassen, ganz gleich ob die Gefechtssysteme unbrauchbar gemacht worden waren oder nicht.</p><p>�Nein, Sir�, kam die Antwort von der <emphasis>Audacious</emphasis>. �Die Korvette wird durch eine �berladung des Antriebs zerst�rt werden, sobald wir das Schiff ausgeschlachtet haben.�</p><p>Geary wartete, doch da von der <emphasis>Audacious</emphasis> kein weiterer Kommentar kam, tippte er abermals auf die Kommunikationstaste. � <emphasis>Audacious</emphasis>, was haben Sie mit der Besatzung der Korvette vor?�</p><p>�Die ist auf der Korvette, Sir.� Die Stimme hatte einen verwunder-ten Tonfall angenommen.</p><p>Wieder wartete Geary einen Moment lang darauf, dass die <emphasis>Audacious</emphasis> seine Frage vollst�ndig beantwortete. Eben wollte er sie wieder rufen, da wurde ihm mit Entsetzen bewusst, dass er eine vollst�ndige Antwort erhalten hatte. � <emphasis>Was beabsichtigen Sie mit der Besatzung der Korvette zu machen?</emphasis> �</p><p>� <emphasis>Die ist auf der Korvette, Sir.</emphasis> � Auf jener Korvette, die durch eine �berladung des Antriebs gesprengt werden sollte!</p><p>Geary sah auf seine Hand, die er noch immer �ber der Kommunikationstaste hielt und bemerkte, wie sehr sein Unterarm zitterte. Er fragte sich, wie der Rest von ihm auf den Schock dessen reagierte, was ihm soeben klar geworden war. <emphasis>Die wollen die Gefangenen mit deren eigenem Schiff in die Luft jagen! Bei den Vorfahren, was ist nur aus meinem Volk geworden?</emphasis> Er schaute zu Captain Desjani, die sich mit einem der Wachhabenden der <emphasis>Dauntless</emphasis> unterhielt und sich zu dem Gespr�ch mit der <emphasis>Audacious</emphasis> nicht �u�erte. Rione hatte offenbar wieder Platz genommen, da er sie nicht mehr sehen konnte.</p><p>Einen Moment lang schloss er die Augen, um seine Gedanken zu ordnen, dann �ffnete er sie langsam wieder und bet�tigte schlie�lich die Kommunikationstaste. � <emphasis>Audacious</emphasis>, hier spricht Captain Geary.�</p><p><emphasis>Ihr wollt gerade einen Massenmord begehen, ihr Bastarde!</emphasis> �Lassen Sie die Rettungskapseln zur Syndik-Korvette zur�ckkehren.�</p><p>Einige Sekunden verstrichen, dann kam die Reaktion der <emphasis>Audacious</emphasis>: �Sir? Sie wollen die Rettungskapseln auch zerst�ren? Aber da ist einiges, was wir gebrauchen k�nnten.�</p><p>Geary starrte stur geradeaus und sprach mit tonloser Stimme.</p><p>�Was ich will, <emphasis>Audacious</emphasis>, ist Folgendes: Der Crew dieser Korvette soll erlaubt werden, das Schiff vor dessen Zerst�rung mit den Rettungskapseln zu verlassen, damit diese Leute sich in Sicherheit bringen k�nnen. Haben Sie das verstanden?�</p><p>Es schloss sich eine l�ngere Pause an. �Wir sollen sie entkommen lassen?� F�r den Captain der <emphasis>Audacious</emphasis> musste das ein unvorstellba-rer Gedanke sein.</p><p>Geary bemerkte, wie Captain Desjani ihn anstarrte, doch er ignorierte sie und redete langsam weiter, wobei er jedes Wort so betonte wie einen Hammerschlag. �Das ist korrekt. Die Allianz-Flotte ermordet keine Gefangenen, und sie verst��t nicht gegen Kriegsrecht.�</p><p>�Aber� aber� wir��</p><p>In diesem Moment beugte sich Desjani vor und fl�sterte ihm zu:</p><p>�Die Syndiks��</p><p>Das brachte das Fass zum �berlaufen. �Mir ist egal, wie was bisher gehandhabt wurde!�, br�llte er und meinte sowohl den Captain der <emphasis>Audacious</emphasis> als auch die Br�ckencrew der <emphasis>Dauntless</emphasis>. �Mir ist auch egal, was unsere Feinde machen! Ich werde nicht zulassen, dass unter meinem Kommando irgendein Schiff dieser Flotte ein Massaker an Gefangenen anrichtet! Ich werde nicht zulassen, dass diese Flotte, die Allianz und die Vorfahren aller Besatzungsmitglieder entehrt werden, weil unter dem allsehenden Auge der lebenden Sterne Kriegsverbrechen begangen werden. Wir sind Matrosen der Allianz, und wir werden uns an den Ehrenkodex halten, an den unsere Vorfahren glaubten. Noch irgendwelche Fragen?�</p><p>Auf der Br�cke war Stille eingekehrt. Captain Desjani starrte ihn sichtlich schockiert an. Schlie�lich meldete der Captain der <emphasis>Audacious</emphasis> leise: �Die Rettungskapseln sind auf dem Weg zur�ck zur Korvette, Captain Geary.�</p><p>Es kostete ihn M�he, ruhig zu erwidern: �Danke.�</p><p>�Wenn Sie mich meines Postens entheben m�chten��</p><p>�Nein.� Einige Tage war es bereits her, dass ihn dieses Schw�che-gef�hl �berkommen hatte, doch nun schien es wieder so weit zu sein. Geary versuchte, dagegen anzuk�mpfen, ohne auf seine Medikamente zur�ckzugreifen. �Ich kenne nicht alle Einzelheiten, die zu dieser Situation beigetragen haben, und ich habe allen Grund zu der Annahme, dass Sie Ihre Pflichten lediglich so ausf�hren wollten, wie Sie es gewohnt sind. Aber Sie sollen wissen, alle in der Vergangenheit begangenen Kriegsverbrechen haben hier und jetzt ein Ende.</p><p>Wir sind die Allianz, wir besitzen Ehre. Wenn wir diese Ehre wahren, dann werden wir siegen. Wenn wir sie nicht wahren� dann verdienen wir nicht zu siegen.�</p><p>�Ja, Sir.� Der Stimme des Captains der <emphasis>Audacious</emphasis> war nicht anzumerken, was er von Gearys Worten hielt, doch zumindest befolgte er seine Befehle.</p><p>Geary lie� sich in seinen Sessel sinken und fand, dass er in den letzten Minuten um jene hundert Jahre gealtert war, die er zuvor verschlafen hatte. Captain Desjani starrte mit nachdenklicher Miene vor sich auf das Deck. <emphasis>Sie ist ein guter Offizier. So wie der Captain der</emphasis> Audacious, <emphasis>aber genauso fehlgeleitet. An irgendeinem Punkt sind wichtige Dinge in Vergessenheit geraten.</emphasis> �Captain Desjani��</p><p>�Sir.� Sie schluckte und sch�ttelte den Kopf. �Verzeihen Sie, wenn ich Sie unterbreche, Sir. W�hrend Sie mit der <emphasis>Audacious</emphasis> sprachen, ging eine Meldung der Marines ein. Sie haben die Basis eingenommen und r�umen jetzt da auf.�</p><p>�Danke, Captain Desjani. Was ich sagen wollte��</p><p>�Sir, die Marines haben den gr��ten Teil der Garnison auf dieser Basis gefangen genommen.�</p><p>Geary nickte, gleichzeitig versuchte er zu verstehen, warum Desjani ihn nicht ausreden lie�.</p><p>�Der Rest der Flotte hat geh�rt, was Sie der <emphasis>Audacious</emphasis> sagten. Aber die Marines werden nicht die Kommunikationsleitungen mitgeh�rt haben, die Sie daf�r benutzten.�</p><p>Dann begriff er. Gefangene. Etliche Gefangene. Und obwohl sie kaum seine Einstellung zu dem Thema teilen konnte, unterbrach sie ihn immer wieder, damit er verstand, was sich auf der Basis abspielen mochte. �Verbinden Sie mich mit Colonel Carabali.�</p><p>�Sie ist aus unerkl�rlichem Grund nicht zu erreichen, Sir, allerdings haben wir Audio-und Videoempfang aus dem Kommando-netzwerk der Bodenstreitmacht.�</p><p>�Stellen Sie das durch!� Sein Display blitzte auf, die dreidimensionale Projektion der Schiffe im Corvus-System wurde durch eine Wand aus gut drei�ig in senkrechte und waagerechte Reihen aufge-teilte Einzelbilder ersetzt. Geary brauchte einen Moment, bis ihm klar wurde, dass er da zu sehen bekam, was in dieser Sekunde wohl jeder Geschwaderf�hrer der Marines da unten mit eigenen Augen sah. Er streckte seine Hand aus, als wolle er eines der Einzelbilder ber�hren, das darauf gr��er wurde und die anderen Bilder zur Seite schob. Seine Finger kamen mit einem anderen Bild in Kontakt, das ebenfalls wuchs, w�hrend das erste Bild zu schrumpfen begann, bis beide Ansichten gleich gro� waren. Die kleinen Bilder ordneten sich unterdessen ringsherum an. <emphasis>Wow, was f�r ein nettes Spielzeug. Ich w�rde zu gern wissen, wie viele Befehlshaber schon damit gespielt und das Gesamtbild aus den Augen verloren haben.</emphasis></p><p>Er suchte die Bilder nach Hinweisen auf Gefangene oder darauf ab, dass eines davon vom Commander des Angriffstrupps �bermittelt wurde. Sein Blick blieb an einem Bild h�ngen, auf dem zu sehen war, wie sich die Metallwand eines Korridors zu verzerren begann, da sie von gro�en massiven Geschossen durchschlagen wurde. Symbole liefen �ber das Bild, ein gestikulierender Arm kam ins Blick-feld, dann sah er Marines losst�rmen, die in ihren Kampfanz�gen nicht mehr wie Menschen aussahen. Zwei von ihnen feuerten eine Art Sperrfeuer in die Richtung, aus der die Geschosse gekommen waren, ein dritter richtete ein langes, gro�es Rohr aus und feuerte es ab.</p><p>Die Ansicht begann zu wackeln. Wieder st�rmten Marines an der Kamera vorbei, das Bild schwankte heftig hin und her, als der Marine w�hrend der �bertragung hinter den anderen herrannte. Es ging um eine Ecke, dann durch einen langen Korridor, an dessen Ende eine Art Sicherheitsstation lag. Geary rechnete damit, dass die aus dem gro�en Rohr abgefeuerte Waffe verheerende Sch�den angerich-tet hatte, stattdessen jedoch sah er nur Personen auf dem Boden liegen, die andere Uniformen trugen als die Marines. <emphasis>Eine Bet�ubungs-waffe? Ich sch�tze, die Marines haben sie eingesetzt, weil sie den Befehl haben, m�glichst keine Sch�den anzurichten. Das k�nnte bedeuten, dass diese Syndik-Soldaten noch leben.</emphasis></p><p>Der Gedanke veranlasste ihn, sich dazu zu zwingen, die Aufmerksamkeit wieder auf sein eigentliches Anliegen zu richten. Wieder durchsuchte er die Bilder und entdeckte schlie�lich eines, das einen gro�en Raum oder einen Hangar zeigte, in dem sich zahlreiche Personen aufhielten. Er tippte auf das Bild, das daraufhin gr��er wurde. <emphasis>Das ist es. Das sind Syndiks.</emphasis> �Captain Desjani, wie kann ich dar�ber mit jemandem Kontakt aufnehmen?�</p><p>Sie zeigte auf ein Kommunikationssymbol am unteren Bildrand.</p><p>�Sie m�ssen nur das da ber�hren.�</p><p>�Haben Sie Colonel Carabali schon erreichen k�nnen?�</p><p>�Nein, Sir.�</p><p><emphasis>Dann werde ich sie �bergehen m�ssen.</emphasis> Geary ber�hrte das Symbol.</p><p>�Hier spricht Captain Geary.�</p><p>Das Bild ruckelte kurz. �Ja, Sir?�</p><p>�Wer ist da?�</p><p>�Major Jalo, Sir. Zweiter Befehlshaber �ber den Landetrupp. Colonel Carabali befahl mir, die Aufr�umarbeiten zu �berwachen, um den zentralen Bereich der Anlage zu sichern, w�hrend sie in den ab-gelegeneren Teilen nach Widerstandsnestern sucht.�</p><p>�Sind das alle gefangen genommenen Syndiks?�</p><p>�Noch nicht, Sir. Bei den Aufr�umarbeiten sto�en wir noch auf einige letzte Schlupfwinkel.�</p><p>�Was�� <emphasis>Wie soll ich das formulieren?</emphasis> �Wie lauten Colonel Carabalis Befehle, was diese Gefangenen angeht?�</p><p>�Ich habe noch keinen Befehl �ber die endg�ltige �bergabe erhalten, Sir. Die Standardprozedur besteht darin, die Gefangenen an die Flotte zu �bergeben.�</p><p><emphasis>Sehr interessant. Wissen die Marines, was mit den Gefangenen geschieht? Oder tun sie so, als sei alles in bester Ordnung, damit sie ein reines Gewissen haben k�nnen?</emphasis> Geary wollte eine weitere Frage stellen, als das Bild erneut ruckelte. Alle, die von der Kamera erfasst wurden, schwankten deutlich sichtbar hin und her. �Was war das?�</p><p>Major Jalos Stimme klang aufgeregt und kampfbereit. �Eine schwere Explosion, Sir. Da ist die n�chste�, f�gte Jalo v�llig unn�tig hinzu, da das Bild wieder wackelte. �Jemand feuert mit schweren Gesch�tzen auf dieses Gebiet.�</p><p>Schwere Gesch�tze? Die Marines haben die Oberfl�che rund um die Basis l�ngst eingenommen und die Schiffe im Orbit sind gegen die Verteidigungsanlagen vorgegangen. Bei den Vorfahren! Die Schiffe im Orbit. �Captain Desjani! Feuert eines unserer Schiffe nahe der Syndik-Basis auf die Planetenoberfl�che?�</p><p>W�hrend sie antwortete, sah er, wie Major Jalo wiederholt versuchte, sich trotz der Treffer auf den Beinen zu halten. �Die <emphasis>Arrogant</emphasis> feuert auf einen Bereich nahe der Basis, Captain Geary. Auf welches Ziel kann ich Ihnen nicht sagen.�</p><p>�Passen Sie auf diese Gefangenen auf, bis Sie weitere Befehle von mir empfangen�, wies er Major Jalo an, dann lehnte er sich zur�ck und �berflog die F�lle an Bildern. �Wie bekomme ich wieder die Flotte angezeigt?�</p><p>Desjani beugte sich her�ber und tippte auf eine Taste, sofort war das Corvus-System mit den Schiffen von Gearys Flotte wieder zu sehen. Einen Moment lang k�mpfte er mit der Kommunikationstaste und kochte innerlich. � <emphasis>Arrogant!</emphasis> Identifizieren Sie das Ziel, auf das Sie feuern!� Geary wartete und wurde umso zorniger, je l�nger er auf eine Antwort der <emphasis>Arrogant</emphasis> wartete, die weiter die Planetenoberfl�che unter Beschuss nahm. � <emphasis>Arrogant</emphasis>, hier spricht Captain Geary.</p><p>Feuer einstellen. Ich wiederhole: Feuer einstellen!�</p><p>Das andere Schiff war nur ein paar Lichtsekunden entfernt, doch auch nach einer vollen Minute war noch keine Antwort eingegangen. Geary z�hlte stumm bis f�nf und �berlegte, welche M�glichkeiten ihm zur Verf�gung standen. �Captain Desjani. Welches Schiff hat den besseren Commander? Die <emphasis>Exemplar</emphasis> oder die <emphasis>Braveheart</emphasis>?�</p><p>�Die <emphasis>Exemplar</emphasis>, Sir. Commander Basir�, antwortete sie ohne zu z�gern.</p><p>�Danke.� Geary stellte die Verbindung her. �Commander Basir auf der <emphasis>Exemplar</emphasis>, h�ren Sie mich?�</p><p>�Jawohl, Sir�, kam keine halbe Minute sp�ter die Antwort.</p><p>�K�nnen Sie identifizieren, auf welches Ziel die <emphasis>Arrogant</emphasis> feuert?�</p><p>Diesmal dauerte die Pause etwas l�nger. �Nein, Sir.�</p><p>�Haben Sie, die <emphasis>Braveheart</emphasis> oder die <emphasis>Arrogant</emphasis> von den Marines die Bitte erhalten, das Feuer auf die Oberfl�che zu er�ffnen?�</p><p>�Nein, Sir. Die <emphasis>Exemplar</emphasis> nicht, und ich habe auch nichts davon mitbekommen, dass �ber das Koordinationsnetz der Marines etwas auf der <emphasis>Braveheart</emphasis> oder der <emphasis>Arrogant</emphasis> eingegangen sein k�nnte.�</p><empty-line/><p><emphasis>Ich wei� nicht, was dieser Idiot an Bord der</emphasis> Arrogant <emphasis>da macht, aber wenn das Schiff weiter mit schweren Gesch�tzen die Oberfl�che bombardiert, werden wom�glich noch unsere Marines verletzt, ganz zu schweigen davon, welche Sch�den die Vorr�te auf der Basis dabei erleiden. Au�erdem wei� ich jetzt mit Gewissheit, dass die</emphasis> Arrogant <emphasis>nicht auf eine Bedrohung f�r sie oder f�r die Marines reagiert hat</emphasis>. �Danke, <emphasis>Exemplar</emphasis>.�</p><p>Geary sah sich auf der Br�cke um. �Kann ich die Kontrolle �ber die Waffen der <emphasis>Arrogant</emphasis> �bernehmen? Gibt es eine M�glichkeit, die schiffseigene Kontrolle �ber deren Waffensysteme abzuschalten?�</p><p>Alle sch�ttelten den Kopf, aber nur Desjani sagte etwas dazu.</p><p>�Nein, Sir. Wie vorhin angesprochen�, sie machte eine finstere Miene, die f�r Rione gedacht war, ohne dass sie tats�chlich in deren Richtung sah, �glaubt man, der Zugriff von au�en auf die Systeme eines Schiffs mache es auf eine Weise verwundbar, die von einem Feind ausgenutzt werden k�nnte.�</p><p>�Feindliche �bernahme der ferngesteuerten Systeme�, meldete sich Rione auf ihrem Platz zu Wort. �Das Einschleusen von Viren, die die Systeme abschalten��</p><p>�Und eine Menge mehr, was man mit guter Kriegf�hrung erreichen kann, selbst wenn man keine Spionage betreibt. Danke, ich wei�. Ich hatte nur einen Moment lang gehofft, da h�tte man in den letzten hundert Jahren eine L�sung gefunden.� Geary grinste breit, als ihm auf einmal eine Idee kam. �Aber es gibt etwas auf der <emphasis>Arrogant</emphasis>, das ich kontrollieren kann.�</p><p>Desjani zog fragend eine Braue hoch.</p><p>�An Bord der <emphasis>Arrogant</emphasis> befinden sich doch Marines, oder?�</p><p>Sie nickte.</p><p>Geary bet�tigte seine Kommunikationskontrollen. � <emphasis>Arrogant</emphasis>, hier spricht Captain Geary. Sie gef�hrden unser Personal auf der Planetenoberfl�che. Sie werden sofort das Feuer einstellen, sonst entziehe ich Ihrem Befehlshaber das Kommando und lasse ihn von den Marines an Bord Ihres Schiffs verhaften. Ich werde diesen Befehl nicht wiederholen.�</p><p>Obwohl er vor Wut kochte, fragte Geary sich unwillk�rlich, wie die Flotte auf dieses Ultimatum reagieren w�rde. Captain Desjani dagegen schien von der Entwicklung begeistert zu sein. Offenbar war der Commander der <emphasis>Arrogant</emphasis> zumindest bei ihr nicht sehr beliebt.</p><p>�Die <emphasis>Arrogant</emphasis> hat das Feuer eingestellt�, meldete Desjani wenige Sekunden sp�ter, sprach dabei aber in bewusst neutralem Tonfall.</p><p>�Gut.� <emphasis>Auf Schatten zu schie�en, ist eine Sache. Wenn man sich im Gefecht befindet, dann sieht man schnell mal ein feindliches Schiff, wo in Wahrheit gar nichts ist. Aber dieser Trottel auf der</emphasis> Arrogant <emphasis>war zu stur oder zu dumm oder beides gleichzeitig, um seinen Fehler einzusehen und das Feuer einzustellen, als ich es befahl. Ich muss den befehlshabenden Offizier dieses Schiffs so bald wie m�glich loswerden.</emphasis> Eine Sache mehr, um die er sich k�mmern musste.</p><p>�Sir?� Geary und Desjani sahen beide zu dem Wachhabenden, der soeben gesprochen hatte. �Wir haben wieder Kontakt zu Colonel Carabali.�</p><p>Carabali war so aufgebracht, wie sich Geary eben selbst gef�hlt hatte. �Entschuldigen Sie bitte, Captain Geary. Die Einheit, mit der ich unterwegs war, musste in einem abgeschirmten Bunker Schutz suchen, daher war keine Kommunikation m�glich.�</p><p>�Sie mussten Schutz suchen? Ist der Widerstand der Syndiks rund um die Basis etwa noch so heftig?�</p><p>�Nein, Sir.� Carabali schien sich zwingen zu m�ssen, nicht zu knurren. �Wir waren urspr�nglich einigen Syndiks in diesen Bunker gefolgt, aber als wir nach drau�en kamen, wurde die Umgebung von einem unserer eigenen Schiffe bombardiert.�</p><p><emphasis>Von der</emphasis> Arrogant<emphasis>! Wie kann man nur auf ein Gebiet feuern, in dem unsere eigenen Leute unterwegs sind? Wie kann man nur ein so j�mmerlicher Befehlshaber sein?</emphasis> �Haben Sie Verluste erlitten?�</p><p>�Bei der Gnade unserer Vorfahren, nein, Sir.�</p><p>�Gut.� <emphasis>H�tte sie allerdings jemanden verloren, dann w�re das ein Grund mehr gewesen, diesen Dummkopf auf der</emphasis> Arrogant <emphasis>zum Teufel zu schicken</emphasis>. �Irgendeine Ahnung, worauf die <emphasis>Arrogant</emphasis> geschossen hat?�</p><p>�Ich hatte gehofft, Sie w�ssten das, Captain Geary�, antwortete sie bed�chtig.</p><p>Geary h�tte fast gel�chelt, als er die bewusst zur�ckhaltenden Worte h�rte, doch er blieb ernst, weil er sich dachte, dass Carabali wohl noch nicht in der Lage war, den n�tigen schwarzen Humor f�r diese Situation aufzubringen. �Nein. Entschuldigen Sie die lange Verz�gerung, bis die <emphasis>Arrogant</emphasis> endlich ihr Feuer einstellte. Ich werde sicherstellen, dass sich so etwas nicht wiederholen wird.�</p><p>�Danke, Captain. Major Jalo sagte mir, Sie h�tten mit ihm wegen der Gefangenen gesprochen.�</p><p>�Richtig.� Er hielt kurz inne und �berlegte, wie er weiterreden sollte. <emphasis>Hatten Sie vor, Ihre Gefangenen zu ermorden, Colonel?</emphasis> �Ich bin nicht mit der �blichen Verfahrensweise vertraut, was Gefangene angeht.�</p><p>Carabali kniff die Augen zusammen. �Die �bliche Verfahrensweise ist die, dass wir Gefangene der Flotte �bergeben, Sir.� Ihr Tonfall und ihre Haltung lie�en keinen Zweifel daran, welcher Satz dabei unausgesprochen blieb. <emphasis>Ich bin mir sicher, Sie wissen, was die Flotte mit ihnen macht, wenn wir erst mal nicht mehr f�r sie zust�ndig sind.</emphasis></p><p>Die Antwort lie� Gearys Wut wieder hochkochen. <emphasis>Wie kann sie es wagen, sich so scheinheilig zu geben? Es sieht doch so aus, dass die Marines nicht direkt an der Ermordung von Gefangenen beteiligt sind, weil sie einfach wegsehen. Das ist auch nicht gerade ein tugendhaftes Verhalten.</emphasis></p><p><emphasis>Aber immerhin haben sie sich nicht unmittelbar die H�nde schmutzig gemacht, das muss ich ihnen zugestehen.</emphasis> Das Einzige, was er jedoch darauf erwiderte, war: �Das hat sich jetzt ge�ndert. Sie werden weiter f�r die Gefangenen verantwortlich sein und die notwendigen Vorbereitungen treffen, damit ihnen ein Bereich mit angemessenen Le-benserhaltungssystemen bleibt und sie die M�glichkeit haben, nach unserer Abreise Hilfe zu rufen.�</p><p>Carabalis Gesichtsausdruck ver�nderte sich. �Ich war der Ansicht, die gesamte Basis sollte zerst�rt werden, Sir.�</p><p>�Gen�gend Platz, dazu Nahrungsmittel und Wasser sowie Le-benserhaltungssysteme, damit die Gefangenen lange genug �berleben, bis Hilfe eintrifft. Au�erdem eine Haupt-und eine Reserveanla-ge, um mit der bewohnten Welt in diesem System Kontakt aufzunehmen.� Es war f�r Geary kein Problem, diese Anweisungen her-unterzurasseln. Jeder hatte sie einst auswendig gekonnt, und jeder Offizier hatte sie auswendig k�nnen m�ssen. Und hatte sie befolgen m�ssen. �Bis zu unserer Abreise werden die Gefangenen entsprechend dem Kriegsrecht bewacht und behandelt. Irgendwelche Fragen?�</p><p>Carabali schien ihn sehr eindringlich zu mustern. �Ich verstehe das richtig, dass Sie mir diesen Befehl pers�nlich erteilen? Der kann ohne Ihre Zustimmung von keinem anderen Offizier der Flotte aufgehoben werden?�</p><p>�Richtig, Colonel. Ich habe volles Vertrauen in Sie, dass Sie meinen Befehl exakt ausf�hren werden.�</p><p>�Danke, Captain Geary. Ich habe verstanden und werde Ihren Befehl befolgen.� Sie hob die Hand zu einem pr�zisen Salut, dann ver-blasste das Bild.</p><p>Geary lehnte sich zur�ck, rieb sich die Augen und sah wieder zu Desjani. �Danke, Captain.�</p><p>�Ich habe nur meine Pflicht getan, Sir�, antwortete sie, wich aber beharrlich seinem Blick aus.</p><p>Er sah sich auf der Br�cke um und stellte fest, dass alle Offiziere und Matrosen sich auf irgendetwas konzentrierten, damit sie ihm nicht ins Gesicht schauen mussten. �Captain Desjani��</p><p>�Die �bliche Verfahrensweise�, unterbrach sie ihn leise.</p><p>Nachdem er tief durchgeatmet hatte, fragte er: �Wie lange schon?�</p><p>�Ich wei� nicht.�</p><p>�Offiziell?�</p><p>Diesmal z�gerte sie kurz, dann sch�ttelte sie den Kopf, ohne auf-zusehen. �Nie offiziell. Nie schriftlich festgehalten. Nur stillschwei-gend.�</p><p><emphasis>Dann habt ihr alle gewusst, dass das nicht richtig war. Dass es nicht richtig sein konnte. Sonst w�re es schriftlich festgehalten worden.</emphasis></p><p>Mit schwacher Stimme redete sie weiter: �Wir haben Ihre Reaktion geh�rt und gesehen, Captain Geary. Wie konnten wir es dazu kommen lassen. Wir haben die Vorfahren entehrt, nicht wahr? Wir haben Sie entehrt.�</p><p>Obwohl Desjani unver�ndert seinem Blick auswich, wandte sich nun Geary von ihr ab. Das haben sie tats�chlich gemacht. Sie haben etwas Schreckliches getan. Sie sind gute Menschen, aber sie haben etwas wirklich Schreckliches getan. Was soll ich dazu sagen? �Captain Desjani� Sie alle� Ihr bisheriges Handeln m�ssen Sie mit Ihren eigenen Vorfahren ausmachen. Bitten Sie sie um Verzeihung, nicht mich. Ich m�chte� ich m�chte Sie alle daran erinnern, dass wir eines Tages nach unserem Handeln beurteilt werden. Ich werde das nicht machen, weil ich kein Recht dazu habe. Doch ich werde nicht zulassen, dass jemand, der meinem Kommando untersteht, ein unehrenhaftes Verhalten an den Tag legt. Ich werde nicht zulassen, dass einige der besten Offiziere und Unteroffiziere ihren eigenen Ruf besudeln. Und Sie sind gute Offiziere, die gute Matrosen befehligen. Matrosen der Allianz-Flotte. Jeder von uns, wir alle zusammen. Es gibt Dinge, die tun wir einfach nicht. Ich m�chte, dass von diesem Moment an jeder daf�r sorgt, dass all unser Handeln ein gutes Licht auf unsere Vorfahren wirft. Sorgen wir daf�r, dass wir die h�chsten Ma�st�be erf�llen, denn sonst werden wir diesen Krieg gewinnen und im Spiegel uns selbst als unseren Feind zu sehen bekommen.�</p><p>Die anderen murmelten Antworten, und als sich Geary umsah, schaute ihm jeder in die Augen. Es war schon mal ein Anfang.</p><p>Zum ersten Mal begann er sich zu fragen, ob es vielleicht ein Segen war, dass er die vergangenen hundert Jahre verschlafen hatte.</p><p>Der Konferenzraum schien einmal mehr den endlos langen Tisch zu beherbergen, an dem Dutzende von Offizieren sa�en, obwohl Geary wusste, dass nur Captain Desjani in Person bei ihm war. Im Moment sahen ihn alle Befehlshaber an, wobei die Gesichtsausdr�cke von ergeben bis feindselig reichten, fast in jedem Fall noch mit einer Spur Verwunderung versehen. �Kaliban?�, fragte Captain Faresa schroff und deutete mit einer wegwerfenden Geste auf das Navigationsdis-play der lokalen Sterne, das �ber dem Tisch schwebte. �Sie wollen wirklich, dass wir den Sprung nach Kaliban unternehmen?�</p><p>Geary nickte und zwang sich zur Gelassenheit. Er war inzwischen an einem Punkt angelangt, da musste er nur an Captain Faresa oder Captain Numos <emphasis>denken</emphasis>, und schon wurde er w�tend. Er konnte sich eine solche Ablenkung nicht leisten. Au�erdem war das unprofessionell, und er durfte wohl kaum von anderen professionelles Verhalten erwarten, wenn er selbst nicht dazu f�hig war. �Ich habe meine Gr�nde erkl�rt.�</p><p>Captain Numos sch�ttelte den Kopf auf eine Weise, die Geary an den b�rokratischen Syndik-Commander erinnerte. �Ich kann einem so �berhasteten und sinnlosen Vorgehen nicht zustimmen.�</p><p>�F�r mich ergibt das durchaus einen Sinn�, warf Captain Tulev ein.</p><p>�Das wundert mich nicht�, konterte Numos herablassend.</p><p>Tulev wurde rot, redete aber ruhig weiter. �Captain Geary hat die zu erwartenden Reaktionen des Feindes auf unsere gegenw�rtige Situation analysiert. Ich kann an seinen Argumenten keinen Denkfeh-ler entdecken. Die Syndiks sind keine Narren, sie werden bei Yuon mit einer gro�en Streitmacht auf uns warten.�</p><p>�Dann werden wir uns mit ihnen besch�ftigen.�</p><p>�Diese Flotte erholt sich noch immer von der Konfrontation im Heimatsystem der Syndiks! Unsere Verluste k�nnen erst ersetzt werden, nachdem wir heimgekehrt sind. Ihnen muss doch klar sein, dass wir uns keine weitere Auseinandersetzung mit einem gro�en Kampfverband erlauben k�nnen.�</p><p>��ngstlichkeit im Angesicht des Feindes��, setzte Numos an.</p><p>�Wir sind nicht durch �ngstlichkeit in diese Lage geraten�, unterbrach ihn Captain Desjani und ignorierte Numos� zornigen Blick.</p><p>�Wir sind hier, weil unsere vorrangige Sorge einem aggressiven Auftreten galt, anstatt dar�ber nachzudenken, was wir eigentlich machen.� Sie verstummte, w�hrend die anderen Offiziere sie zum Teil ungl�ubig, zum Teil verst�ndnislos ansahen.</p><p>Captain Faresa strengte sich sichtlich an, einen herablassenden Tonfall anzuschlagen. �Soll ich das so verstehen, dass der befehlshabende Offizier eines Schiffs der Allianz-Flotte Aggressivit�t als eine schlechte Eigenschaft betrachtet?�</p><p>Geary beugte sich vor. �Nein. Sie sollen das so verstehen, dass Aggressivit�t in Kombination mit un�berlegtem Handeln eine schlechte Eigenschaft ist. Das ist <emphasis>meine</emphasis> Meinung, Captain Faresa.�</p><p>Sie kniff die Augen zusammen und setzte zum Reden an, doch dann verharrte sie in dieser Haltung. Geary betrachtete sie und musste sich ein Grinsen verkneifen. <emphasis>Sie wollten jetzt Flottentraditionen zitieren, nicht wahr, Faresa? Vielleicht sogar Black Jack Geary zitieren.</emphasis></p><p><emphasis>Aber ich bin die eine Person, mit der Sie Ihre Argumente nicht untermau-ern k�nnen.</emphasis></p><p>Ein St�ck weiter den Tisch entlang meldete sich ein Commander zu Wort, der hastig redete. �Es ist allgemein bekannt, dass zu langer k�nstlicher Tiefschlaf nicht ohne Folgen f�r die betreffende Person bleibt.� Er hielt inne, als er merkte, wie sich alle Augen auf ihn richteten, dann fuhr er fort: �Dies ist nicht der Offizier, dessen Vorbild diese Flotte ein Jahrhundert lang zum Handeln inspiriert hat. Zumindest ist er es nicht mehr.�</p><p>Alle sahen Geary an, dem klar wurde, dass dieser Commander nur laut ausgesprochen hatte, was seine Feinde l�ngst hinter seinem R�cken tuschelten. Zu seiner eigenen Verwunderung machte ihm der Vorwurf nichts aus. Vielleicht lag es daran, dass Geary das heldenhafte Bild von Black Jack so sehr hasste, dass es ihn nicht st�rte, wenn ein anderer sich die M�he machte, ihn von dieser mythischen Gestalt zu befreien. Die Gesichter der anderen Offiziere am Tisch verrieten ihm jedoch auch, wie viele der Anwesenden sich eindeutig von den Worten dieses Mannes distanzierten, da sie Black Jack Geary unver�ndert verehrten. Wieder andere schienen sich daran zu st�ren, wie unprofessionell die Kommentare des Commanders waren. Er hoffte, dass wenigstens ein paar von ihnen ihm aufgrund seines bisherigen Verhaltens vertrauten.</p><p>Anstatt voller Leidenschaft zu reagieren, lehnte sich Geary ge-m�chlich zur�ck und musterte seinen Herausforderer. Ein Namensschild tauchte neben ihm auf und identifizierte den Mann als Commander Vebos von der <emphasis>Arrogant</emphasis>. Ja, nat�rlich. �Commander Vebos, ich gebe nicht vor, irgendetwas anderes als ein Mensch zu sein. Ich bin aber auch der Offizier, der diese Flotte aus dem Heimatsystem der Syndiks gef�hrt hat, als ihr die vollst�ndige Vernichtung drohte.</p><p>Ich wei�, wie ich eine Flotte befehligen muss, und ich wei�, wie ich Befehle geben muss. Das liegt daran, dass ich gelernt habe, wie man Befehle befolgt, was f�r jeden Offizier eine unabdingbare F�higkeit sein muss, oder sehen Sie das anders, Commander?�</p><p>Vebos wurde bleich, als er die Anspielung auf sein Bombardement der Syndik-Basis verstand, doch es hielt ihn nicht davon ab, weiter vorzupreschen. �Andere Offiziere h�tten das besser machen k�nnen. Zum Beispiel Captain Numos. Mit ihm h�tten wir bereits die H�lfte des Heimwegs zur�ckgelegt.�</p><p>�Und er h�tte uns jetzt auch schon ins Arbeitslager gebracht�, kommentierte Captain Duellos ironisch. �Auch wenn er bereit war, sich mit der <emphasis>Orion</emphasis> allein aus dem Staub zu machen, w�hrend die Syndiks unseren besch�digten Schiffen den Rest gaben.�</p><p>Nun lief Numos vor Wut rot an. �Ich werde nicht��</p><p>Daraufhin schlug Geary mit der Faust auf den Tisch, sodass Ruhe einkehrte. �Ich m�chte nicht, dass meine Offiziere �ffentlich �ber andere Offiziere herziehen!�, machte er ihnen klar.</p><p>Duellos erhob sich und nickte Numos zu. �Ich m�chte mich bei Captain Geary und Captain Numos entschuldigen.�</p><p>Geary nickte seinerseits knapp. �Danke, Captain Duellos. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir uns nicht ablenken lassen.</p><p>Diese Flotte durchquert das Corvus-System in Richtung des Sprungpunkts, der nach Kaliban f�hrt. Wir stehen derzeit mit den Syndik-Beh�rden auf dem zweiten Planeten in Verhandlungen. Sie sollen uns w�hrend des Durchflugs mit Vorr�ten und Rohstoffen beliefern, sonst wird diese Flotte ihrer Welt massive Sch�den zuf�gen.� Geary vermutete, dass momentan einzig Captain Desjani ahnte, dass er nicht die Absicht hatte, eine bewohnte Welt zu bombardieren, nur um die Leute dort zu bestrafen. �Ich bin davon �berzeugt, die Syndiks warten mit einer gro�en Streitmacht bei Yuon auf uns. Ich werde diese Flotte nach Kaliban bringen, und wenn unsere Vorfahren uns beistehen, dann werde ich sie auch nach Hause bringen.�</p><p>Einige Befehlshaber wirkten immer noch ungl�cklich oder skeptisch, aber die meisten stimmten seiner Entscheidung zu, wenngleich in manchen F�llen z�hneknirschend. Geary betrachtete die Gesichter der Reihe nach und versuchte, diejenigen zu identifizieren, von denen Probleme zu erwarten waren, dann jedoch brach er sein Tun ab. <emphasis>Ich werde mich nicht in einen Syndik-CEO verwandeln, der politische Spielchen treibt und der S�uberungsaktionen gegen jene Offiziere durchf�hrt, die �unloyal� zu sein scheinen. Aber bei den lebenden Sternen, Commander Vebos wird nicht l�nger die</emphasis> Arrogant <emphasis>befehligen, wenn wir dieses System verlassen. Dieser Mann ist nicht blo� unloyal und aufs�ssig, sondern schlichtweg dumm.</emphasis></p><p>Die Zahl der Offiziere am Tisch wurde rasch kleiner, da immer mehr von ihnen die Verbindung unterbrachen, durch die ihr Bild zur Konferenz projiziert worden war. Wie zuvor schrumpfte die scheinbare Gr��e des Tischs ebenso wie die des ganzen Konferenzraums ein St�ck mehr, wenn wieder ein Offizier verschwand. Viele der Offiziere verharrten noch einen Moment und schienen pl�tzlich direkt vor Geary zu stehen, um ihn mit wenigen Worten ihres R�ckhalts zu versichern. Geary dankte ihnen so taktvoll, wie er konnte, und versuchte, keine Miene zu verziehen, als er sah, wie bewun-dernd viele ihn betrachteten: Black Jack Geary pers�nlich.</p><p>Captain Duellos blieb bis zuletzt und grinste Geary breit an.</p><p>�Vielleicht h�tten Sie Numos mit der <emphasis>Orion</emphasis> den Sprungpunkt weiter bewachen lassen sollen�, schlug er vor.</p><p>�Warum h�tte ich das tun sollen?�</p><p>�Dann h�tten Sie ihn da zur�cklassen k�nnen!�</p><p>Unwillk�rlich musste Geary lachen. �Das hat seine Crew nicht verdient.�</p><p>Wieder l�chelte Duellos. �Stimmt, die hat wohl so auch schon genug zu leiden.�</p><p>�Tut mir leid, wenn ich Sie bremsen musste, als es zwischen Ihnen und Numos pers�nlich wurde�, sagte Geary. �Ich glaube, Sie verstehen, warum ich das gemacht habe.�</p><p>�Schon klar, Sir. Aber ich muss auch gestehen, dass ich meine Bemerkung nicht bereue. Ich wollte die anderen Befehlshaber daran erinnern, welche Vorgehensweise Numos im Syndik-Heimatsystem durchzusetzen versuchte.� Er hielt kurz inne. �Sie sollen wissen, dass Ihnen meine bedingungslose Unterst�tzung sicher ist.�</p><p>�Danke.�</p><empty-line/><p>�Nicht Black Jack Geary, sondern Ihnen.�</p><p>Geary zog eine Augenbraue hoch. �Sie haben herausgefunden, dass ich nicht diese Person bin?�</p><p>�Ich bin froh, dass Sie nicht er sind�, gestand Duellos ihm. �Der Mann hat mir immer Angst gemacht.�</p><p>�Dann k�nnen wir uns die Hand reichen.�</p><p>�Captain Desjani ist ein sehr guter Offizier. Ihr k�nnen Sie auch vertrauen.�</p><p>�Das ist mir nicht entgangen.� Geary verzog den Mund. �Apropos Vertrauen: W�ssten Sie irgendwelche Offiziere, die Sie f�r das Kommando �ber die <emphasis>Arrogant</emphasis> empfehlen k�nnten?�</p><p>�Ich kann Ihnen ein paar Namen geben. Aber darf ich Ihnen auch einen Ratschlag geben, Captain Geary?�</p><p>Er nickte. �Ich weigere mich nie, mir Ratschl�ge von guten Offizieren anzuh�ren.�</p><p>Duellos deutete eine Verbeugung an. �Danke. Ersetzen Sie diesen Idioten Vebos nicht durch einen Offizier, von dem Sie genau wissen, er steht loyal zu Ihnen. Das wird die Leute an eine S�uberungsaktion unter dem Vorwand der Loyalit�t glauben lassen.�</p><p>Geary biss sich auf die Lippe, weil er sein Erstaunen nicht zeigen wollte, dass Duellos das aussprach, was er eben erst selbst noch gedacht hatte. �So was ist doch sicher nicht in der Allianz-Flotte vorgekommen.�</p><p>Zum ersten Mal machte Duellos eine finstere Miene. �Captain Geary, ich wei�, Sie haben bereits einiges �ber die Dinge erfahren, die sich in der Allianz-Flotte zugetragen haben.�</p><p>�Verdammt�, fl�sterte Geary kopfsch�ttelnd. <emphasis>Eine S�uberungsaktion unter dem Vorwand der Loyalit�t? In der Allianz-Flotte? Unfassbar.</emphasis></p><p><emphasis>Wann? Wo? Nein, eigentlich will ich das gar nicht wissen.</emphasis> �Danke, Captain. Ich werde mir Ihren Ratschlag zu Herzen nehmen. Es ist sehr gut, Offiziere wie Sie und Desjani zu haben, denen ich bedenkenlos vertrauen kann.�</p><p>�Wir k�nnen auch immer unseren Vorfahren vertrauen�, erwiderte Duellos. �Ich halte mich nicht f�r einen besonders religi�sen Mann, und ich habe auch nie daran geglaubt, dass der tote Black Jack Geary dann zu uns zur�ckkehren wird, wenn wir ihn am n�tigsten haben. Trotzdem macht es sogar mir Mut zu wissen, dass Sie zur�ckgekehrt sind.�</p><p>Geary schnaubte. �Vermutlich sollte ich mich nicht beklagen, dass ich gefunden wurde. Immerhin w�re ich schon seit Langem wirklich tot gewesen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob selbst meine Vorfahren mir in dieser Situation eine Hilfe sein k�nnen.�</p><p>Mit einem Grinsen und einer ausholenden Geste erwiderte Duellos: �Dann k�nnen Ihnen vielleicht meine beistehen, wenn es darum geht, feindlichen Flotten und pl�ndernden Schaulustigen aus dem Weg zu gehen. Aus Erfahrung, meine ich. Unter meinen Vorfahren finden sich auch ein paar Piraten.�</p><p>�Tats�chlich? Jede Familie hat wohl ihre Leichen im Keller. Ich kann einige Rechtsanw�lte vorweisen.�</p><p>�Oh, mein Beileid.�</p><p>�Wir haben gelernt, damit zu leben.�</p><p>Duellos trat einen Schritt zur�ck und salutierte. �Sie haben uns allen vor Augen gef�hrt, wie wir mit unserem Handeln das Ansehen unserer Vorfahren herabgew�rdigt haben. Aber Sie taten es auf eine Weise, als k�nne so etwas schon mal passieren. Sie benutzten Begriffe wie �uns� und �wir�, und damit stellten Sie sich in eine Reihe mit uns. Das werden viele von uns nicht vergessen.�</p><p>Geary erwiderte den Salut und dankte dem Vorfahr, der ihn dazu veranlasst hatte, diese Worte zu w�hlen. <emphasis>Ich wei�, dass</emphasis> ich <emphasis>mir dar�ber keine Gedanken gemacht habe</emphasis>. �Vielen Dank.�</p><p>�Es ist die Wahrheit, weiter nichts.� Duellos nahm die Hand herunter, dann verschwand sein Bild.</p><p>Geary lie� sich schwer in den Sessel in seiner Kabine sinken und betrachtete tr�bsinnig das Display, das er aktiviert hatte. Es zeigte die aktuelle Situation im Corvus-System. Nur ein paar Schiffe der Allianz-Flotte erledigten noch ihre Aufgaben bei der Syndik-Basis auf der Eiswelt, w�hrend der gr��te Teil der Flotte in einer halbwegs passablen Formation tiefer in das System einflog. <emphasis>Vierzehn Stunden, seit wir hier angekommen sind. Wie lange noch, bis die Syndiks die Verfolgung ernsthaft aufnehmen?</emphasis></p><p><emphasis>Ich kann nicht fassen, wie m�de ich bin. Kann ich es wagen, mich schlafen zu legen, oder wird die Flotte sich in ihre Bestandteile aufl�sen, sobald ich nicht hinsehe?</emphasis></p><p>Die T�rglocke ert�nte. Geary setzte sich auf, bis er eine f�rmliche-re Haltung eingenommen hatte. �Herein.�</p><p>�Captain Geary�, gr��te ihn Co-Pr�sidentin Rione auf ihre �bliche zur�ckhaltende Art. �K�nnen wir uns unterhalten?�</p><p>�Selbstverst�ndlich.�</p><p>Er deutete auf einen freien Platz, doch Rione ging weiter und betrachtete wieder die Sternenlandschaft, die ein Schott in seinem Quartier beherrschte. �Zun�chst einmal m�chte ich hoffen, dass meine Einmischung auf der Br�cke sich nicht nachteilig auf Ihre Arbeit ausgewirkt hat.�</p><p>�Keineswegs. Sie haben gute Beitr�ge geleistet, und ich wei� Ihren Ratschlag zu sch�tzen.�</p><p>F�r einen winzigen Augenblick verzog Rione den Mund zu einem L�cheln, das gleich wieder verschwunden war. �Mehr als Captain Desjani, kann ich wohl annehmen.�</p><p>�Sie ist der Captain der <emphasis>Dauntless</emphasis>�, machte Geary in einem bewusst neutralen Tonfall klar. �Die Br�cke ist sozusagen ihr Thron-saal, der Ort, von dem ihre Autorit�t ausgeht. Jeder Captain reagiert ein wenig gereizt, wenn ein anderer auf dieser Br�cke seine Autorit�t ins Spiel bringt.�</p><p>Rione drehte sich kurz um und bedachte ihn mit einem forschen-den Blick. �Reagiert sie auf Sie genauso?�</p><p>�Nein. Ich geh�re zum Protokoll, und ich habe eine klar definierte Rolle. Ich lasse ihr die Befehlsgewalt �ber ihr Schiff und k�mmere mich um die Flotte insgesamt. Solche Dinge bereiten keine Schwierigkeiten. Aber es gibt kein echtes Protokoll f�r die Situation, wenn sich ein hochrangiger Zivilist auf der Br�cke aufh�lt. Da sind Reibe-reien vorprogrammiert. Captain Desjani ist jedoch eine gute Befehlshaberin, die sich an Ihr Auftauchen auf der Br�cke gew�hnen und kein unangemessenes Verhalten Ihnen gegen�ber an den Tag legen wird.�</p><p>�Danke, Captain Geary.� Rione nickte ihm zu. �Ich m�chte Ihnen gern klarmachen, dass ich Captain Desjanis deutliche Worte zum Thema automatische Kriegsschiffe nicht falsch aufgenommen habe.</p><p>Es ist ein unendlicher Streit, und ich wei� die Meinung derjenigen sehr zu sch�tzen, die an vorderster Front k�mpfen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals einer k�nstlichen Intelligenz eine Waffe anvertrauen w�rde.�</p><p>�Wenn ich ehrlich sein soll, sehe ich das so wie Sie�, meinte Geary schulterzuckend. �Das gleiche Problem gab es schon zu meiner Zeit.</p><p>Wenn eine k�nstliche Intelligenz nicht schlau genug ist, um selbst �ber den Einsatz einer Waffe zu entscheiden, dann kann man ihr im Gefecht nicht sonderlich trauen. Wenn eine k�nstliche Intelligenz schlau genug ist, um selbst �ber den Einsatz einer Waffe zu entscheiden, dann kann man ihr �berhaupt nicht trauen.�</p><p>Abermals l�chelte Rione fl�chtig. �Stimmt. Aber es wird Zeit, dass ich das Thema anschneide, das mich eigentlich hergef�hrt hat.� Geary wartete ab, w�hrend sie wieder die Sterne betrachtete. �Ich halte es f�r n�tig, Ihnen etwas zu gestehen, Captain Geary. Sie haben mich dazu gebracht, dass ich mich zutiefst sch�me.�</p><p>�Wenn es um diese Sache mit den Gefangenen geht��</p><p>�Ja, darum geht es. Ich nehme an, Sie sind es leid, sich anh�ren zu m�ssen, dass wir unsere Gef�hle zum Ausdruck bringen.�</p><p>�So war das nicht gemeint.�</p><p>�So habe ich es auch nicht aufgefasst.� Co-Pr�sidentin Rione schien sich erneut der Sternenlandschaft zu widmen. �Captain Geary, ich geh�re nicht zu jenen Menschen, die glauben, fr�her war alles viel besser. Aber ich wei� seit einer Weile, dass der Druck dieses Krieges den Verstand derjenigen verdreht hat, die ihn f�hren. So viele Dinge werden einfach �bersehen. Und wir haben einige sehr wichtige Dinge vergessen.�</p><p>Geary machte eine ernste Miene und tat so, als betrachte er eindringlich seine H�nde. �Sie haben alle eine Menge durchgemacht.�</p><p>�Das ist eine Erkl�rung, aber keine Entschuldigung.� Rione hielt den Kopf gesenkt, die Lippen hatte sie zusammengepresst. �Es ist allzu leicht, so wie der Feind zu werden, den man hasst, nicht wahr, Captain Geary?�</p><p>�Darum haben wir das Kriegsrecht. Darum versuchen wir, diejenigen Ehre zu lehren, die in den Kampf geschickt werden.�</p><p>�Das Kriegsrecht ist bedeutungslos, wenn diejenigen, die es befolgen sollen, nicht daran glauben. Ehre kann verdreht und gegen sich selbst gerichtet werden, bis sie auch die schlimmsten Taten rechtfertigt. Das wissen Sie, Captain Geary.�</p><p>Er nickte nachdr�cklich �Ich befinde mich nicht in einer Position, um �ber andere zu urteilen, Madam Co-Pr�sidentin. Mir wurde der Luxus zuteil, die vielen Jahre zu vers�umen, die zu der gegenw�rtigen Situation gef�hrt haben.�</p><p>�Luxus? Sie machen nicht den Eindruck, dass Sie diese Erfahrung genossen haben.� Rione hob den Kopf, sah aber noch immer nicht Geary an. �In den letzten Stunden habe ich mich im Rahmen der verf�gbaren Zeit mit meinen geheimen Archiven befasst und mich in die wahre Geschichte dieses Kriegs vertieft, um die Frage zu kl�ren, wie es so weit kommen konnte. Sie sollen wissen, dass es keine vors�tzlich angestrebte Absicht war. Ich konnte feststellen, dass hier und da die Gesetze mal etwas gro�z�giger ausgelegt worden sind, und immer aus scheinbar guten Gr�nden. Beim n�chsten Mal war man dann noch eine Spur gro�z�giger.�</p><p>�Und nur mit den besten Absichten im Hinterkopf�, warf Geary tonlos ein.</p><p>�Ja. Im Lauf der Zeit akzeptierten wir Schritt f�r Schritt immer etwas mehr. Wir begannen zu glauben, dass die abscheulichen Taten der Syndikatwelten genauso abscheuliche Taten von unserer Seite rechtfertigten.� Als sie Geary schlie�lich ansah, konnte er ihren Gesichtsausdruck nicht deuten.</p><p>�Und dann hielten Sie uns vor Augen, wie unsere Vorfahren unser Handeln beurteilen w�rden. Nur Sie konnten das tun, weil niemand sonst so klar und deutlich aus der Vergangenheit zu uns sprechen kann. Sie machten uns klar, dass dieser Krieg begann, weil wir anders waren als die Syndikatwelten. Weil die Syndikatwelten Dinge taten, an die die Allianz nicht einmal denken w�rde.�</p><empty-line/><p>Wieder nickte Geary, dem Riones beharrlicher Blick unbehaglich war. �Ich habe niemals geglaubt, dass die Allianz irgendwann den Beschluss fasste, von einem Tag auf den anderen das Kriegsrecht zu missachten. Ich dachte mir, es w�rde so sein, wie Sie es eben ge-schildert haben. Es begann mit einem Schritt, der nur ein kleines St�ck weit vom rechten Weg fortf�hrte, und pl�tzlich war man in einem Sumpf gelandet, ohne zu wissen, wie man �berhaupt dort hin-gekommen war. Und alles nur wegen des alten Arguments, dass wir etwas Schlechtes tun mussten, um zu siegen, weil der Sieg wichtig war.�</p><p>�Ein altes und falsches Argument, nicht wahr?�</p><p>�Ich glaube ja. Wenn die Allianz ihr eigenes Verhalten an das der Syndikatwelten anpasst, dann wei� ich nicht, welchen Sinn dann noch ein Sieg ergibt.�</p><p>�Das hatte ich Sie sagen h�ren, und ich stimme Ihnen darin zu.�</p><p>Wieder drehte sie den Kopf in seine Richtung. �Sie haben uns daran erinnert, wer wir einmal waren, Captain Geary. Und Sie besa�en den Mut und den grundlegenden Anstand, zu dem zu stehen, wor-an Sie glauben, auch wenn Sie damit riskierten, sich sogar von denjenigen in dieser Flotte zu entfremden, die an Sie glauben und die Ihnen folgen.�</p><p>�Ich bin kein mutiger Mann, Madam Co-Pr�sidentin�, widersprach er ihr. �Ich habe nur auf meinen Instinkt geh�rt.�</p><p>�Dann hoffe ich, dass Sie das auch weiterhin machen werden. Bei unserer ersten Begegnung sagte ich Ihnen, ich mag keine Helden, und ich �u�erte meine Bef�rchtung, Sie k�nnten diese Flotte in den Untergang f�hren. Ich gebe zu, dass Sie mich bislang widerlegt haben.� Nach einem knappen Nicken verlie� sie sein Quartier.</p><p>Geary rieb sich die Stirn und dachte �ber Riones Worte nach. <emphasis>Sie hat mir nicht ihre bedingungslose Zustimmung gegeben, richtig? �Bislang� haben sich ihre schlimmsten Bef�rchtungen in Bezug auf mich nicht erf�llt. Aber das ist in Ordnung so. Sie wird mir helfen, dass ich ehrlich bleibe. Ich m�chte nicht irgendwann glauben, dass ich diese Verehrung verdiene, die mir die Menschen in der Flotte entgegenbringen.</emphasis></p><p>Er �berlegte, ob er auf die Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> zur�ckkehren sollte, doch dann dachte er daran, dass er sich dort wieder der gesamten Br�ckencrew stellen musste. <emphasis>Ich glaube, f�r den Moment habe ich genug Drama mitgemacht.</emphasis> Stattdessen teilte er der Br�cke mit, er werde ein paar Stunden Schlaf nachholen. Falls sich etwas Wichtiges er-eignete, sollte man ihn sofort wecken.</p><p>Sieben Stunden sp�ter riss ein Summen ihn aus dem Schlaf. �Geary hier�, meldete er sich und versuchte, richtig wach zu werden, w�hrend er mit dem Schock k�mpfte, wie lange er geschlafen hatte und wie erschlagen er sich dennoch f�hlte. Offenbar hatte er seinen k�nstlichen Tiefschlaf doch noch nicht so gut �berwunden, wie er es sich einbildete.</p><p>�Captain Geary, hier ist die Br�cke. Entschuldigen Sie, wenn ich Sie geweckt habe, Sir, aber Sie wollten benachrichtigt werden, soba��</p><p>�Ja, ja. Was ist denn?�</p><p>�Wir haben gro�e Teile der Syndik-Flotte gesichtet, die den Sprungpunkt verl�sst. Captain Desjani h�lt sie f�r die Hauptgruppe, die uns verfolgt.�</p></section><section><title><p>Sechs</p></title><p>�Captain Desjani, ich f�rchte, ich muss mich Ihrer Einsch�tzung anschlie�en.� Geary addierte die Schiffe, die bislang beim Verlassen des Sprungpunkts beobachtet werden konnten. Ein Schwarm Syndik-J�ger flog voran, mehrere Geschwader aus schweren Kreuzern folgten dicht dahinter. Da sich die Syndik-Schiffe exakt zwischen dem Sprungpunkt und der Allianz-Flotte befanden, blockierten die vorderen Verfolger die Sicht auf alles, was sich hinter ihnen abspielte, dennoch war best�tigt worden, das etliche Geschwader Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe dieser Vorhut folgten. �Da behindert eine Menge M�ll die Sicht auf den Sprungpunkt.�</p><p>Desjani grinste. �Sie hatten befohlen, am Austrittspunkt Minen zu platzieren, Sir.�</p><p><emphasis>O ja</emphasis>, stimmt. Geary betrachtete abermals das Display. �Wie viele haben wir erwischt?�</p><p>�Die haben die Minen mit J�gern und leichten Kreuzern auf die harte Tour ger�umt. Unseren Sch�tzungen zufolge wurden ungef�hr f�nfzehn Schiffe zerst�rt oder schwer besch�digt. Das Tr�mmerfeld, das wir beobachten k�nnen, passt zu der Vernichtung der meisten dieser Schiffe.�</p><p><emphasis>Beim Austritt aus dem Sprungraum direkt in ein Minenfeld zu geraten</emphasis>, �berlegte er. <emphasis>Die werden vermutlich gar nicht gewusst haben, wie ihnen geschah.</emphasis> �Glauben Sie, was wir sehen k�nnen, ist alles, was uns gefolgt ist?�</p><p>Desjanis Blick lie� ihn vermuten, dass sie glaubte, Geary w�nsche sich, gegen mehr feindliche Schiffe zu k�mpfen, dann betrachtete sie ihr Display. �Es k�nnte eine zweite Welle folgen. Aber wenn das alle sind, k�nnen wir es mit ihnen aufnehmen.�</p><p>Ihm entging diese Mischung aus Begeisterung und Sorge in Desjanis Stimme nicht, was die Aussicht auf ein Gefecht betraf. Ihre ganze Ausbildung erwartete von ihr, dass sie zur Tat schritt, doch bei der letzten Konfrontation mit einer gro�en Syndik-Streitmacht hatte die Allianz-Flotte einen geh�rigen Tritt in den Hintern bekommen.</p><p>�Das k�nnten wir�, entgegnete Geary mit einer Zuversicht in seinem Tonfall, die er eigentlich gar nicht versp�rte. Nachdem er das Durcheinander gesehen hatte, das beim Angriff auf eine unbedeu-tendere Syndik-Streitmacht in seiner Flotte entstanden war, erf�llte ihn der Gedanke an eine ausgewachsene Raumschlacht keineswegs mit Freude. Allerdings wusste er, dass er seine angebliche Zuversicht nach au�en hin demonstrieren musste. Sollte sich herumsprechen (und das w�rde ganz sicher geschehen), dass er auch nur ange-deutet hatte, der Flotte mangele es an der F�higkeit, einen Kampf zu gewinnen, dann waren ihre Siegchancen gleich null, noch bevor der erste Schuss abgefeuert worden war. �Aber wir m�ssten kehrtmachen, um sie in ein Gefecht zu verwickeln. Und ich w�sste keinen Grund, warum wir das machen sollten.� Er versuchte es so hinzu-stellen, als seien die Syndik-Streitkr�fte eine solche M�he nicht wert.</p><p>�Ich hatte nicht vor, in diesem System noch weitere Schlachten auszutragen.�</p><p>Allem Anschein war seine Absicht von Erfolg gekr�nt. Desjani und die Wachhabenden auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> nickten verstehend.</p><p>Geary hantierte an seinen Kontrollen und versuchte, das Display darstellen zu lassen, wie gro� die Chancen der Syndiks waren, die Allianz-Streitmacht noch einzuholen. �Habe ich das richtig gemacht?�, fragte er leise Desjani.</p><p>Sie schaute zu ihm, einen Moment sp�ter nickte sie abermals. �Ja.</p><p>Wir sind jetzt nur noch gut vier Lichtstunden vom Sprungpunkt entfernt. Vierzig Stunden Transitzeit, wenn wir mit 0,1 Lichtgeschwindigkeit Weiterreisen. Aber selbst wenn wir aus irgendeinem Grund die Fahrt verlangsamen m�ssten, h�tten wir nach wie vor einen sehr gro�en Vorsprung. Wir werden den Sprungpunkt nach Kaliban erreicht haben, lange bevor die uns einholen und weiter aufhalten k�nnen.� Desjani l�chelte. �Einige Captains in der Flotte haben sich gefragt, warum wir uns nicht mehr Zeit damit gelassen haben, das System zu pl�ndern. Das sollte ihre Frage zur Gen�ge beantworten.�</p><p>Geary erwiderte ihr L�cheln, auch wenn ihn zwei Dinge beunruhigten: einerseits Desjanis Billigung einer Sache, die sie eindeutig f�r Black Jacks abermals unter Beweis gestellte Unfehlbarkeit hielt; andererseits die Tatsache, dass einige seiner Captains sich lautstark genug �ber seine Entscheidungen beklagten, um von einem so loyalen Offizier wie Desjani geh�rt zu werden. Pl�tzlich bemerkte er eine andere Anzeige auf dem Display. �Was ist das? Wer sind die Jungs?� Geary deutete auf eine Gruppe von Schiffen, die sich fast im Schneckentempo von der bewohnten Welt n�herten. Obwohl sie erheblich langsamer waren als die Allianz-Flotte, kamen sie von vorn und befanden sich damit eindeutig auf Abfangkurs. �Das sind Syndiks, aber sie sind als unbedenklich gekennzeichnet. Wie kommt das?�</p><p>Desjani verzog die Mundwinkel zu einem sehr knappen L�cheln.</p><p>�Das sind die Fr�chte der diplomatischen Bem�hungen unserer Co-Pr�sidentin. Zwanzig Handelsschiffe, allem Anschein nach mit Le-bensmitteln und anderen angeforderten Materialien beladen.�</p><p>�Zwanzig Schiffe?�, meinte Geary beeindruckt. �Das d�rfte einen anst�ndigen Vorrat ergeben.�</p><p>�Ja�, pflichtete Desjani ihm mit un�berh�rbarem Widerwillen bei, da ihr der Gedanke nicht gefiel, Co-Pr�sidentin Rione etwas schuldig zu sein.</p><p>�Wie sind wir auf das Rendezvous mit diesen Schiffen vorbereitet?�</p><p>�Das sind Handelsschiffe, deren Beschleunigung so gut wie nichts taugt. Aber sie wurden angewiesen, das �u�erste aus ihrem Antrieb herauszuholen, und das scheinen sie auch zu befolgen. Wenn wir sie erreichen, sollten sie in der Lage sein, mit unserer Geschwindigkeit weitestgehend mitzuhalten. Falls wir abbremsen m�ssen, wird es nur minimal sein.� Desjanis Finger huschten �ber das Display und zeigten auf verschiedene Anzeigen. �Deren Schiffe befinden sich auf Kurs, um mit uns nahe der Position unserer gro�en Hilfsschiffe zu-sammenzutreffen. Das bedeutet, dass wir nicht l�nger als unbedingt n�tig brauchen werden, um die Waren umzuladen.� Sie hielt kurz inne. �Wir haben ihre Identit�t als Handelsschiffe sowohl visuell als auch mit Scans auf ganzem Spektrum best�tigt. Es sind keine Waffen zu erkennen.�</p><p>Geary nickte und versp�rte deutliche Erleichterung dar�ber, dass trotz seiner Abwesenheit alles Notwendige in die Wege geleitet worden war. �Wie sieht es mit der Sicherheit aus?�</p><p>�Ich habe mir erlaubt, mit Colonel Carabali Kontakt aufzunehmen.</p><p>Abordnungen der Marines werden mit Shuttles zu jedem der Handelsschiffe fliegen, sie auf verborgene Waffen durchsuchen und f�r die Dauer des Umladens die Crews im Auge behalten.�</p><p>�Sehr gut. Genau das Gleiche h�tte ich dem Colonel auch gesagt.�</p><p>Desjani strahlte auf eine Weise �ber sein Lob, die f�r eine Frau in ihrem Alter unpassend erschien. �Wo ist die Co-Pr�sidentin Rione jetzt?�</p><p>�Ich glaube, sie ruht sich aus.� Desjani lie� das Ausruhen wie eine g�nzlich unmilit�rische Aktivit�t klingen, da ihr offenbar entfallen war, dass Geary die letzten Stunden mit exakt der gleichen T�tigkeit verbracht hatte. �Sie hat f�r Sie eine Nachricht aufgezeichnet.�</p><p>�Danke.� Geary rief die Aufnahme ab.</p><p>Das Bild zeigte eine sichtlich ersch�pfte Rione. �Captain Geary.</p><p>Nach umfangreichen Verhandlungen, die durch unsere Entfernung zu dem bewohnten Planeten entsprechend lange in Anspruch nahmen, konnte ich die Beh�rden der Syndikatwelten davon �berzeugen, dass wir bereit sind, von einer vollst�ndigen Ausl�schung ab-zusehen, wenn sie uns mit geeigneten Vorr�ten beliefern. Captain Desjanis Crew konnte mir eine Sch�tzung zur Zahl der gro�en Frachtschiffe in diesem System liefern, au�erdem eine genaue An-zahl der Schiffe, die in den zeitverz�gerten Bildern aus der Umgebung der bewohnten Welt zu sehen sind. Durch diese Information war ich in der Lage, auf insgesamt zwanzig Schiffen zu bestehen, die uns die tats�chlich und die angeblich erforderlichen Materialien liefern sollen. Die Syndikatwelten leisteten eine Fernunterschrift unter eine Erkl�rung, dass sie nicht versuchen werden, die Frachtschiffe gegen die Allianz-Flotte einzusetzen. Wir haben unsererseits versprochen, bis zu unserer Abreise aus dem System keine weiteren Angriffe zu unternehmen. Den Text dieser Vereinbarung habe ich angeh�ngt. Wenn sich Fragen ergeben sollten, k�nnen Sie jederzeit Kontakt mit mir aufnehmen.�</p><p>Geary las die Vereinbarung durch, konnte aber nichts Bedenkliches oder gar Beunruhigendes finden. Rione schien an alles gedacht zu haben. <emphasis>Dann kommt es jetzt nur noch darauf an, den Syndiks zu vertrauen. Ich m�sste ja verr�ckt sein, denen �ber den Weg zu trauen. Aber was sollen die schon anstellen, wenn Carabalis Marines ihnen die ganze Zeit �ber die Schulter schauen?</emphasis></p><p>Er sah wieder zu Captain Desjani. �Diese Handelsschiffe sind etwas weiter vom Sprungpunkt entfernt als wir, aber sie m�ssen inzwischen auch unsere Verfolger bemerkt haben.�</p><p>�Trotzdem sind sie weiter auf ihrem Kurs�, erwiderte Desjani und antwortete damit auf seine unausgesprochene Frage. �Vielleicht haben sie Angst, wir k�nnten sie �berrennen, wenn sie etwas versuchen. Sie sind nah und tr�ge genug, dass unsere Zerst�rer sie l�ngst eingeholt haben werden, falls sie ein Wende-und Fluchtman�ver einleiten sollten. Vielleicht f�rchten sie auch, wir k�nnten daraufhin einen Angriff auf die bewohnte Welt starten.�</p><p>�Gut m�glich.� Trotz der Syndik-Verfolgerflotte, die ihnen im Nacken sa�, schien alles gut zu laufen. <emphasis>Nur laufen die Dinge leider meistens gerade dann erst recht aus dem Ruder, wenn alles unter Kontrolle zu sein scheint. Was kann aber jetzt schiefgehen? Die</emphasis> Titan <emphasis>? Die sieht ausnahmsweise mal so aus, als stecke sie nicht in Schwierigkeiten.</emphasis></p><p>�Sir.� Geary und Desjani drehten sich gleichzeitig um, als sie h�rten, wie sich der Ablauf-Wachhabende zu Wort meldete. �Die <emphasis>Titan</emphasis> meldet, dass eine weitere Prim�rantriebseinheit wieder arbeitet.�</p><p>�Gelobt seien die Vorfahren.� Geary hatte bereits das Schlimmste bef�rchtet, als er die Worte �Die <emphasis>Titan</emphasis>�� h�rte. Tats�chlich ben�tigte er ein paar Sekunden, bis ihm deutlich wurde, dass es keine schlechten Neuigkeiten waren. Als er einen Blick auf die statistischen Werte des Schiffs warf, stellte er fest, wie deutlich es beschleunigt hatte. <emphasis>Aber sie ist immer noch zu langsam! Welcher Idiot hat diesem Schiffstyp nur den Namen Schnelle Hilfsschiffe gegeben? Die sind nur schnell darin, sich in Schwierigkeiten zu bringen.</emphasis> �Wie stehen die Chancen, die <emphasis>Titan</emphasis> mit ein paar zus�tzlichen Prim�rantriebseinheiten auszur�sten?�</p><p>Der Ablauf-Wachhabende machte eine verdutzte Miene und sah den Maschinen-Wachhabenden an, den die Frage ebenfalls �berrascht hatte, der dann aber nachdenklich wurde. �Das sollte machbar sein, Sir.� Sein Gesicht begann zu strahlen, da er vor ein komplexes Problem gestellt worden war, das er wom�glich w�rde l�sen k�nnen.</p><p>Geary widmete sich wieder dem Display, um sicherzustellen, dass ihm nicht irgendein Detail durchgegangen war. Doch abgesehen von der Allianz-Flotte, von den Syndik-Verfolgern und den zwanzig Handelsschiffen auf dem Weg zum Rendezvouspunkt schien sich im Corvus-System weiter nichts zu bewegen. Alle �brigen Syndik-Schiffe waren auf dem Weg zum n�chsten Dock und hofften darauf, von der Allianz in Ruhe gelassen zu werden. Die Gefechtssysteme der <emphasis>Dauntless</emphasis> sch�tzten, dass die Verfolger ihre Durchschnittsge-schwindigkeit auf etwas mehr als 30 000 Kilometer pro Sekunde er-h�ht hatten, aber mit Blick auf die Entfernungen im All krochen die Schiffe mit kaum mehr als einem Zehntel Lichtgeschwindigkeit voran. �Die versuchen nicht uns einzuholen�, stellte er fest.</p><p>�Tats�chlich nicht?�, wunderte sich Desjani und studierte die Darstellung der Syndik-Kriegsschiffe.</p><p>�Nein. Jedenfalls nicht, wenn diese Anzeigen stimmen. Sie beschleunigen nicht weiter. Sie k�nnten uns zwar nicht mal einholen, wenn sie auf 0,2 Licht gehen w�rden. Aber sie versuchen es auch gar nicht.�</p><p>�Dann� jagen sie uns nur?�</p><p>�Nein, sie treiben uns vor sich her�, berichtigte Geary sie. �Die wollen, dass wir weiterfliegen.�</p><p>�Zum Sprungpunkt?�</p><p>�Nach Yuon. Darauf w�rde ich mein Leben verwetten.� <emphasis>Genau genommen mache ich das ja auch. Schlimmer noch: Ich verwette das Leben aller M�nner und Frauen auf den Allianz-Schiffen darauf. Was ist, wenn die Syndiks bereits ahnen, dass ich nicht den direkten Heimweg antreten werde? Was, wenn sie wissen, dass Kaliban die beste Alternative ist? Nein, sie k�nnen nicht riskieren, dass diese Flotte unbehelligt Yuon passiert, also werden sie dort ihre Streitkr�fte konzentriert haben. Ihnen bleibt gar keine andere Wahl.</emphasis></p><p><emphasis>Aber sie k�nnten in Kaliban gen�gend Minen ausgesetzt haben, um diese Flotte in St�cke zu rei�en. Hatten sie daf�r genug Zeit? Und verf�gen sie �ber gen�gend Minen in der N�he von Kaliban, um sie dort hinzuschaffen, bevor wir da eintreffen? Haben sie �berhaupt diese M�glichkeit in Erw�gung gezogen?</emphasis></p><p><emphasis>Das l�sst sich unm�glich sagen. Ich kann es mir nicht leisten, meine Entscheidung anzuzweifeln. Ich darf nicht zulassen, dass mich die M�glichkeit einer Katastrophe davon abh�lt, Entscheidungen zu treffen und sie auch auszuf�hren. Ganz egal was ich mache, es ist immer m�glich, dass etwas schiefgeht.</emphasis></p><p>Er atmete tief durch und ignorierte f�r einen Moment seine Umgebung. Als Geary die Augen wieder �ffnete, bemerkte er Desjanis zu-stimmenden Blick.</p><p>�Ich wei� nicht, wie Sie es schaffen, in solchen Augenblicken so entspannt zu sein�, gestand sie, �aber ich wei�, meine Crew ist davon sehr beeindruckt.�</p><p>�Das ist� �hm� eine Sache, an der ich arbeite.�</p><p>Allm�hlich wurde offensichtlich, dass vorl�ufig nichts geschehen w�rde. Geary �berpr�fte die zeitliche Planung f�r das Rendezvous mit den Syndik-Handelsschiffen und stellte fest, dass die Shuttles mit den Marines erst in zwei Stunden starten w�rden. Die Angst, die Situation k�nnte aus den Fugen geraten, sobald er sie auch nur einen Moment lang aus den Augen lie�, wurde nahezu �berm�chtig, sodass er sich zwingen musste, von seinem Platz aufzustehen.</p><p>�Ich gehe jetzt etwas essen�, sagte er zu Captain Desjani, die nur kurz nickte. Als er sich zum Gehen wandte, bemerkte Geary die be-wundernden Blicke der Wachhabenden auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless. Die Vorfahren m�gen mir beistehen, dass ich niemals auf die Idee komme, so wie diese Leute zu glauben, ich k�nne einfach nichts verkehrt machen. Wenn ich stolpere und auf meinem Hintern lande, werden sie vermutlich glauben, dass sich Black Jack Geary auf diese Weise bereit macht, um zur Tat zu schreiten, und dann werden sie es mir nachmachen.</emphasis></p><empty-line/><p>Doch der Umgang mit der Br�ckenmannschaft hatte Geary vor Augen gef�hrt, wie wichtig es war, dass die Crew ihn zu sehen bekam. Sehns�chtig hatte er daran gedacht, sich wieder in seine Kabine zu verkriechen und an einem Verpflegungsriegel zu knabbern, wo er sich den Blicken all jener Menschen entziehen konnte, die den Boden verehrten, �ber den Black Jack Geary ging. Und auch den Blicken derjenigen, die ihn f�r ein hoffnungslos �berfordertes Relikt aus einer fernen Vergangenheit hielten. Stattdessen jedoch begab er sich in eine der Messen, stellte sich in die Schlange, um eine Mahlzeit zu holen, dann setzte er sich zu einer Gruppe Matrosen an den Tisch.</p><p>Erstaunt sahen die anderen ihn an, wie er auf einem Bissen von etwas v�llig Geschmacklosem herumkaute. �Und wie l�uft es hier unten?�, fragte er in die Runde, doch statt zu antworten sahen sich die Besatzungsmitglieder nur gegenseitig an. Geary warf dem Petty Officer gleich neben ihm einen Blick zu und stellte die eine Frage, auf die er ganz sicher eine Antwort bekommen w�rde. �Woher kommen Sie?�</p><p>�Von Ko-Kosatka, Sir.�</p><p>Das eine Thema, �ber das Matrosen immer reden wollten, war die Heimat. �Wie Captain Desjani?�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>�Ich war mal auf Kosatka.� Der Mann bekam vor Erstaunen den Mund fast nicht mehr zu. �Ist nat�rlich eine Weile her, wie Sie sich denken k�nnen. Mir hat�s da gefallen. Aus welcher Ecke des Planeten stammen Sie?�</p><p>Der Mann begann �ber seine Heimat zu reden. Die anderen am Tisch h�rten interessiert zu, und Geary erfuhr, dass noch jemand von dieser Welt kam. So wie schon zu seiner Zeit schien es so, als w�rde der gr��te Teil der Crew von einem einzigen Planeten stammen, w�hrend der Rest aus allen Winkeln der Allianz an Bord gekommen war. Die anderen am Tisch waren auf Welten geboren, bei denen Geary gestehen musste, dass er sie noch nie besucht hatte.</p><p>Aber diese Matrosen waren bereits gl�cklich, dass er an ihnen Interesse zeigte.</p><empty-line/><p>Schlie�lich sprach einer von ihnen die Frage aus, mit der er die ganze Zeit �ber gerechnet hatte. �Sir, wir werden es doch zur�ck nach Hause schaffen, oder?�</p><p>Geary kaute einen Bissen zu Ende, der mit einem Mal genauso trocken wie geschmacklos war. Bevor er antwortete, trank er einen Schluck, damit nicht seine Stimme versagte. �Ich habe die Absicht, diese Flotte nach Hause zu bringen.�</p><p>Ringsum begann man zu l�cheln, und ein anderer Matrose f�gte rasch an: �Irgendeine Ahnung, wie lange es dauern wird, Sir? Meine Familie� na ja��</p><p>�Ich verstehe schon. Wie lange wir brauchen werden, kann ich momentan noch nicht sagen, weil wir nicht auf direktem Weg heimkehren k�nnen.� Das allgemeine L�cheln machte betretenen Mienen Platz. �Die Syndiks werden genau das von uns erwarten, m�ssen Sie wissen. Also werden sie versuchen, uns auf der direkten Route in weitere Hinterhalte zu locken.� Geary hoffte, dass sein Gesichtsausdruck gen�gend Zuversicht ausstrahlte. �Stattdessen werden wir ihnen w�hrend jeder Lichtsekunde unseres Heimflugs die H�lle hei�machen. Wir werden Wege nehmen, mit denen sie nicht rechnen, und wir werden immer wieder f�r sie v�llig �berraschend zuschlagen.� Er hatte �berlegt, wie er es am besten formulieren sollte, um diesen verzweifelten R�ckzug wie einen triumphalen Feldzug gegen die Syndiks klingen zu lassen. �Wir haben im Heimatsystem der Syndiks zahlreiche Freunde verloren. Wir mussten Hals �ber Kopf von dort aufbrechen, wie Sie alle wissen. Aber wir werden die Syndiks nicht ungeschoren davonkommen lassen. Wir werden von System zu System springen und immer wieder zuschlagen, und wir werden sie daf�r bezahlen lassen. Und wenn wir zu Hause angekommen sind, dann werden sich die Syndiks w�nschen, sie h�tten sich niemals mit der Allianz angelegt.�</p><p>�berall in der Messe strahlten Matrosen angesichts seiner Worte.</p><p>Geary dagegen stand auf und betete zu den Vorfahren, sie m�gen verstehen, warum er Dinge gesagt hatte, von denen er wusste, dass sie die Situation in ihr Gegenteil verkehrten. Er achtete darauf, noch dann weiter zu l�cheln, w�hrend er die Messe verlie�.</p><empty-line/><p>Offenbar verbreitete sich seine kleine Ansprache schneller, als er sich auf dem Schiff voranbewegen konnte, doch das war keine �berraschung. Immerhin hatte jeder Matrose in H�rweite seine Worte mit der pers�nlichen Komm-Einheit aufzeichnen k�nnen, und zweifellos hatten etliche genau das getan. Er strebte seiner Kabine zu und versuchte, es nicht so aussehen zu lassen, als w�rde er davonlaufen und den Matrosen und Offizieren entkommen wollen, die daran glaubten, dass er irgendwie jedes seiner Worte in die Tat umsetzen werde.</p><p>Eine Stunde sp�ter zwang er sich dazu, seine Zuflucht zu verlassen und auf die Br�cke zur�ckzukehren. Desjani war noch immer dort und besch�ftigte sich mit irgendwelchen Anzeigen auf ihrem mobilen Display. Die Position der Syndik-Verfolger in Relation zur Allianz-Flotte hatte sich kaum ver�ndert, doch falls die Syndiks innerhalb der letzten vier Stunden ihre Taktik ge�ndert haben sollten, hatten diese Bilder die <emphasis>Dauntless</emphasis> bislang nicht erreichen k�nnen. Allerdings waren die Handelsschiffe inzwischen deutlich n�hergekommen. Ihre Flugbahnen beschrieben weite B�gen, die sich dem Kurs der Allianz-Schiffe best�ndig ann�herten.</p><p>Captain Desjani sch�ttelte den Kopf �ber das, was sie soeben las, machte ein paar Notizen und wandte sich an Geary. �Personalange-legenheiten�, lie� sie ihn wissen. �Ich w�nschte, jemand w�sste eine L�sung, wie man unter den Besatzungsmitgliedern brisante pers�nliche Beziehungen verhindern kann.�</p><p>�Das hatte sich mein Erster Offizier auch schon gew�nscht�, gab Geary ironisch zur�ck. �Nicht, dass er mich damit gemeint h�tte.�</p><p>Desjani sah ihn entsetzt an. �Nat�rlich nicht, Sir.�</p><p>Einen Moment lang spielte Geary mit dem Gedanken, jetzt und hier �ber Tanya Desjani herzufallen, nur um ihr zu beweisen, dass er ein Mensch wie jeder andere war. Immerhin war es mehr als ein Jahrhundert her, seit er zum letzten Mal einen k�rperlichen Kontakt mit einer Frau gehabt hatte. Und das war eine verdammt lange Durststrecke, egal wie man es zu drehen und wenden versuchte.</p><p>Der Gedanke erheiterte ihn wenigstens so sehr, dass sich seine Laune ein wenig besserte. �Aber er h�tte mich damit meinen k�nnen. Es gab da eine schwarzhaarige Frau, ein Lieutenant, die war hei�er als ein Plasmafeld. Zum Gl�ck f�r die Disziplin an Bord hielt sie mich f�r einen kauzigen jungen Ensign ohne nennenswerte Eigenschaften.�</p><p>Desjani l�chelte h�flich und glaubte ihm erkennbar kein Wort.</p><p>�Colonel Carabali bittet Sie, mit ihr Kontakt aufzunehmen, bevor ihre Marines sich auf den Weg machen.�</p><p>�Freut mich, dass mein Timing genau richtig ist.� Geary rief den Colonel an und war sekundenlang �berrascht, dass Carabali nicht ihren Kampfanzug trug. <emphasis>Aber das geht ja auch gar nicht. Ihre Verantwortung liegt darin, alle Teams zu befehligen, die sich auf die Handelsschiffe begeben. Da kann sie nicht eines der Teams begleiten.</emphasis> �Ja, Colonel?�</p><p>�Captain Geary, ich wollte fragen, ob Sie noch irgendwelche Anweisungen f�r meine Marines haben, bevor die Shuttles ablegen.�</p><p>�Nicht dass ich w�sste, Colonel. Nach meiner Erfahrung kennen sich Marines mit ihrer Arbeit besser aus als ich. Es er�brigt sich wohl zu sagen, dass ich den Syndiks nicht �ber den Weg traue.�</p><p>Carabali grinste. �Meine Leute gehen in voller Kampfmontur r�ber. Selbst wenn es auf den Handelsschiffen von Syndik-Truppen wimmeln sollte, werden sich meine Marines den Weg nach drau�en freik�mpfen k�nnen.�</p><p>�Wenn es dazu kommen sollte, Colonel, dann versichere ich Ihnen, dass meine Kriegsschiffe keines dieser Handelsschiffe �berleben lassen werden. Ich will nur hoffen, es kommt gar nicht erst dazu. Mir sind die Vorr�te lieber, die sie transportieren.�</p><p>�Verstanden, Sir.� Carabali schaute zur Seite. �Zehn Minuten bis zum Start der Shuttles. Ich werde Sie �ber die Entwicklungen auf dem Laufenden halten.�</p><p>�Vielen Dank.� Geary entspannte sich wieder, da Carabalis k�hle, zuversichtliche Art ihm Mut machte. <emphasis>Ist schon verdammt gut, die Marines im R�cken zu haben.</emphasis> Er schaute auf das Flottendisplay und �berlegte, welche Kriegsschiffe in der besten Position waren, um notfalls die Syndik-Handelsschiffe anzugreifen. Sieht aus, als w�ren wir auf alles vorbereitet. Die �berlegung weckte eine Erinnerung an seinen alten XO, der schon lange tot war, obwohl Geary das ganz anders empfand. Geary hatte zu ihm mal das Gleiche gesagt und daraufhin seinem XO einen besorgten Blick entlockt, zusammen mit dem Kommentar, dass er sich frage, was sie �bersehen haben k�nnten. <emphasis>Tja, Patros, du bist jetzt bei deinen Vorfahren sicher aufgehoben, w�hrend ich</emphasis> immer noch <emphasis>�berlege, was ich vielleicht �bersehen habe</emphasis>.</p><p>Geary verbrachte die n�chsten Minuten damit, gegen die d�stere Stimmung anzuk�mpfen, die sich seit dem Gedanken an seinen Kameraden auf ihn gelegt hatte. Patros hatte auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> nichts zu suchen, aber das Gleiche galt auch f�r Geary. <emphasis>Zwei Geister. Das sind Patros und ich. Was zum Teufel mache ich eigentlich, dass ich noch lebe und in einem Krieg mitk�mpfe, der eigentlich die Sache unserer Nachfahren ist?</emphasis></p><p>Schlie�lich war der Zeitpunkt f�r die Marines gekommen, um mit ihren Shuttles abzulegen, und gab Geary die Gelegenheit, sich auf etwas anderes konzentrieren zu k�nnen. Auf dem Display war zu sehen, wie jedes dieser Raumfahrzeuge sich in einer lang gestreck-ten Kurve dem jeweiligen Handelsschiff n�herte. Er sp�rte, wie er sich anspannte, als sich die kleinen, schnellen Shuttles auf die gro�en, plumpen Syndik-Schiffe zubewegten.</p><p>Der Anblick erinnerte an eine Salve aus Phantomen, die ihren Zielen entgegenflogen, bis die Shuttles drehten und abzubremsen begannen, anstatt zu beschleunigen und so wie Raketen beim Aufprall zu detonieren. Erst mit Versp�tung dachte der nach ersten Meldungen fiebernde Geary an die ihm zur Verf�gung stehende Video-wand und dr�ckte auf die entsprechenden Kontrollen, um sie anzeigen zu lassen. Zwanzig Bildschirme leuchteten nahe dem Display auf und erwachten zum Leben, indem sie das Bild anzeigten, das vom jeweiligen Geschwaderf�hrer gesendet wurde.</p><p>Diesmal gab es nichts anderes, um das er sich h�tte k�mmern k�nnen, also sah Geary fasziniert zu, wie die Marines an Bord der Handelsschiffe gingen, wie sie mit ihrer Durchsuchung begannen und in wichtigen Bereichen wie dem Maschinenraum und der Br�cke Posten aufstellten. Alles verlief reibungslos, die Syndiks leisteten keinen Widerstand und gaben sich steif und f�rmlich, aber nicht offen feindselig. Im Gegensatz zu der hohen Zahl an Besatzungsmitgliedern eines Kriegsschiffs, die n�tig waren, um den besonderen Anforderungen gerecht zu werden, die mit Gefechten und den damit verbundenen Sch�den einhergingen, belief sich die Crew eines Handelsschiffs auf gut ein Dutzend Leute. F�r die Marines war es daher kein Problem, sie jeweils alle im Auge zu behalten.</p><p>Geary kannte das Innere von Syndik-Handelsschiffen aus der Zeit vor dem Krieg, als seiner Crew die Aufgabe zufiel, Schiffe zu durchsuchen, die auf dem Weg durch Allianz-Territorium waren. Beim Blick auf die Monitore erkannte er das eine oder andere wieder, was ihn vor die Frage stellte, ob die Schiffe wohl so alt waren oder ob man seit damals das Design praktisch nicht mehr ver�ndert hatte. In einem System, das wegen des Hypernets auf der Strecke geblieben war, konnte beides m�glich sein.</p><p>Einer nach dem anderen meldeten sich die Staffelf�hrer und er-kl�rten, das von ihnen auf den Kopf gestellte Schiff sei nach bestem Wissen und Gewissen frei von Waffen, sodass man wie geplant zum Rendezvouspunkt weiterfliegen k�nne. Es entging Geary nicht, dass die Marines dabei in ihrer Wachsamkeit jedoch kein bisschen nachlie�en. Wieder �berkam ihn eine Art Mitgef�hl, da er sich fragte, wie sich wohl die Besatzungen der Handelsschiffe f�hlen mochten, die mit schwer bewaffneten Marines konfrontiert und auf ihren eigenen Schiffen von Wildfremden genauestens beobachtet wurden.</p><p><emphasis>Solange sie keine Dummheiten machen, wird ihnen nichts geschehen. Das sollten sie eigentlich wissen, nachdem sie mitbekommen haben, wie wir mit den Gefangenen auf der Basis verfahren sind. Es sollte sie von allen Dummheiten abhalten.</emphasis></p><p>Die Handelsschiffe krochen n�her und n�her an die Allianz-Flotte heran, und Geary beobachtete weiter die Bilder, die von den Marines �bertragen wurden, w�hrend auf dem anderen Display die zwanzig Schiffe zu sehen waren, die fast gem�chlich auf den Rendezvouspunkt mit der Allianz zusteuerten.</p><p>Alles schien in bester Ordnung zu sein. Absolut alles. <emphasis>Was �bersehe ich blo�?</emphasis> Geary ging jeden Aspekt durch, aber ihm wollte nichts in den Sinn kommen. <emphasis>Vielleicht haben wir dieses eine Mal an wirklich alles gedacht.</emphasis></p><p>�Captain Geary, hier ist Colonel Carabali.�</p><p>Ein neues Fenster hatte sich ge�ffnet, das Carabalis Gesicht zeigte.</p><p>Sie machte keinen gl�cklichen Eindruck. �Sir, es gibt da etwas, das mir gar nicht gef�llt.�</p><p><emphasis>Aber vielleicht haben wir ja doch etwas �bersehen.</emphasis> Geary sah zu Captain Desjani und machte sie auf sich aufmerksam. �Dem Colonel ge-f�llt etwas nicht.�</p><p>Desjani stutzte und schaltete sich in die Unterhaltung ein.</p><p>�Reden Sie weiter, Colonel�, wies Geary sie an.</p><p>Carabali zeigte auf etwas, das Geary nicht sehen konnte. �Verfolgen Sie die Videobilder von den Syndik-Schiffen mit, Sir?�</p><p>�Ja.�</p><p>�Kommt Ihnen an den Besatzungen etwas eigenartig vor, Sir? Aus Ihrer Sicht als Flottenoffizier?�</p><p>Auch Geary wurde nun stutzig und sah sich die Bilder genauer an.</p><p>Tats�chlich war da etwas eigenartig, nachdem Carabali ihn darauf aufmerksam gemacht hatte. �Sollen sich die Senioroffiziere alle auf ihrer jeweiligen Br�cke aufhalten?�</p><p>�Ja, und das tun sie auch, Sir.�</p><p>Desjani gab einen Laut von sich. �Die Syndiks haben ziemlich junge Senioroffiziere, nicht wahr?�</p><p>Carabali nickte. �Ja, genau. Ich vermute, die Syndiks haben ihre Schiffe mit Freiwilligen bemannt, aber soweit ich das auf den Kame-rabildern erkennen kann, gibt es dort keinen Mann und keine Frau �lter als Ende zwanzig.�</p><p>�Interessanter Haufen an Freiwilligen�, stellte Geary fest. �Ich kenne kaum einen Captain, der sein Handelsschiff Fremden �berlassen w�rde, nicht mal f�r einen solchen Auftrag.�</p><p>�Ich habe meine Marines befragt, und sie melden mir, dass viele der sogenannten Crewmitglieder mit den Schiffen kaum vertraut sind. Sie meinen, es h�nge damit zusammen, dass man die Freiwilligen aus dem Pool an verf�gbaren Matrosen heraus den Schiffen zugeteilt hatte. Doch ich bin mir nicht so sicher, ob das wirklich der Grund ist.�</p><empty-line/><p>Geary dachte �ber ihre Worte nach und kam zu dem Schluss, dass es ihm gar nicht gefiel. Handelsschiffe waren f�r gew�hnlich mit �lteren Offizieren bemannt, die ihren Beruf erlernt, sich viele Jahre lang hochgearbeitet hatten und entsprechende Erfahrung besa�en.</p><p>Es war eine ganz andere Art von Professionalit�t als bei Flottenoffizieren, aber auf ihre Weise genauso intensiv. Wieder sah er sich die angeblichen Besatzungsmitglieder an. �Jung sind sie, und k�rperlich sehr fit, nicht wahr?�</p><p>�Sehen Sie sich die Augen an, Sir. Achten Sie darauf, wie sie auftreten�, beharrte Carabali.</p><p>�Verdammt!� Geary und Desjani tauschten einen kurzen Blick aus.</p><p>�Das sind keine Handelsmatrosen. Die sehen aus wie Soldaten.�</p><p>�Ich w�rde meine Karriere darauf verwetten, dass es sich bei ihnen um Milit�rs handelt�, stimmte Carabali ihm zu. �Aber nicht irgendwelche Milit�rs. Diese Leute versuchen sich wie Zivilisten zu verhalten, dabei wissen sie schon gar nicht mehr, wie man sich entsprechend locker geben muss. Daf�r sind sie viel zu sehr gedrillt.</p><p>Auf mich wirken sie wie Leute, denen man bei Sto�truppen begegnet.�</p><p>�Sto�truppen�, wiederholte Geary bed�chtig. �Die Art von Truppen, die man bei verzweifelten Missionen einsetzt.�</p><p>�Oder bei Himmelfahrtskommandos. Jawohl, Sir.�</p><p>Desjani wirkte bereit, einen Massenmord zu befehligen, und diesmal konnte Geary es ihr nicht ver�beln. �Also gut, Colonel. Was glauben Sie, was die planen? Einen Angriff?�</p><p>Carabali biss sich auf die Unterlippe. �Keinen konventionellen Angriff. Daf�r sind sie zu wenige, und sie tragen keine schusssichere Kleidung. Sie k�nnen auch keine Waffen griffbereit haben, weil wir nichts Entsprechendes gefunden haben.</p><p>W�rden sie von unseren Matrosen bewacht, dann best�nde die Chance, dass die sie �berw�ltigen k�nnten, aber nicht meine Marines, die in voller Montur dastehen.�</p><p>�Das habe ich auch �berlegt. Aber was dann? Wir haben doch die Best�tigung, dass sich keine Waffen auf den Schiffen befinden.�</p><p>Desjani drehte den Kopf zur Seite, als habe sie einen Geistesblitz gehabt, dann schaute sie Geary an und sagte leise, jedoch eindringlich: �Die haben eine Waffe, Sir. Ihren Antrieb.�</p><p>Geary zwinkerte und versuchte, diese Information zu verarbeiten, w�hrend er gleichzeitig sah, wie Carabali bei diesen Worten blass wurde. �Ihr Antrieb. Sie meinen, die werden ihn �berladen, wenn sie nah genug an unseren Schiffen sind?�</p><p>�Captain Desjani hat recht, Sir�, erkl�rte Carabali und nickte mit Nachdruck. �Da bin ich mir sicher. Sehen Sie sich die Augen dieser Syndiks an, Sir. Die sind auf einem Selbstmordkommando unterwegs.�</p><p>�Ganz meine Meinung�, lie� Desjani die anderen wissen. �Wir sind uns also einig, dass das keine Besatzungsmitglieder eines Handelsschiffs sind, sondern Kampftruppen, die nur eine einzige Waffe zur Verf�gung haben.�</p><p><emphasis>Verdammt!</emphasis> Geary k�mpfte gegen den Wunsch an, laut und ausgie-big zu fluchen. �Das sehe ich auch so. Aber wie k�nnen die ihren Antrieb �berladen, wenn die Marines ihnen auf die Finger schauen?�</p><p>Wieder meldete sich Desjani zu Wort. �Sie m�ssten eine Art Fern-bedienung vorbereitet haben.� Carabali nickte. �Die kann �berall versteckt sein und nach allem M�glichen aussehen.� Wieder ein Nicken.</p><p>�Sollten wir die Besatzungen von den Schiffen holen?�</p><p>Diesmal sch�ttelte Carabali den Kopf. �Wenn wir versuchen, die von ihren Schiffen zu holen, werden sie vermutlich die �berladung sofort ausl�sen. Ihre gro�en Schiffe werden wohl sicher genug sein, Sir, aber wir w�rden jeden Marine und alle Shuttles verlieren.�</p><p>�Und wenn wir sie t�ten?�, schlug Desjani ruhig vor.</p><p>Geary dachte �ber ihren Vorschlag nach, dann gr�belte er, welche Absicht die Syndiks verfolgten. �Ja. Wie sieht es damit aus?�</p><p>�Riskant, Sir�, meinte Carabali und verzog das Gesicht. �Es k�nnte uns gelingen, sie alle schnell genug niederzustrecken, aber wenn sie mit dem Ausl�ser eines Totmannschalters verbunden sind, dann war�s das ebenfalls f�r meine Marines.�</p><p>�Totmannschalter? Die sieht man doch, und��</p><empty-line/><p>Er h�rte auf zu reden, als Carabali einmal mehr den Kopf sch�ttelte. �Nein, Sir�, erkl�rte sie. �Die Schalter k�nnen implantiert und mit dem Nervensystem oder dem Herz verbunden sein. Wenn die Syndiks erschossen werden und das Herz versagt oder sich das Nervensystem abschaltet, dann k�nnte das die �berladung ausl�sen.�</p><p>�Verstehe.� <emphasis>Das ist ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu dem, was es zu meiner Zeit gab, aber als eine Verbesserung w�rde ich es dennoch nicht bezeichnen.</emphasis></p><p>Carabalis Miene hellte sich auf. �Aber ich w�sste da noch was anderes. Meine Marines sind mit allem Notwendigen ausger�stet, um einen Aufruhr niederzuschlagen. Wir sind davon ausgegangen, dass wir es mit Zivilisten zu tun haben.�</p><p>�Und?�, hakte er nach.</p><p>�Unter anderem tragen sie CRX-Gasflaschen bei sich. Das Gas soll Unruhen unterdr�cken, aber nicht Aufst�ndische auseinandertrei-ben, darum ist es geruchlos und farblos. Es gen�gt schon, eine winzige Menge einzuatmen, um sofort bewusstlos zusammenzubre-chen.�</p><p>�Sie schlagen also vor, dass wir sie au�er Gefecht setzen.�</p><p>�Jawohl, Sir. Die werden bewusstlos sein, bevor sie �berhaupt wissen, wie ihnen geschieht.�</p><p>�Und Sie sind sich sicher, das CRX ruft keine K�rperreaktion hervor, die diesen Totmannschalter ausl�sen k�nnte?�</p><p>�Ziemlich sicher. Ich kann mich bei meinem medizinischen Personal r�ckversichern.�</p><p>�Dann machen Sie das bitte.� Geary wartete ab und gab sich M�he, sich seine Ungeduld nicht anmerken zu lassen, w�hrend die Sekunden verstrichen, bis Carabali sich ihm wieder zuwandte.</p><p>�Das medizinische Personal sagt, dass der Einsatz von CRX unbedenklich ist.�</p><p>�Dass der Einsatz unbedenklich <emphasis>ist</emphasis> oder dass er <emphasis>wahrscheinlich</emphasis> unbedenklich ist?�, hakte Geary nach.</p><p>Carabali grinste. �Ich habe die Leute gefragt, ob sie ihr Leben auf diese Aussage verwetten w�rden, und keiner von ihnen hat auch nur eine Sekunde gez�gert.�</p><empty-line/><p>�Sind ja auch Marines�, meinte Desjani ironisch.</p><p>�Nicht die Mediziner�, machte Carabali ihr deutlich. �Die sind von der Flotte den Marines zugeteilt worden, und obwohl sie so eng mit uns arbeiten, dass ein bisschen von uns auf sie abf�rbt, teilen sie nicht die Denkweise der Marines.�</p><p>Diese kurze Unterhaltung am�sierte Geary. �Also gut. Wir wissen jetzt, dass das medizinische Personal anders als ein typischer Marine nicht so versessen darauf ist, in Erf�llung seines Dienstes zu sterben.</p><p>Folglich d�rfen wir davon ausgehen, dass wir diese Besatzungen au�er Gefecht setzen k�nnen.�</p><p>�Deshalb ist die Gefahr aber noch lange nicht gebannt�, warnte Desjani. �Diese Handelsschiffe k�nnten auf ein Dutzend Arten pr�pariert worden sein, damit der Antrieb automatisch �berladen wird, sobald sie unseren gro�en Schiffen nahe genug sind. Eine Hand voll N�herungssensoren an der Au�enh�lle gen�gt daf�r schon, und wir haben keine Garantie, dass wir die alle rechtzeitig finden.� Desjani lie� eine kurze Pause folgen. �Handelsschiffe sind nicht so mit Ausr�stung vollgestopft wie Kriegsschiffe, sie verf�gen dennoch �ber eine Reihe verschiedener Systeme, sodass sich nicht sagen l�sst, was vielleicht noch alles pr�pariert wurde, um den Antrieb hochgehen zu lassen.�</p><p><emphasis>Zum Beispiel, wenn wir den Kurs oder die Geschwindigkeit dieser Schiffe �ndern, ohne dass die Syndik-Crew die Eingaben best�tigt. Ich habe zwanzig fliegende Bomben am Hals, die auf dem Weg zu einem Rendezvous mit den verwundbarsten und wertvollsten Schiffen dieser Flotte sind.</emphasis> Geary zerbrach sich den Kopf. �Okay, angenommen, wir setzen dieses CRX ein. Dann haben wir es mit zwanzig Schiffen zu tun, die wir nicht zu nahe an unsere Flotte heranlassen d�rfen, und wir haben auf jedem Schiff gut ein Dutzend bewusstloser Syndiks.� Er wusste, Desjani beobachtete ihn und wartete auf seine Entscheidung, wobei sie sich zugleich fragte, wie er die mit seiner Sorge um m�gliche Gefangene in Einklang bringen konnte. Immerhin war es sein gutes Recht, mit allen Mitteln gegen Leute vorzugehen, die einen solchen Selbstmordanschlag auf die Flotte planten. <emphasis>Aber das bedeutet nicht, dass ich auch zu Mitteln greifen muss, die mir nicht behagen. Was ich allerdings m�chte, ist den Leuten das Leben schwer zu machen, die das hier geplant und die die Sto�truppen auf eine Selbstmordmission geschickt haben, w�hrend sie selbst auf ihrer bewohnten Welt sicher und gl�cklich dasitzen.</emphasis> �Wie viel Zeit steht uns zur Verf�gung?�</p><p>Carabali sah zu Desjani, die hastig etwas eintippte. Auf Gearys Display bildeten sich gro�e Sph�ren rings um die Syndik-Handelsschiffe. �Das ist der gesch�tzte Schadensradius, wenn der Antrieb eines der Handelsschiffe gesprengt wird. Sie sehen, dass der Radius bei jedem Schiff an einer Seite etwas ausgepr�gter ist. Das h�ngt mit dem Vektor der Flugbahn zusammen. Wenn sich unsere Schiffe von diesen Radien fernhalten, sollten ihre Schilde in der Lage sein, alle Tr�mmerteile abzuhalten, die auf sie geschleudert werden.�</p><p>Geary betrachtete aufmerksam, wie viel Zeit und Abstand noch verblieben, bevor sie den Hilfsschiffen zu nahe kamen. Viel Zeit blieb ihnen nicht mehr, aber hoffentlich w�rde sie noch ausreichen.</p><p>�Okay, Colonel. Wir machen Folgendes.�</p><p>Zwanzig Minuten sp�ter sah Geary auf der Monitorwand mit an, wie der letzte bewusstlose Syndik unfeierlich in einer Rettungskapsel abgeladen wurde. Da keiner von ihnen auf einem Sitz sa� und angegurtet war, w�rden sie beim Start der Kapsel ziemlich durchgesch�ttelt werden. <emphasis>Aber sie hatten geplant, sich mit dem Schiff in die Luft zu sprengen. Da werden ein paar Prellungen und Knochenbr�che kein Grund sein, um sich zu beklagen.</emphasis></p><p>Die Schleusen der Kapseln wurden als Vorsichtsma�nahme gegen eine Sprengfalle offen gelassen, und die Marines eilten zu ihren Shuttles zur�ck, wo sie mit ihren Kameraden zusammentrafen. Die kamen von der Br�cke des jeweiligen Schiffs, wo sie die Autopiloten neu programmiert hatten.</p><p>Geary atmete erleichtert aus, als die Shuttles sich von den Handelsschiffen entfernten, obwohl ihm gar nicht bewusst gewesen war, dass er so gebannt den Atem angehalten hatte. Er �berpr�fte die noch verbleibende Zeit und w�nschte, die Shuttles k�nnten sich schneller von der Stelle bewegen, damit sie den Schadensradius verlie�en, bevor die an die Marines geschickten Instruktionen griffen.</p><p>�Drei�ig Sekunden�, lie� Desjani �berfl�ssigerweise verlauten.</p><p>Geary nickte nur. Sein Blick wanderte zwischen den Shuttles der Marines, den Schadensradien der Handelsschiffe und den Hilfsschiffen der Allianz-Flotte hin und her, die immer weiter auf den Rendezvouspunkt zusteuerten.</p><p>�Jetzt.�</p><p>Abermals hielt er den Atem an und wartete gebannt darauf, ob es zur Selbstzerst�rung der Syndik-Schiffe kommen w�rde, nachdem sich nun die Schleusen der Rettungskapseln geschlossen hatten. Die Shuttles sollten inzwischen weit genug entfernt sein und sich in Sicherheit befinden, falls sie mit ihren Sch�tzungen richtig lagen. <emphasis>Aber �Sch�tzungen� kann auch bedeuten, dass sie falsch liegen.</emphasis></p><p>�Die Kapseln sollten jetzt starten�, verk�ndete Desjani.</p><p>�Da.� Geary zeigte auf sein Display, auf dem die Systeme der <emphasis>Dauntless</emphasis> die Flugbahn der Rettungskapseln nachvollzogen, die soeben von den Handelsschiffen ausgesto�en worden waren. Sekundenlang hing die Frage im Raum, ob denn vielleicht der Start dieser Kapseln die �berladung ausl�sen w�rde, aber auch jetzt flogen die Schiffe weiter auf den Treffpunkt mit der Allianz-Flotte zu, und das mit einer Beharrlichkeit, die an den Nerven zehrte. �Wollen wir doch mal sehen, was passiert, wenn wir ihren Kurs �ndern.�</p><p>Einen Augenblick sp�ter befahlen die von den Marines �berspiel-ten neuen Befehle den Steuersystemen, sich zu aktivieren und die Schiffe in eine andere Richtung zu schicken. Die gro�en, tr�gen Schiffe, die mit all den von der Allianz geforderten Vorr�ten beladen waren, drehten gem�chlich bei, bis der Bug von der Flotte wegzeig-te. �Eine Sache fehlt jetzt noch�, merkte Desjani an.</p><p>Der Hauptantrieb der Syndik-Schiffe flammte auf und stemmte sich gegen deren Masse und den Schwung der Vorw�rtsbewegung, um sie eine andere Flugbahn einschlagen zu lassen. Geary versuchte, die Wirkung des Antriebs einzusch�tzen, w�hrend die Schiffe sich immer noch der Flotte ann�herten. �Sollten die <emphasis>Titan</emphasis> und die <emphasis>Jinn</emphasis> ihre Position ver�ndern, um sicherzustellen, dass diese Dinger ihnen nicht zu nahe kommen k�nnen?�</p><empty-line/><p>Desjani sch�rzte die Lippen, achtete auf die relative Bewegung der Schiffe, dann sch�ttelte sie den Kopf. �Wir sollten jeden Augenblick sehen k�nnen, wie sich der Abstand vergr��ert. Falls nicht irgendetwas daf�r sorgt, dass der Hauptantrieb abgeschaltet wird, d�rften diese Schiffe gleich keine Bedrohung mehr f�r uns darstellen.�</p><p>Der Antrieb keines der Schiffe schaltete sich ab, sondern arbeitete mit aller Kraft daran, es auf einen anderen Kurs zu bringen. Ganz allm�hlich ver�nderte sich dann auch der Kurs der schwerf�lligen Raumfahrzeuge, und schlie�lich war auf dem Display zu erkennen, wie sich der Abstand vergr��erte und die Schiffe beschleunigten, um mit h�chstm�glicher Geschwindigkeit dem neuen Kurs zu folgen.</p><p>�Wohin fliegen die?�, wollte Colonel Carabali wissen.</p><p>Geary l�chelte fl�chtig. �Nach Hause.�</p><p>Carabali runzelte ratlos die Stirn.</p><p>�Wirklich, Colonel�, versicherte er ihr. �Wir geben den Syndiks ihre Schiffe zur�ck, allerdings werden sie die Geste nicht zu sch�tzen wissen. Wir mussten mit diesen zwanzig Schiffen irgendwas anfangen, und wir wollten die Leute, die uns dieses Selbstmordkommando auf den Hals gehetzt hatten, daf�r bezahlen lassen. Im Orbit um diese bewohnte Welt kreisen zwei milit�rische Einrichtungen.</p><p>Ihre Marines haben den Schiffen den Befehl gegeben, mit maximaler Beschleunigung den Punkt anzusteuern, an dem sich diese Einrichtungen befinden werden, wenn die Schiffe dort eintreffen. Zehn von ihnen steuern auf die eine Einrichtung zu, die restlichen zehn auf die andere.�</p><p>Das Stirnrunzeln des Colonels machte einem breiten Grinsen Platz. �Zehn Handelsschiffe, randvoll mit Fracht, rasen auf ein Ziel in einem geostation�ren Orbit zu? Es d�rfte den Syndiks einige M�he bereiten, die alle aufzuhalten.�</p><p>�Die werden nicht alle aufhalten k�nnen, Colonel�, versicherte Geary ihr und deutete auf das Display mit den schwerf�lligen Handelsschiffen. �Unter normalen Bedingungen w�ren sie so langsam, dass sich niemand Sorgen machen m�sste und man sie in aller Ruhe abschie�en k�nnte. Aber diese Schiffe werden nicht langsamer, wenn sie sich dem Orbit n�hern, sondern beschleunigen weiter, so gut sie das k�nnen.�</p><p>�Au�erdem�, f�gte Desjani gleicherma�en am�siert hinzu, �wird jeder Treffer sehr viel Masse ablenken m�ssen. Selbst wenn es ihnen gelingen sollte, die Schiffe in St�cke zu schie�en, m�ssen sie sich mit der Fracht und den Tr�mmern besch�ftigen, die ihnen entgegenflie-gen.�</p><p>�Schlie�lich�, erg�nzte ein bestens gelaunter Geary, �m�ssen wir unseren Bestand an Langstreckenwaffen schonen. Wenn die Syndiks nicht Wort halten wollen und uns dabei auch noch etwas in die H�nde spielen, das wir benutzen k�nnen, um ihren Wortbruch zu bestrafen, dann m�ssen sie mit den Konsequenzen leben.� Er sah auf das Display. �Wir sind etwas mehr als zweiunddrei�ig Minuten von der bewohnten Welt entfernt, also wird es eine halbe Stunde dauern, bis sie erkennen werden, dass ihr Selbstmordattentat nicht wie geplant verlaufen ist. Sie werden mindestens zehn Minuten be-n�tigen, um ihre Handelsschiffe ausfindig zu machen und festzustellen, wohin die unterwegs sind. Ich werde also noch eine halbe Stunde warten und erst dann eine Mitteilung senden, damit sie nicht vorgewarnt werden.�</p><p>�Eine Nachricht, die in einer Stunde bei ihnen ankommt. Bis die Schiffe ihre Ziele erreichen, vergeht viel mehr Zeit, also werden sie Gelegenheit haben, die Orbitalstationen zu evakuieren�, seufzte Desjani.</p><p>�Das l�sst sich nicht �ndern�, gab Geary mit einem Schulterzucken zur�ck. �Die werden keine Probleme haben, die Schiffe zu entdecken, lange bevor die die Stationen erreichen. Au�erdem h�tten die rangh�chsten Offiziere ohnehin als Erste die Flucht ergriffen. Aber die werden auch so nicht ungeschoren davonkommen. Die werden ihren Vorgesetzten ganz bestimmt erkl�ren m�ssen, wie sie es geschafft haben, alle milit�rischen Einrichtungen im System zu verlieren und fast alle Handelsschiffe zu zerst�ren, ohne dass sie uns irgendwelche Verluste beibringen oder unser Vorankommen behin-dern konnten.�</p><p>Carabalis L�cheln nahm einen d�steren Zug an. �Vielleicht werden sie ihre Sitzungss�le gegen einen Platz in einem Arbeitslager eintauschen m�ssen.�</p><p>�K�nnte sein�, stimmte Geary ihr zu. �W�re das nicht eine Schande?�</p><p>Als die halbe Stunde verstrichen war, setzte sich Geary in seinem Sessel gerade hin und achtete darauf, dass seine Uniform ordentlich, aber nicht zu penibel sa�. Schlie�lich wollte er nicht wie einer von diesen geschniegelten B�rokraten r�berkommen, die auf den Syndikatwelten das Sagen hatten. �Beginn der �bertragung. An die Bewohner des Corvus-Systems�, erkl�rte er im besten Kommandoton, der etwas tiefer und lauter war als sein normaler Tonfall. �Hier spricht Captain John Geary, Befehlshaber der Allianz-Flotte.� Er hielt einen Moment lang inne, um die Worte bez�glich seiner Identit�t wirken zu lassen. Wenn die Allianz in Black Jack Geary den Erl�ser sah, dann mussten die Syndiks ihn f�r so etwas wie den b�sen schwarzen Mann halten, zumindest jedoch sollte er f�r sie eine Bedrohung sein, die von einer Aura des �bernat�rlichen umgeben war. Der Gedanke bereitete ihm zwar Unbehagen, aber er w�rde nicht auf einen Trumpf verzichten, der die Chancen der Flotte auf eine Heimkehr verbessern konnte.</p><p>�Ich m�chte Sie �ber zwei Dinge in Kenntnis setzen. Erstens haben sich die von Ihnen geschickten Handelsschiffe entgegen unserer Ab-machung als Fallen erwiesen. Wir haben mit den F�hrern Ihrer Welt in gutem Glauben verhandelt, aber sie haben ihr Wort gebrochen, und als Folge davon sind diese Schiffe verwirkt. In diesem Augenblick kehren sie zu denjenigen zur�ck, die sie geschickt haben, und dienen als Werkzeug meiner Rache an ihnen. Ich m�chte allerdings betonen, dass wir an Ihnen keine Vergeltung ver�ben werden, auch wenn es Ihre F�hrer waren, die uns hintergangen haben.</p><p>Zweitens sollen Sie wissen, dass die Besatzungen dieser Handelsschiffe unversehrt in den Rettungskapseln ausgesetzt wurden und sich auf dem Weg zur�ck zu Ihrer Welt befinden. Diese Kapseln wurden von uns weder sabotiert noch mit Sprengfallen versehen.</p><p>Wir haben aus ihnen keine Waffen gemacht, an Bord befinden sich ausschlie�lich die Besatzungsmitglieder.</p><empty-line/><p>Wir h�tten die Besatzungen dieser Schiffe t�ten k�nnen, da sie einen Hinterhalt planten und sich dabei als Zivilisten tarnten, womit sie sich dem Schutz des Kriegsrechts entzogen haben. Wir h�tten einen Vergeltungsschlag gegen Ihre Welt f�hren k�nnen, denn diese Flotte besitzt die Schlagkraft, um in diesem System alles Leben restlos auszul�schen. Aber wir haben es nicht gemacht, weil f�r die Allianz das Leben der B�rger im Corvus-System etwas z�hlt, ganz im Gegensatz zur kurzsichtigen Denkweise Ihrer F�hrer. Vergessen Sie nicht, wer Ihr Leben verschont hat.�</p><p>Nach einer kurzen Pause f�gte Geary an: �Auf die Ehre unserer Vorfahren.� Als er diese Formel zitierte, die bereits zu seiner Zeit altmodisch gewirkt hatte, fragte er sich unwillk�rlich, ob sie inzwischen nicht sogar v�llig �berholt war. �Ich bin Captain John Geary, befehlshabender Offizier der Allianz-Flotte. Ende der �bertragung.�</p><p>Er entspannte sich und bemerkte dabei, dass ein fl�chtiges L�cheln Captain Desjanis Lippen umspielte. �Das sollte den Syndiks Stoff zum Nachdenken geben, bis die Handelsschiffe ihre Ziele rammen.</p><p>Vor allem die Tatsache, dass Sie Ihre Botschaft auf die alte, f�rmliche Art beendet haben.�</p><p>�Dann verwendet die niemand mehr?�</p><p>�Ich kenne sie nur aus historischen Dokumenten.� Desjani nickte und l�chelte weiter. �Ja, das sind diese Kleinigkeiten, die den Syndiks das Leben zur H�lle machen, weil es beweist, dass Black Jack Geary zur�ckgekehrt ist.�</p><p>Geary nickte ebenfalls, behielt seine Antwort aber f�r sich. <emphasis>Ja, gro�artig. Ich wollte auch schon immer ein Schreckgespenst f�r ganze V�lker sein.</emphasis></p><p><emphasis>Aber man muss mit den Waffen k�mpfen, die einem gegeben wurden.</emphasis></p></section><section><title><p>Sieben</p></title><p>Gut neun Stunden sp�ter stellte Geary sicher, dass er sich auf der Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> befand, um mit anzusehen, wie die Handelsschiffe der Syndiks �heimkehrten�.</p><p>�Ein paar Schiffe konnten sie mit wirklich schweren Gesch�tzen in Sternenstaub verwandeln�, lie� Desjani ihn wissen. �Zu schade, dass Sie das verpasst haben, aber die Aufnahmen sind im taktischen Archiv gespeichert, falls Sie sie sehen wollen.�</p><p>�Mit welcher Art von Raketen kann man denn solchen Schaden anrichten?�, wunderte sich Geary.</p><p>�Meine Waffentechniker sagen, es m�sse sich um Waffen handeln, mit denen man eigentlich Planeten bombardiert. Ein Kriegsschiff kann man damit nicht treffen, aber die Handelsschiffe waren auf einem festen Kurs unterwegs und konnten nicht ausweichen.�</p><p><emphasis>Waffen, mit denen man Planeten bombardiert? Was wollen die Syndiks mit derartigen Waffen in einem nutzlosen System wie Corvus? Die m�ssen auf einer der beiden Orbitalanlagen untergebracht gewesen sein, da es in diesem System keine gro�en Kriegsschiffe gibt. Und sie m�ssen aus einem ganz bestimmten Grund hier platziert worden sein.</emphasis> Geary rieb sich das Kinn und gab vor, sich einen �berblick �ber die Positionen der Schiffe innerhalb der Flotte zu verschaffen, doch in Wahrheit gr�belte er �ber das R�tsel. <emphasis>Sie h�tten die Waffen nur gegen einen der Planeten in diesem System richten k�nnen. Aber warum sollten sie� oh. Komm, schon, Geary, du wei�t doch, wie die Syndiks die Kontrolle �ber alles wahren. Indem sie wirklich zu allen Mitteln greifen. Ich w�rde sagen, diese Waffen im Orbit dienten dazu, die Bev�lkerung auf dem Planeten davon abzuhalten, auf dumme Gedanken zu kommen und Befehle zu verweigern.</emphasis></p><p><emphasis>Ich habe die Syndik-F�hrung noch nie gemocht, aber jetzt wird sie mir sogar richtig unsympathisch.</emphasis> Er betrachtete das Bild der bewohnten Welt. Nicht gerade der ideale Ort f�r Menschen, um sich dort niederzulassen. <emphasis>Zu wenig Wasser und die Atmosph�re ist ein bisschen d�nn. Aber es gen�gt, um eine Bev�lkerung von passabler Gr��e am Leben zu erhalten. Ich bin nur froh, dass ich keinen Vergeltungsschlag gegen diese Leute angeordnet habe. Die haben schon genug Sorgen, was die Bedrohung durch ihre eigenen F�hrer angeht.</emphasis> �Irgendetwas Neues von den Rettungskapseln aus den Handelsschiffen?�</p><p>�Sie n�hern sich dem Planeten�, meldete Desjani und verzog den Mund, als h�tte sie auf etwas �belschmeckendes gebissen. �Die Or-bitalverteidigung der Syndiks hat ein paar von ihnen abgeschossen.�</p><p>�Verdammt.�</p><p>�Zweifellos gehen sie davon aus, dass unsere Behauptung, wir h�tten die Kapseln nicht als Waffen gegen sie gerichtet, eine L�ge ist. Lieber bringen sie ihre eigenen Leute um, anstatt zu riskieren, dass wir ihnen eine Falle stellen. Sie wissen, wie die sind.�</p><p>�Ja, ich wei�.� Geary sch�ttelte den Kopf. �Aber ich musste es versuchen.�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Die Syndik-Verteidigung war gezwungen, sich in erster Linie auf die Abwehr der Handelsschiffe zu konzentrieren. Daher k�nnen wir davon ausgehen, dass etwa die H�lfte von ihnen unversehrt landen wird.�</p><p>�Danke. Sobald sie gelandet sind, wird die Bev�lkerung herausfinden, dass wir die Wahrheit gesagt haben.�</p><p>�Vermutlich werden sie sich schuldig f�hlen, weil sie die Syndiks in den �brigen Kapseln get�tet haben�, erkl�rte Desjani, klang aber nicht allzu �berzeugt von ihren Worten.</p><p>�Vermutlich ja.� Geary beugte sich vor und betrachtete die Bilder, die auf dem Display vor seinem Platz angezeigt wurden. �Nicht mehr lange bis zur Kollision.�</p><p>�Richtig.� Nun h�rte Desjani sich erfreut an. �Orbitaleinrichtun-gen befinden sich immer auf dem Pr�sentierteller.�</p><p>Auch wenn es ihn missmutig stimmte, weil einige der Rettungskapseln zerst�rt und ihre Besatzungen get�tet worden waren, entlockte ihre Feststellung Geary beinahe ein L�cheln. Das Milit�r erbrachte ein ums andere Mal den Beweis, dass station�re Objekte im Orbit gegen mobile Angreifer keine Chance hatten, und doch lie�en Zivilregierungen nach wie vor orbitale Festungen bauen. �Das gibt der jeweiligen Planetenbev�lkerung ein Gef�hl von Sicherheit. Wenigstens hat man uns das erz�hlt, als ich mich das letzte Mal im Allianz-Gebiet aufhielt. Ich wei� nicht, ob das Argument heute immer noch das Gleiche ist.�</p><p>�Das ist es. Die Regierungen haben nach wie vor nichts dazuge-lernt. Vielleicht sollten wir ihnen von dem Vorgang hier ein Video schicken�, schlug Desjani ironisch vor.</p><p>Geary konzentrierte sich wieder auf das Display, wo eine stark vergr��erte Ansicht des Gebiets nahe der bewohnten Welt mit Sym-bolen �bers�t war, die die verschiedenen Objekte identifizierten. Allen Bem�hungen der Syndiks zum Trotz befanden sich noch immer etliche Handelsschiffe auf Kollisionskurs zu den beiden Orbitalein-richtungen. Er war in gewisser Weise besorgt, der Planet k�nnte un-gewollt getroffen werden, aber die Schiffe waren von dort zur Allianz-Flotte geschickt worden, und nun kehrten sie dorthin zur�ck.</p><p>Aus diesem Winkel kommend teilten sich die Schiffe tats�chlich auf, um Ziele auf jeder Seite des Planeten zu treffen. Keines von ihnen flog jedoch in einem spitzen Winkel auf die Welt zu, sodass sie von der Atmosph�re abprallen sollten.</p><p>Er sah auf die Uhrzeit und die Entfernung und musste sich vor Augen halten, dass diese Ereignisse sich bereits vor rund eineinhalb Stunden abgespielt hatten. Aber die Bilder wirkten so direkt und unmittelbar, da verga� man leicht, wie lange das Licht gebraucht hatte, um die Allianz-Flotte zu erreichen.</p><p>�Zehn Minuten bis zur Sichtung des ersten Einschlags�, meldete der Waffen-Wachhabende.</p><p>Kleine Lichtblitze zuckten nahe den hellsten Punkten auf, die die Handelsschiffe verk�rperten. Da dies das Einzige war, was Geary sehen konnte, w�hlte er eine der beiden Orbitalstationen aus und vergr��erte den Ausschnitt immer weiter, bis aus einem der Licht-punkte ein richtiges Abbild des Schiffs wurde. Einen Augenblick sp�ter wurde das Schiff gr��er und gr��er, und Geary �berpr�fte seine Kontrollen, ob er das Bild nicht noch immer heranzoomte.</p><p>Das war aber nicht der Fall. �Das Handelsschiff, das die Orbitaleinrichtung Alpha zum Ziel hatte, wurde zerst�rt�, verk�ndete der Waffen-Wachhabende. Das Schiff wurde st�ndig gr��er, weil die H�lle zerrissen worden war und sich alles, was eben noch Bestandteil des Schiffs oder Frachtgut gewesen war, nun in alle Richtungen auszubreiten begann. Sein Schwung trug das Wrack jedoch weiter auf das Ziel zu, obwohl der Antrieb l�ngst ausgefallen war.</p><p>Etwas in der Art von H�llenspeeren wurde von der Syndik-Basis abgefeuert und traf das Wrack, ohne es jedoch weit genug ablenken zu k�nnen. Noch w�hrend das Feuer der Syndiks auf die �berreste des ersten Schiffs zielte, erreichte das zweite mit noch h�herer Geschwindigkeit die Tr�mmer. Geary sp�rte, wie er die Kiefer zusam-menpresste, als er sah, wie der Beschuss auf das noch unversehrte Schiff gerichtet wurde, auch wenn ihm der Sinn dieser Aktion nicht deutlich war. Die Anlage war ganz offensichtlich dem Untergang geweiht. Er konnte nur hoffen, dass es sich um automatische Verteidigungsanlagen handelte und kein Personal zur�ckgelassen worden war, um bei dem sinnlosen Versuch, die Station zu retten, das Leben zu verlieren.</p><p>Minuten sp�ter rammte das zweite Schiff einen Teil der Syndik-Station und hinterlie� eine Spur der Verw�stung. W�hrend Tr�mmer in alle Richtungen geschleudert wurden, prallten die �berreste des schwer demolierten Schiffs von der Orbitalstation ab und flogen in eine andere Richtung weiter.</p><p>Gleich dahinter befand sich die Tr�mmerwolke des ersten Handelsschiffs, die als N�chstes auf die Orbitaleinrichtung niederpras-selte. Gegen seinen Willen von dem Schauspiel fasziniert, beobachtete Geary, wie die Basis sich unter dem Aufprall von Hunderten Tonnen extrem schneller Wrackteile zu verformen begann und allm�hlich zerbrach. Es war ein sonderbarer Anblick, wie die Station nach und nach in St�cke gerissen wurde. Das Bild ver�nderte sich, als die Sensoren der <emphasis>Dauntless</emphasis> die Bewegung der Station nachzuvollziehen begannen. Unter der Wucht der Treffer wurde die Basis aus ihrem Orbit geschoben und entfernte sich allm�hlich weiter von dem Planeten, den sie wer wei� wie lange besch�tzt und zugleich bedroht hatte. Das Bild verlor an Klarheit, als sich die Tr�mmer der Kollisionen in alle Richtungen verteilten und den Blick der Allianz-Flotte auf die Verw�stungen behinderte.</p><p>Geary fuhr die Vergr��erung so weit zur�ck, dass er ein gr��eres Gebiet �berblicken konnte. Dabei sah er mit an, wie die verbliebenen Handelsschiffe jene Punkte passierten, an denen sich zuvor noch ihre Ziele befunden hatten. Wie erwartet verlief der Kurs, auf dem die Schiffe auf den Planeten zuflogen, in einem zu spitzen Winkel, sodass sie keine Bedrohung darstellten. Eines der Schiffe tauchte in die oberste Atmosph�re ein und prallte ab, wobei die auf das Handelsschiff einwirkenden Kr�fte so enorm gro� waren, dass seine H�lle aufriss und das Wrack sowie die herausgeschleuderte Fracht ins All getragen wurden. Drei weitere Schiffe bohrten sich mit hoher Geschwindigkeit in die oberen Schichten der Atmosph�re und ver-ursachten wei�gl�hende L�cher im Himmel, als eine Explosion sie in Plasma verwandelte. Die schlackeartigen �berreste der Schiffe und ihrer Fracht wurden zur�ck ins All geschleudert, w�hrend die freigesetzte Hitze sie rot ergl�hen lie�.</p><p>�Das muss von der Planetenoberfl�che aus ein toller Anblick gewesen sein�, meinte Geary.</p><p>�Von der anderen Seite hat das noch viel faszinierender ausgesehen, Captain Geary�, lie� ihn Desjani wissen. �Die Seite des Planeten ist n�mlich in Dunkelheit getaucht. M�chten Sie die Aufnahme sehen?�</p><p>�Ja, gern.� Die Unterschiede lagen darin, dass die ersten drei �berlebenden Handelsschiffe ihr Ziel in verschiedenen Abst�nden ver-fehlten, aber das Ergebnis war das Gleiche, w�hrend das vierte Schiff einen direkten Treffer landete, einen tiefen Krater in die Syndik-Einrichtung riss und durch die Wucht des Aufpralls zweifellos s�mtliche Ausr�stung zerst�rte. Auf dieser Seite drangen nur zwei Schiffe in die Atmosph�re ein, von der sie dann abprallten, dennoch musste Geary Desjani zustimmen. Vor dem Hintergrund des dunklen Himmels waren die feurigen Spuren der toten Schiffe so grell, dass die optischen Systeme der <emphasis>Dauntless</emphasis> ihre Empfindlichkeit anpassen mussten, damit das Bild nicht einfach komplett wei� wurde.</p><empty-line/><p><emphasis>M�chte wissen, was unsere Verfolger von dem kleinen Schauspiel halten.</emphasis></p><p>Geary �berpr�fte deren Position. <emphasis>Sie werden es erst in zwei Stunden sehen, also dauert es noch mal mindestens acht Stunden, bis wir ihre Reaktion erleben werden. Allerdings werden sie sowieso nicht viel mehr unternehmen k�nnen, als uns Beleidigungen an den Kopf zu werfen.</emphasis></p><p>�Warum hat man uns blo� nicht noch mal zur Kapitulation aufgefordert?�, wunderte sich Desjani, als h�tte sie Gearys letzten Gedanken lesen k�nnen. �Die Syndik-Flotte hatte genug Zeit, uns noch einmal zur Aufgabe aufzufordern.�</p><p>�Gute Frage. Es w�rde schlie�lich nicht schaden, die Forderung zu wiederholen. Aber vielleicht wollen sie uns keine Gelegenheit mehr geben zu kapitulieren.�</p><p>Desjani l�chelte schief. �Bei allem Respekt, Sir, glaube ich, die Syndiks haben niemals ernsthaft die Absicht verfolgt, uns tats�chlich die M�glichkeit einer Kapitulation zuzugestehen. Ganz gleich, welche Bedingungen sie genannt und was wir davon akzeptiert h�tten, es w�re so oder so bedeutungslos gewesen.�</p><p>�Nach dem zu urteilen, wie sie mit Admiral Bloch und seinen Be-gleitern im Heimatsystem der Syndiks umgegangen sind, muss ich Ihnen in dem Punkt zustimmen.�</p><p>�Ich dachte auch an das, was sich in diesem System abgespielt hat.�</p><p>�Ein weiteres gutes Beispiel, Captain. Sie haben v�llig recht.� Geary kratzte sich hinter dem Ohr. �Aber wenn sie niemals vorhatten, sich an irgendwelche Kapitulationsbedingungen zu halten, was h�tten sie dann schon zu verlieren, wenn sie Angebote machen oder Forderungen stellen?�</p><p>Die Antwort auf diese Frage bekam er von Co-Pr�sidentin Rione.</p><p>�Sie wollen keine Schw�che erkennen lassen, indem sie Forderungen stellen, die sie nicht durchsetzen k�nnen.�</p><p>Geary schaute �ber die Schulter zu Rione, die sich auf den Beobachterplatz gesetzt hatte. �Es tut mir leid, Madam Co-Pr�sidentin, aber ich wusste nicht, dass Sie auf die Br�cke gekommen waren.�</p><p>�Ich kam her, als die Handelsschiffe den bewohnten Planeten erreichten, Captain Geary.� Ein d�sterer Ausdruck huschte �ber ihr Gesicht. �Wie ich h�rte, wurde gegen die von mir ausgehandelte Vereinbarung versto�en.�</p><p>�Das k�nnte man so sagen�, erwiderte Desjani tonlos.</p><p>�Aber es ist nicht Ihre Schuld�, erg�nzte Geary und warf Desjani einen Seitenblick zu.</p><p>�Dennoch m�chte ich mich entschuldigen.� Rione deutete mit einem Nicken auf die Displays vor den Pl�tzen von Geary und Desjani. �Wie ich bereits sagte, k�nnen die Befehlshaber der Syndikatwelten nicht weiter unsere Kapitulation verlangen. Es ist eine politische Frage und eine Frage des Images. Diese Flotte ist einer Falle entkommen, die ihr im Heimatsystem des Syndikats gestellt wurde, sie durchquert das Corvus-System, ohne sich von ihrem Weg abbringen zu lassen, und r�umt alle Hindernisse aus dem Weg. Es w�chst der Eindruck, dass die Befehlshaber des Syndikats uns nicht aufhalten k�nnen. Unter diesen Umst�nden m�ssen sie uns entweder vernichten oder uns zur Kapitulation zwingen, weil sie nur so ihre Macht unter Beweis stellen k�nnen.�</p><p>Geary rieb sich �ber die Wangen und dachte �ber Riones Worte nach. �Das klingt sehr plausibel.� Er sah zu Desjani, die widerstrebend nickte. �Es k�nnte noch einen anderen Grund geben. Ich m�chte wetten, der Befehlshaber der Verfolgerflotte wei�, dass bei Yuon ein gro�es Empfangskomitee auf uns wartet. Er geht davon aus, dass er uns in den R�cken fallen und uns erledigen kann, wenn wir Yuon erreichen und versuchen, uns den Weg freizuk�mpfen. Er will uns also keine M�glichkeit bieten, dass wir uns ergeben, weil er sich bereits als der gro�e Held von Yuon sieht.�</p><p>�Das ist ebenfalls durchaus denkbar�, stimmte Rione ihm zu.</p><p>Wieder betrachtete er das Display und ver�nderte die Darstellung so, dass fast das gesamte Sternensystem angezeigt wurde. Die Allianz-Flotte und die Verfolger waren auf winzige Punkte reduziert worden, die von einem Sprungpunkt zum n�chsten krochen. Die Schiffe der Allianz hatten das System inzwischen fast durchquert und waren noch einen Tag von ihrem Sprung in die erhoffte Sicherheit des Kaliban-Systems entfernt. <emphasis>Da f�llt mir ein, ich habe noch was zu erledigen.</emphasis> �Ich bin in meiner Kabine.�</p><empty-line/><p>Geary eilte an Rione vorbei, die das Misstrauen in ihrem Blick nur mit M�he �berspielen konnte. Nachdem er in seiner Kabine war, rief er die Liste mit den Namen auf, die ihm Captain Duellos gegeben hatte, und suchte nach einem neuen Commander f�r die <emphasis>Arrogant</emphasis>. Er hatte geschworen, dass Captain Vebos nicht l�nger dieses Schiff befehligen w�rde, wenn sie Corvus verlie�en, und das wollte er auch einhalten.</p><p>In der gesamten Flotte gab es mehr als genug Kandidaten f�r den Posten, aber Duellos hatte sich sogar die M�he gemacht, einzelne Namen hervorzuheben. Geary ging sie durch, verglich sie mit ihrer Dienstakte und seiner Erinnerung an sie � sofern er sich �berhaupt an sie erinnern konnte �, und dabei erkannte er, dass es sich um Frauen und M�nner handelte, die ihre Arbeit gut machten, die jedoch nicht zu den Verehrern von Black Jack Geary geh�rten.</p><p>Einer fiel ihm besonders ins Auge: Commander Hatherian, gegenw�rtig Waffenoffizier der <emphasis>Orion</emphasis>. Einer von Numos� Offizieren, was ihn in Gearys Augen sofort verd�chtig gemacht h�tte, denn aus seiner Erfahrung wusste er, dass sich M�nner wie Numos gern mit solche Untergebenen umgaben, die zumindest bereit waren so zu tun, als sei ihr Boss der strahlendste Stern am Firmament. Aber Duellos war der Ansicht, Hatherian sei es wert, in Erw�gung gezogen zu werden. Hatherians letzter Tauglichkeitsbericht von Numos war gut, jedoch nicht �berragend ausgefallen. Er war offensichtlich keiner von Numos� Lieblingen.</p><p><emphasis>Hmmm, Hatherian ist ein Commander, Vebos ebenfalls. Ich hatte �berlegt, was ich mit Vebos machen sollte.</emphasis></p><p>Geary verfasste mit gro�er Sorgfalt einige Nachrichten, machte sie versandfertig und kehrte auf die Br�cke zur�ck. Rione sa� noch auf ihrem Platz, aber sie und Desjani schienen sich gegenseitig zu ignorieren. �Ich schicke Befehle an die <emphasis>Arrogant</emphasis> und die <emphasis>Orion</emphasis>�, teilte er Desjani mit.</p><p>�Ja, Sir.� Es war nicht zu �bersehen, dass sie sich fragte, warum er sie das wissen lie�, dennoch las sie die Mitteilungen vor ihrem Versand und bem�hte sich, eine neutrale Miene zu wahren. �Rechnen Sie mit Schwierigkeiten bei der Ausf�hrung dieser Befehle?�</p><empty-line/><p>�Nicht vonseiten der <emphasis>Orion</emphasis>.� Wenn er Numos richtig einsch�tzte, dann hielt sich der Mann f�r eine F�hrungspers�nlichkeit, die auf ihre Untergebenen inspirierend wirkte. Selbst wenn Captain Numos keine allzu hohe Meinung von Commander Hatherian hatte, w�rde er wohl davon ausgehen, dass Hatherians Loyalit�t in erster Linie Numos galt, nicht Geary. Da Geary aber unter Leuten von Numos�Schlag gedient hatte, wusste er, das war oftmals nicht der Fall. Vielmehr wurde es mit gro�er Erleichterung zur Kenntnis genommen, einem solchen Vorgesetzten zu entrinnen, und die Loyalit�t ihm gegen�ber hielt sich in sehr engen Grenzen, sofern sie �berhaupt existierte.</p><p>Geary setzte sich auf seinen Platz und wartete.</p><p>Keine Stunde sp�ter verlie� ein Shuttle die <emphasis>Orion</emphasis> und flog in Richtung <emphasis>Arrogant</emphasis>. Desjani nahm einige Berechnungen vor. �Das Shuttle wird ungef�hr zwei Stunden bis zur <emphasis>Arrogant</emphasis> ben�tigen.�</p><p>�Ich bin bald zur�ck�, erkl�rte Geary, verlie� abermals die Br�cke und zwang sich, erneut die Messe aufzusuchen, um scheinbar eine weitere Mahlzeit zu genie�en und so zu tun, als sei die R�ckkehr ins Allianz-Territorium eine sichere Sache. Anschlie�end versuchte er vergeblich, sich eine Weile auszuruhen, ehe er auf die Br�cke zu-r�ckkehrte.</p><p>�Das Shuttle der <emphasis>Orion</emphasis> ist noch immer eine halbe Stunde von der <emphasis>Arrogant</emphasis> entfernt.�</p><p>�Danke, Captain Desjani. Hat die <emphasis>Arrogant</emphasis> bereits eine Nachricht an das Shuttle geschickt?�</p><p>�Nein, Sir. Soweit wir das erkennen k�nnen, hat die <emphasis>Arrogant</emphasis> von dem Shuttle noch gar keine Notiz genommen.�</p><p>Geary trommelte mit den Fingern auf die Sessellehne und �berlegte, wie er vorgehen konnte, wenn sich Vebos weiter wie ein Idiot auff�hren sollte. Es gab verschiedene M�glichkeiten, aber die Situation sollte nicht mehr als unbedingt n�tig eskalieren. Schlie�lich wusste er, wie er vorgehen w�rde, und tippte eine Kommunikati-onsadresse ein, die ihm allm�hlich bestens vertraut war. �Colonel Carabali, ich habe ein Shuttle von der <emphasis>Orion</emphasis> zur <emphasis>Arrogant</emphasis> geschickt.�</p><p>�Ja, Sir.� Sie musterte ihn, sichtlich neugierig, warum sie das interessieren sollte.</p><p>�An Bord des Shuttles befindet sich Commander Hatherian, der Commander Vebos als befehlshabenden Offizier der <emphasis>Arrogant</emphasis> abl�sen soll. Commander Vebos hat den Befehl, sich als der neue Waffenoffizier auf der <emphasis>Orion</emphasis> zu melden.�</p><p>�Ja, Sir.�</p><p>�Sind Sie mit der Flottentradition der Fallreepsg�ste vertraut, Colonel Carabali?�</p><p>�Jawohl, Sir.�</p><p>�Mir kam der Gedanke, dass es wohl eine nette Geste w�re, wenn Ihre Abordnung an Marines an Bord der <emphasis>Arrogant</emphasis> den scheidenden Offizier auf diese Weise verabschiedet.�</p><p>Carabali hatte im Verlauf ihrer Karriere sicher schon die sonder-barsten W�nsche von vorgesetzten Offizieren zu h�ren bekommen, sodass sie sich davon abhalten konnte, eine verdutzte Miene zu machen. �Sir?�</p><p>�Ja.� Er l�chelte sie an. �So wie Fallreepsg�ste. Ich halte es f�r eine gute Sache, wenn sich Ihre Marines an Bord der <emphasis>Arrogant</emphasis> bei Commander Vebos melden und ihn davon in Kenntnis setzen, dass sie ihn zum Shuttle eskortieren werden.�</p><p>Colonel Carabali nickte bed�chtig. �Alle meine Marines an Bord der <emphasis>Arrogant</emphasis>? Sie wollen, dass meine Leute zu Commander Vebos gehen und ihm erz�hlen, sie seien so etwas wie� wie eine Ehrengarde?�</p><p>�Ja, ganz genau. Eine Ehrengarde. Die ihn vom Schiff eskortieren soll.�</p><p>�Und wenn Commander Vebos diese Ehre nicht wahrnehmen m�chte? Was sollen meine Marines dann machen?�</p><p>�Sollte es dazu kommen�, erkl�rte Geary, �dann sollen sie ihre Posten rings um Commander Vebos nicht verlassen und mit Ihnen Kontakt aufnehmen, damit Sie wiederum mich informieren k�nnen.</p><p>Wie Commander Vebos davon �berzeugt werden kann, diese Ehre anzunehmen, w�re dann zu �berlegen, wenn wir die genauen Um-st�nde der Situation kennen.�</p><p>�Jawohl, Sir. Ich werde die notwendigen Befehle erteilen, Sir. Ich nehme nicht an, dass Sie den Einsatz von Waffen autorisieren werden, oder?�</p><p>Geary musste sich ein L�cheln verkneifen. Colonel Carabali hatte nicht vergessen, dass Vebos derjenige war, der die Bombardierung ihrer Truppen befohlen hatte. �Keine Waffen, Colonel. Wenn es sein muss, werden wir ihn von der <emphasis>Arrogant</emphasis> tragen. Aber ich glaube, selbst ein Mann wie Commander Vebos wird einsehen, dass ihm nicht viele Alternativen bleiben, wenn er von Marines umzingelt ist.</p><p>Au�erdem soll er auf die <emphasis>Orion</emphasis> wechseln.�</p><p>Carabalis Miene hellte sich auf, als ihr die Zusammenh�nge klar wurden. �Ich verstehe. Ja, das sollte hilfreich sein. Ich halte Sie auf dem Laufenden, Captain Geary.� Sie salutierte, dann verschwand ihr Bild vom Schirm.</p><p>Geary lehnte sich zur�ck und bemerkte, dass Desjani ihn beobachtete und dabei versuchte, ernst zu bleiben. �Eine Ehrengarde?�, wunderte sie sich.</p><p>�Ja�, erwiderte Geary so w�rdevoll, wie er sich nur geben konnte.</p><p>�Warum die <emphasis>Orion</emphasis>, wenn ich fragen darf?�</p><p>Er sah sich um, weil er zun�chst sicherstellen wollte, dass niemand sie belauschen konnte, dann erwiderte er mit gesenkter Stimme:</p><p>�Auf die Weise sollte es weniger kritische Stellen geben, die ich im Auge behalten muss. Au�erdem bekommt Numos so die M�glichkeit, mit Vebos zusammenzuarbeiten. Und umgekehrt nat�rlich auch.�</p><p>�Verstehe. Die beiden haben sich gegenseitig verdient. Das Shuttle von der <emphasis>Orion</emphasis> ist im Anflug. Die <emphasis>Arrogant</emphasis> hat noch immer nicht reagiert.�</p><p>Die <emphasis>Arrogant</emphasis>, die kleiner war als die <emphasis>Orion</emphasis>, verf�gte nicht �ber einen Shuttlehangar. Stattdessen musste das kleine Fahrzeug beidre-hen und sich der Hauptluftschleuse der <emphasis>Arrogant</emphasis> n�hern, einen Ver-bindungsschlauch ausfahren und au�en an dem Schiff festmachen.</p><p>�Laut unseren Anzeigen wurde die Luftschleuse der <emphasis>Arrogant</emphasis> bislang noch nicht ge�ffnet.�</p><p>Geary sah auf die Uhr. �Ich habe noch nichts von Colonel Carabali geh�rt. Warten wir noch ein paar Minuten.�</p><empty-line/><p>F�nf Minuten sp�ter meldete sich Carabali, ihre Miene zeigte keine Regung. �Commander Vebos und seine Ehrengarde sind unterwegs zur Luftschleuse der <emphasis>Arrogant</emphasis>.�</p><p>Geary nickte ernst. �Irgendwelche Probleme?�</p><p>�Nichts, was ein Dutzend Marines in Galauniform nicht in den Griff bekommen k�nnte. Ich muss jedoch zugeben, dass der entscheidende Faktor wohl das Desinteresse der Crew war, auf Commander Vebos� Befehle in dieser Angelegenheit zu reagieren.�</p><p>�Selbstverst�ndlich. Sie wissen, dass Commander Hatherian ihr neuer befehlshabender Offizier ist. Commander Vebos hat damit keine Befehlsgewalt mehr �ber sie.�</p><p>�Genau, Sir�, stimmte Carabali ihm zu. �Es scheint der Crew auch nichts auszumachen, auf Commander Vebos verzichten zu m�ssen.�</p><p>�Ich kann nicht behaupten, dass mich das allzu sehr schockiert.�</p><p>Er schaute zu Desjani, als die ihn unterbrach. �Die Luftschleuse der <emphasis>Arrogant</emphasis> wurde ge�ffnet�, meldete sie ihm. �Commander Hatherian verl�sst das Shuttle. Commander Vebos wird an Bord gebracht� verzeihen Sie� er wird von seiner Ehrengarde an Bord eskortiert.� Einige Augenblicke sp�ter erg�nzte sie: �Die Ehrengarde verl�sst das Shuttle. Die Luftschleuse der <emphasis>Arrogant</emphasis> wird geschlossen.�</p><p>Geary nickte Carabali zu. �Vielen Dank, dass Sie Ihre Marines zur Verf�gung gestellt haben, Colonel.�</p><p>�Es war uns ein Vergn�gen, Sir�, gab sie zur�ck und salutierte.</p><p>Das Shuttle legte von der <emphasis>Arrogant</emphasis> ab und machte sich auf den R�ckweg zur <emphasis>Orion</emphasis>. Geary versp�rte f�r ein paar Sekunden Mitleid mit der Shuttlebesatzung, die mit einem zweifellos sehr ungl�cklichen Commander Vebos auf engstem Raum auskommen musste, bevor sie ihn am Ziel abladen konnte. Er verkleinerte die Darstellung auf seinem Display, um einen Blick auf die Verfolger zu werfen, die sich sehr langsam der Allianz-Flotte n�herten, dann sah er zu der Stelle, an der der Sprungpunkt auf sie wartete. <emphasis>Wenn doch nur alles so schnell und einfach zu erledigen w�re wie diese Angelegenheit mit Vebos.</emphasis></p><p>In sieben Stunden sollte die Allianz-Flotte den Sprungpunkt erreichen und sich vom Corvus-System verabschieden � vorausgesetzt, es ging bis dahin nicht noch irgendwas schief. Und vorausgesetzt, die Antriebseinheit der <emphasis>Titan</emphasis> vollzog keine Schubumkehr, um sich dann von dem Schiff zu verabschieden und auf Nimmerwiederse-hen in einem winzigen schwarzen Loch zu verschwinden. Gleich zweimal spielte Geary dieses Szenario in Gedanken durch, wobei ihm klar wurde, dass er fast im Begriff war, es f�r bare M�nze zu nehmen. Ein sicheres Zeichen, dass er �berm�det war. �Ich werde versuchen, ein paar Stunden zu schlafen.�</p><p>Mit diesen Worten stand er auf, um die Br�cke zu verlassen.</p><p>Etwas �berrascht stellte er fest, dass Co-Pr�sidentin Rione immer noch auf dem Beobachterplatz sa�. Als er an ihr vorbeiging, zog sie die Augenbrauen hoch. �Interessante Darbietung, Captain Geary.�</p><p>�Meinen Sie die Sache mit Vebos?�</p><p>�Ja. Ich nehme an, das sollte die anderen ermutigen.�</p><p>Er stutzte und versuchte sich zu erinnern, wo er diesen Satz schon einmal geh�rt hatte. �Eigentlich nicht. Vebos hat lediglich bewiesen, dass er nicht intelligent genug ist, um ihm das Kommando �ber ein Schiff anzuvertrauen. Es geht hier nicht um mich. Es geht um das Wohl der Crew der <emphasis>Arrogant</emphasis> und das Wohl von allen, die sich in irgendeiner Weise auf die <emphasis>Arrogant</emphasis> verlassen m�ssen.�</p><p>Der Blick, mit dem Rione auf seine Ausf�hrungen reagierte, machte keinen Hehl aus ihrer Skepsis. Geary l�chelte daraufhin so kurz und knapp, wie es nur ging, und verlie� die Br�cke.</p><p>Einige Stunden sp�ter war er zur�ck auf der Br�cke, da er veranlasst hatte, dass man ihn weckte, bevor die Allianz-Flotte zum Sprung aus dem Corvus-System ansetzte. Die Syndik-Flotte war nach wie vor weit abgeschlagen.</p><p>Eine Weile hatte er die fremdartigen Lichter im Sprungraum betrachtet, w�hrend er in seiner Kabine in einem Sessel zusammenge-sunken sa�. Er wusste, vor ihm lagen einige Wochen im Sprungraum, bevor er und der Rest der Allianz-Flotte herausfand, ob sie bei Kaliban eine �berraschung erwartete � und wenn ja, welche. <emphasis>Ich muss noch so viel erledigen, und durch den Sprung bleibt mir der gr��te Teil verwehrt, da ich bis zur R�ckkehr in den Normalraum nur �ber rudi-ment�re Kommunikationsm�glichkeiten verf�ge. Ich sollte mich einfach ausruhen, damit ich endlich wieder zu Kr�ften komme, was mir nicht gelungen ist, seit die mich aus der Rettungskapsel geholt haben.</emphasis></p><p>Die Flotten�rzte nahmen Gearys k�rperliche Verfassung mit einem Kopfsch�tteln zur Kenntnis und verordneten ihm bestimmte Medikamente, au�erdem empfahlen sie ihm Sport und viel Ruhe. Versuchen Sie Stress zu vermeiden, lautete ihr Ratschlag, aber Geary konnte diese Leute nur anstarren, w�hrend er sich fragte, ob sie irgendeine Vorstellung davon hatten, wie l�cherlich diese Empfehlung in seinem Fall war.</p><p>Was das Ganze umso schlimmer machte, war die Tatsache, dass er sich nicht sicher sein konnte, wie viel Schw�che er irgendwem gegen�ber eingestehen durfte. Desjani betete den Raum an, den er durchreiste. Aber Geary wusste nicht, wie sie reagieren w�rde, wenn ihr klar wurde, dass er nicht der strahlende Held war, den die lebenden Sterne geschickt hatten. Anders w�re es gewesen, wenn er mit Desjani oder einem anderen Offizier schon seit langer Zeit eng zusammengearbeitet h�tte. Doch er war buchst�blich aus der Vergangenheit in diese Zeit geschleudert worden und kannte niemanden hier gut genug.</p><p>Rione betete ihn nicht an, und sie h�tte sich wohl nicht �ber die Sorgen gewundert, die ihn plagten. M�glicherweise k�nnte sie sogar mit einem guten Rat aufwarten, denn bislang war Geary von ihrer Denkweise durchweg beeindruckt gewesen. Doch er wusste noch immer nicht, inwieweit er der Co-Pr�sidentin der Callas-Republik vertrauen konnte. Das Letzte, was er brauchte, war eine in seine Ge-heimnisse eingeweihte Politikerin, die dieses Wissen an seine Gegner weitergeben konnte, wenn ihr das einen politischen Vorteil einbrachte.</p><p>Niemand, mit dem er reden konnte. Niemand, mit dem er die Last teilen konnte, die auf seinen Schultern ruhte.</p><p>Nein, das stimmte so nicht. Es gab jemanden, mit dem er l�ngst h�tte reden sollen. <emphasis>Da rede ich davon, unsere Vorfahren zu ehren, und dabei bin ich derjenige, der ihnen seit dem Erwachen aus dem k�nstlichen Tiefschlaf noch nicht einmal formal seinen Respekt erwiesen hat.</emphasis></p><p>Er rief die Wegbeschreibung zum entsprechenden Bereich der <emphasis>Dauntless</emphasis> auf, war aber davon �berzeugt, dass der allen Ver�nderungen zum Trotz noch immer dort war, wo er sich auch fr�her befunden hatte. Und da war er tats�chlich. Er sah auf die Uhr, weil er Gewissheit haben wollte, dass es in dem Bereich im Augenblick ruhig zuging, dann erhob er sich aus seinem Sessel und zog seine Uniform zurecht, atmete tief durch und machte sich auf den Weg zur Gedenkst�tte f�r die Vorfahren.</p><p>Zwei Decks tiefer, nahe der Mittschiffslinie der <emphasis>Dauntless</emphasis> und damit in einem der am besten gesch�tzten Bereich des Schiffs lag der Ort, den Geary zum Ziel hatte. Er blieb kurz vor der Luke zur Gedenkst�tte stehen und war froh dar�ber, dass niemand sonst sich hier aufhielt, der ihn beim Eintreten beobachten konnte. Schlie�lich durchschritt er die Luke und fand sich vor einer angenehm vertrauten Reihe von kleinen R�umen wieder. Er w�hlte einen freien Raum aus, schloss hinter sich die schalldichte T�r und nahm auf der tradi-tionellen Holzbank vor dem kleinen Regal Platz, auf dem eine einzelne Kerze stand. Mit dem bereitgelegten Feuerzeug entz�ndete er die Kerze und sa� eine Weile da, w�hrend er schweigend die Flamme betrachtete.</p><p>Schlie�lich musste er seufzen. �Geehrte Vorfahren. Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat�, entschuldigte sich Geary an die Geister gerichtet, die angeblich vom Licht und der W�rme der Flamme angezogen wurden. �Ich h�tte meine Vorfahren bereits viel fr�her ehren sollen, aber ihr wisst sicher, ich hatte eine Menge Arbeit. Au�erdem muss ich mich mit so vielen Dingen besch�ftigen, von denen ich nie gedacht h�tte, dass ich mich ihnen w�rde stellen m�ssen.</p><p>Das ist zwar eigentlich kein Argument, doch ich hoffe, ihr werdet meine Entschuldigung akzeptieren.�</p><p>Einen Moment lang schwieg er. �Vielleicht habt ihr euch gefragt, wo ich die ganze Zeit �ber war. Vielleicht wisst ihr das ja auch. Vielleicht hat Michael Geary euch inzwischen alles gesagt, falls er auf seinem Schiff gestorben ist, was ich sehr bef�rchte. Ich m�chte euch sagen, ihr w�rt auf ihn stolz gewesen. Lasst ihn bitte wissen, dass ich w�nschte, ich h�tte mehr Zeit mit ihm verbringen k�nnen.</p><p>Viel Zeit ist vergangen, seit ich das letzte Mal mit euch sprach.</p><p>Vieles hat sich seitdem ver�ndert, und wie es scheint, hat sich vieles, wenn nicht sogar alles zum Schlechteren ver�ndert. Jedenfalls ist das mein Eindruck. Ich kann nicht so tun, als w�rde ich nicht jede Unterst�tzung und Hilfe gebrauchen k�nnen, die ich bekomme.</p><p>Ganz gleich, was ihr f�r mich tun k�nnt, ich bin f�r alles dankbar.</p><p>Und ich danke euch f�r alles, was ihr getan habt, damit wir es so weit schaffen konnten.�</p><p>Wieder machte er eine Pause und fragte sich nicht zum ersten Mal, warum es ihm immer wieder Trost spendete, wenn er mit den Vorfahren reden konnte. Er h�tte sich nicht als einen gl�ubigen Menschen bezeichnet, und doch kam es ihm so vor, als w�rde ihm in Zeiten wie diesen stets jemand zuh�ren. Und wenn ein Mann nicht einmal seinen Vorfahren etwas anvertrauen konnte, wem sollte er dann etwas anvertrauen? �Das ist f�r mich sehr schwierig. Ich gebe mein Bestes, aber ich bin mir nicht sicher, ob das auch gut genug ist.</p><p>Das Wohl vieler Leute h�ngt von mir ab. Einige von ihnen werden sterben. Ich kann nicht so tun, als w�rde das nicht geschehen. Selbst wenn es mir irgendwie gelingen sollte, alles richtig zu machen, werden wir einige Schiffe verlieren, bevor wir wieder zu Hause sind.</p><p>Falls mir Fehler unterlaufen��</p><p>Er hielt inne und musste an die <emphasis>Repulse</emphasis> denken. �Falls mir noch mehr Fehler unterlaufen, k�nnten viele Menschen ums Leben kommen. Bis ins Gebiet der Allianz ist es noch ein weiter Weg. Ich hoffe, ich kann die uns verfolgende Flotte der Syndikatwelten ausreichend anderweitig besch�ftigen, damit sie keine Gelegenheit bekommt, aus unserer Niederlage in ihrem Heimatsystem Kapital zu schlagen.</p><p>Aber erst wenn wir der Heimat nahe genug gekommen sind und in den Besitz m�glichst aktueller Informationen gelangen, werden wir wissen, ob die Syndiks unsere Niederlage und die Tatsache ausgenutzt haben, dass wir ihnen so weit von zu Hause entfernt in die Falle gegangen sind.�</p><p>Erneut schwieg er. �Es ist ja nicht so, dass ich mir Sorgen mache, was aus mir werden wird. Mir kommt es ohnehin so vor, als h�tte ich bereits vor einem Jahrhundert sterben sollen. Aber von dem Ge-f�hl kann ich mich nicht vereinnahmen lassen, weil mir wichtig ist, was mit diesen Menschen geschieht, die so gro�es Vertrauen in mich setzen. Helft mir bitte, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Richtige zu tun, damit ich so wenige Schiffe und Leute wie m�glich verliere. Ich schw�re, ich werde mein Bestes versuchen, um euch und den Lebenden gerecht zu werden.�</p><p>Geary sa� noch eine Weile da, beobachtete die brennende Kerze, bis er schlie�lich die Hand ausstreckte und die Flamme mit den Fingern ausdr�ckte. Dann stand er auf und verlie� den Raum.</p><p>Als er aus dem Bereich trat, wurde er von mehreren Matrosen bemerkt. Er nickte ihnen zu, w�hrend sie ihn mit ehrf�rchtigen Mienen anschauten. <emphasis>Verdammt, ich sollte eigentlich einer von den toten Vorfahren sein, mit denen die Leute reden, anstatt hier auf diesen Decks unterwegs zu sein. Und das wissen die auch.</emphasis></p><p>Doch die Matrosen verhielten sich nicht so, als h�tten sie jemanden gesehen, der hier fehl am Platz war. Ein paar von ihnen salutierten auf die steife, ungelenke Art, die man bei jedem beobachten konnte, der diese Geste gerade erst erlernt hatte. Unwillk�rlich musste er l�cheln, als er den Salut erwiderte. Dann jedoch bemerkte er einen Anflug von Zur�ckhaltung in den Blicken der beiden anderen Matrosen, und er wurde wieder ernst. �Stimmt irgendetwas nicht?�</p><p>Der angesprochene Matrose wurde bleich. �N-nein, Sir.�</p><p>Geary musterte den Mann eindringlich. �Ganz sicher? Sie scheint etwas zu bedr�cken. Wenn Sie unter vier Augen dar�ber reden m�chten? Ich h�tte Zeit f�r Sie.�</p><p>Der Matrose suchte noch nach einer Antwort, da r�usperte sich seine Kameradin. �Sir, das geht uns nichts an.�</p><p>�Tats�chlich?� Geary sah sich um und bemerkte deutlich das Unbehagen der beiden anderen. �Ich w�rde trotzdem gern wissen, was Ihnen so zusetzt.�</p><p>Die Frau wurde ebenfalls etwas blasser, dann antwortete sie sto-ckend: �Es ist nur, dass wir Sie hier unten zu sehen bekommen. Es gab Gerede.�</p><empty-line/><p>�Gerede?� Er versuchte, eine neutrale Miene zu wahren. Es gefiel ihm nicht, seinen Glauben zu einem �ffentlichen Spektakel zu machen, doch das hier schien �ber diesen Punkt hinauszugehen. ��ber was?�</p><p>Einer der Matrosen, die salutiert hatten, warf den anderen einen ver�rgerten Blick zu. �Sir, niemand hat Sie hier gesehen, seit� �hm� seit wir Sie gefunden haben. Und seit wir das Heimatsystem der Syndiks verlassen haben� Nun, Sir, einige Leute meinen, es k�nnte etwas mit dem zu tun haben, was dort passiert ist.�</p><p>Geary hoffte, dass er nicht so w�tend dreinblickte, wie ihn diese vage Aussage stimmte. �Was genau meinen Sie damit?� Dann wurde es ihm klar. �Sie reden von der <emphasis>Repulse</emphasis>, richtig?� Die Gesichter der Matrosen machten jede in Worte gefasste Antwort �berfl�ssig.</p><p>�Sie meinen, weil mein Gro�neffe vermutlich auf der <emphasis>Repulse</emphasis> gestorben ist.�</p><p>Er senkte den Blick, weil er f�r den Moment niemanden ansehen wollte, und sch�ttelte den Kopf. �Dachten Sie, ich habe Angst herzukommen und mich ihm zu stellen? Mich dieser Sache zu stellen?�</p><p>Geary hob den Kopf und las erneut die Antwort an ihren Gesichtern ab. �Ich habe keine Ahnung, wie viel jeder von Ihnen wei�, jedenfalls meldete sich Captain Michael J. Geary freiwillig, um mit der <emphasis>Repulse</emphasis> zur�ckzubleiben und die Syndiks aufzuhalten. H�tte er das nicht gemacht, h�tte ich es vermutlich befehlen m�ssen, weil es meine Verantwortung gewesen w�re. Aber ich gab nicht den Befehl, und ich musste ihn nicht geben. Er und seine Crew opferten sich, damit wir alle entkommen konnten.�</p><p>Ihre Gesichter verrieten ihm, dass diese Tatsache f�r sie neu war.</p><p><emphasis>Na, wunderbar. Die haben gedacht, ich h�tte meinen Gro�neffen in den Tod geschickt. Das �ble daran ist nur, dass ich es unter Umst�nden tats�chlich h�tte machen m�ssen.</emphasis> �Ich habe nichts zu bef�rchten, wenn ich meinen Vorfahren gegen�bertrete. Nicht mehr und nicht weniger als jeder andere auch. Es gab nur zu viel zu erledigen, deshalb war ich bislang noch nicht hier unten gewesen.�</p><p>�Nat�rlich, Sir�, erwiderte einer der Matrosen.</p><p>�Sie f�rchten sich doch vor nichts, richtig, Sir?�, wollte ein anderer wissen.</p><p><emphasis>Einer von denen, die mich anbeten</emphasis>, ging es Geary durch den Kopf.</p><p><emphasis>Wie soll ich darauf antworten?</emphasis> �So wie jeder andere auch bin ich besorgt, ich k�nnte vielleicht nicht mein Bestes geben. Es hilft mir, immer auf der Hut zu sein.� Er grinste, um ihnen zu zeigen, dass es als Scherz gemeint war, und die Matrosen lachten wie auf ein Stichwort hin. Jetzt musste er sich nur noch so schnell wie m�glich aus dieser Unterhaltung verabschieden, ohne seine Flucht zu offensichtlich zu gestalten. �Es tut mir leid, dass ich Sie von Ihren eigenen Ehrerbie-tungen abgehalten habe.�</p><p>Die Matrosen setzten zu einem Stimmengewirr an, sie seien diejenigen, denen es leid tue, und dann machten sie ihm auch schon den Weg frei. Im Vorbeigehen bemerkte Geary, dass sich die zwei besorgten Matrosen in seiner Gegenwart prompt viel wohler f�hlten.</p><p>Zu seiner �berraschung musste er feststellen, dass ihm seinerseits in deren Gesellschaft auch etwas wohler zumute war. Vielleicht hatte er auf seine Art einen Bogen darum gemacht, sich mit dem Verlust der <emphasis>Repulse</emphasis> auseinanderzusetzen, doch indem er anderen gegen�ber seine Gef�hle aussprach, war es ihm m�glich geworden, diesen Verlust wenigstens zum Teil zu akzeptieren.</p><p>Er begab sich zu seiner Kabine und fand, dass die Last auf seinen Schultern nicht mehr so schwer wog.</p><p>�Captain Geary, darf ich unter vier Augen mit Ihnen reden?� Geary schloss die Simulation, an der er gearbeitet hatte und die die Flotte als Vorbereitung auf ein Gefecht �ben sollte, sobald sie Kaliban erreicht hatten. Es handelte sich um ein �lteres Programm, mit dessen uraltem Vorg�nger er vor langer Zeit vertraut gewesen war. Aber auch diese neuere Version war seit einer Weile nicht mehr aktualisiert worden. Die Simulationsparameter sollten dem gegenw�rtigen Zustand seiner Flotte entsprechen und jene F�higkeiten ber�cksichtigen, �ber die die Syndiks inzwischen verf�gten. Doch ihm blieb noch genug Zeit, um das zu erledigen, bevor die Flotte in Kaliban ankam. Captain Desjani musste sich dagegen Zeit von ihren vielf�ltigen Pflichten als befehlshabender Offizier der <emphasis>Dauntless</emphasis> abknap-sen, um jetzt zu ihm zu kommen. �Ja, nat�rlich.�</p><p>Desjani hielt kurz inne, als m�sse sie erst ihre Gedanken ordnen.</p><p>�Ich wei�, das ist jetzt bereits fast eine Woche her, aber ich hatte gehofft, Sie k�nnten mir sagen, warum Sie entschieden haben, die Besatzungen der Syndik-Handelsschiffe in die Rettungskapseln zu setzen. Ich verstehe Ihre Einstellung, was die Behandlung von Gefangenen angeht, aber diese Individuen trugen keine Uniformen, sondern Zivilkleidung. Das macht sie bestenfalls zu Saboteuren, und die fallen nicht unter den Schutz des Kriegsrechts.� Sie schien fertig zu sein, doch dann schob sie noch rasch einen Satz nach: �Nat�rlich stelle ich damit nicht Ihre Entscheidung infrage.�</p><p>�Captain Desjani, ich z�hle sogar darauf, dass Sie meine Entscheidungen infrage stellen, wenn Sie nicht verstehen, warum ich etwas mache. Sie k�nnten etwas Ma�gebliches wissen, das mir nicht bekannt ist.� Er kniff einen Moment lang die Augen zu und rieb seine Stirn, um die Spannung zu lindern, die ihn auf einmal �berkommen hatte. �Selbstverst�ndlich haben Sie recht, wenn Sie sagen, dass wir nicht verpflichtet waren, diese Leute am Leben zu lassen. Wir h�tten sie sogar hinrichten k�nnen, und niemand h�tte uns einen Vorwurf machen d�rfen.� Er grinste schief. �Sie haben danach nicht direkt gefragt, dennoch werde ich Ihnen antworten. Ich bin mir sicher, Ihre und meine Vorfahren h�tten uns nicht schief angesehen, wenn wir mit diesen Syndiks gr�ber und endg�ltiger umgesprungen w�ren.�</p><p>Ihm entging der verwirrte Ausdruck in ihren Augen nicht.</p><p>�Warum also, Sir? Diese Leute hatten vor, viele unserer Matrosen zu t�ten und einige unserer Schiffe zu zerst�ren oder wenigstens unbrauchbar zu machen, indem sie sich als Zivilisten getarnt an uns heranschlichen. Warum lie�en Sie Gnade walten?�</p><p>�Eine berechtigte Frage.� Er seufzte und deutete auf die Sternenlandschaft, die immer noch an einem Schott zu sehen war. �Ich k�nnte erwidern, dass es manchmal gut f�r die Seele ist, wenn man Gnade walten l�sst, auch wenn die nicht erforderlich ist oder nicht erwartet wird. Ich wei� nicht, wie es Ihnen geht, aber meine Seele braucht alle Hilfe, die sie bekommen kann.� Desjani sah ihn einen Moment lang irritiert an, dann jedoch begann sie zu l�cheln, als sei sie zu dem Schluss gekommen, er m�sse wohl scherzen. �Ich hatte einige sehr praktische Gr�nde, diese Leute am Leben zu lassen.�</p><p>�Praktische Gr�nde?� Sie sah von Geary zur Sternenlandschaft.</p><p>�Ja.� Geary beugte sich vor und zeigte auf die dargestellten Sterne.</p><p>�Was hier passiert ist, dar�ber wird man fr�her oder sp�ter in jedem anderen Syndik-System reden. Oh, nat�rlich wird es eine offizielle Version geben, in der man behauptet, dass die Allianz-Flotte vorhatte, jede Stadt im Corvus-System in Schutt und Asche zu legen, und dass nur die tapferen Syndiks uns davon abhalten konnten. Irgendein Unsinn in dieser Art wird auf jeden Fall behauptet, ganz egal was wir machen.</p><p>Aber nicht mal die Syndiks k�nnen verhindern, dass sich inoffizielle Meldungen herumsprechen. Was ist, wenn man auf Syndik-Welten in anderen Systemen Ger�chte zu h�ren bekommt? Dass wir �berhaupt keine Stadt bombardiert haben? Nat�rlich k�nnten sie denken, dass wir keine Zeit daf�r hatten. Aber sie werden auch erfahren, dass wir gut mit ihren Leuten umgegangen sind, als wir sie zu unseren Gefangenen machten. Obwohl wir die Macht hatten, alles zu tun, was uns in den Sinn kam, behandelten wir jeden Syndik in unserer Gewalt mit Respekt.�</p><p>Desjani machte keinen Hehl aus ihren Zweifeln. �Das wird die Syndiks nicht k�mmern. Die werden es vermutlich als ein Zeichen von Schw�che auslegen.�</p><p>�Werden sie das machen?� Geary zuckte mit den Schultern. �Es w�re m�glich. Und genauso kann es sein, dass jede unserer Handlungen als ein Zeichen von Schw�che ausgelegt wird. Ich erinnere mich, dass man mir sagte, die Misshandlung von Gefangenen erwecke den Eindruck, wir seien nicht stark genug, um uns an die Spiel-regeln zu halten. Wir h�tten Angst, einen m�glichen Vorteil auszu-nutzen.�</p><p>�Tats�chlich?� Desjani sah ihn �berrascht an.</p><p>�O ja.� Seine Gedanken begannen durch Raum und Zeit zu schweifen, zur�ck an einen Ort und eine Strafpredigt. �Damals brachte man mir bei, wenn man sich an die Regeln h�lt, vermittelt das ein Gef�hl von St�rke und Zuversicht. Ich nehme an, dar�ber l�sst sich streiten. Mit Blick auf die gegenw�rtige Situation hei�t das, dass als Folge davon vielleicht irgendjemand irgendwo einen Gefangenen der Allianz besser behandeln wird. Und was unmittelbar f�r uns noch viel wichtiger ist: Jemand, mit dem wir uns ein Gefecht liefern, wird daraufhin keine Angst haben, sich zu ergeben, anstatt bis zum Tod zu k�mpfen. Man wird h�ren, dass wir K�mpfer gut behandelt haben, die kapitulierten, dass wir es vermieden haben, Zivilisten Schaden zuzuf�gen, und dass wir im Corvus-System keine Spur der Verw�stung hinterlassen haben, obwohl man uns provo-ziert hat. Wir haben uns nur unmittelbar gegen die zur Wehr gesetzt, die uns in einen Hinterhalt locken wollten. Irgendwann und irgendwo wird sich vielleicht jemand, von dem wir etwas ben�tigen, an diese Dinge erinnern.�</p><p>Wieder schaute Desjani ihn zweifelnd an. �Ich kann nachvollziehen, inwieweit uns das weiterhelfen k�nnte, wenn wir das n�chste Mal ein Syndik-System durchfliegen und wiederum Vorr�te ben�tigen. Aber wir haben es auch dann wieder mit den Syndiks zu tun, Captain Geary, und die werden ihre Vorgehensweise nicht ver�ndern, nur weil wir uns anders verhalten.�</p><p>�Meinen Sie? Ich vermute, ihre F�hrer werden sich nicht �ndern.</p><p>Unter uns gesagt, ich verabscheue die Syndik-F�hrer, die ich bislang kennengelernt habe.� Desjani grinste ihn an, da Gearys �u�erung sie zweifellos in ihrem Glauben best�rkte. �Aber ich bin mir sicher, niemand, der von dieser Flotte h�rt oder sie sieht, wird sie f�r schwach halten. Man wird wissen, dass wir gewisse Dinge nicht getan haben, obwohl wir dazu in der Lage gewesen w�ren.� Geary betrachtete die Sterne und sp�rte wieder die K�lte, als er daran dachte, dass die Zeit und die Ereignisse von einem Jahrhundert zwischen ihm und Desjani lagen. �Die Vorfahren m�gen mir beistehen, Tanya, aber die Syndik-Bev�lkerung setzt sich auch aus Menschen zusammen. Die m�ssen ebenfalls den Druck sp�ren, den dieser Krieg auf sie aus�bt. Sie werden gleicherma�en genug davon haben, ihre S�h-ne und T�chter, ihre Ehem�nner und Ehefrauen in einen anschei-nend unendlichen Krieg zu schicken.� Er sah Desjani an. �Seien wir doch ehrlich. Wir haben nicht viel zu verlieren, wenn wir den durchschnittlichen Syndik wissen lassen, dass wir ihn gut behandeln werden.�</p><p>�Und was ist mit den Fanatikern, die f�r ihre Sache zu sterben bereit sind? Ganz bestimmt werden die einen neuen Versuch unternehmen.�</p><p>�Das mag sein�, stimmte Geary ihr zu. �Aber sie sind losgezogen und haben einen glorreichen Tod erwartet. Stattdessen kehrten sie bewusstlos nach Hause zur�ck, und ihre Schiffe zerst�rten ihre eigenen Orbitalbasen. Das hat nichts Glorreiches. Einigen von ihnen hat es sogar den Tod aus den eigenen Reihen eingebracht. Vielleicht bewirkt das, dass die n�chste Runde an Selbstmordkandidaten nicht mehr so enthusiastisch ans Werk geht. Wenn jemand zum Sterben bereit ist, dann hilft es ihren Absichten, wenn man sie t�tet. Ich werde ihnen den Wunsch erf�llen, wenn es unbedingt sein muss, doch dann geschieht es zu meinen Bedingungen. Ich m�chte nicht, dass sich irgendwer von ihrem Tod inspiriert f�hlt.�</p><p>Desjani l�chelte fl�chtig. �Sie haben den Plan der Syndiks vereitelt, einen Schlag gegen unsere Flotte zu f�hren, und Sie haben einigen Fanatikern einen Strich durch die Rechnung gemacht, die bereit waren, f�r ihre Sache zu sterben. Keiner von ihnen hat sein Ziel erreicht.�</p><p>�Richtig.� Abermals schaute Geary die Sterne an und fragte sich, wo sich der Gro�teil der Syndik-Streitkr�fte derzeit befand und wohin er unterwegs war, um die Allianz-Flotte ausfindig zu machen und zu vernichten. �Wenn sie unbedingt von uns get�tet werden wollen, dann m�ssen sie auf die n�chste g�nstige Gelegenheit warten. Und wenn es so weit ist, werden wir ihnen den Wunsch erf�llen. Zu unseren Bedingungen.�</p></section><section><title><p>Acht</p></title><p>Nichts.</p><p>Sie verlie�en den Sprungraum in h�chster Alarmbereitschaft und waren auf das Schlimmste gefasst. Sie rechneten mit einem Minen-g�rtel, hinter dem eine feuerbereite Syndik-Flotte auf sie wartete.</p><p>Eine Flotte, durch die sie sich einen Weg w�rden freischie�en m�ssen, wenn sie den n�chsten Tag erleben wollten. Aber die nerv�sen Suchaktionen der Zielerfassungssysteme fanden nur leeren Raum.</p><p>Selbst die besten Instrumente der Allianz-Schiffe konnten im Kaliban-System kein Leben registrieren. Nichts Lebendiges, das sie h�tten sehen k�nnen, kein Raumschiff, nicht einmal einen Funken W�r-me, der von einem einzelnen Ausr�stungsgegenstand im Stand-by-Betrieb abgegeben wurde. Fr�her hatte es hier einmal eine Bev�lkerung gegeben, doch jetzt war das ganze System kalt und totenstill.</p><p>�Keine Minen, die Vorfahren seien gelobt�, rief Captain Desjani.</p><p>�Das hei�t, mit unserer Ankunft hat hier niemand gerechnet. Sie haben sie �berlistet, Captain Geary.�</p><p>�Das w�rde ich auch sagen.� <emphasis>Jetzt keine falsche Bescheidenheit. Wir sind hergekommen, weil</emphasis> ich <emphasis>das entschieden habe. Und zwar</emphasis> ausschlie�lich, <emphasis>weil ich das entschieden habe.</emphasis> �Kaliban hat aber nicht allzu viel zu bieten, nicht wahr?�</p><p>�Das war noch nie anders.�</p><p>F�nf Planeten, zwei so klein, dass sie kaum diese Bezeichnung verdienten. Keiner davon f�r menschliches Leben geeignet, weil die Temperaturen entweder viel zu niedrig oder viel zu hoch waren und weil die Atmosph�re entweder giftig oder gar nicht vorhanden war. Hinzu kam die �bliche Ansammlung aus Felsbrocken und Eis-bl�cken, die aber im Vergleich zu anderen Sternensystemen weder sehr zahlreich noch anderweitig auff�llig waren. Und doch hatten Menschen hier ihr Zuhause errichtet. Kaliban hatte nichts Besonderes zu bieten, das einzig Nennenswerte war das Schwerkraftfeld, durch das die Sprungpunkte benutzbar wurden. Geary konnte sich die Geschichte der Menschen im Kaliban-System gut vorstellen, weil sich das Gleiche wie hier auch an so vielen anderen Orten abgespielt hatte.</p><p>Vor der Existenz des Hypernets waren die Schiffe gezwungen gewesen, das Kaliban-System zu durchfliegen, um andere Regionen zu erreichen. Weil Schiffe hier durchkamen, hatte man ein paar Werften zur Durchf�hrung von dringenden Reparaturen und von War-tungsarbeiten errichtet. Vorbeikommende Schiffe konnten hier auch Vorr�te an Bord nehmen. Hinzu kamen die Raumschiffe, mit denen die Arbeiter und ihre Familien innerhalb des Systems bef�rdert wurden. Diese Familien wiederum ben�tigten gewisse Dienstleistungen, also waren hier und dort St�dte entstanden, mal tief unter der Erde einer feindseligen Welt, mal aus einem gro�en Asteroiden gehauen.</p><p>Einige der Schiffe, die herkamen, brachten Passagiere oder Fracht nach Kaliban. Und nat�rlich war Bergbau in Angriff genommen worden, um Rohstoffe zu f�rdern, anstatt sie von einem anderen Stern herzuschaffen. Bergbau bedeutete Minenarbeiter. Die wiederum zogen eine lokale Regierung nach sich, damit alles in geordneten Bahnen verlief. Diese Regierung wurde ihrerseits von Vertretern der zentralen Syndik-Beh�rden �berwacht.</p><p>Den Rest kannte Geary nur vom H�rensagen. Das Hypernet war entstanden, die Schiffe mussten nicht mehr Kaliban und die unz�hligen �hnlichen Systeme anfliegen. Die Werften wurden aufgegeben, als nicht mehr genug Schiffe andockten, um versorgt zu werden, und durch den Wegfall dieser Arbeitspl�tze war auch das Ende der St�dte besiegelt. Zu Beginn hatte es bis auf die Sprungpunkte keinen Grund gegeben, nach Kaliban zu kommen. Und nun gab es �berhaupt keinen Beweggrund mehr. <emphasis>Wie viele Jahre hatten die letzten Op-timisten hier wohl noch ausgeharrt? Wohl nicht mehr allzu lange. In einem Syndik-System war jeder auf irgendeine Art Angestellter eines Unternehmens, und Unternehmen trennen sich rigoros von verlustreichen Spar-ten, w�hrend die Menschen ihre Hoffnung nicht so schnell begraben wollen. Jetzt ist niemand mehr hier. Alle Anlagen sind eisig kalt, nichts verbraucht mehr Energie, kein Lebenserhaltungssystem ist mehr in Betrieb.</emphasis></p><empty-line/><p><emphasis>Sie haben alles abgeschaltet. Ich sch�tze, der Letzte, der Kaliban verlie�, hat daran gedacht, das Licht auszumachen.</emphasis></p><p>Auf die Lebensspanne eines Sterns umgerechnet hatte die Anwesenheit von Menschen in diesem System gerade mal einen Lidschlag lang �berdauert. Aus einem unerfindlichen Grund lie� diese Erkenntnis erneut jenes Gef�hl von K�lte in Geary aufsteigen.</p><p>Rasch sch�ttelte er es wieder ab. Jeder Matrose lernte eine Sache sehr schnell, n�mlich die, dass alles am Weltall unmenschlich war.</p><p>Die gewaltige Gr��e, die Leere, der Tod, der �berall lauerte, ausgenommen an jenen sehr, sehr winzigen Punkten inmitten dieser Leere, an denen Menschen auf einer Planetenoberfl�che spazieren, sich den Wind ins Gesicht wehen lassen und Luft atmen konnten. <emphasis>Es ist weder gut noch schlecht</emphasis>, besagte ein altes Sprichwort. <emphasis>Es ist einfach nur.</emphasis></p><p><emphasis>Es ist zu gro� f�r uns, und wir sind nur f�r die Dauer eines Lidschlags hier, was das Weltall angeht</emphasis>, hatte ein alter Chief einmal zu Geary gesagt, als er noch ein so junger Offizier war, dass die Erinnerung daran fast schon schmerzte. <emphasis>Eines Tages wird es dir das Leben nehmen, denn auch wenn wir ihm v�llig egal sind, wird es uns auf der Stelle t�ten, wenn es das kann. Wenn deine Gebete an die lebenden Sterne erh�rt werden, dann wirst du in ihrer W�rme und ihrem Licht ewig leben. Wenn nicht, dann solltest du aus deinem Leben das Beste machen. Apropos, habe ich dir eigentlich mal erz�hlt, wie mein altes Schiff Virago besucht hat?</emphasis></p><p><emphasis>Das war eine Party, kann ich dir sagen.</emphasis></p><p>Geary wurde bewusst, dass die Erinnerung an den alten Chief und seine oftmals abenteuerlichen Geschichten ihn l�cheln lie�en. �Captain Desjani, ich beabsichtige, die Flotte in einen Orbit um Kaliban einschwenken zu lassen. Falls Sie irgendwelche Empfehlungen zum exakten Orbit haben, lassen Sie mich die bitte wissen.�</p><p>Sie sah ihn ein wenig �berrascht an. �Wir werden hier bleiben?�</p><p>�Auf jeden Fall lange genug, um festzustellen, welche Ausr�stungsgegenst�nde und Materialien die Syndiks wom�glich hier zu-r�ckgelassen haben.� W�hrend des Sprungs von Corvus hierher hatte er sich eingehend mit dem Status der Schiffe befasst und war gar nicht gl�cklich gewesen, als er sah, wie gering die Menge mancher unverzichtbarer Best�nde war. Kritische Werte waren noch in keinem Fall erreicht, aber sie befanden sich nicht einmal ann�hernd in heimischen Gefilden. Au�erdem war da noch etwas anderes, was er in Angriff nehmen musste. Das jedoch erforderte, dass sich die Schiffe im Normalraum befanden. Etwas, das erledigt werden musste, bevor die Flotte wieder in ein Gefecht ziehen konnte.</p><p>Desjani nickte. �Schon gut, dass wir die Lebensmittelvorr�te von der Syndik-Basis bei Corvus an Bord nehmen konnten. Hier werden wir h�chstwahrscheinlich nichts finden.�</p><p>�Das sehe ich auch so.� Geary �berlegte, welche M�glichkeiten ihm zur Auswahl standen, dann befahl er den Schiffen, die Maschinen auf ein Hundertstel Lichtgeschwindigkeit zu drosseln, damit die Allianz-Flotte langsam in das System treiben konnte. Das gab ihm Zeit, um sich ein Bild davon zu machen, was die Sensoren ihm �ber die abgeschalteten Syndik-Einrichtungen in diesem System verrieten. Und Zeit, um herauszufinden, ob die Syndiks etwas Brauchbares zur�ckgelassen hatten. Und Zeit, mit den Befehlshabern der Schiffe zu reden.</p><p>Captain Duellos meldete sich. �Ich empfehle, einige Schlachtkreuzer am Sprungpunkt zu platzieren, damit sie m�gliche Verfolger in Empfang nehmen k�nnen.�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf. �Diesmal nicht. Ich will, dass die Flotte zusammenbleibt. Wir k�nnen nicht auf der einen Seite alles daransetzen, das zu sichten, was die Syndiks hier wom�glich zur�ckgelassen haben, und auf der anderen Seite eine Streitmacht abstellen, die den Sprungpunkt bewacht.�</p><p>�Wie Sie meinen, Captain Geary.�</p><p>Desjani warf Geary einen unergr�ndlichen Blick zu. �Wissen Sie, Duellos konnte Admiral Bloch nie leiden.�</p><p>�Das wusste ich nicht.�</p><p>�Er fand, Bloch treffe keine klugen Entscheidungen. Es ist interessant, dass Duellos Ihre Entscheidungen ohne Einwendungen hin-nimmt.�</p><p>�Ich sch�tze, ich habe bislang noch nicht allzu viele Fehler gemacht�, meinte Geary und l�chelte verkniffen.</p><empty-line/><p>Grinsend wandte sich Desjani zu ihrem Display um, auf dem eine Nachricht eingegangen war. �Mein Ablauf-Offizier empfiehlt f�r das System diesen Orbit.�</p><p>Er machte einen langen Hals und sah auf das Display. Angezeigt wurde dort ein Bereich, der etwa zwei Lichtstunden vom Sprungpunkt entfernt lag. Er verglich die Position mit dem Orbit der bereits entdeckten Syndik-Einrichtungen und nickte. �Sieht f�r den Moment gut aus. Fliegen wir dorthin. Teilen Sie bitte den anderen Schiffen den voraussichtlichen Orbit mit, auf den wir einschwenken werden, und sagen Sie ihnen, sie sollen die gegenw�rtige Formation beibehalten.�</p><p>�Ja, Sir.� Desjani gab die entsprechenden Befehle weiter, w�hrend sich Geary mit den Anzeigen auf seinem Display befasste.</p><p>Er hatte eben erst begonnen, sich den eingehenden Berichten �ber die Syndik-Anlagen zu widmen, und ihm wurde dabei bewusst, dass er Erkundungsteams losschicken musste, die sich �berzeugen sollten, was da unten �berhaupt vorhanden war, da ging ein Ruf vom befehlshabenden Offizier der <emphasis>Titan</emphasis> ein. <emphasis>Na, gro�artig. Was stimmt denn jetzt nicht?</emphasis></p><p>Doch das Gesicht des Mannes, der sich an Geary wandte, machte keinen beunruhigten Eindruck. Der Captain der <emphasis>Titan</emphasis> wirkte viel zu jung f�r diesen Job, aber Auftreten und Tonfall konnten �berzeugen. �Ich gr��e Sie, Captain Geary.�</p><p>�Ich gr��e Sie auch. Gibt es ein Problem mit der <emphasis>Titan</emphasis>?�</p><p>�Nein, Sir. Wir machen jeden Tag weitere Fortschritte mit der Reparatur der Sch�den und verf�gen jetzt wieder �ber volle Antriebs-leistung.�</p><p>Diese Neuigkeit entlockte Geary ein schwaches L�cheln. �Es freut mich, das zu h�ren. Ich muss gestehen, die <emphasis>Titan</emphasis> ist mir oft durch den Kopf gegangen.�</p><p>Der Captain der <emphasis>Titan</emphasis> verstand die Anspielung und zuckte �bertrieben zusammen. �Wir wissen die Anstrengungen der vielen Eskorten zu sch�tzen, die f�r unsere Sicherheit gesorgt haben. Zumindest f�r unsere relative Sicherheit. Wir haben trotzdem betr�chtliche Sch�den hinnehmen m�ssen und konnten froh sein, nichts zur Liste der Dinge beizutragen, die behoben werden mussten.�</p><p>Diesmal war es Geary, der grinste. Das Fehlen von jeglichem Widerstand im Kaliban-System lie� zur Abwechslung einmal seinen Sinn f�r Humor aufblitzen. �Das kann ich gut verstehen. Sie haben mit den Reparaturen an Ihrem Schiff gute Arbeit geleistet. Was kann ich denn f�r Sie tun?�</p><p>�Ich m�chte etwas vorschlagen und eine Bitte �u�ern.� Ein kleines Fenster �ffnete sich und zeigte eine Darstellung des Kaliban-Systems. �Wir konnten best�tigen, dass hier Bergbau betrieben wurde.�</p><p>�Ja, blo� wurden die Minen so wie alles andere auch dichtge-macht.�</p><p>�Richtig. Aber falls sie dennoch intakt sind, dann habe ich Leute an der Hand, die in der Lage sein sollten, die automatisierte F�r-derausr�stung wieder in Gang zu setzen. So wie es aussieht, konnten die Bewohner von Kaliban die Vorr�te an Metallen nicht in nen-nenswertem Umfang abbauen, und wir k�nnten diese Metalle wirklich gut gebrauchen, um Ersatzteile und Waffen f�r die Schiffe dieser Flotte herzustellen.�</p><p>Geary lehnte sich zur�ck, um sich den Vorschlag durch den Kopf gehen zu lassen. �K�nnen Sie alles Erz selbst raffinieren, das sich finden l�sst, oder m�ssten wir auch die Metallverarbeitungsanlagen der Syndiks reaktivieren?�</p><p>Der Captain machte eine wegwerfende Geste. �Kein Problem, Sir, da bin ich mir ganz sicher. Einige Minen befinden sich auf Asteroiden, und das bedeutet pure Metalladern. Wir m�ssten Legierungen herstellen, aber das w�re kein Problem f�r uns.�</p><p>�Wie lange? Wie viel Zeit brauchen Sie, um die Minen wieder in Betrieb zu nehmen, das Metall herauszuholen und es auf die <emphasis>Titan</emphasis> zu bringen? Ich nehme an, andere Hilfsschiffe k�nnen davon auch was gebrauchen, richtig?�</p><p>Zum ersten Mal z�gerte der Captain der <emphasis>Titan</emphasis>. �Wenn alles reibungslos verl�uft, kann ich die Metalle innerhalb einer Woche an Bord bringen lassen. Und was Ihre andere Frage angeht: Ja, die anderen Hilfsschiffe k�nnen die Metalle ebenfalls gebrauchen. Ich wei�, es ist mit Risiken verbunden, wenn wir l�nger in diesem System bleiben, aber mit dem Metall k�nnten wir vieles von dem herstellen, was wir ben�tigen, um von hier fortzukommen.�</p><p>Geary senkte nachdenklich den Blick. <emphasis>Wenn nicht alles reibungslos verl�uft � und davon ist auszugehen �, dann wird es mehr als eine Woche dauern. Leider habe ich keine Ahnung, wie viel Zeit die Syndiks ben�tigen, bis sie begreifen, dass wir uns nach Kaliban abgesetzt haben, und wie lange sie nach dieser Erkenntnis brauchen, um eine ausreichend gro�e Streitmacht hinterherzuschicken. Also wird es ein Gl�cksspiel sein. Ich hatte ohnehin vor, eine Weile in diesem System zu verbringen, und wenn ich dieses Risiko nicht eingehe, dann kann mir keiner sagen, wann wir die n�chste Gelegenheit bekommen, die Werkst�tten mit Rohstoffen zu versorgen.</emphasis></p><p><emphasis>Da f�llt mir ein: Wer hat eigentlich den Befehl �ber die Hilfsschiffe? Wer sollte sich bei mir melden und mir diesen Vorschlag unterbreiten?</emphasis> Geary tippte auf die Kontrollen und versp�rte eine gewisse Befriedigung, da er die richtigen Befehle eingegeben hatte und die richtigen Daten vor ihm auftauchten. �Eine letzte Frage noch. Soweit ich wei�, ist Captain Gundel von der <emphasis>Jinn</emphasis> der Befehlshaber �ber die Hilfsschiffe.</p><p>Warum unterbreitet er nicht diesen Vorschlag im Namen aller Schiffe, die davon profitieren k�nnen?�</p><p>Geary war davon �berzeugt, dass f�r einen winzigen Moment Schuldgef�hle in den Augen des Captains aufblitzten. �Captain Gundel ist sehr besch�ftigt, Sir. Er muss sich um etliches k�mmern, was seine unmittelbare Aufmerksamkeit erfordert.�</p><p>�Verstehe.� <emphasis>Jedenfalls glaube ich, dass ich verstehe.</emphasis> �Also gut. Beginnen Sie mit den Vorbereitungen, um Ihren Plan in die Tat umzusetzen. Geben Sie mir Bescheid, bevor Sie irgendwelche Teams runter-schicken, die sich die Minen ansehen sollen.�</p><p>�Aye, aye, Sir.�</p><p>Sekundenlang starrte Geary auf die Stelle, wo eben noch das Bild des Captains in der Luft gestanden hatte und dachte �ber seine M�glichkeiten nach. Dann zuckte er mit den Schultern und rief Captain Gundel direkt. Der Wachhabende auf der Br�cke der <emphasis>Jinn</emphasis> meldete sich sofort, doch danach verging lange Zeit, bis ein sichtlich gereizter Gundel selbst ins Bild kam. Ihm war anzusehen, dass er schon seit vielen Jahren in der Flotte diente. Sein Erscheinungsbild stellte eine sonderbare Kombination aus penibler Genauigkeit bei der Zurschaustellung seiner Auszeichnungen und v�lliger Nachl�ssigkeit beim richtigen Sitz der Uniform dar. �Ja? Was ist?�</p><p>Trotz der streitlustigen Art seines Gegen�bers konnte Geary deutlich erkennen, dass Gundel nicht f�r heldenhaftes Auftreten im Gefecht ausgezeichnet worden war. Mit ausdrucksloser Miene, aber mit hochgezogener Augenbraue erwiderte er: �Captain Gundel, hier ist Captain Geary, der Befehlshaber dieser Flotte.�</p><p>�Das wei� ich. Was wollen Sie?�</p><p><emphasis>Mach nur weiter so, und ich will, dass man dich kopf�ber aufkn�pft.</emphasis></p><p>�Ich ben�tige eine Empfehlung f�r die Vorgehensweise, die erforderlich ist, um die heruntergefahrenen F�rderanlagen der Syndiks zu reaktivieren, damit Rohstoffe f�r die Hilfsschiffe gewonnen werden k�nnen.�</p><p>Gundel verzog gereizt den Mund. �Da muss ich mich erst gr�ndlich mit besch�ftigen. Einen Monat, w�rde ich sagen. Bis dahin sollte es machbar sein, eine erste Begutachtung der Anlagen durchzuf�hren und Ihnen den ersten Entwurf einer Empfehlung vorzulegen.�</p><p>�Ich m�chte den Bericht heute haben, Captain Gundel.�</p><p>�Heute? Unm�glich.�</p><p>Geary wartete einen Moment, aber Gundel wollte offenbar keinen alternativen Termin nennen. �Was hat derzeit auf der <emphasis>Jinn</emphasis> h�chste Priorit�t?�</p><p>Gundel blinzelte, da ihn diese Frage �berrumpelt hatte. �Ich kann Ihnen das in ein paar Tagen liefern. Vielleicht.�</p><p>�Sie sind der befehlshabende Offizier der <emphasis>Jinn</emphasis>. Sie sollten so etwas auswendig wissen.�</p><p>�Ich muss mich um eine ganze Menge k�mmern. Sie und ich, wir haben offenbar verschiedene Vorstellungen, welche Verantwortung auf dem Befehlshaber einer Abteilung lastet.�</p><p><emphasis>Sie und ich, wir haben auch verschiedene Vorstellungen davon, wer in dieser Flotte das Sagen hat.</emphasis> Geary bewahrte Ruhe, obwohl Hitze in ihm aufstieg. �Vielen Dank, Captain Gundel.�</p><p>Er unterbrach die Verbindung, da er wusste, Gundel w�rde vor Wut kochen, dass er ihn so kurz und knapp abserviert hatte. Eine Weile starrte Geary vor sich hin. Wenn Gundel sich so schon seinen Vorgesetzten gegen�ber verhielt, dann konnte man sich leicht ausmalen, wie er seine Untergebenen behandeln musste. Bei einem wirklich f�higen Offizier konnte es vorkommen, dass man ein solches Verhalten notgedrungen akzeptieren musste, nicht aber bei jemandem, dem es an Kompetenz zu mangeln schien und der sich weigerte, eine klare Anweisung zu befolgen. Es war offensichtlich, dass Gundel seinen Platz r�umen musste, doch einen Senioroffizier wie ihn auf einen anderen Posten zu versetzen, musste auf eine Weise geschehen, die Leuten wie Captain Numos keinen Anlass lieferte, noch mehr Stimmung gegen Geary zu machen. Den Mann von seinem Posten wegzubef�rdern, w�re die diplomatischste L�sung, aber wie sollte das in einer Flotte geschehen, in der es keine freien Positionen gab, die dieser alte Narr h�tte �bernehmen k�nnen?</p><p><emphasis>Was h�tte mein alter Chief dazu gesagt? Au�er dem �blichen �betrink dich und warte ab, ob es am n�chsten Morgen besser aussieht�. Augenblick mal. Vorschriften. Er sprach davon, dass man in den Vorschriften immer irgendetwas findet, womit man sein Vorhaben rechtfertigen konnte. Der Ratschlag hat mir bislang auch immer geholfen.</emphasis></p><p>Geary rief das Flottenregelwerk auf und begann Stichworte einzugeben und die Ergebnisse zu �berfliegen, ob sich etwas N�tzliches fand. Zu seiner �berraschung stie� er recht schnell auf eine Antwort. <emphasis>Aber will ich das machen?</emphasis> Er wandte sich den Personalakten zu und rief die Daten �ber die Befehlshaber der anderen Hilfsschiffe auf. Wie bereits angenommen, war der Commander der <emphasis>Titan</emphasis> noch sehr jung, und das sogar im Verh�ltnis zum relativ niedrigen Alter der heutigen Generation an Flottenoffizieren. Das erkl�rte seinen Eifer und sein �berhastetes Handeln, indem er sich mit seinem Vorschlag zu den F�rderanlagen der Syndiks direkt an ihn gewandt hatte. Gundel dagegen war vergleichsweise alt daf�r, dass er nur die deutlich kleinere <emphasis>Jinn</emphasis> befehligte. <emphasis>Der Unterschied zwischen einem f�higen, ehrgeizigen Offizier, der Dinge bewegen will, und einem Offizier, der sich nur auf einem bequemen P�stchen verkriechen m�chte.</emphasis></p><p>Aber dann war da noch Captain Tyrosian von der <emphasis>Witch</emphasis>. Erfahren, aber nicht au�ergew�hnlich erfahren. Hohes Ansehen als Ingenieur, gute Beurteilungen als Offizier, alt genug, um f�r einen h�heren Posten infrage zu kommen. Auf dem Papier machte sie einen guten Eindruck, was immer das auch in der Praxis bedeutete.</p><p>Geary nahm mit ihr Kontakt auf. Captain Tyrosian hielt sich auf ihrer Br�cke auf und stand ihm sofort zur Verf�gung. Sie betrachtete ihn mit Respekt, wenngleich Geary auch glaubte, eine gewisse Zur�ckhaltung zu erkennen. �Ja, Sir?�</p><p><emphasis>Das richtige Verhalten. So was gibt sofort Bonuspunkte.</emphasis> �Ich m�chte mich nur pers�nlich bei allen Befehlshabern der Hilfsschiffe melden.</p><p>Wie sieht es auf der <emphasis>Witch</emphasis> aus?�</p><p>�Wie unser Bericht sagt, Sir. Beim Kampf im Heimatsystem der Syndiks haben wir nur geringe Sch�den erlitten, weshalb wir derzeit vor allem damit besch�ftigt sind, den Flottenvorrat an Waffen wieder aufzustocken.�</p><p>�Und wie sieht es mit Ihren Rohstoffen aus?�</p><p>�Wir ben�tigen mehr�, antwortete Captain Tyrosian ohne zu z�gern.</p><p>�Wie lange w�rden Sie f�r einen Bericht ben�tigen, wie es um die Beschaffung neuer Rohstoffe bestellt ist?�</p><p>Sie wurde noch etwas skeptischer. �Sir, einen solchen Bericht k�nnte ich Ihnen jederzeit liefern, aber eine derartige Anforderung sollte vom Befehlshaber meiner Abteilung kommen.�</p><p><emphasis>Sehr gut, Captain Tyrosian. Sie wissen, was los ist. Sie sind bereit, das zu tun, was man Ihnen sagt, und Sie haben kein Problem damit, mich an die Einhaltung der Befehlskette zu erinnern.</emphasis> �Danke, Captain Tyrosian.�</p><p>Geary sah auf die Uhr. Er w�rde sich ein wenig Zeit lassen. Zwei Stunden.</p><p>Diesen Zeitraum nutzte er, indem er an seinen Szenarien f�r die Gefechts�bungen arbeitete, w�hrend die Flotte in gem�chlichem Tempo tiefer ins Kaliban-System vordrang. Schlie�lich rief er abermals die <emphasis>Jinn</emphasis>. �Captain Gundel.�</p><p>Der wirkte noch gereizter als zuvor. �Ich habe noch eine Menge zu erledigen.�</p><p>�Dann wird es Sie freuen, was ich Ihnen zu sagen habe, Captain Gundel�, verk�ndete Geary. �Mir ist klar geworden, dass ich jemanden ben�tige, der einen �berblick �ber die langfristigen Bed�rfnisse dieser Flotte zusammenstellt. Jemanden, der �ber die n�tige Erfahrung verf�gt, um alles Notwendige in einer kompakten �bersicht zusammenzufassen, auch wenn das eine Arbeit ist, die wohl viel Zeit in Anspruch nehmen wird.� Er l�chelte Gundel an, der auf eine hochn�sige Art Gearys �berlegungen zu bef�rworten schien. �Aber wenn dieser Offizier permanent durch andere Verantwortlichkeiten abgelenkt wird, kann er sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren. Daher teile ich Sie zu meinem Stab ein, Captain Gundel, und er-nenne Sie zu meinem Versorgungsberater.� Wieder l�chelte Geary.</p><p>Gundel schien schockiert zu sein.</p><p>�Nat�rlich�, fuhr Geary fort und verlieh seiner Stimme einen leicht entschuldigenden Tonfall, �ist Ihnen klar, dass die Flottenvorschriften es verbieten, dass ein Offizier im Rang eines Schiffskommandanten oder dar�ber gleichzeitig eine Stabsposition innehat. Zu viel Ablenkung, zu viele Interessenkonflikte. Ein Profi wie Sie ver-steht das sicher. Damit ich also von Ihrem Wissen und Ihren Ratschl�gen profitieren kann, m�ssen Sie das Kommando �ber die <emphasis>Jinn</emphasis> abgeben. Sie ben�tigen einen geeigneten Arbeitsplatz, um Ihre Aufgabe erledigen zu k�nnen. Da mir bekannt ist, dass ein kleines Schiff wie die <emphasis>Jinn</emphasis> daf�r keinen Raum zur Verf�gung hat, m�ssen Sie auf die <emphasis>Titan</emphasis> wechseln. Ich werde sicherstellen, dass Sie dort ein vern�nftiges B�ro erhalten. Und da Sie damit nicht mehr das Kommando �ber die <emphasis>Jinn</emphasis> haben, wird Captain Tyrosian von der <emphasis>Witch</emphasis> der neue Commander �ber die Hilfsschiffe.�</p><p>Gundel war sprachlos und konnte ihn nur anstarren.</p><p>�Dann gibt es keine Fragen? Hervorragend. Da wir unter gro�em Zeitdruck stehen, sorgen Sie bitte daf�r, dass Sie das Kommando �ber die <emphasis>Jinn</emphasis> bis Mitternacht an Ihren XO �bergeben haben. Morgen werden Sie auf die <emphasis>Titan</emphasis> versetzt.�</p><p>Schlie�lich war Gundel wieder in der Lage, etwas zu sagen. �Sie� Sie k�nnen nicht einfach��</p><p>�Doch, das kann ich.� Geary wurde ernst, sein Tonfall unterk�hlt.</p><p>�Meine Befehle werden unmittelbar nach Beendigung dieser Unterhaltung an die <emphasis>Titan</emphasis>, die <emphasis>Jinn</emphasis> und die <emphasis>Witch</emphasis> gesendet. Ich darf annehmen, dass ein Offizier von Ihrer Erfahrung es nicht mal im Traum wagen w�rde, sich einem direkten Versetzungsbefehl zu wi-dersetzen, oder?� Geary machte eine kurze Pause, da er wusste, dass seine Worte Gundel an das Beispiel des vormaligen Commanders der <emphasis>Arrogant</emphasis>, Vebos, erinnern w�rden. Er lie� noch einige Sekunden Schweigen folgen, sodass Gundel �ber die Vorteile nachdenken konnte, nicht l�nger die Verantwortung eines Kommandos tragen zu m�ssen und sich einem schier unendlichen Forschungsprojekt widmen zu k�nnen, ohne mit dem Makel leben zu m�ssen, dass man ihn seines Postens enthoben hatte. Geary sah, wie sich Gundels Miene ver�nderte, als er begriff, welch gro�artige Gelegenheit sich hier f�r einen Offizier von seinen beschr�nkten M�glichkeiten bot.</p><p>�Oder gibt es irgendwelche Probleme?�</p><p>�Nein, �berhaupt nicht.� Gundels Augen zuckten hin und her, w�hrend er sich die Situation offenbar noch einmal durch den Kopf gehen lie�. Schlie�lich nickte er zufrieden und nahm wieder eine gefasste Haltung an. �Ein wohl�berlegter Einsatz Ihres Personals. Allerdings muss ich wohl nicht noch betonen, wie sehr ich es bedauere, die <emphasis>Jinn</emphasis> verlassen zu m�ssen.�</p><p>�Das kann ich gut verstehen.�</p><p>�Allerdings ist mein XO von mir gut ausgebildet worden. Er sollte davon profitiert haben, dass er mich als Befehlshaber der <emphasis>Jinn</emphasis> beobachten konnte, und er wird ein f�higer Nachfolger sein.�</p><p>�Gut zu wissen.�</p><p>�Ich glaube, Captain Tyrosian hat ebenfalls davon profitiert, dass sie mich als Befehlshaber der Abteilung erleben konnte.�</p><p>�Dann sollten uns eigentlich keine Nachteile entstehen�, erkl�rte Geary, der Gundels scheinbar unaufh�rlichem selbstlosem Rede-schwall Einhalt gebieten wollte.</p><p>�Ihnen ist sicherlich klar, dass die Arbeit an dem von Ihnen geforderten Bericht ein langwieriger Prozess sein wird.�</p><p>�Sie nehmen sich daf�r so viel Zeit, wie Sie brauchen.� <emphasis>Je l�nger, umso besser, weil Sie auf diese Weise weder mir noch sonst jemandem im Weg sind.</emphasis> �Danke, Captain Gundel.� Geary unterbrach rasch die Verbindung, bevor Gundel noch etwas sagen konnte. <emphasis>Mit ein bisschen Gl�ck werde ich nie wieder ein Wort mit ihm reden m�ssen. Er kann meinetwegen jahrelang an diesem Bericht arbeiten, bis er in den Ruhestand geht und ihn dem armen Kerl �bergibt, der dann das Kommando �ber die Flotte hat.</emphasis></p><p>Geary sendete die vorbereiteten Mitteilungen, dann nahm er mit der <emphasis>Witch</emphasis> und der <emphasis>Titan</emphasis> pers�nlich Kontakt auf, um die Captains �ber die aktuelle Situation zu informieren. Captain Tyrosian reagierte fast genauso verdutzt wie Gundel, aber sie best�tigte umgehend seinen Befehl, einen Plan f�r die m�gliche Ausbeutung der Minen zu erstellen. Ihre Stimmung besserte sich deutlich, als ihr klar wurde, dass sie nun Befehlshaberin der Abteilung und die <emphasis>Witch</emphasis> das neue Flaggschiff dieser Abteilung war. Geary atmete fast erleichtert auf, als er das Gespr�ch mit Tyrosian beendete und wusste, mit ihr w�rde er zusammenarbeiten k�nnen.</p><p>Der befehlshabende Offizier der <emphasis>Titan</emphasis> wiederum war sichtlich begeistert, dass er nicht l�nger unter Gundels Fuchtel stand, auch wenn ihn zugleich die Tatsache beunruhigte, seinen vormaligen Vorgesetzten f�r unbestimmte Zeit auf seinem Schiff unterbringen zu m�ssen. �Er hat mit Ihrer Befehlskette nichts mehr zu tun�, versicherte Geary ihm. �Versorgen Sie ihn mit allem Material, das er an-fordert, und geben Sie ihm ein sch�nes B�ro. Vermutlich werden Sie ihn nie zu Gesicht bekommen.�</p><p>�Jawohl, Sir. Und danke, Sir.�</p><p>�Sie danken mir?�, fragte Geary. �Wof�r?�</p><p>Der j�ngere Offizier z�gerte. �Daf�r, dass Sie mich nicht aus der n�chsten Luftschleuse gesto�en haben, weil ich Captain Gundel �bergangen und mich sofort an Sie gewandt habe, Sir.�</p><p>�Wenn diese Geschichte mit den Syndik-Minen funktioniert, dann wird das f�r diese Flotte von gro�em Nutzen sein. Sie hatten guten Grund f�r Ihre Vorgehensweise. Machen Sie nur keine Gewohnheit daraus.�</p><p>�Das wird nicht passieren, Sir.�</p><p>Einige Stunden sp�ter fiel ihm ein, mit dem neuen befehlshabenden Offizier der <emphasis>Jinn</emphasis> zu reden. Geary hatte Gundel ganz bewusst auf die <emphasis>Titan</emphasis> versetzt, damit er seinem Nachfolger nicht das Leben schwer machen konnte. Der vormalige XO schien ein f�higer Mann zu sein, und es war sogar anzunehmen, dass er mehr oder weniger Gundels Arbeit komplett erledigt hatte, w�hrend der so tat, als ob er st�ndig schrecklich besch�ftigt sei. Der neue Captain der <emphasis>Jinn</emphasis> lie� keine Freude dar�ber erkennen, dass er nicht l�nger Gundels Untergebener war, aber vermutlich hatte er in dieser Zeit gelernt, seine Gef�hle zu verbergen.</p><p>Geary warf einen Blick auf die Position der Flotte im System. Seit einigen Stunden glitten die Schiffe tiefer in das System hinein. Selbst wenn die Syndik-Streitmacht, die ihnen durch das Corvus-System gefolgt war, doch noch entschieden haben sollte, nach Kaliban statt nach Yuon zu springen, w�rde es noch mehrere Stunden dauern, bis sie hier eintrafen. Doch je l�nger Geary dar�ber nachdachte, umso geringer wurde seine Sorge, sie k�nnten weiter verfolgt werden.</p><p>W�re den Syndiks auch nur der mindeste Verdacht gekommen, die Allianz-Flotte werde nach Kaliban fliegen, dann h�tten sie irgendetwas in dieses System geschickt, um die Ankunft seiner Flotte festzustellen. Dass nicht einmal ein Scoutschiff zu entdecken war, das gleich nach Auftauchen der Allianz-Schiffe die Flucht angetreten h�tte, um dem Syndik-Kommando Bericht zu erstatten, war f�r Geary Beweis genug: Die Syndiks waren fest davon �berzeugt gewesen, die Flotte werde nach Yuon oder Voss springen, und folglich hatten sie ihre Kr�fte auf diese Systeme konzentriert.</p><p>Diese Erkenntnis bedeutete zu Gearys Bedauern aber auch, dass er sich nicht l�nger vor einer Sache dr�cken konnte, die erledigt werden musste, seit die Flotte in diesem System angekommen war. Also gab Geary widerstrebend den Befehl an alle Schiffe heraus, dass die befehlshabenden Offiziere unverz�glich zu einer Besprechung zu-sammenkommen sollten.</p><p>Der Konferenzraum kam ihm wieder riesig gro� vor, der Tisch schien sich in der Ferne zu verlieren, und Geary fragte sich, wie lange es dauern w�rde, bis seine Abneigung, hier Besprechungen abzuhalten, in Hass umschlug. Dieser virtuelle Prozess machte es viel zu leicht, Zusammenk�nfte einzuberufen, und ihm wurde allm�hlich bewusst, dass diese Methode die Treffen gleichzeitig zu einem Problem machte, weil jeder m�helos daran teilnehmen und sich zu Wort melden konnte, wenn er das wollte. Die Software ber�cksichtigte jeden Wunsch nach einer Wortmeldung ohne R�cksicht auf Gearys Ansicht zu einer Angelegenheit, und es war ihm nicht m�glich, Treffen so zu legen, dass es f�r seine �rgsten Widersacher mit Schwierigkeiten verbunden war, daran teilzunehmen.</p><p><emphasis>Da w�ren wir also wieder. Eine gro�e, gl�ckliche Familie.</emphasis> Geary versuchte, nicht zu Captain Faresa zu schauen, die ihm sicher wieder einen ihrer stechenden Blicke zuwarf. �Ich wollte Sie alle von meiner Absicht in Kenntnis setzen, vorl�ufig im Kaliban-System zu bleiben.</p><p>Wir haben wom�glich die Gelegenheit, Rohstoffe an Bord zu nehmen, und es sieht so aus, dass uns die Syndiks so schnell nicht nach hier folgen werden.�</p><p>Captain Faresa meldete sich wie erwartet prompt zu Wort. �Wenn die Syndiks hier auftauchen, werden wir dann wieder davonlaufen?�</p><p>Er betrachtete sie mit ausdrucksloser Miene und hoffte, es w�rde sie ein wenig aus der Ruhe bringen. �Wir sind bei Corvus nicht davongelaufen. Wir haben uns nur nicht auf ein Gefecht eingelassen.�</p><p>�Das ist doch das Gleiche! Und das auch noch gegen�ber einem zahlenm��ig unterlegenen Feind!�</p><p>Geary versuchte, die Stimmung am Konferenztisch zu ergr�nden, und lie� seinen Blick von einem Gesicht zum anderen wandern. Sein Gef�hl sagte ihm, dass deutlich zu viele Anwesende Faresas Meinung zu sein schienen. Das verbl�ffte ihn, aber es war offenbar wirklich so. �Ich darf Captain Faresa daran erinnern, dass unser Aufenthalt im Corvus-System lediglich dem Zweck diente, den n�chsten Sprungpunkt zu erreichen. Ich sah keine Veranlassung, mich durch eine unbedeutende Syndik-Streitmacht von unserem Plan abhalten zu lassen.�</p><p>�Die glauben, wir sind vor ihnen davongelaufen!�</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf und l�chelte fl�chtig. �Die Syndiks glauben eine Menge Unsinn.� Zu seiner Erleichterung brachte seine Bemerkung zahlreiche Captains zum Lachen. Er hatte �berlegt, wie er auf die Ereignisse im Corvus-System reagieren sollte, falls jemand sie zum Thema machen wollte, und es schien ihm die beste L�sung, die Bedeutung der Syndik-Streitmacht herunterzuspielen.</p><p>Captain Faresa lief rot an, doch bevor sie weiterreden konnte, kam ihr Captain Numos zuvor. �Trotzdem m�ssen wir davon ausgehen, dass die Syndiks zweifellos glauben, wir w�rden uns vor einem Kampf mit ihnen <emphasis>f�rchten</emphasis>.�</p><p>Langsam zog Geary eine Augenbraue hoch. � <emphasis>Ich</emphasis> hatte keine Angst vor den Syndiks.� Er lie� eine l�ngere Pause folgen, w�hrend Numos ihn mit seinem Blick zu durchbohren versuchte. �Ich halte nichts davon, uns vom Gegner unser Handeln vorschreiben zu lassen. Wenn wir kehrtgemacht und sie angegriffen h�tten, nur weil wir� besorgt� dar�ber sind, was der Feind von uns denken k�nnte, dann lassen wir uns von ihm vorschreiben, wie wir uns zu verhalten haben.�</p><p>Er zeigte auf Faresa und Numos. �Ich m�chte Sie beide daran erinnern, dass die Syndiks wussten, wir w�rden nach Corvus springen.</p><p>Es war das einzige System, das wir vom Sprungpunkt im Heimatsystem der Syndiks aus erreichen konnten.� Fast h�tte er das Wort �Flucht� in seinen Satz eingebaut, doch er wollte nicht auch noch selbst dem Vorwurf Nahrung geben, sie seien vor einem Gefecht davongelaufen, auch wenn das voll und ganz der Wahrheit entsprach.</p><p>�Die Verfolgergruppe war ganz sicher nur eine erste Welle, weitere Schiffe w�ren ihnen in K�rze in das System gefolgt. Was h�tten wir mit unseren besch�digten Schiffen anstellen sollen, wenn diese zweite Welle eingetroffen w�re? In einem Syndik-System gab es f�r uns keine sichere Zuflucht. Jedes zusammengeschossene Schiff w�re mitsamt seiner Crew dem Untergang geweiht gewesen. Wie sollte das unserer Sache dienen? Wie sollte das den Menschen dienen, die unserem Kommando unterstellt sind? W�rden Sie sich in einem unbedeutenden Sternensystem mit den Syndiks einen Kampf bis zum Tod � und zwar bis zum Tod unserer Flotte � liefern, nur weil Ihr Stolz das von Ihnen verlangt?�</p><p>Captain Faresa schwieg und warf Geary einen zornigen Blick zu, w�hrend Numos den Kopf sch�ttelte. �Stolz ist das, wof�r unsere Flotte k�mpft. Stolz schwei�t uns zusammen, und ohne Stolz sind wir nichts.� Sein Tonfall lie� erkennen, dass Geary das eigentlich wissen sollte und dass seine Ignoranz dem anderen Mann v�llig un-verst�ndlich war.</p><p>Geary beugte sich nach vorn und wusste, ihm war seine Wrut anzusehen. �Diese Flotte k�mpft f�r den Sieg, nicht f�r den Stolz. Sie wird durch Ehre und Tapferkeit zusammengeschwei�t, durch den Glauben an das, wof�r wir k�mpfen, und durch den Glauben an sich selbst. <emphasis>Stolz</emphasis> hat damit gar nichts zu tun. Stolz ist nur eine Waffe, die unser Feind mit dem gr��ten Vergn�gen benutzen wird, um unseren Untergang herbeizuf�hren.�</p><p>Schweigen legte sich �ber den Raum. In Numos� Augen schien ein Funke Zufriedenheit aufzublitzen, als glaube er, gegen Geary ge-punktet zu haben. Geary zwang sich zur Ruhe, da er wusste, er durfte sich nicht von seinem Temperament mitrei�en lassen. Er betrachtete wieder die Captains, deren Bilder so in den Raum projiziert wurden, als s��en diese M�nner und Frauen bei ihm am Tisch.</p><p>Dabei versuchte er einzusch�tzen, ob er seine Position geschw�cht hatte, auch wenn er nicht wusste, was er sonst h�tte sagen sollen.</p><p>�Wenn ich dann fortfahren darf. Die Syndiks wissen nicht, dass wir nach Kaliban gesprungen sind. Es wird einige Tage dauern, bis ihnen klar wird, dass wir nicht Kurs auf Yuon genommen haben. Erst dann werden sie mit der Suche nach uns beginnen, und diese Zeit m�ssen wir nutzen, um unsere Vorr�te aufzustocken. Unsere Hilfsschiffe�, er deutete auf Tyrosians Platz, �werden zusehen, welche Rohstoffe sie an Bord holen k�nnen, und gleichzeitig die Zeit nutzen, um die Dinge zu produzieren und zu verteilen, die von unseren Schiffen am dringendsten ben�tigt werden.�</p><p>�Captain Tyrosian leitet die Hilfsschiffe? Was ist mit Captain Gundel geschehen?�, fragte ein Offizier, der Tyrosian verwundert, aber nicht feindselig ansah.</p><p>�Captain Gundel hat den Auftrag erhalten, f�r mich den langfristigen Bedarf dieser Flotte zu ermitteln�, antwortete Geary. �Er wechselt auf die <emphasis>Titan</emphasis>.�</p><p>�Ich h�rte, Gundel sei seines Postens enthoben worden�, warf ein anderer Offizier vorwurfsvoll ein.</p><empty-line/><p><emphasis>Die Dinge sprechen sich schnell herum. Daran hat sich seit meiner Zeit nichts ge�ndert.</emphasis> Geary schaute zu Tyrosian. �Die Flottenvorschriften verbieten es, dass ein Offizier ein Schiff befehligt und gleichzeitig ein Stabsmitglied ist. Daher war es erforderlich, das Kommando �ber die <emphasis>Jinn</emphasis> an Captain Gundels XO zu �bergeben. Captain Gundel�, f�gte er dann noch an, �war mit diesen Ver�nderungen einverstanden.�</p><p>Tyrosian war es nicht gew�hnt, bei diesen Treffen so sehr im Mittelpunkt zu stehen, und nickte nur.</p><p>�Wird Captain Gundel das Gleiche sagen, wenn man ihn dazu befragt?�, hakte der Offizier nach.</p><p>�Wenn Sie meine Aussagen nicht f�r vertrauensw�rdig genug halten�, konterte Geary ironisch, �k�nnen Sie gern jederzeit mit Captain Gundel Kontakt aufnehmen. Ich m�chte Sie aber vorwarnen, dass er wahrscheinlich erkl�ren wird, er sei zu besch�ftigt, um sich bei seiner Arbeit unterbrechen zu lassen.�</p><p>Etliche Anwesende mussten daraufhin l�cheln. Wie Geary ganz richtig vermutet hatte, waren viele Offiziere gezwungen gewesen, sich mit Captain Gundel herumzuschlagen, solange der das Sagen �ber die Hilfsschiffe hatte. Ihnen allen war klar, was Geary mit seiner Bemerkung hatte sagen wollen.</p><p>Der Offizier, der ihn infrage gestellt hatte, bemerkte das allgemeine L�cheln und erkannte, dass er nicht viele Verb�ndete haben w�r-de, sollte er gegen Gundels Versetzung weiter protestieren wollen.</p><p>�Schon gut. Ich wollte nur Gewissheit haben, weiter nichts.�</p><p>�Gut.� Geary betrachtete der Reihe nach die Anwesenden, deren Mienen ihn erkennen lie�en, dass er f�r den Augenblick die Flotte weiterhin unter Kontrolle hatte. <emphasis>Aber zu viele von ihnen sympathisieren mit Numos� Einstellung. Warum nur? Diese Leute sind nicht dumm, und trotzdem sind zu viele offenbar unzufrieden, dass wir uns im Corvus-System kein Gefecht mit den Syndiks geliefert haben, ganz gleich, was der gesunde Menschenverstand dazu sagt. Also gut. Aber wenn sie k�mpfen wollen, dann m�ssen sie auch lernen, wie man das richtig anstellt.</emphasis> �Solange wir in diesem System sind, werden wir uns mit einer Sache besch�ftigen.�</p><empty-line/><p>Alle sahen ihn an, einige interessiert, andere eher zur�ckhaltend.</p><p>�Ich hatte die Gelegenheit, diese Flotte in Aktion zu erleben.� Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, sich so diplomatisch auszudr�cken, wie Geary es nur konnte. Er w�nschte, er k�nnte Rione gen�gend vertrauen, um sich von ihr bei der Wortwahl bei dieser flotteninter-nen Angelegenheit helfen zu lassen. �Der Mut der Besatzungen und die F�higkeiten der Schiffe in dieser Flotte sind wirklich beeindruckend. Darauf k�nnen Sie alle stolz sein.� Den letzten Satz lie� er als einen Nachgedanken folgen, um sich das Thema Stolz von Numos zur�ckzuerobern. �Unser Ziel ist aber nicht nur, als Sieger aus einem Gefecht hervorzugehen. Sondern wir m�ssen auch versuchen, dem Gegner m�glichst schwere Verluste zuzuf�gen, w�hrend wir unsere eigenen Verluste so gering wie m�glich halten. Es gibt Verschiedenes, was wir tun k�nnen, um unsere M�glichkeiten zu maximieren, damit wir solche Siege erringen k�nnen.�</p><p>Die Zur�ckhaltung war den Gesichtern nach wie vor deutlich anzusehen. Geary rief eine Darstellung auf, die Gefechtsformationen zeigte, wie er es fr�her einmal ge�bt hatte. �bungen, wie man Gruppen von Kriegsschiffen so koordinierte, dass sie an den entscheidenden Positionen zusammenkamen. Er hatte lange dar�ber nachgedacht, wie er diesen Leuten klarmachen sollte, dass sie keinen Funken Ahnung davon hatte, wie man sich in einem Gefecht richtig verhielt. �Koordination, Teamwork und Schiffsformationen, die es uns erm�glichen, diese Eigenschaften optimal zu unseren Gunsten zu nutzen. Es ist viel �bung n�tig, um das alles richtig zu koordinieren, aber der Lohn wird darin bestehen, dass die Syndiks nicht darauf vorbereitet sind und sich nicht dagegen verteidigen k�nnen.�</p><p>�Wir k�nnen die Schiffe in diese Formationen bringen�, wandte jemand ein. �Aber die bringen uns �berhaupt nichts ein, wenn nicht jemand �ber Lichtminuten hinweg das Ganze koordinieren kann, w�hrend wir einem Feind gegen�berstehen, der agiert und reagiert.</p><p>Das ist eben das Problem. Durch die verz�gerten Informationen wird das jedes Mal unm�glich gemacht. Das grunds�tzliche Konzept ist in den taktischen Handb�chern festgehalten, aber es wei� niemand mehr, wie diese Formationen funktionieren sollen.�</p><p>Zum ersten Mal meldete sich Commander Cresida von der <emphasis>Furious</emphasis> zu Wort. �Das ist richtig, doch ich glaube, wir haben jetzt jemanden in unserer Mitte, der wei�, wie das geht. Der das vor langer Zeit gelernt hat.� Mit einem finsteren L�cheln auf den Lippen sah sie zu Geary.</p><p>Er konnte mitverfolgen, wie es nach und nach allen Anwesenden d�mmerte. Sogar Numos und Faresa schienen nicht zu wissen, wie sie darauf kontern sollten. <emphasis>Die Gelegenheit muss ich nutzen.</emphasis> �Wir k�nnen das hinbekommen. Es wird einiges an Arbeit bedeuten. Wir werden Simulationen durchspielen und �bungen durchf�hren, solange wir in diesem System sind. Wir werden �ben, wie Flotten aufeinandertreffen. Ja, ich kenne da ein paar Tricks, die offenbar nicht bis heute �berlebt haben. Ich kann sie Ihnen zeigen und vermitteln, und damit werden wir die Syndiks v�llig unvorbereitet treffen.�</p><p>Obwohl einige Anwesende skeptisch dreinblickten, schien der gr��te Teil der Befehlshaber erleichtert und interessiert zu sein.</p><p>�Wir werden Formationen, Gefechtssituationen und Man�ver �ben.� Beim Begriff �Gefechtssituationen� wurden noch mehr Offiziere hellh�rig, als w�rde Gearys Interesse an der Vorbereitung auf m�gliche Gefechte ihnen einige ihrer Sorgen nehmen. �Ich werde einen Zeitplan aufstellen�, fuhr er fort. �Es wird anstrengend werden, weil ich nicht wei�, wie viel Zeit uns zum �ben bleibt. Irgendwelche Fragen?�</p><p>�Wohin werden wir von hier aus weiterfliegen?�, wollte Captain Tulev wissen.</p><p>�Das ist noch nicht entschieden. Wie Sie wissen, stehen verschiedene M�glichkeiten zur Auswahl.�</p><p>�Dann sind Sie nicht darauf aus, Kaliban m�glichst schnell zu verlassen?� Tulevs Blick verriet, dass er genau wusste, wie Geary darauf antworten w�rde.</p><p>Geary reagierte mit einem fl�chtigen L�cheln und dankbar, dass Tulev ihm die Gelegenheit f�r eine klare Antwort gegeben hatte.</p><p>�Wir werden Kaliban verlassen, wenn wir uns dazu bereit f�hlen, Captain.�</p><empty-line/><p>Verhaltener Jubel machte sich breit, als die meisten Commander seinen �berlegungen zustimmten. Geary sa� weiter l�chelnd da, w�hrend er immense Erleichterung versp�rte, weil er diesen M�nnern und Frauen klargemacht hatte, dass sie noch eine Menge lernen mussten, ohne dabei zugleich ihren Stolz auf sich selbst und ihre F�higkeiten zu verletzen. �Das w�re dann alles. Ich werde einen Trai-ningsplan ausarbeiten und ihn an alle Schiffe �bermitteln, sobald er fertig ist.�</p><p>Captain Desjani stand auf, nickte Geary zu und verlie� hastig den Raum, wobei sie auf ihrem Datenpad nachsah, welche Entscheidungen zu treffen und welche Befehle zu erteilen waren. Die Darstellun-gen der anderen Commander l�sten sich rasch auf, da sie zu ihren Untergebenen wollten, um ihnen das Ergebnis der Besprechung mitzuteilen. Geary konzentrierte sich auf einen Offizier und hob die Hand, um ihn aufzuhalten. �Captain Duellos, ich w�rde gern mit Ihnen unter vier Augen reden.�</p><p>Duellos nickte best�tigend, dann �kam� sein Bild auf Geary zu, w�hrend die anderen Offiziere sich wie ein Schwarm Seifenblasen aufl�sten und der Raum wieder seine wirkliche Gr��e annahm. �Ja, Captain Geary?�</p><p>Geary rieb sich das Genick und �berlegte, wie er seine Frage am besten stellen sollte. �Ich w�rde gern Ihre Meinung zu etwas wissen.</p><p>W�hrend der Besprechung ging es um Stolz und um unsere Weigerung, bei Corvus die Syndiks anzugreifen. Wie denken Sie dar�ber?�</p><p>Duellos legte den Kopf schr�g und musterte Geary. �Sie legen Wert auf meine pers�nliche Meinung? Ich kann nicht f�r mich in Anspruch nehmen, dass ich die Meinung jedes Captains der Flotte repr�sentiere.�</p><p>�Das wei� ich. Ich m�chte gern wissen, was Sie denken und was Ihrer Meinung nach die anderen denken.�</p><p>�Wie Sie w�nschen.� Duellos zog einen Mundwinkel hoch.</p><p>�Ich habe verstanden, was Sie �ber das Thema Stolz gesagt haben.</p><p>Aber Sie sollten auch wissen, dass Stolz einer der Grundpfeiler der Flotte ist.�</p><empty-line/><p>�Ich habe nie gesagt, sie sollten keinen Stolz empfinden!� Geary erhob aufgebracht beide Arme.</p><p>Diesmal zuckten beide Mundwinkel nach oben, als versuche Duellos, der Situation etwas Am�santes abzugewinnen. �Nein, aber die Bedeutung, die Stolz f�r uns hat, kann nicht au�er Acht gelassen werden. Es gab Zeiten, Captain Geary, da war unser Stolz das Einzige, was uns weitermachen lie�.�</p><p>Mit einem Kopfsch�tteln sah Geary zur Seite. �Ich habe viel zu gro�en Respekt vor Ihnen und m�chte nicht glauben, dass leerer Stolz das Einzige ist, was Sie motivieren kann. Ich glaube, was Sie als Stolz bezeichnen, ist mehr als nur das. Vielleicht der Glaube an Sie selbst. Oder Beharrlichkeit im Angesicht einer drohenden Niederlage. Das sind Dinge, <emphasis>auf die</emphasis> man stolz sein kann. Aber das ist nicht das Gleiche wie stolz zu sein.�</p><p>Duellos seufzte. �Ich f�rchte, uns ist die F�higkeit abhandenge-kommen, solche Dinge zu unterscheiden. Irgendwo auf dem Weg von Ihrer Zeit zu unserer haben wir das wohl verloren. Der Krieg verzerrt die Dinge, und der menschliche Geist ist nur eines der Dinge, die er verzerrt und verdreht.�</p><p>�Dann sind Sie auch der Meinung, wir h�tten bei Corvus die Syndiks angreifen sollen?�</p><p>�Nein, auf gar keinen Fall. Das w�re aus den von Ihnen dargeleg-ten Gr�nden eine Dummheit gewesen. Aber�� Er z�gerte. �Darf ich ganz offen sprechen?�</p><p>�Nat�rlich. Ich habe mich an Sie gewandt, weil ich darauf baue, dass Sie mir die Wahrheit sagen.�</p><p>Wieder lie� Duellos ein sehr kurzes, knappes L�cheln erkennen.</p><p>�Ich kann nicht behaupten, dass ich immer wei�, was die Wahrheit ist. Ich kann Ihnen nur sagen, was ich f�r die Wahrheit halte. Sie m�ssen wissen, dass zwar die meisten befehlshabenden Offiziere mit Leib und Seele an Black Jack Geary glauben, dass sich jedoch viele fragen, ob Sie immer noch dieser Mann sind. Einen Augenblick�, f�gte er rasch hinzu, da Geary zu einer Erwiderung ansetzen wollte. �Mir ist klar, dass Sie nie dieser Mann waren. Aber diese Leute suchen in Ihren Entscheidungen nach den Eigenschaften von Black Jack Geary.�</p><p>Geary dachte einen Moment lang dar�ber nach. �Und wenn sie nichts von dem finden, was sie f�r Black Jacks Eigenschaften halten?�</p><p>�Dann werden sie Ihre Bef�higung infrage stellen, weiterhin diese Flotte zu befehligen�, antwortete Duellos geradeheraus. �Seit Sie das Kommando �bernommen haben, werden Ger�chte verbreitet, Sie seien eine leere H�lle, ein Mann, der von der langen Zeit im k�nstlichen Tiefschlaf Schaden davongetragen hat, ein leeres, verbrauchtes �berbleibsel eines gro�en Helden. Wenn der Eindruck entsteht, Ihnen fehle es an dem Willen, sich dem Feind zu stellen, dann gibt das nur den Ger�chten zus�tzliche Nahrung, dass Ihre Seele Ihren K�rper verlassen hat.�</p><p>�Zum Teufel.� Mit beiden H�nden rieb sich Geary �bers Gesicht.</p><p>So sehr er es auch hasste, f�r eine Legende gehalten zu werden, schien es keine Spur besser zu sein, wenn man ihn als seelenlosen Zom-bie bezeichnete. Zumal ein solches Etikett seiner Kommandof�higkeit ernsthaften Schaden zuf�gen konnte. �Widerspricht jemand diesen Ger�chten?�</p><p>�Selbstverst�ndlich, Sir. Aber Widerworte von jemandem wie mir bewirken nichts bei den Leuten, die an Ihnen zweifeln. Diejenigen, die in der Lage sind, ihre Meinung zu �ndern, warten auf Taten von Ihnen.�</p><p>Wieder hob er aufgebracht die H�nde hoch. �Ich kann das nicht prinzipiell abtun, nicht wahr? Ich werde Sie nicht fragen, wer diese Ger�chte verbreitet, weil Sie es mir bestimmt nicht sagen werden.</p><p>Captain Duellos, ich habe dieses Kommando �bernommen, um die Flotte nach Hause zu bringen. Wenn mir das gelingt, ohne mich in schwere Raumschlachten verstricken zu lassen, dann wird das bedeuten, dass ich es geschafft habe, ohne ein weiteres Schiff zu verlieren.�</p><p>Sekundenlang betrachtete Duellos ihn. �Captain Geary, die Flotte nach Hause zu bringen, kann nicht der Selbstzweck sein. Ich will nicht abstreiten, dass es von gro�er Wichtigkeit ist, doch diese Flotte existiert, um zu k�mpfen. Die Syndiks m�ssen geschlagen werden, wenn dieser Krieg ein Ende nehmen soll. Jeder Verlust, den wir ihnen auf unserem Heimweg zuf�gen k�nnen, wird f�r die Allianz von Nutzen sein. Und fr�her oder sp�ter wird sich diese Flotte wieder den Syndiks stellen m�ssen.�</p><p>Geary stand da, den Kopf voll finsterer Gedanken, und schlie�lich nickte er bed�chtig. �Ich verstehe.�</p><p>�Es ist ja nicht so, als <emphasis>wollten</emphasis> wir unbedingt fern der Heimat sterben, m�ssen Sie wissen�, erg�nzte Duellos mit einem ironischen L�cheln.</p><p>�Ja, ich wei�.� Geary tippte an seine linke Brust, wo nur ein paar B�nder seine Uniform schm�ckten, ganz im Gegensatz zu den un-z�hligen Reihen voller Auszeichnungen, mit denen Duellos f�r seinen Einsatz belohnt worden war. Das unverkennbare Hellblau der Ehrenmedaille der Allianz hob sich vom Rest ab, der Lohn f�r sein �letztes Gefecht�. Geary glaubte nicht, dass er diese Auszeichnungen wirklich verdient hatte, doch die Vorschriften verlangten von ihm, dass er sie trug. �Sie sind damit aufgewachsen. K�mpfen und Sterben ist f�r Sie etwas, das zu einem ganz normalen Leben dazu-geh�rt. Meine Gedankenwelt ist noch die gleiche wie vor hundert Jahren, als der Frieden noch die Norm und Krieg nichts weiter als eine M�glichkeit war. F�r mich waren Gefechte ein theoretisches Spiel, bei dem Schiedsrichter am Ende Punkte zusammenz�hlten, um festzustellen, wer gewonnen und wer verloren hatte. Anschlie�end gingen wir alle zusammen einen trinken und machten uns gegenseitig etwas vor, wie brillant die Taktik der anderen gewesen war. Jetzt ist das alles real. Bei Grendel lief alles so schnell ab, da blieb mir gar keine Zeit, um dar�ber nachzudenken, dass ich mich in einem Krieg befand.� Er verzog das Gesicht. �Ihre Flotte ist weitaus gr��er als die zu meiner Zeit. In einer Schlacht k�nnte ich heute mehr Matrosen verlieren, als es damals �berhaupt in der gesamten Flotte gab. Ich muss mich immer noch daran gew�hnen, dass ich mitten in einem sehr langwierigen Krieg gelandet bin.�</p><p>Ein Schatten huschte �ber Duellos� Gesicht. �Ich beneide Sie, Sir�, erkl�rte er leise.</p><p>Geary nickte und reagierte mit einem schmallippigen L�cheln. �Ja.</p><empty-line/><p>Ich habe eigentlich keinen Grund, mich zu beklagen, nicht wahr?</p><p>Danke f�r Ihre offenen Worte, Captain Duellos. Ich wei� Ihre ehrliche Meinung sehr zu sch�tzen.�</p><p>Duellos ging einen Schritt zur�ck und machte sich bereit, sein Abbild verschwinden zu lassen, dann aber hielt er inne. �Darf ich fragen, was Sie machen werden, wenn eine Streitmacht der Syndiks nach Kaliban kommt?�</p><p>�Ich werde �berpr�fen, welche M�glichkeiten mir zur Verf�gung stehen, und dann werde ich mich f�r den Weg entscheiden, der unter den gegebenen Umst�nde der beste ist.�</p><p>�Nat�rlich. Ich bin mir sicher, Sie werden eine �beseelte� Entscheidung treffen, Sir.� Duellos salutierte, sein Bild l�ste sich auf.</p><p>Wieder allein in einem Raum, in dem sich au�er ihm eigentlich die ganze Zeit �ber so gut wie niemand aufgehalten hatte, brachte Geary lange damit zu, die Sterne zu betrachten, die �ber dem Konferenztisch schwebend projiziert wurden.</p></section><section><title><p>Neun</p></title><p>Sogar die technischen Experten der Allianz mussten zugeben, dass die Syndik-Einrichtungen im Kaliban-System gr�ndlich eingemottet worden waren. Die Anlagen hatte man heruntergefahren, die Energieversorgung getrennt oder mitgenommen, und alles �brige war eingepackt oder weggelegt worden. Der Atmosph�re in den Anlagen hatte man so viel Feuchtigkeit wie m�glich entzogen, sie dann abgepumpt und die Anlagen wieder versiegelt. Alles war tiefge-k�hlt worden, damit aber auch vor den Auswirkungen von Tempe-raturschwankungen, �tzenden Gasen und anderen Bedrohungen gesch�tzt.</p><p>Die Bilder aus den Einrichtungen zeigten auf den ersten Blick dunkle R�ume, die so wirkten, als seien die Arbeiter nach einem langen Tag eben erst nach Hause gegangen. Als Geary auffiel, dass alles unnat�rlich scharf dargestellt war und dass die Lichtkegel nicht streuten, wie es in einer Atmosph�re der Fall gewesen w�re, wurde ihm schon anhand der Bilder klar, dass dort Luftleere herrschte.</p><p>�Sehen Sie sich das nur an�, kommentierte Desjani die �bertragung. Sie sa�en im Konferenzraum, doch diesmal war der Tisch so klein, wie er auch tats�chlich war. Stattdessen wurde �ber dem ab-gewandten Ende des Tischs ein gro�es Fenster in den Raum projiziert, das die Bilder zeigte, die von den Scouts �bertragen wurden, w�hrend sie sich durch die Syndik-Anlagen bewegten. Der spezielle Scout, dessen Weg sie derzeit verfolgten, bewegte sich allem Anschein nach durch den Sitz der Syndik-Regierung im Kaliban-System. Reihenweise waren dort identische Schreibtische zu sehen, auf jedem von ihnen nahmen die darauf angeordneten Objekte exakt die gleichen Positionen ein. �Die m�ssen Mitarbeiter gehabt haben, deren einzige Aufgabe es war, die Schreibtische dieser Leute daraufhin zu �berpr�fen, ob sich wirklich alles dort befand, wo es sein sollte, wenn sie ihren Platz verlie�en.�</p><empty-line/><p>�Ich habe Leute gekannt, denen so was Spa� gemacht hat�, merkte Geary an.</p><p>�Ich auch.� Pl�tzlich musste Desjani grinsen. �Und hier kommen wir zu den Schreibtischen derjenigen, die als Allerletzte gegangen sind.�</p><p>Unwillk�rlich begann Geary zu grinsen. In der letzten Reihe herrschte auf mehreren Schreibtischen Unordnung. Vor langer Zeit ausgetrocknete Trinkbecher standen zwischen verstreut liegenden Papieren und Dokumenten, und ein paar Objekte waren wom�glich Reste von irgendeinem Imbiss, die vor langer Zeit vertrocknet und dann tiefgefroren worden waren. �Sieht so aus, als w�ren die In-spektoren nicht als Letzte gegangen, nicht wahr? Ah, das k�nnte interessant sein.� Der Allianz-Scout betrat das B�ro des obersten Be-amten der Syndik-Regierung im System. Dort standen noch immer ein teurer Schreibtischstuhl und einige wertvolle M�bel zusammen mit einer Konsole. �Ich frage mich, wie das wohl sein muss, wenn man einen Ort f�r immer verl�sst. Einen Ort, an dem man wer wei� wie lange gearbeitet hat und von dem man wei�, dass man niemals dorthin zur�ckkehren wird. Und von dem man wei�, dass niemand sonst den Platz dort einnehmen wird, weil dieser Platz einfach nicht mehr da ist.�</p><p>�Das m�sste wohl in etwa so sein, als w�rde man zu einer Crew geh�ren, die ein Schiff au�er Dienst stellt�, �berlegte sie.</p><p>�Ja. Haben Sie das schon mal mitgemacht?�</p><p>Einen Moment lang z�gerte Desjani. �Seit ich bei der Flotte bin, be-sa�en wir nicht den Luxus, allzu viele Schiffe au�er Dienst zu stellen, Sir.�</p><p>Geary f�hlte, wie seine Wangen vor Verlegenheit zu gl�hen begannen, als ihm bewusst wurde, was f�r eine gedankenlose Frage er soeben gestellt hatte. �Entschuldigen Sie. Das h�tte ich eigentlich besser wissen m�ssen.� Wenn die Flotte Schiffe im Akkord baute, um die Verluste wettzumachen, konnte man mit Sicherheit davon ausgehen, dass kein Schiff in den Genuss kam, zum Ende seiner optimalen Dienstzeit sanft in den Ruhestand geleitet zu werden.</p><p>Aber Desjani schien seine Bemerkung l�ngst vergessen zu haben.</p><empty-line/><p>Mit einem Nicken deutete sie wieder auf das Bild. �Sie k�nnen erkennen, wo sich lange Zeit pers�nliche Gegenst�nde befunden hatten. Wer immer dieses Amt innehatte, er verbrachte viele Jahre in dem Amtszimmer dort.�</p><p>Geary kniff die Augen ein wenig zusammen und konnte die verr�terischen dunkleren Quadrate und Rechtecke an den W�nden ausmachen. �Sieht so aus. Ich frage mich, wohin derjenige wohl gegangen ist, als er Kaliban verlie�.�</p><p>�Das macht keinen Unterschied. In jedem Fall hat er die Kriegsan-strengungen der Syndikatwelten unterst�tzt.�</p><p>Eigentlich wollte Geary nicht darauf antworten, aber er wusste, es entsprach der Wahrheit. �Ja. Was ist das da?�</p><p>Desjani stutzte, da sie auf das gleiche Objekt wie er aufmerksam geworden war. Ein flaches, wei�es Rechteck auf der Tischplatte. Der Scout, dessen Erkundungsgang sie mitverfolgten, begab sich auf die andere Seite des Schreibtischs, von wo aus er das Objekt besser betrachten konnte. �Das ist eine Notiz�, meldete er. �Ausgeblichen, dennoch lesbar.� Er beugte sich vor, um sie vorzulesen. �Universal-Standardschrift. �Wer immer das lesen mag: Die linke� Schublade� klemmt. Der Timer der� Kaffeemaschine� funktioniert nicht.</p><p>In der rechten� Schublade befinden sich� S��stoff und Kaffee-pulver� K�mmern Sie sich� um alles.�� Der Scout richtete sich auf. �Die Unterschrift kann ich nicht entziffern.�</p><p>Desjanis ernste Miene wich einem L�cheln, das nur langsam wieder verschwand. �Captain Geary, zum ersten Mal seit ich denken kann, w�nsche ich mir, ich h�tte einen Syndik kennengelernt. Derjenige, der diese Notiz geschrieben hat, kommt mir wie jemand vor, den ich sympathisch finden k�nnte.� Einen Moment lang verstummte sie. �Ich habe nie gedacht, ein Syndik k�nnte jemand sein, den ich kennenlernen m�chte.�</p><p>Geary nickte verstehend. �Eines Tages, so unsere Vorfahren wollen, wird dieser Krieg ein Ende nehmen, und dann werden wir die Gelegenheit haben, die Syndiks wieder als ganz normale Leute kennenzulernen. Nach allem zu urteilen, was ich �ber diesen Krieg wei�, kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie das allzu sehr interessieren wird. Aber es ist notwendig. Wir k�nnen unsere Beziehungen zu den Syndiks nicht f�r alle Zeit vom Hass beherrschen lassen.�</p><p>Erst nachdem sie l�nger �ber seine Worte nachgedacht hatte, erwiderte Desjani: �Sonst sind wir kein bisschen besser als sie. Das Gleiche sagten Sie auch schon �ber unseren Umgang mit Gefangenen.�</p><p>�In gewisser Weise ja.� Er tippte auf die Kommunikationstaste, um mit dem Scout zu reden. �K�nnen Sie etwas dazu sagen, vor wie langer Zeit das alles aufgegeben wurde?�</p><p>Der Scout zeigte auf das Dokument. �Das Datum auf dem Blatt entspricht dem Syndik-Kalender. Einen Augenblick, Sir, ich rechne es eben um.� Sekunden sp�ter redete der Mann weiter: �Vor zweiundvierzig Jahren, Sir, wenn wir davon ausgehen, dass dieses Datum richtig ist. Der zur�ckgelassene Kaffee d�rfte nicht mehr allzu frisch schmecken, aber vermutlich immer noch besser als das, was wir auf unseren Schiffen angeboten bekommen.�</p><p>�Gutes Argument. Danke.� Geary lie� die Taste los und sah zu Desjani. �Zweiundvierzig Jahre. Der Verfasser dieser Notiz k�nnte inzwischen tot sein.�</p><p>�Es ist ja nicht so, als h�tte es eine realistische Chance gegeben, dieser Person zu begegnen�, tat Desjani das Thema ab. Ihre Haltung deutete nun darauf hin, dass sie die verpasste Gelegenheit nicht sehr lange beklagen w�rde.</p><p>�Captain Geary?� Neben dem Fenster mit dem vom Scout �bertra-genen Bild tauchte ein kleineres Fenster auf, das Colonel Carabali und einen Major der Marines zeigte. Beide Marines trugen ihre komplette Ausr�stung und schienen sich in irgendeiner Syndik-Einrichtung zu befinden. Geary warf einen Blick auf das Systemdisplay gleich daneben und zoomte einen Ausschnitt heran, um Carabalis Position festzustellen. Sie hielten sich im gleichen Geb�ude auf wie der Scout, mit dem sich Geary gerade eben unterhalten hatte. �Hier ist etwas Sonderbares.�</p><p>Geary f�hlte, wie sich sein Magen leicht verkrampfte. �Im Sinne von gef�hrlich?�</p><p>�Nein, Sir, das glauben wir nicht. Nur� eigenartig.� Carabali deutete auf ihren Begleiter. �Das ist Major Rosado, mein bester Experte f�r Syndik-Computersysteme.� Rosado salutierte kurz. �Er sagt, dass nicht nur alle Dateien gel�scht und s�mtliche Back-up-Medien weggebracht wurden, sondern es wurde auch das Betriebssystem komplett entfernt.�</p><p>�Und das ist sonderbar?�, fragte Geary nach kurzem �berlegen.</p><p>�Ja, Sir�, best�tigte der Major. �Es ergibt keinen Sinn. Warum sollte sich jemand die M�he machen, das Betriebssystem zu entfernen?</p><p>Wir verf�gen �ber Kopien des Syndik-Codes, an die wir auf verschiedenen Wegen gelangt sind. Wir k�nnen also die Computer wieder in Gang setzen. Und ein fehlendes Betriebssystem machte alles nur unn�tig m�hsamer, wenn die Syndiks hierher zur�ckk�men.�</p><p>�Wissen die Syndiks, dass wir Kopien haben?�</p><p>�Die wissen, wir haben Kopien von weitaus neueren Versionen als den Systemen, mit denen diese Antiquit�ten liefen, Sir.�</p><p><emphasis>Diese �Antiquit�ten� sind sehr wahrscheinlich ein ganzes St�ck j�nger als ich.</emphasis> �F�llt Ihnen ein Grund ein, warum die die Betriebssysteme gel�scht haben?�</p><p>Major Rosado f�hlte sich sichtlich unbehaglich. �Ich kann mir nur einen Grund vorstellen, Sir.�</p><p>�Und zwar?�, bohrte er nach.</p><p>�Sir�, begann er widerstrebend. �Sie w�rden das Betriebssystem entfernen, wenn sie Angst h�tten, jemand anders als wir k�nnte nach dem R�ckzug der Syndiks auf diese Computer zugreifen. Jemand, von dem sie glauben, dass er keine Kopien ihres Codes besitzt.�</p><p>�Jemand au�er uns?� Geary sah von Desjani zu Carabali. �Wer denn?�</p><p>�Eine� eine dritte Seite.�</p><p>�Es gibt keine dritte Seite�, antwortete Desjani. �Es gibt nur uns und die mit uns verb�ndeten Planeten auf der einen und die Syndiks auf der anderen Seite. Sonst ist da niemand.�</p><p>�Es <emphasis>soll</emphasis> sonst niemand da sein�, berichtigte Carabali sie. �Aber wie es aussieht, war genau das die Sorge der Syndiks. Jemand, der keinen Zugriff auf Software hat, von der man annehmen darf, dass jeder Mensch darauf Zugriff hat.�</p><empty-line/><p>�Reden Sie etwa von einer nichtmenschlichen Intelligenz?�, warf Desjani ein. �Eine solche Intelligenz haben wir nie entdecken k�nnen.�</p><p>�Das ist richtig�, meinte Carabali mit einem Achselzucken. �Aber wir wissen nicht, was sich jenseits des Syndik-Gebiets befindet. Den Zugang dorthin hatten sie uns schon vor Ausbruch des Krieges aus angeblichen Sicherheitsgr�nden verweigert.�</p><p>Geary drehte sich herum, damit er sich das Sternendisplay ansehen konnte. Sterne wie Kaliban waren weit vom Gebiet der Allianz entfernt, aber vom �u�eren Rand des Syndik-Territoriums gerechnet, war dieses System nicht so weit von den bekannten Grenzen des Syndikatwelten entfernt. �Wenn diese Spekulation zutrifft, dann m�ssen sie von dieser dritten Seite bereits vor zweiundvierzig Jahren gewusst haben, als sie hier alles dichtmachten. K�nnten die ein solches Geheimnis so lange geheimhalten?�</p><p>Wieder reagierte Carabali mit einem Schulterzucken. �Das w�rde von vielen Faktoren abh�ngen, Sir. Weder ich noch der Major sagen, dass solche Wesen existieren. Wir wollen damit nur sagen, dass es die einzige Erkl�rung ist, die wir f�r das Verhalten der Syndiks beim Verlassen dieses Systems finden k�nnen.�</p><p>�Wenn solche Wesen irgendwo da drau�en existieren�, gab Desjani zur�ck, �w�ren wir ihnen dann nicht bereits l�ngst begegnet?�</p><p>�Vielleicht kommt es ja noch dazu�, warf Geary ein. �Gibt es irgendwelche Flottenvorschriften f�r den Fall, dass es zu einem Kontakt mit Nichtmenschlichen kommt?�</p><p>Desjani schaute ihn ratlos an. �Ich wei� nicht. Es gab nie eine Notwendigkeit, darum ist mir nicht bekannt, ob sich jemand schon mal damit befasst hat. Vielleicht existiert wirklich etwas, aber das muss dann uralt sein. Aus der Zeit vor dem Krieg.� Geary ging davon aus, dass er seine Reaktion auf ihre letzte Bemerkung gut �berspielt hatte, denn Desjani redete unger�hrt weiter: �Aber wie sollte eine nichtmenschliche Intelligenz bis nach Kaliban gelangen, wenn die Syndiks das nicht wollen? Kaliban liegt schlie�lich nicht im Grenzgebiet des Syndik-Territoriums.�</p><p>Colonel Carabali machte ein entschuldigende Miene, sagte dann jedoch: �Wenn nichtmenschliche Intelligenzen hergekommen sind, dann k�nnten sie auf eine andere Art mit �berlichtgeschwindigkeit reisen als wir. Gegenw�rtig verf�gen wir Menschen �ber zwei Methoden, aber es kann durchaus weitere Methoden geben, und eine davon k�nnte Kaliban f�r sie vom Syndik-Grenzgebiet aus erreich-bar machen. Ich sage damit nicht, dass das auch der Grund f�r das Vorgehen der Syndiks ist. Ich sage damit nicht, dass nichtmenschliche Intelligenzen existieren oder dass die Syndiks solchen Intelligenzen begegnet sind. Es ist lediglich die einzige Erkl�rung, die dem einen Sinn gibt, was die Syndiks hier gemacht haben.�</p><p>Geary nickte. �Schon verstanden, Colonel. Ich danke Ihnen, dass Sie Ihre �berlegung mit uns geteilt haben, auch wenn Sie selbst sagen, dass damit keine Gewissheit verbunden ist. Aber Sie sagen, wir k�nnen jedes der Syndik-Systeme wieder ans Laufen bringen, obwohl sie alles gel�scht haben?�</p><p>Major Rosado l�chelte selbstbewusst. �Jawohl, Sir. Wenn Sie wollen, k�nnen wir die Computer wieder in Gang bekommen.�</p><p>�Haben Sie mit den Scouts der Hilfsschiffe gesprochen?�</p><p>�Jawohl, Sir. Ein Team von der <emphasis>Jinn</emphasis> ist hier, um festzustellen, ob es hier etwas gibt, was wir gebrauchen k�nnen.�</p><p>�Gut. Danke f�r die Informationen.� Das zweite Fenster verschwand, zur�ck blieb nur das Bild, das den Scout zeigte, wie er sich gr�ndlich im B�ro umsah.</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Ich h�tte nie gedacht, dass ich jemals Marines erlebe, die in Sorge sind, aus dem Dunkel k�nnten zwei-k�pfige Aliens auftauchen.�</p><p>Geary l�chelte, dann aber wurde er ernst. �Die beiden k�nnen keine andere Erkl�rung f�r das finden, was die Syndiks gemacht haben. K�nnen Sie sich einen Grund daf�r vorstellen?�</p><p>�Perverses Vergn�gen? Irgendein dummer B�rokrat? Die Leute machen nicht immer alles aus einem Grund, der f�r andere einen Sinn ergibt.�</p><p>�Stimmt. Das erleben wir in der Flotte fast jeden Tag.�</p><p>Mit einem Grinsen entgegnete sie: �Ich w�rde mir dar�ber nicht allzu viele Gedanken machen, Sir.�</p><empty-line/><p>�Nein, das wohl nicht. Allerdings war das eine Menge Arbeit, f�r die es keinen guten Grund gab.� Geary sah auf die Uhr. �Im Augenblick gibt es Wichtigeres, wor�ber wir uns Gedanken machen m�ssen.�</p><p>Zum mindestens zehnten Mal in der letzten halben Stunde musste Geary sich einen w�tenden Kommentar verkneifen. Die Schiffe, die an einer Seite der Flotte eine blockartige Formation einnehmen sollten, waren in einen Streit dar�ber geraten, welcher ihrer Commander der rangh�here war. Die Folge davon war, dass die Schiffe nicht die ihnen zugewiesenen Positionen innerhalb der Formation einnahmen, sondern zum Teil versuchten, sich einen Platz zu erstreiten, der bereits von einem anderen Schiff belegt wurde. Geary z�hlte langsam bis f�nf, dann rief er die Schiffe: �An alle Schiffe in der Formation Bravo: Ich m�chte Sie darauf aufmerksam machen, dass jeder von Ihnen im gleichen Ma� Gelegenheit bekommt, sich dem Gegner zu widmen. Und jetzt begeben Sie sich auf die Ihnen zugewiesenen Positionen.�</p><p>Er �berlegte, ob er etwas gegen die Kopfschmerzen einnehmen sollte, die sich hinter seinen Augen zu regen begannen, w�hrend er mit ansah, wie die umherirrenden Schiffe etwas verlegen ihren Kurs �nderten. Einzige Ausnahme war die <emphasis>Audacious</emphasis>, die sich weiter der <emphasis>Resolution</emphasis> n�herte, um das Schiff zur Seite zu dr�ngen, damit sie selbst einen Platz einnehmen konnte, der nach einer F�hrungsposition aussah. <emphasis>Na sch�n. Dann wollen wir doch mal sehen, ob ein wenig Humor die Situation entsch�rfen kann, ohne dass ich noch einen Offizier versetzen muss. �Audacious</emphasis>, wenn Sie die Absicht haben, sich mit der <emphasis>Resolution</emphasis> zu paaren, dann sollten Sie ihr erst mal ein paar Drinks spendieren.�</p><p>Irgendwo neben Geary verschluckte sich Captain Desjani an ihrem Kaffee. Von der <emphasis>Audacious</emphasis> kam keine Antwort, aber das Kriegsschiff drehte endlich bei und nahm seine zugeteilte Position ein. Einen Augenblick sp�ter meldete sich das andere Schiff: �Die <emphasis>Resolution</emphasis> m�chte Meldung machen, dass ihre Unschuld unber�hrt geblieben ist.�</p><p>Diesmal musste Desjani lachen, und Geary erging es nicht anders.</p><p><emphasis>Gut. Solche Kleinigkeiten zeigen, dass die Moral der Truppe stimmt. Jedenfalls f�r den Augenblick.</emphasis> Kopfsch�ttelnd beobachtete er, wie auch die �brigen Schiffe mit erheblicher Verz�gerung die Formation Bravo bildeten. <emphasis>Ein Gl�ck, dass ich das per Simulation erledigen kann. Ich w�nschte, ich k�nnte ein reales Man�ver durchf�hren, aber ich kann es mir nicht leisten, die daf�r n�tigen Treibstoffreserven anzutasten.</emphasis></p><p>Geary wartete, bis auch das letzte Schiff schleppend seine Position eingenommen hatte, dann tippte er wieder auf seine Kommunikationskontrollen. �An alle Einheiten. Ich werde jetzt Ihre simulierten Schiffsbewegungen vor�bergehend auf Automatik umschalten. Ich m�chte Ihnen zeigen, was geschieht, wenn wir diese beiden Formationen auf eine koordinierte Weise ins Gefecht schicken.� Mit diesen Worten aktivierte er die Sequenz, die er beim Flug durch den Sprungraum programmiert hatte.</p><p>In dieser simulierten Version des Kaliban-Systems tauchte pl�tzlich nahe den Allianz-Formationen eine gro�e Syndik-Streitmacht auf. Geary lie� die Simulation weiterlaufen, die die Formationen zeigte, wie sie sich in einen Winkel drehten, der es erlaubte, den heraneilenden Feind von beiden Seiten unter maximalen Beschuss zu nehmen.</p><p>Es war ein absichtlich kurzes Szenario, sodass die �berreste der simulierten Syndiks nach zwanzig Minuten die Flucht antraten. Anschlie�end lie� Geary einige Minuten verstreichen, damit das Gesehene nachwirken konnte, dann meldete er sich wieder bei den Schiffen: �Auf ein paar Dinge m�chte ich gesondert hinweisen. Erstens: Sie werden gesehen haben, dass diese geteilte Formation bei richtiger Anwendung den maximalen Einsatz unserer Schiffe und ihrer Feuerkraft erlaubt. Jedes Schiff in der Formation Bravo konnte dem Gegner schwere Sch�den zuf�gen, weil dessen Flanken angegriffen wurden. Zweitens: Dieses Szenario hat nur funktionieren k�nnen, weil jedes Schiff genau das tat, was es tun sollte.�</p><p>Er betrachtete die Darstellung dieses unm�glichen einfachen Siegs in der Simulation. Das war zu schmerzlos und zu komplikationslos abgelaufen, doch es war n�tig gewesen, um seine Botschaft f�r jeden verst�ndlich r�berzubringen. �Wenn wir als disziplinierte Streitmacht auftreten, dann k�nnen wir den Syndiks einen so kr�ftigen Tritt in den Hintern verpassen, dass die nicht wissen, wo vorne und hinten ist. Mit der Zeit werden die Simulationen und Formationen, die wir in den n�chsten Wochen �ben werden, immer komplexer, aber ich wollte jedem von Ihnen den Grund zeigen, warum wir diese �bungen machen. Ich verspreche Ihnen, diese Flotte kann in neun von zehn F�llen jeden vergleichbaren Gegner bezwingen, wenn wir mit der gleichen Tapferkeit wie bisher vorgehen, sie aber auf eine disziplinierte Weise anwenden.�</p><p>Desjani gab ihm von der anderen Seite des Simulationsraums das �Daumen hoch�-Zeichen. Geary nickte ihr zu und w�nschte, jeder Captain w�rde so vorbehaltlos hinter ihm stehen. �Das w�re alles.</p><p>Die n�chste Simulation findet in zwei Stunden statt.� Er streckte sich und stand auf. �Ich glaube, ich kann mit ziemlicher Sicherheit vorhersagen, dass dieses Training in zwei Tagen jedem zum Hals heraush�ngen wird.�</p><p>�Glauben Sie tats�chlich, wir k�nnen ein solches Man�ver hinbekommen, wenn die Daten mit gr��erer Versp�tung eingehen und wir es mit einem Feind zu tun haben, der auf unsere Handlungen reagiert?�, fragte sie.</p><p>Geary nickte bekr�ftigend. �Ja. Dann ist Ihnen also aufgefallen, wie sich der Feind in meiner Simulation verhalten hat, wie?�</p><p>�Ja, Sir. So sehr ich die Syndiks auch hasse, glaube ich nicht, dass sie sich so dumm verhalten werden wie in dieser Simulation.�</p><p>Daraufhin musste Geary grinsen. �Vielleicht haben wir ja Gl�ck.</p><p>Aber ernsthaft, ich gehe nicht davon aus, dass sie in Wirklichkeit so agieren w�rden. Allerdings glaube ich, ich kann unsere Flotte so befehligen, dass sie handelt. Die F�higkeit habe ich von einigen Vorgesetzten gelernt, die Meister ihres Fachs waren.� Er dachte daran, wie lange diese M�nner und Frauen bereits tot waren, und wurde wieder ernst.</p><p>Am n�chsten Abend musste Geary einsehen, dass er sich um einen ganzen Tag verkalkuliert hatte. Die meisten Commander, die mit ihren routinem��igen Aufgaben bereits ausgelastet waren, hatten l�ngst genug davon, Stunden damit zuzubringen, immer und immer wieder Man�ver-und Gefechtssimulationen durchzuspielen, die zudem mit jedem Mal komplexer und schwieriger wurden. �H�ren Sie mir zu�, ermahnte Geary seine Leute nach der letzten �bung an diesem Tag. �Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns bleibt, bis die Syndiks hier aufkreuzen. Wir m�ssen auf sie vorbereitet sein, und das hei�t, wir m�ssen innerhalb k�rzester Zeit so viel Arbeit wie m�glich erledigen. Wir sehen uns morgen wieder.�</p><p>Er sank in seinen Sessel und f�hlte sich geschafft von den st�ndigen Anstrengungen, nicht nur alle Schiffe auf den richtigen Weg zu dirigieren, sondern auch ihren Befehlshabern gut zuzureden. �Wir haben einen aktuellen Statusbericht von der <emphasis>Witch</emphasis> erhalten�, lie� Desjani ihn wissen. �Die F�rderanlage auf Ishiki�s Rock soll morgen in Betrieb genommen werden, und man geht davon aus, dass man morgen Nachmittag das erste gef�rderte Erz an die Hilfsschiffe schicken kann.�</p><p>�Gro�artig.� Geary warf einen Blick auf die Mitteilung. �Ishiki�s Rock? Ach, der da. Dieser Asteroid. So haben ihn die Syndiks genannt?�</p><p>�Nein. Es gab keinen Grund herauszufinden, welche Bezeichnun-gen die Syndiks benutzt haben. Ishiki ist der Name des Unteroffiziers, der die F�rderanlage entdeckt und das Vorkommen bewertet hat.�</p><p>�Dann ist es ein passender Name�, meinte Geary und rief die <emphasis>Witch</emphasis>. �Captain Tyrosian? Wenn die Zeit es zul�sst, w�rde ich Sie bitten, dass Ihre Werkstatt eine kleine Plakette herstellt, die den Asteroiden mitsamt seiner F�rderanlage als Ishiki�s Rock ausweist. Wir werden die irgendwo da unten anbringen.�</p><p>Tyrosian sah ihn einen Moment lang verdutzt an, dann l�chelte sie. �Das wird Chief Ishiki sicher freuen, Sir. W�nschen Sie eine Ze-remonie, wenn wir die Plakette anbringen?�</p><p>�Wenn Sie etwas improvisieren m�chten, d�rfen Sie das gern machen. Jeder in dieser Flotte arbeitet sich krumm, da k�nnen wir jeden Vorwand f�r ein wenig Ablenkung gut gebrauchen.�</p><empty-line/><p>�Ja, Sir. In diesem Asteroid steckt gutes Metall. Wie viel Zeit bleibt uns, um es zu f�rdern?�</p><p>Geary �berlegte kurz. �Das kann ich im Augenblick noch nicht sagen. Gehen Sie grunds�tzlich davon aus, schnell arbeiten zu m�ssen, aber nach M�glichkeit m�chte ich, dass die Vorratslager bis oben hin gef�llt sind, wenn wir uns wieder auf den Weg machen.�</p><p>�Das ist eine Menge, Captain Geary�, gab sie zur�ck. �Bei dem Tempo, mit dem wir die Rohstoffe abbauen und an Bord bringen, w�rde das Wochen dauern.�</p><p>�Ob wir Wochen hier zubringen werden, kann ich nicht garantie-ren, trotzdem nehmen wir jeden Tag mit, der uns das erm�glicht.�</p><p>�Ich muss Sie darauf hinweisen, dass die zus�tzliche Masse sich nachteilig auf die Man�vrierf�higkeit meiner Schiffe auswirken wird. Das gilt vor allem f�r die <emphasis>Titan</emphasis>, die das gr��te Schiff ist. Aber auch die <emphasis>Witch</emphasis>, die <emphasis>Jinn</emphasis> und die <emphasis>Goblin</emphasis> werden beladen deutlich tr�ger sein.�</p><p>Geary versp�rte wieder diesen zunehmend vertrauten Schmerz hinter den Augen. �Wie sehr wird die Beschleunigungsf�higkeit der <emphasis>Titan</emphasis> beeintr�chtigt, wenn sie randvoll mit Rohstoffen ist?�</p><p>Tyrosian sah zur Seite und arbeitete offenbar an irgendwelchen Kontrollen. �Das sind die Werte f�r eine maximal beladene <emphasis>Titan</emphasis>, Captain Geary.�</p><p>Als er die von Captain Tyrosian gesendeten Daten betrachtete, musste er lautstark ausatmen. �Dann w�re sie ja ein fliegendes Schwein.�</p><p>��blicherweise benutzen wir den Begriff <emphasis>fliegender Elefant</emphasis>. Ein fliegendes Schwein w�re wesentlich leichter zu man�vrieren als die beladene <emphasis>Titan</emphasis>.�</p><p>�Danke f�r die Vorwarnung.�</p><p>Tyrosian sah ihn fragend an. �Wollen Sie immer noch, dass die <emphasis>Titan</emphasis> randvoll beladen wird, Sir?�</p><p>Geary rieb �ber die Stelle zwischen den Augenbrauen, um das Pulsieren zur�ckzudr�ngen. �Ja. Wenn wir nicht das herstellen k�nnen, was wir auf lange Sicht brauchen, dann ist egal, wie schnell wir uns auf kurze Sicht von der Stelle bewegen k�nnen. Wenn ich mich schon entscheiden muss, dann m�chte ich auf lange Sicht vorbereitet sein.�</p><p>�Jawohl, Sir. Sie sagen es, wir bauen es.�</p><p>Das alte Motto der Flotteningenieure, an dem sich seit Gearys Zeiten nichts ge�ndert hatte, entlockte ihm ein L�cheln. �Danke, Captain Tyrosian. Ich wei�, auf Sie und Ihre Schiffe kann ich immer z�hlen.� Seine Worte brachten wiederum Tyrosian zum L�cheln.</p><p>Geary kehrte zu seiner Kabine zur�ck und war dank der erfreuli-chen Unterhaltung mit Tyrosian guter Laune. Dennoch freute er sich auf ein wenig Ruhe und die M�glichkeit, wenigstens f�r ein paar Stunden so zu tun, als sei er nicht f�r das Kommando �ber diese Flotte zust�ndig. Doch vor der Luke zu seiner Kabine wartete bereits jemand auf ihn. �Madam Co-Pr�sidentin.� Er hoffte, seine M�digkeit und seine momentane Abneigung gegen jegliche Unterhaltung w�rden nicht zu offensichtlich sein. �Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs?�</p><p>Sie nickte ihm zu, um den Gru� zu erwidern. �Ich m�chte mit Ihnen unter vier Augen reden, Captain Geary.�</p><p>�Ich m�chte nicht unh�flich erscheinen, aber k�nnten wir das auf einen sp�teren Zeitpunkt verschieben? Ich hatte in der letzten Zeit eine Menge um die Ohren.�</p><p>�Das ist mir nicht entgangen.� Rione warf ihm einen verwunder-ten Blick zu. �Sie waren so besch�ftigt, dass mich meine vergebli-chen Versuche, mit Ihnen zu reden, ziemlich frustriert haben. Ich w�rde mich wirklich gerne jetzt mit Ihnen unterhalten.�</p><p>Es gelang ihm, nicht zu laut zu seufzen. �Okay. Treten Sie bitte ein.� Er lie� sie vorgehen, deutete auf einen freien Platz und sank dann unzeremoni�s in seinen Sessel.</p><p>Abermals reagierte Rione erstaunt. �Sie entsprechen heute gar nicht dem Bild vom legend�ren Helden mit dem st�hlernen Willen.�</p><p>�Der legend�re Held mit st�hlernem Willen ist heute auch verdammt m�de, Ma�am. Was kann ich f�r Sie tun?�</p><p>Mit so einer direkten Antwort hatte sie offenbar nicht gerechnet, doch letztlich setzte sie sich auf den angebotenen Platz. �Meine Frage ist ganz einfach: Wie sieht Ihr Plan aus, Captain?�</p><empty-line/><p>Er zuckte mit den Schultern. �So wie jedes Mal, wenn man mir diese Frage stellt, kann ich nur sagen, dass mein Plan darin besteht, diese Flotte nach Hause zu bringen.�</p><p>�Und warum legen wir dann einen Zwischenstopp im Kaliban-System ein?�</p><p>Diese Frau hat eine Begabung, l�stige Fragen zu stellen. Er dachte einen Moment lang nach, ehe er antwortete. �Wir ben�tigen etwas Zeit. Wir sitzen hier nicht unt�tig herum. Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, schaffen wir Rohstoffe auf die Schiffe, die damit etwas anfangen k�nnen. Und die <emphasis>Titan</emphasis> und ihre Schwesterschiffe produzieren neue Brennstoffzellen, daneben Ersatz f�r besch�digte oder zerst�rte Ausr�stung sowie die Waffen, die wir verbraucht haben. Au�erdem erledigen wir gr��ere Au�enreparaturen, die im Sprungraum nicht durchgef�hrt werden konnten. Und wir durchsuchen die zur�ckgelassenen Anlagen nach allem, was wir irgendwie gebrauchen k�nnen. Das Wichtigste von allem ist, dass wir trainieren k�nnen.�</p><p>�Trainieren.� Rione kniff die Augen zusammen. �Zu welchem Zweck.�</p><p>�Ich bin mir sicher, Madam Co-Pr�sidentin, Ihnen ist bekannt, dass wir Gefechtssituationen trainieren. Wenn wir das n�chste Mal auf eine gro�e Syndik-Streitmacht treffen, dann m�chte ich, dass diese Flotte wie eine milit�rische Einheit agiert, aber nicht wie ein unvorbereiteter Haufen Krieger, der es zwar gut meint, der jedoch nicht wei�, wohin mit seinen Aggressionen.� Verdammt, er musste aufpassen, dass er Rione gegen�ber nicht zu offen seine Meinung �u�erte. Schlie�lich w�rde niemand etwas davon haben, wenn ein solcher Satz die Runde machen sollte.</p><p>�Captain Geary, als wir uns zum ersten Mal trafen, da sagte ich zu Ihnen, diese Flotte sei spr�de. Sie waren zu der Zeit der gleichen Meinung. Wie k�nnen Sie jetzt davon reden, sich einer gro�en feindlichen Streitmacht stellen zu wollen?�</p><p>Riones Tonfall war mit jedem Satz noch etwas k�hler und h�rter geworden.</p><p>Geary w�nschte, er k�nnte einen Schutzschild um sich errichten, der ihn gegen die Wucht von Riones Worten abschirmte. �Damals war ich Ihrer Meinung�, best�tigte er. �Aber spr�des Metall kann neu geschmiedet werden, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><p>�Zu <emphasis>welchem</emphasis> Zweck?�</p><p><emphasis>Okay, wenn es um solche Dinge geht, vertraut sie mir wohl kein bisschen. Meinetwegen. Aber ob sie mir nun vertraut oder nicht, von mir wird sie nur die Wahrheit zu h�ren bekommen.</emphasis> �Um nach Hause zu gelangen. Das ist mein Ernst. Sehen Sie.� Geary beugte sich weit genug vor, um einen Befehl einzugeben, den er inzwischen auswendig kannte. Dann zeigte er auf die Sterne, die �ber dem Tisch zwischen ihnen dargestellt wurden. �Wir haben noch viele Spr�nge vor uns, ehe wir zu Hause ankommen werden. Ich kann weiter Vermutun-gen dar�ber anstellen, was die Syndiks unternehmen werden, und vorausschauend genug planen, um ihnen nach M�glichkeit aus dem Weg zu gehen. Aber ich kann nicht darauf z�hlen, dass sie sich immer irren und uns niemals erwischen. Das hei�t, ich kann nicht ausschlie�en, dass wir irgendwann einer Syndik-Streitmacht gegen�berstehen werden, die uns schmerzliche Verluste zuf�gen k�nnte.</p><p>Was wird dann geschehen? Wenn diese Flotte dann noch die gleiche ist, die ich aus dem Heimatsystem der Syndiks gebracht habe, wird sie Gefahr laufen, zerschlagen und vernichtet zu werden. Doch wenn ich diesen Matrosen vermitteln kann, nicht nur mutig, sondern auch intelligent zu k�mpfen, dann werden wir in der Lage sein, dieser Syndik-Streitmacht etwas entgegenzusetzen.�</p><p>Lange Zeit musterte sie ihn schweigend. Was ihr durch den Kopf ging, konnte Geary nicht einmal erahnen. Schlie�lich sagte sie nicht mehr ganz so schroff: �Sie glauben, das k�nnen Sie schaffen?�</p><p>�Ich hoffe, ich kann es.� Er beugte sich vor und versuchte, ihr sein Gef�hl zu vermitteln. �Das sind gute Matrosen. Gute Offiziere. Gute Captains. Letzteres jedenfalls zum gr��ten Teil. Sicher wissen Sie, dass es da ein paar Ausnahmen gibt, aber das war schon immer so, und das wird auch immer so bleiben. Diese Leute brauchen nur jemanden, an den sie glauben k�nnen, dem sie zuh�ren und der ihnen zeigt, wie man siegen kann.�</p><p>�Weil sie Ihnen vertrauen.�</p><empty-line/><p>�Verdammt, ja! Was zum Teufel soll denn das? Ich habe bislang nichts getan, was ihr Vertrauen in mich gef�hrden k�nnte, und ich werde das auch nicht tun.�</p><p>�Ist das ein Eid, Captain Geary?� Ihre Stimme war sehr sanft und auch sehr klar geworden. �Schw�ren Sie das bei der Ehre Ihrer Vorfahren?�</p><p>Geary fragte sich, ob Rione von seinen gelegentlichen Besuchen in der Gedenkst�tte f�r die Vorfahren wusste. Wahrscheinlich hatte sie dar�ber so viele Informationen zusammengetragen, wie sich finden lie�en. �Nat�rlich tue ich das.�</p><p>�Und die Allianz selbst? Die gew�hlten F�hrer der V�lker in der Allianz?�</p><p>Er sah sie ratlos an. �Was soll mit ihnen sein?�</p><p>Rione warf ihm einen w�tenden Blick zu, und ihre aufgebrachte Miene bot eine untypische Zurschaustellung ihrer Gef�hle. �Wenn ich nur w�sste, ob Sie wirklich so naiv sind oder ob Sie nur so tun!</p><p>Captain Geary, Sie sind eine lebende Legende. Was glauben Sie, welche Macht in Ihren H�nden liegt, wenn Sie mit dieser Flotte zur Allianz zur�ckkehren? Black Jack Geary, das strahlende Ideal f�r jeden Allianz-Offizier, der Held der Vergangenheit, der Mann, den jeder junge Mensch in der Allianz anbeten und verehren soll, kehrt von den Toten zur�ck und pr�sentiert eine immense Flotte, die er im Alleingang vor der v�lligen Ausl�schung bewahrt hat! Eine Flotte, die nach Ihren Worten besser geschult sein wird als jede andere Streitmacht der Allianz. Was wird dann aus der Allianz werden, Captain? Diese Allianz wird Ihnen aus der Hand fressen, und Sie k�nnen mit ihr machen, was Sie wollen. Sie wissen, dass es so ist!</p><p>Also was werden Sie machen?�</p><p>�Ich�� Geary schaute zur Seite, da ihre Worte und die damit verbundenen, intensiven Empfindungen ihm Unbehagen bereiteten.</p><p>�Ich habe� Ich wei� nicht. So weit habe ich noch gar nicht voraus-gedacht� Aber� nein. Nein! Solche Macht will ich nicht haben.</p><p>Ich will nicht den gew�hlten F�hrern der Allianz vorschreiben, was sie tun und lassen sollen. Ich will�� Heimkehren? Seine Heimat war tot und vergessen. Was w�rde ihm noch zu tun bleiben, wenn diese Mission abgeschlossen war? Auf welches Leben konnte er hoffen? �Ich will��</p><p>�Was, Captain Geary? Was wollen Sie? Was wollen Sie mehr als alles andere?�</p><p>Geary f�hlte sich geistig und k�rperlich durch die Anstrengungen der letzten Tage wie ausgebrannt, und in diesem Moment sp�lte eine eisige Welle �ber ihn hinweg. �Mehr als einmal, Madam Co-Pr�sidentin, wollte ich nichts lieber, als vor hundert Jahren auf meinem Schiff gestorben zu sein.� Kaum hatte er das ausgesprochen, bereute er bereits, dass er Worte und Gedanken nicht f�r sich behalten hatte, die au�er ihm niemanden etwas angingen. Aber M�digkeit und Stress hatten seine Abwehr geschw�cht und ihn unaufmerksam werden lassen.</p><p>Sekundenlang schien er Rione aus der Fassung gebracht zu haben.</p><p>Eine Weile betrachtete sie Geary schweigend, dann fragte sie:</p><p>�K�nnten Sie der Macht den R�cken kehren, Captain Geary? Wenn wir heimkehren, werden Sie dann der Macht den R�cken kehren, �ber das Schicksal der Allianz zu entscheiden?�</p><p>Er atmete tief durch und lie� sich mit seiner Antwort Zeit. �Um ehrlich zu sein, ich glaube, diese Macht besitze ich l�ngst. Wenn ich diese Flotte mit dem Objekt zur�ckbringen kann, von dem Sie wissen, dass es sich an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> befindet, dann stehen die Chancen gut, dass die Allianz die Syndiks zu Verhandlungen zwingen kann, um diesen Krieg ernsthaft zu beenden. Doch wenn mir das nicht gelingt und wir hier drau�en untergehen, dann ergibt sich f�r die Syndiks ein sehr gro�er milit�rischer Vorteil. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie diesen Vorteil nicht nutzen werden.</p><p>Auf die eine oder andere Art entscheidet das, was ich hier zustande bringe, in einem erheblichen Ma� �ber das Schicksal der Allianz.�</p><p>Geary sah Rione tief in die Augen. �Sie k�nnen mir glauben: Wenn ich k�nnte, w�rde ich dem Ganzen sofort den R�cken kehren. Aber das kann ich nicht, und ich glaube, das wissen Sie. Niemand sonst hat eine Chance, die Flotte nach Hause zu bringen. Ich habe mir ein-zureden versucht, dass ich nicht unersetzlich bin, dass es andere Offiziere gibt, die diese Flotte genauso gut heimbringen k�nnen. Allerdings wei� ich, das stimmt so nicht.�</p><p>Riones Miene war unnachgiebig. �Demokratien und Republiken k�nnen nicht mit unverzichtbaren M�nnern und Frauen existieren, Captain.�</p><p>�Das gilt nur so lange, bis ich diese Flotte nach Hause gebracht habe! Sobald wir zur�ck in der Allianz sind, Madam Co-Pr�sidentin, werde ich das Kommando an den ersten Admiral �bergeben, der mir �ber den Weg l�uft, und dann werde ich mir einen h�bschen, ruhigen Planeten suchen, auf dem ich mich f�r den Rest meines Lebens verstecken kann.� Er stand auf und ging trotz seiner M�digkeit im Raum auf und ab. �Mehr kann niemand von mir verlangen.</p><p>Mehr kann auch die Ehre meiner Vorfahren unm�glich von mir verlangen. Ich werde das Kommando abgeben, und dann ziehe ich mich zur�ck nach� nach��</p><p>�Wohin ziehen Sie sich zur�ck, Captain Geary?� Mit einem Mal h�rte sich auch Rione ersch�pft an, obwohl er sich keinen Grund da-f�r vorstellen konnte. �Was glauben Sie, welche Welt Ihnen eine solche Zuflucht gew�hren wird? Ihnen, dem Mann, dem der alte Ruhm des Black Jack Geary anh�ngt und der heute verehrt und angebetet wird, weil er die Allianz-Flotte und wom�glich die gesamte Allianz gerettet hat.�</p><p>�Ich�� Geary suchte nach einem Planetennamen. Er wusste, seine eigene Heimatwelt w�rde niemals eine solche Zuflucht sein. Die hatte sich vermutlich l�ngst bis zur Unkenntlichkeit ver�ndert, zudem f�rchtete er sich davor, jene Monumente zu sehen, die man zu Ehren von Black Jack Geary zweifellos errichtet hatte. Schlie�lich entschied er sich f�r den einen Planeten, �ber den er in den letzten Wochen am h�ufigsten etwas geh�rt hatte. �Kosatka.�</p><p>�Kosatka?� Diesmal musste Rione lachen, aber mehr aus Unglauben als aus Belustigung. �Ich sagte Ihnen schon einmal, Captain Geary, dass Ihr Schicksal nicht auf Kosatka liegt. Kosatka ist eine gute Welt, doch sie besitzt keine Macht. Kosatka k�nnte Sie jetzt nicht zu-r�ckhalten.�</p><p>�Ich bin nicht��</p><p>�Kein Planet k�nnte Sie jetzt zur�ckhalten, ganz gleich, was Sie glauben, wohin Ihre Pflicht Sie f�hren muss.� Rione stand ebenfalls auf, den Blick immer noch auf Geary gerichtet. �Aber wenn es sich als notwendig erweisen sollte, Sie zur�ckzuhalten, wenn man ein-schreiten muss, um Ihre Macht im Zaum zu halten, dann werde ich mein Bestes geben.�</p><p>Er starrte sie an, da er nicht fassen konnte, was er da zu h�ren bekam. �Wollen Sie mir drohen?�</p><p>�Nein. Ich setze Sie nur davon in Kenntnis, wenn Sie versuchen sollten, die Hand auszustrecken und das an sich zu nehmen, was Ihnen geh�ren k�nnte, dann werde ich dort sein, um Sie daran zu hindern.� Sie wandte sich zum Gehen, drehte sich dann aber noch einmal zu ihm um. �Und falls Sie zweifeln sollten, Captain, ich bin entbehrlich. Selbst wenn ich nicht mehr bin, werden andere an meine Stelle r�cken.�</p><p>� <emphasis>Ich habe �berhaupt nichts gemacht.</emphasis> �</p><p>�In diesem Punkt irren Sie sich. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will Sie nicht vorverurteilen. Was Sie getan haben, musste unbe-stritten getan werden, um diese Flotte zu retten. Wenn Sie sich an Ihren Schwur halten, die Macht abzulehnen, die in Ihren H�nden liegen wird, dann werden Sie keinen treueren Verb�ndeten finden als mich. Aber Sie d�rfen nicht so tun, als w�rde keinerlei Versuchung existieren, Captain Geary. Sie d�rfen sich nicht vormachen, dass es niemanden geben wird, der Sie zu bestimmten Handlungen zu dr�ngen versucht, die angeblich dem Wohle der Allianz dienen.</p><p>Handlungen, die Ihnen auf den ersten Blick gerechtfertigt und sinnvoll erscheinen, die aber alles vernichten werden, was Sie zu ehren behaupten.�</p><p>Er reagierte mit einem w�tenden Blick. �Ich bin nicht der Typ, der so etwas machen w�rde.�</p><p>�Ist Black Jack Geary der Typ?�</p><p>�Was?� Wiederholt sch�ttelte er den Kopf, als wollte er ihn von etwas freibekommen, w�hrend er sich noch wunderte, dass sie tats�chlich diese Frage gestellt hatte. �Ich habe keine Ahnung. Ich wei� nicht, wer dieser imagin�re Held ist. Ich kenne ihn nicht. Ich wei� nur, er ist nicht ich.�</p><empty-line/><p>Nun sch�ttelte Rione den Kopf als Reaktion auf seine letzten Bemerkungen. �Ich bedauere, Ihnen sagen zu m�ssen, dass Sie sich irren. Ganz gleich, wer Sie zu sein glauben, Sie m�ssen begreifen, dass Sie Black Jack Geary <emphasis>sind</emphasis>.�</p><p>�Vielleicht k�nnten Sie mir dann ja erkl�ren, warum ich mich so anstrengen muss, diese befehlshabenden Offiziere da drau�en bei Laune zu halten, wenn sie doch verdammt noch mal so sehr an Black Jack Geary glauben.�</p><p>Rione verzog den Mund. �Sie haben sich die Antwort l�ngst selbst gegeben. Diese Leute glauben an Black Jack Geary, Captain. Ihrer Meinung nach muss diese Person in jeder Hinsicht etwas absolut Au�ergew�hnliches darstellen. Wenn sie zu der �berzeugung gelangen sollten, dass Sie nicht der Black Jack Geary sind, wie ihn sich die Menschen vorstellen, dann werden sie nicht l�nger an Sie glauben.�</p><p>�Wollen Sie damit sagen, ich kann machen, was ich will, es l�uft trotzdem auf das Gleiche hinaus? Soll das hei�en, ich muss in jeglicher Hinsicht au�ergew�hnlich sein, wenn ich diese Flotte retten will? Und ich muss zu diesem Black Jack Geary werden, wie ihn die Leute sich vorstellen, weil die Flotte sonst verloren sein wird? Aber wie soll ich in jeder Hinsicht au�ergew�hnlich sein?�</p><p>�Ich f�rchte, in diesem Punkt kann ich Ihnen nicht helfen, Captain Geary.� Rione neigte den Kopf, dann verlie� sie das Quartier.</p><p>Geary sah ihr nach und lie� sich in den n�chstbesten Sessel fallen.</p><p>Zwei Gedanken st�rmten dabei auf ihn ein: <emphasis>Was ist, wenn sie recht hat? Und womit zum Teufel habe ich das alles eigentlich verdient?</emphasis></p><p>�Alle Einheiten in Formation Sigma rollen bei Zeit drei vier zwanzig Grad nach Backbord.� Geary wartete, dann vergrub er das Gesicht in den H�nden, als er sah, wie die eine H�lfte sich an ihren Platz rollte, w�hrend die andere H�lfte sich bewegte, als ob die gesamte Formation sich um zwanzig Grad nach Backbord drehte. <emphasis>H�rt doch zu, was ich euch sage! H�rt doch bitte einfach nur zu! Es ist ja nicht so, als ob ihr keine Zeit h�ttet, um vor der Ausf�hrung meiner Befehle dar�ber nachzudenken!</emphasis></p><p>Nach au�en hin gab sich Geary so ruhig, wie er nur konnte. �An alle Einheiten: Achten Sie darauf, die Befehle so auszuf�hren, wie sie gegeben werden.� Er sah auf die Uhr, rieb sich die Augen und f�gte dann an: �An alle Einheiten: Das reicht f�r heute. Danke f�r Ihren harten Einsatz.� <emphasis>Ich hoffe nur, dass sie auch etwas daraus lernen.</emphasis></p><p><emphasis>Und zwar nicht nur, wie man eine Formation beibeh�lt. Wenn sie darauf achten, wie ich die Man�ver nenne, um den zeitverz�gerten Eingang der Daten zu ber�cksichtigen, dann sollten sie davon auch das eine oder andere aufschnappen.</emphasis></p><p>Auch Captain Desjani machte einen m�den Eindruck, dennoch l�chelte sie ihn aufmunternd an. �Ich habe noch nie erlebt, dass unsere Einheiten unter Gefechtsbedingungen so man�vrieren k�nnen.�</p><p>�Das haben Sie tats�chlich noch nie erlebt�, betonte Geary, der sich M�he gab, nicht so m�rrisch zu klingen, wie ihm zumute war. �Das hier ist alles nur simuliert. Bei einem tats�chlichen Gefecht w�rde das alles unter extremem Stress ablaufen.�</p><p>�Trotzdem finde ich, dass bereits viele Verbesserungen festzustellen sind.�</p><p>Geary �berlegte kurz, dann nickte er. �Ja, Sie haben recht. Es gibt Verbesserungen. Wenn man bedenkt, dass wir das erst seit Kurzem machen, haben alle Beteiligten sehr schnell gro�e Fortschritte erkennen lassen.� Er warf einen Blick auf die endg�ltigen Positionen der Schiffe in der angehaltenen Simulation. �Zwei Wochen Man�ver�bungen haben eine Menge bewirkt, aber in dieser Flotte gibt es auch etliche Captains, die ihr Schiff gut im Griff haben.� Er nickte erneut, diesmal in Desjanis Richtung. �Anwesende eingeschlossen.�</p><p>�Danke, Sir.� Sein Lob schien Desjani zu freuen und gleichzeitig zu verunsichern.</p><p>�Das ist mein Ernst. Sie k�nnen wirklich gut mit Ihrem Schiff umgehen. Es gibt Leute, denen kann man ewig predigen, wie man ein Schiff handhabt, und trotzdem gehen sie damit um wie mit einem Sack Blei. Sie dagegen besitzen Talent. Sie haben ein Gef�hl f�r das Schiff und arbeiten mit dessen Bewegungen.� Er stand von seinem Platz auf. �Ich werde erst mal eine Pause machen, bevor ich mich mit dem n�chsten Simulationsszenario befasse. Was ist mit Ihnen?�</p><p>Desjani sch�ttelte den Kopf. �Als befehlshabender Offizier der <emphasis>Dauntless</emphasis> gibt es noch einige Dinge, um die ich mich k�mmern muss. Den Gottlosen ist keine Ruhepause geg�nnt, wie man so sch�n sagt.�</p><p>�Ich wei� nicht, inwieweit das etwas mit Gottlosigkeit zu tun hat, Tanya, aber ich wei�, dass einem Captain nie viel Erholung verg�nnt ist. Danke f�r alles, was Sie in letzter Zeit f�r mich getan haben.�</p><p>�War mir ein Vergn�gen, Sir.� Sie deutete einen formlosen Salut an, dann zog sie sich zur�ck.</p><p>Geary nahm wieder Platz, und nachdem er das Verlangen nach etwas Ruhe und Erholung erfolgreich niedergerungen hatte, rief er die aktuellen Statusberichte der Flotte auf. In den vormaligen Syndik-Minen auf drei Asteroiden war die F�rderung angelaufen, und eine erfreulich gro�e Menge an reinen Metallen war bereits zu den Hilfsschiffen transportiert worden, sodass deren Werkst�tten auf Hoch-touren arbeiteten, um dringend ben�tigte Ersatzteile herzustellen und neue Waffen zu produzieren. Au�erdem war man auf Lebensmittelvorr�te gesto�en, die in den verlassenen St�dten durch die K�lte konserviert worden waren. Zur�ckgelassen hatte man diese Best�nde zweifellos nur deshalb, weil es unwirtschaftlich gewesen w�re, sie aus dem System zu transportieren, als die Syndiks Kaliban verlie�en. <emphasis>Mein Gef�hl sagt mir, dass wir lange vor unserer Heimkehr von Syndik-Essen die Nase voll haben werden. Vor allem, weil sie ganz sicher zuerst das gegessen haben, was am besten schmeckte, w�hrend das liegen geblieben ist, was sowieso keiner haben wollte.</emphasis> Eine Notiz in einem der Berichte besagte, die Scouts seien auf ein Lager mit elektroni-schen Bauteilen gesto�en. Ein Teil davon lie� sich problemlos so umarbeiten, dass sie den Anforderungen der Allianz entsprachen.</p><p>Alles in allem hatte die Flotte ihre Zeit im Kaliban-System mehr als sinnvoll genutzt.</p><p>Pl�tzlich ert�nte der Signalton einer internen Kommunikationsleitung. �Captain Geary, hier spricht Captain Desjani.�</p><p>�Roger. Was ist los?�</p><empty-line/><p>�Sie sind da.�</p><p>Geary eilte auf die Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis>, so schnell er konnte. Es war eigentlich unsinnig, sich so abzuhetzen, weil der n�chste Sprungpunkt zwei Lichtstunden entfernt war. Er hatte sich noch nicht ganz hingesetzt, da lieferte ihm Desjani bereits einen ersten Bericht. �Die ersten Sichtungen deuten darauf hin, dass diese Streitmacht in etwa der entspricht, die uns durch das Corvus-System folgte.�</p><p>Mit einem Nicken nahm er ihre Meldung zur Kenntnis und verkniff sich einen Kommentar zu etwas, das ihm aufgefallen war. Alle Matrosen der Allianz an Bord der <emphasis>Dauntless</emphasis> hatten aufgeh�rt davon zu reden, die Syndik-Streitmacht habe die Allianz-Flotte durch das Corvus-System �gejagt�. Stattdessen war nun immer die Rede davon, die Syndiks seien ihnen �gefolgt�. Noch ein paar Wochen mehr, und dann w�rde man sich wohl erz�hlen, die Allianz-Flotte habe irgendwie die Syndiks aus dem Corvus-System vertrieben. Solange es den Leuten half, ihren Stolz zu wahren, w�rde Geary niemanden berichtigen. �Es k�nnte sich sogar um die gleiche Streitmacht handeln. Falls das stimmt, haben sie Kaliban �ber einen Um-weg erreicht, und sie d�rften wohl �ber uns ein wenig ver�rgert sein.�</p><p>Desjani grinste. �Ihren Befehlen entsprechend haben wir bereits alle Shuttles und s�mtliches Personal zur�ck auf die Schiffe beor-dert.�</p><p>�Gut. Haben sie auch die Selbstzerst�rung aller Anlagen in die Wege geleitet, die wir reaktivieren konnten?�</p><p>�Jawohl, Sir.� Desjanis Zustimmung zur Taktik der �verbrannten Erde� war nicht zu �berh�ren. �Diese Ausr�stung wird niemand mehr benutzen k�nnen.�</p><p>�So soll es auch sein.� An sich war es ja eine Schande, doch er konnte keine industriellen Anlagen in einem Zustand zur�cklassen, der es den Syndiks erlaubte, sie wieder f�r ihre Zwecke zu nutzen.</p><p>Geary studierte gr�ndlich die aktuelle Situation. �Wenn sie den Sprungraum durch diesen Punkt dort verlassen, dann m�ssen sie von Saxon oder Pullien kommen, und beide Sterne h�tten sie von Yuon aus erreichen k�nnen, richtig?�</p><p>Desjani sah auf ihr Display. �Pullien w�rde einen zus�tzlichen Sprung bedeuten, aber grunds�tzlich stimmt das. So oder so kommen sie durch den Sprungpunkt ins System, der uns am n�chsten liegt.�</p><p><emphasis>So pervers, wie das Universum meiner Erfahrung nach ist, musste das ja so kommen. Die Syndiks sind uns durch den Sprungpunkt gefolgt, der der Allianz-Flotte am n�chsten liegt und nur zwei Lichtstunden entfernt ist.</emphasis></p><p><emphasis>Wir haben sie gerade erst entdeckt, aber das bedeutet, dass sie bereits vor zwei Stunden im System eingetroffen sind.</emphasis> Die Allianz-Flotte konnte die pl�tzlich auftauchenden Syndik-Schiffe erst sehen, nachdem das Licht den Weg bis zu ihr zur�ckgelegt hatte, w�hrend die Syndiks die Flotte sofort in der Position entdeckten, in der sie sich vor zwei Stunden befunden hatte. <emphasis>Nach der Blauverschiebung des Lichts von den Syndik-Schiffen zu urteilen, kamen die mit 0,1 Licht aus dem Sprung.</emphasis></p><p><emphasis>Wenn sie diese Geschwindigkeit beibehalten haben, dann sind sie bereits 0,2 Lichtstunden n�her als in dem Moment, da wir sie eintreffen sahen.</emphasis></p><p><emphasis>Trotzdem sind sie damit immer noch achtzehn Stunden von unserer Position entfernt, wenn sie im gleichen Tempo weiterfliegen.</emphasis></p><p><emphasis>W�rden wir sofort beschleunigen, k�nnten wir problemlos das System verlassen und einem Konflikt aus dem Weg gehen. Das w�re ein Leichtes.</emphasis></p><p><emphasis>Und es w�rde den Ger�chten viel neue Nahrung geben, dass ich nicht geeignet bin, diese Flotte zu befehligen. Die letzten Wochen habe ich �berlegt, was ich tun soll, wenn die Syndiks eintreffen. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, weil ich nicht wusste, wie gro� diese Syndik-Streitmacht sein w�rde. Jetzt wei� ich es. Sie f�llt bedeutend kleiner aus als unsere Flotte, aber sie ist dennoch schlagkr�ftig und k�nnte eine Menge Schaden anrichten.</emphasis></p><p>Als Geary zu Captain Desjani sah, nahm er wahr, wie die sich in Erwartung eines Gefechts anspannte, obwohl bis dahin in jedem Fall noch etliche Stunden vergehen w�rden, selbst wenn er den Befehl erteilte, den Syndiks entgegenzufliegen. Er wusste um die Entt�uschung der meisten anderen Captains, sollten sie Kaliban kampflos verlassen m�ssen. Sogar mehr als nur entt�uscht. Wieder sah er sich die j�ngste Sch�tzung zur Gr��e der gegnerischen Flotte an. <emphasis>Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Flotte schon bereit ist, es mit einer solchen Streitmacht aufzunehmen. Zahlenm��ig besitzen wir die �berlegenheit, aber wenn irgendetwas so schiefl�uft wie im Corvus-System, dann k�nnten wir massive Verluste erleiden. Kann ich darauf vertrauen, dass meine Schiffe in Formation bleiben und meine Befehle befolgen?</emphasis></p><p><emphasis>Ich wei�, was die Vernunft vorschreibt, aber diese Leute m�ssen daran glauben k�nnen, dass ich derjenige bin, der sie zum Sieg f�hren kann. Wie lange werden sie noch auf mich h�ren, wenn sie glauben, ich h�tte Angst vor einem Gefecht? Oder sind meine Bedenken st�rker, als sie es eigentlich sein sollten? Will ich diese Schiffe nicht aufs Spiel setzen, weil ich mich vor den Fehlern f�rchte, die diese Menschen machen k�nnten, oder sind es meine eigenen m�glichen Fehler, vor denen ich Angst habe?</emphasis></p><p><emphasis>Flucht oder Kampf? Was w�re richtig? Was w�re das Beste?</emphasis></p><p><emphasis>Vorfahren, gebt mir ein Zeichen.</emphasis></p><p>�Captain Desjani�, rief der Kommunikationsoffizier der <emphasis>Dauntless</emphasis>, �die <emphasis>Witch</emphasis> meldet einen toten Vogel auf Ishiki�s Rock.�</p><p>Geary brauchte einen Moment, um den modernen Slang zu verstehen. Als �Vogel�, bezeichneten die Matrosen ein Shuttle, und �tot�, bedeutete� �Wir haben ein Shuttle, das nicht starten kann?�</p><p>�Ja, Sir. Auf Ishiki�s Rock. Einer der gro�en Frachttransporter.�</p><p>�Sagen Sie ihnen, sie sollen die Fracht zur�cklassen und nur die Leute rausholen.�</p><p>�Das haben sie bereits versucht, Sir. Aber es hat mit dem Gewicht nichts zu tun. Antrieb und Steuerungssystem sind beim Startver-such ausgefallen. Momentan suchen sie nach der Ursache.�</p><p>�Wie viele Leute sitzen auf Ishiki�s Rock fest?�</p><p>�Einunddrei�ig, Sir. Shuttlebesatzung mitgerechnet.�</p><p>Wieder sah Geary Desjani an. �Sie kennen sich mit diesen Shuttles besser aus als ich. Wie stehen die Chancen, dass sie das schnell reparieren k�nnen?�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Darauf w�rde ich keine Wette abschlie�en�, erwiderte sie. �Der Ausfall von zwei wichtigen Systemen bedeutet, dass etliche Knotenpunkte versagt haben.� Sie gab dem Maschinen-Wachhabenden ein Zeichen. �Ihre Einsch�tzung?�</p><p>Der Mann verzog das Gesicht. �Der Vogel wird sich nicht von der Stelle r�hren, solange keine komplette Wartungscrew den Schaden begutachtet hat. Wie viel Zeit n�tig ist, um ihn wieder starten zu lassen, h�ngt davon ab, wie viele Untersysteme durchgeschmort sind.</p><p>Aber ich w�rde von mindestens vier Stunden ausgehen, gerechnet ab dem Zeitpunkt, da die Crew eingetroffen ist. Und vorausgesetzt, sie haben alle notwendigen Ersatzteile dabei.�</p><p>�So etwas hatte ich bereits bef�rchtet.� Geary betrachtete sein Display und �berlegte, wie sie vorgehen sollten. Ishiki�s Rock lag zu den Syndiks drei�ig Lichtminuten n�her als zum Pulk der Allianz-Flotte. Die <emphasis>Titan</emphasis> war vor eineinhalb Tagen fertig beladen worden und zur Flotte zur�ckgekehrt, doch die <emphasis>Witch</emphasis> hielt sich immer noch in der N�he von Ishiki�s Rock auf.</p><p>F�nf Stunden Transitzeit bei 0,1 Licht, und auch wenn die <emphasis>Witch</emphasis> weniger Masse hatte als die <emphasis>Titan</emphasis>, war ihr Antrieb schw�cher, sodass sie kaum besser beschleunigen konnte. Er konnte die <emphasis>Witch</emphasis> an-weisen, mit einem anderen Shuttle die gestrandete Crew von Ishiki�s Rock abzuholen und das defekte Shuttle aufzugeben. Oder er konnte ein Wartungsteam hinbeordern, um den Vogel zu reparieren. Die <emphasis>Witch</emphasis> war nahe genug an Ishiki�s Rock, um ein Team loszuschicken, die Reparaturen auszuf�hren und das Shuttle noch schnell genug zur <emphasis>Witch</emphasis> zur�ckzubringen, damit die Flotte noch rechtzeitig vor dem Eintreffen der Syndiks das System verlassen konnte. Das w�r-de allerdings knapp werden, weshalb die sicherste L�sung die war, den Vogel einfach zur�ckzulassen.</p><p>Aber w�re das nicht nur noch mehr Wasser auf die M�hlen derjenigen, denen es nicht gefiel, dass die Allianz-Flotte vor den Syndiks �davonlief�?</p><p>Doch wenn sie lange genug blieben, um das Shuttle zu bergen oder zu reparieren, und dabei ging dann etwas schief, liefen sie Gefahr, dass Syndik-J�ger die <emphasis>Witch</emphasis> einholten. Er konnte ein paar Schiffe entsenden, damit die die <emphasis>Witch</emphasis> verteidigten, doch wie viele w�ren daf�r erforderlich? Wenn die Syndiks auf maximale Beschleunigung gingen und nach der halben Strecke mit den Bremsman�vern begannen, w�rden sie die <emphasis>Witch</emphasis> deutlich fr�her erreichen.</p><p>Und was w�rde mit den Gestrandeten auf Ishiki�s Rock geschehen, wenn die Syndiks schneller waren als erwartet? Je n�her sie kamen, umso weniger Zeit blieb Geary zum Reagieren.</p><p><emphasis>Einunddrei�ig Leute. Ein Frachtshuttle. Ich kann diese Leute rausholen, das ist gar kein Problem. Es sei denn, etwas anderes geht schief.</emphasis></p><p><emphasis>Was nat�rlich passieren k�nnte, und dann haben wir den �rger. Und wenn ich versuche, mein Gesicht zu wahren, indem wir das Shuttle zu bergen versuchen, setze ich damit noch mehr Menschenleben aufs Spiel. Wenn wir das System schnell verlassen m�ssen�</emphasis></p><p><emphasis>Verlassen m�ssen, Geary? Sag lieber: wenn wir davonlaufen m�ssen.</emphasis></p><p><emphasis>Das ist es n�mlich, was du machst, auch wenn du es noch so sch�n zu um-schreiben versuchst. Du wei�t das, und jeder andere wei� das auch. Und es gef�llt dir genauso wenig wie allen anderen.</emphasis></p><p><emphasis>Die Flotte hat mir bis hierher vertraut, da wird es Zeit, dass ich ihr auch vertraue. Wenn ich in der Lage sein will, diese Leute zu f�hren, dann muss ich ihnen vertrauen.</emphasis></p><p><emphasis>Und f�hren kann ich sie nur, wenn sie weiter an mich glauben.</emphasis></p><p><emphasis>Aber sie werden nicht weiter an mich glauben, wenn ich ihnen nicht zeige, dass sie siegen k�nnen, wenn sie auf mich h�ren.</emphasis></p><p>Captain Desjani sah ihn an. Bez�glich der sich bietenden Alternativen war sie zweifellos zu den gleichen Schlussfolgerungen gelangt, und sicherlich fragte sie sich nun, wie er entscheiden w�rde.</p><p>Geary atmete tief durch, dann �ffnete er einen Kanal zur ganzen Flotte. �An die Allianz-Flotte, hier spricht Captain Geary. An alle Einheiten: Nehmen Sie Gefechtsformation Alpha ein. Ich wiederhole, nehmen Sie Gefechtsformation Alpha ein. F�hren Sie diesen Befehl sofort nach Erhalt aus. Nehmen Sie Position relativ zum Flaggschiff <emphasis>Dauntless</emphasis> ein, richten Sie die Formationsachse an der L�ngsachse der <emphasis>Dauntless</emphasis> aus. Alle Schiffe in Gefechtsbereitschaft gehen. Gesch�tzte Zeit bis zum Gefecht betr�gt��, er �berschlug, wie schnell die beiden Streitkr�fte aufeinandertreffen w�rden, wenn die Allianz-Flotte den Syndiks geradewegs entgegenflog, ��acht Stunden.� Er sah zu Desjani. �Captain Desjani, lassen Sie Ihren Komm-Wachhabenden bitte dem Personal auf Ishiki�s Rock mitteilen, dass die Flotte kommt, um sie abzuholen. Und dann lassen Sie die <emphasis>Dauntless</emphasis> bitte so drehen, dass der Bug auf den Rendezvouspunkt zeigt, an dem wir mit der Syndik-Flotte zusammentreffen, wenn diese weiter dem Kurs folgt, auf dem sie ins System gekommen ist.�</p><p>�Aye, aye, Sir!� So wie jeder andere, den er von seinem Platz aus auf der Br�cke sehen konnte, machte Desjani einen aufgeregten Eindruck.</p><p>�Captain Geary!� Ihm war nicht aufgefallen, dass Co-Pr�sidentin Rione ebenfalls auf die Br�cke gekommen war. Als er sich zu ihr umdrehte, bemerkte er ihre entr�stete Miene. �Haben Sie etwa vor, eine ausgewachsene Raumschlacht vom Zaun zu brechen, um die Kontrolle �ber dieses System zu erlangen?�</p><p>�Ja, genau das habe ich vor. Auf einem der Asteroiden in diesem System sitzen einunddrei�ig von unseren Leuten und ein Shuttle fest.�</p><p>�Und Sie glauben, Ihnen bleibt keine andere Wahl als ein Kampf mit den Syndik-Schiffen, die noch �ber einen halben Tag entfernt sind?�</p><p>Geary l�chelte sie kurz und humorlos an. �Ich glaube, es ist aus einer Vielzahl von Gr�nden meine beste Wahl.�</p><p>�Sie k�nnen nicht Hunderte oder Tausende von Matrosen und wer wei� wie viele Schiffe aufs Spiel setzen, nur um einunddrei�ig Leute zu retten, die auch so ohne Probleme gerettet werden k�nnten. Und das Shuttle k�nnte ohne Weiteres auf diesem Asteroiden zur�ckblei-ben!�</p><p>�Keine der Alternativen bietet hundertprozentige Gewissheit, Madam Co-Pr�sidentin. Wir wissen nicht, was die Syndiks in genau dieser Minute tun. Selbst eine simple Rettungsmission, die durch unvorhersehbare Ereignisse verz�gert wird, k�nnte die <emphasis>Witch</emphasis> und andere Schiffe in Gefahr bringen. Ja, ich riskiere die gesamte Flotte, um diese Leute, das Shuttle und alle Schiffe zu sch�tzen, die versuchen, das Personal von dem Asteroiden zu holen. Es ist eine Frage der Verantwortung und des Vertrauens. Die Allianz-Flotte l�sst niemanden im Stich.�</p><p>Pl�tzlicher Jubel lie� ihn und Rione hochschrecken. Als er sich umschaute, sah er, wie die Br�ckencrew die F�uste reckte und zustimmend johlte.</p><p>Er wandte sich zu Captain Desjani um und bekam gerade noch mit, wie sie etwas in ihr Kommunikationssystem sagte. �Verzeihen Sie, Captain Geary. Ich hatte nur soeben Ihre Aussage flottenweit �bertragen.� Obwohl er nun schon einige Monate an ihrer Seite verbracht hatte, war es f�r Geary immer noch ein Schock, den Ausdruck grenzenloser Bewunderung in ihren Augen zu sehen.</p><p>Aber er wusste auch, dass sie das Richtige gemacht hatte. So un-gern er das auch zugeben wollte � seine Worte w�rden der Flotte im bevorstehenden Gefecht den R�cken st�rken. Und zweifellos w�rde man seine Bemerkung den inspirierenden Worten des gro�en Black Jack Geary hinzuf�gen. Er konnte nur zu jedem seiner Vorfahren beten, dass er niemals mitbekommen musste, wie jemand ihm seinen eigenen Spruch zitierte.</p><p>Rione machte den Eindruck, als w�rde sie auch beten. Allerdings vermutete Geary, dass sie eher daf�r betete, der gesunde Menschenverstand m�ge doch noch die Oberhand gewinnen. �Captain Geary, wie kann ich Sie davon �berzeugen, dass das �berleben dieser Flotte Vorrang vor allem anderen hat?�</p><p>�Madam Co-Pr�sidentin, ich kann Ihre Bedenken nachvollziehen.</p><p>Aber ich muss Sie bitten, meiner �berzeugung zu vertrauen, dass das �berleben dieser Flotte von zahlreichen Faktoren abh�ngt.�</p><p>�Captain.� Rione kam n�her und sprach sehr leise weiter: �Sie wissen, wie wichtig es ist, dass die <emphasis>Dauntless</emphasis> unversehrt ins Gebiet der Allianz zur�ckkehrt. Das an Bord befindliche Objekt besitzt einen unsch�tzbaren Wert.�</p><p>�Das habe ich nicht vergessen�, erwiderte Geary genauso leise.</p><p>�Haben Sie dann vielleicht vergessen, dass ich die Schiffskontin-gente der Callas-Republik und der Rift-F�deration Ihrem Kommando entziehen kann, wenn ich das f�r richtig halte?�</p><p>�Nein, aber ich m�chte Sie dringend bitten, das nicht zu tun.� Geary setzte eine Miene auf, die seiner Vorstellung davon entsprach, wie jemand dreinschauen musste, der sich aller Risiken bewusst und dennoch voller Zuversicht war. �Ich h�tte gerne mit der Flotte noch l�nger ge�bt, doch die kann mit der Situation umgehen. Es gibt gute Gr�nde f�r mein Handeln, und ich h�tte gern, dass Ihre Schiffe ebenfalls in Formation gehen.�</p><p>�Und wenn ich mich weigere?�</p><p>Geary atmete laut aus. �Dann gibt es nichts, was ich dagegen tun k�nnte. Das wissen Sie.�</p><p>Einen Moment lang musterte sie ihn, w�hrend sich Geary w�nschte, seine Aufmerksamkeit wieder der sich anbahnenden Schlacht widmen zu k�nnen. Doch er wusste, er musste erst diese Angelegenheit erledigen. �Also gut, Captain Geary. Ihr bisheriges Handeln spricht f�r Sie. Sie sollen Ihre Schlacht bekommen, und die Schiffe der Callas-Republik und der Rift-F�deration stehen Ihnen zur Verf�gung. M�gen die lebenden Sterne daf�r sorgen, dass keiner von uns seine Entscheidung bereuen wird.�</p><p>�Danke.� Geary atmete noch einmal tief durch, dann konzentrierte er sich wieder auf das Display. Es w�rde noch einige Stunden dauern, bevor die Flotten aufeinandertrafen, aber er hatte bereits die ersten Schritte in die Wege geleitet, und eine Auseinandersetzung war damit unausweichlich geworden. Die verbleibende Zeit musste er nutzen, um seine Chancen auf einen Sieg zu maximieren. Und er musste Vorkehrungen f�r den Fall treffen, dass sie von einer Katastrophe heimgesucht wurden und er eine weitere verzweifelte Flucht aus dem Hut zaubern musste.</p></section><section><title><p>Zehn</p></title><p>Mit der Entscheidung f�r den Kampf begann das Adrenalin durch seinen K�rper zu str�men, obwohl es noch einige Stunden bis zum Gefecht dauerte, auf das beide Seiten mit maximaler Beschleunigung zusteuerten. Geary w�nschte sich, die Flotte von der Alpha-Formation in die eigentliche Gefechtsformation wechseln zu lassen, doch er wusste nur zu gut, dass dies ein Fehler sein w�rde. Seine fr�heren Vorgesetzten hatten ihm das eingebl�ut. <emphasis>Es gibt drei Dinge, die man in den Stunden vor einer Schlacht unbedingt vermeiden sollte.</emphasis></p><p><emphasis>Erstens: �berhastetes Handeln. Zweitens: �berhastetes Handeln. Und drittens: �berhastetes Handeln.</emphasis></p><p>Und jetzt wollte Desjani genau diesen Fehler machen. �Werden wir in dieser Formation k�mpfen?�, fragte sie zweifelnd.</p><p>�Nein.� Geary bemerkte ihren frustrierten Ausdruck und erkl�rte:</p><p>�Wir werden erst kurz vor dem Kontakt in die eigentliche Gefechtsformation wechseln. Ich m�chte gerade genug Zeit haben � nat�rlich mit einem gewissen Puffer f�r die Korrektur m�glicher Fehler �, dass unsere Schiffe ihre neue Position erreichen k�nnen, um dann mit Gefechtsgeschwindigkeit vorzur�cken.�</p><p>�Warum erledigen wir das nicht jetzt? Sie sprachen doch selbst von Ihren Bedenken, was die F�higkeit der Flotte angeht, in einer tats�chlichen Kampfsituation die richtigen Man�ver auszuf�hren.</p><p>Warum sollen wir warten, bis wir mit dem Feind fast in Ber�hrung gekommen sind?�</p><p>Die gleiche Frage hatte er vor langer Zeit auch schon gestellt.</p><p>�Weil wir dem Feind keine Gelegenheit geben wollen, stundenlang in aller Ruhe unsere Formation zu studieren und sich zu �berlegen, wie wir vorgehen wollen.�</p><p>�Aber wir k�nnten doch in eine brauchbare Formation gehen und dann immer noch in eine andere wechseln, oder? Dann w�ren wir bereit, selbst wenn wir die Schiffe nicht mehr rechtzeitig in die andere Formation man�vriert bekommen. Wir k�nnten wieder und wieder die Formation ver�ndern, um den Gegner im Unklaren �ber unsere Absichten zu lassen.�</p><p>Geary musste leise lachen, was ihm einen fragenden Blick von Desjani einbrachte. �Tut mir leid, ich musste nur daran denken, dass ich vor langer Zeit den gleichen Vorschlag gemacht habe. Es dauerte eine Weile, bis mir der Fehler bei diesem Ansatz klar wurde.� Er deutete auf das Display, wo sich die Symbole der Allianz und der Syndiks langsam aufeinander zubewegten. �Wir entschlie�en uns zu k�mpfen, und dann bleibt uns f�r gew�hnlich eine ganze Weile, um uns vorzubereiten. In der Zeit ist die Versuchung gro�, genau das Falsche zu tun. Wenn wir st�ndig die Formation wechseln, kleine Anpassungen vornehmen und unsere Pl�ne �ndern, dann sind die Besatzungen bereits m�de und die Treibstoffvorr�te in Mitleidenschaft gezogen, noch bevor es zum eigentlichen Gefecht gekommen ist. Es ist wesentlich besser, wenn man sich zusammenrei�t und den Schiffen und den Crews Gelegenheit gibt, sich vor dem Kampf auszuruhen.�</p><p>�Ich verstehe.� Desjani rutschte auf ihrem Platz hin und her. �Ja, mir wird das jetzt wirklich klar. Ich m�chte <emphasis>sofort</emphasis> etwas tun, aber das w�re verfr�ht. Wissen Sie, so haben wir immer gek�mpft. Sofort in die Gefechtsformation, fast immer irgendetwas Einfaches, und dann auf den Gegner los.�</p><p>�Ja, das dachte ich mir bereits.� Wieder schaute er auf das Display, wo die Syndik-Streitkr�fte exakt diesem Muster zu folgen schienen.</p><p><emphasis>Zwei gegnerische Streitm�chte st�rmen aufeinander los und beschie�en sich auf Teufel komm raus. Rohe Gewalt gegen rohe Gewalt. Kein Wunder, dass diesen Leuten Stolz und Mut so viel bedeuten. In einer solchen Schlacht wird am ehesten die Seite gewinnen, die am h�rtesten und aus-dauerndsten k�mpft. Aber das bedeutet massive Verluste an Menschen und Schiffen.</emphasis></p><p>Geary sah auf die Uhr, dann wandte er sich wieder an die Flotte.</p><p>�An alle Einheiten. Die aktuelle Sch�tzung bis zum Aufeinandertreffen mit der gegnerischen Streitmacht liegt bei sieben Stunden. G�nnen Sie sich und Ihren Schiffen jetzt erst mal ein paar Stunden Ruhe.� Er grinste Desjani an. �Haben Sie schon mal einen halben Tag in maximaler Alarmbereitschaft verbracht?�</p><p>Sie wich seinem Blick ans. �Eigentlich ist das an der Tagesord-nung. Auf die Weise wird sichergestellt, dass jeder einsatzbereit ist.�</p><p>�Sie scherzen.� Ihr Gesichtsausdruck verriet ihm, das war nicht der Fall. �Das zerm�rbt jeden, lange bevor es �berhaupt zum ersten Schlagabtausch kommt. Es gibt Situationen, da bleibt einem nichts anderes �brig. Aber jetzt zum Beispiel wissen wir, dass der Feind erst in gut sieben Stunden auf uns trifft. Da ist es nur sinnvoll, wenn jeder die Zeit nutzt, um sich auszuruhen.� Demonstrativ stand er auf und lie� die Br�ckencrew wissen: �Ich werde jetzt einen Spazier-gang machen und mir etwas zu essen holen.� Er war sich bewusst, dass alle Blicke auf ihn gerichtet waren, w�hrend er von der Br�cke schlenderte und sich fragte, ob er wohl Appetit vort�uschen k�nne.</p><p>Au�erdem musste er so tun, als ruhe er sich wenigstens f�r ein paar Stunden aus, obwohl er wusste, die Chancen auf ein wenig Schlaf standen f�r ihn gleich null. �Halten Sie mich bitte auf dem Laufenden, falls es Ver�nderungen bei der Formation oder den Man�vern der Syndiks gibt, Captain Desjani.�</p><p>�Nat�rlich, Sir.� Sie z�gerte einen Moment lang, doch als Geary eben die Br�cke verlie�, h�rte er, wie sie f�r einen gro�en Teil der <emphasis>Dauntless</emphasis>-Crew die Alarmbereitschaft aufhob, damit die Leute auch etwas essen konnten.</p><p>Nachdem er stundenlang durch die G�nge der <emphasis>Dauntless</emphasis> geschlen-dert war und dabei die unterschiedlichsten Abteilungen aufgesucht hatte, um mit den Matrosen zu reden, nachdem er in drei verschiedenen Messen vorgegeben hatte, etwas zu essen, und nachdem er regelm��ig auf der Br�cke nachgefragt hatte, ob sich irgendwelche neuen Entwicklungen abzeichneten, gab Geary es auf und kehrte auf die Br�cke zur�ck. Desjani sa� noch immer auf ihrem Platz und hatte w�hrend der ganzen Zeit die Br�cke offenbar nicht verlassen.</p><p>Sie warf ihm einen verlegenen Blick zu. �Macht der Gewohnheit.�</p><p>�Sie sind der Schiffscaptain, Tanya. Ich wei�, das bedeutet, Sie m�ssen hier sein, selbst wenn Sie gar nicht hier sein sollten.� Er setzte sich hin und zwang sich dazu, sich ganz entspannt zur�ckzuleh-nen und wieder den Blick auf das Display zu heften. Der Abstand zwischen den beiden gegnerischen Flotten war deutlich ge-schrumpft, aber noch immer w�rde es Stunden bis zum tats�chlichen Aufeinandertreffen dauern. Die Syndik-Formation war unver�ndert geblieben. �Wir werden in der Formation Fox Five k�mpfen�, lie� er sie wissen.</p><p>�Fox Five?� Desjani strahlte vor lauter Vorfreude. �Ich kann es kaum erwarten, die Flotte bei dem Man�ver zu sehen.�</p><p><emphasis>Mir geht es nicht anders. Ich hoffe nur, sie</emphasis> bekommt <emphasis>das Man�ver auch in den Griff.</emphasis> Er f�hrte einige Berechnungen auf der Grundlage der aktuellen Sch�tzungen durch, mit welcher Geschwindigkeit sich die Syndiks vorw�rts bewegten und wo sich die Flotten begegnen w�rden, falls sich bis dahin nichts mehr �nderte. <emphasis>Zwei Stunden. Zu lange.</emphasis></p><p><emphasis>Ich kann die Flotte noch nicht in die Formation Fox Five wechseln lassen.</emphasis></p><p>Die Vorstellung, f�r die Dauer der n�chsten Stunde auf sein Display zu starren, war so erschreckend, dass Geary kurzerhand beschloss, die programmierte Simulation aufzurufen und sie mit seiner Flotte und den Angaben �ber die tats�chliche Syndik-Streitmacht durchzuspielen. <emphasis>Das sollte mich zur Gen�ge ablenken, und vielleicht sto�e ich ja noch auf etwas Wissenswertes.</emphasis></p><p>Dennoch kam es ihm wie eine Ewigkeit vor, bis die Stunde verstrichen war. �Okay, Tanya. Dann wollen wir den Syndiks mal Feuer unter dem Hintern machen.� Sie reagierte mit erfreutem Grinsen, w�hrend er sich an die Flotte wandte. �An alle Einheiten. Hier ist Captain Geary von der <emphasis>Dauntless</emphasis>. F�hren Sie Formation Fox Five bei Zeit vier null durch. Ich wiederhole: F�hren Sie Formation Fox Five bei Zeit vier null durch. Die <emphasis>Dauntless</emphasis> f�hrt weiterhin die Formation an.�</p><p>Fox Five war eine alte Formation, doch soweit Geary das beurteilen konnte, war sie seit Langem nicht mehr angewendet worden. Sie schien die ideale L�sung f�r das, was die Syndiks vorhatten und was er selbst in dem anstehenden Gefecht erreichen wollte. Zudem war es eine der Formationen, die er mit den anderen Schiffen als Simulation durchgespielt hatte, sodass es f�r die Befehlshaber der Schiffe kein Neuland war.</p><empty-line/><p>�Fox Five?�, meldete sich eine Stimme zu Wort. Co-Pr�sidentin Rione war mit diesem Thema keineswegs vertraut. �Was beinhaltet diese Formation?�</p><p>L�chelnd drehte er sich zu ihr um. Erst jetzt hatte er bemerkt, dass sie irgendwann im Lauf der letzten Stunde auf die Br�cke gekommen war. �Das ist eine Formation, bei der ich meine Streitkr�fte nach einem bestimmten System anordne. Es ist sehr komplex im Vergleich zu der Art, wie in letzter Zeit gek�mpft wurde. Aber es sollte sehr wirkungsvoll sein.�</p><p>�Inwiefern?�</p><p>�Wir sind zahlenm��ig �berlegen�, versicherte er Rione. �Der Trick besteht darin, diese �berlegenheit so gegen den Feind einzusetzen, dass man seine Verteidigung �berrennen kann.�</p><p>Sie betrachtete ihn skeptisch. �Wenn ich das richtig verstehe, was auf Ihrem Display zu sehen ist, dann bewegen sich Ihre Schiffe in verschiedene Richtungen.�</p><p>�Das ist der Sinn der Sache. Zu viele Schiffe in einer Formation bedeuten, dass sie nicht alle gleichzeitig eingesetzt werden k�nnen.</p><p>Eine feindliche Streitmacht, die auf einer Seite der Formation in ein Gefecht verwickelt ist, kann sich nicht gegen Schiffe auf der anderen Seite der Formation zur Wehr setzen.�</p><p>Rione sch�ttelte den Kopf. �Ich sehe, dass Sie die Flotte in kleine Gruppe aufspalten. Wie soll das helfen, gemeinsam gegen den Feind zu k�mpfen?�</p><p>�Ich f�rchte, Sie werden sich gedulden m�ssen, bis Sie die Taktik in der praktischen Anwendung erleben.� Geary war viel zu nerv�s und zu aufgeregt, als dass er einem Zivilisten eine Gefechtstaktik h�tte erkl�ren wollen. Er hatte Flottenbewegungen ge�bt und er hatte es unter so manchem Captain und Admiral trainiert, deren taktisches Geschick ihn mit Ehrfurcht erf�llt hatten. Und er war in den letzten Wochen mit unz�hligen Simulationen besch�ftigt gewesen, die dem gleichen Zweck dienten. Doch das hier war f�r ihn das allererste Mal, dass er einer echten Flotte seine Befehle erteilte, und zum ersten Mal w�rden Schiffe auf seine Anweisung hin Flugman�ver ausf�hren und den Feind in ein Gefecht verwickeln. Zum ersten Mal w�rden seine Entscheidungen �ber das Schicksal zahlreicher Schiffe, vielleicht sogar der ganzen Flotte entscheiden.</p><p>Er konzentrierte sich auf das Display, damit er wieder zur Ruhe kam. Als die Schiffe sich auf seinen Befehl hin in Bewegung setzten, begann sich die Flotte in drei Sektionen aufzuteilen. Die Sektion, die zur <emphasis>Dauntless</emphasis> geh�rte, war deutlich gr��er als die beiden anderen und bildete ein abgeflachtes Oval, das sich den heranr�ckenden Syndiks entgegenstellte. Die eine Gruppe begab sich zu einer Position, die eine Million Kilometer � etwas mehr als drei�ig Lichtsekunden � vor und ein St�ck oberhalb der <emphasis>Dauntless</emphasis> lag. Diese Schiffe bildeten einen flachen Kreis, w�hrend die letzte Gruppe in der gleichen Formation, genauso weit von der <emphasis>Dauntless</emphasis> entfernt, aber ein St�ck unterhalb von deren Linie, in Position ging. Zusammen betrachtet erinnerten die drei Formationen an einen riesigen Nussknacker, der nur auf die Syndiks wartete.</p><p>Zu beiden Seiten und ebenfalls drei�ig Lichtsekunden entfernt bildeten sich langsam zwei kleinere Kreise im rechten Winkel zur Hauptformation, die aus leichteren Schiffen bestanden, vor allem aus leichten Kreuzern und Zerst�rern, dazu mehrere schwere Kreuzer.</p><p>Hinter dieser Front sammelten sich unterdessen die Hilfsschiffe und jene Kriegsschiffe, die als Eskorte zu deren Schutz abgestellt waren.</p><p>Alle sechs Gruppen der Allianz-Flotte folgten mit einer nach wie vor gem�chlichen Geschwindigkeit von 0,03 Licht dem Kurs der <emphasis>Dauntless</emphasis>, nachdem sie den Orbit um Kaliban verlassen hatten.</p><p>Nachdem sie dort die letzten zwei Wochen verbracht hatten, waren sie nun auf Abfangkurs zu den Syndik-Schiffen.</p><p>Geary seufzte erleichtert, als er sah, dass die Schiffe auf seine Befehle reagierten. Keines von ihnen schien einen anderen als den ihm zugewiesenen Platz einnehmen zu wollen, und niemand st�rmte gedankenlos nach vorn, nur um als Erster die Syndik-Streitmacht zu erreichen. Dennoch verzog er den Mund, als er die Formationen �berpr�fte. Es gab noch einen Befehl, den er erteilen musste, damit die Befehlsverteilung f�r die kommende Schlacht best�tigt wurde.</p><empty-line/><p>Dabei musste er eine Entscheidung treffen, von der er f�rchtete, er k�nnte sie sp�ter noch bereuen. �An alle Einheiten: Hier spricht Captain Geary von der <emphasis>Dauntless</emphasis>. Nachfolgend die Komman-dostruktur f�r das bevorstehende Gefecht. Neben dem Kommando �ber die Flotte insgesamt �bernehme ich das Kommando �ber die Hauptformation.�</p><p>Sein Blick ruhte auf dem Display, w�hrend er weiterredete: �Formation Fox Five One wird von Captain Duellos von der <emphasis>Courageous</emphasis> befehligt.� Er schaute auf die untere Gruppe vor ihnen. �Formation Fox Five Two wird von Captain Numos von der <emphasis>Orion</emphasis> befehligt.�</p><p>Desjani warf ihm einen mitf�hlenden Blick zu. �Captain Numos ist ein Senior-Captain.�</p><p>�Ja. Mir blieb keine andere Wahl, als ihm das Kommando �ber diese Formation zu �bertragen.� <emphasis>Keine andere Wahl, da ich keinen Grund hatte, ihn zu dem�tigen, indem ich ihn �bergehe. Aber wenn er das hier verbockt, dann habe ich allen Grund dazu, und dann sind mir die Konsequenzen auch egal.</emphasis></p><p>Geary �ffnete wieder die Kommunikationsleitung: �Formation Fox Five Three untersteht dem Befehl von Commander Cresida von der <emphasis>Furious</emphasis>. Formation Fox Five Four untersteht dem Befehl von Commander Landis von der <emphasis>Valiant</emphasis>.� Damit war die Befehlsgewalt f�r die leichten Streitkr�fte an den Seiten der Formation insgesamt gere-gelt. �Captain Tulev von der <emphasis>Leviathan</emphasis> hat das Kommando �ber Formation Fox Five Five.� Die Eskorte f�r die Hilfsschiffe musste jemandem unterstehen, auf den Geary z�hlen konnte, und dieses Ge-f�hl hatte er bei Tulev. Ein draufg�ngerischer Commander, auch wenn er so zuverl�ssig war wie Duellos, konnte sich irgendwann versucht f�hlen, die Hilfsschiffe unbewacht zur�ckzulassen und sich ins Kampfget�mmel zu st�rzen. Tulev war ein ausgeglichener und ruhiger Mann, der bis zuletzt bei den Hilfsschiffen ausharren w�rde.</p><p>Zufrieden sah Geary auf das Display, wo erkennbar wurde, dass alle Elemente der Flotte tats�chlich den zugeteilten Platz einnahmen. Dann jedoch fiel ihm bei Captain Desjani ein leicht besorgter Gesichtsausdruck auf. �Was ist los?�, fragte er leise, doch sie z�gerte. �Ich muss wissen, was Sie denken, Captain Desjani. Offen und ehrlich.�</p><p>�Na gut, Sir�, erwiderte sie halb entschuldigend. �Ich wei�, wir haben bei den Simulationen diese Formation ge�bt, aber ich mache mir Sorgen, was die Abst�nde zwischen den einzelnen Elementen angeht. Die Flotte wirkt so breit gef�chert, dass sie f�rmlich dazu einl�dt, geschlagen zu werden.�</p><p>Er nickte. �Das ist eine berechtigte Sorge. Eine Flotte aufzuteilen und passiv verharren zu lassen, w�rde es dem Feind erm�glichen, ein Element nach dem anderen anzugreifen und die Oberhand zu erlangen. W�rden wir uns nicht von der Stelle r�hren, dann w�re das auch die Folge. Aber wir werden nicht dasitzen und warten, bis die Syndiks das Feuer er�ffnen. Besser gesagt�, korrigierte er sich, �werden die anderen Formationen nicht dasitzen und abwarten. Die Hauptformation ist diejenige, die sich als Zielscheibe f�r den Syndik-Angriff anbieten wird.�</p><p>Seine Beteuerung, dass ihr Schiff geradewegs weiterfliegen w�rde, bis es zum Kontakt mit den Syndiks kam, beruhigte Desjani sichtlich. �Die <emphasis>Dauntless</emphasis> wird bis zum Kontakt auf diesem Kurs bleiben?�</p><p>�Genau.� Geary l�chelte ihr zu. �Notfalls werden wir den Kurs korrigieren, wenn die Syndiks nicht genau auf uns zusteuern. Und wir werden auch im richtigen Moment unsere Geschwindigkeit anpassen. Aber wenn die Syndiks uns erreicht haben, dann werden sie ganz andere Sorgen haben. Vertrauen Sie mir.�</p><p>Sie erwiderte das L�cheln. �Das tun wir, Captain Geary.�</p><p>Als er sie das sagen h�rte, war Geary davon abermals fast ersch�ttert. Das Vertrauen, das einige von diesen Leuten in ihn setzten, war so bedingungslos, dass es ihm schon Angst machte. Doch er konzentrierte sich wieder auf die Man�ver der Schiffe und verfolgte mit, wie die einzelnen Kreise und Scheiben Gestalt annahmen. Aus einer Laune heraus drehte er das Display, bis er von der Seite auf die Schiffe im gro�en Oval rund um die <emphasis>Dauntless</emphasis> schauen konnte. Normalerweise befanden sich in einer solchen Formation Zerst�rer in der vordersten Reihe, gefolgt von den Kreuzern und dahinter von den massigen Schlachtschiffen und Schlachtkreuzern. Aber da Geary die leichteren Einheiten den anderen Elementen der Formation zugeordnet hatte, bestand das Hauptfeld nur aus schweren Schlachtschiffen und Schlachtkreuzern in einer offenen Formation mit ineinandergreifenden Gesch�tzradien vor ihnen und an den Seiten. <emphasis>Haben die Syndiks schon gesehen, was ich hier mache? Begreifen sie, was ich vorhabe?</emphasis></p><p>Er �berpr�fte die Syndik-Formation. Die war noch immer sechs Lichtminuten entfernt, doch die zeitverz�gerten Bilder zeigten, dass die Syndiks noch nicht auf die Bewegungen der Allianz-Flotte reagiert hatten. Ihre Schiffe waren zu einem flachen Riegel angeordnet, der am vorderen Rand ausd�nnte. In gewisser Weise erinnerte es an einen Hammer, der auf die Allianz-Flotte herabzusausen schien. Geary erkannte den Grundgedanken hinter der Formation. Sie war einfach aufgebaut und wirkungsvoll, wenn man es mit einem Feind zu tun hatte, der nicht die richtigen Gegenma�nahmen ergriff. Der Hammer konzentrierte das Feuer der Angreifer auf einen recht kleinen, aber wichtigen Bereich, sodass nachfolgende Angriffswellen mitten durch das Zentrum der eigenen Flotte hindurchfliegen und sie unter Dauerbeschuss nehmen konnten. So w�rde zwischen zwei Wellen keine Zeit f�r eine kurze Verschnaufpause bleiben. Eine wirklich simple Taktik. Der Befehlshaber der Syndiks musste seiner Flotte keine Befehle f�r irgendwelche Flugman�ver erteilen, und wenn der gesamte Pulk durch die Reihen des Gegners geflogen war, konnte er einfach kehrtmachen und die Prozedur wiederholen, sofern das dann noch erforderlich war. Oder er konnte seine Formation aufl�sen, damit die Schiffe einzeln Jagd auf noch verbliebene �berlebende des ersten Angriffs machen konnten.</p><p><emphasis>Zu eurem Leidwesen habe ich nicht vor, euch einen solchen Schlag gegen uns f�hren zu lassen.</emphasis></p><p>Geary wartete, bis alle seine Schiffe ihren vorgesehenen Platz eingenommen hatten. �An alle Einheiten: Gehen Sie auf volle Gefechtsbereitschaft. Bei Zeit null sieben beschleunigen alle Einheiten auf 0,05 Lichtgeschwindigkeit und bewegen sich entlang der Formationsachse, die von der <emphasis>Dauntless</emphasis> vorgegeben wird.� Zwei Minuten sp�ter beschleunigte die gesamte Allianz-Flotte wie ein Schiff und schob sich dem Feind entgegen. �Verdammt, das sieht richtig gut aus.�</p><p>�Das stimmt�, meinte Desjani und grinste Geary an, als der �berrascht aufblickte. �Sie wussten nicht, dass Sie das laut ausgesprochen hatten, richtig?�</p><p>�Nein.� Dennoch l�chelte er wieder, als er auf dem Display mitverfolgte, wie die Flotte in v�lliger �bereinstimmung miteinander vorr�ckte, w�hrend die Syndik-Streitkr�fte stur auf ihrem Kurs blieben und damit genau in den Nussknacker hineinflogen. <emphasis>Es schadet doch nie, wenn man es mit einem arroganten oder dummen Widersacher zu tun hat.</emphasis></p><p>Jetzt war der wirklich schwierige Moment gekommen, weil er die Befehle f�r die n�chsten Man�ver zum richtigen Zeitpunkt und auf die richtige Weise geben musste. Geary behielt die Daten und Anzeigen im Auge, w�hrend die beiden Kontrahenten weiter aufeinander zusteuerten. Er versuchte, den richtigen Augenblick von seiner Ausbildung und seinem Instinkt bestimmen zu lassen. Die Bilder der Syndik-Kriegsschiffe, die der Allianz-Flotte am n�chsten waren, zeigten die Situation, wie sie sich vor f�nf Minuten gestaltet hatte.</p><p>F�nf Minuten waren an sich nicht viel Zeit, vor allem mit Blick auf die Tr�gheit der schweren Kriegsschiffe, doch sie gen�gten immer noch, um im letzten Augenblick ein Man�ver zu vollziehen, das Gearys sorgf�ltig koordinierten Angriff durchkreuzen konnte. Vor allem, wenn sich seine Formationen nur ein wenig zu fr�h bewegten und damit die Syndiks noch gerade zeitig vorwarnten.</p><p>Minuten verstrichen. Zwischendurch kam es ihm so vor, als wollte Desjani ihn etwas fragen, doch er konzentrierte sich v�llig auf das Gef�hl f�r die beiden sich ann�hernden Flotten. Desjani schwieg.</p><p>Nur noch ein paar Minuten, mehr nicht.</p><p>Geary streckte die Hand aus und ber�hrte die Kommunikationskontrolle, ohne dabei den Blick vom Display zu wenden. �Formation Fox Five One. Bei Zeit vier f�nf beschleunigen Sie auf 0,1 Lichtgeschwindigkeit und �ndern Ihren Kurs nach unten um sechs null Grad. Richten Sie Ihre Formationsachse senkrecht zur Syndik-Formation aus. Passen Sie den Kurs so weit an, wie es n�tig ist, um etwa ein Drittel hinter der vordersten Linie von oben auf die Syndik-Formation zu treffen.�</p><p>Er machte eine Pause und wartete auf den n�chsten richtigen Augenblick. �Formation Fox Five Two. Bei Zeit vier f�nf Komma f�nf beschleunigen Sie auf 0,1 Lichtgeschwindigkeit und �ndern Ihren Kurs nach oben um f�nf null Grad. Richten Sie Ihre Formationsachse senkrecht zur Syndik-Formation aus. Passen Sie den Kurs so weit an, wie es n�tig ist, um etwa zwei Drittel hinter der vordersten Linie von unten auf die Syndik-Formation zu treffen.�</p><p>Vierzig Sekunden sp�ter traf Captain Duellos� erfreute Best�tigung des Befehls f�r Formation Fox Five One ein. Eine Minute danach be-st�tigte Captain Numos von der Formation Fox Five Two den Befehl, ohne eine Gef�hlsregung erkennen zu lassen.</p><p>Geary wartete und versuchte, im Geist an dem Punkt zu verharren, wo er alle Entfernungen und Zeitverz�gerungen im Kopf hatte.</p><p>�Formationen Fox Five Three und Fox Five Four. Bei Zeit f�nf null beschleunigen Sie auf 0,1 Lichtgeschwindigkeit und �ndern Ihren Kurs, um die vorderste Linie der Syndik-Formation auf der Ihnen zugewandten Seite abzufangen. Richten Sie Ihre Formation so aus, dass Sie im rechten Winkel zur Syndik-Formation bleiben.�</p><p>W�hrend die anderen Elemente Kurs auf den Feind nahmen, konnte Geary fast sp�ren, wie die Schiffe seiner Formation darauf brannten, sofort auf maximale Beschleunigung zu gehen und sich in den Angriff einzumischen. �Hauptgruppe Formation beibehalten.</p><p>Flugrichtung umkehren und zum Bremsman�ver bereit machen.�</p><p>Er meinte aus dem Augenwinkel einen geschockten Ausdruck auf Desjanis Gesicht wahrzunehmen, vielleicht bildete er sich das aber auch nur ein. Er wartete, dass alle Allianz-Schiffe um einhundert-achtzig Grad gedreht wurden, damit ihr Heck dem Feind zugewandt war. <emphasis>Kommt schon, kommt schon</emphasis>, trieb er die gro�en Kriegsschiffe stumm zur Eile an. <emphasis>Dreht euch um. Ja, gut.</emphasis> �Hauptgruppe, Geschwindigkeit auf 0,02 Licht reduzieren, dann Flugrichtung umkehren und zum Gefecht bereit machen.� Wieder hatte er das Gef�hl, als w�rden die Schiffe ungeduldig an einer Leine zerren. �Alle Schiffe Formation beibehalten. In ein paar Minuten haben uns die Syndiks erreicht, und dann k�nnen Sie sich nach Herzenslust im Gefecht austoben.�</p><p>Ein starkes Vibrieren lief durch die <emphasis>Dauntless</emphasis>, als die Maschinen entgegen der Flugrichtung zu arbeiten begannen und das Schiff langsamer werden lie�en. Dann drehte sie wieder um hundertacht-zig Grad, um sich abermals dem Feind entgegenzustellen.</p><p>Zu dem Zeitpunkt hatte ihr Schwung die Syndik-Schiffe weit nach vorn getragen, doch wenn sie jetzt noch durchschauen sollten, was Geary vorhatte, konnten sie immer noch in einem gewissen Spektrum reagieren. Da sie jedoch die Flugman�ver der Allianz-Schiffe erst mit Versp�tung sahen, w�rde es noch einige Minuten dauern, bis die Syndiks erkennen konnten, dass sich von oben und von unten Schiffe wie Rei�z�hne eines Gebisses n�herten, um sich in ihrer Flotte zu verbei�en. Nur ein paar Minuten darauf w�rden sich auch die seitlichen Formationen in Bewegung gesetzt haben. Selbst dann mochten die Syndiks noch davon ausgehen, auf das Hauptfeld der Allianz-Flotte zu treffen, bevor sich das Gebiss schloss. Durch Gearys Bremsman�ver jedoch war die Zeit bis zum Kontakt weit genug verschoben worden, sodass das Gebiss zuschnappen w�rde, unmittelbar bevor die Syndik-Streitmacht das Hauptfeld der Allianz-Schiffe erreichen konnte.</p><p><emphasis>Sie k�nnen versuchen, nach oben oder unten auszuweichen, oder sie greifen eine der Formationen �ber und unter ihnen an. Aber wenn sie das machen, sollte ich in der Lage sein, mit dem Hauptfeld zu attackieren. Die leichten Einheiten k�nnen dann nach wie vor die Flanken angreifen. So oder so werden die Syndiks das nicht unbeschadet �berstehen.</emphasis></p><p>�Blauverschiebung bei den Syndik-Schiffen�, meldete der Taktik-Wachhabende.</p><p>�Sie beschleunigen?�, wunderte sich Desjani.</p><p>�Sie wollen die Wirkung unseres Bremsman�vers ausgleichen und schneller den Kontakt herstellen. Vielleicht glauben sie, sie sind in der Lage, durch unser Hauptfeld zu pfl�gen und so der Falle zu entkommen�, entgegnete Geary. �Ich glaube nicht, dass es ihnen gelingen wird. Duellos und Numos sollten kein Problem damit haben, die Beschleunigung der Syndiks mit einem steileren Abfangwinkel auszugleichen.�</p><p>�Aber bei diesen Geschwindigkeiten wird es f�r uns schwieriger, sie zu bek�mpfen.�</p><p>�Eigentlich nicht. Wir wissen ja, wohin sie unterwegs sind.</p><p>Probleme werden die Syndiks bekommen, weil sie uns durch die Verzerrung schwerer sehen k�nnen.�</p><p>W�hrend die letzten Minuten bis zum Kontakt verstrichen, musste Geary sich die Ereignisse im Geiste vorstellen, weil die Zeitverz�gerung bedeutete, dass er das Geschehen nicht so zu sehen bekam, wie es sich eigentlich abspielte. Die Sensoren der <emphasis>Dauntless</emphasis> zeigten ihm, dass sich die beiden H�lften des Nussknackers immer noch der feindlichen Flotte n�herten, doch in Wahrheit schnitt sich die obere H�lfte l�ngst in einem steilen Winkel in den Syndik-Hammer, w�hrend die untere H�lfte sich ein St�ck weiter hinten von der anderen Seite in die Formation fra�.</p><p>Da die Allianz-Schiffe entlang der k�rzesten Achse durch die Syndik-Flotte hindurchflogen, kamen sie nur f�r wenige Minuten mit dem Gegner in Kontakt und konnten auf jedes Ziel in Reichweite feuern, um dann in sichere Entfernung zu gelangen, sodass ihre eigene Abwehr nicht zu sehr belastet wurde. Und w�hrend die Allianz-Schiffe ihren Schilden Zeit geben konnten, um sich zu regenerie-ren, wurden die Syndiks schon wieder aus einer anderen Richtung unter Beschuss genommen.</p><p>Doch Geary konnte sich nicht in diesem Bild verlieren. �An alle Einheiten im Hauptfeld: Er�ffnen Sie das Feuer auf die feindlichen Schiffe, sobald die in Reichweite kommen. Achten Sie darauf, dass die erste Salve Kart�tschen sind, gefolgt von Phantomen.�</p><p>Eine Minute lang bef�rchtete er, er h�tte zu knapp kalkuliert und den letzten Befehl zu lange hinausgez�gert, weil er von dem Wunsch beseelt war, die von den Allianz-Formationen soeben zusammengeschossene Syndik-Flotte mit einem konzentrierten Sperrfeuer zu empfangen. Dann h�rte er den Waffenoffizier der <emphasis>Dauntless</emphasis>, wie der meldete, dass die Syndik-Schiffe auf den errechneten Flugbahnen in Waffenreichweite gelangt waren. Nur einen Augenblick sp�ter folgte die Meldung, die <emphasis>Dauntless</emphasis> habe das Feuer er�ffnet. Trotz der Verz�gerung, mit der sein Befehl nach und nach alle Schiffe erreichte, d�rften sie den Gegner zum optimalen Zeitpunkt unter Beschuss genommen haben.</p><p>Der Weltraum zwischen den Syndik-Streitkr�ften und dem Hauptfeld der Allianz war mit einem Mal von rasch aufeinanderfolgenden Lichtblitzen erf�llt, als eine Raketensalve der Syndiks auf das Hauptfeld von den Kart�tschen der Allianz ausgel�scht wurde.</p><p>Einen Augenblick sp�ter flammte ein Bereich unmittelbar vor der <emphasis>Dauntless</emphasis> auf, da die vorr�ckenden Syndik-Kriegsschiffe geradewegs in das Sperrfeuer aus Kart�tschen hineinflogen. Die Geschosse flammten zu �berhitztem Gas auf, als die Kollision mit den Schilden der Syndik-Schiffe ihre kinetische Energie in Hitze und Licht verwandelte. F�r einen Au�enstehenden musste es wirken, als habe jemand einen Teil des Weltalls mit Licht angemalt.</p><p>Die Flammen waren noch nicht ganz verblasst, da blitzten bereits grellere, gr��ere Lichter auf. Geary zeigte keine Regung. Er wusste, was er da sah, war das Sterben kleinerer Syndik-Schiffe, deren Schilde ausgefallen waren, sodass sie nun ungesch�tzt mit hoher relativer Geschwindigkeit mit weiteren Kart�tschen kollidierten.</p><p>Den Kart�tschen folgte eine Welle aus Phantomen, die geschw�ch-te Schilde vorfanden, sie in vielen F�llen durchschlugen und auf die H�llen der Syndik-Schiffe auftrafen.</p><p>Innerhalb weniger Momente war das Vorgeschwader der Syndik-Streitmacht ausradiert worden.</p><p>Geary musste schlucken und versuchte, nicht dar�ber nachzudenken, wie viele Leben wohl gerade in ein paar grellen Blitzen ihr Ende gefunden hatten. Er warf Desjani einen Seitenblick zu und sah, dass sie ganz auf ihr Display konzentriert war und dabei immer wieder die F�uste ballte.</p><p>Die nachfolgenden Syndik-Wellen, deren Vorw�rtsbewegung ihnen ohnehin kaum Spielraum f�r Ausweichman�ver lie�, schossen sich ihren Weg durch die Wracks jener Schiffe frei, die bis gerade eben noch ihr Vorgeschwader dargestellt hatten. Anstatt auf ein geschw�chtes Hauptfeld aus Allianz-Schiffen zu treffen, waren ihre eigenen Reihen l�ngst durch die von links und rechts vorr�ckenden Kreiss�gen der Allianz gelichtet worden, noch bevor sie in das Tr�mmerfeld fliegen konnten. Auf der Seite der Allianz dagegen waren Gearys Schiffe so gut wie nicht getroffen worden, und die Schilde arbeiteten noch mit maximaler Leistung.</p><p>Dann kamen die Syndiks in die Reichweite der H�llenspeere der Allianz und der Weltraum wurde von Stichflammen aus reiner Energie erf�llt, die sich auf die Flugbahnen der Angreifer ausrichte-ten. Fast im gleichen Moment sah Geary, wie von den Allianz-Schiffen Null-Felder abgefeuert wurden.</p><p>Er war sich nicht sicher, wie viel er tats�chlich gesehen und wie viel er sich nur als Momentaufnahmen eingebildet hatte, w�hrend sich die beiden Flotten mit einer kombinierten Geschwindigkeit von deutlich mehr als 0,1 Licht begegneten. Der Augenblick, in dem sie einander passierten, zuckte zu schnell vorbei, als dass das menschliche Auge ihn h�tte wahrnehmen k�nnen. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Schaden bereits zugef�gt worden.</p><p>W�hrend die Allianz-Schiffe das auf ihre Bugschilde gerichtete schwere Sperrfeuer absorbierten, waren die unterlegenen Syndiks l�ngst in den wesentlichen massiveren Beschuss der Gegenseite geraten. Die bereits geschw�chten und noch l�ngst nicht regenerierten Schilde der Syndik-Schiffe fielen entweder ganz aus oder lie�en zumindest vernichtende Treffer durch. Null-Felder lie�en L�cher mitten in Schiffen entstehen, und H�llenspeere schnitten sich durch ungesch�tzte H�llen.</p><p>Die Instrumente der <emphasis>Dauntless</emphasis>, die mit �bermenschlicher Geschwindigkeit Sch�den feststellten und berechneten, lie�en die Crew wissen, dass die meisten der vorbeirasenden Syndik-Schiffe besch�digt worden waren. Viele schienen kaum noch mehr als fliegende Wracks zu sein, die vom Schwung ihrer Vorw�rtsbewegung an der Seite ihrer lebenden Kameraden weiter durchs All getragen wurden.</p><p>Als das Hauptfeld sich durch die Region bewegte, in der sich eben noch die Syndik-Streitkr�fte aufgehalten hatten, wurde Geary bewusst, dass etliche Treffer auf den Schilden nicht von Feindbeschuss herr�hrten, sondern von Wrackteilen zerst�rter Syndik-Schiffe.</p><p>Er zwang sich, den Preis an Menschenleben zu ignorieren, den die Schlacht bislang schon gekostet hatte, und lie� sich auf seinem Display die Zusammenstellung der gesch�tzten Sch�den beim Feind anzeigen, w�hrend er weitere Befehle ausgab. �An das Hauptfeld.</p><p>Kurs bei Zeit eins f�nf umkehren und um null neun null nach oben richten.� Das w�rde die Schiffe um die <emphasis>Dauntless</emphasis> herum eine Aufw�rtsbewegung einleiten lassen, wobei sie zugleich in die andere Richtung zur�ckkehrten, um die Syndik-Schiffe verfolgen zu k�nnen, die zwischen ihnen hindurchgeflogen waren. Durch ihre Geschwindigkeit w�rde der Radius der Aufw�rtsbewegung sie ein St�ck oberhalb ihrer Angreifer auskommen lassen, zudem standen sie im Vergleich zu ihrer vorherigen Position auf dem Kopf, doch im Weltraum war das in keiner Weise von Bedeutung.</p><p>Die Versuchung war gro�, sehr gro� sogar, die Formation aufzul�sen und die schnellsten Schiffe vorausfliegen zu lassen, aber solange er nicht wusste, ob die Syndik-Streitmacht zerschlagen worden war, konnte er ein solches Risiko nicht eingehen. Au�erdem musste er Gewissheit haben, dass der Rest seiner Flotte noch immer koordiniert arbeitete. Trotz der Sch�den, die die Syndiks bereits erlitten hatten, steuerte die feindliche Streitmacht unver�ndert auf die Formation aus Hilfsschiffen zu. �Formation Fox Five Five. Beginnen Sie Ausweichman�ver, minimaler Winkel zwei null nach unten, bei Zeit eins� sieben.� Damit w�rden die Hilfsschiffe Kurs auf die von Captain Duellos gef�hrte Formation nehmen, die ihren Kurs ge�ndert hatte, nachdem sie durch die Syndik-Flotte hindurchgetaucht war und sich nun von unten den hinteren Schiffen n�herte. �Formation Fox Five One, nehmen Sie Kurs auf Formation Fox Five Five und unterst�tzen Sie sie.�</p><p>Geary richtete seine Aufmerksamkeit auf die beiden kleineren kreisf�rmigen Formationen, die von den Seiten kommend die Syndiks in die Zange genommen hatten. Ihnen war es gelungen, die es-kortierenden Einheiten an den R�ndern der Syndik-Formation zu zerschlagen. �Formationen Fox Five Three und Fox Five Four, ma-n�vrieren Sie eigenst�ndig und n�hern Sie sich dem Feind. Sorgen Sie daf�r, dass alle Nachz�gler und verstreuten Einheiten vernichtet werden. L�sen Sie die Formation nicht auf, solange Sie keinen entsprechenden Befehl erhalten haben. Ich wiederhole: Formation nicht aufl�sen.�</p><p>Geary atmete tief durch und warf einen finsteren Blick auf die Darstellung der von Captain Numos befehligten Formation. Nachdem Fox Five Two Gearys Befehl ausgef�hrt hatte, sollte sich die Formation deutlich oberhalb der Flugbahn befinden, auf der die Syndiks vorger�ckt waren. Stattdessen aber hatten Numos� Schiffe eine flachere Flugbahn eingeschlagen, und nun flogen sie den Syndik-Schiffen mit gro�em Abstand hinterher und befanden sich sogar noch einige Lichtsekunden hinter dem Hauptfeld. Offenbar hatte Numos versucht, seine Formation zu drehen, noch w�hrend die durch die Syndik-Flotte hindurchschoss. Durch die scharfe Kurve, die sie geflogen waren, hatten Numos� Schiffe massiv an Geschwindigkeit eingeb��t und es als Folge davon vers�umt, dem Feind jenen schweren Schlag zuzuf�gen, der m�glich gewesen w�re. <emphasis>Er ist au�er Feuerreichweite geraten, als er auf eigene Faust versucht hat, die Feindformation von hinten zu �berrollen. Dieser Idiot.</emphasis> �Formation Fox Five Two, setzen Sie die Verfolgung fort und schlie�en Sie so bald wie m�glich zu der feindlichen Formation auf.�</p><p><emphasis>Dieser Schwachkopf hat mit seinem eigenm�chtigen Handeln daf�r gesorgt, dass ein Gro�teil der schweren Schiffe w�hrend des ersten Aufeinandertreffens nicht zum Einsatz kommen konnte, und das hat unseren zahlenm��igen Vorteil zum Teil zunichtegemacht. Er wird nie wieder das Kommando �ber eine Formation erhalten, au�er die lebenden Sterne pers�nlich geben mir den Befehl dazu.</emphasis></p><p><emphasis>Aber was ist mit den Syndiks? Werden die weiter auf die Hilfsschiffe zuhalten, ehe sie kehrtmachen, oder werden sie in den freien Raum fliegen, damit sie Zeit schinden k�nnen, um sich von ihrem Durchflug durch unser Hauptfeld zu erholen?</emphasis></p><p>Im Verlauf der n�chsten Minuten konnte Geary nur zusehen, w�hrend die zeitverz�gerten Bilder best�tigten, dass die Hilfsschiffe ihren Kurs wie befohlen ge�ndert hatten und Captain Duellos� Kriegsschiffen entgegenflogen. Captain Tulevs Eskorte f�r die Hilfsschiffe hatte sich zu einer leicht konkaven Scheibe formiert, wobei seine ganze Formation aus Kriegsschiffen sich langsam drehte, um auf die schwer in Mitleidenschaft gezogene Syndik-Streitmacht ausgerichtet zu bleiben. Die beiden kleineren Allianz-Formationen lagen weit zu-r�ck, n�herten sich aber weiter den Syndiks. Gearys eigenes Hauptfeld war noch immer mit dem Wendeman�ver besch�ftigt.</p><p>Soweit er das erkennen konnte, steuerte die stark zerkl�ftete Syndik-Formation weiter auf die Hilfsschiffe zu, wobei immer wieder schwer besch�digte Schiffe und Wracks aus dieser Formation aus-scherten, die nicht l�nger von ihrem Schwung weitergetragen wurden. Nach den Sch�tzungen, die �ber sein Display liefen, und nach dem Aussehen der Formation zu urteilen, hatten die Syndiks etliche Schiffe verloren.</p><p><emphasis>Und trotzdem halten sie offenbar an ihrem Plan fest. Eine starre Denkweise. Was hatten sie vorgehabt, wenn sie auf die Hilfsschiffe gefeuert h�tten und auch an ihnen vorbeigeflogen w�ren? Umkehren und noch einmal auf uns losst�rmen. Kehrtmachen w�rden sie etwa� dort.</emphasis></p><p><emphasis>Und das m�ssen sie immer noch machen, wenn sie wieder von hier weg-kommen wollen. Auf ihrem momentanen Kurs findet sich kein Sprungpunkt. Ihre einzige Hoffnung auf ein Entkommen besteht darin, noch einmal durch unsere Reihen hindurchzufliegen, um zu dem Sprungpunkt zu-r�ckzukehren, den sie benutzt haben, um in dieses System zu gelangen.</emphasis></p><p>Das Hauptfeld hatte die Kurs�nderung abgeschlossen und befand sich nun auf einem Vektor, der zur�ck zu den Syndiks f�hrte, auch wenn die Formation um die <emphasis>Dauntless</emphasis> herum noch immer deutlich langsamer war als die Syndik-Streitmacht. <emphasis>Aber nachdem wir nun kehrtgemacht haben, kann ich die Maschinen auf volle Leistung gehen lassen, um mir diese Bastarde vorzunehmen.</emphasis> �Hauptfeld, bei Zeit drei null auf 0,1 Licht gehen.� Er drehte sich zu Desjani um. �Captain, passen Sie bitte den Kurs der <emphasis>Dauntless</emphasis> an, damit diese Formation auf einen Abfangkurs zur vorausberechneten Flugbahn der Syndiks geht.�</p><p>Etwas benommen nickte sie. �Mit 0,1 Licht werden wir die nie einholen.�</p><p>�Gehen Sie davon aus, dass sie hier kehrtmachen werden�, lie� Geary sie wissen und machte sie auf seine Schlussfolgerung aufmerksam. �Sie werden zu uns zur�ckkommen.�</p><p>Ihr Gesicht nahm einen blutd�rstigen Ausdruck an, als ihr klar wurde, was das bedeutete. �Ja! Und das wird auch das letzte Man�ver sein, zu dem einer von ihnen in der Lage sein wird.�</p><p>Geary wandte sich von ihr ab, dann aktivierte er die Verbindung zur Flotte. �Alle Einheiten bleiben in Formation�, befahl er und erinnerte sich mit Grausen daran, wie die Flotte im Corvus-System v�llig aus den Fugen geraten war. �Formation Fox Five Five, erh�hen Sie den Winkel nach unten um zwei null bei Zeit drei acht.� Das sollte gen�gen, um die Syndiks zu einer st�rkeren Kurskorrektur zu zwingen, sodass die Allianz-Formationen wieder geschlossen angreifen konnten. �Formation Fox Five One, �ndern Sie den Kurs um eins null nach unten bei Zeit drei acht. Passen Sie die Formationsachse um vier null Grad nach Steuerbord bei Zeit drei acht an. Behalten Sie Geschwindigkeit von 0,1 Licht bei.� Damit sollte Duellos� Formation direkt auf die Syndiks zufliegen, wenn die ihren Kurs auf die Hilfsschiffe beibehielten. �Formation Fox Five Three, �ndern Sie Kurs um eins null nach Backbord und um zwei null nach unten bei Zeit vier null. Und erh�hen Sie Geschwindigkeit auf 0,1 Licht. Formation Fox Five Four, �ndern Sie Kurs um eins f�nf nach Backbord und eins null nach unten, und behalten Sie die gegenw�rtige Geschwindigkeit bei.� Auf diese Weise w�rden die beiden leichteren Formationen von ihrer Jagd auf einzelne entwischte Syndiks zur�ck-geholt werden, um die Flanken der verbliebenen Syndik-Flotte zu attackieren, wo sie jenen Schiffen die schwersten Sch�den zuf�gen konnten, die ohnehin M�he hatten, die Formationen zu halten.</p><p>Wieder regte sich Ver�rgerung in ihm, als sein Blick auf Numos� Formation fiel, auch wenn ihm nun klar wurde, dass er deren Position zu seinem Vorteil nutzen konnte. �Formation Fox Five Two, passen Sie Ihren Kurs um drei null nach Steuerbord und 0,5 nach unten an. Erh�hen Sie die Geschwindigkeit auf 0,1 Licht bei Zeit vier null.</p><p>Drehen Sie die Formationsachse um sechs null nach Backbord.�</p><p>Wenn die Syndiks einen der anderen Sprungpunkte anfliegen wollten, mussten sie Kurs auf das innere Kaliban-System nehmen. Die Chancen waren zwar gering, dass sie so etwas tats�chlich versuchen w�rden, doch in diesem Fall sollten Numos� Schiffe in der Lage sein, sie abzufangen und unter Beschuss zu nehmen.</p><empty-line/><p>Wenn sie nicht die Flucht ergriffen, w�rden Gearys andere Formationen sie in rascher Folge attackieren.</p><p>Er lehnte sich zur�ck und atmete so schwer, als habe er sich soeben k�rperlich verausgabt. Dabei wusste er, dass er eine Weile nur zusehen konnte, was sich da drau�en abspielte. Vermutlich w�rde es eine halbe Stunde dauern, ehe es zum n�chsten Kontakt kam.</p><p>�Captain Geary?� Er drehte sich um und sah zu Co-Pr�sidentin Rione, die immer noch auf der Br�cke war. Insgesamt schien sie ruhig und gefasst zu sein, aber ihre Augen waren sehr wachsam. �Haben Sie einen Moment Zeit?�</p><p>�Ja, Ma�am�, erwiderte er mit einem knappen L�cheln. �Es wird noch einige Minuten dauern, bis ich wei�, ob auch alle ihre Befehle ausf�hren und ob die Syndiks irgendetwas Unerwartetes machen.</p><p>Das ist ein sehr altes milit�risches Dilemma. Eben noch muss alles in gr��ter Eile geschehen, und dann muss man auf einmal warten und sich in Geduld �ben.�</p><p>�K�nnten Sie mir denn dann etwas erkl�ren?� Sie gestikulierte vage. �Sie gaben Befehle, bei denen Begriffe wie �nach oben� und �nach unten�, �backbord� und �steuerbord� fielen, dabei bewegen sich die Schiffe Ihrer Flotte in alle m�glichen Richtungen. Wir stehen derzeit auf dem Kopf, wenn man unsere Position zum Beispiel im Verh�ltnis zu Captain Tulevs Formation sieht. Woher wei� jeder, was Sie meinen?�</p><p>Von Rione unbemerkt verdrehte Desjani die Augen angesichts der Ahnungslosigkeit der Co-Pr�sidentin, doch Geary zeigte einfach auf das Display. �Das ist eine �bereinkunft, Madam Co-Pr�sidentin, die jeder Matrose auswendig lernt. Diese �bereinkunft musste festge-legt werden, um in einer unendlichen dreidimensionalen Umgebung ein gemeinsames Bezugssystem zu schaffen.� Er umriss die Form des Kaliban-Systems. �Jedes Sternensystem besitzt eine Ebene, auf der die Planeten und andere Objekte um den jeweiligen Stern kreisen. Eine Seite dieser Ebene wird als �oben�, die andere als �unten� bezeichnet. �Oben� und �unten� innerhalb eines Systems �ndern sich also nie, ganz gleich, in welcher Lage sich Ihr Schiff befindet.</p><p>Nach dem gleichen Prinzip nennt man die Richtung hin zum Stern �steuerbord�, w�hrend alles, was vom Stern wegweist, als �backbord� bezeichnet wird.� Schulterzuckend f�gte Geary dann noch hinzu: �Man hat mir erz�hlt, dass fr�her einmal der Versuch unter-nommen wurde, �steuerbord� durch �sternenbord� zu ersetzen, aber der �ltere Begriff konnte sich behaupten.�</p><p>�Ich verstehe. Sie orientieren sich also an Ihrer Umgebung, nicht an Ihrem Blickwinkel von Ihrem Schiff aus.�</p><p>�Nur so kann es funktionieren. Ansonsten w�sste man nie, von welcher Richtung auf einem anderen Schiff die Rede ist.�</p><p>�Und wenn sich zwei Schiffe au�erhalb eines Sternensystems begegnen? Da gibt es nicht dieses Bezugssystem.�</p><p>Desjani machte eine erschrockene Miene, und auch Geary war �ber diese Frage erstaunt. Aber woher sollte sich Rione auch mit diesen Dingen auskennen? �So etwas kommt nicht vor. Wie k�nnten sich zwei Schiffe im interstellaren Raum begegnen? Warum sollten sie sich dort aufhalten, wo sie viel zu weit vom n�chsten Stern entfernt sind, als dass sie ihn als Bezugssystem benutzen k�nnten?</p><p>Warum sollten zwei Schiffe oder auch zwei Flotten sich dort be-k�mpfen, wo es keinen Grund f�r einen Kampf gibt? Da gibt es nichts zu verteidigen, nichts anzugreifen, keine Sprungpunkte, keine Hypernet-Portale. Die schw�chere Seite k�nnte unendlich lange Zeit davonlaufen.�</p><p>Jetzt war Rione diejenige, die �berrascht dreinblickte. �Das hei�t, Sie <emphasis>entscheiden</emphasis> sich immer, ob Sie k�mpfen wollen oder nicht?�</p><p>�Sie haben gesehen, was bei Corvus passiert ist. Wir sind einfach weitergeflogen, und die Syndiks konnten uns nicht einholen, bevor wir das System verlie�en. Der Weltraum ist sogar innerhalb eines Sternensystems zu gro�, und Raumschiffe bewegen sich in Relation zum Raum zu langsam von der Stelle, als dass man ein Gefecht er-zwingen k�nnte, wenn eine Seite sich dem Kampf entzieht und ihr Fluchtweg nicht blockiert wird. H�tten wir einen Planeten im Corvus-System verteidigen oder den Zugang zu einem Sprungpunkt blockieren wollen, dann h�tten wir bleiben und k�mpfen m�ssen.</p><p>Aber das war nicht der Fall.�</p><p>Rione sah auf das Display. �So wie Sie entschieden haben, hier zu k�mpfen.�</p><p>�Ganz genau. W�ren wir stattdessen davongelaufen, h�tten die Syndiks uns nicht aufhalten k�nnen.� <emphasis>Und es sieht immer mehr danach aus, als h�tte ich die richtige Entscheidung getroffen. Aber freu dich nicht zu fr�h, Geary. Es ist noch nicht vorbei. Aber wir haben ihnen bereits erhebliche Verluste zugef�gt.</emphasis> Er �berpr�fte die Informationen auf seinem Display. �Sie steuern noch immer auf die Hilfsschiffe zu.�</p><p>�Das scheint Ihnen keine Sorgen zu bereiten.�</p><p>�Tut es auch nicht. Wenn sie sofort nach dem Kontakt mit uns die Formation aufgel�st und das Weite gesucht h�tten, w�ren uns wohl einige von ihnen entwischt. Aber so haben sie mir gen�gend Zeit gegeben, um meine Schiffe zusammenzuziehen und sie wieder anzugreifen.� Er lie� unausgesprochen, was f�r ihn bereits feststand: Das Schicksal der Syndik-Streitmacht war l�ngst besiegelt. All diese Schiffe w�rden in K�rze vernichtet werden.</p><p>Desjani zeigte auf ihr Display und machte Geary auf etwas aufmerksam. Sein Befehl an die Formation Fox Five Five hatte die Syndik-Formation zu einer Kurs�nderung gezwungen, um den Hilfsschiffen und ihrer Eskorte folgen zu k�nnen. Dabei l�sten sich aus ihrem Verband langsam die von ihrem Schwung mitgetragenen Wracks und die zu schwer besch�digten Schiffe und flogen auf ihrem bisherigen Kurs weiter. Dadurch sah es so aus, als w�rde die Syndik-Flotte allm�hlich zusammenschmelzen, da die noch man�vrierf�higen Kriegsschiffe nach unten schwenkten, w�hrend der Rest unkontrolliert weiterraste. Der verbliebene Rest der Flotte behielt zwar unver�ndert seine rechteckige Formation bei, doch die hatte gut ein Drittel ihrer L�nge eingeb��t, als die Syndik-Vorhut von den Allianz-Schiffen praktisch ausradiert worden war. In der restlichen Formation klafften zudem riesige L�cken.</p><p>Geary wurde bewusst, dass Rione aufmerksam zusah, wie sich die funktionst�chtigen Syndik-Schiffe von den Wracks entfernten und weiter auf ihr Ziel zuhielten. �Ich kenne detaillierte Berichte von Raumschlachten, Captain Geary. Warum habe ich etwas in dieser Art noch nie zu sehen bekommen?�</p><p>�Es ist noch nicht vorbei, Madam Co-Pr�sidentin.�</p><empty-line/><p>�Das ist mir klar. Aber die Formation, die Sie gebildet haben, und die Art, wie Sie Ihre Schiffe platzieren und einsetzen � so etwas ist mir bislang noch nicht untergekommen. Wie kann das sein?�</p><p>Diesmal l�chelte Desjani Geary an, und er wusste, sie w�rde ihn zum gro�artigsten Befehlshaber der Flotte erkl�ren, wenn er nicht selbst auf diese Frage antwortete. �Fox Five und andere Formationen dieser Art kommen schon seit Langem nicht mehr zum Einsatz.</p><p>Ich habe eine Weile gebraucht, bis mir der Grund daf�r deutlich wurde. Man ben�tigt daf�r eine besondere Ausbildung und entsprechende Erfahrung, um beurteilen zu k�nnen, wann genau ein Befehl an zum Teil mehrere Lichtminuten entfernte Elemente der Formation gegeben werden muss, damit die nicht zu fr�h oder zu sp�t eintreffen. Man muss wissen, wie man kleine, aber dennoch reale relativistische St�rungen ausgleicht, die sich in koordinierte Zeitlinien einschleichen k�nnen. Man muss anhand eines zeitverz�gert eintreffenden Bildes einsch�tzen, was der Gegner als N�chstes machen wird, wobei diese Verz�gerungen auch noch unterschiedlich ausfal-len, abh�ngig davon, welchen Teil der feindlichen Flotte man betrachtet.� Er musste an eine Auff�hrung denken, die er einmal besucht hatte. �Stellen Sie sich das Ganze als ein vierdimensionales Ballett vor, bei dem sich Teile der B�hne in verschiedenen Ebenen befinden, die mit unterschiedlichen Zeitverz�gerungen zu sehen sind und mit denen man auch nur zeitverz�gert kommunizieren kann.�</p><p>Rione versuchte gar nicht erst, ihre Reaktion zu �berspielen. �Sehr beeindruckend. Wie haben Sie sich diese F�higkeit angeeignet?�</p><p>Bevor er antwortete, atmete er mit einem fl�chtigen Seufzer aus.</p><p>�Das habe ich von alten, erfahrenen Offizieren gelernt, die das jahr-zehntelang ge�bt hatten.�</p><p>Es dauerte ein paar Sekunden, bis sie verstand. �Und die l�ngst alle tot sind.�</p><p>�Ja.� Er sah sie ausdruckslos an. �Jeder dieser erfahrenen Offiziere starb im Kampf. Und die Offiziere, die mit diesem Wissen vertraut gemacht werden sollten, kamen ebenfalls ums Leben.�</p><p>�Ich verstehe. So wie ein Gesch�ftsgeheimnis in einer friedlichen Welt. Wenn die Eingeweihten sterben, bevor sie Fertigkeiten weitergeben k�nnen, wird die Wissens-und Erfahrungskette unterbrochen. Die Kunst geht verloren und muss neu erfunden werden, wenn man sie wieder nutzen will.�</p><p>Geary nickte nur stumm. Seit Jahrzehnten war niemand mehr da, der die alten Tricks und Kniffe kannte, also musste die Flotte ge-zwungenerma�en zu simpleren Formationen und einfacheren Taktiken greifen. <emphasis>Bis ich wie ein uralter General ins Leben zur�ckkehrte, der Gefechtstaktiken kennt, die die Barbaren vor langer Zeit vergessen haben.</emphasis></p><p>Die n�chsten Minuten gab es nichts weiter zu tun, als zuzusehen, wie die Allianz-Verb�nde gemeinsam auf die Syndiks zusteuerten.</p><p>Zwischendurch warf Geary einen Blick auf die Anzeigen zum Flot-tenstatus, um festzustellen, wie gro� die Sch�den in den eigenen Reihen waren und welche Sch�den und Verluste den Syndiks sch�t-zungsweise zugef�gt worden waren. Bislang war es eine erheblich unausgewogene Bilanz zugunsten der Allianz.</p><p>�Captain Geary, hier ist Captain Numos. Ich verlange, dass den meinem Kommando unterstellten Schiffen erm�glicht wird, in den Kampf einzugreifen!�</p><p>Desjani schaffte es gerade noch, ein Lachen als Hustenanfall zu �berspielen, dann bem�hte sie sich, eine ausdruckslose Miene auf-zusetzen.</p><p>Geary wollte die Kommunikationstaste bedienen, hielt sich dann aber davon ab und dachte einen Moment lang nach, ehe er mit neutralem Tonfall erwiderte: �Captain Numos, Ihre Formation spielt eine wichtige Rolle in diesem Kampf, da sie einen R�ckzug der Syndiks verhindern soll. Da Ihre Formation zusammen mit Fox Five One als Erste Kontakt mit dem Feind hatte, verstehe ich nicht Ihre Andeutung, Ihre Schiffe h�tten nicht in den Kampf eingegriffen.�</p><p>Nach einer l�ngeren Pause kam Numos� Antwort, seine Stimme klang diesmal unterk�hlt anstelle von aufgebracht. �Sie haben die Schiffe unter meinem Kommando ganz bewusst in Positionen gebracht, auf denen die Chancen am geringsten waren, in den Kampf einzugreifen.�</p><p>�Nein, Captain Numos�, widersprach Geary und wunderte sich dar�ber, wie ruhig und gelassen er klang. �Ich habe Ihrer Formation den Befehl zu einem Angriff gegeben, der all Ihren Schiffen gen�gend Gelegenheit gegeben h�tte, sich mit dem Gegner auseinanderzusetzen. Bedauerlicherweise wurde mein Befehl nicht befolgt, und das Ergebnis ist, dass die von Ihnen befehligte Formation sich auf einer Position wiederfand, von der aus sie nicht weiter ins Geschehen eingreifen konnte. Wenn Sie sich �ber Ihre derzeitige Position innerhalb der Gesamtformation beschweren m�chten, Captain Numos, dann schlage ich vor, Sie wenden sich an den befehlshabenden Offizier der Formation Fox Five Two. Ich glaube, Sie finden ihn auf der <emphasis>Orion</emphasis>.� Er unterbrach die Verbindung, da er sich nicht l�nger ablenken lassen wollte.</p><p>Captain Desjani deutete auf eine Anzeige, ihr Ausdruck war noch immer beherrscht. �Ich glaube, diese Unterhaltung wurde verse-hentlich auf einer flottenweiten Frequenz �bertragen, nicht auf einer geschlossenen. Wie unangenehm.�</p><p>Geary sah auf sein Display und sch�ttelte den Kopf. �Numos hat mich auf einer Frequenz gerufen, die flottenweit zu empfangen war?</p><p>Hat er etwa gedacht, ich lasse mir von ihm vorwerfen, ich h�tte seine Ehre besudelt, ohne ihn darauf hinzuweisen, dass er selbst die Schuld daran tr�gt, wo sich Fox Five Two jetzt befindet?�</p><p>�Ja, Sir. Ich glaube, das hat er erwartet.�</p><p>�Verdammt.� Desjani sah ihn daraufhin �berrascht an. �Ich wei�, Numos hat es verdient, zusammengestaucht zu werden, Tanya.</p><p>Aber mir hat man eingebl�ut, dass man so etwas unter vier Augen macht und in der �ffentlichkeit nur lobende Worte verbreitet.�</p><p>�Verstehe.� Dennoch sch�ttelte sie den Kopf. �Normalerweise w�rde ich Ihnen zustimmen, doch in diesem Fall w�ren die Vorw�r-fe hinter Ihrem R�cken verbreitet worden, wo sie Ihre Autorit�t unterh�hlt h�tten. Es ist besser, dass Numos� Vorw�rfe so deutlich und in aller �ffentlichkeit abgeschmettert wurden.�</p><p>�Mag sein, dass Sie recht haben�, r�umte Geary ein. �Aber mir ge-f�llt trotzdem nicht, wie das gelaufen ist.�</p><p>Im n�chsten Augenblick ging eine weitere Meldung ein, diesmal jedoch in einem ruhigen, sachlichen Tonfall. �Captain Geary, hier spricht Captain Tulev von der <emphasis>Leviathan</emphasis>. Die Syndik-Streitmacht befindet sich weiterhin auf Abfangkurs zu den Hilfsschiffen, die unter meinem Schutz stehen. Ich glaube, ich kann die Syndiks am besten davon abhalten, in Feuerreichweite zu gelangen, wenn ich meine schwersten Einheiten f�nf Lichtsekunden hinter den Hilfsschiffen zur�ckfallen lasse. Ich bitte um Erlaubnis, so vorgehen zu d�rfen.�</p><p><emphasis>Interessanter Vorschlag.</emphasis> Geary sah auf sein Display und malte sich aus, wie sich die Situation ver�ndern w�rde, wenn er Tulev dieses Man�ver ausf�hren lie�. <emphasis>Er wird immer noch nah genug bei den Hilfsschiffen sein, aber in einer Position, um den Syndiks in die Quere zu kommen, bevor die in Feuerreichweite zu den Hilfsschiffen gelangen. Aber warum ist das �berhaupt n�tig? Fox Five Five sollte eigentlich in der Lage gewesen sein, den Abstand l�nger zu wahren.</emphasis></p><p><emphasis>Die</emphasis> Titan. <emphasis>Das h�tte mir eigentlich klar sein m�ssen. Die Ladung an Bord hat ihre Leistung so reduziert, als h�tte sie nur noch den halben Antrieb zur Verf�gung. Auch wenn das nicht hei�en soll, dass die</emphasis> Witch <emphasis>und die anderen Schiffe so leichtf��ig wie Weltraumelfen t�nzeln</emphasis>. �Captain Tulev, Sie haben die Erlaubnis, Ihre Eskorte um f�nf Lichtsekunden von den Hilfsschiffen zur�ckfallen zu lassen. Captain Duellos, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass die Eskorte der Formation Fox Five Five sich dem Feind n�hern wird, um ihn mit einem Abstand von f�nf Lichtsekunden hinter dem Hauptfeld von Fox Five Five unter Beschuss zu nehmen. Passen Sie Ihren Abfangkurs zur Syndik-Formation entsprechend an.�</p><p>Nach etwas mehr als einer halben Minute kam Duellos� sehr fr�hlich klingende Antwort: �Wir passen den Kurs an und stimmen unseren n�chsten Schlag mit Captain Tulev ab, Sir.�</p><p>�Danke, Sir�, ging eine weitere Minute sp�ter die R�ckmeldung von der <emphasis>Leviathan</emphasis> ein.</p><p>Es vergingen einige Minuten, bis Geary auf dem Display sehen konnte, wie Tulevs Schiffe sich zur�ckfallen lie�en, w�hrend Duellos� Formation den Kurs �nderte und ein wenig beschleunigte, damit beide Gruppen in etwa gleichzeitig in Position waren, um die Syndiks zu empfangen.</p><p>Geary sch�ttelte den Kopf und stellte sich vor, wie er auf der Br�cke des Syndik-Flaggschiffs stand und sich seine m�glichen n�chsten Schritte �berlegte, von denen keiner besonders aussichts-reich war. Da Tulevs Eskorte ihnen von schr�g unten entgegenkam und sich Duellos� Formation von hinten n�herte, konnten sie entweder ihren Kurs beibehalten, um dann fast gleichzeitig von zwei Seiten unter Beschuss genommen zu werden, oder aber sie brachen die Verfolgung der Hilfsschiffe ab und versuchten, zum Sprungpunkt zur�ckzukehren. �Was w�rden Sie an deren Stelle denken?�, wandte sich Geary an Desjani.</p><p>Sie �berlegte kurz. �Ihre Absicht ist eigentlich offensichtlich.�</p><p>�Bis zu den Hilfsschiffen werden sie es nie schaffen. Wir haben mehr als genug Feuerkraft, um sie zu stoppen.�</p><p>Desjani zuckte mit den Schultern. �Wenn ihr Befehl lautet, die Hilfsschiffe zu erreichen, dann werden sie das auch versuchen.</p><p>Selbst wenn sie dabei sterben.�</p><p><emphasis>Sinnlos! V�llig sinnlos! Aber ich sehe keinen Hinweis darauf, dass die Syndiks es sich doch noch anders �berlegen. Vielleicht kann ich ein bisschen Druck auf sie aus�ben, damit sie Vernunft annehmen.</emphasis> �Formation Fox Five Three, �ndern Sie Kurs und Geschwindigkeit entsprechend, um den oberen Rand der Syndik-Formation treffen zu k�nnen. Alle Einheiten in Formation Fox Five Four, Formation aufl�sen und die versammelten Syndik-Wracks anfliegen. Ich will Gewissheit haben, dass sie wirklich alle tot sind.�</p><p>Es dauerte eine Weile, bis die Formationen zusammenkamen, aber schlie�lich sah er die Darstellung des Zusammentreffens von Tulevs Eskorte mit den Syndiks, das sich vor nicht einmal einer Minute abgespielt hatte. Der gleichen Taktik folgend, die Geary beim Hauptfeld angewandt hatte, feuerten Tulevs schwere Kreuzer Kart�tschen ab, gefolgt von einem Sperrfeuer aus Phantomen. Die Syndiks hatten noch immer mit diesen Treffern zu k�mpfen, da zog Captain Duellos� Formation vor�ber und er�ffnete von schr�g hinten kommend das Feuer auf die Syndik-Schiffe. Gemeinsam waren die Formationen von Tulev und Duellos den �berlebenden Syndiks hinsichtlich der Feuerkraft im Verh�ltnis zwei zu eins �berlegen, ohne dass dabei die Sch�den an etlichen feindlichen Schiffen ber�cksichtigt wurden.</p><p>Als Tulevs Eskorte unter den Syndiks wegtauchte und Duellos� Kriegsschiffe die gegnerische Flotte �berrollten, traf von oben kommend die leichtere Formation Fox Five Three ein. Einem unver-brauchten Gegner von diesen Ausma�en w�ren die Zerst�rer und Kreuzer der Allianz unterlegen gewesen, doch die Syndik-Streitmacht war bereits so schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie sich kaum noch zur Wehr setzen konnte. Die verbliebenen Zerst�rer und Kreuzer der Syndiks versuchten zwar noch, sich dem Ansturm von Fox Five Three entgegenzustellen, doch sie wurden schnell �berw�ltigt; ihre Schilde versagten, die Schiffsh�llen zerbra-chen.</p><p>Als in rascher Folge die dritte Allianz-Formation auf die Syndiks feuerte, l�ste sich die feindliche Flotte pl�tzlich auf. Geary sah, wie die �berlebenden Schiffe in alle Richtungen davonstoben und dann Kurs auf das Hauptfeld der Allianz nahmen, das ihnen den Weg zum Sprungpunkt versperrte. Da er kaum glauben konnte, dass die feindliche Streitmacht tats�chlich zerschlagen worden sein sollte, konzentrierte er sich ganz auf die Flugbahnen der Syndik-Schiffe.</p><p>�An alle Einheiten, hier spricht Captain Geary. Formationen aufl�sen und allgemeine Verfolgung aufnehmen. Ich wiederhole: allgemeine Verfolgung aufnehmen. Sorgen Sie daf�r, dass wir sie alle erwischen.�</p><p>Die Br�cke der <emphasis>Dauntless</emphasis> wurde von triumphierendem Jubel er-f�llt, doch Geary bekam davon kaum etwas mit, da er sich in das Bild der Flotte vertiefte, das sein Display ihm anzeigte. Auch wenn ihm klar gewesen war, wie sehr diese Schiffe darauf brannten, individuell zuschlagen zu k�nnen, erstaunte es ihn doch, dass die geordneten Formationen so rasch zerfielen, da jedes Schiff auf seinen eigenen Kurs ging und beschleunigte, um einen der Feinde zu erfassen.</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis> schoss auf Desjanis Befehl ebenfalls nach vorn. Geary beugte sich vor, um zu sehen, welches Ziel von den Gefechtssys-temen des Schlachtkreuzers ausgew�hlt worden war: ein Syndik-Schlachtkreuzer der D-Klasse, der eine Schleife nach oben beschrieb, um �ber das Hauptfeld hinwegzufliegen. <emphasis>Warum fliegt er nicht schneller? Nach allem, was ich �ber die D-Klasse gelesen habe, sollte er mehr leisten k�nnen.</emphasis> Geary markierte das Ziel auf seinem Display und lie� sich die Schadenseinsch�tzung anzeigen. <emphasis>Aha. Er wurde schwer getroffen. Sieht so aus, als h�tte er einen Gro�teil seiner Antriebs-leistung verloren.</emphasis></p><p>Er zoomte die Ansicht des Syndik-Schlachtkreuzers heran und konnte die L�cher erkennen, die in den Schiffsrumpf gerissen worden waren. Vor dieser Schlacht hatte es sich bei dem Feind um ein gut aussehendes Schiff gehandelt, mit klaren, glatten Linien und einer bedrohlichen Ausstrahlung. Aber jetzt war die H�lle verbeult und aufgerissen. <emphasis>Eine D-Klasse gegen die</emphasis> Dauntless <emphasis>w�re unter anderen Umst�nden ein ann�hernd gleichwertiger Zweikampf, aber dieses Schiff da hat bereits die H�lle durchgemacht</emphasis>.</p><p>Dann fiel ihm etwas ein, und er verkleinerte die Darstellung, um die Bewegungsvektoren anderer Allianz-Schiffe in unmittelbarer Umgebung festzustellen. Soweit er ohne nachzufragen feststellen konnte, hatten das Schlachtschiff <emphasis>Vanguard</emphasis> und der Schlachtkreuzer <emphasis>Fearless</emphasis> die D-Klasse ebenfalls als Ziel erfasst. Geary rief die Daten der anderen Schiffe ab, die ihm best�tigten, dass sie auch dieses Syndik-Schiff anvisiert hatten. �Die werden vor uns da sein�, stellte er fest, als er die gesch�tzten Abfangzeiten sah.</p><p>Captain Desjani nickte sichtlich frustriert. �Ich kann ihnen nicht zuvorkommen, sonst muss ich so sehr beschleunigen, dass meine Zielgenauigkeit darunter leidet. Lieber lande ich erst den dritten Treffer, anstatt den Bastard zu verfehlen.�</p><p>Wieder schaute Geary auf sein Display, wo die geschwungenen Linien der Flugbahnen der verschiedenen Allianz-und Syndik-Kriegsschiffe ein sonderbar sch�nes Muster vor dem Sternenhintergrund bildeten. In diesem Ma�stab lie� sich erkennen, wie jeweils mehrere Allianz-Schiffe auf die einzelnen Syndik-Schiffe zusteuerten. <emphasis>Das ist keine Schlacht mehr. Die �berlebenden Syndiks sind so hoffnungslos unterlegen und so geschw�cht, dass es nur noch ein Massaker ist.</emphasis></p><p><emphasis>Ich wei�, wir m�ssen die Syndik-Streitmacht vernichten, wenn wir �berleben wollen. Aber k�nnen die Syndiks nicht ihren Verstand einschalten und kapitulieren, wenn die Situation erkennbar hoffnungslos ist?</emphasis></p><p><emphasis>Andererseits hatte die Situation f�r die Allianz-Flotte im Heimatsystem der Syndiks auch hoffnungslos ausgesehen, und da war eine Kapitulation ebenfalls kein Thema gewesen.</emphasis></p><p>Auf einmal wurde ihm die Ironie der Situation bewusst: Dieses einseitige Abschlachten w�re zum Schicksal der Allianz-Flotte geworden, h�tte sie bei den Syndiks einen ungeordneten R�ckzug angetreten.</p><p>Die <emphasis>Vanguard</emphasis> erreichte vor allen anderen den Schlachtkreuzer der D-Klasse und lie� ein Sperrfeuer aus H�llenspeeren auf ihn einh�mmern, dann hatte sie ihn auch schon passiert und visierte ein neues Ziel an. Die <emphasis>Fearless</emphasis> folgte aus einem anderen Anflugwinkel, ihre Sch�sse trafen das feindliche Schiff ins Heck, woraufhin sekund�re Explosionen Teile der Heckpartie wegrissen und der Kreuzer sich unkontrolliert zu drehen begann.</p><p>�Jetzt sind wir dran�, hauchte Desjani. �Gefechtssysteme-Wachhabender, ist da noch irgendetwas �brig, das vernichtet werden muss?�</p><p>Die <emphasis>Dauntless</emphasis> glitt auf den flugunf�higen Syndik-Schlachtkreuzer zu, der sich um seine eigene Achse drehte, w�hrend in unregelm��igen Wellen Rettungskapseln abgesetzt wurden. �Captain�, erwiderte der Gefechtssysteme-Wachhabende. �Wir registrieren mittschiffs noch aktive Systeme.�</p><p>�Dann ist er noch nicht ganz tot�, stellte Desjani mit grimmigem L�cheln fest. �H�llenspeere auf den Abschnitt mittschiffs richten.</p><p>Feuern, sobald wir in Reichweite sind.�</p><p>Der gro�e Schlachtkreuzer war durch seine st�ndige Rotation kein leichtes Ziel, aber die H�llenspeere schossen hervor und bohrten sich in den Schiffsrumpf, w�hrend die <emphasis>Dauntless</emphasis> bei jedem Schuss nach hinten gedr�ckt wurde. Fast jeder Schuss traf den Gegner mittschiffs.</p><p>�Keine aktiven Systeme mehr festzustellen�, meldete der Gefechtssysteme-Wachhabende. Das Wrack fiel hinter ihnen zur�ck, stie� jedoch immer noch ab und zu Rettungskapseln aus.</p><p>�Er ist keine weitere Salve wert�, entschied Desjani. �Erfassen Sie als neues Ziel den schweren Kreuzer auf Markierung null zwei null Grad relativ, drei eins Grad nach oben, Entfernung 0,3 Lichtsekunden.� Die Steuersysteme lie�en die <emphasis>Dauntless</emphasis> auf einen neuen Kurs gehen, woraufhin der anvisierte, von der Schlacht sichtlich rampo-nierte Syndik-Kreuzer wegzutauchen versuchte. Die Entfernung war aber bereits zu gering und seine relative Geschwindigkeit nicht hoch genug f�r eine gen�gend schnelle Reaktion. Desjani passte den Kurs der <emphasis>Dauntless</emphasis> an und attackierte aus n�chster N�he den flie-henden schweren Kreuzer. Die Schilde der <emphasis>Dauntless</emphasis> konnten m�helos dessen vereinzelte Sch�sse absorbieren, w�hrend das Allianz-Schiff eine Salve nach der anderen abfeuerte, die zun�chst die Schilde kollabieren lie�en und sich dann in den Rumpf fra�en.</p><p>�Schadenseinsch�tzung�, brachte Desjani heraus, als die <emphasis>Dauntless</emphasis> und der Kreuzer sich voneinander entfernten.</p><p>�Schwere Sch�den am Syndik-Kreuzer�, meldete der Gefechtssysteme-Wachhabende hastig. �Treffer in allen Bereichen der H�lle be-st�tigt, Ma�am. Wir haben soeben Rettungskapseln registriert, die den Kreuzer verlassen.�</p><p>�Gibt es eine Best�tigung, dass dieser Kreuzer tot ist?�, wollte Desjani wissen.</p><p>Der Wachhabende z�gerte und sah sich zuerst die von den Sensoren der <emphasis>Dauntless</emphasis> gesammelten Informationen an. �Schwere Sch�den, und der Kreuzer scheint nicht l�nger unter Kontrolle zu sein.</p><p>Aber ich kann nicht best�tigen, dass er tot ist.�</p><p>Desjanis Miene nahm einen nachdenklichen Zug an. �Das k�nnte ein Trick sein.� Sie suchte die Umgebung ab. �Es ist kein anderes Syndik-Schiff in unserer N�he, das nicht bereits beschossen wird oder unsch�dlich gemacht wurde. Lassen wir die <emphasis>Dauntless</emphasis> umkehren, damit wir uns den Kreuzer noch mal vornehmen k�nnen.�</p><p>Schwerf�llig setzte die <emphasis>Dauntless</emphasis> zum Wendeman�ver an, wobei sie die Antriebssysteme als Bremsen benutzte, um eine engere, aber immer noch gigantisch gro�e Kurve zu fliegen. Sie hatten kaum zu dem Man�ver angesetzt, da schoss ein Allianz-Zerst�rer an dem Syndik-Kreuzer vorbei und landete weitere Treffer. Die Kurve war zu zwei Dritteln zur�ckgelegt, da meldete sich der Gefechtssysteme-Wachhabende wieder: �Weitere Rettungskapseln verlassen den Kreuzer. Zahlreiche Rettungskapseln.�</p><p>Geary grinste Desjani schief an. �Ich sch�tze, die haben gewusst, dass Sie zur�ckkommen w�rden.�</p><p>�Als ob wir sie h�tten davonkommen lassen�, erwiderte Desjani, ehe sie einen weiteren Befehl an ihre Crew ausgab. �Angriffsman�ver fortsetzen, aber feuern Sie erst auf meinen ausdr�cklichen Befehl.� Sie und Geary beobachteten das Ziel aufmerksam, als die <emphasis>Dauntless</emphasis> sich dem schweren Kreuzer wieder zu n�hern begann. Da ihre hohe Geschwindigkeit einen gro�en Wendekreis erforderte, waren sie bei Beendigung des Man�vers fast 0,2 Lichtsekunden von ihrem Ziel entfernt. �Ich sehe zwei weitere Rettungskapseln�, merkte Desjani an. Augenblicke sp�ter entstand ein greller Lichtblitz, als der Antrieb des Kreuzers wegen �berladung explodierte. �Das kann ein Unfall gewesen sein. Falls sie uns jedoch damit treffen wollten, waren sie viel zu fr�h dran.�</p><p>�Schwer zu sagen�, erwiderte Geary. �Vielleicht haben sie das Schiff nur gesprengt, damit es uns nicht in die H�nde f�llt.�</p><p>Desjani schnaubte. �Ein aufgegebener schwerer Kreuzer kann nichts an Bord haben, was uns noch interessieren k�nnte. Sie h�tten schon l�ngst alles Sch�tzenswerte vernichtet. Wir h�tten nur den Antrieb zum �berladen gebracht, um zu verhindern, dass die Syndiks ihr Schiff noch mal benutzen k�nnen.� Frustriert schaute sie auf ihr Display. �In der N�he befinden sich keine weiteren Ziele.�</p><p>Ihre Bemerkung veranlasste Geary, einen Blick auf sein eigenes Display zu werfen. Die Zahl der noch aktiven Syndik-Schiffe hatte deutlich abgenommen, und noch w�hrend er zusah, registrierten die Sensoren der <emphasis>Dauntless</emphasis> weitere zerst�rte Schiffe. Ein paar Syndiks versuchten immer noch, die Flucht anzutreten, doch die Verfolger der Allianz r�ckten aus unterschiedlichen Richtungen kommend unerbittlich n�her. Nicht mehr lange, dann w�rden auch die jetzt noch verbliebenen Syndik-Schiffe ausgel�scht sein.</p><p><emphasis>Es ist vorbei.</emphasis> Er starrte auf die Wolke aus Tr�mmern, die von dem schweren Kreuzer �brig geblieben war, den sich die <emphasis>Dauntless</emphasis> zuletzt vorgenommen hatte. <emphasis>Ich m�chte nicht wissen, wie viele Menschen in den letzten Stunden ihr Leben verloren haben. Zum gr��ten Teil sind Feinde gestorben, die uns t�ten wollten, und die h�ssliche Wahrheit daran ist, dass dies das Einzige ist, was im Augenblick z�hlt.</emphasis></p></section><section><title><p>Elf</p></title><p>Der Stern, der von den Menschen Kaliban genannt wurde, war um etliche Objekte in seinem Orbit reicher geworden. Bei den meisten dieser Objekte handelte es sich um jene Tr�mmer, die von den letzten Syndik-Kriegsschiffen �brig geblieben waren. Die �berlebenden Schiffe, bei denen nicht ihre Crew die Selbstzerst�rung veranlasst hatte, waren von den Au�enteams der Allianz auf die gleiche Weise vernichtet worden, um zu verhindern, dass der Feind sie barg und wieder einsetzte. Inmitten der �berreste der Schlacht fand sich auch ein ganzer Schwarm Syndik-Rettungskapseln, an Bord die �berlebenden, die noch rechtzeitig ihre Schiffe hatten verlassen k�nnen.</p><p>Die kleinen unbewaffneten Kapseln, deren Reichweite eben gen�gte, um einen sicheren Platz im Kaliban-System zu erreichen, stellten f�r die siegreiche Allianz-Flotte keine Bedrohung dar.</p><p>�Diese Besatzungen k�nnten wieder k�mpfen, und das werden sie auch machen�, beharrte Desjani. �Ich will damit nicht sagen, dass wir mit den Kapseln Zielschie�en �ben sollten, aber es w�re sicher eine gute Idee, diese Leute gefangen zu nehmen.�</p><p>Geary lie� sie merken, dass er �ber ihren Vorschlag nachdachte, erst dann sch�ttelte er den Kopf. �Wo sollen wir sie unterbringen?</p><p>Mit ihnen w�re jede Arrestzelle auf jedem Schiff �berf�llt, und dann w�ren noch immer etliche von ihnen nicht untergebracht. Au�erdem m�ssten wir sie durchf�ttern.�</p><p>Obwohl sie verstehend nickte, verzog sie den Mund. �Sicherheit und Logistik. Diese beiden Argumente stehen immer so vielen guten Ideen im Weg.�</p><p>�Das sehen Sie ganz richtig.� Geary grinste sie an. �Allerdings gibt es auch eine Menge Pl�ne, bei denen die Realit�t v�llig au�er Acht gelassen wird, und das scheint die Leute gar nicht zu st�ren, die diese Pl�ne entwickelt haben.�</p><p>�Nat�rlich nicht. Warum sollte man sich einen gro�artigen Plan von der Realit�t zunichtemachen lassen?�, gab sie am�siert zur�ck.</p><p>�Das ist ein wundervoller Sieg, Captain Geary.�</p><p>�Vielen Dank. Aber da ist noch etwas, das erledigt werden muss.</p><p>Wie finden wir heraus, in welcher dieser Kapseln der rangh�chste Syndik-Offizier steckt?�</p><p>Es dauerte eine Weile, da zwischen den verschiedenen Kapseln die Anfrage hin und her geleitet wurde, bis der rangh�chste Offizier gefunden und eine Kommunikationsverbindung hergestellt worden war. Wie das Schicksal es wollte, handelte es sich bei ihm zugleich um den Befehlshaber der gesamten Flotte. Allerdings fragte sich Geary, ob der Offizier noch lange daf�r dankbar sein w�rde, dass er die Schlacht �berlebt hatte.</p><p>Die sorgf�ltig geschneiderte Uniform des Syndik-CEO hatte einige h�ssliche Risse und Brandflecken abbekommen. Sein wie vor Schock bleiches Gesicht zeigte den Ausdruck eines Mannes, der noch nicht begriffen hatte, was eigentlich geschehen war. Geary kannte den Mann nicht, doch der CEO starrte ihn voller Unglauben an. �Dann ist es also wahr�, fl�sterte er.</p><p>�Was ist wahr?�, fragte Geary, obwohl er in Wahrheit die Antwort l�ngst kannte.</p><p>Anstatt darauf zu antworten, schien der Syndik-CEO sich st�hlen zu wollen. �Meine Streitmacht wird sich nicht e-ergeben�, stammel-te er.</p><p>Erstaunt zog Geary die Augenbrauen hoch. �Das ist eigentlich gar kein Thema mehr. Da ist nichts zu ergeben. Ihre Flotte hat aufgeh�rt zu existieren. Alle Ihre Schiffe wurden vernichtet.�</p><p>�Wir k-k�nnen immer noch k�mpfen.�</p><p>�Meinen Sie Mann gegen Mann? Nun, Sie sollen wissen, dass wir keine Lust haben, noch l�nger gegen <emphasis>Sie</emphasis> zu k�mpfen�, machte Geary ihm klar. �Ihr vormaliges Kommando besitzt keinerlei milit�rische F�higkeiten mehr, und um ehrlich zu sein, wir sind nicht daran interessiert, f�r eine gro�e Gruppe Gefangene die Verantwortung zu �bernehmen. Ich muss Ihnen zwei Dinge sagen: Erstens habe ich immer noch Leute auf einem Asteroiden sitzen, die abgeholt werden m�ssen. Ich sende Ihnen die Orbitaldaten f�r den bewussten Asteroiden zu, und falls Sie danach noch Zweifel haben sollten, welcher Asteroid damit gemeint ist, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Versuchen Sie sicherzustellen, dass keine Rettungskapsel Ihrer Flotte dort landet. Ich werde meine Leute abholen, und ich habe keine Lust, dabei �berlebenden aus Ihrer Flotte zu begegnen, weil das nur zu wei-terem Blutvergie�en f�hren k�nnte.�</p><p>Der Syndik-CEO nickte und schwieg immer noch.</p><p>�Zweitens haben wir uns alle verlassenen Einrichtungen der Syndikatwelten im Kaliban-System gr�ndlich angesehen, und Sie sollen wissen, dass die St�dte an den Standorten, deren Positionen ich Ihnen jetzt sende, noch in gutem Zustand sind. Ihre Leute werden keine Probleme haben, die Lebenserhaltung wieder in Betrieb zu nehmen. Ich bedauere, Ihnen erkl�ren zu m�ssen, dass wir uns bei den Lebensmittelvorr�ten bedient haben, aber es sollte noch genug f�r Ihre Leute �brig sein, bis Einheiten von anderen Syndikatwelten hier eintreffen, um nach dem Verbleib Ihres Kommandos zu suchen.</p><p>Um sicherzustellen, dass man von Ihrer Anwesenheit in diesem System erf�hrt, werden wir bei unserem n�chsten Kontakt mit Planeten oder anderen Vertretern der Syndikatwelten darauf hinweisen, dass Sie hier auf Rettung warten.�</p><p>Wieder ein Nicken. Der Syndik-CEO wirkte mit jedem Satz verwirrter, als warte er darauf, dass Geary endlich die Bombe platzen lie�.</p><p>�Bedauerlicherweise kann meine Flotte nicht l�nger in diesem System bleiben�, fuhr Geary fort, �daher k�nnen wir Ihnen nicht anbieten, Ihre Verletzten medizinisch zu versorgen. Aber die stillgelegten medizinischen Einrichtungen im System, die wir uns angesehen haben, sind zwar von ihrer Kapazit�t her begrenzt und technisch lange �berholt, trotzdem scheinen sie voll einsatzf�hig zu sein und �ber angemessene medizinische Vorr�te zu verf�gen.�</p><p>Endlich war der CEO wieder in der Lage, etwas zu sagen.</p><p>�Warum erz�hlen Sie mir das alles?�</p><p>�Ich komme den Pflichten nach, die mir das Kriegsrecht vorschreibt�, machte Geary ihm mit ruhigen, eindringlichen Worten klar. �Au�erdem f�hle ich mich bei meiner eigenen Ehre und der Ehre meiner Vorfahren dazu verpflichtet. Eine letzte Sache noch.�</p><p>Geary beugte sich vor. �Sobald Sie wieder Kontakt mit Ihren Vorgesetzten aufgenommen haben, lassen Sie sie wissen, dass jede Streitmacht der Syndikatwelten, die sich dieser Flotte in den Weg stellt, das gleiche Schicksal erleiden wird wie die Ihre.�</p><p>Sekundenlang sah der CEO ihn nur an. �Wer sind Sie?�, fragte er schlie�lich mit so kr�chzender Stimme, dass er fast nicht zu verstehen war.</p><p>�Sie wissen, wer ich bin. Ich sah, dass Sie mich erkannt haben.�</p><p>�Sie sind� er ist tot!�</p><p>�Nein, das bin <emphasis>ich</emphasis> nicht.� Geary deutete mit dem Zeigefinger auf das Bild des CEO. �Mein Name ist John Geary. Vor langer Zeit war ich als Black Jack Geary bekannt. Jeder, der diese Flotte aufhalten will, bekommt es mit mir zu tun.�</p><p>Geary bemerkte, wie mehrere Syndiks im Hintergrund abrupt Gesten auf ihrer Brust beschrieben. Es dauerte einen Moment, bis ihm klar wurde, dass es sich um ein altes Schutzzeichen gegen die M�chte der Finsternis handelte. <emphasis>Glaubt daran, wenn ihr wollt. Hauptsache, es jagt euch genug Angst ein, um diese Flotte in Ruhe zu lassen.</emphasis></p><p><emphasis>Dabei sollte es mich viel mehr st�ren, so etwas zu sehen. Stimmt es, was Co-Pr�sidentin Rione gesagt hat? Sieht man in mir mehr als nur einen normalen Menschen?</emphasis></p><p><emphasis>Glaube ich nach einem solchen Sieg vielleicht selbst schon daran? Er</emphasis> nickte dem Syndik-CEO zu. �Nehmen Sie es nicht pers�nlich, aber ich hoffe, wir werden uns nicht wiedersehen, solange dieser Krieg nicht vor�ber ist.� Dann unterbrach er die Verbindung und starrte auf die Stelle, an der sich das Gesicht des CEO befunden hatte.</p><p><emphasis>Vielleicht w�rde es mir ganz guttun, mir mal die Wirklichkeit vor Augen zuf�hren.</emphasis> Geary bediente die Kontrollen auf seinem Display, bis er eine �bersicht der Verluste angezeigt bekam, die die Allianz-Flotte erlitten hatte. Er betrachtete den Bericht, dann tippte er erneut etwas ein. �Gehen noch Verlustmeldungen ein?�</p><p>Captain Desjani reagierte �berrascht auf seine Frage. �Die Berichte werden kontinuierlich aktualisiert, sobald die Schiffe ihre Statusberichte senden.�</p><p>�Da kann etwas nicht stimmen.�</p><p>Sie rief die Daten ebenfalls auf. �Ich sehe keinen Hinweis darauf, dass der Datenfluss manipuliert wurde. Komm-Wachhabender, �berpr�fen Sie die Feeds f�r die Statusmeldungen, damit wir Gewissheit haben, dass alles bei uns ankommt.�</p><p>�Ja, Ma�am.� Eine Minute sp�ter erstattete der Wachhabende Bericht. �Keine Probleme mit den Status�bertragungen, Captain. Alle Feeds sind aktiv, ausgenommen die, die wegen des verlorenen Schiffs ausgefallen sind.�</p><p>Desjani musterte Geary eindringlich. �Es war ein erstaunlich einseitiges Gefecht�, merkte sie an. �Ich habe selbst Schwierigkeiten, das Ergebnis zu glauben, aber das ist eine exakte Zusammenstellung der Verluste und Sch�den innerhalb unserer gesamten Flotte.�</p><p>�Den lebenden Sternen sei Dank.� Geary ging die Liste erneut durch, die erfreulich kurz war und auff�hrte, welche Schiffe die Allianz-Flotte verloren hatte. �So soll es auch laufen, jedenfalls in der Theorie. Indem wir unsere zahlenm��ige �berlegenheit genutzt und die Schw�chen der feindlichen Formation ausgenutzt haben, und indem wir das Feuer auf die entscheidenden Punkte konzentrierten, konnten wir die Syndiks schlagen und sie gleichzeitig davon abhalten, uns das Gleiche anzutun. Dass der Syndik-Commander wie ein Trottel gek�mpft hat, kam uns nur zugute.�</p><p>�Er nahm wohl an, wir w�rden genauso k�mpfen wie bisher�, meinte Desjani und sch�ttelte ungl�ubig den Kopf. �Ich h�tte nie geglaubt, dass es einen solchen Unterschied machen w�rde.�</p><p>�Wenn Mut allein Schlachten entscheiden w�rde, dann w�re die Menschheitsgeschichte deutlich anders verlaufen.� Geary zwang sich, die Liste der verlorenen Schiffe langsam zu lesen. <emphasis>Einseitig mag dieses Gefecht zwar gewesen sein, aber der Sieg hat trotzdem seinen Preis gehabt.</emphasis> �Verdammt.� Er starrte auf den Namen des Kriegsschiffs an erster Stelle auf der Liste und f�hlte sich innerlich wie bet�ubt. <emphasis>Die</emphasis> Arrogant. <emphasis>Mit ihrer gesamten Besatzung verloren. Tut mir leid, Commander Hatherian.</emphasis></p><p>�Sir?� Captain Desjani schaute zu ihm. �Oh, die <emphasis>Arrogant</emphasis>. �berladung des Antriebs.�</p><p>Geary konnte ihr nicht in die Augen sehen. �Wissen wir, was sich zugetragen hat?�</p><p>�Das steht alles in der Zusammenfassung, Sir. Sehen Sie? Beim ersten Durchflug von Fox Five Two durch die Syndik-Formation befand sich die <emphasis>Arrogant</emphasis> in der N�he mehrerer leichter Einheiten, die von den schweren Syndik-Kriegsschiffen unter massiven Beschuss genommen wurden. Die <emphasis>Arrogant</emphasis> ver�nderte ihre Position, um die anderen Schiffe zu sch�tzen, und steckte alle Treffer ein.� Sie nickte ernst. �Commander Hatherian hat sich als guter befehlshabender Offizier erwiesen.�</p><p>�Ja.� Mehr traute sich Geary nicht zu sagen. Er wusste, wenn er Hatherian nicht auf die <emphasis>Arrogant</emphasis> versetzt h�tte, w�re er weiter ein Offizier der <emphasis>Orion</emphasis> gewesen und w�rde jetzt noch leben. Aber dann h�tte er das Kommando �ber Fox Five Two nicht an Captain Numos �bergeben. Und h�tte Numos nicht seinen Vorteil verspielt und so-mit verhindert, dass einige seiner Schiffe unter massiven Feindbeschuss gerieten, dann h�tte sich die <emphasis>Arrogant</emphasis> nicht opfern m�ssen, um andere Schiffe zu besch�tzen. Das ist auch meine Schuld. Ich gab Numos das Kommando, obwohl ich ihm nicht vertraute. �Wir haben auch einige leichte Einheiten verloren. <emphasis>Dagger, Swift, Venom.</emphasis></p><p>Und noch einen schweren Kreuzer, die <emphasis>Invidious</emphasis>.�</p><p>�Ja, das ist sehr bedauerlich. Wir brauchen jede Eskorte, die uns zur Verf�gung steht. Aber wir haben wenigstens einige Crewmitglieder retten k�nnen.�</p><p>Geary sah sie an und versuchte zu verstehen, wie ein Offizier der Flotte und B�rger der Allianz den Verlust von Schiffen und Menschen so ruhig und gelassen hinnehmen konnte. Die Verluste schienen zwar ein wenig auf Desjanis Stimmung zu dr�cken, doch zugleich freute sich ein Teil von ihr. <emphasis>Ist mein Volk wirklich so barbarisch geworden, dass es egal ist, wenn Schiffe und ihre Besatzungen sterben?</emphasis></p><p>Dann zeigte Desjani pl�tzlich auf die Verlustliste, und ihr Gesicht nahm einen traurigen Ausdruck an, der bei Geary Erleichterung ausl�ste. �Jeder Sieg hat seinen Preis, sogar Ihr Sieg, Sir. Aber keiner von denen, die wir heute verloren haben, m�ssen sich f�rchten, den Vorfahren gegen�berzutreten.� Sie sch�ttelte den Kopf, ihr Blick war in die Ferne gerichtet. �Nach der Schlacht bei Easir wussten wir nicht, was wir denken sollten. Wir ergriffen von dem System Besitz, doch der Preis daf�r war sehr hoch. Jeden Schlachtkreuzer im System und die H�lfte aller Schlachtschiffe hatten wir verloren, und die leichten Eskorten waren stark dezimiert worden. Wir hatten fast jede Zerst�rung eines Syndik-Schiffs mit dem Verlust eines eigenen Schiffs bezahlt. Ob wir unseren Vorfahren tats�chlich eine Ehre dadurch erwiesen haben, dass wir so viele Leben verloren, kann man in einem solchen Fall nie mit Gewissheit sagen.� Wieder hielt sie inne. �Damals war ich Junior-Lieutenant. Am n�chsten Tag wurde ich zum Lieutenant Commander bef�rdert. Sie brauchten dringend viele Offiziere.�</p><p><emphasis>O verdammt, ich habe �berhaupt nichts begriffen.</emphasis> Geary nickte tonlos und versuchte zu �berspielen, dass er geglaubt hatte, Desjani und die anderen w�rden die Verluste mit einem Schulterzucken wegste-cken. <emphasis>Es k�mmert sie sehr wohl. Aber sie haben sich daran gew�hnt. Sie haben so viele sterben sehen, sie haben das so oft erlebt. Es geh�rt f�r sie zum Leben dazu, darum lassen sie sich davon nicht beeindrucken.</emphasis></p><p>Er fragte sich, wie viele Schiffe und Matrosen bei Easir gestorben waren. Und er fragte sich, ob er je den Mut aufbringen w�rde, sich mit der Geschichte dieser Schlacht zu besch�ftigen und diese Zahlen zu erfahren. <emphasis>Du wusstest das, Geary. Du wusstest, dass sie schreckliche Verluste erlitten hatten, jahraus, jahrein. Aber du hast es nicht wirklich gef�hlt. Und du hast nicht verstanden, wie es f�r sie sein muss. Sie sind so sehr daran gew�hnt, ihre Freunde und Kameraden sterben zu sehen, wie sich ein Mensch nur an etwas Derartiges gew�hnen kann. Ich bin nicht daran gew�hnt. Der Krieg, dieser Krieg ist f�r mich noch etwas Neues, auch wenn er bereits hundert Jahre alt ist.</emphasis> Wieder versp�rte er die K�lte in seinem Inneren, und er dachte an die Crew, die vor langer Zeit in jener Schlacht bei Grendel umgekommen war. In diesem Moment fragte er sich zum allerersten Mal, ob Desjani wohl auch diese K�lte in sich versp�rte, wenn sie an ihre toten Kameraden dachte.</p><p>Er streckte die Hand aus und dr�ckte Desjanis Schulter, was die mit einem �berraschten Blick quittierte. �Sie haben allen Ehre erwiesen, Tanya. Sich selbst gegen�ber, ihren Vorfahren gegen�ber und uns gegen�ber, die wir �berlebt haben, um diese Schlacht zu gewinnen. Ich danke Ihnen.�</p><p>Jetzt war sie v�llig verwirrt. �Wof�r, Sir?�</p><p>�Dass Sie deren Andenken durch Ihre eigenen Bem�hungen ehren. Dass Sie die Aufgabe weiterf�hren, f�r die sie ihr Leben gaben.�</p><p>Desjani schaute weg und sch�ttelte den Kopf. �Ich bin nichts Au�ergew�hnliches, Captain Geary.�</p><p>�Ich wei�.� Er zog seine Hand zur�ck. �Aber es ist mir eine Ehre, Sie und jeden anderen Matrosen dieser Flotte zu kennen.�</p><p>Abermals ging er die Aufstellung durch und wandte sich der langen Liste von Sch�den zu, die die anderen Schiffe gemeldet hatten.</p><p>Diese Liste war erheblich l�nger, aber keines der Schiffe hatte wirklich schwere Sch�den davongetragen. Dennoch waren auch dort M�nner und Frauen gestorben, als feindliches Feuer die Schiffsh�lle durchbrach. Ihm wurde bewusst, dass Desjani ihn eindringlich beobachtete. �Was ist?�</p><p>�Ich wei� nicht, ob Ihnen klar ist, was hier geschehen ist, Captain Geary. Ich erz�hlte Ihnen von Easir. Diejenigen, die dort nicht gefallen sind, bezeichnen sich einfach nur als �berlebende. Damit ist kein Stolz und auch kein Ruhm verbunden. Aber Sie haben bei Kaliban etwas bewirkt.� Sie zeigte auf die Liste der Toten. �Deren Nachfahren werden stolz darauf sein, dass ihre Vorfahren hier gestorben sind, und genauso wird jeder in dieser Flotte f�r den Rest seines Lebens stolz sein, dass er dabei sein konnte.�</p><p>Geary sch�ttelte jedoch den Kopf. �Es war kein Konflikt zwischen ann�hernd gleichen Parteien. Wir waren den Syndiks von Anfang an zahlenm��ig deutlich �berlegen. Selbst wenn man das lausige taktische Verm�gen des Syndik-Commanders au�er Acht l�sst, war das hier kein gro�artiger Sieg.� Er f�gte nicht auch noch an, dass einige Leute seiner Meinung nach gar nicht beeindruckt sein w�rden.</p><p>Geary hielt einen Moment lang inne, sah nach unten, schloss die Augen und atmete tief und langsam durch, um zur Ruhe zu kommen.</p><p><emphasis>Ich hasse diese Flottenkonferenzen mit jedem Mal mehr.</emphasis> Er hob wieder den Kopf und betrachtete nacheinander die Anwesenden.</p><p>Die meisten der anwesenden Offiziere schienen zumindest nach au�en hin Desjanis Erleichterung �ber den Sieg zu teilen. Das krasse Gegenteil stellte ein Block aus Befehlshabern zu beiden Seiten von Captain Numos und Captain Faresa dar, die mit versteinerter Miene dasa�en und finstere Blicke in die Runde warfen. Geary sah von einem zum anderen, las die Namen ihrer Schiffe und erkannte, dass sie alle w�hrend des Gefechts zur Formation Fox Five Two geh�rt hatten. Einige der Offiziere erwiderten seinen Blick, als er sie anschaute, die meisten sahen allerdings zur Seite.</p><p>Geary lehnte sich zur�ck und nahm sich einen Moment Zeit, um die �brigen Offiziere zu betrachten, die am Tisch �sa�en�, w�hrend Captain Desjani au�er ihm als Einzige k�rperlich anwesend war.</p><p>�Wir werden in K�rze das Kaliban-System verlassen. Unsere Arbeit hier ist getan, und wir haben den Syndiks eine blutige Nase geschlagen. Ich m�chte jedem Schiff in der Flotte pers�nlich f�r die Mitwir-kung an diesem Sieg danken.� Die Worte lie�en viele Anwesende l�cheln, w�hrend Numos� Gruppe noch abweisender reagierte. �Meine Absicht ist es, dass wir morgen von Kaliban aufbrechen. Wir nehmen den Sprungpunkt, der uns zu einem System namens Sutrah bringt. Sutrah ist vermutlich nicht verlassen, und es gibt dort eine gute bewohnbare Welt, aber wohl keine massive Streitmacht.�</p><p>Schlie�lich meldete sich Numos in eisigem Tonfall zu Wort.</p><p>�Warum fliegen wir nicht nach Cadez?�</p><p>Geary sah Numos lange und eindringlich an. �Weil Cadez ein zu offensichtliches Ziel ist. Es liegt auf einer geraden Linie zur�ck in Allianz-Gebiet, und es ist dem Syndik-Hypernet angeschlossen.�</p><p>Mit ihrem gewohnten bissigen Tonfall warf Faresa ein: �Wir k�nnen von dort auf das Hypernet zugreifen und sehr schnell nach Hause zur�ckkehren. Warum wollen Sie das nicht?�</p><p>�Selbstverst�ndlich will ich so schnell wie m�glich nach Hause zu-r�ckkehren, so wie jeder von Ihnen�, konterte Geary, der vor Ver�rgerung zu kochen begann.</p><p>�Tats�chlich?�, forderte Faresa ihn heraus.</p><p>�Ja. Darf ich Sie daran erinnern, Captain, dass die Syndiks in jedes an das Hypernet angeschlossene System binnen k�rzester Zeit Verst�rkung schicken k�nnen? W�re ich ein Syndik-Commander und w�sste, diese Flotte hier befindet sich im Kaliban-System, dann h�t-te ich l�ngst eine gro�e Streitmacht nach Cadez geschickt, um uns dort in Empfang zu nehmen und zu verhindern, dass wir das dorti-ge Hypernet-Portal benutzen.�</p><p>Commander Cresida gab mit �bertriebener L�ssigkeit zu bedenken: �Da die Syndiks bei Cadez ein Portal haben, k�nnen sie die Sprungpunkte auf Teufel komm raus verminen.�</p><p>�Richtig�, pflichtete Captain Tulev ihr zu.</p><p>Numos reagierte mit einer abweisenden Geste. �Ich f�r meinen Teil habe keine Angst davor, einer <emphasis>starken</emphasis> Syndik-Streitmacht gegen�berzutreten.� Seine Worte sollten zweifelsfrei andeuten, dass der Sieg bei Kaliban f�r ihn nicht weiter z�hlte, da die Syndik-Flotte von vornherein deutlich unterlegen gewesen war.</p><p>Captain Duellos schaute in die Ferne und bemerkte sachlich: �Und trotzdem haben Sie in der j�ngsten Schlacht keine beeindruckende Leistung in der Form erbracht, dass Sie den Syndiks gegen�berge-treten w�ren.�</p><p>Numos� Gesicht lief vor Zorn rot an, doch es war Captain Faresa, die an seiner Stelle antwortete. �Captain Numos trifft keine Schuld, wenn die seinem Kommando unterstellten Schiffe absichtlich so po-sitioniert wurden, dass sie in der Schlacht keine angemessene Rolle spielen konnten.�</p><p>�Der Befehlshaber der Flotte lie� allen Formationen eine angemessene Rolle zukommen�, widersprach Tulev. �Ich konnte die entsprechenden Befehle genauso deutlich h�ren wie Sie.�</p><p>�Sie waren von meiner Formation weit entfernt, und Sie waren zu dem Zeitpunkt auch weit von den Syndiks entfernt!�, herrschte Numos ihn an.</p><p>Nun lief Tulev vor Zorn rot an. �Die Schiffe unter meinem Kommando haben gegen mehr feindliche Einheiten gek�mpft als Ihre.�</p><p>Geary schaltete sich laut genug ein, um die beiden Streith�hne zum Verstummen zu bringen: �Ladys und Gentlemen, wir sind nicht hier zusammengekommen, um irgendjemandes Tapferkeit anzuzweifeln.�</p><p>Wieder wandte sich Numos an Geary, als h�tte er dessen Zwi-schenruf gar nicht wahrgenommen. �H�tte man mir eine passende Gelegenheit gegeben, um mich dem Feind zu stellen, dann g�be es jetzt keinen Grund, mir zu unterstellen, es w�rde mir an Tapferkeit mangeln!�</p><p>�W�ren Sie Ihren Befehlen entsprechend gefolgt, h�tten Sie mehr als genug Gelegenheit bekommen�, gab Geary zur�ck und versuchte, sein Temperament in Schach zu halten.</p><p>�Sie waren viele Lichtsekunden vom Geschehen entfernt, und trotzdem beharrten Sie darauf, die komplette Kontrolle �ber die Bewegungen meiner Schiffe zu behalten.�</p><p>�Bei keiner anderen Formation dieser Flotte hat das f�r Probleme gesorgt, Captain Numos. Jeder hat den ihm gegebenen Befehl strikt befolgt.�</p><p>Numos beugte sich vor und wurde lauter: �Wollen Sie damit sagen, die Pflicht des Captains eines Allianz-Schiffes besteht ausschlie�lich darin, die gegebenen Befehle eins zu eins umzusetzen?</p><p>Wollen Sie sagen, uns steht nicht das Recht zu, unsere Schiffe so einzusetzen, wie es uns viele Jahre Gefechtserfahrung vorschreiben?�</p><p>Geary hatte M�he, Numos nicht anzuknurren, daher lie� er sich mit seiner Antwort so lange Zeit, bis er sich wieder beruhigt hatte.</p><p>�Sie wissen ganz genau, dass zu Ihren Anweisungen f�r diese Schlacht auch die Erlaubnis geh�rte, Flugbewegungen zu �ndern, falls die taktische Situation das aus Ihrer Sicht erforderte. Sie hatten diese M�glichkeit, Captain Numos, also versuchen Sie nicht, mir oder sonst jemandem die Schuld f�r die Folgen Ihres eigenen Handelns zu geben.�</p><p>Numos starrte Geary mit versteinerter Miene an. �Wollen Sie mir Inkompetenz unterstellen? Wollen Sie andeuten, ich sei f�r die erlit-tenen Verluste verantwortlich? Sind Sie��</p><p>� <emphasis>Captain Numos</emphasis>�, platzte Geary heraus und bemerkte erst an den Reaktionen der anderen, wie sich seine Stimme angeh�rt haben musste. �Die Verantwortung f�r alle Verluste in dieser Schlacht trage ich. Ich hatte das Kommando, und ich scheue nicht davor zur�ck, die damit verbundene Verantwortung zu �bernehmen!� Numos wollte zum Reden ansetzen, doch Geary fuhr ihm �ber den Mund.</p><p>�Und was Sie angeht, Sir, stehen Sie gef�hrlich dicht davor, von Ihrem Kommando und von all Ihrer Autorit�t entbunden zu werden, wenn Sie weiter ein solches aufs�ssiges und unprofessionelles Verhalten an den Tag legen. Habe ich mich klar ausgedr�ckt?�</p><p>Numos knirschte sichtlich mit den Z�hnen, aber er schwieg. Neben ihm warf Captain Faresa Geary einen so hitzigen Blick zu, dass man meinen konnte, er m�sste eine schwere Panzerung zum Schmelzen bringen.</p><p>Wieder sah sich Geary am Konferenztisch um. Er war eigentlich davon ausgegangen, dass Numos� Anh�nger weiter auf dessen Seite stehen w�rden, doch zu seinem Erstaunen musste er feststellen, dass auch viele andere Offiziere wenig Gefallen an Gearys Drohung fanden. Als er in ihre Gesichter schaute, entdeckte er etwas, das ihm einen Schock versetzte. <emphasis>Sie sind �ber den Sieg gar nicht so ganz gl�cklich, wie? Es gef�llt ihnen nicht, dass wir den Sieg auf eine andere Weise errungen haben. Sie wollten siegen, aber nicht auf Kosten ihrer gewohnten Art zu k�mpfen. Sie wollten durch individuelle Tapferkeit und hemmungs-losen Kampf siegen. Und jetzt gef�llt es ihnen nicht, wenn ich einem von ihnen den Kopf wasche und mehr Disziplin einfordere.</emphasis></p><p>Es gab auch Ausnahmen, so zum Beispiel Captain Desjani, die vor Stolz und Freude �ber den Sieg immer noch strahlte. Dann endlich wurde ihm klar, dass sich die Anh�nger von Black Jack Geary in zwei Lager aufteilten. Die kleine Gruppe aus Offizieren wie Desjani war bereit, auf jedes Wort von Geary zu h�ren, weil sie fest daran glaubten, er k�nne einfach nichts verkehrt machen. Das gr��ere Lager dagegen wollte von Geary zum Sieg gef�hrt werden, ohne dass es irgendwelche Ver�nderungen gab. Sie erwarteten, von einem legend�ren Helden auf genau die tollk�hne Art in die Schlacht geschickt zu werden, wie sie es gewohnt waren. Und es bereitete ihnen gro�e Schwierigkeiten, sich mit der Tatsache abzufinden, dass ihr Held von ihnen eine Kampfstrategie forderte, bei der einzelne Schiffe tats�chlich als Teil eines gro�en Ganzen agierten.</p><p><emphasis>Sie wollen einen Helden haben, der nur das best�tigt, was sie schon immer so gemacht haben, und der es irgendwie noch etwas besser macht. Aber jetzt wird ihnen klar, dass ich nicht diese Art von Held bin.</emphasis></p><p>Das Schweigen zog sich hin, und schlie�lich wurde Geary klar, dass alle darauf warteten, was er als N�chstes sagen w�rde. �Ich m�chte Sie alle wissen lassen, dass ich noch keine mutigere Gruppe von Offizieren gesehen habe als Sie. Jeder von Ihnen ist ein tapferer und aggressiver Offizier.� <emphasis>Und wie! Jemand, der zu bereitwillig seinen Tod in Kauf nimmt, ist genauso schlimm wie jemand, der zu gro�e Angst vor dem Tod hat. Wie kann ich ihnen das klarmachen?</emphasis> �Ich hoffe, das j�ngste Gefecht hat bewiesen, wie der Einsatz von guten Taktiken�� <emphasis>Nein, verdammt. Dann unterstellen sie mir, dass ich ihre bisherigen Taktiken f�r schlecht halte. Das stimmt zwar auch, aber ich will es ihnen so nicht an den Kopf werfen.</emphasis> ��wirkungsvollen Taktiken uns ins die Lage versetzen kann, dem Gegner wesentlich schwerere Verluste zuzuf�gen, als wir selbst hinnehmen m�ssen. Wir sind eine Flotte, eine Gefechtsorganisation. Das verleiht uns betr�chtliche Schlagkraft, wenn wir sie nur richtig einsetzen. Ich m�chte keinem meiner Captains das Gef�hl geben, er d�rfe nur strikt seine Befehle befolgen. Eigeninitiative ist sehr wichtig. Auf ver�nderte Gegebenheiten zu reagieren, ist sehr wichtig. Commander Hatherian, m�gen seine Vorfahren ihn ehren, verhielt sich exakt so, wie ich es von ihm erwartet h�tte, als er mit der <emphasis>Arrogant</emphasis> seine zugewiesene Position verlie� und andere Schiffe besch�tzte, die in Gefahr waren.�</p><p>Er vermochte nicht zu erkennen, wie die Anwesenden auf seine Worte reagierten, und allm�hlich begann er sich zu fragen, ob er diese Allianz-Matrosen jemals richtig verstehen w�rde, deren Denkweise und Gewohnheiten ein Jahrhundert von seinen eigenen entfernt waren, ein Jahrhundert, das viele Ver�nderungen mit sich gebracht hatte.</p><p>�Wir werden nach Sutrah fliegen. Wir werden feststellen, welche Verh�ltnisse dort herrschen und was wir �ber die Syndik-Flottenbewegungen herausfinden k�nnen, um �ber unser n�chstes Ziel zu entscheiden.� Einige nickte zustimmend, aber niemand sagte ein Wort. �Das w�re alles. Ich spreche Ihnen noch einmal meinen Gl�ckwunsch dazu aus, wie Sie alle gestern gek�mpft haben.�</p><empty-line/><p>Geary blieb sitzen und sah zu, wie die Bilder rasch verschwanden.</p><p>Captain Desjani schien etwas verwundert �ber Gearys bedr�ckte Haltung, als sie sich verabschiedete und den Raum verlie�, um sich den zahlreichen Aufgaben auf ihrem Schiff zu k�mmern. Pl�tzlich bemerkte er, dass das Bild eines Offiziers noch am Tisch verharrte, w�hrend alle anderen sich aufgel�st hatten. �Captain Duellos.�</p><p>Duellos nickte als Reaktion darauf, dass Geary ihn wahrgenommen hatte. �Sie sind dahintergekommen, nicht wahr?�</p><p>�Ich glaube schon. Verzeihen Sie meine Wortwahl � aber wie k�nnen die nur so unglaublich dumm sein?�</p><p>Duellos sch�ttelte seufzend den Kopf. �Gewohnheit. Tradition. Ich sagte Ihnen ja bereits, wie wichtig Stolz f�r diese Flotte ist. Stolz und Ehre, die letzten Dinge, an die man sich noch klammern kann, wenn alles andere l�ngst versagt hat. Sie sind stolz darauf, wie sie ge-k�mpft haben.�</p><p>Auch Geary reagierte mit einem Kopfsch�tteln. �Konnten sie nicht verstehen, dass es eine bessere Art zu k�mpfen gibt?�</p><p>�Oh, das wird seine Zeit dauern, falls uns genug Zeit gew�hrt wird.� Duellos brachte ein fl�chtiges L�cheln zustande, w�hrend Geary ihn ansah. �Nachdem wir im Heimatsystem der Syndiks angekommen waren und schwere Verluste hingenommen hatten, war ich zu dem Schluss gelangt, dass wir vermutlich unsere Heimat niemals wiedersehen w�rden. Ich habe also akzeptiert, dass wir es vielleicht nicht schaffen werden.�</p><p>�Wir werden es schaffen.�</p><p>�Ich wage nicht, vorbehaltlos daran zu glauben, aber falls wir ins Gebiet der Allianz zur�ckkehren sollten, gebe ich Ihnen so viele Drinks aus, wie Sie vertragen k�nnen.� Duellos wirkte m�de. �Sie m�ssen sich vor Augen halten, dass diese Offiziere nicht daran ge-w�hnt sind, von einer starken Hand gef�hrt zu werden. Es ist schon gut, dass Sie kein strikter Exerziermeister sind. Ich habe davon gelesen. Ein solcher Commander h�tte l�ngst die Befehlsgewalt �ber die Flotte verloren. Diese Offiziere m�ssen gef�hrt werden, daran besteht kein Zweifel, aber sie werden die Peitsche nicht akzeptieren.�</p><p>�Ich werde nicht die Peitsche hervorholen, doch ich muss ihnen zeigen, dass die alten Methoden funktionieren�, erkl�rte Geary.</p><p>�Ja, aber wie gesagt, das wird dauern. Es braucht seine Zeit, um alte Gewohnheiten abzulegen und sich neue anzueignen. Zeit, um Siege zu erringen, die die neuen Gewohnheiten best�rken.� Duellos stand auf und machte sich zum Abschied bereit. �Ich bitte Sie, ver-zweifeln Sie nicht. Wir alle brauchen Sie, auch diejenigen, die nicht an Sie glauben. Letztere vielleicht sogar noch mehr als die anderen.�</p><p>Geary l�chelte schwach. �Ich kann mir gar nicht erlauben aufzugeben.�</p><p>�Nein, das k�nnen Sie tats�chlich nicht.� Duellos salutierte, dann verschwand sein Bild.</p><p>Geary zwang sich, von seinem Platz aufzustehen, w�hrend sein Blick durch den nun leeren Konferenzraum wanderte. <emphasis>Ich muss weniger Treffen abhalten. Nein. So sehr ich es auch hasse, muss ich weiter Konferenzen einberufen. Das ist meine einzige Gelegenheit, alle diese Offiziere zu sehen, auch wenn mir nicht gef�llt,</emphasis> was <emphasis>ich dann sehe.</emphasis></p><p>Er kehrte zu seiner Kabine zur�ck und war dabei so in seinen Gedanken verloren, dass er �berrascht stutzte, als er vor der Luke stand. Als er seine Augen rieb, �berlegte er, ob er ein MedPack nehmen sollte, entschied sich jedoch dagegen. Diese Packs sollten zwar garantiert keine k�rperliche Abh�ngigkeit erzeugen, aber er konnte sich nicht mal eine psychische Abh�ngigkeit von der vor�bergehen-den Erleichterung erlauben, die sie ihm spendeten.</p><p>Dieser Tag ist ohnehin schon zum Teufel, da kann ich auch den Papierkram erledigen, der sich angesammelt hat. Geary rief seine Nachrichten auf und ging das eingegangene Material so schnell durch, wie er konnte, bis er auf eine Nachricht stie�, die ihn aufhorchen lie�. � <emphasis>Nachrichtendienstlicher Bericht hinsichtlich der Einrichtungen der Syndikatwelten im Kaliban-System.</emphasis> � <emphasis>Ich dachte, die Syndiks h�tten nichts von Wert dagelassen.</emphasis></p><p>Er begann zu lesen, dann �berflog er den Bericht, als er erkannte, dass die Syndiks in der Tat kaum etwas Interessantes zur�ckgelassen hatten. Und die wenigen interessanten Dinge waren bereits jahr-zehntealt und damit wohl kaum noch von Bedeutung.</p><p>Augenblick mal. Geary h�rte auf zu scrollen und bl�tterte zur�ck zu der Stelle, die ihn hatte stutzig werden lassen. <emphasis>Da ist es. Der Tresor im Hauptquartier war aufgebrochen worden, lange nachdem die Beh�rden der Syndikatwelten das System verlassen hatten. Zu diesem Urteil war man gekommen, nachdem man den Schaden an einem Tresor begutachtet hatte, der mit Werkzeugen aufgebrochen worden war. Die Analyse der Schnitte im Metall deutet darauf hin, dass Umgebungstemperatur geherrscht hatte, als die Werkzeuge zum Einsatz kamen. Das konnte aber erst der Fall sein, nachdem die Einrichtung stillgelegt und bereits l�ngere Zeit verlassen gewesen war. Soweit sich feststellen lie�, war der Tresor leer gewesen, als man ihn verschloss, was die Gr�nde f�r den Einbruch nicht nachvollziehbar machte. Da die durchgef�hrte Untersuchung durch Allianz-Personal keine Erkl�rung f�r diese Besch�digungen liefern konnte, wurden sie h�chstwahrscheinlich durch kriminelle Elemente verursacht.</emphasis></p><p><emphasis>Allerdings lassen sich deren Gr�nde f�r den Einbruch in den Tresor einer aufgegebenen Einrichtung nicht nachvollziehen. Es l�sst sich ebenso wenig ergr�nden, warum diese mutma�lich kriminellen Elemente Bohrspitzen verwendeten, deren Durchmesser nicht den �blichen Gr��en der Syndikatwelten und der Allianz entspricht. Wir k�nnen nur vermuten, dass auf diese Weise eine Identifizierung der T�ter und ihrer Drahtzieher vereitelt werden soll.</emphasis></p><p>Geary las diesen Teil des Berichts mehrmals durch und versuchte darauf zu kommen, was ihn daran st�rte. Nat�rlich ergab es keinen Sinn, dass der Tresor aufgebrochen worden war, lange bevor die Allianz-Flotte hier eintraf. Jemand muss geglaubt haben, dass sich dort Wertgegenst�nde befanden. Aber die Syndiks hielten sich stets mit nahezu fanatischem Eifer an ihre Vorschriften und Protokolle, und jeder, der mit ihnen zu tun hatte, w�rde wissen, dass sie bei der Aufgabe eines Sternensystems alles mitnahmen, was in einem Tresor aufbewahrt wurde.</p><p>Die Spekulation, dass ungew�hnliche Bohrspitzen benutzt worden waren, um eine Identifizierung der T�ter zu vereiteln� Das war es!</p><p>Die Schlussfolgerung stellte jegliche Logik auf den Kopf. Es war viel einfacher, nichtstandardm��igen Bohrspitzen auf die Spur zu kommen, weil standardm��ige millionenfach in den Syndikatwelten und der Allianz Verwendung fanden.</p><p>Doch das warf eine andere Frage auf. Warum machte sich irgendjemand die M�he, nichtstandardm��ige Bohrspitzen zu verwenden?</p><p>Es sei denn, man besa� gar keine anderen Bohrer. Weil man weder zu den Syndikatwelten noch zu einer der bekannten Welten der Allianz geh�rte.</p><p><emphasis>Das ist ein beachtlicher Gedankensprung, Geary. Darauf w�rst du nie gekommen, wenn die Marines nicht die M�glichkeit ins Spiel gebracht h�tten, die Syndiks k�nnten sich wegen nichtmenschlicher Intelligenzen Sorgen machen. Aber nicht mal die Marines wollten diese M�glichkeit ernsthaft ins Auge fassen. Sie fanden nur, dass sie das Thema zumindest ansprechen sollten. Gel�schte Betriebssysteme und nichtstandardm��ige Bohrspitzen sind schlie�lich kein stichhaltiger Beleg daf�r, dass sich fremde Intelligenzen im Syndik-Gebiet aufhalten.</emphasis></p><p><emphasis>Trotzdem dr�ngt sich mir eine Frage auf. Dieser Bericht �ber die Verwendung von nichtstandardm��igen Bohrspitzen veranlasste sie, eine Er-kl�rung zu formulieren, die erst auf den zweiten Blick widersinnig ist. Wie viele andere Kleinigkeiten dieser Art wurden zu den Akten gelegt und gerieten in Vergessenheit, nur weil jemand eine passable Erkl�rung lieferte?</emphasis></p><p><emphasis>Eine Erkl�rung, die sich nicht um eine m�gliche Verstrickung au�erirdischer Intelligenzen dreht, weil</emphasis> die <emphasis>von den Leuten bel�chelt worden w�re.</emphasis></p><p><emphasis>Ich habe die geheimen Dateien der</emphasis> Dauntless <emphasis>durchsucht, aber keinen Hinweis auf nichtmenschliche Intelligenzen finden k�nnen. Doch selbst zu meiner Zeit herrschte die Ansicht vor, dass wir allein im All sind, und Fakten werden nun mal gern zurechtgebogen, bis sie der herrschenden Meinung entsprechen.</emphasis></p><p>Der T�rsummer lie� ihn wissen, dass ein Besucher vor der Luke zu seinem Quartier wartete. Eigentlich war ihm nicht danach, mit irgendwem zu reden, aber er konnte es nicht vor sich selbst rechtfertigen, jemanden wegzuschicken, der ihm wom�glich etwas Wichtiges mitzuteilen hatte. �Herein.�</p><p>Victoria Rione trat ein, ihre Miene gab wie gew�hnlich keinen Hinweis darauf, was ihr durch den Kopf ging. �Captain Geary, kann ich Sie sprechen?�</p><p>Als er daraufhin aufstand, f�hlte er sich mit einem Mal verlegen, da ihm bewusst wurde, wie zerknittert seine Uniform aussah. �Na-t�rlich. Ich hoffe, es ist nichts allzu Ernstes.� <emphasis>Wie zum Beispiel neue Vorw�rfe, ich k�nnte mich zum Diktator aufschwingen wollen.</emphasis> �K�nnte ich Sie aber zuvor etwas fragen?�</p><p>�Gewiss.�</p><p>Er bedeutete ihr, Platz zu nehmen, dann setzte er sich auch wieder. �Madam Co-Pr�sidentin, darf ich davon ausgehen, dass Sie geheime Informationen mit mir teilen werden, wenn ich Sie darum bitte?�</p><p>Verwundert gab sie zur�ck: �Sie haben Zugriff auf jede Geheimin-formation auf diesem Schiff, Captain Geary.�</p><p>Er lie� den Kopf ein wenig sinken, damit sie nicht sah, wie er den Mund verzog. �Es k�nnte Dinge geben, die selbst f�r die Datenbank eines Flaggschiffs zu heikel sind. Informationen, die auf Regierungs-kreise beschr�nkt bleiben.�</p><p>�Ich wei� nicht, auf welche Informationen Sie anspielen�, sagte sie mit einem Kopfsch�tteln.</p><p>�Ist Ihnen irgendetwas dar�ber bekannt, ob die Allianz von nichtmenschlichen Intelligenzen wei�?�</p><p>Rione erstarrte mitten in ihrer Bewegung. �Wieso fragen Sie mich das?�</p><p>�Weil eine Beobachtung im Kaliban-System meine Offiziere zu Spekulationen in dieser Richtung veranlasst hat.�</p><p>�Ich w�rde gern erfahren, was f�r eine Beobachtung das war.</p><p>Aber um Ihre Frage zu beantworten: Mir ist nichts in dieser Richtung bekannt. Ich wei� mit Sicherheit, dass ich nichts zu diesem Thema gesehen oder geh�rt habe.� Sie schaute hoch, als erwarte sie, dort Zeichen f�r eine fremde Intelligenz entdecken zu k�nnen. �Eine derartige Begegnung w�re ein herausragendes Ereignis in der Menschheitsgeschichte. Von Au�erirdischen k�nnten wir unglaublich viel erfahren. Vielleicht k�nnten sie uns helfen, Dinge zu verstehen, die uns ein R�tsel sind, wom�glich sogar Dinge, die uns Menschen selbst angehen.� Sie lachte humorlos auf. �Beispielsweise die Frage, warum wir seit hundert Standardjahren Krieg f�hren. Oder warum es �berhaupt erst zu diesem Krieg kam.�</p><p>Geary wollte noch mehr �ber die Au�erirdischen sagen, doch Riones letzte Bemerkung lie� ihn aufhorchen. �Wir haben nie herausgefunden, warum die Syndiks uns angriffen?�</p><p>Sie betrachtete ihn skeptisch. �Nein. Jedenfalls nicht, was diesen Zeitpunkt anging. Ich glaube, Sie k�nnen best�tigen, dass die ersten Angriffe v�llig �berraschend kamen, weil es keinen Hinweis darauf gab, dass das Verh�ltnis zwischen der Allianz und den Syndikatwelten bereits so zerr�ttet war.�</p><p>Er dachte �ber ihre Worte nach und erinnerte sich nur zu deutlich an seine Gef�hle, als bei Grendel klar wurde, dass die Syndiks einen Angriff gestartet hatten. <emphasis>V�llig �berraschend, so wie sie es auch gesagt hat.</emphasis> �Ich war davon ausgegangen, dass die Gr�nde daf�r inzwischen ans Licht gekommen w�ren.�</p><p>�Nein. Unsere besten Mutma�ungen bringen nur komplexe Antworten hervor, Captain Geary. Es besteht keinerlei Klarheit. Wie es scheint, gab es zahlreiche Faktoren.�</p><p>��Wie es scheint�.� Er biss sich auf die Unterlippe. �Dann wissen wir immer noch nicht genau, warum sie uns angriffen?�</p><p>�Nein�, wiederholte Rione. �Jedenfalls nicht mit absoluter Gewissheit. Der Rat der Allianz l�sst niemanden an seinen Erw�gungen teilhaben. Die Antwort ist zweifellos ebenfalls irgendwo in den geheimen Unterlagen der F�hrung der Syndikatwelten verborgen.�</p><p>Geary nickte verstehend, gleichzeitig kam ihm eine Frage in den Sinn, die er nicht ignorieren konnte. �Dann k�nnen wir auch nicht sagen, ob es wom�glich� externe Faktoren gab, die die Syndiks zum Handeln veranlassten, richtig?�</p><p>Verst�ndnislos spreizte sie die H�nde. �Ich wei� nicht, was Sie mit externen Faktoren meinen.� Pl�tzlich wurden ihre Augen gr��er.</p><p>�Sie reden doch nicht etwa von nichtmenschlichen Intelligenzen, oder? Haben Sie mich deshalb darauf angesprochen? Sie meinen doch nicht, dass die darin verstrickt waren oder sogar den Krieg ausgel�st haben, oder?�</p><p>�Nein, nein, nat�rlich nicht.� <emphasis>Ich bin weit davon entfernt, so etwas laut aussprechen zu wollen. Aber ich denke sehr wohl dar�ber nach. Falls die Syndiks auf nichtmenschliche Intelligenzen gesto�en sind, wie lange ist das dann her? Zweifellos mehr als zweiundvierzig Jahre, falls das, was die Syndiks machten, als sie Kaliban verlie�en, tats�chlich das bedeutet, was wir vermuten.</emphasis></p><p><emphasis>Sind die Syndiks auf nichtmenschliches, intelligentes Leben gesto�en?</emphasis></p><p><emphasis>Wenn ja, wann? Und was ist damals geschehen?</emphasis></p><p><emphasis>Gab es einen Zusammenhang mit dem Ausbruch des Krieges? K�nnte sich so erkl�ren, warum die Syndiks uns angriffen und warum der Krieg kein Ende mehr nimmt, obwohl keine Seite mehr den Sieg davontragen d�rfte? Aber wie sollten diese Dinge zusammenh�ngen?</emphasis></p><p>L�chelnd f�gte Geary an: �Danke, Madam Co-Pr�sidentin. Jetzt verraten Sie, was ich f�r Sie tun kann.�</p><p>Rione wirkte �berrascht, dass er das Thema so abrupt wechselte, doch sie protestierte nicht dagegen. �Ich finde, ich sollte Ihnen mitteilen, was die Commander meiner Schiffe mir gesagt haben. Diejenigen, die zu Captain Numos stehen, versuchen die Geschichte zu verbreiten, Sie h�tten die Schiffe seiner Formation absichtlich aus dem Kampf herausgehalten, damit Sie allein den Ruhm einstreichen k�nnen.�</p><p>Fast h�tte Geary dar�ber gelacht. �Bedauerlicherweise ist mir das bereits bekannt. Ich bin sicher, Ihre Commander werden Ihnen bald von den h�sslichen Einzelheiten meiner j�ngsten Konferenz berich-ten.�</p><p>�Dann haben Sie das Thema bereits angesprochen?�</p><p>�Angesprochen ja.� Geary machte keinen Hehl aus seinen Empfindungen. �Aber von einer L�sung bin ich noch weit entfernt. Da spielen einige grundlegende Themen hinein.�</p><p>�Sie meinen den Unmut, �ber Ihre Ver�nderungen bei der Kampf-taktik der Flotte?�</p><p>Einen Moment lang sah Geary sie schweigend an. �Wie viele Spione genau haben Sie bei meiner Flotte untergebracht, Madam Co-Pr�sidentin?�</p><p>Sie schaffte es, auf die Frage mit einem leicht schockierten Gesichtsausdruck zu reagieren. �Warum sollte ich bei einer befreunde-ten Flotte Spione platzieren, Captain Geary?�</p><p>�Da kann ich mir etliche Gr�nde vorstellen�, gab er zur�ck. �Unter anderem den, dass Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, was der Commander der Flotte zu tun gedenkt. Allm�hlich glaube ich, dass Sie Admiral Bloch auch nicht v�llig vertraut haben.�</p><p>Rione wahrte eine ausdruckslose Miene. �Admiral Bloch war ein ehrgeiziger Mann.�</p><p>�Und wie Sie �ber ehrgeizige M�nner denken, wei� ich ja bereits.�</p><p>�Ich denke �ber ehrgeizige Frauen ganz genauso, Captain Geary.</p><p>Sind Sie stolz auf Ihren Sieg hier bei Kaliban?�</p><p>Vor �berraschung h�tte er diese unerwartete Frage fast bejaht, doch dann st�rmten andere �berlegungen auf ihn ein. �In gewisser Weise�, r�umte er schlie�lich ein. �Es war mein erstes Gefecht mit dieser Flotte, und ich glaube, ich hatte die Man�ver ziemlich gut im Griff. Ich war ganz gut darin, die Reaktionen des Gegners voraus-zuahnen. Dennoch war es noch nicht perfekt.� Wieder machte er eine Pause. �Ich w�nschte, ich h�tte das Gleiche erreichen k�nnen, ohne ein einziges Schiff und ein einziges Leben zu verlieren. Aber ich bin stolz auf diese Flotte. Sie hat gut gek�mpft.�</p><p>�Das ist wohl wahr. Die Ergebnisse dieser Schlacht waren zufrie-denstellend.�</p><p>�Ist das jetzt Ihre Meinung, Madam Co-Pr�sidentin? Bedauern Sie nicht, dass Sie mir die Kontrolle �ber die Schiffe Ihrer Republik und der Rift-F�deration �bertragen haben?�</p><p>Sie sch�ttelte den Kopf. �Nein. Solange wir offen und ehrlich miteinander umgehen� Und das machen wir doch, oder, Captain Geary?� Ich sollte Ihnen etwas sagen, das Sie vermutlich ohnehin erfahren werden. Die Commander meiner Schiffe sind von unserem Sieg beeindruckt, auch wenn sie mehrheitlich das Unbehagen vieler Allianz-Offiziere teilen, was die Art betrifft, wie die Schlacht gef�hrt wurde. Nat�rlich standen sie der Person des Black Jack Geary skeptischer gegen�ber als die Matrosen der Allianz, weil er ein ihnen fremder Held war. Jetzt�, sie stie� gedehnt den Atem aus, �neigen sie eher zu der Ansicht, dass etwas Wahres an diesem Mythos ist.�</p><p>�Vorfahren, steht mir bei�, st�hnte Geary auf und lie� Rione so seine Gef�hle in dieser Sache wissen, da er ihr zumindest so weit vertraute. �Es ist �berhaupt nichts Wahres an diesem Mythos, und das wissen Sie.�</p><p>Sie presste die Kiefer so fest zusammen, dass die Muskeln hervortraten. �Ganz im Gegenteil, und das habe ich Ihnen auch gesagt, Captain Geary. Sie sind eine mythische Gestalt.�</p><p>�Sie <emphasis>wissen</emphasis>, dass das nicht stimmt.�</p><p>�Ich <emphasis>wei�</emphasis>, Sie haben diese Flotte heil aus dem Heimatsystem der Syndiks und bis hierher gebracht. Ich <emphasis>wei�</emphasis>, Sie haben hier einen �berw�ltigenden Sieg errungen, und ich <emphasis>wei�</emphasis>, kein gew�hnlicher Mann h�tte das bewerkstelligen k�nnen.� Dabei warf Rione ihm einen so eindringlichen Blick zu, als wolle sie ihn herausfordern, ihr zu widersprechen.</p><p>Anstatt darauf mit Ver�rgerung zu reagieren, musste Geary �ber sich selbst lachen. �Meine liebe Madam Co-Pr�sidentin, ich h�tte es niemals bis hierher geschafft, wenn nicht etliche Menschen der Meinung gewesen w�ren, ich sei ein Geschenk der lebenden Sterne an die Allianz-Flotte. Aber Sie wissen so gut wie ich, dass es etliche Leute gibt, die zunehmend daran zweifeln, inwieweit das der Wahrheit entspricht.�</p><p>Rione l�chelte ihn an und erwiderte eher sarkastisch als belustigt:</p><p>�Mein Gef�hl sagt mir, dass Sie eine L�sung finden werden, damit umzugehen, Captain.�</p><p>Genauso sarkastisch und mit einer leichten Verbeugung erwiderte er: �Ich danke Ihnen f�r Ihre Zuversicht.�</p><p>Sie stand auf, ging ein paar Schritte weit und drehte sich zu ihm um. �Mir f�llt auf, dass Sie von �Zuversicht� sprachen, nicht von �Vertrauen�.�</p><p>�Kommt aufs Gleiche raus�, meinte er achselzuckend.</p><p>�Nein, das tut es nicht. Ich werde Ihnen noch etwas im Vertrauen sagen, Captain Geary. Ich bin kein �bermensch. Ich m�chte an Sie glauben, ich m�chte daran glauben, dass Sie tats�chlich die Hoffnung sind, die wir alle ben�tigen. Ein Geschenk von unseren Vorfahren. Aber ich wage nicht, das zu machen.�</p><p>Geary wurde ernst und sah einen Moment lang zu Boden. �Dann sind wir schon zu zweit. Denn wenn <emphasis>ich</emphasis> daran glauben w�rde, w�re ich f�r die Flotte eine gr��ere Gefahr als unser Feind.�</p><p>�Da stimme ich Ihnen zu. Aber Sie machen es einem sehr schwer, an Ihnen zu zweifeln.� Wieder l�chelte sie, und diesmal schien es von Herzen zu kommen. �Sie haben Ihren Sieg bei Kaliban errungen. Was werden Sie als N�chstes machen, Captain Geary?�</p><p>Sein Blick wanderte zur Sternenlandschaft. Zum ersten Mal seit langer Zeit begann er zu suchen, bis er einige Sterne im Allianz-Gebiet wiedererkannte. Vor ihnen lag noch ein so weiter Weg. Sein Gro�neffe Michael Geary, der im Heimatsystem der Syndiks mit seinem Schiff <emphasis>Repulse</emphasis> gestorben war, w�rde die Allianz niemals wiedersehen. Und das galt auch f�r die Crew der <emphasis>Arrogant</emphasis>. Aber es gab noch viele Schiffsbesatzungen mehr, die nach wie vor auf ihn z�hlten, die daran glaubten, dass Black Jack sie nach Hause bringen w�rde. Nach Hause, wo seine Gro�nichte lebte, die ihm von der Familie erz�hlen konnte, die er an die Zeit verloren hatte. �Was ich machen werde? Wie Sie bestimmt geh�rt haben, werde ich diese Flotte nach Sutrah f�hren. Und fr�her oder sp�ter werde ich sie auch nach Hause bringen, ganz gleich wer oder was sich in den Weg zu stellen versucht.�</p></section></body><binary id="cover" content-type="image/jpeg">/9j/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7/wAARCAICAV4DASIAAhEBAxEB/8QAHQAAAAYDAQAAAAAAAAAAAAAAAgMEBQYHAAEICf/EAGMQAAEDAwIDBAQIBggSBgoDAQECAwQABREGEgchMQgTIkEUMlFhFSNCUnGBkbEkM6GywdEWQ1NicoKS0hcYJTQ1NjdEVGNkc3SiwuHw8SY4g5OUswknRVVWZXWEw9MZKDmV/8QAGwEAAQUBAQAAAAAAAAAAAAAAAgABAwQFBgf/xABAEQACAgIABAMEBwYEBQUBAAAAAQIDBBEFEiExE0FRImFxgQYUMpGhsdEjQlKSwdIzNGLhJESi4vAVU1RygvH/2gAMAwEAAhEDEQA/AORljnihI6ZotSs+KjAQlO49KusjC5Lndp95pv6nNGyFlxwnyooVBN7YaRlZQyhezfsVs+djlQACTgAk0IRlZijhGkfuDv8AINaWw+hO5TLgA8yk04gmt1lGIjvrTuQy4oe0JJptDBdZR3osj9wd/kGgONONnDiFIz84YpdhAKyjS053fed2rZ87HL7aLpCNVlCU04lIWptYSehKeVBNIRlZWJStaglIKiegAo4RJR/vd3+QaWxBNZijjEkgZLDo/iGiSDmlsWzKyjhElEco7p/iGtmJKSM+ju/yDS2IIrK2dwOCMGjWWHnQS20tYHXakmiTEFDnQtooa47yMbmnE56ZSRQvRZX+Du/yDT7EE4xWAA9a2cg4IwR5Gjm4r7iQpDLigfMJJpxBBHurAD7KP9Dl/wCCvfyDQFtutHDjS0H98MUl1EA2H2Uc1y8qxlt504aaWsjrtSTRohyz/er38g0hBC0c63sTjlRjkeU2MuMOJHtKSK1tUlOaQwBKfdSiOkD1hRbceW5hSGHFJPQhJpQmPMIx6O7/ACDT7Fo0QA54aUNJ8QVSdTbjK8OIUk+wjFLY7ThQFltQQeiiORpxmZJjh9vPmKaltFLhSR0qTxmOXupuucReS4htRSOpA5CkMmMykE491bTkqwaNxzNaCeWaTHClIIOa0cDpRqxnkKAGjk86QQby3e6i5L3LYKLccIG2iiSTzoXLYKWjRNbT1oNCTy5VHHuEdP32HEHYGtksRI4kG7pHfd2N+O9Xy3daiPYq0/adQ8bGI15gsTWGIL0hDTydyO8Tt2kj3VNtQ/8A+elq9vwwn/zV1G+wNj+j0kKOAbVJB+xNIRIdV9p+62fU10tTGg9KlmJMdjo/BhnCFY9lTrs9cW2+MOq52kdQ6K063D+DnJJ7uKnmUqSMEEfvqh+qdM9lReprqu5a5vzM70x30lvuXMBzedw/FeRzVhdmS0cCbbr6VI4b6ouV1vJtzqVMSGlpSGtydx5oHmE+dBsRxHqSOzG1XcorDYbYanOtIQOiUhZAH2CuweJWv2eCfD/Q0LT2lbJJbuduD7pfjhRzhP259prkPWf9ul5x/wC8n/8AzFV0H20eeiuFp/8Ak3+yiiaEIv6bK9f/AAJpb/wgqreNHE2ZxNusKfMs1staojJaSiE1sCgTnJ99QE1lLQjqCXDh/wD8fsSWIrfpJu2O92+LHpCuWaq/s58MpfEriBHhraPwRCIfuTh6JaHPH14x9ddD8KtSWXSfYmgXvUGmmdR25u4utuQXSnBKnzhXP2Y/LTzwS4haN4l6Z1dovRFgjaFvM2ITH7rbl47T4vDj1ef1EmmTHKK7XWvLPeNSp0TpGHFjWCxDudzTKUl51PInI+SOg9vWqE86dNU2O7acv82zXuK7FuEV5Tb7TgwoEef0HrmmunXQY6A7Clmtd540lFzhMyhGt7shpLiAoJWCkA8/pp9vfaov8C9TorOidLbWHltjMYdAcUi/9Ht/dwlf/R3vzkVQmr/7a7v/AKe//wCYqh1sRek3tU6gmQ3o7ui9LpDrakEiMMjIx7KrPs/2uDf+M+l7Zdo6ZMWVPSl1pfqrySedQOrG7M2f6PWj8f8AvBP3Gj0Iv/jd2gLlw/4m3fSFo0dpt2HbVttsqdijcQUA+Va4IdoG56+4nWfSV30dppqHcVrbdU1FG4AIJ86XcdLD2cZnFS8SNaavvEK+rWj0phlpZSg7BjmEEdMeda4GWHs4w+KtnkaL1feJt9QtXorDzS9izsOeZQB0z51GmI5w7RltgWjjhq23W6K3Eisz1d2y2MJTlIJx9ZNX7obUUPhh2SrVrG02G2y7jMuBaeVJZCt/PzPu54qju1T/ANYPWBH+G/7CatHVX/UG0/8A/Vx+cqjEWL2eeI8XjPMvUbU+idN7LJFE6OBECiXAcDrUG0V2m71etcWaxvaM022xcLgzFWRGHRbgT+mk3/o/M/si1t7PgQfnGqM4U8+L2lv/AK7E/wDPTS0Im/bFsltsvHi8w7VDZhMFtl0tsoCU7lIBJAHIc6ujSGtP6G/Y105qy22O2zppnKjKMpgK9Zbnn1+TVV9ub/rB3X3xY/5gq3dFQ9Bzuxhp5jiNdJtusXp5PeRRlZd7xzb8k8vWpd4piK5/ptdRdTovS/v/AAQVJu0W/B1r2YdKcR37Dbbfd5k9LSnIzQT4PjPDy/g+dMZ0x2Sc89eX/wD7tf8A+qie0FxH4bL4OWHhdw8mzrpCgTBIEt9BRsSAvwncAScudceVMtvsIU9gHuTrDV7rkdt0s2cLQFpyMhyiJHaw1C2+42NG6aISop/rQeRpZ/6PtzZrDVrimwtDdnClJPyhv6UKR2geFKH3EK4D2ZRSognLXPn/AJunaET7gvxCa426X1hb9T6Vsrca3W/vUpYYCSokK8/LpXGVrbS/fIbah4HJLaSPdvFdtcC9f6W19pnW0LR+ioWjHmrYS7IjlPjyFYzgDpz+2uKrGg/D0MDylN4P8cUVa7iOxOP3FQcGbnYtL6X0hYDDVbUPguxgSCSRj8n5arX+mw1T/wDCGlv/AAlXD2lOJmitF6itELUvDa3aokPW5Djch/ZubTkjZzSeWQT186qh3j3wtWytCeBFkSVJIBy3y/1KCKEVDxX15N4hanF+nW6HAcEdDAZiN7WwEknOPaSTV2a+ZbT2JdCPhtAWZpyoJ5n4x/zrnN5SVrWtKQkKJIHsrpTiAn/+iuhFf5cf/MfqaS0AnsoVgZhb/ZV58LmWn+yXxHfU2guJcGCRzHJFUPCczDdQfKr+4Rjb2TOJC/k94nl9SKOcSOEjmAMFKySKKKeZHlT9OYR6Ol1PmKZJTiUKAHU0co6DTABA61tCM5NHtNDucnzoIRtoNBb0NR8JwaCc9aGnB5K60Ylop5r9WodbHC2R7RVzcG7h2fY2li1xJtV+kXv0hRDkXPd938nosfdVOKXmi1JzzpOOhbOjOOfFfhtcODsHhtw2t90Yt6JYkuGWjBRgqPLxHqo/ZUJ7LWvLFw44pI1JqIyhCTDeY/B2u8VuUBjlkeyqm51lCug49aunMXTVl4uUbPcS5zz7e4YO1ayoffVkdlXX+nuGnEiRqHUnpnoblteip9GZDit61II5ZHzap8c+VOPcbrcT5o50SQzZmo5bU3UlyuMcksyJjrze4YO1SyoZH1106OLXAnWuhdNQeJdlvyrhZovo6TEHg5cs8l+fvrk6hUI5098L9js/+wtV/Yv+fVS8cZHCyRdoB4WRLlHhBg+lCbncV7jjGSfKq5rKYReJ4n6ZPZORwz/Dvh5M7v8AHc/FFPfb/Wz7PdVV6K1Nc9Japt+obQ6WpcJ4OoPkoeaT7iMg/TTJWYPspxF49pniFoHiYi06kssWfB1OWkN3FpbXxKgE+Ss9QeXvFUdWVlOloRafZf4j27hjxMRf7uxIdguR1x3gwMqSDg5xkZ6VaUvUXZCmy3psjT2qy9IWVuev1PX9srlqsFNrYjpmdeeyIYT4i6f1UJBQQ0TvwFY5ftlU1wa1JbdJ8VLDqS4pd9Bt8tLrgbTle0HyFQ6so+TQxPuPuq7RrjizfdUWbv8A0Ca4kth9vYvkhI6ZPmKDwE1XadEcWLHqi89+YMJxSnAw2FrOUKHQkeZqBGsouUWiacbtSW7WXFTUGpbT3whT5Xesh5G1e3aBzAJx09tTa8cTNNy+y5auG7SZxvUSd36z3PxW3JPrZ99UuhHOlCEU3KIuDsp8TdO8NbvqSRqETdlyt3ozPo7Ic8Wc8+YxVbaCusaz8QrFeZYX6LCuLMh3aMq2IWFHA9uBTYlCKGG0+yn5Rywe0tra0cQeK0zUtjEgQ3mWkJD6AlWUpx5E0+37iZpud2WLPw2ZE34biXH0hzLI7rZuWfWzn5XsqoCj3VgR54pcghN3R9lYUYHOlZGRmglG4ZpaBLh7J/EjTPDXUF8l6oTOVFuEARk+itBas7gTnJGOVTFd57Ia1qWrTWrCVHJ9f/8AZXPTcZC05pVGhoUeYpuXYtnSVs4u8CtA2K9tcNtNX8T7pEMdXfo8HPPXcs9PdXMkBZiS48vaT3a0rx9BzTkxCSHQUClT0FAISvzo4R0C5HQmoOKvAHX7dtuHEHTeoFXWPEEY9wctpA58sOD7s00C79kTOBpvVZP8f/8AZVHSLIe7Gzp8miDaQHE7Ovy6fwveLnJNxYOhJ+qT/Q9gToVoRHRlErO7vDnd1Jq3dH8VOED/AALsHD3XkC/SzbCpa0xWPBuLjigQoLB6LqhfREN/FJG/w9aD8GrJwDu8PSncQdlicUp/BqdZIrXDa0XmHcA78cuZu2d3j3qPPNSrgbr/AELprhnf9Ia6g3eREvD+SILe7w7QOu4EHIqnYMEoK0NnaFcyKeGmIyEtqdGxlXImn7gSeif8SLrwEOhbinSWmtQNXct/gzsnOxByOfrn7q5qLpJyasTWF2TbIvoTDLJdd/1E/rquSnJqPZLEc40hLiUp6KHWjXlDIAFNjIUhxKx5GnA7nF7sbQRUkWJoZhSxSd8VKh1FIx1pRGcwSg9DVeL0Gzam8AKHnQS2QPpo0K8KknyrbZ3AJ86l0NsTLG0e00WR5mlym9vMDIpMtAKsp+ygcR0wLZAUDT/aW0qjPD5zZplYbCnQkipDZ9ghSFfMbIp0gX1IsetaNbPU1o1GGarK2BW8U2hGdKUsqQE4NJjmsHOiT0IMeSkHKaK50LOeta50mhGVgNZW8UkhGwa3jNaTRgqRDAMHdzoScZo3Z4cmtbUgZpCAgK3cqUskA86LQkkZFDxgU44c0B1xRo9tFIXlIGKOwMYzS2JASMnr16UFTgSQ2Bn20IIy4MHp0rAn8J3EZx1pCZtCCXMY5UaloBfuoQKSrAHOhgFRxSYIa0np+SnOKlCU7fNVN7XLr1FOUUpKAk+selBJ6CS2LoDbYB8iTQ57I6knHmfZR0ZDfoRCT40nrR0ZhTyChavEeg9tKMgJQ0N8UkKKEEuY/JSidH7t1C0qSUrHiHspWiyTm3C6hvYk8vppPqWRHsraS+0pT6hyFFzaGaExbjRYwkLWpCT8o+dFQ1iU4SCpqP0Cj1VTVb7ki5XEuXJ1KWW/xccfKNOM6bGSr0lxxO9P4ppPRNOLRILa1HgsOGSQ22RkFXWoTq67tzXCxFSUtNnko8iqkd4vEq4KHfPEhHqpT0H002bVLXuWevnTJA8mgshTivESfpoRb2jlRjydp5VtCvDzpyXYBCCt0JHmeVOTiduEq6gVmn4yJDynXuQQOVDkNkOqUTkE8qkrjsinLlIzQgcHI61taSk4IoIFVOxMKictgj1vOtN+2iWllCudHu+EBaPVNSwlsFocGHIrzfgX3a/Yax+IVJ3t4ppwVHPlThAefZTlOXUn5NFF7GaQWlK215I5Viivf4SUpNOUpJcjh0sls+w02gd4rwq5jyp0NsIdYcB5IUaKU2tPVB+ylx3AZCqTrkO5wVCglFIJPYnCFfNNZj20d6U4OQ2/ZQVuKPNW37KjHC0nJrAMqrAcVrPPNOIM2+E0Ejw1vd4awdATRPQ4ChJBV1oxtlbqvAMCjlMFrmcGmTFoTpRzo5COVbSM9BTo3bnW2e8d8O71Bj1qFy0FGGxtWBhODitoZSQQpXWlohyNylBncPKscjGO4gPowtfqim8VB+FL0CG4+FABRowxlDmTzpbHtlyeUPiMJzyIo6S0/CdCJDJUMeyiVyFKmXoNOCDij0J5UpkQ/ifS2fjG/ZSZCqPewEtAkkJGDWKUBzTQ9oHI9aAE9c0t6HaMbyTnpSgI99Ep5chzpQ2SQBik5DKIY0jHn1pbDt+XwfSnEE+w0Qw2VKBVjFO8TGQUlII9oqrOzRPGrYV8FXT+9bmfoUP00luC9T24IfcS4W/3XGU/aKlcAZqVQI6XrasLwpKR0Izn6aCN4p0aKtj69vkNkNYbd/hopBqjUEi/LZXJbbQWwcbPPNavsRpu7vxowyA6c/X7qbVMNjLhJ/g1fRT1o0z3efD1oxe/ypZpyD6bcEMNdV+VOkS4WSHOUxIgKl92rClnlt+rzpdBDFGtsuSrbHjuOKUQEgJOVGpPJ4d39uwKuSoDqCFpSkObU4z9ddH8BIun7xpp+c1GYJZX0bHj/L51G+Odv1XeM6estkMe3gd73rng/wB/X3VE7NAtnLqgQSD1HKlNqgPXGQlhhKlOKUEpSlOSSfKhGKoTTFI8QODXQvZz4c3ZV0ZuhjNQ2erciSPzE/pNFKfKh30K41ZpSRpIR4EofHqZStz3E88fVmofJSe8rp3tUaeLUmBMA3l5Hjc+cRyrm2Yzh0ir1XtRRQc9SaIvJRuOc/kpP3KgehpwW2knACh9dEuIUPVJqo4xZpCRTKwc7TRrcZ7bnYcGj25ElJASUKx7RSj4amIT3YaZOP3lClFDMPi2lYbDjmEg+RpYtcK1JDhUl1Z6AUxP3Ga+PE8cfNFJFFS+ZJzTg8rHGTcpE2ThSglB6AUmWe6cI6/RSdGB4qxwgnIVzpm9BaDhIVgjYKTLJUckYrXOsHOonJsLRqhHNaxg0I9KdIRgGa1jyrYrAOdO0MYM0JKFOEACt7eVOsGOltjvVCk+gS6ifd3SO7TyVSdS3OiudKFtlS99DSgODIFCw4o1aDmW02eilYqew4S3o8lKmypKGsVF9MxmV3qC3IRtBcAq09Qts2N+SlBHduAD8lZmXd10jZwMbcOeZDokVbMLvmUIcSDj4zyFZdbpZ2LmyfRC+tCAFbfVzWX2WlFnQ0lBQVoyqoXIf2xktBRSonO7zoqafFXNsLJyPBfJylu2vUcKLJYXHsMZ5oIypGfFTpdZ+nL6Qy7Betjyk59XkKp60zYaJbZkPvRyAPGFdRVxWe8W65MNpiOsut93tU44nnmq2VX4fVL5ljFl4y5eb5EPuWlnYXx1snRJbP7nUZu8Mj41pnn8z5tTi9MsMXLv4TJ9K82/VQv7fuoiWyxIaQtByl/kTj1Few1ZxshvWylmYahvlZXroO3d0NFHds3daW3eM5EkKYc60jjhfNPlWonsyOwJpJzgjFOEFoHOVD66TKQU8xkH30shIWedRyZJBbFjTJKhjGBTk2jBBAoqMyvAUOlO8aIpaQkedZ90jSx6xRajkjw9akkQvCIWWiQSab7ZDSlxASnzqWRLcVO+EhPKqat5e7Ls8Vy+yiAztIRXrs5LkuufGcwhA+V5kmo1xB043aVQnIrhKXipKk+wjFXU/aJJ8vZ9lR3iFaEM6bckvs7lYKGlexRxVirPe+pVu4a/CbfQjvALT78m9O3JmOXURxjpu8VXmjgbZ7/C+EJoQpTnRtI27PpVUX0FbLnpKwW62N4Q+sF98k9FK8qvXhS96SxMkraUsFI3pUrkAOpqR50Jy5YsrS4bbVR4sl8CpI/BzVvB64rv+lbt8O2tB3y7etva68159MjI8ulWW86jV2nLfdIMfesrx3Z8L23PjSpPkU+dSy7XaVCUpiaGzEV+LcQPb0SfeDWtNxx6UzBl2/Dn9cB0fL/4/LUzs5zJshrRTXDrgGzZLs9qTVITcZchxbjMXZu7vn4d3kT7qvO02hbltDrkcMSB0AH1fV9FSdENZWVFJbJGBg5xR7Lfd/F0ptz7kMo7KS7VFmMjS0J9KCrulHOB0rjG5M93JIIz1++vQ7jTFD+gpxSjeUIJHLpXA9+ilqcrIzkmtjA61cnoUrY8s9lfEZ+ii1IGeXPNHqSCn20SsFOQDyPShfQ10I3wpBOKTYPUcjS5SVYORSZSAkdcmo9DNhYSonBFBKVDOBRi1c8k863k4xil7gQpoA5ChWnUADIPKjFHAwBmtBaSnaU86ZpPoIT4NbHKhc6Caj5R9m63itAmhJzT6EaPShITmsd5YoxgjcKLXUQNtvK0g06zXAiAEp64pDy7xIFCmhQTg9KGxBQEKHnN+c08W1bUkhLg50xnr1pVCfLZykZoGtokrlyyJou0vwFtPujeAQrcinLWF79PszS0K3kDbhdNdtvuY3oT34p39s+Z9VN0hh5v4n8a189Hqq/VWZ4XXZrQyWotPzC5U8LYSl3eQE8hTZbYZmSAVK5+WaXKgPPY2tqVkdBTzpfT11S+gpt7q0HzxVpWRrRD4NlzT1tEUnIQ2pTYSCpBwTil+mLm7Clg98G2yefKp1f9FvCB3/ob7K1HJO2q7n26VGfKSl47T82nqtjctCvxbMaan5F0Wd+HeYQbUIrqQebqVELSr20kuML0CSoI7tSCPGtHI/TVY2W53C2up2uvpTnklOPy1YltmOXOC42t1t1Kx4HAcltXsNZt1PgyTXY0qrvrEJDBxCi5XHd7qo3BSCedWPq2B33Db00/jo0hNVow5npWziT3Xr0OfzK1G16HNRZSoIcRknoacYLbYPTkaZt7jjySE5xT9aUgvAHr7KG96QWOttD1EiIJQE86e4cIkAChWmMkgKCAcVKrXFSrYpxAwPOsHLu5DosKrYfpixekEfFf8e2p0nSi2nkpQkrHzqjPCy9s3qVPTD/vdez1D4PYo+WT5AeVdC6LtbM1oLd6/NrKtc+d1LozQllQrr8WPWJENPaUQ+gJdQSMdcUkvvDL4X1JZoQ7oQY7hmyEfOSOSB9avzTV2x7ZHZT8WgJocS3sx5r8tOS48lKST5JTnAHu5n7asYvDro2KVj+Bz+Vxd2pqC0mVZqPQrbslcpO5brYGAE8jTrw3bcQxJiltKQ0opUAjmoHyqxFJB8eOtQO6h2FfFKjK2DPj5etTXUPEs5vUsU508yl0y8uxIxGYmwPwyODvPqY8P2Uujwm47gWkBtsDHTy9lZAb9HDSG+aDn5VOB6Vt0Lm2c/b1BowRgUWUELyD1oqMvJPI0qAJq3tNEWtjNrNpD2mJ7biQpJYVkfVXAuuW2k3hSWU7QCQR9degWpEBVjloUkqCmlDA+iuCOJbTbN/dS2kpO45Cvpq/hvTKl/SRTOB5dDQHEbcnr7KMxnn0HlQUgb/Fzo2y9roJWzlZDwPiop5CeeKUywtBJ5YV6oo2P6GpjLg2K8yaYibGhTSk88E1rco9UGniazHQ1vZfzTc+SlvIUDSfqOpBJT4dwokZUrPSj0glGSrrQXGvDkKpnDzH2EoUPOtEZOa1jaedbBoBAjjHSsbIB51gIPKhhGKfQjJAGQBWmkndyoewqINKGWxzNF3EbiIKpCSaOmnc7trGSEOisuA2DvfbQyiJSGhYwrHSnG3xiU7uuaQLypwA+dSO3shEdNQylpE1a3IWWa0iRJHg8FWlpfSdtfjDc346hmnUnKQOuasvTy3Ebcch51hZ1zZ0/C6IKJILJoW1lSUpaH01YmmNL2uChJU0ldNGnMEhzPl0qV29sqUCFEViSve9HSeFqHoPnwDa58JUd6IlbauXSqa4ncGEd64/b28IVz21edlWWU+I55053AImMkKT5VOrGo7T0Y7u8O3TW0edeqLTItM12O40pJSeYIpLp+6ORJmEnDauqa6g4x6DjS2XZCWglSknCgK5cudoctlx7lwkEL5GtbFylfBxl3RDxDF+rzjZV9l/+aLK1FcxM0RdmeneRUr/AIwI/RVSRR41VNZ8xp2zTQD+0fpFQuN66q0sH2Ys5/icF4vQcbcd72z29DT60PRVJcUMpHU0x2wd2suHmU9KkURwPsblJCt3VNPkS2R40eqJNbbsyhxiKkBUiT+JRuxn3n2Cg6u1qm12owbY+09cDycx6qP99Vr3El66dyCWvW5/MT1px1Dp9y022POcltLW+va2M+7Oai/9Op5k7OpYfEbpQca46ZNezrebtF1VItlvMf8AqglPeFxtSlDarltx9J68veK7v0NblRYKQ5JW86QNyyAM/UOlcfdlrRbzindVTn3mGVeCPsO3vvb78Z+2uyNLv4jttfMrn+JZGPHiK15dySMbY4Omu72SoAVsigIVmh55V09c4y+yY7A7QRTfOhNupISAM9acSRRbqkgAnpUd8IyXtDwlyhEVpDTSG/ZSlW3HOiUjcdx9Xyrby0nCfM01eoRFJ7NJ65BTRo6CiWo6G0+sefOj0DlkGji20Bob7+tCbY93nqbDmuHeLTsT9kyvRd+zHy66341aqt2mNGy5s5YwkY2558687rnrJ2ZqGVcpUX0lp3KW2Vnk2M5H14q3R6laceebIyHEApTuP10Mr5jCB9NEKRlec5owrKUpygYqbWi4wLqiUkE0QUp2EJJBo15aTyAIojb4id1IEK37eR6UndUAvKaNeGFc6JUATyoX3GYoawU5VWOrBGKLSrCeda61JvoCEL9bnQQAeVGnCqElCQaBIcxkIxzravCDjzrNoHSjUhBwDS0MwcdJCAepoxKVgHI860kgck0ZnB9bNEuggCspOTyodyWVQG1A8knnW1ALxnnWSecBTO3zzQzWx0N8RhT0hAHPxCpW213akJNNGm221z0kk7QnJp1lPIS+ChQOD7aqXNLoi1RBt8zZLNOIQmQ1j21Z9higO5Sc+dVNZZKSpCkKSCBnrVh6ZvTjcpAXzBHOuX4g5LbO54RXXpJlqWNpTKFKIPM1IrW9ucOKZ7LLjyYic4BKaGxNEaUlI9UmsZLt1OgkudPoT23ubupp4bdwkA9MVFIUr4tC0HmadmX1uNnccVci9o53Io9oSaxabmQXWVAFJT1rjvjBDbj3RSR8lXSuwp53IKVHkK5s7TNjTCcYuLQw26eZqTD6XJ/Ie2H/AAjj6dSlpbxbh9wjIC+tIWgAoZ5YpfOU2Q3gZwOtI17UnJ867KrpE4q9c1jF9vKsqATkGn2ElKVgI6451HYEoMHkc5HKnOLIKHFLUrqnnVe2PMiSiWpEqtEZPp65ZbC8tdzz9hOT91PcPR8C82xm3uq2IZe7xLmMuAfNz7KYrTJWMbqmNimrGA3WRbZKHY38emFi1Jdy0tCBi02hNvbUUssgBvNWhpi9NIaQgvAnI3betUnbZwQlkPkJQMZOae4NycVcB6GS4AsEgHGRXKZeNLm3Hqzesxq769PojomNdmMD43A9ppxjzm3SE7uvSqeh3VbEvupLuQhsLx7KltnuD1wfJhOApQBknyrUwcrIrXVfI5HK4bGHmTsuoCc7qaNSuag9DQ5p5u3vPJVlbUtSkhxPsCh6p95FauEvuYbZc5Hd9tK0S0llCkpzu8s9K2ZZclPUn5GQ4aK2vnFpGm7e8jW+lL5ZcH+uGWvSmPqcT0+sVsceeFadPKuX7K4xS0OTWxXen+JjNTbXTb7+lZsePY272460UiI6oJQv+ET5V5oartkuFcpBmQ1w1F9YLXdkJQc8wPcDy+qtOmrxFvZDJ6Or9Mdo1nWes3YM67xNH2BptR7xfjel/vdyhtb5c+QJp11/2pNH2G2+j6KZN8mDwbne8S0PfuPiV/xzrjCDapsq3C5BpQghzYt/YooT784roLRXZjbvWl42pHOINqTb3W+8U5HZU4hKf4RKef1Vf5IruyLZSPEHW+pNaX6dd7xPWVzHAtbKCQ2nAwAE55AACop+L6+dOmq4SLff5kGO6t9lqQtDLikFJcQDgKwemRz+updo7h5KfgG43dkNtO+FkLeCc+fsNSpAt6IEpBLYwoE+6gLACUhSTShTYbWEpOaA6U7sKyDUjLAj37XDj8tCAQUqUvFCeICFYAFJwFD1vEDQMYA4nJwaKWzs8QNKHhzFaLaiOtMMxKQTQ0pBGBRxbwOYovYSfDSBAbRzxQu7OM0cy2NuTQlpB5CnEJinnihtt8+dbWgggmjAnGKQjYG1WCOVbdCQoFP11vOetCWjw4peY+uhtsnacfVSq5RkN21pwugOK6ikqMJGAa1cytSWHOZSkcxQ2PaHghw060VoW4keWKbpzGZKypwo+unbSat0RwZwd2KXTdMyJhK2gSeuBVGyyMJbkX8eidsEooifeuMc2ZCwfcaeLdqq8QSlxRUUYwCaWQdMvlwNvxjkHrTzc9KyXrShpLYQEnrioLcjHlpMuU4WbXFyjLsSjSfE5xxLUEIwtSgMIHU1ZWrZtztVoYmvxHW0OJCsZxVBaDtHomsIKHEqJElO7HQc6781npKDqPS0OI/HQfwdJbUDgnlWJnYVVU/EpXTXY6DA47bXXGN/m9b2cj3TjbeITSGbY0wjaMLUskkUyROKuqrvPQtcp5QJ6tOEAVYV04RPQ75MWm3OOR1DbtSQT9NPXDzhBZojEz8BmvOvDKd6wAg0eNkYnJzRjqQ+VTlSs5+dOL943aMvV7vMtph66Sg2euDUh7RkNaOHsYLUH9jvU1YOmOG0OxyPTEhzft+UrpUL7UBS3oiO2k81vVCpKU9oO22MquSL2c8a0s8GLpi2z2Pxr3g+L91QR7fUt18+/HttmtL/AFaaC/5VRSP/AI2umoTcE2zkuJQhDJlGC1o1BUEu5cHIcqeGn2AClfP2U2OjKAlDfI0dBYcLmCgkGjlXzFaMtEmtD4wkEjYDyFTG0XREOUggpO0ZqGWhhtsnv0n3U5QYrkmZuaSdp5DnVS/H2aGNk8pZlukm5r8KRhI57anNktM6BAkTpKkNJwC33nImq/0zdlWeMlQjsJbyApZ6k1O5GonNRstPTC33UTA7roFCsq3D0ai4lvouqFtjlzYJ9NahF6S5+6eqn6RUs09eX3JTzTcKOXX1pWpaVepnyx7aL0QkallB6RiHCHL4vwf8cqK1XaPgfWJejKZahuD/AI/51Asfw+iKdubG17ZOrrcWLpcIzHpYDIby4tJ286URb1aI0lDUe4BxaOQT+999Qq1ybU7AjsEqfnd7laGvFyqTWvT0ZmeJy46AtQ/F+731FJ9UZE5E8YmMlhL6FBaFDkR0qle0/pKVquwQogcS489K7u32+KzzecV1cdUfJI58gPpqzmLpbYjPoy3kJCT6nmKWW30ec+1NxnClJYz5e37q1Ma3TT9CrKQ16D4f2LTGgY+lG4bD0cM7ZKlNj49ZGFKUPaaQ6F4fsaCXJh6bddVY5GXFW905LT3zm1dAk+afbzz5VPWR4ycUdjlWvF7WwEc43TgXHuWsLtrHVMhVxlTH97LBThEdseq2fnYHLIqLamtsaK63GajoabRnAT511BfAtcdSe87tO0599c6a8Wyi4lIWFHcedHjybezMyGoy1s4/urDIcEllPxS+gpG20t1YQ2kqUTgACnW3xnpzXoyRhxZ+LHsqW3NqDpe2hiCA9cXR8ZI/m+we+rudNUz16m7iY87oPa1rzIsNLXE/HPFmL/n3NtBmaMu68GKuJLx8lh3cr7Kj14nylS3Nz5+2l2lpa/TGiXznPtqnK6UVsmroqtmooJk2mdEc7ubGdjr9i00mLWK690DaNP6/tLNi1GEh4j8Gk4+NQof8dDVdcceCkjRB7/8AHMHo7RUZCsBzMV48+VsobuyU1jaQfCevtpUUFJKT09tBQhIVg9PbVpxKGwAYwk88ZorBHhA6+dLU7ACkkGtrjhXjQD06U7hsZSEEhlRCSOaRWlN+Hdnp5UpcR8SUFRB8qMjLUpjunI4yeW6gC2JWmt2CKEULKSTzxSyJHKW9ylc/oobkZRHh6eYqOW12JoR2huUnbjrk+ysbTuDjbgJB6ZpUtk78Hl7KD3QAAIyfbQS9oJLlDtKqCH1pPLnmrP0xJZJAOOVVtbGgl1bgGOWafbFOLTh8VZedCU4NI1uGXqq1NlrNNxVt79oJpLeXmWLetYTjAxTda7hvZSM8zTXru4LZtS0pIBJrm40XSyoeh2l19aoc/cNFgkJOsIikDn36M/bXoGw6HbNAWOgYArzj0kpQ1LDWtzn3qc16F2eQwvTcBRdA+JAPOtPNepa35HK+FzVKWv3v6CyQwzIwsBAX7SOtaj91HScpQk+3HWmVU5xD2wqOzyVQZ09am+o5VlxtXL17luOLN6j+6Pcy4M9ztAJ5YqleNkMXi5W6EpQDLAMhYPmBzqaGc4qQElZIPSqo436qataphSpIkPI7ltJ6geZqWmTumoRLsKIYicp9tHOet5artqOTLyCgKKEj2AU1tw0JKXiVDnjHupU+je8txJ3KJ3EDzoTaSdxI6dAa7WuHLFROHtsd03a++wpaUo8SSVc6XWxXxu8oygDmKIUAVBtJB9tKYgS3kKURk9KOOtkUm0PDDrElsstthpXzz5062hG1au8cUlCBzH6qZ4qUqWEtpyqp3Z4UH0FptwlTrg8/I004czI/rDgFxlNzmWmghTbbZJ3n5VTaEDZorVtbS1JaIS6qT80HypnKILbQhrfa2hHJSfJR8qctNW2dMdQ7GQ5KjvLCFISOQCazrqieOVsm0a69wizWyH4mS6XVoT6yifKi9SImSNUyW3XHWktlCvEcApPlR0e2Pxp0q4OM+jPQyNoPyaj+q7jd9T31CoyElDaQlSwcZx7aoWUbJIXEv0sfRLqHlOIUpIJwPZUutV9PpPfKedecfXsS1jkk+RFQCwNSY0xv0hrcHGypzHyRVqaBs7UuciY7tW014m8DoqooVb0hpTi1tC+Da0xmVSiy648sbXFkcxnyqQWWMkPIcQgNx0JIbR7fbS28T2LZb3ZTygkNp3EnzrlHi52l7hb1yLdZ4yWSHSlLuOeKtRx+SxAVYrl7Z16kjHLFYrp1rz50Z2ktdwrgAX0Sg4vn3nSuuOEXFm1azjtRJpbhXc5+J57V4+aT91XVJ601olsxnFcye0TLVTXf2x1krKQptQ3DqOVc1X+zOMuhG5bw3EhSq6O1TJU1GVtwBg9fPlVJ64nqlvMoASgIHRIxVvFfKzmcuW7jlLQDAkTHZTryW2kpwoqP20waw1CiRdHQy4HUJJSnHupyY0/NkKEZMhUcIjl11KT1zUQlwI0aQUIJKUjmTVaycbrmzspeJXVGv5sa5ThcXnNHWuYIklLnkKJeW2t8bEYRmlbcZtt5LrrfxZqZ9e5Qh0fsHQHCviTpyPLhqen+hvNebiP+BVj9oXW/7KOELD0KczMaDn4yP/tez6aoLhbpDT2prij0h5bKByKB51ceguH0O4m/6GEh1lprm058ru1/orKnOqmSbejoGp5UdWabS7nMn7dRqmnCM7ht9lOWpbJKsd9mWp8EuRnS2SRjOKQpaUee7xeyugUuZbOYceV/AKVGBSFE+8kUey6DyRkpHXFARuUjYPbSox22UJWgEbxzHvo0A9BLsfvQAkc6xhBQ+d6wMcsUqjJWpe3HOnFiGhSil1AKj50/JsdPQhaYSlxZWolPkMUNLX4SA4NmR4cU8KhtlIWgkp8hTY+FIcKVhQWeSSfKq8pKPcsw6hMuJgFRIJFNTqcLAA5U95PdlLpCiPP203SmwHQU4wfKh2n2DaNReWQTjIxWmyWH0nPIkURPJa7tYOATilLGx5OfMVWtTTaDqnqXwJlYJCFAK3dKZuIEzvWdiVHGRTU1OfhOkJztwabrjc1S3dqxkYrLrol4il6G7POi6OV+YRp9EpdzQphDyyh0KBSSrHPrXbHCK2LmWKLFutwkSFHDowspAHsrmLhnqe1WB91c23LdZcRs3chj31eGguJuno0Uw47c5EdIyX+uD7Kg4jJzklrRp8KxUsefJLm/odGT7TFeiILJ2hA5c6jVwaDaFJIqOWriDbw0FNXNuQHeSUk05Ozlyo5Wcc+fWsXJnCT1EkxsS+mSU3tCFopVOSCeWa5V4y3QXvXlwUhau7jrLaB5EjrXQWr9VxdO2mRPd2hSUlKMnqTyrlu+pcVdnn3CSt495n6a2eB4+v2jM76QZDaVSG2Ol3vwsHaseXupchneeRGR199J0tkr5ZCqWtBCdoKhuPWuqS8zlE9RSExZbQ6FjJP3UsEdaghRRlPXlRnoq3RlKcgeyl8SK8XG0BKlA8gAOdDrQ0mmhy06wtLDkhLCFBQxlXUfRTvGW9GeadmKIQk8h5gU6WC2dxHaw2FOk81H1Uj30pmv2+Q+YKmNxHrPeVWlVuOzNsmt6G8S4UiWhcZkhtADi0qHQVZvD+ey+221BcXHjqdAWQMY9uKryHYGJEptMWYt1RBVjHQfNNWBpKExE7lDEhsODl3fkhQ8zVO+GkEppFhXuxolWeVKt7zpedcShsOn8aB50ys2L4JjOMPRy9LX65aHLJ6Cp5pHEO1GRcdkg7u8CT5e4U/WVcKd6QY6WwHz3hTjJz7qx5rqH4hAdI6efmxFsFzukBZSNw68s1KkShYZMOwRT3b37a4v/Z/XUzdjRo6hMcWlttpHizyH01zhxhu+pbVMeumjGVM3G53HuG+9+MW9/B+Yj3VUvi46T6bNTh1HO5Sa2kTPjtqVyDouUov8ykjrXn3qi5uXKct3vflGpxxHXxIulzmDVk6aD3iviy58V/F54xVamG8JHdE/XV3Dq5Hvey1lTagoJaQ76YeZD3Orls8qTH0z8L2yU5HuUJW5lxtWFJP01RMCK3IUtQm7VDy9tOECVeoza24ksgA/ic+tRZGPzyT2LGyeSrWjvLhZxJ/ojaCafkqCbpC8E1I81j5Q9xonVDLjrzbi8Lzy+yuW+ztq64WHW/cdy3ice4cB+2uoZrq8pVnIVzFalEfZOSz4clzRyhYrh3l2lf4yKlFRDVUJURp9w/KPKpNcmvgkNyg154X+TFRvWNxRKjhsY51RdXhXOB107/EoUvMjsG3PzFBtkZWRkD3U7QgqZDYiK5FhzH10j0/cRBujMgnwoQUKoy2vpFxWpKsJ70r/AC1I02Va+RE10E89D1Qyynk5mry05qtnTnEedOmrdKXGUtlaBnxJqhrZdWbc6Lk4AVoOAM81GuiOFrdtuHDG5zbqw16U40paHFjJCjVC6jna2alF/LBlC8QLgm7avudyaXuafkKUmo6vKlZV4alupLV3Sne6Hn69R5TASjKvEa6BV+HFP0OfnZzyfvG5LYSrPmPZQ3lr7kJPNWeVHBgFWOe40a4yAR4ck8qZyYPJoA2Vp2KWs9M0rZffXkjBFFsxpG1SDzxz50bFbfSvYGdwPzaFzaDURdDkYBzSO6OqSvvEg0dFiPKl7VAlxRxtFOMu3Od4EqHUc04qLuSwRGZBdVHAI5e2kjTKluHxZAqSybcstZZbVjzGK1FsSzHU6M8+ZGKB6RMnsjl7ZK7apKeoVmmm1ztj+xfLJqRXhlUchtRyFIzUMmAtvAp5edLW1oik9PfmTWOlt87RzzSGZb0x3VOlPnmkNguYQ+neelWDDhR7pHRyGVCs6+XhdTVxP2615ivReptNtwTHvkdl1sowN7VW/o3U2llQW2IMOIGsYG1uq0t3D+NLcQH3TzHq4qy9McMYUKMhbU9SEkeqBWJkZUeV67na40rdLmW16+ZJVaf0pclNTjbmESkHclxBwaM1PfYtksrinnAhITgHPOkUtuHYoK3HJIKWhnJVzNc58YOILl7nrhRVuhoHaNpqng0WZ1ntLSRDxLNqwq3Lu2D1hqdWrb8qKCfQmvfTXdFrcMR9Y5Ljo+0DFR2xvswg88/1/PqXachTNR2cvQ2R+BfjMn5P+6uxogq30OEvtdzcn3YngMlbSlAZycVj0bYU4SCQetSWJYpqUpC2S2hXqH51YzYpqpfcojlQz4sir/PvoUWtCO3wFN92kHBcGTjzqU6ftzzUtJyjDicYWaIumlrhFZiOstvKcWcJSkHlVjaZ4bT56ozjzq2R3eVlXlTKPL1IbrehFmLa6zEdW6+AUjGEnkfoptuzSHUtuAlCgnC9vSrM1Jo8xYwbYC1oaT4ljor3molKtEhTIZSlJLY3bgOvuoqpbM+cxNpUTQ6FM5WUpISs/JqQWcSW5oeQvc+cpB+mlGl7RJUchQSEIOcfLNLbBbjJuYDZKSnKgj2U05RbIpWa6kosV9ksuiBN8RwB4qtWO6wxGYdjthMlYGEDoo1ALLphx6WlU5PerACwseQ8qs2HbWWUsJxks4JJ61l2qPOHCznQdfj3WmXDLd+bv+2qV1ld4Y1zZhywx3p+1NXxeba3c7W/BdUQh5G3I8q4q422256Q1OLnLuJlKaJR9AGPD9efyVBkVc2up0uBLli0J+O11Yu95dbaY3lLQ3Y+UaoWY1HYs0pxaFJlKf2spPyR51ad5uTUtwXho7mykbefWqx1hMRIlAkBKS+FHH5aiwqpQ9ll3LtrsXvIunv0qBwRzqbWuK7JnRZoT8W+ndn3+rTJcJsd6ZP+JCGiPiMfJ58qlWkLiybFHjnHeMHOfd1q7b7SKVK5ZBumG3E8SYjTCSfwlKjj3Yrp6ZKkKSgNPAYFUjwNtrU/Wy5jyQrukqWM/VV53WPHYdSMEZrR4cv2KMTi8t3HOcpgXTTV4beO19DW5r98fOqg5rdws9KvnU8D0bQqZjPhkBO4fvh51RTgLkglPKle/wBozRi9VxEylJB2j286VPFvu21sHBB8VIyOR9uaxBVjan21Axk0LYSsyGw6TjNdNcPVPnh48na44jKUoB9lcwnLLzZUPPNdO8DtaWeXZ3IF2ZdSyQhDe0fKoJPlaJ63uuZE9URpixvbbUG/VVgcqYEW1bhCNqc11pcdJaZnWpSE4Q8kZ2joTVNa7tEPTPeGVEQC4PilIPOrzzcazopLZnwx7ftNMq/4I2ErTv8AW+VUgjWRl2MVuJcJ2/IFSrQFthTmvT7y33zY6NIO3P0q6mp+zfLPbB/U21xG/kc0bvymsq7jEIfZg38DTq4bbPuUNLi9xchETH27iAkrTgk+VTHQWlIN11V6FOcQEoTlTiD5+yorrbUUi/a6lT3FYj29KnQlCcJ5CpLwGaWqzXG/POrMkr+LKz5q6VUvyrpImrprT9/6FttaS4f2+QFKaXIX++Xt+6nhp7htasOqsERTntWvd99U/dr6+je36Xk5pnkXd5RUC5nlWU53T/fNOONBeRcd64gaWh/1npu0H6W6q/idxEtdzilmPp6IwcK/FDb9lRC4S3dhyfOoZfJ2FHJ+VViimMvtdQbuWvekRuROMptaHDhwHlTRLWSpBV1FZIKkyVnzJoJUlaEpX61dCjnphQURzBp/sWpZtrwMkimN5vHQUptERM2ahhx3uWz6y8Zx9VDNKS0wq3KEuaPRl2aT4gonISz3by3EDyOCallx4ootEBuO+2th09ApXM1TBsj+n7m03Fkl9iSU924E4NSDiDalL02JMj+uGHE4UepFYUsamVi9GdZXmZfgv+JeY16+4jXC9qLKHA00VEEAnJqvVqy73h5HrRii2lwkoUSD1rRTkFa+pTkCtummumOorSOXyMi3Is55vbBKcdW2FHpUl09fZUOWYkQ/1ylLJHtqNQG3ZbvcjkkU46YXHb1Pb+ecS0E/Rmja2QrqdJK1DBsfEHTVmkxvTIlsjoL0crxvW5z5/RXSNm1rpL0ZstW6FF5ep3Scj8lcTaluQmcZ7hLGA2h1KAfoSB+ip/DlnukFt0+NP6axbci2qMYt7NOrHhPfQ6wj670094O6ZyengFL29U6bWgB0tJA/e1ye3eX2+7cStzlRc/UU6SFpbfcTj30Kzrl5ksuHVs6wu0vS0uG60l6OpxxvkEnFUhA1Rp+5S58GXHEZ6G5gN/4vl4yR7D5eyofa77Jc7sqfClpR8o4qJz701bOKjanPxcv8He/jp/XU1ObbZvmKV/C64LbR0fb9JS5KUejtrKHxvDmOSafrRotq1I3KYD8hw5K/m1XXD7jfKTFcs81hvvYJ7vpzUKsS28V7HNiraeT3T4HID5VW/r6kZUuCzZI026cz3J3BRHrYGAkU+x4TfdBS/EoHOffXP2n+M8i169etF9PfWx53Edz5Y+z7a6IizI0lIUw+04CM+FWakhNT7ijgqmTWhT5Vyh2vYJTc3nlM4aXtWg45K8IBrqK5XSFbkJXMe7pClBIUocsnpzrnntY3G03aMmGiSMs+Bwjyp7daNDHUnLocVS7jNs6lxgSthXMJJ5Cmp9a7itK+SHAehPWlmqkOt3Es9+HmkrwlY9nlTKtRTyIOUnrU8YrXMRSepa8zbqyo4oyPLfjDukedJCok5FHMgqIWfKi0NzHQvZ+cVFSl5aCovsp5fN8VXPOlkObVIB+uqR4CSnnJxcbQFMdwnI+bzq5pDLql7kobOffWhhr9kjI4hHd0ireNgZttgjMMnDmPU/e+dc4vPDJxVrcaLjOW8HZ7ranFZ8DfNKenQ+dU+5nOapS6vm9TWT0kgyMw7JfQwwhS3FnCUgcyatvQfDOAcTdRTx3jfP0Zv/aP6BVbaYmu266KuKfxjKCadYGs7gw4pYzvUsuVUyI2TWoPRLTKEHuRcmpndGacADFptrzv+Mb301WLXEEXrexFYjxY4y222NgUrzOKqeTfX7rIdL/n0pOxcO6fqhHh7h9pl367J9joVzimttWVrKR7jVXak1pP1Nfz3rqy0lXhyfKohcLp3jBCVkHoKTWeUGnypzqRjNTVYUa+vmBdlu72daLlj6oECCiMyochk4pruWsilC8r5AH7agjtxwnO48uRpkuEwujbuPiOaghhbntlmzL8OGkP/wAJOJss+UpXjmu7R9FTPSd7dgWFqE0rko7j9VVZOfJajRgfCgb/ALakFumloNjPII51ayafY0VcS32+Zk7k3JSyTnzpC5cDg8/OmI3JKknn503u3EDPPzrPdWzX8dD5OmlSfW86jN5WHD63nQJNxynkTTLMkqcWeZ61fxaeUy8u9SCZWEuYSeVFY860SSedbSedXzNFceRsStsjLSjmnXS8do3XvlHLKPERTEVJKcDlUi0o1mM84rkD4RUF3StljHftRJ3qq4tCbaFRG+7aT6tOGsG5cywPuIVlsx8qGfOoxqdWI9sdJAS2obanUdtNx0+8gLCQuKpIHvxWNCCrsizqnY7K5+9FGthKQVAZx1rGUCZLSl1QbaQQFfRSWQpxtSmTyI8KvpBoKFKAIB9brW8ur2cjPo2hzuk9laDCtrfdx/Mmk1kPd3VleM461qRFWyynvlJSVc8ClNkcZVcAAMDaaTQI62+4d7e3JTh55NWFBvqe5SpJ8hVQxXwJhOcAk0/en90yjYqs7MxPE7GvgZaqRabF8StCUlP5awzUKdISQM/vqrqLeClKdx60tau47wHdWd9W5e7NJ5EJ/ZLBh3NKDsJ9WolxRngS481BztKf9WkbtzUgbwetMl+nemRe7cOcZqXFp1fEr5lu6WiWzLsbfqRMzP4PcmUPA/SMn8tPVvv60OJfbWQBVb3ed6VZLIrP9bIWwo59+RQodzUlvm9y6Cp7MV8r0V8a5J9exKtdXV119mdHfw8k9fZU90DxXlWeMJj8onA393mqWnyi+yrK8nypoL5xjJ+L/wCdSV0OcFt9ivdYo29PM6uv/aAbvGmHrU8yO6cb5HvPH/wKheguMkYXORbb/pu136NJWlChMRk8vP7OdUQJ2Pi6J9KUw624jkpKwrP0VJXQ13ZBdbHpyrodlSrLwX1CPw/Rjdmed/bITu3/AHfkqkOM3CLTNijvXXSephMZ/wADf9cfQrpUHuPEO6qdQhp/4tsUzyNR3eaw93z5La88qeFU49mBOVfkMTTQUTW+7ODnkK1HWQ4T5UepYdbIT1rQRWLx7Nfx2pWUtHA9HV/HrpdUKM0yhCR9NcW8J7hcod/aditOOlBChsV0H0V2VpLVtqvVsQJJDcltI7zvUYOaeOVGnpMG3Dnf7UThDVN3uN4c76Wkpb99R9dSa+K9KZ2tgBFRhXWm2GwbS1NgnPI0YltDnMdaTnJGMdKGwra4nCsUKYwuhN92y64U8wKQrWVE5NPtuCH0rZJyTTZNhLZfI25TT8wkhJzrAojzoxSMdRQSmnSGYJb6ynGaLBJWDWldaE1zVT60PvYN5RLqVeynNqVyAz5U0vE7q0lageRqOUeYOuXIPHpRB60U+6VjNNpcWeprfeqxjNCoaDldsUFfKkzpyawqJoI50aWiOUtms1tIJVyrFUJlYQvJHKi0CbWkJJA51L9OM4tLfmVHdiogB3jycfKUBU7t4EaPgjASkCquRLlgWMaO5D27am7xAaiLcKH2Ud4B7qmGlnYTzMS3tpO5xXd59+Ka7ezmcialvHexdyfoxUd0lc5IdC2T4mJZUPtrG23HfozqXJQSXqiA6uiGFqO4RSfxchQ/LTZkjniptxJYZflSLi23h5UjLh+moW5zSkjzrepfNWmcneuWxhmHJCN25S1J8qFbyW5mSNpANCgyVRVLCGwVEYoLKXTPQlwYWTnFSpELYmJIXR6pC9iU56US6kocKT1BoOcZpvPqEm0ugralqChTg3LIGaZM880ch4gYNDKpMKN0ojwu5KKNtIVyVKXk0mLmaLWo+VKEFEU7pSHRUgGz7PY9mtMSRzHsNIm8+iOD66LQSCeflR+HsFT0OaH9xVzpG874lGhxE5Vj20XKbxu+mmUeUaUuYA08d9HSdwaSr20njJyunSQ2kxW/ppNaG7iWFCcknKkJA+caVOmK2n0da1jHym6n+jdKpetq5962wYiRmOFnaVj6KherH4qbipq2RC1HScZWnaFH25qCM+d6LDr5Y8wwpVscVtOUnpSiM0p4hplOXT0FJC4OfhpVCf7h5DrSsO1Z7ECLN4Xd9puX8I3S2SO5c8PeoRkJq2kan0+tIebdS9u80rwfrqP8FJstdt9HuEcKZd/FrP8AtVKZvDzRst4vqtiUuH1i2raD9lY2Q+d+0a9O4wXKckuS1qbKQcA0mz50JpG/PuoO0hWDWsZBgJoxtKFj2EUFIyrHStrBSrA86S6CFkWYpp8Bs4Tkc6Ofmpcd9ppuWlISCk8x1pxukBMa226QnOZCFKNO1sdSEsh/vPD7KKxuRuHlRR5Uqt+FOd2roaWxu4nAya1jaqlLzRQ5gdKJf5KAol1F2AOc6CelDWOlbKcppJbGAgZFB91C5jlWFOBmk4i2BT0xW09aG2nlk1vbjnS0IKPWtmsHStCmCF1s7ncSrrnwVL//AGF358/VHtposUEPyWe5A/F/tnzv+dSW86WvduZEaStLSFp3JQ24FJP2Vn5E02kXseqWtj9ab131khwn3u5aajFEdz/Z/V7KK4U263zdF6rekn8Pish6P48Zwrn9PUUkFveXYkqccCTDRuLaTlJrWgu4ftD21knx88f7qq9FF68zVkpWuMW+yYx6571myMk4IkH7qg/7VVn8QoHf6c71nrFc393+9NVfnwVpY79kxMqOph8V4snkGz/DrYlOKmiU54nN+7NJc1sK51YK2hTdBmc4ryPOkuOtKZS96kq9oonHhzTtDAPKszWVmKQxvNa6qrZHKt9KdCFDRxDc96qLbBNGODbBT++VRkFvefrp0xhTbGSXAfZSaara84P31P8AamBlZxyAqOXE5lKx840DltiiHxENuODCsH2UZPdSmOEhXiWfsxSW2uhi4NPLTubSsBf0Uv1izDYvy/g7JjFKVJz7+tRy7kiYpd1Pc50ZuHOd79tADaB80Cmy5lwOp7x3vW8eXyaQIXtyRnJNCbK1qIHMHqKKKS7CcmwIwTRqcJrFNFIzRSic0+9jFl8M+IJsaTBneJnHxZ+bU0e18Hj3kdT+D801QSdxO/HSlLUtaR6xH11Wsxozey1Tl2Vx0hGFKSMjlmsVnPOlLjTSxhlRO2i0YKglIyqrOis46AhCxg45UoWjcxvSk5FOjNuSlgPy3NuPk0nuVwQWfR47QCfnUthcuhuiJQuShK+YUrBp/v0hmVYYCUDb6OVIFR9g7XFK9gzSmU4pUCMz03EqoXsboIDkqzQm3ChW4daMUjCMedEgc6Jx0AnsdwEuI3mm6R+MoSJJQ3tohStxzQpaCYM8xWIV5VpHShJTRoEMSjfzrSk88UFDhScUaOYzRghR5cq04rAAo5pveSaId9c0LY6ArPlQQfOsPNVHw2wuQlB9tA2EkT2xwf6ifGs/Gvox9A/RTVPculomIQhx1tCh4Tv3JP21K7S6h0pI9XFOUqNGlBLDgBSayJ2qL20b1VMppJPRArtfJjkfuluJS06jY5tOSakvC5y5W+E7MtkpyM+5ua3YSrwn6qkOq9J2SNpCfPRHb74DwkfIph4a/wBjf49OrYzg3FE7xZ12qM35C6G0+fS2ZfxpkbkLX7j+mqkuEZcSS4w4ClaFFJB8sVc8l9uLIkIc+U4FJqt+JLDbepVKb+W2Fqq1iy22ZWbXpJ+hFqFWhQkirzM0wnwj3VmfDitD1jWwMmiQjQxWyawoIVRoZ8GaTEFn1aMSjc3msS0VDFKwzsjg0+9DMy74S1EaHyWuf11lvcCRSWa8XnSo/JGB9VFtOFPnUYRLY8tce0SEJxsdA3HGTy/51EnTlRNOhn/1OLPtppcNDFCQJsbxyVg56UvmLL1ujrUObYLa8dfdRNvbSrcSMmgKdDbb7OeSlZB94pS6hR6AnIqBCEplQIztIPkaLijLikn1vLFajLJacaOcKGR9Io20LQm4N96PCcg0HVB9GLbky2w23yzlPOmtZQR4RzqVXBphxtssDvBtprdjxcAODujikpaCdexqS8pPgUnlWld15mpPb9ISJ7PeRpTa/dSe66RlRWUPRZLUttSthKPI+ymV0QfAs9BquCGkE9yMJVSNlDhVub6ilSX20x9jniUmkynTg92NoNTdCNvqGuyVqwlRyRQHGnQkFZ5KotpJW4M8+dKZ7m5aGx8kU3cJ9gtltXdLWOYyEilNyT3UppgcwhIFG2pAcktR8eHmtX1Ukmvd5clLJ5b/ALqQIplM7c03L5ZFOk5R6+6mpz1jUjZBUAPWs863WvOoycGk86MbOVUTQ2j4qcQepvGM0NCc8qMWnc0CPKjIwCRvV5U/MM0FyPiI+0dVU3KPOlM53vHMeXlSYetg0zYjaeZxSu2I3zmx76SqA8qXWEbrggUMvshR7k6s73cEn2Cn6A/36k+2osNwICfOpDYkFL6c1kZEVym9gSbkkTDVIA0LPQ5z3N1AdB4TanNnlU51yvudJvI65bqF8OW0uWx3PLNUqE/Af/2NzPkvHS9wlu0lffh32EA0wcQkhb8SWnopO37Kk9wiEyHmiOSsqTUY1ElT9o7s81MKz9VaWPJJowcxNwkiJJBJxRg8Xi9lAJKTyo0cmiPM1qGB7womtoODWiCK0aLQ+xwa2rbGaPQ0FJ5UgjLx4fbTxCSFpBoZdB11C2Y3jAxRV6WEFLKfkjcfpp2aShJKz0AzUfuTgdcW589XL6KGMuopLQhPWsFZQkjIoktiMzyrCawA1vFF9kYcoBQGduedL9M2L4fenx2j+ENslxr3kUwNFQXgGpxwnd+DdSMyz0VyNQ2PlWx4dZaIQ2C08UHqDitrGx7dUh4m21u068ukNr8Wl8lH8E0yXEdHx+2UovcU/ULQsj3H0f8AGg48hRU2U5KG9ptYHuFEzT30dKwkAjrWWyc/BeC0FDg80qpu/UPm09Dppa9SrbNDS3F90/8AFLBPRJqZm8WrR0VPoClTXJatyt/yQKR6WOgJZLlz9IZkuHG09G6j+vozcS8dwzIDsRAwyseYPOoZ6slosQlyVkWJGSfbW0jlkmlDHcLSkO+EA0Oa1GaUnuFbs+VWkiloyOWkI3fKpOtzesrI61pSyVcxigE/YKXYdvY/2VIRb5s9XVKdiaYlZU4pX104Q5B+D3I/yCdxpvWdpIHTpTIYXS3kqbGKQLOTyrSlEjGa1jnRTewIx5TDWx0rRoYHhpkGBPStJOKw1lIQ7Q1Bxj30VOd2JCU0mjvFkEeRoC1bzzPWkIC5zwaxKc862vlhNYk4TRJbGNYpx06CbgFewU34JxipVpW27WFSF/K6VHc+SJNTHmmOUVe6RjFS7S7Xfy0gjkKi7LaUOFVS7R6gFg+ZrFyZbhs6Th9a8VDxxB2p0y9u8k4qGcOXUCOpo+ZqQcUZZ+BXEZwDUJ0JJDb5SD51Fixf1f5lviVkXlL4Eo1IQyO/A9UYqFIWmRcHW1eo4k1PdUtpcsqHfndfrqAJb2yMp86sUrRnZTUuhFlMBuStpzlt6UUCO+A8hTrqWPtcD6flcjTP51rwlzLZgWw5J8oN0c6CBQjzFAzUpECQoJUFDyp3gueXtplHXFK4sgIWnPlTS6iTHq4uFmLhPrL5fVUflnLmPIcqc58pLqEqHyBimlZ3HJoIrQ7YGjEjAoHQ1sq5UbYxvcBQFHJrXnWUw4c0fEKlFklJjhBJ6EVFmfWBpa2+dwSDSsjzoFPQ/wDFxxMjVpnIORIaSv66ipGRzpdf5apDzYXzLaAAfdTaXDQRjpEjYpikO7WFHBJ9Y1q5RUxXkpC0uA+w0mBIOc8qVNKjKRhSVbvbSaFvpoR555owvKPUk1Jo2lE/B3pr85r/ADdMNyZaafwxzRTQmn2ClW13E7jRad2OeH6qDT1dPR53x7Lw72mM5qQBx0ZWVlGxGVyH0tIHM0hCtLR2NISPXOaQu/jVZ8jUn9HaRISkEfFtGouskrJPmabYKA5zWGhFOK0RzpMc150pt+C9hVJsc62lRCsjlTIQpnx+4kFHyutJKXTnxIw7+2UjCSfI04jFDArB5UsiW2ZIPxTRIx1Nbl22TFCSvAJ8qWxCNWSacbPbnZ6+eQ2POkDI3OAKNPjF0RHtZZbTtVnrRJa6jNjdNU026WWvVB61P7HEcftLKgOQFV6otKhb/wBszVq6AksuWFtCyNwFUsybUNo0OHRTlysRuRiEnI50+6ZQWo5UetORtrTrSiAKbXAqA2ok+GsayfOuU6jGp8P2hi4jTc2/uc1HNAxJFxu8W2Rfx8pxLTf0qUB+mjNSek3Yy3Y4Jbho753+DuCf00m0VPkRJku5RXO6XDiLdSv2K5JT+UitCqp143L5mNk5EbcvmXYs7WbLUW4yoDBQphBwytHQp/55qIxYWG6Fpy5/CWn4YdVmQwpxtZPszuH3mn1uCr4G+E/2nv8AuP42M1TpUqalXLy6f+fEsyatnuPZrZBNVRizFUk9CrlUZLGAg1LtfOgQ0JHUqph76H8GRP3bervP36a1sVvk6mPxBLxFr0G1jBdwrpShUUOLyikbmC5lPKlUSUGlczVpsoBb8VxBztxSc5SffUmZUzMawrAVTfMt+0nFNGYzGkrURjNYnp76MW0pteCKAv20e9i0aPOteVZ5VrNIRlZWVgpDBiDgYoaTg5ok9aETyokxDm81FdsqJCZGZLZ2lPupq8+VLIbXeKWgY2lOD9NJ1IwsgDmDigHAjBNCZBDmR5UFPI5ralE9OVOOxdMusiQC2OQoiGw4+kq7sq94ohppx91LTSSpajgYqxNMWtiDAAmLQlaufOopSdfYKMefuV0ScYNBz7aESQrnW0JCljd0qdIA20gLwKWMPCLJSpvypIrk7tb6VtLai0peeYoRCiVNc9JdcSeSk7aQp5rANbJyMe+ttrAXlVISWgbnrUT8qjicqotYwulJDRAq5VtKSelaPWjGVBJ50KCHO2wGHFZfWB9dOBegW9eEYNRxbiwrko0FalKPMk0b6kfKSJy/rb8EZsIBHWmaTLffXlx0qpLn35rQPOg6dkEkKGVIQkZT4/bRLis8ifOttEb/ABUBQBUSPbTt76D6MHLNSrRNyLJLKl4A6VFD5UfEfLLwWCRiopxU1olrscJbRb7d69Ghd8OvSolrW8zw+YbwLWAkn+MM/dQtLufD2q7Rb/xbLshBkc/2sc1/6uaM45XGJeNcu3mCz3MaayhxtHsxlP8As1QqqhDIUNd9s17M22zHbT7aQ48MpTLOjtSMSE7lXRr0Rkee4JU594FRyFAVA0fLuUj4n03axHB+XtUCul6n3LDovTsxpIL7sx2UAehSAlP3A0wakvE2/XAypaglIGGmkjCG0+wCpKqXOyXL2b/LoV53RrrjzfaSf/UO3Dx4KTNhIb3vu7Vt+7bnP31M2tRwlcP3rQQ96Y5JVKR/FwPuqsZ1suVlXHXIZcjl9sOtbvloPQ0/2K9Sbxqpr01LKe8jusju07QCWzj7hRZ2C025fH7g8LK7RS69l8xr1dND8gBqmm4srjltKxhSkBQHuPMUDcp6SCfo/LU240NRk3uGYwRhqG1HXtHy20gGpOaNc41+u/wKjjO5SsfZa/Er/mTWYNCwa0QRVnRUD4spxhwKBp0FybeRhZ2qpk99GthKvW5Gmcdi2ODni8goUkfaBPgHOhJ71H4s7hShpbbo2kbV0SWhtjaoY5Gg4o6YnavFaab3jnSFsKrKPdZKRkURSGM61lbFZjnRoQrgq2Eq86yb8XJDm0+IZopvCTnOBTitCXrIpxTwDjZ3Ae6hYkI2mRJQSnkfZRCkFCylwYoLLq21gpNLErblr2u8j7aQWjUSUmGreyPjPaa1Luc2W5vdfV7gDRq7O+UBUf40UQIEpKyhSNqgOeabSfcfquwFwoT6vOiFZJya0MnpW+Z5Gn2DoPhMOPuFTY8LfMmhFW0LbPy6VW+W3Ft8ltOCtY5U2biSCfKnXURh8PKjo8ZTo3HkK1HZ7w7ldKPdkBCdiKWhmwh9tKOQNFoGOtaWsqOSaDk00mh0CJFBzWudaoNj7Nk1qsrKYRlZWVsA0hG6yjokaTKeSzGjuvOK5BLaSon6hVt6F7O/EjVLIk/BrdqjfPnr7tX8nqPrxUdl1dS3N6DjByKgrAOddc2DsxaQsy216y1auS4pO4tRj3Sfo9tTuwae4EababEfTFumOlW3vZGXif5fKsLK+kmLR22y9TwzJt+zFnGmiG5kdy43VpCkCHAdUVkdNydn+1T0jRmqdWWazybFY5VxDcNSXC0M7cOEVcvan1LYJmmn42n4MeIwO6azFShCF+fPb1pq4D6uGkeHDk1+9sQmXA6HE57xxC937n+WgXE5WY8cuuHVy0l7tP8AqacMFr/h7Hr2dv47X9Cq+KUeTarTpayzGi1Ii23c6g+SluKNRO6XMTUxgmIyx3DYR8WMbseZp84k39Gq9TOT2C53DaA0guesrHyj9NRXu66PBnONS5lpvq/n1MPNcXa+V7S6fd0HiZIkyYonSZTRxsDTXn/yFI9PuKbvcV5PXv00j2Ufb3kxn2ZKhkIcSrFWsiXix0V6X4c0/eOjNjuTV4jsOw3UJekBCFlPhPi605a1lPXB26OH9quzg+3P82re0brKDqSO1FYkRY7MdZkOtywgLbTu+Sr5X31Weg4ke8yL3HfZDwdcD4yf3x/nVztebKXNKyOuTX4nSy4dCLjCmXMrN/gtlemtGrhc0hphoEXWBMiH90b8aP0dKZ2OGNwuYL9onRFs/tbbjnj/AODVmriuPJbb0veVLeBZcHpR2/d3+4ratedSLUOkNQWL+yNvcbHtAzUdIOelXq7IWLcXsyraLKZctkdMObcUnpQpK23Gx8+k3iCqOaZ704B8VS7Ikgk5NKYy0p5KpNnaawmnFoclutgdaTq7pw0lz7azIFJDaDVNKSMp5iijmj2niBt8qMLaF+r1ohCcnKMViVqSnHlQnEbTg1iklKQcUhgtSTjOCMVtJIUFAHHnTtPQh21NSEI5jk5ikjDje0IKRj20KQ4ZBuTkVwFBqUMTIs1pLgID4HjqFOpBWdvt5UNt5xpOBkHzptBKWgK9ieSaKOa176wkmlsYGOQHvrbYHiJraRyHKsPQ+ynXQY0p1WMJ5Ci1E5rDWD30MpbHSNe+szWyCKwe6mXURrNareDWAGmEYK3Su22+XcZrUKDHckSHVBKG0JyST5V03wk7L7qUpvXE9/0KGBu9AYc8f8dQ5D6BVbJzqMWO7Za/qHCuU+xzzpHSOptWzBD03ZZdzfPkw3kJ+k9BXTHDbslAx2Z/EC9+jjquDD6j3KXz/JVk23XugtE2ZyyaLtzkSPhXdPJawh1Sf336ai2p+KN5lJ+JfabDn7mfF+UVymXx7ItfLjw6fidHh/R667rJ8q95Polr4bcOk9xpyBBjyE/thG95X6TUBuvFjWhuVzTHS0I7fJv4vy+d1FV07f53p/fRu+kvPZ3uAZPOiI0yOFvLv14MNvybb8RP6PtrFjRZdY5We02dZRwzExqtT6682Pj2oo/oxiz5JcWT3m1w+tUS1DdJ0i8x4lptZUnG/um/P3036j1TZ592gxdKR3JdzW53bT0rBS4TjlSzX10udmdTafhmNCfGES5Q5rX84NpSDtb+nma1qcBwti5efk+n4FfJ4rU62qeqXmv1GXX0G5K0bFitwHXURH1vz32+aEbk4x++x5kZxVTBSvVBOPZVlu6xjuXO4Tp7SrhbVxzBhM79ikIHRSRjkKjjOom2pjaLVYLbH3qCfGz3yvtXmuqxoXY8fDnD8Tic2dV9niKRGRSq2Md+ceZOBT7Pssi96unwLDC7zu3nClPqhCRTA62/BkLYkMLbcQrCkq5EGtHGtrlJOfbzXmZ862m0PuttE3rSL0Rm9MpjuS46ZDSd6VK2qGRkJJxTF3LzPVkH4v76OnTbjeZaEPKXIe5Nt+eP3tO2otG3ewspXNLKnE4LzTa9ymP4Y8vqzVjIvojZy1+ZHVTY4b1vXcj7uxONuVVZXCCw3Zc1c1MdHdSobnoxLqcqWOY5ZyMkYyRio5qebHjzIzabXELforRTtRtz4eefbzzWP3lcx6DIs1vVAVbUfG9yeZGevOsnIU74csVrfzNfElVi2c85ba8uxb1ruBjye/vdlfa7z8H9uP8AnSXVd7iu2zuYTgZkSFhCPKmKxaouF0v71uRdkyoc9XhKj42lY9/Ko1qy7JRqFyFf2GXRGXtC4ng3ffXOV8Nl4upeXXX+x213G6vB5odE3rb/AF7Fi6J09cpkIrm3B1uO2yRgOpU2qmC4aVs0y6NxJ0D0Jo5/C46wUn3kU+25yDc9MIOnrmWst7RDOApRpG++5bLe1CkW1+BLQnc+4548p91QePdCb09e7zLKxceytOUebp38iBaz4bXiyyQqADc4jniacYBWce8Coc+mZEeU3IZU04BgpWgpI+quirLcim2NzrXJcQrHhdJ5fZR16temNSxkK1LBdjS3R8XNZzzP0Vfp4665cl8f1MHL+jFc4K3Hl8vI5jrMVYHEDhxcdOhU1hxuXAWctuoVnP1VASCDggg+yujpuhatxZx+TjW48uWxaYGgmhVlTMrm0qwaObVzyDRPInFCGUq5Ukxmgxa9yudYtzAwaASCefWgqHmqjbG0PVglNJeMOTgsvjGfZSK6RFQJi2k+JB9Q+0UnjnJDY8/OlE2Sp1SWz4lIGEk0y6DiJtZSrJGcUvQpl9ICkgY86byrBPKj46whPOhS2xxLQhWYrADmmF3LL4H8PY/EnU0iyvXJduDMUv8AeJbCs4UBjB+ml+peHWl7Tqd6xsalkzlMKw640hGE8+fnS3h7p+bpjR7ur5kkwTPb7tpGefceaz/CPqjzqqbzJEu6yZbSVIQ64VJHsFZCnfkXzULNRXuXfzNmFVONRCdtfNze9roWa3w20go/2yXD/uG/51KW+F+kFD+2W4f9w3/OqrdOWifqC7M2q1suPy3lYQgH7ST5ADmTT/raxQNPr9HZlKlKb8BWFeuflH6B0HtqOdGSpKH1h7fuRPVfiyi5fV1pe9kwkcMdIIOBqmUf+zb/AJ1JZXD/AElETu+H5a/4jf66qfean/D7hZqPXFkk3i2S7XHixnksKVOlhnc4r1UJyOZPspPFyalzTyXr4Ij+v4cu2Mv5mLJ+jtHxUhQu9xcz7EN/zqdbVw70bJhiSrUdwY92xv8AnVBbTo29T9eo0UoNxbqqQYxS+valK/YT5Uv0Hw7vWsNTXLT8KXAjSLcy48+7Kf7tpKUKAV4se+pbKrEv8Z+vZdgFmY3/AMdfezozgtfOGnD6Pi2W0SJyz47jK2979XzR9FO/ELiJH1PK9HTdgxB2dG1J9auR9daYd0nfjaXrpbbkoNJc7+3yQ80QfLcPMYpg5f8ABrKt+j075u13vr7kWKeL49L3DHSfxZ125J0M66hlc6Y42U+BGW/102vW/QEd5Dyp0xCCrxoy3+uuf5WiLuzpWx6kEmK9EvEhcdhDbiittaVYIXywPtpVJ0BfWuI7WghMhv3Rx1LIUy/uaCj5bqjj9H64drfw9PmXn9J5f+3+P+xfN4a0i816PAucuAlXLKS1/OqGT+HOiXnTIk6uurylcyElv+dVdcQNAXDRiW/hG9Wae6p9TC2IUvvXGlAZ8QwMez6akM/gVrSNpgX5Em2S2xbk3NcRmVulJjH5fd4/TU9PDHjLdd+t+5FXJ4zXla8anev9THaRwy0YlndG1PKDw/F82/51Ef0NNMKZ3Panll35eVNn/aqF8PeH991suYq1uRIsSCkKlTJsgMstbvVBUfM+VIL7pK/WjVytKyoyl3UPpYS0hWQsq9UpPmDkYPvq9HGu3rx+vwRVWfiL/l197JyrQ+hhFL3w5djjyyzSOBpzR8INzvhW4H0Z9tbja207f1/kpq4gcMNRaLjNyLk7BkNKdUw4YkpLvcup9ZteOihSiwcK9QXmbpSNFkQc6mZcdiZcV4AgqB38v3vlmpeTlW53dPgA8uh9qV97HFhu2X8GLaZblsiL3LfWT4nVfvuf5KLlM29pv4JvT7k5DhShiafXYH29PdUW0boy/wCq9SrsNnbbU+0Vl9xa9rTSUnxLUrySPbQtc6NuukNQsWm4yIr/AKQhDjEmM8HGXUK6KSodRS8DU+Tn6/iPHPilvk+PV6Jyq0W3R73wNAubEu9O/wBcTmynbHbPyUe+iLtpW12OGb1DvzsxbnOQw4U7nB5g1AdZWeVp7Ucqyy5TMl6MUhTrLhWhWUg8j9dKNYaWkabbtbkibFlJuUJEtsx3SrYlXyVexQ8xTLEm9S8Tv7u40c+pRUfD7dur/wDNlgxoGjtYqZkKlTLZ3MZDfozWzwFP8Knmx6S0Bb5O92+SpLSlgrbJbTuGeYyDnmMj66hFg4TXu5aXgaldvtitdunhzuXJ0zuirZndyx7vy0yaQ0JetU2HUF3tXdutWNlL0lO7xKQc5KfbgAmn5b4bdN/Kl36J/mF9bxptK2hSb9G1+RZuqtF8PLpeHptqnP2iOtRKIzS0qSj3Ak0xHh/plRzOv8wvfwmz4f8AlUZvOgLzZtWWfS8xxgTLolhTXM7Ud96ueWfOjOJPDm4aHZzcb7Z5ckSfR1xYknvHWztJ3EeSeWPpqGNOQ9J5Dfp0RMs7FXfGX8zJDC0ppWHJd23y7suNdFtlrH3082yVZpym7dPvtxdShKwkkt+rVF71eeftqZ8MeHl016bmq2zrbBbtrIfkPTpHdISknGc4x1orsByhu2zovchVcYrqf7KrXzZcVra0DZEttRb7cUFxSdvNvrUjfuOmZaWx8KLTsHz0HP5a53/YLPc4hM6MjXi2TJDrgaRLYkboxJTn16i0plceS5HXne2soVg+YODWXd9GqsmSlO1793v+OzQr+lU6lqFfT4/7HVNlc0rEzIkXRxY/ciW9n2Uy3/QvDTUj7sw3KRaXCeiC3g1VV64R6ytOmRfX2o5aSw3IfjtyUqfYbc9Ra2+oB9tZwx4WXnX8ORItl6srC44WpxiXL2OBKduVYx059fdT1cH8B+LC/Wvd/uV8njsMmHJOnfz/ANibx+FPDlxa2zq2f4R/if51Yzwk4drSpX7Lbhy97H86q/07w9lXvXUjSMfUNhTJa5IkOS8MPK5eFCsczz/IaziLw6uGib9Fsky72qdOfWW1twpBX3CwoJ2uZA2nJq79VyOblWS9/BFB5WGv+XX3snr/AAo4fpQCnU88/Wz/ADqSv8MdFIdTs1LcPtZ/nVHeIXCW8aGtbki93mwelNhBMJubuk4X08GPZzqtt/Pz+2pKcXIsW45Da+CF9dw4/wDLr72W3M0Do+OpK1324vBR67G/51M140tpWPMQ0zcri8FeWxvl/rUwaFgwLndDDmult1wYY3Hw7vf+ijdd6VlabnBLyu9juc0OD7vqp64WRu8Gdzctb7JbLU3VLG+swoXLvT6t6J2zw/4fuRcu62lRX8fFiQ2hKf4PnUN17pRrThjd1Mckd/uwVdABjn785qJJWdySVEgHzNSy/SG7vBYDRewyMNtn839VTwpvomuaxyT79EVozxsiqShWota11ZDSOdGIHKtEEKxjFCQK1EYrOhJ8TgQlXdx9N31Ch+6d8D99EPDgZHYDkTTV6emJPqq74o++q7VxT1UohLggLI81RklVEyOI+opCwXkQu7HUNxkpFcpXw7iK+1J/z/8AadQsrhS7L/p/7iZa6nq1NcGnnbfMYs7Q8LSWVgq/egez2UKBH4YORh6Zp+6MvDqhKXSPpHPlSBer7kuwmXCfZWoHISvmE+4+/wBlMauKGpA5sVHt5KeoMfBo68XJdajUuXXlz6+/p12XsjKxI2ftnzJ9nyfl16aJVKveirE467pGx3OO440QqQptZUkewZ6E1Ul0nSJ8tyQ8TvUehAwB7KsbTHEWZcr4iPeWoTMd4bcobCADTLxP0muzTPhKIha7dIO5J+Yo9R9Hsq1gNY97rvjqyS6Pe9r03pdvQz+JVrIxlbjS5q491rXK/Vrfn6kDq5tFyCOz9LZBI/6WQV5/iLqmutXhwniRrxwXuFi+GLVAmDUcaZtnS0M5aQnCiNx51oZn2E36o56pdRfqX/rhgpx/ZBH5lJuz5aX77xC17b0S48Z5+xzQHJC9jYJcR1NNc68W+8dpU3aBcmGYS7hhuW74EdPWpRwPcto11rG3TLxCitT7NJjsS5C9jZWXEY61SlGUYf8A5X5lmTXJr3v8irdaaflaY1FJs0yZClvsY3OQ3u9bORkYV50y551I9f6a/YtfE274Yt933Mpd7+C73jfMnw59oxUcxWtGXNFMpM6I4D286s4ZwrSRuVZtXRHhy/aHEKK/yppg0JPF37XUOanAEjUqyn+DvUB+QU8dkLWNr0s5qxNzlRo/e20ux++Xt3uoB2pH8qoBwTuLETjZp27TpLbLKLkHXHFnAGSedZbjPxLk10109+11J3JaQq7QWjZmktezXJdxtkz4QmyHkiJI7xSB3h5L+aefSukrxbTb7b+zASYz7LfDNmN6G25mT4h62z5vvrnPjtpZm23+Zfomp7JeGLncXyhuHI3uNjOfF91XJG1Np06xhA3uD3H9DT0EuelJ/H7FfFfwvd1qtmKVtVU97776fAKKSbRWHA2ZCvejdV8NnJzEC4aiLBhPPnYjvGlbggq6DceVClXK+yO0zZV6mtjcC5wZsSK/HQrKctBKUkHzyADSbg2jTl40ZqfSN0uNrtV2mvR3rfPmnalBbUSoBXVJxSjXeqLE/wBpCBf2ZaH7dBlQmnZDfMO92EJWv38wau6/bz6eX6fn/QZdIIYtcaxkNxtWaUNvjrRL1G9OEpZJcbO45SPcavfhFbBKlcFJAkxm+5tszc2teFOAqc9UeeM1W3GFrStl0jeGrffrPeZ9+vq7i36MQpxhgkkJJ8vop54Waot8a7cIkTblDZbtrEtLrq3QA1uLnhV7DzH21WyVz4z5V6/kH2sQwdnv+y3En/F6ZuP3Go/xU56R4Yk+dlPP/t1Ur4MX+Da9a6phTJzMVm9QJcFuQ56m5zds8Xlz86R8X5UBiNozT7FxjTn7PbQzJcjr3tpUXVK2gjkcZ8qs8rWTL5fkxl2RGeKrSWNeXFlGdo7vH/dpqQcbI3o8HRn+M09HX9uafu0Npi1O3CZra16rsMxqSYwEKPI3PglsA+H3bedOfFHTtn1PoDTl/tmsLChy06babkQXZXx6loSThKcdT0x7aGu72KZPz6P46/qySb27EvNjhfNFyNQ9lvRtxj3S1RRbvTHHGZcnu3HfF+1jHi9WnLsQxI1wteuLXMOGJsdiKon1cub0DP8AKpiNltWtuBWjbW3rKxWyZa1yi6zOkbD4lZFNPADUELT+gtel64tRZYEJ6L8btUtTb27w1WvhKeLbDfXf3e0RfZkn7iWcY7e7F7UGh7c9+NZ+DI63P4KwmoX2ptHTtP8AEa63aTc7VIbuM9xSGY8ne61/DTjw1KuNeprHce0tpfUcK6RpNvaVBU68hzLadq9xCj7qiPaMsUJGq7rqyDqOzXOJcrie7aivb3U7kFWVD2Dp9NSYXNutv+Ht8xWddtdioPOru7NFjf1FpjiVZ486HEVIsrYDspzY2jDwPiPlVIirG4Vy24mjuIDLl0YhKk2dAQ0teFSCHk+BI8zWhlpyqaXqvzRBDuD4dWZ618cbVZVyorzjE7Z3sZe9CiEnofOoPeeV6kjz9JX+dUm4JTIsLitp6XPkNxo7csFx5xWEoG08zR/FXSMTTV3YmRtU2W9pnPOO7YD28sgKzhfszmib5btP0X9SVvcNF3XNkv6k4rAknGjoPL/s2aqbs49/+yq8hlXd/wBQJ/8A5VWjdNT6YixNZaxTqG3PMag0vGt0WGhzMj0hISlSSjqANhOTgVVPZ2mwYWr7u7cJ0eG0qwzm0rdcCQpZaOEjPtrMr34FnTyX5Em+WaZE+HJ2cQrAfZcWPzxUm4oHvO0DeOf/ALdP/mioroFxprWtleedQ02me0VLWcBI3DmakfEuRBf45XadDmtPw/hkrRIQfAsd561aMl+1+RB+7rzLH7Y2jJcLXNy1cbxZ3WZJjI9CEj8Lb+JSMlvHTw9fornbzzXQXamslpumprjru2ausdwZeQwj0RmTveyEJR0/i1z9UXDdrHjFvekNatSD0KUhQUkkEHINXHo28WTUmnfQ9W2u7ze55JlQYvff8e+q64e6Wn6w1IxZImU96fjHleqyjzUr3AVcPFLUVq0LZ7fpTSaWu8h+FS1DKl+1xX8I9Kp8VaslCuEd2b2uuterb9Db4NKVasnOXLU1pvW9+iXqxq9B4atubP2IXwo9pjOfrps1HG0vEukddjtN39FJHexXYqs/xdxPSmo8X9WrR3ZTbs+30UfrqwtGX67RNLq1pqNuAHT/AGPYU13Z2fKf/g+z2mqd1WTjrmn1301zP8Onc1K8nDvlqlaa675V5evuGe9wuGwnh9/TOoQ6sjvGwwppKPo8VHNQODYWcab1P08m3D+moTN4nX74UekQXQhhZ8CFthRT9ZpKOJ+sA6oi5ITn/FJx91HDAzdd38Od9PwK9ufw6T/rydyC862DWVoV0pyjJXoUvenPMsKy04x8ej2p/wBx50c/pm73S7yDHEYd44cFTiU/eai0d52O6l1lxSFpOQpJwRS4Xu6j4sXGWEf5w1Tsqt8RzraXTzRo15FLpVVsW9PyZN5HBXXbAZW61bfjPCP6otfrq1Imhde3Lhf8EmPaX33W+6aLspOdn8Lp9FUPY5+q73dGLXbbjcZEt9W1ptL6iVGrm1Dwf4oaYhsqVrbqMuJElaQ3WHxRyXJ49kU09ro/I0OGzjBzjTBvmWu6Ib/S/wDEZKkt+j2jerl/ZJuj/wCl14lJdCPR7TuP/wAxboi22fiROUosaiuPcp6uuSHKi151RrO23N6EvVVycU0dpUmSrGftqam/PtbjC+Da9Iv+4gycGvHSdlclv1aJRK7P/EaOv4yPa0q91wRW3+AHENptK3G7TtP/AMxR+uoK5rbV7vrakuhx/lKv11p3WGqlgBzUN0I/0lX66mVPGN/4sP5X/eVObB0vZl96/QmsLgRr6W6ptpu15Htnoo2T2feIjABXHtRz7LgioG1q3VDRKm9Q3NOfZJV+uhp1lq1XL9kd0+uSr9dE8fjDXS2H8r/vCcsFNezL71+hPR2e+IrYJ7qyf/8ARRRJ4A8QEoLu6yFKepFxRyqHDVusFp/thuoH+fVzoI1Nq9SSgXy6JQeuX1c6kji8cf70Puf6gOzAXlL8CXt8C9cOtFxt6yuIT1/qijlWR+BeuZAKmXbOoDz+EE8qice96sQ2pDN6uTaVdfj1c6GxetZR0nub5cUJPX49VTfUOMv96P3P9QfHwP8AV+BMHez/AMQUt71ptA/++TWf0v8AxBDCXiizlJ5Y9OTUNd1RrRXJeoborH+Uq/XQVas1okBKtQ3QAeXpSv11C8Djy72Q/kf946u4e/KX3r9CbudnviChretFnCQM/wBfIolHAPiD6IqUlFoLY8vTk1DVax1kv1tQ3RSemPSlfrrTeqNYFtTadQXQJPUelK/XTLC4z+9ZD+R/3hxswF5S+9foSVHB7V7i0IQbTuc6fhaeVKHeB2uG0rcWm0qCP8sTzqEC/wCpG1ZTdLgD7e+VRv7KtWAYN7uOP88qk8XjPlZH+R/3E3i8M/hn96/QmbHA3W76UKR8EoC/IzE8qGOBOt1FaQ7aMo/y1POoUnUuql9L5cR/26qENR6r6fDNy+nv1UUcPjHnZH+R/wBwDu4Z/C/5l+hLo3BPWTkpLPpFlSvnlPpqa1G4Jayed7lqRZt5J5GannUVi3LVrjxeZudwODhTnfK/XWotw1SZQLd3nJdCuRD6vZ9NTywuLeTivkyJ24C/i+8nbHZ54iOpU4gWcpB5/h6axrs8cQ3kqKU2jkc4M9NQReqdXo8Cr/dU8+npCx+mtjVWsm1YTfrsM/5Qv9dQvC4w+1kV8n+ovEwPSX3lgJ7OPEhxorSmzgA4SBPT0+yi43Z54hPuLQg2QqRywqekEfkpqhp4oP6Vd1A1er0qA0vapaZS+RqNq1NrVt07tR3QK8z6SvNPLB43HScofc/1AhdgS3y82vkS97gLrxnchfwMFNnxH09P6qUt9nXiE6jvG3LEpAGc/CCf1VA06k1W9MQ2vUVzSpagO8VKXgflpZfL9q61TPRf2XT5CQgK3tyl45+XWn+rcVX2pR+5/qSuzAeuVS/AlTfZ/wBfrWptPwINnrE3BFDX2fNfoKQpdiQFeqfhFFV9+zDVRJ/6QXE5/wAoV+ugq1VqZRG6/XI//cK5flqo6uLt/wCJD+V/qJywf4ZfeicyeBWtoy9j71kTj2XBHOsVwO1wlxDanLHlz1AbgioE9qbUDh+MvlwVjp+EK/XQV6kv61pUu9XEqT0IkK5flqRVcV11sh/K/wBROeD/AAy+9Fijs/a+L3dbrR/45FCHZ+173/dbrP8A+ORUHian1O+8GzqS6Jz5+kq/XUxVYdcoTDkM6pmdzKb3x3fSXPHVW+7iNGvEyILf+l/3FzHw6cnfhVSevei2+CfDbVWkrNqRmSbb385LYaKJKVHlnP31WF64LcQpt8Wh42kvyCVgm4N+Kmp2Br9tqYoaiuLi4nrpbkuGog9qfURcyq+XMLHmZKs1Hi4mWrpX12xcpa37L8vTqS5VtEKVRZCSittdV3JjqLg5q3SrbUq+fA7LKlDkm4JUpf2Zpx48am/ZE9FejeGOhAitNDkNifm1WsvUF8l/11dpj38N5R/TSJ+XJkY9IkOO7fV3qzitiOLZKyM7ZJ69EUFk1VUyhVF7l5sTnlWxWjWDpWijMA5rMVoUKhHMoQzWql/CjScnW2vbZp6Mk4kOgvL+Y2PWVUdlsKoSnN6ik2/kEots6A7I2gWbXZZHE+9jYsJU3ASvl4fNdZqvVk29X9yWwtovqcU0ltI3bED1T9Pvqe8Yn0WmyRtKW5QhQoykNYRy5eQ+uqYuSv2DwJGoZJZluzx+DNn1291eX0ylxPLnmxftT9mK+G/1PQ+F4kMLHV1nbvv0Q38T9ZJ09ZntM2c/Hv8A450daotSlKUVKJJPWld3uEm5znZstxTjziiVKNI69E4bgwwaVWu/m/VnGcV4hZnXuyXbyXohb3zCojTSI+11KiVubs7gcYGPLHP7avPs7cDLXxNfmNTr1KhejsB3LbaVbsqAxzqiIgQUqBT4yRtVnpXa/YPwJtz/ANAT+eK0bpdkUK10bFH9Jdpfp+y25f8Ah0VVHGXgbauHt7i26LeJM3v2e93uNpRjmRjA+irC7VmvdZaa1pLjWPUFwt7I2YSy6QOaaoRrV+pdUXqO7fr5MuDjZCUl5zPI+VWMWFti5t9CKzVZfWh+zRZtQaEhX2TqSe0t1lbgabZRtTgnlk8/Kozwu4HWrVmpXLXLvEthtDal7kNpzyrqXg5/cbtv+iOfeqq54BcuIcrH7i599RxzLV2YlUnsqfizwRtOiLrHjQbpIlJcRuJebGRn6Kl/Drs5ae1TpJi5y7xLaW6ogpS2kjl9NSrtQ4F8hEev6Onl/GVVicCCRwxinzBc/RU0s69Vc3N5gfV4b7FRXfskWZNucNq1DLVJxlCXm0hNc08ROHt00tdHrbcGFpdZWQFbcJI9tde8KNVaglcQ1WuVcXZEVe9JQ4cgY8xTP2t7HCdmQJW09+80oKOTjlQY/ELHP2mPZjRj8TmvhTwruOsbgmJGZ2blAb9uQB5muhW+yFpwxUqe1HNEjbz2NAp3fb0qU9lK3Q2LXPkIaT34Q2gnHQYpRetaXqNxpTaUSlogiQhgsZ5YPnQ5Gda5Nxl0Q9dCfxOVeKvCKfom/IgTh3rJPxTg+Wn53+6rJ4S9mnT+s9HpvMq/Tozi3VJDbbSSOX01b3a3iNu6ZtkpQ+MbfUhJ+kf7qfOy+P8A1XNj2SXP0VXlnXy9mL0SeDHW2cw8P+BVmv2vn9OSLvKjttd6Q4hsFR2n30s4z8CbRoqZbmIl7mSUyWlLUXUJBGDjyq0eDn93qcD8+V+mgdtJTzTlqUyooIiOcx5eKlXm3zklzdwpUwT0kJNEdmPT0/SsCe7qO4tiYyHFIS2g4P2U4vdknSxd71nUdxRj5raP1VB+zNrvUz1/t1nmXqU9DL4ZS2tWQE56VdPacvl4sWl7e/Z7g/DW46pK1tKwThNWb8m6ufJz9yCNMJdTmniBwZtGn9dHTrV2lOoKknvHEIzzx7qn2t+zDZbNpNd3t13ny5YCMNKQkDn9VVHo7UF5vusESrtcH5sguJyt1WT1rtbizIfa4WPOsuLaX3TfiT9AqKeTdVKK7kjqraOI4z/7C9SfAtz7u5213m803Iykj3eWafNL8LDr7WJj2yI9Bgu/GhK+agj3HpUOv4ZL3o5S26+Zn4/zxge/2+6uu+yHDab0vPmn8dvSz/FFa2fm2RitPuZ+JSnNy9CJHshaZMfI1FP9Kx63ct7Psxn8tc18ZuE120HdHoT/AMd5h32ort+bxDe/ohRNOx4/dpE7uHXN+d6foxyqI9su3xHtMwriUnv96mCf3u3NYMcqe9s1FWcZ8LuHV11ndWbfBYJddP2Cuo4fY108bYPT9SXATCOfdtI2fro3sTQmPhW6vd0O8aijYfZuXz+6pFxc1xqO18aIVugz3WYbZjgtfJXuV4s/dUd17g++uyCjU5djl7jhwMuHDyWU9530Q+Np/wAnE/rHmKquXZLlDjqefilpKNuSvGefTl769Ge1pb2JnDBLi2gtxuSkoJ8sgivOjUEmR8JvAvn9zxn5NTUTW3Gx7aI5raTQ3HufRxjPe58dWlw51OyuD+xi/SMtgfgn+LXVUeQIo9svMuoeScKByDUGZiQyq3XL/wDhc4fnWYVyth816nRtlZkwGC/Ji9w8yPwxJ6FJ8xVUcW9KLsd29PYX3sCWO8ac9ufKrW4dX39mGkF+kuB66QhsdR5ut+00i1Em13nTb2nLk5skMkvQl/NHsrk8XItw8xwmtevw/wBjvM7Eq4lg+LX19Pj/ALnO/UZrY9WjpLPcSFMnyOKKWMHFdtF7PNZLRo1sUGtijSGNVlZWCkEjeK7J7Gej/gPQVy1pNa2yrgQ3FJH7WOp+2uTNKWeTf9RQLPDQVvy30tJGPaeZ+oZP1V6B66fiaN4dQ7JAAaSwwhhpI81HkTXDfTnL/wCGjhVfas3+Gv1NThGNK/IivIqK9Nzr5rGbMdeCoaFFTuegA/31QXGTWKtT38R2eUSF4GKt3irqBOleH/oTKym43FZSpXng/wC6uZidqtp5knrV76P4FkErbX2SSOg+k+eowjhw8urCs1g60a+2EUTXTtaOKD4+Q8K7b7CAPpNxKhj8B/8AyJriy2R1ypICVBJz512z2HGVsXC4tuKBHoP/AORNPZXJVRn7w4S6tEP7Z3PXkz+An82qN0bb3cfCG7wNv7CNvuyOddKdrLReqL3rKRLtFjmzmXG0jcy2VDkK55gWC9WfUKId0gyoTiHBvQ8gpxkeytHh04xq5ZdyvlRbaa8tHf8AwXVu4NWsjp6M7+cqq67Px3a/lZIKu6c++rG4Kju+DlrK/VDDufo3KqsuB8mK7xccRBBS36O5uB9uayPNFrl1GRvtV5GooO0kH0VP5yqsjgId3DFjn0cc+4VVfaxfKdV29CiBmKn89VWf2e1pXw0aA5nvnAPsTVhNOpL3gyXR/Irfg3y4qqz7Xqdu1af7En/Fr+8VrhPpu/M8TnLhJtkmPEbW7uW4nA5nlimLtZ6igfCsW3Id3ORBhwA5OVeVBjrmnH4j3rT37iXdllQXYrsAeYU19xqq+O2rP2IcY5l39D9KDEttewKx0SmrO7Jywu0XVOOYU39xqiO1+kDXV4UTzDqfzBUsK4TyOSXqRyk4RbXoG8VO0TH4iwYdojWBcItyMqWp3dXSPZf58L2yCD+FOZ/JXnXplsm5A4596Pvr0Q7LoKeGCAP8KX+ijy8eFTSiNXY5QZAOD/8Ad6l/52XWdtL8VAH+TL++lHC6y36DxzfnSLRMZiOOyPjVtkJ5586TdtI+KAPbFX99UMePtR+JZt+0/gU32ZQpPEC2lR5GUiui+10nGiYRByPSF4/kVzv2bFAa9tY/ypOftrojtfkJ0RAAHWQv8yrvEly2v5ENHVR+ZyPwySU6jSCPF3wOfdkV3Txclrh8K35DaUkpQztz06prhPhw4oapSSeQcH3127xwUUcFpCz8xjP2poMx6sfwGpW0vicEXLvXtRl35jv8nPSu4uyox3GipO5e9a3gpWeoykda4oTb3JtwlTUvx2m2AVkOOYUvCgMJHmeYrsvslyXJOjp29zfh1P5tXM9fZIMf94h3xv8ATDc8938Lbf8AW6VKu2WANBQ1Y/vv/YNOd5jWe4cQYUiAyETo127qQrd63LOabO2X/c6iHz9LP5hrBivzRfT9tER7EjoM29f6Ij8+mjtT3lWmuJRuJhd8R6LIRz+Sn1vtqveyjrxGnNfoZlubWJRDLufJJ6flroTtaaBVqTSYv9vSHHoqMPBPPe15EVLctaEpe036lE8Wu1OzrTSC9Po0q5B3OJWXfSt/q+WNormS5SfS5i39uzd5ZzS29xHYEtyKsd0CukUtlDLqhu7zw5zVmEfMgl0Nuei+jtd13nf8+9z6vux+WiMknGaBg4FbAO4UTYJItH3adprULUyOstuIXscRnr5HNXfdLU8judTQo/pIcQmQy4g56+sn6qpJjT5d0x8ONSitDbpRIR3Z+KGPAc+e45HuxVkcGdQTL1Ae0vOkZ9FaK4YP5RWNx3DlCtX+S/E6r6L58fFeLN6Un09xH+N2m/g+6MXiOziLNHeDH/Hl0qtCKv8AuccX3SN10/KOZkP4yN9H/OqCWkpWUnqDg1LwbIc6eV949P0K30jwvAyeePafX5+YWa2K1WwK14s51mqyhEUEUhFm8CNG8QtS31658PAhE+1gFTxcSkt7wU8t3Xlmp9dtCdoC5a5FguEsv3j0L0xIMlH4rfjrj53lS/sN6vOkpuo1nTV+vQkIZH9TI4d7vaVetlQxnP5Ksu4ccrLD7RkO4P6V1Sl02hVrEEw0+kl5T25Pg3/V1prseqyT5opktWROp7g2vgUXrvg5xhf1DaIeoorL8+8OrjwwZSea0p3q/JTNrLgFxK0lChzL1a4jTMya1CaKZaFfGuHCQfYM+ddF62442XUHGfREWDpXVRuFinvuyIBhID6w5HUjwp388bs59gpdx015O1szZtNWnh7rJq4Q7tGuzjb8FI3MMr8RThZzzOPpo4QhDSSSQE7JWScpPbOb9W9nXifpfTczUF5tkRqDDb7x5aZSVEJ9uKUDsycVvgb4W+C4Povcek7vTE+pt3fdXS3GziudS6JuOgY3D7Wca93uI43AZfgpHebT4jgKJ5Y58qWy+NkWDpJrSU3QOtWro7Z1NoR6Ag52t7VK9f1R7abqCefsYqbmDBKSlWDg12z2GV95cbhlRP4B/wDkTXFUNJcn8k9Vk4Ndtdh1oN3C4Y/wD/8AImpL4yjWvTYUGupZnFfjpZeHl7dtU6yzZa0JSSppQAwfprlviJxJtWutdv3aHBfjJfUkBLhBIIHuqW9tAf8ATx//ADDf6a5y0orN3bz8+pcKG4eLrbAteml66PSHgwrveDFuUenoz35yqp/s5blcVXyRg9y7j7at7gcMcFbYgecZ785VVP2cwE8T3ueSWXR+WsqSbmizv2ZGdrhGdVwFH/A0/nqqyuzOr/1YNlXlIc+5NVx2vkA6gt5zz9ET+eqrI7NgB4XtkdO/c+5NFFvk17wZP2fuFOi+Kli1XqR7T7MKdElALSkrCcKx16VzZ2ltDz7Fq56SmY9IakuF9tSySVJ+b9VTnguz3fGxOPnP/caeu2ENjNpOOoc/RR4lvWMh7oabXuF3ZAKfgK5BJJUe7KifoNUf2vcf0RbuDzHfJ5fxBV19jsn4IvPMeu2B+WqX7XEeQ9xGu7TDTjjinkYCE5PqipKpPx036kdi9h/AovSyW/Tlq3gK70BKfrr0G7MaFDhkgLyPwlZH5K4ItNhvFvltvTbdKZSXR4nGikda787NSlf0MkZAJElY+6r/ABF71or0fZYdpTixbr/r1zSTVrksvoW6gvKUkp+Lznl18qrDto/1xaVf5Mv7xQeD8PHaCnvHydl4+vNGdtNJ22pWP72c+8VlUPmlH4ovSgoSaXoyq+AsxMvW1jbRGbZU1ITuUnqrnV+dr0FWibeAP74Wf9Sueey4hmRr+3pkPhra+CgnzPsrovtaYGh4JVzPpCh/qVe4l1ufyK+P0UfmcccPgoam3dR3nT667h47f3DpGOvdMZ+1NcSaBdbGqAE4x3mPy129xwcDfBSSsYOxpg8/pTUPEY6m/gFjvaXxPO+5uqTqIDJA7w13F2NDnSFz/wA8j82uFL48P2Spx+6H767m7Fqt2j7mf8cj82llWc3IKuvUZERckykdpDDb+1Hwv6uf31WJ2uoq18OESGXQhbEjeM+fhNVjKKk9pbHUfDGT/Kqxu2ElSuHMcIUQDKyrHs2msuh82y3cvs/A8+od0fgajVKZUUkvZOPLnXoP2Z+IrGt9Hmw3UpdlsN7AFc+9bx51wBO0/c5Vye+CoEqU0gjC2WirOfbjpVo9nK6XnS/EW1iUw+wW5KAWncjKVdfyVcuikQQXMSjtZcLWtOX9c6GPwOVudZOPV6ZT9X6a5kOckV6Udrmzt3Phi3Mx8ZGkII/gq5H9Fee7ghwb2fhKCXYveeMt+FS0+f0fZT0wTbS6aBse9DErBbCAOaaxSwpYWByFOZFs9GOA932V4/2f9/KkbG1kkutBwY9U1c8LXmQb2FCS+I5YCjtPUZp00jeJFkvDU5lRbWkgA00GtA8warWRUouL7E1Vkq5Kce6Ok7TY1xtWC6KXuizwFBXkUqFUvxPtCrDra5xFp89yPeFVcnCm6r1Hw5DJVmTZ1YUfMo6io52i7UqRFtmpEpGXUbXSPsFcjwq6yjOlRZ6fkd9xyirK4ZDJr9fzKQ86EKD50NNdijz4DWVmaeNIQvTdUW+Ilnvi4+jwe0Z5/kpm+XqPGO3ouDs4yLXG4Y8RXLw5eWogRB3KtOPSR8d8nJH1+7NXU7YXbtxfsuvGJLMa2WnSKZlvVcnNikO4LTPpDiuWdxzmue+Hfw1bNG8RdRWPUNwtD1rMX4uMoAPFcnuxuz83JIxT/oiBe9Z8Lr/qbUWrtSSu8u8S3SYzctP4QjBUn1+Xh8skCrD6gNaJhxEu7uhOPGneJKoiL1Hu9mCpwtjm8KcLZae7txPLqM5qL6+08LJO0FrfS+pdQCzagm923DuDyw/H7t1O5B8Ryk7qetE6OuJ13oDTkPWeoY0OdYn7o0G3U5jq8e5tI280q2885zmmni7p1+7WzReqHNT6qc9PuZgiNeQkOxSFJ8bYT4fp+gUktDEmgTFK7ZeovhKVcH2GI8/kHCS2n0c/ivYf000cC5NtlceZDtl/ZB8Hfsfm7Phhwqd3934se7pTprfh+3py4641VY9S6ug6i00yl1dxmBGyYXPCUoUB1pt1ahVm0nprVF21DxCuN2n2NyQmRBS36NHS54SlSiOntpt7HOdI5xOWf8YfvrtbsNn8Onk/+7/9tNcUW5O+YnJ6qzzrtTsQyGG7jPQ44hH9T8eJQHy00eSv2K+I0H7cvgR/tpbf2avf5hH3Gua9K4N5bA/dP010h2z3GndaPd2tKviUcwc+Rrmi1KMGa29n9tH31a4dHeOviQ5D/aL5HpRwL/uMWz/R3fzlVU/Z5H/rSf5fJdpz7K/EWyzdNjTlwlNsOtj4sOO8158vdVo2bSGldIXWTqCM+GnHchanHRtSCayLouDLkJ9/eUv2wnu61Lb/APRP9o1ZPZkWf6FSP9Kc/NTXPPaR1vB1PrYqgPh1lkpYbx83531mr/7M8uOjhUhK3W0n0pzkVAfJTROqUUm/MbmWmV5waXt41AZBy4/+mnPtkv8Adt2dJA2lLnP6xUb4O3COjjekqdbCS6+MlQx5079ti4xxbrSlpbK17HTkKB9lVKnvlJrP6Dr2OVA2u84P7mfvpg1864rtCuMEAtGcx5fvU1COyNxPgWTUAtV2kMsx5/xa3CfUV5fVnlXUsvSmk7hqZnV4fb75HPvEPDYvy5/86O2PYaMtfNEQ7UrcdGjISktoT+FdQkD5Jpx7Ma93DYEf4W5+iqp7WPEi0S3IenLbPakBlzL/AHZz4v8AdVj9li4RxwvT3jzaT6W5yKgPIVJ12B2hohPCd9R7QcpoKO0PyvuVR3bUIVGteD0Yd+8U1cK5kZHaHknv2wkyJXPcMdFUq7aUyMuPa22X21qLDvqqB8xQ4vRQJLX7fyKU7Oax/RBtoB/v5H51dM9sFRRoOCQf76V+ZXJ/Z3mNx+IltC1hP4cjmTj5VdSdsWdFOgYJQ+2s+kq5JUD8ipc+3nnL5EVEdKPzOP8AQKsapPP5Q++u6OO39wmV72Y/3prgbQkrGqSScDePvr0autusurtDM2S4TAmK/GZ7zu3QlQwEkYP0iosiXPYw4LkSZ5g3n+2Mf5yu7OxWf+ht0/zrf3Go9xA7NvDC36XvF9jXa5qmRo7j7YMpo+L+TUY7KXEWzaX1FI0/dZ7UeFIQlIddXhIWOh9+aGye5J+gUfai0O0j/rL/AOcu/wDtCrZ7VkqFF4ZrTKj96468lDK/3NXUn7AR9dP0nQ2iH9ZNa19Ib9KbPe5D47oq+f8A8Gufe2PxJtNxLVptFxZlx2R8Z3R3Dvenl7BUVNcoy2hW2Rs7eSHrsUNx1Xa8N7EKSYoyFJBz46Dxyt4d49RERmkJylhWAAByVVbdk/idbdKaj9HuKmkMy092VqXzAzXXd30npLU14haoddbcdYSlTbrbuAoA5GaO/H6OOvMULdPfqhi7S61Dg9KJPNTjXL6684NTyJCZ77YUFNB3dgjoeddudrHiVaTZW9L2uTHlOBwLkbV52YBxXEt6fjOPOrU0FLWoqzurQw6OduWytbPlUY+oxla1KCufI5obrjjzhcxjIpWhbZSB3QSFCiSEJQoBWDmrSx9EfMJNiupzWjR7inFIwcUnIGeeap2wUZdCRMs7s930WvVy4D/4m5t+jnnVk8WY5uHCCQhkc7fI3kfvKorR0iLb7izdHJWx+M8gtM7c94DnP0Y5fbXRwVHvNmvcRpP4PKi96B5YxXHcch9Vzar328zvvo7Y8vhtuL5+Xz6HKBzmhpJxW5KCl9afYoig4VXXR6nBTWgNTrgW2XeLFiAGcSM/6pqC1Y3ZybDnFi1Z+Son8lVc58uNY/8ASy3grmyIfFD9oa7aZbsXE3S1/vgs7l5cZTGeVHW6n4qUXFckAnoKXaPvGiEcL9W8NZer2WfTpsaXCurkR0ML2clBSdu9P8k1UGpP7Ybj/pbv55puPWtGtbS+CKcu50zp/iboq08YdIvJ1A4mz2HTTlrNzEdY3vFC8LCQN4G5WPqpq13xIsUvRWnrTdNWL1deYOoRN+EfR3EiLEO3KAVjcs5Gce6ue6yj5Rjq/iNxd0ndmdcqk6+f1Farxb1M2uw+gO7Y7/h2ubnEjbjBPI1GNVa4sl94Wab0/b+KT1lag2b0WfajBklEhz6U+Gud6yg5dDsUxFbHSoEcjyNOjF/uEPxR5imvLwmmDPLHOtD6aP61KEeWIDht7Ht6/wAyS7ukyFvA/ONIXJRce7xIAxSRJUfCBmsJKVYKSCKdZb5dSF4aJHbrtIjEFMhQI9hxU6vPE65XPTsO2vPLJjBQU4XFKU4DgAHJxyxVR71dfKjW3lAYrToz4Na0QSob8yQ/Cffbn3ZDqV+Q9tAGobs3HUGJTzafco01NlB6mhrKcYHSrdi8X7ICXKaTeLk2pLgkvBWc5zRk6+XGbtSuS8rA81ZpA7RYrHnXyMtJ7D2ZTrRy0og+6nNnVl/bh+h/Cs0x/wBy79W37M00NNOOepRPnioLHy9R0hwXdZS1ZW8tw+00YzqC7MjYzOeQj5oVgU1fK91YvGeVQyvm3vY6ikOaLxckvd8iS4F/OCudBlXq4yiA/Lddx03KzTcMjoTWYJPKnlkTktbH5dB6ZclDgcQ84hYPIpVij37tcJCAmTNkuAdAVk0iWAk4BzWhjPQ1A2PsNEh1J3JccB+mlwvd3S2Ai4S0pH780gbbLqsb0J+k0J4LSe7W4nA9lIQuN9u64y2l3OSUq6o3HBpE3JeSoLCxuHQ550FphbiFOJSrYnzoDgBPIYp/aFseE6j1D6IGTdZZZPLZuOKRSJbjiFBxaifPnzpKlStoG5WBWlkYPv8AOiUpIT6j2Z9viiE7aW5Dcppv8JW6QpCl5PNIx0x7aeY2v70xbXoIuU4NOftYdO3/AINQsUfKfad7vumO62o2r553e+rMch/ukbgLl3ieskqkE59tI1uF4pyOdHu29SIrEhDzC0ujOxC8qRj5w8qXvW1u1vsmY41LZdaC90deSnI6Z8j7as1Rsl3BbQ1J7xwho1qXHcjOlp1JStJwQRzFFlS1K3p9tS3UcrTkjSNq+DmHhdmnFi4F35fzdv70ffTKfiId+yQxSiDyrEgrPlWLz1NBBrOsb5upKgacBQOehrqnhg8i5aXs8ho93HVHcjvD3gVyx3RIzmrx4F3WWm0RIjQ72KxL+M/jCuf+kGPz46l6M6j6KZPh5bh/EmVHqdpuPqy4MkeFMhePtNNST1p84iYOtboUjA780xJNbmO91r4HO5a/bTXvYCrO7NP91SB/mnfzaysqnxb/ACdnwZY4b/m6/iQTUf8AbBcP9Kd/PNN5rKytar/DiUrPtsytGsrKkAMHWt1lZSY4A0GsrKqTEgSOtYvrWVlLyHFcb+xsj6RSQdfqrKyjl2QwJFHI8qysrRxP8MCRjvWgH1ayspZA8QafVpOfWNZWVRu7DoDWVlZVYI2aMY/G1lZTx7iAn16Pj+q9/ArKynQwmHWsNZWUw4oik9w79FZD/rhv6aysohEx0Aww5xKiMuMtra9KI2KSCnp7Kil4AFwkAAAbzWVlSz7AoJh/jvqopXX66ysoYfZHY4K/san+HWSyfg9HP5dZWVpy7fIhQmb9RygI9ZFZWVTgSMA91osVlZVSXcMWs/2Pd/h1Y/A0n4UjDJxvrKyqPG/8r8ka30f/AM9EhvEb+3O5f579AqP1lZVjG/w4/BFLL/x5/F/mf//Z</binary>
</FictionBook>